/
Текст
Handwörterbuch
der
deutschen
Gegenwarts
sprache ln zwei Bänden
Akademie-Verlag
Berlin
/
Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache
AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN DER DDR
Zentralinstitut für Sprachwissenschaft
Handwörterbuch
der deutschen
Gegenwartssprache
In zwei Bänden
Von einem Autorenkollektiv
unter der Leitung von
GÜNTER KEMPCKE
Autoren:
Christa Blumrich • Edelgard Dückert
Marie-Elisabeth Fritze • Heidrun Käubler f
Günter Kempcke • Susanne Ketzel
Margot Richter • Vera de Ruiter
Renate Schmidt • Hanna-Brigitte Schumann
Doris Steffens • Elke Tellenbach
Birgit W olf • Waldemar Wunderlich
Karl Wunsch
A-K
AKADEMIE-VERLAG • BERLIN
19 84
Erschienen im Akademie-Verlag, D D R - 1086 Berlin, Leipziger Straße 3 —4
© Akademie-Verlag Berlin 1984
Lizenz-Nr. 202 •100/215/84
Printed in the German Democratic Republic
Gesamtherstellung: VEB Druckhaus „Maxim Gorki“ , 7400 Altenburg
Einbandgestaltung: Karl Salzbrunn
Lektor: Alfred Gessler
LSV 0817
Bestellnummer: 753 333 0 (6449/1 + 2)
06800
1. Als Informanten für die Darstellung des Fachwortschatzes wirkten m it:
Dipl. -Berging. Heinrich Anackert (Halle/Saale), Bergbau; Dipl. -Ing. Günter Anders
(Berlin), Physik/Mathem atik: Dipl. - Päd. Günther Artl (Strausberg), Militärwesen; Dr.
sc. Fritz Asmus (Stahnsdorf), Landwirtschaftswissenschaft; Berging. Hans Böhm (Oels-
nitz/Erzgeb.), Bergbau; Prof. Dr. habil. Alfred Bönisch (Berlin), Wirtschaftswissen
schaft; Prof. Dr. Günter Clauß (Leipzig), Psychologie; Prof. Dr. Hans-Ulrich Delius
(Berlin), Religion; Dr. Manfred Dückert (Berlin), Medizin; Dr. Wilfried Fiedler (Berlin),
Musik; Dr. Marie-Elisabeth Fritze (Berlin), Theater/Bildende Kunst (unter Mitwirkung
von Waltraud Volk); Herbert Gast (Berlin), Sport; Dr. Eberhard Heinze (Berlin),
Seemannssprache/Verkehrswesen; R udolf Heisinger (Berlin), Druckereiwesen; Dr. Udo
Holland-Nell (Berlin), Elektrotechnik: Prof. Dr. Rudolf Käubler (Halle-Dölau), Geo-
graphie/Geologie; Dr. sc. Eberhard Königsmann f (Berlin), Biologie; Dr. Holger Lamp-
recht (Berlin), E D V ; Dipl. - Forstwirt Dr. W olfgang-Dieter Lorenz (Berlin), Forstwesen/
Jägersprache; Dr. Günther Lotz t (Berlin), Technik; Dr. Fedja Lüpnitz (Berlin), Bio
logie; Dipl. -Math. Christian Oefler (Berlin), Architektur/Bauwesen; Dr. - Ing. Fritz
Püschel (Berlin), Chemie; Ing. Eberhard Richter (Berlin), Textiltechnik; Prof. Dr. sc.
Rainer Rosenberg (Berlin), Literaturwissenschaft; Dr. Erna Scharnhorst (Berlin), Päd
agogik; Alfred Schlegel *f (Berlin), Druckereiwesen; Dr. sc. Hans Schleier (Leipzig),
Geschichtswissenschaft; Dr. sc. Camilla Warnke (Berlin), Philosophie; Studienrat
Klaus Witte (Königs Wusterhausen), Pädagogik; Dipl.- Jur. Lutz W olf (Berlin), Rechts
wesen.
2. An der Konzeption für die Darstellung der Konjunktionen wirkte Dr. Ewald Lang mit.
3. An der technischen Herstellung des Manuskripts wirkten m it: Erna Bellin, Ilse Dümcke,
Barbara Mater, Gertraud Roth, Edith Wieske.
Vorwort
Im Jahre 1977 erschien der letzte Band des von Ruth Klappenbach und Wolfgang Steinitz
herausgegebenen Wörterbuchs der deutschen Gegenwartssprache (W DG). Seit der Gründung
dieses Wörterbuchunternehmens im Jahre 1952 sind dreißig Jahre vergangen. In dieser Zeit
haben sich gesellschaftliche Veränderungen vollzogen, die auf das gegenwärtige Deutsch und
seine Normen nicht ohne Auswirkungen geblieben sind.
Die Sprachwissenschaft hat in der D D R und in den anderen deutschsprachigen Ländern in
den letzten zwanzig Jahren durch die Hinwendung zur synchronischen Betrachtungsweise
der Sprache einen bedeutenden Erkenntniszuwachs zu verzeichnen. Systemorientierte For
schungen. Forschungen zur Semantik, Valenz, Fragen nach den Beziehungen zwischen Sprache
und Gesellschaft , soziolinguistische Untersuchungen sind in den Vordergrund gerückt. In der
lexikographischen Praxis führte dies zum Überdenken der überkommenen theoretischen
Grundlagen und Darstellungsmethoden und zur Prüfung der Anwendbarkeit der neugewon
nenen Erkenntnisse.
Das vorliegende Wörterbuch ist an der Akademie der Wissenschaften der D D R erarbeitet
worden. Es dient der Förderung der Sprachkultur, wendet sich an einen weitgefaßten B e
nutzerkreis und ist auch für die Schulen geeignet.
Das Handwörterbuch beschreibt das gegenwärtige Deutsch, den heute sprachüblichen Be
reich des Wortschatzes. Es verzeichnet etwa 60000 Stichwörter mit ihren verschiedenen
Bedeutungen und Verwendungen, stellt ihre semantischen, graphischen, grammatischen,
stilistischen und in gewissem Umfang auch ihre lautlichen Gebrauchsnormen dar und ist in
diesem Sinne normativ.
Dem auf Arbeiten zum sechsbändigen Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache basie
renden zweibändigen Handwörterbuch liegt eine neue Konzeption zugrunde, die vor allem in
der Darstellung semantischer Beziehungen, der Kontextverwendung und im stilistischen und
lautlichen Bereich neue W ege geht. So werden die in den Definitionen verwendeten Synonyme
durch die Angabe ihrer Gliederungsziffer für den Benutzer eindeutig gem acht; die phraseolo
gischen Einheiten, im W DG meist als Teil der K ontext Verwendung abgehandelt , werden als
eigenständige Mehrwortlexeme am Ende der Stichwörter dargestellt. Die Stichwörter sind
streng alphabetisch angeordnet. Auf die Zitierung von Belegstellen wird aus Platzgründen
verzichtet.
Berlin, im März 1982
Der Herausgeber
Hinweise für den Benutzer
Gliederung
I. Zur S tic h w o r t a u sw a h l...............................................................................................
II. Zum S t i c h w o r t a n s a t z ...............................................................................................
I II . Zur Definition der L e x e m e ......................................................................................
IV . Zum Aufbau der W ö r t e r b u c h a r t ik e l............................. .........................................
V. Zu den gram matischen Angaben ..........................................................................
V I. Zur Darstellung des K o n t e x t e s ..............................................................................
VII. Zu den stilistischen Kennzeichnungen und Anwendungsbedingungen . . . .
VIII. Zu den Akzent- und Ausspracheangaben.............................................................
I X . T y p o g r a p h i s c h e s .......................................................................................................
X . Abkürzungsverzeichnis ...........................................................................................
VIII
IX
XI
XIV
XVI
XXI
XXII
XXIV
XXVII
XXIX
I. Zur Stichwortauswahl
Das Handwörterbuch erfaßt vorrangig den Teil der Lexik, den man zum Zentrum der
Allgemeinsprache rechnen darf, der der nichtfachgebundenen Kommunikation dient,
weitgehend gruppenunspezifisch ist und weitgehend überregional verwendet wird. Im
Gegensatz dazu und außerhalb des Zentrums, an der Peripherie, stehen die Fachwort
schätze und diejenigen landschaftlich gebundenen Lexeme (Regionalismen), die in der
Allgemeinsprache nicht häufig Vorkommen. Die Grenzen zwischen Zentrum und Peri
pherie sind jedoch fließend. In dem Maße, wie im Alltag Fachgebiete jeweils in das
Zentrum des allgemeinen Interesses rücken, wechseln Fachtermini in die Randzone
der Allgemeinsprache über. So haben Fachgebiete wie Wirtschaft, Sport, Technik u. a.
die Allgemeinsprache wesentlich bereichert.
Der Anteil der einzelnen Fachwortschätze an der Lexik der Allgemeinsprache ist recht
unterschiedlich. Dem trägt das Handwörterbuch Rechnung, indem es bei der Stich
wortauswahl besonders die Fachgebiete berücksichtigte, die in unserem Alltag eine
besondere Rolle spielen.
Bei der Stichwortauswahl wurde der W ortschatz der letzten dreißig Jahre zugrunde
gelegt. Damit ist die Aufnahme veralteter Lexeme ausgeschlossen (z. B. Sozietät,
Sieehenhaus). Aufgenommen wurden lediglich die Lexeme mit der Tendenz zum Ver
alten (z. B . wohlerzogen). Historische Lexeme, d . h. Lexeme, die Erscheinungen ver
gangener Epochen widerspiegeln, wurden unter dem Gesichtspunkt ihrer Gewichtig
keit ausgewählt (z. B . Sklave). Die Auswahl ideologierelevanter Stichwörter folgt den
allgemeinen Prinzipien der Stichwortauswahl, doch finden in diesem Bereich bestimmte
Lexeme Berücksichtigung, die nach 1945 erst neu entstanden und heute bereits ver
altet sind. Es handelt sich dabei um Lexeme, die bestimmte Etappen der jüngeren
historischen Entwicklung widerspiegeln und für die Darstellung dieser Zeit weiterhin
Verwendung finden. Es sind dies Wörter wie Neubauer, Neulehrer, Arbeiter- und -Bauern-
Hinweise für den Benutzer
IX
Fakultät. Bei der Auswahl des regionalen Wortschatzes hatten die landschaftlich ge
bundenen Lexeme der D D R und der B RD den Vorrang, aber auch die in Österreich
und die im deutschsprachigen Teil der Schweiz gebräuchlichen sprachlichen Besonder
heiten wurden in gewissem Umfang berücksichtigt.
Der Aspekt Zentrum—Peripherie wurde nicht ausschließlich auf die Auswahl der
zeitlich und landschaftlich eingeschränkten Lexeme sowie der terminologischen
Begriffe bezogen, sondern auch auf den morphologisch-semantischen Bereich: Bei der
Auswahl blieben Kom posita und Ableitungen (mit reihenbildendem Charakter), deren
Bedeutung durch die Summe ihrer Bestandteile transparent wird, weitgehend un
berücksichtigt (z. B . die Feminina auf -in ; aufgenommen wurden nur sehr übliche
Formen, wie z. B . Verkäuferin, Lehrerin; auf Reiterin o. ä. wurde verzichtet).
Abkürzungen wie Abs. für Absender wurden nicht als selbständige Stichwörter auf
genommen, sondern unter ihrer Vollform aufgeführt. Als selbständige Stichwörter er
scheinen dagegen in einer Auswahl Kurzwörter und Initialwörter (z. B. LPG, FKK ,
Akku, Uni). Diminutivformen wurden nur dann berücksichtigt, wenn sie in ihrer Be
deutung von ihrem Basislexem abweichen (z. B . Dämchen, Pärchen, 31ütchcn). Eigen
namen fanden nur dann Berücksichtigung, wenn sie als Appellativa oder als Bestand
teile von Phraseologismen (s. I I .8) verwendet werden (z. B . spanisch: spanische Wand,
Frankreich: leben wie Gott in Frankreich).
II. Zum Stichwortansalz
1. Unter einem Stichwort verstehen wir das W ort, das am Beginn des Wörterbuchartikels
steht. Es ist halbfett gedruckt. Seine Rechtschreibung richtet sich nach der 17., neu
bearbeiteten Auflage des Duden. W örter mit Bindestrich (fifty-fifty) oder mehr
gliedrige Ausdrücke ohne Bindestrich (ad infinitum) werden als ein Stichwort be
handelt. Orthographische, grammatische oder regionale Varianten (Friede, Frieden;
placieren, plazieren) werden auf die heute übliche Form oder die hochsprachliche Form
verwiesen.
2. Die Stichwörter sind streng alphabetisch geordnet. Bei gleichlautenden, in der Groß-,
Kleinschreibung voneinander abweichenden Stichwörtern rangiert Kleinschreibung vor
Großschreibung (pfropfen, Pfropfen). Stichwörter m it Umlaut rangieren hinter Stich
wörtern ohne Umlaut (nutzen, nützen). Stichwörter, die verschiedenen W ortarten zu
geordnet werden (Jauf /Präp./, 2auf /Adv./) oder sich durch ihr Genus voneinander
unterscheiden (1Band, das, 2Band, Her, 3Band, die [bsnt] oder hinsichtlich ihrer Flexion
divergieren ^hängen ... , 2hängen/sw. Vb./), werden in der Regel durch Indizes (voran
gestellte Hochzahlen) gegliedert. Substantivierte Lexeme werden nur dann als selb
ständige Stichwörter angesetzt, wenn sie semantisch modifiziert und eigenständig sind
(hoch, das Hoch = Meteor.). Substantivierungen ohne Bedeutungsänderung gegen
über ihrer Basis werden, soweit sie eine gewisse Verbreitung aufweisen, unter dem
klein geschriebenen Stichwort mit abgehandelt.
3. Kurzwörter und Initialwörter werden in einer begrenzten Auswahl als selbständige
Stichwörter behandelt, wenn sie gegenüber der Vollform hinsichtlich ihrer Verbrei
tung überwiegen (HO) oder gleichberechtigt sind (LPG, LKW ).
4. Diminutivformen erscheinen nur dann als selbständige Stichwörter, wenn sie seman
tisch oder stilistisch von ihrer Basis abweichen (vgl. I).
X
Hinweise für den Benutzer
5. Partizipien werden nur dann als selbständige Stichwörter angesetzt, wenn sie in ihrer
Bedeutung vom Verb stark abweichen (brennend) oder wenn das zugrunde liegende
Verb nicht mehr sprachüblich ist oder nicht existiert (aufgedunsen, aufgedonnert).
0. Ableitungen (vgl. auch 4), die semantisch außer in der Bedeutung ihres W ortbildungs
morphems (z. B .
- heit, -ung, -in) nicht von ihrer Basis abweichen, werden in der Regel
ohne eigene Bedeutungserklärung ihrer Basis zugeordnet, z. B .
ausgelassen IA dj.1 . . . ; dazu Ausgelassenheit, die . . .
Formung, die {zu formen 1/
Fusion, die 1. ... 2.
...
3.
zu 1 fusionieren {sw. Vb. \hat/
Von Maskulina abgeleitete Feminina (z. B . Lehrerin zu Lehrer) erscheinen als selb
ständige Stichwörter, wenn sie sprachüblich sind. Sie werden dann in der Regel an
das Maskulinum angehängt.
7. Das Kompositum als Einzelstichwort oder als Glied einer Kompositionsreihe
und die Präfixbildung
7.1. Das alleinstehende einzelne Kompositum ist durch den senkrechten, die Kom positions
fuge markierenden Strich kenntlich gemacht (3Iachjart). In der Regel wird auf den
Fugenstrich verzichtet, wenn das Bestimmungswort nicht als selbständiges Stichwort
existiert oder semantisch nicht mehr transparent ist; dies betrifft vor allem Fremd
wort-Komposita (Agrochemie). Aus Gründen der Raumersparnis wird von diesem
Prinzip jedoch bei einigen großen Kompositionsreihen abgewichen (Elektro]) (vgl. auch
V. 1).
7.2 . Das Stichwort wird in Kompositionsreihen gekürzt, indem das Bestimmungswort der
Kompositionsreihe bei den folgenden Kom posita durch einen waagerechten Strich er
setzt wird (Garten |-arbeit, die; -architekt, der ...) . Groß-, Kleinschreibung des für die
gesamte Reihe gültigen Bestimmungswortes richtet sich nach den folgenden Grund
wörtern. An erster Stelle steht die Schreibweise des Bestimmungswortes, das dem
ersten W ort der Reihe entspricht (Gclände/geländej -fahrt, die; -fahrzeug, das; -gängig
{Adj.{). Kom posita mit einem mehrgliedrigen Bestimmungswort werden, soweit sie
eine Reihe ergeben, gesondert dargestellt (Eisenbahn] -bau, der ...) .
7.3 . Untrennbare Präfixverben werden nicht in Reihen nach der o. g. Methode dargestellt
(vgl. Verben m it be-, ent-, er-, ver-, zer-, anders Verben mit aban-, auf-, aus-, durch-,
ein- etc.) .
7.4. FugenVarianten werden auf eine der beiden Formen zurückgeführt und durch Ver
weise aufeinander bezogen, z. B .
Jauche (auch Jauchen|)| -faß, das . . . ;
-grübe, die ...
jauchen /sw. F6.; hat/
Jauchen]: /* Jauche]
oder :
Kohle]: / Kohlen/kohlen]
Kohlen/kohlen (mit * auch Kohle])j ... * -ofen, der . ..;
-oxid, das ...; *-preis, der ...
Hinweise für den Benutzer
XI
8. Zur Darstellung phraseologischer Einheiten (Mehrwortlexeme)
Das Wörterbuch trägt den Ergebnissen der Phraseologieforschung Rechnung und be
handelt darum die phraseologischen Einheiten nicht im Rahmen der Kontextsphäre,
da die Glieder von Phraseologismen auf Grund ihrer semantischen Verschmelzung
nicht mehr den jeweiligen Gliederungspunkten der Stichwörter zugeordnet werden
können. Die unzureichende Erforschung bestimmter theoretischer Fragen wie beispiels
weise der Wesensbestimmung und der W ortgruppenbedeutung phraseologischer Ein
heiten, ihrer Abgrenzung gegenüber terminologischen Mehrwortlexemen und der meta
phorischen Verwendung freier W ortverbindungen bereiten jedoch in der W örterbuch
praxis gewisse Schwierigkeiten.
Die Phraseologismen werden im Handwörterbuch gesondert aufgeführt. Sie werden als
selbständige lexikalische Einheiten am Ende des Stichwortes hinter dem graphischen
Zeichen — abgehandelt. Die Definition einer phraseologischen Einheit erscheint unter
dem Hauptglied des Mehrwortlexems. Unter dem Hauptglied verstehen wir das erste
Substantiv bzw.
—
wenn kein Substantiv vorhanden ist — das erste Adjektiv/Adverb/
Xumerale/'Verb/Pronomen. In einigen Fällen wird von dieser Reihenfolge abgewichen,
z. B. bei Pronominaladverbien und Modalverben. Ist das erste Substantiv ein Eigen
name oder existiert es nur als Glied eines Phraseologismus (z. B. Peter in jrndm. den
Schwarzen Peter Zuspielen, Fersengeld in Fersengeld geben), so wird es als Stichwort
verzeichnet.
Von anderen wesentlichen Gliedern der phraseologischen Einheiten wird jeweils auf
das Hauptglied verwiesen (z. B. Haar, das ... + mit / Haut und Haaren). Bei Funk
tionswörtern (s. z. B . eehen 15.2), Modal- und Hilfsverben wird in der Regel auf Ver
weise verzichtet. Bei Grundverben mußten die Verweise aus Platzgründen beschränkt
werden. Definierte Phraseologismen stehen vor nichtdefinierten, d. h. vor den mit dem
Verweispfeil versehenen, und werden von ihnen durch einen Gedankenstrich abgehoben.
Als Phraseologismen werden in erster Linie die phraseologischen Ganzheiten aufgefaßt,
d. h. die semantisch umgedeuteten syntaktischen Wortgruppen (z. B . jmdm. aufs Dach
steigen). Ihre Bedeutung ergibt sich nicht durch die Summierung der Bedeutungen der
einzelnen Kom ponenten. Dabei ist die Bedeutung der einzelnen Bestandteile der
phraseologischen Ganzheiten graduell unterschiedlich verändert.
Häufig existieren phraseologische Einheiten in mehreren Varianten, die alle zu berück
sichtigen den Rahmen dieses Wörterbuchs gesprengt hätte.
Die einfachen phraseologischen W endungen und die festen Verbalverbindungen, so
weit sie aus der Summe ihrer Kom ponenten erklärbar sind, werden dagegen nicht als
phraseologische Einheiten dargestellt. Diese Entscheidung stützt sich darauf, daß sich
bei diesen Wendungen die Gesamtbedeutung aus der Bedeutung ihrer Glieder begründen,
läßt. Sie werden durch Kommentare wie / in der Verbindung) , )in den Verbindungen) ,
/in Verbindmig mit Subst. zur Umschreibung eines Verbalbegriffs/ kenntlich gemacht
(z. B. etw. zum Ausdruck bringen = etw. ausdrücken; zur Anwendung kommen = an
gewandt werden).
III. Zur Definition der Lexeme
1 . Die Hauptaufgabe des Wörterbuchs ist die Erfassung und Beschreibung einer bzw.
mehrerer Bedeutungen eines Lexems. Lexembedeutungen sind nicht unanalysierbare
Einheiten, sondern sie setzen sich aus begrifflichen Merkmalen verschiedener Art zu
XII
Hinweise für den Benutzer
sammen, und die Aufgabe der Lexikographen ist es, diese Merkmalstruktur in der
Definition zu erfassen und nachzuzeichnen. Die lexikalischen Einheiten werden unter
scheidend definiert, d . h. sie werden in ihren Beziehungen zu verwandten Lexemen
bestimmt. Die Beziehungen werden u. a. durch die Angabe von Gliederungsziffern bei
S\rnonymen und in beschreibenden Definitionen deutlich gemacht.
2. Es werden vier Definitionsarten unterschieden.
1. Die Bedeutungserklärung mit Hilfe einer Umschreibung
2 . Die Bedeutungserklärung mit Hilfe eines Synonyms
3. Die Bedeutungserklärung mit Hilfe von Verweisen oder Zuordnungen
4. Die Bedeutungserklärung mit Hilfe eines Kommentars
Unter bestimmten Voraussetzungen wird auf eine Definition verzichtet (vgl. 2 .5).
2.1 . Die Bedeutungserklärung mit Hilfe einer Umschreibung
Sie dient der Beschreibung von Autosemantika (von Wörtern mit selbständiger begriff
licher Bedeutung), insbesondere von Grundwörtern, aber auch von Komposita und
Ableitungen, deren morphologisch-semantische Motiviertheit nicht ohne weiteres nach
vollziehbar ist, und sie ist in jedem Falle bei Grundsynonymen zu finden (vgl. 2 .2).
Die umschreibende Wörterbuchdefinition ist, der logischen Definition ähnlich, nach
dem Prinzip von genus proximum (Oberbegriff) und differentia specifica (unterscheiden
des Merkmal) angelegt. Dadurch wird das definierte Lexem dem übergeordneten Be
griff untergeordnet und in die Nachbarschaft der Lexeme gerückt, die unter denselben
Oberbegriff fallen. W enn ein Oberbegriff auf Grund seiner Bedeutungsdifferenzierung
im jeweiligen Definitionstext nicht eindeutig interpretierbar ist, wird dieser Ober
begriff durch die Angabe seiner Gliederungsziffer eindeutig gemacht (vgl. auch 2.2).
Die Bedeutungserklärung soll in komprimierter Form das Wesentliche ausdrücken,
enzyklopädische Definitionen, d. h. extensive Sachbeschreibungen, werden möglichst
vermieden. Die Definition erfaßt die kognitiven (begrifflichen) und auch die konnota-
tiven Merkmale (Zusatzmerkmale) und wird gestützt durch ein System von stilistischen
Hinweisen und Kommentaren, die im gegebenen Fall den expressiven Charakter der
Bedeutung und den Sprecherstandpunkt bei der Verwendung der Lexeme deutlich
machen sollen (vgl. VII). Auf den Gebrauchsumfang wird durch Kommentare hin
gewiesen (z. B . artig /von Kindern!).
2.2 . Die Bedeutungserklärung mit Hilfe eines Synonyms
Synonyme werden hauptsächlich als stilistisch neutrale Äquivalente für stilistisch be
wertete lexikalische Einheiten eingesetzt. Sie stehen als Systemsynonyme — weit
gehend semantisch, grammatisch austauschbar — als Definition einer lexikalischen
Einheit und ihres Kontextbereichs, oder sie dienen als Kontextsynonym e — in ihrer
Äquivalenz nur auf einen engen spezifischen Kontextbereich bezogen — als Definition
einer bestimmten Bedeutungsnuance. Als Systemsynonym steht das Synonym vor
der Kontextgruppe, als Kontextsynonym ist es als Klammerdefinition dem zu defi
nierenden Stichwort nachgestellt. Die wichtigste Voraussetzung für die Verwendung
von Synonymen ist, daß das Grundsynonym selbst - mit Hilfe einer Umschreibung
definiert ist.
Die Polysemie mancher für die Definitionen verwendeten Synonyme erschwert ihre
eindeutige Interpretation, deshalb wird das als Definition verwendete polyseme
Synonym meist mit seiner Gliederungsziffer versehen. Die Gliederungsziffer steht hinter
demSynonym in Klammern oder, wenn das Synonym selbst in Klammern steht (Kontext-
Hinweise für den Benutzer
XIII
synonym), hinter diesem in der Klammer. In allen diesen Fallen vertritt das Synonym
die Bedeutungsumschreibung; es kann aber auch die Definition begleiten oder er
gänzen, indem es, einer umschreibenden Definition nachgestellt, als zusätzliches Be
deutungsäquivalent fungiert (z. B . vorwärtsweisend = die weitere Entwicklung be
stimmend, weiterführend).
2.3. Die ßedeutimgserklärung mit Hilfe von Verweisen oder Zuordnungen
Eine wörterbuchspezifische Form der Definition ist die Anwendung von vgl. in K om po
sitionsreihen (z. B. Verkaufsj .. .
-messe, die vgl.
- a u s stellung). Diese Form wird vor
wiegend dann angewandt, wenn die Grundwörter einer Kompositionsreihe semantisch
benachbart sind oder im Verhältnis eines Ober- und Unterbegriffs zueinander in Be
ziehung stehen. Bei eindeutiger synonymischer Entsprechung wird dagegen immer das
Synonym als Definition verwendet.
Ableitungen, die gegenüber ihrer Basis keine neuen semantischen Merkmale außer der
Bedeutung ihres W ortbildungsmorphems aufweisen, werden durch eine Zuweisung und
ohne Definition abgehandelt (vgl. II .6).
2.4 . Die Bedeutungserklärung mit Hilfe eines Kommentars
In der Regel sind Definitionen in Wörterbüchern als in den Kontext einsetzbare Be
deutungsbeschreibungen angelegt und sind daher Kommentaren vorzuziehen. Wenn
sich aber eine allzu umfassende, ins Enzyklopädische gehende, extensive Definition
ergeben hätte, wurden statt der Definitionen auch Kommentare gewählt, die den
Charakter eines Bedeutungshinweises haben (z. B . Jagdwurst /Wurstsorte/). Diese und
ähnliche Erklärungshinweise sind in Schrägstriche eingeschlossen. Kom m entare haben
aber auch die Funktion, pragmatische Kom ponenten oder den Gebrauchsumfang zu
charakterisieren (/vom Menschen/, /vorw. im bürgerl. Sprachgebrauch/). K om me ntare
werden auch bei Interjektionen und Onomatopoetika (lautmalenden Wörtern) an
gewandt (z. B . bums /lautnachahmend für das bei einem F all, Stoß entstehende dumpf
dröhnende Geräusch/.
Bei Synsemantika (bei Wörtern ohne selbständige begriffliche Bedeutung) werden in
der Regel Funktionsdefinitionen in Kommentarform gegeben, die durch Synonyme
oder Bedeutungsumschreibungen ergänzt werden können (vgl. und).
2.5. Kom posita, deren Bedeutung sich aus der Summe der Bedeutungen ihrer Glieder ergibt
und sich daher erschließen läßt, bleiben häufig ohne Definition.
3. Zur Darstellung ideologiegebundener Lexeme
Der ideologiegebundene W ortschatz wird nach den auf den Erkenntnissen des Marxis
mus-Leninismus basierenden Einsichten beschrieben. Das betrifft naturgemäß in erster
Linie Lexem e des ideologisch-philosophischen, des gesellschaftlich-politischen, des p oli
tisch-ökonomischen Sachbereichs. Dies reicht von daher jedoch auch vielfach nuanciert
hinein in die Sphäre des Alltags.
Es werden die darstellbaren Differenzierungen, die sich zwischen der heute in der
DDR und in der B RD gebräuchlichen Lexik ergeben haben, verzeichnet. Prinzipiell
werden diese Differenzierungen beschrieben, wenn das einem Lexem zugrunde liegende
Denotat ausschließlich oder vorwiegend einer Gesellschaftsformation, bestimmten Ge
sellschaftsformationen oder bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen zukommt. Dies
geschieht je nach der Sachlage in der Definition, in einem Kommentar oder durch eine
XIV
Hinweise für den Benutzer
kurze Markierung. Somit ergibt sich für den Benutzer deutlich die Zugehörigkeit des
Denotats zu sozialistischen oder kapitalistischen Verhältnissen, zum Gesellschafts
gefüge der D D R oder der B R D bzw. der deutschsprachigen kapitalistischen Staaten
(z. B . Volkseigentum = gesamtgesellschaftliches Eigentum im Soz., staatUch-soz. Eigen -
tum, bes. a?i Produktionsmitteln). W ird ein Lexem ausschließlich oder vornehmlich in
der D D R oder in der B R D bzw. von einem speziellen, sozial-politisch bestimmten
Sprecherkreis verwendet, wird auch das — durch Markierung oder Kom m entar —
kenntlich gemacht (z. B . Unternehmer = fvorw. im bürgerl. Sprachgebrauchj Kapitalist,
der ein Unternehmen besitzt [und selbst leitet]). Dabei meinen Markierungen wie 'DDR/,
/BRD/ die sprachliche Dominanz, Markierungen wie /in der DDR/, /in der BRD/,
/noch in der BRD/ die sachliche Dominanz des Bezeichneten.
Darüber hinaus werden manipulierende Bezeichnungen kenntlich gemacht. In kom
mentierenden Bemerkungen werden Art und Ziel der Manipulation, gegebenenfalls der
Benutzerkreis und der ideologische Ursprung solcher Lexem e angezeigt, und es wird
ihr tatsächlicher Inhalt beschrieben.
4. Zu den Definitionsformell
In der Regel werden drei Definitionsformen angewandt:
1 . Die Definition steht als Umschreibung, Synonym oder Kommentar vor den K on
textbeispielen. Sie wird immer dann angewandt, wenn die lexikalische Einheit einen
breiteren Gebrauchsumfang aufweist. Sie ist die dominierende Definitionsform bei
Substantiven und Adjektiven (vgl. Hat — informative Mitteilung, die jmdm. bei
seinem T un, Verhalten in schwieriger Lage helfen soll).
2. Ist die Bedeutung eines Lexems an eine bestimmte syntaktische Konstruktion ge
bunden, so steht die Definition hinter der syntaktischen Konstruktion, und es folgen
Kontextbeispiele (vgl. auch V. 6 .6).
3. Die Definition steht in Klammern hinter einem Kontextbeispiel. Diese Definitions
form wird bei Phraseologismen (vgl. II .8), bei lexikalischen Einheiten mit stark
eingeschränkter Kontextverwendung oder bei einzelnen Kontextbeispielen mit einer
Bedeutungsschattierung angewandt.
IV. Zum Aufbau der Wörterbuchartikel
1 . Das Stichwort wird hinsichtlich seiner graphischen (die Schreibweise betreffenden)
phonetischen (die Aussprache betreffenden; vgl. VIII .2) Besonderheiten, hinsicht
lich seiner stilistischen Anwendungsbedingungen, seiner grammatischen und seman
tischen Merkmale beschrieben.
Der Wörterbuchartikel beginnt mit der Nennung des Stichwortes. Ihm folgt die W ort
artangabe (klar /Adj.f; Kellner, der, vgl. V .l ; kämpfen /sw. Vb.; ha t/; aber /Konj./),
danach Angaben zur Flexion (vgl. V) und Hinweise zur Aussprache (Kadaver, der .. .
[.. v . .] , vgl. VIII). Diese Angaben beschreiben das Stichwort in seinen orthographischen,
lautlichen und grammatischen Normen. Ihnen folgen Angaben über die Zugehörigkeit
zu einer Stilebene, Stilfärbung, über den regionalen Gebrauch, die zeitliche Beschrän-
Hinweise für den Benutzer
XV
kung, die fachspezifische Verwendung oder die gesellschaftsspezifische Restriktion.
Diese Angaben sind in Verbindung mit der Bedeutung und der Kontextrealisierung
des Lexems zu sehen und gelten als stilistische Kennzeichnungen (vgl. VII). Darauf
folgt die Definition (s. aber III.4 , Abs. 2), ihr folgen Textbeispiele. Bei Stichwörtern
mit mehreren Gliederungspunkten können sich diese Angaben im K opf des Artikels
auf das gesamte Stichwort beziehen, sie können aber auch durch die spezifischen An
gaben zu den einzelnen Bedeutungspunkten aufgehoben werden. Den Schluß des
Artikels bilden die phraseologischen Einheiten. Sie werden durch das graphische Zeichen
- f abgehoben (vgl. 1 1 *8).
Die semantische Gliederung
1 . Die einem Stichwort zugeordneten Bedeutungen werden jeweils nach bestimmten
Kriterien in einer bestimmten Abfolge aufgeführt. Um eine willkürliche Aneinander
reihung der Bedeutungen auszuschließen, mußten ihre Beziehungen zueinander unter
sucht, ihre dominierenden Varianten und die Nebenbedeutungen herausgearbeitet und
die Kriterien der Gliederung aus ihnen selbst abgeleitet werden.
Bei der semantischen Gliederung der Artikel werden je nach Sachlage die folgenden vier
Aspekte angewandt:
1 . der Aspekt der semantischen Merkmale
2. der ps3^chologische Aspekt
3. der Aspekt der Aktualität
4. der Aspekt ,Konkret — Abstrakt4
Diese Kriterien besitzen, jedes für sich genommen, keine absolute Gültigkeit.
Der Aspekt der semantischen Merkmale ist der wichtigste Aspekt, da sich die Polysemie
auf der Grundlage gemeinsamer und differenzierender Merkmale aufbaut. Die Varian
ten sind in der Regel durch bestimmte Glieder der Merkmalskette verbunden. In den
Varianten dominiert jeweils eines der Merkmale, andere treten zurück. Die Gliederung
polysemer Stichwörter kann unter diesem Aspekt so erfolgen, daß die Bedeutungen
nach der Zunahme bestimmter oder der Abnahme gemeinsamer Merkmale angelegt
werden.
Die Frage nach der Polysemie und Homonymie wird vor allem als Frage nach der
Gliederungsform aufgefaßt. Semantisch nicht mehr miteinander verbundene Varianten
werden meist unter einem Stichwort mit Hilfe römischer Ziffern gegliedert. Sind diese
Varianten auch grammatisch unterschieden, so werden in der Regel zwei Stichwörter
mit Indizes angesetzt (1Bauer, der; 2Bauer, das, auch der).
Legt man den psychologischen Aspekt als Gliederungsmaßstab an, so steht an erster
Stelle die Variante, die der Hörer bei der Nennung des Stichworts zuerst realisiert.
Dieser Aspekt wäre ausschließlich anwendbar, wenn man voraussetzen könnte, daß
innerhalb einer Kommunikationsgemeinschaft die Priorität einer Variante in gleicher
Weise gespeichert ist. Dies ist in der Regel nicht der Fall, das heißt aber nicht, daß
dieser Aspekt völlig bedeutungslos ist. Er trifft in vielen Fällen zu, muß aber mit den
anderen Kriterien kombiniert werden.
Der Aspekt der Aktualität steht in enger Beziehung zum psychologischen, beide Aspekte
können sich als kongruent erweisen, aber nicht immer muß die zuerst realisierte Variante
aktuell sein.
Der Aspekt ,Konkret — Abstrakt‘ ist mit dem Aspekt semantischer Merkmale kom bi
nierbar. In der Regel geht die semantische Gliederung von der konkreten Bedeutung
aus.
2 .2 . Metaphorischer Gebrauch wird, soweit er usuell ist, bei der semantischen Gliederung
des Stichwortartikels jeweils an die zugrunde liegende Bedeutung im Bereich des K o n
textes angeschlossen und von dieser durch die Kennzeichnung O (Rhombus) abgehoben.
Die metaphorische Verwendung wird in der Regel nicht definiert. Gelegentlicher meta
phorischer Gebrauch wird nicht verzeichnet.
3. Die Gliederungsformen
Die verschiedenen Bedeutungen unter einem Stichwort werden mit Hilfe arabischer
oder römischer Ziffern gegliedert. Die Gliederung mit Hilfe arabischer Ziffern wird an
gewandt, wenn die Bedeutungen weitgehend inhaltlich Zusammenhängen. Bei weiterer
Untergliederung, bei Bedeutungsnuancen, wird die Dezimalklassifikation angewandt.
Die Gliederung mit Hilfe römischer Ziffern wird in der Regel dann angewandt, wenn
es sich aus synchronischer Sicht um inhaltlich nicht zusammenhängende Bedeutungen
handelt. Die Gliederung mit Hilfe von Indizes findet bei grammatisch motivierten
Homonymen Anwendung (vgl. 2 .1 ).
V. Zu den grammatischen Angaben
ln einem Bedeutungswörterbuch liegt das Schwergewicht der Darstellung natürlich
auf dem semantischen Aspekt des Wortes, darüber hinaus werden aber auch der mor
phologische Aspekt und bis zu einem gewissen Grad der syntaktische Aspekt des Wortes
dargestellt. Grundsätzlich wird jedes W ort daraufhin überprüft, welcher der zehn W o rt
arten, m it denen die traditionelle Grammatik rechnet, es angehört. Bis auf die zu den
Interjektionen zählenden Wörter erhalten nach Möglichkeit alle Wörter die Angabe
der entsprechenden W ortart oder aber Hinweise (z. B . bei Substantiven den bestimm
ten Artikel), von denen auf die entsprechende W ortart zu schließen ist. Es bleibt ein
Rest von Wörtern, und es bleiben Wortverbindungen (z. B . alias, a capella), die sich
einer W ortartbestimm ung entziehen.
Die folgende Zusammenstellung gibt einen Überblick, in welcher Weise die gramma
tischen Eigenschaften därgestellt werden.
1. Substantiv
Das Substantiv wird durch die Angabe des Genus kenntlich gemacht. Ist bei Vor
handensein von GenusVarianten eine Variante auf eine von mehreren Bedeutungen
beschränkt, so wird sie außer im K opf des Artikels zu Beginn des betreffenden Be
deutungspunktes angegeben (vgl. dagegen IV .2 .1: 1Bauer, der; 2Bauer, das, auch der).
Es folgen Deklinationsangaben, und zwar werden der Genitiv Singular und der N om i
nativ Plural verzeichnet (Kellner, der; -s, -). Diese Angaben entfallen, wenn das Sub
stantiv nur in einer Verbindung oder in mehreren Verbindungen verwendet wird:
Bammel, der /in der Verbindung/ landsch. umg. (einen) B. haben
XVI
Hinweise für den Benutzer
Hinweise für den Benutzer
XVII
Beschränkungen im Numerus werden durch Kommentare angegeben:
Kosten, die IPl.l
Vernunft, die /o. PL/
Beleuchtung, die / vorw. Sg./
Möbel, das /vorw. PL/
Gilt die Beschränkung nur für eine von mehreren Bedeutungen, so steht der entspre
chende Kommentar nicht im K opf des Artikels, sondern zu Beginn des betreffenden
Bedeutungspunktes (Freude, die 1. ... 2. /nur im PL/). Substantive, die in einer K om
positionsreihe abgehandelt werden, erhalten lediglich die Genusangabe. Die Deklina
tionsformen werden nur dann verzeichnet, wenn sie von denen des Grundwortes ab
weichen oder das Grundwort nicht vorhanden ist.
2.1 . Adjektiv (/Adj./)
Auf das Fehlen der Deklinationsfähigkeit wird durch den Kommentar /indeld. Adj./
hingewiesen (z. B . changeant).
In der Kegel werden die syntaktischen Funktionen (attributive, prädikative, adverbiale
Funktion) in Kontextbeisthelen demonstriert. Beschränkungen in den syntaktischen
Funktionen werden in der Regel im K opf des Artikels bzw. zu Beginn eines Bedeutungs
punktes durch Kommentare angegeben, und zwar sowohl bei Grundwörtern als auch
bei Komposita:
/nur attr.l
/nur präd./
/vorw. attr./
/vorw. präd./
/vorw. adv./
/nicht attr./
/nicht präd./
/nicht adv./
Ist eine der Bedeutungen eines polysemen Adjektivs nur adverbial verwendbar, so
wird dies durch die Angabe /adv./ gekennzeichnet.
Die Steigerungsformen werden nur dann angegeben, wenn sie unregelmäßig gebildet
werden, d. h. bei Suppletivformen, Formen mit Umlaut und Doppelformen:
gut, besser, beste
bang(e), banger/bänger, bangste/bängste
2.2 . Partizipiale Adjektive
Selbständig angesetzte partizipiale Adjektive erhalten wie andere Adjektive die Kenn
zeichnung /Adj./. Hat ein partizipiales Adjektiv eine Verbform neben sich, werden
beide aufeinander verwiesen:
ausgemacht /Adj. ; / auch ausmachen .. ./
ausmachen / Vb.; / auch ausgemacht/
3. Adverb (/Adv./)
Einige Adverbien können gesteigert werden. Die Steigerungsformen werden nur dann
angegeben, wenn sie unregelmäßig gebildet werden, d . h. bei Suppletivformen, Formen
mit Umlaut und Doppelformen:
bald, eher, am ehesten
oft, öfter, am öftesten
I I Wörterbuch
X V III Hinweise für den Benutzer
4. Pronomen
Pronomina erhalten entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu einer der auf Grund syntak
tisch-semantischer Klassifizierung existierenden Gruppen die Kennzeichnung /Pers.-
pron./y /Refl.pron./ , /reziprokes Pron./, /Poss.pron./, /Indef.pron./, /Dem.pron./ , /Interr.-
pron./, /Rel.pron./. Ist ein W ort mehreren Gruppen von Pronomina zuzuweisen, erhält
es im K opf des Artikels die allgemeine Kennzeichnung /Pron./, durch römische Gliede
rung voneinander abgehoben folgen dann die spezifischen Kennzeichnungen.
5. Artikel
Der Artikel wird als /best. A rt./ bzw. als /unbest. Art./ gekennzeichnet (vgl. xder, 1 ein).
6. Verb
Die grammatischen Angaben für das Verb betreffen vor allem die Konjugation. Bei der
Darstellung wird zwischen Grundverben, untrennbaren und trennbaren Präfixverben
und K om posita unterschieden.
6.1 . Grundverben
Grundverben mit starker Konjugation
Ihre Kennzeichnung erfolgt durch die Angabe des Präteritums und des Perfekts in
der 3. Pers. Sg.:
kommen, kam, ist gekommen
Bei Verben mit Vokalwechsel in der 2. und 3. Pers. Sg. wird zusätzlich die 3. Pers. Sg.
angegeben:
halten (er hält), hielt, hat gehalten
Grundverben mit schwacher Konjugation
Verben, bei denen die Abwandlung der Stammformen durch das grammatische Mor
phem -1
-
erfolgt, erhalten die Kennzeichnung /svj. Vb./ und einen Hinweis darauf, ob ihr
Perfekt mit haben oder sein gebildet w ird:
sagen /sw. Vb. ; hat/
stapfen /sw. Vb. ; ist/
Die Kennzeichnung von Verben, bei denen die Abwandlung der Stammformen durch
das grammatische Morphem -et- erfolgt, von Verben, bei denen das ss des Infinitivs im
Präteritum und Partizip in ß umgewandelt wird, und von Verben, die ihren Stamm
vokal ändern, erfolgt durch die Angabe des Präteritums und des Perfekts in der 3. Pers.
Sg.:
reden, redete, hat geredet
passen, paßte, hat gepaßt
brennen, brannte, hat gebrannt
3Iisekformen
Bei Grundverben mit starker und schwacher Konjugation steht die üblichere von
beiden Formen an erster Stelle:
hauen, haute/hieb, hat/ist gehauen
Hinweise für den Benutzer
XIX
Ist eine von beiden Formen auf eine von mehreren Bedeutungen beschränkt, wird die
jeweilige Form außer im K opf des Artikels zu Beginn des betreffenden Bedeutungs
punktes angeführt:
hauen, haute/hieb, hat/ist gehauen
1 . /haute/ ... 2 .1 . /haute, geh. hieb/ ...
2.2 . /haute/ ... 3. /haute/ ... usw.
Differieren die Formen sogar innerhalb eines Bedeutungspunktes, so sind die K ontext
beispiele nach diesen Formvarianten geordnet (z. B . hauen 2.1).
6.2 . Präfixverben
Untrennbare Präfixverben
Untrennbare Präfixverben (Verben mit be-, ent-, er-, ge-, ver-, zer-) werden wie Grund
verben behandelt (s. 6 .1 ).
Trennbare Präfixverben
Trennbare Präfixverben werden in Reihen dargestellt. Sie erhalten lediglich die K enn
zeichnung /Vb./, d. h.,
die Konjugationsart muß bei dem jeweiligen Grundverb
nachgeschlagen werden.
Weicht die Konjugationsart von der des Grundverbs ab, so wird die Abweichung an
gegeben :
zurückj ...
- s chnellen /Vb.; ist/, vgl. aber schnellen /sw. Vb.; ist, hat/
Zur Darstellung von Verben mit Perfektvarianten s. 6.5.
Es gibt Präfixe, die je nach dem Akzent trennbare und untrennbare Verben bilden.
Für Verben, die mit diesen Präfixen gebildet sind, gelten besondere Bedingungen. Sie
erhalten neben der Akzentangabe die Angabe des Perfekts:
durch| ...
-rixen /hat durchgeixt/ . .. ;
- leben /hat durchlebt/ ...
Ist ein Verb sowohl trennbar als auch untrennbar, werden beide Perfektformen mit
Akzent angeführt:
durch|...
- kramen /hat durchgekramt, auch durchkramt/
Sind Trennbarkeit und Untrennbarkeit eines Verbs auf einen von mehreren Bedeu
tungspunkten beschränkt, werden die Perfektform en mit Akzent mit Hilfe römischer
Zahlen voneinander abgehoben:
durch! ...
- kämmen L /hat durchgekämmt/ ...
II.
/hat durchgekämmt, auch durchkämmt/
durch| ...
- jagen I. /ist durchgejagt/ ...
II. /hat durchjagt/ 1. ... 2.
...
6.3 . Komposita
Für sie gilt dasselbe wie das für die trennbaren Präfixverben Gesagte (s. 6.2).
6.4 . Reflexive Verben
Ausschließlich reflexiv gebrauchte Verben werden mit dem Reflexivpronomen dar
gestellt : erdreisten, sich.
Wird ein Verb in nur einer von mehreren Bedeutungen reflexiv gebraucht, wird die
ii*
XX
Hinweise für den Benutzer
Reflexivität durch die Definition m it Hilfe eines reflexiven Verbs wiedergegeben. Ist
das nicht möglich, wird die reflexive Konstruktion angegeben:
produzieren ... 2. sich p. sein Können, Wissen zur Schau stellen: . . .
6.5. Zum Perfekt
Ist bei Verben, deren Perfekt sowohl mit haben als auch mit sein gebildet wird, eine
von beiden Perfektformen auf eine von mehreren Bedeutungen beschränkt, wird die
jeweilige Form zu Beginn des betreffenden Bedeutungspunktes angeführt. Die Perfekt
angabe steht beim betreffenden Bedeutungspunkt hinter der Definition in Klammern:
auf| ... -schlagen fVb.f 1. heftig auf etw. fallend aufprallen (ist): ...
hauen, haute/hieb, hat/ist gehauen 1. /haute/ utng. jmdn. verprügeln, prügeln .. .
(hat): ...
6.6 . Syntaktische Valenz des Verbs
In beschränktem Umfang wird die syntaktische Valenz des Verbs berücksichtigt. Der für
die meisten Verben obligatorische Aktant, das Subjekt, wird meist nicht angegeben.
Die Angabe der Valenz erfolgt nach Möglichkeit durch die Definition; Akkusativ-,
Genitiv- und Dativobjekte als obligatorische Aktanten werden in der Definition durch
„jmdn.“ , „jmds.“ , „jmdm.“ , „etw.“ , „einer Sache“ oder durch Akkusativ, Genitiv,
Dativ eines bestimmten Substantivs wiedergegeben:
produzieren 1. Produkte herstellen, erzeugen . . .
Die Valenz kann auch durch Angabe der syntaktischen Konstruktion vor der Defini
tion wiedergegeben werden:
beleuchten 1. etw., jmdn. b . auf etw., jmdn. Licht werfen: ...
fiebern . . . 2 .2 . nach etw . f . (nach etw. heftig verlangen, etw. sehr herbeisehnen)
gehen ... 10. etw. geht in bestimmter Weise etw. verläuft in bestimmter Weise: ...
In den syntaktischen Konstruktionen können fakultative Aktanten in Klammern be
rücksichtigt sein:
beladen etw. (mit etw.) b. eine Last auf etw. laden: ...
aufschlagen .. . 5. eine Geldsumme (auf einen Preis) a. einen Preis zusätzlich um eine
Geldsumme erhöhen: . . .
Hat ein Verb gar keinen obligatorischen Aktanten, so wird dies durch die Angabe der
syntaktischen Konstruktion deutlich gem acht:
regnen 1. es regnet Regen fällt: . . .
Bei Verben, die einen stark eingeschränkten Gebrauchsumfang haben, ist die obligato
rische syntaktische Verwendung dem angeführten Beispiel zu entnehmen:
bekleiden . . . : eine Funktion b. (innehaben)
6.7 . Beschränkungen in der Flexion des Verbs
Bestimmte Verben bzw. bestimmte Bedeutungen einzelner Verben zeigen Beschrän
kungen hinsichtlich ihrer Flexion. Das wird durch einen Kommentar oder bzw. und die
Angabe der syntaktischen Konstruktion deutlich gem acht:
erkiesen, erkor, hat erkoren f/ auch erküren; Inf. u. Präs. Aktiv veraltet/
Kommt ein Verb nur in einer bestimmten finiten Form vor, so wird diese und nicht
der Infinitiv angesetzt:
leibt /3. Pers. Präs, des veralteten Verbs leiben/
Hinweise für den Benutzer
XXI
7. Numeralia
Kardinalia erhalten die Kennzeichnung IKard.zahll:
vier /Kard.zahl 4 /
Ordinalia erhalten die Kennzeichnung /Ord.zahl/:
vierte /Ord.zahl zu vier/
8. Fügewörter (Präpositionen, Konjunktionen)
Präpositionen und Konjunktionen bilden als „Fügewörter“ eine „Funktionsgemein
schaft“ . Sie verbinden oder „fügen“ Wörter oder Wortgruppen bzw. Satzgliedteile,
Satzglieder oder Sätze zu einem einheitlichen Ganzen und drücken spezielle oder all
gemeine semantische Beziehungen aus. Besonders bei Konjunktionen, aber auch bei
Präpositionen werden Funktionsdefinitionen gegeben, die durch Synonyme oder um
schreibende Bedeutungsdefinitionen ergänzt werden können:
weil /Konj.; unterordnend; kausal; leitet einen Nebensatz ein und stellt in bezug auf
das im Hauptsatz Gesagte einen erklärenden od. begründenden Zusammenhang her . . . /
Präposition (/PräpJ)
Im K opf des Artikels steht die Rektionsangabe (Angabe des Kasus oder der Kasus,
die die Präposition regiert):
binnen /Präp. mit Dat., auch mit Gen./
*vor /Präp. mit Dat. u. Akk./
Ist einer von mehreren angegebenen Kasus auf eine von mehreren Funktionen be
schränkt, wird der jeweilige Kasus zu Beginn des betreffenden Untergliederungspunktes
angeführt.
Konjunktion (/Konj./)
Das W örterbuch enthält erste Ergebnisse des Versuchs, bei der Darstellung dieser
Fügewörter neue Wege zu gehen. Die Artikel zu den nebenordnenden Konjunktionen
sind so abgefaßt, daß der Benutzer durch sie über die grammatischen Eigenschaften
und die kontextabhängige Interpretation dieser Wörter informiert wird. Erstmals
werden die Artikel über diese W ort schatzgruppe auch mit einer Bedeutungsangabe ver
sehen, die dem Status und der Funktionsweise dieser W örter im Sprachsystem gerecht
wird. In der Anlage der Artikel und in ihrer Verflechtung untereinander spiegelt sich
ihr Systemzusammenhang. So ist die Grundlage für die Darstellung aller nebenordnen
den Konjunktionen der Artikel und —• die übrigen (aber, oder, denn usw.) sind als je
weilige Spezialisierungen darauf bezogen.
9. Partikel (/Partikel/)
Die Partikeln stehen im Artikelaufbau als adverbähnliche Wörter häufig in der Nach
barschaft adverbialer Verwendung und werden dann durch den Kom mentar /als Partikel/
abgehoben.
VI. Zur Darstellung des Kontextes
Die Kontextbeispiele dienen dazu, die Bedeutung bzw. Bedeutungen des Stichwortes
in typischen Textbeispielen darzustellen. Da die kontextuelle Verwendung des Stich
wortes meist weitaus größer ist, als dies im Rahmen eines Wörterbuchs darstellbar
X X I I Hinweise für den Benutzer
ist, mußte eine knappe, das Stichwort repräsentierende Auswahl getroffen werden, die
in normierter Form typische Kontextverwendungen darstellt. Bei Kom posita wurde
häufig auf ein Kontextbeispiel verzichtet. Ist die Form des im Kontext verwendeten
Wortes mit dem Stichwort identisch, wird sie abgekürzt.
VII, Zu den stilistischen Kennzeichnungen und Anwendungsbedingungen
Neben der Beschreibung der Bedeutung und der Beschreibung der grammatischen
Bedingungen für die Realisierung im K ontext gehören die Angaben über die bevor
zugten stilistischen Anwendungsbedingungen eines Lexems zu den wichtigsten Aufgaben
der synchronischen Sprachbeschreibung in einem W örterbuch der Gegenwartssprache.
Diese Angaben erleichtern es dem Benutzer, die Lexeme richtig anzuwenden und sie
entsprechend der jeweiligenKomm unikationsabsichtund Kommunikationssituation, ent
sprechend dem Gegenstand der Kom munikation und dem Adressaten auszuwählen.
Bei diesen Angaben über die Gebrauchspräferenzen und -restriktionen werden fünf
Bereiche unterschieden:
1 . die Stilebenen
2 . die Stilfärbungen
3. die zeitliche Kennzeichnung
4. die regionalen Zuweisungen
5. die Fachgebietszuweisungen
I . Die Stilebenen
Die Stilebene wird als eine innerhalb eines Kommunikationsbereichs wegen ihrer Eig
nung bevorzugte Möglichkeit der SprachVerwendung definiert. Das Wörterbuch gibt
die als dominierend eingeschätzte Stilebene an. Die Festlegung schließt jedoch nicht
aus, daß ein Sprecher situativ bedingt eine lexikalische Einheit auf einer anderen als
der im Wörterbuch markierten Ebene adäquat verwenden kann.
Zur gehobenen Stilebene (Kennzeichnung: geh.) werden Lexeme gerechnet, die gewählt,
feierlich, erhaben anmuten (z. B . Häuter, dingen).
Zur umgangssprachlichen Stilebene (Kennzeichnung: umg.) werden Lexem e gerechnet,
die in einer zwanglosen Sprache des alltäglichen mündlichen oder (nichtöffentlichen)
schriftlichen Gebrauchs verwendet werden (z. B . Rabatz, Rabauke). Der Begriff Um
gangssprache als Stilebene und der Begriff Umgangssprache als Existenzform der
Nationalsprache sind nicht schlechthin identisch, wenngleich beide unter verschiedenem
Aspekt (unter stilistischem und unter historischem) nicht selten auf dieselben lexika
lischen Einheiten bezogen werden können.
Zur saloppen Stilebene (Kennzeichnung: salopp) werden Lexeme gerechnet, die eine
legere Haltung des Sprechers ausdrücken, o ft bildhaft sind und eine starke emotionale
Aufladung besitzen (z. B . Schlangenfraß, sich ranschmeißen).
Zur derben Stilebene (Kennzeichnung: derb) werden Lexeme gerechnet, die in hohem
Grade drastisch, verletzend oder unter Umständen anstößig wirken (z. B . Scheiße,
Arsch).
Stichwörter, die weitgehend ohne stilistische Einschränkung verwendet werden, ge
hören der neutralen Stilebene an und sind im Wörterbuch nicht gekennzeichnet.
Hinweise für den Benutzer X X I I I
2. Die Stilfärbungen
Die Stilfärbung wird verstanden als eine innerhalb eines Kommunikationsbereichs in
Verbindung mit der Stilebene wegen ihrer Eignung bevorzugte Möglichkeit spezieller
Sprach Verwendung. Stilfärbungen drücken spezielle Nuancen aus, mit ihnen werden
zusätzliche Gebrauchshinweise gegeben.
Es werden folgende Stilfärbungen unterschieden: scherzhaft (Kennzeichnung: scherzh.b
spöttisch (Kennzeichnung: spött.), ironisch (Kennzeichnung: iron.), verhüllend (Kenn
zeichnung: verhüll.), gespreizt (Kennzeichnung: gespreizt), übertrieben (Kennzeichnung:
übertrieben).
Lexikalische Einheiten, die ein Denotat emotional negativ oder positiv charakteri
sieren, werden mit dem Kommentar lemot. nexjJ oder lemot. pos./ versehen. Durch
diese Kennzeichnungen wird verstärkt der Sprecherstandpunkt ausgedrückt.
Die Kommentare lemot. neg./ und /emot. pos./ werden vorwiegend dort eingesetzt, wo
die Bedeutungserklärung den negativen oder positiven Aspekt nicht wiedergeben
kann (z. B . Pfaffe, der lemot. neg.f; Heim, das / emot. pos./). Mit der Kennzeichnung
lemot.j wird die vorwiegend em otionale Verwendung einer lexikalischen Einheit aus
gedrückt (z. B . Unmasse femot./); bei Ausdrücken mit em otional negativer Steigerung
wird der K om m entar /drückt emotional in negativem Sinne einen hohen Grad aus/ ver
wendet (z. B. mörderisch), bei emotional positiver Steigerung der Kommentar /drückt
emotional in positivem Sinne einen hohen Grad aus/ (z. B . phantastisch).
In ähnlich herabsetzender Funktion wie Wörter mit dem Kommentar /emot. neg./
werden Schimpfwörter gebraucht (Kennzeichnung: Schimpfw., z. B . Kamel, Heini).
Als Papierdeutsch (Kennzeichnung: papierdt.) werden Lexeme charakterisiert, denen
eine gewisse Schwerfälligkeit und Geblähtheit eigen ist und die fast ausschließlich
schriftlich verwendet werden. Die Angabe ,papierdt/ soll als Hinweis verstanden wer
den, diese Bildung nach Möglichkeit zu vermeiden.
3. Die zeitliche Kennzeichnung
Mit veraltend werden Lexem e gekennzeichnet, die im allgemeinen Sprachgebrauch
zurückgehen, aber von der heute lebenden älteren Generation noch verwendet werden
(z. B . ruchlos, respektive).
4. Die regionalen Zuweisungen
Angaben über regionale Verwendungsbeschränkungen beziehen sich auf solche Lexeme,
deren Gebrauch in einem geographisch bestimmbaren Gebiet bevorzugt wird, während
sie in anderen Landschaften bzw. überregional selten oder nicht gebraucht werden.
Es sind dies regionale Varianten der Literatursprache. Als Verwendungsgebiete werden
relativ große territoriale Bereiche angegeben. Eine ganz präzise Lokalisierung der
Gebrauchsgrenzen ist nicht m öglich, da hierfür aufwendige Spezialstudien über Fre
quenz und Distribution jeder lexikalischen Einheit notwendig wären.
Es werden die folgenden regionalen Zuweisungen verwendet:
norddt., d. h. Norden der DDR und Norden der BRD
berl., d. h. Raum Berlin
süddt., d. h. Süden der BRD
ostmdt., d. h. Raum Lausitz, Sachsen, Thüringen
westmdt., d. h. vorwiegend Raum Hessen, Rheinland
österr., d. h. Österreich
Schweiz., d . h. der deutschsprachige Teil der Schweiz
X X I V Hinweise für den Benutzer
Mitunter ist eine eindeutige Festlegung auf eines der genannten Gebiete nicht m ög
lich, und oft sind Lexeme in zwei oder drei Landschaften vertreten. In solchen Fällen
wird die Zuweisung landschaftlich (Kennzeichnung: landsch.) angewandt, die ebenso
wie die anderen genannten regionalen Zuweisungen in der Regel die Kennzeichnung
,umg.‘ mit einschließt.
Ist ein regional verwendetes Lexem ursprünglich weiter verbreitet gewesen, so wird
dieser Rückgang durch den Hinweis noch (z. B . Kanzlei, noch österr. Schweiz.) an
gedeutet.
Die regionalen Kennzeichnungen betreffen rein sprachliche, ideologisch nicht relevante
Gegebenheiten, vgl. dagegen die Kennzeichnungen /DDR/, IBRD/ (s. I I I .3).
5. Die Fachgebietszuweisungen
Ausschließlich auf fachsprachliche Verwendung beschränkte Lexik ist nicht aufgenom
men worden (vgl. I), wohl aber sind lexikalische Einheiten mit einer zwar fachspezi
fischen, jedoch auch außerhalb des Fachgebiets bekannten und verstandenen Bedeu
tung berücksichtigt. Lexeme dieser Art werden durch die Angabe des Fachgebiets
bzw. bei Verwendung in mehreren Fachgebieten durch fachsprachlich (Kennzeichnung:
fachspr.) gekennzeichnet, z. B . radioaktiv Phys. (Physik), Kaltblüter, der Zool. (Zo o
logie), Warmfront, die Meteor. (Meteorologie), Kaltstart, der Techn. (Technik), Täter
schaft, die Jur. (Jura), Tangens, der Math. (Mathematik), Heizwert, der fachspr. etc.
V III. Zu den Akzent- und Ausspracheangaben
1. Zum Akzent
1.1. Mehrsilbige Wörter erhalten grundsätzlich eine Akzentangabe, die gleichzeitig die
Quantität der Vokale bezeichnet (die Länge wird durch einen waagerechten Strich,
die Kürze durch einen Punkt wiedergegeben: Kabel, Kampfer). Es wird nur der Haupt
akzent angegeben. Akzentvarianten werden nebeneinander aufgeführt und werden durch
ein Komm a getrennt (Kompost, Kompost); die weniger übliche Variante wird mit
auch angeschlossen (Marzipan, auch Marzipan). W enn der betonte Vokal hinsicht
lich seiner Quantität Varianten aufweist, so werden diese kenntlich gem acht; häufig
sind diese Varianten regional bedingt (Meteorit, auch Meteorit). Die in der Hochsprache
üblichere Variante steht dabei an erster Stelle.
Da die Anfangsbetonung ständig zunimmt, wurden die Varianten der Erstbetonung
berücksichtigt, wenn sie schon allgemein verbreitet oder im ,W örterbuch der deutschen
Aussprache4 (Halle) angeführt sind.
Die sich bei Adjektiven durch emphatischen Gebrauch ergebende zweite Betonungs
möglichkeit konnte nur gelegentlich berücksichtigt werden.
Bei der Angabe der Reihenfolge von Anfangs- und Endbetonung oder der Nebenord
nung durch auch mußten viele Ermessensentscheidungen getroffen werden, da hier die
Sprechgewohnheiten z. Z. noch sehr im Fluß sind.
Hinweise für den Benutzer
XXV
1.2 . Bei einsilbigen Wörtern wird in der Regel die Quantität des Vokals nicht markiert,
wenn sie a) auf einen langen Vokal enden (da, wo, Po), b) auf einen einfachen Konso
nanten enden und ihr Vokal lang ist (Rat, Tat, Mut, Hof) bzw. auf einen doppelten
Konsonanten enden und ihr Vokal kurz ist (Klecks), c) die Kombination von
Vokal und Dehnungs-h aufweisen (Rahm, Kahn), d) mit einem Diphthong gebildet
sind (Bauch, Leid, Heu, Mai). Die Quantität des Vokals wird bei einsilbigen Wörtern
markiert, wenn sie a) auf Doppelkonsonanz enden und der Vokal lang ist (Fuß, nach),
b) einen kurzen Vokal haben und auf einen einfachen Konsonanten enden (im, an, um),
c) als weniger bekannte Lexeme eine Angabe der Quantität als Aussprachehilfe er
halten sollten (dun, Dur), d) der Vokal des einsilbigen Stichworts kurz oder lang ge
sprochen werden kann (Gas, auch Gas).
1.3 . Fremdwörter werden nach den gleichen Regeln (wie unter 1 .1 , 1.2) behandelt, auch
wenn sie mit einer Ausspracheangabe versehen sind (Cup [kap]). Zweisilbige Fremd
wörter, die wie einsilbige gesprochen werden, erhalten keine Akzentangabe (Spike
[Jpaik]).
2. Zur Aussprache
2.1 . Die Ausspracheangaben stehen in eckigen Klammern. Auslassungen von Wortteilen
werden durch zwei Punkte [..] angegeben. Die angewandte Lautschrift fußt auf den
Aussprachezeichen der Association Phonetique Internationale. Eine Ausnahme bilden
die Zeichen der Diphthonge au, ai, ei, eu, die wie im Duden (Leipzig) mit [au], [ai],
[oy] umschrieben werden. Ebenso werden nicht unterschiedliche Zeichen für die ver
schiedene Qualität von a, i, u, ü, r angegeben. Dagegen werden die nichtsilbischen
Vokale i, u , o (Akazie, Linguist, loyal) gekennzeichnet.
Ausspracheangaben werden für alle Wörter verzeichnet, die von Ausspracheregeln der
deutschen Sprache abweichen (vgl. 2 .2 ).
Bei alphabetisch aufeinanderfolgenden angehängten Ableitungen und bei Stichwörtern,
die das Bestimmungswort einer Kompositionsreihe bilden, wird die Ausspracheangabe
nicht wiederholt.
2.2 . Die folgenden Besonderheiten werden nicht bei der Ausspracheangabe berücksichtigt:
—
die Aussprache von st und $p im Stammanlaut einheimischer Wörter als [Jt, Jp]
—
die Aussprache von ck als [x und 9]. Wird dagegen ch als [k] gesprochen, so wird
dies beim Stichwort kenntlich gemacht
—
die Aussprache der Endsilbe 4g [i9] v v
V
—
-
die Aussprache von -tia-,
- tio-,
- tiu- [tsia, tsio, tsiu], wenn sonst keine weiteren
Angaben notwendig sind
—
die Aussprache von ia, io, iu, iä in Fremdwörtern, von ie, wenn der zweite Vokal
betont ist (finanziell)
—
die Aussprache von ph [f], rk [r], th [t]
—
die Aussprache von chs [ks] (Achse).
2.3 . Die folgenden Besonderheiten werden bei der Ausspracheangabe stets berücksichtigt:
—
die Aussprache von c und v [..v . .] im An- und Inlaut
—
die Aussprache von y
—
die Aussprache von ie, wenn es nicht als [i:] gesprochen wird
—
die Aussprache der aufeinanderstoßenden Vokale ae, ai, au, ei, eu, ge, 0?, ou, ue,
um Irrtümer hinsichtlich ihrer Lautkom bination auszuschließen (z. B . Duett,
X X V I Hinweise für den Benutzer
Poet, Petroleum). Dabei steht in der Ausspracheangabe zwischen beiden Vokalen
ein senkrechter Strich: Petroleum [..e|um]. Er kennzeichnet darüber hinaus in
vielen Fällen den erneuten Einsatz beim folgenden Vokal im W ortinneren: HO
[ha :|o:].
2.4. Zur Aussprache von Fremdwörtern
Fremdwörter erhalten grundsätzlich eine Ausspracheangabe, wenn ihre Aussprache von
der üblichen deutschen Aussprache abweicht. Die Ausspracheangabe richtet sich dabei
meist nach der dem Deutschen angepaßten Aussprachenorm.
2.4 .1 . Bei französischen Wörtern mit nasalierten Vokalen (ä, 2 , o, ce) wird neben der
Nasalumschreibung die sich immer mehr allgemein durchsetzende deutsche Aus
sprache angegeben (aq, sq, oq, oeq); diese steht meist an erster Stelle.
Nasalierte Vokale werden in der Betonung als kurze Laute gekennzeichnet, obwohl es
sich dabei eigentlich um halblange Vokale handelt.
2.4 .2 . Die Berücksichtigung aller AusspracheVarianten bei Fremdwörtern hätte den Rahmen
dieses Handwörterbuchs gesprengt. Es konnten daher nur die verbreitetsten und ge
bräuchlichsten Varianten berücksichtigt werden.
3. Die verwendeten Aussprachezeichen
3.1 . Vokale
[a] kurzes a (wie in Tanne)
[a:] langes a (wie in Zahn)
[a]
nasaliertes a (wie in en gros)
[ai] Diphthong (wie in Mai)
[au] Diphthong (wie in braun)
[e] kurzes geschlossenes e (wie in Meteor)
[e :] langes geschlossenes e (wie in Schnee)
[a] kurzes dumpfes e (wie in Kabel)
[e] kurzes offenes e (wie in Fenster)
[s:] langes offenes e (wie in Ähre)
[2] nasaliertes e (wie in Impromptu)
[i]
kurzes i (wie in Kinn)
[i:] langes i (wie in Kino)
[1] sehr kurzes, fast wie j gesprochenes i (wie in Akazie)
[o] kurzes offenes o (wie in Wonne)
[o :] langes offenes o (wie in Callgirl)
[5] offenes nasaliertes o (wie in Bonmot)
[dv] Diphthong (wie in heute)
[o] kurzes geschlossenes o (wie in Logis)
[o :] langes geschlossenes o (wie in Bohne)
[0] kurzes geschlossenes ö (wie in Ökonomie)
[0 :] langes geschlossenes ö (wie in öl)
[öa] Doppelvokal (wie in loyal)
[ce] kurzes offenes ö (wie in können)
[ce]
nasaliertes ö (wie in Parfüm)
[u] kurzes geschlossenes u (wie in zusammen)
fu:] langes geschlossenes u (wie in Fuß)
Hinweise für den Benutzer X X V II
[ü] sehr kurzes, fast wie w gesprochenes u (wie in Linguist)
[y] kurzes geschlossenes ü (wie in Physik)
[y:] langes geschlossenes ü (wie in Küken)
.
Konsonanten
[9] ch (wie in ich)
[x]
ch (wie in ach)
[13] ng (wie in Angel)
[s]
stimmloses s (wie in reißen)
[z|
stimmhaftes s (wie in Rasen)
[J] stimmloses sch (wie in Schiff)
[3] stimmhafter sch-Laut (wie in Etage)
[0] stimmloser dentaler Laut (wie in Thriller)
[v]
w (wie in Agave)
Typographisches
Drucktypen
Das Stichwort und die Gliederungsziffern sind halbfett gesetzt (Druck, der 1. ... 2 .).
Definitionen und Kom m entare sind kursiv gesetzt (Meter fMaßeinheit der Länge/).
Stilistische Kennzeichnungen sind in Sperrdruck gesetzt (u m g . ,
salopp, Techn.,
Med.) .
Zeichen
0
Rhom bus; kennzeichnet den metaphorischen Wortgebrauch.
+
Pluszeichen; kennzeichnet den Abschnitt der phraseologischen Einheiten.
1
Winkel; gibt die Grenze an, bis zu der eine stilistische Kennzeichnung gültig ist.
[ ] Eckige Klam m ern; sie schließen die Ausspracheangaben ein.
( ) Runde Klam mern; sie schließen nicht generell gültige Teile der Bedeutungs
erklärung oder nachgestellte Bedeutungserklärungen ein. In runden Klammern
stehen auch Ergänzungen in Kontexten, die weggelassen werden können.
Verweispfeil; mit bloßem Verweispfeil wird auf das Hauptglied einer mehr
gliedrigen Fügung verwiesen (z. B . einer phraseologischen Einheit, einer mehr
gliedrigen Konjunktion u. ä .) . In Verbindung mit auch verweist der Pfeil z. B.
auf morphologisch-semantisch verwandte Wörter (auslassen //* auch aus
gelassen/).
Senkrechter Strich; dient als Fugenstrich bei alleinstehenden Kom posita oder
bei dem Bestimmungswort einer Kompositionsreihe; dient als Vokaltrenmmg
bei Ausspracheangaben (Mach'art).
/
Schrägstrich; hebt orthographische, grammatische, stilistische Varianten von
einander ab (sendete/sandte).
//
Schrägstriche; sie schließen Kommentare und bestimmte Kennzeichnungen ein
fin der DDR/.
—
Waagerechter Strich; hebt die Bedeutungspunkte voneinander a b; steht als
Kennzeichen des Akzents und der Länge unter einem Vokal (a); steht stell
vertretend für das Bestimmungswort in Kompositionsreihen.
X X V I I I Hinweise für den Benutzer
Punkt; steht als Kennzeichen des Akzents und der Kürze unter einem Vokal (a).
Doppelpunkt; steht am Ende einer nicht in Klammern stehenden Definition
oder als Zeichen der Vokallänge in Ausspracheangaben hinter dem betreffenden
Vokal [..ti:].
Zwei Punkte; sie dienen in Ausspracheangaben für weggelassene W ortteile
Drei Punkte; sie stehen am Ende eines Kontextbeispiels und deuten dessen
beliebige Fortsetzung an (er sagte, daß ...) .
Semikolon; trennt verschiedenartige Kontextbeispiele voneinander; dient zur
Markierung phraseologischer Polysemie und zur Trennung in grammatischen
und semantischen Kommentaren.
X . Abkürzungsverzeichnis
Abk.
Abkürzung
Feudalism.
Feudalismus
adj.
adjektivisch
Fliegerspr.
Fliegersprache
Adj.
Adjektiv
Flugw.
Flugwesen
adv.
adverbial
Forstw.
Forstwirtschaft
Adv.
Adverb
Fotogr.
Fotografie
Akk.
Akkusativ
Fut.
Futur
Akk.obj.
Akkusativobjekt
Gastron.
Gastronomie
Akt.
Aktiv
gebräuchl.
gebräuchlich
Archäol.
Archäologie
geh.
gehoben
Architekt.
Architektur
Gen.
Genitiv
Art.
Artik el
geogr.
geographisch
Astron.
Astronomie
Geogr.
Geographie
attr.
attributiv
Geol.
Geologie
Attr.
Attribut
Geophys.
Geophysik
Bauw.
Bauwesen
Geschichtswiss. Geschichtswissenschaft
Bergm.
Bergmannssprache
Gramm.
Grammatik
berl.
berlinisch
Handarb.
Handarbeit
bes.
besonders
Handw.
Handwerk
best. Art.
bestimmter Artikel
Hilfsvb.
Hilfsverb
Bez.
Bezeichnung
Hotelwr.
Hotel wesen
bild. Kunst
bildende Kunst
Hüttenw.
Hüttenwesen
Biol.
Biologie
Idealism.
Idealismus
Bot.
Botanik
idealist.
idealistisch
Böttch.
Böttcherei
Imp.
Imperativ
BRD
Bundesrepublik Deutschland
imperial.
imperialistisch
Buchbind.
Buchbinderei
Imperial.
Imperialismus
Buchw.
Buchwesen
Indef.pron.
Indefinitpronomen
bürgerl.
bürgerlich
indekl.
indeklinabel
Chem.
Chemie
Inf.
Infinitiv
Dat.
Dativ
Interr.pron.
Interrogativpronomen
Datenverarb. Datenverarbeitung
iron.
ironisch
Dat.obj.
Dativobjekt
Jägerspr.
Jägersprache
DDR
Deutsche Demokratische
Jh., Jhs.
Jahrhundert, Jahrhunderts
Republik
jmd.
jemand
Dem.pron.
Demonstrativpronomen
jmdm.
jemandem
Eisenb.
Eisenbahn
jmdn.
jemanden
Elektrotechn.
Elektrotechnik
jmds.
jemandes
emot.
emotional
Jur.
Jura
emot. neg.
emotional negativ
kap.
kapitalistisch
emot. pos.
emotional positiv
Kap.
Kapitalismus
etw.
etwas
Kard.zahl
Kardinalzahl
fachspr.
fachsprachlich
Kaufm.
Kaufmannssprache
Fern.
Femininum
Kernphys.
Kernphysik
feudal.
feudalistisch
Kinderspr.
Kindersprache
XXX
Abkürzungsv erzeichnis
Kochk.
Kochkunst
Komp.
Komparativ
Konj.
Konjunktion
Kunstgesch.
Kunstgeschichte
Kurzf.
Kurzform
Kurzw.
Kurzwort
Kybern.
Kybernetik
landsch.
landschaftlich
Landw.
Landwirtschaft
Literat urwiss. Literaturwissenschaft
mask.
maskulin
Mask.
Maskulinum
Math.
Mathematik
Med.
Medizin
Meteor.
Meteorologie
Mil.
Militär
Min.
Mineralogie
Modalvb.
Modalverb
monopol.
monopolistisch
Mus.
Musik
nachdrückl.
nachdrücklich
Naturwiss.
Naturwissenschaft
neutr.
neutral
Neutr.
Neutrum
Nom.
Nominativ
norddt.
norddeutsch
Num.
Numerale
0.
ohne
o. ä.
oder ähnliches
od.
oder
Opt.
Optik
Ord.zahl
Ordinalzahl
örtl.
örtlich
österr.
österreichisch
ostmdt.
ostmitteldeutsch
Päd.
Pädagogik
papierdt.
Papierdeutsch
Pari.
Pari amentar ismus
Part.
Partizip
Part. Präs.
Partizip Präsens
Part. Prät.
Partizip Präteritum
Pass.
Passiv
Perf.
Perfekt
Pers.
Person
persönl.
persönlich
Pers.pron.
Personalpronomen
Pharm.
Pharmazie
Philat.
Philatelie
Philos.
Philosophie
Phonet.
Phonetik
Phys.
Physik
Physiol.
Physiologie
PI.
Plural
Plusquamperf. Plusquamperfekt
Pol. Ök.
Politische Ökonomie
Poss.pron.
Possessivpronomen
präd.
prädikativ
präp.
präpositional
Präp.
Präposition
Präp.obj.
Präpositionalobjekt
Präs.
Präsens
Prät.
Präteritum
Pron.
Pronomen
Pronominaladv. Pronominaladverb
Psych.
Psychologie
räuml.
räumlich
Refl.pron.
Reflexivpronomen
Rel.
Religion
Rel. ev.
Religion evangelisch
Rel. jüd.
Religion jüdisch
Rel. kath.
Religion katholisch
Rel.pron.
Relativpronomen
Rundf.
Rundfunk
s.
siehe
Sammelbez.
Sammelbezeichnung
scherzh.
scherzhaft
Schießsp.
Schießsport
Schimpfw.
Schimpfwort
Schreibg.
Schreibung
Schuhmach.
Schuhmacherhandwerk
Schülerspr.
Schülersprache
Schweiz.
schweizerisch
Seemannsspr.
Seemannssprache
Sg.
Singular
Soldatenspr.
Soldatensprache
soz.
sozialistisch
Soz.
Sozialismus
Soziol.
Soziologie
spött.
spöttisch
Sprachwiss.
Sprachwissenschaft
Studentenspr. Studentensprache
Subj.
Subjekt
subst.
substantivisch, substantiviert
Subst.
Substantiv
süddt.
süddeutsch
Superl.
Superlativ
st. Vb.
starkes Verb
sw. Vb.
schwaches Verb
Tabakwarenind. Tabakwarenindustrie
Techn.
Technik
Textil.
Textilindustrie
Transportw.
Transportwesen
u.
und
u. ä.
und ähnliches
Uhrm.
Uhrmacherhandwerk
umg.
umgangssprachlich
Abkürzungsverzeichnis X X X I
unbest. Art.
unbestimmter Artikel
ungebraucht ungebräuchlich
unpers.
unpersönlich
u.Z.
unserer Zeitrechnung
usw.
und so weiter
Vb.
Verb
veralt.
veraltet
verhüll.
verhüllend
Verkehrsw.
Verkehrswesen
Verlagsw.
Verlagswesen
vgl.
vergleiche
Volksk.
Volkskunde
vorw.
vorwiegend
v.u.Z.
vor unserer Zeitrechnung
Wasserwirtsch. W asserwirtschaft
westmdt.
westmitteldeutsch
Wirtsch.
Wirtschaft
Wissensch.
Wissenschaft
Zahnmed.
Zahnmedizin
zeitl.
zeitlich
Zool.
Zoologie
z. T.
zum Teil
A
a,A,das; -/umg.
-s 1, der Laut A; erster Buch
stabe des Alphabets: ein kurzes, langes A; ein
kleines, großes A — 2. Mus. sechster Ton der C-
Dur-Tonleiter: das hohe A; das A (den Kammerton)
angeben
+ das A und 0 (das Wesentliche, die Hauptsache);
von A bis Z (von Anfang bis Ende, ohne Ausnahme)
ä zu (je) : fünf Briefmarken ä zehn (Pfennig)
Aa,das; -8,/o.Pl.f [a|a] Kinderspr.: Aa machen
(die Notdurft verrichten)
Aal, der; -(e)s, -e in zahlreichen Arten vorkommen
der Knochenfisch mit langgestrecktem, rundem Leib
und schleimiger Haut, der als Speisefisch genutzt
w ird : Aale fangen, stechen, räuchern; A. JA grün
-j- glatt wie ein A. sein (aalglatt s e in); sich winden
wie ein A. (versuchen, einer unangenehmen Situation
geschickt zu entgehen)
aalen, sich fsw. Vb.; hat/ umg. sich behaglich aus
strecken, ausgestreckt ausruhen: sich in der Sonne a.
aal/Aal/ -glatt fAd j.; oft em ot.f: a. sein (verstehen,
jeder unangenehmen Situation geschickt zu ent
gehen) ; -reuse, die
Aar, der; -(e)s, -e veraltend geh. Adler
Aas, das; -es, -e/Äser 1. /PL -ef (verwesender) K a
daver — 2 PL Äser/ salopp 2.1, femot.; von einem
Menschen, auch von einem Tierj: er ist ein faules,
schlaues A. (er ist faul, schlau)', au ch Schimpfw .
du freches A .! 2.2. durchtriebener und niederträch
tiger Mensch: erist einA.; auchSchimpfw. duA.!
+ salopp kein A. (niemand)
aasen fsw. Vb.; hat/ salopp verschwenderisch mit
etw. um gehen: mit dem Geld, seiner Gesundheit a.
xab jPräp. mit Dat. u . Akk.j 1. fräuml.f 1.1. /mit
Dat.; gibt den Anfangspunkt einer Strecke an/ von
(1.2.3) ... a n : der Zug fährt ab Hauptbahnhof,
Berlin; ab dieser Station habe ich einen Sitzplatz
gehabt; K a u fm . (lieferbar) ab Werk, (unserem)
Lager 1.2. Verkehrsw. fbezeichnet Ort od. Zeit der
Abfahrt; o. erkennbaren Kasusf: ab Berlin, Berlin
ab 7.25 Uhr — 2. fzeitl.; mit Dat., auch mit Akk.;
weist auf den Ausgangspunkt eines zeitlichen Ab
laufs, einer bestimmten Zeitspanne hin/ von ... an:
ab (erstem, ersten) Ju ni; ab nächster, nächste
Woche; ab der vierten Unterrichtsstunde; ab
morgen, sofort, acht Uhr — 3. /mit Dat., a u ch mit
Akk.; gibt eine untere Grenze als Ausgangspunkt anf
von .. . an: der Film ist jugendfrei ab vierzehn
Jahren, Jahre; Regale ab einem, einen Meter
Breite
2ab fAd v.; / auch absein/ 1.1. entfernt (1.2): nicht
weit ab vom Weg liegt das Forsthaus; zwei Kilo
meter ab (von hier) 1.2. weg, fort: gleich hinter
der Kreuzung links ab; umg. ab ins Bett!; The a-
ter N (nach rechts) ab — 2. los, abgelöst: der
Knopf ist ab (abgetrennt); die Bleistiftspitze ist ab;
der Fleck ist ab (entfernt 1) — 3. landsch. ich
bin furchtbar ab (erschöpft, abgespannt) — 4. Mil.
Gewehr ab (herunter)! — 5. JA 2auf (4) — 6.
von
1.2.3, 2.1.1
-f- ab und zu, ab und an (von Zeit zu Zeit, manch
mal); — der
Bart ist ab; JA Hut ab!; ab durch
die JA Mitte!
ab- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in Ver
bindung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bed eutungstypen bildet/ 1. sich, etw. fortbewegend,
weg-: / z. B . abfahren, absenden — 2.1. sich von
etw. lösend: / z. B . abbröckeln, abgehen 2.2 . etw.
von etw. trennend: J* z .B . abreißen, abtrennen
2.3.1. etw. von etw. entfernend: JA z. B . abfegen
2.3.2. etw. säubernd: / z. B . abfegen — 3. etw.
unterbrechend: / z. B , abdrehen, abschalten —
4. etw. von jmdm. gewinnend: JA z. B . jmdm. etw.
abbetteln, abnehmen — 5. etw. als Vorlage benutzend:
yA z. B . abmalen — 6. in Richtung nach unten: t/A
z. B . abspringen — 7. eine Sportart letztmalig in der
Saison ausübend: / z. B . abrudern — 8. etw. bis
zur Erschöpfung tuend: JA z. B . sich abhetzen —
9. etw. bis zur Unbrauchbarkeit nutzend: JA z. B .
abtragen — 10. /drückt ein e Veränderung der
Qualität aus/: /* z. B . abkühlen — 11 . etw. rück
gängig machend: / z. B . abbestellen — 12. /hebt
das Ende hervor/:
z. B . abschlachten
ab/Ab] -ändern jVb.f etw. ein wenig ändern: ein
Kleid a.; das Programm, den Vorschlag a.; dazu
- änderung, die; -arbeiten /Vb.; / auch abgearbei
tet/ etw. durch Arbeiten tilgen: eine Schuld a.;
- art,
die ähnliche, sich nur durch wenige Merkmale unter
scheidende 1.1 . A rt (1): dieses Spiel hat viele Ab
arten 1.2 . B iol, A rt (3.2): von dieser Pflanze gibt
es rote und gelbe Abarten; -artig /Adj./ abnorm (1):
sexuell a. veranlagt sein; -bau, der 1. /PL -e;
vorw. Sg .; zu -bauen 1, 2, 3/; zu 1: der A. eines
Gerüstes; zu 2.1: der (stufenweise) A. der Löhne,
Gehälter (Reduzierung des Niveaus der Löhne, Ge
hälter durch kap. Unternehmer od. den kap. Staat);
zu 2.2: der A. von Beamten; zu 2.3: der schritt
weise A. der Zollschranken; zu 3: der A. von Kohle
—
2. /PL -e/ Bergm. Raum, in dem im Tief- od.
Tagebau Bodenschätze gewonnen werden — 3 . jo. Pl.j
Chem ./zu abbauen 4/: der A. der Glukose zu
Milchsäure — 4. /o. PL/ der A. (das Abnehmen 12.2)
der Kräfte im Alter; -bauen /Vb./ 1. etw. A u f-
gebautes in sein e Einzelteile zerlegen: ein Gerüst,
Zelt, eine Tribüne a.
—
2. /vorw. im bürgerl.
Sprachgebrauch/ 2.1 . die Löhne, Gehälter a. (dem
Abbau unterwerfen) 2.2 . die Personenzahl (durch
Entlassung) verringern: die Verwaltung a.; ein
Teil der Beamten wurde abgebaut (entlassen)
2.3 . Zollschranken schrittweise a. (allmählich be
s eitigen ) ; Vorurteile, das Mißtrauen a.
— 3.Boden
schätze im Tief- od. Tagebau gewinnen: Kohle,
Erze a.
—
4. Chem. der menschliche Körper baut
Fett, Eiweiß, Stärke ab (zerlegt ihre komplizierten
Moleküle in einfachere) — 5. in seinem körperlichen,
geistigen Leistungsvermögen n achlassen: der Mensch
baut im Alter ab; er hat in der letzten Zeit sehr
abgebaut; -beißen /Vb./ etw. a. in etw. beißen und
1 Wörterbuch
2
abbekommen — abbuchen
dadurch etw. davon abtrennen: ein Stück (vom
Kuchen) a.; eine Zigarre a.; laß mich mal a.; <j>ich
würde mir lieber die Zunge a., als es zu verraten;
-+• da beißt die /* Maus keinen Faden ab; -be
kommen fVb.f 1. etw. als Teil eines Ganzen, aus
einer Menge bekommen: du bekommst ein Stück
Kuchen, die Hälfte davon ab — 2, umg. etw. hin
nehmen, erleiden müssen: zum Glück hat er bei
dem Unfall nichts a. (ist er nicht verletzt worden);
ich habe ein paar Spritzer a.
—
8. umg. etw. Fest
sitzendes lösen, entfernen können: bekommst du den
Deckel ab?; die Farbe (von den Händen) nicht a.;
- berufen fV b .f : einen Botschafter (von seinem
Posten) a. (von seinem Posten zurückrufen); dazu
- berufung, die; -bestellen fV b.f 1.1. etw. a. die
Bestellung von etw. rückgängig machen: eine Zei
tung, das Hotelzimmer a. 1.2. jmdn. a. jmdm., den
man zu sich bestellt hat, absagen: den Elektriker
wieder a.; der Patient mußte abbestellt werden;
- betteln fVb .f: jmdm. etw. a. (etw. von jmdm. durch
Betteln erlangen); -bezahlen fVb.f 1.1. etw. ab
zahlen (1.1): den Kühlschrank a. 1.2. etw. abzahlen
(1.2) : ich habe die Schulden, die tausend Mark
abbezahlt; -biegen fVb.f 1. die Richtung zur Seite
hin ändern (ist): das Auto, er bog (nach) links,
von der Straße, in die Straße ab; der Weg biegt
dort nach rechts ab — 2. etw. a. einer Sache
geschickt eine andere Wendung geben und dadurch
eine unerwünschte Entwicklung verhindern (hat):
als wir zu diesem Punkt kamen, bog sie das Ge
spräch ab; ich habe die Sache noch einmal a.
können; -bild, das 1.1. (genaue) Wiedergabe, Dar
stellung, Entsprechung von Dingen, Vörgängen der
Wirklichkeit, von Menschen: ein (wahrheits)-
getreues A. der N atu r; ein künstlerisches A . der
Wirklichkeit; ein A. der damaligen Verhältnisse
geben 1.2. Phi los. ideelles Ergebnis des sinnlichen,
rationalen Abbildens der objektiven Realität; -bilden
fVb.f 1.1. etw.,
jmdn. (genau) wiedergeben, dar
stellen, bes. in einem Bild: jmdn., etw. naturgetreu
a.; er ist auf der Titelseite abgebildet; in dem
Ro m an sind diese Ereignisse wirklichkeitsnah ab-
gebildet 1.2. P h ilo s . das menschliche Bewußtsein
bildet die objektive Realität im Erkenntnisprozeß
ab (eignet sich die objektive Realität ideell an );
- bildung, die 1.1. das Wiedergeben eines Bildes
durch Druck: der Autor legt Wert auf die A.
dieses Fotos 1.2. fo. Pl.f Phi los. das Abbilden
(1.2) : die A. der objektiven Realität durch das
Bewußtsein des Menschen — 2. bildliche W ied er
gabe, (einem Text beigegebenes, ihn veranschau
lichendes) gedrucktes Bild: das Lexikon enthält
viele (farbige) Abbildungen; -binden fV b .f 1. etw.
Umgebundenes losbinden: die Schürze a.
—
2. etw.
abschnüren: die Arterie, das Bein a.
—
8.fachspr.
der Mörtel, Zement bindet ab (wird hart 1.1); der
Leim hat schnell abgebunden; -bitte, die /in den
Verbindungen/ (jmdm.) A. leisten, tun (jmdm. etw.
abbitten); -bitten fV b .f : er hat ihr vieles abzubitten
(sie für vieles um Verzeihung zu bitten); -blasen
fVb.f 1. umg. etw. absagen (1.1): die Veranstal
tung, das Unternehmen mußte abgeblasen werden
—
2. Techn. etw.,
das in einem Behälter unter
Druck steht, entweichen lassen: Dampf a.
—
8.
Jägerspr. die Jagd a. (durch Blasen 2.1 ihr Ende
anzeigen); -blättern /Vb.; ist/ etw. löst sich in
dünnen Schichten ab: die Farbe, der Putz blättert
ab; -bleiben fVb.f landsch. /nur in Verbindung
mit wo; von einer Person, Sache, die man vermißt/
sich aufhalten, sich befinden: ich weiß gar nicht,
wo er, wo das Buch abgeblieben ist; -blenden
/Vb./ 1.1. die Scheinwerfer a. das Scheinwerfer
licht eines Kraftfahrzeugs so reduzieren, daß Ent
gegenkommende nicht geblendet werden: rechtzeitig
a. 1.2. Film eine Aufnahme durch Schließen der
Blende beenden: bitte a.! 1.8. Fotogr. die Blende
kleiner stellen: du darfst nicht so stark a.;
- blend
licht, das fo. P l.f abgeblendetes Scheinwerferlicht
der Kraftfahrzeuge: das A. einschalten; -blitzen
fV b .; ist/ umg. abgewiesen (1.2) werden\ er ist bei
ihr (mit der Bitte) abgeblitzt; sie hat ihn a. lassen
(ihm einen Korb gegeben); -brechen fVb.f 1.1. etw.
durch Brechen (1.1) abtrennen (hat): einen Ast, die
Bleistiftspitze, sich einen Zahn a . ; den Bleistift
(die Spitze des Bleistifts) a. 1.2. sich durch Brechen
(1.1) abtrennen (ist): der Krug fiel zu Boden, und
der Henkel brach ab; der Bleistift (die Spitze des
Bleistifts) ist abgebrochen — 2. etw. abreißen (4)
(hat): alte Häuser, eine Mauer a.
—
8.1. etw. un
verm ittelt, vorzeitig beenden (hat): das Studium,
Gespräch, den Verkehr mit jmdm., die diploma
tischen Beziehungen zu einem Staat a.; sie brach
mitten im Satz ab 8.2. etw. bricht ab etw. hört
unvermittelt auf (ist): die Unterhaltung, Musik
bricht ab; hier bricht der Brief plötzlich ab; die
Verbindung ist abgebrochen;
-f- salopp sich
einen, keinen a. (sich bei einer Tätigkeit übermäßig,
nicht übermäßig anstrengen); brich dir keinen ab
(ziere dich nicht so)!; — alle /i Brücken hinter
sich a .; einer Sache die
Spitze a.; brich dir
keine / Verzierung ab!; die / Zelte a .; -bremsen
/Vb./ etw. bremsen: der Fahrer bremste (den Wagen)
scharf ab; die Elektronen werden bei der An
näherung an den Atomkern stark abgebremst;
- brennen / Vb.; ist, hat;
auch abgebrannt/ 1.
(ist) 1.1. durch Feuer, Brand zerstört werden: die
Scheune brannte ab 1.2. sich durch Brennen (1.1)
verbrauchen: die Kerze ist fast ganz abgebrannt;
ein abgebranntes Streichholz — 2. (hat) 2.1 . etw.
(Störendes) durch Feuer, Brand beseitigen: Borsten,
Unkraut a.; eine Wiese a. (das vertrocknete Gras
durch Feuer, Brand beseitigen) 2.2. etw. anzünden
und bis zu Ende brennen lassen: eine Zündschnur
a.;
- bringen fVb.f jmdn. von etw. a. jmdn. dazu
bringen, von etw. abzulassen: jmdn. von einem
Plan a.; er ist durch nichts davon abzubringen;
- bröckeln fVb.; ist/ etw. löst sich in kleinen Brocken
ab : der Putz bröckelt (von der Wand) ab; -bruch,
der 1. fo. PL; zu -brechen 2/: der A. des alten
Hauses — 2. fvorw. Sg .; zu -brechen 3.1/: der A.
des Studiums; der A. der diplomatischen Bezie
hungen; Bo xen N siegte durch A. (dadurch, daß
sein Gegner den Kam pf abbrach) in der dritten
Runde — 8. /in der Verbindung! das tut der,
dieser Sache keinen A. (schadet ihr nicht, b eein
trächtigt sie nicht); + das tut der
Liebe
keinen A.;
- bruchreif fAdj.f: dieses Gebäude ist
a. (in einem solchen Zustand, daß es abgebrochen
werden m uß); -brühen fVb.; / auch abgebrüht/
etw. für seine weitere Verarbeitung, Zubereitung mit
kochendem Wasser übergießen: ein Huhn, Mandeln
a.;
- brummen fVb.f umg. eine Freiheitsstrafe ver
büßen : er hat seine vierzehn Monate abgebrummt;
- buchen fVb.f W irtsch. einen Posten von der
abbummeln — Abendstudium
3
Habenseite eines Kontos wegnehmen: der Betrag
wurde von dem Konto abgebucht; -bummeln jVb.j
u m g.: Überstunden a. (als Ausgleich für geleistete
Überstunden gewährte Freizeit in Anspruch nehmen);
- bürsten /Vb.j 1*1. etw. mit einer Bürste von etw.
entfernen: Fusseln vom Mantel a. 1.2. etw., jmdn.9
sich mit einer Bürste säubern: den Mantel a.
Abc, das; - , - [a:be:tse:] 1. jvorw. Sg .j Alphabet:
das A. aufsagen — 2 . jo. PI./ das gehört zum A.
(zu den Anfangsgründen) der Mathematik
Abc-Schütze, der Schulanfänger
ab/Ab| -dämmen jVb.j 1.1. fließendes Wasser durch
einen Damm an der Fortbewegung hindern: einen
Bach a. 1.2. ein Gebiet durch einen Damm gegen
Wasser schützen: eine Wiese a.; -dampf, derTe chn.
bei einem technologischen Prozeß od. aus einer
Kraftmaschine austretender Dampf; -dampfen /Vb.;
ist/ um g. Weggehen,
-fahren: er ist nach N ab
gedampft; -dämpfen jVb.j bes. Schall, Licht in
seiner Wirkung mildern: Schall durch Isolierung
a.; abgedämpftes Licht; -danken /Vb./ v e r
altend : der König dankte ab (gab die Herrschaft
auf); -decken jVb.j 1.1. etw. Bedeckendes weg-,
herunternehmen: das Tuch von der Schüssel a.;
der Sturm hat das Dach abgedeckt 1.2. etw. von
etw. Bedeckendem befreien: die Rosen a.; den Tisch
a. (abräumen 1.2) — 2. etw. zum Schutz mit etw.
Bedeckendem versehen, zudecken: ein Beet, Grab,
einen Brunnen a.; etw. mit Brettern, einer Plane
a.
—
3. den Bedarf a. (decken 3); -deckerei, die;
-,
-en veraltend Einrichtung zur Beseitigung,
Verwertung von Tierleichen; -dichten jVb.j ■etw.
dicht, undurchlässig machen: ein Fenster (gegen
Zugluft) a.; etw. mit Filz a.;
- drängen jVb.j jmdn.
zur Seite drängen: jmdn. von der Straße a.;
- drehen jVb.; hat, ist/ 1. (hat) das Licht, Radio
a. (ausschalten); das Wasser, den Haupthahn a.
(abstellen) — 2. etw. durch Drehen (1.2) abtrennen
(hat): den Knopf a.; dem Huhn den Kopf a.
—
3. sich, etw. abwenden (1) (hat): sich halb a .; das
Gesicht a.
—
4. fachspr. einen Film, eine Film
szene zu Ende drehen (hat): die letzten Aufnahmen
wurden abgedreht — 5. einen anderen Kurs ein-
schlagen (hat, ist): das Schiff, Flugzeug drehte
(nach Süden) ab; -druck, der I. /PI.
- e/ 1. jvorw.
Sg./ das Abdrucken: der A. des Artikels beginnt
im nächsten Heft — 2. das Abgedruckte: der Band
enthält einen A. dieses Vortrages — II . jP l.
- drücke/ das Abgedrückte■, durch Abdrücken (4) von
etw. entstandene Nachbildung, Form : der Zahn
arzt fertigte einen A. des Gebisses an; Abdrücke
von Füßen im Sand; -drucken /Vb./ etw. in einer
Zeitschrift, Zeitung drucken: einen Artikel, eine
Leserzuschrift a.; das Vorwort zu dem Katalog
wird hier mit Genehmigung des Autors abge
druckt; -drücken /Vb./ 1. eine Feuerwaffe a. den
Abzug einer Feuerwaffe betätigen, um den Schuß
auszulösen: das Gewehr auf jmdn. a .; er griff nach
dem Revolver und drückte ab — 2. etw., jmdn.,
sich durch Drücken (1.1) von etw. fortbewegen: das
Boot vom Ufer a .; er drückt sich kräftig mit
einem Bein vom Boden ab — 3. umg. jmdn.
wiederholt an sich drücken und küssen: die Mutter
drückte ihr Kind ab — 4 . etw. in einer Sache a. etw.
dadurch, daß man es in eine weiche Masse drückt,
nachbilden: Zähne in Gips a.; sich a.: ihre Füße
drückten sich im Sand ab (zeichneten sich ab);
- dunkeln jVb.; hat/ etw. dunkler (1) machen: die
Lampe, das Licht (durch einen Schirm) a.; einen
Raum a.;
- duschen jVb.j sich, jmdn. duschen;
- ebben /sw. Vb.; ist/ 1. das Hochwasser ebbt ab
(sinkt allmählich); O die Wogen der Erregung
ebben ab — 2. allmählich an Intensität verlieren:
die Erregung, der Lärm ist abgeebbt
abend /Adv.; in Verbindung mit bestimmten Tem-
poraladv. od. dem Namen eines Tages der Woche;
stets nachgestelltj am A b e n d : heute, gestern, morgen,
Dienstag a.
Abend, der; -s, -e 1. Tageszeit von etwa Sonnen
untergang bis gegen Mitternacht: ein warmer A.;
der gestrige A .; es ist, wird A .; diesen, keinen, je
den A.; den A. zuvor; viele Abende; wie hast du
den A. verbracht?; am (frühen, folgenden, ersten,
selben) A .; an jenem A .; am A. vorher; an stillen
Abenden; es geht auf den A. zu; gegen A .; guten
A.!jGrußj;jmdm. guten A. sagen; zu A. essen (das
Abendessen einnehmen) — 2. Abendveranstaltung:
ein gelungener, anregender, gemütlicher, musika
lischer, / bunter A.
+ Rel. ev. kath. der Heilige A. (Abend od. Tag'
vor dem ersten Weihnachtstag; 24. Dezember); — es
ist noch nicht aller / Tage A.
Abend/abend| -anzug, der eleganter Anzug für fest
liche Veranstaltungen, bes. Abendveranstaltungen;
-a u sgabe, die am Abend erscheinende Ausgabe einer
Zeitu n g: die A. (der Zeitung) brachte die neuesten
Sportereignisse; -brot, das jo. Pl.j landsch.
Abendessen: A. essen (das Abendessen 1einnehmen);
- d ämmerung, die jo. Pl.j Dämmerung am Abend;
- e ssen, das jo. Pl.j 1. am Abend eingenommene
Mahlzeit: das A. steht auf dem Tisch 2. das (ge
meinsame) Einnehmen der abendlichen Mahlzeit:
vor, nach dem A.; auf jmdn. mit dem A. warten;
zum A. bleiben; -füllend jAdj.; vorw. attr.; von
Darbietungenj den ganzen Abend ausfüllend: ein
abendfüllendes Programm; -himmel, der jo. PI ./;
- kasse, die am Abend geöffnete Kasse eines Theaters,
Kinos, an der man für die jeweilige Abendvor
stellung Eintrittskarten kaufen kann; -kleid, das
(langes) elegantes Kleid für festliche Veranstaltungen,
bes. Abendveranstaltungen: ein langes A.; -kurs(us),
der vgl.
- lehrgang; -lehrgang, der am Abend statt
findender Lehrgang für Berufstätige
abendlich jAdj.; nur attr.j am Abend, jeden Abend:
der abendliche Spaziergang hat mir gutgetan; der
abendliche Himmel; das abendliche Bad; die
abendliche Stille
Abend|-lied, das Lied, das den Abend zum Thema
hat; -mahl, das /PI.
- e; vorw. 8g .j Rel. ev. als
Sakrament verstandene gottesdienstliche Handlung,
bei der an Mitglieder der christlichen Gemeinde eine
Oblate und ein Schluck Wein als Symbol für Leib
und Blut Christi ausgeteilt werden; -nachrichten,
die /PI./ vom Rundfunk am Abend gesendete Nach
richten; -programm, das vom Rundfunk, Fernsehen
am Abend gesendetes Programm; -rot, das; -(e)s, /o.
Pl.j rote Verfärbung des Himmels bei Sonnenunter
gang; -röte, die geh. Abendrot
abends /Adv./ am Abend, an jedem Abend: (um)
acht Uhr a., a. (um) acht Uhr; von morgens bis a.;
a. spät; dienstags, Dienstag a.
Abend| -sonne, die jo. P l.j; -Spaziergang, der;
-Stern, der jo. Pl.j der auffallend hell leuchtende
Planet Venus am Abendhimmel; -Studium, das
1*
4
Abendstunde — Abfahrtslauf
abendliches Studium von Berufstätigen an Universi
täten, Hoch- und Fachschulen; -stunde, die: dafür
stehen die Abendstunden (steht der Abend) zur Ver
fügung; -tasche, die elegante kleine (Hand)tasche
für festliche Veranstaltungen, bes. Abendveranstal
tungen; -toilette, die Abendkleid, elegante Kleidung
der Dame für festliche Veranstaltungen, &es. Abend
veranstaltungen ; -Veranstaltung, die; -Vorstellung,
die (Kinovorstellung am Abend; -zug, der amAbend
abfahrender, ankommender Zug
Abenteuer, das; -s, - 1.1 . außergewöhnliche, erre-
gende (gefahrvolle) Situation, außergewöhnliches,
erregendes (gefahrvolles) Geschehen, Erlebnis: A. be
stehen, suchen; sich in ein A. stürzen; ein A. span
nend berichten; ein seltsames A .; auf der Expedi
tion haben wir viele A. erlebt 1.2. gewagtes, gefahr
volles, risikoreiches Unternehmen mit ungewissem
Au sg an g: ein gewagtes, gefährliches A .; ein mili
tärisches, politisches A. (imilitärisch, p olitisch ge
fährliches, auf Aggression gerichtetes Vorgehen) —
2. unverbindliches Liebeserlebnis bes. eines M an nes:
er hatte viele A.
Abenteuer (cmcA Abenteurer|)|film, der vgtf. Abe n
teuerroman
abenteuerlich fAdj.f 1. voller Abenteuer (1.1): eine
abenteuerliche Flucht; abenteuerliche Geschich
ten erzählen; ein abenteuerliches (einem Abenteuer
gleichendes) Erlebnis — 2. gewagt, riskant: ein
abenteuerlicher Plan; eine abenteuerliche Politik—
3. sie kam in einem abenteuerlichen (recht u n ge
wöhnlichen) Aufzug
Abenteuer/abenteuer (mit * auch Abenteurer |)|-lust,
die /o. PL/ das Verlangen, Abenteuer (1.1) zu er
leben: etw. aus A. tun; dazu -lustig fAdj.f: ein
abenteuerlustiger Junge; *-roman, der Roman, in
dem der Held viele Abenteuer (1.1) zu bestehen hat
Abenteurer, der; -s, - a uf Abenteuer (1.2) ausgehen
der Mensch: ein verwegener A.
Abenteurer| : / Abenteuer/abenteuer|
1aber fKonj.; nebenordnend; verbindet zwei satz
wertige Glieder; adversativ; gibt einen Gegensatz an,
der sich auf die Bedeutung der Glieder selbst od. auf
die Bewertung der Folgerungen aus dem im ersten
Glied Gesagten beziehen kannf 1. /bei gegensätzlicher
Bedeutung der parallel strukturierten Glieder/ 1.1.
/ist austauschbar durch und (1.1 .3)/: er ist groß, a.
sie ist klein; er arbeitet, a. sie ruht sich aus 1.2 . /ist
dem Satzglied, auf das es sich bezieht, nachgestelltf:
er ist groß, sie a. klein; heute kommt er, morgen a.
sie — 2. /bei gegensätzlicher Bewertung des Benann
ten) 2.1. firn Sinne von VorteilfNachteil; häufig im
Sinne des Ausgleichs!: sie ist nicht hübsch, a. klug;
das Gerät ist teuer, a. haltbar 2.2. /insofern, als das
im zweiten Glied Benannte im Gegensatz zu dem
steht, das normalerweise erwartet wird/: er ist tod
müde, a. er kann nicht schlafen; er ist Basket
ballspieler, a. gar nicht groß — 3. fzur Einschrän
kung der Schlußfolgerung aus einem der Gliederj
8.1 . /die Schlußfolgerung aus dem ersten Glied wird
eingeschränkt/: Hans ist sehr leichtsinnig, a. wir
haben ja alle unsere Fehler, a. er ist ja noch jung
3.2. /die Schlußfolgerung aus dem zweiten Glied wird
eingeschränkt/: ich will Sie nicht kränken, a. Ihr
Vortrag war zu lang; ich kann mich irren, a. Hans
war eben noch hier — 4 . /leitet im Dialog eine
Gegenbehauptung ein/: „ich war gestern zu Hause.“
„ Aber das kann ja gar nicht sein, a. nein!“
2aber /Adv.; steigernd in Wiederholungen/: tausend
und a. tausend Menschen (viele Menschen) waren
gekommen
3aber /Partikel/ 1. /eingeschoben; drückt einen Ge
gensatz aus zwischen dem vorliegenden und dem vom
Sprecher erwarteten Grad einer Eigenschaft/: das
dauert a. lange (das dauert länger, als ich erwartet
habe) !; du bist a. groß geworden!; das schmeckt a.
süß! — 2. Ivorangestellt; eröffnet zu einer gegebenen
Situationsbewertung durch andere einen Gegensatz
aus der Sicht des Sprechers/ : a., a., wer wird denn
gleich weinen!; a. Kinder, was soll das!; a. jetzt
Tempo!
Aber, das; -s, -1 .1 . ich willkeinA. (keinen Einwand)
hören 1.2 . es ist jedoch ein großes A. (eine große
Sch wierigk eit) dabei
-j- das Wenn und A.
Aber/aber| -glaube, der oft aus der Entwicklung
religiöser Vorstellungen entstandener, jedoch von
ihnen abweichender irriger Glaube an das Wirken
sogenannter übernatürlicher, phantastischer K räfte;
- g lauben, der s.
- g laube; -gläubisch /Adj./ 1. im
Aberglauben befangen: er ist a. — 2. dem Aberglauben
entspringend: eine abergläubische Angst; -hundert
veraltend viele hundert
ab/Ab| -erkennen, erkannte ab, auch aberkannte,
hat aberkannt jmdm. die Berechtigung zu etw. durch
einen (Gerichtsbeschluß entziehen, etw. für ungültig
erk lä ren : jmdm. eine Auszeichnung, die Staats
bürgerschaft, die staatsbürgerlichen Rechte a .; da
zu -erkennung, die
aber| -malig /Adj.; nur attr./ wiederholt, nochmalig:
sein abermaliges Zuspätkommen; -mals /Adv./
noch einmal, wiederum
ab(ernten /Vb./1.1. etw. völlig als Ernte einbringen:
das Getreide a. 1 .2. etw. durch Ernten völlig leer
von Früchten machen: abgeerntete Felder
aber/Aber veraltend| -tausend viele tausend;
- witz, der /o. Pl.j Unsinn, Torheit; -witzig /Adj./
unsinnig, töricht: ein aberwitziger Plan
ab(fahren /Vb.; / auch abgefahren/ 1. die Fahrt
beginnen, wegfahren (ist): der Zug, Bus fährt in
fünf Minuten ab; ich fahre morgen (vom Haupt
bahnhof) ab — 2. auf Skiern, einem Fahrrad (steil)
abwärts fahren (ist): traust du dich, hier abzu
fahren? — 3. etw. abtransportieren (hat): Schutt,
Müll a.
—
4. eine Strecke suchend, prüfend entlang-
fahren (ist, hat): die Grenze, Gegend a.
—
5. (ist)
s a lo p p er ist bei ihr ganz schön abgefahren (ab-
gewiesen 1.2 worden) — 6 . (hat) bei dem Unfall
wurde ihm ein Bein abgefahren (durch A n - , Über
fahren abgetrennt) — 7. (hat) Film Rundf. Fern
sehen 7.1. ein Tonband, einen Film a. (in Bewe
gung setzen) 7.2. eine Sendung, Musik a. (beginnen
1.2 lassen)
Abfahr (auch Abfahrts|)| Signal, das Sign al zu r A b
fahrt (1)
Ab|fahrt, die 1. /vorw. Sg./ das Abfahren (1): die
planmäßige A. des Zuges; jmds. A . verzögert sich—
2. Verkehrsweg, auf dem die Autobahn verlassen
werden kann — 3. (steil) abwärts führende Fahrt auf
Skiern, einem Fahrrad: die bei der A. erzielte Ge
schwindigkeit — 4. (steil) abwärts führende Strecke
zum Abfahren (2): steile Abfahrten
Abfahrts] : Abfahr |
Abfahrts|-lauf, der fo. PI./ alpine Disziplin, bei der
der Skiläufer eine festgelegte Strecke talabwärts in
Abfahrtsläufer — abfressen
5
kürzester Zeit durchlaufen m uß; -läufer, der Ab
fahrtslauf ausübender Skiläufer
Abfahr (auch Abfahrts|)|zeit, die Zeitpun kt der
Abfahrt (1)
Ab/ab| -fall, der 1, (unbrauchbare) Reste, die bei der
Zubereitung, Herstellung von etw. entstehen: tu die
Abfälle, den A. in den Mülleimer; die Lagerung
radioaktiver Abfälle; Abfälle abfahren, aufberei-
ten, verfüttern — 2. fvorw. Sg .f das Abfallen (3):
der steile A. des Gebirges nach Süden — 8. /<?. P l.f
Abnahme, Rückgang: der A. seiner Leistungen,
des Druckes; -falleimer, der Eimer für im Haus
halt anfallende Abfälle (1); -fallen fVb.f 1. sich ab-
lösen und herunterfallen: der Putz fällt (von der
Wand) ab; O alle Traurigkeit, Sorge war von ihm
abgefallen (gewichen 2) — 2, u m g. für jmdn. fällt
etw. ab jmd. erhält etw. nebenbei als Gewinn, Vorteil:
für mich sind bei diesem Besuch ein Paar Schuhe
abgefallen; was fällt für mich dabei ab? — 8. schräg
nach unten verlaufen: das Gebirge fällt steil nach
Süden ab; eine abfallende Straße; abfallende
Schultern — 4 .1, abnehmen, zurückgehen, sich ver
ringern : der Druck, die Temperatur ist abgefallen
4.2 . schlechter (1.4) werd en: gegen Ende fiel sein
Vortrag ab; seine Leistungen sind in der letzten
Zeit abgefallen 4.3 . etw. fällt gegen etw. , neben
einer Sache ab, jmd. fällt gegen jmdn.,
neben
jmdm. ab etw., jmd. ist in der Leistung, Qualität
schwächer als etw., jmd.: der zweite Band des Ro
mans fällt gegen den ersten ab; -failhaufen, der;
- fälligfAdj/f Abschätzig: eine abfällige Äußerung,
Bemerkung, Kritik; sich a. über jmdn. äußern
Abfall |-kübel, der vgl. Abfalleimer; -produkt, das
Produkt, das bei der Herstellung von etw. abfällt,
neben bei entsteht; -tonne, die vgl. Abfalleimer
ab/Ab| -fälschen fVb.f Ballspiele einen Ball aus
seiner ursprünglichen Richtung in eine andere, un
erwartete, schwer berechenbare Richtung bringen: den
Ball a.; -fangen / Vb./ 1.1. etw., jmdn. hindern, zum
Ziel zu gelangen (und in seine Verfügungsgewalt
bringen): einen Brief a. 1.2. jmdn. a. auf jmdn.
ivarten und ihn auf seinem Weg zu einem be
stimmten Ziel aufhalten: den Briefträger a. 1.3.
Sport den Gegner ein- und überholen und knapp
schlagen: es gelang ihm, den Gegner kurz vor dem
Ziel abzufangen — 2.1. etw. An- ,
Aufprallendes
durch Elastizität in seiner Wucht dämpfen: einen
Stoß a.; O den Vorstoß des Gegners a. (aufhalten
1.1); S p o r t einen gegnerischen Angriff a. 2 .2.
Bauw. Techn. etw. a. die Last von etw. z .B . durch
Stützen verteilen: bei dem Umbau der unteren
Stockwerke müssen die oberen abgefangen werden
—
3. ein Flugzeug, Fahrzeug wieder unter Kontrolle
bringen : die Maschine, den schleudernden Wagen a.;
- färben /Vb./ 1. etw. färbt ab etw. überträgt bes.
bei Berührung seine Farbe auf etw. anderes: paß
auf, die Wand, das Tuch färbt ab! — 2. auf jmdn.,
etw. eine bestimmte, meist negative Wirkung ausüben:
seine Faulheit hat auf dich abgefärbt; -fassen fV b .f
etw. schriftlich formulieren: einen Brief, ein Gut
achten, Testament a.; dazu -fassung, die fvorw.
Sg.j; -faulen /Vb.; ist/ etw. löst sich durch Faulen
ab (und fällt herunter): die Äste, die Blätter sind
abgefault; -fegen fVb.f 1.1. etw. durch Fegen von
etw. entfernen: den Schmutz (vom Teppich) a.
1.2 . etw. durch Fegen säubern: den Teppich a.;
- feilen /Vb.f etw. mit einer Feile von etw. entfernen:
den Grat a.;
-ferkeln fVb.f Landw.: die Sau hat
abgeferkelt (Ferkel geworfen); -fertigen fVb.f
1.1. etw. zur Beförderung, zum Versand annehmen
und es abschicken: Expreßgut, Gepäckstücke a.
1.2. ein Fahrzeug, das zur Beförderung von Gütern
od. Personen dient, zur Abfahrt fertigmachen und es
abfahren lassen: einen Zug, ein Flugzeug a. 1.3.
jmdn. a. offiziell jmds. (mit seiner Beförderung zu
sammenhängende) Angelegenheiten, Formalitäten,
Anliegen, mit denen er zu einer bestimmten Stelle
gekommen ist, regeln, erledigen: die Reisenden,
Fluggäste wurden (bei der Paßkontrolle) schnell
abgefertigt; das Publikum am Schalter zügig a.
—
2. umg. jmdn., der ein Anliegen hat, unfreundlich
und abweisend behandeln: jmdn. kurz, schroff a.;
einen Besucher vor der Tür a .; zu 1 -fertigung, die
fvorw. S g .j; -feuern fVb.f 1.1. einen Schuß, Schüsse
a. (abgeben 4) 1.2. einen Schuß bei einer Feuerwaffe
auslösen: ein Geschütz a.;
- finden fVb.f 1. jmdn. a.
jmds. rechtliche Ansprüche durch eine (einmalige)
Zahlung od. Sachleistung befriedigen: jmdn. mit
Geld a . ; O er ließ sich nicht mit dieser Erklärung a.
—
2. sich mit etw. a. sich in etw. schicken, fügen:
ich habe mich mit meinem Schicksal, meiner Lage,
damit abgefunden; -findung, die; -,
-en 1. fvorw.
Sg.f das Abfinden (1): die A. der Gläubiger — 2.
Abfindungssumme: eine hohe A. bekommen;
- f indungssumme, die bestimmte Summe, mit der
jmd. abgefunden wird; -fischen fVb.f: einen See,
Teich a. (leer fischen); -flachen fsw. Vb.; hat, ist/
1.1. etw. flach(er) machen (hat): das Ufer a. 1.2.
flach(er) werden (ist): das Gebirge flacht nach Nor
den ab; ein stark abgeflachter Schädel; sich a.
(hat): das Gebirge flacht sich nach Norden ab;
- f lauen fsw. Vb.; ist/ allmählich schwächer werden,
nachlassen: der Wind ist abgeflaut; der Verkehr
flaut ab; O die Stimmung flaute ab; -fliegen fV b .f
1.d e n Flug (1.1 .2 ,1.2) beginnen (ist): das Flugzeug
flog pünktlich ab; er fliegt von N ab — 2. eine
Strecke suchend, prüfend entlangfliegen (ist, hat): er,
das Flugzeug ist, hat die (Front)linie abgeflogen;
- fließen fVb.f sich (nach unten) fließend entfernen:
das Badewasser fließt nur langsam (aus der
Wanne) ab; der Regen ist nicht abgeflossen; -flug,
der fvorw. Sg .f Beginn des Fluges, Start: der A. der
Maschine hat sich verzögert; -flug(s)zeit, die Zeit
des Abflugs; -fluß, der 1. fo. Pl.f das Abfließen: der
A. des Wassers — 2. Stelle, Vorrichtung zum Ab-
fließen des Wassers: der A. des Waschbeckens ist
verstopft; dei Teich hat keinen A.
Abfluß| -graben, der für den Abfluß (1) von (A b
wasser bestimmter Graben; -kanal, der vgl.
- graben;
- rinne, die für den Abfluß (1) von (Ab)wasser be
stimmte Rinne; -rohr, das vgl.
- rinne; -röhre, die
vgl.
- rinne
ab/Ab| -fohlen fVb.f Landw.: die Stute hat ab
gefohlt (ein Fohlen geboren); -folge, die Reihen
folg e: in chronologischer, logischer Ä .; die rasche
A. der Ereignisse; -fordern fVb .f jmdm. etw. a. von
jmdm. die Herausgabe, Auslieferung von etw. ver
langen: jmdm. den Paß a.; O jmdm. ein Ver
sprechen a.;
- fragen fVb.f etw., jmdn. a., jmdn.
etw.,
auch jmdm. etw. a. jmds. Kenntnisse
durch Fragen überprüfen: Vokabeln a.; die Schüler
a.; er fragte mich, auch mir die Vokabeln ab;
- fressen fVb.f 1.1. etw. von etw. weg-,
herunter-
fressen : die Ziege hat die Blätter (von dem Strauch)
6
abfrottieren — abgehen
abgefressen 1.2. etw. leer fressen, kahlfressen: die
Kaninchen haben das Beet abgefressen; -frottieren
fVb.f jmdn., sfcÄ,
frottieren; -fuhr, die;
-en
1. das Abfahren (3): die A. von Schutt — 2 . ew£-
schiedene, schroffe Zurückweisung: jmdm. eine
tüchtige A. erteilen; sich eine A. holen; -führen
/Vb./ 1. jmdn. mitnehmen und in 'polizeilichen Ge
wahrsam nehmen: der Angeklagte wurde (aus dem
Gerichtssaal) abgeführt; jmdn. durch einen Poli
zisten a. lassen — 2. dieser Weg führt zu weit vom
Dorf ab (verläuft so, daß man sich zu weit vom Dorf
entfernt); O das führt (uns) zu weit vom Thema ab
“
3. Abgaben an eine (staatliche) Institution zahlen:
Steuern an die Abteilung Finanzen a .; der Betrieb
führte 300000 Mark Gewinn an den Staatshaushalt
ab — 4.1 . Rhabarber führt ab (beschleunigt den
Stuhlgang); abführend wirkende Mittel 4.2 . fa ch -
spr. Abführmittel einnehmen und dadurch den Darm
leeren: vor der Operation muß der Patient a.;
- führmittel, das den Stuhlgang beschleunigendes
Mittel; -führung, die /o. P L; zu -führen 1 u. 3/;
- fülldatum, das auf einem Behälter vermerktes
Datum, an dem die in ihm enthaltene Ware abgefüllt
wurde; -füllen fVb.f 1.1. etw. aus einem Behälter in
einen anderen, meist kleineren, füllen: Milch (in
Flaschen) a .; Wein a.; Sämereien in Tüten a.
1.2. die Flaschen, Fässer werden automatisch ab
gefüllt (gefüllt 1.1); -füttern / Vb./ I. u m g . , oft
scherzh. die Kinder, eine Gesellschaft a. (ihnen,
ihr zu essen geben) — II . etw. füttern (II. 1 .2): ein
Kleid mit Taft a.;
- gäbe, die 1. /vorw. Sg .; zu ab
geben 1.1, 1.2, 4, 5, 6, 7, 8/; zu 1.1: die rechtzeitige
A. der Diplomarbeit; die A. des Stimmzettels; die
A. (Rückgabe) der geliehenen Bücher; zu 1.2: die A.
des Gepäcks am Schalter; zu 5: unter A. von Wär
me, Energie — 2. fvorw. Pl.f an eine (staatliche) In
stitution zu entrichtende Gelder: regelmäßige, jähr
liche, öffentliche, hohe, niedrige Abgaben; Ab
gaben erheben, entrichten
Abgabe| -preis, der W irtsch. Preis, zu dem bes.
Produktions- und Handelsbetriebe ihre Erzeugnisse
an die Abnehmer abgeben; -termin, der Termin der
Abgabe (1.1): der A. der Diplomarbeit
Ab/ab| -gang, der 1. fo. P L; zu -gehen 1, 2, 5/;
zu 1.1: ein beschämender A .; sich einen guten A.
verschaffen (beim Weggehen einen guten Eindruck
hinterlassen); zu 1.2: kurz vor A. des Zuges; zu 1.4:
der A. desNierensteines; zu 1.5: Turnender A. aus
dem Vorschwung; zu 2 : der A. von der Schule; zu
5: diese Ware findet, hat reißenden A. (geht reißend
ab) —2.fvorw. Sg./ Turnen Sprung,Schwung, mit
dem jmd. ein Gerät verläßt und dadurch die Übung
beendet: die Grätsche als A. wählen — 3. jmd., der
seine Tätigkeit aufgibt, eine Schule (vorzeitig) ver
läßt: an unserer Schule haben wir drei Abgänge;
- gangszeugnis, das Zeugnis eines Schulabgängers;
- gas, das fvorw. Pl.f Techn. bei einem technolo
gischen Prozeß austretendes Gasgemisch; -gearbeitet
fAdj.;
auch abarbeiten/ durch vieles Arbeiten
ersch ö pft: a. sein, aussehen; eine abgearbeitete
alte Frau; -geben fVb.f 1.1 . etw. dem zuständigen
Empfänger od. jmdm., der es an den zuständigen
Empfänger weiterleitet, (über)geben, aushändigen:
den Brief, das Paket, Geschenk beim Nachbarn a.;
den Aufsatz a. (abliefern 1.1); die geliehenen Bü
cher müssen binnen vier Wochen abgegeben (zu
rückgegeben 1) werden 1.2. etw. zur Aufbewahrung
geben: den Mantel (in der Garderobe) a.; den Koffer
(bei der Gepäckaufbewahrung) a. 1.3. jmdm. einen
Teil von etw., etw. überlassen, geben: ich gebe dir die
Hälfte des Kuchens, vom Kuchen ab; er gibt gern
ab — 2.1. etw. (Gebrauchtes zu einem niedrigen
Preis) verkaufen: einen Kinderwagen billig a. 2.2.
ein Zimmer a. (vermieten) — 3 . ein A mt niederlegen,
sich von einem Amt, einer Funktion entbinden lassen
(und es, sie jmdm. übergeben): den Vorsitz, seine
Funktion (an jmdn.) a.
—
4. einen Schuß a. (ein
mal schieß en 1.1); mehrere Schüsse hintereinander
a.*
— 5. etw. läßt etw., bes. Energie, in den Raum ge
langen: der Ofen gibt viel Wärme ab (strahlt viel
Wärme aus) — 6. Ballspiele den Ball abspielen(2):
N gibt ab — 7. Sport einen Satz, Punkt a. (ver
lieren 3) — 8. fin Verbindung mit Subst. zur Um
schreibung eines Verbalbegriffsf: eine Erklärung a.
(etw. erklären 2); ein Urteil (über etw.) a. (etw. be
urteilen); eine Versicherung a. (etw. versichern 2);
ein Versprechen a. (etw. versprechen 1) — 9 .1. jmd.
gibt jmdn., etw. ab jmd. ist jmd., etw. : sie wird ein
mal eine gute Ärztin a.; ein gutes Vorbild a. 9.2.
etw. gibt etw. für etw. ab etw. ist, bildet (3) etw. für
etw .: etw. gibt den Rahmen, den Hintergrund, die
Grundlage für etw. ab — 10.1. sich mit jmdm., etw.
a. sich mit jmdm., etw. beschäftigen (obwohl man es
nicht unbedingt erwarten würde): sich viel mit Kin
dern, Tieren a. 10.2 umg. sich mit jmdm einlas
sen (4), mit jmdm. Umgang pflegen: warum gibst du
dich mit diesem Kerl ab?; -gebrannt fA d j.; / auch
abbrennen/
-f- umg. a. sein (kein Geld mehr
haben); -gebrüllt fAdj.; / auch abbrühen/ umg.
psychisch unempfindlich geworden und skrupellos:
ein abgebrühter Mensch; a. handeln; -gedroschen
fAdj.f salopp : abgedroschene (allzu oft gebrauchte,
gehörte xmd daher nur noch wenig wirkungsvolle)
Redensarten, W orte; -gefahren fA d j.; / auch
abfahren/ 1. durch häufiges Fahren abgenutzt: ein
abgefahrener Reifen — 2. ein abgefahrener (en t
werteter und benutzter) Fahrschein; -gefeimt fAd j.f
durchtrieben, raffiniert: ein abgefeimter Lügner,
Schurke; -gegriffen fAdj.f 1. durch häufiges A n
fassen abgenutzt: der Einband, das Buch ist a.
—
2. ein abgegriffener (allzu oft gebrauchter, gehörter
und daher nur noch wenig wirkungsvoller) Ausdruck;
abgegriffene Worte; -gehackt fA dj.; / auch ab
hacken/ abrupt, stoßweise: a. reden; abgehackte
Sätze; mit abgehackter Stimme sprechen; -gehen
fVb.; ist, hat/1. (ist) 1.1. sich gehend entfernen, Weg
gehen: Theater N geht nach links ab (verläßt,
nach links gehend, die Bühne) 1.2. der Zug, das
Schiff geht in fünf Minuten ab (fährt ab) 1.3. ab-
geschickt werden: der Brief, das Telegramm, die
Ware geht noch heute, umgehend ab; eine Post
sendung a. lassen 1.4. ausgeschieden werden, aus
dem Körper gelangen: der Nierenstein ist abgegan
gen; etw. geht mit dem Harn ab 1.5. Turnen ein
Gerät mit einem Sprung, Schwung verlassen und
dadurch die Übung beenden: mit einer Grätsche
(vom Pferd) a. ■
— 2. (ist) der Schüler ist schon nach
der achten Klasse abgegangen (hat nach der achten
Klasse die Schule beendet, verlassen) — 3 . (ist) links
geht (von der Hauptstraße) ein W eg ab (zweigt
ein Weg ab) — 4. etw. löst sich (ab) (ist): der Knopf,
Absatz, Fingernagel ist abgegangen — 5 . (ist) etw.,
die Ware geht gut, reißend ab (ist sehr gefragt und
wird schnell verkauft) — 6. abgezogen (4) werden
abgekämpft — abgrasen
7
müssen (ist): von der Gesamtsumme gehen zehn
Mark ab; von dem Gewicht geht die Verpackung
ab — 7. (ist) plötzlich ging ein Schuß ab (löste
sieh ein Schuß) — 8. eine Strecke suchend, prüfend
entlanggehen (ist, hat): die Front, Grenze a.
—
9.
von etw. a. von etw. Abstand nehmen (ist): von
einem Plan, Standpunkt, Grundsatz, einer Forde
rung a.
—
10. in bestimmter Weise a. in bestimmter
Weise ausgehen, enden (ist): das ging noch einmal
gut, glimpflich ab, ist nicht ohne Ärger, Tränen ab-
gegangen — 11. etw. geht jmdm. ab etw. mangelt (I)
jmdm . (ist): ihm geht Lebensklugheit, jedes T akt
gefühl ab; was ihm an Begabung abgeht, ersetzt
er durch Fleiß; mir geht jedes Verständnis dafür
ab; jmdm. geht nichts ab (jmd. braucht nichts zu
entbehren); + um keinen, auch nicht einen Fin
ger-, /
Fußbreit von etw. a .;
- gekämpft fAdj.f von
der Arbeit, Anstrengung erschöpft: a. sein, aus-
sehen; -geklappert /A dj.; / auch abklappern/
salopp 1. abgeklapperte (abgedroschene) Redens
arten — 2. er wirkt ziemlich a. (erschöpft 3); -ge
klärt /Adj./ durch Lebenserfahrung ausgeglichen,
besonnen und weise geworden: ein abgeklärter
Mensch; dazu-geklärtheit, die; - ,/o.Pl.j; -gelegen
fA dj.; / auch abliegen/ 2abseits liegend: ein abge
legenes Haus; -geleiert /Adj.; / auch ableiern/ s a
lo p p : eine abgeleierte (allzu oft gebrauchte, gehörte)
Melodie, Redensart; -gelten \Vb./ einen Anspruch
durch eine bestimmte gleichwertige Leistung befrie-
digen : jmds. Schadenersatzanspruch a .; dazu
- geltung, die; -gemacht / / auch abmachen 2;
einer Vereinbarung zustimmender Ausruf/: „also
gehen wir morgen ins Kino. “
„Abgemacht!“ ;
- gemessen /Adj.; / auch abmessen/ gemessen
(1.1): abgemessene Bewegungen; -geneigt fA d j.f
einer Sache (nicht) a. sein einer Sache (nicht) ab
lehnend gegenüberstehen: einem Plan, Vorschlag
nicht a. sein; (nicht) a. sein, etw. zu tun; jmdm.
(nicht) a. sein: sie ist ihm nicht a. (mag ihn ganz
gern); -geordnete, der u. die; -n,
-n gewähltes
Mitglied einer Volksvertretung, eines Parlaments:
die Abgeordneten (neu) wählen; die Abgeordneten
der Volkskammer; -gerissen /A dj.; / auch ab
reißen 2/1.1 . sehr abgenutzt, verschlissen, zerlum pt:
abgerissene Kleidung 1.2. zerlum pt gekleidet: a. aus-
sehen — 2. nicht zusammenhängend, ohne Zusam
m en h an g: abgerissene Sätze, Gedanken; -gesandte,
der u. die// auch absenden/ veraltend jmd., der
mit einer offiziellen Botschaft, einem (offiziellen)
Auftrag zu jmdm. geschickt wird; -gesang, der geh.
letztes Werk eines Dichters, Künstlers vor seinem
Tod; -geschabt fAdj.; /f auch abschaben/ ab
genutzt: abgeschabte Kleidung; -geschieden fA d j.;
/ auch abscheiden/ geh. abgelegen, einsam : ein ab
geschiedenes Dorf; das Haus ist, liegt a .; dazu
- geschiedenheit, die; -, jo. PI ./; -geschlagen /Adj.;
/ auch abschlagen/ 1. Sp ort klar geschlagen, be
siegt: das Boot blieb (weit) a. zurück — 2. land -
sch . zerschlagen, sehr ermattet: völlig a. sein; -ge
schlossen / Adj.; / auch abschließen 3.3/ 1. eine
abgeschlossene Wohnung (eine komplette Wohnung
mit nur einer Mietspartei) — 2. isoliert (1): a.
leben; ein abgeschlossenes Leben führen; zu 2 -ge-
schlossenheit, die; -geschmackt /Adj./ gesch macklos,
geistlos: abgeschmackte Späße, Redensarten; das
finde ich a.;
- gesehen / / auch absehen 4/ a. von,
von ... a. wenn man ... nicht berücksichtigt, xaußer
(1): jeden Tag, a. von den Sonntagen, von den
Sonntagen a .; alle, a. von dir; mir geht es, von der
Erkältung a., gut; a. davon, davon a. (außerdem,
im übrigen) hatte ich noch folgende Ausgaben;
- gespannt jA d j.; / auch abspannen/ durch (geistige)
Anstrengung ermüdet: einen abgespannten Ein
druck machen; a. sein; sich a. fühlen; dazu -ge-
spanntheit, die; -, /o. PI ./; -gespielt /Adj.; / auch
abspielen/ durch häufiges Verwenden abgenutzt:
eine abgespielte Schallplatte; der Film ist a.;
- ge
standen /Adj.; / auch abstehen/ dadurch schal,
daß es lange in einem offenen Gefäß gestanden hat:
abgestandenes Bier; -getakelt /Adj.f salopp : er,
sie wirkt ziemlich a. (heruntergekommen, alt und
verbraucht); -getan /Adj.; nur präd.;
auch ab
tun/: damit ist die Sache, Angelegenheit (noch
nicht, ein für allemal) a. (erledigt 1); -getreten
/Adj.; / auch abtreten/: abgetretene (durch häu
figes Laufen schief gewordene) Absätze; -gewetzt
/Adj./ durch häufige Reibung abgenutzt: abgewetzte
Ärmel, Hosen; das Sofa ist a.;
- gewinnen /Vb./ 1.1.
jmdm. etw. a. in einem Spiel, (Wett)kampf von
jmdm. etw. als Gewinn erlangen: er hat ihm (beim
Skat) viel Geld abgewonnen 1.2 . von etw., jmdm.
etw. a. von etw., jmdm. etw. durch Bemühung er
langen: dem Meer Land a.; jmdm. ein Lächeln,
Versprechen a.; jmdm. Achtung, Vertrauen, Mit
leid a .; er konnte der Sache keinen Geschmack,
keinen Reiz, nichts a. (konnte nichts Gutes an der
Sache find en ); -gewirtschaftet s. abwirtschaften;
- gewöhnen /Vb./ sich, jmdm. etw. a. sich, jmdn. da
zu bringen, eine (schlechte)) Gewohnheit abzulegen:
ich habe mir das Rauchen abgewöhnt; ich muß
ihm das Fluchen a.; umg. scherzh. noch einen
(Schnaps) zum Abgewöhnen; -gewohnt /Adj.f
umg. verwohnt: ein abgewohntes Haus, Zimmer;
- gewrackt /Adj.; / auch abwracken/ salopp: ein
abgewrackter (durch übermäßige Leistung physisch
völlig verbrauchter) Mensch; -gezirkelt /Adj./
1. (übergenau abgemessen: abgezirkelte Beete —
2. allzu gemessen: abgezirkelte Bewegungen; -gie
ßen /Vb./ 1.1 . das Kartoffelwasser a. (das Wasser,
in dem die Kartoffeln gekocht worden sind, so aus
dem Topf gießen, daß die gekochten Kartoffeln in ihm
Zurückbleiben) 1.2 . die Kartoffeln a. (durch 1.1 die
gekochten Kartoffeln im Topf zurückbehalten);
- g lanz, der Widerschein: der A. des Mondes, der
Abendröte; ein heller A .; O ein schwacher A.
seines Erfolges fiel auf mich; -gleiten /Vb./ 1. nicht
mehr haften und dadurch seitwärts od. abwärts
gleiten: das Messer ist vom Brot abgeglitten; von
der Leiter a.
—
2. abirren: jmds. Blick, Auge gleitet
von etw. ab; O seine Gedanken glitten immer
wieder ab — 8 . moralisch absinken: nach dieser
Enttäuschung ist er immer mehr abgeglitten —
4. etw. gleitet an, von jmdm. ab etw. bleibt ohne
Wirkung auf jmdn: alle Ermahnungen, Beleidi
gungen, Verführungskünste gleiten an ihm ab;
- gott, der: er ist der A. seiner Eltern (er wird von
seinen Eltern vergöttert);-götterel, die; jo. PL/ über
triebener Kult mit jmdm., etw.: ihre Liebe zu ihm
grenzt an A .; A. mit jmdm., etw. treiben; -göt-
tisch jAdj./: jmdn. a. (mit übersteigerter Zuneigung)
lieben, verehren; mit abgöttischer (übergroßer)
Liebe an jmdm. hängen; -graben /Vb.j
-j- jmdm.
das / Wasser a.;
- grasen /Vb.f 1. das Vieh grast
die Weide ab (frißt das Gras von der Weide ab);
8
abgrenzen — abhaspeln
O nm g. dieses Gebiet, dieser Themenkreis ist
schon abgegrast (ist schon gründlich untersucht und
bietet keine Möglichkeiten mehr für eine Bearbeitung)
- 2 * u m g . etw. absuchen (2.1): die ganze Stadt, alle
Läden nach etw. a .;
- grenzen jVb.j 1* ein Gebiet
mit seinen Grenzen kenntlich machen: eine Hecke
grenzt den Garten gegen das Nachbargrundstück
ab; ein Teil des Beckens ist für Nichtschwimmer
abgegrenzt — 2 .1. etw. in seiner Spezifik gegenüber
anderem bestimmen, festlegen: die Aufgabenge
biete) sind genau abgegrenzt; Pflichten gegenein
ander a. 2.2. sich von etw. a. seinen unterschied-
liehen Standpunkt zu etw. deutlich betonen: sich
von jmds. Auffassung, von kleinbürgerlichen
Standpunkten a.; dazu -grenzung, die;
-en;zu
2.2: die (ideologisch-politische) A. eines Staates
gegenüber, von einem Staat mit gegensätzlicher
Gesellschaftsordnung; -grund, der 1. übermäßig
große (gefährliche) Tiefe bes. einer Schlucht: ein
gähnender, tiefer A. tat sich vor uns auf, klaffte vor
uns; in einen A. stürzen; am Rande des Abgrundes
—
2.1. unüberbrückbarer Gegensatz, unüberbrück
bare K luft (1.2): Abgründe trennen uns 2.2. /o. P l.f
Verderben, Untergang: jmdn. an den Rand des
Abgrundes führen; an den Rand des Abgrundes
geraten; vor dem A. stehen; -gründig jA dj.j geh.
rätselhaft, unergründlich: a. lächeln; ein abgründi
ges Gespräch; -grundtief jA d j.; emot.f: abgrund
tiefe (ungeheuer große) Gemeinheit, Bosheit, Ver
achtung, Gegensätze; jmdn. a. (sehr) hassen;
- gucken fVb.f umg. 1.1. jmdm. etw. a. durch ge
naues Hinsehen etw. von jmdm. lernen, übernehmen:
jmdm. einen Handgriff, Trick a. 1.2. unerlaubt bei
einem Mitschüler, in einem Buch etw. lesen und es
als eigenes Wissen niederschreiben, vortragen: er hat
(von, bei ihr) abgeguckt; sie läßt keinen a.;
- guß,
der bild. K unst originalgetreue Kopie bes. eines
plastischen Werkes, die mit Hilfe einer Form, die
ausgegossen (2) wurde, hergestellt worden ist: Ab
güsse von antiken Statuen; -haben jVb.j um g. 1.
fvorw. im Inf.j willst du was (davon) a. (einen Teil
davon erhalten)? — 2. den Hut a. (abgenommen 1
haben) — 3. den Verschluß a. (gelöst 1.1.1 haben);
den Fleck a. (entfernt 1haben); -hacken / Vb.; auch
abgehackt/ etw. mit einem scharfen Werkzeug, bes.
mit einem Beil, abtrennen, abschlagen: Äste a.;
dem Huhn den Kopf a.;
- haken jVb.f etw. Ge
schriebenes zum Zeichen der Erledigung durch ein
Häkchen kennzeichnen : die Namen (in der Liste)
a.;
- halten jVb.f 1.1. etw., jmdn. von sich weghalten:
er mußte beim Lesen das Buch weit von sich a.
1.2. ein Kleinkind so halten, daß es seine Notdurft
verrichten kann: die Mutter hält das Kleine ab —
2. etw. nicht wohin gelangen lassen, etw. fernhalten:
die Fliegen von dem Säugling a.; die Hecke hält
den Wind ab; die Zugluft, grelles Licht a.
—
3.
jmdn. von etw. zurückhalten, an etw. hindern: jmdn.
von seinem Vorhaben, einer unüberlegten Hand
lung a.; seine Schüchternheit hält ihn davon ab;
niemand, nichts konnte ihn davon a., das zu tun;
lassen Sie sich durch mich nicht a .!
—
4, eine
Veranstaltung, Zusammenkunft stattfiiiden lassen,
durchführen, etw. veranstalten: eine Versammlung,
Konferenz a.; eine Feier, Andacht, Prüfung a.;
Wahlen a.
—
5. landsch. umg. er hält viel,
wenig ab (kann viel, wenig ertragen); der Stoff
hält nicht viel ab (ist nicht strapazierfähig);
- haltung, die; -,
- en 1. Tätigkeit, Vorgang, Ge
schehen, das jmdn. von etw. abhält, an etw. hindert:
viele Abhaltungen haben; eine dringende, wichtige
A.
—
2. jo. PI .; zu -halten 4/ das Abhalten: die A.
von Wahlen, der angekündigten Versammlung;
-handeln IVb.j I. jmdm. etw. nach längerem Han
deln (1.3) abkaufen: jmdm. etw. billig a.
—
H.
etw. (wissenschaftlich) darstellen, gründlich behan
deln: ein Thema, ein Problem a.;
- handen /Adv.;
in der Verbindung! a, kommen verlorengehen:
dieses Buch ist (mir) a. gekommen; O mir ist
die Fähigkeit dazu a. gekommen; -handlung, die
längere schriftliche (wissenschaftliche) Darstellung
über ein bestimmtes Thema: eine wissenschaftliche,
grundlegende A. über etw. schreiben, verfassen;
- hang, der abfallende Seite einer Bodenerhebung:
ein steiler, sanfter, bewaldeter A .; der A. des
Berges; 1-hängen / F6./ 1.1. etw. hängt von etw.,
jmdm. ab etw. hat etw., jmdn. in bestimmter H in
sicht zur Voraussetzung: das hängt, hing von den
Umständen, vom Zufall, von vielen Faktoren, von
seinem guten Willen, ihrem Fleiß ab; von dieser
Entscheidung hat seine Zukunft abgehangen; ob
wir fahren, hängt ganz von dir ab, hängt davon
ab, wieviel Geld wir haben; davon hängt viel für
mich ab (das ist sehr wichtig für mich) 1.2. von
etw., jmdm. a. von etw., jmdm. abhängig (1.2, 1.3)
sein : das Land hing früher ökonomisch, politisch
von England ab; finanziell von jmdm. a .; von
jmds. Gnade a.
—
2. Kochk. das Fleisch muß a.
(lange hängen, damit es mürbe wird); 2-hängen
jVb.j 1. etw. an einem Nagel, Haken Hängendes
ab-,
herunternehmen: ein Bild a.
—
2. etiv. ab
kuppeln: der Speisewagen wird in A (vom Zug)
abgehängt; einen Waggon a.
—
3. jmdn. a. 3.1.
umg. jmdn. a. erreichen, jmdn. loszuwerden: wir
wollten ihn nicht mit ins Kino nehmen und ver
suchten, ihn abzuhängen 3.2 . Sp ort einen Wett
kampfteilnehmer hinter sich lassen: er hatte seine
Gegner schon nach 100 Metern klar abgehängt;
- hängig jA dj.j 1.1. /zu 1-hängen 1.1/ etw. ist von
etw., jmdm. a .: das ist vom Wetter a.; etw. von
etw. a. machen (etw. zur Bedingung von etw.
machen) 1.2. von etw.,
jmdm. a. sein ohne die
Unterstützung, Hilfe von etw.,
jmdm. nicht exi
stieren können: finanziell von jmdm., niemandem
a. sein 1.3. in bestimmter Hinsicht nicht selbständig
(2) 1.3.1 . ein abhängiges (von einem Ausbeuter
staat seiner wirtschaftlichen, politischen Selbständig
keit beraubtes) Land 1.3 .2. G ram m , ein abhängiger
Satz (Gliedsatz); die abhängige (indirekte) Rede;
dazu -hängigkeit, die; -,
- en; zu 1.3 .1: die wirt
schaftliche, politische A. von einem anderen Land;
in kolonialer A. leben; in A. geraten; -hängig-
keitsverhältnis, das: in ein A. zu jmdm. geraten;
- harken /Vb./ landsch.,
bes. norddt. 1.1. etw.
mit einer Harke von etw. entfernen: die Blätter
(vom Rasen) a. 1.2. etw. mit einer Harke säubern:
den Rasen a.;
-härmen, sich jVb.j veraltend
sich in Kummer verzehren: sie härmt sich um ihn
a b; abgehärmt aussehen; ein abgehärmtes Gesicht;
- härten /Vb./ sich, den Körper, jmdn. an Bean
spruchungen durch Temperatur-,
Klimawechsel,
Entbehrungen gewöhnen, durch Gewöhnung wider
standsfähig machen: du mußt dich, deinen Körper,
die Kinder (durch Sport) a.; abgehärtet sein; dazu
- härtung, die; -, jo. P l.j; -haspeln jVb.j umg. etw.
abhauen — abklemmen
9
hastig, überstürzt, ohne Betonung aufsagen, vor
tragen: ein Gedicht, eine Rede a.;
- hauen /Vb./
I. /hieb, iimg. haute ab/ e£w.
einem Werkzeug
(unsachgemäß, achtlos) abtrennen, abschlagen (hat):
Äste (mit dem Beil, einem Stock) a.
—
II. /haute
ab/ salopp (heimlich) Weggehen, verschwinden (ist):
er ist aus Angst abgehauen; hau ab (mach, daß
du fortkommst)!; er ist nach N abgehauen (ge
flohen, illegal weggegangen); -heben /Yb./ 1 . etw.
anheben und entfernen, herunternehmen: den Deckel
(vom Topf) a.; den Hörer a.; eine Masche a. (beim
Stricken von der Nadel herunternehmen) — 2. Geld
a. sich von seinem Konto Geld auszahlen lassen:
ich habe Geld, 100 Mark (von meinem Konto,
von, auf der Bank) abgehoben — 3 . sich von etw.,
jmdm. , gegen etw. a. sich deutlich von etw., jmdm.
unterscheiden, einen Kontrast zu etw., jmdm. bilden,
deutlich gegenüber etw. hervortreten: die Türme
heben sich vom Himmel, gegen den Himmel ab;
das Muster hebt sich zu wenig vom Untergrund
ab; seine Leistungen heben sich von denen seiner
Mitschüler ab; durch diese Eigenschaft hebt er
sich von den anderen ab — 4 . die Maschine hebt
(sich von der Rollbahn) ab (erhebt sich in die
Luft); zu 2 -hebung, die; -heften fVb.f etw. in
einen Schnellhefter, Ordner einord nen: einen Durch
schlag, eine Rechnung a.;
- heilen fV b.; ist/: der
Ausschlag ist gut, rasch abgeheilt (geheilt); -helfen
/Vb./ einem Übelstand a. ein en Übelstand be
seitigen: einem Mißstand a.; dem ist leicht abzu
helfen; -hetzen, sich /Vb.; hat/ bis zur Erschöpfung
heizen (2.2): hetz dich nicht ab; abgehetzt (durch
vieles Hetzen 2.2 erschöpft) sein, aussehen; -hilfe,
die fo. PI./ Beseitigung eines Übelstandes: A. ver
sprechen, schaffen; für A. sorgen; schnelle A. tut
not; -hobeln /Vb./ 1. etw. mit einem Hobel be
arbeiten 1.1 . um es zu glätten: eine Tischplatte a.
1.2. um es dünner, kleiner zu machen: ein Brett
a.
—
2. etw. mit einem Hobel von etw. entfernen:
einen Zentimeter, eine Unebenheit a .; :hold, -hold
/Adj.; nicht adv./ veralten d einer Sache, jmdm.
a. sein einer Sache, jmdm. nicht geneigt sein, ab
lehnend gegenüberstehen: großen Worten, jedem
Prunk a. sein; -holen /Vb./1.1. etw., das bereitliegt,
holen: ein Paket von der Post a.; Theaterkarten
an der Kasse a. 1.2. jmdn. an einem vereinbarten
Ort treffen und mit ihm Weggehen: jmdn. vom, am
Bahnhof, zum Spaziergang a.;
-f-
dastehen
wie bestellt und nicht abgeholt; -holzen /Vb./:
einen Wald a. (alle Bäume fällen); -horchen /Vb./
1. jmdn.,
ein inneres Organ untersuchen, indem
man Geräusche im Körper mit dem Gehör prüft:
der Arzt horchte den Kranken, die Lunge, das
Herz ab — 2. Telefongespräche a. (abhören 3);
- hören /Vb./ 1. jmdn.,
etw.,
jmdm. etw.,
auch
jmdn. etw. a. jmdn. etw. Gelerntes wiedergeben
lassen, um festzustellen, ob er es beherrscht: die
Schüler, sich gegenseitig a.; Vokabeln, das Ein
maleins a.; er hörte mir, auch mich die Vokabeln
ab — 2. jmdn., ein inneres Organ abhorchen (1):
der Arzt hörte den Kranken, die Lunge ab —
3. Telefongespräche a. (sich in ein Telefongespräch
einschalten und es heimlich überwachen) — 4.
fachspr. etw. aufmerksam (zur Überprüfung) an
hören: ein Tonband, eine Aufnahme a.;
- hungern
/Vb./ 1. sich Geld für etw. durch starke Einschrän
kungen absparen: er mußte sich das Geld dafür
a.
—
2. umg. ich habe (mir) vier Pfund abge
hungert (durch Hungern erreicht, daß ich vier Pfund
abgenommen habe); -husten /Vb./ durch Husten
Schleim lösen (und nach außen gelangen lassen):
ich kann (den Schleim) nicht a.
Abi, das; -s, -s /vorw. Sg .; Kurzw. für Abitur/
Schülerspr. s. Abitur
ab|irren /Vb.; ist/ von einer eingeschlagenen Rich
tung, der richtigen Richtung abkommen: vom (rech
ten) Weg a .; ihre Blicke irrten immer wieder ab;
O vom Thema a .; seine Gedanken irrten ab
Abitur, das; -s, -e /vorw. Sg .; / auch Abi/ Ab
schlußprüfung an einer erweiterten Oberschule, an
einer zur Hochschulreife führenden allgemeinbilden
den Sch ule: das mündliche, schriftliche A .; das
A. machen, bestehen; durchs A. fallen
Abiturient, der; -en, -en Schüler kurz vor dem, im
und nach dem Abitur; dazu Abiturientin, die; -,
- nen
ab/Ab| -jagen /Vb.; hat/ 1. jmdm. etw. nach
längerer Verfolgung entreißen: es gelang ihm, den
Einbrechern die Beute abzujagen — 2. umg. sich
abhetzen: er mußte sich a., um den Zug zu er
reichen; -kalben /Vb./ L and w .: die Kuh wird
bald a. (kalben); -kanten /Vb./ H andw .: ein
Blech a. (die Ränder des Bleches umbiegen);
- kanzeln /sw. Vb.; hat/ umg. jmdn. scharf, in
nicht angemessener Form tadeln: er hat ihn vor den
anderen abgekanzelt; -kapseln /sw. Vb.; hat/ 1.
sich, etw. (mit einer Kapsel, Hülle) dicht abschließen:
die Larven kapseln sich ab — 2. sich absondern
und jeden Kontakt meiden: er hat sich (von der
Umwelt) abgekapselt; -karten, kartete ab, hat ab
gekartet etw. zum Nachteil eines Dritten heimlich
verabreden: das haben die beiden miteinander ab
gekartet; /vorw. im Part. Prät./ ein abgekartetes
Spiel treiben; -kassieren /Vb./ Personen a. von
Personen Geld kassieren: die Fahrgäste a.; der
Ober hat bereits abkassiert; -kauen /Vb./: sich
die Nägel a. (an den Nägeln kauen und sie dadurch
deform ieren); abgekaute Bleistifte; -kaufen /Vb./
jmdm. etw. a. von jmdm. etw. kaufen: jmdm. ein
gebrauchtes Fahrrad a.; O umg. diese Story
kaufe ich ihm nicht ab (glaube ich ihm nicht);
- kehr, die; -, fo. Pl.j das Sichabwenden, Sichlos-
sagen von etw., jmdm .: das bedeutet eine bewußte,
plötzliche A. von den bisherigen Methoden; die
A. von seinem Sohn; -kehren /Vb./ I . 1.1. etw.
durch Kehren (II) von etw. entfernen: den Schmutz
(vom Teppich) a. 1 .2 . etw. durch Kehren (II)
säubern: den Teppich a.
—
II. sich, etw. abwenden
(1): er kehrte sich vom Fenster, von ihr ab; das
Gesicht a.; die Augen, den Blick a.;
- k lappern
/Vb.; hat; / auch abgeklappert/ salopp eine
Anzahl von Orten, Personen nacheinander auf
suchen und dort etw. fragen, nach etw. suchen: ich
habe alle Geschäfte, die ganze Stadt (danach) ab
geklappert; -klatsch, der bloße (schlechte) N ach
ahmung, unschöpferische Nachbildung eines Vor
bildes: ein A. der Wirklichkeit, Natur; sein zweiter
Roman ist ein bloßer A. des ersten; -klatschen
/Vb.; hat/: er hat sie abgeklatscht (den mit ihr
Tanzenden durch Klatschen in die Hände auf
gefordert, sie ihm abzutreten, damit er mit ihr
weitertanzen kann); -klemmen /Vb./ 1. einen
Schlauch, die Blutgefäße a. (mit einer Klem me
1, 3 zusammendrücken und dadurch unterbrechen)
10
abklingen — ablandig
—
2. fachspr. eine Stromleitung a. (von einer
Klemme 2 lösen und dadurch unterbrechen);
- k l ingen fVb.; ist/ 1. in der Lautstärke abnehmen,
leiser werden: der Lärm klingt ab — 2. schwächer
werden, nachlassen, schwinden: die Entzündung,
das Eieber, seine Erregung klingt ab; die Grippe
epidemie) ist im Abklingen; -klopfen IV b.j 1.1.
etw. durch Klopfen (3.1) von etw. entfernen: den
Schnee (vom Mantel) a.; den Putz (von den
Wänden) a. 1.2. etw., jmdn., sich durch Klopfen
(3.1) säubern: (jmdm., sich) den Mantel a.
—
2.
etw.,
jmdn. durch Klopfen (1) untersuchen: die
Wände mit dem Hammer (nach Hohlräumen) a.;
Med. den Kranken, den Kücken (mit den Fingern)
a.
—
3. Mus. der Dirigent klopfte (in der Probe)
gleich nach den ersten Takten ab (gab durch
Klopfen mit dem Taktstock das Zeichen zur Unter
brechung des Spielens); -knabbern fVb.f umg.
1.1. etw. in kleinen Bissen abbeißen und essen: die
Rinde vom Brot, die Brotrinde a.; das Fleisch
vom Knochen a. 1 .2 . den Knochen a. (das Fleisch
vom Knochen in kleinen Bissen abbeißen und
essen); -knallen /Vb.; hat/ salopp femot.f ein
Tier, einen Menschen ohne Zögern durch Schießen
töten: Wild a.; er hat die Geisel einfach abgeknallt;
- knapsen fVb.f umg. (sich) Geld a. sich Geld für
etw. mit großer Mühe absparen: das Geld für den
Fußball mußte ich (mir) von meinem Taschen
geld a.;
- kneifen IVb.f etw. mit einer (Kneif)zange
abtrennen: ein Stück Draht a.;
- knipsen fV b.j
umg. 1.1. etw. (Kleines, Dünnes) abkneifen: die
Polypen a. 1.2. etw. mit den Fingernägeln ab
trennen: eine Blüte a.
—
2. einen Film a. (zu
Ende knipsen); -knöpfen fVb.f 1. etw. Angeknöpftes
von den K nöpfen lösen: die Kapuze (vom Anorak)
a.
—
2. umg. jmd. knöpft jmdm. etw. ab jmd.
bringt jmdn. dazu, ihm gegen seinen Willen etw.,
bes. Geld, zu geben: er hat seiner Mutter drei Mark
abgeknöpft; -knutschen fVb.f umg. jmdn. wieder
holt knutschen: er hat sie, sie haben sich im Kino
abgeknutscht; -kochen fVb .f 1. Kartoffeln a. (gar
kochen) — 2. etw. durch Kochen keimfrei machen:
abgekochtes Wasser; -kommandieren fVb.f jmdn.
durch einen militärischen Befehl dienstlich vorüber
gehend zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe an
einen bestimmten Ort entsenden: er wurde zur
Division, nach N abkommandiert; dazu -komman-
dierung, die fPl.
-en/; -kommen fVb.f 1.1. von
einer bestimmten Richtung a. sich ungewollt von
einer eingeschlagenen Richtung, der richtigen R ich
tung entfernen: vom (richtigen) Weg(e), von der
Fahrbahn, vom Kurs a.; O vom Thema a. (ab
schweifen) 1.2. von etw. a. dahin gelangen, daß
man schließlich etw. aufgibt: von einem Plan a.;
ich bin ganz davon abgekommen, jede Woche ins
Kino zu gehen — 2. fvorw. im Inf.f sich von einer
(dienstlichen) Pflicht frei machen: für eine Stunde
(von der Arbeit) a.; ich kann nicht a.
—
3. Sport
gut, schlecht a. (gut, schlecht starten, von der
Sprungschanze abspringen); -kommen, das; -s, -
(internationaler) Vertrag zweier od. mehrerer Part
ner, in dem sich deren übereinstimmender Wille
widerspiegelt: ein A. (ab)schließen, treffen, unter
zeichnen; ein internationales, langfristiges A . ; das
Potsdamer A .;
- kömmlieh fAdj.; nicht adv.f: er
ist im Moment nicht a. (kann sich im Moment
von seiner Tätigkeit, Pflicht nicht frei machen);
für eine Stunde a. sein; -kömmling, der; -s, -e
1. geh. Nachkomme — 2. Chem. Derivat: ein A.
des Alkohols; -können fVb.f norddt. umg. 1.1.
etw. nicht a. etw. nicht vertragen: die vielen
Schnäpse kann er nicht ab 1.2 . jmdn. nicht a.
jmdn. nicht leiden können: ich kann ihn nicht ab;
- koppeln fV b .f: einen Eisenbahnwagen, Hänger a.
(abkuppeln); -kratzen fV b.; hat, ist/ 1. (hat) 1,1*
etw. durch Kratzen (2.1) von etw. entfernen: die
Tapetenreste (von der Wand) a.; das Preisschild
a. 1.2. etw. durch Kratzen (2.1) säubern: die Wand
a.
—
2. salopp sterben (ist): er wird bald a.;
- kriegen fVb.f umg. etw. abbekommen; -kühlen
fVb .; ist, hat/ 1. kühl(er) werden (ist): die Suppe,
der Motor muß a.; die Luft ist abgekühlt; O seine
Begeisterung ist abgekühlt; sich a. (hat): das
Wasser hat sich schnell abgekühlt; gegen Abend
hat es sich sehr abgekühlt; O ihre Beziehungen
haben sich abgekühlt — 2 . etw. kühl(er) machen
(hat): die Suppe a.;
- kühlung, die fvorw. Sg .f 1.
/zu -kühlen/ — 2. Rückgang der Temperatur (1):
morgen ist eine merkliche, starke A. zu erwarten;
- kuppeln fV b .f : einen Eisenbahnwagen, Anhänger
a. (von einem anderen Fahrzeug durch Lösen der
Kupplung trennen); -kürzen fVb.f 1. den Weg a.
einen kürzeren als den eigentlichen Weg wählen, um
schneller zum Ziel zu gelangen: er lief quer über
die Wiese, um den Weg abzukürzen — 2. etw. in
seiner Zeitdauer beschränken, vorzeitig beenden: ein
Verfahren, eine Rede, einen Besuch a.
—
3. etw.
in Schrift, Druck, Sprache verkürzt ausdrücken:
ein Wort a.;
- kürzung, die 1. für ein Wort stehender
Einzelbuchstabe, stehende Einzelbuchstaben des W or
tes in Schrift, Druck, auch Sprache fAbk. Abk./:
ein Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen —
2. Weg, den man wählt, um schneller ans Ziel zu
gelangen, da er kürzer als der eigentliche ist: wir
gehen diese A.
—
3. /zu -kürzen 2/ das Abkürzen:
die A. des Verfahrens; -kürzungsverzeichnis, das
Verzeichnis, in dem verwendete Abkürzungen (1)
aufgeführt und erklärt werden; -küssen fVb.f jmdn.
wiederholt küssen; -laden fVb.f 1.1. eine Ladung,
Fracht von einem Fahrzeug herunternehmen: Kohle,
Möbel (vom Lastwagen) a. 1.2. ein Fahrzeug durch
Herunternehmen der Ladung, Fracht leer machen:
einen Lastwagen, W aggon a.
—
2. etw. auf jmdn.
abwälzen: die Schuld, eine Aufgabe (auf einen
anderen) a.
—
3. seinen Kummer (bei jmdm.) a.
(zu jmdm. von seinem Kummer sprechen und sich
dadurch davon befreien); -läge, die 1. fo. P L ; zu
ablegen 2/ das A blegen : der Sekretärin einen Brief
zur A. geben; das Insekt wurde bei der A. der
Eier gestört — 2. Stelle, Vorrichtung, wo etw., bes.
Dokumente, Akten, abgelegt werden: Akten in die
A. geben; -lagern fVb.; hat, ist/ 1. sich, etw. ab
setzen (5) (hat): am Ufer lagert sich Sand ab; in
den Arterienwänden lagert sich Kalk ab; der
Fluß lagert an der Mündung Geröll ab — 2. (lange)
lagern und dadurch an Güte zunehmen (ist, hat):
die Zigarren sind, haben gut abgelagert; abge
lagerte Weine; -lagerung, die 1. fo. P I .; zu -lagern/;
zu 1: die A. von Geröll; zu 2: eine längere A.
von Zigarren — 2. Geol. angehäuftes, durch Ver
witterung zerkleinertes Gestein, das von Wasser, Eis,
Wind transportiert worden ist: eiszeitliche Ablage
rungen; -landig fAdj./ fachspr. vom Land zum.
M eer gerichtet: ablandiger Wind; ablandige Strö-
ablassen — ableiten
11
mung; -lassen /Vb./ 1.1. etw. abfließen lassem das
Wasser (aus der Wanne) a. 1.2. etw. ausströmen
lassen: Dampf (aus dem Kessel) a. 1.3 . etw. durch
Ablassen (1.1 ,1 .2) leeren: einen Teich, einen Kessel
a.
—
2. jmdm. etw. aus Gefälligkeit (zu einem
niedrigen Preis) verkaufen: jmdm. etw. billig, zum
Selbstkostenpreis a.
—
3. er läßt uns zehn Mark,
15 Prozent (vom Preis) ab (gewährt uns einen
Preisnachlaß von zehn Mark, 15 Prozent) — 4.1.
von etw. a. etw. nicht weiterverfolgen: von seinem
Vorhaben, einer Gewohnheit, Absicht a. 4 .2 .
von etw., jmdm. a. sich nicht mehr mit etw., jmdm.
befassen: der Hund ließ schließlich von der Beute,
von dem Jungen ab; er konnte nicht von ihr a.;
- latschen fVb.; hat/ salopp Schuhwerk durch
häufiges Laufen abnutzem du hast die Stiefel
aber schnell abgelatscht; abgelatschte Absätze;
- lauf, der 1. Verlauf (1.1): der A. der Ereig
nisse, des Unterrichts, des Programms; ein
reibungsloser, zügiger, langsamer A.
—
2. fo. PL/
nach, vor, mit A. einer Zeitspanne nach, vor, mit
Zuendegehen einer Zeitspanne: nach, vor A. der
Frist.; noch vor A. einer Stunde; mit A. des
Kalenderjahres; nach A. (Beendigung der Gültig
keitsdauer) des Visums; -laufen /Vb.j 1. (ist) 1.1.
abfließen: das Wasser (aus der Badewanne) a.
lassen 1.2. die Badewanne läuft schlecht ab (das
Wasser fließt in der Badewanne schlecht ab) — 2.
von, an etw. herunterfließen (ist): der Regen lief
{vom Schirm, am Mantel) ab; O an ihm läuft
alles ab (ihm ist alles gleichgültig) — 3. etw. läuft
ab etw. A ufgerolltes, bes. ein Faden, Band, geht
rollend wieder von der Spule herunter (ist): der
Faden läuft (von der Spule) ab; das Tonband, den
Film a. lassen — 4. etw. läuft in bestimmter
Weise ab etw. verläuft in bestimmter W eise, geht
in bestimmter Weise vonstatten (ist): das Programm
lief reibungslos ab; alles ist gut, glimpflich ab-
gelaufen (ausgegangen) — 5. eine Frist läuft ab
die für eine Frist gesetzte Zeitspanne geht zu Ende
(ist): die Frist (für etw.) läuft am 31. März ab; (die
Frist für) das Visum läuft am 31. März ab (das
Visum wird am 31. März ungültig) — 6.(ist, hat)
0.1 . eine Strecke suchend, prüfend entlanglaufen
0.2. eine Anzahl von Orten, Personen nacheinander
aufsuchen (und dort etw. fragen, nach etw. suchen):
ich bin, habe alle Läden danach abgelaufen; ich
bin, habe die ganze Gegend abgelaufen — 7.
Schuhwerk durch häufiges Laufen abnutzen (hat):
die Sohlen sind schon abgelaufen; O u m g. sich
die Schuhsohlen, Absätze, Hacken, Beine nach
etw. a. (lange nach etw., was man kaufen möchte,
suchend herumlaufen); + sich die / Hörner a.;
jmdm. den / Rang a.; das habe ich mir an den
/ Schuhsohlen abgelaufen; -lauschen /Vb.j geh.
jmdm. etw. a. von jmdm. etw. durch aufmerksames
Hin- , Zuhören erfahren: jmdm. einen Wunsch a."1;
O diese Szene ist dem Leben abgelauscht (ist
lebensecht)', -laut, der jo. Pl.j Sprachwiss. Vokal
wechsel nach bestimmten Regeln in etymologisch zu
sammengehörigen Wörtern und Wortformen; -leben,
das: das plötzliche A. (der plötzliche Tod) seines
Vaters; -lecken fVb./ 1.1 . etw. durch Lecken (1.1.1)
von etw. entfernen: das Blut a. 1.2. etw. durch
Lecken (1.1.1) säubern: die Kuh leckt das (neu
geborene) Kälbchen ab; den Teller a.;
- legen
jVb./ 1.1. ein Kleidungsstück, das man über dem
Anzug, Kleid od. zum Schutz anderer Kleidungs
stücke bei einer Arbeit trägt, eine Kopfbedeckung
von sich tun, ausziehen: der Gast legte Mantel und
Hut ab; wollen Sie nicht a. (den Mantel ausziehen)?;
die Schürze a. 1.2. die Trauerkleider a. (nicht
länger Trauerkleider tragen); abgelegte Kleidung,
Sachen (Kleidung, die man nicht mehr tragen will)
—
2. etw. an einen (bestimmten) Ort, eine (bestimmte)
Stelle legen: Akten, die Post a. (nach der Bearbei
tung in der Dienststelle abheften und zur A uf
bewahrung an einen bestimmten Ort, eine bestimmte
Stelle legen); Kartenspiel eine Karte a. (zur
Seite legen, weil man sie nicht benötigt)1; dieser
Schmetterling legt seine Eier besonders auf Kohl
pflanzen ab — 3. etw. a. sich von etw., bes. einer
(schlechten) Gewohnheit, Eigenschaft, frei machen:
eine Untugend, sein schlechtes Benehmen a.; er
hatte seine Schüchternheit abgelegt — 4. /in V er
bindung mit Subst. zur Umschreibung eines Verbal-
begriffsj: ein Geständnis a. (etw. gestehen); ein
Bekenntnis a. (etw. bekenn en 1); für jmdn. Zeugnis
a. (für jmdn. zeugen II .1); eine Prüfung a. (machen
7, sich prüfen lassen); einen Beweis für etw. a.
(etw. beweisen 1) — 5. Seemannsspr. das Schiff
legt ab (fährt ab, nachdem die Taue gelöst sind);
- leger, der; -s, - einjähriger Trieb (II), der zur
vegetativen Vermehrung in ganzer Länge waagerecht
in eine Rille des Bodens gelegt und, nachdem er
Wurzeln ausgebildet hat, von der Mutterpflanze ge
trennt wird; -lehnen /Vb./ 1. etw. Angebotenes,
ein Angebot a. erklären, daß man etw. Angebotenes,
ein Angebot nicht annimmt: ein Geschenk a.;
jmds. Einladung (brüsk) a.
—
2.1 . eine Bitte,
Forderung a. erklären, daß man einer Bitte, Forde
rung nicht stattgibt: einen Antrag a. 2.2. jmdn. a.
erklären, daß man jmds. Bewerbung nicht berück
sichtigt: er hat sich um ein Medizinstudium be
worben, ist aber abgelehnt worden — 3 . etw.
Erwartetes, Gefordertes a. erklären, daß man etw.
Erwartetes, Gefordertes nicht tut: er lehnte jede
Diskussion darüber ab; eine Antwort a.
—
4. etw.
nicht gutheißen, nicht annehmen: einen Vorschlag,
Entwurf a.; jmds. Plan, Anschauungen a.; jmdn.
a . : einen Richter, Zeugen als befangen a. (nicht
gutheißen, daß jmd. als Richter, Zeuge fungiert,
weil man ihn für befangen hält); diesen Künstler
lehne ich ab (halte ich nicht für einen guten Künst
le r ); sie steht ihrem Schwiegersohn ablehnend
gegenüber (mag ihren Schwiegersohn nicht); -leh-
nung, die; -,
-en /vorw. Sg .; zu -lehnen 1—4/;
zu 2.1: die A. eines Antrages; er bat um Hilfe,
begegnete aber schroffer, kühler A .; zu 4 : sein
unkollegiales Verhalten stieß überall auf A.
(wurde überall abgelehnt); -leiern /Vb.; / auch
abgeleiert/ umg. (etw. Auswendiggelerntes) mecha
nisch und eintönig vortragen: ein Gedicht a.;
- leisten / Vb.j eine sich über längere Zeit erstreckende
Verpflichtung voll und ganz, bis zum Ende leisten,
erfüllen: den Wehrdienst a.; ein Probejahr, Prak
tikum a.;
- leiten \Vb.f 1.1. etw. (zur Vermeidung
von Schäden) in eine andere Richtung leiten: den
Fluß, das Wasser, den Blitz a. 1.2. etw. (zur Ver
meidung von Schäden) von der Stelle, an der es sich
befindet, an eine andere Stelle leiten: Verbrennungs
gase a.
—
2.1. etw. aus, auch von etw. a. etw. aus
etw. herleiten, folgern: aus einer Gewohnheit
Rechte, einen Anspruch a.; aus etw. eine Schluß-
12
Ableitung — abmelden
folgerung a.; Math, eine Formel a.; Sprachwiss.
ein von, aus einem Adjektiv abgeleitetes Substan
tiv (zu einem Adjektiv neu gebildetes Substantiv)
2.2 . etw. von etw., jmdm. a. feststellen, daß der
Ursprung von etw. bei etw., jmdm. liegt: seine Her
kunft von Hugenotten a.; sich von jmdm. a .:
sich von Hugenotten a.;
- leitung, die 1. fvorw.
Sg.f das Ableiten — 2. Sprachwiss. abgeleitetes
W o r t : ,Schönheit4ist eine A. von ,schön4; -leitungs-
silbe, die Sprachwiss. der Bildung neuer Wörter
dienende Nachsilbe; -lenkbar /Adj.; nicht adv.; zu
-lenken 2.2/ leicht abzulenken, unkonzentriert: er
ist leicht a.;
- lenken /Vb.f 1. etw. in eine andere
Richtung lenken: das Flugzeug wurde durch den
Orkan vom Kurs abgelenkt; den Ball (zur Ecke)
a .; wenn Lichtstrahlen auf ein Prisma fallen,
werden sie abgelenkt — 2.1 . veranlassen, daß etw.
nicht mehr auf etw., jmdn. gerichtet ist: jmds. Inter
esse, Aufmerksamkeit (von etw.) a.; einen Ver
dacht von sich a.; lenk nicht (vom Thema) ab!
2.2. jmdn. dazu bringen, daß er seine Aufmerksam
keit von einer von ihm zu lösenden Aufgabe ab
w en d et: sich durch niemanden, nichts von der
Arbeit, von seiner Aufgabe a. lassen; lenk mich
nicht ab! — 3. jmdn. dazu bringen, daß er seine
Oedanken von einem ihn belastenden Problem ab
wendet, jmdn. zerstreuen, auf andere Gedanken
bringen: geh ins Kino, das lenkt (dich) ab; ich
versuchte, ihn abzulenken; sich a.: es gelang mir,
mich abzulenken; -lenkung, die 1. fvorw. Sg .; zu
- lenken 1/ — 2. Unterhaltung, die jmdn. ablenkt,
Zerstreuung: A . suchen, brauchen, haben; das ist
eine willkommene A .;
- lenkungsmanöver, das
(politische) Maßnahme, die jmd. trifft, um jmds.
Interesse von einem für ihn schwierigen, ihn ins
Unrecht setzenden (politischen) Sachverhalt abzu
lenken; -lesen fVb.j I. 1. etw. nach einer schrift
lichen Vorlage sprechen: eine Rede (vom Blatt,
Manuskript) a .; es macht einen besseren Eindruck,
wenn du nicht abliest, sondern frei sprichst —
2.1. etw. a. den Meßwert (von etw.) an einem M eß
gerät feststellen: das Gas, den Strom, die Tempera
tur a .; die Entfernung, Kilometer a. 2.2. ein Meß
gerät a. (feststellen, was es gemessen hat); die Gas
uhr, den Stromzähler, das Thermometer a.
—
3.1. etw. an, von jmds. Gesicht a. etw. durch
genaue Beobachtung von jmds. Gesicht erkennen,
herausfinden: der Taubstumme liest die Wörter
von den Lippen ab; jmds. Meinung an, von
seinem Gesicht abzulesen suchen; O er liest mir
jeden Wunsch an, von den Augen ab (erkennt
jeden meiner Wünsche, ohne daß ich ihn äußere,
und erfüllt ihn) 3.2. etw. aus, an etw. a. etw. aus
etw. folgern : die Bedeutung dieses Ereignisses
kannst du daraus a., daß ...; an, aus dieser Tat
sache kannst du sein Interesse dafür a.
—
II. etw.
(von etw.) a. eine größere Menge Stück für Stück
von etw. wegnehmen und sammeln: Kartoffelkäfer
(von den Kartoffeln) a.;
- leuchten fVb.f etw. mit
einer Lichtquelle absuchen: mit einer Taschen
lampe alle Winkel im Keller a.;
- leugnen fVb.f
etw. mit Nachdruck leugnen: eine Tat, ein Ver
gehen a.; er leugnete alles ab; -lichten jV b .j etw.
a. fototechnisch eine K opie von etw. herstellen: ein
Schriftstück, Zeugnis a. (lassen); -lichtung, die
1. fototechnisch hergestellte K opie: eine A. an
fertigen — 2. fvorw. Sg .f das Ablichten; -liefern
fVb.f 1.1. etw. pflichtgemäß einem zuständigen
Empfänger übergeben, aushändigen: eine Ware,
bestellte Arbeit (zum versprochenen Termin) a .;
den Aufsatz, das Manuskript pünktlich a. 1 .2 .
jmdn. pflichtgemäß zu einer zuständigen Person
bringen: das Kind bei den Eltern, im Kindergarten
a.; zu 1.1
- lieferung, die fvorw. Sg .f; -liegen fVb.;
/ auch abgelegen/ (weit) entfernt (von etw.) liegen:
der Ort liegt zu weit, drei Kilometer von hier
ab; das Lokal liegt weit ab von der Landstraße;,
- löschen fVb.f 1. fachspr. etw. löschen (1.1.1):
die Feuerwehr löschte den Brand ab — 2. land -
sch. 2.1. einen Satz an der Tafel a. (wegwischen)
2.2. die Tafel a. (das an die Tafel Geschriebene
wegwischen) — 3. Kochk. das Mehl in Fett
bräunen und mit Milch, Brühe, Wasser a. (über-
gießen); -lösen fVb.f 1.1. etw. (behutsam) von der
Stelle, an der es haftet, entfernen, etw. von etw.
lösen: die Briefmarke (vom Umschlag) a.; vor
sichtig das Pflaster von der Wunde a.; das Fleisch
von den Knochen a. 1 .2. etw. löst sich ab etw.
verliert die Verbindung zu der Stelle, an der e$
haftet: die Sohle hat sich abgelöst; der Fingernagel
löst sich ab — 2.1. jmdn. a. eine Arbeitspflicht
von jmdm. im Wechsel übernehmen: einen Kollegen
bei der Arbeit, den Posten, einander, sich a .; sie
wurden alle zwei Stunden abgelöst 2.2. etw. löst
etw. ab, zwei Dinge lösen sich ab zwei Dinge folgen
im Wechsel aufeinander: ein Jahr löst das andere
ab; Scherz und Ernst lösen sich ab; -lösung, die
1. fvorw. Sg .; zu -lösen 1.2 u. 2.1/; zu 1.2: die A.
der Netzhaut; zu 2.1: die A. der Posten; die A„
erfolgt alle zwei Stunden — 2. Person, Gruppe von
Personen, die jmdn. ablöst: wann kommt die A.?;:
meine A. ist noch nicht da; -luchsen fsw. V b.;
hat/ umg. jmd. luchst jmdm. etw. ab jmd. bringt
jmdn. mit List, Schlauheit dazu, ihm etw. zu geben:
ich habe meiner Mutter einen Zehnmarkschein ab
geluchst; -machen fV b .; / auch abgemacht/
1* etw. von der Stelle, an der es haftet, befestigt ist,
entfernen: das Schild (von der Tür) a.; einen Ver
band a.; die Schnur (vom Paket) a.
—
2. etw. mit
jmdm. vereinbaren: einen neuen Termin (mit jmdm.)
a .; wir hatten abgemacht, es war abgemacht, daß
...
—
3. etw. bereinigen: wir wollen diese Sache (so
schnell wie möglich, im guten) unter uns a .; das
mußt du mit dir (allein), für dich a. (damit mußt du
allein fertig werden); -machung, die; -,
-en Verein
barung: mit jmdm. eine A. (über etw.) treffen;
sich an die Abmachungen halten; -magern jsw.
Vb.; ist/ mager (2) werden; dazu -magerung, die;
-,
-en fvorw. S g .f; -magerungskur, die Entfettungs
kur; -mähen fVb.f 1.1. etw. mähen (1.1.1): Gras a.
1.2 . die Wiese a. (das Gras der Wiese mähen 1.1 .1);
- malen jVb.f etw., jmdn. a. ein Bild von etw., jmdm.
nach einer Vorlage od. nach der Natur malen: aus
dem Lesebuch einen Sputnik a .; einen Blumen
strauß a.; -marsch, der fvorw. Sg .j das Abmarschie
ren (1.1): der A. der Truppen; -marschbereit fAdj.f
bereit abzumarschieren (1.1): die Truppen sind, hal
ten sich a.; umg. als ich ihn abholte, stand er schon
a. vor der Haustür; -marschieren fVb.f 1.1. sich
marschierend, in Formation (und im Gleichschritt)
en tfern en : die Soldaten sind abmarschiert 1.2*
umg. entschlossen und zielstrebig Weggehen: sie
marschierte stolz mit den Blumen für die Lehrerin
ab; -melden fVb.f sich, jmdn. a. seinen, jmds. Weg-
Abmeldung — Abonnent
13
gang bei der dafür zuständigen Stelle melden: seinen
Sohn von der Schule a.; sich, jmdn. polizeilich a.
(bei der Polizei melden, daß man, jmd. seinen Wohn
sitz aufgibt); Mil. sich bei seinem Kommandeur
a.; + umg. (bei jmdm.) abgemeldet sein (nicht
mehr beachtet werden, jmds. Gunst verloren haben);
dazu -meldung, die; -messen fV b.; / auch ab
gemessen/ etw. m essen (1): die Länge, eine Strecke,
die Entfernung a.; 0> das Ausmaß des Schadens
ist noch nicht abzumessen (zu überblicken, ab-
zuschätzen); -messung, die 1. fvorw. Sg .f das Ab
messen — 2. fachspr. bestimmtes Maß (1.2.1) von
e tw .: einheitliche Abmessungen (von Konstruk
tionsteilen); die vorgeschriebenen Abmessungen
einhalten; -mildern fV b .f etw. m ildern : einen
schlechten Eindruck, eine scharfe Äußerung ab
zumildern suchen; -montieren fVb .f etw. mit tech
nischen Hilfsmitteln entfernen: ein Rad (vom Auto),
eine Antenne a.;
- mühen, sich fV b .f sich (mit etw.,
jmdm.) a. sich sehr anstrengen, etw. (in bezug auf
etw., jmdn.) zu erreichen: sich mit einer Aufgabe a.;
- murksen fVb.j salopp jmdn. umbringen, töten;
- mustern fVb.f Seemannsspr. 1*1. sein Dienst
verhältnis auf einem Schiff lösen: er mustert am
1. Dezember ab 1.2. jmds. Dienstverhältnis auf
einem Schiff lösen: zwei Mann der Besatzung wur
den abgemustert; -nabeln fsw. Vb.; hat/: ein neu
geborenes Kind a. (die Nabelschnur durchtrennen);
- nagen fVb.f 1.1. etw. durch Nagen (1) von etw. ent
fernen: das Eleisch (vom Knochen) a. 1.2. den
Knochen a. (das Fleisch durch Nagen 1 vom K n o
chen entfernen); -näher, der; -s, - Schneiderei zu
genähte kleine Falte, mit der die Weite eines Klei
dungsstückes an einer bestimmten Stelle verringert
w ird; -nähme, die; -,
-n fvorw. Sg .; zu -nehmen 1, 3,
5, 8, 11, 12/; zu 1: die A. des Verbandes; die A.
(Amputation) eines Beines; zu 5: er mußte sich zur
A. (zum K auf) des ganzen Werkes, aller Bände ver
pflichten; zu 8.1: bei der A. des Neubaus, der An
lage wurden keine Mängel festgestellt; zu 1 1 : eine
rapide A. (des Gewichts) (Gewichtsabnahme) fest
stellen; zu 12.1: die A. der Vorräte; -nehmen fVb.f
1. etw. von der Stelle, wo es von seiner Funktion her
befestigt ist od. seinen festen Platz hat, entfernen: die
Gardinen a.; die Wäsche (von der Leine) a.; den
Deckel, das Bild, Tischtuch, einen. Verband a .; den
Hörer a.; ich habe euch gestern angerufen, aber
niemand nahm ab (meldete sich am Telefon); den
Hut, die Brille a.j Äpfel a. (pflücken); ihm mußte
das Bein abgenommen (am putiert) werden; sich
den Bart a. (abrasieren) lassen — 2. jmdm. etw. a.
2.1 . jmdm. etw. im dienstlichen Auftrag wegnehmen
(um es ihm zu entziehen): j mdm. die Fahrerlaubnis,
den Ausweis a. 2.2. jmdm. etw. widerrechtlich weg
n e h m e n : der Bandit nahm ihm mit vorgehaltener
Pistole die Brieftasche ab 2.3. jmdm. etw. im Spiel
Abgewinnen: er hat ihm (beim Skat) viel Geld ab
genommen — 3. jmdm. Blut a. (für eine medizini
sche Untersuchung entziehen) — 4. er nahm mir für
die Reparatur 30 Mark ab (verlangte SO Mark) —
4>. jmdm. etw. (aus Gefälligkeit) abkaufen: ich habe
dem alten Mann zwei Lose abgenommen; <0> umg.
das nehme ich dir nicht ab (glaube ich dir nicht) —
0. jmdm. etw. a. 6.1 . etw., was jmd. hält, trägt, neh
m en und es selbst halten, tragen: jmdm. ein Paket a.;
er nahm ihr die Einkaufstasche ab 6.2. jmdm. eine
Pflicht, Verantwortung a. (jmds. Pflicht, Verant
wortung übernehmen) — 7. jmdm. etw. a. 7.1. sich
von jmdm. etw., das er bringt, geben lassen: ich war
nicht zu Hause, meine N achbarin hat (dem Brief
träger) das Päckchen abgenommen 7.2. jmdm. ein
Versprechen a. (sich von jmdm. ein Versprechen
geben lassen) — 8. etw. a. 8.1. nach der Fertig
stellung, vor der Zulassung von etw. amtlich prüfen,
ob es den Gütevorschriften entspricht: einen Neubau,
eine technische Anlage, Bauteile, ein Fahrzeug a.
8.2. jmds. Leistung prüfend begutachten: eine Prü
fung a .; eine Übung für das Sportabzeichen a. 8.3.
der General nahm die Parade ab (ließ die Truppen
an sich vorbeimarschieren) — 9. etw. von einem Ori
ginal als Abdruck auf etw. bringen: Fingerabdrücke
a.; jmdm. die Totenmaske a.
—
10. Han darb,
ich muß jetzt (Maschen) a. (Maschen zusammen
stricken, um ihre Zahl zu verringern) — 11. jmd.
nimmt ab jmd. verliert an Gewicht, wird leichter: sie
hat drei Pfund, in letzter Zeit sehr abgenommen —
12.1. sich verringern: die Vorräte, Kohlen nehmen ab
12.2. an Stärke, Intensität verlieren, nachlassen:
der Sturm, die Kälte nimmt ab; jmds. Kräfte
nehmen ab; jmds. Aufmerksamkeit, Leistungs
fähigkeit nimmt ab 12.3. abnehmender Mond
(Mond in der Phase vor Neumond); -nehmer, der;
-s, - fachspr. jmd., der eine Ware, Warenmenge
kauft, bezieht: für eine Ware genügend A. finden;
der Betrieb ist ein bedeutender Ä. dieser Halb
fabrikate; -neigung, die fvorw. Sg .f gefühlsmäßig
negative Einstellung zu jmdm.,
etw.,
Antipathie,
A v e rs io n : eine unüberwindliche, tiefe A. gegen
jmdn.,
etw. haben, empfinden; seine A. über
winden; -nibbeln fsw. Vb.; ist/ landseh. salopp
sterben (1.1)
abnorm fAdj.f 1. vom Normalen krankhaft ab
w eichend : abnorme Anlagen haben; a. veranlagt
sein, reagieren — 2. vom Normalen abweichend,
außergewöhnlich: ein a. kalter Winter, hoher Was
serstand; abnorme Ausmaße
abnormal fAdj.f vorw. österr. Schweiz, abnorm (1)
Abnormität, die; -,
-en krankhafte Abweichung vom
Normalen: eine psychische A.
ab/Ab| -nötigen fVb.f 1.1. etw., jmd. nötigt jmdm.
etw. ab etw., jmd. bewirkt zwingend bei jmdm. eine
achtungsvolle H altu n g: sein Verhalten nötigt mir
Achtung, Respekt, Bewunderung ab 1.2. jmd.
nötigt jmdm. etw. ab jmd. bringt jmdn. durch inten
sive Bemühung, eindringliches Zureden dazu, ihm
gegen seinen Willen etw. zu geben: jmdm. eine Er
klärung, ein Geständnis a.;
-nutzen fVb.f 1.1. etw.
durch Benutzung, Gebrauch, Beanspruchung in
seiner materiellen Beschaffenheit, im Wert, in der
Brauchbarkeit mindern: die Schuhsohlen, Kleider
a.; die Autoreifen a. 1.2. sich a. durch Benutzung,
Gebrauch, Beanspruchung an Wert, Brauchbarkeit
verlieren: etw. nutzt sich mit der Zeit (von selbst)
ab; -nützen fVb.f s.
- nutzen; -nutzung, die /zu
- nutzen/: eine starke A. der Autoreifen; -nützung,
die; -en fvorw. Sg .; zu -nützen/
Abonnement, das; -s, -s [.. mag, auch .. ma] für eine
längere Zeit vereinbarter Bezug 1.1. von Zeitungen,
Zeitschriften: ein A. abbestellen; eine Zeitschrift
im A. beziehen 1.2. von Theater-, Konzertkarten,
Anrecht (2): für die Konzerte dieses Orchesters
habe, nehme ich ein A .; der Eintrittspreis ist im A.
billiger
Abonnent, der; -en,
-en Inhaber eines Abonne
14
abonnieren — abreiben
ments: Abonnenten werben; er ist A. (von) dieser
Zeitung
abonnieren jsw. Vb.; hat/: eine Zeitung a. (ein
Abonnement für eine Zeitung bestellen); eine Zeitung
abonniert haben, auf eine Zeitung abonniert sein
(eine Zeitung im Abonnement beziehen)
Ab|Ordnung, die Gruppe von Personen, die in
offiziellem Auftrag zur Erfüllung einer Pflicht ent
sandt wird, worden ist: eine A. schicken, empfangen
1Abort [ap|ort, auch abort], Abort [abort], der;
- (e)s,
-e veraltend (einfache) meist öffentliche
Toilette (II.l): die Aborte befinden sich auf Bahn
steig 11
2Abort, der; -s, -e [abort] Med. Fehlgeburt
ab/Ab| -packen fVb.f eine Ware, bes. Lebensmittel,
für den Einzelhandel in bestimmter abgewogener
Menge (maschinell) verpacken: Wurst a.; abge
packtes Brot; -passen fVb.f 91»1* den passenden
Zeitpunkt (für etw.) abwarten: den richtigen Zeit
punkt, eine günstige Gelegenheit a. 1.2. jmdn. , der
zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen Ort kom
men muß, dort erwarten und ihn aufhalten: den
Briefträger a.; jmdn. nach Arbeitsschluß am Aus
gang a.;
- pausen /Vb.f etw. auf Pauspapier über
tragen : eine Zeichnung, ein Muster a.;
- pellen fVb.f
landsch., bes. norddt.: Kartoffeln, Wurst a. (die
Pelle abziehen, entfernen); -pfeifen fVb.f Sport
1.1# der Schiedsrichter pfeift (das Spiel) wegen Ab
seits ab (unterbricht das Spiel durch Pfeifen) 1.2,
der Schiedsrichter pfiff die erste Halbzeit, das
Spiel ab (beendete die erste Halbzeit, das Spiel durch
Pfeifen); -pfiff, der jvorw. Sg .f Sport Pfiff als
Zeichen zur Beendigung eines Spiels; -pflücken / Vb.f
1.1. etw. durch Pflücken von einer Pflanze entfernen:
eine Blume a.; pflücke dir ein paar Äpfel ab! 1.2.
eine Pflanze durch Pflücken leer von Früchten
machen: den Apfelbaum a.;
- p lacken, sich /Vb.f
umg. sich sehr abplagen; -plagen, sich /Vb.f 1.1.
mühselige, schwere Arbeit verrichten: ich habe mich
mein Leben lang (für andere) abgeplagt 1.2. sich
mit etw., jmdm. a. sich mit etw., jmdm. sehr ab
m üh en : sich mit einem schwierigen Problem, einem
schwierigen Kind a .;
-p lättmuster, das vorgedruck
tes Stickmuster, das durch Bügeln auf Stoff über
tragen w ird: ein A. für eine Tischdecke; -platzen
fVb.f sich (plötzlich durch Druck 1.2.1) ablösen: die
Farbe, Emaille platzt ab; mir ist ein Knopf ab
geplatzt; -prallen / Vb.; ist/ beim Auftreffen heftig
weggestoßen, weggeschleudert werden: das Geschoß
prallte an der Mauer ab; der Ball prallte vom Pfo
sten ab; O alle Vorwürfe prallen an ihm ab (blei
ben ohne Wirkung auf ihn); -pressen fVb.f 1.1.
jmd. preßt jmdm. etw. ab jmd. bringt jmdn. durch
Gewalt, Drohungen dazu, ihm etw. zu geben: jmdm.
ein Geständnis, ein Versprechen a. 1.2. sie preßte
sich ein Lächeln ab (rang es sich ab); -produkt, das
fachspr. bei der Produktion abfallender Stoff: die
Beseitigung, Verwertung von Abprodukten; -pum
pen fVb.f etw. durch Pumpen (I) entfernen: Wasser
a.;
- putzen fVb.f 1. etw. a. etw. durch Reiben, Wi
schen säubern: hast du dir die Schuhe richtig ab-
geputzt? — 2. etw. verputzen (1): ein Haus a. (las
sen); -quälen, sich fVb.f 1. sich (mit etw., jmdm.) so
abmühen, daß es einem zur Qual wird : sich mit einer
Arbeit, Aufgabe a.
—
2. sich eine Antwort, ein
Lächeln a. (unter Qual abringen); -qualifizieren
/Vb.f jmdn.,
etw. abfällig beurteilen, herabsetzen:
jmdn. als nachlässig a.; ein Buch a.;
- quetschen
fVb.f 1. etw. durch Quetschen (1.2) abtrennen:
jmdm. , sich einen Finger a.
—
2. salopp sich ein
paar Worte a. (abringen); -rackern, sich / Vb.f umg.
sich abmühen: sich den ganzen Tag a.; sich für
jmdn. a.
Abraham
+ veralten d wie in Abrahams Schoß (geborgen,
sicher, gut aufgehoben) ruhen
ab/Ab| -rahmen fVb.f: Milch a. (die Fettschicht von
der Milch entfernen); -rasieren fVb.f Haare mit dem
Rasierapparat, -messer unmittelbar an der Haut ab-
schneiden: sich den Bart, jmdm. die Haare a.;
- raten fVb.f jmdm. (von) etw. a. jmdm. raten, etw.
nicht zu tun: jmdm. dringend von einer Reise, dem
Besuch eines Theaterstückes, einem Vorhaben a.;
er hat es mir abgeraten; ich rate dir ab (das zu tun);
- raum, der fo. Pl.f Bergbau Erd- und Gesteins
massen über einer nahe der Erdoberfläche befind
lichen Lagerstätte (2), die abgeräumt werden (müssen);
- räumen fVb.f 1.1. etw. wegnehmen, herunternehmen
(um Platz zu schaffen): das Geschirr, Frühstück a.
(vom Eßtisch wegnehmen); der Kellner räumt ab;
Bücher (vom Tisch) a. 1.2. den Tisch a. (das Ge
schirr vom Tisch weg-, herunternehmen) — 2. B erg
bau Abraum entfernen: die Deckschicht a.; -raum-
halde, die Bergbau; -rauschen /Vb.; ist/ umg.
sich mit auffälligem Benehmen, die Aufmerksamkeit
auf sich lenkend, entfernen; -reagieren / Vb.f Affekte,
sich a. lange aufgestaute Affekte sich entladen lassen:
seinen Ärger, seine Angst a.; sich a. müssen; seinen
Ärger an jmdm. a. (jmdn. zum Anlaß nehmen, um
seinen Ärger sich entladen zu lassen); -rechen fVb.f
landsch/, bes. ostmdt. süddt. 1.1. etw. mit einem
Rechen von etw. entfernen: Laub vom Rasen a. 1.2.
etw. mit einem Rechen säubern: den Rasen a.;
- rechenbar /Adj.; nicht adv.; zu -rechnen 2.3; DDR/
W irtsch .: abrechenbare Leistungen; -rechnen
/Vb.f 1. eine Summe, Zahl von einer anderen Summe,
Zahl abziehen: wenn ich diese Ausgaben vom Haus
haltsgeld abrechne, bleiben mir noch 200 Mark;
O dieses Erlebnis abgerechnet (nicht berücksichtigt,
abgesehen von diesem Erlebnis), war die Reise sehr
schön — 2.1. eine (abschließende) Rechnung über
Einnahmen, Ausgaben aufstellen: die Kassiererin
rechnet gerade ab 2.2 . mit jmdm. eine Geldangele
genheit in Ordnung bringen: mit jmdm. a. 2.3.
fDDRf Wirtsch. Rechenschaft über die Art und das
Ergebnis wirtschaftlicher Tätigkeit oblegen: eine
Planaufgabe a.
—
3. mit jmdm. a. jmdn. für etw.
zur Rechenschaft ziehen (und an ihm Vergeltung
üben): mit dem werde ich noch gründlich a .!; -rech-
nung, die 1. jzu -rechnen 1, 2.1, 2.3, 3/; zu 1: nach
A. der Unkosten ...; papierdt. etw. in A. bringen
(abrechnen); zur A. kommen (abgerechnet werden);
zu 3: mit jmdm. A . halten (abrechnen) — 2. (ab
schließende) Rechnung über Einnahmen, Ausgaben:
die Ä. unterschreiben; -rechnungszeityaum, der
fDDRf Wirtsch. Zeitraum, für den abgerechnet
wird; -rede, die /in der Verbindungf etw. in A. stel
len etw. abstreiten (1): er stellte die Tat rundweg,
glatt in A .; eine Behauptung in A. stellen; -regen,
sich fVb.f umg. sich beruhigen (2): reg dich ab!;
- reiben fVb.f 1.1. etw. durch Reiben von etw. ent
fernen: den Rost (vom Messer) a. 1.2. etw. durch
Reiben säubern: das Messer, die Fensterscheibe
Schuhe a.
—
2. jmdn., sich, etw. frottieren: jmdn.,
Abreibung — absagen
15
sich, den Rücken mit einem Handtuch a.
—
8.1 .
die Zitronenschale a. (die oberste Schicht der Zitro
nenschale mit dem Reibeisen entfernen) 8.2. eine
Zitrone (die Zitronenschale) a .;
- reibung, die 1.
Med. das Reiben des Körpers mit einem feuchte?i
Tuch zur Anregung der Durchblutung, des Kreis
laufs: der Arzt verordnete eine kalte, heiße A.
—
2. umg. scharfe Zurechtweisung; 1Prügel: eine an
ständige A. kriegen; jmdm. eine tüchtige A. geben,
verabreichen; -reise, die fvorw. Sg .f das Abreisen:
seine A. verschieben; seine plötzliche, überstürzte
A.;
- reisen fVb.f zu einer Reise, der Rückreise auf-
brechen, abfahren: überstürzt a.; er ist von, nach
N abgereist
Abreise |-tag, der vgl.
- termin; -termin, der Term in
der Abreise
ab/Ab| -reißen /Vb.; hat, ist;
au ch abgerissen/
1. etw. von etw. reißen (2.1) (hat): ein Kalenderblatt
a.; von einem Blatt Papier ein Stück a.; einen
Knopf a.; Blüten a.; ein Plakat (von der Haus
wand) a.
—
2. (infolge starker Beanspruchung, Be
lastung) reißen und sich ablösen (ist): der Aufhänger
ist abgerissen — 8 . plötzlich unterbrochen werden,
aufhören (ist): die Funkverbindung riß ab; Kon
takte nicht a. lassen; der Besucherstrom riß nicht
ab (nahm kein Ende) — 4. ein (baufälliges) Ge
bäude, Bauwerk durch Abbauen, Abtragen od. in
dem man es zum Einsturz bringt beseitigen (hat): ein
baufälliges Haus, eine Mauer a. (lassen) — 5 . s a
lopp eine Freiheitsstrafe verbüßen (hat): er muß ein
Jahr a.;
- reißkalender, der Kalender mit Blättern
für jeden einzelnen Tag des Jahres, die nicht um
geschlagen, sondern abgerissen werden; -richten fVb.f
ein Tier a. einem Tier, bes. einem Hund, für den
Menschen nützliche Tätigkeiten beibringen: einen
Hund a.; einen Falken zur Beize a.; dazu -rieh-
tung, die; -rieb, der; -(e)s, fo. Pl.f fachspr. 1. Ab
nutzung durch Reibung, Ablösung von Partikeln (1)
durch Reibung: der A. bei einem Reifen — 2. die
durch Reibung abgelösten Partikeln (1); -riebfest
jAdj.; nicht adv.f fach spr. relativ widerstandsfähig
gegen Abrieb (1): abriebfeste Reifen; -riegeln fsw .
Vb.; hat/ 1.1. etw. mit einem Riegel schließen, zu
riegeln : die Tür, den Stall a .; hinter sich (die Tür) a.
1.2. etw. mit Hilfe von Absperrketten sperren: die
Polizei hatte die Unfallstelle, das Viertel (herme
tisch) abgeriegelt; -ringen fV b .f 1.1. der Natur etw.
a. von der Natur etw. durch intensive Bemühung er
langen: dem Meer neues Land a. 1.2. jmd. ringt
jmdm. etw. ab jmd. bringt jmdn. gegen dessen W i
derstand dazu, ihm etw. zu geben: jmdm. eine Er
klärung, ein Zugeständnis, Geständnis a. 1 .3. sich
etw. a. etw. unter großer Mühe hervorbringen: sich
einen Entschluß, ein Lächeln a .;
- riß, der I. fvorw.
8g.; zu -reißen 4/: der A. der Ruine — BL ge
druckte kurze, zusammengedrängte Darstellung, die
einen Überblick (über ein bestimmtes Fachgebiet)
vermittelt: ein A. der Lautlehre; -rollen fVb.f 1.1.
etw. von einer Rolle abwickeln (hat): ein Kabel, Tau
a. 1.2. ablaufen (3) (ist): der Film rollt ab — 2. (hat)
beim Gehen (die Fußsohlen) a. (die Fußsohlen
elastisch von der Ferse fortlaufend bis zu den Zehen
aufsetzen und abheben) — 3. vonstatten gehen, ab
laufen (ist): das Programm rollt (reibungslos) ab;
ihr Leben rollte noch einmal vor ihren Augen ab
(ihr Leben zog in Gedanken noch einmal an ihr vor
über); -rubbeln fVb.f landsch. umg. jmdn., sich,
etw. kräftig abreiben, frottieren: jmdn., sich, den
Rücken mit einem Handtuch a.;
- rücken fVb.f
1.1. etw. von etw. wegrücken (1) (hat): das Bett (von
der Wand) a. 1.2. von jmdm., etw. wegrücken (2)
(ist): er rückte (mit seinem Stuhl) von seinem
Nachbarn ab — 2. sich von jmdm., etw. distanzieren
(1) (ist): die Kollegen rückten immer mehr von
ihm ab; er mußte von seinem Vorschlag a.
—
3.
(ist) 3.1 . abmarschieren: die Kompanie rückte in die
Kaserne, zum Manöver ab 3.2 . umg. sich (heim
lich) entfernen: er ist aus Angst abgerückt; -ru
dern fVb.; hat; vorw. im Inf.f Sport zum letzten
mal gemeinschaftlich in der Saison rudern: das
Abrudern findet am nächsten Sonntag statt; -ruf
fin der Verbindung! auf A. 1.1. ich sitze hier auf A.
(bis zu der zu erwartenden Aufforderung, mich von
hier an einen anderen Ort zu begeben) 1.2. Daten-
verarb. die Signale können auf A. (durch Abrufen
2) zur Erde übermittelt werden; -rufen fVb.f 1.
jmdn. auffordern, sich von der Stelle, an der er be
schäftigt ist, an einen anderen Ort zu begeben: jmdn.
aus einer Sitzung a.
—
2. Datenverarb. ge
speicherte Informationen, Ergebnisse a. (vom
Speicher anfordern) — 3. Flugw. ein Flugzeug
a. (zur Landung auffordern); -runden /Vb.f 1. etw.
a. einer Sache eine Rundung geben: die Ecken, Kan
ten a.; ein an den Seiten abgerundeter Tisch —
2. eine Zahl durch Abziehen (od. Hinzufügen) einer
Zahl auf die nächste runde Zahl bringen: eine Zahl,
Summe, den Preis (nach oben, unten) a.; 14,5 auf
15, auf 14 a.
—
3. dein Bericht rundet das Bild, den
Eindruck ab (vervollständigt das Bild, den Eindruck);
sich a .: das Bild rundet sich allmählich ab; -rupfen
fVb.f: Blumen, Äpfel a. (abreißen 1)
abrupt fA dj.f [ap|r..] unvermittelt: ein abrupter
Wechsel, abruptes Ende; ein Gespräch a. ab
brechen
ab/Ab| -rüsten fVb.f 1. Abrüstung betreiben: all
gemein, unter Kontrolle a.; auch etw. a .: die Kern
waffen a.
—
2. Bauw. ein Haus a. (das Gerüst an
einem Haus wegnehmen); -rüstung, die fvorw. Sg .f
Begrenzung, Verminderung, Beseitigung der Mittel
zur Kriegführung mit dem Ziel der Durchsetzung der
friedlichen Koexistenz fPrinzip des Völkerrechts/:
einen Vertrag über die allgemeine und vollständige
A. anstreben; -rutschen IVb.f 1. nicht mehr haften
und dadurch seitwärts od. abwärts rutschen: beim
Klettern a .; vom Beckenrand a.; das Messer ist
mir abgerutscht; große Erdmassen sind ab-
gerutscht (nach unten gerutscht) — 2. umg. jmd.
rutscht (in seinen Leistungen) immer mehr ab
(wird immer schlechter, läßt immer mehr nach);
- säbeln /Vb.f umg.: ein Stück Brot a. (unsach
gemäß und ungeschickt abschneiden); sich eine
Scheibe Wurst a.;
-sacken fVb.; ist/ umg. 1. der
Bahndamm, die Straßendecke sackt ab (senkt sich);
das Schiff sackt ab (geht u n ter); das Flugzeug sackt
ab (verliert an Höhe) — 2.1. jmd. sackt (in seinen
Leistungen) ab (wird schlechter, läßt nach) 2.2. den
moralischen Halt verlieren: er ist völlig abgesackt;
-sage, die; -,
- n 1. Mitteilung, mit der jmd. etw.
a bsagt: eine (telegrafische) A. erhalten — 2. eine A.
an etw. eine Ablehnung von etw.: eine A. an jeg
lichen Chauvinismus — 3. Rundf. Fernsehen
Bemerkungen des Ansagers am Schluß einer Sen
dung; -sagen /Vb.f 1.1 . etw. a. mitteilen, daß etw.
Geplantes nicht stattfindet, nicht realisiert werden
16
absägen — abschießen
kann : eine Konferenz, einen Vortrag, das Training
a.; seinen Besuch a.; er sagte (seine Teilnahme) ab
1.2. jmdm. mitteilen, daß man einen vereinbarten
Termin nicht einhalten kann: wir wollten uns ge
stern treffen, aber ich mußte ihr a .; dem Klempner
a.
—
2. geh. einer Sache entsagen: einer alten Ge
wohnheit, dem Alkohol a.;
- sägen /Vb.f etw. mit
einer Säge von etw. entfernen: einen Ast, Baum a.;
+ den / Ast a., auf dem man sitzt; -sahnen /sw.
Vb.; hat/ umg. von etw. das Beste (in nicht ganz
korrekter Weise ohne Bezahlung) in seinen Besitz
bringen: er hat bei seinem alten Onkel ganz schön
abgesahnt; das Beste für sich a.;
-s atz, der I. unter
der Ferse befindlicher Teil des Schuhs, durch den
die Ferse erhöht gelagert wird: hohe, flache, schiefe
Absätze; einen A. verlieren; die Absätze schief
treten — II . 1.1. durch die Fortsetzung auf einer
neuen Zeile optisch deutlich gemachte Zäsur in einem
schriftlichen Text: einen A. machen 1.2. Abschnitt
(2): im vorletzten A. auf Seite drei steht folgendes;
...
—
2. der A. der Treppe (die Unterbrechung der
Stufen durch eine horizontale Fläche, Treppenab-
satz, -podest); auf dem ersten A. blieb er stehen, um
sich auszuruhen — EU. /vorw. Sg .f Verkauf, Vertrieb
erzeugter Produkte auf dem Markt: der A. der
Waren stockte; A. haben, finden (abgesetzt werden);
diese Ware, dieses Erzeugnis hat, findet reißenden,
großen, guten A.
Absatz Wirtsch.|
- gebiet, das vgl.
- markt; -krise,
die wirtschaftliche K rise kap. Betriebe, die durch
stockenden Absatz gekennzeichnet ist; -markt, der
Binnenmarkt, ausländischer Markt, auf dem sich
der Absatz der Produkte vollzieht
ab/Ab| -saufen /Vb.; ist/ 1. salopp das Schiff ist
abgesoffen (untergegangen) — 2. umg. der Motor
ist abgesoffen (springt nicht an, weil im Zylinder
zuviel Benzin ist); -saugen fVb.j 1. etw. durch Sau
gen (1) entfernen: Wasser mit einer Pumpe a.; eine
Flüssigkeit mit einer Pipette a.
—
2. /saugte ab,
hat abgesaugt/ 2.1. etw durch Saugen (4) säubern:
den Teppich a. 2 .2. etw. durch Saugen (4) von etw.
entfernen: den Schmutz (vom Teppich) a.; -schaben
/Vb.; /* auch abgeschabt/ etw. durch Schaben von
etw. entfernen: den Putz (von der Wand) a.;
- s chaffen /sw. Vb./ 1. etw. aufheben, außer Kraft
setzen: ein Gesetz a.;,die Ausbeutung des Menschen
durch den Menschen a.
—
2. die Haltung eines
Haustiers aufgeben: wir müssen den Hund a.; dazu
- Schaffung, die; -,
-en jvorw. Sg .f; -schälen fVb.f
1.1 . eine Apfelsine, einen Baumstamm a. (die
Schale, Rinde bes. mit einem Messer entfernen)
1.2. die Rinde a. (mit einem Messer entfernen)
1.8. die Haut schält sich ab (schält sich); -schalten
fVb.f 1.1. etw. a. den elektrischen Stromkreis von
etw. durch Betätigung eines Schalters unterbrechen:
das Radio, den Motor a. 1.2 . den Strom a. (den
elektrischen Stromkreis durch Betätigung eines Schal
ters unterbrechen) — 2. umg. bewußt aufhören,
sich auf etw. Bestimmtes zu konzentrieren: in der
letzten Unterrichtsstunde habe, hatte ich völlig
abgeschaltet; -schätzen /Vb./ 1 .1 . etw. p rüfen d
schätzen: die Entfernung, Höhe, das Alter, den
Wert (richtig) a. 1.2. etw., jmdn. nach bestimmten
Gesichtspunkten beurteilen: er hatte rasch die Lage
abgeschätzt; er musterte ihn mit einem ab
schätzenden Blick; -schätzig /Adj.j verächtlich,
geringschätzig: a. über jmdn. urteilen, sprechen;
abschätzige Bemerkungen; -schäum, der +
/emot.f der A. der Menschheit (Menschen, die
sich durch ihre äußerst negative moralische Haltung
außerhalb der Gesellschaft gestellt haben); -scheiden
/Vb.; / auch abgeschieden/ 1. fachspr. einen
einzelnen Bestandteil von etw. trennen (hat): Metalle,
Fremdstoffe aus Lösungen a.; sich a.: aus dem
Gas scheidet sich Kondenswasser ab — 2 . v e r
a lte n d sterben (1.1) (ist): / vorw. im subst. Inf./
vor, nach seinem Abscheiden; zu 1 -Scheidung, die;
-scheu, der; -s; auch die; -, /beide o. PI./ 1.1 . hef
tiger physischer Widerwille, Ekel: ich habe einen
panischen A. vor Spinnen 1.2 . heftiger moralischer
Widerwille: vor dieser Tat hatte, empfand sie
(tiefen) A.; etw., jmd. erfüllt jmdn. mit A. , f lößt
jmdm. A. ein; -scheuern /Vb.f 1.1. etw. durch
Scheuern (1.2) von etw. entfernen: den Schmutz a.
1.2. etw. durch Scheuern (l.i) säubern: den Fuß
boden, Tisch a.;
-scheuerregend /Adj.; vorw. attr.f
jmds. Abscheu (1.2) erregend: eine abscheuerregende
Tat; -scheulich /Adj.;emot./1.1. physischen Wider
willen, Ekel hervorrufend: ein abscheulicher Geruch,
Geschmack, Anblick; ein abscheuliches Getränk;
etw. riecht a. 1 .2. moralischen Widerwillen hervor-
rufend, verwerflich: eine abscheuliche Tat, Verleum
dung; dieser Gedanke ist a.; das finde ich a .!
—
2.
/adv.; drückt in negativem Sinne einen hohen Grad
aus/ es ist a. (sehr, überaus) kalt; das tut a. weh;
-schicken /Vb./ etw. von einer bestimmten Stelle aus
zur Beförderung geben; den Brief, das Geld, Paket
(mit der Post) a.; -schieben / Vb.f 1. etw. von etw. weg
schieben (hat): den Schrank von der Wand a.
—
2.
(hat) er versuchte, die Schuld von sich (auf einen
anderen) abzuschieben (zu schieben) — 8. (hat) Jur.
jmdn. über die Grenze, in sein Heimatland a.
(jmdn. ausweisen 1) — 4. salopp Weggehen (1.1)
(ist): er schob vergnügt ab; schieb ab!; -schied,
der; -(e)s, -e /vorw. Sg7/ Trennung von jmdm., etw.:
ein schwerer, trauriger, zärtlicher A .; der A. (von
ihm, von zu Hause) fiel mir schwer; jmdm. zum A.
winken; von jmdm. A . nehmen (sich vor einer
längeren Trennung von jmdm. verabschieden); ohne
A. (ohne sich zu verabschieden) Weggehen; der A.
von der Heimat
Abschieds] -abend, der geselliges Beisammensein am
Abend aus Anlaß eines Abschieds von jmdm., von
einander: einen A. geben; die Reisegruppe hat
heute ihren A.; -besuch, der Besuch, den jmd. bei
jmdm. macht, um von ihm Abschied zu nehmen;
- brief, der Brief, den jmd. jmdm. schreibt, um von
ihm Abschied zu nehmen; -geschenk, das Geschenk,
das jmd. jmdm. zum Abschied überreicht; -stunde,
die /o. PL/ Stunde, zu der jmd. von jmdm. Abschied
nim mt: die A. rückte näher; -Szene, die Vorgang des
Abschiednehmens: eine rührende A.;
- Vorstellung,
die Vorstellung, in der ein Künstler zum letzten Mal
(an einem Theater) auftritt: seine A. geben; -wort,
das /PI.
- e; vorw. PI./ Wort (2) zum Abschied
ab/Ab| -schießen /Vb.; hat/ 1.1. ein Geschoß ab
gehen lassen: eine Granate, einen Torpedo, Pfeil a.
1.2. einen Schuß bei einer Feuerwaffe auslösen:
ein Gewehr, eine Kanone a.
—
2. ein Tier durch
Schießen töten: krankes Wild, einen tollwütigen
Hund a.
—
8.1 . einen Panzer a. (durch Schießen
kampfunfähig machen, zerstören) 3.2. das Flugzeug
wurde abgeschossen (durch Schießen zum Absturz
gebracht) — 4. ein Körperglied mit einem Schuß
abschinden — abschminken
17
w egreißen: ihm ist im Krieg ein Bein abgesehossen
worden — 5. umg. jmdn. skrupellos durch Intrigen
aus seiner Position verdrängen: er versuchte, seinen
Rivalen abzuschießen; -f* s a 1o p p zum Abschie
ßen (unausstehlich) sein; — den
Vogel a.;
- s chinden, sich, schändete sich ab, hat sich ab
geschunden umg. sich (mit etw., jmdm.) körperlich
sehr abmuhen: sich mit einem schweren Koffer a.;
ich habe mich die ganze Zeit für ihn abgeschunden;
- schirmen /Vb./ 1*1. etw., jmdn. gegen Störungen
sch ützen : die Augen mit der Hand (gegen grelles
Licht) a .; die Mauer schirmt den Garten (vor neu
gierigen Blicken) ab 1.2* etw. durch eine Schutz-
Vorrichtung in seiner Wirkung mildern: grelles Licht
(durch einen Schirm), Lärm (durch Doppeltüren)
a.;
- s chirren /Vb.j: ein Pferd a. (ihm das Geschirr
abnehmen); -schlachten /Vb./ 1.1* ein Haustier (not
gedrungen) schlachten: die kranken Schweine muß
ten abgeschlachtet werden 1.2, Menschen massen
weise grausam töten; -schlag, der 1. W irtsch.
Preisnachlaß: ein A. von 25 Prozent — 2. jvorw.
Sg.j W irtsch. 2.1* Abschlagszahlung (1): jmdm.
200 Mark auf A. geben 2.2, Abschlagszahlung (2):
einen A. von 200 Mark bekommen — 3.1. F uß
ball das Abschlagen (2): den A. ausführen, ver
zögern 3.2. H ockey das von zwei Spielern aus
geführte Anspielen (3.2); -schlagen /Vb.; hat; /
auch abgeschlagen/ 1.etw . durch Schlagen (mit einem
Werkzeug) abtrennen: einen Ast (vom Baum) a.;
ein Stück von etw. a.
—
2. Fußball der Torwart
schlug (den Ball) weit, genau ab (brachte den a u f
genommenen Ball mit einem Tritt weit, genau ins
Spiel) — 3. etw., jmdn. Zurückschlagen, abwehren:
einen Angriff a .; den Gegner a.
—
4.1. jmdm. etw.
ablehnen (2.1): jmdm. eine Bitte, einen Wunsch a.
4.2 . jmdm. etw. nicht gewähren (1.1): er hat mir
eine Unterredung, diese Gefälligkeit abgeschlagen;
- sehlägig fAdj.f ablehnend: eine abschlägige Ant
wort; ein abschlägiger Bescheid; p apierdt. sein
Antrag wurde a. beschieden (abgelehnt)
Abschlag(s) |-summe, die zur Tilgung einer Schuld
(im voraus) gezahlte Summe; -Zahlung, die W irt
sch. 1. (im voraus zu leistende) Zahlung einer Rate
zur Tilgung einer Schuld, bes. innerhalb einer Lohn
abrechnungsperiode, ohne konkrete Berechnung im
voraus gewährte Zahlung des Lohnes: die Abschlags
zahlungen erfolgen wöchentlich, dekadenweise —
2. gezahlte Rate von 1: eine A. (von 400 Mark) be
kommen; eine A. auf die Einkommensteuer ent
richten
ab/Ab| -schleifen /st. Vb./ 1. etw. durch 2Schleifen
(1.2) 1.1 . von etw. entfernen: er schliff den Rost (von
der Klinge) ab; Unebenheiten a. 1.2. glätten : den
Parkettboden a. lassen; -Schleppdienst, der jo . P l.f
Betrieb, der Kraftfahrzeuge abschleppt; -schleppen
/Vb./ 1.1. ein defektes Kraftfahrzeug mit einem
Kraftfahrzeug ziehend abtransportieren: ein Auto a.
(lassen) 1.2. umg. scherzh. einen (halb) Wider
strebenden mühsam fortbewegen: er schleppte den
Betrunkenen ab — 2. umg. sich mit einer Last a._
sich mit dem Tragen einer Last sehr abmühen: ich
habe mich mit dem schweren K offer abgeschleppt;
-Schleppseil, das Seil zum Abschleppen eines K raft
fahrzeugs; -schließen /Vb.; / auch abgeschlossen/
1. etw. verschließen (1.1 ,1 .2): die Tür a.; das Zim
mer, die Wohnung a.; ich habe abgeschlossen —
2.1. etw. hermetisch schließen (1.1 .1): etw. luft
dicht a.; die Kabine des Weltraumschiffes ist her
metisch abgeschlossen 2.2. etw. von seiner Umwelt,
Umgebung trennen und unzugänglich machen: durch
den Erdrutsch wurde das Dorf hermetisch von der
Umwelt abgeschlossen 2.3. sich von etw., jmdm.
a. sich vom Umgang mit anderen Menschen ab
sondern, von jmdm. zurückziehen und ohne Beziehung
zur Umwelt leben: er schloß sich von der Umwelt,
allem Verkehr, von ihr ab; er schloß sich gegen sie
ab; er hatte sich ganz abgeschlossen (lebte völlig
zurückgezogen) — 3.1 . etw. beenden: eine Arbeit a.;
die Untersuchungen sind abgeschlossen; ein ab
geschlossenes Hochschulstudium 3.2 . etw. schließt
etw. ab etw. bildet das Ende von etw .: ein Feuerwerk
schließt das Fest ab; ein abschließendes (endgül
tiges) Urteil 3.3. etw. begrenzt (1) etw .: das Theater
schließt die eine Seite des Platzes ab; ein weißer
Kragen schließt das Kleid am Hals ab 3.4. etw.
schließt mit etw. ab etw. wird von etw. begrenzt (1):
das Kleid schließt am Hals mit einer Zierkante ab
3.5. etw. endet mit etw.: der Prozeß schloß mit
einem Vergleich ab — 4. Wirtsch. mit Gewinn a.
(beim Abschluß 3 einen Gewinn zu verzeichnen ha
ben ) — 5 . er hat(te) mit ihr abgeschlossen (alle
Beziehungen zu ihr abgebrochen) — 6. (mit jmdm.)
einen Vertrag a. sich mit jmdm. über einen Vertrag
verbindlich einigen : ein Abkommen, Bündnis,
einen Waffenstillstand a.; ein Geschäft, einen
Kauf, eine Versicherung a.; zu diesem Preis kann
ich nicht a.; eine Wette a. (wetten);
-f- mit dem
/f Leben, der / W elt abgeschlossen haben;
-Schluß, der 1. jo. PL; zu -schließen 2.1/ das Ab
geschlossensein : unter luftdichtem A.
—
2./o.PI.;
zu -schließen 3.1, 3.2/: der A. der Arbeit, Unter
suchungen; nach A. des Studiums; etw. zum A.
bringen (abschließen 3.1); die Verhandlungen stehen
kurz vor dem A .; ein Feuerwerk bildet den A.
(das E nd e) des Festes; zum A. kommen, gelangen
(abgeschlossen werden) — 3. Wirtsch. auf einen
Stichtag bezogene Abrechnung in Rechnungsführung
und Statistik: beim A. einen Gewinn zu verzeich
nen haben — 4 . /o. P L ; zu -schließen 6/: bei, nach
A. des Vertrages — 5. Geschäftsabschluß: der Be
trieb hat gute, vorteilhafte Abschlüsse erzielt, ge
tätigt; ein A. über 200 Tonnen Getreide
Abschluß|-feier, die bes. die Schulzeit, einen Lehr
gang abschließende Feier; -kommuniqu6, das am
Ende von Verhandlungen gemeinsam verfaßtes
Kommunique; -kundgebung, die vgl.
- Veranstal
tung; -prüfung, die die Schulzeit, einen Lehrgang
abschließende Prüfung; -Veranstaltung, die eine
Reihe von Veranstaltungen abschließende Veran
staltung; -Zeugnis, das Zeugnis für den Abschluß
einer (schulischen) Ausbildung fin der D DR , auch
für den Abschluß der 10. Klasse/
ab/Ab| -schmecken /Vb./ eine Speise a. am Ende
der Zubereitung den Geschmack einer Speise prüfen
und sie nach Bedarf noch würzen: die Soße ist
gut abgeschmeckt; -schmieren /Vb./ 1. T e ch n .
eine Maschine a. eine Maschine an den Schmier
stellen mit Fett versehen: ein Auto a. (lassen); eine
Achse a. (schmieren 1) — 2. umg. etw. unsauber,
nachlässig abschreiben: einen Text a.;
- s chminken
/Vb./ sich, jmdn., etw. a. die Schminke von sich,
jmdm.,
etw. en tfern e n : die Schauspieler waren
schon abgeschminkt; ich muß mich noch a.; das
Gesicht a.; O salopp das schmink dir mal ab,
2 Wörterbuch
kannst du dir a. (daraus wird nichts)!; -schnallen
/Vb.j die Schnalle öffnen und etw. von der Stelle ent
fernen, an die es geschnallt w ar: die Schlittschuhe,
das Koppel a.;
- s chneiden /Vb./ 1.1, etw. durch
Schneiden (1) abtrennen: ein Stück (vom) Kuchen
a.; eine Scheibe Brot a.; Stoff (vom Ballen) a.;
eine Bose a.; den Rand a.; etw. mit der Schere a.;
die Zigarre (das oberste Stück der Zigarre) a. 1 .2 .
etw. kürzer schneiden: sich, dem Kind die Finger
nägel a.; sich die Haare a. (seine sehr langen Haare
kurz schneiden) lassen — 2. den Weg abkürzen:
wenn wir hier gehen, schneiden wir ab — 3. jmdn. ,
etw. (von seiner eigentlichen Umgebung) a. (ihm
die Verbindung zu seiner eigentlichen Umgebung
nehmen); er war von seiner Einheit abgeschnitten;
durch die starken Schneefälle ist das Dorf gänz
lich (von der Außenwelt, von jedem Verkehr) ab-
geschnitten — 4. (jmdm.) etw. a .: jmdm. das
Gespräch a. (jmdn. unterbrechen); jmdm. den Weg
a. (jmdm. zuvorkommen und sich ihm entgegenstellen,
so daß er nicht zu seinem Ziel gelangen kann) —
5. bei etw. in bestimmter Weise a. bei etw., bes.
einer Prüfung, einem Wettbewerb, ein bestimmtes
Resultat erzielen: bei einer Prüfung gut a.; er hat
schlecht abgeschnitten;
+ sich von jmdm. eine
/ Scheibe a. können; -schnellen /Vb.; hat/ etw.
von einem Ort, aus einer Lage schnellen (2): einen
Pfeil a.; sich a.: er schnellte sich vom Brett ab
(stieß sich kräftig vom Brett ab und sprang in die
Höhe); -schnitt, der 1. abtrennbarer, abgetrennter
Teil bes. eines Formulars, einer Eintrittskarte: den
A. der Postanweisung gut aufbewahren — 2 . in
haltlich und vom Schriftbild her in sich geschlossener
Teil eines geschriebenen, gedruckten Textes: einen
Text in Abschnitte einteilen; im ersten A. steht
folgendes: ...
—
3. (zeitlich bestimmter) T eil eines
Vorgangs, Prozesses, einer Entwicklung: es begann
ein neuer A. in seinem Leben, in der geschicht
lichen Entwicklung; der fruchtbarste A. seines
Schaffens —4. Teil eines Bereichs, einerErstreckung:
im südlichen A. der Front; der A. einer Strecke —
5. Math. Segment (1): der A. eines Kreises;
- s chnittsbevollmächtigte, der// auch ABV/ Volks
polizist, der in einem bestimmten territorialen Be
reich von Städten, Gemeinden für die öffentliche
Ordnung und Sicherheit verantwortlich ist; -schnü
ren /Vb./: eine Ader a. (mit etw. fest zusammen
drücken und dadurch die Blutzirkulation in ihr
unterbrechen); einen Arm a.;
- s chöpfen /Vb./ die
oberste Schicht von einer Flüssigkeit schöpfen: den
Rahm (von der Milch), den Schaum a.; + das /
Fett, den / Rahm a.;
- s chrammen /Vb.j: sich die
Haut a. (abschürfen); sich das Knie (die Haut des
Knies) a.;
- s chrauben /Vb.f 1.1. etw., das auf etw.
geschraubt ist, von diesem durch Schrauben, Drehen
trennen: den Schraubdeckel (vom Glas) a. 1 .2 .
etw. mit Schrauben Befestigtes durch Lösen der
Schrauben entfernen: das Türschild a.;
- s chrecken
jsw. Vb.; / auch -schreckend/ 1. etw. schreckt
jmdn. ab etw. läßt jmdn. vor etw. zurückschrecken:
ich wollte ihn besuchen, aber die Kälte, der weite
Weg schreckte mich ab; er läßt sich durch nichts
(davon) a.; ein abschreckendes (warnendes) Bei
spiel — 2.1. Techn. ein erhitztes metallisches
Werkstück schnell abkühlen, um bestimmte Eigen
schaften des Werkstoffes zu erzielen 2.2 . K ochk.
Eier a. (unmittelbar nach dem Kochen kurz durch
18
abschnallen — abschwellen
kaltes Wasser abkühlen) ; -schreckend /Adv.; / auch
- s chrecken/: a. (sehr, überaus) häßlich sein;
- s chreckung, die; -,
-en /o. PI .; zu -schrecken 1/:
etw. dient zur A .; -schreiben /Vb./1.1 . einen vor
liegenden Text, ohne ihn abzuändern, schreiben:
einen Text, Noten a. 1 .2 . etw. (ins Konzept) Ge
schriebenes noch einmal schreiben, ins reine schrei
ben: du mußt den Aufsatz, Brief noch einmal
(sauber) a. 1 .3 . unerlaubt etw. von einem M it
schüler Geschriebenes, etw. Gedrucktes als eigenes
Wissen niedersehreiben: er hat die Hausaufgabe
(von seinem Nachbarn) abgeschrieben — 2 . jmdm.
schriftlich absagen (1.2): ich mußte ihr leider a.
—
3. umg. das kannst du a. (als verloren betrachten);
das habe ich schon lange abgeschrieben; den
können wir a. (mit dem können wir nicht mehr rech
nen) — 4. Wirtsch. Grundmittel a. (die Ab
schreibungen in die Selbstkosten der Produkte auf
nehmen); -Schreibung, die W irtsch. Bestandteil
der Kosten, der den physischen und moralischen
Verschleiß von Grundmitteln in den Selbstkosten des
Produkts wertmäßig widerspiegelt: die Abschreibun
gen buchen; -schreiten /Vb.; ist, hat/ 1.1 . eine
Strecke prüfend langsam entlanggehen (ist, hat): der
General ist, hat die Front der Ehrenkompanie
abgeschritten 1.2 . etw. mit Schritten abmessen (hat):
eine Entfernung a.;
- Schrift, die durch Abschreiben
hergestelltes Schriftstück: eine A. von etw. an
fertigen; die beglaubigte A. des Zeugnisses;
- s chrubben /Vb./ umg. 1 .1 . etw., jmdn., sich durch
Schrubben (1) säubern: die Bank a.; das Kind a.
1.2 . etw. durch Schrubben von etw. entfernen: den
Dreck a.;
- s chuppen / Vb./ 1. einen Fisch a. (seine
Schuppen entfernen) — 2 . die Haut schuppt (sich)
ab (löst sich in Schuppen ab); -schürfen /Vb./:
sich die Haut a. (sich schürfen, so daß sich Haut
teilchen ablösen); sich das Knie (die Haut des
Knies) a.;
-Schürfung, die Schürfwunde; -schuß,
der /PI.
- s chüsse; zu abschießen 1.1, 2, 3/; zu 1.1:
der A. einer Granate; zu 2: Wild zum A. frei
geben; -schußbasis, die vorw. Mil. Ort, von dem aus
Raketen gestartet werden; -schüssig /Adj.; nicht adv./
steil abfallen d : eine abschüssige Straße, Strecke;
-Schußrampe, die vorw. Mil. Anlage für das Starten
von Raketen; -schütteln /Vb.j 1.1 . etw. durch
Schütteln (1) von etw. entfernen: die Krümel (vom
Tischtuch), den Schnee (vom Mantel, vo n sich)
a. 1 .2 . etw. durch Schütteln (1) säubern: das Tisch
tuch a.
— 2 .1. das Joch a. (sich vom Joch befreien);
seine Sorgen a. 2 .2 . jmdn. a. einer aufdringlichen,
lästigen Person, einem Verfolger durch größere
Schnelligkeit, geschicktes Taktieren entkommen: es
gelang ihm, den Verfolger abzuschütteln; -sch wä
chen /Vb./ 1.1 . etw. (in seiner Wirkung) schwächer
m ach en : die Wirkung a .; einen schlechten Eindruck,
seine Äußerungen abzuschwächen suchen; etw. in
abgeschwächter Form wiederholen 1.2 . sich a. (in
seiner Wirkung) schwächer werden: der Lärm, das
Hoch(druckgebiet) schwächt sich allmählich ab;
dazu -Schwächung, die; -,
- en; -schwatzen /Vb./
um g.: jmdm. etw. a (etw. von jmdm. erlangen, in
dem man ihn überredet, es einem zu geben); -schwei
fen /Vb./: jmds. Gedanken schweifen ab, jmd.
schweift (vom Thema, Gegenstand) ab (jmd. en t
fernt sich vorübergehend beim Sprechen, Denken von
seinem eigentlichen Thema);dazu -Schweifung,die;-,
- en; -schwellen jst. Vb./ 1. etw. schwillt ab die
abschwenken — absinken
19
Schwellung von etw. geht zurück: die entzündete
Hand schwillt ab ; die Füße sind abgeschwollen —
2. der Lärm schwillt ab (nimmt ab); -schwenken
/Vb.; ist/ mit einer Schwenkung abbiegen: die Kom
panie schwenkt (nach) links ab; -schwirren /Vb.;
ist/ um g. Weggehen (1.1): schwirr a b!; -Schwung,
der Turnen Schwung, mit dem jmd. ein Gerät ver
läßt und dadurch die Übung beendet; -sehbar /Adj.;
zu -sehen 2/: kaum absehbare Folgen einer Tat;
das Ende ist noch nicht a.; in absehbarer (nicht zu
langer) Zeit; -sehen /Vb.; / auch abgesehen/ 1.
jmdm. etw. a. durch genaues Hinsehen etw. von
jmdm. lernen: jmdm. einen Handgriff, Trick a.
—
2. jvorw. verneint/ etw. in seinen Ausmaßen im vor
aus erkennen, beurteilen können: das Ende ist noch
nicht abzusehen; die Folgen lassen sich nicht a .; es
ist nicht abzusehen, wann er das nächste Mal
kommt — 8. von etw. a. von etw. Abstand nehmen:
von einer Bestrafung, einem Besuch a.
—
4. von
etw., jmdm. a. etw., jmdn. nicht in Betracht ziehen,
außer acht lassen: wenn ich von der Erkältung ab-
sehe, geht es mir gut — 5. es auf etw., jmdn. ab
gesehen haben 5.1. etw. (insgeheim) beabsichtigen:
er hat es auf eine Kränkung abgesehen; er hat es
darauf abgesehen, mich zu ärgern 5.2. etw. u n
bedingt haben wollen (und auf jede Weise versuchen,
es zu erlangen): er hatte es bei der Heirat nur auf
ihr Geld abgesehen 5.8. jmdn. für sich zu gewinnen
suchen: er hat es auf sie abgesehen 5.4. jmdm. fort
gesetzt zuzusetzen suchen: der Chef hat es heute auf
mich abgesehen; -seifen /Vb./ etw., jmdn., sich mit
Wasser und Seife säubern: die Tür a.; das Kind,
den Rücken a.;
- seilen /sw. Vb.; hat/ sich, jmdn.,
etw. an einem Seil hinablassen: der Bergführer
seilte sich von der W and ab; der Verletzte wurde
abgeseilt; -sein /Vb.; ist abgewesen; Präs. u .
Prät. / 2ab 2, 3/; -Seite, die T extil.: ein Stoff mit
A. (ein Stoff, der so und zu dem Zweck hergestellt ist,
daß auch die linke Seite als Oberseite verwendet
werden kann); -seitig /Adj./ ausgefallen: ein ab
seitiges Thema bearbeiten; abseitige Interessen;
dazu -seitigkeit, die; -,
- en; 1-seits /Präp. m it Gen./
(ein wenig) entfernt von etw.: a. des Weges, Ver
kehrs; 2-seits /Adv./ 1. (ein wenig) entfernt von etw.,
jm d m .: a. stehen, liegen; sich a. halten, stellen;
das Gasthaus liegt a. vom Wege; O bei der Er
füllung dieser Aufgabe wollen wir nicht a. stehen
(uns nicht ausschließen) — 2. Sport /bei bestimm
ten Ballspielen/ in Abseitsstellung: a. stehen, sein;
- seits, das; -, /o. PI./ Sport /bei bestimmten Ball
spielen/ bestimmte Stellung eines Spielers zwischen
gegnerischer Torlinie und Ball im Augenblick, da
der Ball abgegeben (6) wird, die ihm nicht erlaubt, ins
Spiel einzugreifen: im A. stehen; ins A. laufen
Abseits S p o r t /bei bestimmten Ballspielen/\ -Posi
tion, die jo. PI./ vgl.
- Stellung: sich in A. befinden;
- Stellung, die /o. Pl.j das Stehen eines Spielers im
Abseits: ein aus A. erzieltes Tor
ab/Ab| -senden, sandte ab, auch sendete ab, hat
abgesandt, auch abgesendet / auch Abgesandte/
etw. abschicken: ein Paket a.; -sender, der 1. /Abk.
Abs./ Person, die etw. absendet, (von der Post) be
fördern läßt: (der Brief geht) zurück an (den) A.
—
2. auf einer (Postsendung angegebene Anschrift von
1: A. nicht vergessen!; -senken /Vb./ fach sp r . etw.
s e n k e n (1.1 .1): die Gleise a . ; den Grundwasserspiegel
a.; -senker, der vorjähriger Trieb (II), der zur vege
tativen Vermehrung bogenförmig so in die Erde ge
legt wird, daß die Spitze aus der Erde herausragt,
und, nachdem er Wurzeln ausgebildet hat, von der
Mutterpflanze getrennt wird
absentieren, sich /sw. Vb.; hat/ noch scherzh. sich
zurückziehen, entfernen: wenn es zu lange dauert,
werde ich mich a.
ab/Ab| -servieren /Vb./ 1. gebrauchtes Geschirr vom
Tisch abräumen: der Ober wird sofort a.
—
2.sa
lopp jmdn. kaltstellen: ich lasse mich nicht einfach
a.j
-setzen /Vb.; hat/ 1. den Hut a. (vom Kopf
herunternehmen); die Brille a. (von der Nase herun
ternehmen) — 2 . etw. (Schweres), was man mit den
Händen trägt, auf den Boden, an eine bestimmte
Stelle setzen, stellen: das Tablett, den Koffer, das
Gepäck a.
—
8. etw. von der Stelle, an der man damit
eine Tätigkeit ausführt, wegnehmen und so die
Tätigkeit unterbrechen, beenden: das Glas (vom
Mund) a.; den Geigenbogen a.; er trank, ohne ab
zusetzen; er sprach, las, ohne abzusetzen (ohne
Unterbrechung) — 4 . jmdn.,
den man in einem
Fahrzeug mitgenommen hat, an der von ihm ge
wünschten Stelle aussteigen lassen: könnten Sie uns
bitte am Bahnhof a.?
—
5. /von Feststoffen in
Flüssigkeiten , Gasen/ Schlamm, Staub setzt sich ab
(sinkt zu Boden und verbleibt dort) — 6. jmdn., bes. ein
Mitglied einer bürgerl. Vertretungskörperschaft, bei
Nichteignung od. wegen von ihm begangener Pflicht
verletzungen, Straftaten (administrativ) seines Amtes,
seiner Funktion entheben: der Minister sollte (auf
Drängen der Opposition) abgesetzt werden —
7.1 . etw. a. bestimmen, daß etw. Anberaumtes, A n
gekündigtes nicht stattfindet, nicht realisiert wird:
einen Punkt von der Tagesordnung a.; ein Thea
terstück (vom Spielplan) a .; ein Fußballspiel a.
7.2 . der Arzt setzte die Tabletten ab (verordnete, daß
sie nicht weiter genommen werden) — 8. einen steuer
freien Betrag von der zu versteuernden Summe ab-
ziehen: die Kosten für etw. (von der Lohnsteuer) a.
—
9. etw., bes. eine größere Menge von Waren ver
kaufen : alle Exemplare konnten abgesetzt werden
—
10. sich (in ein anderes Land) a. in ein anderes
Land fliehen (um einer Strafverfolgung zu ent
gehen) : der Verbrecher setzte sich (nach Österreich,
über die Grenze) ab — 11 . etw. so machen, daß es
sich von etw. abhebt: Farben voneinander a.; eine
Zeile a.; zu 6, 7, 8 -Setzung, die; -,
- en; -sichern
/Vb./ etw., bes. eine Gefahrenstelle, sich vor einer
Gefahr s ich ern : eine Baustelle, ein baufälliges Haus
a.; sich vertraglich, nach allen Seiten hin a.;
- sicht, die das von jmdm. mit seinem Handeln er
strebte Ziel: eine gute A. mit etw. verfolgen; jmds.
A. erraten, durchschauen, durchkreuzen; seine
(wahre) A. verbergen; ich bin mit, in der A. ge
kommen zu helfen; das habe ich in der besten A.
(das Beste wollend), ohne böse A. (ohne etw. Böses zu
wollen) gesagt; mit A. (absichtlich), mit voller A.
jmdn. kränken; ohne A. (un absichtlich), ohne jede
A. jmdn. kränken; seine A. ändern; sich mit der A.
tragen (beabsichtigen), etw. Bestimmtes zu tun;
-{- umg. ernste Absichten haben (eine Frau hei
raten wollen); dazu : sichtlich, auch -sichtlich /Adj./
auf Grund einer bestimmten Absicht, bewußt und
wissentlich: jmdn. a. kränken; etw .a. überhören,
laut sagen; eine absichtliche Täuschung; -sinken
/Vb./ 1.1 . sich (allmählich) senken (1.1 .2): die Küste
sinkt jährlich um einige Zentimeter ab 1.2 . in
2*
20
Absinth — abspielen
der Höhe niedriger werden, sinken: der Wasser
spiegel sinkt ab — 2.1. sich verringern, abnehmen:
die Temperatur sinkt ab; das Absinken der Un
fallzahl; das Interesse sank weiter ab 2.2. schlechter
voerden, nachlassen, sinken: seine Leistungen sind
abgesunken; das Niveau sinkt ab 2.8. m oralisch
sinken: er sank immer mehr ab
Absfnth, der; -(e)s,
-e /bei Mengenangabe PI.
Absinth/ Branntwein aus Wermut, dem Anis und
Fenchel zugesetzt sind
ab|sitzen / Vb.; hat, ist/1. umg. (hat) 1.1. die Zeit,
die eine Verpflichtung in Anspruch nimmt, wider
willig, ohne sinnvolle Tätigkeit, nur durch Dasitzen
hinter sich bringen: ich habe meine Stunden dort
abgesessen 1.2. eine Freiheitsstrafe verbüßen: er hat
seine Strafe, seine fünf Jahre abgesessen — 2 . v on
einem Reittier steigen (ist): er saß (vom Pferd) ab;
abgesessen! fKommandof
absolut /Adj.f 1. äußerst, nicht mehr steigerbar, nicht
mehr überschreitbar: etw. hat seine absolute Grenze
erreicht; fach sp r. der absolute Nullpunkt (die
tiefste Temperatur, minus 273,16 Grad Celsius) —
2. völlig, vollkommen, vollständig: ich bitte um ab
solute Ruhe; das ist a. (ganz und gar) unmöglich,
sicher; das sehe ich a. nicht (überhaupt nicht) ein;
er will a. (unbedingt) recht haben — 8 .1 . /nur attr./
das absolute Gehör (das Vermögen, ohne Hilfs
mittel unfehlbar die Höhe eines Tones zu bestimmen
od. singend zu reproduzieren) 8.2 . Phi los. durch
nichts anderes bedingt, vermittelt: die Materie be
sitzt absolute Existenz; Bewegung, Entwicklung
ist a.
—
4. /nur attr./ a uf ein e bestimmte, festgesetzte
Grundeinheit bezogen: die absolute Mehrheit
(Mehrheit von über 50 Prozent der abgegebenen
Stimmen) erzielen; fachspr. die absolute Tempe
ratur (Temperatur, die vom absoluten Nullpunkt aus
gezählt wird) — 5. /nur attr./ Chem. absoluter
(chemisch reiner) Alkohol, Äther — 8 . /nur attr./
Pol. Ök. der absolute Mehrwert (durch Verlänge
rung des Arbeitstages über die notwendige Arbeitszeit
hinaus erzielter Mehrwert)
Absolution, die; -en \vorw. Sg./ Rel. kath. Los
sprechung von Sünden nach der Beichte: jmdm. (die)
Ä. erteilen
Absolutismus, der; -, /o. PL/ Form des feudalen
Staates, in der der Monarch die Macht als oberster
Gesetzgeber, Oberhaupt der Regierung, oberster Richter
und militärischer Befehlshaber uneingeschränkt, un
abhängig von der Mitwirkung der Stände ausübt;
da zu absolutistisch /Adj./
Absolvent, der; -en, -en [..v . .] jmd., der eine Hoch-,
Fachschule gerade erfolgreich durchlaufen hat
absolvieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] 1.1. die Fach
schule, einen Lehrgang a. (erfolgreich durch laufen ,
beenden) 1.2. eine geforderte Leistung erfüllen: ein
Training a.; ich habe mein Pensum absolviert
1.8. eine Prüfung a. (machen und bestehen)
ab/Ab| -sonderlich /Adj./ (im Verhalten) m erk
w ü rdig: ein absonderlicher Mensch; absonderliche
Gewohnheiten; dazu -sonderliehkeit, die;
- en;
:sondern /Vb./ 1.1. sich von Menschen seiner Um
gebung fernhalten und Kontakt zu ihnen meiden: er
sondert sich immer von seinen Mitschülern ab
1.2. jmdn. von Menschen seiner Umgebung trennen
(1.1); den an Diphtherie Erkrankten a.
—
2. etw.,
bes. ein Sekret von sich geben, aus dem Körper ge
langen lassen: Speichel a.; die Schweißdrüsen son
dern Schweiß ab; der Baum sondert Harz ab;
etw. sondert sich ab: Harz hat sich abgesondert;
: sonderung, die; -,
-en 1. /vorw. Sg .; zu -sondern 1
u. 2/ — 2. /zu -sondern 2/ das Abgesonderte, ab
gesonderter Stoff: eine A. der Drüsen
Absorber, der; -s, - Techn. bes. für Kältemaschinen
genutzte Vorrichtung zur Trennung von Gasen durch
Absorption in Flüssigkeiten
absorbieren /sw. Vb.; hat/1.1 . Phys. beim Durch
gang durch Materie wird eine Wellen- oder Teil
chenstrahlung absorbiert (durch Abgabe von Energie
2 an die festen, flüssigen, gasförmigen Körper ge
schwächt); Lichtstrahlen werden absorbiert 1.2.
Chem . Flüssigkeiten, Feststoffe a. Gase, Dämpfe
(nehmen Gase, Dämpfe auf, wobei sie von ihnen
gelöst w erd en ); Sauerstoff wird von Wasser ab
sorbiert — 2. etw., jmdn. völlig beanspruchen: diese
Aufgabe hatte alle seine Kräfte, ihn völlig ab
sorbiert; zu 1 Absorption, die; jo. PI./
ab/Ab| -spalten /Vb./1. etw. durch Spalten (1.1) ab
trennen: ein Stück Holz a.
—
2. sich von etw. Um
fassenderem lösen: von dieser Partei spaltete sich
eine kleine Gruppe ab; zu 2 -Spaltung, die; -spann,
der Film einem Film nachgestellte Angaben über
Darsteller und andere an der Herstellung Beteiligte;
- spannen /Vb.; / auch abgespannt/: das Pferd,
den Ochsen a. (ausspannen 2); -Spannung, die
jo. PL/ das Abgespannt-,
Ermüdetsein; -sparen
/Vb./: sich Geld, etw. a. (Geld für etw. unter Ent
behrungen sparen) ; das Geld für das Fahrrad, das
Fahrrad habe ich mir vom Stipendium abgespart;
-f- sich etw. vom / Munde a.;
- specken /sw. Vb.;
hat /: jmd. will a. (will sein Körpergewicht reduzie
ren ); -speisen /Vb.j: jmdn. mit leeren Versprechun
gen, mit Redensarten, mit einer kleinen Summe a.
(für jmdn., der etw., der mehr von einem erwartet, nur
leere Versprechungen, nur Redensarten, nur eine
kleine Summe übrig haben); sich nicht einfach a.
lassen; -spenstig /Adv./ 4- jmdn. jmdm. a. machen
jmdn., der zu einem anderen gehört, für sich gewin
n e n : er hatte ihm seine Freundin a. gemacht;
-sperren /Vb.f 1.1. süddt. österr. etw. zuschließen:
die Tür, Wohnung, den Schrank a. 1.2. etw. mit H ilfe
von Vorrichtungen, Absperrketten sperren: die Un
glücksstelle wurde (vo n der Polizei) hermetisch
abgesperrt — 2. (jmdm.) das Gas, Wasser a. (das
Hindurchfließen von Gas, Wasser in Rohrleitungen
durch Betätigung einer Vorrichtung unterbrechen)
Absperr (auch Absperrungs|)| -hahn, der Hah n zum
Absperren; -kette, die Kette von Polizisten, M en
schen zum Absperren
Absperrung, die 1. jvorw. Sg .; zu absperren 1.2 u.
2/ — 2. Vorrichtung zum Absperren, Absperrkette:
die A. durchbrechen
Absperrungsj: / Absperr|
Absperr (auch Absperrungs|)|ventil, das T e ch n .
Ventil zum Absperren
Ab/ab| -spiel, das /o. PI./ Ballspiele das Ab
spielen (2): es fehlte ein genaues, schnelles A .;
-spielen /Vb.; /* auch abgespielt/ 1. einen Ton
träger von Anfang bis Ende laufen (4) lassen: eine
Schallplatte, ein Tonband a.
—
2. Ballspiele den
Ball an einen Spieler der eigenen Mannschaft weiter
geben: er spielte (den Ball) sofort an den Links
außen ab — 8. sich ereignen, vor sich gehen, ge
sch eh en: der Vorfall, das Unglück spielte sich auf
dieser Straße ab; dieser Vorgang spielte sich vor
absplittern — abstellen
21
seinen Augen ab; -f- / da, / hier spielt sich
nichts ab!; -splittern /Vb.; ist/ sich in Splittern
a blösen : der Lack ist abgesplittert; -spräche, die
Verabredung, Vereinbarung: nach vorheriger A.;
eine A. treffen; -sprechen /Vb./ 1. jmdm. eine be
stimmte Eigenschaft a. erklären, behaupten, daß
jmdm. eine bestimmte Eigenschaft fehlt: jmdm. Mut,
Verständnis, den guten Willen, Kenntnisse a.;
jmdm. das Recht zu etw. a. (streitig machen) —
2, etw. (mit jmdm.) verabreden, vereinbaren: der
Preis war vorher abgesprochen; sie haben ihre
Aussagen offensichtlich vor der Vernehmung mit
einander abgesprochen; sich mit jmdm. a .: ich
habe mich mit ihm abgesprochen; -spreizen / V b .f:
einen Arm, die Arme a. (seitwärts vom Körper Weg
strecken); ein Bein, die Beine a.; den Daumen a.
(seitwärts von den anderen Fingern Wegstrecken);
- springen / Vb.j 1.1. sich aus dem Anlauf, dem Stand
abdrücken und springen: mit dem rechten Bein a.;
vom Sprungbrett a. 1 .2. etw.,
bes. ein fahrendes
Fahrzeug, durch Herunterspringen verlassen: der
Pilot sprang mit dem Fallschirm a b; er sprang vom
Pferd, von der Straßenbahn ab 1.3 . abplatzen:
an einigen Stellen ist die Emaille, Farbe, der Lack
abgesprungen 1.4. abprallen: der Ball sprang am
Pfosten ab — 2. umg. unvermittelt von etw. zurück
treten: er ist kurz vor Unterzeichnung des Ver
trages abgesprungen; vom Studium a.;
- spritzen
/Vb.; hat/ 1.1. etw. durch Bespritzen mit Wasser
säubern: den Wagen a.; Sträucher a. (mit einer
chemischen Lösung besprühen) 1.2. etw. durch Be
spritzen mit Wasser von etw. entfernen: den Schmutz
(vom Wagen) a.;
- sprühen /Vb.; hat/: Pflanzen
a. (durch Besprühen mit Wasser säubern; mit einer
chemischen Lösung besprühen); -Sprung, der fzu
- springen 1.1 u . 1 .2/: ein sicherer A .; den richtigen
A. verpassen; -Sprungbalken, der S p o r t in den
Boden eingelassener, horizontal liegender Balken
vor der Sprunggrube, von dem beim Weitsprung der
Absprung erfolgt; -spulen /Vb.f etw. von einer
Spule abwickeln: das Garn a.; einen Film a.;
- spülen /Vb./ 1.1. etw. durch Spülen (1.1) von etw.
entfernen: den Schmutz, Schaum (mit Wasser) a.
1.2 . etw. durch Spülen (1.1) säubern: das Obst,
Geschirr a .;
- stammen /Vb.; nur im Präs., Prät.
u. Fut. Akt./ jmd. stammt von jmdm. ab jmd.
ist jmds. Nachkomme, sein Ursprung läßt sich von
jmdm. herleiten: in direkter Linie von jmdm. a .;
er sagte, daß der Mensch vom Affen abstamme
(sich entwicklungsgeschichtlich aus dem Affen her
leiten lasse); -stammung, die; jo. Pl.f das Ab
stammen: seine A. von einer berühmten Musiker
familie; die urkundlich nachgewiesene A. des
Zuchtviehs; Darwins These von der A. (der ent
wicklungsgeschichtlichen Herkunft) des Menschen
vom Affen; -stammungslehre, die jo. P l.j Biol.
Lehre von der allmählichen natürlichen Entwicklung
der Organismen von biologisch niederen, wenig
differenzierten zu biologisch höher organisierten
Lebensformen (2), Evolutionstheorie; -stand, der
1.1. Entfernung zweier Punkte, Dinge voneinander:
der A. zwischen den beiden Häusern ist sehr
klein, beträgt 30 Meter; in Abständen von je fünf
Meter(n); der A. der Erde von der Sonne; der A.
vergrößerte sich immer mehr; er ist mit A. (bei
weitem, weitaus) der Beste, besser 1.2 . Zeitabstand:
in einem A. von drei Jahren; der A. beträgt zehn
Minuten; das Signal ertönte in regelmäßigen,
kurzen Abständen — 2. fo. Pl.f zurückhaltendes
Verhalten im Umgang mit anderen Menschen,
Reserviertheit: jmdm. mit (einem gewissen) A.
begegnen; den (gebührenden, angemessenen, nöti
gen) A. wahren, halten; -j- von etw. A . nehmen
etw., bes. einen Plan, aufgeben, auf etw., bes. einen
Plan, verzichten: wir mußten von dem Kauf A.
nehmen; -standssumme, die Summe, die jmdm.
gezahlt wird, damit er auf etw. verzichtet; -statten,
stattete ab, hat abgestattet /in den Verbindungen]
geh. jmdm. einen Besuch a. (jmdn. besuchen 1);
jmdm. seinen Dank a. (danken 1.1); -stauben /Vb.]
1. etw. a. den Staub von etw. entfernen: die Möbel
a.
—
2. umg. etw. a. sich etw. auf nicht ganz
korrekte Weise aneignen: das hat er bestimmt
irgendwo abgestaubt; -stäuben jVb.j land sch . s.
- stauben 1; -stechen /Vb.; hat/ 1. ein Schlachttier
durch das Durchstechen der Halsschlagader töten:
ein Schwein a.
—
2. etw. mit einem Spaten o. ä.
abtrennen: Grasnarben (mit dem Spaten) a.; Torf
a.
—
3. fachsp r. 3 .1 . geschmolzenes Metall, Stahl
a. (durch eine Öffnung im Hochofen abfließen lassen)
3.2. einen Hochofen a. (die verschlossene Öffnung in
einem Hochofen öffnen, um geschmolzenes Metall
abfließen zu lassen) — 4. von etw., jmdm., gegen
etw., jmdn. a. sich stark von etw., jmdm.,
gegen
etw.,
jmdn. abheben: das Ende des Films sticht
gegen den Anfang sehr ab; sie stach durch ihre
Kleidung von den anderen ab; -Stecher, der; -s,
-
kurzes Aufsuchen eines abseits von der eigent
lichen Route liegenden Zieles: einen A. nach Naum
burg machen; -stecken /sw. Vb./ 1. eine Fläche,
Strecke in ihrer Umgrenzung kennzeichnen, indem
man Markierungen in den Boden steckt: ein Grund
stück (mit Pfählen) a.; den Kurs für ein Ski
rennen a.
—
2. etw. klar umreißen, festlegen: den
Geltungsbereich von etw. a.
—
3. Schneiderei
ein Kleid a. (bei der Anprobe mit Stecknadeln der
Figur anpassen); -stehen /Vb.; / auch abgestan
den/ 1.1 . weit (von etw., jmdm.) a. in einem weiten
Abstand von etw., jmdm. stehen: der Schrank steht
zu weit (von der Wand) ab 1.2. in seinem Verlauf
sich auffallend weit vom Körper entfernen: die
Zöpfe stehen ab; abstehende Ohren, Zöpfe;
- steifen /Vb./ Bauw. etw. abstützen: eine Mauer,
einen Schacht a.; Ausschachtungen unfallsicher
a.;
-steigen /Vb.; / auch -steigend/ 1.1. von
einem Fahrzeug, Reittier heruntersteigen: vom Rad,
Pferd a. 1.2. nach unten, abwärts steigen: wir sind
unter großen Schwierigkeiten (vom Gipfel, ins
Tal) abgestiegen — 2. Sport in die nächst tiefere
Leistungsklasse eingestuft werden: die Mannschaft
ist (aus der Oberliga) abgestiegen; -steigend /Adj.;
nicht adv.; / auch -steigen/ abwärts verlaufend:
ein absteigendes Heizungsrohr; <0>eine absteigende
Tendenz (Tendenz zum Schlechteren); + auf dem
absteigenden / Ast sein; -Steiger, der; -s,
-
Sport absteigende od. abgestiegene Fußball-, Hand
ballmannschaft; -stellen /Vb./ 1 . etw. (Schweres),
was man mit den Händen trägt, auf den Boden, an
eine bestimmte Stelle stellen, setzen: den Koffer (auf
dem Fußweg), das Tablett a.
—
2. etw. vorüber
gehend für die Zeit, die man es nicht benutzt, an
einen geeigneten Ort stellen: das Fahrrad (im Hof),
einen Güterzug auf einem Nebengleis a .; das Auto
(in einer Nebenstraße) a.
—
3.1 .1 . etw. absperren
22
Abstellgleis — abstreichen
(2): das Gas, Wasser a. 8.1.2. den Haupthahn a.
(zudrehen 1) 8.1 .8 . die Heizung a. (außer Betrieb
setzen) 8.2 . etw. abschalten (1): das Radio, den
Motor, das Bügeleisen a.; den Strom a.
—
1. etw.
u n terbinden (1): Mängel, Mißstände, Fehler, eine
Unsitte a.; diese Störungen müssen wir a.
—
5.
Mil. jmdn. abkommandieren: zehn Mann wurden
zur Division, zur Küchenarbeit abgestellt — 6.
etw. auf etw. a. etw. auf etw. ausrichten (2.2):
eine Veranstaltung auf ein bestimmtes Thema
a.
Abstell|-gleis, das totes Gleis, auf dem Eisenbahn
wagen, -Züge abgestellt werden; + umg. jmdn.
aufs A. schieben (kaltstellen); -hahn, der Hahn
zum Abstellen; -kammer, die Kammer zum A uf-
bewahren selten benutzter Dinge; -raum, der vgl.
- kammer
ab/Ab| -stemmen, sich fVb.f sich von etw. a.
die Hände, Füße gegen etw. stemmen und den
Körper dadurch davon entfernt halten: sich von der
Wand, vom Erdboden a.;
- stempeln /Vb./ 1. etw.
stem peln (1.1): einen Antrag, Ausweis a.; abgestem
pelte Briefmarken — 2. jmdn. zu jmdm.,
als
jmdn. a. jmdn. zu jmdm. stempeln (2): jmdn. zum,
als Lügner a.; mit dieser Rolle war der Schau
spieler zum Humoristen abgestempelt; -steppen
jVb.j etw. mit Steppnähten versehen: einen Kragen
a.;
- sterben jVb.j 1.1. /von Teilen des tierischen,
pflanzlichen Organismus/ allmählich aufhören zu
leben : die Zellen sterben ab; ein abgestorbener
Ast 1.2. allmählich aufhören zu existieren: eine ab-
sterbende Klasse, Gesellschaftsordnung — 2 . /von
Gliedern/ durch Frost, mangelhafte Durchblutung
gefühllos werden, die Empfindung verlieren: die
Zehen sind mir abgestorben; -stich, der 1. j o . P L ;
zu abstechen 2 u. 3/; fachspr. zu 3.1: der A. des
geschmolzenen Metalls (aus dem Hochofen) — 2.
fachspr. Öffnung eines Hochofens, durch die ge
schmolzenes Metall abgelassen wird; -stieg, der;
-(e)s, -e 1. /zu absteigen 1.2 u. 2/; zu 2: /o. PL/
Spo rt die Mannschaft kämpfte gegen den A.
—
2. jo. Pl.j Niedergang, Abwärtsentwicklung: einen
wirtschaftlichen A. erleben
Abstiegs Sp o rt zu Abstieg 1| -gefahr, die Gefahr
abzusteigen; -kandidat, der Mannschaft, der der
Abstieg droht
ab/Ab| -stimmen /Vb./ 1. durch Stimmabgabe
seinen Willen äußern: über einen Antrag a.; die
Versammlung stimmte ab; geheim, offen, durch
Handzeichen a.
—
2. etw., sich auf etw., jmdn.,
mit etw., jmdm. a. etw., sich in Übereinstimmung
mit etw., jmdm. bringen: seine Rede auf die Zu
hörer a.; ich habe alles auf Rot abgestimmt; die
Beurteilungen (aufeinander, miteinander) a .; er
und sie sind genau aufeinander abgestimmt; ich
habe mich darüber mit meinem Partner abge
stimmt; wir haben uns (untereinander) abge
stimmt; -Stimmung, die /zu -stimmen/ das A b
stimmen; zu 1: eine öffentliche, geheime A. (über
etw.); eine Wahl durch A.; der Antrag kommt
zurA.; zu 2:dieA. von Plänen
abstinent fA d j.; nicht attr./ enthaltsam, bes. in
bezug auf Genuß alkoholischer Getränke: a. leben;
dazu Abstinenz, die;
/o. PL/ u . Abstinenzler,
der; -s,
-
jmd.,
der abstinent lebt, bes. A nti
alkoholiker
ab/Ab| -stoppen /Vb./ 1.1. etw. stoppen (1.1): der
Verkehrspolizist stoppte den Bus ab 1.2. stopp en
(1.2): der Fahrer, Wagen stoppte plötzlich ab;
- stoß, der 1. Stoß (1.1.1), mit dem sich jmd., jmd.
etw. von etw., einer Stelle wegbewegt: ein kräftiger
A. (vom Boden, Ufer) — 2. Fußball das Ab
stößen (1.1) des ruhenden Balles vom Tor (2.1) ins
Spiel (1.2): der A. wurde vom Verteidiger. aus-
geführt; -stoßen /Vb./ 1.1. etw., sich durch einen
Stoß (1-1.1) von etw., einer Stelle wegbewegen (hat):
den Kahn (vom Ufer) a.; sich beim Schaukeln
mit den Füßen (vom Boden) a.; Phys. gleich
namige Ladungen, Magnetpole stoßen sich ab
1.2. (ist, hat) das Boot ist, hat (vom Lande) ab
gestoßen (hat sich durch einen Stoß vom Land
entfernt) — 2. (hat) 2.1. umg. Schulden a. (be
zahlen 1.3) 2.2. etw. (Überflüssiges) schnell (zu
einem niedrigen Preis) verkaufen: alte Lager
bestände a.; wir haben unseren alten Wagen ab
gestoßen — 3. jmds. Verhalten, Eigenschaft stößt
jmdn. ab jmds. Verhalten, Eigenschaft erregt bei
jmdm. Anstoß, Widerwillen, Abscheu (und verur
sacht, daß er ihn meidet), jmdn. zurückstoßen: seine
Art, sein Äußeres stößt mich ab; ein abstoßendes
Benehmen; jmd. stößt jmdn. ab: dieser Mensch
stößt mich ab, wirkt abstoßend;
sich die
/ Hörner a.;
- stottern /Vb./ umg. etw. in regel
mäßigen kleinen Raten bezahlen: den Fernseher
a.
abstrahieren /sw. Vb.; hat/ 1. im Erkenntnisprozeß
von bestimmten Merkmalen, Eigenschaften und Be
ziehungen des Erkenntnisgegenstandes absehen und
dafür andere als wesentlich, bestimmend hervor
heben: von unwesentlichen Eigenschaften a.; Ge
setze aus der Natur a.
—
2. von etw. a. etio. nicht
berücksichtigen, etw. außer acht lassen: wenn ich
einmal davon abstrahiere, muß ich sagen, daß
ab|strahlen /Vb./ 1. Phys. etw. in Form von
Teilchen, Wellen aussenden: Sonnenwärme, Ener
gie, elektrische Impulse a.
—
•2. Techn. etw. mit
dem Sandstrahlgebläse bearbeiten, reinigen: eine
Häuserfassade a.
abstrakt /Adj./ 1. losgelöst von allem Sinnlichen,
Tatsächlichen, im bloßen Denken, in der Theorie
verbleibend, unanschaulich: der Vortrag war mir
zu a.; die abstrakte Kunst (Richtung der spät
bürgerlichen bildenden Kunst, die sich von der Dar
stellung des Gegenständlichen löst); die abstrakte
Malerei; P ol. ö k . die abstrakte Arbeit (Arbeit,
die unabhängig von der konkreten, Gebrauchswert
bildenden Arbeit in der Warenproduktion den Wert
schafft) — 2. durch Abstrahieren (1) gewonnen:
abstrakte Begriffe; abstraktes (abstrahierendes)
Denken
Abstraktion, die; -,
- en 1. jo. Pl.j das Abstrahieren
(1) : die Fähigkeit zur A.
—
2. Resultat des Ab
strahierens (1): Abstraktionen gewinnen; mit Ab
straktionen arbeiten
Abstraktions |vermögen, das /o. P l.j das Vermögen
zu abstrahieren (1)
Ab/ab| -strampeln, sich /Vb.; hat/ umg. 1. sich
beim Radfahren sehr anstrengen: bei dem Gegen
wind mußte ich mich a.
—
2. sich sehr abmühen:
ich habe mich a. müssen, um das zu schaffen;
- strapazieren /Vb./ umg. sich, etw. sehr strapazieren
(2) : er hat sich, seine Nerven bei dieser Arbeit
sehr abstrapaziert; -streichen /Vb.; hat/ 1.1. etw.
abstreifen — abtelefonieren
23
durch Streichen (2.1) von etw. entfernen',
den
Schaum vom Bier a.; landsch. den Schmutz von
den Schuhen a. 1.2. etw. durch Streichen (2.1)
säubern: das Messer am Brot a.; landsch. die
Füße a. (abtreten 3.2) — 2 . von dem, was er
erzählt, muß man die Hälfte a. (kann man nur
die Hälfte glauben); -streifen /Vb.; hat/ 1.1. etw.
durch%Streifen (1) von etw. entfernen: die Asche
(von der Zigarre) a. 1 .2 . etw. von etw. streifen (2.1):
die Handschuhe, den Ring a.
—
2. etw. ablegen
(3): eine Untugend a.;
- streiten /Vb./ 1.1. etw.
leugnen, nachdrücklich bestreiten: eine Tat, seine
Mitwisserschaft a. 1.2* etw. bestreiten (1.1 .1): du
kannst nicht &., daß er recht hat; -strich, der 1.
Kürzung eines Geldbetrages, einer finanziellen Zu-
Wendung: Abstriche im Haushaltsplan, am Etat
machen müssen; O du kannst nicht alles haben,
du mußt Abstriche machen können (deine Ford e
rungen, Ansprüche einschränken können) — 2.
Med. 2.1. Entnahme von Absonderungen der
(Schleim)haut9von Wunden für eine mikroskopische
Untersuchung: einen A. machen 2.2. das durch
2.1 Entnommene: den A. einfärben
abstrus lAdj.f verworren: abstruse Gedanken, Vor
stellungen
ab/Ab| -stufen /Vb./ 1. etw., sich stufenförmig an
ordnen, gliedern: einen Hang in Terrassen a.; das
Gelände stuft sich ab — 2 .1 . etw. staffeln: Löhne,
Gehälter nach Leistung, Qualifikation, sozialen
Gesichtspunkten a. 2.2. etw. a. stufenweise Über
gänge in der Intensität von etw. schaffen: die Ton
stärke a. 2.3* Farben a. (abtönen ); -stufung, die;
-,
- en /zu -stufen/; zu 2.2 stufenweiser Übergang in
der Intensität von etw.: die Abstufungen der Ton
höhe; -stumpfen fsw. Vb.; hat, ist/ 1.1. jmdn.
stu m p f m ach en (hat): diese schweren Erlebnisse
haben ihn abgestumpft 1.2. stumpf werden (ist):
durch diese schweren Erlebnisse ist er allmählich
abgestumpft; ein abgestumpftes (unem pfindlich
gewordenes) Gewissen; -stürz, der 1. Sturz aus
großer Höhe in die Tiefe, bes. eines Flugzeugs: bei
dem A. (des Flugzeugs) fanden alle Passagiere
und die Besatzung den Tod — 2. fast senkrecht
abfallender Hang (im Gebirge): ein fast senkrechter
A.;
- stürzen /Vb.; ist/ 1. /bes. von einem Flugzeug!
aus großer Höhe in die Tiefe stürzen: das Flugzeug
ist abgestürzt; er ist (mit dem Flugzeug) ab
gestürzt; zwei Bergsteiger sind abgestürzt — 2.
fast senkrecht abfallen (3): eine steil abstürzende
Felswand
Absturz|-gefahr, die /o. Pl.j Gefahr für Menschen
abzustürzen: ein Schild mit der Aufschrift ,Vor
sicht, A .! ‘ ; -stelle, die Stelle, an der ein Flugzeug,
ein M ensch abgestürzt ist
ab/Ab| -stützen /Vb./ etw. gegen Einsturz stützen:
einen Stollen (mit Balken) a.; eine Decke a.;
- su chen /Vb./ 1.1 . etw. (von etw.) a. nach etw.
suchen und es ablesen (II): Raupen (von den
Sträuchern) a. 1.2. etw., jmdn. a. bei etw., jmdm.
nach etw. suchen und es ablesen (II): die Sträucher
a.; jmdn. nach Läusen a.
—
2.1 . etw. (nach
jmdm., etw.) a. durch etw. gehen und dabei syste
matisch, gründlich nach jmdm.,
etw. suchen: die
Polizei suchte den Wald nach dem Vermißten ab;
die ganze Wohnung nach dem Schlüssel a. 2.2.
den Himmel, ein Gelände mit einem Scheinwerfer
nach etw.) a. (mit Scheinwerferlicht über den
Himmel, ein Gelände streichen und nach etw.
suchen); ;Sud, -sud, der veraltend durch Ab
kochen von etw. gewonnene od. nach dem Abkochen
von etw. zurückgebliebene Flüssigkeit: einen A. von
Kräutern herstellen; ein giftiger A.
absurd /Adj./ unsinnig, widersinnig, sinnlos: eine
absurde Idee; das ist, klingt a.; etw. a. finden;
dazu Absurdität, die; -,
-en
Abszeß, der; Abszesses, Abszesse Med. Eiter
ansammlung in einem krankhaft entstandenen Hohl
raum des Gewebes
Abszjsse, die; -,
- n Math. Abstand eines Punktes
von der Ordinatenachse parallel zur Abszissenachse
im recht- od. schiefwinkligen Koordinatensystem
Abszissen|achse, die M ath, waagerechte Achse im
recht- od. schiefwinkligen Koordinatensystem
Abt, der; -(e)s, Äbte R el. kath. Vorsteher eines
Mönchsklosters
ab/Ab| -tasten /Vb./ 1 . etw. ,
jmdn. befühlen (um
nach etw. zu suchen): seine Taschen (nach dem
Schlüssel) a.; der Arzt tastete den Kranken ab —
2. den Himmel mit Scheinwerfern (nach Flug
zeugen) a. (absuchen 2.2) — 3. Datenverarb.
ein Magnetband a. (die auf ihm gespeicherten
Daten in und von einer Datenverarbeitungsanlage
in elektrische Signale umwandeln lassen); -tauen
/Vb./ 1. (hat) 1.1. etw. durch Tauenlassen von Eis
befreien : den Kühlschrank, die Fensterscheibe,
Rollbahn a. 1.2. Eis zum Tauen bringen: das Eis
(an den Fensterscheiben) a.
—
2. (ist) 2.1. von Eis
durch Tauen (1.1.1) frei werden: der Kühlschrank
muß a.; das Fenster taute ab 2.2. sich durch Tauen
auflösen: das Eis taut ab; -tausch, der Schach das
Abtauschen; -tauschen /Vb./ Schach gleichwertige
Figuren wechselseitig schlagen: die Damen a.;
- taxieren /Vb./ jmdn., etw. abschätzen, jmdn., etw.
taxieren: die Möglichkeiten für etw. a .; er fühlte,
wie man ihn abtaxierte
Abtei, die; -,
-en einem Abt unterstehendes selb
ständiges Mönchskloster
Ab/ab| -teil, :teil, das abgeteilter Raum fü r Personen
in einem Eisenbahnwagen: ein überfülltes, bestell
tes A.; ein A. für Mutter und Kind, Traglasten;
das A. ist besetzt; :teilen /Vb./ 1.1 . durch eine
Trennwand einen großen Raum a. (in zwei Räume
teilen); einen Raum in einzelne Kammern a. 1.2.
eine Kammer (von der Küche) a. (abtrennen 3) —
2. ein Wort a. (am Zeilenende nach Silben trennen);
Teilung, -teilung, die I. /Abteilung; zu -teilen/; zu
2: die A. der Wörter — H . /Abteilung/ 1. relativ
selbständiger Teil einer größeren räumlich und
personell bestimmten organisatorischen Einheit, der
eine relativ einheitliche Aufgabe, Funktion besitzt:
die Abteilungen eines Betriebes, Krankenhauses,
Museums; die chirurgische A .; das Kaufhaus hat
eine A. für Elektrowaren — 2 . Mil. taktische E in
heit in verschiedenen Waffengattungen der Land- und
Luftstreitkräfte — 3. Geol. Teil einer geologischen
Formation
Abteüungs zu Abteilung II. 1| -gewerkschafts-
leitung, die /Abk. AGL/ Gewerkschaftsleitung einer
Abteilung, eines bestimmten Bereichs eines größeren
Betriebes; -leiter, der; -Parteiorganisation, die
/Abk. APO/ Parteiorganisation der SED einer Ab
teilung, eines bestimmten Bereichs eines größeren
Betriebes
ab| -telefonieren / Vb./ jmdm. telefonisch absagen;
24
abtelegrafieren — ABV
- telegrafieren fVb.f jmdm. telegrafisch absagen;
- teufen /Vb./ Bergm.: einen Schacht a. (senk
recht in die Tiefe bauen); -tippen fVb.f umg. einen
Text auf der Schreibmaschine abschreiben: ein
Manuskript a.
Äbtissin, die;
-nen Vorsteherin eines Nonnen
klosters
ab/Ab| -tönen /Vb./: Farben a. (ihnen Nuancen
geben, kleine Unterschiede in den Farben schaffen,
sie aufeinander abstimmen); ein Kleid in einem
vielfach abgetönten Blau; -tönung, die: Farben
in verschiedenen Abtönungen (Nuancen, kleinen
Unterschieden); -töten fVb.f: dieses Medikament
tötet die Krankheitserreger, Bakterien, Keime ab
(vernichtet sie); einen (Zahn)nerv a. (töten 1.2);
- traben fVb.f umg. (eilig, im Laufschritt) Weggehen;
- tragen fVb.f 1.1. eine Erhebung im Gelände besei
tigen,, einebnen, aufgehäufte Erd-,
Gesteinsmassen
beseitigen: einen Hügel, Erdhaufen a. 1.2. G eol.
Schwerkraft, Wind, Wasser und Eis sind abtra
gende (Abtragung 2 bewirkende) Kräfte 1.3 . ein
(baufälliges) Gebäude, ein Bauwerk Stück für Stück
von oben nach unten fortlaufend abreißen: ein Ge
bäude , eine Mauer a.
—
2. die Speisen, das Ge
schirr a. (abräumen 1.1) — 3. ein Kleidungsstück
durch häufiges Tragen abnutzen: du hast den
Anzug ziemlich schnell abgetragen; abgetragene
Sachen — 4 . Math, die Strecke AB auf der Ge
raden a. (auf die Gerade übertragen 3); -träglich
/Adj.; vorw. präd.f schädlich, nachteilig: das Bau
chen ist dir, deiner Gesundheit a .; -tragung, die;
-, fo. Pl.f 1. fzu -tragen 1.1 u. 4/ das Abtragen
—
2. Geol. Verlagerung des durch die Verwit
terung brüchigen, losen Gesteins durch die W ir
kungen von Schwerkraft, Wind, Wasser, Eis; -trans-
port, der das Abtransportieren: der A. der Waren,
des Verunglückten; -transportieren fV b .f etw.,
jmdn. mit einem Fahrzeug wegbringen: die Möbel
a. (lassen); der Verletzte wurde sofort ins Kran
kenhaus abtransportiert; -treiben fV b .f 1.1 . eine
Strömung treibt etw.,
jmdn. ab eine Strömung
bringt etw., jmdn. in eine andere, nicht gewünschte
Richtung (hat): die Strömung hat das Boot, mich
(weit ins Meer) abgetrieben; der Wind treibt den
Ballon ab 1.2. von einer Strömung in eine andere,
nicht gewünschte Richtung gebracht werden (ist):
das Boot, der Schwimmer treibt (vom Ufer) ab —
2. (hat) 2.1. bewirken, daß etw. aus dem Körper
gelangt: dieses Medikament hat die Würmer, den
Gallenstein abgetrieben 2.2. ein Kind a. (ein e A b
treibung vornehmen) — 3. Vieh von der Alm ins
Tal treiben (hat); -treibung, die; -,
-en ungesetzliche
Schwangerschaftsunterbrechung; -trennen fVb.f 1.
etw., das an, auf etw. genäht ist, durch Zerschneiden
des Fadens davon trennen: die Ärmel a.; die Knöpfe
(vom Mantel) a.
—
2.1. ein Stück, einen Teil von
etw. mit der Hand, einem Werkzeug vom Ganzen
lösen, entfernen, bes. abreißen, abschneiden: den
Abschnitt der Eintrittskarte a. 2.2. Chem. Einzel
komponenten auf Grund ihrer besonderen physika
lischen od. chemischen Eigenschaften aus einem
Gemisch, Gemenge entfernen: eine Flüssigkeit durch
Zentrifugieren aus einer Suspension a. 2 .3 . Ju r.
ein Verfahren a. (gesondert behandeln 4.3) — 3.
einen Baum a. einen zusätzlichen Raum durch
Teilung eines größeren Raumes entstehen lassen:
eine Eßecke durch einen Baumteiler a.; der Vor
hang trennt einen Teil des Baumes ab; -treten
fV b.; / auch abgetreten/ 1. die Stelle, an der man
steht, verlassen (ist): die Schüler traten vom
Podium ab; Theater unter starkem Beifall trat
der Schauspieler ab (verließ er die Bühne, ging er
a b); O die Opposition forderte, der Minister solle
a. (zurücktreten) — 2. jmdm., an jmdn. etw. a.
auf den Besitz von etw. auf Grund einer Verein
barung verzichten und es jmdm. überlassen, zur
Verfügung stellen (hat): jmdm. ein Stück Land,
seine Theaterkarte a.; jmdm.,
an jmdn. seine
Bechte, Ansprüche a.
—
3. (hat) 3.1 . (sich) den
Schmutz, Schnee a. (auf die Fußmatte treten und
durch Hin- und Herbewegen der Füße den Schmutz,
Schnee von den Schuhen entfernen) 3.2. (sich) die
Füße (auf der Fußmatte) a. (auf die Fußmatte
treten und durch Hin- und Herbewegen der Füße
den Schmutz, Schnee von den Schuhen entfernen);
sich a.: du mußt dich erst a.;
- treter, der; -s, -
Fußabtreter; -tretung, die; -,
-en fvorw. Sg.; zu
- treten 2/; -trieb, der fo. P L ; zu -treiben 3/: der
A. des Viehs; -trinken fVb.f 1.1. aus einem sehr
vollen Trinkgefäß vorsichtig ein wenig trinken, da
mit nichts überschwappt: trink erst ab! 1.2. das
Oberste von etw. trinken: den Schaum (vom Bier)
a.;
- tritt, der Theater: der A. (das Abtreten 1)
des Schauspielers von der Bühne; -trockentueb,
das fPl.
- tücher/ Geschirrtuch; -trocknen fV b .; hat,
ist/ 1. (hat) 1.1. jmdn., sich, etw. durch Abreiben
mit einem Tuch trocken machen, trocknen: die
Mutter trocknete das Kind ab; sich am, mit dem
Handtuch a,; sich die Hände a.; das Geschirr a.;
er trocknete ab, half ihr beim Abtrocknen (des
Geschirrs) 1.2. die Tränen, den Schweiß a. (weg
wischen und dadurch die Haut wieder trocken
machen) 1.3. etw. völlig trocken machen, trocknen:
der Wind hat den Boden, die Wäsche schnell ab
getrocknet —■ 2. völlig trocken werden, trocknen
(ist): die Straße ist bei dem Wind schnell ab
getrocknet; -tropfen fVb.; ist/ durch Herunter-
tropfen, Ablaufen des Wassers trocken werden: das
(gewaschene) Obst a. lassen; die Wäsche muß erst
a.;
- trotzen fVb.f jmd. trotzt jmdm. etw. ab jmd.
bringt jmdn. durch Beharrlichkeit dazu, ihm etw.
zu geben: jmdm. ein Zugeständnis a.;
- trünnig
/Adj.; nicht adv.j geh. jmd. ist (einer Sache, Idee,
einem Glauben) a. geworden jmd. ist einer Sache,
Idee untreu geworden, hat seinen Glauben aufgegeben:
er ist (seinemVersprechen, Glauben) a. (geworden);
- tun fVb.; / auch abgetan/ 1. umg. etw.,
das
man trägt (3), von sich tun, entfernen: den Schlips,
die Schürze a. (abbinden 1); die Brille a. (ab
nehmen 1); den Bing a. (abstreifen 1.2) — 2 . etw.
Unangenehmes, Lästiges a. einer unangenehmen,
lästigen Sache keine Bedeutung beimessen und nicht
(näher) auf sie eingehen: einen Einwand, Vorwand
mit einem Scherz, einer Handbewegung, schnell
a.; etw. als unwichtig a.;
- tupfen fVb.f 1.1. etw.
durch Tupfen (mit einem saugfähigen Stoff) von
etw. entfernen: sie tupfte das Blut (mit Watte) ab
1.2. etw. durch Tupfen (mit einem saugfähigen
Stoff) säubern: sich den Mund mit der Serviette
a.;
- urteilen /Vb.f jmdn. verurteilen (1.1): der An
geklagte wurde abgeurteilt; dazu -urteilung, die;
-,
-en
ABV, der; -s, -s [a:be:fau] \Kurzw. für Abschnitts
bevollmächtigte/ s. Abschnittsbevollmächtigte
abverlangen — abweiden
25
ab/Ab| -verlangen fVb.f jmdm. etw. a. von jmdm.
etw. verlangen: er hat ihm für den alten Wagen
einen viel zu hohen Preis abyerlangt; jmdm. den
Paß a. (abfordern); sich das Äußerste an Leistung
a.;
- wägen /Vb./ zwei Möglichkeiten sorgsam ver
gleichen, um sich für die günstigere zu entscheiden:
Vor- und Nachteile, die Vorzüge (gegeneinander)
a.; wohl abgewogene Worte; -wälzen fVb.f etw.
Unangenehmes, Lästiges (auf jmdn.) a. m it etw.
Unangenehmem, Lästigem nichts zu tun haben
wollen und es einem anderen aufbürden: die Verant
wortung, Sorge, Aufgaben auf jmdn. a .; die
Schuld von sich a. (abschieben); -wandeln /Vb.j
etw. ein wenig verändern, ändern: eine Methode,
These, einen Ausspruch a.; ein musikalisches
Thema a. (variieren); -wandern /Vb./ 1. viele
Arbeitskräfte sind während der Agrarkrise (vom
Land) in die Stadt abgewandert (sind in die Stadt
gezogen, um hier in einem neuen Beruf zu arbeiten)
—
2. M eteor, das Tiefdruckgebiet wandert ost
wärts ab (entfernt sich ostwärts); zu 1 -Wanderung,
die jvorw. Sg./; -wärme, die Techn. bei einem
Verbrennungsprozeß frei werdende (nicht genutzte)
Wärme; -warten /Vb./ 1.1. etw., jmdn. a. warten,
bis etw. eingetreten, bis jmd. gekommen, eingetroffen
is t: den richtigen Moment, eine günstige Gelegen
heit, das Ende des Spiels, jmds. Ankunft a.; ohne
seine Antwort abzuwarten, ging sie; das bleibt
abzuwarten; den Briefträger a.; sich abwartend
verhalten (zögern) 1.2 . wir werden hier das U n
wetter a. (bis zum Ende des Unwetters warten);
+ a. und / Tee trinken; -wärts /Adv./ nach
unten: a. steigen, rollen; den Fluß a. (strom
abwärts) fahren; die Straße geht, führt a.; <J> vom
Direktor (an) a. (der Direktor und die rangmäßig
nach ihm Kommenden)
Abwärts/abwärts| -entwicklung, die Entwicklu ng
zu einem schlechten Zustand; -gehen /Vb.f umg.:
mit seiner Gesundheit, mit ihm geht es abwärts
(seine Gesundheit wird schlechter)
Ab/ab| -wasch, der; -(e)s, jo. Pl.j landsch. 1.
das Abwaschen des Geschirrs: laß mich den A.
machen! — 2. abzuwaschendes Geschirr: wir lassen
den A. bis morgen stehen;
-f- salopp das ist
ein A. (das kann alles gleichzeitig, zusammen er
ledigt werden); -waschbar /Adj.; nicht adv.; zu
- waschen 1.2 .1/: eine abwaschbare Tapete; -Wasch
becken, das landsch. Becken zum Abwaschen von
Geschirr; -waschen /Vb.f 1.1. etw. mit Wasser (und
Seife) von etw. entfernen: den Schmutz (von den
Händen) a. 1.2.1. etw. mit Wasser (und Seife)
säubern: das Gesicht a.; die Tapeten a. 1.2.2.
landsch. Geschirr mit heißem Wasser und einem
Spülmittel von Speiseresten, Schmutz säubern: nach
dem Essen waschen wir gleich (das Geschirr) ab;
die Teller, Bestecke a.
Abwasch landsch.)
-s chüssel, die Schüssel zum
Abwaschen von Geschirr; -tisch, der Tisch mit ein
gepaßten Abwaschschüsseln; -wasser, das jo. Pl.j
Wasser, in dem Geschirr abgewaschen werden soll,
w ord en ist: das A. einlaufen lassen, ausschütten
Ab/ab| -wasser, das /PI.
-wässer/ fachspr. durch
häuslichen, gewerblichen, industriellen Gebrauch ver
unreinigtes W asser: gewerbliche, industrielle Ab
wässer; das A. beseitigen, verwerten, reinigen;
-wechseln /Vb.; hat/ 1.1 . (sich) mit jmdm. (bei
einer Tätigkeit) a. eine Tätigkeit im Wechsel mit
jmdm. ausführen: sich mit jmdm. beim Vorlesen
a.; wir wechseln (uns) in der Pflege des Kranken,
am Krankenbett ab 1.2. zwei Dinge wechseln
(sich) ab zwei Dinge folgen im Wechsel aufeinander,
lösen sich ab : Scherz und Ernst wechselten (sich)
ab; abwechselnd (wechselweise, im Wechsel) rot
und blaß werden; -wechs(e)lung, die; -,
-en 1.1.
angenehme Unterbrechung vom Üblichen, Normalen,
Alltäglichen : dein Besuch war eine willkommene
A .; am Sonntag brauche ich etwas A. (Zer
streuung) 1.2. jo. PI./ Aufeinanderfolge von Ver
schiedenem: das Programm war reich an A.; diese
Landschaft bietet mannigfaltige A .;
+ spött.
die A. lieben (häufig die Freundin, den Liebhaber
wechseln); -weg, der 1.1. jvorw. PL; in den Ver
bindungen/ auf Abwege geraten, kommen (den
sittlichen Halt verlieren) 1.2. falscher Weg (5) im
Hinblick auf den GedankengUng: diese Schluß
folgerung führte ihn auf einen A .;
- wegig /Adj./
auf einen Abweg führend, verfehlt: ein abwegiger
Gedanke; ich finde diesen Plan a.;
- wehr, die
jo. PL/ 1. das Abwehren (1): die A. des Gegners,
eines Angriffs; eine militärische, wirksame A .;
auf A. (Widerstand 1) stoßen — 2. ablehnende
Haltung, innerer Widerstand gegen jmdn.,
etw.:
auf A. stoßen; er spürte ihre A.
—
3. Ballspiele
Verteidigung (3): dank der starken A. siegte unsere
Mannschaft — 4. /noch BR D ; Bez. für eine geheim-
dienstliche Organisation auf militärischem Gebiet/;
- wehren /Vb./ 1. den Gegner a. (durch Kämpfen
erreichen, daß ein angreifender Gegner zurück
weicht); einen Angriff a. (durch Kämpfen erreichen,
daß ein A ngriff scheitert) — 2. etw. abwenden (3):
eine drohende Gefahr, ein Unglück a.
—
3. etw.
zurückweisen (2): jmds. Dank, einen Verdacht a.;
eine abwehrende Geste machen
Abwehr) -reaktion, die Med. etw., bes. eine Krank
heit abwehrende physiologische Reaktion eines
Orga n ism u s: die A. eines erkrankten Organismus;
-Spieler, der B allspiele Verteidiger (1.2); -Stoffe,
die /Pl.j: die A. (Antikörper) im menschlichen
Organismus
ab/Ab| 1-weichen /sw. Vb.j 1.1. etw. Festgeklebtes,
Haftendes durch Feuchtigkeit weich machen und es
ablösen (hat): er hat die Briefmarke (vom Brief),
das Etikett (von der Flasche) abgeweicht 1.2.
durch Feuchtigkeit weich werden und sich ablösen
(ist): die Briefmarke, das Etikett ist abgeweicht;
2-weichen /st. Vb.j 1. von einer bestimmten Rich
tung a. eine eingeschlagene Richtung, einen ein
geschlagenen Weg verlassen: er ist vom Kurs, von
der (Reise)route abgewichen; O keinen Zentimeter
von der Pflicht, der Wahrheit a.; vom Thema a.
(abschweifen) — 2. etw. weicht von etw. ab etw.
ist anders als etw., mit dem es in Beziehung gesetzt
w ird : mein Ergebnis weicht stark, teilweise von
seinem ab; die beiden Textfassungen weichen (im
Wortlaut) voneinander ab; -weichung, die; -,
-en
1. /zu 2-weichen/; zu 1: die A. der Magnetnadel;
O eine A. von der Regel; linke, rechte Ab
weichungen (das Sichentfernen von einer von der
Masse der Mitglieder einer marxistisch-leninisti
schen Partei verfolgten Linie) — 2. es gibt be
deutende Abweichungen (Unterschiede) in ihrer
Auffassung von der Sache, in den Zeugenaussagen;
- weiden /Vb./: die Kühe weiden das Gras, die
Wiesen ab (fressen beim Weiden das Gras ab);
26
abweisen — abziehen
- weisen /Vb./ 1.1 . etw. mit Entschiedenheit ab
lehnen: jmds. Hilfe, ein Geschenk, eine Bitte,
Forderung, einen Antrag a .; eine abweisende
Miene, Antwort 1.2 . jmdn. nicht empfangen wollen
und ihn dieses wissen lassen: einen Besucher
schroff, kühl, höflich a.; sich abweisend verhalten;
den Kläger a. (seine Klage nicht anerkennen); zu 1
- Weisung, die; -wenden /Vb./ 1 . etw. ,
sich w eg
wenden: den Kopf a.; die Augen, den Blick a.
(wegblicken) ; sich (von jmdm.) wortlos, entrüstet,
mit Verachtung a.; <0> sich innerlich von jmdm.
a.; das Glück wandte sich von ihm ab — 2.
/wendete ab, hat abgewendet/ einen Hieb, Schlag
a. (abwähren und in eine andere Richtung lenken)
—
3. /wendete ab, hat abgewendet/ etw. verhindern,
verhüten: eine Gefahr, Katastrophe, einen Krieg
a.;
-Wendung, die jo. PL; zu -wenden 2 u. 3/;
-werben / Fö./ jmdn. durch ein verlockendes Angebot
dahin bringen, daß er sein bisheriges Arbeitsverhält
nis aufgibt und ihn für die eigene Arbeitsstelle
gewinnen jbes. in der kap. Wirtschaft auftretendes
Vorgehenf: qualifizierte Arbeitskräfte a.; dazu
- Werbung, die; -werfen /Vb./ 1.1. etw.,
bes. eine
Last, aus der Höhe herabfallen lassen, herunter
w erfen : das Flugzeug warf Bomben, Flugblätter,
Ballast ab 1.2. das Pferd wirft den Reiter ab
(bewirkt, daß der Reiter herunterfällt); O das Joch
a. (abschütteln 2.1) — 2. etw. wirft einen Gewinn
ab etw. bringt einen Gewinn: das Geschäft warf
einen großen Gewinn ab; das wirft nicht viel ab;
- werten /Vb./ 1. eine Währungseinheit a. (ihre
Goldparität herabsetzen); der Franc wurde ab-
gewertet — 2. etw. in seinem ideellen Wert herab
setzen: er wertet alles ab; eine abwertende Kritik;
dazu -Wertung, die; -wesend /Adj.j 1. jmd. ist a.
jmd. ist nicht anwesend: zwei Mitglieder waren
(aus dienstlichen Gründen) a.; er war mehrere
Tage (von zu Hause) a.; den abwesenden Leiter
benachrichtigen — 2 . in Gedanken verloren: bei
der Unterhaltung a. sein; a. lächeln; mit ab
wesendem Blick dasitzen; -Wesenheit, die; - ,
-en
jvorw. 8 g .; zu -wesend 1/: während, in meiner A .;
nach langer A .; jmds. A . zu etw. benutzen;
-j- umg. spött. durch A. glänzen (abwesend sein
und dadurch auffallen); -wickeln /Vb./ 1. etw. auf
etw., um etw. Gewickeltes durch Wickeln entfernen:
den Faden (vom Knäuel) a.; eine Binde a.
—
2.1. etw. ordnungsgemäß hintereinander aus-, durch
führen, ablaufen lassen: ein Verfahren, Programm,
Geschäft, einen Auftrag a. 2.2 . sich a. ordnungs
gemäß hintereinander ablaufen: der Verkehr wickelt
sich reibungslos ab; zu 2 -wick(e)lung, die / vorw.
8g.j; -wiegen /st. Vb./ etw. a. das gewünschte
Gewicht einer kleineren Menge durch Wiegen er
mitteln : ein Pfund Mehl a.; die Zutaten a.;
- wim
meln /Vb./ umg. eine lästige Person, Sache (mit
Ausreden) abweisen: einen Besucher, Gläubiger a.;
die Arbeit, den Auftrag habe ich mir abgewim
melt; ich lasse mich nicht a.;
-wind, der Flugw.
abwärts gerichtete Luftströmung; -winkeln /Vb./:
den Arm a. (so halten, daß ein Winkel entsteht);
-winken /Vb./ mit einer Handbewegung seine Ab
lehnung zum Ausdruck bringen: ungeduldig, ärger
lich a.;
- wirtschaften /Vb./ um g. jmd., etw. hat
abgewirtschaftet jmd., etw. hat sich durch schlechtes
Wirtschaften wirtschaftlich zugrunde gerichtet: der
Unternehmer, die Firma hat abgewirtschaftet;
O das Regime, die Junta hat abgewirtschaftet
(ist nicht mehr in der Lage, seine, ihre Macht auf
rechtzuerhalten); -wischen /Vb./ 1.1. etw. durch
Wischen (1.2) von etw. entfernen: den Staub (vom
Tisch), das Blut a .; sich die Tränen, den Schweiß
a. 1.2. etw. durch Wischen (1.2) säubern: den Tisch
mit einem Tuch, sich den Mund, die Stirn a.;
-wracken [sw. Vb.; hat; / auch abgewrackt/ ein
nicht mehr einsatzfähiges, altes od. beschädigtes
Fahrzeug, bes. Schiff, zerlegen und verschrotten:
ein Schiff, Auto a.;
- wurf, der das Abwerfen (1.1);
-würgen /Vb./ 1. etw. autoritär, mit undemokrati
schen Mitteln zunichte machen, zum Erliegen
bringen: eine Diskussion, Kritik a.
—
2. den Motor
a. (durch unsachgemäße Handhabung den Motor
zum Stillstand bringen); -zahlen /Vb./ 1.1. eine
Ware in Raten bezahlen: den Kühlschrank a.
1.2. eine Summe, die man jmdm. schuldet, in Raten
zurückzahlen: ich habe die Schulden, die tausend
Mark abgezahlt; -zählen /Vb./ 1.1. Sachen, Per
sonen a. aus einer Menge von Sachen, Personen
eine bestimmte Anzahl durch Zählen bestimmen: das
Fahrgeld abgezählt bereithalten; die Anwesenden
nach Gruppen zu drei Personen a. 1.2. Kinder
spiel mit einem Abzählreim ein Kind für eine be
stimmte Aufgabe bestimmen: die Kinder wollten
Versteck spielen und zählten ab, wer suchen sollte;
+ sich etw. an den (fünf) / Fingern a. können;
-zählreim, der Reim, dessen Silben ein Kind nach
einander zu einer bestimmten Zähl von Kindern
sagt, wobei durch die letzte Silbe bestimmt wird, wel
ches Kind eine bestimmte Aufgabe in einem Spiel er
hält; -Zahlung, die /zu -zahlen/; zu 1.1: etw. auf
A. (Teilzahlung, Ratenzahlung) kaufen; -zapfen
/Vb./ 1.1. etw. zapfen: Bier, Wein a. 1.2. umg.
jmdm. Blut a. (für eine Untersuchung abnehmen);
-zappeln, sich /Vb./ umg. sich sehr eifrig um etw.,
jmdn. bemühen: er zappelte sich ab, um sein Ziel
zu erreichen; -zehren /Vb./: die Krankheit, der
Kummer hat ihn völlig abgezehrt (mager werden
lassen); er sah abgezehrt aus; -Zeichen, das 1. klei
neres Gebilde mit einer figürlichen Darstellung od.
Inschrift zum Anstecken 1.1. bes. als Kennzeichen
der Mitgliedschaft, der Zugehörigkeit zu einer Ge
meinschaft: ein A. (am Rockaufschlag) tragen; ein
A. anstecken 1.2. als Erinnerung an ein bestimmtes
Ereignis, einen bestimmten Ort, an jmdn.: A . tau
schen — 2. fachspr. von der umgebenden Färbung
abweichende, meist weiße od. fleischfarbige Stelle im
Haar, Gefieder, am Kopf, an den Beinen von Haus
tieren, bes. von Pferden; -zeichnen /Vb./ 1. etw.,
jmdn. nach einer Vorlage od. nach der Natur zeich
n e n : der Junge zeichnete (aus dem Lesebuch)
einen Sputnik ab; einen Baum, eine Blume a.
—
2. ein Schriftstück mit seinem Namen, dem Zeichen
für seinen Namen versehen, als gesehen kennzeich
nen: einen Umlauf a.; bitte a.!
—
3.1. sich gegen
etw., von etw. abheben (3): die Türme zeichnen sich
scharf gegen den Himmel, vom Himmel ab
3.2. sich a. (in seinen Umrissen) erkennbar, sicht
bar sein : unter der Haut des Brustkorbes zeichnen
sich die Rippen ab; O eine Entwicklung, Tendenz,
Möglichkeit, Gefahr zeichnet sich (klar, deutlich)
ab; -ziehbild, das seitenverkehrt auf Papier auf
gebrachtes Bild, das nach Anfeuchten auf etw. über
tragen wird, wobei das Papier abgezogen wird;
- ziehen /Vb./ 1. (hat) 1.1. etw. von, aus etw. ziehen
albzielen — 1Acht
27
und dadurch entfernen: den Ring (vom Finger) a.;
den Zündschlüssel a. (herausziehen 1) 1.2 .1 . etw.,
das etw. als Hülle umgibt, davon entfernen: einem
Hasen das Fell, die Haut a.; die Haut vom Pfir
sich a.; den Bettbezug a. 1.2.2. einen Hasen, Pfir
sich a. (sein Fell, die Haut entfernen); das Bett a.
(die Bettwäsche vom Bett entfernen) — 2. (ist) 2.1 . ab
rücken, abmarschieren: die Truppen zogen ab
2.2 . umg. Weggehen (1.1): das Kind zog strahlend,
enttäuscht ab 2.3 . der Bauch zieht durch den
Schornstein ab (entfernt sich durch den Schorn
stein) — 3. Truppen mit einem militärischen Befehl
vom Ort ihres Einsatzes abrufen (hat): die Truppen
sind aus ihren Stellungen abgezogen worden; die
Artillerie von einem Frontabschnitt a.
—
4. etw.
von etw. a. eine Zahl, Summe um eine andere Zahl,
Summe vermindern (hat): 20 von 100 a. (subtra
hieren); die Steuern vom Bruttogehalt a.; zehn
Prozent sind vom Preis abzuziehen — 5. (hat) das
Parkett a. (durch Bearbeiten mit bestimmten Geräten
abschleifen 1) — 6. (hat) ein Messer auf einem Stein
a. (schärfen 1) — 7. (hat) etw. a. einen Abzug (4.2)
von etw. machen, etw. vervielfältigen: einen Schrift
satz a .; eine Arbeitsanweisung für alle Mitarbeiter a.
lassen — 8. (hat) Wein, Bier (auf Flaschen) a. (ab
füllen 1.1) —9. (hat) Kochk. die Suppe (mit einem
Ei, Eigelb) a. (mit einem Ei, Eigelb verrühren);
+ eine / Schau, eine / Show a.; -zielen /Vb.f auf
etw. , jmdn. zielen (2): seine Bemerkung zielte auf
dieses Vorkommnis ab; sie hatten verstanden, wor
auf er abzielte; -zug, der 1. fo . P L ; zu -ziehen 2.1,
2.3, 4/; zu 2.1: den Gegner zum A. zwingen; der A.
der Truppen; zu 2.3: der A. des Bauches; zu 4:
nach A. der Unkosten; papierdt. etw. in A. brin
gen (abziehen) — 2. /nur im Pl.f 2Steuern und an
dere Summen, die vom Lohn, Gehalt abgezogen
w erd en : geringe, hohe, monatliche Abzüge (vom
Lohn); ohne Abzüge — 3. Anlage zur Ableitung
lästiger, schädigender Dämpfe, Gase: über dem
Herd befindet sich ein A. (für den Bauch) —
4.1 . 1Positiv: Abzüge machen lassen 4.2 . von einer
Vorlage durch ein bestimmtes Druckverfahren, durch
ein Verfahren zur Vervielfältigung hergestelltes
Duplikat: der A. eines Schriftsatzes; der A. (K or
rekturabzug) ist noch nicht korrigiert — 5. Hebel
an einer Feuerwaffe zum Auslösen des Schusses;
- züglich /Präp. mit Gen./ nach Abzug von, vermin
dert um, xohne (2): a. der Unkosten; /o. erkennbare
Rektion in Verbindung mit starkem Subst. im Sg. o .
Art. u . Attr.; mit Dat., wenn der Gen. PI. nicht er
kennbar ist/: a. Rabatt; -zugsbügel, der Bügel
zum Schutz des Abzugs (5); -zupfen / Vb./ etw. durch
Zupfen abtrennen: Blütenblätter a.; -zwacken fVb./
salopp 1.1. (sich) Geld abknapsen 1.2. jmdm. einen
Teil von etw. (aus Sparsamkeit) entziehen; -zweig,
der abzweigende Autobahn: bis zum A. nach N fah- .
ren; -zweigdose, die Elektrotechn. Bauelement,
das elektrische Kabel, die in verschiedene Richtun
gen führen, miteinander verbindet; -zweigen /sw.
Vb.; ist, hat/ 1. (ist) links zweigt von der Haupt
straße ein Weg ab (links beginnt, seitlich von der
Hauptstraße wegführend, ein Weg) — 2. umg. etw.
(heimlich) zu einem bestimmten Zweck von etw. weg
nehmen (hat): er hat von dem Material etwas für
sich abgezweigt; -zweigung, die; -,
-en abzweigen
der Weg, abzweigende Straße; -zwicken /Vb./ umg.
etw. abkneifen: ein Stück Draht a.; -zwingen / Vb.f
1.1. jmdm. etw. abnötigen (1.1): sein Verhalten, er
zwingt mir Achtung, Respekt, Bewunderung ab
1.2. sich etw. a .: er zwang sich ein Lächeln ab (er
zwang sich dazu zu lächeln); -zwitschern /Vb.; ist/
s a lo p p Weggehen (1.1): nach dem Mittagessen ist
er endlich abgezwitschert
a capella [aka..] Mus. /von Chorgesang/ ohne M it
wirkung von Instrumenten: a. singen
Accessoires, die /PI./ [aksesöa:r(s)] m odisches Z u
behör zur Kleidung wie Handtasche, Schmuck, Gürtel
ach /Ausruf, der je nach der Situation od. dem Zu
sammenhang z. B . Bedauern, Verwunderung, Ver
langen, plötzliches Verstehen, Verneinung des
Sprechers ausdrückt/: a., wie schade!; a., ist das
schön!; a., du bist es!; a. so («soist das also) !; /in den
Verbindungen/ umg. a. / was, a. / wo (her)!
+ a. und weh schreien (jammern und klagen); umg.
mit Ach und Krach (mit Mühe, nur unter großen
Schwierigkeiten)
Achat, der; -(e)s, -e streifig gezeichneter Halbedel
stein von unterschiedlicher Färbung
Achillesferse, die + etw. ist jmds. A . (jmds. ver
wundbare Stelle, jmds. schwache Seite)
Achse, die; -,
-n 1. Vorrichtung zum Aufhängen der
Räder an einem Fahrzeug: die A. ist gebrochen; bis
an die Achsen im Schlamm einsinken — 2. ge
dachte, meist mitten durch einen Körper (2) ver
laufende Linie, um die er sich dreht: die Erde dreht
sich um ihre A .; er drehte sich um die eigene A.
—
3. Math. 3.1. Koordinatenachse 3.2. Symmetrieachse
4* umg. auf (der) A. (unterwegs, auf Reisen) sein
Achsel, die; -,
- n Schulter (1): die Achseln heben,
senken; mit den Achseln, die Achseln zucken /bes.
als Ausdruck des Zweifels, der Ratlosigkeit/; den
Rucksack über die A. werfen; sich ein Buch unter
die A. klemmen; unter der A. (in der Achselhöhle)
Fieber messen
+ jmdn. über die A. ansehen (jmdn. gering-
schätzen 2); etw. auf die leichte A. nehmen (etw.
nicht genügend ernst nehmen)
Achsel/achsel| -höhle, die grubenartige Vertiefung
unter der Achsel; -klappen, die /PL/ Schulterstücke;
- zucken, das; -s, /o. PI./ das Zucken mit den
Achseln als Zeichen bes. von Nichtwissen, Gleich
gültigkeit: ein (verächtliches, hochmütiges) A. war
die Antwort; -zuckend /Adj.; vorw. adv./ mit
Achselzucken: a. hinausgehen
Achsen] -bruch, der Bruch einer Achse; -kreuz, das
Math. Koordinatensystem
Achs|Schenkel, der Techn. Teil der Achse, der das
gelenkte Rad beim K raftwagen trägt
Jacht /Kard.zahl 8/ 1.1. er arbeitet täglich a. Stun
den; in Reihen zu acht(en) marschieren; eine Acht,
Achten (Figur, Figuren beim Schlittschuhlaufen in
der Form einer 8) laufen; umg. eine Acht (Ver
biegung der Fahrradfelgen, die der Form der 8 nahe
kommt) haben;
auch drei 1.2. a. Tage eine Woche:
in, vor, nach, seit a. Tagen; heute, Mittwoch vor a.
Tagen; alle a. Tage
2acht /in den Verbindungen/ etw. außer a. lassen
etw. nicht berücksichtigen, nicht beachten: einen
Umstand, die Regeln außer a. lassen; sich in a.
nehmen vorsichtig sein, aufpassen, sich vorsehen:
nimm dich in a., daß du dich nicht erkältest; nimm
dich vor ihm in a. (hüte dich vor ihm); / auch
2Acht
xAcht, die; -,/o.Pl./ im Mittelalter praktizierter Aus-
28
2Acht — Adamsapfel
Schluß einer Person aus der weltlichen Gemeinschaft,
vom Rechtsschutz: über ihn wurde die A. verhängt;
er wurde mit der A. belegt (geächtet 1.3, für vogel
frei erklärt)
+ geh. jmdn. in A. und Bann tun (jmdn. ver
achten und aus der Gemeinschaft ausschließen)
2Acht, die; -, jo. PL; in der Verbindungj etw. außer
aller A. lassen (etw. ganz außer acht lassen); auch
2acht
Acht/aeht|: / a u ch Drei/drei|
achtbar /Adj./ geh. 1. Achtung fordernd, anerken
nenswert: eine achtbare Leistung — 2. veraltend
von anderen geachtet, mit einwandfreiem Leumund:
er war das Kind achtbarer Eltern
achte /Ord.zahl zu acht/; / auch dritte
Acht/acht| -eck, das /PL -e/ von acht Strecken be
grenzte (ebene) geometrische Figu r; -eckig /Adj./ in
der Form eines Achtecks
achtel vgl. drittel: ein a. Liter
Achtel, das; -s, - vgl. Drittel
Achtel| -liter, der, fachspr. das: ein A. Wasser;
-note, die Mus. Note, die den achten Teil des Wertes
einer ganzen Note hat
achten, achtete, hat geachtet 1.1. auf etw., jmdn. a.
einer Sache, jmdm. Beachtung, Aufmerksamkeit
schenken, etw.,
jmdn. beachten: wir hatten nicht
auf das herannahende Gewitter geachtet; er
achtete (nicht) auf das, was ich sagte; ich habe
nicht auf die Anwesenden geachtet; v e r a lte n d
einer Sache, jmds. nicht a . : ohne ihrer, der Gefahr
zu a.; etw. nicht a.: er achtete nicht die Gefahr
1.2. auf jmdn., etw. aufpassen: achte auf dasKind!;
ich werde darauf a., daß die Milch nicht über
kocht — 2.1. jmdn. a. vor jmdm. Achtung haben:
jmdn. (wegen seiner Tüchtigkeit) sehr a. 2 .2. etw. a,
einer Sache Achtung entgegenbringen: jmds. Gefühle,
Beweggründe, Grundsätze a.
ächten, ächtete, hat geächtet 1.1. jmdn. (verachten
und) als unliebsam aus einer Gemeinschaft aus
schließen: die anderen Häftlinge ächteten ihn
1.2. etw. scharf verurteilen und ablehnen: ächtet die
Atomwaffen! 1.3. jmdn. ä. (über jmdn. die 1Acht
verhängen)
achtens /Adv./ vgl. d rittens
achtens|wert /Adj./ wert, geachtet zu werden: er ist
ein achtenswerter Mensch; achtenswerte Motive
Achter, der; -s, - Rudern Rennboot für acht Ru
derer und einen Steuermann
Achter] -bahn, die Berg-und-Tal-Bahn mit mehre
ren Schleifen (2) in der Form einer 8; -deck, das
Seemannsspr. hinteres Oberdeck
achterlei, achterlei /indekl./ vgl. dreierlei
achtern /Adv./ Seemannsspr. hinten (1): der
Wind kam von a.
Achter|steven, der Seemannsspr. hinterer Steven
acht] -geben /Vb./ 1.1. auf jmdn., etw. aufpassen:
gib auf das Kind acht!; auf den Kuchen im Back
ofen a. 1.2. auf etw., jmdn. achten: aufjmds. Worte
a.; gib acht (auf das), was ich dir sage!; -haben / Vb.f
geh. auf etw., jmdn. achten: auf diesen Umstand
hatte ich nicht achtgehabt; -los /Adj./ gleichgültig,
ohne einer Sache, jmdm. Beachtung zu schenken: a.
an etw. , jmdm. Vorbeigehen; etw. a. wegwerfen
achtsam /Adj./1. mit etw. a. (sorgfältig) umgehen —
2. veraltend geh. a. (aufmerksam 1.1) zuhören
Achtung, die; -, /o. PI./ 1. /indekl.; als warnender
Zuruf achtzugeben, aufmerksam zu sein od. als mili
tärisches Kommando/: A. (Vorsicht), Stufen! /als
warnende Aufschrift/; A.,
Hochspannung, Lebens
gefahr!; A. (aufgepaßt)! Mil. /als Kommando, wo
bei alle Haltung annehmen/ — 2. die positive, an
erkennende, gute Meinung, die man von jmdm., etw.
hat (und die dadurch bestimmte Haltung ihm gegen
über): vor jmdm., einer Leistung große, hohe A.
haben; die A. vor dem Leben; jmdm. A . einflößen;
jmds. A . erwerben; mit A. von jmdm. sprechen; das
gebietet die gegenseitige A .; er ist in unserer A. ge
stiegen, gefallen, gesunken; jmdm. A. erweisen,
entgegenbringen; die A. der Kollegen genießen;
sich allgemeiner A. erfreuen; jmdn. mit A. be
handeln
umg. alle A. (das verdient Anerkennung, das
hätte ich nicht erwartet) !
achtung|gebietend /Adj.; nicht adv./ Achtu ng (2)
abnötigend: eine achtunggebietende Persönlich
keit, Leistung
Achtungs/achtungs| -erfolg, der jo . P L/: die Auf
führung hatte nur einen A. (hatte nur eine gewisse
Achtung 2 eingebracht); -voll /Adj./ Achtung (2)
ausdrückend: jmdn. a. begrüßen, anblicken
achtzehn /Kard.zahl 18/
achtzig /Kard.zahl 80/; / auch dreißig
-+* sa lopp auf a. (sehr wütend, ärgerlich) sein
achtziger /indekl. A d j .; n u r attr./ vgl. dreißiger
Achtziger, der; -s, - vgl. Dreißiger
achtzigste /Ord.zahl zu achtzig/; / auch dreißigste
ächzen /sw. Vb.; hat/ vor Schmerz, bei einer körper
lichen Anstrengung kurz und mit gepreßt klingendem
Laut ausatmen: laut, leise ä.; sich ächzend bücken;
O die Bäume ächzten im Sturm; der Wagen ächzte
unter der Last
Acker, der; -s, Acker abgegrenztes Stück Ackerland :
ein fruchtbarer, ertragreicher, lehmiger, steiniger
A .; den A. bestellen, pflügen, düngen; der A. liegt
brach
Acker] -bau, der jo. PL/ Maßnahmen, die der Be
bauung, Nutzung des Ackerlandes, dem Anbau von
Nutz-, Kulturpflanzen dienen: A. treiben; Acker-
und Pflanzenbau; A. und Viehzucht; -boden, der
/vorw. Sg./ als Ackerland, für die Pflanzenproduk
tion genutzter, geeigneter Boden (1): schwerer, leich
ter A.;
-gerät, das /vorw. Pl.j landwirtschaftliches
Gerät zur Bodenbearbeitung und Pflege der K ul
turen; -krume, die Krume (1); -land, das /o. PL/
für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion ge
nutztes Land (2)
ackern /sw. Vb.; hat/ umg. angestrengt arbeiten,
sich abmühen: ich habe heute den ganzen Tag
mächtig geackert
a conto [akon..] Bank auf (laufende) Rechnung,
auf Konto von ...: eine Summe a. zahlen
ad absurdum [at |ap..]
+ etw. a. führen das Widersinnige von etw. be
w eisen: einen Gedanken, eine Behauptung a. füh
ren
ad acta [at|akta]
+ etw. a. legen (als erledigt betrachten)
adagio /Adv./ [ada:d3o, auch adagio] Mus.
langsam (1)
Adam Riese
+ umg. scherzh. nach A. richtig gerechnet: zwei
mal zwei ist nach A. vier; das macht nach A. zehn
Mark
Adams| -apfel, der hervortretender K norpel des
Adamskostüm — Adventszeit
29
männlichen Kehlkopfes; -kostüm, das
-j- umg.
scherzh. /vom Mann/ im A. (nackt)
Adapter, der; -s, - Techn. (Zusatz)gerät zur Ver
bindung zweier (elektronischer) Bauelemente
adaptieren /sw. Vb .; hat/: ein literarisches, musi
kalisches Werk a. (es umarbeiten, um es den Bedin
gungen einer anderen Gattung anzupassen); einen
Roman für den Film a.; dazu Adaption, die; -en
adäquat /Adj./ [at|e..] angemessen, entsprechend:
eine adäquate Darstellung; einen adäquaten Aus
druck finden; etw. a. widerspiegeln
addieren jsw. Vb.; hat/ zwei od. mehrere Zahlen a.
aus zwei od. mehreren Zahlen die Summe er
rechnen: Zahlen, Beträge, die Kosten a.
Addier|maschine, die einfache mechanische R e
chenmaschine zum Addieren und Subtrahieren von
Zahlen
Addition, die; -en das Addieren
ade veraltend auf Wiedersehen!: jmdm. a. sagen
Adel, der; -s, jo. PL/ 1. sich mit dem Übergang
zur Klassengesellschaft herausbildender Stand und
während der Epoche der Feudalgesellschaft zusam
men mit der Geistlichkeit herrschende, den größten
Teil vom Grund und vBoden besitzende Klasse —
2. veraltend geh. edle Gesinnung, Würde: jmd.
besitzt A.
adelig /Adj./ s. adlig
adeln jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. in den Adelsstand er
heben,, jmdm. den Adelstitel verleihen — 2. v e r
altend geh. etw. läßt jmdn. als Menschen von, mit
Adel (2) erscheinen: sein Verhalten adelt ihn
Adels] -stand, der jo. Pl.j 1.1. Adel (1) 1.2. jmdn.
in den A. erheben (jmdn. als zu 1.1 gehörend er
klären, jmdm. die Wurde von 1.1 verleihen); -titel,
der Bestandteil des Namens, meist in der Form
,vonl, der früher Kennzeichen für die Zugehörigkeit
zum Adel (1) war: er hat seinen A. abgelegt
Ader, die; -,
-n 1. Blutgefäß: an seinen Schläfen
traten die Adern hervor; eine A. abschnüren, ab-
binden — 2 .Jo. P l.j umg. eine dichterische, künst
lerische A. (Anlage, Begabung) haben — B. Elek-
trotechn. elektrischer 1Leiter eines Kabels: ein
Kabel mit drei Adern — 4. xGang (8) —5. Bot.
Gefäß (2.2) eines Blattes
4- umg. scherzh. jmdn. zur A. lassen (jmdn. fi
nanziell ausnutzen)
Ader]laß, der; -lasses, -lässe Med. Entnahme einer
größeren Menge Blut aus einer Vene
Adhäsion, die; -, jo. Pl.j Phys. durch das Wirken
molekularer K räfte an den begrenzenden Flächen
hervorgerufenes Aneinanderhaften zweier Körper
ad hoc [. .hok], ad hoc [. .h o:k]: einen Ausdruck a.
(eigens zu diesem Zweck) bilden
adieu [adio:] veraltend auf Wiedersehen'.: jmdm.
a. sagen
ad infinitum [at|in..] bis ins Grenzenlose, ohne
Ende, ohne aufzuhören: diese Aufzählung kann man
a. fortsetzen
Adjektiv, das; -s, -e [..vo] Gramm, zu den Nomi
na gehörendes Wort, das ein Substantiv als mit
einem bestimmten Merkmal, mit einer bestimmten
Eigenschaft versehen kennzeichnet und das deklinier
bar ist und meist gesteigert werden kann: ,jungc ist
ein A.; dazu adjektivisch jAdj.j [ . .v . .]
adjustieren jsw. Vb.; hat/ Techn.: ein Werkzeug,
Meßinstrument a. (gen a u ein stellen )
Adjutant, der; -en, -en Mil. der einem höheren Offi
zier zur Unterstützung in dienstlichen od. persön
lichen Angelegenheiten beigegebene Offizier mit
niederem Rang
Adler, der; -s, - 1 . großer Greifvögel mit kräftigem
hakenförmigem Schnabel und stark gekrümmten
Krallen — 2. Wappentier in Gestalt von 1
adlig /Adj.; nicht adv.j 1. dem Adel (1) angehörend —
2. einen Adelstitel tragend: eine adlige Familie —
B. veraltend geh. edel (1): eine adlige Gesinnung;
zu1u.2Adlige,deru.die;-n, -n
Administration, die; -, jo. Pl.j das Administrieren
administrativ jAdj.j 1.1. bürokratisch anordnend,
verfügend: a. Vorgehen 1.2. administrative (auf
dem Verwaltungsweg, mit Befugnis verfügte) Maß
nahmen
administrieren jsw. V b.; hat/ 1.1. etw. bürokratisch
anordnen, verfügen: statt zu überzeugen, admini
strierte er 1.2. veraltend etw. administrativ (1.2)
verfügen, anweisen
Admiral, der; -s, -e, auch Admiräle General der
Seestreitkräfte, dessen Dienstgrad dem des General
obersts entspricht
Admiralität, die; -,
-en jvorw. Sg .j in einigen Staaten
das oberste Kommando- und Verwaltungsorgan der
Seestreitkräfte
adoptieren jsw. Vb.; hat/: jmd., ein Ehepaar adop
tiert ein Kind (stellt zu einem nicht leiblichen Kind
ein rechtlich voll wirksames Eltern-Kind-Verhältnis
her); dazu Adoption, die; -,
- en: die A. eines Kindes
Adoptiveltern, die jPl.j Eltern eines adoptierten
Kindes
Adressat, der; -en, -en derjenige, der auf einer Post
sendung als Empfänger bezeichnet ist
Adresse, die; -,
-n 1. Angaben, die den Namen und
Wohnsitz einer Person, bes. eines Adressaten, be
treffen: meine A. lautet: ...; jmds. A. notieren;
seine A. hinterlassen; O eine Warnung an jmds. A .
(an jmdn.) richten — 2. bes. an eine politische In
stitution gerichtetes (offizielles) feierliches Schreiben
einer Gruppe, Institution als Gruß, Willenskund
gebung, Dank: eine A. an den Parteitag richten
-j- umg. bei jmdm. an die falsche A. kommen, ge
raten (bei jmdm. an den Unrechten kommen, von
jmdm. scharf abgewiesen werden)
adressieren jsw. Vb.; hat/: eine Postsendung a. (auf
eine Postsendung die Adresse des Empfängers
schreiben); ein falsch adressierter Brief; <0 sie ha
ben genau verstanden, an wen meine Bemerkung
adressiert (gerichtet) war
adrett jAdj.j sauber und ordentlich in der äußeren
Erscheinung und so einen angenehmen, gefälligen
Eindruck machend: ein adrettes Mädchen; sie ist
immer a. (gekleidet)
A-Dur, das; -, jo. Pl.j Mus. /Tonartj
Advent, der; -(e)s, -e [atv..] 1.1. jo. Pl.j vorweih
nachtliche Zeit, die mit dem ersten der vier Sonntage
vor dem Weihnachtsfest beginnt 1.2. jvorw. Sg .j der
erste, zweite, dritte, vierte A. (Adventssonntag)
Advents] -kalender, der für Kinder bestimmter
Kalender mit Bildern od. Süßigkeiten hinter ge
schlossenen Fensterchen, von denen in der Advents
zeit das Kind täglich eins öffnet; «kranz, der Kranz
aus Tannengrün mit vier Kerzen (von denen an je
dem Adventssonntag, mit einer beginnend, je eine
mehr entzündet wird); -Sonntag, der je einer der vier
Sonntage der Adventszeit; -zeit, die jo. Pl.j Advent
(l.i)
30
Adverb — agil
Adverb, das; -s, -ien [atv.., PI. . .bion] Gramm.
Wort, das ein im Satz genanntes Verb, Substantiv,
Adjektiv od. anderes Adverb genauer nach Ort, Zeit,
Grund od. Art und Weise bestimmt und das nicht
deklinierbar ist; dazu adverbial /Adj./
Adverbial Gramm.|
-bestimmung, die ein e ad
verbiale Funktion erfüllendes Satzglied; -Satz, der
Gliedsatz in der Funktion einer Adverbialbestim
mung
adverbiell /Adj./ [..v . .] s. adverbial
Advokat, der; -en,
-en [atv..] noch österr.
Schweiz. Rechtsanwalt
Aerobus [a|e:ro..] , Aerobus [e:r o .. ,
ero..]5 der
großes Verkehrsflugzeug, in das die Passagiere wie
in einen Bus über mehrere Eingänge einsteigen
Aerodynamik, die [a|erody.., e:ro.., e:ro..] Teil
gebiet der Physik, das sich mit den strömenden Ga
sen, bes. der strömenden Luft, befaßt
Aerostatik, die [a|ero.., e:ro.., e:ro..] Teilgebiet
der Physik, das sich bes. mit dem Druck, der Dichte
ruhender Gase, bes. der Luft, befaßt
Affäre, d ie ;
- n peinlicher, skandalöser Vorfall,
Fall', eine peinliche A. aus der W elt schaffen, bei
legen; er ist in eine dunkle A. verwickelt; jmdn.
in eine A. hineinziehen
+ sich (geschickt) aus der A. ziehen (geschickt er
reichen, daß man ohne Schaden aus einer unan
genehmen Situation herauskommt)
Affe, der; -n, -n I. 1. in zahlreichen Arten vorkom
mendes, zu den Primaten gehörendes Säugetier mit
gut entwickeltem Gehirn, das in den Tropen und Sub-
tropen meist auf Bäumen lebt und sich vorwiegend
von Pflanzen und Früchten ernährt — 2. umg.
Schimpfw. 2.1. dummer, blöder Kerl: so ein
(blöder) A.! 2.2. Geck, eitler, gezierter Mensch: so ein
A.!
—
n . fin der Verbindung! salopp einen Affen
haben (betrunken sein)
+ um g. ich denke, mich laust der A. (das über
rascht mich seh r); seinem Affen Zucker geben (sein
Steckenpferd reiten); salopp (wie) vom wilden
Affen gebissen sein (verrückt sein, den Verstand
verloren haben)
Affekt, der; -(e)s, -e Gefühlserregung großer Inten
sität und kurzer Dauer: einen A. hervorrufen, aus-
lösen; im A. handeln; die Tat wurde im A. be
gangen
Affekthandlung, die im Affekt begangene H and
lung
affektiert lAdj.f nicht natürlich, geziert, gekünstelt:
sich a. benehmen; a. sprechen; ein affektiertes
Benehmen
äffen fsw. Vb.; hat/ veraltend jmdn. narren,
täuschen: von einer Hoffnung geäfft werden
affen/Affen| -artig /Adj./ 1. in der A rt eines Affen
(L I): sich a. bewegen — 2. /emot./ mit affenartiger
(sehr groß er ) Geschwindigkeit laufen, rennen; -hitze,
die salopp \emot.f überaus große Hitze; -käfig,
der; -liebe, die übertriebene, unvernünftige, für
alles andere blinde Liebe: mit A. an seinem Kind
hängen; -schände, die salopp lemot.l: das ist eine
A. (ist empörend)!; -tempo, das fo.Pl.f salopp
lemot.f sehr hohes Tempo: er brauste mit einem A.
davon; -theater, das /o. Pl.f salopp femot.f im
Zusammenhang mit einer bestimmten Angelegenheit
stehendes, als unsinnig, lästig, übertrieben empfun
denes T un : das ist vielleicht ein A .!; -zahn, der
jo. Pl.f salopp lemot.f Affentempo
affig IAdj.1 umg. übermäßig auf sein Äußeres be
dacht, geziert, eitel: sich a. benehmen; ein affiges
Mädchen
Affinität, die; -enl. Verwandtschaft, Ähnlichkeit
und dadurch bedingte gegenseitige Anziehung: zu
jmdru., etw. eine gewisse A. fühlen — 2. Chem.
Neigung eines Stoffes, sich mit einem anderen unter
Freisetzung von Energie zu verbinden
Affront, der; -s,
-s [afroq, auch afro] schwere
Schmähung, Beleidigung: jmdm. einen A. antun;
in etw. einen A. gegen jmdn. sehen
Afroamerikaner, der; -s, - (in den USA lebender)
Nachkomme der nach Amerika verschleppten Be
wohner Afrikas
After, der; -s, - Ausgang des Mastdarmes
Agave, die; -,
-n [..vo] bes. in Mittel- und Nord
amerika in zahlreichen Arten vorkommender ein
keimblättriger Bedecktsamer mit meist dicken, R o
setten bildenden Blättern und oft sehr hohen Blüten
ständen
Agens, Agens, das; Agenzien [..Ion ] / Agentia
treibende Kraft, wirkende Ursache
Agent, der; -en,
-en 1. Person, die im Auftrag
eines Geheimdienstes od. einer ähnlichen Organisa
tion subversive, konterrevolutionäre, gegen die Grund
lagen einer progressiven Staatsmacht gerichtete
Machenschaften betreibt: Agenten einschleusen, un
schädlich machen — 2. v eralten d Vertreter (3)
Agentur, die;
-en 1. Nachrichtenagentur — 2.
veraltend Büro eines Agenten (2)
Agentur|meldung, die von einer Nachrichtenagen
tur verbreitete Meldung: einer A. zufolge ...
Aggregat, das; -(e)s, -e Techn. aus mehreren zu
sammenwirkenden, eine Funktion erfüllenden Ele
menten zusammengesetzte Maschine, Apparat, Gerät
Aggregat|zustand, der Phys. Erscheinungsform der
M a terie: der feste, flüssige, gasförmige A .; einen
Stoff in einen anderen A. überführen
Aggression, d ie;
-en 1. (bewaffnete) A. völker
rechtswidriger militärischer Überfall eines Staates,
einer Koalition auf einen od. mehrere andere Staa
ten: jede A. verurteilen — 2. Psych. sich meist
im Affekt äußerndes Verhalten, das auf die Beein
trächtigung, Schädigung von Sachen, Einrichtungen,
Personen gerichtet ist
Aggressions| -krieg, der Krieg, mit dem ein Staat,
eine Koalition eine Aggression begeht; -politik, die
/o. Pl.f auf (eine) Aggression gerichtete Politik
aggressiv lÄdj.j 1. auf Aggression (1) gerichtet:
die aggressive P olitik eines imperialistischen
Staates — 2.1. zu Aggression (2) neigend, durch
Aggression gekennzeichnet: er ist a., ist ein aggres
siver Mensch; a. reagieren 2.2 . er fährt sehr a.
(rücksichtslos 1.1); zu 2 Aggressivität, die; -,
/o.
Aggressor, der; -s, Aggressoren Staat, der eine
Aggression begeht: den A. Zurückschlagen; einen
Staat vor der Weltöffentlichkeit als A. verurteilen
Ägide, die fin der Verbindung! geh. unter jmds.
Ä. unter jmds. Schirmherrschaft: die Tagung stand
unter der Ä. des ...
agieren /sw. Vb.; hat/ 1. handeln (II.l.l), wirken:
selbständig, vorsichtig a.
—
2. Theater als Schau
spieler auftreten: die Schauspieler agierten mitten
unter den Zuschauern
agil /Adj./ geistig, körperlich beweglich: er ist noch
immer sehr a.
Agitation — Aide-memoire
31
Agitation, die; -en /vorw. Sg./ meist an die Lebens
interessen der Bevölkerung anknüpfendes politisch-
ideologisches Einwirken auf Bewußtsein und Stim
mung der Volksmassen durch Verbreitung bestimm
ter Ideen, Auffassungen, Ziele als Mittel des
Klassenkampfes: revolutionäre A.; Losungen als
Mittel der A .; A. und Propaganda /politisch-
ideologische Aufklärungsarbeit marxistisch-lenini
stischer Parteien!
Agitationslmaterial, das
Agitator^ der; -s, Agitatoren jmd . ,
der aktiv
revolutionäre, progressive Agitation betreibt
agitieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. Agitation betreiben:
unter den werktätigen Massen (für, gegen etw.) a.
1.2. umg. jmdn. von etw. zu überzeugen versuchen:
agitier mich nicht, ich weiß von allein, was ich
tün muß
Agitprop, die; -, /o. PL; Kurzw. für Agitation und
Propaganda/ Agitation und Propaganda mit M it
teln der Kunst zur Entwicklung revolutionären
Bewußtseins und Handelns
Agitprop|gruppe,die Agitprop treibende künstlerische
Gruppe
Agnostizismus, d er;
jo. Pl.f erkenntnistheore
tische Auffassung, die das Wesen des jeweiligen
Gegenstandes der Erkenntnis und in letzter Instanz
das der objektiven Realität für unerkennbar hält
Agonie, d ie; -,
-n [. .i:ön] Med. vom Sterbenden
meist nicht bewußt erlebtes Vorstadium des Todes:
in A. liegen; die A. ist eingetreten
Agrarflug, der Einsatz von Flugzeugen, Hub
schraubern in der Land-, Forstwirtschaft zur Dün
gung, Schädlingsbekämpfung und Waldbrandbe
kämpfung
Agrarland, das Land, dessen wirtschaftliche Struk
tur von der Landwirtschaft bestimmt wird
Agrarpolitik, die jo. PLI Gesamtheit der staatlichen
Maßnahmen und Methoden zur Entwicklung der
Landwirtschaft, deren Charakter der A rt der je
weiligen Gesellschaftsordnung entspricht: die sozia
listische A.
Agrarprodukt, das landwirtschaftliches Produkt
Agrarreform, die Bodenreform
AgrarStaat, der Agrarland
Agröment, das; -s,
-s [.. mä] Diplomatie
Zustimmung einer Regierung zur Entsendung
einer bestimmten Person als Leiter einer diploma
tischen Vertretung in ihren Staat: jmdm. das A. er
teilen
Agrobiologie, Agrobiologie, die /in d er D D R /
Wissenschaft von den biologischen Gesetzmäßig
keiten in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und
Gartenbau
Agrochemie, Agrochemie, die au f landwirtsch aft
liche Produktionsprozesse angewandte Chemie
Agronom, der; -en, -en 1.1. /in der DDR/ wissen
schaftlich ausgebildete Fachkraft im Bereich der
Pflanzenproduktion mit leitender od. beratender
Tätigkeit 1.2. fin der B R D / wissenschaftlich aus
gebildeter Landwirt
Agronomie, die; -, \o. PL/ 1.1. Wissenschaft vom
Ackerbau 1.2. Landwirtschaftswissenschaft
Agrotechnik, Agrotechnik, die /o. PL/ L a n d
technik (1)
ägyptisch /Adj./ [..y..]
+ eine ägyptische / Finsternis
ah 1.1. /Ausruf der Bewunderung, Überraschung/:
ah, wie schön!; ah, da bist du ja! 1.2. /Ausruf,
der plötzliches Verstehen (als Antwort auf eine Er
klärung) ausdrückt/: ah so!; ah deshalb!
aha, aha 1.1. /Ausruf, der plötzliches Verstehen
(als Antwort auf eine Erklärung) ausdrücktj: a.,
so ist das! 1.2. /Ausruf der Genugtuung/: a. (na
also), da haben wir’s !
Ahle, die;
- n spitzes Werkzeug, mit dem Löcher
in Leder und andere feste Werkstoffe gestochen werden
Ahn, der; -(e)s/-en, -en 1. geh. Vorfahr (1.1) —
2. süddt. österr. Großvater
ahnden, ahndete, hat geahndet geh. etw. be
strafen: ein Unrecht, Vergehen streng a.; dazu
Ahndung, die; -,
-en
Ahne, die; -,
-n /zu Ahn/
ähneln /sw. Vb.; hat/ jmdm., einer Bache ähnlich
sein, sehen: er ähnelt sehr seinem Vater; die
Geschwister ä. sich sehr
ahnen /sw. Vb.; hat/ etw. a. 1.1. ein (noch) un
vollständiges, ungenaues Wissen von etw. haben:
die Wahrheit a.; daß das so ist, habe ich dunkel
geahnt; das konnte ich nicht a. (im voraus wissen)
1.2. ein undeutliches Vorgefühl von einem kommen
den (unangenehmen) Ereignis haben: er hat das
Unglück geahnt; nichts ahnend, rannte er in sein
Verderben; mir ahnte nichts Gutes; um g. (ach)
du ahnst es nicht! /Ausruf der Überraschung/
ähnlich /Adj./ in bestimmten Merkmalen überein
stim m end : ähnliche Gedanken, Interessen; ä.
reagieren; es erging mir ä. wie damals; etw. Ähn
liches hat sich schon einmal ereignet; jmdm.,
einer Sache ä. sein mit jmdm.,
einer Bache in
bestimmten Wesenszügen, im Aussehen, in bestimm
ten Merkmalen übereinstimmen: er ist seinem Vater
sehr ä.; die Geschwister sind sich ä.; jmdm. , einer
Sache ä. sehen mit jmdm.,
einer Bache im Aus
sehen, in bestimmten Merkmalen übereinstimmen:
sie sehen sich zum Verwechseln ä.
-J
-
um g. das sieht dir, ihm, euch ä. (das ist nicht
anders von dir, ihm, euch zu erwarten) !
Ähnlichkeit, d ie; -,
- en: mit jmdm., einer Sache
Ä. haben (jmdm., einer Bache ähnlich sein, sehen)
Ahnung, die; -,
- en 1. undeutliches Vorgefühl von
einem kommenden (unangenehmen) Ereignis: meine
bösen Ahnungen trogen mich nicht; eine A. des
kommenden Unheils; ich habe so eine A. , als ob
er heute kommt — 2. umg. von etw. keine A.
haben etw. nicht wissen (1.1): ich hatte von seinem
Unfall keine A .; ich habe absolut keine, nicht die
geringste, mindeste A. (weiß überhaupt nicht), wo
er ist; von Mathematik keine A. haben (kein e
Kenntnisse in Mathematik besitzen)
4* von / Tuten und Blasen keine A. haben
ahnungsj -los /Adj./ 1.1. ohne etw. zu ahnen (1.2):
a. hereinkommen 1.2. ich war völlig a. (wußte von
nichts); er stellte sich a.; -voll /Adj./ voller Ahnung
(1) .
ahoi [ahoy] Seemannsspr.: Schiff a.! /Anruf
ein es Schiffes/
Ahorn, der; -(e)s, -e Laubbaum mit zweigeteilten,
geflügelten Früchten und meist gelappten Blättern
Ähre, die; -,
-n Blütenstand bes. bestimmter Ge
treidearten und Gräser: reife Ähren; Ähren lesen
Aide-memoire, d as; -,
- /-s [e:tmemoa:r] Diplo
matie nachträgliche Niederschrift von im diplo
matischen Verkehr mündlich abgegebenen Erklärun
gen : ein A. überreichen
32
Air — Akte
Air, das; -s, -s [e:r, s:r] I. /vorw. 8g .f geh. Aus
sehen, Haltung (2.2); Fluidum : ein besonderes A.
haben; er gab sich das A., weise zu sein — II .
Mus. melodiebetonter Satz einer Suite
Air|bus, der großräumiges Passagierflugzeug
Akademie, die; -,
-n [. .i:on] 1. zentrale Forschungs
und Bildungseinrichtung: die A. der Wissenschaften
der D D R ; er ist ordentliches, korrespondierendes
Mitglied, er ist Mitarbeiter der A. der Wissen
schaften; die A. der Künste der DDR — 2.1. /in
Nam en bestimmter Hochschulen!', die Medizinische
A. Magdeburg 2.2. /in der DDR; in Namen be
stimmter Institutionen, die der Weiterbildung der
Werktätigen dienenj: die A. für Ärztliche Fort
bildung der DDR — 8. Gebäude, in dem 1 ihren
Sitz hat
Akademiejmitglied, das Mitglied einer Akademie (1)
Akademiker, der; -s, - 1. /DDR veraltend/ an
einer Universität, Hochschule Ausgebildeter — 2.
Iseltenl Mitglied einer Akademie (1)
akademisch /Adj./ 1. jnicht präd.j einer Universi
tät, Hochschule entsprechend: eine akademische
Ausbildung haben; der akademische (an ein er
Universität, Hochschule ausgebildete) Nachwuchs;
den akademischen Grad eines Doktors (den
Doktortitel) erwerben; das akademische Viertel
(die Viertelstunde, um die die (Lehrveranstaltung
an einer Universität später als angegeben beginnen
kann) — 2. nicht praxisbezogen und unangemessen
abstrakt, theoretisch: eine rein akademische Auf
fassung; der Vortrag war mir zu a.
Akazie, die; -,
-n [..io] 1. Laubbaum Australiens,
Afrikas mit meist doppelt gefiederten Blättern und
gelben, tröpfchen- od. ährenförmigen Blutenständen
—
2. umg. Robinie
Akelei, Akelei, die;
- en Hahnenfußgewächs,
dessen meist blaue Blüten je einen langen 8porn
haben
Akklamation, die; -en vorw. österr. /zu akkla-
mieren/: der Vorsitzende wurde per, durch A.
(durch Zuruf, Beifall, ohne Abstimmung) gewählt
akklamieren /sw. Vb.; hat/ vorw. österr.: jmdn.
a. (jmdm. applaudieren, Beifall spenden, durch Zu
ruf Beifall bezeugen)
Akklimatisation, die; -,
- en jzu akklimatisieren/
akklimatisieren, sich /sw. Vb. ; hat/ sich an ver
änderte klimatische Verhältnisse, an veränderte
Lebensverhältnisse gewöhnen: er hat sich (in der
Großstadt) leicht, mühelos akklimatisiert; dazu
Akklimatisierung, die; -en
Akkord, der; -(e)s, -e I. Mus. Zusammenklang von
mehr als zwei Tönen mit verschiedener Tonhöhe:
volle Akkorde; einen A. anschlagen — II . jo. PI./
im A. (nach Akkordlohn) arbeiten
Akkordlarbeit, die /o. PI./ nach Akkordlohn be
zahlte Lohnarbeit im K ap. : A. leisten
Akkordeon, das; -s, -s Handharmonika, die auf
Druck und Zug des Balges den gleichen Ton hervor
bringt
Akkordlohn, der /o. PI./ Form des Arbeitslohnes
im Kap., bei der die Höhe des Lohnes der Arbeiter
von der in einer bestimmten Zeiteinheit von ihnen
herzustellenden Menge von Produkten abhängig
ist
akkreditieren /sw. Vb.; hat/fachspr. einen höhe
ren diplomatischen Vertreter als offiziellen Ver
treter seines Staates, einen ausländischen Journa
listen als offiziellen Pressevertreter anerkennen:
einen Botschafter a .; die akkreditierten Journa
listen; dazu Akkreditierung, die; -,
-en
Akkreditiv, das; -s,
-e [..vo] Diplomatie Be
glaubigun gssch reiben: der Botschafter überreichte
das A.
Akku, der; -s,
-s /Kurzw. fü r Akkumulator/ s.
Akkumulator
Akkumulation, die; -,
-en /vorw. Sg .j Pol. ök.
1.1 . die sozialistische A. (die Verwendung eines
Teils des gesellschaftlichen Mehrprodukts für die
Erweiterung der Produktion, für die Vergrößerung
der materiellen Fonds der nichtproduktiven Bereiche
und für die Bildung von Reserven der Produktion
und Konsumtion) 1.2. /im Kap./ die A. des Kapi
tals (die Anwendung von Mehrwert als Kapital od.
Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital)
Akkumulator, der; -s, Akkumulatoren / / auch
Akku/ Techn. Vorrichtung zum Speichern von
Elektroenergie: einen A. (auf)laden
akkumulieren /sw. Vb.; hat/ Pol. ök. /zu Akku
mulation/; zu 1.2: Teile des Mehrprodukts, des
Mehrwerts a. (als Kapital anwenden)
akkurat /Adj./ I . geh. 1. ordentlich (2): ein akku
rater Mensch — 2. ordentlich (1.1): a. gekleidet sein
—
II. /adv./ süddt. österr. genau, 3gerade: er
sah a. so aus wie sein Vater; zu I Akkuratesse,
die; -, /o. PI./
Akkusativ, der; -s, /o. PI./ Gramm. Kasus, der
das direkte Objekt des Satzes kennzeichnet, von
bestimmten Präpositionen abhängig sein kann: die
ses Substantiv steht im A .; ,gegen4 regiert den A.
Akkusativ|Objekt, das Gramm. Objekt im Akku
sativ
Akne, die; -,
-n /vorw. Sg./ [akno, auch akne]
Med. mit der Bildung von Knötchen, Pusteln ein
hergehende Erkrankung der Haut: an A. leiden
Akribie, die; -, /o. PL/ sehr große Genauigkeit,
höchste Sorgfalt, äußerste Gründlichkeit: wissen
schaftliche A .; etw. mit größter A. ausführen
Akrobat, der; -en, -en Artist, der sehr schwierige,
einmalige und gefährliche Körperübungen zeigt
Akrobatik, die; -, /o. PI./ 1. vielseitige, bes. turneri
sche Spitzenleistung an K raft und Geschicklichkeit
erfordernde sportliche Übungen, auch als Sportart:
im Freien, in der Halle A. betreiben — 2. Körper
beherrschung und Geschicklichkeit eines Akrobaten:
seine bewundernswerte A .; dazu akrobatisch /Adj.;
nicht präd.j: akrobatische Darbietungen, Kunst
stücke
Akt, der; -(e)s, -e 1.1, ein rein formaler A. (eine
rein formale Handlung); ein A. der Höflichkeit,
Empörung, Verzweiflung 1.2. dem A. (der F eie r
lichkeit, Zeremonie) der Einweihung beiwohnen;
der A. der Trauung 1.8. /o. PI./ Geschlechtsakt —
2. größerer, in sich geschlossener Abschnitt eines
Theaterstückes, Aufzug: ein Schauspiel in fünf
Akten; die zweite Szene des dritten Aktes — 8.
Zirkus Variete Vorführung, Nummer: ein akro
batischer A.
—
4. K unst Darstellung des nackten
Körpers: ein männlicher, weiblicher A .; einen A.
zeichnen
Akte, die; -,
-n 1.1. Schriftstück(e) über einen
speziellen Fall, zu einem bestimmten Vorgang: in
einer A. blättern; bringen Sie mir bitte die A.
Müller 1.2. /nur im PI./ (geordnete) Sammlung von
Schriftstücken, Unterlagen: ein Stoß Akten; er
Aktenbock — akustisch
33
ledigte Akten; die Akten ablegen; etw. in die
Akten einordnen; in die Akten Einsicht nehmen
4- etw. zn den Akten legen (als erledigt betrachten)
Akten/akten| -bock, der kleineres Gestell zum A b
stellen, Ablegen von Akten; -kundig /Adj.; vorw.
präd. u . adv./ fachspr. durch eine Akte, ein
Schriftstück nachweisbar: es ist a., daß
etw.
a. belegen; -mappe, die Aktentasche; -notiz, die
formlose Notiz in einer Akte, die eine bestimmte
Angelegenheit fixiert; -tasche, die Tasche (2) mit
Griff, in der man Schriftstücke, Bücher usw.
transportieren kann; -Zeichen, das Signatur zur
Kennzeichnung (des Bearbeiters) einer Akte
Akteur, der; -s, -e [.. t0:r] geh. der aktiv Handelnde,
der das Geschehen bestimmt: sie waren die eigent
lichen Akteure dieser Aktion
Akt|foto, das fotografische Aufnahme eines nackten
Körpers
Aktie, die; -n [aktsio] Urkunde über einen genau
bezifferten Anteil des Mitglieds einer Aktiengesell
schaft an deren K apital: die Aktien sind gestiegen,
gefallen
+ umg. jmds. Aktien steigen (jmds. Aussichten
auf Erfolg werden besser); umg. scherzh. wie
stehen die Aktien (wie gehVs)?
Aktien! -gesellschaft, die /Abk. AG/ m eist kap .
Unternehmen, an dem die Aktionäre mit ihren
Aktien am Kapital beteiligt sind; -kapital, das
Wirtsch. in Aktien angelegtes Kapital, das die
finan zielle Grundlage einer Aktiengesellschaft bildet
Aktion, die; -,
- en 1. (gemeinschaftlich) geplante
zvjeckbestimmte Unternehmung, gemeinschaftliche
M aß n a h m e : eine sofortige, gemeinsame A. starten;
eine militärische, politische A.
—
2, fin den Ver
bindungenI in A. sein tätig, aktiv sein: er war voll
in A.; in A. treten aktiv werden: das Komitee
trat in A.
Aktionär, der; -s,
-e W irts ch. Mitglied einer
Aktiengesellschaft, Inhaber von Aktien
Aktions| -einheit, die /o. PI ./ Zusammenwirken
von Organisationen, Parteien, Schichten od. Klassen
bes. unter Führung der Partei der Arbeiterklasse
zur Erreichung bestimmter Nahziele unter (teil
weiser) Zurückstellung trennender ideologisch-politi
scher, weltanschaulicher prinzipieller Fragen: die
A. der Arbeiterklasse; -programm, das Program m
(einer Partei) zur Verwirklichung der nächsten A u f
gaben auf dem Weg zur Erreichung eines program
matischen Fernzieles; -radius, der 1. durch eine
Aktion (1) erfaßter Bereich — 2. Entfernung, die
ein Schiff, Flugzeug zurücklegen kann, ohne neuen
Treibstoff aufzunehmen
aktiv, aktiv /Adj./ 1. im Handeln intensiv: ein
aktiver Teilnehmer; politisch, gesellschaftlich a.
sein; sich a. an etw. beteiligen; aktive Unter
stützung — 2. /nur attr.; aktiv/ Mil. 2.1. der
aktive Wehrdienst (Wehrdienst von W ehrpflichti
gen, Soldaten auf Zeit od. von Berufssoldaten) 2.2.
ein aktiver Offizier (Beru fsoffizier) — 3. /nur attr./
aktives Wahlrecht (Recht des Bürgers, an der Wahl
der Vertretungskörperschaften des Staates teilzu
nehmen) — 4. W irtsch. aktive Handelsbilanz
(Überwiegen der Ausfuhr gegenüber der Einfuhr) —
5. /nicht präd./ aktiver Wortschatz ( Wortschatz,
den jmd. beim Sprechen zur Verfügung hat) — 6.
/vorw. attr./ Chem. besonders reaktionsfähig (2):
aktiver Sauerstoff3
1Aktiv, das; -s,
- s/-e [..va] Gruppe von Werk
tätigen in der soz. Gesellschaft, die durch freiwillige
Zusammenarbeit innerhalb eines Kollektivs durch
besondere Aktivitäten bessere Ergebnisse bei der E r
füllung gesellschaftlicher Aufgaben anstreben
2Aktiv, das; -s, /o. PI./ Gram m , durch bestimmte
Formen des Verbs ausgedrückte Art einer Aussage,
bei der das grammatische Subjekt des Satzes als
Träger einer Tätigkeit, eines Vorgangs, Geschehens,
Zustands fungiert: das Verb steht im A.
Aktiva, die /PI./ [..va] Wirtsch. die in einer
Bilanz als Vermögenswerte, Guthaben aufgeführten
Mittel
Aktive, der u. die; -n, -n [..vo] an organisierten
Wettkämpfen ständig teilnehmende(r) Sportlerin)
aktivieren /sw. Vb.; hat/ [..v .J 1.1. jmdn. aktiv
machen, zu einer (verstärkten) Tätigkeit bewegen,
zum bewußten Handeln bringen: die Jugend (poli
tisch) a. 1.2. etw. in seiner Wirkung, Tätigkeit ver
stärken: die Arbeit an diesem Projekt muß akti
viert werden; eine Beziehung a.
—
2. Chem. etw.
aktiv (6) mach en: aktivierte Essigsäure
aktivisch /Adj./ [..v . .] : die aktivischen (im 2Aktiv
stehenden) Formen des Verbs
Aktivist, der; -en, -en [..v . .] Werktätiger, der bei
der Erfüllung des Planes, im soz. Wettbewerb und
in der gesellschaftlichen Tätigkeit außerordentliche
Leistungen vollbracht hat und dafür mit dem staat
lichen Titel ,Aktivist der sozialistischen Arbeit1aus
gezeichnet Worden ist
Aktivisten! -abzeichen, das Abzeich en , das mit dem
Titel ,Aktivist der sozialistischen Arbeit‘ verliehen
wird; -nadel, die Aktivistenabzeichen
Aktivität, die; -,
-en [..v . .] 1. /o. PI./ aktives (1)
Verhalten: gesellschaftliche A. zeigen; der Vorfall
löste hektische A. aus; er sprühte vor A. (Energie
1) — 2. /vorw. Pl.j vielseitige Anstrengungen,
Handlungen (zur Durchführung gesellschaftlicher
od. anderer Aufgab en): vielfältige Aktivitäten ent
falten, entwickeln
Aktiv| -kohle, die /o. PL/ Chem. sehr poröse,
reaktionsfähige Kohle; -tagung, die Tagung be
nannter Vertreter bestimmter Bereiche zur Lösung
gesellschaftlicher Aufgaben im Soz.
aktualisieren /sw. V b.; hat/ etw. aktuell machen,
auf die unmittelbare Gegenwart beziehen: ein altes
Theaterstück a .; den Unterricht a.
Aktualität, die; -, /o. PL/ Bedeutsamkeit für die
unmittelbare Gegenwart: ein Thema von großer,
brennender A .; diese Frage verliert, gewinnt an
A.
aktuell /Adj./ [. .u|el] bedeutsam für die unmittel
bare Gegenwart: ein aktuelles Thema, Problem,
Buch; das aktuelle Geschehen (Zeitgeschehen);
etw. ist, erweist sich als a., wird a.
Akupunktur, die; -,
-en Med. umstrittene H eil
behandlung durch Einstiche mit feinen Nadeln in
bestimmte Hautstellen
Akustik, die; -, /o. PL/ 1. Teilgebiet der Physik,
das sich mit dem Schall beschäftigt — 2. Art der
Wirkung von Schall und Klang in einem geschlos
senen Raum: der Saal hat eine gute A.
akustisch /Adj./ 1. /nur attr./ die Akustik (2) be
tr e ffe n d : die akustischen Verhältnisse in diesem
Saal sind gut — 2. den Schall betreffend: ein aku
stisches Signal; etw. a. (durch das Gehör) wahr
nehmen
3 Wörterbuch
34
akut — alkoholisch
akut fAdj.f 1* zur Zeit, im Augenblick vorhanden
und dringend: eine akute Frage; dieses Problem
wird jetzt a.; etw. bildet eine akute (unmittelbar
drohende) Gefahr — 2. Med. plötzlich auftretend
und schnell und heftig verlaufend: eine akute Er
krankung; diese Krankheit trat a. auf
Akzeleration, die; -,
-en fvorw. Sg./ fachspr. Be
schleunigung der körperlichen Entwicklung der
Jugend im Vergleich zu früheren Generationen
Akzent, der; -(e)s, -e 1. Hervorhebung eines Lautes
od. einer Lautgruppe gegenüber anderen bes. inner
halb eines Wortes durch Tonstärke, Tonhöhe: der A.
liegt auf der zweiten Silbe — 2« Zeichen fü r den
Akzent (1) — 3. fo. Pl.l eine für die jeweilige Sprache
fremde Aussprache: eine Sprache mit (fremdem,
ausländischem) A. sprechen —■4. Nachdruck, Ge
w icht: auf etw. einen besonderen, kritischen A.
legen
akzentfrei fAdj.f ohne fremden Akzent (3): a.
Deutsch sprechen
akzentuieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. nachdrücklich
betonen, deutlich aussprechen: (die Wörter) genau
a.; er spricht deutlich und akzentuiert — 2 . etw.
hervorheben, einer Sache Nachdruck verleihen: einen
Gedanken, ein Thema deutlich a.
akzeptabel fAdj.f 1.1. fzu akzeptieren/ annehmbar
(1.1): ein akzeptables Angebot; akzeptable Vor
schläge 1.2. die Mannschaft hat ganz a. (annehm
ba r 1.2) gespielt
akzeptieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. annehmen (1):
ein Angebot, einen Vorschlag, eine Bedingung a.
1.2 . etw. gutheißen: jmds. Gründe a.; jmcLn. a .:
der neue Kollege wurde von allen akzeptiert (an
erkannt 2.1)
a la1.1#Gastron. nach Art von: einSchnitzel äla
Holstein 1.2. im Stile vo n : eine Kurzgeschichte ä la
Hemingway; / auch ä la carte
Alabaster, der; -s, - fvorw. Sg .f feinkörnige, weiße,
durchscheinende Art von Gips: ihre Hände waren
weiß wie A.
ä la carte [alakart] Gastron.: ä la carte (nach der
Tageskarte zusammengestellt, nicht das M en ü) essen,
bestellen; / auch ä la
Alarm, der; -(e)s, -e Signal als Warnung bei Gefahr,
verbunden mit der Aufforderung zur Bereitschaft,
zum Einsatz: A. auslösen, geben; A.!
blinder A. (versehentlich ausgelöster Alarm ; grund
los verursachte Aufregung); A. schlagen (die öffent
liche Aufmerksamkeit auf etw. Bedrohliches, eine
Gefahr lenken)
Alarm/alarm| -anlage, die Anlage zum Auslösen
von Alarm; -bereit fAdj.f: die Feuerwehrist stets a.
(bei Alarm sofort einsatzfähig); dazu -bereitschaft,
die fo. P l.f: die Polizei war in (höchster) A.
alarmieren fsw. Vb.; hat/ 1. die Feuerwehr, Poli
zei, Bergwacht a. (zum Einsatz, zur Hilfe rufen) —
2. etw. alarmiert jmdn. etw. versetzt jmdn. in A u f
regung, Unruhe: diese Meldungen, Nachrichten
alarmierten alle, wirkten, waren alarmierend
Alarm| -stufe, die bestimmter Grad der Alarmbereit
schaft: die höchste A .; A. zwei geben; -zustand, der
fo. P l.f: die Polizei war, befand sich im, in A. (war
alarmiert und ständig alarmbereit)
Albatros, der; -,
-se auf den Meeren der südlichen
Halbkugel lebender Sturmvogel
Albere], die; -,
- en fzu 2albern/
1albern fAdj.f 1.1. unangebracht lustig: sei nicht a.!;
sich a. benehmen; sein albernes Benehmen
1.2 . alberne (törichte) Witze
2albern fsw. Vb.; hat/ sich albern benehmen
Albino, der; -s, -s Mensch, Tier mit angeborenem
Fehlen der Pigmente
Album, das; -s, Alben/ umg.
-s 1.1. Buch mit un
bedruckten Seiten, in dem jmd. etw.,
bes. was er
sammelt, aufbewahrt: Fotos ins A. kleben 1.2. Poe
siealbum
Alchemie, die s. Alchimie
Alchimie, die; -, /o. Pl.f 1.1. die sich auf Spekula
tionen und phantastisch-mystische Anschauungen
stützende Chemie bes. des Mittelalters 1.2. von 1.1
ausgehende Versuche, auf chemischem Wege unedle
Metalle in Gold zu verwandeln; dazu Alchimist, der;
- en, -en
Alge, die; -,
- n ein- od. mehrzelliges chlorophyll
haltiges Lebewesen mit einem Zellkern, das in vielen
Arten vorkommt und bes. im Wasser und auf feuch
tem Boden lebt und dem Pflanzenreich zugerechnet
wird
.Algebra, die; -, Algebren 1. fo. P l.f Teilgebiet der
Mathematik, das sich mit den Gleichungen, den al
gebraischen Strukturen befaßt — 2. Math, alge
braische Struktur
algebraisch fAdj.f [..a:ij] auf Methoden der Al
gebra (1) beruhend: algebraische Struktur (Menge
von Elementen, die addiert, subtrahiert, multipliziert,
dividiert, potenziert, radiziert werden)
Algorithmus, der; Algorithmen M ath. K ybe rn .
eindeutig bestimmtes Verfahren zur schematischen
Lösung einer Klasse von Aufgaben
alias auch ... genannt: die Polizei fahndete nach
dem Verbrecher Meyer a. (mit dem Decknamen)
Müller
Alibi, das; -s, -s Nachweis der Abwesenheit vom Tat
ort zur Tatzeit als Beweis, nicht als Täter in Frage zu
kom m en : ein lückenloses A. haben, besitzen
Alimente, die jPl.f veraltend regelmäßigen zah
lende Beiträge zum Unterhalt bes. für ein außerehe
liches K ind : er mußte A. zahlen
Alkali, Alkali, das; -s, Alkalien [..Ion] Chem. ba
sisch reagierende Verbindung bes. des Natriums und
Kaliums; dazu alkalisch fAdj.f basisch reagierend:
eine alkalische Lösung; a. reagieren
Alkohol, der; -s, -e 1. Chem. organische, aus Koh
lenstoff, Wasserstoff und Bauerstoff bestehende Ver
bind u n g: einwertige, mehrwertige, gesättigte Al
kohole — 2.1. fo. Pl.f zu den gesättigten Alkoholen
(1) gehörende farblose, leicht entzündliche, würzig
riechende und brennend schmeckende Flüssigkeit,
die z. B . zur Herstellung alkoholischer Getränke ver
wendet wird, Spiritus, Sprit, W eingeist: reiner A.;
dieser Weinbrand enthält 38 Prozent A. 2.2. fvorw.
Sg.f 2.1 enthaltendes Getränk: viel, wenig, keinen A.
trinken, vertragen; unter A. stehen (berau scht,
betrunken sein)
Alkohol/alkohol| -einfluß, der fo. P l.f : der Fahrer
stand unter A .; -frei fAdj.; nicht ad v.f: alkoholfreie
Getränke (Getränke ohne Alkoholgehalt); -gehalt,
der fo. P l.f Gehalt an Alkohol (2.1): ein Weinbrand
mit hohem A .;
- haltig /Adj.; nicht adv.f Alkohol
(2.1) enthaltend
Alkoholiker, der; -s, - jmd., der gewohnheitsmäßig
und in zu großen Mengen Alkohol (2.2) trinkt
alkoholisch fAdj.f 1. /nur attr.f Alkohol (2.1) ent
haltend: alkoholische Getränke — 2. /nickt präd.f
Alkoholismus — allergisch
35
Chem. alkoholische Gärung (Gärung, bei der A l
kohol 2.1 entsteht); etw. a. vergären
Alkoholismus, der; -, jo. P I ./Sucht nach ständigem
(übermäßigem) Genuß von Alkohol (2.2)
Alkohol] -mißbrauch, der jo. PI./ Genuß von A l
kohol (2.2) in unverantwortlich großer M enge;
-Spiegel, der durch den Genuß von Alkohol (2.2)
entstandene Konzentration von Blutalkohol; -ver
bot, das jo. PI ./1 .1 . Verbot, Alkohol (2.2) zu trinken:
der Arzt sprach ein A. aus 1.2. Prohibition; -Ver
giftung, die durch übermäßigen Genuß von Alkohol
(2.2) verursachter krankhafter Zustand
all/Indef.pron.; Mask.: aller, Fern.: alle, Neutr.:
alles; in Verbindung mit Art. od. Poss. pron. auch
unflektiert/ 1. /bezeichnet zusammenfassend eine
Menge, Gesamtheit von Personen, Sachen, wobei
diese je nach dem Zusammenhang als ungegliederte
Menge, Gesamtheit od. als Gesamtheit einzelner
Personen, Sachen interpretiert werden kann/: /adj./
aller Fleiß, a. der Fleiß war umsonst; er hat alles
Geld, a. sein Geld verloren; ohne allen Grund, mit
aller Deutlichkeit (ganz deutlich) jmdm. etw. klar-
machen; alle die, a. die Menschen (jed er einzeln e)
wollten mit diesem Zug mit; das Ende aller H off
nungen; die Solidarität aller Arbeiter; trotz aller
intensiven Bemühungen; alle drei, beide; Dinge
aller (jeder) Art; jsubst./ alles oder nichts; alles ist
in Ordnung; das geht dich doch alles nichts an !;
alle sind gekommen; wir, sie alle; alle miteinander;
unser aller Leben; umg. alles (jeder einzelne von
den Anwesenden) aussteigen!; alles war in Auf
regung — 2. wer, was, wem, wen alles wer, was,
wem, wen im einzelnen: wer alles kommt denn?;
wen alles hast du eingeladen?; was alles weißt du?
—
8. /alle -f- Zeit- od. Maßangabe, in Verbindung
mit einem Zahlbegriff; bezeichnet die Wiederholung,
Wiederkehr in regelmäßigen Abständen/ im Abstand
vo n : die Straßenbahn fährt a. zehn Minuten; a.
halbe(n) Stunden, a. halbe Stunde; a. zwei Jahre;
a. zehn Schritte blieb er stehen
+ alles in allem (im ganzen gesehen, wenn man alles
zusammennimmt); vor allem /stellt etw. in einer Rei-
henfolge als vorrangig heraus/ an erster Stelle: vor
allem ist dabei folgendes zu bedenken: ...;
—
über
alle / Berge sein; vor allen / Dingen; jmds. / ein
und alles sein; auf alle / Fälle; / Mädchen für
alles; in aller / Munde sein; alle, aller / nase(n)-
lang; alle, aller / Nasen lang; unter allen / Um
ständen; zu allem / Unglück; alle / viere von
sich strecken; auf allen / vieren geher> kriechen;
in alle (vier) / Winde
All, das; -s, /o. Pl.j Weltraum: der Vorstoß ins A.;
der fünfte Arbeitstag der Kosmonauten im A.
all| -abendlich /Adj.; nicht präd./ an jedem Abend,
während jeden Aben d s: sein allabendlicher Spazier
gang; :dieweil, auch -dieweil /Konj.; unterordnend;
leitet einen kausalen Gliedsatz ein/ noch sch erzh. weil
kille /Indef.pron.; Fern. u . Pl.j s. all
2alle /Adj.; nicht attr./ 1.1. umg. aufgebraucht: mein
Geld, der Schnaps ist a.; unser Brot wird a. 1.2.
salopp erschöpft, abgespannt: ich bin ganz a.
alle]dem, alle]dem /nach einer Präp. mit Dat.f
diesem allen: an, aus, bei, trotz, mit a.; nichts von
a.
Allee, die; -,
-n [.. e: (o)n] (breite) Straße mitBäumen
an beiden Seiten: eine breite A.
Allegorie, die; -,
-n [..i:on] sinnbildliche Darstellung
eines abstrakten Begriffes in der bildenden Kunst,
Dichtung; dazu allegorisch /Adj./
allegretto /Adv./ Mus. etwas lebhaft, etwas schnell
allegro /Adv./ Mus. lebhaft, schnell
Allein I. /Adj.; nicht attr.; 1and sch. auch alleine/
I. 1. ohne die Anwesenheit, Gegenwart eines anderen
od. anderer: a. fahren; jmdn. a. lassen; ich möchte
mit Ihnen a. (ohne Zeugen) sprechen 1.2. einsam
(1.1): sich sehr a. fühlen 1.8. ohne fremde Hilfe,
Unterstützung, ohne fremdes Zutun: das Kind
läuft schon ganz a.; das habe ich a. gemacht —
II. /als Partikel; einschränkend/ 1.1. nur (II.1.2):
a. er, er a. kann noch helfen; er denkt dabei a.
an sich; die a. (einzig 1.2) gültige Fassung 1.2. von
allem anderen abgesehen: (schon) a. der Gedanke,
a. (schon) der Gedanke, (schon) der Gedanke a.
daran ist furchtbar
-j- umg. von allein(e) (von selbst); — / einzig und
a.; a. auf weiter / Flur sein
2alle|n /Konj.; nebenordnend; verbindet zwei Haupt
sätze; adversativ/ geh. ^-aber (2.2): er war todmüde,
a. er konnte nicht schlafen
alleine s. 1allein (I)
Allein] -erbe, der Person, die jmdn. allein beerbt,
einziger Erbe; -gang, der 1.1. Sport Aktivität
eines einzelnen unter Verzicht auf die Hilfe seiner
Mannschaft: ein Tor im A. erzielen; der kühne A.
des Bergsteigers 1.2. das Handeln im Vertrauen auf
die eigene Kraft unter Verzicht auf die Hilfe, Zu
stimmung anderer: etw. im A. unternehmen; einen
A. antreten; -herrschaft, die /o. PI./ unumschränkte
H errsch aft: die A. des Monarchen; -herrscher, der
absoluter Herrscher
alleinig /Adj.; n u r attr./ einzig (1.1): der alleinige
Erbe; der alleinige Grund dafür
AIlein/allein| -sein, das Einsamkeit (1): Angst vor
dem A. haben; -stehend /Adj.; nicht adv./ un
verheiratet, ohne Ehepartner; ohne Familie, Ver
wan dte : eine alleinstehende F r a u ; -Vertretungs
anspruch, der /o. Pl.f: der A. der BRD (Anmaßung
der BR D, in der internationalen Politik auch für die
DDR mit zu sprechen)
alle]mal /Adv.f landsch. 1. jedesmal, immer: er
hat a. Pech — 2.1. /verstärkt eine Aussage über Zu
künftiges/: das bringe ich a. (noch) fertig 2.2. /als
intensivierende Bejahung auf eine Frage/: „schaffst
du das?“ „Allem al!“
-f- ein für a. als gültig für immer: das, sage ich dir,
gilt ein für a.
allenfalls, allen{falls /Adv./ höchstens, im äußer
sten F a ll: es kann a. noch eine Stunde dauern
allenthalben, allenthalben /Adv./ v e r a lte n d über
a ll: a. fand er größtes Entgegenkommen
aller /Indef.pron.; Mask./ 1. s. all (1) — 2. ost-
mitteldt. s. all (3)
aller] eheste, -beste /Adj.; nicht präd.; verstärkend
für beste/; ;dings, - dings /Adv./ 1. /bezeichnet ein e
(höfliche) Einschränkung/: ich muß a. zugeben,
daß ...
—
2. /als verstärkte Bejahung/ aber natürlich,
aber gewiß: „hast du das gewußt?“ „Allerdings!“ ;
:erste, -erste jörd .zahl; verstärkend für erste 1/
Allergie, die; -,
-n [..i:on] Med. Zustand des krank
haften Reagierens des Organismus auf bestimmte
körperfremde Stoffe: an einer A. leiden
allergisch /Adj./1. Med. 1.1. /nicht präd./ von einer
Allergie herrührend, auf einer Allergie beruhend:
allergische Krankheiten; auf Fremdstoffe a. re
3*
36
allerhand — alltags
agieren 1.2 . an einer Allergie leidend: allergische
Patienten — 2. überempfindlich (1.1): sie hat auf
diese Kritik a. reagiert
aller/Aller| :hand, -hand jindekl. Indef.pron.f nmg,
ziemlich vielte): /subsi./ er weiß a.; er hat a. durch
gemacht; lattr.l das hat a. Arbeit gemacht; ich
habe a. Bücher; -j- umg. das ist (ja, doch) a.
(das geht zu weit, ist unerhört) \; -heiligen jo. Art., o.
erkennbaren Kasus/ Rel. kath. Fest, das Katho
liken zum Gedenken an alle Heiligen begehen fl. N o
vem berI
allerlei, allerlei jindekl. Indef.pron.j: jadj.j a.
(mehrere verschiedene) Ausreden, Einfälle, Pflan
zen; a. Obst (eine Menge Obst verschiedener
Art) reden; jsubst.j a. (allerhand Verschiedenes,
manches) zu sehen bekommen
aller/Aller| :letzte, -letzte jA dj.; nur attr.; verstär
kend für letzt 1, 3, 4/; :liebste,
- liebste jAdj.j
1. /verstärkend für liebst II /: sein allerliebstes
Spielzeug; das wäre mir am allerliebsten, das a.
—
2. wunderhübsch, niedlich: die Kleine ist allerliebst;
:meist, -meist /verstärkend für meist 1 ,11.1/: in den
allermeisten Fällen; das freut mich am aller
meisten; :neu(e)ste, -neu(e)ste fA dj.; verstärkend
fü r neu(e)ste/: wissen Sie schon das Allerneueste?;
-Seelen jo. Art., o. erkennbaren Kasus/ Rel. kath.
Gedenktag der Katholiken für alle Verstorbenen
[2. November/; :seits /Adv.f umg.: ich wünsche a.
(allen Anwesenden) angenehme Ruhe; -weltskerl,
der umg. jmd., der auf allen möglichen Gebieten
beschlagen ist; -werteste, der; -n, -n umg. verhüll,
scherzh. Gesäß
allesjlndef.pron.; Neutr.j s. all
alle|samt, allesamt jindekl. Indef.pron.j umg. alle
miteinander, alle zusammen: wir sind a. zu ihm
gegangen
Alles|-fresser, der Tier, das sowohl von pflanzlicher
als auch von tierischer Nahrung lebt; -kleber, der
Klebstoff, der zum Zusammenkleben der verschie
densten Werkstoffe verwendet werden kann; -wisser,
der; -s, - jemot.j jmd., der immer alles besser weiß,
großsprecherischer Mensch
all| fällig, -fällig jAdj.; nichtpräd.j landsch., bes.
österr. Schweiz, eventuell; ;gemein,
- gemein
jAdj.j 1. /nichtpräd.j allen, der Mehrheit gemeinsam,
überall geäußert, verbreitet, allseitig: die allgemeine
Meinung ist so; auf allgemeinen W unsch; das ist
a. (überall) bekannt; das wurde a. gefordert; die
allgemeine / Krise des Kapitalismus — 2, alle, die
Mehrheit betreffend, für alle, die Mehrheit geltend:
ein a. interessierendes Problem — 3 . nicht auf Ein
zelheiten eingehend, nicht speziell: eine allgemeine
Frage; ein allgemeiner Überblick; allgemeine (ab
gegriffene, banale, oberflächliche) Redensarten;
die Darstellung war zu a. gehalten; seine Aus
führungen blieben zu a.
—
4* auf mehreres zu
treffend: vom Allgemeinen auf das Besondere
schließen; Phi los. die Dialektik von Allgemeinem
(dem Gemeinsamen einer Klasse von Dingen, Eigen
schaften, Sachverhalten) und Besonderem; all
gemeine Begriffe; -f- im allgemeinen (ohne B e
achtung kleinerer Unterschiede, im großen und gan
zen, meist)
Allgemein/allgemein| -befinden, das das B efind en
im großen und ganzen: das A. des Patienten war
gut; -bildend /Adj.; nicht adv.j Allgemeinbildung
verm ittelnd : die zehnklassige allgemeinbildende
polytechnische / Oberschule; -bildung, die jo. P l.j
grundlegendes Wissen und Können, das der Mensch
im Zusammenspiel mit seinen Fachkenntnissen
beherrschen so llte: die Voraussetzungen für eine
umfassende A. schaffen; er hat eine hohe A .;
- gültig jAdj./ allgemein (2) gültig: etw. a. festlegen;
dazu -gültigkeit, die; -gut, das fo. P l.j : dieses Wis
sen ist heute A. (haben alle, ist allgemein verbreitet)
Allgemeinheit, die; -,
-en 1. jo. Pl.j Öffentlichkeit
(1): etw. für die A. tun; etw. dient der A.
—
2. jo.
Pl.j Ausführungen von zu großer A. (allgemeinem 3
Charakter) — 3. /nur im Pl.j allgemeine Bedensarten,
Allgem einplätze: sich in Allgemeinheiten ergehen
Allgemem/allgemein| -platz, der jvorw . P l.j Ge
m einplatz: sich in Allgemeinplätzen ergehen; -ver
ständlich jAdj./ für alle, die Mehrheit verständlich,
leicht faßlich , p op ulä r : eine allgemeinverständliche
Darstellung; etw. a. erklären; -wissen, das vgl.
Allgemeinbildung: er hat ein umfangreiches A.
All|heilmittel, das (Haus)mittel gegen alle möglichen
Beschwerden: etw. als A. preisen; O diese Maß
nahme ist auch kein A.
Allianz, die; -,
-en veraltend Bündnis (zwischen
Staaten)
Alligator, der; -s, Alligatoren in Am erika und
China lebendes Krokodil
alliiert jA dj.; nicht adv.j [ali|i:rt]: die alliierten
(verbündeten) Mächte
Alliteration, die; -, jo. Pl.j Verslehre Gleichheit
des Anlauts mehrerer Wörter od. betonter Silben
all/All| -jährlich jAdj.; nicht präd.j in jedem Jahr
(wiederkehrend): die alljährlichen Berliner Fest
tage; :macht, die jo. Pl.j: Rel. die A. (von Gläubi
gen angenommenes, universell bestimmendes Walten)
Gottes*1; O der Kampf gegen die A. der Konzerne;
- mächtig jAdj.j: er ist auch nicht a. (hat auch keine
uneingeschränkte Verfügungsgewalt, kann auch
nicht alles bewirken); Rel. der Allmächtige (Gott)1;
Allmächtiger!, allmächtiger Gott! /Ausru fe des
erschreckten Erstaunensj; -mählich fAdj.f 1.1. lang
sam vor sich gehend: ein allmählicher Übergang;
sich a. beruhigen; es wurde a. dunkler 1.2. jadv.;
drückt aus, daß ein Zeitpunkt herankommt, an dem
etw. unumgänglich wird/: es wird nun a. Zeit, daß
ich gehe; -monatlich jAdj.; nicht präd.j in jedem
Monat (wiederkehrend)
Allotria, das; -s, jo. Pl.j, veraltend Allotria, die
jPl.j ausgelassenes, mit Lärm verbundenes Treiben:
da gab es ein großes A .; A. treiben
all/All| -s^'tig jAdj.j 1. umfassend: eine allseitige
Ausbildung — 2. /nicht präd.j allgemein (1): zur
allseitigen Zufriedenheit; -seits /Adv./ allgem ein (1),
überall: das wurde a. gefordert; -stromgerät, das
Elektrotechn. elektrisches Gerät, das sowohl mit
Gleichstrom als auch mit Wechselstrom betrieben
werden kann; -tag, der /o. PI .; nur mit best. Art./
1.1 . die durch das Berufsleben bestimmten Tage der
Woche im Unterschied zu den Sonn- und Feiertagen:
den Anzug trage ich nur am A .; der A. verlangt
sein Recht 1.2. der in gewisser W eise festgelegte, von
Wiederholung gekennzeichnete und durch Arbeit
charakterisierte' Ablauf des Lebens: nun hat der A.
wieder begonnen; -täglich fAdj.j wie es täglich,
immer wieder geschieht, nichts Besonderes auf
w eis en d : eine ganz alltägliche Geschichte, Sache;
etw. Alltägliches; -tags /Adv./ am Alltag, wochen
tags : ein Kleid nur noch a. tragen
Alltagskleid — also
37
Alltags) -kleid, das Kleid, das jmd. nur alltags trägt;
- s orgen, die /PI./ Sorgen des Alltags (1.2): jmdm.
die A. abnehmen
Allüren, die /PL/ ungewöhnliches, bes. gespreiztes
B e n eh m e n : seine extravaganten A. beibehalten,
ablegen, verlieren
all| -wjssend/Adj.; nicht adv./: ich bin doch nicht a.
(weiß doch nicht alles, weiß das nicht) \; -wöchentlich
/Adj.; nicht präd.j in jeder Woche (wiederkehrend);
:zeit /Adv./ 1and sch. immer: a. vergnügt sein;
:zu /Adv.; wird mit dem folgenden Wort zusammen
geschrieben, wenn dieses unflektiert ist und den
Hauptton trägtl in einem nicht mehr akzeptierbaren
höheren od. geringeren M a ß : die Last ist a. schwer;
es ist nicht a. weit zum Bus; a. viele Bedenken ha
ben
Alm, die; -en mit Gras bewachsene Fläche im Hoch
gebirge, auf der im Sommer das Vieh weidet: das
Vieh auf die A. treiben
Alma mater, die; fo. Pl.f geh. Universität (1,2)
Almanach, der; -s, -e aus besonderem A nlaß od.
zwecks Werbung veröffentlichter Querschnitt aus der
Jahresproduktion eines Verlages
Almosen, auch Almosen, das; -s, - veraltend etw.,
das jmd. einem Bettler schenkt, geschenkt hat
Aloe, die;
-n [a:lo|e, PI. a:lo0n] Liliengewächs
mit dickfleischigen Blättern, das in zahlreichen Arten
bes. in Afrika in Gebieten mit geringen Niederschlägen
vorkommt
Alp, der; -(e)s,
- e 1, koboldhaftes, gespenstisches
Wesen, das sich nach abergläubischer Vorstellung
nachts auf die Brust des Schlafenden setzt und so ein
Angst-,
Beklemmungsgefühl in ihm hervorruft —
2. jo. Pl.f geh. schwere psychische Last: ein A. ist
von mir gewichen
Alpaka, das; -s, fo. Pl.f dem Silber ähnlich sehende
Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink, Neusilber:
ein Besteck aus A.
Alp| -druck, der jPl.
- drücke; vorw. Sg .j Alp (2):
von einem A. befreit sein; -drücken, das; -s, -
Gefühl der Angst, Beklemmung während des (H alb
schlafs: A . haben; an A. leiden
Alpenglühen, das; -s, - rötlicher W iderschein des
Lichtes auf den Berggipfeln nach Sonnenuntergang
Alpenrose, die Rhododendron, der als meist rot
blühender immergrüner niedriger Strauch im Hoch
gebirge Asiens und Europas verbreitet ist
Alpenveilchen, das Pflanze mit roten bis weißen
Blüten und zu Knollen umgewandelten Stengeln,
die als Zimmerpflanze gehalten wird
Alpha, das; -/ -s, -s erster Buchstabe des griechischen
Alphabets
Alphabet, das; -(e)s, -e Gesamtheit der in Buch
staben fixierten und in einer bestimmten Reihen
folge geordneten Laute einer Sprache: Namen nach
dem A. ordnen; das deutsche, englische, russiche A.
alphabetisch fAdj.f nach dem Alphabet (geordnet):
ein alphabetisches Register; eine Kartei a. ordnen
alphabetisieren /sw. F6.; hat/ 1. etw. nach dem A l
phabet ordnen: Karteikarten a.
—
2. Analphabeten
lesen und schreiben lehren
alpin ' fAdj.f 1. /nicht adv.f das Hochgebirge be
treffend, Hochgebirgscharakter aufweisend: alpine
Skigebiete; diese Landschaft ist fast a.
—
2, /nur
attr.j im Hochgebirge vorkommend: die alpine Flora,
Fauna — B. /nur attr.j Ski alpine Disziplinen (die
in Gegenden mit langen Abfahrten als Wettkampf
ausgeübten Disziplinen Abfahrtslauf, Slalom und
Riesenslalom); alpine Wettbewerbe
Alpinist, der; -en, -en Bergsteiger im Hochgebirge
Alpltraum, der Alpdrücken: von Alpträumen ge
plagt sein
als /Konj.\ 1 . /unterordnend; temporal; leitet einen
Gliedsatz ein; bezieht sich im Gegensatz zu wenn auf
Vorgänge in der Vergangenheit; der Zeitpunkt des
Vorgangs im Nebensatz bestimmt die zeitliche Ein
ordnung des Vorgangs im Hauptsatz/: a. sie das
Haus verließen, begann es zu regnen; es begann zu
regnen, a. sie das Haus verließen; a. er seine Arbeit
beendet hatte, verließ er den Baum — 2. /modal/
2.1. /setzt Glieder bei einem Vergleich nach einem
Komparativ od. nach ander, anders, auf andere
Weise zueinander in Beziehung; gibt ein Verhältnis
der Ungleichheit an/: Hans ist größer a. Fritz; er
läuft schneller a. wir; das Haus war größer, a. ich
es in Erinnerung hatte; er lief schneller, a. wir ge
dacht hatten; das Haus war anders, a. wir es in
Erinnerung hatten 2.2. /leitet einen Gliedsatz ein;
gibt einen erläuternden Vergleich an/: er tat, a.
schliefe er; es sieht aus, a. wollte es regnen; jauch
in Verbindung mit ob, wenn/ er tat, a. ob, a. wenn
er schliefe 2.3. /leitet einen verkürzten irrealen
konjunktivischen Ausrufungssatz ein, der das Ge
genteil des Gesagten ausdrücken soll/: a. wäre das
ein Unrecht (das ist doch kein Unrecht) !; /auch in
Verbindung mit ob, wenn/ a. ob, a. wenn wir das
nicht längst wüßten (wir wissen es doch längst) ! —
3. /in Verbindung mit insofern, insoweit, um so
mehr, um so weniger im H auptsatz/: / insofern,
insoweit, 3um (4.1) — 4. /in Verbindung mit daß;
leitet einen nachgestellten konsekutiven Gliedsatz mit
Konjunktiv ein; mit dem Korrelat zu + Adj., Adv.
im Hauptsatz; kennzeichnet das Ausbleiben einer
Folge auf Grund eines Übermaßesf: er ist zu klein,
a. daß er das schon verstünde — 5 . /als Glied der
mehrteiligen Konj. sowohl... a. auch/: / sowohl —
6.1. /stellt zwischen zwei Bezugsgrößen ein Ver
hältnis her, bei dem das zweite das erste näher be
stimmt/: er a. Arbeiter; ich rate dir a. meinem
Freund; jmdn. a. seinen Freund begrüßen; jmdn.
a. Kandidaten auswählen; etw. a. Medizin neh
men; etw. a. bare Münze nehmen 6.2 . /als E in
leitung einer Aufzählung, die der Verdeutlichung
dient; in Verbindung mit da/: alle Haustiere, a. da
sind Hunde, Katzen, Hühner usw.
als] -bald /Adv./ veraltend sogleich, kurz danach:
sie nahm ihre Medizin, und a. fühlte sie sich besser;
- baldig /Adj.; nur attr./ baldmöglichst: die Ware ist
zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt; -dann /Adv./
1. veraltend sodann, danach: ruh dich aus, a.
wird es dir besser gehen — 2. süddt. österr. /als
auffordernder Ausruf od. zur Einleitung einer ab
schließenden Bemerkung od. als abschließende Be
merkung/ also (dann), nun (denn): a. bis morgen
also /Adv./ 1.1. /drückt eine Schlußfolgerung aus,
unterstreicht eine Feststellung/ folglich, demzufolge:
wir müssen a. gehen; wir wollen uns a. morgen
treffen; a. so denkst du darüber; jauch in konjunk-
tionaler Verwendung/: es ist schon spät, a. müssen
wir gehen 1.2. /nimmt etw. Vorausgegangenes zu
sammenfassend, erläuternd, weiterführend auf/: die
Rakete fliegt mit ungeheurer Geschwindigkeit,
die ... , mit einer Geschwindigkeit a., die ... 1.3.
/dient als Einleitung einer Zustimmung, der Be-
38
alt — altern
stätigung einer Vermutung, einer Aufforderung,
einer Androhung, einer Entscheidungsfrage!: a. gut!;
a. doch!; a., gehen wir!; a. (ich sage dir), mein Lie
ber, wenn du dich verspätest!; a., kommst du jetzt
oder nicht? 1.4. umg. na a. (wie man sieht, geht es)!
alt, älter, älteste /A d j.;/ a u ch 1Alte, 2Alte, 3Alte, Al
ten/ 1.1 . /nicht adv.f in vorgerücktem Alter (1.1),
schon sehr viele Jahre lebend, bejahrt: ein alter Mann,
Hund, Baum; alte Leute; er ist nicht sehr a. ge
worden; zum Lernen ist man nie zu a.; eine äl
tere (nicht mehr ganz junge) Dame 1.2. Merkmale
des Alters aufweisend: sich a. fühlen, Vorkommen;
umg. dieses Kleid macht a.
—
2.1 . ein bestimmtes
Alter habend feiner Zahlenangabe nachgestellt/ \
er ist zehn, siebzig Jahre a.; wie a. bist du? 2.2.
/drückt in Relationen ein Mehr an Alter 1.1 aus/:
er ist mein älterer Bruder; sie ist die älteste von den
Geschwistern; der Älteste in der Gemeinde; er ist
doppelt so a. wie du — 3. lange benutzt, getragen,
abgenutzt: alte Schuhe, Kleider, Möbel; die alten
(baufälligen) Häuser abreißen — 4. /nicht adv./ seit
langer, längerer Zeit (unverändert) vorhanden, be
stehend, vor langer, längerer Zeit entstanden: eine
alte Gewohnheit; ein alter Traum; alte Erinne
rungen, Vorurteile; eine alte Weisheit, Erfahrung;
eine alte Stadt, Kirche; altes Porzellan, Zinn; ein
alter (2erfahrener) Praktiker; ein alter Kunde (jmd.,
der scholl seit langem bei jmdm. Kunde ist); ein
alter (schon lange bekannter und daher überholter)
Witz — 5. /nur attr./ 5.1. einer früheren Zeit, Epoche
entstammend: in der Art der alten Meister; alte
deutsche Sagen 5.2. die alten Griechen, Römer
(Griechen, Römer des klassischen Altertums); die
alten Sprachen (die im Altertum gesprochenen
Sprachen, bes. Griechisch, Latein) — 6. /nur attr./
von früher her bekannt, gewohnt, unverändert: es bot
sich ihnen das alte Bild; alles ging noch seinen
alten Gang; sie ist ganz die alte (hat sich nicht ver
ändert); es blieb alles beim alten (wie es war) —
7. /nur attr./ ehemalig, früher: wieder die alte Medi
zin nehmen; meine alte Wohnung war kleiner;
seine alten Schüler, Kollegen; die alte (jetzt über
holte und durch eine neue ersetzte) Verfassung —
8. /nur attr./ umg. 8.1. /verleiht einer Anrede Ver
traulichkeitj : na, alter Junge, Freund, wie geht’s?
8.2. /verstärkt die negative Charakterisierung von
Personenbezeichnungen, Schimpfwörtern/: er ist
ein alter Geizkragen, Gauner, Schwätzer, Egoist;
du alte Hexe, Ziege!
+ umg. da siehst du a. aus (bist du in einer schwie
rigen Lage)\; hier werde ich nicht a. (bleibe ich
nicht lange, halte ich es nicht lange aus); — jmdn.
zum alten / Eisen werfen; ein alter / Hase;
ein alter / Hut; / jung und a.; das ist immer die
alte /■ Leier, das alte / Lied, die alte / Platte;
auf seine alten / Tage; ein alter / Zopf
Alt, der ; -(e)s, -e fvorw. Sg./ 1. /o. PI./ tiefste Stimm
lage bei Frauen, Knaben: sie hat einen schönen A.;
A. singen — 2. Sängerin, Knabe mit 1: der A. war
indisponiert
Altan, der; -(e)s, -e vom Erdboden aus gestützter
Anbau in der Art eines Balkons
Altar, auch Altar, der; -(e)s, Altäre erhöht stehende
tischartige, oft steinerne Vorrichtung (mit Aufbau)
für kultische, gottesdienstliche Handlungen an K ult
stätten, in christlichen K irch en : ein hoher, geschnitz
ter A .; vor den A. treten
Altar, auch Altar| -bild, das vgl.
- gemälde; -ge-
mälde, das Gemälde mit einer religiösen Darstellung
auf dem Aufsatz eines Altars od. über dem Altar;
- raum, der Bereich innerhalb einer Kirche, in dem
der Altar steht; -Sakrament, das Rel. kath. Altars
sakrament
Altars|Sakrament, das Rel. kath. Eucharistie (1.1)
$lt/Alt| -backen /Adj.; nicht adv./: altbackenes (vor
längerer Zeit gebackenes, nicht mehr frisches) Brot;
- bau, der /PL -ten/ vor einem bestimmten, länger
zurückliegenden Stichtag erbautes Wohngebäude: in
einem A. wohnen; -bauwohnung, die Wohnung in
einem Altbau; gekannt, -bekannt /Adj.; nicht adv./
seit langem bekannt: eine altbekannte Tatsache;
:bewäkrt, -bewährt /Adj.; nicht adv./ seit langem
bewährt: ein altbewährtes Rezept, Prinzip; eine
altbewährte Freundschaft
1Alte, der; -n, -n f/ auch alt/ 1. alter Mann, Greis
— 2. salopp meinAlter (mein Vater) — 8. salopp
mein Alter (mein Ehemann) — 4. /o. PL/ salopp
Vorgesetzter, Chef, M eister: der A. hat getobt, als ...
2Alte, die; -n, -n // auch alt/ 1. alte Frau, Greisin
—
2. salopp meine A. (meine Mutter) —8. salopp
meine A. (meine Ehefrau) — 4. Muttertier (2): die
A. leckte das Junge ab
3Alte, das; -n, /o. P I .; /* auch alt/ das Vergangene,
Überholte: Altes und Neues; die Überwindung des
Alten, Ablösung des Alten durch das Neue
alt/Alt| :ehrwürdig, -ehrwürdig /Adj.; nicht adv.f
geh. /bes. von Sachen/ (auf Grund des hohen Alters)
Ehrfurcht einflößend: ein altehrwürdiger Dom;
: eingesessen, -eingesessen /Adj.; nicht adv./ seit
langem an einem Ort ansässig: eine alteingesessene
Familie; ;eisen, das /o.Pl.j gebrauchtes, als Schrott
noch verwertbares Eisen
Alten, die /PI.; / auch alt/ 1. alte Menschen: die A.
betreuen — 2. salopp meine A. (meine Eltern) —
3. Eltern eines Tieres: dieA. bauen das Nest, füttern
die Jungen
Alten| -heim, das landsch. Altersheim; -teil, das
Anteil am Besitz, den sich der Besitzer einer pri
vaten bäuerlichen Wirtschaft bei Übergabe seines
Besitzes an den Nachfolger vorbehält, bes. seine
Wohnräume: sich auf sein, ins A. zurückziehen
Alter, das; -s, - 1. /vorw. Sg./ 1.1. Lebensalter
(1.1): jmds. A . schätzen; das A. eines Pferdes,
Baumes; jmdn. nach seinem A. fragen; er ist in
meinem A .; er starb im A. von 75 Jahren; im
vorgerückten, höheren, hohen A .; er ist im besten
A .; ins schulpflichtige, heiratsfähige A. kommen;
jedes A. (jede Altersstufe) war vertreten 1.2 . Zeit
des Bestehens, Vorhandenseins: das A. einer Hand
schrift feststellen; das A. eines Gemäldes auf 200
Jahre schätzen — 2. /o. PL/ 2.1. hohe Anzahl von
Lebensjahren, letzter Lebensabschnitt: das A. naht,
kommt, macht sich bemerkbar; die Beschwerden,
Weisheit des Alters; ein geruhsames, sorgenfreies
A. 2.2. lange Zeit des Bestehens, Vorhandenseins:
etw. ist durch sein, das A. abgenutzt, verblichen
—
3.1. /o. PI./ das A. (die alten Menschen) achten
3.2. Menschen einer bestimmten Altersstufe: dieses
A. ist nicht zugelassen
altern /sw. Vb.; ist, hat/ 1. alt werden, sichtlich
älter werden, Merkmale des Alters erkennen lassen
(ist, selten hat): er ist auffallend, erschreckend,
stark gealtert; er hat in den letzten Jahren ge
altert; ein alternder Mensch — 2. fachspr. /von
Alternative — altvaterisch
39
Stoffen, Produkten/' 2.1. sich in seiner Beschaffen-
heit im Lauf der Zeit verändern (und sich in der
Qualität vermindern) (ist): das Altern von Bau
stoffen; gealterte Parfüms, Metalle; gealterter
(tlange gelagerter) Wein 2.2. bewirken, daß etw.
altert (2.1) (hat): die Weine werden künstlich ge
altert
Alternative, die;
-n [..ve] 1. freie, aber unab
dingbare Entscheidung zwischen zwei einander aus
schließenden Möglichkeiten: ich stehe vor der A.,
ob ich hingehe oder nicht; sich vor eine A. gestellt
sehen — 2 . zweite, andere Möglichkeit: eine echte,
klare A .; verschiedene Alternativen zur Lösung
eines Problems
Alternativlösung, die wahlweise angebotene Lösung
alternieren /sw. Vb.; hat/ fachsp r.: diese zwei
Schauspieler a. in dieser Bolle (spielen abwechselnd
diese R olle) ; A und B singen alternierend
alt|erprobt, alt|erprobt /Adj.; nicht adv./ seit langem
erprobt, bewährt: ein alterprobtes Mittel
alters jin den Verbindungen! geh. seit a., von a.
her von jeher, seit (sehr) langer Z eit: diese Sitte
ist seit a., von a. her üblich
Alters/altersl -abbau, der fo. Pl.f Nachlassen der
geistigen und körperlichen K räfte im Alter; -ab-
stand, der vgl.
- unterschied; -bedingt /Adj./ 1.
durch das jeweilige Alter (1.1) bedingt: das Ver
halten des Kindes ist a.
—
2. durch das Alter
(2.1) bedingt: altersbedingte W eitsichtigkeit; -be-
schwerden, die /Pl.f durch für das Alter (2.1) typische
Krankheiten bedingte Beschwerden; -ersekeinung,
die Merkmal, typisches Zeichen des Alters (2.1):
das ist eine normale A .;
- genösse, der jmd., der
mit jmdm. gleichaltrig ist: mit seinen Alters
genossen spielen; -grenze, die 1.1. Alter, mit dessen
Erreichen bestimmte Pflichten od. Rechte verbunden
sind: die A. für etw. erreichen 1.2. fo. Pl.f die A.
(das Rentenalter) erreichen; -gründe, die /Pl.f
durch das Alter (2.1) bedingte Gründe: aus Alters
gründen eine Funktion niederlegen; -heim, das
Feierabendheim; -Masse, die 1, Stufe, die Personen
im gleichen Alter, des gleichen Jahrgangs erfaßt:
alle Altersklassen waren vertreten — 2. S p o r t
in den verschiedenen Sportarten unterschiedliche
Stufe der Einteilung der Sportler nach ihrem Alter;
-Präsident, der ältester Abgeordneter einer Volks
vertretung, eines Parlaments, der den Vorsitz führt,
bis der Präsident der betreffenden Vertretung gewählt
ist; -rente, die Rente für Personen, die ein bestimm
tes höheres Alter erreicht haben; -rentner, der Em p
fänger einer Altersrente; -schwach fAdj.f 1.1. /von
Menschen, Tieren/ vom Alter geschwächt, gebrech
lich 1.2 . /von Gegenständen/ durch lange Benutzung
unbrauchbar, im Verfall begriffen: ein alters
schwacher Kahn; -schwäche, die /o. P L ; zu
- s chwach/; zu 1.1: er ist an A. gestorben; -stufe,
die Abschnitt im Alter (1.1): passend für jede A.;
- unterschied, der Unterschied im A lte r (1.1): zwi
schen ihnen besteht ein großer A .;
- Versorgung,
die finanzielle Versorgung von Personen im Renten
alter
Altertum, das; -s, Altertümer 1. /o. P l.j der frühe
Geschichtsabschnitt eines Volkes, bes. der sozial
ökonomisch zumeist durch die Sklavenhalterordnung
bestimmte Geschichtsabschnitt, der auf die Ur
geschichte folgt und durch das Mittelalter abgelöst
ivird: das griechisch-römische (klassisch e) A.
—
2. /nur im PL/ Überreste der Kultur eines Volkes
aus dem Altertum und dem Mittelalter: Altertümer
sammeln
altertümelnd /Adj./ bewußt im alten Stil gehalten:
eine altertümelnde Ausdrucksweise
altertümlich /Adj./ aus alter Zeit stammend; in der
Art früherer Zeiten: eine altertümliche Wohnungs
einrichtung
Altertums| -wert, der: etw. hat, besitzt A. (ist
wegen seines Alters 2.2 besonders wertvoll); -Wissen
schaft, die Wissenschaft vom Altertum, bes. vom
griechisch-römischen Altertum
Alterung, die; -,
-en/zualtern1u.2/
alt/Alt| -fränkisch /Adj./ ve ra lte n d altmodisch:
ein altfränkisches Benehmen; a. angezogen sein;
:gewohnt, -gewohnt /Adj.; nicht adv./ seit langem
gewohnt, bekannt, vertraut: die altgewohnte Um
gebung; -gold, das 1. durch chemische Behandlung
künstlich gedunkeltes Gold — 2 . schon einmal ver
arbeitetes Gold: Schmuck gegen Abgabe von A.
verkaufen; hergebracht, -hergebracht /Adj.; nicht
adv./ seit langem üblich, überliefert, gewohnt: alther
gebrachte Sitten, Vorstellungen; -hochdeutsch(e),
das Sprachwiss. älteste bezeugte Entwicklungs
stufe der hochdeutschen Sprache
Altistin, die; -,
-nen Sängerin mit Alt (1)
alt| -jüngferlich /Adj.; von einer erwachsenen weib
lichen Person/: sich a. (verschroben und etwas alt
modisch) benehmen, kleiden; altjüngferliches Ge
habe; -Mug /Adj.; von Kindern/: a. reden (nicht
dem Alter gemäß von Dingen reden, die nur Er
wachsene beurteilen können); ein altkluges Kind
ältlich /Adj./ nicht (mehr) jugendlich, ein wenig alt
wirkend: eine ältliche weibliche Person; er sieht
schon etwas ä. aus
Alt/alt| -material, das A ltstoff; -meister, der 1.
bedeutender, als Vorbild geltender Vertreter bes. der
Kunst, Wissenschaft: Goethe, der A. der deutschen
Dichtung — 2. Sport Sportler, Mannschaft, die
in zurückliegenden Jahren (mehrfach) Meisterschaf
ten gewonnen hat; älterer erprobter Wettkämpfer;
- modisch /Adj./ 1.1. nicht mehr der herrschenden
Mode entsprechend: altmodische Kleidung, Möbel;
a. wirken 1.2 . hinter dem neuesten Stand der gesell
schaftlichen Entwicklung, hinter den Forderungen
der Z eit zurückgeblieben: altmodische Ansichten
haben; -papier, das \o. Pl.j Papierabfälle, gebrauch
tes Papier, aus dem wieder Papier hergestellt wird;
- Philologie, die /o . Pl.j Wissenschaft von der griechi
schen und römischen Sprache und Literatur des
klassischen Altertums, klassische Philologie
Altruismus, der; -,
jo. Pl.f selbstlose, uneigen
nützige Denk- und Handlungsweise; dazu Altruist,
der; -en, -en u . altruistisch /Adj./: ein altruistischer
Mensch; a. handeln
Alt/alt| -Schnee, der vor einiger Zeit gefallener,
bereits körniger Schnee; -Silber, das vgl. Altgold
(1,2); -sprachlich /Adj./ die alten (5.2) Sprachen be
tre ffen d : altsprachlicher Unterricht; -stadt, die
ältester Teil einer Stadt; -stimme, die 1. jo. Pl.j
Alt (1) — 2. Notenvorlage für den Alt (1): die A.
abschreiben; -Stoff, der jvorw. PL/ gebrauchtes
Material, das als Rohstoff wieder verwendbar ist:
Altstoffe sammeln
Altstoff| -handel, der; -Sammlung, die
alt/Alt| -überliefert /Adj.; nicht adv./ seit langem
überliefert: altüberlieferte Sitten; -väterisch /Adj./
40
altväterlich — amorph
veraltend altmodisch: altvaterische Kleidung,
Möbel; a. gekleidet sein; altvaterische Ansichten;
- väterlich /Adj./ mit einer bestimmten Würde des
A lter s (3.1): ein altväterliches Auftreten; eine alt
väterliche H altung; 7vertraut,
- vertraut /Adj.;
nicht adv./ seit langem vertraut, bekannt: altver
traute Weisen, Straßen; -vorder (e)n, die jPl.f noch
scherzh. Vorfahren; -Warenhändler, der jmd.,
der mit Gebrauchtwaren handelt
Altweiher| -geschwätz, das um g. leeres, törichtes
Gerede; -sommer, der 1. ziemlich regelmäßig ein
tretende Schönwetterperiode Ende September und A n
fang Oktober in Mitteleuropa — 2. /o. PL/ lange,
von kleinen Spinnen erzeugte Fäden, die im Spät
sommer und Frühherbst durch die Luft fliegen
Alufolie, die fK u rzw . fü r Aluminiumfolie/ s. Alu
miniumfolie
Aluminium, das; -s, /o. Pl.\ weiches, silberweißes
Leichtmetall: ein Topf aus A.
Aluminium| -blech, das /o. PI ./; -folie, die f /
auch Alufolie/ sehr dünnes Blatt aus Aluminium,
das bes. zur Verpackung und Frischhaltung von
Nahrungsmitteln verwendet wird
am jPräp. an + Dat. (dem) von 1der, xdas / 1.
'/ xan 1.1.1, 2.1, 3.1 fin vielen Fällen heute nur
am, z. B.\ 1,1. fräuml.; bei geographischen Namen,
Begriffen/ Köln liegt am Rhein; am Äquator 1.2,
jzeitl.; / auch an 2.1/ am 7. Oktober, 8. März;
am Abend, Sonntag — 2. /steht vor dem adv. und
präd. gebrauchten Superl.f: sie sang am lautesten,
lief am schnellsten; hier ist der Fluß am tiefsten
—
3. landsch. /am -f subst. Inf. + sein; als
Verlaufsform/: er ist am Schreiben (schreibt gerade,
ist dabei zu schreiben, ist beim Schreiben); ich bin
am Überlegen, ob ...
Amalgam, das; -s, -e fachspr. Legierung eines
Metalls mit Quecksilber
Amalgam|füllung, die Zahnmed. Füllung aus
einem Amalgam
Amateur, der; -s, -e [..to:r] 1.1. jmd.,
der eine
(handwerkliche, künstlerische) Tätigkeit nicht berufs
mäßig, sondern aus Liebhaberei ausübt 1.2. /den
Unterschied zum P rofi betonende Bez. fü r einen
ohne vertraglich festgelegte materielle Vergünstigung
starten den Sportler/
Amateur| -boxer, der Boxer, der Amateur ist;
- f i lm, der von einem Amateur gedrehter Film ; -foto-
graf, der jmd., der als Amateur fotografiert; -funk,
der sportlich, mit staatlicher Lizenz betriebener
Funkverkehr; -mannschaft, die aus Amateuren be
stehende Mannschaft
Ambition, die; -,
- en /vorw. PI./ ehrgeiziges Streben:
wissenschaftliche, künstlerische Ambitionen haben;
er hat keine Ambitionen (strebt nicht nach A n
erkennung, Ehren, einer höheren Stellung)
ambitioniert /Adj./ eh rgeizig: ein ambitionierter
Sportler, Spieler
ambivalent /Adj./ [..v . .] fachspr. von zwei,
meist gegensätzlichen Eigenschaften, deshalb oft in
sich widersprüchlich, zwiespältig: ein ambivalentes
Gefühl; dazu Ambivalenz, die; -,
-en
Amboß, der; Ambosses, Ambosse 1. zweckdienlich
geformter Block aus Stahl, auf dem der Schmied
schmiedet — 2. Med. eines der drei Gehörknöchelchen
Ambra, die; -,
-s aus einer aus dem Darm des
Pottwals ausgeschiedenen Substanz hergestellter
Duftstoff
ambulant /Adj./ 1. ambulanter Handel, ein ambu
lantes Gewerbe (Handel, Gewerbe, das im Umher-
ziehen von Ort zu Ort betrieben wird) — 2. Med.,
ambulante (nicht stationäre) Behandlung; einen
Patienten a. versorgen
Ambulanz, die; -,
- en Ambulatorium
Ambulatorium, das; -s, Ambulatorien [.. ion,
. .Ion] medizinische Einrichtung mit mindestens
zwei Fachabteilungen für die ambulante Behandlung
von Patienten
Ameise, die; -,
-n I. in zahlreichen Arten vorkommen
des, staatenbildendes Insekt: hier wimmelt es von
Ameisen; sie ist fleißig wie eine A.
—
II. Teehn.
umg. kleines Transportfahrzeug mit Dieselantrieb
Ameisen zu Ameise I| -bär, der in Mittel- und
Südamerika lebendes zahnloses Säugetier mit rüssel
artiger Schnauze, langer, klebriger Zunge und starken
Krallen zum Graben, das Ameisen, Termiten frißt;
- ei, das /vorw. PI./ umg. Puppe (3) der Ameise;
- häufen, der Bau der Ameisen; -säure, die /o. PI .)
Chem. einfachste organische Säure
amen /Adv./, Amen, das; -s, - /vorw. Sg./ Rel.
/bekräftigende Schlußformel bes. nach dem Gebet,
der Predigt/
+ etw. ist so sicher wie das A. in der Kirche (etw.
ist ganz sicher); — (zu allem) / ja und a. sagen
Amethyst, der; -(e)s, -e [..yst] violetter Halbedel
stein
Aminosäure, die Chem. den wichtigsten Baustein
der Eiweiße bildende, stickstoffhaltige organische
Säure
Amme, die; -,
-n Frau, die ein fremdes Kind stillt
und betreut
Ammen|märchen, das /emot./ unwahre, erfundene
Geschichte für naive, leichtgläubige Zuhörer
Ammer, die; -,
-n in zahlreichen A rten vorkommen
der, mit dem Fink verwandter Singvogel
Ammoniak, Ammoniak, der; -s, /o. PI./ Chem.
farbloses, stechend riechendes Gas aus Stickstoff und
Wasserstoff
Ammonium, das; -s, /o. PL/ Chem. Ammoniak
enthaltende Atomgruppe, die sich in vielen chemil
sehen Verbindungen wie ein Metall verhält
Amnestie, die; -,
-n [. .i:on] auf gesetzlicher Grund
lage staatlich verfügter völliger od. teilweiser Erlaß
gerichtlich ausgesprochener strafrechtlicher M aß
nahmen für einen größeren, namentlich nicht be
nannten Personenkreis: eine A. erlassen, ver
künden; unter die A. fallen
amnestieren /sw. V b .; h at/: bestimmte Gruppen
Strafgefangener wurden amnestiert (fielen u nter
die Am nestie); dazu Amnestierung, die; -,
-en
Amöbe, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommen
der Einzeller (der beständig seine Form wechselt)
Amok, auch Amok
-j- A. laufen (in einem Zustand der Besessenheit,
mit blindwütiger Angriffs- ,
Mordlust umherlaufen
und töten) ; A. fahren (in wilder Zerstörungswut mit
einem Fahrzeug durch die Gegend rasen)
Amok, auch Amok| -fahrer, der jmd., der Amok
fährt; -laufer, der jmd., der Am ok läuft
a-Moll, das; -, /o. PI./ M us. /Tonart/
amoralisch, amoralisch, amoralisch /Adj./ u n
m oralisch : eine amoralische Handlungsweise; dazu
Amoralität, die; -, /o. PI./
amorph /Adj./ 1 .1 . nicht geformt, gestaltlos: eine
amorphe Masse 1.2. Biol. ohne feste Gestalt:
Amortisation — 1an
41
amorphe Körperformen 1.8. Phys. gestaltlos,
nicht in kristalliner Ordnung aufgebaut: amorphe
Stoffe
Amortisation, die;
-en Pol. Ök. Rückfluß und
Sammlung von den Teilen des Erlöses, die dis Ab
schreibung in den Preis des Erzeugnisses ein
gegangen sind und die einfache Reproduktion der
Grundmittel sichern
amortisieren, sich fsw. Vb.; hat/ Pol. Ök. /zu
Amortisation/: die Anlage hat sich bereits amorti
siert
Amouren, die /PI./ [amu:..] noch spött. Lieb
schaften, Liebesabenteuer
amourös jAdj.; nicht adv./ [amu..] veraltend
Liebschaften betreffend: amouröse Abenteuer
Ampel, die; -n 1. Verkehrsampel: die A. an der
Kreuzung ist außer Betrieb, steht auf Grün, zeigt
Rot — 2. hängendes Gefäß für Topfpflanzen
Ampel|anlage, die A m p e l (1)
Ampere, das; -/ -s, - [ampe:r, ampe:r] fAbk. A;
Maßeinheit der Stromstärke/
Ampfer, der; -s,
-
auf Wiesen und Feldern
wachsendes Knöterichgewächs
Amphibie, die; -,
-n [..io] Lurch
Amphibien|fahrzeug, das Fahrzeug, das sowohl
auf dem Land als auch im Wasser verwendet werden
kann
Amphitheater, das antikes, für Theateraufführun
gen, Sport, Spiele dienendes Bauwerk mit meist
elliptischem, auch rundem Grundriß ohne Über
dachung und stufenweise um eine ebene Fläche,
Bühne, Arena ansteigenden Sitzreihen; dazu amphi
theatralisch /Adj./ wie bei einem Amphitheater mit
stufenweise ansteigenden Sitzreihen
Amphora, die; -, Amphoren bauchiges Tongefäß
der Antike mit zwei senkrecht stehenden Henkeln
Amphore, die; -,
-n s. Amphora
Amplitude, die; -,
-n Phys. maximale Weite einer
Schwingung
Ampulle, die; -n kleiner {keimfrei) zugeschmolze
ner zylindrischer Glasbehälter {mit schmalem Hals),
der bes. zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten für
Injektionen dient
Amputation, die; -,
-en Med. operative Abtrennung
eines Körperteils, bes. eines Beines, Armes: eine
sofortige A. (des Beines) war nötig; eine A. vor
nehmen
amputieren fsw. Vb.; hat/ Med. einen Körperteil,
bes. ein Bein, einen Arm, operativ abtrennen: der
Arzt mußte ihm das Bein a.; ihm wurde ein Arm
amputiert
Amsel, die; -,
- n größerer heimischer Singvogel,
dessen Männchen schwarzes Gefieder und einen
gelben Schnabel hat
*
Amt, das; -(e)s, Ämter 1. offizielle Stellung (5.1),
die mit bestimmten Pflichten verbunden ist, bes.
staatliche Funktion in bestimmten Tätigkeits
bereich en : das A. des Staatsratsvorsitzenden; das
A. des Richters; ein hohes, verantwortungsvolles,
öffentliches A. übernehmen, antreten, ausüben,
bekleiden — 2.1. bestimmtes zentrales od. örtliches
Organ fbes. in N am en j: das A. für Erfindungs- und
Patentwesen; das A. für Arbeit und Berufs
beratung; fBRDf / Auswärtiges A. 2.2. Fern
meldeamt : beim Ferngespräch meldete sich das A.
+ oft scherzh. seines Amtes walten (die Hand
lungen ausführen, die in seinem Aufgabengebiet
liegen); oft spött. in A. und Würden (in einer
angesehenen, gesicherten Position); veraltend von
Amts wegen (auf behördliche Anordnung, in be
hördlichem Auftrag; dienstlich, aus dienstlichen
Gründen)
amtieren fsw. Vb.; hat/ 1.1. veraltend ein Amt
(1) innehaben: als Richter a. 1.2 . vorübergehend,
stellvertretend jmds. Amt (1), Funktion versehen:
der amtierende Ministerpräsident
amtlich fAdj.f 1.1. /nicht präd.j DDR veraltend
von einem A mt (2.1), einer offiziellen Stelle, einem
staatlichen Organ ausgehend, stammend: amtliche
Bekanntmachungen; ein amtliches Formular; eine
Abschrift a. beglaubigen lassen 1.2. von einer
offiziellen Stelle stammend und daher zuverlässig,
glaubwürdig: amtliches Material; amtliche Äuße
rungen; umg. etw. ist a. (ganz sicher, wirklich
wahr)
Amts/amts| -antritt,' der Antritt, Übernahme eines
Am tes (1): der A. des Vorsitzenden des Staats-
rates; -arzt, der /BRD/ als Beamter angestellter
Arzt im öffentlichen Gesundheitswesen; dazu -ärzt
lich /A d j./: ein amtsärztliches Attest; -enthebung,
die geh. unehrenhafte Entlassung aus dem Amt
(1); -gericht, das /noch BRD/ 1. Gericht unterster
Instanz für kleinere Strafsachen und zivilrechtliche
Angelegenheiten — 2. Gebäude für 1; -geschäfte,
die /PI./ die dienstlichen Obliegenheiten, die zur
Verwaltung eines öffentlichen Amtes (1) gehören:
die A. führen, wieder aufnehmen; -handlung, die
Handlung in Ausübung eines öffentlichen Amtes
(1): eine feierliche A. vornehmen; -miene, die
veraltend, vorw. spött. übertrieben strenger
Gesichtsausdruck jmds., der eine Amtshandlung vor-
n im m t: eine A. aufsetzen; -periode, die festgesetzte
Zeitspanne der Tätigkeit in einem Amt (1): nach
Ablauf seiner A .;
- Schimmel, der /o.Pl./
-f- umg.
scherzh. den A. reiten (die Dienstvorschriften über
trieben genau handhaben); -sitz, der Gebäude, in
dem eine führende Persönlichkeit, ein Staatsmann,
Politiker seine Amtsgeschäfte führt: die Delegation
ist vom Ministerpräsidenten in seinem A. emp
fangen worden; -Zeichen, das besonderes akusti
sches Zeichen im Telefon, das ertönt, wenn die Ver
bindung zum Fernmeldeamt hergestellt ist; -zeit, die
Zeitabschnitt, in dem jmd. ein A mt ausübt
Amulett, das; -(e)s,
-e kleinerer, meist am Hals
getragener Gegenstand, der nach abergläubischen
Vorstellungen Unheil abwehren und Glück bringen
kann
amüsant /Adj./ belustigend, Vergnügen bereitend:
eine amüsante Geschichte; ein amüsanter Mensch;
er hat sehr a. von seiner Reise erzählt
Amüsement, das; -s, -s [..marj, auch ..ma] unter
haltsamer, belustigender, Vergnügen bereitender Zeit
vertreib : etw. nur zu seinem A. tun
amüsieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. sich a. sich auf an
genehme Art die Zeit vertreiben, sich vergnügen: ich
habe mich köstlich dabei amüsiert; amüsier dich
gut! 1.2. sich über jmdn., etw. a. (lustig machen)
1.8 . jmdn. erheitern, angenehm und vergnüglich
u nterh alten : dieser Gedanke, sie, ihr verdutztes
Gesicht amüsierte ihn; amüsiert lachen
amusisch, amusisch, amusisch /Adj./ ohn e k ü nst
lerische Anlagen, ohne Kunstverständnis: ein amusi
scher Mensch
xan /Präp. mit Dat. u. Akk.; / auch am, ans/
42
2an — Anarchie
1. /ränml./ 1.1. /bezeichnet engen Kontakt und un
mittelbare Nähe meist mit einer Fläche von etw./
1.1.1. /mit Dat.; gibt die Lage, den Ort an/: das
Rad lehnt an der Wand; die Lampe hängt an der
Decke; Magdeburg (liegt) an der Elbe; am Tisch
sitzen; an der Blume riechen; eine Verletzung am
Knie; er geht an mir vorbei; er ist Lehrer an
dieser Schule (als Lehrer in dieser Schule tätig)
1.1.2. /mit Akk.; gibt die Richtung an/: das Rad
an die Wand lehnen; die Lampe an die Decke
hängen; sich an den Tisch setzenpein Paket an
jmdn. schicken; an eine andere Schule versetzt
werden: bis an: jmdm. bis an die Schultern reichen
1.2. Verkehrsw. /bezeichnet Ort od. Zeit der An
kunft; o. erkennbaren Kasus/: an Berlin, Berlin
an 7.25 Uhr — 2. /zeitl.; gibt den genauen Zeit
punkt an/ 2.1. /mit Dat.; / auch am 1.2; in Ver
bindung mit Wochen, Tagen, Tageszeiten, all
gemeinen Zeitangaben und Datumsangaben/: an
diesem Wochenende, Sonntag; an jenem Montag;
an diesem Abend, Morgen; landsch., bes. süddt.
/vor'Bez. von Festen/ an (zu) Ostern 2.2 . /mit Akk./
bis an: bis an sein Lebensende (bis zu seinem
Lebensende) — 3 . /in fester Abhängigkeit von
Verben. Ad]. , Subst.f 3.1 . /mit Dat./ an jmdm. sehr
hängen; an seiner Meinung festhalten; an einer
Krankheit leiden, sterben; an jmdm. zweifeln;
an einer Versammlung teilnehmen; ich erkenne
ihn an seinem Bart; reich an Erfahrungen; an
etw. interessiert sein; Mangel, Bedarf an etw.
haben; Interesse an etw. haben 3.2. /mit Akk./
sich an jmdn. hängen; sich an jmdn. wenden;
an jmdn., etw. glauben, denken; sich an jmdn.,
etw. erinnern, entsinnen; sich an die Arbeit
machen; sein Glaube an die Zukunft
+ an (und für) sich (eigentlich, im Grunde ge
nommen); es ist an dem (es ist so, es ist wahr);
geh. es ist an jmdm. (es ist jmds. Aufgabe), etw.
zu tun
2an /Adv.; / auch ansein/1. / von 1.2.3, 2.1 .1, 3
-
2. umg. an (die) /vor Zahlen/ etwa, ungefähr:
an (die) zehn Personen waren anwesend; sie ist
an die dreißig (Jahre alt) — 3 . umg. angeschaltet,
in Funktion: das Licht, Radio ist an (angedreht,
angemacht)
+/*abundan;von/tStundan
an- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in Ver
bindung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bedeutungstypen bildet/ 1. in Richtung auf jmdn.,
etw.:
z. B . anreden, anschreien, ansehen —*
2.1. auf etw. zukommend (1):
z. B . anfliegen
2.2. auf jmdn. in böser Absicht zukommend (1):
/ z. B . anfallen — 3. einen Widerstand über
windend: / z. B . gegen etw., jmdn. angehen, an-
stürmen — 4. etw., jmdn. berührend (1): / z. B .
anfassen, anrühren — 5 .1. etw. beginnend (1.1):
/ z. B . anfahren 5.2. eine Sportart erstmalig in
der Saison ausübend: / z. B . anrudern 5.3. etw.
in Gang, Tätigkeit setzend: / z. B . anbrennen, an
drehen, anwerfen — 6.1. eine Tätigkeit nur zum
Teil ausführend: / z. B . anbraten 6.2. /im Part.
Prät./ ein w enig: / z. B . angegraut, angetrunken
—
7. die Verbindung zweier Größen herstellend,
(an etw.) daran: / z. B . anbinden, annageln —
8. herankommend, sich nähernd: / z.B . ankommen,
anrücken; /(oft) in Verbindung mit kommen/: /
z. B . andampfen, anfahren — 9. in Richtung nach
oben: / z. B . anheben, ansteigen
Anachronismus, der; -, Anachronismen [ ..k . .] 1.
durch die allgemeine gesellschaftliche, historische
Entwicklung überholte Einrichtung, Erscheinung:
etw. ist zu einem A. geworden — 2. Zuordnung
einer zeitgebundenen Erscheinung zu einem falschen
historischen Zeitabschnitt: in diesem Roman finden
sich einige Anachronismen; zu 1 anachronistisch
lAdj.i
analog \Adj.j anderem entsprechend und ähnlich od.
mit ihm die gleichen Merkmale habend: eine analoge
Erscheinung; eine Aufgabe in analoger Weise, a.
lösen
Analogie, die; -,
- n [..i:on] Entsprechung und
Ähnlichkeit od. Übereinstimmung: dieses Beispiel
ist in A. zu jenem gebildet worden; zwischen den
beiden Fällen besteht eine A.
Analogie]Schluß, der Wissensch. Schluß (2) von
der Übereinstimmung von Sachverhalten hinsicht
lich bestimmter Eigenschaften auf weitere gemein
same Eigenschaften
Analphabet, Analphabet, der; -en, -en jmd.,
der
nicht lesen und schreiben gelernt hat
Analphabetentum, Analphabetentum, das; -s, fo.
PI./ sozial, historisch bedingte, bes. in (ehemals)
unterdrückten Ländern anzutreffende Unfähigkeit
meist größerer Bevölkerungsteile, die eigene Sprache
zu lesen und zu schreiben: das A. bekämpfen
Analyse, die; -,
- n [..ly:..] 1. Verfahren, Vor
gehen, bei dem ein materieller od. ideeller Sach
verhalt zergliedert, ein Ganzes in seine Bestandteile
zerlegt wird zum Zweck der Erkenntnis, der genaue
ren Kenntnis seiner Beschaffenheit: eine gründ
liche, kritische, wissenschaftliche A .; die A. der
Marktlage; eine A. machen, vornehmen — 2.
Chem. Zerlegung einer chemischen Verbindung in
einfachere Bestandteile, Ermittlung der Zusammen
setzung einer chemischen Verbindung od. eines Ge
misches von Stoffen
analysieren /sw. Vb.; hat/ [..ly . .] etw., jmdn., sich
auf einzelne Merkmale hin untersuchen, in bezug
auf etw., jmdn., sich eine Analyse (1) vornehmen:
einen Roman, Satz, Fall, einen Sachverhalt, die
Lage, seine Mitmenschen a.
Aüaalysis, d ie; -,
jo. PI./ [..ly . .] Teilgebiet der
Mathematik, in dem veränderliche Größen und
Grenzwerte untersucht werden
Analytiker,der; -s, - [ . .ly:..] jmd., der (auf seinem
Fachgebiet) nach der analytischen Methode vorgeht
analytisch /Ad]./ [..ly:..] auf Analyse (1) be
ruhend, sie anwendend: eine analytische Unter
suchung, Methode; a. verfahren
Anämie, die; -,
-n [..hon] Med. Erkrankung in
folge der Verminderung des Blutfarbstoffs od. der
roten Blutkörperchen; dazu anämisch /Adj./: er ist
a.
Anamnese, die; -,
- n Med. die bes. vom Patienten
dein Arzt mitgeteilte Vorgeschichte einer Krankheit
und Angaben über frühere Krankheiten, über Er
krankungen in der Familie und über seine Berufs
tätigkeit
Ananas, die; -,
- /-se 1. /o. PI./ Pflanze, die wegen
ihrer aromatischen, fleischigen und saftigen Frucht
in den Tropen angebaut wird — 2. Frucht von 1
Anarchie, die; -,
-n [..i:on] durch Unordnung,
Willkür, Planlosigkeit bestimmter Zustand einer
anarchisch — anbräunen
43
Gesellschaft (ohne staatliche und rechtliche Autorität
1), eines gesellschaftlichen Teilbereichs: es herrschte
A .; einen Staat, die Wirtschaft an den Band der
A. bringen; P ol. Ök. die A. (prin zipielle Plan
losigkeit) der kapitalistischen Produktion; dazu
anarchisch fA d j.f : anarchische Zustände, Ver
hältnisse
Anarchismus, der; fo. Pl.j jede staatliche Organi
sation (2), Staatsgewalt sowie den organisierten
Klassenkampf ablehnende pseudorevolutionäre Ideo
logie und politische Bewegung
Anarchist, der; -en,
-en Vertreter, Anhänger des
Anarchismus
anarchistisch jAdj.j den Anarchismus betreffend:
anarchistische Ideen
Anästhesie, die;
- n [..i:on] 1. das Ausschalten
der Schinerzempfindung durch Narkose od. lokale
Schmerzbetäubung — 2. Fehlen von Schmerzempfin
dung infolge Narkose od. lokaler Schmerzbetäubung
Anästhesist, der; -en, -en für die Anästhesie (1)
verantwortlicher Facharzt
Anatom, der; -en, -en Facharzt für Anatomie
Anatomie, die; -,
-n [..i:en] I. jo. Pl.j Wissen
schaft vom Bau des (menschlichen) Körpers und
seiner Organe: die vergleichende, pathologische A.
—
2. Gebäude, in dem 1 gelehrt wird
anatomisch /Adj.; nicht präd.f 1. die Anatomie (1)
betreffend: ein anatomisches Lehrbuch, Institut;
anatomische Präparate,— 2, den Bau des (mensch
lichen) Körpers betreffend: anatomische Verände
rungen
an/An| 1-backen / Vb.; ist/ beim 1Backen infolge
zu starker Erhitzung eine fest an der Backform
haftende Schicht bilden: der Kuchen ist (an der
Porm) angebacken; 2-backen fVb.; ist/ 1and sch.
2backen, ankleben: der Schnee backt (an den
Skiern) an; -bahnen jVb.f 1,1. etw. vorbereiten und
an k nüpfen : eine Verbindung, Handelsbeziehungen
a. 1.2. sich a. sich zu entwickeln beginnen: zwischen
ihnen bahnte sich eine Freundschaft an; eine
Wende in den Beziehungen, eine Verständigung
bahnt sich an; dazu -bahnung, die; -,
- en; -bandeln
/sw. Vb.; hat/ süddt. österr. s.
- b ändeln; -bändeln
/sw. Vb.; hat/ umg. mit jmdm. eine (nicht ernst
hafte) Liebesbeziehung anknüpfen: er hat mit ihr
angebändelt, wollte a.;
- bau, der /PL -ten/ 1.
jo. Pl.j das Anbauen (1): der A. eines Seiten
flügels — 2. angebauter Gebäudeteil, angebautes
Gebäude: er hat sein Zimmer im A.
—
3. jo. Pl.j
das Anbauen (2): der A. von Getreide; -bauen
/Vb.j 1. etw. an etw. bauen: eine Garage (an das
Haus) a.
—
2. landwirtschaftliche Kulturpflanzen
auf landwirtschaftlichen Nutzflächen säen, pflanzen:
Getreide, Gemüse, Tabak, W ein a .; hier wird viel
Mais angebaut
Anbau| -fläche, die landwirtschaftliche N utzfläche
für den Anbau (3): die Anbauflächen für Weizen;
- gebiet, das Gebiet für den Anbau (3); -küche, die
aus Anbaumöbeln bestehende Kücheneinrichtung;
- möbel, die /Pl.j einzelne Möbelstücke, die, anein
andergesetzt, ein Ganzes bilden
an/An| -befehlen /Vb./ veraltend jmdn. jmdm.,
jmds. Obhut anvertrauen (1.2): er befahl seine
Kinder seinem Freund, der Obhut seines Freundes
an; -beginn, der jo. Pl.j geh. jvorw. mit Präp.j:
von A. (Anfang) (an) war alles vergeblich; seit,
vor, zum A. (Beginn); -behalten jVb.j ein Klei
dungsstück nicht ausziehen: den Mantel a.;
- bei,
;bei jAdv./ als A nlage (4): a. (schicke ich Ihnen)
die gewünschten Unterlagen; -beißen jV b .f 1. etw.
a. das erste Stück von etw. abbeißen: den Apfel a.;
eine angebissene Semmel — 2. salopp auf ein
Angebot eingehen: er hat (nicht) angebissen;
-belangen /Vb.; in der Verbindung! was jmdn.,
etw. anbelangt was jmdn., etw. betrifft: was mich,
diese Sache anbelangt, (so) bin ich einverstanden;
- beraumen /sw. Vb.; hat/ etw. a. für etw. einen
Term in festsetzen: eine Sitzung, Verhandlung a.;
er kam zur anberaumten (festgesetzten) Stunde;
- beten jVb.; /* auch Angebetete/ 1. jmdn., etw. a.
zu einem als Gott, als göttlich betrachteten Wesen
beten: Götter, Götzen a.
—
2. jmdn. überschweng
lich verehren, jmdn. vergöttern: er betet seine Frau
an; -betracht jin der Verbindungj in A. einer Sache
unter Berücksichtigung von etw.; im Hinblick auf
etw .: in A, der Verhältnisse, seiner Verdienste;
- betreffen jVb.; in der Verbindungj was jmdn.,
etw. anbetrifft was jmdn., etw. betrifft: was mich,
diese Sache anbetrifft, (so) bin ich einverstanden;
-betteln jVb.j: jmdn. a. (sich bettelnd 1 an jmdn.
wenden); -betung, die; -en jvorw. Sgr, zu -beten
1/; -biedern, sich jsw. Vb.; hat/: sich bei jmdm. a.
(sich jmdm. auf plump-vertrauliche Weise nähern);
dazu -biederung, die; -,
- en; -bieten jVb.j 1.1.
jmdm. etw., sich (jmdm.) a. jmdn. erkennen lassen,
daß man bereit ist, ihm etw., sich zur Verfügung zu
stellen, ihm mit etw. zu helfen: jmdm. einen Stuhl,
seinen Platz a .; jmdm. seine Hilfe, Begleitung a.;
er bot sich als Vermittler an 1.2. jmdm. etw. a.
sich an jmdn. wenden und ihn fragen, ob man ihm
eine Erfrischung, etw. zum Essen, Trinken reichen
darf: jmdm. eine Tasse Tee, ein Stück Kuchen a.;
jmdm. eine Zigarette a.
—
2. jmdm. etw. a. durch
Auslage, Vorlage, mündlich od. schriftlich (jmdm.)
kundtun, daß man etw. Bestimmtes verkaufen will:
Waren (zum Verkauf) a.; einem Verlag ein Manu
skript (zur Veröffentlichung) a.
—
3. jmdm. etw.
zu seiner Entscheidung vorschlagen: jmdm. eine
Lösung, einen Tausch a.; jmdm. das Du a. (sich
zu duzen vorschlagen); jmdm. den Vorsitz a. (die
Annahme des Vorsitzes vorschlagen) — 4. etw.
bietet sich an etw. kommt in Betracht, liegt nahe:
es bietet sich folgende Möglichkeit an; -binden
/Vb./ 1. etw.,
jmdn. mit einer Schnur, Leine an
etw. befestigen, etw., jmdn. an etw. binden: einen
Kahn (am Ufer) a .; den Hund (am, an das Gelän
der) a.
—
2. mit jmdm. Streit suchen: er wagte
nicht, mit mir anzubinden; + / kurz ange
bunden sein; -blaffen jsw. Vb.; hat/ landsch.
jmdn. heftig anfahren (5); -blasen jVb.j 1.1. etw.
durch Blasen anfachen: das Feuer a. 1.2. Techn.
einen Hochofen a. (in Betrieb setzen) — 2. umg.
jmdn. heftig anfahren (5); -blick, der 1. etw., das
sich dem Auge darbietet, Bild: ein erfreulicher, trost
loser, seltsamer A. bot sich ihm (dar); einen A.
nicht ertragen können — 2. jo. Pl.j beim bloßen A.
(Anblicken) einer Sache; -blicken )Vb.j jmdn., etw.
ansehen (1.1, 1.2): jmdn. durchdringend, unver
wandt, strafend, fassungslos, fragend, verwundert
vielsagend, lächelnd a.;
- blinzeln jVb.j jmdn. blin
zelnd ansehen (1.1): jmdn. verschlafen, verstohlen
a.; -braten jV b.j: Fleisch a. (kurz, ein wenig braten,
ehe man es danach noch weiter zubereitet); -bräunen
jVb.; hat/ Kochk. etw. durch Braten ein wenig
44
anbrecken — anders
braun werden lassen: Fleisch, Mehl, Zwiebeln a.;
- brechen fVb.f 1. etw. nicht ganz brechen (1.1, 1.4)
(hat): eine Blume a .; das Stuhlbein ist angebrochen;
er hat sich die Hand angebrochen — 2* etw. a. den
Inhalt von etw. zu verbrauchen beginnen (und dafür
die Verpackung öffnen) (hat): ein Paket Zucker,
eine Schachtel Zigaretten a.; eine angebrochene
Tafel Schokolade, Flasche — 3. ein Zeitabschnitt
bricht an ein Zeitabschnitt beginnt (ist): der Tag,
eine neue Zeit bricht a n ; bei anbrechender Dunkel
heit; -brennen fVb.; hat, ist/ 1.1. etw. zum Brennen
(1.1) bringen (hat): eine Kerze, einen Holzstoß,
die Pfeife, sich eine Zigarette a. 1.2. zu brennen (1.1)
beginnen (ist): die Kohlen sind angebrannt —■
2. beim Kochen infolge zu starker Erhitzung eine
fest am Boden des Topfes haftende Schicht, Kruste
bilden (ist): das Essen, die Milch ist angebrannt;
etw. a. lassen; -bringen fV b .; / auch angebracht/
1/um g. etw., jmdn. von irgendwoher herbeibringen,
mit nach Hause bringen: die Kinder brachten ein
Kaninchen an — 2. etw. an einer bestimmten Stelle
befestigen: eine Lampe an der Decke a.; ein
Schild a.
—
3. etw. Vorbringen, äußern: eine Be
schwerde, Bitte (bei jmdm.) a.; sein Wissen a. (zei
gen, beweisen) können; -brach, der jo. P L ; zu
- brechen 3/: der A. einer neuen Zeit; bei, vor A. der
Dunkelheit; -brüllen /Vb./ jmdn. anschreien:
er brüllte den Jungen an; -brüten /Vb.f: die Henne
hat die Eier bereits angebrütet (angefangen, sie zu
bebrüten; sie kurze Zeit bebrütet)
Anchovis, die [an9o:vis, anJo:vis] s. Anschovis
An/an| -dacht, die; -,
- en 1. /o. Pl.f starke innere
Sammlung: die Zuhörer waren in tiefe A. versun
ken; voller, mit A. zuhören; etw. mit A. lesen —
2. jo. Pl.f Sammlung der Gedanken im Gebet: er
kniete in frommer A. nieder — 3 . in mannigfaltiger
Form gestaltete Zusammenkunft von Gläubigen, bei
der vor allem gemeinsam gebetet und aus der Bibel
gelesen wird: eine A. halten; -dächtig fAdj.f
1.1 . voller Andacht (1), innerlich gesammelt, er
griffen: jmdm. a. zuhören; a. (bedächtig und mit
Genuß) den Wein trinken 1.2. Andacht (1) er
zeugend, feierlich: eine andächtige Stille — 2. in
Andacht (2); -dampfen /Vb.; ist/ dampfend (1)
herankommen, sich dampfend nähern: eine Loko
motive dampfte an; /oft im Part. Prät.
-f- kommen/
umg. angedampft kommen: das Schiff kommt an
gedampft
andante fAdv./ Mus. m äßig bewegt
an/Anj -dauern fV b .; / auch -dauernd/ fort
dauern, nicht aufhören, noch nicht zu Ende sein : der
Regen dauert an; dieser Zustand, die Sitzung wird
noch a.;
-dauernd fAdj.; nicht präd.; / auch
- dauern/ fortwährend, immer wieder, ständig: es
regnet a .; er fragt a. dasselbe; diese andauernden
Störungen!; -denken, das; -s, - 1. jo. Pl.f die dem
Gefühl der Liebe, Dankbarkeit, Ehrerbietung ent
springende Erinnerung (an einen Verstorbenen):
jmdm. ein liebevolles A. bewahren; jmds. A . in
Ehren halten; zum A. an den Verstorbenen —
2. Gegenstand, den man aufbewahrt, weil sich eine
Erinnerung an jmdn., etw. daran knüpft: ein blei
bendes A.; sich von einer Reise etw. als A. mit
bringen; diese Brosche ist ein A. an meine Groß
mutter; in diesem Laden kann man A. (Souvenirs)
kaufen
andere flndef.pron.; Fern. u . Pl.f s. anderer
anderen |: / andern |
anderer jlndef.pron.; M ask.; Fern.: andere, Neutr.:
anderes; / auch anders/ 1. nicht identisch mit etw.,
jmdm. Gegenübergestelltem: an a. Stelle; an einem
anderen Ort; bei a. Gelegenheit; zu einem anderen
Zeitpunkt kommen; andere Bekannte; aus an
deren Gründen; im anderen Fall muß neu ent
schieden werden; die anderen Bücher haben mir
besser gefallen; ich liebe eine andere; er ist ge
kommen, die beiden anderen haben sich entschul
digen lassen; jemand, niemand anderes war
da; mit jemand, niemand anderem sprechen wol
len; wir ander(e)n; kein a. als du (nur d u); nichts
anderes als das haben; etwas anderes Vorhaben;
unter anderem jAbk. u. a ./; /korrespondierend mit
xein, einer; bei zwei Sachen das Zweite, Zweitge
nannte bezeichnend/: ein Bein über das and(e)re
schlagen; sich von einer Seite auf die andere dre
hen; weder das eine noch das andere (keins von
beiden ); aus einem Extrem ins andere fallen —
2. nicht identisch mit etw., jmdm. Gegenübergestell
tem, artmäßig zu Unterscheidendem: das ist etwas
ganz anderes; eine andere Lage ist eingetreten; a.
Meinung sein; einen anderen Arbeitsplatz suchen;
das kannst du anderen (Dümmeren) weismachen
+ jmdn. eines anderen belehren (jmdm. klarmachen,
daß er sich irrt); — das steht auf einem anderen /
Blatt; jmd. ist aus anderem / Holz geschnitzt;
andere / Saiten aufziehen; keinen / Stein auf
dem anderen lassen; sie ist in anderen
Um
ständen; hier, dort weht (jetzt) ein a. / Wind
anderer (auch ander], andrer|)| seits/Adv./1.1 . aber,
doch, hingegen: er ist sehr klug, a. auch oft etwas
hilflos 1.2. jauch in konjunktionaler Verwendung
mit dem Korrelat einerseits/: ^einerseits
anderes jlndef.pronNeutr./ s. anderer
ander|mal /Adv.; in der Verbindung/ ein a. zu
einem anderen Zeitpunkt, bei anderer Gelegenheit:
das machen wir ein a.; davon ein a.!
ändern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. in eine etwas andere,
von der bisherigen etwas verschiedene Form, Be
schaffenheit bringen: ein Kleid, einen Text ä.; das
Flugzeug änderte seinen Kurs 1.2. etw. in eine völlig
andere, von der bisherigen völlig verschiedene B e
schaffenheit bringen: seine Meinung, Ansichten,
Pläne ä .; die Verhältnisse ä .; das ist nicht, daran
ist nichts zu ä. 1.3 . sich ä. anders (1.1) werden: das
Wetter ändert sich; die Situation hat sich grund
legend geändert; sie hat sich in der letzten Zeit
sehr geändert (ist jetzt anders im Verhalten)
andern (auch anderen|)| -falls /Adv.; auch in kon
junktionaler Verwendung; nebenordnend; fügt an
einen Vordersatz einen Hauptsatz mit Inversion des
Subjekts an, der eine Alternative kennzeichnet/ sonst
(4.1): wir müssen rennen, a. verpassen wir den Zug;
- orts /Adv./ geh. an anderer (1) Stelle, an einem
anderen (1) Ort, nicht hier: das wird a. entschieden;
- tags /Adv./ geh. am nächsten Tag: a. reiste er ab;
- teils /Adv.j andererseits: er ist gut in Mathematik,
hat a. aber Schwächen in Deutsch; / einesteils
anders f/ auch anderer/1. /Adv./1. in, von anderer,
abweichender Art und Weise: darüber denke ich
heute a. (als früher); a. aussehen; die Sache verhält
sich a. (nicht so); es kam a., als ich dachte; es geht
nicht a. (es geht nur so); das Klima ist hier a. als
dort; er war, a. als sie, immer höflich — 2. umg.
andernfalls: was willst du a. machen? — II.1 .1 . /in
andersartig — anerkennen
45
Verbindung mit Interr.pron. u . Adv./ außer dem,
den Genannten: wer käme a. in Frage?; wo a.
sollte ich ihn suchen?; wie könnte es auch a. sein?
1.2. /in Verbindung mit Indef.pron. u . Adv./ ich
habe niemand a. (keinen anderen) gesehen; das war
jemand a. (ein anderer); das geschah irdendwo a.
(an irgendeinem anderen Ort)
+ umg. jmdm. wird ganz a. (jmdm. wird übel)
anders| -artig /Adj./ in, von anderer, abweichender
A r t: ein andersartiges Verhalten; -denkend /Adj.;
nicht adv./ eine andere weltanschauliche Meinung
vertretend, habend
anderseits /Adv./ s. andererseits
anders] -herum /Adv./ 1.1. in die andere, ent
gegengesetzte Richtung: etw. a. stellen 1.2. in der
anderen, entgegengesetzten Richtung: der Schrank
steht jetzt a.;
- rum /Adv./ umg. 1. andersherum —
2. a. (veranlagt) homosexuell: er ist a.;
- wie /Adv./
umg. auf irgendeine andere Art und Weise: das
muß a. geregelt werden; -wo /Adv./ umg. woan
ders: hier ist es schöner als a.
anderthalb, anderthalb /Bruchzahl 1 1/ 2/ : a. Liter
Milch; nach a. Jahren
Änderung, die;
- en /zu ändern/; zu 1.1; eine
kleine Ä. am Kleid vornehmen; Vorschläge zur Ä.
des Textes machen; zu 1.2: eine Ä. der Meinung,
seiner Pläne, der gesellschaftlichen Verhältnisse
Änderungs] -vertrag, der Vertrag über die Änderung
(in einem Ärbeitsvertrag) vereinbarter Bedingungen;
- Vorschlag, der Vorschlag zur Änderung eines
Textes, Projektes: einen Ä. zur Diskussion stellen
ander| -wärts /Adv./ woanders: hier ist es immer
kälter als a.; -weitig /Adj./ 1. /nur attr./ anderer (1),
so n stig: anderweitige Verpflichtungen haben —
2. /adv./ 2.1. etw. noch a. (für etw. anderes, auf
andere Weise) verwenden können 2.2. sich a. (wo
anders) mit allem Nötigen versorgen 2.3. etw. a. (an
eine andere Stelle, Person) vergeben
an/An| -deuten /Vb./1.1 . etw. vorsichtig, durch einen
(versteckten) Hinweis zu verstehen geben: einen
Wunsch (durch einen Blick) a.; er deutete an, daß
er demnächst verreisen werde 1.2. etw. flüchtig,
nur in den Grundzügen kennzeichnen: die Umrisse
mit .ein paar Strichen a .; eine Verbeugung nur a.
(sich nur leicht verbeugen) 1.3 . sich a. sich abzeichnen,
erkennbar werden: eine Möglichkeit, günstige W en
dung deutet sich an; -deutung, die 1.1. vorsichtig ge
gebene, vage Inform ation: versteckte, vorsichtige,
vage Andeutungen machen 1.2. geringes Anzeichen
(1.2) von etw .: die A. eines Lächelns; -deutungs
weise /Adv./ in Andeutungen (1.1): über etw. nur a.
sprechen; -dichten /Vb./ jmdm. etw. zu Unrecht
zuschreiben: jmdm. unlautere Absichten, gute
Eigenschaften a.;
- dicken jVb.j Kochk. etw. (mit
Mehl) dick, dickflüssig machen: die Soße (mit Mehl)
a.;
- drang, der Zustrom einer ungestüm andrängen
den Menschenmenge (die gekommen ist, etw. zu kau
fen, zu sehen): der A. bei der Eröffnung war enorm;
an der Abendkasse herrschte großer, starker A .;
- drängen /Vb.; ist/-sich ungestüm nähern (1): /vorw.
im P art. Präs./ die andrängende Menschenmenge;
die andrängenden Wassermassen; -drehen /Vb./
1. das Licht, Radio a. (anschalten); das Wasser, den
Haupthahn a. (anstellen) — 2. umg. jmdm. etw.
Minderwertiges zu einem unverhältnismäßig hohen
Preis verkaufen: jmdm. eine Fälschung a.
andrer|seits /Adv./ s. andererseits
an/An| -dringen /Vb.; ist/ sich ungestüm nähern (1):
/vorw. im P a r t. Präs./ die andringenden gegneri
schen Verbände, Wassermassen; -drohen /Vb./
jmdm. etw. a. jmdm. mit etw. Unangenehmem
drohen: jmdm. eine Strafe a.;
- druck, der /PL
- drucke/ Druckerei Probedruck; -drücken /Vb./
etw. an etw. drücken (1.1) und es so daran befestigen:
ein Pflaster a.;
- e cken /sw. Vb.; ist, hat/ 1. unab
sichtlich an etw. anstoßen (ist): ich bin mit dem Rad
(am Bordstein) angeeckt — 2. umg. bei jmdm. An
stoß erregen (ist, hat): er scheint bei ihr angeeckt
zu sein, zu haben; er wollte auf keinen Fall a.;
- eignen / Vb.j sich etw. a. 1. sich, meist unrechtmäßig,
in den Besitz einer Sache setzen, sich etw.,
meist
widerrechtlich, nehmen: sich herrenloses Gut, jmds.
Vermögen a.; Pol. ök. der Kapitalist eignet sich
den Mehrwert an — 2.1. durch Lernen dahin ge
langen, daß man etw. beherrscht: sich Kenntnisse,
Fertigkeiten, gute Umgangsformen, Manieren a.
2.2. sich etw. zu eigen machen: er hat sich das neue
Prinzip angeeignet und damit große Erfolge er
zielt; der Mensch eignet sich die Natur an (formt
sie zum Zweck der Bedürfnisbefriedigung um ); dazu
- eignung,die; zu 1: Pol. ök. dieA. fremder Arbeit
durch den Kapitalisten; zu 2.2: die A. der Natur
durch den Menschen; die A. des kulturellen Erbes
durch die Arbeiterklasse; -einander /Adv./ 1. ein er
an den anderen, eines an das andere: a. denken;
sich a. gewöhnen — 2. einer, eines an dem anderen:
sich a. festhalten; a. Vorbeigehen; a. vorbeireden
aneinander- /in verbalen Zusammensetzungen und
deren substantivischen Ableitungen/ 1. eines an das
andere, einen an den anderen, z. B .: aneinander
binden, aneinanderreihen — 2. eines, einer am
anderen, z. B .: aneinanderkleben
aneinander!geraten /Vb./ in Streit geraten: wir sind
oft (heftig, hart, scharf) a .; er ist mit ihm a.
Anekdote, die; -n kurze, prägnante Geschichte mit
einer oft witzigen Pointe, die eine jmdn., bes. eine
(historische) Persönlichkeit, od. etw. treffend charak
terisierende Begebenheit'zum Inhalt hat: eine kleine,
wahre A. erzählen
an|ekeln /Vb./ jmdn. a. jmds. Ekel, Abscheu, W i
derwillen erregen: dieser Anblick, dieser Kerl ekelt,
mich an; sich angeekelt abwenden
Anemone, die; -,
- n Hahnenfußgewächs mit sehr
auffälligen und teilweise großen Blüten, von dem in
Mitteleuropa mehrere Arten verbreitet sind
an/An| -empfehlen (er empfiehlt an, er anempfiehlt),
empfahl an/ anempfahl, hat anempfohlen jmd m .
etw. dringend empfehlen, raten, nahelegen: er
empfahl ihm dringend an, anempfahl ihm dringend,
einen Arzt aufzusuchen; -erbieten, das; -s, - /vorw.
Sg./ geh. Angebot (1.1): ein ehrenvolles A .; jmdm.
ein A. machen; jmds. A . annehmen, ausschlagen;
- erkannt /Adj.; nicht adv.; / auch anerkennen 2.2/
seiner (hohen) Leistungen wegen allgemein ge
schätzt, an geseh en : ein (international) anerkannter
Wissenschaftler
anerkanntermaßen /Adv./ nach allgemeinem Urteil:
er gehört a. zu den besten Mitarbeitern
an/An| -erkennen, erkannte an, auch anerkannte,
hat anerkannt / / auch anerkannt/ 1.1. etw. (rechts
kräftig) bestätigen, für gültig erklären: ein Testa
ment, eine Unterschrift, die Vaterschaft a. 1.2.
einen Staat (diplomatisch) a. (einem Staat die A n
erkennung 1.2 erklären) — 2.1. etw. gutheißen,
46
anerkennenswert — anfassen
billigen : die Berechtigung einer Forderung, Ände
rungen a.; jmdn. a .: jmdn. als Vorgesetzten a.
(gutheißen, daß jmd. Vorgesetzter ist) 2.2. etw.,
jmdn. gebührend würdigen: jmds. Verdienste,
Fleiß a.; anerkennende W orte sprechen; -er-
kennenswert /Adj.; zu -erkennen 2.2/: sein
Fleiß ist a.;
- erkennung, die;
jo, Pl.j
1.1. (rechtskräftige) Bestätigung, Erklärung der
Gültigkeit: die A. der Vaterschaft 1.2. (völker
rechtliche) A. (diplomatischer Akt eines Staates,
durch den er gegenüber einem neu entstandenen
Staat od. einer neuen Regierung die Bereitschaft
bekundet, normale völkerrechtliche Beziehungen auf
zu n eh m en : die (diplomatische) A. eines Staates
—
2.1 . dieser Plan findet nicht meine A. (B illi
gung) (2.2. Würdigung: die A. seiner Leistungen,
Verdienste; keine A. finden; mit A. von jmdm.
sprechen; jmdm. die A. versagen; -erziehen fVb.f
jmdm. etw. durch Erziehung vermitteln, angewöhnen
(1.2) : ich versuche, meinen Kindern Pünktlich
keit anzuerziehen; anerzogene Umgangsformen,
Verhaltensweisen; -fachen fsw . V b.; hat/ 1. das
Feuer, die Glut a. (durch Zuführen eines Luft-
Stromes zum Brennen, Lodern bringen) — 2.1.
etw. an stach eln : jmds. Ehrgeiz, Begeisterung a.
2.2. etw. erregen (2): jmds. Leidenschaft a .; -fahren
fVb.j 1. zu fahren (1.1) beginnen, losfahren (ist): die
Straßenbahn, der Zug fuhr (langsam) an — 2 . firn
Part. Prät.
- j- kommen/ angefahren kommen fah
rend (1.1, 1.2.1) herankommen, sich fahrend nähern.,
(ist): er kam mit dem Wagen (in raschem Tempo)
angefahren — 3. (größere Mengen von) etw. mit
einem Fahrzeug heranbringen (hat): Kies, Kohlen,
Kartoffeln a.
—
4.1. jmdn. beim Fahren mit dem
Fahrzeug verletzen (hat): er hat einen Fußgänger
angefahren, ist von einem Motorrad angefahren
worden 4.2. mit einem Fahrzeug fahrend an etw.
stoßen (ist): an einen Laternenpfahl a.
—
5. jmdn.
in heftigem Ton, unfreundlich zurechtweisen (hat):
jmdn. heftig, barsch, derb, scharf, zornig a.
—
6. Techn. (hat) der neue Hochofen wurde ange
fahren (in Betrieb genommen); -fahrt, die Strecke
und Zeit, die man benötigt, um einen Ort fahrend zu
erreichen: eine weite, lange A. haben; -fahrtsweg,
der Weg, den man zurücklegen muß, um einen Ort
fahrend zu erreichen: der A. zum Arbeitsplatz;
- fall, der 1. plötzliches (kurzes) Auftreten von Sym
ptomen einer physischen od. psychischen Krankheit:
einen epileptischen A. bekommen; einen A. von
Schwäche, Schwindel, Hysterie haben; O ein A.
von Verzweiflung (plötzlich auftretende Verzweif
lung) — 2. Io. Pl.j Ertrag (1): der A. von Obst ist
in diesem Jahr gering — 3. Io. Pl.j das Anfallen
(3.2) : der A. an Korrespondenzen; -fallen jV b .;
hat, ist/ 1. jmdn. plötzlich angreifen (1.2) (hat): er
wurde aus dem Hinterhalt, im Dunkeln angefallen;
von einem Hund angefallen werden — 2. (hat)
Angst, großes Heimweh, Müdigkeit fiel ihn an
(überkam ihn) — 8. (ist) 3.1. nebenbei, in der Folge
von etw. entstehen, sich ergeben: etw. fällt bei der
Produktion als Nebenprodukt an 3.2 . mit allen an
fallenden (vorkommenden, auftretenden) Arbeiten
vertraut sein; -fällig /Adj./ zu Krankheiten nei
gend, nicht widerstandsfähig: sie ist sehr a. (für,
auch gegen Erkältungen); dazu -fälligkeit, die
jo. P l.j; -fang, der; -s, -fange 1.1 . /o. Pl.j erster
Zeitpunkt, erstes Stadium eines Geschehens, einer
Tätigkeit, Beginn: der A. des Vortrages, der Sen
dung; ein vielversprechender, guter A .; denA. (der
Vorlesung) verpassen; am, zu, im A. (zu erst 1.3)
ging alles gut; von A. an war ich dagegen; geh.
etw. nimmt seinen A. (fängt an, beginnt) 1.2 . /nur
im PLI erste Versuche: über die Anfänge nicht
hinauskommen; etw. steckt erst, noch in den An
fängen 1.3. jo. PI .; vorw. o. Art./ erster Teil eines
Zeitabschnitts: A. 1976; A. Juni; am, seit A. des
Monats; A. der sechziger Jahre; er ist A. sechzig
1.4. Io. Pl.j erster Teil der Erstreckung von etw.;
Stelle, von der aus sich etw. erstreckt: der A. einer
Straße, des W aldes; ein Gebiet von A. bis Ende
durchwandern 1.6. ]o. Pl.j der A. (erste Teil, Be
ginn) des Romans, des dritten Aktes;
-f- das ist
der A. vom Ende (der Ruin ist nun nicht mehr fern);
- fangen /Vb./1.1. eine Tätigkeit von einem bestimm
ten Zeitpunkt an verrichten: eine Arbeit, Rede,
einen Brief, ein Gespräch, einen Streit a.; zu
schimpfen a.; danach fing sie an, bitterlich zu
weinen; am 1. September können Sie a. (eine A u s
bildung, berufliche Arbeit anfangen); er fing wieder
davon an (fing wieder an, davon zu sprechen)
1.2 . von einem bestimmten Zeitpunkt an stattfinden:
der Unterricht, die Schule fängt um 8 Uhr an; das
Spiel hat schon angefangen; es fängt an zu regnen;
iron. das fängt ja gut an (nimmt einen schlechten
Anfang) 1.3. sich von einer bestimmten Stelle aus
erstrecken: dort fängt der Wald an 1.4. das Wort
fängt mit P an (der erste Buchstabe des Wortes ist
ein P ); die Feier fing mit einem Vortrag an (den
ersten Teil der Feier bildete ein Vortrag); der Monat
fängt mit einem Dienstag an (der erste Tag des
Monats ist ein Dienstag) — 2.1. was soll ich mit
diesem Buch, damit, mit ihm a. (machen)?; nichts
mit sich, seiner Zeit anzufangen wissen 2.2. etw.
machen, tun: etw. geschickt, richtig a.; wie hast du
das bloß angefangen?; was sollen wir nachher a.?;
- fänger, der; -s, - jmd., der am Beginn einer Aus
bildung, einer (beruflichen) Arbeit steht: Kurse für
A.; A. und Fortgeschrittene; ein / blutiger A .;
- fänglich /Adj.; nicht präd.\ 1.1. /nur attr.j am An- \
fang noch vorhanden: nach anfänglichem Zögern
1.2. /adv./ anfangs, zuerst: sich a. zurückhaltend
benehmen; -fangs /Adv./ am Anfang, zuerst: a. ging
alles gut; a. wollte ich es nicht glauben
Anfangs| -buchstabe, der erster Buchstabe eines
Wortes; -erfolg, der Erfolg zu Beginn einer Tätig-
. keit; -gebalt, das Gehalt, das man während der ersten
Zeit in einer neuen Stelle erhält; -geschwlndigkeit,
die Geschwindigkeit am Anfang einer Bewegung
(1.1 .1): eine hohe, niedrige A .;
- gründe, die /PL/
Grundlagen, Elementarkenntnisse: die A. der
Mathematik; jmdm. die A. beibringen; -kapital,
das Kapital, das bei der Gründung eines kap. Unter
n eh m ens bereitsteht, bereitstehen m u ß ; -Stadium, das
erstes Stadium eines Entwicklungsprozesses: das A.
einer Krankheit; -zeit, die Zeit, zu der eine Veran
staltung beginnt: die Anfangszeiten der Vorstel
lungen haben sich geändert
an/An| -fassen /Vb./ 1.1. etw., jmdn. mit der Hand
ergreifen: etw. vorsichtig a.; den warmen Ofen a.;
faß mich nicht an!; der Koffer ist so schwer, faß
doch mal mit an (hilf doch mal m it)! 1.2. jmdn. bei
der Hand nehmen: faß mich an, wenn wir über die
Straße gehen! 1.3. etw. faßt sich in bestimmter W ei
se an etw. vermittelt, wenn es mit der Hand ergriffen
anfauchen — angeben
47
wird, ein bestimmtes Gefühl: der Stoff faßt sich
weich an — 2. jmdn. in bestimmter Weise a. jmdn.
in bestimmter Weise behandeln: jmdn. hart, grob,
zart a.
—
3. etw. in bestimmter Weise a. etw . in
bestimmter Weise in Angriff nehmen: eine Aufgabe,
ein Problem geschickt, klug, mit Eifer a .;
-j- j mdn.
mit / Glace-, ^ Samthandschuhen a.;
- fauchen
IVb.f 1. die Katze fauchte ihn an (richtete sich
fauchend gegen ihn) — 2. salopp jmdn. heftig an-
fahren (5); -fechtbar fAdj.; nicht adv.; zu -fechten
1/: ein anfechtbares Testament; eine anfechtbare
Behauptung; -fechten fVb.f 1. etw. a. die Richtig
keit, Gültigkeit von etw. nicht anerkennen und (ge
richtlich) aagegen Vorgehen: ein Testament, einen
Vertrag, die Echtheit einer Unterschrift a.; jmds.
Entscheidung a.
—
2. veraltend etw. fichtjmdn.
an etw. beunruhigt, bekümmert jmdn. : Sorgen fech
ten ihn an; das ficht mich nicht an; -fechtung, die;
-,
- en 1. das Anfechten (1): die A. der Vaterschaft,
eines Urteils, Vertrages — 2. geh. Versuchung:
Anfechtungen erliegen, erleiden; einer A. wider
stehen; -feinden, feindete an, hat angefeindet
jmdn. a. sich feindselig gegen jmdn. verhalten: jmdn.
heftig a.; er wurde von allen angefeindet; dazu
- feindung, die;
- en; -fertigenfVb.f etw. (durch
handwerkliche Arbeit) hersteilen, machen: sich beim
Schneider einen Anzug a. lassen; Schmuck a.; eine
Übersetzung, Liste, ein Protokoll a.; dazu -ferti-
gung, die; -feuchten fVb.f etw. feucht machen: sich
die Lippen a.; eine Briefmarke a.;
-f- sich die
/* Kehle a.;
- feuern fVb.f 1. den Ofen, Kessel a.
(anheizen) — 2. jmdn. mit aufmunternden Worten
zu einem verstärkten Tun antreiben: die Mannschaft
durch Zurufe a.; jmdn. zu immer größeren Lei
stungen a.; anfeuernde W orte; etw. a .: jmds. Eifer
a.;
- f inden, sich fVb.f etw. Verlorenes ist wieder da,
verfügbar: die Schlüssel haben sich (wieder) an
gefunden, werden sich schon wieder a.;
- f lehen
fVb.f jmdn. (um etw.) a. sich flehend an jmdn.
wegen etw. wenden, jmdn. flehentlich um etw. bitten:
jmdn. weinend um Hilfe a .; ich flehe dich an, bleib
bei mir!; -fliegen fVb.f 1. fliegend (1.1, 1.2, 2)
herankommen, sich fliegend nähern (ist): die vom
Norden anfliegende Maschine; foft im Part. Prät.
*4- kommen/ angeflogen kommen: ein Geschoß kam
angeflogen — 2* (nach Flugplan) mit einem Flugzeug
einen Ort zum Ziel nehmen (hat): diese Fluggesell
schaft fliegt Hanoi an; -flug, der 1. fvorw. Sg .f
das Anfliegen (1), letzte Phase des Fluges vor der
Landung: die Maschine befindet sich bereits im A.
(auf die Stadt); gleich beim ersten A. glückte die
Landung — 2. ein A. von etw. eine Spur, An
deutung, ein Schimmer von etw. : ein A. von Ironie,
Traurigkeit; -fordern fV b.f etw.,
jmdn. dringend
verlangen: ein Gutachten, die Kaderakten a.; zu
sätzliche Hilfskräfte a.;
- forderung, die 1. das
Anfordern: die A. von Ersatzteilen — 2. fvorw. Pl.f
das Maß an Leistung o. ä ., das man von jmdm. er
wartet: den Anforderungen entsprechen, gerecht
werden, nicht gewachsen sein; jmd. , etw. stellt
hohe Anforderungen an jmdn., jmds. Ausdauer;
- frage, die 1.1. Ersuchen, Bitte um Auskunft:
eine schriftliche A. beantworten, an jmdn. richten
1.2. Pari. Ersuchen einer parlamentarischen Gruppe
an die Regierung um Auskunft: eine kleine (in der
Regel schriftlich gestellte) A.; eine große (in einer
Parlamentssitzung behandelte) A.;
- fragen fVb.f:
bei jmdm., einer Institution a. (sich mit einer Frage
an jmdn., eine Institution wenden); -fressen /Vb.f
1. etw. a. ein wenig von etw. fressen (1.1 .1): die
Mäuse haben den Speck angefressen —- 2. der Rost
hatte das Eisen angefressen (hatte begonnen, das
E isen zu zersetzen) ; -freunden, sich, freundete sich
an, hat sich angefreundet 1.1 . sich mit jmdm. be
freunden: sich schwer, rasch mit jmdm. a .; sie
haben sich angefreundet 1.2. ich kann mich mit
diesem. Gedanken nicht a. (kann ihn nicht gut
heißen); -fügen fVb.f etw. an etw. a., etw. einer
Sache a. etw. einer Sache hinzufügen (1): ich werde
deinem Brief einige Zeilen a.;
- fühlen fVb.f
1.1. etw., jmdn. prüfend anfassen (1.1): einen Stoff,
jmds. Stirn a. 1.2. sich anfassen (1.3): der Stoff
fühlt sich weich, der Kranke fühlt sich heiß an;
- fuhr, die;
-en fvorw. Sg .f das Anfahren (3): die
A. von Kohlen; -führen fVb.f 1.1. eine Gruppe a.
einer Gruppe vorangehen und sie dadurch führen
(1.2): einen Eestzug, einen Reigen a. 1.2 . eine
Gruppe a. (in einer Gruppe praktisch und ideell rich
tungweisend sein) — 2.1. etw., jmdn. erwähnen, etw.
Vorbringen: etw. als Beweis, Argument für etw. a .;
er führte zu seiner Entschuldigung an, daß .. .;
Beispiele a. (aufzählen) 2.2. etw., jmdn. zitieren (I):
eine Stelle aus einem Buch a.
—
3. jmdn. zum besten
hab e n : er hat uns (ganz schön) angeführt; -führer,
der jmd., der eine Gruppe anführt (1.2), bes. Rädels
führ er : der A. einer oppositionellen Gruppe, einer
Bande
Anführungs] -strich, der fvorw. Pl.f Anführungs
zeichen; -Zeichen, das fvorw. Pl.f in der Form paar
weiser senkrechter Striche gesetztes Zeichen, das am
Anfang und am Ende bes. von wörtlicher Rede, von
Zitaten, von hervorgehobenen Wörtern steht: einen
Satz, ein Wort in A. setzen
an/An| -füllen fVb .f etw. mit etw. vollständig füllen :
das Zimmer ist mit alten Möbeln, das Buch ist
mit Notizen angefüllt; -gäbe, die 1.1. A uskunft,
Information, Mitteilung (an eine offizielle Stelle):
falsche, zweckdienliche, genaue Angaben (über
jmdn., etw. , zu etw.) machen 1.2. einen Schrank
nach den Angaben (Maßangaben) des Kunden an
fertigen — 2. fo. PI .; zu -geben 1/: ohne A. (Nen
nung) der Adresse — 3. fo. Pl.f Angeberei: das ist
(reine) A.
—
4. Ballspiele 4.1. fo. PL; zu -geben
6/: die A. haben (angeben 6) 4.2 . beim Angehen (6)
gespielter Ball: die A. ging ins Aus; -gaffen fVb.f
umg. jmdn.,etw. anstarren: jmdn. mitjoffenem Mund
a.;
- galoppieren jVb.; ist; im Part. Prät.
-f- kom
men/ angaloppiert kommen galoppierend heran
kommen, sich galoppierend nähern: der Reiter, das
Pferd kam angaloppiert; -gängig fA d j.; vorw.
präd.f zulässig (1.2): das ist nicht a.;
- geben fVb.f
1. etw.,
jmdn. nennen (2): seinen Namen, seine
Adresse, die Quellen a .; am angegebenen Ort
jAbk. a. a. 0 ./; etw. als Grund a.
—
2. den Takt,
die Richtung, das Tempo a. (bestimmen, fest
setzen) — 3. etw. (durch Striche, Punkte) kenn
zeichnen (1): die Umrisse a.; etw. auf einer Karte
a.
—
4. gegenüber einem anderen seine (vermeint
lichen) Vorzüge in überheblicher Weise heraus
steilen: gib nicht so an!; sie gab mit ihrem neuen
Auto an — 5. landsch. 5.1. jmdn. anzeigen (3):
jmdn. wegen eines Diebstahls a. 5.2. jmdn. ver
r aten : einen Mitschüler (beim Lehrer) a.
—
6.
Ballspiele den Ball als erster über eine Leine, ein
48
Angeber — angelegen
Netz hinweg ins Spiel bringen; + eine / Stange
a.; den / Ton a.; a. wie eine / Tüte Mücken;
zu 4 -geber, der; -s, -,
- geberei, die; -en, -gebe
risch /Adj. / : ein angeberischer Kerl'; -gebetete, der
u. die; -n, -n //* auch anbeten/ oft spött. (von
fern) Verehrte(r), Geliebte(r): er schrieb seiner An
gebeteten einen Brief; -gebinde, das v e ra lten d
kleineres Geschenk als Geste der Zuneigung, A uf
merksamkeit'. jmdm. ein A. überreichen, verehren;
- geblich /Adj.; nicht präd.f (nur) den Behauptun
gen, Vermutungen nach: sein angeblicher Onkel;
der angebliche Täter; a. (wie behauptet wird) ist er
verreist; -geboren /Adj. ; nicht adv./ von Geburt an
(durch Vererbung) vorhanden, bestehend: angeborene
Eigenschaften; die Krankheit ist a.; jmdm. ist
etw. a. (jmd. hat etw. von Geburt an); -gebot, das
1.1. Vorschlag, mit dem man sich an jmdn. wendet,
um ihm seine Hilfe anzubieten (1.1), ihm mit etw.
zu helfen: jmdm. ein A. machen; auf ein A.
eingehen; ein A. annehmen, ablehnen 1.2. V o r
schlag, mit dem man jmdm. etw. zum Kauf an
bietet: jmdm. ein schriftliches A. zuschicken —
2. jo. PI./ 2.1. zum Kauf angebotene Waren (einer
bestimmten A r t): ein großes, reichhaltiges A. (an,
von Obst) 2.2. Pol. Ök. A . (Gesamtheit der auf
dem Markt befindlichen Erzeugnisse, Dienst
leistungen, Warenangebot) und Nachfrage; -ge
bracht /Adj.; / auch anbringen/ in einen bestimm
ten Rahmen, eine bestimmte Situation passend: die
Bemerkung ist hier (durchaus, nicht) a.; etw. für
a. halten; -gedeihen /Vb.; in der Verbindung/ geh.
jmdm. etw. a. lassen: jmdm. Schutz, eine gute
Ausbildung a. (zukommen) lassen; -gedenken, das
/in der Verbindung/ veraltend zum ewigen A.
(zur ewigen Erinnerung, zum ewigen Gedenken);
-f- seligen Angedenkens: v e ralte n d mein Groß
vater seligen Angedenkens (mein verstorbener G roß
vater); scherzh. die gute Postkutsche seligen An
gedenkens (aus früherer Z eit); unseligen Angeden
kens: Zeiten unseligen Angedenkens (verhängnis
volle Zeiten, an die man sich nicht gern erinnert);
- gefault /Adj./ ein wenig, teilweise faulig: an
gefaultes Obst; -gegangen /Adj.; / auch -gehen/
landsch.: das Pleisch ist schon a. (ein wenig ver
dorben); -gegilbt /Adj.f ein wenig vergilbt: an
gegilbtes Papier; -gegossen /Adj./ + um g. etw.
paßt, sitzt wie a. etw. paßt (1) sehr gut: der Anzug
sitzt wie a.;
- gegraut /Adj./ ^ ein wenig grau ge
worden : sein Haar ist schon a.; er hat angegraute
Schläfen; -gegriffen /Adj.; / auch angreifen 3/
erschöpft, mitgenommen: a. aussehen; er wirkte
sehr a.;
- geheiratet /Adj.; nicht adv./: er ist ein
angeheirateter Neffe von mir (er ist der N effe
meiner Frau, meines Mannes und durch meine
Heirat auch mein N effe); die angeheiratete Ver
wandtschaft; -geheitert /Adj./ durch Genuß von
Alkohol in gelöste Stimmung versetzt: eine an
geheiterte Gesellschaft; er war a.;
-gehen fVb.;
ist, hat; / auch -gegangen, -gehend/ 1. umg. an
fangen (1.2) (ist): /nicht in Verbindung mit Verben/
wann geht das Theater an?; gleich wird ein
schrecklicher Lärm a.
—
2. (ist) 2.1. zu brennen
(1.1, 3) beginnen: das Peuer, Licht gehL an 2.2.
der Ofen, die Lampe geht an (das Feuer im Ofen,
das Licht der Lampe beginnt zu brennen) — 8. /nur
im Präs., Prät. u . Fut. Akt./ etw. geht jmdn., etw.
an etw. betrifft jmdn., etw .: dieser Pall geht mich
unmittelbar an; was mich, diese Angelegenheit
angeht (insofern es mich, diese Angelegenheit be
trifft), so . . .; das geht dich nichts an (das betrifft
dich nicht, deshalb hast du dich darum nicht zu
kümmern); das geht niemanden, nur mich etwas
an; was geht mich das an? — 4. jmdn., etw. an
greifen (1.2) (hat): das Wildschwein ging den
Jäger an — 5.1. eine Aufgabe in Angriff nehmen,
zu bewältigen suchen (hat): ein Problem (ziel
strebig) a.; ein Thema von einer anderen Seite a.
5.2 . gegen etw., jmdn. Vorgehen (ist): gegen Krimi
nelle, Vorurteile, Übelstände a.
—
6. jmdn. (zu
dringlich) um etw. bitten (hat, ist); jmdn. um Kat,
Hilfe, eine Gefälligkeit, Geld a.
—
7. /nur im
Präs., Prät. u . Fut. Akt./ 7.1. es geht nicht an (ist
nicht vertretbar, schicklich), daß wir absagen; das
mag noch a. 7.2. die Hitze, das geht (gerade) noch
an (ist noch erträglich) — 8. Sp o rt (hat, ist) die
Mannschaft hat, ist das Spiel zu schnell angegangen
(hat anfangs mit zu hohem Tempo gespielt) — 9.
(ist) die Pflanzen sind alle angegangen (hab en
Wurzeln geschlagen); + etw. geht jmdn. einen
/ Dreck, feuchten / Kehricht, / Scheißdreck,
/* Schmarren an; -gehend /Adj.; nur attr.; /
auch -gehen 1/ in der Ausbildung stehend, künftig:
eine angehende Schauspielerin; -gehören /Vb.f
1.1. jmd. gehört einer bestimmten Gruppe, Körper
schaft, Klasse an jmd. ist Mitglied, Teil einer be
stimmten Gruppe, Körperschaft, Vertreter einer
K lasse: einer Delegation, Kommission a.; der
Arbeiterklasse a. 1.2 . etw. gehört einem bestimm
ten Zeitraum an etw. existiert in einem bestimmten
Zeitrau m : etw. gehört dem 17. Jahrhundert an;
das gehört der Vergangenheit an 1.8. jmd. gehört
jmdm. an jmd. ist eng mit jmdm. verbunden: ein
ander für immer a. wollen; -gehörige, der u. die;
-n, -n 1. /vorw. PI./ Verwandter, der dem nächsten
Familienkreis angehört: die Angehörigen benach
richtigen; seine Angehörigen einladen — 2. ein
Angehöriger einer bestimmten Gruppe, Körper
schaft, Klasse jmd., der einer bestimmten Gruppe,
Körperschaft, Klasse angehört: ein Angehöriger der
Armee; A. dieser Nation; die Angehörigen des
Betriebes, der Kommission; -geklagte, der u. die;
-n, -n f/ auch anklagen 1/ jmd., der angeklagt (1)
ist: den Angeklagten vernehmen; der A. hat das
W ort; die A. wurde freigesprochen; -geknackst
/Adj.; / auch anknacksen/ um g.: er wirkt a.
(angegriffen); -gekohlt /Adj.; /* auch ankohlen/
ein wenig, teilweise verkohlt: ein angekohlter Bal
ken; -gekränkelt /Adj./ von einer (negativen)
Eigenschaft a. sein mit einer (negativen) Eigen
schaft behaftet und durch sie beeinträchtigt sein :
von Eitelkeit a. sein; er ist von keiner Skepsis
a. (zeigt ' keine, nie Skepsis); -gekratzt /Adj./
salopp angegriffen, mitgenommen: ich bin ziem
lich a.
Angel, die; -,
-n I. Gerät zum Fischfang, das aus
einer Angelrute besteht, an deren Ende eine Schnur
mit einem Haken (und einem Köder) befestigt ist:
die A. auswerfen; einen Pisch an der A. haben —
n . Zapfen an einem Tür-, Fensterrahmen, um den
sich der Tür-..
Fensterflügel dreht: die Angeln
quietschen; eine Tür aus den Angeln heben
+ zwischen / Tür und A.; die / Welt aus den
Angeln heben (wollen)
an/An| -gelegen /Adj.; / auch anliegen/ + sich
Angelegenheit — angliedern
49
etw. a. sein lassen sich (aus innerem Bedürfnis)
um etw. bemühen, kümmern: sich jmds. Erziehung
a. sein lassen; -gelegenheit, die Sachverhalt, fier
für jmdn. von Bedeutung ist: eine schwierige,
dringende, peinliche A. regeln, erledigen; in einer
persönlichen, dienstlichen A. zu jmdm. kommen;
die wirtschaftlichen, politischen, kulturellen, inne
ren Angelegenheiten (Bela n ge 1) eines Staates; das
ist meine A. (geht niemanden etwas a n); um welche
A. handelt es sich?; sich nicht in fremde, in jmds.
Angelegenheiten mischen (wollen); -gelegentlich
fAdv.f geh. eingehend, nachdrücklich: sich a. nach
jmdm. erkundigen, mit etw. beschäftigen
Angel| -gerät, das zum Angeln benutztes Gerät;
-haken, der an der Schnur einer Angel (I) be-
festigter Haken
angeln /sw. Vb.; hat/ 1. Fische mit der Angel
fangen, zu fangen versuchen: a. gehen; Forellen
a.
—
2. u m g . sie hat sich einen Mann geangelt
(hat es erreicht, einen Mann als Freund, Ehemann
zu bekommen) — 3. umg. nach etw. a. etw. in
gewisser Entfernung Befindliches zu fassen, er
greifen versuchen: er angelte nach dem Spielzeug
auf dem Schrank
Angel| -punkt, der /PL -e/ Hauptsache, Angelegen
heit, um die sich alles dreht: diese Frage ist der
A.;
- rute, die langer, sich verjüngender, elastischer
Stab (I) der Angel (I) ; -schnür, die am oberen Ende
der Angelrute befestigte Schnur; -sport, der als
Sport betriebenes Angeln
an| -gemessen fA d j.; / auch anmessen/ den Ge
gebenheiten entsprechend, passend, adäquat: etw. a.
finden; etw. ist den Umständen a.; sich a. be
tragen; eine angemessene Strafe; einen Zeitpunkt
für a. (zweckmäßig 1.1) halten; -genehm fAdj.f
eine positive Empfindung auslösend, erfreulich: eine
angenehme Nachricht, Beschäftigung; sie hat eine
angenehme Stimme; (ich wünsche dir) eine an
genehme Reise!; vpn etw. a. überrascht sein; es
ist a. kühl; a. auffallen; das Angenehme mit dem
Nützlichen verbinden; ein angenehmer (sympathi
scher) Mensch
Anger, der; -s, - landsch. 1. (mit Gras bewachse
ner) Platz in einem Dorf — 2. kleinere, mit Gras
bewachsene Fläch e: die Gänse auf den A. treiben
an/An| -geregt fA dj.; / auch anregen/: ein an
geregtes (lebhaftes) Gespräch; sich a. unterhalten;
in angeregter Stimmung; -gesäuselt fA d j.f umg.
beschwipst: (ein bißchen) a. sein; -geschimmelt
/Adj.f ein wenig verschimmelt: angeschimmeltes
Brot; -geschlagen fAdj.; / auch anschlagen/ 1.
du rch A n s to ß e n (2.2) beschädigt: angeschlagenes
Geschirr — 2. nicht mehr im Vollbesitz seiner
Kräfte, erschöpft: sie wirkte a.; der Boxer war a.;
-geschmuddelt /Adj.f landsch. angeschmutzt; -ge
schmutzt fAdj.f ein wenig schmutzig (1.1): an
geschmutzte Wäsche; -geschnitten fA d j.; nicht
adv.; / auch anschneiden/ Schneiderei: ein an
geschnittener Ärmel (Ärm el, der mit einem anderen
Teil in einem Stück zugeschnitten wurde); eine an
geschnittene Kapuze; -gesehen fAdj.; nicht adv.;
/ auch ansehen/ Ansehen genießend: er ist über
all, bei allen a.;
- gesicht, das fPl.
-er, auch -e/
geh. 1,1. Gesicht: ihr geliebtes, vertrautes A .; sein
A. verhüllen; O der Gefahr ins A. sehen (mit ein er
Gefahr konfrontiert sein und sich ihr stellen) 1.2,
GesichtsausdrüFk, M ie n e : mit unbewegtem, strah
lendem A .; + im / Schweiße seines Angesichts;
-gesichts fPräp. mit Gen.j 1.1. im Hinblick auf etw.:
a. dieser Tatsache, der Lage, seiner Verdienste
1.2. geh. beim Anblick: a. der Bergwelt; -gespannt
fAdj.; / auch anspannen 3/1. angestrengt, konzen
triert: a. zuhören; mit angespannter Aufmerksam
keit — 2. eine angespannte (kritische, bedenkliche,
Spannungen aufweisende) Lage, Situation; -ge
stammt fAdj.; nicht adv.f durch Erbschaft od.
Tradition erworben, überkommen, ererbt: ange
stammter Besitz; angestammte Rechte; scherzh.
das ist mein angestammter Platz (Platz, au f den
ich ein Recht habe, weil ich immer darauf sitze);
- gestaubt fA dj.f ein wenig verstaubt: der Stoff ist
a.£
- gestellte, der u. die; -n, -n f / auch anstellen
4.1/ bes. Büroarbeit, kaufmännische od. überwiegend
leitende Tätigkeiten ausführender Werktätiger, der
das Entgelt für seine Arbeit in Form des Monats
gehaltes bekommt: Arbeiter und A .; die Angestellten'
unseres Betriebes; kaufmännische A .;
- gestrengt
fAdj.; / auch anstrengen 1.1/ mit Anstrengung
(1): a. nachdenken; a. arbeiten; -getan fA d j.; /
auch antun; in den Verbindungenf von jmdm., etw.
a. sein von jmdm. , etw. angenehm berührt, entzückt
sein : sie war sofort von ihm, seinem Klavierspiel
a.; etw. ist (nicht) dazu, danach a., daß ... etw.
ist (nicht) dafür geeignet, daß ...: die Lage war
nicht dazu a., daß man Feste feiert, Feste zu
feiern; -getraute, der u. die; -n, -n scherzh. Ehe
partner: mein Angetrauter; -getrunken fAdj.; /
auch antrinken/ ein wenig betrunken: der Fahrer
war a.;
- gewandt fAdj.; nur attr.; / auch an
wenden 1.2/ unmittelbar auf die Praxis (1.1) be
zogen, in der Praxis nutzbar gemacht: angewandte
Mathematik; angewandte Kunst fBez. für prak
tische Tätigkeiten, die fü r die Herstellung ihrer
Produkte künstlerische Mittel und Methoden an
wenden, z. B . Formgestaltung, Gebrauchsgraphikf;
- gewiesen /Adj.; / auch anweisen/ -f- auf jmdn.,
etw. a. sein jmdn., etw. nötig haben, ohne jmdn.,
etw. nicht auskommen können: auf die Eltern, jmds.
Hilfe, gutes Wetter a. sein; auf sich selbst a. sein
(keine Hilfe haben); -gewöhnen / Vb.f 1.1. sich etw.
a. eine Gewohnheit annehmen: er hat sich das
Rauchen, schlechte Manieren, Pünktlichkeit an
gewöhnt; gewöhne dir an, deutlich zu sprechen!
1.2. jmdm. etw. a. durch Erziehung erreichen, daß
jmdm. etw. zur Gewohnheit wird: wir haben ihr
angewöhnt, pünktlich zu sein; -gewohnheit, die
(schlechte) Gewohnheit: eine schlechte, üble A. an
nehmen, ablegen; er hat die A. ,
dauernd zu
zwinkern; -gewurzelt fA dj.f + wie a. (regungs
los) stehen(bleiben); -gezeigt fA d j.; nicht attr.; /
auch anzeigen/ angebracht, ratsam : es ist nicht a.,
jetzt zu gehen; etw. für a. halten
Angina, die; Anginen fvorw. Sg .j Med. Mandel
entzündung: eine leichte, schwere A. haben
an/An| -gleichen fVb.f etw.,
sich einer Sache,
jmdm., an eine Sache, jmdn. a. etw., sich dahin
bringen, daß es, man sich von etw., jmdm. nicht
mehr (allzusehr) untersch eidet: er versuchte, seine
Aussprache dem Dialekt der neuen Heimat an
zugleichen; sich an seine Umgebung a .; sich
seinem Ehepartner a .; dazu -gleichung, die
Angler, der; -s, - jmd., der angelt
an/An| -gliedern fV b .f etw. einer Sache a. etw.
zu einem organisatorischen Teil von etw. machen:
4 Wörterbuch
50
Angliederung — anhalten
der Schule ist ein Internat angegliedert; dazu
- g l iederung; die
Angl|stik5die; jo. PL/ Wissenschaft von der eng
lischen Sprache und Literatur
an|glotzen jVb.j salopp jmdn., etw. ausdruckslos,
starr ansehen (1.1, 1.2)
Angorakaninchen; das zu einer gezüchteten Basse
gehörendes Kaninchen (1.1) mit langhaarigem Fell,
dessen Haare zu Wolle verarbeitet werden
Angorakatze, die zu einer in Kleinasien gezüchteten
Rasse gehörende Katze (2.1) mit langhaarigem Fell
Angorawolle, die Wolle der Angoraziege, auch des
Angorakaninchens
Angoraziege, die zu einer in Vorderasien gezüchteten
Rasse gehörende kleine Ziege mit langhaarigem Fell,
deren Haare zu Wolle verarbeitet werden
an/An| -greifen jV b .; / auch angegriffen/ 1.1 .1 .
den Gegner, ein Land a. den militärischen K am pf
mit dem Gegner, gegen ein Land beginnen mit dem
Ziel, den Gegner zu schlagen: (die gegnerischen
Truppen, eine Stadt) mit Geschützen, Panzern,
im Tiefflug a.; den Gegner in der Flanke a. 1.1 .2 .
das Land wurde angegriffen (von einem Aggressor
überfallen) 1.2 . jmdn. a. in feindlicher Absicht mit
jmdm. den Kampf (1.2) beginnen: die Verbrecher
griffen den Polizisten an; der Bär griff den Jäger
an 1.8. den Gegner a. im sportlichen Wettkampf
gegenüber dem Gegner die Initiative ergreifen, um
zu versuchen, ihm Vorteile abzugewinnen, ihn zu
besiegen: der Sturm griff pausenlos an; den gegne
rischen König im Schachspiel a.
—
2. jmdn., etw.
heftig kritisieren : jmdn., jmds. Standpunkt heftig,
öffentlich a.
—
8. etw. schwächt (1) jmdn.,
etw.:
das Fieber hat mich sehr angegriffen; die ständige
Aufregung griff meine Gesundheit, Nerven an —
4. die Säure greift das Metall an (zersetzt e s);
dieses Waschmittel greift die Wäsche an (be
schädigt sie) — 5 . (notgedrungen) etw. zu verbrauchen
beginnen: den Vorrat, die letzten Reserven, die
Ersparnisse a.; zu 1 -greifer, der; -s, - ;
-grenzen
fVb.f etw. grenzt an etw. an etw. grenzt (1.1) an
etw .: sein Grundstück grenzt an unseres an; das
angrenzende Zimmer; -griff, der 1. /zu -greifen 1/
das Angreifen; zu 1.1: heftige, schwere Angriffe;
zum A. übergehen; einen A. abschlagen, abwehren;
zu 1.3: einen A. starten — 2. heftige K ritik (1):
versteckte, massive Angriffe gegen jmdn. richten
—
3. fin der Verbindung/ etw. in A. nehmen etw.,
dessen Ausführung, Verwirklichung mit Schwierig
keiten verbunden ist, (zu lösen) beginnen, zu be
wältigen suchen: eine Arbeit, Aufgabe in A.
nehmen; das Projekt wird jetzt in A. genommen
—
4. jo. Pl.f Ballspiele die Gesamtheit der An
griffsspieler, Sturm: der A. versagte
Angriffs/angriffs| -fläche, die 1. Stelle, au f die etw.
einwirken kann: das Segel bot dem Wind eine
große A.
—
2. Anlaß zu einem Angriff (2): er
wollte seinen Gegnern keine A. bieten; -krieg, der
1.1. durch Angreifen (1.1 .1) eingeleiteter, offensiver
Krieg 1.2. Aggressionskrieg; -lustig jAdj.j bereit,
jederzeit jmdn. anzugreifen (1.2, 2); -punkt, der
jPl.
- e/ Angriffsfläche (2); -Spieler, der B allspiele
Spieler, der bei bestimmten Mannschaftsspielen die
Aufgabe hat anzugreifen, um Tore zu erzielen,
Stürmer
an|grinsen jVb.j umg. jmdn. grinsend ansehen
(1.1): jmdn. dumm, freundlich a.
angst jin der Verbindung! jmdm. a. machen (jmdn.
in Angst versetzen)
- f jmdm. wird (es) a. und bange (jmd. bekommt
große Angst)
Angst, die; -, Ängste 1.1. (sich durch Zittern, Herz
klopfen, Nervosität äußernder) emotionaler Zustand,
in den jmd. gerät, wenn er sich einer Gefahr, einer
von ihm als kompliziert angesehenen Sache nicht
entziehen od. ihr nicht wirksam begegnen kann: A.
(vor der Prüfung, vor Ansteckung, vor dem Tod)
haben; vor jmdm. A . haben, empfinden; eine
panische, schreckliche, grenzenlose A. befällt,
quält, ergreift, packt jmdn.; A. bekommen; von
Ä. erfüllt sein; keine A. kennen; jmdm. durch,
mit etw. A . einjagen; jmdn. in A. (und Schrecken)
versetzen; vor Ä. zittern; Ängste erleiden 1.2.
Sorge (1): in A. um jmdn., etw. sein; A. um jmdn.
haben; ich habe A. (befürchte), daß ...
+ in tausend Ängsten schweben (in großer Sorge,
starker Unruhe sein); A. vor der eigenen Courage
kriegen, bekommen (Furcht vor Konsequenzen
haben, weil man glaubt, daß eine Handlung als
zu weit gegangen beurteilt wird); umg. jmdm. sitzt
die A. im Nacken (jmd. wird von Angst gepeinigt)
angst/Angst zu Angst 1.11 -erfüllt jA dj.j geh. von
Angst erfüllt; -gefühl, das; -käse, der umg.
scherzh. sehr ängstlicher Mensch: er ist ein A.
ängstigen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., jmd. bewirkt,
daß jmd. Angst bekommt: ein böser Traum äng
stigte mich 1.2. sich vor jmdm., etw., um jmdn.
ä. vor jmdm.,
etw. Angst (1.1), um jmdn. Angst
(1.2) haben: sich vor der Trennung ä.; die Mutter
ängstigte sich um ihr Kind
Angst|kauf, der umg. überstürzter Kauf aus Angst
vor Warenverknappung
ängstlich jAdj.j 1.1. von Angst erfüllt: sich ä. um
drehen; ä. schreien 1.2. leicht Angst empfindend:
ein ängstlicher Mensch — 2. jnicht präd.j sehr
sorgsam und vorsichtig: ä. auf etw. bedacht sein;
ein ä. gehütetes Geheimnis; dazu Ängstlichkeit,
die; jo .
Pl.j
Angst/angst zu Angst 1.11 -psychose, die Angst
hervorrufende Psychose; -schweiß, der Schweiß, der
jmdm. bei Angst ausbricht: der Ä. brach ihm aus;
- voll jAdj.j voll Angst; -zustand, der durch große
Angst gekennzeichneter physisch-psychischer Zu
stand: Ängstzustände haben, bekommen; in einem
dauernden A. leben
an/An| -gucken / Vb.j umg. (sich) jmdn., etw. an
sehen (1): jmdn. finster, neugierig a.; sich ein Buch
a.; -haben jVb.j 1. umg. ein Kleidungsstück tragen:
ein neues Kleid, moderne Schuhe, nichts a.
—
2.
etw., jmd. kann jmdm., einer Sache nichts a.: der
Sturm konnte uns, dem Boot nichts a. (nicht scha
den 1.2); er konnte ihm nichts a. (nichts nachsagen,
nachweisen); wer will uns (et)was a.?; -}- die ft
Hosen a.; f t Siebenmeilenstiefel a.; -haften / Vb.j 1.
an etw. haften (I): hier haften noch Farbreste an —
2. etw. (Negatives) ist jmdm.,
einer Sache eigen:
ein Fehler haftet ihm an, er ist zu nachsichtig;
- halt, der Anhaltspunkt; -halten jVb.; ft auch
- haltend/ 1.1. etw., bes. ein Fahrzeug, jmdn. zum
Stehenbleiben (1, 2) bringen: das Auto a.; er hielt
mich auf der Straße an; die Uhr a .; den Schritt
a. (stehenbleiben 1); den Atem, die Luft a. (nicht
ausatmen) 1.2. stehenbleiben (1, 2): das Auto hielt
vor dem Haus an; plötzlich hielt er an dem Schau-
anhaltend — Anilin
51
fenster an — 2. etw. an jmdn., etw. halten (2.1):
das Lineal a.; sich vor dem Spiegel das Kleid
(zur Probe) a.
—
3. andauern: der Regen, seine
gute Laune hält (immer noch) an — 4 . jmdn.
(durch wiederholte Hinweise, Ermahnungen) dazu
veranlassen, etw. ständig zu tun: ein Kind zur Auf
merksamkeit im Straßenverkehr a.; er hielt seine
Schüler dazu an, selbständig zu arbeiten; + um
die / Hand eines Mädchens a.;
- haltend /A dj.;
nicht präd.; / auch -halten 3/ nicht aufhörend,
ununterbrochen: anhaltender Beifall, Frost; -halter
fin der Verbindung! per A. (in einem fremden Auto,
das m an angehalten hat) fahren, reisen; -halts
punkt, der fPl.
- e/ eine Annahme stützender Hin
w eis : einen A. (für etw.) suchen, finden, geben;
die Zeugenaussagen boten keine neuen Anhalts
punkte für seine Schuld; -hand s . Hand (3);
- hang, der 1. fvorw. Sg .j der einem Druckerzeugnis,
etw. Schriftlichem am Ende beigegebene (kommen
tierende) Zusatz: im A. des Buches befinden sich
Ergänzungen, die Anmerkungen — 2. jo . P l.f 2.1.
Freundeskreis, Anhängerschaft: einen großen A.
haben; viel, A. haben 2.2. Verwandtschaft, die
Angehörigen: keinen A. haben; Witwe ohne A.;
1- hängcn fVb.f jmdm. anhaften (2): ihm hing ein
Gefühl der Schuld an; das wird ihm immer a.;
2- hängen fVb.f 1. etw. an etw. 2hängen (1.1): er
hängte seinen Mantel (an dem, den Haken) an —
2. etw. ankuppeln: einen Waggon (am, an den Zug)
a.
—
3. sich a . : das Kind hängte sich an die Mutter
an (hielt sich an ihr fest und folgte ihr) — 4 . ich
habe noch drei Tage Urlaub angehängt (den Urlaub
noch um drei Tage verlängert); zwei Nullen an eine
Zahl a. (einer Zahl hinzufügen) — 5. umg. jmdm.
etw. a. jmdm. etw. nachsagen: jmdm. einen Dieb
stahl a.; -hänger, der 1. jmd.9 der sich einer (poli
tischen) Richtung (und ihrem Repräsentanten) zu
gehörig fühlt: er war ein A. der Naturheilkunde,
der modernen Malerei; ein leidenschaftlicher, über
zeugter A.
—
2. Straßen-, Schienenfahrzeug ohne
eigenen Antrieb, das an ein entsprechendes Fahrzeug
mit Antrieb angehängt wird: ein Lastkraftwagen
mit A .; die Straßenbahn hat einen A.
—
3.
Schmuckstück, das an einer Kette getragen wird:
ein goldener A.
—
4. an ein Gepäckstück angehäng
tes kleines Schild mit der Adresse des Eigentümers;
- hängerschaft, die; -, fo. P l.f Gesamtheit der A n
hänger (1): seine, die A. vergrößert sich ständig;
- hängig fAdj.f Jur.: ein anhängiges (bei Gericht
geltend gemachtes) Verfahren; gegen jmdn. (wegen
etw.) einen Prozeß a. machen (vor Gericht K lage
erheben); -bänglich /Adj.; nicht adv./ an jmdm.
sehr hängend: sein Freund, der Hund ist sehr a.;
dazu -hänglichkeit, die; -, jo. PI ./; -hauchen fV b.f
gegen etw., jmdn. hauchen: die Brille a.;
- hauen,
haute an, hat angehauen salopp jmdn. (plump
vertraulich) ansprechen, um etw. von ihm zu er
halten, bei ihm zu erreichen: er hat mich angehauen,
ob ich ihm..'.; er hat mich um 50Mark an
gehauen; -häufeln /Vb.j: Kartoffeln, Bohnen a.
(häufeln 1); -häufen /Vb.f 1.1. viele Dinge (als
Vorrat) herbeischaffen und aufbewahren, etw. Z u
sammentragen: Vorräte, Geld a. 1.2. sich a. all
mählich immer mehr werden: bei mir haben sich
viele Akten, hat sich viel Arbeit angehäuft; dazu
- häufung, die; -heben /Vb./ 1. etw. ein wenig in
die Höhe heben, hochheben: die Kiste, den Schrank
a. — 2. etw. erhöhen (2.1), heraufsetzen: die Gehälter
a.; das Niveau a.
—
3. veraltend geh. 3.1.
wieder zu sprechen, weinen a. (anfangen 1.1) 3.2.
der Gesang hebt an (fängt an 1.2); zu 2 -hebung,
die jvorw. S g .f; -heften /Vb./ 1. etw. an etw. mit
Heftstichen annähen: eine Schleife (an das, dem
Kleid) a.
—
2. etw. an etw. heften (1): einen Zettel
mit Reißnägeln an die, der Tür a.; jmdm. etw. a .:
jmdm. einen Orden a. (anstecken 1.1); -heimeln
/sw. V b.; hat; / auch -heimelnd/: etw. heimelt
jmdn. an (etw. macht auf jmdn. einen vertrauten,
behaglichen Eindruck); -heimelnd /Adj.; / auch
- heimeln/ vertraut, behaglich wirkend: ein an
heimelndes Zimmer; eine anheimelnde Atm o
sphäre
anheimfallen /Vb.j geh .: der Vergessenheit a.
(vergessen 1.1 werd en ); der Zerstörung a. (zerstört
werden)
anheimgeben fVb./ veraltend geh. 1. jmdn., sich
jmds. Obhut a. (anvertrauen 1.2) — 2. etw. jmds.
Entscheidung a. (anheimstellen )
anheimstellen /Vb./ geh. etw. jmdm., jmds. Er
messen a. etw. jmdm. überlassen, etw. in jmds. E r
messen stellen: ich stelle das Ihnen, Ihrer Ent
scheidung anheim
an/An| -heischig /A d v ./
-f- veraltend geh. sich
a. machen, etw. Bestimmtes zu bewältigen e r
klären, daß man sich zutraut, etw. Bestimmtes zu
bewältigen: ich mache mich a., diese Aufgabe in
kürzester Zeit zu lösen; -heizen /Vb.f 1. er hat
(den Ofen) angeheizt (zu heizen begonnen) — 2.
fe m ot. neg./ die Hysterie, Stimmung, eine Debatte
a. (steigern, heftiger werden lassen); -herrschen
/Vb./ jmdn. herrisch anfahren (5); -heuern /Vb.j
Seemannsspr. 1.1.jmdn. in ein Dienstverhältnis
auf einem Schiff nehmen: Matrosen a. 1.2. ein
Dienstverhältnis auf einem Schiff annehmen: er hat
auf einem Frachter angeheuert; -hieb + um g.
auf A. beim ersten Versuch (1.2): er erreichte,
schaffte, verstand es auf A . ; alles klappte auf A .;
- himmeln /sw. Vb.; hat/ umg. 1.1 . jmdn. schwär
merisch ansehen 1.2. jmdn. schwärmerisch verehren:
einen Schlagersänger a . ;
- höhe, die nicht sehr hohe
Erhebung im Gelände: auf einer A. stehen; -hören
/Vb.j 1.1. etw., jmdn. a. jmds. mündlich vorgebrach
tem Anliegen aufmerksam zuhören: jmds. Be
schwerde, Vorschlag, Bericht a.; ich glaube
kaum, daß er mich a. wird 1.2. (sich) etw., jmdn.
a. einer Darbietung, Rede, einem Darbietenden,
Redner aufmerksam und mit kritischem Verständnis
zuhören: (sich) eine Platte, Sendung a.; sich einen
Sänger a.; ein Gespräch mit a. (unfreiwillig hören)
—
2. jmdm. etw. an der Stimme anmerken: man
hört (es) dir an, daß du erkältet bist — 3. sich
in bestimmter Weise a. (durch einen typischen
Klang, ein typisches Geräusch) einen bestimmten
Eindruck vermitteln: es hört sich an, als ob es
regnet; dein Vorschlag hört sich gut an (scheint,
dem Eindruck nach zu urteilen, gut zu sein);
- hörung, die;
-en (öffentliche) Sitzung, in der
Sachverständige, Zeugen zu einem bestimmten
problematischen Fall angehört werden: eine öffent
liche A.
Anil|n, das; -s, /o. PI./ Chem. farblose, besonders
giftige, flüssige, ölige organische Verbindung, die
bei der Herstellung von Farbstoffen und Arznei
mitteln verwendet wird
4*
52
animalisch — ankommen
animalisch /Adj.'/ 1. tierisch, vom Tier stammend:
animalischer Dünger — 2* ungezügelt triebhaft (1.1):
animalischer H aß; das bereitet ihm ein geradezu
animalisches Vergnügen
animieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. zu etw. ermuntern:
jmdn. zum Trinken a.; eine animierte (in Stimmung
v ers etzte) Gesellschaft
Animosität, die; -,
- en 1. fo. Pl.j gereizte, feind
selige Einstellung, Abneigung: eine A. gegen jmdn.
—
2. gereizte, feindselige Äußerung
Anion, das; -s, Anionen [an|io:n, anio:n, PL
an|i|o:n9n, aniornon] Phys. negativ geladenes
Teilchen, das bei der Elektrolyse zur Anode- wandert
Ams, Anis, der; -es, Anise 1. fvorw. Sg .j im Mittel
meergebiet verbreitetes Doldengewächs, das als Ge
würz verwendet wird — 2. /o. PL/ Früchte von 1,
die als Gewürz, Arznei dienen
an/An| -kämpfen /Vb./ gegen'etw. a. (die R eali
sierung von) etw. zu überwinden suchen, gegen etw.
kämpfen (2.1): gegen den Sturm a.; gegen den
Schlaf, gegen Tränen, Übelstände a .;
- kathete, die
Math. Kathete, die mit der Hypotenuse einen
Winkel bildet; -kauf, der das Ankäufen: der A.
eines Gemäldes durch ein Museum; der A. von
Antiquitäten, Grundstücken; -kaufen /Vb.f ein
Wertobjekt, größere Mengen einer Ware kaufen
jbes. von Institutionen, Körperschaften/: das Mu
seum kaufte dieses Gemälde an; Antiquitäten a.
4nker, der; -s, - 1. an einer Kette od. einem Tau
befestigter, der Größe des Schiffes entsprechend
schwerer stählerner Haken, der vom Schiff auf den
Grund eines Gewässers hinabgelassen wird, sich dort
festhakt und so das Schiff an seinem Platz festhält:
den A. auswerfen, hieven, lichten — 2. Bauw .
Haken zum Zusammenhalten von Bauteilen, Mauer
werk — 3. Uhrm. gebogenes bewegliches Teil, das
den Lauf der Uhr reguliert — 4. Phys. rotierender
Teil in Elektromotoren
+ Seemannsspr. vor A. gehen (ankern); /von
einem Schiff/ vor A. liegen (mit Hilfe des Ankers
am Grund festgemacht sein)
ankern /sw. Vb.; hat/ den Anker auswerfen, vor
Anker gehen
an/An| -ketten /Vb./ 1.1 . einen Hund a. (an die
Kette legen) 1.2. etw. mit einer Kette an ehe. fest-
machen: ein Boot a.;
- keuchen /Vb.; ist; im Part.
Prät.
-f
kommen/ angekeucht kommen (keuchend
herankommen, sich keuchend nähern); -klage, die
1. /o. PI./ Antrag des Staatsanwalts an das Gericht,
das Verfahren zu eröffnen und über den in der
Anklageschrift dargelegten Gegenstand des Ver
fahrens zu entscheiden: die A. lautet auf Mord;
A. gegen jmdn. erheben; eine A. einreichen, zu
rückziehen; unter A. stehen (angeklagt sein) —
2. jo. P l.j Anklagevertreter: die A. beantragte die
Vorladung neuer Zeugen — 3. Äußerung, mit der
man jmdn. anklagt (2), Beschuldigung: eine leiden
schaftliche, flammende A .;
- k lagebank, die jo.
PI./: die Rowdys sitzen auf der A. (stehen als
Angeklagte vor Gericht); -klagen /Vb.; / auch An
geklagte/ 1. jmdn. a. gegen jmdn. Anklage erheben:
jmdn. wegen Diebstahls, Flugzeugentführung a.;
geh. jmdn. des Mordes a.
—
2. etw., jmdn., sich
wegen etw. fü r schuldig (1) erklären: das Schicksal
a.; jmdn.,
sich der Überheblichkeit a.; soziale
Mißstände, Verhältnisse (in einem Film) a. (a n
prangern); ein anklagendes Buch; -klagepunkt,
der /PL -e/ Jur. einzelner Punkt der Anklage (1);
- k lüger, der Anklagevertreter: der öffentliche A.
Anklage Jur. |-Schrift, die schriftliche Ausfertigung
der Anklage (1) einschließlich der Begründung: die
A. vorlesen; -Vertreter, der mit der Vertretung im
Verfahren beauftragter Staatsanwalt
an/An| -klammern /Vb./ 1. sich an jmdn.,
etw.
klammern: sie klammerte sich voller Angst an die,
der Mutter, an ihren, ihrem Arm an; <> sich an
eine Hoffnung a. (an einer Hoffnung Halt suchen)
—
2. etw. an etw. mit Klammern befestigen: die
Wäsche a.; eine Fotokopie an einen, einem Brief
a.;
- k lang, der 1* jvorw. Pl.j Detail, das Ähnlichkeit
m it etw. a u fw eist: seine neueste Sinfonie enthält
viele Anklänge an alte Meister — 2. /in der Ver
bindungI A. finden Zustimmung finden, gefallen:
der Vorschlag fand bei allen A .; er fand überall
A. (mit diesem Vorschlag); -kleben /Vb.; hat, ist/
1. etw. an etw. kleben (1.1) (hat): ein Plakat (an
die, der Wand) a.; die Tapete wieder a.; jmdm.,
sich etw. a .: sich Wimpern a.
—
2. an etw. kleben
(2.2) (ist): der Teig ist (an der Schüssel) angeklebt;
- k leckern /Vb.; ist; im Part. Prät.
-f
kommen/
um g. /emot. neg.\ angekleckert kommen (nach
und nach kommen 1); -kleidekabine, die bes. zum
Umkleiden dienender kleiner abgeteilter Raum (in
einem Schwimmbad, Konfektionsgeschäft); -kleiden
/Vb./ geh. sich, jmdn. aitziehen (1.2); -klingeln
/Vb./ landsch. jmdn. anrufen (1); -klingen /Vb./
1.1. spürbar (1.1), hörbar sein: die gleiche Frage
klang immer wieder an; in ihren W orten klang
so etwas wie Wehmut an 1.2. an etw. a. einer Sache
ähnlich sein, in gewisser Hinsicht mit etw. überein
stimmen: diese Melodie klingt an ein altes Volks
lied an; -klopfen /Vb./ an die Tür klopfen zum
Zeichen, daß man den Raum betreten will: er trat
ein, ohne vorher anzuklopfen; leise an die, der
Tür a.;
- knabbern /Vb./ etw. a. ein wenig an, von
etw. knabbern: die Kaninchen haben den Kohl an
geknabbert; einen Apfel a.;
- knacksen /Vb.; /
auch angeknackst/ umg. etw. anbrechen (1): ich
habe mir den Fuß angeknackst; ein angeknackstes
Stuhlbein; -knipsen /Vb./ u m g.: die Taschen
lampe, das Licht a. (anschalten); -knöpfen /Vb./
etw. an etw. knöpfen: die Kapuze (an den, am
Anorak) a.;
- knüpfen /Vb./ 1. an etw. a. etw. fort
setzen, das zurückliegt od. das zeitweise in seiner
Kontinuität unterbrochen war: an einen Gedanken,
früher Gesagtes, alte Traditionen a.
—
2. etw. mit
jmdm. beginnen und damit einen Kontakt zu ihm
hersteilen: ein Gespräch, (Liebes)beziehungen (mit
jmdm.) a.; mit einem Land Verhandlungen a.;
- knüpfungspunkt, der /PI.
- e/ etw., an das man (im
Gespräch) anknüpfen kann: nach einem A. suchen;
- kochen / Vb./: Suppenfleisch a. (kurz, ein wenig
kochen, ehe man es danach noch weiter zubereitet);
- kohlen /Vb.; / auch angekohlt/ umg.: jmdn. a.
(jmdm. meist im Scherz Unwahrheiten erzählen);
- kommen /Vb./ 1. einen Ort als Ziel erreichen: er ist
pünktlich (um 6 Uhr) in Berlin, zu Hause an
gekommen; atemlos a.; mit dem Flugzeug a.;
ein Päckchen, Brief ist angekommen; ich sah
ihn a. (herankommen 1.1); <0> bei unseren
Nachbarn
ist ein kleiner Junge ange
kommen (geboren worden) — 2. veraltend er ist
in diesem Betrieb als Meister angekommen (hat in
diesem Betrieb eine Stellung als M eister gefunden) —
Ankömmling — aniaufen
53
3.1. bei einem Publikum zur Wirkung kommen, An
klang finden: der Film, Schlager, Witz, diese
Sängerin ist (gut, nicht) angekommen 3.2 . u m g.
damit kommt er bei mir nicht an (erreicht er bei mir
nichts) — 4. gegen jmdn., etw. nicht aufkommen:
gegen ihn, diese Entwicklung kommt man nicht
an, kann man nur schwer a.
—
5. geh. ein Gefühl
ergreift, überkommt jmdn.: Angst, Ekel, ein Ver
langen kommt jmdn. an — 6 . geh. etw. kommt
jmdn. schwer an etw. fällt jmdm. schwer, wird jmdm.
schwer: der Abschied kam mich hart, sauer an —
7. es kommt auf jmdn., etw. an es hängt von jmdm.,
etw. ab: es kommt auf ihn, auf das Wetter an, ob
wir fahren; es käme auf einen Versuch an; es
kommt auf jeden Pfennig, jede Minute an; -j- es
auf etw. a. lassen etw. riskieren (1.2): ich lasse es
auf einen Prozeß mit ihm a.;
- kömmling, der; -s,
-e jmd., der soeben, kürzlich angekommen (1) ist:
den A. begrüßen; -können fVb.f um g.: gegen
jmdn., etw. nicht a. (sich gegen jmdn., etw. nicht
durchsetzen können)', -koppeln fVb./ etw. ankuppeln;
- kotzen /Vb.f derb jmdn. a. jmds. Widerwillen
erregen: mich kotzt das alles, dein Gejammer an;
du kotzt mich an!; -krallen fVb.f 1. sich an etw.,
jmdm. krampfhaft festhalten: das Kind krallte sich
am, an das Geländer an — 2. landsch. salopp
jmdn. um, wegen etw. a. jmdn. zudringlich um etw.
bitten: er hat mich um, wegen 50 Mark angekrallt;
- krausen/Vb./Schneiderei Stoff mit einem Faden
zusammenziehen, um die Weite zu verringern, an
reihen: ein in der Taille angekrauster Rock;
- kreiden, kreidete an, hat angekreidet umg. jmdm.
etw. vorwerfen (1): jmdm. einen Irrtum, Fehler a .;
jmdm. etw. als Schwäche a.;
- kreuzen fVb.; hat/
etw. Geschriebenes durch ein K reu z kennzeichnen,
um es hervorzuheben: einen Kamen (in einer Liste)
a.; einen Fehler im Diktat a.; -kriechen /Vb./ 1 . firn
Part. Prät.
-f- kommen/ umg. angekrochen kom
men unterwürfig bittend zu jmdm. kommen (ist):
trotz der Abfuhr kam er immer wieder angekro
chen — 2. etw. kriecht jmdn. an etw. überkommt
jmdn. allmählich und unwiderstehlich (hat): die
Kälte, Angst kriecht jmdn. an; -kündigen fV b.f
1.1. etw. Bevorstehendes bekanntgeben, mitteilen:
eine Veranstaltung in der Zeitung, durch Plakate
a.; seinen Besuch a. 1.2. jmdn., sich a. jmds., sein
baldiges Erscheinen mitteilen: einen Sänger (auf
der Bühne) a.; O der Frühling kündigt sich an;
dazu -kündigung, die; -kunft, die; -,
- künfte
fvorw. Sg .j das Ankommen (1): die A. der Gäste;
jmds. A . mitteilen, erwarten; die (verspätete) A.
des Zuges; -kunftszeit, die Zeitpunkt der Ankunft:
die A. des Zuges feststellen; -kuppeln f V b .j : einen
Waggon, Anhänger a. (mit einem anderen Fahrzeug
mit Hilfe der Kupplung verbinden); -kurbeln /Vb.f
1. den Traktor a. (den Motor des Traktors mit einer
Kurbel anwerfen) — 2. umg. etw. vorantreiben,
beleben: die Wirtschaft, Produktion a.; das Bau
tempo a. (beschleunigen); -kuscheln, sich fVb.j sich
an jmdn. anschmiegen: sie kuschelte sich an die
Mutter an; -lächeln fVb.f jmdn. lächelnd ansehen:
jmdn. freundlich a.;
- lachen fVb.j 1. jmdn. lachend
anseh en: jmdn. freundlich, vergnügt, glücklich a.;
sie lachten sich an — 2. umg. sich jmdn. a. mit
jmdm. anbändeln: sie hat sich einen Studenten an
gelacht; -läge, die 1.1 . Grünfläche, Park: die öffent
lichen Anlagen; ein Spaziergang durch die An
lagen der Stadt 1.2. fü r einen bestimmten Zweck ge
schaffene, meist über ein größeres Areal sich er
streckende Gesamtheit von Bauten und zweckbestimmt
gestalteten F lä ch e n : sportliche, militärische An
lagen — 2. zu einer funktionalen Einheit zusammen
gefaßte technische Mittel, Vorrichtungen, Maschinen,
Geräte: eine technische, elektrische, automatische
A.; die sanitären Anlagen — 8 . Erbanlage: gute,
künstlerische Anlagen haben; seine Anlagen aus
bilden; eine A. zur Musik; eine krankhafte A.;
er hat eine A. (Neigung) zu Allergien — 4. das
einem Schreiben Beigefügte: dem Brief eine A. bei
fügen; als A., in der A. übersenden wir Ihnen . , .
—
5. fvorw. Sg .f das Anlegen (4): die A. eines Stausees,
Parks planen — 6.1. das Anlegen (7.1) von Kapital,
Geld: die A. von Geldmitteln 6.2 . etw. ist eine vor
teilhafte A. (ist vorteilhaft angelegt 7.1); -lagern fVb.f
Chem. etw. lagert sich an etw. an etw. verbindet
sich mit etw.,: Wasserstoff lagert sich an unge
sättigte Kohlenwasserstoffe an; -land en/Vb.; hat/
etw., jmdn. an Land bringen: Fische, eine Fracht,
Truppen a.; -langen fVb.; ist, hat/ 1. ankommen (1)
(ist): zu Hause, am Ziel, glücklich a.; endlich ist
der Brief hier angelangt — 2. fin der Verbindung!
was jmdn., etw. anlangt was jmdn., etw. betrifft (1)
(hat): was mich, diese Frage, deine Befürchtungen
anlangt, (so) ...;
- laß, der; -lasses, -lässe 1. etw.,
wodurch eine Handlung, Haltung, ein Vorgang aus
gelöst w ird : der A. des Streites, zur Expipsion des
Blindgängers; ohne (jeden, den geringsten) A.
wütend werden; es besteht kein A. zur Beun
ruhigung; A. zur Unzufriedenheit haben; bei je
dem A. lachen; etw. zum A. nehmen (etw. als
Gelegenheit nutzen, um etw. Bestimmtes zu tun);
jmdm. (keinen) A. zu etw. geben — 2. bei feier
lichen, festlichen, besonderen Anlässen (w en n ein e
Feier, ein Fest, etw. Besonderes stattfindet); aus A.
(auf Grund) unseres Jubiläums gingen uns viele
Glückwünsche zu; •'lassen fVb.f 1.1. einen Ver
brennungsmotor in Gang setzen, starten (2.1):
den Motor a. 1.2. den Wagen a. (den Motor des
Wagens in Gang setzen, starten 2.1) — 2. sich in
bestimmter Weise a. in bestimmter Weise beginnen:
das neue Jahr, das Wetter läßt sich gut, nach mei
nen Wünschen an; der Lehrling läßt sich gut an —
3. umg. ein Kleidungsstück anbehalten: den Mantel
a.
—
4. umg. etw. angeschaltet, angezündet (1.1)
lassen, in seiner Funktion belassen, nicht ausschalten,
nicht ausmachen: das Radio, Licht a.; die Kerze a.;
- lasser, der; -s, - Techn. Vorrichtung zum An
lassen eines Verbrennungsmotors; -läßlich fPräp. mit
Gen.f aus Anlaß, auf Grund: a. unserer Verlobung
gingen uns viele Glückwünsche zu; -lasten fV b .f
jmdm. etw. a. jmdm. die Schuld an etw. geben:
jmdm. die Schuld an etw., ein Versäumnis a.;
- lauf, der 1. fo. Pl.f das Zurücklegen einer geioissen
Strecke im Lauf, um für die Ausführung einer
Übung Schwung zu bekommen: einen Sprung,mit A.
ausführen; für einen Sprung (einen) A. nehmen —
2. Sport Strecke für 1: ein weiter, kurzer A.
—
3. Ansatz (1.3): nicht über den ersten A. hinaus
kommen; vergebliche Anläufe machen; A. zu etw.
nehmen (zu etw. ansetzen) — 4 . fo. Pl.f der A. (das
Anlaufen 3) der Produktion; -laufen fVb.f 1. firn
Part. Prät. + kommen/ angelaufen kommen zu
Fuß (schnell) herankommen, sich zu Fuß (schnell)
nähern (ist): der Junge kam weinend angelaufen —
54
Anlaufzeit — anmachen
2. (ist) der Motor, die Maschine läuft an (beginnt zu
laufen, in Gang zu kommen) — 3. etw. läuft an etw.
setzt ein, beginnt (ist): die Produktion (dieses
Erzeugnisses) ist angelaufen; die Aktion, Fahn
dung läuft an — 4 , (hat) das Schiff läuft den
Hafen, diese Stadt an (steuert den Hafen, diese Stadt
•an) — 5* (ist) gegen Vorurteile a. (Vorgehen, an -
gehen) — 6. (ist) sein Gesicht, er lief vor Zorn rot,
dunkel an (sein Gesicht wurde vor Zorn rot, dunkel)
—
7.b e s ch lag e n (2.1) (ist): die Fensterscheiben
laufen an, sind angelaufen — 8. (ist) seine Schulden
sind (auf eine hohe Summe) angelaufen (a n ge
wachsen); -laufzeit, die Zeitspanne des Anlaufens
der Produktion von etw.;
- laut, der jo. PL/ Sprach-
wiss. /von Lauten/: im A. (am Anfang eines Wortes)
stehen; -läuten /Vb./ landsch. jmdn. anrufen (1);
- lecken / Vb./ an etw. lecken (um es zu befeuchten):
die Briefmarke a.;
-legelbrücke, die Landungs
brücke; -legen fVb./ 1 .1 . etw. an etw. legen (1): ein
Lineal a.; der Hund legte die Ohren an (legte sie
nach hinten) 1.2. eine Leiter an den Baum a. (an
den Baum stellen) 1.3. einen Säugling (an die Brust)
а. (zum Stillen an die Brust legen) 1.4. Brennmaterial
aufs Feuer legen: wir müssen noch (Holz, Kohle) a.
1.5 . einen strengen Maßstab an etw.,
jmdn. a.
(etw., jmdn. streng beurteilen); hier muß man andere
Maßstäbe a. (unter anderen Gesichtspunkten, nach
anderen Bedingungen, Umständen urteilen) — 2 . das
Gewehr in Anschlag bringen: er legte an und schoß;
auf den Hirsch a. (zielen) — 3 . jmdm., einem Tier
etw. a .: jmdm. einen Verband a. (jmdn. verbinden);
dem Hund den Maulkorb a. (den Maulkorb am
Kopf des Hundes befestigen); dem Pferd den Zaum,
das Geschirr a.; jmdm. Fesseln a. (Fesseln an
jmds. Hand-,
Fußgelenken befestigen) — 4.1. etw.
für einen bestimmten Zweck planmäßig bauen,
schaffen, gestalten: einen Stausee, Park, eine
Straße, Stadt a. 4 .2 . ein Verzeichnis, eine Kartei a.
(nach einem bestimmten System herstellen); sich
einen Vorrat a. (schaffen) — 5 . das Schiff legt am
Kai, an der Landungsbrücke an (fährt an den K ai,
die Ladungsbrücke heran und macht dort fest) —
б. geh. 6 .1 . ein (besonderes, festliches) Kleidungs
stück, das zur Oberbekleidung zählt, anziehen:
Trauerkleidung, die Uniform a. 6 .2 . einen Orden a.
(anstecken); Schmuck a. (am Körper, an der Klei
dung anbringen, befestigen); O die Stadt hatte Fest
schmuck angelegt (war festlich geschmückt) —
7.1. Kapital so verwenden, daß Profit daraus ge
zogen wird; Geld so verwenden, daß man einen Vor
teil davon hat: Kapital vorteilhaft, günstig a .; sein
Geld in Gemälden a. 7.2. Geld für eine größere A n
schaffung ausgeben: was wollen Sie (für das Ge
mälde) a.?; viel Geld für ein Auto a.
—
8. es auf
etw. a. etw. (insgeheim) beabsichtigen, auf etw. ab-
zielen: er hat es darauf angelegt, ihm zu schaden —
9. sich mit jmdm. a. mit jmdm. Streit suchen: er
wollte sich mit mir a .;
-j- jmdm. (die )/ Daumen
schrauben a.; (selbst mit) / Hand a.;
- legesteg,
der Landungssteg; dehnen /Vb.f 1. sich, etw. an etw.,
jmdn. lehnen: sich (mit dem Rücken) an die Wand,
sich an jmdn. a .; die Leiter (an die Mauer) a.
—
2. das Fenster, die Tür a. (nicht ganz schließen,
einen Spalt offenlassen); die Tür war nur ange
lehnt — 3. sich an etw., jmdn. a. bestimmte Ele
mente von etw. geistig, schöpferisch Vorgeprägtem
übernehmen: sich -eng an die Vorlage, ein Muster,
einen Baustil, Schriftsteller a.;
- lehnung, die; -,
- en /vorw. Sg .; zu -lehnen 3/: in, unter A. an die
sen Baustil, an Brecht; -lehnungsbedürftig / A d j.;
nicht adv./ oft spött. mit dem Bedürfnis, sich an
jmdn. anzuschließen: sie ist sehr a.; -leihe, die; -,
-n
Aufnahme eines langfristigen Kredits bes. durch
staatliche Organe, Betriebe, öffentliche Körper
schaften, im Kap. auch durch private Unternehmen:
staatliche Anleihen; eine A. kündigen, tilgen; eine
A. aufnehmen; O scherzh. bei jmdm. eine A.
machen (von jmdm. Geld borgen); -leimen jVb./
etw. mit Leim an etw. befestigen: ein Stuhlbein a.;
- leiten /Vb./jmdn. a. jmdm. für eine Arbeit,Aufgabe,
die Handhabung von etw. nützliche Hinweise, E r
klärungen geben: den Lehrling a.; seine Kinder (bei
den Hausaufgaben) a.;
-leitung, die 1. das An
leiten: unter der A. des Lehrers — 2. nützlicher
(schriftlicher) Hinweis, nützliche (schriftliche) Er
klärung für eine Arbeit, Aufgabe, die Handhabung
von etw.: jmds. Anleitungen befolgen; methodi
sche Anleitungen; die A. lesen; -lernberuf, der
Beruf, der keine Lehre, sondern nur eine An
leitung als Ausbildung erfordert; -lernen /Vb.f
einen Werktätigen systematisch an die selbständige
Bewältigung einer bestimmten begrenzten Arbeits
aufgabe heranführen: er ist dafür angelernt worden;
- lernkraft, die Werktätiger, der für einen Anlern
beruf ausgebildet w ird : Anlernkräfte einstellen;
- lernling, der; -s,
-e Anlernkraft; -lesen /Vb./
1. sich etw. (nur) durch Lesen aneignen: er hat
sich diese Kenntnisse nur angelesen — 2. ein Buch
a. (nur die ersten, einige Seiten eines Buches lesen);
- leuchten /Vb.f etw., jmdn. a. (wirkungsvoll) auf
etw., jmdn. Licht werfen: die historischen Gebäude
werden nachts angeleuchtet; jmdn. mit einer
Taschenlampe a.; -liefern /Vb.j (eine größere Menge,
Sendung von) etw. liefern: Waren, Material a.;
Möbel frei Haus a.; -liegen / Vb.; /t auch -liegend,
angelegen/ 1. der Pullover liegt eng an (schmiegt
sich eng an den Körper); eng anliegende Hosen —
2. um g. es liegt etwas, nichts an es gibt etwas, nichts,
das zu erledigen ist: liegt etw. Besonderes an?;
- l iegen, das; -s, -1 .1 . Sachverhalt, der für jmdn. von
(großer) persönlicher Bedeutung ist und mit dem er
sich wegen dessen Lösung, Erledigung an jmdn.
wendet: ein A. (an jmdn.) haben; ein dringendes A.
Vorbringen; mit einem (persönlichen) A. zu jmdm.
kommen 1.2. /o. PI./ es ist das besondere A. des
Künstlers (das, was der Künstler sich für sein Werk
zur Aufgabe gemacht hat)...;
- l iegend /Adj.; / auch
- l iegen/ 1. /nur attr./ benachbart: das anliegende
Grundstück, Haus — 2. beigefügt, beiliegend: die
anliegende Kopie; -lieger, der; -s, - Eigentümer,
Besitzer eines Grundstücks, das an eine Straße od.
einen Wasserlauf grenzt: Rechte und Pflichten
eines Anliegers; hier dürfen nur A. parken; -lieger-
staat, der Staat, der an ein Meer angrenzt: die An
liegerstaaten der Ostsee; -locken /Vb./ ein Tier,
jmdn. zu sich locken: Hunde a.; O der Lärm hat
viele angelockt (war Ursache dafür, daß viele
herankamen); die Falter wurden vom Licht an
gelockt; -löten /Vb./ etw. durch Löten an etw. be
festigen : das Ende des Drahtes an die, der Platte a.;
- lügen /Vb./ jmdn. (dreist) belügen: jmdn. frech,
unverschämt a.;
- machen /Vb.j 1. umg. etw. an
bringen (2): ein Bild a.; ein Schild (an der Tür) a.
—
2. umg. 2.1. das Licht, Radio a. (anschalten)
anmahnen — annehmen
55
2.2 . etw. anzünden (1.1): Feuer a.; das Gas, sich
eine Zigarette a.
—
3. etw. durch Mischen (1.1.1) (mit
etw.) gebrauchsfertig machen: Gips, Mörtel a.; die
Farbe (mit Wasser) a.; Salat mit Essig und Öl a.
(zubereiten) — 4. salopp 4.1. dieMusik macht mich
an (spricht mich an) 4.2 . er versuchte, sie anzu
machen (ihr Interesse für ihn zu wecken, in sexuelle
Beziehung zu ihr zu treten); -mahnen fVb.f etw.
Fälliges jmdm. in Erinnerung bringen: eine Raten
zahlung, ein ausgeliehenes Buch a.; dazu -mah-
nung, die; -malen fVb.f 1.1 . etw. (an etw.) a. etw.
auf eine meist senkrechte Fläche malen (1.2): ein
Tier (an die Wandtafel) a. 1.2. umg. etw. an
streichen (1): den Zaun (braun) a. 1.3. umg. Ä
,
jmdn.,
etw. auffällig schminken: sie hat sich, hat
sich die Lippen angemalt; -marsch, der 1.1 . \vorw.
Sg.j das Anmarschieren (1.1): der A. der Truppen
1.2. /in der Verbindung! im A. sein anmarschieren
(1.1). anrücken (1.1): der Gegener ist im A.; O
umg. scherzh. der Besuch ist im A. (ist schon
hierher unterwegs) — 2. \vorw. Sg .f umg. Anmarsch
weg: einen weiten A. haben; -marschieren / Vb.;
oft im Part. Prät.
-f- kommen/ anmarschiert kom
men 1.1. marschierend herankommen, sich marschie
rend nähern: die Truppen marschierten an 1.2.
umg. die Jungen kamen anmarschiert (kamen ent
schlossen und zielstrebig heran); -marschweg, der
Weg, der bis zu einem bestimmten Ziel zurückzulegen
is t: die Schüler haben einen langen, weiten A .;
- maßen /sw. Vb.; hat; / auch -maßend/ 1.1 . sich
Befugnisse a. unberechtigt, unbefugt Befugnisse für
sich in Anspruch nehmen: sich Vorrechte, Autori
tät a. 1.2 . sich unberechtigt etw. erlauben: sich ein
Urteil über jmdn. a .;
-maßend /Adj.; / auch
- maßen/ überheblich: a. sein, auftreten; ein an
maßender Ton; -maßung, die; -,
- en fvorw. Sg .j
1. unberechtigter Anspruch (1.1): die A. von
Befugnissen; eine freche A.
—
2. Überheblichkeit:
etw. im Ton der A. sagen; -meiern /sw. Vb.; hat/
landsch. salopp jmdn. ein wenig täuschen, be
trügen: der hat mich aber angemeiert!; -melden
/Vb./ 1.1. seinen Besuch a. (ankündigen) 1.2. sich,
jmdn. a .: sich durch die Sekretärin beim Direktor
a. lassen (durch die Sekretärin den Direktor wissen
lassen, daß man ihn sprechen möchte) — 2. sich,
jmdn., etw. für einen bestimmten Zweck bei der dafür
zuständigen Stelle eintragen lassen: sich, jmdn. poli
zeilich a. (bei der Polizei seinen, jmds. neuen Wohn
sitz, zeitweiligen Aufenthalt eintragen lassen); sich
zu einem Kurs a. (sich für die Teilnahme an einem
Kurs eintragen lassen); sein Kind in der Schule, zur
Schutzimpfung a.; ein Patent a.; das Fernsehgerät
(bei der Post) a.; ein Ferngespräch a. (das Fernamt
beauftragen, ein Ferngespräch zu vermitteln) —
3. etw. geltend machen, Vorbringen: starke Bedenken
a.; Ansprüche, Forderungen a .;
- meldung, die
1. /zu -melden/ das Anmelden; zu 2: die polizeiliche
A.
—
2. Raum, in dem man sich, jmdn. anmeldet (2),
bes. zur Behandlung beim Arzt: in die A. gehen;
- merken fVb.f 1. jmdm. etw. a. bes. an jmds. Ver
halten, Gesichtsausdruck, Äußerungen erkennen,
was er denkt, fühlt, wie ihm zumute ist: jmdm. seinen
Ärger, seine Sorgen a.; man merkt ihm an, daß er
krank war; sich nichts, etw. nicht a. lassen; jmdm.
etw. an etw. a .: jmdm. etw. an seiner Stimme a.
—
2. etw. zu einer Sache äußern (1.1): dazu möchte ich
noch folgendes a.; es ist anzumerken, daß ...
—
3. sich etw. anstreichen (2): einen Tag im Kalender
(rot) a.;
- merkung, die; -,
- en 1. kurze Erläuterung
zu einem T ex t: die Anmerkungen befinden sich am
Schluß des Bandes; einen Text mit Anmerkungen
versehen *— 2. Äußerung (1): eine beiläufige A.;
- messen /Vb.;
auch angemessen/ jmdm. etw.
a. jmdm. M aß für etw. nehmen: sich einen Anzug a.
lassen; -montieren fVb.f etw. mit technischen H ilfs
mitteln anbringen (2): eine Antenne a.; die Lenk
stange an das, dem Fahrrad a .;
- mustern fVb.f
Seemannsspr. 1.1. jmdn. anheuern (1.1): Ma
trosen a. 1.2. anheuern (1.2): er hat auf einem
Frachter angemustert; -mut, die; -, jo. P l.f Wohl
gefallen erregende natürliche Harmonie des Wesens,
der Gestalt od. Bewegung eines Menschen: (eine
natürliche) A. besitzen; voller A. sein; die A. ihrer
Bewegungen; -muten, mutete an, hat angemutet
etw. mutet jmdn. in bestimmter Weise an etw.
macht auf jmdn. einen bestimmten, bes. ungewöhn
lichen Eindruck: diese Vorgänge muteten ihn selt
sam an; das mutet mich ungewohnt, wie ein Mär
chen an; -mutig fAdj.f voller A n m ut: ein anmutiges
Mädchen, Lächeln; a. tanzen; -nageln fV b.f etw.
mit einem Nagel, mit Nägeln an etw. befestigen: ein
Schild (an die, der Wand) a.;
-fumg.wiean
genagelt (regungslos) dastehen; -nagen fVb.f etw.
a. ein wenig an etw. nagen (1): die Maus hat den
Speck ängenagt; -nähen fVb.f etw. durch Nähen an
etw. befestigen: einen Knopf, das Futter a.; -nähern
fVb.; / auch -nähernd/ 1. sich a. einem Ort, Ziel
näher kommen, an einen Ort, ein Ziel herankommen:
sich annähernde Fahrzeuge — 2 . etw., sich weit
gehend einer Sache ungleichen: etw. einem Vorbild
a .; verschiedene Standpunkte einander a .; die
Standpunkte nähern sich einander an; -nähernd
fAdv.; / auch -nähern/ ungefähr, fast: sie sind a.
gleich groß; eine a. richtige Lösung; es waren a.
500 Personen da; -näherung, die; -,
-en fzu -nä
hern/
Annäherungs| -versuch, der Versuch, eine Liebes
beziehung anzuknüpfen: er machte einen plumpen
A.;
- wert, der ungefährer Wert (4): bei Berechnun
gen Annäherungswerte erzielen, verwenden
An| -nähme, die; -,
-n 1.fvorw. Sg .; zu annehmen 1,
2, 3.1\ ;z u 1.3: die A. eines Paketes verweigern; zu
1.4: die A. eines Vorschlags, Gesetzentwurfs; zu
2.2: A. an Kindes Statt (Adoption); zu 3.1: die A.
einer Gewohnheit, eines anderen Namens •—
2. Verm utung: eine falsche, richtige, weitver
breitete A .; Grund zu einer A. haben; ich war der A.,
daß er krank sei; in der A., daß er krank sei, bin ich
nicht zu ihm gegangen — 3. Annahmestelle; -nah-
mestelle, die Stelle (5), in der etw. angenommen (1.3)
wird
Annalen, die fPl.j 1.1. Geschichtswiss. nach
Jahren geordnete Aufzeichnungen geschichtlicher
Ereignisse: etw. in den A. einer Stadt suchen 1.2.
/als Titel von (jährlich) erscheinenden periodischen
Druckschriften!: A. der Physik
an/An| -nehmbar fAdj.f 1.1. so beschaffen, daß man
es annehmen (1.4), darauf eingehen kann: der Vor
schlag ist a.; annehmbare Bedingungen 1.2 . die
Mannschaft hat ganz a. (relativ gut) gespielt; -neh
men fVb.f 1.1. etw. Angebotenes a. etw. Angebotenes
in seinen Besitz nehmen: ein Geschenk a.; das kann
ichdochnichta.!1.2.einAngebota.von einem An
gebot Gebrauch machen: jmds. Einladung, Hilfe a.;
56
Annehmlichkeit — Anpassung
er hat die Wahl zum Vorsitzenden angenommen;
eine Stellung a. 1.8. etw. a. sich bereit erklären, einen
Auftrag auszuführen, etw. (das mit einem Auftrag
verbunden ist) entgegennehmen: einen Auftrag a.;
einen Brief für den Nachbarn a.; jmdn. a .: einen
Patienten a. (bereit sein, ihn zu behandeln) 1.4. etw.
a. einer Sache (durch eine Abstimmung) zustimmen:
eine Resolution, die Entschließung (einstimmig) a .;
der Gesetzentwurf wurde angenommen 1.5. einen
Rat, eine Lehre a. (beherzigen); ein Urteil, eine
Strafe a. (ihre Berechtigung anerkennen) —2.1 jmdn.
a. erklären, daß man jmds. Bewerbung berücksich
tigt, jmdn. zulassen: er hat sich um ein Medizin-
studium beworben und ist angenommen worden
2.2 . ein Kind an Kindes Statt a., umg. ein Kind a.
(adoptieren) — 8.1. etw. a. sich etw. zu eigen machen:
eine Gewohnheit, schlechte Manieren a. 8 .2 . /in
den Verbindungen/ Vernunft a. (vernünftig werden);
die Katastrophe nimmt unvorstellbare Ausmaße an
(wird unvorstellbar groß); etw. nimmt (feste, kon
krete) Gestalt, (greifbare) Formen an (wird fa ß
bar 2); einen anderen Namen a. (sich anders
nennen) — 4. dieser Stoff nimmt den Schmutz
leicht an (schmutzt leicht); dieser Stoff nimmt Farbe
gut an (läßt sie gut eindringen, haften) — 5 .1 . etw.
auf Grund bestimmter Tatsachen als gegeben für
möglich halten : er hatte (irrtümlich, mit Sicherheit)
angenommen, daß sie verreist sei; er ist niöht, wie
vielfach angenommen wird, der Autor 5.2 . etw.
voraussetzen (1): etw. als Tatsache a.; angenommen,
(daß) er kommt, so . . .; nehmen wir an, (daß) er
kommt; eine angenommene Entfernung von
500 Meter(n) — 6 . sich jmds. , einer Sache a. sich
um jmdn., etw. kümmern, für jmdn., etw. sorgen:
er nahm sich des Verletzten an; sich einer Auf-
fabe mit Eifer a.;
- nehmlichkeit, die; -en fvorw.
}l.f das Leben erleichternder Umstand: sich viele
Annehmlichkeiten leisten können; auf eine A. ver
zichten müssen; die Annehmlichkeiten (angen eh
men Dinge) des Lebens genießen
annektieren jsw. Vb.; hat/: ein Gebiet a. (von einem
fremden Staatsgebiet gewaltsam und völkerrechts
widrig Besitz ergreifen und die dort ansässige B e
völkerung unterdrücken)
Annexion, die; -,
- en gewaltsame und völkerrechts
widrige Besitzergreifung fremden Staatsgebietes, ver
bunden mit der Unterdrückung der dort ansässigen
Bevölkerung: die A. eines Gebietes; diese Staaten
vergrößerten ihr Territorium durch Annexionen
anjniesen fVb.f 1. jmdn. a. in Richtung auf jmdn.
niesen: den Nachbarn a.
—
2. umg. jmdn. heftig
anfahren (5)
Anno, auch anno veraltend im Jahre: das Haus
wurde A. 1750 gebaut
+A.,a.
dazumal,
- dunnemals, /* Tobak
Annonce, die;
- n [anoqsa, auch anoso] Anzeige,
In serat: eine A. aufgeben, in die Zeitung setzen
Annoncen[teil, der Teil einer Zeitung, der die A n
noncen enthält: den A. lesen
annoncieren fsw. Vb.; hat/ [anoqsi:..,
auch
anosi:..] etw. durch eine Annonce bekanntgeben:
das Erscheinen eines Buches a.; neue Modelle a.;
wir wollen a.
annullierenfsw. V b.; hat/ etw. (amtlich) für ungültig;
nichtig erklären, rückgängig machen: ein Gerichts
urteil, einen Vertrag a.; dazu Annullierung, die;
-,
-en
Anode, die; -n Phys. positive Elektrode
an|öden fVb.f 1. umg. jmdn. a. in jmdm. ein Ge
fühl der Langeweile und der Abneigung hervorrufen:
du ödest mich an!; dein Gerede Ödet mich an —
2. salopp jmdn. belästigen: Betrunkene ödeten die
Passanten an
anomal, anomal /Adj./ 1. fachspr. vom Normalen
krankhaft abweichend: ein geistig anomales Kind;
sich a. entwickeln — 2. anormal (1): anomale
V erkehrsVerhältnisse
Anomalie, d ie;
- n [..i:9n] fachspr. Ergebnis,
Erscheinungsbild einer krankhaften Abweichung
vom Norm alen: Anomalien beim Wachstum fest
stellen; eine angeborene A.
anonym fAdj.f [..ny:m] ohne Namen des Ver
fassers: einen anonymen Brief bekommen; ein
anonymer Artikel; das Werk ist a. erschienen;
ein anonymer (seinen Namen nicht nennender) An
rufer; dazu Anonymität, die; /o. Pl.f [..n y ..]
Anorak, der; -s, -s sportliche (gefütterte), wetterfeste
Jacke aus imprägniertem Stoff mit Kapuze
an/An| -ordnen jVb.j 1.1. etw. aus offizieller, dienst
licher Befugnis verbindlich veranlassen, bestimmen:
etw. ausdrücklich, dienstlich a .; eine Beschlag
nahme, Untersuchung a. 1.2 . etw. verordnen (1):
der Arzt ordnete strenge Bettruhe an — 2. etw. in
bestimmter Weise a. etw. in bestimmter Weise, nach
einem bestimmten Plan ordnen: das Verzeichnis ist
alphabetisch, nach Sachgebieten angeordnet; die
Exponate geschmackvoll, übersichtlich a.;
- Ord
nung, die 1.1. /zu -ordnen 1.1/das, was angeordnet
wurde, w ird : eine dienstliche, polizeiliche A .; eine
A. treffen, erlassen, erteilen (etw. anordnen); jmds.
Anordnungen folgen; sich einer A. widersetzen
1.2 . das Verordnen (1): auf A. des Arztes Bettruhe
einhalten — 2. /zu -ordnen 2/ das Angeordnetsein:
eine alphabetische, systematische A. der Bücher;
eine übersichtliche A. der Exponate
anorganisch \Adj.; nicht adv./ zum unbelebten Teil
der Natur gehörend, nicht die Kohlenstoffverbin
dungen betreffend: anorganische Substanzen, Ver
bindungen; anorganische Chemie
anormalJAdj.f 1. vom Normalen abweichend, außer
gewöhnlich: ein anormaler Zustand; unter anorma
len Bedingungen leben; ein a. früher Winter —
2. anomal (1): a. veranlagt sein
an/An| -packen jVb.f 1.1. jmdn., etw. packen (2)
und festhalten (1.1): jmdn. derb, von hinten a.
1.2. alle packten mit an (halfen mit) — 2 . umg.
jmdn. anfassen (2): jmdn. energisch, scharf a.
8. umg. etw. anfassen (3): eine Aufgabe, ein Pro
blem geschickt, richtig a.;
-passen /Vb./ 1. etw.
einer Sache a. etw. für etw. passend machen: Bau
teile einander a.
—
2. etw., sich durch Veränderung
in Übereinstimmung mit etw., jmdm. bringen, etw.,
sich einer Sache, jmdm. angleichen: etw. den Be
dürfnissen, der Situation a.; die Ausrüstung ist der
Jahreszeit angepaßt; sich der Umwelt, den Um
weltbedingungen, veränderten Lebensbedingungen,
jmdm. a .; die Augen passen sich dem Licht an;
er hat sich den damals herrschenden Auffassungen
angepaßt (sich ihnen aus Opportunismus in bestimm
tem M aße angeschlossen); -passung, die; -,
-en fvorw.
Sg.j das Sichanpassen (an die Umwelt):dieA. von Le
bewesen (an ihre Umwelt); die A. an die Lebens
gewohnheiten eines anderen; die A. des Auges (an
die wechselnde Entfernung)
anpassungsfähig — anrennen
57
anpassungs/Anpassungs| -fähig [A d j. ; nicht ad v.f
fähig, sicÄ anzupassen: ein anpassungsfähiger
Mensch; dazu -fähigkeit, die jo. P l.f
an/An| -peilen fVb.f 1. etw. a. die Lage, Entfernung
von etw. durch Peilen bestimmen: einen Sender,
ein Flugzeug a.
—
2. salopp jmdn., etw. a. (den
an/ jmdn.,
etw. richten); -pfeifen /F6./
1. Sport em Spiel, einen Spielabschnitt durch den
Anpfiff eröffnen: das Spiel wird (20 Uhr) an
gepfiffen; die zweite Halbzeit a.
—
2. salopp
/mdn. heftig anfahren (5); -pfiff, der 1. fo. P/./
Sport P/i//,
dew der Schiedsrichter ein Spiel,
einen Spielabschnitt eröffnet: vom A. an stürmte
die Mannschaft nach vorn; A.: 15Uhr — 2. sa
lopp scharfer Tadel (1): einen A. bekommen;
-pflanzen fVb.f - etw. auf eine bestimmte Fläche
pflanzen: Sträucher, Rosen a.; Tabak a.;
-pflan-
zung, die bepflanzte Fläche: eine A. anlegen; die
Anpflanzungen schützen; -pflaumen fs w . V b hat/
salopp: jmdn. a. (spottende, leicht boshafte Bemer
kungen an jmdn. richten); -pinseln fVb.f umg. etw.
anstreichen (1): den Zaun (braun) a.;
-pöbeln jsw.
Vb.; hat/ jmdn. mit frechen, unflätigen Worten
belästigen; -prall, der; -s, fo. Pl.f das Anprallen:
der A. der Wellen gegen die Kaimauer; unter
der Wucht des Anpralls; -prallen jVb.f an, gegen
etw.,
jmdn. prallen: an, gegen etw.,
jmdn. a .;
an, gegen die Mauer a .;
-prangern js w .
Vb.; hat/ etw. öffentlich in scharfem Ton als
Mißstand kennzeichnen: Verbrechen gegen die
Menschlichkeit a.; eine Unsitte, unhaltbare Zu
stände a.;
-preisen / F6./ etw. wegen seiner beson
deren Vorzüge loben und empfehlen: eine Ware a.;
ein Lokal a .; etw. als Mittel gegen eine Krankheit
a.;
-f- etw. wie sauer / Bier a .; -probe, die das
Anprobieren eines Kleidungsstückes, das in Arbeit
ist: jmdn. zur A. bestellen; zur A. gehen; die erste,
zweite A .;
-probieren fVb.f etw. anziehen, um zu
sehen, ob es paßt: einen Anzug, ein Kleid, ein Paar
Schuhe, Handschuhe a.;
-pummeln jsw. Vb.; hat/
landsch. jmdn., sich sehr warm anziehen; -pumpen
fVb.f umg. jmdn. a. von jmdm. Geld borgen {wol
len): er hat mich (um 50Mark) angepumpt;
-quatschen jVb.f salopp jmdn. {in ungehöriger
Weise) ungeniert, ohne Hemmungen ansprechen (1):
jmdn. einfach a.; ich lasse mich nicht von jedem
a.; -rainer, der; -s, - Anlieger; -ranzenfsw. Vb. ;hat/
salopp jmdn. grob tadeln, grob anfahren; -ranzer,
der; -s, - s alopp grober Tadel: einen A. bekommen;
-rasen /Vb.; ist; im Part Prät. + kommen/ umg.
angerast kommen rasend herankommen, sich rasend
nähern: er kam in letzter Minute, das Auto kam
angerast; -raten fVb.f jmdm. etw. dringend raten,
nahelegen: der Arzt hat mir einen Kuraufenthalt,
eine Luftveränderung angeraten; auf Anraten des
Arztes; jmdm. Vorsicht a.; -rauhen fsw. Vb.; hat/
etw. an der Oberfläche ein wenig rauh machen: Leder
mit Sandpapier a.; angerauhter Stoff; -rauschen
fVb.; ist; im Part. Prät. + kommen/ umg. an
gerauscht kommen mit auffälligem Benehmen, die
Aufmerksamkeit auf sich lenkend, herankommen,
sich nähern; -rechnen fVb.f 1.1. etw. (auf etw.)
a. etw. bei der Berechnung von etw. mit berücksich
tigen : den alten Fernseher bekamen wir angerech
net; die Untersuchungshaft wurde (auf die Strafe)
angerechnet 1.2. etw. berechnen (2): jmdm. die
Transportkosten, ein Telefongespräch a.
—
2.
Jmdm. etw. als Verdienst a. {für jmdn. etw. als Ver
dienst werten); + jmdm. etw. / hoch a.;
-recht,
das 1. fvorw. 8g .f Recht, Berechtigung, ehe. zu for
dern: er hat ein Ä. auf eine größere Wohnung; ein
A. geltend machen — 2. Abonnement (1.2): ein A.
erwerben, erneuern; -rede, die 1.1. Bezeichn u n g,
mit der man jmdn. anredet: eine höfliche, steife, ver
trauliche A .; die offizielle A. gebrauchen 1.2. das
Anreden (1): die A. mit ,du‘ ; -reden fVb.f 1. jmdn.
mit ,du‘ a. {zu jmdm. ,du‘ sagen, wenn man mit ihm
spricht und sich unmittelbar an ihn wendet); jmdn.
mit ,Sie4, mit seinem Titel a .; wie soll ich ihn a.?
—
2. jmdn. ansprechen (1): er hat mich auf der Straße
angeredet; -regenfV b .; / auch angeregt/1. etw. a.,
jmdn. zu etw. a. durch einen Hinweis, Vorschlag
bewirken, daß etw. in A ngriff genommen, durch
geführt wird, jmd. etw. in Angriff nimmt, durch
führt: eine Dissertation, die Bearbeitung eines
Themas a.; jmdn. zu intensiver Arbeit a.; durch
diesen Vorfall wurde ich zum Nachdenken an
geregt; einen gemeinsamen Theaterbesuch a. (v or-
schlagen 1.1) — 2. etw. regt jmdn., etw. an etw.
aktiviert jmds. Nerventätigkeit, K reislauf, Stoff
wechsel : Kaffee, Tee regt an; dieses Mittel regt die
Herztätigkeit an; angeregt vom Wein; den Appe
tit a .; <> etw. regt jmds. Phantasie, Lebensgeister
an; ein anregendes Gespräch; jmd. wirkt an
regend; -regung, die 1. fo. P L ; zu -regen/; zu 1:
jmds. A . {Vorschlag) befolgen, aufgreifen; zu 2:
ein Mittel zur A. des Kreislaufs — 2. von außen
kommende ideelle fruchtbare Einwirkung auf jmds.
Handeln, Verhalten: jmdm. wertvolle Anregungen
verdanken; von diesem Buch habe ich wichtige
Anregungen erhalten; -regungsmittel, das das
Nervensystem, den Kreislauf anregendes Arznei-,
Genußmittel, Stimulans; -reichern fsw. Vb.; hat/
etw. mit etw. a. die Zusammensetzung von etw. ver
bessern, indem man etw. {von seiner Substanz) hin
zu fü gt: Lebensmittel mit Vitaminen a.; mit Fluor
angereichertes Trinkwasser; angereichertes Uran;
-reihen fVb.; / 2reihen/ Schneiderei Stoff an
krausen: ein angeriehener Rock; -reise, die fvorw.
Sg.f 1.1. das Anreisen (1.1): der Heimleiter er
wartet heute die A. der neuen Gäste 1.2. die A.
{Fahrt zum Reiseziel) dauerte fünf Stunden; -reisen
[V b .j 1.1. viele Besucher sind zur Messe angereist
(mit Verkehrsmitteln zur Messe gekommen); mit
einem Sonderzug a. 1.2. sie reisen mit dem Auto
an (erreichen ihr Reiseziel mit dem Auto)
Anreise] -tag, der Tag der An reise (1.1); -termin,
der Termin der Anreise (1.1)
an/An| -reißen /Vb.; hat/ 1. (den Inhalt von) etw.
zu verbrauchen beginnen (und dafür die Verpackung
aufreißen): eine Schachtel Zigaretten a.; eine an
gerissene Schachtel Pralinen; Vorräte a.
—
•2.
Techn. ein Werkstück (aus Metall) a. auf einem
Werkstück (aus Metall) mit einem spitzen Gerät
Linien vorzeichnen, angeben: Bleche a.
—
3. etw.
anschneiden (2): eine Frage, ein Problem a.; ,-reiz,
der etw.,
das einen angenehmen Beweggrund für
jmdn. darstellt: jmdm. einen A. zum Sparen bieten,
geben; ein materieller A. zur Steigerung der
Arbeitsproduktivität; -rempeln /Vb.f u m g, 1.
jmdn. im Gehen rempeln: mich hat ein Betrunkener
angerempelt — 2. jmdn. beschimpfen, beleidigen;
-rennen fVb.; ist/1. im Part. Prät.
-j- kommen/ an
gerannt kommen rennend herankommen, sich ren-
58
Anrichte — ansehaffen
nend nähern: er kam keuchend angerannt — 2.
gegen etw., jmdn. anstürmen: gegen Stellungen des
Gegners, das gegnerische Tor a.; O gegen eine
Mauer von Vorurteilen a.;
-richte, die;
-n
Geschirrschrank mit einer Fläche zum Bereitstellen
der angerichteten Speisen; -richten /Vb./ 1- vor
bereitete Speisen (mit letzten Zutaten versehen und
sie) zum Verzehr bereitstellen: das Mittagessen a.;
geh. es ist angerichtet (das Essen steht auf dem
Tisch) — 2. Schaden, übles verursachen: Unheil,
große Verwirrung a.; ein Blutbad a.; der Sturm
hat Verwüstungen angerichtet; für den angerich
teten Schaden aufkommen; -rollen /Vb.; ist/u m g .
1.1. rollend (1.1, 2.1) herankommen, sich rollend
nähern: Lastwagen, Züge rollen an, sind im An
rollen 1.2. Ware rollt an (trifft auf Fahrzeugen ein);
-rüehig \Adj.\ 1.1. von schlechtem R uf, berüchtigt:
ein anrüchiges Lokal; ein anrüchiger Mensch 1.2.
u n an ständig (1.1): anrüchige Witze erzählen;
-rucken /Vb./: der Zug ruckte an (fuhr mit einem
Ruck an); -rücken /Vb.; ist/ 1.1 . marschierend (1.1)
od. auf Fahrzeugen an einen bestimmten Ort kom
m en: die Truppen rücken an; die Feuerwehr rückt
an 1.2. umg. morgen rücken meine Verwandten
an (kommen meine Verwandten); -rudern /Vb,;
hat; vorw. im Inf./ Sport zum erstenmal gemein
schaftlich in der Saison rudern: heute ist An
rudern; -ruf, der 1. das Anrufen (1): der A. kam
nicht; ich wartete schon lange auf deinen A .;
einen A. erhalten; durch ihren A. (<dadurch, daß
sie mich anrief) erfuhr ich, daß ...
—
2. an eine
bestimmte Person gerichteter, auffordernder Ruf (1):
auf einen A. reagieren; ohne A. (ohne zum Stehen
bleiben auffordernden Ruf) schießen; -rufen /Vb,/
1. jmdn. a. eine telefonische Verbindung zu jmdm.
herstellen: ich rufe dich im Laufe des Tages, zu
Hause an; die Auskunft, Polizei a.
—
2. jmdn.
durch Rufen (1, 2) auf sich aufmerksam machen:
er rief seinen Freund auf der Straße an; der Posten
rief ihn an (forderte ihn durch Rufen zum Stehen
bleiben auf) —3. veraltend geh. 3.1. jmdn. um
Hilfe a. (dringend um Hilfe ersuchen, bitten) 3.2.
das Gericht a. (vor Gericht gehen); zu 1 -rufer,
der; -s,
-;
-rühren /Vb./ 1. etw,, jmdn. mit der
Hand berühren, leicht anfassen (1.1): rühr mich
nicht a n !; keiner wagte, den Verletzten anzurühren;
ich habe nichts angerührt; ihr Bett war nicht
.angerührt (war unbenutzt) — 2. etw. nicht a.: das
Essen nicht a. (nichts davon essen); keinen Alkohol
a. (keinen Alkohol trinken); kein Buch a. (keine
Bücher lesen) — 3. geh. jmdn. ergreifen (4), rühren
(4): ihr Leid rührte ihn an; das Lied, der Künstler
rührte die (Herzen der) Zuhörer an — 4 . etw. m it
etw. mischen und es durch Rühren gebrauchsfertig
machen, herstellen: Gips, Kleister a.; die Farbe
(mit Wasser) a.; einen Teig, Kuchen (den T eig
des Kuchens) a.
ans /Präp. an -f- Akk. (das) von 1das/ 1. / xan
1.1.2, 2.2, 3.2; /in vielen Fällen heute nur ans/:
sich a. Werk machen — 2. /in Verbindung mit
einem Inf. zum Hinweis auf eine bevorstehende
Handlung vorw. ans/: a. Weggehen denken; sich
a. Aufräumen machen
An/an| -sage, die; -,
-n ankündigende Bemerkungen
vor Beginn einer Sendung, einer bestimmten Dar
bietung, eines Auftritts im Programm (1): die A.
übernehmen, machen; ich habe die A. nicht ge
hört; -sagen jVb.j 1.1. etw. a. 1.1 .1. etw. mündlich
bekanntgeben: das Programm, die Zeit a. 1 .1.2.
etw. ankündigen (1.1): seinen Besuch, seine An
kunft a.; Sk at Schneider a."1; O der Reaktion
den Kampf a. 1.2. sich a. seinen Besuch ankündi
gen : für morgen haben sich Gäste angesagt; sich
bei einem Freund a.
—
2. Büro jmdm. etw. dik
tieren (1): ich möchte Ihnen einige Briefe a.;
-sägen jVb.j etw. a. einen Schnitt in etw. sägen,
ohne es durchzusägen: einen Baum, ein Brett a.;
-Säger, der; -s,
-
Sprecher im Rundfunk, Fern
sehen, der die Sendungen ansagt (1.1 .1); -sammeln
/Vb,/ 1.1. etw. anhäufen: Kunstschätze a. 1.2. sich
anhäufen: viel Staub hat sich angesammelt; im
Behälter sammelt sich Regenwasser an; 0> W ut,
Empörung hat sich in ihm angesammelt (auf
gestaut); -Sammlung, die: eine A. Neugieriger (eine
größere Anzahl von Neugierigen, die an einer be
stimmten Stelle zusammengeströmt sind); -sässig
/Adj.; nicht adv./ an einem bestimmten Ort a.
an einem bestimmten Ort seinen festen Wohnsitz
habend, ständig wohnend: die in N ansässigen Aus
länder; seit Jahrzehnten, seit ein paar Generatio
nen am Ort a. sein; -satz, der 1.1. Stelle, an der
ein Körperteil beginnt: der A. des Ohres, der Nase;
ein zarter A. des Halses, Nackens 1.2. Stelle, an
der sich etw. herausbilden wird od. schon heraus
gebildet hat: der A. von Knospen, des Blattes;
einen A. zu etw. haben: er hat einen A. zum Bauch,
zur Korpulenz (er beginnt, einen dicken Bauch zu
bekommen, korpulent zu werden) 1.3. etw.,
worin
sich der Beginn einer Entwicklung, eines Vorgangs
an d eu tet: den ersten A. , Ansätze zu einer Besserung
zeigen; einen schüchternen A. zu etw. machen;
er zeigt gute Ansätze; in den (ersten) Ansätzen
(in den ersten Versuchen) steckenbleiben — 2.1.
das Sichansetzen: dieses Mittel verhindert den A.
von Kalkstein 2.2 . Schicht, die sich angesetzt hat:
den A. (von Kalkstein) entfernen — 3. Techn.
Teil, das zur Verlängerung an etw. angesetzt wird:
ein Rohr mit einem A. versehen — 4 . Math.
mathematische Form, in die eine textlich formulierte
Aufgabe umgesetzt wird: der Schüler konnte den
A. nicht finden; der A. ist falsch — 5. /vorw. Sg./
Mus. Art der Anpassung der zur Hervorbringung
von Tönen notwendigen physiologischen Faktoren
bei Bläsern, Sängern: einen guten A. haben — 6.
W irtsch. Veranschlagung: der A. (für die Preise
der Waren) ist zu niedrig; papierdt. etw. in A.
bringen (veranschlagen); -satzpunkt, der /PI.
-e/
ein bestimmter Sachverhalt, von dem aus man eine
Aufgabe, ein Problem zu lösen beginnen kann: einen
(methodischen) A. finden; ein A. zur Kritik (etw. ,
an dem die Kritik ansetzen kann); -saufen /Vb./
-f- salopp sich einen a. (sich betrinken); -saugen
/Vb./ etw. durch Schaffen eines Unterdrucks heran
bewegen: Luft mit einer Pumpe a.; Wasser, Öl
a.;
-sausen /Vb.; ist; im Part. Prät. + kommen/
umg. angesaust kommen sausend (2) herankommen,
sich sausend nähern: das Auto kam angesaust;
er kam in letzter Minute angesaust; ein Ball kam
angesaust; -schaffen /sw. Vb./ einen größeren,
meist langlebigen Gebrauchsgegenstand käuflich er
werben: Bücher für die Schulbibliothek a.; sich
einen Fernsehapparat, ein Auto, neue Möbel a.;
einen Hund a. (kaufen, um sich ihn zu halten); C>
umg. sich eine Freundin a.; sie wollen sich noch
Anschaffung — anschleppen
59
keine Kinder a. {wollen noch keine Kinder
haben); -Schaffung, die; -en 1.das Anschaffen: das
Geld für die A. neuer Möbel — 2. das, was an
geschafft wird od. das Angeschaffte: für eine not
wendige A. sparen; keine großen Anschaffungen
machen können; du mußt dir unsere neue A. an-
sehen
Anschaffungs| -kosten, die jPl.j Kosten für die A n
schaffung (1); -preis, der jvorw. Sg .j vgl.
- kosten;
-wert, der \o. Pl.j Wert eines Gegenstandes zur Zeit
der Anschaffung: der heutige Wert dieses Gemäldes
liegt weit über dem A.
an/An| -schalten fVb.f 1.1. etw. a. den elektrischen
Stromkreis von etw. durch Betätigung eines Schalters
schließen, etw. einschalten, in Betrieb setzen: das
Radio, den Fernseher, ein elektrisches Gerät a.
1.2. das Licht a. (die Lampe anschalten) ; -schauen
jVb.j landsch. 1.1. jmdn., etw. ansehen (1.1, 1.2):
jmdn. fragend, vorwurfsvoll, nachdenklich a.; ein
ander, sich a. 1.2. (sich) etw., jmdn. ansehen (1.3):
sich die Stadt, ein Bild a.; der Arzt schaute sich
den Kranken an; -schaulich /Adj./ so d argeboten,
beschaffen, daß es eine (bildliche) Vorstellung ver
m ittelt: eine anschauliche Darstellung; etw. a. be
schreiben, erzählen; einige Beispiele sollen das
Gesagte a. machen; dazu -schaulichkeit, die;
jo. PL/; -schauung, die; -,
- en 1. grundsätzliche
Meinung über eine bestimmte Frage, einen größeren
Kreis von Fragen, Problemen (philosophischer,
politischer A rt): fortschrittliche, moderne, über
holte, veraltete Anschauungen; eine politische,
philosophische A .; er hat rückständige An
schauungen; verschiedene Anschauungen ver
treten; jmds. Anschauungen teilen — 2. jvorw. Sg .j
durch das Betrachten gewonnene Vorstellung, E r
fahrung: etw. aus eigener, aus unmittelbarer A.
kennen
Anschauungs| -material, das Anzahl von Gegen
ständen, Beispielen od. Lehrmittel, durch deren B e
trachten jmd. eine konkrete Vorstellung gewinnen
kann; -unterricht, der Päd. Unterricht an Hand
von Anschauungsmaterial
An/an| -schein, der jo. Pl.j 1.1. äußerer Schein:
mit dem A. des Rechts; er gab seinem Vortrag
einen wissenschaftlichen A. 1 .2. die Schwierig
keiten sind größer, als es den A. hat (als es scheint);
den A. (Eindruck) erwecken, als ob ...; er gab sich
den A. (tat so), als ob er etwas davon verstünde;
dem, allem A. nach (anscheinend) ist er krank;
-scheinend /Adv.j dem äußeren Tatbestand nach zu
vermuten, wie es scheint: a. ist niemand zu Hause;
er ist a. krank; -scheißen jVb.; hat, ist/ derb 1.
jmdn. betrügen (1.1) (hat) — 2. jmdn. grob tadeln,
grob anfahren (hat) — 8. jim Part. Prät. + kom
men/ angeschissen kommen zu jmdm. kommen und
dabei lästig fallen (ist): dauernd kommt er an
geschissen; -schicken, sich jV b .j sich a., etw. Be
stimmtes zu tun im Begriff sein, etw. Bestimmtes
zu tu n : er schickte sich an wegzufahren; sich zum
Gehen a.;
-schieben jVb.; hat/ ein Fahrzeug durch
Schieben in Bewegung setzen: einen Karren a.; ein
Auto a. (schieben, bis der Motor in Gang kommt);
-schießen jVb.; hat/ 1. jmdn., ein Tier durch einen
Schuß verletzen: er wurde auf der Flucht an
geschossen; ein angeschossenes Reh — 2. u m g.
jmdn. aggressiv kritisieren, jmds. Stellung, Ansehen
(durch üble Nachrede) zu erschüttern versuchen;
-schirren jVb.j: ein Pferd a. (ihm das Geschirr an-
legen); -schiß, der derb grober Tadel: einen A.
bekommen; -schlag, der 1. angeschlagene Bekannt
machung: den A. am Schwarzen Brett lesen; einen
A. machen — 2. heimtückisch geplantes Unter
nehmen, das auf die Tötung von Menschen od. Ver
nichtung von Sachen und Einrichtungen gerichtet
ist: ein verbrecherischer A .; einen A. auf, gegen
jmdn. , etw. planen, verüben, vereiteln; O ©in A.
gegen Frieden und Sicherheit — 8. jvorw. Sg .j
8.1. das Anschlägen (3.1): der dumpfe A. der
Wellen 8.2. Schwimmen das Anschlägen (3.2) —
4. jo. Pl.j 4.1. Art, in der die Tasten eines Tasten
instrumentes, einer Schreibmaschine angeschlagen
w erd en: der Pianist, die Sekretärin hat einen
harten, weichen A. 4 .2 . das Klavier, die Schreib
maschine hat einen leichten, harten A. (läßt sich
leicht, schwer anschlagen) — 5. jvorw. Pl.j das ein
zelne Anschlägen einer Taste einer Schreibmaschine:
sie schreibt, macht 300 Anschläge in der Minute —
6. jvorw. Sg .j Techn, Stelle, bis zu der sich etw.
bewegen, drehen läßt: die Tasten bis zum A. nieder-
drücken; die Sauerstoffflasche bis zum A. auf
drehen — 7. jo. Pl.j das Gewehr in A. bringen,
haben (auf jmdn.,
etw. schußbereit richten) — 8 .
Kostenanschlag: einen A. machen; der A. be
läuft sich auf 5000 Mark; Opapierdt. man muß
die besonderen Umstände in A. bringen (mit be
rücksichtigen) — 9. jvorw. Sg .j Han darb, erste
Reihe der Maschen beim Stricken, Häkeln: 20
Maschen A .; -schlagen /Vb.; / auch angeschlagen/
1. etw. durch Schlagen bes. mit einem Hammer an
etw. befestigen (hat): eine Holzleiste, ein Brett a.
—
2. etw. öffentlich, zur allgemeinen Information
an einer bestimmten Stelle anbringen (hat): ein
Plakat, einen Aufruf, eine Bekanntmachung (am
Schwarzen Brett) a.; ich habe diese Mitteilung
irgendwo angeschlagen gesehen — 3.1 . (heftig) auf-
treffen, gegen etw. schlagen (3.1) (ist): die Wellen
schlagen (an das, dem Ufer) an; bei dieser Schreib
maschine schlägt das A zu hoch an; mit dem Kopf
(an die Wand) a. 3.2. Schwimmen die Becken
wand bei der Wende und am Ziel mit der Hand
berühren (hat): bei der Wende hat er als erster
angeschlagen — 4. die Tasten eines Tasteninstru
mentes, einer Schreibmaschine niederdrücken (hat):
bei vier Durchschlägen muß man kräftig a.
—
5. (hat) 5.1. etw. durch einen Schlag zum Tönen
bringen: den Gong, die Stimmgabel a. 5.2. einen
Ton, Töne durch 4, 5.1 erklingen lassen: eine Terz,
einen Akkord, den Kammerton a.
—
6. (hat) 6.1 .
eine gellende Lache a. (gellend zu lachen beginnen);
einen ironischen Ton a. (in einem ironischen Ton
zu sprechen beginnen) 6.2. eine schnellere Gangart
a. (schneller zu gehen beginnen) ; ein rascheres
Tempo a.
—
7. (hat) der Hund schlägt an (bellt
zur Warnung) — 8. in bezug auf die Gesundheit
die gewünschte Wirkung haben (hat): die Medizin,
Landluft schlägt bei ihm (gut) an; die Kur hat
leider nicht angeschlagen; -schleichen /Vb./ sich
a. schleichend an jmdn.,
etw. herankommen, sich
schleichend nähern (hat): er hat sich ganz leise
(an das Wild) angeschlichen; firn Part. Prät.
-j-
kommen/ angeschlichen komipen (ist): sie kam
heimlich angeschlichen; -schleppen /Vb./ 1 .1 . etw.
durch Schleppen mühsam heranbringen: Tische und
Stühle a. 1.2. jemot.j 1.2.1. umg. etw. a. (ein
60
anscliließen — anschwimmen
Übermaß von) etw. heranbringen: er schleppte einen
ganzen Packen Fotos an; was bringst du da an
geschleppt? 1.2.2. salopp jmdn. mitbringen, ohne
es vorher anzukündigen: er schleppte viele Freunde
an; -schließen fV b .; / auch -schließend/ 1. das
Fahrrad, den Kahn a. (mit einem Schloß sichern);
das Fahrrad am Zaun a. (mit einem Schloß am
Zaun befestigen und sichern) — 2 . etw. (an etw.)
a. etw. mit etw. verbinden (2.1): einen Schlauch an
den, am Wasserhahn a .; ein elektrisches Gerät (an
das Stromnetz) a.; das Haus ist an die Fern
heizung angeschlossen — 3. etw. einer Sache an-
glied e rn : der Schule wird ein Internat angeschlos
sen — 4.1 . räumlich unmittelbar folgen: der Garten
schließt (sich) an das Haus an 4.2. zeitlich u n
mittelbar folgen : an den Vortrag schloß (sich) eine
Diskussion an; der anschließende Theaterbesuch
—
5. eine Äußerung einer anderen hinzufügen:
einige Bemerkungen a.; ich möchte dieser Frage,
an diese Frage eine weitere a.
—
6. sich einer
Sache a. dem vorher Geäußerten zustimmen, bei
pflich te n : sich einer Meinung, Ansicht, einem
Wunsch a.; ich schließe mich den Ausführungen
des Vorredners an — 7.1. sich jmdm., einer Gruppe
a. sich an dem beteiligen, was jmd.,
eine Gruppe
tu t: darf ich mich Ihnen a.?; sich einem Trauer
zug, einer (Reise)gesellschaft a .; ein neuer Gast
schloß sich unserer Tischrunde an 7.2. sich jmdm.
a. zu jmdm. Kontakt finden: sich einem Menschen
a.; sich schnell, leicht, schwer a. (schnell, leicht,
schwer zu anderen Kontakt finden); -schließend
fAdv.; / auch -schließen 4.2/ unmittelbar danach:
a. verreisen wir; -Schluß, der 1.1 . Verbindung mit
einem System von Leitungen (4): der A. an die
Kanalisation, Wasserleitung; unser W ochenend
haus hat jetzt elektrischen A. erhalten; einen A.
(an das Fernsprechnetz) beantragen 1.2. fü r 1.1.
verwendetes K ab el (1.1): die Anschlüsse unter Putz
verlegen — 2. telefonische Verbindung: A. haben;
keinen A. bekommen — 3 .1 . die zeitlich günstige
Fortsetzung der Reise ermöglichende Verbindung im
Verkehrsnetz: der Zug hat, ich habe A. nach Eisen
ach 3.2 . das 3.1 herstellende Verkehrsmittel: seinen
A. erreichen, verpassen; auf den A. warten —
4. fo. Pl.f der Sportler konnte den A. an die
Spitzengruppe erreichen, halten (dem S portler
gelang es nach anfänglichem Zurückbleiben, die
Spitzengruppe zu erreichen, bei der Spitzengruppe
zu bleiben); den A. an den Weltstand der Technik
erreichen (nach anfänglichem Zurückbleiben den
Weltstand der Technik erreichen) — 5. jo. Pl.f
persönlicher Kontakt: A. suchen, finden; keinen
A. haben — 6. fin der Verbindung! im A. an
unmittelbar nach: im A. an die Sitzung; im A. an
das Programm wurde getanzt
Anschluß| -tor, das Ballspiele Anschlußtreffer;
-treffer, der B allspiele xTor (2.2), das eine zurück
liegende Mannschaft bis auf ein Tor an die Anzahl
der Tore der anderen heranbringt: den A. erzielen;
-zug, der den Anschluß (3.1) herstellender Zug: den
A. nach Eisenach erreichen
an/An| -schmiegen, sich fVb.f 1.1. sich an jmdn.,
etw. sch miegen (1.1): das Kind schmiegt sich (zärt
lich, ängstlich) (an die Mutter) an 1.2. der Pullover
schmiegt sich eng an den Körper an (liegt eng a n );
-schmiegsam fAdj.f sich mit dem Bedürfnis nach
Zärtlichkeit jmdm. anpassend: ein anschmiegsames
Mädchen; -schmierenfVb.f salopp jmdn. täuschen,
betrügen: jmdn. tüchtig a.; mit dem Kauf ist er
angeschmiert worden; -schmoren / Vb./: Fleisch a.
(kurz, ein wenig schmoren, ehe man es danach noch
weiter zubereitet); -schnallen fVb.f 1.1. etw., jmdn.
mit Riemen und Schnalle an etw. befestigen: jmdm.,
sich die Schlittschuhe a.; das Kind im Wagen a.
1.2 . sich a. sich einen Sicherheitsgurt umlegen und
diesen befestigen : Autofahrer, Fluggäste müssen
sich a.;
-schnauzen fVb.f salopp jmdn. grob
tadeln, grob anfahren: die Kinder sind ange
schnauzt worden; -Schnauzer, der; -s, - s a lopp
grober Tadel: einen A. bekommen; -schneiden
jVb.; / auch angeschnitten/ 1. etw. durch Ab
schneiden des ersten Stückes zu verbrauchen be
ginnen: den Kuchen, die Wurst, den Käse a.
—
2. etw. kurz, in groben Umrissen zur Sprache
bringen, im Gespräch berühren: ein Thema, Pro
blem, eine Frage a.
—
3. Ballspiele den Ball a.
(ihn so werfen, schießen, daß er von der anvisierten
Richtung abkommt); -schneien jVb.; ist; im Part.
Prät. + kommen/ umg. angeschneit kommen un
erwartet, überraschend zu jmdm. kommen: gestern
abend kam er angeschneit; -schnitt, der 1. Sch nitt
fläche: das Brot mit dem A. auf einen Teller
stellen — 2. erstes abgeschnittenes Stück: der A.
des Brotes
Anschovis, d ie; -,
-
[anfo:vis] gesalzene, gewürzte
Sardelle, Sprotte: mit Ei und A. belegte Brötchen
an/An| -schrauben /Vb.f etw. mit einer Schraube,
mit Schrauben an etw. befestigen: ein Schild (an
die, der Tür) a.;
-schreiben fVb.f 1. etw. an eine
senkrechte Fläche schreiben: Vokabeln (an die, der
Wandtafel) a.
—
2. papierdt. sich schriftlich an
jmdn. wenden: die zuständige Stelle, den Antrag
steller a.
—
3. er ließ beim Wirt a. (ließ vom Wirt
seine Schulden für eine spätere Bezahlung notieren);
+ bei jmdm.
gut, / schlecht angeschrieben
sein; -schreiben, das p apie rdt. (kurzes) Begleit
schreiben: die Unterlagen mit einem A. an die
zuständige Stelle schicken; -schreien fV b .f jm d n .
in größtmöglicher Lautstärke ansprechen od. zurecht
weisen: jmdn. wütend a.; ich lasse mich nicht
dauernd a.;
-Schrift, die Adresse (1): meine A.
lautet: . . . ; jmds. A. notieren; -schuldigen jsw.
V b .; h at/: jmdn. (eines Verbrechens, wegen eines
Verbrechens) a. (beschuldigen, anklagen); jmdn.
des Diebstahls a.; die angeschuldigten Personen;
-schuldigung, d ie; -,
-en Beschuldigung, Anklage
(3) : begründete, schwere Anschuldigungen gegen
jmdn. Vorbringen, erheben; eine falsche A. zurück-
weisen; -schwärzen fVb.f umg. jmdn. bei jmdm.
a. jmdn. hinter seinem Rücken bei jmdm. in M iß
kredit zu bringen suchen, jmdn. bei jmdm. schlecht
machen : man hat ihn bei seinem Chef angeschwärzt;
-schweißen fVb.f etw. durch Schweißen (I) an etw.
befestigen: einen Flansch an ein, einem Rohr a.;
-schwellen fst. Vb.f 1. Hchwellen (1): die Füße
waren angeschwollen; die Adern auf seiner Stirn
schwollen an — 2. Häuter (1.1) werden: die Musik,
der Lärm, Donner schwillt an — 3 . das Hoch
wasser, der Fluß schwillt an (nimmt bedrohlich an
Volumen und Höhe zu); O die Arbeit, das Material
schwillt an; -schwemmen fVb.f etw. durch Strömung
ans Ufer treiben und ablagern: der Fluß schwemmt
Sand an; angeschwemmtes Land; -schwimmen
fVb.f 1. etw. a. in Richtung auf etw. schwimmen (1.1)
anschwindeln — Ansiedelung
61
(hat): das Ufer a.
—
2. (ist) gegen die Strömung
a. (schwimmend gegen die Strömung ankämpfen);
•schwindeln /Vb./ umg. jmdn. (dreist) beschwindeln:
er hat mich schon wieder angeschwindelt;, - s chwit
zen /Vb./ K ochk.: Mehl a. (in Fett anbräunen);
- s ehen fVb.; / auch angesehen/ 1.1. jmdn. a.
jmdm . ins Gesicht sehen: jmdn. freundlich, lächelnd,
ernst, finster, böse, fest, durchdringend, prüfend,
fragend, erwartungsvoll, erstaunt, von der Seite
a.; sieh mich mal an! 1.2. etw. a. den Blick auf
etw. richten: unverwandt die Zimmerdecke a. 1.3.
(sich) etw., jmdn. a. auf etw., jmdn. aufmerksam
und eingehend den Blick richten, um es, ihn kennen
zulernen, ein Vergnügen zu haben: sich ein Bild,
ein Buch, ein Bauwerk, einen Film, eine Fernseh
sendung, ein Theaterstück, eine Ausstellung a~;
eine Wohnung a. (besichtigen) — 2. etw.,
jmd.
ist in bestimmter Weise anzusehen etw.,
jmd.
bietet einen bestimmten A nblick: der vom Unwetter
zerstörte Stadtteil war schrecklich anzusehen; sie
ist (in diesem Kleid) hübsch anzusehen; etw. sieht
sich in bestimmter Weise an: das sieht sich hübsch
an; es sah sich an (hatte den Anschein), als gäbe
es ein Unglück — 3 . jmdm., einer Sache etw. a.
etw. am Äußeren eines Menschen, am Aussehen
eines Menschen, einer Sache erkennen: jmdm. die
überstandene Krankheit, das schlechte Gewissen,
seine Freude a.; man sieht dir dein Alter nicht
an; einem Buch a., daß es viel gelesen wird — 4 .
jmdn.
, etw. für, als jmdn., etw. a. jmdn., etw. für
jmdn.,
etw. halten: jmdn. als seinen Freund, für
einen Ausländer a.; etw. als, für seine Pflicht a.;
etw. als ein gutes Zeichen a.; etw. als eilig a.
—
5. etw. (mit) a. etw. Negatives sehen, erleben, ohne
etw. dagegen zu unternehmen: \meist verneintf ich
kann (mir) diese Ungerechtigkeit nicht (länger)
mit a .!; ich kann es nicht mehr (mit) a., wie du
dich quälst!; ich habe mir dein Benehmen lange
genug (mit) angesehen!; -j- umg. sieh (mal)
(einer) an (wer hätte das gedacht)!; das sehe sich
einer an (das ist doch nicht zu glauben, ist ganz
erstaunlich)\; — jmdn. über die ^ Achsel a.;
jmdm. etw. an der /* Nase, / Nasenspitze a.;
jmdn. von /* oben herab a.; jmdn. über die /
Schulter a.;
- sehen, das; -s, /o. PI./ 1 . die gute,
hohe Meinung, die die Allgemeinheit, auch jmd.
von jmdm., etw. hat: jmd. steht in allgemeinem, bei
jmdm. in hohem A.; diese Zeitschrift genießt all
gemeines A .; sich A. verschaffen; zu A. gelangen,
kommen; etw. hebt jmds. A .; jmds. A . wächst,
sinkt; sein A. verlieren, erhöhen — 2. jmdn. (nur)
von, vom A. (vom Sehen, nicht mit Namen) kennen;
-f- ohne A. der Person ohne Rücksicht auf die gesell
schaftliche Stellung der betreffenden Person, ohne
Rücksicht darauf, um wen es sich handelt: es müssen
alle ohne A. der Person gehört werden; -sehnlich
/Adj./ 1. Inicht adv./ ziemlich groß (4, 5): eine an
sehnliche Summe; ein ansehnlicher Betrag; an
sehnliche Mengen — 2 . /von einem Menschen/ gut
aussehend; stattlich: ein ansehnlicher Mann;
-sehnng /in der Verbindung/ veraltend in A.
einer Sache unter Berücksichtigung von etw.,
im
Hinblick auf etw.: in A. seiner Verdienste, seines
Alters; in A. der Tatsache, daß ...;
- s eilen /sw.
Vb.; hat/ sich, jmdn. bes. beim Bergsteigen durch
ein Seil gegen das Abstürzen sichern: die Berg
steiger seilten sich an; -sein fV b .; ist angewesen;
Präs, und Prät. / 2an 3/ umg.;
-sengen jVb.j etw.
ein wenig versengen: sich die Haare, das Kleid a.;
- s etzen /Vb.; hat/ 1. etw. für eine bestimmte Tätig
keit in die richtige Position bringen: die Trompete,
den Geigenbogen, den Meißel a.; das Glas (zum
Trinken) a.
—
2. etw. (Gleichartiges) an etw. an
fügen und es daran befestigen, damit verbinden:
etw. an ein, einem Rohr a .; einen Streifen am
Rock a.
—
3.1* zu etw. a. im Begriff sein, etw.
Bestimmtes zu tu n : zum Reden, Sprung, Endspurt
a.; zu einer Frage a.; die Maschine setzte zur
Landung an 3.2 . hier muß die Kritik a. (einsetzen
4) — 4.1. etw. zu bilden beginnen, aus sich heraus
entwickeln: der Baum hat Blätter, Knospen,
Früchte angesetzt; die Erdbeeren haben gut an
gesetzt (Früchte gebildet) 4.2 . das Eisen hat Rost
angesetzt (an seiner Oberfläche gebildet); Patina a.;
er hat Fett angesetzt (ist dick geworden) 4.3 . sich
bilden und haftenbleiben: dort hat sich Kalk an
gesetzt — 5. beim Erhitzen eine fest am Boden
des Topfes haftende Schicht bilden: der Reis hat
(sich) angesetzt; Milch setzt leicht an — 6.1.
etw. anberaumen: eine Versammlung (für die
nächste Woche) a.; eine Probe für den Nachmittag
a.; zur angesetzten Stunde erscheinen 6.2 . etw.
veranschlagen, im voraus auf etw. berechnen: die
Kosten zu hoch a.; für die Proben vier Monate a.;
für die Reise muß man vier Stunden a. 6 .3. Math.
einen Ansatz machen: eine Gleichung a.
—
7.
Hunde (auf eine Spur) a. (auf eine Spur bringen
und sie jmdn., ein Tier verfolgen lassen); jmdn. auf
jmdn. a. (jmdn. jmdn. überwachen lassen) — 8.
etw. a. die Bestandteile für etw. mischen, damit es
einen chemischen Prozeß durchlaufen kann: eine
Bowle, ein Hefestück a .; Leim, Gips a.;
- sicht, die
1.1. Meinung: eine richtige, irrige A. von etw.,
jmdm., über etw., jmdn. haben; eine A. äußern,
vertreten, begründen; zu einer A. kommen, ge
langen; ich neige zu der A.,
daß ...; seine A.
ändern; bei seiner A. bleiben; sich jmds. A . an
schließen; eine A. teilen; das bestärkt mich in
meiner A .; meiner A. nach; nach A. des Verfassers;
ich bin anderer A. als du 1.2. /vorw. Pl.f An
sch au un g (1): jmds. philosophische, politische,
künstlerische Ansichten; eine veraltete, überholte
A.
—
2. Bild (1) von einer Stadt, Landschaft:
einige Ansichten kaufen; eine A. von Leipzig —
3. Front eines Gebäudes in der Darstellung in einer
Ebene einer (Bauzeichnung: die vordere, hintere,
seitliche A. eines Hauses — 4. zur A. zum prüfen
den Ansehen: eine Ware, ein Buch zur A. be
stellen; -sichtig /Adj.; in der Verbindung/ geh.
jmds., einer Sache a. werden jmdn., etw. erblicken
(1) : er wurde seines Freundes a.
Ansichts| -karte, die Postkarte mit einer Ansicht
(2) ; -postkarte, die Ansichtskarte; -Sache, die /in
der Verbindung/ das, etw. ist A. (darüber, über
eine Sache kann man verschiedener Ansicht,
Meinung sein)
an/An| -siedeln /Vb./ 1 .1 . sich a. an einem be
stimmten Ort siedeln (1.1): sich auf dem Land a.;
wandernde Völkerstämme siedelten sich an (w u r
den seßhaft 1.1) 1.2. jmdn. irgendwo ansässig, seß
haft machen: sie wurden auf dem Land angesiedelt;
- sied(e)hing, die 1. /o. PI./ das (sich)ansiedeln —
2. kleine Siedlung (2.1): nach der Entdeckung der
Insel entstanden dort die ersten Ansiedlungen;
62
ansinnen — anstacheln
-sinnen, das; -s,
-
als Zumutung empfundene
B itte: ein freches, dreistes, unverschämtes A . ;
jmds. A. ablehnen; -sitz, der Jägerspr. verdeckte
Stelle, an der der Jäger dem Wild (sitzend) auf-
lauert; -sonsten fAdv.f umg. 1.1. sonst (2) 1.2.
fauch in konjunktionaler Verwendung; neben-
ordnend; fügt an einen Vordersatz einen Hauptsatz
mit Inversion des Subjekts an/ sonst (4); -spannen
fVb.; / auch angespannt/ 1. ein Pferd a. (vor
einen Wagen spannen) — 2. etw. straffer spannen
(1.1): ein Seil a.
—
8. etw. anstrengen, konzen
trieren : alle Kräfte, seine Gedanken, den Geist a.;
-Spannung, die 1. fo. Pl.f das Anspannen (3): unter
A. aller Kräfte — 2. Anstrengung (1): die A. war
zu groß; eine starke physische, psychische A .;
-spazieren /Vb.; imPart. Prät. + kommen/ umg.
anspaziert kommen gemächlich herankommen, sich
gemächlich nähern: wer kommt denn da an
spaziert?; -spielen jVb.j 1. auf etw.,
jmdn. eine
Anspielung machen: sie spielte auf sein Alter, seine
Vergangenheit an; er spielte damit auf seinen
Freund an — 2. Ballspiele jmdn. a. jmdm. den
Ball Zuspielen: der Mittelstürmer wurde oft an
gespielt — 8.1. Kartenspiel etw. ausspielen: wer
spielt an?; Herz, Trumpf a. 8.2. B allspiele den
Ball zur Eröffnung eines Spiels, Spielabschnitts
ins Spiel bringen: nach der Pause spielten die
Schweden an — 4 . ein Musikstück, eine Schall
platte a. (den Anfang eines Musikstücks, einer
Schallplatte spielen); -spiehmg, die; -,
-en (als In
diskretion beabsichtigter) gezielter, aber versteckter
Hinweis auf etw.,
jm d n .: eine geheimnisvolle,
deutliche A. (auf etw., jmdn.) machen; diese A n
spielungen verstehe ich nicht, überhöre ich; sich
in Anspielungen ergehen; -spinnen jV b .j 1.1. ein
Gespräch, ein Liebesverhältnis, a. (allmählich be
ginnen, entstehen lassen) 1.2. sich a.: eine Unter
haltung spann sich an (entstand allmählich); zwi
schen den beiden schien sich etwas anzuspinnen
(schien ein Liebesverhältnis zu beginnen); -spitzen
jVb.j 1. etw. spitz machen: einen Bleistift, Pfähle
a.
—
2. umg. jmdn. mit tadelnden Worten an
treiben: jmdn. tüchtig a.;
-sporn, der jo. Pl.j An
reiz (durch Vorbild) zu einer bestimmten Leistung:
ihm fehlte der A .; das soll dir zum A. dienen;
-spornen jsw. Vb.; hat/ jmdn. a. jmdm. durch
Worte, Vorbild einen Anreiz zu einer bestimmten
Leistung geben: jmdn., sich gegenseitig zur Arbeit,
Eile, zum Fleiß, zu höheren Leistungen a .; etw.
a.: jmds. Ehrgeiz a.; -spräche, die 1. kürzere R ede:
eine öffentliche, zündende A. halten — 2. M il.
die A. (Beschreibung der Kennzeichen) eines Zieles,
Flugzeugs — 3. süddt. österr. zwischenmensch
liche Beziehung durch Gespräch, Unterhaltung: A.
haben, suchen, finden; keine, viel A. haben;
-sprechbar jAdj.; nicht adv.j 1. in der Lage, eine
Mitteilung entgegenzunehmen: jvorw. verneint/ ich
bin jetzt nicht a.
—
2. in der Lage, auf etw. zu
reagieren: der Kranke ist noch nicht a.; auf einen
bestimmten Reiz a. sein; -sprechen /V b.; /* auch
-sprechend/ 1. jmdn. a. an jmdn., der einem fremd
od. mit dem man nicht sehr gut bekannt ist, (un
vermittelt) einige Worte richten: jmdn. auf der
Straße (freundlich, höflich, auf französisch) a.
—
2. jmdn. mit ,du‘, mit seinem Titel a. (anreden 1)
—
3. sich mit einem bestimmten Anliegen an eine
Gruppe, Person wenden: die Werktätigen direkt
a.; er fühlte sich angesprochen (dachte, er se i mit
dem Gesagten gemeint) — 4 . etw. behandeln (4.3):
ein Thema, die Schwierigkeiten, Probleme a.
—
5. etw., jmd. spricht jmdn. an etw., jmd. hinterläßt
bei jmdm. einen positiven Eindruck, gefällt jmdm.:
der Vortrag, das Bild, Buch hat mich, viele
Menschen angesprochen; das Stück sprach nicht
besonders an — 6. auf etw. (positiv) reagieren (1.1):
der Patient spricht auf dieses Mittel nicht an;
das Meßgerät spricht auf die kleinsten Schwan
kungen an — 7.1. Mil. etw. a. die Kennzeichen
von etw. beschreiben: einen anfliegenden Verband
a .; das Erkennen und Ansprechen von Zielen 7.2.
Jägerspr. ein Wild genau erkennen und beurteilen:
das Wild a.;
-sprechend jA dj.; / auch -sprechen
5/ gefällig, reizvoll: eine ansprechende Erscheinung;
ein ansprechendes Wesen haben; etw. a. gestalten;
-springen jVb.; ist, hat/ 1. (hat) 1.1. sich mit einem
Sprung auf jmdn. stürzen: den Gegner a.; der Tiger
wollte seinen Wärter a. 1.2. der Hund springt
seinen Herrn an (springt an ihm hoch) — 2 . jim
Part. Prät. + kommen/ angesprungen kommen
in Sprüngen herankommen, sich in Sprüngen nähern
(ist): die Kinder kamen angesprungen — 3. (ist)
der Motor springt an (kommt in Gang, beginnt zu
laufen); der Wagen (der Motor des Wagens) springt
nicht, schwer an — 4. umg. auf etw. zustimmend
reagieren (ist): auf ein Angebot sofort, nicht a.;
-spritzen /Vb.; ist; im Part. Prät.
-f
kommen/
umg. angespritzt kommen sehr schnell heran
kommen, sich sehr schnell nähern: er kam sofort
angespritzt; -Spruch, der 1.1. die von jmdm. aus
gehende (berechtigte) Forderung, daß (für ihn) eine
bestimmte Leistung erbracht wird: ein berechtigter
A .; bescheidene, keine großen Ansprüche haben,
stellen, erheben; hohe Ansprüche an seine Schüler
stellen; jmds. Ansprüche befriedigen, erfüllen;
seine Ansprüche anmelden, geltend machen; den
Ansprüchen gerecht werden, nicht genügen kön
nen; diese Übersicht erhebt keinen A. auf Voll
ständigkeit 1.2 . jin der Verbindungj etw., jmdn.
in A. nehmen: ein Vorrecht für sich in A. nehmen
(fordern, beanspruchen); jmds. Hilfe, Zeit, Gast
freundschaft in A. nehmen (von ihr Gebrauch
m a ch en ); die beruflichen Pflichten nehmen mich
völlig in A. (stellen? große Anforderungen an mich)
1.3. Recht, Berechtigung, etw. fordern zu können:
sein A. ist erloschen; (keinen) A. auf Kranken
geld, Schadenersatz, Urlaub haben; die Mensch
heit hat A. auf ein Leben in Frieden
$nspruchs/Anspruchs| -los jA d j.j 1.1. (in m ateriel
len Dingen) keine großen Ansprüche stellend, genüg
sa m : ein anspruchsloser Mensch, Gast; a. leben
1.2. bescheidenen geistigen, ästhetischen Ansprüchen
gen ü gend : anspruchslose Musik; eine anspruchslose
Zimmereinrichtung; dazu -losigkeit, die; -,
jo.
P l.j; -voll jAdj.j 1.1. (in materiellen Dingen) große
Ansprüche stellend: ein anspruchsvoller Mensch,
Gast; ein Buch für anspruchsvolle Leser 1.2 . hohen
geistigen, ästhetischen Ansprüchen genügend: ein
anspruchsvoller Roman
an/An| -spucken jVb.j gegen jmdn., etw. spucken;
-spülen jVb.j etw., jmdn. an das Ufer, den Strand
spülen: der Fluß spült Sand an; die Strömung
spülte einen Ertrunkenen an; -stacheln jV b .j
jmdn. mit gezielten Worten unruhig machen und
ihm dadurch einen Anreiz zu einer bestimmten
Anstalt — anstellen
63
Leistung geben: jmdn., sich gegenseitig zur Eile,
zum Fleiß, zu immer größeren Leistungen a .; etw.
a.: jmds. Ehrgeiz, Eifer a.;
- stalt, die; -,
- en 1.1.
veraltend Einrichtung für 'psychisch Kranke, die
einer länger dauernden Behandlung bedürfen: er
wurde in eine (geschlossene) A. eingewiesen 1.2.
/heute noch BRD/ eine A. des öffentlichen Rechts
/Begriff, der auf der in der bürgerl. Gesellschaft
üblichen Trennung zwischen privaten und öffent
lichen Einrichtungen basiert/ Einrichtung, die unter
staatlicher Kontrolle bestimmte Aufgaben fü r die
Allgemeinheit erfüllt; + (keine) Anstalten ma
chen, etw. Bestimmtes zu tun (keine) Absichten
zeigen, etw. Bestimmtes zu tu n: er machte (keine)
Anstalten zu gehen; Anstalten treffen vorbereitende
Maßnahmen ergreifen: wir haben die erforder
lichen, nötigen Anstalten (zu der Reise) getroffen;
- stand, der L I. /o. PL/ ein den in einer Gesellschaft
(1) gültigen Umgangsformen entsprechendes Ver
halten, Benehmen: keinen A. haben; das erfordert,
verbietet der A .; den A. wahren, verletzen; der
A. erlaubt das nicht; etw. aus A. unterlassen;
sich mit A. aus einer Affäre ziehen; mit A. (Würde,
Haltung) verlieren können — 2. /in der Verbindung/
an etw. (keinen) A. nehmen an etw. (keinen) A n
stoß nehmen: er nahm an seinem Benehmen A.
—
8. süddt. österr. 8.1. Beanstandung: es hat
keinen A. gegeben 8.2 . Schwierigkeit: Anstände
mit jmdm. bekommen — II. Jägerspr. verdeckte
Stelle, an der der Jäger stehend dem Wild auflauert:
sich auf den A. begeben; -ständig /Adj./ 1.1. d en
in einer Gesellschaft (1) gültigen Umgangsformen
entsprechend: sich a. benehmen; ein anständiges
Betragen; er hat a. (moralisch achtenswert) ge
handelt 1.2. er ist ein anständiger (ehrlicher, ver
trauenswürdiger) Mensch — 2. umg. zufrieden
stellend, angemessen: a. leben können; ich habe
nichts Anständiges anzuziehen; die Fotos sind
ganz a. geworden; jmdn. a. (gut) bezahlen — 3 .
umg. 8.1. /nur attr.j ziemlich groß (5, 8): eine an
ständige Summe, Leistung 3.2 . /adv./ sehr, tüchtig
(3): er hat ihn a. verprügelt; es regnet ganz a.;
zu 1 -ständigkeit, die; -, \o. PL/
Anstands/anstands| -besuch, der Besuch , den m a n
nur aus Höflichkeit, um die Form zu wahren,
macht: einen A. machen; -gefühl, das /o. P l.j
Gefühl für An stan d (1.1): das A. verletzen; -halber
/Adv./ nur aus Höflichkeit, um die Form zu wahren:
a. müssen wir ihn besuchen; -los /Adv./ ohne
weiteres, ohne Schwierigkeiten zu machen: die Ware
a. Umtauschen; das Geld wurde ihm a. ausgezahlt;
an/An| -starren /Vb./ jmdn., etw. unablässig, starr
ansehen: jmdn. unverwandt, neugierig, finster a .;
die Wände, Decke a.; 1-statt /Konj.; unterordnend;
leitet einen Gliedsatz ein, der eine nicht realisierte
Möglichkeit kennzeichnet, für die im Hauptsatz der
Ersatz angegeben wird; in Verbindung mit Inf. +
zu od. mit daß; bei Gleichheit des Subj. von Haupt-
und Gliedsatz steht vorwiegend anstatt zu + Inf./ :
a. zu lesen, ging er ins Kino; a. daß er las, ging
er ins Kino; 2-statt jPräp. mit Gen.; dafür üblicher
statt/ 2statt, an Stelle : a. des Ministers sprach sein
Stellvertreter; -stauen /Vb./ etw., sich stau en (1):
Wasser a.; das Blut hat sich angestaut; O Ärger
hat sich in ihm angestaut; angestaute W ut;
- staunen /Vb./ jmdn.,
etw. staunend betrachten:
jmdn. neugierig a.; das neue Auto a.;
- stechen
/Vb.; hat/ 1. etw. a. in etw. (ein wenig) mit einem
spitzen Gegenstand stechen: ein Stück Fleisch (mit
der Gabel) a.
—
2. ein Faß Bier a. (durch Öffnen
des Spundlochs anbrechen); der Wirt hat gerade
frisch angestochen; -stecken fsw . Vb./ 1.1. etw.
bes. mit einer Nadel an etw. befestigen: (sich) eine
Brosche a.; ein Abzeichen, einen Orden, eine
Blume (am, an den Rockaufschlag) a. 1.2. einen
Ring a. (an den Finger stecken) — 2.1. 1and sch.
etw. anzünden (1.1), anbrennen (1.1): das Gas a.;
eine Kerze, sich eine Zigarette a. 2.2. etw. in
Brand setzen: eine Scheune a.
—
3.1 . jmdn. a.
eine Infektionskrankheit auf jmdn. übertragen: er
steckt uns noch alle (mit seiner Grippe) an; O sein
Lachen steckte alle an (sein Lachen wirkte so, daß
alle mit ihm lachen mußten); andere mit seiner
Angst, seinem Eifer a. 3.2. sich a. von jmdm. an
gesteckt (3.1) werden: ich habe mich (bei ihm) an
gesteckt 3.3 . diese Krankheit steckt an (überträgt
sich leicht); ansteckende Krankheiten (Infektion s
krankheiten); O Gähnen steckt an, wirkt an
steckend; -Stecknadel, die 1.1. Schmuck zum A n
stecken (1.1) 1.2. Abzeichen mit einer Nadel zum
Anstecken; -steckung, die; -,
-en jvorw. Sg .; zu
- stecken 3/ Infektion: Furcht vor A. haben; sich
vor A. schützen; die A. erfolgte durch Berührung;
- steekungsgefahr, die /o. PL/ Gefahr der A n
steckung; -stehen /Vb./ 1. in einer Reihe von
Wartenden stehen: nach Theaterkarten a.; lange
(nach etw.) a. müssen — 2. veraltend geh. etw.
steht jmdm. gut an: Zurückhaltung steht ihm gut,
wohl an (jmd. sollte besser zurückhaltend sein);
Zorn steht ihm schlecht an (er sollte besser n icht
zornig sein); ihm steht nicht an, Kritik zu üben —
3. veraltend nicht a., etw. Bestimmtes zu tun
keine Bedenken haben, etw. Bestimmtes zu tun: ich
stehe nicht an, alles zu ändern — 4.1. auf Er
ledigun g warten : zwei Gesetzesentwürfe stehen zur
Beratung an; anstehende Probleme 4.2 . etw. a.
lassen etw. hinausschieben, mit etw. warten: ein
Vorhaben a. lassen 4.3 . Schulden a. lassen (sich
anhäufen lassen und nicht tilgen); -steigen /Vb./
1.1. aufwärts führen: die Straße, das Gelände steigt
allmählich, leicht, stark an ; sanft ansteigende
Wiesen; eine ansteigende Kurve, Linie 1.2 . höher
werden, steigen: das Wasser, die Flut, der Wasser
stand steigt weiter an 1.3. in Anzahl, Menge zu
n eh m e n : ansteigende Temperaturen; die Besucher
zahl steigt an; der Absatz, Fremdenverkehr stieg
beträchtlich an; das rapide Ansteigen der Stahl
produktion; -stelle s. Stelle (6); -stellen /Vb.; /
auch Angestellte/ 1. eine Leiter an den, am Baum
a. (an den Baum stellen) — 2. sich an das Ende
einer Reihe von Wartenden stellen: sich an der
Theaterkasse, lange nach Kinokarten a .; Sie müs
sen sich hinten a .!
—
3.1.1. das Gas, Wasser a.
(durch Betätigen einer Vorrichtung zum Fließen,
Strömen bringen) 3.1.2 . den Haupthahn a. (auf-
drehen) 3.1.3 . die Heizung a. (in Betrieb setzen)
3.2 .1 . etw. anschalten (1.1): das Radio, Bügeleisen
a. 3 .2 .2 . eine Sendung a. (das Radio, Fernsehgerät
für den Empfang einer Sendung anschalten 1.1) —
4.1 . jmdn. einstellen (3) /vorw. auf Arbeitsverhält
nisse von Angestellten angewandt/: jmdn. vorüber
gehend, halbtags, fest, als Sekretärin a.; sie ist
bei der Post, an der Schule (fest) angestellt (steht
dort in einem Arbeitsrechtsverhältnis) 4.2 . umg.
64
anstellig — anstückeln
jmdn. (zu etw.) a. jmdn. mit einer Arbeit beschäf
tigen: ich habe ihn gleich (zum Abtrocknen) an
gestellt — 5 .1 . fin Verbindung mit Subst. zur Um
schreibung eines Verbalbegriffsf: mit jmdm. ein
Verhör a. (jmdn, verhören); Vermutungen a. (etw.
vermuten); Überlegungen über etw. a. (etw. über
legen) 5.2 . umg. (unbeobachtet, heimlich) etw. Un
erlaubtes, Dummes tum was hast du da wieder
angestellt! 5.3 . umg. der Arzt hat alles mögliche
(mit ihm) angestellt (versucht 1.2) 5.4 . um g. etw.
in bestimmter Weise machen, tun, bewerkstelligen:
er hat die Sache klug, geschickt angestellt; wie
soll ich das a.?
—
6. umg. sich in bestimmter
W eise verhalten: sich (bei einer Sache) geschickt,
dumm a.; stell dich nicht so an (sei nicht so weh
leidig; zier dich nicht «so)!; -stellig /Adj./i jmd.
ist a. (geschickt, wenn man ihn zu etw. anstellt 4.2);
ein anstelliger Junge; sich a. zeigen; -Stellung, die
1. jvorw. Sg .f das Anstellen (4.1): seine A. erfolgte
zum 1. Oktober — 2 . Stellung (5.1): eine (feste)
A. haben; -steuern /Vb.; hat/ 1.1. Kurs auf ein
Ziel nehmen: das Schiff steuert die Bucht an; das
Flugzeug steuert den Flugplatz an 1.2 . u m g.
scherzh. auf etw.,
jmdn. zielstrebig zugehen: er
steuerte das Lokal an; -stieg, der; -(e)s,
-e 1.
jvorw. Sg .; zu -steigen/ das Ansteigen — 2. das
Hinaufsteigen (1), A u fsteigen (1.2): ein langer,
mühsamer A .;
- stieren fVb.f jmdn., etw. anstarren:
jmdn. unverwandt a.;
- stiften /Vb.f 1.1. bewußt
etw. Unheilvolles, Böses ins Werk setzen: Unheil,
eine Verschwörung, einen Krieg, heillose Ver
wirrung a. 1.2. jmdn. zu etw. Unheilvollem, Bösem
verleiten, überreden: jmdn. zum Diebstahl, zu
dummen Streichen a.; zu 1.2
- Stifter, der; zu 1.1
u. 1.2
-Stiftung, die fvorw. S g .f; -stimmen fVb.f
1.1. etw. zu singen, zu spielen beginnen: ein Lied
a.; das Orchester stimmte einen Marsch an 1.2.
etw. ertönen lassen, in etw. ausbrechen: ein Ge
lächter, Geschrei ~a.; <> ein Klage- , Loblied über
jmdn., etw. a .;
- stinken fVb.f salopp jmdn. a.
jmds. Widerwillen erregen: diese Arbeit, dein Ge
jammer stinkt mich an; du stinkst mich an!;
- f derb gegen jmdn., etw. nicht a. können (mit
jmdm., etw. nicht mithalten können); -stoß, der 1.
fo. Pl.f Fußball Stoß gegen den Ball in der Mitte
des Spielfelds, mit dem der Ball zur Eröffnung
eines Spiels und zu Beginn der zweiten Halbzeit
ins Spiel gebracht wird: der Gegner hatte (den)
A.; den A. ausführen — 2. (von äußeren, oft un
bedeutenden Dingen ausgehende) auslösende Wir
ku n g : es bedurfte nur eines geringfügigen, äußeren
Anstoßes; der erste A. zu dieser Tat; den A. zu
etw. geben (durch etw. bewirken, daß eine Sache in
Angriff genommen, etw. getan wird) — 3. fin den
Verbindungen! A. erregen durch sein Verstoßen
(gegen die Moral) jmds. Unwillen hervorrufen: mit
seinem Benehmen hat er (bei ihm) A. erregt; seine
Meinung erregt überall A .; an etw. A . nehmen
(aus moralischen Gründen) Unwillen über etw.
empfinden und es mißbilligen: sie nahm an seiner
saloppen Kleidung, an seinem Benehmen A .;
-|
-
der A Stein des Anstoßes; -stoßen fVb.f 1.
(hat) 1.1. etw. durch einen (kleinen) Stoß in Bewe
gung setzen: das Pendel a.; O jmdn. a .: von allein
macht er nichts, man muß ihn immer erst a.
1.2. jmdn. durch einen kleinen Stoß (heimlich) auf
etw. aufmerksam machen: jmdn., sich verstohlen
a.; jmdn. mit dem Fuß, unter dem Tisch a. 1.3 .
Fußball den Anstoß ausführen: zur zweiten Halb
zeit a.
—
2. unabsichtlich an, gegen jmdn.,
etw .
stoßen 2.1. jmdn. a. (hat): stoß mich nicht an,
sonst lasse ich alles fallen! 2.2 . an etw. a. (ist,
hat): er ist an einen Balken angestoßen; stoß
nicht mit dem Tablett an! — 3 . lispeln (1) (hat):
er stößt immer beim Sprechen (mit der Zunge)
an — 4. (zur Bekräftigung eines Toastes) die mit
einem alkoholischen Getränk gefüllten Gläser vor
dem Trinken erheben und leicht aneinanderstoßen,
so daß sie klingen (hat): wir wollen a .!; auf jmds.
Wohl, auf die Zukunft, auf jmdn. a.
—
5. an
grenzen (hat): unser Grundstück stößt an sein
Grundstück an; die anstoßenden Zimmer; -stößig
fAdj.f unschicklich und daher Anstoß erregend: sich
a. benehmen; etw. a. finden; anstößige Witze;
- strahlen fVb.f 1. etw., jmdn. a. wirkungsvoll auf
etw.,
jmdn. Lichtstrahlen) richten, werfen: die
historischen Gebäude wurden nachts angestrahlt;
einen Künstler auf der Bühne a.; von der Sonne
angestrahlte Berggipfel — 2. jmdn. strahlend an-
sehen: sie strahlte ihn an; -streben fV b.; hat/ etw.
a. nach etw. streben: die Lösung aktueller Probleme,
etw. als Ziel a.;
- streichen fVb.; hat/ 1. etw. a.
(mit einem Pinsel) Farbe in einer dünnen Schicht
auf etw. auftragen, etiv. streichen (1.2): den Zaun
(braun) a.; etw. mit Lack a.
—
2. etw. mit einem
Strich kennzeichnen, hervorheben: eine Stelle im
Buch rot a.; einen Fehler am Rand a.;
- Streicher,
der landsch. Maler (2); -strengen fsw. Vb.; hat;
/ auch angestrengt, -strengend/ 1.1 . sich a. seine
körperlichen, geistigen K räfte mehr als gewöhnlich
einsetzen, um ein Ziel zu erreichen: du mußt dich
sehr, tüchtig a.,
wfenn du das erreichen willst;
sich nicht sonderlich bei etw. a .; du mußt dich in
der Schule mehr a. 1 .2. etw. zu besonderer Leistung
steigern, etw. anspannen (3): seinen Verstand, seine
Kräfte, seine Augen a.
—
2. jmdn., etw. a. die
Leistungsfähigkeit von jmdm.,
etw. stark bean
spruchen, jmdn., etw. strapazieren: der Besuch, das
Sprechen hat den Kranken sehr angestrengt; die
kleine Schrift strengt die Augen an — 3 . Jur.
(gegen jmdn.) einen Prozeß, eine Klage a. (ein
leiten, veranlassen); -strengend fAdj.; / auch
-strengen 2/ die körperlichen, geistigen K räfte stark
beanspruchend: eine anstrengende Arbeit, Reise;
ein anstrengendes Leben; es war sehr a., dem Vor
trag zu folgen; -strengung, die; -,
- en 1. großer
Einsatz der körperlichen, geistigen Kräfte zur E r
reichung eines Ziels: seine Anstrengungen ver
doppeln, verstärken; vergebliche Anstrengungen;
Anstrengungen machen (sich an strengen), um sein
Ziel zu erreichen — 2. starke Beanspruchung der
Leistungsfähigkeit von jmdm.,
etw.: sich von den
Anstrengungen der Reise erholen; der Besuch war
eine A. für den Kranken; -strich, der 1.1 . das
Anstreichen (1) 1.2. (mit einem Pinsel) auf einen
Gebrauchsgegenstand, Wände aufgetragene dünne
Schicht Farbe — 2. fo. Pl.f Note (6), Gepräge: in
seiner W ohnung hat alles einen persönlichen A .;
etw. gibt, verleiht einer Sache einen würdigen A .;
sich einen vornehmen A. geben (Vornehmheit vor
spiegeln); -stricken fVb.f: Ärmel an den Pullover
a. (den Pullover durch Stricken mit Ärmeln ver
sehen) ; -stückeln / Vb.f: ein Kabel, Kleid a. (an ein
Kabel, Kleid unsachgemäß, behelfsmäßig Stücke zur
anstücken — Antikommunismus
65
Verlängerung ansetzen); -stücken jsw. Vb.; hat/:
ein Kabel, Kleid a. (an ein Kabel, Kleid ein Stück,
Stücke zur Verlängerung ansetzen); -sturm, der
jvorw. Sg .j 1. heftiges Angreifen (1.1): einen gegne
rischen A. abwehren; etw. im ersten A. nehmen —
2. starker Andrang: es setzte ein wahrer A. nach
Eintrittskarten .ein; der größte A. ist vorüber;
- stürmen fVb.; ist/ gegen etw., jmdn. a. etw., jmdn.
heftig angreifen (1.1, 1.3): gegen die Stellungen des
Gegners a .;
-suchen fVb.f veraltend jmdn. um
etw., bei jmdm. um etw. a. jmdn. um etw. bitten,
bei jmdm. etw. beantragen: jmdn., bei jmdm. um
seine Versetzung a.;
-suchen, das; -s, - veraltend
vorgetragene Bitte, Gesuch, Ersuchen: sein A. Vor
bringen; auf (dringendes) A. der Eltern
Antagonismus, der; -, Antagonismen 1.1. fo. P l.j
Gegensatz, W iderstreit: diese Interessen stehen in
A. zueinander 1.2. fvorw. Sg .f Widerspruch, der
auf dem unüberbrückbaren Gegensatz zwischen den
Interessen verschiedener gesellschaftlicher Klassen
od. sozialer Gruppen in der Klassengesellschaft be
ruht: der A. zwischen Kapital und Lohnarbeit
antagonistisch fAdj.f 1.1. gegensätzlich, wider-
streiten d: antagonistische Interessen 1.2. ein ant
agonistischer Widerspruch (Antagon is m u s 1.2)
a«n|tanzen / Vb.; ist/ umg. (auf einen Befehl, eine
Einladun ghin) herbeikommen, erscheinen: ich muß
morgen bei ihm a.; firn Part. Prät. + kommen/
angetanzt kommen: er kam in kurzen Hosen an
getanzt
Antarktis, die; -, fo. Pl.f [ant|a..] um den Südpol
der Erde liegendes Gebiet; dazu antarktisch /Adj.;
nur attr.f
an/An| -tasten fVb\.f 1. etw. zu verbrauchen be
ginnen: fvorw. verneint/ er will seine Vorräte, sein
Geld nicht a.
—
2. etw. beeinträchtigen: /meist ver
neint/ die Souveränität eines Staates nicht a.;
jmds. Ehre nicht a.; der Inhalt des Buches ist bei
der Bearbeitung kaum angetastet (verändert) wor
den; -teil, der 1*1. jmdm. zustehender, zufallender
T eil von etw.: seinen A. (am Erbe) sichern; seinen
A. fordern; auf seinen A. verzichten; Anteile am
Profit 1.2. der A. (zur Bildung des genossenschaft
lichen Eigentums eingebrachter Wert an Geld,
Arbeitsleistung) eines Mitglieds einer Produktions
genossenschaft — 2. /in der Verbindung/ A. an
etw. haben an etw. (maßgebend) mitgewirkt haben:
großen, maßgeblichen A. an einer Arbeit, einem
Erfolg haben — 3 . fo. Pl.f 3.1. voller A. (Interesse
1.1) für alles sein; an einem Ereignis regen, leb
haften A. zeigen; /in der Verbindung/ an etw. A .
nehmen (für etw. Interesse zeigen) 3.2. Mitgefühl,
Teilnahme: an jmds. Unglück, bei einem Todes
fall (warmen) A. zeigen, bekunden; an etw. A .
nehmen (für etw. Teilnahme, Mitgefühl zeigen);
- teilig /Adj.; nicht präd./ den Anteilen (1) ent
sprechend: der anteilige Urlaub; etw. a. (in A n
teilen ) finanzieren
anteil/Anteil] -mäßig /Adj.; nicht präd./ den A n
teilen (1) en tsprech end : eine anteilmäßige Beteili
gung; -nähme, die; -, /o. Pl.f 1. Beteiligung (1.1):
unter tätiger, reger, starker A. der Bevölkerung —
2.1. Mitgefühl, Teilnahme: jmdm. bei einem Todes
fall seine A. versichern; aufrichtige A. zeigen;
jmdm. mit menschlicher A. begegnen 2.2 . etw.
mit reger, kritischer A. (regem, kritischem Interesse)
verfolgen
an[telefonieren /Vb./ umg. jmdn. anrufen (1)
Antenne, die; -,
-n Vorrichtung zum Empfangen
od. Ausstrahlen elektromagnetischer Wellen: eine A.
auf dem Dach anbringen
umg. (k)eine A. für etw. haben (Sinn, keinen
Sinn für etw. haben)
Anthologie, die; -,
-n [. .i:on] Sammlung aus
gewählter Gedichte, kürzerer Dichtungen in Prosa
Anthrazit, auch Anthrazit, der; -(e)s, -e fvorw. Sg .j
hochwertige Steinkohle mit hohem Gehalt an Kohlen
stoff
anthrazit], a u ch anthrazit|färben /Adj./ v o n der
Farbe des Anthrazits, von grauer bis schwarzer
Färbung
Anthropologie, die; -, jo. PI./ Wissenschaft vom
Menschen, die alle ausgestorbenen und gegenwärtigen
Formen des Menschen unterscheidet und charakteri
siert, seine zeitliche und geographische Verbreitung
sowie seine voraussichtliche künftige Entwicklung
untersucht; dazu anthropologisch /Adj.f
Antialkoholiker, auch Antialkoholiker, der jmd. ,
der grundsätzlich das Trinken von Alkohol ablehnt
antiautoritär, auch antiautoritär /Adj.; vorw. BRD/
das unkritische Zuerkennen von Autorität (1), bes.
im Verhältnis des Kindes zum Erwachsenen, ab
leh n en d: antiautoritäre Erziehung
Antibabypille, die jo. PI./ [..be:bi..] umg. Hormon
präparat in Form eines Dragees zur Schwanger
schaftsverhütung
Antibiotikum, das; -s, Antibiotika Med. von M ikro
organismen gebildeter Wirkstoff gegen Krankheits
erreger
antichambrieren /sw. V b .; hat/ [..Jam ..] v e r
altend um Gunst betteln, katzbuckeln: beim Vor
gesetzten a.
Antifaschismus, au ch Antifaschismus, der im
Kam pf gegen den faschistischen Terror entstandene,
gegen den Faschismus gerichtete, ihrem Wesen nach
antiimperialistische breite Volksbewegung und die
sie tragenden Auffassungen
Antifaschist, auch Antifaschist, der entschiedener
Gegner des Faschismus
antifaschistisch, au ch antifaschistisch /Adj./ d en
Antifaschismus betreffend: der antifaschistische
Z 1 Widerstandskampf; die antifaschistisch-demo
kratische Ordnung /Gesellschaftsform, die den Über
gang vom Kap. zum Soz. auf dem Gebiet der heutigen
D D R einleitete/
Antiimperialismus, au ch Antiimperialismus, der
gegen den Imperialismus gerichtete weltweite Volks
bewegung und die sie tragenden Auffassungen
antiimperialistisch, a u ch antiimperialistisch /Adj.f
den Antiimperialismus betreffend: das sozialistische
Weltsystem, die entscheidende Kraft im anti
imperialistischen K a m p f; antiimperialistische Soli
darität
antik /Adj.f 1. /nicht präd./ die Antike betreffend;
aus dem griechisch-römischen Altertum stammend:
das antike Griechenland; die antike Philosophie,
Mythologie; ein antikes Bau-, Kunstwerk — 2.
aus einer vergangenen Stilepoche stammend; eine
vergangene Stilepoche nachahmend: antike Möbel
Antike, die; -, /o. Pl.j das griechisch-römische Alter
tum und seine Kultur: die griechische, römische
A .; die Kunst der A.
Antikommunismus, auch Antikommunjsmus, der
gegen die revolutionäre Arbeiterbewegung, den
5 Wörterbuch
66
antikommunistisch — Antrieb
Marxismus-Leninismus und die Staaten des soz.
Weltsystems gerichtete imperialistische Ideologie und
Politik
antikommunistisch, auch antikommunistisch/ A d j./
den Antikommunismus betreffend
antikonzeptionell, au ch antikonzeptionell jA d j.j
Med. eine Empfängnis verhütend
Antikörper, der /vorw. Pl.f Med. im Serum (1)
als Reaktion auf das Eindringen von körperfremden
Stoffen gebildeter Stoff, der mit ihnen reagiert
Antilope, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorwiegend
in (subtropischen Gebieten Afrikas und Asiens vor
kommender, mit dem Rind (1) verwandter Wieder
käuer von recht unterschiedlicher, meist zierlicher
Gestalt9 der sehr flink ist
Antimon, das; -s, jo. Pl.f silberweißes, glänzendes,
sprödes Halbmetall
Antipathie, die;
-n [..i:9n] Abneigung gegen
jmdn., etw.: eine unüberwindliche A. gegen jmdn.,
etw. haben
Antipgde, der; -n, -n 1. an dem diametral entgegen
gesetzten Punkt der Erde wohnender Mensch — 2.
Mensch mit entgegengesetztem Standpunkt: wir sind
in jeder Hinsicht Antipoden
an[tippen jVb.j 1. jmdn., etw. kurz und leicht (mit
den Fingerspitzen) berühren: jmdn. von hinten,
an der Schulter a.
—
2.1. etw. im Gespräch kurz,
vorsichtig, andeutungsweise berühren: ein Thema,
eine komplizierte Frage (nur) a. 2 .2 . umg. bei
jmdm. vorsichtig nach etw. fragen: ich werde bei
ihm einmal (deswegen) a.
Antiqua, die; -,
jo. PI ./ Druckerei gedruckte
Schrift (2.2) mit runden Linien
Antiquar, der; -s, -e jmd., der ein Antiquariat od.
ein Antiquitätengeschäft betreibt
Antiquariat, das; -(e)s,
-e Buchhandlung, in der
gebrauchte Bücher gekauft und verkauft werden
antiquarisch /Adj.; nicht präd .j: antiquarische (aus
dem Antiquariat stammende) Bücher; ein Lexikon
a. (im Antiquariat) kaufen
antiquiert fA d j.f 1.1. altmodisch (1.1): a. aussehen,
wirken 1.2. altm odisch (1.2): sein Standpunkt ist
a.
Antiquität, die;
- en fvorw. Pl.f aus alter Zeit
stammender Kunst- , Gebrauchsgegenstand (aus dem
Kunsthandwerk): Antiquitäten sammeln
Antiquitäten!geschält, das Geschäft, in dem A n ti
quitäten gekauft und verkauft werden
antisemitisch, auch antisemitisch jAdj.j den A n ti
semitismus betreffend
Antisemitismus, auch Antisemitismus, der;
jo.
Pl.f gegen die Juden gerichtete Form des Rassis
mus
Antiseptikum, das; -s, Antiseptika Med. M ittel
gegen (Wundinfektion
antiseptisch, auch antiseptisch fAdj.f Med. eine
bakterielle (W undinfektion verhindernd: ein anti
septischer Verband
antisowjetisch, auch antisowjetisch jAdj.j anti
kommunistisch und in Ideologie und Politik gegen
die Sowjetunion gerichtet
antistatisch, auch antistatisch jA d j.j elektrostatische
Aufladungen verhindernd, aufhebend
Antiteilchen, das Phys. einem Elementarteilchen
zugeordnetes Teilchen mit derselben Masse, aber
entgegengesetzter Ladung und umgekehrtem magneti
schem Moment
Antithese, auch Antithese, die ein er These entgegen
gesetzte These
Antitoxin, auch Antitoxin, das Med. im Serum (1)
enthaltener AbwehrStoff, der durch Bindung des
körperfremden Eiweißes ein bestimmtes Toxin
neutralisiert
antizipieren jsw. Vb.; hat/ etw.,
was später erst
existent wird, schon vorher gedanklich konzipieren
Antlitz, das; -es, -e jvorw. Sg .j geh. Gesicht (1.1):
ein edles, von Leid gezeichnetes A .; sein A. ver
hüllen
An/an] -trag, der; -(e)s, -träge 1. an eine offizielle
Stelle, an jmdn. mit entsprechender Befugnis ge
richtetes Ersuchen um eine Bewilligung od. Geneh
migung: bei der Kaderleitung einen A. auf un
bezahlten Urlaub stellen, einreichen; einem A.
stattgeben; einen A. ablehnen — 2. Vorschlag,
über den beschlossen, abgestimmt werden soll: einen
A. annehmen, ablehnen, zurückziehen; über einen
A. abstimmen; auf A. des Vorsitzenden ...
—
3.
Heiratsantrag: er machte ihr einen A .;
- tragen
jVb.j geh. 1. jmdm. etw.,
sich (jmdm.) anbieten
(1.1): jmdm. seine Hilfe, Begleitung a.; sich jmdm.
als Begleiter a.
—
2. jmdm. etw. anbieten (3):
jmdm. das Du a.; jmdm. den Vorsitz a.:
- trag-
steller, der; -s, - jmd., der einen Antrag (1) stellt;
- transport, der das Antransportieren: der A. von
Baumaterialien; -transportieren jV b .j etw. m it
einem Fahrzeug heranbringen: die Möbel a. (lassen);
- treffen /Vb.; hat/ jmd. trifft jmdn. an jmd. hat
sich dorthin begeben, wo er jmdn. vermutet und
erreicht ihn dort: jmdn. zu Hause, bei der Arbeit
a .; ich habe ihn leider nicht angetroffen; jmdn.
bei bester Gesundheit (gesund) a.; etw. a .: ich
habe eine völlig veränderte Situation angetroffen
(vorgefunden); -treiben /Vb.j 1. ein Tier vorwärts
treiben (1.1.1.1) (hat): die Pferde (mit der Peitsche)
a.
—
2. (hat) 2.1 . jmdn. nachdrücklich, rücksichts
los zu größeren Leistungen drängen, zwingen: jmdn.
zur Eile a .; sie wurden zur Arbeit angetrieben
2.2 . etw. treibt jmdn. zu etw. an etw. veranlaßt,
treibt jmdn., etw. zu tu n : Angst, Verzweiflung hat
ihn dazu angetrieben; von Neugier angetrieben —
3. (hat) die Maschine wird von einem Motor an
getrieben (erhält den Antrieb 1.1. durch einen
Motor) — 4 .1 . (hat) die Strömung trieb das Boot
an (trieb es an das Ufer); gestern wurde eine Leiche
angetrieben 4.2 . von einer Strömung ans Ufer ge
trieben werden (ist): Eisschollen sind ans Ufer an
getrieben; -treiber, der jmd., der jmdn. rücksichts
los (zum Zweck der Profiterhöhung) antreibt (2.1):
dieser Vorarbeiter war ein besonderer A .;
- treten
jVb.j 1. etw. durch Treten auf den Anlasser in Gang
setzen (hat): das Motorrad a.
—
2. sich in be
stimmter Ordnung aufstellen (ist): der Größe
nach, in Zweierreihen a .; die Gruppe a. lassen —
3. (pflichtgemäß) zu etw. an einem bestimmten Ort
erscheinen (ist): zum Dienst, zur Arbeit a .; die
Mannschaft trat gegen den Weltmeister an (nahm
den Wettkampf mit dem Weltmeister auf) — 4. (hat)
4.1 . eine Reise a. (beginnen 1.1); eine Fahrt, den
Heimweg a.; den Urlaub a. (in Urlaub gehen);
seinen Dienst, die Lehrzeit, eine Stellung a.; eine
Strafe a. (eine Haftstrafe zu verbüßen beginnen)
4.2 . etw. übernehmen (II.1.2): ein Amt, die Nach
folge a.; das Erbe a. 4.3. den Beweis (für etw.) a.
(etw. beweisen 1); -trieb, der 1. jvorw. Sg .j 1.1.
Antriebsaggregat — Anwendung
67
die einer technischen Anlage, einem (Wasser)fahr-
zeug, Flugkörper zugeführte Bewegungsenergie (2):
eine Maschine mit elektrischem, mechanischem A.
1.2. der Teil einer technischen Anlage, von dem die
(Vorwärtsbewegung eingeleitet od. übertragen wird:
d$n A. drosseln 1.8 . durch 1.1 bes. einer technischen
Anlage verliehene (Vorwärtsbewegung: ein Motor
zum A. der Nähmaschine — 2. /o. Pl.f psychischer
Faktor, der jmdn. zu einer Handlung, einem Ver
halten treibt, aktiviert: etw. aus eigenem A. (von
sich aus) tun; einem A. nachgeben; das hat mir
neuen A. gegeben
Antriebs Techn.|
- aggregat, das Aggregat, das
einen Antrieb (1.1) erzeugt; -welle, die Welle, die
einen Antrieb (1.1) überträgt
an/An| -trinken jV b .; / auch angetrunken/: sich
einen Schwips a. (durch Trinken von Alkohol einen
Schwips bekommen); sich Mut a. (sich durch Trinken
von Alkohol Mut machen); -tritt, der fvorw. Sg .; zu
antreten 4.1, 4 .2/; zu 4.1: der A. der Reise
Antritts| -besuch, der offizieller Höflichkeitsbesuch,
durch den sich jmd., der ein (diplomatisches) Amt
übernommen hat, (einer im Raüg übergeordneten
Person) vorstellt: einen A. machen; -Vorlesung, die
erste Vorlesung, mit der sich ein neuer Hochschul
leh rer vorstellt
an|tun fVb.; / auch angetan/ 1.1. jmdm.,
sich
etw. zufügen (2): jmdm. Böses, ein Leid, Unrecht
a .; tu mir das nicht an (laß das bitte sein)\ 1.2 .
jmdm. etw. erweisen (3): jmdm. Gutes a.; tu mir
die Liebe an («sei so lieb) und rauche nicht! —
2. es jmdm. angetan haben jmdn. angenehm be
rühren, für sich einnehmen: sie hat es ihm an
getan; die Musik hat es mir angetan; + verhüll,
sich etw. a. (Selbstmord begehen)
Antwort, die;
- en 1.1. mündliche od. schriftliche
Äußerung, mit der man auf die Frage, Aufforderung,
Erklärung eines anderen eingeht: eine präzise, höf
liche, freche, witzige, kluge A .; jmdm. eine aus
weichende, keine A. (auf eine Frage) geben; ich
bitte um (baldige) A . ; einer A. ausweichen; keine
A. wissen; es sind viele Antworten eingegangen;
gib A. (antworte)!; er gab zur A. (antwortete), daß
er käme; jmdm. die A. schuldig bleiben (nicht
antworten) 1.2. /o. Pl.f sein Fernbleiben war die A.
(R eaktio n 1.1) auf diese Beleidigung
+ jmdm. die A. in den Mund legen (eine Suggestiv
frage stellen); — / Rede und A. stehen
antworten, antwortete, hat geantwortet 1.1 . m ünd
lich od. schriftlich etw. auf eine Frage, Aufforderung,
Erklärung eines anderen äußern: ausführlich, aus
weichend, mit Ja a .; antworte mir auf meine
Frage!; was soll ich ihm a.?; ich habe (ihm) noch
nicht (auf seinen Brief) geantwortet; er antwortete
(mir) postwendend 1.2 . er antwortete (reagierte
1.1) auf diese Beleidigung mit seinem Fernbleiben
an/An| -vertrauen, vertraute an, selten anver
traute, hat anvertraut 1.1 .1. jmdm. etw. vertrauens
voll zur Aufbewahrung übergeben: jmdm. einen
Wertgegenstand, eine Geldsumme a. 1 .1 .2 . jmdm.
vertrauensvoll etw. übertragen: jmdm. ein Amt a.
1.2. jmdn.,
sich in jmds. Schutz, Obhut geben:
jmdm. sein Kind für die Zeit der Reise a.; sich
jmds. Obhut, Führung a.
—
2.1. jmdm. etw. ver
trauensvoll mitteilen, erzählen: jmdm. ein Geheim
nis, seine Pläne a. 2.2. sich jmdm. a. sich an jmdn.
vertrauensvoll mit seinem Kum mer, seinen Sorgen
w en d e n : sich (rückhaltlos) seiner Mutter, seinem
Arzt a.;
-verwandte, der u. die veraltend geh.
Verwandte(r): die nächsten Anverwandten; -visie
ren IVb.f 1. etw. ins Visier (1) nehmen: einen
Panzer, Punkt im Gelände a.
—
-
2. etw. ins Auge
fassen: eine Aufgabe, ein Ziel a.;
- wachsen /st.
Vb./ 1.1. die transplantierte Haut ist angewachsen
(hat sich mit der anderen Haut verbunden) 1.2.
Wurzeln schlagen: die verpflanzten Bäume sind
angewachsen — 2. stetig zunehmen (1.1, 1.2): die
Bevölkerung, Besucherzahl wächst ständig, rasch
an; seine Schulden sind auf eine beträchtliche
Summe angewachsen; die ständig anwachsende
Fachliteratur; der Lärm wuchs an; -wählen /Vb./:
einen Ort (direkt), jmdn. a. (durch Wählen der
entsprechenden Telefonnummer eine Verbindung zu
einem Ort, Fernsprechteilnehmer herzustellen ver
suchen); -walt, der; -(e)s, -wälte 1. Rechtsanwalt:
sich einen A. (zur Verteidigung) nehmen; sich von
seinem A. vertreten lassen — 2. /o. PI./ Verfechter
einer Sache, Fürsprecher: sich zum A. einer Idee,
guten Sache machen; -wandeln /Vb.; hat/ geh.
etw. wandelt jmdn. an etw. überkommt jmdn. vor
übergehend : Furcht, Mitleid, eine Ahnung wandelte
ihn an; mich wandelte die Lust an, zu ihr zu
gehen; -Wandlung, die 1.1. plötzlich auftretende,
vorübergehende Stimmung, Laune: einer plötz
lichen A. folgen; aus einer A. heraus, in einer A.
von Großzügigkeit etw. Bestimmtes tun; ihn über
kam, befiel eine A. von Furcht; merkwürdige An
wandlungen haben 1.2 . eine A. (leichter A nfall 1)
von Schwäche; -wärmen /Vb./ etw. ein wenig warm
m achen: die Hausschuhe, das Bett a .; -Wärter, der
1.1. Bewerber, Kandidat: für diese Stelle gab es
mehrere A. 1.2. er ist der sicherste A. (Wettkampf-
teilnehmer mit den größten Aussichten) auf die
Goldmedaille; -wartsehaft, die; -,
-en jvorw. Sg .j:
die A. auf ein Amt haben, besitzen (begründete
Aussicht haben, ein Amt übertragen zu bekommen);
-weisen /Vb.; / auch angewiesen/1. jmdn. mit etw.
beauftragen, jmdm. etw. befehlen: ich habe ihn an
gewiesen, die Sache sofort zu erledigen; die Sekre
tärin ist angewiesen, im Moment niemanden vo r
zulassen — 2.1. die Auszahlung, Überweisung einer
Geldsumme veranlassen, anordnen: das Gehalt,
Honorar a. 2.2. jmdm. eine Geldsumme überweisen:
ich habe ihm den Betrag durch die Post angewiesen
—
8. jmdm. etw. zuweisen: jmdm. ein Quartier a.;
jmdm. eine Arbeit a.;
-Weisung, die 1. Auftrag,
Befehl, Anordnung: die nötigenAnweisungen geben,
erhalten; eine A. befolgen; wir haben strikte A.,
das zu tun; etw. auf jmds. ausdrückliche A. tun —
2. Anleitung (2): der Regisseur gab klare An
weisungen — 3. /zu -weisen 2, 3/ das Anweisen;
zu 2.1: die A. des Gehaltes ist noch nicht erfolgt
—
4. Formular für die Auszahlung, Überweisung
einer Geldsumme: eine A. auf, über einen Betrag
ausstellen, ausschreiben; -wenden /Vb.; / auch
angewandt/ 1.1 . etw. verwenden, gebrauchen: ein
(Heil)mittel richtig a .; eine List, Gewalt a. 1.2 .
etw. zur Wirkung bringen: eine neue Technik,
Methode a.; das angewandte, angewendete Ver
fahren 1.8. etw. Allgemeines auf einen besonderen
Fall beziehen: eine Verfügung auf jmdn., etw. a .;
das Sprichwort läßt sich nicht auf diesen Fall a .;
- Wendung, die /zu -wenden/; zu 1.1: die richtige,
vorschriftsmäßige A. dieses Mittels; zu 1.2: die A.
5*
68
Anwendungsbereich — Anzug
eines Verfahrens; papierdt. etw. in, zur A.
bringen (anwenden) ; in, zur A. kommen, A . finden
(angewandt werden)
Anwendung» |-bereich, der; -gebiet, das
an/An| -werben /Vb./ jmdn. durch ein verlockendes
Angebot für ein neues Arbeitsverhältnis, einen be
stimmten Dienst gewinnen jbes. in der kap. Wirt
schaft übliches Vorgehen/: Arbeitskräfte, Spezia
listen, Söldner a.;
- werfen IVb.f: einen Motor a.
(in Gang setzen); -wesen, das veraltend in Privat
besitz befindliches (bebautes) größeres Grundstück;
-wesend fAdj.f jmd. ist a. jmd. ist aus bestimmten
Gründen an einem bestimmten Ort (wo er erwartet
w ird ): ich kann heute abend bei der Sitzung nicht
(persönlich, selbst) a. sein; alle waren (die ganze
Zeit) a.; die anwesenden Ehrengäste begrüßen;
alle Anwesenden erhoben sich von den Plätzen;
verehrte Anwesende!; -Wesenheit, die; -,
-en jvorw.
Sg.f 1. fzu -wesend/ bei, in, während meiner A .;
das Konzert fand in A. des Komponisten statt;
jmds. A. feststellen — 2. die A. (das Vorhanden
sein) von Gift feststellen; -wesenheitsliste, die
Liste, in der die Namen der Anwesenden verzeichnet
sind: sich in die A. eintragen; -wetzen fVb.; ist;
im Part. Prät.
-f- kommen/ umg. angewetzt kom
men eilig, hastig herankommen, sich eilig, hastig
nähern: er kam atemlos angewetzt; -widern /sw.
Vb.; hatf jmdn. anekeln: dieses Essen, dieser An
blick, dieser Mensch widert mich an; sich von etw.
angewidert fühlen, mit angewiderter Miene zu
schauen; -winkeln jsw. Vb.; hat/: die Arme a. (so
beugen, daß der Oberarm eng am Körper bleibt);
- wohner, der; -s, - jmd., der unmittelbar an etw.
wohnt: die A. des Flugplatzes; die A. wurden vor
übergehend evakuiert; -warf, der (unbegründete)
Anschuldigu ng: heftige, scharfe, schwere Anwürfe
gegen jmdn. richten; -zahl, die /o. PL/ 1.1. eine ge
wisse Zahl (2) von Personen, Sachen: eine A. Schü
ler, vo n Schülern; eine (stattliche) A. Bücher
wurde verkauft; eine A. hübsche(r) Sachen 1.2 . die
ungenannte Gesamtzahl von Personen, Sachen: die
A. der Teilnehmer war angestiegen; -zahlen fV b .f
eine Summe als ersten Teilbetrag für etw.9 das man
kauft, zahlen: wieviel muß ich a.?; einen kleinen
Betrag a.;
- Zahlung, die: eine A. leisten (etw. a n-
zahlen); -zapfen /Vb./ 1. ein Faß Bier a. (anstechen
2); Bäume zur Harzgewinnung a. (die R ind e der
Bäume einschneiden, um Harz zu gewinnen) —
2. Telefonleitungen, Kabel a. (sich durch bestimmte
technische Manipulationen die Möglichkeit zum Ab
hören eines Telefongesprächs verschaffen); -Zeichen,
das 1.1. etvj. Wahrnehmbares, das etw. Bestimmtes
ankündigt, auf etw. Zukünftiges hinweist, Vorzeichen:
alle A. sprechen dafür, daß es einen strengen W in
ter gibt; wenn nicht alle A. trügen, wird es bald
regnen; die ersten A. (Symptome) einer Krankheit
1.2 . etw. Wahrnehmbares, das auf etw. Bestimmtes
hinweist, Zeichen: sie zeigte keinerlei A. von Reue;
- zeichnen /Vb./ 1. etw. an eine meist senkrechte
Fläche zeichnen (1): ein Dreieck (an die Wand
tafel) a.
—
2. etw. durch ein Zeichen (1.1) kenntlich
machen: eine Stelle in einem Buch, einen Fehler a.;
- zeige, die;
-n 1.1. in einer Zeitung, Zeitschrift
gegen Bezahlung erscheinende private, geschäftliche
Mitteilung, Annonce, Inserat: eine A. aufgeben, in
die Zeitung setzen 1.2. gedruckte Mitteilung eines
familiären Ereignisses: jmdm. eine A. schicken —
2. Meldung (des Verdachts) einer strafbaren Hand
lung an ein Organ der Justiz: bei der Staatsan
waltschaft ist eine (anonyme) A. eingegangen;
gegen jmdn. A . erstatten; eine A. machen {jmdn.,
etw. anzeigen 3) — 3. jo. Pl.f das Anzeigen (1.1): auf
die A. der Ergebnisse warten; -zeigen /Vb.; / auch
angezeigt/ 1.1. etw. a. den Stand (I. 4.2) von etw,
(auf einer Skala) sichtbar machen: der Zähler zeigt
den Stromverbrauch an; die Uhr zeigt zehn Minu
ten nach acht an 1.2. etw. durch ein Zeichen (1) an
kündigen: die Änderung der Fahrtrichtung recht
zeitig a.
—
2. etw. durch eine Anzeige (1) bekannt
geben: die Geburt eines Kindes a.; die Neuauflage
eines Buches (in einer Zeitschrift) a.
—
3. jmdn.
wegen (des Verdachts) einer strafbaren Handlung,
(den Verdacht auf) eine strafbare Handlung bei
einem Organ der Justiz melden: jmdn. wegen Haus
friedensbruchs a.; einen Diebstahl a.;
- zeigenteil,
der Teil einer Zeitung, der die Anzeigen (1.1) enthält
Anzeige] -pflieht, die /o. P l.f : für bestimme Krank
heiten besteht A. (die Pflicht, sie bei einer zustän
digen Stelle zu melden); -tafel, die Tafel, auf der die
Ergebnisse eines Wettkampfes angezeigt (1.1) werden
an/An| -zetteln jsw. Vb.; hat; emot. neg./ etw. an
stiften (1.1): einen Krieg, eine Verschwörung a.;
- ziehen /Vb.; hat;
auch -ziehend/ 1.1. ein K lei
dungsstück auf seinen, jmds. Körper bringen: den
Mantel, das neue Kleid, die Schuhe a .; es ist kalt,
du mußt (dir) Strümpfe a.; dem Kind frische
Wäsche a. 1.2. sich, jmdn. a. sich, jmdm. die Klei
dung auf den Körper bringen: sich warm, leicht,
sportlich a .; zieh dich schnell an, wir wollen gehen!;
sie ist elegant angezogen (trägt elegante K leidu n g);
ich bin noch nicht (noch nicht fertig) angezogen;
das Kind, den Kranken a.
—
2.1 . die Beine, Knie a.
(an sich ziehen, heranziehen) 2.2. Salz zieht die
Feuchtigkeit an (verbindet sich leicht mit der F eu ch
tigkeit der Luft) 2.3. der Magnet zieht Eisen an (übt
infolge seines Magnetfeldes eine Kraft auf Eisen aus,
die zu einer Bewegung des Eisens in Richtung des
Magneten und bei mechanischem Kontakt zu einem
Festhalten am Magneten führt); Massen ziehen sich
(gegenseitig) an — 3. jmdn. a. in starkem M aße
jmds. Interesse erwecken, jmdn. in seinen Bann
zieh en : die Leipziger Messe zieht Käufer und Schau
lustige an; das Buch zog ihn an; sich von jmdm.
angezogen fühlen — 4.1. etw. straffer spannen: ein
Seil, die Zügel a. 4 .2 . einen Knoten a. (durch Ziehen
3.1 fester machen); eine Schraube a. (fester ein
drehen) ; die Handbremse a. (durch Ziehen be
tätigen) — 5. die Pferde zogen an (begannen zu
ziehen); der Zug zog langsam an (setzte sich lang
sam in Bewegung) — 6. die Weltmarktpreise
haben angezogen (sind gestiegen 2.2, höher ge
worden) — 7. das Tempo a. (beschleunigen 1.1);
- ziehend jAdj.;
auch -ziehen 3/ reizvoll, ge
winnend, sympathisch: ein anziehendes Äußeres;
jmdn. a. finden; -Ziehung, die jvorw. Sg./ 1. /zu
-ziehen 2.3/: die magnetische A. 2. Reiz, Zauber:
eine starke A. auf jmdn. ausüben
Anziehung»| -kraft, die /o. PL/ 1. Phys. Gravi
tation: die Ä. der Erde — 2. Vermögen, jmdn. an
zu zieh en (3): eine unwiderstehliche A. besitzen,
auf jmdn. ausühen; -punkt, der /PL -e/: diese
Messe ist ein A. für viele Käufer (zieht viele K äufer
an)
An/an| -zug, der I. aus langer Hose (1.1) und Jackett
69
(und Weste) bestehende Kleidung des Mannes: ein
eleganter, sportlicher, dunkler A .; einen A. von der
Stange kaufen, nach Maß aniertigen lassen; seinen
besten A. anziehen; der A. sitzt, paßt (nicht) —
II. /in der Verbindung! im A. sein sich nähern (1):
ein Gewitter ist im A .; der Gegner ist im A .; eine
Gefahr ist im A. (droht); -f umg. jmdn. aus dem
A. stoßen (jmdn, verprügeln); -züglich /Adj./ auf
etw. Unangenehmes anspielend: jmdm. anzügliche
Fragen stellen; a. lächeln; werde nicht a .!; an
zügliche (zweideutige 2) Witze erzählen; -züglich-
keit, die;
-en 1. /o. Pl.l das Anzüglichsein:
die A. seiner Bemerkung — 2. anzügliche B e
merkung, Äußerung; -zünden jVb.j 1.1. etw. zum
Brennen bringen: ein Streichholz, das Feuer (im
Ofen), das Gas a/; sich eine Zigarette a. 1.2 . etw. in
Brand setzen: eine Scheune a.;
- z wecken /Vb./ etw.
mit einer Reißzwecke, mit Reißzwecken befestigen:
ein Plakat (an die, der Wand) a.;
- z weifeln /Vb./
etw. a. an etw. zweifeln, etw. in Frage stellen: jmds.
Glaubwürdigkeit, die Echtheit eines Bildes a.
Aorta, die; Aorten Med. größte Arterie, Haupt
schlagader
apart lAdj.j durch die besondere Eigenart des Äuße
ren angenehm, fein und reizvoll: ein apartes Kleid,
Gesicht; sie sieht sehr a. aus, ist sehr a.
Apartheid, die; -, /o. PL; Bez. für die in politischer
und sozialer Unterdrückung der farbigen Bevölke
rungsteile bestehende Form des Rassismus in der
Republik Südafrika/: gegen die Politik der A.
kämpfen
Apartment, das; -s, -s [..ment, . . ment] s. Apparte
ment
Apathie, die; -,
-n [..i:on] Störung des Gefühls
lebens, die sich in Teilnahmslosigkeit, Gleichgültig
keit gegenüber den Menschen und der Umwelt äußert:
in völlige A. versinken; seine A. überwinden
apathisch jA dj.j teilnahmslos, gleichgültig gegen
über den Menschen und der Umwelt, von Apathie
gekennzeichnet: ein apathischer Mensch; völlig a.
wirken, dasitzen
Apercu, das; -s, -s [apersy:] geistreiche, prägnant for
mulierte Bemerkung
Aperitif, der; -s, -s /bei Mengenangabe PL Aperitif/
appetitanregendes alkoholisches Getränk
Apfel, der; -s, Äpfel Frucht des Apfelbaumes: ein
reifer, saurer, grüner, rotbackiger, fauler, wurm
stichiger, geriebener, gebratener A .; kandierte
Äpfel; einen A. schälen; A. im Schlafrock/ Gebäck/
+ um g.in den sauren A. beißen (etw. Unangenehmes
notgedrungen tun) müssen
Apfel] -bäum, der Obstbaum mit rötlich-weißen
Blüten und rundlichen, fleischigen Früchten mit
Kerngehäuse; -gelee, das, auch der aus Äpfeln ge
wonnenes Gelee; -kuchen, der mit Apfelstücken be
legter Kuchen; -most, der Apfelsaft; -mus, das
/o. PL/ Mus aus gekochten Äpfeln; -saft, der aus
Äpfeln hergestellter M ost (1.1); -Schimmel, der
Schimmel, dessen Fell mit dunkleren Flecken durch
setzt ist
Apfelsine, die; -,
- n rötlich-gelbe runde Frucht mit
saftigem, wohlschmeckendem Fruchtfleisch und dicker
Schäle eines zu den Zitrusgewächsen gehörenden
Baumes mit dunkelgrünen Blättern und weißen
Blüten, Orange: eine A. schälen
Apfelsinen [scheibe, die von einer dünnen Haut um
gebener Teil einer geschälten Apfelsine
anzüglich — Appell
Apfel] -Sorte, die; -wein, der aus Äpfeln gewonne
n er Obstwein
Aphorismus, der; Aphorismen prägnanter, geist
reicher, in sich geschlossener Sinnspruch in Prosa
apodiktisch /Adj./ 1. geh. keinen Widerspruch
dulden d : etw. a. erklären; etw. mit apodiktischer
Bestimmtheit behaupten — 2. L ogik nicht wider
legbar, unbedingt richtig, unmittelbar gewiß, lo
gisch notwendig: ein apodiktischer Beweis; eine
apodiktische Aussage
Apogäum, das; -s, Apogäen [..gs:um, PL ,.s:9n]
Astron. Raumfahrt von der Erde am weitesten
entfernter Punkt der um die Erde führenden Bahn
eines natürlichen od. künstlichen Himmelskörpers
Apologet, der; -en, -en geh. jmd., der voreingenom
men eine bestimmte, bes. reaktionäre Anschauung,
Lehre, ein reaktionäres System mit Nachdruck ver
tritt, verteidigt, rechtfertigt; dazu apologetisch /Adj./
Apostel, der; -s, - 1 . Rel. ev. kath. Jünger Jesu —
2. spött. jmd., der sich mit (allzu) großem Eifer für
etw., bes. eine Anschauung, Lehre, für Prinzipien,
einsetzt: ein A. der Enthaltsamkeit
Apostroph, der; -s, -e graphisches Zeichen in der
Form eines hochgestellten Kommas, das für einen
ausgelassenen Vokal, eine ausgelassene Gruppe von
Lauten steht, Auslassungszeichen: einen A. setzen
apostrophieren jsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. als etw.,
jmdn. bezeichnen, herausstellen: jmdn. als intelli
gent, als Ignoranten a.
Apotheke, die; -,
- n 1. Einrichtung, in der Arznei
mittel verkauft, auf Rezept abgegeben und z. T . her
gestellt werden — 2. kleiner Hängeschrank, Tasche,
Behälter fü r Arzneimittel
Apotheker, der; -s, - jmd., der nach abgeschlossener
Hochschulausbildung als Fachmann auf dem Gebiet
der Pharmazie, in einer Apotheke tätig ist; dazu
Apothekerin, die; -,
- nen
Apparat, der; -(e)s, -e 1. aus mehreren Bauelementen
zusammengesetztes Gerät, das bestimmte Funktionen
erfü llt: Apparate bauen, konstruieren; ein kompli
zierter A.; den A. ein-, ausschalten; der A. funk
tioniert, läuft; bleiben Sie bitte am Ä. (Telefon 1)!;
den A. (Radioapparat) auf Zimmerlautstärke stel
len — 2. \vorw. Sg .j Gesamtheit der für eine be
stimmte Aufgabe, Tätigkeit, Institution benötigten
Arbeitskräfte und Hilfsmittel: den ganzen A. um
gestalten, neu besetzen, in Bewegung setzen —
3. Wissensch. 8.1. für eine bestimmte wissen
schaftliche Arbeit als Hilfsmittel zusammengestellte
Bücher: dieser Band steht nicht im A. 3.2. der
(kritische) A. (die zusammengestellten Lesarten und
Verbesserungen des Textes) der Leibniz-Ausgabe —
4. salopp scherzh. etw.,
was durch ungewöhn
liche Größe, auch durch seine Ausgefallenheit Auf
sehen, Staunen erregt: diese Brille ist ja ein A.!
Apparatur, die; -,
-en Anlage aus mehreren Appa
raten od. Instrum enten : eine einfache, komplizierte,
automatische A.
Appartement, das; -s, -s [ ..mag, auch ..t(9)ma]
1.1. komfortable kleine Wohnung 1.2. Zimmerflucht
in einem Hotel
Appartementhaus, das Haus mit Appartements
(1.1)
Appell, der; -s, -e 1.1 . auffordernde, aufrüttelnde
Mahnung an jmdn., bes. an die Öffentlichkeit: einen
dringenden A. an jmdn. , die Öffentlichkeit, an eine
Versammlung richten; einen A. unterzeichnen 1.2.
70
appellieren — Ära
das Appellieren (1.1) an etw.: ein A. an dasGewissen,
die Vernunft — 2 . Veranstaltung, bei der bes. Soldaten
zur Überprüfung, Entgegennahme eines Befehls, einer
Information o. ä. angetreten sind: einen A. ab
halten; zum A. antreten
appellieren fsw. Vb.; hat/ 1.1. sich nachdrücklich
mit einer auffordernden Mahnung an jmdn., bes. an
die Öffentlichkeit, wenden: an jmdn., die Öffent
lichkeit, die Mitarbeiter a. 1 .2 . an etw. a. sich
nachdrücklich an jmdn. wenden und in ihm etw.
wachzurufen versuchen: an jmds. Vernunft, Ge
wissen, Einsicht, Ehrlichkeit a.
1Appendix, der; -es, -e od. Appendizes [..e :s]
fachspr. ergänzendes Material enthaltender A n
hang eines wissenschaftlichen Buches
2Appendix, die; -e/Appendizes [..e:s], auch der;
-es, -e od.
-, Appendizes [..e:s] Med. Wurmfortsatz
Appetit, auch Appetft, der; -(e)s, fo. Pl.f Lust, Ver
langen, etw. (Bestimmtes) zu essen : einen gesunden,
großen, kräftigen A. haben; A. auf etw. haben,
bekommen; den A. anregen, wecken; der A. ist
mir vergangen; jmdm. den A. verderben; etw. mit,
ohne A. essen; guten A .! fvor dem Essen ge
brauchte Wunschformelf
appetitl, auch appetitanregend fA dj./ den Appetit
a n regen d : ein appetitanregendes Mittel
appetitlich, auch appetitlich fAdj.f 1. zum Essen ver
locken d : a. zubereitete Speisen; a. aussehen, rie
chen — 2* umg. frisch aussehend und anziehend:
ein appetitliches junges Mädchen
Appetitl, au ch Appetitjlosigkeit, die; -,
-en fvorw.
8g.I Mangel an Appetit: an A. leiden
AppetitsI, auch Appetits|happen, der mit etw. P i
kantem belegtes kleines Stück Brot
Appetit(s)|, auch Appetit(s)|zügler, der; -s, - den
Appetit verminderndes Medikament, das genommen
wird, um eine Gewichtsabnahme zu erreichen
applaudieren jsw . Vb.; hat/ (jmdm.) Beifall klat
schen: laut, lebhaft a.; dem Solisten wurde be
geistert applaudiert
Applaus, der; -es, -e fvorw. 8 g .j Beifall (1.1): stür
mischer, lebhafter, tosender, anhaltender A . ; es
gab viel A. für den Künstler
Applikation, die;
-en Schneiderei auf ein
Gewebe aufgenähte Verzierung, z. B . aus Stoff,
Leder, Filz: ein Kleid mit Applikationen
apportieren jsw. Vb.; hat/ Jägerspr. /vom Hundj
erlegtes kleineres Wild, einen Gegenstand herbei
bringen : der Hund apportiert den Hasen, den
Stock; der Hund kann schon a.
Apposition, die; -,
-en Gramm, substantivisches
Attribut, das im gleichen Kasus steht wie das Sub
stantiv od. Pronomen, zu dem es gehört
appretieren fsw. Vb.; hat/ T e x til, einem textilen
Erzeugnis durch entsprechende Bearbeitung be
stimmte, den Gebrauchswert erhöhende Eigenschaften
verleihen
Appretur, die; -,
-en Textil. 1.das Appretieren —
2. einem textilen Erzeugnis durch entsprechende Be
arbeitung verliehene bestimmte, den Gebrauchswert
erhöhende Eigenschaft: die A. hat sich nach der
ersten Wäsche verloren
Approbation, die; -,
-en staatliche Genehmigung für
Ärzte und Apotheker zur selbständigen Ausübung
ihres Berufes
approbiert jAdj.; nicht adv./ mit Approbation: ein
approbierter Arzt, Apotheker
Aprikose, die; -,
-n Frucht des Aprikosenbaums:
getrocknete Aprikosen
Aprikosen|baüm, der Obstbaum mit anfangs rosa,
später weißen Blüten und rundlichen, gelben bis
orangefarbenen, samtig behaarten Früchten mit
scharfkantigem Stein
April, der; -/ -s, -e jvorw. Sg .j vierter Monat des
Jahres: der launische, unbeständige A .; A., A .!
/spottender Zuruf an jmdn., den man in den April
geschickt hatl
-f- jmdn. in den A. schicken (jmdn. am 1. April mit
etw. zum Narren halten)
a
- scherz, der Scherz, mit dem man jmdn. in
pril schickt: auf einen A. hereinfallen; O das
ist doch wohl ein A. (kann doch nicht wahr sein, ist
doch wohl nicht ernst gemeint)!; -weiter, das jo. Pl.j
unbeständiges, meist kühles Wetter mit raschem
Wechsel zwischen starken Schauern und A u f
heiterungen, wie es für den April typisch ist: heute
ist richtiges A.
a priori fAdv.f von vornherein: etw. a. verurteilen
apropos fAdv.f [..po:] übrigens, da fällt mir ein, da
wir gerade davon sprechen: ich war in der Biblio
thek. Apropos Bibliothek, wann gibst du mir mein
Buch zurück?
Apsis, die; -, Apsiden Architekt. Baum mit einem
halbkreisförmigen, auch vieleckigen Grundriß in
christlichen Kirchen mit einem Altar, der meist den
Chor abschließt
Aquädukt, der, auch das; -(e)s, -e in der römischen
Baukunst entwickelte Wasserleitung, die auf (gro
ßen) Brückenbögen über Land geführt wurde
Aquamarin, der; -s, -e hellblauer Edelstein
Aquaplaning, das; -/ -s, fo. Pl.f fachspr. das wegen
verminderter Reibung und Haftung nicht mehr kon
trollierbare Gleiten der Reifen eines Kraftfahrzeugs
auf einer aufgestauten Wasserschicht
Aquarell, das; -s, -e mit Wasserfarben gemaltes Bild
Aquarell] -färbe, die JVasserfarbe; -malerei, die fo.
PI f das Malen mit Wasserfarben
Aquarium, das; -s, Aquarien [..ian, .Jon] 1. mit
Wasser gefüllter Glasbehälter zurHaltung und Zucht
von Wassertieren, bes. Fischen — 2. Gebäude (in
einem zoologischen Garten), in dem zur Besichtigung
Wassertiere untergebracht sind
Äquator, der; -s, fo. Pl.f größter Breitenkreis auf
der Erde, dessen Ebene auf der Erdachse senkrecht
steht und der die Erde in eine nördliche und südliche
Halbkugel teilt: das Schiff hat den Ä. passiert
Äquator[taufe, die seemännischer Brauch, bei dem
jeder, der zum ersten M al den Äquator passiert,
unter Wasser getaucht wird
Aquavit, auch Aquavit, der; -(e)s, -e /bei Mengen
angabe PI. Aquavit/ [..v . .] meist farbloser, vor
wiegend mit Kümmel aromatisierter Trinkbranntwein
Äquinoktium, das; -s, Äquinoktien [. .tsion] A st r o n .
Tagundnachtgleiche
äquivalent fAdj.j [ . . v . .] gleichwertig, entsprechend \
eine äquivalente Leistung; ein äquivalenter Ersatz
Äquivalent, das; -(e)s, -e [ ..v . .] Gegenwert: einÄ.
für etw. erhalten, fordern; für dieses Wort gibt es
im Deutschen kein Ä. (kein entsprechendes W ort);
das ist kein Ä. (keine gleichwertige Entschädigung)
für die viele Mühe
Ar, das, auch der; -s, -e fAbk. a; bei Maßangabe PI.
Ar/ 100 Quadratmeter
Ära, die; -, Ären fvorw. Sg .j unter einem bestimm-
Arabeske — arbeiten
71
ten Aspekt gesehener Zeitabschnitt {der Weltge
schichte): eine neue A. begann; die Oktober
revolution bedeutete den Anbruch einer neuen Ä.
Arabeske, die; -,
-n 1.bild. Kunst Ornament, Ver
zierung in Form stilisierter plastischer, vorwiegend
symmetrischer Blüten, Blätter, Banken — 2. Mus.
heiteres Musikstück {für Klavier) mit reichverzierter
Melodik
arabisch /Adj./: eine arabische Ziffer IZiffer vom
Typ1,2,3/
Arbeit, die; -,
-en 1.1. zu einem bestimmten Zweck
ausgeübte produktive Tätigkeit {mit ihren einzelnen
Phasen), bei der körperliche, geistige Kraft veraus
gabt w ird : eine leichte, (körperlich) schwere, mono
tone, interessante, verantwortungsvolle, zeit
raubende A .; die laufenden Arbeiten im Haushalt
erledigen; eine A. planen, organisieren, beauf
sichtigen, übernehmen, ausführen, verrichten,
unterbrechen, abschiießen; jmdm. eine A. ab
nehmen; jmds. A . fortführen; die Arbeiten ver
teilen, aufeinander abstimmen; die Arbeiten
stocken, können beginnen; die A. am Staudamm
geht voran; diese A. geht mir leicht von der Hand,
fällt mir schwer; über einer A. sitzen; in eine A.
vertieft sein; sich vor keiner A. scheuen; körper
liche, geistige, schöpferische, produktive, organi
satorische, wissenschaftliche, methodische, f ach
liche, / gesellschaftliche, ehrenamtliche A . lei
sten; die illegale A. {politische Tätigkeit in der Ille
galität); du mußt dir deine A. einteilen; mit A.
überhäuft sein; an die A. gehen; sich an die A.
machen, setzen; gute A. leisten; seine A. tun,
machen; viel A. haben; an, bei der A. sein; mit
der A. beginnen, aufhören, im Rückstand sein,
fertig sein; jmdn. bei der A. stören; sich vor der A.
drücken; jmdn. zur A. anhalten; die A. mit dem
Menschen {sozialistische Menschenführung); etw.
ist in A. {etw. wird gerade angefertigt); etw. in A.
geben {etw. anfertigen lassen); etw. in A. haben {etw.
gerade anfertigen) 1.2. /o. PI./ bestimmte produktive
Tätigkeit, die jmd. erlernt hat und im gesellschaft
lichen Arbeitsprozeß zum Erwerb seines Lebens
unterhaltes ausübt: das Recht auf A.; eine gut be
zahlte A. haben; einer geregelten A. nachgehen;
ohne A. sein, keine A. haben {arbeitslos sein); umg.
auf A. gehen {arbeiten 1.2 gehend; die A. beginnt
um sieben Uhr; von der A. kommen; zur A. gehen;
eine A. aufnehmen; jmdn. von der A. freistellen;
die neue Einstellung zur A .; die Lenkung, Koordi
nierung, Kontrolle der A.; Kollektiv der / so
zialistischen A .; der Orden
Banner der A .; er ist
/ Held der A. geworden; die A. niederlegen
{streiken 1) 1.3. jo. Pl.j Pol. ök. zweckmäßige,
bewußte Tätigkeit des Menschen, in deren Prozeß er
{durch die Veränderung von Naturstoffen) die Mittel
zur Befriedigung seiner Bedürfnisse schafft: der
gesellschaftliche Charakter der A . ; die planmäßige
A. im Sozialismus; produktive, unproduktive A .;
einfache, komplizierte A .; / konkrete, / * ab
strakte A .;
vergegenständlichte, /* lebendige
A .; ^ notwendige A .; körperliche, geistige A .; das
Produkt der A. 1.4. jo. Pl.j das Arbeiten (4.2):
die A. der Maschine geht fast lautlos vor sich
2. /o. PI./ die mit einer Tätigkeit verbundene A n
strengung, Mühe: das war eine tüchtige A.; etw.
macht, bereitet, verursacht (jmdm.),.
kostet
(jmdn.), erfordert viel A .; wenig A. mit jmdm., etw.
haben; sich unnötige A. mit etw. machen; die
ganze A. war umsonst; ein großes Stück A. lag
noch vor mir; keine Mühe und A. scheuen; die A.
lohnte sich — 3.jo. PL/Sport dieA. {das Training)
am Sandsack — 4.1 . das durch 1.1 Hervorge
brachte, Geschaffene, Ergebnis von 1.1, bes. auf dem
Gebiet des Gestalterischen, der Wissensch aft: diese
Vase ist eine venezianische A .; Arbeiten in Marmor;
eine Ausstellung von Arbeiten junger Künstler;
eine bereits gedruckte A .; eine A. verfassen, ver
öffentlichen, abliefern; seine wissenschaftlichen
Arbeiten erregten Aufsehen; eine grundlegende,
bahnbrechende, ausgezeichnete, solide, sorgfältige,
fleißige, saubere, mißlungene A. 4.2. schriftlicher
Text, der zur Überprüfung des Wissens von einem
Schüler, Studenten angefertigt wird, worden ist: wir
haben heute (in Mathematik) eine A. geschrieben;
den Schülern schriftliche Arbeiten aufgeben; der
Lehrer korrigiert, kontrolliert die Arbeiten; die A.
abgeben — 5. Phys. Produkt (2.1) aus der an einem
Körper wirkenden Kraft und dem dadurch von ihm
zurückgelegten Weg
+ ganze A. geleistet haben {etw. so grü ndlich getan
haben, daß nichts mehr zu tun übrigbleibt); jmd.
hat die A. nicht erfunden {strengt sich nicht gern bei
der Arbeit 1.1 an)
arbeiten, arbeitete, hat gearbeitet 1.1. A rb eit (1.1)
leisten : körperlich, geistig, wissenschaftlich a.;
fleißig, tüchtig, diszipliniert, intensiv, gewissenhaft,
liederlich, schnell, langsam, angestrengt, schwer,
hart a.; ich möchte ungestört a.; ich brauche
Ruhe zum Arbeiten; an selbständiges, systema
tisches Arbeiten gewöhnt sein; ehrenamtlich a.;
am Schreibtisch a .; nach einer Vorlage a.; für
eine Prüfung a. (sich darauf vorbereiten); an einem
Roman, Manuskript, Kleid a. (mit dessen H er
stellung, Anfertigung beschäftigt sein); an sich
(selbst) a. .(sich selbst erzieh en ); für eine bessere
Zukunft, den Frieden, an der Lösung eines Pro
blems a. (sich dafür einsetzen); gegen jmdn. a.
(jmdm. zu schaden suchen); O die Zeit arbeitet für
jmdn. (im Lauf der Zeit verändert sich etw. zu jmds.
Gunsten) 1.2. beruflich tätig sein, einer Arbeit (1.2)
nach geh en : acht Stunden, voll,, nur halbtags, frei
beruflich a . ; meine Frau arbeitet; in einem Betrieb,
Institut, auf dem Bau, bei der Bahn a .; als Monteur
a.; wir a. in drei Schichten; der Betrieb arbeitet
rationell, produktiv 1.3 . es arbeitet sich schlecht
mit diesem Gerät (dieses Gerät läßt sich schlecht
handhaben); es arbeitet sich gut in diesem Betrieb
(in diesem Betrieb herrscht ein gutes Arbeitsklima) —
2. sich durch etw. a. sich (unter Überwindung von
Hindernissen) mit Mühe einen Weg zu einem Ziel
bahnen: sich durch das Gebüsch, ins Freie a.
—
3. etw. (durch handwerkliche Arbeit 1.1) hersteilen,
etw. anfertigen: ein Kostüm nach Maß, auf Taille a.;
bei wem lassen Sie a. (Ihre Oberbekleidung an-
fertigen )?; ein gut gearbeiteter Schrank; eine Schale
in Ton a.; was arbeitest du da? — 4.1. /von be
stimmten Organen (1)/ die naturgegebene Funktion
ausführen: das Herz des Patienten arbeitet nor
mal 4.2. /von Maschinen, Anlagen/ etw. arbeitet in
bestimmter Weise etw. führt die Funktion, für die es
bestimmt ist, a u s : die Maschine, der Motor arbeitet
einwandfrei; die Waschmaschine arbeitet auto
matisch; die Maschinen a. ununterbrochen 4.3 . ein
Bauteil, Baustoff arbeitet (verändert sein Volumen
72
Arbeiter — Arbeitsaufwand
durch Austrocknen, Wasseraufnähme, Temperatur-
Schwankungen); das Holz arbeitet — 5 . es arbeitet
in ihm (er ist mit der Bewältigung eines psychischen
Problems beschäftigt); in seinem Gesicht begann es
zu a. (sein Gesicht spiegelte innere Spannung wider)
—
6. Sport trainieren: am Sandsack a.
Arbeiter, der; -s, - 1.1. Angehöriger der Arbeiter
klasse, der durch Arbeit (1.2), für die er Lohn erhält,
vorwiegend im Bereich der materiellen Produktion
den gesellschaftlichen Reichtum sch afft: qualifizierte
A .; ein / ungelernter A .; in dem Betrieb sind
500 A. beschäftigt; den Arbeitern den Lohn aus
zahlen; die im Kapitalismus ausgebeuteten A .;
der Konzern entließ 400A .; die A. traten in den
Streik; die organisierten, revolutionären, klassen
bewußten A .; die Interessen der A. vertreten; A.
und Angestellte 1.2. /nur in Verbindung mit Adj.f
jmd., der in bestimmter Weise Arbeit (1.1) verrichtet:
er ist ein langsamer, schneller, gewissenhafter,
tüchtiger A.
Arbeiter/arbeiter| -bewegung, die jo . P l.j politisch e
Bewegung der mit der Entstehung des K ap. sich
herausbildenden Arbeiterklasse, die im Klassenkampf
mit der Bourgeoisie die Interessen der Arbeiterklasse
vertritt und den Kampf für die Befreiung von den
Fesseln des Kap. führt, in der Konsequenz Ihre
eigene Herrschaft in Form der Diktatur des Pro
letariats errichtet und die dominierende K raft bei der
Schaffung der kommunistischen Gesellschaftsfor
m ation i s t : die internationale, revolutionäre A .;
der Sieg der A .; die Geschichte der A .;
-feindlich
fAdj.f gegen die Arbeiter (1.1) (als Klasse) gerichtet:
arbeiterfeindliche Maßnahmen der Unternehmer;
-festspiele, die fPl.; in der DDR/ alle zwei Jahre
stattfindende, alle Bereiche der Kunst umfassende
Festspiele, in denen viele Laienkünstler gemeinsam
mit Berufskünstlern auftreten; -führer, der Führer
der Arbeiterklasse in der Arbeiterbewegung: der A.
Thälmann
Arbeiterin, die; -nen 1. weiblicher Arbeiter (1.1) —
2. Zool. unfruchtbare weibliche Biene, Ameise od.
Hornisse
Arbeiterl -kind, das Kind, dessen Eltern Arbeiter
(1.1) sind: die Förderung von Arbeiterkindern in
unserer Gesellschaft; Arbeiterkinder zum Studium
delegieren; -klasse, die fo. Pl.f revolutionäre Klasse
der Arbeiter (1.1), die im Kap.,
nicht im Besitz
von Produktionsmitteln, ausgebeutet und unterdrückt
wird, unter Führung ihrer marxistisch-leninisti
schen Partei den Kap. und die Ausbeutung des
Menschen durch den Menschen beseitigt, ihre poli
tische Macht in Gestalt des soz. Staates errichtet und
durch den Aufbau des Sozialismus-Kommunismus
ihre historische Mission erfüllt: die führende Rolle
der A.; die Partei der A .; die Einheit der A.;
-kontrolle, die /in der DDR/ die durch Arbeiter
kontrolleure im System der Arbeiter- und Bauern
lnspektion ausgeübte gesellschaftliche Kontrolle bes.
auf dem Gebiet der Erfüllung der Planaufgaben und
der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingun
gen der Werktätigen; -kontrolleur, der fin der DDR/
jmd., der als gewählter Funktionär der Gewerkschaft
in seinem Betrieb Arbeiterkontrolle ausübt; -lied, das
politisches Lied der Arbeiterbewegung; -partei, die
die Arbeiterklasse führende revolutionäre Partei;
Arbeiter und ihre Interessen vertretende Partei: die
kommunistischen und Arbeiterparteien; -rück-
fahrkarte, die Eisenb. /DDR/ ermäßigte Fahr
karte für Werktätige vom Wohnort zu der an einem
anderen Ort gelegenen Arbeitsstelle und zurück
Arbeiterschaft, die; -,
-en fvorw. Sg .j Gesamtheit
von Arbeitern (1.1): die italienische A .; nach den
Entlassungen herrschte Unzufriedenheit in, unter,
bei der A.
Arbeiter-und-Bauern|-sFakultät, die /Abk. ABF/
Fakultät an Universitäten und Hochschulen der
D DR, die vorwiegend Angehörige der Arbeiterklasse
und werktätige Bauern zur Hochschulreife führte;
-^Inspektion, die /Abk. ABI; in der DDR/ staat
lich-gesellschaftliches Kontrollorgan, das die Aufgabe
hat, durch systematische Kontrolle über die Durch
führung d,er Beschlüsse und Direktiven der Partei-
und Staatsführung zu wachen: das Komitee der A.;
-sMaeht, die /o. PI./ die auf dem Bündnis der
Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern bzw. der
Klasse der Genossenschaftsbauern beruhende Staats
macht; -«Staat, der \vorw. Sg./ der auf der Arbeiter-
und-Bauern-Macht beruhende soz. Staat
Arbeiter| -Versorgung, die /o. P I .; in der DDR/ Ver
sorgung der Werktätigen in Betrieben, auf Groß
baustellen, in der Landwirtschaft mit Werkessen,
Waren, Dienstleistungen; -Veteran, der /DDR/ alter,
verdienstvoller Vertreter der Arbeiterbewegung, alter
verdienstvoller A rbeiter (1.1); -Wohnungsbaugenos
senschaft, die //t auch AWG; in der DDR/ von
Betriebsangehörigen gebildete Genossenschaft für den
Bau von Wohnungen für die Genossenschafts
m itglied er
Arbeit] -geber, der; -s,
-
/im bürgert. Sprachge
brauch übliche verschleiernde Bez. für den kap. Unter
nehmer, bes. in arbeitsrechtlichem Zusammenhang
auch für einen Betrieb in der kap. Wirtschaft/;
- nehmer, der; -s,
-
jim bürgert. Sprachgebrauch
übliche verschleiernde Bez. fü r einen gegen Lohn od.
Gehalt beschäftigten Werktätigen in der kap. Wirt
schaft/
Arbeits] -ablauf, der Aufeinanderfolge und In ein
andergreifen zusammenhängender Arbeiten (1.1)
(zur Erfüllung der Arbeitsaufgabe): den A. organi
sieren, stören; eine Unterbrechung im A .;
- ab-
schnitt, der Abschnitt einer Arbeit (1.1): einen
neuen A. beginnen
arbeitsam /Adj./ veraltend geh. 1. viel und eifrig
arbeitend (1.1, 1.2), fleißig: ein arbeitsamer
Mensch — 2. von viel Arbeit (1.1, 1.2) erfüllt: ein
arbeitsames Leben
Arbeits/arbeits| -amt, das kommunale Einrichtung
in kap. Ländern für die Vermittlung von Arbeits
plätzen und Arbeitslosenunterstützung; -anfall, der
/o. PI./ das Anfallen von Arbeit (1.1, 1.2); -an-
weisung, die verbindliche Anleitung für die A u s
führung der Arbeit (1.1, 1.2); -atmosphare, die
/vorw. Sg./ Atmosphäre (1.2.1) in einem Betrieb,
die sich auf das Verhältnis der Betriebsangehörigen
zu ihrer Arbeit (1.2) auswirkt, Betriebsklima: die A.
verbessern; eine gute A .;
- a uffassung, die innere
Einstellung zu seiner Arbeit (1.2): eine vorbildliche
A. haben; -aufgabe, die Teil der in einem Betrieb
geleisteten A rbeit (1.2), der dem einzelnen Werk
tätigen zur Ausführung übertragen und mit ihm im
Arbeitsvertrag vereinbart ist; -aufwand, der 1.1. A uf
wand an Arbeit (1.1): etw. mit großem, geringem
A. erreichen 1.2. Pol. Ök. die zur Produktion eines
bestimmten Gebrauchswertes verbrauchte lebendige od.
Arbeitsausfall — Arbeitslast
73
vergegenständlichte Arbeit (1.3) im Arbeitsprozeß;
- a u sfall, der Ausfall an Arbeit (1.2): ein witterungs-
bedingter A .;
- bedingungen, die fPl.f (betriebliche)
Bedingungen der Arbeit (1.2): günstige, gute A.
haben; die ständige Verbesserung der Arbeits- und
Lebensbedingungen im Sozialismus; -befreiung,
die zeitweilige Freistellung des Werktätigen von der
Arbeit (1.2): die A. bei Arbeitsunfähigkeit; -beginn,
der Beginn der täglichen Arbeitszeit; -bereich, der
vgl.
- gebiet: diese Aufgabe gehört nicht in seinen
A.;
- bericht, der Bericht über geleistete Arbeit (1.2):
den monatlichen A. vorlegen; -besprechung, die
(:regelmäßig stattfindende) Besprechung in einem
bestimmten Personenkreis über mit der Arbeit (1.2)
zusammenhängende Fragen: es finden regelmäßig
Arbeitsbesprechungen statt; die monatliche A .;
- biene, die ZooL unfruchtbare weibliche Biene, die
das Nest baut, Nahrung einträgt und die Brut
pflegt; -bühne, die Techn. Plattform (mit Geländer)
zum Ausführen von Arbeiten (1.1) in größerer Höhe:
eine schwenkbare, fahrbare A .; :bummelei, - bum-
melei, die;
- en unentschuldigtes Fernbleiben von
der A rbeit (1.2); -disziplin, die Disziplin in bezug
auf die objektiven Erfordernisse der Arbeit (1.2):
eine vorbildliche, gute, schlechte A. haben, zeigen;
die sozialistische A . ;
- eifer, der Eifer in bezug auf
eine Arbeit (1.1): großen A. zeigen; sein A. er
lahmt; -einheit, die W irtsch. /Abk. AE/ bestimm
tes Quantum an Arbeit (1.2), das als Maßstab für
die Verrechnung des Anteils eines Mitglieds einer
landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft am
genossenschaftlichen Gesamtprodukt dient; -einsatz,
der von Werktätigen im soz. Wettbewerb durch
geführter freiwilliger Einsatz zur Leistung von
Arbeit (1.1) zur Mehrung des gesellschaftlichen
Eigentum s: sich an einem A. beteiligen; -elan, der
vgl.
- eifer; -erfahrung, die durch Arbeit (1.1, 1.2)
gewonnene, die Arbeit (1.1, 1.2) betreffende Erfah
ru ng: über seine Arbeitserfahrungen berichten;
ein Techniker mit großer A .;
- erfolg, der Erfolg
bei der A rb eit (1.1, 1.2): gute Arbeitserfolge auf-
weisen können; -ergebnis, das Ergebnis der A rbeit
(1.1, 1 .2): gute Arbeitsergebnisse aufweisen kön
nen; -erleichterung, die Erleichterung bei der
A rb eit (1.1 , 1 .2): Arbeitserleichterungen schaffen;
- ethos, das auf der Wertschätzung der Arbeit (1.2)
beruhende sittliche Haltung und Gesinnung: ein
neues, hohes A .;
- fähig /Adj.; nicht adv.] (laut
ärztlicher Bescheinigung) gesundheitlich, physisch in
der Lage, (nach Krankheit) eine Arbeit (1.2) (wieder)
auszuüben: er ist (nach ärztlichem Befinden)
wieder a.; nach dem Gesetz befindet sich der
Bürger der D D R vom 14./15. Lebensjahr bis zum
vollendeten 60. bei Trauen und bis zum voll
endeten 65. bei Männern im arbeitsfähigen Alter
(in dem Alter, in dem man in der Regel in der Lage
ist, eine Arbeit 1.2 auszuüben); dazu -fähigkeit, die
/o. PI ./; -frei /A d j.f: einen arbeitsfreien Tag haben
(an diesem Tag nicht arbeiten 1.2 müssen); (einen
Tag) a. haben; -freude, die /o. Pl.f Freude an der
Arbeit (1.1, 1.2): etw. hebt die A.;
- frieden, der
/vom Standpunkt der kap. Unternehmer geprägte,
in den allgemeinen bürgerl. Sprachgebrauch über
nommene Bez. für einen durch das zeitweilige Nicht
stattfinden von Streiks gekennzeichneten und da
durch scheinbar konfliktfreien Zustand zwischen
Werktätigen und Unternehmern in der kap. Wirt
schaft/; -gang, der Teil eines technologischen P ro
zesses von unmittelbar aufeinanderfolgenden Arbeiten
(1.1) , die an demselben Arbeitsgegenstand ausgeführt
w erd en : die einzelnen Arbeitsgänge bei der Her
stellung von etw. überwachen; -gebiet, das Gebie
(2), auf dem jmd. arbeitet (1.1, 1.2): ein A. zu
gewiesen, übertragen bekommen; sein spezielles
A.; -gegenständ, der Pol. Ök. Gegenstand, auf dem
im Arbeitsprozeß menschliche Arbeit (1.3) mit Hilfe
von Arbeitsmitteln einwirkt, um Gebrauchswerte zu
schaffen; -gemeinschaft, die Gemeinschaft, Gruppe,
die mit einer bestimmten Arbeit (1.1), Aufgabe be
schäftigt is t : eine A. bilden; die gesellschaftswissen
schaftlichen, naturwissenschaftlichen Arbeits
gemeinschaften an den Schulen; -gerät, das Gerä
zum Ausführen bestimmter Arbeiten, einer bestimm
ten A rb eit (1.1): ein Schuppen mit Arbeitsgeräten;
- gesetzbuch, das /Abk. AGB; DDR/ Gesetzbuch zur
grundlegenden Regelung des soz. Arbeitsrechts, das
die für alle Werktätigen und Betriebe einheitlich
geltenden Rechte und Pflichten festlegt; -gruppe, die
vgl.
- gemeinschaft; -hygiene, die Teilgebiet der
Arbeitsmedizin, das sich mit der optimalen Gestal
tung der Arbeit (1.2) zur Verhütung von Gesund
heitsschädigungen und vorzeitigem Leistungsabfall
befaßt; -hypothese, die Hypothese, die der weiteren
Arbeit (1.1) zugrunde gelegt wird: eine A. auf
stellen; -Instruktion, die Instruktion fü r die Arbeit
(1.1, 1.2); -instrumente, die /Pl.j Pol. Ök. Produk
tionsinstrumente; -intensität, die jo. PI./ Ausmaß
der Verausgabung von körperlicher, geistiger Arbeit
(1.3) je Zeiteinheit im Arbeitsprozeß; -intensiv
/Adj./ W irtsch. ein relativ hohes M aß an leben
diger Arbeit erfordernd: arbeitsintensive Produk
tion, Erzeugnisse; -kampf, der in der kap. Gesell
schaftsordnung geführter K am pf der Arbeiter gegen
die Unternehmer zur Verbesserung der Löhne und
der Arbeitsbedingungen od. zur Änderung der poli
tischen Verhältnisse bes. mit Hilfe von Streiks;
- k leidung, die bei der Arbeit (1.2) getragene spezielle,
strapazierfähige Kleidung für Berufe mit vorwiegend
körperlicher Tätigkeit; -klima, das /o. Pl.j Betriebs
klima: ein gesundes A .;
- kollege, der jmd.-,
der
mit jmdm. an derselben Arbeitsstelle arbeitet: er hat
ein gutes Verhältnis zu seinen Arbeitskollegen;
- kollektiv, das Gruppe von Werktätigen eines soz.
Betriebes, die bewußt auf die gemeinsame Vervnrk-
lichung gesellschaftlicher Aufgaben sowie auf die
allseitige Förderung der Persönlichkeit ihrer M it
glieder gerichtet ist: ein sozialistisches A.:
- kraft,
die 1, /o. PL/ 1.1. Fähigkeit des Menschen zur
Arb eit (1.2): im Besitz seiner vollen A. sein; sich
seine A. erhalten 1.2 . P ol. ök . Gesamtheit der
körperlichen und geistigen Kräfte des Menschen,
durch deren Verausgabung er zu produzieren, gesell
schaftlich notwendige Arbeit zu verrichten vermag:
die Verausgabung von A .; im Kapitalismus ist
der Arbeiter gezwungen, seine A. an den K apita
listen zu verkaufen; die Ware A. im Kapitalismus;
die Reproduktion der A.
—
2. Mensch, der Arbeit
(1.2) zu leisten vermag: der Bedarf, Mangel an
Arbeitskräften; die Neueinstellung von Arbeits
kräften; er ist eine vollwertige A .;
- kultur, die
/o. Pl.j Gesamtheit der Faktoren, die optimale Be
dingungen für das Wohlbefinden, für die soz.
Persönlichkeitsentwicklung und das schöpferische
Leistungsvermögen in der Arbeit (1.2) sichern; -last,
74
Arbeitsleistung — Arbeitsteilung
die Last (1.3) der Arbeit (1.1, 1.2): eine schwere,
erdrückende A. auf sich nehmen; -leistung, die
1# Leistung von Arbeit (1.1), Verausgabung von
Arbeitskraft (1.2): er steigerte seine A.
—
2.1 .
Pol. Ök. durch Verausgabung von Arbeitskraft (1.2)
im Arbeitsprozeß geleistete gesellschaftlich not
wendige A rbeit: die Verteilung nach der A. im
Sozialismus 2.2. geleistete A rb eit (1.1): das ist eine
große A.;
- lohn, der Lohn (1): eine Steigerung der
Arbeitslöhne; -los /Adj.; nicht adv.f im Zustand
der Arbeitslosigkeit: er ist, wurde a.; die steigende
Zahl der Arbeitslosen in den Ländern des Kapitals;
- losenunterstützung, die in vielen kap. Ländern bei
Arbeitslosigkeit vorgesehene finanzielle Unterstüt
zung (2); -losigkeit, die;
/o. Pl.f typische Er
scheinung im K ap., die darin besteht, daß für einen
Teil der Werktätigen keine Möglichkeit gegeben ist,
sich durch Arbeit (1.2) seinen Lebensunterhalt zu
verdienen; -markt, der fvorw. 8g .j Pol. Ök. Sphäre
des für den Kap. typischen Kaufs und Verkaufs
der zur Ware gewordenen Arbeitskraft (1.2): die
Lage auf dem A.;
- mäßig fAdj.; nicht präd.j die
Arbeit (1.1, 1.2) betreffend: die arbeitsmäßigen
Voraussetzungen, Belastungen; er konnte die Auf
gabe a. nicht bewältigen; -material, das zur A rb eit
(1.1, 1.2) benötigtes M aterial; -medizin, die fo. Pl.f
Teilgebiet der Medizin, das den Menschen unter
medizinischem Aspekt im Arbeitsprozeß betrachtet;
- methöde, die Methode der Ausführung einer Arbeit
(1.1) : die beste A .; neue, fortschrittliche Arbeits
methoden einführen; -mittel, das fvorw. P l.f P ol.
Ök. Gegenstand, Gerät, Vorrichtung, Anlage, womit
der Mensch zur Erzeugung von Gebrauchswerten auf
den Arbeitsgegenstand einwirkt: die Entwicklung,
der Einsatz neuer A .; die Automatisierung von
Arbeitsmitteln; -moral, die sittliche Ein stellu ng
und Verhaltensweise gegenüber der Arbeit (1.2): eine
hohe, schlechte A. haben; die sozialistische A .;
- niederlegung, die; -,
-en das Niederlegen der Arbeit
(1.2) , im Kap. als Mittel des Arbeitskampfes: die
Gewerkschaften riefen zu einer A. auf; -norm , die
fvorw. Pl.f technisch begründete A. fAbk. TAN/
naturwissenschaftlich-technisch und ökonomisch be
gründete Kennzahl des Aufwands an lebendiger
Arbeit für einen abgegrenzten und beschriebenen
Arbeitsgang: die Arbeitsnormen erfüllen; die tech
nisch begründeten Arbeitsnormen erarbeiten;
- Ökonomie, die fo. Pl.f Arbeitsökonomik; -Ökono
mik, die fo. Pl.f Teilgebiet der Ökonomie, das sich
mit der Erforschung der gesellschaftlichen Arbeit
(1.3) im Soz. befaßt; -Ordnung, die schriftlich
fixierte gültige Richtlinien zur straffen Ordnung der
Arbeit (1.2) im Betrieb; -Organisation, die fo. Pl.f
1.1 . Organisation der Arbeit (1.2): die A. ver
bessern 1.2. wissenschaftliche A. fAbk. WAO/
Organisation der Arbeit (1.2), die die Aufgabe hat,
das Zusammenwirken der subjektiven und objektiven
Faktoren in allen Phasen des soz. Reproduktions
prozesses zu optimieren; -pause, die der Erholung
dienende Unterbrechung der Arbeit (1.2): eine A.
machen, einlegen; -pensum, das in einer bestimmten
Zeit zu erledigende Arbeit (1.1): das tägliche A.;
ein großes -A. bewältigen; -pferd, das 1. bes. als
Zugtier verwendetes Pferd — 2. umg. Mensch, der
übermäßig viel arbeitet: er, sie ist ein A .; -plan, der
Plan (1.2), der die Art und Reihenfolge auszuführen
der Arbeiten, Arbeitsgänge festlegt: den monatlichen
A. aufstellen; -platz, der 1.1. räumlicher Bereich,
in dem jmd. arbeitet (1.2): die Gestaltung des
Arbeitsplatzes 1.2. Platz, an dem jmd. arbeitet
(1.1) : das Schulkind braucht zu Hause einen
eigenen A.
—
2. seinen A. (sein Arbeitsverhältnis
1) wechseln; nach dem Streik verloren viele
Arbeiter ihren A. (wurde vielen Arbeitern gekün
digt); -produkt, das W irtsch. Produkt der Arbeit
(1.2) ; -Produktivität, die Nutzeffekt der produktiven
nützlichen A rbeit (1.3): die Höhe, Erhöhung, Stei
gerung der A .; die A. ist (um 2 Prozent) gestiegen;
- prozeß, der Prozeß der Schaffung materieller Güter:
die Verbesserung, eine rationelle Organisation des
Arbeitsprozesses; die zunehmende Automatisie
rung im A .; jmdn. in den A. eingliedern; -raum,
der für die Ausübung von Arbeit (1.2) bestimmter
Raum : helle Arbeitsräume; -recht, das jo. Pl.f
Gesamtheit der rechtlichen Regelungen zur Gestaltung
und Entwicklung der Arbeitsverhältnisse (1) der
Werktätigen: das sozialistische A .; dazu -rechtlich
/Adj.; nicht präd.j; -rechtsverhältnis, das Jur. die
Rechte und Pflichten im Arbeitsprozeß festlegendes,
vertraglich begründetes Verhältnis zwischen einem
Werktätigen und einem Betrieb, einer juristischen
P e r s o n : die Begründung eines Arbeitsrechtsver
hältnisses; -reich fA d j.f : ein arbeitsreiches (von
Arbeit 1.1, 1.2 ausgefülltes) Leben; -rhythmus, der
fo. Pl.f die weitgehend gleichmäßigen Phasen im
Arbeitsablauf einer bestimmten Arbeit (1.1): den A.
stören; aus dem A. kommen, geraten; -richtlinie,
die Richtlinie für die Arbeit (1.1, 1.2): sich an die
Arbeitsrichtlinien halten; eine A. aufstellen;
- s cheu fA dj.f: arbeitsscheue Elemente (Personen,
die versuchen, sich einer geregelten Arbeit 1.2 zu
entziehen); er ist a.;
-Schluß, der fo. Pl.f Schluß der
täglichen Arbeitszeit; -schütz, der Gesamtheit aller
Regelungen, Maßnahmen und Mittel zum Schutz und
zur Förderung der Gesundheit des Werktätigen im
Rahmen des Arbeitsprozesses; -Schutzbestimmung,
die: die Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmun
gen; -Stätte, die Arbeitsstelle (1); -stelle, die 1.
Betrieb, in dem jmd. arbeitet (1.2): er hat einen
weiten Weg zu seiner A.
—
2. sich eine neue A.
(ein neues Arbeitsverhältnis 1) suchen — 8 . kleinere
Abteilung (eines Instituts) mit einem bestimmten
(speziellen) Arbeitsgebiet: das Institut hat mehrere
Arbeitsstellen; der Leiter der A .;
- stil, der Stil der
Ausführung einer Arbeit (1.1): den A. verbessern;
einen neuen A. entwickeln; -stunde, die eine
Stunde geleisteter A rb eit (1.1): der Schlosser hat
vier Arbeitsstunden berechnet; freiwillige Arbeits
stunden; -suche, die Arbeitsuche; -suchende, der
u. die; -n, -n Arbeitsuchende; -tag, der 1. Arbeits
zeit pro Tag: ein A. von acht Stunden; ein voller,
halber A.
—
2. Tag, an dem der Werktätige zur
Leistung von Arbeit (1.2) verpflichtet ist: in der
Regel sind die Tage von Montag bis Freitag
Arbeitstage; -tagung, die zu gemeinsamer Arbeit
(1.1) bestimmte Tagung; -technik, die Technik de?
Ausführung einer Arbeit (1.1): eine spezielle A.
anwenden; -teilig fAdj.f Pol. Ök. auf Arbeits
teilung beruhend; -teilung, die fo. Pl.f Pol. Ök.
1.1. gesellschaftliche A. (Prozeß der Trennung und
Verselbständigung verschiedener Tätigkeiten und
Produktionsprozesse innerhalb der^Gesellschaft) 1.2.
internationale A. (durch internationale Speziali
sierung, Kooperation, Konzentration und Kombina-
75
tion vermittelte Differenzierung und territoriale
Gliederung des Arbeits- und Produktionsprozesses
im internationalen M aßstab); -tempo, das jo. Pl.j
Tempo der Ausführung einer Arbeit (1.1): das opti
male A.;
- therapie, die jo. Pl.j Med. Therapie zur
Wiederherstellung körperlicher Funktionen od. zur
Behebung psychischer Störungen, bei der {der Patient
eine ärztlich angeordnete, regelmäßige Arbeit (1.1)
unter Anleitung ausführt-,
- titcl, der vorläufiger
Titel einer entstehenden Arbeit (4.1): der A. eines
Buches, Films
Arbeit] -suche, die: auf A. sein (als Arbeitsloser auf
Suche nach einer Arbeit 1.2 sein)-, dazu -suchende,
der u. die; -n, -n
arbeits/Arbeits | -unfähig /Adj./ nach ärztlichem
Befund vorübergehend gesundheitlich nicht in der
Lage, seine Arbeit (1.2) auszuüben: der Arzt hat
ihn a. geschrieben; a. sein; dazu -Unfähigkeit, die
jo. Pl.j: im Falle, bei Eintritt der A .; die Dauer
derA.;
-Unfall, der mit der Arbeit (1.2) in ursäch
lichem Zusammenhang stehender Unfall, der eine
körperliche Schädigung od. den Tod zur Folge hat;
-Verhältnis, das 1. Arbeitsrechtsverhältnis: ein neues
A. eingehen; in einem A. stehen — 2. /nur im Pl.j
vom Eigentum an den Produktionsmitteln abhängige
gesellschaftliche Beziehungen, die die Menschen bei
der Verrichtung lebendiger Arbeit im gesellschaft
lichen Arbeitsprozeß eingehen: die sozialistischen
Arbeitsverhältnisse; -vertrag, der zwisch en ein em
Werktätigen und einem Betrieb zur Begründung
eines Arbeitsrechtsverhältnisses abgeschlossener Ver
trag: einen A. abschließen; den A. unterschreiben,
ändern; -Vorhaben, das geplante, in Aussicht ge
nommene Arbeit (1.1): die A. für däs kommende
Jahr; -weise, die 1, A rt des Vorgehens bei der A u s
führung einer Arbeit (1.1): eine kollektive, ziel
bewußte A.; die A. eines Künstlers — 2, A rt zu
arbeiten, zu funktionieren: die A. des Motors;
- woche, die Teil der Woche, der die Arbeitstage (2)
umfaßt: der Beginn der A.; eine A. von fünf
Tagen; -wut, die (übergroßer Arbeitseifer: von
einer wahren A. besessen sein; -zeit, die gesetzlich
bzw. vertraglich geregelte Dauer der A rbeit (1.2)
eines in einem Arbeitsverhältnis (1) stehenden W erk
tätigen pro Tag, Woche, Monat: die tägliche,
wöchentliche A .; die Verringerung der gesetz
lichen A. für Frauen mit zwei und mehr Kindern
Arbeitszeit] -fonds, der W irt sch. in einem be
stimmten Zeitraum zur Verfügung stehende Arbeits
zeit für die Erfüllung der Aufgaben im soz. Arbeits
prozeß: den A. berechnen; -regelung, die Regelung,
Festlegung der täglichen Arbeitszeit entsprechend
den gesellschaftlichen Erfordernissen und den betrieb
lichen Bedingungen
Arbeits|zimmer, das Zimmer zum geistigen Arbeiten
(1.1): er hat ein eigenes A.
archaisch /Adj./ [..a:if] 1. jvorw. attr.j der Vor-,
Frühzeit angehörend, aus der Vor-, Frühzeit über
ko m m en : die archaische Pflanzenwelt; archaische
Felszeichnungen — 2. aus alter Zeit stammend,
altertümlich, veraltet: archaische Wortformen; ein
archaischer Stil
Archaismus, der; -, Archaismen [ ..a|is..] aus alter
Zeit stammende, altertümliche, veraltete sprachliche
F o rm : in diesem Roman finden sich viele Archaismen
Archäologe, der; -n, -n Fachmann auf dem Gebiet
der Archäologie
Arbeitstempo — Ärger
Archäologie, die; jo. Pl.j Wissenschaft, die die
materielle Kultur der Urgesellschaft, des Altertums
und des frühen Mittelalters, bes. deren Bau- und
Kunstdenkmäler, vorwiegend mit Hilfe von Aus
grabungen erforscht; dazu archäologisch /Adj.;
nicht präd.j
Archipel, der; -s, -e Geogr. Inselgruppe
Architekt, der; -en, -en auf einer Hochschule aus-
gebildeter, auf dem Gebiet der Architektur tätiger
Fachmann
architektonisch /Adj.; nicht präd./ die Architektur
(1) betreffend, auf ihr beruhend: die architekto
nische Gestaltung, Schönheit eines Bauwerks; ein
a. gelungener Bau
Architektur, die; -,
-en 1. /o. PL/ die von den
Bedürfnissen der jeweiligen Gesellschaftsordnung
ausgehende und deren ästhetisch-künstlerischen P rin
zipien entsprechende Gestaltung der gebauten räum
lichen Umwelt des Menschen: die A. des Barock;
Zeugnisse der antiken A .; die sozialistische A .;
A. studieren — 2. jvorw. Sg./ architektonische
Gestalt eines Bauwerks: die klare, einfache A. eines
Bauwerks; die gotische A. des Doms
Archiv, das; -s, -e [ ..vo] 1. geordnete Sammlung
von (historisch, rechtlich, politisch belangvollen)
Schriftstücken, Dokumenten, Urkunden, Akten: ein
umfangreiches A. anlegen — 2 . Aufbewahrungsort
für 1: im A. arbeiten; etw. im A. aufbewahren;
die Urkunden liegen im A. der Stadt N
Archivar, der; -s, -e [..v . .] ausgebildeter Betreuer
eines Archivs (1)
Areal, das; -s, -e 1. Fläche, Gebiet: der Park be
deckt ein A. von mehreren Quadratkilometern —
2. abgegrenztes Gebiet, Gelände: auf dem A. der
Ausstellung
Argna, die; -,
Arenen 1.1. Platz fü r sportliche
Wettkämpfe, der von stufenweise ansteigenden Sitz
reihen umgeben ist 1.2. Kampfplatz im römischen
Amphitheater — 2. geh. Schauplatz: die internatio
nale A .; die A. des politischen Kampfes
arg, ärger, ärgste /Adj./ 1 .1 . schlimm, übel: etw.
ärger machen, als es ist; auf das Ärgste gefaßt
sein; jmdn. vor dem Ärgsten bewahren; das
Schicksal hat ihm a. mitgespielt; das ist denn
doch zu a.!; N war sein ärgster Feind 1.2. ver
altend nichts Arges (Böses 1) im Sinn haben —
2. /drückt emotional in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: eine arge Enttäuschung; in arger Ver
legenheit sein; \adv.j die Krankheit hat ihn a.
(sehr, überaus) mitgenommen; das Buch hat a.
gelitten
-p etw. liegt im argen (etw. ist in Unordnung, in
einer verworrenen Lage)
Arg, das veraltend Falschheit, Boshaftigkeit: /in
den Verbindungen/ jmd. ist ohne A .; an, in jmdm.
ist kein A .; kein Ä. (nichts Böses) an etw. finden
Ärger, der; -s, [o. Pl.j 1. durch Mißfallen an etw.,
jmdm. , durch Unzufriedenheit od. Enttäuschung über
etw., jmdn. hervorgerufenes Gefühl der Gereiztheit,
zorniger Erregung (als abwehrende Reaktion): Ä.
über etw., j mdn. empfinden; blaß vor Ä. werden;
jmdn. in Ä. versetzen; etw., jmd. erregt jmds.
Ä.; sein Ä. verflog; seinen Ä. unterdrücken, her
unterschlucken, an jmdm.,
etw. auslassen; (mit
etw.) Ä. erregen; zu meinem großen Ä. tat er es
nicht — 2. Gesamtheit unangenehmer Erlebnisse,
von Unannehmlichkeiten, die 1 erregen: der häus-
76
liehe, tägliche Ä .; viel Ä., nichts als Ä. haben;
viel Ä. mit jmdm.,
etw. haben; es hat viel Ä.
gegeben; umg. mach keinen Ä. {keine Schwierig
keiten) !
ärgerlich /Adj./ 1.1. voller Ärger (1): ä. auf, über
jmdn. sein; ä. über die Störung sein; sehr ä.
werden; ä. antworten 1.2 . ein ärgerliches (Ärger 1
ausdrückendes) Gesicht machen — 2. unerfreulich,
unangenehm, Ungelegenheiten bereitend: ein ärger
licher Vorfall; das ist eine ärgerliche Geschichte;
es ist sehr ä., daß er nicht gekommen ist
ärgern /sw. Vb.; hat/ 1.1. sich ä. Ärger (1) emp
finden, ärgerlich (1) sein, w erden: sich furchtbar,
schrecklich über etw., jmdn. ä. 1.2 . jmdn. ärger
lich (1.1) machen, in Ärger (1) versetzen: er hat mich
mit seiner Bemerkung sehr geärgert; es ärgert
mich, daß ich das falsch gemacht habe; das tut
er bloß, um mich zu ä. 1.8. jmdn., ein Tier da
durch reizen, daß man mit ihm in belästigender
Weise Scherz treibt: die Jungen ärgerten die Mäd
chen, den Hund
-j- jmdn. bis aufs
Blut ä.; jmdn. ärgert die
/ Fliege an der Wand; sich / grün und gelb,
grün und blau ä.; sich die / Krätze, / Platze
an den Hals ä.; sich / schwarz ä.
Ärgernis* das; -ses, -se 1. /vorw. PL/ unangenehmes
Erlebnis, Unannehmlichkeit: die kleinen Ärgernisse
des Alltags; häusliche Ärgernisse — 2. etw. (A n
stößiges), das jmds. Ärger erregt: seine häufige Ab
wesenheit war ein Ä. für den Direktor; etw. ist
ein öffentliches Ä.
Arg/arg| -list, die jo. PL/ geh. Hinterlist, Heim
tücke: voll Ä. sein; -listig /Adj./ voll Arglist,
hinterlistig, heimtückisch: ein arglistiger Mensch,
Plan; a. lächeln; -los /Adj./ 1. ohne A rg: eine arg
lose Bemerkung; a. lächeln — 2. nichts Böses
ahnend, ohne Argwohn: er ging a. auf das Angebot
ein; a. folgte er ihm; sie betrog ihren arglosen
Mann; dazu -losigkeit, die; -, /o. PI./
Argument, das; -(e)s, -e etw., womit man eine Be
hauptung, einen Standpunkt begründend stützt,
rechtfertigt: ein treffendes, schwerwiegendes, stich
haltiges, schlagendes, unwiderlegbares A .; Agita
tion mit guten Argumenten; ein A. für, gegen
etw. Vorbringen; dieses A. überzeugt mich; das
ist kein A; (keine stichhaltige Entgegnung)
Argumentation, die; -,
-en Art und Weise des
Argumentierens: die Unwiderlegbarkeit seiner A.:
darauf beruht seine A.
argumentieren /sw. Vb. ; hat/ Argumente Vorbringen,
darlegen: sachlich (für, gegen etw.) a.; gegen jmds.
Behauptung, gegen jmdn. a.
Argusaugen /PI./
+ jmdn., etw. mit A. (sehr wachsam und scharf)
beobachten, bewachen
Arg/arg| -wohn, der; -(e)s, /o. PI./ geh. M iß
trauen: A. gegen jmdn., etw. haben, hegen; A.
schöpfen, erwecken, erregen; jmds. A . zerstreuen;
jmdn. mit, voller A. betrachten; -wohnen /sw. Vb.;
hat geargwöhnt/ geh. mit Argwohn etw. vermuten,
befürchten: er argwöhnte, daß sie ihn belügt; er
argwöhnte eine Falle; -wöhnisch /Adj./ voll A rg
wohn, mißtrauisch: ein argwöhnischer Mensch,
Blick; jmdn. a. machen; (gegen jmdn.) a. sein;
jmdn. a. beobachten
Arie, die; -,
- n [..io] meist mehrteiliges Gesangs
stück für Solo mit instrumentaler Begleitung, bes.
ärgerlich — Arm
durch ein Orchester (in einer Oper, einem Oratorium,
einer Passion): eine A. singen
Aristokrat, der; -en, -en Angehöriger der Aristo
kratie
Aristokratie, die; -,
-n [. .i-.on] durch Besitz, (adlige)
Herkunft privilegierte, herrschende Ausbeuterklasse
in der Sklavenhaltergesellschaft und im Feudalis
mus; privilegierter Teil einer herrschenden Aus
beuterklasse
aristokratisch /Adj./ 1. der Aristokratie angehörend;
die Aristokratie betreffend: die aristokratische Ge
sellschaft — 2. v e ra lte n d ein aristokratisches
(elitäres) Bewußtsein
Arithmetik, die; -, jo. PI./ Teilgebiet der Mathe
matik, das Wesen, Beziehungen und Verknüpfungen
der Zahlen behandelt; dazu arithmetisch /Adj.;
nicht präd./: das arithmetische / Mittel
Arkade, die; -n 1. /nur im PI./ (einseitig offener)
Bogengang (an Gebäuden): gedeckte Arkaden;
durch die Arkaden gehen — 2. von Säulen od.
Pfeilern getragener Bogen
Arktis, die; jo. Pl.j um den Nordpol der Erde
liegendes Gebiet
arktisch /Adj./ zur A rktis gehörend: die arktische
Fauna; <> eine arktische (sehr große) Kälte
arm, ärmer, ärmste /Adj.j 1.1. nur (relativ) wenig
Geld zum Leben habend: die Bauern waren damals
sehr, bitter a. (lebten nur mit dem Existenzmini
m u m ) ; der Gegensatz zwischen Reichen und
Armen (Besitzlosen) verschärfte sich; er war das
Kind armer Eltern; durch diesen Kauf bin ich
um 100 Mark ärmer geworden (habe ich 100 M a rk
weniger) 1.2. ein armes Land (Land mit geringen
natürlichen Ressourcen, mit niedrigem Lebens
standard) — 2. a. an etw. sein von etw. vienig
haben, enthalten: mein Leben ist a. an Freuden;
diese Frucht ist a. an Vitaminen; um das auszu
drücken, ist unsere Sprache zu a.
—
8. unglück
selig, bedauernswert: das arme Kind!; der arme
K erl!; was hat der Arme, Ärmste erdulden müssen!
+ ein armer / Irrer; a. wie eine
Kirchenmaus;
ein armer / Schlucker
Arip, der; -(e)s, -e 1. eines von zwei aus Ober- und
Unterarm und Hand bestehenden Gliedern (1.1) an
der rechten bzw. linken Schulter des Menschen,
A ffe n : der rechte, linke A .; kräftige, sehnige,
knochige Arme; den A. beugen, strecken; die
Arme ausbreiten, ausstrecken, heben, hochhalten,
(über der Brust) kreuzen, verschränken, in die
Hüften stemmen, kreisen lassen; sich den A.
brechen, verrenken; sein rechter Ä. ist steif; den
A. um jmds. Schulter, um jmdn. legen; die Arme
um jmds. Hals, um jmdn. schlingen; jmdn. am,
beim A. nehmen, packen; ein Kind auf dem A.,
den Armen tragen, auf den A. nehmen; jmdn. in
die Arme nehmen (umarmen); jmdn. im A.,
in
den Armen’ halten; jmdm. den A . reichen; jmds.
A. nehmen (sich bei jmdm. einhaken 2); A. in A.
(eingehakt) gehen; den Mantel über den A.
nehmen; die Aktentasche unter den A. nehmen;
sie kam mit einem A. voll Holz herein; beide Anne
voll haben (mit beiden Armen etw. tragen) — 2.
Fangarm: die Arme des Polypen — 8. schmaler,
seitlich abstehender, seitwärts abgehender Teil: ein
Kronleuchter mit acht Armen; der A. des Weg
weisers; die beiden Arme eines Hebels; der Fluß
teilt sich an der Mündung in drei Arme — 4 .
Armatur — Arrest
77
umg. Ärmel: ein Kleid mit langem, kurzem A.
+ den längeren A. (weitreichenderen Einfluß)
haben; jmdm. in den A. fallen (jmdn. an etw.
hindern, von etw. zurückhalten); jmdn. mit offenen
Armen (freudig, ohne Bedenken, als einen sehr Will
kommenen) aufnehmen, empfangen; jmdm. unter
die Arme greifen (jmdm. in einer Notlage helfen);
jmdn. jmdm.,
einer Sache in die Arme treiben
(verursachen, daß sich jmd. zu seinem Schaden
jmdm. , einer Sache zuwendet); umg. jmdn. auf den
A. nehmen (zum besten haben); jmdm. in die Arme
laufen (zufällig begegnen); — die / Beine unter
den A. , die Arme nehmen; in / Morpheus* Armen
ruhen, liegen
Armatur, die; -,
-en \vorw. Pl.f bes. für Maschinen
und Apparate verwendete Vorrichtung(en) zum
Regeln, Messen, Absperren von Medien aller Art
und die dazugehörigen Geräte für die Bedienung:
die Armaturen eines Fahrzeugs; sanitäre Arma
turen (die Wasserzufuhr regelnde Vorrichtungen in
Bade-, Duschräumen, Küchen)
Armaturen|brett, das Platte mit Geräten zur
Messung und Anzeige (3) bestimmter Größen und
von Abläufen bestimmter Prozesse: auf einen Knopf
am A. drücken
Arm| -band, das fPl.
- bänder/ rings um das Hand
gelenk führendes, einer Kette ähnliches Schmuck
stück: ein goldenes A. tragen; -bandühr, die kleine,
am Handgelenk getragene Uhr; -beuge, die;
-n
1. Innenseite des Gelenks zwischen Ober- und Unter
arm — 2. fvorw. Pl.j Turnen das Beugen der
Arme im Liegestütz; -binde, die Binde (2): ein
Blinder mit einer gelben A .;
- brust, die fPl.
-e,
-brüste/ aus einem Schaft und einem Bogen (1.4)
bestehende mittelalterliche Schußwaffe für Bolzen,
Pfeile, Stein- und Bleikugeln
Armee, die; -,
- n [..e:(9)n] 1. Gesamtheit der
Streitkräfte eines Staates: eine starke A .; eine A.
mit großer Schlagkraft, hoher Gefechtsbereit
schaft; in die A. eintreten; er ist (jetzt) bei der
A. (im militärischen Dienst); die /r Rote A.
—
2. aus mehreren Divisionen bestehender operativer
Verband der Streitkräfte: die erste, zweite A.
Armee| -fahrzeug, das; -general, der Gen eral mit
dem höchsten Dienstgrad; -korps, das K orps der
Landstreitkräfte
Ärmel, der; -s, - den A rm teilweise od. bis zum
Handgelenk bedeckender Teil eines Kleidungs
stückes: ein Kleid mit langen, kurzen Ärmeln,
ohne Ä .; ein angeschnittener Ä .; die Ä. einsetzen;
die Ä. hochstreifen, hochkrempeln, Umschlagen;
jmdn. am Ä. zupfen
+ umg. die Ä. hochkrempeln (sich anschicken,
bei einer Arbeit tüchtig zuzupacken); (sich) etw.
aus dem Ä., den Ärmeln schütteln (etw. mühelos,
mit Leichtigkeit zustande bringen, beschaffen)
Ärmel/ärmel] -brett, das kleines Bügelbrett, über
das zum Bügeln Ärmel gezogen werden können;
- länge, die; -los fAdj.; nicht adv./ ohne Ärmel:
ein ärmelloses K leid
armieren jsw. Vb.; hat/ Bau w .: armierter (bewehr
ter) Beton
Armierung, die; -,
- en Bauw. Bewehrung
Arm| -leime, die seitliche Lehne eines Sessels zum
Aufstützen des Armes; -leuchter, der 1. Leuchter
mit mehreren Armen (3) — 2. salopp Schimpfw.
/verhüll, für Arschloch 2/; du A.!
ärmlich fAdj.f von Armut zeugend, dürftig: ärm
liche Kleidung; ä. wohnen, leben; ärmliche Ver
hältnisse
Arm/arm| -loch, das für den Arm, Ärmel aus
geschnittene Öffnung an einem Kleidungsstück;
- reif(en), der rings um den Arm führender, als
Schmuck dienender Reif(en); -selig fAdj.f 1. von
(großer) Armut zeugend, (sehr) dürftig: armselige
Hütten; a. leben — 2.1. mangelhaft, unzureichend:
ein armseliger Behelf 2.2 . er ist ein armseliger
(unfähiger 2) Schreiberling; -sessel, der Sessel mit
Armlehnen
Armut, die; -, fo. Pl.f 1. fzu arm 1.1/ das Armsein\
in jenem Land herrschte tiefe, bittere, drückende
A.; in A. leben — 2. fzu arm 2/ das Armsein: die
A. des Ausdrucks
ArmutslZeugnis, das -f- etw. ist ein A. für jmdn.
(beweist jmds. Unfähigkeit); sich mit etw. ein A.
ausstellen (seine Unfähigkeit in bezug auf etw.
offenbaren)
Arm|voll, der; -,
-
fvorw. o . best. Art./ Menge, die
man gerade noch im Arm tragen kann: zwei, einen
A. Reisig tragen; mit einem A. Stroh
Arnika, die; -,
-s 1. fvorw. Sg .f Korbblütler mit
gelben, zungenförmigen Blüten, der als Heilpflanze
venoendet wird — 2. fo. Pl.f aus den Blüten und
Wurzeln von 1 hergestellter, bes. für Wunden als
Heilmittel dienender Extrakt: Wundränder mit A.
einreiben
Aroma, das; -s, Aromen/-s 1. (angenehm) würziger
Geschmack, Geruch bes. eines pflanzlichen Genuß
m ittels: der Kaffee hat ein starkes, kräftiges, kein
A.; die Zigarette hat ein volles A .; das A. des
Kaffees, Tees, Apfels — 2. (künstlicher) Geschmacks
stoff bes. für Lebensmittel: dem Kuchenteig ein A.
zusetzen
aromatisch fAdj.f wohlschmeckend, wohlriechend,
voller A r o m a (1): ein aromatischer Tee, Tabak,
Duft; der Mokka duftet a.
aromatisieren fsw. Vb.; hat/ etw. mit Aroma (2)
versehen, wohlschmeckend machen
Arrak, der; -s, -e/-s jbei Mengenangabe PI. Arrak/
Branntwein aus Reis od. zuckerreichen Pflanzen
säften
Arrangement, das; -s, -s [arai^omag, auch arä39mä]
1# organisierende Vorbereitung einer Veranstaltung:
das gesamte A. für eine Veranstaltung, Reise über
nehmen — 2. das (künstlerisch) Angeordnete,
Gestaltete, geschmackvoll zusammengestelltes Ganzes:
jmdm. ein A. aus Blumen überreichen; ein hüb
sches, buntes A. (von Leckerbissen) zusammen
stellen — 3. Mus. Bearbeitung, Einrichtung eines
Musikstücks für eine bestimmte, meist andere als
die ursprünglich vorgesehene Besetzung: ein A. für
Klavier schreiben
arrangieren fsw. Vb.; hat/ [ara^ .., auch arä3..]
1.1. etw. a. die Durchführung, den Ablauf, die
Gestaltung einer Veranstaltung vorbereiten, organi
sieren : ein Fest, eine Reise, ein Treffen a. 1 .2 . etw.
(künstlerisch) anordnen, gestalten, geschmackvoll zu
sammenstellen: eine Sitzgruppe a.
—
2. Mus. ein
Musikstück für eine andere als die ursprünglich
vorgesehene Besetzung bearbeiten — 3 . (trotz gegen
sätzlicher Standpunkte) sich mit jmdm. verständigen
und mit ihm eine Lösung für etw. finden: er ver
stand es, sich mit seinem Gegner zu a.
Arrest, der; -(e)s, fo. Pl.f 1.1. Strafe mit Freiheits
78
arretieren — Artillerie
entzug für kürzere Zeit für Militärangehörige: drei
Tage* einen Monat A. bekommen 1.2. im, in A.
sitzen (1.1 verbüßen)
arretieren /sw. Vb.; bat/ 1. Techn. einen beweg
lichen Teil durch eine Vorrichtung unbeweglich
machen: den Hebel einer Waage a.
—
2. ver
altend jmdn. festnehmen, inhaftieren: den Dieb
a.
arrivieren /sw. Vb.; ist/ [..v . .] (unangemessen
schnell) Karriere machen
arrogant /Adj./ überheblich und dünkelhaft: ein
arroganter Mensch; ein arrogantes Benehmen; a.
sein; a. lächeln, aussehen
Arroganz, die;
jo. PI./ Überheblichkeit und
Dünkelhaftigkeit: seine A. mißfiel allgemein
Arsch, Arsch, der; -(e)s, Ärsche d e rb Gesäß: auf
den A. fallen; Himmel, A. und Zwirn! /Fluch/
+ derb jmdm. geht der A. mit Grundeis (jmd.
hat große Angst); im A. (entzwei) sein; jmdm. in
den A. kriechen (jmdm. würdelos schmeicheln 1,
vor jmdm. liebedienern); leck mich am A. (laß
mich in Ruhe)\; am A. der Welt (am Ende der
Welt, sehr abgelegen)
Arsch/Arsch derb| -kriecher, der würdelos
schmeichlerischer Mensch; -loch, das 1. After —
2. Schimpfw. du A.!
Arsen, das; -s, /o. Pl.j zu den Halbmetallen gehören
des chemisches Element
Arsenal, das; -s, -e Gesamtbestand an W affen und
Kriegsmaterial (eines Staates); O ein A. (eine große,
zur Verfügung stehende M enge) sprachlicher Mittel
Arsenik, das; -s, jo. PI./ Chem. giftige Verbindung
von Arsen mit Sauerstoff
Art, die;
-en 1. /vorw. Sg .; gibt als Subst. an,
wie etw. verläuft, geschieht, getan wird/: seine A.
zu sprechen, zu gehen; eine merkwürdige A. an
nehmen, zeigen, haben; die A. seiner Lebens
führung; das ist die einfachste A. , sein Ziel zu
erreichen; etw. auf die richtige A. anfangen;
jmdm. etw. auf schonende A. sagen; etw. in der
gewohnten, in einer bestimmten A. tun; nach A.
der Affen (wie es die Affen tun) klettern; die A.
und Weise: diese A. und Weise gefällt mir nicht;
Gram m , eine Umstandsbestimmung der A. und
Weise (Modalbestimmung) — 2. /o. Pl.j 2.1.
Wesensart, Natur: er hat eine lebhafte A.; das
ist nun einmal seine A. , entspricht nicht seiner
A., liegt nicht in seiner A.; von stiller A. sein
2.2. /von Sachen, Sachverhalten/ Beschaffenheit:
Fragen allgemeiner A. (allgemeine Fragen); Vor
fälle solcher A. (solche Vorfälle) dürfen sich nicht
wiederholen; die Bedingungen waren nicht der A.
(so), daß ...
—
3.1 . Sorte (1.3): diese A. (von) Men
schen schätze ich nicht; er ist von der A., der man
vertrauen kann; Möbel aller A. , Arten; eine A.
(von): er machte eine A. (etw. Ähnliches wie eine)
Verbeugung 3.2. Biol. /wichtigste systematisierende
Einheit im System der Lebewesen/ Gesamtheit aller
Individuen, die der stammesgeschichtlichen Herkunft
nach durch gemeinsame Erbanlagen morpholo
gisch und physiologisch von anderen verschieden und
miteinander kreuzbar sind, Spezies: verschiedene
Arten von Pflanzen, Tieren; die Entstehung der
Arten; diese A. ist ausgestorben
- f aus der A. schlagen (anders als die übrigen F a
milienangehörigen sein); umg. ... daß es (nur so)
eine A. hat wie es kaum besser sein könnte: er sagte
ihm die Meinung, daß es nur so eine A. hatte; das
ist keine A. (und Weise) (das ist kein gutes B e
nehmen, das gehört sich nicht)
art|eigen JAdj.; nicht adv./ Biol. einer bestimmten
Art (3.2) eigen, entsprechend: arteigenes Eiweiß
arten, artete, ist geartet //* auch geartet/ geh. nach
jmdm. a. nach jmdm. geraten (2): sie artete nach
ihrer Mutter
artenreich /Adj.; nicht adv./ Biol. reich an Arten
(3.2) : eine artenreiche Vegetation
Arterie, die; -n [..io, . .io] Blutgefäß, das das Blut
vom Herzen wegführt, Schlagader
Arterien|Verkalkung, die /vorw. Sg./ bes. in höherem
Alter auftretende krankhafte Veränderung der
Arterien bes. durch kalkhaltige Ablagerungen in
ihrem Inneren
Arteriosklerose, die /vorw. Sg./ Med. Arterienver
kalkung
art|fremd /Adj.; nicht adv./ Biol. nicht mit der A rt
(3.2) iden tisch : artfremdes Eiweiß
Arthritis, die;
Arthritiden Med. Gelenkent
zündung
Arthrose, die; -,
-n Med. chronische (auf Abnutzung
beruhende) Erkrankung eines Gelenks
artig /Adj./1. /von Kindern/ sich so benehmend, wie
es die Erwachsenen nach bestimmten normativen
Leitbildern erwarten, brav, folgsam : ein artiges Kind;
sei a.!; wenn du nicht a. bist, dann ...
—
2. ver
altend höflich: jmdn. a. begrüßen; mit einer ar
tigen Verbeugung
- artig /bes. in Verbindung mit Subst.; stellt einen
Vergleich zu bestimmten für das Bestimmungswort
typischen Merkmalen her; zu Art 1 u. 2/ in der Art
w ie: / z. B . affen-, blitzartig
Artigkeit, die; -,
-en veraltend 1. jo. Pl.j Höflich
keit, Zuvorkommenheit: jmdn. mit großer, aus
gesuchter A. behandeln — 2. höfliche Bedensart:
jmdm. Artigkeiten sagen
Artikel, auch Artikel, der; -s, - 1. Aufsatz, Beitrag
bes. in einer Zeitung, Zeitschrift: einen A. schreiben,
veröffentlichen, in die Zeitung sötzen; der A. er
scheint morgen — 2.1* selbständiger (bezifferter)
Abschnitt, z. B . in einem Gesetz, Vertrag: A. 3 der
Verfassung besagt, daß ... 2.2. Hel. Glaubenssatz:
der erste A . des Glaubensbekenntnisses — 3. W a r e
einer bestimmten Warenart: ein gängiger, preis
werter A .; diesen A. führen wir nicht; dieser A. ist
ausverkauft — 4. Gramm, vor Substantiven auf-
tretende Wortart, die zum Ausdruck der Determi
niertheit bzw. Undeterminiertheit des Substantivs
dient und sein Genus, seinen Numerus und Kasus
angibt, Geschlechtswort: der / bestimmte. / un
bestimmte A.
Artikel I, auch Artikel|Serie, die Serie von Artikeln
zu einem bestimmten Thema
Artikulation, die; -,
-en 1. das Artikulieren (1), Aus
sprache (1.2): eine gute A. haben — 2. das Arti
kulieren (2): die A. der Gedanken
artikulieren /sw. Vb.; hat/ 1. Laute, Silben, Wörter,
Sätze in bestimmter Weise aussprechen: deutlich,
klar, schlecht a.; jede Silbe genau a.
—
2. seine
Gedanken, Gefühle in Worte fassen, zum Ausdruck
bringen: seinen Willen a.; sich a.: er kann sich
schlecht a.
Artillerie, Artillerie, die; -, jo. PI ./1. mit Geschützen,
Raketen. Granatwerfern ausgerüstete Waffengattung
der Landstreitkräfte — 2. eine Gesamtheit von Ge
schützen, Raketen, Granatwerfern: die A. deckte
die linke Flanke; die motorisierte A. griff ein
Artillerie|-beschuß, der Beschuß durch Artillerie:
unter schwerem A. liegen; -feuer, das jo . Pl.j kon
zentrierter Beschuß durch Artillerie; -geschoß, das
Geschoß der Artillerie
Artillerist, Artillerist, der; -en, -en Angehöriger der
Artillerie
Artischocke, die;
-n im Mittelmeergebiet an
gebauter, distelartiger Korbblütler, dessen fleischige
Blütenknospen und äußere Blätter als Gemüse zu
bereitet werden
Artist, der; -en, -en im Zirkus, Variete, Kabarett auf-
tretender Künstler, der auf (körperlicher Kraft und)
Geschicklichkeit beruhende Übungen vorführt
Artistik, die; /o. PI ./ auf (körperlicher Kraft und)
Geschicklichkeit beruhende, im Zirkus, VarieU, K a
barett vorgeführte Kunst
artistisch /Adj./ die Artistik, den Artisten betreffend:
artistische Glanzleistungen
Arznei, die; -,
-en veraltend Medikament, Me
dizin : seine A. einnehmen, schlucken; eine (herz)-
stärkende, kräftige, bittere A.
Arzne]| -mittel, das fachspr. Medikament: re
zeptpflichtige A .;
- mittelmißbrauch, der; -pflanze,
die Pflanze, die frisch, getrocknet od. in Form eines
Extrakts als Arznei verwendet wird
*
Arzt, Arzt, der; -es, Ärzte jmd., der nach dem Stu
dium der Medizin die Approbation erhalten hat und
sich mit dem Erkennen, der Verhütung, Behandlung
und Heilung von Krankheiten befaßt: der behan
delnde, leitende, diensthabende Ä , ; den A. rufen,
holen, konsultieren, fragen; zum A. gehen; er ist
A .; sie^brachte ihren Hund zum A. (Tierarzt)
Ärzte/Ärzte| -beratungskommission, die /in der
DDR; Abk. ÄBK/ Kommission von Ärzten an
staatlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens,
die die Richtigkeit gestellter Diagnosen bei Arbeits
befreiung überprüft und den behandelnden A rzt
berät;
- kommission, die /in der DDR/ Ärzteberatungs
kommission
Ärzteschaft, Ärzteschaft, die; -, fo. P l.j Gesamtheit
der Ärzte
Ärztin, Ärztin, die; -,
-nen jzu Arzt/
ärztlich, ärztlich /Adj.; nicht präd./ vom A rzt (aus
gehend); sich auf den Arzt beziehend: ein ärztliches
Attest, Gutachten; ein ärztlicher Eingriff; die
ärztliche Betreuung, Untersuchung; die Tabletten
nach ärztlicher Vorschrift, Verordnung einnehmen;
sich ä. behandeln lassen
ärztlicherI, ärztlicher|seits /Adv./ p a p ie r d t. von
Seiten des Arztes: ä. bestehen keine Bedenken
Arzt/Arzt| -praxis, die Praxis (II) eines Arztes;
- wähl, die /in der Verbindung/ freie A. haben (nach
eigener Wahl bestimmen können, zu welchem Arzt
man geht)
As, das; -ses, -se 1. Spielkarte mit dem die Farbe (3)
kennzeichnenden Symbol: alle vier Asse haben —
2. umg. jmd., der durch eine (sportliche) Leistung
besonders hervorragt: er ist das As unserer Mann
schaft; ein As im Skilaufen, in Mathematik sein
Asbest, der; -(e)s.
-e feuer- und säurefeste, faserige,
mineralische Substanz, die versponnen werden kann
Asbest|platte, die gegen Wärme isolierender Unter -
satz aus A sbest: den Topf, das Bügeleisen auf die A.
stellen
Asch, der; -es, Äsche ostm dt. großes, tiefes schüs
selartiges Gefäß aus Metall
Asch|: / Aschen |
asch|blond /Adj./t aschblondes (blond und grau
wirkendes) Haar
Asche, die; -,
-n jvorw. Sg./ pulveriger Rückstand
verbrannter M aterie■: glühende, kalte, radioaktive,
vulkanische A .; die A. (von der Zigarre) abstreifen
4- scherzh. sich A. aufs Haupt streuen (Selbst
kritik üben); — wie ein / Phönix aus der Ä. stei
gen; etw. in / Schutt und A. legen
Aschen (mit * auch Asch|)| -bahn, die mit einer
Schicht aus gemahlener Schlacke belegte Bahn für
Sprint, Langstreckenlauf; * -becher, der Schale,
Behälter für Tabakasche, -reste; * -eimer, der Eimer
für die im Ofen anfallende Asche; * -kästen, der
/PI.
- kästen/ herausnehmbarer viereckiger Behälter
im Ofen, in den die Asche fällt
Ascher, der; -s, - umg. Aschenbecher
Äschermjttwoch, der Mittwoch nach Fastnacht
asch/Asch| -fahl /Adj./ sehr fahl, bleich: ein asch
fahles Gesicht; a. werden; -grau /Adj./ glanzlos
grau; -kuchen, der ostmdt. Napfkuchen
äsen /sw. Vb.; hat; vom Wild mit Ausnahme des
Schwarz- und Raubwildes/ Nahrung aufnehmen: die
Rehe ä. auf der Lichtung
aseptisch /Adj./ Med. keimfrei: eine Wunde a. be
handeln
Askese, die; -, /o. Pl.j 1* Übung körperlicher od.
geistiger Selbstüberwindung aus religiösen Grün
den — 2. streng enthaltsame Lebensweise
Asket, der; -en, -en 1. jmd., der in Askese (1) lebt —
2. streng enthaltsam lebender Mensch
asketisch /Adj./ 1. die Askese (1) betreffend —
2.1* streng enthaltsam 2,2. einem Asketen (1) glei
chend : eine asketische Erscheinung; ein asketisches
Gesicht
asozial/Adj./ wesentliche Grundsätze des gesellschaft
lichen Zusammenlebens mißachtend, verletzend: aus
asozialen Verhältnissen stammen; sich a. verhalten
Aspekt, der; -(e)s, -e 1, Art und Weise, in der man
etw. ansieht, erfaßt, beurteilt, Gesichtspunkt: etw.
unter verschiedenen Aspekten betrachten; da
durch bekam die Sache einen neuen, politischen
A.
—
2. Sprachwiss. Kategorie des Verbs, die die
Handlung hinsichtlich ihrer in sich geschlossenen
Ganzheit betrachtet: der perfektive, imperfektive A.
in den slawischen Sprachen
Asphalt, auch Asphalt, der; -s, -e natürliches od.
künstliches Gemisch von Bitumen und Mineral
stoffen, das bes. als Straßenbelag verwendet wird:
glänzender, regennasser A .; von der Hitze auf
geweichter A.
asphaltieren /sw. Vb.; hat/ eine Straße mit einem Be
lag aus Asphalt versehen: eine asphaltierte Straße
Aspik, auch Aspik, der, das; -s, -e klares, schnitt
festes, gewürztes und gesäuertes Gallert aus Kalbs
knochen od. Gelatine: Fisch, Fleisch in A.
Aspirant, der; -en, -en wissenschaftlicher Kader mit
abgeschlossenem Hochschulstudium, der in die
Aspirantur aufgenomm,en wurde und sich auf den
Erwerb eines höheren akademischen Grades vor
bereitet: er ist A. an der Universität
Aspirantur, die; -,
- en Form der Ausbildung des
wissenschaftlichen Nachwuchses an soz. Universi
täten und Hochschulen, die wissenschaftlichen K a
dern mit abgeschlossenem Hochschulstudium die
Artilleriebeschuß — Aspirantur
79
80
Assel — Astrophysik
Möglichkeit bietet, sich auf den Erwerb eines höheren
akademischen Grades vorzubereiten: in der A. sein;
in die A. aufgenommen werden
Assel, die; -n in zahlreichen Arten vorkommender,
mit dem Krebs verwandter Gliederfüßer mit ab
geplattetem Körper, der sich vorwiegend an feuchten,
dunklen Orten auf dem Land aufhält
Assessor, der; -s, Assessoren Anwärter auf die
höhere Beamtenlaufbahn nach der zweiten, vor einer
staatlichen Kommission abgelegten Prüfung
Assiette, die; -n [asieto] Behälter aus Alum inium
folie bes. für tischfertige Gerichte: Kuchen in A.
Assimilation, die; -,
-en1.jo. PI./Biol. dasAssi
milieren (1) — 2. Anpassung: die A. an die Umwelt
assimilieren /sw. Vb.; hat/ 1. Biol. Nährstoffe auf-
nehmen und zu körpereigenen Stoffen verarbeiten:
die Pflanzen a. Kohlensäure — 2. sich anpassen (2):
er hat sich schnell an die neue Umgebung, sich der
neuen Umgebung assimiliert
Assistent, der; -eh, -en 1.1. jmd., der bes. auf wissen
schaftlich-technischem Gebiet qualifiziert ist und
berufsmäßig selbständig Aufgaben bewältigt, deren
Ergebnisse Zuarbeiten für jmdn. sind: ein wissen
schaftlich-technischer, chemotechnischer A .; ein A.
im Röntgeninstitut 1.2. mit bestimmten Lehr- und
Forschungsaufgaben betrauter wissenschaftlicher M it
arbeiter an Universitäten und Hochschulen: er ist
wissenschaftlicher A.
—
2. jmd., der jmdm. assi
stiert: der A. des Quizmasters; dazu Assistentin,
die; -,
- nen; zu 1 .1 : eine medizinisch-technische A.
Assistenz, die; -,
- en fvorw. Sg .j das Assistieren: die
Operation fand unter A. mehrerer Ärzte statt
Assistenz{arzt, der einem Chefarzt unterstellter
Arzt
assistieren fsw. Vb.; hat/ jmdm. nach dessen A n
weisungen bei einer (medizinischen) Arbeit, Tätig
keit helfen, Beistand leisten: Schwestern und meh
rere Ärzte assistierten (dem Chefarzt) bei der
schwierigen Operation; dem Dompteur a.
assortiert /A djn ich t adv./ [asor..] faehspr.: ein
gut assortiertes (mit verschiedenen Warenarten gut
ausgestattetes) Lager
Assoziation, die;
-en der beim Auftreten einer
Wahrnehmung, einer Vorstellung od. eines Begriffs
reproduzierte, damit verknüpfte Bewußtseinsinhalt:
etw. weckt bei jmdm. Assoziationen; dazu asso
ziativ /Adj.f Psych. auf Assoziationen beruhend:
eine assoziative Gedankenkette
assoziieren /sw. Vb.; hat/ [..i|i:..] beim Auftreten
einer Wahrnehmung, einer Vorstellung od. eines
Begriffs einen mit ihnen verknüpften Bewußtseins
inhalt reproduzieren: er assoziierte mit dem Namen
seiner Heimatstadt schöne Erinnerungen
Ast, der; -(e)s, Äste 1. (unmittelbar aus dem Stamm
hervorgehender) Teil eines Baumes, der in Zweige
übergeht: ein dicker, starker, knorriger, kahler,
dürrer, trockener A .; die Äste absägen; das Eich
hörnchen hüpft v©n A. zu A.; O die Äste der
Arterie — 2. Stelle im Holz, aus der 1 hervorging:
ein Brett mit. vielen Ästen — 8. fo. Pl.f salopp
8.1 . einen Sack auf den A. (Bücken 1,1) nehmen
8.2. Buckel (1): er hat einen Ä.
—
4. Phys. Math.
einer der beiden vom Wendepunkt aus verlaufenden
Teile einer Kurve: der absteigende A. einer Ge
schoßbahn, Parabel, Kurve
-J
-
den A. absägen, auf dem man sitzt (sich selbst
seiner Lebensgrundlage berauben); auf dem ab
steigenden A. sein (in seinen Fähigkeiten, L ei
stungen nachlassen; in schlechtere Lebensverhältnisse
geraten); salopp sich einen A. lachen (sehr lachen)
asten, astete, hat geastet s a lo p p 1. etw. irgend
wohin a. etw. Schweres irgendwohin tragen, schlep
pen: die Koffer zur Bahn a.
—
2. sich bei einer
körperlichen A rbeit anstrengen, abmühen: ich habe
heute schwer geastet
Aster, die; -,
-n in Gärten wachsender Korbblütler
mit einfarbigen blauen, violetten, roten od. weißen
Blüten
Astgabel, die Stelle, aus der ein Ast (1) hervorgeht
od. an der sich ein A st (1) verzweigt
Ästhet, der; -en, -en meist einseitig nur auf das
Schöne, Künstlerische eingestellter Mensch
Ästhetik, die; -,
- en \vorw. Sg .f Wissenschaft von
der Kunst, ihrem Wesen, ihrem Verhältnis zur
natürlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit,
von den allgemeinen Gesetzen, Prinzipien und K ri
terien des künstlerischen Schaffens und den Gattun
gen der Kunst
ästhetisch /Adj./ 1. /nicht präd./ (den Gesetzen) der
Ästhetik entsprechend: ästhetische Maßstäbe; etw.
unter ästhetischem Gesichtspunkt betrachten —
2. den Schönheitssinn ansprechend: ein ästhetischer
Anblick; ein ästhetischer Genuß
ästhetisieren /sw. V b.; hat/ (einseitig) nach den
Gesetzen der Ästhetik urteilen, etw. gestalten: ein
ästhetisierender Literat
Ästhetizismus, der; -, /o. PI./ auf das Leben, die
Kunst bezogene Anschauung, die die künstlerische
Form und den Kunstgenuß als höchsten Wert und
alleinigen Maßstab ansieht
Asthma, das; -s, jo. PI./ vorwiegend in Form von
Anfällen auftretende Atemnot: A . haben, bekom
men; dazu Asthmatiker, der; -s, - jmd.,
der an
Asthma leidet
asthmatisch /Adj./ 1. /nicht präd./ durch Asthm a,
bedingt: asthmatische Beschwerden — 2. an
Asthma leidend: a. sein
ästimieren jsw. Vb.; hat/ geh. jmdn., etw. schätzen,
a ch ten : er, seine Leistung wurde von allen ästimiert
Ast/ast| -loch, das durch einen Ast (2) entstandenes
Loch im Holz; -rein /Adj.j + umg. nicht (ganz) a.
moralisch nicht (ganz) einwandfrei: diese Sache ist
nicht ganz a.
Astrologe, der; -n, -n jmd., der Astrologie betreibt,
Sterndeuter
Astrologie, die; /o. PI./ irrige Lehre, die vorgibt,
aus der Stellung der Gestirne die Zukunft deuten,
das Schicksal von Menschen Vorhersagen zu können,
Sterndeutung
Astronaut, der; -en, -en jvorw. auf die Baumfahrt
der USA bezogen/ Baumfahrer
Astronautik, die; -, jo. PI .; vorw. auf die Baumfahrt
der USA bezogen/ Wissenschaft von der Baumfahrt
Astronom, der; -en, -en Fachmann auf dem Gebiet
der Astronomie
Astronomie, die; -, /o. PI./ Wissenschaft von der
Materie im Weltall, von ihrer Verteilung, ihren Be
wegungen, physikalischen Zuständen und ihrer
Entwicklung, Sternkunde
astronomisch /Adj./ 1. /nicht präd./ die Astronom ie
betreffend, auf der Astronomie beruhend: astrono
mische Beobachtungen — 2. um g. astronomische
(u nvorstellbar hohe) Preise, Zahlen
Astrophysik, Astrophysik, die Teilgebiet der A stro-
Asyl — atmosphärisch
81
nomie, das sich mit der Untersuchung der physika
lischen Beschaffenheit der kosmischen Objekte befaßt
Asyl, das; -(e)s, -e [azy:l] 1, /unter kap. Verhält
nissenI Heim (2), Unterkunft für Obdachlose: in
einem A. Unterkommen — 2.1. /vorw. 8g .f Zu
fluchtsort: bei jmdm. ein A. finden 2.2, jo. PI./
Aufenthalt, den ein 8taat auf Grund des Asylrechts
einem Ausländer auf seinem Territorium gewährt:
jmd m. (politisches) A. gewähren; um (politisches)
A. bitten
Asyl|recht, das jo. PL/ gesetzliche Bestimm un gen ,
auf Grund deren ein Staat Ausländern, die in ihrem
Heimatstaat aus politischen und anderen Gründen
verfolgt werden, (die Einreise zum) dauernden
Aufenthalt auf seinem Territorium gewährt
Asymmetrie,die; -,
- n[azy, . , P l...i:on] Abweichung
(1) von Symmetrie
asymmetrisch, asymmetrisch, asymmetrisch / Adj./
[., y ..] nicht symmetrisch
Asymptote, die; -,
- n Math, [azymp..] Gerade, der
sich eine Kurve unbegrenzt nähert, ohne sie im End
lichen zu erreichen
Atavismus, der;
Atavismen [..v . .] fachspr.
1. jo. PI./ das erneute Auftreten entwicklungs
geschichtlich überholter Merkmale — 2. erneut auf-
getretenes entwicklungsgeschichtlich überholtes M e r k
m a l; dazu atavistisch /Adj./
Atelier, das; -s, -s [atelie:, atol..] 1.1. Arbeitsraum
eines bildenden Künstlers, eines Maßschneiders,
Fotografen 1.2. Raum, Gebäude(komplex) für Film
aufnahmen
Atem, der; -s, /o. PL/ 1. die ein-, ausgeatmete Luft:
frischer, warmer A .; A. / holen, / schöpfen; vor
Schreck den A. anhalten; den A. ausstoßen; jmdm.
wird der A. knapp; das Tempo verschlägt, be
nimmt, raubt ihm den A .; außer A. sein, kommen
(atemlos 1 sein, werden); nach A. ringen; wieder zu
A. kommen; O dahieltdieWeltden A. an — 2. das
A tm en : kurzer, leichter, schneller A .; auf den A. des
Schlafenden lauschen; der A. setzt aus; jmdm.
stockt der A .; sein A. geht stoßweise, heftig
+ den längeren A. haben (bei einer Auseinander
setzung länger als der Gegner aushalten); jmdn. in A.
halten (jmdn. in Aufregung versetzen, jmdm. keine
Ruhe lassen)
atem/Atem| -beraubend /Adj./ sehr erregen d: eine
atemberaubende Spannung, Darbietung; er fuhr
mit atemberaubender (sehr groß er) Geschwindig
keit; -los 1. sehr schnell atmend und nach Atem
ringend, keuchend: a. ankommen; etw. a. berich
ten — 2. das Programm rollte in atemloser (sehr
schneller) Folge ab — 8. voller Spannung: a. lau
schen, zuhören; atemlose Stille; -not, die /o. PI./
Zustand, in dem jmd. nach Atem ringt: an zeit
weiliger A. leiden; -pause, die /vorw. Sg ./ kurze
Erholungspause: eine A. einlegen; ohne A. durch
arbeiten
a tempo /Adv./ 1. Mus. wieder im ursprünglichen
Tempo — 2. umg. sofort, schnell: er ist a. her
gekommen; etw. a. erledigen
Atem| -technik, die /o. PI./ Technik des richtigen
Atmens (beim Gesang, Vortrag): die A. verbessern;
-Übung, die Übung zur Normalisierung und Ver
tiefung der Atmung; -wege, die /Pl.j Wege, über die
der Atem in die Lunge gelangt: eine Erkrankung der
A.;
-Zentrum, das Nervenzentrum, das die Atmung
reguliert; -zug, der einmaliges Einziehen (und Au s
stößen) der Luft beim Atmen (1.1): einen tiefen A.
machen, tun; gleichmäßige, ruhige Atemzüge;
-f- in einem, im gleichen, im selben A. (fast)
gleichzeitig: sie lacht und weint in einem A .; v e r
hüll. bis zum letzten A. bis zum Tode: bis zum
letzten A. blieb er seiner Überzeugung treu
Äthanol, das; -s, /o. PL/ Chem. Alkohol (2.1)
Atheismus, der; -, jo. Pl.j [ate|i..] bewußte und
begründete Ablehnung des Glaubens an einen Gott
od. an mehrere Götter, an eine jenseitige Welt od. an
übernatürliche Kräfte
Atheist, der; -en, -en [ate|ist] Vertreter des Atheism u s
atheistisch /Adj./ [ate|i..] den Atheismus vertretend:
eine atheistische Weltanschauung
Athen /Hauptstadt Griechenlands/
+ / Eulen nach A. tragen
Äther, der; -s, jo. P l.j farblose, leicht entzündliche,
narkotisch wirkende Flüssigkeit, die auch als Lö
sungsmittel für Fette, Harze verwendet wird
ätherisch /Adj./ I. geh., auch spött. sehr zart und
vergeistigt: sie ist eine ätherische Erscheinung —
II. Chem. ätherische öle (Pflanzenöle, die voll
ständig verdunsten und einen angenehmen Geruch
haben)
Athlet, der; -en, -en 1. trainierter Sportler, W ett
kämpfer — 2. kräftig gebauter, muskulöser M ann
athletisch /Adj./ kräftig gebaut und muskulös: ein
athletischer T yp ; einen athletischen Körper(bau)
haben
Atlas, der; -/ -ses, Atlanten/-se I. /PI. Atlanten,
umg.
-se/ 1. Sammlung von Landkarten in Buch
form : ein geographischer A.; eine Stadt im A. su
chen — 2. Sammlung von thematischen Bildtafeln:
ein astronomischer, anatomischer A.
—
II. /PI.
-s e/
Gewebe mit einer Bindung, die eine sehr glatte, meist
glänzende Oberfläche erzeugt
atmen, atmete, hat geatmet 1.1. Luft in regel
mäßigem Wechsel durch die Nase od. den Mund in
die Lungen gelangen lassen und wieder ausstoßen:
ruhig, tief, schnell, schwer, mühsam a . ; durch die
Nase, den Mund a.; ich hörte sein gleichmäßiges
Atmen 1.2 . die Haut atmet (nimmt Sauerstoff auf,
gibt Kohlendioxid ab) — 2. geh. die frische Seeluft
a. (genießerisch einatmen)
+ gesiebte / L uft a.
Atmosphäre, die; -,
-n 1.1. Hülle aus Gas(en) (1) um
einen Planeten, bes. die Lufthülle der Erde: der
Satellit verglühte beim Eintritt in die A .; die
Feuchtigkeit der A.
—
2. jo. Pl.j 2.1. von Personen,
den zwischenmenschlichen Beziehungen, einer Sache
ausgehende Wirkung, Stimmung: es herrschte eine
schöpferische, behagliche, frostige, eisige, ge
spannte A .; die Unterhaltung verlief in freund
licher A .; die nüchterne A. der Konferenz; eine A.
des Vertrauens, der Entspannung; die Ver
schlechterung der A .; dem Fest fehlte jede A .; die
Stadt N hat keine A. 2.2. Fluidum: die (gepflegte)
A. einer Wohnung; die fremde A. ängstigte ihn —
II. technische A. /Abk. at; Maßeinheit für den
Druck/: der Kessel steht unter einem Druck von
40 Atmosphären; vgl. Pascal
atmosphärisch /Adj./ in der Atm osphäre (1.1), von
der Atmosphäre (1.1) ausgehend: atmosphärische
Einflüsse, Erscheinungen; atmosphärische Störun
gen (durch elektrische Entladungen in der Atm o
sphäre verursachte, störende Geräusche beim Emp
fang 3); der atmosphärische Druck
6 Wörterbuch
Atmung, die; /o. PI./ das Atmen (1): auf die A.
achten; die künstliche A. (das Atmen durch rhyth
misches Zusammenpressen des Brustkorbes durch
äußere mechanische Einwirkung)
atmungs/Atmungsl -aktiy /Adj.; nicht adv./ fa ch -
spr. /von textilen Geweben/ durchlässig für die von
der Haut abgegebenen, aufgenommenen Stoffe: der
Stoff ist a.;
- organ, das /vorw. Pl.j Organ bei
Mensch und Tier, durch das die Atmung ermöglicht
w ird : eine Erkrankung der Atmungsorgane
Atoll, das; -s, -e aus einem ringförmigen Korallen
riff gebildete, eine meist flache Lagune umgebende
Inselgruppe) in den tropischen Breiten des Stillen
Ozeans
Atom, das; -s, -e kleinstes Teilchen eines chemischen
Elements, das noch dessen charakteristische Eigen
schaften besitzt und chemisch nicht weiter teilbar ist:
die Anordnung, Verbindung, Spaltung, Zertrüm
merung der Atom e; das Molekül zerfällt in seine
Atome
Atomantrieb, der \o. Pl.j Antrieb durch Atom
energie: ein Eisbrecher mit A.
atomar /Adj.; nicht präd.j 1.1. auf Atomenergie
beruhend, sie betreffend: atomare Waffen (Atom
waffen) ; ein atomares (durch Atomenergie an
getriebenes) U-Boot 1.2 . auf Atomwaffen beruhend,
sie betreffend: ein atomarer Krieg {Krieg mit Atom
waffen); die atomare Abrüstung; a. bewaffnet
sein — 2. das Atom, die Atome betreffend: atomare
Vorgänge
Atßm/atom| -bombe, die als Massenvernichtungs
mittel wirkende Bombe, deren Prinzip auf dem ex
plosionsartigen Ablauf der Kernspaltung od. der
Kernfusion beruht; -eisbrecher, der Eisbrecher mit
Atomantrieb; -energie, die jo. Pl.f Energie, die bei
der Kernspaltung od. Kernfusion frei wird, Kern
energie; -getrieben /Adj.; vorw. attr.j durch Atom
antrieb angetrieben: ein atomgetriebenes U-Boot;
- gewicht, das veraltend Phys. relative Atom
masse; -gruppe, die Phys. Gruppe von Atomen
atomisierend /A dj.; nicht präd.j: eine atomisie-
rende (in isolierte Einzelbestandteile aufspaltende
und dabei die Ganzheit vernachlässigende) Be
trachtungsweise
Atom/atom| -kern, der Phys. aus Protonen und
Neutronen aufgebauter positiv geladener Teil eines
Atoms; -kraftwerk, das Kraftwerk, in dem aus
Atomenergie elektrische Energie gewonnen wird,
Kernkraftwerk; -krieg, der Krieg, in dem Atom
waffen eingesetzt werden; -macht, die Staat, der über
Atomwaffen verfügt; -masse, die Phys.: absolute
A. (tatsächliche Masse eines Atoms); relative A.
(Zahl als Vergleich für die Masse des Atoms eines
Elements, bezogen auf ein Zwölftel der M asse des
Kohlenstoffatoms); -müll, der radioaktive Abfälle;
- p h ysik, die Wissenschaft von den Atomen, ihrem
Aufbau und den in ihnen stattfindenden Vorgängen;
- p ilz, der bei der Explosion einer Atombombe ent
stehende große, pilzförmige Rauchwolke; -reaktor,
der Reaktor, in dem durch Kernspaltung Energie
gewonnen wird, Kernreaktor; -versuch, der Er
probung von Atomwaffen, Kernwaffenversuch; -Waf
fe, die Massenvernichtungswaffe, deren Prinzip auf
der Kernspaltung od. Kernfusion beruht, Kernwaffe;
- waffenfrei /Adj.j kernwaffenfrei: eine atomwaffen
freie Zone; -Zeitalter, das;]-Zertrümmerung, die
veraltend Kernspaltung
82
Atmung — Attrappe
atonal, atonal /Adj./ Mus. alle zwölf Töne der chro
matischen Tonleiter ohne funktionelle Beziehung auf
einen Grundton verwendend: atonale Musik; dazu
Atonalität, die; -, fo. P l.f
Atrophie, die; -,
-n [..i:on] Med. Verminderung,
Abnahme des Volumens des Gewebes
ätsch Kinderspr. /Ausruf als Ausdruck der Scha
denfreude, des (gutmütigen) Spotts/: ä.,
jetzt be
kommst du kein Eis!
Attache, der; -s, -s [..Je:] D iplo m atie 1* Leiter
eines Fachbereichs in einer diplomatischen Ver
tretung im Ausland — 2. /in kap, Staaten/ einer
Botschaft zugeordneter Anwärter des diplomatischen
Dienstes
Attacke, die; -,
- n 1.1. Angriff in einem sportlichen
Wettkampf: die Verteidiger konnten die A. der
gegnerischen Mannschaft abwehren 1.2. v on der
Kavallerie ausgeführter A ngriff: zur A. blasen; eine
A. reiten; zur A. übergehen — 2. scharfe Kritik,
A n griff: eine heftige A. starten — 8 . plötzliches,
kurzes Auftreten von Symptomen einer physischen
Krankheit: einer A. erliegen; er hat die A. über
standen
-j- eine A. gegen jmdn., etw. reiten (jmdn., etw.
attackieren 2)
attackieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. angreifen (1.2,
1.3): sie wurde in dem Gedränge plötzlich von hin
ten attackiert — 2. jmdn., etw. scharf kritisieren,
angreifen: er wurde auf der Konferenz von meh
reren Seiten attackiert
Attentat, auch Attentat, das; -(e)s, -e bes. p o li
tisch motivierte Gewalttat gegen einen Repräsentanten
od. auch eine Einrichtung des öffentlichen Lebens:
ein feiges A .; ein A. auf, gegen jmdn. planen; ein
A. begehen, verüben; Opfer eines Attentats werden
+ umg. scherzh. ein A. auf jmdn. Vorhaben
(etw. Bestimmtes von jmdm. wollen)
Attentäter, auch Attentäter, der; -s, - jmd ., d er ein
Attentat verübt (hat)
Attest, das; -(e)s, -e ärztliche Bescheinigung (über
einen Krankheitszustand): jmdm. ein A. ausstellen;
ein A. vorlegen
Attestation, die; -en 1. Zuerkennung eines Dienst
ranges in einigen Wirtschaftszweigen der D D R auf
Grund der Leistungen und der Qualifikation —
2. schriftlich fixierte, regelmäßige Beurteilung der
Eigenschaften eines Berufssoldaten der Nationalen
Volksarmee zur Förderung seiner Entwicklung
attestieren /sw. V b .; hat/ 1. etw. schriftlich be
stätigen : jmdm. seine Leistungen a.; die Qualität
einer Ware a.
—
2. jmdn. a. (jmdm. eine Attestation
erteilen)
Attitüde, die; -,
-n
veraltend geh. bewußt ein
genommene (ausdrucksvolle od. gekünstelte) Körper
haltung, (ausdrucksvolle od. gekünstelte) Geste: eine
graziöse, elegante A. an- , einnehmen
Attraktion, die; -,
-en etw., das durch seine Außer
ordentlichkeit große Anziehungskraft ausübt, großes
Interesse erregt: der Tierpark ist eine A. der Stadt;
der Zirkus wartet mit neuen Attraktionen auf
attraktiv /Adj./1 .1. durch ein ansprechendes Äuße
res sehr anziehend auf das andere Geschlecht wir
ke n d : eine attraktive Frau, Erscheinung; a. aus-
sehen; das Kleid ist sehr a. 1.2. großen Anreiz bie
tend, verlockend: jmdm. ein attraktives Angebot
machen
Attrappe, die; -,
- n täuschend ähnliche Nachbil-
Attribut — 1auf
83
düng (2), die stellvertretend für etw. fungiert, bes.
beim A u sstelle n (1): im Schaufenster liegen nur
Attrappen; das ist nur A.
Attribut, das; -(e)s,
-e 1. Gramm, einem Sub
stantiv, Adjektiv od. Adverb beigefügte nähere B e
stimmung — 2 .1 . charakteristische Eigenschaft,
Wesensmerkmal: jmdm. das A. der Unbestech
lichkeit zuschreiben 2.2 . der Identifikation dienen
des, stets wiederkehrendes gegenständliches K en n
zeichen für eine bestimmte Person, eine Personi
fikation: die Waage ist em A. der Justitia
attributiv fAdj./ Gramm, als Attribut: ein a. ge
brauchtes Adjektiv
Attribut]satz, der Gramm. Gliedsatz in der Funk
tion eines Attributs
atypisch [.. y . .], atypisch [.. y . .], atypisch [aty;..]
fAdj.f nicht typisch (1.1): ein atypisches Krankheits
bild
atzen /sw. Vb.; hat/ Jägerspr. fvon Greifvögeln/ :
der Falke atzt (füttert) seine Jungen
ätzen fsw. Vb.; hat; / auch ätzend/1.1 . /von Säu
ren, Laugen/ zerstörend auf etw. wirken: die Säure
ätzt; ätzende Chemikalien 1.2. etw. mit Chemikalien,
bes. Säuren, Laugen, behandeln, um es aufzulösen, zu
entfernen: Wundränder ä.
—
2. etw. durch Gebrauch
von Säure, Lauge auf der Oberfläche eines Metalls
erzeugen: ein Bild auf, in eine Kupferplatte ä.
ätzend fA dj.; / auch ätzen/ 1.1. ätzender (bei
ßender) Rauch, Geruch 1.2 . ätzende (beißende,
scharfe, verletzende) Ironie, Kritik; ätzender Spott
Atzung, die; -,
-en 1. das Atzen — 2. Futter, das die
Greifvögel ihren Jungen geben
au /Ausruf bei körperlichem Schmerzf: au, das tut
weh!
Au, die; -en süddt. österr. s. Aue
Aubergine, die; -n [obsr3i:no] 1. in den Tropen
und Subtropen als Gemüsepflanze angebautes ein
jähriges Nachtschattengewächs — 2. große violette,
auch weiße od. gelbe eiförmige od. gurkenförmige
Frucht von 1, die gekocht od. gebraten verwendet
wird
auch I. /Adv.f 1. /betont; bezieht sich auf ein anderes
betontes Satzglied/ gleichfalls, ebenfalls: er hat a.
recht; das habe ich a. gesagt; keiner kannte ihn,
a. mein Bruder nicht — 2. /unbetont; bezieht sich
auf das unmittelbar folgende betonte Satzgliedj
sogar, selbst: das war a. mir zu kalt; a. der kleinste
Fehler darf nicht passieren — II . /als Glied von
Fügungen u. mehrteiligen Konj./ 1. /unterordnend;
mit konzessivem Charakter/1.1 . /in Verbindung mit
Fragewörtern und fakultativem immer; drückt eine
Verallgemeinerung aus; voran- od. nachgestellt/:
wer a. (immer) gekommen sein mag, er sei will
kommen!; was a. (immer) geschehen ist, wir wollen
es vergessen; wo er a. (immer) hingeht, er vergißt
nie Bescheid zu sagen 1.2. /als Glied der konjunktio-
nalen Verbindungen wenn a. ... so doch, wie ... a.,
so ... a., soviel ...& ./:/ * wenn (4), 2wie (5), 2so (1),
1soviel (2) — 2. /als Glied der mehrteiligen Konj.
sowohl ... als a., nicht nur ... sondern a./: / so
wohl, 2sondern — III . /als Partikel; unbetont/
1. /bezieht sich auf Voraussetzungen einer voran
gehend gemachten Behauptung/ 1.1. /diese bestä
tigend/ ich fühle mich kräht, und ich bin es a.
1.2. /diese in Frage stellend/ du sagst, du bist krank,
kann ich es a. glauben?
Audienz, die;
- en offizieller Empfang bei be
stimmten hochgestellten Persönlichkeiten (und Unter-
redung mit ihnen): jmdn. um eine A. ersuchen;
jmdm. (eine) A. gewähren; er wurde vom Präsi
denten, Papst in A. empfangen
audiovisuell \Adj.; nicht präd./ [.. v i..] das Hören
und. das Sehen betreffend: audiovisuelle Unterrichts
mittel (technische Lehr- und Lernmittel, die den
Lernprozeß durch Hören und Sehen unterstützen)
Auditorium, das; -s, Auditorien [ . .ion,
. den]
1. Hörsaal — 2. geh. Zuhörerschaft: ein aufmerk
sames A.
Aue, die; -,
-n
veraltend, noch landsch. an
einem (fließenden) Gewässer gelegenes flaches, oft
mit Büschen und einzelnen Bäumen bestandenes
Wiesengelände
Auerhahn, der männliches Tier des Auerhuhns
Auerhenne, die weibliches Tier des Auerhuhns
Auerhuhn, das größter Hühnervögel Europas, der
in Mischwäldern lebt und dessen männliches Tier
im zeitigen Frühjahr auf charakteristische Weise
balzt
Auerochse, der ausgestorbenes, wildlebendes Rind (1)
1auf /Präp. mit Hat. u . Akk.; / auch aufs/ 1.
/räumt./ 1.1. /mit Dat./ 1.1.1. /gibt die Lags an; be
zeichnet die Berührung von oben/: das Buch liegt a.
dem Tisch; a. dem Stuhl sitzen; a. den Knien
rutschen 1.1.2. /bezeichnet den Aufenthalt in einem
Raum, öffentlichen Gebäude; dafür oft auch in/: a.
(in) seinem Zimmer bleiben, essen; a. dem Bahnhof
warten; a. dem Rathaus etw. erledigen 1.1.3. /weist
auf einen Tätigkeitsbereich hin/: a. (bei) der Post
arbeiten; a. dem Bau arbeiten; er ist noch a. der
Universität (ist noch Student); a. der Probe, Ver
sammlung sein; sich a. einem Spaziergang befin
den; /steht zeitlich em Gebrauch nähe/: a. (bei,
während) der Rückreise erkranken; a. dem Spazier
gang den Ausweis verlieren 1.2. /mit A k k .; gibt die
Richtung an/ 1.2.1. von oben nach unten: das Buch
a. den Tisch legen; sich a. den Stuhl setzen
1.2.2. von unten nach oben: a. den Baum klettern;
a. den Berg steigen 1.2.3. in die Richtung von: a.
eine Stadt marschieren; die Fischer fahren a. das
Meer hinaus; a. jmdn. zugehen; a. ... zu / 3zu (1);
/auf öffentliche Gebäude, einen Raum bezogen; dafür
oft auch in od. zu/: a. die (zur) Polizei, a. den (zum)
Bahnhof gehen; jmdn. a. die (zur) Post schicken;
a. (in) sein Zimmer gehen 1.2.4. /weist auf einen
Tätigkeitsbereich hin/: a. die Probe, eine Hochzeit,
ein Fest gehen 1.3.-/mit Akk.; weist auf eine Ent
fernung hin/ : a. 100 Meter (bis zu einer Entfernung
von 100 Metern) herankommen; die Explosion war
a. zwei Kilometer (Entfernung) zu hören — 2.
\zeitl.; mit Akk.j 2.1. /weist auf eine Zeitspanne hin/
für (die Dauer von): a. unbestimmte Zeit, a. ein
paar Tage verreisen 2.2 . /bezeichnet das zeitlich e
Nacheinander/ 2.2.1. a. Regen folgt Sonnenschein
2.2 .2. von ... a. von .. Jzu (2.2 .1): es geschahin der
Nacht vom 16. a. den 17. August; der kalte
Winter von 1955 a. 1956 2.3. /weist auf einen Zeit
punkt hin/: Schweiz. Architekt a. (für den, zum)
1. März gesucht*1; a. / Wiedersehen, / Wieder
hören! IAbschiedsgruß/ — 3. /mit Akk.; modal;
weist auf die Art und Weise hin/: a. höfliche Weise,
liebenswürdige Art; etw. a. deutsch (in deutscher
Sprache) sagen; alles a. einmal (zugleich) erle
digen; das Glas a. einen Zug austrinken — 4 . /mit
Akk.; weist auf den Zweck, das Ziel Mn/: a. Hasen
6*
84
2auf — aufbewahren
jagen; etw. a. seine (hinsichtlich seiner) Richtigkeit
(hin) überprüfen; a. jmds. W ohl trinken — 5 . /mit
Akk.; weist auf den Anlaß, Grund hin/: a. viel
fachen Wunsch wird das Konzert wiederholt;
Tische a. Bestellung reservieren; /in V erbind un g
mit dem Subst. nachgestelltem hin/ ich habe das
Gerät a. seinen Rat hin (seinem Rat folgend) ge
kauft; selbst a. die Gefahr hin (trotz der Gefahr),
daß alles scheitert — 6 . /mit Akk.; weist auf die bei
der Aufteilung einer Menge zugrunde gelegte Einheit
Mn/: a. jeden entfallen fünf Mark; man nehme
drei Eier a. (pro) ein Pfund Mehl — 7. /mit Akk./
bisa. / xbis (3) —8./mitAkk.; in fester Abhängig
keit von Verben, Ad]. , Subst./: a. jmdn., etw. ach
ten, warten; sich a. jmdn. , etw. freuen; sich auf
jmdn. , etw. verlassen; sich a. etw. besinnen; stolz,
böse, eifersüchtig a. jmdn. sein.; a. etw. aufmerk
sam werden; einen Anspruch, ein Recht a. etw.
haben; Rücksicht a. jmdn. nehmen
2auf /Adv.; / auch aufsein/ 1.1. in die Höhe, nach
oben: a. (erhebt Euch), zu Tisch!; Bergm. Glück
a.! /Gruß/ 1.2. los, vorwärts: a., an die Arbeit! —
2.1. aufgestanden: sie ist immer schon früh a.;
der Kranke ist täglich drei Stunden a. 2 .2 . wach
(1): ist er schon a.? 2.3. nicht im Bett: er war um
Mitternacht noch a.
—
3. umg. 3.1. offen, geöffnet,
nicht geschlossen: das Fenster, die Tür ist a. 3.2.
offen, nicht verschlossen: der Koffer ist a.; das
Haus ist a. 3.3. für den Publikumsverkehr geöffnet:
die Geschäfte sind bis 19 Uhr a. 3.4. Mund a.
(öffne, öffnet den Mund)\; Augen a. im Straßen
verkehr!; Fenster a.!
—
4. a. und ab: das Brett
wippt a. und ab (nach oben und nach unten); a.
und ab (hin und her) gehen — 5. / von 2.1.1
+ umg. a. und davon (schnell, für immer) fort:
er war a. und davon, ehe ich etwas erwidern
konnte; — von / Grund a.; etw. von der / Pike
a. lernen
auf- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in
Verbindung mit dem Grundwort bestimmte produk
tive Bedeutungstypen bildet/ 1. in Richtung nach
oben, em por-: / z. B . aufblicken, aufbranden, auf-
heben, aufkrempeln, 2aufschrecken, aufsteigen —
2. kurz, einmal, plötzlich: / z. B . auflachen, auf-
leuchten, aufschluchzen, aufschreien — 3 .1 . von
oben herab auf etw.: / z. B . aufschlagen 3.2 . etw.
auf etw. bringend, befestigend: ^ z. B . aufdrucken,
aufkleben — 4.1. /drückt ein öffnen aus/: / z. B .
aufmachen, aufschließen, aufschneiden 4.2 . g eöff
net: / z. B . aufhalten, aufstehen 4.3. auseinander-:
/* z. B . aufbiegen — 5 . /drückt ein Ergebnis, die
Vollendung einer Tätigkeit aus/:
z. B.auf
arbeiten, aufbrauchen — 6 . /drückt ein Erneuern
aus/: /* z. B . aufarbeiten
auf/Auf| -arbeiten /Vb.j 1. Rückstände erledigen,
völlig aufholen: die nicht erledigte Korrespondenz,
die Posteingänge a.
—
2. Polstermöbel, einen alten
Sessel a. (überholen, erneuern) (lassen); -atmen
/Vb.f 1. einmal tief und hörbar atmen: tief a.
—
2. sich befreit fühlen, erleichtert sein: ich atmete
(erleichtert, befreit) auf, als alles vorüber war;
- backen /Vb.; / Zacken/ nicht mehr frisches Ge
bäck durch kurzes Erhitzen wieder knusprig machen:
Brötchen a.;
- bahren /sw. Vb.; hat/ einen Toten
im Sarg zur Schau stellen: die Leiche öffentlich a.;
der Tote lag im Sterbezimmer aufgebahrt; dazu
- bahrung, die; -,
- en; -bammeln, sich /Vb./ salopp
sich erhängen; -bau, der /PI.
-ten/1./o. PI.; zu
- bauen 1/; zu 1.1: der A. eines zerstörten Stadt
teils; zu 1.2: der A. eines Zeltlagers — 2. /o. P L ;
zu -bauen 2, 5/ das Aufbauen; zu 2: der A. des
Sozialismus; der wirtschaftliche A .; zu 5 : der A.
organischer Verbindungen in Pflanzen — 3. /o.
PL/ Gliederung, Struktur: der A. eines Dramas;
der A. unserer Sprache; der A. eines Atoms, einer
Zelle — 4.1 . Aufsatz (2): ein schrankförmiger A.
4.2. Techn. Karosserie: der A. eines Kraftwagens
4.3. '/nur im PI./ Seemannsspr. die über das
Oberdeck des Schiffes nach oben hinausragenden
geschlossenen Räume und technischen Anlagen;
- bauen /Vb.; / auch -bauend/ 1.1 . etw. Zerstörtes,
Niedergerissenes von neuem bauen, errichten: der
zerstörte Stadtteil wurde wieder aufgebaut 1.2.
etw. aus Einzelteilen zusammensetzen: Zelte a.; ein
Wochenendhaus aus Fertigteilen a. 1.3. die Ge
schenke auf dem Tisch a. (hinstellen) — 2. etw.
errichten (1.1): den Sozialismus a.; das Land baut
eine eigene Stahlindustrie a u f; sich eine neue
Existenz a.
—
3. etw. gliedern: er hat seinen Vor
trag gut aufgebaut *— 4 .1. etw. auf etw. a. etw.
als Grundlage für etw. nehmen: eine Theorie auf
einer Annahme a. 4 .2 . sich auf etw. gründen, auf
etw. fuß en : mein Plan baut (sich) auf folgenden
Erwägungen auf — 5. Chem. Biol. 5.1. etw. aus
etw. a. aus etw. eine Verbindung (5) bilden: Pflanzen
bauen organische Stoffe aus anorganischen Stoffen
auf 5.2. etw. baut sich aus etw. auf etw. besteht aus
etw .: der Stoff baut sich aus folgenden Elementen
auf — 6. umg. sich a, sich in einer bestimmten
Haltung aufstellen: sich vor jmdm., neben der Tür
a.;
- bauend /A d].; / auch -bauen/: aufbauende
(fördernde) Kritik; -bäumen, sich /Vb./ 1. das
Pferd bäumte sich auf (richtete sich, au f den
Hinterbeinen stehend, ruckartig nach oben) — 2.
sich gegen sein Schicksal a. (empören, auflehnen);
- bauschen /Vb.j 1. etw.,
sich aufblähen (1): der
Wind bauscht die Segel auf; das Kleid bauschte
sich im Wind auf — 2. etw. a. einer Sache mehr
Bedeutung beimessen, als ihr zukommt, etw. über
treiben: einen Vorfall a.; -begehren /Vb./ geh. sich
empören, sich auflehnen: er begehrte heftig (gegen
seinen Vater) auf; -behalten /Vb.j: den Hut a.
(auf dem^ Kopf behalten, nicht abnehmen); -bekom
men /Vb.j 1. etw. mit einiger Mühe öffnen können:
ich habe die Tür, das Schloß, den Koffer nicht a.
—
2. vom Lehrer eine Hausaufgabe bekommen: wir
haben für morgen einen Aufsatz, nichts a .;
- bereiten /Vb./1. bestimmte Rohstoffe zur (weiteren)
Verwendung vorbereiten, geeignet machen: Trink
wasser a. (reinigen); Hüttenw. Erze, Kohlen,
Salze a. (von unerwünschten Bestandteilen trennen)
—
2.1. etw. erschließen (1.1): Volkslieder, wissen
schaftliche Quellen a. 2 .2. Statistiken, Zahlen
material a. (auswerten); dazu -bereitung, die; -,
/o. PI ./; -bessern /Vb./: seinTaschengeld durch einen
Nebenverdienst a. (dadurch, daß man nebenbei
etwas verdient, sein Taschengeld erhöhen); -bettung,
die; -,
-en H otelw . Couch, Liege, die in einem
Hotelzimmer behelfsmäßig als zusätzliche Schlaf
möglichkeit dient: ein Zweibettzimmer mit A.;
- bewahren /Vb.j etw., bes. etw. Wertvolles od. frem
des Eigentum, das einem vorübergehend anvertraut
ist, an eine Stelle bringen, an der es nicht verloren-
Aufbewahrung — aufbiigeln
85
gehen, nicht verderben kann, und es dort lassen:
Dokumente unter Verschluß, in einer Kassette,
gut, sorgfältig a .; Medikamente kühl a .; etw. zum
Andenken, bis zu jmds. Rückkehr a .; dazu -be-
wahrung, die; /o. P l.j: jmdm. etw. zur A. geben;
- bewahrungsort, der /PL -e/ Stelle, Platz, wo e£w.
aufbewahrt wird; -biegen jVb.; hat/ etw. ausein
anderbiegen: eine Haarnadel, den Draht a.; -bieten
jVb.f 1, alles Verfügbare, alle verfügbaren Personen
für etw. m obilisieren, einsetzen: alle Energie, alle
seine Kräfte, seinen Einfluß a., um etw. zu er
reichen; er mußte seine ganze Überredungskunst
a., um ihn davon abzubringen; die ganze Mann
schaft wurde aufgeboten — 2. die beabsichtigte
Eheschließung eines Paares öffentlich durch den
Aushang beim Standesamt bekanntgeben: sie sind
schon aufgeboten; zu 1 -bietung, die; -,
-en /vono.
S g.j: unter, mit, bei A. aller Kräfte, Energie;
- binden jVb.j 1. etw» Zugebundenes, Zusammen
gebundenes, Verschnürtes lösen: die Schnürsenkel,
eine Schleife, die Schürze a.
—
2. umg. jmdm.
etw. Unwahres erzählen: jmdm. eine Lüge a.; wer
hat dir das aufgebunden?; -f- jmdm. einen /
Bären a .; sich eine / Rute a.;
- blähen jVb.f 1.1.
etw. füllig und prall machen: der Wind bläht die
Segel auf; ein aufgeblähter (aufgetriebener) Leib
1.2. sich a. füllig und prall werden: das Segel, die
Wäsche blähte sich im Wind auf — 2. ein auf
geblähter (in unangemessener W eise vergrößerter)
Verwaltungsapparat — 3. sich großtun: bläh
dich nicht so auf!; -blasen fVb.; / auch auf
geblasen/ 1. etw. (durch kräftiges Hineinblasen)
füllig und prall machen, anschwellen lassen: einen
Luftballon, ein Luftkissen a .; die Backen a.
—
2. umg. sich großtun: blas dich nicht so auf!;
sich mit seinen Kenntnissen a.; + sich a. wie
ein / Erosch; -blättern fV b .; hat/: ein Buch,
Schriftstück a. ein Buch, Schriftstück aufschlagen
und darin blättern, bis man an etw. gelangt ist:
das Inhaltsverzeichnis a.;
- bleiben /Vb./ 1. nicht
zu Bett gehen: bis gegen Morgen a.; du darfst noch
a. (brauchst noch nicht zu Bett zu gehen) — 2. offen
bleiben (1): das Fenster soll noch a.; -blenden fVb.f
1.1. die Scheinwerfer auf volle Lichtstärke ein
sch alten : der Fahrer blendete die Scheinwerfer auf;
mit aufgeblendeten Scheinwerfern fahren 1.2 .
Film eine Aufnahme durch Öffnen der Blende be
ginnen: eine Szene a. 1.3. Fotogr. die Blende
größer stellen; -blicken fVb.f 1.1. nach oben, in die
Höhe blicken: verwundert, freundlich, kurz (zu
jmdm.) a.; zu den Sternen a. 1.2. von etw., auf
das man sich konzentriert hat, abgelenkt werden,
aus einer Versunkenheit herausgerissen werden und
nach oben, in die Höhe blicken: er blickte flüchtig
auf, als sie hereinkam; er blickte von seiner Arbeit
auf — 2. zu jmdm. a. jmdn. bewundernd verehren:
ehrfürchtig, mit Bewunderung zu jmdm. a .;
- blitzen /Vb.; hat, ist/ 1. hell und kurz wie ein
Blitz aufleuchten: Lichter blitzten in der Ferne
auf; die Scheinwerfer blitzten, eine Taschenlampe
blitzte au f; in seinen Händen blitzte ein Messer
auf — 2. plötzlich auftauchen (2.4) (ist): eine Er
innerung, Idee blitzte in ihm auf; -blühen fV b .;
ist/ 1. die Rose, Knospe ist aufgeblüht (hat ihre
Blütenblätter geöffnet); O geh. eine voll aufgeblühte
Schönheit; ihre Wangen blühten beim Erzählen
auf (bekamen eine rosige Farbe) — 2.1 . der Handel
blühte auf (entwickelte sich, nahm einen A u f
schwung); das geistige Leben begann aufzublühen
2.2 . nach der Krankheit blühte er sichtbar auf
(entwickelte er sich psychisch, physisch positiv);
- bocken /Vb./ Techn. ein Fahrzeug mit Hilfe einer
besonderen Vorrichtung auf einen Bock stellen: das
Auto a.;
- branden /Vb.; ist/: Wellen branden auf
(steigen plötzlich tosend als Brandung empor);
O Beifall, Jubel brandete auf (setzte plötzlich und
geräuschvoll ein); -braten /Vb.f eine (schon einmal
gebratene) erkaltete Speise durch kurzes Braten auf-
wärmen (1.1): ein Schnitzel vom Vortage, Klöße
a.;
- brauchen /Vb.f etw. völlig verbrauchen (1.1):
alle Ersparnisse a .; sämtliche Lebensmittelvorräte
sind aufgebraucht; -brausen /V b .; ist/ 1. das Meer
braust auf (steigt plötzlich brausend em por); <0 Bei
fall, Jubel brauste auf (setzte plötzlich brausend ein)
—
2. zornig auffahren (6): heftig, leicht a.; er hat
ein aufbrausendes Temperament (neigt dazu, zornig
aufzufahren); -brechen /Vb.f 1. (hat) 1.1. etw. Ver
schlossenes gewaltsam öffnen: eine Tür, einen Safe,
ein Auto a. 1 .2. eine geschlossene Decke (von etw.)
mit einem Werkzeug öffnen: die Straße, Beton
decke mit dem Preßluftbohrer a. 1.3. geh. einen
Brief, ein Telegramm a. (hastig, ohn e Sorgfalt
öffnen) 1.4. Jägerspr. einen Hirsch a. (einem
erlegten Hirsch die Bauchdecke Öffnen, um ihm die
Eingeweide herauszunehmen) — 2 . (ist) 2.1 . die
Knospen sind aufgebrochen (haben sich geöffnet
3.2) 2.2 . etw., das etw. bedeckt, bekommt plötzlich
einen Riß, Risse, ein Loch, Löcher: die Eisdecke
ist aufgebrochen; das Geschwür ist aufgebrochen
—
3. (ist) ein Gegensatz, eine Kontroverse ist
zwischen beiden aufgebrochen (ist plötzlich zwi
schen beiden hervorgebrochen, ist plötzlich spürbar
zwischen beiden vorhanden) — 4 . fortgehen, einen
Ort verlassen (ist): in aller Frühe a.; zu einer Reise
a.; es ist Zeit zum Aufbrechen; -bringen jVb.j
1.1 . Geldmittel beschaffen, zusammenbringen: das
nötige Geld, die erforderlichen Mittel (für den
Neubau) a. 1.2 . den Mut zu etw. a. (es fertig
bringen, daß man Mut zu etw. hat); Kraft, Energie,
Geduld zu etw. a .; Verständnis für etw. a.
—
2.1. eine neue Mode a. (einführen 5) 2.2. etw. Un
wahres verbreiten: ein Gerücht a.
—.
3. jmdn. in
Wut bringen, erzürnen: jmdn. (gegen sich) a.; (über
jmdn., etw.) aufgebracht (wütend) sein — 4 . umg.
etw. mit einiger Mühe öffnen können: ich bringe
die Tür, das Schloß, die Dose nicht auf — 5. See-
mannsspr. ein fremdes od. gegnerisches Schiff
stoppen, um es zu kontrollieren od. in den Hafen
zu bringen: einen Kutter a.
—
6. etw. m eist in
dünner Schicht auf etw. auftragen, anbringen;
- bruch, der \vorw. Sg .j das Aufbrechen (4): ein
plötzlicher, überstürzter A .; das Zeichen zum A.
geben; zum A. mahnen; im A. begriffen sein;
- bruch(s)Stimmung, die fo. Pl.f allgemeine Unruhe,
die das bevorstehende Aufbrechen (4) ankündigt: es
herrschte A . ; die Gäste waren in A. (schickten sich
an aufzubrechen); -brühen /Vb./ ein Getränk durch
Übergießen mit kochendem Wasser bereiten: Kaffee,
Tee a.; -brüllen jVb.j kurz, einmal,plötzlich brüllen:
der Stier brüllte wild auf; vor Freude a .; -brummen
jVb.j umg. 1.1. jmdm. eine Strafe auferlegen: eine
Ordnungsstrafe aufgebrummt bekommen 1.2 . den
Schülern viel a. (viele Hausaufgaben aufgeben);
- b ügeln jVb.j etw. durch Bügeln wieder glätten : eine
86
aufbürden — auffaliren
Hose, Bluse a.;
- b ürden, bürdete auf, hat auf
gebürdet geh. einem Tier, jmdm., sich eine Bürde
aufladen: dem Esel das ganze Gepäck a.; O jmdm.,
sich viel Arbeit, viele Sorgen, die ganze Last der
Verantwortung a .;
- d ämmern /Vb.; ist/ 1,1. etw.
dämmert in jmdm. auf etw. kommt jmdm. allmäh
lich zum Bewußtsein: eine Vermutung, ein Ver
dacht, eine Erinnerung dämmert in ihm auf 1.2.
etw. dämmert jmdm. auf etw. wird jmdm. allmäh
lich klar: langsam dämmerte ihm auf, was das zu
bedeuten hatte; -decken jVb.j 1. jmdn., etw. a.
etw., das jmdn., etw. bedeckt, von ihm, davon ab-,
wegnehmen: den Kranken a.; das Bett a. (die Bett
decke Zurückschlagen) — 2. die (Spiel)karten a.
(mit der Bildseite nach oben hinlegen) — 8.1 . ein
weißes Tischtuch a. (auflegen 1) 3.2 . den Tisch
decken: soll ich schon a.?
—
4.1 . etw. verborgenes
Negatives erkennen und andere, die Öffentlichkeit
darauf aufmerksam machen: Mißstände, jmds.
Schwächen, Fehler schonungslos a .; eine Ver
schwörung, ein Verbrechen a. 4.2 . etw. deutlich,
bewußt machen: Zusammenhänge, Ursachen a.;
- f die / Karten a.; zu 4 -deckung, die;
- en;
- donnern, sich /Vb./ umg. fbes. von weiblichen
Personen] sich geschmacklos und übertrieben auf
fällig kleiden, zurechtmachen, sich auftakeln: sie
donnerte sich auf; sie ist furchtbar aufgedonnert;
- drängeln jVb.j umg. s. -drängen 1 u. 2; -drängen
fVb.f 1. jmdm. etw. a. jmdn. drängen (2.1), etw.
anzunehmen, zu übernehmen: jmdm. ein Stück
Kuchen a.; jmdm. seine Begleitung, Freundschaft
a .; jmdm. seine Ansichten a.
—
2. sich jmdm. un
aufgefordert und aufdringlich anschließen, seine
Dienste jmdm. aufdringlich anbieten: sich einem
Fremden a.; ich will mich Ihnen nicht a.!
—
3.
etw. drängt sich jmdm. auf etw. wird jmdm.
zwingend bewußt, taucht zwangsläufig in jmdm. a u f:
ein Gedanke, eine Frage, eine Erkenntnis, eine
Erinnerung drängt sich mir auf; -drehen /Vb.;
/ auch aufgedreht/ 1.1. den Wasserhahn, Gas
hahn a. (so drehend bewegen, daß Wasser, Gas
durch ihn ausströmen kann); den Verschluß a. (so
drehend bewegen, daß das Innere, der Inhalt von
etw. zugänglich wird); umg. verhüll, den Gas
hahn a. (sich mit Gas das Leben nehmen) 1.2. umg.
das Radio a. (durch Drehen eines Knopfes lauter
stellen) — 2. umg. die Geschwindigkeit beschleuni
gen, Gas geben: auf der Autobahn mächtig, ordent
lich a.
—
3. umg. sehr fröhlich werden, in Stimmung
kom m en: bei der Feier drehte er mächtig auf;
-dringlich /Adj./ 1.1. sich aufdrängend, lästig fal
len d: ein aufdringlicher Mensch, Schwätzer 1.2.
allzu intensiv und dadurch lästig wirkend: eine auf
dringliche Höflichkeit, Reklame; ein aufdring
liches Parfüm; -dröseln jsw. Vb.; hat/ umg. etw.
a. die Fäden von etw. entwirren, etw. in einzelne
Fäden trennen: verhedderte Wolle, ein Tau, ein
Gewebe a .; O die komplizierte Handlung eines
Romans a. (in ihre Bestandteile zerlegen, analysie
ren); -druck, der /PL -e/ 1.1. kurzer, auf etw. auf-
gedruckter Text: der A. des Etiketts 1.2. Philat.
auf ein Postwertzeichen aufgedruckte bestimmte A n
gabe (über einen besonderen gesellschaftlich bedeut
samen A nlaß); -drucken /Vb./ etw. auf etw. drucken
(1.1): Briefumschläge mit aufgedrucktem A b
sender; auf einen Stoff Muster a.;
- drücken /Vb./
1. etw. auf etw. drücken (1.6): einen Stempel auf
das Papier a .; <0 etw. drückt jmdm. sein Gepräge
auf — 2.1. etw. durch Drücken (1.1) öffnen: eine
Tür a. 2.2. umg. ein Geschwür a. (durch Drücken
1.1 aufplatzen lassen und auspressen); + umg.
jmdm. einen a. (jmdm. einen K uß geben); -einander
/Adv./ 1. einer, einen auf den anderen, eines auf
das andere: a. angewiesen sein; a. Rücksicht
nehmen; zwei Dinge sorgfältig a. abstimmen —
2. einer gegen den anderen: a. losgehen, losschlagen
aufeinander- /in verbalen Zusammensetzungen und
deren substantivischen Ableitungen/ 1. eines auf,
über das andere, einer, einen auf, über den anderen,
z . B .: aufeinanderdrücken, aufeinanderfallen, auf-
einanderlegen, aufeinanderpressen, aufeinander-
schichten, aufeinandersetzen — 2. eines, einer auf,
über dem anderen, z. B . : aufeinanderliegen, auf-
einandersitzen — 3. eines gegen das andere, einer,
einen gegen den anderen, z. B .: aufeinanderhetzen,
aufeinanderprallen, aufeinanderstoßen, aufeinan-
dertreffen
Aufeinander/aufeinander! -folge, die \o. P l.j das
Aufeinanderfolgen: die zeitliche A. der Ereignisse;
in rascher A. (schnell nach-, h intereinander) schoß
er drei Tore; -folgen /Vb.; ist/: die Ereignisse
folgten rasch aufeinander (ein E reignis folgte rasch
a u f das a n d er e); an mehreren aufeinanderfolgenden
Tagen
Aufenthalt, der; -(e)s, -e [aufant..] 1. das Sich-
aufhalten, zeitlich begrenzte Anwesenheit an einem
Ort: während meines Aufenthalts in Dresden; ein
kurzer, langer A.
—
2. der Zug hat nur drei
Minuten A. (hält nur drei Minuten); ohne A.
(Halt 2) durchiahren
Aufenthalts! -beschränkung, die 1.1. /in der D D R/
Jur. zusätzliche Strafe, die dem Verurteilten ver
bietet, sich für eine bestimmte Zeit in bestimmten
Orten, Gebieten aufzuhalten 1.2. /in der BRD/ be
hördliche Beschränkung der Aufenthaltsdauer (von
Ausländern) in einem L an d ;-dauer, die; -genehmi-
gung, die staatliche Genehmigung fü r Ausländer
zum Aufenthalt während einer bestimmten Zeit in
bestimmten Orten des gastgebenden Landes: jmdm.
die A. erteilen; -ort, dfcr /PI.
- e/ 1.1. Ort, an dem
sich jmd. (vorübergehend) aufhält 1.2. Wohnort;
- raum, der größerer Raum in einem nicht privaten
Haus, in dem man sich aufhalten kann: der A.
für die Betriebsangehörigen
auf/Auf |-erlegen, erlegte auf, auch auferlegte, hat
auferlegt jmdm. etw. a. jmdn. zu einer bestimmten
Leistung verpflichten: jmdm. eine (Ordnungs)strafe
a.; die Kosten des Rechtsstreits wurden dem
Kläger auferlegt; sich freiwillig Pflichten, Be
schränkungen a.;
- erstehen, erstand auf, auch auf
erstand /Prät. ungebräuchl./ , ist auferstanden R el.
/nach religiöser Vorstellung/ ivieder zum Leben er
wachen: der Glaube, daß die Toten (am Jüngsten
Tage) a.; der Auferstandene (Jesus); dazu -er-
stehung, die; -, /o. Pl.j; -essen jVb.j etw. essen,
bis nichts mehr davon übrig ist: iß deine Suppe auf!;
ich habe alles aufgegessen; -fädeln /Vb./ etw, a u f
einen Faden ziehen: Perlen a.; Pilze zum Trocknen
a.;
- fahren /Vb./ 1. auf etw. a. während der Fahrt
von hinten auf etw. aufprallen (ist): das Auto war
bei großer Geschwindigkeit auf einen Lastwagen,
auf ein Hindernis aufgefahren — 2. (ist) der
Fahrer des Personenwagens war zu dicht auf
gefahren (war zu dicht an das vordere Fahrzeug
Auffahrt — aufführen
87
herangefahren, ohne den Sicherheitsabstand einzu
halten) — 3. Mil. 8 .1 . an eine bestimmte Stelle
fahren und sich gefechtsbereit aufstellen (ist): Panzer
sind aufgefahren 8.2 . etw. an eine bestimmte Stelle
fahren und gefechtsbereit aufstellen (hat): Kanonen
a.
—
4. umg. Speisen, Getränke a. große Mengen
von Speisen, Getränken auftischen (hat): mehrere
Gänge, Bier a. (lassen) — 5. aus der Buhe, Ruhe
lage hochfahren (ist): erschrocken, entsetzt a .; aus
dem Schlaf, aus seinen Gedanken a. — 6 . auf etw.
spontan zornig mit Worten reagieren, aufbrausen
(ist): bei diesen W orten fuhr er ärgerlich, wütend
auf; + gegen jmdn. (ein) schweres
Geschütz
a.;
- fahrt, die 1.1 . Verkehrsweg, der die unmittelbare
Zufahrt zur Autobahn ist 1.2. (ansteigender) Fahnoeg
zu einem größeren repräsentativen Gebäude: eine
breite A. zum Schloß; -fahrunfall, der durch A u f
fahren (1) verursachter Unfall; -fallen jVb.f durch
etw. Besonderes (jmds.) Aufmerksamkeit erregen,
von allen, jmdm. bemerkt werden: sein Benehmen,
seine Begabung fiel auf; um nicht aufzufallen,
wählte sie ein schlichtes Kleid; seine Abwesenheit
fiel nicht auf; er fiel (durch sein Benehmen) (u n
angenehm au f; es fällt allgemein auf, daß . . . ; eine
auffallende Erscheinung; das Auffallendste an ihr
waren die Augen; sich auffallend kleiden, be
nehmen; sie sieht ihm auffallend (sehr) ähnlich;
er ist auffallend still; er ist mir sofort aufgefallen;
fällt dir nichts (an ihm) auf?; die Ähnlichkeit der
Geschwister fiel uns sofort auf; -fällig /A d j.f
durch etw. Besonderes Aufmerksamkeit erregend, auf
sich lenkend: ein auffälliges Benehmen; sich a.
kleiden; auffälliger Schmuck; auffällige (verdäch
tige) Spuren entdecken; er hat nichts Auffälliges
an sich; -fangen fVb.j 1.1 . etw. fangen (3): den
Ball in die Luft werfen und wieder a. 1.2. jmdn.,
der fällt, festhalten und vor dem Sturz bewahren:
das stolpernde Kind a.
—
2. etw., bes. eine sich
ergebende Flüssigkeit, in ein Gefäß fließen lassen
und so sammeln: Regenwasser in einer Tonne a.
—
3. etw. abfangen (2.1): einen Stoß, Schlag a.; O den
Vorstoß des Gegners a. (aufhalten) — 4. etw. in
seinen negativen Auswirkungen dämpfen, mildern:
die Preissteigerungen auf dem W eltmarkt (durch
bestimmte Maßnahmen) aufzufangen versuchen —
5. etw. durch Zufall hören, sehen: eine Neuigkeit,
einige Brocken der Unterhaltung a.; einen bösen
Blick a.
—
6. etw. (drahtlos) Gesendetes zufällig
empfangen: einen Funkspruch a.;
- fassen /Vb./ 1.
etw. als etw. a. etw. in einer bestimmten Weise ver
stehen, deuten: jmds. Worte als Vorwurf, als
Schmeichelei, als eine persönliche Beleidigung a . ;
etw. als seine Lebensaufgabe a .; er hat meine Be
merkung persönlich aufgefaßt (als persönlich e
Kränkung, als Angriff empfunden); er hat meine
Bemerkung falsch aufgefaßt (mißverstanden) —
2. etw. erfassen, begreifen: er faßte die Erklärungen
leicht, schnell a u f; Schüler, die leicht a .;
- fassung,
die 1. (grundsätzliche) Meinung bes. über einen
komplizierten, komplexen Sachverhalt: eine A. ver
treten; einer A. beipflichten; zu einer einheitlichen
A. gelangen; ich kann diese A. nicht teilen; es
herrscht die A. vor, daß ...; eine strenge A. von
der Ehe haben; seine A. von der Gesellschaft;
eine verbreitete, einseitige A . ; beide haben unter
schiedliche Auffassungen; ich bin der A., daß . . .;
nach meiner A. i s t . . . ; die Rolle läßt verschiedene
Auffassungen (Interpretationen) zu — 2 . fo. Fl./
Auffassungsgabe: eine gute A. haben
Auffassung) -gäbe, ehe fo. PI./ Fähigkeit, Ver
mögen zu begreifen: eine leichte, rasche, schnelle
A. besitzen; -Sache, die /in der Verbindung/ das,
etw. ist A. (darüber, über eine Sache kann man
verschiedener Ansicht, Meinung sein); -vermögen,
das fo. PI./ Auffassungsgabe
auf/Auf| -fegen /Vb.; hat/ etw. zusammenfegen und
auf eine Kehrschaufel nehmen: die Scherben, den
Schmutz a.; ich muß noch a.;
- f indbar /Adj.; nicht
adv.; vorw. verneint; zu -finden/: die Brieftasche
ist nicht a.; jmd. ist nicht a.;
- f inden fVb./ jmdn.,
den man vermißt, etw., das verlorengegangen, ver
borgen ist, (nach langem Suchen, unversehens) ent
decken, finden: jmdn. bewußtlos, tot a.; er, der
Schlüssel war nirgends aufzufinden; -fischen /Vb./
umg. 1.1. jmdn., etw. aus dem Wasser ziehen, her
ausholen : die Gekenterten wurden von einem
Rettungsboot aufgefischt 1.2 . jmdn. aufgabeln
(1.1): ich weiß nicht, wo er dieses Mädchen auf-
gefischt hat; -flackern /Vb.; ist/ flackernd auf-
leuchten: die Kerze flackert (noch einmal) auf;
O in seinen Augen flackerte Zorn auf; Unruhen
flackerten immer wieder auf (setzten immer wieder
ein); -flammen /Vb.; ist/ brennend aufleuchten: das
Streichholz flammt auf; O in seinen Augen
flammte Zorn auf; Unruhen, Aufstände flammen
auf (setzen schlagartig ein, brechen los); -fliegen
/Vb./ 1. emporfliegen: die Vögel flogen plötzlich
auf — 2. sich plötzlich und schnell öffnen: die Tür
flog auf — 3. umg. der Agentenring ist auf
geflogen (ist entdeckt und zerschlagen worden); eine
Konferenz a. (scheitern) lassen; -fordern /Vb./ 1.1 .
jmdn. nachdrücklich bitten, etw. Bestimmtes zu tun:
jmdn, zur Mitarbeit, zum Weitergehen, zum Reden
a.; jmdn. dringend zu etw. a. 1.2. ein Mädchen
(zum Tanz) a. (zum Tanz bitten); -forderung,
die mit Nachdruck vorgebrachte Bitte, etw. B e
stimmtes zu tun : eine ((kingende, schriftliche) A.
zur Mitarbeit erhalten; einer A. Folge leisten,
nachkommen; auf wiederholte A. hin öffnete er;
-forderungssatz, der Gramm. Satz, der eine Forde
rung ausdrückt und eine Handlung des Angesproche
nen bewirken soll; -forsten, forstete auf, hat auf-
geforstet: einen Kahlschlag, Ödland (mit Fichten)
a. (darauf Wald anlegen); dazu -forstung, die; -,
- en; -fressen /Vb./ 1. etw. fressen, bis nichts mehr
davon übrig ist: der Hund hat das Futter auf
gefressen; salopp /vom Menschen/ mein Bruder
hat den ganzen Pudding aufgefressen (aufgegessen);
O umg. jmdn. vor Liebe a, wollen (überschwenglich
lieben) — 2. umg. etw. frißt jmdn. auf etw. bean
sprucht jmdn. völlig, bis zur Erschöpfung: die viele
Arbeit frißt mich noch auf!; -frischen /sw. Vb.;
hat, ist/ 1. (hat) 1.1. etw. Altes, Abgenutztes durch
entsprechende Behandlung (farblich) wieder so er
scheinen lassen, wie es ursprünglich war: den
Teppich, ein Gemälde, die verblichenen Farben
a .; O eine Erinnerung, alte Bekanntschaft, seine
Sprachkenntnisse a. (erneuern) 1.2 . die Vorräte a.
(ergänzen 1.1) — 2. (ist, hat) der Wind frischte
auf (wurde stärker); -führen /Vb./ 1. ein Bühnen
stück, einen Film einem Publikum vorführen: ein
Schauspiel, ein Ballett, einen neuen Film a.;
Brecht a. (Stücke, ein Stück von Brecht spielen) —
2. sich in bestimmter Weise a. sich (in der Öffent-
88
Aufführung — aufgehoben
lichkeit) in bestimmter Weise benehmen: sich an
ständig, gut, schlecht a.; sich wie ein Verrückter
a.
—
3. etw. nennen, aufzählen: Beispiele, Gründe
a .; Zeugen namentlich a .; die im Verzeichnis auf-
geführten Preise — 4. geh. etw. bauen, errichten:
einen Neubau, ein Haus (aus Bauplatten) a .; eine
Mauer a.;
-j- einen / Eiertanz a.;
-führung, die
1. Veranstaltung, bei der ein Bühnenstück, Film
vorgeführt wird: eine gelungene, gute A.
—
2. das
A ufführen (1): bei der A. dieses Films, Stückes
kam es zu einem Skandal; papierdt. ein Stück
zur A. bringen (auffuhren); dieses Stück gelangt
zur A. (wird aufgeführt); -führungsrecht, das ur
heberrechtliche Befugnis zur öffentlichen Aufführung
eines dramatischen Werkes, eines Musikwerkes;
-füllen /Vb./ 1.1. etw. (fast) Leergewordenes wieder
fülle n : den Tank, Kanister (mit Benzin) a. 1.2.
etw. nachfüllen (1.1): Benzin a. 1.3. den Vorrat,
die Bestände wieder a. (ergänzen 1.1) — 2. K ochk.
etw. mit einer Flüssigkeit a. eine anteilig große
Menge Flüssigkeit zu etw. gießen: das Gemüse mit
einer Fleischbrühe a.
—
3. Suppe, Kompott a.
(auf den Teller geben) — 4. Meteor, sich a.: das
Tief hat sich aufgefüllt (ist schwächer geworden);
-futtern /Vb./ umg. etw. mit großem Appetit auf-
essen: alles selbst a.;
-gäbe, die 1.1 .1. etw.,
was
jmd. tun muß, weil er dazu verpflichtet ist, sich dazu
verpflichtet fühlt: eine lohnende, interessante, dank
bare, verantwortungsvolle, unangenehme, schwie
rige, unlösbare A .; jmdm . eine A. stellen; eine
A. übernehmen, bewältigen, erfüllen; einer A. ge
wachsen sein; das ist nicht meine A .; ich habe es
mir zur A. gemacht (zum Ziel gesetzt) ... 1.1.2 . es
ist nicht A. (Zweck 1.1) dieser Abhandlung ...; diese
Maschine hat die A. (Funktion 1), . . . 1.2. fvorw.
PL/ Hausaufgabe: die Kinder müssen noch ihre
Aufgaben (für morgen) machen; die Aufgaben
kontrollieren 1.3. etw.,
das (mathematisch) gelöst
werden m u ß: von zehn Aufgaben hatte er nur fünf
gelöst — 2. Ivorw. Sg .; zu aufgeben 1, 3.1, 3.2, 3.4/
das A u fgeben; zu 1.1: die A. eines Päckchens; zu
1.2: die A. einer Bestellung; zu 1.3: die A. eines
Inserats; zu 3.4: die Verletzung zwang den Läufer
zur A.
—
3. Volleyball Schlag, durch den der
Ball zu Beginn des Spiels, nach Unterbrechung über
das Netz hinweg ins Spiel gebracht wird: die A.
ausführen; -gabeln jVb.j umg. 1.1. wo hast du
denn dieses Mädchen aufgegabelt (ken nen gelern t)?
1.2. etw. zufällig finden (und an sich nehmen): wo
hast du dieses Buch aufgegabelt?; O (sich) etw.
a .: ich habe (mir) diese Krankheit während meiner
Reise aufgegabelt (habe mich während meiner Heise
angesteckt)
Aufgaben| -bereich, der Gesamtheit der A u fgab en
(1.1.1), die jmd. zu erfüllen hat: das fällt nicht in
seinen A .; -gebiet, das vgl. - bereich: sich mit seinem
neuen A. vertraut machen; -Stellung, die A r t der
Aufgabe, die jmdm. gestellt wird: die A. hatte sich
geändert; eine neue A.
Auf/auf|-gang, der 1. der A. (die auf den Bahn
steig führende Treppe) an der anderen Seite des
Bahnsteigs ist gesperrt — 2 . Ivorw. Sg./ das A u f
gehen (1): den A. der Sonne beobachten; -geben
fVb./ 1.1. etw. der Post, Bahn zur Beförderung über
geben : ein Päckchen, ein Telegramm (bei der Post,
am Schalter) a.; einen Koffer (bei der Bahn, auf
dem Bahnhof) als Frachtgut a. 1.2. (beim Ober)
eine Bestellung a. (etw. bestellen 1.1) 1.3. eine
Annonce a. (zur Veröffentlichung einer Zeitung über
geben) — 2.1. jmdm. eine Hausaufgabe geben: der
Lehrer gab den Schülern einen Aufsatz, eine Über
setzung, ein Gedicht (zum Auswendiglernen) auf;
er hat uns viel aufgegeben 2.2 . jmdm. ein Rätsel
a. (zu lösen geben) 2.3. veraltend jmdm. auf-
tragen, etw. Bestimmtes zu tun: es war mir auf-
gegeben, darüber zu schweigen — 3.1 . etw. a. mit
etw. au fh ören (1.1): das Rauchen, sein Studium a.;
ich habe es aufgegeben, ihn überzeugen zu wollen;
seinen Widerstand a.; ein Rennen a. (vorzeitig be
enden) 3.2. sein Geschäft, seine Praxis a. (schließen
1.4); seine Wohnung a. (aus seiner Wohnung aus-
ziehen); seinen Beruf a. (nicht weiter ausüben);
seinen Plan, eine Gewohnheit a. (nicht länger an
seinem Plan, einer Gewohnheit festhalten); alle
Hoffnung a. (aufhören zu hoffen); Mil. ein Gebiet
a. (die Truppen aus einem Gebiet abziehen) 3.3.
jmdn. als verloren betrachten: die Ärzte haben den
Kranken aufgegeben (halten seine Genesung für
ausgeschlossen) 3.4. Sp ort der Läufer gab (wegen
einer Verletzung) auf (beendete den Wettkampf vor
zeitigp; er gab nicht auf (hielt durch); + den,
seinen / Geist a.;
-geblasen /Adj.; / auch auf
blasen 2/ um g. überheblich, eingebildet: ein auf
geblasener Schwätzer; a. herumstolzieren; -gebot,
das 1. Ivorw. Sg./ eine für eine Aufgabe (1.1.1) ein
gesetzte, aufgebotene Anzahl von Menschen, Menge
an Material: ein starkes A. von Sportlern zur
Olympiade schicken; ein großes A. an Material —
2.1. das Aufbieten (2): das A. bestellen 2.2. Aus-
hang beim Standesamt, durch den die beabsichtigte
Eheschließung eines Paares bekanntgegeben wird:
das A. hängt aus; -gedreht /Adj.; / auch auf
drehen 3/ umg. überaus angeregt, animiert: eine
aufgedrehte Gesellschaft; -gedunsen /Adj./ a u f -
gequollen, aufgeschwemmt: sein Gesicht war vom
vielen Trinken a.;
-gehen /Vb./ 1. die Sonne, der
Mond geht auf (erscheint am Horizont) — 2. sich
durch Triebmittel beim Backen nach oben ausdehnen:
der Teig, Kuchen ist nicht aufgegangen — 3.
keimen, wachsen und aus der Erde hervorkommen:
der Samen, die Saat ist aufgegangen — 4 .1 . sich
Öffnen (1.2 .2): plötzlich ging die Tür auf; das
Fenster geht nicht auf (läßt sich nicht öffnen 1.2.1)
4.2 . das Geschwür ist aufgegangen (ist aufgebrochen
2.2) 4.3. sich lösen (1.2 .2): der Knoten, die Naht
ist aufgegangen; das Weckglas ist wieder auf
gegangen (der Deckel hat sich gelöst) 4.4. die Knos
pen sind aufgegangen (haben sich geöffnet, sind
aufgebrochen); die Saat geht auf (wächst mit ihren
ersten Sprossen aus der Erde) — 5. etw. geht jmdm.
auf etw. kommt jmdm. zum Bewußtsein, wird jmdm.
klar: die Bedeutung, der Sinn, die Tragweite des
Geschehens ist ihm noch nicht aufgegangen; mir
war noch nicht aufgegangen, was das bedeuten
soll — 0. /von mathematischen Aufgaben!
Divi
sion geht auf (es bleibt kein R est); die Rechnung
geht (glatt) auf — 7. in jmdm., etw. a. in jmdm.,
etw. seine Erfüllung finden: sie ging ganz in ihren
Kindern, in der Familie, in ihrem Beruf auf;
+ jmdm. gehen die / Augen auf; etw. geht in
(Rauch und) / Flammen auf; jmd. ist aufgegan
gen wie ein / Hefekloß; jmdm. geht ein / Licht
auf; jmds. / Rechnung geht nicht auf; jmdm.
geht ein / Seifensieder auf; -gehoben /Adj.; /
aufgeknöpft — Aufheben
89
au ch -heben/ bei jmdm. , irgendwo gut aufgehoben
sein bei jmdm., irgendwo in guter Obhut sein, ge
borgen sein : das Kind ist bei den Großeltern gut
a.; ich fühle mich in seiner Nähe gut a.; -geknöpft
/Adj.; / auch aufknöpfen/ um g.: er war heute
erstaunlich a. {aufgeschlossen 1.1); -gekratzt fA d j.;
vorw. präd.;
auch aufkratzen/ umg. sehr lustig,
gutgelaunt und lebhaft: er ist heute erstaunlich a.;
- gelegt fAdj.; vorw. präd.; / auch auflegen/ 1.1,
in bestimmter Weise a. in bestimmter Weise ge
launt, gestimmt: er ist heute gut a. 1.2* zu etw. a.
sein in der Stimmung sein, etw. Bestimmtes zu tun:
zum Scherzen, Plaudern a. sein; ich bin heute
nicht (dazu) a.;
- gelöst JAdj.; / auch auflösen/
umg. 1.1* aus der Fassung gebracht, außer sich
seiend: er war vor Schmerz, Freude ganz a. 1.2.
erschöpft und benom men: sie kam völlig durchnäßt
und ganz a. an; -geräumt /Adj.; / auch auf-
räumen/ gutgelaunt, in heiterer Stimmung: er ist
heute erstaunlich a .;
- geschlossen /Adj.; / auch
aufschließen/ 1.1. kontaktfreudig und mitteilsam:
er ist ein aufgeschlossener Mensch; er wurde all
mählich immer aufgeschlossener 1.2. interessiert
(1.1): allen Problemen a. gegenüberstehen; poli
tisch a. sein; dazu -gesehlossenheit, die; -ge
schmissen /Adj.; nur präd./ salopp sich in einer
schwierigen Lage befindend und nicht mehr weiter
wissend: wenn du mir nicht hilfst, bin ich ganz
schon a.;
- geweckt /Adj.; /* auch aufwecken; von
einem Kind/ für sein Alter von erstaunlich rascher
Auffassungsgabe, geistig rege: ein aufgewecktes
Kind; -gießen /Vb.f: Tee, Kaffee a. (aufbrühen);
- g länzen /Vb.; hat, ist/ glänzend aufleuchten:
Sterne glänzen am Himmel auf; Lichter glänzen
auf; -gliedern /Vb./ ein Ganzes nach bestimmten
Gesichtspunkten gliedern: ein Wort in Silben a.;
datu -gliederung, die; -glimmen /Vb.; ist, hat/
glimmend aufleuchten: in der Ferne glommen Lich
ter auf; O (ist) eine Hoffnung, ein Verdacht
glomm in ihm auf; -glühen /Vb.; hat, ist/ glühend
aufleuchten: die Zigarette glühte in der Dunkelheit
auf; -greifen /Vb./ 1. jmdn., der sich herumtreibt,
einen Gesuchten festnehmen: er wurde von einer
Funkstreife aufgegriffen — 2. etw. a. 2.1. a u f etw.
eingehen und es für sich nutzbar machen: einen
Gedanken, Vorschlag, ein Thema, eine These a.
2.2. an etw. anknüpfen, etw. fortsetzen: das frühere
Gespräch a.;
- grund /Präp. m it Gen./ s. Grund
(II.1 .3.1); -gucken /Vb./ umg. 1.1. aufblicken (1.1):
neugierig a.; zum Himmel a. 1.2. aufblicken (1.2):
er guckte flüchtig auf, als sie hereinkam; er guckte
von seiner Arbeit auf; -guß, der Lösung aus mit
(siedendem) Wasser übergossenen Pflanzenteilen:
einen A. aus Melissenblättern bereiten; <C> sein
zweiter Roman war nur ein schwacher Ä. (ein
Abklatsch) des ersten; -haben /Vb.f umg. 1. einen
Hut, eine Mütze a. (aufgesetzt haben) — 2. vom
Lehrer als Hausaufgabe bekommen haben: was hast
du für morgen auf?; wir haben nichts, einen Auf
satz auf — 8.1. etw. offen haben: die Augen a.
8.2. etw. aufbekommen (1) haben: endlich habe ich
den Koffer auf 8.8. für den Publikumsverkehr ge
öffnet haben: die Geschäfte haben bis 19 Uhr auf —
4. etw. aufgegessen haben: er hat seine Suppe noch
nicht auf; -hacken /Vb./ eine geschlossene Decke
(von etw.) mit der Spitzhacke, dem Beil öffnen: die
Eisdecke eines Sees, das Pflaster, die Straße a.;
-halsen /Vb./ umg. jmdm. etw., jmdn. a. jmdn.
mit etw.,
jmdm. belasten (2.1): jmdm., sich viel
Arbeit a. ; sie hat ihrer Mutter auch noch das
andere Kind aufgehalst; -halten /Vb./ 1.1. jmdn. ,
ein Tier (für eine Weile) an der Fortbewegimg hin
dern, daran hindern, fortzukommen: einen Fliehen
den, ein durchgehendes Pferd a .; das Unwetter hat
uns zu Hause aufgehalten 1.2. eine Entwicklung,
ein Geschehen verhindern: eine Entwicklung, die
Katastrophe nicht a. können 1.8 . sich mit, bei etw.,
jmdm. a. sich zu eingehend mit etw., jmdm. be
fassen : wir können uns nicht länger mit diesen
Einzelheiten, bei diesen Fragen a.; ich kann mich
nicht mit dir so lange a.
—
2. sich irgendwo a. ir
gendwo vorübergehend leben, sein, sich vorübergehend
irgendwo befinden: sich an der See, zu Hause, bei
Freunden a.
—
8. umg. etw. (für einen anderen) ge
öffnet halten: (jmdm.) die Tür a.; halt mal bitte das
Netz auf! —4. sich über etw., jmdn. abfällig äußern:
sich über jmds. Benehmen, Aussehen a .;
-f- den
ganzen / Betrieb a .;
- hängen /sw. Vb./ 1. etw.
an, auf etw .2hängen (1.1): den Mantel (am Kleider
haken) a.; ein Bild, Handtuch (an einen, einem
Nagel) a .; die Wäsche zum Trocknen a.
—
2. sich ,
jmdn. erhängen: er hat sich (am Fensterkreuz) auf
gehängt — 8. umg. 8.1. jmdm. etw. aufschwatzen:
ich habe mir den Hut a. lassen 8.2 . jmdm. etw.
Unangenehmes, Mühevolles aufbürden: warum
hast du dir diese Arbeit a. lassen? — 4 . er hat
seine Betrachtung, Erörterung an diesem Fall
aufgehängt (auf diesem Fall aufgebaut 4.1); -bän
ger, der 1. kleines Band, Schlaufe an einem Klei-
dungs-,
Wäschestück, womit dieses aufgehängt (1)
werden kann: einen A. am Mantel, Handtuch an
nähen — 2. (interessanter, aktueller) Sachverhalt,
Gesichtspunkt, der als Ausgangspunkt für die (jour
nalistische) Darstellung eines Themas dient: einen
A. für seinen Artikel suchen; etw. als A. benutzen;
- hängung, die; -,
-en Techn.: dieA. der Räder bei
Kraftfahrzeugen (Art und Weise, wie die Räder am
Kraftfahrzeug angebracht sind); -häufen /Vb./ 1.1.
etw. zu einem Haufen aufschichten, Zusammen
tragen: Waren, Kartoffeln, Erde a.; 0> Vorräte a.
(anhäufen) 1.2. sich zu einem Haufen auftürmen:
die Schuttmassen häuften sich auf ; O seine Schul
den haben sich aufgehäuft (angesammelt); -beben
/ Vb.; / auch -gehoben/ 1.1. etw. vom Boden in die
Höhe nehmen, jmdn. vom Boden in die Höhe richten:
einen Handschuh, Ball, ein Stück Papier a .; einen
Gestürzten a. (aufrichten 1) 1.2. beide Arme a. (in
die Höhe strecken) — 2.1. etw. aufbewahren :e tw.gut,
sorgfältig a.; alte Briefe (zur Erinnerung) a.; er
hebt alles auf 2.2 . etw. noch nicht verbrauchen und
für einen späteren Zeitpunkt, eine künftige Gelegen
heit (für sich selbst) lassen: ich habe mir für morgen
ein Stück Kuchen aufgehoben; O sich eine Über
raschung für den Schluß a.
—
8.1. etw. außer Kraft
setzen, abschaffen, nicht länger bestehen lassen: ein
Gesetz, einen Vertrag a. 8.2. etw. hebt etw. anderes
auf etw. hat den gleichen, aber entgegengesetzten
Wert wie etw. anderes und schafft dadurch einen
Ausgleich: der Verlust hebt den Gewinn auf; sich
a.: plus zwei und minus zwei heben sich (gegen
seitig) auf (ergeben Null) 8.8. etw. offiziell beenden:
eine Versammlung a.; + die / Tafel a.; -heben,
das + ohne (alles, jedes, großes) A. (ohne A uf
sehen zu erregen) etw. tun; viel, kein A., Aufhebens
90
Aufhebung — aufkommen
von etw., jmdm. machen (einer Sache, jmdm. große,
keine Bedeutung beimessen und dementsprechend
viel, wenig Worte darum machen); -hebung, die
/vorw. Sg .; zu -heben 3.1, 3 .3/; -hebungsvertrag,
der Jur. Vertrag, durch den die Aufhebung eines
bestehenden Vertrages durch die Vertragspartner in
gegenseitigem Einvernehmen vereinbart wird; -hei
tern /sw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn., der betrübt ist, heiter
stimmen, etw. heiter machen: einen Kranken (durch
eine frohe Nachricht, mit Späßen) a.; nichts
konnte ihn, seine Stimmung a. 1 .2 . sich a. heiter (1)
w erd en: sein Gesicht heiterte sich zusehends auf —
2. nur vereinzelt heiterte es, heiterte sich der Him
mel auf {wurde das Wetter freundlicher); wechselnd
wolkig, gebietsweise aufheiternd; zu 1.1 u. 2
- heiterung, die; -,
- en; zu 1.1: eine kleine A. brau
chen; zu 2 : wechselnd wolkig mit zeitweiligen
Aufheiterungen; -heizen /Vb./ T echn . etw.,
sich
allmählich erhitzen'.
Luft, Wasser, Gas a.; das
Wasser heizt sich auf; -helfen/Fö./ 1. jmdm. helfen,
sich aufzurichten, jmdm. beim Aufstehen behilflich
sein: einem Gestürzten a.; jmdm. vom Sessel a.
—
2. einer Sache a.: seinen Finanzen a. (seine F i
nanzen aufbessern); -hellen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw.
hell (2), heller machen: ein altes Gemälde a.; ver
gilbte Wäsche a .; O dieses Erlebnis hat seine Stim
mung aufgehellt (aufgeh eitert) 1.2 . sich a. hell (1),
heller werden: der Himmel hellt sich zusehends auf;
O jmds. Gesicht, Miene hellt sich auf (heitert sich
auf) — 2. etw., sich klären (2): die Hintergründe
eines Geschehnisses a.; das Problem hat sich endlich
aufgehellt; -hetzen /Vb.; hat/ 1.1 . jmdn. a. bös
willig in jmdm. gegen jmdn., etw. Haß, Unzufrieden
heit erzeugen: er hat seine Kollegen (gegen den Ab
teilungsleiter) aufgehetzt 1.2 . jmdn. durch Hetze (1)
zu etw. veranlassen: jmdn. zu einer Gewalttat a.;
- heulen /Vb./1 .1 . kurz, einmal, plötzlich heulen (1.2):
die Sirene, der Motor heult auf 1.2. umg. kurz,
plötzlich heulen (2): vor Schmerz a.;
- holen /Vb./
einen Rückstand, den Vorsprung eines anderen
wieder wettmachen, einholen: Planrückstände a.;
einen Vorsprung a .; der Zug hat (die Verspä
tung) aufgeholt; der Rennfahrer holte in der
zweiten Runde auf; -horchen /Vb./ 1 .1. au f ein
Geräusch, eine Äußerung aufmerksam werden und
hinhören: er horchte betroffen auf; ein Klopfen
an der Tür ließ sie a. 1 .2 . etw. läßt (jmdn.) a.
etw. erregt (jmds.) Aufmerksamkeit: diese Nach
richt ließ alle a.; ein Name, der a. läßt; -hören /Vb./
1.1. mit einer Tätigkeit nicht fortfahren, eine Tätig
keit beenden: a. zu arbeiten; mit Rauchen a.; hör
endlich auf (schweig; laß das sein)! 1.2. nicht länger
andauern, ein Ende nehmen: plötzlich hörte der
Sturm, das Lärmen auf; es hat aufgehört zu reg
nen; das muß aber a. (so kann es nicht weiter
gehen) ! 1.3. hier hört der Weg auf (erstreckt er sich
nicht weiter); -f / da hört (sich) doch alles auf!;
da hört der / Spaß auf!; -jauchzen /Vb./ kurz,
einmal, plötzlich jauchzen: laut (vor Freude) a.;
- kauf, der das Aufkäufen; -kaufen /Vb./ größere
Mengen einer Ware, einen Gesamtbestand von
Waren, einen ganzen Besitz kaufen: Altpapier,
Obst, eine Bibliothek a.; dazu -käufer, der; -keh
ren / Vb./ etw. zusammenkehren und auf eine Schau
fel nehmen: die Scherben, den Schmutz a.; ich
muß noch a.;
- keimen /Vb.; ist/ etw. entsteht lang
sam in jmdm., erwacht in jmdm.: Zweifel, ein Ver
dacht, Zuneigung keimt in jmdm. auf; eine auf
keimende Hoffnung; -klaffen /Vb.; hat, ist/ klaffen,
(plötzlich) einen breiten Spalt bilden: die Wunde
klaffte auf; O zwischen ihnen klafften erneut die
alten Widersprüche auf (traten offen zutage);
- k lappen / Vb.; hat/1.1 . einen Kofferdeckel a. (so be
wegen, daß der Koffer geöffnet wird) 1.2 . einen Koffer,
ein Buch a. (durch Bewegen eines seiner Teile öff
nen); -klaren /sw. Vb.; hat/ Meteor, klar, wolken
los werden: das Wetter, der Himmel klarte auf; ört
lich aufklarend; -klären /Vb.f 1. etw., sich völlig
klären (2): einen Irrtum, Zusammenhänge, Wider
sprüche a.; ein Verbrechen a.; das Mißverständnis
klärte sich rasch auf — 2.1. jmdn. über etw., jmdn.
genau informieren, unterrichten: jmdn. über einen
Umstand, ein Ereignis, eine Gefahr a. 2.2 . ein
Kind, einen Jugendlichen über sexuelle Belange
unterrichten: die Kinder sind in der Schule auf
geklärt worden 2.8 . die Bevölkerung a. (unter der
Bevölkerung agitieren) — 8. sich a. aufklaren: der
Himmel, das Wetter, es hat sich aufgeklärt —
4. Mil. die Verhältnisse, die Strategie auf der geg
nerischen Seite erkunden: die Stellungen des Geg
ners aufzuklären versuchen; -klarer, der; -s, -
Mil. 1. Aufklärungsflugzeug — 2. jmd., der die Ver
hältnisse, die Strategie auf der gegnerischen Seite
erkundet; -klärung, die 1. /vorw. Sg .; zu -klären 1,2,
4/ das Aufklären; zu 1: die A. eines Irrtums, Miß
verständnisses ; die Polizei bat die Bevölkerung um
Mitwirkung bei der A. des Verbrechens; zu 2.1:
die A. der Bevölkerung über Möglichkeiten der
Familienplanung — 2. Information, Äußerung, die
über etw.,
jmdn. aufklärt: jmdm. einige Auf
klärungen geben; A. über etw. verlangen — 3. Jo.
PI./ gegen den Feudalismus und seine wesentlich
christliche Weltanschauung gerichtete ideologisch
literarische Richtung des fortschrittlichen europä
ischen Bürgertums in der Periode der bürgerl. Re
volution im 17. und 18. Jh., die die Vernunft zum
Maßstab alles Existierenden machte: das Zeitalter,
ein Dichter der A.
Aufklärungs Mil.|
- flug, der dem Aufklären (4)
dienender Flug; -flugzeug, das mit besonderen
Apparaten, Geräten, Vorrichtungen, Instrumenten
versehenes Flugzeug zum A ufklären (4)
auf/Auf1 -kleben /Vb./ etw. auf etw. kleben (1.1):
eine Adresse (auf ein Paket) a.; jmdm. ein Pflaster
a.;
- k leber, der für einen bestimmten Zweck vor
gesehener (bedruckter) Zettel, den man aufkleben
kann; -klinken /Vb./ etw. durch Klinken öffnen: die
Tür a.;
- knacken /Vb./: Nüsse a. (knacken 2);
- knöpfen /Vb.; / auch aufgeknöpft/ etw. Z u
geknöpftes öffnen: (sich) den Mantel a.;
- knoten
/Vb./ 1.1. etw. a. die Knoten von etw. fest um etw.
Geschlungenem aufbinden: ein Paket a. 1.2. den
Schnürsenkel a. (den Knoten in einem Schnürsenkel
aufbinden); -kochen /Vb./ etw. kurz, einmal kochen
lassen: die Milch a.;
- kommen /Vb./ 1.1. herauf-
ziehen (3): ein Sturm, Unwetter kam auf; Nebel
kommt auf 1.2 . entstehen (1.2): Unruhe, ein Ge
rücht kam auf; in ihm kam Zweifel, ein Verdacht
auf; es wollte keine Stimmung a.; damals kam der
Bubikopf auf (wurde Mode, fand Verbreitung) —
2. für etw., jmdn. a. für etw., jmdn. die Kosten
übernehmen: für den Unterhalt der Kinder, für
die Kinder a.; für den gesamten Schaden, jmds.
Schulden, entstehende Kosten a.
—
3. gegen jmdn.,
Aufkommen — auflösen
91
etw. nicht a. jmdm., einer Sache nicht gewachsen
sein, gegen jmdn.,
etw. nichts ausrichten können:
gegen ihn kommst du nicht auf — 4. aufholen: der
Läufer kam auf und übernahm die Spitze des
Leides — 5. landsch., bes. süddt. bekannt werden,
herauskommen: der Schwindel ist aufgekommen;
- kommen, das; -s,
-
Gesamtmenge eines Erzeug
nisses, einer Gruppe von Erzeugnissen, materiellen
Leistungen, die in der Volkswirtschaft innerhalb
eines bestimmten Zeitraumes zur Verfügung steht:
die Bevölkerung immer besser mit Nahrungs
gütern aus dem eigenen A. versorgen; das staat
liche A. an Milch und Schlachtvieh erhöhen;
- kratzen fV b .; f t auch aufgekratzt/: (sich) eine
Wunde a. (durch Kratzen eine bereits verheilte
Wunde wieder öffnen); -kreischen / Vb.f kurz, einmal,
plötzlich kreischen: vor Entsetzen, Schmerz (laut,
gell) a.;
- krempeln fV b .f: die Hemdsärmel, Hosen
a. (nach oben krempeln, mehrmals Umschlägen);
- kreuzen fVb.; ist/ salopp bei jmdm., irgendwo a.
bei jmdm.,
irgendwo unvermutet erscheinen, auf-
tauchen: er ist heute bei mir aufgekreuzt; er kann
jeden Augenblick a.;
- kriegen fVb.f umg. etw.
aufbekommen; -kündigen fVb.f 1.1. etw. kündigen
(1.2): einen Vertrag a. 1 .2 . jmdm. die Freund
schaft a. (die Freundschaft mit jmdm. beenden,
lösen); -lachen fVb.f kurz, einmal, plötzlich lachen:
laut, schallend, höhnisch a.;
- laden fVb.f 1.1. eine
Ladung, Fracht auf ein Fahrzeug laden: Kohle,
Schutt, Säcke (auf einen Lastwagen) a. 1 .2 . einem
Tier, jmdm.,
sich eine Last auf den Rücken, die
Schultern packen: .dem Esel das ganze Gepäck a.;
er lud sich den Sack auf; O jmdm., sich viel Arbeit,
viele Sorgen, eine große Verantwortung a.
—
2.1. etw. laden (1.3): eine Batterie, einen Akkumu
lator a. 2.2. sich mit elektrischer Ladung versehen:
diese Textilien laden sich durch Reibung elektro
statisch auf; zu 2 -ladung, die: elektrostatische A .;
- läge, die 1. jAbk. Aufl./ Gesamtzahl der in einem
HerStellungsprozeß gedruckten Exemplare eines
graphischen Erzeugnisses: wie hoch ist die A.?; das
Werk ist in einer neuen, durchgesehenen, über
arbeiteten, erweiterten, unveränderten, in sechster
A. erschienen; das Vorwort zur vierten A.
—
2.1 .
efinem Rechtssubjekt von einem dazu befugten Organ
auferlegte Verpflichtung: an die Schenkung war
keine A. geknüpft 2.2 . /DDR/ Weisung eines soz.
staatlichen Organs, bes. an einen Betrieb: einem
Betrieb eine A. erteilen — 3. Überzug aus M etall:
die Bestecke haben eine A. aus Silber; -lagenhöhe,
die Höhe einer Auflage (1): das Buch erschien in
einer A. von 5000 Exemplaren; -landig /Adj.f
fachspr. vom Meer zum Land gerichtet: auflan
diger Wind; -lassen /Vb./1. umg. etw. offenlassen:
die Tür, das Fenster a.
—
2. umg. ich werde die
Kinder heute abend etwas länger a. (sie aufbleiben
lassen, ihnen erlauben, etwas später ins Bett zu gehen)
—
3.1. landsch.,
bes. süddt. österr. ein Ge
schäft a. (aufgeben, schließen) 3.2. Bergm. etw.
stillegen: ein Bergwerk, einen Stollen a.
—
4. Jur.
ein Grundstück a. Eigentumsrechte an einem Grund
stück auf einen anderen übertragen: einen Bauplatz
a.; zu 3 u. 4 -lassung,die; -,
- en \vorw. Sg ./; -lauern
fVb.f jmdm., einem Tier a. auf jmdn.,
ein Tier
lauern: er lauerte seinem Opfer auf; dem Wild a.;
- lauf, der 1. große Anzahl Menschen, die unter
freiem Himmel an einer bestimmten Stelle zusammen
geströmt sind: was hat dieser A. zu bedeuten?;
einen A. verursachen — 2. in einer feuerfesten Form
überbackene und in ihr aufgetragene (Mehl)speise:
einen A. machen; -laufen /Vb.; ist/ 1. auf Grund
(1.3.1) gera ten : das Schiff ist (auf eine, einer Sand
bank) aufgelaufen — 2. anwachsen, sich anhäufen:
die Zinsen sind auf 100 Mark aufgelaufen; auf-
gelaufene Rechnungen; Post a. lassen; -leben fV b .;
ist/ 1.1. neue Lebenskraft bekommen: sie lebt sicht
lich auf, seit ihre Tochter wieder bei ihr wohnt;
nach dem Regen lebte die Natur auf; durch das
Gespräch lebte er auf (wurde er munter) 1.2 . von
neuem entstehen: die Diskussion lebte wieder auf
(wurde wieder lebendig); alte Bräuche (neu) a. las
sen; -legematratze, die dünne Matratze, die zu
sätzlich auf eine Matratze gelegt wird; -legen /Vb.;
ft auch aufgelegt/ 1. etw. auf etw. legen (1): eine
neue Tischdecke a. (auf den Tisch legen); eine
(Schall)platte a. (zum Abspielen 1 auf den Teller
des Plattenspielers legen); Briketts a. (auf das
Feuer legen); Rouge, Schminke a. (auf das Gesicht
a u ftragen 1);' der Teilnehmer hatte schon (den
Hörer) aufgelegt (den Hörer auf den Apparat gelegt
und damit das Telefongespräch beendet); ein Pflaster
a. (auf die Wunde legen); die Ellenbogen a. (auf-
stützen) — 2. ein Buch drucken, herausgeben: einen
Gedichtband neu a .; dieser Roman ist noch nicht
wieder aufgelegt worden; -leger, der; -s, - A uflege
matratze; -lehnen /Vb.j sich gegen etw., jmdn. a.
sich weigern, etw., jrnds. Willen, Anschauung, Herr
schaft für sich als berechtigt, verbindlich anzuerken
nen, sich gegen etw., jmdn. empören: sich gegen sein
Schicksal, gegen jmds. Ansicht, gegen den Vater a .;
das Volk lehnte sich gegen die Unterdrückung auf;
sein Gefühl lehnte sich dagegen auf; dazu -leh-
nung, die; -,
- en; -lesen /Vb./1.1. etw. aufsammeln
(1.1) : Papier, Scherben, Fallobst a. 1.2 . umg. jmdn.
auffinden und mit sich nehmen, jmdn. aufsammeln:
er hat den Betrunkenen auf der Landstraße auf
gelesen; wo hast du dieses Mädchen aufgelesen
(aufgegabelt 1.1)?; O sich etw. a .: ich habe mir
diese Krankheit im Zug aufgelesen (habe m ich im
Zug angesteckt); ich habe mir im Hotel Flöhe auf-
gelesen (habe im Hotel Flöhe bekommen); -leuchten
/Vb.; hat, ist/ plötzlich, kurz leuchten (1); zu leuch
ten beginnen: eine Lampe, ein Streichholz, Stern
leuchtet auf; Scheinwerfer leuchten auf; O sein
Gesicht leuchtete auf (zeigte einen Ausdruck des
Glücks), als er das hörte; -liefern /Vb./ etw. au f
geben (1.1): ein Telegramm, Paket a.;
- l iegen /Vb./
1. au f etw. liegen (1.2): der Balken liegt fest auf dem
Mauerwerk auf — 2. umg. 2.1 . sich den Rücken a.
(durch lange Bettlägerigkeit am Rücken wund werden)
2.2 . sich a. sich Wundliegen: der Patient hat sich
aufgelegen; -lockern /Vb./ 1.1. etw. Festgewordenes
wieder locker (3) machen: die Erde mit einer Hacke
a. 1.2 . die Bewölkung lockert sich auf (die Wolken
hören auf, eine dichte Wolkendecke zu bilden) —
2. sich a. seine Muskeln entspannen: vor dem Lauf
lockerte sich der Sportler auf — 3 . etw. abwechs
lungsreicher machen: ein Wohngebiet durch Grün
flächen a.;
- lodern /Vb.; ist/ plötzlich lodern: die
Flammen loderten auf; <> in ihm loderte Haß auf;
- lösen /Vb.; ft auch aufgelöst/1.1 . etw. lösen (5.2):
Zucker, Salz, eine Tablette in Wasser a. 1.2. sich
lösen (5.1): Zucker löst sich in Wasser auf 1.3 . der
Nebel löst sich auf (verschwindet, indem er ver
92
Auflösung — aulnehmen
dunstet, sich als Tau niederschlägt) — 2.1« etw. a.
die Verschlingung von etw. Gebundenem, Geflochtenem
beseitigen: eine Schleife a.; sich das Haar a. 2.2.
sich a.: die Schleife hat sich aufgelöst (ist a uf-
gegangen 4.3) — 3. etw. nicht länger bestehen lassen:
einen Haushalt a.; ein Geschäft, eine Praxis a.
(schließen 1.4) — 4 .1. etw. klären, entwirren, ent
rätseln: einen Widerspruch a. 4 .2 . etw. a. die Lösung
von etw. finden: eine Gleichung a.; ein Rätsel a.;
+ etw. hat sich in / Luft aufgelöst; in / Tränen
aufgelöst sein; etw. löst sich in
Wohlgefallen
auf; -lösung, die 1. fvorw. Sg .; zu -lösen 1, 3, 4/; zu
1.3: die A. von Wolkenfeldern; zu 3: die A. eines
Geschäftes; zu 4.2: die A. der Gleichung ist schwie
rig — 2. Io. PI./ der Kadaver ist schon in A. be
griffen, befindet sich schon in A. (verwest schon) —
3. /o. PI./ sie war in einem Zustand der A. (war
völlig verwirrt, verstört); -machen /Vb.f 1. umg.
1.1. etw. öffnen (1.1, 1.3): das Fenster, die Tür a.;
niemand hat mir aufgemacht (mir die Tür geöffnet);
den Koffer, ein Paket, den Mund, die Augen, den
Mantel a.; einen Brief, eine Flasche a. 1 .2. fü r den
Publikumsverkehr öffnen, geöffnet werden: die Le
bensmittelgeschäfte machen um acht Uhr auf —
2. umg. etw. eröffnen, gründen: ein Geschäft, eine
Filiale a.
—
3. etw. in bestimmter W eise (für den
Verkauf) gestalten: die Auslagen, Waren, ein Buch
hübsch, geschmackvoll a .; groß aufgemachte
Werbeschriften; um g. sie hatte sich auf jung auf-
gemacht (zurechtgemacht) — 4 . sich auf den Weg
machen, aufbrechen: sich früh (in die Stadt) a.;
+ein/Faß,den/ Munda.;
- machung, die;
- en 1.1. äußere Gestaltung, Art, in der etw. zurecht
gemacht ist: ein Buch in ansprechender A .; die ge
schmackvolle A. einer Verpackung; die Zeitung
berichtete darüber in großer A. 1.2. umg. Art, in
der jmd. zurechtgemacht, gekleidet ist: sie wollte
nicht in dieser A. hereinkommen; -malen /Vb./
etw. auf etw. malen, zeichnen: ein Bild auf eine,
einer Wand a.;
- marsch, der das A ufmarschieren:
der A. des Regiments; -marschieren /Vb./ in grö
ßerer Zahl in geordneten Reihen marschierend heran
kommen und sich aufstellen: das Regiment mar
schierte auf; -maß, das /PI.
- e/ Bauw. die durch
Aufmessen ermittelten M aße von einem Gebäude;
- meißeln jVb.j etw. mit dem Meißel öffnen: den
Kiefer, Schädel a.; -merken / Vb./1. aufhorchen (1.1):
ein Klopfen an der Tür ließ sie a.
—
2. geh. auf
etw. achtgeben (1.2): merk auf (auf das), was ich
dir sage!; sie merkte auf alles auf, was sie sah; gut
a.;
- merksam /Adj./ 1.1 . voller Konzentration
auf etw.,
jmdn. sehend, hörend, seine ganze A uf
nahmefähigkeit auf etw.,
jmdn. richtend: a. sein,
zuhören, lesen; ein aufmerksamer Zuhörer, Be
obachter; aufmerksame Blicke; jmdm. a. folgen
1.2. auf jmdn., etw. a. werden (jmdn., etw. wahr-
nehmen 1); jmdn. auf etw., jmdn. a. machen (hin-
weisen) — 2. zuvorkommend: ein aufmerksamer
Gastgeber; das ist sehr a. von Ihnen; -merksam-
keit, die; -,
-en 1. jo. PI .; zu -merksam 1.1/ das
Aufmerksamsein: mangelnde, gespannte, höchste
A .; um allgemeine A. bitten; die A. der Zuhörer
ließ nach; der Vorfall erregte seine A .; jmds. A .
auf sich ziehen, lenken; dieses Werk verdient alle
A. (Beachtung) ~ 2.1 . aufmerksames (2) Verhalten
(das sich in einer Gefälligkeit ausdrückt): er umgab
sie mit großer A. 2 .2 . Gefälligkeit, die von auf
merksamem (2) Verhalten zeugt: jmdm. viele Auf
merksamkeiten erweisen — 3 . eine kleine A. ein
kleines Geschenk: jmdm. eine kleine A. mitbringen;
-messen /Vb./ Bauw. etw. a. die Maße von etw. im
einzelnen feststellen: einen Raum, eine Etage a.;
- möbeln /sw. Vb.; hat/ salopp 1.1. jmdn. auf-
heitern: der Besuch hat sie aufgemöbelt; ich werde
dich schon (tüchtig) a. 1.2. etw. muntert jmdn. auf:
der Kaffee hat mich aufgemöbelt; -muck(s)en
/Vb./ umg. leicht aufbegehren: gegen jmdn., etw. a .;
keiner'wagte aufzumuck(s)en; -muntern jsw. Vb.;
hat/ 1.1. jmdn. aufheitern: jmdn. mit einem Scherz
a. 1 .2 . etw. muntert jmdn. auf etw. versieht jmdn.
wieder mit frischen Kräften, läßt jmdn. eine Er
schöpfung überwinden: der Kaffee hat mich auf
gemuntert — 2. jmdn. zu etw. ermuntern : jmdn. zu
einer Arbeit a.; jmdn. a. zuzulangen; jmdm. auf
munternd zulächeln; dazu -munterung, die; -,
- en;
- nähen /Vb./ etw. auf etw. nähen: ein Mantel mit
aufgenähten Taschen; -nähme, die; -,
-n 1. /vorw.
Sg.;zuaufnehmen2.1,2.3,3,4,6,7,8,9,11,12/
das Aufnehmen; zu 2.1: die A. (der Beginn) von
Verhandlungen; zu 2.3: die A. (Herstellung) diplo
matischer Beziehungen; zu 3.1: jmdm. eine herz
liche A. (Empfang) bereiten; zu 4.1: die A. (Zu
lassung als M itglied) in eine Organisation, in die
Partei beantragen; zu 6 : die A. von Nahrung; zu 9:
der Film fand gute A. (fand Zustimmung) beim
Publikum; der Vorschlag fand begeisterte A .;
zu 11.1: die A. (Registrierung) der Personalien; zu
12.1: Achtung, A. (Filmaufnahme)!; zu 12.2: die A.
(das Aufzeichnen 2.2) einer Oper, eines Konzerts —
2.1. Fotografie (2): die A. ist gelungen, unscharf;
eine A. vergrößern lassen; von jmdm. eine A.
machen 2.2 . das Aufgezeichnete (2.2): das Konzert
wurde als A. gesendet
Aufnahme/aufnähmeI -antrag, der Antrag um A uf
nahme in eine Organisation, Partei: einen A. stel
len; -fähig /Adj.; nicht adv./ fähig, etw. aufzuneh
men (7): ich war nicht mehr a. für Musik; dazu
- fähigkeit, die jo. Pl.j
- prüfung, die für die Auf
nahme in eine Bildungseinrichtung erforderliche
Prüfung: die A. bestehen
auf/Auf1 -nehmen /Vb./ 1.1. jmdn.,
etw. hoch
nehmen, hochheben, etw. von da, wo es liegt, in die
Hand, auf ein Gerät nehmen: die Mutter nahm das
Kind auf (nahm es auf den A rm ); die Kartoffel mit
der Gabel a. (auf die Gabel bringen); den Handschuh
(vom Boden) a. (aufheben) 1.2. landsch. etw. auf-
wischen (1.1): das Wasser mit dem Lappen a.
—
2.1. etw. beginnen (1.1): er nahm seine Arbeit am
1. September auf; die Produktion von etw., den
Flugverkehr, die Ermittlung a. 2 .2 . etw. aufgreifen
(2) und weiterführen: einen Gedanken, eine An
regung a. 2.3 . einen Kontakt (mit jmdm.) a. einen
Kontakt zu jmdm. hersteilen: Verhandlungen (mit
jmdm . ) a.; diplomatische Beziehungen mit einem
Land, zu einem Staat a. 2 .4 . eine Fährte a. (zu
verfolgen beginnen) — 3.1. jmdn. empfangen und
bei sich wohnen und schlafen lassen, beherbergen:
wir sind sehr gut, herzlich aufgenommen worden;
jmdn. bei sich für eine Nacht a.; O dichter Wald
nahm uns auf (umgab uns) 3.2. einen Patienten in
ein, einem Krankenhaus a. (ihm einen Platz fü r die
stationäre Behandlung im Krankenhaus geben) —
4.1. jmdn. als Mitglied einer Organisation, Partei
zulassen, einer Gemeinschaft beitreten lassen: jmdn.
Aufnehmer — aufrauchen
93
als Mitglied in eine Organisation a.; er ist in die
Partei aufgenommen worden; einen Schüler in der
erweiterten, die erweiterte Oberschule a. 4 .2 . etw.
in etw. einbeziehen: ein Stück in den Spielplan a.;
ein Gedicht in eine, einer Anthologie a. (darin
drucken lassen) — 5. etw. nimmt etw., jmdn. auf
etw. bietet Platz für etw., jmdn., etw. faßt etw., jmdn.:
das Silo kann viel Grünfutter a.; der Saal nimmt
200 Personen auf — 6 . der Boden hat das Regen
wasser aufgenommen (das Regenwasser ist in . den
Boden eingedrungen und zu einem Bestandteil von
ihm geworden); Nahrung a. (zu sich nehmen 1.6) —
7. das Kind nimmt (alles) leicht, schnell auf (lernt,
erfaßt alles leicht, schnell) — 8. eine Anleihe, einen
Kredit, ein Darlehen a. (in Anspruch nehmen) —
9. etw. in bestimmter Weise ä. auf etw. in be
stimmter Weise reagieren (1.1): eine künstlerische
Darbietung herzlich, mit Beifall a.; einen Vor
schlag freundlich, kühl, mit Zurückhaltung a.
—
10. es mit jmdm. a. sich jmdm. gewachsen fühlen,
sich mit jmdm. messen können: ich nehme es mit
dir (im Trinken) noch allemal auf; keiner kann es
mit ihm a.
—
11.1. etw. registrieren (1.1): jmds.
Personalien, das Inventar a. 11 .2. etw. schriftlich
festhalten: ein Protokoll a.; der Ober nimmt die
Bestellungen auf; einen Unfall a. (protokollieren) —
12.1. etw., jmdn. fotografieren, filmen: ein Motiv,
eine Gruppe, eine Szene a. 12.2. etw. auf Tonband,
auf eine Schallplatte übertragen: eine Oper ä.; ein
Gespräch auf Band a.
—
13.1. Laufmaschen a.
(Maschen, die sich gelöst haben, als Maschen wieder
herstellen, repassieren) 13.2. H andarb. Maschen a.
(beim Stricken Maschen hersteilen, indem man den
Faden um die Nadel schlingt); -nehmer, der; -s,
-
1and sch. Kehrichtschaufel; -notieren fVb.f etw.
notieren (1): sich eine Adresse a.;
- nötigen /Vb.f
jmdm. etw. a. jmdn. nötigen, etw. anzunehmen,
jmdm. etw. aufdrängen: jmdm. noch ein Stück
Kuchen a.;
- oktroyieren jVb.j jmdm. etw. auf-
zwingen: jmdm. seine Meinung a.;
- opfern, sich
fV b .; / auch -opfernd/ sich (für jmdn., etw.) a.
sich ohne Rücksicht auf die eigene Person für jmdn.,
etw. einsetzen: sich für die Familie, für eine große
Aufgabe a.;
- opfernd fAdj.; / auch -opfern/ ent
sagungsvoll, selbstlos: aufopfernde Arbeit; -Opferung,
die; -,
- en fvorw. Sg .; zu -opfern/: die A. für seine
Familie; jmdn. mit A. (aufopfernd) pflegen;
- opferungsvoll fAdj.f entsagungsvoll, selbstlos: jmds.
aufopferungsvolle Pflege; -packen fVb.f u m g .:
jmdm. die ganze Last der Verantwortung, sich
viel Arbeit a. (aufladen 1.2); -päppeln /sw. Vb.; hat/
umg. jmdn.,
bes. ein Kind, einen Kranken, mit
besonderer Sorgfalt ernähren, um ihn (wieder) zu
Kräften zu bringen: wir werden ihn schon (wieder)
a.; -passen jVb.j 1.1. aufmerksam sein: beim Unter
richt, im Straßenverkehr a.; er paßt nicht auf (ist
unkonzentriert); aufgepaßt (Achtung)'.; umg. paß
mal auf (du wirst sehen), es wird noch alles gut
werden 1.2. auf etw., jmdn. seine Aufmerksamkeit
richten: auf die Verkehrszeichen, den Weg a.; paß
auf (sei vorsichtig, sieh dich vor), daß du dich nicht
erkältest!; paß auf das Kind auf (sorge dafür, daß
es keinen Schaden erleidet)'.; ich werde auf die
Sachen a.;
-f- a. wie ein J* Schießhund; -peit
schen jV b.; hat/ 1. der Sturm peitscht das Meer auf
(wühlt es auf) — 2. etw. peitscht etw,, jmdn. auf
etw. versetzt etw.,
jmdn. durch starke Reize, Ein
drücke in heftige Erregung: diese Musik peitschte
die Sinne, die Tanzenden auf; aufpeitschende
Worte; -pflanzen fVb.f 1.1 . eine Fahne a. (eine
Fahne mit einer Stange irgendwo hinstellen) 1.2. das
Seitengewehr, Bajonett a. (auf das Gewehr stecken)
—
2. salopp sich irgendwo a. sich irgendwo für alle
sichtbar (provozierend) hinstellen: sich vor jmdm.,
am Eingang a.;
- p icken /Vb./ etw. pickend auf-
nehmen: ein Vogel pickte die Körner auf; -plätten
fVb.f landsch. etiv. aufbügeln: eine Hose a.;
-p latzen /Vb./ 1.1. ruckartig aufgehen (4.3): die
Naht ist aufgeplatzt 1.2. die Knospen platzen auf
(öffnen sich 3.2); -plustern fsw. Vb.; hat/ [,. p lu:..]
1. der Vogel plustert seine Federn auf, plustert
sich auf (sträubt seine Federn und bläht sich dadurch
auf) — 2. umg. sich großtun: sich mit seinem Kön
nen a.;
- polieren jVb.j etw. durch Polieren wieder
glänzend machen: Möbel a.; O umg. jmds. An
sehen a. (aufbessern); -polstern /Vb./ etw. a. die
Polsterung von etw. aufarbeiten: ein Sofa a. lassen;
- prägen jVb.j etw. durch Prägen (1.1) auf etw. brin
gen: auf die Löffel ein Monogramm a.; O seine
Persönlichkeit hat dem W erk einen ganz beson
deren Stempel aufgeprägt; -prall, der; -s, jo. P l.j
das A ufprallen: das Flugzeug explodierte beim A.
auf den, dem Erdboden; -prallen jVb.; istf auf,
gegen etw. prallen (1): das Flugzeug ist auf den,
dem Erdboden aufgeprallt; auf ein entgegen
kommendes Auto a. (fahrend gegen ein entgegen
kommendes Auto prallen); -preis, der Preisauf
sch lag : der Schrank wird gegen einen A. mit Spiegel
geliefert; -probieren /Vb.j etw. zur Probe aufsetzen
(1.1): einen neuen Hut, eine neue Brille a.;
- pul
vern jVb.j umg. 1.1. sich, jmdn. mit Kaffee,
Tabletten a. (künstlich gesteigerte Leistungsfähig
keit, Kraft geben) 1.2 . die Tabletten, der Kaffee
pulverten ihn auf (gaben ihm künstlich gesteigerte
Leistungsfähigkeit, K raft); -pumpen jVb.j etw.
durch Pumpen prall mit Luft füllen: einen Reifen,
eine Luftmatratze a.; -pusten /Vb.j landsch. 1. etw.
aufblasen: einen Luftballon a .; die Backen a.
—
2. umg. sich großtun: pust dich nicht so auf!;
- putschen jVb.j 1. jmdn. aufwiegeln: die Kollegen
(gegen den Leiter, gegen eine Maßnahme) a.; die
Menge a.
—
2. jmdn., sich, seine Nerven durch
Kaffee, Tabletten a. (in einen Zustand unnatür
licher, künstlich gesteigerter Erregung versetzen); die
Leidenschaften a .; aufputschende Mittel; -quellen
fVb.f 1. Erbsen a. (quellen) lassen — 2. ungesund
dick, schwammig werden: sein Gesicht ist in letzter
Zeit aufgequollen; ein aufgequollener Leib; -raffen
fVb.f 1. etw. raffend (1) außeben (1.1): seine Sachen
(vom Boden, Schreibtisch) a.
—
2. sich mühsam,
m it Überwindung erheben (2.1): sich (vom Sofa,
vom Boden) a.
—
3. sich zu etw. Bestimmtem a.
sich unter Aufbietung aller Willenskräfte dahin
bringen, etw. Bestimmtes zu tun: heute habe ich
mich endlich mal zum Briefeschreiben aufgerafft;
- ragen fVb.f in die Höhe ragen: der Turm ragt
(hoch) in den, zum Himmel auf; -rappeln, sich
fVb.f umg. 1. sich aufraffen (2): er fiel hin, rappelte
sich aber wieder auf — 2 . sich (wieder) a. nach
längerer Krankheit (durch eigene Anstrengung,
Energie) wieder gesund werden: es ging ihm lange
Zeit sehr schlecht, aber jetzt hat er sich wieder
aufgerappelt; -rauchen jVb.j etw. rauchen, bis nichts
mehr davon übrig ist: eine Schachtel Zigaretten a.;
94
aufräufeln — aufrütteln
- räufeln /sw. Vb.; hat/ landseh. etw. auftrennen
(2): einen Pullover a.; -rauhen /sw. Vb.; hat/ etw. a.
die Oberfläche von etw. rauh machen: Leder mit
Sandpapier a.; -räumen /Vb.; / auch aufgeräumt/
1.1. etw. a. die Ordnung in etw. wiederherstellen: das
Zimmer, den Schrank a. 1.2. etw. wegräumen, wieder
an seinen Platz stellen, legen: die Spielsachen a.
—
2. mit etw. a. etw. Negatives beseitigen: mit Vor
urteilen, Mißständen a .;
- rauschen /Vb.; ist/ plötz
lich rauschend ertönen: Musik, Beifall rauschte auf;
- rechnen /Vb.f etw. gegen etw. a. etw. mit etw. ver
rechnen : Forderungen gegeneinander a .;
- recht
/Adj./ 1. gerade, aufgerichtet: a. stehen, sitzen; sein
aufrechter Gang; sich kaum noch, nicht mehr a.
halten können (so müde, erschöpft sein, daß man
sich hinlegen, hinsetzen möchte); <> diese Hoffnung
hält mich noch a.
—
2. unerschrocken, mutig, auf
richtig und standhaft: ein aufrechter Kämpfer,
Patriot
aufrecht/Aufrechtj -erhalten /Vb.f etw. (im bis
herigen Zustand) erhalten, bestehen lassen: einen
Kontakt, eine Behauptung a .; den Frieden a.;
dazu -erhaltung, die
auf/Auf1-recken /Vb./1.1. etw. in die Höhe recken:
die Arme, den Kopf a. 1.2. sich zu seiner ganzen
Größe aufrichten: sich drohend a.;
- regen /Vb./
1.1 . jmdn. in eine heftige Gemütsbewegung versetzen,
jmdn. erregen: die Nachricht, sein Verhalten regte
mich auf; ein aufregender Film; er war sehr auf
geregt; die aufgeregten Gemüter beruhigen 1.2.
sich a. in eine heftige Gemütsbewegung geraten, sich
erregen: sich über jmdn., etw. sehr a.
—
2. umg.
sich über etw.,
jmdn. abfällig äußern, entrüsten:
die Nachbarn haben sich über sein Benehmen auf
geregt; -regung, die heftige Gemütsbewegung, E r
regung : das ist kein Grund zur A .; der Kranke muß
jede A. vermeiden; alle Aufregungen von jmdm.
fernhalten; in der A. alles vergessen; vor A. zittern;
- reiben /Vb./ 1. jmdn., sich a. jmds., seine Kräfte
zermürben, völlig verbrauchen: die Sorge hat ihn
aufgerieben; er hat sich in seinem Beruf, bei dieser
Arbeit aufgerieben; eine aufreibende Tätigkeit —
2. eine militärische Einheit im Kampf vernichten: die
Kompanie wurde bei diesen Kämpfen völlig auf
gerieben; -reihen /sw. Vb./ 1.1. etw. auf einem Fa
den zu einer Reihe aneinanderfügen: Perlen a.
1.2. etw. in einer Reihe aufstellen: Bücher auf einem
Regal a.;
-reißen /Vb./ 1.1. etw. schnell, mit einem
Ruck öffnen (hat): die Tür, das Fenster a.; sich die
Bluse a .; die Augen, den Mund (vor Schreck) a.
(weit öffnen) 1.2. etw. durch Reißen (1.1) öffnen
(hat): einen Brief, eine Packung Zigaretten a.
1.3 . etw. aufbrechen (1.2) (hat): die Straße, das
Pflaster a. 1.4.1. (hat) ich habe mir den Ärmel auf
gerissen (ein Loch in den Ärmel gerissen); sich bei
einem Sturz die Hände, Haut a. (verletzen) 1.4 .2 .
(ist) die Hose ist aufgerissen (hat einen R iß be
kommen) — 2. Techn. etw. maßstabgerecht auf-
zeichnen (hat): ein Werkstück a. *
—
3. etw. im
Überblick, in großen Zügen darstellen (hat): ein
Thema, Problem a.
—
4. (hat) salopp er hat ein
tolles Mädchen aufgerissen (ken nengelern t); -{- die
/ Klappe a.; / Mund und Nase a.;
-reizen fVb.f
etw., jmdn. in starke Erregung versetzen, stark er
re gen : die Musik reizte seine Sinne, Nerven auf;
jmds. Phantasie a.; aufreizende Worte, Rhythmen;
sie hatte ein aufreizendes Lächeln; -richten /Vb,/
1. sich, jmdn.,
etw. aus liegender od. gebeugter
Haltung, aus waagerechter Lage in die Höhe, senk
rechte Lage bringen: sich hoch, zu voller Länge a.;
sich im Bett a .; einen Kranken a .; einen Gestürzten
wieder a. (auf die Beine stellen); den Oberkörper a.;
eine Leiter a.; den Mantelkragen a. (hochschlagen);
das Getreide richtete sich nach dem Regen wieder
auf — 2. etw. errichten (1.2): einen Zaun, ein Hin
dernis a.
—
3.1. jmdn. a. jmdm. neuen Mut zum
Leben geben, zu finden helfen: einen Verzweifelten
(durch Zuspruch) a .; der Gedanke an seine Kinder
richtete ihn wieder auf 3.2 . sich an jmdm. , etw. a.
durch jmdn.,
etw. neuen Lebensmut schöpfen: ich
habe mich in meiner Verzweiflung an ihm, seinem
Zuspruch aufgerichtet; -richtig /Adj./ seinem
innersten Gefühl, seiner Überzeugung ohne Ver
stellung Ausdruck gebend, ehrlich: ein aufrichtiger
Mensch; a. sein; etw. a. bedauern; dazu -richtig-
keit, die; -riß, der 1. T e ch n . maßstabgerechte
Zeichnung der Vorder- od. Seitenansicht eines Kör
pers (2): ein Haus im A. darstellen — 2. kurze, zu
sammengedrängte Darstellung, die einen Überblick
(über ein bestimmtes Fachgebiet) vermittelt: das
Geschichtsbuch bietet einen A. von der Frühzeit
bis zur Gegenwart; -ritzen jV b .j 1.1, etw. durch
Ritzen (1.1) öffnen: die Verpackung a. 1.2. sich,
jmdm. die Haut ritzen (1.2): sich mit einer Nadel
die Haut a.;
- rollen /Vb.; hat/ 1. etw. zu einer
Rolle, auf eine Rolle wickeln: einen Teppich, ein
Kabel a.
—
2. etw., das zu einer Rolle, auf eine
Rolle gewickelt ist, öffnen, entfalten: einen Teppich,
eine Landkarte a.
—
3. etw. eingehend behandeln
und zu klären suchen: ein Problem a.
—
4. Mil. eine
gegnerische Stellung a. (von der Flanke her an
greifen und nehmen); -rücken /Vb.; ist/ 1. vor-
rücken und so eine entstandene Lücke in einer Reihe
schließen, zusammenrücken: bitte a.!
—
2. ver
alten d befördert werden, einen höheren (Dienst)rang
erreichen: in eine leitende Stellung a.;
- ruf, der
1. /vorw. Sg./ das A ufgerufenwerden: Eintritt erst
nach A.
—
2. Öffentlicher A ppell (1.1): einen A. an
die Bevölkerung ergehen lassen; einen A. unter
zeichnen, anschlagen; -rufen /Vb./ 1. den N a m en
eines einzelnen aus einer Menge zu einem be
stimmten Zweck (laut) rufen: die Patienten einzeln,
nach der Reihe a.; die Schüler (nach dem Alpha
bet) a.
—
2. jmdn. öffentlich zu einer bestimmten
Aktion auffordern, an jmdn. appellieren: die Be
völkerung zu einer Demonstration, zu freiwilligen
Spenden a.; -rühr, der; -(e)s, -e 1. Rebellion: es kam
zum offenen A .; der Ä. bricht los; einen A. blutig
niederschlagen — 2. /vorw. Sg./ heftige Erregung:
jmds. Gefühle, Sinne, Leidenschaften in A. bringen;
O geh. ein, der A. der Elemente (Unwetter);
- rühren /Vb./ 1. etw. durch Umrühren in eine auf-
steigende Bewegung bringen: den Bodensatz,
Schlamm a.
—
2. geh. 2.1, etw. rührt jmdn. auf
etw. versetzt jmdn. in heftige Erregung: die Nachricht
rührte ihn im Innersten auf 2.2. etw. erregen ,
w eck en : Gefühle, die Leidenschaften a.
—
3. etw.
Unangenehmes wieder in Erinnerung, zur Sprache
bringen : eine längst vergessene Geschichte a .;
-runden /Vb./ eine Zahl durch Hinzufügen einer
Zahl auf die nächste runde Zahl bringen, nach oben
abrunden: eine Geldsumme von 89 Mark auf
90 Mark a.;
-rüsten /Vb./ rüsten, die Rüstung ver
stärken; dazu -rüstung, die /vorw. Sg./; -rütteln
aufs — aufselmüren
95
/Vb./ jmdn. wecken, indem man ihn rüttelt: jmdn.
aus dem Schlaf a.; O das Gewissen der Menschen
a.; jmdn. aus seiner Gleichgültigkeit a.; ein auf
rüttelnder Appell
aufs /Präp. auf + Akk, (das) von xdas/ 1. / aauf
(1.2, 2.2 .1, 4, 5, 6, 7, 8); /in einigen Fällen heute
nur aufs/: sich a. Rad schwingen — 2, /bezeichnet in
Verbindung mit dem adv. gebrauchten Superl. einen
sehr hohen Grad/: jmdn. a. herzlichste (sehr herzlich)
grüßen lassen; a. beste (sehr gut) versorgt sein
auf/Auf! -sagen jVb I 1, etw. auswendig Gelerntes
vortragen: ein Gedicht a.
—
2. geh. jmdm. etw.
kündigen: jmdm. die Freundschaft a.;
-sammeln
jVb.j 1.1, etw. auf dem Boden verstreut Umher-
liegendes einzeln aufheben, etw. auflesen: Papier,
Scherben, Fallobst a. 1,2. umg. jmdn. auflesen
(1.2): er hatte den Betrunkenen auf der Land
straße aufgesammelt; -sässig /Adj./ trotzig u nd
widersetzlich: ein aufsässiges Fand; sich gegen
jmdn. a. verhalten; dazu -sässigkeit, die;
jo.
Pl.f; -Satz, der 1.1. im Unterricht od. zu Hause
vom Schüler angefertigte zusammenhängende schrift
liche Äußerung zu einem vom Lehrer gestellten
Thema: einen A. schreiben 1.2. kürzere (wissen
schaftliche) Abhandlung über ein bestimmtes Thema:
einen A. über die neuesten Forschungsergebnisse
schreiben, veröffentlichen; an einem A. für eine
Zeitschrift arbeiten — 2. auf ein Möbelstück auf
gesetzter T e il : ein Schlafzimmerschrank mit einem
A.;
-satzthema, das /PI.
- themen/ Thema eines
Aufsatzes (1.1); -saugen /Vb.f: der Erdboden,
Schwamm, das Löschblatt hat die Nässe schnell
aufgesaugt, aufgesogen (aufgenom m en 6); -schauen
/Vb.f 1. landsch. aufblicken (1): freundlich (zu
jmdm.) a.; er schaute flüchtig auf, als sie herein
kam; von der Arbeit a.
—
2. zu jmdm. aufblicken
(2): mit Bewunderung zu jmdm. a .;
-schäumen
/Vb.; ist/ 1. plötzlich schäumend emporsteigen: das
Meer schäumt auf; der Sekt schäumt (im Glas)
auf — 2. zornig auffahren (6): vor Wut a.; -scheu
chen /Vb.f ein Tier, jmdn. hochscheuchen: einen
Schwarm Spatzen, einen Hasen a.; jmdn. von
seinem Lager a.; O jmdn. aus seinen Betrach
tungen a. (jäh herausreißen); -scheuern /Vb.f sich
etw. durch ständige Reibung (2) verletzen: ich habe
mir die Haut aufgescheuert; aufgescheuerte (w un d
gescheuerte) Fersen; -schichten /Vb./ 1 .1. etw. zu
einem Stapel o. ä . schichten: Holz, Bücher a. 1.2.
etw. durch Schichten hersteilen: einen Holzstoß,
Bücherstapel a.;
-schieben /Vb.; hat/ etw. auf
einen späteren Zeitpunkt verlegen, etw. hinaus
schieben: seine Abreise, eine Entscheidung a.;
-schießen /Vb.; ist/ schnell in die Höhe wachsen:
nach dem Regen sind die Pilze, ist die Saat auf
geschossen; ein lang aufgeschossener (sehr gro ß e r
und zugleich schmaler) Junge; -schlag, der 1. /vorw.
Sg./ das Aufschlagen (1): das Flugzeug wurde bei
dem A. völlig zertrümmert — 2. Geldsumme, um
die ein Preis zusätzlich (für eine besondere Leistung)
erhöht wird : für diesen Film mit Überlänge muß
ein A. (von 50 Prozent) gezahlt werden — 3 .1 .
nach außen umgeschlagener Stoffteil am Rand eines
Hosenbeins, Ärmels: eine Hose ohne A. 3.2.
1Revers: ein Jackett mit breiten Aufschlägen —
4. Tennis Tischtennis 4.1.fo. PI .; zu -schlagen
6/: den A. haben (aufschlagen 6); einen harten A.
haben 4.2 . bei 4.1 gespielter Ball: sein A. ging ins
Netz; -schlagen /Vb./ 1. heftig auf etw. fallend auf-
pra llen (ist): das Flugzeug schlug (auf dem, den
Boden) auf; mit dem K opf auf dem, das Pflaster
a.
—
2. (hat) 2.1 . etw. durch Schlagen öffnen: ein
Ei, die Eisdecke a. 2 .2. etw. durch einen Sturz,
Stoß verletzen: sich das Knie a.
—
3. (hat) 3.1 .
ein Buch a. (aufklappen); schlagt (die) Seite 11 auf
(öffnet das Buch auf Seite 11)! 3.2. das Bett a.
(die Bettdecke Zurückschlagen) 3.3 . die Augen a.
(die Lider öffnen) — 4. (hat) Zelte, Buden, ein
Gerüst a. (durch Zusammenfügen der Teile errich
ten); O seinen Wohnsitz in N a. (in N seinen
Wohnsitz nehmen) — 5 . eine Geldsumme (auf einen
Preis) a. einen Preis zusätzlich um eine Geldsumme
erhöhen (hat): er hat 20 Mark, 50 Prozent auf-
geschlagen — 6. Tennis Tischtennis den Ball
zur Eröffnung eines Ballwechsels über das Netz
schlagen (hat): wer schlägt auf? — 7. (hat) H and
arb. Maschen a. (aufnehmen 13.2); -schließen
/Vb.; / auch aufgeschlossen/ 1. etw. a. das Schloß
von etw. so betätigen, daß man die Sache öffnen
kann: die Tür, den Schrank a.; er hat mir (das
Zimmer) aufgeschlossen — 2. geh. jmdm. sein
Herz, Inneres a. (bekennen, was man insgeheim
fühlt, denkt) — 3 . Chem. etw. für die notwendigen
Stoffwechselprozesse aufspalten (3): Eiweiß a.;
die Nahrung wird im Magen aufgeschlossen —
4.1. aufrücken (1): bitte a.!; die Autos fuhren
dicht aufgeschlossen (fuhren dicht hintereinander)
4.2. Sport einen führenden Sportler, eine führende
Mannschaft einholen, erreichen: der Fahrer
konnte zum Hauptfeld a .; mit diesem Sieg schloß
die Mannschaft zur Spitzengruppe auf; -schlitzen
/Vb.f etw. durch Schlitzen (1.1) öffnen, zerstören:
einen Briefumschlag a .; ein Federbett a.; einem
Tier den Bauch a.; mutwillig die Polster a.;
-schluchzen /Vb./ kurz, einmal, plötzlich schluchzen:
bitterlich a.; aufschluchzend die Hände vors
Gesicht schlagen; -Schluß, der 1. A ufkläru n g
(2): jmdm. über etw., jmdn. A . geben; A. über
jmdn. , etw. verlangen; A. über jmds. sonderbares
Benehmen erhalten; die Briefe geben wichtige
Aufschlüsse über den Dichter — 2 . G e ol. Stelle
im Gelände, an der Gestein zutage tritt: natürliche,
künstliche Aufschlüsse; -schlüsseln jsw . V b.; hat/
eine Menge von etw., von Personen a. eine Menge
von etw.,
von Personen nach einem bestimmten
Schlüssel (4) aufteilen: die Kosten a.; die Theater
besucher für statistische Zwecke nach ihren Berufs
zweigen a.; dazu -Schlüsselung, die; -,
- en; -schluß
reich /Adj./ Aufschluß gebend: eine aufschlußreiche
Statistik; seine Äußerung war (mir) sehr a.;
-schnallen /Vb./ etw. au f etw. schnallen (1.2): ein
Paket auf den Gepäckträger a.; sich den Ru ck
sack a. (auf den Rücken schnallen); -schnappen
/Vb.; hat/ umg. etw. zufällig hören und sich merken:
Worte, eine Neuigkeit a.;
-schneiden /Vb./ 1. etw.
mit einem Schneidwerkzeug öffnen: einen Brief
umschlag a.; ein Geschwür a .; sich die Pulsadern
a.
—
2. ein Ganzes völlig in Scheiben, Stücke
schneiden: die Wurst, den Braten, Kuchen a.
—
3. prahlen, übertreiben: er hat fürchterlich auf-
geschnitten; zu 3 -Schneider, der Prahler u. -Schnei
derei, die Prahlerei; -schnitt, der /o. PL/ (ver
schiedene Sorten von) Wurst, Braten in Scheiben:
eine Platte mit kaltem, gemischtem A .;
-schnitt-
platte, die Platte (5.1) mit Aufsch nitt; -schnüren
96
aufschrauben — aufsparen
/Vb.j etw. Verschnürtes, Zugeschnürtes öffn en: ein
Paket a.; die Schuhe a.;
-schrauben fV b .f etw.
Zugeschraubtes durch Drehen, Schrauben öffn en: die
Ofentür, ein Marmeladenglas, den Füllhalter a.;
^schrecken fVb.j jmdn.,
ein Tier so erschrecken,
daß er, es darauf mit einer plötzlichen heftigen Bewe
gung reagiert: ein Schuß schreckte ihn auf; jmdn.
aus seinen Gedanken a. (herausreißen)', das Wild
a. (aufscheuchen); 2-schrecken fVb.f vor Schreck
hochfahren (2): er schreckte, schrak von einem
Geräusch auf; aus einem Traum, seinen Gedanken
a. (herausgerissen werden) ; -schrei, der plötzlicher,
kurzer Schrei: ein schriller A.; einen A. der Ver
zweiflung, Freude ausstoßen; -schreiben fV b .f 1.1.
etw. schriftlich festhalten, um es nicht zu vergessen,
um es anderen mitzuteilen', seine Gedanken, beson
dere Begebenheiten a. 1.2. etw. notieren, schriftlich
festhalten, damit man es nicht vergißt: ich habe
(mir, dir) die Telefonnummer, Adresse aufge-
schrieben 1.8. um g. der Arzt hat mir Schlaf
tabletten aufgeschrieben (verschrieb en ); -schreien
fVb.f kurz, einmal, plötzlich schreien: laut, gellend,
freudig a .; vor Schmerz, Schreck, Entsetzen a .;
-Schrift, die informierender Text auf einem Gegen
stand, bes. einer Ware: das Schild trägt die A. ...;
eine Flasche mit einer A. versehen; -schub, der
das Verlegen auf einen späteren Zeitpunkt, vorwiegend
als Verlängerung einer Frist: um A. bitten; diese
Arbeit duldet keinen A.; etw. ohne A. (sofort 1.2)
tun; jmdm. zwei Wochen A. geben; -schürfen
fVb.f sich etw. schürfen (2): sich das Knie, die
Hand a.;
-schütteln fVb.f etw. durch Schütteln (1)
auflockern : das Kissen, Federbett a.;
-schütten
fVb.f 1.1. etw. durch Schütten (1) aufhäufen: Erde,
Steine a. 1.2. etw. durch 1.1 errichten: einen Damm
a.;
-Schwatzen fVb.f umg. jmdm. etw. a. jmdn.
zum Kauf, zum Annehmen von etw. überreden: er
hat sich einen Ladenhüter a. lassen; -schweißen
fVb.f etw. mit einem Schweißbrenner öffnen: ein
Flugzeugwrack a.;
-schwellen fst. Vb.f stark an
schw ellen (1): durch die Prellung war sein Gesicht
aufgeschwollen; ein aufgeschwollener Leib;
-schwemmen fV b .f etw. schwemmt auf etw. läßt
(etw.) ungesund dick, schwammig werden: über
mäßiger Biergenuß schwemmt (den Körper) auf;
ein aufgeschwemmtes Gesicht; -schwingen, sich
fVb.: hat/ umg. sich zu etw. aufraffen (3): heute
habe ich mich endlich mal zum Briefeschreiben
aufgeschwungen; -Schwung, der 1. T u r n e n
Schwung (2.1) aufwärts, mit dem jmd. an einem
Gerät die Übung beginnt — 2. Schwung, Elan:
etw. gibt jmdm. (einen) neuen A.
—
8. lebhafte
Aufwärtsentwicklung: die Wirtschaft erlebte, er
fuhr, nahm einen stürmischen A .; der A. des
Wohnungsbaus; -sehen fVb.f 1. aufblicken (1):
freundlich (zu jmdm.) a .; er sah flüchtig auf, als
sie hereinkam; von der Arbeit a.
—
2. zu jmdm.
aufblicken (2): mit Bewunderung zu jmdm. a .;
-sehen, das; -s, jo. Pl.f allgemeine starke Aufmerk
samkeit, Beachtung, Neugierde, die durch jmdn.,
etw. hervorgerufen w ird : dieser Vorfall, dieses Buch
hat viel, großes A. erregt, gemacht, verursacht;
-sehenerregend fAdj.f allgemeine starke Aufm erk
samkeit, Beachtung, Neugierde erregend: ein auf
sehenerregendes Ereignis; aufsehenerregende Ein
zelheiten; -Seher, der jmd., der berufsmäßig A u f
sicht in einer Strafvollzugsanstalt führt; -sein fVb.;
ist aufgewesen; Präs. u . Prät. / 2auf 2, 3.1 —3 .4/;
-setzen/Vb.; hat/ 1.1. einen Hut a. (auf den Kopf
setzen); die Brille a. (auf die Nase setzen); O eine
beleidigte Miene, ein Lächeln a. (zeigen 4.1) 1.2.
einen Ring a. (aufstecken) — 2. etw. zum Kochen
auf den Herd stellen: (Tee)wasser, das Essen, einen
Topf Kartoffeln a.
—
3. etw. aufnähen: ein Kleid
mit aufgesetzten Taschen — 4 . etw. auf etw. nieder
setzen: den Tonarm auf die Schallplatte a.; den
Fuß a. (auf den Erdboden setzen) — 5. sich, jmdn.
aufrichten und aufrecht hinsetzen: sich, das Kind,
den Kranken im Bett a.
—
6.1. beim Landen auf
den Boden kommen: das Flugzeug setzte weich,
hart (auf der, die Piste) auf 6.2 . ein Flugzeug beim
Landen auf den Boden bringen: der Pilot setzte
das Flugzeug sicher (auf die Piste) auf — 7.1. etw.
schriftlich formulieren, etw. abfassen: ein Protokoll,
einen Vortrag a. 7.2. etw. in eine vorläufige schrift
liche Form bringen: für jmdn. einen Brief a.;
-j- jmdm. / Hörner a .; etw. setzt einer Sache die
Krone auf; -seufzen fVb.f kurz, einmal, plötz
lich seufzen: laut, erleichtert a.;
-sicht, die 1. fo.
Pl.f ständige aufmerksame Beobachtung, Kontrolle,
bes. von Personen, die dazu dient festzustellen, ob
den Anweisungen, Vorschriften entsprechend gehan
delt wird, ob alles richtig verläuft» Beaufsichtigung:
unter ärztlicher, polizeilicher A. stehen; der Junge
ist tagsüber ohne A .; er macht unter A. seiner
Schwester Schularbeiten; Herr N hat in der großen
Pause A .; (über jmdn.,
etw.) (die) A. führen;
jmdm. die A. über das Gepäck anvertrauen —
2. fvorw. 8g .f jmd.,
der 1 führt: zur A. (in der
Schule, im Lesesaal) gehen; die A. um Auskunft
bitten — 3 . einen Körper in der A. zeichnen (so
zeichnen, wie er, von oben betrachtet, erscheint)
Aufsichtsl -pflicht, die fo. Pl.f Jur. Verpflichtung
bestimmter Personen, z. B . der Eltern, Erzieher,
Ausbilder, zur Beaufsichtigung der ihnen anver
trauten Personen, bes. der Kinder, Jugendlichen:
die Eltern wurden wegen Vernachlässigung der A.
bestraft; -rat, der W irt sch. zur Überwachung der
Geschäftsführung eingesetztes Gremium bei Kapital
gesellschaften, kap. Genossenschaften
auf/Aufl -sitzen fVb.; ist, hat/ 1. sich auf ein
Reittier setzen (ist): er saß auf und ritt davon;
aufgesessen! /Kommando/ — 2. landsch. nicht zu
Bett gehen und statt dessen (sich mit etw. beschäfti
gend) irgendwo sitzen (hat): bis gegen Morgen, die
ganze Nacht, bei seiner Arbeit a.
—
3. umg. im
Stich gelassen werden (ist): ich bin ganz schön auf
gesessen; jmdn. a. lassen (im Stich lassen) — 4.
einer Sache, jmdm. a. auf etw., jmdn. hereinfallen
(1.2) (ist): einem Gerücht, einem Betrüger a .;
-spalten fVb.f 1. ein Ganzes in Teile spalten: ein
Stück Holz a.
—
2. das Komitee spaltete sich in
zwei Gruppen auf (trennte sich in zwei gesonderte
Gruppen) — 3. fvorw. hat aufgespalten/ Chem.
Eiweiß wird durch Enzyme aufgespalten (in e i n
fachere Eiweiße, Aminosäuren zerlegt); sich a.:
Salze spalten sich leicht in Ionen auf (zerfallen
leicht in Ion en ); -spannen fVb./ etw. ausbreiten und
straff spannen: ein Sprungtuch a.; den Regen
schirm a. (durch einen Mechanismus bewirken, daß
sich der Regenschirm zu seinem vollen Umfang ent
faltet); -sparen fVb.f etw. aufheben (2.2): einen Vor
rat für Notzeiten a.; wir sparen uns den Kuchen
für später auf; O sich eine Pointe bis zum Schluß
aufspeichern — aufstemmen
97
a.;
-speichern /Vb./ etw. als Vorrht speichern:
Getreide a.; O sich a .: Zorn hatte sich in ihm
aufgespeichert (aufgestaut); -sperren /Vb./ 1.1.
umg. etw, weit öffnen (1.1): das Fenster, die Tür
a.; den Schnabel a. 1.2. landsch.,
bes. süddt.
österr. etw, aufschließen (1): den Schrank, das
Zimmer a .;
-f/MundundNasea.;
-spielen
/Vb.f 1. zur Unterhaltung, zum Tanz Musik
machen: die Kapelle spielte (zum Tanz) auf —
2.1. sich wichtig tun, prahlen: spiel dich nicht (vor
ihnen) so auf! 2.2 . sich als Held a. (so tun, als ob
man ein Held wäre); -spießenfVb.j 1.1. etw. Liegen
des mit einem spitzen Gegenstand aufnehmen: ein
Stück Fleisch (mit der Gabel) a. 1 .2. etw. auf einen
spitzen Gegenstand stecken und auf etw. befestigen:
Schmetterlinge a.
—
2. etw. öffentlich (in schrift
licher Form) kritisieren: zur Feder greifen und das
Überlebte (satirisch) a.;
-splittern /Vb.; hat/ etw.
in einzelne Teile, Gruppierungen auflösen, die Ein
heit von etw. zerstören: Deutschland war im 18.
Jahrhundert in viele Kleinstaaten aufgesplittert;
sich a . : die Partei hatte sich in mehrere Gruppen
aufgesplittert; -sprengen /Vb .; hat/ etw. gewaltsam
öffn en (1.3 .1): eine Tür, ein Schloß, einen Tresor
a.;
-springen /Vb./ 1. mit einer raschen, heftigen
Bewegung von seinem Sitzplatz aufstehen: entsetzt
(von seinem Stuhl) a.
—
2. auf etw., bes. ein fahren
des Fahrzeug, springen: auf eine anfahrende
Straßenbahn a.
—
3. sich plötzlich (ohne mensch
liches Zutun) öffnen (1.2.2): die Tür ist bei dem
Windstoß aufgesprungen; Schneiderei auf
springende Falten (Falten, die so gelegt sind, daß
sie sich leicht öffnen) — 4. /von der Haut/ rauh,
rissig werden: die Hände sind (vom Frost) auf
gesprungen; die aufgesprungenen Lippen ein-
cremen; -spritzen /Vb.; hat/ etw. auf etw. spritzen
(1.2): Lack, Farbe a.;
-Sprung, der das Auftreffen
auf den Boden nach dem Sprung: der Skispringer
stürzte kurz nach dem A .;
-spulen / Vb./ etw. auf
eine Spule (1) wickeln: Nähgarn a.; einen Film
(auf eine Spule) a .;
-spüren /Vb./ ein Tier, jmdn.,
etw. durch intensives Nachforschen, Verfolgen ent
decken, auffinden: einen Verbrecher a.; die Hunde
haben das Wild aufgespürt; Raritäten a.; junge
Talente a.; -stacheln /Vb./1. jmdn. aufhetzen (1.1):
er hat seine Kollegen (gegen den Abteilungsleiter)
aufgestachelt — 2. jmdn. wiederholt heftig zu etw.
anstacheln: die Schüler zu größerem Fleiß a.; etw.
a.: jmds. Ehrgeiz a.;
-stampfen /Vb.; hat/ auf
den Erdboden stampfen (1.1): vor Wut, empört
a.;
-stand, der (organisierter) bewaffneter K am pf
einer größeren Gruppe von Menschen gegen einen
bestehenden Zustand, gegen bestehende gesellschaft
liche Verhältnisse: ein bewaffneter, offener A .; der
A. der Matrosen wurde blutig niedergeschlagen;
einen A. organisieren; an einem A. teilnehmen;
das Signal zum A. geben; -ständisch /Adj.; nur
attr.\ in einem Aufstand begriffen: aufständische
Arbeiter, Bauern; die Aufständischen besetzten
die wichtigsten Gebäude der Stad t; -stapeln /Vb./
etw. stapeln (1.1): Bücher, Bretter a.;
-stauen
/Vb./ etw., sich stauen (1): einen Fluß (durch einen
Damm) a.; das Treibeis hat sich aufgestaut; O in
ihm hat sich viel Ärger aufgestaut; -stechen /Vb.;
hat/1 . etw. durch einen Einstich öffnen: eine Blase
a.
—
2. landsch. einen Fehler a. (aufdecken);
-stecken jsw. Vb./ 1. jmdm.,
sich das Haar a.
(in die Höhe nehmen und feststecken) — 2. einen
Ring a. (auf den Finger stecken) — 3. umg. etw.
aufgeben (3.1): einen Plan, sein Studium a.; der
Sportler mußte wegen einer Verletzung a. (den
Wettkampf aufgeben); + jmdm. ein /t Licht a.;
-stehen /Vb.; ist, hat/ X. (ist) 1.1. seinen Sitzplatz
verlassen und sich auf die Beine stellen: langsam
(von seinem Platz, vom Stuhl) a.; a. und jmdn.
begrüßen 1.2. sich aus liegender Stellung aufrichten:
der Gestürzte stand mühsam auf 1.3. das Bett ver
lassen: früh, spät, um fünf Uhr a.; wenn du fieber
frei bist, darfst du a.
—
2. einen Aufstand machen,
sich empören (ist): das Volk war gegen die Unter
drücker aufgestanden — 3 . umg. offenstehen (hat):
die Tür, das Fenster steht (weit) auf; -f- mit dem
linken / Bein zuerst aufgestanden sein; da mußt
du /* früher a.;
- steigen /Vb.; / auch -steigend/
1.1. auf ein Fahrzeug, Reittier steigen: auf das
Fahrrad, das Pferd a. 1 .2. nach oben, aufwärts
steigen (1.1 .1): zum Gipfel, auf einen Berg a.
—
2.1 . in die Luft, Höhe steigen (2.1): Rauchwolken,
Dämpfe, Flugzeuge steigen auf; in einem Flug
zeug, Ballon a. (in die Höhe fliegen) 2.2 . an die
Oberfläche steigen (2.1): Blasen steigen (vom Grund
des Sees) auf — 3. in jmdm. aufkommen, entstehen:
ein Gedanke, ein Verdacht, Angst, ein Zweifel
stieg in ihm auf; Erinnerungen stiegen in ihm
auf (wurden in ihm wach) —- 4.1 . befördert werden,
einen höheren Rang erreichen: in eine leitende
Stellung a.; er war zum Oberst aufgestiegen 4.2 .
Sport die nächsthöhere Leistungsklasse erreichen:
die Mannschaft ist (in die Oberliga) aufgestiegen;
-steigend /Adj.; / auch -steigen/ aufwärts gehend,
verlaufend: ein aufsteigendes Heizungsrohr; O eine
aufsteigende Tendenz (Tendenz zum Besseren);
-Steiger, der; -s,
-
Sport aufsteigende od. auf-
gestiegene Mannschaft; -stellen /Vb./ 1.1. etw. (in
einer bestimmten Ordnung) an einen dafür vor
gesehenen Platz stellen: Tisch und Stühle (im
Garten) a.; eine Falle im Keller a. 1.2. etw. an
einem bestimmten Ort aufbauen (1.2): ein Gerüst,
eine Baracke a. 1.3. jmdn.,
sich an einem be
stimmten Ort a. jmdn., sich an einen bestimmten
Ort (in bestimmter Weise) stellen: Wachen am Un
glücksort a.; sich in Zweierreihen a.; sich vor
jmdm. a .; die Zuschauer stellten sich am Ziel auf
—
2. zu einem bestimmten Zweck eine Gruppe von
Menschen zusammenstellen: eine Truppe, Fußball
mannschaft a.
—
3. jmdn. nominieren: jmdn. (als
Kandidaten) a.; einen Kandidaten a.; er wurde
für diesen Wettkampf nicht aufgestellt — 4.1 .
einen Plan a. (ausarbeiten) 4.2. etw. Allgemein-
gültiges aus Erfahrung, Experimenten, durch kon
struktives Denken gewinnen und formulieren: ein
physikalisches Gesetz, eine Theorie, Regel a. 4 .3 .
/in Verbindung mit Bubst.,
die eine Äußerung
bezeichnen, zur Umschreibung eines Verbalbegriffs/:
eine Forderung a. (etw. fordern); e ine Behauptung
a. (etw. behaupten); eine Vermutung a. (etw. ver
muten) 4.4 . einen neuen Rekord a. (erringen, er
zielen); -Stellung, die 1. \vorw. 8 g .; zu -stellen/;
zu 1.3: A. nehmen sich aufstellen: zur Demonstra
tion vor dem Rathaus A. nehmen — 2. Sport die
Mannschaft spielt heute in folgender A. (Zusam
mensetzung 2) ... 3. Liste, die die einzelnen Posi
tionen, Teile, Gegenstände von etw. enthält: eine A.
des Inventars, der Kosten abgeben; -stemmen
7 Wörterbuch
IVb.l 1. etw. mit einem Stemmeisen und einem
Hammer öffnen: eine Tür a.
—
2. etw., sich auf
etw. stemmen (2): den Arm (auf den Tisch) a.;
sich auf etw. a .;
-steppen fVb.f etw. durch Steppen
aufnahem eine Jacke mit aufgesteppten Taschen;
- Stieg, der; -(e)s, -e 1. /zu -steigen 1.2, 2.1, 4/;
zu 1.2: der A. zum Gipfel; zu 4.2: jo. Pl.f Sport
der A. der Mannschaft in die Oberliga — 2 . fo. Pl.f
Aufwärtsentwicklung: einen wirtschaftlichen A. er
leben
AufstiegsI -Chance, die vgl.
- möglichkeit; -möglich-
keit, die fvorw. im bürgerl. Sprachgebrauch/ Mög
lichkeit aufzu steigen (4.1): gute Aufstiegsmöglich
keiten haben; -spiel, das Sport Ausscheidungs
spiel um den Aufstieg
auf/AufI-stöbern fVb.; hat/1. ein Tier aus seinem
Versteck xaufschrecken, aufscheuchen: die Hunde
stöberten das Wild auf — 2. etw.,
jmdn. nach
längerem Suchen finden, entdecken: ein seltenes
Buch in einem Antiquariat a.; der Geflüchtete
wurde im Wald aufgestöbert; -stocken fV b .f 1.
ein Bauwerk nachträglich um ein od. mehrere Stock
werke erhöhen: ein Haus a.
—
2. Wirtsch. einen
Geldbetrag durch einen Zuschuß vergrößern: einen
Kredit a.; einen Etat um fünf Millionen, auf 30
Millionen a.; Prämien a.;
-stöhnen /Vb.f kurz, ein
mal, plötzlich stöhnen: vor Schmerzen, laut a.;
-stoßen fVb.j 1, etw. durch einen Stoß öffnen (hat):
die (angelehnte) Tür, die Fensterläden a.
—
2. im
Magen gebildete Gase, verschluckte Luft hörbar durch
die Speiseröhre entweichen lassen (hat): leise, laut
a.; der Säugling muß noch a.
—
3. umg. etw.
(Negatives) stößt jmdm. auf etw. (Negatives) fällt
jmdm. auf (ist): mir ist nichts Verdächtiges, Außer
gewöhnliches aufgestoßen; -strebend fA d j.; vorw.
attr.f sich aufwärts entwickelnd: aufstrebende
Talente fördern; ein junger aufstrebender Natio
nalstaat; -strich, der fvorw. Sg .f das, was auf das
zum Verzehr bestimmte Brot gestrichen wird;
-stützen /F6./ etw. , sich auf etw. stützen (1.2, 1,3):
die Arme auf den Tisch a.; sich beim Lesen (mit
den Armen) a.;
-suchen fVb.f 1.1. jmdn., etw. kurz
besuchen: einen Bekannten (in seiner Wohnung)
a. 1.2. einen bestimmten Raum a. in einen be
stimmten Baum gehen: den Speisewagen, sein
Zimmer a. 1.8. den Arzt a. (konsultieren 1.1);
-takelnfsw. Vb.; hat/ 1. Seemannsspr. ein Segel
boot a. (mit Takelwerk versehen) — 2. umg. fbes.
von weiblichen Personen/ sich geschmacklos und
übertrieben auffällig kleiden, zurechtmachen, sich
aufdonnern: sie hat sich, ist furchtbar aufgetakelt;
-takt, der 1. fvorw. S g .f: die Veranstaltung war ein
würdiger A. (eine würdige Eröffnung) der Fest
spiele — 2. Mus. unvollständiger Takt am Beginn
eines Musikstücks; -tanken /Vb.f 1.1. ein Fahrzeug
mit Treibstoff volltanken: ein Auto, Flugzeug a.
1.2. durch Tanken den Treibstoffvorrat ergänzen:
die Maschine tankte in N auf; -tauchen fV b .; ist/
1. an die Wasseroberfläche kommen, emportauchen:
der Taucher tauchte nach einer Weile wieder auf;
das U-Boot tauchte auf — 2.1. beim Näherkommen
unerwartet, plötzlich sichtbar werden: am Horizont,
in der Ferne tauchten die Berge auf 2.2 . unerwartet,
plötzlich erscheinen: wo er auftauchte, gab es Ge
lächter; das Buch tauchte erst nach langer Zeit
wieder auf (wurde erst nach langer Zeit wieder
gefunden) 2.3 . sich (plötzlich) Ergeben (1.3): Fragen,
98
aufsteppen — auftrennen
Probleme, Zweifel, Schwierigkeiten tauchten auf
2.4 . in jmds. Bewußtsein treten: Erinnerungen
tauchten in ihm auf; + aus der /* Versenkung
a.; -tauen fVb.f 1. (ist) 1.1. sich tauend (1.1.1) auf-
lösen : der Schnee, die Eisdecke ist aufgetaut 1.2 .
von Eis frei werden: der See taut langsam auf —
2. etw. zum Tauen (1.1.1) bringen (hat): die Sonne
taut den Schnee auf; Feinfrostgemüse a.
—
3.
umg. die Befangenheit verlieren, gesprächig werden
(ist): selbst unter Freunden taut er nur langsam
auf; -teilen fVb.f 1. ein Ganzes teilen und verteilen:
das Land (an die Bauern) a.; den Kuchen a.;
den Gewinn (untereinander, unter sich) a, — 2.1.
ein Gelände in Parzellen a. (teilen) 2.2. die Schüler
in Klassen a. (einteilen); dazu -teilung, die;
-tischen fsw. Vb.; hat/ 1. reichlich (auserlesene)
Speisen zum Essen auf den Tisch bringen: mehrere
Gerichte a.
—
2. umg. jmdm. etw. Unwahrschein
liches, Unwahres erzählen: jmdm. Lügen, eine Aus
rede a.;
-trag, der; -(e)s, -träge 1. zur Erledigung
übertragene Aufgabe: jmdm. einen A. erteilen;
einen wichtigen, schwierigen, ehrenvollen A. aus
führen; ich habe den A., Sie zu grüßen; er handelt
im A. des Betriebsleiters — 2. Bestellung einer
auszuführenden Arbeit, einer zu liefernden Ware:
einem Handwerker, einem Betrieb einen A., Auf
träge in Höhe von ... Mark geben; ein A. über
die Lieferung von Stühlen; Aufträge vergeben;
etw. in A. geben (bestellen 1.4) — 3. fo. Pl.f Ver
pflichtung, große, (geschichtlich) wichtige Aufgabe:
der historische A. der Arbeiterklasse; der gesell
schaftliche A. der Kunst; -tragen fVb .f 1. etw.
in einer dünnen Schicht auf etw.,
über etw. ver
teile n : Schminke (auf das Gesicht) a.; Salbe auf
eine Wunde a.; Farbe a.
—
2. Speisen zum Essen
auf den Tisch setzen: das Essen a.
—
3. jmdm. den
Auftrag geben, jmdn. verpflichten, etw. Bestimmtes
zu tu n : er hat mir aufgetragen, dich zu besuchen;
jmdm. einen Gruß an jmdn. a.
—
4. ein Kleidungs
stück so lange tragen, bis es völlig abgenutzt ist:
ein Kleid zu Hause a .; die Sachen der älteren
Geschwister a.
—
5. Unterwäsche, Kleidung, die
nicht aufträgt (die die betreffende Person nicht
dicker erscheinen läßt); + /t dick a.
Auftrag zu Auftrag 2| -geber, der; -s, - jmd., der
einen Auftrag erteilt: der A. ist der Staat; -nehmer,
der; -s, - jmd., der einen Auftrag entgegennimmt
Auftrags/auftrags1-arbeit, die künstlerisch e A rb eit,
die der Künstler im Auftrag für jmdn. schafft;
-gemäß fAdj.; nicht präd.f gemäß einem Auftrag
(1): die Arbeit a. erledigen
auf/Auf|-treffen fVb.; ist/ auf etw. a. aus einer
Bewegung heraus (mit Heftigkeit) eine Oberfläche
erreichen? die Rakete trifft auf die, der Mond
oberfläche auf; auftreffende Strahlen; -treiben
/Vb.; hat/ 1.1. die Hefe treibt den Teig auf (dehnt
ihn durch Bildung von Gasen aus und macht ihn
dadurch locker) 1.2. er hat einen aufgetriebenen
(durch Bildung von Gasen gespannten, geblähten)
Leib — 2. umg. etw., daß man dringend benötigt,
nach mühevollem Suchen beschaffen: ich habe das
Buch, ein Taxi, das nötige Geld aufgetrieben;
jmdn. a .: dort war kein Arzt aufzutreiben — 3.
Vieh vom Tal auf die Alm treiben; -trennen fVb.f
1. etw. Genähtes a. die Fäden, mit denen etw.
genäht worden ist, zerschneiden (und das Genähte
dadurch wieder in Teile trennen): eine Naht, einen
auftreten — aufwerfen
99
Saum, Rock a.
—
2. etw. Gestricktes, Gehäkeltes
a. den Faden von etw. Gestricktem, Gehäkeltem
ziehen und dadurch alle Maschen lösen: einen
Pullover a.;
- treten /Vb.; ist/ 1. die Füße, den
Fuß aufsetzen: leise, fest, vorsichtig a.; er hat sich
den Fuß verstaucht und kann nicht a.
—
2.1,
Theater als Schauspieler auf die Bühne treten:
Faust, von der Seite rechts auftretend 2.2* als
Schauspieler in einem Engagement auf einer Bühne
sp ielen : auf einer der größten Bühnen (als Faust,
als Gast) a.
—
3. vor anderen ein bestimmtes Ver
halten zeigen, in einer bestimmten Funktion tätig
s e in : unsicher, selbstbewußt, bescheiden, mit einer
Forderung a.; in einem Prozeß als Zeuge, in einem
Streit als Vermittler a. (fu n gier en 1.1); gegen einen
Plan, gegen jmdn. scharf a. (einen Plan, jmdn.
scharf angreifen) — 4. etw. tritt ein, ergibt sich:
Schwierigkeiten, Probleme, Meinungsverschieden
heiten traten auf; diese Krankheit tritt nur selten
auf; -treten, das; -s, jo. P I ./ Verhalten, Benehmen
vor anderen: er beeindruckte durch sein sicheres,
entschiedenes A . ; sein schroffes A. stieß viele ab ;
- trieb, der /o. PL/ 1* Phys. entgegengesetzt zur
Schwerkraft wirkende Kraft, der ein in eine Flüssig
keit od. in ein Gas getauchter Körper unterworfen
ist, die ihn in die Höhe bewegen kann: statischer,
dynamischer A .; ein Körper erfährt im Wasser
einen A.
—
2. Schwung, Elan: etw. gibt jmdm.
neuen, starken A.
—
B. das Auftreiben (3): der A.
des Viehs; -triebskraft, die Phys. beim Auftrieb
(1) wirkende Kraft; -tritt, der 1. Theater das
Auftreten, Erscheinen des Schauspielers auf der
Bühne: auf seinen A. warten; den A. verpassen —
2. Szene (1): der zweite A. des dritten Aktes —
3. heftige Auseinandersetzung (vor anderen): ein un
angenehmer, peinlicher A .; einen A. mit jmdm.
haben; er wollte jeden A. vermeiden; -trumpfen
jsw. Vb.; hat/ 1. deutlich seine Überlegenheit zeigen:
mit seinen Leistungen a.; schon zu Beginn der
ersten Halbzeit trumpften die Gäste auf — 2.
„was geht sie mich an“ , trumpfte er auf (ent-
gegnete er herausfordernd); -tun /Vb.j 1* geh* sich
öffn en (1.2 .2): die Tür tat sich (einen Spalt) auf;
<0> ein jäher Abgrund tat sich vor ihm auf — 2.
geh. eine fremde Welt tat sich ihm auf (er lernte
eine fremde Welt kennen) — B. umg. etw. zum
Essen auf den Teller tun: die Suppe a.;
-{- den
/ Mund a.; -türmen jVb.; hat/1.1. etw. turmartig,
hoch aufschichten: Bücher, Gepäck a. 1.2. sich a.
sich turmartig (übereinander) erheben: Aktenberge
türmen sich auf dem Schreibtisch auf; O Schwie
rigkeiten türmten sich vor uns auf; -wachen /Vb.;
ist/ erwachen (1): früh a.; mitten in der Nacht
(von einem Geräusch) a.; aus einem Traum a.;
- wachsen /st. Vb./ vom Kind zum Erwachsenen
heranwachsen: die Kinder sind zusammen auf
gewachsen; er ist in der Großstadt aufgewachsen;
- wallen /Vb.; ist/ wallend hochsteigen 2 : die Milch,
Suppe kurz a. lassen; -Wallung, die: in einer A.
(in einem plötzlich aufsteigenden Gefühl) der Dank
barkeit etw. tun; -wand, der; -(e)s, jo. PI./ 1 . das
Aufwenden: das fordert einen A. von einer Million
Mark — 2. aufgewendete, aufzuwendende (finan
zielle, materielle) Mittel, Mühe, Zeit: der A. hat
sich nicht gelohnt; den A. für etw. senken — B.
großen A. treiben (luxuriös, verschwenderisch leben);
- Wandsentschädigung, die vom Staat für Personen
7*
in leitender Stellung monatlich gezahlte Entschädi
gung für im Dienst entstandene erhöhte Aufwendun
ge n : eine A. erhalten; -wärmen /Vb./ 1.1. etw .,
bes. eine erkaltete Speise, ein erkaltetes Getränk
wieder warm machen: das Essen abends a.; den
Kaffee a. 1.2. sich a. mit Hilfe einer Wärmequelle,
eines warmen od. alkoholischen Getränks bewirken,
daß man nicht mehr friert: sich am Ofen, mit einer
Tasse Kaffee a. 1.3. Sport sich a. (vor einem Wett
kampf, einem Training) durch Bewegung, Gymna
stik die Muskulatur lockern, die Durchblutung ver
bessern: N wärmt sich vor dem Start auf — 2.
umg. etw. negatives Vergangenes erneut zur Sprache
bringen: einen alten Streit a.;
-warten /Vb./ 1.
mit etw. a. etw. zu bieten (3.1) haben: mit einer
Neuigkeit, einer Überraschung, großen Leistungen
a. (können); das Kaufhaus konnte mit einem
großen Warenangebot a.
—
2. veraltend jmdm.
a. jmdn. bedienen (1.1): den Gästen bei Tisch a.;
-wärts /Adv./ nach oben: a. steigen; den Fluß a.
(stromaufwärts) fahren; die Straße geht, führt a.;
0 vom Abteilungsleiter (an) a. (der Abteilungs
leiter und die rangmäßig vor ihm Kommenden)
Aufwärts/aufwärts|-entwicklung, die E n tw ick lu n g
zu einem guten, besseren Zustand; -gehen/ Vb.j umg.:
mit seiner Gesundheit, mit ihm geht es aufwärts
(seine Gesundheit wird besser)
Auf/auf | -Wartung, die /PI.
-en/ veraltend 1.
Frau, die regelmäßig gegen Bezahlung für ein paar
Stunden im Haushalt hilft — 2*/in der Verbindung/
jmdm. seine A. machen (jmdm. einen Höflichkeits
besuch abstatten); -wasch, der; -(e)s, /o. PI./
1 and sch. 1. Abwasch (1): laß mich den A. machen
—
2. Abwasch (2): wir lassen den A. bis morgen
stehen; -f landseh. äalopp das ist ein A. (das
kann alles gleichzeitig, zusammen erledigt werden);
-waschen /Vb.; hat/ 1andsch. Geschirr abwaschen:
das Geschirr, die Teller, Bestecke a.
Aufwasch la n d s ch . Abwasch\ -schüssel, die;
-tisch, der; -wasser, das /o . PI./
auf/Auf1-wecken /Vb.; / auch aufgeweckt/ jmdn.
wach machen, wecken: sei leise und wecke das
Kind nicht auf!; der Lärm weckte mich auf;
- weichen /sw. Vb./ 1.1 . etw. durch Feuchtigkeit
weich machen (hat): Zwieback in Milch a. 1.2.
durch Feuchtigkeit weich werden (ist): das Ein
wickelpapier ist völlig aufgeweicht; aufgeweichte
Wege — 2. (hat) ideologische Positionen a. (durch
gezielte Beeinflussung, oft unmerklich, substantiell
schwächen); -weisen /Vb./ 1.1. etw. weist Mängel
auf (hat, zeigt M än gel); beide Vorgänge weisen
Parallelen auf 1.2. etw. aufzuweisen haben etw. zu
bieten h ab en : der Ort hat viele Sehenswürdigkeiten
aufzuweisen; große Erfolge aufzuweisen haben;
- wenden /Vb./ große finanzielle, materielle Mittel,
viel Mühe, Zeit für etw. verwenden: viel Geld, viel
Zeit, alle seine Kräfte, viel Mühe für etw. a .; er
wendete, wandte alles auf, um ihn davon abzu
bringen; -wendig /Adj.j mit großem Aufwand (2)
verbunden: ein aufwendiges Leben führen; einen
aufwendigen Film drehen; -Wendung, die 1. jo.
PI./ das Aufwenden: unter Ä. aller Kräfte etw.
erreichen — 2. /nur im PI./ Ausgaben, Kosten:
die Aufwendungen für den Neubau betrugen zwei
Millionen Mark; -werfen /Vb./ 1. etw. aufschütten:
aufgeworfene Erdmassen; einen Damm a.
—
2.
etw. zur Sprache bringen, zur Diskussion stellen:
100
aufwerten — Auge
eine Frage a .; das Theaterstück wirft viele aktuejle
Probleme auf — 3 . sich zu jmdm. a. sich eigen-
mächtig zu jmdm. machen: sich zum Richter über
jmdn. a .;
-werten /Vb./ 1. eine Währungseinheit
a. (ihre Goldparität heraufsetzen) — 2, etw. wertet
jmdn. auf (etw. bewirkt, daß jmdm. mehr A n
erkennung zuteil wird); dazu -Wertung, die; -wickeln
jVb.j etw. auf etw. wickeln, etw. zusammenwickeln:
einen Bindfaden (auf ein Stück Pappe) a.; eine
Mullbinde a.;
- wiegele], die; -,
-en das Aufwiegeln;
-wiegeln /sw. Vb.; hat/ jmdn.,
bes. eine Gruppe
von Menschen, zur Auflehnung gegen jmdn.,
etw.
aufhetzen: er wollte die Kollegen (gegen die Betriebs
leitung, gegen eine Maßnahme) a .; sie versuchten,
die Menge zu konterrevolutionären Aktionen aufzu
wiegeln; dazu -wiegelung, die;
- en; -wiegen/«sZ.
Vb./ etw. gleicht etw. Nachteiliges aus: die Vor
teile wiegen die Nachteile nicht auf; die Freude
über den Erfolg wog alle Mühe auf; -j- etw. ist
nicht mit / Gold aufzuwiegen; -wiegier, der; -s, -
jmd., der jmdn.,
bes. eine Gruppe von Menschen,
aufwiegelt; -wind, der M eteor, aufwärts gerichtete
Luftbewegung; -wirbeln jVb.j 1.1. etw. in die Luft
wirbeln (2) (hat): der Sturm wirbelte Staub, dürre
Blätter auf 1.2 . in die Höhe wirbeln (1.1) (ist):
Schnee wirbelte auf; -f- viel / Staub a.; -wischen
/Vb.; hat/ 1.1. Flüssigkeit durch Wischen mit einem
Lappen vom Fußboden entfernen: das verschüttete
Wasser a. 1.2. den Fußboden mit einem feuchten
(um einen Schrubber gewundenen) Lappen reinigen:
den Fußboden a.; die Küche (den Fußboden der
Küche) a.;
-wühlen /Vb.j 1. den Erdboden durch
Wühlen von unten nach oben kehren: Wildschweine
haben den Waldboden aufgewühlt; Panzer haben
die Wege aufgewühlt — 2. der Sturm wühlt das
Meer auf (bringt das M eer in eine stürmische, auf
steigende Bewegung); aufgewühlter Schlamm — 3.
etw. wühlt jmdn. auf etw. versetzt jmdn. in heftige
Erregung: das Erlebnis hat ihn tief, bis ins Innerste
aufgewühlt; ein aufwühlender Film; -zählen jV b .j
Sachen, Personen einzeln nennen: die Werke eines
Schriftstellers, seine Geschenke, verschiedene
Namen a.; jmdm. seine Freunde a.; dazu -Zahlung,
die; -,
- en; -zäumen /Vb./: ein Pferd a. (ihm den
Zaum anlegen); -f* das / Pferd vom Schwanz
her, am, beim Schwanz a.;
-zehren /Vb.j geh. 1.
etw. aufessen: alle Vorräte a.
—
2.1. etw. ver
brauchen (1.1): die Ersparnisse a .; seine Energie
war aufgezehrt 2.2 . etw. zehrt jmdn. auf (zehrt
an jmds. K räften); -zeichnen /Vb.j 1. etw. auf etw.
zeichnen: ein Muster, einen Grundriß a.
—
2.1 . etw.
schriftlich festhalten, damit es erhalten bleibt: wich
tige Begebenheiten, Gedanken, alte Volkslieder a.
2.2. Fernsehen Rundf. etw. für eine Sendung
a. (elektronisch auf Film, Tonband speichern);
-Zeichnung, die 1. /vorw. Sg .j das Aufzeichnen (2):
die A. eines Textes; Fernsehen Rundf. die A.
einer Oper — 2. das Aufgezeichnete (2): er ver
öffentlichte seine Aufzeichnungen; F e rn seh en
Ru n df. das war eine A. und keine Livesendung;
-zeigen /Vb./ etw. im einzelnen darlegend nach-
w eisen: die inneren Zusammenhänge von etw. a .;
Fehler a.;
-ziehen \Vb.\ 1. etw. nach oben ziehen
(hat): eine Last, den Schlagbaum a.; eine Fahne
a. (hissen) — 2. Med. (hat) eine Spritze a. (eine
zur Injektion bestimmte Flüssigkeit durch Saugen
in eine Spritze gelangen lassen) — 3. (hat) 3.1 . etw.
durch Ziehen (3.1) öffnen: die Gardine a. 3.2. etw.
herausziehen (1): die Schublade a.
—
4. landsch.
etw. Gestricktes, Gehäkeltes auftrennen (hat): einen
Pullover a.
—
5. etw. spannen (1.1) und auf etw. be
festigen (hat): Saiten a.; Leinwand auf Pappe a.
(aufkleben) — 6 . etw. a. durch Betätigung eines
Mechanismus die Spannung einer Feder von etw.
bewirken (hat): eine Armbanduhr, ein Spielzeug
auto a.; O um g. er war heute ziemlich aufgezogen
(animiert) — 7. in einer Gruppe (in geordneten
Reihen) herankommen und sich aufstellen (ist): die
Wache ist aufgezogen — 8. aufkommen, herauf-
ziehen (ist): ein Gewitter zog auf; Wolken ziehen
auf — 9. ein Kind, ein Jungtier großziehen (hat):
ein fremdes Kind wie sein eigenes a.; ein Reh
mit der Flasche a .; Jungvieh a.
—
10. (hat) umg.
etw. groß a.: ein Fest, Projekt groß a. (organi
sieren und aufwendig gestalten) — 11. umg. jmdn.
zum besten haben, necken (hat): jmdn. (wegen seines
Namens) a.;
- f andere / Saiten a.;
- zucht, die
\o. Pl.j das Aufziehen eines Jungtieres: die A. von
Kälbern, Geflügel; -zucken jVb.j 1. zuckend auf-
blitzen : ein Blitz, Scheinwerfer zuckte auf — 2.
plötzlich auftauchen (ist): ein Gedanke war in ihm
aufgezuckt; -zug, der 1. das Aufziehen (7): der
feierliche A. der Wache — 2. mechanische Vor
richtung, die Personen, Lasten auf- od. abwärts
transportiert: den A. benutzen; ein A. für Personen
(Fahrstuhl) — 3 . jvorw. Sg .j negativ auffallende
Art, in der jemand zurechtgemacht, gekleidet ist: er
kam ,in einem unmöglichen, komischen A. an; in
diesem A. kann ich mich nicht sehen lassen —
4. A kt (2): die zweite Szene des dritten Aufzugs;
- z wingen jVb.j 1. jmdn. zwingen, etw. anzunehmen,
zu übernehmen: jmdm. seine Meinung, seinen
Willen a. wollen; eine aufgezwungene Lösung —
2. sich jmdm. a. jmdm. zwingend bewußt werden:
ein Gedanke, eine Vorstellung zwang sich ihm auf
Aug|apfel, der gewölbter, in der Augenhöhle liegen
der Teil des Auges: mit den Augäpfeln, die Aug
äpfel rollen; + etw. wie seinen A. hüten (etw. als
das Liebste besonders sorgsam hüten)
Auge, das; -s, -n 1. paarweise auftretendes Seh
organ bei Mensch und Tier: blaue, große, tief
liegende, weit aufgerissene, geschlossene, ent
zündete Augen; das rechte, linke A .; glänzende,
gutmütige, traurig'e Augen; gute, schlechte Augen
haben (gut, schlecht sehen können); ein blaues A.
haben; jmds. Augen strahlen, leuchten, brennen,
tränen; die Augen aufschlagen, öffnen, schließen,
verdrehen, auf jmdn. richten; sich die Augen rei
ben, verderben; er hat ein A. verloren; einem Toten
die Augen zudrücken; er ist auf einem A. blind;
mir ist etw. in die Augen gekommen; mit den
Augen zwinkern; etw. mit bloßem A. (ohne opti
sches Hilfsm ittel) erkennen; Ringe um die Augen,
Schatten unter den Augen haben; die Augen (den
Blick 1) abwenden; Wasser, so weit das A. reicht —
2. Punkt auf einem Würfel: ich habe fünf Augen
geworfen — 3. jin Zahlen ausgedrückter Wert einer
Spielkarte bei bestimmten Kartenspielenj: der König
zählt beim Skat vier Augen — 4 . jvorw. Pl.j Fett
auge: auf der Suppe schwimmen viele Augen —
5. das magische A. (elektronische Röhre am Rund
funkempfänger, die die Stärke des Empfangs sicht
bar macht) —6. Ansatz des Keims, der Knospe, bes.
bei Kartoffeln, Weinreben, Obstbäumen
äugen — 1August
101
-f
große Augen machen (staunen); jmdm. gehen
die Augen auf (jmd. erkennt plötzlich einen Sach
verhalt); jmdm. die Augen öffnen (jmdn. über den
wahren, unangenehmen Sachverhalt aufklären); sei
nen. Augen nicht trauen (etw. sehen und vor Über
raschung kaum fassen könfien); seine Augen überall
haben (durch genaues Hinsehen auf alles aufpassen);
die Augen offenhalten (aufmerksam beobachten, auf
alles achten); die Augen vor etw. verschließen (etw.
nicht wahrhaben wollen) ; ein wachsames A. auf
jmdn., etw. haben (durch genaues Hinsehen auf
jmdn.,
etw. genau achtgeben); kein A. zumachen,
- tun nicht schlafen können; er hat die ganze Nacht
kein A. zugetan; jmds. Augen sind größer als der
Magen (jmd. tut sich mehr auf den Teller, als er
essen kann); jmdn., etw. im A. behalten, nicht aus
den Augen lassen (scharf beobachten); jmdn., etw.
aus dem A., aus den Augen verlieren (die Ver
bindung mit jmdm. verlieren, etw. nicht weiter
verfolgen),; etw. im A. behalten (etw. nicht ver
gessen) ; etw. ins A. fassen (sich etw. vornehmen; etw.
erwägen); etw. im A. (im Sinn) haben; etw. fällt,
springt ins A. (lenkt plötzlich beim Sehen jmds. A uf
merksamkeit auf sich); Augen wie ein Luchs haben
(scharf sehen können); jmdm. nicht in die Augen
sehen, blicken können (jmdm. gegenüber ein
schlechtes Gewissen haben); etw.,
jmdn. mit an
deren Augen (mit einem neuen Verständnis) (an)-
sehen, betrachten; etw. mit eigenen Augen sehen
müssen, wollen (sich von etw. durch Ansehen selbst
überzeugen müssen, wollen); sehenden Auges, mit
offenen Augen (wissend) ins Unglück rennen; unter
vier Augen (ohne Zeugen); jmdm., sich etw. vor
Augen halten (jmdm., sich etw. klarmachen); jmdm.
schöne Augen machen (mit jmdm. flirten); miteinem
lachenden und einem weinenden A. (teils erfreut
und teils betrübt); jmdm. gehen die Augen über
(jmd. ist durch einen Anblick überwältigt); jmdm.
wird es schwarz vor den Augen (jmdm. wird es
schlecht; jmd. wird ohnmächtig); scherzh. das A.
des Gesetzes (die Polizei; ein Polizist); umg. ein A.
auf jmdn., etw. werfen (an jmdm., etw. Gefallen zu
finden beginnen); ein A., beide Augen zudrücken
(etw. nachsichtig übersehen); da blieb kein A.
trocken (alle lachten Tränen; alle weinten vor Rüh
rung; keiner blieb verschont); etw. sticht jmdm. ins
A., in die Augen (erweckt in jmdm. den Wunsch, es
zu besitzen); mit einem blauen A. (glimpflich)
davonkommen; sich die Augen ausweinen, aus
dem Kopf weinen (sehr weinen); salopp jmdm. am
liebsten die Augen auskratzen wollen (jmd m . am
liebsten etw. Böses antun wollen); das geht ins A.
(geht schlecht aus); — jmdm. ein / Dorn im A.
sein; das paßt wie die / Faust aufsA .; die / Hand
nicht (mehr) vor den Augen sehen können; jmdm.
/ Sand in die Augen streuen; jmdm. fällt es wie
/ Schuppen von den Augen; / Tomaten auf den
Augen haben
äugen fsw. Vb.; hat/ 1.1. /vom Wild und Hundf se
hen, umherspähen: das Reh äugte in unsere Rich
tung 1.2. umg. /vom Menschen/ (suchend, scharf)
blick e n : ängstlich äugte er nach allen Seiten
Augen/augenl -arzt, der Facharzt für Augenkrank
heiten; -aufschlag, der fo. Pl.j das Heben der Augen
lider: ein wirkungsvoller A .; -binde, die m eist
schwarzes, rundes, versteiftes Stoffteil, das zur
Schonung über dem kranken Auge getragen wird;
- blick, -blick, der 1.1. sehr kurze Zeitspanne, 1M o
m ent: einen A. bitte!; ein unvergeßlicher, großer
A.; sich einen A. gedulden; einige Augenblicke
später 1.2 . fvorw. Sg .f Zeitpunkt: im ersten, geeig
neten, entscheidenden A .; den Zug im letzten A. er
reichen; im A. (jetzt) habe ich keine Zeit; jeden A .:
er muß jeden A. (gleich) kommen; -blicklich, -blick
lich /Adj.; nicht präd./ 1.1. /nur adv./ sofort, ohne
Verzug: ich werde das a. erledigen; a. aufhören
1.2 . fnur attr.f sofortig (1.2); eine augenblickliche
Entscheidung fordern — 2. gegenwärtig, m omentan:
ich habe a. keine Zeit; die augenblickliche Lage;
sich in einer augenblicklichen (vorübergehenden)
Verlegenheit befinden; -braue, die bogenförmig an
geordnete kurze Haare über dem Auge: buschige,
schwarze Augenbrauen; die Augenbrauen aus
zupfen; -fällig fAdj.; nicht adv./ in die Augen
fallend, auffällig: ein augenfälliger Unterschied;
-färbe, die; -fehler, der Mangel, Beeinträchtigung
des Auges hinsichtlich der Fähigkeit zu sehen: einen
A. haben; -haut, die Med. Haut des Augapfels: die
äußere, mittlere, innere A .;
-höhe /in der Ver
bindung/ in A. in Höhe der Augen: etw. in A. an
bringen; -höhle, die /vorw. PI./ Vertiefung, in der
sich der Augapfel befindet; -klappe, die Augen
binde; -klinik, die Klinik für die Behandlung von
Augenkrankheiten; -krankheit, die; -licht, das
jo. PI ./: das A. (die Sehkraft) verlieren; -lid, das
L id : geschlossene Augenlider; die Augenlider
heben, senken; -maß, das jo. Pl.j Fähigkeit, mit den
Augen Entfernungen, das Quantum von etw. ab
zuschätzen: ein gutes, schlechtes A. haben; -merk,
das /in der Verbindung/ sein (besonderes) A. auf
etw., jmdn. richten (einer Sache, jmdm. Aufmerk
samkeit schenken); -Optiker, der Fachmann für die
Fertigung, Reparatur und den Verkauf von Brillen;
-pulver, das -f umg. scherzh. das ist ja das
reinste A. (eine sehr kleine, schwer leserliche Schrift) ;
- ringe, die /Pl.j halbkreisförmige dunkle Stellen u n
ter den Augen: A. haben; -schatten,die /PI./Augen
ringe; -schein, der jo. Pl.f die unmittelbare Wahr
nehmung durch das Auge, das Anschauen: sich
durch den A. von etw. überzeugen; der A. trügt;
wie der A. zeigt, lehrt; etw., jmdn. in A. nehmen
(etw., jmdn. genau und kritisch betrachten); -schein-
lich, -schemlich /Adj./ offen b a r (1.1); ein augen
scheinlicher Mangel; -Spiegel, der Med. Instrument
zur Untersuchung des Inneren des Auges; -stern, der
jo. PI./: jmd. ist jmds. A . (ist das Liebste, Wert
vollste, das jmd. besitzt); -tropfen, die /PL/ flüssiges
Medikament, das bei bestimmten Augenkrankhei
ten auf die Bindehaut geträufelt wird; -weide, die
/o. Pl.j etw., jmd. ist eine A. etw., jmd. bietet einen
sehr schönen, wohltuenden A nblick: die blühende
Wiese ist eine (wahre) A .; -Wimper, die jvorw . Pl.j
W im p er: lange Augenwimpern haben; -Winkel, der
rechts, links das Auge begrenzender Winkel (2.1);
jmdn. aus den Augenwinkeln ansehen; -zeuge, der
Person, die einen Vorgang, Bachverhalt auf Grund
persönlicher Wahrnehmung schildern kann: A.
(eines Ereignisses) sein; -zeugenbericht, der B e
richt eines Augenzeugen; -zwinkern, das; -s,
jo. PI./ das Zwinkern mit den Augen, mit einem
A u g e : sich durch A. verständigen
1August, der /in der Verbindung/ v e ra lte n d der
dumme A. Clown: dann trat der dumme A. auf;
den dummen A. spielen (der Spaßmacher sein)
102
2August — Ausbeute
2August, der; -(e)s/-,
-e jvorw. Sg.j achter Monat
des Jahres
Auktion, die; -,
-en Versteigerung (2): einen Nach
laß in einer A. versteigern; etw. auf einer A. er
stehen; eine A. abhalten
Auktionator, der; -s, Auktionatoren jmd., der ge
werbsmäßig Auktionen abhält
Aula, die; Aulen jvorw. Sg .j VerSammlungs- und
Festsaal in Schulen, Hochschulen
Aur|kel, auch Aurikel, die; -n Rosettenpflanze mit
glatten Blättern und rötlichbraunen od. gelben Blüten
xaus jPräp. mit Dat.j 1. jräuml.; bezeichnet die
Richtung von innen nach außenj; a. dem Haus ge
hen; ein Buch a. dem Regal nehmen; a. dem Fen
ster blicken — 2, /weist auf die räumliche od. zeit
liche Herkunft, den Ursprung, die Quelle hinj: er
kommt, stammt a. N, ist a. N gebürtig; ein Kind a.
der Nachbarschaft; ein Werk a. dem Jahre 1850;
a. der Nähe; a. 100 Meter Entfernung; a. eigener
Erfahrung sprechen — 3* fweist auf den Ausgangs
punkt für eine Zustandsveränderung hinj: a. einem
Kleid eine Bluse machen; a. jmdm. einen tüch
tigen Menschen machen; a. dem Bach war ein
reißender Fluß geworden; a. ihm ist ein guter
Geiger geworden; was soll a. uns werden? —
4. /weist auf das Material hin, das für die Herstellung
von etw. verwendet wird, worden ist/: ein Kleid a.
Seide; eine Bank a. H olz; einen Satz a. einigen
Wörtern bilden — 5. jkausalf auf Grund von: a.
Angst etw. nicht tun; jmdm. a. Versehen auf den
Fuß treten; a. welchem Grunde sind Sie gekom
men? ; er handelte a. einer Laune heraus
2aus /Adv.; / auch aussein/ 1. umg. 1.1. zu Ende:
das Theater, die Sitzung ist a.; a. {Schluß 1.1)!;
der Krieg ist a.; zwischen uns ist es a. (die Freund
schaft, Beziehung zwischen uns ist in die Brüche ge
gangen) ; mit meiner Geduld ist es a. (meine Geduld
ist erschöpft) 1.2 . mit jmdm. ist es a. (jmd. ist am
Ende seiner Kraft, seiner Möglichkeiten, jmd. ist
ruiniert) —2. umg. das Feuer, der Ofen ist a. (ist
erloschen, brennt nicht mehr) — 3 . umg. die Lampe,
das Radio ist a. (ausgeschaltet); Licht a. (<aus-
schalten)! — 4. umg. jmd. ist (mit jmdm.) a. jmd.
ist (mit jmdm.) ausgegangen (1.2): ich war gestern
(mit meinem Bekannten) a.
—
5. umg. jmd. ist
auf etw. a. jmd. möchte etw. sehr gern haben, er
reichen und bemüht sich eifrig darum: er ist auf
Abenteuer, eine Belohnung a.
—
6. / von 1.1.3,
1.2.3
-j- von mir a. (meinetwegen); von sich a. (unauf
gefordert, selbständig); bei jmdm. a. und ein, ein
und a. gehen (bei jmdm. verkehren); nicht a. und
ein, nicht a. noch ein, weder a. noch ein wissen
(völlig ratlos sein); — von Haus(e) a.; der
Ofen
ist a.; a. der
Traum
Aus, das; jo. Pl.j Ballspiele: der Ball ging ins
A. (in den Raum außerhalb des Spielfeldes); den
Ball ins A. schießen
aus- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in
Verbindung mit dem Grundwort bestimmte produk
tive Bedeutungstypen bildet/ 1.1. von innen nach
a u ß e n : / z. B . ausfließen,ausschlüpfen, aussteigen,
ausströmen 1.2. etw. entfernend: z. B . ausbürsten,
ausklopfen 1.3. etw. leer machend: / z. B . aus
packen, ausräumen, austrinken — 2 . sich, etw. nach
allen Seiten verbreitend: / z. B . sich ausbreiten,
ausstrahlen, ausstreuen — 3 .1 . aufhören zu ...:
/ z. B . ausklingen, auspendeln 3.2 . eine Tätigkeit
vollständig durchführend: / z. B . ausdiskutieren,
auslesen, (sich) ausschlafen, austrocknen —
4.1. etw., jmdn., sich mit etw. versehend: JA z.B .
auspreisen, ausstaffieren 4.2 . etw. m it etw. a u s
kleidend: / z. B . ausmauern 4.3. etw. mit ehe. aus
füllend : / z. B . ausgießen
aus/Ausl -arbeiten jfb .l 1.1. einen Plan, Entwurf a.
(die Positionen dafür zusammenstellen und ihn for
mulieren) 1.2. etw. im Entwurf Vorliegendes in eine
endgültige Form bringen: etw. sorgfältig, im Detail
a.
—
2. sich durch körperliche Arbeit Bewegung
schaffen: sich im Garten tüchtig a.; -arbeitung, die;
-,
- en 1. /vorw. Sg .; zu -arbeiten 1/ das Ausarbeiten;
zu 1.1: die A. eines Entwurfs — 2. das Ausge
arbeitete: die Ausarbeitungen durchlesen; -arten
/Vb.j 1#in etw., auch zu etw. a. über das übliche Maß
hinausgehen und sich zu etw. Negativem steigern:
der Streit artete in eine Schlägerei aus — 2 . in
ungehöriger Weise vom üblichen Benehmen ab-
weichen: in seinem Zorn artete er aus; -atmen /Vb.j
die Luft aus der Lunge ausströmen lassen: die Luft
durch den Mund a. ; langsam, kräftig a.;
- baden
jVb.f umg. die Folgen für etw. tragen, das ein
anderer od. auch man selbst verschuldet hat: jvorw.
in Verbindung mit müssen/ er hat den Fehler ge
macht, und ich muß es nun a.;
- baggern /Vb./ mit
einem Bagger eine Vertiefung herstellen: eine Fahr
rinne, Baugrube a.;
- balancieren /Vb.j etvj. in s
Gleichgewicht bringen, im Gleichgewicht halten: der
Jongleur balanciert die aufeinandergestellten
Gegenstände aus; O verschiedene Meinungen ge
schickt a.;
- baldowern /sw. Vb.; hat/ [..d o:v..]
landsch., bes. berl. salopp etw. auskundschaften:
ein Versteck a.;
- bau, der /PL -e; vorw. Sg .; zu
-bauen/; zu 1: der A, eines Motors; zu 2: den A. des
Verkehrsnetzes beschleunigen; O der A. von Han
delsbeziehungen zu anderen Ländern; zu 3: der A.
eines Gebäudes zu einer, als Bibliothek; -bauen
/Vb./ 1. etw. durch technische Montage aus etw., bes.
einer technischen Vorrichtung, herausnehmen: den
Motor, die Batterie (aus dem Auto) a.; ein aus
gebautes Türschloß — 2. etw. planmäßig ver
größern, erweitern: das Verkehrsnetz, einen Hafen
a.; O die wirtschaftlichen Beziehungen zu einem
Staat a.; der Spitzenreiter konnte seinen V or
sprung weiter a.
—
3. etw. zu etw. umbauen: einen
Saal zum, als Theater a.; ein Dachgeschoß a. (in
ein Dachgeschoß Zimmer bauen); -baufällig /Adj.;
nicht adv./ geeignet, ausgebaut (2) zu werden: ein
ausbaufähiger H afen; O die wirtschaftlichen Be
ziehungen sind a.;
- bedingen, sich, bedang sich
aus, hat sich ausbedungen sich etw. a. etvj. zu r B e
dingung machen: sich bestimmte Rechte, drei Tage
Bedenkzeit a.; das ausbedungene Honorar; -beißen
/Vb.j: sich einen Zahn a. (sich beim Beißen, Kauen
einen Zahn heraus-, abbrechen); -f- sich an etw.
die / Zähne a.;
- bessern /Vb.j 1.1. etw. a. schad
hafte Stellen an etw. beseitigen: eine Straße, ein
Dach a. 1.2. etw. flicken, stopfen: ein Kleidungs
stück a.; -beulen / Vb.j 1. eine Hose a. (durch Tragen
an bestimmten Stellen so dehnen, daß dort eine Aus
buchtung entsteht); die Taschen a.
—
2. etw. a. eine
Beule aus etw. entfernen: den Kotflügel eines Autos
a.;
-beute, die Ertrag, Gewinn aus einer bestimmten
Tätigkeit: die wissenschaftliche A. der Unter
ausbeuten — ausbreiten
103
suchungen war zufriedenstellend; -beuten, beutete
aus, hat ausgebeutet 1. P ol. Ök. jmdn. a. sich
als Eigentümer von Produktionsmitteln unbezahlte
fremde Arbeit (1.3), und zwar das Mehrprodukt
und in bestimmten historischen Verhältnissen auch
Teile des notwendigen Produkts, aneignen: die
Sklavenhalter beuteten die Sklaven aus; der
Kapitalist beutet die Arbeiter aus; die ausgebeu-
teten Klassen und Schichten — 2. jmdn. skrupellos
für sich ausnutzen: jmdn. schamlos a.
—
3. etw.
systematisch nutzen: ein Archiv, alle historischen
Quellen a .;
-beuter, der; -s, - fvorw. Pl.f Pol. ök.
Eigentümer von Produktionsmitteln, der sich un
bezahlte fremde Arbeit (1.3), und zwar das Mehr
produkt, und in bestimmten historischen Verhält
nissen auch Teile des notwendigen Produkts an-
eign et: die A. entmachten
Ausbeuter! -gesellschaft, die auf Ausbeutung be
ruhende Gesellschaftsordnung: die kapitalistische A .;
-klasse, die Klasse der Ausbeuter; -Ordnung, die
Ausbeutergesellschaft
Aus/aus|-beutung,die; -, jo. Pl.f 1.P o1.ö k. dasAus -
beuten* (1): die A. des Menschen durch den Menschen
beseitigen; gegen A. und Unterdrückung kämpfen
—
2. das Ausbeuten (2, 3); -bezahlen fVb.f umg.
jmdm. etw. auszählen: jmdm. seinen Lohn, sein
Gehalt a.;
-biegen fVb.; ist/ jmdm., einer Sache
ausweichen: einem Radfahrer a.; das Auto mußte
a.;
-bilden fVb.f 1.1. jmdn. a. jmdm. für seinen
zukünftigen Beruf, eine bestimmte Tätigkeit die
notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertig
keiten vermitteln: Lehrlinge, Nachwuchs a.; es
müssen mehr Ärzte ausgebildet werden; ein gut
ausgebildeter Mitarbeiter 1.2. sich a. die fü r se in en
Beruf notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und
Fertigkeiten erwerben: sich als, zur Kranken
schwester a. lassen —■ 2.1. etw. durch Schulung zu
höherer Qualität bringen: seine Fähigkeiten, jmds.
Stimme a. 2.2. etw. bildet sich zu etw. aus etw.
entwickelt sich zu etw. Bestimmtem, zu einer beson
deren, höheren Qualität: die Larve bildet sich zum
Schmetterling aus; -bilder, der; -s, - jmd., der an
dere ausbildet: als A. in einer Lehrwerkstatt tätig
sein; der A. ließ die Truppe antreten; -bildung, die
fvorw. Sg./ 1. das Ausbilden (1.1, 2.1): die mili
tärische A.; er befindet sich noch in der A. (wird
noch ausgebildet); Bewerber mit abgeschlossener A.
—
2. die für den zukünftigen Beruf, eine bestimmte
Tätigkeit vermittelten notwendigen Kenntnisse, Fä
higkeiten und Fertigkeiten als Qualifikation: eine
gute A. erhalten; eine künstlerische A. besitzen,
haben
Ausbildungs| -beruf, der Beruf, der in einer fest
gelegten Ausbildungsdauer im System der Berufs
ausbildung erlernt werden kann; -dauer, die Dauer
der beruflichen Ausbildung
6WAusl -bitten fVb.f 1.1. sich von jmdm. etw. er
bitten: sich von jmdm. Bedenkzeit, die Erlaubnis
für etw., ein Buch a. 1.2. sich etw. a. etw. nach
drücklich verlangen, fordern: ich bitte mir Ruhe
aus!; das möchte ich mir auch ausgebeten haben
(das erwarte ich als selbstverständlich)!; -blasen
fVb.f 1.1. etw. durch Blasen (1.1) auslöschen: ein
Streichholz, eine Kerze, das Licht a. 1.2. T e ch n .
einen Hochofen a. (außer Betrieb setzen) — 2. den
Hobel a. (dadurch säubern, daß man in ihn bläst);
-bleiben / Vb.f 1.1. nicht eintreten, eintreffen, obwohl
erw artet: die erhoffte Wirkung, der Erfolg blieb
aus; die Folgen deines Übermuts werden nicht a.
(werden bestimmt eintreten); es konnte nicht a.
(mußte so kommen), daß er in der Prüfung ver
sagte; die Post, Nachricht blieb aus; Angebote
blieben aus 1.2. er blieb die ganze Nacht aus (kam
die ganze Nacht nicht heim); 1-bleichen, blich aus,
ist ausgeblichen, auch ausgebleicht die F a rb e, an
Farbintensität verlieren, völlig verblassen: der Vor
hang ist ausgeblichen; ausgeblichene Farben;
'2-bleichen fsw. Vb.; hat/ etw. a. bewirken, daß etio.
seine Farbe, an Farbintensität verliert, völlig ver
blaßt: die Sonne hat den Vorhang ausgebleicht;
-blenden/F6./ Rundf. Fernsehen Film den Ton,
ein Bild allmählich abschwächen und aus einer Sen
dung, einem Film herausnehmen: die Musik a.;
-blick, der 1. fvorw. Sg .j Aussicht (1): von der
Höhe einen schönen A. haben; ein Zimmer mit A.
aufs Meer — 2. Hinweis auf Künftiges: einen kur
zen A. auf die weitere Entwicklung geben; -blicken
fVb.f geh. nach jmdm., etw. ausschauen: verstoh
len, sehnsüchtig nach jmdm. a .; -bluten fV b .; ist/:
ein geschlachtetes Tier a. (alles Blut verlieren)
lassen; -bomben fsw. Vb.; nur im Pass. u . Part.
Prät.f ausgebombt werden durch einen Bomben
abwurf Wohnung und Besitz verlieren: er wurde im
Krieg zweimal ausgebombt; -booten, bootete aus,
hat ausgebootet 1. jmdn. von einem Schiff mit
einem Boot an Land bringen: die Passagiere a.
—
2. umg. jmdn. aus einer Position verdrängen: sei
nen Konkurrenten a.;
-borgen fVb.f 1. sich von
jmdm. etw. borgen: er hat sich von mir Geld, ein
Buch ausgeborgt — 2. jmdm. etw. borgen: jmdm.
ein Buch a.;
-braten fVb.f: Speck a. (auslassen
5); -brechen fVb.f 1. etw. aus etw. herausbrechen
(hat) : ich habe mir durch einen Sturz einen Zahn
ausgebrochen; Steine (aus einer Mauer) a.
—
2. etw.
erbrechen (I) (hat): der Säugling hat die Nahrung
wieder ausgebrochen — 3. (ist) 3.1. sich gewaltsam
befreien und entkommen: der Häftling ist (aus der
Haftanstalt) ausgebrochen; der Löwe ist aus dem
Käfig ausgebrochen 3.2. aus der Ehe, aus einer
Koalition a. (sich den durch sie gegebenen B in
dungen abrupt entziehen) — 4.(ist) 4.1.jmdm. bricht
der Schweiß aus (tritt plötzlich der Schweiß aus
den P o r en ) 4.2. der Vulkan ist wieder ausgebrochen
(hat plötzlich begonnen, wieder tätig zu werden)
4.3. ein Feuer, Krieg bricht aus (setzt plötzlich ein,
beginnt plötzlich und unerwartet); eine Panik drohte
auszubrechen; eine Seuche, Epidemie ist aus
gebrochen; ein ungeheurer Jubel, große Begei
sterung brach unter den Zuschauern aus 4.4. in
eine Gefühlsäußerung a. plötzlich (und unerwartet)
eine bestimmte heftige Gefühlsäußerung zeigen: er
brach in ein schallendes Gelächter aus; in Jubel,
Tränen, Zorn, Wehklagen a .;
-breiten fV b .f
1.1. etw. (Gefaltetes) auseinanderfalten und in ganzer
Breite hinlegen: einen Stadtplan, die Zeitung, eine
Decke a .; O seine Ansichten, Forschungsergeb
nisse, sein Leben vor jmdm. a. (beschreiben, schil
dern) 1.2. (zusammengehörige) Gegenstände nebenein
ander hinlegen, auf einer Fläche verteilen: die
Händler breiteten ihre Waren aus; den Inhalt
eines Pakets (vor jmdm.) auf einem Tisch a.
—
2. die Arme, Flügel a. (nach beiden Seiten aus
str ec k e n ); dem Besuch mit ausgebreiteten Armen
entgegeneilen; der Baum breitet seine Äste, Zweige
aus (die Äste, Zweige des Baumes sind nach allen
Seiten gerichtet) — 8. sich verbreiten (2): Nebel brei
tete sich über der, die Stadt aus; das Unkraut
breitet sich aus; das Feuer breitete sich rasch aus
(griff rasch um sich); eine Seuche, ansteckende
Krankheit breitet sich aus — 4. sich weithin er
strecken: eine Ebene, ein See breitet sich vor jmdm.,
vor jmds. Augen aus — 5. sich über etw. verbreiten,
sich weitschweifig über etw. äußern : sich stunden
lang über ein Thema a.; zw 3 -breitung, die; -,
-en
fvorw. Sg .f; -brennen fVb.; ist, hat/ 1. zu Ende
brennen (ist): das Feuer, die Kerze ist ausgebrannt
—
2. im Innern durch Feuer völlig zerstört werden
(ist): das Auto, Haus, die Wohnung ist völlig aus
gebrannt; ein ausgebrannter Panzer; <0 er fühlte
sich ausgebrannt (erschöpft, verbraucht) — 8. (hat)
etw. durch Ätzen (1.2) 8.1. entfernen: der Arzt
brannte das Geschwür aus 8.2. steril machen: der
Arzt brannte die Bißwunde aus; -bringen fV b .f :
einen Trinkspruch, Toast, ein Hoch (auf jmdn. ,
etw.) a. (sprechen); -bruch, der 1. fvorw. Sg .; zu
- brechen 3 ,4 /; zu 3.1: der A. des Häftlings miß
lang; zu 3.2: der A. aus der Koalition; zu 4.2': der
A. des Vulkans; zu 4.3: bei A. des Krieges; dem A.
einer Epidemie Vorbeugen; zum A. kommen aus
brechen (4.3): eine Krise kommt zum A.
—
2. sich
mit Heftigkeit äußernde Gefühlserregung: sich vor
jmds. unbeherrschten Ausbrüchen fürchten; -brü
ten fVb.f 1. fvon Vögeln/1.1 . die Henne brütet die
Küken aus (brütet so lange, bis die Küken aus
schlüpfen) 1.2. die Henne brütet die Eier aus
(brütet so lange, bis die Küken aus den Eiern aus
schlüpfen) — 2. umg. 2.1. einen Racheplan a. (aus
denken) 2.2. scherzh. die Kinder brüten eine
Grippe aus (alles deutet darauf hin, daß die Kinder
eine Grippe bekommen); -buchen/ 76./ s. ausgebucht;
-buchtung, die;
-en nach außen gerichtete Wöl
bu n g: eine A. der Fahrbahn (zum Parken); -bud
deln /76./ landsch. umg. etw., jmdn. ausgraben
(1.1): Steine, Kartoffeln a .;
-bügeln fVb .f 1. etw.
durch Bügeln aus einem Kleidungs-,
Wäschestück
entfernen: Falten, einen Stearinfleck a.
—
2. umg.
etw. wieder in Ordnung bringen, einrenken (2.1):
eine dumme Sache (wieder) a .; -buhenfsw. 76.; hat/:
umg. jmdn., etw. a. durch Buhrufe sein Mißfallen
über jmdn., etw. zum Ausdruck bringen: der Sänger,
die Inszenierung wurde ausgebuht; -bund, der
fvorw. Sg .f: jmd. ist ein A. (der Inbegriff) an, von
Frechheit, Häßlichkeit; vorw. ir o n . er ist ein A.
an, von Tugend, Klugheit; -bürgern fsw. 76.; hat/:
jmdn. a. (jmdm. die Staatsangehörigkeit entziehen);
-bürsten /76./ 1.1. etw. mit einer Bürste aus etw.
entfernen: den Staub, einen Fleck (aus dem Mantel,
der Steppdecke) a. 1.2. etw. mit einer Bürste säu
bern: den Mantel, die Couch a.;
-büxen fsw. 76.;
ist/ landsch. umg. ausreißen, weglaufen: der
Junge ist vor dem Hund ausgebüxt; -dauer, die
das zähe Wollen, bei einer Tätigkeit auszuhalten,
Beharrlichkeit: große, keine A. haben, besitzen,
zeigen; mit A. an einem Plan festhalten, arbeiten;
-dauerndfAdj.; vorw. attr.f 1. von, mit großer Aus
dauer, beharrlich: er ist ein ausdauernder Schwim
mer, Läufer; mit ausdauerndem Fleiß arbeiten —
2. B ot. ausdauernde Pflanzen (Pflanzen, deren
Knollen, Wurzelstöcke mehrere Winter im Erdboden
überdauern); -dehnen fVb.f 1. sich a. an Umfang,
Volumen durch Ervjärmung zunehmen: Metall,
104
Ausbreitung — Ausdruck
Wasser, Gas dehnt sich bei Erwärmung aus —
2. sich verbreiten (2): der Nebel dehnt sich langsam
aus — 3.1. etw. verlängern (2.1): seinen Besuch,
Aufenthalt (über die vorgesehene Zeit hinaus) a .;
ein ausgedehnter (xlanger) Mittagsschlaf 3.2 . sich
über einen längeren Zeitraum hinziehen: die Be
sprechung dehnte sich über mehrere Stunden aus —
4. sich weithin erstrecken: eine Ebene, ein See dehnt
sich vor jmdm. aus; ein ausgedehnter (großer) Park;
-dehnung, die 1. fzu -dehnen 1—3/ das Ausdehnen
—
2. in der Länge, Breite, Höhe od. zeitlich fest
gelegte G röße (2): die kolossale A. eines Industrie
geländes, Bauwerks; -denken /7 6 ./1 . (sich) etw. a.
durch (längeres) Nachdenken etw. gedanklich schaffen:
sich eine Ausrede, einen Scherz, eine Überraschung
a.; eine ausgedachte (frei erfundene) Geschichte —
2. die Folgen sind nicht auszudenken (sind so
furchtbar, daß man sie sich nicht vorstellen kann,
w ill); nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn
...; -deuten /76./ etw. deuten, interpretieren: jmds.
Worte (richtig, falsch) a .; er hat deine Handlungs
weise zu deinen Ungunsten ausgedeutet; dazu
-deutung, die; -dienen fV b .f um g. ausgedient
haben unbrauchbar geworden sein: der Mantel hat
jetzt ausgedient; firn Pa rt. P rä t.f eine ausgediente
Schreibmaschine; -diskutieren fV b .f etw. a. über
etw. durch eingehendes Diskutieren zur Überein
stimmung kommen: wir wollen die Probleme a.;
diese Frage ist noch nicht ausdiskutiert; -dorren
/76./: geh. der Erdboden ist ausgedorrt (völlig
trocken geworden, ausgetrocknet); -dörren /76.; hat,
ist/ geh. 1.1. (hat) die sengende Sonne hat die
Felder, Wiesen ausgedörrt (völlig trocken werden
lassen, ausgetrocknet) 1.2. ausdorren (ist): die
Felder sind ausgedörrt; eine ausgedörrte Kehle
haben; -drehen fVb.f: das Licht, Radio a. (aus
schalten); das Gas a. (abstellen); -druck, der fPl.
- drücke/ 1. Wort, Wortgruppe, Wendung als Be
zeichnung: den richtigen, passenden A. suchen,
finden; einen falschen, allgemeinverständlichen,
bildhaften, gewählten A. gebrauchen, verwenden;
in bildhaften Ausdrücken reden; jmdn. mit derben
Ausdrücken beschimpfen; ein fachsprachlicher,
mundartlicher, veralteter A.
—
2. jo. Pl.f Art der
Form ulierung: der Lehrer beurteilt den mündlichen
und schriftlichen A. des Schülers; Gewandtheit im
A. besitzen — 3. jo. Pl.f Widerspiegelung eines
inneren Vorgangs, Zustands 3.1 . in Worten,
Gesten /mit folgendem Gen.f: etw. mit dem A. der
Verwunderung, Entrüstung zur Kenntnis nehmen;
eine Beleidigung mit dem A. des Bedauerns zu
rücknehmen 3.2. auf dem Gesicht, in den Augen:
sein Gesicht bekam einen ärgerlichen A .; in jmds.
Miene zeigt sich ein A. der Zufriedenheit 3.3 . in der
Stim m e: ihre Stimme nahm einen zärtlichen A.
(Klang 2) an 3.4. bei der Wiedergabe eines Kunst
werkes : ein Lied mit, ohne A. singen — 4. fo. P I .;
vorw. mit folgendem Gen.f sein Verhalten ist A.
seiner Unreife (drückt seine Unreife aus) — 5. etw.
zum A. bringen, einer Sache A. geben, verleihen
etw. ausdrücken, äußern : einen Gedanken, Wunsch,
eine Absicht zum A. bringen; er brachte seine
Dankbarkeit dadurch zum A., daß ...; er gab der
Hoffnung, Überzeugung A. ,
daß ...; er verlieh
seiner Dankbarkeit dadurch A. ,
daß ...; etw.
kommt in etw. zum A. etw. drückt sich in etw. aus,
wird in etw. deutlich: in dem Buch kommt das
ausdrucken — ausfahren
105
große Wissen des Verfassers zum A .; -drucken fV b .f
Druckerei etw. fertig drucken: ein Buch a.; die
zweite Auflage ist bereits ausgedruckt; -drücken
jVb.j 1.1. Flüssigkeit aus etw. herausdrucken: den
Saft (aus der Zitrone) a. 1.2. etw. a. durch Drücken
die Flüssigkeit aus etw. entfernen: eine Zitrone a.
—
2. eine Zigarette, Zigarre (im Aschenbecher) a.
(durch Zerdrücken zum Erlöschen bringen) — 8.1.
etw., sich in bestimmter Weise a. etw., das, was man
sagen will, in bestimmter Weise formulieren: etw.
klar, verständlich, präzise a .; etw. kaum mit W or
ten a. (in Worte fassen) können; sich gewählt, klar,
verständlich, geschwollen, unklar a .; sie hatte
Mühe, sich in der fremden Sprache auszudrücken;
jmdm. seine Anerkennung, Bewunderung, seinen
Dank, sein Beileid a. (sagen, mitteilen) 3.2 . etw.
äußern (1.1): über etw. seine Freude, sein Be
fremden a.; die Hoffnung a., daß ... 3.3 . etw. in
einer, durch eine Maßeinheit, ein normiertes
Zeichen a. etw. in einer Maßeinheit, durch ein
normiertes Zeichen formulieren: ein Ergebnis in
Prozenten a.; in Rubel ausgedrückt (berechnet 1),
beträgt der Wert ...
—
4.1 . etw. drückt etw. aus
etw. läßt etw. deutlich werden: seine Worte drückten
Besorgnis aus; jmds. Gesicht drückt Zufriedenheit
aus 4.2 . etw. drückt sich in etw. aus etw. ist einer
Sache anzumerken: in seinen Worten drückte sich
Freude aus 4.3 . etw. äußern (2.2): sie drückte ihre
Dankbarkeit dadurch aus, daß ...;
- drücklieh,
- drücklich fAdj.; nicht präd.f mit Nachdruck ge
äuß er t: es geschah auf seinen ausdrücklichen
Wunsch, mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis;
es wird a. betont, daß ...; etw. a. (nachdrücklich)
verbieten
ausdrucks/Ausdrucks1 -los /Adj.f 1.1. ohne A u s
druck (3.2), nichts Wesenhaftes ausdrückend: ein
ausdrucksloses Gesicht; a. dreinblicken 1.2 . oh ne
Ausdruck (3.4): ein Gedicht a. vortragen; -ver
mögen, das fo. Pl.f Fähigkeit, sich sprachlich aus
zudrücken; -voll IAdj.f 1.1. voller Ausdruck (3.2):
ein ausdrucksvolles Gesicht 1.2. mit viel Ausdruck
(3.4): ein Gedicht a. vortragen; der Solist spielte
sehr a.;
- weise, die Art des mündlichen, schrift
lichen Ausdrucks: eine gewählte, antiquierte A.
Aus/ausl -dünstung, die; -,
- en durch jmds. tran
spirierenden Körper verbreiteter unangenehmer Ge
ru ch : die Ausdünstungen schwitzender Menschen;
-einander /Adv.f 1.1. räumlich voneinander ge
trennt: wir wohnen weit a.; ,gar nicht* schreibt
man a.; die Bäume stehen weit a.; O umg. wir
sind schon lange a. (nicht mehr befreundet) 1.2 . zeit
lich voneinander getrennt: die beiden Schwestern
sind (im Alter) fast zwei Jahre a.
—
2. eines aus
dem anderen: Formeln a. ableiten
auseinander- fin verbalen Zusammensetzungen und
deren substantivischen Ableitungen; drückt ein
Trennen, Spalten, öffnen aus/ z. B .: auseinander
biegen, sich auseinanderentwickeln, auseinander
fallen, auseinanderlaufen, auseinanderschieben,
auseinandertreiben
auseinander/Auseinanderj -bringen fV b .f 1. u m g.
miteinander Verbundenes voneinander lösen, trennen
(können): er brachte die verklebten Seiten nicht
auseinander — 2. einander nahestehende Menschen
en tzweien: sie versucht ständig, die Freunde aus
einanderzubringen; -gehen fVb.f 1. nicht länger
beieinanderbleiben und in verschiedene Richtungen
gehen: grußlos, im Zorn a.; um Mitternacht gingen
wir auseinander — 2. um g. die Verlobung ging
auseinander (wurde gelöst 3) — 3. nicht überein
stimmen (2), differieren: unsere Meinungen gehen
in diesem Punkt auseinander — 4 . salopp dick
w erd en : sie ist ziemlich auseinandergegangen;
-halten fVb.f Personen, Sachen voneinander unter
scheiden (1.1): ich kann die Zwillinge nicht a .;
-klamüsern fsw. Vb.; hat/ landsch. eine ver
worrene Angelegenheit mit Mühe entwirren, er
klären : es war schwierig, die Sache auseinander
zuklamüsern; -nehmen fVb.f 1. etw. in Einzelteile
zerlegen: das Fahrrad a.
—
2. salopp den Laden
haben sie auseinandergenommen (dem o liert); die
haben mich regelrecht auseinandergenommen
(fertiggemacht 3.3); -posamentieren fsw. Vb.; hat/
landsch. eine verworrene Angelegenheit mit Mühe
entwirren, erklären: er hat mir alles auseinander-
posamentiert; -setzen fVb.; hat/ 1. jmdm. etw.
erklären (1.1): jmdm. seine Gründe eingehend a.
—
■ 2.1 . sich eingehend mit etw. beschäftigen, etw.
kritisch durchdenken: sich mit einem Problem
(kritisch) a. 2.2. sich mit jmdm. a. mit jmdm. eine
strittige Frage, unterschiedliche Standpunkte klären:
sich mit dem Gegner, dem Publikum a .;
-Setzung,
die -,
-en 1. fzu -setzen/; zu 2: die A. (das Sich-
auseinandersetzen) mit einem Problem — 2 .1 .
Meinungsaustausch, Diskussion (1.1): eine wissen
schaftliche A. mit jmdm. haben; wir hatten eine
fruchtbare A. über verschiedene Probleme 2.2 .
heftiger Streit: es kam zu erregten, heftigen Aus
einandersetzungen zwischen den Eheleuten; ich
hatte mit meiner Mutter eine A. 2 .3 . eine mili
tärische, kriegerische A. (kleinere, begrenzte kriege
rische Aktionen von Staaten, Gruppen gegenein
ander)
aus/Ausl -erkiesen fVb.;Inf. u. Präs. Akt.veralt./
veraltend geh. jmdn., etw. auserwählen: man er
kor ihn dazu aus, hatte ihn dazu auserkoren . . . ;
er war dazu auserkoren, den ersten Versuch zu
wagen; scherzh. ich habe mir dieses Auto aus
erkoren; -erkoren s.
- erkiesen; 1-erlesen, erlas aus,
hat auserlesen fPräs. u . Prät. Akt. veralt./ geh.:
man hatte ihn zu dieser schwierigen Aufgabe a.
(ausgewählt); 2-erlesen fAdj.f 1.1 . /nicht adv.f vor
züglich, von besonderer Güte: auserlesene Speisen,
Weine 1.2 . fadv.f a. (überaus, sehr) schönes Por
zellan; -ersehen fVb.; Präs. u . Prät. Akt. noch im
Gliedsatz möglich] geh. jmdn., etw. auswählen (1.2),
zu etw. bestimmen: jmd. ist zu einer besonderen Auf
gabe a.;
- erwählen fVb.; Präs. u . Prät. Akt. noch
im Gliedsatz möglichf geh. jmdn., etw. ausersehen;
- fahren fV b .; / auch ausgefahren/ 1. (ist) 1.1 .
aus etw. hinausfahren, fahrend einen umgrenzten
Raum verlassen: der Zug ist aus dem Bahnhof
ausgefahren 1.2. mit einem bestimmten Ziel aufs
Meer hinausfahren: die Boote fahren zum
Fischfang aus 1.3. Bergm. (im Förderkorb) den
Schacht verlassen: die Bergleute fahren aus — 2 .1.
spazierenfahren (1) (ist): sie sind am Nachmittag
ausgefahren 2.2. jmdn.,
bes. ein Kind in einem
Kinderwagen, spazierenfahren (2) (hat): das Baby a.
—
3. etw. mit einem Fahrzeug den zuständigen
Empfängern bringen (hat): Kohlen, Pakete a.
—
4. (hat) die Landeklappen, das Fahrwerk a. (her
ausgleiten lassen) —* 5. (hat) 5.1 . ein Fahrzeug so
fahren, daß die Leistungsfähigkeit des M otors voll
106
Ausfahrt — ausführen
ausgenwtzt wird: er hat seinen Wagen nie voll aus-
gefähren 5.2* Techn. eine technische Anlage in
ihrer Kapazität voll ausnutzen: die Turbinen konn
ten nicht voll ausgefahren werden; -fahrt, die 1.
Io. Pl.j das Ausfahren (1.1): der Zug steht zur A.
(aus dem Bahnhof) bereit; der Zug hat noch keine
A. (darf noch nicht aus dem Bahnhof hinausfahren)
—
2. meist mit anderen zur Erholung, zum Ver
gnügen unternommene Fahrt (2): sich zu einer A.
verabreden — 3.1. Stelle, die für das Ausfahren
(1.1) vorgesehen ist: die A. des Hofes, des Hafens;
A. bitte frei halten! 3.2. Abfahrt (2): die A. N;
-fall, der 1. /o. Pl.j das Ausfallen (1): der A. der
Zähne, der Haare — 2.1. das Ausfallen, Nicht
stattfinden: der A. des Unterrichts, des Vortrags
2.2 . jo. PI./ das Ausfallen (2.2): der A. der Maschine
2.3 . jo. PL/ das Ausfallen (2.3): man muß mit
einem längeren A. des Erkrankten reohnen — 3 .1 .
u m g. wegen der Grippe gab es viele Ausfälle
(fielen viele Beschäftigte aus) 3.2. Verlust, Einbuße
durch 2.2, 2 .3: es gab Ausfälle in der Produktion
—
4. Fechten Bewegung beim Angriff (1), bei der
sich der ausgestreckte bewaffnete Arm und das ihm
entsprechende Bein ruckartig nach vorn ^bewegen:
einen A. parieren — 5. beleidigende Äußerung:
heftige Ausfälle (gegen jmdn.) machen; -fallen
fV b .; /* auch -fallend, ausgefallen/ 1. etw. löst sich
aus etw., mit dem es verwachsen ist: jmdm. fallen
die Zähne aus; die Haare fallen mir aus (gehen mir
stark aus); Samenkörner fallen aus — 2 .1. etw.
Geplantes findet nicht statt: die Veranstaltung, der
Vortrag, das Spiel fällt aus; der Unterricht, die
Schule fällt heute aus 2.2. etw. funktioniert plötzlich
nicht m ehr: die Maschine, Bremse, das Signal fiel
aus; der Strom fiel aus (die Stromzufuhr wurde
unterbrochen); der Zug ist gestern ausgefallen (nicht
gefahren) 2.3 . jmd., der an etw. mitwirkt, fällt
aus jmd. kann plötzlich an etw. nicht mitwirken:
ein Kollege, Spieler fällt durch Krankheit aus —
3. etw. fallt in bestimmter Weise aus etw. zeigt ein
bestimmtes E rgeb nis: seine Zensuren, Leistungen
sind gut, schlecht ausgefallen; wie ist die Ernte
ausgefallen?; das Urteil fiel zu seinen Gunsten
aus; der Aufsatz ist zu meiner Zufriedenheit aus
gefallen; -fällen /Vb.j Chem. eine chemische Ver
bindung, einen Stoff durch Zusatz einer anderen
Verbindung, eines anderen Stoffes von einer Lösung
scheiden, fällen: Aluminium als Hydroxid a.;
- fallend jAdj.; / auch -fallen/ beleidigend, grob:
a. gegen jmdn. werden; ausfallende W orte; -fällig
jAdj./ ausfallend: a. gegen jmdn. werden; eine
ausfällige Äußerung
Ausfall! -Straße, die Straße, die aus dem Bereich
eines Orts hinausführt; -stunde, die ausgefallene
Arbeits-,
Unterrichtsstunde: die Zahl der Ausfall
stunden senken
aus/Ans| -fechten /Vb./ etw. bis zu einer E nt
scheidung durchfechten: einen Streit, einen Prozeß
a .; er hatte manchen Strauß auszufechten; -fegen
/Vb.; hat/ 1.1. etw. durch Fegen aus etw. entfernen:
den Schmutz (aus dem Zimmer) a. 1.2. einen Raum
durch Fegen säubern: das Zimmer a.;
- feilen /Vb./
etw. sorgfältig, bis ins einzelne ausarbeiten (1.2):
eine Rede a.; ein ausgefeilter Satz, Text, Plan;
- fertigen /Vb./ mit offizieller Befugnis ein Schrift
stück herstellen: eine Urkunde, ein Attest, einen
Paß a.;
-fertigung, die 1. jvorw. Sg .j das Aus
fertigen : die A. einer Urkunde — 2. ausgefertigtes
Exemplar: ein Schriftstück in doppelter A. (doppelt
ausgefertigt) einreichen; -findig jA dj.; in der Ver
bindung/ etw., jmdn. a. machen etw., jmdn. nach
langem, mühsamem Suchen finden: ein Quartier,
eine Möglichkeit, jmds. Adresse a. machen; einen
Spezialisten a. machen; -fischen / Vb./: ein Ge
wässer a. (leer fisch en); -fliegen /Vb./ 1. (ist) 1.1.
einen Ort fliegend (1.1) verlassen: die Schwalbe
flog nach Nahrung aus; < >um g. die ganze Familie
war ausgeflogen (war nicht zu Hause, hatte das
Haus verlassen) 1.2. nach dem Flüggewerden fliegend
das Nest verlassen: die Jungen sind schon aus
geflogen — 2. jmdn.,
etw. von einem gefährdeten
Ort mit dem Flugzeug abtransportieren (hat): die
Verwundeten wurden ausgeflogen; + der /
Vogel ist ausgeflogen; -fließen /Vb./ 1.1. aus einem
Behälter herausfließen: das Benzin ist aus dem
Kanister ausgeflossen; ausfließendes ö l 1.2 . der
Wasserbehälter ist ausgeflossen (aus dem Behälter
ist alles Wasser herausgeflossen); -flucht, die /PI.
- f lüchte/ Ausrede: allerlei Ausflüchte machen, er
finden ; das ist nur eine A .!; -flug, der meist mit
anderen zur Erholung, zum Vergnügen unter
nommene Wanderung od. Fahrt in die nähere Um
geb u n g: einen kleinen, weiten, gemeinsamen A.
machen, unternehmen; ein A. in die Berge, ins
Grüne; O einen A. in die Vergangenheit machen;
- f lügler, der; -s, - jmd., der einen Ausflug macht:
die A. am Wochenende
Ausflugs! -dampfer, der für Ausflüge bestimmter
Dampfer; -lokal, das Lokal, das besonders von Aus-
flüglern besucht wird; -ort, der /PI.
- e/ Ort, der
häufig von Ausflüglern besucht wird; -ziel, das
Aus/aus! -fluß, der jvorw. Sg .j 1. Absonderung aus
der Scheide (3) — 2. geh. etw. ist der A. (die Aus
w irkung, Folge) einer augenblicklichen Stimmung,
der Phantasie, seines Charakters; -folgen /Vb.;
hat/ österr. jmdm. etw. aushändigen: jmdm. seine
Papiere a.;
- formen /Vb./ etw. a. einer Sache end
gültige Form, Fassung geben: einen Text, einen
Gedanken a.;
- formulieren /Vb.j etw. bis ins ein
zelne formulieren: seine Gedanken, ein Referat a.;
- forschen /Vb./ jmdn. genau nach etw., jmdm. aus
fra g en : jmdn. (versteckt) über seine Absichten,
nach einer Person a.;
- fragen /Vb./ jmdn. a. alles
Wissenswerte über etw., jmdn. durch fortwährendes
gezieltes Fragen von jmdm. zu erfahren suchen:
jmdn. (nach etw., jmdm., über etw., jmdn.) genau
a.; jmdn. nach seinen Absichten a.;
- fransen jsw.
Vb.; ist/ sich am Rand in einzelne Fransen auf-
lösen: der Saum des Rocks franst aus; eine aus
gefranste Hose; -fressen /Vb./ salopp etw. aus
gefressen haben etw. Unrechtes begangen haben:
was hat der Junge denn schon wieder ausgefressen?;
- fuhr, die; -,
-en 1. jo. Pl.j das Ausführen von
Waren, Export: die A. von Getreide, Holz, Maschi
nen — 2. die Gesamtheit ausgeführter W aren: die
Ausfuhren (an Holz) erhöhen
Ausfuhr zu Ausfuhr 1| -beschränkung, die B e
schränkung der Ausfuhr bestimmter Waren; -be-
stimmung, die jvorw. PI./ gesetzliche Bestimmung
über die (Bedingungen der) Ausfuhr bestimmter
Waren
aus/Aus! -führen /Vb./ 1.1. jmdn. in ein Lokal, zu
einer unterhaltsamen Veranstaltung einladen und
mit ihm dahin gehen: seinen Besuch, seine Freun
Ausfuhrgenehmigung — ausgehen
107
din, Ehefrau a. 1,2. einen Hund a. (spazieren-
führen) 1.3. umg. scherzh. das neue Kleid a.
(sich mit dem neuen Kleid in der Öffentlichkeit
zeigen) — 2. Waren ins Ausland verkaufen, expor
tieren: Holz, Kohle, Getreide a.
—
3.1. etw. ver
wirklichen, realisieren: einen Plan, ein Vorhaben
sofort, schnell a. 3.2. etw. einem Auftrag gemäß
tu n : einen Befehl, einen Auftrag, eine übertragene
Aufgabe (genau) a. 3.3. eine bestimmte Arbeit,
Tätigkeit verrichten, tu n: eine Reparatur a. (er
ledigen); ein Experiment a.; Sport einen Straf
stoß a. (vollführen) 3.4 . etw. in einen bestimmten
Art a. etw. in einer bestimmten Art hersteilen: etw.
in feinster Präzision a .; ein Gemälde in Öl a.
—
4. etw. mündlich, schriftlich ausführlich erläutern,
darlegen: der Redner führte noch folgendes aus;
die Gründe für etw. umständlich a .; -fuhrgenehmi-
gung, die Genehmigung zum Ausfuhren bestimmter
Waren; -führlick, -führlich /Adj./ eingehend, ins
einzelne gehend: eine ausführliche Darstellung, Be
schreibung; ein ausführlicher Bericht, Brief; etw.
a. erzählen, begründen; dazu -führlichkeit, - führ-
Iichkeit, die; -, fo. Pl.f; -fükrung, die 1. fvorw. Sg .;
zu -führen 3/; zu 3.1: jmdn. an der A. eines
Planes, eines Entschlusses hindern; p apie rdt.
etw. zur A. bringen (ausführen 3.1); zur A. kom
men, gelangen (ausgeführt 3.1 werden)1; zu 3.2:
die A. eines Befehls; zu 3.3: die A. einer Reparatur
—
2. A rt der Gestaltung (2): Aktentaschen in ver
schiedenen Ausführungen am Lager haben; ein
Auto in moderner A.
—
3. fnur im Pl.f vor-
•gebrachte, mündliche, schriftliche Erläuterungen,
Darlegungen: das Publikum folgte gespannt den
Ausführungen des Redners; -fuhrverbot, das vgl.
Ausfuhrbeschränkung; -füllen / Vb.f 1.1. einen
Hohlraum füllen: einen Graben mit Kies a. 1.2.
«einen bestimmten begrenzten Raum völlig ein
nehmen, beanspruchen: der Schrank füllt eine Ecke
des Zimmers aus — 2. ein Formular a. die in einem
Formular geforderten Angaben einschreiben: einen
Fragebogen, einen Scheck, ein Rezept a.
—
3.
eine Zeitspanne mit etw. zubringen: die Warte
zeit, eine Pause mit Lesen a.
—
4. einen Platz,
eine Stellung gut, schlecht a. (den damit verbunde
nen Aufgaben gut, schlecht entsprechen) — 5. etw.
füllt jmdn. aus 5.1 . etw. befriedigt jmdn. innerlich,
nimmt jmdn. ganz in Anspruch: die Arbeit, sein
Beruf, diese Beschäftigung füllt ihn ganz aus; ein
ausgefülltes Leben 5.2. etw. beherrscht jmdn. völlig:
der Gedanke daran füllte ihn ganz aus; -füttern
jVb.j etw. mit einem Futter (II.1) versehen: einen
Mantel mit Pelz a.;
-gäbe, die 1. Jo. PL; zu aus
geben 1/ das Ausgeben; zu 1.1: die A. des Essens;
z u 1.2: die A. des Gepäcks, der Bücher, der Post;
z u 1.3: die A. neuer Zweimarkstücke; zu 1.4: die
A. eines Befehls — 2. fvorw. Pl.f unnötige, große
Ausgaben haben (unnötig, viel Geld ausgeben m üs
sen ); die laufenden Ausgaben; die Ausgaben für
den Lebensunterhalt; seine Ausgaben (die von ihm
aufzuwendenden Geldbeträge) überstiegen die Ein
nahmen — 3. das von einem Autor, Editor, Verlag
nach bestimmten Richtlinien Herausgegebene: eine
vollständige, gekürzte, kommentierte, gebundene
A.
—
4.1. zu einem bestimmten Zeitpunkt er
scheinende Nummer einer Zeitung, Zeitschrift: die
Anzeige stand in der gestrigen A. 4 .2 . zu einem
bestimmten Zeitpunkt regelmäßig ausgestrahlte Nach
richtensendung im Fernsehen: die zweite A. der
Aktuellen Kamera — 5. Datenverarbeitung
über ein Gerät einer Datenverarbeitungsanlage bereit
gestellte Informationen; + eine A. letzter Hand
(letzte vom Verfasser selbst besorgte Ausgabe); -gang,
der 1. Tür, Öffnung zum Verlassen eines Gebäudes,
Raumes, umgrenzten Geländes: am A. auf jmdn.
warten; die Polizei besetzte alle Ausgänge des
Saales, Bahnhofs; der A. muß frei gehalten werden;
dieser A. ist ab 20 Uhr geschlossen — 2. er wohnt
am A. des Dorfes (an der Stelle, an der die Gebäude
des Dorfes aufhören) — 3. fvorw. Sg .j ein Geschwür
am A. des Magens (an der Stelle, die aus dem
Magen herausführt) — 4 . fo. Pl.f Ende eines Zeit
ab sch nitts: am A. des Mittelalters, des vorigen
Jahrhunderts — 5 . Ende eines Vorgangs mit
einem bestimmten Ergebnis: der A. der Angelegen
heit ist ungewiß, nicht vorauszusehen; den A. des
Wettkampfs mit Spannung erwarten; eine Opera
tion mit tödlichem A. (mit nachfolgendem Tod des
Patienten); die Sache nahm für ihn einen erfreu
lichen A. (endete für ihn erfreulich) — 6. fo. Pl.f
Ausgangspunkt: zum A. des Gesprächs zurück
kehren — 7.1. das Ausgehen (1.1): vom A. zurück
kehren 7.2. Genehmigung zum Verlassen der
Kaserne während der dienstfreien Zeit: der Soldat
hat heute A.
—
8. fvorw. Pl.f Büro ausgehende
Sendung, Post: die Ausgänge eintragen, erledigen;
-gangs fPräp. mit Gen.f: a. (am Ende) des vorigen
Jahrhunderts; ein Mann a. der Fünfziger
Ausgangs|-basis, die Grundlage, a u f der (man) etw.
beginnt, beginnen kann: eine gute A. für Verhand
lungen; -position, die Situation, Position am B e
ginn von etw.: im Gespräch auf seine A. zurück
kommen; -punkt, der fPl.
- e/ Punkt, Stelle, Ort,
wo etw. beginnt: L war der A. seiner Reise; <£>zum
A. seiner Ausführungen zurückkehren; eine be
stimmte Ansicht zum A. seiner Überlegungen
machen; -sperre, die 1.1. Verbot für die Bevölkerung,
zu bestimmten Zeiten das Haus zu verlassen: über
die Stadt wurde eine nächtliche A. verhängt 1.2.
Verbot für die Soldaten, während der dienstfreien
Zeit die Kaserne zu verlassen; -Stellung, die 1.
Sport anfänglich eingenommene Stellung (1): der
Fechter ging wieder in die A. zurück — 2 . Mil.
Stellung (4), von der aus ein Angriff geführt wird:
den Gegner in seine A. zurückwerfen
aus/Aus] -geben fVb./ 1.1. etw. in offizieller Funk
tion austeilen: Essen, Verpflegung a. 1.2. etw. aus
händigen: in der Leihbibliothek die Bücher a.;
das Gepäck wird am nächsten Schalter ausgegeben
1.3. neue Banknoten, Geldstücke in Umlauf bringen:
die Notenbank hat neue Zweimarkstücke aus
gegeben 1.4. etw. in offizieller Funktion verkünden,
bekanntgeben: einen Befehl, eine Parole a.; In
struktionen a.
—
2. Geld verbrauchen: für etw.
unnütz Geld a.; er hat sein ganzes Geld aus
gegeben; wieviel hast du dafür ausgegeben (be
zahlen müssen)? — 3. sich verausgaben (1.3): er
hat' sich bei dieser Arbeit, beim Sport völlig aus-
gegeben — 4 . sich, jmdn. für, als jmdn., etw. a.
sich, jmdn. fälschlich als jmdn.,
etw. bezeichnen:
sich für einen, als Arzt a.; sich für verheiratet a.;
er gab ihn für, als seinen Bruder aus; etw. für,
als etw. a .: etw. für, als sein Werk a.; etw. als
Tatsache a.; eine Kopie für echt a.;
-fumg.
einen a. (jmdm., einer Gruppe von Personen Bier‘
108
ausgebucht — ausgestellt
Schnaps o. ä. spendieren); -gebucht /Adj.; nicht
adv./ durch Buchen (2) ausverkauft: die Reise, der
Flug ist a.;
- gebuchtet /Adj.; nicht adv.f: die
Wände des Gewölbes sind a. {nach außen gewölbt);
- gebufft fAdj.f salopp mit Gerissenheit vorgehend,
raffiniert: er ist ziemlich a.; ein ausgebuffter
Bursche; -gebürt, die geh. femot. neg.f: diese Ge
danken sind die A. (der Auswuchs) einer über
reizten Phantasie; -gedient s. ausdienen; -gefahren
/Adj.; nicht adv.; / auch ausfahren/: ausgefahrene
(durch vieles Befahren beschädigte) Wege, Straßen;
O ausgefahrene Geleise verlassen vgl. ausgetre
ten 1.1; -gefallen /Adj.; / auch ausfallen/ von der
Norm stark abweichend, ungewöhnlich und selten:
eine ausgefallene Farbe; ein ausgefallenes Ge
schenk; einen ausgefallenen Geschmack haben;
eine ausgefallene Idee; -gefressen s. ausfressen;
- gefuchst fAdj.f umg. erfahren und raffiniert: er
ist ein ausgefuchster Kartenspieler; -geglichen
fAdj.; / auch ausgleichen/ 1.1. nicht von seinen
Stimmungen und Launen abhängig: ein aus
geglichener Mensch; er hat ein ausgeglichenes
Wesen 1.2. ein ausgeglichenes Klima (Klim a, das
frei von Schwankungen ist); dazu -geglichenheit,
die; -,
\o. PI ./; -gegoren /Adj.; vorw. verneintf
umg.: dieser Plan ist noch nicht a. (ausgereift);
- gehen fVb.; / auch -gehend/ 1.1. zu einem be
stimmten Zweck, mix einer bestimmten Absicht die
Wohnung verlassen, aus dem Haus gehen: die
Mutter ist ausgegangen, um Besorgungen zu
machen; der Kranke darf täglich nur eine Stunde
a. 1.2. in ein Lokal, zu einer unterhaltenden Ver
anstaltung gehen: am Sonntag werden wir mal a.;
er geht nur selten aus — 2. fnur im Part. Präs./
B üro die ausgehende Post (Post, die abgeschickt
wird) — 8. auf etw. a. nach etw. ausschließlich
streb en: auf Abenteuer, Gewinn a.; dieser Schau
spieler geht nur auf Effekthascherei aus; er geht
darauf aus, mich zu ärgern — 4. jmd. geht von
etw. aus jmd. nimmt etw. zum Ausgangspunkt, legt
etw. zugrunde: von falschen Voraussetzungen a.;
in seinen Überlegungen von einer bestimmten A n
sicht a.; gehen wir einmal davon aus, daß ...
—
5.1 . von etw. abgehen (3): von diesem Platz gehen
mehrere Straßen aus 5.2 . die Reise ging von L aus
(begann iu L) — 6.1. von jmdm. herrühren, ver
anlaßt werden: der Plan, die Anregung, Anordnung
ging von ihm aus 6.2. von jmdm., einer Sache als
dem Ursprung (1) herkommend sich verbreiten, sich
auswirken: Ruhe, Sicherheit geht von ihm aus;
vom Ofen geht eine behagliche Wärme aus; die
Schmerzen gehen vom Magen aus — 7. in bestimm
ter W eise en d e n : die Angelegenheit kann schlecht,
böse, schlimm für ihn a .; der Prozeß ging für ihn
günstig aus; der Roman geht gut aus — 8.1.
schwinden, zu Ende gehen, sich erschöpfen: ihm
sind die Zigaretten, ihm ist das Geld ausgegangen;
allmählich geht mir die Geduld aus 8.2 . jmdm.
geht der Atem, die Luft aus jmd. kann vorüber
gehend nicht richtig atmen: der alten Frau geht
beim Treppensteigen die Luft aus 8.8 . jmdm.
gehen die Haare aus jmd. verliert Haare: in letzter
Zeit gehen mir die Haare aus — 9.1. zu brennen,
leuchten aufhören: das Feuer, Licht geht aus 9.2.
der Ofen, die Lampe geht aus (das Feuer des
Ofens, das Licht der Lampe hört auf zu brennen,
leuchten); mir ist die Pfeife ausgegangen — 10. die
Farben (des Kleides) sind beim Waschen aus
gegangen (blasser geword en ); dieser Stoff geht beim
Waschen aus (verliert die Farbe); + / frei,
/ leer a.; jmdm. geht die / Puste aus; -gehend
fAdj.; nur attr.;
au ch -gehen/: das ausgehende
(zu E nd e gehende) Mittelalter; das ausgehende 19.
Jahrhundert; -gehungert fAdj.f sehr hungrig,
großen Hunger leidend: nach langem Marsch waren
sie ganz a.
Ausgehl -uniform, die Uniform eines M ilitär
angehörigen, die für die dienstfreie Zeit, den Urlaub
bestimmt ist ; -verbot, das 1.1, Verbot für jmdn., das
Haus zu verlassen: der Kranke hat vom Arzt A.
erhalten 1.2. Ausgangssperre
aus/Ausl -gekocht fA d j.; / auch auskochen/ umg.
gerissen, raffiniert, durchtrieben: ein ausgekochter
Bursche, Betrüger; -gelassen fA d j.; / auch aus-
lassen/ übermütig und lustig: die Kinder sind a.;
dazu -gelassenheit, die; -gelatscht fAdj.f salopp :
ausgelatschte (durch häufiges, langes Tragen aus-
geweitete) Schuhe; -geleiert fAdj.; nicht adv.f sa
lopp 1.1 . ein ausgeleiertes (unelastisch gewordenes)
Gummiband 1.2. das Gewinde der Schraube ist a.
(durch vieles Drehen abgenutzt, überdreht); -gelitten
s. ausleiden; -gemacht fAdj.; nicht adv.; / auch
ausmachen/ 1. es ist a., eine ausgemachte Sache
(es ist gewiß, steht fest), daß er die Prüfung besteht;
es ist noch nicht a., ob er kommt; es galt lange
als a.,
daß... 2. fnicht präd.; drückt emotional
ein en hohen Grad aus/: das ist ein ausgemachter
(offenkundiger, großer) Schwindel; er ist ein aus
gemachter Dummkopf; das war a. (sehr, überaus)
geschickt; -gemergelt fAdj.f ausgezehrt: ein aus
gemergelter Körper; -genommen fin konjunktio-
naler Verwendung; / auch ausnehmen 5; neben
ordnend; restriktiv; fügt an einen Vordersatz ein
Satzglied, einen Gliedsatz an, der eine Bezugsgröße
des Vordersatzes einschränktf; -gepicht fAdj.; nicht
adv.f u m g. 1. eine ausgepichte Kehle, Gurgel haben
(viel Alkohol trinken können) — 2. durchtrieben:
ein ausgepichter Kerl; -gepumpt fA dj.; / auch
auspumpen/ umg. völlig erschöpft: nach dem an
strengenden Marsch war er völlig a .; sich a.
fühlen; -gerechnet fA d j.; / auch ausrechnen;
emot.; hebt das folgende Satzglied hervor; drückt aus,
daß der Sprecher über den genannten Sachverhalt
ungehalten, verwundert %istf: a. mir mußte das
passieren!; er kommt a. heute, wo ich keine Zeit
habe; -geschlossen fA d j.; nicht attr.; / auch aus
schließen 4/ unm öglich (1.1): das, ein Irrtum ist
ganz, völlig a.; es ist nicht a., daß ...; etw. für a.
halten; -geschnitten fA d j.; nicht adv.; / auch aus-
schneiden/: ein weit, tief ausgeschnittenes Kleid (ein
Kleid mit einem weiten, tiefen Ausschnitt); -geschrie-
benfA d j.; / auch ausschreiben/: er hat schon eine
ausgeschriebene (individuell ausgeprägte) Hand
schrift; -gesorgt s. aussorgen; -gespielt s. aus
spielen 4; -gesprochen fAdj.; nicht präd.; / auch
aussprechen/ 1.1. fnur attr.f sehr groß, in gesteiger
tem M a ß e: das ist ausgesprochenes Pech; eine
ausgesprochene Vorliebe für etw. haben; ein aus
gesprochener Gegner von etw. sein 1.2. fadv.f ganz
besonders: ein a. guter Film; etw. a. komisch
finden; -gestalten fVb.f 1.1. eine Feier a. (den A b
lauf, das Programm einer Feier gestalten) 1.2. einen
Saal für eine Feier a. (ausschmücken, herrichten);
dazu -gestaltung, die fvorw. Sg .f; -gestellt fAdj.;
ausgestorben — aushalten
109
nicht adv.;
auch ausstellen/ Schneiderei: ein
ausgestellter Rock (Rock, der so zugeschnitten ist,
daß er sich nach unten erweitert); -gestorben /Adj.;
/ auch aussterben/ menschenleer, unbelebt: abends
war die Stadt (wie) a.;
-gesucht /Adj.;
auch
aussuchen/1. /nur attr.j erlesen, hervorragend: aus
gesuchte Weine — 2.1. /nur attr./ ausgesprochen
(1.1): er begegnete ihr mit ausgesuchter Höflich
keit 2.2. /adv./ ganz besonders, ausgesprochen: a.
schöne Blumen; a. höflich — 8 . /nur präd./ die
Stoffe sind schon sehr a. (das Angebot an Stoffen
ist nicht mehr attraktiv, da die guten, schönen Stoffe
bereits verkauft sind); -getreten /Adj.; / auch aus
treten/ 1.1. /nicht adv./ ein ausgetretener (durch
häufiges Treten 2 fest gewordener) Weg; <0 die aus
getretenen Pfade verlassen (etw. , das altgewohnt,
aber nicht mehr sinnvoll ist, aufgeben) 1.2. aus
getretene (durch häufiges, langes Tragen aus
geweitete) Schuhe; -gewachsen /Adj.;
auch aus-
waehsen/ zur vollen Größe herangewachsen: ein aus
gewachsener Bursche; -gewechselt /Adj.; vorw.
präd.;
auch auswechseln/ (wie) a. sein in Stim
mung, Benehmen umgewandelt, völlig verändert sein:
er ist ganz a.; sie sind plötzlich wie a.;
-gewogen
/Adj.; / auch auswiegen/ sorgfältig aufeinander
abgestimmt, sich in einem bestimmten Gleichgewicht
befind e n d : ein ausgewogenes Verhältnis; aus
gewogene Proportionen; dazu -gewogenheit, die;
-gezehrt /Adj./ durch übergroße körperliche A n
strengung, Entbehrung, durch Krankheit sehr ge
schwächt und mager: eine ausgezehrte Gestalt; ein
ausgezehrtes (eingefallenes) Gesicht; -gezeichnet,
-gezeichnet /Adj.; / auch auszeichnen/ mit den
besten Eigenschaften seiner A rt ausgestattet, sehr gut,
hervorragend: er ist ein ausgezeichneter Arzt,
Schwimmer; ein ausgezeichnetes Essen; eine Ware
von ausgezeichneter Qualität; das ist ein aus
gezeichneter Gedanke; die Verpflegung ist a .; a.,
daß du schon da bist!; a. backen (können); eine
a. vorbereitete Veranstaltung; -giebig /Adj./ in
reichem M aß e: a. frühstücken; etw. a. (eingehend)
betrachten; einen ausgiebigen (ausgedehnten) Spa
ziergang unternehmen; von einer Möglichkeit a.
Gebrauch machen; -gießen /Vb./ 1 .1 . eine Flüssig
keit aus einem Gefäß gießen: das Wasser (aus dem
Eimer) a.; den restlichen Kaffee a. 1.2. ein Gefäß
durch 1.1 leer machen: eine Flasche, das Glas a.
—
2. einen Hohlraum mit einer zunächst flüssigen,
dann erstarrenden Masse füllen: Fugen, Risse,
Löcher (mit Teer) a.;
-gleich, der; -(e)s, -e /vorw.
Sg./ 1.1. durch Ausgleichen (1.1) geschaffener Z u
s ta n d : einen A. der verschiedenen Interessen an
streben 1.2. durch Ausgleichen (1.2) geschaffener
Zu sta n d : einen gerechten A. schaffen, herbeiführen
(etw. gerecht ausgleichen) 1.8. durch Ausgleichen
(1.3) geschaffener Ersatz: als, zum A. für seine
sitzende Tätigkeit treibt er Sport; der Schüler
hatte keinen A. für seine schlechte Zensur in
Mathematik — 2. /vorw. Sg./ Ballspiele Gleich
stand der Tore bei zwei miteinander kämpfenden
Mannschaften: den A. erzielen; -gleichen /Vb.;
/ auch ausgeglichen/ 1.1 . Unterschiede durch
wechselseitiges Angleichen beseitigen: Höhenunter
schiede a .; sich a . : die Unterschiede zwischen den
beiden Gruppen glichen sich wieder aus 1.2. durch
Vermitteln, Schlichten Gegensätze beseitigen od.
m ild e r n : Meinungsverschiedenheiten, Konflikte
auszugleichen suchen; seine ruhige Art wirkt aus
gleichend 1.8. Fehlendes durch etw. anderes er
setzen, veranlassen, daß etw. die Wirkung von etw.
Nachteiligem beseitigt: das Fehlen körperlicher Be
wegung durch tägliche Gymnastika.; eine schlechte
Zensur in Mathematik durch eine gute in Russisch
a.
—
2. Ballspiele den Ausgleich (2) erzielen: in
der 87. Minute konnte der Gastgeber durch einen
Elfmeter a.
Ausgleichs! -Sport, der Sport, durch den man eine
einseitige körperliche Belastung (im Beruf) auszu
gleichen sucht; -tor, das Ballspiele Tor, das den
Ausgleich (2) herstellt
aus/Ausl -gleiten 1. ausrutschen (1): er ist auf der
gebohnerten Treppe ausgeglitten — 2. ausrutschen
(2): das Messer ist ihm ausgeglitten; -gliedern
/Vb./ etw. aus einem größeren Komplex heraus
lösen : ein Gebiet aus einem Staatsverband a.;
dieses Problem wurde bei den Verhandlungen zu
nächst ausgegliedert (ausgekla m m ert); -glitschen
/Vb.; ist/ landsch. ausrutschen (1); -glühen /Vb.;
ist, hat/ 1. ausbrennen (2) (ist): das Auto glühte
völlig aus; ein ausgeglühtes Flugzeugwrack — 2.
etw. durch Hitze zum Glühen bringen, um es keim
frei zu machen od. um es bearbeiten zu können
(hat): eine Nadel a.; -graben /Vb./ 1.1. jmdn., etw.
durch Graben (1.1) aus der Erde, durch Beiseite
räumen von Daraufliegendem herausholen: einen
Leichnam zur gerichtsmedizinischen Untersuchung
a.; Rettungsmannschaften versuchten, die von
einer Lawine Verschütteten auszugraben; Sträu-
cher mit den Wurzeln a. 1.2 . im Boden befindliche
Altertümer unter Anwendung spezieller Methoden
freilegen : die Archäologen gruben Urnen aus früh
geschichtlicher Zeit aus; einen Tempel a.
—
2.
umg. etw. Altes, Vergessenes wieder entdecken, her
vorholen: in einem Archiv alte Schriften a.; ein
altes Theaterstück wieder a.;
-grabung, die 1. /zu
- graben 1.2/: die A. eines antiken Tempels; die
Ausgrabungen in Olympia — 2. durch 1 freigelegte
Fu n d stätte: Ausgrabungen besichtigen; -greifen
/Vb./: die Pferde griffen aus (holten au s); mit aus
greifenden Schritten (sich mit großen Schritten
vorwärtsbewegend) davoneilen; -guck, der; -(e)s, -e
1.1. Seemannsspr. Platz für den Beobachter auf
einem Schiff 1.2. umg. Standort, von dem aus man
gut beobachten kann: seinen A. nicht verlassen;
-gucken /Vb./ umg. nach jmdm.,
etw. Ausschau
halten: die Mutter guckte nach den Kindern aus;
-guß, der 1.1. Becken (in der Küche), in das Flüssig
keiten, bes. Schmutzwasser, ausgegossen werden, da
mit sie in die Kanalisation abfließen können: das
schmutzige Wasser in den A. gießen 1.2. Öffnung
von 1.1: der A. ist verstopft; -haben fVb.f umg.
1. ein Kleidungsstück ausgezogen haben: den Mantel,
die Schuhe a.
—
2. ausgelesen, zu Ende gelesen
haben: das Buch a.
—
8. das Glas Milch a. (aus
getrunken, leer getrunken haben) — 4. wann habt
ihr heute aus (schließt heute euer Unterricht)?;
-haken /Vb./ etw. a. bei etw. die Befestigung durch
einen Haken lösen: einen Verschluß, eine Kette a.;
+ umg. bei jmdm. hakt es aus (jmd. versteht die
Handlungsweise eines anderen nicht; jmd. verliert
den Faden, weiß nicht mehr weiter); -halten fVb.f
1. etw. ertragen: Schmerzen, Hunger, Kälte a.; ich
halte den Lärm nicht aus; es ist kaum noch zum
Aushalten!; ich konnte es zu Hause nicht mehr a.;
no
ausliandeln — auskneifen
hier läßt es sich a. (hier ist es angenehm, erträglich)
—
2.1. die Häuser halten starke Erschütterungen
aus (halten starken Erschütterungen stand) 2.2 .
jmds. Blick a. (ihm standhalten) 2.8. etw. hält den
Vergleich mit etw. aus (ist von gleich guter Qualität
wie etw.)
—
3. trotz schwieriger Umstände, trotz
Belastung hei jmdm.y einer Tätigkeit bleiben: treu
bei jmdm. a .; er hat in keinem Beruf ausgehalten
—
4. Mus. einen Ton a. (eine Zeitlang erklingen
lassen); -handeln jVb.j etw. durch Verhandlungen,
bei denen die Partner den Ausgleich ihrer unter
schiedlichen Interessen anstreben, vereinbaren: einen
Kompromiß, Vertrag, neue Tarife a.;
- händigen
jsw. Vb.; hat/ etw. dem zuständigen Empfänger
(offiziell) übergeben: dem neuen Mieter die W oh
nungsschlüssel a .; jmdm. Geld, seine Papiere, eine
Vollmacht a.;
- hang, der ausgehängte Bekannt
machung: einen A. machen; die Aushänge lesen;
etw. durch A. bekanntmachen; 1-hängen jVb .j an
geschlagen (2) sein : eine Bekanntmachung hängt
(am Schwarzen Brett) aus; 2-hängen /Vb./ 1. etw.
anschlagen (2): eine Bekanntmachung, die Liste
mit den Kamen a.
—
2. etw. aus einer Haltevor
richtung herausnehmen: eine Tür, ein Fenster a.
—
3. sich a. durch 1Hängen (1.1) wieder glatt werden:
der Anzug hängt sich wieder aus; -hängeschild,
das: er diente mit seinem bekannten Namen nur
als A. für den Klub (der Klub bediente sich seines
bekannten Namens, um nach außen einen guten
Eindruck zu erwecken); -harren / Vb.j aushalten (3):
treu bei jmdm. a .; auf seinem Posten a.;
- hausig
IAdj.; nur präd.j umg.: er ist oft a. (unterwegs,
nicht zu Hause); -heben jVb.j 1. durch Graben,
Behäufeln eine Vertiefung herstellen: eine Bau
grube, einen Graben a.
—
2. etw. 2aushängen (2):
eine Tür, einen Fensterflügel a.
—
3. eine Gruppe
straffälliger Personen in ihrem Versteck aufspüren
und verhaften: ein Verbrechernest, eine Bande a.;
- hecken jVb.j umg. (sich) etw. mit List ausdenken:
einen (hinterlistigen) Plan a.; die Kinder heckten
immer neue Streiche aus; -heilen jV b .; ist/ völlig
heilen (2): der verstauchte Fuß muß erst a.;
- helfen jVb.j 1.1. jmdm. (mit etw.) a. jmdm. etw.
geben, leihen und ihm damit aus einer Verlegenheit
helfen: jmdm. (mit Geld, einem Gerät) a.; ich habe
der Nachbarin mit Essig ausgeholfen 1.2. fü r jmdn.
einspringen, vorübergehend helfen : er mußte in einer
anderen Abteilung a.;
-hilfe, die1.jo. Pl.j zur,
als A. als vorübergehende Hilfe zur Erledigung
dringender A rbeiten: sie arbeitet in der Gaststätte
zur, als A.
—
2. jmd., der Aushilfsarbeit verrichtet:
gesucht werden Kellner und Aushilfen für die
Saison
Anshilfs/aushilfsl -arbeit, die jo. P l.j A rb eit, die
nur aushilfsweise gemacht wird; -kellner, der
Kellner, der als Aushilfe tätig ist; -kraft, die jmd.y
der als Aushilfe tätig ist; -weise jAdv.j zur Aus
hilfe (1): a. in einer Gaststätte arbeiten
aus/Aus| -höhlen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. hohl (1)
machen: einen Kürbis a.
—
2. etw. untergraben (I):
jmds. Kompetenzen a.;
- holen jVb.j 1.1. den Arm
(mit Schwung) nach rückwärts bewegen und dadurch
zu einer heftigen Bewegung nach vorn ansetzen: er
holte aus und warf den Stein fort; mit dem Arm,
dem Stock a.; zum Schlag a. 1.2. sich mit großen
Schritten vorwärts bewegen: die Pferde holten aus;
mit ausholenden Schritten (sich mit großen Schrit
ten vorwärts bewegend) davoneilen — 2 . beim E r
zählen auf weit Zurückliegendes zurückgreifen: bei
einer Geschichte weit a .; ich muß etwas weiter a. —
3. landsch. jmdn. ausfragen, aushorchen; -holzen
jVb.j: einen Wald a. (in ihm forstwirtschaftlich un
erwünschte Bäume beseitigen); -horchen jVb.j jmdn.
vorsichtig, hinterlistig ausfragen: einen der Be
teiligten über den Vorfall a .;
- ixen /«sw. Vb.; hat/
einen Schreibmaschinentext durch Übertippen mit
dem Buchstaben Kungüliig machen, tilgen: einWort,
eine Zeile a.; -kämmen jVb.j 1. die Haare mit einem
Kamm glätten, ordnen: das Haar a.
—
2. Haare a.
(durch Kämmen ungewollt von der Kopfhaut lösen
und aus dem Haar entfernen); -kehlen jVb.j fach-
spr. etw. kehlen: ein Brett a.;
- kehren jVb.; hat/
1.1. etw. mit einem Besen o. ä. aus etw. entfernen: den
Schmutz (aus dem Zimmer) a. 1.2. einen Raum mit
einem Besen o. ä. säubern: das Zimmer a.;
- kennen,
sich jVb.j 1.1. sich irgendwo a. sich irgendwo zu
rechtfinden: ich kenne mich hier, in dieser Stadt
nicht aus; er kennt sich bei uns gut aus 1.2. sich in,
mit einem Gebiet a. m it einem Gebiet vertraut sein:
sich in gewissen Fragen, mit Maschinen a .; sich mit,
bei jmdm. a .: er kennt sich mit den Frauen aus
(weiß mit ihnen umzugehen); -kippen / Vb.; hat/
1.1. etw. aus einem Gefäß kippen: die Zigaretten
asche a. 1.2. ein Gefäß durch Kippen leer machen:
den Aschenbecher, Eimer a.;
- k lammern jVb.j
1. etw. bei einem Fragenkomplex unberücksichtigt
lassen: ein Thema, Problem (in der Diskussion) a.;
eine heikle Frage a.
—
2. Math, einen Faktor, der
in jedem Glied einer algebraischen Summe enthalten
ist, gesondert vor od. hinter eine Klammer setzeny
die die veränderte algebraische Summe einschließt:
den Faktor y a.; -klamüsern jsw. Vb; hat/ norddt.
ostmdt. salopp etw. durch langes Nachdenken,
Probieren herausfinden: eine neue Methode a.;
- k lang, der jvorw. Sg .j: der harmonische A. (das
harmonische Ende) des Festes; eine Ruderregatta
zum A. der Saison; -kleiden jVb.j 1. geh. sich,
jmdn. ausziehen: sich rasch a.; das Kind a.
-
-
2. etw. a. die Innenflächen von etw. mit etw. be
decken: einen Raum mit einer Täfelung a.; der
Ofen ist mit feuerfesten Steinen ausgekleidet; zu 2
- k leidung, die 1. jo. Pl.j das Auskleiden — 2.- das,
womit etw. ausgekleidet ist; -klingen jVb.; hat, ist/
1. aufhören zu klingen: die Glocken hatten aus
geklungen; das letzte Lied war ausgeklungen —
2. (ist) in bestimmter Weise a . : der Tag klang har
monisch aus (endete harmonisch); die Rede klang
mit einem Aufruf aus; -klinken /Vb.; hat, ist/
Flugw. 1.1. etw. durch Betätigen eines Hebels o. ä .
aus einer Haltevorrichtüng lösen (hat): das Schlepp
seil eines Segelflugzeugs a.; eine Bombe a. 1.2. sich
aus einer Haltevorrichtung lösen (ist): das Seil
klinkt automatisch aus; sich a. (hat): die erste
Stufe der Rakete klinkt sich automatisch aus;
- k lopfen jVb.j 1.1. etw. aus einer Sache entfernen,
indem man auf, gegen die Sache schlägt, die Sache
gegen etw. schlägt: denStaub (aus dem Kostüm), die
Asche (aus der Pfeife) a. 1 .2 . etw. dadurch säubern,
daß man dagegen, darauf schlägt: Kleidungsstücke,
einen Teppich, die Pfeife a.;
- k lopfer, der Teppich
klopfer (1); -klügeln jsw. Vb.; hat/ etw. (allzu)
scharfsinnig (in allen Einzelheiten) ausdenken: etw.
raffiniert a.; ein ausgeklügelter Plan; -kneifen / V b.;
ist/ umg. (heimlich) ausreißen (3): er ist einfach
ausknipsen — auslassen
lli
ausgekniffen!; vor jmdm. a .;
- knipsen fVb.f umg.:
die Taschenlampe, das Licht a. (ausschalten);
- knobeln/F&./l. etw. durch Knobeln (1) entscheiden:
wir knobeln aus, wer beginnen soll — 2* umg. etw.
(Schwieriges) durch intensives Nachdenken (in allen
Einzelheiten) ausdenken: einen Plan a.;
- knocken
sw. Vb.; hat/ [..nokon] Boxen den Gegner durch
Knockout besiegen: er wurde schon in der zweiten
Runde ausgeknockt; -knöpfbar /Adj.; nicht adv./ so
beschaffen, daß es ausgeknöpft werden kann: ein
Mantel mit ausknöpfbarem Futter; -knöpfen /Vb./
etw. a. die Knöpfe von etw. Eingeknöpftem öffnen
und es herausnehmen: das Mantelfutter a.; -kochen
/Vb.; /* auch ausgekocht/ 1. etw. längere Zeit ko
chen lassen, um eine Brühe daraus zu gewinnen:
Knochen, ein Stück Rindfleisch a.
—
2. etw. in
kochendem Wasser keimfrei machen: die Kranken
schwester kocht die Instrumente aus; -kommen
/Vb.f 1. mit etw. reichen (3.2): mit dem Geld (gut,
schlecht, nicht) a.
—
2. mit jmdm. a. sich mit
jmdm. vertragen: wir kommen gut miteinander
aus; ich muß versuchen, mit ihm auszukommen —
3. ohne jmdn., etw. a. jmdn., etw. nicht brauchen;
ohne jmdn., etw. zurechtkommen: wir sind in dieser
Zeit auch ohne dich ausgekommen; er kommt ohne
seine Frau nicht aus; -kommen, das; -s, fo. P l.f
1. sein A. haben ein für den Lebensunterhalt aus
reichendes Einkommen haben: ein gutes, sicheres,
bescheidenes A. haben, finden — 2. mit jmdm. ist
kein A. (mit jmdm. ist nicht auszukommen 2);
- kömmlich fAdj.f ausreichend für den Lebensunter
halt: eine auskömmliche Rente haben; -kosten
jV b.j: einen Triumph, sein Glück a. (intensiv ge
nießen) ; jede Sekunde a.;
- kragen /sw. V b.; hat/
Bauw. 1 .1. aus etw. hervorragen (1): ein Balken
kragt aus; ein auskragendes Vordach 1.2. etw. aus
etw. hervorragen (1) lassen: einen Bauteil a.;
- kra
men fVb.f um g.: alte Erinnerungen a. (von alten
Erinnerungen erzählen); -kratzen fVb.f 1.1. etw.
Anhaftendes durch schabendes (Ein- und Her)bewe-
gen mit einem Gegenstand von etw., aus einem Gefäß
entfernen: den Teig (aus der Schüssel) a. 1.2 . ein
Gefäß durch 1.1 säubern: einen Topf a.; + jmdm.
am liebsten die Augen a. wollen; -kratzung, die;
-,
-en Med. Ausschabung; -kriechen /Vb.; ist/ aus
schlüpfen: die Küken sind ausgekrochen; ausge
krochene Larven; -kristallisieren /Vb.; ist/ sich
als Kristall niederschlagen: das Salz ist auskristalli
siert; -kugeln fVb.; hat/: er hat sich, ihm den Arm
ausgekugelt (ausgerenkt); -kühlen / Vb.; ist/ völlig
kühl werden: dieses Zimmer kühlt schnell aus;
- kundschaften fsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. (heimlich)
durch Nachforschen herausfinden, etw. erkunden:
ein Versteck, den kürzesten Weg, eine günstige
Gelegenheit a.;
- kunft, die; -,
-künfte 1. Infor
mation über jmdn., etw., die jmdm. auf seine An
frage hin (von einer öffentlichen Instanz) gegeben
w ird : eine A. geben, erteilen, einholen; eine ge
naue, falsche A. erhalten; die A. verweigern; O
über dieses Thema gibt dieses Buch A. (erfährt man
in diesem Buch etwas) — 2. fo. Pl.f Stelle bes. beim
Fernsprechamt, bei der Eisenbahn, die 1 erteilt:
die A. anrufen; zur A. (bei der Reichsbahn) gehen;
- kuppeln fVb.f Techn. durch Bedienen der Kupp
lung die Verbindung von Motor und Getriebe lösen:
vor dem Schalten (den Motor) a.;
- kurieren fVb.f
umg. jmdn., etw. völlig heilen (1): der Arzt hat ihn,
die Krankheit auskuriert; -lachen fVb.f jmd n.
wegen etw. mit schadenfrohem, höhnischem Lachen
verspotten: jmdn. laut, tüchtig a.;
-laden /Vb.; /
auch -ladend/ I.l .l . eine Ladung, Fracht aus einem
Fahrzeug, einem für den Transport dienenden B e
hältnis herausnehmen: die Kisten, Fracht (aus dem
Waggon, Container) a. 1.2 . ein Fahrzeug, ein für
den Transport dienendes Behältnis durch Heraus
nehmen der Ladung, Fracht leer machen: einen Last
wagen a.
—
II. umg. jmdn. a. eine jmdm. gegenüber
ausgesprochene Einladung rückgäng machen: wir
mußten den Gast wieder a.; -ladend /Adj.; / auch
-laden/ 1. nach außen ragend: ein ausladender
Balkon; ein ausladendes Kann — 2. eine ausladende
Bewegung, Geste (Bewegung, Geste, bei der man den
Arm, die Hand mit Schwung nach rückwärts, zur
Seite bewegt); -läge, die 1. in einem Schaufenster,
auf einem Tisch ausgelegte, ausgestellte W are: die A.,
Auslagen des Juweliergeschäfts betrachten —
2. /nur im Pl.f ausgelegte Geldbeträge: jmdm. seine
Auslagen erstatten; -lagern /Vb.f Wert- ,
Kunst
gegenstände zum Schutz (vor Kriegseinwirkungen)
von einem gefährdeten Ort an einen sicheren Ort
bringen: während des Krieges waren die Kunst-
schätze, Gemälde des Museums ausgelagert; -land,
das jo. P I .; o. unbest. Art./ 1. (die) Länder od. eines
der Länder, deren Staatsbürgerschaft man nicht be
sitzt: Meldungen aus dem A .; Waren ins A. ver
kaufen; ins A. gehen, reisen; im A. studieren,
leben — 2 . (offizielle) Vertreter, Bevölkerung von 1:
die Reaktion, Meinung, Hilfe des Auslands; -län-
der, der; -s, - Angehöriger eines anderen Landes als
desjenigen, dessen Staatsbürgerschaft man besitzt,
ausländischer Staatsangehöriger: man hört ihm an
der Sprache an, daß er (ein) A. ist; im Sommer hal
ten sich hier viele A. auf; dazu -länderin, die; -,
- neu;
- ländisch /Adj.; vorw. attr.\ aus. dem Ausland
stammend, dem Ausland angehörend: ausländische
Waren, Sender; ein ausländischer Staat; die aus
ländische Presse; ausländische Besucher, Handels
vertreter, Freunde
Auslands zu Ausland 1| -korrespondent, der in
einem ausländischen Staat tätiger und von dort
berichtender Korrespondent; -reise, die Reise ins
Ausland; -Studium, das fo. Pl.f Studium von A n
gehörigen eines Landes in einem anderen Land;
- tournee, die Tournee ins Ausland
aus/Ausj -langen fVb.f landsch. 1. zum Schlag
ausholen: mit dem Arm (zum Schlag) a.
—
2.aus
reichen (1): das Geld langt für einen Monat aus;
-lassen fVb.;
auch ausgelassen/ 1. etw. aus etw.
herausfließen, entweichen lassen: das Wasser (aus
dem Kessel) a.; Dampf a.
—
2.1. etw. (versehentlich)
weglassen, wegfallen lassen: ein Wort, einen Satz a.;
ein paar Takte a.; etw. versehentlich, absichtlich
a .; er erzählte ihr alles, nur diese Sache ließ er aus
(erwähnte er nicht) 2.2 . fvorw. verneint/ keine Chance
a. (verpassen 2); er läßt keine Gelegenheit dazu aus
2.3. in einer Reihenfolge das Nächstfolgende als
Möglichkeit nicht nutzen, etw. überspringen: einen
Zug a.; eine Mahlzeit a.
—
3. seinen Ärger an
einem Unschuldigen a. seinen Ärger an einem Un
schuldigen abreagieren: seine Wut, schlechte Laune
an jmdm. a.
—
4. sich (negativ, weitschweifig) über
jmdn.,
etw. a. sich (negativ, weitschweifig) über
jmdn., etw. äußern: sich mißbilligend, breit, näher
über jmdn. a.
—
5. K ochk. etw. länger erhitzen
112
Auslassung — ausliefern
und dadurch das darin enthaltene Fett herauslösen:
Speck a.; Butter a. (zerlassen) — 6.1. etw. a uf-
trennen und dadurch ein Kleidungsstück länger,
weiter machen: den Saum, eine Naht a. 6.2. etw.
durch Auftrennen einer Naht länger, weiter machen:
die Ärmel a.
—
7. umg. efao. ausgeschaltet lassen,
außer Betrieb lassen: das Radio, Licht a.;
- lassung,
die; -,
- en 1. /sw -lassen 2.1/: die A. eines Wortes,
einer Silbe — .
2. /nur im PI./ (negative,
schweifige) Äußerungen: seine Auslassungen über
dich waren nicht sehr freundlich; -lassungszeiehen,
das Apostroph; -lasten fVb.f 1.1. etw. a. die Lei
stungsfähigkeit von etw. voll ausnutzen: eine Ma
schine, einen Betrieb (voll) a. 1 .2 . ein Fahrzeug a.
{bis zur Grenze der Tragfähigkeit belasten) — 2 . eine
Arbeit, Tätigkeit lastet jmdn. aus eine Arbeit,
Tätigkeit beansprucht voll jmds. K räfte: die Haus
arbeit lastet sie nicht aus; dazu -lastung, die; -en
jvorw. Sg ./; -lauf, der 1. jo. Pl.j Möglichkeit, sich
im Freien zu bewegen: die Kinder haben zu wenig
A .; die Hühner brauchen viel A.
—
2. Sport
2.1. Strecke hinter dem Ziel, auf der der Läufer aus
läuft (4): im A. stürzen 2.2 . Strecke, auf der der
Skispringer nach dem Aufsprung seine Geschwin
digkeit bis zum Stillstehen abbremst; -laufen /Vb.j
1. (ist) 1.1. aus einem Behälter herausfließen: das
Benzin ist (aus dem Tank) ausgelaufen 1.2 . der
Tank ist ausgelaufen (aus dem Tank ist alle Flüssig
keit herausgeflossen) — 2. /von einem Schiff/ den
Hafen verlassen (ist): das Schiff läuft morgen aus —
3. allmählich aufhören zu laufen, in Tätigkeit, B e
wegung zu sein (ist): die Motoren laufen langsam
aus — 4. Sport den Lauf hinter dem Ziel bis zum
Stillstehen abbremsen (ist): die Sprinter liefen locker
aus — 5. (ist) 5.1. hier läuft der Weg aus (endet der
Weg, hört der Weg auf) 5.2. in etw. a. in etw. über
gehen (1.2) und. dort enden: das Tal läuft in eine
Ebene aus; der Krug läuft in einen engen Hals aus
5.3 . der Vertrag läuft in diesem Jahr aus (läuft indie-
sem Jahr ab) ; diese Serie läuft aus (wird nicht weiter
produziert) 5.4. in bestimmter Weise ausgehen, enden:
die Angelegenheit ist für ihn gut, schlecht aus
gelaufen — 6. sich a. sich durch viel Laufen, Spa
zierengehen Bewegung verschaffen (hat): ich muß
mich einmal richtig a .;
- läufer, der 1.1 . die A. des
Gebirges (die letzten noch zum Gebirge gehörenden,
immer niedriger werdenden Berge) 1.2. M eteor, die
A. eines Tiefs (Tiefausläufer); -laugen /Vb.j 1. einen
Stoff a. einem Stoff bestimmte lösliche Bestandteile
mit einem Lösungsmittel entziehen: Rübenschnitzel
a.
—
2.die Arbeit hat ihn ausgelaugt (erschöpft, er ist
durch die Arbeit verbraucht) ; ein ausgelaugter (ent
kräfteter) Körper;-laut, der /o. Pl.j Sprachwiss.
/von Lauten/: im A. (am Ende eines Wortes) stehen;
- leben, sich /Vb./ das Leben bes. in sexueller H in
sicht, ohne Einschränkung genießen; -lecken /Vb./
ein Gefäß durch Lecken (1.1.1) leer machen: eine
Schüssel a .;
- leeren /Vb.j einen Behälter, ein Gefäß
leer m a ch en: den Papierkorb, Aschenbecher, Eimer
a.;
- legen /Vb.j 1.1. etw.\um Kauf Angebotenes in
ein Schaufenster o. ä ., a uf einen Tisch zur Ansicht
legen: Waren a. 1.2. etw. zur Einsichtnahme hin
legen: eine Liste a. 1.3. etw. hinlegen, um damit ein
Tier zu fangen, zu töten: Köder, Rattengift, eine
Aalreuse a.
—
2.1 . etw. a. den (Fuß)boden (eines
Raumes), die waagerechten Innenflächen von etw.
m it einem flächigen Material völlig bedecken: ein
Zimmer mit Teppichboden a .; ein mit Steinplatten
ausgelegter H of; einen Schrank (mit Papier) a.
2.2 . einen Gegenstand mit einer Einlegearbeit ver
zieren: einen Tisch mit Elfenbein a.
—
3. einen
Geldbetrag einstweilig für jmdn.,
der ihn später
zurückerstattet, zahlen: ich habe für dich zehn
Mark ausgelegt — 4 . einen Traum a. (deuten 1);
einen Text (richtig, falsch) a. (interpretieren 1.1);
eine Äußerung zu jmds. Vorteil a .; jmds. Verhalten
als Schwäche a. (auffassen 1) — 5. Rudern die
Ruder a. (in die für das Gleichgewicht des Bootes er
forderliche Lage bringen) — 6. Techn. eine M a
schine auf eine bestimmte Leistung hin konstruieren:
der Wagen ist für 1,75 Tonnen Nutzlast ausgelegt
—
7. umg. zunehmen (2): er hat sehr ausgelegt; -le
ger, der; -s, - Techn. an einem Ende starr od. be
weglich gelagertes herausragendes Teil einer tech
nischen Vorrichtung, bes. an einem Kran, mit dem
die Last bewegt, befördert wird; -legeware, die jo. Pl.j
textiler Fußbodenbelag, mit dem ein Raum ausgelegt
wird; -legung, die; -,
- en /zu -legen 4/: die korrekte
A. eines Vertrages; -leide n /Vb./ geh . ausgelitten
haben nach schwerem Leiden gestorben sein : er hat
nun ausgelitten; -leihe, die; -,
-n1.jo. Pl.jdas
Ausgeben zur leihweisen Benutzung: die A. der
Bücher erfolgt täglich von 9 bis 17 Uhr — 2 . Stelle
in einer öffentlichen Bibliothek, in der die Bücher zur
leihweisen Benutzung ausgegeben werden; -leihen
/Vb.j 1. sich von jmdm. etw. (gegen eine geringe Ge
bühr) leihen: er hat sich (von, bei seinem Freund)
ein Buch, Geld ausgeliehen; sich in einer Ausleih
station ein Paar Skier a.
—
2. jmdm. etw. (gegen
eine geringe Gebühr) leihen: ich habe ihm ein Buch
ausgeliehen; heute sind 60 Paar Skier ausgeliehen
worden; -leihstation, die Einrichtung zur Ausleihe
von Geräten, bes. von Sportgeräten gegen eine geringe
Gebühr; -lernen /Vb.j seine Lehrzeit beenden: der
Lehrling lernt in diesem Jahr aus; ein ausgelernter
Tischler; O man lernt (im Leben) nie aus (hört nie
auf, neue Erfahrungen zu machen); -lese, die; -,
-n
1. /o. Pl.j 1.1. das Auswählen, Auswahl: eine strenge
A. treffen; die A. geeigneter Bewerber 1.2 . Biol.
Selektio n : die Steigerung des Milchertrags wurde
durch bewußte A. erreicht — 2. die ausgewählten
besten Vertreter (eines Faches): zur Weltmeister
schaft trat die A. der Sportler an — 3. Wein aus
ausgelesenen (II.1.2) Trauben; -lesen /Vb./ I .
ein längeres Druckerzeugnis zu Ende lesen: ein
Buch a.
—
n.1 .1 . etw. als untauglich, unerwünscht
aussondern: die schlechten Kartoffeln a.; die
Kartoffeln a. (die schlechten Kartoffeln aussondern)
1.2. die größten Früchte a. (auswählen 1.1); -leuch
ten /Vb./ etw. vollständig und gleichmäßig beleuch
ten: einen Raum, die Bühne, ein Fotoobjekt a.;
dazu -leuchtung, die; -,
- en \vorw. S g .j; -lichten
/Vb.j: Bäume, Sträucher a. (überflüssige, zu dicht
stehende Äste, Zweige an Bäumen, Sträuchern ent
fernen); -liefern /Vb./ 1. jmdn. aus dem Herr
schaftsbereich eines Staates in den desjenigen Staates
übergeben, der die Gerichtsbarkeit dieser Person
gegenüber beansprucht, weil sie strafbare Handlungen
auf seinem Territorium begangen hat od. Staats
bürger dieses Staates ist: einen Terroristen (an sei
nen Heimatstaat) a.
—
2.1 . jmdm. ausgeliefert
sein in jmds. Gewalt sein, von jmdm. völlig abhängig
sein: er war ihm vollkommen ausgeliefert 2.2 . sie
waren dem Unwetter völlig ausgeliefert (w aren völ-
Auslieferung — ausnehmen
113
lig ohne Schutz hei dem Unwetter) — 3. Waren über
den Großhandel an den Einzelhandel liefern: Waren,
Büchera.;zu1u.3
- l ieferung, die \vorw. Sg ./;
- lieferungslager, das Lager eines Betriebes des
Großhandels, der Industrie, von dem aus Waren an
den Einzelhandel geliefert werden; -liegen /Vb./
1.1* /von etw. zum Kauf Angebotenemj ausgelegt (1.1)
sein : die Waren liegen im Schaufenster, auf Ver
kaufstischen aus 1.2# zur Einsichtnahme hingelegt
s e i n : im Wartezimmer liegen Zeitschriften aus;
eine Liste hat ausgelegen; -löffeln /Vb./ 1.1* etw.
mit dem Löffel aus etw. herausnehmen und voll
ständig essen: die Suppe a. 1.2. etw. mit einem Löffel
leer essen: den Teller a.; -löschen / Vb./ 1. etw. zum
Verlöschen bringen: eine Kerze, Fackel a.
—
2. etw.
a. bewirken, daß etw. nicht mehr (im Bewußtsein)
vorhanden ist: die Zeit löschte seine Erinnerungen
aus; -losen / Vb./ etw.,
jmdn. durch das Los er
m itteln : Gewinne (Öffentlich) a.; a., wer beginnt;
- lösen jVb.l 1.1. etw. (durch Betätigen eines Mecha
nismus) in Gang setzen: einen Mechanismus a .;
den Verschluß des Fotoapparates a. 1.2. etw. durch
Betätigen eines Mechanismus hervorrufen, bewirken:
einen Schuß a. 1.3. etw. löst Überraschung aus
(ruft Überraschung hervor); sein Besuch löste viel
Freude bei uns aus; das Thema hat eine inter
essante Diskussion ausgelöst (herbeigeführt) ; eine
Krise a.; Erinnerungen a. (wecken 2) — 2» land-
sch. Knochen (aus dem Fleisch) a. (herauslösen,
entfernen); -loser, der; -s, - Fotogr. Vorrichtung
am Fotoapparat zum Auslösen des Verschlusses;
- lösung, die 1. /vorw. Sg ./ das Auslösen (1) —
2. Geldsumme, die vom Betrieb als Entschädigung für
Mehraufwand an Werktätige gezahlt wird, die
außerhalb des Ortes ihres Betriebs und Wohnsitzes zu
arbeiten haben: A. erhalten; -loten \Vb.f 1. jmdn.,
jmds. Wesen auszuloten (jmdn. in seinem innersten
Wesen zu erkennen) suchen — 2. etw. loten (1):
eine Mauer a.;
- lüften /Vb./ 1.1. etw. gründlich lüf
ten: Kleider, einen Raum a. 1.2 . der frischen Luft
ausgesetzt sein : die Kleider müssen a.
—
2. umg.
scherzh. sich in der frischen Luft bewegen: ich
muß mich einmal a.;
- machen /Vb.; / auch aus
gemacht/ 1. umg. 1.1. das Licht, Radio a. (aus
schalten) 1.2. etw. nicht weiter brennen lassen: das
Gas, das Feuer, die Zigarette a.; die Kerze a. (aus
löschen) — 2. sie wollen die Angelegenheit unter
einander, unter sich a. (klären); das mußt du mit
dir allein a. (damit mußt du allein fertig werden) —
3. etw. vereinbaren, abmachen: einen neuen Termin,
einen Treffpunkt (mit jmdm.) a.; was habt ihr
beide ausgemacht? — 4 .1 . etw., jmdn. durch scharfes
Beobachten in der Ferne entdecken, erkennen: ein
Flugzeug in großer Höhe, ein Schiff am Horizont a.
4.2 . etw. feststellen, herausfinden: ich habe nicht a.
können, wo er wohnt — 5. etw., bes. das Wesentliche
an etw., jmdm. bilden (3): Jugendliche machten den
größten Teil der Besucher aus; etw. macht den
Wert einer Sache, das Wesen eines Menschen aus;
ihm fehlt alles, was einen Wissenschaftler aus
macht — 6. die Entfernung zwischen A und B
macht nur 100 Kilometer aus (beträgt nur 100 K ilo
meter) — 7.1. etw. macht nichts aus etw. fällt nicht
in s G ew ich t: die paar Minuten machen nichts, (nicht)
viel, wenig aus; der lange Urlaub hat (für sein
Befinden) etwas ausgemacht 7.2. etw. macht jmdm.
etwas ausetw. machtjmdm. Mühe, Unannehmlichkeit,
etw. stört jm d n .: würde es Ihnen etwas a., wenn ich
mitkomme?; das macht mir nichts aus; -malen
/Vb./ 1 .1. einen Innenraum a. die Flächen eines
Innenraums mit Malereien ausschmücken: einen
Saal a. 1 .2. eine Zeichnung a. (die Flächen zwischen
den Umrissen einer Zeichnung mit Farbe bedecken)
—
2.1 . etw. ausführlich, anschaulich schildern: ein
Erlebnis (in den schönsten Farben) a. 2.2. sich
etw. (Gewünschtes, Befürchtetes) in allen Einzel
heiten, anschaulich vorstellen: ich hatte mir das
Wiedersehen (in Gedanken) so schön ausgemalt;
wenn ich mir ausmale, was geschehen wäre, wenn
...;
- mären, sich/F&./ostmdt. berl. umg. auf
hören zu trödeln, fertig werden: nun mär dich end
lich aus!; -maß, das /PI.
-e/ 1. /vorw. PI./ Aus
dehnung (2): ein Gebirge von gewaltigen Aus
maßen — 2. Grad, Umfang der (negativen) Aus
wirkung von etw .: das A. der Niederlage; erschrek-
kende Ausmaße
annehmen; eine Katastrophe
unvorstellbaren Ausmaßes; -mauern /Vb./ etw.
mit Mauerwerk auskleiden: einen Ofen, ein Ge
wölbe a.;
- merzen /sw. Vb.; hat/ etw., das man für
fehlerhaft, schädlich, unerwünscht hält, gründlich
beseitigen, tilgen: Fehler bei der Arbeit, in einem
Manuskript a.; etw. aus der Erinnerung a .;
- mes
sen /Vb./ eine Fläche, einen Raum messen: ein
Grundstück, ein Zimmer a .; -misten /sw. V b.; hat/
1. einen Stall a. (von Mist säubern) — 2. salopp
etw. a. etw. nicht mehr Gebrauchtes aus etw. ent
fernen und dadurch Ordnung schaffen: den Schreib
tisch, eine Schublade a .;
- münden / Vb./ in eine(r)
Sache a. in etw. übergehen (1.2) und dort enden:
diese Straßen münden in einen, einem Platz aus;
- mustern /Vb./ Mil. jmdn. bei der Musterung als
für den Militärdienst nicht tauglich erklären: er
wurde (wegen seines Gesundheitszustandes) aus
gemustert; -nähme, die; -,
-n etw. von der Regel
Abweichendes: es ist eine A.,
wenn sie einmal
pünktlich ist; etw. bildet eine (seltene, rühmliche)
A.; für jmdn., mit, bei jmdm. eine A. machen (für
jmdn. eine Sonderregelung treffen); alle, mit A. der,
zweier Kinder (die Kinder, zwei Kinder aus
gen om m en ), beteiligten sich daran; /verstärkend/
alle Teilnehmer waren ohne A. dafür
Ausnahme! -fall, der eine Ausnahme bildender Fall,
Sonderfall: das ist nur in Ausnahmefällen gestattet;
- zustand, der Zustand realer od. angeblicher Gefahr
für einen Staat, zu dessen Behebung verfassungs
rechtlich garantierte Grundrechte der Bürger außer
Kraft gesetzt werden, das Parlament von der Gesetz
gebung ausgeschaltet wird, die Staatsgewalt z. B .
bei der Regierung od. dem Staatsoberhaupt konzen
triert und ein Komplex staatlicher Maßnahmen in
Kraft gesetzt wird /wird bes. in kap., imperial. Staa
ten angewandt/: für das ganze Land den A. er
klären, ausrufen, aufheben; über eine Stadt den A.
verhängen
ausnahms| -los /Adj.; nicht präd./ ohne Ausnahme:
die (ganze) Klasse hat a. an der Veranstaltung teil
genommen; -weise /Adv./ als Ausnahme: die Kin
der dürfen heute a. länger aufbleiben
aus/Ausl -nehmen /Vb.; / auch -nehmend, aus
genommen/ 1. ein (Vogel)nest a. (die Eier, Jungen
aus einem Vogelnest herausnehmen und entwenden)
—
2. ein Huhn, einen Hering, Hasen a. (ein em
Huhn, Hering, Hasen die Eingeweide entfernen) —
3. umg. jmdn. a. jmdm. (beim Spiel) auf listige, hin-
8 Wörterbuch
114
ausnehmend — ausrechnen
terhältige Weise viel, alles Geld abnehmen: jmdn.
beim Kartenspiel a.
—
4. landsch. jmdn. ausfra
gen, aushorchen — 5 . jmdn., sieh, etw. (von etw.) a.
etw. für jmdn., sich, etw. nicht in Frage kommen
lassem er lobte alle, ohne einen auszunehmen; alle
dürfen kommen, nur einer ist ausgenommen; er
vertraute allen, einen einzigen ausgenommen; jeder
irrt einmal, ich nehme mich nicht aus; nur eine
Erzählung nahm er von der Veröffentlichung aus
(veröffentlichte er nicht) — 6, sich in einer be
stimmten Weise a. in einer bestimmten Weise
wirken (1.4.1): die Kommode nimmt sich hier sehr
gut, passend aus; jmd. nimmt sich lächerlich aus;
- nehmend /Adj.; nicht präd.; / auch -nehmen/
geh. außergewöhnlich (1.2): ein Mädchen von aus
nehmender Schönheit; er war a. höflich; -nüchtern
jsw. Yb.; hat/ nach übermäßigem Genuß von Alkohol
wieder nüchtern werden: die Polizei nahm ihn zum
Ausnüchtern mit; dazu -nüchterung, die; -,
-en
Ivorw. 8 g .f; -nutzen fVb.f 1,1. etw. (als eine günstige
Möglichkeit) nehmen', die Gelegenheit, eine Situa
tion, einen Vorteil a.; die zur Verfügung stehenden
Mittel, den Raum, jede freie Minute (gut, für etw.)
a. 1.2. seine Stellung a. (unberechtigterweise aus
seiner Stellung für sich Vorteil ziehen) 1.3. jmdn.,
etw. rücksichtslos, egoistisch für seine Zwecke in
Anspruch nehmen: er nutzte seine Freunde nach
Kräften aus; jmds. Gutmütigkeit, Schwäche a.;
- nützen /Vb./ s.
- nutzen; -nutzung, die fvorw. 8 g .;
zu -nutzen/; zu 1.1: die maximale A. der Energie
quellen, Maschinen; die volle A. der Arbeitszeit;
- nützung, die; -,
-en fvorw. Sg.f s.
- nutzung;
- packen fVb.f 1.1. etw. Eingepacktes aus einem
Behältnis, der Verpackung herausnehmen: die Klei
der (aus dem Koffer) a.; ein Geschenk a. 1 .2 . ein
Behältnis durch Herausnehmen des darin Ein-
gepackten leer machen: den Koffer, ein Päckchen
a.
—
2. salopp in seiner Wut hat er rücksichtslos
ausgepackt (alles verraten); -palen /sw. Vb.; hat/
[..pa:..] norddt.: Erbsen a. (aus der Hülse her
auslösen); -pellen fVb.f salopp sich, jmdn. aus -
ziehen; -pendeln fVb.f allmählich aufhören zu pen
deln (1): die Schaukel pendelt aus; -pfeifen fV b.f
jmdn., etw. a. durch wiederholte Pfiffe sein M iß
fallen über jmdn., etw. zum Ausdruck bringen: einen
Schauspieler während der Vorstellung, ein Theater
stück a.;
- p laudern /Vb./ etw., das geheim bleiben
sollte, weitererzählen: ein Geheimnis a.;
- p lündern
fVb.f jmdn., etw. ausrauben; + jmdn. bis aufs
/ Hemd a.;
- posaunen fVb.f umg. etw., das nicht
bekannt werden sollte, überall erzählen: eine Neuig
keit a.;
- powern jsw. Vb.; hatf [..po:v..] umg.
jmdn. bis zur Verelendung ausbeuten: ein Volk,
eine Kolonie a.;
- prägen fVb.f sich a. 1.1. etw.
prägt sich in etw. aus etw. hinterläßt in etw. seine
Spuren: Angst und Sorge prägten sich in seinem
Gesicht aus 1.2 . sich herausbilden: seine Eigen
heiten prägen sich immer mehr aus; er hat einen
ausgeprägten (stark entwickelten ) Familiensinn;
- preisen fsw. Vb.; hat/: Waren a. (die Preise aus
gestellter Waren auf Zetteln, Schildchen zur Kenntnis
bringen); die Waren sind noch nicht ausgepreist;
-pressen fVb.f 1.1. Flüssigkeit aus etw. heraus
pressen: den Saft (aus der Zitrone) a. 1.2. etw. a.
durch Druck auf etw. die Flüssigkeit daraus ent
fernen: eine Zitrone a.;
- probieren fV b .f etw.
(Neues) probieren, um seine Brauchbarkeit festzu
stellen: ein Rezept für einen Kuchen a.; ein neues
Medikament a.; eine neue Maschine, Methode a.
(erproben); -puff, der fPl.
- ef Gesamtheit der
Rohre, die zur Ableitung der Abgase aus Verbren
nungsmotoren dienen: der A. am Auto; -pumpen
jVb.; / auch ausgepumpt/ 1.1. etw. durch Pumpen
(I) aus etw. entfernen: Wasser (aus einer Baugrube)
a. 1.2. etw. durch Pumpen (I) leer machen: einen
Keller a.; Med. den Magen a. (den Mageninhalt
aus dem Magen pumpen); -punkten, punktete aus,
hat ausgepunktet B ox e n seinen Gegner eindeutig
nach Punkten besiegen; -pusten fVb.f umg. et'w.
ausblasen (1.1): eine Kerze a.;
- quartieren fsw.
Vb.; hat/ jmdn. veranlassen, seinen Wohnraum,
seine Wohnung, sein Quartier zu räumen: wir
müssen ihn wegen des Besuches vorübergehend
a.;
- quatschen fVb.f salopp 1. etw. ausplaudern:
ein Geheimnis a.
—
2. sich aussprechen (3.1): end
lich können wir uns wieder einmal richtig a .;
-quetschen fVb.f 1.1. etw. auspressen (1.1), ausdrük-
ken: den Saft (aus der Zitrone) a. 1.2. etw. auspres-
sen(1.2), ausdrücken: eine Zitrone a.
—
2. salopp
jmdn. ausfragen: jmdn. nach seinen Absichten, über
seine Pläne a.;
jmdn. wie eine / Zitrone a.;
- rädelnfsw. Vb.; hat/1. Plätzchen a. (aus dem ausge
rollten Teig mit einem Rädchen Plätzchen ausschnei-
den) — 2. ein Schnittmuster a. (die auf einem Schnitt
musterbogen eingezeichneten Teile mit einem Räd
chen auf eine Unterlage übertragen); -radieren fVb.f
etw. Geschriebenes, Gezeichnetes durch Radieren
tilgen : einen Buchstaben, den Preis a.;
- rangieren
fVb.f umg. etw. Altes, Unbrauchbares aussondern:
ein altes Kleid, wertlose Bücher a.; ein aus
rangierter Schrank; -rasieren fV b.f 1.1. H aare
durch Rasieren entfernen: sich die Haare (im
Nacken) a. 1 .2 . etw. durch Rasieren von Haaren
befreien: jmdm. den Nacken a.;
-rasten fVb.; ist,
hat/ Techn. sich durch Drehen, Schieben aus einer
Verbindung, m einandergreifenden Haltevorrichtung
lösen: aus einer Halterung a.;
- rauben fVb.f 1.1.
jmdn. a. jmdm. durch Raub alles wegnehmen, was
er bei sich trägt, besitzt: er ist überfallen und aus
geraubt worden 1.2. eine W ohnung, ein Geschäft,
Auto, die Kasse a. (alle Wertgegenstände, das ge
samte Geld daraus entwenden); ein Land a. (als
unterdrückende Macht sich seine Reichtümer an
eignen); -räuchern fVb.f 1.1. Schädlinge mit Rauch,
Gas vernichten, aus etw. vertreiben: Ungeziefer,
Ratten a. 1.2. einen Raum mit Rauch, Gas von
Schädlingen befreien: ein verwanztes Zimmer a.;
- raufen fVb.f: ich könnte mir die Haare a. (aus
reißen) ! /Ausruf der Verzweiflung, Verärgerung!;
- räumen fVb.f 1.1. etw. aus einem Möbelstück, das
der Aufbewahrung von Sachen dient, herausnehmen,
etw. aus einem Raum herausschaffen: alle Bücher
(aus dem Regal) a.; alle Möbel (aus dem Zimmer)
a. 1,2. ein Möbelstück, das der Aufbewahrung von
Sachen dient, einen Raum durch 1.1 leer machen:
den Schrank, das Zimmer a.
—
2. ein Mißverständ
nis, alle Bedenken, Einwände, Vorurteile, Schwie
rigkeiten a. (beseitigen 1); -rechnen fV b.; /* auch
ausgerechnet/ 1.1. etw. durch Rechnen ermitteln:
das Gewicht, die Höhe, den Preis (von etw.) , eine
Entfernung, jmds. Alter a.; a.,
wieviel etw,
kostet; O du kannst dir ja selbst a. (denken), daß
das nicht gut gehen wird 1.2. etw. durch Rechnen
lösen : eine Rechenaufgabe a.
—
2. sich etw. a.
ausrecken — ausruhen
115
mit etw. rechnen: er rechnete sich gute Chancen
aus; -recken fVb./: den Arm a* (ausstrecken 1.1);
umg. sich den Hals (nach jmdm., etw.) a. (aus
Neugier den Hals recken, um jmdn., etw. zu sehen);
- rede, die falscher od. nicht ganz zutreffender Grund,
der als Entschuldigung vorgebracht wird: eine gute
A. haben; eine glaubhafte, passende A. suchen;
an Ausreden fehlt es ihm nie; so eine faule A .!;
- reden /Vb./ 1. jmdn. (nicht) a. (zu Ende reden,
sprechen) lassen — 2. jmdm. etw. a. jmdn. durch
eindringliche, überzeugende Worte von etw, ab-
bringen: jmdm. einen Plan, seine Bedenken a.; sie
versucht, ihm die Heise auszureden; -reiben fV b .f :
einen Pieck a. (durch Reiben aus etw. entfernen);
- reichen jVb.j 1.1 . etw. ist quantitativ, auch qualita
tiv den Anforderungen entsprechend vorhanden, etw.
reicht: der Platz, die Zeit, das Geld, der Vorrat
reicht (dafür) nicht aus; etw. ist in ausreichendem
Maße vorhanden; nicht ausreichend informiert sein
1.2. etw. reicht (3.1 .2): dafür reicht mein Franzö
sisch nicht aus — 2. mit etw. reichen, auskommen\
er reicht mit dem Geld nicht aus; -reifen fV b .; ist/
1. völlig reifen: das Obst a. lassen; das Getreide
ist ausgereift — 2. sich bis zur Vollendung ent
w ick eln : eine ausgereifte Persönlichkeit; einen Ge
danken, ein Kunstwerk a. lassen; eine ausgereifte
Methode; ein ausgereifter Plan; -reise, die 1. das
Ausreisen: bei der A. den Paß vorlegen; die A.
(aus, nach Ungarn) erfolgt mit der Bahn, dem
Auto — 2. Ausreisegenehmigung: die A. bean
tragen
Ausreise| -erlaubnis, die Erlaubnis eines Staates
für jmdn., au s diesem Land auszureisen; -geneh-
migung, die vgl.
- erlaubnis
aus|reisen /Vb.j ein Land mit einem Verkehrs
mittel, Fahrzeug über die Grenze verlassen: er ist
mit dem Auto aus, nach Ungarn ausgereist
Ausreise1-verbot, das Verbot eines Staates für jmdn.,
aus diesem Land auszureisen; -Visum, das
aus/Ausl -reißen /Vb./ 1. etw. von da, wo es fest
sitzt, durch Ziehen und einen Ruck entfernen, etw.
herausreißen (hat): sich ein graues Haar a.; eine
Pflanze (mit der Wurzel), Unkraut a.
—
2. (ist)
er blieb am Türgriff hängen, dabei riß der Ärmel
aus (wurde der Ärmel losgerissen) — 3. umg. jbes.
von einem Kind/ weglaufen, um sich einer unan
genehmen Situation, jmds. (vermutetem) Zugriff zu
entziehen (ist): er ist von zu Hause ausgerissen;
die Kinder rissen (vor uns) aus, als wir uns näher
ten; + / Bäume a. können; sich kein / Bein
a.;
- reißer, der; -s, - 1. Kind, das ausgerissen ist:
die beiden A. wurden von der Polizei aufgegriffen
und wieder nachHausegebracht —2.Radsport
Radrennfahrer, der durch plötzliches Erhöhen der Ge
schwindigkeit einen Vorsprung gegenüber dem Feld
gewinnt; -reißversuch, der R adsport Versuch,
durch plötzliches Erhöhen der Geschwindigkeit einen
Vorsprung gegenüber dem Feld zu gewinnen; -renken
/sw. Vb.; hat/ ein Glied durch eine ungeschickte
Bewegung aus der richtigen Lagerung im Gelenk
bringen: sich, jmdm. den Arm a.;
- richten fVb./
1. sich, etw. in eine gerade Linie bringen, stellen:
die Soldaten richteten sich (nach dem Flügelmann)
aus; die Zaunpfähle nach der Fluchtlinie a.
—
2.1. jmdn., etw. in bestimmter Weise a. jmdn.,
etw. in eine bestimmte (weltanschauliche) Richtung
le n k en : eine Fraktion einheitlich, politisch (auf
jmdn. , etw.) a.; militaristisch ausgerichtete Bücher
verbieten 2.2 . etw. auf, nach etw. a . : die Fernseh
sendung auf die Bedürfnisse der Zuschauer a. (sich
bei der Gestaltung der Fernsehsendung nach den
Bedürfnissen der Zuschauer richten) — 3. jmdm.
etw. im Auftrag eines anderen mitteilen, jmdm. etw.
bestellen: jmdm. einen Gruß (von jmdm.) a.; er
ließ durch sie a., daß er heute nicht kommen könne
—
4. etw. (auf eigene Kosten vorbereiten und) ver
an stalten : der Verband dieses Landes übernahm
es, die Europameisterschaften auszurichten; Titel
kämpfe, eine Tagung a .; die Eltern richteten ihrer
Tochter die Hochzeit aus — 5 . etwas, nichts,
wenig a. etwas, nichts, wenig erreichen, bei etw.
Erfolg, keinen, einen geringen Erfolg haben: bei
ihm ist mit Güte mehr auszurichten als mit
Strenge; gegen jmdn. nichts a. können; was hast
du (in dieser Sache) ausgerichtet?; zu 2 u. 4
- richtung, diejvorw. 8g .j; -ringen /Vb./ landsch.,
bes. ostmdt. etw. auswringen: die Wäsche a.;
- rollen /Vb./ 1 . langsam aufhören zu rollen (ist,
hat): das Flugzeug ist (auf der Landebahn) aus
gerollt; das Auto a. lassen — 2. (hat) 2.1. etw.
Zusammengerolltes auseinanderrollen: einen Tep
pich a. 2.2. den Teig a. (mit einem Nudelholz gleich
mäßig flach machen); -rotten, rottete aus, hat aus
gerottet Tiere, Pflanzen, Menschen a. Gruppen von
Tieren, Pflanzen, Menschen die biologische Existenz
nehm en: Ungeziefer, Unkraut a.; diese Tierart
wurde völlig ausgerottet; dieser Indianerstamm
ist (brutal, grausam) ausgerottet worden; - f etw.
mit / Stumpf und Stiel a.; das / Übel mit der
Wurzel a.;
- rottung, die; -,
-en fvorw. 8g.; zu
- rotten/; -rücken /Vb.j 1. (ist) 1.1. sich in Forma
tion (2) von einem Ort wegbegeben: das Regiment
rückt (zur Parade) aus; das Panzerbataillon er
hielt den Befehl zum Ausrücken 1.2 . die Feuer
wehr rückt aus (fährt zum Einsatz los) - 2
.
umg.
weglaufen, um sich einer unangenehmen Situation,
jmds. (vermutetem) Zugriff zu entziehen (ist): vor
jmdm.,
etw. ,
von daheim a.; er wurde gefaßt,
als er mit der Kasse a. wollte — 3 . (hat) einen
Gliederungspunkt a. (etwas weiter links beginnen
lassen als die übrigen Zeilen des T extes); -ruf, der
spontan gerufene kurze Äußerung als Ausdruck eines
Gefühls: ein freudiger, erstaunter A.; ein A. der
Angst, des Entsetzens, der Überraschung, Bewun
derung; -rufen /Vb./ 1. etw. in einem Ausruf
äußern: etw. begeistert, erschrocken a.; „wunder
bar!“ rief er aus — 2 .1. etw. laut mitteilen, bekannt
geb en : der Straßenbahnfahrer ruft die Stationen
aus; jmdn. a .: die Mutter ließ ihr Kind durch
Lautsprecher a. (ließ durch Lautsprecher bekannt
geben, daß sie ihr Kind, das im Gedränge verloren
gegangen ist, sucht) 2.2 . etw. proklamieren, ver
künden: den Ausnahmezustand a.; es wurde die
Republik ausgerufen
Ausrufe1 -satz, der Gramm. Satz, in dem eine
Aussage, Frage od. Aufforderung und die emotionale
Beteiligung des Sprechers durch besondere formale
Mittel wiedergegeben sind; -Zeichen, das aus einem
senkrechten Strich und einem darunter stehenden
Punkt bestehendes Satzzeichen, das bes. nach A us
rufe-, Aufforderungs-, Wunschsätzen und nach Inter
jektionen steht
aus/Ausl -ruhen /Vb.j sich durch Ruhe erholen,
durch Ruhe neue Kräfte sammeln: er legte sich
8*
116
ausrüsten — ausschieken
hin, um (sich) ein wenig auszuruhen; sich von den
Strapazen, nach der Arbeit, zu Hause a.; nach
der Pause war er ausgeruht; -f- (sich) auf seinen
/ Lorbeeren a.;
- rüsten fVb.f 1.1. jmdn.,
etw.
(mit etw.) a. jmdn., etw. mit etw. (was für einen
bestimmten Zweck notwendig, nützlich ist) versehen:
jmdn., sich, eine Expedition mit allem Erforder
lichen a.; eine Armee mit modernen Waffen a.;
der Betrieb ist modern, mit Spezialmaschinen aus
gerüstet; mit diesem Wissen ausgerüstet, ging er
an seine Aufgabe 1.2. T e x til, einen Stoff knitter
frei a. (so veredeln, daß er knitterfrei ist); -rüstung,
die 1. jvorw. Sg .j das Ausrüsten — 2.1, Gesamtheit
der Gegenstände, Vorrichtungen, die für einen be
stimmten Zweck notwendig, nützlich sind: eine neue
A. für den Wintersport kaufen; die A. eines Sol
daten 2.2 . die für einen Betrieb notwendige spezielle
technische A n la g e : elektrotechnische Ausrüstungen
exportieren; die A. eines Kraftwerks; -rutschen
fVb.f 1. durch Rutschen plötzlich den festen Halt
mit den Füßen verlieren und fallen od. zu fallen
drohen: auf einer gebohnerten Treppe, bei Glatt
eis a.
—
2. das Messer, Beil ist ihm ausgerutscht
(ist ihm beim Schneiden, Schlagen aus der beab
sichtigten Richtung geraten); -rutscher, der; -s, -
umg. Fauxpas; -saat, die fo. Pl.j das Aussäen;
- säen fVb.f etw. sä en : Weizen, Blumensamen a.;
-sage, die; -,
-n 1.1. bes. mündliche Äußerung:
nach A. des Arztes ist das nicht zu befürchten
1.2. die A. (der Inhalt) eines Satzes — 2. bes. vor
Gericht, bei gerichtlichen Untersuchungen (münd
lich) gemachte Angaben, Mitteilungen zu einem Tat
bestand: eine A. machen, zurücknehmen; die A.
verweigern; eine falsche, belastende A.
—
8. ideeller
beh alt eines Kunstwerks: die künstlerische, über
zeugende A. des Romans; dem Gemälde fehlt jede
A.
—
4. L ogik Gedanke, der einen Sachverhalt
widerspiegelt; -sagen /Vb./1. eine Aussage machen:
vor Gericht gegen, für, über jmdn. a .; als Zeuge
a.
—
2. etw. sagt etw. aus etw. gibt einen bestimmten
Gedanken, einen Sachverhalt deutlich, klar wieder:
mit diesem Gleichnis wird ausgesagt, daß . . . ;
- sägen fVb.j: Figuren a. (aus einer Sperrholzplatte,
einem Brett mit einer Säge hersteilen)
Aussage Gram m .]
-Satz, der Satz, in dem der Sach
verhalt als einfache Mitteilung gefaßt ist; -weise,
die Modus (2)
Aus/aus] -satz, der fo. Pl.j Lepra; -sätzig fAdj.;
nicht adv.j von Aussatz befallen: wie ein Aus
sätziger gemieden werden; -saufen / Vb./ salopp
fvom Menschenf 1.1. er hat den ganzen Schnaps
ausgesoffen (ausgetrunken) 1.2 . er hat die Flasche
ausgesoffen (ausgetrunken); -saugen fVb.j 1.1 . etw.
aus etw. saugen: den Saft (aus der Apfelsine) a.;
das Gift (aus der Wunde) a. 1.2. etw. a. etw. aus
etw. durch Saugen entfernen: eine Apfelsine a.; die
Wunde a.
—
2. /emot./ jmdn. ausbeuten (1): die
Junker haben die Landarbeiter ausgesaugt;
- s chabung, die; -,
-en Med. mit einem scharfen
Instrument erfolgendes Ablösen von Schleimhaut aus
der Gebärmutter; -schachten fVb.j etw. ausheben (1):
eine Baugrube a.;
- s chachtungsarbeiten, die /PL/
das Ausschachten; -schalen jsw. Vb.; hat/Bauw.:
eine Betonkonstruktion a. (nach dem Abbinden die
Schalung von einer Betonkonstruktion entfernen);
- s chälen fVb.j Med.: die Mandeln a. (aus dem
Gewebe operativ entfernen); -schalten fVb.f 1.1 . etw.
a. den elektrischen Stromkreis von etw. durch Be
tätigung eines Schalters unterbrechen: den Motor,
die Lampe, das Radio a. 1 .2 . den Strom a. (den
elektrischen Stromkreis durch Betätigung eines
Schalters unterbrechen); das Licht a. (die Lampe
ausschalten) — 2 .1. etw. a. dafür Sorge tragen, daß
etw. nicht (mehr) bestehen wird, wirksam werden
kan n : jmds. Einfluß a .; eine Fehlerquelle, die
Kriegsgefahr a. 2 .2. jmdn. an einer (weiteren) Ein
flußnahme hindern: seine Gegner, Konkurrenten
(rücksichtslos) a.;
- s chank, der; -(e)s, -schänke 1.
fo. Pl.j das Ausschenken: der A. alkoholischer Ge
tränke, von Bier — 2, Theke, Schanktisch; -schau
fin der Verbindungf nach jmdm.. etw. A . halten
nach jmdm.,
etw. ausschauen (1, 2): nach dem
Briefträger, Zug A. ' halten; nach einer besseren
Wohnung A. halten; -schauen fVb.f 1. nach jmdm.,
etw. a. den Blick mit Aufmerksamkeit dorthin rich
ten, wo man eine (sehnlich) erwartete Person, Sache
zu erblicken h offt: nach jmdm. mit Sehnsucht, ver
geblich a .; nach dem Schiff a.
—
2. nach etw. a.
darauf achten, ob sich eine Gelegenheit bietet, etw.,
was man wünscht, zu erlangen: nach einer größeren
Wohnung a.; nach einer guten Gelegenheit a.
—
8. landsch. aussehen: er schaut traurig, gut aus;
der Braten schaut appetitlich aus; u m g . wie
schaut’s aus (wie geht es dir; wie steht es damit)?;
- s chaufeln fVb.f durch Schaufeln eine Vertiefung
herstellen: einen Graben a.;
- s cheid, der; -(e)s, -e
Wettbewerb zur Ermittlung der Teilnehmer für den
Wettbewerb der nächsthöheren Stufe: das Skispringen
wurde als A. für die Olympischen Winterspiele
gewertet; an einem A. teilnehmen; -scheiden fV b.f
1. etw. (als Exkrement, mit den Exkrementen) aus
dem Körper gelangen lassen (hat): Kot, Urin a.;
Krankheitserreger (mit dem Urin) a.
—
2. etw.
als nicht in Frage kommend aussondern (hat): von
den eingegangenen Vorschlägen wurden einige (als
unbrauchbar) ausgeschieden — 8 . nicht in Frage
kom m en (ist): diese Möglichkeit, dieser Bewerber
scheidet aus — 4 . (ist) 4.1. aus einer Gemeinschaft
a. eine Tätigkeit aufgeben und damit eine Gemein
schaft verlassen: am 1. September scheidet er (aus
dem Betrieb) aus; die Partei schied aus der
Koalition aus 4.2. die Teilnahme an einem Wett
bewerb aufgeben müssen: nach einem Sturz (aus
dem Rennen) a. müssen; die Mannschaft schied
in der Vorrunde aus; -Scheidung, die 1. fo . P l.f
das Ausscheiden (1) — 2. ausgeschiedenes Produkt
des Stoffwechsels, bes. Kot, Harn — 8. Ausscheid;
- scheidungsspiel, das Sport Spiel zur Ermittlung
des Teilnehmers für den weiteren Wettkampf;
- s chelten fVb.f geh. jmdn. ausschimpfen; -schenken
fVb .f (alkoholische) Getränke (in einer Gaststätte)
einschenken und verkaufen: Bier a.; alkoholische
Getränke dürfen an Kinder nicht ausgeschenkt
werden; -scheren fsw. Vb.; ist/ eine Gruppe, Reihe
od. die Richtung der Bewegung seitlich ausbiegend
verlassen: das Schiff schert (aus dem Verband)
aus; das Flugzeug schert (aus dem Pulk) aus; der
Wagen war aus der Kolonne zum Überholen aus
geschert; der Radfahrer schert nach links aus;
O um g. die Partei scherte aus der Koalition aus
(schied aus ihr aus); -scheuern fVb.f ein Gefäß
innen durch Scheuern (1.1) säubern: einen Topf a.;
- s chicken fVb.f jmdn. zur Erfüllung eines Auftrags
wegschicken: einen Boten, Spähtrupp a.; jmdn.
ausschiffen — ausschütteln
117
auf Patrouille a .;
- s chiffen fVb .f: die Passagiere,
Waren a. (von Bord des Schiffes an Land bringen);
- s chimpfen fVb.f jmdn. schimpfend zurechtweisen,
tadeln, jmdm. schimpfend heftige Vorwürfe machen:
ein Kind wegen etw. a .;
- schirren fVb.f: ein Pferd
a. (ihm das Geschirr abnehmen); -schlachten fVb.f
1. ein Schwein, Rind a. (seine Eingeweide, Haut
entfernen) — 2. umg. ein altes Auto a.•(aus ihm
die noch brauchbaren Teile ausbauen) — 3. umg.
man versucht, den Fall politisch auszuschlachten
(für seine politischen Zwecke, meist für die Propa
ganda, auszunutzen); -schlafen fVb.f 1. so lange
schlafen, bis man nicht mehr müde ist: (sich) einmal
richtig, ordentlich a .; er hat ausgeschlafen; ausge
schlafen sein — 2. seinen Rausch a. (durch Schlafen
wieder nüchtern werden); -schlag, der/ vorw. Sg .j an
der Haut auftretende krankhafte, flächenhafte Ver
änderung: er hatte im ganzen Gesicht A.; A. be
kommen; + den A. (für etw.) geben durch seinen
dominierenden Einfluß, sein Gewicht (3) bestimmend
für eine Entscheidung sein: seine Stellungnahme
gab den A. dafür, daß ...;
- s chlagen fVb.f 1. etw.
herausschlagen (1.1) (hat): jmdm. einen Zahn a.
—
2. (hat) das Pferd hat (vorn und hinten) aus
geschlagen (mit den Hufen gestoßen) — 3. (hat,
ist) das Pendel, der Zeiger des Meßinstruments
schlägt aus (bewegt sich ruckartig aus der Ruhe
stellung nach der Seite) — 4. (hat, ist) die Bäume,
Sträucher haben, sind ausgeschlagen (haben Blätter
bekommen) — 5. etw. bes. mit Stoff auskleiden (hat):
zur Trauerfeier wurde der Saal, wurden die Wände
schwarz, mit sclrwarzem Samt ausgeschlagen; ein
mit Seide ausgeschlagenes Etui — 6 . ein Angebot,
etw. Angebotenes ablehnen, zurückweisen (hat): ein
Angebot, eine Einladung, Erbschaft, ein Geschenk
a.
—
7. etw. schlägt zum Guten, Schlechten aus
etw. geht für jmdn. gut, schlecht aus, endet für jmdn.
gut, schlecht (ist): die Angelegenheit ist zu seinem
Nachteil, Vorteil, zum Unglück ausgeschlagen;
+ das schlägt dem / Faß den Boden aus;
- schlaggehend fAdj.; nicht adv.f für etw. den Aus
schlag gebend : dieser Gesichtspunkt war (für den
Ausgang der Angelegenheit) nicht a.; es war von
ausschlaggebender Bedeutung, daß . .. ;
- s chleusen
fVb.f jmdn. auf ungesetzliche Weise über eine Grenze
bringen, durch eine Kontrolle aus einem Gebiet her
ausbringen: sie sind mit Hilfe des Agenten aus
geschleust worden; -schließen fV b.; / auch aus
geschlossen/ 1. jmdn. durch Verschließen der Tür
am Eintritt hindern: er konnte nicht in die Woh
nung, man hatte ihn ausgeschlossen — 2.1. jmdn.
von etw. a. jmdn. (auf Grund vorhergegangener
Beschlußfassung) an etw. nicht teilhaben, teilnehmen
lassen: jmdn. von einer Feier a.; sich von etw. a .:
er schloß sich vom gemeinsamen Ausflug aus
(nahm daran nicht teil) 2.2. sich, jmdn., etw. von
etw. ausnekmen: wir haben alle schuld, ich schließe
mich nicht aus (rechne mich mit dazu); Strümpfe
sind vom Umtausch ausgeschlossen (werden n ichts
um getauscht) — 3. jmdn. aus einer Gemeinschaft
a. jmdm. (auf Grund vorhergegangener Beschluß
fassung) die weitere Zugehörigkeit zu einer Gemein
schaft verweigern: jmdn. aus einer Partei, aus
einem Kollektiv a.
—
4. etw. ausschalten (2.1):
er versuchte, jeden Irrtum auszuschließen; das
schließt jeden Zweifel aus; was nicht ausschließt,
daß . . . ; diese zwei Dinge schließen sich, einander
aus (sind zusammen nicht möglich); ^schließlich,
^schließlich fAdj.; nichtpräd.f1.1. uneingeschränkt:
das ausschließliche Recht auf etw. haben; sein
ausschließliches (ein ziges) Anliegen war die Klä
rung dieses Falls 1.2. fadv.f nur, Allein: sich a.
der Literatur widmen; das betrifft a. die Schul
abgänger; 2-schließlich fPräp. mit Gen.f ohne,
raußer (1), mit Ausnahme, exklusive: die Kosten a.
des Portos; jo. erkennbare Rektion in Verbindung
mit starkem Subst. im Sg. o . Art. u . Attr.; mit
Dat.,
wenn der Gen. PI . nicht erkennbar ist/ die
Kosten a. Porto; -schlüpfen fVb.f schlüpfen (1.2):
die Küken sind ausgeschlüpft; -schlürfen fV b .;
hat/ etw. schlürfend austrinken: den Tee, Wein a.;
ein Glas Wein a.; -Schluß, der jzu -schließen 2 —4/;
zu 2.1: die Verhandlung fand unter, mit, ohne A.
(Verbot der Teilnahme) der Öffentlichkeit statt;
zu 3: es wurde sein A. aus der Partei beschlossen;
- s chmücken fVb.f einen Raum vollständig schmük-
ken: einen Saal a.;
- schnauben fsw. Vb.f la ndsch.
sich gründlich die Nase putzen: (sich) kräftig a.;
- s chneiden fV b .; / auch ausgeschnitten/ 1.1. etw.
mit einem Schneidewerkzeug aus etw. heraustrennen,
herauslösen: mit der Schere eine Annonce (aus der
Zeitung) a. 1.2. etw. mit der Schere aus etw. heraus
trennen, herauslösen und so herstellen: Figuren (aus
Buntpapier) a. 1.3. etw. a. etw. Störendes mit
einem Schneidewerkzeug aus etw. heraustrennen,
herauslösen: einen angefaulten Apfel a.; Obst
bäume a.;
- schnitt, der 1. in Kleidern, Blusen
durch Herausschneiden von Stoff hergestellte Öffnung
am Hals, die einen Teil der Brust, des Rückens frei
läßt: ein spitzer, weiter A .; ein Abendkleid mit
tiefem A. (Dekollete) — 2. ein A. aus einer Zeitung
(das aus einer Zeitung Ausgeschnittene) — 3. Teil
vom Inhalt, Text eines Ganzen: einen A. aus einem
Buch, Brief vorlesen; einen A. des Kulturpro
gramms zeigen; -schöpfen fV b.f 1.1. etw. durch
Schöpfen aus etw. herausholen: das Wasser (aus
dem Boot) a. 1.2. etw. durch Schöpfen leer machen:
eine Tonne a.
—
2. alle Möglichkeiten, Reserven
a. (ausnutzen); -schreiben /Vb.; / auch aus
geschrieben/ 1. etw. nicht abgekürzt schreiben: ein
Wort, einen Namen a.
—
2. einen Scheck a. (aus
füllen) — 3. einen Wettbewerb, eine Meisterschaft
a. (öffentlich und schriftlich bekanntgeben, um zur
Teilnahme aufzufordern); zu 3 -Schreibung, die:
die A. eines Wettbewerbs; -schreiten fV b .f: rüstig,
kräftig, rasch, schneller a. (mit großen Schritten
vorwärts gehen); -schreitung, die; -,
-en gewalt
tätige Handlung gegen die öffentliche Ordnung: es
kam zu schweren Ausschreitungen; -schuß, der
fPl.
- schüsse/ I. aus einer größeren Körperschaft,
Gemeinschaft gewählter od. berufener Personenkreis
zur Lösung bestimmter Aufgaben: ein vorbereiten
der, engerer, erweiterter, ständiger A .; ein A. von
Sachverständigen; einen A. wählen, einsetzen; ein
A. konstituiert sich — H. fo. Pl.f Teil der Produk
tion, der auf Grund von Mängeln der für den vor
gesehenen Verwendungszweck erforderlichen B e
schaffenheit nicht entspricht: den A. assortieren;
es gab kaum A.
Ausschuß zu Ausschuß II| -quote, die prozentualer
Anteil des Ausschusses an der gesamten Produktion:
die A. senken; eine niedrige A .;
-wäre, die fo. P l.f
Ausschuß darstellende Ware
aus/Aus| -schütteln fV b .f 1.1. etw. durch Schütteln
118
ausschütten — Außenwelt
(1) aus etw. entfernen: den Staub, Sand a. 1.2. etw.
durch Schütteln (1) säubern: die Decke, den Sack
a.;
-schütten /Vb./ 1.1. etw. aus einem Behälter,
einem Gefäß schütten: die Kartoffeln, den Sand,
das Wasser a. 1.2. einen Behälter, ein Gefäß durch
1.1 leer machen: einen Sack, (Müll)eimer a.
—
2.1 .
einen Gewinnanteil bei der Ziehung in Lotterien o.
ä. festlegen und verteilen: Gewinne a. 2.2 . Teile des
Profits bei Kapitalgesellschaften bes. in Form der
Dividenden verteilen: Dividenden a.;
-f- jmdm.
sein / Herz a.; das / Kind mit dem Bade a.;
sich a. vor / Lachen, sich vor Lachen a. wollen;
- Schüttung, die; -,
- en fzu -schütten 2/; -schwär
men /Vb. ; ist/: die Bienen schwärmen aus (fliegen
in Schwärmen nach allen Seiten weg); Mil. die
Kompanie schwärmte aus (verteilte sich mit be
stimmten Zielen im Gelände); -schweifen fVb.;
auch -schweifend/: in seinen Gefühlen, Vorstellun
gen a. (das normale M aß stark überschreiten, m aß
los sein); eine ausschweifende (maßlose, über
triebene) Phantasie haben; -schweifend fA d j.; /
auch -schweifen/ einem unmäßigen Lebensgenuß
hingegeben und dabei sittliche Grundsätze außer acht
lassen d : ein ausschweifender Mensch; ein aus
schweifendes Leben führen; a. leben; -Schweifung,
die; -,
-en 1.1. durch Maßlosigkeit gekennzeichnete
Handlung: eine A. der Phantasie 1.2. auf einen
unmäßigen Lebensgenuß gerichtete und sittliche
Grundsätze außer acht lassende Handlung: sinn
liche, wüste Ausschweifungen; -schweigen, sich
/Vb./ sich (über etw.) a. sich beharrlich zu etw.
nicht äußern: er hat sich gründlich, über diesen
Vorfall ausgeschwiegen; -sehen fV b .f 1.1 . jmd. ,
etw. sieht gut aus jmd., etw. bietet einen guten A n
blick, erweckt äußerlich einen guten Eindruck 1.1.1.
/von Lebewesen, bes. vom Gesichtsausdruck, den
Gesichtszügen her/ : klug, ernst, gesund, müde,
ärgerlich, traurig a.; er sieht in der letzten Zeit
auffallend schlecht aus; er sieht ganz blaß aus
(ist sehr blaß); er sieht aus, als ob er krank wäre;
sie sieht in dem neuen Kleid gut aus (das neue
Kleid steht ihr gut) 1.1 .2. /von Sachen/: der Braten
sieht appetitlich aus; die Verletzung sieht gefähr
lich aus; im Zimmer sah es wüst aus; das Kleid
sieht nach etwas, nach nichts aus (macht einen
guten, keinen besonderen Eindruck); seine Bewe
gungen sahen komisch aus; ich kann mir vor
stellen, wie ein solches Gerät aussieht (äußerlich
beschaffen ist) 1.2. etw. sieht gut aus etw. ist an
scheinend gut, scheint gut zu sein : die Lage dort
sieht nicht gut aus; es sieht so aus, als ob er recht
hat; die Sache sieht günstig aus (scheint einen
günstigen Verlauf zu nehmen); das sieht nach Zank
und Streit aus (deutet auf Zank und Streit hin)
1.8. mit jmdm., etw. sieht es gut aus jmd., etw.
ist in einem guten Zustand, in einer guten Lage:
mit ihm sieht es schlimm aus; mit seinen Aus
sichten sieht es recht gut aus; um g. wie sieht’s
aus (wie geht es dir; wie steht es damit)?; -f umg.
sehe ich so aus (traut man mir das zu)?; so siehst
du aus (das könnte dir so passen, da hast du dich
aber geirrt)!; — da siehst du / alt aus!; -sehen,
das; -s, /o. PI./ die visuell wahrzunehmenden äußeren
Eigenschaften 1.1. des Gesichtes, Gesichtsausdruck:
als ich sie nach ihrer Krankheit sah, entsetzte
mich ihr schlechtes A. 1 .2. einer Sache: die Stadt
hat nach dem Krieg ein ganz anderes A. an
genommen; -sein /Vb.; ist ausgewesen; Präs. u .
Prät.
2aus 1—5/ umg.
außen /Adv./ 1.1. außerhalb bestimmter Abgrenzun
gen (von Gebäuden, Bäumen) : etw. a. am Haus an
bringen; die Tür geht nach a. auf; ich kenne das
Haus nur von a.; die Tür von a. zusehließen; das
Geräusch kam von a. (her); das Haus a. (die
Außenseite des Hauses) streichen 1.2. auf der
Außenseite: der Becher ist innen und a. vergoldet;
die glänzende Seite des Stoffes nach a. nehmen —
2. von dem Skandal soll nichts nach a. dringen
(der Öffentlichkeit bekannt werden); auf Wirkung
nach a. (hin) (anderen gegenüber) bedacht sein;
Hilfe von a. (von anderen Menschen; aus dem Aus
land) benötigen
Außen| -antenne, die außen an einem Haus, im
Freien angebrachte Antenne; -arbeiten, die /PI./
außen an einem Bau ausgeführte Arbeiten; -auf-
nahme, die /vorw. PI./ außerhalb des Ateliers ge
drehte filmische Aufnahme; -bahn, die Sport die
an der äußeren Krümmung eines Stadions, am Rand
eines Schwimmbeckens gelegene Bahn; -bezirk, der
Wohnbezirk am Bande einer Stadt; -bordmotor, der
außen am Heck, an der Seite eines Bootes an
gebrachter Motor
aus]senden /Vb./ 1. /sandte aus, auch sendete aus,
hat ausgesandt, auch ausgesendet/ jmdn. zur E r
füllung eines Auftrags wegschicken: eine Patrouille
zur Erkundung a .; er sandte, sendete einen Boten
nach ihm aus; jmdn. nach etw. a.
—
2. /sendete
aus, hat ausgesendet/ etw. a. etw. bes. in Form
von Teilchen, Wellen (1.5.1) von sich als Ursprung
(1) in den Baum (1.1) wegbewegen lassen: elektro
magnetische Wellen a.; Uran sendet radioaktive
Strahlen aus
Außen/außenl -dienst, der /o. PI./ vorübergehender
Dienst (1.1) außerhalb der Dienststelle; -handel, der
Handel mit dem Ausland, zwischenstaatlicher Han
del; -minister, der Minister für Auswärtige A n
gelegenheiten; -ministerium, das vgl.
- minister;
- poUtik, die /o. PI./ Politik eines Staates gegenüber
anderen Staaten; dazu -politisch /Adj./; -Seite, die
die dem Betrachter zugewandte, der Mitte, dem Zen
trum abgewandte Seite von etw.: die A. eines Ge
fäßes, Stoffes; -seiter, der; -s, - 1. Sp ort W ett
kampfteilnehmer, bes. auch Pferd, mit nur geringen
Gewinnchancen (der wider Erwarten gewinnt): ein
A. gewann das Rennen — 2. Mensch, der einer
Gruppe zugehört, sich absondert od. von den
Mitgliedern dieser Gruppe abgelehnt und deshalb
nicht in Kontakte einbezogen wird: er ist immer ein
A. gewesen; -Spiegel, der außen am Auto angebrach
ter, der seitlichen und nach hinten gerichteten Orien
tierung dienender Spiegel; -stände, die /Pl.j finan
zielle Forderungen an Schuldner: A. haben;
- stehende, der u. die; -n, -n jmd., der außerhalb
einer Gemeinschaft, Gruppe steht und das, was sie
betrifft, nur von außen beurteilen kann: A. können
das nicht verstehen; -stelle, die außerhalb einer
zentralen Stelle gelegene, aber zu ihr gehörige Ein
richtung: die A. eines Instituts; -tasehe, die Tasche
auf der Außenseite eines Kleidungsstückes; -tempe-
ratur, die im Freien herrschende Temperatur;
- toilette, die außerhalb der Wohnung befindliche
Toilette (II.1); -wand, die die Grenze gegen das
Freie darstellende Wand eines Hauses: die A. des
Hauses; -weit, die /o. PI./ 1. von der A. (Umwelt)
Außenwinkel — äußerst
119
abgeschnitten sein — 2 . Gesamtheit des außerhalb
des Bewußtseins und unabhängig von ihm objektiv
in Raum und Zeit Existierenden: die A. wird im
Prozeß der Erkenntnis widergespiegelt; -Winkel,
der Math. Winkel, dessen Schenkel eine Seite des
Dreiecks und die Verlängerung einer zweiten Seite
sind; -Wirtschaft, die jo. PL/ Gesamtheit der inter
nationalen wirtschaftlichen Beziehungen eines Lan
des
1außer /Präp./ 1. /mit D at.f 1.1. /bezeichnet ein e
Einschränkung, eine Ausnahme von etw.j mit Aus
nahme von, abgesehen vo n : ich habe keinen Freund
a. dir; alle a. einem 1.2 . gleich zeitig mit, abgesehen
von: er wollte a. dem Geld auch (noch) Hilfe
haben — 2. /räuml.; in Verbindung mit Subst.
vorw. o . Art./ Außerhalb, nicht {mehr) in (1.1) 2.1.
/mit Dat./ die Wäsche wird a. Haus(e) gewaschen;
a. Sicht, Hörweite sein; O jmdn. a. der Reihe
abfertigen; a. Konkurrenz starten; etw. steht a.
(jedem, allem) Zweifel, a. Frage (etw. steht fest,
gilt als sicher) 2.2 . /mit Gen. in der Verbindung/
v e ra lte n d a. Landes gehen (auswandern emigrie
ren) — 8./ modal; in Verbindung mit Subst, o. Art,/
3.1. /mit Dat.; bezeichnet einen veränderten Zustand/:
a. (aller) Gefahr (aller, der Gefahr entronnen) sein;
a. Atem (atem los 1) sein; etw. a. / acht lassen;
die Maschine ist a. / Betrieb; etw. ist a. /*
Kurs 3.2. /mit Akk. bes. in Verbindung mit stel
len, setzen; bezeichnet eine Zustandsveränderungf:
etw. a. (jeden) Zweifel stellen (jeden Zweifel an
etw. beseitigen); eine Maschine a. / Betrieb set
zen; etw. a. / Kurs setzen
2außer jK o n j.; restriktiv/ 1.1. /unterordnend in Ver
bindung mit wenn, daß, um ... zu; leitet einen
Gliedsatz ein; kennzeichnet den Gliedsatz im Sinne
einer Einschränkung in restriktivem und konditio
nalem Sinne/ es sei denn: ich gehe täglich spa
zieren, a. wenn es regnet; ich weiß darüber nichts,
a. daß viele darüber sprechen 1.2. /nebenordnend
im Sinne von 1.1/: es gibt keinen anderen Aus
weg, a. wir bitten ihn um Hilfe
äußer /Adj.; nur attr.; / auch Äußere, äußerst/
1.1. sich auf der Außenseite befindend: die äußere
Bahn 1.2. sich am Körper befindend: äußere Ver
letzungen — 2. an einer Sache, einem Prozeß, einer
Person unmittelbar (visuell) wahrnehmbar, erkenn
bar: die äußere Gestalt, Erscheinung, Ordnung;
ein äußerer Wandel; nach dem äußeren Schein
urteilen — 3. nicht durch die Sache selbst bedingt:
ein äußerer Anlaß; eine äußere Ursache
Außer/außerj -achtlassung, die; -,
/o. Pl.j das
Nichtberücksichtigen von etw.;
- beruflich /Adj./
nicht durch den Beruf bedingt: außerberufliche Be
lastungen; -dem, -dem /Adv.; auch in konjunk-
tionaler Verwendung; nebenordnend; fügt gleich
artige Glieder an; betont das Zusätzliche; oft in
Verbindung mit und/ und zusätzlich: es gab Wein,
a. Bier, und a. Bier
Äußere, das; -n, /o. P I .; / auch äußer, äußerst/
die als visueller Eindruck wahrgenommenen Eigen
schaften einer Person: ein angenehmes, gepflegtes
Äußeres; auf sein Äußeres Wert legen; dem Äuße
ren nach zu urteilen; eine Frau von jugendlichem
Äußerem, Äußeren
außer| ^ehelich /Adj.f 1. nichtehelich: er hat eine
außereheliche Tochter — 2. außereheliche Bezie
hungen (sexuelle Beziehungen außerhalb der Ehe)
unterhalten; ^gewöhnlich, -gewöhnlich /Adj./4 .1 .
von der gewöhnlichen, üblichen Art (in positiver
Hinsicht) abweichend: ein außergewöhnlicher
Mensch; dieser Fall ist ganz a. 1.2 . über das ge
wöhnliche, übliche M aß hinausgehend: mit außer
gewöhnlicher Strenge; er ist a. (sehr, überaus)
groß; ein a. heißer Tag
1außerhalb /Präp. m it Gen./ 1.1. /räuml./ nicht im
Bereich von: a. des Hauses, der Grenzen; a. Berlins;
O a. der Gemeinschaft; Dinge, die a. meines Fach
gebietes liegen 1.2. /zeitl./ nicht während eines be
stimmten Zeitraums: a. der Arbeitszeit
2außerhalb /Adv./ nicht im Bereich der Stadt
grenzen, sondern in der weiteren Umgebung: der
Flugplatz liegt a.; er hat ein Haus a. von N;
von a. (von einem anderen Ort) kommen
äußerlich /Adj./ 1.1. das äußere (2) Verhalten be
treffend: ä. war er ganz ruhig; seine Ruhe ist nur
ä.; sich ä. nichts merken lassen 1.2 . die äußere (2)
Gestalt betreffen d : die beiden Gegenstände sind ä.
(betrachtet) gleich; er hat sieh nur ä. verändert;
das Paket ist ä. beschädigt — 2. /vorw. attr./ ober
flächlich (2): ein äußerlicher Mensch
Äußerlichkeit, die; -,
- en 1.1. das bloße Äußere,
bes. des Verhaltens, Umgangs: er legt wenig Wert
auf Äußerlichkeiten 1.2 . das sind nur Äußerlich
keiten (unwesentliche, nur die Form betreffende
Einzelheiten)
äußern /sw. Vb.; hat/1.1. etw. mündlich, auch schrift
lich zur Kenntnis geben: (freimütig) seine Meinung
zu einer Frage, über jmdn. ä .; Zweifel an etw., sein
Befremden, seine Freude über etw. ä .; die An
sicht ä., daß... 1.2 . sich ä. mündlich, schriftlich
seine Meinung sagen, Stellung nehmen: sich an
erkennend, abfällig über jmdn. , etw. ä .; er hat
sich zu diesem Thema in einem Artikel geäußert
—
2.1 . sich in, durch, als etw. ä. durch etw. deutlich
(1.1) w erd en : die Krankheit äußerte sich in
Schüttelfrost, durch Fieber 2.2 . etw. deutlich werd en
lassen, zu erkennen geben: sie äußerte ihre Dank
barkeit dadurch, daß . ..
außer| -ordentlich,
-ordentlich /Adj./ 1. außer
gew öhnlich : ein außerordentlicher Mensch; eine
außerordentliche Begebenheit; eine außerordent
liche Begabung; außerordentliche Energie zeigen;
das ist a. (sehr, überaus) schwierig; eine a. wichtige
Sache; das freut mich a.
—
2. /^ordentlich/ über
die normale, gewöhnliche Festlegung hinausgehend:
außerordentliche Vollmachten haben; -parlamen
tarisch /Adj./:' außerparlamentarischer Kampf
(demokratische Aktionen der M assen in bürgerl.
Staaten gegen die Verletzung von Grundrechten und
gegen reaktionäre Maßnahmen der Regierung);
- p lanmäßig /Adj./ außerhalb des Plans (1), über
den Plan h inau s: außerplanmäßige Ausgaben
äußerst /Adj.; Superl.; nicht präd.; /* auch äußer,
Äußere/ 1. /nur attr./ von einem bestimmten Bezugs
punkt am weitesten entfernt: am äußersten Ende
der Stadt; im äußersten Norden (in dem am weite
sten nördlich gelegenen Teil) des Landes — 2.1.
/nur attr./ mit äußerster (größter) Vorsicht; äußer
ste Anstrengungen unternehmen; in äußerster
(höchster) Gefahr sein 2.2 . /adv./ in höchstem Grad,
überaus: er ist ä. streng; das ist ä. wichtig; ein
ä. schwieriger Fall; aufs, auf das äußerste er
schrocken sein — 3 . /nur attr./ *der äußerste (letzt
mögliche) Termin; jmdm. das Äußerste (die hoch-
120
außerstande — ausspinnen
sten Leistungen) abverlangen — 4 . /nur attr./ im
äußersten (schlimm sten) Fall muß ich abreisen;
auf das Äußerste (das Schlim m ste) gefaßt sein
außerstande, außerstande /Adv.; in Verbindung mit
bestimmten Verben/: ich bin a., du siehst mich a.
(ich habe nicht die Fähigkeit, Möglichkeit), dies zu
tun; er fühlte sich, erklärte sich a., ihr zu helfen
Äußerung, die;
-en 1. das in bezug auf etw.,
jmd n . G eäußerte: eine beleidigende, unbesonnene
Ä .; eine Ä. fallenlassen; sich jeder Ä. enthalten —
2. jmit folgendem Gern./ Ausdruck (4) von etw. : diese
Handlung ist eine Ä. ihrer Dankbarkeit
aus/Ausl -setzen /Vb.; hat/ 1.1. ein neugeborenes
Kind a. (an einen fremden Ort legen und dort seinem
Schicksal überlassen) 1.2. ein Boot a. (von Bord
aus ins Wasser setzen) 1.8. ein in Gefangenschaft
aufgezogenes Tier in die freie Natur, in ein Ge
wässer bringen und dort sich selbst überlassen:
Fasanen, Edelfische a.
—
2. sich, jmdn., etw. einer
meist unangenehmen, schädlichen Sache a. sich ,
jmdn., etw. in eine solche Lage bringen, daß eine meist
unangenehme, schädliche Sache sich gegen, auf
jmdn., etw. richten kann: sich, jmdn. einer Gefahr,
dem Spott, einem Verdacht a.; seinen Körper der
Sonne a .; Verfolgungen, neugierigen Blicken aus
gesetzt sein — 8. für die Ermittlung des Täters
eine Belohnung von 5000 Mark a. (festsetzen 1) —
4.1. plötzlich (vorübergehend) Stillstehen und nicht
mehr funktionieren: die Maschine, der Motor setzte
plötzlich aus; der Atem, das Herz setzte aus; die
Musik hat ausgesetzt (hat plötzlich aufgehört) 4.2.
eine Kur, einen Streik a. (unterbrechen 1.1);
er mußte wegen eines Unfalls ein paar W ochen
aussetzen (seine Tätigkeit unterbrechen) 4.3 . Jur.
die Verhandlung a. (aufschieben)' , eine Strafe zur
Bewährung a. (in Bewährung umwandeln) — 5*
jim Inf. mit zu in Verbindung mit bestimmten
Verben I er hat, findet immer etwas (an ihr, an
ihrer Kleidung) auszusetzen (zu beanstanden, zu
kritisieren); es ist nichts, gibt wenig daran aus
zusetzen; -sicht, die 1. \vorw. Sg .j 1.1. M öglich -
keit, von einem Standort her ungehindert ins Freie,
W eite zu blickenx jmdm. die A. verbauen, ver
sperren; von dort aus hat man eine herrliche A.
aufs Meer 1.2. der beim Blicken ins Freie, Weite
von einem Standort her gewonnene optische Ein
druck von der Gegend: die schöne A. genießen —
2.1. Möglichkeit der Realisierung bestimmter Erwar
tungen, die die Zukunft betreffen, Perspektive: glän
zende, gute, schlechte, geringe Aussichten haben;
eine erfreuliche A .; es ist keine A. vorhanden, das
zu erreichen; es besteht A. auf Genesung; etw.
hat A. auf Erfolg 2.2. etw. in A. haben m it etw.
(Positivem) rechnen können: eine (neue) Wohnung
in A. haben; etw. für jmdn., jmdn. für etw. in A.
nehmen (etw. für jmdn., jmdn. für etw. vorsehen);
etw. ist, steht in A. mit etw. (Positivem) ist zu
rechnen: eine gute Ernte ist, steht in A.; jmdm.
etw. in A. stellen jmdm. etw. (Positives) ankündigen,
versprechen: jmdm. eine Gehaltserhöhung in A.
stellen
aussichts/AussichtsI -los fAdj.f ohne Aussicht auf
Erfolg, hoffnungslos: aussichtslose Versuche unter
nehmen; eine aussichtslose Lage; dazu -losigkeit,
die; -, fo. Pl.f; -pimkt, der /PI.
- e/ hochgelegene
Stelle mit guter Aussicht; -reich /Adj.f mit Aussicht
a u f E rfolg : ein aussichtsreicher Bewerber; -türm,
der Turm, den man besteigt, um eine gute Aussicht
zu haben
aus/Ausl -sieben fV b.f 1. etw. durch 1Sieben (1)
aussondern: Steine (aus dem Sand) a.
—
2. jmdn.
sorgfältig auswählen: aus den Bewerbern wurde
der geeignetste ausgesiebt; -sinnen fV b .j geh. etw.
a. sich etw. ausdenken: einen Plan, eine List a.;
etw. klug a.;
- söhnen /sw. Vb.; hat/ jmdn., sich
mit jmdm. versöhnen: er hat sich mit seinen Eltern
ausgesöhnt; es war ihm gelungen, die beiden
Freunde wieder (miteinander) auszu söhnen; O er
hat sich mit seinem Schicksal ausgesöhnt (lehnt
es nicht mehr ab, weil er eine positivere Einstellung
dazu gewonnen hat); dazu -söhnung, die;
-en
\vorw. Sg .j; -sondern jVb.f etw., auch jmdn. aus
einer Menge als untauglich, unerwünscht, auch als
tauglich, erwünscht herausnehmen: die schlechten
Kartoffeln a.; Buntmetall aus dem Schrott a .;
die für eine Aufgabe ungeeigneten Bewerber a .;
- s orgen jVb.j oft spött. ausgesorgt haben: mit
dieser Erbschaft hat er ausgesorgt (kan n er in
Zukunft ein materiell recht gut gesichertes Leben
führen); -sortieren /Vb./ etw. durch Sortieren als
untauglich, unerwünscht, als tauglich, erwünscht
aussondern: die alten Kleider, die schlechten Äpfel
a.; die gewünschten Bücher a.;
- spähen /Vb./ nach
jmdm. , etw. spähend ausschauen; -spannen /Vb./
1. etw. ausbreiten und spannen: ein Netz a.
—
2. ein Pferd a. (von einem Wagen losmachen) —
3. umg. 3.1. jmdm. etw. a. von jmdm. (gegen
dessen anfänglichen Widerstand) etw. erhalten, ge
borgt bekommen: ich habe meiner Mutter (für heute
abend) die Handtasche ausgespannt 8.2 . jmdm.
jmdn. abspenstig machen: er hat ihm seine Freundin
ausgespannt — 4. für einige Zeit mit der Arbeit
aufhören, um sich auszuruhen: ich muß endlich
einmal (ein paar Tage) a.;
-sparen fVb.f 1. einen
Teil eines Raumes, einer Fläche für etw. frei lassen:
im Text wurde der Platz für eine Reproduktion
ausgespart — 2. etw. absichtlich (für später) bei
seitelassen: dieses Thema ist bewußt ausgespart
worden; -speien /Vb.j geh. 1.1. vor jmdm. voller
Verachtung a. (ausspucken 1.1) 1.2. etw. aus
spucken (1.2): Kirschkerne a.;
-sperren /Vb./ 1.
jmdn. durch Verschließen der Tür am Eintritt
hindern, jmdn. ausschließen: sie hat ihn einfach
ausgesperrt — 2 . kapitalistische Unternehmer
sperren Arbeiter aus (schließen sie, bes. bei einem
Streik, zeitweilig aus dem Betrieb unter Zurück
haltung des Arbeitslohnes aus, um sie zu zwingen,
auf den weiteren Kampf zur Durchsetzung od. zum
Schutz ihrer Klasseninteressen zu verzichten); zu 2
-Sperrung, die: die Unternehmer drohten den
Arbeitern mit A .;
- spielen /Vb./ 1. Kartenspiel
die erste Karte hinlegen (und damit das Spiel be
ginnen): wer spielt aus?; etw. a .: Trumpf, das
As a.
—
2. Ballspiele den gegnerischen Spieler
nicht an den Ball lassen: der Mittelstürmer spielte
den gegnerischen Abwehrspieler nach allen Regeln
der Kunst aus — 3. jmdn. gegen jmdn. a. sich
(zu eigenem Vorteil) jmdn. als Gegner gegen einen
anderen nutzbar machen: er wollte sie gegen seinen
Lehrer a .; er versuchte, die beiden Brüder gegen
einander auszuspielen — 4 . ausgespielt haben
nichts mehr gelten, keine Bedeutung, keinen Einfluß
mehr h ab en : dieser Geschäftsmann hatte aus
gespielt; + einen / Trumpf a.;
- spinnen /Vb.j
ausspionieren — Aussteller
121
etw. in Gedanken, Worten weiterführen, fortsetzen:
einen Gedanken (weiter) a.; eine Episode breit
a. {ausmalen 2.1); -spionieren fVb.j etw.,
jmdn.
durch heimliches Nachforschen, durch Spionage zu
entdecken suchen: jmds. Versteck a.;
- spräche, die
1. jo. Pl.j 1.1. Art und Weise, wie etw. richtig aus
gesprochen werden soll: in diesem Wörterbuch ist
die A. in Lautschrift angegeben; die A. dieses
Fremdwortes 1.2. Art und Weise, wie jmd. etw.
a u ss p rich t: eine gute, schlechte, deutliche, korrekte
A. haben; an seiner A. erkennt man, aus welcher
Gegend er kommt — 2. Gespräch, das dazu dienen
soll, etw. zu klären: eine freimütige, öffentliche A .;
eine lebhafte A. über aktuelle, kulturelle Probleme
führen; eine offene A. wünschen, herbeiführen,
mit jmdm. haben; + umg. verhüll, scherzh.
eine feuchte A. haben (beim Sprechen unbeabsichtigt
etwas spucken)',
- sprechen fVb.; / auch aus
gesprochen/ 1. etw. in Sprachlauten wiedergeben:
ein W ort richtig, falsch, deutlich, laut a.; dieses
W ort spricht sich schwer aus, läßt sich schwer a.
(läßt sich schwer in Sprachlauten wiedergeben) —
2.1 . etw. äußern (1.1): er sprach offen aus, was
jeder dachte; seine Meinung, einen Gedanken,
Wunsch a .; jmdm. seinen Dank, sein Beileid a.;
eine Vermutung a. 2.2 . sich in bestimmter W eise
mündlich, auch schriftlich über jmdn., etw. äußern:
sich anerkennend, tadelnd über jmdn.,
jmds.
Leistung a. 2.3 . sich für, gegen jmdn.,
etw. a.
für, gegen jmdn.,
etw. .Stellung nehmen: sich für
einen Bewerber, entschieden gegen ein Projekt a.
—
8. sich a. 3.1. sich (bei jmdm.) a. jmdm. alles,
was einen bewegt (3, 4), sagen: es tat ihr wohl,
sich einmal (bei ihrer Mutter) offen (über alles)
a. zu können 3.2. sich (mit jmdm.) a. mit jmdm.
reden, um Unstimmigkeiten, Meinungsverschieden
heiten zu beseitigen: wir müssen uns einmal in
Ruhe a.; ich habe mich mit ihm ausgesprochen —
4. (etw.) zu' Ende sprechen: laß ihn doch a.!; kaum
war der Satz ausgesprochen,' s o . . . ;
- S pruch, der
kürzere (bedeutsame) Meinungsäußerung, bes. einer
bekannten Persönlichkeit: das ist ein A. von Goethe;
- spucken /Vb./ 1.1. Speichel, Schleim mit Druck
aus dem Mund nach draußen gelangen lassen: er
nahm die Pfeife aus dem Mund und spuckte aus;
vor jmdm. a. /als Zeichen der Verachtung, des Ab
scheusI: er spuckte vor ihm aus 1.2. etw. (zusammen
mit Speichel, Schleim) mit Drucke aus dem Mund
nach draußen gelangen lassen: Kirschkerne, den
Kaugummi a.; Blut a. 1.3. umg. etw. ausbrechen,
erbrechen: der Säugling hat die Nahrung wieder
ausgespuckt; -spülen jVb.f 1.1. etw. durch Spülen
(1.1) aus etw. entfernen: den Schmutz (aus der
Flasche) a. 1.2. etw. (innen) durch Spülen (1.1)
säubern: die Gläser a.; sich den Mund (mit Mund
wasser) a . ;
- staffieren /sw. Vb.; hat/ umg. 1. sich,
jmdn. mit allem Nötigen, bes. Kleidung, versehen:
sich, jmdn. vollständig neu a.
—
2. spött. sich,
jmdn. herausputzen: sie hatte ihre Tochter sonn
täglich ausstaffiert; -stand, der jvorw. Sg .j Streik:
die Arbeiter des gesamten Konzerns befinden sich
im A. , stehen im A. (streiken 1); die Metallarbeiter
traten in den A.;
-stanzen fVb.f etw. mit einer
Stanze (1.1) herstellen: Blechteile, ein Schild,
Löcher a.;
- statten, stattete aus, hat ausgestattet
jmdn., etw. (mit etw.) a. 1.1. jmdn., etw. mit etw.
versehen: jmdn. mit Empfehlungen, Vollmachten,
Rechten a. 1.2. einen Raum mit einer Einrichtung,
mit funktionalem Zubehör versehen: ein Zimmer
(mit Möbeln) a. (einrichten 4); die Wohnung ist
geschmackvoll, mit alten Möbeln ausgestattet 1.3.
einer Sache, bes. einem Buch, (mit etw.) eine be
stimmte Gestaltung geben: ein Buch mit Illustratio
nen a .; ein künstlerisch, reich ausgestattetes B u ch ;
- stattung, die; -,
-en 1. fvorw. Sg .; zu -statten/ das
Ausstatten; zu 1.2: dieser Betrieb übernahm die
A. der Räume — 2.1. das, was als Einrichtung,
als funktionales Zubehör in einem Raum vorhanden,
für etw.,
jmdn. nötig ist: die (elegante) A. eines
Zimmers; alles, was zur A. eines Krankenhauses
gehört 2.2 . fvorw. Sg./ bestimmte Gestaltung, bes.
eines Buches: der Verlag legte das Buch in ge
diegener A. vor 2.3. Theater Bühnenbild und
Kostüme einer Aufführung
Ausstattung^! -film , der vgl.
- stück; -leiter, der
Theater für die Ausstattung verantwortlicher
Leiter; -stück, das fPl.
- ef Theater Bühnenstück
mit aufwendiger Ausstattung
aus/Ausl -stauben fVb.f etw. durch Ausschütteln
von Staub säubern: das Staubtuch a.;
- stechen
jVb.; hat/ 1.1. etw. mit einem spitzen Gerät, einem
Spaten aus der Erde herausholen: Rasen, Torf a.
1.2 . Plätzchen (aus dem Teig) a. (mit einer scharfen
Form, die die Umrisse einer Figur darstellt, aus
dem ausgerollten Teig herauslösen) — 2. jmdn. ein
deutig übertreffen (und ihn dadurch verdrängen):
sie lernte zusätzlich ein Gedicht, um alle anderen
Schüler auszustechen; einen Konkurrenten a .; es
gelang ihm, ihn bei seiner Freundin auszustechen;
- stehen fVb.f 1. etw. ertragen, aushalten: Schmerzen,
Qualen a. (müssen); er hat viel Angst um sie aus
gestanden; das ist nun alles ausgestanden (endlich
vorbei, durchgestanden); umg. dort hast du nichts
auszustehen (dort geht es dir gut) — 2. jmdn., etw.
nicht a. können (absolut nicht leiden können) — 3 .
etw. steht (noch) aus etw. ist noch zu erwarten, ist
noch nicht eingetroffen: seine Antwort, eine Wür
digung dieses Buches steht noch aus; ausstehende
(noch nicht beglichene) Forderungen haben; + etw.
auf, für den / Tod nicht a. können; -steigen fVb.f
1.1. aus einem Fahrzeug steigen, ein Fahrzeug ver
lassen: aus dem Auto a.; die Straßenbahn, der
Zug hielt, und ich stieg aus; Endstation, alles a .!
1.2. Fliegerspr. bei Gefahr aus dem Flugzeug mit
dem Fallschirm springen — 2.1. umg. sich an einem
Vorhaben nicht mehr beteiligen: er wollte (aus dem
Projekt) a.; aus einem Geschäft a. 2.2. Sport er
mußte (aus dem Rennen) a. (das Rennen vorzeitig
beenden); -steinen Jsw. Vb.; hat/: Kirschen, Pflau
men a. (den Stein aus ihnen entfernen); -stellen
/Vb.; / auch ausgestellt/ 1. etw. (zum Kauf An
gebotenes) zur Ansicht in ein Schaufenster o. ä.
stellen, legen, hängen, in einer Ausstellung zeigen:
Waren a.; die neuesten Modelle sind (im Schau
fenster) ausgestellt; auf der Messe stellen viele
Länder (ihre Erzeugnisse) aus; Gemälde a.
—
2.
(in amtlicher Funktion) ein Schriftstück herstellen:
einen Paß, ein Attest, eine Rechnung, Vollmacht
a.; der Arzt stellte den Totenschein aus; jmd.
stellt jmdm. ein gutes, schlechtes Zeugnis aus
(beurteilt jmdn. gut, schlecht) — 3. umg. etw. aus
schalten (i.l): das Radio a.;
-f- sich mit. etw. ein
/ Armutszeugnis a.;
-steiler, der; -s, - jmd., Be
trieb, der auf einer Ausstellung wirtschaftliche Er-
122
Ausstellung — Auster
Zeugnisse ausstellt; -Stellung, die 1. /o. P L ; zu
-stellen 1, 2/ das Ausstellen; zu 1 : die A. von
Waren; zu 2 : die A. eines Passes, Duplikats — 2.
Veranstaltung, bei der in einem Gebäude od. im
Freien {zum K auf angebotene) wirtschaftliche od.
künstlerische Erzeugnisse zur Schau gestellt werden:
eine A. eröffnen, besuchen, besichtigen; in eine
A. gehen; eine landwirtschaftliche A ,; eine A. von
Industrieerzeugnissen; eine A. antiker Kunst
Ausstellungs| -datum, das Datum des Ausstellens
(2): das A. eines Passes; -fläche, die für eine A u s
stellung benötigte Fläch e: die A. erweitern; -gelände,
das vgl.
- f läche; -halle, die für eine Ausstellung
verwendete Halle; -katalog, der Katalog der auf
einer Ausstellung (2) gezeigten künstlerischen od.
wirtschaftlichen Erzeugnisse; -ort, der jPl.
- e/ vgl.
- datum; -stand, der Stand, in dem etw. ausgestellt
w ird; -stück, das Gegenstand, der ausgestellt wird
aus/Ausl -stemmen fVb.j etw. mit einem Stemm
eisen herstellen: ein Loch a.;
- sterben / Vb.; / auch
ausgestorben; von einer Gruppe/ ohne Nachkommen
bleiben od. vernichtet werden und dadurch aufhören
zu existieren : eine vom Aussterben bedrohte Pflan
zen- , Tierart; dieses Geschlecht, diese Familie ist
ausgestorben; -Steuer, die jo. PL/ von den Eltern
für die zukünftige Heirat der Tochter bereitgestellter,
bes. aus Tisch- und Bettwäsche bestehender Hausrat;
- stieg, der; -(e)s, -e 1./o. Pl.j das Aussteigen (1.1):
dieses Kleinauto gewährleistet einen bequemen
Ein- und A. durch die Fronttür — 2. Stelle zum
Aussteigen (1.1): der A. beim Bus befindet sich
vorn, hinten; -stopfen IVb./ 1,1, etw. (mit etw.)
a. etw. in etw. stopfen und es damit füllen: ein
Kissen (mit Federn) a .; nasse Schuhe mit Zeitungs
papier a. 1.2, ein Tier a. den Balg eines Tieres
füllen und die natürliche Form des Tieres hersteilen:
einen Fuchs a.; ein ausgestopfter Adler; -stoß, der
jvorw. Sg .j Ergebnis der Produktion eines Betriebes,
einer Maschine in einem bestimmten Zeitraum,
Produktionsausstoß: der A. von, an Motorrädern;
die Maschine hat einen A. von 60000 Stück pro
Tag; -stoßen /Vb.; hat/ 1. die Luft durch die Nase
a.,
den Atem a. {mit Druck stoßartig von sich
geben) — 2. etw. hervorstoßen (2): einen Schrei,
Seufzer, Schimpfworte a.
—
8. in einem bestimmten
Zeitraum einen bestimmten Ausstoß haben: der neue
Schmelzofen wird täglich eine Tonne Stahl a.
—
4. jmdn. aus einer Gemeinschaft a. (mit Schimpf
aus einer Gemeinschaft avisschließen); -strahlen
/Vb.; hat, ist/ 1,1. etw. bes. in Form■von Teilchen,
Wellen nach allen Seiten gleichmäßig aussenden
(hat): der Ofen strahlt Wärme aus; die Lampe
strahlt ein mildes Licht aus; diese Stoffe strahlen
Teilchen, Wellen aus; O sein Gesicht strahlt Zu
friedenheit aus; er strahlt Ruhe aus 1.2 . sich von
einer Stelle nach allen Seiten gleichmäßig verbreiten
(ist, hat): von dem Ofen strahlt Wärme aus;
O von ihm strahlt Ruhe aus; die Kreuzschmerzen
strahlen bis in die Schultern aus (reichen bis in die
Schultern) — 2. Rundf. Fernsehen etw. senden
(2) (hat): das Hörspiel wird am Montag über
Mittelwelle ausgestrahlt; der Film wird im ersten
Programm ausgestrahlt; -Strahlung, die jvorw.
Sg.j 1. Rundf. Fernsehen das Ausstrahlen (2):
die A. des Programms über Mittelwelle — 2. von
diesem Schauspieler geht eine starke A. ( Wirkung)
aus; -strecken /Vb./ 1 .1 . ein Körperglied in ganzer
Länge von sich strecken: die Beine unter dem Tisch
a .; mit ausgestrecktem Zeigefinger auf etw. weisen;
die Arme nach jmdm. a .; er ergriff ihre aus
gestreckte (zum Gruß gereichte) Hand 1.2. sich der
Länge nach hinlegen: sich auf dem Sofa, im Gras a.;
auf dem Rücken ausgestreckt daliegen 1.8 . sich in
die Höhe strecken: er mußte sich a., um den Ast
zu erreichen; + die, seine Fühler a .; -streichen
/Vb.; hat/ 1. etw. durchstreichen (1): einen Satz,
ein W ort, eine falsche Zahl a.
—
2. etw. innen ganz
mit etw. bestreichen: eine Backform (mit Butter)
a.;
- streuen /Vb./ 1. etw. durch Streuen (1.1) (auf
dem Boden) ausbreiten: für die Hühner Futter a.
—
2. ein Gerücht, Lügen a. (gezielt hier und dort
erzählen); er ließ a., daß ...;
- strömen /Vb.; ist,
hat/1.1. /von Flüssigkeiten, Gasen/ aus etw. strömen
(ist): Gas strömt (aus der Leitung) aus; Wasser
strömt aus; die Luft ist durch das Ventil aus
geströmt;
von ihm strömt Ruhe aus (er strahlt
Ruhe aus) 1.2. etw., bes. einen Geruch, nach allen
Seiten gleichmäßig von sich geben, verbreiten (hat):
die Blumen strömen einen wunderbaren Duft aus;
O er strömt Ruhe aus (strahlt Ruhe aus); das
Zimmer strömt Behaglichkeit aus; -suchen /Vb.;
/ auch ausgesucht/ etw., jmdn. a. sich unter einer
Menge von Sachen, Personen für etw., jmdn. als
optimal für den eigenen Bedarf entscheiden: ein
Kleid, Geschenke, eine passende Tapete a.; jmdm.,
sich ein Buch, das Beste a.; jmdn. für eine Arbeit
a.;
-sülzen, sich /Vb./ berl. salopp viel und um
ständlich, lange reden: der sülzt sich wieder aus!;
- tapezieren /Vb./ einen Raum vollständig tapezieren;
- tausch, der 1.1. /o. Pl.f Pol. ök. Wirtsch. der
A. (der in der Warenproduktion über das Geld ver
mittelte Wechsel des Eigentümers, Kauf und Ver
kauf) von Waren 1.2. \vorw. Sg./ das Austauschen
(1.2): der A. von Büchern; etw. im A. (gegen etw.
anderes) erhalten; der A. von Studenten 1.8.
/vorw. Sg./ das Austauschen (2.1): der A. von
Meinungen, Gedanken; -tauschbar /Adj.; nicht
adv./ so beschaffen, daß es ausgetauscht (1.3) werden
kann: austauschbare Teile; -tauschen jV b.j 1.1.
Pol. Ök. W irtsch. Waren a. (sich wechselseitig,
bes. im internationalen Handel, Waren im Aus
tausch zuführen) 1.2 .1 . Sachen a. sich wechselseitig
Sachen meist gleicher A rt, gleichen Wertes geben,
zukommen lassen: Bücher, Dokumente a.; Adressen
miteinander a. 1.2.2 . Personen a. Personen wechsel
seitig von einem Land in das andere schicken:
Studenten, Kriegsgefangene a .; die beiden Staaten
tauschten Botschafter aus 1.3 . etw.,
jmdn. aus
wechseln: den Motor a.; einen verletzten Spieler
gegen einen anderen a.
—
2.1. etw. einander mit-
teilen (1): Gedanken, Meinungen a.; seine Erleb
nisse mit jmdm. a. 2 .2 . sich (über etw., jmdn.) a.
über etw., jmdn. miteinander sprechen: sie tauschten
sich über dieses Buch, ihre Erlebnisse aus; -teilen
/Vb./ etw. (einer, an eine Anzahl Personen) a. von
einer bestimmten M enge nash vorliegenden Gesichts
punkten einzelnen Personen jeweils einen Teil, ein
ihnen zustehendes Stück geben: der Lehrer teilt
(den Schülern) die Hefte aus, teilt die Hefte an
die Schüler aus; unter die von der Katastrophe
Betroffenen Lebensmittel a.; die Post a. (den ein
zelnen Adressaten geben); O Ohrfeigen a. (mehreren
Personen eine Ohrfeige gehen)
Auster, die; -,
- n gesellig im Meer lebende Muschel,
Austernbank — auswandern
123
die sich mit ihrer Schale auf dem Meeresgrund fest
setzt und deren Fleisch als Delikatesse gilt
Austern|bank, die /PI.
- bänke/ Anhäufung von
Austern auf dem Meeresgrund
aus/Ausl -tilgen fVb.f etw. Schädliches ausrotten:
Ungeziefer, Unkraut a.;
- toben /Vb.; hat/ 1. sieh
a. 1*1. vehement toben (2): draußen tobt sich ein
Unwetter aus 1.2. seine überschüssige Kraft un
gezügelt verausgaben: sich beim Tanzen a.
—
2.
aufhören zu toben (2): wir warteten, bis (sich) der
Sturm ausgetobt hatte; -tragen /Vb,/ 1. etw. den
zuständigen Empfängern bringen: Zeitungen, Post
a.
—
2. ein Kind a. {eine Schwangerschaft nicht ab
brechen, das Kind bis zur Geburt im Mutterleib
tragen); sie konnte das Kind nicht a.
—
8.1 . einen
Streit a. einen Streit mit jmdm., miteinander haben
und ihn zur abschließenden Klärung bringen: einen
Konflikt (vor Gericht), Differenzen, Meinungs
verschiedenheiten a. 3 .2 . die Meisterschaften wur
den in N ausgetragen (durchgeführt 3) — 4 . etw,
als Eintragung löschen, tilgen: Zahlen a.; sich aus
dem Hausbuch a. (beim Wohnungswechsel seinen
Namen im Hausbuch streichen lassen); -tragung,
die; -,
- en /vorw, Sg ,; zu -tragen 3/; zu 3.1: die
(friedliche) A. einer Angelegenheit, von Differen
zen; etw. kommt, gelangt zur A. (wird ausgetragen);
zu 3.2: die A. der Wettkämpfe wurde verschoben;
- tragungsort, der /PI,
-e/ Ort, in dem ein Wett
kampf ausgetragen wird; -treiben /Vb.; hat/ 1. das
Vieh a. (auf die Weide treiben) — 2. umg. jmdm.
etw. a. jmdn. rigoros dazu bringen, eine (schlechte)
Gewohnheit, Eigenschaft abzulegen: jmdm. das
Lügen, die Unpünktlichkeit, den Eigensinn a.
—
3. die Bäume, Pflanzen beginnen auszutreiben
{Triebe, Blätter zu bekommen); -f- den / Teufel
mit Beelzebub a.;
- treten / Vb.; / auFh aus
getreten/ 1. etw. Glühendes, Brennendes durch
kräftiges Treten auslöschen (1) (hat): Feuer, die
Glut, ein brennendes Streichholz a.
—
2. (ist)
jbes. von Flüssigkeiten, Gasen/ hier tritt Erdöl aus
{strömt Erdöl aus); die Explosion wurde durch
austretendes Gas verursacht — 8 . aus einer Orga
nisation, Vereinigung a. auf eigenen Wunsch auf-
hören, Mitglied einer Organisation, Vereinigung zu
s ein (ist): aus einer Partei, dem Sportklub a.; er
ist erst vor kurzem (aus der Kirche) ausgetreten
—
4. /nur im Inf,/ vorw. Schülerspr. einen
{Schul)raum verlassen, um seine Notdurft auf der
Toilette zu verrichten: ich muß (mal) a.; darf ich
mal a.?; -tricksen /sw. Vb.; hat/ um g.: jmdn. a.
(durch geschicktes, listiges Vorgehen erreichen, daß
jmd, nicht zum Zuge kommt, jmd. das Nachsehen
hat); -trinken /Vb./ 1.1 . etw. trinken, bis das Gefäß
leer ist: den Tee a.; darf ich zugießen, oder möch
test du (den Kaffee) erst a.?; wenn der Wein aus
getrunken ist, hole ich eine neue Flasche 1.2. ein
Gefäß durch Trinken leer machen: ein Glas, eine
Flasche a .;
- tritt, der 1.1. /zu -treten 3/: seinen A.
(aus einer Organisation) erklären 1.2. /o. P L ; zu
- treten 2/: den A. von Gas bemerken; -trocknen
fVb.j 1.1. etw. völlig trocken werden lassen (hat):
die Sonne hat den Boden, das Holz ausgetrocknet
1.2. völlig trocken werden (ist): das Brot, die Haut
ist ausgetrocknet; meine Kehle ist wie ausgetrock
net; -tüfteln /Vb./ umg. ehe. (Schwieriges) (in
allen Einzelheiten) ausdenken: (sich) einen Plan,
eine Verbesserung am Auto a.;
- ü ben jVb.j 1. eine
Tätigkeit regelmäßig od. längere Zeit (iberufsmäßig)
ausführen: ein Gewerbe, Handwerk a.; er konnte
seinen Beruf infolge eines Unfalls nicht mehr a.
—
2. die Macht, die Herrschaft a. (innehaben und
anwenden, Gebrauch davon machen); sein Wahl
recht a. (Gebrauch davon machen); Druck, Zwang
auf jmdn. a. (gegen jmdn. anwenden) — 3. eine
bestimmte Wirkung (auf jmdn., etw.) a. eine be
stimmte Wirkung bei jmdm., etw. hervorrufen: jmd.
übt einen guten, schlechten Einfluß (auf jmdn.)
aus; das Buch hat eine starke Wirkung auf mich
ausgeübt; das Bild übt einen eigenen Reiz aus;
dazu -Übung, die /vorw. Sg ./; -ufern /sw. V b.; ist/:
der Strom ufert aus (tritt über die Ufer); <> die
Diskussion uferte aus (ging über das zu erwartende,
übliche M aß hinaus); -verkauf, der umg. /vorw.
BRD/ Sommer-,
WinterSchlußverkauf; -verkauft
/Adj.; nicht adv./ 1.1. /nicht attr./ restlos verkauft:
die Eintrittskarten sind a. 1.2. das Kino, die Vor
stellung ist a. (die Eintrittskarten dafür sind restlos
v erk a uft); die Schauspieler spielten vor ausverkauf
tem (voll besetztem) Haus; -verschämt /Adj./
norddt. ostmdt. dreist in seiner Forderung: sei
nicht so a .!; ausverschämte (zu höhe) Preise;
- wachsen /st. V b.; hat, ist; / auch ausgewachsen/
1. (hat) dieser Mangel wächst sich zu einer großen
Gefahr aus (entwickelt sich zu einer großen Gefahr)
—
2. (ist) Landw. das Getreide wächst aus (keimt
durch die feuchtwarme Witterung auf dem Halm);
+ umg. das ist ja zum Auswachsen (zum Ver
zweifeln)'.;
- wähl, die 1. /o. PI./ das Auswählen
(1.1) : die A. der passenden Möbel war nicht leicht;
eine strenge A. treffen; Radioapparate verschiede
ner Größen standen zur A.
—
2. /vorw. Sg./
Warenangebot, Sortiment, das die Möglichkeit des
Auswählens bietet: das Warenhaus hat eine große
A. an, von Stoffen, hat Stoffe in reicher A.
—
3.1. /vorw. Sg .j Zusammenstellung ausgewählter
(1.1) Dinge, bes. literarischer Werke in Buchform:
eine A. von Goethes Gedichten, aus den Werken
Lessings; eine A. von Beispielen geben 3.2 . Sp ort
Mannschaft, die sich aus den besten Spielern eines
Bezirks, Landes, einer bestimmten Gruppe zusam
mensetzt: es siegte die schwedische A .; in der A.
spielen; -wählen /Vb./ 1.1. etw., jmdn. a. eine
bestimmte Menge von Sachen, Personen prüfen und
sich für eine Sache, Person, die tauglich, erwünscht
ist, entscheiden: Geschenke für jmdn., Bücher a.;
die kürzeste Zugverbindung a.; sich das Beste a.;
unter mehreren Bewerbern einen a. 1.2. etw. , bes.
literarische Werke, für eine Publikation, durch 1.1
zu sam m en stellen : sorgfältig ausgewählte Beispiele;
Gedichte für eine Sammlung a .; ausgewählte
(durch 1.1 zusammengestellte, in Buchform er
schienene) Werke
Auswahl Sport| -mannschaft, die Auswahl (3.2);
- Spieler, der einer Auswahl (3.2) angehörender
Spieler
aus/Ausl -walken /Vb./ österr.: Teig a. (aus-
rollen); -walzen /Vb./ 1. Metall in die Länge,
Breite walzen: Stahl a.; Aluminium zu Folien a.
—
2. umg. ein Thema a. (ein Thema allzu breit
behandeln); -Wanderer, der jmd., der auswandert,
ausgewandert ist; -wandern /Vb./ seinen Heimat
staat verlassen, um sich in einem fremden Land für
dauernd niederzulassen (und die Staatsbürgerschaft
dieses Landes zu erwerben): nach Übersee, Austra-
124
auswärtig — auswetzen
lien, aus der Heimat a.; ausgewanderte Schweden;
dazu -Wanderung, die jvorw. Sg./; -wärtig /Adj.;
nur attr./ 1.1 . an einem anderen Ort befindlich:
ein auswärtiger Betrieb 1.2. von einem anderen
Ort kommend, stammend: auswärtigen Besuch, aus
wärtige Gäste haben — 2 . das Ministerium, der
Minister für Auswärtige (die Beziehungen zum
Ausland, das Ausland betreffende) Angelegenheiten;
jBRDj Auswärtiges Amt (Außenministerium der
BRD); -wärts /Adv./ 1.1. nicht zu Hause: a. essen,
schlafen 1.2. außerhalb des (Wohn)ortes, nicht am
Ort: a. arbeiten; viele Besucher kommen von a.
(von einem anderen Ort) 1.8. Sport a. (auf dem
Platz des Gegners) spielen, antreten müssen — 2 .
nach außen gerichtet: ein (nach) a. gewendetes
Futter
Auswärts Sport| -sieg, der auswärts errungener
Sieg; -spiel, das auswärts stattfindendes Spiel
aus/Ausl -waschen /Vb./ 1 .1 . einen Fleck (aus
einem Kleid) a. (durch Waschen entfernen) 1.2 . ein
Wäschestück, ein Paar Strümpfe a. (w aschen 1.1)
1.8. etw. mit einer Flüssigkeit säubern: Gläser a.;
einen Pinsel a.;
- wechselbar /Adj.; nicht adv.)
so beschaffen, daß es ausgewechselt iverden kann:
ein auswechselbares Objektiv; -wechseln jV b .;
hat; / auch ausgewechselt/ etw. , jmdn. (gegen
etw. ,
jmdn.) a. etw.,
jmdn. an die Stelle einer
anderen (ungeeigneten od. unbrauchbar gewordenen)
Sache, einer anderen (ungeeigneten) Person (der
selben Art) setzen: das Objektiv eines Foto
apparates a .; ein Bild (im Bahmen) a .; eine durch
gebrannte Sicherung a .; eine alte Zündkerze gegen
eine neue a.; der Torwart mußte ausgewechselt
werden; dazu -wechs(e)lung, die; -,
- en; -weg, der
Hilfe, rettende Lösung in einer schwierigen Situation:
einen A. (aus dem Dilemma) suchen; das ist ein
guter, kein A . ; ich sehe keinen anderen A- , als
das zu tun; keinen A. wissen; -weglos fAdj.f ohne
Ausw eg: sich in einer ausweglosen Lage befinden;
die Situation scheint a.; dazu -Weglosigkeit, die;
- , fo. PL/: die völlige A. seiner Lage; ein Gefühl
der A. haben; -weichen /st. Vb.f 1.1. jmdm., einer
Sache a. gehend, fahrend die ursprüngliche Richtung
verlassen, um mit jmdm., etw. nicht zusammenzu
stoßen, zusammenzutreffen (und um Platz zu
imachen): der Fahrer ist (dem Fußgänger, Auto)
geschickt ausgewichen; einer Menschenmenge,
einem Hindernis a. 1 .2 . einem Hieb, Schlag, An
griff a. (zur Seite gehen, sich zur Seite beugen, um
einem Hieb, Schlag, A ngriff zu entgehen) 1.8.
jmdm., einer Sache a. versuchen, sich von jmdm.,
dem man nicht begegnen möchte, von einer (unan
genehmen) Sache fernzuhalten, jmdn., etw. m eiden:
er weicht ihr seit Wochen aus; einem Gespräch,
der Beantwortung weiterer Fragen a.; einer Ent
scheidung, Schwierigkeit a .; jmds. Blicken a. (ver
meiden, jmdn., der einen anblickt, anzublicken); eine
ausweichende (nicht auf die Frage eingehende)
Antwort — 2. auf etw. a. gezwungenermaßen sich
für eine andere Sache entscheiden, eine andere Sache
w äh len : da die Theaterkarten ausverkauft waren,
wich er aufs Kino aus; auf eine andere Möglich
keit a.
Ausweichl -manöver, das 1. geschickte Handlung,
durch die man unter Schwierigkeiten mit seinem
Fahrzeug jmdm., etw. ausweicht — 2. Manöver (3),
durch das jmd. einer (unangenehmen) Sache aus
w eicht: deine Überlegungen und Fragen sind nur
A.;
- möglichkeit, die Möglichkeit, auf etw. auszu
weichen (2); -stelle, die Verkehrsw. verbreiterte
Stelle eines schmalen Verkehrsweges, die die M ög
lichkeit bietet, daß ein Fahrzeug einem andern aus
weicht
aus/Ausl -weiden fVb.j Jägerspr.: ein Reh, einen
Fasan a. (einem Reh, Fasan die Eingeweide heraus
nehmen); -weinen, sich /Vb./ sich durch vieles-
Weinen erleichtern: sie hat sich an seiner Brust
ausgeweint; -{- sich die / Augen a .;
- weis, der;
-es, -e von der Polizei, einer Behörde, Dienststelle,
einem Betrieb, einer Organisation ausgestelltes
Schriftstück, das Angaben zur Person enthält und
zu etw. berechtigt, etw. bestätigt: einen A. ausstellen,
vorzeigen; er war ohne A .; ein gültiger A .; der A.
für Arbeit und Sozialversicherung; -weisen /Vb.f
1. einen Ausländer, der auf dem Territorium des
Landes, in dem er sich aufhält, gegen dessen Rechts
ordnung verstoßen hat, durch Gerichtsbeschluß od.
auf Grund einer Anordnung der Regierung aus dem
Land weisen, des Landes verweisen — 2. sich a.
mit Hilfe eines Ausweises seine Identität nach-
weisen: bitte weisen Sie sich aus!; sich mit dem
Personalausweis a.
—
8. sein neuester Film wies
ihn als einen Regisseur von Talent aus (zeigte,
bewies, daß er als Regisseur Talent hat) — 4. die
Statistik der Verkehrspolizei wies aus (aus der
Statistik der Verkehrspolizei ging rechnerisch her
vor), daß die Unfälle im Straßenverkehr gestiegen
waren; die jährlichen Einnahmen und Ausgaben
werden in der Aufstellung ausgewiesen
Answeisl -kontrolle, die; -papiere, die jP l.j von
der Polizei, einer zuständigen Stelle ausgestellte A u s
weise, auch ausgestellter Ausweis: zeigen Sie bitte
Ihre A .!
Ans/ans| -Weisung, die /zu ausweisen 1/: die A.
eines ausländischen Korrespondenten; -weiten
jVb./ 1.1. etw. a. (durch längeren Gebrauch) be
wirken, daß etw. zu weit wird: einen Pullover a.;
zieh meine Schuhe nicht an, sonst weitest du sie
aus 1.2 . sich a. (durch längeren Gebrauch) zu weit
werden: der Pullover hat sich ausgeweitet 2.1 .
das Hochdruckgebiet weitet sich aus (dehnt sich
a u s) 2.2. dieser Zwischenfall hat sich zu einem
bewaffneten Konflikt ausgeweitet (hat die A u s
maße eines bewaffneten Konflikts angenommen) 2.8.
die Produktion, den Umsatz, den Handel mit dem
Ausland a. (erweitern); zu 2 -Weitung, die;
-en
fvorw. Sg .f; -wendig /Adv./ aus dem Gedächtnis:
ein Gedicht a. können, aufsagen; ich kenne die
Lektion fast, schon a .; der Pianist spielte die Be
gleitung a. (ohne Noten); etw. a. lernen (etw. so
lernen, daß man es aus dem Gedächtnis wiedergehen
kann); -werfen fVb./ 1. eine Angel, den Köder,
das Netz a. (zum Fischefangen ins Wasser werfen)
—
2. etw. (in großen Mengen) nach außen, draußen
schleudern: der Vulkan wirft glühende Gesteins
brocken, Asche aus; die Patronenhülsen werden
automatisch ausgeworfen — 8. etw. ausschaufeln:
eine Grube a.; -werten / Vb./ etw. a. prüfen , welche
Ergebnisse etw. enthält und ob, wie sie nutzbar ge
macht werden können: Berichte, Vorschläge, Er
gebnisse, eine Statistik, Umfrage a.; Unter
suchungsmaterial kritisch, statistisch, wissen
schaftlich für eine Arbeit a.; Filmaufnahmen a .;
dazu -Wertung, die /vorw.Sg ./; -wetzen/Vb.; hat/
auswickeln — Auszug
125
- f eine /* Scharte (wieder) a.;
- wickeln /Vb./ etw.,
jmdn., sich aus etw. wickeln (2.2): ein Geschenk (aus
dem Papier), ein Bonbon, ein Päckchen a.; das
Baby a. (aus den Windeln wickeln)', - wiegen /st.
V b.; / auch ausgewogen/ 1.1, etw. a. das Gewicht
von etw. feststellen : soll ich Ihnen das Stück Fleisch
a.? 1.2 . etw. abwiegen: ein Pfund Mehl a.;
- winden
/Vb./ landsch., bes. süddt. österr. Schweiz, etw.
auswringen; -wintern fsw. Vb.; ist/ Landw. /von
überwinternden Kulturpflanzen! durch Frost Scha
de n leiden : das Getreide ist ausgewintert; -wirken,
sich IVb./ etw. wirkt sich (auf etw., jmdn.) aus etw.
übt eine Wirkung (auf etw., jmdn.) aus: etw. wirkt
sich (un)günstig, positiv, negativ (auf etw., jmdn.)
aus; die Kur wirkte sich erst nach Wochen aus;
die Disziplinlosigkeit hat sich störend auf den
Unterricht ausgewirkt; dieses Klima wirkt sich
negativ auf mich aus; -Wirkung, die: das H och
wasser hatte verheerende Auswirkungen (W i r
kungen); die A. dieser Maßnahmen auf die Wirt
schaft; etw. hat politische Auswirkungen (F o l
gen 2); -wischen /Vb.; hat/ etw. durch Wischen
(1.2 .1) (innen) säubern: das Glas (mit einem Tuch)
a.; den Schrank feucht a.; sich die Augen a.;
+ umg. jmdm. eins a. (jmdm. bes. aus Rache eine
Bosheit antun); -wringen jVb.f landsch.,
bes.
no rd dt. nasse Textilien zusammendrehen und
drücken und so die Feuchtigkeit aus ihnen entfernen:
die Wäsche, ein Tuch a.;
- wuchs, der /PI.
- wüchse;
vorw. Pl.f durch Übersteigerung, Übertreibung her
vorgebrachte negative Erscheinung, schädliche Folge
(2): das sind Auswüchse seiner Phantasie; -wuchten
fVb.j Techn.: in der Autowerkstatt die Räder a.
(die Unwucht an den Rädern durch Wiederherstellung
des richtigen Schwerpunktes beseitigen) lassen;
-Wurf, der /vorw. Sg./ durch den Mund nach außen
gelangte Sekrete der Schleimhaut der Luftwege, des
Nasen-Rachen-Raums: eitriger, blutiger A.;
- zah
len /Vb./ 1.1. jmdm. (in der Ausübung dienstlicher
Pflichten) einen ihm zustehenden Geldbetrag zahlen,
aushändigen: das Gehalt, Prämien a.; jmdm. die
Rente, die Zinsen a.; er ließ sich von ihm sein
Erbteil a.; einen Scheck a. (in einem Geldinstitut
den auf dem Scheck angegebenen Geldbetrag an
denjenigen zahlen, der den Scheck vorlegt) 1.2. jmdn.
a. jmdm. einen Geldbetrag zahlen, aushändigen und
damit dessen rechtliche Ansprüche auf etw. end
gültig befriedigen: er hat seine Teilhaber aus
gezahlt; einen Erben a. — 2. etw. zahlt sich aus etw.
lohnt den Aufwand (für etw.) durch sichtbaren Erfolg:
die Mühe, der Aufwand wird sich, die Anstrengun
gen werden sich a.; das zahlt sich nicht aus;
- zählen jVb.j 1. etw. zählen (2), indem man es von
anderem sondert: nach der Wahl die abgegebenen
Stimmen a. (getrennt nach der jeweiligen Ent
scheidung zählen); unter dem Mikroskop die weißen
Blutkörperchen a.
—
2. Boxen einen kampfun
fähigen Boxer durch Zählen (bis maximal zehn Se
kunden) für besiegt erklären: er wurde in der sechsten
Runde ausgezählt; -Zahlung, die /zu -zahlen 1/;
- Zahlung, die /zu -zählen 1/; -zanken /Vb./ umg.
jmdn. ausschimpfen; -zeichnen /Vb.; / auch aus
gezeichnet/ 1.1. jmdn. (mit etw.) a. jmdm. eine
Auszeichnung verleihen, jmdn. mit einer Auszeich
n u ng (2.1) eh ren : jmdn. für seine hervorragenden
Leistungen mit einem Orden, einer Medaille,
einem (Kunst)preis, einer Prämie, einem Ehren
titel a.; er ist ausgezeichnet worden; etw. a . : der
Film wurde mit dem Hauptpreis ausgezeichnet
1.2. jmdn. durch, mit etw. a. jmdn. (als Ausdruck
der ihm gegenüber empfundenen Hochschätzung)
durch, mit etw. ehrend vor anderen herausheben:
jmd n. d urch sein, mit seinem Vertrauen a .; der
Lehrer zeichnete diesen Schüler (vo r seinen
Klassenkameraden) dadurch aus, daß er seinen
Aufsatz vorlas — 2.1., sich positiv durch etw. gegen
über anderen Menschen, Dingen abheben: jmd.
zeichnet sich (gegenüber, vo r anderen) durch B e
sonnenheit, großes Wissen, gute Leistungen aus;
dieser Kunststoff zeichnet sich durch große Härte
aus 2.2. etw. zeichnet jmdn. , etw. aus etw. hebt
jmdn.,
etw. positiv gegenüber anderen Menschen,
Dingen ab: große Selbständigkeit zeichnet ihn
(gegenüber, v o r seinen Altersgenossen) aus; gün
stige klimatische Bedingungen zeichnen dieses
Gebiet aus — 8 . Waren auspreisen: die Stoffe sind
noch nicht ausgezeichnet; -Zeichnung, die 1. jo. P I .;
zu -zeichnen 1/ das Auszeichnen; zu 1.1: jmdn. zur
A. mit dem Nationalpreis vorschlagen; zu 1.2: die
A. des jungen Künstlers durch den berühmten
Komponisten erregte Aufsehen — 2.1. das, was
jmd. als materielle, moralische Anerkennung und
Würdigung besonderer Leistungen, Verdienste er
hält, erhalten hat wie z. B . Orden, Preis, Medaille,
Ehrentitel, Prämie, Lob, Wanderfahne: eine hohe,
staatliche A. erhalten; jmdm. eine A. verleihen,
aberkennen 2.2. das, wodurch jmd. ausgezeichnet
(1.2) wird, worden ist: er empfand diese Bemerkung
als A.
— 8. mit A. /höchstes Prädikat /: das Abitur
mit A. bestehen; -ziehbar /Adj.; nicht adv./ sich
ausziehen (3.2) lassen d : ein ausziehbarer Tisch;
- ziehen /Vb./ 1. (hat) 1.1. ein Kleidungsstück vom
Körper nehmen, von sich tun: (sich, jmdm.) das
Kleid, die Schuhe, Strümpfe a. 1.2. sich, jmdn. a.
sich, jmdm. die Kleidung vollständig od. teilweise
vom Körper nehmen: sich schnell a.; ganz aus
gezogen sein; die Mutter zog das Kind aus — 2. aus
einer Wohnung, Unterkunft, einem Arbeitsraum a.
eine Wohnung, Unterkunft, einen Arbeitsraum für
imm er verlassen (ist): Müllers sind am 31. Januar
(aus der Wohnung, dem möblierten Zimmer) aus
gezogen; die Abteilung muß aus dem ersten Stock
werk a.
—
3. (hat) 3.1. etw. aus etw. herausziehen:
jmdm. ein Haar, einen Splitter a .; Unkraut a.
3.2. etw.,
das ineinandergeschobene Teile enthält,
durch Herausziehen dieser Teile vergrößern, ver
längern : einen Tisch a .; ein Stativ, die Antenne am
Auto a.
—
4. die Linien einer Zeichnung mit Tusche
n ach zieh en (hat): die Linien, eine Bleistiftzeich
nung (mit Tusche) a.
—
5. sich in einer Formation,
Gruppe aus einem Ort, einem Gelände, einem großen
R au m begeben (ist): die Sportler ziehen (aus dem
Stadion) aus; - f jmdn. bis aufs / Hemd a.
AusziehI -tisch, der ausziehbarer T isch ; -tusche, die
Tusche zum Ausziehen von Linien
aus/Ausl -zischen /Vb.; hat/ jmdn., etw. a. durch
Zischen sein Mißfallen über jmdn., etw. zum Aus
druck bringen: der Redner, die Inszenierung wurde
ausgezischt; -zug, der 1. /vorw. S g .; zu ausziehen
2,5/ das Ausziehen; zu 2: er hat bei seinem A. (aus
der alten Wohnung) das Klavier verkauft; zu 5:
der feierliche A. des Lehrkörpers (aus der Aula),
der Sportler aus dem Stadion — 2.1. abgedruckter,
herausgeschriebener, mit dem entsprechenden Teil
126
Auszugsm ehl — automatisch
der Vorlage übereinstimmender Ausschnitt eines
T extes: ein (beglaubigter) A. aus dem Testament;
Auszüge aus einer Rede abdrucken; jmdm. einen
Brief in Auszügen (auszugsweise) mitteilen 2.2 .
Kontoauszug: die Bank hat die Auszüge geschickt
2.8. Klavierauszug
Auszugs/auszugsl -mehl, das fo. P l.f besonders
feines Weizenmehl, das frei von Kleie ist; -weise
/Adv./ in Auszügen (2.1), in einem Auszug: einen
Roman a. veröffentlichen
aus|zupfen /Vb.f: jmdm. ein graues Haar a. (her
ausziehen 1)
autark fAdj.f W irtsch. von Autarkie bestimmt:
danach streben, die Wirtschaft eines Staates a. zu
machen
Autarkie, die; jo, PI./ W irts ch. von Staaten der
Klassengesellschaft (in Vorbereitung eines Aggres
sionskriegs) angestrebte wirtschaftspolitische Unab
hängigkeit von Importen
authentisch fAdj.j 1.1 . im Wortlaut verbürgt: ein
authentischer Text; Jur. der Vertrag ist in der
deutschen und der russischen Fassung a. (drückt
in der deutschen und russischen Fassung den Willen
der Unterzeichner unverfälscht aus) 1.2 . glaubwürdig,
v erbürgt: authentischen Berichten zufolge; eine
authentische Darstellung; sich auf authentisches
Material stützen; dazu Authentizität, die; jo. P l.f
Auto, das; -s, -s Kraftwagen, bes. Personenkraft
w agen : ein neues, altes, gebrauchtes, modernes,
schnittiges, gelandegängiges A .; das A. hat eine
gute Straßenlage; ein A. mit Anhänger; die Zu
lassung für ein A. beantragen; ein A. waschen;
in ein A. steigen; A. fahren können; er fährt gut A .;
mit dem A. nach L fahren; das A. fuhr an, über
holte den Traktor, bog nach rechts ab, wendete,
bremste, hielt (an), parkte vor dem Haus, kam ins
Schleudern, überschlug sich, fuhr gegen einen
Baum; ein A. abschleppen; er ist unters A. ge
kommen (von einem Auto überfahren worden)
+ salopp gucken wie ein A. (sehr erstaunt blicken)
Autol -atlas, der Atlas für den Autofahrer, auf
dessen Karten bes. die Straßen genau eingezeichnet
sind; -bahn, die durch Mittelstreifen in zwei Fahr
bahnen getrennte, mehrspurige, kreuzungsfreie Straße
für den Fern- bzw. Schnellverkehr für Kraftfahr
zeuge
Autobiographie, die literarische Beschreibung des
eigenen Lebens; dazu autobiographisch /Adj.f das
eigene Leben beschreibend: dieses Buch trägt auto
biographische Züge; ein autobiographischer R o
man
Autol -bücherei, die in einem großen Auto unter-
gebrachte fahrbare Volksbücherei für die Betreuung
abgelegener (ländlicher) Gebiete ohne eigene Biblio
thek; -bus, der (als öffentliches Verkehrsmittel
dienender) Kraftwagen für die Beförderung von min
destens acht Personen, Omnibus; -bushaltestelle, die
Autodidakt, der; -en,
- en jmd., der Kenntnisse,
Fähigkeiten weitgehend dadurch erwirbt, erworben
hat, daß er sich selbst unterrichtet, unterrichtet hat;
dazu autodidaktisch jAdj.f als Autodidakt: sich a.
weiterbilden
Autol -diebstahl, der; -elektrik, die Elektrik (2)
eines Autos; -fahre, die Fähre, mit der Autos über
gesetzt werden; -fahrer, der jmd., der Auto fahren
kann, fährt; -fahrt, die; -friedhof, der umg. Platz,
auf den ausgediente Autos gebracht werden
autogen fAdj.f 1. Techn. die Flamme eines Aze
tylen-Sauerstoff-Gemisches zum Verbinden od.
Trennen von Werkstoffen ausnutzend: autogenes
Schweißen (das Zusammenfügen von Werkstoffen
mit der Stichflamme eines Schweißbrenners) —
2. Med. autogenes Training (psychotherapeutische
Übungen, die jmd. zur Konzentration und Entspan
nung seines Organismus und zur Beseitigung von
Störungen im Ablauf physiologischer Funktionen
vornimmt)
Autogramm, das; -s, -e Namenszug einer bekann
ten Persönlichkeit: Autogramme sammeln; einen
Schauspieler um ein A. bitten
Autogrammjäger, der umg. leidenschaftlicher
Sammler von Autogrammen
Autograph, das; -s,
- e/-en von einer bekannten
Persönlichkeit eigenhändig geschriebener Text, eigen
händig geschriebenes Schriftstück
Autol -karte, die Landkarte für den Autofahrer bes.
mit genau eingezeichneten Straßen; -kino, das fin
der BRD/ Freilichtkino, in dem der Film vom Auto
aus angesehen wird; -kolonnc, die Kolonne von
Autos; -korso, der organisierte Fährt einer Auto
kolonne, um etw. vorzuführen; -kran, der auf dem
Fahrgestell eines Kraftwagens montierter Drehkran
Autokratie, die;
-n [..i:9n] auf Selbst-, Allein
herrschaft beruhendes diktatorisches Regime
Autol -lackierer, der Facharbeiter, der Kraftfahr
zeuge lackiert; -marder, der umg. jmd., der Autos
aufbricht und ausraubt
Automat, der; -en, -en 1.1. Apparat, der nach dem
Einwurf einer Münze selbsttätig Waren ausgibt od.
eine Dienstleistung verrichtet: ein A. für Zigaretten,
Süßwaren, Fahrkarten, Briefmarken; den iVuto-
maten auffüllen 1.2. Maschine, technische Anlage,
die nach einem bestimmten vorgegebenen Programm
(5) völlig od. zum großen Teil durch selbsttätige
Steuerung und Regelung aufeinanderfolgende A r
beitsgänge ausführt (und etw. produziert): einen
Betrieb mit Automaten ausrüsten; der A. stößt
in der Stunde 3000 Schrauben aus; ein A. für das
Abfüllen von Flaschen, für die Verpackung von
Zigaretten — 2. Kybern. System, das Infor
mationen aus der Umgebung aufnimmt, speichert,
verarbeitet und Informationen an die Umgebung
a bgibt
Automatenrestaurant, das Selbstbedienungsgast
stätte, in der man sich selbst Speisen, Getränke aus
Automaten nehmen kann
Automatik, die; -,
-en 1. Vorrichtung, die einen ein
geleiteten technischen Vorgang ohne weiteres mensch
liches Zutun steuert und regelt: ein Fotoapparat,
Auto, eine Armbanduhr mit A.
—
2. fo. PI .] selbst
tätige Steuerung und Regelung: wenn man auf den
Knopf drückt, setzt die A. der Entlüftung ein
Automation, die; -, jo. Pl.f Automatisierung
automatisch fAdj.f 1.1. mit einer Automatik ver
sehen, durch eine Automatik (1) betrieben: ein auto
matischer Temperaturregler; eine automatische
Taktstraße; ein Kraftwagen mit automatischer
Schaltung1.2.durch eine Automatik (1)erfolgend; die
automatische Regelung der Brennstoffzufuhr;
Flaschen a. abfüllen; a. gesteuerte Maschinen —
2.1. ohne daß der Beteiligte etwas dazu tun muß:
der Antrag wird a. an die zuständige Stelle weiter
geleitet 2.2 . mechanisch (3): bei ihm kommen die
Antworten ganz a.
automatisieren — avisieren
127
automatisieren /sw. Vb.; hat/ 1. einen Produktions
prozeß, Betrieb mit Automaten (1.2) versehen, 50 daß
Arbeitsgänge automatisch ablaufen: die Produktion
von Traktoren a.; eine automatisierte Walzstraße;
ein Werk teilweise, voll a.
—
2, Psych. etw. durch
Übung, ständiges Wiederholen gewohnheitsmäßig, un
willkürlich machen: Bewegungen, Handgriffe, die
automatisiert sind
Automatisierung, die; -en gesellschaftlicher P r o
zeße bei dem (in der Produktion) bestimmte Formen
menschlicher Arbeit durch Automaten (1.2), automati
sche Anlagen ersetzt werden: die Erhöhung der Ar
beitsproduktivität durch die A .; die A. (das A u to
m atisieren 1) eines Betriebes, der Produktion
von Traktoren
Automatismus, der; Automatismen 1*fvorw. 8 g .f
Au tom a tik (2): der A. des Gerätes wird durch elek
trische Impulse ausgelöst — 2. P sych. automati
sierte, vom Bewußtsein wenig kontrollierte gewohn
heitsmäßige Handlung
Automobil,das; -s, -e veraltend Auto
autonomfAdj.f 1.1. Autonomie (1.1) besitzend: eine
Autonome Sozialistische Sowjetrepublik 1.2. ein
autonomer (souveräner 1.1) Staat — 2. Autonomie
(2) besitzend
Autonomie, die; jo. Pl.f 1.1. nationale Selbstän
digkeit, Selbstverwaltung einer nationalen Gruppe,
Minderheit in einer Föderation, einem National-,
Nationalitätenstaat 1.2. Souveränität (1.2) —
2. (Recht auf) formale Selbstbestimmung in inneren
Angelegenheiten bestimmter Institutionen in bürgerl.
Staaten
Auto|-nuinmer, die polizeiliches Kennzeichen eines
Autos; -pflege, die Reinigung und Wartung eines
Autos
Autopsie, die; -n [..i:an] Med. Untersuchung des
menschlichen Körpers nach dem Tod durch Sektion
zur Feststellung krankhafter Organveränderungen
und der Todesursache: eine A. vornehmen
Autor, der; -s, Autoren Verfasser eines publizierten
(literarischen, wissenschaftlichen) Textes: ein be
gabter, zeitgenössischer A .; der A. des Romans,
der Dissertation, der Rezension
Autolradio. das in ein Auto eingebautes Radio
Autoreferat, das Autorreferat
Auto[reifen, der
Autoren|-kollektiv, das fvorw. DDR/ Kollektiv von
Autoren, das in Gemeinschaftsarbeit ein Buch ver
faßt, verfaßt hat; -lesung, die öffentliche Veranstal
tung, auf der ein Schriftsteller, Dichter aus seinen
Werken liest
Auto[rennen, das Rennen, bei dem die schnellsten
Rennwagen ermittelt werden
Autoren[Verzeichnis, das (alphabetisches) V er
zeichnis der Autoren eines Sammelbandes, eines
Zeitschriftenjahrgangs
Autoreparaturwerkstatt, die
autorisieren fsw. Vb.; hat/1. jmdn. (zu etw.) bevoll
mächtigen, ermächtigen: die Regierung autorisierte
ihren Botschafter, in dieser Frage Verhandlungen
zu führen — 2. eine autorisierte (vom Autor durch
gesehene un d genehmigte) Übersetzung
autoritär fA dj.f 1.1. ein autoritäres Regime (H err
schaftsform in kap. Staaten, die sich auf Regierungs
und Polizeigewalt sowie auf militärische M acht
stützt, in der das Parlament ausgeschaltet ist und die
Grundrechte der Bürger mißachtet werden) 1.2. das
unkritische Zuerkennen von Autorität (1), bes. im
Verhältnis des Kindes zum Erwachsenen, fordernd:
sein Vater ist a.
Autorität, die; -,
-en 1. \o. Pl.f durch soziale, fach
liche od. sachliche Voraussetzungen bedingtes A n
sehen einer (übergeordneten) Person, Institution
und der daraus erwachsende Einfluß, die dazu füh
ren, daß sich andere Personen in ihrer Tätigkeit,
in ihren Anschauungen dieser Person, Institution
(freiwillig) unterordnen od. sich an ihr orientieren:
die elterliche, staatliche A . ; die A. des Vaters, des
Arztes, der Schule; A. haben, besitzen; sich A. ver
schaffen; der Lehrer büßte dadurch an A. in seiner
Klasse ein — 2. Persönlichkeit, Institution, die bes.
in fachlicher Hinsicht 1 besitzt: jmd. ist eine medi
zinische A .; er gilt als eine A. auf dem Gebiet der
Kernphysik; sieh wegen eines Gutachtens an ver
schiedene Autoritäten wenden; sich an die Aka
demie als die höchste wissenschaftliche A. wenden
Autorreferat, das vom Autor selbst verfaßtes Referat
über seine wissenschaftliche Arbeit: über seine Dis
sertation in einer Zeitschrift ein A. veröffentlichen
Autorschaft, die; fo. Pl.f Tatsache, daß jmd. der
Autor ist: seine A. beteuern, verschweigen, be
streiten; jmdm. die A. eines Buches zuschreiben
Autol -Schlange, die Schlange (3.2) von Autos;
- Schlosser, der umg. Kraftfahrzeugschlosser;
-Schlüssel, die fPl.j Schlüssel für die Tür, den K of
ferraum des Autos und Zündschlüssel; -Service, der
2Service für die Pflege und Reparatur von Autos;
- Skooter, der bei Volksfesten, in Vergnügungsparks
errichtete Anlage, in der man in elektrisch betriebenen
kleinen, einem Auto ähnlichen Fahrzeugen fahren
kann; -stopp /in der Verbindung/ per A. (Anhalter)
fahren; -stunde, die Strecke, die ein Auto mit durch
schnittlicher Geschwindigkeit in einer Stunde zurück
legt: das Schloß liegt zwei Autostunden (von hier)
entfernt
Autosuggestion, die Beeinflussung der eigenen P er
son durch bestimmte, oft krankhafte Vorstellungen
Autol -tour, die; -Zubehör, das
autsch umg. IAusruf bei leichtem körperlichem
Schmerz/: a., ich habe mich gepikt!
auwei(a) berl. umg. fAusruf des Erschreckens, der
unangenehmen Überraschung!: a., das hab ich ver
gessen !
Avancen, die \Pl.f [avaqsan, auch avasan] fbes. von
einer Frau; in der Verbindung/ veraltend jmdm.
A. machen jmdm. Hoffnungen auf eine Heirat ma
chen, jmdm. zu erkennen geben, daß man ihm in ero
tischer Hinsicht näherkommen möchte: sie machte
ihm A.
avancieren fsw. Vb.; ist/ [avaijsi:.., au ch aväsi:..]
veraltend befördert werden, aufrücken, aufsteigen:
er ist zum Direktor avanciert
Avantgarde [avantgarda, avaqgarda], Avantgarde
[avaqgardo], die; -,
-n die fortgeschrittensten K räfte
einer (politischen) Bewegung, Vorhut: die A. des
Proletariats (die marxistisch-leninistische Partei
als Vorhut der Arbeiterklasse); dazu avantgardistisch
IAdj.1
Aversion, die; -,
- en [avsr..] Abneigung gegen etw.,
auch jmdn.
Avis, der, das; -es, -e [avi:s], Avis, der, das; -,
-
[avi:, Gen. u . PL avi:(s)] Wirtsch. Ankündigung
einer Sendung an den Empfänger
avisieren fsw. Vb.; hat/ [avi..] etw., das Eintreffen
128
AWG - Bäckerei
von etw., jmdn. schriftlich ankündigen: W irtsch.
eine Sendung aJ ; jmds. Ankunft, jmdn. a.
AWG, die; -,
- / -s [a(:)ve:ge:] jKurzw. für Arbeiter-
Wohnungsbaugenossenschaft/ s. Arbeiterwohnungs
baugenossenschaft
axial jAdj.; nicht präd.j Techn. längs der Achse:
der Zylinder wird a. belastet
Axiom, das; -s, -e L ogik nicht abgeleitete Aussage
eines Wissenschaftsbereiches, aus der andere Aussagen
deduziert werden
Axt, die; Äxte Werkzeug zum Fällen von Bäumen,
zum Spalten, Behauen.von Holz mit langem Stiel
und geschärfter, schmaler Schneide: eine scharfe,
stumpfe A .; die A. schwingen; die Äste mit der A.
abschlagen
Azalee, die; -,
-n [. .le:9, PL . .le:(a)n] dem Rhodo
dendron verwandte Pflanze mit weißen, rosa od. roten
Blüten und kleinen dunkelgrünen Blättern, die als
Zimmerpflanze gehalten wird
Azalie, die; -,
- n [..io] s . Azalee
Azetat, das; -(e)s, -e Chem. Salz od. Ester der Essig
säure
Azetat|seide, die Seide aus einer aus einem Ester
der Zellulose gewonnenen Chemiefaser
Azeton, das; -s, jo. Pl.J Chem. ein Derivat des
Kohlenwasserstoffes darstellende, farblose, brenn
bare, angenehm riechende Flüssigkeit, die als Lö
sungsmittel verwendet wird
Azetylen, das; -s, jo. Pl.j [ . .ty..] Chem. farbloses,
brennbares, explosives Gas des Kohlenwasserstoffs
Azur, der; -s, jo. Pl.j geh. die tiefblaue Farbe des
klaren Himmels
azur|blau j A d j.j : ein azurblauer (leuchtend blauer)
Himmel
B
b,B, das; - /umg.
-s [be:] 1. der Laut B ; zweiter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes B —
2. Mus. 2.1. um einen Halbton tiefer gesetztes h
2.2. Zeichen, das eine Note um einen Halbton tiefer
setzt
babbeln jsw. Vb.; hat/ landsch. jvon Kleinst
kindern, bevor sie richtig sprechen könnenj unver
ständlich einzelne Laute, Silben sprechen: das Baby
babbelt schon ein bißchen
Baby, das; -s, -s [be:bi] Säugling: das B. baden;
sie erwartet ein B. (Kind)
Baby| -ausstattung, die die Kleidung und die W in
deln, die ein Baby in den ersten Wochen braucht;
-jahr, das /o. Pl.j umg. jin der DDEj die Zeit, die
eine Mutter od. eine andere, die Erziehung und Be
treuung des zweiten od. folgenden Kindes überneh
mende Person auf Verlangen bis zum Ende des
1. Lebensjahres des Kindes von der Arbeit ohne Ver
lust ihres Arbeitsplatzes freigestellt wird; -nahrung,
die jo. Pl.j Säuglingsnahrung; -Sachen, die jPl.j
Kleidung und Windeln für ein Baby; -schuh, der
leichter Schuh ohne feste Sohle für ein Baby; -sitter,
der;-s, - [..s..]jmd.,
der kleine Kinder bei gele
gentlicher Abwesenheit der Eltern (gegen Entgelt)
beaufsichtigt; -speck, der umg. scherz h. die rund
lichen Formen, die der Körper eines Babys, Kleinst
kindes aufweist; -Wäsche, die
Bach, der; -(e)s, Bäche natürlicher Wasserlauf von
geringer Breite und Tiefe: der B. rauscht, schlängelt
sich durch das Tal, schwillt an
Bache, die; -,
- n weibliches Wildschwein vom dritten
Lebensjahr an
Bach|stelze, die schwarzweiß gefiederter, heimischer
Singvogel mit auffallend langem Schwanz
Backaroma, das beim xBacken (1.1) bes. von K u
chen verwendetes Aroma
Backbord,dasjvorw. Sg. u . o . Art./Seemannsspr.
in bezug auf seine Längsachse von hinten nach vorn
gesehen die linke Seite eines Schiffes: das Schiff hat
Schlagseite nach B.
Back|buch, das Buch mit Backrezepten
Backe, die; -n 1.1. eins von den sowohl links als
auch rechts von Nase und Mund liegenden flei-
chigen Teilen des menschlichen Gesichts: die rechte,
linke B .; beide Backen; rote, runde Backen haben;
eine dicke, geschwollene B. haben; jmdm. einen
Kuß auf die B. geben; sich die B. reiben; umg.
scherzh. über beide Backen (sehr) strahlen';
jmdm. laufen die Tränen über die Backen —
2. umg. eine Hälfte des Gesäßes: die Backen zu
sammenkneifen — II. einer von zwei Teilen eines
Werkzeugs, Geräts, einer Vorrichtung, die etw. Da-
zwischenbefindliches dadurch, daß sie gegeneinander
bewegt werden, festhalten, eine Bewegung hemmen,
zum Stillstand bringen: die Backen des Schraub
stocks, der Zange, der Skibindung, der Bremse
Zacken (er bäckt, backt), backte, veraltend buk,
hat gebacken 1.1 . etw. dadurch hersteilen, daß man
aus Mehl und verschiedenen Zutaten einen Teig be
reitet, ihm eine bestimmte Form gibt und ihn in der
Hitze der Backröhre, des Backofens gar werden läßt:
Kuchen, Plätzchen b.; Brot b.; sie bäckt, backt
gern; O umg. scherzh. ein frisch gebackener
Ehemann (Mann, der vor kurzem geheiratet hat)
1.2. Eierkuchen b. (braten 1.1); landsch. ein
Hähnchen b .; gebackener Fisch; Eier b.
—
2. jvon
Teig/ in einer Form, auf einem Blech in der Back
röhre, im Backofen durch Hitze gar werden: der
Kuchen muß eine Stunde b.
+ / Schliff b.
2backen jsw. Vb.; hat/ landsch. an etw. kleben, an-
kleb en : der Schnee, Lehm backt an den Schuhen;
der Schnee backt heute (ist naß, so daß er leicht
klumpt und an etiu. kleben bleibt)
Backen| -bart, der seitlich an beiden Backen wach
sender Bart; -knochen, der jvorw. Pl.j Jochbein:
breite, hohe B. haben; -tasche, die jvorw. Pl.j sack
artiger Teil auf beiden Seiten neben der Mund
höhle zur vorübergehenden Aufnahme von Futter
bei zahlreichen Nagern, einzelnen Beuteltieren und
der Mehrzahl der Affen: die Backentaschen des
Hamsters; -zahn, der jeder der hinter den Eckzäh
nen stehende Zahn
Bäcker, der; -s, - Handwerker, der Backwaren her
stellt: beim B. ein frisches Brot, Brötchen holen
Bäcker|brot, das in einer Bäckerei gebackenes Brot
Bäckerei, die; -,
-en 1. mit einem Laden verbundener
Betrieb zur handwerklichen Herstellung von Back-
Bäckerladen — Bahn
129
waren — 2. /o. PI./ das1Backen (1-1): sie verstand
etwas von der B.
Bäcker] -laden, der /PL -laden/ zu einer Bäckerei
gehörender Laden, in dem Backwaren verkauft wer-
den; -meister, der Bäcker, mit Meisterprüfung
Back] -fisch, der veraltend Mädchen zwischen ld
und 17 Jahren; -form, die Form, in der ein Kuchen
gebacken wird
Background, der; -s, -s [bskgraunt] Mus. musika
lische, rhythmisch-harmonische Untermalung durch
das Ensemble bes. für die Solisten im Jazz
Back/back| -obst, das gedörrtes, getrocknetes Obst,
Dörrobst; -ofen, der 1.1. Ofen des Bäckers zum
1Backen (2) von Backwaren: das Brot in den B.
schieben 1.2. Backröhre; -pfeife, die umg. Ohr
feige; -pfeifen, backpfeifte, hat gebackpfeift um g.
jmdn. ohrfeigen: er hat ihn gebackpfeift; -pfeifen
gesicht, das /PI.
-er/ salopp unsympathisches, fre
ches, dummes Gesicht: er hat ein B.;
-pflaume, die
/vorw. PI./ gedörrte, getrocknete Pflaum e: Back
pflaumen einweichen; -pulver, das pulverförmiges
Triebmittel für den Teig bestimmter Backwaren; -re-
zept, das Rezept für das 1Backen (1.1) von etw.;
-röhre, die zum 1Backen (2), Braten dienender ab
geschlossener Raum im Herd; -stube, die Raum, in
dem der Backofen (1.1) steht; -trog, der (hölzener)
Trog, in dem der Bäcker den Brotteig zubereitet;
-wäre, die /vorw. PL/ vom Bäcker gebackene Ware
wie Brot, Brötchen, Kuchen, Kleingebäck; -werk,
das jo. PI./ Backware außer Brot; -zeit, die Zeit,
die etw. xbacken (2) muß; -zutat, die Zutat für das
1Backen (1.1) von etw.
Bad, auch Bad, das; -(e)s, Bäder 1. größere Menge
(itemperiertes) Wasser in einer Wanne, in das sich
der Mensch zur Reinigung, Erfrischung od. zu Heil
zwecken begibt, begeben h at: ein warmes, kaltes B .;
ins B. steigen; jmdm. medizinische Bäder ver
abreichen; ein B. nehmen (baden 1.1) — 2.1. das
Baden (1.1): das tägliche B.; der Arzt hat dem
Patienten zehn Bäder verordnet 2.2. das B ad en
(1.3): sich nach dem B. sofort umziehen; ein B. im
Meer — 3.1. Badezimmer: ein gekacheltes B.; die
Wohnung hat ein großes B. 3.2. Anlage im Freien,
Gebäude mit einem Schwimmbecken od. Anlage an
einem See, Fluß, in dem man baden (1.3)kann: die
öffentlichen Bäder sind ab 1. Mai geöffnet; nach
der Schule gehen wir ins B.
—
4. Ort (mit Heil
quellen), der für die Behandlung bestimmter K rank
heiten besonders günstige Bedingungen bietet und ent
sprechende Einrichtungen, z . B . Sanatorien, be
sitzt: ein B. für Herzkranke; in ein B. reisen,
fahren; /als Zusatz vor Ortsnamen/ : B. Salzungen
- f das / Kind mit dem Bade ausschütten
Bade] -anstalt, die öffentliches Bad (3.2), bes. F rei
bad; -anzug, der von weiblichen Personen beim
Baden (1.3), im Schwimmbad, am Strand getragenes
Kleidungsstück; -hose, die von männlichen Personen
beim Baden (1.3), im Schwimmbad, am Strand ge
tragene kurze Hose; -kabine, die Kabine zum Um
kleiden in einem Schwimmbad; -kappe, die K opf
bedeckung bes. aus Gummi, die bes. weibliche
Personen beim Baden (1.3) tragen; -laken, das
Badetuch; -mantel, der einem langen Mantel ähn
liches Kleidungsstück aus saugfähigem Stoff, der
bes. zum Abtrocknen, Aufwärmen nach dem Baden
dient; -meister, der jmd., der die Aufsicht in einem
Schwimmbad führt; -rnütze, die Badekappe
baden, badete, hat gebadet 1.1. sich in einer Bade
wanne mit (temperiertem) Wasser zur Reinigung,
Erfrischung od. zu Heilzwecken aufhalten: warm,
kalt, heiß b.; er badet (sich) täglich 1.2 . jmdn. in
einer Badewanne mit (temperiertem) Wasser waschen:
das Baby b.; der Patient muß vor der Operation
gebadet werden; O er ist in Schweiß gebadet
(schwitzt stark); ihr Gesicht war in Tränen gebadet
(war naß, bedeckt von Tränen) 1.3. sich mit dem
ganzen Körper in einem Schwimmbecken, in einem
Gewässer (schwimmend) bewegen: im Meer b.; nackt
b.; nach der Schule gehen wir b.; er ist beim
Baden ertrunken
baden]gehen /Vb.f salopp bei, mit etw. b. bei,
mit einer Sache keinen Erfolg haben, mit etw.
scheitern: wenn du das nicht machst, gehst du
baden
Bade |-nixe, die scherzh. junge weibliche Person
im Badeanzug; -ofen, der Ofen in einem Bade
zimmer, in dem das Badewasser erwärmt wird; -ort,
der /PI.
- ej an der Küste, an einem See gelegener
Ort, in den man reist, um dort zu baden (1.3);
-Sachen, die /PI./ sämtliche Dinge, die man zum
Baden (1.3) braucht; -saison, die Zeit vom Juni bis
September mit Hochbetrieb in den Badeorten; -salz,
das jo. Pl.j wohlriechender Badezusatz in kristalliner
Fo rm ; -schwamm, der Schwamm (1.2); -stelle, die
Stelle am Meer, an einem See, Fluß, an der gebadet
(1.3) wird, werden kann; -Strand, der Strand, an
dem gebadet (1.3) wird, werden k an n; -thermo-
meter, das Thermometer zum M essen der Tempera
tur des Badewassers; -tuch, das großes Frotteetuch
zum Abtrocknen nach dem Baden; -verbot, das
jo. Pl.j (aus gesundheitlichen Gründen von einem
Arzt ausgesprochenes) Verbot zu baden (1.3);
-wanne, die Wanne zum Baden (1.1, 1.2): in der
B. sitzen; die B. vollaufen lassen; -Wasser, das
jo. Pl.j zum Baden (1.1, 1.2) dienendes Wasser (in
einer Badewanne): das B. einlassen, ablassen;
-Wetter, das jo. Pl.f zum Baden (1.3) geeignetes
Wetter; -zeug, das umg. Badesachen; -zlmmer,
das zum Baden (1.1, 1.2) eingerichteter Raum einer
Wohnung: ein gekacheltes B.; -zusatz, der kosme
tischen, medizinischen Zwecken dienender Zusatz
für das Badewasser
baff JAdj.; nur präd.\ umg. verblüfft, sprachlos:
da bist du b., was?; ich bin b., daß du hier bist
Bagage, die; -, fo. PI./ [baga:3o] veraltend umg.
in einer bestimmten Verbindung miteinander ste
hende zweifelhafte Personen
Bagatelle, die; -,
-n unbedeutende, geringfügige A n
gelegenh eit: er hat den ganzen Vorfall nur als eine
B. betrachtet; es lohnt sich nicht, über diese B.
zu reden
bagatellisieren /sw. V b.; hat/ etw. als Bagatelle dar
stellen, ansehen: wir dürfen dieses Problem, wollen
die Gefahr nicht b.
Bagger, der; -s,
-
Maschine zum Lösen, Heben,
Bewegen bes. von Erde, Kohle, Erz, Schutt: Sand
mit einem B. wegräumen; Ton mit einem B.
fördern
baggern jsw. V b.; hat/: eine Fahrrinne, einen
Graben b. (ausbaggern)
Bahn, die; -,
-en 1.1. Möglichkeit, in Richtung nach
vorn voranzukommen, die sich jmd.,
etw. schafft,
wenn er, es sich zum ersten M al unter Überwindung
von Unwegsamkeit, Hindernissen bes. durch ein
9 Wörterbuch
130
Bahnbetriebswerk — bakteriologisch
Gelände fortbewegt: sieh eine B. durch den Schnee,
das hohe Schilf, das Dickicht, die Menge schaffen,
suchen; das Wasser hat sich (eine) B. gebrochen
—
2. Strecke, linienartige Erstreckung, die ein K ör
per (nach physikalischen Gesetzen) im Raum zurück
legt, zurückgelegt hat: die B. von Geschossen,
Raketen, eines Satelliten, von Himmelskörpern
berechnen; eine kreisförmige B. beschreiben; der
Mond zieht seine B.
—
3*1. (befestigte) Fläche von
einer wegartigen Erstreckung, die oft in ihrer Breite
und Länge markiert ist und für sportliche Wett
kämpfe, sportliche Betätigung dient: der sowjetische
Läufer startet auf B. zwei; unsere Rekordhalterin
schwimmt auf B. eins; der Rodler hatte freie B.
3.2. Fahrspur: die neue Schnellstraße hat drei
Bahnen — 4 . von Textilien, Tapete abgeschnittenes
Teilstück, das länger als breit ist: die Bahnen des
Rockes; beim Tapezieren brauche ich jemanden,
der mir die Bahnen hält — 5. /vorw. PI .; nur mit
Attr.j Art und Weise des Vorsichgehens, Vorgehens:
sein Leben verläuft in geregelten Bahnen (geregelt);
etw. in die richtige B. lenken — II .l .l . Eisenbahn
(1.1): mit der B. reisen; er setzte sich auf die B.
(stieg in einen Zug) und fuhr zu seinen Eltern;
das Gepäck per B. schicken 1.2 . Straßenbahn: die
nächste B. fährt in zehn Minuten; eine B. mit
Anhänger — 2 . Eisenbahn (2): eine neue B. legen,
bauen — 3. jo. PI ./jmdn. von der B. (vom Bahn
hof) abholen, zur B. (zum Bahnhof) bringen, be
gleiten — 4 . jo. PL/ Eisenbahn (3): er ist, arbeitet
bei der B.
-f- etw. bricht sich B. etw. setzt sich durch: eine
Erkenntnis, neue Idee, ein Talent bricht sich B .;
freie B. haben (alle Schwierigkeiten fü r die Reali
sierung von etw. beseitigt haben); auf die schiefe
B. geraten, kommen (ein unmoralisches Leben be
ginnen, mit dem Gesetz in Konflikt geraten); aus
der B. geworfen werden (von seinem bisherigen
Lebensweg abgebracht werden)
Bahn/bahn| -betriebswerk, das Dien ststelle der
Eisenbahn für den Einsatz, die Versorgung und
Instandhaltung der Lokomotiven; -brechend /Adj.j
eine neue Entwicklung einleitend, umwälzend: eine
bahnbrechende Erfindung; -dämm, der Damm für
Eisenbahngleise: zu beiden Seiten des Bahn
damms
bahnen /sw. V b.; hat/ sich, jmdm. einen W eg b.
sich, jmdm. eine Möglichkeit schaffen, durch ein
Hindernis hindurch irgendwohin zu gelangen: er
bahnte sich, ihr einen W eg durch den Schnee,
durch die Menschenmenge; der Bach hat sich
einen W eg durch das Geröll gebahnt
Bahnen]rock, der Rock, der aus mehreren Stoff
bahnen zusammengesetzt ist
Bahn| -fahrer, der R adsport Radsportler, der auf
Radrennbahnen Rennen fährt; -fahrt, die Fahrt mit
einem Zug (II.l): eine lange B.;
- gelände, das dem
Betrieb einer Eisenbahn dienendes Gelände; -hof,
der 1.1. für den Reise-,
Güterverkehr bestimmter
Komplex von Gleisanlagen, auf denen Züge an-
halten, abfahren, Gleise wechseln können, und den da
zugehörenden Gebäuden fü r den Reise-, Güterverkehr,
mit Einrichtungen zur Betreuung der Reisenden:
jmdn. vom B. abholen, zum B. bringen; auf
welchem B. kommt er an?; der Zug rollte aus dem
B. 1 .2 . Bahnhofsgebäude: im B. gibt es einen
Friseur; + umg. (ein) großer B. festlicher E m p
fang für jmdn., bes. eine Persönlichkeit des öffent
lichen Lebens, bes. auf einem Bahnhof (1.1), einem
Flugplatz: der Gast bekam einen großen B.;
salopp ich verstehe nur B. (ich verstehe nichts)
Bahnhofs] -gebäude, das Gebäude fü r den R eise- ,
Güterverkehr mit Einrichtungen zur Betreuung der
Reisenden; -halle, die Halle eines Bahnhofs (1.2)
mit den Einrichtungen für die Abfertigung der
Reisenden, des Güterverkehrs
Bahn/bahn| -körper, der Gleisanlage einer Eisen
bahnstrecke; -lagernd /Adj.; nicht präd.; Fracht
gut betreffend/ auf dem Bestimmungsbahnhof lagernd,
bis es der Empfänger abholt; -meisterei, die; -en
Dienststelle der Eisenbahn zur Überwachung und
betriebssicheren Unterhaltung und Erneuerung der
baulichen Anlagen; -rennen, das Radsport Rad
rennen auf einer Radrennbahn; -schranke, die
Schranke auf Straßen, Wegen, die Eisenbahngleise
kreuzen; -Station, die Stelle, an der Züge fahrplan
mäßig halten: der Zug hält an jeder B.;
- steig,
der neben den Eisenbahngleisen verlaufende Platt
form auf einem Bahnhof (1.1) zum Ein- und Aus
steigen ; -steigkante, die: bitte zurücktreten von
der B .!; -Übergang, der Stelle, an der eine Straße,
ein Weg Eisenbahngleise auf gleichem Niveau
kreuzt
Bahre, die; -,
- n 1.1. Gestell zum Tragen von Toten,
Totenbahre: der Tote wurde auf einer B. weg
getragen 1.2. Trage (1): den Verwundeten auf eine
B. legen
Bai, die; -,
-en Meeresbucht, Meerbusen
Baiser, das; -s, -s [beze:, beze:] aus schaumig ge
schlagenem Eiweiß und Zucker hergestelltes Gebäck
Baisse, die; -n [bs:so] W irtsch. das Fallen der
Börsenkurse von Wertpapieren
Bajonett, das; -(e)s, -e Stichwaffe, die zum Nah
kampf auf Gewehr, Karabiner od. Maschinenpistole
aufgesetzt wird
BajonettjyerSchluß, der Vorrichtung zur lösbaren
Verbindung zweier zylindrischer Teile, bei der ein
Teil nach einer Drehung in den zweiten Teil ein
rastet
Bake, die;
- n 1. aufrecht stehende rechteckige
Tafel am Rande von Straßen, die Kraftfahrern als
Verkehrszeichen einen Eisenbahnübergang od. eine
Abfahrt von der Autobahn ankündigt — 2. an Land
od. im flachen Wasser stehendes Gerüst, das als See
zeichen dient — 3 . an bestimmtem Ort befindlicher
Sender, der für die Navigation von Schiffen, Flug
zeugen bestimmte Signale abstrahlt
Bakken, der; -s, - S k i Sprungschanze
Bakterie, die; -,
- n /vorw. PI./ [..io, ..Io] in zahl
reichen Arten vorkommender einzelliger Mikro
organismus ohne typischen Zellkern: manche Bakte
rien sind Krankheitserreger; der Abbau toter
organischer Substanzen durch Bakterien
bakteriell /Adj./ durch Bakterien hervorgerufen:
eine bakterielle Erkrankung; die bakterielle Zer
setzung organischer Substanzen
Bakterien! -kultur, die Gesamtheit der auf einem
Nährboden zu wissenschaftlichen Zwecken gezüch
teten Bakterien; -träger, der Mensch, der ohne selbst
krank zu sein, krankheitserregende Bakterien in sich
trägt und auf andere überträgt
Bakteriologie, die; -, /o. PL/ Wissenschaft von den
Bakterien, Teildisziplin der Mikrobiologie; dazu
bakteriologisch /Adj.; nicht präd./: bakteriolo-
Balalaika — Ballen
131
gische U ntersuchungen durchführen
Balalaika, die;
- s/Balalaiken dreisaitiges Z u pf
instrument der russischen Volksmusik mit drei
eckigem Resonanzkörper und langem Hals
Balance, die;
/o. P L / [balaqso, auch balas(a)]
Gleichgewicht (1): die B. halten, verlieren; aus der
B. kommen
balancieren jsw. Vb.; hat, ist/ [balaqsi:..,
auch
baläsi:..] 1. einen Gegenstand, mehrere Gegenstände
zugleich im Gleichgewicht halten (während m an sich
fortbewegt) (hat): einen Korb auf dem Kopf, ein
Tablett auf der Hand b.
—
2. über etw. b. das
Gleichgewicht haltend über etw. sehr Schmales (E r
höhtes) gehen (ist): er ist über ein schmales Brett,
über ein Seil balanciert
Balancier|Stange, die Stange, mit deren H ilfe man
beim Gehen auf Seilen, Balken das Gleichgewicht
besser halten kann
1bald, eher, am ehesten /Adv.; / auch eher, ehe
sten/ 1. innerhalb) kurzer Zeit, nach einem relativ
kurzen Zeitraum: er wird b. kommen; so b. wie,
als möglich; möglichst b.; b. darauf; b. danach;
das werde ich nicht so b. (schnell), so b. nicht ver
gessen; umg. bis, auf b. (auf baldiges Wieder
sehen)! /Abschiedsgruß/ — 2 . umg. fast, beinahe:
das hätte ich b. vergessen; das habe ich mir b.
gedacht; wir warten schon b. drei Stunden
2bald jJKon].; in der Doppelform bald ... bald;
nebenordnend; 'verbindet zwei od. mehrere, meist
direkt aufeinanderfolgende gleichartige Glieder/: b.
weint sie, b. lacht sie; sie wurde b. rot, b. blaß
4 * das ist schon b. nicht mehr / wahr
Baldachin, d er; -(e)s,
-e [. .xi:n] 1.1. aus Stoff
gefertigtes dachartiges Gebilde über ein em Thron ,
Altar, einer Kanzel od. einem Bett 1.2. ein 1.1 ähn
liches Gebilde, das bei Prozessionen über dem
Bischof getragen wird 1.3. Architekt, steinernes
Dach als Zierde od. Schutz über einer an einem
Bauwerk befindlichen Statue
Bälde
4- papierdt. in B. Voald (1): der Fall soll in B.
entschieden werden
baldigfAdj.; ohne Komp.; nicht präd.; adv. nur im
Superl./ in kurzer Zeit erfolgend: jmdm. baldige
Genesung wünschen; um baldige Antwort bitten;
papierdt. er soll das baldigst (so bald wie mög
lich, schnellstens) nachholen, erledigen
bald|möglichst, bald|möglichst jA d j. ; nicht p räd./
papierdt. so bald wie möglich, möglichst schnell:
ich komme b.; um baldmöglichste Erledigung
bitten
Baldrian, der; -s, jo. Pl.f [..a:n] 1. krautige
Pflanze mit weißen bis roten Blüten, deren Wurzel
beruhigend wirkende Stoffe enthält — 2. aus den
Wurzeln von 1 hergestellter Extrakt: ein paar Trop
fen B. einnehmen
Baldrian|tropfen, die jPl.j Baldrian (2)
1Balg, der; -(e)s, Bälge 1. das (fast als geschlossene
Hülle abgezogene) Fell bestimmter Säugetiere, auch
die mit Federn versehene Haut von Vögeln: der B.
eines Hasen; einem Fuchs den B. abziehen; aus
gestopfte Bälge von Raubvögeln — 2. au sgestopfter
Rumpf einer Puppe: eine Puppe mit abwasch
barem B.
—
3. Hohlkörper (als Teil von Instrumen
ten), der ausgedehnt und zusammengepreßt wird und
dadurch einen Luftstrom erzeugt: der B. des
Akkordeons; die Bälge der Orgel treten
2Balg, das, der; -(e)s, Bälger jemot. neg./ K ind
(1.1): diese ausgelassenen Bälger!
balgen, sich /sw. Vb.; hat; bes. von Kindernj im
Spiel, aus Übermut miteinander ringen, kämpfen,
miteinander raufen: die Jungen balgten sich um
die Bonbons; warum balgt ihr euch denn dauernd?;
dazu Balgerei, die; -,
-en
Balken, der; -s, - 1. langes Stück Schnittholz mit
viereckigem Querschnitt in den Abmessungen von 8
mal 20 bis 20 mal 26 Zentimeter, das bes. im
Bauwesen verwendet wird: ein tragender, schwerer,
morscher B.; (neue) B. einziehen — 2. Sport
Schwebebalken
4- umg. lügen, daß sich die B. biegen (maßlos
lügen)
Balkon, der; -s, -s [..koq] 1. vom Innern einer
Wohnung her zugänglicher, mit dem Fußboden der
Wohnung in einer Ebene liegender Vorbau in Form
einer aus der Außenwand des Hauses herausragen
den Plattform mit einem Geländer od. einer Brü
stung: eine Wohnung mit B.
—
2. stark erhöhter
Teil des Zuschauerraums od. Rang in einem Kino:
wir haben Karten für den B.
Ball, der; -(e)s, Bälle 1.1. kugelförmiger, meist prall
mit Luft gefüllter und beim Aufprall zurückspringen
der Gegenstand aus mehr od. weniger elastischem,
relativ festem Material, der als Spielzeug od. Sport
gerät dien t: den B. werfen, schlagen, abstoßen,
- geben, ins Tor schießen, köpfen; den B. an
nehmen, fangen; jmdm. den B. zuwerfen, Z u
spielen; (mit dem) B. spielen; O einen B. (ein e
K ugel) aus Schnee formen, aus Papier zusammen
knüllen; der rote B. der Sonne — 2 . Schuß, Wurf
mit 1 (auf ein Tor): der Torwart hielt jeden B.,
die schwierigsten Bälle — n . größere, festliche
Tanzveranstaltung: einen B. veranstalten; auf
einen B. gehen
+ jmdm.,
sich die Bälle Zuspielen, zuwerfen
(jmdn., sich einander im Gespräch durch Hinweise
unterstützen); umg. am B. sein, bleiben (einer
Sache auch weiterhin intensive Aufmerksamkeit,
Aktivität widmen)
Ballade, die; -,
-n Gedicht mit epischen, dramatischen
und lyrischen Elementen, das ein handlungsreiches,
oft tragisches Geschehen schildert
Ballast, auch Ballast, der; -(e)s, -e fvorw. Sg .f 1.1.
von Schiffen mitgeführte Last, bes. Wasser, Sand,
die der Einhaltung eines stabilen Gleichgewichts des
Schiffs, seines Tiefgangs dient: Sand, Wasser als
B. aufnehmen 1.2. von Luftschiffen und Ballons
mitgeführte Last aus Sand od. Wasser in Säcken,
die, wenn das Luftfahrzeug Auftrieb erhalten soll,
entleert werden 1.3. unnütze, überflüssige Last: der
zweite Koffer war nur überflüssiger B .; <0 jmdn.,
etw. als B. empfinden
Ballaststoffe, die fPl.f unverdauliche Bestandteile
der aufgenommenen Nahrung
ballen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. zu einem kugel
förmigen Gebilde zusammenpressen: die Hand zur
Faust, die Faust (die Hand zur Faust) b.; Papier
zu einer Kugel b. (formen) 1.2. etw. drängt sich in
dichten Haufen, Klumpen zusammens am Himmel
ballten sich Wolken; O mit geballter (konzen
trierter) Kraft, Energie
Ballen, der; -s, - 1.1.1. fest zusammengepreßter und
verschnürter, oft in derben Stoff eingenähter Packen
bestimmter Produkte, bes. von Baumwolle, Tabak
9*
132
Ballerina — 2Band
(der als Frachtgut versandt wird): ein B. Tabak,
Baumwolle; Tee wird in B. verschifft; ein B. (zu
einem Quader zusammengepreßte Menge) Stroh
1.1.2 . ein B. Stoff (zusammengelegte, aufgerollte
lange Stoffbahn) 1.2. /Zählmaß für Papier und
Leder in Form von 1.1/ — 2. (schwielige, muskulöse)
polsterartige Verdickung an den Enden der Finger
und Zehen, auf den Handflächen und Fußsohlen
des Menschen und bestimmter Tiere — 3. krank-
hafte Verdickung des hinter der großen Zehe liegen
den Knochens am menschlichen F uß : die B. operativ
entfernen — 4 . W urzelballen
Ballerina, die; Ballerinen Tänzerin, Solistin in
einem Ballett
ballern /sw. Vb.; hat, ist/ umg. 1.1. mit Wuchtgegen
etw. schlagen, so daß ein lautes Geräusch entsteht (hat):
gegen, an die Tür b. 1.2. (ist) Steine b. gegen die
Mauer (prallen mit Wucht gegen die Mauer, so daß
ein lautes Geräusch entsteht) 1.3 . etw. mit Wucht
irgendwohin werfen (hat): etw. vor Wut in die Ecke
b.
—
2. anhaltend schießen (hat): mit Platzpatro
nen b.; überall hörte man es b. (hörte man das
Knallen von Explosionen, bes. Schüssen)
+ salopp jmdm. eine b. (jmdm. eine kräftige Ohr
feige geben)
Ballett, das; -(e)s,
-e 1. ausschließlich aus Tanz
(1.1) und Instrumentalmusik bestehendes Bühnen
werk: das klassische B.; ein B. aufführen — 2.
die 1 ausführende Gruppe von Ballettänzern,
- tänzerinnen
Ballett[abend, der Theaterabend, an dem ein
Ballett (1) aufgeführt wird
Balletteuse, die; -n [. .t0 :zo] veraltend Ballett
tänzerin
Ballett| -meister, der jmd., der beruflich ein Ballett
(2) ausbildet und leitet', -musik, die für (ein) Ballett
(1) komponierte M usik; -schule, die Schule, auf der
Ballettänzer und -tänzerinnen ausgebildet werden;
- tänzer, der fSchreibg.: Ballettänzer/ einem Ballett
(2) angehörender Tänzer; dazu -tänzerin, die
jSchreibg. : Ballettänzerin/
Ballistik, die; /o. Pl.j Teilgebiet der Physik, das
sich mit der Bewegung geworfener od. geschossener
Körper im lufterfüllten Raum befaßt; dazu balli
stisch fA dj.; nicht präd.f: ballistische Berechnun
gen; eine ballistische (die Flugbahn eines Körpers,
Geschosses darstellende) Kurve; eine ballistische
Rakete (Rakete, die sich in einer Geschoßbahn bewegt)
Ball|kleid, das festliches Kleid, das auf einem Ball
(II) getragen wird
Ballon, der; -s, -s [..I033] 1*1* durch eine Gasfüllung
seines aus undurchlässigem Stoff bestehenden, vor
wiegend kugeligen Hohlkörpers einen statischen A u f
trieb erhaltender, im übrigen aber antriebsloser Flug
körper, bes. Fessel-, Freiballon: mit einem B. auf-
steigen 1.2 . Luftballon: einen B. aufblasen,
- pusten; bunte Ballons —•2. große, bauchige Glas
flasche mit kurzem Hals: Wein in einen B. ab-
füllen
Ballon] -mütze, die weite, hohe, runde (Schirm)-
m ütze; -reifen, der Reifen mit großem Querschnitt,
bes. für Fahrräder
Ball] -spiel, das (im Sport als Wettkampf zwischen
zw ei Mannschaften ausgetragenes) Spiel mit einem
Ball; -teehnik, die Ballspiele beim Umgang mit
dem Ball erforderliche Technik (3)
Ballungs| -gebiet, das Gebiet mit großer Bevölke
rungsdichte, in dem sich viel Industrie konzentriert;
- raum, der Ballungsgebiet
Ball|Wechsel, der T en nis das Hinundherschlagen
des Balls über das N etz: ein schneller B.
Balsam, der; -s, -e [..za:m] 1. jvorw. Sg .f 1.1.
dickflüssiger, aus Harzen und ätherischen Ölen be
stehender, aromatischer, von verschiedenen Bäumen
gewonnener Stoff, der für Heilmittel, Lacke, Firnisse
verwendet wird 1 .2 .1.1 enthaltendes Heilmittel: etw.
mit B. einreiben — 2. fo. PI ./ scherzh. Linderung,
W ohltat: etw. ist B. für jmds. Schmerz, wundes
Herz
Balustrade, die; -,
-n Geländer, das aus kleinen,
oben miteinander verbundenen Säulen besteht
Balz, die; -,
- en \vorw. Sg .; von bestimmten größeren
Vögelnf 1. das Balzen — 2. Paarungszeit
balzen /sw. Vb.; hat; vom Männchen vor allem
bestimmter größerer Vögel/ vor der Paarung durch
Lockrufe und auffallendes Verhalten um das Weib
chen werben: ein balzender Auerhahn
Bambus, der; -/ -ses,
-se 1.1 . fvorw. Sg.f in den
Tropen und Subtropen verbreitetes Gras mit rasch
wachsenden, nach einem Jahr verholzenden, bis SO
Meter hohen und 60 Zentimeter dicken, röhrenartigen
Halmen 1.2. jo. Pl.f Bambusrohr: etw. aus B.
flechten
Bambus|rohr, das fo . Pl.f getrocknete Halme des
Bambus (1.1)
Bammel, der /in der Verbindung/ umg. femot.f
(einen) B. haben Angst haben: er hatte (einen)
großen B. vor der Prüfung
bammeln fsw. Vb.; hat/ landsch. baumeln
banal fAdj.f 1.1 . abgedroschen, nichtssagend, geist
los: banale Worte; ein banaler Witz 1.2 . das ist
eine ganz banale (in nichts außergewöhnliche) Ge
schichte
Banalität, die; -en 1. fo. P I .; zu banal/ das Banal
sein; zu 1.1: die B. seiner Worte — 2. geistlose
Äußerung, Gemeinplatz: Banalitäten sagen, äußern
Banane, die; -,
-n in Büscheln zusammenstehende
längliche, gelbliche Frucht einer in vielen Arten vor
kommenden tropischen Pflanze(ngattung)
Bananen]Stecker, der Elektrotechn. kleiner,
einpoliger Stecker
Banause, der; -n, -n jmd., der ohne ausreichende
Kenntnisse auf dem in Frage stehenden Gebiet, ohne
Verständnis für etw., bes. die Kunst, ist und sich
daher den betreffenden Dingen gegenüber unan
gemessen verhält, sie falsch einschätzt und beurteilt
xBand, das; -(e)s, Bänder/-e I. fPl. Bänder/ 1.
schmaler gewebter Streifen mit festen Rändern: ein
schmales, breites B .; bunte Bänder; ein B. aus
Seide; das B. knoten, binden — 2. fvorw. Pl.f
elastischer Strang aus Bindegewebe, der Knochen
verbindet od. innere Organe befestigt: die Bänder
sind gedehnt — 3. Fließband: am B. arbeiten,
stehen — 4. Förderband — 5. Tonband: Musik,
einen Vortrag auf B. aufnehmen; etw. auf B.
sprechen; das B. löschen — 6 . Handw. Band
eisen, Beschlag zum Befestigen von Teilen, bes. eines
Tür-,
Fensterflügels an der Haspe — II . fPl.
-e;
nur im Pl.f geh. die Bande (Bindungen 1.2) der
Liebe, Freundschaft
+ umg. am laufenden B. (fortwährend); — außer
/ Rand und B. sein, geraten
2Band, der; -(e)s, Bände einzelnes Buch bes. eines
aus mehreren Büchern bestehenden Werkes: Goethes
3Band — Bann
133
Werke in zehn Bänden; Uhlands (ausgewählte)
Werke in einem B .; ein schmaler, dicker B .; ein
B. Gedichte
+ umg. das spricht Bände (ist sehr vielsagend)
3Band, die;
-s [bent] Kapelle, die Jazz, Tanz
m usik spielt
Bandage, die; -n [.. da :3c]: zum Schutz bestimm
ter Partien des Körpers bes. beim Sport od. bei
bestimmten körperlichen Gebrechen angelegter, Halt
und Stütze gebender fester Verband od. bei bestimm
ten körperlichen Gebrechen verwendeter orthopädi
scher, vorwiegend textiler Gegenstand, z. B . Bruch-
band, Stützkorsett, Gummistrumpf
bandagieren /sw. Vb.; hat/ [..3i:..]j jmdn., einen
Körperteil b. (jmdm. eine Bandage anlegen, um
einen Körperteil eine Bandage legen)
Bandagist, d e r; -en,
-en [ ..3ist] Prothesen und
stützende orthopädische Gegenstände herstellender
Facharbeiter
Bande, die;
-n 1.1. (organisierte) Gruppe von
Menschen, die gemeinsam Straftaten begehen: die
B. verübte mehrere Überfälle, Einbrüche; der An
führer der B. konnte festgenommen werden —
2. fo. Pl.j oft scherzh. größere Anzahl vonPersonen,
bes. von Kindern, Jugendlichen, die gemeinsam etw.
unternehmen: eine fröhliche, ausgelassene B.; ihr
seid vielleicht eine B .!
—
II. Sport feste, ver
schieden hohe Einfassung der Fläche, auf der ge
spielt wird, bes. bei Billard, Eishockey
Band|eisen, das bandförmig gewalztes Eisen (5)
Banderole, d ie;
-n Papierstreifen mit Aufdruck,
bes. zum Verschluß von Verpackungen zoll- od.
steuerpflichtiger Waren: die B. an einer Zigaretten
schachtel
band/Band] -förmig fAdj.f in der Form eines
1Bandes (LI); -gesellwindigkeit, die Geschwindig
keit, mit der ein Fließband, Tonband läuft
bändigen jsw. Vb.; hat/ ein Tier, jmdn., etw. unter
seinen Willen zwingen, zum Gehorsam bringen:
Raubtiere b.; das Pferd war kaum zu b.; die aus
gelassenen Kinder waren kaum zu b.; <C> Natur
kräfte b.
Bandit, auch Bandit, der; -en, -en Verbrecher, der
(in Gemeinschaft mit anderen) schwere Straftaten
begeht, begangen hat: die Banditen hatten mehrere
schwere Raubüberfälle verübt
Band| -maß, das fPl.
- ef aufrollbares Metermaß;
-säge, die durch einen Motor angetriebene Säge mit
einem endlosen, bandförmigen, rotierenden Säge
blatt; -scheibe, die zwischen je zwei benachbarten
Wirbeln (4) liegender K norpel; -scheibenschaden,
der; -wurm, der als Parasit im Darm von Men
schen und Tieren lebender langer Plattwurm
bang(e), banger/bänger, bangste/bängste fA d j.f
an gstvoll: in banger Erwartung, voll banger Sorge
sein; jmdm. ist b. (zumute); scherzh. ihm wurde
bang und bänger (er bekam immer mehr Angst)
-f- jmdm. wird (es) / angst und bange
Bange, die; -, jo. Pl.f landsch.,
bes. norddt.
Angst (1.1): nur keine B.!; ich habe gar keine B.,
daß ...
bangen jsw. Vb.; hat/ 1. um jmdn., etw. b . sich
um jmdn. ängstigen, sich um jmdn.,
etw. sorgen:
die Mutter bangte um ihr krankes Kind — 2.
landsch. nach jmdm. b. sich nach jmdm. sehnen,
auf jmdn. mit Sehnsucht warten: die Kinder bang
ten nach der Mutter — 8 . jmdm. bangt es vor etw.
jmd. fürchtet sich vor etw.: mir bangt es vor dem
Kommenden
bänglich fA d j.f ängstlich (1.1): jmdm. ist b. zu
mute; ein bängliches Gesicht machen
Banjo, das; -s, -s Zupfinstrument mit langem Hals
und trommelförmigem Resonanzkörper
Bank, die; -, Bänke/-en I. fPl. Bänke/ 1.1 . meist
aus Holz gefertigte Sitzgelegenheit, die mehreren
Personen nebeneinander Platz bietet: sich (im Park,
im Wartezimmer) auf eine B. setzen; eine frisch
gestrichene, harte B. 1.2. Schulbank: in der vorder
sten B. sitzen; aus der B. heraustreten — 2.1.
Sandbank: das Schiff ist auf eine B. gelaufen 2.2.
Austernbank; Korallenbank — II. fPl.
-en/ 1.
öffentliche Institution, die sich mit der Vermittlung
des Zahlungsverkehrs, der Ansammlung zeitweilig
freier (Geld)mittel, der Annahme von Depositen und
der Gewährung von K rediten befaßt: ein Konto bei
der B. haben, eröffnen — 2. Gebäude von 1 —
Btt. fo. PL; bei Glücksspielen! Einsätze, die der
Bankhalter verwaltet: die B. halten (die Funktion
des Bankhalters ausüben); die B. sprengen (das
gesamte, vom Bankhalter verwaltete Geld gewinnen)
+ vor leeren Bänken (vor wenigen Zuschauern,
-h örern) spielen, sprechen; umg. etw. auf die lange
B. schieben (etw. aufschieben); durch die B. (ohne
Ausnahme, durchweg)
Bankett, das; -(e)s, -e aus besonderem A nlaß od.
zu jmds. Ehren gegebenes festliches Essen : die
Regierung gab ein B. zu Ehren des hohen Gastes
Bank| -geheimnis, das fo. Pl.f Verpflichtung einer
Bank (II.1), finanzielle Verhältnisse eines Kunden
vor Dritten geheimzuhalten; -guthaben, das Gut
haben, das jmd. bei einer Bank (II. 1) hat; -halter,
der /bei Glücksspielenf Person, die die Einsätze ver
waltet (und gegen die übrigen Spieler spielt)
Bankier, der; -s,
-s [..ie:] Inhaber, Eigentümer
einer privaten Bank (II.1), Mitglied des VorStandes
eines kap. Bankunternehmens
Bank| -konto, das Konto bei einer Bank (IL1);
-note, die von der Notenbank herausgegebenes gesetz
liches Zahlungsmittel in Form eines graphisch gestalte
ten, einen bestimmten Wert ausweisenden Stücks P a
p ie r : neue Banknoten in Umlauf bringen; -raub,
der Raub, der in einer Bank (II.2) verübt wird
bankrott fAdj.; von kap. Unternehmen, Unter
nehmern! zahlungsunfähig: er, der Betrieb, das
Geschäft ist b.; b. gehen (zahlungsunfähig werden)
Bankrott, der; -(e)s, -e 1.1. Zahlungsunfähigkeit
eines kap. Unternehmens, Unternehmers: den B.
erklären; kurz vor dem B. stehen; fin der Ver
bindung/ B. machen (zahlungsunfähig werden) 1.2.
ein politischer B. (Scheitern einer Politik)
Bann, der; -(e)s, jo. Pl.f 1. von jmdm., etw. auf
jmdn. ausgehende, ihn allem anderen entrückende
starke Wirkung, überwältigende Faszination: (ganz)
im B. des Geschehens, des Spieles, der Musik sein;
jmdn. in seinen B. ziehen (fesseln, faszinieren); er
hielt alle in seinem B .; <> endlich war der B.
(die anfängliche Zurückhaltung) gebrochen; den B.
des Schweigens brechen — 2. vom P ap st verhängte
Strafe, die darin besteht, daß der Betroffene aus
der kirchlichen Gemeinschaft od. zeitweilig von der
Teilnahme an den Sakramenten ausgeschlossen wird:
den B. über jmdn. verhängen, aussprechen; jmdn.
mit dem B. belegen
+jmdn.in/AchtundB.tun
134
bannen — Barren
bannen /sw. Vb.; hat/1.1. etw., jmd. bannt jmdn.
etw., jmd. ziehtjmdn. in seinen Bann: jvorw. im Part.
P rä t.f die Zuschauer waren, lauschten (wie) ge
bannt; von etw., jmdm. gebannt sein 1.2 . /nach
abergläubischen Vorstellungen! den Teufel, Geister,
Dämonen b. (durch Magie am Wirken hindern)
1.8 . eine Gefahr b. (abwenden, beseitigen) — 2.
veraltend geh. etw. auf etw. b. etw. im Bild,
durch Aufzeichnung festhalten: Gedanken aufs
Papier, in Satze, eine Landschaft auf die Lein
wand b.
Banner, das; -s,
-
1.1. an einer quer mit dem
Schaft verbundenen Stange befestigte Fahne: das B.
tragen; O das B. des Fortschritts 1.2 . Orden B.
der Arbeit /hohe staatliche Auszeichnung der DD R/
bannig /Adj.; nicht präd.j norddt. umg. fdrückt
emotional einen hohen Grad aus/: er hatte bannige
(große) Angst; es war b. (sehr) kalt; es tat b. weh
Bann| -kreis, derveraltend: injmds. B. (Einfluß
bereich 1.1) geraten; -meile, die 1. W eichbild od .
nähere Umgebung eines Ortes: innerhalb der B. von
N — 2. in bürgerl. Staaten die nähere Umgebung des
Parlaments (2), in der Kundgebungen verboten sind
bar /Adj./ I . fnicht präd.j in Geldscheinen, Münzen:
etw. (in) b. , in barem Geld bezahlen; etw. nur
gegen b. (gegen Barzahlung) verkaufen — II .l . /nur
attr.f rein (1.3 .2): das ist barer Unsinn, Zufall, bare
Erfindung — 2. /nur präd.j veraltend geh.: b.
allen, jeden, jeglichen Gefühls (völlig ohne Gefühl)
sein; jeder Vernunft b. sein — 8 . /nicht adv./ v er
altend geh. mit barem Haupte (ohne Kopf
bedeckung)
+ etw. für bare / Münze nehmen
xBar, die; -s 1. kleines intimes (NacM)lokal mit 2,
auch entsprechend ausgestatteter Raum (als Teil
einer größeren Gaststätte): in eine B. gehen — 2 . er
höhte Theke (1) mit dazugehörigen hohen Hockern:
an der B. sitzen
2Bar, das; -s, -s jMaßeinheit des Luftdrucks/
Bär, der; -en, -en in zahlreichen Arten vorkommendes
Raubtier mit gedrungenem Körper, dickem Pelz
und kurzem Schwanz: Bären jagen, zähmen
+ umg. jmdm. einen Bären aufbinden (jmdm. etw.
Unwahres so erzählen, daß. er es glaubt)
Baracke, die; -,
-n einfacher, einstöckiger, nicht
unterkellerter, auf einem Fundament zu montieren
der behelfsmäßiger Bau, vorwiegend aus vorgefer
tigten Holz- od. anderen leichten Bauteilen
Barbar, der; -en, -en roher, grausamer, inhumaner
M e n s c h : Barbaren haben das Grabmal geschändet
Barbarei, die; -,
-en 1. fo. Pl.f Unmenschlichkeit,
Grausamkeit: Akte der B.
—
2*jo. P L; vorgeschicht
liche Entwicklungsetappe der Menschheit! — 8 .
durch 1 gekennzeichnete Handlung
barbarisch /Adj./ 1. roh, grausam, unmenschlich:
jmdn. b. schlagen, behandeln, foltern; eine bar
barische Haft — 2. sehr unkultiviert (1): das sind ja
barbarische Sitten — 8 . umg. /drückt emotional in
negativem Sinne einen hohen Grad aus/: eine bar
barische (sehr große) Hitze, Kälte; wir haben b.
(sehr) gefroren
bär|beißig fAdj.f grimmig, brummig, unfreundlich:
ein bärbeißiges Gesicht machen; b. aussehen
Bar|betrag, der Betrag an Bargeld: über größere
Barbeträge verfügen
barbieren fsw. V b .; hat/
+ jmdn. über den / Löffel b.
Barchent, der; -s, -e auf der linken Seite aufgerauh
tes, dichtes Gewebe, vorwiegend aus Baumwolle: ein
Nachthemd aus B.
Bar|dame, die Angestellte, die an einer 1Bar (2) die
Gäste bedient
Bären] -dienst, der -J
-
jmdm. einen B. (einen gut
gemeinten, aber sich als nachteilig herausstellenden
Dien st) erweisen, leisten; -feil, das; -haut, die
+ auf der B. liegen (faulenzen); -hunger, der umg.
lemot.f großer Hunger
Barett, das; -(e)s, -e flache runde od. viereckige, an
den Seiten versteifte Kopfbedeckung ohne Rand und
Schirm
bar/Bar] -fuß /Adv./ mit bloßen Füßen: b. gehen;
dazu -füßig IAdj./; -geld, das fo. Pl.j Münzen od.
Banknoten als Zahlungsmittel im Gegensatz zum
Sch eck: kein, nicht genügend B. bei sich haben;
- geldlos fA d j.f : bargeldloser Zahlungsverkehr (Zah
lungsverkehr, der über Scheck od. durch Abbuchen
abgewickelt wird); -häuptig fAdj.f ohne K opf
bedeckung; -hoeker, der hoher Hocker an einer 1Bar
(2)
Bariton, auch Bariton, der; -s, -e [.. ton] 1. fo. PI./
mittlere Stimmlage bei Männern zwischen Tenor und
Baß: er hat einen weichen B.
—
-
2. Sänger mit 1:
ein berühmter B.
Bariton|, auch Bariton[stimme, die fo. Pl.f Bariton
(1)
Barium, das; -s, jo. Pl.j zu den Leichtmetdllen ge
hörendes chemisches Element
Bark, die; -,
- en Segelschiff mit mindestens drei
Masten
Barkasse, die; -,
-n größeres Motorboot, das bes. in
Häfen eingesetzt wird
Barke, die; -,
-n kleines Boot ohne Mast und Antrieb
( 1.1)
Bar|keeper, der; -s, - [ . .ki:por] jmd., der an einer
xBar (2) die Gäste bedient
barmen fsw. Vb.; hatf landsch. 1. jammern, kla
gen: jmdm. die Ohren voll b.; sie hat immer was
zu b.
—
2. jmdn. erbarmen, mit Mitleid erfüllen:
der Kranke barmt mich
barmherzig /Adj.; meist im Rahmen religiöser, bes.
christlicher Einstellung gebraucht/ die N ot anderer
mitfühlend und sie zu lindern suchend, mitleidig:
sich b. zeigen; b. (gegen jmdn., mit jmdm.) sein;
dazu Barmherzigkeit, die; -, fo. PI./: ein Werk der
B.; B. üben; etw. aus B. tun
Bar] -mittel, die fPl.f Bargeld: seine B. waren er
schöpft; -mixer, der jmd., der an einer 1Bar (2) die
Getränke mixt
barock /Adj./ im Stile des Barocks gestaltet: ein
barocker Bau; eine barocke Kirche; barocke Musik,
Malerei
Barock, der, das; -s/-, fo. Pl.f durch Formenreich
tum, bes. durch ovale, geschweifte Formen und
üppigen Schmuck gekennzeichneter Stil der euro
päischen Kunst in der Zeit von etwa 1600 bis 1750
Barometer, das; -s,
-
Gerät zur Bestimmung des
Luftdrucks in der Atmosphäre: das B. steigt, fällt
Baron, der; -s, -e /Adelstitelf
Barren, der; -s, - 1 . Turngerät, bestehend aus zwei
parallel laufenden Holmen, die auf je zwei in der
Höhe verstellbaren Ständern angebracht sind —
2. in Form einer Stange, eines Quaders gegossenes
Stück eines beliebigen Metalls außer Eisen, meist
eines Edelmetalls: ein B. Gold
Barriere — Bataillon
135
Barriere, die;
-n [..ie:ro, . .is:ro] Sperre, Hin
de r n is : eine B. aufstellen, errichten; die B. öffnen,
durchbrechen; 0> Barrieren abbauen, um zu einer
Verständigung zu kommen
Barrikade, die;
- n aus beliebigem vorhandenem
Material aufgebautes, eine Straße sperrendes Hinder
nis bes, zur Verteidigung im Straßenkampf: Bar
rikaden errichten; eine B. aus Steinen; auf den
Barrikaden kämpfen; sich hinter einer B. ver
schanzen, verteidigen
barsch fAdj.f mit rauher, unfreundlicher Stimme,
kurz angebunden: jmdn. b . anfahren; eine barsche
Antwort; etw. in barschem Ton sagen
Barsch, Barsch, der; -es, -e in zahlreichen A rten
vorkommender, im Süßwasser räuberisch lebender
Knochenfisch, der als Speisefisch genutzt wird
Barschaft, die;
- en fvorw. Sg .f Gesamtheit des
Bargeldes, über das jmd. verfügt: seine ganze B.
bestand aus 20 Mark
Barjscheck, der Scheck, der vom Zahlungsinstitut
bei Aushändigung in bar ausgezahlt wird
Bart, der; -(e)s, Bärte LI. Haar auf dem unteren
Teil des Gesichtes und unter dem Kinn beim Mann:
ein langer B.; sich einen B. wachsen lassen; den B.
abrasieren, -nehmen, stutzen; er hat einen starken
B. (Bartwuchs) — 2. als Tastorgan dienende Haare
an der Schnauze vieler Säugetiere — II. Teil des
Schlüssels, mit dem beim Drehen im Türschloß der
Riegel zum Zu- od.' A u fschließen beiseite geschoben
w ird: der B. ist abgebrochen
-j- umg. der B. ist ab (jetzt ist es aber genug) \; etw.
hat (so) einen B. (ist längst bekannt) ; etw. in seinen
B. (hinein)brummen, murmeln (etw, leise u n d u n
deutlich vor sich hin sagen)',
jmdm. um den B.
gehen (jmdm, schmeicheln, um etw, zu erreichen) ; —
ein / Streit um des Kaisers B.
Barteln, die \Pl.f lange Fäden aus Haut, die von den
Mäulern mancher Fische herabhängen und als
Tastorgane dienen
bärtig fAdj.; nicht adv.f mit einem (Voll)bart: ein
bärtiger Mann
Bartj -stoppeln, die fPl,f kurze, steife Haare des
Bartes, die regelmäßig abrasiert werden; -wuchs, der:
er hat einen starken B.
Barzahlung, die sofortige Bezahlung einer Ware in
bar
Basalt, der; -(e)s, -e schwärzliches vulkanisches Ge
stein, das als Baustoff und, Schotter verwendet wird
Basar, der; -s, -e 1. Viertel, Straße od, Platz mit
vielen Geschäften von Einzelhändlern in einer orien
talischen Stadt — 2. Verkauf unentgeltlich zur Ver
fügung gestellter Gegenstände, dessen Erlös einem
bestimmten gesellschaftlichen Zweck zugeführt werden
soll
Base, die;- , -nI. chemische Verbindung, die mit
Säuren Salze bildet — II. veraltend Cousine
Baseball, der; -s, /o. Pl.f [be:sbo:l] amerikanische
A rt des Schlagballs (2)
basieren jsw . V b ,; hat/ etw. basiert auf etw. etw.
gründet, stützt sich auf etw., hat etw. als Basis: der
Plan basierte auf der Vorstellung, daß ...
Basilika, die;
Basiliken T ypu s des mittelalter
lichen Kirchenbaus, der aus einem langgestreckten
Teil mit Mittelschiff und zwei bis vier niedrigeren
und schmaleren Seitenschiffen und einem dazu quer
stehenden T eil besteht: eine romanische B.
Basilikum, das; -s, fo. Pl.f Lippenblütler mit rötlich
weißen Blüten, der als Gewürz- und Heilpflanze ver
wendet wird
Basis, die; -, Basen 1. fvorw. Sg .j Gesamtheit der
Produktionsverhältnisse, ökonomische Struktur der
Gesellschaft in einer bestimmten Etappe ihrer Ent
wicklung: die Wechselwirkung von B. und Über
bau — 2. Grundlage: diese Theorie ruht, steht auf
einer sicheren, soliden B .; eine gemeinsame B.
finden; einer Sache die B. entziehen — 3. A rch i
tekt. 8 .1 . sich verbreiternder unterster Teil von
Säulen und Pfeilern 3.2. Unterbau (1) — 4.1. Math.
Zahl, mathematische Größe, der ein Exponent bei
gegeben ist 4.2. G eom etrie Grundfläche, Grund
linie: die B. eines Dreiecks, einer Pyramide —
5. Stützpunkt (1.2)
basisch /Adj.; vorw. attr. u. adv./ Chem. die Wir
kung einer Base (I) habend, alkalisch: eine b. rea
gierende Lösung
Baskenmütze, die schirm- und randlose, weiche,
flache Mütze
Basketball, auch Basketball, der fo. Pl.f Ballspiel
zwischen zwei Mannschaften, bei dem der Ball nach
bestimmten Regeln in den Korb des Gegners geworfen
werden muß
baß fAdv.f veraltend scherzh.:b. (außerordent
lich, sehr) erstaunt, verwundert sein
Baß, der; Basses, Basse 1. fo. Pl.f tiefste Stimmlage
bei Männ ern : er hat einen wohlklingenden, vollen
B.
—
2. Sänger mit 1, Bassist — 3. Kontrabaß —
4. fo. Pl.j Mus. Generalbaß
Baß|geige, die Kontrabaß
Bassin, das; -s, -s [bassq, auch base] künstlich an
gelegtes Becken zur Aufnahme von Wasser: das
Wasser im B. erneuern
Bassist, der; -en, -en B aß (2)
Baßstimme, die 1. /o. Pl.f Baß (1) — 2. Noten
vorlage für den Baß (1)
Bast, der; -es, -e 1. unter der Rinde von Pflanzen
liegendes Gewebe mit zahlreichen festen Fasern —
2. /o. Pl.f aus 1 gewonnene Fasern, die bes. zum
Flechten und Binden verwendet werden: ein Unter
setzer, eine Tasche aus B.
—
3. fo. Pl.f behaarte
Haut am wachsenden Geweih, Gehörn bestimmter
Säugetiere
basta umg. /Ausruf, der eine Äußerung. unter
streicht, abschließt und weitere Einwände aus-
schließtf Schluß!, jetzt Schluß damit\: du gehst
jetzt ins Bett, und damit b .!
Bastard, der; -(e)s, -e 1. Biol. aus einer Kreuzung,
auch aus Inzucht hervorgegangenes Tier, auch
Pflanze — 2. veraltend uneheliches, vom Vater
anerkanntes Kind eines Adligen und einer nicht
seinem Stand angehörenden Frau
Bastei, die; -,
-en Bastion
basteln fsw. Vb.; hat/ (in seiner Freizeit) kleinere,
bestimmtes Geschick erfordernde handwerkliche
Arbeiten zur Herstellung, Reparatur od. Verbesserung
von etw. ausführen: er bastelt gern, ständig an
seinem Auto; etw. b .: eine Puppenstube b.
Bast|faser, die Faser des Bastes (1)
Bastion, die; -,
-en vorspringender Teil an einer
Festung des 17. und 18. Jhs.
Bastler, der; -s, - jmd., der viel und gern bastelt
Bast zu Bast 2 |-matte, die; -tasche, die
Bataillon, das; -s, -e [bataljom] Mil. größte tak
tische Einheit der Streitkräfte, die aus mehreren
Kompanien einer Waffengattung bestehen kann
136
Batik — bauen
Batik, die; -,
-en 1. /o. PL/ Technik des Färbens von
Stoffen, bei der dadurch, daß jeweils nicht einzu
färbende Flächen mit Wachs abgedeckt werden, eine
bestimmte Musterung entsteht — 2. nach der Technik
von 1 gefärbter Stoff
batiken fsw. Vb.; hat/ Stoff unter Anwendung von
Batik (1) einfärben: sie hat (ein Tuch) gebatikt
Batist, der; -(e)s, -e durchscheinendes Gewebe aus
sehr feinen Fäden: eine Bluse, ein Taschentuch aus
B.
Batterie, die; -,
-n [. .i:an] 1.1.1. als Speicher und
Quelle für Elektroenergie dienendes Gerät, dienende
Vorrichtung: eine B. von 12 Volt; die B. aufladen
1.2 . Techn. zusammengeschaltete od.
-gestellte A n
zahl gleicher Geräte od. Einrichtungen zur Erhöhung
der Leistung — 2. Mischbatterie — 3. umg. eine B.
(große Anzahl) leerer Bierflaschen — II . Mil. tak
tische Einheit der Artillerie
Batzen, der; -s, - 1. (größerer) Klumpen bes. einer
weichen, klebrigen Masse: ein B. Lehm, Erde klebt
an den Rändern — 2. umg. femot.f ein B. (eine
größere Summe) Geld: das hat einen ganzen B.
(Geld) gekostet
Bau, der; -(e)s, -ten/-e 1. fo. PL; zu bauen 1/ das
Bauen; zu 1.1: der B. von Wohnungen, einer
Straße, Brücke; sich im, in B. befinden; zu 1.2:
der B. von Maschinen, Schiffen — 2 . fo. Pl.f er ar
beitet auf dem B. (ist Bauarbeiter) — 8 . /PL -ten/
Bauw erk: ein großer, imposanter, moderner B .;
gesellschaftliche Bauten — 4 .1 . /PL -e/ System
(unterirdischer) Gänge und Räume, in denen be
stimmte (Säuge)tiere leben, ihre 2Jungen zur Welt
bringen und aufziehen: der B. des Fuchses, Dach
ses 4.2. jo. PL/ umg. bei dem Wetter gehe ich nicht
aus dem, meinem B. (aus dem Haus, meiner Woh
nu ng); den ganzen Tag im B. hocken, bleiben —
5. /PL -e/ Bergbau Grubenbau — 6 ./o.PL;DDR
veraltend umg./ drei Tage B. (Arrest 1.1) be
kommen — 7. Jo. PL/ 7.1. Art der menschlichen
Statur, Körperbau: von schlankem, kräftigem B.
sein 7.2 . Gliederung, Struktur: der B. eines Atoms;
der B. des klassischen Dramas
+ umg. vom B. sein(vom Fach sein, Fachmann auf
einem bestimmten Gebiet sein)
Bau] -abnahme, die Abnahme eines fertiggestellten
Bauwerkes; -abschnitt, der 1. Teil eines größeren
Bauvorhabens, der in einem bestimmten Zeitraum
realisiert wird: einen neuen B. beginnen — 2. Zeit
raum, in dem ein Teil eines größeren Bauvorhabens
realisiert wird: in diesem B. wird eine Kaufhalle
gebaut; -arbeiten, die /PL/ Arbeiten an einem Bau
werk: die B. gehen zügig voran; -arbeiter, der
Produktionsarbeiter im Bauwesen; -aulsicht, die:
die Staatliche B. (Kontrollorgan des Bauwesens in
der DD R bei der Verwirklichung und Durchführung
aller baulichen Maßnahmen); -aufzug, der Aufzug
für die Beförderung von Baumaterial; -betrieb, der
Betrieb in der Bauwirtschaft
Bauch, der; -(e)s, Bäuche 1. zwischen Zwerchfell
und Becken liegender Teil des Rumpfes beim M en
schen und bei Wirbeltieren: den B. einziehen; auf
dem B. liegen, schlafen — 2. durch Fettansatz her
vorgerufene Wölbung an 1: er hat einen B. bekom
men, angesetzt —8 . umg. das Innere von 1, bes. der
Magen: jmdm. tut der B. weh
+ umg. sich den B. vor Lachen halten (sehr
lachen müssen); sich den B. vollschlagen (sehr
viel essen); — sich die / Beine in den B. ste
hen; jmdm. ein / Loch, Löcher in den B. fra
gen; / Wut im B. haben
Bauch| -decke, die die Bauchhöhle nach außen ab
schließende Schicht aus Muskeln und Bindegewebe;
- feil, das fvorw. Sg./ die Bauchhöhle auskleidende
und die in ihr liegenden Organe umschließende
Haut; -fleisch, das; -flösse, die Flosse am Bauch
der Fische; -höhle, die \vorw. Sg./ durch das
Zwerchfell von der Brusthöhle abgetrennter Raum bei
Säugetieren und Menschen
bauchig /Adj./: eine bauchige Vase (Vase mit nach
außen gewölbter Wandung)
bauch/Bauch| -kitzeln fV b .f s. gebauchkitzelt;
- k latscher, der; -s, - s alopp ungeschickt ausgeführ
ter Kopfsprung, bei dem der Springer mit dem Bauch
aufschlägt; -kneipen, das; -s, /o. Pl.f umg. scherzh,
Bauchschmerz; -knöpfchen, das; -s, - Kinderspr.
Nabel: -laden, der /PL -läden/ umg. an einem um
den Hals gelegten Riemen befestigtes Brett od.
kastenartiges Gestell, auf dem Waren zum Verkauf
angeboten werden; -landung, die umg. Landung
eines Flugzeugs auf der Unterseite des Rumpfes,
weil das Fahrgestell nicht (ordnungsgemäß) aus
gefahren werden konnte
bäuchlings /Adv./ 1.1. auf dem Bauch: b. auf dem
Bett liegen 1.2. auf den Bauch: b. auf den Boden
stürzen
Bauch| -muskel, der einer von verschiedenen M us
keln, die die Bauchhöhle nach vorn begrenzen; -mus-
kulatur, die vgl.
- muskel; -nabel, der N abel; -pibs,
der Vertreter mehrerer Arten von Pilzen, deren
Sporen in kugeligen Fruchtkörpern reifen : der Bofist
ist ein B .; -redner, der (als Artist auftretende) Per
son, die mit den Muskeln des Kehlkopfes und dem
Gaumensegel Worte formen kann, wobei der Mund
nicht wie beim normalen Sprechen bewegt wird;
- schmerz, der \vorw. PL/ umg. Schmerz im Bauch
(3): heftige Bauchschmerzen haben; -Speicheldrüse,
die Enzyme und Hormone absondernde Drüse, die
beim Menschen hinter dem Magen zwischen Zwölf
fingerdarm und Milz liegt; -tanz, der von einer
Tänzerin vorgeführter orientalischer Tanz, bei dem
die Tänzerin Hüften und Bauchmuskeln rhythmisch
bewegt; -weh, das umg. Bauchschmerz
Baude, die; -,
-n alleinstehendes Haus im Gebirge,
das bes. als Unterkunft für Touristen dient od. als
Gasthof eingerichtet ist
Bau| -denkmal, das (unter Denkmalschutz stehendes)
Bauwerk, Gebäude von großer künstlerischer, histo
rischer Bedeutung; -element, das vorgefertigter B e
standteil 1.1. Bauw. für ein Gebäude, der mit an
deren zusammengefügt, montiert werden kann 1.2 .
Elektrotechn. zum Aufbau elektrischer, elek
tronischer Schaltungen und Geräte 1.8. Techn. zum
Bau technischer Geräte, Maschinen
bauen /sw. Vb.; hat/ 1.1. ein Bauwerk herstellen, er
richten: ein Haus, eine Straße, Brücke, einen Tun
nel b.; es sind viele neue Wohnungen gebaut wor
den; hier wird (noch) gebaut; er hat die Absicht zu
b. (sich ein Haus errichten zu lassen); an einer
Straße, Brücke b. (mit der Herstellung einer Straße,
Brücke beschäftigt sein) 1.2. ein technisches Produkt
hersteilen, das in der Regel aus vielen Einzelteilen
zusammengefügt wird: Motoren, Maschinen, Schiffe,
Flugzeuge, Orgeln b.; umg. scherzh. sich einen
Anzug b. (vom Schneider anfertigen) lassen 1.8 . /von
xBauer — Baumblüte
137
Tieren/: der Vogel baut (sich) {macht) ein Nest —
2. umg. ein Examen, sein Abitur b. {oblegen 4) —
8. umg. einen Unfall b. {verursachen) — 4 . in be
stimmter Weise gebaut sein 4.1 . in bestimmter
Weise gewachsen (1) sein: er ist schlank, kräftig ge
baut; O umg. so wie du gebaut bist (50wie du ver
anlagt bist, nach deinen Fähigkeiten), schaffst du
das spielend 4.2. in bestimmter Weise gegliedert,
aufgebaut sein: ein geschickt gebauter Krimi —
5. Nutzpflanzen anbauen: Kartoffeln, Gemüse, Ge
treide b.
—
6. auf jmdn., etw. b. sich auf jmdn., etw.
verlassen, jmdm.,
einer Sache fest vertrauen: auf
seinen Freund, sein W ort, Versprechen kann er b.
+ / Betten b.; jmdm. (goldene) / Brücken b.;
jmd. hat auf / Sand gebaut; / Scheiße b.;
sie hat nahe, dicht am / Wasser gebaut
^ a u er, der; -n/selten -s, -n 1. Vertreter landwirt
schaftlich tätiger Produzenten, die in den verschie
denen ökonomischen Gesellschaftsformationen eine
unterschiedliche gesellschaftliche Stellung einnehmen,
in der D D R als Klasse der Genossenschaftsbauern
neben der Arbeiterklasse eine Grundklasse der soz.
Gesellschaft bilden und über genossenschaftlich-soz.
Eigentum verfügen: die Ausbeutung der Bauern im
Feudalismus; das Bündnis der Arbeiter und Bau
ern; die Bauern der LPG, KAP konnten die Früh
jahrsbestellung termingerecht abschließen — 2. F i
gur im Schachspiel, mit der gerade nach vorn ge
zogen und schräg vorwärts geschlagen wird
2Bauer, das, auch der; -s, - Vogelkäfig bes. fü r Vö
gel, die in der Wohnung gehalten werden
Bäuerin« die; -nen /zu 1Bauer 1/
bäuerlich /Adj.; z u 1Bauer 1/
Bauern| -frühstück, das Gericht aus Bratkartoffeln
mit Rührei und Speck; -haus, das in überlieferter
Bauweise, jedoch regional unterschiedlichen Formen
errichtetes bäuerliches Wohngebäude {mit Neben
gebäuden); -hof, der Wohnhaus, Wirtschafts
gebäude {und Felder) umfassendes Anwesen eines
Einzelbauern; -möbel, die fPl.f Möbel in einem in
bäuerlichen Gegenden entwickelten und gebräuch
lichen, durch derbe Formen und oft farbige Bemalung
gekennzeichneten Stil; -partei, die /o. P L ; in der
DDR/: die Demokratische B. Deutschlands fAbk.
DBD/; -regel, die aus bäuerlicher Erfahrung od.
Aberglauben sich herleitende, oft gereimte Aussage bes.
über das künftige Wetter und die zu erwartende Ernte
bau/Bau| -fällig /A d j./: ein baufälliges {in schlech
tem baulichem Zustand befindliches, vom Einsturz
bedrohtes) Haus; dazu -fälligkeit, die; -, jo. P l.f;
- freiheit, die jo. PL/ Bauw.alle notwendigen Vor
aussetzungen für den termingemäßen Beginn eines
Baus einschließender Zustand eines Baugeländes;
- führer, der Bauingenieur, der kleinere Bauvorhaben
leitet, bei größeren Bauvorhaben unter Anleitung
eines Bauleiters für einen Bauabschnitt (1) verant
wortlich ist; -gelände, das 1. für die Bebauung im
Bebauungsplan ausgewiesenes Gebiet: das B. er
schließen — 2. Gelände, auf dem gebaut (1.1) wird:
das Betreten des Baugeländes ist verboten; -ge-
nehmigung, die von der Staatlichen Bauaufsicht
erteilte Genehmigung zur Durchführung von Neu-
und Umbauten sowie Abbrüchen; -gerüst, das Ge
rüst (1); -glas, das fo. PL; Sammelbez. für alle im
Bauwesen verwendeten Glasartenj; -grübe, die
Grube zur Aufnahme der Fundamente und des im
Erdreich liegenden Teils eines Bauwerkes; -grund,
der natürlicher Untergrund, auf dem ein Bauwerk
errichtet wird, errichtet worden ist; -gruppe, die
Techn. konstruktive Einheit funktionell zusammen
hängender Teile eines Erzeugnisses; -handwerk, das
jo. Pl.f Gesamtheit von Handwerksbetrieben, die
außer dem Rohbau alle zur endgültigen Nutzung
eines Bauwerks nötigen Arbeiten durchführens
- holz, das /PL -hölzer/ im Bauwesen verwendetes;
Schnittholz od. entrindetes Rundholz; -industrie, die
führender Bereich innerhalb der Bauwirtschaft,
dessen Produktion vorwiegend durch industrielle
Fertigung von Bauwerken gekennzeichnet ist; -in-
genieur, der Ingenieur auf dem Gebiet des Bau
wesens; -kästen, der jPL -kästen/ Kasten mit Bau
klötzen; -kastensystem, das jo. Pl.f technologisches
Prinzip, bei dem Geräte, Apparate, Maschinen, Bau
werke aus vereinheitlichten selbständigen Bauele
menten od.
- gruppen zu verschiedenartigen Erzeug
nissen montiert werden können; -klotz, der /PL
- k lötze/ kleiner Klotz aus Holz od. Plast, der mit an
deren zusammen als Kinderspielzeug dient: mit
Bauklötzen spielen; -f- u m g. Bauklötze(r) stau
nen {sich sehr wundern); -kosten, die jPl.j; -kunst,
die jo. Pl.j künstlerisches Bauen, Kunst des Bauens
jfrüher gleichbedeutend mit Architektur, heute vor
wiegend nur auf vergangene Epochen und auf über
wiegend nach den Gesichtspunkten der K unst gestal
tete Bauwerke angewandt/: die B. des Altertums;
ein bedeutendes Werk mittelalterlicher B .;
- land,
das jo. Pl.j Grund und Boden, der nach den geltenden
Bestimmungen bebaubar ist; -leiter, der die Aus
führung großer Bauvorhaben leitender Bauingenieur;
- leitung, die für die Ausführung größerer Bauvor
haben verantwortliche Leitung (3)
baulich jAdj.; nicht präd.j in Hinblick auf das
Gebaute, das B a u e n (1.1): bauliche Veränderungen
vornehmen; der bauliche Zustand des Hauses ist
schlecht; bauliche Anlagen
Baulichkeit, die; -,
- en jvorw. Pl.j Bauwerk: den
Zustand der Baulichkeiten überprüfen; die Bau
lichkeiten besichtigen
Bau|lücke, die innerhalb eines bebauten Straßen
zuges liegendes unbebautes Grundstück
Baum, der; -(e)s, Bäume 1. Gewächs mit einem
Stamm, Ästen und Zweigen aus Holz, das Nadeln od.
Blätter trägt: Bäume pflanzen, fällen; der B.
blüht, treibt, schlägt aus, verliert die Blätter,
trägt Früchte; ein alter, knorriger, morscher B.
—
2. Weihnachtsbaum: den B. schmücken; die Ker
zen am B. anzünden
+ umg. es, das ist, um auf die Bäume zu klettern
{es, das ist zum Verzweifein) !; Bäume ausreißen
können (sehr kräftig, leistungsfähig sein) ; zwischen
B. und Borke sitzen, stecken, stehen (nicht wissen,
wie man sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden
soll); — jmd. sieht de* / Wald vor (lauter) Bäu
men nicht
Bau|material, das Material, das zum Bauen (1.1)
verwendet wird
Baum| -behäng, der; -(e)s,
-behänge jvorw. Sg .j
zum Schmücken des Weihnachtsbaumes bestimmte
Gegenstände; -bestand, der Bestand an Bäumen:
ein Grundstück mit altem B .;
- blüte, die jo. Pl.j
1. das Blühen der (Obst)bäume: in diesem Jahr
hatten wir eine herrliche B.
—
2. Zeit, in der die
(Obstfbäume blühen: zur B. werden wir einen Aus
flug machen
138
Baumeister — beachtlich
Bau1meister, der fDDR veraltend/ Fachmann
auf dem Gebiet des Bauwesens mit abgeschlossener
Handwerks- und Fach- od. Hochschulausbildung
baumeln /sw. Vb.; hat/ 1.1. von etw. herabhängen
und dabei (gleichmäßig) hin- und herschwingen: die
Wäsche baumelt auf der Leine; die Beine b. lassen
1.2. mit den Beinen b. (sitzend die Beine herab-
hängen lassen und sie hin- und herschwingen lassen)
bäumen, sich /sw. V b.; hat/ 1. sich (erregt, er
schrocken) mit einem Ruck emporrichten: das Pferd
bäumte sich unter seinem Reiter — 2. sich gegen
etw. auflehnen : ihr Stolz bäumte sich gegen diese
Zumutung, Beleidigung
Baum/baumj -grenze, die fvorw. 8g .j Linie an
verschiedenen klimatischen Übergängen, jenseits
deren Bäume nicht mehr wachsen; -kröne, die von
den Ästen gebildeter oberer Teil des Baumes;
-kuchen, der in Schichten gebackener, ringartiger,
hoher Kuchen; -lang /Adj.; emot.f: ein baumlanger
(sehr großer) junger Bursche; -rinde, die; -schule,
die (gärtnerischer) Betrieb, in dem Bäume und
Sträucher gezogen werden; -stamm, der Stamm (1.1);
-stumpf, der Rest des Stammes eines gefällten
Baumes mit dem in der Erde gebliebenen Wurzel
werk; -wolle, die fo. Pl.f 1. Baumwollstrauch —
2. Fasern von 1: die B. zu Ballen pressen — 3.
Gewebe aus den versponnenen Fasern von 1: ein
Hemd aus reiner B .;
-wollen \Adj.; nur attr.j aus
Baumwolle (3): ein baumwollenes Hemd; -woll-
strauch, der vorwiegend in den Tropen und Sub
tropen angebauter Strauch mit großen Blättern,
gelben Blüten und Samen mit langen Fasern, die
zu Garn versponnen werden
Bau|-plan, der maßstabsgerechte zeichnerische Dar
stellung eines Grundrisses, Schnitts od. einer A n
sicht eines Bauwerkes als Unterlage für die bauliche
Ausführung; -plastik, diefachspr. xPlastik (2), die
in fester Verbindung mit Bauwerken steht; -platte,
die gepreßtes, plattenförmiges Bauteil; -platz, der
1. /o. Pl.f Bauland — 2. Baustelle; -preis, der
Preis für die Errichtung od. Reparatur eines Bau
werkes; -Produktion, die Herstellung und Erhaltung
von Bauwerken; -programm, das Plan für größere
Bauvorhaben in einem bestimmten Zeitraum
Bausch, der; -es,
-e/Bäusehe kleine, ungeformte
Menge von etw. Weichem, Wollartigem: ein B.
Watte, Mull
+ in B. und Bogen im ganzen, insgesamt, ohne
das einzelne zu berücksichtigen: etw. in B. und
Bogen ablehnen, verdammen
bauschen /sw. V b .; hat/ 1.1 . etw. leicht blähen (2.1):
der Wind bauscht die Segel 1.2 . sich b. sich leicht
blähen (2.2): die Vorhänge b. sich im Wind
bauschig jAdj.fi bauschige (durch das Falten,
Reihen voluminös wirkende) Ärmel, Vorhänge;
bauschige (voluminöse, weiche, füllige) Kissen
Bau| -Schutt, der Schutt, der beim Bauen (1.1)
entsteht: den B. beseitigen; -sparen, das; -s, jo. P l.f
das Sparen bei einer Bausparkasse; -Sparkasse, die
spezielles Kreditinstitut im kap. Wirtschaftssystem,
das aus den Spareinlagen der Mitglieder an diese
Darlehen bes. zum Bau eines Eigenheims gewährt;
-stein, der 1. Ziegel — 2 . Bauklotz — 3. struktur
bildender Bestandteil: die kleinsten Bausteine der
Materie; -stelle, die Stelle, a n der gebaut (1.1)
wird: Betreten der B. verboten!; -Stil, der Stil, in
dem ein Bauwerk errichtet wurde: im B. des Barock;
-Stoff, der Werkstoff, der bei der Errichtung von
Bauwerken verwendet wird; -summe, die zur Er
richtung od. Reparatur eines Bauwerkes nötige
Summe (1); -technik, die jo. P l.f Teilgebiet der
Technik, das die Konstruktionen von Bauwerken
und deren Berechnung, die Technologien der Vor
fertigung und der baulichen Ausführung sowie alle
das Bauwesen betreffenden technischen Wissen
schaften um faßt; -teil, das an Ort und Stelle er
richteter Teil eines Bauwerkes od. vorgefertigtes
Teilstück, das bei der Errichtung von Bauwerken,
der Herstellung technischer Produkte verwendet wird;
- tempo, das Tempo beim Bauen (1.1); -unter
nehmen, das 1. Bauvorhaben — 2. privater Bau
betrieb; -Vorhaben, das die fü r einen bestimmten
Zeitraum beabsichtigte, geplante Errichtung von Bau
werken od. von Stadtteilen; -weise, die bestimmtes
konstruktives und technologisches Verfahren zur E r
richtung von Bauwerken; -werk, das (oberhalb der
Erdoberfläche errichtetes) Gebäude, bauliche Anlage;
-wesen, das fo. Pl.\ die Bauwirtschaft und die mit
ihr. verbundene, die Baumaterialien herstellende
Industrie, staatlichen und wirtschaftsleitenden Or
gane und wissenschaftlichen Institutionen; -Wirt
schaft, die /o. Pl.f selbständiger Bereich der Volks
wirtschaft, dessen Hauptaufgabe die Produktion von
Gebäuden und baulichen Anlagen für alle Bereiche
der Volkswirtschaft und deren Instandhaltung und
Instandsetzung ist
Bauxit, auch Bauxit, der; -(e)s, -e durch Verwitte
rung entstandenes Gemenge von Mineralien, das
wichtigster Rohstoff für die Gewinnung von Alu
minium ist
bauz /Ausruf bei einem plötzlich Fall/: b., da lag
er!
Bau| -zaun, der Zaun, der eine Baustelle einzäunt;
-Zeichnung, die technische Zeichnung, nach der ein
Bauwerk ausgeführt wird; -zeit, die in Tagen aus
gedrückte Zeit, die zur Produktion funktionsfähiger
Gebäude und baulicher Anlagen benötigt wird;
-zweck, der fvorw. P l.f : für Bauzwecke (zum
Bauen, Errichten von etw.) dienendes Material
Baz|llen|träger, der Bakterien träger
Bazillus, der; -, Bazillen fvorw. P l.f stäbchenförmige
Bakterie, die dauerhafte, widerstandsfähige Sporen
bilden kann
B-Dur, das; fo. Pl.f Mus. fTonartf
beabsichtigen fsw. Vb.; hat/ etw. b. die Absicht
haben, etw. Bestimmtes zu tun, etw. Vorhaben, (tun)
w o llen : wir beabsichtigten, im Winter ins Gebirge
zu fahren; die Beleidigung war nicht beabsichtigt;
die beabsichtigte Wirkung trat nicht ein
beachten, beachtete, hat beachtet 1. etw. b. a uf
die Einhai ung von etw. achten: die Vorfahrt, Vor
schriften, Gebrauchsanweisung b.
—
2. etw.,
jmdn. b. etw. zur Kenntnis nehmen, berücksichtigen,
jmdm. (durch Ansehen) seine Aufmerksamkeit
schenken: bitte b. Sie, daß wir ab 18 Uhr ge
schlossen haben; jmds. Einwand nicht b.; den
Besucher kaum, wenig b.; er beachtete sie über
haupt nicht
beachtenswert fA dj.f wert, beachtet (2) zu werden:
eine beachtenswerte Leistung
beachtlich fA d j.f 1.1. beträchtlich: eine beachtliche
Summe, Höhe; beachtliche Fortschritte machen;
die Produktion hat sich b. erhöht 1.2. anerkennens-,
beachtensw ert: eine beachtliche Leistung
Beachtung — Becher
139
Beachtung, die; -, /o. P I .; zu beachten/; zu 1 :
unter B. der Verkehrsregeln, Vorschriften; zu 2 :
/in den Verbindungenj B. verdienen (es wert sein,
beachtet zu werden); keine B. finden (nicht beachtet
werden); jmdm., einer Sache keine B. schenken
(jmdn., etw. nicht beachten)
Beamte, der; -n, -n jmd., der in bürgerl. Staaten
einem Personenkreis angehört, der auf verschiedenen
Ebenen und Gebieten die staatliche Exekutive wahr
nimmt od. in einer staatlichen Institution angestellt
ist und bestimmte Privilegien genießt
beängstigen /sw. Vb.; hat/ etw. ängstigt jmdn., ver
setzt jmdn. in Angst: die Stille, Dunkelheit be
ängstigte sie; /vorw. im Part. Präs./ eine beängsti
gende Stille; etw. macht einen beängstigenden
Eindruck
beanspruchen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. fordern (1)
(worauf man einen Anspruch, ein Recht hat): er
kann Schadenersatz b.; seinen Anteil b.; etw. als
sein Verdienst b.
—
2. etw. b . von etw. Gebrauch
machen, etw. in Anspruch nehmen: jmds. Gast
freundschaft, Güte nicht länger b. wollen; etw.
beansprucht jmds. ganze Aufmerksamkeit — 3.
etw. benötigt etw.: die Möbel b. viel Baum; die
Arbeit beansprucht viel Zeit — 4. jmdn. , etw. in
bestimmter Weise b. große Anforderungen an jmds.
nervliche, physische Kräfte, an die Haltbarkeit eines
M aterials stellen: sein Beruf beansprucht ihn voll
und ganz; er ist nervlich, von seinen Aufgaben
sehr beansprucht; bei diesem Wetter werden die
Reifen, wird das Material stark beansprucht; dazu
Beanspruchung, die; -,
- en; zu 4: großen, starken
Beanspruchungen ausgesetzt sein
beanstanden, beanstandete, hat beanstandet etw.
b. sich über Fehler, Mängel an etw., jmdm., über
einen Verstoß gegen etw. tadelnd äußern: der Lehrer
beanstandete seine schlechte Schrift, seine U n
pünktlichkeit; minderwertige Waren, die Qualität
einer Ware b. (reklamieren); die beanstandeten
Mängel wurden be seitigt; da zu Beanstandung, die;
-,
-en
beantragen fsw. Vb.; hat/1.1 . etw. b. durch schrift
lichen Antrag um etw. ersuchen: einen Paß, ein
Visum b . ; er hat Urlaub, ein Stipendium beantragt
1.2 . der Staatsanwalt beantragte eine Freiheits
strafe für den Täter (ford erte als gerichtliches U rteil
eine Freiheitsstrafe); die Wiederaufnahme, Revi-
dierung des Urteils b.; eine Vertagung, Abstim
mung b. (fordern, daß man über eine Vertagung,
Abstimmung beschließt)
beantworten, beantwortete, hat beantwortet 1. etw.
b. mündlich od. schriftlich eine Antwort auf etw.
geben: (jmdm.) eine Frage b.; diese Frage kann
ich nicht b., läßt sich schwer b .; einen Einwurf,
eine Eingabe b .; einen Brief b.
—
2. etw. mit etw.
b. auf etw. mit etw. reagieren: einen Gruß mit
einem Lächeln b.; zu 1 Beantwortung, die; -,
-en
bearbeiten, bearbeitete, hat bearbeitet 1 .1 . etw.
durch Arbeit zu einem bestimmten Zweck zurichten:
den Boden (gärtnerisch) b.; Holz, Metall b. 1.2.
etw. mit etw. behandeln (3): Holz mit Beize, Möbel
mit Politur b .; er bearbeitete seine Hände (reinigte
sie gründlich) mit Wasser und Seife — 2.1. etw.,
bes. Schriftstücke, fachgerecht durchsehen und erledi
gen : einen Antrag, die Post, Akten b.; einen Fall
b. 2.2. einen vorliegenden Text unter einem be
stimmten Gesichtspunkt, zu einem bestimmten Zweck
neu gestalten, überarbeiten: ein Manuskript, einen
Text b.; ein Schauspiel für das Fernsehen, ein
Buch für einen Film b. 2.3. etw. wissenschaftlich
untersuchen, erforschen: ein Thema b.
—
3. umg.
з. 1. jmdn., etw. mit etw. b. auf jmdn., etw. heftig
und iviederholt mit etw. einschlagen: jmdn., eine
Tür mit den Fäusten, mit Fußtritten b. 3.2. umg.
jmdn. b. auf jmdn. unnachgiebig, unablässig ein
wirken, einreden, um ihn zu etw. zu veranlassen:
er hat ihn so lange bearbeitet, bis er einwilligte,
mitkam; zu 2 Bearbeiter, der; -s, -
Bearbeitung, d ie ; -,
-en 1. fo. PI .; zu bearbeiten 1
и. 2/ das Bearbeiten; zu 1: die B. des Bodens, von
Holz, Metall; zu 2 : die B. eines Antrags; die B.
eines Textes — 2. überarbeitete, neue Fassung: die
neue B. eines Stückes spielen; den Text in einer
B. veröffentlichen
beargwöhnen /sw. Vb.; hat/ geh. jmdn., etw. b.
jmdm., einer Sache mißtrauen: einen Fremden b.;
jmds. Absicht b.
Beat, der; -/-s, jo. Pl.\ [bi:t] 1. Mus. hart ge
schlagener Rhythmus im Jazz, in der Tanz- und
Unterhaltungsmusik — 2. (Tanz)musik im Vier
vierteltakt mit 1
beatmen, beatmete, hat beatmet M ed .: einen
Patienten, jmds. Lunge (künstlich) b. (bei jmdm .
die Atemtätigkeit künstlich aufrechterhalten); dazu
Beatmung, die; -, /o. P l.f
beaufsichtigen /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. b. die
Aufsicht über jmdn., etw. führen, über jmdn., etw.
wachen: ein Kind, eine Schulklasse b.; dazu
Beaufsichtigung, d ie; -, /o. PI./
beauftragen /sw. V b .; hat/ jmdn. (mit etw.) b.
jmdm. einen Auftrag erteilen: er beauftragte ihn,
einen Entwurf auszuarbeiten; jmdn. mit einer
Arbeit b.; dazu Beauftragte, der u. die; -n, -n jmd.,
dem von offizieller Stelle ein Auftrag erteilt worden
ist: der B. einer Regierung
beaugenscheinigen /sw. Vb.; hat/ vorw. scherzh.
jmdn.
, etw. in Augenschein nehmen, genau ansehen:
der neue Schüler wurde von allen erst einmal be
augenscheinigt
bebauen /sw. Vb.; hat/ I. (ein) Gebäude auf einem
Gelände errichten : das Stadtviertel ist dicht bebaut
—
II. den Boden landwirtschaftlich, gärtnerisch be
arbeiten, bestellen; dazu Bebauung, die; -,
-en
/vorw. Sg./
Bebauungsplan, der Bauw. zeichnerische und
textliche Festlegung der städtebaulichen Konzeption
für ein bestimmtes Gebiet
beben jsw. Vb .; hat/ 1.1. /von Sachen/ etw. zittert
(1.1): die Erde bebt; die Mauern bebten; der
Boden bebte unter ihren Füßen 1.2. /von M e n
schen/ jmd. , etw. zittert (1.2): am ganzen Leibe b.;
die Lippen, Knie bebten ihm; vor Angst, Kälte
b.; seine Stimme bebte vor Wut 1.3.1. vor jmdm.
(zittern und) b. (große Angst vor jmdm. haben)
1.3 .2 . die Mutter bebte (hatte große Angst) um ihr
krankes Kind
Beben, d as; -s,
-
1. Erdbeben: ein heftiges B .;
durch das B. wurden mehrere Häuser zerstört —
2. /o. PI .; zu beben/ das Beben
bebildern /sw. Vb.; hat/ etw. mit Bildern ver
sehen, etw. illustrieren: ein reich bebilderter Kunst
band
Becher, der; -s, - 1.1. meist henkelloses Trinkgefäß
ohne Fuß, das sich nach unten meist verjüngt: ein
140
Becken — Bedenkzeit
B. aus Steingut, Plast; Milch in einen B. gießen;
aus einem B. trinken 1.2 . Inhaltsmenge von 1.1:
einen B. Milch trinken; einen B. Eis essen
Becken, das; -s, - 1.1. je nach seiner Funktion ver
schieden ausgeführter, im Haushalt installierter
größerer, meist flacher Behälter für Wasser: im B.
(Abwaschbecken) abwaschen; sich im B. (Hand
waschbecken) die Hände waschen; die B. der
Toilette sauberhalten; das Wasser aus dem B.
ablaufen lassen; das B. ist verstopft 1.2 . künstlich
angelegter, meist größerer, oben offener, gruben
artiger, ausgemauerter Behälter mit Wasser im
Freien, bes. Schwimm-, Planschbecken: das Wasser
im B. erneuern — 2. Geol. größere Mulde der
Erdoberfläche: ein fruchtbares B.; das Thüringer
B.
—
3. Gesamtheit der Knochen, die die Verbindung
zwischen Beinen und Wirbelsäule bilden und der
von ihnen umschlossene Raum: das männliche,
weibliche B .; ein breites B. haben — 4 . Schlag
instrument, bestehend aus zwei dünnen, leicht ge
wölbten Scheiben aus Metall
Becken) -brach, der Bruch eines Beckenknochens;
-knochen, der
bedacht fAdj.; / auch bedenken; in der Verbin
dung/ auf etw. b. sein auf etw. genau achten, an
etw. denken: auf jmds. Wohl b. sein; er war immer
darauf b. , ihr eine Freude zu machen
Bedacht, der /in den Verbindungen/ mit, voll B.
(langsam und sorgfältig, überlegt, besonnen)
bedächtig /Adj./ ohne jede Hast, gemessen: bedäch
tigen Schrittes ins Haus gehen; er nickte b. mit
dem Kopf; er sagte b. ...
bedampfen /sw. Vb.; hat/ Techn.: etw. b. (auf
der Oberfläche von etw. durch Verdampfen eine
Metallschicht aufbringen)
bedanken /sw. Vb.; hat/ sich b. jmdm. für etw.
danken: sich höflich, herzlich b.; er bedankte sich
(bei ihr) für das Geschenk, die Einladung; u m g.
iron . bedanke dich bei ihm (dafür) (er ist daran
schuld, dafür verantwortlich, hat dir das eingebrockt)
Bedarf, der; -(e)s, /o.PL/ 1.1. auf dem Markt (1)als
Nachfrage in Erscheinung tretendes, gesellschaftlich
anerkanntes Bedürfnis nach Waren, Leistungen: es
besteht ein großer B. an Baustoffen, Ersatzteilen;
der B. an Elektroenergie ist gestiegen; Waren des
täglichen Bedarfs ausreichend bereitstellen 1.2.
etw., das jmd. zu einem bestimmten Zweck nötig hat,
braucht: Obst ist zur Deckung des täglichen Be
darfs an Vitaminen für die menschliche Ernährung
sehr wichtig; den B. decken 1.3. bei B. (wenn es
nötig ist, wenn es jmd. braucht); (je) nach B. (je
nachdem, wie man es braucht)
+ «mg. mein B. ist gedeckt (nun habe ich aber
genug davon) !
Bedarfs/bedarfs) -ermittlung, die W ir t s c h . E r
mittlung des Bedarfs (1.1); -fall, der /in der Ver
bindung/ im B. ,
Bedarfsfälle (bei Bed arf 1.3);
-forschung, die W irtsch. mit wissenschaft
lichen Methoden durchgeführte Erforschung der
Gesetzmäßigkeiten der Konsumtion, mit dem Ziel,
eine bedarfsgerechte Produktion und Versorgung zu
sichern; -gerecht /Adj./ dem Bedarf (1.1) ent
sprechend: eine bedarfsgerechte Versorgung der
Bevölkerung; -träger, der W irtsch. Produktions-,
Handelsbetrieb od. Institution, die einen bestimmten
Materialbedarf aufweist
bedauerlich /Adj.; nicht adv./: es ist sehr b. (zu
bedauern 2), daß du nicht mitgekommen bist; ein
bedauerlicher Fehler, Irrtum
bedauerlicher)weise /Adv./ leider: b. konnte er
nicht kommen
bedauern jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. bemitleiden: einen
Kranken b.; sie ist wirklich zu b.
—
2. jmd. be
dauert etw. jmd. findet etw. unerfreulich, beklagens
w ert: ich bedauere diesen Vorfall aufrichtig, leb
haft; (ich) bedau(e)re! /Ausdruck höflicher Ver
neinung, Ablehnung/; dazu Bedauern, das; -s, /o.
PI./; zu 2: zu seinem großen B. war das Theater
ausverkauft
bedauerns|wert /Adj./ 1. wert, bedauert (1) zu
w erd en: ein bedauernswerter Mensch — 2 . /nicht
adv./ bed au erlich : ein bedauernswerter Vorfall
bedecken jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., jmdn. mit etw.
b. etw. über etw.,
jmdn. decken, ausbreiten: den
Tisch mit einem Tuch b.; der Fußboden war mit
Teppichen, der Schreibtisch war mit Akten be
deckt; sein Gesicht mit den Händen b.; O die
Mutter bedeckte das Kind mit Küssen; sich mit
Schmach (und Schande) b. 1 .2 . etw. bedeckt etw.,
jmdn. etw. breitet sich über etw., jmdn. aus: das
Tuch bedeckt den Tisch; das Kleid bedeckt das
Knie (reicht bis über das K n ie); Schnee bedeckt
die Berge; der Himmel bedeckt sich (bewölkt sich);
der Himmel ist mit Wolken bedeckt; bei bedeck
tem (ganz und gar bewölktem) Himmel
+ etw. mit dem / Mantel der Nächstenliebe b .;
sich nicht gerade mit / Ruhm bedeckt
haben
Bedeckt]samer, der; -s, - /vorw. Pl.j Bot. Sam en
pflanze, deren Samen in einem Fruchtknoten ein
geschlossen sind
bedenken, bedachte, hat bedacht / / auch bedacht/
1.1 . etw. b . Überlegungen über etw. anstellen: die
Folgen b.; er hat genau bedacht, was er sagen
wollte; wenn ich es recht bedenke, hat er doch
recht 1.2, etw. in Betracht ziehen, berücksichtigen:
bei den Vorbereitungen galt es, war vieles zu b .;
du mußt b., daß er gerade erst krank war; er gab
zu b., daß sie noch sehr jung war 1.3. sich b.
(vor einer Entscheidung) mit sich zu Rate gehen,
sich besinnen : er bedachte sich einen Augenblick
lang; ohne sich lange zu b., ging er an die Aus
führung der Arbeit — 2. jmdn. mit etw. beschenken:
jmdn. mit Geschenken b .; zum Geburtstag wurde
er reich bedacht; O die Künstler mit Beifall b.;
jmdn. mit guten Ratschlägen b. (jmdm. gute R at
schläge geben)
Bedenken, das; -s, - jvorw. PL/ Überlegung, die von
Zweifeln, Vorbehalten, Befürchtungen bestimmt wird:
es bestehen keine B.; ihm kamen B., ob ...; etw.
gibt zu B. Anlaß; ernste, schwere B. haben; alle
B. beiseiteschieben; sich über alle B. hinweg
setzen; jmds. B . zerstreuen
bedenkenlos /Adj./ ohne Bedenken: b. sein,
handeln
bedenklich /Adj./ 1 . /nicht präd./ zweifelnd , besorgt:
das macht, stimmt b.; ein bedenkliches Gesicht
machen — 2.1. besorgniserregend: sein Gesund
heitszustand ist b.; die Krankheit verschlimmert
sich b.; etw. nimmt eine bedenkliche Wendung
2.2. zweifelhaft (3): bedenkliche Geschäfte machen;
die Sache kommt mir b. vor; etw. wirft ein be
denkliches Licht auf jmdn.
Bedenk[zeit, die Zeit, F rist zum Überlegen, bevor
bedeppert — Bedingung
141
man eine Entscheidung trifft: sich (einen Tag) B.
ausbitten, erbitten
bedeppert fAdj.f salopp ratlos, 2betreten: ein be
deppertes Gesicht machen; b. dastehen
bedeuten, bedeutete, hat bedeutet //* auch be
deutend/ 1. etw. bedeutet etw. 1 .1 . etw. hat eine
bestimmte Bedeutung (1.1); er wußte, was dieser
Blick b. sollte; keiner weiß, was das b. soll, zu b.
hat 1.2. etw. hat eine bestimmte Bedeutung (1.2):
das W ort ,Gift‘ bedeutete ursprünglich etwas ande
res als heute l.B . etw. xheißt (4.1.1) etw.: er wußte
nicht, was es bedeutet, krank zu sein; das muß
nicht b., daß du recht hast 1.4. etw. ist etw. Be
stimmtes: etw. bedeutet ein Wagnis; das bedeutet
eine große Anerkennung, einen Trost für ihn 1.5 .
etw. deutet (3) auf etw.: das bedeutet nichts Gutes;
das bedeutet, daß wir schlechtes Wetter bekommen
—
2. jmd.,
etw. gilt etwas, hat einen bestimmten
Wert, ist wichtig für jmdn., etw.: er, sein Name be
deutet etwas in der Fachwelt; er bedeutet ihr
viel; Geld, Schmeicheleien b. ihr nichts; der Arzt
meinte, die Wunde habe nicht viel zu b. (sei nicht
gefährlich) — 8 . jmdm. etw. b. jmdn. durch eine
Geste, durch Worte veranlassen, etw. zu tun: er be
deutete ihm zu schweigen, zu gehen
-f- die / Bretter, die die W elt bedeuten
bedeutend /A d j.; / auch bedeuten/ 1.1. durch
außerordentliche Leistungen zu großem Ansehen,
großer Geltung gekommen: ein bedeutender Gelehr
ter; Werke eines der bedeutendsten Maler des 20.
Jahrhunderts 1.2. von außerordentlicher künstleri
scher od. wissenschaftlicher Qualität: ein bedeuten
des Buch, Gemälde, Bauwerk; einer der bedeutend
sten Filme der letzten Jahre — 2. von großer
Tragweite, von besonderem Gewicht, wichtig: ein
bedeutendes Ereignis in der Geschichte; etw.
spielt eine bedeutende Bolle; es handelt sich um
nichts Bedeutendes — 3 . beachtlich (1.1): über
bedeutende Mittel verfügen; sein Anteil an dieser
Arbeit war b.; einen bedeutenden Schritt weiter
kommen — 4 . /adv.; drückt vor Verben od. dem
Kom p, einen hohen Grad aus/: sein Zustand hat
sich b. (sehr) gebessert; er ist b. (viel) größer als
sie
bedeutsam fAdj.f bedeutend (2), für etw. von Be
deutung : eine bedeutsame Konferenz, Entdeckung,
Entscheidung; etw. für b. halten
Bedeutung, die; -,
- en 1.1. fo. Pl.f bestimmter Sinn
(II.l), der in etw. liegt: die tiefe B. einer Fabel;
einer Sache eine schlimme B. beimessen 1.2 .
Sprachwiss. einem Formativ zugeordnetes Abbild,
das die wichtigsten Merkmale, Elemente der E r
kenntnis von vorhandenen od. vorgestellten Dingen,
Erscheinungen, Vorgängen der Wirklichkeit enthält:
die ursprüngliche B. eines W ortes; die B. des
Wortes hat sich gewandelt; das W ort hat mehrere
Bedeutungen — 2 . fo. Pl.f Wichtigkeit, Tragweite:
etw. ist von besonderer, ausschlaggebender, poli
tischer, geschichtlicher, geringer, untergeordneter
B.; etw. hat, gewinnt (eine) große B. (für etw.);
einer Sache keine B. beimessen; einer Sache
kommt große B. zu; das hat nicht die geringste
B. (ist völlig belanglos); es ist nichts von B. vor
gefallen; die literarische, künstlerische, wissen
schaftliche B. eines Werkes
bedeutungs/Bedeutungs| -los fAdj.f ohne Bedeutung
(2), unwichtig: diese Tatsache ist (dafür) völlig b.;
dazu -losigkeit, die; -, fo. P l.f : zur völligen B.
herabsinken, verurteilt sein; -mäßig fA d j.; nicht
präd.f in bezug auf die Bedeutung (1.2); -voll fAdj.f
1. voll Bedeutung (2), wichtig; das ist ein bedeu
tungsvoller Tag für ihn — 2. vielsagend: jmdn. b.
ansehen; bedeutungsvolle Blicke wechseln
bedienen fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. b. jmdm. bei
Tisch Speisen, Getränke bringen: der Kellner be
diente die Gäste schnell, aufmerksam 1.2. sich
etw. Angebotenes (zum Essen) nehmen, zulangen:
bitte, b. Sie sich!; er hat sich schon bedient 1.3 .
er läßt sich gern b. (läßt gern andere etwas für sich
tun, das man in der Begel selbst ausführt) 1.4. den
Kunden beraten und ihm beim Einkauf behilflich
sein : er wurde aufmerksam, schnell bedient; wer
den Sie schon bedient?; O gut, schlecht bedient
sein (gut, schlecht beraten sein) — 2 . etw.,
eine
Maschine, ein Gerät, einen Automaten fachgerecht
gebrauchen und den Betrieb, Gang überwachen,
regeln : eine Maschine, den Fahrstuhl b.
—
3. geh.
sich einer Sache b. von einer Sache Gebrauch
machen, etw. benutzen: sich der Karte, des Kom
passes b .; sich der französischen Sprache b .; sich
eines Zitats b.
—
4. Kartenspiel eine Farbe b.
zu einer ausgespielten Karte einer bestimmten Farbe
eine Karte derselben Farbe legen: er kann (Herz,
Trumpf) nicht b.
-f- umg. (von jmdm.,
etw.) bedient sein (von
jmdm.,
etw. genug haben, einer Sache überdrüssig
sein)
Bedienung, die; -,
-en 1. fo. PI .; zu bedienen 1.1,
1.4, 2/ das Bedienen; zu 1.1 u. 1.4: eine prompte,
schnelle B .; zu 2: für die B. einer Maschine aus
gebildet werden — 2 . fvorw. Sg./ Kellner, Ver
käufer: die B. läßt auf sich warten, fragt nach
den Wünschen des Gastes, Kunden — 3 . für die
Wartung und den Einsatz bes. eines Geschützes ver
antwortliches militärisches Kollektiv
bedingen fsw. Vb.; hat; / auch bedingt/ 1.1 . etw.
bewirkt, verursacht zwangsläufig etw., hat etw. zur
Folge: die Panne bedingt einen längeren Aufent
halt; seine Krankheit ist psychisch bedingt 1.2 .
etw. setzt etw. voraus, erfordert etw.: die schnelle
Fertigstellung des Projektes bedingte den ganzen
Einsatz der Mitarbeiter 1.3 . etw. bedingt sich
wechselseitig, gegenseitig (zwei Dinge, Erscheinun
gen stehen miteinander im Zusammenhang wechsel
seitiger Bedingtheit 1.1)
bedingt fAdj.; /* auch bedingen/ 1. fvorw. adv.]
nicht ohne Einschränkung, mit Vorbehalt: etw. ist
nur b. verwendbar, richtig — 2.1. Jur. eine be
dingte Verurteilung (Verurteilung, bei der die Straf
vollstreckung unter der Bedingung nicht stattfindet,
daß sich der Verurteilte während einer Bewährungs
frist einwandfrei führt) 2.2. Physiol. ein bedingter
(durch allmähliche Erfahrung od. ein einmaliges
Erlebnis erworbener) Reflex
Bedingtheit, die; -, fo. Pl.f 1.1. Zusammenhang
zwischen Dingen, Erscheinungen, bei dem die E xi
stenz od. Veränderung der einen Objekte die Existenz
od. Veränderung der anderen voraussetzt: die kau
sale, wechselseitige B. von Erscheinungen 1.2 . das
Bestimmtsein durch Bedingungen (2): die histo
rische B. dieser Erscheinungen
Bedingung, die; -,
- en 1.1. Forderung, von deren
Erfüllung etw. anderes abhängig ist, abhängig ge
macht wird: eine B. stellen; etw. zur B. machen;
142
bedingungslos — beerben
jmds. Bedingungen akzeptieren; die vereinbarten
Bedingungen einhalten; einen Kredit zu günstigen
Bedingungen gewähren 1,2. Voraussetzung (1.1):
unter dieser, nur unter einer B. , unter keiner B.
bin ich dazu bereit — 2, /vorw. PI./ Umstand,
Verh ältnis: unter günstigen, erschwerten Bedin
gungen arbeiten; die Veränderung der ökonomi
schen Bedingungen; die klimatischen Bedingungen
eines Landes
bedingungs/Bedjngungs| -los / Adj./ 1.1. o h n e ein e
Bedingu n g (1): eine bedingungslose Kapitulation
1.2 . uneingeschränkt, vorbehaltlos: sich b. fügen;
jmdm. bedingungsloses Vertrauen entgegenbrin
gen; -Satz, der Gramm. Konditionalsatz
bedrängen /sw. Vb.; hat/ 1. etw.,
jmdn. durch
heftige, hartnäckige Angriffe (1) in Bedrängnis zu
bringen suchen: die Stadt wurde von gegnerischen
Truppen bedrängt; B allspiele der Stürmer
wurde von zwei Abwehrspielern hart bedrängt;
sich in bedrängter (bes. wirtschaftlich schwieriger)
Lage befinden — 2. jmdn. mit etw. belästigen und
mit Hartnäckigkeit und Nachdruck zu einem be
stimmten Handeln zu bewegen suchen: jmdn. mit
Bitten, Fragen, Forderungen b.
—
3. etw. bedrückt
jmdn.
, etw. in quälender Weise: Sorgen, Zweifel b.
jmdn., jmds. Herz
Bedrängnis, die; -se jvorw. Sg .f schwierige Lage,
Notlage, Zwangslage: in B. geraten; sich in großer,
arger B. befinden
bedrjp(p)st /Adj./ umg. 2betreten, niedergeschlagen:
b. dastehen; ein bedrip(p)stes Gesicht machen
bedrohen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. b. jmdm. drohen,
ihm Gewalt anzutun: er hat ihn mit dem Messer,
mit erhobenen Fäusten bedroht — 2 . etw. be
droht jmdn., etw. etw. bildet eine Gefahr für jmdn.,
etw.,
etw. gefährdet jmdn.,
etw.: das Hochwasser
bedroht die Anwohner, anliegenden Felder; jmds.
Leben ist bedroht; viele Tierarten sind vom Aus
sterben bedroht
bedrohlich \Adj.\ unmittelbare Gefahr anzeigend,
bildend : der Sturm, das Hochwasser schwoll b.
an; das Feuer war b. nahe gekommen; die Lage
wurde immer bedrohlicher (gefährlicher)
bedrucken /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. b. Buchstaben,
Text auf Papier drucken: bedruckte Bogen, Seiten,
Blätter 1.2. ein Muster auf etw. drucken: Stoff,
Tapeten b.
bedrücken /sw. V b.; hat/ etw. bedrückt jmdn. etw.
wirkt in quälender Weise auf den psychischen Zu
stand eines Menschen ein: Sorgen b. jmdn.; etw.
bedrückt jmds. Gewissen; ihn bedrückt das Gefühl
der Einsamkeit; was bedrückt dich (was macht
dir Kummer, Sorgen)?; bedrückt (niedergeschlagen,
deprimiert) aussehen, umhergehen
bedürfen (er bedarf), bedurfte, hat bedurft einer
Sache, jmds. b . etw., jmdn. brauchen, nötig haben:
jmd. bedarf der Schonung, des Trostes; etw. be
darf der Klärung; das bedarf keiner (weiteren)
Worte, Entschuldigung; es hätte nur eines Hin
weises bedurft, und ich hätte ihm geholfen; eines
Freundes b.
Bedürfnis, das; -ses, -se 1. jvorw. PI./ physiologisch
sowie ökonomisch-historisch bestimmte Bestrebung
des Menschen, für seine Existenz Erforderliches,
Erwünschtes zu erlangen: die Befriedigung der
materiellen, kulturellen Bedürfnisse des Menschen,
der Gesellschaft — 2. /o. PL/ Verlangen (1) nach
etw .: er hatte, fühlte ein großes B. nach Schlaf,
Buhe; es ist mir ein B., dir zu danken; er hatte
das B. , sich mit jmdm. auszusprechen
Bedürfnis/bedürfnis zu Bedürfnis 1 |-befriedigung,
die; -entwicklung, die; -los /Adj./ anspruchslos
bedürftig /Adj./ geh . einer Sache, jmds. b . sein
einer Sache, jmds. bedürfen: der Buhe, Pflege b.
sein
Beefsteak, d as; -s,
-s [bi:fste:k] 1.1. gebratene
Scheibe von der Lende des Rindes 1.2. deutsches
B. (gebratener flacher Klops aus Schabefleisch) 1.3.
B. ä la tatare [tata:r] (Portion Schabefleisch mit
Gewürzen und rohem Eigelb)
beehren /sw. Vb.; hat/ geh. 1. jmdn., etw. durch
seine Anwesenheit, seinen Besuch ehren: jmdm.
mit seinem Besuch, eine Veranstaltung mit seiner
Anwesenheit b.; /zu einem Kunden, zahlenden
Gast/ b. Sie uns bald wieder! — 2. veraltend
/formelhaft, bes. in Anzeigen/ sich die Ehre geben,
sich erlauben (3): wir b. uns, Ihnen mitzuteilen,
daß ...
beeiden, beeidete, hat beeidet einen Eid auf etw.
leisten, etw. beschwören
beeilen, sich /sw. Vb.; hat/ bei der Ausführung von
etw. schneller als gewöhnlich sein od. handeln, um
etw. in kurzer Zeit öd. rechtzeitig zu erledigen od.
zu erreichen: er beeilt sich mit seiner Arbeit, bei
den Vorbereitungen; er mußte sich b., um den
Zug noch zu erreichen; er beeilte sich (zögerte
nicht, war beflissen), mir zuzustimmen
Beeilung /nur in der Aufforderung/ um g.: B.
(beeile dich)\; etwas B., bitte!
beeindrucken /sw. Vb.; hat/ jmdn. b. Eindruck auf
jmdn. ausüben, nachhaltig auf jmdn. wirken: die
Vorstellung, das Erlebnis, der Film hat ihn (stark)
beeindruckt; eine beeindruckende Inszenierung;
jmd. ist stark, tief, sichtlich von etw., jmdm. be
eindruckt
beeinflussen /sw. V b.; hat/ etw.,
jmdn. b. auf
etw., jmdn. (vorsätzlich) einwirken: etw. beeinflußt
jmds. Urteil, Denken und Handeln; jmd. ist
leicht, schwer, schnell zu b . ; d azu Beeinflussung,
die; -,
-en jvorw. Sg .j
beeinträchtigen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b . auf
etw., jmdn. eine negative, behindernde Wirkung aus
übe n : Alkohol beeinträchtigt das Beaktionsver-
mögen; das schlechte W etter beeinträchtigte die
Veranstaltung; sich beeinträchtigt fühlen; die
Krankheit hat sein Leistungsvermögen beein
trächtigt (verm ind ert); dazu Beeinträchtigung, die;
-,
-en jvorw. Sg .j
Beelzebub, Beelzebub
+ den
Teufel mit B. austreiben
beenden, beendete, hat beendet etw. b. m it ein er
Tätigkeit nicht fortfahren, sie zu Ende führen: eine
Arbeit b.; er hat das Gespräch sehr schnell be
endet
beendigen /sw. V b.; hat/ etw. beenden
Beendigung, die; -, /o. PL/ Abschluß, Ende: nach
B. des Unterrichts, Studiums
beengen /sw. Vb.; hat/ etw. engt jmdn. ein: die
Kleidung beengt ihn; sich beengt fühlen: beengt
(räumlich beschränkt) wohnen
beerben /sw. Vb.; hat/ jmdn. b. jmds. Hinter
lassenschaft erben, jmds. Erbe sein: den Vater,
einen Onkel b.
beerdigen — befeuchten
143
beerdigen /sw. Vb.; hat/ einen Verstorbenen in
feierlicher Form in einem Sarg in die Erde bringen,
begraben, bestatten, beisetzen; dazu Beerdigung, die;
-en Trauerfeier mit anschließender Bestattung:
die B. findet morgen statt
Beerdigungsinstitut, das Bestattun gsin stitut
Beere, die; -,
-n kleine rundliche Frucht verschiede
ner Pflanzen mit saftigem Fleisch, das die Samen
kern e en thält: rote, schwarze, reife, saftige Beeren;
Beeren suchen, pflücken, ernten, einwecken; K om
pott aus Beeren
Beerenjobst, das /zusammen/assende Bez. fü r eß
bare Beeren]
Beet, das; -(e)s,
-e kleineres, abgegrenztes Stück
Boden zum gärtnerischen Anbau von Nutz- od. Zier
pflanzen: ein B. mit Blumen, Gemüse; ein B. um
graben, harken, jäten
Beete, die s. Bete
befähigen /sw. Vb.; hat/ jmdn. zu etw. fähig
machen, in die Lage versetzen, etw. zu vollbringen:
die Studenten zu selbständigem Denken, zu selb
ständiger Arbeit b.; etw. befähigt jmdn. zu etw.:
sein Fleiß, seine leichte Auffassungsgabe befähigt
ihn zu überdurchschnittlichen Leistungen; ein be
fähigter {mit entsprechenden Fähigkeiten aus
gestatteter, begabter) Lehrer, Arzt; dazu Befähigung,
die; -,
-en /vorw. Sg .j das Befähigtsein: er hat eine
besondere B. für diese Arbeit, die Lösung dieser
Aufgabe; den Beweis, Nachweis für seine B.
liefern
Befähigungs[nachweis, der bei bestimmten B e ru fe n
od. Tätigkeiten geforderter Nachweis der für die
Ausführung der Arbeitsaufgabe erforderlichen Quali
fikation
befahrbar /Adj.; nicht adv]: die Autobahn ist auf
diesem Abschnitt zur Zeit nicht b. (ist so be
schaffen, daß man nicht darauf fahren kann)
befahren (er befährt), befuhr, hat befahren etw.
als Fahrweg nutzen, auf etw. fahren: diese Straße
darf nur in einer Richtung, mit 30 Stundenkilo
metern b. werden; eine (viel) befahrene Strecke,
Straße (Strecke, Straße mit viel Verkehr)
Befall, der; -(e)s, /o. P L ; zu befallen 1.2/ das B e
fallenwerden: der B. mit Schädlingen, durch schäd
liche Stoffe
befallen (er befällt), befiel, hat befallen 1.1. etw.
ergreift, überkommt jmdn. (plötzlich): hohes Fieber
hat ihn b.; jmdn. befällt Reue, ein Gefühl der
Angst,Unruhe; er war von einer schlimmen Krank
heit b. 1.2. Schädlinge, schädliche Stoffe, Pflanzen
finden sich auf, in etw. ein und gefährden es in
seiner E xistenz: der Borkenkäfer hatte große Wald
gebiete b .; das Haus ist vom Schwamm, die Pflan
zen sind von Ungeziefer, Mehltau b.
befangen /Adj./ 1. gehemmt, unsicher wirkend,
schüchtern: das Kind ist gegenüber Fremden sehr
b.; seine Gegenwart machte sie b.
—
2. in etw. b.
sein von etw. nicht loskommen, sich nicht frei
machen können, ganz darin verstrickt sein: in einem
Irrtum, einer Täuschung, in Vorurteilen b. sein —
3. voreingenommen, mit einem Vorurteil behaftet:
er ist in seinem Urteil b.; Jur. einen Richter,
Zeugen, jmds. Aussage als b. ablehnen; zu 1 u. 3
Befangenheit, die; -, /o. PL/; zu 1: seine B. ab-
legen, zu verbergen suchen; zu 3: die B. eines
Richters
befassen, befaßte, hat befaßt 1. sich mit etw., jmdm.
(eingehend) beschäftigen, auseinandersetzen: er hat
sich gründlich, oft mit dieser Frage, diesem Kolle
gen befaßt; sich nicht mit Kleinigkeiten b.
—
2.
fachspr. jmdn.,
eine Dienststelle mit etw. b.
jmdn.,
eine Dienststelle veranlassen, sich mit etw.
zu beschäftigen: das Gericht mit einer Klage b.
befehden, befehdete, hat befehdet 1. geh. jmdn.,
eine Auffassung bekämpfen, gegen jmdn., eine Auf
fassung kämpfen : jmds. politische Anschauungen,
einen Politiker (heftig) b.
—
2. jmdn. b. mit jmdm.
in Fehde liegen: die Fürsten befehdeten einander
Befehl, der; -(e)s, -e 1. bindende Anordnung eines
Vorgesetzten bes. im militärischen Bereich: ein
dienstlicher, ausdrücklicher, schriftlicher B .; einen
B. geben, erteilen, erhalten, befolgen, ausführen;
den B. verweigern (nicht befolgen ); einem B. zu
widerhandeln — 2. Kybern. einzelne Anweisung
für die Maschine über die auszuführende Operation
—
-
3. /o. PI./ Befehlsgewalt, Kommando: den B.
über etw., jmdn. haben; jmds. B . unterstehen
+ Mil. zu B .! /Antwort nach Entgegennahme eines
Befehls/; — dein / Wunsch ist mir B.
befehlen (er befiehlt), befahl, hat befohlen 1.1.
jmdm. einen Befehl geben, jmdn. bindend beauf
tragen, etw. Bestimmtes zu tun: den Soldaten b.
auszurücken, anzutreten; er befahl ihm, die N ach
richt weiterzuleiten; jmdm. strengstes Still
schweigen b. 1 .2 . jmdn. durch 1.1 veranlassen, sich
an einen bestimmten Ort, zu jmdm. zu begeben: er
wurde zu seinem Vorgesetzten, die Soldaten wur
den nach N befohlen — 2. (über) etw. b. Über etw.
die Befehlsgewalt haben: eine Armee, über ein Heer
b.
befehligen /sw. Vb.; hat/ Mil. die Befehlsgewalt
Über etw. haben, ausüben: Truppen, eine Armee
b.
Befehls| -form, die /o. Pl.j Gramm. Imperativ;
-gewalt, die /o. PI./ Befugnis, jmdm. innerhalb eines
bestimmten Bereichs Befehle zu erteilen: die B. über
eine Festung, einen Truppenteil, ein Schiff haben;
-haber, der; -s, - höherer Offizier, der eine größere
militärische Einheit befehligt; -ton, der /o. PI ./: etw.
im B. (mit befehlender Stimme) sagen; -Verweige
rung, die Verweigerung der (korrekten) Ausführung
eines Befehls
befeinden, befeindete, hat befeindet jmdn. , jmds.
Einstellung b. (sich feindlich gegen jmdn. ver
halten, sich in feindseliger Weise gegen jmds. Ein
stellung wenden)
befestigen /sw. V b.; hat/ 1. etw. an etw. b . etw. mit
Hilfe einer Vorrichtung dahin bringen, daß es fest
an etw. hängt, sitzt: ein Schild an der Tür b.; das
Plakat mit Reißzwecken an der Wand b.; das
Boot am Ufer b.
—
2. die Straße, den Damm, das
Ufer b. (durch bauliche Maßnahmen, durch das
An- od. Einbringen 1 bestimmter Materialien
widerstandsfähiger, haltbarer machen) — 3 . Mil.
etw. mit Befestigungen sichern: eine Stellung, Ver
teidigungslinie b.
Befestigung, die; -,
-en 1./o. PL; zu befestigen 1u.
2/ — 2. Mil. Anlage, Einrichtung im Gelände, in
deren Schutz Truppen den Gegner bekämpfen können
Befestigungsanlage, die Mil. als B efestigun g
dienende Anlage: eine mittelalterliche B.
befeuchten, befeuchtete, hat befeuchtet etw. a n
feuchten: die Finger mit Wasser b.; er befeuchtete
sich die Lippen mit der Zunge
144
befeuern — befriedigen
befeuern /sw. Vb.; hat/ 1. eine Piste (2), Hafenein
fahrt mit Leuchtfeuern kennzeichnen: die Lande
bahn b.
—
2. jmdn. anspornen: sein Lob be
feuerte ihn
Befeuerung, die; -,
-en Gesamtheit der Leuchtfeuer
zur Kennzeichnung einer Piste (2), Hafeneinfahrt
Beffchen, das; -s, - zwei weiße Streifen aus Leinen
am Halsausschnitt des Talars evangelischer Geist
licher
befjnden, befand, hat befunden I. sich b. 1.1. sich
an einem bestimmten Ort aufhalten, an einem be
stimmten Ort sein : er befindet sich in seinem
Arbeitszimmer, auf dem W eg zur Arbeit; die Aus
kunft befindet sich auf Bahnsteig C; unter den
Gästen befanden sich (waren) viele Künstler; er
befindet sieh (ist) oft auf Reisen 1.2 . in einem
bestimmten Zustand, einer bestimmten Lage sein : die
beiden Länder befanden sich im Kriegszustand;
sich in einer unangenehmen Lage, in Verlegenheit
b.
—
2. sich gesundheitlich in bestimmter Weise
fühlen : er befindet sich gut, unpäßlich; wie b. Sie
sich? — n .l . etw., jmdn. für, als gut b. etw., jmdn.
für, als gut erachten, über etw,, jmdn. (nach ein
gehender Prüfung) eine gute Beurteilung abgeben:
etw. für, als angemessen, nötig b.;jmd n. (für, als)
tauglich, unschuldig b .; die Papiere wurden in
Ordnung befunden — 2 . über etw., jmdn. b. etw.
entscheiden (1.2): über das Strafmaß hat das Gericht
zu b.
Befinden, das; -s, /o. Pl.f I. Verfassung, in der sich
jmd. befindet, bes. sein Gesundheitszustand: sich
nach jmds. B. erkundigen; im B. des Patienten ist
eine Besserung eingetreten — BE
.
geh. Ansicht,
Urteil: nach meinem B. ist das nicht richtig; nach
eigenem B. entscheiden
befindlich /Adj.; nicht adv.; nur in Verbindung mit
einer adv. Bestimmung/ 1.1. sich an einem be
stimmten Ort befindend: der hinter dem Hause be
findliche Garten 1.2. sich in einem bestimmten
Zustand befindend: die im Bau befindlichen Häuser
beflaggen /sw. Vb.; hat/ etw. mit Fahnen, Flaggen
versehen, schmücken: ein öffentliches Gebäude, ein
Schiff b . ; beflaggte Häuser
beflecken jsw. Vb.; hat/ etw. mit Flecken beschmut
zen, Flecke auf etw. machen: das Tischtuch b.;
o jmds. Andenken, Ruf b. (besudeln)
befleißigen, sich jsw. Vb.; hat/ veraltend sich
einer Sache b. sich sehr eifrig um etw. bemühen: sich
der größten Höflichkeit, eines guten Stils, einer
deutlichen Aussprache b.
befliegen, beflog, hat beflogen eine Route, Strek-
ke b. (auf einer Route, Strecke regelmäßigen Luft
verkehr unterhalten)
beflissen /Adj./ (über)eifrig, mit großem Eifer (in
unterwürfiger Weise) um jmdn., etw. bemüht: jmdm.
b. die Tür öffnen; von beflissener Freundlichkeit
sein; b. auf jmds. Wünsche eingehen
beflügeln jsw. Vb.; hat/ geh. 1. die Sehnsucht be
flügelte (beschleunigte 1.1) seine Schritte; beflügel
ten (beschwingten) Schrittes davongehen — 2 . das
Lob beflügelte ihn (spornte ihn an)
befolgen jsw. V b.; hat/ 1.1 . einen Befehl b. (ihm
Folge leisten, ihn ausführen); Gesetze, Vorschriften
b. (einhalten 1.1) 1.2. einen Rat, Hinweis b. (be
achten und sich danach richten, danach handeln)
befördern/sw. Vb.; hat/1. etw., jmdn. mit Hilfe von
etw'., bes. einem Transportmittel, von einem Ort an
einen anderengelangen (1) lassen: Güter, Waren mit
der Bahn b . ; die Reisenden wurden in Bussen be
fördert — 2. vorw. Mil. jmdn. in eine höhere Dienst
stellung, in einen höheren Rang aufrücken lassen:
er wurde zum Oberleutnant befördert;
+ jmdn. ins / Jenseits b .; jmdn. an die (frische)
/ Luft b.
Beförderung, die; - ,
- en /vorw. Sg .; zu befördern/
befrachten, befrachtete, hat befrachtet ein Schiff,
einen Waggon b. (mit Fracht beladen)
befragen jsw. Vb.; hat/ jmdn. nach etw. fragen, bei
jmdm. durch Fragen etw. zu erfahren suchen: einen
Zeugen, Sachverständigen b .; auf Befragen er
klärte er, daß ... ; dazu Befragung, die; -en
befreien jsw. Vb.; hat/ 1. sich, jmdn., ein Land
b. seine, jmds.,
eines Landes Freiheit (2.1)
erringen, erkämpfen: ein Volk, Land vom Faschis
mus b.; das Land hat sich von der kolonialen
Unterdrückung befreit; die Arbeiterklasse hat sich
in den sozialistischen Ländern von der kapitali
stischen Ausbeutung befreit (hat die kap. A u s
beutung im revolutionären Kam pf beseitigt) —
2. sich, jmdn., ein Tier (aus, von etw.) b. 2.1. sich,
jmdn.
, ein Tier aus der Gefangenschaft herausholen,
von einer Fesselung freimachen und in Freiheit (5)
bringen: jmdn. aus den Händen, der Gewalt von
Verbrechern b .; er hat sich von seinen Fesseln b.
können; ein Tier aus der Schlinge b .; sich aus einer
Umarmung b. (lösen) 2.2. sich, jmdn. aus einer
schwierigen, bedrängten Lage bringen: er konnte
sich aus dem Morast b.
—
8. jmdn., sich von etw. b.
etw. Unangenehmes von jmdm., sich nehmen: jmdn.
von seinen Sorgen, einer schweren Last, von seinen
Gewissensbissen, Hemmungen b .; ein befreiendes
Wort; befreit aufatmen, lachen — 4 . jmdn. von
einer Verpflichtung entbinden: den Schüler vom
Sport, von der Teilnahme am Sport b.; jmd. ist
von bestimmten Steuern, Abgaben befreit; dazu
Befreiung, die; /vorw. Sg ./; zu 1 : die B. einer
unterdrückten Klasse; zu 4 : die B. vom Unter
richt
Befre|ungs| -bewegung, die Bewegung zur Erlan
gung der Unabhängigkeit, Freiheit eines Staates:
die nationale B. in den afrikanischen Ländern;
-kampf, der vgl.
- bewegung
befremden, befremdete, hat befremdet etw. berührt
jmdn. seltsam und unangenehm, etw. ruft bei jmdm.
unwilliges Erstaunen hervor: sein Verhalten, der
Ton seines Briefes befremdete sie; etw. wirkt be
fremdend auf jmdn.; dazu Befremden, das; -s, jo.
P I .] : sein B. (über jmds. Verhalten) äußern
befremdlich JAdj./ Befremden hervorrufend: be
fremdliche Äußerungen; ein befremdliches Be
tragen; etw. mutet b. an
befreunden, sich, befreundete sich, hat sich be
freundet 1. mit jmdm. Freundschaft schließen: die
Kinder haben sich in der Schule schnell mitein
ander befreundet; mit jmdm. (eng) befreundet (in
Freundschaft verbunden) sein; befreundete Staaten
—
2. sich mit etw. vertraut machen, eine positive
Einstellung zu etw. gewinnen: sich mit dem Gedan
ken b., daß ...; mit der neuen Mode kann ich mich
nicht b.
befriedigen /sw. V b .; h a t/1.1. etw. befriedigt jmdn.
etw. fällt zu jmds. Zufriedenheit aus: das Ergebnis,
die Antwort befriedigte ihn nicht; eine alle be
friedigende Lösung; sich befriedigt über etw.
Befriedigung — begehren
145
äußern; jmd. ist voll, sichtlich befriedigt (von,
über etw.);er istschwer zu b. (stellthohe Ansprüche);
sein Beruf befriedigt ihn nicht (füllt ihn nicht aus,
läßt ihn unzufrieden); seine Leistungen b. nicht
(genügen nicht den Anforderungen) 1.2. jmds. Wün
sche, Ansprüche, Forderungen b. (ihn en en t
sprechen, sie erfüllen); Bedürfnisse b.; jmds. Neu
gier b.
Befriedigung, die; Io. PL/ 1. /zu befriedigen/ das
Befriedigen; zu 1.2: die B. der Gläubiger;
die B. von Bedürfnissen; nach B. seiner Ansprüche
—
2. Zufriedenheit: ein Gefühl der B.; etw. erfüllt
jmdn. mit B.; B. empfinden, suchen; etw. mit B.
(Genugtuung) zur Kenntnis nehmen
befristen, befristete, hat befristet (jmdm.) etw. b.
(jmdm.) eine Frist für etw. setzen: bestimmte Er
fordernisse b. (ihm) die Dauer seines Aufenthaltes;
/vorw. im P a rt. Prät./ ein befristetes (zeitlich be
grenztes) Arbeitsverhältnis; der Passierschein ist
befristet (begrenzt gültig)
befruchten, befruchtete, hat befruchtet 1. eine
Pflanze, ein Tier (künstlich) b. die Befruchtung (1)
herbeiführen, vollziehen: ein befruchtetes Ei —
2. jmdn., etw. b. jmdm., einer Sache (wertvolle) An
regungen geben, jmdn., etw. wesentlich positiv beein
flusse n : diese Entdeckung befruchtete die weitere
Forschung; befruchtend wirken
Befruchtung, die; -,
-en 1. Vereinigung einer männ
lichen Samenzelle mit einer weiblichen Eizelle, die
die Fortpflanzung einleitet: die B. des Eies, der
Blüten; eine künstliche B.
—
2. das Befruchten (2)
befugen /sw. Vb.; hat/ jmdn. zu etw. berechtigen, er
m ächtigen /in der Verbindung/ zu etw. befugt sein:
er ist befugt, den Vertrag abzuschließen; dazu ist
er nicht befugt
Befugnis, die; -,
-se Berechtigung, Ermächtigung zu
etw.: die B. zu etw. haben, erhalten; seine Befug
nisse überschreiten
befühlen /sw. Vb.; hat/ prüfend etw. betasten, (mit
der Hand) über etiv. streichen: einen Stoff b.
Befund, der; -(e)s, -e Ergebnis einer (medizinischen)
Untersuchung: der ärztliche B. liegt noch nicht vor;
die Befunde sind positiv, negativ; Med. ohne B.
/AbJc. o . B ./ (ohne positiven Befund)
befürchten, befürchtete, hat befürchtet etw. b.
voll Sorge, Furcht mit dem Eintreten von etw. Un
angenehmem rechnen: das Schlimmste b.; eine
scharfe Auseinandersetzung b.; er befürchtet, das
wird nicht gut gehen
Befürchtung, die; -,
- en Sorge, Furcht, daß etw. Un
angenehmes eintreten, etw. einen unglücklichen Ver
lauf nehmen könnte: (große) Befürchtungen haben,
hegen; seine Befürchtungen waren unbegründet
befürworten, befürwortete, hat befürwortet einen
Antrag b. (empfehlen, ihm zu entsprechen); dazu
Befürwortung, die; -,
-en
begabt /Adj.; nicht adv./ 1. Begabung für etw. auf-
weisend, besitzend: ein begabter junger Schauspie
ler; er ist vielseitig, sehr, ungewöhnlich b.; künst
lerisch b. sein — 2. geh. mit Verstand, Schönheit b.
sein (Verstand haben, schön sein)
Begabung, die; -,
-en 1. auf Anlagen (3) beruhende,
im persönlich-gesellschaftlichen Entwicklungsprozeß
ausgeprägte Fähigkeit des Menschen für bestimmte
überdurchschnittliche geistige od. körperliche Lei
s tu n gen : eine überdurchschnittliche B. für etw.
haben, zeigen; eine künstlerische, musikalische B.
haben; er hat B. zum Schauspieler — 2 . begabter
M e n s ch : er ist eine starke, außergewöhnliche B.
begaffen /sw. Vb.; hat/ salopp jmdn.,
etw. an-
gaffe n : jmdn. aufdringlich b.
begatten, begattete, hat begattet /vorw. von Tieren/
etw., jmdn. b. (mit etw., jmdm. die Begattung voll
ziehen) ; sich b. (sich paaren)
Begattung, die; -,
- en /vorw. von Tieren/ geschlecht
liche Vereinigung
begeben, sich (er begibt sich), begab sich, hat sich
begeben 1.1 . sich irgendwohin b. irgendwohin
gehen (2): sich in jmds. Wohnung, an seinen Platz
b.; sich zu Bett, zur Ruhe b. (sich ins Bett legen)
1.2. sich in ärztliche Behandlung b. (sich ärztlich
behandeln lassen); sich auf den Heimweg b. (heim
gehen) 1.3 . geh. sich an etw. b. mit etw. beginnen
(1.1): sich an die Arbeit b.
—
2. geh. etw. ereignet
sich : es hat sich etw. Außergewöhnliches b .; es
begab sich, daß ...
—
3. veraltend sich einer
Sache b. (freiwillig) auf etw. verzichten, von sich aus
dazu kommen, etw. aufzugeben, nicht wahrzunehmen:
sich eines Rechts, Anspruchs b.; er hat sich selbst
aller Möglichkeiten, der Möglichkeit b. ,
Einfluß
auf ihn zu nehmen
Begebenheit, die; -,
-en Ereignis: dem Buch liegt
eine wahre B. zugrunde; eine merkwürdige, heitere
B. erzählen
begegnen, begegnete, ist begegnet 1 .1 . jmdm. b.
jmdn. treffen (4.1): ich bin ihm auf dem Weg zur
Arbeit, bei einem Bekannten begegnet; früher
sind wir uns öfter begegnet; O sie b. sich in dem
Wunsche, ihm zu helfen (haben gem einsam den
Wunsch, ihm zu helfen) 1.2. einer Sache b. etw. an
tr effen : dieser Meinung, Ansicht begegnet man
öfter — 2 . etw. widerfährt jmdm., stößt jmdm. zu:
das Schlimmste, das dir b. kann, ist...
—
3. jmdm.
in bestimmter Weise b. jmdn. in bestimmter W eise
behandeln, sich jmdm. gegenüber in bestimmter
W eise verhalten: jmdm. höflich, freundlich, mit
Achtung b.
—
4. geh. einer Sache entgegentreten,
entgegenwirken, Gegenmaßnahmen gegen etw. treffen :
einer Gefahr mutig, mit Gegenmaßnahmen b.;
diesem Übel, Mangel muß begegnet werden
Begegnung, die; -,
- en 1. /zu begegnen 1.1/ das
Zusammentreffen (1): bei ihrer letzten B.; sich an
ihre erste B. erinnern — 2. sportlicher Wettkampf
zwischen zwei Sportlern, Mannschaften: die letzte
B. konnte unsere Mannschaft gewinnen
begehbar /Adj.; nicht adv./: der Weg ist im Winter
nicht b. (ist im Winter so beschaffen, daß man nicht
auf ihm gehen kann)
begehen, beging, hat begangen 1. einen Verkehrs
weg als Fußgänger benutzen: die Landstraße muß
man auf der linken Seite b .; ein (viel) begangener
(von Fußgängern viel benutzter) Weg — 2 . geh.
etw. feiern (1): ein Jubiläum, den Geburts-, Hoch
zeitstag b.; dieses Ereignis muß würdig begangen
werden — 3.1. etw. verüben: er hat ein Verbrechen,
einen Mord, eine Dummheit, Indiskretion began
gen 3.2 . einen Fehler b. (verursachen)
begehren /sw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn., etw. b. nach
jmdm., etw. heftiges Verlangen empfinden, jmdn.,
etw. haben wollen: diese Ware ist sehr begehrt 1.2.
geh. etw. b. um etw. dringend bitten: Einlaß, sein
Recht b.; jmdn. zu sprechen, etw. zu wissen b.
(jmdn. sprechen wollen, etw. wissen wollen)
+ alles, was das / Herz begehrt
10 Wörterbuch
146
Begehren — beglückwünschen
Begehren, das; -s, - jvorw. Sg .; zu begehren/; zu
1.1: sein ganzes B. ist darauf gerichtet, daß . . . ; zu
1.2: nach jmds. B. fragen; jmds. B . entsprechen
begghrensjwert /Adj./ wert, begehrt (1.1) zu werden:
jmd., etw. erscheint jmdm. b.
begehrlich /Adj./ von einem auf Besitz, Genuß ge
richteten Verlangen zeugend: begehrliche Blicke auf
etw. werfen; dazu Begehrlichkeit, die; -en / vorw .
Sg-I
Begehung, die; -en Besichtigung zur Überprüfung
des ordnungsgemäßen Zustands von etw.: die B.
eines Feldes, Betriebes
begeistern /sw. V b hat/1*1. jmdn. in Begeisterung
versetzen : das Spiel, die Aufführung begeistert die
Zuschauer; eine begeisternde Ansprache halten;
begeisterte Zuschauer, Zustimmung; hellauf be
geistert sein; er war ganz begeistert vo n ihr
1.2. jmdn. für etw. b. jmdn. so mit Begeisterung für
etw. erfüllen, daß er sich leidenschaftlich dafür ein
setzt, etw. dafür tut: jmdn. für seine Pläne, eine
Sache b. 1 .3. sich (für etw.) b. Begeisterung fü r etw.
empfinden, durch etw. in Begeisterung geraten: er
begeistert sich für die Kunst, den Sport, an allem
Schönen
Begeisterung, die; -, /o. Pl.f von leidenschaftlicher
Zustimmung getragene, freudige Erregung, Hin
gerissensein, Enthusiasmus: es herrschte große,
helle B.; die Wogen der B. gingen hoch; B. hervor-
rufen, auslösen; in B. geraten; die B. war grenzen
los
bege]sterungs/Begeisterungs| -fähig / A d j . ; n ich t
adv./ fähig, Begeisterung zu empfinden, in Be
geisterun g versetzt zu w erd en : begeisterungsfähige
junge Menschen; -sturm, der: ein B. brach los;
das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißen
Begier, die; -, Jo. PI/ geh. Begierde
Begierde, die;
-n auf Genuß, auf die Erfüllung
eines Wunsches, auf den Besitz von etw. gerichtetes
leidenschaftliches Verlangen: mit, voll B. nach etw.
greifen; er brennt vor B., sie zu sehen
begierig /Adj./ von leidenschaftlichem Verlangen
nach etw., jmdm erfüllt, versessen auf etw.: er ist b.
auf eine Nachricht, Antwort; er ist b., sie zu sehen,
sie kennenzulernen; b. (gierig) die frische Luft ein-
atmen; begierige Blicke auf etw. werfen
begießen, begoß, hat begossen 1. etw. b . eine Flü ssig
keit auf etw. gießen: die Blumen b.; der Braten
muß von Zeit zu Zeit begossen werden — 2. umg.
ein freudiges Ereignis b. (alkoholische Getränke
trinken, um ein freudiges Ereignis zu feiern)', das
muß begossen werden!
+ wie ein begossener / Pudel dastehen, aussehen
Beginn, der; -(e)s, /o. PI./ 1.1. Anfang (1.1): der B.
der Vorstellung mußte verschoben werden; kurz
nach, vor B. des Unterrichts 1.2 . A nfang (1.3): zu
B. unseres Jahrhunderts, unserer Zeitrechnung;
mit B. des neuen Schuljahres 1.3. der B. (Anfa n g
1.5) des Romans, der Erzählung
beginnen, begann, hat begonnen 1.1. etw.’ anfangen
(1.1): eine Arbeit, ein Gespräch, einen Streit b.;
zu reden, zu zweifeln b . ; er mußte wieder ganz von
vorn b.; er begann mit den Worten ... (sagte als
erstes die folgenden Worte) 1.2. anfangen (1.2): der
Unterricht, die Schule beginnt um acht Uhr; die
Vorstellung hat schon begonnen; die beginnende
Dämmerung 1.3. a nfa n gen (1.3): hinter dem Haus
beginnt gleich der Wald 1.4 . mit etw. anfangen
(1.4): das Wort beginnt mit P — 2.1. was soll ich
nun damit b. (machenZ.1 .1) 1%*%.etw. anfangen (2.2):
was willst du nun b.?; ich wußte nicht, was ich b.
sollte
Beginnen, das; -s, /o. Pl.f geh. Vorhaben, Unter
n eh m en : das ist ein hoffnungsloses, zweckloses B .;
v o n seinem B. ablassen
beglänzen /sw. Vb.; hat/ etw. b. Glanz, schimmern
des Licht auf etw. werfen: die Morgensonne be-
glänzte die Gipfel; etw. ist vom Abendrot be-
glänzt
beglaubigen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. b . von zustän
diger Stelle durch schriftlichen Vermerk mit Siegel
und Unterschrift bestätigen, daß etw. echt ist od. mit
einem Original übereinstimmt: eine Unterschrift b.;
eine (notariell) beglaubigte (Zeugnis)abschrift —
2. ein bei einem Staat beglaubigter (bestätigter,
akkreditierter) Botschafter; einen Gesandten b.;
dazu Beglaubigung, die; -,
-en
Beglaubigungsschreiben, das Schriftstück , das
einen diplomatischen Vertreter bei einer Regierung
beglaubigt
begleichen, beglich, hat beglichen etw. b . ein er
finanziellen Verpflichtung durch Zahlen der ent
sprechenden Summe vollständig nachkommen: eine
Rechnung, Schuld b.; dazu Begleichung, die; -,
-en
/vorw. Sg./
Begleitbrief, der einer Sendung beigefügter B rief
begleiten, begleitete, hat begleitet 1 . jmdn. b .
1.1. mit jmdm. (zur Gesellschaft, in bestimmter
Funktion) mitgehen, -fahren: jmdn. auf Reisen, als
Dolmetscher b.; O alle meine guten Wünsche b.
dich 1.2. jmdm. bis zu einem bestimmten Ort das
Geleit geben, jmdn. zu einem bestimmten Ort bringen:
jmdn. nach Hause, zum Bahnhof b.
—
2. etw. ist
von etw. begleitet etw. geht mit etw. einher, tritt
mit etw. gleichzeitig auf: das Gewitter war von hef
tigen Sturmböen begleitet — 3. den Sänger (auf
dem, am Klavier) b. (zu dem Gesang des Sängers
den instrumentalen Part spielen) ;z u lu .Z Begleiter,
der; -s, -
Begleit -erscheinung, die (unangenehme, un
erfreuliche) Erscheinung, die mit einer Sache einher
geht, verbunden ist, Nebenerscheinung: eine B. des
Alters, einer Krankheit; -papiere, die /PI./ D o k u
mente, die einer Sendung für den Transport bei
gegeben werden: die B. wurden vom Zoll geprüft;
-schreiben, das vgl. Begleitbrief; -umstand, der
/vorw. Pl.j Umstand, der mit einer Sache einhergeht,
verbunden ist: die Begleitumstände der Tat sind
noch nicht restlos aufgeklärt
Begleitung, d ie; -,
-en 1. /vorw. Sg .; zu begleiten 1
u. 3/das Begleiten; zu 1: jmdn. um seine B. bitten;
er kam in B. seiner Schwester (wurde von seiner
Schwester begleitet); zu 3: die B. des Gesangs auf
dem Flügel — 2. Person, Gruppe von Personen, die
jmd n . begleitet (1.1): er verabschiedete sich von
seiner B.
beglotzen /sw. Vb.; hat/ salopp jmdn., etw. stau
nend, voll Neugier betrachten: etw. wie ein Wunder
b.
beglücken /sw. Vb.; hat/ jmdn. (mit, durch etw.)
glücklich m achen: seine Nähe, das Lob beglückte
sie; jmdn. mit seiner Gegenwart, durch ein paar
freundliche Worte b.; ein beglückendes Erlebnis;
beglückt lächeln
beglückwünschen /sw. Vb.; hat/ jmdn. b. jmdm.
begnadet — begünstigen
147
gratulieren: jmdn. zum Geburtstag, zur Vermäh
lung, zu seinem Erfolg (herzlich) b.
begnadet,/Adj.; nur attr./ geh. (künstlerisch) hoch-
begabt: ein begnadeter Sänger, Musiker
begnadigen /sw. Vb.; hat/: jmdn. b . (einem Ver
urteilten eine Strafe ganz od. teilweise erlassen); dazu
Begnadigung, die; -,
-en
Begnadigungsgesuch, das
begnügen, sich /sw. V b .; hat/ sich mit etw. b.
1.1 . mit wenigem zufrieden sein, an einem bestimm
ten Punkt nichts weiteres begehren: er begnügte sich
mit einem kleinen Imbiß; sich mit dem b., was
man hat 1.2 . er begnügte sich damit (tat nicht mehr
als), von fern zuzusehen
Begonie, die;
-n [..io] in zahlreichen A rten vor
kommende Zierpflanze mit unsymmetrischen Blät
tern, fleischigen Stengeln und großen Blüten, die
auch als Zimmerpflanze gehalten wird
begraben (er begräbt), begrub, hat begraben 1. ein en
Verstorbenen beerdigen: jmdn. feierlich, in aller
Stille b.
—
2. die Lawine begrub viele Menschen
unter sich (viele Menschen wurden durch die Lawine
verschüttet) — 8 . seine Hoffnungen, Wünsche,
Pläne b. (aufgeben); längst begrabene (vergessene)
alte Geschichten; einen alten Zwist b. (nicht w eiter
führen)
+ umg. jmd. kann sich b. lassen (mit jmdm. ist
nichts anzufangen, jmd. hat versagt); — da liegt der
/ Hund b.; das / Kriegsbeil b.
Begräbnis, auch Begräbnis, das; -ses, -se das B e
erdigen eines Verstorbenen
begradigen jsw. Vb.; hat/ etw. durch bauliche M a ß
nahmen so verändern, daß es gerade wird: einen
Fluß, ein Ufer, eine Straße b.
begreifen, begriff, hat begriffen 1. etw. m it dem V er
stand (voll) erfassen: den Sinn von etw.,
einen
Zusammenhang b.; ich begreife kein Wort davon;
das Kind begreift leicht, schnell (hat eine gute A u f
fassungsgabe) — 2 . etw.,
jmdn., sich als etw. be
trachten, etw., jmdn., sich für etw. halten: etw. als
Einheit b.; etw. als die Fortführung einer Tra
dition b.
—
3. jmdn.,
etw. b. Verständnis für
jmdn., etw. haben, jmdm. etw. nachempfinden kön
n en : er kann seinen Freund, seinen Entschluß
sehr gut, vollkommen b . ; sich selbst nicht (mehr) b.
begreiflich /Adj./ leicht zu b egreifen (3): ein begreif
licher Wunsch, Irrtum; sein Zorn, seine Erregung
ist durchaus b.
begreiflicher!weise /Adv./ wie m an leicht begreifen
(3) kann, w ird: das habe ich b. nicht vergessen;
ihre Neugier war b. groß
begrenzen /sw. V b .; hat/ 1. etw. begrenzt etw. etw.
bildet die Grenze (1.2) von etw.: die Wiese wird vom
Wald begrenzt; Häuser b. den Platz; ein be
grenztes (abgegrenztes) Gebiet — 2. etw. b . ein e
Grenze (2) für etw. festlegen: die Geschwindigkeit, Re
dezeit b .; es ist nur Platz für eine begrenzte Anzahl
von Personen; seine Möglichkeiten sind begrenzt
(ihnen sind Grenzen gesetzt); dazu Begrenzung, die;
-en
Begriff, der; -(e)s, -e 1. gedankliche Widerspiegelung
einer Klasse od. von Klassen von Erscheinungen,
Gegenständen auf der Grundlage ihrer unveränder
lichen M er k m a le: ein festumrissener, abstrakter,
dehnbarer B .; einen B. bestimmen, definieren;
zwei Begriffe voneinander abgrenzen, miteinander
verwechseln — 2. /o. PI./ sich keinen rechten B.
(keine rechte Vorstellung) von etw. machen können;
sich einen falschen B. (Auffassung, Meinung) von
etw. machen; etw. ist jmdm. ein B. (etw. ist jmdm.
bekannt, ruft in jmdm. bestimmte Vorstellungen
hervor)
+ im B. sein, stehen, etw. zu tun gerade anfangen
wollen, etw. zu tun: er ist im B. abzureisen, auf
zubrechen; schwer von B. sein (lange brauchen, um
etw. zu begreifen)
begriffen /Adj.f
+ in etw. b. sein sich gerade in einem bestimmten
Prozeß befinden, gerade etw. Bestimmtes tun: in der
Entwicklung, im Wachstum b. sein; das H och
wasser ist im Sinken b.
begrifflich/Aety*.; nicht p rä d .f: begriffliches (mit
Begriffen 1 operierendes) Henken; begriffliche (die
Begriffe 1 betreffende) Klarheit
Begriffs/begrjffs| -bestimmung, die D efinitio n ein es
Begriffes (1); -stutzig /Adj./ schwer, langsam be
greifend : er ist manchmal ein bißchen b.
begründen, begründete, hat begründet / / auch be
gründet/ 1. etw. b. Gründe, einen Grund für etw. an
geben: einen Antrag, Vorschlag b.; er kann seine
Behauptung nicht b.
—
2.1. in, durch etw. begrün
det sein sich von etw. herleiten, seinen Grund in etw.
haben: das ist in der Natur der Sache begründet
2.2 . sich, etw. auf etw. gründen, aufbauen: seine
Theorie begründete er, begründet sich auf seine
Forschungsergebnisse; \vorw. im P ar t. P rät.f eine
auf Quellenmaterial begründete wissenschaftliche
Ausgabe; technisch begründete Arbeitsnormen —
3.1. etw. gründen (1): eine Zeitschrift, einen Verlag
b . ; er hat eine Familie, seinen eigenen Hausstand
begründet 3.2. etw. legt den Grund zu etw .: dieses
Werk hat seinen Ruhm begründet; zu 3.1 Begrün
der, der; -s, -
begründet /Adj.;
auch begründen/ berechtigt:
sich begründete Hoffnung machen; sein Opti
mismus ist durchaus begründet
Begründung, die; - ,
- en 1. /zu begründen 1/
das Begründen — 2. etw. schriftlich od. mündlich
Fixiertes, Vorgebrachtes, mit dem etw. begründet (1)
w ird: die B. eines Antrages; etw. zur, als B. sagen,
Vorbringen; Begründungen, eine B. für etw. an
geben
begrünen /sw. V b.; hat/: eine Anlage, Freifläche b.
(mit Pflanzen, bes. Rasen versehen)
begrüßen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., einander will
kommen heißen, mit einem Gruß empfangen: den
Gast herzlich, freundlich b..; die Ehrengäste, Dele
gation (mit Beifall) b.
—
2. etw. b. seiner Zu
stimmung zu etw. (Neuem) Ausdruck geben: einen
Entschluß, Vorschlag (aufs wärmste) b.; das Er
scheinen eines Werkes b.; es ist zu b., daß ...
begrüßens|wert /Adj./ wert, begrüßt (2) zu werden:
die begrüßenswerten Ergebnisse einer Konferenz
Begrüßung, die; -,
- en /zu begrüßen 1/ : eine herz
liche, freundschaftliche B.; ein W ort der B. an
jmdn. , die Gäste richten
begucken /sw. Vb.; hat/ umg. jmdn., etw. genau
ansehen (1.3): jmdn., etw. von allen Seiten b.; sich
im Spiegel b.
begünstigen /sw. Vb.; h at/1. jmdn., etw. b. jmdm.,
einer Sache günstig, förderlich sein, etw. günstig be
einflussen: die Umstände haben ihn begünstigt;
seine Unternehmungen waren vom Glück begün
stigt; der Rückenwind begünstigte die Läufer —■
10*
148
Begünstigung — behauen
2. jmdn. bevorzugen, jmdm. seine besondere Gunst
zuwenden: er hat einen Bewerber offensichtlich
begünstigt
Begünstigung, die;
-en 1. das Bevorzugen-----
2. Jur. Beistand, der einem Täter wissentlich nach
Begehung einer Straftat geleistet worden ist
begutachten, begutachtete, hat begutachtet etw.
b. ein (fachmännisches) Gutachten über etw. abgeben:
Pläne, ein Bild, jmds. Arbeit b.; dazu Begut
achtung, die; -,
-en
begütert /Adj.; nicht adv.f veraltend wohl
habend, vermögend: eine begüterte Familie
begütigen fsw. Vb.; hat/ jmdn., der erregt, erbost ist,
beruhigen, beschwichtigen: den Beleidigten, auf
gebrachten Fahrer b.; begütigende Worte finden;
begütigend lächeln
behaart fAdj.f mit Haaren bedeckt, bewachsen: eine
behaarte Brust; seine Arme sind stark b.
behäbig lAdj.f 1.1 . gewichtig und geruhsam (wir
ken d): eine behäbige ältere Frau; <0> ein behäbiger
(breit ausladender) Schrank, Sessel 1.2. langsam,
geruhsam: mit behäbigen Schritten näher kom
men; b. sprechen
behaftet lAdj.f jmd., etw. ist mit etw. b. jmdm.,
einer Sache haftet etw. an: jmd. ist mit einer an
steckenden Krankheit, einem Laster b .; die neue
Konstruktion ist noch mit Fehlern, Mängeln b.
behagen /sw. Vb.; hat/ etw. gefällt (1.1) jmdm., sagt
jmdm. zu: das behagt mir sehr, wenig, ganz und gar
nicht; sein Vorhaben will mir nicht recht b.
Behagen, das; -s, fo. Pl.f angenehmes Gefühl der
Zufriedenheit: etw. mit sichtlichem, stillem B. ge
nießen
behaglich /Adj./ 1.1 . Wohlbehagen erweckend, Ge
mütlichkeit verbreitend: eine behagliche Wohnung;
ein behaglicher Sessel 1.2. /adv./ voll Wohlbehagen,
geruhsam: b. in der Sonne sitzen; dazu Behaglich
keit, die; -,
- en \vorw. Sg./ ■
behalten (er behält), behielt, hat behalten 1.1 . etw.,
jmdn. b. im Besitz von etw. bleiben, etw. nicht wieder
auf-, hergeben, sich nicht von etw., jmdm. trennen:
ein Geschenk b.; etw. als, zum Andenken, als
Pfand b.; das übrige Geld kannst du (für dich) b.;
darf ich das Buch noch eine Woche b.?; er möchte
seine Stellung, (ihn als) seinen Freund b. 1.2 . etw.
bewahren, im bisherigen Zustand erhalten: die Ner
ven, Geduld b.; die Herrschaft über sich b.; etw.
behält etw .: das Gesetz behält seine Gültigkeit
(bleibt weiterhin gültig); das Bild hat seinen Wert b.;
etw. für sich b . : ein Geheimnis, eine Neuigkeit für
sich b. (nicht ausplaudern); sie konnte nichts für
sich b. 1.3. etw. im Gedächtnis bewahren, sich etw.
m erken: ich kann die Adresse, Telefonnummer
nicht b.; das kann man leicht b.; ich habe von dem
Gespräch nichts b .; jmdn. in freundlicher, guter
Erinnerung b. (eine gute, freundliche Erinnerung
an jmdn. beivahren) — 2 . jmdn. an einem bestimmten
Ort festhalten, bleiben lassen: die Polizei hat ihn
einige Tage in Haft, Gewahrsam b.; die Ärzte ha
ben den Patienten noch in der Klinik b.; jmdn. in
seiner Obhut b .; den Gast über Nacht bei sich, in
seiner Wohnung b.
—
3. etw. an einer bestimmten
Stelle lassen, von einer bestimmten Stelle nicht ent
fernen : den Hut auf dem Kopf, den Schlüssel in der
Hand, die Hand in der Tasche b.
—
4. der Kranke
konnte nichts, keine Nahrung bei sich b. (m ußte
alles, ivas er zu sich nahm, wieder erbrechen)
4- jmdn., etw. im / Augeb.; den / Kopf oben b.;
/ Platz b.; / recht b.
Behälter, der; -s, - Gegenstand, der dafür bestimmt
ist, daß Gegenstände, feste, flüssige od. gasförmige
Stoffe in ihn hineingetan, in ihm transportiert
werden: etw. in einen B. tun, (ab)füllen; ein B.
voll Benzin; ein B. aus Metall, Kunststoff
Behältnis, das; -ses, -se kleinerer Gegenstand zur
Aufbewahrung von etw., der meist geschlossen, ver
schlossen werden kann: Schmuck aus seinem B.
nehmen
behämmert /Adj.f salopp beschränkt, nicht zu
rechnungsfähig, verrückt: er macht einen völlig be
hämmerten Eindruck; er ist leicht, total b.
behandeln /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn.,
etw. in be
stimmter Weise b. sich jmdm., einer Sache gegen
über in bestimmter Weise verhalten: jmdn. gut,
schlecht, stiefmütterlich, mit Nachsicht b.; sich
ungerecht behandelt fühlen; er hat ihn wie einen
dummen Jungen behandelt; diese Maschine muß
sachgemäß, mit Sorgfalt, pfleglich behandelt wer
den; eine Angelegenheit äußerst diskret b.
—
2.1 .
einen Kranken (ärztlich) b. einen K ranken ärztlich
versorgen, sich mit geeigneten Mitteln um seine
Heilung bemühen: den Patienten ambulant b.;
der behandelnde Arzt 2.2 . eine Krankheit, Ver
letzung b. (durch Anwendung geeigneter Mittel zu
heilen suchen) — 3. etw. mit etw. b. auf etw. mit
etw. einwirken: die Möbel mit Politur, Metall mit
Säure b.
—
4.1. etw. behandelt etw. etw. handelt
(II.2 .1) von etw., hat etw. zum Gegenstand, Inhalt:
der Film behandelt Probleme der Nachkriegszeit
4.2 . etw. zum Gegenstand des Unterrichts, eines
Vertrags, einer Darstellung machen: diesen Stoff,
dieses Thema hat der Lehrer in der letzten Stunde
(ausführlich) behandelt 4.3. etw. besprechen, durch
sprechen, bearbeiten: diese Angelegenheit, dieser
Fall muß vordringlich, in der nächsten Sitzung
behandelt werden
- f jmdn., etw. wie ein rohes / Ei b.; jmdn. wie
/ Luft b.
Behandlung, die; -,
- en /zu behandeln/; zu 1: eine
unfreundliche, rücksichtsvolle B. erfahren; die
sachgemäße B. des Motors; zu 2.1: sich in ärzt
liche B. begeben
behängen /Adj.; nicht adv.; / auch behängen/:
der Baum ist über und über mit Früchten b.
(hängt voller Früchte)
behängen jsw. Vb.; hat; / auch behängen/ mehrere
Sachen an etw. hängen: die Wand mit Bildern, den
Weihnachtsbaum mit Lametta b.; spött. sie hat
sich mit Schmuck behängt (trägt zuviel Schmuck)
beharren /sw. Vb.; hat/ fest auf etw. bestehen, zäh
a n etw. festhalten : (entschieden, hartnäckig) auf
seinem Standpunkt, bei seiner Meinung b.
beharrlich /Adj./ hartnäckig, ausdauernd, stand
haft: sich b. weigern, etw. zu tun; der Verdächtige
leugnet b.; dazu Beharrlichkeit, die; -, jo. PI./
Beharrungs[vermögen, das fo. PI./ Phys. Träg
heit (2.1)
behauchen jsw. Vb.; hat/ etw. anhauchen: die
Brille, Fensterscheiben b .; er behauchte seine
kalten Hände
behauen, behaute, hat behauen etw. durch Hauen
mit der Axt, mit Hammer und Meißel grob formen,
bearbeiten: Balken b .; einen Stein, Granitblock b.;
roh behauene Quader
behaupten — bei
149
behaupten, behauptete, hat behauptet 1. etw. mit
Bestimmtheit für wahr, richtig, sicher erklären, ohne
daß es bewiesen ist: etw. mit Entschiedenheit,
voller Überzeugung b.; das Gegenteil b.; sie be
hauptete, daß er verreist sei — 2.1. etw. mit Erfolg
verteidigen, sich etw. nicht nehmen lassem seinen
Platz, seine Stellung b. 2 .2. sich gegen Widerstände
halten und durchsetzen: er wußte sich (auf seinem
Posten) zu b. 2.B. Sport sich gegen jmdn., in
einem Wettkampf b. (siegen); im letzten Spiel
konnte sich die Mannschaft von C gegen ihren
Gegner b.
+ das / Feld b.; etw. / steif und fest b.
Behauptung, d ie ; -,
- en mitBestimmtheit vorgebrachte
Aussage, Meinungsäußerung, in der etw. als wahr,
richtig, sicher hingestellt wird, ohne daß es bewiesen
ist: eine unhaltbare, kühne B.; das ist eine bloße
B .; eine B. aufstellen, widerlegen, zurücknehmen;
bei seiner B. bleiben
Behausung, d ie; -,
- en: fern von allen mensch
lichen Behausungen (Wohnstätten); eine notdürf
tige B. (Unterkunft); eine B. suchen
beheben, behob, hat behoben etw. Unangenehmes,
bes. eine technische Störung, beseitigen,. s o daß ein
ordnungsgemäßer Zustand (wieder)hergestellt wird:
einen Fehler, Mangel b . ; die Störung konnte leicht,
nicht so schnell behoben werden
beheimatet fA d j.; nicht adv.f an einem bestimmten
Ort b. sein an einem bestimmten Ort seine Heimat
haben, aus einem bestimmten Ort stammen: er ist in
dieser Gegend b .; der in Berlin beheimatete Künst
ler ; eine in den Tropen beheimatete Pflanze
beheizen jsw. Vb.; hat/ 1.1. ein Gebäude, einen
Raum mit Hilfe bestimmter zum Heizen verwendeter
Brennstoffe oid. Heizungsanlagen erwärmen: das
Haus wird durch Fernwärme, Zentralheizung, mit
Gas beheizt 1.2 . eine Heizungsanlage mit bestimm
ten Brennstoffen heizen: der Ofen wird mit Kohle,
der Kessel wird mit Öl beheizt
Behelf, der; -(e)s, -e \vorw. Sg .f etw. Unzureichen
des, womit man sich in Ermangelung von etw.
Besserem behilft, behelfen m u ß : das ist nur ein
notdürftiger, schlechter B .; etw. dient als B .; etw.
als B. nehmen
behelfen, sich (er behilft sich), behalf sich, hat
sich beholfen 1.1. sich in Ermangelung von etw.
Besserem mit etw. Unzureichendem, einem Ersatz
helfen: ich kann mich mit dieser Decke b.; sich
notdürftig b.; sie behalfen sich, so gut es ging
1.2 . sich ohne etw. b. ohne etw. aus -,
zurecht
kommen : wir mußten uns ohne elektrischen Strom
b.
behelfs{mäßig jAdj.f als Behelf dienend, proviso
risch : ein behelfsmäßiges Bett, Lager
behelligen fsw. Vb.; hat/ jmdn. belästigen (1.1),
jmdm. mit etw. lästig fallen: jmdn. mit Wünschen,
Fragen b.; ich möchte Sie (mit dieser Angelegen
heit) nicht, nicht weiter b.
behende jAdj.f gewandt und flink: sie ist sehr b.;
sich b. ankleiden; mit einigen behenden Griffen
Ordnung machen
beherbergen jsw. F6.; hat/ jmdn. b. jmdm. eine
Unterkunft zur Verfügung stellen, jmdn. als Gast
bei sich aufnehmen: einen Bekannten ein paar
Tage, über Nacht, bei sich b.
beherrschen fsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. b . als
Minderheit, als Einzelner die Herrschaft, (unum
schränkte) Macht über etw.,
jmdn. ausüben: eine
Junta beherrschte das Land; die Monopole b. den
kapitalistischen Markt; O eine Situation b. (ihr
gewachsen sein, sie unter Kontrolle haben); von
einer Leidenschaft, einem Gefühl, Wunsch be
herrscht sein, werden (besessen, erfüllt sein) — 2 .
etw. bestimmen (5): Hochhäuser b. das Stadtbild;
Berge b. die Landschaft — 3 . etw., sich b. sein
Verhalten, seine Emotionen, Äußerungen mit An
strengung seines Willens unter Kontrolle halten:
seinen Zorn, seine Miene b .; er ist immer sehr
beherrscht; er konnte sich nur mühsam b.; umg.
ich kann mich b. (ich werde das keinesfalls tun) ! —
4. etw. b. auf Grund von Kenntnissen und Geschick
mit etw. völlig vertraut sein und es anwenden
können: etw. vollkommen, die Rechtschreibung
b.; die Technik (eines Musikinstrumentes) b.;
mehrere Sprachen b. (fließend sprechen und schrei
ben); zu 1, 3 u. 4 Beherrschung, die; -, fo. PI ./;
zu 3: die B. verlieren; etw. mit B. zur Kenntnis
nehmen; zu 4: die B. mehrerer Sprachen
beherzigen fsw. Vb.; hat/: jmds. Worte, Rat,
Warnung b. (gutheißen und befolgen)
beherzigenswert jA dj.f wert, beherzigt zu werden
beherzt /Adj.j in gefährlichen, schwierigen Situatio
nen entschlossen, mutig und tatkräftig eingreifend
und vorgehend: durch sein beherztes Vorgehen,
Verhalten konnte ein größeres Unglück verhindert
werden; dazu Beherztheit, die; -, jo. Pl.f
behilflich jAdj.; nicht adv.f jmdm. b. sein jmdm.
helfen (1): einer alten Dame beim Aussteigen b.
sein; darf ich Ihnen b. sein?
behindern fsw. Vb.; hat; / auch Behinderte/
jmdn., etw. b . verursachen, daß jmds. Tätigkeit,
(der Ablauf von) etw. erschwert wird: seine Ver
letzung behinderte ihn sehr; das schwere Gepäck
behinderte ihn beim Laufen; starke Schneefälle
behinderten den Verkehr; etw. behindert die Sicht;
S p o r t der Stürmer wurde regelwidrig behindert
Behinderte, der u. die; -n, -n f / auch behindern/
jmd., der durch einen dauernden schweren Schaden
körperlich od. geistig belastet ist
Behinderung, die; -en /zu behindern/
Behörde, die; -n zentrales od. örtliches staatliches
Organ
behördlich fAdj.; nicht präd.f: das Geschäft bleibt
mit behördlicher Genehmigung (mit Genehmigung
der entsprechenden Behörde) bis Ende August ge
schlossen
behüten, behütete, hat behütet jmd n . ,
etw. (vor
jmdm.,
etw.) beschützen: jmdn. gut, vor Gefahr,
vor bestimmten Einflüssen b .; der Hund behütet
das Haus
behutsam /Adj.f vorsichtig: b. mit etw.,
jmdm.
umgehen; eine behutsame Andeutung machen;
etw. b. öffnen
bei fPräp. mit Dat.; / auch beim/ 1.1. fräuml.;
gibt die Lage anf in der Nähe von etw., jmdm.: un
mittelbar, dicht, nahe b. der Post steht ein Kiosk;
Eichwalde liegt b. Berlin; ich bleibe b. unserem
Gepäck; wer sitzt b. dir mit am Tisch?; der Lehrer
stand b. (neben, unter) seinen Schülern 1.2. /be
zeichnet enge Berührung; vorw. in Verbindung mit
Verben des Greifens/: jmdn. b. der Schulter
packen; jmdn. b. der Hand nehmen 1.3 . /weist
auf einen persönlich od. sachlich bestimmten Bereich
hin, in dem jmd.,
etw. vorhanden, anwesend ist,
150
bei- — beiderlei
jmd. etw. tut/: er wohnt b. seinen Eltern; er ist b.
der Post beschäftigt, arbeitet b. der Post; b.
jmdm. zu Besuch, b. einer Hochzeitsfeier anwesend
sein; b. euch (in eurer Gesellschaft, Wohnung) ist
es immer sehr schön; ich habe kein Geld b. mir;
das habe ich b. Goethe (in den Schriften Goethes)
gelesen, gefunden 1.4 . fweist q,uf einen besonderen
Zustand einer Sache, eine bestimmte Beziehung von
jmdm. zu jmdm., etw. hinf: b. diesem Wort fehlt
ein Buchstabe; b. seinem Vorschlag handelt es
sich um ein einmaliges Angebot; b. dieser An
gelegenheit, b . ihm brauchst du deswegen keine
Befürchtungen zu haben; b. jmdm. Verständnis
finden; b. jmdm. Unterricht haben; das liegt ganz
b. dir (hängt ganz von dir ab); b. mir (in meinem
Falle) war das genauso; man weiß nie, woran man
b. ihm ist — 2. fzeitl.; weist auf einen Zeitpunkt,
einen Zeitraum od. die Gleichzeitigkeit von Hand
lungen, Vorgängen hin/: b. Beginn, Ende der Vor
stellung; Berlin b. Nacht; er war gerade b. der
Arbeit, als überraschend Besuch eintraf — 3 .
fweist auf einen Umstand hinf 3.1. b . geöffnetem
Fenster schlafen; b. strömendem Regen nach
Haus kommen; etw. b. (unter Androhung von)
Strafe verbieten 3.2. fkonditionalj: b. Regen (wenn
es regn et) fällt die Veranstaltung aus; Notbremse
nur b. (im Falle von) Gefahr ziehen 3.3. /kausal/:
b. deinen guten Augen (da du so gute Augen hast)
brauchst du keine Brille 3.4 . /konzessiv/: b. aller
Freundschaft (obwohl wir Freunde sind), das
geht zu weit!3.5. fmodalf: er war wieder b. Bewußt
sein, bester Gesundheit, Kräften — 4 . /drückt die
Beteiligung an etw.,
den Bezug auf etw. aus/: b.
einem Konzert mitwirken; jmdm. b. der Arbeit
helfen; mir ist nicht wohl b. der Sache, b. dem
Gedanken
bei- 1 . ftrennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in Ver
bindung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bedeutungstypen bildet/ 1.1. /drückt ein Hinzu
fügen aus/: / z. B . beifügen, beilegen, beitragen
1.2. Idrückt ein Dabeisein, -bleiben aus]:
z.B.
beiliegen, beibehalten — 2. jstets betonte Partikel
vor Subst., die aussagt, daß das im Grundwort Ge
nannte beigefügt istf: / z. B . Beiwagen, Beipro
gramm, Beiname, Beigeschmack
bei/Be|| -behalten /Vb.f etw. b . (bewußt) an etw.
festhalten, bei etw. bleiben, etw. nicht aufgeben: eine
bestimmte Richtung, Methode b .;
-biegen /Vb./
salopp jmdm. etw. beibringen (2): er mußte seinen
Eltern b., daß er eine Fünf geschrieben hatte;
-blatt, das fP l.
- blätter/ einer Zeitung, einem Buch
beigelegtes Blatt (2.2), B eilage (1); -boot, das zu
einem Schiff gehörendes kleines Boot zum Verkehr
im Hafen, zu Rettungsarbeiten: das B. herablassen;
-bringen jVb.j 1. jmdm. etw. b. jmdn. etw. lehren
(1.1): jmdm. das Lesen, Schwimmen, Tanzen b.;
jmdm. gutes Benehmen b.
—
2. jmdm. etw. Unan
genehmes diplomatisch sagen, jmdm. eine schlechte
Nachricht schonend übermitteln: jmdm. die Wahr
heit schonend, allmählich b .; wie soll ich, ihm das
b.?
—
3. jmdm. etw. Unangenehmes, Schlechtes zu
fügen, antun: jmdm. eine Wunde, Verletzung b.
—
4. etw. (als Beweis) vorlegen, anführen: einen Beleg,
ein ärztliches Attest b.
4- jmdm. die / Flötentöne b.
Beichte, die; -n Rel. in der katholischen Kirche
von einem Einzelnen vor einem Geistlichen, in der
evangelischen Kirche gemeinsam im Gebet abgelegtes
Bekenntnis der Sünden: zur B. gehen; die B. ab-
legen; der Pfarrer nahm (ihm) die B. ab; O die
Mutter hörte sich die B. ihres Kindes an
beichten, beichtete, hat gebeichtet R e l. in der
katholischen Kirche als Einzelner vor einem Geist
lichen, in der evangelischen Kirche gemeinsam im
Gebet ein Bekenntnis der Sünden oblegen: b. gehen;
O ich muß dir etwas b. (eingestehen)!
Beicht R e l. kath.|
-geheinmis, das jo. Pl.f
Pflicht des Geistlichen, über das ihm in der Beichte
Anvertraute zu schweigen; -Stuhl, der kammerartige
Vorrichtung, in der sich der Geistliche befindet,
während er die Beichte abnim mt; -vater, der Geist
licher, bei dem jmd. (regelmäßig) beichtet
beide /Indef. pron.; PI.; Sg. Neutr.: beides; bezieht
sich auf zwei als bekannt vorausgesetzte Größenf
alle zwei 1.1. /hebt den Gegensatz zu eins hervor;
steht im Satz in betonter Stellung und o. Art.f nicht
nur der eine, sondern auch der andere 1.1 .1 . /nur im
PI.; bezieht sich auf Personen od. auf gleiche Sachen
od. Vorgänge; subst./: zwei Ingenieure, b. sind
erst vor kurzem eingestellt worden, arbeiten bei
uns; ein Schlosser und ein Dreher, b. sind erst
vor kurzem eingestellt worden, arbeiten bei uns;
b. sind verheiratet; alle b. sind sehr tüchtig; ich
habe zwei Bücher gekauft, b. sind in Leinen ge
bunden; /als Apposition/ die Ingenieure sind b.
verheiratet; die Bücher sind b. in Leinen gebun
den; wir kommen b .; ihr habt b. recht; /adj./
meine beiden Söhne gehen jetzt zur Schule, nicht
nur der ältere; b. Bücher sind in Leinen gebunden;
die Themen beider Veranstaltungen waren von all
gemeinem Interesse; vor Gericht müssen b. Par
teien gehört werden 1.1.2. fo. P L ; subst.; bezieht
sich auf verschiedenartige Sachen, Vorgänge od.
Eigenschaften/: sie hat beides verkauft, den Tisch
und die Stühle; sie nahm zum Kuchenbacken
Butter und Eier, wobei sie mit beidem nicht
sparte; das ist beides möglich 1.2 . /hebt den Gegen
satz zu eins nicht hervor, sondern faßt zusammen,
steht im Satz vorw. in unbetonter Stellung; vorw.
mit Art. od. einem Pron./1.2.1. /nur im PL; bezieht
sich auf Personen od. auf gleiche Sachen od. Vor
gänge; subst./: die beiden sind vor kurzem, sind
erst vor kurzem eingestellt worden; die Frauen
der beiden sind berufstätig; zwischen (den) beiden
bestehen gute Beziehungen; einer, jeder von (den)
beiden; wir b. kommen; ihr b. habt recht; umg.
wir beiden; /adj./ die beiden Ingenieure sind ver
heiratet, die beiden Lehrlinge nicht; die beiden
Bücher sind in Leinen gebunden; die Themen der
beiden Veranstaltungen waren von allgemeinem
Interesse; meine beiden Söhne gehen schon zur
Schule, meine Tochter noch nicht 1.2 .2 . /o. P L ;
subst.; bezieht sich auf verschiedenartige Sachen,
Vorgänge od. Eigenschaften/: beides ist möglich,
aber nicht wahrscheinlich; dies(es) beides ist mög
lich, alles andere ist unmöglich
+ b. / Augen zudrücken; mit beiden / Beinen fest
im Leben stehen; b. / Hände voll zu tun haben
beide|mal /Adv./ beide (1.1.1) M a l e : wir hatten
uns zweimal verabredet und b. kam er zu spät
beiderlei, beiderlei jindekl. A dj.; nur attr./ von, in
beiden Arten der genannten Sache: Personen b.
Geschlechts
beiderseitig — beimengen
151
beider] -seitig /Adj.; nur attr.j beide (Seiten) be
treffend, von beiden (Seiten) ausgehend: beider
seitige Übereinstimmung; zum beiderseitigen Vor
teil; die sich aus dem Abkommen ergebenden
beiderseitigen Verpflichtungen; 1-seits fPräp . mit
Gen./ auf beiden Seiten: b. des Flusses, der Straße;
2-seits /Adv./: b. (bei beiden Partnern) besteht der
Wunsch nach Verhandlungen
beides /Indef. pron.; Neutr.f s. beide
bei| -drehen /Vb./ Seemannsspr.: das Schiff
dreht bei (verlangsamt seine Fahrt unter Änderung
der Fahrtrichtung; läuft mit langsamer Fahrt gegen
Wind und See, um möglichst auf der Stelle zu
bleiben); -einander fAdv.f einer beim anderen, zu
sammen: er freute sich, die ganze Familie b. zu
sehen
beieinander- /in verbalen Zusammensetzungenf zu
sammen-, z . B .: beieinanderbleiben
beieinander] -haben /Vb.f etw. zusammenhaben:
eine Summe endlich b.; O um g. seine Gedanken
nicht b. (unkonzentriert sein); -liegen /Vb./ neben
einanderliegen: zwei beieinanderliegende Städte;
-sitzen jVb.j zusammensitzen: wir haben gestern
noch lange beieinandergesessen; -stehen /Vb.f: da
die Häuser hier dicht b. (nebeneinanderstehen) , . . .
Bei/bei |-fahrer, der jmd., der beruflich den Fahrer
eines Lastkraftwagens begleitet und bestimmte A u f
gaben zu erfüllen hat; -fall, der fo. Pl.f 1.1. Zu
stimmung, Gefallen ausdrückendes Klatschen o. ä .
des P u bliku m s : starker, schwacher, anhaltender,
herzlicher, minutenlanger B .; jmdm. B. klatschen;
in B. ausbrechen; die Aufführung mit B. auf
nehmen; viel B. erhalten, ernten 1.2. etw. hat,
findet jmds. B. (Anerkennung 2.1); -fällig fAdj.f
zustimmend, anerkennend (2.1): b. nicken, lächeln;
etw. b. aufnehmen; ein beifälliges Gemurmel,
Kopfnicken
Be]falls| -ruf, der fvorw. P I ./ Beifall ausdrückender
R uf; -sturm, der starker, stürmischer Beifall (1.1):
ein B. brach los; einen B. erregen, entfesseln
Bei/bei| -film, der Kurzfilm , der zusätzlich zum
Hauptfilm gezeigt wird; -fügen /Vb.f einer Sache
etiv. beigeben, - legen: dem Paket eine Zollerklärung,
der Bewerbung Zeugnisabschriften b .;
-fügung,
die 1. jvorw. Sg .j das Beifügen: die Bewerbung ist
unter B. von Zeugnisabschriften bis zum genann
ten Termin einzureichen — 2. Gramm. Attribut (1);
- fuß, der jo. Pl.f Korbblütler mit kleinen braunen
Blüten, die als Gewürz verwendet werden; -gäbe,
die 1. das Beigegebene (1.1): Salat als vitamin
reiche B.
—
2. fvorw. Sg .j das Beigeben (1.1), Hin
zufügen: das Fleisch unter B. von Gewürzen
braten
beige findekl. A dj.; nicht attr.f [be:J] hell sand
farben: der Pullover ist b.; /auch dekliniert; attr.f
umg. ein beiges Kleid
bei|geben fVb.f 1.1. einer Sache etw. hinzufügen
(1): dem Aufsatz Abbildungen b .; dem W erk ist
ein Register beigegeben 1.2 . jmdm. jmdn. zur
Hilfe, Begleitung zur Verfügung stellen, mitgeben:
einem ausländischen Gast einen Betreuer b.
- f/ kleinb.
beigefarben /Adj./ beige: ein beigefarbenes Auto
Bei/bei|-geschmack, der jo. PI./ bei Lebensmitteln
auftretender zusätzlicher Geschmack, der den eigent
lichen Geschmack beeinträchtigt: einen B. an
nehmen; einen bitteren, eigentümlichen, unan
genehmen B. haben; O das Lob hat einen B. von
Ironie; -heft, das Heft als Ergänzung zu einem
Buch, einer Zeitschrift; -hilfe, die 1. veraltend
Unterstützung (2) in bestimmten Fällen: eine ein
malige B. beantragen, bekommen — 2 . fo. P l.f
Jur. vorsätzliche Mithilfe bei der Ausführung einer
Straftat; Leistung vorher zugesagten Beistands
nach Ausführung einer Straftat: jmdn. wegen B.
zum Mord verurteilen; -klang, der fo. P l.f Klang,
der neben einem anderen zu hören ist und meist als
störend empfunden wird: das Klavier hat einen
klirrenden B .; O das W ort hat einen ironischen
B.;
-kommen fVb.f 1.1. jmdm. b. jmdn. dazu
bringen, daß er auf etw.,
jmdn. eingeht, reagiert:
ihm ist nur schwer, nur mit Güte, List beizu
kommen; jmdm. nicht b. können 1.2. einer Sache
b. etw. bewältigen: dem Schmutz kann man nur
mit viel Wasser b.; er wußte nicht, wie er diesem
Problem b. sollte
Bell, das; -(e)s, -e Handwerkszeug aus einem keil
förmigen Eisenteil mit breiter Schneide und einem
rechtwinklig dazu angebrachten hölzernen Stiel als
Griff: ein scharfes B.; mit dem B. Holz hacken,
spalten; das Fleisch mit dem B. zerlegen, teilen
Bei/bei| -läge, die 1. regelmäßig (an bestimmten
Tagen) in eine Zeitung aufgenommene Seite(n) mit
besonderer Thematik: eine literarische B.
—
2. etw.,
bes. Gemüse, das zu einem Gericht gereicht wird:
Salat, Pommes frites als B. reichen; -läufig /Adj./
1. nebenbei gesagt, wie zufällig erwähnt: etw. aus
einer beiläufigen Bemerkung entnehmen; etw. b.
erwähnen — 2 . österr. ungefähr (1.2): er ist b.
40 Jahre alt; -legen /Vb.f 1. einer Sache etw. b.
etw. zusätzlich, ergänzend zu etw. legen, geben: dem
Bewerbungsschreiben Zeugnisabschriften b .; dem
Antrag sind sämtliche Unterlagen beizulegen —
2.1. einer Sache (zu) großen W ert, (zu) großes
Gewicht, keine große Bedeutung b. (beim essen)
2.2. jmdm., sich eine zusätzliche Bezeichnung geben:
sich einen Künstlernamen b.
—
3. etw. im guten
regeln, etw. schlichten: Differenzen, Meinungs
verschiedenheiten, Streitigkeiten b .;
-leibe /Adv.;
emot.; verstärkt eine Negation/ veraltend wahr
haftig, d urchaus: das ist b. keine Einzelerschei
nung; du darfst dir b. (um Himmels willen) nichts
anmerken lassen, keine Umstände machen
Beileid, das /o. PL/: jmdm. sein (aufrichtiges,
herzliches, tiefempfundenes) B. aussprechen
(jmdm.,
der einen ihm nahestehenden Menschen
durch den Tod verloren hat, sein Mitgefühl aus-
drücken)
Beileids|-besuch, der Besuch, den man bei einem
Hinterbliebenen macht, um ihm sein Beileid auszu
sprechen; -bezeugung, die; -karte, die graphisch
gestaltete Karte (1), auf der man einem Hinter
bliebenen sein Beileid ausspricht; -schreiben, das
vgl.
- karte
bei|liegen /Vb.f einer Sache beigelegt {1) sein :
dem Bewerbungsschreiben liegen Lichtbilder bei;
beiliegende Zeilen sind für die Eltern bestimmt;
beiliegend (anbei) übersenden wir Ihnen den ge
wünschten Prospekt
beim /Präp. bei -f Dat. (dem) von Mer, Mas/;
/ bei 1.1 —1.3, 2 , 3.1, 4; /in vielen Fällen heute
nur beim/: jmdn. b . Arm nehmen; b. Essen soll
man nicht reden
bell -mengen /Vb./ einer Sache etw. b. etw. u n ter
152
beimessen — beiseitestellen
etw. mengen (1.2): dem Mehl Backpulver, dem
Sand Zement b.;
-messen /Vb.j einer Sache Be
deutung b. etw. fü r bedeutsam Kalten: einer Sache
große, keine praktische Bedeutung, besonderes
Gewicht, Wichtigkeit b.;
-mischen jV b .j : einer
Sache etw. b . {etw. unter etw. mischen 1.2.1)
Bein, das; -(e)s, -e 1. eines von zwei Gliedern beim
Menschen, von zwei, vier, mehreren Gliedern bei
Tieren, das zum Stehen und Sichfortbewegen dient:
/beim Menschen/ das rechte, linke B.; lange,
krumme Beine haben; ein B. über das andere
schlagen; die Beine ausstrecken; mit den Beinen
baumeln; vor Ungeduld von einem B. auf das
andere treten; ihm ist das B. eingeschlafen; er hat
sich ein B. gebrochen; /bei Tieren/ der Hund hat
vier, ein Vogel zwei, die Spinne acht Beine — 2*
landsch. Fuß (1): kalte Beine haben; die Beine
tun mir weh — 8 . eines der Teile eines Möbel
stücks, Geräts, auf dem es (erhöht) steht: ein B. ist
abgebrochen; die Beine des Stativs — 4. Hosen
bein: ein B. ist zu kurz
+ jmdm. ein B. stellen (jmdm. unvermittelt ein
Bein in den Weg stellen, so daß er stolpert', jmdn.
durch Intrigen hereinlegen); wieder auf den Beinen
sein (wieder gesund sein), auf die Beine kommen
(wieder gesund werden', wieder Erfolg haben); jmdm.
auf die Beine helfen (jmdm. eine Schwäche, Krank
heit, eine finanzielle Notlage überwinden helfen);
auf den Beinen sein (unterwegs sein; aufgestanden
und tätig sein; stehen od. umherlaufen müssen);
sich kaum (noch) auf den Beinen halten können
(vor Schwäche od. Müdigkeit fast zusammen
brechen) ; etw. steht auf schwachen Beinen (ist u n
bewiesen, nicht gesichert); mit beiden Beinen fest
im Leben stehen (realistisch, praktisch veranlagt
sein, sich in allen Situationen zurechtfinden); mit
einem B. im Grabe stehen (schwer krank od. in
Todesgefahr sein); umg. alles, was Beine hat
(jedermann); sich die Beine vertreten (nach langem
Sitzen ein wenig hin und her gehen, sich Bewegung
verschaffen); die Beine unter den Tisch st(r)ecken
(sich umsorgen, bedienen lassen); etw. hat Beine
bekommen, gekriegt (etw. ist gestohlen worden, ist
plötzlich abhanden gekommen); die Beine in die
Hand, unter den Arm, die Arme nehmen (schnell
laufen, sich beeilen); jmdm. Beine machen (jmdn.
fortjagen; jmdn. antreiben); sich kein B. ausreißen
(sich bei etw., der Arbeit nicht besonders anstrengen);
sich die Beine in den Bauch stehen (lan ge stehen
und warten müssen); (sich) etw. ans B. binden
(etw., bes. Zeit od. Geld, an etw. wenden müssen);
etw. auf die Beine stellen (etw. zustande bringen);
auf eigenen Beinen stehen (selbständig, wirtschaft
lich unabhängig sein) ; immer wieder auf die Beine
fallen (aus persönlichen Krisen, Schwierigkeiten
immer wieder unbeschadet hervorgehen); landsch.
umg. sich auf die Beine machen (sich auf den
Weg machen); umg. scherzh. mit dem linken B.
zuerst aufgestanden sein (mißgestimmt, schlechter
Laune sein); — jmdm. ein / Klotz am B.
sein; sich einen
Klotz ans B. binden; jmdm.
(einen) / Knüppel zwischen die Beine werfen;
etw. geht jmdm. durch / Mark und B.; es
friert
Stein und B.; / Stein und B. schwö
ren
bei/Bei| -nah(e), ^nah(e) fA d v .f fa st: ich möchte
b. sagen (vorsichtig behaupten), d aß ...; /als Par
tikel; einschränkend! es war b. 12 Uhr; der Graben
ist b. 5 Meter tief; sie ist b. so groß wie er; er
wäre b. gestolpert; b. jeden Tag kam er zu spät;
-name, der Name, der einer Sache, jmdm. zusätz
lich gegeben wird und der das Charakteristische
einer Person, Sache hervorhebt
Be]n| -amputierte, der u. die; -n, -n jmd., dem ein
Bein, beide Beine amputiert worden sind; -bruch,der
+ umg. das ist kein B. (das ist nicht so schlimm);
—
jmdm. /i Hals- und B. wünschen
beinhalten, beinhaltete, hat beinhaltet etw. zu m
Inhalt (2) haben, enthalten: das Gesetz beinhaltet
neue Regelungen; das Schreiben beinhaltet, daß ...
Beinling, der; -s, -e Teil eines bestimmten K lei
dungsstückes, der die Beine bedeckt: die Beinlinge
einer Strumpf- , Strampelhose
bei/Bel| -ordnen fVb.f 1. jmdm. jmdn. beigeben
(1.2) : der Delegation waren Fachleute als Berater
beigeordnet — 2. G ram m, einer syntaktischen
Einheit eine andere als gleichberechtigt an die Seite
stellen, nebenordnen: beigeordnete Hauptsätze;
eine beiordnende (koordinierende) Konjunktion;
-pflichten /sw. Vb.; hat/ jmdm., einer Meinungs
äußerung zustimmen: alle pflichteten ihm bei; man
kann ihm nur b.; einer Bemerkung, einem Vor
schlag b.;
-programm, das ein od. mehrere Bei
filme, die vor dem Hauptfilm gezeigt werden; -rat,
der beratendes Grem ium : ein wissenschaftlicher,
redaktioneller B.
bejrren fsw. Vb.; hat; vorw. verneint, in Verbindung
m it lassen/: sich nicht, von niemandem, durch
nichts b. (irremachen, von seinem Vorsatz ab
bringen) lassen
beisammen lAdv.j beieinander, zusammen: er
freute sich, die ganze Familie b. zu sehen
beisammen- /in verbalen Zusammensetzungen! zu
sammen-, z. B .: beisammenbleiben, beisammen
liegen
beisammen/Beisammenl -haben /Vb./ etw. z u
sammenhaben: er hat das Geld für die Reise bei
sammen; umg. seine Gedanken nicht b. (un
konzentriert sein); -sein, das; -s, jo. PL/: ein
geselliges, gemütliches B. (der Unterhaltung dienen
des Treffen im kleineren K reis); -sitzen jVb.j zu
sammensitzen: gemütlich, zwanglos b.
Bei/bei| -schlaf, der veraltend, noch fachspr.
, Geschlechtsverkehr; -sein, dasJin den Verbindungen!
in jmds. B ., im B. von jmdm. in jmds. Anwesen
heit, in Anwesenheit von jmdm.: im B. der Kinder;
im B. von Zeugen; in ihrem B. wagt er nicht, sich
so zu benehmen; -Seite /Adv.; vorw. in Verbindung
mit Verben der Bewegung! auf die Seite, damit etw.*
jmd. nicht im Wege ist: sie bringt das schmutzige
Geschirr b .; andere Zuschauer b. drängen; den
Schutt b. schaffen; den Schmutz b. fegen; jmdn.
b. schieben; + / Spaß b .!
beisejtel -lassen fVbif etw. bewußt nicht berücksichti
gen : alles Trennende b .; -legen/ Vb.j etw. zurücklegen
(3.2) : sie konnte jeden Monat eine bestimmte
Summe b.;
-nehmen /Vb./: jmdn. b. (mit jmdm.
ein Gespräch unter vier Augen führen); -schaffen
/sw. Vb.j etw. wegschaffen, um es zu verbergen: der
Mörder versuchte, die Leiche beiseitezuschaffen;
-schieben /Vb./ etw. b. sich über etw. hinwegsetzen
(2): alle Bedenken b.;
-stehen /Vb./ sich a n etw.
nicht beteiligen: willst du b., wenn alle anderen
helfen?; -stellen IVb./i er hat für sich ein paar
beisetzen — beizen
153
Flaschen Wein beiseitegestellt (für späteren Ge
brauch aufgehoben)
bei/Bei| -setzen fVb.f einen Verstorbenen od. eine
Urne bestatten: jmdn. feierlich, in aller Stille b .; die
Urne b.; dazu -Setzung, die; -,
-en Trauerfeier mit
anschließender Bestattung; -spiel, das 1. typischer
Sachverhalt als Erklärung od. Beweis für etw. All
gemeines, allgemein Formuliertes, für eine be
stimmte Erscheinung, einen bestimmten Vorgang:
ein treffendes, anschauliches, typisches B .; Bei
spiele für etw. anführen; etw. an einem B. zeigen;
einen Lehrsatz durch Beispiele erläutern, mit Bei
spielen belegen; zum B. /Abk. z. B ./
—
2. in ihrer
Art, in ihrer bestimmten Ausprägung im positiven
od. negativen Sinne für etw. typische Person od.
Sache: seine Tat ist allen ein abschreckendes,
leuchtendes B .; etw., jmdn. als B. hinstellen; + ein
B. geben (Vorbild sein und zur Nachahmung her
ausfordernd; sich an jmdm., etw. ein B. nehmen
(jmdn.,
etw. als Vorbild wählen); mit gutem B.
vorangehen (etw. als erster tun, um andere durch
Vorbild zu gleichem Handeln anzuspornen); etw.
ist ohne B. (etw. ist noch nicht dagewesen, ist ein
malig)
beispielgebend /Adj.; nicht adv.f vorbildlich: eine
beispielgebende Leistung
beispielhaft /Adj.f vo rbildlich : eine beispielhafte
Ordnung, Initiative
belspieljlos \Adj.; e m o t.f: einen beispiellosen (sehr
großen) Erfolg haben, erringen
be]spiels|weise /Partikel/ zum B eispiel (1): in
dieser Abteilung b. sind drei Kollegen krank
bei[springen /Vb.j jmdm. schnell zu Hilfe kommen:
einem Verunglückten, Gebrechlichen b.; jmdm.
in Gefahr, im Notfall b.; jmdm. mit 100 Mark b.
(aushelfen)
beißen, biß, hat gebissen 1.1 . mit den Zähnen in
etw. eindringen: in den Apfel, die Wurst b.; ich
habe mir beim Essen in die Zunge gebissen (habe
sie mir versehentlich mit den Zähnen verletzt) 1.2 .
beim Kauen mit den Zähnen auf etw. treffen: auf
einen Knochen, ein Pfefferkorn b. 1 .3. etw. kauen,
mit den Zähnen zerkleinern: er kann das harte
Brot nicht mehr b. 1 .4. umg. nichts, nicht viel
zu b. haben (nichts, nicht viel zu essen haben,
Hunger leiden) — 2.1. jmdn. mit den Zähnen packen
und verletzen: der Hund hat ihn ins Bein gebissen;
O um g. habe keine Angst, die werden nicht gleich
b. (werden dir nichts tun) \2.2 . bissig (1) sein: der
Hund, das Pferd beißt — 3 . umg. /von Insekten/
jmdn. stechen und Blut aussaugen: von einem Floh
gebissen werden — 4. heute b. die Fische gut
(gehen die Fische an die Angel) — 5. eine stechende
Wirkung haben, scharf sein, brennen: der Rauch
beißt in die, den Augen; der Rettich beißt auf der
Zunge; beißender Frost; O beißende (in hohem
M aße verletzende) Ironie; eine beißende Kritik —
6. die Farben b. sich (harmonieren nicht mitein
ander, passen nicht zueinander)
(wie) vom wilden
Affen gebissen sein; in
den sauren / Apfel b. müssen; bei jmdm. auf
/ Granit b.; ins
Gras b.; da beißt sich die
/ Katze in den Schwanz
Bei/bei| -stand, der fo. Pl.f Hilfe, Unterstützung:
jmdn. um B. bitten; jmdm. (ärztlichen) B. leisten;
jmdm. seinen B. gewähren; -stehen /Vb./ jm d m .
in schwieriger Lage helfen: jmdm. in der Not, in
Gefahr b.; einander, sich gegenseitig b .;
-steuern
/Vb./ einen Beitrag (2, 3) zu einer (gemeinsamen)
Sache leisten: Geld zu einer Feier, einem gemein
samen Ausflug b.; zu einer Festschrift einen A uf
satz b.;
-stimmen /Vb./ jm d m . ,
einer Meinungs
äußerung zustimmen: dem Redner b.; einem An
trag, Beschluß b .;
-strich, der veraltend
Gramm. Komma
Beitel, der; -s,
-
meißelähnliches Werkzeug zum
Bearbeiten von Holz, bes. zum Stemmen (3.1) von
Öffnungen
Bel/bei|-trag, der; -(e)s, Beiträge 1. Geldsumme,
die jmd., bes. als Mitglied einer Organisation, regel
mäßig zahlt, zu zahlen hat: die Beiträge, den B.
für die Gewerkschaft, Partei kassieren, bezahlen;
ein monatlicher B. v o n ...; die Beiträge ab-
rechnen; der B. für die Sozialversicherung — 2.
Anteil, den jmd., etw. bei der Verwirklichung von
etw. leistet, Mitwirkung an etw.: ein wichtiger,
wertvoller B. zur Erhaltung des Friedens; ein
bedeutender B. zur kulturellen, wirtschaftlichen
Entwicklung — 3 . Aufsatz für eine Zeitung, Zeit
schrift, einen Sammelband: einen B. über die
neuesten Forschungsergebnisse veröffentlichen;
der Band enthält Beiträge bekannter Autoren;
-tragen /Vb./ zu einer Sache (etw.) b. einen Beitrag
(2) zu einer (gemeinsamen) Sache leisten: etw. trägt
zur Erhaltung des Friedens, zur kulturellen, Wirt
schaftlichen Entwicklung bei; zur Verschönerung
des Stadtbildes b .; er hat viel, wenig, nichts dazu
beigetragen, daß ...
Bettrags/beitrags z u Beitrag 1| -kassienmg, d ie;
-marke, die Marke (1) als Beleg für eine erfolgte
Beitragszahlung; -pflichtig /Adj./: der beitrags
pflichtige Teil des Verdienstes (derjenige T eil des
Verdienstes, für den ein Beitrag 1 berechnet und
abgeführt werden muß); -Zahlung, die
bei/Bei| -treten / Vb .; ist/: einer Organisation b.
(in eine Organisation eintreten); dazu -tritt, der:
der B. zu einer Partei; seinen B. erklären; -wagen,
der mit einem K raftrad seitlich starr verbundenes
einrädriges Fahrzeug zum Befördern von Personen
und Gütern, Seitenwagen; -werk, das /o. PI./ 1.1.
er verzichtete in seinem Vortrag auf jedes rheto
rische B. (auf das rein Rhetorische) 1.2 . modisches
B. (modische Kleinigkeiten, die die Kleidung er
gänzen); -wohnen /Vb./ geh. als prominenter Gast,
Zuschauer an etw. teilnehmen: einem Fest, einer
Veranstaltung, Sitzung b.; -wort, das /PI.
- Wörter/
Gramm. 1. Adjektiv — 2. Attribut (1)
Beize, die; -,
-n I. Mittel zum Beizen (1) — II.
/o. PL/ Jägerspr. Jagd auf Vögel, Niederwild
mit abgerichteten Greifvögeln
beizeiten /Adv./ so früh, daß ein bestimmtes Vor
haben, ein bestimmtes Ziel ohne weiteres ausgeführt,
erreicht werden kann, rechtzeitig: b. aufbrechen, an
fangen, Vorsorgen; sich b. auf etw. einstellen, vor
bereiten
beizen /sw. Vb.; hat; auch beizend/ fachspr. 1.
im Holz vorhandene Farbstoffe durch einen chemischen
Prozeß verstärken od. es mit einem färbenden
Mittel behandeln, um seine Struktur hervorzuheben
—
2. Bakterien und Pilze beim Saatgut durch che
mische Mittel abtöten — 3. eine Haut (1.2) mit
Präparaten weich machen — 4. Metall chemisch
behandeln, um auf ihm einen Farbton hervorzurufen
od. um Schichten an der Oberfläche zu entfernen —
154
beizend — beklieren
5. Fasern durch Behandlung mit bestimmten Salzen
zur Aufnahme von Farbstoff vorbereiten — 6 . die
Gärung des Tabaks durch bestimmte Lösungen för
dern — 7. Fisch, Fleisch vor der eigentlichen Zu
bereitung in eine würzige, saure Marinade legen
und darin eine bestimmte Zeit liegen lassen
beizend /Adj.; nicht advr, / auch beizen/: beizen
der (in den Augen, der Nase brennender) Qualm,
Rauch
bejahen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. mit Ja beantworten:
eine Frage b .; bejahend nicken; eine bejahende
Antwort 1.2 . etw. gutheißen, mit etw. einverstanden
sein : einen Plan, ein Vorhaben b.
bejahrt fAdj.; nicht adv.f im vorgerückten Alter:
ein bejahrter Mann; sie war schon b., als sie starb
Bejahung, die;
-en /vorw. Sg .; zu bejahen/; zu
1.1 : eine Geste der B. machen; zu 1.2: die B.
eines Entschlusses
bejammern /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. beklagen (1):
ein Unglück, jmds. Los, einen Verlust b.
bejubeln /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. jubelnd feiern:
einen Schauspieler, eine Aufführung b.
bekakeln fsw. Vb.; hat/ norddt. umg. etw. gemein
sam bereden (1): das müssen wir noch b.
bekämpfen fsw. Vb.; hat/ etw.,
jmdn. b. gegen
etw.,
jmdn. kämpfen (2.1): den Rassismus, reak
tionäre Auffassungen b .; eine Seuche, ein Vor
urteil, seinen Schmerz b.; dazu Bekämpfung, die;
-, /o. PL/
bekannt fAdj.; / auch Bekannte/ 1.1. von vielen,
allen gekannt: eine bekannte Melodie; ein bekann
ter Künstler; etw. ist allgemein b. (geworden);
das Hotel ist für seine gute Küche b. (man weiß,
daß es eine gute Küche 3 hat) 1.2. jmd., etw. ist
jmdm. b . jmd. kennt jmdn.,
etw.: er war noch
nicht allen Mitarbeitern b .; davon ist mir nichts
b. (davon weiß ich nichts); ich habe viele bekannte
Gesichter gesehen 1.3. mit jmdm., etw. b. sein
jmdn.
,
etw. näher kennen: ich bin mit ihm gut,
seit langem b .; mit dem Inhalt des Briefes b. sein;
wir sind auf einer Reise miteinander b. geworden;
jmdn. mit jmdm. b. machen (jmdn. einem Dritten
vorstellen)
+ jmd. ist b. wie ein bunter / Hund
Bekannte, der u. die; -n, -n / / auch bekannt 1.3/
jmd.,
mit dem man (näher) bekannt ist: der B.,
ein Bekannter meines Bruders; ein Bekannter von
mir; viele B. haben; umg. verhüll, meine, seine
B., mein, ihr Bekannter (Geliebte, Geliebter)
Bekanntenkreis, der jo. Pl.f alle Bekannten, die
jmd. hat: einen großen B. haben; zu jmds. B.
zählen
bekanntermaßen, bekanntermaßen /Adv.f bekannt
lich
Bekannt/bekannt| -gäbe, die /vorw. 8 g .j das B e
kanntgeben; -geben /Vb./ etw. der Öffentlichkeit
m itteilen: etw. im Rundfunk, durch Anschlag,
Rundschreiben b.
Bekanntheit, die; -, fo. P L ; zu bekannt 1.1/ das
Bekanntsein
bekanntlich /Adv./ wie jeder weiß, wie bekannt ist:
b. hat er schon oft auf dieses Problem hingewiesen
bekannt/Bekannt| -machen /Vb./ 1.1 . etw. bekannt
geben: eine Verordnung (durch die Presse) b. 1.2.
jmdn. mit etw. vertraut machen: jmdn. mit den
Räumlichkeiten b.; sich mit allen vorkommenden
Arbeiten b .;
- machung, die;
- en Mitteilung an
die Öffentlichkeit: eine B. anschlagen, durch die
Presse veröffentlichen
Bekanntschaft, die; -,
-en 1. /o. Pl.j das persön
liche Bekanntsein mit jmdm.: eine B. pflegen, er
neuern; jmds. B . machen; mit jmdm. B. schließen
—
2.1. /o. Pl.f Bekanntenkreis: er hat viele junge
Leute in seiner B. 2.2. /vorw. PL/ Bekannte: er hat
viele Bekanntschaften
bekehren jsw. Vb.; hat/ jmdn. zu einer Sinnes
änderung veranlassen: jmdn. zu einer anderen An
sicht, Meinung b.; dazu Bekehrung, die; -,
-en
bekennen, bekannte, hat bekannt 1. etw. gestehen
(1): etw. aufrichtig, ehrlich, offen b .; eine
Schuld, die Tat b.; sich schuldig b.
—
2. sich zu
etw., jmdm. b. seine Zugehörigkeit zu etw., seine
Verbundenheit mit jmdm. ausdrücklich erklären:
sich zu bestimmten Ideen, Grundsätzen b.
+ / Farbe b. müssen
Bekenntnis, das; -ses, -se 1. Geständnis (1.1): ein
aufrichtiges B. seiner Schuld — 2. (öffentlich e)
Erklärung (2) der Zustimmung zu etw.: ein macht
volles, überwältigendes B. zum Frieden, Sozialis
mus
beklagen jsw. Vb.; hat; / auch Beklagte/ 1.1.
jmdn., etw. b. um jmdn., etw. klagen, jmdn., etw.
betrauern: den Toten, den Verlust eines nahen
Verwandten b. 1.2 . etw. b. sich über etw. Un
erfreuliches (klagend, mitfühlend) äußern: jmds.
schweres Los b .; Menschenleben waren nicht zu
b. (niemand war umgekommen) — 2 . sich über jmdn.,
etw. besch weren (II): sich über die anderen, den
Lärm b .; er hat keinen Grund, sich zu b.
—
3. Jur. /noch BRD/ die beklagte (verklagte) Per
son, Partei
beklagenswert /Adj.j wert, beklagt (1.2) zu werden
Beklagte, der u. die; -n, -n / / auch beklagen 3/
Jur. /noch BRD/der, die Verklagte: den Beklagten
vernehmen, für schuldig erklären
beklauen jsw. Vb.; hat/ salopp jmdn. bestehlen:
er hat seinen Freund beklaut
bekleben /sw. Vb.; hat/ etw. mit etw. b. etw. auf
die ganze Fläche von etw. kleben (1.1): eine Litfaß
säule mit Plakaten b.
bekleckern jsw. Vb.; hat/ umg. etw.,
sich b.
kleckern und dadurch etw., sich mit etw., sich etw.
beschmutzen: das Tischtuch (mit Soße), sich b.;
ich habe mir das Kleid bekleckert
- f- sich nicht gerade mit / Ruhm bekleckert haben
beklecksen fsw. Vb.; hat/ etw. mit Klecksen be
schmutzen : das Heft war bekleckst
bekleiden, bekleidete, hat bekleidet / / auch be
kleidet/ : eine Funktion b. (innehaben)
bekleidet /Adj.; / auch bekleiden/: leicht, nur
notdürftig b. sein (nur wenig Kleidungsstücke an-
haben); mit Hemd und Hose b. sein (Hemd und
Hose anhaben)
Bekleidung, die; -, jo. PL/ Kleidu n g: zweckmäßige,
strapazierfähige B.
Bekleidungsindustrie, die Gesamtheit von Betrie
ben, die industriell Bekleidung herstellen
beklemmen jsw. Vb.; hat; / auch beklommen/
etw. bedrückt jmdn.: die Luft vor dem Gewitter
war beklemmend; ein beklemmendes Schweigen,
Gefühl
Beklemmung, die; -,
- en beklemmendes Gefühl: eine
B. ergreift, befällt jm d n.; Beklemmungen haben
beklieren jsw. Vb.; hat/ landsch. umg. etw. mit
beklommen — belasten
155
Kreide, Bleistift, Tinte beschmieren: die Wände b.
beklommen fA d j.; / auch beklemmen/ angst
erfüllt, bedrückt: jmdm. ist b. zumute, ums Herz;
mit beklommener Stimme etw. sagen; dazu Be
klommenheit* die; -, fo. P l.f
bekloppt fAdj.; niÄ adv./ landsch. salopp
dumm, beschränkt: der ist ja b .!
beknien /sw. F6.; hat/ umg. jmdn. bearbeiten, zu
etw, drängen: er mußte ihn drei Tage lang b., ehe
er einwilligte
bekQchen fsw. Vb.; hat/ u m g.: sie bekocht ihren
Untermieter (kocht ständig für ihn)
bekommen* bekam, hat/ist bekommen 1. (hat)
1.1 .1 . jmd. bekommt von jmdm. etw. jmd. gibt
jmdm. etw., das ihm fortan gehört: Geld, ein Ge
schenk, eine Belohnung b. 1.1.2. jmd. bekommt
die Erlaubnis zu etw. (jmdm. wird etw. erlaubt);
Anschluß b. (verbunden 2.3 werden); seinen Willen,
sein Recht b. (durchsetzen 1.1 .1) 1.2 .1 . etw. b.
durch Information dahinkommen, daß man Ein
blick in etw.,
Kenntnis von etw. hat: Einblick,
Kenntnis b .; einen falschen Eindruck von etw. b.
1.2.2. jmdn. in seine Gewalt b. (über jmd n . Gewalt
erlangen) 1.3. etw. Unangenehmes einstecken müssen:
eine Rüge b .; Prügel, eine Ohrfeige b. 1.4 . jmd.
bek ommt etw. geschenkt, zugewiesen, gesagt
(jmdm. wird etw. geschenkt, zugewiesen, gesagt) ;
Geld ausgezahlt b. 1.5. /b. + Inf. mit zu/ die
Möglichkeit haben, etw. zu erhalten: etw. zu kaufen,
essen b.
—
2. /weist auf eine Zustandsänderung
hin/ (hat) 2.1 . fgibt an, daß etw. bald eintreten,
geschehen wirdf: wir b. anderes Wetter, Regen;
Schwierigkeiten, Unannehmlichkeiten b. 2 .2. jmd.
bekommt etw. etw. entsteht in jmdm., zeigt sich an
jm d m .: Kopfschmerzen, Eieber b .; Heimweh,
Angst, einen roten Kopf b.; Lust, Mut b.; graue
Haare b.; die Bäume haben frisches Laub b .; sie
hat ein Kind b. (zur Welt gebracht) 2.8.Jmit präd.
Ergänzung od. adv. Bestimmung! jmdn.,
etw. in
einen angestrebten Zustand versetzen: jmdn. satt,
still b.; das Wild vor den Schuß, Lauf b.; den
Fleck aus dem Kleid b.
—
3. jmdm. bekommt
etw. gut, schlecht etw. bringt jmdm. Nutzen,
Schaden (ist): die Kur ist ihm gut b.; seine Neu
gier ist ihm schlecht b .; das Essen ist mir nicht
b. (war mir nicht zuträglich)
4- jmdn. zu / Gesicht b.; etw. in den / Griff
b.;esmitjmdm. zu^ tun b.;von etw. / Windb.
bekömmlich fAdj.; nicht adv.f der Gesundheit zu
träglich, bes. leicht verdaulich: Obst ist leicht b.
beköstigen jsw. Vb.; hat/ jmdn. zu den Mahl
zeiten mit Essen versorgen: die Arbeiter werden
in der Kantine beköstigt
Beköstigung, die; -,
-en fvorw. •Sg.f 1. fo. Pl.f das
Beköstigen — 2. Kost
bekräftigen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. (durch etw.) mit
Nachdruck bestätigen: das Versprechen mit einem
Händedruck, etw. mit einem feierlichen Gelöbnis
b.
—
2. jmdn. in etw. bestärken: jmdn. in seinem
Entschluß, Vorsatz b.
bekränzen fsw. Vb.; hat/ jmdn.,
etw. mit einem
Kranz schmücken: den Sieger, jmds. Haupt b.
bekreuzigen, sich fsw. Vb.; hat/ Rel. kath. das
Zeichen des Kreuzes über seine Stirn und Brust
machen
bekriegen fsw. Vb.; hat/ veraltend: jmdn., etw.
b. (gegen jmdn., etw. K rieg führen)
bekritteln fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. b. kleinliche
Kritik an jmdm.,
etw. üben : er bekrittelte ihn,
seine Arbeit ständig
bekritzeln fsw. Vb.; hat/ etw. b. etw. auf die
ganze Fläche von etw. kritzeln (2): Tische und Bänke
b . ; ein bekritzelter Zettel
bekümmern fsw. Vb.; hat/ 1. etw. bekümmert
jmdn. etw. macht jmdm. Kummer, Sorge: ihr Ge
sundheitszustand, Verhalten bekümmerte ihn; sie
ist tief bekümmert (traurig), sah bekümmert aus —
2. sich um jmdn., etw. kümmern (1.1 .1): sich um
jmds. Kinder, Angelegenheiten b.
bekunden, bekundete, hat bekundet 1. (jmdm .)
etw. deutlich zeigen, kundtun: jmdm. sein Mitleid,
seine Teilnahme b .; seine Sympathie für jmdn.,
sein Interesse an etw. b .
— 2. Jur. etw. bezeugen (1):
der Zeuge bekundete, daß .. ,
belächeln fsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. über etw.,
jmdn. lächeln: etw. mitleidig, wohlwollend b.;
jmds. Geschmack, Benehmen b.
belachen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. über etw.,
jmdn. lachen: einen Witz laut b.; ein viel belachter
Einfall
beladen (er belädt), belud, hat beladen etw. (mit
etw.) b. eine Last auf etw. laden (1.1.1): einen
Waggon, ein Schiff, Lastauto (mit Fracht, Kohle,
Kies) b.; jmd. ist mit Gepäck b. {trägt viel Gepäck);
O sein Gewissen ist mit Schuld b.
Belag* der; -(e)s, Beläge 1. fvorw. Sg .f Brotbelag —
2. Fußbodenbelag — 3. Bremsbelag — 4. fvorw. Sg .f
Schicht, die sich a uf etw. gebildet hat: ein weißer B.
auf der Zunge, den Mandeln
belagern jsw. Vb.; hat/ 1. eine Stadt, Festung b.
(eine Stadt, Festung einschließen mit dem Ziel, sie
zur Übergabe zu zwingen) — 2 . jmdn., etw. umrin
gen : der Künstler wurde ständig von Autogramm
jägern belagert; dazu Belagerung, die; -,
-en
Belang, der; -(e)s, -e 1. fnur im Pl.f Interessen (2),
Angelegenh eiten : soziale, wirtschaftliche Belange;
jmds. Belange wahrnehmen, vertreten — 2, fin der
Verbindungf von, ohneB. sein von, ohne Wichtigkeit,
Bedeutung sein: es ist nichts von B. geschehen; das
ist für mich ohne B.
belangen jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. (gerichtlich) zur
Rechenschaft, Verantwortung ziehen: jmdn. gericht
lich b.; jmdn. wegen Betruges b.
—
2. veraltend
was mich, diese Sache belangt (betrifft), so . . .
belang/Belang| -los jA d j.f bedeutungslos, unwichtig:
eine belanglose Bemerkung; das ist völlig b .; dazu
- losigkeit, die; -,
- en; -voll jAdj.j bedeutungsvoll,
w ichtig
belassen (er beläßt), beließ, hat belassen jmdn. bei
seiner Meinung, seinem Irrtum, Glauben b. (jmd s.
Meinung, Irrtum, Glauben nicht entgegentreten); wir
haben es dabei b. (bewenden lassen)
Belastbarkeit, die; -,
-en fvorw. Sg .j 1. Fähigkeit,
Belastung (2) auszuhalten: die B. eines Bauele
mentes — 2. Fähigkeit, psychischen Druck aus-
zu h alten : die psychische B. eines Menschen
belasten, belastete, hat belastet 1. etw. mit ein er
Last (1.1, 1.2) versehen, beschweren (I): eine Brücke
nicht mehr als zulässig b.
—
2.1 . jmdn., etw. mit,
durch etw. stark beanspruchen: jmdn. mit einer zu
sätzlichen Arbeit, Verantwortung b. 2.2. etw. be
lastet jmdn., etw. etw. beansprucht jmdn., etw. stark:
die schwere Arbeit belastet ihn sehr — 3. etw. be
lastet jmdn., etw. etw. bedrückt jmdn.,
etw.: die
156
belästigen — beleuchten
Sorge um seine Familie belastet ihn; Kummer be
lastet ihr Herz — 4 . jmds. Konto, Guthaben b.
(einen Betrag abbuchen); das Haus ist mit einer
Hypothek belastet (im Grundbuch ist für das Haus
eine Hypothek eingetragen) — 5. die Zeugenaussagen,
Indizien b. den Angeklagten (lassen ihn schuldig
erscheinen); belastendes (zum Schuldbeweis dienen
des) Material
belästigen /sw. V b.; hat/ 1.1. jmdn. (mit etw.) b.
jmdm. mit etw. lästig fallen: jmdn. mit einem An
liegen, einer Bitte b. 1 .2. der Betrunkene belästigte
das junge Mädchen (wurde ihm gegenüber zudring
lich); dazu Belästigung, die; -,
-en
Belastung, die; -,
- en 1. /zu belasten 1, 2, 4/ das
Belasten; zu 1: die B. des Wagens — 2. jvorw. Sg./
die auf etw., jmdm. ruhende, auf etw., jmdn. wirkende
Last (1, 2): die B. des Fahrstuhls ist zu groß —
3. /zu belasten 2 —4/ das Belastetsein; zu 3: etw.
bildet für jmdn. eine nervliche, psychische B.
Belastungs| -probe, die Probe, inwieweit etw. be
lastet (1, 2 .1), jmd. belastet (2) werden kann: das
Material, Fahrzeug einer B. unterziehen; -zeuge,
der Zeuge, dessen Aussage den Angeklagten belastet
(5)
belatschern/sw. Vb.; hat/landsch. salopp jmdn.
zu etw. überreden: er belatscherte sie mitzukommen
belaubt /Adj.; nicht adv./ Laub tragend: belaubte
Bäume, Zweige; die Sträucher sind noch nicht,
erst wenig b.
belauern jsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. lauernd beob
achten: jmdn. auf Schritt und Tritt b.; ein Tier b.
belaufen (er beläuft), belief, ist/hat belaufen 1. (ist)
1a nd sch . die Fensterscheiben, Brillengläser sind b.
(xbeschlagen) — 2 . etw. beläuft sich auf etw. etw.
beträgt (I) etw. (hat): die Rechnung beläuft sich auf
100 Mark
belauschen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. lauschend be
obachten: ein Gespräch b.; <0 die Tierwelt mit der
Kamera b.
beleben /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. wieder zum
Leben erwecken: jmd. fühlt sich wie neu belebt;
O alte Bräuche wieder b.
—
2.1. etw. regt jmdn.,
etw. an, läßt jmdn., etw. lebhafter werden: der Wein
belebte ihn; die belebende Wirkung einer Tasse
Kaffee; <> belebend auf die Unterhaltung wirken
2.2. sich b. lebhafter werden: der Handel belebte
sich in den letzten Jahren stark — 3 . sich mit Leben
erfü llen: die Straßen belebten sich nach Arbeits
schluß; eine besonders belebte (begangene, b e
fahrene) Straße — 4 . etw. interessant, lebendig ge
stalten : den Vortrag, Unterricht durch Bild
material, Dias b.
belecken /sw. Vb.; hat/: die Katze beleckt ihre
Pfoten, ihr Fell (säubert sie, es durch Lecken)
Beleg, der; -(e)s, -e schriftliches Zeugnis, das als
Nachweis für etw., bes. für Zahlungen, dient: einen
B. vorzeigen; etw. als B. anführen; diese Quittung
dient als B.
belegen /sw. Vb.; hat; / auch belegt/ 1. etw. mit
einem Belag (1, 2) versehen: den Fußboden mit
Teppichen b.; belegte (aufgeschnittene und mit
einem Belag versehene) Brötchen — 2. das Ferien
heim ist voll belegt (alle Plätze sind besetzt) —
3. einen Stuhl, Platz b. (für sich, jmdm. reservieren)
—
4. der Sportler belegt in der Gesamtwertung
den ersten Platz (nimmt den ersten Platz ein) —
5. jmdn., etw. mit etw. b. jmdm., einer Bache etw.
auferlegen: jmdn. mit einer Ordnungsstrafe b.;
Waren mit Zoll b.
—
6. etw., bes. Zahlungen, durch
etw.,
bes. ein Schriftstück, nachweisen, beweisen:
die Ausgaben, Kosten durch Quittungen b.; das
ist urkundlich belegt — 7. ein weibliches Tier decken,
begatten
+ jmdn. , etw. mit / Beschlag belegen
Belegjexemplar, das Exemplar eines Druckerzeug
nisses, das dem Autor und bestimmten Einrichtun
gen als Nachweis für die Veröffentlichung zu
gesandt wird
Belegschaft, d ie; -,
-en /DDE veraltend/ Ge
samtheit der Beschäftigten eines Betriebes (1.1)
belegt /A d j.; / auch belegen/ 1. eine belegte (mit
krankhaftem Belag bedeckte) Zunge; belegte Man
deln — 2. mit belegter (rauher, heiserer) Stimme
sprechen
belehnen jsw. Vb.; hat/ jmdn. mit etw. b. jmdm.
etw. zum Lehen geben: der König belehnte den
Fürsten mit Land
belehren/sw. Vb.; hat/1.1.jmdn. b . jmdm. Kenntnisse
verm itteln : etw. wirkt belehrend; ein belehrendes
Buch 1.2. jmdn. über etw. aufklären (2.1): die Mit
arbeiter über den Brandschutz b.
—
2. jmdn.
von einer irrigen M einung abbringen: er läßt sich
nicht, von niemandem, gern b.
+ jmdn. eines / anderen, / Besseren b.
Belehrung, d ie; -,
- en /zu belehren/
beleibt/Adj./ dick (2.1): ein beleibter alter Herr; da-
zu Beleibtheit, die; -, jo. Pl.f
beleidigen /sw. Vb.; hat; / auch beleidigt/1. jmdn.
durch Wort od. Tat in schwerwiegendem Maße krän
ken : er hat ihn schwer, ernstlich beleidigt; jmdn.
durch einen falschen Verdacht, durch eine ab
fällige Bemerkung b.
—
2. etw. beleidigt das Auge,
Ohr (etw. wird optisch, akustisch als unschön emp
funden)
beleidigt /Adj.; / auch beleidigen/ 1.1. sich ge
kränkt fühlend: wegen jeder Kleinigkeit b. sein;
sich b. fühlen 1.2 . /nicht präd.j ein beleidigtes
Gesicht machen (ein Gesicht machen, das ausdrückt,
daß man sich gekränkt fühlt)
+ die beleidigte / Leberwurst spielen
Beleidigung, die; -en 1. schwerwiegende Kränkung
durch Wort od. Tat: etw. ist eine schwere, gemeine
B .; etw. als absichtliche B. auffassen; jmdm. eine
B. zufügen; eine B. (öffentlich) zurücknehmen;
jmdn. wegen B. verklagen — 2. etw. ist eine B. für
das Auge, Ohr (etw. wird optisch, akustisch als un
schön empfunden)
Beleidigungslklage, die Jur. /noch BRD/ Klage, die
wegen einer Beleidigung angestrengt wird
beleihen, belieh, hat beliehen etw. b. eh e. als
Pfand behalten und Geld dafür auszahlen: Schmuck,
Wertgegenstände b.
belemmert /Adj./ umg. 1. das Wetter ist b.
(schlecht 2.1); mir ist b. zumute — 2 . /nicht präd.j
betroffen, eingeschüchtert: er guckt, steht da wie b.
belesen /Adj.; nicht adv./: jmd. ist b. (hat viel ge
lesen, weiß durch Lesen auf bestimmten Gebieten gut
Besch eid); er ist ein belesener Mensch; dazu Be
lesenheit, die; -, jo. PI/
beleuchten, beleuchtete, hat beleuchtet 1. etw.,
jmdn. b. auf etw., jmdn. Licht werfen: die Bühne,
Fassade b .; die Straße ist schlecht beleuchtet
(wird nicht ausreichend durch Lampen erhellt)
—
2. ein Problem, Thema, eine Frage näher, von
Beleuchter — bemitleidenswert
157
allen Seiten, von verschiedenen Gesichtspunkten
(aus) b. (untersuchen, behandeln)
Beleuchter, der; -s, - f ür die Beleuchtung verant
wortlicher Mitarbeiter bei Bühne und Film
Beleuchtung, die; -en jvorw. Sg .j 1.1. die durch
eine (künstliche) Lichtquelle hervorgerufene Helle:
eine festliche, sparsame, gedämpfte, unzureichende
B. 1.2 . der Saal hat elektrische B. {wird durch elek
trisches Licht erhellt) — 2. die nähere, allseitige B.
(Untersuchung, Behandlung) einer Frage, dieses
Punktes
Beleuchtungs| -anlage, die; -brücke, die T h e a t e r
stegartige Vorrichtung über der Bühne zurrt A n
bringen von Scheinwerfern; -körper, der Lampe,
Leuchte
beleumdet fA d j.f s. beleumundet
beleumundet /Adj.; nicht adv.f: jmd. ist gut,
schlecht b. (hat einen guten, schlechten Leu
mund)
belfern fsw. Vb.; hat/: der Hund belfert (bellt,
kläfft mißtönend); O mit belfernder Stimme etw.
befehlen
belichten, belichtete, hat belichtet F o t o g r . etw. b .
Licht auf lichtempfindliches Material, bes. einen
Film , einwirken lassen; dazu Belichtung, die; -en
fvorw. Sg .j
Beliehtungs Fotogr.|
-dauer, die; -messer, der; -s,
-
Gerät, das die richtige Belichtungszeit und Ein
stellung der Blende für eine fotografische Aufnahme
a n zeigt; -zeit, die: für eine Aufnahme eine kurze,
lange B. wählen
belieben fsw. Vb.; hat/ es beliebt (gefällt) jmdm.,
etw. Bestimmtes zu tun: das soll jeder machen, wie
es ihm beliebt; spött. wie Sie zu bemerken be
liebten; wir warteten, bis es ihm beliebte (bis er
sich dazu herbeiließ) zu erscheinen
Belieben, das; -s, fo. P L ; in den Verbindungen!
nach B. (wie es jmdm. beliebt) wählen, entscheiden
können; etw. liegt, steht ganz in jmds. B. (die Ent
scheidung ist jmdm. selbst überlassen)
beliebigjA d j.; nichtpräd.\ 1.1.jnur attr.j ganz gleich
gültig welche, welcher, welches: zwei beliebige Bücher
auswählen; einen beliebigen (irgen dein en ) Zeit
punkt, Namen nennen 1.2. fadv.f ganz nach B e
lieben: etw. läßt sich b. variieren
beliebt fAdj.; nicht adv./ allgemein sehr geschätzt:
ein beliebter Künstler, Ausflugsort; der Lehrer ist
bei seinen Schülern sehr b .; sich bei jmdm. b . ma
chen (einschmeicheln); dazu Beliebtheit, die; -, /o.
PLI
beliefern /sw . V b .; hat/ jmdn. , einen Betrieb b.
jmdm., einem Betrieb (1.1) Ware liefern: den Kun
den pünktlich, die Geschäfte ausreichend, das
Werkmit Halbfabrikaten b .; dazu Belieferung, die;
-,
-en \vorw. Sg .j
Belkanto, der; -s, fo. PL/ Mus. Kunstgesang im ita
lienischen Stil, bei dem es auf die Klangschönheit der
Stimme ankommt
bellen /sw. V b.; hat/ 1. der Hund bellt (gibt laute,
abgehackte Töne von sich) — 2. umg. in lautem, ab
gehacktem Befehlston sprechen — 8 . umg. laut
husten
Belletristik, die; jo. PL/ poetisch, künstlerisch ge
staltete Literatur; dazu belletristisch /Adj.; vorw.
ättr.l
belobigen /sw. Vb.; hat/: jmdn. b. (jmdm. offiziell
ein Lob aussprechen)
Belobigung, d ie; -,
-en 1. das Belobigen: eine öffent
liche B.
—
-
2. L o b : eine B. aussprechen
Belobigungsschreiben, das
belohnen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. als Dank, Lohn
für eine besondere Leistung beschenken: jmdn. für
seine Arbeit, Verdienste b .; den ehrlichen Finder b.
—
2. etw. b. auf jmds. freundliche Handlungsweise
in freundlicher Weise reagieren: seine Mühe wurde
(durch den Erfolg) belohnt; er hat ihre Treue
schlecht belohnt
Belohnung, d ie; -,
-en materielle Zuwendung als
Dank für eine besondere Leistung: er bekam für
seine mutige Tat eine B .; eine hohe B. aussetzen;
etw. zur, als B. bekommen
belüften,'belüftete, hat belüftet einen Raum b.
(einem Baum Luft zuführen); dazu Belüftung, die;
-,
-en jvorw. Sg .j
belügen, belog, hat belogen jmdn. b. jmdm. die
Unwahrheit sagen: er hat ihn frech, dreist, scham
los belogen; sich selbst b. (sich nicht die W ahrheit
eingestehen wollen)
belustigen jsw. Vb.; hat/ jmdn. erheitern, zum La
chen b ringen : sein Benehmen, Verhalten belustigte
sie; belustigt zuhören; etw. belustigend finden; da
zu Belustigung, die; -,
-en
bemächtigen, sich /sw. V b .; hat/ 1 . sich einer Sache,
jmds. b. etw. mit Gewalt an sich bringen, jmdn. unter
seine Gewalt bringen: er bemächtigte sich der W affe;
die Verbrecher bemächtigten sich mehrerer Gei
seln — 2 . etw. bemächtigt sich jmds. etw. befällt
(1.1) jm d n .: Verzweiflung, Angst, Entsetzen be
mächtigt sich ihrer
bemalen jsw. Vb.; hat/ etw. mit Farbe anstreichen
od. mit bunten Verzierungen, Bildern versehen:
Ostereier b .; die Vase ist mit Blumen bemalt; dazu
Bemalung, die; -,
-en
bemängeln /sw. Vb.; hat/ etw. beanstanden, kriti
sieren: etw. mit Recht b.; jmds. Verhalten b.
bemannt /Adj.; nicht adv./: ein bemanntes (mit
M en sch en besetztes) Raumschiff
bemänteln jsio. Vb.; hat/ etw. verharmlosen, be
schönigen: er versuchte, seinen Fehler, sein Ver
sagen zu b.
bemerkbar jAdj.j 1. /nicht adv./ wahrnehmbar: ein
kaum bemerkbarer Unterschied; die Veränderung
war kaum b.
—
2. /in der Verbindung/ sich b. ma
chen 2.1 . etw. macht sich b. etw. ist zu spüren: sein
Einfluß macht sich (deutlich) b. 2.2. jmd. sucht sich
b. zu machen (die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken)
bemerken jsw. Vb.; hat/1. etw., jmdn. wahrnehmen
(1): sie schien ihn, seine Anwesenheit nicht zu b .;
er bemerkte sofort, daß sich etw. verändert hatte —
2. etw. äußern, sagen: etw. beiläufig b.; bei dieser
Gelegenheit möchte ich b. ,
daß ...; das hat er
nebenbei, am Rande bemerkt
bemerkens|wert /Adj./ b eachtlich (1.2): eine be
merkenswerte Leistung
Bemerkung, die; -,
-en Äußerung (1): eine ab
fällige, treffende, kritische, sachliche B. machen
bemessen (er bemißt), bemaß, hat bemessen itw.
nach Berechnung od. Schätzung als M aß festlegen:
er hat die Zeit zu knapp b.; \vorw. im Part. Prät./
ein reichlich bemessenes Trinkgeld
bemitleiden, bemitleidete, hat bemitleidet jmdn.
b. Mitleid mit jmdm. empfinden und es äußern: den
Kranken b.
bemitleidens|wert /Aäj./ bedauernswert (1)
158
bemittelt — beobachten
bemittelt/Adjnicht adv./ veraltend wohlhabend:
er ist nicht sehr b.
Bemme, die; -,
- n ostmdt. (bestrichene, belegte)
Scheibe Brot
bemoost /Adj./ mit M oos bewachsen: ein bemooster
Stein, Baumstumpf
bemühen /sw. Vb.; hat/ 1. sich Muhe geben, eme
gestellte Aufgabe zu bewältigen, 5mA anstrengen: er
hat sich redlich, ernstlich, vergeblich, umsonst be
müht; er hat sich bemüht, pünktlich zu sein; wir
sind stets bemüht (richten unsere ganze Anstrengung
darauf), unser Bestes zu geben — 2. sich um jmdn.
kümmern (I. 1 .1): der Arzt bemühte sich um den
Kranken, Verletzten — 3 . sich um jmdn., etw. b.
jmdn., etw. für sich zu erlangen, gewinnen suchen:
er bemühte sich sehr um das junge Mädchen; sich
um eine neue Stellung b.; sich um jmds. Verständ
nis b.
—
4. geh. bitte b. (begeben) Sie sich nach
oben! — 5. geh. jmdn. um seine Hilfe, sein Kom
men bitten: wir wollten Sie nicht b .; dazu Bemühen,
das; -s, jo. Pl.f
Bemühung, die; -,
-en fvorw. Pl.f das Sichbemühen,
Anstrengung: jmdn. in seinen Bemühungen unter
stützen; alle seine Bemühungen waren umsonst
bemüßigt /A d j./
4 - sich b. (veranlaßt, genötigt) fühlen, sehen, etw.
Bestimmtes zu tun
bemuttern /sw. Vb.; hat/ jmdn. b. so für jmdn. sor
gen, als wäre man seine M utter: sie bemuttert ihren
kleinen Bruder
benachbart fAdj.f angrenzend, in der Nähe liegend:
ein benachbarter Ort; das benachbarte Grund
stück
benachrichtigen /sw. Vb.; hat/ jmdn. von etw. unter
richten, jmdm. eine Nachricht zukommen lassen:
jmdn. brieflich, sofort b.; die Verwandten des Ver
unglückten b.
Benachrichtigung, die;
-en 1. fo. Pl.f das Be
nachrichtigen: die B. der Eltern — 2. Nachricht,
Mitteilung: eine B. erhalten
benachteiligen jsw. Vb.; hat/ jmdn. hinter einem
anderen, hinter anderen zurücksetzen (4): dadurch
wurde er benachteiligt; sich benachteiligt fühlen;
dazu Benachteiligung, die; -,
-en
benagen fsw. Vb.; hat/ etw. b. an etw. nagen (1):
Hasen haben die Baumrinde benagt
benähen fsw. Vb.; hat/ um g.: die Oma benäht ihre
Enkel (näht alle Kleidung für sie)
benebelt fAdj.f umg. (leicht) betrunken: er war
leicht b.
benehmen (er benimmt), benahm, hat benommen
// auch benommen/ I. sich in einer bestimmten
W eise betragen (II): sich anständig, albern,
schlecht, unpassend b .; er hat sich ihr gegenüber
wie ein Flegel benommen; er kann sich nicht b.
(hat keine guten Umgangsformen) — H . geh. der
Schreck benahm (nahm) ihr den Atem
4- sich wie der erste / Mensch b.
Benehmen, das; -s, fo. Pl.f Art, wie sich jmd. be
n im m t: ein zurückhaltendes, bescheidenes, lin
kisches, flegelhaftes B .; jmds. B . empörend fin
den; er hat kein gutes B. (keine guten Umgangs
formen)
+ Papierdt. sich mit jmdm. ins B. setzen (sich
mit jmdm. verständigen)
beneiden, beneidete, hat beneidet jmdn. um, we
gen etw. b. auf jmdn. wegen etw. neidisch sein: jmdn.
um seine Ruhe, Ausgeglichenheit b .; er ist nicht
zu b.
beneldensj wertfA d j.f : ein beneidenswerter Mensch;
etw. b . finden
benennen, benannte, hat benannt 1. jmdn., etw.
nach jmdm., etw. b. jmdm., einer Sache jmds. Na
men, den Namen einer Sache geben: eine nach
einem bekannten Erfinder benannte Straße; er hat
seinen Sohn nach dem Großvater benannt —
2. etw., jmdn. mit seinem Namen nennen: Pflan
zen, Tiere zu b. wissen — 3 . jmdn. als Zeugen b.
(namhaft machen, angeben)
Benennung, die; -,
- en 1. fzu benennen/ das Be
nennen — 2. Name, Bezeichnung: die alte B. bei
behalten, ändern
benetzen fsw. Vb.; hat/ geh. etw. befeuchten: die
Stirn, das Gesicht mit Wasser b . ; die Blumen sind
von Tau benetzt
bengalisch fAdj.; nicht präd.f: bengalisches Licht,
Feuer (bei Feuerwerken verwendetes buntes, ruhig
brennendes Feuer); bengalische Beleuchtung (Be
leuchtung aus gedämpftem Licht)
Bengel, der; -s, -/umg.
-s 1.1. umg. ein großer,
junger B. (Bursche 1) 1.2 . ein niedlicher, kleiner B.
(kleiner Junge) — 2. femot.f Lausejunge: so ein
(frecher) B.!
Benimm, der fin der Verbindung! umg. scherzh.
keinen B. (kein gutes Benehmen) haben
Benjamin, der; -s,
-e fvorw. Sg .j scherzh. der
Jüngste und Meistbeachtete in einer Gruppe, F a
m ilie: der B. der Mannschaft, Familie
benommen /Adj.;
auch benehmen/ wie leicht
betäubt (1): er war von dem Sturz, Medikament
ganz, leicht b .; dazu Benommenheit, die; -, fo. Pl.f
benoten, benotete, hat benotet eine Leistung mit
einer Note bewerten (1.2): den Aufsatz mit ,gut£b.
benötigen fsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. nötig haben:
Geld für etw. dringend b.; jmdm. das benötigte
Material zur Verfügung stellen
benutzen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. gebrauchen, ver
wenden: ein Werkzeug b.; der Raum ist lange nicht
benutzt worden; diesen Weg benutze (gehe) ich
fast nie; die Straßenbahn b. (damit fahren); etw.
als Unterlage b. 1 .2 . die Gelegenheit, einen günsti
gen Augenblick, das gute Wetter b. (ausnutzen),
um ...; dazu Benutzer, der; -s, - : der B. einer Biblio
thek
Benutzer [kreis, der: etw. ist einem großen B. zu
gänglich
Benutzung, die; -,
- en fvorw. Sg .; zu benutzen 1.1/
das Ben u tzen : die B. öffentlicher Verkehrsmittel
Benzin, das; -s, -e Gemisch leichtsiedender K ohlen
wasserstoffe, das bes. als Treibstoff verwendet wird
Benzin| -gestank, der; -kanister, der; -verbrauch,
der
Benzgl, das; -s, -e aromatischer Kohlenwasserstoff,
der als Zusatz in Treibstoffen, als Grundstoff zur
Synthese von Farbstoffen, Arzneimitteln und vie
len anderen organischen Chemikalien verwendet
wird
beobachten, beobachtete, hat beobachtet 1.1. jmdn.
in seinem Tun, ein Geschehen zu einem bestimmten
Zweck (heimlich) betrachten: jmdn. scharf, auf
merksam, genau b .; etw. ungestört, aufmerksam b.
1.2 . etw. bemerken, feststellen: er beobachtete, daß
sie in das Haus ging; dort wurde folgende Natur
erscheinung beobachtet 1.3. etw.,
jmdn. b. zu
Beobachter — bereden
159
einem bestimmten Zweck auf spezielle Besonder
heiten von etw., jmdm. achten: Naturerscheinungen,
den Patienten b»
Beobachter, der; -s, - 1 . jzu beobachten 1.1 u. 1 .2/:
ein aufmerksamer, unbefangener B.
—
2. jmd.9der
im Auftrag eines Staates, einer internationalen Or
ganisation an einem bestimmten internationalen, im
Ausland ablaufenden politischen Geschehen, m eist
einer Konferenz, mit begrenzter Befugnis teilnimmt:
militärische, politische B .; (einen) B. entsenden
Beobachtung, die; -,
-en 1.1. jzu beobachten/ das
Beobachten; zuiA: bei genauer, oberflächlicher B.;
zu 1.3: der Patient wurde zur (klinischen) B. in
ein Krankenhaus eingewiesen; meteorologische,
astronomische Beobachtungen 1.2 . durch Beob
achten gemachte Feststellung: eine B. machen;
jmdm. seine Beobachtungen mitteilen
Beobachtungsgabe, die jo. P I f Fähigkeit zu beob
achten (1.1)
bedien, sich /sw. Vb.; hat/ salopp sich sehr freu en
und seiner Freude Ausdruck geben: ich könnte mich
b.!
beordern jsw . F6.; hat/ jmdn., einen Truppenteil
an einen bestimmten Ort b. jmdm., einem Truppen
teil befehlen, sich an einen bestimmten Ort zu be
geben: jmdn. nach M b.; veraltend Mil. die
Truppen wurden nach A beordert
bepacken jsw. Vb.; hat/ etw. beladen: der Wagen
war voll bepackt; er war mit Koffern bepackt (trug
mehrere Koffer); bepackt wie ein Lastesel
bepflanzen jsw. Vb.; hat/ etw. mit etw. b . Gewächse
auf, in etw. (über die ganze Fläche verteilt) pflanzen:
ein Beet mit Blumen b.; eine mit Sträuchern be
pflanzte Grünanlage
bepflastern jsw . Vb.; hat/ 1. umg. sein Gesicht ist
bepflastert (mit Pflastern II bedeckt) — 2. salopp
der ganze Schreibtisch ist mit Büchern bepflastert
(bedeckt)
bepinseln jsw. Vb.; hat/ etw. mit einem Pinsel mit
etw. bestreichen: Plätzchen mit Eigelb b.
bequatschen jsw. Vb.; hat/ salopp 1. jmdn. zu etw.
überreden: er hat ihn bequatscht mitzukommen —
2. etw. bereden (1): die Sache müssen wir noch ein
mal b.
bequem /Adj.j 1. keine Mühe, Anstrengung, keine
Einengung verursachend, Wohlbehagen erweckend:
ein bequemer Sessel; es sich b. machen; b. (zwang
los) sitzen, stehen; bequeme (nicht einengende)
Schuhe tragen; ein bequemes Leben führen (ohne
große Anstrengungen leben); mit dem Geld kommen
wir b. (gut, leicht, mühelos) aus — 2 . träge (1): er ist
ziemlich b.
bequemen, sich jsw. Vb.; hat/ sich widerstrebend zu
etw. herdblassen: er bequemte sich endlich auf
zustehen, zu antworten
Bequemlichkeit, die; -,
-en 1. Komfort, Annehm
lichkeit: das Hotel bietet jede B.
—
2. Trägheit (1):
er ist aus reiner B. zu Hause geblieben
berappen jsw. Vb.; hat/ umg. scherzh.: er
mußte 100 Mark b. (bezahlen)
beraten (er berät), beriet, hat beraten 1. jmdn. b.
jmdm. Bat erteilen, jmdn. durch seinen Bat unter
stützen: der Rechtsanwalt berät seinen Mandanten;
sich von einem Fachmann b. lassen — 2. etw.,
über etw. b . etw. gemeinsam überlegen und be
sprechen: über die Durchführung der geplanten
Maßnahmen b .; die Abgeordneten b. ein Gesetz,
über ein Gesetz; darüber muß ich mich erst mit
meiner Frau b.
Berater, der; -s, - Batgeber, jmd., der (beruflich,
auf seinem Fachgebiet) Bat erteilt: ein juristischer,
technischer B.
beratschlagen jsw. Vb.; hat/: wir haben lange
beratschlagt (beraten 2), wie das Problem zu lösen
ist
Beratung, die; -,
- en jzu beraten/; zu 1 : ärztliche,
juristische, technische, fachkundige B .; zu 2 : der
Gegenstand, das Ergebnis der B .; nach eingehen
der B.
Beratungs|stelle, die öffen tlich e Stelle, an der be
stimmte Personenkreise Bat erhalten: eine B. für
Schwangere, Nervenkranke
berauben jsw . Vb.; hat/ jmdn. (einer Sache) b.
1.1. jmdm. etw. rauben: jmdn. überfallen und b.;
jmdn. seiner letzten Barschaft b. 1 .2. jmdm. etw.
(das ihm zusteht) nehmen, nicht mehr erweisen, zu
teil werden lassen: jmdn. der Freiheit, seiner
Würde b.
berauschen jsw. Vb.; hat/ jmdn. in einen Bausch
versetzen, trunken machen: der Wein hat ihn be
rauscht; berauschende Getränke; ein berauschen
der D uft; O das Glück, die Freude, der Erfolg
hat ihn berauscht; umg. das war nicht be
rauschend (das war nur mittelmäßig)^; er hat sich
an der schönen Musik berauscht (hat darin ge
schwelgt)
berechnen, berechnete, hat berechnet j / auch
berechnend/ 1. etw. durch Bechnen ermitteln, etw.
ausrechnen, errechnen: die Kosten, eine Entfernung
b.; O die Wirkung seiner Worte genau b. (vorher
genau überlegen) — 2 . jmdm. etw. mit einer be
stimmten Summe b. ,
für etw. eine bestimmte
Summe b. von jmdm. für eine Ware, eine Leistung
die Bezahlung einer bestimmten Summe verlangen:
die Arbeiten wurden ihm mit 100 Mark berechnet;
für die Anlieferung b. wir (dem Kunden) nichts —
3. etw. auf etw. veranschlagen: die Bauzeit auf zwei
Jahre b.; das Werk ist auf sechs Bände berechnet;
O etw. ist auf Wirkung berechnet (abgestellt, ab
gestimmt)
berechnend jAdj.; / auch berechnen/ auf den
eigenen Vorteil bedacht, eigennützig: er ist sehr b.
Berechnung, die; -,
-en 1. jzu berechnen/ das Be
rechnen; zu 1: die B. der Kosten; zu 2: die B. der
Transportkosten; zu 3: die B. der Bauzeit auf
drei Jahre — 2. auf den eigenen Vorteil gerichtete
Absicht, Eigennutz: etw. aus B. tun
berechtigen jsw. Vb.; hat; / auch berechtigt/
jmdm. das Becht (2.1) zu etw. geben: die Karte
berechtigt zum Eintritt; er ist berechtigt, das
Schriftstück zu unterzeichnen; dazu ist er nicht
berechtigt; seine Leistungen berechtigten zu den
größten Hoffnungen
berechtigt jAdj.; / auch berechtigen/ zu Becht
bestehend: der Einwand ist b.; ein berechtigter
Wunsch
Berechtigung, die; -,
-en jvorw. Sg.j 1. das Becht
(2.3), in einer bestimmten Weise handeln, ent
scheiden, etw. Bestimmtes tun zu dürfen: die B. zu
etw. haben — 2. Bechtmäßigkeit: die B. einer
Forderung anerkennen; etw. hat seine B. (etw.
ist berechtigt)
bereden, beredete, hat beredet 1. etw. mit jmdm.,
mit anderen besprechen (1): das, die Sache, den
160
Beredsamkeit — Bergbau
Fall müssen wir noch ausführlich b.
—
2. jmdn.
zu etw. überreden: er hat ihn beredet mitzukommen
Beredsamkeit, die; jo. Pl.j Redegewandtheit: etw.
mit großer, überzeugender B. darlegen
beredt /Adj./1. redegewandt: er ist sehr b.; ein be
redter Fürsprecher — 2. das Werk ist ein beredtes
(eindrucksvolles) Zeugnis seines Könnens; sein
Schweigen war b. (vielsagend)
beregnen, beregnete, hat beregnet ein Feld, eine
Wiese b. (mit Hilfe von Beregnungsanlagen be
wässern); dazu Beregnung, die; /o. PL/
Beregnungsanlage, die technische Anlage, mit
der größere Mengen von Wasser, Abwasser od.
Gülle versprüht werden können zur Wasser- und
NährstoffVersorgung landwirtschaftlicher und gärt
nerischer Kulturen
Bereich, der; -(e)s, -e 1. durch das Vorhandensein
von etw. bestimmtes Gebiet, bestimmte räumliche
Ausdehnung von etw.: der, im B, des ewigen Eises,
der Küste, Großstadt; im B. des Lagers darf nicht
geraucht werden — 2. die DDR. liegt im B. (E in
flußbereich) eines Hochdruckgebietes — 3 . Gesamt
heit dessen, was von etw. er-, umfaßt, betroffen ist,
worauf sich etw. bezieht: im B. der Technik, Wissen
schaft, Kunst, der Familie; etw. liegt im B. des
Möglichen (ist möglich); das liegt nicht in meinem
B. (gehört nicht zu meinen Aufgaben; in der Sache
kann ich nichts tun) — 4 . bestimmte betriebliche,
volkswirtschaftliche Struktureinheit: das Institut
hat vier Bereiche
bereichern fsw . Vb.; hat/ 1. etw. erweitern, reich
haltiger m achen: sein Wissen, seine Kenntnisse
durch etw. b .; Neuerwerbungen bereicherten die
Kunstsammlung — 2 . sich auf unlautere Weise
(auf Kosten anderer) Gewinn verschaffen: sich
schamlos, skrupellos b .; dazu Bereicherung, die;
-,
-en fvorw. Sg./
bereifen fsw. Vb.; hat/: ein Auto (neu) b. (die
Räder des Autos mit Reifen versehen)
bereift fA d j.f mit R eif bedeckt: bereifte Sträucher,
Dächer
Bereifung, die; -,
- en fvorw. Sg .j alle Reifen eines
Fahrzeugs: die B. erneuern
bereinigen fsw. Vb.; hat/ etw. in Ordnung bringen,
k lä r e n : Mißverständnisse, Streitigkeiten b .; die
Sache ist bereinigt; dazu Bereinigung, die; -,
-en
fvorw. Sg .f
bereisen /sw. Vb.; hat/ etw. b. eine Reise, Reisen
in ein Land, in Orte machen, um sie kennenzu
lern en : er hat ganz Ungarn, viele Städte bereist
bereit fAdj.; vorw. präd.f 1. für die Nutzung her
gerichtet, fü r etw. vorbereitet und zur Verfügung
stehend: das Essen ist b.; alles ist für den Besuch
b.; zum Aufbruch b. sein — 2. jmd. ist zu etw. b.
jmd. erklärt, zeigt, daß er die an ihn gerichteten
Erwartungen, Forderungen erfüllen will: er ist b.,
ihm zu helfen, diese Aufgabe zu übernehmen; sich
zu etw. b . erklären
bereiten, bereitete, hat bereitet 1. geh . 1 .1 . etw.
zubereiten: Kaffee, das Essen b. 1.2 . etw. her-
richten (1): jmdm. ein Lager, Bett b.
—
2. jmdm.
Freude, Ärger, Schwierigkeiten b. (m a ch en ); etw.
bereitet (verursacht) jmdm. schlaflose Nächte;
einer Sache ein Ende b. (etw. beenden)
bereit', -halten /Vb.f 1.1. etw. zur sofortigen Ver
fügung halten: bitte, passendes Geld b.! 1.2. sich
b. sich zur sofortigen Verfügung halten: bitte, halten
Sie sich bereit!; -legen fVb.f etw. zur sofortigen
Verfügung hinlegen: Wäsche b.; für jmdn. Akten,
Unterlagen b .;
- liegen fVb.j zur sofortigen Ver
fügung daliegen: etw. liegt zur Abholung bereit
bereits /Adv ./ schon (LI.2): ich habe b. gegessen;
er ist b. gestern abgereist
Bereitschaft, die; -,
-en 1. \o. Pl.f 1.1. er hat heute
B. (Bereitschaftsdienst) 1.2 . etw. in B. (zur so
fortigen Verfügung) haben; in B. (bereit) sein —
2. fvorw. Sg .f seine B. zu etw. erklären (erklären,
zu etw. bereit zu sein)
Bereitschafts| -arzt, der Arzt, der Bereitschafts
dienst hat; -dienst, der fo. Pl.f Dienst auf Abruf
für den N otfall; -polizei, die für bestimmte Zwecke
sofort einsatzbereite Polizei
bereit/Bereit| -stehen fVb.f zur sofortigen Verfügung
fertig dastehen: das Essen steht bereit; -stellen
fVb.f etw. zur Verfügung stellen: finanzielle Mittel
b.; dazu -Stellung, die fvorw. S g .f; -willig fAdj.f
zu etw. geneigt, bereit (2): er half b., gab b. Aus
kunft; dazu -Willigkeit, die; -, fo. P l.f
berennen, berannte, hat berannt etw. b . gegen
etw. anrennen: Ballspiele das gegnerische Tor b.
(unaufhörlich stürmen)
bereuen fsw. Vb.; hat/ etw. b. Reue über etw.
empfinden: er hat seine Tat aufrichtig, tief bereut;
das wirst du noch bitter b. (das wird dir noch sehr
leid tun)!
Berg, der; -(e)s, -e 1. größere Bodenerhebung im
Gelände: ein hoher, steiler B.; schneebedeckte
Berge; vor uns ragte ein B. empor, erhob sich
ein B.; der Kamm, der Gipfel des Berges; vom
B. hinab ins Tal blicken; einen B. besteigen; auf
einen B. steigen, klettern; die Fahrt ging über
B. und Tal — 2. /nur im Pl.f Gebirge: in die Berge
fahren — 3. große Menge, Haufen: Berge von
Schnee mußten geräumt werden; er saß hinter
einem B. von Büchern vergraben; etw. türmt sich
zu Bergen — 4 . /nur im Pl.f Bergm. taubes Ge
stein
+ umg. jmdm. goldene Berge versprechen (jmdm.
große Versprechungen machen); mit etw. nicht
hinter dem B., Berge halten etw. Wesentliches offen
aussprechen: mit seiner Meinung nicht hinter dem
B., Berge halten; über den, über dem, übern B.
sein (das Schlimmste, die Krise überstanden haben);
über alle Berge sein (fort, weit weg sein); jmdm.
über den B. helfen (jmdm. eine Schwäche, Krank
heit, eine finanzielle Notlage überwinden helfen); —
jmdm. stehen die / Haare zu Berge
berg/Berg| -ab /Adv./ den Berg hinab: b. gehen;
der Weg führt hier steil b.; + mit jmdm., etw.
geht es b. (jmdm. geht es immer schlechter, etw.
wird immer schlechter); :abhang, der; -abwärts
/Adv.f vgl.
- ab; :akademie, die Hochschule zur
wissenschaftlichen und praktischen Ausbildung von
Berg- und Hütteningenieuren; -an fAdv.j den Berg
hinan : die Straße geht leicht, steil b.; : arbeiter,
der Werktätiger, der im Bergbau arbeitet; -auf /Adv.f
den Berg hinauf: b. geht es sich schwer; -j- mit
jmdm., etw. geht es b. (mit jmdm.,
etw. wird es
besser); -aufwärts /Adv./ vgl.
- a uf; :bahn, die
Bahn, bes. Zahnrad- od. Seilbahn, die starke Stei
gungen überwindet, zu sehr hoch gelegenen Ort
schaften, auf Berggipfel, Hochplateaus führt; :bau,
der fo. Pl.j 1. das Aufsuchen, Gewinnen und För
dern technisch nutzbarer Minerale und Gesteine, im
Bergbaubetrieb — berüchtigt
161
Untertage- od. Tagebau: der B. ist ein wichtiger
Zweig der Volkswirtschaft — 2. Gesamtheit von
Bergbaubetrieben: im B. beschäftigt sein; Bau
betrieb, der Bergwerk, Grube, Zeche
berge]hoch /A d j./ s. berghoch
bergen (er birgt), barg, hat geborgen f / auch
geborgen/ 1. jmdn.,
etw. (aus einer gefährlichen
Situation) in Sicherheit bringen: den Verschütteten
lebend, nur noch tot b.; Hausrat b.; das Getreide
konnte rechtzeitig geborgen werden — 2 . geh.
2.1* den Kopf in den Händen b. (das Gesicht mit
seinen Händen bedecken) 2,2, etw. birgt jmdn., etw.
etw. schützt jmdn., etw.: das Gebüsch barg ihn vor
den Verfolgern; das bergende Dunkel des Waldes
—
3. geh. etw. enthält etw.: das Museum birgt
seltene Kostbarkeiten; die Erde birgt noch viele
Schätze; etw. birgt etw. in sich: etw. birgt große
Gefahren in sich (ist gefährlich)
Berges|last, die: eine B. (schwere psychische Be
lastung) wurde von ihm genommen
berge|weise fAdv.f zu, in großen Mengen, Haufen:
die Kisten, Bücher stapelten sich b.
Berg| -fahrt, die Binnenschiff. Fährt strom
aufwärts; -fried, der; -(e)s, -e großer, mit dicken
Mauern versehener Turm einer mittelalterlichen
Burg, der als letzte Zuflucht diente; -führer, der
jmd.,
der beruflich mit Touristen im Hochgebirge
Bergtouren unternimmt; -gipfel, der; -hang, der
Hang eines Berges: ein schroffer, steiniger B.
berg (auch berge)|hoeh /Adj.; em ot.f: berghohe
(sehr hohe) Wellen; der Schutt lag b.
bergig jAdj.; nicht adv.f reich an Bergen (1),
gebirgig: ein bergiges Gelände; die Küste ist b.
Berg/berg| -ingenieur, der Ingenieur auf dem Ge
biete des Bergbaus; -kristall, der farblose, bes. klare,
in großen sechsseitigen Kristallen vorkommende
Quarzart; -landschaft, die Landschaft, deren Cha
rakter durch Berge geprägt wird; -lehne, die Berg
hang: eine steile B.;
- mann, der jPl.
-leute, auch
- männer/ Werktätiger, der im Bergbau beschäftigt
ist; dazu -männisch /Adj.; nicht präd.f; -massiv,
das Massiv; -not, die jo. Pl.f Notlage, in die ein
Bergsteiger während einer Bergtour im Hochgebirge
gerät: in B. geraten; jmdn. aus B. retten; -rücken,
der oberster Teil eines langgestreckten Berges;
- rutsch, der das allmähliche Abgleiten von größeren
Erd- und Gesteinsmassen an flacheren Hängen;
- s chuh, der fester Schuh des Bergsteigers; -spitze,
die; -Station, die oberer Haltepunkt einer Bergbahn;
- steigen, das; -s, jo. Pl.f das Klettern im Mittel
gebirge, das Gehen und Klettern im Fels und Eis
der Hochgebirge; dazu -Steiger, der; -stürz, der
plötzlicher Absturz größerer Gesteinsmassen an
Steilhängen; -tour, die Tour in die Berge: eine B.
machen; :sundsTalsBahn, die bei Volksfesten, in
Vergnügungsparks errichtete Anlage mit Wagen, die
abwechselnd steil hinauf- und hinunterfahren
Bergung, die; -,
-en das Bergen (1): die B. des
Verunglückten, des Getreides
Bergungs] -aktion, die Aktion zur Rettung von
Menschen und Gütern bei Unglücksfällen; -arbeiten,
die fPl.f vgl.
- aktion
Berg] -wand, die steil aufsteigende Seite eines
Berges: eine steile B.;
- werk, das Bergbaubetrieb
im Tage- und Untertagebau, Grube, Zeche
Bericht, der; -(e)s,
-e mündliche od. schriftliche
(sachliche) Wiedergabe, Darstellung eines Geschehens,
Sachverhaltes: ein ausführlicher, kurzer, sachlicher,
wahrheitsgetreuer, authentischer B .; nach dem B.
von Augenzeugen; einen B. abfassen, vorlegen,
anfordern; einen B. über etw. geben; fin der Ver
bindungI über etw. B .
erstatten
berichten, berichtete, hat berichtet (jmdm.) etw.
b. jmdm. in mündlicher od. schriftlicher Form von
etw. (sachlich) Mitteilung machen, jmdn. von etw.
in Kenntnis setzen: er hat es ihm mündlich, ein
gehend, umgehend berichtet; er berichtete über
seine Reise, den Stand der Arbeiten; er hat mir
schon alles berichtet
Bericht] -erstatter, der; -s, - 1. Mitarbeiter von
Presse, Funk und Fernsehen, der über aktuelle Er-
eignisse berichtet — 2 . jmd., der vor einem Gremium
über ein bestimmtes Sachgebiet referiert: der B. der
Tagung; -erstattung, die das Berichterstatten 1.1.
in Presse, Funk und Fernsehen: eine aktuelle B.
1.2. vor einem Gremium über ein bestimmtes Sach
gebiet: zur B. das W ort ergreifen
berichtigen /sw. Vb.; hat/ etw. Fehlerhaftes, Fal
sches beseitigen und durch das Richtige ersetzen:
(Druck)fehler b .; sich b . : ich muß mich b. (das
Fehlerhafte, Fälsche meiner Aussage 1.1, 2 durch das
Richtige ersetzen)
Berichtigung, die; -,
-en 1. fvorw. Sg.f das Be
richtigen: die B. von (Druck)fehlern — 2. das
Berich tigte: eine B. des Aufsatzes vorlegen
Berichts! -jahr, das Zeitraum von einem Jahr, über
den (vor einem Gremium) Bericht erstattet wird: im
B. stieg die Arbeitsproduktivität um 3,5 Prozent;
- Zeitraum, der vgl.
- jahr
beriechen, beroch, hat berochen 1. etw. b . an etw.
prüfend riechen: der Hund beroch die Wurst —
2. umg. scherzh. die Gäste berochen sich, ein
ander (machten sich langsam miteinander bekannt,
prüften sich gegenseitig vorsichtig)
berieseln /sw. V b.; hat/ 1. Wiesen, Felder b. (über
Wiesen, Felder gleichmäßig Wasser rieseln lassen)
—
2. umg. mit Musik berieselt werden (fast u n
merklich der Einwirkung von Musik ausgesetzt sein)
Berieselungs|anlage, die Vorrichtung zum B e
rieseln landwirtschaftlich genutzter Flächen
beringen fsw. Vb.; hat; / auch beringt/: Vögel
b. (zur Kennzeichnung am Fuß mit einem Ring
versehen)
beringt /Adj.; nicht adv.; / auch beringen/: eine
beringte (mit Ringen geschmückte) Hand
beritten /Adj.; nicht adv.f auf einem Pferd reitend:
eine Gruppe Berittener
berlinern fsw. Vb.; hat/ Berliner Mundart sprechen
Bernhardiner, der; -s, - zu einer großen, kräftigen
Hunderasse gehörender Haushund mit weißem,
großflächige gelbe bis braune Flecken aufweisendem
Fell
Bernstein, der; -(e)s, /o. P l.f fossiles erstarrtes Harz
von gelber bis dunkelbrauner Farbe: am Strand
nach B. suchen; Schmuck aus B.
Bernstein| -kette, die; -schmuck, der jvorw. 8 g .f
Berserker, auch Berserker, der; -s, - blind wütender
Mann: wie ein B. toben, rasen
bersten (er birst), barst, ist geborsten zerplatzen,
zerspringen, auseinanderbrechen: das Eis, die Mauer
ist geborsten; O vor Lachen, Wut, Ärger b.
(plötzlich ungehemmt lachen, seine Wut, seinen
Ärger zeigen)
berüchtigt jAdj.; nicht adv.f in üblem Ruf stehend:
11 Wörterbuch
162
berücken — beruhen
eine berüchtigte Gegend; er ist wegen seines
Geizes b.
berücken fsw. Vb.; hat/ geh. jmdn., etw. betören,
bezaubern', sie berückt jeden mit ihrem Liebreiz;
er war von ihr berückt; die Musik berückte sein
Ohr; eine berückende Schönheit; jmdn. mit einem
berückenden Lächeln ansehen
berücksichtigen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. bei seinem
Handeln beachten, in seine Überlegungen ein
beziehen: die besonderen Verhältnisse, Umstände,
jmds. finanzielle Lage b.
—
2. etw. ,
jmdn. b .
jmds. Wunsch, Antrag entsprechen, einen Wunsch,
Antrag, jmdn. nicht übergehen: ihre Bestellung
konnte leider nicht berücksichtigt werden; wir
konnten den Bewerber nicht b.; dazu Berück
sichtigung, die; /o. P l.j
Beruf, der; -(e)s, -e Gesamtheit der zur Ausführung
einer gesellschaftlich notwendigen Tätigkeit auf
einem bestimmten Arbeitsgebiet erforderlichen, meist
durch Ausbildung erworbenen Kenntnisse, Fähig
keiten und Fertigkeiten : ein landwirtschaftlicher,
technischer, interessanter, schwerer, schöner B .;
sich in seinem B. wohl fühlen; einen B, erlernen,
ausüben; den B. wechseln; für einen B. besonders
geeignet, befähigt sein; er ist von B. Bäcker (hat
den Beruf des Bäckers erlernt); von Berufs wegen
(auf Grund des Berufes)', einen B. / ergreifen
berufen, berief, hat berufen / /* auch 2berufen/
1*jmdn. als, zu etw. b. jmdn. durch Berufung (1)
in eine Funktion einsetzen: jmdn. als Hochschul
lehrer, Staatsanwalt b.
—
2. sich auf etw., jmdn.
(zu seiner Rechtfertigung) beziehen (5): sich auf das
Gesetz b.; sich auf jmdn. als Zeugen b.
—
3. umg.
es nicht b. nicht im voraus über etw. reden, weil es
sonst nach abergläubischer Vorstellung mißlingen
muß od. nicht in Erfüllung gehen kann: ich will es
nicht b.,
aber morgen wird es schönes Wetter
geben; berufe es nicht!
aberufen fAdj.; / auch 1berufen 1/ besonders be
fähigt, geeignet zu etw .: ein berufener Kritiker,
Fachmann; sich zu etw. b. fühlen
beruflich fAdj.; nicht präd.j 1.1. den Beruf be
treffen d : die berufliche Aus- , Weiterbildung; seine
berufliche Tätigkeit; b. (durch den B eru f) stark
beansprucht sein 1.2. fadv.f als Beruf, Tätigkeit:
jmd. , der b. Kraftwagen fährt
Berufs/berufs| -ausbildung, die A u sb ild u n g i n
einem bestimmten Beruf; -aussiehten, die jPl.f Aus
sichten auf eine Berufsausbildung od. die Entwick
lungsmöglichkeiten im Beruf: in diesem Industrie
zweig sind die B. sehr gut; -bedingt fAdj.f durch
den Beruf verursacht, mit dem Beruf zusammen
hängend : berufsbedingte Krankheiten, Ausgaben;
-beratung, die Aufklärung bes. Jugendlicher über
die verschiedenen Möglichkeiten der Berufsausbil
dung; -bezeichnung, die offizielle Bezeichnung für
einen bestimmten (Ausbildungs)beruf; -bezogen
fAdj.f auf einen Beruf gerichtet: eine berufsbezogene
Ausbildung; -bxld, das fvorw. Sg./ Aufstellung der
wichtigsten Merkmale eines Ausbildungsberufes;
-bildung, die fo. PI .; zusammenfassende Bez. für
die Berufsausbildung und die Erwachsenenqualifi
zierungI; -erfahrung, die Erfahrung im Beruf: lang
jährige B. haben, besitzen; -ethos, das Ein stellu n g
und Haltung gegenüber dem Beruf; -findung, die;
-,
- en fvorw. Sg .f Prozeß der Herausbildung von
Interessen, Neigungen und Entschlüssen hinsicht
lich der Berufswahl des Jugendlichen; -fremd fA'dj.;
nicht adv.f: eine berufsfremde (nicht zum er
lernten Beruf gehörende) Tätigkeit ausüben; -ge-
heimnis, das fo. Pl.f (Schweigepflicht über) jmdm.
in Ausübung seines Berufes od. seiner Funktion
bekannt gewordene Tatsachen, die auf Grund von
Gesetzen, Arbeitsverträgen, Verpflichtungen der Ge
heimhaltung unterliegen: etw. ist B .; das B. wahren,
verletzen; -gruppe, die Gruppe von Ausbildungs
berufen mit ähnlichen K riterien; -kleidung, die für
die Ausübung eines bestimmten Berufs dienende
Kleidung; -kraftfahrer, der jmd.,
der b eruflich
Kraftwagen fährt; -krankheit, die Krankheit, die
durch die Ausübung einer bestimmten beruflichen
Tätigkeit entstanden ist; -künstler, der jmd.,
der
als Künstler ausgebildet und beruflich tätig ist;
- leben, das: er steht schon lange im B. (ist schon
lange berufstätig); -lenkung, die Gewinnung des
Nachwuchses für eine bestimmte Berufsausbildung
und berufliche Tätigkeit entsprechend den Prognosen
und Perspektivplänen; -mäßig fAdj.; nicht präd.f
beruflich (1.2): etw. b. tun, betreiben; -Offizier,
der vgl. Berufssoldat; -praktikum, das Praktikum ,
das in der Ausbildung Stehende, bes. Studenten, zur
Erwerbung praktischer Kenntnisse in einem Betrieb
ableisten; -schule, die Schule, in der Jugendliche
während ihrer Berufsausbildung den auf ihren Beruf
bezogenen theoretischen und allgemeinbildenden
Unterricht erhalten; -Schüler, der
Berufsschul/berufsschul| -lehrer, der Fachleh rer
an einer Berufsschule; -pflicht, die jo. PLf gesetzlich
festgelegte Pflicht, eine Berufsschule zu besuchen;
dazu -pflichtig fA d j.; nicht adv./
Berufs/beryfs| -Soldat, der Angehöriger der bewaff
neten Organe, der sich in einem langjährigen aktiven
Dienstverhältnis befindet; -tätig /Adj.; nicht adv.j
einen Beruf ausübend: sie ist b.; berufstätige
Frauen; -Unfähigkeit, die durch Krankheit od. Un
fall eingetretene Unfähigkeit, den bisherigen Beruf
weiter auszuüben; -yerbot, das /o. Pl.f in imperial.
Staaten angewandte undemokratische Methode, be
stimmte, bes. fortschrittliche Personen aus politischen
Gründen von beruflicher Tätigkeit im Staatsdienst
od. in staatlichen Institutionen auszuschließen; -ver
kehr, der starker Verkehr (1.2) vor Arbeitsbeginn und
nach Arbeitsschluß: im B. werden zusätzliche
Straßenbahnen und Busse eingesetzt; -wähl, die
/o. Pl.f Entscheidung für einen bestimmten Beruf;
- Wechsel, der; -Wettbewerb, der soz. Wettbewerb für
Lehrlinge während ihrer beruflichen Ausbildung;
- wünsch, der Wunsch, einen bestimmten Beruf zu
ergreifen; -ziel, das angestrebter Beruf
Berufung, die;
-en 1. offizieller staatlicher A uf
trag, eine mit besonders hoher Verantwortung verbun
dene Funktion zu übernehmen: seine, die B. als, zum
Hochschullehrer, Betriebsleiter — 2. jo. P l.f das
Sichberufen auf etw.,
jmdn.: unter B. auf das
Gesetz, geltende Recht, einen Sachverständigen
—
3. fvorw. Sg./ besondere Befähigung für etw., die
jmd. als unabdingbare Aufgabe für sich auffaßt:
seine B. zum Künstler — 4. /voriv. Sg./ Jur.
Rechtsmittel des Angeklagten, einer Prozeßpartei
gegen ein in erster Instanz gefälltes Urteil: B. ein-
legen; einer B. stattgeben
beruhen /sw. V b.; hat/ 1. etw. beruht auf etw.
etw. hat etw. als Grundlage: seine Aussagen b. auf
Wahrheit, auf Tatsachen — 2. etw. auf sich b.
beruhigen — beschäftigen
163
lassen einer Sache nicht weiter nachgehen: wir
wollen diese Angelegenheit auf sich b. lassen
beruhigen/sw. Vb.; hat; / auch beruhigt/1. jmdn.,
etw. ruhig machen, zur Ruhe bringen: die Mutter
beruhigt das weinende Kind; sein Gewissen, die
aufgebrachten Gemüter b .; etw. hat eine be
ruhigende Wirkung — 2. sich b. ruhig werden,
zur Ruhe kommen: das Kind hat sich allmählich
beruhigt; O der Sturm beruhigte sich (ließ n ach);
die Lage hat sich beruhigt (entspannt)
beruhigt /A dj.; nicht attr.; / auch beruhigen/:
sie konnte ganz b. (ohne sich Sorgen machen zu
m ü ss e n ) Weggehen, verreisen
Beruhigung, d ie; -,
- en /vorw. Sg ./ 1. /zu beruhigen/
das Beruhigen — 2. es ist mir eine B. (es beruhigt
mich), daß das Kind nicht ohne Aufsicht ist
Beruhigungsj -mittel, das A rzn eimittel, das über
das Zentralnervensystem eine beruhigende Wirkung
ausübt; -tablette, die vgl.
- mittel
berühmt /Adj./ 1.1. jnicht adv./ wegen hoher
Leistung angesehen und weithin bekannt: ein be
rühmter Dichter, Maler; er ist durch seine Erfin
dung b. geworden 1.2 . /nicht adv./ von hoher
Qualität und weithin bekannt: ein berühmtes Bau
werk 1.8 . /nicht attr./ um g. das war nicht gerade
b. (war nicht besonders gut, war mittelmäßig)
Berühmtheit, die; -,
-en 1. /o. PL; zu berühmt 1.1,
1.2/ das Berühmtsein, Ruhm: B. erlangen — 2 .
berühmte Persönlichkeit: er war zu seiner Zeit eine
B., ist eine B.
berühren jsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. b. durch
Fassen, Greifen od. Aneinandertreffen einen kurzen
flüchtigen Kontakt zu etw., jmdm. herstellen: jmdn.,
etw. versehentlich, behutsam, zart b .; er berührte
leicht ihre H and; ihre Hände berührten sich;
bitte nichts b.!; der Hochspringer hat die Latte
berührt; er konnte mit dem ausgestreckten Arm
fast die Decke b. (erreichen); O auf unserer Reise
berührten wir auch B (waren wir auch kurz in B)
—
2. etw. im Gespräch kurz streifen, erwähnen:
dieses Thema, Problem wurde nur berührt, wurde
nicht berührt — 3. etw. beeindruckt, bewegt (3)
jmdn. in bestimmter Weise: etw. berührt jmdn.
seltsam, peinlich, vertraut; das Buch, Stück hat
uns tief berührt
Berührung, die; -,
-en 1. /zu berühren 1 u. 2/ das
Berühren; zu 1: eine leichte, zarte, körperliche B.;
zu 2: die B. dieses Punktes war ihm unangenehm
—
2. Verbindung, Kontakt: die Reise brachte mich
mit vielen Menschen in B .; Mil. die Truppen
hatten mit dem Gegner B.
Berührungs|punkt, der /PI.
- e/ 1. Punkt, den
zwei geometrische Figuren gemeinsam haben — 2.
gedankliche Übereinstimmung, Gemeinsamkeit von
Personen: zwischen ihnen gibt es keinerlei Berüh
rungspunkte
besabbern /sw. Vb.; hat/ umg. etw.,
sich durch
Sabbern beschmutzen: das Kind hat sein Lätzchen,
sich besabbert
besagen jsw. Vb.; hat; / auch besagt/ etw. sagt
etw. aus, bedeutet etw.: dieser Satz besagt, daß ...;
das besagt nichts, will noch nichts b.
besagt /Adj.; nur attr.; / auch besagen/ ve r
alte n d bereits genannt, erwähnt: um auf besagten
Herrn zurückzukommen
besaitet /Adj.; nur präd.; in der Verbindung/ jmd.
ist sehr zart b. (sehr sensibel 1.1)
besamen /sw. Vb.; hat/ Zool.: Rinder b. (Samen
künstlich in die weiblichen Geschlechtsorgane ein -
bringen); dazu Besamung, die; -en
Besamungs|Station, die Landw. Einrichtung zur
Gewinnung des Samens von bestimmten Haustieren
besänftigen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. beruhigen
(1): jmds. Zorn, Empörung, die erhitzten Gemüter
b.
besät /Adj.; nicht adv./ mit etw. b. sein etw. B e
stimmtes auf seiner Oberfläche in einer gleichmäßig
dichten Verteilung aufweisen: die Wiese war mit
Blumen, der Himmel ist mit Sternen b.
Besatz, der; -es, Besätze 1. an (den Rändern von)
Kleidungsstücken als Schmuck aufgesetzter Streifen
aus Stoff, Pelz — 2.1. Jägerspr. Bestand (2) an
Wild, bes. Niederwild, in einem Revier 2.2. Fische
rei Bestand (2) eines Gewässers, bes. eines Teiches,
an Fischen
Besatzung, d ie; -,
-en 1. Personal eines Schiffs,
Flugzeugs, Raumfahrzeugs, einer bestimmten tech
nischen militärischen Einrichtung: die ganze B. des
Schiffs konnte gerettet werden; bei dem Flugzeug
unglück kamen drei Mann der B. ums Leben —
2. Truppen, die das Gebiet, Gebiete eines fremden
Staates besetzt halten
Besatzungsj -gebiet, das von Truppen einer aus
ländischen M acht besetztes Gebiet; -macht, die
Staat, dessen Truppen das Gebiet, Gebiete eines
fremden Staates besetzt halten; -truppen, die /PL/
Truppen, die das Gebiet, Gebiete eines fremden
Staates besetzt halten; -zeit, die /o. PI./ Zeitraum,
in dem ein Gebiet von Truppen einer ausländischen
Macht besetzt gehalten wird; -zone, die vgl.
- gebiet
besaufen, sich (er besauft sich), besoff sich, hat
sich besoffen salopp sich betrinken: er hat sich
schon wieder besoffen ; t er kam besoffen nach
Hause
Besäufnis, das; -ses, -se s alopp scherzh. Sauf
gelage
besäuselt /Adj./ umg. scherzh. leicht betrunken
beschädigen jsw. Vb.; hat/ etw. b. Schaden an etw.
verursach en : durch das Erdbeben, Hochwasser
wurden viele Häuser stark beschädigt; der Ein
band des Buches ist beschädigt
Beschädigung, die; -,
-en 1. /o. PI./ 1.1. das Be
schädigen: die mutwillige B. der Anlagen 1.2. das
Beschädigtsein: den Grad der B. feststellen — 2.
schadhafte Stelle: etw. weist zahlreiche Beschädi
gungen auf
beschaffen jsw. Vb.; hat/ etw. mit Überwindung
von Schwierigkeiten herbeischaffen, besorgen: Waren,
Material b.; jmdm. ein Quartier b.; sich die Er
laubnis zu etw. b .; etw. ist schwer zu b.
beschaffen /Adj.; vorw. präd./ 1.1. von einer be
stimmten Art, geartet: sein Charakter, er war so b.,
daß ... 1 .2 . mit etw., jmdm. ist es in bestimmter
Weise b. mit etw.,
jmdm. steht es in bestimmter
Weise: wie ist es mit seiner Gesundheit b.?; damit
ist es schlecht b.
Beschaffenheit, die; -,
-en /vorw. Sg./ die Gesamt
heit der spezifischen Eigenschaften von etw. (unter
bestimmten Gegebenheiten): die B. der Luft, des
Wassers; der Stoff war von guter, schlechter B.
(Qualität)
Beschaffung, die; -, jo. P L ; zu beschaffen/
beschäftigen /sw. V b .; hat; / auch Beschäftigten/
1. jmdn. b. 1.1. das Werk beschäftigt mehr als
11*
164
Beschäftigten — beschichten
1000 Arbeiter (in diesem Werk arbeiten mehr als
1000 Arbeiter); bei der Post beschäftigt (tätig, an
gestellt) sein 1.2. jmdm. etw. zu tun geben: Kinder
müssen sinnvoll beschäftigt werden — 2 .1 . sich
mit jmdm., etw. b. jmdn.,
etw. zum Gegenstand
seiner Tätigkeit machen, sich einer Sache, jmdm.
widm en: die Mutter beschäftigte sich oft, viel mit
dem Kind, war viel mit dem Kind beschäftigt;
er muß lernen, sich selbst zu b. (aus eigener
Initiative heraus etw. zu tun) 2.2 . mit etw. be
schäftigt sein mit etw. zu tun haben, dabei sein,
ßtw. zu tu n : stark, sehr beschäftigt sein (viel zu
tun haben)] er war anderweitig beschäftigt 2.3.
sich mit etw. b. auf einem bestimmten Gebiet Kennt
nisse zu erwerben suchen : sich (intensiv) mit moder
ner Literatur b. 2.4. sich mit etw., jmdm. ausein
andersetzen: die Polizei mußte sich mit ihm, mit
dem Pall b. 2.5. sie, seine Gedanken beschäftigten
sich fortwährend mit ihr (waren durch sie ganz in
Anspruch genommen); dieser Gedanke beschäftigte
ihn unablässig
Beschäftigten, die / PL; / auch beschäftigen 1.1/
Arbeiter, Angestellte eines Betriebes: die Zahl der
B. in diesem Industriezweig steigt ständig
Beschäftigung, d ie;
-en 1. Tätigkeit (1.2, 1.3):
eine interessante, nützliche B .; einer B. nach
gehen; sich nach einer anderen B. umsehen; eine
B. suchen, finden — 2. /vorw. S g .; zu beschäftigen
1.1/ das Beschäftigen: die B. von Kindern ist ver
boten — 3. fvorw. Sg .; zu beschäftigen 2.1, 2.3,
2.4/ die B. mit etw. das Sichbeschäftigen mit etw.:
nach eingehender B. mit diesem Problem ...
beschäftigungs/Beschäftigungsl -los / A d j .; n ich t
adv.f ohne Beschäftigung (1); -therapie, die jo. Pl.f
Med. Therapie zur Heilung psychischer Krank
heiten durch sinnvolle Beschäftigung der Kran
ken
beschälen /sw. Vb.; hat/ fachspr.: der Hengst
beschält (deckt) die Stute; dazu Beschäler, der;
-s, - Deckhengst
beschallen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. Schall im
Übermaß auf etw.,
jmdn. einwirken lassen: die
Lautsprecher b. den Saal
beschämen /sw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. b. in jmdm.
Scham erwecken: /vorw. im Part. Präs. u . Part.
P rät.j es ist ein beschämendes Gefühl, in dieser
Weise versagt zu haben; über etw. beschämt sein
1.2 . jmdn. durch ein Verhalten, eine Handlung, die
er nicht erwartet od. verdient hat, mit Scham über
seine eigene Handlungsweise erfüllen: sie be
schämte alle durch ihre Güte, ihren Großmut; ich
bin, fühle mich tief beschämt durch seine Freund
lichkeit, sein Vertrauen
Beschämung, die; -,
- en /vorw. Sg .j Scham (1):
ein Gefühl der B.
beschatten, beschattete, hat beschattet 1. etw. in
Schatten h ü llen: ein großer Strohhut beschattete
ihr Gesicht; mit der Hand die Augen b.
—
2.
jmdn. heimlich verfolgen und beobachten: den Ver
dächtigen, vermutlichen Täter b.; zu 2 Beschat
tung, die; -,
- en /vorw. Sg./
beschauen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. betrachten (1):
Bilder, sich die Gegend b.; etw. näher, aufmerk
sam, prüfend b.; sich im Spiegel b.; dazu Be
schauer, der; -s, -
beschaulich /Adj./: jmd. ist, hat eine beschauliche
Natur (neigt zu ruhiger Betrachtung, ist nach innen
gekehrt); ein beschauliches (geruhsames) Leben
führen; dazu Beschaulichkeit, die; -, jo. PI./
Bescheid, der; -(e)s, -e 1. schriftliche od. mündliche
Nachricht über eine Entscheidung (staatlicher
Organe) : einen abschlägigen, zusagenden B. er
halten; der B. wird Ihnen zugeschickt — 2. jo.
PL/ jmdm. (höflich) B. (Auskunft) geben; einen
falschen B. erhalten; mir hat niemand B. gesagt
(mich hat niemand informiert)
-j- B. wissen (sich gut auskennen); umg. jmdm. B.
sagen (die Meinung sagen); salopp jmdm. B.
stoßen (jmdm. gründlich die M einung sagen)
Bescheiden, beschied, hat beschieden 1. jmdm.
ist etw. beschieden jmdm. wird etw. zuteil: ihm
war kein Erfolg, wenig Glück beschieden; es war
ihm nicht beschieden (vergönnt), sein Werk zu
vollenden — 2. papierdt. sein Antrag wurde ab
schlägig beschieden (wurde abgelehnt) — 3. v e r
alte n d sich mit etw. zufriedengeben, sich mit etw.
begnügen : mit dieser Auskunft, diesem Ergebnis
mußten sie sich b.; sie lernte sich b. (keine A n
sprüche zu stellen, sich einzuschränken)
Bescheiden /Adj./1.1. sich mit wenigem begnügend,
nur geringe Ansprüche stellend: ein bescheidener
Mensch; einen bescheidenen Wunsch äußern 1.2.
sich nicht in den Vordergrund stellend, nicht auf
dringlich: er klopfte b. an, zog sich b. zurück —
2.1. einfach (II.2): eine bescheidene Wohnung; ein
bescheidenes Frühstück 2.2. klein, unbedeutend:
sie hatten ein bescheidenes Einkommen; einen
bescheidenen Anteil an etw. haben — 3. salopp
/verhüll, für beschissen/: das Wetter ist b.
Bescheidenheit, die; -, /o. P I .; zu Bescheiden 1/
das Bescheidensein: er hat aus (lauter, falscher)
B. nichts davon erzählt; sie ist die B. selbst (ist
überaus bescheiden); B. ist hier nicht angebracht
bescheinen, beschien, hat beschienen etw. , jmdn.
b. auf etw., jmdn. scheinen: die Lampe bescheint
sein Gesicht; sich von der Sonne b. lassen; die
Landschaft ist vom Mond beschienen
bescheinigen /sw. V b .; hat/ etw. sch riftlich be
stätigen (1.1): den Empfang des Geldes b .; der
Arzt hat den T od bescheinigt
Bescheinigung, d ie; -,
-en schriftliche Bestätigung:
über etw. eine B. verlangen; jmdm. eine B. aus
stellen
bescheißen, beschiß, hat beschissen d e r b jm d n .
betrügen (1.1): er hat mich ganz gemein beschissen
beschenken /sw. Vb.; hat/ jmdn. b. jmdm. etw.
schenken, jmdm. Geschenke machen: jmdn. reich
lich b.; sie ist reich beschenkt worden; jmdn. mit
Blumen b.
bescheren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdm. etw., jmdn.
(mit etw.) b. jmdm. etw. zu Weihnachten schenken:
den Kindern Spielzeug b.; die Kinder (mit Spiel
zeug) b.
—
2. der Winter hat uns viel Schnee
beschert (gebracht); der gestrige Tag hat uns eine
Überraschung beschert
Bescherung, die; -,
-en 1. (Familien)feier am Weih
nachtsabend, auf der die Geschenke verteilt werden:
die Kinder freuen sich auf die B.
—
2. /vorw. Sg./
umg. unangenehme Überraschung, unangenehmer
Vorfall /vorw. in Ausrufen der Empörung, des Vor
wurfs/ : da haben wir die B .!; das ist ja eine schöne
B.!
bescheuert /Adj./ salopp verrückt, dumm
beschichten, beschichtete, hat beschichtet etw. b.
beschicken — beschmutzen
165
ein bestimmtes Material mit einer festhaftenden
Schicht versehen: Stoffe (mit Kunststoffen) b.;
beschichtetes Papier
beschicken /siv. V b . ; hat/ 1. eine Ausstellung b.
(Ausstellungsstücke zu einer Ausstellung schicken);
eine Veranstaltung b. (Vertreter zu einer Veran
staltung schicken) — 2. Techn . Hochöfen, Maschi
nen b. (zu verarbeitende Stoffe, zu bearbeitende
Werkstücke in sie einbringen)
Beschickung, die;
-en 1. fvorw. Sg .; zu be
schicken/ das Beschicken — 2. T echn. Gesamtheit
der Stoffe, mit denen Hochöfen beschickt werden
beschießen, beschoß, hat beschossen 1. etw., jmdn.
b. auf etw.,
jmdn. (längere Zeit) schießen: eine
Festung, Stadt b.
—
2, Phys. etw. mit Elementar
teilchen b. Elementarteilchen auf etw. auftreffen
lassen : Atomkerne mit Elementarteilchen, Neutro
nen b .; dazu Beschießung, die; -,
-en
beschildern /sw. Vb.; hat/ etw. mit Schildern ver
sehen: eine Straße b. (Verkehrsschilder anbrin
gen )
Beschilderung, die;
-en 1. das Beschildern —
2. die B. (alle Schilder) des Wanderweges erneuern
beschimpfen fsw. Vb.; hat/ jmd n * durch Worte
beleidigen : jmdn. mit groben, gemeinen Worten,
unflätig, öffentlich b.
Beschimpfung, die; -,
-en Beleidigung durch Worte
beschirmen jsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. beschützen:
jmdn. (vor Gefahren) b.
Beschiß, der; Beschisses, fo. Pl.f salopp Betrug:
soeinB.!;dasistjaallesB.!
besch|ssen /Adj.f salopp sehr schlecht, unerfreu
lich: beschissenes Wetter; es geht ihm ganz b.
beschlafen (er beschläft), beschlief, hat beschlafen
umg. etw. bis zum nächsten Tag überdenken, die
Entscheidung über etw. um eine Nacht aufschieben:
ich werde (mir) die Sache noch einmal b.
Beschlag, der; -(e)s, Beschläge I, M etallteil, das
etw. zusammenhält, schmückt, schützt: eine Truhe
mit kunstvollen Beschlägen; der Koffer hat ver
chromte Beschläge — II. fvorw. Sg .f dünne
Schicht, bes. von kondensiertem Wasser od. von Eis,
die sich a uf der Oberfläche von etw. bildet
+ jmdn.,
etw. mit B. belegen, in B. nehmen
(jmdn., etw. völlig für sich in Anspruch nehmen)
beschlagen (er beschlägt), beschlug, h at/ist be
schlagen 1. etw. b. etw. auf etw. durch Schlagen be
festigen (hat): ein Pferd b. (die Hufeisen anbringen);
ein Faß mit Reifen, einen Schuh mit Nägeln b.
—
2. etw. beschlägt (ist) 2.1 . auf etw. bildet sich eine
dünne Schicht, bes. von kondensiertem W asser: das
Glas, Metall beschlägt; die Fenster, Scheiben sind
b. 2.2. etw. überzieht sich mit einem Belag: diese
Wurst, Speise beschlägt schnell, leicht
beschlagenfAdj.; nicht adv.f reich an Kenntnissen:
er ist in Mathematik, auf dem Gebiet der Litera
tur gut, ziemlich b.
Beschlagnahme, d ie ; -,
-n das Beschlagnahmen: die
B. des Druckwerkes, Vermögens
beschlagnahmen jsw. Vb.; hat/ etw. von amtlicher
Seite dem Verfügungsrecht einer Person entziehen:
die Polizei beschlagnahmte das Diebesgut
beschleichen, beschlich, hat beschlichen 1 . jmdn. ,
etw. b. sich jmdm., einer Sache schleichend nähern:
der Fuchs beschleicht seine Beute — 2. etw. über
kommt jmdn. allmählich: Sorge, Angst beschleicht
mich; ein Verdacht, Heimweh beschlich ihn
beschleunigen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. schneller
werden lassen, die Geschwindigkeit von etw. erhöhen:
seine Schritte b.; er beschleunigte das Tempo
1.2. sich b. schneller (1.2) werden: sein Puls hat
sich, ist beschleunigt — 2. Phys. etw. b. die Ge
schwindigkeit von etw. nach Größe od. Richtung
ändern infolge Einwirkung einer Kraft (2): Elek
tronen b.
—
3. etw. b. dafür sorgen, daß etw. schnel
ler vonstatten geht, früh er geschieht: die Abreise,
Lieferung b . ; um beschleunigte Abfertigung bitten;
Licht und Warme b. das Wachstum der Pflanzen
Beschleuniger, der; -s, - Phys. Anlage zur Be
schleunigung von Elementarteilchen
Beschleunigung, die; -,
-en fvorw. Sg .; zu be
schleunigen/ das (Sich)beschleunigen; zu 1.1: die
B. des Bautempos; zu 1.2: die B. des Pulses; zu 2 :
P h ys . die B. von Elementarteilchen; zu 3: die B.
seiner Rückkehr
beschließen, beschloß, hat beschlossen 1 . etw. b.
1.1. (nach reiflicher Überlegung) eine Entscheidung
über etw. treffen, sich zu etw. entschließen: wir be
schlossen abzuwarten, abzureisen; er beschloß , die
ganze Wahrheit zu sagen 1.2. /bes. von Staats
organen/ einen Beschluß über etw. fassen, die Ein -,
Durchführung von etw. anordnen: die Volkskammer
hat ein neues Gesetz, neue sozialpolitische Maß
nahmen beschlossen — 2. etw. b. den Abschluß von
etw. bilden : ein Feuerwerk beschloß das Fest;
Sportler beschlossen den Aufmarsch — 3. v e r
alten d in etw. beschlossen sein, liegen etw. ent
halten (1.3): in diesem Werk sind, liegen alle Er
kenntnisse und Erfahrungen des Künstlers be
schlossen
4- etw. ist beschlossene /< Sache
Beschluß, der; Beschlusses, Beschlüsse 1.1. (nach
reiflicher Überlegung) getroffene Entscheidung, ge
faßter Entschluß: einen B. fassen (etw. beschließen)
1.2. fbes.von Staatsorganen! verbindliche Entschlie
ßung als Ergebnis nach Beratung über die Ein-,
Durchführung von etw.; auf B. des Ministerrats;
wichtige Beschlüsse fassen, verabschieden; das
Ergebnis einer Diskussion zum B. erheben
beschluß/Beschlußl -fähig /A d j.; nicht adv./ be
rechtigt, Beschlüsse (1.2.) zu fassen: nur bei An
wesenheit von mehr als 50 Prozent der Mitglieder
ist die Versammlung b . ; dazu -fähigkeit, die fo. P l .f ;
-fassung, die das Fassen eines Beschlusses (1.2):
einen Entwurf zur B. vorlegen; -Vorlage, die fü r
die Beschlußfassung ausgearbeitete Vorlage: eine B.
beraten
beschme|ßen, beschmiß, hat beschmissen u m g .
jmd n. , etw. bewerfen (1.1): die Jungen beschmissen
sich (gegenseitig) mit Dreck
beschmieren jsw. V b.; hat/1. etw. mit etw. b. etw.
mit dem Messer über die ganze Fläche von etw. ver
teilen: Brot mit Butter b.
—
2. jmdn., sich, etw.
mit einer meist klebrigen od. feuchten Substanz be
schmutzen : du hast ihn, dich, deine Hose mit Farbe
beschmiert; ein mit Ruß beschmiertes Gesicht —
3. etw. b. auf etw., das nicht dafür vorgesehen ist,
(unsauber) schreiben, malen: das Heft, die Wände b.
beschmutzen fsw. Vb.; hat/ jmdn.,
etw. ,
sich
schmutzig machen: er hat sein Hemd beschmutzt;
die Kinder haben sich beim Spielen beschmutzt;
beschmutzte Gesichter, Hände; O jmds. Ruf,
Namen b. (durch üble Nachrede in Verruf bringen)
- f sein eigenes / Nest b.
166
beschnarchen — beschweren
beschnarchen /sw. Vb.; hat/ salopp etw. beschlafen:
das muß ich erst noch einmal b.
beschneiden, beschnitt, hat beschnitten 1. Hecken,
Bäume b.' (die Zweige, Triebe kürzen); Bücher,
Papier b. (den Rand gerade schneiden); Hühnern
die Flügel b. (stutzen ); <0> jmds. Rechte, Freiheit b.
(schmälern, beschränken) — 2. die Vorhaut b. (aus
rituellen, medizinischen Gründen entfernen)
+ jmdm. die / Flügel b.
beschnüffeln /sw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. schnüf
felnd beriechen (1): die Hunde b. sich; der Hund
beschnüffelte die Tasche — 2. umg. scherzh.
einander beriechen (2)
beschnuppern /sw. Vb.; h at/1. etw., jmdn. schnup
pern d beriechen (1): die Hunde b. sich, einander;
der Hund beschnupperte den Fremden — 2. umg.
sch erzh . die Gäste beschnupperten (berochen 2)
sich, einander
beschönigen /sw. Vb.; hat/ etw. Negatives in einem
besseren Licht erscheinen lassen: jmds. Verhalten,
Fehler, Schwächen b.; ich will nichts b.; dazu Be
schönigung, die; -,
-en
beschränken jsw. Vb.; hat; / auch beschränkt/ etw.
einschränken (1): seine Ausgaben, die Zahl der
Teilnehmer b.; jmdn. in etw. b .: jmdn. in seiner
Handlungsfreiheit b.; etw. auf etw. b .: die Rede
zeit auf zehn Minuten b .; etw. auf das Nötigste b.;
sich auf etw., jmdn. b .: sich auf das Wesentliche b .;
er hat nur beschränkte (nicht fü r alles geltende) Voll
machten; meine Zeit ist beschränkt (ich habe nicht
unbegrenzt Zeit); in beschränktem (mengenmäßig
begrenztem, geringem) Maße
beschrankt /Adj.; nicht ad v.f: ein beschrankter
(mit Schranken versehener) Bahnübergang
beschränkt fAdj. ; /t auch beschränken/ 1. /nicht
adv.f einen niedrigen Intelligenzgrad aufweisend,
dumm: er ist etwas b.
—
2. von einem begrenzten
geistigen Horizont zeugend: seine Ansichten sind b.
Beschränktheit, die; -en jo. P I ./1. /zubeschränkt/
das Beschränktsein: etw. zeigt jmds. B.
—
2. /zu
beschränken/ das Beschränktsein: die B. der zur
Verfügung stehenden Mittel
Beschränkung, die; -,
-en 1. fvorw. Sg.j das Be
schränken: die B. der Ausgaben; die B. der Rede
zeit auf zehn Minuten; die B. (das Sichbeschränken)
auf das Wesentliche' —- 2. etw. Beschränkendes:
jmdm. Beschränkungen auferlegen
beschreiben, beschrieb, hat beschrieben 1. etw. mit
Schriftzeichen bedecken: ein Blatt Papier, viele
Seiten b.; die Karte ist auf beiden Seiten eng be
schrieben — 2 . etw., jmdn. b. durch mündliches,
schriftliches Aufzählen der Merkmale, Kennzeichen
und Besonderheiten, durchdie Darstellungder Beschaf
fenheit eine Vorstellung von etw., jmdm. geben: etw.
genau, ausführlich b.; den Hergang, jmdm. ein
Erlebnis b.; den gestohlenen Gegenstand, den
Täter b.; jmds. Äußeres b.; jmdm. den Weg b.;
dieses Gefühl läßt sich schwer b .; wer beschreibt
mein Erstaunen (wie erstaunt war ich), als ich ihn
plötzlich sah; sein Entsetzen war nicht zu b. (er
war überaus entsetzt) — 8 . einen Kreis b. (eine
Kreisbewegung ausführen); die Bahn, die die Erde
um die Sonne beschreibt
Beschreibung, die; -,
-en 1.fvorw. Sg.jdas Be
schreiben (2): er fuhr in seiner B. fort — 2. münd
lich, schriftlich gegebene Aufzählung der Merkmale,
Kennzeichen und Besonderheiten, Darstellung der
Beschaffenheit von jmdm., etw.: eine genaue B. des
Täters liegt vor; die B. trifft auf den Vermißten zu;
dem Gerät liegt eine B. bei
+ jemot. neg.j etw. spottet jeder B. (übersteigt
jedes Maß)
beschreien, beschrie, hat beschrien um g. es nicht
b. (xberufen 3)
beschreiben, beschritt, hat beschritten: neue Wege
(in der Wissenschaft) b. (einschlagen); den Rechts
weg b. (Klage einreichen)
beschriften, beschriftete, hat beschriftet etw. m it
einer Aufschrift, einem erklärenden Zusatz ver
seh en : Einmachgläser, Flaschen, Bilder, Zeich
nungen b.; dazu Beschriftung, die; -,
-en
beschuldigen /sw. V b .; hat/ jmdn. (eines bestimm
ten Tuns) b. von einer bestimmten Person behaupten,
erklären, daß sie eine bestimmte schuldhafte Tat be
gangen habe: er wurde des Diebstahls beschuldigt;
sie wurde beschuldigt, dem Täter bei der Flucht
geholfen zu haben
Beschuldigung, die; -,
-en Äußerung, mit der man
jmdn. beschuldigt: Beschuldigungen gegen jmdn.
erheben (jmdn. beschuldigen); eine B. zurück
weisen; diese Beschuldigungen entbehren jeder
Grundlage
beschummeln /sw. Vb.; hat/ umg. jmdn. ein biß
chen betrügen, einen harmlosen Betrug begehen: er
hat mich beim Skat, um zehn Mark beschummelt
beschuppen /sw. Vb.; hat/ landseh. umg. s. be-
schupsen
beschupsen /sw. Vb.; hat/ landsch. umg. jmdn.
ein bißchen betrügen: er hat mich beschupst, hat
mich um zwei Mark beschupst
Beschuß, der; Beschusses, /o. P l.j 1, Mil. länger
anhaltendes zielgerichtetes Feuer: die Stadt lag,
stand unter schwerem B .; etw. unter B. nehmen,
halten — 2. Phys. /zu beschießen 2/ das B e
schießen: der B. mit Neutronen
beschützen /sw. Vb.; hat/ jmdn.,
etw. in seinen
Schutz n eh m en : der Junge beschützte seine kleine
Schwester; jmdn. vor einer Gefahr b.; dazu Be
schützer, der; -s, -
beschwatzen /sw, Vb.; hat/ umg. jmdn. zu etw.
überreden: sie hat ihn beschwatzt mitzukommen
Beschwerde, die; -,
-n 1.1.1. /nur im PI./ Schmerzen,
körperliches L eiden : keine, altersbedingte, rheu
matische Beschwerden haben; seine alte Ver
letzung macht ihm immer wieder Beschwerden;
etw. ruft Beschwerden hervor 1.2 . /vorw. PI./ Mühe,
Anstrengung: von den Beschwerden der Reise aus
ruhen — n .l . Klage über jmdn., etw., Vorwurf gegen
jmdn.,
etw.,
der an zuständiger Stelle vorgebracht
w ird : eine B. (gegen etw. , jmdn.) erheben, ein
reichen, Vorbringen; über etw. B . führen; es lie
gen keine Beschwerden gegen ihn vor; Jur. B.
einreichen, einlegen (bes. gegen ein e Entsch eidu ng
eines Gerichts, eines gesetzlich befugten Organs Ein
spruch erheben) — 2. /DDR/ Eingabe (1.1)
Beschwerde] -buch, das Buch, in das Kunden,
Gäste ihre Beschwerden (II.1) eintragen können;
- recht, das /o. PI./: das B. der Bürger (Recht der
Bürger, die staatliche Überprüfung einer behördlichen
Maßnahme zu verlangen)
beschweren /sw. Vb.; hat/1. etw. mit etw. Schwerem
belasten (1): Papier, Briefe (mit einem Stein) b.
—
II. sich b. vor der zuständigen Stelle über etw., jmdn.
Klage führen: sich bei jmdm. über etw., wegen etw.
beschwerlich — besiegeln
167
b.; sich zu Recht b.; ich habe mich wegen dieser
Angelegenheit schon o ft beschwert
beschwerlich /Adj.; nicht adv./ anstrengend, müh
sam : eine beschwerliche Reise; die Fahrt war sehr
b.
beschwichtigen /sw. T7>.; hat/ jm d n .,
der erregt,
empört ist, beruhigen: die Mutter beschwichtigt das
weinende Kind; jmdm. beschwichtigend die Hand
auf die Schulter legen; etw. b .: die erregten Ge
müter b.; jmds. Zorn b.; dazu Beschwichtigung,
die; -en
Beschvvichtigungs(versuch, der: sein B. scheiterte
beschwiemelt /Adj./ landsch. umg. beschwipst: er
war ein bißchen b.
beschwindeln /sw. Vb.; hat/ jmdn. (ein bißchen, auf
harmlose Weise) belügen: das Kind hat die Mutter
beschwindelt
beschwingen /sw. V b .; hat/ etw. belebt (2.1), b e
flügelt (1) jm d n .: die Musik beschwingt ihn; /vorw.
im Part. Prät./ beschwingt (voll Schwung, gelöst
und heiter) an die Arbeit gehen; beschwingte
(leichte und heitere) Weisen; s p ö tt. beschwingten
(leichten und schnellen) Schrittes eilte sie herbei;
dazu Beschwingtheit, die; fo. PI ./
beschwipst /Adj./ umg. angeheitert, leicht betrunken:
sie waren alle ein bißchen b.
beschwören, beschwor, hat beschworen 1, etw.
durch einen Schwur bekräftigen — 2. jmdn. drin
gend, inständig bitten: er beschwor sie, von ihrem
Vorhaben abzulassen; mit beschwörender Stimme,
in beschwörendem Ton etw. sagen — 3. durch ma
gischen Zauber angeblich Gewalt über etw. erlangen:
einen Geist, den Teufel, Dämonen b. (erschein en
od. auch verschwinden lassen) — 4 . etw. deutlich ins
Bewußtsein (zurück)rufen: Erinnerungen, die Ver
gangenheit b.
Beschwörung, die;
-en 1. dringende, inständige
B itte : alle seine Beschwörungen waren vergebens —
2. /zu beschwören 3 u. 4/ das Beschwören; zu 3: die
B. von Geistern; zu 4: die B. der Vergangenheit
beseelen sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. erfüllt (3.2) jmdn.
mit etw.: etw. beseelt jmdn. mit neuer Hoffnung
1.2. etw. wirkt in jmdm. als treibende K raft und
bestimmt sein Handeln: Freude, Haß beseelt ihn;
von einem Gefühl, festen Glauben an etw. beseelt
sein
besehen (er besieht), besah, hat besehen jmd n . , etw.
genau ansehen (1.3): ich besah ihn (mir) aufmerk
sam, näher, von oben bis unten; sich den Schaden
b.
- r bei Lichtb.
beseitigen /sw. Vb.; h at/1. etw., das sich als hinder
lich, schädlich erweist od. jmds. Absichten im Wege
steht, entfernen: Schnee, Abwasser b.; die Spuren
eines Verbrechens b .; Mängel, Schwierigkeiten,
Vorurteile b.
—
2. jmdn., der sich als hinderlich
erweist, kaltblütig ermorden: der Verbrecher wurde
von seinen eigenen Kumpanen beseitigt; dazu Be
seitigung, die; -,
-en /vorw. Sg .j
beseligen jsiv. Vb.; hat/ jmdn. mit höchstem Glück
erfüllen: ihre Anwesenheit beseligte ihn; /im Part.
Prät./ sich beseligt (überglücklich) fühlen; ein
beseligtes Lächeln
Besen, der; -s,
-
1. aus gebündelten Roßhaaren,
Borsten od. Reisig gefertigtes, mit einem Stiel ver
sehenes Gerät zum Kehren, Fegen: den Schmutz mit
dem B. zusammenkehren; B. binden — 2. um g.
/von einer weiblichen Person/ sie ist ein B. (ist kratz
bürstig, unwirsch)
-f- s a l o p p ich will einen B. fressen, ich fresse einen
B., wenn... , daß ... (ich bin überzeugt, daß das nicht
stimmt, nicht eintritt); jmdn. auf den B. laden (zum
Narren halten)
besengt /Adj./ salopp 1. geistig beschränkt: er ist
total b.
—
2. hirnverbrannt: das ist doch b.!
Besen/besen| -kammer, die Kammer zur Auf
bewahrung von Besen und anderen Geräten für den
Haushalt; -rein /Adj./: die Wohnung muß dem
neuen Mieter b. (gefegt, mit dem Besen gereinigt)
übergeben werden; -schrank, der vgl.
- kammer;
-stiel, der
besessen /Adj./1. von etw. leidenschaftlich ergriffen,
ganz und gar erfüllt: jmd. ist von Ehrgeiz, Furcht
b.; von einem Wunsch, seiner Arbeit ganz b. sein—
2. wahnsinnig (1), angeblich unter der Macht böser
Geister stehend: jmdn. für b. halten; er arbeitete
wie b. (unter Einsatz all seiner Kräfte); zu 1
Besessenheit, die; -, /o. PI ./: mit wahrer B. an etw.
arbeiten
besetzen/sw. Vb.; hat/1. etw. mit etw. b. etw. zum
Schmuck auf etw. anbringen: einen Rock mit Borte
b.; eine mit Spitzen besetzte Bluse — 2.1 . einen
Stuhl, Platz (für jmdn.) b. (belegen, reservieren)
2.2 . besetzt sein: alle Tische sind besetzt (an den
Tischen ist kein Stuhl, Platz mehr frei); der Zug
war nur mäßig besetzt (es waren noch Plätze frei); es,
die Nummer, Leitung ist besetzt (auf dem gewähl
ten Anschluß wird gerade telefoniert) — 3. etw. mit
jmdm. b. jmdm. etw. als Aufgabenbereich über
geb en: die Stelle muß neu, mit einem erfahrenen
Fachmann besetzt werden; das (Theater)stück
ist gut besetzt (hat eine gute Besetzung) — 4 . fremde
Truppen haben das Land besetzt (sind in das Land
einmarschiert und üben darüber zeitweilig die Macht
a u s); ein Gebiet besetzt halten; aus dem besetzten
Gebiet abziehen; die Polizei besetzte alle Aus
gänge des Gebäudes (kontrollierte sie durch Wach
posten) — 5.1. Fischerei einen Teich mit Fisch
brut, Forellen b. (Fischbrut, Forellen in einen
Teich einsetzen) 5.2. Jägerspr. ein Revier mit
Fasanen, Rotwild b. (den Wildbestand eines R e
viers durch Fasanen, Rotwild ergänzen)
Besetzt!Zeichen, das jo. PI./ Signal, das im Telefon
ertönt, wenn der gewählte Anschluß besetzt ist
Besetzung, die; -,
-en 1. /o. PL; zu besetzen 3—5/
das Besetzen — 2. Gesamtheit der Künstler, denen
die Rollen eines (Theaterstückes übertragen worden
s ind : eine ausgezeichnete B.; in welcher B. wird
die Oper heute abend gegeben?
besichtigen /sw. Vb.; hat/ etw. (bei einem Rundgang)
genau ansehen, betrachten, um es kennenzulernen:
die Stadt, Gemäldesammlung, ein berühmtes Bau
werk b.; dazu Besichtigung, die; -,
-en
besiedeln jsiv. V b.; hat/ 1.1. ein Land, Gebiet b.
(Siedlungen darauf errichten) 1.2. dieses Land ist
dicht, dünn besiedelt (auf ihm wohnen relativ
viele, wenige Menschen pro Quadratkilometer) —
2. /von Pflanzen und Tieren/ die Felsen sind von
Moosen und Flechten besiedelt (bewachsen); dazu
Besied(e)lung, die; -,
- en /vorw. Sg./
besiegeln /sw. Vb.; hat/ 1. etw. mit etw. b. eine
Abmachung durch eine bestimmte Handlung, Geste
nachdrücklich bekräftigen: etw. mit einem Hände
druck b.
—
2. d amit war sein Untergang, Schicksal
168
Besiegelung — besorgniserregend
besiegelt (entschieden, nicht mehr abwendbar); dazu
Besiegelung, die; -,
-en jvorw. Sg .j
besiegen /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. b. den Sieg
über jmdn.,
etw. davontragen: den Gegner b.;
O Schwierigkeiten, jmds. Widerstand, seine Furcht
b. (überwinden)
besinnen, sich, besann sich, hat sich besonnen
// auch besonnen/ 1. nachdenken, ruhig 1über-
legen (II): er besann sich einen Augenblick, bevor
er antwortete; etw. tun, ohne sich (erst) lange zu
b.; er hat sich endlich besonnen (ist zur Vernunft
gekommen) — 2 . sich (auf etw., jmdn.) b. sich (an
etw., jmdn.) erinnern (1): er konnte sich nicht auf
ihren Namen, auf Einzelheiten b.; ich kann mich
nicht b. , das gesagt, getan zu haben
+ sich eines / Besseren b.
besinnlich /Adj./ ruhiger Betrachtung, Besinnung (2)
entspringend, dienend: eine besinnliche Feierstunde,
Erzählung; besinnliche W orte
Besinnung, die; -, /o. PI./ 1. Bewußtsein (3): der
Kranke war bei, ohne B., verlor die B .; der Ohn
mächtige kam wieder zur B.
—
2. Nachdenken,
ruhige Überlegung: ehe ich recht zur B. kommen
konnte (das Geschehene erfassen konnte), war alles
vorbei; die viele Arbeit ließ sie nicht zur B. kom
men — 3. diese Bemerkung brachte ihn zur B.
(brachte ihn zur Vernunft); wann wird er endlich
zur B. kommen? — 4 . das Sichbesinnen (1): die B.
auf das Wesentliche
besinnungs/Besjnnungsl -los /Adj./ 1 . bew u ßtlos:
der Kranke war b.
—
2. /nur adv./ seiner Sinne
nicht mächtig, k opflos: b. davonstürzen, zuschlagen;
dazu -losigkeit, die; jo. Pl.j
Besitz, der; -es, -e 1. fo.Pl.f 1.1.Eigentum (1.1): das
ist sein einziger, wertvollster B .; er hat seinen
ganzen B. verloren; ein Stück aus seinem persön
lichen, aus privatem B. 1.2. Jur. das, was jmd. be
sitzt, worüber er als Besitzer verfügt 1.3. Jur. tat
sächliche Verfügungsgewalt einer natürlichen od.
juristischen Person über eine Sache: (un)mittelbarer
B.; etw. geht in jmds. B. über 1.4 . im B. von
etw. sein, etw. in B. haben (etw. besitzen); etw. be
findet sich, ist in jmds. B. (jmd. besitzt 1 etw.)
—
2. Besitzung — 3. jo. PI./ 3.1. das Besitzen: un
erlaubter B. von Waffen ist strafbar 3.2. /in den
Verbindungen/ in den B. von etw. gelangen, kom
men (zum Besitzer von etw. werden); etw. in B.
nehmen, in seinen B. bringen, von etw. B . ergreifen
(sich zum Besitzer von etw. machen); etw. nimmt,
ergreift B. von jmdm. etw. bemächtigt sich jmds.,
einer Sache: die Sorgen, diese Gedanken nahmen,
ergriffen ganz B. von ihm
besitz|anzeigend /Adj.; nur attr./ Gramm.: ein
besitzanzeigendes Fürwort (Possessivpronomen)
besitzen, besaß, hat besessen /o. Pass./ 1. etw. b.
1.1. Besitzer (1.1) von etw. sein: ein Haus, Grund
stück, Auto b .; er besaß viele Bücher, keinen Pfen
nig Geld 1.2. Jur. Besitzer (1.2) von etw. sein —
2. etw. haben, über etw. verfügen: (Sprach)kenntnisse
b.; jmds. Vertrauen b .; Mut, Energie, Ausdauer,
Phantasie, zeichnerisches Talent b .; er besaß die
Frechheit, Unverschämtheit (war so frech , u n
verschämt), sie zu belügen
-1
-
keinen, nicht einen (roten) / Heller b .; etw.
/ schwarz auf weiß b.
Besitzer, der; -s, - 1.1. Eigentümer: er ist B. eines
Autos, Grundstücks 1.2. Jur. jmd.,
der die tat
sächliche unmittelbare Gewalt (2.1) über eine Sache
innehat
Besitzer]stolz, der jmds. Stolz auf seinen Besitz
(1.1): er zeigte uns voll, mit B. seine Bücher
besitz[los /Adj./ ohne (nennenswerten) Besitz (1.1,
1. 2)
Besitztum, das; -s, Besitztümer 1. um g. Gesam t
heit dessen, was jmd. besitzt (1.1) — 2. Besitzung
Besitzung, die; -,
-en der unter feudal, und kap. Ver
hältnissen jmdm. gehörende Grund und Boden mit
den darauf errichteten Gebäuden
Besitz]Verhältnisse, die fP l./ Verh ältnisse in bezug
auf jmds. Besitz (1.1): nach seinem Tode mußten die
B. von den Erben geklärt werden
besohlen /sw. Vb.; hat/: Schuhe b. (mit einer neuen
Sohle versehen)
besolden, besoldete, hat besoldet Beam ten und an
deren im bürgert. Staatsdienst Stehenden Gehalt
zah len: eine gut besoldete Stelle; dazu Besoldung,
die; -,
-en
beSQnder /Adj./ 1 . /nur attr./ sich vom Gewohnten
unterscheidend und 1.1 . über das Übliche weit hin
ausgehend, außerordentlich: das war mir eine
besondere Freude; dafür hat er eine besondere Vor
liebe 1.2 . vom Üblichen abweichend, außergewöhn
lich : es gab keine besonderen Vorfälle; er hat eine
besondere Aufgabe, Mission zu erfüllen; er wußte
nichts Besonderes zu berichten — 2. im besonderen
besonders (2.1): sich im besonderen um die Absol
venten kümmern — 3 . im allgemeinen und im be
sonderen (einzelnen)
Besonderheit, die; -,
- en etw., durch das sich etw. von
etw. Vergleichbarem unterscheidet: die B. seines
Charakters; lokale Besonderheiten
besonders /Adv./ 1. gesondert, getrennt, fü r sich
allein: diese Frage werden wir b. behandeln: etw.
b. aufführen, nennen — 2 .1 . vor allem: sich b. um
die Absolventen kümmern; was hat dir dort b.
gefallen?; dein Brief hat mich ganz b. gefreut
2.2 . ausdrücklich, nachdrücklich: etw. b. betonen,
hervorheben; b. darauf hinweisen, daß ...
— 3. sehr,
außerordentlich: er hat b. gut, schlecht, schnell ge
arbeitet; es b. eilig haben; etw. ist b. schwer, groß
—
4. umg. nicht b. nicht sehr gut, nur durchschnitt
lich: das Buch gefällt mir nicht b.; das Essen,
Wetter war nicht b.; es geht ihm nicht b.
besonnen /Adj.; / auch besinnen 1/ ruhig und ver
nünftig abwägend, sich nicht zu Unbedachtsamkeiten
hinreißen lassend: er blieb ruhig und b.; b. handeln;
dazu Besonnenheit, die; -, /o. P l.f: mit B. zu Werke
gehen
besonnt /Adj./ von der Sonne beschienen: besonnte
Hügel, Hänge
besorgen /sw. Vb.; hat; / auch besorgt/1 . etw. b.
dafür sorgen, daß jmd., man etw. Bestimmtes, Be
nötigtes bekommt: Fahrkarten b.; ich muß (mir)
noch etwas zum Essen b.; jmdm. ein Zimmer b.
—
2.1 . jmdn., etw. betreuen, sich um jmdn., etw. küm
mern: den Kranken, die Gäste b. 2.2. etw. erle
digen (1): Einkäufe b .; die Inszenierung, die Aus
wahl der Gedichte besorgte N
- f umg. es jmdm. b. (es jmdm. heimzahlen)
Besorgnis, die; -,
-se das Besorgtsein, Sorge: etw.
erfüllt jmdn. mit B.; sein Gesundheitszustand gibt
Anlaß zu B .; es besteht kein Grund zur B.
besorgnis|erregend /Adj.; nicht adv./: sein Ge
sundheitszustand ist b. (gibt zur Besorgnis Anlaß)
besorgt — bestärken
169
besorgt /Adj.; / auch besorgen/ 1. von Sorge er
füllt: der besorgte Vater; er ist wegen ihres
schlechten Gesundheitszustandes, Aussehens b.
—
2. um jmdn., etw. b. sein sich voll Fürsorge um jmdn.,
etw. kümmern: um das Wohl der Gäste b. sein
Besorgung, die; -en 1. Einkauf (1.2): in der Stadt
Besorgungen machen — 2. jo. P l.j zu besorgen 2/
das Besorgen; zu 2.1: die B. der Kranken
bespannen /sw. Vb.; hat/ etw. mit etw. b . etw. über
etw. spannen und es dadurch bedecken: eine Wand
mit Stoff b.; dazu Bespannung, die; -en
bespielbar \Adj.; nicht adv.j: der (Fußball)platz ist
nicht b. (ist so beschaffen, daß nicht darauf gespielt
1*2 werden kann)
bespielen jsw . V b .; hat/ 1. eine Schallplatte, ein
Tonband b. (etw.9 bes. M usik, auf Schallplatte,
Tonband aufnehmen) — 2. einen Ort, eine Bühne b.
in einem Ort, auf einer Bühne Theaterstücke (als
Gastspiel) aufführen: das Theater von N bespielt
mehrere kleine Orte
bespitzeln jsw. Vb.; hat/ jmdn. b. (sich in bezug
auf jmdn. als Spitzel betätigen)
bespötteln jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. über etw.,
jmdn. spötteln: jmds. Schwächen, Worte b.
besprechen (er bespricht), besprach, hat besprochen
1. etw. b. eingehend mit jmdm., mit anderen über
etw. sprechen: diese Angelegenheit, den Fall müssen
wir ausführlich, in Ruhe b.; wir wollen b., wie wir
uns verhalten sollen; sich (mit jmdm.) b. (beraten):
wir müssen uns deswegen noch b.
—
2. etw. rezen-
sieren, eine K ritik über etw. schreiben: ein Buch,
eine Neuerscheinung, Aufführung b.
—
3. eine
Schallplatte, ein Tonband b. (Gesprochenes auf
Schallplatte, Tonband aufnehmen) — 4. nach aber
gläubischer VorStellung etw.,
jmdn. durch Zauber-
spruch zu heilen suchen: krankes Vieh, Warzen b.
Besprechung, d ie; -,
- en 1. Zusammenkunft, Sit
zung, auf der bestimmte Fragen, Probleme bespro
chen werden: eine B. ansetzen; er ist auf einer B.
—
2. Rezension, Kritik: die B. eines Buches, einer Auf
führung
Besprechungsexemplar, das Exemplar einer N eu
erscheinung, das einem Rezensenten zur Besprechung
übersandt wird
besprengen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b . eine
Flüssigkeit auf etw., jmdn. sprengen: die Wäsche b.;
die Blumen mit Wasser b.
bespringen, besprang, hat besprungen ein w eib
liches Säugetier begatten
bespritzen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. eine Flüs
sigkeit auf, gegen etw., jmdn. spritzen: jmdn. mit
Wasser b .; das Auto hat die Fußgänger bespritzt
besprühen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. eine Flüs
sigkeit auf etw., jmdn. sprühen: Blumen, den Rasen
b.
bespucken fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. anspucken
besser/Adj.; Komp, zu gut/1. / gut: dieser Stoff
ist b.;b . (treffender) gesagt; er hat einen besseren
Charakter als sie — 2. veraltend jim bürgerl.
Sprachgebrauchj in sozial gehobener Stellung: in
besseren Kreisen; er wollte schon immer etw. Bes
seres sein — 3 . umg. der Saal ist eine bessere
Scheune (nicht viel besser als eine Scheune)
+ b. ist b. (es ist besser, vorsichtig zu sein); sich
eines Besseren besinnen (seine Meinung, Haltung
zum Guten hin ändern); jmdn. eines Besseren be
lehren (jmdm. klarmachen, daß er sich irrt); umg.
spött. das wäre ja noch b. (das kommt nicht in
Frage, ist ausgeschlossen); — seine bessere /* Hälfte
besser|gehen /Vb./: dem Kranken wird es bald b.
(sein Zustand wird sich bald bessern)
bessern jsw. Vb.; hat/ 1, sich b. besser werden: das
Wetter, der Zustand des Kranken, die Lage, seine
Laune hat sich gebessert; er verspricht, sich zu b.
—
2, etw.,
jmdn. besser machen: dadurch wurde
nichts gebessert
Besser|Stellung, die jvorw. Sg .j das Verbessern
der sozialen Lage eines bestimmten Personenkreises:
Maßnahmen zur gehaltlichen B. der Angestellten
im Gesundheitswesen
Besserung, die; -,
-en 1. jvorw. Bg.j das Besser
werden: dem Kranken baldige, gute B. (Genesung)
wünschen; der Patient befindet sich auf dem Wege
der B.; B. geloben (versprechen, sich zu bessern) —
2. das Bessermachen: sich für eine B. der Zustände
einsetzen
Besser|wisser, der; -s, - jemot. neg.j jmd., der alles
besser zu wissen meint
bestallen jsw. Vb.; hat/ veraltend jvorw. noch
BRD/ jmdn. (im öffentlichen Dienst) anstellen od.
in ein öffentliches Ehrenamt einsetzen: er wurde
zum Leiter des Museums bestallt; jvorw. im Part.
Prät.j ein bestallter Richter; dazu Bestallung, die;
-en
Bestand, der; -(e)s, Bestände 1. /o. P l.j das Fo rt
bestehen: den B. von etw. gefährden, bedrohen;
jin den Verbindungenj von B. sein (von Dauer
sein); B. haben (andauern, weiterbestehen) — 2*
zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten
wirtschaftlichen Bereich vorhandene Menge an
materiellen Gütern od. finanziellen Mitteln : der B.
an Waren, Vieh; den B. aufnehmen; die Bestände
auffüllen, erneuern; die Kasse weist einen B. von
1000 Mark auf — 3. Forstw. Waldteil, der durch
die Art der Bestockung gekennzeichnet ist und für
sich ein gleichartiges Ganzes bildet
bestanden /A d j.; nicht adv. ; / auch bestehen/ mit
Pflanzen bewachsen: der Hang war mit Büschen,
Gras b.
beständig jAdj./ 1, /nicht präd.j ständig, dauernd:
er spricht b. von ihm; b. auf Reisen sein; in be
ständiger Angst, Furcht leben — 2 . jnicht adv.j
von Bestand, Dauer: sein Glück war nicht b.; das
Wetter ist b. (gleichbleibend gut) — 3. /nicht adv.j
3.1. widerstandsfähig (1.1): die Pflanze ist b. gegen
Hitze, Frost 3.2 . widerstandsfähig (1.2): das Mate
rial ist gegen Korrosion b.; dazu Beständigkeit,
die; -, jo. Pl.j
Bestand (mit* auch Bestands|)| *-aufnahme, die das
Zählen und listenmäßige Erfassen des Bestandes (2),
Inventur: eine B. machen; -teil, der (fest) zu einem
Ganzen, einer Einheit gehörender T eil: ein inte
grierender, wesentlicher, organischer, fester, un
trennbarer B. von e tw .; etw. in seine Bestandteile
zerlegen; sich in seine Bestandteile auflösen;
* -Verzeichnis, das
Bestlarbeiter, der Werktätiger in der D D R , der
besondere Leistungen auf seinem Arbeitsgebiet und
für die Stärkung des Soz. vollbringt
bestärken jsw. Vb.; hat/ jmdn. bes. durch Zureden,
Überzeugen in etw. fester, sicherer machen: er be
stärkte ihn in seiner Meinung, seinem Vorhaben;
sie wurde in ihrem Verdacht von verschiedenen
Seiten bestärkt
170
bestätigen — bestellen
bestätigen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. für richtig, zu
treffend erklären: jmds. Aussage, Worte, eine Nach
richt (offiziell) b. ; etw. ausdrücklich, schriftlich
b. 1.2. etw. bestätigt jmds. Verdacht {durch etw.
wird erwiesen, daß jmds. Verdacht richtig ist) 1.3.
sich b. sich als richtig, zutreffend erweisen: sein
Verdacht hat sich bestätigt — 2. den Empfang
eines Briefes, Paketes b. (dem Überbringer be
scheinigen, dem Absender mitteilen) — 3 . etw. b .,
jmdn. als jmdn. b. etw., jmds. Ernennung rechts
kräftig machen: ein Urteil, einen Plan b.; jmdn.
als Direktor des Betriebes b.
Bestätigung, die; -,
- en jzu bestätigen/; zu 1.1:
zur B. mit dem Kopf nicken; zu 2: die B. eines
Briefes; zu 3: die B. eines Urteils
bestatten, bestattete, hat bestattet einen V er
storbenen in einem Sarg od. die Urne mit der Asche
eines Verstorbenen (in feierlicher Form) in die Erde
bringen: dazu Bestattung, die; -en
Bestattungs| -institut, das Einrichtung, die alle For
malitäten für die Beisetzung übernimmt und die Bei
setzung in feierlicher Form ausgestaltet; -kosten, die
bestäuben jsw. Vb.; hat/ 1. Blüten b. (Blütenstaub
auf die weiblichen Organe einer Blüte übertragen)
—
2. etw. mit einer 'puderartigen Substanz leicht
bedecken: Backbleche mit Mehl, den Kuchen mit
Zucker b . : Wälder, Bäume, Pflanzen mit Insekten
bekämpfungsmitteln b.
bestaubt jAdj.j mit Staub bedeckt, staubig: be
staubte Schuhe, Kleidung
Bestäubung, die; -en jzu bestäuben 1/: die B.
der Blüten
bestaunen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. ansehen und
bewundern: die Pracht des Barockbaues b.; jmds.
Kenntnisse b. (bewundern)
beste jAdj.; Superl. zu gut; nicht präd.j 1. / gut:
es geschah in bester Absicht; er ist der Beste in
der Klasse, ist bei bester Gesundheit; die besten
Vorsätze haben; sie hat ihr bestes Kleid an —
2. /in. auf + Art. + b./: im besten Schlafe (mitten
im Schlaf) liegen; ein Mann in den besten Jahren
(in den mittleren Jahren seines Lebens) — 3. das
Beste 3.1. es geschieht zu deinem Besten ( Wohl,
Nutzen): ich will nur dein Bestes 3.2. sein Bestes
(das, was jmd. unter Einsatz all seiner Kräfte und
Möglichkeiten tun kann) tun, geben
-f- etw. zum besten geben (etw. erzählen, vortragen
und damit zur Unterhaltung beitragen); jmdn. zum
besten haben, halten (jmdn. foppen, necken); es
steht (mit jmdm., etw.) nicht zum besten (es geht
jm d m steh t mit einer Sache nicht besonders gut);
der, die, das erste beste (der, die, das als erster,
erste. erstes in Frage Kommende); — auf dem
besten A Weg(e) sein, etw. zu tun; etw. beim
besten / Willen nicht tun können; nach bestem
/ Wissen und Gewissen aussagen, handeln
bestechen (er besticht), bestach, hat bestochen 1.
jmdn. durch das Anbieten von Vorteilen zur Bevor
zugung bestimmter Personen unter Mißbrauch seiner
staatlichen od. sonstigen Befugnisse verleiten: der
Aufseher, Zeuge war bestochen worden; sich b.
lassen — 2 . jmdn. (durch etw.) b. (durch etw.) auf
jmdn. einen günstigen Eindruck machen: ihr Äuße
res, ihre Freundlichkeit hat mich bestochen; das
Kleid besticht (erzielt eine große Wirkung) durch
seine schlichte Eleganz; er war von bestechender
(überaus gewinnender) Liebenswürdigkeit
bestechlich jA dj.; nicht adv.j der Bestechung zu
gänglich : er hat sich in dieser Angelegenheit als b.
erwiesen; dazu Bestechlichkeit, die; jo. P l.j
Bestechung, die; -,
-en das Bestechen (1): durch
B. des Aufsehers konnten zwei Häftlinge ent
kommen
Bestechungs| -geld, das jvorw. Sg .j Geld zur B e
stechung von jmdm .;
-Skandal, der Skandal, der
durch eine Bestechung hervorgerufen wurde; -summe,
die vgl.
- geld
Besteck, das; -(e)s, -e/-s 1. Eßbesteck: ein B. mehr
auflegen; silberne Bestecke — 2. jP l.
- e/ für einen
bestimmten Zweck zusammengestellter Satz bes.
ärztlicher Instrumente und Geräte: ein chirurgisches
B.
Besteck|-kästen, der j P l.
-kästen/ Kasten für die
Bestecke (1); -tasche, die Tasche für das Besteck
(1)
bestehen, bestand, hat bestanden j / auch be
standen/ 1. als etw. Wirkliches vorhanden sein :
diese Einrichtung besteht schon lange; die be
stehenden Gesetze; es besteht Aussicht, es besteht
kein Zweifel, daß ...
—
2.1. aus etw. b. 2 .1.1. sich
aus etw. zusammensetzen: die Wohnung besteht aus
vier Bäumen; das Frühstück bestand aus Kaffee
und Brötchen 2.1 .2 . der Gegenstand besteht aus
Holz, Plast (ist daraus hergestellt) 2.2. in etw. b.
in etw. seinen Inhalt haben: seine Arbeit bestand
(im wesentlichen) darin, daß . ..
—
3. auf einer
Sache, selten auf eine Sache b. an der Durch
setzung von etw. festhalten: auf seinem Recht, seiner
Forderung b.; darauf bestehe ich, muß ich b.!
—
4.1. eine Prüfung erfolgreich zum Abschluß bringen:
er hat die Prüfung (mit Auszeichnung) b.; er hat
(mit gut) bestanden 4.2 . in einem Kampf, einer
Gefahr* b. (sich darin bewähren, behaupten) 4.3 . vor
etw.,
jmdm. bei einer kritischen Betrachtung An
erkennung finden: seine Arbeit kann vor jeder
Kritik b.; wie soll ich vor ihm, seinen Augen b.?
+ etw. mit / Glanz b.; etw. besteht zu
Recht
bestehen|bleiben jVb.j nicht aufhören zu bestehen
(1): der Vorwurf bleibt bestehen
bestehlen (er bestiehlt), bestahl, hat bestohlen
jmdn. (um etw.) b. jmdm. etw. stehlen (1): er hat
ihn ständig, um 100 Mark bestohlen; ich bin be
stohlen worden
besteigen, bestieg, hat bestiegen etw. b . a u f etw.
steigen (1.1 .1): einen Berg, Gipfel, Turm b .; <C>den
Zug, die Straßenbahn b. (in den Zug, die Stra
ßenbahn steigen); der König bestieg den Thron (trat
seine Herrschaft a n ); dazu Besteigung, die; -,
-en
Bestell|datum, das Datum, an dem eine Bestellung
(1)aufgegeben wurde
bestellen jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. b. die Lieferung
von etw. veranlassen: Waren, Ersatzteile b.; beim
Kellner ein Steak, eine Flasche Wein b. (den K ell
ner beauftragen, es zu bringen); haben Sie schon
bestellt? 1.2 . ein Taxi b. (zu einer bestimmten Zeit
an einen bestimmten Ort kommen lassen) 1.3. etw.
reservieren lassen: Theaterkarten, ein Zimmer b.
1.4 . er hat beim Tischler eine Schrankwand bestellt
(hat den Tischler beauftragt, für ihn eine Schrank
wand herzustellen) — 2 . jmdn. an einen bestimmten
Ort kommen lassen: jmdn. zu sich b.
—
3. jmdm.
etw. ausrichten: jmdm. Grüße b.; kann ich etw.
b.?
—
4. etw. mit etw. b. viel von etw. auf etw. stel
len : der ganze Küchentisch war mit Geschirr be-
Besteller — bestrahlen
171
stellt — 5. den Boden bearbeiten {und das Saat
gut einbringen) : das Feld, den Acker b.
+ nichts zu b. haben (nicht mitreden können; keine
Aussichten auf Erfolg haben); — / dastehen wie
bestellt und nicht abgeholt
Besteller, der; -s, - jm ä., der etw. bestellt (1) (hat)
Bestell] -liste, die /Schreibg. Bestelliste/ Liste m it
den aufgegebenen od. eingegangenen Bestellungen;
-Schein, der Formular, auf dem der Antrag zur
Lieferung von etw. vermerkt ist; -System, das fo.
PL/ in Ambulatorien, Polikliniken und Arztpraxen
gehandhabtes Verfahren, bei dem die Patienten zu
einem bestimmten Termin bestellt und behandelt
werden
Bestellung’, d ie;
-en 1. geschäftlicher Vorgang,
durch den jmd . etw. bestellt (1): eine B. machen,
aufgeben, ausführen (etw. b estellen ); Bestellungen
laufen ein, häufen sich; eine B. auf, über 20
Kisten — 2. bestellte W are: Ihre B. ist eingetroffen
—
3. Nachricht, Aufforderung, die jmd. jmdm. über
bringen soll: jmdm. eine B. auftragen; eine B.
ausriehten — 4. jo. Pl.f Bearbeitung des Bodens
(und das Einbringen des Saatgutes): die B. der
Felder
Bestellzettel, der vgl. Bestellschein
S)esten]falls /Adv./ im günstigsten F alle: in dem
Auto haben b. fünf Personen Platz
bestens /Adv./ 1. sehr gut, ausgezeichnet: ich habe
mich b. unterhalten; er ist b. unterrichtet — 2 .
ich lasse b. (sehr herzlich) grüßen
besteuern /sw. Vb.; hat/ etw.,
jmdn. mit Steuern
belegen: das Einkommen, Vermögen b.; Tabak,
Spirituosen b.; dazu Besteuerung, die; -en
Best|form, die jo. Pl.j beste körperliche Verfassung,
Form . die zu höchsten Leistungen befähigt: der
Sportler ist in B.
bestialisch /Adj./ 1. von erschreckender Hoheit,
tierisch : bestialische Grausamkeit; ein bestialischer
Mörder; jmdn. b . ermorden — 2« /drückt emotional
in negativem Sinne einen hohen Grad ausf: ein
bestialischer Gestank; hier stinkt es b. (s eh r); zu 1
Bestialität, die; -,
-en
besticken jsw. Vb.; hat/ etw. mit einer Stickerei
versehen: eine Decke, ein Kissen b.
Bestie, die; -,
-n [bestio] wildes Tier, Raubtier:
eine grausame, blutgierige B.; die B. hat ihn an
gegriffen, zerfleischt; <0 /in der V erbind u n g/ eine
B. in Menschengestalt (ein bestialischer Mensch)
bestimmen /sw. V b.; hat; / auch bestimmt/ 1.
etw. b. aus einer Befugnis heraus bezüglich einer
Sache eine verbindliche Entscheidung treffen : die
Reihenfolge b.; den Tag, die Stunde seines Be
suches (selbst) b.; etw. testamentarisch, gesetzlich
b. (anordnen 1.1) — 2 . jmd. hat etw. für jmdn.,
etw. bestimmt, etw. ist für jmdn., etw. bestimmt:
er hat das Geld für dich bestimmt (er will, daß du
das Geld bekommst); etw. ist nur für den persön
lichen Gebrauch bestimmt (etw. soll nur fü r den
persönlichen Gebrauch dienen) — 3. über etw., jmdn.
verfügen (1.2): er bestimmt allein über sein Tun
und Lassen; er kann nicht einfach über meine
Zeit b.; du hast über ihn, darüber nicht zu b.
—
4. etw. (mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungen)
ermitteln, feststellen: das Alter eines archäologi
schen Fundes, den Standort b.; Pflanzen, Schmet
terlinge b. (ihrer jeweiligen Art zuordnen) — 5.
etw. prägen, am Charakter (3) einer Erscheinung
wesentlichen Anteil haben: das Gebirge bestimmt
dort das Landschaftsbild; eine bestimmende Rolle;
ein bestimmendes Merkmal — 6 . jmdn. zu etw.
2bewegen, veranlassen (1.2): jmdn. zu einem Auf
schub, zum Nachgeben, Bleiben b.
bestimmt /Adj.; / auch bestimmen/ 1. /adv./
zweifellos: es wird b. bald besser; ich erwarte dich
b.; ich glaube b., daß er kommt; ich werde b.
kommen; das ist b. nicht richtig — 2 . entschieden
(1), fest: etw. in sehr bestimmtem Ton sagen; höf
lich, aber b. ablehnen; er war sehr b.
—
3. /nur
attr./ 3.1. in der Anzahl od. Art feststehend und
dem Sprecher od. Hörer bekannt, so daß eine nähere
Erläuterung überflüssig ist: eine bestimmte An
zahl, Geldsumme, Höhe; bestimmte Pflichten zu
erfüllen haben; ein bestimmtes Buch suchen; etw.
an eine bestimmte Stelle legen; einen bestimmten
Zweck verfolgen 3.2. /einem Indef.pron. nahe
stehend; vorw. PI./ bestimmte (einige, gewisse)
Leute sind da anderer Meinung; bestimmte An
zeichen sprechen dafür — 4. /vorw. attr./ gen au (1):
niemand weiß etw. Bestimmtes; ich habe mir dazu
noch keine bestimmte Meinung gebildet, habe keine
bestimmte Vorstellung davon —* 5. /nur attr./
Gramm, der bestimmte Artikel (der A rti
kel der, die, das)
Bestimmtheit, die; -, /o. PI./ 1. völlige Geioißheit,
Sicherheit: das kann ich nicht mit B. sagen — 2.
Entschiedenheit: etw. mit B. erklären, verneinen
Bestimmung, die; -,
-en 1. Vorschrift: eine gesetz
liche B .; die Bestimmungen einhalten, beachten,
verletzen; etw. nach den geltenden Bestimmungen
regeln — 2. /o. PI./ 2.1. Ziel, Zweck der Verwen
du n g: etw. seiner B. übergeben, zuführen 2.2 . an
den Ort seiner B. (an den Bestimmungsort) gelangen
—
3. /vono. Sg .j (wissenschaftliche) Ermittlung: die
B. des Alters einer Handschrift; die B. des Blut
alkohols; die B. von Pflanzen (die Zuordnung zu
ihrer jeweiligen Art) — 4 . Gramm, eine adverbiale
B. (Satzteil in der Funktion eines Adverbs)
Bestimmungs| -bahnkof, der Bahnhof, bis zu dem
etw. befördert werden soll; -hafen, der Hafen, der
das Ziel eines Schiffes ist, bis zu dem etw. per
Schiff befördert werden soll; -ort, der /PI.
- e/ Ort,
der das (Reise)ziel von jmdm. ist, bis zu dem etw.
befördert werden soll; -wort, das /PI.
- Wörter/
Sprachwiss. erstes Wort einer Zusammensetzung,
das das zweite näher kennzeichnet
bestirnt /Adj.; vorw. attr./: der bestirnte (mit
Sternen bedeckte) Himmel
Best/best| -leistung, die von einem Sportler erzielte
beste Leistung (zu einem bestimmten Zeitpunkt) in
einer sportlichen Disziplin: persönliche B.;
- mög
lich /Adj.; vorw. attr./ so gut wie irgend möglich
Bestockung, die; -,
- en Forstw. Gesamtheit der
Holzgewächse eines Waldes od. Waldteiles
bestoßen (er bestößt), bestieß, hat bestoßen
Handw. etw. b. rauhe Schnittflächen (von etw.)
glätten: Kanten, ein Brett b.
bestrafen /sw. Vb.; hat/ jmdn.,
etw. mit einer
Strafe belegen: jmdn. streng, hart b.; den Ver
brecher mit Freiheitsentzug b.; Zuwiderhandlun
gen werden bestraft; dazu Bestrafung, die; -,
-en
bestrahlen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. 1.1 . eine
Geschwulst, Entzündung, ein steifes Knie b. (mit
Strahlen behandeln) 1.2. Strahlen auf etw.,
jmdn.
172
Bestrahlung — Betastrahlen
werfen: die Sonne bestrahlt den Strand; sich von
der Sonne b. lassen; dazu Bestrahlung, die; -,
-en
Bestreben, das; -s, fo. PL/ das Streben, Sichbemühen
(1): es ist sein B. , sein ganzes B. geht daliin, dir
zu helfen
bestrebt fAdj.; nur präd.f: wir sind b. (unsere
Bestrebungen gehen dahin), . . . ; er ist b. (eifrig be
müht 1), ihr jeden Wunsch zu erfüllen
Bestrebung, d ie;
- en zielgerichtete ideelle und
praktische Bemühung: es gibt Bestrebungen, das
zu verändern
bestreichen, bestrich, hat bestrichen 1. etw. mit
etw. b. etw. auf etw. streichen: Brot mit Butter b.
— 2. Mil. etw. unter Beschuß halten: die Geschütze
b. die ganze Ebene, den Waldrand
bestreiken /sw. V b.; hat/: einen Betrieb b. (einen
Betrieb durch Streik stillegen)
bestreiten, bestritt, hat bestritten I.1 , etw. b . 1 .1 .
nachdrücklich behaupten, daß etw. keine Gültigkeit
hat, nicht wahr ist: eine Behauptung b.; es läßt
sich nicht b., daß er im Recht ist 1.2 . behaupten,
etw. nicht verschuldet zu haben: er bestritt energisch,
entschieden jede Schuld an dem Vorfall; die Vater
schaft b.
—
2. jmdm. etw. b. etw.,
bes. jmds.
Fähigkeit für etw.,
in Frage stellen: jmdm. die
Eignung für eine bestimmte Tätigkeit b.; jmdm.
das Recht auf etw. b .
—
II. etw. b. 1. die Kosten
für etw. (allein) aufbringen und tragen: den Lebens
unterhalt, die Kosten des Haushalts (selbst, allein,
gemeinsam) b.
—
2. den Ablauf von etw. gestalten:
die Unterhaltung, das Gespräch allein b .; dazu
Bestreitung, die; fo. PI f
bestreuen fsw. Vb.; hat/ etw. mit etw. b. etw. auf
die ganze Fläche von etw. streuen: den Kuchen mit
Zucker b .; die Wege waren mit Kies bestreut
bestricken fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. bezaubern: ihre
Schönheit bestrickte ihn; sie war von bestricken
der Anmut; ein bestrickendes Lächeln — 2. umg.
die Oma bestrickt ihre Enkel (strickt ständig
Kleidungsstücke für sie)
Bestseller, der; -s,
-
jbes. im bürgerl. Sprach
gebrauch! Ware, bes. Buch, die in einem bestimmten
Zeitraum großen, reißenden Absatz findet
bestücken fsw. Vb.; hat/ etw. mit etw.,
das zur
Ausstattung, Ausrüstung von etw. gehört, versehen:
den Fernseher mit neuen Röhren b .; das Schiff
war mit Geschützen bestückt; dazu Bestückung,
die; -en fvorw. Sg .f
Bestuhlung, die; -,
-en Gesamtheit der Sitze in
einem öffentlichen Zwecken dienenden Baum: die
B. des Kinos, Theaters
Bestuhlungsplan, der: der B. des Theaters hängt
im Kassenraum aus
bestürmen fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. mit etw. be
drängen (2): jmdn. mit Bitten, Forderungen b.
1.2 . jmdn. dringend, stürmisch um etw. bitten: den
Künstler um eine Zugabe b .; man bestürmte sie,
noch zu bleiben 1.3. etw. bestürmt jmdn. etw.
setzt jmdm. heftig zu, wirkt stark auf jmdn. ein:
Zweifel, Empfindungen b. jmdn.
bestürzen fsw. Vb.; hat/ etw. erschreckt, erschüttert
jmdn. zutiefst, bringt jmdn. außer Fassung: die
Nachricht hat ihn sehr bestürzt; fvorw. im Part.
Prät.f bestürzt aussehen; über jmds. Worte, Aus
sehen bestürzt sein; bestürzte Gesichter, Mie
nen
Bestürzung, die; -, fo. Pl.f Erschütterung, das B e
stürztsein : B. auslösen, erregen; es herrschte all
gemeine B.
Best| -wert, der W irtsch . durch Vergleich er
mittelte ökonomische Kennziffer, die das beste
Niveau im Bereich vergleichbarer wirtschaftlicher
Einheiten repräsentiert; -zeit, die von einem Sportler
in einem Lauf, Bennen erzielte (bis dahin) kürzeste
Zeit über eine bestimmte Distanz: persönliche B,
laufen
Besuch, der; -(e)s,
-e 1. das Besuchen 1.1. von
jmd m .: ein kurzer, längerer B .; ein B. bei den
Eltern; bei jmdm. B ., jmdm. einen B. machen;
jmdm. einen B. / abstatten; auf, zu B. kommen
1.2. einer (öffentlichen) Veranstaltung, Einrichtung:
ein B. im Theater, Museum; der B. einer Aus
stellung, Versammlung; der B. der Vorstellung
war schlecht (die Vorstellung war schlecht besucht)
1.3. fvorw. Sg .f einer Bildungseinrichtung: nach B.
der Schule, Universität — 2. fvorw. Sg .f der
Besuchende, Gast (1.1), Gäste: hoher, unerwarteter,
lieber, später B .; B. erwarten, bekommen; unser
B. ist noch da, schon wieder abgereist
besuchen fsw. Vb.; hat; / auch besucht/ 1. jmdn.
b. zu jmdm. hingehen, um mit ihm zusammenzusein:
Freunde, Bekannte, Verwandte, den Kranken b .;
er kam uns b. — 2.1. eine Veranstaltung, öffentliche
Einrichtung aufsuchen, um etw. zu betrachten (1),
zu hören, an etw. teilzunehmen: eine Ausstellung,
das Theater b .; eine Versammlung b. 2.2. an einer
Bildungseinrichtung als Schüler, Student lernen,
unterrichtet werden: die Schule, Universität b.
Besucher, der; -s, - /zu besuchen 1 u. 2 .1/ jmd.,
der jmdn., etw. besucht; zu 1 Gast: ein unangemelde
ter, später, lästiger B .; den B. empfangen; zu 2 .1 :
er ist ständiger B. der Oper, von Konzerten
Besucher] -rat, der fin der DDBj Kreis von
Theaterbesuchern, der ein Theater bei seinen A uf
gaben berät und Anregungen der Besucher weiter
gibt; -ström, der: der B. riß bei der Ausstellung
nicht ab (der Strom 2 derer, die die Ausstellung
besuchten, riß nicht ab); -zahl, die Anzahl von
Besuchern öffentlicher Einrichtungen, Veranstal
tungen: die B. hat sich erhöht, geht zurück
Besuchs/besuchs] -erlaubnis, die (offizielle) Erla ub
nis, jmdn. bes. in einer Haftanstalt, einem Kranken
haus zu besuchen; -tag, der feststehender Ta,g, an
dem, bes. im Krankenhaus, Besuche gemacht werden
können: heute ist kein B.;
-weise fAdv.f als, auf
Besuch(2): er hält sich nur b. hier auf; -zeit, die
vgl.
- tag
besucht fA d j.; / auch besuchen 2.1/ gut, schlecht
b. sein viele, wenige Besucher haben: das Theater,
Kino war gut b.; eine schlecht besuchte Veran
staltung
besudeln fsw. Vb.; hat/ etw., sich, jmdn. (in ekel
erregender Weise) beschmieren, beschmutzen: sich
die Kleider, das Gesicht b.; er hat sich von oben
bis unten besudelt; O jmds. Namen, Ehre b.
(jmdn. verunglimpfen)
betagt fAdj.; nicht adv.f geh.: seine betagten
(alten 1.1) Eltern; er ist schon sehr b.
betasten, betastete, hat betastet etw. b . d en Z u
stand von etw. mit der Hand durch Fühlen er
mitteln: den verstauchten Knöchel b.
Betastrahlen, Betastrahlen, die fP l.f P h ys. aus
schnell bewegten Elektronen bestehende Strahlen,
die beim radioaktiven Zerfall entstehen
betätigen — betrachten
173
betätigen /sw. V b.; hat/ 1.1. sich in bestimmter
Weise b. auf einem bestimmten Gebiet, in bestimmter
W eise tätig s ein : sich künstlerisch, schriftstellerisch
b. 1.2. sichb. etw. tun, nicht müßig sein: das Kind
will sich b.
—
2. etw. bedienen, um es in, außer
Betrieb zu setzen : die Bremse, den Hebel, Schalter
b.; dazu Betätigung, die; -,
-en
Betätigungs] -drang, der Gefühl, sich (ständig,
nützlich) betätigen zu müssen; -feld, das Bereich, in
dem sich jmd. betätigen kann: ein neues B. suchen;
etw. bietet ein reiches B. für jmdn.
betatschen /sw. Vb.; hat/ landsch. umg. ehv.,
jmdn. plump betasten, anfassen: er muß alles mit
seinen schmutzigen Fingern b.
betäuben /sw. Vb.; hat/ 1. etw. betäubt jmdn. etw.
trübt jmdm. vorübergehend das Bewußtsein (3),
durch etw. wird jmds. Bewußtsein (teilweise) aus
geschaltet: der Schlag, Sturz hatte ihn betäubt;
O er war vom Lärm, von dem Schreck (wie) be
täubt; ein betäubender (berauschender) Duft —
2.1 . Schmerz, Schmerzen durch ein Betäubungs
mittel lindern, beseitigen: die Schmerzen durch
Tabletten, Spritzen b .; O seinen Kummer (durch
Alkohol) b. 2 .2 . jmdn. örtlich b. (jmds. Schmerz
empfinden an einer Stelle des Körpers durch ein
Betäubungsmittel vorübergehend aufheben); jmdn. b.
(narkotisieren); dazu Betäubung, die;
-en;zu1
das Betäubtsein: er hatte sich rasch wieder von
der B. erholt; zu 2 das Betäuben; zu 2.1: die B.
des Schmerzes durch Tabletten; zu 2.2: die ört
liche B.
Betäubungs|mittel, das stark wirkendes, den
Schmerz (zeitweilig) linderndes od. aufhebendes,
jmdn. narkotisierendes Arzneimittel
betaut /Adj./ mit Tau bedeckt: betautes Gras; be
taute Wiesen
Bete, die;-, jo. PI ./: rote B. (als Gemüse verwendete
Rübe mit dunkelrotem Fruchtfleisch, rote Rübe)
beteiligen /sw. Vb.; hat; / auch Beteiligte/1. sich
an etw. b. 1 .1 . an etw, mitwirken (1): sich an der
Diskussion, einem Wettbewerb b. 1.2 . ohne selbst
Eigentümer zu sein, aus Profitinteresse im kap.
Wirtschaftssystem in ein Unternehmen Kapital in
Form von Geld, Wertpapieren einbringen: sich
finanziell, mit 200000 Mark an einem Geschäft,
Unternehmen b.
—
2. jmd. ist an einem Unter
nehmen beteiligt (jmd. ist Teilhaber eines kap.
Unternehmens)
Beteiligte, der u. die; -n, -n f / auch beteiligen/
jmd., der an etw. beteiligt (1.1) war, ist: eine für
alle Beteiligten befriedigende Lösung
Beteiligung, d ie; -,
- enl.l . Mitwirkung, Teilnahme:
die B. an einer Veranstaltung 1.2 . die B. an einem
Unternehmen (das Einbringen von K apital in Form
von Geld, W ertpapieren in ein kap. Unternehmen
und das dem entsprechende Teilhaben am Profit;
der von jmdm. in ein kap. Unternehmen eingebrachte
Kapitalteil) 1.3. ein Betrieb mit staatlicher B.
(privater Betrieb, an dem der soz. Staat als Gesell
schafter beteiligt ist) — 2. das Beteiligtsein: die B.
am Profit
beten, betete, hat gebetet sich als gläubiger M en sch
mit einer Bitte, einem Bekenntnis, Dank an Gott wen
den: zu Gott (um Erlösung) b.; für jmdn., den
Toten b.; das Vaterunser b. (als Gebet sprechen);
Bel. kath. einen Rosenkranz b.
beteuern /sw. Vb.; hat/ etw. eindringlich, nach
drücklich für sicher und gewiß erklären: mehrfach
seine Unschuld b.; dazu Beteuerung, die; -en
betiteln fsw. Vb.; hat/ etw. mit einem Titel ver
sehen: ein Buch b.; wie ist der Film betitelt?
Beton, der; -s, -s [betoq] wichtiger Baustoff, der
aus einem Gemenge von Zement, Wasser und zu
sätzlichen Stoffen wie Sand, K ies besteht: B. mischen,
gießen; eine Straßendecke aus B.
Beton]decke, die Straßendecke aus Beton, Decke
in Gebäuden aus (Stahl)beton
betonen /sw. V b .; hat/ 1. ein W ort, eine Silbe b.
beim Sprechen den Akzent auf ein Wort, eine Silbe
legen: das Wort wird auf der letzten Silbe betont;
ein Wort richtig, falsch b.; das letzte Wort eines
Satzes b.
—
2.1. etw. mit Worten nachdrücklich
unterstreichen: er betonte, daß ihn nichts von
seinem Vorhaben abhalten könnte; ich möchte
betonen, daß ... 2 .2 . etw. nachdrücklich hervor
heben, hervorkehren: er betonte den anderen gegen
über seine größeren Erfahrungen, seine Überlegen
heit; eine betonte Gleichgültigkeit an den Tag
legen; sich betont einfach kleiden
Beton] -fabrik, die Fabrik zur Herstellung von
Beton; -fertigteil, das Fertigteil aus (Stahl)beton fü r
die Montagebauweise
betonieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. mit einer Schicht
aus Beton versehen: den Fußboden b.; eine beto
nierte Straße, Piste, Rollbahn 1.2. etw. aus B eton
fertigen: ein Fundament b.
Beton] -mischer, der Betonmischmaschine; -misch-
maschine, die Maschine zum Mischen von Beton;
-pfeiler, der aus (Stahl)beton bestehender Pfeiler:
die Brücke wird von Betonpfeilern getragen;
-piste, die betonierte Piste (1, 2): die B. des Flug
hafens; -stein, der vorgefertigtes Bauelement aus
Beton, bes. zur Verkleidung von Wänden; -Straße,
die betonierte Straße
Betonung, die; -,
-en 1. jzu betonen/ das Betonen;
zu 1: die B. der ersten Silbe eines W ortes; falsche,
richtige B.
—
2. Akzent (1): bei diesem Wort liegt
die B. auf der ersten Silbe
Betonungs]Zeichen, das Zeichen, das den Akzent
(1) angibt
Beton| -wand, die aus (Stahl)beton bestehende
Wand: meterdicke Betonwände; -werk, das Werk
zur Herstellung von Betonsteinen und Betonfertig
teilen; -werker, der; -s, - Facharbeiter in einem
Betonwerk
betören /sw. Vb.; hat/ jmdn.,
bes. eine Person
anderen Geschlechts, (durch etw.) ganz fü r sich ein
nehmen, so daß er seiner nüchternen Überlegung
beraubt wird, jmdn. hinreißen, bezaubern: jmdn.
durch Blicke b.; ihre Schönheit hat ihn betört;
betörend lächeln; etw. b .: sie hat sein Herz betört
Betracht /in den Verbindungen/ in B. kommen (in
Frage kommen, berücksichtigt werden können); etw.
in B. ziehen (etw. berücksichtigen); außer B. bleiben
(uriberücksichtigt bleiben); etw. außer B. lassen (un
berücksichtigt lassen)
betrachten, betrachtete, hat betrachtet 1. etw.,
jmdn. längere Zeit genau und prüfend ansehen (um
zu einem Schluß, zu einer Meinung über etw., jmdn.
zu kommen): jmdn., etw. neugierig, aus der Nähe,
lange, genau, aufmerksam, schweigend b .; ein
Gemälde, Gebäude b.
—
2. etw. in bestimmter
Weise b. etw. unter einem bestimmten Gesichtspunkt,
nach einer bestimmten Methode einer Beurteilung
174
Betrachter — Betrieb
un terziehen : einen Vorgang, eine Erscheinung
wissenschaftlich, isoliert, v o n zwei Seiten, unter
verschiedenen Aspekten, im Zusammenhang b.
—
3. jmdn., etw. als jmdn., etw. b. jmdn., etw. für
jm d n ., etw. halten (13): jmdn. als seinen Freund
b.; etw. als seine Pflicht b.
-f- bei / Licht betrachtet
Betrachter, der; -s, - fzu betrachten 1 u. 2/; zu 1:
ein aufmerksamer B. (eines Kunstwerks); etw. er
schließt sich nicht sofort dem Auge des Betrach
ters
beträchtlich /Adj./ von ziemlich großem Ausm aß
od. Wert, großer Anzahl, Menge: es stehen be
trächtliche Mittel, Summen zur Verfügung; eine
beträchtliche Entfernung, Höhe; er ist in letzter
Zeit b. (u m vieles, sehr) gewachsen; er war b.
schneller als der Zweitplazierte; der Wasserstand
ist um ein beträchtliches gestiegen
Betrachtung, die; -,
-en 1. jo. PI .; zu betrachten
1 u. 2/ das Betrachten; zu 1 : in die B. eines Bildes
versunken sein; zu 2 : bei genauer B. sieht die
Sache anders aus — 2. Untersuchung (2) eines
bestimmten Gegenstandes: eine kunsthistorische,
kritische, philosophische B. veröffentlichen
Betrachtungs[weise, die zu betrachten 2/
Betrag, der; -(e)s, Beträge bestimmte Geldsumme:
einen B. von 100 Mark auf jmds. Konto über
weisen; einen Scheck über einen bestimmten B.
ausstellen; es handelt sich um hohe, große, be
deutende Beträge
betragen (er beträgt), betrug, hat betragen I. etw.
beträgt etw. etw. hat eine bestimmte Größe, ein
bestimmtes M a ß : das Honorar beträgt 1000 Mark;
die Entfernung nach B beträgt 20 Kilometer —
II. sich b. sich im Umgang mit seinen Mitmenschen
in bestimmter W eise verhalten: sich schlecht, gut,
unpassend b.; er hat sich ungebührlich gegen sie
b.
Betragen, das; -s, fo. PL/ Art und Weise, wie sich
jmd . b eträgt: sein B. war ungehörig, flegelhaft;
sein schlechtes B. erregte An stoß
betrauen /sw. Vb.; hat/ jmdn. mit etw. b. jmdm.
(die Ausführung von) etw. übertragen, jmdn. mit
etw. b eauftragen: jmdn. mit einem wichtigen^Auf
trag, mit der Lösung einer schwierigen Aufgabe
b.; jmdn. mit der Leitung eines Betriebes b.
betrauern jsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. b. um jmdn.,
etw. trauern: den Verstorbenen, die Toten b.; jmds.
Tod tief b.»
beträufeln jsw. Vb.; hat/ etw. b. etw. auf etw.
trä ufeln : den Fisch mit Zitronensaft b.
betreff papierdt. in b. jPräp. mit Gen.j betreffs:
in b. dieser Angelegenheit hat sich nichts Neues
ergeben
betreffen (er betrifft), betraf, hat betroffen f f * auch
Betreffende, betroffen/ 1. etw. betrifft jmdn., etw.
etw. ist von Wichtigkeit für jmdn., etw.: die Neu
regelung betrifft uns alle; das betrifft besonders
dich, die Arbeit des Kollegen B ; was dies betrifft,
mich betrifft, so kann ich nur sagen ... (zu diesem
Punkt, dieser Sache kann ich nur sagen ...); sich
an die betreffende (zuständige) Stelle, Instanz
wenden — 2 . etw. widerfährt jmdm., stößt jmdm.,
einer Sache zu: ein Unglück hat ihn, die Familie
betroffen; weite Gebiete des Landes wurden vom
Hochwasser betroffen — 3. veraltend /nur in
den mit haben zusammengesetzten Zeiten/ die Nach
richt hat ihn schwer, zutiefst betroffen (getroffen,
bestürzt gemacht) — 4 . veraltend jmdn. bei, in
etw. b. {jmdn. bei etw. antreffen, ertappen)
Betreffende, der u. die; -n, -n //* auch betreffen
die Person, um die es sich handelt, von der bereits
die Rede war: den Namen des Betreffenden nennen;
den Betreffenden aufsuchen, zur Rede stellen
betreffs /Präp. mit Gen./ papierdt. bezüglich: b.
dieser Angelegenheit kann ich Ihnen noch keine
neuen Mitteilungen machen; Ihre Anfrage b. der
Reservierung eines Zimmers...
betreiben, betrieb, hat betrieben 1. etw. b. die
Ausführung einer Sache vorantreiben (um sie zum
Abschluß zu bringen): den (Um)bau des Hauses,
den Abschluß einer Arbeit (energisch) b.
—
2*1.
etw. b. sich mit etw. erwerbs-, geschäftsmäßig be
fassen: ein Handwerk b.; einen schwunghaften
Handel mit etw. b. 2.2, ein Geschäft b. (innehaben
und führen) — 3. Techn. etw. mit einer bestimm
ten Energie antreiben: der Zug wird elektrisch
betrieben; ein atomar betriebener Eisbrecher
- f auf jmds. Betreiben (auf jmds. Veranlassung)
betreßt /Adj./ mit Tressen besetzt: eine betreßte
Uniform, Livree
^betreten (er betritt), betrat, hat betreten etw. b.
1.1. in etw. hineingehen (1): das Zimmer, Gebäude
b. 1.2. auf eine Fläche treten: das Betreten der
Grünanlagen ist verboten; nach der Seereise
wieder festen Boden b.
betreten /Adj./ peinlich berührt, 2verlegen (aus
Scham, Schuldbewußtsein): b. schweigen, aussehen;
über etw. b. sein; es herrschte betretenes Schwei
gen; betretene Gesichter machen; dazu Betreten
heit, die; -, jo. PI./
betreuen jsw. Vb.; hat/ jmdn., ein Tier mit Für
sorge umgeben, für jmdn., ein Tier, das jmds. Obhut
(vorübergehend) anvertraut ist, sorgen, sich um jmds.
Wohlergehen kümmern: Rentner, Kranke, Ur
lauber b .; die Kinder wurden im Ferienlager aus
gezeichnet betreut; dazu Betreuer, der; -s, - u .
Betreuung, die; -, /o. PI./
Betrieb, der; -(e)s,
-e 1.1. Einrichtung, die als
unterste, gesellschaftlich und ökon om isch rechtlich
selbständige Einheit der Volkswirtschaft im organi
sierten Zusammenwirken von Arbeitskräften und
Produktionsmitteln Produktions- und Konsumtions
mittel erzeugt, transportiert od. umsetzt od. Dienst
leistungen erbringt: ein chemischer, metallurgischer
B .; ein B. der Elektroindustrie, des Schwer
maschinenbaus; in diesem B. werden Fernseh
geräte hergestellt; in einem volkseigenen B.
arbeiten; /in der DD R/ ein B. der sozialistischen
Arbeit /Ehrentitel, der Betrieben mit hervorragenden
Leistungen verliehen wird/; ein B. mit staatlicher
Beteiligung (Betrieb, an dem der soz. Staat als
Gesellschafter beteiligt ist) 1.2. das, die Gebäude, das
Gelände von 1.1 od. eines Betriebsteiles, vorwiegend
eines Produktionsbetriebes: nach Arbeitsschluß den
B. verlassen; im B. ist das Rauchen nicht gestattet
—
2. /o. P I .; von Maschinen, Anlagen/ Tätigkeit
(2.2): der B. ruht (ein Komplex von Anlagen steht
still, arbeitet n ich t); zum vollautomatischen B. über
gehen (anfangen, vollautomatisch zu produzieren);
/in den Verbindungen/ in B. sein (arbeiten, nicht
Stillstehen); außer B. sein (stillstehen, nicht arbeiten);
etw. in B. nehmen (eine Anlage, Maschine ihrer
Funktion übergeben, in Tätigkeit setzen); etw. in,
betrieblich — betrüben
175
außer B. setzen {den Antrieb einer Anlage, M a
schine an-, abstellen) — 3 . /o. PL/ umg. Geschäftig
keit, Trubel, lebhaftes Treiben: in den Läden, auf
dem Bahnhof, den Straßen herrscht, war (ein)
großer B.
4- umg. den ganzen B. aufhalten {den Fortgang,
Ablauf einer Arbeit, eines Tuns behindern)
betrieblich/Adj.; nur attr.l zum Betrieb (1)gehörend,
den Betrieb betreffend, Betriebs-: betriebliche An
gelegenheiten, Einrichtungen
Betriebsakademie, die Einrichtung zur Aus- und
Weiterbildung von Werktätigen in soz. Großbetrieben
betriebsam /Adj./ geschäftig, rü h rig: ein betrieb
samer Mensch; b. hin und her eilen; dazu Betrieb
samkeit, die; jo. PL/
Betriebs/betriebs| -analyse, die W irtsch. Analyse
der wirtschaftlichen Tätigkeit eines Betriebes, von
Betrieben; -angehörige, der u. die: er ist Betriebs
angehöriger {steht in diesem Betrieb in einem
Arbeitsrechtsverhältnis); -arzt, der Arzt zur medizi
nischen Betreuung der Betriebsangehörigen; -aus-
weis, der Ausweis für Betriebsangehörige; -be-
gehung, die von der Gewerkschaft und- der Leitung
in Betrieben der DDR angesetzte Besichtigung zur
Überprüfung der Einhaltung des Gesundheits- und
Arbeitsschutzes; -bereit /Adj.; vorw. präd.f bereit,
in Betrieb genommen zu werden: die Anlage, das
Gerät ist b.; -berufsschule, die spezielle Einrichtung
der Berufsausbildung in einem Betrieb, in der die
Lehrlinge auf ihren Beruf bezogenen praktischen
und theoretischen sowie allgemeinbildenden Unter
richt erhalten; -besichtigung, die Besichtigung eines
Betriebes (1); -blind fAdj.f aus bestimmten Gründen,
bes. Gewohnheit und Routine, Fehler und Mängel im
eigenen (Arbeitsbereich nicht loahrnehmend, er
kennend; dazu -blindheit, die; -eigen /Adj.; nicht
adv./ einem Betrieb gehörend: ein betriebseigenes
Ferienheim; -essen, das Essen, das den Betriebs
angehörigen einmal täglich zu ermäßigtem Preis an-
geboten wird; -ferien, die /PL/ Zeitraum, zu dem
ein kleinerer Betrieb wegen des gleichzeitigen Urlaubs
aller Betriebsangehörigen geschlossen ist, seine Tätig
keit unterbricht; -ferienlager, das Ferienlager fü r
die Kinder der Betriebsangehörigen; -fest, das Fest
für die Betriebsangehörigen; -fläche, die fachspr.
gesamte von einem land- od. forstwirtschaftlichen
Betrieb bewirtschaftete Bodenfläche; -fremd /Adj.;
nicht adv./: für betriebsfremde {nicht zum Betrieb
gehörende) Personen ist der Zutritt verboten;
-geheimnis, das /noch BRD/ 1. Tatsache, die die
wirtschaftlichen Interessen, bes. die Produktion eines
Betriebes, betrifft und der Geheimhaltung unterliegt
—
2. jo. PL/ Schweigepflicht über 1; -gelände, das
abgegrenztes Gelände, auf dem sich ein Betrieb be
findet, das zu einem Betrieb gehört; -gewerkschafts-
leitung, die // auch BGL/ die von den Mitgliedern
einer Betriebsgewerkschaftsorganisation in der Regel
für die Dauer von zwei Jahren gewählte Leitung,
die für die gesamte Gewerkschaftsarbeit in einem
Betrieb, einer Einrichtung verantwortlich ist; -ge-
werkschaftsorganisation, die Grundorganisation des
FDGB, die alle Gewerkschaftsmitglieder eines Be
triebes od. einer Einrichtung umfaßt; -ingenieur,
der Ingenieur, der im Bereich der Produktion eines
Betriebes tätig ist; -kapital, das in einem kap.
Unternehmen vorhandenes od. zu seiner Gründung
nötiges Kapital; -kindergarten, der Kindergarten
für die Kinder der Betriebsangehörigen; -kinder-
krippe, die vgl.
- k indergarten; -klima, das jo. PL/
Klim a (2) in einem Betrieb; -kollektivrertrag, der
jAbk. BKV/ jährlich abzuschließender Vertrag zwi
schen Betriebsleitung und Betriebsgewerkschafts
leitung eines volkseigenen Betriebes zur allseitigen
Erfüllung der Betriebspläne und zur ständigen Ver
besserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der
Betriebsangehörigen; -küche, die Küche in einem
Betrieb, in der das Betriebsessen bereitet wird;
-leiter, der Leiter, Direktor eines Betriebes; -leitung,
die Leitung (3) eines Betriebes; -Parteiorganisation,
die /Abk. BPO/ Grundorganisation der SED in
Betrieben, Einrichtungen; -personal, das für eine
Anlage, Einrichtung erforderliches, verantwortliches
Personal; -plan, der in Übereinstimmung mit dem
Volkswirtschaftsplan aufgestellter Plan fü r die wirt
schaftliche Tätigkeit eines soz. Betriebes in einem
bestimmten Zeitraum ; -poliklinik, die Poliklinik,
die Betrieben bestimmter Größe in der DDR un
mittelbar angeschlossen ist; -rat, der /noch BRD/
von den Arbeitern und Angestellten eines Betriebes
gewählte Vertretung zur Wahrnehmung ihrer wirt
schaftlichen und sozialen Interessen; -Schluß, der
/o. PL/ Ende der täglichen Arbeitszeit in einem
Betrieb; -schütz, der Gesamtheit der zur Sicherung
eines Betriebes eingesetzten {im Betrieb beschäftigten)
Personen; -sicher /Adj./ gegen Störungen während
des Betriebes (2) gesichert: eine betriebssichere An
lage; da zu -Sicherheit, die jo . P L/; -Spannung, die
Techn. die für den Betrieb elektrischer Anlagen
notwendige Spannung; -Sportgemeinschaft, die
/Abk. BSG/ mit einem volkseigenen od. genossen
schaftlichen Betrieb verbundene Grundeinheit des
Deutschen Turn- und Sportbundes der D DR;
-Störung, die Störung im Ablauf des Betriebes (2):
wegen einer B. war der S-Bahnverkehr für eine
Stunde unterbrochen; -teil, der meist räumlich vom
Sitz des Betriebes getrennte, juristisch nicht selb
ständige Struktureinheit innerhalb eines Betriebes
mit eigenem Aufgabenbereich; -Unfall, der Arbeits
unfall ; -Verfassungsgesetz, das jo. P L ; in der BRD
geltendes reaktionäres Gesetz zur Regelung der Ver
hältnisse zwischen kap. Unternehmer und den
Werktätigen des Betriebes und über die Arbeit des
Betriebsrates, das das Mitbestimmungsrecht der B e
legschaft auf untergeordnete soziale Fragen be
schränkt und dem Betriebsrat politische Betätigung
und Aufklärungsarbeit sowie die Organisierung von
Streiks verbietet/; -Versammlung, die Versammlung
aller Betriebsangehörigen; -Wirtschaft, die jo. PL/:
sozialistische B. {Theorie und Praxis der rationellen
Gestaltung uud Leitung des betrieblichen Reproduk
tionsprozesses) ; -zeitung, die regelmäßig in größeren
volkseigenen Betrieben der DDR erscheinendes Organ
der SED-Betriebsparteiorganisation; -Zugehörig
keit, die Zugehörigkeit zu einem Betrieb (1.1): eine
langjährige B.
betrinken, sich, betrank sich, hat sich betrunken
sich durch übertriebenen Genuß von Alkohol in einen
Rauschzustand versetzen: er hat sich aus Kummer,
sinnlos betrunken; er ist völlig, schwer betrunken
betroffen /Adj.; A auch betreffen 3/ bestürzt, er
schrocken, unangenehm überrascht: jmdn. b. an-
sehen; b. stehenbleiben; tief b. sein; ein betroffenes
Gesicht machen; dazu Betroffenheit, die; -, /o . PL/
betrüben/sw. Vb.; hat/ jmdn. traurig stimmen: diese
176
betrüblich — beugen
Nachricht hat ihn sehr betrübt; über etw. sehr be
trübt sein; ein betrübtes (trauriges) Gesicht ma
chen; betrübt anssehen
betrüblich /Adj./ traurig (1.2) (machend): einen be
trüblichen Eindruck machen; einen betrüblichen
Anblick bieten
Betrübnis, die;
-se Kummer, Trauer, Schmerz’.
jmdn. erfaßt B.; auf ihrem Gesicht lag ein Aus
druck tiefer B.
Betrug, der; -(e)s, jo. Pl.j bewußte, arglistige Täu
schung einer Person (mit dem Ziel, sich rechts
widrige Vermögensvorteile zu verschaffen): das ist
(glatter) B .!; ein frecher B .!; jmdn. wegen Betrugs
verklagen, verurteilen; einen B. begehen
betrügen, betrog, hat betrogen 1.1. jmdn. bew u ßt,
arglistig täuschen (mit dem Ziel, sich rechtswidrig
Vermögensvorteile zu verschaffen): einen Kunden b .;
er ist beim Kauf betrogen worden; er hat seine
Frau betrogen (ihr die Treue gebrochen); sich selbst
b. (sich Selbsttäuschungen hingeben) 1.2. jmdn. um
etw. b. jmdn. durch Betrug um etw. bringen: er hat
ihn um sein ganzes Geld, sein Erbteil betrogen;
dazu Betrüger, der -s, - u . betrügerisch /Adj./ auf
Betrug bedacht: ein betrügerischer Händler; be
trügerische Versprechungen machen
Betrunkene, der u. die; -n, ~n jmd., der sich be
trunken hat: es kam zu einer Schlägerei zwischen
Betrunkenen
Bett, das; -(e)s, -en/-e 1. jPl.
-en/ zum Schlafen be
stimmtes Möbelstück (mit Matratze, Kissen, Zu
decke) : ein schmales, weiches B .; das B. machen (es
nach dem A ufstehen in Ordnung bringen); ins, zu B.
gehen; sich ins B. legen; die Kinder ins, zu B. brin
gen; (krank) im, zu B. liegen; durch den Unfall war
er einige Zeit ans B. gefesselt — 2. jPl.
- en/ Feder
bett od. (Steppdecke und Kissen: die Betten be
ziehen, (auf)schütteln, lüften — 3. /PL -e/ F lu ß
bett: den Fluß in ein neues B. leiten
+ das B. hüten (krank zu Bett liegen); jemot. neg.j
sich ins gemachte B. legen (seine Existenz auf etw.
bereits Bestehendes gründeny; Betten bauen (bes.
in Kasernen, Lagern peinlich genau in Ordnung
bringen)',
mit jmdm. ins. B. gehen (mit jmdm.
geschlechtlich verkehren)
Bett| -bezug, der Bezu g (1.1); -couch, die (auszieh
bare) Couch, die als Bett dient; -decke, die 1. Decke,
mit der man sich im Bett zudeckt — 2. Tagesdecke
Bettel,der; -s, fo. Pl.f landsch. Trödel, Kram: das
ist alles nur alter B.
bettel/Bettel] -arm fAdj.f veraltend jemot./ sehr
arm (1); -brief, der Brief, in dem jmd. um etw., bes.
Geld, bettelt (1)
Bettelei, die; -en /zu betteln/
betteln jsw. Vb.; hat/ 1. /bes. unter Verhältnissen,
die soziales Elend einschließenj (fortgesetzt) andere
darum angehen, einem Geld, Almosen zu geben: die
Kinder b. dort auf den Straßen — 2. wiederholt in
ständig um etw. bitten : sie bettelte so lange, bis er
ihren Wunsch erfüllte
betten, bettete, hat gebettet 1. jmdn. ,
etw. sorg
sam (zur Ruhe) niederlegen: das Kind, den Ver
letzten auf ein Lager b .; jmds. K opf auf ein Kissen
b.
—
2. der Ort ist in eine liebliche Landschaft ge
bettet (von ihr umgeben)
- j- jmd. ist nicht auf Rosen gebettet; jmdn. zur
letzten / Ruhe b.
Betten! -haus, das zu einem Krankenhaus, Hotel
gehörendes Gebäude mit nur der Unterbringung,
nicht der Versorgung von Patienten, Gästen dienen
den Räumen; -kapazität, die Anzahl der zur Ver
fügung stehenden Betten, bes. in Krankenhäusern,
Hotels, Ferienheimen, an Urlaubsorten
Bett/bett| -feder, die 1. Sprungfeder an der M a
tratze — 2. jvorw. Pl.j Feder, die zusammen mit
einer großen Anzahl anderer zur Füllung von Feder
betten, Kissen dient; -gestell, das hölzerner od. eiser
ner Rahmen eines Bettes; -hupferl, das; -s, - land
sch. Näscherei, die vor dem Schlafengehen gereicht
wird; -kante, die: auf der B. (seitlich auf dem Rand
des Bettgestells) sitzen; -kästen, der K asten unter
der Bettcouch zum Aufbewahren des Bettzeugs;
-lägerig /Adj.; nicht adv.f: der Kranke ist schon
lange b. (gezwungen, im Bett zu liegen); -laken, das
Bettuch
Bettler, der; -s, - Mann, der, meist keiner (geregel
ten) Arbeit nachgehend, betteln geht
Bett| -nässen, das; -s, jo. PI./ ungewollte Entleerung
der Blase während des Schlafes; dazu -nässer, der;
-s, -;
- p fosten, der einer der vier Pfosten des Bett
gestells; -rand, der vgl. Bettkante; -ruhe, die: dem
Kranken B. verordnen (anordnen, daß er im Bett
liegenbleibt); -schwere, die um g.: die nötige B.
haben (so müde sein, daß man gut schlafen wird);
- statt, die;
-Stätten lan dsch. Bettgestell;
- stelle, die Bettgestell; -tuch, das jPl.
- tücher;
Schreibg. Bettuch/ lan dsch. großes Tuch, das über
die Auflegematratze gelegt wird; -Umrandung, die
dreiteiliger Läufer, der ein (Doppelfbett an drei
Seiten auf dem Fußboden umgibt; -Vorleger, der
Läufer (3.1) vor dem Bett; -wanze, die in zahlreichen
Arten vorkommendes, sich in Wohnungen aufhalten
des, stark abgeplattetes, blutsaugendes In se kt, das das
Licht scheut; -Wäsche, die jo. Pl.j Laken, Kissen-
und Bettbezüge; -zeug, das Bettwäsche, Deckbetten,
(Stepp)decken und Kissen; -Zipfel, der Zipfel an der
Bettdecke (1)
betulich /Adj./ langsam und umständlich, aber
eifrig und besorgt: eine betuliche alte Dame; dazu
Betulichkeit, die; -, /o. P l.j
betupfen jsw. V b.; hat/ 1.1. etw. mit etw. b. etw.
tupfend auf etw. auftragen: die Wunde mit Jod,
die Stirn, mit Kölnisch Wasser b. 1.2. sich, dem
Kranken das Gesicht b. (Feuchtigkeit mit einem
Tuch vom Gesicht tupfend entfernen)
betütern, sich jsw. Vb.; hat/ berl. umg. sich be
trinken
beugen jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw., sich nach unten bie
gen, aus der aufrechten Stellung in eine nach vorn,
unten geneigte übergehen lassen: den Oberkörper,
Rumpf b.; sein Rücken war vom Alter gebeugt (ge
krümmt); sich über etw., jmdn. b .: er beugte sich
über seine Arbeit, den Kranken; er beugte sich
über die Brüstung, aus dem Fenster; O die Hinter
bliebenen waren vom Leid gebeugt 1.2. die Arme,
Beine b. (so bewegen, daß Ober- und Unterarm, Ober
und Unterschenkel einen Winkel bilden) — 2. jmds.
Stolz, Starrsinn, Willen b. (brechen 3) — 3. sich b.
sich fügen (3.1), nicht mehr gegen etw., jmdn. auf-
begehren: sich jmdm., jmds. Willen b.; sich vor
jmds. Autorität b.
— 4. Phys. Licht-, Schallwellen
werden gebeugt (ihre sonst geradlinige Ausbreitung,
Bewegung ändert die Richtung beim Eintritt in ein
anderes Medium, unter dem Einfluß eines Magnet
feldes) — 5. Gramm, ein Nomen, Verb. b. (flek-
Beugung — bevorrechtigen
177
tieren 1.1); zu 1,4, 5Beugung*die; -en das Beugen;
zu 5 jo. PLI: die B. eines Nomens
Beule, die; -,
- n 1. durch äußere Einwirkung, meist
Stoß, Fall, Schlag, entstandene örtlich umgrenzte
Anschwellung des Gewebes: eine B. am Kopf, an der
Stirn haben; sich bei einem Sturz mehrere Beulen
zuziehen; eine B. kühlen — 2. durch äußere Ein
wirkung, meist Stoß, Fall, Schlag, entstandene ent
stellende Ein- od. Ausbuchtung an einem Gegen
stand (aus M etall): die Kanne ist voller Beulen;
eine B. im Kotflügel
beulen /sw, Vb.; hat/: die Hose beult am Knie (ist
am K nie ausgebeult)
beunruhigen /sw, Vb.; hat/ jmdn. in Unruhe, Sorge
versetzen : sein langes Ausbleiben beunruhigte sie;
die Nachricht, sein Gesundheitszustand hatte ihn
sehr, tief beunruhigt; sich b.: ich schreibe dir, da
mit du dich nicht beunruhigst (du dir keine Sorgen
machst); dazu Beunruhigung, die; -,
-en
beurkunden, beurkundete, hat beurkundet etw.
urkundlich festhalten, bestätigen: eine Geburt, einen
Todesfall b.; einen Vertrag b.; dazu Beurkundung,
die; -,
-en
beurlauben /sw. Vb.; hat/ jmdn. b. 1.1. jmdm. Ur
laub geben, jmdn. freisteilen i den Schüler für drei
Tage b. 1.2. jmdm. die Ausübung seiner Tätigkeit
für eine bestimmte Zeit untersagen: jmdn. bis zum
Abschluß des Straf-,
Disziplinarverfahrens b.;
dazu Beurlaubung, die; -,
-en
beurteilen jsw, V b.; hat/ jmdn.,
etw. b. vor
wiegend auf Grund eigener Überlegungen und
Erkenntnisse seine Meinung über jmdn.,
etw.
äußern: jmdn.,
etw. falsch, richtig b.; er kann
den Wert seiner Arbeit, Leistung b . ; das ist
schwer zu b.
Beurteilung, die; -,
-en 1. das Beurteilen; eine
nüchterne B. der Lage; das entzieht sich meiner B .;
etw. einer B. unterziehen — 2. Schriftstück, in dem
jmd ., etw. beurteilt wird: eine B. schreiben; eine
gute B. bekommen
Beute, die; -,
-n I. /o, PI./ Gut (II. 1) od. Tier, das
durch Gewalt, Stehlen errungen wurde, errungen wer
den soll: auf B. ausgehen; die Diebe machten
reiche B., teilten sich die B. ,
entkamen mit der
B .; das Raubtier stürzte sich auf seine B., ver
schlang seine B.; leichte ~B.(etw. leicht zu Erbeuten
des) - II . Imkerei Kasten, der zum ständigen Auf
enthalt für ein Bienenvolk dient
Beutejgut, das /o. PI./ erbeutetes Gut (II. 1)
Beutel, der; -s, - au s weichem Material bestehendes
sackähnliches Behältnis zum Transport und zur A uf
bewahrung von Gegenständen: ein B. aus Stoff, Le
der, Plastfolie
+ etw. reißt ein großes / Loch in jmds. B.
beuteln jsw. Vb.; hat/ 1. etw. beutelt (sich) etw.
wirft Falten, ist ausgebeult (1): das Mantelfutter
beutelt (sich) — 2. landsch. jmdn. (zur Strafe)
derb schütteln: das Kind b.
Beuteltier, das in zahlreichen Arten vorkommendes,
bes. in Australien und Südamerika lebendes Säuge
tier, dessen Junge sich nach der Geburt in einer
beutelartigen Einstülpung der Haut über den Zitzen
am Bauch der Mutter bis zur Lebensfähigkeit ent
wickeln
Beutestück, das /PL -e/ Stück aus einem Beutegut
bevölkern jsw. Vb.; hat/ 1. etw. b. die Bevölkerung
eines Gebietes bilden, ein Gebiet bewohnen: die Erde
b.; das Land, Gebiet ist dicht, schwach bevöl
kert — 2. /von Menschen, Tieren/ etw. b. auf, in
etw. in großer Zahl vorhanden sein, es füllen: viele
Touristen, Tauben bevölkerten die Straßen,
Plätze; sich b.: die Straßen bevölkerten sich all
mählich (füllten sich allmählich mit Menschen)
Bevölkerung, die; -,
- en /vorw. Sg./ Gesamtheit der
Bewohner eines bestimmten Gebietes: die B. der
Erde wächst ständig; die gesamte B. eines Landes,
Staates; weite Kreise der B .; die einheimische B .;
die werktätige B. unseres Landes
Bevölkerungs/bevölkerungs| -abnahme, die; -be
darf, der: Waren für den B. bereitstellen; -be-
wegung, die Veränderung der Zahl und Struktur
der Bevölkerung; -dichte, die die auf eine Flächen
einheit berechnete Anzahl der in einem bestimmten
Gebiet lebenden M enschen: in Industriegebieten ist
die B. besonders groß; -explosion, die rapide Z u
nahme der Bevölkerung der Erde, eines Landes;
- kreis, der /vorw. PI./: weite Bevölkerungskreise
(große Teile der Bevölkerung) ansprechen; -politik,
die jo. Pl.j Gesamtheit planmäßiger, die Entwick
lung der Bevölkerung betreffender staatlicher M aß
nahmen; dazu -politisch /Adj.; nicht präd.j;
- Schicht, die: Kunstschätze breiten Bevölkerungs
schichten zugänglich machen; -Statistik, die au f
Volkszählungen od. Schätzungen beruhende Er
fassung der Bevölkerungsbewegung; -Struktur, die;
- Zunahme, die; -Zuwachs, der
bevollmächtigen jsw. V b .; hat/ jmdn. zu etw. b.
jmdm. ,
einer Institution eine Vollmacht für etw.
erteilen: er hat ihn bevollmächtigt, das Geld ab
zuholen, etw. in Empfang zu nehmen; er ist be
vollmächtigt, Verhandlungen zu führen1, den Ver
trag zu unterzeichnen; dazu Bevollmächtigte, der
u. die; -n, -n jmd., dem eine Vollmacht exteilt worden
ist: ein Bevollmächtigter der Regierung
bevor /Konj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein I 1. /temporal; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne der Nachzeitigkeit; das Geschehen des Haupt
satzes liegt (unmittelbar) vor dem des Nebensatzes/
ehe (1): b. er fortgeht, schließt er die Tür ab; er
schließt die Tür ab, b. er fortgeht — 2. b . nicht /bei
Negation im Hauptsatz im temporalen und kondi
tionalen Sinne/ wenn nicht zuvor: b. die Hausauf
gaben nicht fertig sind, dürft ihr nicht spielen (n u r
dann, wenn die Hausaufgaben fertig sind, dürft ihr
spielen ).; b. ich kein Geld habe, kann ich nichts
kaufen
bevormunden, bevormundete, hat bevormundet
jmdn. an der freien Entscheidung unberechtigt hin
dern, indem man für ihn entscheidet, ihn betreffende
Entscheidungen trifft: jmdn. ständig b.; sich von
niemandem b. lassen; dazu Bevormundung, die; -,
-en
bevorraten, bevorratete, hat bevorratet 1. etw. m it
Vorräten versehen, Vorräte für etw. lagern: die
Lagerräume, Warenhäuser sind gut bevorratet —
2. etw. als Vorrat lagern: Lebensmittel b.; Futter
für den Winter b.; dazu Bevorratung, die; -,
-en
bevorrechten, bevorrechtete, hat bevorrechtet
jmdn., einen Personenkreis b. jmdm., einem Per
sonenkreis Vorrechte gewähren, zugestehen, jmdn.,
einen Personenkreis durch Gewährung besonderer
Rechte bevorzugen, privilegieren: sie gehörten zum
Kreis, zur Klasse der Bevorrechteten
bevorrechtigen /sw. V b.; hat/ s. bevorrechten
12 Wörterbuch
178
bevorstehen — bewegen
bevorstehen jV b.j 1.1. etw. steht bevor etw. ist in
naher Zukunft zu erwarten, wird in naher Zukunft
geschehen, stattfinden: ein Fest, Ereignis steht (un
mittelbar) bevor; die bevorstehenden Wahlen
1.2 . jmdm. steht etw. bevor jmd. muß mit einem (für
ihn unangenehmen) Ereignis rechnen: jmdm. steht
etw. Unangenehmes, nichts Gutes bevor; er weiß,
was ihm bevorsteht
bevgrzugen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. b. an etw.,
jmdm. mehr Gefallen finden als an anderem, anderen,
für etw., jmdn. eine Vorliebe haben: er bevorzugt
leichte Kost, eine bestimmte Sorte W ein; diese
Pflanzen b. einen sonnigen Standort; einen Schüler
b. (vorziehen, besser als andere behandeln); firn Part.
Prät.j etw. bevorzugt (vorrangig) erledigen; jmdn.
bevorzugt bedienen, abfertigen; dazu Bevorzugung,
die; -en
bewachen/sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. b. über jmdn.,
etw. wachen (3): die Häftlinge b. (beaufsichtigen);
die Grenze b.
bewachsen jA d j.; nicht adv./ mit Pflanzen bedeckt,
die darauf wachsen (1): die Böschung ist mit Gras,
Büschen b .; ein mit Schilf bewachsenes Ufer; mit
Moos bewachsene Steine
Bewachung, d ie; -,
-en jvorw. Sg .; zu bewachen/:die
B. eines Gebäudes, der Strafgefangenen; jmdn.
unter strengster B. abführen
bewaffnen, bewaffnete, hat bewaffnet 1. jmd n . ,
sich, etw. mit Waffen versehen: die bewaffneten
/ Organe eines Landes; ein bewaffneter Auf
stand (Aufstand, dessen Teilnehmer mit Waffen
versehen sind); sich mit Gewehren b.; die Verbre
cher waren mit Revolvern bewaffnet — 2 . umg.
scherzh. sich mit einem Gegenstand versehen: sich
mit einem Regenschirm b.; die Urlauber waren mit
Ferngläsern, Strohhüten, Badesachen bewaffnet
+ bis an die Zähne bewaffnet sein
Bewaffnung, die; - ,
-en 1. das Bewaffnen (1) —
2. Gesamtheit der Waffen, mit denen jmd., etw. aus
gerüstet ist: die B. der Truppen modernisieren; die
atomare B.
bewahren fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn.,
etw. vor etw.
schützen: jmdn. vor Schaden b.; er konnte ihn
nicht vor Überraschungen, Enttäuschungen b.;
eine Tierart vor dem Aussterben b .; etw. vor dem
Verderb b.; vor etw. bewahrt bleiben; /im Im p . als
verstärkte Verneinung! (Gott) bewahre (aber nein,
durchaus nicht)! — 2. etw. in seinem Inneren ver
wahren, etw. nicht aus dem Gedächtnis verlieren: ein
Geheimnis (tief in seiner Brust) b.; ihre W orte in
seinem Gedächtnis, seinem Herzen b.
—
3.1. etw.
weiterhin beibehalten: Ruhe, Haltung b.; Still
schweigen über etw. b. 3.2. jmdm. etw. weiterhin
entgegenbringen: dem Freund die Treue b.; dem
Toten ein ehrendes Andenken b. 3 .3. sich etw.
w eiterhin erhalten (2.1): sich seine Unbefangenheit,
seinen Humor b.
+ kaltes / Blut, einen kühlen / Kopf b.
bewähren, sich jsw. Vb.; hat/ sich als fähig, geeignet,
brauchbar erweisen: er hat sich in seiner Arbeit,
als Freund bewährt; ein bewährter Fachmann,
Mitarbeiter; diese Einrichtung, Neuerung, Methode
hat sich bewährt; eine bewährte Konstruktion; ein
bewährtes Mittel aussuchen
bewahrheiten, sich, bewahrheitete sich, hat sich b e
wahrheitet sich als wahr, richtig erweisen: das Ge
rücht, seine Befürchtung schien sich zu b . ; seine Ver
mutungen, Voraussagen haben sich bewahrheitet
Bewährung, die;
-en das Bichbewähren: jmdm.
die Zeit, Möglichkeit zur B. geben; Ju r. eine
Strafe zur, auf B. aussetzen (ihre Vollstreckung
aufschieben mit dem Ziel des Straferlasses bei ein
wandfreier Führung des Verurteilten)
Bewährungs| -frist, die Jur. bestimmter Zeitraum,
für dessen Dauer eine verhängte Freiheitsstrafe zur
Bewährung des Verurteilten ausgesetzt wird; -helfer,
der jBBDj Jur. von einem Gericht der BRD be
stellte Person, die einen Verurteilten, dessen Strafe
zur Bewährung ausgesetzt wurde, beraten und seine
Lebensführung beaufsichtigen soll; -probe, die: eine
B. bestehen; auf eine B. gestellt werden; -zeit, die
bewaldet /Adj.; nicht adv.j mit Wald bestanden:
bewaldete Hügel, Berge
bewältigen /sw. Vb.; hat/ etw. Schwieriges meist mit
großer Anstrengung erfolgreich zu Ende bringen, da
mit zurechtkommen: er hat die Arbeit spielend, nur
mit Mühe b. können; der Andrang der Besucher,
Käufer konnte kaum bewältigt werden; ein Pro
blem, Schwierigkeiten b.; der Läufer bewältigte
die Strecke in neuer Rekordzeit; die Portion war so
groß, daß er sie kaum b. (aufessen) konnte; eine
große Enttäuschung, ein erschütterndes Erlebnis
(innerlich) nicht b. (verarbeiten und überwinden)
können; dazu Bewältigung, die; -, jo . P l.j
bewandertjA d j.; nicht adv.j in , auf einem bestimm
ten Gebiet b. sein in, auf einem bestimmten Gebiet
erfahren sein, gut Bescheid wissen: er ist in Ge
schichte, auf dem Gebiet der Geschichte gut b.
Bewandtnis, die
+ mit etw., jmdm. hat es folgende, eine besondere
B. mit etw., jmdm. hat es folgendes, etw. Besonderes
a u f sich : mit diesem Zwischenfall hat es eine eige
ne, besondere, folgende B.
bewässern jsw. V b.; hat/ etw. b. landwirtschaftlich
od. gärtnerisch genutzten Flächen zusätzlich Wasser
zu fü h ren : Wiesen, Felder durch Berieselungs
anlagen b . ; ein Gebiet durch ein System von Grä
ben, Kanälen b.; dazu Bewässerung, die; -,
-en
jvorw. Sg .j
Bewässerungs| -anlage, die Anlage zur Bewässerung
landwirtschaftlich od. gärtnerisch genutzter Flächen;
-System, das aus verschiedenen Anlagen bestehendes
System zur Bewässerung landwirtschaftlich od. gärt
nerisch genutzter Flächen
1bewegen jsw. Vb.; hat; / auch bewegt/1. sich, etw.
in bezug auf Ort, Lage, Haltung, Stellung verändern:
der Kranke konnte sich vor Schmerzen nicht b.;
im Gebüsch bewegte sich eine dunkle Gestalt;
die Gardinen, Fahnen b. sich im W ind; sich auf und
ab, hin und her b . ; er soll sich viel (körperlich) b.
(betätigen, bes. Spazierengehen); das Auto bewegte
sich nicht von der Stelle; ein langer Zug von De
monstranten bewegte sich (zog) durch die Stadt; der
Wagen bewegte sich (fuhr) langsam durch den
Tunnel; die Lippen b.; er konnte den rechten Arm
nicht b.; der Wind bewegt die Blätter; Pferde
müssen jeden Tag bewegt (eingespannt, geritten)
werden; er konnte die schwere Kiste nicht allein b.
(von der Stelle bringen); fachspr. bei den Aus
schachtungsarbeiten mußten viele Kubikmeter
Erde bewegt (befördert, transportiert) werden; O
seine Gedanken, Vorschläge bewegten sich in der
gleichen Richtung; die Preise b. sich (liegen) je nach
Qualität der Ware zwischen 15 und 20 Mark — 2 . sich
2bcwegen — Bewerbchen
179
völlig ungezwungen, natürlich b. (verhalten 1.1) —
3. etw. erregt, rührt jmdn.: seine Worte haben ihn
tief bewegt; in bewegten Worten danken; eine
bewegende Rede halten; etw. bewegt die Gemüter;
freudig bewegt teilte er seinen Kollegen die frohe
Nachricht mit — 4. etw. beschäftigt jmdn. inner
lich, nimmt jmds. Oedanken in Anspruch: dieser
Gedanke, Plan bewegt mich seit langem; Prägen,
die uns alle b.
-f- sich im / Kreise b.
2bewegen, bewog, hat bewogen jmdn. (durch vor
gebrachte Gründe, durch Zureden) dazu bringen,
veranlassen, etw. zu tum wir konnten ihn nicht zur
Teilnahme, zum Bleiben b .; seine Bitten haben sie
bewogen, ihre Abreise zu verschieben; das Kind
war durch nichts zu b. , die Arznei einzunehmen;
er fühlte sich nicht bewogen, in dieser Angelegen
heit etw. zu tun
Beweggrund, der Grund, durch den jmd. ver
anlaßt wird, etw. zu tum die Beweggründe für
jmds. Tat aufdecken; aus persönlichen, niedrigen
Beweggründen handeln
beweglich fAdj.f 1.1. sich (leicht) bewegen (1) las
send'. die beweglichen Teile einer Maschine; die
Puppe hat bewegliche Glieder 1.2. /nur attr.f be
weglicher (transportierbarer) Besitz 1.3. /nur attr.f
bewegliche (an kein festes Datum gebundene)
Feiertage, Feste — 2. lebhaft, wendig, reaktions
schnell: er ist geistig sehr b.; er ist sehr b.
bewegt fAdj.; / auch 1bewegen/ ereignisreich: auf
ein bewegtes Leben, eine bewegte Vergangenheit
zurückblicken
Bewegung, die; -,
- en I. 1.1. /zu 1bewegen 1/s eine
ungeschickte, heftige B. der Hand, mit dem Arm ;
eine einladende, abwehrende B. (mit der Hand)
machen; die anmutigen Bewegungen der Tänzerin;
die B. (das Umräumen, der Transport) von Waren;
jo. Pl.f der Arzt hat ihm viel B. an der frischen Luft
(viel Spazierengehen) verordnet; sich noch etw. B.
machen, verschaffen; bei dem Erdrutsch gerieten
große Gesteinsmassen in B .; etw., sich in B .'(Gang)
setzen 1.2. fo. Pl.f Philos. Daseinsweise der M a
terie, die alle Arten der Veränderung von Dingen,
Gegenständen umfaßt 1.3. fo. Pl.f Phys. zeitliche
Änderung des Zustands physikalischer Systeme:
mechanische, elektromagnetische B .; B. in Wärme
umsetzen — 2. /o. Pl.f innere Erregung, Ergriffen
heit, Rühru ng: seine (innere) B. nicht verbergen
können; tiefe, schmerzliche B. auslösen — II. 1. ge
meinsames Bestreben, Handeln einer größeren Grup
pe von Menschen, die sich für bestimmte Ziele,
eine bestimmte bes. politisch-ideologische od. geistig-
künstlerische Richtung einsetzen: eine patriotische
B.; die revolutionäre B. erfaßte breite Schichten;
etw. dehnt sich zu einer weltweiten B. aus
—
2. (organisierte) Gruppe von Menschen, die sich
gemeinsam fü r bestimmte Ziele, eine bestimmte poli
tisch-ideologische od. geistig-künstlerische Richtung
ein s etzen : sich einer (literarischen) B. anschließen
+ alle /< Hebel, / Himmel und Hölle in B. setzen
Bewegungs/bewegungs| -apparat, der fvo rw . S g .j
alle an der (Fortbewegung des Menschen od. Tieres
beteiligten Muskeln und Teile des Skeletts; -armut,
die /vom Menschenf Mangel an Bewegung (1.1.1);
-energie, die 1. Energie, die ein Körper (2) auf
Grund seiner eigenen Bewegung hat — 2. durch
Nutzung von Elektroenergie od. durch Verbrennung
bestimmter Stoffe erzeugte, den Mechanismus einer
technischen Anlage bewegende od. etw. vorwärts
bewegende Energie; -freiheit, die fo. Pl.f die jmdm.
zugestandene Möglichkeit, sich ungehindert zu ^-bewe
gen (1): jmds. B. einschränken; -los fA dj.f regungs
los: b. dastehen; -richtung, die Richtung, in die
sich etw., jmd. 1bewegt (1); -unfähig fA d j.; nicht
adv.f unfähig, sich zu 1bewegen (1)
bewehren fsw. Vb.; hat/ Bauw .: bewehrter (mit
einer Bewehrung versehener) Beton
Bewehrung, die; -,
- en Bauw. Einlagen aus Stahl
in tragenden Konstruktionen aus Beton od. Glas
faser, in Bauteilen aus Kunststoff
beweihräuchern fsw. Vb.; hat/ umg. jmdn.,
etw.
über Gebühr verherrlichen: einen Dichter, jmds.
Werke b .; dazu Beweihräucherung, die; -,
-en
beweinen fsw. Vb.; hat/ jmdn. (weinend) betrauern,
etw. (weinend) beklagen: den Toten, Verlust b.
Beweis, der; -es, -e 1•auf Tatsachen od. unbezweifel-
bare Schlußfolgerungen gegründeter Nachweis dar
über, ob eine Behauptung, Vermutung od. ob ein
Sachverhalt in bezug auf ein Geschehen od. Handeln
zu trifft od. n icht: das ist ein eindeutiger, schlagen
der B. für, gegen die Richtigkeit seiner Auf
fassung; das ist der beste B. dafür, daß ich recht
habe; J u r . schlüssige Beweise für die Schuld des
Angeklagten anführen, beibringen; unter der Last
der Beweise ein Geständnis ablegen; aus Mangel
an, mangels Beweisen freigesprochen werden —
2. Ausdruck (4) für etw., Zeichen (2.1), das etw.
offenbart: ein B. seines Könnens, seiner Zu
neigung; zum B. seiner Dankbarkeit, Verehrung;
den Hinterbliebenen gingen zahlreiche Beweise der
Anteilnahme zu
Beweis|aufnähme, die Jur. das A u fnehmen (11)
der in einem Verfahren vorliegenden Beweismittel
durch ein Gericht: die B. ist abgeschlossen
beweisbar/Ad/.; nicht ad v .; zu beweisen 1/
beweisen, bewies, hat bewiesen 1. etw. durch ein en
Beweis (1) bestätigen, in seiner Richtigkeit, Falsch
heit darlegen: die Richtigkeit einer Behauptung b.;
jmdm. das Gegenteil b.; b. , daß etw. falsch ist;
Ju r . das vorliegende Material bewies eindeutig die
Schuld des Angeklagten; M ath, einen Lehrsatz b.
(ableiten) — 2. etw. b. einen Beweis (2) von etw.
geben, etw. zeigen, erkennen lassen: er hat Mut, Aus
dauer, große Umsicht bewiesen; sein Verhalten
beweist seine mangelnde Einsicht; ihre Kleidung
beweist, daß sie einen guten Geschmack hat
Bewe|s/beweis| -führung, die das Erbringen des B e
weises (1): eine überzeugende, logische, wissen
schaftliche B . ;
-kette, die zusammenhängende
Reihe, Abfolge von Beweisen (1): eine lückenlose
B.; -kraft, die fo. Pl.f Eignung, etw. zwingend zu be
weisen (1): große, keine B. haben, besitzen; dazu
-kräftig fAdj./; -material, das M aterial, mit dem
sich etw. beweisen (1) läßt: das B. für die Schuld des
Angeklagten war erdrückend, unwiderleglich;
-mittel, das etw., mit dessen Hilfe die Wahrheit von
etw. festgestellt werden kan n ; -stück, das fPl.
-e/
vgl.
- material
bewenden fV b .f
+ es bei, mit etw. b . lassen (es mit etw. genug, ab
getan sein lassen); damit, dabei mag, soll es sein Be
wenden haben (damit mag, soll es genug sein, dabei
mag, soll es bleiben)
Bewerbchen, das
12*
180
bewerben — bewußt
4- landsch. sich ein B. machen (hinter einer vor-
getäusckten Beschäftigung ein anderes, bestimmtes
Ziel verfolgen)
bewerben, sich (er bewirbt sich), bewarb sich, hat
sich beworben sich (durch einen Antrag) bemühen,
etw., bes. eine Anstellung, zu erhalten: er hat sich in
diesem Betrieb als Ingenieur, um die Stelle eines
Ökonomen beworben; sich um einen Studienplatz
b.
Bewerber, der; -s, - 1 .1 . fzu bewerben/: für die Stel
lung hatten sich mehrere B. gemeldet; <> für den
Weltmeistertitel gibt es in dieser Disziplin meh
rere B. 1.2. veraltend .Freier; siehat viele B,,hat
bisher alle B. abgewiesen
Bewerbung, die; -en 1. das Bichbewerben: die Un
terlagen für eine B. einreichen — 2. Bewerbungs
schreiben: es sind mehrere Bewerbungen einge
gangen; eine B. schreiben, abfassen
Bewerbungs| -schreiben, das Schreiben, in dem man
sich um etw. bewirbt: dem B. Zeugnisse beifügen;
-unterlagen, die fPl.f Unterlagen, die bei einer
Bewerbung (1) eingereicht werden
bewerfen (er bewirft), bewarf, hat beworfen 1.1.
jmdn., etw. mit etw. b. etw. auf jmdn., etw. werfen
(1.1 .1) : die Jungen b. sich (gegenseitig) mit Schnee
bällen; jmdn., etw. mit Steinen b. 1.2. Bauw. eine
Mauer (mit Mörtel) b. (Mörtel an eine Mauer wer
fen und sie damit verputzen)
bewerkstelligen fsw. Vb.; hat/ etw. (Schwieriges)
mit Geschieh erreichen (4): er hat es bewerkstelligt,
daß er mitkommt; wie hast du das bewerkstelligt?
bewerten, bewertete, hat bewertet 1.1. den W ert
(1.1) von etw. bestimmen: das Grundstück wurde
vom Taxator zu hoch bewertet 1.2 . den Wert (2)
von etw. bestimmen, etw. werten: etw. positiv, hoch
b.; den Aufsatz mit ,gut‘ b .; die Punktrichter
bewerteten die Kür unterschiedlich
Bewertung, die; -,
- en 1. fvorw. Sg .; zu bewerten/
das Bewerten; zu 1.1: die B. eines Grundstücks;
zu 1.2: die B. eines Aufsatzes — 2. etw., durch das
etw., jmd. bewertet (1.2) wird: die Kür erhielt unter
schiedliche Bewertungen
Bewertungs|maßstab, der: bei der Beurteilung
einen einheitlichen B. anlegen (alles einh eitlich be
werten 1.2)
bewettern fsw. Vb.; hat/ Bergm .: einen Schacht
b. (einem Schacht Frischluft zuführen); eine Grube
b.
bewilligen fsw. Vb.; hat/ jmdm. etw., das er bean
tragt hat, von zuständiger Stelle, offiziell gewähren:
jmdm. eine Entschädigung, Unterstützung, einen
Kredit b.; einen Antrag b. (genehmigen); dazu
Bewilligung, die; -,
-en
bewillkommnen, bewillkommnete, hat bewill
kommnet jmdn. willkommen heißen: die Gäste b.
bewirken fsw. Vb.; hat/ etw. b . eine bestimmte
Wirkung hervorrufen: die Tablette bewirkte eine
Linderung seiner Schmerzen; durch seine Erklä
rungen, sein Zureden bewirkte (erreichte 4) er, daß
sie sich wieder versöhnten
bewirten, bewirtete, hat bewirtet jmdn. b . als
Gastgeber jmdm. Speisen und Getränke vorsetzen:
sie bewirtete ihre Gäste mit Kaffee und Kuchen
bewirtschaften, bewirtschaftete, hat bewirtschaftet
1.1. Boden landwirtschaftlich, gärtnerisch nutzen:
der Ertrag pro Hektar bewirtschafteter Fläche
1.2. eine Gaststätte b. (leiten , betreiben 2.2); das
Ausflugslokal ist nur im Sommer bewirtschaftet
(als Gaststätte geöffnet, in Betrieb) — 2. den Ver
kauf, die Vergabe von etw. staatlich regeln und
kontrollieren: Wohnraum, Devisen b.; dazu Be
wirtschaftung, die; -, /o. P l.f
Bewirtung, die; -, fo. P I .; zu bewirten/
bewohnbar /Adj.; zu bewohnen/: der Raum ist
nicht mehr b.
bewohnen fsw. Vb.; hat/ etw. b. in, auf etw.
wohnen (1.1): ein Haus, ein möbliertes Zimmer b .;
die Insel ist nicht bewohnt (auf der Insel leben
keine Menschen); dazu Bewohner, der; -s, -
bewölken, sich fsw. Vb.; hat/: der Himmel bewölkt
sich (Wolken verbreiten sich über den ganzen H im
mel) ; es, der Himmel ist stark bewölkt
Bewölkung, die; -, fo. Pl.f 1. Gesamtheit der W ol
ken : eine starke, aufgelockerte B .; bei aufkommen
der B.
—
2. das Sichbewölken: die plötzliche, all
mähliche B. des Himmels
Bewölkung» zu Bewölkung 1| -auflockerung, die;
-rückgang, d er; -Zunahme, die
Bewuchs, der; -es, fo. Pl.f Gesamtheit der Pflanzen,
mit denen etw. bewachsen ist: dichten, spärlichen
B. auf weisen
bewundern /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. b. einer
als außergewöhnlich empfundenen Person, Sache
große Hochachtung, Wertschätzung entgegenbringen
(und dies äußern) : er hat seinen Lehrer immer be
wundert und ihn als Vorbild betrachtet; jmds.
Mut b .; er bewundert an ihm seine absolute Ehr
lichkeit — 2. etw. außerordentlich Schönes, Gelun
genes, Wertvolles betrachten und es als solches em p
finden (und dies äußern): ein Gemälde, alte Kunst
gegenstände b.; die herrliche Aussicht b.
bewundernswert fAdj.f wert, bewundert (1) zu
werden
Bewunderung, die; -, fo . P L ; zu bewundern 1/:
zu jmdm. mit B. (Hochachtung) aufsehen; etw.
nötigt jmdm. B .ab, erregt jmds. B ., erfüllt jmdn.
mit B.
bewunderungs|würdig fAdj.f würdig, bewundert
(1) zu werden
Bewurf, der; -(e)s, Bewürfe fachspr. Putz: der
B. bröckelt ab, muß erneuert werden
bewußt lAdj.f 1. /bezeichnet den geistigen Zustand
eines Menschen, in dem er etw. mit klarem Verstand
erfaßt, tut od. erlebt /l.l . sich einer Sache, seiner
Verantwortung, Fehler b. sein (sich über etw., s eine
Verantwortung, Fehler im klaren sein); sich keiner
Schuld b. sein (sich unschuldig glauben, wissen);
sich einer Sache b. werden (etw. klar erkennen);
sich einer Sache nicht mehr b. sein (etw. n icht
mehr wissen, sich nicht an etw. erinnern können);
ihm war b. (ihm war klar, er wußte), welche Folgen
seine Tat haben könnte; es wurde ihm allmählich
b. (er erkannte allmählich), daß er falsch gehandelt
hatte; sich etw. b. machen (klar vor Augen halten)
1.2. im Zustand klarer Erkenntnis des Geschehens,
bei wachem Verstände: etw. b . aufnehmen, erleben
1.8. in vollem Wissen und absichtlich: ich habe das
ganz b. getan, gesagt; er hat ihn b. belogen; eine
bewußte Kränkung; eine bewußte Verdrehung der
Tatsachen 1.4. fvorw. auf Vertreter der Interessen
der Arbeiterklasse, Angehörige der Arbeiterklasse
angewandtj um die historische Aufgabe seiner Klasse
wissend, von ihr überzeugt und sich aktiv für ihre
Lösung einsetzend, klassenbewußt: ein bewuß-
Bewußtheit — bezeugen
181
ter Arbeiter, Genosse; der bewußteste Teil der
Arbeiter 1.5. vom Wissen um die wesentliche Be
schaffenheit, (langfristige) Wirkung, Zielsetzung
gesellschaftlicher Prozesse bestimmt und entsprechend
organisiert erfolgend: das bewußte Handeln der
Massen unter Führung der Partei der Arbeiter
klasse — 2. /nur attr.l bereits genannt, dem Sprecher
od. Hörer bekannt: sie trafen sich an dem bewußten
Tag, Ort; in dem bewußten Brief schrieb sie, daß
. . . ; zu 1.5 Bewußtheit, die; -, fo. Pl.f
bewußt/Bewußt| -los fA dj.f das Bewußtsein (3),
die Besinnung verlierend, verloren habend: b. zu
sammenbrechen; der Verunglückte war tagelang
b., in bewußtlosem Zustand; dazu -losigkeit, die;
f, fo. P l.f: in tiefer B. liegen; aus einer langen B.
erwachen; -j- umg. bis zur B. (so oft, so lange,
daß man dessen überdrüssig wird, bis zum äußer
sten, bis zw Erschöpfung)', -sein, das 1. Phil6s.
1.1. spezifisch menschliche, ideelle Form der Wider
spiegelung der objektiven Realität vermittels des
Zentralnervensystems, Gesamtheit der psychischen
Tätigkeiten des Menschen 1.2. das gesellschaftliche
B. Gesamtheit bes. der politischen, weltanschaulichen
Auffassungen einer jeweiligen Gesellschaft(sklasse),
die als ideeller Ausdruck des im materiellen Produk
tions- und Reproduktionsprozeß sowie im Klassen
kampf sich vollziehenden praktischen gesellschaft
lichen Lebensprozesses entstehen und wirksam werden:
das sozialistische B. der Arbeiterklasse, W erk
tätigen festigen, entwickeln; das ständig wach
sende B. der Genossenschaftsbauern — 2.1. klares
Wissen um etw., Gewißheit von etw.: im B., seinen
Aufgaben nachgekommen zu sein; von dem freu
digen B. erfüllt, durchdrungen sein, gute Arbeit
geleistet zu haben; das B. seiner Schuld bedrückte
ihn 2.2 . /in den Verbindungen! etw. kommt jmdm.
zu(m) B. (jmd. erkennt etw. klar)', etw. mit (vollem)
B. (bewußt 1.3) tun — 8 . Zustand, in dem jmd.
seiner Sinne voll und ganz mächtig ist: der Ver
letzte ist wieder bei B. , erlangte das B. wieder;
jmd. verliert das B., ist ohne B.
Bewußtseins|bildung, die fo . P L ; zu Bewußtsein
1.2/: die Bedeutung der sozialistischen B.
bezahlen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. b. 1.1. den Preis,
Gegenwert in Geld für etw.,
bes. für eine Ware,
Dienstleistung zahlen: eine Ware sofort, bar, mit
Scheck, in Raten b.; den Transport, die Zeche b .;
ich muß noch b. 1.2. seine Tätigkeit, Stellung wird
gut bezahlt (er bezieht dafür einen guten Lohn, ein
gutes G eh alt); die Überstunden werden bezahlt (in
Geld abgegolten); bezahlter Urlaub (Urlaub, wäh
rend dessen der volle Lohn, das volle Gehalt gezahlt
wird) 1.8 . eine finanzielle Verpflichtung durch
Zahlen des sich aus ihr ergebenden Geldbetrages be
gleich en : Miete, Steuern, Beiträge, Gebühren, Zoll,
eine Schuld b.
—
2. eine Geldsumme als Gegen
leistung zahlen: er hat viel Geld, zehn Mark, einen
hohen Betrag, eine angemessene Summe dafür,
an jmdn. bezahlt; er brauchte keinen Pfennig zu
b.
—
8. jmdn. entlohnen (1.1): der Werktätige wird
nach Leistung, Tarif bezahlt
+ sich bezahlt machen sich lohnen: die Mühe, der
Aufwand hat sich bezahlt gemacht; — etw. ist
nicht mit / Geld, / Gold zu b.; alles bis auf den
letzten / Heller, alles auf Heller und Pfennig b .;
alles aus der eigenen / ' Tasche b .; etw. / teuer
b. müssen; die / Zeche b. müssen
Bezahlung, die;
-en fvorw. Sg .f 1. das Bezahlen
(1) — 2. Geld, das jmdm. fü r etw. gezahlt wird, bes.
Lohn, 2Gehalt, Honorar
bezähmen fsw. Vb.; hat/ etw., sich beherrschen (3):
er konnte seine Neugier, seinen Zorn, seine Be
gierde kaum noch b.; er mußte sich sehr b., um
nicht unhöflich zu werden; er konnte sich nicht
länger b.
bezaubern fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. b. auf jmdn.,
etw. einen Zauber, Reiz ausüben, jmdn. entzücken
und für sich einnehmen: sie bezaubert alle mit
ihrer Anmut, durch ihre Liebenswürdigkeit; von
der Schönheit einer Landschaft bezaubert sein;
eine bezaubernde (entzückende, sehr reizvolle) junge
Frau; ein bezauberndes Kleid; ein bezaubernder
Anblick
bezechen, sich fstv. Vb.; hat/ sich betrinken: er
war leicht bezecht; die ganze Gesellschaft hatte
sich bezecht
bezeichnen, bezeichnete, hat bezeichnet / / auch
bezeichnend/ 1. etw.,
jmdn. b. 1.1. etw. mit
einer Bezeichnung (1) versehen od. etw. benennen (2):
Pflanzen, Tiere b. 1.2. etw.,
jmdn. beschreiben
(2) : den genauen Treffpunkt b.; einen verlorenen
Gegenstand genau b.
—
2. etw., jmdn., sich als
etw., jmdn. b. von etw., jmdm. sagen, was od. wie
etw., jmd. ist: etw. als einen Fehler, Irrtum b.;
jmdn. als seinen Freund, Gegner b.; etw. als sehr
wahrscheinlich b.; eine Arbeit als gelungen b.;
jmdn. als freundlich, geistreich b.
—
3. etw. mit
einem Zeichen versehen, etw. markieren: zu fällende
Bäume b.; der Wanderweg ist mit einem
Quadrat bezeichnet; die Betonung eines W or
tes b.
bezeichnend fAdj/ auch bezeichnen/ charakte
ristisch, kennzeichnend: diese Äußerung, Haltung
ist b. für ihn; das ist mal wieder b. 1
bezeichnender!weise fAdv.f wie es für etw., jmdn.
charakteristisch, kennzeichnend ist: er hat es b.
abgelehnt, daran teilzunehmen, etw. beizusteuern
Bezeichnung, die; -,
- e n l, Zeichen (1.3), der* in einer
natürlichen od..künstlichen Sprache die Funktion
hat, ein bestimmtes Individuum von anderen zu
unterscheiden od. bestimmte Objekte einer Klasse
zuzuordnen: das W ort ist B. für einen Gegenstand,
einen Vorgang, eine Gattung; eine treffende, pas
sende B.; diese verschiedenen Stoffe haben die
gleiche B.; die Bezeichnungen der Tempi in der
Musik — 2. das Bezeichnen (1.1 .1): die B. der
Pflanzen, Tiere mit lateinischen Namen — 3.1. das
Bezeichnen (3): die B. der Wanderwege mit bestim
mten Symbolen; die B. der zu fällenden Bäume
3.2. Zeichen (1.1), das etw. markiert: die B. der
Wanderwege erneuern
bezeigen fsw. Vb.; hat/ 1. jmdm. etw. erweisen,
bek u n den : jmdm. Ehrfurcht, Mitgefühl, seinen
Respekt, sein Vertrauen b.
—
2. etw. an den Tag
legen, zu erkennen geben, zeigen: Mut, Tatkraft,
Freude, guten Willen b.
—
3. veraltend sich in
bestimmter Weise b. in seinem Verhalten etw. B e
stimmtes zum Ausdruck bringen: sich dankbar,
erkenntlich b.
bezeugen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. b. für etw. Zeugnis
oblegen, etw. als Zeuge aussagen, durch seine Aussage
bekräftigen: etw. vor Gericht b .; er bezeugte, den
Angeklagten am Tatort gesehen zu haben; diese
Tatsache kann ich b.
—
2. jmdm. etw. bezeigen (1):
182
Bezeugung — bezweifeln
jmdm. seine Achtung, Verehrung b.; dazu Bezeu
gung, die; -en
bezichtigen /sw. Vb.; hat/ jmdn. (eines bestimmten
Tuns) beschuldigen: jmdn. des Diebstahls, eines
Mordes b .; er wurde bezichtigt, an dem Verbrechen
beteiligt gewesen zu sein
beziehbar /Adj.; zu beziehen 2.1/: die Wohnung
ist sofort b.
beziehen, bezog, hat bezogen 1.1 . etw. mit einem
dafür vorgesehenen Stoff, Überzug versehen: den
Schirm, das Sofa neu, mit neuem Stoff b. lassen;
die Betten frisch b. (mit frischer Bettwäsche ver
sehen) 1.2. etw. bezieht sich: der Himmel, es hat
sich bezogen (bewölkt) — 2.1. eine Wohnung b.
(in eine Wohnung einziehen) 2.2. Mil. Posten b.
(sich auf einem, seinem Posten aufstellen) — 8 .
einen klaren Standpunkt, eine eindeutige poli
tische Haltung b. (einnehmen 6.2) — 4.1. etw.
durch Kauf, Bestellung gegen Bezahlung bekommen:
die Zeitung durch die Post b. (auf Grund einer
Bestellung regelmäßig zugestellt bekommen) 4.2 . ein
gutes Gehalt, eine Pente b. (regelmäßig ausgezahlt
bekommen) 4.8 . um g. Prügel, Dresche b. (bekom
men 1.3) — 5. sich auf etw., jmdn. b. auf etw.,
jmdn. verweisen, etw.,
jmds. Äußerungen, Dar
legungen zur Unterstützung einer Behauptung heran
zieh en : sich auf ein Gespräch, eine Aussage b.;
sich auf einen Kollegen b.
—
6.1. etw. bezieht sich
auf jmdn., etw. etw. betrifft (1) jmdn.,
etw.: der
Vorwurf bezieht sich auf alle; diese Bemerkung
bezieht sich nicht auf dich 6.2 . etw. auf sich b.
etw. mit sich in Verbindung bringen, sich durch
etw. getroffen fühlen: soll ich diese Verdächtigung
auf mich b.?; du darfst nicht immer alles auf dich
b.; zu 4.1 Bezieher, der; -s, - : der B. einer Zei
tung
Beziehung, die; -,
-en 1. jvorw. PI./ Zustand, Art
und Weise der wechselseitigen Einstellung und
Aktivität 1.1. zwischen Ländern, ihr Verhältnis zu
einan d er : freundschaftliche, wirtschaftliche, kultu
relle Beziehungen zu einem Land anbahnen,
pflegen; die diplomatischen Beziehungen zu einem
Staat aufnehmen, abbrechen 1.2 . zwischen M e n
schen, ihr Verhältnis zueinander, Verbindung: es
besteht eine enge B. zwischen den Geschwistern;
in verwandtschaftlichen Beziehungen zu jmdm.
stehen; er hat (intime) Beziehungen zu ihr, unter
hält (intime) Beziehungen mit ihr (hat ein Lieb es
verhältnis mit ihr); O er hat keine (innere) B. zur
Kunst 1.3. Bekanntschaft (1), die jmdm. Vorteile
verschafft, Verbindung: durch Beziehungen etw.
bekommen, erreichen; er hat überall Beziehungen
—
2. Zustand der Art, daß zwei od. mehrere
Größen sich auf Grund bestimmter Merkmale be
rühren, wechselseitig bedingen: zwei Dinge, Ereig
nisse zueinander in B. setzen; zwischen diesen
Geschehnissen besteht keine B.
—
3. in jeder,
mancher B. unter jedem, manchem Aspekt, Gesichts
punkt: er hat in jeder B. recht; man kann ihm
in jeder B. vertrauen; in mancher B. nimmt er es
nicht so genau
beziehungs] -los /Adj.f ohne Beziehung (2): die
beiden Sätze stehen b. nebeneinander; -weise
fKonj.; Abk. bzw.; nebenordnend; verbindet zwei
od. mehrere, meist direkt aufeinanderfolgende Glie
der; kennzeichnet eine paarweise Zuordnung!: er
will kommen, b. sie will anrufen; Hans und Paul
wohnen in Berlin, b. in Potsdam (Hans wohnt in
Berlin, Paul in Potsdam)
beziffern jsw. Vb.; hat/ 1. etw. mit Ziffern ver
sehen, etw. numerieren: die Seiten des Heftes,
Manuskripts b.
—
2. etw. beläuft (2) sich auf etw.:
der Schaden beziffert sich auf mehrere 1000 Mark
Bezirk, der; -(e)s, -e 1. /in der DDR/ bestimmtes,
mehrere Kreise (3) umfassendes, eine Einheit in der
staatlichen Gliederung darstellendes Gebiet mit genau
festgelegten Grenzen: der B. Potsdam; der / Rat
des Bezirkes — 2. Stadtbezirk: im B. Berlin-
Weißensee — 3. Gegend, Umkreis: in diesem B.
sind schwere Unwetter niedergegangen
Bezirks| -ebene, die jo. PL/: etw. wird auf B.
(im Bereich eines Bezirkes 1) durchgeführt;
- geleitet fAdj.; nicht adv.): die bezirksgeleitete
(dem jeweiligen Rat des Bezirkes unterstellte, nicht
zentral geleitete) Industrie; -gericht, das Gericht,
das bes. fü r die Entscheidung von Rechtsstreitig
keiten zweiter Instanz in einem Bezirk (1) zuständig
ist; -karte, die Landkarte, auf der ein Bezirk (1)
dargestellt ist; -leitung, die: die B . (für einen Bezirk
1 zuständige Leitung) der SED; -presse, die die auf
Bezirksebene erscheinenden Zeitungen; -rat, der
umg. Rat des Bezirkes; -Sekretär, der umg.: der
B. von Rostock (der Erste Sekretär der Bezirks
leitung der SED des Bezirks Rostock); -Stadt, die
Hauptstadt eines Bezirkes (1); -tag, der oberstes
Organ der Staatsmacht in einem Bezirk (1); -Zeitung,
die vgl.
- presse
bezfrzen jsw. Vb.; hat/ um g.: sie hat ihn hezirzt
(bezaubert, betört)
bezug /in der Verbindung! in b. auf etw., jmdn.
hinsichtlich einer Sache, jmds. : in b. auf die Qualität
ist an der Ware nichts auszusetzen
Bezug, der; -(e)s, Bezüge 1.1. auswechselbare Hülle
aus Stoff, mit der ein Federbett, eine Steppdecke
bezogen (1.1) wird : einen frischen B. aufziehen 1.2.
Stoff, mit dem etw., bes. ein Möbelstück, bezogen,
bespannt ist: der B. des Sofas ist schmutzig, muß
erneuert werden — 2. jo. PI./ das Beziehen (4.1):
der B. von Zeitungen durch die Post — 3 . /nur im
Pl.j Einkommen, Einkünfte: wie hoch sind Ihre
Bezüge? — 4 . /in der Verbindung/ auf etw., jmdn.
B. nehmen sich auf etw.,
jmdn. beziehen (5): er
nahm B. auf ihr letztes Gespräch
bezüglich jPräp. mit Gen./ in bezug auf: b. Ihres
Schreibens teilen wir Ihnen mit, daß . . . ; b.
dieser Frage herrschen verschiedene Auffas
sungen
bezüglich /Adj.; nur attr./ Gramm .: das bezüg
liche Fürwort (Relativpronomen)
Bezugnahme, die; -,
jo. PI./ das Bezugnehmen
a u f etw .: unter, mit B. auf Ihr Schreiben
bezugs/Bezugs| -fertig /A dj./: die Wohnung ist
im Frühjahr b. (zum Einziehen fertiggestellt);
-Objekt, das Person, Sache, auf die sich etw. bezieht;
- punkt, der /PI.
- e/ Punkt (4, 6.1), auf den sich
etw. bezieht; -stoff, der Stoff zum Beziehen von
Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen; -Sy
stem, das Math. Koordinatensystem, auf das be
stimmte Werte bezogen werden
bezwecken /sw. Vb.; hat/ einen bestimmten Zweck
verfolgen, eine bestimmte Absicht zu erreichen, zu
verwirklichen suchen: was bezweckst du mit dieser
Frage, Behauptung?
bezweifeln jsw. Vb.; hat/ etw. anzweifeln, in Zweifel
bezwingen — Bier
183
ziehen: die Wahrheit von jmds. Aussage b.; das
möchte ich stark b.
bezwingen, bezwang, hat bezwungen 1,1. den
Gegner, die gegnerische Mannschaft b. (besiegen)
1.2 . seinen Ärger, Zorn b. (unterdrücken, beherr
schen) 1.8. ein Ziel unter Überwindung von Schwie
rigkeiten erreichen: einen Berg b. (bis zum Gipfel
besteigen); die Strecke in guter Zeit b.; zu 1.1 u.
1.3 Bezwinger, der; -s, -
BGL, die; -,
-s [be:ge:|el] /Kurzw. fü r Betriebs
gewerkschaftsleitung/ s. Betriebsgewerkschafts
leitung
Biathlon, das; -s, fo. PL/ [..Ion] aus der Kombina
tion von Skilanglauf und Schießen bestehende sport
liche Disziplin
bibbern /sw. Vb.; hat/ umg. beben (1.2), zittern:
vor Kälte, Angst b.
Bibel, die; -,
-n 1. aus dem Alten und Neuen
Testament bestehende Sammlung von Schriften reli
giösen, moralisch-lehrhaften und geschichtlichen I n
halts, die Glaubensgrundlage für die verschiedenen
christlichen Religionsgemeinschaften ist — 2. Buch,
das 1 enthält: eine kostbare alte B.; <0 umg. was
bringst du für eine B. (ein dickes, altes Buch) an
geschleppt?
Biber, der; -s, - 1. in zahlreichen Arten vorkommen
des, gesellig lebendes Nagetier mit gedrungenem
Körper, bräunlichem, wertvollem Fell, breitem, ab
geplattetem Schwanz, mit Schuppen und Schwimm
häuten zwischen den Zehen der Hinterfüße, das an
Binnengewässern lebt und Burgen, Dämme baut —
2. /o. PLI Fell (2) von 1: ein Kragen aus B.
Biber] -bau, der /PL -e /; -feil, das; -schwänz, der
1. Schwanz des Bibers — 2. flacher Dachziegel
Bibliographie, d ie ;
-n [..i:on] unter bestimmten
Gesichtspunkten, zu bestimmten Themen zusammen
gestelltes Verzeichnis von Büchern und anderen Ver
öffentlichungen, die bes. hinsichtlich ihres Verfassers,
Titels und Erscheinungsjahres beschrieben werden
bibliographisch /A d j./: bibliographische Angaben
(Angaben, die zur Identifizierung zitierter Titel in
Büchern, Veröffentlichungen, Bibliographien not
wendig sind)
bibliophil /Adj.; von Büchern/ durch besondere
Kriterien wertvoll für den Bücherfreund: eine bi
bliophile Ausgabe, Seltenheit
Bibliothek, die; -en 1. planmäßig aufgebaute, zur
Benutzung geordnet aufgestellte Sammlung literari
scher Dokumente, bes. Bücher, die laufend ergänzt
und durch Kataloge, Karteien erschlossen wird: eine
B. erweitern, erschließen — 2 . Einrichtung zur
Verwaltung und Nutzbarmachung von 1: eine öffent
liche, wissenschaftliche, allgemeinbildende B.
—
3. Gebäude, Raum für 1 u. 2: in die B. gehen; in
der B. arbeiten
Bibliothekar, der; -s, -e Mitarbeiter in einer Biblio
thek (2) mit Hochschul-,
Fachschul- od. Fach
arbeiterausbildung; dazu Bibliothekarin, die; -nen
biblisch /Adj./ aus der Bibel stammend', biblische
Geschichten, Gestalten
Bickbeere, die norddt. Heidelbeere (1, 2)
Bidet, das; -s, -s [bide:] Becken für Sitzbäder
bieder /Adj./ in etwas beschränkter, einfältiger
Weise rechtschaffen (1) (wirkend)', b. aussehen
Bieder] -mann, der /PL -manner/ v e ra lte n d /nur
auf frühere Verhältnisse angewandt/ rechtschaffener,
ehrlicher M a n n : unter der Maske eines Bieder
mannes auftreten; -meier, das; -s, /o. PL/ bürgerl.
Kunststil in Deutschland von 1815—1848, der sich
am deutlichsten in der kunstvollen Gestaltung von
Möbeln und in der Malerei ausprägte
biegen, bog, hat/ist gebogen 1 . etw. b. auf etw
ein Halbzeug, Werkstück so umformend einwirken,
daß es eine gekrümmte, abgewinkelte Form erhält
(hat): Bohre, Bleche b.; einen Draht (zu einer
Spirale) b.
—
2. etw. (irgendwohin) b. etw. an einer
Stelle Festsitzendes so bewegen, daß es, oft unter
Krümmung, vorübergehend in eine andere Richtung
weist (hat): Äste zur Seite, nach unten b.; sie bog
den Kopf (nach hinten, vorn); sich b.: er bog
sich zur Seite; etw. biegt sich : die Baume bogen
sich im Wind; die Äste bogen sich unter der Last
des Schnees (nach unten); O der Tisch bog sich
unter der Last der Speisen (es waren Speisen in
überreichem M aß aufgetragen) — 3 . etw., jmd. ändert
die Richtung, wobei ein Bogen (1.1.1) beschrieben
wird (ist): er, das Auto, der Weg bog um die Ecke
4- umg. auf Biegen oder Brechen (unter allen
Umständen, mit Gewalt); — lügen, daß sich die
./
Balken b.
biegsam /Adj./ 1. so beschaffen, daß man es leicht
biegen (1, 2) kann: biegsames Material — 2.
elastisch (2.1) in den Bewegungen: sie hat eine
biegsame Gestalt; dazu Biegsamkeit, die; -, /o. P l.j
Biegung, die; -,
- en bogenförmige Abweichung von
der (geraden) Linie: die B. der Straße; etw. macht
eine B .; an dieser Stelle macht der Weg, die
Straße, der Fluß eine B. (einen Bogen)
Biene, die; -,
-n 1. in zahlreichen Arten vorkommen
des, fliegendes (stechendes) Insekt, das seine Brut
mit Blütenstaub und Nektar aufzieht: die Bienen
schwärmen, summen, tragen Nektar ein, sammeln
Blütenstaub; er ist von einer B. gestochen worden;
O fleißig wie eine B. (sehr fleißig) — 2. umg. /von
einer attraktiven, unverheirateten, jungen weiblichen
Person/: eine flotte, hübsche, kesse B.
Bienen] -fleiß, der großer Fleiß; -gift, das /o. PL/
Absonderung aus der Giftdrüse der Honigbiene;
-honig, der H onig; -königin, die einziges frucht
bares Weibchen eines Bienenvolkes; -korb, der /PL
- körbe/ geflochtener Bienenstock; -stich, der 1. Ver
letzung durch den Stich einer Biene — 2. jo. PL/
Hefekuchen mit einem Belag aus gehackten Mandeln,
Butter, Zucker und Honig; -stock, der /PL -stocke/
Behältnis, in dem ein Imker ein Bienenvolk hält;
-volk, das aus einer Bienenkönigin, den Arbeits
bienen und Drohnen bestehende Gemeinschaft von
Bienen; -wabe, die Wabe; -wachs, das \o. PI./ Stoff,
der von den Bienen ausgeschieden wird und ihnen
als Material für den Bau ihrer Waben dient; -zucht,
die \o. PL/ Imkerei (1); -Züchter, der Imker
Biennale, die; -,
-n [bien..] alle zwei Jahre statt
findende internationale Kunstausstellung, Film -,
Theater- od. M usikfestspiele
Bier, das; *(e)s,
-e /bei Mengenangabe PI. Bier/
aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser durch Gärung
gewonnenes alkoholisches Getränk:
helles, /*
dunkles B .; B. brauen, abfüllen, ausschenken; ein
(Glas) B. bestellen, trinken; ein Faß, Kasten, eine
Flasche B.
um g. etw. wie sauer B. anpreisen (etw. eifrig
empfehlen, das niemand haben will); das ist nicht
mein B. (das ist nicht meine Sache, Aufgabe, mein
Problem)
184
Bierdeckel — bilden
Bier| -deckel, der Untersetzer, bes. aus Pappe, für
das Bierglas; -faß, das /PL -fässer/; -flasche, die;
-glas, das jPl.
- g läser/ ; -kästen, der /PL -kästen/
Kasten für, mit Bierflaschen; -krug, der; -ruhe,
die umg. /emot./ unerschütterliche Ruhe; -Schinken,
der \o. PL; Wurstsortej; -Seidel, das
Biese, die; -,
- n 1. farbiger Streifen (1), bes. an
Hose und Mütze von Uniformen — 2. kleine ge
steppte Falte als Zierde an Kleidungsstücken
Biest, das; -(e)s, -er umg. /emot. neg.j 1.1. /von
einem Tier, auch von einem Ding/: das B. (Insekt)
hat mich gestochen; das B. (der Hund) hat die
ganze Nacht gebellt; das B. (der Reißverschluß)
will nicht aufgehen 1.2. /von einem Menschen/: sie
ist ein faules, freches B. (ist faul, frech); auch
Schimpfw. du B.!
bieten, bot, hat geboten 1.1 . jmdm. etw. b. jmdm.
zu erkennen geben, daß man bereit ist, ihm etw.
(für etw.) zukommen zu lassen: jmdm. eine Ent
schädigung, Geld, Ersatz, dem Finder eine Be
lohnung b. 1.2. jmdm. eine Möglichkeit geben,
zeigen, die er zu seinem Vorteil nutzen kann: jmdm.
eine Chance, Gelegenheit b .; einer Dame den Arm
b. (zur Stütze hinhalten); jmdm. die Hand zur Ver
söhnung b. (hinstrecken); etw. bietet jmdm. etw.:
etw. bietet (gibt) jmdm. eine Handhabe, einen An
laß, um ...; etw. bietet sich: hier bietet sich
(1ergibt sich) ein Ausweg aus einer schwierigen
Situation 1.8 . bei einer Versteigerung die Summe(n)
nennen, die man für etw. zu zahlen bereit ist: wer
bietet mehr? — 2. jmdm. etw. als Hilfe zukommen
lassen, gewähren: jmdm. Trost, Halt, ein Obdach
b.
—
8.1 . etw. zeigen (3.1), darbieten: es wurden
ausgezeichnete Leistungen geboten 3.2 . ein
herrlicher Anblick bot sich unseren Augen (wir
hatten einen herrlichen Anblick); etw., jmd. bietet
(ist) ein Bild des Elends — 4. das lasse ich mir
nicht b. (das nehme ich nicht hin)!
+ jmdm. / Paroli, die / Stirn b.
Bigamie, die; -, /o. PL/ Zustand des gleichzeitig
zweimal Verheiratetseins: in B. leben
Big Band, die; -, Big Bands [bikbsnt] großes T anz-
Orchester, in dem einzelne Instrumente mehrfach
besetzt sind
bigQtt /Adj./1 .1 . engherzig fromm, übertrieben eifrig
im Glauben 1.2 . scheinheilig; dazu Bigotterie, die;
-,
- n [..i:on]
Bijouterie, die; -,
- n [bi3U.., P L . .i:9n] 1. (billiger)
Schmuck (1.1) —2. landsch. GeschäftfürSchmuck
waren
Bikini, der; -s, -s zweiteiliger, knapper Badeanzug
für Damen
bikonkav, bikonkav /Adj./ auf beiden Seiten hohl
geschliffen: eine bikonkave Linse
bikonvex, bikonvex /Adj./ [..v . .] auf beiden Seiten
erhaben geschliffen: eine bikonvexe Linse
Bilanz, die;
-en 1. Wirtsch. 1.1. in Form von
Tabellen, Gleichungen ausgearbeitete Darstellung
einander bedingender ökonomischer Größen, zwi
schen denen Gleichgewichtsproportionen herzustellen
sind, als Instrument volkswirtschaftlicher, betrieb
licher Planung in der soz. Wirtschaft: eine B.,
Bilanzen erarbeiten, ausarbeiten 1.2. ab schließ en d e
Gegenüberstellung der Aktiva und Passiva einer
wirtschaftlichen Einheit an einem bestimmten Stich
tag: eine B. aufstellen — 2. durch einen abschließen
den Überblick gewonnenes Ergebnis, Fazit: die er
schütternde B. des zweiten W eltkrieges; B. über
das bisher Erreichte ziehen
bilanzieren /sw. Vb.; hat/ W irtsch. etw. b, 1.1.
Positionen, Zusammenhänge in der Form einer
Bilanz (1.1), von Bilanzen darstellen: Material,
Finanzen, das Nationaleinkommen b. 1 .2. über
etw. eine Bilanz (1.2) aufstellen: ein Konto b.;
dazu Bilanzierung, die; -,
- en /vorw. Sg./
bilateral, bilateral /Adj./ (in der Politik) von zwei
Partnern ausgehend, zwei Partner betreffend, zwei
seitig: ein bilaterales Abkommen
Bild, das; -(e)s, -er 1.1 . etw. mit (künstlerischen)
malerischen, graphischen Mitteln auf einer Fläche
Gestaltetes: ein altes, wertvolles B .; ein B. eines
bekannten Malers; das B. stellt den Komponisten
N, eine Landschaft dar; ein B. malen, zeichnen,
rahmen, aufhängen, restaurieren 1.2 . F otogr a fie
(2): ein B. vergrößern; jmdm. ein B. von sich
schenken; die Bilder vom letzten Urlaub betrach
ten 1.3. Reproduktion (2) von 1.1 od. 1.2: ein Buch
mit vielen (bunten) Bildern; eine Zeiturigsrepor-
tage in Wort und B.
—
2. /vorw. Sg./ das auf
einem Bildschirm Erscheinende: das B. ist gut,
schlecht, war gestört -r - 3 . /vorw. Sg./ Ausschnitt
aus der Umwelt, der sich dem menschlichen Auge
in bestimmter Weise darbietet, A nblick: ein herr
liches, friedliches B. lag vor ihnen; die Straße bot
ihr gewohntes, alltägliches B .; die Unglücksstelle
bot ein B. des Grauens, Entsetzens — 4. /vorw.
Sg./ Vorstellung, Eind ruck: der Bericht vermittelt
ein realistisches B. (der Lage); etw. gibt ein
schiefes B. (einen falschen Eindruck) von etw.;
Bilder (Erinnerungen) aus der Vergangenheit stie
gen vor ihm auf; sich ein B. von etw. machen
(sich eine Meinung, Vorstellung von etw. bil
den) — 5. durch gleichbleibende Dekoration ge
kennzeichneter Abschnitt eines dramatischen Werkes:
eine Oper in vier Bildern; das zweite B. des ersten
Aktes — 6 . anschaulicher sprachlicher Vergleich,
M eta p h e r : ein anschauliches, kühnes B. gebrauchen
-J
-
über etw. im Bilde sein (über etw. Bescheid
wissen, informiert sein); jmdn. (über etw.) ins B.
setzen (jmdn. über etw. informieren, unterrichten);
umg. scherzh. ein B. für (die) Götter sein (einen
komischen, grotesken Anblick bieten)
Bild| -band, der Buch mit zahlreichen Reproduktio
nen (2); -bericht, der Bericht (in einer Zeitung) über
ein bestimmtes Thema mit zahlreichen reproduzierten
Fotografien; -berichterstatter, der Reporter, der
Bildberichte liefert, Pressefotograf; -dokument, das
Bild, (reproduzierte) Fotografie von dokumentari
schem Wert
bilden, bildete, hat gebildet / / auch gebildet/ 1.1 .
etw. (in künstlerischer Weise) formen, modellieren:
eine Plastik aus Ton b.; die bildende Kunst
/Sammelbez. bes. für Plastik, Malerei, Graphik,
Kunsthandwerk/ 1.2. etw. ist in bestimmter Weise
gebildet etw. hat eine bestimmte äußere Form ,
Gestalt: ein fein gebildetes Gesicht — 2 .1 .1 . etw.
durch Formieren (1.2) hervorbringen: die Kinder
bildeten einen Kreis (gruppierten sich zu einem
K reis); Spalier b.; die fliegenden Wildenten bilde
ten ein großes V am Himmel; einen Ausschuß,
eine Regierung b. (aufstellen 2); eine Widerstands
gruppe b. (sich zu einer Widerstandsgruppe zu
sammenschließen) 2.1 .2 . einen Laut b. (artikulie
ren); Sätze, Beispiele b. (formulieren); sich etw.
Bilderbuch — Binde
185
b.: sich eine Meinung, ein Urteil b. (zu einer
Meinung, einem Urteil gelangen) 2.2.1. etw. (aus
sich heraus) hervorbringen (2.2): die Pflanze bildet
junge Triebe; dieses Verb bildet kein Passiv (läßt
sich nicht ins Passiv setzen) 2.2.2. etw. bildet sich:
Knospen, Eiskristalle haben sich gebildet (haben
sich entwickelt, sind entstanden) — 3 . etw., ,jmd.
stellt etw. dar, ist etw. : der Bach bildet die Grenze;
etw. bildet den Hintergrund zu etw.; etw. bildet
die Regel, eine Ausnahme — 4.1. Lesen, Reisen
bildet (den Menschen) (fördert jmds. Bildung 2);
er benutzte jede Gelegenheit, um sich zu b. (um
sich Bildung 2 zu verschaffen) 4.2 . etw. ausbilden
(2.1) : jmds. Stimme b.
Bilderl -buch, das Kinderbuch, das nur aus (einer
Folge von) Bildern (1.3) besteht od. sehr viele
Illustrationen hat; -galerie, die Galerie für Bilder
(1.1) , Gemäldegalerie; -rahmen, der Rahmen für
Bilder (1); -rätsel, das Rätsel, dessen Lösung, ein
Wort od. ein Satz, aus der Bedeutung von Zeich
nungen und Zeichen zu erschließen ist; -Schrift, die
Schrift, die Wörter, Begriffe od. gedankliche Zu
sammenhänge durch bildliche Darstellungen aus
drückt
Bjl(l|fläche, die 1. Fläche eines Bildes (1.1) — 2«
Fläche, auf die ein Bild projiziert wird
+ umg. auf der B. erscheinen (unvermittelt, plötz
lich erscheinen); von der B. verschwinden (rasch
verschwinden, in Vergessenheit geraten)
bildhaft /Adj./ 1. anschaulich wie ein Bild (1):
jmdm. wird etw. b. deutlich; sich etw. b . vor
stellen können — 2. ein Bild, Bilder (6) verwendend:
ein bildhafter Ausdruck; eine bildhafte Sprache
Bild/bild| :hauer, der; -s, - Künstler, der plastische
Kunstwerke aus Stein, Holz od. Metall schafft;
^hübsch, -hübsch /Adj.; emot./ sehr hübsch (1.1):
ein bildhübsches Mädchen, Gesicht
bildlich /Adj./ 1. im Bild, mit Hilfe von Bildern (1):
die bildliche Darstellung, Wiedergabe eines Gegen
standes, Vorganges — 2. durch ein Bild (6) an
schaulich: ein bildlicher Ausdruck; das ist nur b.
(als Vergleich, nicht konkret) gemeint, gesprochen
Bildnis, das; -ses,
-se geh. künstlerische Dar
stellung eines bestimmten Menschen in Bild od.
P lastik : das B. eines berühmten Dichters
Bild/bild| -röhre, die elektronische Röhre für die
sichtbare Wiedergabe von etw.;
-schärfe, die Maß
für die Erkennbarkeit von Einzelheiten bei einem
Fernsehbild, einem Bild (1.2);’ -schirm, der Fläche
der Bildröhre, auf der etw. sichtbar wiedergegeben
wird; :Schön, -schon /Adj.; emot.f sehr schön (1):
ein bildschönes Mädchen, K leid; -Störung, die
Störung bei der Übertragung des Fernsehbildes
Bildung, die; -en 1. fo. Pl.f 1.1. (im Prozeß von
Ausbildung und Erziehung sich vollziehende) Ver
mittlung und Aneignung menschlicher Erfahrungen,
wissenschaftlicher Kenntnisse, geistiger und körper
licher Fähigkeiten und Fertigkeiten, gesellschaft
licher Normen und Traditionen: eine gründliche,
naturwissenschaftliche B .; die / polytechnische
B. und Erziehung; das Recht auf B. 1.2. /zu bil
den 4.2/: die B. seines musikalischen Gehörs —
2. jo. PI./ Ergebnis von 1.1: eine umfassende B. be
sitzen; das gehört zur allgemeinen B.
—
3. jo. Pl.j
3.1. das Bilden (2.1): die B. von Sätzen, Bei
spielen; die B. einer neuen Regierung 3.2. die B.
(Entstehung) neuer Triebe, von Knospen — 4. /o.
Pl.j Form , Gestalt: die ebenmäßige B. ihres Ge
sichtes — 5. abgeleitetes od. zusammengesetztes
W ort: Bildungen auf -lieh, -er, -ung
Bildungsj -einrichtimg, die Schule od. andere E in
richtung für die Aus- und Weiterbildung; -erlebnis,
das Erlebnis, das jmds. Bildung (1.1) entscheidend
fördert; -gang, der Verlauf der Bildung, der A u s
bildung; -lücke, die: da habe ich, das ist bei mir
eine B. (das weiß ich nicht); -möglichkeit, die
Möglichkeit zur Bildung (1.1); -privileg, das Vor
recht der in der Ausbeutergesellschaft herrschenden
Klassen und der mit ihnen verbundenen sozialen
Schichten auf Bildung (1.1); -prozeß, der Prozeß der
Bildu n g (1.1); -Stätte, die vgl.
- einrichtung;
-System, d as: das einheitliche sozialistische B. (ge
schlossenes System aufeinander abgestimmter B il
dungseinrichtungen in der DDR von den Einrich
tungen der vorschulischen Erziehung bis zu den
höchsten Bildungsstätten)
Bild) -Unterschrift, die Text zu einem Bild (1.3) bes.
in einer Zeitung, Zeitschrift; -werfer, der; -s,
-
Projektionsapparat; -werk, das 1Plastik (2); -Wör
terbuch, das Wörterbuch, das die Bedeutung von
Wörtern durch Bilder (1.3) veranschaulicht; -Z u
schrift, die Zuschrift auf eine Heiratsanzeige mit
beigelegter Fotografie
Billard, das; -s,
-e [biljart, PI.
.. rdo] Spiel,
bei dem Kugeln mit einem Queue auf einem mit grü
nem Tuch bespannten Tisch gestoßen werden
Billett, das; -(e)s, -e/-s [biljet] veraltend 1. Ein
trittskarte: ein B. kaufen, vorbestellen; Billetts zu
ermäßigten Preisen — 2. Fahrkarte: ein B. erster
Klasse lösen
Billiarde, die; -,
- n eine B. /Kard.zahl/ tausend
Billionen
billig /Adj./ 1. niedrig im Preis, nicht teuer: ein
billiger Stoff; Gemüse ist jetzt b.; umg. etw. für
billiges (wenig 1.2.1) Geld bekommen; jmdm. etw.
b. ablassen — 2 . einfallslos und leicht zu durch
schauen: eine billige Ausrede; ein billiger Vorwand;
das ist ein billiger T rick
- fdasist(nur)/ rechtundb.
billigen /sw. Vb.; hat/ etw. gutheißen, erklären,
daß man etw. für gut, richtig hält: jmds. Entschluß,
Plan, Entscheidung b.
Billigung, die; -,
- en /vorw. Sg./: etw.findet jmds.
volle B. (jmd. billigt etw. ausdrücklich)
Billion, die; -,
-en eine B. / Kard.zahl/ eine Million
Millionen
Bimetall, das Elektrotechn. Körper (2) aus zwei
miteinander verbundenen Metallschichten, die sich
bei Erwärmung unterschiedlich stark ausdehnen
Bimmel, die; -,
-n umg. helltönende kleine Glocke
od. Klingel
bimmeln /sw. Vb.; hat/ umg. 1.1. helltönend läuten,
klingen: die Glocken der Kapelle b. 1 .2. das Tele
fon hat gebimmelt (geklingelt 1.2) — 2 . es hat schon
wieder einer (an der Tür) gebimmelt (es wurde die
Türklingel betätigt, es wurde geläutet)
bimsen /sw. Vb.; hat/ umg. (etw.) durch eifriges
Üben lernen, pauken: Vokabeln b.; vor der Klassen
arbeit haben wir tüchtig gebimst
Bimsstein, der 1. jo. PI./ graues, poröses und leichtes
vulkanisches Sedimentgestein — 2. Stück von 1: sich
die Hände mit einem B. säubern
Binde, die; -,
-n 1.1. langer, schmaler Stoffstreifen,
der als Verband um eine Wunde, als Stütze um ein
186
Bindegewebe — Biologie
(verletztes) Körperteil gewickelt, gelegt wird: eine B.
um das verletzte Knie wickeln; eine elastische B.
anlegen 1.2« den Arm in der B. (in einem um Hals
und Arm gelegten, als Stütze für den Arm dienenden
Stoffstreifen) tragen — 2. zu einem King geschlosse
ner Stoffstreifen in bestimmter Farbe, mit bestimm
tem Aufdruck, der als Kennzeichen für etw. um den
Arm getragen wird: der Blinde trägt eine gelbe B.
mit drei schwarzen Punkten
-f* umg. einen hinter die B. gießen, kippen (ein al
koholisches Getränk zu sich nehmen)
Binde| -gewebe, das Gewebe, das menschliche od.
tierische Organe umhüllt, sie untereinander ver
bindet und stützende Funktionen hat; -glied, das
verbindendes, vermittelndes Glied (3.2); O das
letzte B. in einer Beweiskette fehlt; -haut, die
jvorw. Sg .j Schleimhaut, die die Innenseite der
Augenlider und die Vorderseite des Augapfels über
zieht; -hautentzündung, die; -mittel, das 1. H a f
tung auf dem Untergrund und mechanische Festig
keit des Anstrichs bewirkender Bestandteil von
Farbe (2.2) — 2. Bauw. (pulverförmiger) Stoff, bes.
Mörtel, Zement, der, mit anderen Stoffen und Wasser
gemischt, erhärtet (und Teile zusammenhält od.
Werkstoffen Festigkeit gibt)
binden, band, hat gebunden f / auch gebunden/
1.1. etw. b. einen Faden, Strick, Draht so um ein
zelne Teile wickeln (und verknoten), daß sie fest
Zusammenhalten: Blumen (zu einem Strauß, Kranz)
b.; das gemähte Getreide (zu Garben) b. 1 .2 . etw.
durch 1.1 herstellen: einen Kranz, Strauß b .; Besen
b.
—
2.1. einen schmalen Stoffstreifen, ein Band od.
die Enden davon verknüpfen: die Krawatte b.; die
Schnürsenkel fester b. 2 .2 . etw. durch 2.1 herstellen:
eine Schleife b.
—
3.1. etw., jmdn. an etw. b. etw.,
jmdn. mit Hilfe eines Stricks o. ä . an etw. befestigen:
den Kahn an einen Pflock b.; den jungen Baum an
einen Stab b.; jmdn. an einen Baum b. 3.2. etw. um
etw. b. etw. um etw. legen und es durch einen Knoten,
eine Schleife befestigen: ein Tuch um den Kopf, den
Hals b .; eine Schnur, einen Bindfaden um das
Paket b.
—
4. jmdn., etw. fesseln (1): den Gefange
nen (mit Stricken) b.
—
5. jmdn. durch etw. so in
Anspruch nehmen, daß er nichts anderes tun kann:
gegnerische Truppen durch einen Entlastungs
angriff b.; etw. bindet jmds. ganze Aufmerksam
keit — 6 .1 . jmd. ist an, durch etw. gebunden, jmdn.
bindet etw. jmd. ist verpflichtet, etw. einzuhalten:
jmd. ist an eine Abmachung, einen Vertrag gebun
den: jmdn. bindet ein Versprechen 6.2 . sich b.
sich in einer Angelegenheit so entscheiden, daß es
verbindlich wird: er will sich (für die Ferien) noch
nicht b.; er hat sich schon gebunden (ist schon ver
lobt, verheiratet); firn Part. Präs.j eine bindende (zur
Einhaltung verpflichtende) Zusage machen; eine
bindende Entscheidung treffen; etw. ist an etw.
gebunden: die Verhandlungen sind an keine Zeit
gebunden (auf keine bestimmte Zeit festgelegt) —
7.1. abbinden (3): der Mörtel, Zement hat bereits
gebunden 7.2. die Grasnarbe bindet den sandigen
Boden (verhindert, daß der Sand durch den Wind
abgetragen wird) 7.3 . die Suppe, Soße b. (sämig
machen) — 8 . ein Buch b. (die gehefteten, zu Seiten
gefalteten und geschnittenen bedruckten Druckbogen
mit Rücken und Deckeln versehen)
+ (sich) etw. ans / Bein b.; jmdm. sind die
/ Hände gebunden; sich einen ^ Klotz ans Bein
b.; jmdm. etw. auf die Nase b.; sich eine / Rute
auf den Rücken b.; jmdm. etw. auf die / Seele b.
Binder, der; -s, - 1. Krawatte (1): ein seidener B.
—
2. Landw. Mähbinder
Binde| -strich, der 1. waagerechter, kurzer Strich, der
1.1. bei einer Folge von Komposita für den gemein
samen Bestandteil steht, der nur einmal genannt wird
1.2 . mehrteilige Wörter der Übersichtlichkeit und Les
barkeitwegen trennt; -wort,dasfPl. -Wörter/Gramm.
Konjunktion (1)
Bind|faden, der dünne Schnur zum Zusammen
binden, Verschnüren: das Paket ist mit B. ver
schnürt
-f- umg. es regnet Bindfäden (es regnet sehr stark)
Bindung, die; -,
- enl.1 . enge Beziehung zu jmdm.:
er hat alle seine alten Bindungen gelöst; neue
Bindungen eingehen 1.2. das innere Verbundensein:
er hat eine starke B. zu seiner Heimat, Familie
1.3. die B. an einen Vertrag, ein Versprechen (V e r
pflichtung, einen Vertrag, ein Versprechen ein-
zuhälten) — 2. Vorrichtung zur beweglichen B e
festigung desSchuhes am Ski —3. Textil. 3.1. Art
der Verflechtung von K ett- und Schußfäden beim
Weben 3.2. Art der Verkettung von Maschen beim
Stricken und Wirken
binnen jPräp. mit Dat., auch mit Gen.j im Laufe
von, innerhalb: b. vierzehn Tagen; b. kurzer Zeit,
eines Jahres
Binnen] -fischerei, die berufsmäßige Fischerei in
Binnengewässern; -gewässer, das von Festland um
schlossenes Gewässer; -hafen, der Hafen an einem
Binnengewässer; -handel, der Handel innerhalb des
Territoriums eines Staates; -land, das /o. PL/
von der Küste entfernt gelegenes Gebiet (eines Lan
des); -meer, das von Festland umschlossenes M eer;
-Schiffahrt, die Schiffahrt auf Binnengewässern;
-see, der xSee; -verkehr, der Verkehr innerhalb des
Territoriums eines Staates
Binom, das; -s, -e Math. Summe od. Differenz aus
zwei Gliedern; dazu binomisch /A dj./: ein bino
mischer Ausdruck; der binomische Lehrsatz
(Rechenvorschrift zur Entwicklung der Potenz eines
Binoms)
Binse, die; -,
-n an feuchten, moorigen Stellen wach
sende einkeimblättrige, grasartige Pflanze mit un
scheinbaren Blüten
+ umg. etw. geht in die Binsen (etw. geht verloren
od. entzwei; etw. mißlingt)
Binsen| -Wahrheit, die allgemein bekannte, selbst
verständliche Wahrheit; -Weisheit, die vgl.
- Wahr
heit
Biochemie, Biochemie, die aus Gren zgebieten der
Biologie und Chemie hervorgegangener Zweig der
Naturwissenschaften, der sich mit dem chemischen
Aufbau von Pflanze, Tier und Mensch und den
bei Prozessen des Lebens ablaufenden chemischen
Vorgängen befaßt
Biographie, die;
- n [..i:on] 1. Beschreibung des
Lebens (1.2, 1.3) eines (berühmten, bedeutenden)
Menschen: eine B. verfassen, schreiben — 2. das
Leben (1.2, 1.3) eines (berühmten, bedeutenden)
Menschen; dazu biographisch fAdj.; nicht präd.f
Biologe, der; -n, -n Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Biologie
Biologie, die; -, jo. PI ./ Wissenschaft vom Leben
(1.1) als einer besonderen Bewegungsform der
Materie
biologisch — Bißwunde
187
biologisch /Adj.; nicht präd.j 1. die Biologie be
treffend, zu ihr gehörend, auf ihr beruhend: biolo
gische Forschungen; etw. b . untersuchen — 2 . den
Gegenstand der Biologie betreffend, zu ihm gehörend,
auf ihm beruhend: biologische Vorgänge im mensch
lichen Körper; das biologische Gleichgewicht in
einer Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren;
die biologische Kriegsführung (Einsatz von K ra nk
heiten erregenden Mikroorganismen als Kam pf
mittel in der Kriegführung imperial. Staaten)
Bionik, die; -, /o. PL/ Grenzgebiet zwischen Biologie
und Technik, dessen Gegenstand die Gewinnung
wissenschaftlicher Erkenntnisse über Bau und Funk
tion biologischer Systeme für technisch konstruktive
Zwecke ist
Biophysik, Biophysik, die Wissenschaft, die lebende
Systeme mit der Methodik der Physik untersucht
Biosphäre, Biosphäre, die fachspr. der das Leben
von Organismen ermöglichende, der von Organismen
bewohnte Raum der Erde
Biotop, der, auch das; -s, -e Biol. in sich einheit
licher und gegen benachbarte Räume gut abgrenz-
barer Lebensraum mit einer auf ihn abgestimmten
Leb ensgemeinschaft
Birke, die;
-n 1. Laubbaum mit weißer, borkiger
Rinde, hellgrünen, doppelt gesägten Blättern und
walzenförmigen, länglichen Blütenständen — 2. jo.
Pl.f Birkenholz als Material bes. für Möbel: ein
Schlafzimmer in, aus B.
Birken| -grün, das Birkenzweige mit dem ersten
zarten Grün; -holz, das jo. P l.f; -pilz, der eßbarer
Röhrenpilz mit graubraunem Hut und schlankem,
hellem, grauschwarz geschupptem Stiel; -saft, der
jo. PL/ Saft aus dem Stamm der Birke; -wasser,
das jo. Pl.j mit Birkensaft hergestelltes Haarwasser;
- z weig, der
Birk|huhn, das in M oor und Heide wildleben
des Huhn (1.1)
Birnjbaum, der weißblühender Obstbaum mit runden,
zum Stiel.hin sich verjüngenden Früchten
Birne, die; -,
- n 1. Frucht des Birnbaums: reife,
saftige Birnen — 2. Glühlampe: eine neue B. ein
schrauben — 3. salopp Kopf des Menschen: er hat
sich an der B. gestoßen
-f- s a lop p eine weiche B. haben (etivas beschränkt,
verrückt sein)
1bis jPräp. mit Akk.; o. Art. od. mit einer weiteren
Präp., die den folgenden Kasus bestimmt/ 1. jzeitl.;
weist auf den Endpunkt eines Zeitabschnitts hin/:
b. morgen muß die Arbeit fertig sein; ich warte
noch b. 12 Uhr; er bleibt b. Mai, b. (zum) 25. Ja
nuar in Berlin, b. Ende der Woche; b. zum Jahr
2000; b. zu den Ferien muß ich noch viel erledigen;
er konnte b. gegen Mitternacht nicht einschlafen;
warte damit b. nach der Vorstellung; b. in die
Nacht hinein arbeiten; von ... b . / von (2.1 .3);
umg. b . morgen!; b. bald, dann, gleich!; b.
Montag! IGrußformeln zum Abschied mit dem Hin
weis auf das nächste Wiedersehen\ — 2. jräuml.;
weist auf den Endpunkt einer Erstreckungj: er
fuhr b. Weimar; von ... b. / von (1.1.2, 1.2.2); b.
dort sind es zehn Meter; wie weit ist es b. dahin?;
der Bus fährt b. vors Haus; b. zur nächsten Halte
stelle gehen; jmdn. b . an die Ecke begleiten —
8. b. auf 3.1. Einschließlich: er hat sein Geld b.
auf den letzen Pfennig ausgegeben; das Theater
war b. auf den letzten Platz ausverkauft 3 .2 .2a u s
schließlich, ausgenommen: b. auf den Salat ist das
Essen fertig; b. auf zwei waren alle jünger als
20 Jahre — 4.1 . /bezeichnet den äußersten Grad,
das äußerste M aß, die oberste Grenze/ : sie marschier
ten b. zur Erschöpfung; für das Bild wurden b. zu
2000 Mark geboten; Städte b. zu 50000 Einwoh
nern 4.2 . /steht zwischen zwei Zahlen, mit denen die
untere und obere Begrenzung von etw. angegeben
wird/: die Mäntel kosten 200 b. 300 Mark; die
Operation dauert zwei b. drei Stunden
2bis /Konj.; unterordnend; leitet einen temporalen
Gliedsatz ein/ 1. /kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne der Nachzeitigkeit; der Gliedsatz gibt die
zeitliche Grenze an, bis zu der das Geschehen im
Hauptsatz reicht/: er wartete, b. ich kam; wir
suchten so lange, b . wir den Schlüssel fanden —
2. /bei Negation im Hauptsatz (und im Gliedsatz)
im temporalen und konditionalen Sinne/ bevor (2):
wir können nicht nach Hause gehen, b. (nicht) die
Arbeit fertig ist; er bekommt keinen Kredit mehr,
b. er (solange er nicht) gezahlt hat
Bisamratte, die amphibisch lebende große Wühl
maus mit dichtem, glänzendem, wertvollem Fell
Bisehof, der; -s, Bischöfe R el. kath. ev. oberster
geistlicher Würdenträger eines bestimmten kirch
lichen Gebietes
bis| -her /Adv./ bis jetzt, bis heute: ich habe sie b.
nicht kennengelernt; b. wurde das Gehalt immer
Ende des Monats ausgezahlt; -herig /Adj.; nur
attr./ bisher gewesen, angewandt, erreicht od. vor
handen: der bisherige Außenminister; die bis
herige Methode, seine bisherigen Erfolge, Werke
Biskuit [..kvi:t], auch Biskuit [..kvit], das, auch
der; -(e)s, -s/-e lockeres, ohne Fett gebackenes Stück
Dauerbackware: jmdm. ein B. anbieten; Biskuits
backen
BiskiütI, auch Biskuit]teig, der jo. P l.j aus Mehl,
Eiern und Zucker bestehender Teig, aus dem Biskuits
od. andere.Backwaren, bes. Tortenböden gebacken
werden
bis]lang /Adv./ landsch. bisher: ich habe b. noch
nichts von ihm gehört
Bison, der; -s, -s [..on] nordamerikanisches, wild
lebendes, braunes Rind, das nur noch in Gehegen
und Tiergärten erhalten ist
Biß, der; Bisses, Bisse das B eißen (2.1): der B.
dieser Schlange ist gefährlich
bißchen /in der Verbindung/ ein b. etwas (3.1): jad v.j
ein b.Spazierengehen; es regnet ein b.; /adj./ gib
mir ein b. Geld, noch ein b. Suppe; umg. ach,
du liebes b.! /Ausruf des Erstaunens od. Erschrek-
kensj
Bissen, der; -s, - 1 . abgeschnittenes, abgebrochenes,
abgebissenes kleines Stück eines festen Nahrungs
m ittels: ein B. Fleisch, Brot; der Hund schnappt
nach einem B. Wurst; er konnte keinen B. an
rühren, herunterbringen (war nicht fähig, etw. zu
essen) — 2. jo. Pl.j umg. kleine Mahlzeit, Imbiß:
willst du einen B. mit uns essen?; wir wollen erst
einen B. zu uns nehmen
umg. jmdm. die, jeden B. in den Mund zählen
(genau aufpassen, wieviel jmd. ißt)
bissi/Adj./ 1. zum Beißen (2.1) neigend: Vorsicht,
bissiger Hund!—2 . scharf(5), verletzend: eine bissige
Bemerkung machen; etw. in bissigem Tone sagen
Biß|wunde, die durch einen B iß hervorgerufene
Wunde
188
Bistum — Blasebalg
Bistum, das; -s, Bistümer Amtsbereich eines katho
lischen Bischofs
bis]weilen /Adv./ geh. manchmal: b. erinnerte er
sich ihrer; b. schmerzt die Wunde noch
bitte /Höflichkeitsformel 1.1. die einen Wunsch. eine
Frage, Aufforderung unterstreichtj: b., helfen Sie
mir doch!; wie spät ist es, b. ?; b., treten Sie näher!;
b., nehmen Sie Platz!; der Nächste b.! 1.2 . die
eine Frage bejaht/: „nehmen Sie noch etwas Tee?“
j,(Ja,) b.! “ 1.3. die auf ein mündliches Dankeswort
antwortet/: „ich danke Ihnen für Ihre Bemühun
gen.“ „Bitte (schön)!“ 1.4. mit der man jmdn. bit
tet, eine Äußerung, die man nicht richtig verstanden
hat, zu wiederholen/: (wie) b.? 1.5. mit der man
jmdn., der angeklopft hat, zum Eintreten auffordert/
Bitte, die;
-n (höflich formulierter) Wunsch, um
dessen Erfüllung man jmdn. ersucht: eine höfliche,
dringende, große B .; die B. um Verzeihung, Ruhe;
eine B. äußern, Vorbringen, aussprechen; ich
habe eine B .; jmds. B. abschlagen, erfüllen; etw.
geschieht auf jmds. B . hin
bitten, bat, hat gebeten 1.1. jmdn. b. sich in höf
licher, verbindlicher Form an jmdn. wenden, um
ihn zu etw., zur Erfüllung eines Wunsches zu ver
an la ssen : jmdn. herzlich, inständig (um etw.) b.;
jmdn. um Antwort, Auskunft, Verzeihung, Hilfe,
Rat b.; jmd. bittet ums /* Wort, um Ruhe, Gehör
1.2. /in Ausrufen der Entrüstung, Empörung/: ich
muß doch (sehr) b.!; ich bitte Sie! — 2.1. jmdn.
zu Tisch, zum Essen b. (jmdn. höflich auffordern,
am Tisch, zum Essen Platz zu nehmen) 2.2. jmdn.
höflich auffordern, an einen bestimmten Ort zu
kommen: jmdn. zu sich, insZimmer b.; ich lasseb.!;
jmdn. zum Essen b. (einladen II. 1.1)
4- jmdn. zur / Kasse b.; um gut(es) / Wetter b.
bitter /Adj./ 1. wie Galle schmeckend, von sehr
herbem, strengem Geschmack, der bis ins Un
angenehme geht: etw. ist b. wie Galle; die Medizin,
Gurke schmeckt b.; bittere Mandeln; etw. hat
einen bitteren Beigeschmack; bittere (herbe, nicht
gesüßte) Schokolade — 2. als enttäuschend emp
funden, schmerzlich: das war eine bittere Ent
täuschung für ihn; bittere Erfahrungen machen —
3. von schmerzlicher Enttäuschung geprägt: einen
bitteren Zug um den Mund haben; sein schweres
Leben hat ihn b. gemacht — 4 . durch Verbitterung
geprägt: bitteren Hohn, Spott ernten — 5. /drückt
emotional in negativem Sinne einen hohen Grad aus/:
bittere (sehr große) Kälte; bitteres Unrecht; das ist
bitterer Ernst; etw. b. (sehr) bereuen; etw. b .
nötig haben; es ist b. kalt
-f- eine bittere / Pille
bitter /emot./ zu bitter 5| -böse, :böse /Adj.\ sehr
böse (3): er machte ein bitterböses Gesicht; -ernst,
;ernst /Adj./ sehr ernst (1): es ist mir damit b.;
- kalt, :kalt /Adj./ sehr kalt (1.1)
bitterlich\Adj.j 1. ein wenig bitter (1): etw. schmeckt
b. , hat einen bitterlichen Geschmack — 2. /adv.;
drückt emotional in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: b. (sehr) weinen, frieren
Bitumen, das; -s, -/Bitumina dickflüssige od. feste,
vorwiegend schwarze M asse aus einem Gemisch aus
Kohlenwasserstoff, das zum Abdichten und Isolieren
dient
Biwak, das; -s, -e/-s Bergsport zeitweiliges Lager
in Zelten od. im Freien; dazu biwakieren /sw. Vb.;
hat/ in Zelten od. im Freien lagern
bizarr /Adj./ außergewöhnlich, seltsam geformt:
bizarre Felsen, Bäume; etw. hat eine bizarre Form,
Gestalt
Bizeps, der; -es, -eMuskel am Oberarm, der das Gelenk
des Ellenbogens beugt
Blabla, das; -/-s, fo. Pl.j umg. leeres Gerede, nichts
sagende Äußerungen
blähen /sw. Vb.; hat/ 1. Blähungen verursachen:
Hülsenfrüchte b.
—
2.1. etw. prall (1.2) machen: der
Wind bläht die Segel 2.2 . sich b. prall (1.2) werden:
die Segel b. sich im Wind
Blähung, die;
- en übermäßige Ansammlung von
Gas in Magen und Darm: der Genuß von Kohl ver
ursacht Blähungen
blaken /sw. Vb.; hat/ norddt. qualmen, rußen: die
Petroleumlampe blakt
blamabel /Adj./ b eschäm en : das Ergebnis, diese
Angelegenheit, Geschichte, Situation war für ihn
sehr b.
Blamage, die; -,
-n [. .a:39] beschämender, pein
licher Vorfall, Situation, die für jmdn. blamabel ist:
eine B. erleben; das war eine B. für ihn; Angst vor
einer B. haben
blamieren /sw. Vb.; hat/ jmdm. eine Blamage be
reiten, jmdn. bloßstellen, lächerlich machen, in
Verlegenheit bringen: er hat ihn vor allen An
wesenden blamiert; sich b.: sich unsterblich b.;
sich vor jmdm. b.
blanchieren /sw. Vb.; hat/ [blaqji:.., auch bläfi:..]
K ochk. bestimmte Nahrungsmittel kurz mit heißem
Wasser überbrühen: Gemüse, Obst b.
blank/Adj./1.1. Glanz (1.1) habend: blanke Knöpfe;
blankes Metall 1.2. sauber und Glanz (1.1) habend:
blanke Stiefel; etw. b . polieren, bohnern —
2.1. auf dem blanken (nicht mit etw. bedeckten)
Boden sitzen 2.2 . sich mit der blanken W affe (mit
gezogener Hieb- od. Stichwaffe) verteidigen —
3. umg. das ist blanker (offensichtlicher, reiner)
Unsinn, Hohn — 4 . umg. b. sein (kein Geld mehr
haben)
blanko /Adv./: einen Scheck, ein Formular b. (ohne
daß er, es ausgefüllt ist)unterschreiben; jmdm. einen
Scheck b. (einen Blankoscheck) geben
Blanko] -Scheck, der bereits unterschriebener Scheck,
auf dem die Summe noch nicht eingetragen ist:
jmdm. einen B. geben; -Vollmacht, die Vollmacht,
die zur Vertretung desjenigen, der die Vollmacht gibt,
bei beliebigen Bechtsgeschäften berechtigt
Blase, die; -n 1.1. mit Luft, Gas gefüllter od. durch
ein Gas gebildeter kugeliger Hohlraum in einem
festen od. flüssigen Stoff: Blasen im Glas: das
Wasser, der Teig wirft Blasen; es regnet Blasen
(es regnet so stark, daß sich durch die auftreffenden
Regentropfen Blasen bilden) — 2. oft mit einer
Schwellung (2) verbundener, mit einem Wundsekret
gefüllter Hohlraum unter der obersten Schicht der
Haut: Blasen an den Händen, Füßen haben; er
hat sich eine B. gelaufen — 3. Harnblase: die B.
entleeren; sich die B. erkälten — II . jo. PI./ salopp
/vorw. emot. neg.j Gruppe von Menschen, die in
einer bestimmten Beziehung zueinander stehen: ich
habe die ganze B. eingeladen; das ist aber eine
faule, freche B .!
Blasejbalg, der /PI.
- b älge/ Vorrichtung aus zwei
durch Gelenke miteinander verbundenen Holz- od.
Blechplatten und einem ledernen 1Balg, mit der ein
Luftstrom erzeugt wird
blasen — Blaubeere
189
blasen (er bläst), blies, hat geblasen 1.1 . durch
kräftiges Ausstößen des Atems einen Luftstrom in
eine bestimmte Richtung erzeugen: zum Anfachen
des Feuers in die Glut, Flamme b .; zur Erwärmung
in die Hände b. 1.2. etw. durch 1.1 irgendwohin be
wegen'. die Krümel vom Tisch, jmdm. Rauch ins
Gesicht b.
—
2.1. ein, auf einem Blasinstrument
spielen: (die) Trompete, (das) Horn b.; auf der
Flöte b. 2.2. etw. auf einem Blasinstrument spielen:
eine Melodie, ein Solo b. 2.3. zum Sammeln b. (a uf
einem Blasinstrument das Signal zum Sammeln
geben) — 3.1. kräftig wehen: der Wind bläst aus
Ost; es blies eine frische Brise 3.2. etw. durch 3.1
irgendwohin bewegen: der Wind blies den Schnee
durch die Ritzen — 4 . Glas b. (glühende Glasmasse
mit Hilfe eines Luftstromes formen)
—
jmdm. den
Marsch b .;
'/* Trübsal b.; von
/ Tuten und Blasen keine Ahnung haben
Blasen; -entzündung, die Entzündung der H arn
blase : -leiden, das Krankheit der Harnblase
Bläser, der; -s, - Musiker, der ein Blasinstrument
spielt
blasiert fAdj.f dünkelhaft, überheblich und sich
dabei gelangweilt gebend: ein blasierter Mensch;
ein blasiertes Benehmen
Blas| -instrument, das Musikinstrument, bei dem
der Ton durch Hineinblasen von Atemluft hervor
gebracht wird; -kapelle, die Kapelle, die sich vor
wiegend aus Bläsern zusammensetzt; -musik, die
jo. PI./ Musik, die auf Blasinstrumenten gemacht
w ird ; -Orchester, das vgl.
- kapelle
Blasphemie, die; -n [..i:on] Beschimpfung, Ver
ächtlichmachung von etw.,
das andern als heilig,
verehrungswürdig gilt
blaß, blasser/blässer, blasseste/blässeste 1 .1 . f v o n
der menschlichen Gesichtsfarbe/ nicht die natürliche
frische Farbe aufweisend, fast weiß, bleich: er hat ein
blasses Gesicht, ist b. im Gesicht; b. aussehen;
vor Schreck b. werden 1.2. im Farbton nicht kräftig,
matt: blasse Farben; ein blasses Rot 1.3 . im blassen
(schwachen 4.2) Schein einer Lampe — 2. ich habe
nur eine blasse (undeutliche, ungenaue) Erinnerung
daran; der Schauspieler blieb in seiner Darstellung
b. (konnte seine Rolle nicht überzeugend spielen)
4- keinen blassen / Dunst, / Schimmer von etw.
haben
Blässe, die; -, /o. Pl.j blasses (1.1) Aussehen: die B.
seines Gesichtes
Blatt, das; -(e)s, Blätter/- //au ch Blättchen/
1. /PL Blätter/ meist flächiges, dünnes, Chlorophyll
enthaltendes Organ der Samen- und Farnpflanzen,
das dem Aufbau der Kohlenhydrate durch Photo
synthese und der Abgabe von Wasser dient: gelappte,
gefiederte, herzförmige Blätter; die Blätter sind
grün, gelb, bunt, welk; die Blätter färben sich,
fallen; kein B. rührt, regt sich — 2.1. fbei Mengen
angabe PL auch Blatt/ gleichmäßig geschnittenes,
rechteckiges Stück Papier: ein B. Papier; hundert
B. holzfreies Papier; ein leeres, weißes B. 2 .2. /PL
Blätter/ Teil eines Heftes, Buches in Form von 2.1:
ein B. umblättern, Umschlägen, herausreißen; die
Blätter eines Manuskriptes numerieren; das Buch
besteht nur noch aus fliegenden Blättern (die
Blätter sind nicht mehr zusammengeheftet); ein
Stück vom B. (ohne es vorher einstudiert zu haben,
nach den vorliegenden Noten in einem Heft, Buch,
auf einem Blatt 2.1) spielen 2.3 . /PL Blätter/
Graphik (2), Reproduktion einer Graphik: das B.
gehört zu einem berühmten graphischen Zyklus
2.4. Io. PL/ '2.4.1. Spielkarte (1.1): ein (hohes) B.
ausspielen 2.4.2. Satz von Spielkarten: mit einem
französischen, deutschen B. spielen 2.4 .3 . der
Spieler hat ein gutes, schlechtes B. (ein e gute,
schlechte Zusammenstellung der ausgegebenen Karten)
—
3. /PL Blätter/ Zeitu n g: wie ausländische Blätter
berichten — 4 . /PL Blätter/ breiter, flacher Teil
eines Werkzeugs od. Gerätes: das B. der Säge, des
Beils schärfen; das B. (des Ruders) ins Wasser
tauchen — 5. /o. Pl.f 5.1. Jägerspr. Schulter des
Schalenwildes: der Schuß ging mitten ins B.
5.2 . Stück von der Schulter bestimmter Schlachttiere:
ein Pfund B. vom Hammel kaufen
+ kein B. vor den Mund nehmen (offen und gerade
heraus seine Meinung sagen); jmd. ist ein unbe
schriebenes B. (ist unerfahren; von ihm ist nichts
bekann t); das, etw. steht auf einem anderen B. (das,
etw. gehört nicht in diesen Zusammenhang, ist eine
andere Sache); umg. das B. hat sich gewendet (die
Lage hat sich völlig, gegenteilig verändert)
Blättchen, das; -s, - / / auch Blatt/
- f umg. das B. hat sich gewendet (die Lage hat sich
völlig, gegenteilig verändert)
Blatter, die; -,
-n 1. /nur im PL/ Pocken (1) : er
hatte die Blattern — 2. Pocke (2)
blättern /sw. Vb.; hat, ist/ 1. in etw. b. bedruckte,
beschriebene Blätter eines Buches, einer Zeitung,
eines Heftes umwenden (und sie dabei flüchtig lesen,
betrachten) (hat): in einem Buch, Manuskript b.
—
2. (hat) Geldscheine, Spielkarten auf den Tisch b.
(nacheinander hinlegen) — 3 . (ist) die Farbe, der
Kalk blättert (löst sich in dünnen Schichten) von
den Wänden
Blätter| -pilz, der Ständerpilz, dessen Hut an der
Unterseite Lamellen hat; -teig, der jo. PL/ mehr
fach ausgerollter und wieder zusammengeschlagener
(5) fettreicher Teig, der nach dem Backen dünne,
lockere Schichten aufweist
Blatt| -gold, das zu dünner Folie ausgeschlagenes
Gold; -grün, das Chlorophyll; -laus, die in zahl
reichen Arten vorkommendes schädliches Insekt, das
Saft aus Pflanzen saugt; -pflanze, die Pflanze, die
ihrer dekorativen Blätter wegen als Zimmerpflanze
gehalten wird; -salat, der /o. Pl.j Salat, dessen
Blätter keinen K opf bilden; -schuß, der /PL
- schüsse/ Jägerspr. tödlicher Schuß in das Blatt
(5.1) eines Tiers, bes. Hirschs, Rehs
blau /Adj./ 1. von der Farbe des wolkenlosen Him
mels am Tage: sie hat blaue Augen; blaue Farbe,
Tinte; ein blaues Kleid; ein helles, kräftiges Blau;
sie trägt gern Blau; die Farbe Blau; er hat ganz
blaue Hände von der Kälte; ein blaues Auge
(Auge, dessen Umgebung blutunterlaufen ist) haben;
Karpfen b. (Karpfen, dessen Haut sich durch Über-
gießen mit heißem Essig od. durch Kochen in Essig
wasser bläulich gefärbt hat) — 2 . /nicht attr.j salopp
betrunken: er war völlig b.
+ um g. das Blaue vom Himmel (herunter) (sehr
viel und ohne Bedacht und Hemmungen) lügen; —
mit einem blauen / Auge davonkommen; jmdm.
blauen / Dunst vormachen; eine / Fahrt ins
Blaue; jmdn. / grün und b. schlagen; sich / grün
und b. ärgern; blauen / Montag machen; b. sein
wie ein / Veilchen; sein blaues Wunder erleben
Blau|beere, die lan dsch . Heidelbeere (1, 2)
190
Bläue — Bleigehalt
Bläue, die; -, jo. Pl.j blaue Färbung, das Blausein:
die B. des Himmels
blau/Blau| -grau jAdj.j von einer Farbe, die aus
Blau und Grau gemischt ist: blaugraue Augen;
- grün jAdj.j von einer Farbe, die aus Blau und
Grün gemischt ist; -hemd, das blaues Hemd (2),
das zur Kleidung der Mitglieder der Freien Deut
schen Jugend gehört; -köpf, der kurzer Nagel (I)
mit breitem Kopf; -kraut, das jo. Pl.j 1and sch.
Rotkohl; -kuppe, die vgl.
- köpf
bläulich jAdj.j leicht blau getönt, von schwach
blauer F arbe: der Kranke hatte bläuliche Lippen;
die Farbe spielt ins Bläuliche
Blau/blau] -licht, das jo. Pl.j optisches Signal an
od. auf Kraftfahrzeugen bes. der Polizei, Feuerwehr
und der Dringenden Medizinischen Hilfe, das diesen
die ungehinderte Durchfahrt auf der Straße ermög
licht; -machen jVb./ umg. ohne triftigen Grund
nicht zur Arbeit gehen, bummeln; -meise, die Sing
vogel mit blauem Gefieder an Flügeln, Schwanz und
auf dem Kopf; -papier, das jo. Pl.j blaues Paus
papier; -säure, die jo. Pl.j sehr giftige, farblose
Säure von bittermandelähnlichem Geruch; -schwarz
jAdj.j von schwarzer Farbe, die ins Blau spielt:
blauschwarze Haare, Federn; -stichig jA d j.j : das
Farbfoto, der Film ist b. (hat gegenüber der Natur
einen zu hohen Anteil an blauen Tönen); -Stift, der
Farbstift mit blauer Mine
Blazer, der; -s, - [bletzor] sportliches Herren- od.
Damenjackett
Blech, das; -(e)s, -e 1.1 . /o. Pl.j dünn ausgewalztes
M etall: dünnes, starkes, verzinktes B .; B. schnei
den, biegen 1.2 . Platte aus 1.1; etw. mit Blechen
abdecken — 2 . jo. Pl.j Gesamtheit der Blechblas
instrumente eines Orchesters — 3. Kuchenblech: das
B. in den Ofen schieben — 4. jo. Pl.j umg. Un
sinn, törichtes Zeug: rede nicht solch ein B.!
Blech] -blasinstrument, das aus Blech (1.1) gefertig
tes Blasinstrument; -büchse, die: Gemüse in Blech
büchsen konservieren
blechen jsw. Vb.; hat/ salopp Geld (für etw.) be
zahlen: ich habe zehn Mark, viel, ganz schön (da
für) b. müssen
blechern jAdj./ 1. /nicht adv.j aus Blech (1.1): ein
blecherner Löffel — 2 . metallisch klingend, hohl
tönend: eine blecherne Stimme; die Musik klingt
b.
Blech] -kanister, der: ein B. mit Benzin; -kuchen,
der auf einem Blech gebackener Kuchen; -schaden,
der durch einen Verkehrsunfall verursachter Schaden
an der Karosserie eines Fahrzeugs; -schere, die
Schere zum Schneiden von Blech
blecken jsw. Vb.; hat; vorw. von Tierenj die Zähne
b. die Zähne durch breites Öffnen der Lippen sehen
lassen, zeigen: der Hund bleckte wütend die Zähne
xBlei, das; -(e)s, jo. P l.j weiches Schwermetall: B.
gewinnen,- schmelzen; etw. mit B. beschweren;
Rohre aus B .; in B. gefaßte Scheiben
+ jmdm. liegt es wie B. in den Gliedern (jmd.
kann vor Müdigkeit kaum die Glieder bewegen)
2Blei, der; -(e)s, -e 1. umg. Bleistift — 2. mit dem
Karpfen verwandter bleigrauer Fisch mit rötlichen
Flossen, der als Speisefisch genutzt wird
Bleibe, die; -,
-n jvorw. Sg .j geh. Unterkunft, in
der man sich (kürzere Zeit) aufhalten kann: keine
B. (für die Nacht) haben; eine B. suchen; sich
nach einer anderen B. umsehen
bleiben, blieb, ist geblieben 1. einen Ort. eine Stelle
als Standort behalten, nicht verlassen: zu Hause b.;
er ist noch ein paar Tage in B geblieben; über
Nacht, zum Essen b.; bleib doch noch ein Weil
chen!; bitte, b. Sie am Apparat (legen Sie den
Telefonhörer nicht auf); die Unterlagen b. beim
Gericht; O etw. blieb jmdm. lange in Erinnerung,
im Gedächtnis (jmd. dachte lange an etw., vergaß
etw. n icht); bei der Sache b. (nicht abschweifen) —
2.1. jdrückt aus, daß etw., jmds. Verhaltensweise,
ein Zustand, ein Tun, Geschehen in der genannten
Art an-, fortdauert, sich nicht ändert, nicht geändert
w ird I: er ist konsequent, anständig, treu, gelassen,
bei guter Laune, gesund, am Leben, ledig, ganz
der alte geblieben; wir b. Freunde (unsere Freund
schaft besteht weiter); mit jmdm. in Verbindung b.
(eine Verbindung weiterhin bestehen lassen); das
Museum bleibt heute geschlossen; eine Sache bleibt
unerledigt; eine Frage bleibt ungelöst, offen; es
bleibt alles, wie es war; es blieb alles beim alten;
die Verordnung bleibt in Kraft; von Krankheiten
verschont b.; diese Erfahrung blieb ihm erspart;
unerwähnt, ungenannt b. (nicht erwähnt, genannt
w er d e n ); der Gegenstand blieb verschwunden
(wurde nicht gefunden); seine Taten b. unvergessen
(werden nicht vergessen); das Verbrechen blieb un-
gesühnt (wurde nicht bestraft, gesühnt); er blieb
stehen, auf seinem Platz, Stuhl sitzen; du mußt
liegen b.; etw. ist von bleibendem (dauerndem,
immerwährendem) Wert; eine bleibende Erinne
rung 2.2 . bei etw. b. an etw. festhalten (3): er blieb
bei seiner Meinung, Aussage; bei der Wahrheit b .;
ich bleibe dabei, daß er im Unrecht ist; es bleibt
dabei (wir halten an unserer Abmachung fest); bei
diesem Wein b. wir (diese Sorte werden wir weiterhin
trinken) — 3. jmdm. bleibt etw. jmd. hat nur noch
etw., aus einer Menge nur noch etw., nur noch einen
Teil zur Verfügung: ihm blieb keine andere Wahl;
ihr blieb nur die Hoffnung, daß ...; eine Stunde
bleibt uns noch; viel Geld bleibt uns nicht; es
bleibt zu hoffen (man kann hoffen), daß ...
+ da blieb kein / Auge trocken; am / Ball b.;
jmdm. auf den / Fersen b .; jmdm. mit etw. vom
/ Hals(e), / Leib(e) b.; bleib, wo der / Pfeffer
wächst; jmdm. nichts / schuldig b.; bei der
Stange b.; auf der / Strecke b .; bleib auf
dem / Teppich; / Zusehen, wo man bleibt
bleiben|lassen, ließ bleiben, hat bleibenlassen, a u ch
bleibengelassen umg. etw. unterlassen, nicht tu n :
das solltest du b . !; laß das bleiben!
bleich jA dj.j 1.1. sehr blaß (1.1): sein Gesicht war
b.; b. vor Angst, Erschöpfung sein 1.2 . das bleiche,
(fahle) Licht des Mondes
bleichen jsw. Vb.; hat, ist/ 1. die Farbe von etw.
aufhellen (hat): sie hat sich die Haare gebleicht;
die Wäsche b. (durch Bleichmittel od. Sonnenein
wirkung die Wäsche wieder leuchtend weiß machen)
—
2. verblassen (ist): die Farbe ist durch die Sonne
gebleicht
BleichImittel, das Mittel zum Bleichen (1)
bleiern jAdj.j 1. /nur attr.j aus 1B lei: bleierne
Rohre, Gewichte — 2. eine bleierne (überwälti
gende) Müdigkeit überfiel ihn; seine Füße waren
b. (schienen ihm schwer wie Blei)
+ jmd. schwimmt wie eine bleierne / Ente
Blei/blei zu xBlei| -erz, das Erz, aus dem durch
Verhüttung 1Blei gewonnen werden kann; -gehalt,
Bleigewicht — Blindflug
191
der /o. P l.j; -gewicht, das: O die Sorgen hingen
wie ein B. an ihm (belasteten ihn schwer); -glanz,
der Min. Mineral, das als wichtigstes und häufig
stes Bleierz einen hohen Bleigehalt aufweist; -glas,
das fo. Pl.f Bleikristall; -grau fAdj.f: ein blei
grauer Himmel; -kristall, das /o. PL/ Bleioxid ent
haltendes farbloses, schweres und stark das Licht
brechendes Glas, das häufig geschliffen wird: eine
Vase, ein Glas aus B .;
- s chwer /Adj.; oft emot.f
schwer wie 1Blei, sehr schwer: der Koffer war b.;
O Sorgen lasteten b. auf ihm; -stift, der kleiner
stabförmiger Gegenstand aus Holz mit eingelegter
Mine zum Schreiben, Zeichnen; -stiftspitzer, der
Gerät zum Anspitzen von Bleistiften; -weiß, das;
-e s, fo. Pl.f besonders haltbare weiße Malerfarbe
Blende, die;
- n 1, meist flächiges Teil, das das
Einfällen unerwünschter (Lichtstrahlen verhindert
od. deren Intensität abschwächt: etw. mit einer B.
abschirmen; Markisen dienen als B .; die Hand
als B. vor die Augen halten — 2. Fotogr. 2.1•
meist im Objektiv befindliche, verstellbare Vorrich
tung, mit der die Belichtung reguliert wird: die B.
einstellen 2.2. bestimmte Einstellung von 2 .1 : ein
Bild mit kleiner B., mit B. acht aufnehmen — 8 .
Film Fernsehen als dramaturgisches Mittel ge
nutzte filmische Art der Verbindung zweier aufein
anderfolgender Einstellungen, Szenen — 4 . Stoff
streifen, der als Schmuck bes. an Kleidungsstücken
angebracht wird — 5. Architekt, dem Mauerwerk
als Schmuck od. zur Gliederung außen angefügter
Teil — 6 . Min. Mineral mit metallischem Aus
sehen
blenden, blendete, hat geblendet / / auch blen
dend/ 1. etw. blendet jmdn. etw. beeinträchtigt
durch seine Helligkeit vorübergehend jmds. Seh
vermögen: dev Scheinwerfer, das Licht, die Sonne
blendete ihn — 2. jmdn. durch den äußeren Schein
für sich einnehmen, wobei Fehler und Mängel oft
vorsätzlich verdeckt werden: sie blendete alle durch
ihre Schönheit, ihr Auftreten; sich von Äußerlich
keiten nicht b. lassen
blendend /Adj.; / auch blenden/ 1. auffallend gut,
glänzend: er war eine blendende Erscheinung, ein
blendender Redner; sich b. amüsieren; jmdm. geht
es b.
—
2. die Wäsche war b. (strahlend) weiß
Blender, der; -s, - /zu blenden 2/: er ist ein B.,
bei ihm steckt nichts dahinter
Blend| -laterne, die mit einer Vorrichtung zum Ab
blenden versehene Laterne; -werk, das fo. Pl.f etw.,
das in verführerischer Weise bei jmdm. unzutreffende
angenehme Vorstellungen erweckt: sich von keinem
B. täuschen lassen
Blesse, die;
- n 1. weißer Fleck auf der Stirn be
stimmter Tiere — 2. Tier, bes. Pferd, Rind mit 1
Bleß|huhn, das auf Binnengewässern lebende Ralle
mit einer Blesse
bleu findekl. Adj.; nicht attr.f [blo:] hell- bis mittel-
blau mit einem Stich ins Grüne: ein Kleid in Bleu
Blick, der; -(e)s, -e 1. das bewußte kurze Richten
der Augen auf etw.,
jmdn.,
das kurze Ansehen:
jmds. B ., Blicken entschwinden; jmds.* B. fällt,
trifft auf etw.; jmdn. mit seinen Blicken ver
folgen; jmds. B . ausweichen; die Blicke auf sich
ziehen; einen B. auf etw. werfen, richten; etw.
auf den ersten B. sehen; jmdm. einen aufmuntern
den, vielsagenden, besorgten, drohenden B. zu
werfen; einen B. des Einverständnisses mit jmdm.
tauschen; jmdn.,
etw. keines Blickes würdigen,
keinen B. für jmdn., etw. haben (jmdn., etw. nicht
beachten 2) — 2. /o. Pl.f Ausdruck der Augen: er
hat einen sprechenden, offenen B.
—
3. jvorw. Sg .f
Aussicht, Ausblick: von hier hat man den besten
B .; ein Zimmer mit B. ins Grüne, aufs Meer —
4. fo. Pl.f ausgeprägte Fähigkeit, bestimmte Eigen
schaften einer Sache, Person erkennen zu können:
einen B. für Fotomotive haben, bekommen; etw.
hat jmds. B . geschärft; den richtigen B. für etw.
haben
+ einen B. hinter die Kulissen werfen (die Hinter
gründe einer Sache kennenlernen); — / Liebe auf
den ersten B.
blicken /sw. Vb.; hat/ 1. seine Blicke irgendwohin
richten: aus dem Fenster, ins Zimmer b.; wütend,
forschend auf jmdn. b .
—
2. jmds. Augen b. in
bestimmter Weise jmds. Augen haben einen be
stimmten A usdru ck: seine Augen blickten belustigt,
unsicher, pfiffig
+ sich (bei jmdm.) b. lassen jmdn. aufsuchen,
besuchen: er hat sich lange nicht bei uns b. lassen;
—
das läßt / tief b.
Blick[ -fang, der jvorw. Sg .j etw., das die Blicke
a u f sich zieht: das Bild, Plakat bildete einen wir
kungsvollen B .; -feld, das /vorw. Sg./ Bereich, der bei
unbewegtem K opf ausschließlich durch Bewegung der
Augen überblickt werden kann: in jmds. B . kom
men, geraten; aus jmds. B . entschwinden; O die
ses Thema stand nicht im B. seiner Betrachtungen;
- punkt, der /PI.
- e; vorw. Sg./ Punkt, auf den sich
das Auge konzentriert: sich etw. zum B. nehmen;
+ im B. stehen (große Beachtung, großes Inter
esse find en); -richtung, die; -Winkel, der Bereich,
der bei unbewegtem K opf mit den Augen erfaßt
werden kann
blind /Adj.; / auch Blinde/ 1. ohne Sehvermögen:
b. sein; er ist auf einem Auge b .; der blinde
/ Fleck; ^ h. für, gegen etw. sein (etw. nicht
wahrzunehmen, zu erkennen vermögen) — 2. maß
los, hemmungslos, verblendet: blinder Haß, Zorn;
in blinder Angst davonlaufen — 3 . /nicht präd.f
ohne kritisches und selbständiges Nachdenken,
kritiklos: jmdm. b. glauben, vertrauen; blinder
Gehorsam — 4. matt, trübe, nicht mehr glänzend:
die Fensterscheiben sind b. geworden; der Spiegel,
die Politur ist vom Alter b.
—
5. aus dekorativen
Gründen vorgetäuscht und die eigentliche Funktion
nicht erfüllend: ein blindes Fenster; eine blinde
Tasche
+ blinder / Alarm; ein blinder / Passagier
Blind|-darm, der unterhalb der Einmündung des
Dünndarmes liegender Teil des Dickdarmes; -darm-
entzündung, die Entzündung des Wurmfort
satzes
Blinde, der u. die; -n, -n //* auch blind/ jmd., der
blind (1) ist: der B. wird von seinem Hund ge
führt
+ umg. das sieht doch ein Blinder mit Krück
stock (das ist doch völlig klar)
Blinden| -hund, der Hund, der darauf abgerichtet
ist, einen Blinden zu führen; -Schrift, die jo. PI./
aus erhabenen Punkten in verschiedener Kombina
tion zusammengesetzte Schrift, die vom Blinden
durch Abtasten mit den Fingern erfaßt wird
Blind|-flug, der Flug ohne Sicht nur nach Angaben
der an Bord des Flugkörpers, Flugzeugs befind-
192
Blindgänger — blockieren
liehen Instrumente; -gänger, der; -s, - Geschoß, bes.
Bombe, dessen Sprengladung infolge Versagens des
Zünders nicht detoniert ist
Blindheit, die; -, fo. Pl.f Fehlen des Sehvermögens,
das Blindsein: angeborene B.
+ umg. scherzh. jmd. ist mit B. geschlagen
(ist blind 1 für, gegen etw.)
blindlings /Adv./ 1. ohne nachzudenken einer plötz
lichen Eingebung folgend: b. davonlaufen; b. ins
Unglück rennen; er stürzte sich b. ins Verderben
—
2. blind (3): b. an jmdn. glauben; jmdm. b.
vertrauen, gehorchen
Blind/blind| -schleiche, die; -,
-n lebendgebärende
Schleiche ohne B ein e; -schreiben fVb./ (mit allen
zehn Fingern) auf der Schreibmaschine schreiben,
ohne dabei auf die Tastatur zu sehen; -wütig /Adj.f
maßlos wütend: in blindwütigem Haß, Zorn; er
schlug b. auf ihn ein
bljnkenfsw. Vb.; hat/1.funkelnd leuchten, glänzen:
Sterne b. am Himmel; alles blinkte vor Sauber
keit; das blinkende Wasser des Sees — 2. in regel
mäßigen Zeitabständen eine Lichtquelle kurz auf-
leuchten lassen, Lichtzeichen geben: Signale, SOS
b.; die beabsichtigte Änderung der Fahrtrichtung
durch Blinken anzeigen
Blinker, der; -s, - 1. als Köder dienender, Fischen
nachgebildeter metallener Köder zum Angeln — 2.
Blinkleuchte: der rechte B. versagte
blinkem jsw. Vb.: hat/ 1. flim mern (1.1): die
Sterne b. am Himmel — 2. landsch. mit den
Augen b. (blinzeln)
Blink| -teuer, das in regelmäßigen Zeitabständen
aufleuchtende Lichtquelle, die gefährliche Stellen im
Straßen-,
Luft- und Schiffsverkehr kennzeichnet;
- leuchte, die eine der seitlich an Fahrzeugen, bes.
an Autos, angebrachten Leuchten zum Anzeigen einer
bevorstehenden Änderung der Fahrtrichtung; -licht,
das fPl.
- lichter/ bei Annäherung eines Zuges an
Bahnübergängen in kurzen regelmäßigen Zeitab
ständen aufleuchtendes Lichtsignal; -Signal, das
Signal, das durch eine in bestimmten Zeitabständen
zum Leuchten gebrachte Lichtquelle gegeben wird;
- Zeichen, das vgl.
-signal
blinzeln /sw. Vb.; hat/ die Augenlider schnell
hintereinander abwechselnd schließen und halb öffnen
und dabei irgendwohin sehen 1.1. um die Augen ans
Licht zu gewöhnen, um etw. zu erkennen: mit den
Augen b .; er blinzelte verschlafen; in die Sonne,,
ins Licht b. 1.2. um jmdm. dadurch ein Zeichen zu
geb en : zum Zeichen des Einverständnisses blinzelte
er mit den Augen, mit einem Auge
Blitz, der; -es, -e grelle, plötzliche und meist sehr
kurz andauernde Erscheinung, die durch elektrische
Entladung zwischen verschieden geladenen (1.3) Wol
ken od. zwischen Wolke und Erde entsteht: B. und
Donner folgten kurz aufeinander; der B. hat
eingeschlagen; vom B. getroffen werden
+ (schnell) wie ein B. (sehr schnell 1); etw. kommt
wie ein B. aus heiterem Himmel (kommt völlig
unerwartet, trifft jmdn. völlig unvorbereitet); etw.
schlägt ein wie ein B. (kommt völlig unerwartet und
ruft große Aufregung hervor); jmd. steht da wie
vom B. getroffen (völlig erstarrt und vor Schreck,
Entsetzen verstört); umg. wie ein geölter B. (sehr
schnell 1)
Blitz/blitz| -ableiter, der; -s, - (an Gebäuden an
gebrachte) Vorrichtung zum Ableiten des Blitzes;
-blank /Adj.; emot.f sehr sauber und blank: die
Wohnung ist b.; den Fußboden b. bohnern
blitze|blank lAdj./ umg. /emot.f blitzblank
blitzen /sw. Vb.; hat/ 1. es blitzt Blitze sind (am
Himmel) zu sehen: es blitzte und donnerte un
unterbrochen — 2. funkelnd (im Licht) glänzen:
blitzendes Kristall, Silber; blitzende Edelsteine;
etw. blitzt in der Sonne; die Wohnung blitzt vor
Sauberkeit (ist sehr sauber)
Blitz/blitz| -gespräch, das mit absolutem Vorrang
vermitteltes Ferngespräch; -licht, das Fotogr.
künstliches, wie ein Blitz aufflammendes Licht zum
Beleuchten bei Momentaufnahmen, bes. in Innen
räumen; -lichtaufnähme, die Fotogr. mit Hilfe
von Blitzlicht aufgenommene Fotografie; -sauber
/Adj.; emot.f sehr sauber (1): eine blitzsaubere
Küche, Wohnung; -schlag, der Eindringen des
Blitzes in ein zur Erde führendes, den Strom leiten
des Objekt; -schnell /Adj.; emot./ sehr schnell (1, 2):
er hatte b. begriffen; b. verschwinden; -telegramm,
das mit absolutem Vorrang übermitteltes Telegramm
Bljzzard, der; -s, -s starker Schneesturm im Gefolge
von Kaltlufteinbrüchen, bes. in Kanada
Block, der; -(e)s, Blöcke/-s 1. /PI. Blöcke/ massiver,
kantiger, großer Brocken aus hartem Material: ein
gewaltiger, unbehauener B. aus Granit, Marmor;
ein / erratischer B.
—
2.1. großes Wohngebäude
mit mehreren Aufgängen 2.2. (ein Viereck mit
Innenhof bildende) geschlossene Gruppe meist mehr
stöckiger Wohngebäude — 8 . /o. PI./ der Demo
kratische B. (Zusammenschluß der Parteien und
Massenorganisationen der DDR zur Verwirklichung
einer einheitlichen, auf die Entwicklung des Soz.
gerichteten Politik) — 4. an einer Kante zusammen
geklebte od.
- geheftete bestimmte Anzahl von Blättern
(2.1), die einzeln abgerissen werden können — 5 .
/PI. Blöcke/ zu einem bestimmten Zweck heraus
gegebener Sonderdruck einer od. mehrerer B rief
marken mit breitem Rand — 6 . /o. Pl.j durch zwei
bis drei Spieler, die mit erhobenen Händen dicht
am Netz gleichzeitig hochspringen, gebildete Sperre
zur Abwehr eines Angriffsschlages beim Volleyball
Blockade, die; -,
-n 1. als Druckmittel eingesetzte
Sperrung aller Verkehrswege zu einem Territorium
bes. eines Staates od. einer Koalition /völkerrecht
lich nur im Falle der Bedrohung des Friedens zu
lässig/ — 2. Druckerei Kennzeichnung eines noch
zu ändernden od. einzufügenden Textteiles durch die
Verwendung von Typen, die aus dem übrigen Satz
stark hervortreten
Block/block| -buchstabe, der lateinisch er groß er
Buchstabe aus gleichmäßig starken Strichen; -flöte,
die Flöte mit schnabelförmigem Mundstück und
hohlem, aber mildem Klang, die sich nach unten hin
leicht verjüngt; -frei /Adj.; nur attr.; vorw. BRD/:
die blockfreien (nichtpaktgebundenen) Länder;
-haus, das Haus mit Wänden aus waagerecht auf-
einandergelegten Baumstämmen od. kräftigen Böh
len, die an den Ecken ineinandergreifen; -hütte, die
vgl.
- ftaus
blockieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. b . eine Blockade
gegen ein Territorium bes. eines Staates od. einer
Koalition durchführen: einen Hafen b.
—
2. etw.,
bes. einen Verkehrsweg, Zugang, Durchgang durch
sein Daliegen, Dastehen unpassierbar machen: durch
den Unfall war die Straße für längere Zeit blok-
kiert; ein entgleister Zug blockierte die Straße;
Blockpartei — blumenreich
193
Menschenmassen blockierten den Ausgang — 3 .
etw. b. den Fortgang, Fluß, die Bewegung von etw.
unterbrechen (1.2): ein umgestürzter Lastzug blok-
kierte den Verkehr; die Bremse blockiert die Räder
(hindert sie daran, sich weiter zu drehen) — 4. die
Räder blockierten (hörten infolge einer Hemmung
auf, sich zu drehen) — 5. Druckerei einen noch
zu ändernden od. einzufügenden Textteil durch, die
Verwendung von Typen kennzeichnen, die aus dem
übrigen Satz stark hervortreten
Block] -partei, die fvorw. PL/ eine der im Demo
kratischen Block zusammengeschlossenen Parteien;
- politik, die Politik des Demokratischen Blocks;
-Schokolade, die Schokolade in Form von dicken
Tafeln, die bes. zum Backen und Kochen verwendet
wird; -Schrift, die fo. Pl.f aus Blockbuchstaben zu
sammengesetzte Schrift
blöd(e) /Adj.f 1* schwachsinnig: der Junge war
von Geburt an b.
—
2. umg. 2.1, dumm, töricht:
ein blöder K erl; sich b. anstellen; sei doch nicht
so b., ihm zu glauben! 2,2 . unsinnig, sinnlos: das
ist eine blöde Frage; er hat einen ganz blöden
Fehler gemacht — 3. umg. unangenehm, unerfreu
lich : das ist eine blöde Sache, Geschichte, Situation
blödeln /sw. Vb.; hat/ umg. absichtlich (lustigen)
Unsinn reden: sie haben schon den ganzen Abend
so gebl ödelt
Blöd/blöd| -mann, der /PL -männer/ s a lo p p
/emot.j Dummkopf, blöder M ann: welcher B. hat
meinen Zirkel abgebrochen, das denn erzählt?;
auch Schimpfw. so ein B.!; du B.!; -sinn, der
/o. PI./ dumme, sinnlose Äußerung od. Handlung:
er redet nichts als B .; die Jungen stellten nichts
als B. an; -sinnig /Ädj./ 1. schwachsinnig: das
Kind ist b.
—
2. umg. unsinnig, sinnlos: ein blöd
sinniges Gerede; eine blödsinnige Anordnung
blöken /sw. Vb.; hat/: das Schaf blökt (läßt seine
Stimme lang gezogen ertönen)
blond /Adj./ 1.1. /vom Haar bes. des Menschen/
von heller, gelblicher Farbe: blonde Locken; ein
natürliches Blond 1.2. mit Haar in der Farbe von
1.1 : eine blonde Frau
blondieren /sw. Vb.; hat/ Haar mit Hilfe von Chemi
kalien blond machen: sie hat sich ihr Haar b. lassen
Blondine, die; -,
-n blonde Frau
blpß /Adj./ 1. nackt, nicht bekleidet: bloße Arme,
Knie; mit bloßem Oberkörper; mit bloßen Füßen
laufen; mit bloßem Kopf (ohne Kopfbedeckung);
O auf der bloßen Erde (unmittelbar auf dem Erd
böden) liegen; etw. mit bloßem Auge (ohne B rille ,
Olas 4.1) erkennen — 2. /nur attr.\ das sind bloße
Vermutungen, ist bloßes Gerede (sind nicht mehr
als Vermutungen, ist nicht mehr als Gerede); schon
der bloße Gedanke (allein der Gedanke) entsetzte
ihn — 3. /als Partikel/ umg. 3.1. /bezieht sich auf
ein Satzglied; schließt andere(s) aus; hebt das
folgende Satzglied hervor/ nur (II.l): er hatte b.
noch zehn Mark; die Tür war b. angelehnt; das
hast du b. geträumt; du hast b. Angst vor der
Verantwortung 3.2 . /in Aufforderungssätzen/ nur
(II.2): geh mir b. aus dem Weg! 3.3. /in Frage
sätzen; drückt Anteilnahme, Verwunderung aus/
nur (II.3): was ist denn b. los?
Blöße, die; -,
-n
veraltend Nacktheit des Körpers
od. eines Körperteiles: seine B. bedecken
-f- sich eine B. geben (sich durch etw. bloßstellen,
blamieren, eine Schwäche zeigen)
bloß] -legen /Vb./ etw. b. das, was etw. bedeckt,
entfernen: die Leitung muß erst einmal bloß-
gelegt werden; bei Ausgrabungen alte Kunstgegen
stände, Mauern b .; O Mängel, jmd s. Pläne, die
Hintergründe b. (aufdecken, enthüllen); -liegen
/Vb./ unbedeckt, offen, frei daliegen: die Wurzeln
liegen bloß; -stellen /Vb./ jmdn., sich vor anderen,
in der Öffentlichkeit blamieren: sie hat ihn in aller
Öffentlichkeit, vor aller W elt bloßgestellt
Blouson, der, auch das; -/-s, -s [bluzoq, auch bluzS]
über Hose od. Rock getragene, in od. unterhalb der
Taille durch Bund od. Gummizug zusammengehal
tene Bluse od. Jacke
blubbern /sw. Vb.; hat/ 1. /von einer bewegten
Flüssigkeit/ ein dumpfes, glucksendes Geräusch er
zeugen: der Brei blubbert; das Wasser läuft blub
bernd aus der Wanne — 2. umg. etw. undeutlich
(und ärgerlich) sagen: etw. in seinen Bart b.; hör
auf zu b.!
Blue jeans, auch Blueieans. die /PI./ [blu :d3i:ns]
strapazierfähige Hose aus blauem festem Gewebe,
meist mit andersfarbig gesteppten Nähten
Blues, der; -,
-
[blu:s] 1. volkstümliches weltliches
Lied der Afroamerikaner Nordamerikas — 2. aus
Nordamerika stammender langsamer Tanz im Vier
vierteltakt
Bluff, der; -s, -s [blcef, au ch bluf, blaf] /vorw. Sg./
dreiste, bewußte Täuschung: das ist weiter nichts
als B., als reiner B.
bluffen /sw. Vb.; hat/ [bloe.., auch blu.., bla..]
jmdn. durch dreistes Sichaufführen, durch ge
schickte Manöver bewußt täuschen: der Spieler
bluffte nur; sich nicht b. lassen
blühen jsw. Vb.; hat/ 1. Blüten, eine Blüte haben:
die Apfelbäume, Rosen b .; der Kaktus blüht dieses
Jahr zum ersten Mal; im Garten grünt und blüht
es; blühende Wiesen; O er hat eine blühende
(üppige) Phantasie — 2. /vorw. im Part. Präs.;
vom Menschen/ frisch und gesund aussehen: sie
blüht wie eine Rose; blühend aussehen;
der
Handel, die Wirtschaft blüht (floriert) — 3. umg.
das kann mir auch noch b. (widerfahren)
4- aussehen wie das blühende / Leben; jmds.
/ Weizen blüht
Blume, die;
- n 1. bedecktsamige, meist krautige
Pflanze, die Blüten hervorbringt: ein Beet mit
Blumen; ein Garten voller Blumen; die Blumen
blühen; Blumen säen, pflanzen; die Blumen gießen
—
2. Blüte von 1 mit ihrem Stiel: ein Strauß
Blumen; eine Vase mit (frischen, duftenden, bun
ten) Blumen; Blumen binden, pflücken
3. /o.
PL/ die B. (der Duft, das Aroma) des Weines,
Kognaks — 4. /o. PL/ Schaum auf frisch ein
geschenktem Bier: die B. abtrinken — 5. Jägerspr.
Schwanz des Hasen
+ jmdm. etw. durch die B. (nur in Andeutungen,
verhüllt, verbrämt) sagen
Blumen/blumen| -beet, das Beet mit Blum en;
-draht, der sehr dünner Draht zum Binden von
Blumen od. zum Stützen einzelner Blumen (2);
-erde, die besonders zusammengesetzte Erde zum
Ziehen von Blumen (1); -fenster, das meist besonders
konstruiertes (Doppelfenster, an dem Blumentöpfe
au fgestellt werden k ö n n e n ; -kästen, der /PL -kästen/
länglicher Kasten aus Holz, Keramik od. Plast für
(Balkon)blumen; -kohl, der Kohl mit einem dick
fleischigen, kopfförmigen weißen Blütenstand; -reich
13 Wörterbuch
194
Blumenstrauß — Blutgruppe
IAdj./: ein blumenreicher (an schmückenden B ei
wörtern und Vergleichen reicher) Stil; eine blumen
reiche Sprache; -Strauß, der Strauß aus Blumen
(2): jmdm. einen B. überreichen; ein bunter B .;
- topf, der Topf für eine, mit einer Blume (1) od.
einer Grünpflanze; -j- umg. damit kannst du
keinen B. gewinnen (damit kannst du nichts er
reichen, damit wirst du keinen Erfolg haben) ; -yase,
die Vase für Blumen (2); -zwiebel, die Zwiebel
bestimmter Blütenpflanzen
blümerant /Adj./ u m g .: mir wurde vor Hunger,
bei dieser Angelegenheit ganz b. (flau 2)
Bluse, d ie;
-n aus leichtem Stoff gefertigtes, den
Oberkörper bedeckendes, bes. von weiblichen Personen
zu Rock od. Hose getragenes Kleidungsstück: eine
weite, weiße, gestreifte, hochgeschlossene B .; eine
B. aus Baumwolle, Seide; eine B. mit langen
Ärmeln
Blut, das; -(e)s, /o. PL/ durch die Tätigkeit des
Herzens in Bewegung versetzte, in den Blutgefäßen
von Mensch und Tier zirkulierende rote Flüssigkeit
aus Blutplasma und festen Bestandteilen, bes. den
roten und weißen Blutkörperchen, die lebenswichtige
Funktionen erfüllt: helles, dunkles B.; jmdm. B.
(zur Untersuchung) entnehmen; B. spenden; jmd.
hustet, spuckt B.; das B. fließt aus der Wunde,
gerinnt; er hat (bei der Operation) viel B. ver
loren; das B. stillen; das B. pocht in den Schläfen,
steigt jmdm. in den Kopf; alles B. wich aus ihrem
Gesicht (sie wurde sehr blaß); er kann kein B.
sehen (ihm wird beim Anblick von Blut übel); ein
paar Promille Alkohol im B. haben; O er hat
heißes, feuriges B. (ist sehr temperamentvoll);
jmdm. stockt, erstarrt das B. in den Adern (jmd.
ist starr vor Schreck, Entsetzen); jmds. B. gerät
in Wallung (jmd. gerät in Zorn, Erregung)
+ kaltes B. bewahren (kaltblütig bleiben, sich be
herrschen 3); etw. macht, erregt, schafft böses B.
(erregt Unwillen, Unzufriedenheit, Feindseligkeit);
jmdn. bis aufs B. (überaus, sehr) ärgern, reizen, quä
len, peinigen; etw. im B. ersticken (Unruhen, einen
Aufstand brutal niederschlagen); etw. liegt jmdm.
im B. (jmd. hat eine natürliche Begabung für etw.);
umg. nur ruhig B. (nur die Ruhe bewahren)\; jmd.
hat B. geleckt (hat an etw. Gefallen gefunden und
kann nicht mehr davon lassen); B. und Wasser
schwitzen (in großer Angst, Aufregung sein); —
sein eigen / Fleisch und B.; etw. ist jmdm. in
/ Fleisch und B. übergegangen; an jmds. / Hän
den klebt B.; / Musik im B. haben
Blut/blut| -alkohol, der /o. PI./ Alkoh olgeh alt im
Blut nach dem Genuß von Alkohol; -andrang, der
Gefühl einer vermehrten plötzlichen Ansammlung
von Blut bes. im K opf; -apfelsine, die vgl. Blut-
orange; -arm /Adj./ im Blut zu wenig rote Blut
körperchen habend, anämisch; -armut, die Anämie:
an B. leiden; -bad, das Gemetzel, Mord an einer
großen Anzahl von (wehrlosen) Menschen: ein B.
anrichten; -bank, die /PL -enf Stelle zur Sammlung
und Aufbewahrung von Blutkonserven; -bild, das
aus verschiedenen Untersuchungen gewonnenes Bild
der Beschaffenheit des Blutes einer Person: ein
B. machen; ein schlechtes B. haben; -bildend
/Adj./ die Bildung von Blutkörperchen fördernd: ein
blutbildendes Mittel, Medikament; -blase, die mit
Blut gefüllte Blase (1.2); -buche, die BuFhe mit
dunkelroten Blättern; -druck, der /o. PLf der in
einem Blutgefäß herrschende und durch den Blut
kreislauf hervorgerufene Druck: den B. messen; zu
hohen, niedrigen B. haben
Blüte, die; -,
-n 1. der geschlechtlichen Fortpflanzung
dienender Sproß der Samenpflanzen, der sich bei
den Bedecktsamern meist aus dem Blütenkelch und
den Blütenblättern zusammensetzt, die die Staub
gefäße und Fruchtknoten umschließen: der Strauch,
die Pflanze trägt, treibt Blüten; der Baum ist
voller Blüten; die B. hat sich geöffnet, ist ver
welkt, abgefallen — 2. /o. Pl.j das Blühen (1):
die Apfelbäume stehen in (voller) B. (blühen); zur
B. kommen; O geh. er starb in der B. seiner
Jahre (zu einem Zeitpunkt, als er den Höhepunkt
seiner Entwicklung erreicht hatte); Kunst, Wissen
schaft, Wirtschaft standen zu dieser Zeit in hoher
B. (hatten einen relativ hohen Stand der Entwicklung
erreicht) — 3. /vorw. PI./ umg. kleine entzündete
Stelle auf der Haut, Pickel: sie hatte das Gesicht
voller Blüten — 4. salopp gefälschte Banknote:
Blüten in Umlauf bringen
Blut|egel, der Egel, der in der M edizin gelegentlich
zur Behandlung von Venenentzündungen verwendet
w ird
bluten, blutete, hat geblutet 1.1. jmd. blutet jmd .
verliert (aus Wunden od. KörperÖffnungen) Blut:
der Verletzte blutete; er blutete aus dem Munde,
der Nase 1.2. etw. blutet Blut fließt aus etw., tritt
aus etw. hervor: die Wunde blutete stark; seine
Nase blutet — 2 . umg. für etw. schwer, ganz
schön b. müssen (für etw. viel Geld aufwenden, aus
geben müssen)
+ jmdm. blutet das / Herz; b. wie ein / Schwein
Blüten z u Blüte 1| -blatt, das /PI.
- blätter/ meist
auffallend farbiger Teil einer Blüte; -duft, der;
-kelch, der Gesamtheit der (miteinander verwachse
nen) einen Kelch bildenden, meist grünen Blätter
einer Blüte; -knospe, die; -pflanze, die Samen
pflanze; -pracht, die; -stand, der die Blüten tragen
der, oft reich verzweigter Sproß (1) einer Pflanze;
-staub, der in den Staubgefäßen der Blütenpflanzen
enthaltene, als männliche Samenzellen der Befruch
tung dienende staubartige Substanz
Blut|entnähme, die Entnahme von Blut zum Zweck
von Untersuchungen
blüten|weiß /Adj.; em ot./: blütenweiße (strahlend
weiße) Wäsche, Hemden
Bluter, der; -s, - jmd., der an der Bluterkrankheit
leidet
Blut|erguß, der Ansammlung von Blut außerhalb
der Blutgefäße im Körper: bei dem Sturz trug er
einen B. am Oberschenkel davon
Bluter|krankheit, die /o. PI./ auf das männliche Ge
schlecht begrenzte Krankheit, die charakterisiert ist
durch mangelnde Fähigkeit des Blutes zu gerinnen
Blüte|zeit, die Zeit des Blühens: während der B. der
Obstbäume; O die B. der griechischen Kunst,
Kultur
Blut| -farbstoff, der /o. PI./ Bestandteil des Blutes,
der dessen rote Farbe ergibt; -fleck, der; -gefäß, das
schlauch-, röhrenartiges Organ, indem das Blut durch
den Körper fließt; -gerinnsei, das feste, aus geron
nenem Blut bestehende Masse innerhalb od. außer
halb eines Blutgefäßes; -gerinnung, die; - \o. Pl.j
Übergang des aus einem Blutgefäß ausgetretenen
Blutes vom flüssigen in einen halbflüssigen bis festen
Zustand; -gruppe, die eine der dem Menschen an-
Bluthund — bockig
195
geborenen und nicht zu verändernden Typen des
Blutes, die sich im Bau des Eiweißes, in Plasma und
Blutkörperchen unterscheiden: er hat B. A, B;
-liund, der zu einer englischen Hunderasse gehören
der Haushund mit ausgeprägtem Spürsinn
blutig /Adj./ 1.1. mit Blut befleckt: der Verband
war b.; blutige Hände 1.2. jmdn. b. schlagen (jmdn.
so schlagen, daß er blutet) 1.8. mit Blutvergießen
verbunden: einen Aufstand b. niederschlagen —
2. um g. es wurde blutiger (bitterer 5) Ernst; er ist
noch ein blutiger Anfänger (völliger N euling)
blut/Blutj Jung, -jung /Adj.; emot.f sehr jung (1.1):
ein blutjunges Mädchen; er ist noch b.;
-konserve,
die steril abgefülltes Blut zur Bluttransfusion mit
einem die Gerinnung verhindernden Zusatz; -kör-
perchen, das; -s, - fvorw. PL/ mikroskopisch kleiner
fester Bestandteil des Blutes: die roten, weißen B.;
-krebs, der /o. Pl.f Leukämie; -kreislauf, der Um
lauf des Blutes mit feststehender Richtung in einem
in sich geschlossenen System; -lache, die; -leer
/A dj./ fast ohne Blut: blutleere (blasse) Lippen;
-leere, die verminderte Blutmenge in Körperteilen:
eine plötzliche B. im Gehirn; -orange, die Orange
mit zum Teil rotem Fruchtfleisch und rötlicher
Schale; -plasma, das /o. Pl.f Med. gerinnbarer,
klarer, flüssiger Bestandteil des Blutes, der wert
volle Nähr- und Wirkstoffe enthält; -probe, die
1.1. Blutentnahme für eine Blutuntersuchung hin
sichtlich des Gehaltes an Blutalkohol 1.2. Blutunter
suchung hinsichtlich des Gehaltes an Blutalkohol: die
B. ergab, daß N bei dem Unfall unter Alkoholein
fluß stand; -rache, die in der Urgesellschaft ty
pische, bei manchen Völkern noch in der Gegenwart
lebendige Sitte, die Tötung eines Verwandten an
dem Täter od. dessen Verwandten durch dessen Tö
tung zu rächen; -reinigend /Adj./ nach laienhaft
medizinischer Ansicht der Entschlackung des Kör
pers dienend: blutreinigender Tee; -rot, ^rot /Adj.;
emot.j von der Farbe des Blutes, kräftig rot: die Sonne
ging b. unter; sie wurde b. im Gesicht; -rünstig
/Adj./ : ein blutrünstiger Roman, Film (Roman,
Film , der blutige Greueltaten darstellt, mit denen
beim Publikum Grauen erregt werden soll); -Sauger,
der; -s, - /emot.j jmd., der andere aufs schärfste aus
beutet
Bluts| -bruder, der Freund, mit dem man Bluts
brüderschaft geschlossen h at; -brüderschaft, die
durch Vermischung von Blutstropfen der Partner be
siegelte Freundschaft
Blut/blut| -schuld, die /o. PL/ v era lte n d
Schuld an einem Mord: eine B. auf sich, sein Ge
wissen laden; -Senkung, die 1.1. langsames Absinken
der Blutkörperchen in stehendem, ungerinnbar ge
machtem, zur Untersuchung entnommenem Blut
1.2. Messung der Geschwindigkeit von 1.1; -Spender,
der gesunde Person, die Blut für Transfusionen
spendet; -spur, die: Blutspuren an der Kleidung
des Täters finden, untersuchen; -stillend /Adj.;
nicht adv./ eine Blutung stillend: ein blutstillendes
Mittel, Medikament; -strahl, der /o. PL/: aus der
Wunde schoß ein B.
Bluts|tropfen, der: aus ihrem Gesicht war jed er
B. gewichen (sie war plötzlich sehr blaß gewor
den)
Blut|Sturz, der starke, meist plötzlich auftretende
Blutung aus einer natürlichen Öffnung des Körpers
bluts/Bluts| -verwandt /Adj.; nicht adv./ durch A b
stammung miteinander verwandt; dazu -Verwandt
schaft, die
Blut[ -tat, die geh. M ord: eine B. begehen; -trans-
fusion, die Übertragung von Blut eines Menschen
auf einen Kranken od. Verletzten: eine B. vor
nehmen; -Übertragung, die Bluttransfusion
Blutung, die; -,
-en Austritt von Blut aus den Blut
gefäßen : eine schwere, lebensgefährliche, leichte B . ;
innere, äußere Blutungen; eine B. zum Stehen brin
gen; die B. hat aufgehört
blut/Blut| -unterlaufen /Adj./ durch Austreten von
Blut ins Gewebe (bläulich od. violett) verfärbt: blut
unterlaufene Augen; -Untersuchung, die Unter
suchung des einem Patienten entnommenen Blutes;
- vergießen, das; -s, jo. Pl.f Tötung von (vielen)
Menschen bes. während kriegerischer Auseinander
setzu ngen: dem B. ein Ende setzen; -Vergiftung,
die von einem Herd (2) ausgehende massenhafte Ver
breitung von Bakterien und ihren Giften im Blut,
in den Blutgefäßen eines Menschen, Tieres, Sepsis;
-Verlust, der Verlust von Blut als Folge von Blutun
gen : durch großen B. geschwächt sein; -wurst, die
aus dem Blut von Schlachttieren (unter Zusatz von
Speck- und Fleischstückchen) hergestellte Wurst;
- Zirkulation, die /o. P l.f: dieB. anregen; -zucker,
der /o. PL/ im Blutplasma gelöste Art Zucker
b-Moll, das; /o. PL/ Mus. /Tonart/
Bö, die; -,
- en heftiger Windstoß: wegen heftiger
Böen mußte das Skispringen abgebrochen werden
Boa, die; -,
-s 1. lebendgebärende Riesenschlange
Südamerikas — 2. langer, schmaler Schal aus Federn
od. Pelz
Bob, der; -s, -s aus Stahl konstruierter Rennschlitten
mit zwei od. vier Sitzen und mit zwei Paaren von ein
ander getrennter Kufen
Bob| -bahn, die für die Austragung von Bobrennen
angelegte B a h n; -fahrer, der; -rennen, das
Boccia, das, die; -, /o. PL/ [botja] Spiel, bei dem
Kugeln durch Werfen möglichst nahe an ein Ziel ge
bracht werden müssen
Bock, der; -(e)s, Böcke 1. männliches Tier bei be
stimmten Säugetieren: ein kapitaler B. (großer
Rehbock); der B. trägt ein prächtiges Gehörn —
2. umg. ein sturer B. (ein störrischer, dickköpfiger
Mann) — 8.1. Gestell aus meist vier Beinen mit
Querbalken zum Auflegen von Lasten, das meist
paarweise aufgestellt wird: ein Brett, Bohlen über
zwei Böcke legen; die Boote ruhen im Winter auf
Böcken 8.2. Aktenbock — 4 . in der Höhe verstellba
res Turngerät für Sprungübungen
+ umg. einen B. schießen (einen Fehler machen);
/von einem Kind/ einen B. haben (bockig sein);
den B. zum Gärtner machen (jmdm. eine Aufgabe
übertragen, bei deren Ausführung er wegen seiner
Veranlagung od. seiner Voraussetzungen eher
schadet als nützt)
bock/Bock| -beinig /Adj.j um g. störrisch, wider
spenstig: sich b. stellen, benehmen; b. werden;
ein bockbeiniger Bursche; -bier, das Starkbier mit
einem nur geringen Zusatz an Hopfen
bocken /sw. Vb.; hat/ 1. ein Reit-, Zugtier bockt
(geht nicht weiter und bäumt sich auf) — 2 . das
Kind bockt (ist in einer bestimmten Situation wider
spenstig) — 8 . das Auto, die Maschine, der Motor
bockt (stockt, läuft nicht richtig)
bockig /Adj./ störrisch, widerspenstig: das Kind ist
b.
13*
196
Bockmist — Bohemien
Bock|mist, der salopp Unsinn, Quatsch: er hat
nur B. gemacht, geredet
Bocks|horn, das
-f- jmdn. ins B. jagen jmdn. einschüchtern, jmdm.
Angst machen', er laßt sich nicht so leicht ins B.
jagen
Bock|vurst, die aus magerem Fleisch hergestellte
Wurst, die vor dem Verzehr in Wasser heiß gemacht
wird
Bodden, der; -s, - seichte Meeresbucht, bes. an der
Ostseeküste
Boden, der; -s, Boden 1, dem (Fels)gestein au f-
liegende, oberste, meist lockere (für den Anbau von
Pflanzen nutzbare) Schicht der Erdoberfläche (aus ver
wittertem Gestein und abgestorbenen organischen Sub
sta n zen ): fruchtbarer, guter, lehmiger, sandiger,
schwerer, leichter, sumpfiger B .; den B. bearbeiten,
bestellen; die Beschaffenheit, Fruchtbarkeit des
Bodens; dieser B. ist für den Rübenanbau gut
geeignet; O etw. fällt auf fruchtbaren B. (findet
günstige Voraussetzungen, Bedingungen vor) — 2.
unten liegende Fläche, auf der man geht od. steht,
sich etw. befindet: etw. ist auf den B. gefallen;
etw. vom B. aufheben; auf dem nackten, bloßen
B. sitzen; er fiel auf den, zu B .; bei dem Erdbeben
schwankte der B.; der B. (Fußboden) war mit
Teppichen belegt, frisch gebohnert, glänzte vor
Sauberkeit; er war nach der langen Seereise, dem
Flug froh, wieder festen B. (Land) unter den
Füßen zu haben; <Q> etw. drückt jmdn. zu B.
(etw. belastet jmdn. schwer, drückt jmdn. nieder) —
3. /o. P I .; nur mit Attr.f auf historischem B. (Gebiet,
Terrain) stehen; den heimatlichen B. wieder be
treten — 4 . /o. P l.f den B. der Realität verlassen
(sich von der Realität als Grundlage, Basis ent
fern en ); auf dem B. der Tatsachen stehen; einer
Sache den B. (die Grundlage) entziehen — 5.
unterste äußere od. innere (abschließende) Fläche
von etw.: der B. einer Flasche, Kanne; den B. des
Topfes scheuern; etw. liegt auf dem B. des Koffers;
der B. des Meeres (Meeresgrund) — 6 . unbewohnter
Raum unmittelbar unter dem Dach eines Gebäudes:
Wäsche zum Trocknen auf dem B. aufhängen;
Koffer auf dem B. abstellen
-f- etw. aus dem B. stampfen (etw. scheinbar aus
dem Nichts, in verblüffend kurzer Zeit hervorbringen,
beschaffen); (an) B. gewinnen (sich ausbreiten, zu
nehmen); (an) B. verlieren (Macht, Einfluß ver
lieren); B. gutmachen (jmdm. gegenüber aufholen,
Fortschritte machen); jmdm. wird der B. (unter
den Füßen) zu heiß (jmdm. wird es an seinem
Aufenthaltsort zu gefährlich); — etw. ist ein Faß
ohne B.; das schlägt dem / Faß den B. aus;
sich in Grund und B. schämen; etw. in / Grund
und B. wirtschaften; es war so voll, daß keine
/ Stecknadel zu B. fallen konnte
Boden/boden| -bearbeitung, die Bearbeitung des fü r
den Anbau von Nutzpflanzen bestimmten Bodens (1);
-dunst, der jo. Pl.l Dunst in Bodennähe; -erhebung,
die sich über das Niveau eines Geländes erhebender
Teil der Erdoberfläche; -frost, der Frost in Boden
n ähe; -kammer, die im Dachboden eingebaute K am
m er; -los IA d j.1 1*ins Bodenlose (sehr tief) stürzen,
fallen — 2 . /drückt emotional in negativem Sinne
einen hohen Grad aus/ überaus groß: eine boden
lose Gemeinheit, Frechheit; -luke, die Da chluk e;
-nähe, die: leichter Frost in B. (in der Nähe der
Erdoberfläche); -nebel, der fo. PI./ vgl.
- dunst;
- personal, das auf Flugplätzen tätiges technisches
Personal; -reform, die von ökonomischen, sozialen
und politischen Gesichtspunkten bestimmte Ände
rung der bestehenden Besitz- und Eigentumsverhält
nisse in der Landwirtschaft: die demokratische B.
(Gesamtheit der 1945 in der damaligen sowjetischen
Besatzungszone durchgeführten Maßnahmen zur
entschädigungslosen Enteignung des Großgrund
besitzes zugunsten landarmer, landloser Bauern);
-Satz, der feste Bestandteile einer Flüssigkeit, die
sich am Boden eines Gefäßes abgesetzt haben;
-s chätze, die /PL/ nutzbare Minerale und Gesteine,
deren Abbau von volkswirtschaftlicher Bedeutung ist:
-Station, die Station auf der Erde zur optischen und
funktechnischen Verbindung mit (Raumflugkörpern;
-treppe, die Treppe, die zum Boden (6) führt;
-turnen, das sportliche Disziplin, bei der auf einer
ebenen Fläche von zwölf mal zwölf Metern wett
kampfmäßig turnerische Übungen ohne Turngerät
ausgeführt werden; -Vertiefung, die Vertiefung des
Bodens (1, 2); -Zusammensetzung, die Zusammen
setzung des Bodens (1)
Böe, aych Böe die; -,
-ns.Bö
Bofist, auch Bofist, der; -(e)s,
-e Bauchpilz mit
vorwiegend kugelförmiger Gestalt
Bogen, der; -s, - /Bögen 1.1.1. annähernd halbkreis
förmig verlaufende Erstreckung: einen B. um etw.,
jmdn. machen; in einem B. um etw. herumfahren;
auf dem Eis B. laufen; die Straße, der Fluß macht
hier einen B .; das Wasser spritzte in hohem B.
aus dem geplatzten R oh r; die Brücke spannte sich
in kühnem B. über den Fluß 1.2. M ath. Teilstück
einer gekrümmten Linie — 2.1. Architekt, in der
Form von 1 gestaltete obere Begrenzung der Öffnung
einer Tür, eines Fensters, Verbindung (2.1.1) zweier
Pfeiler, Säulen: ein romanischer, gotischer B. 2.2.
Bauw. gegen Widerlager abgestützter Träger in der
Form von 1 — 3. mit Roßhaar od. synthetischen
Fasern bespannte elastische Stange aus Hartholz
mit leicht konkaver Krümmung, mit der die Saiten
eines Streichinstrumentes gestrichen und dadurch
zum Tönen gebracht werden — 4. aus einem elasti
schen gebogenen Stab und einer Sehne bestehende
Schußwaffe zum Abschießen von Pfeilen — 11.1.1.
rechteckig geschnittenes Stück Schreib-, Packpapier:
ein B. Briefpapier; einen B. in die Maschine
spannen; viele B. , Bögen vollschreiben 1.2. D r u ck
bogen
-f* den B. überspannen (etw. übertreiben, zu weit
gehen); umg. einen (großen) B. um jmdn., etw.
machen (jmdn., etw. peinlich meiden); große B.
spucken (sich aufspielen, wichtig machen); den B.
heraushaben (wissen, wie man etw. machen muß,
in etw. geschickt sein) ; — in / Bausch und B.
Bogen1 -gang, der Gang, der an einer od. beiden
Längsseiten von Bögen (1.2.1) begrenzt wird; -lampe,
die Lampe von großer, durch elektrische Lichtbogen
erzeugter Helligkeit; -schießen, das sportliche Diszi
plin, bei der Pfeile mit Hilfe eines Bogens auf eine
Zielscheibe geschossen werden
Boheme, die; -, /o. PZ./ [bo(h)e:m, bo(h)s:m] in
der bürgerl. Gesellschaft ohne festen Auftrag schaffen
der und eine ungebundene, unkonventionelle Lebens
weise betonender Kreis von Künstlern; dazu Bohe
mien, der; -s,
-s [bo(h)emls] Angehöriger der
Boheme
Bohle — Bombe
197
Bohle, die; -n bes. als Bauholz verwendetes Stück
Schnittholz, dessen Breite mindestens das Doppelte
der D icke beträgt: schwere, eichene Bohlen; die
Bohlen der Brücke waren morsch
böhmisch /Adj./
+ das sind jmdm., für jmdn. böhmische / Dörfer
Bohne, die; -,
- n 1, zu den Schmetterlingsblütlern
gehörende, buschig wachsende od. sich an Stangen
emporrankende Gemüsepflanze mit länglichen, fla
chen Früchten, in denen mehrere nierenförmige
Samen enthalten sind : Bohnen anbauen; ein Beet
mit Bohnen — 2. Frucht von 1: Bohnen pflücken,
abfädeln, -ziehen, schneiden; grüne Bohnen kochen
—
3. Samen von 1: weiße Bohnen kochen — 4.
Ivorw. Pl.f Kaffeebohne
+ umg. nicht die B. (überhaupt nicht, ganz und
gar nicht)
Bohnen|-kaffee, der /o. PL/ 1. Kaffeebohnen: ein
Pfund B. kaufen — 2. Getränk aus Kaffeebohnen:
B. trinken; starker, heißer B .;
-kraut, das jo . PL/
krautiger, stark aromatischer Lippenblütler, der als
Küchengewürz verwendet wird; -salat, der Salat aus
gekochten Bohnen (2); -Stange, die Stange, die in
den Boden gesteckt wird, damit sich die Bohnen (1)
daran emporranken können; O umg. er ist eine
(richtige) B. (er ist sehr groß und dünn); -stroh
-j- umg. dumm wie B. (sehr dumm)
bohnern /sw. Vb.; hat/ den Fußboden mit Bohner
wachs einreiben und danach blank polieren: die
Treppe, das Parkett b .; Vorsicht, frisch gebohnert!
Bohnerwachs, das wachshaltige M asse zur Pflege
des Fußbodens
bohren /sw. Vb.; hat/ 1.1.1. mit einem Bohrer,
einer Bohrmaschine od. einem anderen Werkzeug
ein Loch in etw. herstellen: ein Loch in ein Brett,
die Wand b .; Sprenglöcher b. 1 .1 .2 . einen Brunnen
b. (durch 1.1.1 herstellen) 1.2 . etw. unter (starkem)
Druck und mit drehenden Bewegungen in etw. hin
einpressen: eine Stange in den Boden b.; etw.
bohrt sich in, durch etw .: der Preßluftbohrer bohrt
sich in den Asphalt, in, durch das Gestein; O
Scheinwerfer bohrten sich durch die Dunkelheit;
bohrende (scharf prüfende) Blicke 1.3 . der Zahn
arzt mußte b. (die kariösen Stellen eines Zahnes
mit dem Bohrer entfernen); in der Nase b. (mit
dem Finger Schleim aus der Nase entfernen) — 2.
nach Bodenschätzen b. Bodenschätze durch Bohren
(1.1.1) mit zweckentsprechenden Geräten zu finden
suchen: nach, auf Erdöl, Kohle, Wasser b.
—
3.
etw. bohrt in etw., jmdm. etw. quält, peinigt jmdn.
heftig: der Schmerz bohrt in seinem Kopf; ein
bohrender Schmerz, Hunger, Zweifel; bohrende
Angst, Reue — 4. umg. jmd. bohrt 4.1. jmd.
drängt (2.1) jmdn. hartnäckig zu etw.: er bohrte
so lange, bis die Mutter nachgab 4.2 . jmd. fragt
jmdn. immer wieder nach etw.: er bohrte hart
näckig, bis er von ihr die Wahrheit erfahren hatte
Bohrer, der; -s,
-
1. Schneidwerkzeug, das durch
Zerspanen von Werkstoff od. Gestein unter drehen
der, auch schlagender und fortschreitender Bewegung
(runde) Löcher in festem Material erzeugt: den B.
ansetzen, auswechseln — 2. Zahnmed. jSammel-
bez. für Geräte zur fräsenden Bearbeitung von
Zähnen, Knochen des Kiefers und zahnärztlichen
W erkstoffen/
Bohr| -hammer, der Bergm. mit Druckluft be
triebener Schlagbohrer zum Bohren von Löchern in
Erz od. Kohle; -insei, die im Meer künstlich er
richtete Plattform bes. zum Bohren nach Öl, Erdgas
von der Wasseroberfläche aus; -maschine, die zum
Bohren von Löchern in festem Material od. zur Be
arbeitung bereits vorhandener Bohrungen dienende
Werkzeugmaschine, dienendes Werkzeug; -türm, der
turmartige Konstruktion, die Tiefbohrungen ermög
lich t
Bohrung, die; -,
-en 1. das Bohren (1.1) — 2. durch
Bohren (1.1.1) entstandenes Loch
böig /Adj./: böiger (in Böen wehender) Wind;
böiges (zu Böen neigendes, mit Böen verbundenes)
Wetter
Boiler, der; -s, - [boy..] elektrisches od. mit Gas
betriebenes Gerät zur Bereitung und Speicherung von
heißem Wasser
Boje, die; -,
-n kugel-,
kegel- od. tonnenförmiger
schwimmender Hohlkörper aus Metall od. Plast, der
am Grund des Gewässers verankert ist und als See
zeichen fü r die Schiffahrt dient
Bolero, der; -s, -s 1. rhythmisch stark akzentuierter
spanischer Tanz im Dreivierteltakt, bei dem Kasta
gnetten als Begleitung geschlagen werden — 2. kurzes,
offen getragenes Jäckchen, bes. für Damen
Bolle, die; -n landsch. (große) Zwiebel (2.1)
Böllerschuß, d er /PI.
-schüsse/ zu einer festlichen
Gelegenheit od. als Signal aus einem Geschütz
kleineren Kalibers abgegebener Schuß: Böller
schüsse krachten, eröffneten das Fest
Bollwerk, das 1. Bauwerk aus am Ufer eingeramm
ten Pfählen, das zum Schutz des Ufers und als
Platz zum Anlegen für Schiffe dient — 2 . Befesti
gungsanlage; O ein B. des Friedens
Bolschewik, der; -en, Bolschewiki/Bolschewiki
/historische Bez. für ein Mitglied der KPdSU, des
revolutionären Flügels der SDAPRj
Bolschewismus, der; -, /o. PL/ Theorie und Praxis
des revolutionären marxistischen Flügels in der
russischen Arbeiterbewegung, Theorie und Praxis
des Leninismus; dazu Bolschewist, der; -en, -en u.
bolschewistisch /Adj.\
Bolzen, der; -s, - k leines, rundes, längliches metalle
nes Teil zur beweglichen od. festen Verbindung von
Holz- od. Metallteilen
Bombardement, d a s; -s,
-s [..mag, auch ...ma]
anhaltendes, auf ein Ziel konzentriertes Abwerfen
von Bomben
bombardieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. b. Bomben
auf etw. abwerfen: eine Stadt, gegnerische Stellun
gen b.
—
2. umg. etw., jmdn. mit etw. b. Gegen
stände auf etw.,
jmdn. werfen: etw.,
jmdn. mit
Steinen, Eiern b.
—
3. umg. jmdn. mit Fragen,
Eingaben b. (mit Fragen, Eingaben überschütten);
zu 1 Bombardierung, die; -,
-en
bombastisch /Ad j./ schwülstig, mit übertrieben viel
Aufw an d : eine bombastische Rede(weise); eine
bombastische Aufmachung
Bombe, die; -,
-n 1.1. als W affe verwendeter, mit
Sprengstoff gefüllter und mit einem Zünder ver
sehener länglicher metallener Körper, der von Flug
zeugen abgeworfen wird: Bomben abwerfen; eine
Stadt mit Bomben belegen; eine B. hatte das
Haus getroffen, war explodiert; eine B. ent
schärfen 1.2 . mit Zeitzünder versehener, 1.1 ähn
licher Sprengkörper, der für Anschläge verwendet
w ird : Terroristen hatten Bomben gelegt
-j- umg. die B. ist geplatzt (das erwartete außer-
198
Bom benangriff — borniert
gewöhnliche, gefürchtete Ereignis ist eingetreten);
etw. schlägt ein wie eine B. (kommt völlig über
raschend und tuft große Aufregung hervor)
Bomben/bomben| -angriff, der von Flugzeugen mit
Bomben geführter A ngriff; -ansehlag, der mit einer
Bombe durchgeführter A nschlag; -attentat, das vgl.
- anschlag; -besetzung,. die umg. femot.f außer
ordentlich gute Besetzung (2); -erfolg, der umg.
jemot.f außerordentlich großer Erfolg: die Auf
führung hatte einen, war ein B .;
-fest fAdj.f umg.
fem ot.f: mein Entschluß steht b. (steht unumstöß
lich fest); -flugzeug, das mit Bomben ausgerüstetes
Kampfflugzeug; -geseliäft, das umg. femot.f außer
ordentlich gutts Geschäft (3): bei der Hitze machten
die Eisverkäufer ein B .;
- krater, der durch die
Explosion einer Bombe (1.1) entstandener K rater;
- rolle, die umg. femot.f publikumswirksame Rolle,
in der ein Schauspieler alle seine Fähigkeiten unter
Beweis stellen kann; -schaden, der durch Bomben
(1.1) hervorgerufener Schaden; -sicher fAdj.f 1.
sicheren Schutz *vor Bomben (1.1) bietend: ein
bombensicherer Unterstand, Keller, Bunker — 2.
u m g. fe m o t.f ein bombensicheres Geschäft (ein
Geschäft ohne jegliches Risiko); es ist b. (ganz
sicher), daß er kommt; -Stimmung, die fo. Pl.f umg.
femot.f sehr ausgelassene, fröhliche Stimmung: bei
der Party herrschte eineB.; -trichter, der vgl. - krater
Bomber, der; -s, - Bombenflugzeug
bombig fAdj.f umg. /emof./ hervorragend, aus
gezeichnet: der Film war b.; eine bombige Stim
mung
Bommel, die; -,
-n landsch. Troddel, Quaste
Bon, der; -s, -s [boq] 1. Gutschein, Marke, die zum
Empfang von Speisen od. Getränken berechtigt:
Bons ausgeben; auf B. essen — 2. kleiner, von
einer Registrierkasse ausgegebener Kassenzettel: dem
Kunden den B. geben
Bonbon, der, das; -s, -s [boqboi], auch bob5] kleines
geformtes Stück einer aus eingekochter Lösung (3)
von Zucker und Zusätzen von Geschmacks- und
Farbstoffen bestehenden Süßware: Bonbons kaufen,
lutschen; eine Tüte Bonbons; saure, gefüllte-Bon
bons
bonbon|färben fAdj.f von greller, kitschiger Farbe
Bonbonniere, die; -,
-n [boi]boi]je:ro, . . jeiro, auch
boijboni..] 1. ansprechend aufgemachte Packung
mit Pralinen: jmdm. eine B. schenken, über
reichen — 2. kleiner Behälter aus Glas, Porzellan
für Bonbons, Pralinen
bongen fsw. Vb.; hat/ an der Registrierkasse den zu
zahlenden Betrag eintippen : der Kellner hat bereits
gebongt
Bonmot, das; -s, -s [boqmo:, auch bomo:] geist
reicher, treffender Ausspruch: ein witziges B.
Bonze, der; -n, -n umg. femot.f Funktionär einer
Partei, Organisation, der die Verbindung zu deren
Mitgliedern verloren hat und seine Stellung bes.
zur Durchsetzung seiner eigenen Interessen miß
braucht
Boom, der; -s,
-s [bu:m] plötzlicher, kurzer, oft
manipulierter Aufschiuung in der Wirtschaft eines
kap. Landes
Boot, das; -(e)s, -e meist offenes, kleines W asser
fahrzeug: (mit dem, einem) B. fahren; das B. fest-
machen; das B. hat angelegt, ist leck, ist gesunken;
das B. kentert
- f wir sitzen alle im gleichen B. (wir sind alle in
der gleichen Lage, aus der wir als einzelner nicht
entkommen können)
Boots1 -bauer, der; -s, - jmd., der beruflich Boote
baut, herstellt; -deck, das; -fahrt, die; -haken, der
zur Ausrüstung von Booten gehörende Stange mit
einem Haken aus Stahl an der Spitze; -haus, das
Haus, Schuppen, in dem Boote untergestellt icerden;
- länge, die fbei Regatten zur Angabe des Abstandes
zwischen Booten dienendes Maß/: der Achter aus
C gewann mit einer B., zwei Bootslängen; -mann,
der fPl.
-leute/' Vollmatrose, der als Brigadier der
Besatzung an Deck eingesetzt ist; -Steg, der Steg,
an dem Boote anlegen können; -verleih, der
Bor, das; -s, fo. Pl.f nichtmetallisches chemisches
Element, das in der Natur nur chemisch gebunden
vorkommt
1Bord, der; -(e)s, -e fvorw. Sg .j 1.1. oberster äu
ßerster Rand eines Schiffes, der das Deck begrenzt
1.2. fo. P l.f anB. eines Schiffes, Flugzeugs gehen
(ein Schiff, Flugzeug betreten); über B. gehen (vom
Schiffsdeck ins Wasser fallen, gespült werden); von
B. gehen (das Schiff, Flugzeug verlassen)
+ etw. über B. werfen (Bedenken, Vorurteile, A n
sichten endgültig aufgeben)
2Bord, das; -(e)s, -e an der Wand befestigtes Brett
für Bücher und andere Gegenstände: Bücher, Gläser
auf ein B. stellen
Bordell, das; -s, -e Haus, in dem Prostitution ge
trieben wird, Prostituierte leben und ihrem Gewerbe
nachgehen fin kap. Ländern übliche Einrichtung!
Bord| -funker, der den Funkverkehr abwickelndes
Mitglied der Besatzung auf Schiffen, in Flugzeugen.
Raumfahrzeugen; -kante, die Bordsteinkante;
- s chwelle, die vgl.
- stein(kante); -stein, der (gegen
über der Fahrbahn erhöhte) steinerne Einfassung des
Bürgersteigs, durch die er von der Fahrbahn ab-
gegrenzt wird; -steinkante, die oberste Kante des
Bordsteins; -System, das System technischer A n
lagen bes. in Raumfahrzeugen: alle Bordsysteme
arbeiten normal
Bordüre, die; -,
-n 1. eingewebtes, gedrucktes od.
gesticktes Muster an einer Kante eines Gewebes —
2. Borte, Einfassung
Borg fin der Verbindungf veraltend auf B. ohne
sofortige Bezahlung, indem man eine Schuld an
schreiben läßt: etw. auf B. kaufen; auf B. leben
borgen fsw. Vb.; hat/ 1. sich etw. leihen (1): sich
Geld von jmdm. b .; ich habe mir ein Buch bei,
von ihm geborgt — 2 . jmdm. etw. leihen (2): jmdm.
eine bestimmte Summe b .; ich kann dir das Buch
nur für zwei Tage b.
Borke, die; -,
-n Stämme und Wurzeln älterer Holz
gewächse umgebendes abgestorbenes Gewebe, das dem
Wachstum nicht mehr folgt und deshalb rissig wird
und teilweise abblättert: die B. schält sich vom
Stamm ab
- b zwischen / Baum und B. sitzen, stecken, stehen
Borken|käfer, der in zahlreichen Arten vorkommen
der Käfer, der Gänge unter der Rinde od. im Holz
von Bäumen bohrt und großen Schaden in der Forst
wirtschaft anrichtet
Born, der; -(e)s, -e veraltend geh. Quelle, Brun
n en : an einem kühlen B. Wasser schöpfen, trinken;
O aus dem B. seiner Erfahrung, seines Wissens
schöpfen; etw. ist ein unerschöpflicher B. der Freude
borniert fAdj.f beschränkt und unbelehrbar aufseinen
Vorurteilen beharrend, engstirnig und zugleich ein-
Borniertheit — Boulevard
199
(jebildet: ein bornierter Mensch; er fand ihre An
sichten, Einstellung ausgesprochen b .; dazu Bor
niertheit, d ie; -en
Borj -salbe, die /o. PI./ keimtötende, Borsäure ent
haltende Salbe; -säure, die jo. PI./ Säure des Bors,
die als Desinfektionsmittel und bei der Herstellung
von Glasuren, Email und hitzebeständigem Glas ver
wendet wird
Börse, die;
-n 1. organisierter, regelmäßiger, bes.
der Spekulation dienender Markt (1) im kap. Wirt
schaftssystem, auf dem Geschäfte über Waren und
Wertpapiere abgeschlossen werden, ohne daß tat-
sächlich Warenbewegungen stattfinden',
das Ge
bäude, in dem er sich vollzieht: an der B. speku
lieren; an der B. sank der Preis für Kaffee; Aktien
an der B. handeln — 2. veraltend Portemonnaie
Börsen zu Börse 1| -kurs, der Kurs für an der
Börse gehandelte Wertpapiere, Waren und Zahlungs
mittel', -makler, der jmd., der berufsmäßig an der
Börse Geschäfte vermittelt
Borste, die; -,
-n jvorw. PI./ 1. starres, dickes, auf
recht stehendes Haar einiger Säugetiere, bes. der
Schweine — 2. aus Plast hergestelltes festes Gebilde
in der Art von 1, das zur Herstellung von Bürsten
o. ä . verwendet wird: die Borsten der Zahnbürste
sind hart, weich
borstig/Adj.f 1./nichtadv./ mit Borsten (1)versehen:
der borstige Rücken des Ebers — 2. von der B e
schaffenheit der Borsten: borstige Haare; ein bor
stiger Bart
Borte, die; -,
-n meist farbiges und gemustertes Band,
das zur Verzierung auf Stoff genäht wird: eine
Tischdecke mit bunten Borten; einen Rock mit
Borten besetzen
Bor|wasser, das jo. PI./ milde, antiseptisch wirkende
Borsäurelösung
bös /Adj./ s. böse
b§s|artig /Adj./ 1. anderen (vorsätzlich) sehr Un
angenehmes zufügend: ein bösartiger Mensch; das
war eine sehr bösartige Bemerkung — 2. eine bös
artige (lebensgefährliche, gefährliche) Krankheit,
Geschwulst
Böschung, die;
-en meist durch Mauerwerk,
Steine, Pflanzen befestigte, schräg abfallende Fläche
im Gelände, bes. die eines Damms, Walls: die B.
bepflanzen, befestigen
böse /Adj./ 1. (im Sinne der geltenden Normen)
moralisch schlecht, verwerflich, bösartig: ein böser
Mensch; eine b. Tat; etw. Böses tun; etw. in böser
Absicht tun; das war nicht b. gemeint — 2 . für
den Betroffenen außerordentlich unangenehm, ihm
große Not, Kummer, Schmerz bereitend, schlimm:
b. Erfahrungen mit etw. machen; das waren b.
Jahre für ihn; ein böses Ende nehmen; b. aus
gehen; nichts Böses ahnen (nicht damit rechnen,
daß etw. Unangenehmes eintritt) — 3* ärgerlich,
zornig, wütend: er wird immer gleich b.; jmdn. b.
ansehen; er war b. auf sie, über sie — 4 . /zu
Kindern gesagt/ umg. ungezogen: wenn du b. bist,
darfst du nicht mitgehen — 5 . /nur attr./ um g.
/von bestimmten Körperteilen/ krank, meist ent
zündet und schmerzend: einen bösen Finger, Zahn
haben ;er hat ein böses Auge — 6 . /advt/ die
Krankheit hat ihn b. (sehr) mitgenommen
- j- etw. macht, erregt, schafft böses / Blut; gute
/ Miene zum bösen Spiel machen; b. / Zungen
behaupten, daß ...
Böse|wicht, der /PI.
-er, -e/ scherzh. /von kleinen
Kindern/: du bist ein richtiger B. (Schlingel)
boshaft /Adj./ 1.1. anderen absichtsvoll Unangeneh
mes zufüge?id: er ist ein boshafter Mensch 1.2. voll
beißendem, verletzendem Spott: eine boshafte Be
merkung machen; b. grinsen; dazu Boshaftigkeit,
die; -,
-en
Bosheit, die; -,
-en 1. /o. PI./ bösartiges Wesen,
Verhalten gegenüber dem Mitmenschen: er ist voller
B.; etw. aus reiner B. tun — 2. bösartige Bemer
kung, Handlung: jmdm. Bosheiten sagen; ver
steckte Bosheiten
- f umg. mit konstanter B. (trotz Hinweises hart
näckig, beharrlich etw., bes. etw. Negatives, immer
wieder tun)
Boß, der; Bosses, Bosse umg. 1.1. /BRD/ leitender
Angestellter od. Eigentümer eines kap. Unter
nehmens 1.2. scherzh. Vorgesetzter, Chef: unser
B, ist in Ordnung
bosseln /sw. Vb.; hat/ umg. an etw. basteln: er hat
ständig an seinem Auto, im Garten, Keller etw.
zu b.
bös|willig /Adj./ in bösartiger A b sich t: böswillige
Verleumdungen; etw. b. zerstören
Botanik, d ie; -,
/o. PL/ Wissenschaft von den
Pflanzen: B. studieren
v
botanisch /Adj./ 1 .1. /nicht präd./ die Botanik be
treffen d : botanische Studien treiben 1.2. /nur attr.]
ein botanischer Garten (öffentliche Anlage mit
Gewächshäusern und Pflanzen aus allen Erdteilen);
der Botanische Garten der Stadt B
Böte, der; -n,
-n 1. jmd.,
der im Auftrag eines
anderen etw. überbringt: etw. durch Boten sehik-
ken, überbringen lassen; er war damals bei der
Firma N als B. beschäftigt — 2. Schneeglöckchen
sind die (ersten) Boten (ersten Anzeichen) des
Frühlings
Botmäßigkeit, die; -,
-en veraltend geh.: ein
Land unter seine B. (Herrschaft 1) bringen
Botschaft, die; -, /o. PI./ 1. von einem Botschafter
geleitete diplomatische Vertretung eines Staates in
einem anderen Staat: die sowjetische B.; die B.
der Volksrepublik Ungarn — 2. Gebäude, das Sitz
von 1 ist: die B. befindet sich im Stadtzentrum —
3. Mitteilung, Nachricht: jmdm. eine B. senden,
überbringen; eine frohe, willkommene, traurige B.
Botschafter, der; -s, - h öchster diplomatischer Ver
treter eines Staates bei einem anderen Staat: der B.
überreichte sein Beglaubigungsschreiben; einen B.
akkreditieren
Botschafterl ebene, die /in der Verbindung/ auf B.
zwischen Botschaftern: Verhandlungen auf B.
Botschaftsrat, der Vertreter des Botschafters
Böttcher, der; -s, - Facharbeiter, der Gefäße aus
Holz herstellt
Bottich, der; -s, -e großes, rundes od. ovales Gefäß
aus Holz: Wäsche in einem B. waschen; ein B. mit
Farbe, Mörtel
Boucle, das; -s, -s [bukle:] Mantel- od. Kleider
stoff mit Noppen
2Boucle, der; -s, -s [bukle:] Boucleteppich
Boucleteppich, der Teppich aus Haargarn mit nicht
aufgeschnittenen Schlingen
Bouillon, die; -,
-s [buljoij] Fleischbrühe: B.
kochen; eine kräftige B .; eine Tasse B.
Boulevard, der; -s, -s [bul9va:r] 1.1. breite, reprä
sentative Straße: die Boulevards von Paris 1.2
200
Boulevardblatt — brandmarken
/DDR/ als Fußgängerzone ausgewiesene, zum Ein
kaufsbummel geeignete breite Straße ohne Bürger
steige
Boulevard|-blatt, das jP l.
- blätter/ reißerisch auf-
gemachte, hauptsächlich an primitive Ansprüche
appellierende, Sensationsberichte bringende Zeitung
kap. Großstädte, die meist reaktionäre Auffassungen
vertritt; -presse, die vgl.
- blatt
Bouquet, das; -s, -s [buke:] veraltend s. Bukett
(1)
Bourgeois, der;
-
[burjöa] Angehöriger der
Bourgeoisie
Bourgeoisie, die; -n [bur3Öazi:, PI. . .i:on ] herr
schende, ausbeutende Klasse der Privateigentümer
an Produktionsmitteln in der kap. Gesellschaft
Boutique, d ie;
-n, auch -s [butirk, PI.
..kan,
. . ks] kleines Geschäft, in dem modische Kleidung
und Accessoires verkauft werden
Bovist, auch Bovjst, der [.. v . .] s. Bofist
Bowdenzug, der [bau..] Techn. durch ein bieg
sames Rohr geführtes Drahtseil zum Übertragen von
Zug (1.1.2) und Druck (1.1)
Bowle,d ie; -,
- n [bo:lo] 1. festliches, kaltes Getränk,
meist aus Wein, Sekt und Früchten: eine B. an
setzen; ein Glas B.
—
2. für 1 bestimmtes Gefäß:
eine B. aus Kristall, Glas
Bowling, das; -s, fo. Pl.f [bo:liq] Kegelspiel mit
zehn Kegeln
Bowling|bahn, die die für das Bowling bestimmte
wegartige Erstreckung, an deren Ende die Kegel auf-
gestellt sind
Box, die; -en 1. durch Unterteilung eines größeren
Raumes entstandener kleiner Raum mit häufig nicht
bis an die Decke gezogenen Trennwänden 1.1, im
Stall zur Unterbringung eines einzelnen Pferdes 1.2.
in einer Messehalle für einen Aussteller — 2. ein
fache, kastenförmige Kamera für Rollfilme — 3.
einer der beiden kastenförmigen Lautsprecher für
Stereo, Stereolautsprecher
Boxe, die; -n s. Box (1)
boxen fsw. Vb.; hat/ 1. nach festen Regeln (unter
der Leitung eines Ringrichters im Ring) in einem
sportlichen Zweikampf den Gegner durch Faust
schläge kampfunfähig zu machen od. nach Punkten
zu besiegen suchen: er hat viele Jahre geboxt; N
boxt heute gegen L — 2. jmdn. in die Seite, in
die Rippen, auf den Arm b. (mit der geschlossenen
Faust heftig und kurz stoßen)
Boxen, das; -s, fo. Pl.f das Boxen als sportliche
Disziplin : Meisterschaften im B.
Boxer, der; -s, - 1. jmd., der das Boxen als Sport
betreibt — 2. der Bulldogge ähnelnder Haushund
Box| -handschuh, der stark gepolsterter Lederhand
schuh, der beim Boxen getragen werden muß; -kalb,
-kalf [..kalf, auch ,.ka:f], das; -s, /o. Pl.f weiches
Kalbsleder: Schuhe aus B.; -kämpf, der Wettkampf
im Boxen: einen B. bestreiten
Boy, der; -s, -s [boy] veraltend bes. in Hotels
tätiger, Livree tragender junger Mann mit bestimm
tem Aufgabenbereich zur Bedienung der Gäste
Boykott, der; -(e)s, -e [boy..] als Maßnahme er
klärte und durchgeführte Form des wirtschaftlichen
und politischen Kampfes, die in der Unterbrechung
der Beziehungen zu bestimmten Menschen, (wirt
schaftlichen) Einrichtungen, einem Land, iii der
Nichtteilnahme an etw.,
Nichtzulassung von etw.,
in der Sperrung der Lieferung od. Abnahme von
(ibestimmten) Waren besteht: den B. verhängen, er
klären, androhen; zum B. aufrufen
boykottieren /sw. Vb.; hat/ [boy..] jmdn., etw. mit
einem Boykott belegen
brabbeln fsw. Vb.; hat/ umg. (etw.) undeutlich vor
sich hin reden: er brabbelte etw. in seinen Bart;
vor sich hin b.
Brachialgewalt, die /o. Pl.f rohe, körperliche Ge
w a lt: die Tür mit B. öffnen
Brachland, das jo. PI./ unbestelltes, unbebautes
Land (2)
brachliegen /Vb./: das Feld, der Acker liegt brach
(wird zeitweilig od. dauernd nicht bebaut); O seine
Fähigkeiten, Kräfte lagen lange Zeit brach (wurd en
nicht genutzt, nicht gefordert)
Brackwasser, das jo. PI./ aus einer Mischung von
Süß- und Salzwasser bestehendes Wasser, bes. an
Flußmündungen
Brägen, der s . Bregen
Branche, die; -,
-n [braqjo] Kaufm . Fachgebiet,
Zweig, bes. in Industrie und Handel: sie arbeiten
in der gleichen B .; er verfügt über lange Erfah
rungen, gute Kenntnisse in dieser B.
Branchen|fernsprechbuch, das nach Branchen ge
ordnetes Fernsprechbuch
Brand, der; -(e)s, Brände 1.1. Schadenfeuer: ein B.
brach aus; der B. griff schnell um sich, hat einen
ganzen Stadtteil vernichtet; einen B. legen, ein
dämmen, löschen; Brände verhüten 1.2. /o. P L ;
von einem Schadenfeuer/ das Brennen (1.1) s beim
B. der Scheune wurde viel Getreide vernichtet;
etw. in B. stecken, setzen (zum Brennen bringen).;
in B. geraten (anfangen zu brennen) — 2. fo, Pl.f
umg. quälender Durst (1): einen mächtigen B.
haben; seinen B. (mit Bier) löschen — 3. jo. Pl.f
Krankheit, bei der infolge Durchblutungsstörungen
Gewebe abstirbt, bes. an Zehen und Fingerspitzen —
4. /o. Pl.j bes. durch Pilze hervorgerufene Krankheit
bei Pflanzen
Brand/brand| -blase, die auf der Haut durch Ver
brennung entstandene Blase (1.2); -bombe, die
Bombe (1.1) mit leichtentzündlichen Stoffen, die bei
deren Aufschlagen in Brand geraten und Brände
entfachen; -brief, der umg. Brief, in dem dringlich
um die schnelle Erfüllung einer Bitte ersucht wird;
:eilig, -eilig /Adj.; .nicht adv.; emot./ sehr eilig: ein
brandeiliger Auftrag; etw. ist b.
branden, brandete, hat gebrandet das Meer bran
det (die Wogen des Meeres schlagen heftig und sich
brechend) gegen den Felsen; die Wogen b. an den
Kai; O brandender (überaus lebhafter) Verkehr;
brandender (tosender 1.1) Beifall
Brand|-fleck, der durch Einwirken von Hitze ent
standene Beschädigung in Form eines Fleckes; -ge-
fahr, die jo. P l.j: infolge der trockenen Witterung
besteht hohe B .;
-geruch, der /o. Pl.j Geruch nach
etw. Brennendem, Verbranntem;-herd, der Herd (2),
von dem ein Brand (1) ausgeht: den B. feststellen
brandig /Adj./ 1. verbrannt riechend, schmeckend:
ein brandiger Geruch; b. schmecken — 2. /nicht
adv./ vom Brand (3, 4) befallen: eine brandige
Wunde; ein brandiges Bein; das Getreide ist b.
Brand/brand| -mal, das durch Verbrennung auf der
Haut entstandenes Mal, Zeichen: ein B. auf der
Hand haben; O geh. das B. (das unauslöschliche
Zeich en ) eines Vergehens, einer Schuld tragen;
-marken, brandmarkte, hat gebrandmarkt etw .,
Brandmauer — braun
201
jmdn. öffentlich scharf kritisieren: Machenschaften,
Mißstände b.; jmdn. als Verbrecher b.;
- mauer,
die nach bestimmten Vorschriften errichtete M auer
zwischen zwei aneinanderstoßenden Gebäuden od.
Gebäudeteilen, die das Übergreifen von Bränden ver
hindern soll; :neu, -neu fAdj.f umg. femot.f ganz
neu (1.1): die Nachricht ist b.;
- Satz, der leicht
entzündliches Gemisch aus chemischen Stoffen als
Füllung bes. von Brandbomben; -schaden, der durch
einen Brand (1) entstandener Schaden; -schätzen,
brandschatzte, hat gebrandschatzt /bes. von H e eren
im Feudalismus/ etw. bis aufs letzte unter Anwen
dung von Gewalt und durch das Anlegen von Bränden
ausplündern, ausrauben: die reichen Provinzen
waren mehrmals gebrandschatzt worden; brand
schatzende Horden; -Schutz, der Bestimmungen
und Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung
von Bränden (1); -sehutzverantwortliehe, der; -n,
- n: der B. des Betriebes; -sohle, die innere Sohle
des Schuhs, die mit dem Schaft und dem Boden
des Schuhs verbunden ist; -Stifter, der jmd.,
der
vorsätzlich od. fahrlässig einen Brand (1) verursacht;
-Stiftung, die vorsätzliche od. fahrlässige Verur
sachung eines Brandes (1); -teig, der jo. PL/ über
schwacher Hitze bereiteter Teig bes. zur Herstellung
von Windbeuteln, Spritzkuchen
Brandung, die; -en jvorw. Sg .j Gesamtheit starker,
gegen einen Strand, eine Küste prallender und sich
brechender Wellen: eine starke B.; die B. tost
Brand|wunde, die durch Verbrennung entstandene
Wunde
Brandy, der; -s, -s /bei Mengenangabe PL Brandy/
[brsndi] Weinbrand
Branntwein, der durch Gärung bestimmter Flüssig
keiten und anschließende Destillation gewonnenes,
starkes alkoholisches Ge-tränk
braten (er brät), briet,hat gebraten 1.1. ein bestimm
tes Nahrungsmittel in zerlassenem Fett in einer
Pfanne, einem Tiegel unter Einwirkung starker
Hitze (auf dem Herd) gar und an der Oberfläche braun
werden lassen: Fleisch, Kartoffeln, Fisch b.; etw.
in Öl, Butter, am Spieß b.; die Ente schön knus
prig b.; sich ein Schnitzel b. 1 .2. /von bestimmten
Nahrungsmitteln/ in zerlassenem Fett in der Pfanne
unter Einwirkung starker Hitze gar und an der Ober
fläche braun werden: die Ente muß zwei Stunden
b.; die Kartoffeln b. in der Pfanne — 2. umg. /vom
Menschen/ wir b. in der Sonne, lassen uns in, von
der Sonne b. (setzen unseren nackten Körper den
heißen Sonnenstrahlen aus, um eine braune Haut
farbe zu bekommen)
-}- jmdm. eine
Extrawurst b.; da brat mir einer
’ nen /* Storch!
Braten, der; -s, - gebratenes od. zum Braten be
stimmtes, geeignetes größeres Stück Fleisch, auch klei
neres Tier, das im ganzen gebraten w ird: ein
knuspriger B .; den rohen B. spicken; den B. auf-
tragen, - schneiden; eine Platte mit kaltem B.
-f- umg. den B. riechen (etw. im voraus merken,
merken, was los ist, gespielt wird)
Braten| -fett, das ]o. PL/ beim Braten aus dem
Fleisch austretendes Fett; -saft, der fo. PL/ beim
Braten aus dem Fleisch austretender Saft; -Soße,
die Soße, die zum Braten gereicht wird
Brat| -fisch, der gebratener od. zum Braten be
stimmter Fisch ; -hähnchen, das vgl.
- f isch; -hering,
der gebratene H ering; -kartoffeln, die /PL/ in
Scheiben geschnittene und in Fett gebratene ge
kochte Kartoffeln; -pfanne, die Pfanne, die zum
Braten benutzt wird; -röhre,die zum Braten,1Backen
dienender abgeschlossener Raum im Herd
Bratsche, die; -,
-n Streichinstrument, das etwas
größer als eine Violine und eine Quinte tiefer als
diese gestimmt ist
Brat| -spieß, der Spieß, an dem ein größeres Stück
Fleisch, ein ganzes Tier über offenem Feuer ge
braten werden kann; -warst, die zum Braten be
stimmte od. gebratene Wurst
Brauch, der; -(e)s, Bräuche innerhalb einer eth
nischen, sozialen Gruppe von Menschen durch
häufige Ausübung und Überlieferung in bestimmten
Formen ausgebildete Handlung: ein alter, schöner
B.; alte Bräuche pflegen, bewahren, wieder auf
leben lassen; das ist so B. (üblich) bei uns, hier
brauchbar /Adj.; nicht adv./ (für etw). geeignet,
verwendbar: das Material ist dafür noch b.;
brauchbare Vorschläge machen; sich als b. er
weisen
brauchen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. benötigen, nötig
haben : ich brauche neue Schuhe (für den Winter),
eine stärkere Brille (um besser sehen zu können);
er braucht dringend Geld; Ruhe, Rat, Trost, jmds.
Hilfe b.; jmdn. b .: ich brauche dich (deine Hilfe,
Unterstützung) dringend; er braucht jmdn.,
der
sich um ihn kümmert; danke, ich brauche Sie
jetzt nicht mehr; ich kann dich jetzt nicht b.
(du störst 1.1 mich jetzt) 1.2 . eine bestimmte Zeit
(für etw.) benötigen: der Zug braucht zwei Stunden
(für die Fahrt) von M bis O; er hat viele Jahre für
diese Arbeit gebraucht; das braucht seine Zeit
(läßt sich nicht schneller erledigen, nicht beschleu
nigen) 1.3. eine bestimmte Menge von etw. (für etw.)
zur Verfügung haben müssen, verbrauchen (1.1):
für diesen Rock braucht man zwei Meter Stoff;
wir haben das ganze Geld, alle Vorräte gebraucht;
etw. braucht etw .: dieses Gerät braucht viel
Strom — 2. etw. gebrauchen, verwenden: die Sachen
kann ich gut, nicht mehr b .; er braucht seine
Ellenbogen (schafft sich rücksichtslos Platz); seinen
Verstand b.
—
3. /b.
-f- zu + Inf.; stets verneint od.
eingeschränkt/ 3.1 . /drückt bei Verneinung aus, daß
kein Zwang, Erfordernis zur Realisierung des In
halts des Inf. vorliegtf müssen (1): morgen brauche
ich nicht zu kommen; das brauche ich mir nicht
gefallen zu lassen; du brauchst doch nicht gleich
zu weinen; es braucht nicht gleich zu sein (es hat
Z eit); das braucht niemand zu wissen (sollte besser
niemand wissen) 3.2. /drückt bei Einschränkung
aus, daß etw. vor sich gehen kann/: du brauchst es
nur zu sagen
Brauch|wasser, das /o. PL/ nicht als Trinkwasser
geeignetes, aber für andere, bes. industrielle Ver
wendung brauchbares Wasser
Braue, die; -,
-n /vorw. PL/ Augenbraue: dichte,
schwarze Brauen; die Brauenhochziehen, runzeln
brauen /sw. Vb.; hat/ 1.1. Bier b. (in einer Brauerei
herstellen) 1.2. umg. ein Getränk zubereiten: eine
Bowle b.; Punsch b.; sich einen starken Kaffee b.
Brauerei, die; -,
-en Produktionsbetrieb zur H er
stellung von Bier
braun /Adj./ von einer Farbe, die aus Gelb, Rot und
Schwarz gemischt ist: sie hat braune Augen, Haare;
b. wie Schokolade; ein braunes Kleid; braune
Wolle; sich von der Sonne b. brennen (bräunen 1.1)
202
Braunbär — brechen
lassen; ein warmes, helles Braun; die Farbe Braun
Braun|bär, der in Osteuropa, Asien, Nordamerika
lebender Bär mit braunem Pelz, kurzen Ohren und
massigem, gedrungenem Körper
Bräune, die; /o. PL/ dwrcÄ Sonnenstrahlung her
vorgerufene braune Färbung der H aut: sein Gesicht
hatte eine gesunde B.
bräunen /sw. Vb. ; hat/ 1.1. die Sonne hat ihn,
sein Gesicht gebräunt (hat bew irkt, daß er, «sei«,
Gesicht eine braune Färbung der Haut bekommen
hat) 1.2. seine Haut bräunt sich (in der Sonne)
schnell (bekommt schnell eine braune Färbung) —
2.1. bestimmte Nahrungsmittel meist in einer Pfanne
unter Einwirkung von Hitze auf dem Herd braun
werden lassen: Zwiebeln, Mehl in Fett b. 2.2. /von
bestimmten Nahrungsmitteln/ sich b. meist in einer
Pfanne unter Einwirkung von Hitze auf dem Herd
braun werden: die Zwiebeln, Kartoffeln b. sich
schon in der Pfanne
braun/Braun| -gebrannt /Adj./ von der Sonne ge
bräunt: er kam b. aus dem Urlaub zurück; -kohle,
die /o. PL/ schwarzbraune, meist erdige Kohle, die
mit stark rußender Flamme und unangenehmem
Geruch verbrennt: B. abbauen, fördern
bräunlich /Adj./' ins Braune spielend, sich im
Farbton dem Braun nähernd: etw. schimmert b.
Braus
+ in/ SausundB.leben
Brause, die; -n 1. Brauselimonade: eine B. trin
ken — 2.1. Dusche (1): sich mit der B. abduschen;
unter der B. stehen 2.2 . siebartig durchlöchertes
Teil, das auf das Abflußrohr einer Gießkanne ge
steckt wird: die B. aufsetzen — 3. /o. PI./ Dusche (3):
eine warme, kalte B. nehmen
Brauselimonade, die mit Kohlensäure versetzte
Limonade
brausen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. infolge eigener starker
Bewegung ein starkes Rauschen hören lassen (hat):
der Wasserfall, Sturm braust; <J> die Orgel er
klingt brausend (in voller, gleichmäßiger Stärke);
brausender (tosen der, lebhafter) Beifall, Jubel —
2. sich duschen (hat): ich brause mich jeden Mor
gen heiß, kalt — 3. jbes. von Verkehrsmitteln/ sich
mit hoher Geschwindigkeit (und starkem Rauschen)
irgendwohin bewegen (ist): der Zug braust über
die Schienen; das Auto brauste durch die Stadt,
um die Ecke
Brause|pulver, das Pulver, das, in Wasser auf
gelöst, Brauselimonade ergibt
Braut, die; -, Bräute 1. Frau an ihrem Hochzeits
tag (1.1): die B. war ganz in W eiß gekleidet —
2. veraltend Verlobte: er war bei den Eltern
seiner B. eingeladen
Braut|eltern, die /PL/ Ettern der Braut (1)
Bräutigam, der; -s, -e [. .gam] 1. Mann an seinem
Hochzeitstag (1) — 2. veraltend Verlobter
Braut| -Jungfer, die unverheiratete Verwandte od.
Freundin der Braut, die diese bei der Trauung be
gleitet ; -kleid, das festliches, meist weißes K leid, das
die Braut am Hochzeitstage trägt; -kranz, der
Myrtenkranz; -mutter, die /PI.
- mütter/ vgl. Braut
eltern; -paar, das Braut und Bräutigam; -schau,
die /in den Verbindungen/ umg. scherzh. B.
halten, auf B. gehen (sich unter heiratsfähigen
Mädchen nach einer Frau umsehen); -schieier, der
vgl.
- k leid; -vater, der vgl. Brauteltern
brav /Adj./1. /von Kindern/ artig (1): sei schön b .!;
wenn du nicht b. bist, darfst du nicht mit ins Kino
—
2. /nicht attr.\ ordentlich (4), aber nicht über den
Durchschnitt hinausgehend: er hat das Klavier
stück b. heruntergespielt — 3. hausbacken: in dem
Kleid sieht sie sehr b. aus; für diesen Anlaß ist die
Bluse zu b.
+/treuundb.
bravo [..vo] /Ausruf des Beifalls, der Anerkennung
bes. bei darstellerischen Leistungen/: „b . “ rufen
Bravo|ruf, der /vorw. PL/ vgl. bravo: es gab Bravo
rufe auf offener Szene
Bravour, die; -, /o. Pl.j [ . .vu:r] 1. mit B. (Kühn
heit, Tapferkeit) fechten, reiten, kämpfen —
2.1. eine Arie mit B. (glänzender Technik, Meister
schaft) singen, vortragen 2.2 . eine schwere Auf
gabe mit B. (souverän 2) lösen
Bravourjleistung, die glänzende, überzeugende L ei
stung
BRD, die;- , /o. PL/ [be:er|de:] /Kurzw. für Bun
desrepublik Deutschland/
Brechdurchfall, der gleichzeitiges Auftreten von E r
brechen und Durchfall, bes. bei infektiösen Erkran
kungen von Magen und Darm
brechen (er bricht), brach, hat/ist gebrochen
/ / auch brechend, gebrochen/ 1. (hat) 1.1 . etw.
Hartes, Sprödes unter Anwendung von starkem
Druck, von Gewalt in (zwei) Teile, Stücke teilen
(toobei ein krachendes Geräusch entsteht): dürre
Zweige mit der Hand b.; Blumen b. (abpflücken)
1.2. Gestein, Felsmassen b. (aus ihrem natürlichen
Lager lösen, abbauen) 1.3. feste Stoffe, bes. Kohle,
Gestein, Salze mit Hilfe von Maschinen in grobe
Stücke zerkleinern 1.4. einen Knochen durch Sturz
od. andere Einwirkung von Gewalt so beschädigen,
daß er an einer od. mehreren Stellen durchgetrennt
ist: er hat sich den Arm, das Bein gebrochen —
2. etw. bricht etw. Hartes, Sprödes teilt sich durch
Einwirkung von starkem Druck, von Gewalt (kra
chend) in (zwei) Teile, Stücke (ist): das Brett ist
unter der Belastung gebrochen; das Rad, die
Achse, Feder ist gebrochen; die Äste brachen fast
unter der Last der Früchte, des Schnees; der
Saal war zum Brechen voll (überfüllt) — 3. etw.,
das sich als Hindernis darstellt, überwinden (hat):
jmds. Widerstand, Trotz b.; einen Rekord b.
(einen neuen Rekord aufstellen) — 4. mitjmdm., etw.
b. die bisherige Verbindung, Beziehung zu jmdm.,
etw. abbrechen (hat): er hat mit ihr, seiner Fa
milie, der Vergangenheit, mit einer alten Gewphn-
heit, Tradition gebrochen — o) ein Übereinkom
men nicht mehr einhatten (hat): einen Vertrag, sein
Versprechen, Wort b.; veraltend die Ehe b.
(dem Ehepartner untreu sein) — 6 . aus, durch etw.
b. plötzlich und mit Anstrengung aus etw. hervor-
kommen, durch etw. dringen (ist): die Quelle bricht
aus dem Felsen; die Sonne bricht durch die W ol
ken; Tränen brachen ihr aus den Augen — 7. (hat)
7.1. sich b. auf etw. auftreffen und in eine andere
Richtung abgelenkt od. zurückgeworfen werden: die
Wellen b. sich an der Küste, Mole; Lichtstrahlen
b. sich in der Linse; der Schall bricht sich an der
Mauer 7.2. etw. lenkt etw., das darauf auftrifft, in
eine andere Richtung ab od. wirft es zurück: die
Ufermauer bricht die W ellen; die Linse bricht das
Licht — 8 . (hat) 8.1. erbrechen (I), sich übergeben:
er mußte plötzlich, mehrmals, heftig b. 8 .2 . etw.
erbrechen (I): Blut, Galle b.
brechend — breittreten
203
- f etw. bricht sich / Bahn; auf / Biegen oder
Brechen; das / Eis war gebrochen; eiiier / Fla
sche den Hals b.; etw. bricht jmdm. das /* Ge
nick, den / Hals, das / Herz; etw. übers / Knie
b.; für jmdn. eine / Lanze b.; den / Stab über
jmdn. b .; einen / Streit vom Zaun(e) b.; da
brichst du dir keinen / Zacken aus der Krone
brechend \Adj.; / auch brechen; in der Verbin
dungI b. voll sehr voll, überfüllt: der Saal war b. voll
Brecher, der; -s, - 1. Sturzsee — 2. Maschine zur
Zerkleinerung fester Stoffe, bes. von Gestein
Brecht -mittel, das Arzneimittel, das zum E r
brechen führt und bei Vergiftungen angewendet
wird; O umg. /emot./ er ist für mich ein B.
(widert mich an) ; -reiz, der jo. Pl.j Gefühl, sich
übergeben zu müssen; -stange, die starke Stange
aus Eisen mit (gebogenem) spitzem od. abgeflachtem
Ende zum Anheben schwerer Lasten und zum A us
einanderbrechen fest zusammenhängender Teile
Brechung, die; -en Phys. Änderung der Richtung
einer Welle beim Übertritt in ein anderes M edium
Bredouille, die [breduljo] /in den Verbindungen/
umg. in der B. (in Bedrängnis, Verlegenheit) sein;
in die B. kommen, geraten
Bregen, der; -s, - landsch. Hirn von Schlacht
tieren
Brei, der; -(e)s, -e fvorw . Sg .j dickflüssig gekochte
Speise (1.1): einen B. kochen; ein süßer, dicker B.;
B. aus Grieß, Haferflocken; das Kind mit B.
füttern; etw. zu B. (zu einer dickflüssigen Masse)
zerrühren, zerstampfen
+ wie die / Katze um den heißen B. herum
schleichen, -gehen
brejig /Adj.; zu Brei/
breit /Ad j./ 1.1. /bezeichnet im Vergleich zur Länge
die jeweils kleifiere räuml. Ausdehnung eines Gegen
standes, Raumes, einer Fläche in der Richtung der
waagerechten Erstreckung, bei aufgehängten (flächen
haften) Gegenständen und bestimmten Möbeln im
Vergleich zur Höhe (und Tiefe) die größere od. auch
kleinere von vorn gesehene Ausdehnung in der
Richtung der waagerechten Erstreckung/ 1.1.1. /einer
Maßangabe nachgestelltj: ein zehn Meter breiter
Fluß; das Zimmer ist drei Meter b. und vier
Meter lang; dieses Brett ist 30 Zentimeter breiter
als das andere, ist drei Millimeter zu b .; der Stoff
ist, liegt 90 Zentimeter b .; das Bild ist drei Meter
b. und einen Meter hoch; der Schrank ist zwei
Meter b., 80 Zentimeter tief und drei Meter hoch
1.1.2. /ohne Maßangabe/ von relativ großer Aus
dehnung in der Querrichtung: ein breiter Fluß,
Schrank; eine breite Straße; ein breites Fenster,
Brett 1.2 . nach der linken und rechten Seite über
die erwartete Norm hinaus beträchtlich ausgedehnt:
eine breite Stirn; breite Schultern haben — 2.1.
eine breite Aussprache (eine Aussprache mit lang
samem Sprechtempo und gedehnten Vokalen) 2.2 .
die Darstellung ist zu b. (zu weitschweifig); ein
b. angelegter Roman — 3. eine breite (fast die
gesam te) Öffentlichkeit ansprechen; breite Kreise
(ein großer Teil) der Bevölkerung; ein breites
Echo, Interesse (ein Echo, Interesse bei vielen
Menschen) finden
+ einen breiten / Buckel haben; / groß und
b.; / lang und b., des langen und breiten; einen
breiten / Rücken haben; / weit und b.
breitbeinig /Adj.; vorw. adv./ mit gespreizten B ei
nen: b. dastehen
Breite, die; -,
-n 1. jvorw. Sg./ 1.1. die jeweils
kleinere räumliche Ausdehnung im Vergleich zur
Länge in der waagerechten Erstreckung, die jeioeils
größere von vorn gesehene Ausdehnung im Vergleich
zur Höhe (und Tiefe) in der waagerechten Er
streckung: die Lange, Höhe und B. eines Zimmers;
die B. des Flusses; ein Brett von 30 Zentimetern
B .; Bretter in verschiedenen Breiten (Abmessungen
in der Querrichtung); B. und Höhe des Bildes, B.
und Tiefe des Schreibtisches ausmessen, angeben
1.2 . die über die erwartete Norm, hinaus beträcht
liche Ausdehnung nach der rechten und linken Seite:
die B. seiner Schultern — 2 .jo . PL/ Weitschweifig
keit: die B. der Ausführungen, Darstellung wirkte
ermüdend; der Aufsatz geht zu sehr in die B.
(enthält zu viel Details, Nebensächlichkeiten) — 3.1.
jo. PI./ dieser Ort liegt auf dem 50. Grad nörd
licher, südlicher B. (nördlich, südlich vom Äquator)
3.2 . /nur im PL/ Gebiet innerhalb bestimmter B rei
tengrad e: in diesen Breiten herrscht feuchtwrarmes
Klima; in unseren Breiten gedeihen keine tropi
schen Pflanzen
-f- umg. in die B. gehen (dick werden)
breiten, breitete, hat gebreitet 1. etw. über etw. b.
etw. Flächiges in seiner ganzen Länge und Breite
über etw. legen: jmdm. eine Decke über die Füße
b.; ein Laken über das Bett b.
—
2. die Arme,
Flügel b. (die Arme, Flügel nach beiden Seiten ganz,
weit ausstrecken) — 3. sich (weithin) über etw. er
strecken (1): Nebel breitete sich über die, der
Ebene
Breitenl -arbeit, die jo. Pl.j auf die Einbeziehung
und aktive Teilnahme einer großen Anzahl von
Menschen gerichtete Tätigkeit auf einem bestimm
ten G ebiet: politische Massenarbeit ist B.; die B.
im Sport; -grad, der /PL -e/ Fläche zwischen zwei
um einen Grad auseinanderliegenden Breitenkreisen ;
- kreis, der gedachter, parallel zum Äquator ver
laufender Kreis um die Erdkugel; -Wirkung, die
breite Kreise der Öffentlichkeit erfassende Wirkung
bre]t/Brejt| -machen, sich /Vb.j umg. 1. viel Platz
für sich in Anspruch nehmen: sich auf dem Sofa
b.; mach dich nicht so breit! — 2 . /von etw. als
negativ Eingeschätztem/ sich immer weiter aus
breiten, immer mehr Bereiche od. Personen erfassen:
Erscheinungen, Unsitten, die sich leider immer
mehr b.;
- schlagen /Vb.j umg. jmdn. durch wieder
holte, hartnäckige Bemühungen zu etw. überreden:
er hat ihn schließlich doch noch breitgeschlagen;
er hat sich b. lassen, ihm das Geld zu borgen;
- schult(e)rig /Adj.; nicht adv./ mit breiten Schul
tern: ein breitschultriger Mann; -schwänz, der jo.
PI./ kurzes, noch ungelocktes, schön gezeichnetes
Fell (2) von zu früh geborenen Lämmern desKarakul
schafes: ein Mantel aus B.;
-Seite, die 1. die breitere
Seite von etw .: an der B. des Tisches sitzen; die
B. eines Schiffes — 2. Mil. das gleichzeitige Ab-
feuern aller auf der Längsseite eines Schiffes an
gebrachten Geschütze: eine B. abgeben; -spur, die
/o. PI./ breitere Spurweite als die Normalspur;
- spurbahn, die auf Breitspur fahrende Eisenbahn;
- spurig \Adj.\ großspurig, angeberisch: b. auf-
treten, reden; -treten /Vb./ umg. etw. weit
schweifig, ermüdend, immer wieder bis zum Über
druß vielen, allen möglichen Leuten erzählen: eine
204
breitwalzen — Brett
alte, unangenehme Geschichte b.; -walzen jV b .f
umg. etw. b. über etw. immer wieder und ausführ
lich reden: ein Thema b.
Brems|belag, der Schicht aus abriebfestem Material
als Teil der Bremse
Bremse, die; -n I. Vorrichtung zum Verlangsamen
od. Abstoppen einer Bewegung durch Hemmung der
bewegten Teile, bes. eines Fahrzeugs: eine hydrau
lische, elektromagnetische B .; die B. betätigen,
anziehen; auf die B. treten; die Bremsen quiet
schen — II . in zahlreichen Arten vorJcommende
große Fliege, deren Weibchen vorwiegend vom Blut
warmblütiger Tiere lebt: die Pferde wurden von
Bremsen geplagt
bremsen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . der Fahrer bremste
(betätigte die Bremse); er mußte scharf b. 1.2. etw.
b. durch eine entsprechende Vorrichtung, bes. durch
Betätigen der Bremse, die Geschwindigkeit von etw.
(bis zum Stillstand) herabsetzen: einen Wagen b.;
das Auto nicht mehr rechtzeitig b. können; O eine
Entwicklung b. (so beeinflussen, daß sie sich ver
langsamt); wenn er erst angefangen hat zu er
zählen, ist er nicht mehr zu b.
Brems| -klotz, der f P l .
- k lötze/ (Holz)klotz, der die
(Weiter)bewegung von Rädern verhindert; -licht, das
jPl.
- er/ beim Bremsen aufleuchtendes Licht an der
Rückseite von Kraftfahrzeugen; -pedal, das Pedal
zum Betätigen der Bremse; -rakete, die Vorrichtung
zum Bremsen od. zur Veränderung der Bahn einer
Rakete, eines Raumfahrzeugs: die Bremsraketen
zünden; -schuh, der keilförmiges Gerät aus Stahl,
das auf die Schienen gesetzt wird, um laufende
Eisenbahnwaggons beim Rangieren zu bremsen, zum
Stillstand zu bringen; -spur, die Spur, die ein stark
abgebremstes Fahrzeug auf der Straße od. dem Erd
boden hinterläßt; -weg, der Strecke, die ein Fah r
zeug, nachdem die Bremse betätigt wurde, bis zum
Stillstand noch zurücklegt
brennbar fAdj.; nicht adv.f so beschaffen, daß es
nach dem Anbrennen ohne weitere Zufuhr von
Hitze (vollständig ver)brennt: brennbare Flüssig
keiten, Materialien
brennen, brannte, hat gebrannt / / auch brennend/
1. /bezeichnet den Vorgang, bei dem etw. durch
Feuer unter Entwicklung von Flammen und Hitze
eine lebhaft verlaufende chemische Umsetzung er
fährt, in seiner bisherigen Form zerstört, auf
gebraucht wirdf 1.1. etw. brennt (ist von Feuer
erfaßt); das Streichholz brennt (ist angebrannt,
wird von einer Flamme aufgebraucht); die Scheune,
der Holzstoß brennt (steht in Flammen, geht in
Flammen auf); irgendwo brennt es (ist ein Feuer);
trockenes Holz brennt gut (entzündet sich leicht
und verbrennt schnell); die Zigarette brennt (ist
angezündet und verbrennt glühend, glimmend); das,
ein Feuer brennt (der, ein Verbrennungsvorgang
geht vor sich); das Feuer (im Ofen) brennt heute
gut, schlecht; O umg. wo brennt’s denn (was
ist denn Zos)?1; Haß und Neid brannten in ihm;
brennende (leidenschaftlich starke) Liebe 1.2 . der
Ofen, Herd brennt (in ihm geht ein Verbrennungs
vorgang vor sich) 1.8. der Ofen brennt (heizt 1.3)
gut 1.4. etw. als Brennstoff verwenden: Holz, Kohle
b. 1.5. er hat mit der Zigarette, ein Loch in das
Tischtuch gebrannt (durch eine glühende Zigarette
ein Loch verursacht) — 2. die Sonne brennt (scheint
sehr heiß) — 8 . eingeschaltet, angezündet sein und
leuchten: das Licht brennt in der ganzen Wohnung;
die Kerze, Lampe brennt (leuchtet) nur sehr
schwach; etw. b .: wir mußten den ganzen Tag
Licht b. (eingeschaltet und leuchten lassen) — 4 .
aus bestimmten Stoffen, Materialien durch Einwir
kung von Hitze, Wärme in einem jeweils besonde
ren Verfahren ein bestimmtes Produkt hersteilem
Ziegel b.; gebrannter K alk; Porzellan b .; Kaffee
b. (rösten); gebrannte Mandeln; Schnaps b.
(destillieren) — 5 .1. (wund, entzündet, geschwollen
sein und) heftig und quälend schmerzen: die Füße
brannten ihm nach dem langen Marsch; die
Wunde brennt; die Augen b. ihr vor Müdigkeit;
O brennender Durst 5.2. scharf schmecken und
einen beißenden Reiz verursachen: Pfeffer brennt
auf der Zunge; der Schnaps brennt in der Kehle
—
6.1. darauf b., etw. Bestimmtes zu tun heftig
nach etw. streben, trachten, auf etw. sinnen: er
brennt darauf, sein Können zu beweisen 6.2 . vor
etw. b . sich im Hinblick auf etw. kaum, nicht be
zähmen können: er brennt vor Neugier, Ungeduld,
Ehrgeiz
+ etw. brennt jmdm. auf den / Nägeln, der
/ Seele; etw. brennt wie / Zunder
brennend fA dj.; / auch brennen/ 1. äußerst wichtig
und daher schnell zu bewältigend: ein brennendes
Problem; brennende Fragen der Tagespolitik — 2 .
/adv.f etw. b . (sehr) gern tun
Brenner, der; -s, - 1 . Vorrichtung, die einer Flamme
ein Gemisch von Brennstoff und Luft zuführt —
2. Schweißbrenner
Brenn| -glas, das jP l.
- gläser/ Linse, die alle durch
sie einfallenden Strahlen in einem Brennpunkt ver
einigt; -holz, das fo. Pl.f als Heizmaterial dienendes
Holz; -material, das Heizmaterial; -nessel, die
jSchreibg.: Brennessel/ krautige Pflanze mit borsten
artigen Haaren, die bei Berührung einen Giftstoff
absondern, der die Haut reizt, eine vorübergehende
Entzündung hervorruft; -ofen, der Ofen zum Bren
nen geformter Gegenstände aus einer keramischen
Masse; -punkt, der /PI.
-e/ 1. Opt. Punkt, in dem
sich parallel zur Achse in eine Linse od. einen Hohl
spiegel einfallende Strahlen nach ihrer Brechung od.
Reflexion vereinigen — 2. im B. (Mittelpunkt 2.1)
des öffentlichen Interesses stehen; -Spiritus, der
jo. Pl.f ungenießbar gemachter Spiritus, der für
technische Zwecke und als Brennstoff verwendet
wird; -Stoff, der fester, flüssiger od. gasförmiger
Stoff, bes. Kohle, Erdöl, Erdgas od. aus ihnen her
gestellte Produkte, die zur Erzeugung von Wärme
od. Bewegungsenergie (2) verbrannt werden können;
-weite, die Opt. Abstand des Brennpunkts vom
Mittelpunkt der Linse od. des Hohlspiegels
brenzlig fAdj.f 1. hier riecht es b. (verbrannt, nach
Verbranntem); ein brenzliger Geruch — 2. umg.
kritisch, gefährlich: die Sache wird mir zu b.; in
eine brenzlige Situation geraten
Bresche, die; -,
- n: eine B. (große Lücke, großes
Loch) in einer Mauer schließen
4- für jmdn., etw. eine B. schlagen (sich für jmdn.,
etw. nachdrücklich und mit Erfolg einsetzen); für
jmdn. in die B. springen (für jmdn. einspringen );
sich für jmdn. in die B. werfen (für jmdn. ein-
treten 8)
Brett, das; -(e)s, -er 1. relativ langes Stück Schnitt
holz mit einem rechteckigen Querschnitt in den Ab
messungen 16-40 mal mindestens 80 Millimetern: ein
Brettspiel — brillieren
205
dickes, dünnes, schmales B .; Bretter schneiden,
(zer)sägen; etw. mit Brettern vernageln, verscha
len — 2. viereckige, in Felder eingeteilte od. mit
Linien versehene Platte (aus Holz) für Brettspiele: die
Figuren auf das B. setzen — 8 . /nur im Pl.j
S k ier: sich die Bretter an-, abschnallen
+ das Schwarze B. (Tafel für Anschläge, Bekannt
machungen); die Bretter, die die Welt bedeuten
(die Bühne 2); umg. ein B. vor dem Kopf haben
(begriffsstutzig sein, einen beschränkten geistigen
Horizont haben)-,
—
bei jmdm. einen / Stein im
B. haben
Brettjspiel, das Spiel, das meist zu zweit mit Steinen,
Figuren auf einem Brett (2) gespielt wird
Brevier, das; -s, -e [..v . .j Bei. kath. 1.1. Buch
mit den lateinischen Texten für die täglichen Gebete
des katholischen Geistlichen 1.2. in 1.1 enthaltenes
Gebet
Brezel, die; -,
- n süßes od. salziges, aus einer, einer
Acht ähnlich geformten Teigrolle bestehendes Gebäck
Brezel|backen, das
4- umg. das geht wie’s B. (das geht sehr schnell,
zügig voran)
Bridge, das; -, /o. Pl.j [britf] Kartenspiel für vier
Personen, bei dem die einander Gegenübersitzenden
eine Partei bilden
Brief, der; -(e)s, -e schriftliche Mitteilung an jmdn.,
die ihm in einem (verschlossenen) Umschlag über
sandt wird: jmdm., an jmdn. einen B. schreiben;
einen B. diktieren, an jmdn. adressieren; den B.
frankieren, abschicken; Briefe zustellen; einen B.
erwarten, bekommen, lesen, beantworten
-j- ein offener B. (in der Presse veröffentlichtes
Schreiben an eine bekannte Persönlichkeit, bes. einen
Staatsmann, der ein die Allgemeinheit interessieren
des Problem aufwirft, eine Stellungnahme zu etw.
enthält); jmdm. B . und Siegel auf etw. geben
(jmdm. etw. fest versichern, garantieren)
Brief] -bogen, der Bogen B riefpapier; -geheimnis,
das fo. PI .I Postgeheimnis; -kästen, der fPl.
-kästen/ 1.1. von der Post öffentlich aufgestellter
Behälter zum Einwerfen zu befördernder Briefe, der
regelmäßig geleert wird 1.2. am Haus- od. Wohnungs
eingang angebrachter Kasten, in den der Briefträger
die für den Empfänger bestimmten Sendungen ein
wirft; -köpf, der Angaben zur Person, Institution
des Absenders (auch Adresse und für den Geschäfts
verkehr wichtige Angaben) enthaltender oberer Teil
des Briefbogens; -kuvert, das veraltend Brief
umschlag
brieflich fAdj.; nicht präd.f in Form eines Briefes:
eine briefliche Nachricht erhalten; jmdm. etw. b.
mitteilen
Brief] -marke, die Marke zum Freimachen von
Postsendungen: eine gestempelte B.; Briefmarken
sammeln; -Öffner, der spitzes, scharfes Gerät zum
Öffnen von Briefen; -papier, das jo. Pl.j für Briefe
bestimmtes Papier (mit Umschlägen); -partner, der
jmd.,
mit dem man Briefe wechselt; -porto, das
Gebühr für die Beförderung von Briefen durch die
Post
Briefschaften, die jPl.f veraltend Briefe, Post
karten, die jmd. erhalten hat: wo bewahrt er seine
B. auf?; in alten B. kramen
Brigf] -schuld, die \vorw. P l . f : Briefschulden haben
(einem, mehreren Briefpartnern eine briefliche Ant
wort schuldig sein); -tasche, die kleines, flaches
Behältnis für Ausweis, Papiere und Geldscheine;
- taube, die zum Überbringen schriftlicher Nach
richten abgerichtete Taube; -telegramm, das Tele
gramm mit ermäßigter Gebühr, das mit der regulären
Post ausgetragen wird; -träger, der Postangestellter,
der dem Empfänger die Postsendungen zustellt; -Um
schlag, der Hülle aus Papier für Briefe; -verkehr,
der vgl.
-Wechsel; -waage, die Waage zum Wiegen
von kleinen Postsendungen, bes. von Briefen;
- Wechsel, der: mit jmdm. in B. stehen (mit jmdm.
regelmäßig Briefe wechseln); -zusteiler, der fa ch -
spr. Briefträger
Brigade, die; -,
-n 1. Kollektiv von Werktätigen,
das zur Lösung gemeinsamer Aufgaben in soz. Be
trieben aller Wirtschaftsbereiche gebildet wird: die
B. hat sich besonders bei der Anwendung neuer
Arbeitsmethoden ausgezeichnet; eine B. der sozia
listischen Arbeit (eine mit dem Ehrentitel Kollektiv
der sozialistischen Arbeit ausgezeichnete Brigade)
—
2. Mil. aus mehreren Regimentern, Bataillonen
od. Abteilungen bestehender taktischer Verband,
Truppenteil in verschiedenen Teilstreitkräften
Brigade| -abend, der gemeinsame gesellige Abend
veranstaltung einer Brigade (1); -feier, die vgl.
- abend; -tagebuch, das von einer Brigade, einem
Arbeitskollektiv chronikartig geführtes Buch über das
gemeinsame Arbeitsleben
Brigadier, der; -s, -e [..di:r], Brigadier, der; -s, -s
[..die:] Leiter einer Brigade (1)
Brigg, die; -,
-s Segelschiff mit zwei Masten
Brikett, das; -(e)s, -s/-e als Heizmaterial dienender,
aus feinkörniger getrockneter Kohle gepreßter qua-
der-,
würfet- od. eiförmiger Körper: Briketts be
stellen, aufschichten, nachlegen
brillant fA d j.f [briljant] glänzend: er ist ein
brillanter Redner, Tänzer; eine brillante Auf
führung; b. aussehen
Brillant, der; -en,
- en [briljant] in besonderer
Weise geschliffener und dadurch funkelnd glänzen
der, durchsichtiger Edelstein, bes. Diamant: ein
Ring mit einem wertvollen Brillanten; ein hoch
karätiger B.
Brillanz, die; -, jo. P l.f [briljants] ausgezeichnete,
glänzende Technik bei der Darbietung von etw.: etw.
mit B. spielen, vortragen; die B. seines Spieles
Brille, die; -,
-n aus zwei in einem Gestell gefaßten,
der Verbesserung der Sehschärfe dienenden, ge
schliffenen od. dem Schutz der Augen dienenden,
gefärbten Gläsern bestehender Gegenstand, der auf
dem Nasenrücken aufliegend und mit beweglichen
Bügeln über den Ohren getragen wird: eine B.
tragen; die B. aufsetzen, abnehmen; eine stärkere
B. brauchen; eine B. für die Nähe, Ferne, zum
Lesen
+ etw. durch die rosarote B. sehen (etw. schön
färben)
Brjllenl -etui, das; -gesteh, das; -glas, das jP L
-gläser/ eins der zwei (geschliffenen od. gefärbten)
Gläser ein er B rille : dunkle, dicke Brillengläser;
-schlänge, die in Indien lebende giftige Schlange,
die bei Erregung eine brillenartige Zeichnung im
Nacken zeigt; -träger, der jmd.,
der ständig eine
Brille tragen muß
brillieren jsw. Vb.; hat/ [brilji:.. , au ch brilli:..]
mit etw. glänzen, sich mit etw. auffallend hervortun:
er brillierte mit seiner Rednergabe, seinem Kla
vierspiel
206
Brimborium — Bronzezeit
Brimborium, das; -s, fo. PI ./ umg. femot.f un
nötiger Aufwand, großes Getue, Gerede um etw.:
etw. mit viel, großem B. tun; viel B. um etw.
machen
bringen, brachte, hat gebracht 1.1 . etw. an einen
bestimmten Ort tragen, befördern: den Koffer zur
Bahn, die Briefe auf die Post b.; das Essen auf
den Tisch b. 1.2. jmdm. etw. b. etw. zu jmdm.
tragen, befördern, um es ihm zu übergeben: jmdm.
Blumen, ein Geschenk, 20 Zentner Kohlen, ein
Buch b.; O jmdm. eine gute Nachricht, Grüße b .;
jmdm. ein Ständchen b.
—
2. jmdn. irgendwohin
begleiten (1.2): jmdn. zum Bahnhof, nach Hause
b.
—
3. etw., jmdn. irgendwohin b. dafür sorgen,
daß etw., jmd. an einen bestimmten Ort, zu jmdm.
kom m t: eine Ware auf den Markt, einen Satelliten
auf eine Umlaufbahn, die Kinder zur Großmutter,
zu Bett, einen Verletzten ins Krankenhaus b.;
jmdn. vor Gericht b.; ein Stück auf die Bühne b.
(es aufführen) — 4. fvon einem VerlagI etw. ver
öffentlichen : die Zeitschrift brachte dazu einen
interessanten Artikel — 5 . etw. auf der Bühne dar
bieten, vortragen: der Sänger brachte mehrere
Lieder von Schubert — 6 . das Tief brachte (ver
ursachte) heftige Regenfälle; der letzte Winter
brachte uns viel Schnee; <)> das wird dir kein
Glück b.
—
7. etw. als Gewinn, Ertrag einbringen:
das Geld bringt Zinsen; das Bild brachte auf der
Auktion 1000 Mark (wurde zu einem Preis von
1000 Mark verkauft) — 8 . es zu etw. b. auf Grund
eines bestimmten Strebens etw., bes. eine (berufliche)
Position erreichen, unter bürgert. Verhältnissen bes.
auch zu Besitz, Vermögen gelangen: er hat es zu
großem Ansehen, bis zum Professor gebracht —
9. landsch. etw. können, auszuführen imstande
s e in : ich bringe das, diese schwierige Übung nicht
—
10. etw. bringt etw. mit sich etw. geht mit etw.
einher, tritt gemeinsam mit etw. auf: die neue Auf
gabe bringt viel Arbeit mit sich; die Jahre bringen
es mit sich, daß ...
—
11. jmdn. um etw. b. jmdm.
einen Verlust zufügen: jmdn. um seine Erspar
nisse, sein Ansehen b.
—
12. jmdn. zu etwr. b.
erreichen, daß jmd. etw. Bestimmtes tut: jmdn. zum
Reden, Lachen, Weinen b.; jmdn. dazu b., daß
...;etw.zuetw.b.:denZugzumStehen,Halten
b. (veranlassen anzuhalten) — 13.1. Idrückt aus,
daß etw., jmd. in einen bestimmten Zustand, eine
bestimmte Lage versetzt wird/: etw. in Bewegung,
Ordnung, ins Stocken b.; jmdn., etw. in Sicher
heit b.; etw. in seinen
Besitz b.; jmdn. in
Gefahr, Verlegenheit b.; jmdn. zur Verzweiflung,
Vernunft, Ruhe b.; umg. etw. hinter sich b. (eine
Arbeit vollenden, etw. Unangenehmes bewältigen);
etw. / zutage b. 13.2. fin Verbindung mit Subst.
zur Umschreibung eines Verbalbegriffsf: etw. zum
Ausdruck b. (etw. ausdrücken 4.3); etw. zur An
zeige b. (etw. anzeigen 3); sich bei jmdm. in Er
innerung b. (jmdn. an sich erinnern); etw., jmdn.
in Vorschlag b. (etw., jmdn. vorschlagen)
+ etw. nicht über sich b. (etw. nicht fertigbringen,
sich zu etw. nicht überwinden, entschließen können);
—
etw. unter /* Dach und Fach b.; etw. nicht
übers / Herz b.; alle(s) unter einen / Hut b.;
jmdn. aus dem / Konzept b.; jmdn. auf die
/ Palme b.; etw. zu / Papier b.; etw. ins / reine
b.; die / Sprache auf etw. b .; etw. zur
Sprache
b.; jmdn. auf / Trab b.; es / weit b.
brisant fAdj.f hochexplosiv: ein brisanter Spreng
stoff; O ein brisantes (viel Zündstoff für Ausein
andersetzungen, Diskussionen enthaltendes) Thema;
dazu Brisanz, die; -,
-en fvorw. Sg .f
Brise, die; -,
-n gleichmäßig wehender, m äßig
starker Wind, Seewind: eine leichte, frische, steife
B.
bröckelig fAdj.f zum Bröckeln neigend: bröckelige
Kohle; bröckeliges Gestein
bröckeln /sw. Vb.; hat/ 1.1. in kleine Brocken zer
fallen : bröckelndes Gestein; die Farbe, der Putz
bröckelt (löst sich in kleinen Teilen) 1.2 . etw. in
etw. b. etw. in kleine Brocken zerteilen und sie in
etw. tun: Brot in die Suppe b.
brocken fsw. Vb.; hat/ 1. etw. bröckeln (1.2): das
Brot in die Suppe b.
—
2. süddt. österr. etw.
pflücken: Beeren, Blumen b.
Brocken, der; -s, - (von etw. Größerem abgebrochenes)
unregelmäßig geformtes Stück eines bestimmten
Stoffes, Materials, Nahrungsmittels: ein harter,
schwerer B. Erde, Fels, Kohle; ein großer B. Brot,
Fleisch; O sich die besten B. (das Beste) nehmen;
aus den paar B. (den wenigen Worten), die er
gesagt hat, konnte ich nicht viel entnehmen; ein
paar B. (ein bißch en ) Englisch, Russisch sprechen,
können
+ umg. ein harter B. (eine schwierige Aufgabe,
Arbeit)
bröcklig fA dj.f s. bröckelig
brodeln fsw. Vb.; hat/ beständig wallen und damp
fen : das Wasser, die Suppe brodelt im Topf
Brodem, der; -s, fo. Pl.f veraltend stark riechen
der Dunst, Dampf, der von etw. ausströmt: in der
Wäscherei war ein dicker, heißer B.
Broiler, der; -s, - [broy..] junges, industriemäßig
gemästetes, fettarmes Huhn
Brokat, der; -(e)s, -e schwere, gemusterte Seide mit
eingewebten metallenen Fäden
Brom, das; -s, jo. Pl.f zu den Halogenen gehörendes
chemisches Element, das in der Natur nur gebunden
vorkommt
Brombeere, die Frucht des Brombeerstrauches
Brombeer|Strauch, der zu den Rosengewächsen ge
hörender, wildwachsender und in Gärten gezogener,
stachliger Strauch mit weißen od. rosa Blüten und
schwarzen, saftigen Früchten
Bronchialkatarrh, der Br on ch itis
Bronchie, die; -,
-n [..910] einer der beiden großen
Stränge (2.1) der Luftröhre, die innerhalb der Lungen
in immer feinere Stränge übergehen
Bronchitis, die; -, fo. Pl.f Entzündung der Schleim
häute der Bronchien
Bronze, die; -,
-n [broqsa, auch broso] 1* fo. Pl.f
gelblichbraune Legierung aus Kupfer mit Zinn
unter Zusatz von anderen M etallen: ein Standbild,
Denkmal aus B.
—
2. Figur, Statuette, Plastik
aus 1 — 3. fo. Art., o. Pl.f Sport Bronzemedaille:
der Sportler gewann bei der Olympiade B.
—
4.
Bronzefarbe
Bronze|-färbe, die schuppenförmige Metallteilchen
enthaltende Farbe; -medaille, die Medaille aus
Bronze (1), die bei bedeutenden sportlichen Wett
kämpfen für den dritten Platz verliehen wird; -zeit,
die Io. Pl.f Entwicklungsperiode der Menschheit von
etwa 1800 bis etwa 760 vor unserer Zeitrechnung, in
der die Menschen Waffen und Schmuck vorwiegend
aus Bronze herstellten
Brosame — Bruder
207
Brosame, der; -n, -n, auch die;
-n fvorw. Pl.f
veraltend Krümel (1): die Brosamen vom Tisch
tuch abschütteln; den Vögeln Brosamen hin
streuen
Brosche, die;
- n Schmuckstück für Frauen zum
Anstecken an der Kleidung: eine B. aus Gold,
Silber; eine mit Brillanten besetzte B .; eine B.
anstecken
broschieren /sw. Vb.; hat/ etw. b. die zu Seiten
gefalteten, geschnittenen Druckbogen von etw. in
einen relativ dünnen Umschlag aus Karton od.
Papier heften od. leim en : eine broschierte Ausgabe
Broschüre, die; -n broschierte Schrift, Abhandlung
meist geringen Umfangs und häufig aktuellen I n
halts
Brösel, das, auch der; -s, - jvorw. PI./ 1.1. Krümel
(1): die B. zusammenfegen, vom Tischtuch schüt
teln 1.2 . Semmelbrösel
Brot, das; -(e)s,
-e //* 'auch Brötchen/ 1. aus
Mehl, Wasser, Salz und Sauerteig od. Hefe her
gestellte Backware, die ein Grundnahrungsmittel
darstellt: dunkles, helles, frisches, knuspriges B .;
B. backen; ein Laib B.; eine Scheibe B.; ich muß
noch ein B. (einen Brotlaib) kaufen — 2. (zurecht
gemachte) Schnitte, Scheibe von 1: die Brote fürs
Frühstück streichen, belegen; ein B. mit Käse,
Wurst
-f- um g. etw. nötig haben, brauchen wie das täg
liche B. (etw. sehr nötig brauchen, ohne etw. nicht
leben können); sich sein B. (seinen Lebensunterhalt)
verdienen; scherzh. mehr können als B. essen
(außergewöhnlich tüchtig sein); an(s) B. gewöhnt
sein (immer wieder nach Hause zurückkehren); —
sich nicht die / Butter vom B. nehmen lassen;
jmdm. fällt fast die / Butter vom B.
Brot|belag, der jvorw. Sg .j etw., bes. Wurst, Käse,
das auf eine Scheibe Brot gelegt wird
Brötchen, das; -s, - fauch Brot/ aus W eizen
mehl, Wasser od. Milch und Hefe hergestelltes
kleines ovales od. rundes Gebäckstück: frische,
knusprige B .; belegte B.
- f umg. scherzh. sich seine B. (seinen Lebens
unterhalt) verdienen
Brot/brot| -getreide, das Getreide, aus dessen Mehl
Brot gebacken wird; -kanten, der Anfang od. Ende
eines Brotlaibes; -korb, der fPl.
- körbe/ kleiner,
flacher Korb für in Scheiben geschnittenes Brot;
- laib, der; -los fAdj.f + eine brotlose / Kunst;
«messer, das langes M esser zum Schneiden des
Brotes; -rinde, die äußere, verhältnismäßig feste und
braune Schicht des Brotes; -Schneidemaschine, die
Maschine zum Schneiden des Brotes; -teig, der;
- zeit, die süddt. 1. Pause, in der eine Zwischen
mahlzeit eingenommen wird: B. machen — 2. jo.
Pl.j das, was man während 1 ißt
Browning, der; -s,
-s [brauniq] Pistole, die sich
nach jedem Schuß automatisch lädt und die leere
Hülse auswirft
^ ruch, der; -(e)s, Brüche 1, /zu brechen 2—5/
das Brechen; zu 2: beim B. der Achse, eines Rades;
zu B. gehen (entzweigehen 1.1); zu 4: es kam zum
offenen, endgültigen B. zwischen ihnen, mit ihm;
der B. mit der Vergangenheit; zu 5 : der B. des
Vertrages, Versprechens — 2 .1 . Stelle, an der
etw. ,
bes. ein Knochen des menschlichen Körpers,
gebrochen ist: ein komplizierter, einfacher B.; einen
B. einrichten, schienen 2.2. Stelle, an der eine
Lücke, ein Riß in der Bauchwand entstanden ist
(und ein Teil des Eingeweides hindurchgedrungen
ist): er hat sich einen B. gehoben — 8 . fo. Pl.f
zerbrochene und dadurch minderwertig gewordene
W are: B. (von Schokolade, Gebäck) kaufen; O das
ist alles B. (minderwertig, wertlos) — 4 . Jägerspr.
abgebrochener, grüner Zweig, der als Markierung
od. Trophäe benutzt wird — 5. durch Zusammen
falten, -legen von Stoff, Papier entstandene scharfe
Falte, K n ick : die Tischdecke wieder nach den
Brüchen Zusammenlegen; einen B. (ein e Bü gel
falte) in die Hose bügeln — 0. durch Zähler und
Nenner in Teilmengen ausgedrückte Zahl: Brüche
addieren, multiplizieren
+ etw. ist in die Brüche gegangen etw. ist zu
Ende gegangen, zerbrochen: ihre Freundschaft ist
in die Brüche gegangen
2Bruch, Bruch, der, auch das; -(e)s, Brüche mit
Bäumen und Sträuchern bewachsenes sumpfiges Ge
lände: den, das B. trockenlegen
Bruch/bruch| -band, das jP l.
- bänder/ Bandage,
die bei einem 1Bruch (2.2) getragen wird; -bude, die
salopp Wohnung od. Haus in schlechtem bau
lichem Zustand: in dieser B. möchte ich nicht
wohnen; -fest /A dj.; nicht adv.f schwer zu zer
brechen, unzerbrechlich: bruchfestes Material, Glas;
- f läche, die durch Brechen (2) entstandene Ober
fläche
brüchig fAdj.f 1. /von Materialf durch Alter, Ver
witterung leicht brechend: brüchiges Leder; brü
chige Seide; das Gestein ist dort b.
—
2. eine
brüchige (in der Tonlage nicht gleichbleibende)
Stimme
Bruch| -landung, die Landung eines Flugzeugs,
bei der es stark beschädigt wird; -rechnung, die
fo. Pl.f das Rechnen mit 1Brüchen (6); -stelle, die
Stelle, an der etw. gebrochen ist; -strich, der Strich
zwischen Zähler und Nenner eines 1Bruches; -stück,
das fPl.
- ef durch Zerbrechen entstandenes Teil
stück aus einem größeren Ganzen: das B. einer
antiken Vase; O ich habe nur Bruchstücke (Teile)
ihrer Unterhaltung verstanden; -teil, der sehr
kleiner Teil von etw .: etw. geschah, er reagierte in
Bruchteilen von Sekunden; -zahl, die 1Bruch (6)
Brücke, die; -,
-n 1. Bauwerk zur Führung von
Verkehrswegen über ein Hindernis, bes. über Flüsse,
Täler, Straßen, Bahnanlagen: eine B. aus Stahl,
Holz, Beton; die B. spannt sichüber den Fluß; eine
B. bauen, über den Fluß schlagen — 2. Kommando
brücke auf Schiffen — 8 . an noch ,vorhandenen
Zähnen befestigter Zahnersatz, durch den eine Lücke
gefüllt wird — 4. kleiner, schmaler Teppich — 5.
turnerische Übung, bei der der R um pf so weit nach
rückwärts gebeugt wird, daß die Hände den Boden
berühren
+ jmdm. (goldene) Brücken bauen (jmdm. w eit
gehend entgegenkommen, jmdm. das Nachgeben er
leichtern) ; alle Brücken hinter sich abbrechen (alle
bisherigen Verbindungen lösen, so daß keine Um
kehr möglich ist)
Brücken zu Brücke 1| -bau, der fo. P l.f; -bogen,
der; -köpf, der Mil. auf dem gegnerischen Fluß
ufer besetzter Raum als günstige Ausgangsbasis für
einen Angriff od. zur Sicherung des eigenen Ufers:
einen B. bilden; -pfeiler, der
Bruder, der; -s, Brüder 1. jmds. männlicher Ver
wandter, der mit ihm beide Elternteile od. auch einen
,208
Bruderbund — Brust
Elternteil gemeinsam hat: Schwester und B.; mein
großer, kleiner, älterer, jüngster B .; er ist sein
B.; wir sind drei Brüder und eine Schwester —
2. jmd., mit dem man sich durch enge Freundschaft,
auf Grund gleicher Gesinnung, gleicher Klassen
zugehörigkeit eng verbunden fühlt: solidarische
Hilfe für unsere vietnamesischen Brüder — 3 .
Bel. kath. Mönch, Mitglied eines, desselben Ordens:
B. Johannes /als Anrede/ -4 .u m g . Person männ
lichen Geschlechts, die moralisch Verwerfliches tut,
von der man Schlechtes erwartet od. denkt: dem B.
traue ich nicht, traue ich alles zu ; ein windiger
B.
-+
-
umg. unter Brüdern ohne jmdn. zu übervor
teile n : der Mantel ^st unter Brüdern 200 Mark
wert
Bruderj -bund, der fo. Pl.f enge, auf gleicher Gesell
schaftsordnung beruhende und von Zusammenarbeit
und gegenseitiger Hilfe bestimmte Freundschaft
zwischen soz. Staaten, Völkern: der sozialistische
B.;
-herz, das fo. Pl.f umg. scherzh.: mein B.
(mein Bruder 1, 2); -land, das firn Sprachgebrauch
der Länder der soz. Staatengemeinschaft Bez. für
eines dieser Länder; im PI. mit best. Art.; Bez. für
die soz. Staatengemeinschaft!
brüderlich fAdj.; nicht präd.f 1. in der Art eines
guten Bruders (1): brüderliche Liebe, Zuneigung;
etw. b. untereinander, miteinander teilen — 2 .
freundschaftlich: in brüderlicher Verbundenheit;
einem befreundeten Land brüderliche (solida rische)
Hilfe leisten
Bruder|partei, die befreundete od. Arbeiterpartei
eines anderen soz. Landes
Bruderschaft, die; -,
-en Bel. kirchliche Körper
schaft von Geistlichen od. Laien od. von Geistlichen
und Laien
Brüderschaft
+ (mit jmdm.) B. trinken (ein Glas Alkohol dar
auf trinken, daß man beschlossen hat, sich gegen
seitig zu duzen)
Brühe, die; -,
-n 1. klare Suppe, die hergestellt
wird, indem man Fleisch, Knochen, Gemüse längere
Zeit in Wasser kochen läßt: eine klare, kräftige,
heiße B .; eine Tasse B. (mit Ei, Einlage) — 2.
fvorw. Sg .j salopp 2.1. dünnes, schlecht zubereitetes
Getränk, bes. Kaffee, Tee: diese B. kann man nicht
trinken; eine dünne, bittere B. 2.2. verschm utztes
W asser: das Wasser des Flusses, Sees ist eine
einzige (schmutzige) B.
brühen /sw. Vb.; hat/1. etw. mit kochendem Wasser
übergießen: Gemüse, Mandeln b.; das geschlachtete
Schwein b.
—
2. Kaffee, Tee b. (aufbrühen)
brüh/Brüh| -heiß fA dj.; bes. von Flüssigkeitenf sehr
heiß, kochend heiß: die Süppe war b.;
-kartoffeln,
die fP tf Fleischbrühe mit gekochten, kleingeschnitte
nen Kartoffeln; -nudeln, die /Pl.f Fleischbrühe mit
weichgekochten Nudeln, Nudelsuppe; -reis, der vgl.
- nudeln; -warm fAdj.f um g. femot./ 1.1. /nicht
adv.f die Nachricht war noch b. (ganz neu) 1.2.
fadv.f etw. b . weitererzählen (eine meist vertrau
liche Information unverzüglich anderen mitteilen);
-Würfel, der kleiner Würfel aus gepreßtem Extrakt
von Fleisch, aus dem unter Zugabe von kochendem
Wasser Fleischbrühe bereitet wird
brüllen /sw. Vb.; hat/ 1.1. /von bestimmten Tierenf
die Stimme laut und dumpf dröhnend ertönen lassen:
der Löwe brüllt; das Vieh brüllt auf der Weide,
nach Futter 1.2.1. sehr laut schreien (1.1): er brüllte
so laut, daß man es im ganzen Hause hören konnte;
vor Schmerzen b. 1 .2 .2 . etw. schreien (2): jmdm.
etw. ins Ohr b.; er brüllte: „Buhe!“ 1.3. umg. laut
und heftig weinen: das Kind brüllte und schlug
um sich
brummein /sw. Vb.; hat/ etw. leise und undeutlich
vor sich hin sagen, murmeln: etw. vor sich hin b.
brummen /sw. Vb.; hat/ 1. einen langgezogenen tiefen
Ton hervorbringen: die Fliege, der Bär brummt;
das Brummen der Flugzeuge, Motoren — 2. jmdm.
brummt der Kopf, Schädel (jmd. hat heftige K opf
schmerzen) — 3. ein Lied (vor sich hin) b. (mit
tiefer Stimme singen); einer im Chor brummt (singt
in tiefer Lage falsch) — 4.1. etw. in mürrischem Ton
und undeutlich sagen: eine Antwort b. 4.2. umg.
sein Mißfallen in mürrischem Ton äußern: wenn sie
spät nach Hause kommt, brummt ihr Vater —
5. umg. eine Haftstrafe verbüßen: der Einbrecher
mußte drei Jahre b.
Brummer, der; -s, - umg. 1. großes Insekt, bes.
große Fliege: ein großer B. flog durchs Zimmer —
2. schwerer Lastkraftwagen — 3. jmd.,
der (im
Chor) in tiefer Lage falsch singt
brummig fAdj./ mürrisch, unfreundlich: ein brum
miger Mensch; eine brummige Antwort geben
BrummiSchädel, der fvorw. Sg .f umg. schmerzender,
benommener Kopf, bes. nach zu reichlichem Alko
holgenuß : einen B. haben
brünett fAdj.f mit dunklem Haar und bräunlichem
Teint: ein brünetter Typ
Brunft, die;
Brünfte Brunst beim Schalenwild
außer beim Schwarzwild
Brennen, der; -s, - 1.1. gemauerter Schacht mit E in
fassung, in dem sich das (Grund)wasser sammelt:
Wasser vom B. holen, aus dem B. schöpfen 1.2. A n
lage zur Förderung von Grundwasser zur Wasser
versorgung: einen B. bohren; der B. ist versiegt
1.3. künstlerisch gestaltetes Becken zum A uffangen
von Wasser, bes. Springbrunnen in öffentlichen A n
lagen — 2. Wasser einer (Heil)quelle: B. trinken
Brunnen|kresse, die fo. Pl.f krautiger, weiß-
blühender Kreuzblütler, der in fließenden Gewässern
wächst und dessen Blätter als Salat verwendet werden
Brunst, die; -, Brünste periodisch auftretender Zu
stand der Fähigkeit und Bereitschaft zur Begattung
bei vielen Säugetieren; dazu brünstig fAdj.f in der
Brunst befindlich
brüsk fAdj.f in unhöflicher, kränkender Weise
schroff: eine brüske Antwort geben; jmdn. b. zu
rückweisen; etw. b . ablehnen
brüskieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. in unhöflicher
Weise schroff behandeln und ihn dadurch kränken,
verletzen: jmdn. (durch eine Absage, sein Ver
halten) b.
Brust, die; Brüste 1.1. vordere Seite des zwischen
Hals und Bauch liegenden Teiles des Rumpfes
von Menschen und Wirbeltieren: er hat eine breite,
behaarte B .; die B. hebt und senkt sich; jmdn. an
seine B. drücken 1.2. die in 1.1 liegenden Organe,
bes. die Lungen: dem Patienten die B. abhorehen;
umg. er hat es auf der B. (ist lungenkrank; hat
Bronchitis) — 2. beim Körper der Frau auf 1.1
gelegenes halbkugelförmiges, paariges Organ mit den
Milchdrüsen fwird im Sg. fü r einen von beiden
Teilen od. für beide Teile gebraucht/: dem Säugling
die B. geben, den Säugling an die B. legen (ihn
Brustbein — Buch
209
stillen); beide Brüste; die rechte, linke B.; eine
volle, straffe, erschlaffte B.
—
3. /o. PL/ Fleisch-
(stück) von 1.1 von Schlachttieren — 4. \o. A rt., o .
PI./ Sport Brustschwimmen: sie siegte über
100 Meter B.
+ sich in die B. werfen (sich mit etw. brüsten);
spött. mit stolz geschwellter B. (voller Stolz);
umg. schwach auf der B. sein (zu Erkrankungen
der Atmungsorgane neigen); landsch. umg. einen
zur B. nehmen (Alkohol trinken); — jmdm. die /
Pistole auf die B. setzen
Brust|- bein, das senkrecht verlaufender K nochen in
der vorderen Mitte des Brustkorbes; -beutel, der auf
der Brust (1.1) zu tragender kleiner Beutel für Geld,
Wertsachen, Papiere; -bild, das Bild, auf dem nur
Kopf und Oberkörper eines Menschen abgebildet
sind; -drüse, die milchgebende Drüse
brüsten, sich, brüstete sich, hat sich gebrüstet
sich mit etw. b. mit etw. prahlen: sich mit seinen
Erfolgen b.; er brüstet sich damit, daß ...
Brust] -feil, das fvorw. Sg./ hautartige Auskleidung
der Brusthöhle und Umhüllung der Lungen; -flösse,
die Flosse an der Brust des Fisches; -höhle, die
/vorw. Sg .j vom Brustkorb umschlossener Hohlraum
beim M enschen und bei Wirbeltieren; -kästen, der
/PL -kästen; vorw. Sg./ umg. Brust(korb); -korb,
der /PL -körbe; vorw. Sg./ Herz und Lungen um
schließender, von der oberen Wirbelsäule, dem Brust
bein und den Rippen gebildeter Abschnitt des Kno
chengerüstes beim Menschen und bei Wirbeltieren;
- läge, die fo. PL/ Lage des menschlichen Körpers
mit der Vorderseite nach unten; -schwimmen, das
Schwimmart, bei der in Brustlage die nach vorn
gestreckten Arm e mit leicht gewölbten Handflächen
und aneinandergelegten Fingern seitlich und die
gestreckten, gegrätschten Beine zum Rumpf hin ange
zogen und wieder gestreckt werden; -stimme, die
fo. Pl.j tiefe Stimmlage, bei der die Brusthöhle als
Resonanzraum genutzt wird; -tasche, die in Höhe
der Brust angebrachte Tasche an Kleidungsstücke,
bes. Innentasche bei Herrenjacketts; -tee, der jo. Pl.j
Bronchitis lindernder Tee; -ton, der -f- etw. im
B. der Überzeugung (voll Überzeugun g) sagen;
- umfang, der der kurz unter den Achselhöhlen ge
messene Umfang des Oberkörpers: den B. messen
Brüstung, die;
- en 1* massive Umgrenzung,
schützende Mauer bes. an Brücken, Terrassen,
Baikonen — 2* Wandteil zwischen Fußboden und
Fenster
Brustwarze, die kleine Erhöhung auf der Brust,
in die bei der Frau die Gänge der Brustdrüse münden
Brut, die;
- en /vorw. Sg./ aus Eiern, Laich ge
schlüpfte Jungtiere: die B. von Vögeln, Fischen,
Insekten; die B. füttern, aufziehen
brutal /Adj./ mit roher Gewalt, schonungslos gegen
andere vorgehend: ein brutaler Mensch; jmdn. b.
mißhandeln; ein brutales Verbrechen; mit bru
taler (grausamer, rücksichtsloser) Gewalt, Willkür
vorgehen; dazu Brutalität, die; -,
-en
Brut| -anstalt, die Abteilung in einem Betrieb der
Geflügelzucht, in der Eier in Brutapparaten künst
lich ausgebrütet werden; -apparat, der Apparat, in
dem Eier künstlich ausgebrütet werden
brüten, brütete, hat gebrütet 1. /von Vögeln/ a uf
einem Gelege sitzen, um die Jungen auszubrüten:
die Henne brütet — 2. die Hitze brütete über (lastete
dumpf auf) der Stadt; in der brütenden Sonne ar
beiten — 3.1. umg. über etw.b . etw. Schwieriges
immer wieder durchdenken: er brütete über seiner
Aufgabe, dem Aufsatz 3.2 . etw. Böses, Übles aus-
denken: Rache, Unheil b.
Brüter, der; -s, - Phys. Brutreaktor
Brut| -henne, die Henne, die brütet; -hitze, die
umg. /emot./ große, lastende Hitze; -kästen, der
/PI.
-kästen/ kastenartige Vorrichtung, in der in
Kliniken Frühgeburten unter günstigen Tempera
turen aufgezogen werden; -platz, der Ort, an dem
Vögel ihr Gelege ausbrüten: die Insel ist B. der, für
Möwen; -reaktor, der Phys. Kernreaktor, der
mehr Spaltmaterial erzeugt, als er verbraucht;
- s chrank, der beheizbarer Schrank in Labors zur
Aufzucht von Kulturen
brutto /Adv./1.1. mit Verpackung: das Gerät wiegt
b. 20 Kilogramm 1.2 . einschließlich der Abzüge: er
verdient 900 Mark b. , b. 900 Mark
Brutto] -gehalt, das vgl. - lohn; -gewicht, das /o. PL/
Gewicht einschließlich Verpackung; -lohn, der
Lohn einschließlich der Abzüge; -produkt, das
Pol. ök . in Wert ausgedrückte Gesamtheit der in
einem bestimmten Zeitraum produzierten Güter und
Leistungen einschließlich des Wertes des Verbrauchs
an Arbeitsgeräten und Arbeitsmitteln; -register-
tonne, die /Abk. BRT; Maßeinheit zur Berechnung
des gesamten Rauminhalts eines Schiffes/; -Sozial
produkt, das /Bez. der bürgerl. Ökonomie/ Wert der
Gesamtheit aller produzierten Güter und Dienst
leistungen in einem Bereich der Wirtschaft, meist
eines Jahres
Brut|zeit, die Zeit, ln der Vögel brüten
brutzeln /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. brät in stark erhitz
tem, zischendem Fett: die Bratkartoffeln b. in der
Pfanne 1.2 . umg. etw. in stark erhitztem Fett braten:
sich ein Stück Fleisch, etw. Gutes b.
Bub, der; -en,
-en süddt. österr. Schweiz.
Knabe, Junge: ein kleiner, wilder B.; ein B. von
fünf Jahren
bubbern /sw. Vb.; hat/ landsch. umg.: jmds.
Herz bubbert (schlägt heftig) vor Angst, Auf
regung
Bube, der; -n, -n Spielkarte mit dem Bild eines
jungen Mannes: den Buben ausspielen; drei Buben
auf der Hand haben
Buch, das; -(e)s, Bücher 1 . gebundenes, meist
gedrucktes Werk mit belletristischem, informatori
schem, wissenschaftlichem o. ä. Inhalt: ein dickes,
handliches, zerlesenes, spannendes, aktuelles B .;
der Titel, Verfasser, die Ausstattung eines Bu ch es;
ein B. schreiben, drucken, illustrieren, binden, ver
legen, durchblättern, lesen, (aus)leihen, verschen
ken, ins Regal stellen; das B. (Drehbuch) für einen
Film verfassen — 2 . größerer, in sich geschlossener
Teil eines literarischen Werkes: im ersten B. des
vierten Bandes — 3. /vorw. PL/ der Buchführung
dienende Unterlage in gebundener od. loser Form :
die Bücher führen, einsehen, prüfen; O über etw.
B. führen (sich ständig Aufzeichnungen über etw.
machen)
4- etw. schlägt zu Buche (fällt ins Gewicht); etw.
ist jmdm., für jmdn. ein B. mit sieben Siegeln (ist
für jmdn. unverständlich, nicht durchschaubar);
jmd., etw. ist jmd., etw., wie er, es im Buche
steht jmd., etw. entspricht genau den Vorstellungen,
die man im allgemeinen von jmdm,, etw. dieser Art
hat; er ist ein Streber, wie er im Buche steht;
4 Wörterbuch
umg. reden wie ein B. (sehr viel, unaufhörlich
reden); — die, seine / Nase ins B. stecken
Buch zu Buch 1| -besprechung, die Besprechung
eines (neuerschienenen) Buches; -deckel, der Ein
banddeckel eines Buches; -druckerei, die Betrieb,
in dem Bücher gedruckt werden
Buche, die; -,
- n Laubbaum mit glattem, silber-
grauem Stamm und dreikantigen Früchten
Buch| -ecker, die; -n Frucht der Buche; -einband,
der Einband eines Buches
buchen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. verbuchen: die Ein
nahmen und Ausgaben b .; einen Betrag auf ein
Konto b.; O etw. als Erfolg b.
—
2.1 . eine Reise,
einen Flug, ein Zimmer b. (rechtsverbindlich vor-
bestellen, reservieren lassen) 2.2 . wir haben zwei
Plätze für Sie gebucht (rechtsverbindlich reserviert)
Bücherei, d ie;
-en (kleinere, öffentliche) Biblio
th ek : die B. eines Betriebes, einer Schule; ein Buch
in der B. entleihen
Bücher zu Buch 1| -freund, der jmd.,
der gern
liest, Bücher mag (und sammelt); -narr, der jmd.,
der leidenschaftlich gern Bücher liest (und sammelt);
-regal, das; -schrank, der; -Weisheit, die jo . P l.j
nur aus Büchern geschöpftes Wissen, das ohne Be
ziehung zur Wirklichkeit steht; -wurm, der umg.
scherzh. jmd., der gern und viel liest
Buch) -fink, der Singvogel mit bräunlichem Gefie
der; -form, die jin der Verbindung! in B. in Form
eines Buches: der Roman ist jetzt in B. erschienen;
-führung, die /o. PI./ wertmäßiges Erfassen, A uf
bereiten und Auswerten der Ökonomischen Vorgänge
in Betrieben und Einrichtungen; -halter, der in
Betrieben und Einrichtungen auf Teilgebieten der
Rechnungsführung tätiger Werktätiger mit Aus
bildung an einer Fach- od. Hochschule; -haltung,
die umg. Abteilung eines Betriebes, einer Ein
richtung, in der die Buchführung abgewickelt wird;
-handel, der Handelszweig für den Vertrieb bes. von
Büchern, Broschüren, Zeitschriften, Lehrmitteln,
Schallplatten; -händler, der Mitarbeiter im Buch
handel mit Ausbildung an einer Fach- od. Hoch
schule; -handlung, die Geschäft, in dem Bücher und
andere Gegenstände des Buchhandels verkauft werden:
eine B. für Fachliteratur, Medizin; -hülle, die
Hülle, die zum Schutz des Einbandes vom Leser
um ein Buch gelegt wird; -illustration, die druck
technisch hergestellte (künstlerische) Illustration in
einem Buch; -macher, der; -s, - staatlich konzessio
nierter, gewerbsmäßiger Vermittler von Wetten bei
Pferderennen; -malerei, die malerische Ausschmük-
kung in Handschriften der Antike und des Mittel
alters; -prämie, die Prämie (2) in Form eines
Buches, von Büchern; -rücken, der Teil des Buch
einbandes, der die beiden Buchdeckel miteinander
verbindet
Buchsbaum, der immergrüner Strauch mit gelblich
weißen Blüten, der oft als Einfassung von Beeten
angepflanzt wird
Buchse, die; -,
-n 1. Techn. beiderseits offener
hohler Zylinder zum Auskleiden von Bohrungen —
2. Elektrotechn. von einer Isolierung umgebene
Hülse, in die der Stecker eingeführt wird
Büchse, die; -,
-n 1.1.1. Gefäß in Form eines hohlen
Zylinders, meist aus Metall, mit abnehmbarem
Deckel: eine B. für Kaffee, Tee 1.2. Konservendose:
eine B. Fleisch, Wurst öffnen; Milch in Büchsen
1.3. Sammelbüchse, Sparbüchse: Geld in die B.
210
Buchbesprechung — buddeln
stecken — II. Jagdgewehr: die B. laden; die B.
knallte, krachte; Wild vor die B. bekommen
Büchsen| -fleisch, das in Büchsen konserviertes
Fleisch; -licht, das /o. Pl.f natürliche Helligkeit,
die für das Schießen mit der Büchse ausreicht;
-milch, die vgl.
- f leisch; -Öffner, der kleines Gerät
zum öffnen von Konservendosen
Buchstabe, der; -ns/-n, -n Zeichen in einer Schrift,
dem in der Regel ein Laut entspricht: große, kleine,
lateinische, griechische Buchstaben
+ umg. scherzh. sich auf seine vier Buchstaben
setzen (sich hinsetzen)
buchstaben/Buchstaben| -getreu / A d j./ dem gen auen
Wortlaut entsprechend: etw. b. wiedergeben, über
setzen; -rechnung, die jo. Pl.j das Rechnen mit
Variablen, die durch Buchstaben dargestellt werden
buchstabieren /sw. Vb.; hat/: ein Wort b. (die
Buchstaben eines Wortes in ihrer Reihenfolge einzeln
nennen)
buchstäblich /Adj.; nur adv.! im wahrsten Sinne
des Wortes, regelrecht, geradezu: die Tiere sind bei
der Dürre b. verhungert; er war b. in Schweiß
gebadet
Bucht, d ie;
-en I. in das Land hineinragender
Teil des Meeres od. eines Binnengewässers: eine
flache B .; an, in einer (einsamen, kleinen) B.
baden — II. 1and sch. Verschlag für Haustiere:
eine B. für Schweine, Kaninchen
Buchung, die; -,
- en /zu buchen/
Buch] -weizen, der zu den Knöterichgewächsen
gehörende einjährige Nutzpflanze, deren Körner für
die Gewinnung von Grütze und Mehl genutzt wer
den; -Zeichen, das Lesezeichen
Buckel, der; -s, - 1. auf einer Verkrümmung der
Wirbelsäule beruhende höckerartig nach außen ge
wölbte Stelle des Rückens: er hat einen B.
—
2.
umg. Rücken (1.1): einen Rucksack auf dem B.
tragen; eine Last .auf den B. nehmen — 3.
gewölbte, erhabene Stelle auf einer sonst ebenen,
glatten Fläche: ein B. (kleiner Hügel) in der Land
schaft; das Straßenpflaster hat viele B.
-f- umg. einen breiten B. haben (sich durch A n
feindungen nicht aus der Ruhe bringen lassen); den
B. hinhalten (alle Last, Verantwortung tragen); viel
auf dem B. haben (viel zu tun haben, es schwer
haben); salopp er kann mir den B. runterrutschen
(er ist mir gleichgültig, soll mich in Ruhe lassen)
buckelig /Adj./ 1. ein buckeliger (mit einem Buckel
1 behafteter) Mensch — 2 . holperig, uneben: das
Straßenpflaster ist b.
buckeln /sw. Vb.; hat/ umg. eine Last auf den
Rücken nehmen und darauf tragen: er hat einen
schweren (Ruck)sack gebuckelt
bücken, sich /sw. Vb.; hat/ den Oberkörper tief
nach unten, zu Boden beugen: sich (zur Erde) b.,
um etw. aufzuheben; er muß sich b. ,
wenn er
durch die Tür geht; in gebückter Haltung eine
Arbeit verrichten müssen
bucklig /A d j./ s. buckelig
Bückling, der; -s, -e I. geräucherter Hering — II.
veraltend tiefe Verbeugung aus Höflichkeit: einen
B. machen
Buddel, die; -,
-n landsch. Flasche (1.1, 2): eine
B. Schnaps
Buddel|kästen, der /PI.
- kästen/ landsch. Sand
kasten
buddeln /sw. Vb.; hat/ landsch. 1.1. etw. graben
Buddelplatz — Bulette
211
(1.1): ein Loch b. 1.2. die Kinder b. (spielen mit
Eimer und Schaufel im Sand) im Sandkasten —
2. Kartoffeln b. (mit der Hacke roden und auf-
lesen)
Buddel|platz, der landsch. Spielplatz mit Sand
kasten
Buddhismus, der; /o. PL/ die auf Buddha zurück
geführte Religionsphilosophie
Bude, die; -,
- n 1. meist aus Brettern gebautes,
kleines, hüttenartiges Gebäude 1.1 . als behelfsmäßige
Unterkunft, bes. auf einer Baustelle 1.2. als proviso
rische Verkaufsstelle, bes. auf Märkten: Buden auf-
schlagen; in dieser B. werden Süßigkeiten, Würst
chen, Lose verkauft — 2 . umg. altes, verwahrlostes
Haus: die alte B. wird bald abgerissen — 8 . umg.
möbliertes Zimm er: sich eine B. nehmen; eine
gemütliche B.
-f- umg. jmdm. fällt die B. auf den Kopf (jmd.
leidet unter dem Alleinsein, möchte unter Menschen);
die B. auf den Kopf stellen (ein Fest ausgelassen
feiern); jmdm. die B. einrennen (jmdn. ständig mit
dem gleichen Anliegen aufsuchen); jmdm. auf die B.
rücken (jmdn. unaufgefordert in seiner Wohnung
aufsuchen); eine sturmfreie B. (Zimmer, in dem
man ungehindert Besuch, bes. solchen anderen Ge
schlechts, empfangen kann)
Budenzauber, der umg. ausgelassenes Fest in der
eigenen Wohnung, dem eigenen Zimmer
Budget, das; -s, -s [byd3e:] Etat od. Voranschlag
staatlicher, öffentlicher Einnahmen und Ausgaben:
das B. aufstellen; dem B. zustimmen; <0 um g.
scherzh. jmds. B. (das jmdm. für einen bestimm
ten Zweck zur Verfügung stehende Geld) ist er
schöpft
Budike, die; -n landsch. umg. 1. kleine Kneipe
—
2. kleiner Laden (I); zu 1 Budiker, der; -s, -
Büfett, das; -(e)s,
- e [byfet], Büfett, das; -s, -s
[byfe:] 1. Geschirrschrank (mit Anrichte): ein B.
aus Eiche; Gläser, Geschirr aus dem B. holen —
2.1 . Schanktisch in einer Gaststätte: ein Bier am
B. trinken 2.2. Tisch, an dem in einem Restaurant,
Cafe kalte Speisen verkauft, ausgegeben werden: den
Kuchen am B. aussuchen, bestellen
+ ein kaltes B. (bei festlichen Anlässen auf einem
Tisch zur Selbstbedienung angerichtete kalte Speisen)
Büffel, der; -s, - in Asien und Afrika wildlebendes
Rind (1)
büffeln fsw. Vb.; hat/ umg. etw. angestrengt und
ausdauernd (auswendig) lernen, pauken: Mathema
tik, Vokabeln b .; für die Prüfung b.
Büffet, das; -s, -s [byfe:] s. Büfett
Buffo, der; -s, -s/Buffi Sänger komischer Rollen in
der Oper(ette)
Bug, der; -(e)s, -e/Büge 1. fPl. Buge/ vorderster
Teil eines Fahrzeugs, bes. Schiffes od. Flugzeugs —
2.1 . /PI. Büge, Buge/ zwischen Hals und Vorder
beinen befindlicher Teil des Körpers des Pferdes od.
Rindes: dem Pferd den B. klopfen 2.2. /o. Pl.j
Fleisch von 2.1 des Rindes: ein Stück B. kaufen
Bügel, der; -s, - 1. Kleiderbügel: den Mantel auf
den B. hängen — 2. Steigbügel (1): in den B.
steigen; jmdm. den B. halten, in den B. helfen —
8. Teil des Brillengestells, der über die Ohren gelegt
und durch den die Brille gehalten wird — 4 . Ab
zugsbügel — 5 .1 . (mit einem Verschluß versehene)
gebogene Einfassung bes. aus Metall, Plast am oberen
Rand von Handtaschen 5.2. fester Griff an einer
Handtasche, der an 5.1 angebracht ist — 6 . Strom
abnehmer bei elektrischen Bahnen
Bügel/bügel| -brett, das mit Stoff bespanntes läng
liches Brett, das als Unterlage beim Bügeln dient;
-eisen, das elektrisches Gerät zum Bügeln; -falte,
die auf der Vorder- und Hinterseite in der Mitte
senkrecht über das ganze Hosenbein verlaufende ein
gebügelte Falte; -frei /Adj./ aus einem Gewebe, das
nicht gebügelt werden m uß : ein bügelfreies Hemd
bügeln /sw. Vb.; hat/ ein Kleidungs-,
Wäschestück
mit dem erhitzten Bügeleisen glatt machen, plätten:
Hemden, Wäsche b . ; die Bluse ist frisch gebügelt
bugsieren fsw. Vb.; hat/ 1. ein Schiff mit Hilfe
eines anderen, bes. im Bereich eines Hafens, an
einen Ort schleppen od. schieben: das Schiff in den
Hafen, ins offene Meer b.
—
2. umg. scherzh.
jmdn., etw. irgendwohin b. jmdn., etw. mit Mühe
irgendwohin befördern: jmdn. aus dem Zimmer b.;
ein Möbelstück durch die Tür b.
buh /Ausruf des Mißfallens gegenüber einem Red
ner, gegenüber Künstlern bei ihrem Auftritt/
buhlen /sw. Vb.; hat/ veraltend geh. mit Über
eifer und schmeichlerisch um etw. werben: um jmds.
Gunst, um Anerkennung, Beifall b.
Buhjinann, der /PI.
- männer/ umg. jmd., dem (vor
der Öffentlichkeit) für etw.,
das andere (mit) ver
schuldet haben, alle Schuld, Verantwortung zu
geschoben wird: jmdn. zum B. machen
Buhne, die; -,
-n quer in ein Gewässer hinein
gebauter Damm , bes. zum Schutz des Ufers
Bühne, die; -,
-n 1. meist erhöhte, gegen den Zu
schauerraum abgegrenzte Fläche bes. in einem
Theater, auf der die Aufführung stattfindet: eine
breite, tiefe, versenkbare B.; auf die B. treten;
der Schauspieler erhielt Beifall auf offener B.
(während der Aufführung); ein Stück auf die B.
(zur Aufführung) bringen — 2. Theater (2): das
Stück wird zur Zeit an mehreren Bühnen gespielt;
die B., die Bühnen der Stadt D ; zur B. gehen
(Schauspieler werden); das Stück hat sich die B.
erobert
+ um g. etw. über die B. bringen (ein schwieriges
Projekt erfolgreich durchführen); etw. geht über die
B. (etw. läuft ab, verläuft in bestimmter Weise)
Bühnen/bühnen| -anweisung, die Regieanweisung;
-bild, das Ausstattung der Bühne für eine Szene,
ein Theaterstück; -bildner, der; -s, - Künstler, der
das Bühnenbild entwirft; -eingang, der Eingang
zum Bühnenhaus; -haus, das Teil des Theaters, in
dem sich die Bühne (1)befindet; -musik, die (instru
mentale) Musik, die als Bestandteil der Handlung
einer Oper, Operette, eines Schauspiels od. als
Ouvertüre, Zwischenaktmusik zu einem Schauspiel
auf od. hinter der Bühne gespielt wird; -stück, das
/PI.
- e/ Schauspiel; -werk, das zur Aufführung auf
einer Bühne bestimmtes, geeignetes dramatisches,
musikalisch-dramatisches od. choreografisches Werk;
-wirksam /Adj./ durch dramatische Handlung und
szenische Effekte auf der Bühne große Wirkung
erzielend: ein bühnenwirksames Stück
Buh|ruf, der \vorw. P I .; vgl. buh/: der Redner
wurde von Buhrufen unterbrochen
Bukett, das; -(e)s, -e/-s 1. Blume des W eines: der
Wein hat ein vollesB.
—
2. veraltend meistkunst
voll gebundener Blumenstrauß: ein B. Rosen; der
Jubilarin ein B. überreichen
Bulette, die; -,
-n landsch., bes. berl. gebratenes,
14*
212
Bullauge — Bundespost
flaches Klößchen aus gehacktem Fleisch, Frikadelle:
Buletten braten
+ umg, ’ ran an die Buletten (los, anfangen, an
die Arbeit)!
Bullauge, das wasserdicht schließendes, rundes
Fenster am Rumpf eines Schiffes
Bulldogge, die zu einer englischen Hunderasse
gehörender Haushund mit gedrungenem Körper,
großem, eckigem Schädel und kurzer Schnauze
Bulldozer, der; -s, - [ . .do:zor] schweres Raupen
fahrzeug für die Bewegung von Erdmassen: das
Gelände mit dem B. planieren
^ ulle, der; -n, -n 1.1 . geschlechtsreifes männliches
Tier bei Rindern 1.2. geschlechtsreifes männliches
Tier bei bestimmten großen, wildlebenden Säugetierar
ten — 2. umg. femot.l Mann von starkem (plumpem)
Körperbau: er war ein B. von Kerl — 3. salopp
jemot. neg.j Angehöriger der (Kriminalpolizei: die
Bullen sind hinter ihm her
2Bulle, d ie;
-n mit einem in einer Kapsel ein
geschlossenen Siegel versehene Urkunde od. Ver
ordnung bes. mittelalterlicher Kaiser od. des Papstes
Bullen|hitze, die umg. femot.f große, nahezu un
erträgliche Hitze: im Raum, draußen herrschte,
war eine B.
bullern jsw. Vb.; hat/ umg.: das Feuer im Ofen
bullert (bringt in kurzen Abständen ein dumpfes
Geräusch hervor); der (Kanonen)ofen bullert (das
Feuer darin brennt so kräftig, daß ein dumpfes Ge
räusch entsteht)
Bulletjn, das; -s, -s [byl(o)ts] offizieller, meist kur
zer Bericht über bestimmte Ereignisse: ein B. ver
öffentlichen; ein ärztliches B. über das Befinden
des erkrankten Staatsoberhauptes
bullig /Adj./ umg. femot.f 1. von starkem, massigem
Körperbau: ein bulliger Kerl — 2 . eine bullige
(starke 7.1) Hitze
bum jlautnachahmend für das dumpfe Geräusch
eines Schusses, Schlages/
Bumerang, Bumerang, der, das; -s, - s/-e 1. fast
rechtwinklig gekrümmter, glatter, flacher Holzstab,
der von den australischen Ureinwohnern bei der
Jagd, als W affe benutzt wird und bei verfehltem
Wurf zum Werfer zurückkehrt — 2. diese Maß
nahme, Handlung hat sich als ein B. erwiesen
(ihre beabsichtigte negative Wirkung ist auf den Ur
heber zurückgefallen)
Bummel, der; -s, - umg. Spaziergang ohne festes
Ziel, bes. innerhalb einer Stadt: einen B. durch die
Geschäftsstraßen machen
Bummelant, der; -en,
-en jmd.,
der oft unent
schuldigt der A rbeit fernbleibt; dazu Bummelanten
tum, das; -s, fo. PLf
bummelnfsw. Vb.; ist, hat/ umg. 1. einen Bummel
machen (ist): /mit Richtungsangabe/ durch die
Stadt, die Straßen b.
—
2. eine Tätigkeit in lang
samem Tempo ausführen, trödeln (hat): bumm(e)le
nicht so! — 3. der Arbeit unentschuldigt fernbleiben
(hat): er hat drei Tage lang gebummelt
Bummell -streik, der Streik, bei dem zwar gearbeitet
wird, aber durch betont peinliche Einhaltung der
Vorschriften bestimmte Arbeiten langsamer ab
gewickelt werden und damit der gesamte Arbeits
ablauf gehemmt wird; -zug, der umg. Personenzug
bums umg. jlautnachahmend für das bei einem
Fall, Stoß entstehende dumpf dröhnende Geräusch/
bumsen jsw. Vb.; hat, ist/ 1. umg. dumpf dröh
nen (hat): es bumste laut, als er gegen die Tür
prallte; <> an der Kreuzung hat es wieder mal ge
bumst (hat es einen Zusammenstoß gegeben) —
2. umg. 2 .1 . kräftig an, gegen etw. schlagen, so daß
ein dumpf dröhnendes Geräusch entsteht (hat): (mit
derFaust) an, gegen die Tür b. 2 .2 . (ist) mit dem
Kopf gegen, an die Wand b. (anprallen, so daß ein
dumpf dröhnendes Geräusch entsteht) — 3. salopp
koitieren (hat)
xBund, der; -(e)s, Bünde f/f auch Bündchen/ 1.1.
(organisierter) Zusammenschluß: einem B. an
gehören, beitreten; sich zu einem B. zusammen
schließen; ein B. zweier Staaten — 2. B . und
Länder (der Bundesstaat im Verhältnis zu den
Bundesländern) — II . an der Taille sitzender, ver
stärkter, als Abschluß angesetzter Stoffstreifen einer
Hose, eines Rockes: den B. weitermachen, öffnen
+ mit jmdm. im Bunde sein (mit jmdm. verbündet
sein); geh. den B. fürs Leben eingehen, schließen
(heiraten)
2Bund, das; -(e)s, -e /bei Mengenangabe PL Bund/
aus einer bestimmten Menge gleichartiger Dinge zu
sammengebundenes Ganzes: ein, fünf B. Stroh,
Mohrrüben
Bündchen, das; -s, - f/ i auch 1Bund II/ am Hals
ausschnitt, unteren Ärmelrand bestimmter Klei
dungsstücke als Abschluß, angesetzter Stoffstreifen
Bund 1, das; -s, - 1.1. aus einer Anzahl einzelner
(verschiedenartiger) Dinge zusammengebundenes
Ganzes: ein B. Briefe, Zeitungen; seine Sachen zu
einem B. zusammenschnüren 1.2 . 2B u n d — 2.
Math. Phys. Vielzahl von Geraden od. Ebenen od.
sich in dieser Form darstellender Erscheinungen,
die durch einen gemeinsamen Punkt verlaufen
4- sein B. schnüren (sich zum Aufbruch, Weggang
rüsten); jeder hat sein B. zu tragen (hat seine
Sorgen und Lasten)
bündeln jsw. Vb.; hat/ eine Anzahl einzelner
(gleichartiger) Dinge zu einem Bündel (1.1), zu Bün
deln zusammenschnüren: Zeitungen b.; Briefe ge
bündelt aufheben
Bimdes/blindes| -anstalt, die Anstalt des öffent
lichen Rechts, die einem Bundesministerium unter
steht; -bahn, die staatlich verwaltetes Unternehmen
der Eisenbahn in der BRD, in Österreich, in der
Schweiz: die Deutsche B. /Abk. DB/; -bank, die
/o. PL/: die Deutsche B. (zentrale Notenbank der
BRD); -bürger,der \vorw. BRD/Bürger der BRD;
-deutsch /Adj.; vorw. attrvorw. BRD/ der BRD
zugehörig, eigen; -genösse, der Verbündeter: in ihm
hat er einen Bundesgenossen gefunden; -gerichts-
hof, der /o. Pl.j oberstes Gericht der B R D für die
Zivil- und Strafgerichtsbarkeit; -grenzschutz, der
/offizielle Bez. für bes. an der Grenze eingesetzte
militärische Verbände der BRD/; -hauptstadt, die
jo. PL; vorw. BRD/ Hauptstadt der BRD; -haus,
das jo. PL/ Gebäude des Bundestages; -kabinett,
das jo. PL; vorw. BRD/ Kabinett der BRD;
-kanzler, der 1. Kanzler der BRD, Kanzler der
Republik Österreich — 2. Leiter der Geschäftsstelle
des Kabinetts in der Schweiz; -kanzleramt, das jo.
PL/ Amt (2.1) des Bundeskanzlers der BR D; -lade,
die Rel. jüd. kultischer Gegenstand der altisraeli
tischen Religion in Form einer Lade; -land, das
zu einem Bundesstaat gehörendes Land (5); -mini
ster, der Minister der Bundesregierung in der BRD,
in Österreich; -post, die: die Deutsche B. (Staat-
Bundespräsident — Bürgermeister
213
liehe Post der B R D); -präsident, der Staatsober
haupt der B R D , der Republik Österreich, der
Schweiz; -rat, der 1. Vertretung der Bundesländer
in der BRD, w Österreich — 2, Regierung der
Schweiz; -regierung, die Regierung der BR D ,
Regierung der Republik Österreich; -republik, die
/o. PL/: die B. Deutschland; -Staat, der aus
mehreren Ländern (5) bestehender Staat; -tag, der
Parlament der BRD
Bundestags] -abgeordnete, der u. die; -fraktion, die
Bundes] -verfassungsgericht, das jo. P l.j Gerichts
hof der BRD mit der Befugnis, Gesetze des Bundes
tages zu annulieren und Entscheidungen mit Ge
setzeskraft zu fällen; ■Versammlung, die 1* zur
Wahl des Bundespräsidenten der BRD zusammen
tretendes Gremium — 2. Parlament der Schweiz;
- verwaltungsgericht, das fo. Pl.j oberstes Verwal
tungsgericht der B R D ; -yorstand, der Leitung einer
als 1Bund bezeichneten (Massenorganisation: der
B. des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes;
- wehr, die; -, fo. PL; offizielle Bez. der Armee der
BRD/
bündig /Adj./ 1* kurz und bestimmt: jmdm. eine
bündige Erklärung geben; etw. b . , mit bündigen
Worten darlegen — 2. Bauw. auf einer Ebene
liegend, eine Ebene bildend: bündige Bohlen; die
Bretter liegen b.
-f- kurz und b.
Bündnis, das; -ses, -se (vertraglich fixierter) Zu
sammenschluß, 1Bund (LI): ein militärisches B.
zweier Staaten; das B. der Arbeiter und Bauern
beim Aufbau des Sozialismus; mit jmdm. ein B.
schließen; einem B. (Pak t) beitreten
Bündnis] -partner, der Partner in einem Bündnis;
- politik, die jo. Pl.j Strategie des Zusammengehens
von Klassen, Parteien, Staaten zur Durchsetzung
gemeinsamer Ziele: B. betreiben
Bund|weite, die Weite des1Bundes(II):dieB. messen
Bungalow, der; -s, -s [buijgalo] kleines, im Grünen
gelegenes, leichtgebautes, eingeschossiges Haus, bes.
aus Holz, das zur Benutzung während der warmen
Jahreszeit in der Freizeit bestimmt ist
Bunker, der; -s, - 1. Raum, sehr großer Behälter
zur Lagerung bes. von Kohle, Erz, Öl — 2. massiver
(unterirdischer) Bau zum Schutz gegen Bomben,
Geschosse
bunkern /sw. Vb.; hat/ fachspr.,
vorw. See-
mannsspr. etw. in einen Bunker laden, einlagern:
Kohle, Öl b.
Bunsenbrenner, der Gasbrenner mit regelbarer L uft
zufuhr
bunt jAdj.j 1.1. mehr-, vielfarbig: ein buntes Bild,
Kleid; ein bunter Strauß; etw. b . bemalen 1.2 .
/nur attr.j fachspr. bunte Farben (Farben, die
nicht weiß, schwarz od. grau sind) — 2 . /nur attr.j
ein bunter Abend (Abendveranstaltung mit ab
wechslungsreichem Programm); ein buntes Pro
gramm; ein bunter Teller (Teller mit Gebäck, Obst
und Süßigkeiten); eine bunte Platte (Platte mit
Aufschnitt, mit verschieden belegten Broten); umg.
bunte Reihe machen (Männer und Frauen im
Wechsel plazieren) — 3. es lag alles b. (ohne Ord
nung) durcheinander — 4 . /nur attr.f ein buntes
Treiben (geschäftiges, lebhaftes H in und Her)
+ umg. jmdm. wird es, etw. zu b. (etw. geht
jmdm. zu weit); — jmd. ist bekannt wie ein bunter
/ Hund
bunt/Bunt| -kariert /Adj.f farbig kariert: bunt
karierte Bettbezüge; -metall, das Metall, das nicht
Eisen ist; -papier, das fo. PL/ für Bastelarbeiten
bestimmtes farbiges Papier; -Sandstein, der fo. Pl.j
heller, roter Sandstein; -Specht, der Specht mit
schwarzweißem und rotem Gefieder; -Stift, der
Zeichenstift mit farbiger Mine; -wasche, die jo.
Pl.j wegen ihrer Einfärbung nicht kochfeste Textilien
im Hinblick auf das Waschverfahren
Bürde, die; -n jvorw. Sg .j geh. schwer zu tragende
Last: die Zweige bogen sich unter der B. der
Früchte; O die B. des Alters
Burg, die;
- en 1. frühgeschichtlicher od. mittel
alterlicher Bau bes. der Feudalherren, der vorwiegend
als Anlage zur Verteidigung diente: alte, verfallene
Burgen; die B. wurde belagert, erstürmt — 2.
Jägerspr. Bau des Bibers
Bürge, der; -n, -n 1. Jur. Person, die für die Ver
bindlichkeiten eines anderen eintritt: als B. eintre-
ten; einen Bürgen stellen — 2.1. jmd., der für jmdn.,
etw. gutsagt, sich verbürgt: (einen) Bürgen bei-
bringen; du bist mir B. dafür, daß... 2.2. Mit
glied der SED, das eine Bürgschaft übernimmt
bürgen jsw. Vb.; hat/ 1. Jur. als Bürge eintreten:
ich werde (für dich) b., falls ...
—
2. (jmdm.) für
etw., jmdn. b. für etw., jmdn. als Bürge (2.1) ein
tre ten : dafür, für ihn kann ich (dir) mit meinem
Namen b .; dieses Zeichen bürgt (bietet die Gewähr)
für gute Qualität
Bürger, der; -s,
-
1.1. Staatsbürger: die Rechte
und Pflichten des Bürgers 1.2. Einwohner einer
Stadt, Gemeinde: er ist B. der Stadt N — 2.
Bourgeois — 3. jmd., der (bei einem gewissen mate
riellen Wohlstand) ein Leben führt, das bestimmten
konservativen Traditionen des Bürgertums verhaftet
ist: er führt das Leben eines braven, biederen,
saturierten Bürgers
Bürger] -haus, das aus der Blütezeit des Bürgertums
stammendes Haus wohlhabender Bürger (1.2):
restaurierte Fassaden alter Bürgerhäuser; -initia
tive, die 1. von Bürgern (1) im soz. Wettbewerb
außerhalb der Produktionssphäre auf eigene Initia
tive erbrachte freiwillige, unentgeltliche Leistungen
zur Mehrung des gesellschaftlichen Eigentums —
2. unter heutigen kap. Verhältnissen (in der BR D)
geübte Praktik des Vorgehens von Gruppen von
Bürgern (1), um die Aufmerksamkeit der Öffent
lichkeit auf bestimmte gesellschaftliche Teilprobleme
zu lenken, die der Staat, die Gemeinde nicht in
ihrem Sinne behandelt; -krieg, der meist von reak
tionären Gruppen fortschrittlichen Kräften auf
gezwungene Auseinandersetzung zweier od. mehrerer
um die Macht in einem Staat kämpfender Gruppen
bürgerlich jAdj.; vorw. attr.j 1. von der Bourgeoisie
ausgehend, bestimmt 1.1. der Klasse der Bourgeoisie,
der kap. Gesellschaftsordnung zugehörig, eigen: die
bürgerliche Gesellschaft; ein bürgerlicher Staat;
die bürgerliche, b .- parlamentarische Demokratie;
eine b. - demokratische Revolution 1.2. von der
Ideologie der Bourgeoisie bestimmt, beeinflußt:
bürgerliche Anschauungen, Lehren; die bürger
liche Geschichtsschreibung; eine bürgerliche (nicht
sozialistische) Partei; er ist bürgerlicher Herkunft
(stammt aus dem Bürgertum, nicht aus der Arbeiter
klasse) — 2. jzu Bürger 3/: ein bürgerliches Leben;
ein bürgerlicher Haushalt
Bürgermeister, a u ch Bürgermeister, der O be r
214
Bürgerschaft — büßen
haupt einer Stadt, Gemeinde 1*1* /in der DDR als
Vorsitzender des Rates der Stadt, Gemeinde/ 1.2,
/in der BR D als Leiter der Stadt-,
Gemeinde
verwaltung/
Bürgerschaft, die; -,
-en /vorw. Sg .j 1. Gesamtheit
der Bürger (1.2) — 2. Parlament der BRD-Länder
Hamburg, Bremen
Bürger|steig, der ve raltend Gehweg
Bürgertum, das; -s, /o. PL/ 1, Bourgeoisie: das
herrschende B.
—
2. Mittelstand, die Mittel
schichten: fortschrittliche Kräfte des Bürgertums,
im B.
Burg] -friede(n), der Übereinkunft streitender P ar
teien (3.2), {eine gewisse Zeit lang) keine Ausein
andersetzungen auszutragen, einander nicht zu be
käm pfen : B. (miteinander) schließen; zwischen
ihnen herrscht B .;
-ruine, die Ruine einer Burg
Bürgschaft, die; -,
-en 1. Jur. 1.1, {Vertrag über
eine) Haftung als Bürge: eine B. übernehmen 1.2.
von soz. Werktätigen übernommene Verpflichtung
für ein Mitglied ihres Kollektivs, bei Aussetzung
einer Freiheitsstrafe die Erziehung des Verurteilten
zu gewährleisten: die B. für jmdn. übernehmen —
2. von einem Mitglied der SED schriftlich gegebene,
begründete Befürwortung der Aufnahme eines Partei
losen als Kandidat bzw. eines Kandidaten als M it
glied der SED
burlesk /Adj.; vorw. attr./ derb-komisch, in der Art
einer Posse: eine burleske Komödie
Burleske, die; -n derb-komisches Lustspiel, Posse
Büro, das; -s, -s 1. Geschäftsstelle für die Verwal
tung (1.1) eines Sachgebietes /oft in Namen für
Institutionen/ : das B. des, beim Ministerpräsiden
ten; das B. für Urheberrechte; sich an das B.
des •Rechtsanwalts N wenden — 2 . leitendes
Gremium in Parteien, Organisationen, das die
Arbeit zwischen Plenartagungen führt — 3 .1 . Ab
teilung (II.1) für die Verwaltung (1) in einem
kleinen Betrieb 3.2. Raum, Räume von 3.1
Büro| -bedarf, der: ein Geschäft für B. {für M ate
rialien, die für schriftliche Arbeiten, Verwaltungs-
arbeiten benötigt werden); -gebäude, das Verwal
tungsgebäude; -haus, das Bürogebäude; -klammer,
die Klammer zum Zusammenhalten von Papier
bögen
Bürokrat, d er ; -en,
- en jmd. mit bürokratischer
Verhaltensweise
Bürokratie, die; -, /o. PL/ die aus der Praxis des
bürgerl. Beamtenapparates erwachsenen undemokra
tischen, administrativen Einstellungen und Verhal
tensweisen: Erscheinungen der B. bekämpfen
bürokratisch /Adj./ 1.1. durch Bürokratie gekenn
zeichnet: bürokratisches Handeln, Vorgehen 1.2 .
pedantisch, formalistisch auf {Dienstvorschriften
pochend
Bürokratismus, der; -, jo. PI./ Bürokratie
Büro] -maschine, die /vorw. PL/ maschinelles H ilfs
mittel für die Arbeit bes. in der Verwaltung; -möbel,
die /PL/ Möbel für Arbeitsräume, in denen schrift
liche A rbeit geleistet wird
Bursche, der; -n, -n 1. junger Mann, Halbwüchsi
ger: er ist jetzt ein (junger) B. von 15 Jahren —
2. /von einer männlichen Person, auch von einem
einzelnen Tier, Ding; emot./: du bist mir vielleicht
ein B .!; ein gerissener, übler B .; er ist ein toller
B .; dieser kleine, aufgeweckte B . ; er hat einen
prächtigen Burschen erlegt, geangelt — 3. Soldat,
der früher zur persönlichen Bedienung eines Offi
ziers zur Verfügung stand
Burschenjkleidung, die Kleidung für Burschen (1)
Burschenschaft, die; -,
- en /studentische Verbin
dung/; dazu Burschenschaftler, der; -s, -
burschikos /Adj./ betont ungezwungen und ein
wenig forsch: er ist ein burschikoser Typ, hat eine
burschikose Art
Bürste, die; -,
-n 1. mit Bündeln von Borsten,
Draht besetzter Gebrauchsgegenstand bes. zum R eini
gen, Glätten — 2. umg. 2.1. jo. Pl.j Bürstenhaar
schnitt 2.2. Schnurrbart etwa in der Breite der
Nasenflügel
bürsten, bürstete, hat gebürstet 1.1. etw. m it ein er
Bürste bearbeiten: den Mantel, Teppich, das Haar
b. 1.2. etw. von etw. b. {etw. mit einer Bürste von
etw. entfernen)
Bürsten] -abzug, der Druckerei erster Abzug
einer Druckvorlage; -haarschnitt, der /o. Pl.f
Herrenhaarschnitt, bei dem das sehr kurz geschnittene
Haar vom K opf absteht; -massage, die Massage
mit einer Bürste
Bürzel, der; -s, - Bereich am Ansatz des Schwanzes
der Vögel
Bus, der; -ses, -se Omnibus, Autobus
Bus| -bahnhof, d e r; -fahrer, d er; -haltestelle, die
Busch, der; -(e)s, Büsche 1. Strauch mit dichtem
{tief ansetzendem) Gezweig: ein mit Büschen be
standener Damm — 2. jo. Pl.j 2.1. landsch.
(kleiner) Wald (1): in den B. gehen; im B. Pilze
suchen 2.2 . der afrikanische B. (Urwald) — 3.
großer Strauß, bes. aus Zweigen von verholzenden
Gewächsen: ein B. Flieder, Rosen — 4 . Büschel:
ein B. Federn, Haare; ein B. am Hut
+ umg. (bei jmdm.) auf den B. klopfen (jmdn.
auszuhorchen suchen)
Buschjbohne, die niedrig wachsende Bohne
Büschel, das; -s, - a us einer Anzahl gleichartiger
Dinge zusammengefaßtes Ganzes, bes. von Gras,
Haaren: ein B. Haare; ein B. Gras, Heu
buschig /Adj./ stark und struppig gewachsen:
buschige Augenbrauen
Busch| -werk, das /o. Pl.j Gesträuch; -Windröschen,
das bes. auf Wiesen, in Laubwäldern wachsende
kleine Anemone
Busen, der; -s, - 1. die Brust (2): sie hat einen
üppigen, vollen B.
—
2. veraltend 2.1 Brust
(1) cds Sitz des Herzens und des Gefühls: Wünsche,
Sehnsüchte, Hoffnungen in seinem B. (unaus
gesprochen in sich) hegen 2.2 . noch scherz h.
jmdn. an seinen B. (an sich) drücken
+ eine
Schlange am B. nähren
Busen meist spött.|
-freund, der besonders ver
trauter Freund, enger Vertrauter; dazu -freundin,
die
Bussard, der; -s,
-e Greifvögel von gedrungener,
kräftiger Gestalt, mit breiten Flügeln und kurzem,
gerundetem Schwanz
Buße, die; -,
-n 1. /o. Pl.j Rel. Haltung der Reue
vor Gott, Sühne sündhaften Verhaltens: B. tun;
jmdn. zur B. anhalten, ermahnen — 2. Jur.
/DDR veraltend/ Ordnungsstrafe: jmdm. eine
B. auferlegen
büßen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . (für) etw. b. müssen
die Folgen von etw., das man selbst verschuldet hat,
auf sich nehmen, erleiden müssen: (für) diesen
Fehler mußte er schwer, zeitlebens b .; er mußte
Büßer — Catch-as -catch-can
215
seinen Leichtsinn mit dem Leben, Tode b. (hat
dafür sein Leben eingebüßt) 1,2. /als Drohung/ das
sollst du mir, soll er mir b. (das werde ich dir,
ihm heimzahlen)!
Büßer,der; -s, - Bel.kath.jmdder Buße tut
Busserl,das; -s, -/-n süddt. österr. umg. Kuß
buß/Buß| -fertig lAdj.f Bei. zur Buße bereit, reuig,
reumütig: ein bußfertiger Sünder; -geld, das Jur.
jvorw. Sg .; DDR veraltend/ Geldstrafe wegen
Ordnungswidrigkeit; -tag, der Bei. ev. von evangeli
schen Christen am Mittwoch vor dem Totensonntag
begangener Tag der Buße, der Besinnung
Büste, auch Büste, die;
-n 1. plastische Dar
stellung eines Brustbildes: eine marmorne B. Beet
hovens — 2, Schneiderei Schneiderpuppe — 8*
Busen (1)
Büstenj, auch Büstenjhalter, der Wäschestück, das
dazu dient, der weiblichen Brust Halt, bessere
Form zu geben
Bütte, die; -n großes bottichartiges Gefäß: Trauben
in die B. schütten
Bütten| -papier, das Io. PI ./ handgeschöpftes Papier
mit faserig verlaufenden Rändern, Rippen und mit
Wasserzeichen; -rede, die (von einem als Podium
dienenden Faß ausgehaltene) Rede zum Karneval (2)
Butter, die; jo. Pl.f aus Milch gewonnenes, als
Nahrungsmittel dienendes Fett: frische, ranzige B.;
Brot mit B. bestreichen; ein Stück, halbes Pfund
B.
- { -umg. sich nicht die B. vom Brot nehmen lassen
(sich nichts gefallen lassen); (es ist) alles in B. (in
Ordnung, es klappt alles); jmdm. fällt fast die B.
vom Brot (jmd. ist verblüfft); — bei jmdm. liegt
der
Kamm auf, neben der B.
Butter{ -birne, die Birne mit besonders weichem,
saftigem Fruchtfleisch; -blume, die /volkstümliche
Bez. fü r verschiedene gelbblühende Wiesenpflanzen,
bes. Hahnenfuß, Sumpfdotterblume, Löwenzahn/;
-brot, das mit Butter bestrichene Scheibe Brot;
-f- umg. um, für ein B. (für einen sehr geringen
Gegenwert, fast umsonst); jmdm. etw. aufs B.
schmieren (jmdm. etw. deutlich zu verstehen geben,
ihm Unangenehmes immer wieder Vorhalten); -brot-
papier, das /o. Pl.j für Fett undurchlässiges Ein
wickelpapier, bes. für Frühstücksbrote; -creme, die
unter Verwendung von Butter hergestellte Creme für
Torten; -cremetorte, die mit Buttercreme gefüllte,
verzierte Torte; -dose, die Dose für Butter; -keks,
der unter Verwendung von Butter hergestellter Keks:
eine Packung B.;
-messer, das besonders geformtes
Messer (mit stumpfer Schneide) zum Abschneiden
von Butter; -milch, die leicht säuerlich schmeckende
Milch, die sich beim Buttern als Rückstand ergibt
buttern fsw. Vb.; hat/ 1. Butter hersteilen: früher
haben die Bauern noch selbst gebuttert — 2. umg.
viel, eine Menge in ein Objekt, Vorhaben b. (u n
verhältnismäßig viel Geld hineinstecken)
Butter/butter| -pilz, der eßbarer Röhrenpilz mit
braunem, schleimigem Hut und zitronengelber Unter-
seite; -schmalz, das durch Auslassen von Butter
gewonnenes Fett: mit B. backen; -schnitte, die
Butterbrot; -stulle, die norddt., bes. berl. Butter
brot; :weich, -weich jA dj.j 1. butterweiche (beson
ders zarte und weiche) Erbsen; butterweiche (beson
ders weiche und saftige) Birnen; der Asphalt war
in der Sonne b. (sehr weich) geworden — 2. salopp
jmd. ist b. (ist sehr nachgiebig, überaus leicht be
einflußbar)
Butzenscheibe, die jvorw. P I .j kleine, meist runde,
in Blei gefaßte Glasscheibe mit einer Verdickung
in der Mitte
Buxe, die; -n norddt. umg. Hose
C
Vgl. auch K, Sch und Z
C, 0, das; -,
-/umg.
-s [tse:] 1. der Laut C; dritter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes C —
2. Mus. erster und achter Ton der C-Dur-Tonleiter:
ein hohes C
Cafe, auch Caf6, das; -s, -s [kafe:] Gaststätte, in der
vorwiegend Kaffee und Kuchen angeboten werden
Cafeteria, die; -,
- s/Cafeterien [k.. ,
PI. ..i:as,
. . iron] Caf6, Restaurant, vorwiegend mit Selbst
bedienung
Callgirl, das [ko:l..] Prostituierte, die auf tele
fonischen Anruf zur Verfügung steht
Camembert [[kamembeir,
. . bs:r], auch Camem
bert [kamäbs:r] Weichkäse mit leicht schimmligem
Belag und feinem , aromatischem Geschmack
campen fsw. Vb.; hat/ [ks..] zur Erholung im Zelt,
Wohnwagen leben: wir wollen an der Ostsee c.
Camping, das; -s, fo. Pl.j [ks..] das Leben im Zelt,
Wohnwagen zur Erholung
Camping| -anhänger, der an ein Auto anzuhängen
der, für Camping eingerichteter Wohnwagen; -ar-
tikel, der jvorw. P l.j; -ausrüstung, die; -bett, das
jPl.
- enj vgl.
- möbel; -beutel, der rucksackähnlicher
Beutel, der über den Schultern, einer Schulter ge
tragen wird; -geschirr, das jo. Pl.j für Camping ge
eignetes, leichtes, einfaches Geschirr (I), meist aus
Plast; -hemd, das sportliches Oberhemd (mit kurzen
Ärmeln), das ohne Krawatte getragen wird; -liege,
die vgl.
- möbel; -möbel, die /Pl.j leichte, zusammen
klappbare Sitz-, Liegemöbel, Tische, meist aus einem
Gestell aus (metallenen) Rohren (3); -platz, der
für Camping bestimmter Platz mit entsprechenden
Einrichtungen; -Stuhl, der vgl.
- möbel; -tisch, der
vgl.
- möbel
Canasta, das;,-s, /o. PI ./ [k..] Kartenspiel für zwei
od. mehrere Personen, bei dem bestimmte Reihen
von gleichartigen Spielkarten aufgelegt werden
Cancan, der; -s, -s [karjkar), auch kaka] schneller
Tanz der zweiten Hälfte des 19. Jhs. im Zweiviertel
takt, der besonders in der französischen Operette ver
wendet wurde
cantabile jAdv.j [k..le..,
. . la] Mus. gesangsartig
Cape, das; -s ,-s [ke:p] Umhang: ein C. umnehmen
Capriccio, d as; -s,
-s [kapritjb] Mus. leichtes,
spritziges, einfallsreiches M usikstück
Casanpva, der; -/ -s,
-s [kazäno:va] Mann, der
ständig auf neue Liebesabenteuer aus ist, Frauen
verführt
Catch-as-catch-can, das; jo. P l .j [ketjesketfksn]
in kap. Ländern oft als Show gebotenes Freistil
ringen
216
catchen — Charakterzug
catchen fsw. Vb.; hat/ [ketj9n] im Stil des Catch-as -
catch-can ringen
Catchup, das, der s. Ketchup
C-Dur, das; -, fo. PI ./ [tse:..] Mus. /Tonart/
Cellist, der; -en, -en [tje..] jmd., der beruflich Cello
spielt
Cello, das; -s, Celli / umg.
-s [tje..] geigenförmiges,
in der Größe zwischen Kontrabaß und Geige liegen
des Streichinstrument
Cellophan, das s . Zellophan
Celsius [tse..] Grad C. fAblc. °C; Maßeinheit der
Temperatur; vgl. Kelvin/
Cembalo, das; -s, -s/Cembali [tjem..] Tasteninstru
ment, dessen Saiten durch Reißen zum Klingen ge
bracht werden
Cha-Cha-Cha, der; -/ -s, -s [tjatjatja] schneller Ge
sellschaftstanz im Viervierteltakt
Chaiselongue, die; -n/-s; das; -s, -sfjezeloq, Je..,
PI. . .loqon,
..loqs] veraltend gepolsterte Liege
mit einem keilkissenförmigen Polster für den K opf
Chamäleon, das; -s, -s [ka..leon] Eidechse mit ge
drungenem Körper, die mit ihrer langen Zunge sehr
schnell die Beute ergreift und ihre Farbe auffallend
schnell ändern kann
chamois /indekl. A d j.; nicht attr.f [Jamöa] von
blassem Gelb (mit einem Stich ins Bräunliche):
eine Bluse in Chamois
Chamois|papier, das fo. Pl.j Fotogr. Fotopapier
von blassem Gelb (mit einem Stich ins Bräunliche)
Champagner, der; -s, fo. Pl.f [Jampanjar] Sekt
Champignon, der; -s, -s [Jampinjoq] eßbarer Blätter
pilz mit weißlichem bis bräunlichem Hut, rosafar
benen bis braunen Lamellen: Champignons züch
ten; ein mit Champignons gefülltes Omelett
Champion, der; -s, -s [tjempian] Sport führender
Sportler, führende Mannschaft in einer Sportart:
der australische C. im Tennis; Schweden schlug
überraschend den C. Kanada
Championat, das; -(e)s,
-e [Jampiona:t] Sport
1,1* Kam pf um die Meisterschaft in einer Sportart:
das C. im Ringen findet in N statt 1,2. Meister
schaft in einer Sportart: N errang zum zweitenmal
das C.
Chance, die; -,
- n [Jaqsa, auch Jas(a), PI. .. son] gün
stige, erfolgversprechende Gelegenheit, M öglichkeit:
das ist eine große, einmalige C. (für ihn); eine C.
ausnutzen, verpassen; die, sejne Chancen (A u s
sichten auf Erfolg) stehen schlecht; umg. er hat
Chancen bei ihr (sie ist ihm geneigt)
Chancenjgleichheit, die firn bürgerl. Sprach ge
brauch; bes. von Sozialdemokraten propagiertes
Schlagwort, das die illusionäre Forderung vorgibt,
allen Mitgliedern einer kap. Gesellschaft auf nicht
revolutionärem Wege gleiche soziale Möglichkeiten
zukommen zu lassenf
changeant /indekl. A dj.; nur attr.f [Jä3ä] /von
Stoffen (1)/: c. (in zwei, mehreren Farben schillern
de) Seide; dazu changieren fsw. Vb.; hat/ [Jaij3i:.. ,
auch Jä3i:..]
Chanson, das; -s, -s [Jäsä] Lied, das kritisch-sati
risch, politisch-kämpferisch Fragen der Zeit od. in
lockerer Form menschliche Probleme gestaltet
Chansonette, die; -,
- n [Jasonsta] Ghansonßängerin
Chansonnier, der; -s, -s [Jäsonie:] Chansonsänger
Chanson| -Sänger, der jmd . ,
der (berufsmäßig)
Chansons vorträgt; dazu -Sängerin, die vgl.
- sänger
Chaos, das; -, Io. Pl.j [ka: os] wirres, wüstes Durch
einander: in der Halle herrschte (ein wildes, wüstes)
C.; Ordnung in ein C. bringen; das C. des Krieges
(die totale Auflösung jeder Ordnung durch den Krieg,
im K rieg); dazu chaotisch \Adj.f [kao:..]
Charakter, der; -s, Charaktere [k..] 1. Gesamtheit
der wesentlichen, relativ konstanten Eigenschaften
der Persönlichkeit, die ihr Verhalten gegenüber der
gesellschaftlichen Umwelt bestimmen: er hat einen
guten, festen, labilen C.; den C. formen, bilden;
jmd. hat C. (zeigt Festigkeit des Willens, der Hal
tung) ; in dieser Lage hat er keinen C. bewiesen —
2. Mensch, Persönlichkeit als Träger von 1: er ist
ein anständiger, schwieriger C.; sie sind gegensätz
liche Charaktere — 8 . fo. Pl.f kennzeichnende, we
sentliche Eigenart von etw., Gepräge: der C. einer
Landschaft, eines Wohngebietes; der gesell
schaftliche C. (Beschaffenheit) der Arbeit; die
Gespräche trugen offiziellen C. (waren offiziell)
Charakter/charakter| -darsteiler, der Sch a u spieler,
der vorwiegend Charakterrollen spielt; -eigensehaft,
die eine der den Charakter (1)konstituierenden Eigen
schaften: jmd. besitzt gute, schlechte Charakter
eigenschaften; -fach, das fo. Pl.f Theater Fach
für Charakterrollen: erist ganz ins C. übergegangen;
-fest fAdj.; vorw. attr. u . präd.f einen gefestigten
Charakter habend, erkennen lassend: eine charakter
feste Persönlichkeit, Haltung
charakterisieren fsw. Vb.; hat/ [k..] 1.1. jmdn., etw.
in seiner kennzeichnenden Eigenart darstellen, be
schreiben: jmdn., einen Typ, eine Stadt, Epoche
gut, treffend, mit wenigen Worten c.; jmdn., etw.
als etw. c . : er charakterisierte ihn als zuverlässigen
Menschen 1.2. etw . charakterisiert (kennzeichnet)
etw. , jmd n.: dieses Verhalten charakterisiert ihn
(als einen Flegel, in seiner aufrechten Art); zahl
reiche Seen c. die Landschaft; zu 1.1 Charakteri
sierung, die; -,
-en
Charakteristik, d ie; -,
- en [k..] Darstellung, Be
schreibung der kennzeichnenden Eigenschaften,
Merkmale von jmdm., etw.: er gab eine (kurze, um
fassende) C. seiner Person, der Situation
Charakteristikum, das; -s, Charakteristika [k ..]
charakteristisches Merkmal, charakteristische Eigen
schaft von etw.
charakteristisch /A dj.; nicht adv.f [k..] das Wesen,
die Eigenart von etw.,
jmdm. (besonders) kenn
zeichnend: ein charakteristisches Merkmal; die
ses Verhalten ist c. für ihn; die für diese Höhen
lage charakteristische Pflanzenwelt
Charakter|köpf, der 1.1. K opf mit ausdrucksvollem
Profil, ausgeprägten Gesichtszügen: er hat einen
interessanten C. 1 .2 . jmd. mit 1.1: er ist ein C.
charakterlich fAdj.; nicht präd.f [k..] den Charak
ter (1) betreffend: jmds. charakterliche Eigenschaf
ten; jmdn. c. beurteilen
charakter/Charakter| -los fA dj.f keinen gefestigten
Charakter, wenig positive Charaktereigenschaften
zeigen d: ein charakterloser Mensch; sein charakter
loses Verhalten; dazu -losigkeit, die; -en; -rolle,
die Theater Rolle, Darstellung einer ausgeprägten
Persönlichkeit; -schwach fAdj.; vorw. attr. u . präd.f
einen labilen Charakter habend; -voll fAdj.f 1. fvorw.
attr. u . präd.f charakterfest — 2 . /nicht adv.f von
ausgeprägter Eigenart: ein charaktervolles Profil;
eine charaktervolle Landschaft; -zug, der Charak
tereigenschaft: das ist kein schöner C. an ihm; einer
seiner hervorstechendsten Charakterzüge
Charge — Chemotherapeutikum
217
Charge, die; -,
- n [Jar3©]1.fachspr. die Menge von
Materialien, die in einer metallurgischen od. che
mischen Anlage in einem Arbeitsgang verarbeitet
w ird : eine C. schmelzen; eine C. eines Farbstoffes,
Medikaments — 2. veraltend Mil. 2.1. Dienst
grad: eine hohe, niedere C. 2.2. Person mit einem
Dienstgrad: er gehörte zu den niederen Chargen —
8. Theater charakteristisch ausgeprägte Nebenrolle
ChargenInummer, die fach sp r. die Charge (1)
kennzeichnende Nummer eines Produkts: die auf
der Tablettenpackung angegebene C.
chargieren /sw. Vb.; hat/ [Jar3i:..] 1. Hüttenw.
einen Hochofen beschicken: den Schmelzofen c.
—
2. Theater eine Charge (prononciert, übersteigert)
spielen
Charleston, der; -s, -s [tja:rlston] in den zwanziger
Jahren aufgekommener Gesellschaftstanz im schnel
len, stark synkopierten Zweiviertel- od. Viervierteltakt
charmant fAdj./ [J..] 1.1. Charme besitzend, ge
winnend, bezaubernd: sie ist eine charmante Frau;
er ist sehr c., versteht c. zu plaudern 1.2 . /nicht
attr.f das ist c. (nett, freundlich) von Ihnen
Charme, der; -s, jo. Pl.f [Jarm] Anziehungskraft, die
von jmds. liebenswürdigem, gewinnendem, bezau
berndem Wesen ausgeht: jmd. hat C.; seinen gan
zen C. aufbieten, spielen lassen; etw. mit C. tun,
sagen
Charmeur, der; -s, -s/-e [Jarmeir] geh. Mann, der
Frauen hofiert, sie durch Charme für sich einzu
nehmen sucht
Charmeuse, die;
fo. PI./ [Jarm0 :z(o)] doppel-
fädige Wirkware aus synthetischer Seidenfaser: die
ser Unterrock ist aus C.
Charta, die;
-s [k..] grundlegende Urkunde im
Staats-, Völkerrecht: die C. der Vereinten Nationen
Charter| -flugzeug, das gechartertes Flugzeug;
-maschine, die Charterflugzeug
chartern fsw. Vb.; hat/ [(t)Jar..]: ein Schiff, Flug
zeug c. (für begrenzte Zeit zu Transportzwecken
m ieten); <> umg, ich habe uns ein Taxi gechartert
(beschafft)
Chassis [Jasi:], a u ch Chassis [Jasi], d as; Chassis
\Gen. u . PI. Jasi:s] Techn. 1. Fahrgestell eines
vierrädrigen Kraftfahrzeugs — 2. Platte od. Gestell
zur Befestigung der Bauelemente bes. von Bundfunk-
und Fernsehgeräten
Chauffeur, der; -s, -e [Jofe:r] jmd., der berufsmäßig
Personen im Auto fährt, befördert
chauffieren /sw. Vb.; hat/ [Jo..] ve raltend ein
(Personenauto fahren, lenken: er chauffiert sehr
sicher; wer soll denn heute c.?
Chaussee, die; -n [Jo.., PI. ..se:(o)n] veraltend
Landstraße
Chaussee] -bäum, der angepflanzter Baum (in einer
Beihe von Bäumen), durch den die Chaussee seitlich
begrenzt wird; -graben, der neben der Chaussee ent
langführender Graben
Chauvinismus, der; -, /o. PI./ [Jov..] extrem reak
tionärer, auf offene, direkte und brutale Unter
jochung anderer Völker gerichteter Nationalismus;
dazu Chauvinist, der; -en, - en u. chauvinistisch
IAdj.1
checken /sw. Vb.; hat/ [tje..] etw. auf seine Nichtig
keit, Vollständigkeit, Funktionstüchtigkeit über
prüfen: eine Anlage, Liste c.
Check|liste, die Liste mit einer Anzahl von Positio
nen, die zu überprüfen sind
Chef, der; -s, -s [Jsf] 1.1. /DDB noch umg./ Leiter
eines Betriebes, einer Dienststelle: N wird unser
neuer C.; darüber muß er mit dem C. sprechen
1.2 . Diplom atie der C. (Leiter) des Protokolls;
die Chefs der diplomatischen Vertretungen 1.8 .
leitender Angestellter od. Eigentümer eines Unter
nehmens ~ 2. umg., oft scherzh. /als Anrede
für einen Mann, meist für jmdn., der einem nicht
(namentlich) bekannt ist/: hallo, C.,
wie komme
ich hier nach N ?
Chef| -arzt, der leitender A rzt (einer Abteilung)
eines Krankenhauses; -dirigent, der Erster Dirigent
und Leiter eines Orchesters
Chefin, die; -,
-nen [Je..] 1. /zu Chef 1.1 w. 1.3/ —
2. ‘/noch BBDj Frau des Chefs (1.3)
Chef| -koch, der leitender K och; -lektor, der Leiter
eines Verlagslektorats; -redakteur, der Leiter einer
Bedaktion: der C. (leitender Redakteur) der Zeit
schrift; -Sekretärin, die /DDB noch um g./ Sekre
tärin eines Betriebsleiters, Direktors; -visite, die
Visite des Chefarztes
Chemie, die; -, /o. Pl.f [9.., österr. k . .] Wissen
schaft von den Eigenschaften und Umwandlungen
der Stoffe und deren Gesetzmäßigkeiten: die (an
organische C.; physikalische, medizinische C.; C.
studieren
Chemie| -arbeiter, der Arbeiter in einem Chemie
betrieb; -betrieb, der Betrieb der chemischen Ind u
strie; -facharbeiter, der Facharbeiter der chemischen
Industrie; -faser, die durch chemische Verfahren
hergestellte Faser; -industrie, die chemische Indu
strie; -Ingenieur, der für die Arbeit in der chemi
schen Industrie, Forschung ausgebildeter Ingenieur;
-laborant, der Chemiefacharbeiter für Laboratorien
Chemikalie, d ie; - ,
- n /vorw. PI./ [9..io, österr.
k..] (industriell erzeugte) chemische Substanz, die
meist zur Auslösung chemischer Prozesse verwendet
w ird : flüssige, gesundheitsschädigende Chemika
lien
Chemiker, der; -s, - [9.., österr. k . .] (auf einer
Hochschule ausgebildeter) Fachmann auf dem Ge
biet der Chem ie; dazu Chemikerin, die; -,
- nen
chemisch \Adj.; nicht präd./ [9.., österr. k . .] 1.1.
(den Gesetzen, Erkenntnissen) der Chemie zugehörig,
entspringend, von der Chemie bestimmt: ein chemi
sches / Element; chemische Verbindungen, R e
aktionen; eine chemische Formel; die chemische
Forschung; chemische Präparate, Düngemittel;
ein c. gewonnenes Produkt 1.2. auf dem Gebiet
der Chemie tätig und die (Erkenntnisse der) Chemie
anwendend: ein chemischer Betrieb; die chemische
Industrie; ein chemisches Labor 1.3. mit H ilfe von
Chemikalien: chemische Reinigung; chemische
Kriegsführung (Kriegsführung mit schädlichen,
Leben vernichtenden Chemikalien)
Chemisierung, die; -,
- en /vorw. Sg./ [9.., österr.
k..] Weiterentwicklung, Umgestaltung der Produk
tion durch den Ausbau der chemischen Industrie,
den verstärkten Einsatz chemischer Produkte od.
Verfahren in anderen Industriezweigen
Chemotechnik, Chemotechnik, die /o. PL/ [9 .
österr. k . .] Gesamtheit der technischen Verfahren
in der Chemie, chemischen Industrie
Chemotechniker, Chemotechniker, der [9.. , ö ste r r .
k..] für die Arbeit in der chemischen Industrie,
Forschung ausgebildeter Techniker
Chemotherapeutikum, das [9.., österr. k . .] Med.
218
Chester — 2Christ
aus chemischen Substanzen hergestelltes Arznei
mittel, das Krankheitserreger im Körper im Wachs
tum hemmt, abtötet
Chester, der; -/-s, jo. P l.j [tjsstor] fetter, rotgelber
Hartkäse
Chester|käse, der Chester
Chevreau [Jovro:], Chevreau [Jevro], das; -s, jo .
Pl.j Ziegenleder
Chevreau!, Chevreauleder, das /o. P l.j Chevreau
Chianti, der; -s, fo . PI./ [kia..] leichter italienischer
Rotwein
Chianti|wein, der /o. P l.j Chianti
chic /Adj./ s. schick
Chic, der s. Schick
Chicoree, Chicoree, der; -/-s, auch die; -, /beide
o. PI./ [Jikore:] die als Gemüse verwendeten Sprosse
der kultivierten Wegwarte
Chiffon [Jifog], a u ch Chiffon [Jif5], d er; -s, /o. PL/
sehr feines, durchscheinendes Gewebe in Leinwand
bindung
Chiffre, die; -,
- n [Jifar, Jifra] der Verschlüsselung
dienendes (Schrift)zeichen: ein Text in Chiffren;
eine Anzeige unter einer C. aufgeben
chiffrieren /sw. Yb.; hat/ [J..] etw. in Chiffren aus-
drücken, darstellen: einen Text c.; jvorw. im Part.
Prät./ eine chiffrierte Nachricht, Mitteilung
Chinakohl, der [9.., österr. k . .] Kohl mit locke
rem, aus länglichen Blättern gebildetem Kopf
Chinarinde, die /o. PL/ [9.., österr. k . .] für die
Herstellung bes. von Tinkturen verwendete chinin
haltige Rinde bestimmter südamerihanischer Bäume
Chinchilla, die; -s [tjintjila] in den A nden leben
des, seltenes Nagetier mit weichem, glänzendem,
wertvollem Fell
Chinchilla, das; -s, -s [tjintjila] 1. Chinchillafell —
2. zu einer gezüchteten Rasse gehörendes Kaninchen
mit bläulich-aschgrauem Fell
Chinehillalfell, das /zu C h inchilla/
Chinin, das; -s, /o. PL/ [9..,
österr. k . .] als
Medikament bes. gegen Fieber, Malaria verwendeter
Wirkstoff aus der Chinarinde
Chip, der; -s, -s [tjip] 1. fach sp r. elektronisches
Bauelement mit sehr hoher Speicherfähigkeit — 2.
Spielmarke bes. beim Roulette: Chips kaufen
Chippendale, der, das; -(s), /o. P l.j [(t)Jipande:1] vom
18. Jh. ausgehender englischer Möbelstil, der bes.
Formen des Barocks und des Rokokos in schlichter
Ausführung vereinigt
Chips, die /PI./ [tjips] in Fett geröstete Scheibchen
roher Kartoffeln, die bes. zu Bier, Wein als würzige
Beigabe kalt gegessen werden
Chirurg, der; -en, -en [9.., österr. k . .] Facharzt
für Chirurgie
Chirurgie, die; -, jo. Pl.j [9.., österr. k . .] Teil
gebiet der Medizin, das sich mit der operativen Heil
behandlung befaßt
chirurgisch /Adj.; nicht präd.j [9.., österr. k . .]
zur Chirurgie gehörig: ein chirurgischer Fall; er
liegt auf der chirurgischen Station; ein chirur
gischer (operativer) Eingriff
Chitin, das; -s, jo. Pl.j [9..] hornartig feste Substanz
des Panzers der meisten Gliederfüßler
Chlor, das; -s, jo. Pl.j [k..] zu den Halogenen
gehörendes chemisches Element, stechend riechendes,
gelbgrünes Gas, das sich mit fast allen anderen
chemischen Elementen direkt verbindet
ehloren /sw. Vb.; hat/ [k..]: Wasser c. (durch Zu
satz von Chlor keimfrei machen); das Wasser ist
stark gechlort
Chloroform, das; -s, jo. P l.j [k..] farblose, süßlich
riechende flüssige Chlorverbindung, die früher als
Betäubungsmittel diente, heute als Lösungsmittel ver
wendet wird
chloroformieren /sw. Vb.; hat/ [k..] jmdn. mit
Chloroform betäuben
Chlorophyll, das; -s, jo. P l.j [k..fyl] der grüne
Farbstoffder Pflanzen, Blattgrün
Chlor] -wasser, das /o. Pl.j 1. Chem. in Wasser
gelöstes Chlor — 2. gechlortes W asser; -Wasserstoff,
der /o. Pl.j Chem. farbloses, stechend riechendes
Gas, dessen wäßrige Lösung die Salzsäure ist
Cholera, die; jo. P l.j [k..] schwere, epidemisch
auftretende Darminfektion
Choleriker, der; -s, - [k..] cholerischer Mensch
cholerisch/Adj./ [k..] leicht aufbrausend, zum Jäh
zorn neigend: er ist c.
Cholesterin, das; -s, /o. Pl.j [k.., auch 9..] in den
Zellen der Wirbeltiere, des Menschen vorkommende,
für den Stoffwechsel wichtige organische Verbindung
1Chor, der; -(e)s, Chöre [k..] 1. Gruppe gemeinsam
singender Personen, in der jede Stimme mehrfach
besetzt ist: ein gemischter (aus Frauen und Män
nern bestehender) C.; in einem C. (mit)singen; O er
stimmte in den C. derer ein, die forderten, daß
... — 2. Komposition für 1; ein vierstimmiger C.;
einen C. einstudieren — S. Mus. Gruppe (von
Spielern) gleichartiger Instrumente in einem Orche
ster: der C. der Bläser, Streicher setzte ein — 4.
Theater die Handlung eines Dramas kommen
tierende od. vorantreibende Gruppe von sprechenden,
singenden Schauspielern: der C. in der griechischen
Tragödie
+ etw. im C. (gemeinsam, zusammen) rufen
2Chor, der, auch das; -(e)s, -e/Chöre [k..] erhöhter
sakraler Hauptraum einer Kirche mit (Haupt)altar
Choral, der; -s, Choräle [k..] strophisches Kirchen
lied : die Gemeinde singt einen C.
Choreograph, d e r ; -en,
- en [k..] Fachmann für
Choreographie
Choreographie, d ie;
-n [k.., PI. . .i;9n] konzep
tionelle Gestaltung und Einstudierung künstleri
schen Tanzes; dazu choreographisch /Adj.; nicht
präd.j
Chor|gesang, der /zu 1Chor 1/
Chorist, der; -en, -en [k..] jmd. , der beruflich in
einem Chor singt; dazu Chorjstin, die; -,
- nen
Chor zu 1Chor| -konzert, das Aufführung von Chor
musik; -leiter, der; -musik, die /o. PI./ für die
Interpretation durch einen Chor bestimmte Kompo
sitionen); -probe, die; -Sänger, der Mitglied eines
Chors (1); -Satz, der vgl.
- musik; -werk, das vgl.
- musik
Chose, die s. Schose
Chow-Chow, der; -s, -s [tjautjau, JauJau] zu einer
mit dem Spitz verwandten Hunderasse gehörender
Haushund mit dichtem, langhaarigem Fell und
blauer Zunge
Chrestomathie, d ie ; - ,
-n [k.., PI. ..i:9n] Samm
lung ausgewählter Stücke aus literarischen Werken,
bes. zu Lehrzwecken
xChrist, der; -en, -en [k..] jmd.,
der getauft ist,
sich zum Christentum bekennt, einer christlichen
K irche angehört: evangelische, katholische Christen
2Christ,der; -, jo. Pl.j [k..] 1./o. Art./ veraltend
Christbaum — Code
219
/häufig in Kirchenliedern/ Christus — 2. landseh.
der heilige C. (Weihnachten)
Christ|bäum, der 1and sch. Weihnachtsbaum
Christen| -lehre, die /o. PL/ von der evangelischen
Kirche erteilter Religionsunterricht bes. für Kinder;
-pflicht, die jo. P l.j : etw. für seine C. halten;
seiner C. genügen
Christentum, das; -s, jo. Pl.j [k..] 1.1. die auf den
Lehren des Jesus von Nazareth basierende Religion:
sich zum C. bekennen, vom C. abwenden, los
sagen 1.2. Form, Ausprägung christlicher Haltung,
christlichen G laub en s: sein aktives, tätiges C .; das
katholische C.
Christkind, das Io. Pl.j 1.1. Darstellung von
Christus als neugeborenem Kind 1.2. landsch.
Figur der christlichen Mythologie, die Kindern als
Bringer der Weihnachtsgeschenke genannt wird:
bald kommt das C .; das hat das C. gebracht
christlich jAdj.j [k..] 1.1. jvorw. attr.j auf die
Lehren von Christus zurückgehend, bezogen: die
christliche Religion, K irc h e; der christliche Glaube
1.2. sich zum Christentum bekennend: die christ
liche Bevölkerung (die Christen) eines Landes; eine
christliche Familie 1.8. im Sinn e des Christentums:
eine christliche Erziehung; christliche Nächsten
liebe üben; c. handeln 1.4. /in Namen von Par
teien ! : C.-Demokratische Union Deutschlands
fÄbk. CDU; Blockpartei in der DDR/; C.- Demo-
kratische Union /Abk. CDU; Partei in der BRD/
Christi -nacht, die landsch. Nacht vom 24. zum
25. Dezember; -rose, die niedriges, meist schon in
den Wintermonaten blühendes Hahnenfußgewächs
mit weißen Blüten; -stolle, die landsch. Stolle;
-Stollen, der landsch. Stolle
Christus, der; /o. PL; oft, wenn o. Art. , bes. im
Gen., mit lat. Endungen/ [k..] /Beiname des Jesus
von Nazareth/: an C.,
Christum glauben; v e r
a lte n d vor, nach C., vor, nach Christi Geburt
/Abk. v ., n. Chr./ (vor, nach unserer Zeitrechnung)
-{- jmd. sieht aus wie das / Leiden Christi
Chrjst|vesper, die Rel. ev. kath. musikalisch aus
gestalteter Abendgottesdienst am Heiligabend
Chrom, das; -s, jo. Pl.j [kro:m] silberweiß glänzen
des, unter normalen Bedingungen nicht oxydierendes
Schwermetall
chromatisch /A d j.; vorw. attr./ [k..] Mus. aus
Halbtönen bestehend: eine chromatische Tonleiter;
chromatische Modulationen
ehromjblitzend /Adj.; vorw. attr./: chromblitzende
Autos (Autos, die auf Grund vieler verchromter
Teile glänzen)
Chromosom, das; -s, -en [k..] Biol. Bestandteil
des Zellkerns, in dem genetische Informationen
lokalisiert sind
Chrom|stahl, der \o. PI./ mit Chrom legierter Stahl
Chronik, die;
-en [k..] Aufzeichnung, Dar
stellung historischer Ereignisse in ihrer zeitlichen
Folg e: eine mittelalterliche C.; eine C. aus dem
19. Jh.; die C. einer Stadt
chronisch /Adj./ [k..] /von Krankheiten/ über
längere Zeit bestehend, langsam verlaufend od. mehr
fach wiederkeh rend: eine chronische Krankheit,
Bronchitis; das Leiden ist c. (geworden), verläuft c.
Chronfst, der; -en, -en [k ..] Verfasser einer Chronik,
chronikartiger Aufzeichnungen
Chronologie, die; -,
-n [k.., PI.
. . i:on] zeitliche
A bfolge: die C. der Ereignisse beachten
chronologisch /Adj./ [k..] in zeitlicher Abfolge: Er
eignisse c., in chronologischer Folge berichten, auf-
zeichnen
Chronometer, das; -s, - [k..] bes. in der Seefahrt
und in der Astronomie verwendete, sehr genau
gehende Uhr
Chrysantheme, die; -,
-n [kry..] zu den Korb
blütlern gehörende, vorwiegend als Schnittblume ge
nutzte Zierpflanze mit großen, aus strahlenförmig
angeordneten Blütenblättern bestehenden Blüten
circa /Adv./ s. zirka
Circulus vitiosus, de r; -, Circuli vitiosi [tsirku ..
vitsio:..] 1. Teufelskreis — 2. Logik 2.1. Zirkel
schluß 2.2. Zirkeldefinition
Cjty, die; -,
-s [siti] umg. Innenstadt, bes. einer
Großstadt
Clan, der; -s, -e [kla:n], Clan, der; -s, -s [klen]
Gruppe von (in verwandtschaftlicher Beziehung ste
henden) Menschen, die zur Durchsetzung egoistischer
Interessen eng zusammengeschlossen sind und sich
gegen andere abgrenzen
Claqueur, der; -s, -e [klako:r] Person, die in jmds.
Auftrag (1) einer Sache, Person (im Theater) Bei
fall klatscht
Clearing, das; -s, -s [kliiriij] W irt sch. Art der
Verrechnung laufend fällig werdender gegenseitiger
Forderungen und Verbindlichkeiten: ein bilaterales,
multilaterales C.
clever /Adj./ [kkvor] 1.1. Sport die Taktik, Tech
nik der Sportart geschickt, gekonnt einsetzend: die
Gäste warteten mit einer cleveren Abwehr auf;
sein cleveres Vorgehen 1.2. um g. gewitzt, wendig
(taktierend), gerissen : ein cleverer Geschäftsmann,
Bursche
Clip, der s. Klip(p)
Clique [kliko], auch Clique [kli:ko], die; -,
-n
sich von einer größeren Gesamtheit absondernde,
ihre selbstsüchtigen Interessen verfolgende Gruppe
von M en sch e n : eine reaktionäre, verbrecherische
C.; die C. um N ; wir waren in der Klasse so eine
C. (Gruppe, die zusammenhielt)
Cliquen|, auch Cliquen]Wirtschaft, die jo. P l.j A u s
übung von Macht, Einfluß durch Cliquen: in diesem
Verein herrscht C.
Clivia, die; Clivien [kli: via, PL
. .ian] Pflanze
mit langgestreckten Blättern und großen, trichter
förmigen orangefarbenen Blüten, die als Zimmer
pflanze gehalten wird
Clou, der; -s, -s [klu:] (frappierender) Höhepunkt,
Glanzpunkt: ihr Auftritt war der C. des Abends
Clown, der; -s, -s [klaun] Spaßmacher im Zirkus,
Variete
C-Moll, das; /o. PL/ [tse :..] Mus. /Tonart/
Cockpit, das; -s, -s [k..] Flugw, Kabine, Sitz des
Flugzeugführers
Cocktail, der; -s, -s/- [kokte:1] 1. /bei Mengenangabe
PL auch Cocktail/ Mixgetränk auf der Grundlage
verschiedener Spirituosen: einen C. mixen — 2.
/PL -s/ 2.1. Cocktailparty: wir sind zum C. ein
geladen 2.2. /DDR/ (diplomatischer) Empfang: am
Vorabend des Nationalfeiertages gab der Bot
schafter einen C.
Cocktail] -kleid, das K leid für kleinere festliche A n
lässe; -party, die zwanglose Gesellschaft (4.1), bei
der Cocktails gereicht werden; -schürze, die kleine
aparte Schürze
Code, der [ko:t] s. Kode
220
cognac — Crux
cognac Jindehl. A dj.; nicht attr.l [konjak] cognac-
färben
cognac[färben /Adj./ goldbrau n
Cola, die; -, jo. PI .; bei Mengenangabe PL Cola
[k..] hoffeinhaltiges Erfrischungsgetränk; / auch
Kola
Collage, die;
-n [kola:39] aus verschiedenen
Materialien in Klebetechnik montiertes Bild (1)
Collie, der; -s, -s [k..] schottischer Schäferhund mit
langhaarigem Fell
Colorfilm, Colorfilm, der [k..] Fa rbfilm (1)
Colt, der; -s, -s [k..] Revolver
Combo, die; -s [k..] kleines Instrumentalensemble
für Jazz, Tanzmusik
Comeback, das; -/ -s,
-s [kambsk] meist uner
wartetes (wiederholtes, erfolgreiches) Auftreten bes.
eines bekannten Künstlers, Teilnehmen eines bekann
ten Sportlers an Wettkämpfen nach längerer Pause:
er hatte ein (großes) C.; sein C. feiern, vorbereiten
Comics, die /PL/ [komiks] in kap. Ländern ver
breitete, primitiv-groteske Bildergeschichten, oft mit
verrohenden, K rieg und Verbrechen verherrlichenden
Inhalten
comme il faut [komilfo:] veraltend wie es sich
gehört, musterhaft: er benahm sich, kleidet sich
(ganz) c.
Computer, d e r; -s,
-
[kompjurtor] programm
gesteuerte elektronische Rechenmaschine, Daten
verarbeitungsanlage: den C. programmieren; dem
C. ein Programm eingeben
Conference, d ie; -,
-s [Sg. u . PL koferäs] Ansage
eines Programms durch einen Conferencier: die C.
(der Veranstaltung) hatte, übernahm N
Conferencier, der; -s, -s [konferaqsie:, koferasie:]
unterhaltender Ansager in einer unterhaltenden Ver
anstaltung: durch den Abend, die Sendung führte
NalsC.
Container, der; -s, - [konte:nar] genormter (Groß)-
behälter mit stabilen Wandungen für wiederholte
Beförderung von Gütern: etw. im C. verschicken,
in Containern befördern
Copyright, das; -s, -s [kopirait] Jur. Verlag sw.
international üblicher Vermerk zum Schutz des Ur
heberrechts, der Verlagsrechte
Corned beef, das; -, fo. PL/ [ko:n(o)tbi:f, auch
kornotbsf] Masse aus gepökeltem, angekochtem, zer
kleinertem und gewürztem Rindfleisch (in Dosen):
eine Büchse C.
Cornflakes, die fPLf [kornfleiks] geröstete M ais
flocken, die meist kalt und mit Milch gegessen
werden
Corpus delicti, das; -,
Corpora delicti [k..lik ti]
Jur. im Zusammenhang mit einer Straftat benutz
ter, als Beweisstück dienender Gegenstand: das C.
(vor Gericht) vorlegen
Couch, d ie ;
<(e)s [kautj] gepolstertes Möbelstück
zum Liegen für eine Person mit (niedriger) Rücken
lehne und Seitenlehnen
Couch| -garnitur, die aus einer Couch und zwei
Sesseln bestehende^ Polstergarnitur; -tisch, der in
seiner Höhe zu einer Couchgarnitur passender,
niedriger Tisch
Couleur, die; fo. Pl.f [kulo:r] fvorw. auf bürgerl.
Verh ältnisse bezogen/: anwesend waren Politiker
jeder C. (Richtung, Prägung); ein Autor dieser C.
ist auch N
Countdown, der, auch das; -J -s,
- s [kauntdaun]
Raum fah rt 1.1* das Zählen von Zeiteinheiten von
einer bestimmten Anzahl an bis zum Zeitpunkt
Null, der den Start einer (Trägerrakete markiert:
der C. läuft (ab) 1.2« Ablauf der Startvorbereitungen
für Trägerraketen nach einem Zeitplan: der C. hat
begonnen
Coup, der; -s, -s [ku:] geschickt, kühn angelegtes
(erfolgreiches) Unternehmen: damit war ihm ein
(großer) C. gelungen; um g. einen C. starten, landen
Coupe, das; -s, -s [kupe:] 1. Personenkraftwagen in
sportlichem Stil mit zwei Sitzen und zwei Notsitzen
—
2. noch österr. Abteil eines Eisenbahnwagens
Couplet, das; -s, -s [kuple:] veraltend bes. für
Kabarett, Operette geschriebenes, scherzhaftes, (sati
risches) strophisches Lied mit Refrain: ein C. vor
tragen
Coupon, der s. Kupon
Courage, die; -, jo. Pl.f [kura:39] umg. Beherzt
heit, Mut, Schneid: zu etw. die C., keine (rechte)
C. haben; dazu fehlt ihm die C.
+ / Angst vor der eigenen C. kriegen, bekommen
couragiert /Adj./ [kura3i:rt] beherzt, m u tig: sein
couragiertes Vorgehen; etw. c. anpacken
Cousin, der; -s,
-s [kuzsg, auch kuzs] Sohn des
Onkels, der Tante, Vetter: er ist mein C.; ein C.
von mir wohnt in X
Cousine, die; -,
-n [ku..] Tochter des Onkels, der
Tante, Base
Couvert, das; -s, s [kuve:r, . . er] Bezug für eine
Steppdecke an dessen Oberseite ein Teil frei gelassen
worden ist; / auch Kuvert
Cowboy, der; -s, -s [kauboy] (berittener) Hirt großer
Herden von Rindern, Pferden in Nordamerika
Cracker, der; -s,
- / -s /vorw. PL/ [kre..] kleiner
spröder, salziger Keks, der bes. als würzige Beigabe
zu Bier, Wein gegessen wird
Credo, das $. Kredo
creme /indekl. Adj.; nicht attr./ [kre:m, krs:m ]
cremefarben
Creme, die; -,
-s [kre:m, kre:m] 1. pastenartige
Emulsion zur Hautpflege: eine milde, fetthaltige
C.; eine C. auftragen — 2.1. schaumige, pasten
artige Süßspeise: eine C. als Nachspeise reichen
2.2 . dickflüssige, pastenartige, süße Masse zur
Füllung von Torten, Süßigkeiten: Pralinen, mit C.
gefüllt; die Torte mit C. verzieren — 3 . jo. Pl.%
vorw. auf bürgerl. Verhältnisse bezogen/ vorw.
spött. Oberschicht, Elite: die C. der Gesellschaft
war zu den Festspielen gekommen
creme[färben /Adj./ m a tt gelblich
cremen /sw. Vb.; hat/ [kre:..,
krs:..] etw. ein
cremen: ich habe mir eben die Hände gecremt
Creme|torte, die mit Creme (2.2) gefüllte und über
zogene Torte
cremig /Adj./ [kre:.., krs:..] wie Creme (1, 2 .2)
besch affen: eine cremige Masse; etw. c. schlagen.,
rühren
Crepe, der [krs: p] «5. Krepp
crescendo /Adv./ [krejsndo, krs..] Mus. in der
Lautstärke anschwellend
Crew, die; -,
-s [kru:] fachspr. Mannschaft, Be
satzung eines Schiffes, Ruderbootes, eines Flugzeugs
Crosslauf, der [k..] Spo rt Geländelauf
Croupier, d e r ; -s,
-s [kruple:] Angestellter einer
Spielbank, der Verluste einzieht, Gewinne auszahlt
und das Spiel überwacht
Crux, die [k..]
Csardas — dabei
221
- f mit etw., jmdm. seine C. (Last 1.3, Schwierig
keit) haben
Csardas, der; - [tfardaj] ungarischer Volkstanz
Cup, der; -s, -s [kap] Sport 1.1. Siegerpokal hei
Sportwettkämpfen: die Mannschaft konnte erneut
den C. erringen 1.2. Wettkampf, Spiele um 1.1:
die Mannschaft wurde für den C. nominiert
Cura^ao, der; -s, -s /bei Mengenangabe PI. Cura9ao/
[kyrasa:o] aus Pomeranzenschalen hergestellter
Likör
Curie,.das;
-
fAbk. Ci/ [ky..] /Maßeinheit der
Radioaktivität/
Curry, der, das;
/o. Pl.f [koeri, auch kari:]
scharfe, pikante Gewürzmischung in Pulver
form
Curry [koeri]|-soße, die stark mit Curry gewürzte
Soße; -wurst, die mit Curry gewürzte Bratwurst
Cutter, der; -s, - [katar, auch koetar] Film R u n df.
Fernsehen Fachmann für das Cuttern von Ton
bändern, Filmstreifen
cuttern /sw. Vb.; hat/ [kat.., auch koet..] Film
Rundfunk Fernsehen Tonbänder, Filmstreifen
mit dem Ziel einer bestimmten Zusammenstellung
schneiden und montieren
D
<1,D, das; -,
- /umg.
-s [de:] 1. der Laut D ; vierter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes D —
2. Mus. zweiter Ton der C-Dur-Tonleiter
xda fAdv.; / auch dasein; lokalisiert den Gegen
stand der Rede durch verschiedene Arten und Mittel
des Verweisens/ I. /räuml.f 1. /eine (ausgeführte od.
gedachte) Zeigegeste, die vom Sprecher weg zeigt,
begleitend/ 1.1 . /als Ortsangabe, betont/: da ist die
Brücke, hier die Straße; da kommt er; „W o ist
der Ball?“ „Da liegt er“ ; Da, nimm!; Da! Ein
Storch! /als Ausruf/ 1.2. /einer Ortsangabe voran
gestellt/ : da vorn, unten, drüben; das Buch liegt
da auf dem Tisch 1.3. /einem Nomen, Pronomen
attributiv nachgestellt/: das Buch liegt auf dem
Tisch da; ich möchte den Mantel da; umg. der
da war’s!; salopp he, Sie da! — 2. /auf die Rede
situation verweisend/ 2.1. /unbetont/ hier (1.1): Da
bin ich wieder!; Wer ist da?; Ist da jemand? 2.2 .
jin Korrelation mit wo/ dort (1.1): der Mantel
hängt da, wo er hingehört — II . /rückverweisend
auf eine vorher im Text genannte Orts-, Zeit- od.
SituationsangabeI 1. /räuml.f 1.1. /auf eine Orts
angabe bezogen/', gehen wir am W ald entlang, da
ist es windstill; „Warst du schon in N ?“ „Da bin
ich oft“ 1.2 . /auf eine erschlossene Ortsangabe be
zogenI: gestern besuchten wir Familie N, da ging’s
lustig zu — 2. /zeiü./ 2.1. /auf eine Zeitangabe
bezogen/: gestern, da war es noch sonnig; früher,
da war alles besser 2.2. /auf einen Temporalsatz
bezogen/: kaum war ich zu Hause, da klingelte es;
als er in N wohnte, da ging es ihm noch gut 2.3 .
feinen nebengeordneten Satz anschließend/: er be
trat die Bühne, (und) da brandete der Beifall auf
—
3. /auf die vorangehend beschriebene Situation
verweisend/: die Lage scheint ausweglos, was ist
da zu tun?; er leistet viel, da sollte man ihn auch
fördern — DI . /ohne direkten Textbezug/ 1. /die
in Rede stehende Situation aktualisierend/: da ist
nun nichts mehr zu machen; da denkt man nun,
es ist alles in Ordnung, doch nein...
—
2. umg.
/oft statt eines mit da zusammengesetzten Adverbs/:
„ ob er das tut?“ „Da (darauf)kannst du lange war
ten!“
—
3. umg. /am Satzanfang stehend in die
erzählte Situation einführend/: da komme ich doch
gestern nach Hause, und plötzlich . . .; da gab es
im Jahre X eine Konferenz in N, auf der hatten
alle Teilnehmer . . .
+ da und dort (stellenweise); da ist (doch) nichts
dahinter (das sind leere Worte)\; umg. da hast
du’s, da haben wir’s (jetzt ist das eingetreten, was
ich schon immer angenommen hatte)!; da spielt sich
nichts ab (das kommt überhaupt nicht in Frage,
daraus wird nichts) !; da hat doch einer dran ge
dreht (das hat doch einer in seinem Interesse beein
flußt)'.; da steig ich nicht durch (das verstehe 2,
durchschaue ich nicht); da kennt er nichts (da
nimmt er keine Rücksicht; davon läßt er sich nicht
abbringen); da ist (schon) etwas dahinter (die Sache
hat einen realen K ern ); da verließen sie ihn (da
wußte er nicht mehr weiter, fiel ihm nichts mehr
ein)l; da kannst du was erleben (wirst du meinen
Unwillen zu spüren bekommen)'.; da hört (sich)
doch alles auf (nun ist es aber genug; das ist ja
unglaublich)!; da komme ich nicht mehr mit (das
begreife ich nicht mehr); da kann ich nicht mehr
mit (das begreife ich nicht mehr); da hast du dich
geschnitten (da hast du dich sehr getäuscht, geirrt) !;
—
/ hie,
hier und da
2da /K on j.; unterordnend/ 1. /kausal; leitet einen
Nebensatz ein, der in bezug auf das im Hauptsatz
Gesagte einen begründenden od. erklärenden Zu
sammenhang herstellt; häufig durch weil ersetzbar,
aber nicht, wenn im Hauptsatz durch darum, des
halb, . . . warum?, aus welchem Grunde? auf den
Nebensatz verwiesen wird bzw. wenn der Nebensatz
durch nicht, nur, gerade ... eingeleitet wirdf 1.1 .
/der Nebensatz gibt eine hinreichende Begründung
für die im Hauptsatz aufgestellte Behauptung/: Da
Peter zu wenig schläft, ist er immer müde; Das
Buch wurde nicht gedruckt, da es an Papier fehlte
1.2. /der Nebensatz gibt eine hinreichende Begrün
dung für die mit dem Hauptsatz vollzogene nicht
behauptende Sprechhandlung/: Nimm den Schirm
mit, da es sehr nach Regen aussieht (der zu e r
wartende Regen veranlaßt mich, dir zu raten, den
Schirm mitzunehmen) — 2. geh. /temporal; kenn
zeichnet den Nebensatz im Sinne der Gleichzeitigkeit
in der Vergangenheit/ als (1): an dem Tage, da er
das Meer erblickte, beschloß er, Seemann zu
werden
da|behalten /Vb.j etw., jmdn. (zeitweilig) hier, dort,
bei sich behalten: wir haben seine Sachen vorläufig
d .; sie haben ihn im Krankenhaus gleich d.
dabei, nachdrückl. dabei /Adv.; / auch dabeisein/
1. /räuml.; nur dabei/ nahe bei dem Genannten,
mit dem Genannten (zusammen): dort liegt Papier,
ein Stift ist d.; sie gingen alle zusammen weg,
N war auch d.; ein Foto ist auch d. (liegt auch
bei) — 2 . /zeitl./ 2.1 . währenddessen: er schrieb und
rauchte d .; er trat ans Pult, d. überflog sein Blick
das Auditorium 2.2. /d. + zu + Inf.; gibt die
Verlaufsform anj im Begriff sein, etw. Bestimmtes
zu tun: er war gerade d., seinen Koffer zu packen
—
3. bei dem, was das Genannte betrifft: machen wir
es so, aber mir ist nicht wohl d.; er ist mit Be
geisterung d.; er hat sich nichts d. gedacht; das
ist meine Meinung, d. bleibe ich — 4 . fauch in
honfunktionaler Verwendung; nebenordnend; ad
versativ; bewertet den Vordersatz gegensätzlich im
Sinne von Vorteil-Nachteil/ jedoch, 1aber (2.2): sie
will ihren Urlaub an der See verbringen, d. täte
ihr ein Aufenthalt im Gebirge besser
-f- was ist (schon) d., es ist doch nichts d. (das
ist nicht schlimm; das ist einfach, kann jeder)
dabeil -bleiben fVb.j bei der genannten Sache,
Tätigkeit bleiben: er hat Kraftfahrer gelernt und
ist dabeigeblieben; -haben /Vb.f 1. fvorw. im Inf./
um g. jmdn. bei einer Veranstaltung, Unter
nehmung d. wollen (als Teilnehmer wünschen) —
2. landsch. etw., jmdn. bei sich haben: ich habe
meine Brille nicht dabei; -sein /Vb.; ist dabei
gewesen; Präs. u . Prät. / dabei 1/; -sitzen fVh.f
sitzend bei Genanntem anwesend sein (ohne sich
daran zu beteiligen): in der Diskussion hat er nur
so dabeigesessen; -stehen /Vb.f vgl.
- sitzen
da|bleiben / Vb.f hier, dort bleiben: wollen Sie nicht
noch d.?; er sagte, die Unterlagen müßten d.
da eapo /Adv./ [dak..] 1. Mus. noch einmal von
Anfang an — 2. /Beifallsruf im Konzert, Theater,
der zur Wiederholung des Vortrags auffordert!
Dach, das; -(e)s, Dächer die obere Begrenzung bes.
eines Gebäudes bildende, verschieden geformte und
mit bestimmtem Material gedeckte Konstruktion: ein
steiles, flaches D .; das D. des Hauses, Schuppens;
das D. (neu) decken
-f- kein D. über dem Kopf (keine Unterkunft)
haben; mit jmdm. unter einem D. (in einem Haus)
wohnen, leben; etw. unter D. und Fach bringen
(etw. glücklich beenden; etw. sicher unterbringen);
s alopp eins aufs D. kriegen (getadelt, zurecht
gewiesen werden); jmdm. eins aufs D. geben (jmdn.
rügen); jmdm. aufs D. steigen (jmdn. rügen, zu
rechtweisen); — das pfeifen die / Spatzen von
den Dächern
Dach| -balken, der einer der das Dach tragenden
Balken; -boden, der Boden (6); -decker, der; -s, -
Facharbeiter für das Decken und Reparieren von
Dächern; -fenster, das kleines Fenster im Dach;
-first, der First; -garten, der zum Aufenthalt an
gelegte (Garten)fläche auf einem Flachdach; -ge-
schoß, das von einem Spitzdach umschlossenes,
oberstes Geschoß (II); -gesellschaft, die W irtsch .
leitende Gesellschaft eines Konzerns, die von ihr ab
hängige Tochtergesellschaften kontrolliert, beherrscht;
- kammer, die Bodenkammer; -konstruktion, die
Bauw. das Dach bildende Konstruktion; -luke, die
vgl.
- fenster; -Organisation, die anderen Organisa
tionen, Verbänden, Einrichtungen übergeordnete,
sie nach gemeinsamen Richtlinien leitende Organisa
tion; -pappe, die bes. mit Teer getränkte (und Sand,
Splitt bestreute) Pappe zum Eindecken von Dächern;
-pfanne, die vgl. Dachziegel; -reiter, der a u f dem
Dachfirst angebrachter kleiner Turm ; -rinne, die
an der unteren Kante des Daches montierte Rinne
zum Auffangen und Ableiten des Regenwassers
222
dabeibleiben — dagegen
Dachs, der; -es, -e in zahlreichen Arten vorkommen
des, mit dem Marder verwandtes, in einem Bau
lebendes, nachts auf Nahrungssuche gehendes Säuge
tier mit schwarz-weiß gezeichnetem spitzem K opf und
langen, starken Krallen
+ umg. ein junger D. (ein noch unerfahrener junger
Mann)
Dachs|bau, der fP l.
-ef
Dachj -schaden, der + salopp scherzh. jmd.
hat einen (kleinen) D. (ist geistig nicht ganz nor
m a l); -Schindel, die vgl. Dachziegel; -Sparren, der
Sparren; -Stube, die vgl. Dachgeschoß; -Stuhl, der
tragender Teil der Dachkonstruktion
Dachtel, die; -,
-n ostmitteldt. süddt. österr.
Ohrfeige
Dach| -verband, der vgl. Dachorganisation;-ziegel,
der Ziegel (1.2) zum Decken von Dächern
Dackel, der; -s, - zu einer Hunderasse mit kurzen
Beinen und krummen Vorderbeinen gehörender
Haushund, der als Jagdhund dient
dadurch, nachdrückl. dadurch /Adv./ 1. fräuml.;
nur dadurch/ durch das Genannte hindurch: links
liegt das Tor, d. mußt du gehen — 2. auf Grund,
infolge der genannten Sache, Umstände: man gab
ihm eine Spritze, d. linderte man die Schmerzen;
er verpaßte den Bus und kam d. zu spät; jmdm.
d. helfen, daß...; d., daß (weil 1.1) er den Bus
verpaßte, kam er zu spät
Daffke
-f- berl. salopp aus D. aus Trotz, Widerborstig
keit: das hat er (rein) aus D. gemacht .
dafür, nachdrückl. dafür jAdv.; / auch dafürsein/
1. für den genannten Zweck: es findet eine Samm
lung für die Opfer der Katastrophe statt, d. gebe
ich einen Beitrag — 2 . für die genannte Sache ein
tretend : eine Resolution wurde vorgelegt, alle
waren d.; „was hältst du von der Aktion?“ „Ich
bin d.“
—
3. für das, was das Genannte betrifft:
er wird nicht kommen, aber wir sollten Verständ
nis d. haben; es gibt Gründe, Beweise d., daß ...;
d. bin ich nicht zuständig — 4 .1 . er hat das Buch
verkauft und zehn Mark d. (als Gegenleistung,
- wert für das Genannte) bekommen; jmdn. d. be
lohnen, bestrafen, daß ... 4 .2 . statt dessen, als A u s
gleich für das Genannte: er ist mathematisch nicht
begabt, d. hat er Talent für Sprachen; er be
kommt kein Geschenk, d. eine Reise — 5. umg.
dagegen (2.2): du hast Husten? Dafür weiß ich ein
Mittel
Dafür/dafür| -halten, das - f geh. nach meinem,
seinem D. (meiner, seiner Meinung nach); -können
/ Vb.; vorw. verneint/ jmd. kann nichts dafür jmd.
ist nicht schuld an dem Genannten: er konnte wirk
lich nichts dafür, daß . .. ; er behauptet, nichts
dafürzukönnen; wenn der was dafürkann, habe
ich mich sehr getäuscht; -sein /Vb.; ist dafür
gewesen; Präs. u . Prät. / dafür 2/; -stehen fVb.;
vorw. verneint/ landsch.: das, es steht nicht dafür
(es lohnt sich nicht), sich dafür einzusetzen
dagegen, nachdrückl. dagegen fAdv.f 1. fräuml.f
gegen das Genannte: die Wellen trieben auf uns
zu, wir mußten d. ankämpfen; nicht hiergegen,
d. sollst du dich stemmen — 2 .1 . der genannten
Sache entgegenwirkend, gegen die genannte Sache:
hier herrscht Schlendrian, d . muß man Vorgehen;
sich d. wehren, auflehnen; d. kann man nichts
machen; er brachte den Vorschlag ein, aber die
Mehrheit war d., erhob Einspruch d., hatte Be
denken d. 2.2. als Abwehr, Schutz gegen das Ge
nannte: ich habe Husten und möchte ein Mittel d.
—
3.1. als Gegenleistung, als Ersatz für das Ge
n a n n te: ich habe die Schallplatte zurückgegeben
und d. eine andere eingetauscht 3.2 . statt dessen,
hingegen: er ist mathematisch unbegabt, d. talen
tiert für Sprachen — 4. im Vergleich zum Genann
ten : diese Arbeit ist ausgezeichnet, d . fallen die
anderen ab — 5 . /dagegen; in konjunktionaler
Verwendung; nebenordnend; adversativ; fügt an
einen Vordersatz einen Hauptsatz mit Inversion des
Subjekts anf jedoch, xaber (1.1): sie ist fleißig, d.
ist er faul; Bier trinkt er nicht, W ein d. trinkt er
dagegen- /in verbalen Zusammensetzungen! gegen
das Genannte, vgl. dagegen (1), z. B .: (sich) da
gegenlehnen, (sich) dagegenstemmen
dagegen| -halten fVb.f 1# etw. mit Genanntem
kontrastierend vergleichen: das waren deine Gründe;
wenn ich nun meine dagegenhalte, so . . .
—
2.
etw. entgegnen: „aber das bringt keinen Vorteil“ ,
hielt N dagegen; -stellen, sich fV b .f sich einer
genannten Sache widersetzen: wer den Terror er
kannte, mußte sich d.
da|habenfVb.f umg. 1. ich weiß nicht, ob wir noch
Zucker d. (vorrätig haben); ich habe noch Zucker
da — 2. jmdn. bei sich (zu Besuch) haben: wir
haben noch den Vater da
daheim /Adv.f landsch.,
bes. süddt. österr.
Schweiz, 'zu Hause: d. sein, bleiben; jmdn. d.
antreffen; an d., sein Daheim denken
daher, nachdrückl. daher /Adv.f 1. fräuml.f von
dem genannten Ort, von dort: „bist du auf der Post
gewesen?“ „Von d. komme ich gerade“ — 2. /nur
daher/ dem genannten Umstand zufolge: er stammt
aus N, d. seine Aussprache; der Streit rührt d.,
daß ...
—
3. jauch in konjunktionaler Verwendung;
nebenordnend; fügt an einen Vordersatz mit Inver
sion des Subjekts einen Hauptsatz an und kenn
zeichnet diesen als Folgerung aus dem im Vorder
satz genannten Sachverhalt/: das Flugzeug wird ver
mißt, d. nimmt man an, daß es abgestürzt ist
+ daher weht der / Wind!
daher|-gelaufen /Adj.; nur attr.f um g.: ein daher
gelaufener Kerl (irgend jemand, von dem man nicht
weiß, woher er stammt, der kein Ansehen, Vertrauen
genießt); -kommen /Vb./ in bestimmter Weise zu
Fuß kommen: langsam, mit langen Schritten kam
er daher; -reden fVb.f etw. unüberlegt sagen: was
der immer so daherredet!; dumm, wirr d .; -schwat
zen/Vb.f vgl.
- reden; -stolzieren fVb.f vgl.
- kom
men
dahin, n achdrückl. dahin /Adv./ 1. /räuml./ 1.1.
nach dem genannten Ort, nach dort: er fährt nach
N und ich soll ihn d. begleiten 1.2. an diese Stelle,
dorthin : den Schrank wollen wir d. stellen; leg
das bitte d.
—
2. /zeitl.; nur dahin/ bis d. bis zu
dem genannten Zeitpunkt: er kommt um 17 Uhr,
bis d. müssen wir fertig sein — 3. in diesen Zu
stand, so weit: d. ist es nun mit ihm gekommen,
daß ...; was hat dich nur d. gebracht? — 4. zu
dem Genannten, dazu: noch gibt es eine Reihe un
gelöster Probleme, d . gehört auch die Frage, ob
...
—
5. /nur dahin/ in diese (Sinnes)richtung:
seine Meinung, Äußerung geht d.,
daß ...; die
Entwicklung tendiert d., daß ...; /oft in der Ver
bindung mit dem Part. Präs, von gehen/: etw. d.
(gehend) auslegen, daß . . . ; er hat sich d. gehend
geäußert, daß ...
dahin|-dämmern /Vb.f teilnahmslos, wie im Halb
schlaf dahinleben; -fliegen /Vb./ geh. sehr schnell
vergehen (1): die Stunden flogen dahin; -gehen
/Vb.f 1. vgl.
- f l iegen: die Stunden gingen dahin —
2. geh. verhüllend er ist dahingegangen (ge
storben); -gestellt /in den Verbindungen/ etw. d.
sein lassen etw. offen, ungeklärt lassen: wir lassen
es d., wer der Initiator war; etw. bleibt d. etw.
bleibt offen, ungeklärt: es muß d. bleiben, ob das
wirklich sein Wille war; -leben fVb.f ohne A uf-
regungen, teilnahmslos, unberührt von der Zeit sein
Leben verbringen: man kann nicht einfach so d .!;
-raffen /Vb./: die Epidemie hat viele Menschen
dahingerafft (an der Epidemie sind in kurzer Zeit
viele Menschen gestorben); -reden /Vb./ etw. un
überlegt sagen: das hat er nur so dahingeredet;
-scheiden/Vb.; ist/ geh . sterben (1.1); -schwatzen
/Vb./ vgl.
- reden; -schwinden/Vb.f geh. schwinden
(2), vergehen (1): die Jahre schwinden dahin;
-siechen /Vb./ veraltend in langem Siechtum da
hinvegetieren: er siechte dahin, ohne Aussicht auf
Heilung; -vegetieren fVb.f kümmerlich, kärglich
sein Leben verbringen: ohne Hoffnung, stumpf
sinnig d.;
-welken /Vb.; ist/ geh. verwelken;
-ziehen /Vb.; ist/: am Himmel zogen die Wolken
dahin (bewegten sich die Wolken langsam fort)
dahinten, nachdrückl. dahinten /Adv./ dort hinten:
d. in der Ecke, hinter dem Schuppen; laß das d.
stehen
dahinter, nachdrückl. dahinter /Adv.f 1. /räuml.f
1.1. hinter dem Genannten: ein Haus mit einem
Garten d. 1.2. hinter das Genannte, die genannte
Person — 2. was die Gründe, Ursachen für das
Genannte betrifft: er zeigte ein merkwürdiges Ver
halten, was soll man d. vermuten?
- f / da ist (schon) etwas d.; / da ist (doch)
nichts d .!
dahinter| -gucken fVb.f umg. in die genannte
Sache genaueren Einblick gewinnen: das sieht alles
ganz schön aus, aber wenn man dahinterguckt,
...; -klemmen, sich fVb.f umg. sich anstrengen,
um eine bestimmte Aufgabe zu bewältigen: wenn
die Arbeit termingemäß fertig werden soll, mußt
du dich aber d .;
-knien, sich fVb.f umg. sich da
hinterklemmen; -kommen fVb.f umg. etw. heraus
bekommen (2): ich werde schon noch d., was er
eigentlich will; -stecken jsw. Vb./ um g. etw., jmd.
steckt dahinter etw. ist die (verborgene) Ursache,
jmd. ist der (verborgene) Urheber der genannten
Sach e: sein mysteriöses Verschwinden — ich
möchte wissen, was dahintersteckt; eine Intrige
—
da steckt doch sicher N dahinter!; -stehen
fVb.f 1. für das Genannte eintreten, sich dazu be
kennen: das ist die Resolution, wir stehen alle
dahinter — 2 . etw. steht dahinter etw. zwingt zu
der genannten Tätigkeit: er tut es nicht gern, aber
das harte Muß steht dahinter
Dahlie, d ie ; -,
- n [..! q] in Gärten wachsender, im
Spätsommer und Herbst blühender, staudenartiger
Korbblütler mit verschiedenfarbigen Blüten aus
strahlenförmig angeordneten Blütenblättern
dajhocken fVb.f umg. an einer Stelle (in hockender
Stellung) sitzen : stumpfsinnig, ermattet d.
Daktyloskopie, die; -, fo. Pl.f [..ty..] 1. Wissen
schaft von der Form der Haut, der Finger, Hand-
dagegen- — Daktyloskopie
223
224
Daktylus — dämmern
flächen — 2. Verfahren zur Herstellung von Finger
abdrücken
Daktylus, der; -,
Daktylen [..ty..,
PL ..ty:..]
Verslehre dreisilbiger Versfuß aus einer betonten
und zwei unbetonten Silben
da| -lassen fVb.f etw., jmdn. {zeitweilig) hier, dort
lassen', wir waren dort und haben die Sachen da
gelassen; hat er eine Nachricht für mich da
gelassen (hinterlassen)?; -liegen fVb.f an einer
Stelle liegen', entspannt, reglos d .; der Brief lag
da, als ich kam
dalli /Adv./ salopp jAufforderung, sich zu beeilen/
schnell!: komm her, aber d.!; d., d .!
da| -malig /Adj.; nur attr.l damals bestehend', vor
30 Jahren dachte er so, inzwischen hat er seine
damaligen Ansichten geändert; -mals /Adv.f zu
der genannten früheren Zeit', d ., als ich ihn kennen
lernte, wohnte er in N ; das war vor vielen Jahren,
d. hatten sie noch keine Kinder
Damast, der; -(e)s, /o. PL/, fachspr.
-e fein-
fädiges einfarbiges Gewebe aus Baumwolle, Leinen,
Chemiefaser mit eingewebten glänzenden (Figuren)-
mustern'.
Bett- ,
Tischwäsche aus D.; dazu da
masten fAdj.; nur attr.f aus Damast: eine da
mastene Tischdecke
Dämchen, das; -s, - //* auch Dame 1/ aufgeputzte
(zweifelhafte) weibliche Person
Dame, die; -,
- n I. //* auch Dämchen/ 1.1. /höf
liche Bez. für eine erwachsene weibliche Person, die
man nicht näher kennt/: eine junge, ältere D .;
draußen warten ein Herr und eine D .; eine D.
möchte Sie sprechen 1.2. /als höfliche Anrede für
eine erwachsene weibliche Personj: was wünschen
Sie, meine D .?; meine sehr verehrten Damen (und
Herren)! l.S . /nur im PL/ Sport im Langlauf der
Damen siegte N 1.4. /o. Pl.j durch ihr Äußeres,
ihr Benehmen, Auftreten vornehm, kultiviert wirk-
kende, erwachsene weibliche Person: sie ist ganz
D.; die große D. spielen — H .l. manövrierfähigste,
für den Spielverlauf wertvollste Schachfigur, m it der
nach allen Richtungen gezogen und geschlagen werden
kann — 2. Kartenspiel Spielkarte mit dem Bild
von 1.1.4
—
8.1. /o. Art., o. PI./ Brettspiel für zwei
Personen, bei dem alle Steine des Gegners durch
Überspringen geschlagen werden müssen 8.2 . bei 3.1
durch Vorrücken in die gegenüberliegende letzte
Reihe erworbener doppelter Stein, der vorwärts und
rückwärts über alle Felder ziehen und schlagen kann
Damen zu Dame I| -hart, der auffälliger Haarwuchs
im Gesicht bes. über der Oberlippe von Frauen;
-bekleidung, die Kleidung für Frauen: ein Ge
schäft für D .;
-doppel, das (Tisch)tennis mit
weiblichen Spielern besetztes Doppel (II); -einzel,
das (Tisch)tennis vgl.
- doppel; -fahrrad, das für
eine Frau bestimmtes Fahrrad, dessen Rahmen im
Gegensatz zum Herrenfahrrad keine Stange zwischen
Vorder- und Hinterrad hat
damenhaft /Adj./ einer Dame (1.1.4) gemäß: ihr
damenhaftes Auftreten; ein Kleid von damen
hafter Eleganz
Damen zu Dame I| -konfektion, die vgl. Damen
bekleidung; -mantel, der; -mode, die 1 . fvorw.
Sg./ Mode für Frauen —* 2. /nur im PL/ vgl.
Damenbekleidung; -Oberbekleidung, die vgl. D a
menbekleidung; -rad, das Damenfahrrad; -Salon,
der Frisiersalon für weibliche Personen; -Schneider,
der Schneider für Damenbekleidung; dazu -Schnei
derin, die; -schuh, der; -toilette, die T oilette (II. 1)
ausschließlich für weibliche Personen; -unterwasche,
die Damenwäsche; -wähl, die jo. P l.j: beim näch
sten Tanz ist D. (fordern die Damen die Herren
zum Tanz auf); -wasche, die Unterwäsche für
Frauen; -weit, die fo. Pl.j scherzh. /Bez. für eine
Gesamtheit von (irgendwo anwesenden) Frauen/: die
D. war in Ballkleidung erschienen
Damhirsch, der Hirsch mit weißen Flecken auf dem
Fell und schaufelförmigem Geweih
damisch /Adj./ süddt. österr. salopp 1. dumm
(1.2), närrisch (1.1): der damische Kerl, der! —
2. /adv./ sehr: da hat er sich d. gefreut
1damit, nachdrückl. damit /Adv./ 1. mit Hilfe der
genannten Sache: nimm die Zange und zieh d. die
Nägel heraus; alle Kinder werden geimpft, man
hofft, d. die Krankheit eindämmen zu können —
2. mit dem Genannten versehen: er hatte neue
Schallplatten gekauft und kam d. zu uns — 3.
Izeitl./ gleichzeitig mit, unmittelbar nach dem Ge
nannten: zuletzt wurde die Hymne gesungen, d.
endete die Feier — 4. mit dem, was das Genannte
betrifft: ich bin beim Waschen, bin aber bald
fertig d.; „stimmt das?“ „Ja, d. hat es seine Rich
tigkeit“ ; im Zusammenhang d. sagte er,...; umg.
weg, her d .P ; sich d. befassen, begnügen, ab-
finden; d. anfangen, auskommen, zufrieden sein
—
5. /auch in konjunktionaler Verwendung/
infolgedessen, auf Grund dessen: die Berechnungen
liegen vor, d. sind wir in der Lage, . ..
2damit \Konj.; unterordnend; leitet einen finalen
Gliedsatz ein; der Gliedsatz gibt das Ziel für die im
Hauptsatz genannte Handlung an; bei Gleichheit d^es
Subjekts in Haupt- und Gliedsatz ist damit durch
um ... zu *+• Inf. ersetzbar/: er beeilt sich, d. er
rechtzeitig ankommt; d. die Wäsche richtig sauber
wird, muß sie gut gespült werden; ich sage es
deshalb, d . ihr euch eine Vorstellung davon machen
könnt
Dämlack, der; -s,
-e/-s salopp Schimpfw.
Dummkopf: kannst du D. das nicht kapieren, die
Flasche nicht festhalten?; so ein D .!
dämlich /Adj.j salopp dumm (1.2), blöd (2): so
ein dämlicher Kerl, / Hund; sein dämliches
Gerede; stell dich nicht so d. (ungeschickt) an!
+ sich / dumm und d. suchen, essen, reden
Dämlichkeit, die; -en /zu dämlich/
Damm, der; -(e)s, Dämme 1. langgestreckte, bes.
durch Aufschütten und Befestigen von Erde, Steinen
künstlich errichtete Erhöhung mit trapezförmigem
Querschnitt 1.1. als Unterbau bes. für einen Schienen
weg, eine Straße: den D. befestigen 1.2. zum Schutz
gegen Wasser, bes. Hochwasser: der D. (Deich) ist
gebrochen — 2. norddt. berl. Fahrbahn: über
den D. gehen, auf den D. laufen — 8 . Med.
Körperzone zwischen Geschlechtsteil und After
- f umg. nicht, wieder auf dem D. sein (nicht,
wieder gesund sein)
Damm|bruch, der Bruch eines Dammes (1.2)
dämmen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. (durch einen Damm
1.2) aufh alten : das Wasser, die Flut(en) d.
—
2.
seinen Zorn, Redefluß d. (eindämmen 2 ) — 3 .
fachspr. den Schall d. (durch Einbau von isolieren
den Stoffen dämpfen)
dämmerig /Adj.f s . dämmrig
Dämmer|licht, das /o. PL/ Licht der Dämmerung
dämmern fsw. Vb.; hat/ 1. es, der Morgen däm-
mert (die Morgendämmerung bricht an); es däm
mert bereits; der Abend dämmert (die Abend
dämmerung bricht an) — 2 . umg. 2 .1 . (bei) jmdm.
dämmert es jmd. beginnt (etw.) zu verstehen, sich
(an etw.) zu erinnern', na, dämmert’s (bei dir)?
2 .2 . jmdm. dämmert etw. jmd. ahnt etw., jmdm.
wird etw. klar: jetzt dämmert mir so manches —
3. jmd. dämmert (ist in einem Dämmerzustand);
jmd. dämmert vor sich hin
Dämmerl -schein, der jo. PI./ geh. Dämmerlicht;
-schlaf, der Halbschlaf; -schoppen, der: znm D.
(am frühen Abend zum geselligen Genuß von Alko
hol) gehen; beim D. sitzen; -stunde, die Z eit der
Abenddämmerung
Dämmerung, die;
-en jvorw. 8g .f Zeitraum des
Halbdunkels am Morgen, wenn es allmählich hell
wird, od. am Abend, wenn es allmählich dunkel
wird: die D. bricht an, tritt ein; er kam in der D.
Dämmer|zustand, der 1. zeitweilige Bewußtseins
trübung: tagelang lag er in einem D.
—
2. Halb
schlaf
dämmrig fAdj.f 1. /nur präd.j es ist, wird d. (es
dämmert 1) — 2. /nicht adv.f halbdunkel: im Zim
mer war es d .; dämmriges Licht
Dämm zu dämmen 3| -Schicht, die; -stoff, der
Damoklesschwert, das
-j- veraltend etw. schwebt wie ein D. über
jmdm. (ist eine ständig drohende Gefahr fü r jmdn.)
Dämon, der; -s, Dämonen die Macht des Bösen
verkörpernde mythische Gestalt; O der D. Alkohol
dämonisch fAdj.; vorw. attr. u . präd.f unheimlich,
unheimliche, unwiderstehliche Macht ausübend: sein
dämonischer Blick; etw. Dämonisches lag in sei
nem Wesen; eine dämonische (wilde, ungezügelte)
Leidenschaft
Dampf, der; -(e)s, Dämpfe 1. Gas nahe dem flüssigen
Aggregatzustand; der durch Erhitzen erzeugte gas
förmige Aggregatzustand des Wassers, Wasser -
dampf: / gesättigter D .; D. erzeugen; eine Ma
schine mit D, betreiben — 2. Dunst von heißem
Wasser: die Waschküche war voller D.
+ umg. jmdm. D . machen (jmdn. bei der Arbeit
zu größerer Eile antreiben)
Dampf| -antrieb, der fo. Pl.f Antrieb durch Dam pf
kraft: eine Maschine mit D.;
-bügeleisen, das
Bügeleisen, das beim Bügeln Wasserdampf ent
wickelt, so daß die zu bügelnden Textilien auch ge
dämpft werden; -druck, der fPl.
- drücke/ Phys.
Techn. von gesättigtem Dampf auf die ihn ein
schließende Wandung ausgeübter Druck (1.1): den D.
am Manometer ablesen
dampfen fsw. Vb.; hat, ist/ 1. Dampf (2) ent
wickeln, abgeben (hat): die Suppe, der Kaffee
dampft; dampfendes Wasser — 2. umg. sich mit
einem (durch Dampf betriebenen) Verkehrsmittel
irgendwohin begeben (ist): er ist nach Berlin ge
dampft
dämpfen fsw. Vb.; hat; / auch gedämpft/ 1,1.
Nahrungsmittel mit Wasserdampf garen:Kartoffeln,
Gemüse d.
—
2. Textilien mit Wasserdampf be
handeln, bes. glätten: den Rock, Mantel d.
—
II.
etw., bes. akustische, optische Beize in ihrer Wirkung
mildern, abschwächen: den Schall, Ton d.; ge
dämpftes Licht; die Geräusche drangen nur ge
dämpft herüber; einen Stoß, Aufprall d.; O jmds.
Zorn, Erregung, Freude d.
Dampfer, der; -s, - Schiff, das durch Maschinen
angetrieben wird, die mit Dampfkraft betrieben
werden
+ umg. auf dem falschen D. sein (irrige Vor
stellungen von etw. haben, etw. falsch einschätzen);
auf dem richtigen D. sein (recht haben)
Dämpfer, der; -s, - Vorrichtung zur Verminderung
der Intensität der Töne, zur Erzeugung einer ge
dämpften Klangfarbe der Töne bestimmter M usik
instrumente
4- umg. jmd. bekommt einen D. (jmd. wird in
seine Schranken gewiesen; jmd. erfährt eine Ent
täuschung)
Dampfer| -anlegestelle, die Anlegestelle bes. fü r
Fahrgastschiffe; -fahrt, die Ausflug mit einem Fahr
gastschiff
Dampf| -erzeuger, der Techn. Anlage zur Er
zeugung von Dampf (1) bestimmten Druckes und
bestimmter Temperatur, um etw. zu heizen od. eine
Maschine zu betreiben; -hammer, der Techn.
durch Dampfkraft betriebene Ramme, deren schwerer,
blockartiger Teil durch Dampfdruck angehoben und
auf etw. heruntergeschlagen wird; -heizung, die mit
Wasserdampf gespeiste Zentralheizung; -kessel, der
Dampferzeuger; -kraft, die jo. Pl.f Phys. durch
Dampfdruck erzeugte K raft; -lokomotive, die durch
Dampfkraft angetriebene Lokomotive; -maschine,
die Maschine zur Umsetzung der Energie des Damp
fes in Bewegungsenergie; -nudel, die landsch.
jvorw. Pl.f Klößchen aus lockerem Hefeteig; -rohr,
das Rohr zum Ableiten von Dampf (1); -schiff, das
veraltend Dampfer; -turbine, die vgl.
- maschine
Dämpfung, die; -,
-en fvorw. 8g .; zu dämpfen II;
vorw. B R D/: die D. (bewußte, gesteuerte Drosselung)
der Konjunktur
Dampf| -walze, die mit Dampfkraft angetriebene
Wälze (2.2); -wolke, die Wolke von Dampf
Damwild, das vgl. Damhirsch
danach, nachdrückl. danach /Adv.f 1. fzeitl.j nach
dem Genannten: während des Krieges und d.; wir
essen Mittag, d. gehen wir spazieren — 2.1. in der
Reihenfolge nach dem, den Genannten: voran gingen
die großen Kinder, d. kamen die Kleinen 2 .2 .
jauch in konjunktionäler Verwendung; nebenord
nend; fügt an einen Vordersatz einen Hauptsatz mit
Inversion des Subjekts an; mit konsekutivem Cha
rakterj : er hat Tabletten genommen, d. ist ihm
übel geworden — 3 . /bezeichnet eine Zielgerichtet-
heit/ 3.1. jräuml.l in Richtung auf das Genannte:
die Zeitung lag vor ihm und er griff d. 3 .2. jweist
auf das Ziel eines Begehrens/: er braucht eine Er
holung, er sehnt sich d.; umg. mir ist nicht d.
(mir ist nicht so zumute) — 4 . entsprechend dem
Genannten: er hat sich einen Plan gemacht und
teilt seine Zeit d. ein; umg. er war sehr schnell
fertig mit der Arbeit, aber sie ist auch d. (dem
entsprechend schlecht); spött. das willst du kön
nen? Du siehst gerade d. aus (das ist dir nicht
zuzutrauen)
Danaergeschenk, das [. .naor..] etw., was sich für
den, der es (als Geschenk) bekommt, nachteilig aus
wirkt
Dandy, der; -s, -s [dsndi] sich ständig übertrieben
modisch kleidender (junger) M ann ; dazu dandyhaft
jA d j.j: d. gekleidet sein
daneben, nachdrückl. daneben /Adv.f 1. jräuml.j
1.1. neben dem Genannten: dieses ist unser Haus,
d. steht eine Schule; er saß in der ersten Reihe,
Dämmerschein — daneben
225
15 Wörterbuch
226
danebenbenehmen — daransetzen
gleich d. saß N 1.2. neben das Genannte, den Ge
nannten — 2. im Vergleich zum Genannten: es war
ein glänzender Vortrag, d . verblaßt der seines
Vorredners — B. jauch in konjunktionaler Ver
wendung; nebenordnend; fügt an einen Vordersatz
einen Hauptsatz mit Inversion des Subjekts an;
temporal; verbindet Gleichzeitigkeit mit dem Sinn
des Zusätzlichen/ außerdem : er studiert Germani
stik, cL hört er aber auch kunsthistorische Vor
lesungen
daneben| -benehmen, sich jVb.j die Normen des
gesellschaftlichen Umgangs verletzen: er hat sich bei
der Feier ziemlich danebenbenommen; -gehen
fVb.f etw. geht daneben 1. etw. verfehlt das Ziel:
dieser Wurf ging daneben — 2. etw. m ißlingt:
dieses Experiment ist (ihm) gründlich daneben
gegangen; -gelingen fVb.f umg. mißlingen; -ge
raten [Vb.f umg. mißlingen; -greifen fVb.f 1.
neben das genannte Ziel greifen — 2. umg. mit
diesem Witz hat er etwas danebengegriffen (hat
er sich danebenbenommen); -halten fVb.f 1. etw.
neben das Genannte halten: wenn ich den anderen
Stoff danebenhalte, . . .
—
2. etw. mit dem Genann
ten vergleichen: das ist die jüngste Statistik, man
muß nun frühere d., um ...;
-raten fVb.f umg.
falsch raten (2); -schätzen fV b.f vgl.
- raten; -tippen
fVb.f umg. vgl. - raten; -treffenfVb.f vgl. - greifen (1)
danieder / / auch darnieder/
daniederjliegen fVb.f 1. veraltend darnieder
liegen (1) — 2. der Handel, die Wirtschaft lag
danieder (funktionierte nur sehr eingeschränkt)
dank fPräp. mit Gen., auch mit Dat.f auf Grund
von : d. seines Eingreifens, seiner Erfolge; d. ihrem
guten Zeugnis
Bank, der; -es, jo. Pl.f Gefühl, Ausdruck, Zeichen
der Anerkennung und Verpflichtung für eine Gabe,
Leistung, die man empfangen hat: vielen D .!,
schönen D.!, herzlichen D .!, besten D.l jDankes*
form eln f; jmdm. (seinen) D. sagen, aussprechen,
/ abstatten, zu D. verpflichtet sein; jmdm. als,
zum D. ein Geschenk überreichen; W orte des
Dankes sprechen; umg. Gott sei D.l fAusruf der
Erleichterung!
dankbarfAdj.f 1. von Dank erfüllt: jmdm. für etw.
d. sein; sich d. zeigen, erweisen; etw. d. annehmen,
anerkennen; ein dankbarer Blick — 2. / nicht adv.f
befriedigend, lohnend: eine dankbare Arbeit,
Aufgabe — B. /nicht adv.f umg. ein dankbarer
(strapazierfähiger) Stoff; der Rock ist wirklich d.;
zu 1 Dankbarkeit, die; -, fo. P l.f
danke // auch danken 1.1/ 1. /den Dank aus
drückende Höflichkeitsformelf: d. sehr, schön! —
2. /Höflichkeitsformel bei Annahme od. Ablehnung
einer Freundlichkeit, eines Angebotsf: „möchten Sie
noch Kaffee?“ „Danke, nein, ja, (sehr) gern“
danken fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdm. seinen Dank
aussprechen: ich danke dir sehr, herzlich dafür;
etw. dankend annehmen; er dankte ihm über
schwenglich, mit warmen W orten 1.2. jmd. dankt
jmdm. etw. jmd. drückt jmdm. durch eine Tat,
durch Taten seinen Dank aus: er hat es mir viel
fach gedankt; niemand wird dir diese Mühe d.
—
2. jmds. mündlichen Gruß erwidern: ich habe ihn
gegrüßt, aber er hat nicht gedankt — B. v e r
altend jmdm.,
einer Sache etw. verdanken: ich
danke ihm vieles, das Leben; es ist dieser Tat
sache zu d., daß ...
dankensl -wert fAdj.f: etw. ist d. (verdient Dank);
eine dankenswerte Aufgabe; -werterweise fA d v .f :
er hat sich d. bereit erklärt (er hat sich bereit er
klärt, was Dank, Anerkennung verdient)
dank]erfüllt fAdj.f voller Dankbarkeit: sie sah ihn
d. an
Dankeischön, das; -/ -s, fo.Pl.f , umg.
-s Wort,
Äußerung des Dankes: jmdm. ein D. sagen
Dankes|wort, das fP l.
- e; vorw. Pl.f Äußerung des
D a n k e s : (jmdm.) ein paar Dankesworte sagen,
schreiben
Dank| -sagung, d ie ; -,
- en förmliche schriftliche
Äußerung des Dankes für eine Beileidsbezeugung;
-schreiben, das Schreiben, in dem vor allem Dank,
Anerkennung für etw. ausgedrückt wird
dann /Adv.f 1.1. in der Reihenfolge nach dem, den
Genannten, danach (2.1): voran gingen die größeren
Kinder, d. folgten die kleineren 1.2. fzeitl.; oft in
Korrelation mit (zu)erst/ nach dem Genannten, da
nach (1): erst sagte er zu, d. wieder ab; ein Schuß
knallte, d. war es still; bald sind wir fertig damit,
was machen wir d.? l.B . in der Rangfolge nach dem,
den Genannten: Sieger wurde die polnische Mann
schaft, d. folgen die Schweden, d. Italien — 2.
Iweist auf einen in der (näheren) Zukunft gelegenen
Zeitpunkt hinf (etwas) später: gut, ich komme d.
hin; ich sehe d. (gleich) einmal nach — B. außer
dem, zudem: d. ist da noch eine Sache, die ...;
wir mußten noch weit laufen, und d. das Gepäck!
—
4. /oft in Korrelation mit wenn/ 4.1. in dem
genannten Falle, unter diesen Umständen: wenn
das Wetter schön ist, d. fahren wir weg; wenn es
aber so nicht geht, was d.?; das geht nur d.,
w enn ...; habt ihr Zeit genug? Dann zeige ich
euch die Stadt; wenn ich dir das sage, d. stimmt
es; na, d. ist es ja gut 4.2. zu dem genannten Zeit
pu nkt: wenn du fertig bist, d. sollst du nach-
kommen; bald haben wir Urlaub, d. fahren wir
weg; noch drei Tage, d. geht es los
+ d. und wann (ab und zu, hin und wieder);
umg. bis d. /Grußformel mit dem Himveis auf ein
absehbares (alsbaldiges) Wiedersehenf
dannen /in der Verbindung/ veraltend geh. /von
d.
-f* Verb/ weg-, davon-: von d. gehen, ziehen
daran, nachdrückl. daran fAdv .; / auch dran/
[..ran; Trennung: dar|an] 1. fräuml.f 1.1. an der
genannten Sache: die Tür war verschlossen, ein
Schild hing d. 1.2. an das Genannte: dort ist ein
Haken, d. kannst du den Mantel hängen — 2.
fzeitl.I anschließend, im Anschluß d. unm ittelbar
nach dem Genannten: wir hören einen Vortrag,
und im Anschluß d. wird ehrFilm gezeigt — B. an
dem, das, was das Genannte betrifft: man sagt, er ha
be gestohlen, aber d. ist nichts Wahres, kein W ort
wahr; ich habe dich schon gefragt, erinnerst du
dich d.?; er verschwendete keinen Gedanken d.
—
4. auf Grund der genannten 'Sache: er litt an
Diabetes und ist d. gestorben
daran j/ auch dran|/| -geben fVb.f veraltend
etw. opfern (1.1): er wäre bereit, vieles daranzu
geben, um ...;
-gehen fVb.f mit etw. beginnen, etw.
in Angriff nehmen: man ging daran, die Städte
wiederaufzubauen; -machen, sich fVb.f umg. dar
angehen : er machte sich daran, die Regale auszu
räumen; -setzen fVb.f 1. alles d. alles aufbieten,
einsetzen: er würde alles d., um zu gewinnen —
2. sich d. sich an die genannte Arbeit setzen: ich
daranwenden — darstellen
227
habe Briefe zu schreiben und werde mich gleich
d.;
-wenden /Vb./ geh .: er wendete, wandte (viel)
Zeit, Mühe, Fleiß daran (dafür au f), dieses Ziel zu
erreichen
darauf, nachdrückl. darauf fAd v.; / auch drauf/
[..rauf; Trennung: dar]auf] 1. /räumt./ 1.1 , auf
der genannten Sache: in der Mitte stand der Tisch,
d. eine Vase 1.2 . auf das Genannte — 2. jzeitl./
danach (1): wir machen nur eine Pause, (gleich)
d. fahren wir weiter — 8.1. auf dem Genannten,
auf das Genannte (als Grundlage, Voraussetzung):
das sind die Grundlagen, d . müssen wir aufbauen;
die Überlegungen fußen, beruhen d., daß . . . ; hier
ist ein Bon, d. (dafür 4.1) gibt es Getränke 3.2. auf
das, was das Genannte (in der Zukunft Liegende) be
trifft: „wirst du mitkommen?“ „ Ja, ich freue mich
schon d . “ ; d. hinarbeiten, abzielen, hinweisen, daß
. . . ; Rücksicht d. nehmen, daß ...; er soll es for
dern, er hat Anspruch, ein Recht d.
—
4. d.
wäre ich nie gekommen (das wäre mir nie ein
gefallen)', ich komme nicht d. (es fällt mir nicht
ein, ich erinnere mich dessen nicht); es, das kommt
(ganz) d. an (hängt davon ab), ob, w ie ...
—
5.
jauch in konjunktionaler Verwendung; nebenord
nend; fügt an einen Vordersatz einen Hauptsatz
mit Inversion des Subjekts an; mit konsekutivem
Charakter/ : er hatte sich als tüchtig erwiesen, d.
wurde er befördert
+ d. kannst du / Gift nehmen
darauf|folgend /Adj.; nur attr./ auf das Genannte
folgen d : am darauffolgenden Tag; auf der darauf
folgenden Seite
daraufhin, nachdrückl. daraufhin /Adv./1. im H in
blick darauf: das Gerät scheint einen Konstruk
tionsfehler zu haben, man sollte es einmal d.
prüfen — 2. /auch in konjunktionaler Verwendung;
nebenordnend; fügt an einen Vordersatz einen
Hauptsatz mit Inversion des Subjekts an; mit
konsekutivem Charakter/: es gab Anzeichen einer
Epidemie, d. wurden alle Kinder geimpft
daraus, nachdrückl. daraus /Adv.;
auch draus/
[..raus; Trennung: dar|aus] 1. /räuml./ aus dem
genannten Behältnis: er nahm das Glas und trank
d.
—
2.1. aus dem genannten Druckwerk, Schrift
satz: ich gab ihm das Buch und sagte, er solle d.
vorlesen; d. lassen sich Angaben entnehmen 2.2.
aus dem genannten M aterial: sie kaufte Stoff und
nähte ein Kleid d.; man baut Raps an, um öl d.
zu gewinnen 2.3. fin Verbindung mit werden/ aus
dem Genannten als Ausgangsstadium: anfangs ein
Bach, später wird ein breiter Fluß d. 2.4. aus dem,
was das Genannte betrifft: seine Ausführungen
waren interessant. Man kann d. lernen, erkennen,
entnehmen, daß ...
darben /sw. Vb.; hat/ veraltend in materiellen
Entbehrungen leben, hungern: sie mußten d. in den
Nachkriegsj ahren
darbieten /Vb./ geh. 1.1. etw. aufführen (1): es
wurden Volkstänze, Szenen aus dem neuen Stück
dargeboten 1.2. etw. vortragen (1): ein Gedicht, den
Stoff in faßlicher Form d.
—
2. etw. bietet sich
dar etw. wird sichtbar (1): ein weiter Ausblick bot
sich dar — 3 . veraltend jmdm. etw. d. jmdm.
etw. reichen (1): er bot ihr seinen Arm dar; sie
lehnte das Dargebotene ab
Darbietung, die; -,
- en /zu darbieten 1/ 1. das
Darbieten: die D. des Lehrstoffes — 2. das Dar
geboten e: künstlerische, musikalische Darbietungen
darbringen /Vb./ veraltend geh. 1. den Göttern
Opfer d. (den Göttern opfern) —2. jmdm. Glückwün
sche, Geschenke, eine Huldigung d. (zuteil werden
lassen) darein [..rein; Trennung: darjein] // auch
drein|/| finden, sich /Vb./ v e ra lten d sich damit
abfinden: er wird sich d. müssen, daß ...
Dargebot, das; -(e)s, /o. PI./ fachspr. für einen
bestimmten Zweck zur Verfügung stehende Menge
an Rohstoff, bes. an Wasser, aus natürlichen Vor
kommen: das Verhältnis von D. und Bedarf; ein
D. nutzen, ausbeuten
darin, nachdrückl. darin /Adv.; / auch drin/
[..rin; Trennung: dar|in] 1. /räumt./ in dem Ge
nannten: er öffnete das Kästchen, es war nichts
d.; ein großer Raum mit Tischen und Bänken
d .; man gibt die Tablette in etwas Wasser, um
sie d. aufzulösen — 2. in dem, was das Genannte
betrifft: er behauptete das Gegenteil, aber d. liegt
ein Widerspruch, d. sehe ich einen Fehler; die
Schwierigkeit besteht d.,
daß ...; sich d. einig,
sicher sein; d. (auf diesem Gebiet) kennt er sich
aus
darlegen /Vb./ etw. erklären (1.1): (jmdm.) seine
Gründe, Ansichten, den Sachverhalt d .; dazu
Darlegung, die; -,
-en
Darieh(e)n, d as; -s,
-
(auf der Grundlage einer
vertraglichen Vereinbarung) geliehene größere Geld
sum me: ein D. (von 2000 Mark) bekommen, auf
nehmen; ein D. geben, gewähren; ein zinsloses D.
Darm, der; -(e)s, Därme schlauchförmiger T eil des
Verdauungsapparates bei Wirbeltieren, Menschen
zwischen Magen und After
Darm| -blutung, die /vorw. PI./ vorwiegend durch
ein Darmgeschwür entstandene Blutung im Darm ;
- f istel, die durch die Darmwand führende Fistel;
- f lora, die Med. Gesamtheit der im Darm lebenden
Bakterien; -gcschwiir, das Geschwür in der Darm
wand; -infektion, die Infektion der Darmschleim
häute; -inlialt, der; -katarrh, der; -krebs, der /o.
PI./ Krebs des Darmes; -saite, die aus tierischem
Da rm hergestellte S aite; -Schleimhaut, die; -tätig-
kcit, die /o. PI ./; -trägheit, die /o. PI./ mangelnde
Peristaltik des Darmes; -Verschlingung, die vgl.
-Verschluß; -Verschluß, der Behinderung und Läh
mung der Darmtätigkeit durch mechanischen Ver
schluß od. Lähmung der Muskulatur der Darm
wand; -wand, die die Wandung des Darms bilden
des Gewebe
darnieder / / auch danieder/
darnieder|liegen /Vb./ 1. geh. krank und bettlägerig
sein — 2 . daniederliegen (2)
Darre, die; -,
- n Vorrichtung, Raum zum Dörren
bestimmter pflanzlicher Produkte
darreichen /Vb./ veraltend geh. jmdm. etw. als
Geschenk überreichen
darren /sw. Vb.; hat/ 1and sch. etw. in einer
Darre trocknen: Malz, Hopfen d.
darstellbar /Adj.; nicht adv.; zu darstellen 1—4/
darstellen /Vb./ 1.1. etw.,
jmdn. im Bild, in
einer Nachbildung gestalten: der Maler stellt N
hier als jungen Mann dar 1.2. etw. in Form einer
Abbildung anschaulich wiedergeben, machen: etw.
graphisch d.
—
2. als Schauspieler eine Sache,
jmdn. in einer Bühnenrolle verkörpern, gestalten:
er hatte den Faust darzustellen; Verzweiflung,
Ekstase d.
—
3. etw. beschreiben (2): etw. schrift-
15*
228
Darsteller — dasitzen
lieh, genau, falsch, anschaulich d.; den Hergang
d.; jmdn. in bestimmter Weise d .: er hat ihn mir
so dargestellt — 4. Chem. /von chemischen Sub
stanzen/ etw. herstellen (L I): Sauerstoff (rein) d.
—
5. etw. stellt etw. dar etw. ist etw., hat Bedeutung
(2) als etw.: der Aufbau in so kurzer Zeit stellt
eine große Leistung dar; die Erzeugnisse des
Werkes stellen einen wichtigen Exportartikel dar
—
6 . etw. stellt sich (jmdm.) als etw. dar etw.
erscheint (3) (jmdm.) in bestimmter W eise: das Ge
birge stellte sich als steil aufragendes Massiv dar;
die Sache stellt sich (uns) jetzt ganz neu, anders
dar
+ jmd. stellt etw. dar (jmd. wirkt als Persönlich
keit)
Darsteller, der; -s, - Schauspieler, der eine Buhnen
rolle darstellt: der damalige D. des Hamlet; dazu
Darstellerin, d ie; -,
- nen u. darstellerisch /A dj.;
nicht präd.\: sein darstellerisches (schauspieleri
sches) Können
Darstellung, d ie; -,
- en 1. das Darstellen; zu 1.1:
die Schwierigkeiten bei der D. von Landschaften;
zu 2: seine D. des Hamlet fand großen Beifall;
zu 3: er fuhr in seiner D. der Ereignisse fort —
2, Bild (1.1), Nachbildung, Abbildung: farbige,
stilisierte Darstellungen; eine graphische D.
—
3.
schriftliche, mündliche Wiedergabe eines Sachver
halts, Geschehens, Beschreibung: es gibt darüber
mehrere interessante Darstellungen
dartun /Vb.j veraltend geh. 1. jmdm. etw. dar-
stellen (3): jmdm. seine Gründe, Meinung d.
—
2. etw. zeigen (4.1), deutlich machen: damit würde
er seinen guten Willen d.
darüber, nachdrückl. darüber /Adv.; / auch drüber/
[..ry..; Trennung: dar|über] 1. /räumt./ 1*1. über
dem Genannten: im Erdgeschoß der Gebäude sind
Geschäfte, d. Wohnungen 1.2. über das Genannte
—
2. /zeitl./ 2.1. über den genannten Zeitpunkt hin
au s: er arbeitet oft bis Mitternacht und d. (hinaus)
2.2 . inzwischen, währenddessen: er wird spät kom
men, es kann d. Abend werden; er war so in die
Lektüre vertieft, daß er d. das Essen vergaß —
3. über das genannte Maß, den genannten Wert
hinausgehend: der Preis beträgt 100 Mark oder
etwas d .; die Pakete wiegen 10 Kilo und d .; d.
hinaus: er bekam eine Urkunde und d. hinaus
noch eine Geldprämie — 4 . /d. + hinweg-/ das
Genannte überwindend: d. hinweggehen, hinweg
kommen; sich d. hinwegsetzen — 5. über das, was
das Genannte betrifft: ich weiß, was du meinst,
wir haben schon d. gesprochen; d. schreiben, dis
kutieren; sich d. freuen, beschweren, ärgern; d.
froh sein; du hast das Buch gelesen, wie ist deine
Meinung d.?
darüber|-breiten /Vb.f etw. über das Genannte aus
breiten (); -machen, sich /Vb./ umg. mit dem Ge
nannten beginnen: Kartoffeln sind zu schälen, ich
muß mich endlich d.;
-stehen /Vb.f 1. über das
Genannte erhaben sein: das Gezänk berührt ihn
nicht, er steht darüber — 2. größere Kenntnis auf
dem genannten Gebiet haben, als unmittelbar gefor
dert wird: er vermittelt den Lehrstoff zu unsicher,
steht nicht darüber; -streichen /Vb./ über das G e
nannte hin streichen (2.1)
darum, nachdrückl. darum /Adv.; / auch drum/
[..rum; Trennung: dar|um] 1. /räuml./ um das
Genannte herum: ein Haus mit einem Garten d.
—
2. um das, was das Genannte betrifft: ich werde es
tun, er hat mich d. gebeten, ersucht; ich werde
mich d. kümmern; d. bemüht sein, daß ...; er
hat gelogen, d. geht es, dreht es sich; „mußtest du
wirklich hingehen?“ „N ein, ich bin d. herumge
kommen“
—
3. jauch in konjunktionaler Verwen
dung; nebenordnend; fügt an einen Vordersatz einen
Hauptsatz mit Inversion des Subjekts an/ 3.1. des
halb (2): das Kleid war zu weit, d. hat sie es
enger gemacht 3.2 . /restriktiv/ 1trotzdem : er hat
gute Arbeit geleistet, aber d. ist er noch kein
Meister
darum| -binden /Vb./ etw. um das Genannte herum
binden: das Buch einschlagen und Bindfaden d.;
-wickeln /Vb./ vgl.
- binden
darunter, nachdrückl. darunter /Adv.; / auch
drunter/ [..run..; Trennung: darunter] 1. /räuml./
1.1. unter dem Genannten: sie wohnen im dritten
Stock, wir direkt d. 1.2. unter das Genannte — 2.
unter dem genannten M aß, Wert liegend: ich möchte
ein Geschenk im Wert von 20 Mark oder d.; jmd.
tut es nicht d. (jmd. gibt sich mit Geringerem nicht
zufrieden); es muß Sahnetorte sein, d. tut sie es
nicht — 3. zwischen, unter der genannten Menge:
viele Touristen, d . zahlreiche Ausländer, besuchen
jährlich die Stad t; die Birnen sind gut, es sind
kaum schlechte d.
—
4. unter dem, was das Ge
nannte betrifft: er sprach von Problemen, was ist
d. zu verstehen?; er leidet d., daß ...
darunter- /in verbalen Zusammensetzungen/ 1. unter
dem Genannten, vgl. darunter (1.1), z. B .: darunter
liegen, darunterstehen — 2. unter das Genannte,
vgl. darunter (1.2 ), z , B .\ darunterlegen, darunter
stellen — 3. zwischen, unter die genannte Menge,
z. B . : (sich) daruntermengen, (sich) darunter
mischen
Darwinismus, der; -, /o. PI./ die von Darwin be
gründete Theorie von der Evolution der organischen
W elt; dazu Darwinist, der; -en, -en u. darwinistisch
/Adj.; nicht präd.j
Mas /best. Art.; Neutr.j s. Mer
2dasjPron.; Neutr.j s. 2der
da|sein /Vb.; ist dagewesen; / auch Ma/ 1. bei
jmdm., irgendwo vorhanden, vorrätig sein : der Brief
muß doch (noch) d.!
—
2.1. anwesend sein: N ist
gestern abend auch dagewesen 2 .2 . angekommen
(1) sein: wir wollen um 9 Uhr d .; wann soll der
Zug d. (ankommen)? 2.3. wieder d. zurückgekommen
(1) sein : er ist weggegangen, muß aber bald wieder
d. 2 .4 . umg. nicht d. (geistesabwesend sein) — 3 .
er ist immer für sie dagewesen (hat ihr im mer zur
Seite gestanden); er will immer für sie d.
—
4. vor
handen sein, sich ereignen: das ist noch nie da
gewesen
+ / dicked.
Dasein, das; -s, jo. Pl.j 1. das menschliche Leben
im Hinblick auf seine Beschaffenheit, seine Um
stände: ein glückliches, hartes D .; jmdm., sich ein
gesichertes D. schaffen — 2 . Existenz (1.1): eine
Vereinigung, von deren D. er bisher nichts gewußt
hatte
+ sein D. fristen (mühselig, kümmerlich dahin
leben)
Daseins|weise, die jvorw. Sg .j Art und Weise des
Daseins (2) von etw.
dajsitzen /Vb./ l.a n einer Stelle sitzen: er saß da
und blickte vor sich hin — 2 . umg. nun sitzt er
dasjenige — Dauer einrichtung
229
da (ist er hilflos, kann er nichts anfangen) mit sei
nem Geld, den vielen Sachen
dasjenige /Dem.pron.; N eutr.j s. derjenige
daß fKonj.f I. /unterordnend; leitet Gliedsätze ein;
häufig in Verbindung mit bestimmten Korrelaten,
häufig als Glied einer mehrteiligen, zusammen
gesetzten K on j.f 1. /der durch daß eingeleitete Glied
satz vertritt das Subjekt des Hauptsatzes; vorw.
in Korrelation mit es/: es tut mir leid, d. ich zu
spät gekommen bin; es ist schade, d. es regnet —
2, /der durch daß eingeleitete Gliedsatz vertritt das
Objekt des Hauptsatzes!: ich weiß, d. sie krank ist;
wir haben gehört, d. er die Prüfung nicht be
standen hat — 8 , /der durch daß eingeleitete Glied
satz vertritt ein Attribut des Hauptsatzes, ähnlich
einem Relativsatz/: die Tatsache, d. er bereits auf
Urlaub gefahren ist, ändert die Lage — 4 , /der
durch daß eingeleitete Gliedsatz vertritt ein präpo-
sitionales Objekt des Hauptsatzes und hat als Korre
lat im Hauptsatz ein Präp.adv., z. B . dabei, da
für, dagegen, daher, dahin, damit, danach, daran,
darauf, daraus, darin, darüber, darum, darunter,
davon, davor, dazu/: er hatte dafür zu sorgen,
d. Ruhe herrschte; denkt daran, d. ihr pünktlich
sein müßt — 5* /der durch daß eingeleitete Glied
satz vertritt ein Adverb, eine adverbiale Fügung des
Hauptsatzes/ 5.1. /konsekutiv; gibt auch einen Grad
an/: der Chor sang (so), d. es im Saale widerhallte
5.2 . /final/ dam it: nimm die Jacke mit, d. du dich
nicht erkältest — 6 . /in Verbindung mit bestimm
ten Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen, durch
die sich spezifische Bedeutungen ergeben, z. B . als
d., (an)statt d., außer d., kaum d., nur d., ohne
d., so d., ungeachtet d., vorausgesetzt d ./: / als
(4), 2außer, kaum, nur, 2ohne, 2so (3), ungeachtet,
vorausgesetzt — n , /leitet Hauptsätze mit der W ort
stellung eines Gliedsatzes ein, die einen Wunsch,
eine Drohung, ein Bedauern ausdrücken/ : d. doch
alles nur ein Traum wäre!; d. du das sein läßt!
dasselbe/Dem.pron.; Neutr.j s. derselbe
dajstehen /Vb./ 1. in bestimmter W eise an einer
bestimmten Stelle stehen: versonnen, fassungslos
stand er da — 2.1. in bestimmter Weise d. sich in
einer bestimmten Lebenslage befinden: er steht heute
wirtschaftlich gut, ganz verlassen da 2.2 . in be
stimmter Weise in Erscheinung treten: nun steht
er kläglich, als (ein) Trottel vor ihr da; um g. (na)
wie stehe ich da (habe ich das nicht gut gemacht)?
+ umg. scherzh. d. wie bestellt und nicht ab
geholt (verloren und ein wenig ratlos dastehen)
Date], die; -,
-en fachspr. zweckgebundene Samm
lung von Daten für die ED V /meist kleiner und
spezieller als eine Datenbank/
Daten, die /PL; / auch Datum/ 1.1. bes. durch
Messungen, Erhebungen gewonnene Angaben, Werte:
D. sammeln; die technischen D. eines bestimmten
Gerätes 1.2. Datenverarb. auf Lochkarten od.
elektronisch gespeicherte Informationen, die der Ver
arbeitung unterliegen, aber nicht der Steuerung die
n e n : D. eingeben, speichern
Daten| -bank, die /PL -bänke/ Datenverarb.
technische Anlage, die als zentrale Aufbewahrungs
stelle von Daten dient und einen schnellen Zugriff
zu gewünschten Informationen ermöglicht; -material,
das: darüber existiert ein umfangreiches D .;
-Schutz, der /BRD/ Jur. staats- und zivilrechtliche
Maßnahmen zur Beschränkung des Zugangs zu
Daten über Personen und andere Rechtssubjekte;
-Speicher, der Datenverarb. technische Anlage
zur Aufbewahrung und zum wiederholten Abrufen
alphanumerischer Daten; -Verarbeitung, die /o. PL/
Vorgänge und Einrichtungen der maschinellen A uf
bewahrung und Verarbeitung, Auswertung von
Daten: elektronische D. // auch EDV/; -Ver
arbeitungsanlage, die: eine elektronische D. /Abk.
EDVA/ System elektronischer Geräte zur Datenver
arbeitung
datierbar /Adj.; nicht adv.; zu datieren 2/: die
Funde sind schwer d.
datieren/sw. Vb.; hat/1. ein Schriftstück mit einem
Datum versehen: einen Vertrag d.; der Brief ist
vom 13. April (1920) datiert — 2. ein altes Schrift
denkmal d. (bestimmen, aus welcher Zeit es stammt);
die Funde wurden auf, in das vierte Jahrhundert
datiert, waren nicht eindeutig zu d.
—
8. etw.
datiert von, seit einem bestimmten Zeitpunkt, Er
eignis etw. besteht seit einem bestimmten Zeitpunkt,
Ereignis: seit damals, von daher datiert unsere
Freundschaft; zu 1 u. 2 Datierung, die; -,
-en
Dativ, der; -s, /o. Pl.j Gramm. Kasus, der das
indirekte Objekt des Satzes kennzeichnet, von be
stimmten Präpositionen abhängig sein kann: ein
Substantiv im D .; diese.Präposition regiert den
D.
Dativ]Objekt, das Gramm . Objekt im Dativ
dato /Adv./
+ veraltend bisd. bis heute, bisher: das war mir
bis d. unbekannt
Datsche, d ie; -,
-n umg. /DDR/ Wochenendhaus
mit Grundstück: auf die D. fahren, auf der D.
sein; er hat an der Ostsee eine D.
Dattel, die; -n eßbare Frucht der Dattelpalme
Dattel| -palme, die bes. in Nordafrika kultivierte
Palme mit gefiederten Blättern und süßen Früchten;
-wein, der W ein mit besonders süßen, dicken
fleischigen Beeren
Datum, das; -s, Daten // auch Daten; Bezeich
nung eines bestimmten Tages nach dem Kalender/:
der Brief trägt das D. des, vom 10. November
1960; das heutige D .; welches D. haben wir heute?;
ein wichtiges D. (Tag eines wichtigen Ereignisses,
wichtiger Zeitpunkt) in der Geschichte des Landes;
die Nachricht ist jüngsten, neuesten Datums (ist
ganz neu)
Daube, die; -,
-n Böttch. gewölbtes Brett der
Wandung bes. eines Fasses
Dauer, die; -, /o. PI./ Zeitraum, während dessen
etw. besteht, vor sich geht, anhält: die D. unseres
Aufenthalts ist ungewiß; während der D. des
Konzerts; für die D. (Zeitspanne) von zwei Stun
den; etw. ist von langer, kurzer D. (etw. dauert
lange, kurze Zeit); etw. ist von D. (etw. ist im
gleichen Zustand über lange Zeit vorhanden, hat
Bestand ...)
-J
-
auf die D. (für lange, unabsehbare Zeit)
Dauer| -auftrag, der Auftrag eines Kontoinhabers
an die Bank zur ständigen Begleichung bestimmter,
regelmäßig zu erfüllender Verbindlichkeiten: ein D.
für die Mietzahlung; -backware, die /vorw. P l.j
vgl. Dauerware; -brandofen, der Ofen, der längere
Zeit ohne Nachlegen von Heizmaterial brennt;
-brenner, der 1 . vgl.
- brandofen — 2. umg.
scherzh. langer K uß; -einrichtung, die vgl. Dauer
zustand
230
dauerhaft — davor
dauerhaft fAdj./ langen Bestand habend: dauer
haftes (festes, strapazierfähiges) Material; den
Frieden d. machen
Dauer| -karte, die Eintritts-,
Fahrkarte, die zu
ständig wiederholter Benutzung über längere Frist
berechtigt; -lauf, der (längerer) Lauf (1.1) in mäßi
gem Tempo: einen D. machen; im D. zum Bahn
hof; -leihgabe, die langfristig überlassene Leihgabe;
-marsch, der langer, ununterbrochener 1M arsch (1);
-mieter, der ständiger M ieter
dauern /sw. Vb.; hat;
auch dauernd/ 1.1 . etw.
dauert eine bestimmte Zeit etw. ist eine bestimmte
Zeit vorhanden, hält eine bestimmte Zeit an: der
Vortrag dauert eine Stunde; es wird sehr, nicht
lange d. (es wird viel, nicht viel Zeit vergehen),
bis ...; wie lange dauert es noch?; sein Urlaub
dauert bis zum 15. September — 2 . geh. etw.
dauert etw. ist im gleichen Zustand Über lange Zeit
vorhanden, hat Bestand: diese Verbindung, Freund
schaft wird d.
—
II. veraltend, noch landsch.
1.1 . jmd. dauert jmdn. jmd. tut jmdm. leid: er
dauerte mich in seinem Unglück 1.2. etw. dauert
jmdn., es dauert jmdn., daß ... etw. tut jmdm. leid:
es dauerte ihn, daß sie nicht reisen konnten
dauernd lAdj.; nicht präd.; / auch dauern 1.1/
1.1. über lange Zeit, auf Dauer, ständig: sich einen
Ort zum dauernden Aufenthalt wählen 1.2 . fort
während, fortgesetzt: er ist d. krank; er sieht sich
d. verfolgt; ich verbitte mir diese dauernden
Störungen
Daucrj -regen, der lange anhaltender Regen;
-schlaf, der tage- ,
wochenlanger Schlaf: D. als
Therapie einsetzen; -wäre, die \vorw. P l.j lange
haltbares Nahrungsmittel, bes. Gebäck, bestimmte
Wurst; -welle, die künstlich hergestellte, lange be
stehenbleibende Wellung des Haars: sich eine D.
machen lassen; -wurst, die Wurst, die durch Räu
chern lange haltbar gemacht worden ist; -zustand,
der: dieses Zusammenwohnen kann kein D. sein
(kann nicht über lange, unabsehbare Zeit bestehen)
Däumchen, das; -s, - // auch Daumen/
+ umg. (die) D. drehen (untätig sein, sich lang
weilen)
Daumen, der; -s, - // auch Däumchen/ der kurze,
starke erste Finger der Hand mit nur zwei Gliedern,
der den übrigen Fingern gegenübergestellt werden
kann: der rechte D.; er hat sich den D. gebrochen
- f jmdm. den, die D. drücken, halten (jmdm. für
etw.,- ein Vorhaben in Gedanken gutes Gelingen
wünschen); umg. etw. über den D. peilen (etw.
grob schätzen); (die) D. drehen (untätig sein, sich
langweilen)
daumen/Daumenl -breit lAdj.f etwa von der Breite
des Daum ens: ein daumenbreiter Spalt; -breite,
die eine D. einmal das M aß der ungefähren Breite
des Daumens: den Saum (um) eine D. auslassen;
-lutscher, der oft spött. Kind, das (oft) am Daumen
lutscht; -schraube, die mittelalterliches Gerät zum
Foltern ; -j- jmdm. (die) Daumenschrauben an-
legen, ansetzen, anziehen (jmdn. brutal, erpresse
risch zu etw. zwingen)
Däumling« der; -s, -e 1.1. schützender Überzug für
einen verletzten Daumen 1.2. den Daumen bedecken
der Teil des Handschuhs
Daune, die; -,
-n \vorw. PI./ kleine, zarte Feder
mit weichem Kiel, Flaumfeder: ein mit Daunen
gefülltes Kissen, B ett
Daunen| -bett, das \Pl.
- en/ mit Daunen gefülltes
Deckbett; -decke, die vgl.
- bett
1Daus, das; -es, -e/Däuser A s, Karte der deutschen
Spielkarte, oft mit dem höchsten Zahlenwert
2Daus, der veraltend: ei der D.! jAusrufdesEr
staunens)
davon, nachdrückl. davon /Adv./ 1. fräumt,j 1.1.
von dem Genannten entfernt: dort ist der Bahnhof,
nicht weit d. die Schule 1.2. von dem Genannten
w eg: dort verläuft die Hauptstraße, d. zweigen
zwei Nebenstraßen ab — 2. von dem Genannten
als ideellem Ausgangspunkt: das Buch fesselte ihn,
er kam nicht los d .; er ist weit d. entfernt, das zu
glauben — 3. aus, von dem genannten Material,
daraus (2.2): ich habe W olle und will mir d. einen
Pullover stricken — 4. von der genannten Menge,
Anzahl, Sorte, Art: er hatte vier Brüder, zwei d.
sind noch am Leben; es ist noch Suppe da, ihr
könnt d. essen; ich mag Kirschen, d. könnte ich
eine gafize Schüssel essen — 5 . infolge des Genann
ten: iß nicht so viel Schokolade, d. wirst du zu
dick; wir sind viel gelaufen, uns tun die Beine
weh d.; umg. das kommt d. fwird gesagt, wenn zu
vermutende Folgen eines Verhaltens eingetreten sind/
—
6. von dem, was das Genannte betrifft: das ist
falsch, das Gegenteil d. ist w ahr!; ich sage es dir,
aber sprich bitte nicht d.; er spielt gern Skat,
aber sie ist kein Freund d. (mag das nicht); etwas,
nichts d. haben (aus dem Genannten Nutzen, keinen
Nutzen ziehen)
+ / aufundd.
davon| -brausen /V b .; ist/ vgl.
- fahren; -eilen fV b .;
ist/ vgl.
- fahren; -fahren /Vb.; ist/ 1.1. sich fahrend
entfernen 1.2 . etw., jmd. fährt jmdm. davon etw.,
jmd. fährt (so schnell) von jmdm. weg, so daß er
außer Reichweite des anderen gelangt: der Zug ist
uns davongefahren; -jagen /Vb.; ist/ vgl.
- fahren;
-kommen jVb.j einer gefährlichen, unangenehmen
Lage entgehen: es war gefährlich, aber wir sind
(noch einmal, mit heiler Haut) davongekommen;
mit dem Schrecken, einer kleinen Verletzung d.;
-laufen jVb.j 1. vgl.
- fahren — 2. Schwierigkeiten
dadurch zu bewältigen versuchen, daß man sich der
Verantwortung entzieht: man kann nicht einfach,
immer d.!
—
3. umg. jmdm. d. jmdn. (über
raschend) verlassen (1.2): ihr Freund ist ihr davon
gelaufen; -f- umg. etw. ist zum Davonlaufen
(etw. ist so unangenehm, daß man es nicht ertragen
möchte); -machen, sich /Vb.f umg. vgl.
- stehlen,
sich; -schleichen j V b .j + d. wie ein geprügelter
/ Hund; -schwimmen fVb.f
-}- jmdm. sind alle
Felle davongeschwommen; -stehlen, sich fVb.f
heimlich Weggehen, fortgehen; -tragen /Vb./1.1. den
Sieg, Preis, Ruhm d. (erlangen 1.1, bekommen 1.1)
1.2. ein Leiden, eine Verletzung, einen Schaden d.
(sich zuziehen 4, erleiden); -ziehen fVb.f 1. fort
ziehen: die Stare ziehen davon — 2. jmd. zieht
anderen davon (läßt die Konkurrenten, Wettkämp
fer hinter sich)
davor, nachdrückl. davor /Adv./ 1. jräuml./ 1.1.
vor dem Genannten: ein Haus mit einem Garten d.
1.2. vor das Genannte, die genannte(n) Person(en):
wir räumen die Sachen in ein Regal und hängen
einen Vorhang d.
—
2. fzeitl.f vor dem genannten
Zeitpu nkt: abends gehen wir ins Theater, d.
machen wir noch einen Besuch; einige Zeit, drei
Tage d.
—
3. vor dem, was das Genannte betrifft:
davorstehen — Deck
231
der See hat kalte Strömungen, man hat uns d.
gewarnt; Angst, Achtung, Scheu d. haben
davoristehen fVb.f 1. unmittelbar vor der genannten
Sache stehen: ich kann das Schild nicht sehen,
denn du stehst genau davor — 2 . den genannten
Zeitpunkt, das genannte Ereignis unmittelbar vor
sich haben: „wann beginnt sein Examen?“ „Er
steht kurz davor“
dazu, nachdrückl. dazu /Adv./ 1. zusätzlich zu dem
Genannten: bitte eine Wurst und ein Brötchen d.;
es ist kalt und noch d. (außerdem) regnerisch —
2.1. für den genannten Zweck: wir wollen backen
und brauchen noch Zucker d .; das Gerät dient
d., Mikrofilme zu lesen 2.2 . auf das genannte Ziel,
Ergebnis zu: etw., dieser Zustand, diese Entwick
lung führt d., daß . . erist fest d. entschlossen —
3. zu dem, ioas das Genannte betrifft: „wie hat es
dir gefallen?“ „Dazu möchte ich nichts sagen“ ;
sich Gedanken d. machen; eine Meinung d. haben;
jmdn. d. beglückwünschen, d aß ...
—
4. jauch
in konjunktionaler Verwendung; nebenordnend; fügt
an einen Vordersatz mit Inversion des Subjekts einen
Hauptsatz anf außerdem: er ist sehr schüchtern,
d. ist er ungeschickt
-j- / wie komme ich (denn) d.!
dazu! -geben fVb.f jmdm. etw. d. jmdm. zusätzlich
etw. zu dem Genannten geben: ich gebe dir noch
10 Mark dazu, wenn du mithilfst; + seinen
/ Senf d.; -gehören jVb.f zu den genannten Sachen,
Personen gehören: da ist das Gerät und alle Teile,
die d.; dazu -gehörig fAdj.; nur attr.f; -gesellen,
sich fVb.f sich zu den genannten Personen gesellen:
seine Freunde standen vor dem Kino, er gesellte
sich dazu; -halten, sich fVb.f ostmitteldt. sich
beeilen: halte dich dazu, damit du fertig wirst;
- kommen fVb.f 1.1. zusätzlich zu den genannten
Personen, Sachen kommen, erscheinen: wir sind
jetzt zwölf, aber es werden noch Teilnehmer d.
1.2 . kommt noch etwas dazu (wollen Sie noch mehr
kaufen, bestellen)? /Frage an den Kunden, Gastf —
2. gerade zu dem Zeitpunkt und an der Stelle er
scheinen, da das Genannte geschieht: ich kam gerade
dazu, als er telefonierte; -können fVb.f lan dsch .:
nichts d. (nichts dafürkönnen); -lernen fVb.f Zu
sätzliches lernen, zusätzliche Erfahrungen machen:
ich konnte in dieser Zeit viel d.
dazumal fAdv.f veraltend damals
-f- umg. scherzh. Anno, anno d. (früher, damals
in der alten Zeit)
Dazu/dazuj -tun, das /in der Verbindung/ ohne
jmds. D . ohne jmds. Eingreifen, Unterstützung:
ohne mein D. wäre aus der Sache nichts geworden;
- verdienen fVb.f zu dem (genannten) Verdienst zu
sätzlich, oft nebenbei etw. verdienen: sie will noch
etwas d.
dazwischen, nachdrückl. dazwischen fAdv.f 1.
fräuml.f 1.1. zwischen den genannten Sachen, Per
son en : die Grundstücke grenzen nicht aneinander,
es liegt noch eins d. 1 .2 . zwischen die genannten
Sachen, Personen: er steckte beide Fotos in den
Umschlag und legte ein Blatt Papier d.
—
2. dar
unter (3): es lag ein Päckchen Briefe da, d.
einige Karten — 3. fzeitl.f^ . 1. zwischen diesen Zeit
punkten, Geschehnissen: das Stück hatdrei Aufzüge,
d. ist jeweils eine Pause 3.2 . zwischen diese Zeit
punkte, Geschehnisse: es sind zwei Vorträge ange
setzt, d. wird eine kurze Diskussion eingeschoben
dazwjschenl -fahren /Vb.; ist/ vehement in die ge
nannte Angelegenheit ordnend od. störend eingreifen:
als ihm der Lärm zu toll wurde, fuhr er dazwi
schen; -funken fVb.f umg. dazwischenfahren: der
wird uns nicht d .!; -gehen fVb.f in die genannte
Auseinandersetzung eingreifen, um die Streitenden
zu trennen: wenn es wieder eine Prügelei gibt,
muß er d.;
- kommen fVb.f: ich wollte kommen,
aber mir ist etw. dazwischengekommen (etw. hat
mich gehindert zu kommen); -reden fVb.f 1. sich
unaufgefordert in störender Weise in ein Gespräch
mischen, jmdm. ins Wort fallen: du sollst nicht
immer d., wenn ich telefoniere —* 2 . jmdm. d.
sich in lenkender, belehrender Absicht in jmds. A n
gelegenheiten einmischen: ihr solltet den jungen
Leuten nicht d.;
- rufen fVb.f die genannte Rede,
Diskussion durch Zwischenruf(e) unterbrechen: er
kam nicht mehr zu Wort, ständig wurde da
zwischengerufen; -schieben fV b .f 1. sich d. sich
zwischen und vor andere Personen drängen: er
schob sich einfach dazwischen — 2 . etw., jmdn. ein-
schieben: wir sind bis zum 15. Mai voll ausgebucht,
aber ich kann Sie noch d.;
- s chlagen fVb.f vgl.
- fahren; -setzen fVb.f jmdn.,
sich zwischen zwei
Personen setzen; -stehen fVb.f als hemmender Fak
tor zwischen zwei genannten Partnern wirken: sie
wären versöhnt, wenn N nicht dazwischenstünde;
- treten fVb.f vgl.
- fahren; -werfen, sich fVb.f vgl.
- fahren
DDR, die; -,
fo. Pl.f [de:de:|er] fKurzw. für
Deutsche Demokratische Republik/ s. deutsch 1.2
DDR-Bürger, der Staatsbürger der D D R
D-Dur, das; -, fo. Pl.f Mus. /Tonartf
Dealer, der; -s,
-
[di:k>r] jvorw. B R Df Händler
im illegalen Handel mit Rauschgift
Debakel, das; -s,
-
völliger Zusammenbruch (1),
blamable Niederlage (I) mit katastrophalen A u s
maßen: etw. führt zu einem, endet in, mit einem
D.
Debatte, die; -,
-n 1.1. Diskussion (1.1): eine lange,
lebhafte D. (mit jmdm.) führen; etw. in die D.
werfen; etw. steht zur D. (soll diskutiert werden)
1.2 . Auseinandersetzung über ein Thema im bürgerl.
Parlament, Parlamentsdebatte: die D. über ... er
öffnen; in die D. über diese Frage eintreten
debattieren /sw. Vb.; hat/ etw. d. eine Debatte über
etw. führen: sie debattierten laut, noch lange; eine
Frage, einen Gesetzesentwurf d. (im P a r la m en t
erörtern)
Debet, das; -s, -s Bank das Soll ausweisende linke
Seite eines Kontos: D. und Kredit
debil /Adj.f Med. schwachsinnig
Debitor, der; -s, Debitoren B an k Schuldner, der
vom Großhandel Waren auf Kredit gekauft hat
Debüt, das; -s, -s [deby:] erstes öffentliches A u f
treten eines Schauspielers, Sängers (an einem Ort,
in einer Rolle): sein D. geben (seinen ersten öffent
lichen Auftritt haben); <0> mit diesem Stück gab,
lieferte N sein D. als Dramatiker, Regisseur
Debütant, der; -en, -en jmd., der sein Debüt gibt
debütieren fsw. Vb.; hat/ sein Debüt geben: er
debütierte mit der Rolle des Sarastro
dechiffrieren fsw. Vb.; hat/ [..Ji..]: einen Text
d. (einen chiffrierten Text in Klartext übertragen)
Deck, das; -(e)s, -s 1.1. den Rumpf eines Wasser
fahrzeugs nach oben abschließende waagerechte
Fläche, Plattform: an D., auf das D. gehen; an,
232
Deckadresse — de facto
auf (dem) D. sein 1.2. eine, der Flächen, die den
Schiffsraum in seiner räumlichen Erstreckung von
oben nach unten unterteilen und der zwischen zwei
solchen Flächen liegende R aum : die Passagiere im
unteren D.
+ um g. nicht, wieder auf D. sein (nicht, wieder
gesund sein)
Deck|adresse, die Adresse, die dazu dient, die tat
sächliche Adresse des Empfängers zu verhehlen:
jmdm. unter einer D. schreiben
Deck| -bett, das jPl.
- en/ sackartiges Gebilde bes.
aus sehr dicht gewebtem (Baumwoll)gewebe, das mit
einem wärmenden Material, bes. mit Federn, gefüllt
ist und zum Zudecken dient; -blatt,das fPl.
- blätter/
die Umhüllung einer Zigarre bildendes Tabajcblatt
Deckehen, das; -s, - /
Decke 1.2
Decke, die; -n 1.1, rechteckiges, flächiges, textiles
Gebilde zum Zudecken: eine wollene, wärmende D.;
sich, jmdn. mit einer D. zudecken, in eine D.
hüllen — 2 . flächiges (textiles) Gebilde zum B e
decken von etw.: eine bunte D. (Tischdecke) auf-
legen; eine D. über den Korb decken; ein Deck-
chen häkeln — 3 . aus dickem Gummi bestehender
äußerer Teil eines Reifens (2) — 4. Straßendecke —
5. Jägerspr. Fell des Schalenwildes mit Ausnahme
des Schwarzwildes: dem Reh die D. abziehen —
II. den oberen Abschluß eines Innenraumes bildende
Fläche: die D. des Zimmers; die Lampe hängt
an der D .; die D. streichen
+ sich nach der D. strecken (mit Verfügbarem
auskommen) müssen; mit jmdm. unter einer D.
stecken (mit jmdm. gemeinsame Sache machen);
umg. jmdm. fällt die D. auf den Kopf (jmd. leidet
unter dem Alleinsein, möchte Kontakt zu Menschen
haben); — vor / Freude an die D. springen
Deckel, der; -s,
-
1. plattenförmiger Gegenstand,
aufklappbares plattenförmiges Teil als Verschluß,
zur Abdeckung eines Gefäßes, Behälters, auch eines
Klaviers: ein Topf mit D.; den D. der Kiste,
Truhe, des Klaviers schließen — 2 . vorderer, hinte
rer Teil des Bucheinbandes — 3. salopp scherzh.
Kopfbedeckung, bes. Schirmmütze: setz den.D . ab!
+ salopp eins auf den D. kriegen (getadelt, zu
rechtgewiesen werden); jmdm. eins auf den D. geben
(jmdn. tadeln, zurechtweisen)
decken fsw. Vb.; hat; / auch gedeckt/ 1.1 . etw.
über, auf etw., über jmdn. d. etw. Flächiges über,
auf etw., über jmdn. legen, breiten, so daß dessen
gesamte Oberfläche geschützt, der Sicht entzogen ist:
ein Tuch über die Wäsche, eine Plane über das
Fahrzeug d.; einen Deckel auf den Topf d. (den
Topf mit einem Deckel verschließen) 1.2. etw. deckt
etw.,
jmdn. etw. ist über etw.,
jmdn. gebreitet:
Teppiche deckten den Fußboden 1.3. das Dach d.
(den Dachstuhl mit Material belegen, das eine
schützende Fläche bildet); das Haus ist mit Ziegeln,
Schilf, Dachpappe gedeckt 1.4. den Tisch d. (den
Tisch mit dem für die Mahlzeit Nötigen, bes. mit
Geschirr, Bestecken, versehen) — 2 . die Farbe deckt
(gut) (läßt die darunterliegende Farbschicht, den
Malgrund nicht durchscheinen) — 3 . den Bedarf d.
(genügend Waren für den Bedarf bereitstellen) —
4. Bank etw. finanziell absichern, für etw. auf-
kommen: einen Kredit, Wechsel d.; der Scheck
ist nicht gedeckt (das Konto weist kein Guthaben
in der Höhe des auf dem Scheck genannten Betrags
a u s); das Darlehen wird durch die Hypothek ge
deckt — 5. /bes. in der Viehzucht/: der Hengst hat
die Stute gedeckt (begattet); die Stute zum Decken
bringen — 0 . etw., jmdn. d. etw., jmdn. (durch,
mit etw.) gegen etw., jmdn. abschirmen, schützen:
Artillerie deckte den Rückzug der Truppe; er
deckte ihn mit seinem Körper; eine gut gedeckte
Stellung -r- 7. jmdn., jmds. Handlung d. jmds.
unredliches Verhalten schützend verhehlen: seinen
Komplizen, die Unterschlagungen des Kollegen
d.
—
8.1. B allspiele den Gegner, Gegenspieler d.
(den Gegenspieler so abschirmen, bewachen, daß
dieser nicht ungehindert agieren kann) 8.2 . Schach
der Läufer ist, wird durch die Dame gedeckt
(wenn der Läufer durch eine gegnerische Figur ge
schlagen wird, kann diese mit der Dame genommen
werden) — 9. sich d. 9.1. Math. Logik kongruent
sein : die beiden Dreiecke d. sich; zwei sich dek-
kende Begriffe — 9 .2 . übereinstimmen, gleich sein:
hier d. sich unsere Ansichten, Interessen; seine
Aussage deckt sich mit der des Zeugen
+ mein Bedarf ist gedeckt; jmdm. den / Rük-
ken d.
Decken zu Decke II | -balken, der einer der die
Decke tragenden Balken; -beleuchtung, die Be
leuchtung durch eine an der Decke angebrachte Licht
quelle; -gemälde, das Gemälde an einer Decke;
- lampe, die vgl.
- beleuchtung; -leuchte, die vgl.
- beleuchtung; -malerei, die vgl.
- gemälde; -Ver
kleidung, die Verkleidung (3) einer Decke
Deck| -färbe, die Farbe, die die darunterliegende
Färbung nicht durchscheinen läßt; -fläche, die der
Grundfläche gegenüberliegende obere begrenzende
(ebene) Fläche eines Körpers; -hengst, der zur
Zucht gehaltener Hengst; -name, der angenommener
Name, Bezeichnung, die dazu dient, den tatsäch
lichen Namen, Sachverhalt zu verhehlen; -Station,
die Einrichtung, in der männliche Zuchttiere zum
Decken (5) zur Verfügung stehen
Deckung, die; -,
-en /vorw. Sg./ 1. /zu decken
3—8/ das Decken; zu 3: die D. des Bedarfs; zu 6:
die D. des Rückzugs; zu 7: die D. von Verbrechen;
zu 8.1 Ballspiele: die D. des Mittelstürmers —
2. Bank das Gedecktsein: der Scheck hat keine D .;
die D. der Währung (die Absicherung der Währung
durch das Warenvolumen des Staates im Soz., durch
die Gold-, Devisenreserven des Staates im K ap.)
—
3. Mil. Schutz gegen Sicht, Beschuß: ein Strauch
bot D.; in D. gehen — 4. Ballspiele die Ver
teidigungsspieler: die D. spielte schlecht, versagte
—
5. Ansichten, Interessen zur D. (in Überein
stimmung) bringen
deckungsgleich /Adj.; nicht adv./ M ath, kongruent
Deck|weiß, das; -/ -es, /o. PI./ weiße Deckfarbe
Dederon, das; -s, /o. PL; Handelsname für in der
DDR hergestellte Polyamidfaserstoffe/ [.. on]: eine
Bluse aus D.
Dedikation, die; -en veraltend Widmung: dazu
dedizieren /sw. Vb.; hat/ jmdm. etw. widmen (1.1)
Deduktion, die; -,
-en Logik Ableitung von Aus
sagen aus bereits als wahr, gültig gesicherten A us-
sagen durch Schlußfolgern; dazu deduktiv, deduktiv
/Adj./ auf Deduktion beruhend, durch sie gewonnen:
ein deduktiver Schluß
deduzieren jsw. Vb.; hat/ Logik eine Aussage
deduktiv gewinnen
de facto [ ..akto] tatsächlich (bestehend): etw. d.
(durch Verhalten in der Praxis) anerkennen
Defätismus — Deismus
233
Defätismus, der; -, fo. Pl.f Stimmung der M ut
losigkeit und Resignation, verbunden mit dem Zwei
fel an dem Sieg der Sache, für die gekämpft wird;
dazu Defätist, der ; -en, -en u. defätistisch fAdj.f
defekt /Adj.; vorw. attr. u . präd.f schadhaft, kaputt,
einen Defekt (1) aufweisend: eine defekte Leitung;
der Motor ist d.
Defekt, der; -(e)s, -e 1, technischer Schaden, tech
nische Störung: der Motor hat einen D.; an dem
Gerät ist ein D. aufgetreten — 2 . Med. Fehlen,
Ausfall od. Mißbildung eines Organs, Organteiles,
der Funktion eines Sinnes: ein genetischer, psychi
scher D.
defensiv fAdj.f abwehrend, verteidigend: defensive
Kriegführung; d. diskutieren
Defensive, d ie;
- n fvorw. Sg .f [..ve] Abwehr,
Verteidigung: in die D. gedrängt werden; von der
D. zur Offensive übergehen
defilieren fsw. Vb.; hat, ist/ vor etw., jmdm. d.
in der Art einer Parade od. feierlich gemessen an
etw., jmdm. vorbeimarschieren
definieren fsw. Vb.; hat/ etw. durch Definition be
schreiben: einen Begriff, ein W ort d.; etw. ist
schwer zu d. (schwer zu beschreiben, bestimmen)
Definition, die;
- en (kurze) Bestimmung des
Wesens od. der Genese von Dingen, Eigenschaften,
Beziehungen, des Inhalts von Begriffen, der Be
deutung sprachlicher Zeichen: eine D. eines Be
griffes, W ortes geben
definitiv, auch definitiv fA dj.f endgültig: etw. steht
d. fest; eine definitive Antwort
Defizit, das; -s, -e 1. W irtsch. Fehlbetrag: ein
D. in der Kasse, Zahlungsbilanz — 2. ein D.
(*M angel 1) an bestimmten Nährstoffen
Deflation, die; -,
-en Wirtsch. firn Kap.f bewußt
herbeigeführte Verminderung des Geldumlaufs bis
unter die Grenze der zur Warenzirkulation nötigen
Geldmenge; dazu deflationär fAdj.f , deflationistisch
fAdj.f , deflatorisch fAdj.f
Deformation, d ie; - ,
- en 1. (verunstaltende) Ver
änderung der (ursprünglichen) Form, Gestalt von
etw.: eine D. der Erdschichten durch Erdbeben;
O eine D. (Entstellung) der Persönlichkeit — 2*
Med.Mißbildung, Verunstaltung; dazu deformieren
fsw. F6.;hat/
Defroster, der; -s, - 1. Vorrichtung 1.1in Kraftfahr
zeugen zur Verhinderung des 1Beschlagens (2.1) od.
Vereisens der Scheiben od. zur Beseitigung des B e
schlages (II) 1.2. in Kühlschränken zum Abtauen —
2. Mittel 2.1. zum Enteisen von Kraftfahrzeug-
scheiben 2.2. das dem Wasser der Scheibenwaschan
lage beigegeben wird, damit es nicht gefriert
deftigfAdj.f landsch., bes. norddt. 1.1. derb (2):
deftige Witze, Späße 1.2. heftig (1): jmdn. d. (sehr)
verprügeln
Degen, der; -s, - 1.1. Stich-, Hieb-, Stoßwaffe mit
gerader, langer, schmaler K linge: den D. ziehen
1.2. Stoßwaffe mit langer, dreikantiger Klinge zum
Fechten
Degeneration, d ie; -,
-en fvorw. Sg .f 1.1. Med.
Biol. Rückbildung, Verfall von Zellen, Gewebe,
Organen 1.2. Biol. Verlust wertvoller Eigenschaften
bei den Nachkommen in der Züchtung: D. durch
Inzucht
Degenerations|erscheinung, die
degenerieren fsw. Vb.; ist; zu Degeneration/
Degen|fechten, das Fechten mit Degen
degradieren fsw. Vb.; hat/ 1. *jmdn. im Dienstrang
herabsetzen: er wurde (zum Soldaten) degradiert
—
2. jmdn., etw. herabwürdigen: er war nun zur
Randfigur degradiert; dazu Degradierung, die;
-en
dehnbar fAdj.; nicht adv.f 1. elastisch (1): ein dehn
barer Stoff — 2. weit auszudeuten, auszulegen: ein
dehnbarer Begriff; dazu Dehnbarkeit, die;
fo.
pi.i
dehnen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. d. die Länge,
Breite von etw. dadurch vergrößern, daß man dar
auf einen Zug (1.1.2) ausübt: das Gestrick, ein
Gummiband d. 1 .2 . etw. dehnt sich: der Stoff,
das Trikot dehnt sich (ist elastisch 1); die Hand
schuhe d. (weiten) sich mit der Zeit —- 2. /von
Menschen, Tieren/ sich recken, strecken: er dehnte
und reckte sich — 3 . eine weite Ebene dehnte sich
(erstreckte sich) vor uns — 4 . die Stunden dehnten
sich (vergingen langsam, erschienen lang)
Dehnung, die; -,
-en 1. fo. Pl.f das Dehnen (1.1) —
2. Phonet. die D. (die lange Aussprache) eines
Vokals
Dehnungs-h, das [..ha:] der Buchstabe h als Zei
chen der Dehnung des vorangehenden Vokals
Deibel,der; -s, - landsch. umg. Teufel
Deich, der; -(e)s, -e Damm zum Schutz gegen Hoch
wasser, Überschwemmung
Deichsel, die; -,
-n Stange am Wagen, die zum
(Ziehen und) Lenken des Wagens dient: die D. des
Pferde-, Handwagens; die Pferde an die D. span
nen
deichseln fsw. Vb.; hat/ umg. etw. d. durch ge
schicktes Agieren, Arrangieren eine gewünschte
Situation zustande kommen lassen: wir werden die
Sache schon d.
dein jPoss.pron.; Mask. u . Neutr.; Fern.: deine;
auch deinige; ordnet etw., jmdn. dem Zugehörig-
keits-, Interessenbereich einer mit du angesprochenen
Person zu j: fadj.f d. Hut, Buch, Mann; das ist
deine Sache, Pflicht; dank deiner H ilfe; gib das
deinem Freund; ich achte deinen Entschluß; mit
herzlichen Grüßen Dein Fritz fB riefSchlußf ; ist
das deine Bahn (die Bahn, mit der du gewöhnlich
fährst)?; fsubst.f es war nicht mein Wunsch, son
dern deiner, der deine; die Deinen (deine A n
gehörigen); du mußt das Deine (deinen Teil) dazu
tun
+ mein und d. / verwechseln
deiner /Gen. vom Pers.pron. du/ s. du
deinerseits fAdv.f von deiner Seite, von dir aus:
gibt es d. Bedenken?
deinesgleichen findekl. Pron.f jmd., der ist wie du,
Menschen deiner A rt:dasist nichtsfür(dich und)d.
deinethalben /Adv.; Pers.pron. deiner 4- halben/
veraltend deinetwegen
deinetwegen /Adv.; Pers.pron. deiner -f- wiegen/
aus Gründen, die dich betreffen: er ist d. gekommen
deinetwillen /Adv.; Pers.pron. deiner -f willen/
veraltend fin der Verbindungf um d. deinetwegen,
für dich: ich habe es nur um d. getan
deinige, Deinige, der, die, das fsubst. Poss.pron . zu
dein/ geh. der, die, das deine: die Wohnung neben
der deinigen; die Deinigen (deine Angehörigen);
du hast das Deinige (deinen Teil) getan
Deismus, der; -, fo. Pl.f [de|i..] religionsphiloso
phische Strömung, bes. während der Aufklärung,
die Gott als Schöpfer der Welt annimmt, ihm jedoch
234
Deist — Delphinsprung
keinen Einfluß auf das Weltgeschehen zuschreibt;
dazu Deist, der; -en, - en; deistisch jA d j.j
Deiwel, der; -s, - landseh. umg. Teufel
dejure formaljuristisch: einen Staat d. anerkennen
Dekade, die; -,
-n Zeitraum von zehn Tagen
dekadentjAdj.j von Dekadenz gekennzeichnet: deka
dente Kunst, Strömungen; jmd., etw. hat deka
dente Züge
Dekadenz, die; -, /o. PI./ Verfall sozialer Verhaltens
weisen, bes. in Epochen des Niedergangs von Gesell
schaftsformationen der Klassengesellschaft, und
die entsprechende ästhetische Reflexion in Kunst und
Literatur
Dekan, der; -s, -e Leiter einer Fakultät, eines inter
disziplinären Bereichs im Wissenschaftlichen Rat
einer Hochschule
Dekanat, das; -(e)s, -e Funktion und Funktions
bereich eines Dekans
Deklamation, die; -,
-en 1. ausdrucksvoller Vortrag
bes. von Dichtung — 2. fvorw. Pl.f auf Wirkung aus
gerichtete (nichtssagende) Ausführungen: bloße, leere
Deklamationen; dazu deklamatorisch /A d j./; zu 1
deklamieren /sw. Vb.; hat/: ein Gedicht d.
Deklaration, d ie; -,
-en bes. von Staaten, Körper
schaften abgegebene (Grundsatz)erklärung: eine ge
meinsame D. beider Staaten; dazu deklarieren /sw.
Vb.; hat/
deklassieren/sw. Vb.; hat/ Sport einen Gegner über
legener besiegen, als dessen leistungsmäßige K lassi
fizierung erwarten läßt: der Weltmeister wurde de
klassiert
Deklination, die; -,
-en 1.\o. PL/ Gramm. Flexion
des Nomens: die starke, schwache D.; die D. eines
Substantivs — 2. Phys. Abweichung der Richtung
der Magnetnadel des Kompasses von der geographi
schen Nordrichtung: eine D. von zehn Grad
deklinieren jsw. Vb.; hat/ Gramm, ein Nomen
flektieren: ein Substantiv d.
Dekollete, das; -s, -s [dekolte:] tiefer A usschnitt (1)
dekolletiert /Adj./ [dekolt..] mit einem Dekolletl
versehen: ein dekolletiertes Abendkleid; sie er
schien d. (in einem Kleidungsstück mit DekolleU)
Dekontamination, die; -, /o. PI./ Phys. Beseitigung
od. Verringerung einer radioaktiven Verseuchung
durch chemische od. physikalische Verfahren; dazu
dekontaminieren jsw . V b .; hat/
Dekor, der, das; -s, -s verzierende (graphische) A u s
gestaltung bes. auf Porzellan, Glas: ein geschmack
voll gestaltetes D .; moderne Dekors
Dekorateur, der; -s, -e [. .to:r] Fachmann bes. für
die textile Ausgestaltung von Innenräumen, die Ge
staltung von Schaufenstern, für Bühnenausstattung
Dekoration, d ie; -,
- en 1. das Dekorieren — 2.Ge
samtheit der Gegenstände, mit denen ein Raum für
einen bestimmten Anlaß, ein Schaufenster ge
schmückt, ausgestaltet worden ist: dieD. des Raumes,
Schaufensters wechseln — 3. Bühnenbild
Dekorations] -Stoff, der Dekostoff; -Wechsel, der
Wechsel der Dekoration (2) bes. in einem Schaufen
ster: die ausgestellten Waren werden erst nach D.
verkauft
dekorativ /Adj.j (in effektvoller W eise) schmückend:
das Bord ist zweckmäßig und d. zugleich; ein
dekorativer, großer Kragen; d. wirkende Muster
dekorieren jsw. Vb.; hat/ etw., bes. einen Raum, ein
Schaufenster, schmücken, ausgestalten: einenRaum,
Tisch d .; ein Schaufenster d.
Dekostoff, der für die Dekoration von Räumen be
stimmter Stoff (1)
Dekret, das; -(e)s,
-e veraltend staatliche, be
hördliche Anordnung, Verfügung: ein D. erlassen;
dazu dekretieren jsw. Vb.; hat/ etw. anordnen (1.1),
verfügen (LI)
Delegation, d ie; - ,
-en Gruppe von Personen, die
delegiert worden ist: eine sowjetische, französische
D. empfangen, begrüßen; eine D. des FDGB, von
Wissenschaftlern; einer D. angehören
Delegations|-leiter, d e r ; -mitglied, das
delegieren /sw. V b .; hat;
auch Delegierte/ 1.
jmdn. im Auftrag einer gesellschaftlichen Gruppe zur
Teilnahme z. B . an einer Konferenz, als Interessen
vertreter bei etw. od. zum Besuch einer Bildungsein
richtung bestimmen, entsenden: jmdn. zu einer Kon
ferenz, in ein Komitee, zum Studium, in einen
anderen Betrieb d.
—
2. etw. (an jmdn.) d. als
Weisungsberechtigter Aufgaben, Zuständigkeiten
einem anderen (Gremium) übertragen: der Betriebs
leiter hat diese Aufgabe an N delegiert
Delegierte, der u. die; -n, -n j / auch delegierenj
jmd., der (als Mitglied einer Delegation) zu einer
Konferenz delegiert ist: die Wahl der Delegierten
zum Parteitag
Delegiertenkonferenz, die
Delegierung, d ie; -,
- en das Delegieren (1): seine D.
(ihn zu delegieren) zum Studium wurde beschlossen
delektieren jsw. Vb.; hat/ geh. sich an etw. (genüß
lich) erfreuen : er delektierte sich am Burgunder,
an ihrer Redeweise
delikat /Adj.j 1. würzig und besonders wohlschmek-
kend: der Salat ist d. (zubereitet) — 2.1. /nicht
adv.j heikel (und mit Fingerspitzengefühl zu be
handeln): ein delikates Problem, Thema be
rühren 2 .2 . etw. d. (diskret 1) behandeln
Delikatesse, d ie ; -,
- n 1.delikate Speise: Hummer ist
eine D.; der Salat war eine D. (war delikat 1) —
2. jo. Pl.j geh. Feingefühl: etw. mit D. behandeln
Dolikateßj -gurke, die Gewürzgurke; -hering, der
ohne Zusatz von Milch sauer eingelegter Hering;
-waren, die /Pl.j hochwertige Lebens-, Genußmittel
Delikat|laden, der jP l .
- laden/ Verkaufsstelle des soz.
Einzelhandels für hochwertige Lebens-, Genußmittel
der höheren Preisklasse
Delikt, das; -(e)s, -e strafbare Handlung: ein (schwe
res) D. begehen
Delinquent, der; -en, -en jmd., der ein Delikt be
gangen hat
Delirium, das; -s, Delirien [. .ian, ..Ion] akute B e
wußtseinsstörung mit Sinnestäuschungen: im D.
liegen, sein
Delle, die; -,
- n bes. durch Schlag, Stoß, Druck her
vorgerufene flache Vertiefung in etw.: eine D. im
Hut, Kotflügel
Delphin, der; -s, -e 1. mit dem Wal verwandtes, vor
wiegend in den wärmeren Meeren der nördlichen
Halbkugel gesellig lebendes Säugetier mit schnabel
artig verlängerter Schnauze, das wegen seines relativ
großen Gehirns als sehr intelligent gilt und leicht zu
zähmen und zu dressieren ist — 2. jo. Art., o. Pl.j
Sport Delphinschwimmen: über 100 Meter D.
siegte IST
Delphin S p o r t zu Delphin 2| -schwimmen, das
Schmetterlingsschwimmen; -Sprung, der aus dem
Stand mit dem Rücken zum Wasser vorwärts
drehend ausgeführter Sprung
1Delta — Demonstrativpronomen
235
HIelta, das; -s, -s vierter Buchstabe des griechischen
Alphabets
2Delta, das; -(s), Delten durch Anschwemmung an
der Mündung eines Stromes, Flusses entstandenes
Gebiet, das von mehreren Wasserläufen, in die sich
der Strom, Fluß teilt, durchflossen wird: der Nil
bildet ein D.
Demagoge, der; -n, -n demagogisch vorgehender P o
litiker
Demagogie, die;
-n [..i:on] fvorw. Sg .j politische
Strategie der bewußten Irreführung und Aufwiegelung
der Volksmassen durch heuchlerische Verfälschung
der historischen Wahrheit
demagogisch fAdj.f von Demagogie bestimmt, mit
den Mitteln der Dem agogie: demagogische Reden,
Phrasen; d. Vorgehen
Demarche, die; -,
-n [..J(o), PL ..Jen] Diplom atie
diplomatischer Schritt eines Staates gegenüber einem
anderen Staat
Demarkationslinie, die vorläufig festgelegte Grenz
linie zwischen Territorien (2)
demaskieren jsw. Vb.; hat/ 1. sich d. eine Maske
vom Gesicht abnehmen; O mit dieser Handlung
hat er sich demaskiert (hat er sein wahres Gesicht
gezeigt) — 2. jmdn. entlarven; dazu Demaskierung,
die; -en
Dementi, das; -s, -s offizielle Richtigstellung, W i
derruf einer Nachricht, Behauptung: ein D. ver
öffentlichen
dementieren /sw. Vb.; hat/ eine Nachricht, B e
hauptung offiziell widerrufen, richtigstellen: die
Meldung wurde dementiert
demi -entsprechend, -entsprechend f A d j .f dem G e
nannten entsprechend: er hat mich beleidigt, und
ich habe ihm eine dementsprechende Antw ort ge
geben; es geht ihm schlecht, und er sieht d. aus;
-gegenüber, -gegenüber fAdv.f im Vergleich, Unter
schied zu dem Genannten: die Sessel sind klein, d.
wirkt der Tisch sehr massiv; -gemäß, -gemäß f A dv.f
dementsprechend: wir kennen die Weisung und
werden d. handeln
Demission, d ie;
-en vorw. Diplomatie Rück
tritt eines Ministers, einer Regierung; dazu demis
sionieren fsw. V b.; hat/ seinen Rücktritt erklären
dem| -nach, -nach fAdv.f der genannten Sache zu
folge: er ist vor einer Stunde zu Hause weg-
gegangen, d. müßte er bald hier sein; -nächst,
-nächst fAdv.f in nächster Zeit, bald: d. wird mit
dem Bau begonnen
Demographie, die;
jo. Pl.f Wissenschaft von
der Bevölkerungsentwicklung; dazu demographisch
fAdj.; nicht präd.f
Demokrat, der; -en, -en jmd., der sich, bes. unter
hürgerl. Verhältnissen, für die (Verwirklichung der)
Souveränität des Volkes, die progressiven Tendenzen
der hürgerl. Demokratie einsetzt: er war ein auf
rechter, fortschrittlicher D .; bürgerliche D emo
kraten
Demokratie, die;
-n [..i:on] 1.fo. Pl.f so
zialistische D. aus der Diktatur des Proletariats er
wachsender Typ des soz. Staats- und Gesellschafts
gefüges, Art und Weise der politischen Machtaus
übung durch die Arbeiterklasse, der Leitung und Pla
nung der staatlichen und gesellschaftlichen Ent-
*wicklung durch die Werktätigen: die Entfaltung,
Verwirklichung der sozialistischen D .; die Rolle
•der Volksvertretungen, Initiativen der W erktäti
gen in der sozialistischen D.
—
2,1. fo. PL; Bez.
für eine Staatsform, für die Art und Weise der poli
tischen Machtausübung, die formell allen Bürgern
das gleiche Recht zuerkennt, auf die Gestaltung des
politisch-staatlichen Lebens Einfluß zu nehmen,
deren Inhalt aber von der durch den Staat ausgeübten
Klassenherrschaft bestimmt ist/ 2.2. fo. Pl.f die
bürgerliche D. Staats- und Herrschaftsform der
Bourgeoisie in der Form von 2.1 auf der Basis kap.
Eigentums an den Produktionsmitteln: die Heraus
bildung, Grenzen, der Verfall der bürgerlichen D . ;
den Abbau der D. (bestimmter tatsächlicher Form en
der Mitwirkung breiterer Kreise an der Gestaltung
des Staats-,
Gesellschaftsgefüges) verhindern; die
(bürgerlich-)parlamentarische D. fStaatsform m it
einem Parlament als gesetzgebendem Organ/ 2.3.
fvorw. im hürgerl. Sprachgebrauchf Land mit der
Staatsform von 2.2
—
3. fo. Pl.f innerpartei
liche D. /Bestandteil des demokratischen Zentralis
mus in einer marxistisch-leninistischen Partei/
demokratisch fAdj.f 1.1. vom Willen der Volks
massen, der Werktätigen bestimmt, ihm entspre
chend (und die soz. Demokratie vorbereitend, för
dern d): demokratische Forderungen, Maßnahmen,
Umgestaltungen; eine demokratische Bodenreform,
Erneuerung eines Staatswesens; eine (wahrhaft)
demokratische Verfassung; die / Deutsche Demo
kratische Republik 1.2. demokratischer Zentralis
mus (soz. politisches Prinzip der Einheit von zen
traler Leitung und Planung und selbständiger, eigen
verantwortlicher Mitarbeit aller Glieder, gesell
schaftlichen K räfte) — 2. durch die Staatsform D e
mokratie (2.1 , 2 .2) bestimmt, festgelegt: (verfas
sungsmäßig garantierte) demokratische Rechte,
Freiheiten; demokratische Institutionen — 3. fbes.
in der hürgerl. Demokratie! für die Rechte des Volkes
eintretend, progressive Tendenzen, Traditionen der
hürgerl. Demokratie vertretend: fortschrittliche de
mokratische Kräfte; demokratische Opposition
gegen staatsmonopolistische Herrschaft; eine de
mokratische Haltung, Gesinnung — 4. d. (un ter
gleichberechtigter Mitwirkung aller Beteiligten) ge
faßte Beschlüsse; d. Vorgehen
demokratisieren fsw. Vb.; hat/ einen Staat, eine
staatliche Einrichtung nach demokratischen (1.1)
Grundsätzen umgestalten: den Staatsapparat, das
Bildungswesen, die Verwaltung eines Landes d.;
dazu Demokratisierung, d ie; -,
-en
demolieren fsw. Vb.; hat/ etw. zerstören, stark be
sch ädigen : der Wagen ist völlig demoliert (worden)
Demonstrant, der; -en, -en Teilnehmer an einer
Demonstration (1)
Demonstration, die; -,
-en 1. Aufmarsch, Kund
gebung einer großen Menge Menschen im Freien als
Ausdruck politischer Stellungnahme: eine D. für,
gegen etw. veranstalten; an einer D. teilnehmen —
2. (ostentative) Bekundung: dieser Akt ist eine D.
des guten Willens — 3. das Demonstrieren (3):
zur D. verwendetes Material
Demonstrationsjzug, der Zug (1.5) von Demon
stranten
demonstrativ, auch demonstrativ fAdj.f seine Ein
stellung zu etw., bes. Protest od. Zustimmung, ab
sichtsvoll auffällig zeigend, deutlich machend: d.
verließen sie den Saal; sein demonstratives Fern
bleiben
Demonstrativ]pronomen, das Gramm. Pronomen
236
demonstrieren — Denkm al
mit der Funktion, auf eine genannte Person, Sache
hinzuweisen
demonstrieren /sw. Vb.; hat/ 1. an einer Demon
stration (1) teilnehmen: für, gegen etw. d .; wo
wird demonstriert (findet eine Demonstration
statt)? — 2 , etw. (ostentativ) bekunden: damit de-
monstierte er seine Absicht, . . .
—
3. etw. anschau
lich darlegen, vorführen, verdeutlichen: etw. an
einem Beispiel d.; jmdm. die Wirkungsweise von
etw. d. /
Demontage, die; -,
- n [..montane,
. . moqta^o]
1.1. Abbau bes. von Maschinen, Anlagen: die D.
eines Industriebetriebes 1.2. das Auseinander-
nehmen, Zerlegen von Konstruiertem: die D. des
Gerätes; dazu demontieren /sw. V b .; hat/
demoralisieren fsw V b .; hat/ etw. demoralisiert
jmdn. etw. untergräbt, lähmt jmds. Einsatzwillen,
Aktivität, etw. entmutigt jmdn. fvorw. im Part. Präs,
u. P rät.f: etw. wirkt demoralisierend (auf jmdn.);
eine demoralisierte Truppe; dazu Demorali
sierung, die; -en fvorw. Sg .f
Demoskopie, die; -, fo. PL; vorw. BRDf Meinungs
forschung; dazu demoskopisch fAdj.; nicht präd.f:
demoskopische Untersuchungen
Demut, die; jo. Pl.f (religiös verstandene) Haltung
völliger (dienender) Ergebenheit, Unterwerfung: sich
in D. vor jmdm., etw. beugen, neigen; dazu de
mütig jAdj.f: d. um etw. bitten
demütigen fsw. Vb.; hat/ jmdn., sich erniedrigen:
jmdn. durch eine Bemerkung d.; sich vor jmdm. d.
müssen; dazu Demütigung, die; -,
-en
demzufolge, demzufolge jAdv.j dem Genannten
zufolge, infolgedessen: der Sportler hat sich verletzt
und wird d. nicht starten
den jKurzw. für Denier/ s. Denier: ein Paar Strüm
pfe, eine Strumpfhose, 20 d.
denaturieren jsw. Vb.; hat/ fachspr. 1. jvon
Lebens-, Genußmitteln/ etw. für technische, gewerb
liche Zwecke durch Zusätze ungenießbar machen:
Speisesalz zu Viehsalz d .; denaturierter Alkohol —
2. einen Eiweißstoff einem nicht umkehrbaren che
mischen Prozeß aussetzen, gerinnen lassen; dazu
Denaturierung, die; -,
-en
Dengelhammer, der Hammer zum Dengeln
dengeln /sw. Vb.; hat/: die Sense d. (die Schneide
der Sense durch Hämmern schärfen)
Denier, das; -/ -s, - [dome:, den..] /Abk. den;/* auch
den; Einheit, die die Feinheit von Fäden bes. bei
Seiden-, C hemiefasern in Gramm pro Länge angibt/
Denk] -ansatz, der die ersten (Grund)überlegungen
zu einem systematischen Denkprozeß: ein richtiger,
verfehlter D .;
- anstoß, der Anregung, die (weitere)
Gedankengänge, Überlegungen in einem bestimmten
Zusammenhang äuslöst: etw. gibt jmdm. einen D.,
dient als D .; sich aus etw. Denkanstöße holen,
nehmen; -arbeit, die fo. P l.j : D. leisten (denken 1);
-art, die 1. jmds. generelle Art und Weise des Den
kens (1), jBetrachtens: seine realistische, nüchterne
D.
—
2. fvorw. Sg .j Art und Weise des Denkens (2),
Gesinnung, Einstellung: es ist die D. eines reli
giösen Menschen
denkbar jAdj.j 1. /nicht adv./ im Bereich des Mög
lichen, dessen, was eintreten od. was man sich vor
stellen kann: eine denkbare Lösung; dieser Fall
ist d.; es ist durchaus d., daß ...
—
2. /adv./ sehr,
äußerst: eine d. günstige Gelegenheit; das Wetter
war d. schlecht
denken, dachte, hat gedacht j / auch gedacht/ 1.
sich mit Hilfe der Fälligkeit des Gehirns, des Ver
standes die objektive Realität mit begrifflichen M it
teln abstrahierend und verallgemeinernd aneignen:
klar, gründlich, sprunghaft, logisch d .; mathema
tisches Denken; etw., einen Gedanken zu Ende
d.; wir müssen realistisch d. (die D inge realistisch
betrachten, einschätzen); das kann man sich doch
d.; das habe ich mir (gleich) gedacht; wer hätte
das gedacht!; das läßt sich d. (ist, war anzu
nehmen); die Sache gibt (mir) zu d. (erweckt Be
denken); was hast du dir dabei gedacht (welche
Grunde hattest du dafür)?; er hat sich nichts
(weiter), nichts Böses dabei gedacht (hat oh ne viel
Nachdenken, hat arglos gehandelt); umg. wo denkst
du hin, salopp denkste (du irrst dich sehr)l —
2. in bestimmter Weise d. in bestimmter Weise
eingestellt sein, eine bestimmte Gesinnung haben:
sozialistisch d. und handeln; kleinlich, großherzig
d.; kleinbürgerliches Denken — 3 .1 . etw. m einen
(1.1), glauben (1): ich denke, wir machen das so;
wie, was denkst du darüber?; er denkt, daß das
geht; ich denke, dächte, das reicht 3.2 . über etw.,
jmdn., von etw., jmdm. in bestimmter Weise d.
über etw.,
jmdn. eine bestimmte Meinung haben,
in bestimmter W eise urteilen: wie d. Sie darüber,
über die Sache?; du solltest deswegen nicht
schlecht von ihm d.
—
4. sich etw. in bestimmter
Weise d. sich etw. in bestimmter W eise vorstellen:
wir d. uns so eine Reise sehr schön; wie denkst
du dir das (weiter)? — 5. an etw., jmdn. d. 5.1.
seine Gedanken auf etw., jmdn. richten: an die Kind
heit, die fernen Freunde d.; voller Vorfreude an
das Fest d.; er denkt immer an seine Familie (ist
immer auf das Wohl seiner Familie bedacht) 5.2.
etw., jmdn. im Gedächtnis behalten, nicht vergessen:
denk an die Schlüssel!; wir müssen daran d., den
Brief einzuwerfen
-f* ich denke nicht daran (das kommt nicht in
Frage, das tue ich nicht)!; — sich sein(en) / Teil
d.
Denker, der; -s, - 1 . jmd., der originäre gedankliche,
philosophische Systeme aufstellt: die bedeutendsten
(Dichter und) D. dieser Epoche — 2. er ist ein
unkritischer, kritischer D. (denkt unkritisch, k ri
tisch); dazu denkerisch /Adj.; nur attr./: eine
enorme denkerische Leistung (Denkleistung)
Denker|stirn, die vorw. sc herz h. hohe Stirn
D$nk/denk| -fähigkeit, die /o. PL/ Fähigkeit zu
denken (1): die D. schulen, entwickeln; -faul /Adj.;
vorw. attr. u . präd./ intellektuell träge; dazu -faul-
heit, die; -fehler, der Fehler in einem logischen,
systematischen Gedankengang; -gewohnheit, die
jvorw. Pl.j Gewohnheit, in bestimmter Weise zu
denken (1, 2): alte Denkgewohnheiten überprüfen;
- inhalt, der jvorw. Pl.j Gedankenkomplex: neuen
Denkinhalten Ausdruck geben; -leistung, die 1.1.
durch Denken erbrachte Leistung: die ersten Denk
leistungen des Kleinkindes 1.2 . von einem Denker
(1) erbrachte Leistun g: die großen Denkleistungen
antiker Philosophen
Denkmal, das; -s,
-mäler, auch -e 1. größere
plastische Darstellung zur Erinnerung an ein Er
eignis, eine Person : (jmdm.) ein D. errichten; ein
D. für die Opfer des Faschismus; O mit dieser
Leistung hat er sich ein D. gesetzt (hat er etw.
geschaffen, das lange von ihm künden wird) — 2 .
Denkmalpflege — Depp
237
gegenständliches Zeugnis einer früheren Kultur,
historischen Epoch e: eine Burg als bauliches D.
erhalten; wertvolle Handschriften als Denkmäler
der mittelalterlichen Literatur
Denkmal/denkmal (au ch Denkmals/denkmals|)|
-pflege, die Gesamtheit der Maßnahmen zur Er
haltung baulicher Denkmäler (2); -pfleger, der Fach
mann für Denkmalpflege; dazu -pflegerisch /Adj.;
vorw. attr.f; -schütz, der staatliche Maßnahmen zum
Schutz von baulichen Denkmälern (2) und Natur
denkmälern: etw. steht unter D.; etw. unter D.
stellen
Denk/denkj -methode, die Methode des Denkens
(1); -modell, das ideelles Modell eines bestehenden
od. zu schaffenden Sachverhalts; -pause, die Pause,
Zeit zwischen Diskussionen, die zum Durchdenken
der erörterten Fragen dienen soll: eine D., ein paar
Wochen D. einlegen; -prozeß, der Prozeß des Den
kens (1); -Schema, das 1. schematisch vorgeprägter
Rahmen gedanklicher Abläufe: etw. in ein, sein D.
einpassen — 2. vgl.
- modell; -Schrift, die Sch rift
stück offiziellen Charakters über ein aktuelles, die
Interessen der Allgemeinheit betreffendes Problem;
-Sportaufgabe, die in Form eines Rätsels gestellte,
knifflige Aufgabe; -tätigkeit, die /o. Pl.f vgl.
- pro
zeß; -vermögen, das fo. Pl.f Denkfähigkeit; -weise,
die fvorw. Sg./ Denkart (2); -würdig fAdj.; nicht
adv./ so bedeutungsvoll, daß es wert ist, im Gedächt
nis bewahrt zu loerden: dies ist, war ein denk
würdiger Tag; ein denkwürdiges Datum, Ereignis;
-Zettel, der + u m g . jmdm. einen D. geben, ver
passen (jmdn. in exemplarischer Weise strafen,
jmdn. eine als Warnung, Lehre anzusehende un
angenehme Erfahrung machen lassen)
Menn fKonj.; nebenordnend; kausal; verbindet zwei
nicht vertauschbare Hauptsätze und stellt sie in einen
erklärenden od. begründenden Zusammenhang! 1.
firn Sinne der Erklärung von Sachbeziehungen;
leitet den Satz ein, der die Ursache für den im
Vordersatz genannten Sachverhalt angibtf: die Blu
men sind erfroren, d. es hat Frost gegeben; Kollege
N fehlt heute, d. er ist krank — 2- firn Sinne der
Begründung, Rechtfertigung, Motivierung von Äuße
rungen als sprachlichen Handlungen; leitet den Satz
ein, der den Beweggrund angibtf 2.1. ffür die im
Vordersatz geäußerte Behauptung od. Annahme/: es
hat (wohl) Frost gegeben, es muß Frost gegeben
haben, d. die Blumen sind erfroren (die erfrorenen
Blumen geben mir Grund zu behaupten, anzu
nehmen, daß es Frost gegeben hat, haben muß);
Kollege N ist offenbar krank, d. er fehlt heute
2.2. ffür die im Vordersatz geäußerte Aufforderung
od. Frage/: gehe bitte nach Hause, d. ich bin
müde (meine Müdigkeit ist der Grund, dich zu
bitten, nach Hause zu gehen)
2denn /Adv.; in der Verbindung es sei d. aus
genommen, außer vielleicht/ 1.1 . /auf Satzglieder
bezogen/: niemand, kein Mensch, es sei d. Peter
selbst, hat von seiner Krankheit gewußt; du wirst
so rasch kein Auto bekommen, es sei d. ein ge
brauchtes 1.2 . /auf Teilsätze bezogen/: er kommt
nicht mit, es sei d., du entschuldigst dich (nur
wenn du dich entschuldigst, kommt er m it); Hans
kommt (bestimmt, immer, jedesmal), es sei d.,
daß er krank ist (nur wenn Hans krank ist, kommt
er nicht); /in der Verbindung geschweige, d ./:
/ geschweige
3denn /Partikel/ 1. /eingeschoben in einen Aussage
satz; kennzeichnet diesen als Folgerung aus dem
Kontext, aus dem Kenntnishintergrund/ schließlich,
folglich : es war spät geworden, und so gingen sie
d. nach Hause — 2. /eingeschoben in einen Frage
satz ; kennzeichnet die Einstellung des Sprechers, daß
entgegen seinen Erwartungen nun etw. in Frage
steht, was er als gegeben vorausgesetzt hat; begründet
sein Erstaunen/: ja kommt Hans d. heute? (ich
habe bisher angenommen, daß Hans heute nicht
kommt); kommt Hans d. nicht?; wer soll d. das
machen können?; wo bleibt er d.?
—
3. geh. /als
Vergleichspartikel, oft um doppeltes als zu ver
m eiden/: er war als Wissenschaftler bedeutender
d. als Schriftsteller; v e ra lte n d sie war schöner
d. je
dennoch /Adv./ 1. trotz des vorher Gesagten: ich
will es d. versuchen; das Buch war schlecht ge
schrieben und d. interessant — 2 . /in konjunktio-
naler Verwendung; nebenordnend; fügt an einen
Vordersatz einen Hauptsatz mit Inversion des Sub
jekts a n; konzessiv/ Hrotzdem: es regnete oft, d.
war der Urlaub schön
Denunziant, der; -en, -en jmd., der jmdn. denunziert
(hat)
Denunziation, die;
-en Anzeige, Verdächtigung
im Sinne des Denunzierens
denunzieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. aus egoistischen,
opportunistischen Gründen anzeigen, an übergeord
neter Stelle, bes. bei der Polizei, verdächtigen: ein
Spitzel hat sie denunziert
Deodorant, das; -s, -s/-e kosmetisches Mittel gegen
Körpergeruch: ein D. benutzen
Deospray, der, auch das Deodorant in Form von
Spray
deplaciert [,.(t)si:rt], deplaziert fA d j .f feh l am
Platze, unangebracht: seine Bemerkung war d.; er
kam sich in dieser Umgebung d. vor
Deponie, die; -,
-n [..i:on] Lagerplatz für Müll,
Mülldeponie: eine D. anlegen
deponieren jsw. Vb.; hat/ etw. irgendwo d. etw.
Wertvolles irgendwo unterbringen, um es dort sicher
aufzubewahren: etw. in einem Safe d.
Deportation, die; -,
-en zwangsweise Verschickung,
Verschleppung in (illegale) Haft, an einen Ver
bannungsort: die D. von Gegnern des Naziregimes
in Konzentrationslager; dazu deportieren /sw. V b .;
hat /
Depositen, die /PI./ Bank 1. deponierte Wert
sachen,
- papiere, Gelder — 2. bei Banken, Spar
kassen als Guthaben verzinslich angelegte Gelder
DepQt, das; -s, -s [de:po] 1. für Straßenbahnen,
Omnibusse abgegrenztes Gelände mit Hallen und
Werkstätten — 2. veraltend Lager (4), Nieder
lage (11.2): Nahrungsgüter, Waffen in einem, im
D. lagern — 3. Bank Aufbewahrungsort für Depo
siten (1) — 4. Med. Ablagerung in Zellen, im
Gewebe
Depot Med.|
-fett, das /o. PI./ bei Mensch und
Tier .im Gewebe vorwiegend unter der Haut ge
speichertes, als Reservoir fungierendes Fettgewebe;
-präparat, das Medikament mit lang anhaltender
W rkung
Depp, der; -en/-s,
- e(n) landsch.,
bes. süddt.
österr. Tölpel, Dummkopf: um den Deppen
brauchst du dich nicht (zu) kümmern; auch
Schimpfw. bist ein alter D.!
238
Depression — dereinst
Depression, die; -en 1. Med. bes. durch negative
Veränderung der Grundstimmung, durch Antriebs-
und Willensschwäche, Hemmungen im Denken und
Handeln gekennzeichnete psychische Krankheit:
unter Depressionen leiden; im Zustand der D.
—
2. Pol. Ök. die auf den Tiefpunkt der zyklischen
Krise folgende Phase
depressiv, auch depressiv fAdj.; vorw. attr.f 1.1.
Med. von einer Depression bestimmt, herrührend,
ihr entsprechend 1.2 . niedergeschlagen, hoffnungs
los, m utlos: in einer depressiven Stimmung sein
deprimieren fsw. Vb.; hat/ jmdn. in eine depressive
Stimmung versetzen: die Zustände dort haben mich
deprimiert; fvorw. im Part. Präs. u . Prät.f es war
deprimierend; ich war völlig deprimiert
Deputat, das; -s/-es, -e Naturalien, die jmd. als
Lohn für geleistete Arbeit erhält: D. bekommen
Deputation, d ie;
-en veraltend mit einem fest
umrissenen Auftrag versehene Delegation, Abord
nung : eine D. entsenden; dazu deputieren fsw.
Vb.; hat/ u. Deputierte, der u. die; -n, -n
2der, auch der fbest. Art.; M ask.; Fern.: die, Neutr
das; gibt Kasus, Numerus, Genus eines Subst. an,
das eine genannte od. bekannte Größe bezeichnet;
unbetontes dem, der, das können mit Präp. ver
schmelzen, z. B . am, zur, ins/: der Mann, die Lam
pe, das Licht, die Preunde 1. /individualisierend/
1.1. der Sohn des Lehrers; das Buch liegt auf dem
Tisch, stell es ins Regal; die neue Leiterin; wann
kommt der Briefträger?; ich komme Mittwoch,
den 14. November 1.2 . fbei Abstraktaj: der Tod,
die Freude, das Leben; die Beherrschung, die er
gezeigt hat 1.3. fbei Eigennamen/ 1.3.1. landsch.
umg. der Hans ist nicht da; die Müllers sind ver
reist 1.3.2. /bei Eigennamen mit Attr.f: der kleine
Hans; das Berlin der Jahrhundertwende 1.3 .3 .
fbei Einmaligkeit des Bezeichneten, bes. bei geo
graphischen Bezeichnungen, Schiffsnamenj: der
Atlantik; die Alpen; die Schweiz; die ,Aurora4
/Schiffsnamej; den ,Faust4 aufführen; /bei Fam i
liennamen berühmter weiblicher Persönlichkeiten/:
die Seghers, die Ulanowa — 2 . /generalisierend;
im PL weglaßbarI: das Kind will spielen; die
Gleichberechtigung der Frau; der Südländer ist
lebhaft; (die) Wale sind Säugetiere — 3. /zur Ver
deutlichung der KasusverhältnisseI: (den) Kaffee
dem Tee vorziehen — 4. /substantiviert jede W ort
art): das Denken; das Alte, der Neue; das Ja;
das Du; das Hin und Her; das Auf und Ab; das
Ach und Weh
2der, auch der /Pron.; Mask.; Fern.: die, Neutr.:
das/ I. /Dem.pron.; weist auf Bekanntes, Genann
tes od. zu Nennendes hin/ 1. /adj./ 1.1. /unmittelbar
hinweisend; stets betont/: der Wurf war gut; das
Stück muß man sehen; dorthin fährst du, in die
Gegend?; /die Größe wird vor allen anderen der Art
herausgestelltI: das war der Clou (des Abends) 1.2.
dessen, deren /als Gen. attr.; anstelle der Poss. pron.
sein u. ihr/t gestern besuchte uns sein Freund und
dessen Sohn; Frau N und deren Tochter; man
konnte die Fehler und deren Folgen absehen 1.3.
/in der Doppelformj der und der: er sagte, er käme
zu dem und dem {zu einem hier nicht näher zu be
zeichnenden) Zeitpunkt — 2 . /subst./ 2.1 . /unmittel
barhinweisend, umg. mit adv. Bestimmung/:der (da)
ist es, den kenne ich; die (da, dort vorn) meine
ich; was ist denn das? 2.2 . /weist auf eine genannte
od. zu nennende Person od. Sache zurück bzw. vor
aus/ 2.2.1. „wo ist Karl?“ „Der (er) ist in seinem
Zimmer“ ;
„und die Eltern?“ „Denen habe ich
nichts gesagt44; der Urlaub, an den (daran) darf
ich gar nicht denken; /eine bestimmte Person,
Sache von anderen unterscheidend/: der mit dem
Vollbart; „Helga?“ „Ach die!“ 2.2 .2 . deren, auch
derer /Gen. P l./ ies gibt Fälle, und deren, derer
(davon) gibt es viele, die ... 2.2 .3 . derer /Gen.
PL; vor Namen von Adelsgeschlechtern/: eine Be
sitzung derer von N 2.2 .4 . dessen, derer /vor einem
Relativsatz/ : wir trinken auf das Wohl dessen, der
heute nicht da ist, auf das W ohl derer, die heute
nicht hier sind 2.2 .5 . /mit folgendem Gen./: unser
Garten und der unserer Nachbarn 2.2 .6 . /ein g e
nanntes Subst. od. Pron. wiederaufnehmend/: wer
mitkommen will, (der) soll sich melden; dieser
Kerl, dem habe ich die Meinung gesagt 2.3 . die
/PL/ umg. /anstelle einer Passivkonstruktion od.
des Indef.pron. man/: haben die heute nicht ge
heizt?; die wollen den Platz absperren 2.4 . vorw.
das /weist auf den Inhalt eines vorausgehenden od.
folgenden Satzes/ : wir hatten Urlaub, das war eine
schöne Zeit; das, was er dort gesagt hat, war das
Wichtigste; die Sache ist die, d aß ...; daß er
bereits heute kommt, (das) ist unwahrscheinlich
2.5. nur das 2.5.1. /bei unpersönlichen od. un
persönlich gebrauchten Verben/ es: das regnet schon
den ganzen Tag 2.5 .2 . /mit Prädikatsnomen in
Sätzen vom Typ das ist, das sind/: das ist meine
Schwester, mein Bruder; das ist unser Haus; das
sind die Vermißten 2.6 . /in der Bedeutung 1.3 in
der Doppelform/ der und der: er sagte, es beträfe
den und den — II . /Rel.pron.; leitet einen Gliedsatz
ein; weist auf ein vorausgehendes Subst. od. Pron.
zurück/: das ist er, ist der Herr, der öfter hier
ist, den wir neulich schon sahen; ausgerechnet
ich, die ich nicht zeichnen kann; die Dame, der ich
die Tasche getragen habe; das Bord, auf dem die
Vase stand; er dankte allen (denjenigen), die ge
holfen hatten; /in Verbindung mit Verben, die den
Gen. fordern/: das Messer, dessen er sich bediente;
eine Dame, deren (an die), auch derer ich mich
durchaus erinnere — UI. /Rel.pron. u . Dem.pron.
zugleich/: der (derjenige, welcher) das gesagt hat,
wußte Bescheid; die (diejenige, welche) vorhin da
war, ist weggegangen; die (diejenigen, welche) hier
her kommen, wissen, was sie erwartet
-f- der und jener (einige, manche); — / dies und
das
der| -art /Adv./ in solchem Maße: ich bin d. er
schöpft, daß ...;
-artig /Adj./ so geartet, solch: uns
fehlen derartige Erfahrungen; etw. Derartiges war
noch nicht da; ich bin d. (so, derart) erschöpft,
daß.;.
derb /Adj./ 1.1. grob und fest, stabil: derbes Leder,
Schuhwerk; ein derber Stoff 1.2 . derbe (kräftige,
nicht verfeinerte) Kost 1.3. d . (kräftig und heftig)
zupacken; jmdn. d . anfassen, packen — 2 . derbe
(grobe, drastische) Witze, Späße; dazu Derbheit,
die; -,
- en /vorw. Sg./
Derby, das; -/ -s, -s [dsrbi] als Galopprennen ver
anstaltete jährliche Zuchtprüfung der besten drei
jährigen Vollblüter eines Landes
dereinst /Adv./ veraltend 1. später einmal, in der
Zukunft: wenn wir uns d. Wiedersehen — 2. einst,
früher einmal: wir trafen uns d. in N
deren — despotisch
239
deren jGen. 8g . von 2die u. Gen. PI. von 2der, 2die,
2das/ s . 2der
derentwegen /Rel.pron. od. Dem .pron. deren -f-
w egen/: /relativisch/ die Frage(n), d . wir Zusam
menkommen; Ihinweisend! veraltend es gibt
Probleme, d. wollen wir Zusammenkommen
derentwillen /Rel.pron. od. Dem.pron. deren +
willen; in der Verbindung! um d .: /relativischj die
Dame, um d. er gekommen war
derer jGen. 8g . von 2die u. Gen. PI. von 2der, 2die,
2das/ s. 2der
deretwegen s . derentwegen
dergestalt /Adv./ veraltend in solcher Weise, so:
die Unterredung verlief d., daß ...
dergleichen findekl. Dem.pron./ veraltend 1.1.
/attr./ solch, derartig: d. Dinge sagt er öfter 1.2 . so
etwas, etw. Derartiges: ich habe d. schon, nichts d.
gehört
+ nichtd./ tun
Derivat, das; -(e)s, -e/-a [..v . .] Chem. chemische
Verbindung, die aus einer anderen, ursprünglichen,
abgeleitet ist
derjenige jDem.pron.; Mask.; Fern.: diejenige,
Neutr.: dasjenige; nur vor folgendem eingeschobe
nem Relativsatz, veraltend auch vor Gen.; nach
drücklicher als 2der, 2die, 2das/: derjenige (Schüler),
der das getan hat, soll sich melden; wir bitten
diejenigen, die zu dieser Zeit anwesend waren,
. . . ; mit dieser Funktion ist diejenige des Kultur
obmanns verbunden
derlei lindekl. Dem.pron./ veraltend 1.1. lattr.l
solch, derartig: d. Dinge hörte ich selten 1.2. so
etwas, etw. Derartiges: ich habe d. schon gehört
dermaßen/Adv./ so, derart: er war d. müde, daß ...
Dermatologe, der; -n, -n Facharzt für Dermatologie
Dermatologie, die; -, jo. Pl.f Teilgebiet der Medizin,
das sich mit den Hautkrankheiten befaßt
derselbeIDem.pron.; Mask.; Fern.: dieselbe,Neutr.:
dasselbe/ 1. /bezeichnet die Identität mit einer ge
nannten od. bekannten Größe/: er trug denselben
Anzug, sie trug dieselbe Bluse wie am Vortag
(trug den Anzug, die Bluse vom Vortag); er ist in
demselben Jahr geboren wie ich; sie fahren noch
denselben W agen; er hat dasselbe gesagt (wie du,
sie); /in der Verbindung/ ein und d.: wir wohnen
seit vielen Jahren in ein und demselben Haus, in
ein und derselben Wohnung — 2 . umg. /bezeichnet
eine andere Größe der genannten od. bekannten Art/:
sie hat denselben (den gleichen) Mantel (wie ich)
lderwe|l(en) /Adv./ inzwischen, währenddessen: ich
wasche ab, du kannst d. die Blumen gießen
2derwe|l(en) /Konj.; unterordnend; leitet einen vor
an- od. nachgestellten temporalen Gliedsatz ein ;
kennzeichnet den Gliedsatz im Sinne der Gleich
zeitigkeit! veraltend 2während (1): er las, d. die
anderen K arten spielten
derzeit /Adv./ zur Zeit, gegenwärtig: das ist die
d. beste Ausführung dieses Typs; das ist d. nicht
möglich
derzeitig /Adj.; nur attr./ zur Zeit bestehend, vor
handen: der derzeitige Zustand ist unbefriedigend
Desaster, das; -s, - [deza..] Zusammenbruch (1),
heillose Situation : es gab ein, endete mit einem
D.
Deserteur, der; -s, -e [dezerto:r] Militärangehöriger,
der seine Einheit verläßt in der Absicht, sich dem
Wehrdienst zu entziehen
desertieren /sw. Vb.; ist, hat/ [dezer..] zum Deser
teur werden; dazu Desertign, die; -,
-en
desgleichen /Adv.; vorw. in konjunktionaler Ver
wendung; nebenordnend; fügt an einen Vordersatz
einen Hauptsatz mit Inversion des Subjekts od.
Satzteile an; gibt die Übereinstimmung an/ eben
falls: sie brauchten eine neue Schreibmaschine, d.
fehlte es an Rechenschiebern; alle waren an
wesend, d. der Vorsitzende
deshalb /Adv./ 1. aus diesem Grunde: die Straßen
sind vereist, du mußt d. langsam fahren — 2 . /in
konjunktionaler Verwendung; nebenordnend; fügt
an einen Vordersatz einen Hauptsatz mit Inversion
des Subjekts an; kausal; weist auf die Ursache für
den genannten Sachverhalt und die sich daraus er
gebende Folge Mn/: er war krank, d. konnte er
nicht zum Dienst kommen
Design, das; -s, -s [dizain] gestalterischer Entwurf
für einen Gebrauchsgegenstand, ein Industrieerzeug-
ms
Designer, der; -s, - [dizaincr] jmd.,
der beruflich
Designs entwirft
designieren /sw. Vb.; hat/ [dezi..] jmdn. für ein
bestimmtes Amt, eine bestimmte Aufgabe vorsehen,
im voraus bestimmen: /vorw. im Part. Prät.j er
wurde für dieses Amt designiert; N als der desi
gnierte Außenminister, Nachfolger des Direktors
desillusionieren jsw . V b .; hat/ [des|i..] etw. des-
illusioniert jmdn. etw. nimmt, zerstört jmdm. Illu
sionen, ernüchtert jmdn.: von dieser Reise kam er
desillusioniert zurück; dazu Desillusionierung, die;
-,
-en
Desinfektion, die; -en [dss|i..] das Desinfizieren
Desinfektions|mittel, das Mittel zur Desinfektion
desinfizieren /sw. Vb.; hat/ [des|i..] etw. frei von
Krankheitserregern machen: eine Wunde, Instru
mente, den Raum d.
Desinteresse, das; -s, /o. PI./ [desji..] Uninter
essiertheit: sein D. (an etw.) deutlich zeigen; dazu
desinteressiert /Adj./
deskriptiv /Adj./ [desk..] W isse n s ch. beschreibend
(2): die deskriptive Methode; eine rein deskriptive
Darstellung
Desodorans, d as;
Desodoranzien/Desodorantia
[des|o.., dezo.., P I. ..tslan, . .tsia] s. Deodorant
Desodorant, das; -s, -e [des|o.., dezo..] s. Deo
dorant
desodorieren /sw. Vb.; hat/ [des|o.., dezo..] etw.
von unangenehmem Geruch befreien
desolat /Adj./ [dezo..]: etw., jmd. befindet sich
in einem desolaten (trostlosen, traurigen) Zustand
Desorganisation, die; -,
- en /vorw. Sg./ [desjo..]
Auflösung, Zerstörung organisatorischer Strukturen;
dazu desorganisieren /sw. Vb. ; hat/
desorientieren /sw. V b .; hat/ [des|Orient..] j m d n .
falsch od. nicht unterrichten (2) und so irreführen:
die Meldungen desorientierten die Bevölkerung;
er war völlig desorientiert
Desperado, der; -s, -s [desp..] ein zu jeder Ver
zweiflungstat fähiger M ensch
Despot, der; -en, -en [desp..] 1. Despotismus aus
übender Herrscher — 2. Tyrann (2): zu Hause
spielte er sich als D. auf
Despotie, die; -, /o. PI./ [desp..] Despotismus
despotisch /Adj./ [desp..] 1. sich auf Despotismus
gründend: ein despotischer Herrscher; ein despo
tisches Regime — 2. herrisch, rücksichtslos anderen
240
Despotismus — Deutsch
seinen Willen aufzwingend: sein despotisches Auf
treten, Umgehen
Despotismus, der; jo. PL/ [desp..] Diktatur (2)
eines einzelnen gewaltsam Herrschenden in seinem
Interesse und im Interesse der von Ihm repräsen
tierten Minderheit
dessen /Gen. 8g . von 2der, Mas/ s. Mer
dessentwegen /Rel.pron. od. Dem .pron. dessen
wegen/: /relativisch/ der Freund, d. er gekommen
war,
/hinweisend/ veraltend nur d. war er
nicht mit ins Kino gegangen
dessentwillen ßRel.pron. od. Dem.pron. dessen +
willen; in der Verbindung/ um d.: /relativisch/
dieses Buch, um d. ich so lange herumgelaufen
bin
dessen|ungeachtet /fidv.; vorw. in konjunktionaler
Verwendung; nebenordnend; fügt an einen Vorder
satz einen Hauptsatz mit Inversion des Subjekts an;
konzessiv/ Hrotzdem: er konnte ihn nicht ausstehen,
d. achtete er seine Leistungen
Dessert [dese:r, dese:r], auch Dessert [desert], das;
-s, -s Nachspeise, Nachtisch: als D. gab es Früchte
Dessert|-besteck, das; -wein, der W ein mit hohem
Zucker- und Alkoholgehalt
Dessin, das; -s, -s [..ss] fachspr. Variante eines
Grundmusters eines Stoffes od. auf Papier: neue,
modische Dessins entwerfen
Dessous, das; -,
-
/vorw. PI./ [desu:, Gen. u . PI .
desu:s] (Kleidungsstück der) Damenunterwäsche:
modische D .; ein seidenes D.
Destillat, das; -es/-s,
-e [dest..] Chem. durch
Destillation gewonnenes Kondensat
Destillation, die; -en [dest..] Ohem. das D estil
lieren
destillieren /sw. Vb.; hat/ [dest..] Chem. etw. d.
durch Verdampfen und anschließendes Konden
sieren eines flüssigen Gemisches von Stoffen (3.2)
flüchtige von weniger flüchtigen od. festen Stoffen
trennen
desto /als Glied der mehrteiligen Konj. je ... d .;
unterordnend/: / 2je
destruktiv [dest..] , auch destruktiv [de:st..] /Adj./
durch negatives (ideelles) Einwirken eine konstruk
tive Entwicklung hemmend, verhindernd: eine de
struktive Haltung; d. diskutieren; destruktive
Tendenzen
deswegen /Adv.; auch in konjunktionaler Verwen
dung/ deshalb
Detail, das; -s, -s [detai, auch deta:j] Einzelheit:
etw. in allen Details, bis ins kleinste D. erzählen,
beschreiben, schildern; ins D. , in die Details gehen
(etw. detailliert darlegen, erörtern)
detailliert /A dj./ [detaji:rt] in (allen) Einzelheiten:
etw. d. darstellen, vortragen; ein detaillierter (in s
einzelne gehender) Bericht, Plan
Detektiv, der; -s, -e [..va] Privatdetektiv: jmdn.
durch einen D. überwachen, beobachten lassen
Detektiv| -geschichte, die vgl.
- roman; -roman, der
Roman, in dem die Arbeit eines Detektivs im Mittel
punkt steht
Determinante, d ie; -,
-n Math, aus den Elementen
(5) einer quadratischen M atrix abgeleitete Zahl
Determination, die; -, /o. PL/ W issensch. das
Bestimmtsein eines Sachverhalts durch einen anderen
determinieren jsw. Vb.; hat/ Wissensch.: ein
Geschehen determiniert (bestimmt) ein anderes;
etw. ist determiniert (unterliegt der Determination) ;
determinierte Vorgänge; dazu Determiniertheit,
die; -, /o. P l.j
Determinismus, der; -, /o. PI./ Phi los. Lehre vom
objektiven Zusammenhang und der wechselseitigen
Bedingtheit aller Dinge, Erscheinungen, Prozesse in
N atu r und Gesellschaft: der mechanische, dialek
tische D.
Detonation, die; -,
-en /von explosiven Stoffen (3.2),
Sprengladungen/ Explosion mit bes. starker Druck
welle; dazu detonieren /sw. Vb.; ist/: eine Bombe
detonierte (explodierte, zerbarst mit lautem K nall)
deucht s. dünken
Deut, der
+ veraltend kein(en), nicht ein(en) D. gar nichts;
gar n ich t: sich keinen D. um etw. kümmern
deuteln jsw. Vb.; hat/ an etw. d. etw. spitzfindig,
krittelnd auszulegen suchen: daran ist nichts, gibt
es nichts zu d. (das steht fest)
deuten, deutete, hat gedeutet 1 * etw. (als etw.) d.
einem (dargelegten) Zeichen, Sachverhalt einen be
stimmten, möglichst den ihm innewohnenden Sinn
(II. 1), eine möglichst sachgerechte Bedeutung (1.1)
zu o rd n en : etw. falsch, richtig, in seinem Interesse
d.; Schriftzeichen, einen Text d .; einen Traum
d.; er deutete seine W orte als ein Zeichen des
guten Willens — 2. auf etw., jmdn., in eine be
stimmte Richtung d. auf etw., jmdn. (hin)weisen,
zeigen, in eine bestimmte Richtung zeigen: er deutete
(mit dem Finger) auf das W arnschild; nach vorn,
oben d.
—
3. etw. deutet auf etw. etw. läßt etw.
erwarten: alle Anzeichen d. auf gutes Wetter
deutlich /Adj./ 1.1. gut wahrnehmbar: etw. d. er
kennen können, spüren, hören; d. sprechen; er
hat einen deutlichen Vorsprung 1.2 .sich d. (genau)
an etw. erinnern — 2 . unmißverständlich (1.1):
er hat das ganz d. gesagt; ein deutlicher Hinweis;
jmdm. etw. d. (anschaulich und verständlich)
machen — 3. rücksichtslos offen (4): muß ich erst
d., noch deutlicher werden?; er hat es ihm d.
gesagt, hat eine deutliche Sprache geführt; dazu
Deutlichkeit, die; -, jo. PL/; zu 2: jmdm. etw.
in, mit aller D. (Unmißverständlichkeit) sagen
deutsch /Adj.; / auch Deutsch, 1Deutsche/ 1.1.
/bezeichnet die ethnische, territoriale Zugehörigkeit,
auch die Staatlichkeit/ das ehemalige Deutschland
und seine Bevölkerung betreffend: die deutsche Na
tion, Arbeiterklasse; die Geschichte des deutschen
Volkes; deutsche Städte; er war (ein gebürtiger)
Deutscher 1.2. /in Namen; im allgemeinen nicht
undifferenziert verwenibar/ die DDR, die BRD
betreffend: die Deutsche Demokratische Republik
// auch DDR/ (der soz. Staat auf dem Gebiet des
ehemaligen Deutschlands); Freier Deutscher Ge
werkschaftsbund f S auch FDGB/ (die gewerk
schaftliche Organisation der D D R ); Deutscher Ge
werkschaftsbund /Abk. DGB; gewerkschaftliche
Dachorganisation in der BRD/ —■2.1. /nur attr./
die deutsche Sprache (die 1.1, 1.2 entsprechende
Sprache, Sprache der Bevölkerung der DDR , der
BRD — bzw. des früheren Deutschlands —, Öster
reichs und eines Teils der Schweiz) 2.2 . /nicht
präd.\ in der deutschen (2.1) Sprache: d. spre
chen; wie heißt das (auf) d.?; eine deutsche Über
setzung; d. (die deutsche Sprache) verstehen
+ umg. mit jmdm. d. reden (jmdm. unverblümt
die Meinung sagen)
Deutsch, das; -(s), /o. PL; /* auch deutsch 2,
deutsche — Diakon
241
deutsche/ 1.1. jo. Art./ die deutsche Sprache: er
spricht, versteht (nicht, kein) D. 1.2. die deutsche
Sprache in der Ausprägung einer bestimmten Person,
Gruppei ein gutes, akzentfreies D.; sein D. ist
mangelhaft; das D. Luthers — 2. /o. Art./ die
deutsche Sprache (und Literatur) als Unterrichts
fach: morgen haben wir (zwei Stunden) D .; er
unterrichtet D., g ibt Unterricht in D., ist Dozent
für D.
iDeutsche, das; -n, /o. PI .; nur mit best. Art.;
/* auch deutsch 2, Deutsch/ die deutsche Sprache:
die Beherrschung des Deutschen; etw. ins D. über
setzen
2Deutsche, der u. die; -n, -n s. deutsch 1.1
Deutsch/deutsch| -künde, die fo. P l.j jB R D j
Deutschunterricht in der Schule; -land, das jo. Pl.j
1.1. ILändername für das Territorium der deutschen
Nation , bes. des ehemaligen deutschen Staates, bis
zur Herausbildung der DDR und der.BRDj: er
lebte in D .; das Wilhelminische D .; die Befreiung
Deutschlands vom Faschismus; sie waren Ver
treter eines anderen D. (eines bessern T eiles
der deutschen Bevölkerung) 1.2. /in Namen in der
DDR und in der BRD/: die Sozialistische / Ein
heitspartei Deutschlands; die Bundesrepublik D.
// auch BRD; offizielle Bez. für den heutigen kap,
Staat auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschlands
(1.1)/; -lehrer, der Lehrer für Deutschunterricht,
bes. in der Schule; -sprachig jAdj.j 1.1. Deutsch
als Muttersprache sprechend: die deutschsprachige
Bevölkerung der Schweiz 1.2. in deutscher Sprache:
die deutschsprachigen Sendungen von Radio N ;
-sprachlichjA d j.; n u r attr./: der deutschsprachliche
(die Kenntnis der deutschen Sprache vermittelnde)
Unterricht; -stunde, die Unterrichtsstunde im Fach
Deutsch in der Schule; -unterricht, der Kenntnis
der deutschen Sprache (und Literatur) vermittelnder
Unterricht: D. für Ausländer
Deutung, die; -,
- en das Deuten (1): etw. läßt ver
schiedene Deutungen zu
Devise, die; -,
-n [..v.J Wahlspruch
Devisen, die jPl.j [..v .J ausländische Zahlungs
m ittel: etw. kostet D., muß in D. bezahlt werden
Devisen W irtsch.|
-bestimmung, die jvorw. Pl.j
Bestimmung über den Devisenverkehr; -kurs, der
Wechselkurs von Währungen; -vergehen, das Ver
gehen gegen die Devisenbestimmungen; -verkehr, der
internationaler Zahlungsverkehr
Devon, das; -(s), fo. Pl.j [ . .v . .] Geol. Formation
des Paläozoikums zwischen Silur und Karbon
devot jAdj.j [ . .v . .] veraltend unterwürfig: seine
devote Haltung; jmdn. d. grüßen
Dez, der; -es,
-e jvorw. Sg .j landsch. salopp
K opf (1.1): jmdm. eins übern, auf den D. geben,
hauen
Dezember, der; -(s), - jvorw. Sg .j zwölfter M onat
des Jahres
Dezennium, das; -s, Dezennien [..ion] geh. Jahr
zehnt
dezent jAdj.j 1.1. vornehm zurückhaltend, taktvoll:
sein dezentes Auftreten; sich d. zurückziehen 1.2.
/von Sachen/ unaufdringlich (1.1): ein dezentes
Muster. Kleid, Parfüm
Dezentralisation, die;
-en jvorw. Sg.j das De
zentralisieren
dezentralisieren jsw. Vb.; hat/ etw. d. Aufgaben,
Tätigkeiten von zentralen Staatsorganen auf nach
geordnete verlagern und dadurch Zentralisation auf-
heben: eine Verwaltung d.
Dezernat, das; -(e)s, -e /noch B R D j Sachgebiet bei
Behörden, in Verwaltungen; dazu Dezernent, der;
-en, -en Leiter eines Dezernats
Dezimal]bruch, der M ath, nicht ganze Zahl mit
einer od. mehreren Ziffern rechts vom Komma
Dezimale, die; -n, -n Math. Stelle in einem Dezi
malbruch rechts vom K om m a: die erste D. gibt
Zehntel an
Dezimal| -klassifikation, die W issen sch. syste
matische Einteilung von etw. in zehn von 0 bis 9
bezifferte Hauptabteilungen, deren jede wieder in
zehn Abteilungen gegliedert wird und so fort; -stelle,
die Math. Dezimale; -System, das jo. Pl.j Math.
auf der Zahl 10 als Grundzahl aufgebautes Zahlen
system; -waage, die Waage, bei der die Last zehnmal
größer ist als die bei der Wägung aufgelegten Masse
stücke; -zahl, die Math. Dezimalbruch
Dezimeter, Dezimeter, der, f a ch sp r . das /Abk.
dm/ ein zehntel Meter
dezimierenjsio. Vb.; hat/ eine Gruppe von Personen,
Tieren (durch vernichtende Einwirkung) in der Per
sonenzahl, im Bestand vermindern: Seuchen dezi
mierten die Bevölkerung; der Bestand an R ot
wild war stark dezimiert, wurde durch Wilderei
dezimiert
Dezitonne, die jAbk. dt/ 100Kilogramm
Dia, das; -s, -s jKurzw. für Diapositiv/ s. Dia
positiv: Dias vorführen
Diabetes, der; -, jo. Pl.j od. D. mellitus Med.
Krankheit mit erhöhtem Blutzuckergehalt infolge
mangelnder Funktion der Bauchspeicheldrüse, Zuk-
kerkrankheit; dazu Diabetiker, der; -s, - an Diabetes
Erkrankter
diabolisch jAdj.j geh. teuflisch, infam : etw. mit
diabolischer Freude tun; sein diabolisches Lachen
Diadem, das; -s, -e von Frauen auf der Stirn od.
im Haar getragener ringförmiger Schmuck aus Edel
metall und -steinen: ein D. tragen
Diagnose, die; -,
-n Bestimmung und Benennung
der Art einer Krankheit: die ' stellen (die Art der
Krankheit erkennen, bestimmen); wie lautet die
D .?; die D. lautet auf Diabetes; dazu Diagnostik,
die; -, jo. Pl.j Lehre und Praxis des Diagnose-
stellens, Diagnostiker, der; -s,
er ist ein guter,
schlechter D. (kann als Arzt gut, schlecht Diagnosen
stellen), diagnostisch jAdj.; nicht präd.j die Dia
gnose betreffend, diagnostizieren jsw. Vb.; hat/:
eine Krankheit d. (die Art einer Krankheit er
kennen, bestimmen)
diagonal jA dj.; / auch Diagonale/ 1.1. zwei nicht
benachbarte Ecken eines Vielecks, Polyeders gerad
linig miteinander verbindend 1.2. von einer Stelle,
Ecke zu einer schräg gegenüberliegenden Stelle, Ecke
(verlaufend): die Wiese d. überqueren; diagonale
Streifen 1.3. /nicht präd.j etw. d . lesen (etw. über
fliegen 2)
Diagonale, die; -/ -n , -n j / auch diagonal/ diagonal
(1.1) verlaufende gerade Linie
Diagonal[streiien, der diagon al (1.2) verlaufen der
Streifen
Diagramm, das; -s, -e graphische Darstellung eines
funktionalen Zusammenhangs in einem Koordina
tensystem
Diakon, der; -s/-en, -e/-en Rel. 1. für die Arbeit
in der evangelischen Gemeinde ausgebildeter Helfer
16 Wörterbuch
242
Diakonisse — Dichterlesung
—
2. katholischer, orthodoxer od. anglikanischer
Geistlicher, der in der Rangfolge unter dem Priester
steht
Diakonisse, die; -,
- n in der evangelisch-kirchlichen
Fürsorge tätige Kranken-, Gemeindeschwester
Diakonissin, die; -nen s. Diakonisse
Dialekt, der; -(e)s, -e regionale Existenzform einer
Sprache, M undart: der Oberlausitzer, schwäbische
D .; D. sprechen
Dialekt/dialekt| -diehtung, die im Dialekt verfaßte
Dichtung; -frei /Adj./: d. (ohne Merkmale eines
Dialekts) sprechen
Dialektik, die; /o. Pl.j 1. philosophische Wissen
schaft von den allgemeinen Bewegungs- und Ent
wicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und
des D e n k e n s : die marxistische materialistische D .;
die idealistische D. Hegels; die D. der gesellschaft
lichen Entwicklung, des Klassenkampfes — 2 .
Verfahren, in Rede und Gegenrede Widersprüche
aufzudecken, um so zur Wahrheit zu gelangen, Be
weise zu führen, jmdn. zu überzeugen; dazu Dialek
tiker, der; -s, -
dialektisch / A dj.; zu Dialektik/ ; z u 1: der dialekti
sche und historische / Materialismus; dialektische
Gesetze, Zusammenhänge, Widersprüche; d. den
ken; zu 2 : mit dialektischer Schärfe argumentieren
Dialog, der; -(e)s, -e in Rede und Gegenrede geführ
tes Gespräch zwischen meist zwei Partnern: einen
D. führen; es entspann sich ein amüsanter, an
regender D.
Diamant, der; -en, -en als Schmuck und industriell
verwendeter, kostbarer, meist farbloser, sehr harter
Edelstein mit starker Lichtbrechung und Farb-
streuung
diamanten /Adj.; nur attr./ mit Diamanten besetzt:
ein diamantenes Armband
Diamanten |: / Diamant|
Diamant (m it* auch Diamanten|)| * -kollier, das
vgl.
- s chmuck; -ring, der vgl.
- s chmuck; * -Schlei
fer, der jmd., der berufsmäßig Diamanten schleift;
- s chmuck, der mit Diamanten besetzter Schmuck
diametral /Adj.; nicht präd./ 1. völlig entgegen
gesetzt (2): die beiden Auffassungen stehen sich d.
gegenüber; etw. steht in diametralem Gegensatz
zu etw.
—
2. Math, diametrale Punkte (die End
punkte des Durchmessers eines Kreises od. einer
Kugel im Verhältnis zueinander)
Diapositiv, Diapositiv, das; -s, -e [ . .vo] // auch
Dia/ zur Projektion auf eine Leinwand vorgesehenes
fotografisches Bild auf einem durchsichtigen Positiv,
Dia
Dia| -rähmchen, das; -s, - /
- rahmen; -rahmen,
der Rahmen (1.1), in den ein Diapositiv zum Zweck
des Vorführens eingespannt wird
Diarrhoe, Diarrhge, die; -,
-n [..aro:, PI. ..aroon]
Med. Durchfall
diät /Adj.; nicht präd./i d. (den Vorschriften für
Schon-,
Krankenkost entsprechend) leben; d. ko
chen
Diät, die; -, /o. Pl.j 1.1. Schonkost: er muß (eine
bestimmte) D. (ein)halten; jmdn. auf D. setzen
(jmdm. Schonkost verordnen) 1.2. auf gesunde Er
nährung ausgerichtete K ost: eine D. zusammen
stellen
Diätjassistent, der Fachmann für die Festlegung der
D iät (1.1); dazu Diätassistentin, die
Diäten, die jPl.j Aufwandsentschädigung, bes.
Tagegelder für Abgeordnete des bürgerl. Parlaments
Diätjfehler, der Verstoß gegen eine verordnete Diät:
seine Beschwerden sind auf (einen) D. zurückzu-
führen
Diathek, die; -,
-en Sammlung von Diapositiven
Diät zu Diät 1.1| -koch, der für die Zubereitung von
Diätkost ausgebildeter K och ; dazu -köchin, die;
- kost, die Diät; -küche, die (Abteilung einer) Groß
küche für die Zubereitung von Diätkost
diatonisch jAdj.j Mus. in der Tonfolge der sieben
stufigen Tonleiter fortschreitend: die diatonische
Tonleiter
dich IPron.l I. /Akk. vom Pers.pron. du/ s. du —
II. IRefl.pron. der 2. Pers. Sg. im Akk./: du kannst
d. freuen; hast du d. verletzt?
dicht lAdj.j 1.1. mit keinen (größeren) Zwischen
räumen zwischen den das Ganze bildenden Elementen:
dichtes Haar, Gestrüpp; der Verkehr wurde im
mer dichter; ein dichtes Netz von Stützpunkten;
die Häuser stehen hier sehr d . ; Züge fahren in dich
ter Folge; sein Vortrag war inhaltsreich und d. (bot
in gedrängter Folge Belangvolles); /vor Part. Präs.,
Part. Prät.j d. bebaut, bewaldet; d. bevölkert
(eine hohe Bevölkerungszahl pro Territorialeinheit
aufweisend) 1.2 . dicht (1.1) und visuell (fast) un
durchdringlich: eine dichte Wolkendecke; dichter
Nebel; die Vorhänge sind sehr d.
—
2. nicht durch
lässig: dichtes Schuhwerk; das Boot, «Faß ist
(nicht) d.; das Dach d. machen — 3.1. /vorw. adv./
sehr, ganz xnahe (1): d. am Band, Fenster; d. vor,
hinter jmdm. hergehen; die Gärten liegen d. bei
einander; er war noch dichter (näh er) herange
treten 3.2 . /adv./ sehr xnahe (2): das Fest steht d.
bevor
+ umg. d. an d., landsch. d. bei d. dicht (1.1)
ged rä ngt: die Häuser, Menschen standen d.
an d.
dicht| -besiedelt /Adj.; nur attr./ dicht (1.1) be
siedelt; -bevölkert jAdj.; nur attr./ dicht (1.1) be
völkert)
Dickte, die; -,
-n 1. /o. PL; zu dicht 1/ das Dicht
sein: die D. seines Haars, des Nebels — 2. Phys.
Verhältnis der Masse eines Körpers zu seinem Vo
lum en: die mittlere D. des Wassers
dickten, dichtete, hat gedichtet I. etw. abdichten:
die Fenster d.
—
II. ein sprachliches Kunstwerk (in
gefundener Rede) schaffen: N hat vor allem Dramen
gedichtet; in Jamben d.
Dichter, der; -s, - Schöpfer einer Dichtung (II.1),
von Dichtungen, sprachlichen Kunstwerken: ein
zeitgenössischer, revolutionärer D .; der D. des
, Hamlet4; die D. des Mittelalters; dazu Dfchterin,
die; -,
- nen
dichterisch /Adj./ 1 .1 . /nicht präd./ er hat eine
dichterische Begabung (Begabung zu dichten II)
1.2. /nicht präd./ die dichterische Gestaltung (Ge
staltung in Form einer Dichtung II.1, eines sprach
lichen Kunstwerkes) eines Stoffes 1.3. /nur attr./ die
dichterischen Werke (Werke von Dichtern) des
18. Jahrhunderts 1.4. /nur attr./ dichterische
Freiheit (einem Autor zugestandene Möglichkeit,
einen authentischen Stoff in einem belletristischen
Werk im Rahmen der Wahrheit nach seiner Phan
tasie abzuwandeln)
Dichter| -kreis, der Gruppe von Dichtern, die durch
die Richtung ihres dichterischen Schaffens mitein
ander in Verbindung stehen; -lesung, die Lesung
Dichterling — diejenige
243
eines Dichters, Autors der Belletristik aus seinen
Werken
Dichterling, der; -s, -e als literarisch minderwertig,
mißliebig eingeschätzter Dichter
Dichter|schule, die ve ralte n d Dichterkreis
dicht] -gedrängt /Adj.; nicht präd./ dicht (1.1) ge
drängt : sie standen d.;
-halten /Vb./ umg. etw.9
was verschwiegen werden soll, verschweigen: sag es
ihm nicht, er kann nicht d.
Dichtkunst, die jo. Pl.j veralten d Literatur (2):
Werke der Malerei und D.
dicht|machen /Vb./ um g.: den Laden d. (das Ge
schäft schließen; den Betrieb von etw. einstellen);
na, dann wollen wir (hier) mal d .; die Polizei hat
das Lokal dichtgemacht (verfügt, daß es geschlossen
wird)
Dichtung, die; -,
-en L Gegenstand, der zwischen
zwei Teile eines Gerätes zum Abdichten gelegt wird:
eine neue D. ein-, auflegen — II .l . sprachliches
Kunstwerk in gebundener Rede: eine große, un
vergängliche D.
—
2. fo. PL/ dichterisches Schaffen,
Werke von Dichtern als Gesamtheit: die D. des
Mittelalters; in Malerei und D. (Dichtkunst)
Dichtungsj -masse, die teigiges Material zum A b
dichten ; -ring, der ringförmige Dichtung (I);
-scheibe, die scheibenförmige Dichtung (I)
dick /Adj.; / auch dicke/ 1.1. /bezeichnet, einer
Maßeinheit nachgestellt, die Dicke, den Querschnittf
stark (3.3): das Brett, Rohr ist vier Zentimeter d.;
eine anderthalb Meter dicke Mauer; der Stoff,
die Pappe ist drei Millimeter d. 1.2. einen (relativ)
großen Querschnitt, bes. zwischen den beiden gegen
überliegenden Seiten eines (flächigen) Gegenstandes
aufweisend: ein dicker Ast, Pfeiler; ein dickes
Buch; ein dicker Stoff; dicke (breite 1.1.2) Striche
ziehen; dieses Papier ist zu d .; etw. ist d. gepol
stert; die Butter d. aufs Brot streichen 1.3 . ein
dicker Mantel (Mantel aus dickem Stoff, der gut
wärmt) — 2 .1 . körperlich von mehr als normalem
Umfang, bes. durch Anhäufung von Fettgewebe: ein
dicker Mann, eine dicke Frau; der Hund ist zu d .;
er ist dicker geworden; Schokolade macht d.; sich
d. und voll essen, fressen; scherzh . Dicke, Dicker
/Anrede für eine (dicke) Personf 2.2. er hat einen
dicken (voluminösen) Bauch — 3. krankhaft an
geschwollen: einen dicken Fuß, Finger haben; sein
Gesicht ist d. (sehr) geschwollen — 4 . /bes. von
Speisen/ dickflüssig: eine dicke Soße, Suppe; dicke
(saure, geronnene) Milch — 6 . dicke (dichte 1.2)
Rauchschwaden; mitten im dicksten (dichtesten 1.1)
Verkehr, Gewühl — 6 . /nur attr.f umg. er hat ein
dickes (hohes) Gehalt; ein dickes (großes) Lob ern
ten — 7. /nicht präd.f umg. sie sind dicke (enge)
Freunde; das ist eine dicke Freundschaft
+ mit jmdm. durch d. und dünn gehen (unter allen
Umständen zu jmdm. halten); d. auftragen (sehr
übertreiben); — ein dickes / Fell haben; das ist
ein dicker / Hund; eine dicke / Lippe riskieren;
dicke / Luft; etw. ist klar wie dicke / Tinte
dick/Djck| -bauchig fA d j.; nicht adv.f: eine dick
bauchige (stark gewölbte, bauchige) Flasche, Vase;
-bauchig /Adj.; nicht adv./: er ist klein und d. (hat
einen dicken Bauch); -blattgewächs, das Bot. in
zahlreichen Arten vorkommende Pflanze vorwiegend
der warmen Zone mit dicken und fleischigen Blät
tern ; -darm, der Teil des Darms zwischen Dünndarm
und Mastdarm
dicke /Adv.; / auch dick/ landsch. umg. mehr
als genügend: das reicht d.; wir haben noch d., d.
(seh r) viel Zeit
-{- landsch. umg. etw., jmdn. d. haben (einer
Sache, jmds. überdrüssig sein); es nicht so d. haben
(nicht so viel Geld besitzen); salopp d. dasein (sehr
agil sein, sich auffallend beteiligen); — die / Faxen
d. haben
Dicke, die; -,
- n der Abstand zwischen zivei ein
ander gegenüberliegenden Seiten eines Körpers,
Stärke: die D. der Balken (beträgt...); die D.
(der Querschnitt) des Rohres; eine Platte von drei
Zentimeter D.
dicken /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . etw. andicken (hat):
die Soße d. 1 .2 . etw. dickt ein (hat, ist): der Saft
hat, ist schnell gedickt
dickejtun, sich landsch. um g.prahlen, angeben
dick] -fellig /Adj./ u m g.: er ist ein dickfelliger (sich
alles wenig zu Herzen nehmender) Bursche; -flei
schig/Adj.; nicht adv.; von Pflanzen/: eine Pflanze
mit dickfleischigen (dicken und viel Saft führenden)
Blättern; -flüssig /Adj./ flüssig,' aber von zäher
Konsistenz und schwer fließend: dickflüssiger Saft
Dickicht, das; -(e)s, -e Wald mit dichtem Unter
holz, Gebiet voll dichten Gestrüpps: in das D. ein-
dringen; einen Pfad durch das D. (des Urwalds)
schlagen; O sich im D. (im Gewirr, der Vielzahl)
der Paragraphen nicht zurechtfinden
Dick/dick| -köpf, der umg. 1.1 . /in der Verbindung/
einen D. haben (starr-, eigensinnig sein) 1.2. starr-,
eigensinniger Mensch: er, sie ist ein D.;
- köpfig
/Adj./ umg. starr-, eigensinnig; -leibig /Adj.; vorw.
attr. u . präd./ 1. dick (2.1) — 2 . /nicht adv.j dick
(1.2 ): ein dickleibiger Wälzer
dicklich /Adj./ ein wenig dick (2.1), dazu neigend,
dick zu werden: ein dicklicher Junge
Dick/dick saloppl -schädel, der Dickkopf; -schäd-
lig /Adj./ dickköpfig
Dickung, die; -,
-en fachspr. Teil eines Waldes
mit dichtem jungem Bestand
Dick|wanst, der sa lopp jemot. neg./ dicker Mensch
Didaktik, die; -, /o. Pl.j Theorie der Lehr- und
Lernprozesse, des Unterrichts; dazu Didaktiker, der;
-s,
er ist ein guter D. (vermag Prinzipien der
Didaktik gut in die Praxis umzusetzen)
didaktisch /Adj./ 1. /nicht präd.; zu Didaktik/:
didaktische Prinzipien — 2. lehrhaft, b eleh rend:
ein didaktischer Rom an; der Ton seines Vortrags
war allzu d.
Mie /best. Art.; Fern. u . PI. von Mer, Mie, Mas/
s. Mer
2die /Pron.; Fern. u . PI. von 2der, 2die, 2das/ s.
2der
Dieb, der; -(e)s, -e jmd .,
der Diebstahl begangen
hat, begeht: jmdn. als D. verdächtigen; die Diebe
wurden gefaßt; haltet den D .!
Diebes|gut, das fo. PL/ Gesamtheit gestohlener Dinge
Diebin, die; -,
- nen /zu Dieb/
diebisch /Adj.; nur attr./ veralten d : diebisches
(stehlendes, auf Diebstahl ausgehendes) Gesindel
+ sich d. freuen (heimlich frohlocken, schadenfroh
sein); — ein diebisches /t Vergnügen
Diebstahl, der; -(e)s, Diebstähle das Wegnehmen
fremden beweglichen Eigentums in der Absicht, es
sich rechtswidrig anzueignen: (einen) D. begehen;
jmdn. wegen Diebstahls anzeigen, verurteilen
diejenige /Dem .pron.; Fern./ s. derjenige
16*
244
Diele — Dienstausweis
Diele, die; -n I. /vorw. PL/ langes Brett des Fuß
b o d e n s Dielen (ver)legen; knarrende Dielen; „was
für einen Fußboden hat das Zimmer?“ „Dielen
(einen Dielenfußbodeny‘ — II . kleinerer, meist (an
nähernd) quadratischer Vorraum in einer Wohnung
vor den Wohn-, Aufenthaltsräumen: den Mantel in
der D. ablegen
dielen fsw. Vb.; hat/ 1.1. der Fußboden wird
(neu) gedielt (wird aus Dielen I hergestellt, w ie
derhergestellt) 1.2 . einen Raum d. (mit einem D ie
lenfußboden versehen)
Dielen zu Diele I| -brett, das als Diele vorgesehenes
Brett; -fußboden, der Fußboden aus Dielen; -ritze,
die fvorw. Pl.f Ritze zwischen Dielen
dignen /sw. Vb.; hat/ 1. jmd. dient jmdm., einer
Sache jmd. leistet für jmdn.,
eine Sache Arbeit,
wirkt für etw., jmdn.: er hat der Stadt lange Jahre
als Bürgermeister gedient; veraltend womit kann
ich Ihnen d. (was kann ich für Sie tun)? — 2. etw.
dient einer Sache etw. ist geeignet, dafür bestimmt,
eine Sache zu fördern, zu unterstützen: diese Initia
tive dient der Sicherung des Friedens; Sport trei
ben dient der Gesundheit; diese Untersuchungen
d. praktischen Zwecken — 3 . etw. dient (jmdm.)
als, zu etw. etw. wird (von jmdm.) als, zu einem
bestimmten Zweck gebraucht, verwendet: das Schloß
dient heute als Erholungsheim; das Messer dient
zum Schneiden (mit dem Messer schneidet man);
damit ist mir nicht gedient (das nützt mir nichts,
taugt nicht für meine Zwecke); ist Ihnen auch mit
einer kleinen Summe gedient?; das laß dir als
Warnung d. (laß dir das eine Warnung sein) —
4. veraltend /unter bürgerl. Verhältnissen! sie hat
auf dem Schloß, bei Familie N gedient (ist dort
Dienstmädchen gewesen); beim Bauern d. (als
Knecht, Magd arbeiten) — 5. Militärdienst leisten:
gediente Reservisten; firn bürgerl. Militärwesenf
er hat bei der Marine, aktiv gedient
Diener, der; -s, - 1.1. veraltend /unter bürgerl.
Verhältnissen! zur Verrichtung bestimmter Dienste
(1.3) in einem herrschaftlichen Haus angestellte
männliche Person: er war D. bei Baron N — 2.
jmd., der sich in den Dienst (3) einer Sache, Person
stellt: er verstand sich als D. der Wissenschaft;
sich zum D. (Handlanger 1) der Reaktion machen
-—DL veraltend /von Jungenj einen D. (eine Ver
beugung) machen; zu 1.2 Dienerin, die; -,
- nen
dienern /sw. Vb.; hat/ 1.1. /von einer männlichen
Person/ sich mehrmals, beflissen verbeugen: er die
nerte vor der Frau des Hauses 1.2. sich unter
würfig verhalten: sein ständiges Dienern vor den
Direktoren
Dienerschaft, die;
jo. PL/ veraltend /unter
bürgerl. Verhältnissen/ alle Hausangestellten eines
herrschaftlichen Hauses
dienlich jAdj./ 1.1. etw. ist jmdm. d. etw. ist jmdm.
zuträglich, bekömmlich: die leichte Kost, die Kur
wird dir, deiner Gesundheit d. sein 1.2. nützlich
(1): ich habe von ihm ein paar dienliche Hin
weise bekommen; jmd. ist jmdm. d.
Dienst, der; -es,
-e 1.1. fo. PL; in bestimmten
Berufsgruppen/ das Ausüben der beruflichen Tätig
keit /?iicht auf Produktionsarbeit angewandt/: der
D. des Pflegepersonals, eines Verkehrspolizisten;
nicht im D. sein (dienstfrei haben); seinen D. (als
Arzt) versehen; er hat heute Nacht D. (m u ß heute
nacht arbeiten, im Einsatz sein); der Offizier vom
D. /Abk. O .v .D ./ (der diensthabende Offizier); ab
wann hat der Nachtpförtner D. (ist der Nacht
pförtner tätig)?; zum D. gehen; D. machen, tun;
nach dem D .; der Genuß von Alkohol im D.
(während der Arbeitszeit) ist nicht gestattet; wie
lange hast du (heute) D.? 1.2 . /o. PL/ (das Erfüllen
der) Pflichten und Aufgaben eines Angehörigen der
Streitkräfte: der D. in, bei der Armee; vorbild
liches Verhalten im D .; außer D. /Abk. a. D .; A n
gabe nach militärischen Rangbezeichnungen] (in
Ehren aus dem militärischen Dienst entlassen): er
ist Major a. D. 1.3. bes. aus 1.1 sich ergebende
einzelne Verrichtung: jmdn. zur Leistung be
stimmter Dienste im Haushalt anstellen — 2.
jvorw. Sg ./ bestimmter Arbeits-,
Tätigkeitsbereich
und die darin beschäftigten Personen: er arbeitet,
war zehn Jahre im diplomatischen D .; der öffent
liche D. (die Institutionen des öffentlichen Rechts
in der BRD und deren Beschäftigte) — 3. im D.
einer Sache im (ständigen) Wirken für eine Sache,
zur Förderung einer Sache: sein Wirken im D. des
Friedens, der Wissenschaft — 4 . in jmds. D .,
Diensten (als Untergebener, Abhängiger in einem
Leistungsverhältnis zu jmdm.,
bes. einem Feudal
herrn) stehen: (er stand) im D. des Königs, in
Diensten des Freiherrn von N — o . jmdm. einen
D. (eine H ilfe, Gefälligkeit) erweisen
-f- jmdm. mit etw. einen schlechten D. erweisen
(wider Willen schaden); etw. leistet jmdm. gute
Dienste (ist jmdm. sehr nützlich); /von Gliedern,
Organen/ etw. versagt jmdm. den D. etw. versagt:
die Beine versagten ihm den D. (versagten, wurden
schwach); papierdt. etw. in, außer D. stellen (in
Betrieb nehmen, außer Betrieb setzen)
Dienstlabteil, das Abteil eines Zuges (II. 1) für
die im Zug diensthabenden Angestellten der Eisen
bahn
Dienstag, der; -(e)s,
-e zweiter Tag der Woche:
heute ist D. , der 3. Mai; der Lehrgang dauerte
vom D., dem 3. Mai, bis D.,den 10. Mai; D., den
14. Dezember; D., 14. Dezember 1977; es war an
einem D.; geh. eines Dienstags"1 (an einem Diens
tag) kam er an; wir sehen den (nächsten) D. dafür
vor; wir erwarten dich D. abend, D. abends; er
kommt jeden, an jedem D .; (am) D. vor, in acht
Tagen, der vorigen Woche; das war vorige Woche
D.; in der Nacht vom Montag zum D., von Montag
zu D .; alle Dienstage, an allen Dienstagen im
Februar bin ich besetzt
Dienstag/dienstag| -abend, der der A be n d d es
Dienstags: sich den D. freihalten; wir erwarten
dich (am) D.;
-abends /Adv./ dienstags abends: wir
treffen uns d.;
-mittag, der vgl.
- abend; -mittags
/Adv./ vgl.
- abends; -morgen, der vgl.
- abend;
-morgens /Adv./ vgl.
- abends
dienstags /Adv./ jeden Dienstag: d. ist die Aus
stellung geschlossen; wir treffen uns (immer) d.
abends
Dienst| -alter, das jo. PL/ Summe der Dienstjahre;
-älteste, der unter mehreren Personen mit gleicher
Dienststellung derjenige mit den meisten Dienst
ja h r e n ; -angelegenheit, d ie; -anweisung, die /in
bestimmten dienstlichen Bereichen/ dienstliche W ei
s u n g ; -anzug, der vgl. Dienstkleidung; -apparat,
der für dienstliche Zwecke bestimmter Telefon
apparat, -anschluß; -auftrag, der Auftrag für eine
Dienstreise; -ausweis, der Ausweis über die Zu.
dienstbar — Dieseltreibstoff
245
gehörigkeit zu einer bestimmten Dienststelle, einem
bestimmten Betrieb
dienstbar /Adj./ sieh etw., jmdn. d. machen sich
etw. nutzbar, jmdn. untertan machen: wie sich der
Mensch die Atomkraft d. macht
dienst/Dfenst| -beflissen / A d j./ (über)eifrig bestrebt,
jmdm. gefällig zu sein : d. eilte er herbei; -bereit
jAd j. ; nicht adv./: am Sonntag ist die Apotheke d.
(ist sie bei dringendem Bedarf außerhalb der norma
len Öffnungszeit geöffnet); -besprechung, die von
einem Leitenden festgesetzte Besprechung dienst
licher Angelegenheiten in einem bestimmten Perso-
nenkreis (eines Betriebes), Arbeitsbesprechung: die
wöchentliche D. des Direktors; -bezüge, die /PI./
Einkommen von Personen, die in einem Dienst
verhältnis stehen; -bote, der ve raltend /unter
bürgen. Verhältnissen/ jmd.,
der zur Dienerschaft
gehört: dieser Hauseingang war für Dienstboten;
- buch, das in bestimmten Tätigkeitsbereichen offi
ziell geführtes Buch, in dem besondere Vorkommnisse
während des Dienstes, der Arbeit verzeichnet werden:
etw. ins D. eintragen; -eifer, der Eifer in der Er
füllung dienstlicher Pflichten; -eifrig /Adj./ 1.1,
dienstbeflissen 1.2. eifrig in der Erfüllung dienst
licher Pflichten; -flagge, die Flagge bestimmter
staatlicher Einrichtungen: die D. der Nationalen
Volksarmee; eine D. führen; -frei /A dj.; nicht adv./
ohne Dienst (1): an seinem dienstfreien Abend;
d. haben (zur Zeit keinen Dienst 1.1, 1.2 versehen
m ü ss en ) ; dienstfreie Mannschaften; -gebrauch, der:
Informationen, nur für den D. (nur zur Verwendung
im dienstlichen Bereich); -geheimnis, das 1,1*
dienstliche Angelegenheit, über die Schweigepflicht
besteht: das ist D. 1 .2 . \o. PI./ Schweigepflicht über
eine dienstliche Angelegenheit: das D. wahren;
-gespräch, das dienstliches Telefongespräch; -grad,
der /PL -ej militärischer Rang: er hat den D. eines
Oberleutnants; -habend /Adj.; nur attr./ zu einer
bestimmten Zeit Dienst (1.1, 1.2), Bereitschafts
dienst habend: der diensthabende Offizier, Arzt;
der, die Diensthabende ist heute Dr. N ; -hund,
der in bestimmten Dienstbereichen gehaltener, bes.
für den Wachdienst, zur Spurensicherung abgerich
teter Hund; -jahr, das \vorw. PL; nicht auf Pro
duktionsarbeit angewandt/ nach Jahren gezählte
Zeit, die jmd. in einer beruflichen Tätigkeit, Stellung,
einem Dienstverhältnis verbracht hat: er hat jetzt
zwanzig Dienstjahre bei der Post; -kleidung, die
für den Dienst (1.1, 1.2) vorgeschriebene Kleidung;
-leistung, die jvonv. PL/ W irtsch. (Ergebnis von)
Arbeit, Tätigkeiten, die im Rahmen der Volkswirt
schaft der Nutzung vorhandener Produkte od.,
als
immaterielle Leistungen, der unmittelbaren Bedürf
nisbefriedigung dienen: Dienstleistungen durch
führen
Dienstieistungs] -betrieb, der Betrieb, der D ien st
leistungen für die Bevölkerung durchführt: eine
Wäscherei ist ein D .; -kombinat, das vgl.
- betrieb
dienstlich /Adj./ 1.1. vom Beruf, Dienstverhältnis,
von den Arbeitspflichten her bestimmt: ein dienst
liches Schreiben; die Angelegenheit ist d., dienst
licher Natur; er ist d. verhindert, ist d. im Ausland
1.2 . das Schreiben ist in dienstlichem (form ellem 2)
Ton abgefaßt; plötzlich wurde er d. (formell 3.2,
unpersönlich 1)
Dienst/dienst| -mädchen, das v e r a lt e n d /unter
bürgert. Verhältnissen/ Hausangestellte; -mann, der
/PL -männer, -leute/ v e r a lte n d Gepäckträger (2);
-marke, die die Form einer Plakette habendes Er
kennungszeichen eines Kriminalpolizisten; -mütze,
die vgl. Dienstkleidung; -Ordnung, die A rb eits
ordnung in staatlichen Dienststellen; -personal, das
/unter bürgerl. Verhältnissen/ untergeordnete Arbei
ten verrichtendes Personal; -pflicht, die 1. /vorw.
PI./ aus einer Dienstordnung,
-Vorschrift sich er
gebende Pflicht, Aufgabe, Zuständigkeit: das gehört
zu seinen Dienstpflichten — 2. /o. PL/ die militä
rische D. (Wehrpflicht); -plan, der dienstliche, bes.
zeitliche Abläufe regelnder Plan; -raum, der Raum
für die Ausübung des Dienstes (1.1); -reise, die
Reise zum Zwecke der Erledigung eines dienstlichen
Auftrages, von Arbeitsaufgaben: auf D. gehen; er
ist oft auf D.;
-Sache, die /o. PL/ nur für den
Dienstgebrauch bestimmte schriftliche Darlegung:
das Schreiben ist als vertrauliche D. zu behandeln;
-Schluß, der jo. PL/ /nicht auf Produktionsarbeit
angewandt/ Ende der täglichen Arbeitszeit: wollen
wir uns nach D. irgendwo treffen?; wann hast
du D .?; -stelle, die für bestimmte offizielle Tätig
keitsbereiche, bes. in staatlichen Verwältungen, E in
richtungen, zuständige Institution (und deren Sitz):
eine D. der Volkspolizei; zentrale staatliche Dienst
stellen; -Stellung, die jmds. Stellung (5.1) in einer
dienstlichen Rangordnung (1.1); -tauglich /Adj./
wehrdiensttauglich; -telefon, das Dienstapparat;
-tuend /Adj.; nur attr.f veraltend diensthabend;
-untauglich/Adj./ nicht diensttauglich; -Verhältnis,
das /in bestimmten Tätigkeitsbereichen/ Rechts
verhältnis dienstlicher Art, Arbeits(rechts)verhältnis;
-Vorschrift, die schriftlich fixiertes Kompendium der
Pflichten in einem Dienstverhältnis: das, er ver
stößt gegen die D. , Dienstvorschriften; -wagen,
der für dienstliche Zwecke zur Verfügung stehender
Personenkraftwagen; -weg, der fo. PL/ für die Ab
wicklung dienstlicher Angelegenheiten in, mit Dienst
stellen vorgeschriebener Ablauf: die Sache wird auf
dem D. geregelt, geht den (ordnungsgemäßen) D .;
den D. einhalten; -wohnung, die von einer Dienst- ,
Arbeitsstelle zur Verfügung gestellte Wohnung; -zeit,
die 1. /o. PL/ (festgesetzte) Gesamtdauer der Tätig
keit in einem (militärischen) Dienstverhältnis: wäh
rend seiner zehnjährigen D. als Lehrer — 2. /in
bestimmten Tätigkeitsbereichen/ Arbeitszeit: eine
Sitzung in, während, nach, außerhalb der D. ab
halten
dies /Dem.pron.; N eutr.j s. dieser (2.1, 2.3, 2.4)
diesbezüglich /Adj.; nicht präd.j papierdt. den
genannten Sachverhalt betreffend: ihre diesbezüg
lichen Fragen; haben Sie d. etw. hinzuzufügen?
diese/Dem.pron.; Fern. u . PL/ s. dieser
Diesel, der; -s, - Techn. umg. 1. Dieselmotor —
2. /o. PL/ Dieselkraftstoff — 3. Fahrzeug mit Diesel
antrieb
Dieseljantrieb, der /o. PL/: eine Lokomotive mit
D. (Antrieb durch Dieselmotor)
dieselbe /Dem .pron.; Fern./ s. derselbe
Diesel| -kraftstoff, der jo. PL/ aus einem Gemisch
von Kohlenwasserstoffen bestehender Brenn-, Kraft
stoff bes. für Dieselmotoren; -lok, die umg. Diesel
lokomotive ; -lokomotive, die Lokomotive mit Diesel
antrieb; -motor, der Verbrennungsmotor, bei dem
der K raftstoff in die im Zylinder enthaltene stark
verdichtete Luft eingespritzt wird und sich dabei
entzündet; -öl, das jo. PL/ Dieselkraftstoff; -treib-
246
Dieseltriebwagen — Diktat
Stoff, der /o. PL/ Dieselkraftstoff; -triebwagen, der
vgl.
- zug; -zug, der Zug mit Dieselantrieb
dieser /Dem.pron.; M ask.; Fern.: diese, Neutr.:
dieses, dies; weist in der Funktion von 2der, 2die,
2das, jedoch ausdrücklicher, auf eine dem Sprecher
räumlich od. in der. Vorstellung nahe Person od.
Sache hin; oft in Verbindung mit jener/ 1. fadj.f
1.1. /unmittelbar h in weisen d/: dieser Mantel gefällt
mir; dieses Stück möchte ich; dieser Kreis ist
größer als jener 1.2 . /weist auf eine genannte, be
kanntet zu nennende Sache, Person zurück bzw.
voraus/: auf diese Weise kamen wir nach N; er
sagte in diesem Zusammenhang, daß ... 1.8. /weist
in Verbindung mit Zeitangaben auf einen relativ
benachbarten Zeitpunkt, -raum hin/: in diesen Tagen
hat er Geburtstag; er starb in diesem (dem laufen
den ) Monat, Jahr, diesen Monat, dieses Jahr; er
kommt in dieser Woche, diese Woche, Ende dieses
Jahres; diese N acht soll es regnen; er heiratet
diesen Sommer; diese(s) Weihnachten, Ostern 1.4.
/drückt bes. in Verbindung mit Namen, Personen-
bez. eine meist negative Wertung aus/: dieser Bur
sche soll mir nur kommen!; M, dieser Teufelskerl
—
2. fsubst.j 2.1 . /unmittelbar hinweisend, mit adv.
Bestimm ung/: dieser (da) war es; diesen, dieses
(dort, da vorn) meine ich 2.2 . /in der Funktion von
1.2/: wir wollten zu Karl, trafen diesen aber nicht
an; /in Korrelation mit jener/: Hans und Karl
kamen zum Fest, dieser (K arl) allein, jener (Han s)
mit seiner Frau 2.3 . dies(es) /weist auf den Inhalt
eines genannten, folgenden Satzes, Textes/: soll er
tun, was er will, dies ist nun seine Sache; dies(es)
alles habe ich ihm gesagt; wir wissen nur dies,
daß... 2.4. /nur dies; mit Prädikatsnomen in
Sätzen vom Typ dies ist, dies sind; nachdrücklicher
als das (vgl. 2der 2.5 .2)/: dies ist unser Garten;
dies sind unsere Eltern
+ dieser und jener (manche, einige); dies und das,
dies und jenes (mancherlei, allerlei)
dieses /Dem.pron.; Neutr./ s. dieser
diesig /Adj./ ohne klare Sicht, dunstig: es war
schwül und d .; diesiges Wetter
dies/Dies] -jährig /Adj.; nur attr.j: die diesjährige
Ernte (die Ernte dieses Jahres); -mal /Adv./ dieses
M a l: d. geht es nicht, hatten wir Glück; -seitig
/Adj.; vorw. attr./ auf der dem Sprecher näher
gelegenen Seite von etw. befindlich: das diesseitige
Flußufer; x-seits /Präp. mit Gen.; weist auf einen
vor etw. liegenden Bereich/: d. des Flusses; die d.
des Waldes gelegenen Felder; 2-seits /Adv.; in
Verbindung mit von; weist auf einen vor etw. liegen
den Bereich/: das Haus liegt d. vom Fluß; -seits,
das; -s, fo. P L; nach religiöser, bes. christlicher A u f
fassung/ diese Welt, dieses Leben im Unterschied
zu einem angenommenen Jenseits: eine das D. be
jahende Lebenshaltung
Dietrich, der; -s, -e hakenähnlich gebogenes W erk
zeug zum öffnen von (einfachen) Türschlössern
diffamieren /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. durch ent
stellende, verfälschende Charakterisierung in seinem
Wert, Ansehen herabsetzen, verleumden: jmdn. als
Lügner d .; Errungenschaften d .; diffamierende
Äußerungen; dazu Diffamierung, die; -,
-en
Differential, das; -s,
-e 1. Math. Größe in der
Differentialrechnung, die eine unendlich kleine
Differenz verkörpert — 2. Techn. umg. Differen
tialgetriebe
Differential| -getriebe, das T e ch n . Getriebe in
einem Kraftfahrzeug, das bei der Fahrt durch Kur
ven den Ausgleich der Differenz zwischen den Dreh
zahlen der äußeren und inneren Räder bewirkt,
Ausgleichsgetriebe; -quotient, der M a(th. Quotient
aus zwei Differentialen; -reehnung, die Math. jo.
PL/ das Rechnen mit Differentialquotienten als
Rechenart
Differenz, die; -,
-en 1.1. (meßbarer) Unterschied
zwischen zwei Werten, Größen: die Stäbe sind ver
schieden lang, aber die D. ist nicht groß 1.2 .
Ergebnis der Subtraktion: die D. von, zwischen
fünf und drei ist, beträgt zwei 1.8. Fehlbetrag: bei
der Abrechnung ergab sich eine D. von 50 Mark
—
2. /vorw. PI./ Meinungsverschiedenheit, Un
stim migkeit: es gibt ernsthafte Differenzen, kam
zu Differenzen zwischen ihnen; wir hatten eine
kleine D. (miteinander)
differenzieren /sw. V b.; hat/ 1.1. etw. d. bis ins
einzelne gehend die Unterschiede von etw. berück
sichtigen: das kann man nicht über einen Leisten
schlagen, man muß (das) d .; etw. differenziert auf
schlüsseln; etw. differenziert (unterscheidend an a
lysierend) betrachten 1.2 . sich d. sich zu kom pli
zierterer Struktur entwickeln: die Fachgebiete d.
sich mehr und mehr 1.3 . Biol. Arten, die sich
differenzierten (in unterschiedlichen Formen und
komplizierteren Strukturen entwickelten) — 2 . M ath,
etw. d. (den Differentialquotienten einer Funktion
nach den Regeln der Differentialrechnung bilden);
zu 1 Differenzierung, die; -,
-en
differieren jsw. Vb.; hat/ von einander 2abweichen
(2): ihre Ansichten’ d. stark; sie d. in ihren Auf
fassungen ; die beiden Größen d. nur wenig
diffizil /Adj.; nicht adv./ 1. kompliziert (1) und
daher mit Fingerspitzengefühl zu behandeln: eine
diffizile Angelegenheit, Sache; er ist ein diffiziler
Charakter, Mensch — 2. sehr g en a u : diffizile
Methoden
diffundieren jsw. Vb.; hat/ Chem. Phys. /von
Gasen, Flüssigkeiten, Festkörpern/ spontan in einen
anderen Stoff eindringen, sich mit ihm vermischen:
diffundierende Gase, Moleküle
diffus /Adj./ 1. verschwommen, unklar (1.1, 3):
diffuse Eindrücke, Gedanken — 2. P h y s. diffuses
Licht (Licht uneinheitlicher Strahlenrichtung)
Diffusion, die; -,
-en Chem. Phys. das Diffun
dieren
digital /Adj.; nicht präd./ Datenverarb. Daten
(1.2) in kodierten Signalen od. Ziffern darstellend:
die digitale Technik; etw. d. speichern
xDigitaiis, die; -,
-
Bot. giftiger, auch als Heil
pflanze genutzter Rachenblütler, Fingerhut (II)
2Digitalis, das; -, /o. PL/ Pharm , aus den Blättern
der Digitalis gewonnenes Herzmittel
Digital| -rechner, der Datenverarb. Gerät zur
Lösung mathematisch beschreibbarer Aufgaben, in
dem die Rechengrößen als Ziffern od. als digitale
Signale nach logischen Gesetzmäßigkeiten verknüpft
werden; -uhr, die Uhr, die die Uhrzeit in Form
beweglicher Zahlenreihen anzeigt
Diktat, das; -(e)s, -e 1.1. niedergeschriebener dik
tierter T ext: ein D. aus dem Stenogramm in die
Maschine übertragen 1.2. das Diktieren : nach D.
schreiben; die Sekretärin wurde zum D. gebeten
—
2. bes. Schülern zum Zwecke der orthographischen
Schulung diktierter T ext: wir schreiben morgen ein
Diktator — Dings
247
D.
—
3. vorw. P olitik aufgezwungene Verpflich-
tung(en): das T>. der Siegermacht; O sich dem
D. der Mode beugen
Diktator, der; -s, Diktatoren an der Spitze einer
Diktatur (2) Stehender: ein faschistischer D .; den
D. stürzen, entmachten; O er ist zu Hause der
reinste D .
diktatorisch fAdj.f 1. in der Art einer Diktatur (2):
ein diktatorisches Regime; d. herrschen, regieren
—
2. ohne Widerspruch zu dulden, anderen seinen
Willen aufzwingend, autoritär: sein diktatorisches
Vorgehen; etw. d . anordnen, bestimmen
Diktatur, die; -,
- en 1.1. Herrschaft einer Klasse (1)
über (eine) andere, bes. mit Hilfe der staatlichen
M ach t: die Diktaturen der Ausbeuterklassen 1.2.
fo. PL/ die D. des Proletariats (politisch -staatliche
Herrschaft, Machtausübung der Arbeiterklasse mit
ihren Bündnispartnern) — 2. im Rahmen der Herr
schaft einer Ausbeuterklasse durch autoritäre staat
liche Machtausübung eines einzelnen, im Interesse
einer Minderheit Regierenden, einer regierenden
Gruppe gekennzeichnete Herrschaftsform: die D.
einer Junta, der faschistischen Machthaber; eine
D. errichten; unter der D. (Gewaltherrschaft) des
Faschismus
diktieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdm. etw. ansagen,
damit er es niederschreibt: jmdm. einen Text, Brief
d .; schreiben Sie bitte, ich diktiere (Ihnen);
jmdm. einen Text in die Maschine (zum unmittel
baren Mitschreiben auf der Schreibmaschine) d.
—
2. (jmdm.) etw. d. ohne Einspruch, Widerspruch
zu dulden, jmdm. etw, auferlegen, aufzwingen:
einem Besiegten Bedingungen d .; wir mußten hin
gehen, das war uns einfach diktiert worden; von
Konzernen diktierte (zwingend bestimmte) Preise
Diktierjgerät, das bes. fü r das Diktat (1.2) ver
wendetes (Tonband)gerät zur Aufnahme und Wieder
gabe gesprochener Texte
Diktion, die; -,
-en fvorw, Sg.f Ausdrucksweise:
die (klare) D. eines Aufsatzes, einer Rede
Dilemma, das; -s, -s, seltener -ta mißliche Lage,
die eine Entscheidung für einen in jedem Falle
schwierigen Ausweg verlangt: da haben wir das D .!;
in ein D. geraten; aus einem D. herauskommen
Dilettant, der; -en, -en sich dilettantisch Betätigen
der
dilettantisch /Adj,f von Dilettantismus gekennzeich
n et: seine dilettantischen Verse, Versuche, M etho
den; die Abhandlung ist d.; er macht mir das zu
d.
Dilettantismus, der; -, fo. PI./ Art und Weise, sich
auf einem (künstlerischen, wissenschaftlichen) Fach
gebiet ohne das notwendige Wissen, Können, ohne
entsprechende Ausbildung zu betätigen: wissen
schaftlicher, künstlerischer D.
Dill, der; -s, /o, PL/ zu den Doldengewächsen ge
hörende Gewürzpflanze mit sehr kleinen gelben
Blüten und fein gefiederten Blättern: mit D. ge
würzte Gurken
Dimension, d ie ; -,
-en 1.1. fachspr. je eine der
drei Erstreckungen von etw. im Raum (1), die als
Länge, Breite, Höhe spezifiziert werden: ein Körper
hat drei, eine Fläche zwei Dimensionen, eine
Gerade nur eine D. 1.2. /nur im PL/ räumliche
Abmessung, Ausdehnung: ein Faß von mächtigen
Dimensionen; die Stadt hat riesige Dimensionen
angenommen — 2. Umfang (3.2), Ausmaß (2):
das Unglück hat katastrophale Dimensionen an
genommen
Diminutiv, d as; -s,
-e [..vo] Sprachwiss. Ab
leitung eines Substantivs, die in der Regel eine
Minderung der Größe, Intensität, Gewichtigkeit der
vom Grundwort bezeichneten Bedeutung ausdrückt:
ein D. von ,Rock‘ ist Röckchen
Diner, das; -s,
-s [dine:] veralten d festliches
Mittag-,
Abendessen mit mehreren Gängen (in
größerem Kreise): zu Ehren der Gäste wurde ein
D. gegeben
Ding, das; -(e)s, -e/-er 1.1 . /PL -e; vorw. PL/ etw.
Körperhaftes, das nicht näher, nicht namentlich
bezeichnet wird, sich aber aus dem Zusammenhang
bestimmen läßt: das sind schöne, nützliche Dinge;
noch ein paar Dinge einkaufen; die tausend kleinen
Dinge des täglichen Bedarfs; Phi los. die Dinge
(Gegenstände, Objekte) und Prozesse der objektiven
Realität 1.2 . /PL -er/ umg. etw. Körperhaftes, das
für relativ wert-, belanglos gehalten wird, das (aus
diesem Grund) nicht näher bezeichnet werden kann
od. soll: das war so ein kleines rotes D .; was willst
du mit dem alten D .?; diese paar Dinger kannst
du mitnehmen — 2./PL -e; nur im Pl.j2.1. An
gelegenheiten, Sachen (2.1): es sind einige Dinge
zu besprechen, erledigen; das hängt mit anderen
Dingen zusammen; er befaßt sich nicht mit diesen
Dingen; das sind rein fachliche Dinge; man muß
viele Dinge (vielerlei) im Kopf haben; die Dinge
kommen (etw., es kommt) jetzt in Gang 2.2. Ereig
nisse, Vorgänge (1): es bahnen sich Dinge an, die
. . . ; den Dingen gefaßt, mit Ruhe entgegensehen;
sich mit den Dingen (dem existierenden Zustand)
abfinden, auseinandersetzen — 8 . /PL -er/ um g.
(junges) Mädchen: ein liebes, kleines D.; so ein
dummes D .!; diese jungen Dinger! — 4 . /PL -er/
umg. verhüll, männliches od. weibliches Ge
schlechtsteil
+ vor allen Dingen (vor allem, hauptsächlich);
(lustig und) guter Dinge (fröhlich; optimistisch)
sein; das geht (doch) nicht mit rechten Dingen zu
(das ist merkwürdig, erstaunlich; hier ist Unlauter
keit im Spiel); das ist ein D. der Unmöglichkeit
(ist unmöglich, nicht zu machen); über den Dingen
stehen (eine überlegene Haltung haben); die Dinge
beim (rechten) Namen nennen (einen Sachverhalt
eindeutig, ohne Beschönigung darlegen); umg. das
ist ein (tolles) D. (das ist toll; das ist ärgerlich)\;
ein D. mit ’nem Pfiff (eine vertrackte od. raffinierte
Sache); ein (krummes) D. drehen, krumme Dinger
machen (Strafbares, Unlauteres tun)
dingen, dingte, selten dang, hat gedungen /vorw.
im Inf., Perf. u . Plusquamperf./ geh. jmdn. durch
Bezahlung zur Ausführung eines Verbrechens ge
w innen: die Mörder sind gedungen; ein gedungener
Mörder
dingfest /Adj./
- f jmdn. d. machen (jmdn. stellen 4.1.1, festneh
men, in Haft nehmen)
dinglich /Adj.; nicht adv./ Ju r.: dingliches (Sachen
betreffendes) Recht; eine dingliche (das Recht an
einer Sache betreffende) Klage
Dings, der, die, das; -, /o. PL/ umg. 1. /das/
Ding (1.2): was ist das für ein komisches D.?
—
2. /der, die/ wird für eine Person gesagt, deren
Namen der Sprecher im Augenblick nicht weiß od.
nicht nennen will: das war doch der, die D., wie
248
Dingsbums — Direktorin
hieß er, sie doch? — 8. /o. Art./ wird für einen
Ort gesagt, dessen Namen der Sprecher im Augen
blick nicht weiß od. nicht nennen will: er ist nach
D., du weißt schon, gefahren
Dings umg.|
- bums, der, das; -/-es, /°- El./, die;
jo. PLj Dings; -da, der, das; -s, /o. PL/, die;
jo. PL/ Dings
Ding|wort, das /PL -Wörter/ Gram m . Substantiv
dinieren /sw. Vb.; hat/ veraltend ein Diner ein
nehmen
Dinosaurier, der; -s, - [ . .ior, ..ior] riesiger Saurier
Diode, die; -,
- n Elektrotechn. elektronisches
Bauelement mit zwei Elektroden, das in einer Rich
tung den Strom leitet, in der anderen sperrt
Dioptrie, die; -,
- n [..i:on] /Maßeinheit der Licht
brechung bei Linsen/: meine Brille hat zwei Di
optrien
Diözese, die; -,
-n Reh kath. Bistum
Diphtherie, die; -, /o. PL/ Infektionskrankheit vor
wiegend mit Befall und starker Schwellung der
Schleimhäute des Rachens und der oberen Luftwege
Diphthong, der; -(e)s,
-e [..toq] Phonet. enge
Verbindung von zwei Lauten: die Diphthonge ,au‘
und ,eic
Diplom, das; -s, -e 1*1. Zeugnis über den Abschluß
eines Hochschulstudiums 1.2. IAbk. Dipl./ sein D.
(den akademischen Grad nach dem Examen in einem
bestimmten Hochschulfach) machen; er hat das D.
in Chemie 1.8. er hat das D. (den Meisterbrief) als
Bäckermeister — 2. Ehrenurkunde: ein D. über,
für 25jährige Mitgliedschaft; der Hersteller erhielt
für dieses Spitzenprodukt ein D.
Diplomand, der; -en, -en jmd. in der Vorbereitungs-
phase auf die Hochschulabschlußprüfung, auf das
Diplom (1.2)
Diplom|arbeit, die zur Erlangung eines Diploms
(1.2) angefertigte, wissenschaftliche Arbeit
Diplomat, der; -en, -en 1. Vertreter eines Staates,
dem die Wahrnehmung offizieller Beziehungen seines
Staates zu anderen Staaten obliegt: er war lange
Jahre als D. (in N) tätig — 2. jmd., der klug und
umsichtig zu taktieren versteht: er ist kein bißchen
D.
Diplomaten| -laufbahn, die /o. PL/ Laufbahn im
diplomatischen Dienst: die D. einschlagen; -paß,
der Dokument, das jmdn. als Diplomaten ausweist;
-Schreibtisch, der großer, massiver Schreibtisch;
- viertel, das Wohnviertel, in dem (vorwiegend) Diplo
maten wohnen (und sich diplomatische Vertretun
gen befinden)
Diplomatie, die; jo. PL/ 1. (Art und Weise der)
offizielle(n) Tätigkeit der mit der Gestaltung der
Beziehungen zwischen Staaten Beauftragten: die
Ziele unserer D .; Aktivitäten in der D .; eine kluge
D. verfolgen — 2. diplomatisches (2) Vorgehen,
Verhalten: ein bißchen mehr D. täte ihm not
diplomatisch /Adj./ 1. /nicht präd./ 1.1. im Rahmen
der Diplomatie (1) bestehend, stattfindend: eine rege
diplomatische Tätigkeit; diplomatische Verhand
lungen; etw. auf diplomatischem Wege regeln; im
diplomatischen Dienst tätig sein; diplomatische
Beziehungen zu, mit einem Land aufnehmen,
haben, unterhalten; ein Land d. (durch Errichtung
einer Botschaft, Gesandtschaft in diesem Land) an
erkennen 1.2. von Diplomaten (1) ausgeübt, gebildet:
eine diplomatische Vertretung (Botschaft, Gesandt-
chaft); das diplomatische Korps (Gesamtheit der
bei einem Staat beglaubigten Leiter einer Botschaft,
Gesandtschaft; auch: die Gesamtheit der Mitarbeiter
der Botschaften, Gesandtschaften) — 2. mit der
erforderlichen Feinfühligkeit und Gewandtheit im
Umgang mit Menschen bei der Verwirklichung be
stimmter Ziele: in dieser Sache muß man d. Vor
gehen
Diplom] -ingenieur, der Ingenieur, der ein Diplom
studium absolviert hat; -Studium, das /o. PL/ Stu
dium an einer Hochschule, das mit dem Diplom
(1.2 ) abschließt
Dipol, der; -s, -e 1. Phys. zwei zusammengehörige,
gleich starke elektrische Ladungen od. magnetische
Pole mit entgegengesetztem Vorzeichen — 2. Techn.
Dipolantenne
Dipol|antenne, die Techn. Antenne mit in eine
Richtung gehender Wirkung aus einem ziveipoligen
elektrischen Leiter
dir /Pron./ I . /Dat. vom Pers.pron. du/ s. du —
II. /Refl.pron. der 2. Pers. Sg. im Dai./: zieh d.
eine Jacke über!; was hast du d. dabei gedacht!
+ / mir nichts, d. nichts
direkt /Adj./ 1. /nicht präd./ ohne Umweg: die
Straße führt d. (geradewegs) zum Bahnhof; er kam
d. auf mich zu; gehst du jetzt d. (ohne Zwischen
aufenthalt) nach Hause?; nach N besteht eine
direkte (durchgehende) Zugverbindung — 2 . /adv./
in unmittelbarer Nähe: er stand d. neben mir; das
Haus liegt d. am See; das Bild hängt d. unter
der Lampe — 8. \vorw. adv./ unverzüglich: ich
komme d. nach dem Essen hinüber — 4 . /nicht
präd./ ohne (vermittelnde) Zwischenstufe, ohne
Mittelsperson: sich d.,
auf direktem Wege an
jmdn. wenden; in direktem Austausch mit jmdm.
stehen; das hat er d. vom Großhandel bezogen;
Gram m , jmds. Aussagen in direkter (wörtlicher)
Rede zitieren — 5 . unverblümt, geradeheraus: das
war eine sehr direkte Frage; „hat er dich danach
gefragt?“ „Nicht (so) d. “ ; er ist immer sehr d.
—
6. /adv./ umg. das ist d. (wirklich 3, wahrhaftig 2)
mal was Hübsches; das war mir d. (geradezu)
peinlich — 7. /nur atir.j Gramm, die direkte Rede
(mit Anführungszeichen versehene, wörtliche Wieder
gabe einer sprachlichen Äußerung)
Direkt] -bezug, der /o. PL/ W irtsch . vgl. - geschäft;
- f lu?, der Nonstopflug; -geschäft, das W irt sch.
ohne Einschaltung des Großhandels abgeivickeltes
Geschäft zwischen Hersteller und Einzelhandel
Direktion, die; -,
-en leitendes Gremium bes. eines
kap. Unternehmens, einer öffentlichen Institution
bes. im kap. Wirtschafts- ,
Verwaltungssystem : zur
D. gerufen werden
Direktions|bereieb, der Bereich eines Fachdirektors
in einem Industriebetrieb
Direktive, die; -,
-en [.. vo] von einer übergeordneten
Stelle, einer Leitung ausgegebene (verbindliche)
Weisung, Richtlinie, Anleitung zur Durchführung
von etw.: eine D. ausgeben; die D. zum Volks
wirtschaftsplan
Direktor, der; -s, Direktoren 1.1 . Leiter eines
größeren Industriebetriebes, Betriebs- ,
Werkdirektor
1.2 . Leiter einer den Abteilungen übergeordneten
Fachabteilung in einem größeren Industriebetrieb:
der D. für Arbeit und Bildung, für Technik; der
technische D. 1.3 . Leiter einer (betrieblichen) In
stitution: der D. des Instituts, Kreisgerichts —
2. Leiter einer Schule; dazu Direktorin, die; -nen
Direktorium — Diskussion
249
Direktorium, das; -s, Direktorien [. .ien,
..lan]
leitendes Gremium bes. eines kap. Unternehmens
Direktrice, die;
- n [..tri:so] leitende Angestellte
in einem Modeinstitut,
-s alon, (kleineren) Beklei
dungsbetrieb
Direkt| -Student, der vgl.
- Studium; -Studium, das
jo. PL; DD R ; im Unterschied zu Fernstudium/
Studium in Form des unmittelbaren Besuchs der
Lehrveranstaltungen und ohne Berufstätigkeit wäh
rend der Studienzeit: er studiert Biologie im D .;
-Übertragung, die Livesendung; -yerkehr, der
W irts ch. vgl. Direktgeschäft
Dirigent, der; -en, -en jmd., der ein Ensemble von
Musikern, Sängern dirigiert, eine musikalische A uf
führung leitet: der D. des Sinfonieorchesters,
Knabenchors
Dirigenten |-pult, das fvorw. Sg .j Pult, an dem der
Dirigent während der Aufführung steht: am D .: N
(N dirigiert); -stab, der Stab zum Dirigieren (1)
dirigieren /sw. V b .; hat/ 1 .1 . ein Orchester, einen
Chor d. (einem Orchester, Chor beim M usizieren
durch Armbewegungen, Gesten z. B . den Takt,
Rhythmus, den Einsatz der Instrumente, Stimmen
angeben) 1.2. ein Musikwerk d. (durch 1.1 inter
pretieren) — 2.1. etw., jmdn. bes. durch Gestik in
eine bestimmte Richtung weisen: das Auto aus der
Garage d. 2 .2 . etw.,
jmdn. durch Anweisung an
den vorgesehenen Ort leiten : Truppenteile an einen
Bestimmungsort d. 2 .8 . er versucht ständig, uns
zu d. (zu gängeln)
Dirigismus, der; -, jo. PL/ Mißbilligung ausdrük-
kendi Bez. in der bürgerl. Ökonomie für staatsmono
polistische Regulierung, bestimmte lenkende Ein
griffe des kap. Staates in die kap. Wirtschaft; dazu
dirigistisch fA d j.f
Djrndel, das; -s, - / -n s. Dirndl
Dirndl, das; -s, -j -n I. fPl.
- f Kleid od. Miederrock
und Bluse mit Halbschürze (in der Art) der bayri
schen, österreichischen Volkstracht — II . fPl.
-n/
süddt. österr. junges Mädchen
Dirndl zu Dirndl I| -bluse, die Bluse als Teil eines
Dirndls; -kleid, das; -rock, der vgl. - bluse; -schürze,
die vgl.
- bluse
Dirne, die; -,
-n Prostituierte
Discount [..kaunt]|laden, der \Pl.
- läden/ Geschäft
im kap. Einzelhandel, das Waren des täglichen Be
darfs durch Verzicht auf Kundendienst zu niedrige
ren Preisen anbietet
Disharmonie, Disharmonie, die;
-n [..i:on] 1.
Mus. von Dissonanzen, Mißklängen bestimmte
Stelle in einem Musikwerk — 2. das Nebeneinander
dieser Farben gibt eine D. (diese Farben empfindet
man als nicht zueinander passend) — 8 . fehlende
Übereinstimmung in den zwischenmenschlichen Be
ziehungen: es gab Disharmonien zwischen ihnen
disharmonisch, disharmonisch fA dj.f 1. Mus. von
Disharmonie (1), Dissonanz(en) bestimmt: dis
harmonische Passagen im ersten Satz der Sinfonie
—
2. von Disharmonie (3) gekennzeichnet: so endete
der Abend d.
Diskant, der; -s, -e fvorw. Sg .j 1. Mus. höchste
Stimmlage einer Singstimme: sie sang, schrie in
einem sehr hohen D.
—
2. hohe, schrille Stimmlage
beim Sprechen : seine Stimme steigerte sich zum D.
Diskjockey, der; -s, -s [diskd3oke] Moderator einer
Disko od. einer (Rundfunksendung mit Tanz
musik von Schallplatten, Tonbändern
Disko, die;
-s \Kurzw. für Diskothek/ (Tanz)-
Veranstaltung mit moderner Tanzmusik von Schall-
platten, Tonbändern: zur D. gehen; heute abend
ist D.
Diskont, der; -(e)s, -e Bank 1. fin der kap. Wirt
schaft/ die Höhe des abgezogenen Zinses beim A n
kauf von Papieren über noch nicht fällige Zahlungen
—
2. Diskontsatz
Diskont Bank| -geschäft, das A nkauf von noch
nicht fälligen Wechseln durch eine kap. Bank und
Gewährung von Kredit bis zu deren Fälligkeit; -salz,
der der Berechnung des Diskonts (1) zugrunde ge
legter Zinssatz
Diskothek, die; -,
-en // auch Disko/ 1. Schall
plattensammlung, -archiv — 2. Disko
diskreditieren fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. durch eine
entsprechende Äußerung herabsetzen, in Verruf,
Mißkredit bringen: diese Äußerung hat ihn bei den
Zuhörern diskreditiert; dazu Diskreditierung, die;
-,
-en
Diskrepanz, die; -,
- en 1. Nichtübereinstimmung,
(widersprüchliches) Auseinanderklaffen zweier Sach
verhalte: hier ist eine D. zwischen Theorie und
Praxis — 2. fvorw. P l.f es gab Diskrepanzen
(Meinungsverschiedenheiten 1.1) zwischen ihnen
diskret fAdj.f 1. taktvoll, feinfühlig 'zurückhaltend,
Rücksicht nehmend (in einer heiklen Angelegenheit):
sich d. verhalten, zurückziehen; etw. d. überhören;
eine intime, heikle Sache d. (unauffällig hand
habend) behandeln — 2. dezent (1.2): diskrete
Farben, Muster
Diskretion, die; -, fo. Pl.f 1. etw. mit D. (diskret 1)
behandeln — 2. das Verschwiegensein, Geheim
haltung: die Sache verlangt (strengste) D.; sich
jmds. D . versichern
diskriminieren fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. durch
eine entsprechende Aussage herabsetzen: diskrimi
nierende Äußerungen — 2. jmdn., bes. einen Be
völkerungsteil im Sinne der Rassendiskriminierung
behandeln: die diskriminierende Behandlung der
farbigen Bevölkerung in den USA; dazu Diskrimi
nierung, die; -,
- en: die D. der Farbigen in den
USA
Diskurs, der; -es, -e veraltend 1. wissenschaft
liche Abhandlung, Erörterung eines Themas — 2.
Debatte (1.1), Unterhaltung (1): sie führten gerade
einen, waren in einem lebhaften D .; ein heftiger
D. (Wortwechsel, Streit)
Diskus, der; -, Disken/Diskusse im Sport benutztes
Wurfgerät in Form einer Scheibe (1.1)
Diskussion, die; -,
- en 1.1. (unter jmds. Leitung)
in wechselseitiger Rede geführte Erörterung mehrerer
Personen über anstehende Fragen: nach dem Vor
trag findet eine D. (darüber) statt; die D. war
lebhaft, offen, konstruktiv, dauerte lange; zur D.
sprechen, sich zur D. melden, sich an der D. be
teiligen 1.2 . in der Öffentlichkeit, in bestimmten
Gruppen geführte Erörterung anstehender Fragen:
die D. über einen Gesetzentwurf; die D. der
Volkskammerbeschlüsse in der Bevölkerung 1.3 .
Auseinandersetzung in Form eines Gesprächs: mit
jmdm. in eine D. über etw. kommen, geraten;
sich auf keine D. (darüber) einlassen 1.4. fin den
Verbindungen/ etw. zur D. stellen (zur Diskussion
1.1 , 1.2 über etw. auffordern); etw. steht (nicht)
zur D. (ist od. ist nicht Gegenstand, Thema der
Diskussion 1.1, 1.2)
Diskussions] -beitrag, der Äußerung; mit der sich
jmd. an einer Diskussion (1.1) beteiligt: gibt es
noch weitere Diskussionsbeiträge?; -gegenständ,
der Gegenstand einer Diskussion (1.1); -gmndlage,
die Ausführungen, die als Grundlage für eine Dis
kussion (1.1) dienen: eine D. geben; -partner, der
jmd*, mit dem man in einer Diskussion (1.1) spricht;
-rede, die Diskussionsbeitrag in Form einer Bede;
-redner, der Diskussionsteilnehmer; -runde, die 1.
zu einer Diskussion (1.1) zusammengekommener
Kreis von Personen — 2. jbes. im bürgerl. Pari./
Abschnitt, Etappe in einer Diskussion (1.2): es
beginnt eine neue D. über den Gesetzesvorschlag;
-Stoff, der Probleme, Themen, über die eine Dis
kussion (1.1) geführt werden kann; «teilnehmer, der
jmd., der sich an einer Diskussion (1.1) beteiligt
Diskus|werfen, das; -s, fo. P l.f leichtathletische
Disziplin, bei der der Diskus aus einem Kreis mög
lichst weit geworfen werden muß
diskutabel /A dj.; nicht adv.f so beschaffen, daß es
wert ist, diskutiert, erwogen zu werden: ein disku
tabler Vorschlag; er sagte, der Entwurf sei für
ihn nicht d.
diskutieren /sw. Yb.; hat/ 1,1. eine Diskussion (1.1)
über etw. füh ren: es wurde lange, lebhaft (über
das Referat) diskutiert 1.2 . etw. in der Form einer
Diskussion (1.2) behandeln: die Vorschläge, Direk
tiven, den Planentwurf d .; es soll offen und kritisch
darüber diskutiert werden 1.3 . sich über etw. m it
jmdm. auseinandersetzen: darüber diskutiere ich
mit ihm nicht; sie diskutierten miteinander, ob
Dispatcher, der; -s, - [. .petjor] Verantwortlicher für
die operative Lenkung, Kontrolle von Prozessen
in der Produktion und im Verkehrswesen
Dispatcher| -dienst, der vgl.
-S
ystem ; -System,das
mit Hilfe der Nachrichtentechnik weitgehend mecha
nisiertes, automatisiertes System der Lenkung und
Kontrolle zur Sicherung reibungsloser Arbeits
abläufe; -zentrale, die Zentrale in einem Dispatcher
system
Dispensairebetreuung, die [..penzeir.., ,. zs:r..,
. ,päse:r..] systematische Überwachung und Be
handlung von Personen, die an der gleichen Krank
heit leiden od. auf Grund gleicher Risiken bes. glei
cher Arbeit, gesundheitlich gefährdet sind
Dispensairestelle, die [.. penze:r ..,
.. ze:r ..,
.. pa
ss:r..] Stelle für Dispensairebetreuung
dispensieren fsw. Vb.; hat/ jmdn. von einer Ver
pflichtung zeitweilig befreien: er ist vom Sport
unterricht dispensiert (worden)
Disponent, der; -en, -en m it begrenzten Vollmachten
ausgestatteter Leiter eines größeren kaufmännischen
Sachgebietes, bes. im Handel
disponibel /Adj.; nicht adv.f 1. auf Grund ent
sprechender A us- und Weiterbildung bes. im A r
beitsprozeß vielseitig einsetzbar: sie sind ein dis
ponibles Kollektiv von Fachleuten, Wissenschaft
lern — 2. disponible (sofort verfügbare) Gelder;
dazu Disponibilität, die; fo. P l.f
disponieren fsw. Vb .; hat; / auch disponiert/
1.1. etw. d. die Verwendung von etw. überschlags
weise planen: die verfügbare Zeit, seine Finanzen
d. 1.2. über etw. planend verfügen: er hat einfach
über ihr Geld disponiert
disponiert \Adj.; vorw. p räd.; / auch disponieren/
1.1. in bestimmter physischer od. psychischer Ver
250
Diskussionsbeitrag — distanzieren
fassung im Hinblick auf eine zu erbringende Lei
stu n g: der Sänger war heute ausgezeichnet d .; er
war nicht d. (war in keiner guten Verfassung) 1.2.
Med. für, zu etw. d. sein (eine Disposition für, zu
etw. haben)
Disposition, d ie; -,
-en 1. Verfügung über etw.: die
freie, unumschränkte D. über etw. haben; etw.
steht zu jmds. D. (steht jmdm. zur Verfügung);
etw. zu seiner D. haben — 2. Gliederung einer Ab
handlung: eine D. entwerfen — 3. Med. Veran
lagung, Empfänglichkeit eines Organismus für be
stimmte Krankheiten: er hat eine D. zu, für Haut
allergien, zur Hysterie
Disproportion, Disproportion, d ie; -,
-en fvorw.
Pl.j 1.1. als unharmonisch, unpassend empfundenes
Maß-, Größenverhältnis bes. von Flächen, Räumen
zueinander: die hinteren Räume weisen Dispro
portionen auf 1.2. Mißverhältnis von Anteilen zu
einander: Disproportionen in der Planung, Wirt
schaftsentwicklung vermeiden; dazu disproportio
niert fAdj.; nicht adv.f
Disput, der; -(e)s, -e veraltend geh. Diskussion
(1.3) zwischen zwei Personen, Streitgespräch, Ge
spräch (1): sie führten, hatten einen langen D. (mit
einander)
Disqualifikation, Disqualifikation, die; -,
-en
S p o r t /zu disqualifizieren/
disqualifizieren fsw. Vb.; hat/ Sport jmdn. wegen
Verstoßes gegen die Regeln (1.2) vom sportlichen
Wettkampf ausschließen: der Boxer wurde we’gen
Tiefschlags disqualifiziert
Dissertation, die;
-en für die Promotion an
gefertigte, schriftliche, wissenschaftliche A rbeit: seine
D. schreiben, verteidigen
Dissident, der; -en, -en /von bürgerl. Ideologen ge
brauchte Bez. für (angebliche) Gegner der soz. Ord
nung in soz. Ländern/
Dissimilation, die; -,
-en Biol. Energie freisetzen
der Abbau höherer organischer Verbindungen im
Stoffwechsel; dazu dissimilieren /sw. Vb.; hat/
Dissonanz, d ie; -,
-en Mus. als spannungsreich (als
Mißklang) empfundener Zusammenklang von Tö
nen
Dissoziation, die; -,
-en Chem. Aufspaltung, Zer
fall einer chemischen Verbindung in einfache M ole
küle, Atome, Atomqruppen, Ionen: elektrolytische,
thermische D.
dissoziieren /sw. V b .; hat, ist/ [. .i|i:ran] Chem.
1.1. etw. der Dissoziation unterwerfen (hat): Salze
werden durch Wasser dissoziiert 1.2 . der D isso
ziation unterliegen (ist): Salze d. leicht in Ionen
Distanz, die; -,
-en 1. Abstand (1.1): das Tier kam
bis auf eine D. von zwei Metern an uns heran; die
D. zwischen beiden Orten beträgt vier Kilometer;
O er muß erst etwas D. zu den Dingen gewinnen
(braucht etwas Zeit, um sie psychisch zu bewältigen)
—
2. Sport bei einem Lauf, Rennen zurückzu
legende Strecke: die Sprinter der 100-Meter-D .;
Rennen über mehrere Distanzen — 3 . /o. PI./ Ab
stand (2): D. (zu jmdm.) halten; jmdm. gegenüber
D. wahren; mit jmdm. auf D. verkehren — 4.
Boxen für' einen Boxkampf vorgesehene Runden
zahl: der Kampf geht über die D. von 12 Runden
distanzieren /sw. V b .; hat; /< auch distanziert/
1. sich von etw., jmdm. d. ausdrücken, zeigen, daß
man mit etw., jmdm. nicht übereinstimmt, nichts zu
tun haben w ill: ich distanziere mich von diesen,
distanziert — 2doch
251
seinen Äußerungen; sie distanzierten sich von
ihren Bekannten (zogen sich von ihnen zurück) —
2. Sport jmdn. d .jmdn. im Wettkampf überbieten9
hinter sich lassen: er distanzierte seinen Gegner
(um mehrere Runden)
distanziert /Adj.; / auch distanzieren/ (auf) D i
stanz (3) bedacht, betont zurückhaltend: sein distan
ziertes Verhalten; jmd. wirkt d.
Distel, Distel, d ie;
- n zu den Korbblütlern ge
hörende, in zahlreichen Arten als Unkraut vor-
kommende, stachlige, krautige Pflanze
DistelI, Distel|fink, der mit dem Fink verwandter
Singvogel mit buntem Gefieder
distinguiert fAdj.f [..tiqghrt, auch . .tiqgüi:rt,
. . gui:rt] sich durch ein besonders gepflegtes Außeres
und durch gesuchte Umgangsformen bewußt von
anderen abhebend: ein distinguierter älterer Herr;
dazu Distinguiertheit, die; fo. P l.f
Distinktion, die; -, fo. Pl.f veraltend Distinguiert
heit : ein Herr von D.
distinktiv, distinktiv fAdj.f W isse n sch .: distink
tive (unterscheidende 3) Merkmale
Distribution, die ;
-en 1.1. fachspr. Art und
Weise der Verbreitung, des Verteiltseins: die D. be
stimmter Tierarten auf der Erde, von Erdöllagern
I. 2. Sprachwiss. Gesamtheit der Umgebungen
einer sprachlichen Einheit — 2. fo. Pl.f Wirtsch.
Sphäre der Verteilung, die im Reproduktionsprozeß
die Produktion und Konsumtion verbindet; zu 1
distributiv, distributiv f A d j . f
Distrikt, der; -(e)s, -e in bestimmten Ländern eine
Einheit in der staatlichen Gliederung darstellendes
Gebiet
Disziplin, d ie ; -,
-en I. fo. Pl.j 1. das Sich-Einfügen
in eine soziale Ordnung und die Einhaltung der
dafür geltenden Normen und Regeln: D. üben,
halten; dort herrscht (Mangel an) D .; schulische
D.
—
2. Beherrschung des eigenen Willens, der
eigenen Gefühle und Neigungen, um eine besondere
Leistung zu vollbringen: wenn er das Studium
durchhalten will, muß er mehr D. aufbringen —
II. l . Teilgebiet in der Wissenschaft: die Disziplinen
der Medizin; von welcher D. sind Sie denn? —
2. Teilgebiet einer Sportart: die Wettkämpfe in
den /* alpinen Disziplinen
disziplinarisch fAdj.f den rechtlichen Grundsätzen
der Arbeitsdisziplin, einer Arbeite-, Dienstordnung,
der geltenden Ordnung während der Ausbildung ent
sprechend: disziplinarische Vorschriften, Maß
nahmen; gegen jmdn. d . Vorgehen
Disziplinär|-maßnahme, die Erziehungsmaßnahme
als Ergebnis eines Disziplinarverfahrens; -strafe,
die vgl.
- maßnahme; -verfahren, das Verfahren zur
Behandlung von schuldhaften Verletzungen der
Arbeitsdisziplin, einer Arbeits-, Dienstordnung .
diszipliniertfAdj.f Disziplin (I)haltend, aufweisend:
die Klasse ist sehr d .; die Lage fordert von jedem
diszipliniertes Verhalten; da zu Diszipliniertheit,
die; -, /o. Pl.f
disziplm/Disziplin| -los fAdj.f keine Disziplin (I)
haltend, aufweisend: ein disziplinloser Trupp; sich
d. verhalten; -losigkeit, die; -,
-en 1.1. fo. Pl.f
disziplinloser Zustand, disziplinloses Verhalten 1.2.
auf 1.1 beruhende Handlung; -Schwierigkeiten, die
fPl.f Schwierigkeiten hinsichtlich der Einhaltung der
schulischen Disziplin (1.1): ein Lehrer hat (in seiner
Klasse), in jmds. Klasse gibt es D.
djto fAdv.f veraltend fsteht stellvertretend für zu
vor Genanntes, oft in einer Erwiderungj ebenfalls:
„ich wünsche dir alles Gute.“ „Danke, d .“
Diva, die; -,
- s/Diven [..v . .] veraltend weiblicher
Star (II.l .l)
Divergenz, die; -,
- en [..v . .] 1. Unterschiedlichkeit)
gegensätzlicher Art, das Voneinanderabweichen, Aus
einanderstreben : Divergenzen zwischen, in den An
sichten, Zuständen, Entwicklungen — 2 . fvorw.
P l.f in diesem Punkte gibt es Divergenzen (M ei
nungsverschiedenheiten 1.1)
divergieren fsw. Vb.; hat/ [.. v . .] in gegensätzlicher
Weise voneinander abweichen, auseinanderstreben:
ihre Interessen d .; divergierende Ansichten, Aus
sagen
divers fAdj.; nur attr. u . im Pl.f [..v..] verschieden:
die diversesten Sorten gab es; ein Angebot diverser
Weine; Diverses (verschiedene Sachen) einkaufen
Diversant, der; -en, -en [..v..] jmd. ,
der Diver
sionen) betreibt
Diversion, die ; -,
-en [..v..] Störmanöver gegen
die politische, wirtschaftliche, militärische Macht
eines fortschrittlichen Staates, bes. m it den Mitteln
der Sabotage: D. betreiben
Diversions|tätigkeit, die
Divertimento, das; -s, - s/Divertimenti [.. v . .] Mus.
unterhaltendes, mehrstimmiges Instrumentalstück in
loser Satzfolge
Dividend, der; -en, -en [..v . .] Math, die zu
dividierende Zahl: der D. eines Bruches ist der
Zähler
Dividende, die ; -,
-n [,.v ..] Wirtsch. (in Pro
zenten des Nennwertes der Aktien ausgedrückter)
Anteil am jährlichen Profit, der an Aktionäre aus
gezahlt wird: neun Prozent D., hohe Dividenden
ausschütten
dividieren fsw. Vb.; hat/ [..v..] 20 durch 5 d.
bestimmen, wie oft 5 in 20 enthalten ist: 20 dividiert
durch 5 ist, ergibt 4
Division, die; -,
-en [..v..] I. aus mehreren Regi
mentern und Spezialtruppen bzw. mehreren Schiffen
bestehender militärischer Verband — II. das Divi
dieren
Divisions| -kommandeur, der Kommandeur einer
Division (I); -stab, der Stab (II.1.2) einer Division
(I)
Divisor, der; -s, Divisoren [..v . .] Math. Zahl,
durch die eine andere dividiert wird: der D. eines
Bruches ist der Nenner
Diwan, der; -s, -e [..va:n] veraltend niedriges,
flaches, gepolstertes Möbelstück zum Liegen für eine
Person
Diwan|decke, die zum Bedecken des Diwans, der
Couch bestimmte Decke
Dixie, der; -, fo. Pl.j Dixieland
Dixieland, der; -/ -s, fo. Pl.f [..lont]Dixieland Jazz
Dixieland] -sJazz, der von weißen M usikern nach
gestaltete Form des ursprünglichen Jazzstils der
Farbigen von New Orleans; -sStil, der fo. Pl.f vgl.
- «Jazz
d-Moll, das; -, fo. Pl.f Mus. /Tonartf
xdoch fK onj.; stets betont; nebenordnend; verbindet
Hauptsätze, Nebensätze, Satzglieder; adversativ;
drückt einen Gegensatz ausf xaber (1.1, 2 , 3), 1je
doch: ich wollte mit ihm reden, d. er ließ sich
entschuldigen
2doch fAdv.; stets betontf 1. dennoch (1); er hat es
252
doch — Dollarkurs
d. geschafft; es war ihm zwar verboten, aber er
hat es d, getan — 2. /eröffnet in einem Dialog einen
Gegensatz zu einer unterstellten Voraussetzung! : „du
hast wohl keinen Hunger mehr?“ „D och!“ (ich
habe noch Hunger); „du bist mir hoffentlich nicht
mehr böse?“ „D och!“ (ich bin dir noch böse); „er
kommt heute nicht mehr.“ „ Doch!“
3doch /Partikel; unbetont; steht nie am SatzanfangI
1. /bestätigt und unterstreicht die Aussage/: es ist
d. herrlich hier!; er ist d. tüchtig! — 2 . /erinnert
an Bekanntes, das vergessen zu sein scheint/: wir
wollen d. heute abend ausgehen; sie ist d. kein
Kind mehr — 3* /verstärkt eine Aufforderung/: laß
mich d. zufrieden!; höre d. endlich auf! — 4 . /ver
stärkt einen Wunsch; subjektive Hervorhebung/ :
käme er d. endlich!; wären wir d. alle so! — 5 .
/unterstreicht die eigene Entrüstung/: das ist d. eine
Frechheit!; das ist d. zu dumm! — 6 . /drückt in
Fragen die eigene Sorge, Zweifel und die Hoffnung
aus, daß sie unbegründet sind/: du hilfst mir d.?;
dukommstd.mit?—7.wo...d .:/2wo
Docht, der; -(e)s, -e Baumwollfaden, -band in einer
Kerze, Lampe, das der Flamme den Brennstoff zu
führt
Dock, das; -(e)s, -s auf dem Lande od. im Wasser
befindliche technische Vorrichtung einer Schiffs
werft, die der Reparatur und dem Neubau von
Schiffen dient: das Schiff liegt im D.
Dogge, die; -,
-n zu einer großen Gruppe Hunde
rassen gehörender großer, kräftiger, schlanker od,
gedrungener, kurzbeiniger, kurz- od. glatthaariger
Haushund, der als Wach- od, Schutzhund dient: die
Deutsche, Englische D.
Dogma, das; -s, Dogmen 1. festgelegte, starre, mit
dem Anspruch auf Unumstößlichkeit auftretende
Lehrmeinung ohne (ausreichende) wissenschaftliche
Begründung: ein D. errichten; etw. zum D. machen
—
2, Rel. von Gläubigen als verbindlich anzu
nehmender Glaubenssatz einer Religion (2)
Dogmatik, die; -,
-en \vorw. Sg,/ 1.1, Rel. Glau
benslehre 1.2. Teilgebiet der Theologie, das sich mit
der systematischen Darstellung von Dogmen (2) be
faßt
Dogmatiker, der; -s, - jmd., der dem Dogmatismus
verhaftet ist, dogmatisch vorgeht
dogmatisch /Adj./ dem Dogmatismus entsprechend,
verhaftet:dogmatisches Denken; d. Vorgehen; etw.
d. (starr 1.1 , unkritisch) verfechten
Dogmatismus, der; -, /o. PL/ Dogmen (1) errich
tende, an Dogmen (1) festhaltende, unhistorische,
undialektische Denkweise: D. und Sektierertum
Dohle, die; -,
-n 1. kleiner, schwarzer Rabenvögel
mit grauem Nacken — 2 . umg., vorw. spött. /von
einem (unmodischen) Hut/: was hat er, sie nur für
eine D. auf?
Doktor, der; -s, Doktoren 1. /o. P L ; Abk. Dr./
akademischer Grad 1.1. der nach erfolgreich ab
geschlossener Promotion zuerkannt wird: jmdn. zum
D. promovieren; seinen D. machen; den D. haben;
er ist D. der Medizin /Abk. Dr. m ed./; /DDR/ D.
scientiae /Abk. Dr. sc ./ (Doktor der Wissenschaften,
höchster akademischer Grad); D. habilitatus /Abk.
Dr. habil./ (höchster akademischer Grad, der in der
DDR durch Dr. sc. abgelöst wurde) 1.2. der als
Ehrung für hervorragende bes. wissenschaftliche
Verdienste verliehen wird: /in den Verbindungen/
er ist D. ehrenhalber /Abk. Dr. e. h., E. h ./, D.
honoris causa /Abk. Dr. h. c ./
—
2. Träger des
Doktortitels /Abk. in der schriftlichen Form vor
Nam en: Dr./: sehr geehrter Herr, geehrte Frau
D., Herr Dr. Meyer! — 3. umg. Arzt: zum D.
gehen; den D. holen; Kinderspr. der Onkel D.
Doktorand, der; -en, -en Promovend
Doktor| -arbeit, die Dissertation; -grad, der /o. PL/
der akademische Grad ,DoktoP (1); -hut, der /o.
PL/: umg. nun hat er den D. (Doktorgrad) er
worben; -titel, der der Titel ,DoktoP (1)
Doktrin, d ie; -,
-en 1. programmatischer Komplex
von (theoretischen, politischen) Grundsätzen: eine D.
ausarbeiten — 2. Dogm a (1); einer D. anhängen
doktrinär /Adj./ dogmatisch
Dokument, das; -(e)s, -e 1.1. Urkunde, beglaubigtes
Schriftstück: jmdm. ein D. ausstellen 1.2. Partei
dokument — 2. etw. beweisendes, belegendes Schrift
s t ü c k : die Charta ist ein historisches D.; sich auf
Dokumente stützen; 0> der Dom, ein D. (Zeugnis
3) gotischer Baukunst
Dokumentalist, d e r; -en,
-en Fachmann für die
Arbeit in der Information und Dokumentation
Dokumentäri -aufnahme, die Fotografie, Film ,
Tonaufnahme mit dokumentarischem (2) Charakter;
-film, der Tatsachen, reale gesellschaftliche Prozesse
wiedergebender (und sie ideologisch wertender) Film
dokumentarisch /Adj./ 1. etw. ist d. (durch D ok u
mente 2) belegt, nachweisbar — 2 . etw. hat doku
mentarischen (Tatsachen beweisenden, belegenden,
wiedergebenden) Wert
Dokumentation, die; -en 1. /o. PL/ Erschließung
von Informationsmaterial zum Zweck des Speicherns,
Vermittelns: er arbeitet in der (Abteilung für In
formation und) D.
—
2. durch 1 gewonnene Zu
sammenstellung, Sammlung: eine D. (über ein Sach
gebiet, einen Autor) aufbauen — 3. Zusammen
stellung von Dokumenten (2), authentischen Materia
lien zur Erhellung bestimmter gesellschaftlicher Vor
gänge: der Regierung wurde eine D. zu dieser
Frage übergeben — 4. Bekundung: die Kund
gebung war eine D. des Friedenswillens der Teil
nehmer
dokumentieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. bekunden:
sein Interesse an etw. d. 1.2. etw. dokumentiert
sich in etw.: darin dokumentiert sich (zeigt sich,
kommt zum Ausdruck) der Wille der Volksmassen
Dolch, der; -(e)s, -e 1. kurze Stichwaffe mit spitzer,
zweischneidiger Klinge: den D. ziehen, zücken —
2. salopp, oft scherzh. Messer (1)
Dolch|stoß, der 1. Stich mit dem Dolch — 2. /o. PL/
hinterhältiger, verräterischer Anschlag
Dolde, die; -n Blütenstand in Form eines Büschels
(mit schirmartigem Umriß)
Dolden|gewächs, das B ot. in zahlreichen Arten vor
kommende zweikeimblättrige Pflanze mit gefiederten
Blättern und Blütenständen in Form einer Dolde
doll /Adj./ landsch. toll (3, 4, 5): das ist ja d.
(das ist erstaunlich 1.1 , außergewöhnlich 1.1); hier
sieht‘s ja d. (schlimm 1 .1) aus!; er hat sich (ganz)
d. (sehr) gefreut
Dollar, der; -s/-,
-s /bei Wertangabe PL Dollar;
Währungseinheit in den USA, Kanada u. einigen
anderen Ländern/: das kostet 20 D .; seine Dollars
zählen
Dollar] -basis, die /o. PL/: die Verrechnung erfolgt
auf D. (in Dollar); -kurs, der Wechselkurs des
Dollars
Bolle — Doppeldecker
253
Bolle, die; -,
- n fachspr. auf dem Bootsrand an
gebrachte drehbare Vorrichtung für das Ruder
dolmetschen /sw. Vb.; hat/ jmds. vorwiegend münd
liche sprachliche Äußerungen (einem) anderen
(simultan) vermittelnd übersetzen: er hat auf der
Tagung gedolmetscht; ein Gespräch, jmds. Rede
d.; jmdm. d. (für jmdn. als Dolmetscher tätig sein)
Dolmetscher, der; -s, - jmd., der (beruflich) dol
metscht
Dolmetscherl -institut, das Lehranstalt für die A u s
bildung von Dolmetschern; -kabine, die Arbeitsraum
für Simultandolmetscher bei Kongressen; -schule,
die vgl.
- institut
Dom, der; -(e)s, -e große, repräsentative Kirche (1)
(in einer Stadt)
Domäne, die; -,
- n 1. fvorw. Sg .f jmds. spezielles
Wissensgebiet, Betätigungsfeld: seine D. ist die
polnische Gegenwartsliteratur — 2. groß es Gut
(1.1.1) im Besitz eines nichtsoz. Staates
Domestikation, die;
jo. PI./ allmählich durch
Züchtung bewirkte Umwandlung von Wildtieren in
Haustiere, von wildwachsenden Pflanzen in Kultur
pflan zen : die I). des Pferdes; dazu domestizieren
Jsw. Vb.; hat/
dominant jAdj.f B iol.: dominante (andere über
deck en d e, vorherrschende) Erbeigenschaften, Merk
male
Dominante, die; -n 1. Mus. auf der Quinte einer
bestimmten Tonart aufgebauter Dreiklang, der zum
Schluß einer Melodie hinführt — 2. jvorw. Sg .f
vorherrschendes Merkmal: die Stadttore als städte
bauliche D.
Dominanz, die; -, jo. Pl.f das Dominieren: die D.
der braunen Farbe in diesem Muster
dominieren /sw. Vb.; hat/ vorherrschen: dominie
rende Merkmale, Bestandteile; auf diesem Meeting
dominierte (war vor allem) die Jugend; das domir
nierende (beherrschende, herausragende) Ereignis
dieses Jahres
XDomino, der; -s, -s 1. langer, (dunkler) seidener
Mantel mit weiten Ärmeln und Kapuze als Masken
kostüm — 2. Träger, von 1
2Domino, das; -s, -s/- Spiel, bei dem mit einer
bestimmten Anzahl von Punkten versehene flache,
rechteckige Steine nach bestimmten Regeln anein
andergelegt werden
Domino| -spiel, das 2Dom ino; -stein, der 1. einzelner
Stein des 2Dominos — 2. mit Schokolade über
zogenes, gefülltes, würfelförmiges kleines Gebäck
stück aus Lebkuchenteig
Domizil, das; -s, -e geh., vorw. scherzh. jmds.
( Wohn)sitz: das ist unser neues D.; jmdm. sein D.
zeigen
Dom| -kapitel, das Rel. Rat von Geistlichen an
einer (erz)bischÖflichen Kirche; -pfaff, der; -s/-en,
- en mit dem Fink verwandter Singvogel mit schwarzer
Oberseite des Kopfes, braungrauer Ober- und rötlich
grauer Unterseite, Gimpel
Dompteur, der; -s, -e [. .to- .r] jmd., der (beruflich)
wilde Tiere für Vorführungen dressiert; dazu Domp
teuse, die; -,
-n [..to-.za]
Don Juan [doq3u:an, donjuran], Don Juan
[donxuan, donxüan], der; -/ -s,
-/-sMann, der
ständig auf neue Liebesabenteuer aus ist
Donner, der; -s, - 1. jvorw. Sg .j auf den Blitz
folgendes dumpf rollendes od. krachendes Geräusch:
ein dumpfer, grollender D.
—
2. jo. Pl.f das Kra
chen (1.1), Donnern (2): der D. der Geschütze
+ jmd. steht da, ist wie vom D. gerührt (ist
plötzlich starr vor Schreck, Verblüffung)
Donner|keil, der keilförmige Versteinerung eines
Skeletteils ausgestorbener Tintenfische
donnern jsw, Vb.; hat, ist/ 1, (hat) es donnert
(der Donner 1 erfolgt); es blitzt und donnert (es
gewittert) — 2. ein dem Donner (1) ähnliches Ge
räusch verursachen (hat): die Kanonen d.
—
8.
sich mit einem dem Donner (1) ähnlichen Geräusch
vorwärtsbewegen (ist): der Zug donnert über die
Brücke — 4 . umg. so gegen etw. schlagen, daß ein
lautes Geräusch entsteht (hat): an die Tür, ans
Fenster d.
—
5. umg. 5.1. etw. mit Wucht irgend
wohin, gegen etw. werfen, schleudern, schießen (hat):
das Buch in die Ecke, den Ball an den Pfosten d.
5.2. mit Wucht gegen etw. prallen (ist): er ist mit
dem Auto an, gegen einen Baum gedonnert —
6. umg. sehr laut und heftig, zornig sprechen (hat):
er hat mächtig gedonnert, als er davon erfuhr;
mit donnernder Stimme sprechen
Ar salopp eine gedonnert (eine Ohrfeige) kriegen;
jmdm. eine d. (jmdm. eine Ohrfeige geben)
Donner]schlag, der kurzer, heftiger Donner (1)
Donnerstag, der; -(e)s, -e vierter Tag der W oche;
Zf auch Dienstag; dazu donnerstags jAdv.j; / auch
dienstags
Donner] -stimme, die jo. Pl.j: etw. mit D. (mit
lauter, gewaltiger, tief dröhnender Stimme) sagen,
rufen; -wetter, das jvorw. Sg .j 1. umg. heftig ge
äußerte Vorwürfe, heftiges Schimpfen: von jmdm.
ein D. kriegen; ein D. lbslassen; mach dich auf
ein D. gefaßt! — 2. /als Ausruf, in Ausrufenj
(zum) D .!; D. nochmal! /Ausruf des Zorns, der
Entrüstung/; D .! /Ausruf des Erstaunens, erstaunter
Anerkennung); D., das ist eine Leistung!
doof jAdj.j salopp 1. beschränkt (1.1), einfältig
(und langweilig 1.2): ein doofer Kerl; guck nicht
so d .!; er war der Doofste (Dümmste 1.1.1) in der
Klasse — 2. uninteressant und langweilig (1.1):
der Abend bei ihnen war d.
—
8. landsch. /drückt
Ärger des Sprechers über etw., Ablehnung des Spre
chers von etw. a u sj: das (olle) doofe Ding funktio
niert nicht; hat die einen doofen H ut!; er ist da
in eine doofe (unangenehme 1.2) Sache geraten;
zu 1 Doofheit, die; -, jo. Pl.j
dopen, dopen jsw. Vb.; hat/ jmdn., ein Pferd ver
botenerweise durch stimulierende Mittel in die Lage
versetzen, vorübergehend höhere sportliche Leistungen
zu bringen: er ist gedopt worden, war gedopt;
dazu Doping, Doping, das; -s, -s das Dopen
Doping/Doping|kontrolle, die S p o r t bei sportlichen
Wettkämpfen durchgeführte Kontrolle, ob Wett
kämpfer gedopt sind
Doppel, das; -s, - 1. Duplikat — II . (Tisch)tennis
Spiel, bei dem je zwei Spieler gegeneinander spielen :
ein gemischtes (von Damen und Herren gespieltes)
D.
Doppel/doppel| -belastung, die durch zwei um fan g
reiche Aufgabengebiete verursachte Belastung einer
Person; -bettcouch, die als Liegestatt für zwei
Personen herzurichtende Couch; -bÖdig /Adj./ dop
peldeutig (1.2): doppelbödiger Humor; -brief, der
fachspr. BriefSendung, die mehr als 20 Gramm
wiegt od. ein übernormal großes Format hat: die
Sendung geht als D .;
- decker, der; -s, - Flugzeug
mit je zwei übereinander angeordneten Tragflächen;
-deutig /Ad j./ 1.1. dieser Satz ist d. (kann auch
eine andere Bedeutung haben) 1.2. einen Hintersinn
enthaltend, zweideutig (1): eine doppeldeutige An
spielung; dazu -deutigkeit, die; - ,
- e n ; -fenster,
das 1.1. hinter einem Fensterflügel in geringem Ab
stand anzubringender zweiter Fensterflügel: die D.
einhängen 1.2. Fenster mit doppelten, hinterein
ander angeordneten Fensterscheiben; -fernrohr, das
aus zwei Rohren mit je einer Optik bestehendes Fern
rohr; -flinte, die Flinte mit zwei Läufen; -gänger,
der; -s, jmd. ist jmds. D . (jmd. sieht jmdm. zum
Verwechseln ähnlich); jmd. hat einen D.; -gesichtig
fA d j.f: er ist ein doppelgesichtiger (in zwei sehr
unterschiedlichen, gegensätzlichen Haltungen auf
tretender) Mensch; -haus, das zwei aneinander
gebaute Häuser; -heft, das vgl. - nummer; -hochzeit,
die gemeinsam gefeierte Hochzeit zweier verwandter
od. befreundeter Paare; -kinn, das Wulst unter dem
Kinn: jmd. hat ein D.;
-knoten, der zweifacher
Knoten; -kohlensauer jAdj.; nicht adv./ doppelt
kohlensauer; -köpf, der fo. Pl.j Kartenspiel für vier
Personen, bei dem meist zwei Spieler miteinander
gegen die beiden anderen spielen: (einen) D. spielen;
-körn, der jo. PI./ hochprozentiger Kornbranntwein;
-lauf, der zwei eng nebeneinander angebrachte Ge
wehrläufe: ein Jagdgewehr mit D.;
-leben, das:
jmd. führt ein D. (lebt in zwei sehr unterschied
lichen, gegensätzlichen Lebensweisen, wovon eine
meist verborgen wird); -mord, der von jmdm. (gleich
zeitig) an zwei Personen begangener Mord; -name,
der aus zwei gekoppelten Namen bestehender Name;
-nummer, die aus zwei zusammengebundenen Num
mern bestehendes Heft eines Periodikums; -paddel,
das Paddel mit je einem Blatt (4) an beiden Enden;
-paß, der Fußball Paß (III), der sofort an den
betreffenden Spieler zurückgeht; -posten, der aus
zwei Wachthabenden bestehender Posten: D. auf
stellen; -punkt, der /PI.
- e/ aus zwei übereinan
derstehenden Punkten bestehendes Satzzeichen mit
vielfältiger Verwendung, z. B . vor Aufzählungen,
direkter R ede; -reihe, die; -rolle, die: N spielt in
diesem Stück eine D. (verkörpert in diesem Stück
die Rollen zweier miteinander in Beziehung stehender
Figuren); -Schicht, die: eine D. machen (zwei
Schichten hintereinander arbeiten); -schleife, die
vgl.
- knoten; -seitig /Adj.f: er hat eine doppel
seitige Lungenentzündung (eine Entzündung beider
Lungenflügel); -sinn, der jo. Pl.j Doppeldeutigkeit;
•sinnig jAdj.j doppeldeutig; -spiel, das jo. P l.f: ein
D. spielen (Partnern gegenüber Aufrichtigkeit Vor
täuschen, sie aber tatsächlich hintergehen) ; -Stecker,
der Gerätestecker mit zwei Anschlüssen
Dpppelstock| -bett, das jP l.
-en/ zwei übereinander
angeordnete, montierte Betten; -bus, der Bus mit
zwei übereinander angeordneten Plattformen für die
Unterbringung von Fahrgästen
dpppel|stockig jA dj.j 1. /nur attr.j ein doppel
stöckiger Bus (Doppelstockbus) — 2. umg. einen
Doppelstöckigen (ein Glas mit einer doppelten
Menge Weinbrand, Branntwein, Likör aus einem
geeichten Glas) trinken
Doppelstock| -omnibus, der Doppelstockbus;
-wagen, der Wagen eines Doppelstockzuges; -zug,
der vgl. Doppelstockbus
Doppelstunde, die zwei zusammenhängende Lehr-,
Unterrichtsstunden
doppelt jAdj.j 1.1. /gibt das Zweifache einer Aus
254
doppeldeutig — Dorfteich
gangsgröße an j; d. so groß, alt, viel, lange, wie ...;
die Anzahl der Mitglieder ist auf das Doppelte
gestiegen 1.2. zweimal in gleicher Art gekoppelt:
ein Koffer mit doppeltem Boden; die Fenster sind
d. verglast; er sieht alles d .; den Stoff d. (in zwei
Lagen übereinander), das Garn d. (zwei Fäden des
Garns zusammen) nehmen 1.8 . zweimal (das gleiche),
zweimal in gleicher Form, Ausführung: das Buch
habe ich d .; der Antrag ist d. auszufüllen; doppelte
Exemplare — 2 . /nicht präd.j verstärkt, vermehrt:
hier heißt es d. aufpassen; doppelte Aufmerksam
keit ist hier angebracht; das Vergehen wiegt d.
schwer (umso schwerer), w eil...
—
3. jnur attr.j
ein doppeltes Spiel (Doppelspiel) spielen, treiben;
eine doppelte (bes. das sexuelle Verhalten des M an
nes und der Frau mit zweierlei Maß messende)
Moral
-f* d. und dreifach mehr, stärker als notwendig:
etw. d. und dreifach absichern; umg. scherzh.
das ist d. gemoppelt (unnötigerweise zweimal mit
anderen Worten gesagt)
doppeltkohlensauer /Adj.; nicht adv.; von chemi
schen Verbindungen/ mit einem Wasserstoffatom
anstelle eines der beiden Natrium-, Kalziumatome:
doppeltkohlensaures Natron
Doppei/doppel| -tür, die den Schall isolierende Tür
mit zwei in geringem Abstand hintereinander mon
tierten Türflügeln; -Zentner, der jAbk. dz/ ver
altend 100 Kilogramm, Dezitonne; -zimmer, das
Zweibettzimmer; -züngig /Adj.j in der Art eines
Doppelzünglers; -züngler, der; -s,
-
jmd.,
der
heuchlerisch verschiedenen Personen gegenüber ab
sichtsvoll Unterschiedliches, Gegensätzliches über
etw., jmdn. äußert; dazu -zünglerisch jAdj.j
Dorado, das; -s,
-s jvorw. Sg .; emot.j Eldorado:
die Gegend ist ein D. für die Urlauber
Dorf, das; -(e)s, Dörfer 1.1. kleinerer Ort auf dem
Lande mit relativ wenigen Einwohnern, die vor
wiegend in der Landwirtschaft tätig sind: das Leben
auf dem D .; auf dem D. wohnen, aus einem D.
stammen; wir kamen in ein D., wo ...; ein schmuk-
kes Dörfchen; die Städte und Dörfer unseres
Landes 1.2. das olympische D. (Komplex von
Wohngebäuden für die Olympioniken am jeweiligen
Ort der Olympischen Spiele) — 2. jo. Pl.j umg.
die Bewohner von 1.1: das ganze D. war auf den
Beinen; dort war das halbe D. versammelt
- j- das sind jmdm., für jmdn. böhmische Dörfer
(unbekannte, unverständliche Dinge); — die A Kir
che im D. lassen; die Kirche ums D. tragen
Dorf| -akademie, die zentrale Einrichtung in Dör
fern der DDR für die Weiterbildung der ländlichen
Bevölkerung: ein von der D. organisierter Kurs;
-bewohner, der
Dorf| -Jugend, die; -kirche, die: eine schöne alte
D.;
-klub, der 1. jin der DDRj Vereinigung von
Bewohnern eines Dorfes zur Förderung bes. des
kulturellen Lebens im Dorf: der D. lädt zu einer
Schriftstellerlesung ein — 2. Raum, Lokal von 1 :
morgen ist Tanz im D.
dörflich jA dj.; vorw. attr.; zu Dorf 1.1/; unsere
dörflichen (das D orf betreffenden) Angelegenheiten;
das dörfliche Leben (das Leben auf dem Dorf)
Dorf] -platz, der als Mittelpunkt des Dorfes geltender
Platz; -Straße, die Hauptstraße des Dorfes; -teich,
der zu einem Dorf gehörender Teich, der Bedeutung
als Wasserreservoir fü r das Dorf hat(te)
Dorn — Drachen
255
Dorn, der; -(e)s, - en/-e 1. /PI.
- en/ spitzes, starres
Gebilde an Pflanzen, das an Stelle von Blättern,
Sprossen entstanden ist: sich an einem D., an den
Dornen stechen; sich einen D. einreißen, in den
Fuß treten, ausziehen — 2. /PI.
-e/ Techn.
Handw. 2.1» runder Stab aus Stahl mit kegel
förmiger Spitze, bes. als Werkzeug zum Weiten von
Löchern 2.2 . zugespitzter Metallstift, bes. als Teil
einer Schnalle od. im Schlüsselloch sitzend
+ jmdm. ein D. im Auge (ein Ärgernis) sein
Dorn|busch, der veraltend Dornenstrauch
Dornen/dornen| -gestrüpp, das Gestrüpp von D or
nensträuchern; -hecke, die Hecke aus Dornen
sträuchern; -reich /Adj.; nicht adv./ geh.: ein
domenreicher (mit Schwierigkeiten und Leiden 2
erfüllter) Lebensweg; -Strauch, der Stfauch mit
Dornen; -vollfAdjnicht adv./ vgl.
- reich
dornig fAdj.; nicht adv./ mit Dornen (1) besetzt:
dorniges Gestrüpp
Dornröschenschlaf, der [. .s§an] s p ö tt . : eine Orga
nisation, einen Ort aus dem D. wecken (nach einem
längeren Zeitabschnitt, in dem sie, er wenig Notiz
von bestimmten, allgemein wichtigen Geschehnissen
nimmt, wieder aktivieren)
dorren /sw. Vb.; ist/ s. dörren (1.2)
dörren /sw. Vb.; hat, ist; von Lebensmitteln,
Pflanzen/ 1.1. (hat) Obst, Fisch d. (durch Ein
wirkung von Luft, Hitze trocknen und haltbar
machen); gedörrtes Gemüse 1,2. geh. trocken wer
den, verdorren (ist): das Gras dörrt (verdorrt) in der
sengenden Sonne
Dörr| -fisch, der gedörrter Fisch ; -gemüse, das vgl.
- f isch; -Obst, das vgl.
-fisch
Dorsch, der; -es, -e junger Kabeljau od. kleinerer,
in der Ostsee vorkommender Kabeljau: einen D.,
ein Kilo D. kaufen
Dorsch|leber, die: D. in Öl als Delikatesse
dort /Adv.; räumt.; bezeichnet, nachdrücklicher als
da, einen vom Standort des Sprechers entfernt liegen
den Ort/ 1.1. *da (1.1.1): d. oben, vorn; gleich d.
rechts; d. (in dem Haus) wohne ich; „w o ist der
Park?“ „D ort (drüben)“ ; das Buch liegt auf dem
Tisch, aber d. kann es nicht liegen bleiben; das
ist d., wo der Bus hält; gestern war ich zu einer
Konferenz. Dort wurde gesagt, . .. 1.2. /hinweisend/
1da (1.1.3): d. dieser Herr, dieser, der Herr d. war
es
■f/ daundd.
d<?rt| -her !Adv./ von d. von dort (1.1): „gehst du
zur Post?“ „Von d. komme ich gerade“ ; von d.
kommen also die Gerüchte!; -hin /Adv./ nach dort
(1.1): in N gefällt es mir, d. möchte ich wieder;
-hinaus /Adv./; + bis d. übermäßig: sich bis d.
ärgern; bis d. arrogant sein
dortig /Adj.; nur attr.\ dort (1.1) befindlich, be
stehen d : die dortigen Schulen, Verhältnisse
Dose, die;
-n 1.1. kleiner (runder) Behälter mit
Deckel zum Aufbewahren von etw.: eine kleine,
runde D .; eine D. aus Blech, Holz, Porzellan;
eine D. für Kaffee, Bonbons; die Butter in die
D. (Butterdose) tun — 2 . Konservendose, -buchse:
die (leere) D. wegwerfen; eine D. Fleisch (eine
mit Fleisch gefüllte Konservendose) kaufen —
n . umg. Steckdose: den Stecker aus der D.
ziehen
dösen /sw. Vb.; hat/ umg. 1. träumerisch, unkon
zentriert vor sich hin sinnen: er saß da und döste
(vor sich hin) — 2 . sich im Halbschlaf befinden:
ich habe ein bißchen, ein Weilchen gedöst
Dosen|Öffner, der Büchsenöffner
dosieren /sw. Vb.; hat; bes. von Medikamenten/:
ein Medikament (richtig) d. (die D osis richtig be
stimmen, festlegen); <0> er dosierte seine Späße mit
Bedacht
dösig /Adj./ umg. 1. schläfrig, benommen: mir ist
so d.
—
2. ständig unkonzentriert, dösend (1): er
ist ein so dösiger Kerl
Dosis, die;
Dosen /bes. von Medikamenten,
Giften/ bestimmte (kleine) abgemessene, für jmdn.
bestimmte Menge: eine tägliche, hohe D. fest
setzen; etw. in geringer D. , geringen Dosen ein
nehmen, zu sich nehmen; O man konnte ihm die
Wahrheit nur in kleinen Dosen verabreichen, bei-
bringen (schonend nach und nach mitteilen)
Dös|kopp, der; -s, -köppe salopp Schi mpfw. jm d .,
der (ständig) döst (1): paß doch auf, du alter D .!
Dossier, das, auch der; -s, -s [dosie:] veraltend
Akten (1.2) zu einer Angelegenheit: ein dickes D.;
in einem D. blättern
Dotation, die; -,
-en Schenkung, Zuwendung:
jmdm. eine D. machen; eine D. bekommen
dotiert /Adj.; nicht adv./ 1.1. der Kunstpreis ist
mit 5000 Mark d. (ausgestattet) 1.2 . /DDR ver
altend/ er hat eine gut dotierte (bezahlte 1.1)
Stellung
Dotter, der, au ch das; -s,
-
1.1. das Gelbe im
(Hühner)ei, Eigelb: das D. vom Eiweiß trennen
1.2. Biol. die den Embryo nährende Substanz der
tierischen Eizelle
Dotter| -blume, die Sumpfdotterblume; -sack, der
/PI.
- säcke/ Biol. kugel- od. birnenförmige Masse
des Dotters der Wirbeltiere, der während der Entwick
lung aufgezehrt wird
dgubeln /sw. Vb.; hat/ [du :..] Film: einen Dar
steller d. (einen Darsteller als Double ersetzen); er
ist gedoubelt
Double, das; -s, -s [du:bol] Film Darsteller, der
einen anderen Darsteller, dem er ähnlich sieht, an
bestimmten (für ihn gefährlichen) Stellen des Film s
ersetzt
Double, das s. Dublee
Douglasie, die; -,
-n [dugla:zio] schnell wachsender
Nadelbaum mit langen, weichen Nadeln
Douglastanne, die [du:glas..] Douglasie
down /indekl. A dj.; nicht attr.\ [daun] erschöpft
(3), ermattet (1), niedergeschlagen: er war danach
ganz, völlig, ziemlich d .; ich fühle mich ziemlich d.
Doyen, der; -s,
-s [döajl] Diplomatie Rang-,
Dienstältester eines diplomatischen Korps, der als
dessen Sprecher fungiert
Dozent, der; -en, -en 1. jmd., der an einer Uni
versität, Hoch- , Fachschule, einer wissenschaftlichen
Bildungseinrichtung lehrt — 2. /o. PI .; akademi
scher Titel für 1/; zu 1 Dozentur, die; -,
-en:er
hat eine D. (einen Lehrauftrag, eine Planstelle als
Dozent) in Jena
dozieren /sw. Vb.; hat/ etw. in lehrhaftem Ton dar
legen: er verfällt immer wieder ins Dozieren
Drache, der; -n,
- n (mehrköpfiges) geflügeltes,
feuerspeiendes Fabelwesen von übergroßer, echsen
artiger Gestalt
Drachen, der; -s, - 1. Spielzeug aus einem mit
Papier, dichtem Stoff bespannten Rahmen, das rmn
an einer Schnur in die Luft steigen läßt: (den) D.
256
Dragee — dranbleiben
steigen lassen — 2. umg. zänkische Frau: der
alte D. im Haus gegenüber; so ein alter D .!
Dragee« Dragee, das; -s, -s [drage:] 1.1. Pille m it
hartem, den Geschmack verbesserndem Zuckerüber
zug 1.2 . aus einem dünnen, harten (Zucker)überzug
um eine Füllung bestehender Bonbon
Dragoner, der; -s, - 1. salopp derbe, robuste Frau:
sie ist ein richtiger D.
—
2. Angehöriger der leichten
Kavallerie
Draht, der; -(e)s, Drähte 1.1. /PL nur fachspr./
faden-,
strangförmig ausgezogenes Gebilde aus
Metall, Plast mit meist rundem Profil: dünner,
dicker, rostiger D .; eine Rolle D .; (den) D. auf-
wiekeln 1.2 . (kürzeres) Stück von 1.1: einen alten
D. zurechtbiegen; einen D. spannen, ziehen;
Drähte miteinander verlöten 1.8. /nur im P L / der
Wind sang, pfiff in den Drähten (in den Frei
leitungen) — 2. /o. PI./ veraltend eine Nachricht
per D. (telegrafisch) übermitteln
-j- umg. einen heißen D. zu jmdm., einer Institu
tion haben (eine persönliche, unmittelbare Ver
bindung zu einer übergeordneten Person, Institution
haben)*, jmd. ist auf D. (paßt immer auf, ist immer
mobil und versteht es, Situationen schnell zu er
kennen und zu nutzen)
Draht[ -besen, der Besen mit Borsten aus Draht
(1.1) ; -bürste, die vgl.
- besen
drahten, drahtete, hat gedrahtet v e ra lte n d
(jmdm.) etw. telegrafieren: (jmdm.) eine Nachricht
d . ; er drahtete, er käme morgen
Draht| -esel, der umg. scherzh. Fahrrad; -funk,
der fachspr. (Hör)funk über (Telefon)leitungen;
-geflecht, das Geflecht (1) aus Draht (1.1); -gitter,
das vgl.
- geflecht; -glas, das /o. Pl.f Glas (1) mit
eingelegtem Drahtgeflecht
drahtig /Adj./ sehnig und von hagerer, durch
trainierter Figu r: ein kleiner, drahtiger Kerl
Draht/draht| -kommode, die salopp scherzh.
altes Klavier; -korb, der /PI.
- körbe/ Korb aus
Drahtgeflecht; -los /Adj.; vorw. attr.f Techn .:
drahtlose (nicht an Leitungen gebundene) Telegrafie;
- s chere, die Schere zum Durchschneiden von Draht
(1.1) ; -schlinge, die Schlinge aus Draht (1.1): ein
Tier mit, in einer D. fangen; -seil, das Seil aus
Draht (1.1); -Seilbahn, die Seilbahn; -verhau, der,
auch das Verhau, Hindernis aus verschlungenen
Drähten, Stacheldraht, Drahtgeflecht; -zange, die
Zange zum Zertrennen von Draht (1.1); -zaun, der
Zaun aus Maschendraht, Drahtgeflecht; -zieher, der;
-s, - Ivorw. P I .; emot. neg.f Hintermann (2)
Drain [dreg], auch Drain [dre:n, dre:n] der; -s, -s
1. Med. Röhrchen, dünner Schlauch für eine
Drainage — 2. Drän (1)
Drainage, die; -n [drena:39, dre..]l. Med. Ab
leitung von Flüssigkeitsansammlungen aus Wunden,
Körperhöhlen mit einem Röhrchen, Schlauch — 2.
s. Dränage (1) (1, 2 )
drainieren /sw. Vb.; hat/ [drs, dre..] 1. Med. eine
Wunde, Körperhöhle d. an einer Wunde, Körper-
höhle eine Drainage vornehmen: die Wunde muß
(trainiert werden — 2 . s . dränieren (1)
Draisine, die; -n [drez, drez.., au ch draiz..] von
Hand od. M otor angetriebenes leichtes Schienenfahr
zeug bes. zur Kontrolle der Eisenbahnstrecke
drakonisch /Adj./
+ eine drakonische / Strafe
drall /Adj.; nicht adv.; von weiblichen Personen/
rundlich und stram m: ein dralles Mädchen
Drall, der; -(e)s, -e 1. in schraubenförmigen W in
dungen in den Lauf, das Rohr einer Feuerwaffe
geschnittene Rillen — 2. Phys. 2.1. Rotation eines
Körpers um seine Achse: der D. eines Geschosses
2.2. Drehimpuls — 8 . umg., vorw. spött. jmd.
hat einen D. (eine Neigung 3.1) zu etw.: er hat
einen D. zum Schauspielern; jmd. hat einen D.
nach rechts (neigt einer rechtsgerichteten politischen
Strömung zu)
Drama, das; -s, Dramen 1. als Bühnenstück ver
faßtes, szenisches literarisches Werk in Dialogform,
in dem das vorgeführte Geschehen als sich unmittel
bar gegenwärtig vollziehend dargestellt ist: ein D.
schreiben, aufführen; die klassischen Dramen; die
Fabel eines Dramas — 2. /vorw. Sg./ an Komplika
tionen reiches, aufregendes (und erschütterndes) Ge
schehen: etw. gestaltet sich zu einem D .; das D.
ihrer Ehe; die Reise war ein (einziges) D.
Dramatik, die; -, \o. Pl.j 1. die dramatische Dich
tung als literarische Gattung: die drei Haupt
gattungen der Literatur: Epik, Lyrik und D.
—
2. Spannung, bewegter, spannungsreicher, aufregen
der Ablauf: ein Geschehen voller D.
Dramatiker, der; -s, - Verfasser von Dramen
dramatisch /Adj./ 1. /nicht präd./ 1.1. die drama
tische Dichtung (Dichtung in Form des Dramas 1);
das dramatische (die Dram atik 1 betreffende) Werk,
Schaffen Brechts 1.2. der dramatische Konflikt
(Konflikt des Dramas 1) — 2. voller Dramatik (2):
eine dramatische Zuspitzung des Konflikts; der
Wettkampf gestaltete sich d.
dramatisieren /sw. Vb.; hat/ 1. einen Sachverhalt
gewichtiger, aufregender, schlimmer darstellen, als
er tatsächlich ist: wir wollen die Vorgänge nicht
d.; er neigt zum Dramatisieren — 2. ein Werk einer
anderen literarischen Gattung zu einem Drama (1)
umformen: N hat den bekannten Roman von M
dramatisiert
Dramaturg, der; -en, -en Mitarbeiter, Berater für
wissenschaftlich-literarische Fragen bei der A uf
führung, Gestaltung dramatischer Stücke an einem
Theater, bei Funk und Film
Dramaturgie, die; -, /o. PI./ 1. Fachgebiet eines
Dramaturgen — 2. Lehre vom Aufbau, den Gesetzen
des Dramas (1); dazu dramaturgisch /Adj.; nicht
präd./
dran /Adv.; / auch daran; dransein/ umg.
1. / daran — 2. /nur dran; in den Verbindungen/
jmd. ist d. (an der Reihe; wird zur Verantwortung
gezogen); es, da, an der Sache ist was d. (ist etwas
Wahres); da ist alles d. (das ist eine großartige od.
üble Sache); an jmdm. ist nichts d. (jmd. hat keine
merklichen Vorzüge); an der ist nichts d. (sie ist
körperlich nicht reizvoll)
- j- / drauf und d. sein, etw. Bestimmtes zu tun;
(alles) das, was / drum und d. ist, das (ganze)
Drum und Dran; d. / glauben müssen
Drän, der; -s, -s 1. Graben, Rohrleitung zur Ent
wässerung landwirtschaftlicher Anbauflächen —
2.s.Drain(1)
Dränage, die; -,
- n (..na:3a] 1. System von Dräns
(1) —2. Entwässerung nassen Bodens (1), von Straßen
durch ein System von Dräns (1) — 8 . s. Drainage (1)
dran// auch daran|/ |bleiben/Vb.j umg. 1. an dem
Genannten bleiben: das Schild muß d .; ich verbinde,
Drang — draußen
257
bleiben Sie bitte dran (legen Sie den Hörer nicht auf)
—
2, in seiner Aktivität um etw. Genanntes, jmd.
Genannten nicht nachlassen: Karten sind schwer zu
bekommen, da muß man d.
Drang, der; -(e)s, jo. Pl.j starker Antrieb (2), hef
tiges Verlangen nach etw.: er spürte den D. (in sich),
etw. tun zu müssen; ein D. nach Wissen, Betäti
gung; einem Drange nachgeben
dran|geben jVb.j umg. etw. darangeben: ich würde
viel d., wenn ich das erleben könnte
Drängelei, die;
-en umg. jemot. neg.j 1. jvorw.
Sg.j das Drängeln (1): war das eine D. an der
Garderobe! — 2. das Drängeln (2): er geht mir auf
die Nerven mit seinen ewigen Drängeleien
drängeln /sw. Vb.; hat/ umg. 1. sich, jmdn. un
geduldig drängen (1): (sich) in der Menge nach vorn
d.; jmdn. nach draußen d.
—
2. jmdn. ungeduldig
drängen (2.1): er drängelt mich seit Tagen, den
Bericht zu schreiben
drängen jsw. Vb.; hat;-/* auch gedrängt/ 1.1. /von
einer Menschenmenge/ 1.1 .1 . sich gegenseitig schie
bend, drückend auf ein Ziel zu bewegen: die Leute
drängten zum Ausgang 1.1.2. sich d. au f engem
Raum einander schieben, drücken: die Menge drängte
sich vor der Tribüne, an der Kasse 1.2.1. /von ein
zelnen Personen in einer Menge/ sich irgendwohin
d. sich durch eine Menge hindurch auf ein Ziel zu
schieben, drücken: sich durch die Menge, nach vorn,
zum Ausgang d. 1.2.2. jmd. schiebt, drückt jmdn.
von seiner Stelle: er hatte ihn in die Ecke, aus der
Tür gedrängt — 2.1. jmdn. mahnen, auffordern,
etw. (schneller) zu tun: er drängt mich schon lange,
zu ihnen zu kommen; er drängte, sie solle die Ar
beit abgeben; sich von jmdm. gedrängt fühlen; auf
Klarheit, eine Lösung d. (Klarheit, eine Lösung
fordern) 2.2. es drängt mich (ist mir ein Bedürfnis),
ihm zu danken — 3. etw. duldet keinen Aufschub:
wir müssen handeln, die Sache drängt; die Zeit
drängt (es ist Eile geboten)
Drangsal, die; -,
-e [..za:l] veraltend geh. Be
drängnis: in großer D. sein
drangsalieren jsw, Vb.; hat/ jmdn. quälen (1.1, 2);
dazu Drangsalierung, die; -,
- en: Drangsalierungen
ausgesetzt sein
drang|voll /Adj./ geh.: in drangvoller (bedrücken
der) Enge leben
dran umg. // auch daran|/| ^hängen /st. Vb./: da
hängt noch viel, eine Menge dran (damit hängt
noch vieles zusammen, das zieht vieles nach sich);
2-hängen jsw. Vb.j etw. an etw. Genanntes *an-
hängen (4): eine Woche Urlaub d.
dränieren jsw. Vb.; hat/ 1. feuchten Boden durch
eine Dränage (2) entwässern — 2. s. drainieren (1)
dran um g. / / auch daranj/ |-kommen /Vb.j 1.1. an
der Reihe sein: wer, was kommt jetzt dran? 1.2. im
Unterricht aufgerufen werden, um Fragen des
Lehrers zu beantworten, sein Wissen auszuweisen:
ich bin in Physik drangekommen; -nehmen /Vb./
1.1. jmdn. aus einer Reihe Abzufertigender zur Ab
fertigung, Behandlung bitten, aufrufen: Patienten
mit Fieber nimmt der Arzt sofort dran 1.2 . einen
Schüler im Unterricht auffordern, Fragen zu be
antworten, sein Wissen auszuweisen : der Lehrer hat
ihn dreimal drangenommen; -sein /Vb.; ist dran
gewesen; Präs. u . Prät.
dran 2/; -setzen /Vb./
daransetzen (2)
drapieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. einen Stoff effektvoll in
lose Falten legen, raffen : ein kunstvoll drapierter
Kragen 1.2. etw., sich effektvoll mit Stoff (in der
Art von 1.1) schmücken: eine mit Samt drapierte
Tür
Drastik, die; -, jo. P l.j Derbheit und Unverblümtheit:
die D. seiner Erzählung, seines Humors
drastisch /Adj./ 1. derb (2) und unverblümt deutlich
(3): eine drastische (auch das Peinliche nicht aus
klamm ernde) Schilderung; etw. mit drastischen
Worten sagen — 2. einschneidend: drastische Spar
maßnahmen, Einschränkungen
dräuen jsw. Vb.; hat; vorw. im Part. Präs.j ve r
altend geh. drohen (1, 2): seine dräuenden Ge
bärden
drauf /Adv.; / auch darauf/ umg. 1. / darauf —
2. /nur drauf/ 2.1 . 100 (Sachen) d. haben (mit einer
Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern fahren)
2.2 . etw. d. haben (etw. beherrschen, aus dem Stegreif
bieten können); dieses Thema hat er doch d.
+ d. und dran (im B egriff) sein, etw. Bestimmtes
zu tun
Drauf/drauf| -gäbe, die landsch. Zugabe: die
Kapelle spielte noch einen Tanz als D .;
-gänger,
der; -s, - jmd., der physische Leistungen, ein Risiko
resolut und ohne Umsicht angeht: ein kühner D.;
dazu -gängerisch jAdj.j; -geben /Vb.j landsch.
etw. zugeben (1.1); + salopp jmdm. eins d.
(jmdm. einen leichten Schlag versetzen; jmdm. in
einer Auseinandersetzung zurechtweisend erwidern);
-gehen jVb.j 1. umg. auf dieses Blatt, Tablett
geht nichts mehr drauf (darauf findet nichts mehr
Platz) 2.1. umg. für diesen Rock ist viel Stoff, für
die Reise ist viel Geld, unser ganzes Geld drauf
gegangen (verbraucht worden) 2.2 . umg. bei der
Bergtour sind meine neuen Schuhe draufgegangen
(entzweigegangen) 2.3. salopp sterben (1.1), um
kom m en (1): die Sache ist gefährlich, er kann dabei
d.;
-halten /Vb.j 1. umg. den Finger d. mit dem
Finger auf etw. Bezeichnetes drücken: ich habe
einen Knoten gemacht, halt’ mal den Finger drauf
—
2. (mit der Schußwaffe) auf etw. Genanntes zielen:
den Bock ausmachen und dann d.;
-kriegen /Vb./
+ salopp (von jmdm.) eins d. (einen leichten
Schlag mit der Hand erhalten; von jmdm. heftig ge
tadelt, zurechtgewiesen werden); -legenjVb.j 1. umg.
etw. auf etw. legen (1) — 2. der Preis ist höher, als
wir dachten, wir müssen noch etwas d. (noch etwas
Geld hinzufügen); -los jAdv.; Ausrufjt umg.:
(immer, feste) d. (ohne Zögern, langes Überlegen
auf das Genannte zu)!
drauflos umg. |/ in verbalen Zusammensetzungen
und deren substantivischen Ableitungenj unüberlegt,
unreflektiert die vom Verb bezeichnete Tätigkeit
ausübend, z. B . : drauflosmachen, drauflosreden,
draufloswirtschaften
drauf|-machen jV b .j
- f salopp einen d. (turbu
lent feiern); -stehen jVb.j auf etw. Genanntem ge
schrieben, verzeichnet stehen: die Listen sind
fertig, ob mein Name d. wird?; -zahlenjVb.j umg.
etw. drauflegen (2), zuzahlen (1.1)
draus jAdv.; / auch daraus/ umg. daraus
draußen /Adv./ 1.1. außerhalb eines Raumes, Ge
bäudes, Grundstücks: d. vor der Tür, dem Hause,
Zaun, im Garten, im Freien; werist denn d.? 1.2 . im
Freien: es ist kalt d.; er war lange d,; hier d. auf
dem Feld zieht es 1.3. /bezeichnet, oft mit folgender
Ortsangabe, das Entferntsein eines Ortes vom Sprecher -
17 Wörterbuch
258
drechseln — Drehmoment
standpunktj: d. im Wald, auf dem Meer, in der
Welt; die Siedlung liegt weit d.
drechseln/sw. Vb.; hat/1. etw. aus Holz, Horn auf
der Drehbank, mit Schneidwerkzeugen herstellen,
bearbeiten: einen Leuchter d.; gedrechselte Tisch
beine — 2 . gedrechselte (allzu gekünstelt und doch
handwerksmäßig gebaute) Verse, Sätze
Drechsler, der; -s, - Handwerker, der durch Drech
seln Gebrauchsgegenstände herstellt
Dreck, der; -(e)s, \o. PI./ 1. umg. Schmutz: der D.
vor dem Haus; den D. wegmachen; die Bauerei
hat viel D. gemacht; im D. steckenbleiben; dort
lagen die Tiere in ihrem (eigenen) D. (K o t 1) —
2. salopp \emot. neg.j 2.1. Angelegenheit, Solche:
kümmere du dich um deinen D .; ich mach mir
meinen D. allein 2.2 . m inderwertige, unbrauchbare
Sache(n), Plunder: dieses Obst ist vielleicht ein D .!;
den D. kannst du behalten; der kauft auch allen,
jeden D. (alles Mögliche wahllos)! 2.3 . sich über
jeden D. (jede Kleinigkeit) ärgern, aufregen; bei
jedem D. (bei allem, überall) dabeisein
-f- salopp etw. geht jmdn. einen D. (gar nichts) an;
sich einen D. (gar nichts) aus etw. machen; etw. ist
einen D. (gar nichts) wert; etw., jmd. ist der letzte
D. (etw. ist sehr minderwertig, jmd. wird als un-
qualifiziert betrachtet); etw., jmdn. in den D. ziehen
(schlechtmachen) ; D. am Stecken haben (sich in mo
ralischer Hinsicht etw. haben zuschulden kommen
lassen); — die / Karre aus dem D. ziehen
Dreck (mit * auch Drecks])|arbeit, die 1. umg. A r
beit, bei der Schmutz entsteht — * 2. salopp un
liebsame Arbeit, Arbeit, die niemand machen will:
der läßt die D. immer andere machen
drecken /sw. Vb.; hat/ umg.: diese Arbeit dreckt
sehr (verursacht viel Schmutz) ; wie das dreckt
(staubt)!
Dreck umg.]
-fink, der Schmutzfink: so ein D .!;
-fleck, der Schmutzfleck; -häufen, der Schmutz
haufen
dreckig /Adj.f 1. umg. 1.1. schmutzig (1.1):
dreckige Hände, Schuhe, Wäsche; das Tuch ist d.,
sieht d. aus; sich, etw. d . machen 1.2. jmd. ist d.
(jmd. hält nicht auf Sauberkeit) — 2. salopp
2.1. dreckige (sch m u tzige 2.1) Witze, Bemerkungen
machen; d. lachen 2.2 . seine dreckigen (schmutzi
gen 2.2) Geschäfte — 3. salopp jmdm. geht es d.
(schlecht 2 .2)
- f sich die / Finger, / Hände an etw., jmdm.
nicht d. machen
Dreck|-nest, das salopp ungepflegtes D orf; -sau,
die fPl.
- säue/ derb Schimpfw. Dreckschwein: du
D.!; -Schwein, das derb Schimpfw. jmd.,
der
aus Nachlässigkeit sehr schmutzig ist, überhaupt
nicht auf Sauberkeit hält: wie siehst du aus, altes
D.!; -spatz, der umg. scherzh. Kind, das sich oft
schmutzig macht, das sich schmutzig gemacht hat;
-Spritzer, der umg. Schmutzspritzer; -stück, das
/PI.
- e/ derb Schimpfw. niederträchtige, gemeine
Frau; -zeug, das salopp etw. Minderwertiges
Dreh, der; -(e)s, -s fvorw. Sg .j umg. 1. Trick (1.1):
einen, den richtigen D. (heraus)finden; wie bist du
aufden D. gekommen; den D. kennen — 2.land-
sch. Drehe: der wohnt auch in dem D .;er wohnt in
dem D. um den Alexanderplatz
Dreh| -achse, die Math. Gerade, um die sich ein
Körper dreht; -arbeiten, die fPl.f die Aufnahmen
für einen Film : die D. (für den Film) haben begon
nen; -bank, die /PL -bänke/ W erkzeugMaschine,
auf der ein rotierendes Werkstück spanabhebend be
arbeitet wird
drehbar /Adj.f so beschaffen, daß es sich drehen (1.2)
läßt: ein drehbarer Sessel; etw. ist d. gelagert
Dreh| -bewegung, die drehende (1) Bewegung: etw.
in eine D. versetzen; -bleistift, der Schreibgerät mit
herausdrehbar eingelagerter Blei- , Farbmine;-brücke,
die Brücke mit waagerecht drehbarem Teil, das für
die Durchfährt von Schiffen geöffnet wird; -buch,
das den Text und die Regieanweisungen enthaltende
literarische Vorlage für einen Film ; -bühne,die in
den Bühnenboden eingelassene kreisförmige, dreh
bare Fläche, die dem schnellen Szenenwechsel dient
Drehe, die; -, /o. PI./landsch.: hier, dort in der
D. (im Umkreis, in der Umgebung) muß es sein
drehen/sw. Vb.;hat/1.1.sichd. sich in einem Kreis,
Bogen um einen (Mittelpunkt, eine Achse bewegen:
ein Rad, das Karussell dreht sich; sich um die
eigene Achse, *im Tanz d. 1.2. etw. d. etw. in eine
Bewegung wie 1.1 versetzen: eine Rolle, Kurbel d.
—
2. sich, etw. d. sich, etw. durch eine Bewegung wie
1.1 in eine andere Richtung, Lage, Stellung bringen:
den Schrank etwas d .; den K opf (nach links) d.
(wenden 2 .2); sich (im Schlaf) auf die andere Seite
d.; den Regelknopf d.; der Wind hat (sich) ge
dreht (kommt jetzt aus einer anderen Richtung) —
3.1. etw. durch Arbeitsvorgänge, bei denen eine Be
wegung ähnlich wie 1.1 ausgeführt wird, herstellen,
erzeugen: eine Tüte, Zigaretten, Pillen, Seile,
Schrauben d. 3.2. etw. aus Metall mit Hilfe der
Drehbank durch spanendes Formen hersteilen —
4. einen Film d. die Aufnahmen für einen Film
machen: der Film wurde in N gedreht; umg. wir d.
seit drei Wochen (wir machen seit drei Wochen A uf
nahmen für den genannten Film) — 5. etw. dreht
sich um etw., jmdn. etw. hat etw., jmdn. zum Gegen
stand: das Gespräch drehte sich um den Ausflug;
alles dreht sich um ihn (er steht im Mittelpunkt des
Interesses); worum dreht (handelt 11.2,2) es sich?;
es dreht sich um unser neues Vorhaben, ihre Toch
ter — 6 . umg. etw. (in bestimmter Weise) d. etw.
durch geschicktes Manipulieren zustande bringen:
das hat er schlau gedreht; wir werden das Ding,
die Sache schon d .!
sich d. und wenden Ausflüchte machen: soviel
er sich auch d. und wenden mochte, er konnte keine
plausible Begründung abgeben; — / da hat doch
einer dran gedreht!; (die) / Däumchen, / Dau
men d.; ein (krummes) / Ding d.; sich im / Krei
se d. ; jmdn. durch die / Mangel d.; jmdm. einen
Strick aus etw. d.
Dreher, der; -s, - Facharbeiter für die Arbeit an der
Drehbank
Dreh] -feld, das Elektrotechn. elektrisches, ma
gnetisches Feld, dessen Richtung sich um eine Achse
rotierend ändert; -impuls, der Phys. Produkt (2.1)
aus Trägheitsmoment und Winkelgeschwindigkeit
bei der Rotation eines starren Körpers um eine feste
Achse; -kolbenmotor, der Techn. Wankelmotor;
-kondensator, der Elektrotechn. Kondensator
mit stetig veränderbarer Kapazität; -kran, der Kran
mit einem um seine Achse schwenkbaren Ausleger;
-kreuz, das Sperrvorrichtung an Durchgängen in
Form drehbar montierter, sich kreuzender Riegel;
-maschine, die Drehbank; -moment, das Phys.
Produkt (2.1) aus Kraft und senkrechtem Abstand
Drehorgel — dreinhauen
259
zwischen Kraftrichtung und Drehachse; -Orgel, die
kastenförmiges Musikinstrument mit einem durch
eine Kurbel zu bewegenden Mechanismus, durch den
eine bestimmte Anzahl von Melodien erzeugt wird;
-pause, die Pause zwischen Dreharbeiten; -punkt,
der /PL -e/1, Punkt (3), um den sich ein Körper (2)
dreht — 2. zentrale Frage, Angelegenheit, um die
sich alles dreht, A ngelpunkt; -scheibe, die 1. dreh
bare Plattform zum Umsetzen, Wenden von Schienen
fahrzeugen — 2. Töpferscheibe; -sessel, der vgl.
- stuhl; -Sprung, der Turnen Sprung mit Drehung
um die Längsachse des Körpers; -ström, der
aus drei zeitlich gegeneinander symmetrisch verscho
benen einzelnen Strömen gebildeter elektrischer
Strom; -stuhl, der Stuhl mit drehbar gelagertem
Sitz; -tür, die um eine senkrechte Achse drehbare
Tür mit mehreren, in gleichen Abständen an dieser
Achse montierten Flügeln
Drehung, d ie; -,
- en 1. das Drehen (1), Sichdrehen:
die D. der Erde um ihre Achse — 2. das Drehen (2),
Sichdrehen: er machte eine D. nach vorn
Dreh]-wurm, der -f- salopp scherzh. jmd. hat,
kriegt den D. (jmdm. ist, wird vom vielen Sichdrehen
schwindlig); -zahl, die fachspr. Anzahl der Um
drehungen eines rotierenden Körpers in einer Zeit
einheit, Tourenzahl; -zahlmesser, der; -s, - M eß
gerät zur Bestimmung der Drehzahl, bes. in Kraft
fahrzeugen
drei jKard.zahl 3/: d. plus d. ist sechs; sechs minus
d. ist d.; d. mal d. ist neun; d. hoch d. (33) ist 27;
bis d. zählen; etw. kostet d. Mark, dauert d. Tage;
nach, vor, in d. Wochen; sie ist d. (drei Jahre alt),
d. Jahre, d. Jahre alt (geworden); ein Kind von d.
Jahren; es ist jetzt d., landsch. um d. (drei Uhr),
d. Uhr, Viertel vor, nach d.; Sport die Mannschaft
gewann d. zu eins (3:1) (sie erzielte drei Tore, der
Gegner eins); (die) d. Leute, Freunde; wir sind d.
(drei Personen); die Aussagen dreier, von d. Zeu
gen; die Leistungen dreier guter Schüler; er gab es
den dreien, den d. Mädchen; ich werde die d. (Be
teiligten) zu mir bitten; in Reihen zu dreien (in
Reihen zu drei Personen) marschieren; eine Drei
(die Z iffe r 3); Dreien schreiben; eine arabische Drei
(3); eine römische Drei (III); eine Drei (drei Augen)
würfeln; eine Drei (das Prädikat befriedigend1),
zwei Dreien bekommen; mit der Drei (mit einem
Zug der Straßenbahnlinie 3) fahren
+ umg. nicht bis d. zählen können (nicht sehr in
telligent sein); — das geht / eins, zwei, d .; d.
/ Kreuze hinter jmdm., etw. machen; jmdm. d.
Schritt vom Leibe bleiben; etw. dauert ewig
und d. / Tage
Dre|/drei|-angel, der; -s, - landsch. Triangel (2);
-armig /Adj.; nicht adv./: ein dreiarmiger Leuchter
(Leuchter mit drei Arm en); -bändig /Adj.; nicht
adv.f: ein dreibändiges (aus drei 2Bänden be
stehendes) Werk; -beinig /Adj.; nicht adv.f \ ein
dreibeiniger Hocker (Hocker mit drei Beinen); -bett
zimmer, das Gäste-, Krankenzimmer mit drei Bet
ten ; -blätt(e)rig /A d j.; nicht adv./: ein dreiblättriges
(aus einem dreiteiligen Blatt bestehendes) Kleeblatt;
-bock, der dreibeiniges Gestell; -dimensional /Adj./
drei Dimensionen aufweisend: der dreidimensionale
Raum; einen Gegenstand d. (drei Dimensionen er
kennen lassend) zeichnen; -eck, das /PI.
- e/ von drei
Strecken begrenzte (ebene) geometrische Figu r: ein
gleichseitiges, spitzwinkeliges D .; die Flußarme bil
den ein D.; -eckig /Adj./ in der Form eines Drei
ec k s: ein dreieckiges Schultertuch; -ecksverhältnis,
das umg. Liebesbeziehungen einer Person gleich
zeitig zu zwei Partnern; -ecktuch, das /PI.
- tücher/
dreieckiges K opf- , Schultertuch; -einhalb, -einhalb
/Bruchzahl 372/; -einigkeit, die Rel. ev. kath. im
christlichen Glauben angenommene Einheit von
Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist
Dreier, der; -s, - um g.: einen D. (drei richtige Zah
len im Lotto) haben
+ umg. etw. ist keinen D. (gar nichts) wert
dreierlei, dreierlei /indekl./ 1.1. in, auf drei Arten :
es gab d. (Sorten) Kuchen 1.2. drei verschiedene
D inge: ich muß d. besorgen: Brot, Milch, Zucker
Dreier|reihe, die: sich in Dreierreihen (in R eih en zu
drei Personen) aufstellen
dreifach /Adj.; nicht präd./ dreimal so viel: die drei
fache Menge, Zeit brauchen; etw. auf, um das Drei
fache erhöhen; etw. d. verschnüren (so verschnüren,
daß es dreimal verschnürt ist); einen Antrag d. (in
drei Ausfertigungen) einreichen
+ / doppelt und d.
Dre|/drei| -farbendruck, der /PL -e/ D r u c k (II. 1,
2.1) mit den Farben Rot, Gelb, Blau; -fuß, der
1. Gerät aus drei rechtwinklig zueinander stehenden
Teilen mit verschieden großen Nachbildungen eines
menschlichen Fußes an ihren Enden zum Darauf
stecken von Schuhen, so daß diese besohlt werden
können — 2. Gestell mit drei Füßen, auf das etw.,
ein Gefäß, Topf gesetzt werden kann; -geschossig
/Adj./ aus drei Geschossen (II) bestehend: ein drei
geschossiges Gebäude; -groschenroman, der / vo rw .
PI./ in kap. Ländern in einem billigen Heft publi
zierter, künstlerisch minderwertiger Roman meist
kitschigen od. an niedere Instinkte appellierenden I n
halts; -jährig /Adj.; nur attr./ 1. drei Jahre alt: ein
dreijähriges Kind — 2. drei Jahre dauernd: eine
dreijährige Ausbildung; -jährlich /Adj.; nicht
präd./ in Abständen von jeweils drei Jahren (statt
findend); -kant, der, auch das; -s, -e Teil, Halbzeug
mit dreieckigem Querschnitt; -kantfeile, die Feile
mit dreieckigem Querschnitt; -kantig /Adj./ mit
drei K a n te n : ein dreikantiges Eisenstück; -kant-
schlüssel, der Schlüssel, Werkzeug zum A ufstecken
auf einen Dreikant; -käsehoch, der; -s, -/ -s umg.
scherzh. /von einem Jungen, der noch klein ist, es
aber nicht wahrhaben will/kleiner Junge: was willst
du D. damit anfangen?; -klang, der Mus. Akkord
aus Grundton, Terz und Quinte; -köpfig/Adj.; nicht
adv./: eine dreiköpfige (aus drei Personen be
stehende) Familie; -mal /Adv./ drei M ale: d. klin
geln; etw. d. täglich einnehmen; -b jeden
Pfennig d. umdrehen; -malig /A dj.; nur attr.f
dreimal geschehend): er erschien nach dreimaliger
Aufforderung; -master, der; -s, - Segelschiff mit
drei Masten; -meterbrett, das Sprungbrett, das drei
Meter über dem Wasserspiegel angebracht ist; -mo-
natig /Adj.; nur attr./ drei Monate dauernd;
-monatlich /Adj.; nicht präd.f in Abständen von
jeweils drei Monaten (stattfindend); -motorig /A dj.;
nicht adv./: ein dreimotoriges (mit drei Motoren
ausgestattetes) Flugzeug
drgin/ / auch darein]/ landsch.|
-blicken /Vb./ in
bestimmter Weise blicken: ernst, finster d.;
-hauen,
haute drein, hat dreingehauen auf eine Gruppe ein-
schlagen, in einen Streit schlagend eingreifen : der da
hat auch mit dreingehauen; ich hätte Lust drein-
17*
260
dreinreden — driften
zuhauen; -reden fVb.f hineinreden (1): ich will ih
nen nicht <L; -schauen jVb.j vgl.
- blicken; -schla
gen jVb.j vgl.
- hauen
Dre|/drei| -pfundbrot, das Brot, das drei Pfund
wiegt; -phasenstrom, der Elektrotechn. Dreh
strom; -rad, das 1. kleines dreirädriges Fahrzeug als
Kinderspielzeug, das durch Treten der Pedale in
Bewegung gesetzt wird — 2. veraltend kleiner
dreirädriger Lieferwagen; -rädrig /Adj.; nur attr.f
mit einem Vorderrad und zwei Hinterrädern ver
seh en : ein dreirädriger Karren; -raumwohnung,
die Wohnung mit drei Wohnräumen; -satz, der jo.
PI./ Math. Rechenverfahren, bei dem aus drei ge
gebenen Größen eine vierte errechnet wird
Dreisatz] -aufgäbe, die mit Hilfe des Dreisatzes zu
lösende Mathematikaufgabe; -rechnung, die fo . Pl.f
Math. Dreisatz
Drei/drei| -Schichtsystem, das jo . P l . f : der Betrieb
hat das, arbeitet im D. (arbeitet in drei Schichten);
- s eitig jAdj.f 1. /nur attr.f ein dreiseitiger (drei Sei
ten langer) Brief — 2. /nicht präd.f ein dreiseitiges
(zwischen drei Seiten 6.1 abgeschlossenes) Abkom
men; -silbig fAdj.; nicht adv.f aus drei Silben be
stehend: ein dreisilbiges W ort; -spaltig jA dj.f
1.1, /nur attr.j ein dreispaltiger (drei Spalten fü l
lender) Artikel 1.2 . der Text wird d. (in drei Spalten)
gesetzt, gedruckt; -spitz, der bes. im 18. Jh. ge
tragener Herrenhut, dessen Krempe eine dreieckige
Form hat; -Sprung, der jo. Pl.j leichtathletische
Disziplin, bei der nach einem Anlauf durch Springen
von einem Absprungbrett durch drei aufeinander
folgende Sprünge eine möglichst große Weite erreicht
werden m uß; -spurig jAdj.j: eine dreispurige
Straße (Straße mit drei Fahrspuren)
dreißig jKard.zahl 30/: ein d. Jahre alter Mann,
Baum; eine Frau von d. (Jahren); er ist Mitte,
Ende Dreißig; umg. d. (mit dreißig Stundenkilo
m etern) fahren
dreißiger jindekl. Adj.; nur attr.j: in den d. Jahren
(im vierten Jahrzehnt) unseres Jahrhunderts
Dreißiger,der; -s, - 1 . Mann in einem Alter zwischen
SOund39Jahren — 2./nurimPl.jeristinden
Dreißigern (in einem Alter zwischen SO und 39 Jah
ren) ; Mitte, Ende der D. sein
dreißigjährig /Adj.; nur attr.j 1. SOJahre alt —
2. SO Jahre dauernd: der Dreißigjährige Krieg
(Krieg in Deutschland von 1618—1648)
dreißigste jOrd.zahl zu dreißig/: an seinem drei
ßigsten Geburtstag
dreist fAdj.j 1. sich ohne Hemmungen etw. heraus
nehmend, ziemlich unverschämt: sein dreistes Be
nehmen; dreiste Reden — 2 . jadv.j landsch.
2gleich (4.1): so geht das nicht, und wenn er d.
(wenn er auch) der Ältere ist
4 - umg. d. und gottesfürchtig (unverfroren, ohne
Skrupel)
dreistellig jAdj.; nicht adv.j: eine dreistellige Zahl
(Zahl mit drei Stellen)
Dreistigkeit, die; - ,
-en jzu dreist 1/1. jo. Pl.j das
Dreistsein: die Einbrecher sind mit einer uner
hörten D. vorgegangen — 2. dreiste Handlung: er
hat sich Dreistigkeiten erlaubt
drei/Drei] -stimmig /Adj.j 1 .1 . jnicht adv.j ein drei
stimmiger (für drei Stimm en 2.2 gesetzter) Chorsatz
1.2. d . (drei Stimmen 2.2 gemeinsam) singen;
- stockig jAdj.j drei Stockwerke aufweisend; -strah-
lig jAdj.; nicht adv.j mit drei Strahltriebwerken aus
gestattet: eine dreistrahlige Düsenmaschine; -stu-
fenrakete, die dreistufige Rakete; -stufig jA dj.;
nicht adv.j mit drei Stufen (3): eine dreistufige Ra
kete; -stündig jAdj.; nur attr.j drei Stunden dau
ern d : ein dreistündiges Seminar; -stündlich jA d j.;
nicht präd.j in Abständen von jeweils drei Stunden
(stattfindend); -tägig jA dj.; nur attr.j drei Tage
dauernd; -tausender, der; -s, - Berg von einer Höhe
zwischen 3000 und 3999 Metern; -teiligjAdj.; nicht
adv.j aus drei Teilen bestehend; ^viertel, -viertel
jBruchzahl s/4/: eine d. Stunde (eine Dreiviertel
stunde)
Dreiviertel/dreiviertel] -ärmel, der d re ivier tella n ger
Ärmel; -lang/Adj.j drei Viertel der Kleider-, Rock-,
Ärmellänge lan g: ein dreiviertellanger Mantel;
-mantel, der vgl.
- ärmel; -stunde, die 45 Minuten:
etw. dauert eine D .;
-takt, der jo. Pl.j Mus. Takt
(LI), der aus den Werten von drei Viertelnoten ge
bildet ist: ein Tanz im D.
dre]/Drei| -wertig jAdj.; nicht adv.j Chem .: ein
dreiwertiges Atom (Atom , das drei Möglichkeiten
zur Verbindung mit anderen Atomen hat); -wöchig
jAdj.; nur attr.jdrei Wochen dauert; -zehnjKard.
zahl 13/; + umg. jetzt schlägt’s (aber) d. (das
geht aber zu weit)!; -zimmerwohnung,die Dreiraum
wohnung
Drell,der; -s, jo. Pl.j, fachspr.
-e Drillich
Dresche,die; -, jo. Pl.j salopp 1Prügel: D. kriegen
dreschen (er drischt), drosch, hat gedroschen
1. etw. d. die Körner aus Körnerfrüchten durch me
chanische Einwirkung herausschlagen: Getreide,
Korn d .; es wird auch nachts gedroschen — 2. sa -
lopp 2.1 . jmdn. prügeln (1.1): er hat ihn (grün und
blau) gedroschen; er suchte nur einen Anlaß zum
Dreschen 2.2. sich d. sich prügeln (1.2): sie haben
sich mächtig gedroschen — 3. salopp (an, auf,
gegen) etw. d . an, auf, gegen etw. heftig schlagen
(1.1): er drosch (auf) die Tasten, mit den Fäusten
gegen die Tür; Karten, Skat d. (Karten, Skat spie
len)
-f- Phrasen d .; leeres / Stroh d.
Dresch] -flegel, der Gerät zum Dreschen (1) mit der
Hand; -maschine, die Maschine zum Dreschen (1)
Dreß, der; Dresses, Dresse 1. Spo rthem d (1.1): die
Mannschaft in blauem D. mit weißer Hose —
2. Tennisspieler in weißem D. (weißer Sport
bekleidung)
Dresseur, der; -s, -e [..so:r] jmd., der (beruflich)
Tiere dressiert
dressieren jsw. Vb.; hat/ ein Tier d. einem Tier
Fertigkeiten, Verhaltensweisen beibringen, die es von
Natur aus nicht hat: einen Affen, Löwen d.; der
Hund ist auf den Mann dressiert (abgerichtet)
Dressur, die; -,
-en 1.1. jo. Pl.j das Dressieren
1.2. durch 1.1 bewirkte Fertigkeiten eines Tieres:
eine seltene D. vorführen
dribbeln jsw. Vb.; hat/ Ballspiele: der Spieler
dribbelt (der Spieler, der im Ballbesitz ist, treibt
den Ball mit kurzen Stößen vorwärts); dazu Dribb
ling, das; -s, -s das Dribbeln
Drift, die; -,
- en 1. durch den Wind erzeugte Strö
mung der Meeresoberfläche — 2. jo. Pl.j das Driften
driften, driftete,vist gedriftet nur von der Strömung,
dem Wind bewegt auf dem Wasser dahintreiben:
driftende Boote; sie sind auf einer Eisscholle ge
driftet
Drill — drohen
261
Drill, der; -(e)s, /o. PL/ das (zum Selbstzweck ge
wordene) mechanische Einüben militärischer Fertig
keiten, bes. der Handgriffe an Waffen und der Fort
bewegung im Gelände: der berüchtigte preußische D.
drillen fsw. Vb.; hat/ LI. jmdn. dem Drill unter
werfen: in N sind wir so richtig gedrillt worden —
2. jmdn. (auf, für etw.) d. jmdm. durch anhaltend
wiederholtes mechanisches Einüben Fertigkeiten
beibringen: das beherrscht er im Schlaf, er ist
(darauf) gedrillt (worden) — II. Landw . etw. mit
der Drillmaschine säen: Rüben d.
Drillich, der; -s, ]o. Pl.f , fachspr.
-e grober, sehr
strapazierfähiger Stoff aus Leinen, Baumwolle (3):
Arbeitskleidung aus D.
Drillich] -anzug, der; -zeug, das (Ober)kleidung aus
Drillich: Soldaten in D.
Drilling, der; -s, -e I. mit zwei Geschwistern gleich
zeitig Gebotene(r): er ist ein D .; sie hat Drillinge (drei
gleichzeitig geborene Kinder) — II. Jagdgewehr mit
drei Läufen
Drilljmasehine, die Landw. Maschine für reihen
weise Aussaat
drin fAdv.; / auch darin/ 1. umg. /* darin (1) —
2.1. innerhalb eines Raumes, Gebäudes, Grundstücks,
drinnen: „ist Peter da, im Haus, Garten?4* „Ja,
er ist d.*‘ ; es ist niemand d .; d. in der Stadt (nicht
außerhalb der Stadt) 2.2. in geschlossenen Räumen im
Gegensatz zu ,im Freien*, drinnen: d. bleiben; ich
w ar heute den ganzen Tag d.
+ umg. das ist nicht d. (ist nicht im Bereich des
Möglichen); es ist noch alles d. (es bestehen noch
viele Möglichkeiten, gute Aussichten)
dringen, drang, ist/hat gedrungen / / auch drin
gend/ 1. etw., jmd. kommt (Hinderndes überwindend)
an eine Stelle, durch etw. (ist): Wasser dringt durch
die Wand, in die Stube; wir drangen durch das
D ickicht; O das Gerücht ist bis zu uns gedrungen
—
2. auf etw. d. auf etw. bestehen, etw. unnach
giebig fordern (hat): er hat darauf gedrungen, daß
. . . ; auf schnelle Erledigung d.
—
8. in jmdn. d.
sich inständig bittend, fordernd an jmdn. wenden
(ist): er drang in mich mit Prägen
dringend /Adj.; / auch dringenf 1.keinen Aufschub
duldend, alsbaldige Erledigung fordernd: ein drin
gender Pall; die Sache ist d.; ich muß dich d. (un
bedingt, sofort) sprechen — 2 . nachdrücklich, in
ständig: eine dringende Bitte an jmdn. richten;
jmdn. d. bitten, ersuchen — 8 . er ist d. (mit hoher
Wahrscheinlichkeit) tatverdächtig; es besteht der
dringende Verdacht, daß ...
dringlich /Adj./ 1. dringend (1): eine dringliche An
gelegenheit; nur das Dringlichste erledigen kön
nen — 2 . dringend (2): jmdn. d. um etw. bitten
Dringlichkeit, die; jo. P I .; zu dringlich 1/: ein
Pall von großer D. (ein sehr dringender Fall)
Drink, der; -s, -s Portion eines meist alkoholischen
(Mischgetränks: möchten Sie einen D.?
drinnen jAdv.f 1.1. innerhalb eines Raumes, Ge
bäudes, drin (2.1); „ist er da?“ „Ja, er ist d.“
1.2. in geschlossenen Räumen im Gegensatz zu ,im
Freien*, drin (2.2): d. sein, bleiben
drin| -sein /Vb.; ist dringewesen; Präs. u . P rät.
/ drin 2/; -stecken /Vb./ 1. in dem Genannten
stecken (2.1) — 2 . umg. da steckt man nicht drin
(das kann man, kann ich nicht überblicken, ab-
sehen); -stehen /Vb./ 1. in dem Genannten stehen
(2.4): was steht in dem Buch drin (was ist darin
zu lesen)*! — 2 . umg. in etw. d. mit etw. vertraut,
in etw. eingeübt sein : er ist neu in dieser Arbeit,
steht noch nicht so drin
dritte /Ord.zahl zu drei/ 1.1. das d. Stück; er gab
es dem dritten, an den dritten von rechts; der d.
Mai; am Dritten des Monats; an dritter Stelle
stehen; das kommt erst in dritter Linie in Be
tracht; das d., ein drittes, zum dritten Mal; er ist
Dritter, der Dritte (der Drittbeste) in der Klasse;
Richard der Dritte (Richard III.); sie kamen zu
dritt (zu drei Personen) 1.2. so oder so, eine d.
(weitere, andere) Möglichkeit gibt es nicht; das ist
nicht für Dritte (Außenstehende) bestimmt; sich an
einem dritten (für beide Partner neutralen) Ort
treffen
+ der lachende Dritte (jmd., der von der Konfron
tation zweier Partner Vorteile hat); — die dritten
/ Zähne
drittel /drei als Nenner einer Bruchzahl/: ein d.
(Vs) Liter
Drittel, das; -s, - der dritte Teil einer (Maß)einheit,
eines Ganzen: ein D. der Höhe, Strecke; ein D. der
Mitglieder fehlte; er hat Anspruch auf ein D. (der
Summe); im ersten, letzten D. des Jahres
dritteln fsw. Vb.; hat/ etw. in drei gleiche Teile
(zer)teilen : einen Apfel, die Geldsumme d.
drittens /Adv./ an dritter Stelle, als drittes: d. ist
Organisatorisches zu besprechen
Dritt/dritt] -länder, die /PI./ P o litik : die Ein
beziehung von Drittländern (von in diesem Z u
sammenhang bisher unbeteiligten Ländern); -pla
ziert /Adj.; nur attr.f Sport an dritter Stelle in der
Endauswertung stehend; -rangig /Adj./ 1.1. erst in
dritter Linie von Bedeutung: drittrangige Prägen,
Aufgaben 1.2. von minderem Rang, geringerer
Qualität: eine drittrangige Veranstaltung; -Staaten,
die /PL/ vgl.
- länder
droben /Adv./ süddt. österr., sonst veraltend
dort oben: die Sterne am Himmel d.
Droge, die; -,
-n 1. bes. als (Rohstoff für) Heilmittel
verwendeter (getrockneter) pflanzlicher, tierischer,
auch mineralischer Stoff — 2. Rauschgift: der Kon
sum von, Handel mit Drogen; die harte D. Heroin
drogen/Drogen zu Droge 2 |-abhängig /Adj.; nicht
adv./ rauschgiftsüchtig: er ist d.;
-konsum, der;
-Szene,die jo. PL; vorw. BRD/Milieu der Rausch
giftsüchtigen und -händler: die D. in der Bundes
republik; -tote, der u. die /vorw. PL/: die steigende
Zahl der Drogentoten (an Mißbrauch von Drogen
Gestorbenen ) in den westlichen Ländern
Drogerie, die; -,
-n [..i:on] Einzelhandelsgeschäft,
das bes. nichtrezeptpflichtige Drogen (i), Kosmetika,
Chemikalien verkauft
Droh|brief, der eine Drohung, Drohungen ent
haltender Brief
drohen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdm. mit Worten, durch
Gesten ankündigen, etw. für ihn Unangenehmes zu
tu n : er drohte (ihnen) mit dem Zeigefinger; er
drohte, er würde ihn verraten; jmdm. mit einem
Verfahren d .; eine drohende Gebärde — 2. etw.
droht (jmdm.) etw. Unangenehmes steht (jmdm.)
augenscheinlich bevor: ihm d. üble Polgen; ein
Unwetter drohte; eine drohende Gefahr erkennen,
abwenden — 8 . jmd., etw. droht etw. zu tun mit
jmdm., einer Sache wird augenscheinlich bald etw.
Unangenehmes geschehen: er drohte zusammen
zubrechen; der Ausflug droht ins Wasser zu fallen
262
Drohne — drückend
Drohne, die; -n 1. Männchen der Honigbiene —
2. geh. jmd., der faulenzt und schmarotzt
dröhnen fsw. Vb.; hat/ 1.1. durchdringend und
dumpf hallend tönen: der Motor, Donner der Ge
schütze dröhnt; dröhnender Beifall 1.2 . von durch
dringend und dumpf hallenden Tönen erfüllt sein:
die Halle dröhnte (von donnerndem Beifall); O mir
dröhnt der Kopf (ich habe starke Kopfschmer
zen)
Drohung, die;
-en drohende Äußerung: eine D.
ausstoßen, wahrmachen; jmdn. mit Drohungen
verfolgen, einschüchtern
drollig lÄdj.f 1. spaßig (2), belustigend: eine drollige
Geschichte — 2. niedlich, possierlich: das Kind,
Kätzchen ist d.
Dromedar, Dromedar, das; -s, -e Kamel mit nur
einem Höcker
Drops, der, das; -,
-
flacher, säuerlicher Frucht
bonbon: eine Rolle D.
Droschke, die;
-n (leichtes) Pferdefuhrwerk, das
früher der Personenbeförderung diente
Drossel, die; -,
-n in zahlreichen Arten weltweit ver
breiteter Singvogel mit spitzem Schnabel und langen
Beinen, der sich vorwiegend von Beeren und Insekten
nährt
Drosselklappe, die Techn. klappenförmige Vor
richtung in einer Rohrleitung zum Regeln, Absperren
einer Flüssigkeit, eines Gases
drosseln jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. d. durch regulieren
des Betätigen einer Vorrichtung die Intensität von
etw.,
eines technischen Vorgangs, verringern: das
Tempo, die Lautstärke, die Gaszufuhr d .; O die
Einfuhren d. 1.2. den Motor, die Heizung d. (ihre
Leistung durch 1.1 verringern)
Drosselspule, dieElektroteehn. Spule zur Tren
nung von Wechsel- und Gleichstrom
drüben /Adv.; bezeichnet die Lage eines Ortes jen
seits einer Grenze, eines trennenden Gebietes/ dort auf
der anderen Seite 1.1. bes. einer Straße, eines Grund
stücks, Flusses: dort, da d. am anderen Ufer; d.
beim Nachbarn 1.2. bes. der Grenze, des Ozeans:
er war dienstlich d. in der ÖSSR; er kommt von d.
(aus der B R D ), hat die zwanziger Jahre d. in
Amerika verbracht
-|
-
/ hüben und d., hüben wie d.
drüber fAdv.; / auch darüber/ umg.
- f es geht alles / drunter und d .; / Schwamm d.
drübig fAdj.; nur attr./ umg.: diedrübigen (drüben
existierenden) Verhältnisse
Druck, der; -(e)s, -e/ fachspr. Drücke 1.1.(senk
recht) auf die Fläche, einen Körper, Werkstoff wir
kende K raft: einen hohen D. erzeugen; ein D. von
sechs atü; der D. der Wassermassen; etw. steht
unter D .; etw. hat, auf etw. ist (zu wenig, viel) D .;
warmes Wetter bei hohem D. (atmosphärischem
Luftdruck) — 2. jo. PI./ 2.1. das Ausüben von 1
(auf etw.): einen D. auf den Knopf, mit dem Hebel;
der D. ihrer Hände 2.2. fvon Körperstellen! : einen
D. (das Empfinden, als wirke 1) im Kopf, Magen,
auf den Augen haben, verspüren — 11.1. fo . P l.f
das Drucken (1.1): etw. in D. (zum Drucken, Ver
vielfältigen) geben; das Manuskript geht in D. (wird
zum Drucken gegeben) — 2. jPl.
- e/ 2.1. gedrucktes
Bild 2.2. alte Drucke (gedruckte alte Schriften 3 im
Gegensatz zu Handschriften) — 8 . /PL -ef be
druckter Stoff
+ jmdn. unter D. setzen (auf jmdn. einen Zwang
ausüben); umg. (mit etw.) in D. (in Zeitnot, zeit
licher Bedrängnis) sein
Druck] -abfall, der vgl.
- anstieg; -anstieg, der
Ansteigen des Druckes (1.1); -ausgleich, der vgl.
- anstieg; -ausgleichskabine, die K abin e, bes. in
Flugzeugen, Raumfahrzeugen, in der gegenüber einem
veränderten Luftdruck der Umgebung ein normaler
Luftdruck erhalten wird; -bleistift, der vgl. Druck
stift; -bogen, der genormtes Stück Papier, das
beiderseitig bedruckt wird und gefaltet die Blätter
eines Druckwerks ergibt; -buchstabe, der Buchstabe
der Druckschrift (1)
Drückeberger, der; -s, - umg. jmd., der sich (öfter)
drückt (5); dazu Drückebergerei, die; -.
-en jvorw.
sg-l
druck]empfindlich /Adj.; nicht adv./ empfindlich
gegen Druck (1.2 .1): die Ware ist d.
drucken/sw. Vb.; hat/1.1. Texte, Bilder, Muster ver
vielfältigen durch maschinelles Übertragen von D ruck
farbe od. färbenden Substanzen von einer Druckform
auf ein zu bedruckendes Material, bes. auf Papier,
Stoff: der Text liegt gedruckt vor 1.2. Bücher,
Zeitungen d. (im Verfahren von 1.1 herstellen)
+
lügen wie gedruckt
drücken /sw. Vb.; hat; / auch drückend, gedrückt/
1.1. (auf, gegen) etw. d. einen Druck (1.1) auf etw.
ausüben (und damit eine Bewegung des Objektes
bewirken): (auf) den Signalknopf d.; drück bitte
mal (den Knopf)!; gegen die Tür d.; (mit etw.)
auf etw. d .: (mit dem Finger) auf den Knoten d .;
jmdm. die Hand d. (fest die Hand geben) 1.2 . etw.
wird gedrückt etw. wird durch Einwirken von
Druck (1.1), einer Last verformt: paß auf, daß der
Kuchen nicht gedrückt wird! 1.3. etw. drückt
(jmdn.) etw. verursacht durch Einwirken von Druck
(1.1) Schm erz: der Schuh, Verband drückt (ihn);
O drückende (bedrückende) Sorgen, Probleme 1.4.
etw., jmdn., sich irgendwohin d. durch Druck (1.2.1)
bewirken, daß etw., jmd. irgendwohin gelangt: das
Gesicht in die Kissen d .; jmdn. gegen, an die
Wand, Tür d .; jmdn. an sich d. (fest an sich
ziehen); jmdm. Geld in die Hand d. (legen 1); die
Butter in die Dose d.; er drückte sich in die Ecke
1.5. etw. aus etw. d. etw. durch Druck (1.2.1) (auf
etw.) aus diesem heraus befördern: die Zahnpaste
aus der Tube, den Saft aus der Orange, Zitrone
d. 1.6. den Stempel auf den Brief d. (den Stempel
auf den Brief setzen und unter Anwendung von
Druck 1.1 einen Abdruck auf dem Papier her-
stellen) 1.7. jmd. drückt jmdn. (jmd. umarmt jmdn.
und zieht ihn fest an sich) — 2 . umg. auf das
Tempo d. (durch eigenes höheres Tempo jmdn., eine
Gruppe zu höherem Tempo herausfordern) — 3.
umg. einen Rekord d. (unterbieten 2) — 4. Preise,
Löhne d. (als Folge kap. Wirtschaftsgebarens für
jmdn. unliebsam niedrig gestalten) — 5. sich (vor,
von, um etw.) d. sich einer als lästig, unangenehm
empfundenen Pflicht entziehen: der Bursche hat
sich gedrückt!; sich vom Abwaschen, vor der Aus
sprache d.
—
6. Skat Karten durch Weglegen aus
dem aktiven Spiel ziehen: zunächst mußt du d.;
er hat eine Zehn gedrückt
-f- jmdm. den, die
Daumen d.; wissen, wo
jmdn. der / Schuh drückt; die / Schulbank d.;
auf die / Tränendrüsen d .; auf die
Tube d .;
jmdn. an die / Wand d.
drückend \Adj.; / auch drücken/: drückende
Drucker — Dualismus
263
(schwer auf jmdm.,
etw. lastende) Schwüle,
Hitze
Drucker, der; -s, - jmd., der beruflich die Tätigkeit
des Drückens in der Polygraphie ausübt
Drücker, der; -s, - 1 . [drehbarer) Knauf zum Öffnen
einer Tür — 2. Türschloß mit selbständig ein
schnappendem Riegel und der dazugehörige Drei-,
Vierk.au tschlüssel
+ umg. auf den letzten D. im letzten Moment: auf
den letzten D. kommen, etw. auf den letzten D.
tun; am D. sitzen (entscheidenden Einfluß auf etw.
haben)
Druckerei, die; -,
-en Druckerzeugnisse herstellen
der Betrieb
Drucker] -presse, die Druckmaschine; -schwärze,
die schwarze Druckfarbe
Druek/druck| -erzeugnis, das Erzeugnis der p oly
graphischen Industrie, bes. ein Buch, eine Broschüre;
- färbe, die zum Drucken verwendete Farbe; -fehler,
der durch falsches Setzen entstandener Fehler bes.
in der Folge der Buchstaben eines gedruckten Textes:
einen Text auf D. hin durchsehen; -fertig /Adj.;
nicht adv./: ein druckfertiges Manuskript (M anu
skript in dem Zustand, daß es zum Drucken gegeben
werden kann); -form, die Modellunterlage, von der
beim Druckvorgang die Druckfarbe auf das zu be
druckende Material übertragen wird; -gefühl, das
jo. PI j Druck (1.2.2); -genehmigung,die Drucke
rei Verlag sw. /in der DDR/ für die Herstellung
von Druckerzeugnissen erforderliche behördliche Ge
nehmigung; -graphik, die bild. Kunst von einer
Modellplatte abgezogene Graphik; -kabine, die
Druckausgleichskabine; -knöpf, der aus zwei kleinen
Teilen bestehende Vorrichtung zum Verschließen bes.
von Kleidungsstücken, wobei der an dem einen Teil
befindliche kleine K opf in eine leicht federnde Öff
nung des anderen Teils gedrückt wird; -legimg, die;
-,
- en: die D. eines Manuskripts, Werkes (das Ge
drucktwerden und die dazu nötigen technischen und
organisatorischen Vor- und Nacharbeiten bis zur
Fertigstellung des Druckerzeugnisses); -luft, die jo.
PL/ in Kompressoren, Gebläsen verdichtete Luft, die
zur Übertragung von Energie dient
Druckluft Techn.|
- bremse, die mit Druckluft,
arbeitende Bremse; -pumpe, die vgl.
- bremse;
- Werkzeuge, die /PI./ mit Druckluft betriebene
Werkzeuge, Preßluftwerkzeuge
Druck/druck| -maschine, die den Vorgang des
Drückens ausführende Maschine; -messer, der; -s, -
Techn. Manometer (1); -mittel, das Mittel, mit
dem jmd. unter Druck gesetzt werden kann; -platte,
die Druckerei vgl. Druckform; -posten, der umg.
Posten (I), auf dem man sich bestimmten (unan
genehmen) Anforderungen entziehen kann: da hat
er sich einen D. gesucht; -regier, der Vorrichtung,
die dazu dient, den Druck (LI) von Gasen, Flüssig
keiten in einem Teil einer Rohrleitung konstant zu
halten; -reif jAdj.; nicht adv.j druckfertig: ein
druckreifes Manuskript; O sch erzh . er spricht
geradezu d .;
- Sache, die Druckschriften, Anzeigen
enthaltende unverschlossene Postsendung; BriefSen
dung zu ermäßigter Gebühr, die Gedrucktes zum
Inhalt hat; -Schrift, die 1. /o. Pl.f Schrift (1), deren
Buchstaben entsprechend gedruckten Buchstaben ge
formt sind — 2« gedruckte Schrift (3), Abhandlung;
- Schwankung, die jvorw. Pl.j das Schwanken des
Druckes (1.1) von Gasen, Flüssigkeiten in Rohr
leitungen; -Seite, die bedruckte Seite im Gegensatz
zu einer beschriebenen S eite: drei Schreibmaschinen
seiten ergeben eine D.
drucksen /sw. Vb.; hat/ umg. sich nur zögernd,
stockend äußern (und um etw. herumreden)
Druck/druck] -spüler, der; -s, - durch den Druck
(1.1) zu betätigende und selbständig wieder schlie
ßende Vorrichtung zum Spülen (1.3); -stelle, die
verfärbte (verformte) Stelle, bes. an einem Körper,
an Früchten, die durch Druck (1.2.1) entstanden ist:
der Apfel hat Druckstellen; -Stift, der Schreib
gerät mit einem Mechanismus zum Herausdrücken
der beweglich eingesetzten M in e (II); -stock, der
jP l.
- stocke/ Druckerei Druckplatte für das Hoch
druckverfahren; -taste, die Taste, auf die man zur
Betätigung von Geräten, Anlagen drückt; -technisch
fAdj.j die Technik des Drückens betreffend; -ver
fahren, das bes. durch die Art der Druckform und
der Übertragung gekennzeichnete Art des Drückens;
-welle, die Phys. in Gasen, Flüssigkeiten infolge
plötzlicher Änderung des Druckes (1.1) entstehende,
sich sehr schnell ausbreitende W elle; -werk, das
etw. Gedrucktes, bes. Buch
drum /Adv.; / auüh darum/ umg.
+ umg. (alles) das, was d. und dran ist, das
(ganze) Drum und Dran (was als Nebenerscheinung
damit zusammenhängt)
drum/Drum umg.|
-herum jAdv.j Marum (1) (her
um) : ein kleines Haus mit einem Garten d .; -her
um, das; -/ -s, jo. Pl.j: das ganze D. (Drum und
Dran); -rum jAdv.l drumherum
drumrum umg.|
-kommen \Vb.f um das Genannte
herumkommen (3); -reden jVb.j um das Genannte
herumreden (1)
drunten /Adv.j süddt. österr., sonst veraltend
dort unten (1): d. im Tal
drunter /Adv.; / auch darunter/ umg.
+ um g. es geht alles d. und drüber (völlig durch
einander)
Drusch, der; -(e)s, -e /vorw. Sg .j 1. das Dreschen
(1) — 2. Ertrag von 1
Drüse, die; -,
-n Sekret bildendes und abgebendes
Organ
Drüsen!Schwellung, die
Dschiu-Dschitsu, das s. Jiu-Jitsu
Dschungel, der, das; -s, - ; die; -,
-n dichter, schwer
zu durchdringender Wald des (subtropischen Tief
landes; O sieh im D. (Gewirr) der Paragraphen
nicht zurechtfinden
Dschungel|pfad, der
dujPers. pron. 2 . Pers. Sg .; / auch Sie/ 1. \Bez.
für eine angesprochene, dem Sprecher vertraute Per
son beiderlei Geschlechts, für ein K indf: kommst
du mit?; na, du Kleiner!; gehst du oder ich?; zu
jmdm. du sagen; jmdn. mit du anreden; jmdm.
das Du (den gegenseitigen Gebrauch der Anrede ,dü)
anbieten; mit jmdm. auf du und du stehen (mit
jmdm. in einem vertraulichen Verhältnis stehen);
/in (vertraulicher) poetischer Rede auch von personi
fizierten Sachen/: du mein stilles Tal — 2 . m an:
da kannst du (kann man) nichts machen; /t deiner,
dir, dich
Dualismus, der; -, jo. Pl.j 1. Philos. idealist. A uf
fassung vom Vorhandensein zweier von einander un
abhängiger und einander entgegengesetzter P rin zi
pien, die das Weltgeschehen bestimmen — 2. Natur-
wiss. der D. von Welle und Teilchen (die Tatsache,
264
dualistisch — dumm
daß Materie in der Form sowohl von Wellen als auch
von Korpuskeln erscheint); dazu dualistisch jAdj.j
Dualsystem, das Math. Zahlen-,
Stellensystem,
dessen Stellenwerte Potenzen der Basis sind und das
nur mit den Zahlen 0 und 1 operiert
Dübel, der; -s, - Pflock, Zapfen, der in die Wand
eingegipst wird und als Verfestigung für Haken,
Nägel, Schrauben dient
Dübeljmasse, die jo. Pl.f pulverförmiges Material
zum Befestigen eines Dübels
dübeln jsw. Yb.; hat/: einen Haken d. (mit Hilfe
eines Dübels, von Dübelmasse in die Wand ein-
setzen)
dubios jAdj.f fragwürdig (2): ein dubioses Unter
nehmen
Dublee, das; -s, jo. Pl.f, fachspr.
-s mit dünner
Goldschicht überzogenes, unedles M etall fbes. von
SchmucksachenI
Dublette, die; -n 1. bes. im Rahmen einer Samm
lung doppelt vorhandenes Exem plar: von dieser
Briefmarke besitzt er noch Dubletten — 2. B o x e n
zwei Schläge mit je einer Faust kurz hintereinander
Duchesse, die; -, fo. Pl.f [dyjes] schwerer Satin aus
Seide
ducken jsw. Vb.; hat/ 1. sich d. K opf und Schultern
einziehen und sich beugen od. hinhocken, um sich
vor etw. zu schützen: sich schnell d.; sich in den
Graben, hinter die Mauer d . ; in geduckter Stellung
verharren — 2 .1 . sich (unter etw.) d. sich in
Furcht, Unterwürfigkeit widerstandslos unterordnen:
immer hatten sie sich d. müssen, sich unter seine
Fuchtel geduckt 2,2. jmdn. d. (jmdn. in eine Hal
tung wie 2.1 bringen)
Duckmäuser, der; -s,
-
jmd.,
der aus Feigheit,
Opportunismus (2), Ängstlichkeit nie offen seine
Meinung vertritt; dazu Duckmäuserei, die;
-en
fvorw. Sg .j
dudeln /sw. Vb.; hat/ 1.1. (auf) ein(em) Blas
instrument eintönig spielen: stundenlang dudelt er
(auf der Klarinette) 1.2. der Leierkasten dudelt
(läßt eintönig seine Melodien ertönen)
Dudel|sack, der jP l.
- sacke/ aus Pfeifen und einem
mit Luft gefüllten, sackartigen Gebilde bestehendes
Blasinstrument
Duell, das; -s, -e [du|el] 1. nach feudalem Ehren
kodex früher üblicher bewaffneter Zweikampf (1) zur
persönlichen Genugtuung für etw.,
das als Ehr
verletzung empfunden wurde: jmdn. zum D. for
dern; ein D. (mit jmdm.) austragen — 2 . sport
licher Wettkampf zwischen zwei Partnern (unter
mehreren in einem Wettbewerb): in der Schlußphase
des Rennens lieferten sich N und M ein packendes
D.
—
8. Rededuell; zu 1 duellieren, sich jsw. Vb.;
hat/: sich mit jmdm. d. (mit jmdm. ein Duell 1
austragen); sie duellierten sich
Duett, das; -(e)s, -e [du|st] Mus. 1. Komposition
für zwei Singstimmen: ein D. vortragen — 2 . im
D. (zu zweit) singen
Dult, der; -(e)s, Düfte (unaufdringlicher) angeneh
mer Geruch: ein köstlicher, süßer, würziger D .;
der D. der Rose, ihres Parfüms; von der Küche
stiegen Düfte von, nach Braten und Kuchen auf;
iron. der Käse verbreitet seinen D. (intensiven,
schlechten Geruch, Gestank)
dufte jAdj.f umg. ausgezeichnet, hervorragend, groß
artig: das war gestern d.; er ist ein dufter Kerl;
das ist (ganz) d. gemacht
duften, duftete, hat geduftet etw., jmd. duftet
(nach etw.) etw., jmd. verbreitet einen (ibestimmten)
D uft: die Rosen d. (stark); sie duftet nach Parfüm;
hier duftet es (herrscht ein D uft) nach Kaffee;
iron. wie der Käse duftet (stinkt)!
duftig jAdj.; vorw. attr. u . präd.; bes. von Textilien/
hauchzart und leicht (und gebauscht, gerafft): ein
duftiges Sommerkleid
Duft| -marke, die von Tieren zur Markierung (ihres
Reviers) an bestimmten Stellen abgesonderter Duft
stoff; -note, die jbes. von Parfümsj Eigenart des
Duftes: eine herbe D. (bevorzugen); -Stoff, der 1.1 .
Biol. von Lebewesen (aus speziellen Drüsen) ab
gesonderte geruchsintensive Substanz als Signal für
andere Organismen 1.2. den Duft erzeugende Sub
stanz für die Herstellung duftender Kosmetika;
- wolke, die oft spött.: in eine D. gehüllt (stark
parfümiert) erschien sie zu der Feier
Dukaten, der; -s, - Goldmünze, die vom 14. bis
zum 19. Jh. in Europa verbreitet war
Duktus, der; /o. Pl.j 1. charakteristische Linien
führung einer Handschrift (1): seine Schrift hat
einen energischen, steilen D .
—
2. ch arakteristisch e
Art der (künstlerischen) Formung: der D. seiner
Verse
dulden, duldete, hat geduldet 1.1 . etw. d . oh ne
(volles) Einverständnis zulassen, daß etw. geschieht:
Bummelei, Schlamperei d. wir nicht; so etwas
duldet er nicht; keinen Widerspruch d. (zulassen
2.1); etw. duldet keinen Aufschub (kann, darf nicht
aufgeschoben werden) 1.2 . jmdn. irgendwo (nicht)
d. (nicht) zülassen, daß sich jmd. irgendwo aufhält:
er duldet ihn nicht in seinem Hause; wir sind
hier nur geduldet (man läßt uns hier nur ungern
sein) — 2. geh. jmd. erträgt Leiden, Mühen, ohne
zu klagen: sie duldet tapfer, ergeben; sein stilles
Dulden; veraltend etw. d .: Not, Schmerzen d.
(erdulden); zu 2 Dulder, der; -s, - geh.
duldsam jAdj.j bereit, geneigt, vieles zu dulden (1.1):
jmd. ist d., ist ein duldsamer Mensch
Duldung, die; -,
- en jvorw. Sg .j das Dulden (1.1):
etw. findet jmds. D . (wird von jmdm. geduldet)
dumm, dümmer, dümmste jA d j./1.1 .1 . nicht klug,
nicht intelligent, unwissend: er ist ziemlich d., am
dümmsten von allen, war der Dümmste in der
Klasse; sich d. stellen (so tun, als ob man etw. nicht
wüßte); jmdn. wie einen dummen Jungen (als sei
er unerfahren, von oben herab, als sei er unmündig)
behandeln; das war d. (unklug, unvernünftig) von
dir; ich war d. genug, das mitzumachen; du bist
schön d., wenn du dafür Geld ausgibst 1.1.2. nicht
von Klugheit zeugend: ein dummer Einfall; eine
dumme Frage 1.2 . (unintelligent und) albern, ein
fältig: sie ist eine dumme Gans; sein dummes
Gehabe; sich d. und albern benehmen; ein dummes
Gesicht machen — 2. unangenehm (1.2), übel (4),
peinlich (1): er ist da in eine dumme Sache geraten;
das wäre das dümmste, was passieren könnte; das
ist zu d .!; eine dumme Angewohnheit; umg. ein
dummes (unbehagliches 1.1) Gefühl bei etw. haben
—
8. umg. jmdm. ist ganz d. (schwindelig) (im
Kopf)
+ umg. etw. wird jmdm. zu d. (etw. wird jmdm.
zuviel, jmd. verliert die Geduld); jmdm. d. kommen
(jmdm. gegenüber dreiste, anmaßende Reden führen);
sich nicht für d. verkaufen lassen (etw. nicht glau
ben, tun, was einem jmd. einzureden versucht);
Dummehen — dunkelblau
265
salopp den Dummen machen (für etw. herhalten
sollen); sich d. und dämlich, dußlig (übermäßig
viel) suchen, essen, reden; — d. wie j* Bohnen
stroh; auf die dumme /t Tour reisen; d. aus der
/ Wäsche gucken
Dummchen, das; -s, - Dummerchen
dummjdreist jAdj.j in plumper Weise dreist: eine
dummdreiste Antwort
Dummejungenstreich, der; Dumme(n)jungen-
streich(e)s, Dumme(n)jungenstreiche /bei u nb est.
Art. Dummerjungenstreich/ unüberlegter, leicht
sinniger, törichter Streich: das war ein Dummer
jungenstreich
Dummenfang, der jo. PI./ Versuch, jmdn.,
auf
dessen Leichtgläubigkeit spekulierend, für etw. an
zulocken, auszunutzen: auf D. ausgehen
Dummerchen, das; -s, - /wohlwollende Bez., Anrede
für eine etwas naive Person, für jmdn.,
der sich
töricht verhalten hat, für ein Kind im Hinblick auf
törichtes Verhalten/: ach, du bist doch ein kleines,
unser kleines D . !
Dummerjan, der; -s, -e [..ja:n] umg. dummer, ein
fältiger M ensch
dummerweise /Adv./: ich habe d. (ich habe, was
ärgerlich, unangenehm für mich ist) kein Geld bei
mir; d. ist die Sache herausgekommen
dumm|frech /Adj./ in plumper Weise frech: eine
dummfreche Antwort
Dummheit, die; -,
-en 1. /o. PL; zu dumm 1.1/
das Dummsein: das hat er in seiner D., aus D.
getan — 2. unkluge, törichte Handlung: das war
eine große D .; eine D., Dummheiten machen; er
hat nichts als Dummheiten (dumme, törichte
Streiche) im Kopf
Dumm|kopf, der dummer (1.1) Mensch: sei doch
kein D.!(; so ein D.!; auch Schimpfw.
dümmlich /Adj./ ein bißchen dumm (1) (wirkend):
so ein dümmlicher K e rl!; d. lachen
Dummsdorf
A alopp (nicht) aus D. (dumm 1, nicht dumm)
sein
Dumper, der; -s, - [dam.., dum..] geländegängiges
Kraftfahrzeug mit kippbarer, wannenartiger Lade
fläche, bes. zum Befördern von Schutt, Erde, Bau
stoffen
dumpf/Adj./ 1. tief, dunkel und gedämpft klingend:
dumpfer Trommelwirbel; ein dumpfes Grollen; d.
tönen, widerhallen — 2 . m uffig (1): ein dumpfer
Geruch; es riecht d. hier; das Mehl riecht, schmeckt
d.
—
3. stum pf (5): in dumpfe Resignation, dump
fes Brüten versunken sein — 4. eine dumpfe
(unbestimmte, nicht klar ausgeprägte, dunkle 4)
Ahnung haben; sich nur d. (dunkel) erinnern; einen
dumpfen (nur gedämpft wirkenden) Druck, Schmerz
verspüren
dumpfig/Adj./ du m pf (2): etw. riecht, schmeckt d.
Dumping, das; -s, /o. Pl.j [dam..] Wirtsch. von
kap. Staaten, bes. von M onopolen praktiziertes, zeit
weiliges krasses Unterbieten von Preisen im Außen
handel durch Verkauf von Waren ins Ausland unter
dem Selbstkostenpreis, um dadurch neue Märkte zu
erobern
Dumpingjpreis, der W irtsch. zum Zwecke des
Dumpings festgesetzter Preis: etw. zu Dumping
preisen auf den Markt werfen
dun /Adj.; nicht attr.j norddt. umg. betrunken:
(völlig) d. sein; sich d. trinken
Düne, die;
-n vom Wind aus Treib-, Flugsand
zusammengewehter Hügel, bes. an Meeresküsten, in
Trockengebieten: mit Strandhafer bewachsene
Dünen; durch die Dünen wandern
Dung, der; -(e)s, jo. Pl.j natürlicher Dünger, bes.
Stalldünger, Humus
Dünge|-kalk, der Kalk zum Düngen; -mittel, das
synthetischer od. chemisch aufbereiteter natürlicher
D ü nge r : (chemische) D. hersteilen
düngen /sw. Vb.; hat/ 1.1. den Boden, eine Anbau
fläche, Pflanzen mit Dünger versorgen: die Felder,
den Garten d .; eine Pflanze (mit Kalk), die Erd
beeren d .; hier ist frisch gedüngt 1.2 . etw. düngt
(etw. wirkt als Dünger)
Dünger, der; -s, - Stoffe, die dem Boden zur Ver
sorgung der Pflanzen mit Nährstoffen und zur Er
höhung seiner Fruchtbarkeit zugeführt werden:
natürlicher, (an)organischer, künstlicher D .; D.
streuen
Düngerj -grübe, die Dunggrube; -häufen, der
Misthaufen; -Streuer, der; -s, - Maschine zum Aus
streuen von mineralischen Düngemitteln
Dung| -grübe, die Grube für das Sammeln von
Mist, Fäkalien; -häufen, der Misthaufen; -Streuer,
der; -s, - Düngerstreuer, bes. für Stalldünger
Düngung, die;
- en \vorw. Sg ./: mineralische,
organische D. (das Düngen 1.1 mit mineralischem,
organischem Dünger)
dunkel /Adj./ 1. ohne (viel) Licht: der Raum ist,
im Raum ist es, wird es plötzlich d .; durch dunkle
Straßen gehen; es wird draußen schon d. (das
Tageslicht nimmt ab); das Zimmer ist sehr d. (ist
so gelegen, beschaffen, daß wenig Tageslicht ein
fällt); sein Fenster ist d. (es fällt kein Licht aus
dem dahinterliegenden Raum durch das Fenster);
im Dunkeln (ohne Licht) sitzen; im Dunkeln (wenn
kein Tageslicht da ist) nach Hause kommen; das
Licht, die Lampe ist (mir) zu d. (strahlt zu wenig)
—
2. (in der jeweiligen Farbe, Färbung) dem
Schwarz angenähert: ein dunkler Stoff, Anzug; er
hat dunkles Haar, dunkle Augen; er ist blond,
sein Bruder d. (sein Bruder hat dunkles Haar);
ein Bild in dunklen Farben; (ein) dunkles Rot,
Grün; der Himmel ist d .; etw. ist d. getönt; dunk
les Bier (Bier, Vollbier von brauner Färbung); ein
Dunkles (ein Glas dunkles Bier) — 3. tief tönend:
dunkle Klänge; eine dunkle Stimme; eine d.
tönende Glocke — 4 . eine dunkle (unbestimmte,
unklare, nicht scharf umrissene) Ahnung, einen
dunklen Verdacht haben; sich d. an etw. erinnern;
diese Textstelle ist d. (schwer deutbar) — 5 . jvorw.
attr./ dunkle (zwielichtige, undurchschaubare und
verdächtige) Machenschaften, Geschäfte; eine
dunkle Existenz; etw. bleibt im Dunkeln (wird
nicht aufgeklärt) — 6 . jvorw. attr.j dunkle Stunden
(Stunden voller Kummer, Leid) durchleben; das
war der dunkelste Tag meines Lebens
+ im dunkeln tappen (in .einer Sache, die auf
geklärt werden soll, noch nichts, kaum etw. wissen)
Dunkel, das; -s, jo. Pl.j Dunkelheit: im nächtlichen7
D.; im D. der Nacht; O etw. aus dpm D. der
Vergessenheit holen; der Vorfall ist in ein mysti
sches D. gehüllt
Dünkel, der; -s, jo. P l.j anmaßendes, überhebliches
Selbstgefühl: einen D. haben; jmdm. seinen D. aus -
treiben
dunkelj -blau jAdj.j von dunkler blauer Farbe: ein
266
dunkeilblond — Duplikat
dunkelblauer Stoff; ein tiefes, sattes Dunkelblau
(dunkles Blau); -blond /Adj./ 1.1. blond (1.1) mit
starker bräunlicher Tönu ng: er hat dunkelblondes
Haar 1.2. mit Haar in der Farbe von 1.1: er ist
d.;
-grün /Adj./ vgl.
- blau; -haarig /Adj.; nicht
adv./: ein dunkelhaariges Mädchen (Mädchen mit
dunklen Haaren)
dünkelhaft /Adj./ Dünkel erkennen lassend: sein
dünkelhaftes Benehmen, Auftreten; dazu Dünkel
haftigkeit, die; /o. PI .)
dunkeljhäutig /Adj.; nicht adv./: ein dunkelhäutiger
Mensch (ein Mensch von dunkler Hautfarbe)
Dunkelheit, die; -, /o. P L ; zu dunkel 1/ Zustand
des Dunkelseins', mit, bei Eintritt, Einbruch der
D. (wenn es nach Sonnenuntergang dunkel wird);
etw. im Schutze der D. tun; die Augen gewöhnen
sich an die D.
Dunkelkammer, die Raum mit reduzierter und
spezieller Beleuchtung für das Arbeiten mit licht-
empfindlichem Material
dunkeln /sw. V b.; hat, ist/ 1. es dunkelt es wird
nach Sonnenuntergang dunkel (hat): es beginnt zu
d.
—
2. mit der Zeit eine dunklere Färbung an
n ehm en (ist): das Holz, der Lack dunkelt etwas,
ist gedunkelt
dunkel/Dunkel| -rot /Adj./ vgl. dunkelblau; -wer
den, das; -s, /o. Pli/: vor dem, bis zum, beim D.
(Einbruch der Dunkelheit) am Ziel sein wollen;
-Ziffer, die Anzahl der nicht (offiziell) bekannten
Fälle in einem Bereich strafbarer od. zu m iß
billigender Vorkommnisse',
die D. ist vermutlich
hoch
dünken (dünkt/ veralt. deucht), dünkte/veralt.
deuchte, hat gedünkt/veralt. gedeucht v e r
altend 1. fvorw. Präs. u . Prät./ mich, seltener mir
dünkt (deucht) (mir scheint), es ist zu spät; dies
dünkte ihn gut — 2 . /nur dünkte, gedünkt/ sich
etw. d. sich etw. Bestimmtes zu sein einbilden: er
dünkt sich was Besseres
dünn /Adj./ 1.1. eine (relativ) geringe Dicke, einen
(relativ) geringen Querschnitt aufweisend: ein dünner
Ast, Stoff; dünnes Papier; die Wand ist sehr d.;
das Rohr muß drei Zentimeter dünner sein; ein
dünnes Buch; Farbe d. auftragen 1.2 . der Mantel
ist zu d. (aus zu dünnem 1.1 Stoff, der zu wenig
wärmt) für diese Jahreszeit — 2. mager (2) und
von geringem Umfang: ein langer, dünner Junge;
sie ist kräftig, aber doch dünner als ihre Schwester;
dünne Arme, Beine haben; dünne (schmale 1)
Lippen — 3. /von Speisen, Getränken/ arm an
gehaltvoller Substanz: dünner Tee; dünne Suppe;
er hat den Kaffee zu d. gemacht — 4.1. geringe
Dichte (1) aufweisend': eine dünne Wolkendecke;
dünner Rauch steigt auf; dünne Höhenluft; er
hat dünnes (spärliches) Haar; das Gebiet ist d,
besiedelt (hat eine geringe Bevölkerungszahl pro
Territorialeinheit) 4.2 . eine dünne (leise und nicht
klangvolle) Stimme — 5 . jvorw. präd.; nicht adv./
umg. dürftig (2): der Vortrag war ziemlich d.;
das war d., was er in der Prüfung gezeigt hat
- f umg. d. gesät (selten, wenig vorhanden) sein:
Handwerker, Sonnentage sind d. gesät; — mit
jmdm. durch / dick und d. gehen
dünn/Dünn| -besiedelt /Adj.; nur attr.f wenig be
sied elt: ein dünnbesiedelter Landstrich; -brett-
bohrer, der umg. jmd., der (bei seiner Arbeit) aus
Bequemlichkeit den Weg des geringsten Widerstandes
wählt, gewählt hat; -darin, der der an den Magen
ausgang anschließende Teil des Darmes; -druck, der
/o. PI ./: das Buch ist in D. erschienen (für das
erschienene Buch ist Dünndruckpapier verwendet
worden); -druckpapier, das /o. PL/ besonders dün
nes, feines und festes, zum Bedrucken zu verwenden
des Papier
dünnemachen, sich /Vb./ um g. sich (un au ffällig)
zurückziehen, verschwinden: als es mir zu bunt
wurde, hab ich mich dünnegemacht
dunnemals /Adv./
+ bes. berl. scherzh. Anno, anno d. früher, da
mals in der alten Z eit: Schlager von Anno, anno d.
dünn/Dünn] -flüssig /Adj.; nicht adv./ in hohem
Grade flüssig (1), nicht von zäher Konsistenz, leicht
fließen d : dünnflüssiges Öl; -pfiff, der /o. PL/
salopp Durchfäll (I); -schiß, der /o. PL/ derb
Durchfäll (I)
Dünnung, die; -, /o. PL/ fachspr. Fleisch vom
Bauch des geschlachteten Rindes, Hammels
Dunst, der; -es, Dünste 1. /o. PL/ in der Atmo
sphäre schwebender und sie leicht trübender, fein
verteilter dünner Nebel, Staub od. Rauch: ein leich
ter, feiner D. lag über den Wiesen — 2. übel
riechende, als erstickend empfundene Luft: das
Zimmer war erfüllt von (dickem) D .; giftige,
beizende Dünste
- { -u m g. keinen (blassen) D. von etw. haben (von
etw. überhaupt nichts verstehen, etw. gar nicht
wissen); jmdm. blauen D. vormachen (jmdm. U n
wahres glaubhaft zu machen suchen)
dunsten, dunstete, hat gedunstet 1. die Erde, der
See dunstet (über der Erde, dem See entwickelt sich
Dunst 1) — 2. Dunst (2) ausströmen: der Ofen
dunstet; es dunstete in der engen Kammer
dünsten, dünstete, hat gedünstet 1.1. N ahrungs
mittel mit wenig Wasser, Fett in einem geschlossenen
Gefäß gar machen: Kartoffeln, Gemüse d. 1.2. das
Fleisch noch etwas d. (durch 1.1- gar werden) lassen
—
2. s . dunsten (2)
Dunst]glocke, die territorial begrenzte, von Du nst
(1) und Abgasen (sichtbar) verunreinigte atmo
sphärische Schicht: dje D. über der Großstadt,
dem Industriegebiet
dunstig /Adj.; nicht adv.; zu Dunst/ voll Dunst;
zu 1: im Tal ist es d .; ein trüber, dunstiger Morgen;
zu 2 : es war d. (es war schlechte Luft) in dem Raum
Dunst| -Schicht, die 1.1. Schicht von Dunst (1) 1.2.
vgl. Dunstglocke; -schieier, der feiner Dunst (1),
leichter Dunstschwaden; -Schwaden, der Schwaden
von Dunst (1); -streifen, der: ein D. (als Streifen
sichtbare Dunstschicht) am Horizont; -wolke, die
Wolke (2) von Dunst (2): dicke Dunstwolken dran
gen aus der Tür
Dünung, die; -,
-en \vorw. Sg .j Seegang mit lang
gezogenen, gleichmäßigen Wellen (als Ausläufer
eines von starkem Wind erzeugten Seegangs)
Duo, das; -s, -s Mus. 1. Komposition für zwei
Soloinstrumente — 2. die zwei 1 ausführenden
Musiker
Duodezfürst, der Souverän eines Duodezfürsten
tums
Duodezfürstentum, das kleiner unbedeutender Terri
torialstaat bes. in der Zeit der Kleinstaaterei
Duplikat, das; -(e)s, -e gleichlautende zweite A u s
fertigung eines Schriftstückes, Doppel (I): ein D.
anfertigen, einreichen
Duplizität — durchbluten
267
Duplizität, die;
- en fin der Verbindung! die D.
der Ereignisse /wird gesagt, wenn jmdm. das gleich
zeitige od. zeitlich benachbarte Auftreten zweier ein
ander ähnlicher od. gleicher Ereignisse auffälltj
Dur, das; /o. Pl.\ Mus. dasjenige der beiden Ton
geschlechter, dessen Tonleiter von der dritten zur
vierten und von der siebenten zur achten Stufe einen
Halbtonschritt aufweist: eine Komposition in
D.
xdurch fPräp. mit Akk.; / auch durchs/ 1. /räumt./
1.1. /bezeichnet eine Bewegung, die von der einen
Seite in etw. hinein- und auf der anderen Seite
wieder daraus hinausfuhrt/: d. die Tür, das Fenster;
den Faden d. das Öhr ziehen; ein Loch d. das
Brett bohren 1.2. /bezeichnet eine Bewegung (quer,
kreuz und quer) über die Gesamtheit einer räum
lichen, flächenhaften Ausdehnung hin/: d. die
Stadt, Straßen, die Ausstellung gehen; d. ein Land
reisen; sich d. das Dunkel tasten — 2. /modal/
2.1 . /kennzeichnet jmdn. als Mittelsperson, Ver
ursachenden, etw. als Mittel, Grund, Ursache/: etw.
d. Boten schicken; er ließ mich d. ihn grüßen; ich
erfuhr es d. meinen Freund; d. dich, deine Hilfe
war das möglich; das Ufer d. einen Damm schüt
zen; die Produktion d. die Anwendung neuer
Arbeitsmethoden steigern; etw. d. (über) Funk
übermitteln; er erfuhr es d. Zufall (es war ein
Zufall, daß er es erfuhr); etw.,
jmdn. d. etw.,
jmdn. ersetzen (etw.,
jmdn. an die Stelle, in die
Funktion von etw., an jmds. Stelle, in jmds. Funk
tion setzen, einsetzen) 2.2. /in passivischen Sätzen,
wenn das logische Subjekt mittelbare Ursache od.
ein Naturereignis ist od. bei Substantivierung/ von
(5.3): die Stadt wurde d. Bomben, ein Erdbeben
zerstört; die Entdeckung Amerikas d. Kolumbus
—
3c /zeitl./ 3.1. österr. d. zwanzig Jahre, d. sein
ganzes Leben (während zwanzig Jahren, sein ganzes
Leben lang) 3.2 . /nachgestellt/ umg. den Winter d.
(2hindurch, xüber 2.1 .2)
2durch /Adv.; / auch durchsein/ umg. 1. es ist
zehn (Uhr) d. (es ist kurz nach zehn Uhr) — 2 . der
Ast ist d. (durchgesägt); die Hose ist d. (durch
gescheuert) — 3. der Bus ist schon d. (hat schon
die Haltestelle passiert)
+ etw. geht jmdm. d. und d. {etw. erfaßt plötzlich
und für kurze Zeit jmds. ganzes Empfinden); d.
und d. ganz und gar, vollständig: er war d. und d.
naß; die Äpfel sind d. und d. verfault; — bei
jmdm. / unten d. sein
durch- /trennbare, betonte od. untrennbare, un
betonte Partikel vor Verben und deren substanti
vischen Ableitungen, die in Verbindung mit dem
Grundwort bestimmte produktive Bedeutungstypen
bildet/ 1. /nur trennbar/ durch eine Öffnung hin
durch: / z. B . durchgehen, durchreichen, durch
stecken — 2 .1. /nur trennbar/ durch einen Baum,
ein Gebiet hindurch: / z. B . durchfahren, durch
kommen 2.2. /nur untrennbar/ xdurch (1.2): / z. B .
durchfließien — 3.1 . /oft ohne Bedeutungsunter
schied trennbar od. untrennbar/ etw. teilend, zer
stören d : / z . B . durchschneiden (durchschneiden),
durchreißen 3.2 .
'/nur trennbar/ (durch ständigen
Gebrauch) entzwei, unbrauchbar, aufgebraucht: /*
z. B . durchrosten, durchscheuern — 4 . /nur trenn
bar/ in etw. ein Loch machend:
z. B . durch
bohren — 5 .1 . /nur untrennbar/ durch etw., einen
Körper dringend (und es. zerstörend, ihn verletzend):
/ z. B . durchbohren, durchlöchern 5.2. /nur trenn
bar/ durch eine Umhüllung, Trennwand dringend:
/ z. B . durchdringen, durchregnen, durchfetten
—
6. /nur untrennbar/ plötzlich und für kurze Zeit
jmds. Empfinden ganz erfassend:
z.B.etw.
durchfährt jmdn.
—
7. /nur trennbar/ Hindernisse,
Widerstand überwindend: / z. B . sich durch
drängen, durchkommen — 8.1 . /oft ohne Bedeu
tungsunterschied trennbar od. untrennbar/ (gründ
lich und) vollständig: / z. B . durcharbeiten, durch
lesen, durchstöbern (durchstöbern) 8.2 . /nur tren n
bar/ von Anfang bis Ende: ^ z. B . durchzählen
8.3. /trennbar od. untrennbar; vorw. im Part. Prät./
ganz und gar: / z. B . durchbacken, durchgefroren
(durchfroren), durchnässen — 9. /nur trennbar/
eine Zeitspanne über ohne (wesentliche) Unter
brechung: / z. B . durcharbeiten, durchschlafen —
10. /nur untrennbar/ eine Verquickung mit etw.
herstellend: / z. B . durchsetzen
durch/Durch| :ackern /hat durchgeackert/ um g.
etw. durcharbeiten (2); arbeiten /hat durchgearbei
tet/ 1. eine Zeitspanne über ohne Unterbrechung ar
beiten: es wird von 7 bis 14 Uhr durchgearbeitet;
die Nacht d.
—
2. ein Buch, einen Artikel d. (grü nd
lich und vollständig lesen und auswerten) — 3 . etw.
bis ins einzelne gründlich ausarbeiten: ein gut durch
gearbeiteter Entwurf — 4 . etw. durchkneten (1):
den Teig gut d.
—
5. sich (durch etw.) d. sich durch
etw. mühsam einen Weg bahnen: sich durch die
Menge, das Dickicht, nach vorn d .; zu 2 — 4 ^arbei-
tung, die; -, jo. PI ./; ;atmen /hat durchgeatmet/tief
atm en: sich aufrichten und d .; :aus, -aus /Adv./
1.1 . unbedingt, auf jeden Fäll: etw. d. (haben) wol
len 1.2 . ohne weiteres, sehr wohl: das ist d. möglich
1.3 . /als Partikel/ d. nicht ganz und gar nicht: das
ist d. nicht meine Meinung; :backen /hat durch
gebacken;
1backen/ (etw.) durch und durch
backen: der Kuchen muß gut d., ist gut durchge
backen; -beißen I. /hat durchgebissen/1. etw. durch
Beißen in zwei Teile zertrennen: einen Bonbon d.
—
2. um g. sich d . : sich durch die schwierige Materie d.
(sie mit Anstrengung durcharbeiten 2); sich durch
das Studium d. (das Studium durchhalten) — II . /hat
durchbjssen; von Körperteilen/ etw. durch Biß
schwer verletzen: das Tier lag da mit durchbissener
Kehle; 7beuteln /hat durchgebeutelt/ la n d s ch .
jmdn. durchschütteln; :biegen /hat durchgebogen/
1.1 . den Rücken d. (so weit wie möglich biegen)
1.2 . sich d . : das Brett biegt sich durch (biegt sich
aus der Waagerechten nach unten); ^bilden /hat
durchgebildet/etw. durchformen; :blasen/hatdurch
geblasen/ 1.1. durch etw. hindurchblasen: ein Röhr
chen nehmen und d. 1 .2 . etw. reinigen, wieder durch
lässig machen, indem man durch es bläst: die Rohre
d.
—
2. der Wind hat uns tüchtig durchgeblasen
(hat so kräftig geweht, daß er durch unsere Kleidung
gedrungen is t); -blättern /hat durchgeblättert, auch
durchblättert/: ein Buch, eine Akte d. (blätternd
durchsehen 2); -bleuen /sw. Vb.; hat durchgebleut/
umg. jmdn. durchprügeln; :blick, der /vorw. Sg./
(Aus)blick zwischen od. durch etw. hindurch: durch
die Gasse hat man einen D. auf den Platz; flick en
/hat durchgeblickt/1. durch etw. (hindurch)blicken:
am Fernrohr stehen und d.
—
-
2. etw. d. lassen von
etw., das eigentlich nicht mitgeteilt werden soll, doch
etw. indirekt mitteilen, andeuten: er wird wohl hei
raten, er hat (so) etwas d. lassen; -bluten I . /ist,
268
Durchblutung — durckeinander-
hat durchgeblutet/ 1. (ist) der Verband ist durch
geblutet (das Blut der Wunde ist durch den Verband
gedrungen) — 2 . (hat) es, die Wunde blutet durch
(Blut aus der Wunde dringt durch den Verband) —
H. /hat durchblutet; vorw. im Part. Prät./: das Ge
hirn ist gut, schlecht durchblutet (ist gut, schlecht
mit Blut versorgt); zu II -Mutung, die jvorw. Sg .j;
-Mutungsstörung, die: Durchblutungsstörungen
haben; eine D. des Gehirns; -bohren I. /hat durch
gebohrt/ 1.1, ein Loch (durch etw.) d. (ein Loch
durch etw. bohren) 1.2, umg. das Brett, die Wand d.
(ein Loch durch das Brett, die Wand bohren) —
II. /hat durchbohrt/1. das Brett, die Wand d. (vgl.
I. 1.2) 2. etw.,
jmdn. mit einem spitzen Gegenstand
durchdringen (II.l): er wurde von einer Kugel
durchbohrt; <> jmdn. mit Blicken d. (jmdn. f i
xieren); ;boxen /hat durchgeboxt/ um g.: einen
Vorschlag, Antrag d. (mit Nachdruck durchbringen
4, -setzen 1.1.1); rbraten /hat durchgebraten/ (etw.)
durch und durch braten: das Fleisch gut d.; das
Fleisch muß gut d .; :brausen /ist durchgebraust/:
der D-Zug ist eben durchgebraust (durch
gejagt I ); -brechen / / auch durchbrochen/
I. /hat, ist durchgebrochen/ 1.1. etw. in zwei Teile
brechen (hat): er hat den Stab durchgebrochen
I. 2. in zwei Teile brechen (ist): das Brett ist durch
gebrochen —- 2 . eine Öffnung durch etw. brechen
(hat): die Wand d.; ein Fenster d. (die Öffnung für
ein Fenster durch etw. brechen) — 3. sich durch
Hinderndes gewaltsam einen Weg bahnen (ist): der
Gegner ist an mehreren Frontabschnitten durch
gebrochen; die Sonne bricht durch (kommt aus den
Wolken hervor); O ihre alte Vitalität brach wieder
durch (zeigte sich wieder und kam zur Wirkung) —
II. /hat durchbrochen/ 1. ein Hindernis gewaltsam
überwinden: die Menge durchbrach die Absperrung;
gegnerische Truppen durchbrachen die Verteidi
gungslinie — 2. ein Prinzip d. (von einem Prinzip
abw eichen); Tbrennen /ist durchgebrannt/ 1.1 . ein
Draht brennt durch (geht durch Hitze-, Stromein
wirkung entzwei) 1.2 . die Sicherung ist durch
gebrannt (durch 1.1 entzweigegangen) — 2 .1 . die
Kohlen sind durchgebrannt (sind durch und durch
rotglühend) 2.2 . der Ofen ist durchgebrannt (ent
hält nur rotglühende Kohlen) — 3. umg. sich heim
lich davonmachen: seine Frau ist ihm durchgebrannt
(hat ihn betrogen und verlassen); er ist mit dem Geld
durchgebrannt; :bringen /hat durchgebracht/
1. umg. etw., jmdn. auf Grund seiner Abmessungen
durch eine enge Stelle befördern, bringen können: ob
wir den Tisch, das Boot hier d.?
—
2. einen Kran
ken d. (sein Leben durch medizinische Behandlung
retten) — 3. jmdn., sich d. mit Mühe für jmds., s ei
nen Lebensunterhalt sorgen: sie mußte Zusehen, wie
sie sich und die Kinder durchbrachte — 4 . einen
Plan, Vorschlag, Kandidaten d. (gegen Widerstand
erreichen, daß er angenommen, gewählt wird); der
Lehrer hat alle Prüflinge durchgebracht (erreicht,
daß sie die Prüfung bestanden haben) —•5. umg.
Geld, Ersparnisse, Besitz d. (durch Verschwenden
aufbrauchen); -brochen /Adj.; nicht adv.;
auch
durchbrechen I I / : eine durchbrochene Tischdecke,
Bluse (eine Tischdecke, Bluse, bei der sich durch
regelmäßige Aussparungen im Material ein Muster
ergibt); :bruch, der 1. fvorw. Sg .f das Durchbrechen
(1.3 ,11): einen D. (durch die gegnerischen Linien)
wagen; O einen D. erzielen (erreichen, daß sich
etw. durchsetzt 1.1 .2); neuen Ideen zum D. verhelfen
—
2. Öffnung als Ergebnis des Durchbrechens (1.2)
von etw.: einen D. (durch die Wand, ins andere
Zimmer) machen; ;bürsten /hat durchgebürstet/:
das Haar, den Mantel d. (gründlich. bürsten);
^checken /hat durchgecheckt/ etw. vollständig
checken: die Passagierliste d .; -denken /hat durch
dacht, auch durchgedacht/ etw. in allen Teilen
(gründlich, folgerichtig) durch Denken analysieren,
ergründen: ein Problem, eine Aufgabe d .; ein gut
durchdachter Plan; diskutieren /hat durchdisku
tiert/ etw. (gründlich, folgerichtig) diskutieren
;drängeln, sich /hat sich durchgedrängelt/ um g.
sich ungeduldig durchdrängen; -drängen, sich /hat
sich durchgedrängt/ sich durch eine Enge, Menschen
menge drängen: sich durch die Menge, zum Aus
gang, zwischen den Stuhlreihen d .; :drehen /hat,,
ist durchgedreht/ 1. (hat) Fleisch d. (im F leisch
wolf zerkleinern) — 2 . umg. jmd. dreht durch jmd.
verliert die Nerven (ist): das ist zuviel für ihn, der
dreht noch durch —3 . /von Rädern eines Fahrzeugsf
sich auf der Stelle drehen (hat): bei der Glätte dre
hen die Räder durch; -dringen f / auch -dringend/
I. /ist durchgedrungen/ durch etw. dringen: hier
dringt der Regen durch; das Gerücht ist zu uns
durchgedrungen (bis zu uns gedrungen); er dringt
mit seiner Stimme nicht durch (übertönt nicht an
dere Geräusche, erfüllt den Raum nicht mit seiner
Stimme) — H . /hat durchdrungen/ 1. etw. d. durch
ein Hindernis einen Weg bahnen: sie durchdrangen
das Dickicht; <0> seine Augen versuchten das Dun
kel zu d.
—
2. ein Thema, einen wissenschaftlichen
Stoff d. (gründlich und vollständig gedanklich auf
nehmen und betrachten) — 3. etw. durchdringt
jmdn. etw. ergreift von jmdm. Besitz und erfüllt ihn:
ein Gefühl der Freude durchdrang ihn; von Dank
barkeit, einer Idee, von Kälte durchdrungen sein;
;dringend /Adj.; / auch -dringen/ 1.1 . ein durch
dringender (lauter und greller) Schrei 1.2 . ein durch
dringender (strenger 5, penetranter 1) Geruch;
-drmgung, die; -, jo. P L ; zu -dringen 11.2/: die
wissenschaftliche, künstlerische D. eines Stoffes;
:drueken /hat durchgedruckt/: die Buchstaben ha
ben durchgedruckt (es ist so gedruckt worden, daß
die Buchstaben auch auf der Rückseite des Blattes
zu sehen sind); :drücken /hat durchgedrückt/
1. etw. durch etw. drücken (1.4): den Quark d. (durch
ein Sieb, Tuch drücken) — 2. ein paar Wäschestücke
schnell d. (leicht durchwaschen) — 3. die Ellen
bogen, Knie d. (so weit wie möglich nach hinten
drücken und damit Arme, Beine in die Gerade brin
gen) — 4 . umg. etw. durchsetzen (1.1 .1): einen
Entwurf, seine Vorstellungen d .; 7dürfen /hat
durchgedurft/ umg. sich durch eine Enge hindurch
bewegen, eine Stelle passieren dürfen: darf ich bitte
mal (hier) durch?; wer abgefertigt war, durfte
durch; -eilen /hat durcheilt/: er durcheilte (durch
querte eilend) den Saal; -einander jAdv.f 1. völlig
ungeordnet, in Unordnung: hier ist alles d.
—
2.jmd.
ist d. (verwirrt 2); -einander, das; -s, jo. Pl.j 1.1 . be
trächtliche Unordnung: das D. in der neuen Woh
nung 1.2. Situation, in der Handlungen verworren
durcheinandergehen: im Saal entstand ein allge
meines, heilloses D.
durcheinander- fin verbalen Zusammensetzungen
und deren substantivischen Ableitungen; bezeichnet
Unordnung, Verworrenheit, z. B .f: durcheinander
durcheinanderbringen — Durchgangszimmer
269
fallen, durcheinanderlaufen, durcheinaüderreden,
dureheinandertrinken
durcheinander! -bringen fV b .f 1. alles d. (in U n
ordnung bringen) — 2 . jmdn. d. (verwirren 2) —
8. Begriffe d. (miteinander verwechseln, nicht Idar
erkennen); -gehen /Vb./ ungeordnet vonstatten ge
hen, ablaufen: heute geht hier wieder einmal alles
durcheinander; -kommen /Vb./ 1* in Unordnung
geraten: bei dem Umzug ist vieles durcheinander
gekommen — 2 . ich komme ganz durcheinander
(gerate aus dem geordneten Oedankengang); -werfen
jVb.j etw. durcheinanderbringen (1, 3)
durch/Dureh| exerzieren /hat durchexerziert/
umg. etw. von Anfang bis Ende, in allen Einzel
heiten üben, ausprobieren: Regeln, etw. an einem
Beispiel d .; -fahren I. /ist durchgefahren/ 1. durch
eine Enge hindurchfahren: dann kommt ein Tunnel,
durch den müssen wir d.
—
2. durch einen Ort d.
(ohne Aufenthalt durch einen Ort fahren) — 3 . eine
Stelle ohne Aufenthalt fahrend passieren: in N fährt
der Zug durch; eben ist der Bus durchgefahren —
4. eine Zeitspanne über ohne Unterbrechung fahren:
wir sind die Nacht durchgefahren — 5. der Zug
fährt durch bis Saßnitz (dieser Zug fährt bis nach
Saßnitz) — II. /hat durchfahren/ 1. einen Ort, ein
Gebiet d. (fahrend durchqueren) — 2. eine Strecke
d. (fahrend zurücklegen) — 3 . ein Schreck, Ge
danke durchfährt jmdn. (jmd. bekommt einen
Schreck, hat plötzlich einen Gedanken); ^fahrt, die
1.das Durchfahren (LI): D. verboten! — 2. \vorw.
Sg.\ Durchreise: wir sind hier nur auf der D.
—
8. Stelle, wo man durch eine Enge hindurchfährt: die
D. passieren, frei halten; ^fall, der I. krankhafte
häufige Ausscheidung dünnflüssigen Stuhls (IL2),
Diarrhöe: (den) D. haben — II. Mißerfolg einer
(Rolle in einer) Theateraufführung: das Stück wurde
ein D .; :fallen /ist durchgefallen/ 1. in, bei einer
Prüfung d. (eine Prüfung nicht bestehen) — 2. das
Stück, die Aufführung fiel durch (wurde ein Durch
fall II); :färben /hat durchgefärbt/: etw. färbt
durch (färbt auf eine Umhüllung ab); :faulen /ist
durchgefault/ (stellenweise) völlig von Fäulnis zer
stört werden: die Bretter sind durchgefault; -1ech
ten /hat durchgefochten/ eine Angelegenheit aktiv,
m it Einsatz bis zum Erfolg betreiben: einen Prozeß
d .; :feiern /hat durchgefeiert/ u m g .: wir haben
(die Nacht) durchgefeiert (von abends bis morgens
gefeiert); :feilen /hat durchgefeilt/ 1. etw. in zwei
Teile feilen — 2. etw. vollständig, im einzelnen sorg
fältig überarbeiten: den Artikel noch einmal d.; ;fet-
ten /ist durchgefettet/: die Wurst fettet durch (das
Fett der Wurst dringt durch die Umhüllung);
^finden /hat durchgefunden/1. sich irgendwohin d.
den gesuchten Ort mit einiger Mühe finden: wirst
du dich zu uns d.?
—
2. in einer (komplizierten)
Sache Übersicht gewinnen: durch diese Akte finde
ich (mich) noch nicht durch; -fliegen I. /ist durch
geflogen/ 1. durch etw. hindurchfliegen: wir sind
durch die Wolkendecke durchgeflogen — 2 . sa
lopp durchfallen (1) — II . /hat durchflogen/ 1. eine
Strecke fliegend zurücklegen: er durchflog die Strecke
Berlin—Erfurt in einer dreiviertel Stunde — 2 . etw.
flüchtig durchlesen: die Zeitung d.;
-fließen /hat
durchflossen/: der Bach durchfließt (fließt durch)
die Wiesen; -fluten/hat durchflutet/1. Licht durch
flutet den Raum (fällt in den Raum ein und erfüllt
ihn) — 2. geh. eine Woge von Mitleid durchflutete
(erfüllte) sie; :formen /hat durchgeformt/ etw. bis
ins einzelne gründlich (aus)formen: seinen Stil,
einen Aufsatz d .;
-forschen /hat durchforscht/
1. ein Wissensgebiet d. (gründlich, umfassend for
schend untersuchen) — 2 . etw. gründlich betrachten,
absuchen (2.1): die Gegend nach einem Lagerplatz
d .; -forsten /forstete durch, auch durchforstete, hat
durchgeforstet, auch durchforstet/ 1. F orstw .
ein Waldgebiet d. (von unerwünschten Bäumen be
freien) — 2. umg. seine Buchbestände d. (sichten
und Bücher daraus aussondern); fragen, sich /hat
sich durchgefragt/ um g. sich irgendwohin d. durch
wiederholtes Fragen nach dem Weg zum Ziel ge
langen : ich werde mich nach N, zu euch d.; :fressen
/hat durchgefressen/ 1. das Kaninchen hat die
Stallwand durchgefressen (hat ein Lo ch in die
Stallwand gefressen) — 2 . Ivon chemischen Vorgängen!
etw. zersetzen (1.1): der Rost hat die Eisenstäbe
durchgefressen — 3 . sich d.: das Kaninchen hat
sich durch das Gitter durchgefressen (hat ein Loch
in das Gitter gefressen und ist hindurchgelangt) —
4. ^salopp sich bei jmdm. d. sich von jmdm., seine
Gastfreundschaft ausnutzend, längere Zeit bewirten
lassen: er hat sich zwei Wochen bei uns durch
gefressen; -froren fAdj.; vorw. präd.j durchgefroren:
nach dem langen W arten in der Kälte waren wir
völlig d.; :fuhr, die; -en \vorw. Sg .j W irtsch.
Transit (1) von Waren; :führbar fAdj.; nichtadv.; zu
-führen 1/: derPlan ist nicht d.; führen/hat durch
geführt/ 1. etw. in die Tat umsetzen, verwirklichen:
einen Auftrag, Plan, Beschluß d.
—
2. etw. aus
führen (3.3): eine Reparatur d. (etw. reparieren);
Messungen d.
—
3. etw. organisieren und stattfinden
lassen: eine Veranstaltung, Tagung d.; Tführung,
die das Durchführen: die D. des Plans, Versuches,
Kongresses; p apie rd t. etw. kommt, gelangt zur
D. (wird durchgeführt 3); etw. zur D. bringen (etw.
durchführen 3); ;führungsbestimmung, die fvorw.
Pl.j Anordnung über die Durchführung, Anwen
dung eines Gesetzes, einer Verordnung; :füttern
/hat durchgefüttert/ um g. jmdn. (zeitweilig) mit
ernähren, versorgen; : gang, der 1. das Durchgehen
(1): D. verboten! — 2. durch, zwischen etw. hin
durchführender Weg, Gang: bitte den D. frei halten!;
dort ist ein D. zur Straße — 3.1. festgelegter Zeit
abschnitt, in dem eine Personengruppe (in einem
Heim) betreut wird: wir sind im ersten D .; es
wird in drei Durchgängen gegessen 3.2. Personen
gruppe von 3.1: der erste D. ißt um acht Uhr,
bleibt bis Monatsende im Lager — 4. Sport einer
von mehreren gleichartigen Abschnitten in einem
Wettkampf, in dem alle Teilnehmer einzeln hinter
einander die gleiche Aufgabe absolvieren: der Ski
springer stürzte im zweiten D .; : gängig lA d j.j
von Anfang bis Ende immer wieder auftretend:
ein durchgängiges Merkmal dieser Arbeit
ist ...
Durchgangs! -Stadium, das nicht endgültige E n t
wicklungsstufe: etw., jmd. befindet sich in einem
D.;
-tür, die Tür, die zwei Zimmer unmittelbar mit
einander verbindet; -verkehr, der 1. Verkehrsw.
durch ein Verkehrsnetz od. dessen Teile hindurch
gehender Verkehr: die Straße ist für den D. ge
sperrt — 2. Wirtsch. Durchfuhr; -wagen, der
Eisenb. Eisenbahnwagen mit einem Durchgang
zum vorausgehenden, folgenden W agen; -zimmer,
das Zimmer, durch das man gehen muß, um in ein
270
durchgehen — durchkom men
anderes Zimmer ohne eigenen Zugang zum Korridor
zu gelangen
durch/Durch| : geben /hat durchgegeben/ ein e I n
formation über ein Medium übermitteln: die Nach
richt wurde über Funk, Lautsprecher, im Radio
durchgegeben; tgefroren /Adj.; vorw. präd./i nach
dem langen Warten in der Kälte waren wir völlig
d. (von Kälte durchdrungen); ;gehen /ist durchge
gangen; / auch -gehend/ 1. durch, zwischen etw.
hindurchgehen: durch die Reihen, Tür, nach vorn
d.
—
2. umg. etw., jmd. geht (durch etw.) durch
etw.,
jmd. kann auf Grund seiner Abmessungen
durch eine enge Stelle hindurch befördert, gebracht
werden: der Schrank, das Kabel geht hier nicht
durch — 3 . etw. dringt durch', der Mantel ist nicht
imprägniert, durch den geht der Regen durch —
4. der Zug geht durch (fahrt durch) bis Saßnitz —
5. die Straße geht durch (verläuft direkt) bis zum
Wald; ein Kleid mit durchgehenden (von oben bis
unten verlaufenden) Streifen; ein durchgehender
(über die Breite einer ganzen Front, mehrerer Zim
mer verlaufender) Balkon; O das Grundmotiv der
Sinfonie geht durch (tritt von Anfang bis Ende
immer wieder auf) — 6 . die Sitzung geht durch
(dauert ohne Unterbrechung an) bis 20 Uhr —
7. Pferde gehen durch (brechen aus der Führung
aus und jagen davon) — 8.1. der Antrag ist (glatt)
durchgegangen (von einer zuständigen Instanz,
Gruppe gebilligt und angenommen worden) 8.2. etw.
d. (unbeanstandet) lassen: so etwas soll man nicht
d. lassen; jmdm. etw. d. lassen (jmds. Fehler,
Versehen mit Nachsicht behandeln) — 9 . sein Tem
perament, Gefühl ging mit ihm durch (er konnte
sein Temperament, Gefühl nicht mehr zügeln) —
10. etw. durchsehen (2): den Artikel, Plan (noch
einmal) d.; :gehend /Adj.; vorw. adv.; / auch
- gehen/: das Geschäft ist, hat d. (ohne Mittags
pause) geöffnet; -gejstigt /Adj.; vorw. attr./i seine
durchgeistigten (von subtiler intellektueller Aktivi
tät gezeichneten) Züge; ^geknöpft /Adj.; nicht adv./:
ein durchgeknöpftes (von oben bis unten zu knöp
fendes) Kleid; :gestalten /hat durchgestaltet/
etw. bis ins einzelne gründlich gestalten: eine lite
rarische Figur, Aufführung d.; :gewebt /Adj.;
nicht adv./: ein durchgewebter Teppich (Teppich,
dessen Muster auch auf der Rückseite erscheint);
^gießen /hat durchgegossen/: den Kaffee, die
Milch d. (durch ein Sieb gießen); :greifen /hat
durchgegriffen;
auch -greifend/ 1. durch etw.,
eine Öffnung hindurchgreifen: durch ein Gitter,
einen Spalt d.
—
2. gegen jmdn., einen Zustand
energisch Maßnahmen ergreifen: gegen Rowdytum
hart d.; :greifend /Adj.; nicht adv.; / auch -grei
fen/ einschneidend: durchgreifende Maßnahmen,
Änderungen; ;gucken /hat durchgeguckt/ umg.
durch etw. durchblicken (1); :haben /Vb./ umg.
1. jmd. hat viel durch (durchgemacht) — 2 . wir
haben den Ast durch (durchgesägt,
- gehackt,
- ge
brochen) — 3. er hat das Buch durch (durch
gelesen) — 4 . den Lehrstoff haben wir durch (durch
genommen); :hacken /hat durchgehackt/ etw. in
zwei Teile (zer)hacken; ;halten /hat durchgehalten/
aushalten (3): das Studium d. (sich anstrengen und
bis zum Ende studieren); du mußt (bis zu Ende) d.;
er hält nicht lange durch (vermag etw. nicht lange zu
tun, zu ertragen); ^hangen /hat durchgehangen/
1. nicht straff gespannt sein, durchgebogen hängen:
die Leinen, Drähte hängen durch — 2 . umg. jmd.
hängt durch jmd. ist zeitweilig leistungsunfähig, in
schlechter Verfassung: ich habe gestern nach dem
Fest mächtig durchgehangen; ;hauen /hat durch
gehauen/ 1. /haute durch, geh. hieb durch/ etw.
mit einem Werkzeug in zwei Teile schlagen: einen
Ast, Klotz d.
—
2. /haute durch/ jmdn. tüchtig
verprügeln: der Vater hat ihn durchgehauen;
:hecheln /hat durchgehechelt/ umg. etw., jmdn. d .
über etw., jmdn. herziehen (4): die Bekannten, den
Vorfall d.; :heizen /hat durchgeheizt/: die Räume d.
(heizen, gründlich h eizen ); :helfen /hat durchgehol
fen/ jmdm. (durch etw.) d. jmdm. helfen, eine schwie
rige Lage zu bestehen: sich gegenseitig d.; ich werde
sehen, wie ich mir durchhelfe (wie ich durchkomme
4, 5); :hören /hat durchgehört/ etw. durch etw.
Schalldämmendes, durch ein anderes Geräusch
hindurch hören: man konnte das Gespräch durch
die Wand d .; auf einem Sender einen anderen d .;
^hungern, sich /hat sich durchgehungert/ sich
hungernd durchbringen (3): nach dem Kriege haben
wir uns so durchgehungert; : ixen /sw. Vb.; hat
durchgeixt/: ein falsch getipptes Wort d. (durch
Übertippen mit dem Buchstaben x ungültig machen,
tilgen); -jagen I. /ist durchgejagt/ um g.: das Auto
jagte durch (passierte in hoher Geschwindigkeit,
ohne anzuhalten, eine Stelle, einen Ort) — II . /hat
durchjagt/ 1. das Auto durchjagte (jagte ohne
Aufenthalt durch) die Stadt — 2. etw. durchjagt
(durchfährt II.3) jmdn.: ein Schreck durchjagte
ihn; -kämmen I. /hat durchgekämmt/: das Haar
d. (kämmen, gründlich kämmen) — II . /hat durch
gekämmt, auch durchkämmt/: den Wald, das Ge
lände d. (mit einer Kette von Menschen syste
matisch, genau durchsuchen); -kämpfen /hat
durchgekämpft/ 1. etw. durchsetzen (1.1 .1): ein
Projekt d.
—
2. sich durch etw. d . (sich durch etw.
mit Mühe einen Weg bahnen); :kauen /hat durch
gekaut/ 1. etw. gründlich kauen: Speisen, Brot gut
d.
—
2. um g. ein Thema, einen Stoff im Unterricht
d. (gründlich, bis zum Überdruß behandeln); Tklin-
gen /ist, hat durchgeklungen/: jmds. Stimme klingt
durch (ist vor anderen Stimmen, Tönen hörbar);
:kneten /hat durchgeknetet/ 1. etw. gründlich
kneten: den Teig gut d.
—
2. umg. jmdn. d . (kräf
tig massieren); :koehen /hat durchgekocht/ etw.
gründlich (miteinander) kochen: das Fleisch mit den
Zwiebeln gut d.; :kommen /ist durchgekommen/
1. einen Ort, eine Stelle passieren: der Zug ist eben
durchgekommen — 2. durch eine Enge, ein Hinder
nis hindurchgelangen: durch die Absperrung,
Straßen nicht d .; in dem Gewühl war kein Durch
kommen; die Sonne kommt durch (hinter den
Wolken hervor) — 3 .1 . die Aufgabe ist kompliziert,
ich komme nicht durch (erfasse und bewältige sie
nicht voll) 3.2. mit einem Pensum d. (es bis zu Ende
erledigen ) — 4 . die Zeit, Lage war schwierig, aber
wir sind (gut, heil) durchgekommen (haben s ie
überstanden) — 5. mit seinen Mitteln {bescheiden)
leben können: für uns reicht es, wir kommen durch
—
6. etw. dringt durch: hier kommt der Regen
durch — 7. ich wollte dich anrufen, bin aber nicht
durchgekommen (habe keine Verbindung bekommen)
—
8. morgen hat er Prüfung, hoffentlich kommt er
durch (besteht er sie) — 9 . der Kranke wird d. (nicht
sterben) — 10. die Nachricht, Meldung ist gestern
durchgekommen (durchgegeben worden) — 11. sich
durchkönnen— durchprüfen
271
durchsetzen (1.1 .2): er kommt mit seiner Frechheit
immer wieder durch; mit dem Vorschlag wirst du
nicht d.
—
12. da kommt der Lehrer (in ihm) durch
(bei solcher Gelegenheit merkt man, daß er Lehrer
ist); ^können /hat durchgekonnt/ um g. durch etw.,
eine Enge, Absperrung hindurchgelangen können,
dürfen : alle Ritzen sind verstopft, es kann nichts
mehr durch; kann ich hier mal durch?; ^konstru-
ieren /hat durchkonstruiert/: der Motor ist gut
durchkonstruiert (in allen Einzelteilen funktions
tüchtig konstruiert); -kramen /hat durchgekramt,
auch durchkramt/ um g.: die Schublade d. (durch
wühlen); -kreuzen I. /hat durchgekreuzt/ etw. mit
einem K reu z (1.1 .1) durchstreichen — Df. /hat durch
kreuzt/ 1. ein Gebiet kreuz und quer durchfahren,
durchwandern: den Wald, Atlantik d.
—
2. jmds.
Absichten, Pläne d. (zunichte machen, vereiteln);
:kriechen /ist durchgekrochen/ durch eine Öffnung
hindurchkriechen: unter dem Zaun d .; :kriegen /hat
durchgekriegt/ umg. 1 . etw. durchbringen (1): wir
kriegen den Tisch nicht (durch die Tür) durch —
2. etw. in zwei Teile zertrennen können: die Pappe
kriege ich mit der Schere nicht durch — 3 . einen
Antrag d. (durchbringen 4) — 4 . wir werden den
Kranken schon d. (durchbringen 2); ;laden /hat
durchgeladen/ eine Handfeuerwaffe durch Öffnen
und Schließen der Kammer (1.3) schußfertig ma
chen: ein Gewehr d.; sofort d.; dangen /hat durch
gelangt/ landsch. umg. durch etw. durchgreifen
(1); daß,der; -lasses, -lasseBauw. durch Mauerwerk,
einen Damm hindurchführender Durchbruch, Durch
gang; dassen /hat durchgelassen/ 1. jmdn. durch
gehen, -fahren, passieren lassen: der Pförtner hat
ihn durchgelassen; würden Sie mich bitte mal d.?
—
2. etw. durchdringen, durchgehen lassem die
Vorhänge lassen kein Licht durch — 3. jmdm. etw.
d. jmdm. etw. durchgehen lassen: diese Unart laß
ich ihm nicht durch; dässig lAdj.f Flüssigkeiten,
Gase durchdringen lassend: eine durchlässige
Trennwand; die Schuhe sind d. (undicht); dazu
dässigkeit, die; daucht, daucht, die; -,
- en /Titel,
Anrede für fürstliche Personen/: seine D., der Fürst
von N; ich bitte Euer D. ...; dauf, der fachspr.
das Durchlaufen von Stadien in der Fertigung von
Produkten: den technologischen D. in der Montage
verkürzen; -laufen I. /ist, hat durchgelaufen/
I. durch etw., eine Enge, zwischen etw. hindurch
laufen (ist): durch das Tor d.
—
2. (ist) wir sind
durch das Erdgeschoß durchgelaufen (haben das
Erdgeschoß laufend durchquert) — 3 . eine Zeit
spanne über ohne Unterbrechung laufen (ist): wir
sind vier Stunden durchgelaufen — 4. (hat) er hat
seine Schuhe, Sohlen durchgelaufen (durch stän
diges Benutzen verschlissen) — 5 . etw. sickert durch
(ist): an dieser Stelle ist Wasser durchgelaufen;
der Kaffee läuft durch (sickert durch den Filter) —
II. /hat durchlaufen/ etw.,
jmd. hat mehrere
Stadien (in einer Entwicklung) d. (ist durch meh
rere Stadien gegangen); die Schule d. (von Anfang
bis Ende besuchen)
Durchlauf] -erhitzer, der; -s, - Gerät, das durch
laufendes Wasser selbsttätig erhitzt; -zeit, die f a ch
spr.: die Durchlaufzeiten (die Zeitspannen für den
Durchlauf) senken
durch/Durch] davieren, sich /hat sich durchlaviert/
umg. sich geschickt, Vorteile nutzend, durchbringen;
- l$ben /hat durchlebt/: schwere Stunden, Ängste
d. (durchmachen 1); desen /hat durchgelesen/ etw.
von Anfang bis Ende lesen: den Bericht (schnell) d.
- leuchten /hat durchleuchtet/ 1. jmdn.,
jmds.
Lunge d. (mit Hilfe von Röntgenstrahlen unter
suchen, ohne eine Aufnahme zu machen) — 2. etw.
kritisch untersuchen: ein Problem, einen Tat
bestand d .; ;liegen /hat durchgelegen/ 1. sich
wund-,
aufliegen (2.2): er ist schon lange bett
lägerig und hat sich durchgelegen — 2. die Matratze
ist durchgelegen (durch vieles Daraufliegen ist die
Federung, Spannkraft der Matratze abgenutzt);
- löchern /hat durchlöchert/ etw. d . viele Löcher in
etw. machen, b$s. durch Schießen: eine durch
löcherte Zielscheibe; ;lüften /hat durchgelüftet/ so
lüften, daß die Luft durch den Raum hindurchziehen
kann : wir wollen mal ordentlich d.; 7inachen /hat
durchgemacht/ 1. etw. (Schweres) erleben und be
steh en : er hat viel, hat Schweres durchgemacht ;
eine Krankheit d.; jmd. hat eine Wandlung, Ent
wicklung durchgemacht (hat sich gewandelt, ent
wickelt) — 2. umg. 2.1. wir haben (die Nacht)
durchgemacht (durchgefeiert) 2 .2 . wir wollen (die
Mittagspause) d. (durcharbeiten 1); :marsch, der /o.
PI./ salopp Durchfall (I); :marschieren /ist durch
marschiert/ durch einen Ort, ein Gebiet marschieren:
durchmarschierende Truppen; ;mengen /hat durch
gemengt/ etw. durchmischen; -messen /hat durch
messen/ geh. einen Raum, ein Gebiet (gehend,
laufend) durchqueren: er durchmaß den Raum mit
langen Schritten; den Kontinent d.; ymesser, der;
-s, - durch den Mittelpunkt einer regelmäßigen geo
metrischen Figur verlaufende Sehne, Strecke: der
Kreis hat einen D. von 30 cm; der Stamm ist, mißt
zwei Meter im D. (in der Dicke); ;mischen /hat
durchgemischt/ etw. (gründlich) mischen: am Ende
werden alle Zutaten noch einmal gut durchge
mischt; Tmüssen /hat durchgemußt/ umg. 1 . durch
etw., eine Enge, Absperrung hindurchgehen, -fahren
m üssen: wenn wir zur Straße wollen, müssen wir
hier durch; drängle ein bißchen, wir müssen (nach
vom) durch — 2 . durch etw. d. eine schwierige
Lage, Aufgabe meistern müssen: durch dieses Tief,
da mußt du durch!; -nässen /hat durchnäßt; vorw.
im Part. Prät./ etw., jmdn. durch und durch naß
machen: unsere Kleidung war, wir waren völlig
durchnäßt; der Regen durchnäßte uns bis auf die
Haut; :nehmen /hat durchgenommen/ einen Lehr
stoff behandeln: wir haben diesen Stoff, das noch
nicht durchgenommen; numerieren /hat durch
numeriert/ einzelne Teile von Anfang bis Ende, fort
laufend numerieren: das Manuskript d.; organi
sieren /hat durchorganisiert/ etw. bis in s ein zeln e
organisieren: er hat alles, den Betrieb gut durch
organisiert; :pauken /hat durchgepaukt/ u m g.
etw. rücksichtslos durchsetzen (1.1 .1); ;pausen /hat
durchgepaust/ etw. pausen: eine Zeichnung d .;
peitschen /hat durchgepeitscht/ 1. jmdn. d.
(jmdm. mehrere Schläge mit der Peitsche versetzen) —*
2. etw. (gewaltsam und) rücksichtslos schnell durch
setzen (1.1 .1): einen Antrag, eine Vorlage d .;
- p f lügen /hat durchpflügt/ geh.: die Meere d. (das
Meer befahren); probieren /hat durchprobiert/
eine Reihe von Dingen, Vorgängen od. einen Vor
gang ausnahmslos probieren: alle Sorten, Möglich
keiten d .; wir wollen das einmal d.; :prüfen /hat
durchgeprüft/ 1. etw. vollständig (über-, nach)prü
fe n : die Rechnung, einen.Motor d.
—
2. etw. durch
probieren; :prügeln /hat durchgeprügelt/ jmdn.
heftig prügeln; -pulsen /hat durchpulst/ geh. etw.
durchströmt etw.,
jmd n .: heftige Freude durch
pulste ihn; ;pusten /hat durchgepustet/ um g. vgl.
durchblasen; -queren fsw. Vb. ; hat durchquert/:
einen Raum, ein Gebiet d. {durch einen Raum, ein
Gebiet in seiner ganzen Ausdehnung gehen, fahren);
den Wald, die Stadt d.; : rasen /ist durchgerast/
vgl. durchjagen (I); Rasseln /ist durchgerasselt/
umg. durchfallen (1); Rationalisieren /hat durch
rationalisiert/ einen Prozeß vollständig rationali
sieren; Rechnen /hat durchgerechnet/ etw. voll
ständig, in allen Einzelheiten {aus-, berechnen: eine
Aufgabe, die Kosten d .; Regnen /hat durch
geregnet/: hier, an dieser Stelle regnet es durch
{dringt der Regen durch das Dach, die Decke);
Reiche, die;
- n fensterartige Öffnung in einer
(Küchen)wand od. Tür zum Hindurchgeben bes.
von Speisen, Geschirr; Reichen /hat durchgereicht/
etw. durch eine Öffnung reichen; Reise, die fvorw.
Sg./: auf der D. sein, sich auf der D. befinden {einen
Ort passieren, der nicht Anfang od. Ziel der Reise
ist); jmdn., einen Ort auf der D. besuchen; -reisen
I. /ist durchgereist; /f auch -reisende/ er ist
gestern hier durchgereist {hat auf seiner Reise diesen
Ort passiert) — IL /hat durchreist/ ein Gebiet d.
{kreuz und quer durch ein Gebiet reisen); Reisende,
der u. die / / auch -reisen 1/ jmd., der sich auf der
Durchreise befindet; Reisevisum, das Visum aus
schließlich für die Durchreise durch ein Land;
Reißen /hat, ist durchgerissen/ 1. etw. in zwei Teile
\zer)reißen (hat): das Blatt, den Faden d.
—
2. in
zwei Teile {zer)reißen (ist): bei der Belastung riß die
Leine durch — 3. Mil. eine Schußwaffe, ohne lang
sam durchzuziehen (1.2), abziehen (hat); Reiten /ist,
hat durchgeritten/ 1 . (ist) er ist hier durchgeritten
{hat reitend diesen Ort passiert) — 2 . (hat) sich d.
{sich durch Reiten wund reiben); Ringen, sich /hat
sich durchgerungen/ sich zu etw. d . seine inneren
Widerstände überwindend sich zu etw. entschließen:
sich zu einem Entschluß d.; Rosten /ist durch
gerostet/ von Rost zerfressen, durchlöchert werden:
der Kübel rostet durch; Rühren /hat durch
gerührt/ 1. etw. gründlich (um)rühren: den Teig gut
d.
—
2. den Quark d. {durch ein Sieb rühren);
Rutschen /ist durchgerutscht/ um g. 1. unbemerkt,
unbeanstandet durchkommen: bei der Kontrolle mit
d.
—
2. der Fehler ist mir so durchgerutscht {unter
laufen I)
durchs fPräp. durch 4- Akk. (das) von Jdas/;
/ 1durch 1; jin vielen Fällen heute nur durchs/:
mit jmdm. d . Leben gehen
Burch/durchj Rage, die {anweisende) Mitteilung
über ein M edium: Achtung, Achtung! Eine D .!;
Ragen /hat durchgesagt/ 1. etw. Wichtiges, eine
Anweisung über ein Medium mitteilen: die Gewinn
zahlen, eine Meldung d.
—
2. in einer Gruppe
etw. von Person zu Person weitersagen: etw. nach
hinten d.; Ragen /hat durchgesägt/ etw. in zwei
Teile sägen: ein Brett d.;
- s chaubar /Adj.; zu
- s chauen I I /: (schwer) durchschaubare Zusam
menhänge; er ist leicht d.;
- s chauen I, /hat durch
geschaut/ lan d sch. durch etw. durchblicken (1) —■
II* /hat durchschaut/ etw., jmdn. d. hinter einem
{andersartigen) Anschein das wahre Wesen von etw.,
jmdm. erkennen: jmds. Machenschaften d.; ich
durchschaue {verstehe) den Zusammenhang noch
272
durchprügeln — durchschlüpfen
nicht; RCheinen /hat durchgeschienen; / auch
- s cheinend; von Lichtstrahlen! etw. dringt {durch
etw.) durch: Licht scheint durch die Ritzen, den
Vorhang durch; Rcheinend /Adj.; nicht adv.;
/ auch -scheinen/ lichtdurchlässig, aber nicht durch
sichtig: durchscheinendes Papier; :scheuern /hat
durchgescheuert/: die Hose ist durchgescheuert
(durch Reibung fadenscheinig geworden); -schießen
/hat durchschossen/ 1. fvorw. im Part. Prät.f er
lag mit durchschossenem (von einem Schuß, von
Schüssen durchbohrtem) Arm — 2.1, B uchbind,
ein Buch d. (bei einem Buch leere Blätter zwischen
die bedruckten einfügen) 2.2, D ruckerei die Seiten
d. (den Zeilenabstand durch Durchschuß vergrößern);
RChimmern /hat durchgeschimmert/ durch etw.
hindurchschimmern: Licht schimmerte durch den
Vorhang durch; RChlafen /hat durchgeschlafen/:
er hat (die N acht, zwei Tage) durchgeschlafen
(ohne Unterbrechung geschlafen); ;Schlag, der
1. unter Verwendung von Kohlepapier hergestellte
Kopie eines (maschinengeschriebenen Textes: etw.
mit drei Durchschlagen schreiben — 2. siebartiges
Küchengerät zum Durchschlagen (1.3); -schlagen
/ /* au ch -schlagend/ I, /hat, ist durchgeschlagen/
1. etw. durchhauen (1) (hat): einen Holzklotz d.
—
2. etw. d . etw. durch etw. hindurchschlagen (hat):
zur Verfestigung einen Bolzen d.
—
3. etw. durch ein
Sieb, siebartiges Küchengerät passieren (hat): ge
kochte Apfelstücke d.
—
4.1 . sich mit (erheblicher)
Anstrengung durchbringen (hat): sich allein, irgend
wie d. 4 .2. sich irgendwohin d. Hinderndes, Gefah
ren überwindend (unbemerkt) bis zu seinem Ziel
gelangen (hat): sich zu seiner Truppe, bis nach N
d.
—
5. etw. schlägt durch etw. dringt durch Um
hüllung, trennendes Material hindurch (ist): die
Feuchtigkeit, Druckerschwärze schlägt durch —
6. (ist) da schlägt (wieder einmal) seine Veran
lagung durch, ist sein Temperament durchge
schlagen (durchgebrochen 1.3) — 7. etw. schlägt
durch etw. wirkt stark abführend (hat): Rhabarber
schlägt durch — II . /hat durchschlagen/ das Ge
schoß durchschlug (schlug durch) das Dach;
:schlagend /Adj.; nicht adv.; / auch -schlagen/:
die Sache hatte einen durchschlagenden (sofort
eintretenden und tiefgreifenden, umfassenden) Er
folg; eine durchschlagende Wirkung; ein durch
schlagendes (sofort und umfassend überzeugendes)
Argument; Rchlagpapier, das jo. Pl.f dünnes Papier
für Durchschläge; Rchlagskraft, die fo. Pl.f fach-
spr. Kraft, Wucht, mit der ein Sprengkörper etw.
durchschlägt: ein Geschoß von hoher D .; Rehlän-
geln, sich /hat sich durchgeschlängelt/1. sich wen
dig zwischen etw. hindurchbewegen: sich durch die,
zwischen den Reihen d.
—
2. sich mit Geschick
durchbringen, sich durchlavieren: er schlängelt sich
im Leben so durch; Rchlauchen, sich /hat sich
durchgeschlaucht/ salopp ständig die Gebefreudig
keit, Gefälligkeit, Gastfreundschaft anderer fü r sich
ausnutzen; Rchleifen /hat durchgeschleift/ umg.
jmdn. durchschleppen; 7Schleppen /hat durchge
schleppt/ umg. jmdn., der schwächer, weniger fähig
ist, mit Mühe durchbringen: wir haben ihn eine
Zeitlang, mit durch das Examen durchgeschleppt;
^schleusen /hat durchgeschleust/ jmdn., ein F ahr
zeug durch eine schwierige Strecke, ein schwieriges
Gebiet hindurch führend geleiten, weisen: Passanten,
eine Autokolonne (durch den Verkehr) d.; Rchlüp-
durchschmecken — durchsteigen
273
fen /ist durchgeschlüpft/ durch eine, Öffnung, Enge,
zwischen etw. hindurchschlüpfen: durch den Zaun,
zwischen den Reihen d .; ;Schmecken /hat durch
geschmeckt/ den Geschmack eines Bestandteils einer
Speise als hervorstechend wahrnehmen: man
schmeckt das Natron, den Speck durch; :schmoren
/ist durchgeschmort; bes. von elektrischen Leitern/
durch übergroße Hitzeentwicklung in der Isolation
defekt werden: die Leitung ist durchgeschmort;
^schmuggeln /hat durchgeschmuggelt/ etw., jmdn.,
sich unerlaubterweise unbemerkt durch eine K on
trolle bringen: ein paar Zigaretten werden wir
schon d. können; sich d.: er hat sich mit durch
geschmuggelt; -schneiden 1 . /hat durchgeschnitten,
auch durchschnitten/ etw. in zwei Teile schneiden:
die Schnur, den Apfel (in der Mitte) d.
—
2. /hat
durchschnitten/ der Bach durchschneidet das Tal
(fließt so durch das Tal, daß es dadurch geteilt wird);
7 schnitt, der 1.1. fvorw. Sg .f arithmetischer Mittel
wert aus mehreren vergleichbaren Größen: den D.
ermitteln, errechnen; der D. liegt bei drei Pro
zent, 30 Jahren; es wurden im D. (durchschnitt
lich 1) zehn Stück pro Tag produziert; der See ist
im D. 15 Meter tief; er liegt mit seinen Leistungen
über, unter dem D. (der Klasse); die Aufführung
war nicht besonders, es war D. (sie war mittel
mäßig) 1.2. jo. Pl.f der eine gewisse Norm repräsen
tierende Teil einer (großen) Gruppe, Anzahl von
Personen: das wird vom D. (der Bevölkerung, des
Publikums) unterstützt, abgelehnt — 2 . M ath.
Durchschnittswert; :schnittlich fAdj.f 1. /nicht
präd.f den Durchschnittswert repräsentierend: die
durchschnittliche Stundenzahl, Beteiligung, L e
benserwartung; es werden d. (im allgem einen, im
Durchschnitt) zehn Stück pro Tag produziert —
2. nicht besonders gut und nicht besonders schlecht,
nicht außergewöhnlich, m ittelmäßig: seine Leistun
gen sind (nur) d .; ein durchschnittliches Talent;
er ist d. begabt
Durchschnitts durchschnittlich (1 )|-alter, das fvorw .
Sg.f; -einkommen, das; -geschwindigkeit, die;
- lohn, der; -verdienst, der; -wert, der M ath.
arithmetisches Mittel
durch/Durch| -schnüffeln /hat durchgesehnüffelt,
auch durchschnüffelt; emot. neg.f etw. neugierig
und eingehend durchsuchen: jmds. Tasche, Briefe d.;
7 Schrift, die Durchschlag (1): von etw. eine D. an
fertigen; : schuß, der fPl.
-Schüsse/ 1. Schußver
letzung, bei der das Geschoß durch den Körper, einen
Körperteil hindurchgegangen ist — 2. fo. Pl.f 2.1.
Druckerei (drucktechnisches Mittel zur Herstellung
von) Zwischenraum zwischen Druckzeilen 2.2. Buch
bind . die beim Durchschießen eingebrachten leeren
Blätter; : schütteln /hat durchgeschüttelt/ jmdn. h ef
tig, längere Zeit schütteln: jmdn. bei den Schultern
packen und d .; -schwimmen I. /ist durchgeschwom
men/ durch, zwischen, unter etw. hindurchschwim
m en : er ist unter der Brücke durchgeschwommen
—
II. /hat durchschwpmmen/ ein Gewässer schwim
mend durchqueren: einen Fluß d.; :schwitzen /hat
durchgeschwitzt/: er hat den Pulli durchgeschwitzt
(hat so geschwitzt, daß der Pulli feucht ist); sein
Hemd ist durchgeschwitzt; : sehen /hat durchge
sehen/ 1 . durch etw. durchblicken (1): laß mich mal
(durch das Fernglas) d.
—
2. etw. unter einem be
stimmten Gesichtspunkt (der Reihe nach) von A n
fang bis Ende prüfend ansehen: die Post, Liste, den
Stoff (auf Fehler) d.; die Hausaufgaben, Hefte d.
(durchlesen und korrigieren) ; eine Zeitschrift d.
(flüchtig durchlesen, durchblättern) — 8 . umg. er
sieht (da) nicht durch (durchschaut das nicht in sei
nen Zusammenhängen); -seihen /hat durchgeseiht/
etw. zum Zweck des Filterns durch ein Sieb, Tuch
gießen: die Milch d.;
^sein /ist durchgewesen;
Präs. u . Prät. / 2durch/ umg.;
- s etzen I. /hat
durchgesetzt/1.1. etw. d. gegen Widerstand erreichen,
daß etw. zur Wirkung, Geltung gelangt: Forderun
gen, seinen Willen d.; er setzte durch, daß ...
1.2 . etw., jmd. setzt sich durch etw., jmd. gelangt
gegen Widerstand zur (allgemeinen) Wirkung, Gel
tu n g: seine Ideen setzten sich damals noch nicht
durch; er hat sich in diesem Kollektiv, mit seiner
Meinung durchgesetzt — II . /hat durchsetzt; oft im
Part. Prät.f etw. mit etw., eine Gruppe von Per
sonen mit Personen d. auf eine Menge von Dingen,
Personen (mit bestimmter Absicht) eine Anzahl an
derer Dinge, Personen (gleichmäßig) verteilen: ein
mit Birken durchsetzter Kiefernwald; eine Gruppe
mit Agenten d.; zu 1.1.1 :setzung, die;. - , fo. Pl.f;
7sicht, die das Durchsehen (2): bei einer D. Mängel,
Fehler feststellen; bei D. der Akten ...; das Auto
zur D. (zur technischen Überprüfung und Wartung)
bringen; :Sichtig 1. fvorw. von Materialien! so be
schafffen, daß man hindurchsehen kann: ein durch
sichtiger Stoff; die Folie ist d.
—
2. seine Absich
ten, Motive sind (allzu) d. (leicht durchschaubar);
: sickern /ist durchgesickert/ 1. durch etw. sickern:
das Wasser ist durchgesickert — 2. etw. sickert
durch etw.,
was geheimgehalten werden soll, wird
durch Indiskretion doch bekannt: es ist nichts offi
ziell mitgeteilt worden, aber es ist etwas (davon)
durchgesickert; Tsieben /hat durchgesiebt/ etw.
1sieben (1): das Mehl, den Kies d.; : sitzen /hat
durchgesessen/: er hat den Hosenboden durch
gesessen (durch vieles Daraufsitzen abgenutzt, ver
schlissen); die Polsterung ist durchgesessen;
:sollen /hat durchgesollt/ umg. durch etw.,
eine
Enge hindurchgebracht,
- befördert werden sollen:
der Bolzen, Faden soll hier durch; 7 Spielen /hat
durchgespielt/ 1. etw. von Anfang bis Ende probend
spielen : eine Szene d.; die Sonate einmal d.
—
2. einen (künftigen, geplanten, gedachten) Prozeß (1)
in allen einzelnen Abläufen modellhaft gestalten: die
Situation d .; : sprechen /hat durchgesprochen/ etw.
von Anfang bis Ende, bis ins einzelne besprechen:
Aufgaben d .; : spülen /hat durchgespült/:die Wäsche
(gut) d. (spülen l .i) ; : starten /ist durchgestartet/
1.1. Flugw . die Maschine, der Pilot startet durch
(der Pilot setzt zur Landung an, setzt aber wegen der
gefährdeten Landung nicht auf, sondern bringt das
Triebwerk od. die Triebwerke wieder auf hohe Touren
und zieht das Flugzeug wie beim Start hoch) 1.2.
Kraftfahrzeugtechn. jmd.,
ein Auto startet
durch (bremst, fährt aber mit hoher Motorleistung
weiter) ; -stechen I. /hat durchgestoehen/ durch etw.
hindurchstechen: durch den Stoff d.
—
H. /hat
durchstochen/ er durchstach (stach .durch) das
Leder mit einer Ahle; :stecken fsw. Vb.; hat durch
gesteckt/ etw. durch eine Öffnung stecken: (jmdm.)
einen Brief, Zettel d. (durch den Briefschlitz
stecken ); 7Stehen /hat durchgestanden/ etw. aus^
halten (1): diese Belastung steht er nicht durch;
wenn er nur die Krisis durchsteht (übersteht);
- Steigen /ist durchgestiegen/ durch etw. ,
eine öff-
18 Wörterbuch
274
durchstellen — durchziehen
nung hindurchsteigen: durch den Zaun d.; + / da
steig ich nicht durch; 7 stellen /hat durchgestellt/
ein Telefongespräch vom Hauptapparat an einen
Nebenanschluß weiterleiten: warten Sie bitte, ich
stelle durch; :stemmen /hat durehgestemmt/
1.1. etw. mit dem Stemmeisen durchbrechen (1.2);
die Wand d. 1.2. ein Loch (durch die Wand) d.
(mit dem Stemmeisen ein Loch in etw. schlagen);
- stöbern /hat durchgestöbert, auch durchstöbert/
etw. (nach etw.) suchend durchkramen: jmds. Sachen,
den Schrank d .; -stoßen I. /hat, ist durchgestoßen/
1. etw. durch Stoßen durchbrechen (1.2) (hat): die
Zwischenwand d.
—
2. /von Teilen von Kleidungs
stückenI etw. durchscheuern (hat): die Armelkanten
sind durchgestoßen — 3 . durchbrechen (1.3) (ist);
feindliche Verbände sind an zwei Frontabschnitten
durchgestoßen — II . /hat durchstoßen/ gegneri
sche Truppen durchstießen (durchbrachen II. 1) die
Verteidigungslinie; -strahlen /hat durchstrahlt/
fachspr. etw. mit Strahlen durchdringen (II.l): ein
Metall, eine Substanz d .; : strecken /hat durch
gestreckt/ : die Arme, Beine, Knie d. (durch
drücken 3); : streichen /hat durchgestrichen/ 1. Ge
schriebenes, Gedrucktes mit einem Strich, mit Strichen
durch diesen Text ungültig machen: ein Wort d.
—
2. etw. durch ein feines Sieb passieren: den Brei d.;
- streifen /hat durchstreift/ ein Gebiet ziellos durch
wandern: den Wald d.; -strömen /hat durchströmt/
etw. durchströmt jmdn. etw. ergreift von jmdm. B e
sitz und erfüllt ihn: ein Gefühl der Wärme, Freude
durchströmte ihn; strukturieren /hat durchstruk
turiert/ etw. bis ins einzelne strukturieren (1): jvorw.
im P a r t. P rä t.j ein (gut) durchstrukturierter
Betrieb, Artikel; studieren /hat durchstudiert/
etw. durcharbeiten (2): einen Artikel d.; -suchen /hat
durchsucht, auch durchgesucht/ etw., jmdn. d. in
etw., der Kleidung von jmdm. gründlich suchen, um
dort etw., jmdn. zu finden: ich habe alles durch
gesucht, meine Taschen durchsucht, den Schlüssel
aber nicht gefunden; unsere Wohnung, der Ver
dächtige wurde durchsucht; -suchung, die; -,
-en
das Durchsuchen, bes. als juristische, polizeiliche
Maßnahme: bei der D. (des Verstecks) wurden
Waffen gefunden; -suchungsbefehl, der Jur. rich
terliche Legitimation für das Vornehmen einer Durch
suchu ng; ^testen /hat durchgetestet/ etw. (gründ
lich) testen: wir werden das Gerät vorher d .; 7trai-
nieren /hat durchtrainiert; vorw. im Part. P rät.j:
ein durchtrainierter (von sportlichem Training ge
prägter) Körper; -tränkt /Adj.; nicht adv./ etw. ist
mit, von etw. durchtränkt etw. ist durch und durch
mit, von etw. getränkt: der Verband war von Blut
durchtränkt; -trennen /hat durchgetrennt, auch
durchtrennt/ etw. in zwei Teile trennen: das Kabel,
die Leitung d.; :treten /hat, ist durchgetreten/
1. einen Hebel bis zum Anschlag treten (hat): das
Gaspedal d.
—
2. vom Eingang weiter in das Innere
eines Raumes od. öffentlichen Verkehrsmittels
gehen, um Nachfolgenden Platz zu machen (ist):
bitte, weiter d., zur Wagenmitte d .!; -trieben jA d j.j
gerissen, (heimtückisch) schlau: der Bursche ist d.;
- wachen /hat durchwacht; vorw. im Part. Prät.j:
eine durchwachte (vjachend, wach verbrachte)
Nacht;-wachsen jAdj.; nicht adv.j:durchwachsener
(mit magerem Fleisch durchsetzter) Speck; O um g.
scherzh. „wie geht’s?“ „Danke, d. (durchschnitt
lich 2)“ ; :wählen /hat durchgewählt/ im Telefon
verkehr eine Anschlußnummer unmittelbar ohne
Vermittlung wählen: nach N, zu meinem Apparat
kann man d.;
- wandern /hat durchwandert/ ein
Gebiet wandernd durchqueren: das Tal, die Gegend
d.; -wärmen /hat durchgewärmt, auch durchwärmt/
jmdn., sich, etw. durch und durch erwärmen: der
Tee hat uns gut durchgewärmt, durchwärmt;
ein angenehm durchwärmter R aum ; 7waschen
/hat durchgewaschen/: ein paar Kleinigkeiten
schnell d. (1waschen 1.1); -waten I. /ist durch
gewatet/ durch etw. hindurchwaten: der Bach war
nicht tief, man konnte d.
—
II. /hat durchwatet/
den Bach d. (den Bach watend durchqueren); 7weg,
- weg jAdv./ (fast) ausnahmslos: das Wetter war d.
schön; es waren d. (in der überwiegenden M ehr
zahl) gute Arbeiten; die Teilnehmer waren d.
Jugendliche; :wegs [,.ve:ks], auch -wegs /Adv.j
süddt. österr. Schweiz, durchweg; -weichen I.
/ist durchgeweicht/ von Nässe ganz und gar auf
geweicht werden: die Tüte, der Karton ist durch
geweicht — H . /hat durchweicht/ etw. durchnässen
und dadurch ganz und gar aufweichen: die Wege
waren durchweicht; :werfen /hat durchgeworfen/
etw. durch etw.,
eine Öffnung hindurchwerfen:
einen Brief d.; :wetzen /hat durchgewetzt/ lan d -
sch. etw. durchscheuern; 7winden, sich /hat sich
durchgewunden/ 1. sich durch, zwischen etw., z wi
schen Personen hindurchwinden: sich zwischen den
Reihen d.
—
2. sich durchschlängeln (2): er windet
sich überall, immer wieder so durch; 7wirken /hat
durchgewirkt/ etw. durchkneten (1); -wirkt /Adj./:
ein mit Metallfäden durchwirkter Stoff (ein Stoff,
in den beim Wirken, Weben Metallfäden einge
arbeitet sind); 7Wollen /hat durchgewollt/ umg.
1. durch eine Menschenmenge, Enge, durch Hindern
des hindurchgelangen wollen: er machte den Um
stehenden klar, daß er durchwollte — 2 . durch etw.
dringen, einen Durchbruch schaffen wollen: an
dieser Stelle wollen wir durch die Decke durch;
- wühlen /hat durchwühlt, auch durchgewühlt/
etw. wühlend durchsuchen: seine Sachen, Tasche,
die Käste d .; :Wursteln, sich /hat sich durchge-
wurstelt/ umg. sich in unzulänglicher Weise
durchbringen, durchhelfen: er wird sich ewig, wieder
nur so d.; :zählen /hat durchgezählt/ eine Anzahl
von Dingen, Personen von Anfang bis Ende zählen:
Wäschestücke, die aufgeführten Positionen d . ;
- ziehen I. /hat, ist durchgezogen/1. etw. durch etw.,
eine Öffnung hindurchziehen (hat): den Faden
(durch das Nadelöhr) d.
—
2. etw. bis zu einem
äußersten Punkt, Anschlag ziehen (hat): die Säge,
das Ruder d.
—
3. umg. eine Arbeit, Angelegen
heit, Aktion zügig, ohne große Umstände erledigen,
abwickeln (hat): das ziehen wir auch noch (mit)
durch; ein Programm d.
—
4. durch einen Ort,
ein Gebiet ziehen (ist): gestern ist ein Wanderzirkus
hier durchgezogen — 5. jvon Speisen, die mit einer
Lösung angemächt, eingelegt werden/ (ist): der
Salat muß eine Stunde d. (die Bestandteile des
Salats müssen das Aroma der Lösung aufnehmen);
die Gurken sind gut durchgezogen — II . /hat
durchzogen/ 1. Karawanen d. (durchqueren, ziehen
durch) die Wüste — 2 . etw. durchzieht etw. etw.
zieht sich linienförmig durch etw.: jvorw. im Part.
Prät.j ein von zahlreichen Wasserläufen durch
zogenes Gebiet; <> das Grundmotiv durchzieht die
ganze Sinfonie (tritt von Anfang bis Ende immer
durchzucken — Dusseligkeit
275
wieder a u f); -zucken /hat durchzuckt/ etw. durch
zuckt jmdn. etw. durchfährt (II.3) jmdn. blitzartig:
der Gedanke durchzuckte ihn, daß
: zug, der
1. fvorw. 8g .f das Durchziehen (1.4): der D. von
Wolkenfeldem — 2. jo. PI .j Luftzug, der durch zwei
einander gegenüberliegende Öffnungen entsteht: heim
öffnen der Tür entstand D.; D. machen (<absicht
lich durch Lüften Luftzug entstehen lassen); ^zwän-
gen, sich /hat sich durchgezwängt/ sich durch eine
Menschenmenge, Enge, (irgendwohin) hindurch
zwängen: sich durch den Türspalt, nach vom d.
dürfen (er darf), durfte, hat gedurft 1. /d. + In f .;
bei vorangehendem Inf. steht der Inf. von d. statt
des Part. Prät.; steht d. ohne folgenden Inf. ,
so
ergibt sich aus Zusammenhang und Situation der zu
ergänzende In f.; der zu ergänzende In f. kann durch
das, es ersetzt werden! 1,1.1. jmds. Erlaubnis, Ein
willigung zu etw. haben: du darfst nur ins Kino
gehen, wenn du damit fertig hist; der Kranke darf
schon aufstehen; hast du mitgehen d .?; darf ich
stören?; ich durfte nicht zu ihm; wenn ich gedurft
hätte, wäre ich heute zu dir gekommen; sie wird es
nicht gedurft haben; hier darf nicht geraucht
werden; iron . nun darf (muß) ich wieder alles
allein machen! 1.1 .2 . jin höflicher Rede, bes. in
einer Frage,Aufforderung/: darf, dürfte ich um den
Zucker bitten?; darf, dürfte ich Sie bitten, mir
zu folgen!; ich darf Sie noch darauf hinweisen,
daß ... 1.2. ethisch od. durch die Umstände zu etw.
berechtigt sein : so etwas darf man nicht sagen; das
darfst du nicht miteinander vergleichen 1.8. /in
meist verneinten Sätzen, die einen Wunsch, eine
Bitte ausdrückenj: du darfst nicht traurig sein (sei
bitte nicht traurig)\ — 2. /dürfte + Inf.; steht in
vorsichtigen Feststellungen und mildert eine be
stimmte Behauptung, Aussage/: morgen dürfte es
Regen geben (gibt es wahrscheinlich, vermutlich
Regen); es dürfte nicht schwer sein, das zu be
weisen ; das dürfte genügen
dürftig jA dj.j 1. ärmlich: d. gekleidet sein, leben;
dürftige Kleidung — 2. sehr ungenügend hinsicht
lich der Qualität, Qu antität: ein dürftiges Ergebnis;
der Vortrag war ziemlich d. (inhaltsarm); er war
nur d. bekleidet
Duroplast, auch Duroplast, der jvorw. Pl.f unlös
licher und nicht schmelzbarer Plast
dürr fAdj.; nicht adv.f 1. /von Teilen des pflanz
lichen Organismus /trocken, vertrocknet: ein dürrer
Ast, Strauch; dürres Laub — 2. fvom Boden/
trocken und unfruchtbar, karg: auf diesem dürren
Boden wächst nichts — 8 . unangenehm dünn (1.2),
mager (2): ein langer, dürrer K erl; einen dürren
Hals haben — 4 . etw. mit, in dürren Worten (knapp
und nüchtern 3.1) sagen, schildern
Dürre, die; -,
-n Periode großer Trockenheit, bes.
in der Vegetationszeit: die D. (während) des letzten
Sommers; es herrscht (eine) große D.
dürre/Dürre| -fest jAdj.; nicht adv.j fachspr. jvon
Pflanzenj unempfindlich, widerstandsfähig gegen
(große) Trockenheit: diese Sträucher sind d .; -jahr,
das von Dürre gekennzeichnetes Jahr: die Auswir
kungen dieses Dürrejahres; -periode, die D ü rr e;
- resistent /Adj.; nicht adv.f fachspr. vgl.
- fest;
- s chaden, die jPl.j durch Dürre verursachte Schäden
an pflanzlichen Kulturen
Durst, der; -es, jo. Pl.j 1. Bedürfnis zu trinken:
(großen) D. haben; D. leiden; den D. stillen;
Hering macht D.; D. auf Bier, Kaffee; Tee löscht
(gut) den D.
—
2. geh. jmds. D . (heftiges Ver
langen) nach Rache, Wahrheit, Liebe
- f umg. einen, eins über den D. trinken (mehr
trinken, als man verträgt)
dursten, durstete, hat gedurstet D u rs t (1) leiden :
jvorw. mit Modalverben! das Vieh mußte d.; hun
gern und d .; <C> geh. die Erde durstet (ist aus
getrocknet, braucht Regen)
dürsten, dürstete, hat gedürstet 1. ve ra lten d
jmdn. dürstet es jmd. hat, leidet Durst: es dürstete
ihn (nach einem frischen Trunk) — 2. geh . jmd.
dürstet, es dürstet jmd. (jmd. hat ein heftiges Ver
langen) nach Rache, Liebe
Durst|gefühl, das jo. P l.j : ein (heftiges) D. ver
spüren
durstig /Adj.! 1. Durst habend: d. sein; das war ein
Labsal für unsere durstigen Kehlen; wir hatten
uns müde, hungrig und d. gelaufen — 2 . geh. d.
nach Wissen, Liebe sein (ein heftiges Verlangen
nach Wissen, Liebe haben)
durst/Durst| -stillend /Adj.; nicht ad v.j: ein durst
stillendes (den Durst gut stillendes) Getränk;-strecke,
die Zeitspanne, in der jmd. Entbehrungen, Ein
schränkungen auf sich nehmen m uß: es war eine D.
für die Familie, als er nur die Invalidenrente bekam
Dusche, die; -n 1 . Vorrichtung, mit der man zu
feinen Strahlen verteiltes Wasser (von oben) auf
den Körper auftreffen lassen kann: unter die D.
gehen; sich unter die D. stellen — 2 . eine Ein
zimmerwohnung mit D. (Raum, Nische, Ein
richtung mit 1) — 3. das Duschen: eine D. nehmen
(sich dusch en ); tägliche, kalte Duschen
- f etw. ist für jmdn. (wie) eine kalte D. (etw. wirkt
schlagartig ernüchternd, enttäuschend auf jmdn.)
Dusch|ecke, die abgetrennte Ecke in einem Bad (3.1),
Waschraum mit einer Dusche
duschen jsw. Vb.; hat/ sich, jmdn. d. sich, jmdn.
von, mit der Dusche besprühen (lassen): sich heiß,
kalt d .; den Oberkörper d .; die Kinder müssen
noch geduscht werden
Dusch| -nische, die vgl. Duschecke; -raum, der
Raum mit Dusche(n)
Düse, die; -,
-n Teil einer Rohrleitung mit sich all
mählich verengendem Querschnitt, worin die Ge
schwindigkeit des durchströmenden Mediums erhöht
und der statische Druck gesenkt wird: eine Flüssig
keit mit einer, durch eine D. (ein)spritzen, zer
stäuben; die D. ist verstopft
Dusel, der; -s, jo. Pl.j umg. I . D. haben (unver
mutet und ohne jedes Zutun) Glück haben: da hatte
ich einen mächtigen D .; das war D.
—
II.1. Däm
merzustand — 2. landsch. im D. (betrunken) sein
duselig jAdj.j umg.: ich bin, mir ist so d. (benom
men, mir ist schwindlig)
duseln jsw. Vb.; hat/ umg. leicht schlafen: ich
habe eben ein bißchen geduselt
Düsen| -antrieb, der jo. Pl.j Antrieb durch ein
Strahltriebwerk: ein Flugzeug mit D .;
- f lugzeug,
das Flugzeug mit Düsenantrieb; -Jäger, der Jagd
flugzeug mit Düsenantrieb; -maschine, die Düsen
flugzeug; -treibstoff, der Treibstoff für Düsenflug
zeuge; -triebwerk, das Strahltriebwerk
Dussel, der; -s, -/ -s umg. Schimpfw. Dummkopf,
Trottel: ach, ich bin doch ein D .!; so ein D .!
dusselig jA d j.j s. dußlig
Dusseligkeit, die s. Dußligkeit
18*
Dussel|kopp, der; -s, -köppe salopp Schimpfw.
Dussel:du D.!
dusseln /sw. Vb.; hat/landsch. 1.duseln — 2 . sich
dußlig verhalten, eine Dußligkeit machen
Dussel|tier,dassaloppSchimpfw. Dussel: du D .!
dußlig /Adj./ umg. dämlich: ein dußliger Kerl;
sich d. benehmen; so was Dußliges!
-f- sich / dumm und d. suchen, essen, reden
Dußligkeit, die; -,
- en umg. /zu dußlig/
duster /Adj./ landsch. dunkel (1): es wird
schon d.; das Zimmer ist sehr d.; im Dustern
sitzen
düster /Adj./ 1.1. ziemlich dunkel (1): düsteres
Licht; ein düsterer Gang; eine d. brennende Lampe
1.2 . ziemlich dunkel (2) und etwas unheimlich, be
drückend wirkend: düstere Mauern; ein düsterer
Hintergrund; düstere Farben; etw. in den düster
sten Farben ausmalen (pessimistisch schildern) —
2. unklar (2.3), dunkel (5): die ganze Angelegenheit
ist ziemlich d.
—
8. gedrückt, schwermütig (und ver
schlossen wirkend): in düsterer Stimmung sein;
sein düsterer Blick; düstere (von Schwermut be
stimmte, unerquickliche) Gedanken hegen
Dutt, der; -s, -e/-s \vorw. Sg .j landsch. zu einem
Knoten gestecktes Haar: einen D. tragen
Dutzend, das; -s, -/ -e 1. /PI.
-;
Maßeinheit/ zwölf
Stück derselben A rt: ein D. weiße, weißer Taschen
tücher; ein, das D. Eier kostet, auch kosten . ..;
veraltend etw. imD.kaufen —2.jPl.
-e;nurim
PI.; o. Art.f eine unbestimmte größere Anzahl:
Dutzende von Menschen drängten sich am Eingang;
an den Häusern flatterten Dutzende roter Wimpel;
sie kamen zu Dutzenden (in großer Anzahl)
dutzend/Dutzend zu Dutzend 2|-fach fAdj.f recht
häufig: das dutzendfache Vorkommen von etw.;
dasgibt es d.;
- gesicht, das fPl.
- er/ Gesicht ohne
einprägsame individuelle Züge; -mal fAdv.f: ich
habe dir das schon d. gesagt (wie oft habe ich dir das
schon gesagt)!; -wäre, die fo. Pl.f etw., was in großer
Menge, Anzahl hergestellt wird und nicht besonders
wertvoll ist: dieser Schmuck da, das ist D.;
- weise
/Adv./ zu Dutzenden: d. stapeln sich die Exemplare
Duz|bruder, der Duzfreund: er ist mein D.;
276
Dusselkopp — Ebenbild
die beiden sind doch Duzbrüder (duzen ein
ander)
duzen jsw. Vb.; hat/: sich, einander d. (einander mit
fdu* anreden); ich duze mich mit ihm (er und ich,
wir reden einander mit
an); jmdn. d. (jmdn. mit
fdu1anreden)
Duz| -freund, der guter Bekannter, mit dem man sich
duzt: N ist doch sein D.;
- fuß, der — mit jmdm.
auf (dem) D. stehen (sich mit jmdm. duzen)
Dynamik, die; -, /o. PI./ [dy..] 1. Teilgebiet der
Physik, das sich mit den durch Kräfte erzeugten
mechanischen Bewegungen befaßt — 2. auf Ver
änderung, Entwicklung gerichtete K raft: dieD. (dia
lektische Beweglichkeit) gesellschaftlicher Entwick
lungsprozesse; die D. einer Persönlichkeit; ein
Drama voller Spannung und D.
dynamisch /Adj.f [dy..] 1. /nicht adv./ die durch
Kräfte erzeugten mechanischen Bewegungen be
treffend: dynamische Gesetze, Vorgänge — 2 . von
Dynamik (2) gekennzeichnet: dynamische Ent
wicklungen, Abläufe
Dynamit, auch Dynamjt, das; -(e)s, jo. PI./, fa ch -
spr.
-e [dy..] Sprengstoff auf der Basis des Nitro
glyzerins
Dynamo, der; -/-s, -s [dy..] Generator (1), bes. für
ein Fahrrad: einen D. am Fahrrad anbringen
Dynastie, die; -,
- n [dy.., PI. . .i:on] fürstliches
Herrscherhaus, das durch Erbfolge über mehrere
Generationen den Souverän stellt: die D. der Habs
burger; dazu dynastisch /Adj.; nur attr./
Dystonie, die; -,
-n [dy.., PI.
. . i:on] Med. ab
normer Spannungszustand von Gefäßen, Nerven,
M uskeln : eine vegetative D. /Sammelbez. fü r die
durch Erkrankung des vegetativen Nervensystems
bedingten Symptomkomplexe/
D-Zug, der [de:..] der Personenbeförderung dienen
der, über längere Strecken mit hoher Geschivindigkeit
verkehrender, nur an wichtigen Stationen haltender
Zug (II.1), Schnellzug
D-Zug| -»Tempo, das /o. PL/ um g.: im D. (sehr
schnell) angerannt kommen; -sWagen, der;-»Zu
schlag, der für die Benutzung eines D-Zuges zu
zahlender Zuschlag
E
e, E, das; -/umg.
-s 1. der Laut E; fünfter Buch
stabe des Alphabets: ein kleines, großes E — 2. Mus.
dritter Ton der C-Dur-Tonleiter
Ebbe, die; -, /o. PL/ im Wechsel der Gezeiten zwei
mal täglich vor sich gehender Rückgang des Wasser-
Standes des Meeres bis zum Niedrigwasser: das Ein
treten der E.; jetzt ist E.
-f- umg. bei mir ist E. (ich habe nur noch wenig,
kein Geld mehr)
1eben /Adj./ 1. ohne (nennenswerte) Bodenerhebun
gen, flach (1): ebenes Land; die Gegend ist e.
—
2. gleichmäßig flach und glatt: der Platz, Fußboden
ist e .; den Boden e. machen
2eben /Adv./1. /betont/ 1.1. soeben (1.1): e. beginnt
es zu regnen; e. kommt er herein; wir wollten e.
gehen, da ... 1 .2 . soeben (1.2): er war e. noch hier,
ist e. weggegangen 1.8 . landsch., bes. norddt.
(jetzt) gleich (und für kurze Zeit), rasch: komm doch
e. mal herüber; ich schaue e. mal nach — 2 . /be
tont; in Verbindung mit noch, auch so/ knapp, mit
Mühe und Not: ich habe den Zug e. noch erreicht;
wir sind e. so ausgekommen — 3 . umg. e .!; e., e .!;
na e .! /drückt (lebhafte, nachdrückliche) Zustim
mung zu Gesagtem aus/ so ist es, das meine ich
auch\: „das braucht man sich nicht gefallen zu
lassen!“ „Eben!“
—
4. /unbetont; als Partikel/
4.1. /bestätigt etw. aus Einsicht in die Unabänder
lichkeit/: das ist e. schade; es ist e. herrlich, wenn
. . . ; e. (3gerade 5.2) darum, deshalb, -wegen; e. (3ge-
rade 5.2) das meine ich; so ist das e. (nun einmal);
da ist e. nichts mehr zu ändern; dann e. nicht!;
ich mache das e. so, und damit Schluß 4.2 . /mildert
eine Verneinung/ 3gerade (5.1): das ist nicht e. bil
lig ; er ist nicht e. ein großer Könner
Eben/eben| -bild, das jmd. ist jmds. E. jmd. ist
jmdm. im Äußeren, bes. in den Gesichtszügen, sehr
ebenbürtig — Ecke
277
ähnlich: sie ist das E. ihrer Mutter; -bürtig /Adj.;
nicht adv./ jmdm. gleich in seinen Fähigkeiten, an
Können, gleichwertig in der Leistung: er ist (ihm)
ein ebenbürtiger Gegner; jmdm. e. sein; -da, -da
/Adv.; bei Angabe von Zitatstellen; Abk. ebd./: das
gleiche Zitat findet sich e., ebd. (an der bezeichneten
Stellein dem genannten Werk) (auf der) Seite 100;
- das, -das /Dem.pron.; Neutr.j s.
- der; -der, -der
jDem.pron.; Mask.j veraltend gerade, genau der;
- die, -die /Dem.pron.; Fern. u . PL von -der, -die,
- das/
Ebene, die;
-n 1. größeres ebenes Gebiet (1.1):
eine weite, fruchtbare E.; nördlich des Ge
birges erstreckt sich die E.
—
2* Math. Phys.
nicht gekrümmte, ideale 1ebene Fläche: eine schiefe
(geneigte) E.
—
B. etw. auf höchster E. (im
Kreis der ranghöchsten zuständigen Personen) ent
scheiden; etw. auf internationaler E. (zwischen
Vertretern verschiedener Staaten) verhandeln —
4. etw. , ein Problem liegt auf der gleichen, einer
anderen E. (ist unter den gleichen, anderen Gesichts
punkten zu betrachten)
eben/Eben] -falls/Adv. ; steht nie am Satzbeginnj auch
(III. 1.1), gleichfalls: sie kommt, (und) ich werde e.
anwesend sein; der zweite Angeklagte gestand e.;
/Höflichkeitsformell danke, e .! (danke, ich wünsche
Ihnen, dir das gleiche); -holz, das jo. PL/ tiefdunkles,
sehr hartes Edelholz: Schnitzereien aus E.;
- maß,
das jo. PL/: das E. (die makellos harmonischen P ro
portionen ) ihres Körpers, ihrer Glieder; -mäßig
/Adj.; vorw. attr. u . präd.j Ebenmaß aufweisend:
ebenmäßige Gesichtszüge; -so /Adv./ im gleichen
M aß (1.2.2), in gleicher Weise: er ist e. groß wie
ich; ihm hat es e. (gut) gefallen wie mir; ich emp
finde (das) e.; die Lage ist e., wie sie im vergan
genen Jahr war
ebenso] -gut /Adv./: du hättest e. (was auch mög
lich gewesen wäre) früher kommen können; -lange
/Adv./ im gleichen M aß (1.2.2) lange: man ist mit
dem Auto e. unterwegs wie mit der Bahn; -oft
/Adv./ vgl.
- lange; -sehr /Adv./ vgl.
- lange; -viel
jlndef.pron.j vgl.
- lange; -weit /Adv./ vgl.
- lange;
- wenig jlndef.pron./: das weiß er e. wie ich (ich
weiß es nicht und er auch nicht)
Eber, der; -s, - männliches Haus-, Wildschwein
Eber|esche, die Laubbaum mit gefiederten Blättern,
in Dolden angeordneten weißen Blüten und erbsen
großen roten od. gelben Früchten, Vogelbeerbaum
ebnen /sw. Vb.; hat/ etw. 1eben (2) machen: die Wege,
Beete e.
-f- jmdm. den / Weg e.
echauffieren, sich /sw. Vb.; hat/ [ejofi:.. ,
auch
ejbfi:..] veraltend sich aufregen, erregen: was e.
Sie sich so?; er kam ganz echauffiert (vor A n
strengung, Aufregung erhitzt, erschöpft) hier an
Echo, das; -s,
-s 1. hörbare Wiederholung eines
Schalls, Zurückkommen eines Signals infolge R e
flexion: von der Bergwand kam, schallte das E.
(zurück); die Wände geben ein (mehrfaches) E.
—
2. /o. PL/ die Bede fand ein breites E. in der Presse
(die Presse reagierte lebhaft, umfassend auf die Rede);
das E. des Auslands auf die Vorschläge
Echo] -lot, das Techn. Meßgerät, mit dem durch
Feststellen der Zeitdifferenz zwischen dem Aussenden
eines Schalles und der Rückkehr nach der Reflexion
an einem Hindernis bes. Entfernungen und Wasser
tiefen ermittelt werden; -lotung, die
Echse, die; -,
- n in sehr zahlreichen Arten vorkom
mendes, eierlegendes Kriechtier
echt /Adj./ 1.1* /nicht adv./ von unverfälschter U r
sprünglichkeit, nicht nachgemacht: das ist echtes, e.
Gold; echter Schmuck (Schmuck aus Edelmetall);
ein echter Pelz (Pelz aus nicht imitierten Fellen) ;
ein echter Dürer (ein Bild,das von Dürer gemalt, keine
Kopie ist); die Unterschrift ist e. (nicht gefälscht);
ein echter (reinrassiger) Pudel 1.2 . wahr, wirklich,
nicht nur dem Anschein nach: ein echter Freund,
Patriot; seine Freude war e.; in echter Erschüt
terung 1.8. /adv./ umg. das war e. (wirklich, tat
sächlich) schön, enttäuschend, war e. eine Ent
täuschung; er hat e. gelitten — 2 . typisch (1.2): er
ist ein echter Berliner; das war e. weiblich, wieder
einmal e. Hans — B. /nicht adv./ M ath, ein echter
Bruch (ein Bruch, dessen Zähler kleiner ist als sein
Nenner) — 4. Chem. Textil, echte (bestimmten
chemischen und physikalischen Einflüssen gegen
über fast unempfindliche) Farben; dieses Bot
ist nicht e.; zu 1.1, 1.2, 4 Echtheit, die;
lo.Pl.l
Eck, das; -(e)s, -e/-en 1. süddt. österr. Ecke (1) —
2, jo. PL/ Ballspiele der Ball ging, traf ins
kurze E. (in den dem Spieler nächstgelegenen Teil
am Rande des Innenraumes des Tores), ins lange E.
(in den vom Spieler entfernteren Teil am Rande des
Innenraumes des Tores), ins linke, rechte obere,
untere E.
Eck| -ball, der Ballspiele gegen eine Mannschaft
von einer Ecke des Spielfeldes auf der Linie ihres
Tores verhängter Freistoß: es gab E. für Bot-Weiß;
- bank, die /PL -bänke/ winkelförmig gearbeitete,
in eine Ecke eingepaßte Bank; -couch, die vgl.
- bank
Ecke, die; -,
- n 1.1 . die Stelle od. das Stück (Fläche)
od. der Raum unmittelbar im Winkel an der Stelle,
an der die begrenzenden Linien, Flächen von etw.
Zusammenstößen: das Buch ist an den Ecken ab
gestoßen; sich an der E. des Tisches stoßen; die
Ecken des Teppichs Umschlagen; in der linken
oberen E. des Zimmers hängt ein Spinnennetz;
etw. auf, in die linke obere E. eines Blattes schrei
ben; in einer E. des Gartens; sich in die E. (des
Zimmers) setzen; das liegt im Kasten, vorn rechts
in der E.; sich eine gemütliche E. (eine Zimmerecke
gemütlich) einrichten 1.2. Stelle, an der zwei Stra
ßen aufeinanderstoßen: bis zur nächsten E. fahren,
gehen; er stand an der E.; das Haus an der E.;
um die E. biegen; er wohnt hier gleich um die E.
—
2. Punkt, in dem zwei Seiten eines Vielecks, mehrere
Seitenflächen eines Polyeders Zusammenstößen: die
Ecken eines Dreiecks, Würfels — 3. die Ecken
(Spitzen 1.1.1) eines Kragens —. 4 .1and sch. umg.
eine E. (ein Stück 1) Wurst, Käse — 5. landsch.
umg. Gegend (1.1): er stammt auch aus dieser E.
—
6. \o. PL/ landsch. umg. wir haben noch eine
ganze E. (eine größere Strecke) zu laufen — 7 . B all
spiele 7.1. Eck (2) 7.2. Eckball: eine E. treten, aus
führen; eine kurze E. (über geringe Entfernung zu
einem Mitspieler gespielter Eckball); eine lange E.
(bis vor das Tor geschlagener Eckball)
-f- umg. an allen Ecken und Enden überall: es
fehlt, hapert an allen Ecken und Enden (an sehr
vielem); mit jmdm. um, über sechs, sieben Ecken
(weitläufig 2) verwandt sein; salopp jmdn. um die
E. bringen (töten 1.1)
278
Eckfahne — Egel
Eck| -fahne, die Sport Fähnchen an einer Stange
zur Markierung der Ecke eines Spielfeldes; -fenster,
das in die Ecke eines Raumes, Gebäudes eingebautes
Fenster; -gebäude, das vgl. - haus; -grundstück, das
vgl.
-haus; -haus, das Haus an einer Straßen
ecke
eckig fAdj.f 1. /vorwiegend von Gegenständen, die
auch rund geformt sein können/ mit vorwiegend
rechtwinkligen Ecken (1.1, 3), nicht rund: ein
eckiger Tisch; O er hat eckige Schultern — 2. jmd.
hat eckige (schroff wechselnde, nicht gleitende) Be
wegungen — 3. sein eckiges (schroff unverbindliches,
linkisch es) Benehmen
Eck| -kneipe, die umg. Kneipe in einem Eckhaus;
- lohn, der W irtsch. Tariflohn mitRichtwert im kap.
Tarifsystem für männliche Facharbeiter über 21 Jahre
mit abgeschlossener Berufsausbildung; -pfeiler, der
tragender Pfeiler an einer Ecke eines Bauwerkes;
o dieser Grundsatz ist ein E. seiner Auffassungen;
- punkt, der /PL -e/ Ecke (2); -schrank, der in die
Ecke eines Raumes eingepaßter Schrank; -stoß, der
Ballspiele Eckball; -zahn, der relativ spitz zu
laufender Zahn zwischen Schneide- und Backen
zähnen; -zimmer, das Zimmer mit zwei Außen
wänden
Eclair, das; -s, -s [ekle:r, ekle:r] mit Creme gefülltes
und mit Zuckerguß od. Schokolade überzogenes
längliches Gebäckstück
edel /Adj./ 1. von hoher menschlicher Würde, Vor
nehmheit (zeugend): eine edle Gesinnung, Tat; e.
denkend — 2 . \vorw. attr./ von hervorragender, feiner
Qualität, hochwertig: edles Holz; ein edler W ein;
ein edles Pferd (Pferd bester Rasse) — 3 . harmonisch
schön geform t: eine edle Linienführung; sie war von
edlem Wuchs
Edel/edel| -gas, das Chem. Vertreter einer Gruppe
bestimmter chemischer Elemente, die unter normalen
Bedingungen keine chemischen Verbindungen ein-
gehen; -holz, das /PI.
- hölzer/ als Nutzholz ver
wendetes wertvolles H olz; -kastanie, die Laubbaum
des Mittelmeergebietes mit großen gezähnten Blättern
und eßbaren Früchten in stachliger K apsel; -kitsch,
der umg. besonders ausgeprägter Kitsch, auch mit
anspruchsvollerem Ä ußeren; -metall, das kostbares,
gegen chemische Einwirkungen sehr widerstands
fähiges Metall; -mut, der geh. edle Gesinnung, Hal
tung, Großmut; dazu -mütig /Adj./; -pilzkäse, der
Käse mit Zusatz eßbarer Schimmelpilze; -reis, das
zur Veredlung bestimmtes R eis; -schnulze, die umg.
vgl.
- k itsch; -stahl, der mit veredelnden Metallen le
gierter, besonders widerstandsfähiger, rostfreier Stahl;
- stein, der seltenes kostbares Mineral von großer
Härte, das wegen (seiner schönen Farbe und) seines
Glanzes als Schmuck verwendet wird: ein mit Edel
steinen besetztes Diadem; -tanne, die hochwach
sende Tanne mit weißen Längsstreifen auf der
Unterseite der Nadeln; -weiß, das; -es, -e im Hoch
gebirge auf Gesteinsboden wachsender Korbblütler
dessen Blüte sternförmig angeordnete weiße, filzige
Blätter hat
Edikt, das; -(e)s,
-e Erlaß, Verfügung eines römi
schen Kaisers, eines im Mittelalter regierenden
Fürsten
Edition, die; -,
-en 1. unter wissenschaftlichen Ge
sichtspunkten vorgenommene herausgeberische A r
beit, das Herausgeben: man plant die E. dieser
Texte — 2. in der Art von 1 erarbeitete Ausgabe
(3): eine (historisch-kritische) E. der Werke
Goethes
Editor, der; -s, Editoren Herausgeber
E-Dur, das; /o. PL/ Mus. /Tonart/
EDV, die; /o. PL/ [e:de:fau] /Kurzw. für elek
tronische Datenverarbeitung/ s. Datenverarbeitung
Efeu, der; -s, /o. PL/ immergrüne Kletterpflanze mit
drei- bis fünfeckig gelappten Blättern: eine Mauer,
ein Grab mit E. bepflanzen
Effeff, auch Effeff, das [sf sf]
+ umg. etw. aus dem E. (gründlich, vorzüglich)
können, beherrschen
Effekt, der; -(e)s, -e 1. /vorw. Sg .j (beeindruckende)
Wirkung, Auswirkung: seine Worte übten einen
großen, überraschenden E. (auf die Zuhörer) aus;
der E. (Erfolg) dieser Maßnahmen war gering —
2. bestimmtes Mittel des Verfahrens, der Gestaltung,
mit dem eine Wirkung erzielt werden soll: optische,
akustische Effekte anwenden; er arbeitet mit
Tricks und anderen billigen Effekten; der modische
E. des Kleides ist der große Kragen — 3. Natur -
wiss. (chemische, physikalische, biologische) E r
scheinung, die von besonderer Bedeutung für die
naturwissenschaftliche Erkenntnis ist: der licht
elektrische E.
Effekten, die/PL/Bank Börse für den Handel an
der Börse geeignete Wertpapiere über langfristige
Kapitalanlagen
Effekten Wirtsch.|
-b örse, die in der kap. Wirt
schaft regelmäßig stattfindender M arkt (1) für W ert
papiere; -markt, der vgl.
-börse
Effekthascherei, die; -, jo. P L; emot.j das über
mäßige Bemühen um starke Wirkungen, um Dar
stellung (von etw.): die Aufmachung, sein Vortrag
war reine E.
effektiv /Adj./ 1. Effektivität aufweisend: dieses
Vorgehen, der Einsatz dieser Mittel ist nicht e.
(genug); die effektivsten Formen der Kooperation;
der effektive (tatsächliche 1) Nutzen — 2. /adv.;
vorw. verneint/ umg. wirklich, tatsächlich: er wußte
e. nicht, was er tun sollte, hatte e. keine Ahnung;
das weiß ich e. (ganz sicher)
effektivieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] etw. e. die
Effektivität von etw. erhöhen: die Arbeit e.; dazu
Effektivierung, die; -, /o. PL/: die Intensivierung
und E. der Produktion
Effektivität, die; /o. PL/ [..v . .] erzielte Leistung
im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln: eine
hohe E. erreichen; die E. (den Nutzeffekt) der
Produktion steigern, erhöhen
Effektiv|lohn, der W irtseh. Gesamtsumme des aus
dem betrieblichen Lohnfonds an einen Werktätigen
gezahlten Lohnes
effektvoll /Adj./ mit Effekten (2), wirkungsvoll:
sein effektvolles Auftreten; etw. e. ausgestal
ten
egal /Adj./ umg. 1. /nicht attr./ gleich (1.1): die
beiden Stücke sind nicht (ganz) e.
—
2. /nur präd.j
gleichgültig (3): heute ist mir alles e .; du mußt das
erledigen, e. wie
egalisieren /sw. Vb.; hat/ Sport 1.1. einen früher
aufgestellten Rekord wieder erreichen: N egalisierte
den Weltrekord im Hochsprung 1.2 . etw. e. mit
einem Gegner, der einen Vorsprung hatte, auf gleichen
Stand kom m en: den Punktevorsprung der gegneri
schen Mannschaft e.
Egel, der; -s, - in zahlreichen Arten vorkommende
Egge — Ehre
279
Ringelwurm, der räuberisch od. schmarotzend meist
im Wasser lebt, Blutegel
Egge, die; -,
-n landwirtschaftliches Gerät mit Reihen
von Zinken zur Bearbeitung der oberen Schicht der
Ackerkrume; dazu eggen jsw. Vb.; hat/ den Boden
mit der Egge bearbeiten
Egoismus, der; -, jo. Pl.f ohne Rücksicht auf die
Belange anderer, nur auf das Wohl der eigenen
Person gerichtete Einstellung, Verhaltensweise; da-
sw Egoist, der; -en, -en u. egoistisch fAdj.f
Egozentriker, der; -s, - egozentrischer Mensch
egozentrisch fAdj.f die eigene Person unangemessen
stark in den Mittelpunkt seines Denkens und Han
delns stellend, alles auf sie beziehend, an ihr wertend
eh fAdv.f süddt. öster.r . ohnehin: wir wollen
gehen, es ist eh schon spät
+ seit eh und je (solange man sich erinnern kann,
schon immer); wie eh und je (so wie schon immer)
ehe fKonj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz ein/
1. /temporal; kennzeichnet den Gliedsatz im Sinne
der Nachzeitigkeit; das Geschehen des Hauptsatzes
liegt (unmittelbar) vor dem des Nebensatzes/: e. wir
handeln, müssen wir alles gründlich überlegen; e.
er fortgeht, schließt er die Tür ab — 2 ./in Verbin
dung mit nicht bei Negation im Hauptsatz im tempo
ralen und konditionalen Sinne/ wenn nicht zuvor: e.
die Schulaufgaben nicht fertig sind, dürft ihr nicht
spielen — 3 . /kennzeichnet den Gliedsatz als eine
nicht wahrgenommene Möglichkeit; der Sachverhalt
im Hauptsatz wird vorgezogen und z. B . durch lieber,
besser betont/ : e. ich bei diesem schlechten W etter
zu Fuß gehe, fahre ich lieber mit dem Auto
Ehe, die; -n urkundlich vor dem Standesamt ein
gegangene Verbindung zwischen einem M ann und
einer Frau zum gemeinsamen Leben als Partner (und
zur Begründung einer Familie): eine gute, harmo
nische, zerrüttete E .; eine E. schließen; die E. mit
jmdm. eingehen; eine E. lösen; die E. ist geschie
den worden; sein Sohn aus erster E.
+ im / Hafen der E. landen
Ehe/ehej -beratung, die öffentliche Sprechstunde
für die Beratung von Personen über Probleme des
ehelichen Zusammenlebens; -beratungssteile, die;
- bett, das fPl.
- en; vorw. Pl.f (Doppel)bett von Ehe
leuten, für ein Ehepaar; -brecherisch fAdj.f vorw.
v e ralten d Jur. fzu -bruch/: ein ehebrecherisches
Verhältnis; -bruch, der vorw. veraltend Jur.
Verletzung der ehelichen Treue durch außereheliche
sexuelle Beziehungen: einen E. begehen; -frau, die
Frau als Ehepartner, Frau, mit der jmd. verheiratet
ist: den Namen der E. angeben; sie kamen mit
ihren Ehefrauen; -gatte, der geh. Ehemann; dazu
- gattin, die; -gespons, der, das; -es, -e fvorw. Sg .f
umg. scherzh. 1. /der, auch das/ Ehemann —
2. /das/ Ehefrau; -hälfte, die umg. scherzh. jmds.
Ehepartner; -krach, der umg. Streit, Zerwürfnis
zwischen Ehepartnern; -leben, das das eheliche
Zusammenleben; -leute, die fPl.f vgl. Ehepaar
ehelich fAdj.f 1. fnur attr.f die Ehe betreffend, der
Ehe eigentümlich: das eheliche Zusammenleben
(das Zusammenleben als Ehepaar); eheliche Rechte
und Pflichten — 2. eheliche (aus einer Ehe hervor-
gegangene) Kinder; dazu ehelichen fsw. Vb.; hat/
veraltend: jmdn. e. (jmdn. heiraten)
ehe/Ehe| -malig fAdj.; nur attr.; drückt aus, daß
etw., jmd. einst 1 in der vom Subst. bezeichneten
Art, Funktion bestanden hatf: seine ehemaligen
Schüler; das ist das ehemalige Herrenhaus; -m als
fAdv.f vor langer Zeit, einst:-er hat e. in N gelebt;
-mann, der fPl.
- männer/ vgl. Ehefrau; -paar, das
Mann und Frau, die miteinander verheiratet sind;
- partner, der Mann, Frau als Partner in ehelicher
Verbindung: beide E. stimmten darinüberein, daß
eher fAdv.f 1. /Komp, zu Lbald 1/ zu einem noch
früheren Zeitpunkt, zeitiger: du mußt e. aufstehen;
morgen komme ich etwas e. (als sonst); je e., desto
besser — 2 .1, lieber (LI): „möchtest du Tee?“
„Nein“ „Kaffee?“ „Das schon e.“ ; e. verzichte
ich, als daß ich lange warte 2.2 . mit größerer Wahr
scheinlichkeit: e. beiße ich mir die Zunge ab, als daß
ich es verrate; das ist schon e. möglich 2.3 . mehr
(II.2): „gib mir bitte das Heft“ „Das Heft? Das
ist e. ein Buch (das ist einem Buch ähnlicher als
einem H eft)“ ; dieser Garten ist e. eine Wildnis
Ehe| -recht, das fo. Pl.f die Ehe betreffender Teil
des Familienrechts; -ring, der einer der beiden Ringe,
die Ehepartner bei der Eheschließung einander an
stecken als Zeichen des Ehestandes: einen E. tragen
ehern fAdj.f geh. unerschütterlich, fest (und un
verbrüchlich): ein ehernes Bündnis; sein eherner
Wille
Ehe| -Scheidung, die bes. Jur. Scheidung;
-Schließung, die der standesamtliche Akt, durch den
eine Ehe geschlossen wird; -stand, der fo. Pl.f v e r
altend Zustand des Verheiratetseins: in den E.
treten (heiraten)
ehesten: am e. /Adv,; Superl. zu 1bald 1u. eher 2.1
u. 2 .2/1. jSuperl. zu M^ald 1/ diese Kirschen sind am
e, reif —2 ./Superl. zu eher 2.1 u. 2 .2/ das macheich
noch am e. (vor allen anderen Dingen mache ich das)
Ehe/ehe| -verbot, das Jur. für bestimmte Fälle ge
setzlich festgelegtes Verbot der Ehe: das E. für Ver
wandte in gerader Linie; -widrig fAdj.f Ju r.: ehe
widriges (die eigene Ehe schädigendes, zu ihrer
Zerrüttung führendes) Verhalten eines Ehepart
ners
ehrbar fAdj.f veraltend achtbar, unbescholten:
sie waren ehrbare Leute
Ehrbegriff, der von klassenmäßigen, weltanschau
lichen Positionen her bestimmte Auffassung von Ehre
Ehre, die;
- n 1. fo. Pl.f jmds. persönliches, in
seinem Inhalt von den weltanschaulichen Grund
auffassungen und ethischen Normen der jeweiligen
Gesellschaftsform bestimmtes Gefühl seiner Würde,
seines Wertes als Persönlichkeit: jmds. E. verletzen;
jmdn. in seiner E. kränken; das ist (ihm) eine
Sache der E .; das gebietet die E. der Familie; seine
E. wahren, verlieren — 2. Achtung, Anerkennung,
betonte Wertschätzung, die jmdm.,
einer Gruppe,
auch einem Ereignis zukommt, erwiesen wird: Ruhm
und E. den Opfern des Faschismus; etw. zu jmds.
E., Ehren tun, veranstalten; eine Feier zur E. (zum
würdigen Gedenken) des Verstorbenen; Verpflich
tungen zu Ehren (anläßlich und in Würdigung) des
10. Jahrestages; eine Beisetzung mit militärischen
Ehren; es ist mir eine E. (ich fühle mich geehrt),
diesen Festvortrag halten zu dürfen; fin den V er
bindungenI etw. macht jmdm. E .,
/ gereicht
jmdm. zur E.; jmdm. E . machen (durch eigenes
Verhalten sich jmds. würdig erweisen, jmds. A n
sehen fördern); etw. ist aller Ehren / wert; etw.
in Ehren halten (achtungsvoll behandeln); jmds.
Andenken in Ehren halten; das muß man zu seiner
E. (um ihm gerecht zu werden) sagen; Mil. in Ehren
280
(aus dem Dienst) entlassen werden;süddt. österr.
hab(e) die E.! /Begrüßungsformell
+ auf E. und Gewissen unbedingte wahrheits-
gemäße Aussage fordernd od. versichernd: jmdn.
(etw.) auf E. und Gewissen fragen; etw. auf E. und
Gewissen versichern; jmdn. bei der, seiner E.
packen (an jmds. Ehrgefühl appellieren); mit etw.
E. einlegen (durch etw. Ansehen, Anerkennung er-
langen); geh. jmdm. die letzte E. erweisen (an
jmds. Bestattung, Trauerfeier teilnehmen); — der
Wahrheit die E. geben
ehren /sw. Vb.; hat/1.1. jmdn. e. 1.1.1. jmdm. Ehre,
eine Ehrung zukommen lassen: die Sieger wurden
(mit einem Pokal) geehrt; jmdn. in einer Rede,
mit einer Feier e. 1 .1 .2 . jmdm. Hochachtung zollen:
seine Eltern e .; eine geehrte und geachtete Per
sönlichkeit; Sehr geehrter Herr N ! /formelhafte
höfliche Anrede, bes. in Briefen! 1.2. veraltend ich
ehre (achte, respektiere) deine Meinung, Auffassun
gen (aber ...) 1.8 . etw. ehrt jmdn. etw. bedeutet
für jmdn. Anerkennung, Wertschätzung: das An
gebot, dein Vertrauen ehrt mich; sich (durch etw.)
geehrt fühlen; diese Tat, deine Aufrichtigkeit ehrt
dich (weist deine moralisch gute Haltung aus)
ehren/Ehren| -amtlich /Adj./: eine ehrenamtliche
Funktion (eine Funktion, die unentgeltlich und nicht
beruflich ausgeübt wird); er macht das e .;
- banner,
das als Anerkennung für ausgezeichnete Leistungen
an soz. Kollektive verliehene Fahne: das E. des
Zentralkomitees der SED; -bezeigung, die; -,
-en
M il.; die E. machen (einen Vorgesetzten militärisch
grüßen); -bürger, der 1. Ehrentitel, den eine Stadt,
eine Gemeinde jmdm., verbunden mit dem (symbo
lischen) Bürgerrecht, verleihen kann — 2 . Träger
von 1: er ist E. von N, wurde zum E. der Stadt IST
ernannt; -dienst, der \o. PL/ Dienst (1.2) unter dem
Aspekt, daß er als eine Sache der Ehre aufgefaßt
w ird : seinen E. in der Nationalen Volksarmee lei
sten; -doktor, der 1.1 . Doktor (1.2) 1.2 . Träger von
1.1; -erklärung, die veraltend Jur. öffentlicher
Widerruf einer verleumderischen Behauptung: eine
E. abgeben; -formation, die militärische Form a
tion, die zu jmds. Ehrung angetreten ist od. jmdm.
ein Ehrengeleit gibt; -gast, der besonders geehrter,
ehrenhalber geladener Gast: die vorderen Platze
sind den Ehrengästen Vorbehalten; -geleit, das
offizielles Geleit (1,2) als Ehrung für jmdn.: dem
hohen Gast das, ein E. geben
ehrenhaft /Adj./ im Sinne der Wahrung der Ehre
(1), rechtschaffen: er ist ein ehrenhafter Mann; e.
handeln
ghren/Ehren| -halber fA d v .f: ihm wurde e. (als
Ehrung, nicht als reguläre Funktion mit allen
Pflichten) der Vorsitz übertragen; er ist Doktor e.
/Abk. Dr. e. h., E. h ./ (Ehrendoktor); -kleid, das
fo. Pl.f geh.: das E. (die Uniform) der Nationalen
Volksarmee tragen; -kompanie, die vgl. Ehrenfor
mation; -mal, das fPl.
- malz, auch -mäler/ Denk
mal (in einer Anlage) zum ehrenden Gedenken der
Gefallenen; -mann, der jPl.
-männer/ veraltend
ehrenhafter M ann : sich als E. zeigen, verhalten;
- mitglied, das Mitglied ehrenhalber; -pflicht, die
fo. P l.f vgl. Ehrendienst; -platz, der: jmdm. einen
E. (einen bevorzugten Sitzplatz, um ihn zu ehren)
geben, einräumen; er bekommt als Jubilar heute
denE.;
- preis, das, auch der jo. Pl.f Rachenblütler
mit kleinen blauen Blüten, der als Heilpflanze ver
ehren — ehrwürdig
wendet wird, Männertreu; -rechte, die /PI.; noch
BRD/ Ju r.: die Aberkennung der bürgerlichen E.
(Aberkennung der staatsbürgerlichen Rechte als
Nebenstrafe); -rettung, die: etw. zu jmds. E.
(Rechtfertigung) sagen; -rührig /A d j./: etw. Ehren
rühriges (jmds. Ehre 1 Verletzendes) sagen, äußern;
-runde, die 1.1. bes. (Rad)sport eine E. (eine
Runde 5.1.1, um als Sieger gefeiert zu werden) fahren
1.2. eine E. (eine Runde 4 als einzelnes Paar im
Spalier anderer) tanzen; -Sache, die umg. /i?i der
Verbindung! das ist (doch) E.: „nimmst du auch
teil?“ „N a klar, E. (selbstverständlich)'“ ; -salut, der
vgl.
- s alve; -salve, die zu jmds. Ehren abgefeuerte
Salve; -tag, der jo. Pl.f: jmdm. zu seinem E. (zu
diesem Tag als einem Tag>an dem er besonders geehrt
wird) gratulieren; -titel, der jmdm. ehrenhalber, in
Anerkennung hoher Verdienste verliehener Titel;
-tribüne, die Tribüne für Ehrengäste; -urkunde, die
vgl.
- titel; -voll /Adj./ Ehre, Anerkennung, Aus
zeichnung bedeutend: eine ehrenvolle Aufgabe;
-Vorsitz, der Vorsitz ehrenhalber; -wache, die 1.1 .
Posten (II.3) an einer feierlichen Stätte 1.2. /o. Pl.f
(die) E. halten (den Dienst von 1.1 versehen); -wort,
das /o. Pl.j: jmdm. sein E. (auf etw.) geben (jmdn.
der Wahrheit einer Aussage, Festigkeit eines Ver
sprechens versichern); ich werde kommen, schwei
gen, E .!; -Zeichen, das mit einer offiziellen A u s
zeichnung verbundene und diese ausweisende M e
daille, Nadel: /in der Verbindung/ Orden und E.
(anlegen)
Ehr/ehr| -furcht, die mit respektvoller Zurück
haltung, Verhaltenheit einhergehende Hochachtung
vor der Würde, Erhabenheit von jmdm., etw.: vor
jmdm. E . haben; etw. flößt jmdm. E . ein; sich in
E. vor den Opfern neigen, verbeugen; -fürchtig
IAdj./ in, mit, voller Ehrfurcht: sie verharrten in
ehrfürchtigem Schweigen; sich e. verneigen;
- furchtsvoll /Adj./ ehrfürchtig; -gefühl, das jo. Pl.f
Gefühl für, Bewußtsein von Ehre (1), Anstand, das
Achten auf seine persönliche Würde: etw. geht gegen
jmds. E .; jmds. E . verletzen; -geiz, der jo. P l.j
(allzu) starkes Streben nach (überdurchschnittlicher)
Leistung, nach Erfolg, Anerkennung: gesunder,
übersteigerter E.; er hatte den E. (das starke B e
streben), setzte seinen E. darein, der Beste zu sein;
jmds. E . anstacheln; -geizig /Adj./ 1.1 . jmd. ist c.
(hat Ehrgeiz); krankhaft e. sein 1.2 . ehrgeizige
(von Ehrgeiz zeugende, hochfliegende) Pläne haben
ehrlich /Adj./ 1. zuverlässig im Umgang mit frem
dem Eigentum, fremdes Eigentum als solches re
spektierend und nicht antastend: auf ihn fällt kein
Verdacht, er ist als e. bekannt; er war nicht e. (hat
gestohlen); der ehrliche Finder wird gebeten ...
—
2. ohne Falsch, aufrichtig und offen, nicht hinter
hältig: ein ehrlicher Charakter; es e. mit jmdm. mei
nen; ehrliche (echte 1.2) Freude empfinden; sein
Erstaunen war e. (nicht vorgetäuscht); jetzt warst
du aber nicht e. (hast du gelogen); dazu Ehrlichkeit,
die; -, /o. P l.j
ehrjlos /A dj./ ohne Ehre (1): ein ehrloser Schurke
Ehrung, die; -,
-en (feierlich dargebrachte) Dem on
stration der Anerkennung, Auszeichnung, Wert
schätzung: eine würdige E. des Jubilars; eine Me
daille als E. bekommen; an diesem Tag wurden
ihm viele Ehrungen zuteil
ehr|würdig /Ad j.; nicht adv./ Ehrfurcht, Ver
ehrung, achtunggebietend: eine ehrwürdige alte
ei — Eierwärmer
281
Dame; das ehrwürdige Alter dieser Baudenkmäler
ei vorw. Kinderspr. 1. jAusruf des Erstaunens,
auch Erschreckens/ : ei, was ist denn das? —
2, /drückt Zärtlichkeit aus beim Streicheln, Lieb
kosenj : ei machen (jmdn., etw. streicheln)
Ei, das; -(e)s,
-er 1.1. weibliche Keimzelle eines
menschlichen od. tierischen Organismus, Eizelle: ein
befruchtetes Ei 1.2 . von bestimmten Tieren, bes.
Vögeln, gelegtes, von einer Schale umgebenes, die Ei
zelle samt Dotter sowie das Eiweiß enthaltendes oval
kugeliges Gebilde: die Eier der Amsel; die Henne
hat ein Ei gelegt; Fische, Insekten legen ihre Eier
ab 1.8. /das Hühnerei als Nahrungsmittel/: ein
frisches, rohes, gekochtes, /* weiches, faules Ei;
Eier braten, verquirlen, mit Zutaten verrühren;
ein Ei an, in die Brühe schlagen (es aufschlagen
und in die Brühe geben)
4- sich, einander gleichen wie ein Ei dem andern
(sich, einander zum Verwechseln ähnlich sehen);
jmdn., etw. wie ein rohes Ei (sehr vorsichtig) be
handeln; jmd. ist, sieht aus wie aus dem Ei ge
pellt (ist sehr gepflegt und sorgfältig gekleidet);
das Ei des Kolumbus (eine verblüffend einfache
Lösung); umg. wie auf Eiern (ungelenk aus Vor
sicht) gehen, laufen ; das ist ein, is’n Ei (das ist aber
eine Überraschung)!; ungelegte Eier (Dinge, die
noch nicht spruchreif sind)
Eibe, die; -,
-n immergrüner Baum od. Strauch
mit weichen, auf der Oberseite dunkelgrünen
glänzenden
Nadeln
und roten beerenartigen
Samen
Eich|amt, das /noch BRD; DDR noch umg./ staat
liche Institution für das Eichen und die Kontrolle
von Meßmitteln
Eiche, die; -,
- n 1. Laubbaum mit schwerem, hartem
Holz, gelappten Blättern und länglich-runden, in
einem Becher sitzenden Früchten mit harter Schäle:
eine alte, mächtige, knorrige E .; er ist stark wie
eine E. (sehr stark) — 2. fo. Pl.f Eichenholz als M a
terial bes. von M öbeln : ein Schreibtisch in, aus E.
Eichel, die; -,
-n1.FruchtderEiche(1)—2.vor
derster Teil des männlichen Gliedes, des Kitzlers —
8. /o. A rt.; nur im Pl.f durch stilisierte Eicheln (1)
gekennzeichnete Farbe der deutschen Spielkarte: E.,
Eicheln spielen
Eichelhäher, der taubengroßer Rabenvögel mit einer
kleinen Haube, meist rötlich-grauem Gefieder und
blauen Flügeldecken, der im Herbst einen Nährungs
vorrat von Eicheln anlegt
1eichen /Adj.; nur attr./ aus Eichenholz: eichene
Möbel
2eichen jsw. Vb.; hat/ ein M aß (1.1.2), Meßgerät
auf seine Genauigkeit prüfen und mit der Norm in
Übereinstimmung bringen: Gewichte, eine Waage
e. ; ein geeichtes Litermaß
+ umg. jmd. ist auf etw. geeicht (jmd. ist auf etw.
bes. eingeübt, spezialisiert)
Eichen zu Eiche 1|-holz, das /o. PI ./; -lanb, das;
- rinde, die: getrocknete E. zu Heilzwecken ver
wenden; -wald, der
Eieh| -hörnchen, das gut kletterndes, flinkes, auf
Bäumen lebendes Nagetier mit rotbraunem, schwar
zem od. grauem Fell und auffallend buschigem
Schwanz; -kater, der Eichhörnchen; -kätzchen, das
Eichhörnchen; -katze, die Eichhörnchen
Eich zu 2eichen| -maß, das /PL -e/ zum Eichen ver
wendetes normatives M aß (1.1 .2); -strich, der ein
geeichtes M aß kennzeichnender Strich, bes. an
Trinkgläsern: das Glas bis zum E. füllen
Eid, der; -es, -e 1.1 . vor einem zuständigen Organ
in vorgeschriebener Form geleistetes feierliches Ver
sprechen der Währung, Einhaltung von etw .: seinen
E. (Fahneneid) als Angehöriger der Nationalen
Volksarmee leisten; den E. brechen (nicht einhäl-
ten) 1.2. /noch in der BRD/ in festgelegter Form vor
Gericht abgegebene Beteuerung der Wahrheit einer
Aussage, Erklärung: einen E. schwören, ablegen;.
(etw.) unter E. aussagen; jmdm. den E. abnehmen
(jmdn. schwören lassen); einen falschen E. (Mein
eid) schwören; eine Versicherung an Eides Statt
(eidesstattliche Versicherung)
Eid/eidj -bruch, der geh. das Nichteinhalten eines
Eides (1.1): E. begehen; dazu -brüchig /Adj.f
Eidechse, die; -,
- n in zahlreichen Arten vorkommen
de, wärmeliebende, kleine, flinke, meist bunte Echse
m it verhältnismäßig langem Schwanz
Eides/eides| -bruch, der Eidbruch; -formet, die für
einen Eid festgelegte Form el: die E. (nach)sprechen;
- leistung, die das Ablegen eines Eides; -stattlich
/Adj./ Jur. /noch in der BR D/: eine eidesstattliche
Erklärung, Versicherung (Versicherung der Wahr
heit einer Aussage über etw. rechtlich Erhebliches vor
einem zuständigen Organ, Versicherung zum Zwecke
des Beweises) abgeben; etw. e. versichern
E||dotter, das Dotter
Eierl -becher, der kleiner Becher zum Servieren eines
gekochten Eies; -brikett, das /vorw. PL/ eiförmig
gepreßte Kohle; -frucht, die Aubergine (2); -hand-
granate, die eiförmige Handgranate; -kiste, die
1. Kiste, in der Eier transportiert werden — 2. sa
lopp altes A uto; -kocher, der (elektrisches) Gerät
zum Eierkochen; -kohle, die Eierbrikett; -köpf, der
salopp eiförmiger Kopf; -kopp, der; -s, -köppe
salopp Schimpfw. dummer, doofer Kerl: du alter
E.!; -kuchen, der in einer Pfanne gebackenes
flaches Gebilde aus einem Teig, der aus Eiern, Mehl
und Milch besteht: E. backen; -likör, der aus E i
dotter, Zucker und Weinbrand hergestellter dick
flüssiger Likör; -löffel, der kleiner Löffel zum Ver
zehren des (weich)gekochten Eies
eiern /sw. Vb.; hat, ist/ umg. 1 .wegen Verbeulung,
Verlagerung des Zentrums ungleichmäßig, schlin
gernd rotieren (hat): das Vorderrad eiert — 2 . un
sicher, wackelig (irgendwohin) gehen (ist): wir sind
über das Geröll geeiert
Eierl -nudeln, die /PL/ unter Zusatz von Eiern her-
gestellte Nudeln; -pflaume, die große eiförmige
Pflaume; -salat, der Salat, der vorwiegend aus ge
kochten, zerkleinerten Eiern besteht; -schäle, die
kalkige Schäle des Eies, bes. des Hühnereies;
- Schecke, die;
/o. PL/ landsch. Kuchen mit
einem dicken Belag aus mit reichlich Eiern, Rosinen
und gehackten Mandeln verrührtem Quark; -Schnei
der, der Küchengerät zum Zerlegen gekochter Eier
in Scheiben; -speise, die Gericht, dessen H aupt
bestandteil Eier sind; -stich, der K ochk. als Einlage
in Brühe zubereitete gestockte Masse aus verrührten
Eiern; -stock, der /PL -stocke/ eine der beiden die
Eizelle bildenden weiblichen Keimdrüsen; -tanz, der
+ umg. einen E. aufführen (sich in einer heiklen
Situation hin- und herwinden); -teigwaren, die /PL/
vgl.
- nudeln; -uhr, die (Sand)uhr zum Einstellen
der Kochzeit für Eier; -wärmer, der; -s, - Hülle zum
Warmhalten eines gekochten Eies
282
Eifer — Eigenmittel
Eifer« der; -s, /o. PI./ (aufmerksam zielgerichtetes)
emsiges Bemühen, Strebern mit, voller E. an eine
Arbeit geben; sich einer Sache, Aufgabe mit E.
widmen
+ umg. im E. desGefechts (in der Eile, Aufregung,
Erregung)
Eiferer, der; -s, - jmd., der (fanatisch) eifert: er war
ein religiöser E.
eifern /sw. Vb.; hat/ für, gegen eine Auffassung
m it überspitzter Leidenschaft agitieren: gegen das
Rauchen e.; jmdn. durch sein Eifern abstoßen
Eifer/eiferj -sucht, die /vorw. Sg .j Furcht, Argwohn,
jmds. Neigung an einen anderen Menschen zu ver
lieren od. mit ihm teilen zu müssen, bes. Argwohn in
einer Liebesbeziehung, von seinem Partner betrogen,
hintergangen zu werden: qualvolle, krankhafte E.;
jmd. wird von E. geplagt; etw. erregt jmds. E .;
das hat er aus E. getan; -süchtelei, die; -,
-en
/vorw. PI./ aus Rivalität, Neid, Eifersucht ent
springende kleinliche Machenschaften: ständig gab es
Eifersüchteleien zwischen den beiden; -süchtig
fAdj./ von Eifersucht erfüllt: seine Freundin ist e.;
auf jmdn. e. sein; jmdn. e. beobachten; etw. e . be
wachen
ei|förmig /Ad].; nicht adv./ in der Form eines
Hühnereies
eifrig fAdj./ Eifer entfaltend, voller Eifer: ein eifriger
Schüler; e. bei der Arbeit sein; sich e. um etw. be
mühen
Ei|gelb, das; -(e)s, -e /bei Mengenangabe PL vorw.
- gelb/ Dotter (des Hühnereies): drei E. verrühren
eigen /Adj./ 1. /nur attr.; oft das Poss.pron. ver
stärkend od. ersetzend/ jmdm. (zu)gehörend, in jmds.
Besitz befindlich: ist das dein eigenes Fahrrad?; er
hat jetzt ein, sein eigenes Zimmer; der eigene (ihr
eigener) Mann konnte ihr nicht helfen; etw. auf
eigene (seine persönliche) Verantwortung tun;
etw., ein Wort in eigener Sache (seine Angelegen
heiten betreffend) sagen; das habe ich mit eigenen
Augen (selbst) gesehen, mit (meinen) eigenen H än
den geschaffen; das sind seine eigenen Worte (so
hat er wörtlich selbst gesagt)', eine eigene (selbstän
dig gebildete, unabhängige) Meinung haben; etw. mit
(seinen) eigenen (nicht anderweitig vorgeformten)
Worten sagen, wiedergeben; etw. gehorcht eigenen
(nur ihm, ihm speziell zukommenden) Gesetzen —
2.1 . fnichtadv./ jmdm., einer Sache e. charakteristisch
für jmdn., ehv., zu jmdm.,
etw. unverwechselbar ge
hörend : diese Gebärden sind ihm e .; er tat es mit
der ihm eigenen Korrektheit, mit einer der Jugend
eigenen Sorglosigkeit 2.2 . /nur attr./ besonder, spe
ziell: diese Landschaft hat einen ganz eigenen
Charakter; seine eigene K ote haben, pflegen —
3. /nicht adv./ absonderlich: das war eine ganz
eigene Sache; (so) ein eigenes Gefühl um etw. ha
ben; das ist sehr e.
—
4.landsch. da(rin)ist er e.
(penibel, darauf achtet er genau)
+ geh. etw. sein e. nennen (etw. besitzen, als
Eigentum haben)1; sich etw. zu e. machen etw., bes.
Ideengut, eine Verhaltensweise, (fremdes) Kultur
gut, übernehmen (2.2) und zum Bestandteil seines
eigenen Denkens, Verhaltens, seines eigenen kul
turellen Besitzes machen: dieses Prinzip hat er sich
zu e. gemacht; — auf eigenen / Beinen stehen;
auf eigene
Faust; sein e. / Fleisch und Blut;
sich ins eigene / Fleisch schneiden; auf eigenen
S* Füßen stehen; sein eigener /* Herr sein; seinen
eigenen
Kopf haben; etw. am eigenen / Leibe
erfahren; alles aus der eigenen Tasche bezahlen;
jmdn. mit seinen eigenen / Waffen schlagen; seine
eigenen / Wege gehen
Eigen/eigen| -antrieb, der /o. PI ./ : eine Maschine,
ein Fahrzeug mit E. (eigenem Antrieb 1.2); -art, die
1.1. /o. PI./ jmds. persönliche, spezielle (Wesens)art,
spezielle Beschaffenheit eines Dinges, einer Sache:
das ist so seine E .; es ist die E. dieser Fasern, hoch
elastisch zu sein 1.2 . Eigenheit: dieses Zucken ist
eine E. von ihm; -artig /Adj./ merkwürdig: ein
eigenartiger Mensch, Vorgang; das ist doch e.;
er verhält sich so e.;
-aufkommen, das W irtsch.
Ertrag aus eigener Erzeugung: Bedarf aus dem E.
decken; -bau, der /o. PL/ selbstgefertigte technische
Konstruktion, bes. ein Auto, eines Laien: der Wagen
ist E.;
-brötler, der; -s, - jmd., der sein Verhalten
nur nach eigenen, isoliert ausgeprägten Vorstellun
gen gestaltet und damit oft merkwürdig, absonderlich
w irk t; dazu -brötlerisch /Adj./; -erwirtschaftung,
die; -, /o. PL/W irtsch.: die E. der Mittel (Grund
satz der soz. Wirtschaftspraxis, wonach die Be
triebe, Kombinate ihre Mittel für die einfache
und erweiterte Reproduktion selbst erwirtschaften);
-finanzierung, die W irtsch. Finanzierung eines
Betriebes, einer Vereinigung aus eigenen Erlösen;
-gesetzlich /Adj.; zu -gesetzlichkeit/; -gesetzlich-
keit, die Phi los. Gesamtheit der einem Gegenstand
und seinem Verhalten, einem System, Prozeß im
manenten, spezifischen, ihn determinierenden Gesetz
mäßigkeiten; -gewicht, das Techn. Gewicht eines
(physikalischen) Körpers, einer technischen K on
struktion ohne Ladung, weitere Belastung; -händig
/Adj.; nicht präd.\ mit eigener Hand, mit eigenen
H änd en : die eigenhändige Unterschrift ist nötig;
das hat er e. (selbst, Allein) gebaut; -heim, das von
seinem Eigentümer bewohntes Einfamilienhaus
Eigenheit, d ie; -,
- en jmdm. eigener (2.1) (besonderer,
merkwürdiger) Wesenszug, jmdm. eigene (besondere)
Angewohnheit: jeder hat so seine Eigenheiten
Eigen/eigen| -initiative, die /vorw. D D R / jm d s . ,
einer Gruppe eigene (1) Initiative: mehr E. ent
wickeln, entfalten; -kapital, das W irtsch . aus
Einlagen der Beteiligten und fortlaufend akkumu
lierten Profiten bestehender Teil des Kapitals eines
kap. Unternehmens; -leben, das 1.1. jmds. eigene,
selbständige Art und Weise zu leben: jmdm. sein E.
zugestehen 1.2. jmd., etw. führt ein E. (existiert in
einem verselbständigten D asein); diese Gruppe führt
ein ziemliches E. innerhalb des Klubs; -leistung,
die 1. /in der DDR/ von Bürgern außerberuflich
aufgebrachte Arbeitsleistung zur Erhaltung, Schaf
fung gesellschaftlichen Eigentums, bes. an Wohn
kom plexen: Reparaturen in E. durchführen —
2. Wirtsch. betriebliche Kennziffer, die den in einem
Planzeitraum in einem soz. Betrieb geschaffenen
Neuwert (2) widerspiegelt; -liebe, die Selbstgefällig
keit, Egoismus; -lob, das Lob, das jmd. sich selbst
ausstellt; -mächtig /Adj./ ohne Auftrag, Befugnis
(und ohne Rücksicht auf die Zuständigkeit an
derer), nur nach eigenem Dafürhalten, eigener Ent
scheidung i das hat er e. getan, entschieden; sein
eigenmächtiges Vorgehen; -mächtigkeit, die; -,
-en eigenmächtige Handlung, Entscheidung: sich
Eigenmächtigkeiten erlauben; -mittel, die /PL/
Wirtsch. aus der Eigenerwirtschaftung der Be
triebe od. aus Haushaltmitteln aufgebrachte Grund-,
Eigenname — Eignungstest
283
Umlaufmittel; -name, der Name (1.2): geographi
sche Eigennamen; -nutz, der; -es, jo. Pl.f Eigen
nützigkeit: etw. aus reinem E. tun; -nützig /Adj.f
in überhöhtem Maße auf Gewinn, Vorteil für sich
selbst bedacht, egoistisch: etw. aus eigennützigen
Motiven tun; dazu -nützigkeit, die; jo. Pl.f
eigens fAdv.f speziell, besonders: es wurde ein Raum
e . für diesen Zweck hergerichtet; das braucht nicht
e. gesagt zu werden
Eigenschaft, d ie; -,
-en 1.1. im Prozeß der aktiven
Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Um
welt ausgeprägte bestimmte A rt und Weise seines
Verhaltens {die einen Bestandteil seines Charakters,
Wesens darstellt): jmds. gute, schlechte Eigen
schaften; seine hervorstechendste E. ist sein Eleiß
1.2. in Wechselbeziehung mit etw. in Erscheinung
tretende Art des Reagierens, eigentümliches M erk
mal eines Dinges, Stoffes: Eisen hat die E. zu
rosten; die wesentlichen Eigenschaften {Qualitä
ten 1) eines Dinges; Knitterfestigkeit ist eine prak
tische E. dieses Stoffes 1.3 . in seiner E. {Fun ktion 2)
als
er sprach in seiner E. als Vorsitzender
Eigenschaftswort, das j P l .
-Wörter/ Gramm. Ad
jektiv
Eigen/e|gen| -sinn, der fo. Pl.f das Eigensinnig
sein; -sinnig /Adj.f hartnäckig und unzugänglich
für Gegenargumente auf einer vorgefaßten persön
lichen Meinung, Absicht beharrend: e. bestand er
darauf, daß ...; ein eigensinniges {störrisches)
Kind; dazu -sinnigkeit, die; fo. P l.f; -staatlich
jAdj.; nicht präd.f: die eigenstaatliche Entwick
lung {Entwicklung als selbständiger, unabhängiger
Staat) eines Landes; dazu -Staatlichkeit, die; -,
jo. Pl.f; -ständig fAdj.f selbständig (2) {und Eigen
art 1.1 aufweisend): eine eigenständige Entwick
lung, nationale Kultur; dazu -ständigkeit, die;
jo. PI./
eigentlich /Adj.j 1. ladv.j 1.1. tatsächlich, in W irk
lichkeit: die Sache ist e. ganz anders; M ist sein
Pseudonym, e. heißt er N 1.2 . wie es zunächst beab
sichtigt war: e. wollte ich kommen, aber ... 1 .3 . von
Rechts wegen, wie man annehmen müßte: er müßte e.
auch hier, dabei sein 1.4. /als Partikeil wenn man es
recht bedenkt: das gehört e. nicht hierher; e. hast
du recht; es war e. ganz schön; das ist nicht e.
{nicht so recht) gut — 2 . /als Partikel in Fragesätzen/
zdenn (2), überhaupt (4): was wollen Sie, wer sind
Sie e.?; was ist das e.?
—
3. \nur attr.\ das Haupt
sächliche, Wesentliche darstellend, im Gegensatz zum
Nebensächlichen: kommen wir zum eigentlichen
Kern des Problems; der eigentliche {einem anderen
als hauptsächlich, wesentlich gegenüberstehende)
Sinn, Zweck der Sache; zu seinen eigentlichen Auf
gaben kommt er kaum; in des Wortes eigentlicher
(wörtlicher, ursprünglicher) Bedeutung
Eigen)tor.dasBallspiele Tor, das eine Mannschaft
aus Versehen gegen sich selbst erzielt hat
Eigentum, das; -s, Io. PL/1.1. Sache, über die jmd.,
eine Gruppe die rechtliche Verfügungsgewalt hat:
das Haus ist unser E .; jmds. persönliches E .; ge
nossenschaftliches, staatliches E . ; das Recht auf E .;
der Schutz des Eigentums; mit seinem. E . sorg
sam umgehen 1.2 . Jur. rechtliche Verfügungsgewalt
einer natürlichen od. juristischen Person über eine
Sache, ein Recht: etw. geht in jmds. E. über 1.3.
Pol. Ök. Verfügungsgewalt über materielle Güter,
die das Verhältnis der Menschen zu den Bedingungen
und Ergebnissen der Produktion ausdrückt: das
private, kapitalistische, gesellschaftliche E. an den
Produktionsmitteln; das sozialistische E .; etw.
geht in das E. des Volkes über — 2 . geistiges, kul
turelles Gut, über das jmd., ein Volk, die Menschheit
verfügt: die Werke der Klassik sind E. der ganzen
Menschheit; das ist sein geistiges E. {ist Erzeugnis
seines eigenen Schaffens, das urheberrechtlich ge
schützt ist)
Eigentümer, der; -s, - jmd., eine Gruppe als Inhaber
von Eigentum (1): der E. dieses Grundstücks; pri
vate, kollektive E.; das Volk als E. der produ
zierten Werte
eigentümlich, eigentümlich /A d j.f 1.1. /eigentüm
lich/ eigenartig, merkwürdig: ein eigentümlicher
Vorfall; hier riecht es e.; er benimmt sich so e.
1.2. jmdm., einer Sache eigen (2.1): die der Steppe
eigentümliche Vegetation; diese Redeweise ist
ihm e.
eigentümlicherweise fAdv./: e. ist er nicht ge
kommen (ich empfinde es als eigentümlich 1.1, daß
er nicht gekommen ist)
Eigentümlichkeit, Eigentümlichkeit, die; -,
-en
eigentümliche Art, Gewohnheit: jmds. Eigentüm
lichkeiten ertragen
Eigentums)- bildung, die fB R Df der Verschleierung
des Klassenkampfes dienende Maßnahmen der
kap. Staats- und Wirtschaftsführung zur Schaffung
und Lenkung privater Geldanlagen der Werktätigen
im Interesse des Staatsmonopolismus; -delikt, das
Jur. das Eigentum (1.2) verletzendes Delikt: Dieb
stahl ist ein E.; -form, die Pol. Ök. 1.1. die den
Charakter der Produktionsverhältnisse einer Gesell
schaftsformation bestimmende Art des Eigentums
(1.3): das kapitalistische Eigentum als E. des
Privateigentums 1.2. Art des Eigentums (1.3) an
den Produktionsmitteln: das genossenschaftliche
Eigentum, eine wichtige E. in der D D R; -Ver
hältnisse, die fpl.f Pol. Ök. vgl.
- form; -wohnung,
die fin der BRD/ Wohnung in einem Mehrfamilien
haus, die jmd. als Eigentum (1.1) erworben hat
eigen/Eigen) -verantwortlich fAdj.f W irtsch . in
Verbindung mit zentraler Leitung {weitgehend) in
eigener Verantwortung: die eigenverantwortliche
Planung der örtlichen Organe; da zu -Verantwort
lichkeit, die fo . P l . f ; -Verantwortung, d ie ; -ver
brauch, der Wirts ch. 1.1. Verwendung von Er
zeugnissen eines Produzenten für seinen eigenen
Verbrauch: Kartoffelanbau für den E. 1.2. Ver
wendung eines Teils von Erzeugnissen eines Produk
tionsprozesses innerhalb dieses Prozesses: den E.
senken; -willig fAdj.f 1. deutlich von speziellen
persönlichen, von einer Norm abweichenden Inten
tionen gekennzeichnet: er ist ein eigenwilliger Cha
rakter; eine eigenwillige Gestaltung — 2 . ein
eigenwilliges {eigensinniges) Kind
eignen, sich fsw. Vb.; hat/ die für etw. erforderlichen
Fähigkeiten, Eigenschaften, Qualitäten haben: er
eignet sich nicht für diese Aufgabe, ist für diese
Tätigkeit (gesundheitlich) nicht geeignet; der
Stoff eignet sich nicht, gut dafür; die Vorschläge
sind geeignet, die Entspannung zu fördern; dazu
Eignung, die; -, fo. PL; bes. von Personenf: (eine)
E. zu, für etw. haben; jmdn. auf seine E. für etw.
prüfen
Eignungs) -prüfung, die: jmdn. einer E. unterzie
hen; -test, der
284
Eikern — 2ein
Ei|-kern, der Biol. Zellkern der Eizelle; -klar, das;
-s, - landsch., bes. österr. Kochk. Eiweiß (1)
Eiland, das; -(e)s, -everaltend geh. Insel
Eill -bote, der Postbote, der Eilsendungen aus
trägt: durch Eilboten Ivorgeschriebene A ufschrift
auf Eilsendungen!; -brief, der Brief als Eil
sendung
Eile, die; /o. PI./ Bestreben, Gedrängtsein, etw.
schnell zu tun: jmd. istin E., hat E.; etw. in aller E.
{sehr schnell, hastig) erledigen; das hat er in der E.
vergessen; etw. hat E. (etw. eilt); damit hat es
keine E.
Eijleiter, der das reife E i (1.1) ableitender K anal
(zwischen Eierstock und Gebärmutter)
eilen /sw. V b.; ist, hat/ 1. irgendwohin e. sich
schnell irgendwohin begeben (ist): er eilte nach
Hause, zur Bahn, zu ihm; jmdm. zu Hilfe e.
(schnell zu Hilfe kommen); <> die Zeit eilt (vergeht
schnell) — 2. \vorw. im Präs. u . Prät.\ etw. eilt
etw. erfordert schnelle Erledigung, Behandlung (hat):
die Sache eilt; das eilt, damit eilt es (mir) nicht
eilends lAdv.j veraltend sehr schnell, unverzüg
lich : das muß e. erledigt werden
eü/Eil| -fertig lAdj.j 1. vorschnell: e. handeln —
2. veraltend (dienstbeflissen: er kam ihr e. zu
Hilfe; -gut, das /o. PL; amtliche Bez. für beschleu
nigt zu beförderndes Frachtgut/
eilig/A d j.j1. schnell, in Eile: e., eiligst davonlaufen;
er hörte eilige Schritte; es e. haben (in Eile sein) —*
2. die Sache ist e. (eilt 2); ein eiliger (Eile erfordern
der, dringlicher) Auftrag; er hatte nichts Eiligeres
zu tun, als es weiterzuerzählen (erzählte es sofort
weiter)
Eil] -Schrift, die /o. Pl-I Kurzschrift mit einer er
höhten Zahl von Kürzungen; -schritt, der jin der
Verbindung/ im E. schnellen Schrittes: im E. daher
kommen, Weggehen; -Sendung, die beschleunigt zu
befördernde Postsendung; -tempo,das /in der Verbin
dungI im E. sehr schnell: im E. davonfahren; -zug,
der nur an wichtigen Stationen haltender Zug zur
Personenbeförderung, der schneller als ein Personen
zug und langsamer als ein D-Zug ist
Eimer, der; -s, - 1.1. zur Aufnahme vorwiegend von
Flüssigkeiten dienendes größeres zylindrisches, meist
nach oben sich erweiterndes Gefäß mit einem an sei
nem oberen Rand angebrachten, beweglichen H en
kel: ein E. mit Deckel, aus Plast; ein schwerer, ver
zinkter, voller E .; einen E. füllen 1.2. Inhaltsmenge
von 1.1: ein E. Wasser; einen E. Wasser auf das
Beet gießen
+ umg. es gießt wie aus Eimern (es regnet sehr
stark); salopp etw. ist im E. (istkaputt,gescheitert)
e|mer|weise/Adv./ in großer, Eimer füllender Menge,
in Eim ern: den Schutt e. hinaustragen; e. Beeren
ernten
xein\unbest. Art.; Mask. u. Neutr.; Fern.: eine;un
betont; bezeichnet ein (zuvor nicht genanntes) Objekt
der Realität als beliebiges Objekt einer Klasse/ e.
Mann, eine Uhr, e. Haus 1. jdas Objekt individuali
sierend!
dort steht e. Baum; sie hat einen
Ungarn kennengelernt; die Spur eines Hasen; es
war an einem (schönen) Herbsttag . . . ; in der
Liste ist auch e. Braun (ein Mann namens Braun)
genannt; den du meinst, das ist ein anderer (je
mand anders) ; er besitzt einen (echten) Rubens (ein
von Rubens gemaltes Bild); /in der Verbindung!
/* was für ein 1.1 .2 . /steht 2ein u. einer 1.2 nahe;
meint die Anzahl; unbetont!: ich möchte bitte eine
(irgendeine) Karte, einen (ein Glas) Tee, Kognak
1.2 . /dient vor Abstrakta, auch vor Personennamen,
zur Verstärkung der Besonderheit, des Grades, der
Dimension des Subst./: ich erwarte eine Antwort;
es gab eine (eine ganz bestimmte, gewisse) Zeit, da
war das anders; der Raum hat eine Höhe von drei
Metern (ist drei Meter hoch); /in Verbindungen/ e.
/ bißchen,
wenig 1.8 . einen, eine, eins /steht
ohne Subst. für ein weiteres Exemplar der genannten
A rtI: er hat sich ein Auto, eine Kühltruhe gekauft.
W ir haben uns auch eins, eine angeschafft —
2. /das Objekt als Gattungsbegriff od. als Vertreter
einer Gattung generalisierend/: die Tanne ist ein
Nadelbaum (gehört zu den Nadelbäumen); ein Kind
will (Kinder wollen) spielen; das macht einem See
mann nichts aus
2ein /Kard.zahl; mit adj. Flexion; betont; für den
Zahlenwert 1; auch 1eins/1.1. e. Kilo; das kostet
eine Mark, dauert einen Tag; nach einer Stunde;
in einem Jahr; es ist e. Uhr; nur dieses eine Mal;
ich möchte bitte, habe nur eine Karte; bitte (nur)
einen (ein Glas) Tee, Kognak; es war nicht e. Platz
mehr frei 1.2. /die Anzahl betonend; / auch einer
1.2/: nur einer (von euch) hat die Möglichkeit . .. ;
wir sollen eine(n) benennen; eins von beiden —
2.1. /bezeichnet Übereinstimmung, Zusammenge
hörigkeit von (zwei) Sachen, Erscheinungen/: mit
jmdm. einer (der gleichen) Meinung sein; das war
ein und / derselbe, dasselbe 2.2 . eins /in Verbin
dungen/ mit jmdm. eins sein (übereinstimmend
einig sein), eins werden (Übereinkommen) ; das
kommt auf eins heraus (bleibt sich am Ende gleich);
das ist alles eins: aufstehen, anziehen, fort — das
war alles eins (folgte äußerst schnell aufeinander)
jmds. e. und alles (jmds. ganzes Glück ausmachen
der Lebensinhalt) sein; -e . für / allemal; meinem
/ fort
3ein/Adv./ / 2aus
+ bei jmdm. / aus und e. gehen; nicht / aus und
e., nicht aus noch e., weder aus noch e. wissen
1ein- /betont; die Anzahl 1 bezeichnend; vor Subst.
und Adj.j
ein- Itrennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in Ver
bindung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bedeutungstypen bildet/ 1.1. von außerhalb nach
innerhalb von etw .: / z. B . einmarschieren, ein
rücken; einsteigen, eintreten; eingießen, einräu
men, einträufeln; einfädeln, einknöpfen; ein-
dringen, einrühren, eintauchen 1.2 . in etw. hin ein,.
so daß dieses es umschließt:
z. B . einbauen, ein
graben 1.3. etw. in etw. fügend, befestigend:
z.B.
einheften, einkleben, einlegen — 2 . in eine andere
Richtun g: / z. B . einbiegen, einschwenken —
3.1. etw., jmdn. umschließend: /* z .B . einfassen,
einkreisen, einzäunen 3.2 . etw. in eine Umhüllung
bringend: / z. B . einpacken, einwickeln 3.3 . etw.,
jmdn. in etw. sperrend, verschließend:
z.B.ein
schließen, einsperren — 4 . etw. in eine (vorhandene)
Menge, Größe, Gesamtheit mit hineinnehmend:
z. B . einbeziehen, einordnen, einrechnen —
5. etw. von irgendwo an einen nähergelegenen Ort
bringend 5.1. etw. zu sich holend:
z. B . einkaufen,
einfordern, einziehen 5.2. herein-, herunterholend:
/ z. B . einholen, einziehen — 6#1# etw. (übend, sich
gewöhnend) beginnend: /* z. B . sich einarbeiten,
Einakter — einbrecheii
285
•einführen, sich einlaufen 6.2 . zu schlafen beginnend:
/ z. B . einnicken, einschlafen 6.3. jmdn. in einen
Dämmerzustand versetzend:
z . B . einlullen,
einschläfern — 7 .1. etw. zerstörend: / z. B . ein-
reißen, einschlagen 7.2. zugrunde gehend: /* z. B .
einfallen, eingehen, einstürzen — 8 . a n V olu m en
verlierend:
z . B . einlaufen, einschrumpfen, ein
trocknen — 9. etw. (in etw.) konservierend, &e-
wahrend:
z. B . einkochen, einlagern, einlegen —
10. etw. in etw. prägend 10.1. fvon graphischen Ge
bildenI vertieft auf einen Untergrund bringend:
Z1 z. B . eingravieren, einritzen 10.2. ins Bewußt
sein, Gedächtnis prägend: / z. B . einprägen, ein
hämmern, einüben — 11 . wiederholt, eindringlich
otw. tuend:
z. 2?. auf jmdn. einreden, jmdm. das
Haus einlaufen — 12. etw., jmdn. mit etw. versehend:
Z z. B . eincremen, einfetten, einschmieren
Ein/ein -akter, der; -s, - Theaterstück in einem A kt;
- ander /reziprokes Pron.f einer den, dem anderen,
Wechsel-, gegenseitig: sagt e. (euch) ,Gute Nacht*;
wir haben e. (uns) lange nicht gesehen; sie sind e.
{sich) nähergekommen; e. entgegengesetzte Stand
punkte; -arbeiten fVb.f 1. sich, jmdn. (in etw.)
e. sich, jmdn. durch Ausüben einer für ihn neuen
Arbeit mit dieser Arbeit vertraut machen: er hat sich,
ihn (in das Sachgebiet) eingearbeitet — 2. etw. in
etw. sinn-, p lanvoll einsetzen (1.1), so daß es inte
grierter Bestandteil des Ganzen ist: einen Hohlsaum
in eine Decke, eine Falte in einen Rock e.; noch
einen Absatz in den Artikel e .;
- armig fA dj.; nicht
adv.f mit nur einem Arm (1): ein einarmiger Mann
(Mann, dem ein Arm fehlt); -äschern /sw. Vb.; hat/:
einen Leichnam e. (für die Feuerbestattung ver
brennen); dazu -äschemng, die; -en; -atmen /Vb.j
1.1 . die Luftdurch die Nase, den Mund in die Lunge
gelangen lassen: tief e. 1 .2 . etw. e. etw. durch 1.1
mit in die Lunge gelangen lassen: giftige Dämpfe e.;
- äugig /Adj.; nicht adv./ vgl.
- armig; -bahnstraße,
die Straße, die nur in einer Richtung befahren werden
darf; -balsamieren /Vb.j: einen Leichnam e. (mit
Mitteln behandeln, die vor Verwesung schützen);
- band, der; -(e)s, -bände die Seiten eines Buches,
Heftes umschließende, aus Deckeln (2) mit Rücken
(2.1) bestehende Hülle; -bändig/Adj.; nicht adv.f aus
nur einem 2Band bestehend: ein einbändiges Wörter
buch; -bau, der /o. PI .; zu -bauen 1.1u. 1 .2/;zu 1.2:
der E. des Motors; -bauen /Vb.f 1.1. durch Bau
arbeiten etw. in etw. ein-,
errichten: ein Bad e.;
eingebaute (in die Wände gebaute, fest mit ihnen
verbundene) Schränke 1.2. etw. durch technische
Montage in etw.,
bes. eine technische Vorrichtung,
einsetzen (1.1), in etw. montieren: den Motor, einen
Thermostaten e. 1 .3 . noch einen Zusatz in das
Referat e. (einarbeiten 2)
Einbau zu einbauen 1.11 -küche, die Küche mit
Einbaumöbeln; -möbel, die /PI./; -schrank, der
ein/Ein| -begreifen /Vb.f etw. einbeziehen: es sollten
auch diese Probleme (mit) einbegriffen werden;
jim P a rt. Prät.\ diese Leistungen sind im Preis
einbegriffen (inbegriffen); -behalten fV b.f: die
Gelder, Unterlagen wurden einbehalten (von be
fugter Instanz nicht ausgehändigt); -beinig /Adj.;
nicht adv./ vgl. einarmig; -berufen /Vb.f 1. \vorw.
im Pass./ jmd. wird e. (jmd. erhält die Aufforderung,
seinen Wehrdienst anzutreten); man hat ihn e.
—
2. eine Konferenz, einen Parteitag e. (das Z u
standekommen einer Konferenz, eines Parteitages
veranlassen); dazu -berufung, die 1.1. das Ein
berufen 1.2, Einberufungsbefehl: er hat seine E.
bekommen; -berufunsgbefehl, der Schreiben, durch
das jmd. einberufen (1) wird; -betonieren /Vb.j
1.1. etw. mit Beton einmauern: eine Urkunde in das
Fundament e. 1.2. etw. mit Beton in etw. befestigen:
die Säulen e.; -betten /Vb.j etw. in etw. (schützend)
Umschließendes legen: der Strang ist in ein Schutz
rohr eingebettet; <> eine in die Handlung einge
bettete Anekdote; -bettzimmer, das Zimm er in
einem Krankenhaus, Hotel o. ä . mit nur einem Bett:
ein E. bestellen, bekommen; -beziehen /Vb.j etw.,
jmdn. in etw. e. etw., jmdn. zu einer Gesamtheit,
einer Angelegenheit (als dazugehörig) mit hinzu
nehmen,
- rechnen: er ist in den Kreis der Teil
nehmer einbezogen; weitere Probleme in die
Thematik e .;
- biegen fVb.f 1. von der bisherigen
Richtung abgehen und eine seitlich dazu führende
einschlagen (ist): in eine Seitenstraße, einen Feld
weg e .; dort müssen Sie (nach) links e. (abbiegen 1)
—
2. etw. nach einer Innenseite hin biegen, krüm
men (hat): die Zehen e.;
- bilden fVb.; / auch ein
gebildet/ 1, sich etw. e. etw., von überbetont subjek
tiven Vorstellungen ausgehend, fälschlich annehmen:
er bildet sich ein, es ginge alles nach ihm; sie hat
sich merkwürdige Dinge eingebildet; /oft im P art.
Prät.f eine eingebildete (nur in jmds. Vorstellung,
nicht real existierende) Gefahr, Krankheit — 2. umg.
sich etw. e. sich fest vorstellen, etw. (geschenkt) zu
bekommen: er hatte sich ein neues Fahrrad ein
gebildet — 3. sich (auf etw.) etw. e. (auf etw.) un
gerechtfertigt, dünkelhaft stolz sein : der bildet sich
aber was ein!; sie bildet sich wunder was auf ihre
Schönheit ein; + bilde dir keine / Schwach
heiten ein; -bildung, die 1. Vorstellung, Phantasie:
diese Bilder hat ihm seine E. , hat er sich in seiner
E. ausgemalt; das ist alles nur E. (fälschliche, trü
gerische, nur in der Phantasie existierende Vor
stellung) — 2. /o. P I .; zu -bilden 3/ Überheblichkeit,
Dünkel: mit seiner E. macht er sich unbeliebt;
- bildungskraft, die /o. Pl.f Vorstellungsvermögen,
Phantasie; -binden fVb.f 1.1. Geheftetes, Druck
bogen mit einem Einband versehen, binden: einen
Jahrgang Zeitschriften e. lassen 1.2. ein Buch, Heft
mit einem Schutzumschlag versehen — 2 . etw. mit
etw. umhüllen und zubinden: die Wäsche in ein
Tuch e.
—
3. etw. in etw. einbeziehen: diese Fragen
sind in einen größeren Problemkreis eingebunden;
- blasen fVb.f 1. etw. durch Blasen, mit einem Ge
bläse in etw. hineinbringen: Luft in den Hochofen e.
—
2. umg. jmdm. etw. einflüstern: das hat ihm
doch sein Freund eingeblasen; -blenden fVb.f den
Ton, ein Bild in eine Sendung, einen Film herein
nehmen und verstärken: Musik e.; dazu -Wendung,
die; -bleuen fsw. Vb.; hat; emot. neg.f jmdm. etw. e.
jmdm. etw. durch intensive Einwirkung auf ihn und
ständige Wiederholung beibringen: sie hat ihr ein
gebleut, wie sie sich benehmen soll; -blick, der
1. Einsicht (1): von dieser Seite hat man keinen E.
(in den Garten) — 2.1. E. (Einsicht 2) in die Akten
nehmen 2.2. einen E. in etw. (erste Kenntnis von
einem Sachverhalt) gewinnen, bekommen; -bre
chen /Vb.f 1. einen Einbruch begehen (hat, ist): bei
uns hat man eingebrochen; sie sind in den Keller
eingebrochen — 2 . gewaltsam, in negativer Absicht
eindringen (2) (ist): der Gegner ist in unsere Linien,
der W olf ist in die Herde eingebrochen — 3. etw.
286
Einbrecher — Eindruck
bricht ein etw. bricht (durch, entzwei) und stürzt
nach unten (ist): in dem alten Haus ist die Decke
eingebrochen — 4. jmd. bricht ein jmd. stürzt, weil
ein Untergrund unter ihm zerbricht, durch diesen
Untergrund (ist): er ist auf der dünnen Eisdecke
eingebrochen — 5 . umg. mit etw. e. mit etw. Miß
erfolg haben, eine eklatante Niederlage erleiden (ist):
mit diesem Auftritt ist er schwer eingebrochen;
-brecher, der; -s, - jmd., der (einen) Einbruch be
geht; -brenne, die;
-n landseh. Mehlschwitze;
-brennen fVb.f graphische Gebilde durch ein Ver
fahren mit einem glühenden Instrument auf die
Oberfläche von etw. einbringen: die Inschrift ist (in,
auf die Platte) eingebrannt; -bringen fV b .f 1. vorw.
fachspr. etw. bei einem bestimmten (technischen)
Verfahren in etw. hineinbefördern’, das Erz in den
Hochofen e.
—
2. den Weizen e. (ernten und in die
dafür vorgesehenen Lagerräume bringen) ; die Ernte
e.
—
3, ein Schriftstück einer Vertretungskörper
schaft zur Beschlußfassung vorlegen: eine Vorlage
für den Ministerrat, einen Gesetzesentwurf (im
Parlament), eine Resolution e, — 4 . etw. in etw. e.
Werte, (persönliches) Eigentum einem gemeinschaft
lichen Besitz zuführen: ein Erbteil in die Ehe e.; der
in die Produktionsgenossenschaft eingebrachte
Boden — 5. etw. bringt (jmdm.) etw. ein etw.
bringt, verschafft jmdm. (finanziellen) Nutzen,
Vorteil od. Nachteiliges: das hat ihm eine Menge
Geld, Anerkennung eingebracht; so etwas bringt
nichts ein; das hat ihm nichts als Schwierigkeiten
eingebracht; zu 1 —4
-bringung, die; -, fo. PI ./;
-brocken /Vb.f 1. etw. in Brocken in etw. tun:
Brot in die Suppe e.
—
2. umg. jmdm., sich etw. e.
jmdn., sich durch eine bestimmte, unbedachte Ver
haltensweise in Schwierigkeiten bringen: da hast du
uns was (Schönes) eingebrockt!; -bruch, der
1. das unbefugte gewaltsame Eindringen in einen
abgeschlossenen Raum, ein abgeschlossenes Anwesen,
vorwiegend in der Absicht, zu stehlen: einen E. be
gehen, verüben — 2. der E. (das plötzliche Ein
dringen 1) kalter Luftmassen in unseren Raum —
3. /o. PI./ bei, mit E. (Beginn 1.2) der Dunkelheit,
der Nacht
Einbruch(s)/einbruch(s) z u Einbruch 1| -diebstahl,
der mit Einbruch verbundener Diebstahl; -sicher
/Adj./ gegen Einbrüche weitgehend abgesichert: ein
einbruchsicherer Tresor
ein/Einl -buchten jsw. 76.; hat/ salopp jmdn. in
haftieren: er ist wegen dieser Sache damals ein
gebuchtet worden; -buchtung, die;
-en nach
innen gerichtete Wölbung: ein Küstenstrich mit
vielen Einbuchtungen; -buddein /Vb.j lan d sch .
umg. etw., sich, jmdn. eingraben (1): einen Stein
in die Erde, sich in den Sand e.; -bürgernjsw. Vb.;
hat/ 1. jmdn. e. jmdn. naturalisieren: nach Jahren
der Emigration wurde er (in N) eingebürgert —
2.1 . etw. bürgert sich irgendwo ein etw. findet in
einem bestimmten Kreis Aufnahme und wird dort
zur Gewohnheit: dieser Brauch, Ausdruck hat sich
jetzt auch hier eingebürgert 2.2 . diese Pflanzen- ,
Tierart hat sich bei uns eingebürgert (ist bei u n s
heimisch geworden); dazu -bürgerung, die; -,
- en;
-büße, die Verlust, Schädigung: eine große (finan
zielle) E. erleiden; das bedeutet eine E. an A n
sehen, Vertrauen für ihn; -büßen /Vb.f etw. , jmdn.
e. den Verlust von etw., jmdm. erleiden: ich habe
bei dieser Sache hundert Mark eingebüßt; durch
einen tragischen Unfall büßte sie den Bruder ein,
hat er sein Augenlicht eingebüßt; ; bei der Ret
tungsaktion büßte er selbst das Leben ein (kam er
ums Leben); -cremen /Vb.j etw.,
jmdn.,
sich mit
Creme einreiben: ich muß mich e., mir die Hände e.;
die Schuhe e. (mit Schuhcreme behandeln); -däm
men /Vb.j 1. ein Gewässer e. (dämmen 1) — 2. einen
Brand, eine Epidemie e. (durch Maßnahmen an
weiterer Ausbreitung hindern); O jmds. Redefluß e.
(Einhalt gebieten); -dämmern fV b.; ist/ in Halb
schlaf geraten: er war im Sessel eingedämmert;
-dampfen /Vb.j Chem. eine Flüssigkeit durch Ver
dampfen konzentrierter machen: Milch e.;
-decken
/Vb.j 1. etw. abdecken, schützend bedecken: die Ro
sen e.
—
2. das Dach (neu) e. (decken) — 3. fach
spr. den Tisch e. (decken) — 4 .1 . sich (mit etw.) e.
sich mit Vorräten versehen: wir haben uns (mit
Material) eingedeckt 4.2 . um g. ich bin mit Arbeit
(bestens) eingedeckt (habe viel A rb eit); er hat ihn
mit Vorwürfen eingedeckt (überhäuft); -deichen
jsw. Vb.; hat/: Land, einen Fluß e. (durch einen
Deich abriegeln, mit einem Deich einfassen, um
schließen); -deutig /Adj.f 1.1 . vorw. fachspr. nur
eine Deutung zulassend: eindeutige Begriffe 1.2. un
m ißverständlich (1.1): eindeutige Anweisungen,
Signale 1.3. diese Beweise sind e. (schließen jeden
Zweifel aus); dazu -deutigkeit, die; -,
jo. PI ./;
-deutschen jsw. Vb.; hat/ sprachliche Zeichen einer
anderen Sprache in Lautung, Schreibung der deut
schen Sprache anpassen: /vorw. im Part. Prät.j die
eingedeutschte Form, Schreibweise dieses W ortes;
-dicken /Vb.j 1.1 . (hat) Fruchtsaft, Soße e. (meist
durch Verdampfen von Wasser dicker, zähflüssiger,
konzentrierter machen) 1.2. (ist) der Saft ist ein
gedickt (ist durch Verdampfen von Wasser dicker,
zähflüssiger, konzentrierter geworden); -dimensional
/Adj./ eine Dimension (1.1) aufweisend: eine Gerade
ist eine eindimensionale Figur; -dösen /Vb.; ist/
umg. eindämmern; -drehen /Vb.j 1. etw. in etw.
drehen (2): eine Schraube (in das Brett) e.
—
2. sich, jmdm. die Haare e. (sich, jmdm. die Haare
auf Lockenwickler wickeln); -drillen /Vb./ jmdm.
etw. durch Drillen (I) beibringen: Geschichtszahlen
waren ihnen eingedrillt worden; -dringen /V b .; ist/
1. etw., jmd. dringt in etw. ein etw., jmd. dringt in
e tw .: das Wasser ist in den Keller, der Splitter ist
tief in das Fleisch eingedrungen; <> in ein Wissens
gebiet, den Stoff e. (sich damit forschend vertraut
machen) — 2. in etw. e. sich (in negativer Absicht)
irgendwo gewaltsam (unbefugt) Zutritt verschaffen:
Einbrecher sind in das Haus eingedrungen; die
Truppe konnte tief in die gegnerischen Linien e.
—
3. (mit etw.) auf jmdn. e. 3 .1 . jmdn. tätlich (mit
etw.) angreifen: er drang mit dem Messer auf ihn
ein 3.2 . in jmdn. dringen (3): immer wieder drangen
sie mit Fragen auf uns ein; -dringlich /Adj./ (in
jmdn. dringend 3 und dadurch) eine tiefe, nachhaltige
Wirkung auf jmdn. ausübend: seine eindringlichen
Worte; e. (vor etw.) warnen, auf jmdn. einreden;
da zu -Dringlichkeit, die /vorw. S g ./; -dringling, d e r;
-s, -e jmd., der irgendwo eindringt, eingedrungen ist:
der E. konnte gestellt werden; er wurde in dieser
Gruppe als E. betrachtet; -druck, der /PI.
- drücke/ bei der Wahrnehmung von etw.,
jmdm.,
beim Empfang von Informationen von und über etw.,
jmdn. in jmdm. sich bildende, im Bewußtsein haf
tende reale Vorstellung von etw., jmdm.,
Wirkung,
die etw., jmd. auf jmdn. ausübt: etw., jmd. macht
(auf jmdn.) einen guten, tiefen, unvergeßlichen,
keinen günstigen E .; auf den ersten E. hin läßt
sich nicht viel sagen; neue Eindrücke aufnehmen,
verarbeiten; was für einen E. hast du von ihm,
von der Sache?; ich habe den E., daß ...; einen
E. (von etw., jmdm.) gewinnen, bekommen; er
macht den E. eines zuverlässigen Menschen; wir
standen noch unter dem (unmittelbaren) E. der
Ereignisse; jmd., etw. macht E. (beeindruckt); er,
das macht auf mich keinen E. (imponiert mir
nicht); + umg. E. schinden (imponieren) wollen;
-drücken /Vb.f 1.1 . etw. in etw. drücken (1.4): die
Butter in die Dose e. 1 .2 . in die Erde eingedrückte
Fahrspuren (Fahrspuren, die in der Erde einen
Abdruck hinterlassen haben) — 2 . etw. e. auf etw.
von außen nach innen Druck ausüben und es da
durch zerstören, beschädigen, verform en: ein Fenster,
die Tür e.; ein eingedrückter Kotflügel; -drucks-
voll| /Adj.f einen starken Eindruck hervorrufend:
ein eindrucksvolles Landschaftsbild; er sprach,
sang, spielte e.;
-dübeln/Vb.f: einen Haken e. (mit
einem Dübel in der Wand befestigen); -duselnfVb.f
umg. eindämmern
^ n e junbest. Art.; Fern./ s. 1ein
2einejlndef.pron.; Fern.) s. einer
3emejKard.zahl; Fern./ s. 2ein
ein| -ebnen jVb.j etw. durch Abtragen, Abreißen mit
seiner Umgebung auf gleiches Niveau bringen: einen
Grabhügel, eine Ruine e .;
-eiig fAdj.; nicht adv.f;
eineiige (aus einer gemeinsamen Eizelle entstandene)
Zwillinge; -einhalb, -einhalb jBruchzahl 11j2j: e.
Liter Milch
einen fsw. Vb.; hat/ geh. Personengruppen zu
einem einheitlichen (1) Ganzen, einem einheitlichen
(1) Verband zusammenführen,
- bringen: Völker
stämme e .; die geeinte Arbeiterpartei
ein|engen fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. in der Bewe
gungsfreiheit behindern: in der Stadtwohnung
fühlte er sich eingeengt 1.2. fvon Kleidungsstückenf
das Kostüm engte sie ein (behinderte sie durch
knappen Sitz) — 2. jmds. Rechte, jmdn. in seinen
Möglichkeiten e. (einschränken 1)
einer jlndef.pron.; Mask.; Fern.: eine, Neutr.:
ein(e)s/ 1.jemand, irgendein 1.1 . da hat e. geklopft;
ich weiß es von e., die dabei war; wir müssen einen
finden, der mitkommt, eins finden, das paßt; du
bist mir eine(r)! /Ausruf der Verwunderung über
jmds. Verhalten! 1.2 . /mit abhängigem Gen. od.
vor von 2ein 1.2 nahestehend, sonst 1ein 1 nahe
stehend/: sie wandte sich an einen der Schüler;
ich werde eins (davon) aussuchen l.B . einer ffür die
obliquen Kasus von man/ 1man (1.2): das soll e.
wissen!; das geht einem nahe; das betrifft einen ja
auch — 2 . /betont; korrespondierend mit anderer; bei
zwei Sachen das Erste, Erstgenannte bezeichnend!:
sich von e. Seite auf die andere drehen; sein eines
Auge, das eine seiner Augen, eins seiner Augen ist
verletzt; eins kam zum anderen
Einer, der; -s, - W assersport einsitziges Ruder-,
Paddelboot als Sportboot: die Wettbewerbe der E.
einerlei, einerlei /A dj.; nur präd.j etw. ist (jmdm).
e. etw. ist (jmdm.) 1gleich, gleichgültig: es ist (mir)
e., ob er kommt oder nicht; das kann dir doch e.
sein; das Mädchen ist ihm e. (er interessiert sich
nicht für das Mädchen)
Einerlei, Einerlei, das; -s, jo. PL/ als unerfreulich
empfundener gleichförmiger Ablauf: das ewige E.
dieser Wintermonate
einer|seits /Adv.; auch in konjunktionaler Verwen
dung; drückt als Einleitung eines Satzes, Satzteils
den Gegensatz zum Folgenden aus; in Verbindung.
mit dem Korrelat andererseits/ e. ... andererseits
wenn man es unter diesem Aspekt betrachtet: e. kann
er froh darüber sein, andererseits auch wieder nicht
eines jlndef.pron.; Neutr.j s. einer (1.1, 1.2, 2)
eines(teils /Adv./ einerseits: \vorw . in Verbindung
m it andernteils/ e. hat er recht, andernteils aber
auch nicht
einfach /Adj./ I. nur einmal ausgeführt, nicht
doppelt od. nicht vielfach: ein Formular in einfacher
Ausfertigung (in nur einem Exemplar) ausfüllen;
ein einfacher (nur einmal geschlungener) Knoten;
der Stoff liegt e. (nicht in doppelter Lage auf den
Ballen gebracht) breit; / auch dreifach — 11.1. von
wenig differenzierter Struktur, nicht komplizierter
Beschaffenheit: einfache Gesetze, Abläufe; die ein
fache /t Reproduktion; einfache Lösungen an
streben; eine einfache Apparatur; so e. ist das
nicht; er macht sich das zu e. (wendet keine der
Kompliziertheit der Sache angemessene Mühe
daran); sich, etw. klar und e. ausdrücken; eine
einfache (nicht schwierige) Aufgabe; der Fall ist,
liegt denkbar e. (ist leicht überschaubar, lösbar); das
ist alles nicht so e. (zu machen); ich tue das aus
dem einfachen Reicht einsehbaren, verständlichen)
Grunde, weil . . .
—
2. schlicht (1.2): es war ein ein
faches Holzhaus; sie war e., aber geschmackvoll
gekleidet; sie lebten sehr e. (nicht luxuriös); v e r
a lte n d er stammte aus einfachen Verhältnissen
(entstammte der Arbeiterklasse od. einer ihr nahe
stehenden Schicht) — 3 . jadv.; partikelhaftj 3.1. jver
stärkend) : das war e. (wirklich) großartig, ist e.
nicht wahr; ja, das ist e. (2eben 4.1) so 3.2 . er hat
sich das e. (ohne zu fragen, ohne es mitzuteilen)
genommen; ich gehe e. (ohne weitere Überlegungen,
Umstände) mal hin; zu I I .l Einfachheit, die;
jo. Pl.j: etw. der E. halber (weil es so einfacher
geht) so und so machen
ein/Ein| -fädeln /Vb./ 1 .1 . einen Faden e. (du rch
das Nadelöhr ziehen) 1.2. die Nadel e. (einen Faden
durch das Nadelöhr ziehen) — 2. sich e. sich im
Straßenverkehr mit einem Fahrzeug in eine Fahr
spur, in den fließenden Verkehr einordnen: sich in
den richtigen Abzweig e.
—
3. um g. etw. geschickt
bewerkstelligen, anbahnen: die Sache hat er schlau
eingefädelt; -fahren jVb.j 1. (ist) 1.1. in das Innere
von etw. fahren, fahrend hineingelangen: wir fahren
jetzt in die Innenstadt, den Hafen ein; der Zug
fährt ein (kommt in den Bahnhof) 1.2. Bergm.
sich in den Schacht, in die Grube (2) begeben: die
Häuer der zweiten Schicht sind eingefahren —
2. etw. durch Dagegenfahren zerstören, stark be
schädigen (hat): ein Traktor hat den Zaun ein
gefahren — 3. etw. (mit Fahrzeugen) einbringen (2)
(hat): die Ernte, Kartoffeln e.
—
4. fachspr.
(hat) 4.1. Flugw. das Fahrwerk e. (mit Hilfe einer
Mechanik in das Innere des Flugzeuges bringen)
4.2 . etw. einbringen (1) — 5 . (hat) 5.1 . ein Fahrzeug
e. ein neues Fahrzeug durch Fahren optimal ge
brauchsfähig machen: der Wagen ist jetzt gut ein
gefahren 5.2. sich e. sich im Fahren, Führen eines
Fahrzeugs üben: nach ein paar Wochen hatte er
sich eingefahren 5.3 . umg. /in der Verbindung/ etw.
eindrücken — einfahren
287
288
Einfahrt — Einfluß
bewegt sich auf eingefahrenen Bahnen, Gleisen
(etw. läuft allzu gewohnheits-,
routinemäßig ab);
-fahrt, die 1. jo. Pl.j das Einfahren (1.1): bei der E.
in den Hafen gingen wir an Beck; der Zug hat E.
(dem Zug ist durch Signal die Erlaubnis zum Ein
fahren gegeben worden); Vorsicht bei E. des Zuges!
IWarnungsformel des Bahnpersonals an Beisende
auf Bahnsteigen/ — 2. Stelle, Wegstrecke, die für das
Einfahren (1.1) irgendwohin, -h inein vorgesehen ist:
eine breite, lange E.; in der E. zum Hof; E. frei
halten 1; -fahrt(s) Signal, dasSignal an Bahnanlagen,
das die Erlaubnis zur Einfahrt (1) anzeigt; -fall,
der 1. Gedanke, der jmdm. plötzlich kommt, Idee,
die jmd. plötzlich hat: das war ein guter, glänzender
E.; er kam auf den E. (hatte den Gedanken), daß ..
einen E. haben — 2. jo. Pl.j das Einfallen (4): der
E. der Lichtstrahlen — 3 . das Einfallen (3): die
wiederholten Einfälle benachbarter Volksstämme
in das Gebiet; + umg. scherzh. jmd. hat Ein
fälle wie ein altes Haus (hat verrückte, verblüffende
Ideen, Vorstellungen); -fallen jVb.; / auch ein
gefallen/ 1. jmdm. fällt etw. ein 1.1. jmd. hat einen
E infall (1): mir ist (da etwas) eingefallen, wie man
das machen kann; ihm fiel kein Ausweg ein; wir
müssen uns etwas e. lassen (ersinnen); er tut, was
ihm gerade einfällt (wonach ihm gerade der Sinn
steht); das wäre mir nie eingefallen (auf die Idee
wäre ich nicht gekommen, daran hätte ich nicht ge
dacht); O umg. was fällt dir ein (bist du verrückt,
was erlaubst du dir)?; das fällt mir nicht ein (das
tue ich auf keinen Fall, ich denke nicht daran) \;
das laß dir (ja) nicht e. (wehe, wenn du das machst) \
1.2 . jmd. besinnt sich auf etw., erinnert sich an etw.:
mir fällt ein, ich wollte doch Brot kaufen; sein
Name fällt mir jetzt nicht, nicht mehr ein; dabei
fiel ihr die Geschachte von damals wieder ein —
2. einstürzen: das alte Haus, Gemäuer ist ein
gefallen — 3 . einbrechen (2): der Wolf fiel in die
Herde ein; feindliche Truppen sind in das Land
eingefallen — 4. jvon Lichtstrahlen)j die schräg ein
fallenden (eind ringen den 1) Sonnenstrahlen —
5. einstimmen (1): N stimmte ein Lied an, und alle
fielen ein; O da fie1 auch er in das allgemeine Ge
lächter ein
e|ufalls/Einfalls| -los jAdj.j arm an Ideen, eigen
ständigen Vorstellungen, Einfällen: er ist ein ziem
lich einfallsloser Mensch; die Gestaltung ist e.;
-reich jAdj.f reich ausgestattet mit Ideen, eigen
ständigen Vorstellungen, Einfällen; dazu -reichtum,
der jo. Pl.j
Ein) -fallstraße, die von außerhalb.in eine Ortschaft,
bes. eine größere Stadt, hineinführende (Haupt
verkehrsstraße; -fallswinkel, der Phys. Math.
Winkel, der von einem auf eine Ebene einfallenden
Strahl und dem auf dieser Ebene errichteten Lot
gebildet wird: den E. berechnen
Einfalt, die; -, jo. Pl.j von einer gewissen Beschränkt
heit, Arglosigkeit und Naivität gekennzeichnete
geistige Veranlagung: das sagt, sieht er so in seiner
kindlichen E.; dazu einfältig jA d j.j: ein ein
fältiges Gemüt, Lächeln
Einfalts|pinsel, der um g. dümmlich-einfältiger
Mensch: dieser E. hat das alles geglaubt
Ein/ein| -familienhaus, das zum Wohnen fü r (nur)
eine Familie bestimmtes (Einzel)haus; -fangen
JVb.j 1,1. ein (entwichenes) Tier (wieder) fangen:
Nachbarn hatten den Sittich eingefangen; das E.
von Bären in der Taiga 1.2. jmdn., der aus Haft,
Gefangenschaft geflohen ist, wieder aufgreifen und
festnehmen — 2. etw. in seiner Eigenart erkennen,
erfassen und (in etw.) wiedergeben (2.1, 2 .4): in
dem Bild, der Novelle ist die Herbststimmung
wunderbar eingefangen — 3. u m g. er hat sich eine
Erkältung eingefangen (zugezogen); -färben fVb.j
eine Sache, bes. Textilien, durch Färben mit einer
bestimmten Farbe versehen: Stoff, Garne, die Bluse
(blau, braun) e.;
-farbig lAdj.j in, mit nur einer
Fa rb e: ein einfarbiger Stoff; die Wände e. streichen,
halten; -fassen jVb.j 1.1. Schneiderei etw. (mit
etw.) e. einen Streifen um die Kante, den Rand des
Stoffes von etw. nähen: einen Gürtel, Halsausschnitt
(mit einer Borte, Tresse) e.; die mit Leder ein
gefaßten Kanten einer Schlafdecke, der Ärmel
1.2 . etw. mit einer begrenzenden Umrandung aus
etw. versehen: ein mit, von Büschen eingefaßtes
Rondell, Beet 1.3 . einen Edelstein e. (mit einer
Fassung versehen) (lassen); -fassung, die das, womit
etw. eingefaßt (1.2) ist: ein Grab, Beet mit einer E.
aus Naturstein, Buchsbäumen; -fetten jV b.j etw.,
sich mit einer fetthaltigen Substanz einreiben: die
Schuhe, sich das Gesicht e.; -finden, sich jV b .j sich
(irgendwo) e. an einen bestimmten Ort kommen, an
einem bestimmten Ort erscheinen: sagen Sie ihm, er
möchte sich morgen um 8 Uhr (dort, bei uns, vor
dem Gebäude) e.;
-flechten / Vb.j 1. etw. in etw.
flechten (1.3): ein Band in den Zopf e.
—
2. etw.
(in etw.) einfließen (2) lassen: Beispiele, Zitate in
seine Rede e.; eine geschickt eingeflochtene Be
merkung; -fliegen /F6./ 1. jvon Flugzeugen/ in
einen bestimmten Bereich, Luftraum fliegen (ist):
in fremdes Hoheitsgebiet e .; die Verbände waren
über die Grenze eingeflogen — 2 . etw., jmdn. (ir
gendwohin) e. etw., jmdn. mit Flugzeugen in einen
bestimmten (umgrenzten) Bereich befördern (hat):
Medikamente in das Katastrophengebiet e.;
Truppen wurden in die eingeschlossene Stadt ein-
geflogen; -fließen jVb.j 1.1. in etw. fließen (1):
in den Keller eingeflossenes Wasser; (in den Fluß)
einflieJjende Abwässer 1.2 . M ete o r, (in unseren
Raum, von Norden her) einfließende (einströmende)
Kaltluft — 2. etw. (in etw.) e. lassen etw. in einem
(gesprochenen) Text (beiläufig) mit erwähnen: er
ließ eine Bemerkung darüber e., ließ e., daß er das
wisse; -flößen jV b .j 1. einem Kranken ein Medi
kament, Saft e. (tropfenweise, in sehr kleinen
Schlucken zu trinken geben, eingeben) — 2. etw.,
jmd. flößt jmdm. Angst, Vertrauen, Ehrfurcht ein
(erweckt in jmdm. Angst, Vertrauen, Ehrfurcht);
-flug, der das Einfliegen (1): der E. gegnerischer
Verbände; -flugsehneise, die für das Einfliegen von
Flugzeugen in einen Flughafen vorgesehener (Teil
des Luftraums über einem) Geländestreifen unmittel
bar vor der Landebahn: in, unter der E. wohnen;
-fluß, der von etw., jmdm. als Ursache, Verursacher
ausgehende Wirkung auf jmdn., etw., durch die ent
sprechende Verhaltensweisen, Veränderungen in dem
Bezugsobjekt erzeugt werden: etw., jmd. übt einen
guten, nachhaltigen, ungünstigen E. (auf jmdn.)
aus; er steht unter seinem E .; die Eltern hatten
keinen E. mehr auf ihn, darauf; die Einflüsse dieser
philosophischen Strömung auf die Literatur; der E.
der Umwelt auf den Menschen; er stand unter dem
E, von Alkohol (hatte Alkohol getrunken); auf etw.
E. nehmen (etw. beeinflussen)
Einflußbereich — Eingangsdatum
289
Einfluß/emfluß| -bereich, der 1.1. B ereich , i n dem
jmd., etw. einen Einfluß ausübt: Meteor, im E.
dieses Hochdruckgebietes (Bereich, in dem dieses
Hochdruckgebiet das Wetter beeinflußt) 1.2. Ein
flußsphäre; -große, die Phys. physikalische Größe,
die die Anzeige eines Meßgerätes, die einen Meßwert
beeinflußt; -nähme, die; -,
-n fvorw. Sg.j das Aus
üben von Einfluß auf etw., jmdn.: die E. auf die
Bewußtseinsbildung; -reich fA d j.; nicht adv.f
großen, umfassenden, beherrschenden Einfluß, Macht
besitzend: er war sehr e. im Vorstand; die einfluß
reichsten Konzerne;-Sphäre, die P olitik Bereich,
in dem ein Monopol od. ein imp. Staat, bes. in
kolonialen Ländern, Einfluß ausübt
ein/Ein| -flüstern /Vb./ jmdm. etw. e. jmdm. (heim
lich) etw. einreden, jmdn. (listig) überreden, sich in
bestimmter Weise zu verhalten: diese Machenschaf
ten hat man ihm eingeflüstert; dazu -flüsterung,
die; -en; -fordern /Vb./ (sich) etw. e. etw., das man
von jmdm. zu bekommen hat, von ihm mahnend
fordern: jetzt habe ich mir das Buch, Geld (von
ihm) eingefordert; -förmig /Adj.l von immer sich
wiederholend gleichartigem Ablauf, nicht abwechs
lungsreich, monoton: eine einförmige Tätigkeit;
-fressen, sich jV b .j etw. frißt sich (in etw.) ein etw.
dringt (ätzend) in etw. e in : der Steinstaub frißt sich
in die Haut ein; -frieden, friedete ein, hat einge
friedet etw. mit etw. begrenzend (und schüt
zend) umgeben: die Anlage wird von einer
Hecke, Mauer eingefriedet; -frieren /Vb./ 1 . (ist)
1.1 . die Wasserleitung ist eingefroren (u nben utzbar
geworden, weil das Wasser in ihr gefroren ist) 1.2. das
Schiff ist im Packeis eingefroren (so fest von Eis
umschlossen, daß es sich nicht mehr fortbewegen
kann) — 2. etw. einfrosten (hat): den Braten e.
—
3. (ist, hat) 8.1. Bank eingefrorene (zur Zeit nicht
flüssig zu machende) Guthaben, Kredite 3.2 . fvorw.
BRD/ 3.2 .1. die Löhne e. /Praktik der kap. Lohn
politikI (bei steigenden Preisen die Löhne unverändert
halten) 3.2 .2 . vorw. P olitik Verhandlungen, Be
ziehungen e. (lassen) (zur Zeit absichtlich nicht
weiter pflegen, nicht weiterführen); -frosten fVb.f:
Lebensmittel e. (zur Konservierung in einem Raum,
Behälter schlagartig auf eine Temperatur von 20 Grad
unter Null abkühlen und so lagern); -fügen jVb.j
1. etw. in etw. einsetzen (i.i). einarbeiten (2): ein
paar Steine in den Riß, Glieder in die Kette e.;
einen Absatz, einige Sätze in einen Text e. (irgend
wo im Textablauf sinnvoll dazuschreiben, -sagen) —
2. sich e. 2 .1. sein Verhalten in einem Kollektiv der
dort herrschenden Norm angleichen: er hat sich gut
in die neue Klasse eingefügt, will sich nicht e.
2.2 . in etw. passen (2): die Häuser fügen sich gut
in die Landschaft ein; -fühlen, sich /Vb./ sich in
jmdn., etw. e. sich mit seinem Fühlen in jmdn.,
eine Situation versetzen: er kann sich gut in einen
anderen, die Gedankenwelt des Mittelalters e.;
-fühlungsvermögen, das fo. P l.f: jmd. hat ein
gutes, kein E .;
-fuhr, die; -,
-en1.jo. Pl.fdas
Einführen von Waren, Import: die E. von Holz,
Getreide, Maschinen — 2. die Gesamtheit eingeführ
ter W aren: die Einfuhren (an, von Holz, Getreide)
erhöhen
Einfuhr zu Einfuhr 1| -beschränkung, die B e
schränkung der Einfuhr bestimmter Waren; -be-
stimmung, die fvorw. Pl.f gesetzliche Bestimmung
über die (Bedingungen der) Einfuhr bestimmter Waren
ein/Ein| -führen /Vb.f 1. etw. (mit Umsicht) in
einen Hohlraum,
- k örper bringen: eine Sonde (in
den Magen) e.
—
2. im Ausland gekaufte, erworbene
Waren in das eigene Land bringen, importieren:
diese Waren muß unser Land e.; das wird aus
Ungarn eingeführt; Schmuck dürfen Sie nicht e.
—
3. jmdn., sich als neu Hinzükommenden in einem
bestehenden Personenkreis, bei jmdm. bekannt und
vertraut machen: er hat mich in ihre Runde, bei
Familie N eingeführt; er hat sich schon selbst ein
geführt; er hat sich in der Arbeitsgruppe gut ein
geführt —4.jmdn. in etw. e. jmdn. mitden An
fangsgründen eines Tätigkeits-,
Wissensgebietes
vertraut machen: jmdn. in seine neue Arbeit, in die
Astronomie e .; der Komponist sprach einführende
(einleitende, erklärende) Worte — 5 . etw., das eine
Neuerung darstellt, (irgendwo) wirksam machen:
neue Arbeitsmethoden, eine andere Regelung e.;
das wollen wir hier gar nicht erst e.;
-fuhrge-
nehmigung, die Genehmigung zum Einführen be
stimmter W aren; -führung, die jo. Pl.f 1. /zu -füh
ren 1,3 —5/ das Einführen; zu 5: die E. der Fühf-
Tage-Arbeitswoche — 2. (gesprochener) Text, der
in etw. einführt: der Komponist gab eine E. in
seine Sinfonie; zu diesem Roman hat N eine E.
geschrieben; eine E. in die englische Grammatik
(ein Lehrbuch über die Grundzüge der englischen
Grammatik); -führungsvortrag, der einführender
Vo rtra g; -fuhrverbot, das vgl. Einfuhrbeschränkung;
-füllen /Vb./ etw. in ein Behältnis füllen: die Boh
nen (in die Tüte) e.;
-gäbe, die 1.1. sch riftlich od.
mündlich formuliertes, in gesetzlich festgelegter Frist
zu beantwortendes Anliegen eines Bürgers, einer
Gruppe von Bürgern an eine Volksvertretung, ein
soz. Staats- od. Wirtschaftsorgan: eine E. machen,
an den Rat der Stadt richten 1.2 . /unter kap. Ver
hältnissen/ an eine Behörde gerichtetes schriftliches
Ersuchen — 2. Datenverarb. 2.1. jo. PI./
das Eingeben von Daten, Informationen in ein
Datenverarbeitungsgerät 2.2 . Daten, Informationen,
die in ein Datenverarbeitungsgerät eingegeben
werden, Input; -gang, der 1. Tür, Öffnung zum
Hineingehen in ein Gebäude, einen Raum, ein um
grenztes Gelände: er betrat den Saal durch den seit
lichen E .; das Haus hat zwei Eingänge; im E. zum
Hof; den E. bitte frei halten! — 2. er wohnt am E.
des Dorfes (an der Stelle, an der die Gebäude des
Dorfes beginnen) — 3. ein Geschwür am E. des
Magens, Darmes (an der Stelle, die in den Magen,
Darm hineinführt) —4. jo. PI./ veraltend am, zu
E. (am Anfang) der Feier, seiner Rede — 5. jo. PI./
etw. findet irgendwo, in etw. E . 5.1. diese Methode
hat bei uns E., hat E. in die Produktion gefunden
(ist bei uns, in der Produktion üblich geworden)
5.2 . dieser Gedanke hat auch E. in seine Abhand
lung gefunden (diesen Gedanken hat er auch in
seine Abhandlung einbezogen) — 6. Büro 6.1 . /o.
Pl.j das Eingehen (3): wir bestätigen den E. Ihres
Schreibens, der Ware 6.2 . /vorw. PI./ eingegangene
Sendung, Post: die Eingänge buchen, registrieren;
-gängig jAdj./ leicht faßlich (und sich leicht einprä
gen d): eingängige Melodien; etw. e. formulieren,
darstellen; L-gangs /Adv./: wie ich e. (am A nfang)
bereits erwähnte; das e. zitierte W erk; 2-gangs
\Präp. mit Gen./ veraltend zu Beginn: e. dieses
Jahrhunderts
Eingangs z u Eingang 6.1 Büro| -datum, das;
19 Wörterbuch
290
Eingangsstempel — eingraben
-Stempel, der Stempel mit dem Eingangsdatum;
- vermerk, der Vermerk, Eintragung über den Ein
gang, das Eingangsdatum
ejn/Ein| -geben fV b .f 1. jmdm. ein Medikament,
Tropien e. (einflößen, verabreichen) — 2. D aten
v e r a rb. (einem Datenverarbeitungsgerät) Daten,
Informationen e. (zu
verarbeitende) Daten,
Informationen einer Datenverarbeitungsanlage zu
führen'.
(dem Computer) ein Programm e.,
ein
Programm in den Computer e.
—
3. geh. das hat
ihm der gesunde Menschenverstand eingegeben
(dazu hat ihn der gesunde Menschenverstand ver
anlaßt) ; -gebildetfAdj.; vorw. attr. u . präd.; / auch
einbilden/ von überhöhter Wertschätzung der eigenen
Person und Leistung und entsprechender Gering
schätzung anderer, überheblich: ist das ein ein
gebildeter Kerl!; -geboren fAdj.; nur attr.f: die
eingeborene Bevölkerung (die Eingeborenen); -ge
borene, der u. die; -n, -n foft vom Standpunkt der
Eroberer, Unterdrücker gebrauchte Bez. für einen
Angehörigen der ursprünglich ansässigen Bevöl
kerung bes. eines in koloniale Abhängigkeit ge
brachten G ebietesf: die Sitten, Gebräuche der Ein
geborenen; -gebung, die;
- en fin den Verbin
dungenI einer (plötzlichen) E. (einem plötzlich
aufkommenden Gedanken, Einfall) folgend ...;
eine E. haben; -gedenk fA dj.; in der Verbindung!
ve ra lten d einer Sache e.: e. dieser Tatsache (sich
dieser Tatsache erinnernd, sie sich vor Augen hal
tend) wollen wir . . . ; einer Sache e. sein, bleiben;
-gefallen fA dj.; nicht adv.;
auch einfallen/: seine
eingefallenen (abgemagert, abgezehrt wirkenden)
Wangen; sein Gesicht ist e.;
-gefleischt /Ad].; nur
attr./ 1. er ist ein eingefleischter (überzeugter u nd
unverbesserlicher) Junggeselle — 2. jmdm. zur
festen Gewohnheit geworden: ein eingefleischtes
Mißtrauen; -gefuchst /Adj.; nicht adv.f umg. rou
tiniert: jmd. ist (auf etw.) e .; -gehen /Vb.; / auch
- gehend/ 1. etw. geht in etw. ein: dieses Datum,
Ereignis, sein Name wird in die Geschichte e.
(wird historisch bedeutsam werden); diese Fremd
wörter sind in den allgemeinen Sprachgebrauch
eingegangen (es ist üblich geworden, diese Frem d
wörter zu gebrauchen) — 2. etw. geht jmdm. ein
jmd. nimmt etw. auf, versteht, begreift etw.: es will
mir schwer, immer noch nicht e., was er da gesagt
hat; ihm gehen Formeln leicht ein (er lernt For
meln leicht) — B. vorw. Büro Post,eine Sendung geht
ein Post, eine Sendung kommt beim Empfänger an,
trifft ein : die heutige Post, die Ware ist eben ein
gegangen; zahlreiche Glückwünsche sind bei dem
Jubilar eingegangen; soeben ging die Meldung ein,
daß ...
—
4.1. /von Tieren, Pflanzen, auch vom
Menschen! absterben, sterben: zwei Jungtiere sind
eingegangen; die Azalee kümmert, sie wird wohl e.;
u m g. er ist (an diesem Leiden) jämmerlich ein
gegangen; O salopp an etw. e .: das laß dir nicht
aufhalsen, da, daran gehst du ein (das schaffst du
n icht) 4.2 . dieses Unternehmen, unser Zirkel ist
eingegangen (hat auf Grund von Schwierigkeiten
aufgehört zu bestehen) — 5. einlaufen (4): dieser
Stoff geht nicht ein — 6.1 . mit jmdm. ein Bündnis,
einen Vertrag e. (abschließen) 6.2. /in . Verbindung
mit Subst. zur Umschreibung eines Verbalbegriffs/
chemische Stoffe, Elemente gehen eine Verbin
dung ein (verbinden sich miteinander); die Ehe mit
jmdm. e. (jmdn. heiraten); ein, kein Risiko e.
(etw.,
nichts riskieren) — 7. auf jmdn., etw.
-e.
sich mit jmdm., etw. befassen, abgeben: er konnte auf
ihn, seine Probleme nicht e .; auf dieses Thema will
er ein andermal e .; ich bin auf seinen Vorschlag
nicht eingegangen (habe seinen Vorschlag nicht an
genom men); darauf gehe ich nicht ein (lasse ich
mich nicht ein) ; -gehend /Adj.; /* auch -gehen/ bis
ins einzelne gehend, gründlich, ausführlich: sich e.
mit etw., jmdm. befassen, beschäftigen; eine ein
gehende Beschreibung, Befragung; -gekeilt / A d j./
nach allen Seiten hin durch etw. Versperrendes,
durch Personen verhindert, sich fortzubewegen: wir
standen e. in der Menge; als wir zum Parkplatz
kamen, wrar unser Auto e .;
-gemachte, das; -n, /o.
P L ; /* auch einmachen 1/ eingemachte Lebensmittel,
bes. eingem achtes Obst; -gemeinden, gemeindete ein,
hat eingemeindet bes. eine Ortschaft in eine andere
Gemeinde verwaltungsmäßig eingliedern: diese Orte
wurden damals (von) der Hauptstadt eingemein
det; -genommen fA d j.; / auch einnehmen; in den
Verbindungen! von etw., jmdm. e. sein (von etw.,
jmdm. angetan sein); von sich e. sein (seine Person
in egozentrischer Weise zu hoch einschätzen, einge
bildet sein); -geschlechtig /Adj.; nicht adv.) Bot.
eingeschlechtige (nur männliche od. nur weibliche
Geschlechtsorgane aufweisende) Blüten; -geschossig
/Adj./ einstöckig; -geschworen /Adj.; nicht adv./:
er war sein eingeschworener (von seiner Gegner
schaft zu ihm nicht abgehender) Gegner; er ist auf
diese Richtung e. (hat sich dieser Richtung an
geschlossen und folgt ihr unbedingt); -geständnis, das
das Eingestehen: diese Worte waren ein E. seiner
Schuld, Hilflosigkeit; -gestehen /Vb./ (jmdm. ,
sich) etw. e. (jmdm. gegenüber, vor sich selbst)
einen Tatbestand zugeben, bekennen: eine Schuld,
sein Versagen e.; ich muß e., daß ich ...; er hat mir
seine Angst eingestanden; -gestellt fA d j,; / auch
einstellen; vorw. präd.f in bestimmter Weise e.
sein eine bestimmte (politische, weltanschauliche)
Einstellung, Auffassung haben: N ist fortschrittlich
e.; wie ist er eigentlich e.?; -geweide, die /PL/ die
in Bauch- und Brusthöhle liegenden inneren Or
gan e; -gewöhnen, sich /Vb.l sich (irgendwo) e. m it
einer neuen Umgebung, mit neuen Verhältnissen
vertraut werden: du wirst dich bei uns schon e.; er
hat sich (in seiner neuen Arbeitsstelle) gut ein
gewöhnt; ein Tier (irgendwo) e. (an die neue Um
gebung gewöhnen) ; -gewöhnung, die /zu -gewöhnen,
sich/: sie brauchen eine gewisse Zeit der, zur E.;
-gießen /Vb./ jmdm. ein Getränk in ein Trinkgefäß
gießen: (jmdm.) Kaffee, Tee e.; darf ich Ihnen
(noch einmal) e.?; -gipsen /Vb./ 1. einen Haken,
Dübel in die Wand e. (mit Gips o. ä. in der Wand
befestigen) — 2. den gebrochenen Arm, Fuß e. (mit
einem Gipsverband versehen); -glas, das /PI.
- g läser/
M o n o k el; -gleisig /Adj./: diese Bahnlinie ist e. (hat
nur ein Gleis); -gliedern /Vb./ etw., jmdn. als Glied,
Teil in ein Ganzes einfügen, einreihen: einen Ort
in einen Gemeindeverband e .; den Rekonvales
zenten wieder in den Arbeitsprozeß e .; dazu -glie-
derung, die; -graben fVb.f 1. eine Vertiefung aus
heben'und 1.1. (den unteren Teil von) etw. in sie
setzen und die Erde darüber, darum wieder auf
füllen und befestigen: einen Pfahl, die Knollen e.;
Sträucher e. (grabend einpflanzen) 1.2. etw. in ihr
vergraben: Wertsachen, ein totes Tier e. 1.3. Mil.
darin in Deckung (3) gehen: sich e.: die Soldaten
eingravieren — einheitlich
291
bezogen Stellung und gruben sich ein — 2. etw.
gräbt sich in etw. ein etw. drückt, preßt sich (Spuren
hinterlassend) in etw.,
bes. einen Untergrund,
hinein: die Räder gruben sich tief in den Sand ein;
<£> dieses Ereignis hat sich mir, in mein Gedächtnis
eingegraben (eingeprägt) — 3. eine Inschrift in den
Stein e. (einhauen,
- meißeln,
- gravieren); -gra
vieren /Vb./ etw. in etw. gravieren: ein Datum,
Initialen (in den Ring) e .; -greifen /Vb./1. in etw.
e. handelnd auf ein Geschehen Einfluß nehmen: in
einen Konflikt e.; hier muß man e., ehe etwas
schief läuft; durch sein Eingreifen wurde das Kind
gerettet; in die Diskussion e. (sich in die Diskussion
einschalten); dieses Ereignis griff tief in sein Leben
ein (beeinflußte sein Leben einschneidend) —
2. Techn. /bes. von Geräteteilenj etw. greift in etw.
ein etw. ragt, schiebt, drückt sich in eine Vertiefung
von etw. hinein: das Zahnrad greift in das Getriebe
ein; -grenzen jVb.f 1. etw. umgrenzen: der Garten
wird von einer Hecke eingegrenzt — 2. ein Thema,
einen Themenkreis (auf ein bestimmtes Sach
gebiet) e. (beschränken); -griff, der 1, unberech
tigtes Eingreifen: diese Maßnahme stellte einen E.
in ihre Rechte dar — 2. Operation, bes. an einem
inneren Organ: ein (operativer) E. ist nötig;
-gruppieren /Vb./ etw., jmdn. in eine Gruppe ein-
ordnen: jmdn. in eine Gehaltsgruppe e.;
-haben
/Vb./ umg. jmdn. eingeholt (2) haben: am Bahnhof
hatte er ihn endlich ein; -hacken /Vb./ 1, der Vogel
hackte auf die Beute ein (hackte immer wieder auf
die Beute) — 2. umg. auf jmdn. e. jmdm. in aggres
siver Weise Vorwürfe machen: nun hackten alle auf
ihn ein; -haken / Vb./1•etw. mit, an, in einem Haken,
einer hakenähnlichen Vorrichtung befestigen: das
Eenster, den Reißverschluß e.
—
2• sich (bei
jmdm.) e. seinen Arm in jmds. gebeugten Arm
schieben: sie hatte sich bei mir eingehakt; sie gin
gen eingehakt (gingen eng nebeneinander, wobei
der eine seinen Arm unter den des anderen ge
schoben hatte) — 3. umg. sich in jmds. Rede (unter
brechend) einschalten: an dieser Stelle hakte er ein;
-halt fin der Verbindung! einer Sache, jmdm. E .
gebieten (durch Eingreifen 1) bewirken, daß etw.
(Schädliches, Störendes), das abläuft, jmds. T un (so)
nicht weitergeht: wir mußten ihrem Treiben E. ge
bieten; er gebot ihm E. (in seinem Tun); -halten
jVb.j 1.1. etw. Verpflichtendes (fristgemäß) aus
führen, erfüllen, sich daran halten: einen Termin,
eine Vereinbarung e.; ein Versprechen e. (halten)
1.2 . die Richtung, den Abstand e. (beibehalten,
davon nicht abweichen) — 2. Schneiderei durch
Abnäher, Fältchen, 2Reihen die Weite an einer be
stimmten Stelle verringern: das Kleid in der Taille
etwas e.
—
3. landsch., bes. süddt. österr. mit
einer Tätigkeit aufhören: halt ein (mit dem Ge
schrei)!; zu 1.1 -haltung, die jo. Pl.f: die E. der
Vorschriften; -hämmern /Vb./1. umg. jmdm. etw.
e. jmdm. etw. durch ständige Einwirkung, Wieder
holung einprägen: jmdm. Regeln e.; daß das gut
und richtig sei, hat man ihnen eingehämmert —
2. auf etw. e. (mit dem Hammer) heftig auf etw.
einschlagen: mit den Fäusten hämmerte er auf die
Tasten ein; -handeln /Vb./ umg. sich etw. e. auf
Grund seines vorherigen Verhaltens mißliche Folgen
hinnehmen müssen: sich einen Tadel, Ungelegen
heiten e.; spött. da hast du dir was (Schönes) ein
gehandelt!; -hängen jsw. Vb.j 1. etw. in eine Halte
vorrichtung hängen: die Tür, ein Fenster e.; den
Haken in die Öse e. (einhaken 1) — 2. sich bei
jmdm. e. (einhaken 2); -hauchen /Vb./ geh.: der
Künstler hat dem Stein Leben eingehaucht (hat
lebendig wirkende Figuren aus dem Stein geschaffen);
-hauen / Vb.; hat/ 1. /haute ein, geh. hieb ein/ auf
etw., jmdn. einschlagen (5): mit der Axt auf den Block
e.; er hieb mit dem Säbel auf ihn ein — 2 . /haute
ein/ umg. etw. einschlagen (2): er hat eine Fenster
scheibe eingehauen — 3. /haute ein/ Schrift in eine
Steinplatte e. (in eine Steinplatte hauen 3.1) —
4. /haute ein/ salopp in etw. e. bei einer Mahlzeit
tüchtig, viel von etw. essen: er hat ordentlich (in
den Kuchen) eingehauen; -häusig /Adj.; nicht adv./
Bot.: diese Pflanze ist e. (trägt männliche und
weibliche Blüten auf einem Exemplar); -heben /Vb./
etw. in eine Haltevorrichtung hineinheben: die Tür
e. (einhängen); -heften /Vb./ 1. etw. abheften: die
Unterlagen, Durchschlage e.
—
2. etw. in etw.
heften (2): die Ärmel, das Futter e.;
-hegen /Vb./
etw., bes. ein Stück -Land in der freien Natur, mit
einer Umzäunung, schützenden, absperrenden Be
grenzung umgeben: eine (mit Draht) eingehegte
Schonung; der Park wird von einer Hecke ein
gehegt; -heimisch /Adj.; nicht adv.; vorw. attr.j:
die einheimische (in diesem Ort, in dieser Gegend
schon länger ansässige) Bevölkerung; diesen Weg
kennen nur die Einheimischen; die einheimische
(in diesem Land, dieser Gegend vorkommende) Tier-,
Pflanzenwelt; die einheimische (hier angestammte)
Industrie; -heimsen /sw. Vb.; hat/ umg. etw. in
seinen Besitz bringen, für sich erlangen: er hat ein
ansehnliches Erbe eingeheimst; er hat heute ein dik-
kes Lob eingeheimst; Beifall e.;
-heiraten /Vb./:
er hat in eine begüterte Familie, in das Geschäft
eingeheiratet (ist durch Heirat Mitglied einer be
güterten Familie, Mitbesitzer des Geschäfts geworden)
Einheit, die; -,
- en 1.1. /o. Pl.f 1.1.1. Zustand des
Zusammenexistierens, des Vereinigtseins, der Ganz
heit, Gesamtheit, Zusammengehörigkeit (unterschied
licher) in enger wechselseitiger Beziehung stehender
Teile, Gegebenheiten: diese Fragen, Faktoren, Be
standteile bilden eine (untrennbare) E .; die E. von
Wirtschafts- und Sozialpolitik, Theorie und Praxis;
die E. der Arbeiterklasse; wo Inhalt und Form eine
E. bilden (übereinstimmen) 1.1.2. Philos. Zu
sammenhang, wechselseitige Bedingtheit der Vielheit
und Mannigfaltigkeit von Dingen, Sachverhalten
und Prozessen der objektiven Realität: die materielle
E. der Welt; E. und Kampf der Gegensätze /Grund
gesetz der materialistischen Dialektik/ 1.2 . das in der
Art von 1.1.1 gebildete Ganze, Verbundene: Organi
sationen, Gemeinden zu einer E. zusammenschlie
ßen, -fassen; der Zyklus stellt eine E. dar — 2.1.
grundlegende Größe in einem M aß- , Mengensystem:
das Meter als E. des Längenmaßes; dem Patienten
wurden 20 Einheiten des Präparats verabreicht
2.2. fachspr. Exemplar einer Erzeugnisart als
grundsätzliche Größe in der industriellen Fertigung:
in dieser Serie werden 50 Einheiten pro Tag ge
fertigt — 3.1. militärische Formation kleineren Um
fangs bei allen Waffengattungen: eine gegnerische
E .; Einheiten der Seestreitkräfte; zu einer anderen
E. versetzt werden 3.2. eine organisatorische E.
(Struktureinheit) einer Partei, eines Verbandes
einheitlich /Adj./ 1. auf Einheit (1), Gemeinsamkeit,
Übereinstimmung basierend: eine einheitliche Auf
19*
292
Einheitlichkeit — Einkauf
fassung, Linie vertreten; e. Vorgehen; sein W erk
ist als ein einheitliches (eine Einheit 1.2 bildendes)
Ganzes zu sehen — 2.1. sich an allen Individuen,
für alle Individuen einer Gesamtheit von Dingen,
Personen in ('prinzipiell) gleicher Weise wieder
holend: einheitliche Kleidung tragen; einheitliche,
e. geregelte Preise für Milch, Butter; die Teile sind
für alle Typen e. 2 .2 . der Himmel war von einheit
lichem (gleichmäßigem) Grau; etw. in einem ein
heitlichen Farbton gestalten; dazu Einheitlich
keit, die; /o. Pl.f
Einheitsl -front, die /vorw. Sg./ das Zusammengehen
mehrerer politischer Parteien, Gruppen, Kräfte unter
einheitlichen Bestrebungen /wird bes. auf die Ak
tionseinheit der Arbeiterklasse und progressiver poli
tischer K räfte angewandt/: die Bildung einer prole
tarischen, antifaschistischen E .;
-liste, die von
mehreren Parteien,politischen Organisationen gemein
sam aufgestellte W ahlliste; -partei, die: die Sozia
listische E. Deutschlands / auch SED/ (die
marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse
der D D R ); die Schaffung einer E. (einer geeinten
Partei der Arbeiterklasse); -schule, die Jo. Pl.f
Schulsystem, das auf Grund einer zusammenhängen
den Abfolge und Einheitlichkeit der einzelnen Bil
dungseinrichtungen allen einen gleichen Bildungs
gang ermöglicht; -wert, der W irtsch . nach gesetz
licher Regelung ermittelter Wert eines Objekts bes.
des nichtstaatlichen Grundbesitzes, der der Ver
steuerung zugrunde gelegt wird
ein/Ein| -heizen /Vb./ 1. heizen, in einem Ofen
Feuer machen: wir wollen ordentlich e.
—
2.
unig. jmdm. e. auf jmdn. drohend, heftig einreden,
um ihn zu etw. zu veranlassen: den Brüdern mitihrer
Bummelei werden wir mal ordentlich e.;
-heilig
fAdj./: es herrschte die einhellige (in einer Gruppe
von Personen von allen vertretene) Meinung, daß ...;
die Zeugen bestätigten e. (übereinstimmend) seine
Aussage; -henkein, sich /sw. Vb.; hat/ landsch.
sich (bei jmdm.) e. sich (bei jmdm.) einhaken (2):
eingehenkelt gehen; -hergehen /Vb./ etw. geht mit
etw. einher etw. tritt in Verbindung mit, in der
Folge von etw. auf: mit dieser Krankheit geht Fie
ber einher; damit geht einher, daß ...; -holen / Vb.f
1. umg. etw., bes. Lebensmittel des täglichen Bedarfs,
einkaufen: ich muß noch e. (gehen); Brot, Ge
müse e.
—
2.1. jmdn. e. jmdn., der einen Vorsprung
hat, erreichen: am Bahnhof hatte er ihn eingeholt
2.2. Versäumtes weitmachen, einen Rückstand aus-
gleichen : das Versäumte, die verlorene Zeit e. (auf-
holen); er hat die Besten der Klasse eingeholt
(ist auf den Leistungsstand der Besten der Klasse ge
langt) — B. die Flagge, Segel e. (wieder herunter
lassen); die Netze, den Anker e. (wieder herauf-,
in das Schiff hereinziehen) — 4 . eine Auskunft,
jmds. Bat e. (fordern, erbitten und bekommen);
ich habe die Erlaubnis (dafür) eingeholt, daß . . . ;
-horn, das / PI.
- hörner/ einem Pferd ähnliches Fa
beltier mit einem Horn auf der Stirn; -hufer, der;
-s, - Zool. Säugetier, bei dem alle Zehen bis auf den
mit einem Huf umgebenen mittleren Zeh zurück
gebildet sind; -hüllen jVb.j jmdn., sich, etw. e.
jmdn., sich, etw. in etw. hüllen: jmdn., sich in eine
Decke e .; die empfindlichen Blumen gut e.;
O das Tal lag eingehüllt in dichten N ebel; -hun
dert, -hundert /Kard.zahl/ hun dert
einig fAdj.; vorw. präd.j eines Sinnes (1.3, 4) und
zusammenhaltend: sie sind nicht e. (miteinander)
(sind entzweit 1.1); sich (mit jmdm.) , mit jmdm. (in,
über etw.) e. sein (mit jmdm. in, über etw. einer
Meinung sein, übereinstimmen); nun, seid ihr euch
e. geworden (übereingekommen)!; umg. die beiden
sind sich e. (wollen sich heiraten)
einige/Indef.pron.; PI. u . Fern. Sg .;Neutr.: einiges,
Mask.: einiger/ 1. /nur im PI.; bezeichnet eine un
bestimmte kleinere Anzahl!: jadj.j e. Kollegen von
uns werden teilnehmen; er war e. Tage nicht
da; sie wohnen e. Häuser weiter; e. hundert
Menschen waren zusammengekommen; jsubst.j
das sind die Machenschaften einiger weniger; er
will mit einigen (von ihnen) sprechen — 2 . Jo. P I .;
bezeichnet eine unbestimmte kleinere Menge von etw./
ein wenig: es wird noch e. Zeit dauern; er hat e. Er
fahrung (darin); in einiger (nicht zu großer) Ent
fernung d avon ; einiges (davon) ist durchgedrungen
—
B. /meist betont; bezeichnet eine unbestimmte,
relativ große M enge/: das wird so einiges (allerhand)
nach sich ziehen; da waren e. (viele) dabei
einigen/sw. Vb.; hat/1. sich e. mit jmdm. über etw.,
in bezug auf etw. zu gleicher Meinung kommen:
wir haben uns, er hat sich mit ihm (darüber) ge
einigt; sie einigten sich darauf, dahingehend, daß
...
—
2. Personengruppen einen: VölkerStämme e.
einiger /Indef.pron.; Mask./ s. einige
einigermaßen, einigermaßen /Adv./ 1 . bis zu
einem gewissen Grade, eben so hinlänglich: das ist
ihm e. gelungen; so ist es e. in Ordnung; es geht
ihm so e. (leidlich gut) — 2 . ziemlich (2): wir waren
e. überrascht
einiges /Indef.pron.; Neutr./ s. einige
Einigkeit, die; -, /o. PI./ das Einigsein : es herrscht
E. unter den Geschwistern; in E. Zusammenhalten
Einigung, die; -,
- en /vorw. Sg./ 1. /zu einigen 1/
das Sicheinigen: es kam zu keiner E.; es konnte
eine E. erreicht, erzielt werden — 2. das Herstellen
einer Einheit (1.1 .1) von etw.: die wirtschaftliche,
politische E. der Territorialstaaten
ein/Ein| -impfen /Vb./ 1. umg. jmdm. etw.,
bes.
eine Auffassung, durch immer wiederholtes (suggesti
ves) Einreden beibringen: diese Anschauung war
ihnen von Jugend an eingeimpft worden — 2.
einem Versuchstier ein Serum e. (es m it ein em
Serum impfen); -jagen /Vb.; hat/ jmdm. einen
Schreck(en), Angst e. bewirken, daß jmd. plötzlich
einen Schreck, Angst bekommt: du hast, das hat mir
einen ordentlichen Schreck eingejagt; -jährigfA d j.;
nicht adv./1. /nur attr.f ein Jahr alt: ein einjähriges
Kind — 2. /nur attr./ ein Jahr dauernd: ein ein
jähriger Lehrgang — B. B o t. diese Pflanze ist e.
(durchläuft ihre gesamte Vegetationsperiode in
höchstens einem Jahr); -kalkulieren /Vb./ etw. in
eine (Preisberechnung, Erwägung, Überlegung ein
bezieh en: die Versandkosten sind einkalkuliert;
mögliche Komplikationen, Ausfälle e .;
- kapseln,
sich /sw. Vb.; hat/ 1. sich abkapseln (1) — 2. sich
abkapseln (2); -kassieren /Vb./ 1. Geld kassieren:
die Beiträge e.
—
2. salopp etw. (für sich) e. etw.
ungehemmt (indem man es jmdm. wegnimmt) in
seinen Besitz bringen: die restlichen Weinflaschen
hat N einkassiert; O er hat ein Lob einkassiert (be
kommen) — B. veraltend salopp jmdn. fest
nehmen, verhaften: sie haben die ganze Bande ein
kassiert; -kauf, der 1.1. das Einkäufen (1.1): beim
E. von Lebensmitteln auf das Herstellungsdatum
einkaufen — einkuppeln
293
achten 1.2. jvorw. P l.j Einkäufe machen (etw. ein
kaufen 1.1, einkaufen gehen) 1.8. /von (.Einzel-
händels)betriebenf Bezug (2) von Waren in der
Zirkulation des Handels: der Verkaufsstellenleiter
war gestern zum E.
—
2. eingekaufte W are: die
Einkäufe auspacken; der Mantel war ein guter E.
(Häuf 2) — 3. /o. Pl.j Wirts ch. Abteilung eines
Betriebes, die für 1.3 zuständig ist: er arbeitet im
E.;
- kaufen jVb./ 1.1. Waren des (täglichen) in
dividuellen Bedarfs in einem Geschäft kaufen: ich
will noch e. (gehen); wir müssen Milch und Eier,
noch fürs Wochenende e.; was hast du Hübsches
eingekauft (|gekauft)? 1.2. Waren auf dem Wege des
Einkaufs (1.3) beschaffen: der Betrieb konnte die
benötigten Rohstoffe (günstig) e.;
- kaufer, der
Fachmann, der für den Einkauf (1.3) zuständig ist
Einkaufs| -bummel, der Bummel, den man macht,
um Einkäufe zu machen; -möglichkeit, die: in die
ser Gegend sind, gibt es gute Einkaufsmöglich
keiten (gibt es viele Geschäfte, Einrichtungen des
Einzelhandels, so daß man vielerlei einkaufen
kann); -preis, der Wirts ch. vom Abnehmer eines
Erzeugnisses zu zahlender Preis, bes. Preis, der
vom Einzelhändler beim Einkauf an den Großhandel
gezahlt wird; -tasche, die Tasche zum Transpor
tieren von Einkäufen (2); -Zentrum, das Komplex
von Einrichtungen des Einzelhandels auf einem eng
begrenzten Territorium od. in einem Gebäude: das E.
des Neubaugebietes
Ein/e]n| „kehr, die; -, jo. PI .; in der Verbindung!
veraltend geh. E. bei sich halten (zur Selbst
besinnung kommen); -kehren /Vb.; ist/ 1. unter
wegs, bes. auf einem Ausflug, in eine Gaststätte
gehen: wir wollen doch auch einmal e., sind in der
,Linde* eingekehrt — 2 . geh . etw. kehrt (irgend
wo, bei jmdm.) ein etw. stellt sich (irgendwo, bei
jmdm.) ein: nun ist der Winter eingekehrt; die
Ruhe kehrte wieder ein in unserem Haus; -keim-
blättrig /Adj.; nicht adv.j Bot.: eine einkeim
blättrige Pflanze (Bedecktsamer, dessen Keimling
nur ein Keimblatt hat); -kellern /sw. Vb.; hat/:
Kartoffeln, Kohlen e. (als Wintervorrat im Keller
unterbringen); dazu -kellerung, die; -, /o. Pl.f
Einkellerungs{kartoffein, die fPl./ : die Lieferung
von Einkellerungskartoffeln (für das Einkellern
vorgesehenen Kartoffeln)
ejn/Ein| -kerben /Vb./1.1. etw. mit einer Kerbe, mit
Kerben versehen: den Rand, einen Gegenstand am
Rand e. 1.2. etw. kerbend in etw. schneiden: seinen
Namen in die Rinde e.;
- kerkern jsw. Vb.; hat;
emot. neg.; von imperial. Klassenjustizj jmdn. aus
politischen Gründen (in einer Haftanstalt) gefangen
setzen : Hunderte aufrechter Patrioten wurden
eingekerkert; -kesseln jsw. Vb.; hat/: Truppen,
eine Stadt e. (Truppen, eine Stadt des Gegners mit
eigenen militärischen Verbänden völlig einschließen);
eine ganze Armee war eingekesselt; -kitten / Vb./
etw. mit K itt in etw. befestigen: die Fensterscheibe e.
(mit Kitt im Rahmen befestigen); -klagen / Vb./ eine
Forderung durch eine gerichtliche Klage durch
zusetzen suchen:das Geld,Erbe e.; -klammern/ Vb./:
einen Buchstaben, Satz e. (in Klammern setzen);
- k lang, der jvorw. Sg ./: Wort und Tat standen im
E. (miteinander) (harmonierten miteinander);
Kleid und Schmuck standen im schönsten E .; etw.
in E. bringen; Pflicht und Neigung in E. bringen;
- k leben /Vb./ etw. in etw. kleben: Fotos, Marken e.;
- k leiden /Vb./1.1. sich, jmdn. mit neuer Kleidung
ausstatten: ich muß mich, unsere Tochter einmal
ganz neu e. 1.2. jmdn., bes. eine Gruppe von Per
sonen mit einheitlicher Kleidung, einer Uniform,
versorgen: zunächst wurden die jungen Soldaten
eingekleidet — 2. Gedankliches in einer bestimmten
textlichen Form umschreiben, so daß es nur mittel
bar erkennbar wird: seine Absichten in viele schöne
Worte e.; der Dichter hat, was er sagen will, in
eine Fabel eingekleidet; -klemmen/Vb.j etw., jmdn.
so zwischen zwei Gegenstände, Teile zwängen, geraten
lassen, daß es, er dort festgehalten wird (und der Be
schädigung, Verletzung ausgesetzt ist): klemm den
Vorhang nicht ein!; ich habe mir den Finger ein
geklemmt; wir waren von anderen Wagen so ein
geklemmt, daß wir nicht weiterfahren konnten;
der Hund klemmt den Schwanz ein (klemmt den
Schwanz zwischen die Hinterbeine); -klinken / Vb.;
hat, ist/ 1.1 . etw. durch Betätigen einer Klinke od.
einer ihr ähnlichen Vorrichtung arretieren, einrasten
lassen (hat): die Tür e. (durch Betätigen der Klinke
schließen); die Tür war nur angelehnt, nicht ein
geklinkt; die Seitenteile des Gerätes werden ein
geklinkt 1.2 . (ist, hat)die Tür klinkt ein (rastet ein ,
fällt ins Schloß); -knicken /Vb./ 1.1. (hat) einen
Bogen Papier, ein Stäbchen (an einer Stelle) e. (mit
einem Knick, K niff versehen); den Arm e. (an
winkeln) 1.2 . (ist) jmdm. knicken die Knie ein,
jmd. knickt in den Knien ein (jmd. sinkt etwas zu
sammen, weil ihm die Kniegelenke plötzlich ver
sagen) ; -knöpfen / Vb.j: das Futter in den Mantel e.
(mit, an K nöpfen in dem Mantel befestigen); -kochen
/Vb.; hat, ist/1. etw. durch Kochen einwecken (hat):
die Birnen e.
—
2. (ist) die Soße ist eingekocht (ist
durch Verdampfen von Wasser beim Kochen dick
flüssiger, konzentrierter geworden); -kommen /Vb.j
1. /von Geld/ (als Gewinn) eingenommen werden: es
wird nicht viel bei dem Verkauf e.
—
2.veraltend
um etw. ersuchen, nachsuchen: (bei jmdm., einer
Stelle) um eine Erlaubnis, Bewilligung e.;
- kom
men, das; -s, - 1 . jmds. regelmäßige Einkünfte (in
einem bestimmten Zeitraum ): jmds. monatliches,
jährliches E .; ein gutes, niedriges E. haben — 2.
Pol. ök. Einnahmen, die durch die Realisierung
des in der Gesellschaft produzierten Neuwerts vom
Staat, den Betrieben und den einzelnen Mitgliedern
der Gesellschaft angeeignet werden: die Verteilung
und Umverteilung der E .;
- kommen (s) Steuer, die
auf das Einkommen erhobene Steuer; -krallen /Vb.j
1.1. sich (in etw.) e. die K rallen in etw. schlagen und
sich dadurch in, an etw. festhalten: beim Klettern
krallt sich das Tier in die Rinde ein 1.2. er krallte
die Finger in den Boden ein (bohrte die Finger wie
Krallen in den Boden); -kratzen /Vb./1. etw. in etw.
kratzen (2.2): Zeichen waren in die Wände ein
gekratzt — 2. umg. sich (bei jmdm.) e. sich bei
jmdm. beliebt machen: jetzt tut er alles für ihn, er
will sich (bei ihm) e.;
- kreisen /Vb.; hat/: gegne
rische Truppen e. (um zingeln); die Stadt war ein
gekreist; das W ild e.;
- kriegen /Vb.j umg. jmdn.
einh olen (2.1): wir werden die anderen schon wieder
e.;
- künfte, die /PI./ das, was jmd. (in einem be
stimmten Zeitraum) an Geld und anderen Werten ein
n im m t: seine regelmäßigen E .; E. aus Hausbesitz
haben; eine solche Lebensführung gestatten ihm
seine E. nicht; -kuppeln /Vb./ die Kupplung los
lassen und dadurch die Verbindung zwischen Motor
294
einladen — einlesen
und Getriebe Herstellen; -laden /Vb.; /* auch
- ladend/ I. etw. in ein Fahrzeug, in ein für den
Transport dienendes Behältnis laden: die Kisten,
Säcke (in den Waggon, in die Container) e.
—
H. 1.1. jmdn. zu sich als Gast, zu Besuch bitten: wir
sind am Sonntag bei, zu iknen (zum Essen) ein
geladen; ich habe ein paar Freunde eingeladen;
jmdn. zum Geburtstag e.; O der idyllische Platz
lädt zum Verweilen ein {veranlaßt, verlockt zum
Verweilen) 1*2, jmdn. e. jmdm. anbieten, bei einer
gemeinsamen geselligen Unternehmung für ihn zu
bezahlen: gehen wir in ein Caf6, ich lade Sie ein;
er lud ihn zu einem Glas Wein ein; der Betrieb lädt
(alle) zu einem gemeinsamen Theaterbesuch, Aus
flug ein; -ladendfAdj.; / auch -laden/: etw. sieht
e. aus (ist so ansprechend gestattet, daß man davon
angezogen w ird); ein e. gedeckter Tisch; einladende
Auslagen; das Gastzimmer wirkte wenig e .;
-ladung, die /zu -laden II/ 1.1. am Sonntag haben
wir eine E. bei N (sind wir bei N eingeladen)
I. 2. (schriftliche) Nachricht darüber, daß man ein
geladen wird: Einladungen (verschicken; eine E.
aussprechen; jmdm. eine E. (zum Festakt) über
reichen; einer E. folgen; -läge, die 1. vorw. Büro
etw., das einem Schreiben in einem Umschlag bei
gefügt ist: wir schicken zwei Fotokopien als E.
—
2. Schneiderei zwischen zwei Stofflagen ein
gelegtes versteifendes M aterial: den Kragen mit
einer E. (aus Vlieseline) versehen — 3. K ochk.
feste Bestandteile, die in eine Suppe gegeben werden:
eine Brühe mit E.; Fleischklößchen als E. ver
wenden — 4. Zahnmed. provisorische Füllung:
dem Patienten eine E. machen — 5. /vorw. PL/
orthopädisch ausgearbeitete, den F uß stützende E in
legesohle: Einlagen tragen — 6. meist zur A uf
lockerung in ein Programm eingefügte Darbietung:
ein Estradenprogramm mit kabarettistischen Ein
lagen — 7. Bank Guthaben auf einem Bank-,
Sparkonto: ein Sparbuch mit 1000 Mark E.; die
Höhe, Zunahme der Einlagen; -lagern /Vb./ etw .
zur Lagerung (in einem Raum, Behältnis) unter
bringen: Kartoffeln (in Mieten) e.;
-laß, der;
blasses, /o. PL/: E. zu dieser Veranstaltung (ist)
ab 18 Uhr (ab 18 Uhr dürfen die Veranstaltungs-
räume betreten werden); zur Zeit (noch) kein E.;
v e ra lte n d um E. bitten (bitten, hereingelassen zu
werden); -lassen /Vb./1. jmdn. hineingehen, herein
kommen lassen, jmdm. den Zutritt gestatten: nach
Beginn der Vorstellung, wegen Überfüllung wird
niemand mehr eingelassen — 2 . Wasser e. (von
einem Zufluß, bes. ans der Leitung, in ein Gefäß
laufen lassen) — 3. etw. in etw. e. 3.1. Pfeiler in die
Erde e. (mit dem unteren Ende in die Erde bringen
und so befestigen; eingraben) 3.2. etw. in anderes
(festes) Material einfügen und darin befestigen: ein
Wappen war in die Mauer eingelassen — 4 . /vorw.
emot. neg./ sich mit jmdm. e. mit jmdm. in (ver
traulichen) Kontakt kommen, (vertrauten) Umgang
pflegen: wie konntest du dich nur mit dem e.!
—
5. sich auf, in etw. e. (nach vorherigem Zögern, nach
Vorbehalten) auf etw. eingehen, etw. mitmachen: sich
auf, in ein Gespräch (mit jmdm.), auf keine Dis
kussion e .; er hat sich da in eine dumme Geschichte
eingelassen; darauf laß ich mich nicht ein; -lauf,
der 1. Sport 1.1. letzter Teil einer Rennstrecke vor
dem Ziel: er stürzte im E.; direkt am E, standen
viele Zuschauer 1.2 . Reihenfolge, in der (die ersten)
Teilnehmer eines Laufes, Rennens die Ziellinie
passieren — 2. Klistier: dem Patienten einen E.
machen; -laufen /Vb./ 1. S p o rt 1.1 . (ist) die Spie
ler, Mannschaften laufen ein (kommen vor Spiel- ,
Wettbewerbsbeginn auf das Spielfeld, ins Stadion)
1.2 . in den Einlauf (1.1) eintreten (ist): in die Ziel
gerade e. 1.3. sich e. sich durch Laufen aufwärmen
und auf den Lauf vorbereiten (hat): die Paare laufen
sich ein — 2. (ist) ein Schiff läuft ein (fährt von See
in den Hafen hinein, kommt an); der Zug läuft ein
(fährt ein) — 3 . (ist) Wasser in die Wanne e.
(fließen) lassen — 4 . (ist) der Stoff läuft ein (ver
mindert sich in Breite, Länge durch Einwirken bes. -
von W asser); die Vorhänge sind beim Waschen (um)
drei Zentimeter eingelaufen — 5 . (ist) vorw. Büro
die eingelaufene (eingegangene) Post — 6 . sich e.
(hat): die Maschine muß sich erst e. (durch In
betriebsein zur vollen Leistung kommen) — 7. (hat)
Schuhe e. (neue Schuhe dadurch, daß man darin
läuft, bequem, passend machen); -laufwette, die
Pferdesport Wette auf den Einlauf (1.2) der
ersten Pferde; -läuten /Vb./ etw. e. durch Läuten
den Beginn von etw. anzeigen: das neue Jahr e.;
-leben, sich /Vb./ in einer neuen Umgebung heimisch
werden: er hat sich (in N, bei uns) schon gut ein
gelebt; -legearbeit, die in etw. eingefügte Verzierung
aus andersfarbigen, zu einem Muster gefügten
Plättchen; -legen fVb.j 1. etw. in das dafür vor
gesehene, passende Innere von etw. legen: eine Sohle
(in den Schuh) e.; noch ein Blatt e. (zwischen andere
Blätter einfügen); einen Film e. (in die Kamera ein
spannen) — 2. einen Gang e. (auf einen bestimmten
lGang § schalten) — 3. etw. ein-, dazwischenschieben:
ein Solo e. (als Einlage 6 bringen); eine Pause, Rast
e. (machen) — 4 . etw. als Einlegearbeit gestatten:
Perlmutt, ein Muster e.; eingelegtes (mit Einlege
arbeit verziertes) Parkett — 5 . Gurken, Heringe e.
(in eine würzende, säuernde Flüssigkeit legen und
dadurch haltbar machen); Sauerkohl e. (Kohl zum
Säuern einsalzen und einstampfen) — 6. (sich) die
Haare e. (auf Lockenwickler drehen) — 7. Bank
Geld(er), eine Summe e. (auf ein Konto einzahlen) —
8. Berufung, Einspruch, ein Veto e. (offiziell aus
sprechen, geltend machen); -f- mit etw. / Ehre e.;
bei jmdm. ein gutes Wort für jmdn. e .;
-lege-
sohle, die Sohle (3); -leiten /Vb./ 1. etw. m it etw.
beginnen, womit auf Folgendes, den Hauptteil hin
geführt, vorbereitet wird: die Feierstunde mit einem
Musikstück e.; N sprach einleitende W orte; der
Abhandlung einen einleitenden Text voranstellen
—
2. etw. (vorbereiten und) in Gang bringen, in die
Wege leiten: eine Untersuchung, ein Verfahren e.;
diese Aktionen leiteten die Revolution ein; -lei-
tung, die 1. einleitender Teil zu etw.: das Buch ent
hält eine ausführliche, interessante E .; in der E.
sagt der Verfasser . . . ; ein Musikstück als E.
—
2. jo. PI .; zu -leiten 2/ das Einleiten: die E. eines
Verfahrens; -lenken /Vb./ (in einer Kontroverse)
nachgiebig, versöhnlich werden: „so schlimm ist das
nicht“ , versuchte er einzulenken; sein Einlenken
kam zu spät; -lernen /Vb./ sich durch mechanisches
Lernen etw. einprägen: /vorw. im Part. Prät./ das
sind eingelernte Floskeln; Eingelerntes herunter
sagen; -lesen /Vb./ 1. sich (in ein Buch) e. (in die
Eigenart eines Buches eindringen, indem man darin
liest); sich in ein Sachgebiet e. (sich mit einem
Sachgebiet vertraut machen, indem man etw. darüber
einleuchten — einnehmen
295
liest); sich in jmds. (Hand)schrift e. (sich im Lesen
von jmds. Handschrift üben) — 2. Datenver-
a rb . Daten werden in einen Speicher eingelesen
(von Lochkarten,
- streifen in den Speicher über
tragen); -leuchten fVb.f etw. leuchtet (jmdm). ein
etw. wirkt (auf jmdn.) verstandesmäßig überzeu
gend: wenn das so ist, gibt es keine andere Mög
lichkeit, das leuchtet (mir) ein; ein einleuchten
des Argument, Motiv; -liefern fVb.f 1.1. jmdn. ins
Krankenhaus, eine Haftanstalt e. (ins Kranken
haus, in die Haftanstalt bringen und dort zur Unter
bringung übergeben) 1.2. etw. an zuständiger Stelle
zur Abfertigung, Bearbeitung abgeben: Briefe (bei
der Post), die Quittungen e .; dazu -lieferung, die;
-liegend fAdj.f papierdt. beiliegend: das ein
liegende Schreiben zeigt . .. ; wir schicken Ihnen e.
(als Einlage 1) einen Durchschlag; -lochen fVb.f
salopp: den haben sie eingelocht (der ist im Ge
fängnis); -logieren fVb.f veraltend: sich, jmdn.
irgendwo, bei jmdm. e. (einquartieren); sie hat
sich für drei Tage bei uns einlogiert; -lösen fV b .f
1.1. einen Scheck, Bon e. (an befugter Stelle vor
legen und sich auszahlen lassen) 1.2. ein Pfand e.
(gegen Zahlung des dafür erhaltenen, vereinbarten
Betrages zurückbekommen); er konnte den Ring
wieder e. 1.3. ein Versprechen e. (in die Tat um-
setzen); -lullen fVb.f 1. jmdn. durch Singen, Er
zeugen eintönigen Geräuschs einschläfern: das
Murmeln des Baches lullte sie ein — 2. jmdn. e.
in jmdm. durch beruhigende Vorspiegelungen ein un
gerechtfertigtes Gefühl der Sicherheit, des Vertrauens
erzeugen, ihn arglos machen: mit schönen Worten
hatte man sie eingelullt; -machen fV b .; / auch
Eingemachte/ etw. einwecken; -mahnen fVb.f ehe.,
das man zu bekommen hat, das fällig ist, durch Mah
nen, Fordern zu bekommen versuchen: eine Forde
rung, die Unterlagen e .; -mal fAdv.f 1. ein einziges
M a l: das habe ich e. gemacht, nie wieder; er war
nur e. dort; e. ums, übers andere (laufend, immer
wieder) kam er zu uns gelaufen; e. mehr (wiederum,
erneut) zeigt sich hier, daß ...; noch e .: versuch es
nur noch e. (ein weiteres, letztes M al); das ist noch
e. (3gerade noch) gut gegangen; das reicht nicht, ich
brauche noch e. (doppelt) so viel; das Brett müßte
noch e. so lang sein — 2 . [auch auf einmal] zugleich,
gleichzeitig: sie kamen alle auf e .; ich kann nicht
alles auf e. machen — 3. /umg. mal/ zu einem nicht
näher zu bezeichnenden Zeitpunkt, zu irgend einer
Zeit früher od. in der Zukunft: es gab e. eine Ver
ordnung, darin hieß es ...; auch das wird e. werden;
wir werden uns schon wieder e. sehen; wenn ich
doch dafür e. Zeit hätte! — 4. fvorw. mal; un
betont; als Partikelf 4.1. 2eben (4.1): das ist nun e.
so 4.2. erst e. (zunächst) gehen wir zu euch, dann zu
uns; man muß auch e. (irgendwann) ausspannen
4.3. /mildert eine Aufforderungf:komm doch e. her!;
sieh e.!
- f auf e. plötzlich: auf e. stand er da, fing esan zu
regnen
Einmaleins, das; fo. Pl.f 1. die M ultiplikation der
Zahlen 1 bis 20 mit den Zahlen von 1 bis 10: das
/ kleine E.; das / große E.; das E. lernen, auf
sagen — 2. das gehört zum E. (zu den Anfangs
gründen, wichtigsten Fertigkeiten) dieses Handwerks
ein/Ein| -malig fAdj.f 1. /nicht adv.f nur einmal
vorkommend, stattfindend: eine einmalige Zahlung;
das einmalige Auftreten des Künstlers in dieser
Stadt; die Gelegenheit ist e. (wird sich kaum wie
derholen) — 2. umg. femot.f von nicht, selten wieder
vorkommender hoher Qualität, hervorragend: der
Abend war e. (schön); wir hatten ein einmaliges
Wetter; -marsch, der fvorw. S g .; zu -marschieren/;
-marschieren / Vb.f 1. marschierend einziehen: die
Sportler marschieren in das Stadion ein — 2. in ein
Land e. (in militärischen Verbänden die Grenze
eines fremden Landes überschreiten und das Land be
setzen) ; -massieren / Vb.f: die Creme in die Haut e.
(durch Massieren die Creme in die Haut eindrin-
gen lassen); -mauern fVb.f 1. etw. in Mauerwerk
einschließen, mit Mauerwerk umgeben: bei der
Grundsteinlegung wurden Dokumente in das
Fundament eingemauert — 2 . etw. durch Mauern
(mit) in Mauerwerk befestigen: der Sockel, die
Platte ist eingemauert; -meißeln fV b .f: eine In
schrift in den Stein e. (in den Stein meißeln);
-mengen, sich /Vb.f umg. sich in etw. einmischen;
-mieten fVb.f I. etw. in einer Miete einlagern: Kar
toffeln e.
—
II. sich irgendwo, bei jmdm. e. irgend
wo, bei jmdm. für kürzere Zeit ein Zimmer, eine
Wohnung beziehen, mieten: er hat sich für drei
Wochen bei uns, in einer Pension eingemietet;
-mischen, sich fVb.f sich in etw. e. mit Worten,
Handlungen unaufgefordert in eine Angelegenheit
anderer eingreifen (die einen nicht betrifft, einen
nichts angeht): warum mischst du dich in diesen
Streit, in deren Zwistigkeiten ein?; dazu -mischung,
die: dies stellt eine E. in die inneren Angelegen
heiten eines fremden Staates dar; -montieren fV b .f
etw. in etw. montieren (2): ein Schloß e.; den Motor
in das Gehäuse e.;
-motorig fAd j.; nicht adv.f vgl.
dreimotorig; -motten, mottete ein, hat einge-
mottet Kleidungsstücke, Textilien mit Mottenschutz
mittel versehen und so (verpackt) verwahren: den Pelz
mantel (den Sommer über) e .; -mummen fsio. V b.;
hat/ jmdn., sich e. jmdn., sich dick in Wärmendes
einhüllen: in Decken eingemummt, saßen sie im
Schlitten; -münden fVb.f 1.1. münden (1.1): an
dieser Stelle mündet der Bach in den Fluß ein
1.2. an einer Stelle in etw. anderes (Ähnliches) über
gehend enden: der Weg mündet in eine Wiese ein;
der Gang mündet auf einen Flur ein; O das Ge
spräch mündete in ruhigere Bahnen ein; -mütig
fA dj.f: etw. findet einmütige (von allen gleicher
m aßen vertretene) Zustimmung; etw. e. beschließen,
ablehnen; dazu -mütigkeit, die; -, fo. P l.f; -nähen
fVb.f 1.1. etw., bes. ein (vorgefertigtes) Teil in ein
Kleidungsstück nähen, einsetzen: die Ärmel (in das
Kleid) e.; das Futter in den Mantel, ein Etikett e.
1.2. etw. in Stoff, der dieses umschließt, unter-
bringen und den Stoff zunähen: Geldscheine in die
Innentasche, ein Bündel Sachen in eine Decke e.;
-nähme, die ; -,
- n 1. eingenommenes Geld: das Ge
schäft hatte heute eine gute E .; meine Einnahmen
(Einkü nfte) sind im letzten Jahr gestiegen —
2. jo. Pl.f das Einnehmen (2): bei der E. der Ta
bletten ist zu beachten ...
—
3. fo. Pl.f das Ein
nehmen (3): die E. der Festung; -nahmequelle, die
Möglichkeit, Geld einzunehmen: der Obstgarten ist
für sie eine gute, zusätzliche E .;
-nebeln fsw. Vb.;
hat/ sich, jmdn.,
etw. mit künstlichem Nebel, mit
Dampf, Qualm, Dunst umgeben (und dadurch der
Sicht entziehen): die Schiffe nebelten sich ein; er
nebelt uns mit seinem Tabaksqualm ein; -nehmen
/Vb.; / auch eingenommen/1 . Geld, bes. als Erlös,
296
einnicken — einreden
Ertrag bekommen, in seinen Besitz bringen: wir
haben im vergangenen Monat nicht viel, eine
größere Summe eingenommen; er gibt mehr aus,
als er einnimmt — 2, Medizin, Tabletten, Tropfen,
geh. eine Mahlzeit1e. {zu sich nehmen); er muß
dreimal täglich e. {Medizin zu sich nehmen) —
8. eine Festung, eine Stadt e. {erobern) — 4 . etw.,
jmd. nimmt viel, wenig Platz ein (braucht, bean
sprucht viel, wenig Platz); die Schränke nehmen das
halbe Zimmer ein — 5. seinen Platz e. sich auf ei
nen vorgesehenen Platz setzen, sich an eine vorgesehene
Stelle stelle n : die Teilnehmer werden gebeten, die
Plätze (rechtzeitig) einzunehmen; ich werde wie
der meinen alten Platz e.; S p ort die Läufer neh
men ihre Plätze ein — 6.1 . eine Stellung e. (inne
haben): er nimmt dort eine leitende Stellung ein
6.2 . einen Standpunkt e. (einen Standpunkt haben,
vertreten); was nimmt er denn für eine Haltung ein
(wie verhält er sich denn)? — 7. etw., jmd. nimmt
jmdn. für, gegen sich, etw., jmdn. ein etw., jmd.
beeinflußt jmdn. im günstigen, ungünstigen Sinne
für sich, etw.,
jm d n .: durch ihre Freundlichkeit
nimmt sie alle für sich ein; sie hat ein einnehmendes
(gewinnendes) Wesen; daß er das getan hat, hat
mich für, gegen ihn eingenommen; seither bin ich
für, gegen diesen Plan eingenommen; er hat ihn
gegen meinen Freund eingenommen; -nicken fV b .;
ist/ (im Sitzen) in einen (kurzen) leichten Schlaf
fallen : ich war nur eben (ein bißchen) eingenickt;
-Öde, die veraltend einsame, triste Gegend: er hat
jahrelang in der E. gelebt; -ölen fV b .f 1.1. sich,
jmdn., etw. mit (Schutz)Öl einreiben: sich den Rücken
(mit Sonnenöl) e. 1 .2. 1and sch. etw. ölen; -ordnen
fVb.f 1. etw. in etw. bereits Geordnetes an entspre
chender Stelle einfügen: die neuen Bücher, Kartei
karten (in die Kartei) e.; etw. in eine Rubrik e.
(stellen) — 2. sich e. 2.1. sich in eine Gemeinschaft,
Umgebung einfügen und der dort geltenden Ordnung,
Norm folgen: auch er wird sich in die Klasse, bei
uns e. müssen 2.2 . in eine *vorgeschriebene Fahr
bahn, - spur fahren: sich vor der Kreuzung, rechts
e.; -packenfVb.f 1.1. etw. in ein Behältnis packen:
die gekauften Lebensmittel e .; die Sachen für die
Reise e.; ich packe jetzt ein (packe meine Sachen
zusammen, um zu gehen) 1.2. umg. etw. einschlagen,
- wickeln: das Buch (in Papier) e.; soll ich Ihnen
das Brot e.?
—
2. umg. sich, jmdn. e. sich, jmdn.
dick in Wärmendes einhüllen: warm, dick einge
packt, lag er im Liegestuhl; sich in Decken e .;
+ umg. damit kannst du e., dich e. lassen (das
taugt nichts)!; -passen fVb.f vorw. Techn. etw.
passend machen, um es in etw. einzufügen, und es
dann einfügen: ein Ventil, Schlußstück (in ein
Rohr) e.;
-pauken fVb.f umg. 1.1. jmdm. etw.
durch ständiges, mechanisches Wiederholen einzu
prägen versuchen: ihnen wurden Geschichtszahlen
eingepaukt 1.2. sich etw. durch Pauken (1) ein
prägen; -peitschen fVb.; emot. neg.f jmdm. etw. e.
jmdm. etw. unter Druck und mit Gewalt beibringen,
einschärfen: strengster Gehorsam war den Zög
lingen regelrecht eingepeitscht worden; -pendeln
fV b .; hat/ etw. pendelt sich (auf etw.) ein etw. ent
wickelt sich nach anfänglichen Tendenzen, die
extreme Positionen, Werte darstellen, auf eine mittlere
Norm zu: die Sache mit den neuen Methoden muß
sich erst e .; die Produktion wird sich letztlich auf
etwa 80 Prozent e.; -pennenfVb.; ist/ salopp ein
schlafen (1); -pferchen fVb.f Menschen, Tiere in
etw. pferchen; O wir standen eingepfercht in dem
Abteil, in einer Menschenmenge; -pflanzen
fVb.f etw. in etw., an eine Stelle pflanzen: Grün
pflanzen (im Garten, in die Blumenbank) e .;
Setzlinge e.; <> diese Ehrfurcht ist ihm als Kind
eingepflanzt worden; -pinseln/ Vb.f etw. pinseln (3):
die Wunde mit Jod e.;
-planen fVb.f etw. in einen
Plan einbeziehen, in der Planung mit vorsehen: die
Mittel für dieses Vorhaben sind eingeplant; einen
Ausflug e .; dieser Aufenthalt war nicht eingeplant;
-pökeln fVb.f: Fleisch e. (pökeln); -polig fAdj.;
nicht adv.f Elektrotechn. mit nur einem Pol;
-prägenfVb.f 1. sich, jmdm. etw. e. etw. zu Lernen
des so aufnehmen, jmdm. so beibringen, daß es fest im
Gedächtnis haftet: sich die Vokabeln, einen Namen,
den Weg e.; präg dir das gut, genau ein!; er soll
pünktlich sein, das habe ich ihm eingeprägt; etw.
prägt sich (jmdm.) ein: dieses Bild, der Eindruck
hat sich mir (unauslöschlich, für immer) eingeprägt
—
2. etw. in etw. prägen (1.1): auf der Rückseite der
Münze ist ein Wappen eingeprägt; -prägsam fA d j.f
sich gut, leicht einprägend (1): ein einprägsamer
Text; etw. e. darstellen; -pressen fVb.f 1. etw. in
das Innere von etw. pressen (1.2): Luft in den Hohl
raum e.
—
2. etw. durch Pressen auf die Oberfläche
von etw. prägen: ein in den Einband eingepreßtes
Motiv; -pudern fVb.f sich, jmdn., etw. pudern: sich
(das Gesicht) e.; das Baby e.; -quartieren fsw. Vb.;
hat/ jmdn. irgendwo, bes. Militärangehörige in
einem Quartier, bei jmdm. unterbringen: Truppen
wurden in der Stadt, bei den Bauern einquartiert;
wir haben ihn im Eckzimmer einquartiert; sich
irgendwo, bei jmdm. e. (irgendwo, bei jmdm. eine
Unterkunft beziehen); -quartienmg, die; -, jo. PI .f
einquartierte(r) Militärangehörige(r): wir haben vier
Mann E. bekommen; O um g. morgen kriegen wir
E. (Besuch, den wir bei uns unterbringen); -quet
schen fVb.f etw. einklemmen: sich den Finger e.;
-quirlenfVb.f etw. durch Quirlen mit etw. vermengen:
Mehl (in Wasser) e.; ein Ei in die Suppe e .;
-rah
men fVb.f: ein Bild, eine Urkunde e. (rahmen);
O das Dorf wird von Bergen eingerahmt; -ram
men fVb.f etw. in etw. rammen: einen Pfahl in die
Erde e.; -rangieren fVb.f umg. etw., jmdn. irgend
wo e. etw., jmdn. einer Klassifikation zuordnen: man
weiß nicht recht, wo man dieses W erk e. soll;
-rasten fVb.; ist, hat/ Techn. (ein Teil von) etw.
gleitet in eine dafür vorgesehene Vorrichtung von
etw., in einen Verschluß hinein, greiftin etw.: in eine
Halterung e.; -raumenfVb.f 1.1 . etw. in ein Behält
nis, bes. in ein Möbelstück, das der Aufbewahrung
von Sachen dient, in einen Raum (ordnend) hinein
stellen, -legen: seine Sachen, die Möbel e. 1,2. das
Zimmer, den Schrank e. (Sachen in das Zimmer,
den Schrank einräumen 1.1) — 2. jmdm. etw. ge
währen: jmdm. einen Ehrenplatz, ein Zimmer im
Hause, ein Vorzugsrecht e.
—
3. etw. zugeben (2):
er räumte ein, daß er sich geirrt hatte; -raum-
wohnung, die Wohnung mit nur einem Wohnraum
(1); -rechnenfVb.f etw.., jmdn. in eine (.Berechnung,
Kalkulation mit einbeziehen: die Versandkosten
sind (darin) eingerechnet; einen Tag für die A n
reise e .;
-reden fVb.f 1. jmdm. etw. e. durch ein
dringliches Reden bewirken, daß jmd. etw. (Falsches)
glaubt od. etw. Bestimmtes tut: diesen Unsinn hat
ihm N eingeredet; er hat ihm eingeredet, die
einregnen — Einrichtung
297
Sachen zu verkaufen; rede dir nicht selbst etwas
ein (mach dir nichts vor)! — 2.aufjmdn. e. eindring
lichlebhaft, unausgesetzt zu jmdm. sprechen: eine
halbe Stunde hat er (unaufhörlich) auf mich ein
geredet; -regnen fVb.; ist, hat/ 1. durch (starken)
Regen an einem Ort festgehalten werden (ist): wenn
das weiter so bleibt, regnen wir hier ein — 2 . (hat)
es regnet sich ein (es regnet so, daß man annehmen
muß, es wird längere Zeit weiterregnen); -reiben
/Vb.] sich, jmdn., etw. (mit etw.) e. durch Reiben
etw. auf etw., a uf die Haut auftragen, in etw. ein-
dringen lassen: sich (mit Hautöl) e.; (sich) die
Hände, das Gesicht e.; den Fußboden mit Wachs e .;
-reibungj die Einreiben der Haut mit einem Mittel:
der Arzt hat eine E. verschrieben; -reichen/ Vb.f ein
Schriftstück an zuständiger, offizieller Stelle zur
Bearbeitung abgeben: einen Antrag, Entwurf, eine
Klage e .; die Scheidung e. (beim Gericht beantragen,
geschieden zu werden); l-reihen fVb.f 1.1. sich,
jmdn. in etw., bes. eine geordnete Gruppe, eingliedern:
sich in einen Demonstrationszug, die Reihe der
Wartenden e.; die Rekonvaleszenten werden wieder
in den Arbeitsprozeß eingereiht (einbezogen);
O sich in die Einheitsfront e. 1 .2 . etw., jmdn. in,
unter etw. e. etw., jmdn. einer Gruppe, Rubrik zu
ordnen: er reiht diesen Dichter unter die Roman
tiker, diese Krankheit in die grippalen Infekte ein;
2-reihcn jV b .j: den Rock, Stoff an dieser Stelle
(etwas) e. (2reihen); -reiher, der; -s, - Herrenanzug
mit einreihig gearbeitetem Jackett, Sakko; -reihig
fA dj.f: ein einreihiger Mantel, Anzug (Mantel, A n
zug, bei dem die Knöpfe in nureinersenkrechten Reihe
angebracht sind); die Jacke wird e. geknöpft; -reise,
die 1. das Einreisen: bei der E. den Paß vorlegen;
die E. (nach Ungarn) erfolgt mit der Bahn —
2. Einreisegenehmigung: (für jmdn.) die E. (nach
Finnland, in die DDR) beantragen
Einreise| -erlaubnis, die Erlaubnis eines Staates für
jmdn., in dieses Land einzureisen; -genehmigung,
die vgl.
- erlaubnis
einjreisen fVb.f mit einem Verkehrsmittel, einem
Fahrzeug über die Grenze in ein Land kommen: nach
Ungarn, in das Land e.
Einreise] -verbot, das Verbot eines Staates für jmdn.,
in dieses Land einzureisen: die Junta hatte ein
generelles E. erlassen; -Visum , das
e]n/Ein| -reißen /Vb.; hat, ist/ 1.1 . etw. e. vom
Rand her einen Riß in etw. machen (hat): den Bo
gen, die Ecke e. 1 .2 . etw. reißt ein etw. bekommt vom
Rand her einen Riß, Risse (ist): der Saum, Ärmel
ist eingerissen — 2. (hat) etw. A ufgebautes abreißen:
ein Haus, das Gemäuer e .; der Wind hat die Zelte
eingerissen — 3 . sich etw. e. durch unachtsame
heftige Bewegung etw. Spitzes von etw. abreißen und
sich durch dessen Eindringen in, unter die Haut
verletzen (hat): sich einen Splitter, Dorn e.
—
4.
umg. irgendwo, bei jmdm. reißt etw. ein irgendwo,
bei jmdm. wird etw. zur schlechten Gewohnheit (ist):
es kommen viele später, das ist jetzt hier, bei uns so
eingerissen; so etwas laß nicht erst e . ! ; -renken
Isw. Vb.; hat/1. (jmdm.) ein Glied e. (jmdm.) ein
ausgerenktes Glied wieder in die richtige Lagerung
im Gelenk bringen: der Arzt hat (ihm) den Fuß
(wieder) eingerenkt — 2. umg. 2.1 . etw. bereinigen,
wieder in Ordnung bringen: soll er sehen, wie die
verfahrene Angelegenheit wieder einzurenken ist
2.2 . eine Sache renkt sich (wieder) ein (wird be
reinigt, kommt wieder in Ordnung); -rennen /Vb.;
hat/ 1. etw. durch gewaltsames Dagegenrennen,
- stoßen, Anstürmen (mit etw.) zerstören: die Auf
ständischen rannten die Tore (mit einem Pfahl)
ein — 2 . umg. sich den Kopf, Ellenbogen an etw. e.
mit dem K opf, Ellenbogen heftig gegen etw. stoßen
und sich dabei am Kopf, Ellenbogen verletzen: er hat
sich den K opf an der Schranktür eingerannt;
+ jmdm. die / Bude, das / Haus, die / Tür e.;
offene
Türen e.;
-richten jVb.f 1.1. eine Ein
richtung (1) schaffen, entstehen lassen, ins Leben
ru fe n : eine Beratungsstelle, Sprechstunde, einen
Kundendienst, (neue) Kindergärten e. 1.2. (sich,
jmdm.) etw. e. (sich, für jmdn.) etw. schaffen, auf-
bauen und ausstatten: ein Labor wurde eingerichtet;
er hat sich im Keller eine Werkstatt eingerichtet —
2. etw. in bestimmter Weise auf einen (funktionellen)
Zweck hin anlegen und gestalten: diese Taktstraße
ist äußerst rationell eingerichtet; eine Anlage so e.,
daß ...; etw. zweckdienlich e.; ich werde meine
Besorgungen so e., daß ich bald zurück bin; sei
gegen Abend bei uns, kannst du das e. (möglich
machen)? — 3.1. sich, etw. (auf etw.) e. sich, etw.
zweckgerichtet bestimmten Umständen anpassen:
sich, sein Verhalten auf veränderte Bedingungen
e.; sich mit, nach seinen Mitteln e. (so leben, daß
man mit seinen Mitteln auskommt) 3.2. sich auf
etw., jmdn. e. sich auf etw.,
jmdn. vorbereitend
einstellen: sich auf den Winter, einen längeren
Aufenthalt e.; wir waren auf Gäste gar nicht ein
gerichtet — 4. einen Raum, Räume e. einen Raum,
Räume mit Möbeln, Gegenständen, Inventar ver
sehen, ausstatten: eine Wohnung e.; er hat (sich)
sein Zimmer neu, geschmackvoll eingerichtet; sie
sind sehr schön eingerichtet (haben eine sehr schöne
Einrichtung 3); sich in bestimmter Weise e. seinen
Raum, seine Räume in bestimmter Weise ausge
stalten : er hat sich völlig neu eingerichtet — 5. etw.
für eine bestimmte Verwendung umgestalten: ein
Drama für die Bühne e.; Mus. ein Orchesterwerk
für Klavier e. (arrangieren 2); Math, eine ge
mischte Zahl e. (in die Form eines unechten Bruches
bringen) — 6. ein verrenktes od. gebrochenes Glied
wieder in die normale Lage bringen: (jmdm.) den
Arm e.; + sich (bei jmdm., irgendwo) / häuslich
e.;
-richtung, die 1. zur Wahrnehmung bestimmter
gesellschaftlicher, staatlicher Belange, persönlicher
Interessen, Bedürfnisse geschaffene Sache, Funktion,
(Dienstleistung, bes. auf den Gebieten von Bildung,
Kunst, Kultur, Gesundheits- od. Sozialwesen, die
sich als Komplex entsprechender Gebäude und den
in ihnen tätigen Personen und ihren Funktionen
m anifestiert: staatliche, kommunale Einrichtun
gen; die Schule ist eine E. der Volksbildung; die
Einrichtungen des Gesundheitswesens; das Be
triebsessen ist eine E. der Arbeiterversorgung; das
Militär ist eine E. des Staates; diese Sprechstunde,
der Kundendienst ist eine nützliche E.
—
2. die
technischen, sanitären Einrichtungen (A nlag en )
in diesem Hause; das Gerät hat eine automatische
E. (Vorrichtung) zur Steuerung — 3 . Gesamtheit der
Möbel, Mobiliar einer Wohnung, eines Zimmers: sie
haben schon die zweite E .; die E. (des Hauses) ist
gediegen — 4 . etw. wird eine ständige, zur stän
digen E. etw. wird nun immer wieder veran
staltet, wird zur Gepflogenheit: diese Treffen,
Musikabende sind zu einer ständigen E. gewor
den — 5. /zu -richten 1, 4—6/ das Einrich
tern,
Einrichtung«|-gegenständ, der der A usstattung von
(Wohn-, Arbeits)räumen dienender Gegenstand, bes.
Möbelstück; -haus, das Kaufhaus für Einrichtungs
gegenstände
ein| -riegeln, sich fsw. Vb.; hat/ sich durch Ver
riegeln der Tür einschließen: sich in seinem Zimmer
e.;
-ritzen fVb.f etw. in etw. ritzen: Zeichen, Orna
mente in Metall e.;
-rollen fV b .f 1, (hat) 1,1. etw.
zu einer Bolle wickeln, zusammenrollen\ den Tep
pich, Papierbogen e. 1.2. sich e. (liegend) den
Rücken stark krümmen und Kopf und Glieder ein
ziehen: der Igel rollt sich ein; die Katze lag ein
gerollt auf dem Sofa l.B . sich die Haare e. (ein
drehen) — 2. (ist) der Zug rollt ein (fährt rollend
ein); -rosten fVb.; ist/ verrosten und dadurch
unbrauchbar, unbeweglich werden: das Schloß ist
eingerostet; eingerostete Schrauben;-rücken/F6 ./
1. (ist) 1.1 . einmarschieren, einziehen: Truppen
rückten in die Stadt ein 1.2. veraltend auf den
Einberufungsbefehl hin den Militärdienst antreten:
unmittelbar nach Kriegsbeginn mußte er e.
—
2. (hat) eine Zeile, einen Absatz e. (eine Zeile, die
erste Zeile eines Absatzes etwas weiter rechts be
ginnen lassen als die übrigen Zeilen des Textes) —
3. fachspr. einen Text in den Satz (3.2) einer Zei
tung bringen, einsetzen (hat): eine Anzeige, einen
Artikel e.; -rühren \Vb.f 1.1. etw. unter Rühren in
etw. mischen: ein Ei in die Suppe e.; Gips e. (mit
Wasser verrühren) 1.2. landsch. den Teig, einen
Kuchen e. (den Teig für einen Kuchen durch Ver
rührender Zutaten herstellen) — 2. umg. jmd. rührt
sich, jmdm. etw. ein jmd. verursacht sich, jmdm.
Unangenehmes: da hat er sich was Schönes, eine
üble Sache eingerührt; -rüsten fV b .j : ein Gebäude
e. (mit einem Gerüst versehen)
1eins (Kard.zahl 1; /* auch 2ein/: es hat e. (ein
Uhr) geschlagen; er kommt um e. (um ein Uhr); es
ist fünf Minuten vor e .; eine Eins (das Prädikat
,sehr gut1) bekommen;
au ch drei
- f umg. das geht e., zwei, drei (geht sehr schnell, im
Handumdrehen)
2eins funbest. Art./ s. 1ein (1.3)
3eins flndef.pron.; Neutr.f s. einer (1.1, 1.2, 2)
ein| -sacken fVb.f 1. etw. in Säcke, einen Sack fül
len (hat): Kartoffeln, den Zement e.
—
2. umg.
(plötzlich) einsinken (1) (ist): der Wagen sackte
in den, auf dem aufgeweichten Weg ein; -salben
fVb.f sich, jmdn., etw. mitSalbe einreiben: die wunde
Stelle e.;
-salzen fVb.f Nahrungsmittel mit reich
lich Salz einreiben, bestreuen od. in Salzlake geben
und so konservieren: Heringe e.
einsam fAdj.f 1.1. ohne die Gegenwart eines anderen
od. anderer (lebend) und mit mangelndem Kontakt zu
anderen Menschen: er ist, lebt sehr e.; sich e. füh
len (Kontakt mit anderen vermissen); einsame (nur
bei sich allein erwogene) Entschlüsse fassen 1.2.
/nicht Präd.f wir trafen einen einsamen Wanderer
(einen Wanderer, der allein ging und weit und breit
der einzige w ar); einem einsamen Auto begegnen;
e. stand eine Weide im Moor — 2.1. abgelegen (und
kaum von Menschen aufgesucht): ein einsames, e.
gelegenes Haus weit außerhalb 2.2. menschenleer,
verlassen: er ging durch die einsamen Straßen
+ etw., jmd. ist einsame
Spitze
Einsamkeit, die; -, fo. Pl.f 1. fzu einsam 1.1/ das
298
Einrichtungsgegenstand — einsehalten
Einsamsein: ein Gefühl der E. befällt jmdn.; (sich)
aus der E. herausfinden — 2.1. 'einsame, abge
schiedene Gegend: nur selten kommt jemand in diese
E. 2.2. in der E. (Abgeschiedenheit) des Waldes
ein/E|n| -sammeln fVb.f 1. landsch. etio. (in ein
Behältnis) sammeln, Zusammentragen, - lesen: Beeren
(in den Korb) e.
—
2. sich von den einzelnen eines
Personenkreises etw. Bestimmtes aushändigen lassen
und an sich nehmen: Geld, Bons, die Hefte e.;
-sargen fsw . Vb.; hat/: einen Toten, Leichnam e.
(in den Sarg legen); -satz, der 1. fo. PI .; zu ein
setzen 3.1,3.2/;zu 3.1das Sicheinsetzen: sein vorbild
licher E. (fürdieseSache);zu 3.2.das Einsetzen:etw.
mit dem E. seiner ganzen Persönlichkeit meistern;
etw. unter E. (Aufbietung und Anwendung) aller
Kräfte tun; unter E. seines Lebens (indem er sein
Leb e n ein setzte) drang er in das brennende Haus
ein — 2.fo. PL; zu einsetzen 2/;zu 2.1An-,
Ver
wendung: der E. von Raumgeräten, schweren
Waffen; zu 2.2: sein E. im Schuldienst (daß er im
Schuldienst eingesetzt wird) war beschlossene Sache
— 3.1. Tätigkeit, fü r die jmd. eingesetzt ist: während
seines Einsatzes als Betreuer (in den Ferien); er
hat dieses Jahr zweimal E. ,
zwei Einsätze als
Schöffe gemacht 3,2. vorw. Mil. Truppen zum E.
bringen (einsetzen); die Einheit ist im E. (ist ein
gesetzt); von einem E. zurückkommen — 4.1 etw.,
bes. ein Behälter, der in einen (ein wenig) größeren
Behälter gesetzt wird: ein Topf mit (einem) E.;
einen neuen E. für den Thermosbehälter kaufen
4.2. in Textilien eingesetztes andersartiges (schmük-
kendes) T eil: eine Bluse, Decke mit einem gehäkel
ten E.
—
5. Stelle in einem Musikstück, an der eine
Stimme, ein Instrument, eine Instrumentengruppe
(nach einer Pause wieder) zu singen, spielen begin
nen muß: die Sängerin verpaßte den E.; den E. an
geben — 6. Summe, die jmd. beim Spiel, Wetten
setzt: bei dem Rennen gab es hohe Einsätze
Einsatz/e|nsatz| -befehl, der Mil. Befehl zum Ein
satz (3.2): den E. geben; -bereit fA dj.f 1. bereit,
sich einzusetzen (3.1): er zeigt sich stets e.
—
2. be
reit, eingesetzt (2.1) zu werden: die Fahrzeuge e.
machen, halten; zu 1 -bereitschaft, die fo. P l.f;
- fähig fAdj.; nicht adv.f vorw. Sport Mil. jmd. ist
e. jmd. kann eingesetzt (2.1)werden: der Spieler war
nicht mehr e.;
-kommando, das vorw. Mil. K om
mando (4) für einen besonderen Einsatz (2, 3);
-wagen, der 1. Auto für besondere Einsätze (2, 3):
ein E. der Volkspolizei war am Unfallort — 2. E in
setzer
ein/Ein| -saugen /Vb.f 1. etw. (Flüssiges) durch Sau
gen in sich aufnehmen: die Biene saugt den Nektar
ein — 2. /sog ein, hat eingesogen/ etw. einatmen
(1.2): in tiefen Zügen hatte er die frische Luft ein
gesogen;
etw. mit der
Muttermilch e.;
-säumen f Vb.f 1. etw. säumen (1.1): den Rock, die
Decke e.
—
2. etw. umsäumen (II), umgrenzen: der
Weg wird von einer Hecke eingesäumt; -schalen
fsw. Vb.; hat/ Bau w. etw. e. eine Schalung für etw.
hersteilen: das Fundament muß eingeschalt wer
den; -schalten fVb.f 1.1. etw. e. den elektrischen
Stromkreis von etw. durch Betätigen eines Schal
ters, Hebels schließen und es dadurch in Betrieb
setzen: den Motor, die Lampe, das Radio e.; einen
anderen Sender e. (auf einen anderen Sender um
schalten) 1.2. das Licht e. (durch Betätigen des
Schalters bewirken, daß die Lichtquelle Licht zu
Einschaltquote — einschleppen
299
geben beginnt) — 2 . Jmdn. (in etw.) e. beioirken,
daß jmd., eine Gruppe, Instanz in eine Angelegen
heit eingreift: den Elternbeirat, einen Anwalt e.;
sich (in etw.) e.: hier sollte sich die Kommission e .;
sich in eine Disk ussion e.
—
3. einige erklärende
Worte e. (in einen meist gesprochenen Text ein-
schieben); -schaltquote, die Rundf. Fernsehen
Prozentsatz der Rundfunk-, Fernsehteilnehmer, der
eine Sendung gesehen, gehört hat od. üblicherweise
sieht, Aör£: die E. für diese Sendung ljiegt bei 30 Pro
zent; -schärfen /F6./ jmdm. etw. e. /mdw. ein
dringlich zu einem bestimmen Verhalten, Handeln
ermahnen: ich habe ihm eingeschärft, daß er sehr
vorsichtig sein soll; -schätzen fVb.f 1.1. etw., jmdn.
in bestimmter Weise e. etw., jmdn. in bestimmter
Weise (wertend) beurteilen: er hat diese Beziehun
gen nicht richtig eingeschätzt; wie schätzt du ihn,
seine Fähigkeiten ein?; wir schätzen ein (beurteilen
das so), daß ... 1,2. eine Entfernung e. (schätzen,
abschätzen) — 2. jmdn. e. jmds. Steuer veran
schlagen: jmdn. zu hoch e.; dazu -Schätzung, die;
-schenken fVb.j (jmdm.) ein Getränk eingießen: er
soll schon (den Wein) e.; darf ich Ihnen (noch ein
mal, noch etwas) e. ?; + jmdm. reinen / Wein e.;
-scherenjsw. Vb.; ist/ sich von der Seite her in eine
sich bewegende formierte Gruppe, Reihe (wieder) ein-
ordnen: die Läufer scherten wieder (auf die Innen
bahn) ein; das Einscheren nach dem Überholen;
-schicken fVb.[ etw. an eine zuständige Einrichtung
schicken: einen Entwurf, die Gewebsproben e.;
-schieben /Vb.; hat/ etw.,
jmdn. zusätzlich, nach
träglich zwischen anderen (Teilen) in einer Abfolge
unterbringen: er will sehen, daß er die Besprechung
noch (irgendwann) e. kann; ein eingeschobenes
Kapitel; -schießen /Vb.; hatf 1. etw. durch Schießen
(1.1 .1) zerstören: man hat ihnen eine Fensterscheibe
eingeschossen — 2, etw. mit einer bestimmten Vor
richtung in etw., bes. eine Betonwand, schießen: die
Dübel, Halterungen (in die Wand, Decke) e.
—
3.1. eine Waffe e. (eine neue Waffe durch Schießen
optimal gebrauchsfähig machen) 3.2 . sich e. durch
wiederholtes Schießen auf ein Ziel treffsicher werden:
der Gegner schoß sich (auf uns, unsere Stellungen)
ein; S p o rt nach der ersten Halbzeit hatte sich der
Sturm eingeschossen; -schiffen fV b .f 1.1. Waren,
die Passagiere e. (an Bord des Schiffes bringen)
1.2. sich e. sich zur Abfahrt, zum Antritt einer
Schiffsreise an Bord begeben: wir schifften uns in N
(nach England) ein; -schlafen /Vb.; ist/ 1. zu
schlafen beginnen, in Schlaf fallen: er schlief sofort
ein; (lange) nicht, schlecht e. können; über dem,
beim Fernsehen e .; ich war gerade eingeschlafen,
als ...
—
2. /von Gliedmaßen\ vorübergehend gefühl
los werden: mir ist der Arm, mein rechtes Bein ein
geschlafen — 3. verhüll, (ohne Qualen) sterben: er
ist (friedlich, am Morgen) eingeschlafen — 4. um g.
etw. schläft ein eine Angelegenheit hört meist aus
Mangel an Interesse allmählich a uf: unser Briefwech
sel ist (nach und nach) eingeschlafen; Beziehungen
e. lassen; -schläfern jsw. Vb.; hat/1. ein Tier e. ein
Tier durch Einspritzen eines narkotisierenden Mittels
schmerzlos töten: der Hund ist alt und krank, sie
sollten ihn e. lassen — 2. etw. schläfert jmdn. ein
etw. macht jmdn. schläfrig, versetzt jmdn. (fast) in
Schlaf: das einförmige Rauschen der Bäume
schläferte ihn ein, wirkt einschläfernd — 3 . jmds.
Wachsamkeit, Gewissen e. (durch Einlullen 2 be
wirken, daß jmd. nicht mehr wachsam ist, sein Ge
wissen nicht mehr prüft); -schlag, der 1.1. das
Einschlagen (3): man hörte die Einschläge der
Granaten 1.2 . beschädigte Stelle a n etw.,
die vom
Einschlag eines Geschosses herrührt: an der Mauer
waren noch die Einschläge zu sehen — 2.Forst w.
2.1. das Einschlagen (4): mit dem E. alter Baum
bestände beginnen 2.2 . das geschlagene Holz: die
Einschläge erhöhen — 3. das eingeschlagene (9)
Stück, bes. als Saum: einen breiten E., den Rock
mit einem E. machen — 4 . fvorw. Sg .j (kleinerer)
die Art, Erscheinungsweise von etw.,
jmdm. mit
prägender A nteil: sie hat einen südländischen E.;
ein heiteres Buch mit einem E. von Melancholie;
-schlagen /Vb.; hat/ 1. etw. durch Daraufschlagen
mit einem Werkzeug in etw. hineintreiben: einen
Nagel (in die W and), einen Pfahl e.
—
2. etw. durch
Schlagen zertrümmern: eine Fensterscheibe e.
—
3. auf etw. auftreffen und sich dort entladen od.
detonieren: der Blitz hat (in das Haus) eingeschla
gen; es (der Blitz) hat eingeschlagen; Geschosse
schlugen in die Mauer ein — 4. Forstw. einen
Baumbestand e. (planmäßig fällen); Holz e.
—
5. auf jmdn., ein Tier e. jmdn., ein Tier fortgesetzt
(heftig) schlagen: wütend schlug er auf die Pferde,
den Jungen ein — 6. in jmds. Hand e. jmds. (dar
gebotene) Hand ergreifen als symbolische Geste zur
Bekräftigung, Bestätigung einer Abmachung: das
soll gelten, schlag ein! — 7. einen Gegenstand (zum
Zwecke des Transports) zum Schutz in Papier, Stoff
o. ä . hüllen, einpacken, einwickeln: soll ich Ihnen
die Ware e.?; den Mantel in ein Tuch e.
—
8. die
jungen Sträucher, Setzlinge e. (bis zum Pflanzen
locker in die Erde eingraben) — 9 . etw. nach der
Innen-,
Unterseite hin Umschlägen und es dadurch
verkürzen: die Decke e.; den Rock fünf Zenti
meter e. (mit einem fünf Zentimeter breiten Saum
versehen); der Saum ist doppelt eingeschlagen —
10. umg. 10.1 . etw. schlägt ein etw. findet sofort
(verbreitet) Anklang: die neue Modelinie schlägt
ein; der Roman hat eingeschlagen 10.2 . der neue
Mitarbeiter schlägt (gut} ein (zeigt sich in seiner
Tätigkeit anstellig, entwickelt sich gut); er wird dort
sicher e.
—
11. einen Weg, eine Richtung e. einen
Weg, eine Richtung wählen und ihm, ihr folgend zu
gehen, fahren beginnen: den kürzesten Weg, eine
andere Richtung e .; den eingeschlagenen Kurs
beibehalten; O den eingeschlagenen Weg, Kurs zur
Verwirklichung unserer Ziele weiter verfolgen; eine
Laufbahn e. (beginnen, antreten) — 12. das Lenkrad
nach rechts e. (drehen 2); er schlug scharf rechts
ein (lenkte das Fahrzeug, das Fahrzeug mit den
Vorderrädern scharf nach rechts) ; + etw. schlägt
ein wie ein / Blitz, eine / Bombe; -schlägig/Adj.;
nur attr.f zu einem Fach-, Sachbereich gehörend, ihn
betreffend: der Artikel ist in allen einschlägigen
Geschäften erhältlich; die einschlägige Literatur
heranziehen; -schleichen, sich /V b .; hat/ verstohlen
irgendwo eindringen: sich in ein Haus e.; <0 sich in
jmds. Vertrauen e.; da hat sich ein Fehler ein
geschlichen (ist ein Fehler unterlaufen); -schleifen
jst. Vb./ 1. ein Ornament in Glas e. (durch 2Schleifen
1.2 eingravieren) — 2. etw. schleift sich ein etw.
wird durch ständiges Wiederholen zur Gewohnheit,
prägt sich durch häufiges Einwirken im Bewußt
sein e in : diese Formeln haben sich (mir) eingeschlif
fen; eingeschliffene Bewegungen; -schleppen /Vb./
300
einsehleusen — Einschuß
eine ansteckende Krankheit, Schädlinge von einem
Ort an einen anderen Ort bringen (und dort 1über-
tragen 8): dieser Virus, Käfer ist (aus N) bei uns
eingeschleppt worden; -schleusen /Vb./ jmd n ., etw.
illegal unbemerkt irgendwo hinbringen, hingelangen
lassen : Agenten (in ein Land, eine Organisation) e .;
eingeschleuste Flugblätter; -schließen jV b .j 1.1.
jmdn. e. durch Abschließen der Tür von außen be
wirken, daß jmd. den Raum, das Gebäude nicht ver
lassen kann: eine Nacht lang waren wir dort ein
geschlossen 1.2. sich e. durch Abschließen der Tür
anderen den Zugang zu sich verwehren: der Junge
trotzt, er hat sich in seinem Zimmer eingeschlossen
1.8. etw. e. etw. zur Aufbewahrung in einem Raum,
Behältnis unterbringen und ihn, es abschließen: den
Schmuck in einen Tresor e.; die Mäntel werden
eingeschlossen — 2.1. in dem Stück Bernstein ist
ein Insekt eingeschlossen (befindet sich ein In sekt);
einen Satz in Klammern e. (in Klammern setzen)
2.2. etw., jmdn. umzingeln: die Stadt, Einheit wurde
von gegnerischen Truppen eingeschlossen — 8.
etw., jmdn., sich in etw. einbeziehen: das Fahrgeld
ist im, in den Preis (mit) eingeschlossen; ich
schließe mich in die K ritik ein; ^schließlich /Adv./
das (Letztgenannte einbezogen, eingerechnet: wir
bleiben bis e. 10. Juni, bis 10. Juni e .; 2-schließlich
/Präp. mit Gen.j unter Einschluß, inklusive: der
Preis versteht sich e. des Portos, der Verpackung;
es ist alles verpackt, e. der Bücher, des Bildes;
Skandinavien e. Grönlands und der Färöer; fo.
erkennbare Rektion in Verbindung mit starkem
Subst. im Sg. o. Art. u . Attr.; mit Dat., wenn der
Gen. PI . nicht erkennbar ist/ der Preis versteht sich
e. Porto; -schlummern /Vb.; ist/ sanft, ruhig ein
schlafen (1): im Arm der Mutter war der Kleine ein
geschlummert; -Schluß, der 1. /in den Verbindun
gen/ unter, mit E .: alle unter E. des Leiters, der
Leitung (alle, den Leiter, die Leitung einbezogen); in
allen Verkaufsstellen mit E. der Kaufhäuser —
2.Geol. in einem Mineral eingeschlossener (Fremd)-
k ö rp er : fossile Einschlüsse; -schmeicheln, sich
/Vb.; / auch -schmeichelnd/ sich bei jmdm. be
liebt machen, indem man ihm schmeichelt: sie ver
suchte, sich bei der Tante einzuschmeicheln;
-schmeichelnd /Adj.; vorw. attr.; / auch -schmei
cheln/: eine einschmeichelnde (in sanfter W eise
angenehm wirkende) Melodie; -schmelzen /st. Vb./
einen Gegenstand aus Metall 2schmelzen: Münzen,
eine Glocke e.; -schmieren /Vb./1,1.1and sch. etw.
schmieren (1): die Welle, das Tretlager e. 1.2. um g.
etw. einfetten, -ö len: die Stiefel mit Lederfett, die
Wunde mit Salbe e.;
-schmuggeln /Vb./ 1. du rch
Schmuggel etw. in ein Land bringen: den Kaffee
hat er eingeschmuggelt — 2. um g. sich, jmdn.
(irgendwo) e. sich, jmdm. heimlich, die Kontrolle
umgehend, irgendwo Zutritt verschaffen: wir haben
keine Karten bekommen, haben uns dann ein
geschmuggelt; er hat ihn mit in die Gruppe ein
geschmuggelt; <0> da hat sich ein Fehler einge
schmuggelt (eingeschlichen); -schnappen /Vb.; ist/
1. das Schloß, der Verschluß ist eingeschnappt (hat
sich durch Eindringen eines Verschlußteils in die
vorgesehene Öffnung geschlossen); die Tür ist ein
geschnappt (zugeschnappt) — 2. salopp jmd.
schnappt ein jmd. nimmt etw. übel, ist beleidigt und
läßt sich das anmerken: seit Tagen ist sie einge
schnappt; sie schnappt aber leicht ein!; -schneiden
/ Vb.; auch -schneidend/1.1. etw. e. einen Schnitt,
Schnitte in etw. machen: den Stoff an der Kante,
Ecke e. 1.2. etw. mit einem Schneidwerkzeug in etw.
ritzen, kerben: seine Initialen in die Baumrinde e.
—
2. die Schnur, das Gummiband, der Verband
schneidet ein (liegt so fest an, daß eine Kerbe auf der
Haut entsteht); -schneidend /Adj.; nicht adv.;
/ auch -schneiden/: einschneidende (tiefgreifende,
stark spürbare, sich stark auswirkende) Maß
nahmen, Änderungen; -schneien /Vb.; ist/ 1.1.
durch starken Schneefall, tiefen Schnee an einem Ort
festgehalten werden: zahlreiche Autos waren unter
wegs eingeschneit 1.2. der Holzstoß, die Hütte ist
eingeschneit (zugeschneit, von Schnee verdeckt);
-schneidig /Adj./ mit nur einer Schneide (1);
-s chnitt, der 1. Schnitt (1.3) in etw.: der Arzt macht
einen E. in die Bauchdecke — 2. durch Ein
schneiden entstandene Öffnung: in dem Stoff sind
mehrere Einschnitte — 8. steil abfallende Ver
tiefung im Gelände: ein E. in einem Bergmassiv —
4. durch ein einschneidendes Ereignis charakteri
sierter Zeitpunkt: dieser Wechsel stellte einen E.
in seinem Leben dar; -schränken /sw. V b.; hat/
1. etw. vermindern, auf ein geringeres M aß herab
setzen, einer Sache engere Grenzen ziehen: den Ver
brauch von etw., das Rauchen e .; jmds. Handlungs
spielraum e .; jmdn. in seinen Rechten e .; einschrän
kende Bestimmungen — 2. sich e. sich mit etw.
begnügen, sparsam(er) leben: wir werden uns e.
müssen; dazu -Schränkung, die; -,
-en;zu 1:Ein
schränkungen im Zugverkehr; mit, ohne E. (V o r
behalt); zu 2 : eine gewisse E. wird nötig werden;
-schrauben /Vb./ etw. in etw., bes. in eine Fassung,
schrauben: eine Glühlampe, neue Sicherung e .;
- s chreib(e)brief, der eingeschriebener B rief; -schrei
ben /Vb./ 1.1. eine Notiz, einen kürzeren Text in
etw. schreiben, eintragen: etw. in den Terminkalen
der, ins Klassenbuch e.; seine Ausgaben e. 1.2. sich,
jmdn. e. seinen, jmds. Namen in eine Namensliste
schreiben (und damit seine Zugehörigkeit zu den
übrigen Verzeichneten bekunden, festlegen): sich in
die Reiseliste, in das Gästebuch e.; hast du dich
für die Teilnahme am Kurs, für den Kurs ein
geschrieben? — 2. eine Sendung e. (bei der P ost
registrieren und damit versichern) lassen; ein ein
geschriebener Brief; -schreiben, das eingeschriebene
Sendung: ein E. entgegennehmen, abholen;
- schreiten /Vb./ gegen etw., jmdn. e. in eine A n
gelegenheit verhindernd, eindämmend eingreifen,
gegen etw., jmdn. Vorgehen: dagegen, gegen diese
Ausfälle muß man e., sollte eingeschritten werden;
gegen Rowdies e .; es ist an der Zeit einzuschreiten;
-s chrumpfen /Vb./ schrumpfen (1): die Äpfel sind
schon etwas eingeschrumpft; -schub, der ein
geschobenes Textstück: an dieser Stelle soll ein E.
(über die Entstehungsgeschichte) kommen, folgen;
- s chüchtern /sw. Vb.; hat/ jmd. schüchtert jmdn.
ein jmd. wirkt so auf jmdn. ein, daß dieser (in einer
bestimmten Sache) schüchtern, ängstlich und mutlos
wird: er versuchte, ihn durch Drohungen einzu
schüchtern; die Kinder sind eingeschüchtert
(worden); dazu -schlichterring, die; -,
- en; -schulen
/Vb./ ein schulpflichtiges Kind in die Schule auf-
nehmen: Unsere Tochter wird in diesem Jahr ein
geschult, ist gestern eingeschult worden; dazu
-Schulung, die; -schuß, der Stelle, an der ein Ge
schoß eingedrungen ist: die Einschüsse liegen links
einscliütten — einsinken
301
oben an der Tür; -schütten jVb.j etw. in etw. schüt
ten: Kartoffeln (in Säcke) e.;
-schwenken /Vb./
1. mit einer Schwenkung einbiegen (1) (ist): nach
rechts e .; das Einschwenken des Flugkörpers in
die Umlaufbahn; <> die Führer dieser Gruppe sind
auf den Kurs ihrer bisherigen Gegner eingeschwenkt
(verfolgen jetzt auch den K urs ihrer bisherigen Geg
ner) — 2. (hat) 2.1. Bauteile e. (mit dem Schwenk
kran einheben) 2.2 . den Arm des Krans e. (nach
innen schwenken, sich nach innen drehen lassen);
-segnen /Vb.[ jmdn. konfirmieren; -sehen / Vb.j
1. etw. e. können in etw., bes. ein Gelände, hinein
sehen können, Sicht auf etw., bes. ein Gelände, haben:
man kann den Garten nicht e .; das Gelände ist von
hier aus schlecht einzusehen — 2. etw. prüfend , sich
orientierend lesen: Akten, Unterlagen e.; ich
möchte das Buch nur einmal (kurz) e.; die Wähler
listen e. (durch Augenschein prüfen, ob man in den
Wählerlisten verzeichnet ist) — 8. etw. (auf Argumen
te hin) als zutreffend, nötig erkennen und anerkennen:
das sehe ich ein, ist einzusehen; die Notwendigkeit
einer Maßnahme e .; ich sehe nicht ein, warum das,
daß das so gemacht werden soll; einen Fehler, Irrtum
e. (als solchen erkennen und das zugeben); -sehen,das
/in der Verbindung/ ein, kein E. haben Verständnis,
kein Verständnis für etw., jmdn. haben und in dieser
Sache nachgiebig, nicht nachgiebig sein : der Vater
hatte ein E. und ließ die Kinder gewähren; -seifen
/Vb./ 1. etw., jmdn., sich mit Seife einreiben, mit
Seifenschaum bedecken: die verschmutzten Stellen
e.; sich die Hände, das Gesicht e.
—
2. salopp
jmdn. beschwatzen und betrügen: du hast dich von
dem Kerl ganz schön e. lassen; -seitig /A d j./
1.1. /nichtpräd./ ein Blatt e. (nur auf einer Seite 2.2)
beschreiben, bedrucken 1.2 . eine einseitige (n u r
auf einer Seite 1.3.1 bestehende) Lungenentzündung,
Lähmung — 2. /nicht präd./ nur von einer der be
treffenden Seiten (6.1) ausgehend: eine einseitige
Erklärung — 8. nur einen bestimmten Aspekt, nur
bestimmte Aspekte einer Sache berücksichtigend:
eine einseitige Betrachtungsweise; das siehst du zu
e.; eine einseitige (nur auf einem bestimmten Ge
bietvorhandene) Begabung; zu 2 u .3
-seitigkeit, d ie;
/o. PI ./; -senden, sandte ein, auch sendete ein,
hat eingesandt, auch eingesendet etw. einschicken:
einen Artikel, Entwurf, die Rechnungen e .;
-Sen
der, der jmd., der etw. einsendet, eingesandt hat
Einsendel -Schluß, der für das Einsenden von Bei
trägen zu etw. festgesetzter letzter Term in : E. ist am
1. Februar; -termin, der Termin, bis zu dem etw.
eingesandt sein muß
Ein/ein| -Sendung, die das einzelne Eingesandte:
zu diesem Preisausschreiben gingen viele Ein
sendungen ein; -setzen /Vb.; hat/ 1.1. etw., einen
ergänzenden Teil in etw., bes. in eine offene Stelle
von etw., in ein Ganzes setzen: eine Fensterscheibe e.
(im Rahmen befestigen); (jmdm.) einen künstlichen
Zahn e.; einen Flicken e. (so einnähen, daß er den
entfernten Stoff einer beschädigten Stelle ersetzt);
die Ärmel (in das Kleid) e. (einnähen); die er
rechnten Werte in eine Gleichung e. (eintragen);
Fische in den Teich e. (zur Zucht hineintun);
Pflanzen e. (eingraben 1.1); für dieses Vorhaben
werden zwei Millionen Mark in den, im Etat ein
gesetzt (als Position aufgenommen) 1.2. Sonder
züge, Busse e. (zusätzlich, ersatzweise fahren lassen)
— 2.1. etw. für etw. Bestimmtes anwenden, verwenden:
(für die Erdarbeiten) Dumper, Räumgeräte e .; der
Gegner setzte Panzer ein; etw. als Erziehungs
mittel e.; bei den Kampfhandlungen wurden grö
ßere Truppenteile eingesetzt 2.2 . jmdn. (irgendwo,
für etw.) e. jmdm. (irgendwo) eine Arbeit, A uf
gabe, einen Auftrag, ein Arbeits-, Dienstverhältnis
zuweisen: ein Teil der Absolventen soll im Schul
dienst eingesetzt werden; er ist in dieser Tätigkeit
nicht seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt
(diese Tätigkeit entspricht nicht seinen Fähigkeiten);
eine Kommission, einen Ausschuß (für etw.) e.;
jmdn. wieder in seine alte Funktion e.; die Re
gierungist vom Volke eingesetzt; jmdn. als Erbe(n),
als Verwalter e. (zum Erben, Verwalter bestimmen)
—
8.1. sich (für etw., jmdn.) e. sich mit seinen
Kräften und Möglichkeiten um etw., jmdn., um die
Erreichung einer Sache bemühen: er hat sich mit
allen Kräften, sehr (für die Aufgabe, dieses Ziel),
für seine Familie eingesetzt; sich für die Interessen
der Werktätigen e.; der Redner setzte sich dafür
ein (sprach sich dafür aus), daß ... 8.2 . seine Kräfte,
alle Kraft dafür e. (aufbieten), daß ...; bei dieser
Rettungstat hat er selbst sein Leben eingesetzt
(riskiert) 3.8 . sich (bei jmdm.) für jmdn. e. (bei
jmdm.) für jmdn. Fürsprache einlegen: er hat sich
bei meinem Onkel, vor dem Ausschuß für mich
eingesetzt — 4 . (plötzlich) anfangen: am Sonntag
setzte ein Ansturm ein; als der Regen einsetzte...;
mit, bei Einsetzen der warmen Witterung; eine
Kapelle setzte ein (begann zu spielen); an dieser
Stelle setzen die Bläser ein — 5 . beim Spiel eine
hohe Summe e. (setzen 5); -Setzer, der; -s, - zu
sätzlich eingesetzter Linienbus: um diese Zeit ver
kehren E.;
- Setzung, die; -,
-en jvorw. Sg.; zu
- setzen 1.1, 2 .2/; -sicht, die 1. /o. PL/ Möglichkeit,
etw. einsehen (1) zu können: man hat keine E. in
den Garten, in das Gelände — 2. jo. PI .; zu ein
sehen 2/: E. in die Unterlagen haben, gewähren,
nehmen; <0> er hat einige E. in ihre Lebensumstän
de (kennt, erfährt einiges von ihren Lebensumstän
den) — 3 . neue, bedeutende Einsichten (Erkennt
nisse) gewinnen; ich bin zu der E. gekommen,
daß ...
—
4. E . haben (etw. einsehen 3); er zeigt
noch keinerlei E.; zur E. kommen (zur Vernunft
kommen); -sichtig /Adj./ 1. Einsicht (4) zeigend:
der Schüler, Vater zeigte sich e.; er wird doch so e.
sein, daß ...
—
2. /nicht attr./ etw. ist e. (etw. ist so
beschaffen, daß es einzusehen, zu verstehen ist); Zu
sammenhänge e. machen; -sichtnahme, die; - ,
-n
\vorw. Sg./ papierdt.: um E. in eine Akte bitten
(bitten, Einsicht in eine Akte nehmen zu dürfen);
- sichtsvoll /Adj./ einsichtig (1): sich e. verhalten;
- sickern /Vb./ in etw. sickern: der Regen, die
Feuchtigkeit sickert in den Boden ein; -Siedler, der
1.1. Eremit 1.2. allein und abgeschieden lebender
Mensch: in seinem Haus am Waldrand führt er das
Dasein eines Einsiedlers; -silbig /Adj./ 1 . /nicht
adv./ aus einer Silbe bestehend: ein einsilbiges Wort
—
2. wortkarg, wenig zum Reden aufgelegt: er ist
heute so e.; er sprach auf sie ein, aber sie blieb
e., antwortete nur e.;
-singen /Vb./ 1. ein Kind e.
einem Kind etw. Vorsingen, um es zum Schlafen zu
bringen — 2 . sich e .: ein Sänger singt sich ein (übt
vor dem Gesangsvortrag die Stimm e); -sinken /Vb.j
1. in einen weichen Untergrund sinken (1.1): im, in
den Morast e.
—
2. in sich zusammensinken: das
Dach ist eingesunken; seine eingesunkenen (ein
302
einsitzen — entstellen
gefallenen) Wangen; -sitzen jVb.j faehspr. als
Strafgefangener in einer Haftanstalt sein:er sitzt seit
Mai in N ein; -sortieren /Vb./ ehv. einordnen (1):
Karteikarten, Dias e.;
- spannen jVb.f 1. die Pferde
e. (anspannen 1) — 2. etw. in eine Vorrichtung
spannen: das Werkstück in den Schraubstock e.;
einen neuen Bogen in die Schreibmaschine e.
—
3. umg. jmdn. zu einer Tätigkeit, Arbeit heranziehen:
als wir kamen, hat er uns gleich mit (zu den, in die
Vorbereitungen) eingespannt; sehr stark ein
gespannt sein (viel Arbeit, viel zu tun haben);
- sparen jVb.j durch sparsames,. rationelles Wirt
schaften etw. nicht verbrauchen od. nicht in Anspruch
nehmen (müssen) : Material, Kosten, Arbeits
kräfte e.; dazu -sparung, die; -,
- en; -speichern
/Vb./ Datenverarb.: Daten, Texte e. (zum
Speichern in eine Datenverarbeitungsanlage ein
geben); -speisen /Vb./ Techn. etw., bes. einen Be
triebsstoff einer technischen Anlage zuführen: Gas in
die Leitung e.; Warmwasser e.;
- sperren IVb.f 1.
jmdn.,
ein Tier irgendwo, in einem Raum ein
schließen: wir sind hier, in diesem Zimmer ein
gesperrt — 2. umg. jmdn. inhaftieren: sie haben
ihn festgenommen und eingesperrt; -spielen fV b.f
1, sich e. 1.1. sich vor einem Wettkampf durch
Training auf das Spiel vorbereiten: die Spieler
spielen sich ein 1.2 . Musiker spielen sich ein (üben
vor dem eigentlichen Spielen auf ihren Instrumenten)
—
2. etw. spielt sich ein etw. gelangt (allmählich) zu
reibungslosem, routinemäßigem Funktionieren: die
neuen Kollegen sind noch ungeübt, aber mit der
Zeit wird sich das schon e.
—
3. sich e. /von Meß
instrumenten, Skalen/ nach anfänglichem Hin- und
Herpendeln bei einem bestimmten Meßwert zur
Ruhe kommen: die Waage spielt sich bei, auf
500 Gramm ein — 4 . sich aufeinander e. sich im
Zusammenwirken als Partner gut aufeinander ein
stellen : wir haben uns gut aufeinander eingespielt;
aufeinander eingespielt sein — 5. Rundf. Fern
sehen etw.,
bes. eine Szene, Musik einblenden:
Originalaufnahmen e.
—
6. /vorw. BRD; von
künstlerischen Produktionen, bes. von Filmen/: der
Film hat kaum seine Kosten, hat Hunderttausende
eingespielt (eingebracht 5); -spinnen, sich fVb .j
ZooL : die Raupe, Larve spinnt sich ein (umgibt
sich mit einem Gespinst, K okon); -sprechen /Vb./:
auf jmdn. e. (auf jmdn. einreden); -sprengen /Vb.;
hat/: Wäsche e. (Wäsche, bes. vor dem Bügeln, mit
Wasser bespritzen, um sie anzufeuchten); -sprengsel,
das; -s, - etw., das als kleines Teil in einem anders
artigen Ganzen eingeschlossm ist: E. von Quarz,
Glimmer in dem Gestein; -springen /Vb./ für jmdn.
e. kurzfristig an jmds. Stelle dessen Tätigkeit, A u f
gaben übernehmen: er ist für seinen erkrankten
Kollegen eingesprungen; sieh zu, ob nicht jmd. hel
fend e. kann; -spritzen /Vb.; hat/ etw. in etw. sprit
zen (1.2): dem Patienten ein Medikament e.; den
Kraftstoff in den Motor e.;
- Spruch, der 1.1. vorw.
Jur. das offizielle Zurückweisen einer gerichtlichen
Entscheidung, der Entscheidung einer offiziellen
Instan z: (beim Bezirksgericht) E. gegen ein Urteil
einlegen; der Beschuldigte hat die Möglichkeit, E .
zu erheben 1.2. Äußerung, die bekundet, daß man
sich gegen etw. (zuvor von einem anderen Gesagtes)
stellt, stellen wird: dagegen muß ich E. erheben; sei
nen E. geltend machen
Einspruchs vorw. Jur.|
- frist, die für das Erheben
eines wirksamen Einspruchs gesetzte Frist; -recht,
das /o. PI./ Befugnis zum Erheben eines Einspruchs
e|n| -sprühen /Vb.; hat/ etw., jmdn. vollständig be
sprühen: Schuhe (mit einem Spray) e.; sich mit
Sonnenöl e .;
- spurig /Adj.j 1. eingleisig — 2 . die
Straße ist zur Zeit nur e. (nur auf einer Spur be
fahrbar)
einst /Adv./ 1. vor langer Zeit, früher (einmal): o.
sah es hier ganz anders aus — 2. in ferner Zukunft
(einm al): wenn wir uns e. Wiedersehen ...
ein/Einj -stampfen /Vb.; hat/ 1. Kohl e.
(durch Stampfen in einem Gefäß fest zusammen
pressen) — 2. nicht mehr benötigte, wertlos gewordene
Druckerzeugnisse, Makulatur maschinell zerkleinern,
zerdrücken, so daß die entstandene Masse zur Her
stellung von Papier verwendet werden kann; -stand,
der /in der Verbindung/ seinen E. geben (bei Antritt
einer neuen Arbeitsstelle für die Kollegen ein kleines
Beisammensein mit Essen, Trinken veranstalten);
- stanzen /Vb./ etw. in etw. stanzen: die Perforation,
das Zeichen ist eingestanzt; -stauben /V b .; ist/ all
mählich mit Staub bedeckt, überzogen werden: die
Bücher, Sessel sind eingestaubt; -stechen /Vb.;
hat/ 1. etw. Spitzes, Scharfes in etw. stechen: die
Nadel in den Stoff e.; er stach die Kanüle in die
Vene ein — 2. auf jmdn. e. mit einer Stichwaffe auf
jmdn. eindringen (und ihn mehrfach damit stechend
verletzen): er stach mit dem Messer auf ihn ein;
- stecken /sw. Vb./l.etw . in ehv. (dafür Vorgesehenes)
stecken: den Stecker (in die Dose) e.; den Schlüssel
(in das Schlüsselloch) e.
—
2. einen Brief e. (ein
werfen) ; er hat die Karte am Bahnhof eingesteckt
—
3. etw. in eine Tasche, ein Behältnis stecken, um
es mit sich zu führen: Geld, ein Taschentuch e.;
ich habe (mir) schnell noch den Stadtplan ein
gesteckt; steck das ein, das ist für dich; ich habe
kein Geld e. (bei mir) — 4 . umg. femot.
neg./ Geld, Vermögenswerte bekommen und für sich
beh alten : sie hat ein anständiges Erbe, alles allein
eingesteckt; und den Gewinn steckt ein anderer
ein — 5. umg. etw. hinnehmen (müssen): eine
Kränkung, Kritik, eine Niederlage e. (müssen); sie
hat von ihm schon viel eingesteckt — 6. umg. jmdn.
inhaftieren: diesmal haben sie ihn kassiert und ein
gesteckt; -stehen /Vb.; ist/ für jmdn., etw. e. 1.1 .
sich für jmdn., etw. verbürgen: für diesen meinen
Freund stehe ich ein; es kommt alles in Ordnung,
dafür stehe ich ein 1.2. für jmdn., etw. aufkommen:
er will für ihn, für die Kosten e.;
- steigen /Vb./
1. in ein Fahrzeug steigen, sich in ein Fahrzeug be
geben: in das Auto, den Zug e.; Einsteigen bitte!
/Aufforderung vor der Abfahrt/ — 2. sich (durch
Hineinklettern) unrechtmäßig Zugang in ein Haus,
Anwesen verschaffen: die Einbrecher sind über die
Kellerräume eingestiegen — 3 . umg. in etw. e.
sich an einem Vorhaben beteiligen: wir hoffen, er
wird im nächsten Jahr voll mit (in das Projekt) e .;
er ist (mit) in das Geschäft eingestiegen (als T eil
haber eingetreten) —4. Bergsport ineineWände.
(eine Wand besteigen); -stellen /Vb.; / auch ein
gestellt/ 1.1. Bücher, ein Buch (wieder) e. (in eine
geordnete Menge von Büchern hineinstellen, ein
ordnen) 1.2. etw. unterstellen (1.2): ein Fahrzeug
(zeitweilig) e .; Möbel in einem, einen Speicher e.
—
2.1. ein technisches Gerät durch Betätigung einer
Vorrichtung so ändern, daß es die erwünschte Funk
tio n e r fü llt: das Vermessungsgerät, Fernglas
einstellig — Eintagsfliege
303
(scharf) e.; die Antenne (neu) e.; das Radio auf
Zimmerlautstärke e.; den Raumheizer e. (justie
ren) 2.2. an einem technischen Gerät durch 2.1 etw.
Erwünschtes wirksam werden lassen: einen anderen
Sender, die richtige Lautstärke, Bildschärfe e.
—
8. jmdn. in ein Arbeitsverhältnis aufnehmen: er ist
am 1. Januar (in unserem Betrieb) eingestellt
worden; der Betrieb stellt Facharbeiter ein —
4.1 . etw. nicht fortsetzen, etw. aufhören lassen: der
Schiffsverkehr mußte wegen Eisganges, vorüber
gehend eingestellt werden; eine Suchaktion, die
Tätigkeit an einem Projekt e.; er muß das Rauchen
e. 4 .2 . in allen Betrieben des Konzerns wurde die
Arbeit eingestellt (streikten die Arbeiter) — 5 .1 . jmd.
stellt sich (irgendwo) ein jmd. kommt irgendwohin,
kommt irgendwo an: nun stellten sich auch noch N
und M (bei uns) ein; wir sind gespannt, ob, wann
sie sich e. wird; 0> der Winter hat sich (in diesem
Jahr frühzeitig) eingestellt 5.2 . etw. stellt sich ein
etw. tritt (als Folge von etw.) auf: am zweiten Tag
stellte sich Fieber ein; nun stellten sich doch
Zweifel (bei ihm) ein — 6 .1 . sich auf etw. e. sich in
seinem Verhalten auf Kommendes vorbereiten, seine
Aufmerksamkeit auf Kommendes richten: sich auf
den Winter, die neuen Aufgaben e.; wir sind dar
auf eingestellt, die Leute unterzubringen 6.2 . sich
auf jmdn. e. sein Verhalten zu jmdm. so gestalten,
daß sich eine möglichst gute Partnerschaft ergibt:
man muß sich auf die Kinder, seinen Zuhörer
kreis e.
—
7. Sp o rt einen Rekord e. (egalisieren
1.1); -stellig IAdj.; nicht adv.f: eine einstellige
Zahl (Zahl mit einer Stelle 3.2); -Stellung, die 1./ zu
-stellen 1—4, 6/ das Einstellen; zu 4: die E. der
Arbeit — 2.1. Art und Weise, wie ein technisches
Gerät eingestellt (2.1) ist: die E. des Fernglases
ändern 2.2. Film gestellte Szene, die ohne Unter
brechung gefilmt wird: eine lange, bewegte E .; der
Darsteller wird für mehrere Einstellungen ge
braucht — 3. fvorw. Sg .f relativ feste, das Verhalten
und Handeln eines Menschen gegenüber einer Sache,
Person bestimmende Gesinnung, Meinung: die,
jmds. E . zur Arbeit; du solltest deine E. zu ihm,
ihm gegenüber ändern, überprüfen; er hat noch
keine E. dazu gefunden; mit einer kritischen E. an
etw. herangehen; er hat eine fortschrittliche E.
(hat fortschrittliche Ansichten, Auffassungen)
Einstellungs] -termin, der Termin, zu dem jmd. in
ein Arbeitsverhältnis aufgenommen wird; -Unter
suchung, die vom Betriebsarzt vorgenommene Unter
suchung einer Person, die neu in einem Betrieb ein
gestellt wird, worden ist
Ein] -stich, der das Einstechen (1): er spürte den E.
der Nadel; -stieg, der; -(e)s, -e 1. /o. P I .; zu ein
steigen 1, 2, 4/ das Einsteigen; zu 4: den E. in die
Südwand wagen; <C>er hat noch keinen E. in diese
(keinen Zugang 1.2 zu dieser) Problematik gefunden
—
2. Stelle zum Einsteigen (1, 4): der E. beim Bus
befindet sich vorn, hinten
einstig fAdj.; nur attr.l ehemalig: sein einstiger
Freund, Wohnsitz
ein/Einj -stimmen fVb.f 1. anfangen, sich am Ge
sang, Instrumentenspiel anderer zu beteiligen: mit
in den Chor, allgemeinen Gesang e.; die Streicher
begannen, die Bläser stimmten ein; O in das
Lachen (der anderen) e.
—
2. jmdn., sich in eine
angemessene Stimmung für etw. Bevorstehendes brin
gen, auf etw. einstellen (6.1): sich auf den Theater
abend e.; er versuchte, die Schüler etwas (auf die
Feier) einzustimmen; -stimmig /Adj./ 1. vgl. drei
stimmig — 2. ein e. (mit allen Stimmen der
Abstimmungsberechtigten, ohne Gegenstimme) ge
faßter Beschluß; jmdn. e. wählen; etw. findet ein
stimmige (einmütige) Billigung; -stockig fA dj.f
(nur) ein Stockwerk aufweisend; -strahlig fAdj.;
nicht adv./ vgl. dreistrahlig; -streichen /Vb.; hat/
1. etw. vollständig (mit etw.) bestreichen: Tapete (mit
Kleister) e.
—
2. Geld, bes. Münzen mit einer strei
chenden Handbewegung an sich nehmen, in ein dafür
vorgesehenes Behältnis legen: er strich das Geld ein,
das ihm hingezählt wurde — 3 . umg. femot. neg.f
Geld, Vermögenswerte einstecken (4): dafür hat er
eine anständige Summe eingestrichen; O ein L ob e.
(bekommen); -streuen /Vb./ 1. etw. durch Streuen
(1.1) in etw. bringen: eine Handvoll Zucker in den
Teig e.
—
2. etw. vollständig mit etw. bestreuen —
3. etw. einfließen (2) lassen, einflechten (2): ein
paar witzige Bemerkungen, Zitate (in den Text) e.;
- stricken /Vb./ etw. beim Stricken in das Gestrick
einarbeiten: ein Muster (in den Pullover), einen
Metallfaden (mit) e .;
- strömen fVb.; von Gasenf in
etw., bes. einen Raum, Behälter strömen: von dort
strömt die Warmluft in die Rohre ein; Meteor,
von Osten einströmende Kaltluft; -studieren fV b .f
1. eine Rolle, einen Text e. (sich durch Lernen so
aneignen, daß man sie, ihn wiedergeben kann); was
er antwortete, klang einstudiert (eingelernt) —
2. ein Ballett e. (die künstlerisch-technische A u s
führung eines Balletts in Szene bringen und mit den
Künstlern üben); ein Laienspiel e .;zu 2 -studierung,
die; -,
- en 1. \o. PI./ das Einstudieren — 2. das
Einstudierte: die Aufführung ist eine E. von N;
- stufen /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. einer bestimmten
Stufe in einer Stufenfolge, einer Skala von Bewer
tungen zuordnen: er ist in die Gehaltsgruppe 3, in
den Zirkel der Fortgeschrittenen eingestuft w or
den; dazu -stufung? die; -,
- en; -stülpen /Vb.f etw.
nach innen stülpen: den Rand, die Enden e.;
- stündig /Adj.; n ur attr./ vgl. dreistündig; -stünd
lich fA dj.; nichtpräd.f vgl. dreistündlich; -stürmen
jVb.; ist/ 1.1. auf jmdn. e. in jmdn. dringen (3): mit
Bitten auf jmdn. e. 1 .2 . auf jmdn. stürmt vieles ein
an jmdn. treten gehäuft dringliche Anforderungen
heran, wirken viele Eindrücke zugleich ein: zu viele
Eindrücke stürmten auf ihn ein; -stürz, der fvorw.
Sg.f das Einstürzen: beim E. des Gebäudes kamen
zwei Menschen ums Leben; -stürzen fV b .; ist; von
Gebautem! durch Zerbrechen von Teilen, Auflösung
des Zusammenhalts nach unten stürzen und zunichte
werden: das Haus, die Brücke, die Decke ist ein-
gestürzt; O für jmdn. stürzt eine Welt ein (jmds.
Vorstellung von etw., Glaube an etw., jmdn. wird mit
einemmal völlig enttäuscht, zerstört); -Sturzgefahr,
die fo. P l.f : das Betreten der Ruine ist verboten,
es besteht E.
einst] -weilen, -weilen /Adv.f 1. vorläufig: e. sind
dafür noch keine Aussichten — 2. landsch. in
zwischen (1.1): ich muß noch einmal weg, du
kannst e. abwaschen; -weilig, -weüig fAdj.; nur
attr.f papierdt. vorläufig, einstweilen bestehend
u n d gültig: eine einstweilige Verfügung
Ein/e]n| -tagsfliege, die 1. in sehr zahlreichen Arten
vorkommendes, sehr kleines, zartes, fliegendes In
sekt, das in der geschlechtsreifen Form nur einen
Tag od. wenige Tage lebt — 2. umg. etw., das nur
304
eintasten — eintüten
sehr kurze Zeit von Bedeutung ist od. besteht: diese
Mode war eine E.;
-tasten /Vb.f fachspr. etw.
über eine Tastatur eingeben (2): Angaben, Daten e.;
-tauchen fVb./ 1.1. etw. in etw. tauchen (hat): den
Pinsel in die Farbe, Zwieback in den Tee e. 1 .2 . (ist)
der Springer, Wasservogel ist eingetaucht (ist
in das Wasser, unter die Wasseroberfläche getaucht);
-tauschen / Vb.j etw. gegen etw. tauschen: wir tausch
ten damals Kleidung gegen Lebensmittel ein; Gut
scheine, Bons e. (einlösen 1.1); -tausend, -tausend
/Kard.zahl 1000/ tausend; -teilen / Vb./1*1. ein Gan
zes in bestimmte Teile gliedern: den Aufsatz in Ab
schnitte, eine Großstadt in Bezirke e. 1 .2 . eine be
stimmte Anzahl von Personen, Sachen in Gruppierun
gen teilen : die Schüler in, nach Gruppen, die Äpfel
in reife und umeife e. — 2. etw. so disponieren,plan
voll behandeln, daß es sich (gleichmäßig) über eine
bestimmte (Zeitspanne verteilt, eine Zeitlang für
etw. reicht: die Vorräte e .; (sich) die Arbeit, seine
Zeit e.
—
8. jmdn. (zu, für etw.) e. jmdm. im Rah
men einer allgemeinen Aufgabenverteilung eine be
stimmte Arbeit,Aufgabe zuweisen: sie wurden für den
Vormittag, von der Lagerleitung zum Kartoffel
schälen eingeteilt; -teilig /Ad].; nicht ad v.f: ein
einteiliger (nur aus einem Stück bestehender) Bade
anzug; -teilung, die /zu -teilen/
eintel vgl. drittel
ein/Ein| -tonig /Adj./ 1.1. anhaltend in (etwa) der
gleichen Tonlage und dadurch einförmig, monoton:
ein eintöniges Rauschen, Tropfen; ihr eintöniger
Singsang 1.2 . einförmig: eine eintönige Tätigkeit;
sein Leben verlief von da an ziemlich e .; -topf, der
fvorw. Sg./ Gericht aus mehreren Bestandteilen,
die (zuletzt) in einem Gefäß zusammen gekocht
werden: heute gibt es E.;
-traeht, die; jo. P l.f
Einigkeit und gutes, friedliches Einvernehmen: in
Frieden und E. (mit jmdm.) leben; dazu -trächtig
/Adj.; vorw. adv.f: e. Zusammenleben; nun sitzen
sie wieder e. beieinander; -trag, der; -(e)s, - träge
Eintragung (2): dazu gibt es keine Einträge in dem
Register; einen E. (eine rügende Bemerkung) ins
Klassenbuch bekommen; -tragen /Vb./ 1 .1 . etw.
einschreiben (1.1): seinen Namen (in die Liste),
etw. ins Notizbuch e.; das muß ich mir e .; das
Haus ist im Grundbuch eingetragen (rechtsgültig
verzeichnet); dieser Weg ist auf der Karte nicht
eingetragen (nicht eingezeichnet 1) 1.2 . sich, jmdn.
einschreiben (1.2): sich als Teilnehmer e.; jmdn. als
entschuldigt e.
—
2. etw. trägt (jmdm.) etw. ein
etw. bringt etw. ein: er will sich daran nicht be
teiligen, er meint, das trägt nichts ein; die Sache
hat ihm nichts als Ärger eingetragen (er hatte
nichts als Ärger dadurch); -träglich /Adj./ gewinn
bringend : ein einträgliches Geschäft; -tragung, die;
-,
- en 1. fo. Pl.f das Einträgen — 2. das Eingetragene:
unleserliche Eintragungen; -träufeln /Vb.; h at/:
(jmdm.,
sich) Tropfen, ein Medikament (in die
Nase, ins Ohr) e. (träufelnd zuführen, hineinbringen);
die Flüssigkeit in ein Glas e.;
-treffen /Vb .; ist/
1. an einem Ziel-, Bestimmungsort ankommen: M ist
soeben (hier, bei uns, in N) eingetroffen; der Brief,
das Paket ist eingetroffen; heute ist neue Ware ein
getroffen — 2. so wie vorausgesagt, wie angenom
men Wirklichkeit werden: was du befürchtet hast,
ist eingetroffen; keine seiner Prophezeiungen ist je
eingetroffen; -treiben fVb.; h at/1. Vieh e. (von der
Weide in die Stallungen treiben) — 2. etw. in etw.
treiben (5): einen Pfahl in die Erde, einen Nagel in
das Mauerwerk e. — 8 . eine fällige Zahlung nach
drücklich fordern und (zwangsweise) kassieren:
Schulden, Außenstände e .;
-treten fVb.f 1. in
einen Raum hineingehen, hereinkommen (ist): er
klopfte an und trat ein; bitte, treten Sie ein!; das
Raumschiff ist wieder in die Erdatmosphäre ein
getreten (hineingelangt, hereingekommen) — 2 . etw.
durch Darauftreten in den Boden, Untergrund
drücken (hat): den Grassamen, Stein (in die Erde) e.
—
3. sich etw. e. auf etw. treten, das dabei in die
Fußsohle eindringt (hat): sich einen Nagel, Splitter
e.
—
4. etw. durch Dagegentreten zerstören (hat): als
niemand öffnete, traten sie die Tür ein — 5 . in
eine Organisation, Vereinigung e. M itglied einer
Organisation, Vereinigung werden, einer Vereinigung
beitreten (ist): in eine Partei, den Verband, einen
Klub e .; er ist erst kürzlich eingetreten — 6 . (ist)
in einen neuen Lebensabschnitt e. (einen neuen
Lebensabschnitt beginnen); er ist in sein dreißigstes
Lebensjahr eingetreten; wir treten jetzt in die Dis
kussion ein (beginnen mit der Diskussion); als
Frankreich in den Krieg eintrat (begann, sich am
Krieg zu beteiligen) ...
—
7. etw. tritt ein etw. Be
stimmtes ereignet sich (das im Ablauf eines Vor
gangs, Geschehens eine Änderung bewirkt) (ist): un
vermutet trat eine Wendung ein; es ist etw. ein
getreten, was vieles ändert; wenn der Fall ein-
tritt, daß ...; plötzlich trat Frost ein (setzte Frost
e i n ); was er befürchtet hatte, war nun eingetreten
(eingetroffen) — 8. (ist) 8.1 . für jmdn. e. sich für
jmdn. einsetzen, jmdn.,
jmds. Interessen unter
stützen, verteidigen: er ist damals mutig, öffentlich
für seinen Freund eingetreten 8.2 . für etw. e. fü r
eine Sache Partei ergreifen und diese Parteinahme
äußern, vertreten: für die Durchsetzung der Be
schlüsse, eine gerechte Lösung e.;
-trichtern fsw .
Vb.; hat/ umg. jmdm. etw. e. jmdm. etw., was er
lernen, behalten, beherzigen soll, durch vieles Wieder-
holen einprägen: Folgsamkeit war ihnen einge
trichtert worden; Schülern Formeln, Vokabeln e.;
-tritt, der 1. fvorw. S g .; zu -treten 1, 5 —7/ das
Eintreten; zw 1: E. nicht gestattet /als Aufschrift an
einer Tür/; zu 5: sein E. liegt lange zurück; in
diesem Jahr gab es viele Eintritte in den Verband
(traten viele in den Verband ein); zu 6: der E.
Frankreichs in den Krieg; bei E. (Beginn) der
Dunkelheit werden die Lampen angezündet —
2. /o . P l.f der E. zu dieser Veranstaltung (der
Besuch dieser Veranstaltung) ist frei — 8. fo. Pl.f
Eintrittsgeld: zum Tanz kostet es drei Mark E.
Eintritts|-geld, das fvorw. Sg .j für den Eintritt er
hobener Geldbetrag; -karte, die zum Eintritt zu etw.
berechtigende K arte: Eintrittskarten im Vorverkauf
holen; -preis, der vgl.
- geld: die Eintrittspreise
sind allgemein erschwinglich
ein/Ein| -trocknen fVb.; ist/ durch Verdunsten der
flüssigen Bestandteile hart werden: die Farbe in der
Büchse ist eingetrocknet; -trüben, sich fV b .f: es
trübt sich ein (der Himmel bedeckt sich mit Wolken);
der Himmel hat sich eingetrübt; dazu -trübung,
die; -trudeln fVb.; ist/ umg. ohne Eile (nacheinan
der), verzögert eintreffen: so nach und nach trudeln
sie alle ein; ich bin gespannt, wann der Brief end
lich eintrudelt; -tunken fVb.f landsch. etw. ein-
tauchen (1.1); -tüten, tütete ein, hat eingetütet fa ch
spr. etw. (gleicher Art) in Portionen, Posten in Tüten
einüben — Einwilligung
305
packen, füllen: Zucker, Reis e.;
- ü ben [Vb.f (sich,
jmdm.) etw. e. durch Üben etw. lernen, jmdn. etw.
lehren, sich, jmdm. etw. einprägen: (mit jmdm.)
einen Sketch e.; diese Fertigkeiten sind eingeübt;
diese Griffe hat er sich, ihm eingeübt; -verleiben,
verleibte ein, au ch einverleibte, hat einverleibt
1. etw. (ungerechtfertigt, ohne Abmachung) einem
Besitz hinzufügen, eingliedern: diese Stücke hat er
seiner Sammlung einverleibt; die Eroberer ver
leibten die Gebiete ihrem Reich ein — 2. scherzh.
sich etw. e. Eßbares in größerer Menge zu sich
nehmen: den restlichen Kuchen hat er sich ein
verleibt; -vernehmen, das; -s, jo. Pl.f auf gegen
seitigem Verständnis, auf Übereinstimmung be
ruhendes gutes Verhältnis zueinander: mit jmdm. in
gutem» bestem E. leben; zwischen ihnen herrscht
E.; im E. (in Abstimmung und Übereinstimmung)
mit jmdm. handeln; sich mit jmdm. ins E. setzen
(sich mit jmdm. über etw. Bestimmtes verständigen,
abstimmen); -verstanden fAdj.f mit etw., jmdm. e.
sein etw. billigen, einer Sache zustimmen, jmdn. (als
etw.) akzeptieren: damit bin ich, waren alle e.; e.
(ich stimme, wir stimmen zu)!; er ist mit ihm als
Gruppenleiter, mit diesem Gruppenleiter e .; darin
bin ich mit dir nicht e. (stimme ich mit dir nicht
überein) ; sich mitetw. (nicht) e. erklären; -Verständ
nis, das Einstellung (3), die besagt, daß jmd. nichts ge
gen etw. einzuwenden hat: seinE. erklären; jmds. E .
einholen, voraussetzen; im E. mit jmdm. (im E in
vernehmen mit jmdm., rriit jmds. Zustimmung) han
deln; -waage, die fo. Pl.f fachspr. 1. Gewicht des
Inhalts einer fest abgepackt zum Verkaufkommenden
Ware: die E. an Fleisch beträgt 300 Gramm —
2. geringfügiger Gewichtsverlust einer Ware beim
Abwiegen (in Portionen); ^--wachsen fVb.f 1.1. an-
wachsen, einwurzeln: die jungen Fichten sind ein
gewachsen 1.2 . ein eingewachsener (in das um
gebende Gewebe anormal hineingewachsener) Zehen
nagel; 2-wachsen fVb.f etw. 2wachsen: den Fuß
boden, die Skier e.;
- wand, der; -(e)s, Einwände
das, was von jmdm. gegen etw. 'eingewendet wird:
einen E. haben, machen, Vorbringen; von allen
Seiten kamen Einwände; gibt es (irgendwelche)
Einwände (dagegen)?; -Wanderer, der jm d . ,
der
einwandert, eingewandert ist: als E. in ein Land
kommen; die E. aus Übersee; -wandern IVb.f in ein
fremdes Land einreisen, um sich für dauernd nieder
zulassen (und die Staatsbürgerschaft dieses Landes
zu erwerben): in ein Land e.; seine Vorfahren sind
(hier) eingewandert; dazu -Wanderung, die fvorw.
Sg.f; -wandfrei fAdj.f 1. ohne jeden Fehler, Mangel,
M ak el: eine einwandfreie Arbeit; der Stoff ist e.;
sein Betragen war e.
—
2. eindeutig, zweifelsfrei:
das steht e. fest, ist e. erwiesen; -wärts fAdv.f nach
innen gerichtet; -weben fsw. Vb.f etw.,
bes. ein
Muster, einen bestimmten Faden beim Weben mit in
das Gewebe einarbeiten: ein Muster (in die Decke) e.;
ein Stoff mit eingewebtem Metallfaden; -w echseln
jVb.; hat/ 1.1 . etw. wechseln (3.1): einen Hundert
markschein e. 1 .2 . etw. wechseln (3.2): hundert Mark
in, gegen Kronen e.; Devisen bei der Bank e.;
-wecken fVb.f bestimmte Lebensmittel, bes. Obst,
durch Kochen unter luftdichtem Verschluß in dafür
vorgesehenen Gläsern haltbar machen, konservieren:
Erdbeeren e.; ein Glas Eingewecktes aufma-
chen
Eiuweck| -glas, das /PL -gläser/ für das Einwecken
von Lebensmitteln bestimmtes Glas; -topf, der für
das Einwecken eingerichteter großer Topf
ein/Eln| -weichen fsw. Vb.f 1.1 . Wäsche e. (Wäsch e
vor dem Waschen für einige Zeit in eine den Schmutz
lösende Lauge legen) 1.2. etw. vor der Verwendung
für einige Zeit in eine Flüssigkeit, bes. in Wasser,
legen, um es weich zu machen, quellen zu lassen:
Erbsen, Bohnen, den Pinsel e.;
-weihen fVb.f 1.
etw., bes. ein Bauwerk, durch einen festlichen Akt
seiner Bestimmung übergeben: ein Denkmal, das
neue Stadion e.; <> umg. scherzh. am Sonntag
werden wir das neue Geschirr e. (zum ersten M al
benutzen) — 2. jmdn. (in etw.) e. jmdn. in das Wis
sen um eine vertrauliche Angelegenheit einbeziehen:
jmdn. in seine Pläne, ein Geheimnis e .; er ist
längst eingeweiht; in eingeweihten Kreisen (in
Kreisen, die von der Sache wissen); ich werde ihn
in die Geheimnisse dieser Kunst e. (ihm diese K u nst
beibringen); dazu -weihung, die; -, -en;-weisen/ Vb.f
1. jmdn. in etw. e. offiziell veranlassen, daß jmd.
in einem Gebäude, Raum aufgenommen, unter
gebracht wird : jmdn. in ein Krankenhaus, eine
Wohnung e.
—
2. jmdn. (in etw.) e. jmdm. ein
führende Hinweise, Anweisungen für das Ausüben
einer neuen Tätigkeit geben: der Abteilungsleiter
wird Sie (in Ihr Gebiet) e.
—
8. ein Fahrzeug, jmdn.
e. ein Fahrzeug, einen Fahrzeugführer durch Hand
zeichen in eine bestimmte Richtung, an eine be
stimmte Stelle dirigieren: wir hatten ungenügende
Sicht und mußten uns e. lassen; -Weisung, die
1. das Einweisen — 2. Einweisungsschein: der
Arzt schrieb eine E. ins Krankenhaus aus; eine E.
für das Untermietzimmer haben; -weisungsschein,
der Bescheinigung darüber, daß man in etw. ein
gewiesen (1) wird; -wenden fVb.f etw. (gegen etw.,
jmdn.) e. Gegengründe, Einschränkungen, Bedenken
gegen etw., jmdn. äußern: gegen diesen Plan ist eini
ges einzuwenden; „das ist zu spät“ , wandte er ein,
wendete er ein; hat jemand etwas (gegen den
Kandidaten) einzuwenden?; dagegen ist nichts
einzuwenden (das kann man so billigen); -werfen
fVb.f 1. etw. in eine dafür vorgesehene Öffnung an
einemBehältnis stecken und eshineinfallen lassen:den
Brief in den Kasten, Stimmzettel in die Urne, Geld
in den Automaten e.
—
2. eine Fensterscheibe e.
(zertrümmern, indem man etw. dagegen wirft) —
3. Ballspiele 8.1. N warf zum 3:2 ein (N warf
den Ball in das xTor 2.1, den Korb 3 und erzielte
dadurch den Spielstand von 3:2) 3.2. den ins seit
liche A us gegangenen Ball nach bestimmten Regeln
von dort wieder in das Spielfeld werfen — 4 . eine
Bemerkung, ein paar Worte, eine Frage e. (in ein
Gespräch, jmds. Rede kurz einschalten); -wertig/Adj.;
nicht adv.f Chem .: ein einwertiges Atom (Atom,
das nur eine Möglichkeit zur Verbindung mit einem
anderen Atom hat); -wickeln fVb.f 1. etw., jmdn.,
sich in etw. w ick eln : das Geschenk (in Papier),
die Wäsche in ein Tuch e.; ein eingewickeltes
Päckchen; sich in eine Decke e. (hüllen) — 2 . umg.
jmdn. durch geschickte Reden (und geschickte, un
lautere Machenschaften) für seine Absichten gewin
nen (ohne daß er es bemerkt): er hat sich von ihr
e. lassen; -willigen fsw. Vb.; hat/ in etw. e. sein
Einverständnis mit etw. erklären: endlich hat er in
den Vorschlag eingewilligt; in die Scheidung e.;
die Kinder dürfen gehen, der Vater hat ein
gewilligt; dazu -willigung, die; -,
-en fvorw. Sg .f
20 Wörterbuch
306
einwirken — Einzelwettbewerb
Einverständnis: seine E. zu etw. geben; -wirken
/Vb./ 1.1. aktiv Einfluß auf etw,, jmdn. nehmen:
kannst du nicht auf ihn e., daß er zustimmt?; be
wußt, gezielt auf die Gestaltung der Freizeit e.
1.2. etw. wirkt auf etw., jmdn. ein etw. erzeugt an
etw., jmdm. eine verändernde Wirkung: die Witte
rung hat auf das Gestein eingewirkt; die Lauge
muß einige Zeit (auf die Wäsche) e .; das schädigen
de Einwirken von Lärm; die auf den Hebel ein
wirkende Kraft; dazu -Wirkung, die; -wöchig fA d j.;
nur attr.f vgl. dreiwöchig; -wohner, der; -s,
die
E. der Gemeinde (alle diejenigen Personen, die
ihren ständigen Wohnsitz in der Gemeinde haben);
die Stadt hatte 1970 über eine Million E.; die E.
(Bürger 1.2) werden aufgerufen, . . .
Einwohner| -meldeamt, das /BRD/ vgl.
- melde-
steile; -meldesteile, die behördliche Stelle fü r die
Registrierung der Einwohner, das A n- und Ab-
melden meldepflichtiger Person en ; -Versammlung,
die bes. der Unterstützung der Arbeit der örtlichen
Volksvertretungen, der staatlichen Organe dienende
Versammlung der Einwohner einer Gemeinde, eines
territorialen Bereiches; -zahl, die Anzahl einer Ge
samtheit von Einwohnern: wie hoch ist die E. des
Dorfes, Stadtbezirks?
Ein/ein| -wurf, der 1.1. fo. PL/ das Einwerfen (1):
nach E. der Münze Hörer abnehmen 1,2. fü r das
Einwerfen (1) vorgesehene Öffnung — 2. B all
spiele das Einwerfen (3.2): A führte den E. aus —
3.das, was jmd. einwirft (4), einwarf, Zwischenbemer
kung : sein E. war unpassend; -wurzeln / Vb. ; ist/:
der Baum muß erst e. (Wurzeln treiben, die fest in
das Erdreich greifen ); Q ein eingewurzelter Aber
glaube; -zahl, die /o. PL/ Gramm. Singular;
-zahlen fVb.f einen Betrag an der Kasse bes. von
Post, Bank in Zahlung geben zur Buchung auf ein
K o n to : Geld bei der Bank, Sparkasse, auf sein
Sparbuch, K on to e.; die Miete zur Überweisung
am Schalter (des Postamts) e.; dazu -Zahlung, die;
-zäunen fsw. Vb.; hat/ Gelände mit einem Zaun
umgeben, etw. umzäunen: ein Grundstück, die An
lage e .; -zeichnen fV b .f 1. dieser Ort, Weg ist (auf
der Karte) nicht eingezeichnet (ist auf der Karte
nicht wiedergegeben); alle Wanderwege e.
—
2. sich
(in eine Liste) e. (einschreiben)
Einzel, das; -s, - (Tisch)tennis Spiel, beidem nur
ein Spieler gegen einen anderen spielt
Einzell -bauer, der /vorw. in der Zeit von der be
ginnenden bis zur vollzogenen Vergenossenschaft
lichung der Landwirtschaft in der DDR gebrauchte
Bez. für einen werktätigen Bauern, der nicht Mitglied
einer L P G war/: die Genossenschaftsbauern und
werktätigen Einzelbauern; -beispiel, das einzelnes,
vereinzelt auftretendes B eispiel: solche Einzelbei
spiele stellen nicht die Norm dar; -erseheinung,
die vgl.
- beispiel; -fall, der vgl.
- beispiel: das ist
kein E., das kommt häufig vor; -gänger, der; -s, -
jmd., der sehr für sich lebt und kaum Kontakt zu
anderen sucht: er ist ein E.;
-haft, die Haft, bei der
der Inhaftierte in einer Einzelzelle gehalten wird: er
ist in E .; -handel,der diejenige Sphäre in der Waren
zirkulation, in der die Waren an den individuellen
Konsumenten verkauft werden: etw. im, über den E.
beziehen; der E. muß (die Einzelhandelsgeschäfte
müssen) dafür sorgen, daß ...
Einzelhandels! -geschäft, das: etw. im E. kaufen;
die Auslieferung an die Einzelhandelsgeschäfte;
-preis, der Einzelhandelsverkaufspreis; -Verkaufs
preis, der /Abk. EYP/ für den Einzelhandel fest
gelegter Verkaufspreis
Einzel| -händler, der Einzelhandel betreibender
Geschäftsmann; -haus, das einzeln, für sich stehendes
Haus
Einzelheit, die; -,
- en einzelner Teil eines größeren
Ganzen, einzelner Umstand (eines Zusammenhanges):
sich mit den Einzelheiten (einer Anlage, einer A b
handlung, in einem Zimmer) vertraut machen; er
erwähnte jede E .; Einzelheiten sind auf dem Bild
nicht zu erkennen; etw. in allen Einzelheiten aus
malen, beschreiben, erzählen; (nicht) auf Einzel
heiten eingehen
Einzell -kind, das Kind, das keine Geschwister hat:
sie ist ein E. und ziemlich verwöhnt; -Leistung, die
von einem einzelnen erbrachte Leistung; -leitung, die
/o. Pl.j: das Prinzip der E. (Prinzip soz. Leitungs
tätigkeit, wonach der einzelne Leiter die alleinige
persönliche Verantwortung für die Tätigkeit in
seinem Aufgabenbereich hat)
Ein/ein Biol.|
-zeller, der; -s, - aus nur einer Zelle
od. losen Verbänden gleichartiger Zellen bestehendes
Lebewesen; -zellig jA d j.; nicht adv./: einzellige
Lebewesen (Einzeller)
Einzel|möbel. das /vorw. PL/ fach sp r. einzelnes
Möbelstück, das nicht Teil einer Garnitur, Zimmer
einrichtung ist
einzeln /Adj./1 .1 . /nicht präd./ eine(r), eines, jede(r\,
jedes für sich (allein), nicht mit anderen zusammen:
ein einzelner Spaziergänger; ihr werdet e. auf-
gerufen; er hat einen einzelnen Handschuh ge
funden ; als einzelner kann man da wenig ausrich-
ten; die einzelnen Teile (die Teile) eines Gerätes;
ins einzelne gehen (die Fakten, Teile einer Dar
stellung eingehend und eventuell als solche gesondert
behandeln) ; er kann in diesem Zusammenhang nicht
alles im einzelnen ausführen 1.2 . /nur im P L ; als
Indef.pron./ einige wenige: einzelne Bäume,
Häuser sind stehengeblieben; einzelne Regen
schauer
Einzell -preis, der Preis (II), der an einen einzelnen,
nicht an ein Kollektiv vergeben wird: er erhielt die
Auszeichnung als E .;
- reise, die von einem Reise
büro für eine einzelne Person, für einzelne Personen,
nicht für eine Gruppe angebotene Reise: es werden
Einzel- und Grüppenreisen nach N angeboten;
dazu -reisende, der u. die; -Schicksal, das vgl.
Einzelbeispiel; -stück, das 1.1. vgl. Einzelmöbel
1.2. in seiner Art einmaliges Exemplar, einzigartiges
Stü ck : die Verkaufsausstellung bietet nur Einzel
stücke ; -teil, das einzelnes Bauelement eines Ganzen:
etw. in seine Einzelteile zerlegen; sich die Einzel
teile für etw. zusammensuchen; er vermißt ein E .;
- Verpflichtung, die Verpflichtung (1) eines einzelnen,
nicht eines Kollektivs: zu Ehren des Jahrestages
werden neue Kollektiv- und Einzelverpflichtun
gen abgegeben; -vertrag, der Arbeitsvertrag mit be
sonderen Bedingungen, der zwischen einem soz. Be
trieb und einem einzelnen hochqualifizierten Werk
tätigen in Anerkennung ständiger hervorragender
Leistungen abgeschlossen werden kann; -Wertung, die
Sport Wertung für einen einzelnen Sportler, der in
einer M annschaft gestartet ist: die Einzel- und
Mannschaftswertungen bekanntgeben; den Sieg
in der E. holte sich N; -wesen, das Individuum (1);
-Wettbewerb, der S p ort Wettbewerb, in dem ein-
Einzelwissenschaft — Eisbrecher
307
zelneSportler, nicht Mannschaften kämpfen; -Wissen
schaft, die /vorw. Pl.f einzelne Wissenschaft im
Verhältnis zur Philosophie als Wissenschaft von den
allgemeinen Gesetzmäßigkeiten: die Ergebnisse der
Einzelwissenschaften; -zelle, die Zelle in ein er
Haftanstalt für einen einzelnen Häftling; -zimmer,
das Einbettzimmer
ein/Ein| -zementieren /Vb./ etw. einbetonieren;
- ziehen fVb.f 1. etw. durch ziehendes, schiebendes
Bewegen in einen Hohlraum bringen (hat): einen
Faden in die Nadel, ein (Gummi)band in den
Saum, die Decke in den Bezug e.
—
2. ein Bauteil
einbauen (hat): Balken, Träger, eine Zwischenwand,
Decke e.
—
3. (hat) den Kopf e. (mit einer leicht
duckenden Bewegung den K opf nach unten gegen
den Rumpf hin beugen); den Bauch e. (aus vor-
gewölbter Haltung zurückziehend straffen); die
Katze zieht die Krallen ein (zieht die ausgestreckten
Krallen zurück, unter die Haut); der Hund zieht
den Schwanz ein (klemmt ihn ein) — 4. etw. ein
holen (3) (hat): die Fahne, Netze, Segel e.
—
5. (hat)
die Luft e’. (einatmen 1.1) —6. (hat) sich einen Dorn,
Splitter e. (einreißen 3) — 7. K ochk. (hat) den
Eischnee in die Masse e. (vorsichtig unter die M a ssel
rühren) — 8. etw. zieht in etw. ein etw. dringt
langsam in etiv. ein (ist): die Creme in die Haut e.
lassen; das Begenwasser ist in den Boden ein
gezogen (eingesickert) — 9. in einer Formation,
Gruppe (marschierend) in einen Ort, ein Gelände,
einen großen Raum hereinkommen, sich hinein
begeben (ist): die Sportler ziehen ins Stadion ein;
Truppen zogen in die Stadt ein; unter dem Beifall
der Gäste zogen sie in den Saal ein — 10. ein
kehren (2) (ist): nun ist der Winter (auch bei uns)
eingezogen; endlich zog wieder Ruhe in unserem
Hause ein — 11. jmdn. einberufen (1) (hat): fvorw.
im Pass./ in Kürze wird er, sein Jahrgang ein
gezogen ; man wird ihn zu den Seestreitkräften e.
—
12. in eine neue Wohnung, Unterkunft, einen an
deren Arbeitsraum ziehen und sich dort einrichten
(ist): wieder wurden 500 neue Wohnungen fertig
gestellt, am 1. März können die Mieter e .; im ersten
Stock ist ein junges Ehepaar eingezogen; unsere
Arbeitsräume werden renoviert, aber bald können
wir wieder e.
—
18. (hat) 13.1. Banknoten, Brief
marken e. (als ungültig aus dem Verkehr, Umlauf
ziehen) 13.2. jmds. Vermögen, Grundbesitz e. (kon
fiszieren) 13.3. Gelder, Steuern e. (eintreiben 3)
-
14. etw. einholen (4) (hat): Erkundigungen (über
jmdn., etw.) e.
—
15. Druckerei (hat) die Ab
sätze, eine Zeile e. (einrücken 2); zu 11, 13, 14
- ziebung, die jo. Pl.j
einzig jAdj.j 1.1. nur als einzelnes od. nur einmal
als solches vorhanden: er ist das einzige Kind (seiner
Eltern); wir waren die einzigen Gäste (in dem
Restaurant); ein einziger (nur einer) hat es gewagt;
es war kein einziger (kein, nicht ein) Platz mehr
fre i; dort war ich nur ein einziges, dies eine einzige
Mal; das ist die einzige Möglichkeit (es gibt n u r
diese M öglichk eit); tu mir den einzigen Gefallen
(tu mir unbedingt diesen Gefallen) und ... 1 .2 . /als
Partikel/ nur (II.1), Ausschließlich (1.2): das ist
das e. Mögliche, der e. mögliche Weg (nur das, die
ser Weg ist möglich); e. ihm bot sich diese Gelegen
heit — 2. /nicht attr.; emot./ einm alig (2): diese
Leistung ist e. (in ihrer Art), steht e. da; der Tag
war e. (überaus) schön
+ e. und allein nur, ausschließlich: hier kann e.
und allein eine Operation helfen
einzig|artig /Adj.; emot.j von nicht, selten noch ein
mal vorkommender Qualität, hervorragend: eine
einzigartige Leistung, Ausstattung; er spielt wirk
lich e .; sie ist e. (unübertroffen) in ihrer Bosheit
Ein/ein| -zimmerWohnung, die Einraumwohnung;
- zingeln /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. umzingeln, ein
schließen: sie wurden in ihrem Versteck ein-
gezingelt; -zuckern /Vb./: Erdbeeren e. (mit Zucker
bestreuen und vermengen); -zug, der 1. /zueinziehen
9,10,12;zu9,12vorw.Sg.;zu10o.Pl.jdasEin
ziehen; zu 9: der E. der Truppen, Ehrengäste;
zu 10: der Winter hat in diesem Jahr zeitig E. ge
halten (ist zeitig eingezogen); zu 12: jmdm. zum E.
gratulieren; (den) E. feiern — 2. D ruckerei der
durch Einziehen (15) hergestellte Abstand: eine
Zeile mit E. setzen; kurze Einzüge machen
Einzugs1 -bereich, der für die Inanspruchnahme
eines Zentrums, einer zentralen Einrichtung in
Frage kommender Umkreis: die Bewohner in den
Einzugsbereichen der Großstädte; der Ort liegt im
E. des Hüttenwerkes; -gebiet, das 1. vgl. - bereich —
2. fach sp r. von Wasserscheiden begrenztes Gebiet
eines fließenden Gewässers mit seinen Zuflüssen: im
E. der unteren Havel
e]n|zwängen /Vb./ etw.,
jmdn.,
sich in, zwischen
etw. zwängen: wir standen eingezwängt in der
Menschenmenge, zwischen Kisten und Koffern;
die geleimten Klötze e. (in die Zwinge klemmen)
Eis, das; -es, - 1. jo. Pl.j gefrorenes Wasser: es hat
sich E. gebildet; das E. schmilzt, taut; das E.
aufhacken; Schnee und E .; Stangen, Blöcke aus
künstlichem E.; etw. zum Kühlen auf E. (auf
einen Eisblock, Stücke aus Eis) legen; E. (Eiswürfel)
in ein Getränk geben; aufs E. gehen (Eissport, bes.
Schlittschuhlauf, ausüben) — 2 . /bei Mengenangabe
PI. Eis/ Speiseeis: E. essen (gehen); E. am Stiel;
zwei E. mit Sahne, bitte
-J- das E. war gebrochen (die abwartende od. ab
lehnende Haltung, Stimmung war überwunden);
umg. etw. auf E. legen (etw. vorerst nicht weiter
führen, nicht weiter behandeln, etw. auf nicht abseh
bare Zeit aujschieqen)
Eis| -angeln, das; -s, /o. PI./ das Angeln in künst
lich geschaffenen Löchern auf zugefrorenen Ge
wässern; -bahn, die für den Eislauf angelegte od.
geeignete Eisfläche; -bär, der nördlich des Polar
kreises lebender Bär mit weißem öd. gelblichem F ell;
- becher, der 1.1. (schalenförmiger) Becher fü r Speise
eis 1.2. eine Portion Speiseeis in 1.1: einen E. (mit
Sahne) bestellen; -bein, das 1. Oberschenkel des
geschlachteten Schweines: ein (gepökeltes) E. ko
chen, essen — 2. /nur im Pl.j umg. scherzh.
Eisbeine (kalte Füße) haben, kriegen; -berg, der im
Meer schwimmende, in ihrem aus dem Wasser
ragenden Teil oft bergartig aufgetürmte Masse von
E is : das Schiff ist auf, gegen einen E. gelaufen;
O das ist (nur) die Spitze eines Eisberges (ist n u r
der sichtbare Teil einer weitergehenden Entwicklung);
- beutel, der zum Kühlen entzündeter, erhitzter
Körperstellen dienender, mit Eiswürfeln gefüllter
Beutel; -block, der /PI.
- blocke/; -blume, die /vorw.
Pl.j flächiges figürliches Gebilde aus gefrorenem
Niederschlag bes. an Fensterscheiben; -bombe, die
kugelig geformte Süßspeise aus verschiedenen
Schichten von Speiseeis und Kuvertüre; -brechejr,
20*
308
Eischnee — eisgrau
der für das Aufbrechen der Eisdecke auf zugefrorenen
Gewässern ausgerüstetes Schiff
EilSchnee# der K ochk . (steif) geschlagenes Eiw eiß
Eis| -creme, die Eis (2); -decke, die Eisschicht, die
ein Gewässer od. eine ausgedehnte Bodenfläche be
deckt: die E. (auf dem Teich) ist noch zu dünn, trägt
noch nicht; -diele, die Restaurant, in dem vornehm
lich Eis serviert wird
Eisen, das; -s, - 1. /o. Pl.j zu den Schwermetallen
gehörendes, häufig und vielfältig verwendetes che
misches Element, das unter Einwirkung von Luft
und Feuchtigkeit oxidiert, rostet: E. schmelzen,
schmieden, gießen; E. zu Stahl verarbeiten;
Träger, eine Pfanne aus E.; hart, fest wie E., wie
aus E. (sehr hart, fest) — 2. Hufeisen: das Pferd
hat ein E. verloren — 8. Bügeleisen: das E. wird
nicht heiß (genug) — 4. Fangeisen — 5. Werkstück
au s 1: das E. glühend machen
-{- etw. ist ein heißes E. (ein heikles Them a); jmdn.
zum alten E. werfen (jmdn. seines höheren Alters
wegen als nicht mehr einsatzfähig behandeln); zwei,
mehrere E. im Feuer haben (zwei, mehrere Möglich
keiten haben, um etw. zu erreichen)
Eisen|bahn# die 1*1. schienengebundenes, durch einen
Motor od. mit Dampf betriebenes Verkehrsmittel mit
eigenem Gleiskörper: mit der E. fahren; etw. mit der
E. befördern 1.2. Modelleisenbahn: mit der E.
spielen — 2. Schienenstrang für 1.1, Eisenbahn
strecke: dort wird eine neue E. gebaut; an der E.
von N nach M — 8. /o. Pl.j betriebliche Organi
sation für den mit 1.1 durchgeführten Verkehr: er ist,
arbeitet bei der E.
+ umg. es ist höchste E. (höchste Zeit)
Eisenbahn| -bau, der jo. Pl.j Neubau einer Eisen
bahnstrecke, Bauarbeiten an einer Eisenbahn
strecke; -brücke, die 1.1. Brücke, auf der die Eisen
bahn etw. überquert 1.2. Brücke, auf der der Gleis
körper der Eisenbahn überquert werden kann
Eisenjbahner, der; -s, - jmd., der bei der Eisenbahn
arb eitet: ein E. in Dienstkleidung
Eisenbahnj -fahre, die Fähre zum Übersetzen von
Eisenbahmvagen, ganzen Zügen; -fahrplan, der;
- g leis, das; -Knotenpunkt, der Ort mit einem Bahn
hof, auf dem Eisenbahnstrecken aus mehreren
Richtungen Zusammentreffen: N ist ein bekannter,
bedeutender E .;
- linie, die vgl.
- strecke; -netz, das
Netz von Eisenbahnstrecken',
das Gebiet hat ein
dichtes, gut ausgebautes E .;
- s chiene, die Schiene
der Eisenbahn: umg. wir sind ein Stück auf den
Eisenbahnschienen (Eisenbahngleisen) entlangge
laufen; -schwelle, die Schwelle (2); -strecke, die
Strecke (1.3): nach N führt eine durchgehende E.;
- tunnel, der vgl. Eisenbahnbrücke; -Übergang, der
Stelle, an der eine Straße einen Bahnkörper auf
gleichem Niveau kreuzt; -Unglück, das das Verun
glücken eines Zuges, von Zügen: bei dem E. bei N
kamen drei Menschen ums Leben; -wagen, der
für die Zwecke der Eisenbahn konstruierter Wagen
(1.3), der in der Regel mit mehreren zu einem Zug
zusammengestellt wird; -Waggon, der Eisenbahn
wagen, bes. eines Güterzuges
Eisen/eisen| -erz, das fo. Pl.j Eisen enthaltendes
Erz; -gießer, der Facharbeiter für das Gießen von
Eisen; -gießerei, die Werk, in dem Eisen gegossen
wird; -gitter, das eisernes Gitter; -haltig jA dj.;
nicht adv.j Eisen (1) enthaltend: eisenhaltiges Erz
(Eisen erz); ein eisenhaltiges Präparat einnehmen;
-handlung, die veralten d Fachgeschäftjü r Eisen
waren; -hütte, die Eisenhüttenwerk
Eisenhütten! -kombinat, das Kombinat von Eisen
hüttenwerken; -werk, das Werk für die Verhüttung
von Eisenerz: in einem E. arbeiten
Eisen| -industrie, die Industrie für die Gewinnung,
Verarbeitung von Eisen; -kern, der Elektrotechn.
magnetisierbarer Bolzen aus Eisen im Hohlraum
einer Spule (2) zur Erhöhung der magnetischen
Induktion in der Spule; -kette, die eiserne Kette;
-k itt, der Mischung von Eisenfeilspänen, Salmiak
und Schwefel zum Verkitten von Eisenzeiten) od.
zum Einkitten von Eisen in Stein; -kraut, das jo.
PI./ vorwiegend an Weg- und Feldrändern wachsen
des Unkraut mit rötlichen bis blaßlila, in schmalen
Ähren stehenden Blüten; -lack, der auf der Basis
von Asphalt, Bitumen, Pech hergestellter Lack, der
als Korrosionsschutz bes. für Eisen- , Stahlteile ver
wendet wird; -oxid, das; -präparat, das eisenhaltige
M edizin : ein E. verordnen; -säge, die Säge zum
Durchsägen von Eisen; -Stange, die eiserne Stange;
- teil, das eisernes T eil: die Eisenteile vor Feuchtig
keit schützen; -träger, der eiserner Träger, Stahl
träger; -Verbindung, die Stoff (3.2), der Eisen in
chemischer Bindung enthält; -Verhüttung, die;
- waren, die /Pl.j: ein Fachgeschäft für E. (für
Gegenstände, Werkzeuge, Geräte bes. aus Eisen,
Stahl); -werk, das Werk der Eisenindustrie; -zeit,
die jo. Pl.j Entwicklungsperiode der Menschheit
von etwa 750 vor unserer Zeitrechnung bis zu un
serer Zeitrechnung, in der die Menschen Waffen und
Werkzeuge vorwiegend aus Eisen herstellten
eisern /A dj./1. /nur attr.j aus Eisen (1): ein eiserner
Topf, Kessel, Haken; eiserne Träger; ein eisernes
Gitter; der eiserne Vorhang (verschiebbare Tren n
wand aus Eisen od. anderem feuerfesten Material
zwischen Bühne und Zuschauerraum eines Theaters)
—
2.1 . jmdn. mit eisernem Griff, e. (sehr fest) um
klammern; der Mann hat eine eiserne (sehr stabile)
Gesundheit 2.2. fest, unerschütterlich (und unbeug
sam ) : jmd. hat einen eisernen Willen, eiserne Ener
gie; e. durchhalten; e. an etw. festhalten; darin
kennt er nichts, da ist er e. (davon geht er auf keinen
Fall ab) 2.3 . etw. mit eiserner (unnachgiebiger)
Strenge durchsetzen — 3. /n ur attr.j etw. gehört
zum eisernen Bestand (zum Grundbestand, zu dem
Teil des Bestandes, der kaum verändert wird) von
etw.; die eiserne Ration (Vorrat von Lebensmitteln
für den äußersten Notfall)
Eises|kälte, die jemot.j sehr große Kälte: tagelang
herrschte (eine) E.
EJs/eis zu Eis 1| -feld, das große, mit E is bedeckte, aus
Eis bestehende Fläche: Gletscher und Eisfelder;
schwimmende Eisfelder; -fläche, die mit Eis über
zogene Fläche, bes. die Fläche einer Eisbahn: die
Wiese war eine einzige E .;
-frei jAdj.; nicht adv.j:
der Strom ist e. (frei von E is); die Straßen sind
wieder schnee- und e.; ein eisfreier (im W inter
nicht vereisender, nicht zufrierender) Hafen; -gang,
der jo. Pl.j das Abwärtstreiben von Eisschollen
auf fließenden Gewässern: bei Eintreten des Eis
ganges; -gekühlt jAdj.j: eisgekühlte (mit, auf Eis
gekühlte) Getränke; den Kaviar e. servieren; -glatt
/Adj./: die Straßen sind e. (glatt von Eis, sehr glatt);
-g lätte, die : Gefahren auf den Straßen durch Schnee-
und E. (durch Eis hervorgerufene Glätte); -grau/Adj.;
nicht adv.j: er hat einen eisgrauen (vollständig er-
Eisgrenze — ekeln
309
grauten) Bart; eisgraues Haar; -grenze, die fvorw.
Sg.f Beginn der Eisregion im Gebirge; -hacke, die
speziell für das Auf-,
Abhacken von Eis gefertigte
Hacke; -heiligen, die fP l.; volkstümliche Bez. für die
Tage vom 11. bis 15. M ai, an denen mit Frost,
Kälte gerechnet werden m ußf; -hockey, das von
Männern auf Schlittschuhen ausgetragenes M ann
schaftsspiel, bei dem der Pu ck nach bestimmten
Regeln mit einem Schläger am Boden möglichst oft
in das gegnerische Tor zu schlagen ist
Eishockey| -Spieler, der; -Schläger, der
ßlsig /Adj.f 1. sehr kalt: es ist e. (draußen); ein
eisiger Wind weht; eisige (schneidende 1) Kälte;
das Wasser ist e.(eiskalt); O ein eisiger Schrecken
durchfuhr ihn — 2. von Gefühlskälte, scharfer Ab
lehnung, Unnahbarkeit zeugend: ein eisiger Blick
traf ihn; es herrschte eisiges Schweigen; die Be
grüßung war e.; jmdn. e. empfangen
Eis/ejsl -kaffee, der Getränk aus kaltem K affee mit
Speiseeis (und Sahne); -kalt fAdj.f 1. sehr, äußerst
kalt: in eiskaltes Wasser steigen; heute ist es e.
draußen; derWind bläst e .; ein Getränke, (eisgekühlt)
servieren — 2 . völlig kalt (2.1): das rührt ihn über
haupt nicht, der ist e.; ein eiskalter Typ; er ist ein
eiskalter (höchst nüchterner, von keinerlei Emotionen
beeinflußter) Rechner; -f- jmdm. läuft es e. den
/ Rücken her-, hinunter; -kristall, der 2Kristall
aus Eis (1)
EiskunstHäuf« der jo. Pl.f sportliche Disziplin des
Eissports, in der auf Schlittschuhen eine Abfolge bes.
von Sprüngen und bestimmten Figuren sportlich
ästhetisch gestaltet w ird : die Weltmeisterschaften
im E .; dazu -laufer, der u.
- läuferin, die
Eis/eis| -lauf, der fo. PL/ das Laufen auf Schlitt
schuhen; -laufen, lief eis, ist eisgelaufen Eislauf
ausüben; -maschine, die Maschine zur Herstellung
größerer Mengen Speiseeis; -pickel, der von Berg
steigern benutzter Pickel (I) zum Behauen bes. ver
eister Flächen; -regen, der Niederschlag von körni
gen, nadelförmigen Eisstückchen; -region, die Zone
(im Gebirge, Polargebiet), in der der Boden, die
Gewässer ständig vereist sind; -schale, die 1* Eis
becher (1.1) — 2. Behälter zum Herstellen von Eis
würfeln im Kühlschrank; -Schicht, die Schicht von
E is : am Morgen waren die Pfützen mit einer E.
bedeckt; -schnellauf, der fo. Pl.f sportliche Diszi
plin des Eissports, bei der im Eislauf eine bestimm
te Strecke in möglichst kurzer Zeit zurückgelegt
werden m uß; -schölle, die großes flaches Stück meist
treibenden Eises (1); -segeln, das das Fahren auf
zugefrorenen Gewässern mit einem bootsähnlichen
und mit einem Segel ausgerüsteten Gestell mit Kufen
als sportliche Disziplin; -Sport, der Gesamtheit der
auf Eisflächen betriebenen sportlichen Disziplinen;
-Stadion, das Stadion, auch Sporthalle für Wett
bewerbe im Eissport; -tanz, der fo. Pl.f tänzerisch
betonte Art des Eiskunstlaufs, die von Paaren aus
geführt wird; -torte, die Torte mit, aus Speiseeis,
Halbgefrorenem; -vogel, der bes. in den Tropen und
Subtropen in zahlreichen Arten vorkommender
farbenprächtiger Vogel mit gedrungenem Körper und
langem, kräftigem Schnabel; -waffel, die als Beilage
zu Speiseeis hergestellte W affel; -würfel, der künst
lich in Würfelform hergestelltes Eis (1), das bes. als
kühlende Einlage in Getränke gegeben wird; -zapfen,
der aus herabgeronnenem und sofort gefrorenem
Wasser entstandenes hängendes, zapfenförmiges Ge
bilde: an den Dächern hingen E .;
-zeit, die Zeit
raum der Erdgeschichte, in dem infolge von Tem
peraturrückgang weite, sonst eisfreie Gebiete mit
Gletschern und Eis bedeckt wurden
eitel/Adj.f 1.1. darauf bedacht, wegen seines Äuße
ren beachtet, bewundert zu werden: er ist ein eitler
Geck; das Mädchen könnte ruhig ein bißchen eitler
sein 1.2 . darauf bedacht, seiner (vermeintlichen)
Verdienste, seines (vermeintlichen) Könnens wegen
beachtet, bewundert zu werden: sein eitles Benehmen;
eitle Ansprüche — 2 . ve raltend sein eitles (leeres,
nichtssagendes) Geschwätz
+ es herrschte e. / Freud und Sonnenschein
Eitelkeit, die; -en fvorw. S g .; zu eitel 1/: jmds. E .,
jmdn. in seiner E. verletzen
Eiter, der; -s, fo. Pl.f bei bakteriellen Entzündungen
aus Serum, Leukozyten, abgestorbenem Gewebe und
Bakterien sich bildende gelbliche Absonderung: in
der Wunde hat sich E. gebildet; die Wunde son
dert E. ab
Eiter| -beule, die Abszeß; -herd, der als Infektions
herd wirkende Ansammlung von Eiter an einer Stelle
im Gewebe
eiterig s. eitrig
eitern fsw. Vb.; hat/ Eiter absondern: die Wunde,
der Finger eitert
Eiter|pickel, der eitriger Pickel (II)
eitrig fAdj.f: eine eitrige (Eiter enthaltende, ab
sondernde) Wunde, Stelle; er hat eine eitrige (mit
Bildung von Eiter verbundene) Mandelentzündung
Ei|weiß, das; -es, -f -e 1. /beiMengenangabe PI. vorw.
- weiß/ der den Dotter umschließende helle flüssig-
gallertartige Bestandteil des (Hühner)eies: den
Dotter vom E. trennen; drei E. (zu Schnee)
schlagen — 2. fPl.
- e/ Biol. Chem. vorwiegend aus
Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff
bestehende, aus Aminosäuren zusammengesetzte,
hochmolekulare Verbindung
ciweiß| -haltig fA dj.; nicht adv.f: eiweißhaltige
(Eiw eiß 2 enthaltende) Nahrungsmittel; -reich
fAdj.; nicht adv.f: eiweißreiche (Ibesonders eiweiß
haltige) Kost
Ei|zelle, die Biol. Ei (1.1)
1Ekel, der; -s, fo. Pl.f 1. (Übelkeit erregender) hef
tiger physischer Widerwille, Abscheu: einen E. vor
etw. haben; E. vor etw. empfinden; Spinnen,
Mäuse flößen ihm E. ein — 2. Abscheu (1.2): vor
diesem, gegen diesen unangenehmen Menschen
empfinde ich einen förmlichen E.
2Ekel, das; -s, - umg. durch ständige negative Ver
haltensweisen im Umgang unangenehm wirkender
Mensch: wir mögen ihn alle nicht, er ist ein E.;
auch Schimpfw. altes E.!
ekel|erregend fAdj.f xEkel erregend: ein ekelerregen
der Geruch; der Hof bot einen ekelerregenden An
blick
ekelhaft /Adj.f 1.1 . 1Ekel erregend: ein ekelhafter
Geruch, Anblick; ekelhaftes Getier 1*21 Abscheu
(1.2) erregend, widerlich: ein ekelhafter Kerl; wie er
sich verhalten hat, das war e. 1 .8. umg. femot.f das
ist ein ekelhaftes (scheußliches, sehr schlechtes)
Wetter heute — 2. /adv.f umg. fdrückt emotional in
negativem Sinne einen hohen Grad ausf: das tut e.
(sehr) weh; es ist e. kalt
ekelnfsw. Vb.; hat/ sich vor etw., jmdm. e. vor etw.,
jmdm. 1Ekel empfinden: ich ekle mich vor diesem
Essen, vor Spinnen, Betrunkenen; jmdn. ekelt es
310
Ekelpaket - Elektrizität
(vor etw., jmdm .): ihn ekelte es vor diesen schmut
zigen Räumen; etw. ekelt jmdn.: das kann ich
nicht essen, das ekelt mich
Ekel|paket, das landsch. salopp Schimpfw.
2Ekel
EKG, das; -/-s, -s [e:ka:ge:] \Kurzw. für Elektro
kardiogramm/ s. Elektrokardiogramm
Eklat, der; -s, -s [ekla:] plötzlich offenkundig wer
dender, Aufsehen erregender (skandalöser) Vorfall:
es wird einen E. geben, zu einem E. kommen; etw.
endet mit einem E.
eklatant fAdj.f 1.1 . (sehr) augenfällig, offensicht
lich, ins Auge springend: ein eklatanter Wider
spruch; eklatante Versäumnisse; es ist ein ekla
tanter Bruch in diesem Drama 1.2. eklatante (A u f
sehen erregende, als Eklat wirkende) Enthüllungen
Eklektizismus, der; /o. PL/ (unschöpferische) Zu
sammensetzung einer gedanklichen, auch künst
lerischen Konstruktion, eines gedanklichen Systems
aus vereinzelt und zusammenhanglos aus anderen
Systemen herausgelösten Elementen, Formen, Ge
danken, Auffassungen, deren Verbindung äußerlich
bleibt
eklig fAdj.f 1. ekelhaft (1.1): hier stinkt es e. —
2. umg. wie ein 2Ekel im Umgang, Auftreten: er
war heute wieder ziemlich e .; er kann ganz schön
e. werden
Ekliptik, die; fo. PL/ Astron . die scheinbare jähr
liche Bahn der Sonne am Himmel
Ekstase, die; -,
- n Zustand rauschartigen Glücks-
gefühls, rauschartiger Begeisterung: etw. versetzt
jmdn. in E .; in E. geraten; eine religiöse E.; dazu
ekstatisch fA d j.f: sie gerieten in ekstatische Ver
zückung
Ekzem, das; -s, -e juckender Hautausschlag
Elaborat, d as; -(e)s,
-e femot.f schriftliche Aus
arbeitung, meist als minderwertig qualifiziert: hast
du dieses E. auch gelesen?
Elan, der; -s, fo. PL/ [ela:n, auch eld] von Be
geisterung, Engagement getragener Antrieb (2),
Schwung (5): mit E. an etw. herangehen; in jugend
lichem E .; keinen E. (für, zu etw.) aufbringen,
haben
Elast, der; -(e)s, -e fvorw. PL/ Werkstoff von gummi
artiger Elastizität: die Entwicklung neuer Plaste
und Elaste
Elastik, das; -s, -e, auch die; -,
-en besonders ela
stisches Gewebe, Gewirk: ich möchte eine Keilhose,
es soll E. sein
elastisch fAdj.f 1. Elastizität (1) aufweisend: elasti
sches Material; die Platte federt, sie ist e .; ein
elastisches (übernormal dehnbares) Gewebe; eine
elastische Binde — 2.1. Elastizität (2.1) aufweisend:
seine elastischen Bewegungen; sie hat einen elasti
schen Gang; jung und e. sein 2.2 . eine elastische
(flexible 2) Verhandlungsführung; e. auf etw. re
agieren
Elastizität, d ie; -,
fo. Pl.f 1. Eigenschaft eines
Körpers, Materials, Verformungen, die durch von
außen einwirkende Kräfte hervorgerufen werden,
rückgängig zu machen: ein Material von hoher E .;
das Gewebe weist eine große E. auf (ist übernormal
dehnbar) — 2.1. körperliche Spannkraft, Beweglich
keit: die E. seiner Bewegungen 2.2 . mit E. (in
flexibler 2 A rt) geführte Verhandlungen; seine gei
stige E.
Elch, der; -(e)s, -e größter, im Norden Europas,
Asiens und Amerikas lebender Hirsch, dessen
männliches Tier meist ein schaufelartiges Geweih
hat
Eldorado, das; -s, -s femot.f etw., bes. eine Gegend,
eine Einrichtung, die ausgezeichnete Möglichkeiten
bietet, bestimmten Neigungen nachzugehen: dieser
Landstrich ist ein E. der, für Wanderer, Archäo
logen; der Pionierpark ist ein E. für Kinder
Elefant, der; -en, -en in Afrika und Indien größtes
an Land lebendes Säugetier mit einem Rüssel, langen
Stoßzähnen und dicker Haut
-}- umg. sich wie ein E. im Porzellanladen be
nehmen (sich plum p, ungeschickt, tolpatschig, takt
los benehmen); — aus einer / Mücke einen Ele
fanten machen
elegant fAdj.f 1.1. in Form, Ausführung einem an
spruchsvollen, erlesenen Geschmack entsprechend:
ein elegantes Kleid, Kostüm; das neue Auto ist
schnittig und e. 1.2. von gepflegtem Äußeren, bes.
in der A rt von 1.1 gekleidet: ein eleganter Herr —
2.1 . elegante (gewandte, angenehm anzusehende)
Bewegungen; mit einem eleganten Schwung ging
die Turnerin vom Gerät ab 2.2. das ist eine elegante
(geschickt gemachte und gut wirkende) Lösung; das
hat er ganz e. gemacht; dazu Eleganz, die; -, fo. Pl.f
Elegie, die; -,
- n [. .i:on] wehmütige Stimmung aus
drückendes Gedicht
elegisch fAdj.f 1. fvorw. attr.f eine elegische Dich
tung (Dichtung in der A rt einer Elegie) — 2. weh
mütig, schwerm ütig: eine elegische Stimmung,
Klage
elektrifizieren fsw. Vb.; hat/ etw. auf elektrischen
Betrieb ein-, umstellen: eine Eisenbahnstrecke e.;
entlegene Dörfer e.; dazu Elektrifizierung, die; -,
- en fvorw. Sg .f
Elektrik, die; -,
-en 1. fo. Pl.f umg. Elektrotechnik
—
2. Gesamtheit der elektrischen Ausstattung, bes.
eines Autos: irgend etwas an der E. funktioniert
nicht
Elektriker, d e r; -s,
-
Facharbeiter für Elektro
technik, Elektromechanik
elektrisch fA dj.f 1. fvorw. attr.f die Elektrizität (1, 2)
betreffend, auf ihr beruhend: elektrische Energie,
Kraft; eine elektrische (Spannung 2 besitzende)
Leitung; einen elektrischen Schlag bekommen (durch
Berühren eines unter Spannung stehenden Körpers
blitzartig und schmerzhaft von Strom durchflossen
werden); der Zaun ist e. geladen (steht unter Span
nung); Phys. Elektrotechn. eine elektrische (der
Speicherung und Abgabe von Elektrizität 1 dienende)
Batterie; eine elektrische Entladung (allmählicher
od. momentaner Ausgleich der Spannung); ein
elektrischer Generator (Maschine, die mechanische
Arbeit in Elektrizität 2 umwandelt); die elektrische
Ladung (Art der Elektrizität) des Protons ist po
sitiv; die elektrische Spannung (in Volt gem essene
Stärke des elektrischen Stromes); der elektrische
Strom (die energetisch nutzbare Bewegung der Elek
tronen im 1Leiter 2); der elektrische (von einem Lei
ter dem Durchgang der Elektronen entgegengesetz
ter) Widerstand — 2. mit Elektrizität, mit Strom (be
trieb e n ): elektrische Geräte; eine elektrische Hei
zung ; das elektrische (durch Strom bewirkte) Licht;
etw. wird e. betrieben; e. kochen, heizen
Elektrizität, die; -, fo. Pl.f 1. den Elementarteilchen
in zweierlei entgegengesetzter, der positiven und der
negativen Art innewohnende Eigenschaft, die zu
Elektrizitätswerk — Element
311
einer gegenseitigen Anziehung und bei quantitativ
unterschiedlicher Verteilung zu einem Fluß, Strom
der Elektronen führt — 2 . Elektroenergie, Strom (4):
die Erzeugung, der Verbrauch von E.
Elektrizitäts|werk, das Werk fü r die Erzeugung,
Umwandlung, Verteilung von Elektroenergie
Elektro/eIektro| -akustik, die Teilgebiet der P hysik ,
das sich mit der Umwandlung von Schall in elek
trische Spannungsschwankungen und umgekehrt
befaßt; dazu -akustisch /Adj./
Elektrode, die; -n Phys. Elektrotechn. eines
der beiden Enden eines Stromkreises, zwischen denen
Strom durch ein {anderes) Medium fließt: die posi
tive E. (Anode); die negative E. (Kathode)
Elektro/elektro|-dynamik, die Teilgebiet der P h y
sik, das sich mit den Erscheinungen befaßt, die
mit elektrischen Strömen und veränderlichen elek
trischen und magnetischen Feldern verbunden sind;
dazu -dynamisch /Adj./; -energie, die /o. PI j aus
der Nutzung der Eigenschaft der Elektrizität (1)
gewonnene Energie, Elektrizität (2), Strom (4): der
ständig steigende Bedarf an E .; der Verbrauch,
die Einsparung von E.;
-gerät, das mit Strom be
triebenes Haushaltsgerät: ein Fachgeschäft für
Elektrogeräte; -geschält, das Verk aufsstelle fü r
Elektrowaren; -herd,der mit Strom betriebener Herd;
-industrie, die Industriezweig, der die mit der Her
stellung von Maschinen und Geräten der Elektro
technik befaßten Betriebe um faßt; -ingenieur, der
Ingenieur für Elektrotechnik; -installateur, der
Installateur für elektrische Anlagen; -kardio-
gramin, das; -s, - e f / auch EKG/ Med. diagnosti
schen Zwecken dienende graphische Darstellung der
bei der Herztätigkeit entstehenden elektrischen E r
scheinungen; -karren, der kleines elektrisch be
triebenes Fahrzeug mit niedriger Plattform zur
Beförderung von Lasten über kurze Strecken; -lok,
die durch Elektrizität angetriebene Lokomotive
Elektrolyse, die ; - ,
- n [..ly:..] Phys. Chem. Zer
setzung von Elektrolyten durch den elektrischen
Strom
Elektrolyt, der; -s/-en, -e [..ly :t] Phys. Chem.
Stoff, der in wäßriger Lösung od. im geschmolzenen
Zustand in seine Ionen aufgespalten wird und durch
den Transport der Ionen den elektrischen Strom
leitet
elektrolytisch fAdj.l [.. ly :t ..] 1.1, die Elektrolyse
betreffend 1.2, den Elektrolyten betreffend
Elektro/elektro| -magnet, der Spule (2) m it ein em
Eisenkern, durch die Strom geschickt wird, so daß
ein Magnetfeld entsteht; -magnetisch /Adj.; zu
- magnetismus/: elektromagnetische Induktion;
-magnetismus, der durch elektrischen Strom erzeug
ter Magnetismus (und die darauf beruhenden Er
scheinungen); -mechanik, die fo. PI ./ Teilgebiet der
Elektrotechnik, das sich mit der Umsetzung elek
trischer Vorgänge in mechanische und umgekehrt
befaßt; -mechaniker, der Facharbeiter fü r den Bau
feinmechanischer elektrischer Geräte; -mechanisch
IAdj.; zu -mechanik/; :monteur, der Facharbeiter,
Installateur für elektrische Anlagen; ^rnotor, der
Motor für die Umwandlung elektrischer in mecha
nische Energie
Elektron, Elektron, das; -s, Elektronen [..on]
Phys. negativ geladenes leichtes Elementarteilchen
Elektronen| -blitz, der F otogr. umg. Elektronen
blitzgerät; -blitzgerät, das F otog r. Gerät, mit dem
in einer Elektronenröhre eine kurzzeitige, sehr helle
Entladung ausgelöst werden kann; -mikroskop, das
durch Elektronenstrahlen sehr starke Vergrößerung
erzielendes M ikroskop; -rechner, der elektronische
Rechenmaschine, elektronischer Rechenautomat; -röh
re, die Röhre (4); -strahl, der fvorw. Pl.j Strahl
schnell bewegter Elektronen
Elektronik, die; -, /o. PI./ Teilgebiet der Elektro
technik, das sich mit den Eigenschaften der Elektro
nen und deren Nutzung befaßt
elektronisch /Adj.; vorw. attr.\ auf der Basis von
Bauelementen, wie sie in der Elektronik verwendet
werden, funktionierend: ein elektronischer Rechen
automat; eine elektronische Datenverarbeitungs
anlage; etw. wird e. gesteuert; elektronische
Datenverarbeitung f/ f auch E D V /; elektronische
Musik (Musik, die mit Hilfe von elektrischen
Schwingungen, die aus Lautsprechern übertragen
werden, erzeugt wird)
Elektro/elektrol -schock, der Med. als Therapie
angewandter künstlicher Schock, der durch starken,
kurzzeitig fließenden Strom erzeugt wird; -schweißen,
das; -s, jo. Pl.j Schweißverfahren, bei dem die für
das Schmelzen nötige Wärme durch direkten Durch
gang von Strom erzeugt wird; -Statik, die 1* Teilgebiet
der Physik, das sich mit Erscheinungen von ruhenden
elektrischen Ladungen befaßt — 2. Neigung von Stof
fen, sich mit ruhender Elektrizität aufzuladen; dazu
-statisch lA d j.j; zu 2: ein e. aufgeladenes Gewebe;
-technik, die jo. Pl.j Teilgebiet der Technik, das
sich mit der technischen Anwendung der Erkennt
nisse über Elektrizität befaßt; -techniker, der Fach
arbeiter, Techniker od. Ingenieur für Elektrotechnik;
-technisch /A dj.; zu -technik/; -waren, die /Pl.j:
ein Fachgeschäft für E. (für Elektrogeräte, Teile,
Zubehör für elektrische Anlagen)
Element, das; -(e)s, -e 1. chemischer Stoff, dessen
Atome alle die gleiche Anzahl Protonen aufweisen
und der mit chemischen Mitteln nicht weiter zerleg
bar ist: ein chemisches E .; feste, flüssige, gasför
mige Elemente — 2* (grundlegender, wesentlicher)
einzelner Bestandteil: das sind die (wesentlichen)
Elemente dieser Theorie; der Spitzbogen als E.
der Gotik; Lebhaftigkeit ist ein hervorstechendes
E. ihres W esens; die bunten Vorhänge wirken als
belebendesE. indem Zimmer — 3.Techn. Elek
trotechn. Bauw. Bauelement: die zwei Elemente
zusammenfügen, verbinden; etw. aus (seinen) Ele
menten zusammensetzen; die tragenden Elemente
dieser Konstruktion — 4. Elektrotechn. als
Stromquelle dienendes Gerät, in dem chemische in
elektrische Energie umgesetzt wird : galvanische
Elemente — 5. Wissensch. Teil eines Systems,
der im Rahmen der Beziehungen dieses Systems
nicht weiter zerlegbar ist: Objekte als Elemente
einer Klasse von Objekten — 6. fvorw. Pl.j als
(sozial, moralisch) fragwürdig klassifizierte Perso n :
asoziale, kriminelle, subversive Elemente —
7*1. /nur im P l .j die entfesselten Elemente, das
Toben der Elemente (heftiger Ausbruch von Natur-,
Witterungserscheinungen) 7.2. oft scherzh. das
nasse E. (das Wasser in der Form eines Gewässers,
in dem sich der Mensch bewegt)
+ jmd. ist in seinem E. jmd. ist bei einer Tätigkeit,
in einer Umgebung, in der er sich wohlfühlt und sich
voll entfalten kann: wenn er basteln kann, ist er in
seinem E.
312
elementar — elterlich
elementar /Adj./ 1. jvorw. attr.j grundlegend (1):
das sind elementare R echte; elementare Forderun
gen, Bedürfnisse erfüllen; ein elementares Prinzip;
elementare Kenntnisse (Kenntnisse der Grundlagen,
Anfangsgründe eines Wissensgebietes) besitzen; ihm
fehlen die elementarsten Begriffe, Voraussetzun
gen — 2. heftig wie eine Naturgewalt: etw. bricht
mit elementarer Gewalt aus; ein elementarer Zor
nesausbruch
Elementar|-kenntnis, die jvorw. Pl.j Kenntnis der
Grundlagen, Anfangsgründe eines Wissensgebietes:
das Lehrbuch vermittelt Elementarkenntnisse des
Russischen, der organischen Chemie; -teilchen, das
einfachstes, mit heute zur Verfügung stehenden Mitteln
nicht weiter zerlegbares Strukturelement der Materie,
Baustein des Atoms
Elen, das, auch der; -s, - Elch
elend /Adj.j 1. von Elend gekennzeichnet: sein elen
des Dasein; kärglich und e. mußte er sein Leben
fristen; er, das Tier ist e. (unter schrecklichen Um
ständen, jämmerlich) zugrunde gegangen — 2.1 .
ärmlich, verwahrlost wirkend: er lebte in einer
elenden Behausung 2.2 . jem o t.j er ist ein elender
(moralisch minderwertiger, gemeiner) Kerl, Lüg
ner 2.3. jemot./ ein elendes (schlechtes, m inder
wertiges) Machwerk — 3. jvorw. adv./ er sieht e.
(krank, leidend) aus; er fühlt sich e .; mir ist e.
(übel 2) — 4. salopp /drückt emotional einen hohen
Grad aus/: ich habe einen elenden (sehr großen)
Hunger; heute ist es e. (sehr) heiß draußen
Elend, das; -(e)s, jo. Pl.j durch unglückliche, leid
volle, bedrückende Umstände herbeigeführte schwere
materielle und psychische Not(lage): jmdn. ins E.
stürzen; es herrschten N ot und E .; das E. des
Proletariats im 19. Jahrhundert
+ salopp das heulende E. kriegen (trübsinnig
werden, in trostlose Stimmung, Verzweiflung ver
fallen ); — wie ein / Häufchen E. dasitzen
Elevator, der; -s, Elevatoren [..v . .J technisches
Gerät, mit dem bes. Getreide, Sand, Schotter auf
wärts befördert wird
Eleve, der; -n, -n [ ..ve] Lehrling, Fachschüler in be
stimmten Berufen, bes. an Schauspielschulen, im
Forstwesen
elf jKard.zahl 11/: ein Mädchen von e. Jahren; es
ist e. Uhr; /* auch drei
Elf, die; -,
- en jvorw. Sg .j die aus elf Spielern be
stehende Fußballmannschaft: der SC Dynamo tritt
heute gegen die E. aus N an
Elf/elf|; / au ch Drei/drei|
Elfe, die; -,
-n zarte Anmut verkörpernde weibliche
Märchengestalt
Elfen/elfen| -bein, das jo. P l.j die als wertvolles
Material geltende Substanz der Stoßzähne des Ele
fa n te n : kunstvoll geschnitzte Figuren, Schmuck
aus E.;
- beinern /Adj.; nur attr./ aus Elfenbein her
gestellt: ein elfenbeinerner Griff; -beinturm, der /in
der Verbindung/ im E. sitzen /charakterisiert das
Verhalten vorw. eines bürgerl. Künstlers, Wissen
schaftlers, der sich individualistisch von der politisch
gesellschaftlichen P raxis absondert und ihren A n
forderungen ausweichtj
Elf Fußball |-meter, der bei schweren Verstößen
im Strafraum vom Schiedsrichter festgelegter Schuß
des Balls von einem elf Meter von der Mitte der
Torlinie entfernt im Spielfeld liegenden Punkt direkt
auf das Tor: der Schiedsrichter gab (einen) E.;
den E. schoß, trat N ; -meterschießen, das; -s, /o.
Pl.j fortgesetztes wechselseitiges Schießen von Elf
metern als Entscheidung eines trotz Verlängerung
unentschieden gebliebenen Fußballspiels
elfte jörd.zahl zu elf/; / auch dritte
elftel vgl. drittel"
Elftel, das; -s, - vgl. Drittel
elftens / A d v .j vgl. drittens
eliminieren /sw. Vb.; hat/ etw. aus einem Komplex,
jmdn. aus einer Gruppe (als nicht in diesen Rahmen
gehörig) herauslösen, aussondern: eine Frage (aus
einem Fragenkomplex) e.,
um sie gesondert zu
behandeln; die schwächeren Sportler aus der
Mannschaft e.; Fehler e. (ausmerzen)
elitär / A d j.j : jmd. hat ein elitäres Bewußtsein (ist
der Meinung, einer privilegierten Gruppe anzu
gehören und darum eine bevorzugte, zur Herrschaft
über andere berechtigendeStellung einzunehmen); eli
täres Denken
Elite, die; -,
- n jvorw. Sg .j (als hervorragend) aus
gewählte Personen, die Besten einer Personen
gruppe: zu den Wettkämpfen wird die E. unserer
Sportler fahren
Elixier, das; -s, -e geh. kräftig belebender Trank (mit
heilender Wirkung): dieser Saft ist ein wahres E.;
ein E. brauen
Ell| -bogen, der E llen bogen ;-bogenfreiheit, die jo.
Pl.j Ellenbogenfreiheit
Elle, die; -,
-n 1. auf der Seite des kleinen Fingers
liegender Knochen des Unterarms — 2.1. /altes
Längenmaß etwa von der Länge des Unterarme*j
2.2. Meßstab für 2.1
Ellen/ellen| -bogen, der der bei gebeugtem A rm am
weitesten vorspringende Fortsatz der Elle (1) am
Gelenk zwischen Ober- und Unterarm: sich an den
E. stoßen; die E. aufstützen; O seine E. gebrau
chen (sich rücksichtslos durchsetzen); -bogenfreiheit,
die /o. Pl.j Spielraum, um die Arme frei bewegen zu
können: wir saßen so dicht bei Tisch, daß wir kein
bißchen E. hatten; O sich E. verschaffen (sich
rücksichtslos, andere beiseite drängend, durch
setzen); -lang jAdj.j umg. jemot.j übermäßig
Hang: ein ellenlanger K erl; ein ellenlanger Brief
Ellipse, die; -,
-n geschlossene ebene Kurve, der geo
metrische Ort aller Punkte einer Ebene, für die die
Summe der Abstände von zwei festen Punkten kon
stant ist; dazu elliptisch jAdj.j in der Form einer
E llipse : einen Satelliten auf eine elliptische Bahn
bringen
Eloge, die; -,
- n geh. [eIo:3a] Lobrede: der Redner
erging sich in langen Elogen über den Jubilar
E-Lok, die umg. [e:..] elektrisch angetriebene Loko
motive
eloquent /Adj.j geh. redegewandt, beredt: er ist e.,
ein eloquenter Mensch
Eloquenz, die; -, /o. Pl.j geh. Beredsamkeit: er ver
fügt über eine erstaunliche E.
Eloxal, das; -s, /o. Pl.j Schutzschicht aus A lu
miniumoxid auf Aluminium(legierungen); da,zu
eloxieren jsw. Vb.; hat/ etw. mit Eloxal versehen
Elster, die; -,
-n schwarzweißer Rabenvögel mit
langem Schwanz
elterlich /Adj.; nur attr.j 1.1. die Eltern betreffend.
von den Eltern ausgehend, den Eltern zukommend:
die elterlichen Pflichten; die elterliche Erziehung;
das taten sie in elterlicher Liebe, Sorge 1.2. jmds.
Eltern gehörend: die elterliche Wohnung; mit im
Eltern — Empfang
313
elterlichen Haushalt (im Haushalt der Eltern) leben
Eltern, die /PL/ die Mutter und der Vater gemein
samer Kinder: meine, seine E.; sie waren dem
Kind gute, liebende E .; er lebt, wohnt (noch) bei
seinen E., hat keine E. mehr; etw. von seinen E.
bekommen; für seine E. sorgen
+ umg. etw. ist nicht von schlechten E. (etw. ist
von guter, ordentlicher Beschaffenheit, ist gar nicht
schlecht, hat es in sich)
Eltern/eltern| -abend, der abendlicheElternverSamm
lung der Eltern der Schüler einer Klasse, Schule;
- aktiv, das lim soz. Schulwesen! gewählte Vertretung
von Eltern der Schüler einer Klasse mit der Aufgabe,
bei der Bildung und Erziehung der Schüler mit
zuwirken; -beirat, der 1.1. jim soz. Schulwesen/ ge
wählte Vertretung von Eltern der Schüler einer Schule
mit der Aufgabe, in Zusammenarbeit mit der Schule
bei der Bildung und Erziehung der Schüler mit
zuwirken 1.2. /in der BRD/ in der Funktion von 1.1
ähnliche Gruppe von Eltern der Schüler einer Schule;
- besuch, der Besuch des Pädagogen bei den Eltern
eines Schülers zum Zwecke der Aussprache über die
Entwicklung des Schülers; -haus, das 1. die Fam ilie,
bes. repräsentiert durch die Eltern, als verantwort
liche Erzieher des heranwachsenden Kindes: die
Erziehung im E .; das Zusammenwirken von E.
und Schule bei der Bildung und Erziehung der
Kinder; das E. (die Lebensgemeinschaft mit den
Eltern) verlassen — 2. Haus, in dem man bei den
Eltern aufgewachsen ist: das ist mein E.; -los /Adj./:
ein elternloses Kind (Kind , dessen Eltern nicht
mehr leben)
Elternschaft, die; -, \o. PL/ eine Gesamtheit von
Eltern: die E. (der Schule) zu einer Zusammen
kunft einladen
Eltern| -teil, der fachspr. einer der Eltern: es
braucht nur ein E. zu unterschreiben; -Versamm
lung, die dem Zusammenwirken von Elternhaus und
Schule dienende, von der Schule veranstaltete Zu
sammenkunft der Eltern der Schüler einer Schule od.
Klasse mit Vertretern der Schule; -Vertretung, die
gewähltes beratendes Organ (4), das aus Eltern der
Schüler, Kinder einer (vor)schulischen Einrichtung
besteht und sie 1vertritt (2.1): die Aufgaben der
Elternvertretungen
ErnaU, das; -s, /o. PI./, fachspr.
-s [emai, ema:j]
Emaille
Emaille, die; /o. PI./, fachspr.
- n [emaljo] in
verschiedenerlei Technik als (künstlerischer) Schmuck,
als Schutz gegen Korrosion auf metallische Ober
flächen geschmolzener glänzender, sehr harter, ein -
od. mehrfarbiger Überzug aus anorganischen O xid
gemischen
Emaille| -eimer, der; -lack, der sehr glänzender, sehr
haltbarer Lack; -schmuck, der; -topf, der
emaillieren jsw. Vb.; hat/ [ema(l)ji:..] etw. mit
Emaille überziehen: emailliertes Geschirr
Emanzipation, d ie; -,
-en /vorw. Sg./ die Befreiung
aus gesellschaftlicher, rechtlicher, moralischer A b
hängigkeit, Zurücksetzung und die Entwicklung hin
zur Gleichstellung: die E. der Frau; um (seine),
für die E. kämpfen; dazu emanzipieren, sich /sw.
V b.; hat/: eine emanzipierte Frau
Embargo, das; -s, -s W irtsch. Verbot eines Staates,
Waren in ein bestimmtes Land, in bestimmte Län
der auszuführen od. von dort einzuführen: ein E.
(über ein Land) verhängen
Emblem, das; -s, -e [emble:m, able:m] Sinnbild als
Wahrzeichen, bes. als Hoheitszeichen: die Embleme
der teilnehmenden Staaten
Embolie, die; -n [..iion] Med. Verstopfung eines
Blutgefäßes
Embryo, der, auch das; -s, -s/Embryonen [. .bryo,
. . brio] der sich aus der befruchteten Eizelle ent
wickelnde Organismus, solange er sich in der Hülle,
Schale od. im mütterlichen Körper befindet, beim
Menschen die Leibesfrucht (von der vierten Woche
bis zum Ende des zweiten Monats der Schwanger
schaft) ; dazu embryonal /Adj./
emeritieren /sw. Vb.; hat/ einen ordentlichen Pro
fessor in den Ruhestand versetzen: fvorw. im Part.
Prät.j ein emeritierter Professor /Abk. Prof, em./;
dazu Emeritierung, die; -en
Emigrant, der; -en, -en jmd., der in die Emigration
geht, der in der Emigration lebt
Emigration, die; -,
- en 1. /o. Pl.j die Fremde, die
Situation, in der jmd. lebt, der sich gezwungen sah,
sein Land bes. aus politischen Gründen zu verlassen:
in die E. gehen; in der E. leben; er war während
der faschistischen Herrschaft in der E. in der
Sowjetunion; dieses Werk ist in der E. entstanden
—
2. das Emigrieren : die Verhältnisse zwangen ihn
zur E.
emigrieren /sw. Vb.; ist/ sein Land bes. aus poli
tischen Gründen, meist gezwungenermaßen, ver
lassen: sie mußten 1933 (aus Deutschland) e.;
er emigrierte nach Frankreich
eminent /Adj.; vorw. attr. und adv./ in hervor
ragendem Maße, außerordentlich (bedeutsam, ge
wichtig), äußerst (2): die Sache ist von eminenter
Wichtigkeit, Bedeutung; das ist e. wichtig; er ist
e. begabt
Eminenz, die; -,
-en 1.Rel.kath. 1.1./o.PL;Titel,
Anrede eines Kardinals/: Eure E. 1.2. Kardinal als
Träger von 1.1: die anwesenden Eminenzen
Emir, auch Emir, der; -s, -e hoher mohammedani
scher Würdenträger, Gebieter; dazu Emirat, das;
-(e)s, -e Herrschaftsgebiet eines Emirs
Emissär, der; -s, -e veraltend Abgesandter mit
einem bestimmten (geheimen) Auftrag: einen E. ent
senden
Emmentaler, der; -s, - vollfetter Schweizer K äse: E.
(Käse) kaufen
e-MolI, das; -, /o. PI./ Mus. /Tonart/
Emotion, die; -,
- en Gefühl (2): jmd. ist stark von
Emotionen bestimmt; hier ist E. im Spiel; In
tellekt und E. ansprechen; (in jmdm.) Emotionen
wecken; dazu emotional /Adj./: e. reagieren u.
emotionell /Adj./
Empfang, der; -(e)s, Empfänge 1. /o. P L ; zu
empfangen 1 u. 2/ das Empfangen; zu 1.1: denE.
eines Briefes, einer Zahlung bestätigen; etw. in E.
nehmen (etw. entgegennehmen); zu 2.2: ich ging zu
ihm hin, aber der E. war ziemlich frostig (er em p
fing mich ziemlich frostig); jmdm. einen freund
lichen. begeisterten E. bereiten — 2. (offizielle s)
festliches Beisammensein, das Repräsentanten eines
Staates, einer Institution für hohe Gäste ausrichten:
der Minister, Direktor gab einen E. (für die Dele
gation, zu Ehren des hohen Gastes); ein E. in der
bulgarischen Botschaft; zu einem E. gehen —
3. jvorw. Sg./ Funk Fernsehen keinen guten
E. haben (eine Sendung, Sendungen unzureichend
empfangen) — 4. veraltend Rezeption (3)
314
empfangen — emphatisch
empfangen (er empfängt), empfing, hat empfan
gen 1. geh. 1.1. etw. bekommen und entgegennehmen:
einen Brief, ein Telegramm e.; für etw. Lohn,
Dank e. 1 .2. nene, interessante Anregungen, Ein
drücke, Impulse e. (bekommen und in sich, sein
Bewußtsein aufnehmen) — 2.1. jmdn. zu sich kom
men lassen und als Besucher, Gast bei sich begrüßen:
er empfing den Gast in seinem Arbeitszimmer;
Gäste, Besucher (bei sich) e. (willkommen heißen ,
aufnehmen und bewirten); am Vorabend des Feier
tages empfing der Präsident Vertreter des diplo
matischen Korps (gab der Präsident einen Empfang
für Vertreter des diplomatischen Korps) 2.2. einen
Besucher, Gast (in bestimmter Weise) begrüßen:
jmdn. kühl, freundlich e.; die Delegation wurde
auf dem Flugplatz vom Außenminister, mit mili
tärischen Ehren e.
—
8. Funk Fernsehen etw.
(drahtlos) Gesendetes mit einem Empfangsgerät
hören, sehen: sie e. dieses Programm auf Mittelwelle
Empfänger, der; -s, - 1. jmd., der etw. für ihn Be
stimmtes empfängt, bekommt, entgegennimmt: der E.
muß den Erhalt der Sendung quittieren; die Post
dem E. aushändigen; die E. der Spenden; E. von
Lohn, Gehalt — 2. Informationstheorie das
jenige Glied (3.2) bei einer Kommunikation, an das
die von einem Sender ausgeschickte Information ge
richtet ist — 3. Empfangsgerät
empfänglich /Adj./ (besonders) aufnahmebereit für
Eindrücke, Einwirkungen, Einflüsse: sein empfäng
liches Gemüt war erfüllt von dem Erlebten; er
zeigt sich sehr e. für weibliche Schönheit; sie ist e.
für Schmeicheleien (hat es gern, daß man ihr schmei
chelt)
Empfängnis, die; -,
-se \vorw. Sg .f das Schwanger-
w erden: der Zeitpunkt, die Verhütung der E.
Empfängnis!Verhütung, die /o. P l.f du rch bestimmte
Mittel bewirkte Verhinderung einer Empfängnis
Empfangs| -chef, der Angestellter bes. eines (re
präsentativen) Hotels, der ankommende Gäste emp
fängt und weiterleitet; -gerät, das Gerät zum A u f-
fangen und zur Wiedergabe (drahtlos) ausgesandter
Wellen, Strahlen; -halle, die (Vor)raum in einem
Hotel, in dem sich die Rezeption befindet; -Station,
die Anlage zur Aufnahme (drahtlos) ausgesandter
Wellen, Strahlen
empfehlen (er empfiehlt), empfahl, hat empfohlen
1.1. (jmdm.) etw.,
jmdn. e. etw,, jmdn. als gut,
geeignet (für jmdn,, etw.) charakterisieren und dazu
raten, sich dafür, für ihn zu entscheiden: dieses
Mittel kann ich (dir) e .; eine Gaststätte, die man e.
kann; diese Äpfel sind sehr zu e.; der Arzt hat
ihr Spaziergänge empfohlen; er empfahl ihm, sich
vorerst zurückzuhalten; jmdm. ein Buch, Theater
stück e.; der Absolvent ist (uns) von seinem Be
treuer (als für diese Aufgabe besonders geeignet)
empfohlen worden 1.2 . es, etw. empfiehlt sich (nicht)
es, etw, ist (nicht) ratsam: es empfiehlt sich, die
Sache nicht weiter zu bearbeiten; eine so lange
Reise empfiehlt sich für den Kranken noch nicht —
2. geh . sich e. sich verabschieden und Weggehen:
gestatten Sie, daß ich mich jetzt empfehle —
3. veraltend geh. e. Sie mich IhremGatten (grü
ßen Sie Ihren Gatten von mir)
empfehlens|wert /Adj./ 1.1. wert, empfohlen zu
werden: ein empf hlenswertes Produkt, Buch
1.2. \vorw. präd.f ratsam: bei diesem Wetter ist ein
Ausflug nicht (gerade) e.
Empfehlung, die; -,
-en 1.1. etw. empfehlender Rat
schlag: etw. auf E. des Arztes tun; etw. auf jmds. E .
kaufen 1.2. jmdn. lobende, empfehlende Beurteilung:
er kam mit einer E. seines Professors; jmdm. eine
E. geben, schreiben — 2. veraltend geh. (eine)
E. an Ihre Gattin (grüßen Sie bitte Ihre Gattin)
Empfehlungsschreiben, das schriftliche Empfehlung
(1.2)
empfinden, empfand, hat empfunden 1.1. einen
(auf die Sinnesorgane) einwirkenden Reiz wahr
nehm en: Kälte, Hunger, (einen) Schmerz e.; die
ersten warmen Sonnenstrahlen (als) angenehm e.
1.2 . etw. e. gefühlsmäßig von etw. bewegt, erregt
sein: Freude, Trauer, Haß, Enttäuschung (über
etw.) e.; Achtung vor jmdm. e .; (ein Gefühl der)
Zuneigung zu jmdm., für jmdn. e. 1 .3 . etw. als
etw., in bestimmter Weise werten, gefühlsmäßig auf-
fassen : er empfand diese Besuche als lästig (diese
Besuche waren ihm lästig)
Empfmden, das; -s, /o. PI./ 1.1. Auffassung, M ei
nung, die auf vorwiegend gefühlsmäßigen, gedank
lich noch wenig verarbeiteten Eindrücken beruht: er
hatte das E., als stimme etwas nicht (mit ihr);
das ist für mein E. eine U ngerechtigkeit; meinem
E. nach sollten wir es ruhig wagen 1.2 . Fähigkeit,
etw. gefühlsmäßig wahrzunehmen und einschätzen
zu k ö n n en : ein (feines, ausgeprägtes, natürliches)
E. für etw. haben
empfindlich fAdj.j 1. intensiv auf Einwirkungen
von außen reagierend und darum 1.1. jmdm., bes. bei
Berührung, Schmerz verursachend: ein empfindlicher
Nerv, Zahn; die wunde Stelle ist sehr e. 1 .2 . Schmerz
od. andere körperliche Belastungen schnell als schwer
erträglich empfindend od. überhaupt gesundheitlich
anfällig: sie ist sehr e.; der Genesende ist noch zu
e., um bei diesem W etter schon ins Freie gehen zu
können; er ist e. gegen Kälte, Zugluft; die Pflanze
ist sehr e. (geht leicht ein) 1.3 . psychisch leicht ver
letzbar, schnell beleidigt od. gekränkt: er ist gegen
Kritik sehr e.; jmdn. an seiner empfindlichsten
Stelle treffen; sei nicht so e .!
—
* 2. durch äußere
Einflüsse leicht an Gebrauchswert verlierend: der
helle Stoff, Teppich ist sehr e .; empfindliche (leicht
verderbliche) Früchte — 3 . ein äußerst empfind
liches, e. reagierendes (geringste Einwirkungen an
zeigendes) Meßgerät — 4. von großem Ausmaß und
sich, daher unangenehm hart auswirkend: empfind
liche Schäden, Störungen, Verluste; es ist heute e.
(sehr) kalt; das hat ihn e. getroffen; zu 1—3 Emp
findlichkeit, die; -, /o. PI./
empfmdsam /Adj.f sensibel (1.1): sie ist eine emp
findsame N atur; ich lernte ihn als durchaus e.
kennen; dazu Empfindsamkeit, die; -, jo. PL/
Empfindung, die; -,
-en 1.1. das, was empfunden
(1.1) wird; Psych. subjektive Abbildung einzelner
Merkmale objektiver Sachverhalte: Reize, die Emp
findungen auslösen; Schmerz ist eine unangenehme
E. 1.2. das, toas empfunden (1.2) wird: eine schmerz
liche E .; er stand ihm voller zwiespältiger Emp
findungen gegenüber; er war abgestumpft in sei
nen Empfindungen (vermochte nur noch schwach zu
empfinden 1.2) — 2 . fo. PI./ das Empfinden (1.1):
die E. von Wärme, Kälte
Emphase, die; -,
- n jvorw. Sg .j: mit E. (Vehemenz
und Nachdruck II) sprechen; er redet mit zu viel
E .; dazu emphatisch fA d j.f: seine e. vorgebrachten
Worte
1Empire — enden
315
1Empire, das; -s, /o. Pl.j [smpaior] jfrüher ge
brauchte Bez. für das ehemalige britische Kolonial
reichI
2Empire, das; -s, fo. PLf [dpi:r] klassizistischer
Kunststil der Zeit des ersten französischen Kaiser
reiches, der sich bes. in der Mode, der Raumgestaltung
und im Kunstgewerbe ausdrückt
Empirie, die; fo. PL/ W issensch. (wissenschaft
liche) Erfahrung, empirisches Vorgehen als T eil des
Erkenntnis-, Forschungsprozesses
Empiriokritizismus, d e r;
fo. Pl.f Philos. sub
jektiv-idealistische philosophische Strömung vom
Ende des 19. und Anfang des 20. Jhs., die die ob
jektive Realität der materiellen Welt leugnet und alle
Dinge auf Empfindungen und Empfindungskom
plexe zurückführt; dazu empiriokritizistisch fAdj.f
empirisch \Adj.\ W issensch. aus (wissenschaft
licher) Erfahrung, durch Beobachtung und E x
perimente gewonnen, sich darauf stützend, orien
tierend: empirische Kenntnisse; e. gewonnene
Resultate; e. Vorgehen, arbeiten; Empirisches und
Theoretisches als Einheit im Forschungsprozeß
Empirismus, der; -, /o. Pl.f Philos. /Bez. für eine
erkenntnistheoretische Lehre, die die Erkenntnis
auf Resultate aus Beobachtungen, Messungen, ex
perimentellen Erfahrungen reduziert/; dazu cm-
pinstisch fAdj.f
empor /Adv.) geh. /bezeichnet als Aufforderung
eine Bewegung in die Höhe, nach oben/ hinauf: e.
zum Gipfel, zu den Sternen!
empor- geh. fin verbalen Zusammensetzungen; be
zeichnet die Richtung nach oben/ z. B .: emporlodern,
emporsteigen
Empore, die; -,
- n balkonartiger Teil bes. im Innen
raum von Kirchen
empören /sw. Vb. ; hat/ 1.1. etw. empört jmdn. etw.
erregt jmds. (zornige) Auflehnung: sein Auftreten
dort hat alle empört; er fand dieses Vorgehen em
pörend; das sind empörende Zustände 1.2. sich
über etw., jmdn. e. über etw., jmdn. in Zorn geraten,
sich gegen etw., jmdn. auflehnen: er hat sich über
das Benehmen dieses Kerls empört; ich bin em
pört! — 2. sich gegen jmdn., etw. e. sich einer
Sache, jmdm. widersetzen, sich auflehnen, einen
Aufstand machen: das Volk empörte sich gegen die
Unterdrücker
Empor|kömmling, der; -s, -e femot.f jmd., der bes.
durch Opportunismus, Protektion in kurzer Zeit zu
hoher Stellung gelangt ist
Empörung, die; -,
-en 1.fvorw. Sg .; zu empören 1/
Entrüstung: sich voller (Abscheu und) E. von etw.,
jmdm. abwenden; etw. ruft E. hervor — 2. A u f
lehnung, Erhebung, Aufstand
emsig fAdj.f (in der Kleinarbeit) rastlos fleißig,
tätig: sein emsiges Bemühen; er sammelt e. Ma
terial
Emulsion, d ie;
-en 1. Gemenge aus zwei inein
ander nicht löslichen Flüssigkeiten, in dem die eine
Flüssigkeit in feinsten Tröpfchen in der anderen
verteilt ist — 2. F otogr. lichtempfindliche Schicht,
bes. auf Filmen
End| -abrechnung, die am Ende eines (Zeitab
schnittes, zum Abschluß von etw. vorgenommene
(zusammenfassende) Abrechnung; -ausscheid, der
letzter, endgültiger Ausscheid; -dreißiger, der M ann
Ende Dreißig
Ende, das; -s, -n 1. fo. Pl.f 1.1. Stelle, an der etw.
aufhört, letzter Abschnitt von etw., das sich erstreckt:
das Haus am E. der Straße; das ist das E. der
Strecke; am E. des Ganges; er ist den ganzen Weg
vom Anfang bis zum E. gelaufen; der Weg nimmt
(und nimmt) kein E. /drückt aus, daß ein Weg
als lästig lang empfunden wird/; eine Stelle am E.
des Romans 1.2 . Zeitpunkt, zu dem etw. aufhört,
letztes Stadium eines Zeitabschnittes, letzter Teil
eines Ablaufs, Geschehens: am E. der Stunde, des
Jahres; E. Mai; E. der Zwanziger Jahre; er ist E.
Dreißig, E . der Dreißiger; das E. der Ausbildungs
zeit; er kam erst gegen E. der Veranstaltung; die
Vorbereitungen nähern sich jetzt ihrem E., gehen
ihrem E. entgegen; den Kursus von Anfang bis E.
(ganz und gar, vollständig) mitmachen; in dieser
Sache ist noch kein E. abzusehen; etw. ist zu E.
(etw. hat aufgehört); die Sitzung ist schon zu E.; der
Kurs ist im Mai zu E. (wird im M ai abgeschlossen);
etw. geht zu E. (etw. ist in seinem letzten Stadium);
ein schöner Tag, die Arbeit an dem Projekt geht
nun zu E.; der Zucker geht zu E. (es ist nur noch
wenig Zucker da); eine Sache zu E. bringen (zum
Abschluß bringen); etw. nimmt, findet, hat ein E.
(etw. hört a u f); die Sache wird ein böses, kein gutes
E. nehmen (wird nicht gut enden); etw. nimmt kein
E. (etw. zieht sich sehr, allzu lange hin); wenn sie ins
Erzählen kommt, findet sie kein E. (hört sie so bald
nicht wieder a u f); man sollte diesen Machenschaften
ein E. setzen (dafür sorgen, veranlassen, daß sie
aufhören) 1.3. geh. verhüll, sein E. (seinen Tod)
nahen fühlen; er hatte ein leichtes E.; mit jmdm.
geht es zu E. (jmd. liegt im Sterben) — 2.1 . das letzte,
äußerste Stück von etw .: die beiden Enden des
Fadens verknüpfen; das untere E. des Taus fas
sen; ein E. (Zipfel) Wurst; O etw. am richtigen,
falschen E. (richtig, falsch) anpacken 2.2 . ein E.
(ein kleines Stück) Draht, Bindfaden; von dem Garn
muß doch noch einEndchen da sein2.3.jo. PL/umg.
bis dahin ist es noch ein ganzes E. (ein ziemlich
langes Stück Weg) — 3. Jägerspr. Sproß, Zacke
am (Hirsch)geweih, (Reh)gehörn — 4. Seemanns-
spr. (Stück) 2Tau: ein E. auswerfen
+ letzten Endes (schließlich 2); am E. (schließlich
1; norddt. vielleicht 1); am E. sein (erschöpft sein;
nicht weiterwissen, -k önnen);umg. das E. vom Lied
(der negative Ausgang der Sache); am E. der Welt
(weit draußen, sehr abgelegen); — das ist der /* An
fang vom E .; an allen / Ecken sind Enden; mit
seiner / Kunst am E. sein; eine
Schraube
ohne E.; mit seiner / Weisheit am E. sein
Endjeffekt, der jo. P L ; in der Verbindung/ im E.
letzten Endes, letztlich: und was soll im E. dabei
herauskommen?
enden, endete, hat/ist geendet 1. (hat) 1.1. an ein
Ende kommen, aufhören, sich nicht weiter erstrecken:
dort endet der W eg; die Strecke endet in N ; man
trägt kurz über dem Knie endende Röcke 1.2 . an
ein Ende kommen, aufhören, nicht weiter andauern:
die Vorstellung endet gegen 22 Uhr; die Feier
stunde endete mit einer musikalischen Darbietung;
jedesmal endet so eine Unterhaltung mit Streit; das
wird nicht gut e. (wird am Ende kein gutes Ergebnis
zeigen); die Geschichte endet damit, daß ...
—
2. (hat) der Redner endete (beendete seine A u s
führungen) mit einem Appell an die Versammelten;
als der Sänger geendet hatte, erhob sich Beifall —
3. (hat, ist) ve rhüll, er ist durch Selbstmord ge
316
Endergebnis — energiereich
endet {gestorben) —4 .Sprachwiss. dasWort endet
auf ,t‘ {der letzte Buchstabe des Wortes ist ein t); auf
,ung‘ endende Wörter {Wörter mit der Endung-ung)
Endergebnis, das 1.1* nach Zwischenergebnissen er
mitteltes (endgültiges) Ergebnis 1.2 . im E. letztlich,
letzten Endes: das kommt im E. auf das gleiche
heraus
en detail [ddetai, ddeta:j] veraltend Wirtsch.
in der Form des*Einzelhandels: dieses Geschäft
führt Schneiderbedarf e.
end/End| -gültig fAdj./ von abschließender und so
dann anhaltender Gültigkeit: diese Lösung ist (noch
nicht) e .; das ist ein vorläufiger, kein endgültiger
Bescheid; sich e. (für etw.) entscheiden; ist dein
Entschluß e. ?; man weiß noch nichts Endgültiges;
- haltesteile, die Haltestelle einer Linie (7) an einem
Ende einer Strecke
endigen /sw. Vb.; hat/ veraltend enden (1—3)
Endivie, die; -,
-n [..iivie] winterharter Korb
blütler, dessen leicht bitter schmeckende Blätter als
Salat verwendet werden
End Spo rt | -kampf, der letzter, entscheidender
Wettkampf, in dem die Sieger ermittelt werden: sich
für den E. qualifizieren; -lauf, der vgl.
- kampf: N
wird in den E. kommen
endlich fAdj.f I. fadv.f 1.1. /drückt jmds. Erleich
terung darüber aus, daß etw., auf das er lange, un
geduldig gewartet hat, nun eintritt od. etw., das ihm
zu lange gedauert hat, nun zu Ende ist/: e. kommt er;
nun hat das e. ein Ende; bist du nun e. fertig?;
e. habe ich die Stelle gefunden 1.2 . nach langem
Warten, langer Zeit, schließlich: e. mußte er doch
nachgeben; (schließlich und) e. erwies sich, er
kannten wir, daß . ..
—
11.1.1. Philos. innerhalb
bestimmter räumlicher, zeitlicher, qualitativer, quan
titativer Grenzen existierend: der endliche Charak
ter einzelner Dinge, Erscheinungsformen; die Ein
heit von Endlichem und Unendlichem 1.2 . /nur
attr.f Math, eine endliche (begrenzte) Menge; zu
II. 1.1 Endlichkeit, die; -, \o. P l.f
end/End| -los /Adj.f 1. sich sehr in die Länge zie
hend, sehr weit ausdehnend, ohne absehbares Ende:
der W eg zog sich e. (weit) hin; der Tag erschien ihm
e.; e. sich dehnende Wälder; ihr endloses Gerede —
2. endlose (ringförmig gefertigte, daher keine Enden
aufweisende) Bänder; zu 1 -losigkeit, die; -, fo.
PL/; -moräne, die Geol. an der am weitesten vor
stoßenden Stelle eines Gletschers gebildete Ablagerung
(2); -nummer, die die letzte Ziffer(ngruppe) einer
vielstelligen ganzen Zahl in der Funktion einer
Nummer: Prämien entfallen auf die Lose mit den
Endnummern ...
1
endogen /Adj.f Med. durch jmds. Konstitution,
nicht durch Umwelteinflüsse bedingt: endogene
Psychosen
End/endj -phase, die letzte, abschließende Phase von
etw.;
- produkt, das aus einem in mehreren Stufen,
Etappen verlaufenden Erarbeitungsprozeß hervor
gehendes Produkt, das den Betrieb über den Absatz
verläßt; -punkt, der /PI.
- e/ 1.1 . die beiden End
punkte (äußersten Punkte) einer Strecke 1.2 . Stelle,
an der etw. endet: das ist der E. unserer Reise;
- reim, der Verslehre Reim am Ende von Versen;
- resultat, das Endergebnis; -runde, die Sport vgl.
Endkampf: Polen wird in die E. der Weltmeister
schaften einziehen; -Silbe, die letzte Silbe ein es
Wortes; -spiel, das Sport vgl. Endkampf: das E.
werden Finnland und Italien bestreiten; -spurt,
der Spurt am Ende eines Lauf-,
Ruderwett
bewerbs, Radrennens: jmdn. im E. überrunden;
- Stadium, das vgl.
-p hase; -stand,der Sport Stand
(1.4.1) am Ende eines Spieles; -ständig /Adj.f Bot.
fvon Blättern, Blütenf: endständige (an der Spitze
des Zweiges sitzende) Blätter; -Station, die letzte
Station, bis zu der ein öffentliches Verkehrsmittel
auf einer Strecke fährt: bis (zur) E. fahren; alles
aussteigen, E .!; -stelle, die Endhaltestelle; -summe,
die vgl. Endergebnis (1.1)
Endung, die;
- en Sprachwiss. der Flexion od.
Ableitung dienender Teil am Ende eines Wortes:
Wörter mit den Endungen ,-heit‘, ,-keit‘
End| -Verbraucher, der Wirtsch. Konsument;
-zahl, die Endnummer; -ziel, das 1. das E. (letzte
Ziel 1.1) unserer Reise ist N — 2. letztlich ange
strebter Z w e ck (1.1): das E. unserer Bemühungen
soll sein, daß ...;
-Ziffer, die letzte Ziffer einer mehr
stelligen Zahl; -zweck, der vgl.
- ziel (2)
Energetik, d ie ; -,
/o. Pl.j Wissenschaft von der
Bereitstellung, Verteilung und Verwendung nutz
barer Energie (2)
energetischfAdj.;vorw . attr.f die Energetik, Energie
(2) betreffend: energetische Gesetze (Gesetze der Ener
getik); energetische UimVandlungsprozesse (U m
wandlungsprozesse von Energie); die Entwicklung
der Atomforschung füi energetische Zwecke (für
Zwecke der Energiegewinnung); energetische Sy
steme (Systeme, Anlagen zur Erzeugung, Verteilung
von Energie)
Energie, die; -,
- n [..i:on] l./vorw. Sg ./von Willens
kraft, Entschiedenheit (und Ausdauer) bestimmte
Tatkraft: ein Mensch voller E.; E. aufbringen; etw.
mit großer E. betreiben; seine ganze E. aufbieten,
um ...
—
2. die einem Körper od. System inne
wohnende Kraft (2), die Veränderungen bewirken
kann, zur Leistung von Arbeit genutzt werden kann:
mechanische, elektrische, thermische, chemische E .;
die bei der Atomspaltung freiwerdende E .; die E.
der Bewegung, eines Atoms, der Wärme, eines
Pendels; das Gesetz von der Erhaltung der fi.;
die Einsparung von E. (Elektroenergie)
Energie/energie| -arbeiter, der fD D R f A rb eite r,
Angestellter in einem Energiebetrieb; -bedarf, der
Bedarf an (Elektro)energie in größerem Rahmen:
das ständige Ansteigen des Energiebedarfs; -be
trieb, der Betrieb für die Erzeugung, Verteilung von
(Elektroenergie; -einsparung, die das Einsparen
von Energie (2); -erzeugung, die Erzeugung von
Energie, bes. Erzeugung von Stro?n und Gas für den
volkswirtschaftlichen Verbrauch; -geladen /Adj.f
voller Energie (1): er kam an, erholt und e.;
-ge-
winnung, die Gewinnung, Erzeugung von Energie:
neue Quellen der, zur E. erschließen; -krise, die
fvorw. BR Df kritische Lage in der Energieversorgung
Iangewandt bes. auf die Komplikationen in der Ver
teilung von Energie im Zusammenhang mit der all
gemeinen Krise des Kap./; -läge, die Lage, Situation
in der Energieversorgung: die E. war angespannt;
-los IAdj.f keine, wenig Energie (1)aufbringend: er
hat keinen Mut mehr und ist völlig e.; -menge, die
Phys. Menge von Energie: die bei der Atomspal
tung freiwerdenden Energiemengen; -quelle, die
Quelle für die Energiegewinnung: neue Energie
quellen erschließen; Wasserkraft als E .;
-reich
fAdj.; nicht adv./ mit großer Menge von Energie (2):
Energieträger — Enkeltochter
317
P h ys. energiereiehe Teilchen, Strahlen; -träger,
der fach sp r. Stoff, dessen Energie (wirtschaftlich)
nutzbar gemacht wird: die E. Kohle, Erdöl; -ver
brauch, der Verbrauch von E nergie: ein ständig
steigender E.; -Verbundsystem, das Verbundsystem
für die Versorgung mit (Elektroenergie;-Versorgung,
die Versorgung, Belieferung der Verbraucher mit
Energie: die E. sichern; es drohte ein Zusammen
bruch der E.; -Wirtschaft, die fo, PLf die Erzeugung
und Verteilung von Energie betreffender Teil der
Volkswirtschaft; dazu -wirtschaftlich /Adj.f
energisch fAdj.f 1.1. Energie (1) aufweisend, voller
En e rgie (1): er ist ein energischer Arbeiter; etw. e.
anpacken 1.2 . mit Nachdruck, entschieden: e.
(gegen etw.) Einspruch erheben, protestiere!!; e.
durchgreifen; e. gegen etw. Vorgehen
enervieren fsw. Vb.; hat/ [..v..] geh. jmdn. ent
n erve n : dieses enervierende Gezeter; die endlosen
Streitigkeiten enervierten sie
en famille [dfami:j] veraltend: wir sind heute
ganz e. (im engen Familienkreis zusammen)
Enfant terrfble, das; Enfant(s) terrible, Enfants
terribles [Nom. u . PI . äfäteriibol] geh. jmd., der
seine Umgebung durch Verstöße gegen gesellschaft
liche Konventionen, gegen die Etikette zu schockieren
pflegt: sie war das E. in der Familie
eng fAdj.f 1.1 . von geringer räumlicher od. flächiger
Ausdehnung bes. nach rechts und links, von wenig
stens zwei Seiten in geringer Entfernung räumlich
begren zt: ein enger Gang; enge Straßen, Gassen;
in dem engen, schmalen Tal; die Wohnung ist sehr
e. (gebaut); die Schlinge enger (zu einem geringeren
Umfang hin) ziehen 1.2. wenig Zwischenraum
lassend: e. beieinander stehen; sie saßen e. um
schlungen; wir saßen sehr e. (dicht gedrängt); er
schreibt sehr e.; in dem Zimmer ist es e. (die Möbel,
Gegenstände in dem Zimmer lassen wenig freien
Baum) 1.3. fvon Kleidungsstücken! am Körper
knapp, straff anliegend: diese Größe, der Schuh ist
etwas (zu) e.; eine enge Hose; das Kleid ist mir zu
e. geworden (hat nicht mehr die für mich erforder
liche W eite); den Rock enger machen; man trägt
wieder enge (gerade geschnittene) Röcke — 2. jmd.
hat einen engen (beschränkten ) Gesichtskreis;
in engen Grenzen denken; etw. e. (nicht groß
zügig) auslegen — 3.1. jvorw. im Komp. u . Superl.;
nur attr.f in die engere Wahl kommen (nach bereits
erfolgter erster Auswahl auch weiterhin in Frage kom
m en); etw. im engsten, engeren Kreise (mit nur we
nigen,den dafür wichtigsten Menschen) beraten; im
engen, engsten Familienkreis (nur mit den nächsten
Verwandten) Zusammenkommen; im engeren (w eni
ger umfassenden) Sinne (des Wortes); das ist meine
engere (die nähere Umgebung meiner) Heimat
3.2 . von Vertrautheit (und häufigem Umgang)
gekennzeichnet: mit jmdm. e. befreundet sein, in
engerem Kontakt stehen; enge Beziehungen zu
jmdm. haben; die Verbindung ist (mit der Zeit)
immer enger geworden
-}- den / Gürtel, / Riemen enger schnallen
Engagement, das; -s, -s [dr)ga39mar), auch dga^omd]
1. /zu engagieren 1/: das Sichengagieren: jmds.
persönliches, politisches E .; sein E. für die Unter
drückten — 2. vertragliche Anstellung eines Künst
lers: sie hat jetzt ein E. am Stadttheater, ist zur
Zeit ohne E.
engagieren fsw. Vb.; hat/ [agga^:.., auch ag^\:..]
1. sich e. sich einer Sache, auch jmdm. verbunden,
verpflichtet fühlen und sich dazu, zu ihm bekennen
und dafür, für ihn einsetzen: er hat sich in dieser
Sache stark engagiert; sich für die Rechte der
Minderheiten e.; an etw. engagiert teilnehmen,
mitwirken; fvono. im bürgerl. Sprachgebrauch) ein
engagierter (politisch-ideologisch Stellung nehmen
der) Schriftsteller; engagierte Jugendliche — 2.
einen Künstler unter Vertrag nehmen, anstellen: er
wurde beim Fernsehen engagiert
eng|anliegendfAdj.; nur attr.; zu eng 1.3/: ein eng
anliegender Pullover
Enge, die; -, fo. PL; zu eng 1,2, 3.2/; zu 1.1:dieE.
der Straße; man kann sich kaum bewegen in dieser
E.; zu 2 : die E. dieser Verhältnisse
+ jmdn. in üie E. treiben (jmdn. bes. mit Fragen,
Argumenten in eine Lage bringen, daß es für ihn
kein Ausweichen mehr gibt)
Engel, der; -s, - 1. in religiöser, bes. christlicher Vor
stellung überirdisches, von Gott ausgesandtes Wesen
in menschlicher Gestalt (und mit Flügeln) — 2.1. oft
scherzh. Mensch, der jmdm. etw. Gutes getan hat,
sich jmdm. als freundlich und hilfreich erwiesen hat:
du bist ein (wahrer) E., daß du mir bei der Arbeit
hilfst; sie ist mein guter E.; er kam als rettender
E . ; er, sie ist (auch) kein, (auch) nicht gerade ein E.
(er, sie benimmt sich nicht immer mustergültig)
2.2. mein (kleiner) E. /liebevolle Anrede für ein
Kind, oft scherzh. von einem Mann an eine Frau/
2.3 . salopp (ach,) du ahnungsloser E. (du hast ja
keine Ahnung, weißt noch nichts davon)!
+ umg. die E. im Himmel singen hören (einen
plötzlich aufgetretenen sehr starken Schmerz emp
finden)
Engels|-geduld, die /emot.f nahezu unerschöpfliche
Geduld: jmdn. mit (einer) E. behandeln; (mit
jmdm.) eine E. haben; -zungen fPL ; emot./
-f-
(wie) mit E. (mit größter, freundlicher Beredsamkeit)
reden
Engerling, der; -s, -e im Boden lebende weißliche
Larve von bestimmten Käfern, bes. vom Maikäfer
eng/Eng| -herzig /Adj.f nicht großmütig, nicht groß
zügig, kleinlich: er ist e.; eine engherzige Ent
scheidung; -maschig /Adj.f relativ kleine und da
durch viele Maschen (1.1) pro Flächeneinheit auf-
w eisen d : ein engmaschiges Netz; ein engmaschi
ges Drahtgeflecht; -paß, der 1. zeitweilige Schwie
rigkeiten in der Versorgung mit bestimmten P ro
dukten: es bestand ein E. auf dem Gebiet der
Düngemittel, in der Materialversorgung; Ersatz
teile sind ein E. (in der Versorgung mit Ersatzteilen
gibt es Schwierigkeiten) — 2 . verengte Stelle an einer
Straße, einem Weg, Durchgang, besonders enger
Paß (II)
en gros [aqgro:, auch ägro:] veraltend Wirtsch.
in der Form des Großhandels: Waren e. ein-, ver
kaufen, beziehen
engstirnig /Adj./ in bestimmten engen Grenzen und
nicht weitblickend, nicht umfassend od. großmütig
denkend, urteilend: er geht zu e. an diese Fragen
heran
Enkel, der; -s, - 1. Kind von jmds. Sohn od. Tochter:
meine, seine E .; sie haben fünf E.
—
2. /nur im PL/
davon werden unsere E. (die Nachkommen unserer
Generation) noch erzählen; zu 1Enkelin, die; -nen
Enkel| -kind, das Enkel, bes. als Kind ; -sohn, der
männlicher Enkel; -tochter, die Enkelin
318
Enklave — enteignen
Enklave, die;
-n [.. vq] vom eigenen Staatsgebiet
umschlossener (kleiner) Gebietsteil eines anderen
Staates
en masse [arjmas, auch ämas] in großer Anzahl,
Menge, massenhaft: die Tücher gibt es jetzt e.;
dort wachsen Pilze e.
enorm /Ad).; drückt emotional einen hohen Grad
ausj: es war eine enorme (sehr große) Hitze an dem
Tag; eine enorme Menge bewältigen; das Tempo
war e.; es war e. (sehr) kalt; das ist ja, das finde ich
e. (großartig)!
en passant [dpasd] beiläufig: er ließ so e. eine Be
merkung fallen, daß ...; etw. e. erledigen
Ensemble, das; -s, -s [aqsambol, auch äsdbol] 1. zu
sammengehörende, gemeinsam auftretende Gruppe
von Schauspielern, Musikern, Sängern, Tänzern:
einem E. angehören; in einem E. spielen; das E.
der Staatsoper; ein Auftritt des Ensembles aus dem
Kombinat N — 2,1. zwei od. mehrere in Farbe,
Musterung und Material aufeinander abgestimmte
Kleidungsstücke der (Damen)oberbekleidung, die
zusammen getragen werden (können) : ein dreiteiliges,
sportliches E. aus Jacke, Hose und Weste, aus
grauem Flanell 2.2 . aus aufeinander abgestimmten
Einzelstücken zusammengestelltes Ganzes, bes. archi
tektonisch aufeinander abgestimmte Gruppe städti
scher B a u te n : ein gelungenes, bewahrenswertes
(städtebauliches) E. am Rathausplatz; ein an
sprechendes E., bestehend aus Eckbank und drei
Sesseln
entarten, entartete, ist entartet von einer natür
lichen od. gezüchteten Form in negativer Weise 2ab-
weich en (2): durch Überzüchtung droht diese
Tierrasse, diese Sorte zu e .; entartetes Gewebe; da
zu Entartung, die; -, fo. PI f: eine E. (dekadente
Entwicklung, ein Verfall) der Sitten
entäußern, sich fsw. Vb.; hat/ veraltend 1.1 . sich
einer Sache begeben (3): sich eines Rechtes (selbst) e.
1.2. sich aller Mittel e. (all seine Mittel weggeben,
ausgeben)
entbehren /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. nicht haben, jmdn.
nicht bei sich haben und dies (schmerzlich) als M an
gel empfinden: er mußte in seiner Kindheit vieles e.
1.2. etw., jmdn. (nicht) e. können ohne etw., jmdn.
(nicht) auskommen können: kannst du das Buch
ein paar Tage e.?; wir können diesen Mitarbeiter
nicht e.
—
2. seine Ausführungen e. der Logik (sei
nen Ausführungen mangelt es an Logik); das ent
behrt nicht einer gewissen Komik (das ist in ge
wisser Weise komisch); zu 1.2 entbehrlich fAdj.f:
das sind entbehrliche Dinge; bei dieser Arbeit bist
du e.
Entbehrung, die; -,
-en als (schmerzlich) einschrän
kend empfundener Mangel an etw.: sie mußten Not
und Entbehrungen auf sich nehmen
entbieten, entbot, hat entboten veraltend jmdm.
einen Gruß, Grüße, ein Willkommen e. (jmdn.
grüßen, willkommen heißen)
entbinden, entband, hat entbunden I. ein K ind ge
bären: sie hat in der Klinik, zu Hause entbunden;
sie ist von einem Mädchen entbunden worden (hat
mit Geburtshilfe ein Mädchen geboren) — II . jmdn.
von etw. e. verfügen, bewirken, daß jmd. eine Pflicht,
einen Auftrag nicht mehr wahrnehmen m uß: jmdn.
von einer Funktion e .; ich entbinde dich von die
sem Versprechen; dazu Entbindung, die; - ,
-en
I. das Entbinden (I), das Entbundenwerden: zur E.
in die Klinik gehen; sie hatte eine schwere E.
—
II. Io. Pl.f das Entbinden (II)
Entbindungs|Station, die Station (2.1), a u f der
Mütter liegen, die entbinden sollen od. entbunden
haben
entblöden, sich, entblödete sich, hat sich entblödet
veraltend sich nicht e., etw. Bestimmtes zu
tun sich nicht scheuen, etw. zu tun, was andere als
dreist, dumm, abwegig einschätzen: er entblödet
sich nicht, diese Verfehlungen auch noch zu ver
teidigen
entblößen fsw. Vb.; h at/1. geh. sich, einen Körper
teil e. die Kleidung vom Körper, von einem Körper
teil entfernen: sich, die Brust e .; entblößten Haup
tes betraten sie die Gedenkstätte — 2. veraltend
er stand nun da, aller Mittel entblößt (und besaß
nun kein Geld mehr)
entbrennen, entbrannte, ist entbrannt geh. 1 . ein
Krieg, Streit entbrennt (bricht mit Heftigkeit aus);
zwischen ihnen entbrannte ein heftiger Disput
über diese Frage — 2 . von einer Gemütsbewegung
heftig, leidenschaftlich ergriffen werden: er, sein
Herz entbrannte in Liebe zu ihr
entdecken /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. e. die Existenz
von etw. bisher Unbekanntem, Unerkanntem (plötz
lich) wahrnehmen, erkennen: ein neuer Kontinent
wurde entdeckt; ein neues Element e .; damals, als
die Kernspaltung entdeckt wurde 1.2. etw., jmdn.
ausfindig machen: wir haben dort ein hübsches
kleines Lokal entdeckt; unter den Gästen entdeckte
ich auch N ; er, sein Talent ist entdeckt worden
(maßgebliche Leute haben bemerkt, daß er Talent
hat); sein Herz für etw., jmdn., seine Liebe zu etw.,
jmdm. e. (eine plötzliche Neigung für etw., zu jmdm^
fühlen) 1.8. etw. unvermutet gewahren, unvermutet
auf etw. stoßen: da entdeckte sie einen an die
Tochter gerichteten Brief — 2. veral tend jmdm.
etw. offenbaren, anvertrauen: jmdm. ein Geheimnis
e.; zu 1.1 Entdecker, der; -s, -
Entdeckung, die; -en 1. /o. P I .; zu entdecken 1/
das Entdecken; zu 1.1: die E. Amerikas, der Kern
spaltung; eine E. machen (etw. en tdecken 1.1, 1.2);
ich habe die E. gemacht, daß . ..
—
2. etw., was
entdeckt (1) wurde: das waren bedeutsame wissen
schaftliche Entdeckungen
Ente, die; -,
-n 1.1.1. wildlebender od. als Haustier
gehaltener Entenvogel mit kurzem Hals, breitem
Schnabel, Schwimmhäuten und nach Geschlecht
unterschiedlich gefärbtem Gefieder: schnatternde
Enten; Enten schwimmen auf dem Teich; eine
wilde E. (W ilden te); jmd. läuft, watschelt wie eine
E. 1 .2. weibliches Tier von 1.1 1.8. salopp \vorw.
von einer weiblichen Person/ eine lahme E. (eine
träge, wenig aktive Person) 1.4. fo. PI ./ Enten
braten: heute gibt es E.
—
H. flaschenartiges,
bauchiges Gefäß mit weitem Hals (3.1) zur A u f
nahme des Urins von bettlägerigen Männern —
III. lancierte Falschmeldung: die Nachricht, Mel
dung war eine E.
+ kalte E. (bowlenartiges Getränk vorwiegend avs
Weißwein mit Zitronenscheiben); umg. jmd.
schwimmt wie eine bleierne E. (schwimmt u n
beholfen, kann nicht schwimmen)
entehren /sw. Vb.; hat/: jmdn. e. (jmds. guten Ruf,
persönliches Ansehen, Würde zunichte machen)
enteignen, enteignete, hat enteignet 1.1. etw. a u f
dem Wege der Enteignung in staatliches, gesell
Enteignung — entflechten
319
schaftliches Eigentum überführen: den Großgrund
besitz, Banken, Betriebe e. 1.2 . jmdn. e. jmdm. auf
dem Wege der Enteignung Eigentum entziehen:
Großgrundbesitzer e.; der Eigentümer des Grund
stücks mußte enteignet werden
Enteignung, die; -,
-en 1.1. in der Zielsetzung vom
Klassencharakter des jeweiligen Staates bestimmter
Entzug von Produktionsmitteln aus Privateigentum
zum Zwecke der Überführung in staatliches, gesell
schaftliches Eigentum : (ein Volksentscheid, eine
Verordnung über) die E. der Großgrundbesitzer,
Kriegsverbrecher; eine entschädigungslose E.
1.2 . gesamtgesellschaftlichen Interessen dienender
Entzug von Eigentum durch den Staat: für den Bau
einer Straße die E. bestimmter Grundstücke ver
fügen
enteilen /sw. F6.; ist/ geh. sich eilend(s) entfernen:
er grüßte kurz und enteilte; <> die Stunden, Jahre
e. (vergehen schnell)
enteisen jsw. Vb.; hat/ elw. von Eis frei machen: die
Tragflächen des Flugzeugs e.
Enten) -braten, der (Stück einer) Ente als Braten;
- grütze, die Wasserlinsen; -jagd, die Jagd auf
Wildenten; -küken, das
Entente, die; -n fvorw. Sg .f [dtdt, PI. ..ton] ver
altend (loses) Bündnis zwischen Städten
Enten |vogeI, der zu den Gänsevögeln gehörender
Schwimmvogel mit breitem Schnabel und groß
flächigen Schwimmhäuten zwischen den Zehen: die
Gans ist ein E.
enterben fsw. Vb.; hat/ jmdn. e. als Erblasser
testamentarisch verfügen, daß jmdm. sein gesetz
liches, ein ihm zugesichertes Erbe nicht zufällt: er
hat seinen Sohn enterbt
Enter|haken, der an einer langen Stange befestigter
Haken zum Heranziehen od.Festhalten eines Schiffes,
zum Entern
Enterich, der; -s, -e männliches Tier der Entenvögel
entern fsw. Vb.; hat/: ein Schiffe, (ganz nahe längs
seits an ein Schiff heranfahren und es erklettern und
erobern)
entfachen fsw. V b.; hat/ geh. 1.1. ein Feuer, einen
Brand e. (bewirken, daß ein Feuer, Brand entsteht)
1.2. einen Krieg e. (bewirken, daß ein K rieg aus-
brich t); eine Leidenschaft, einen Streit, eine Dis
kussion (über etw.) e.
entfahren (er entfährt), entfuhr, ist entfahren
jmdm. entfährt etw. jmd. äußert etw. spontan, gibt
spontan einen Laut von sich: ein Ausruf der Ver
wunderung, ein Seufzer entfuhr ihm; ich meine
das nicht so, es ist mir nur so e.
entfallen (er entfällt), entfiel, ist entfallen 1. geh.
etw. entfällt jmdm. etw. fällt jmdm.aus den Händen:
er schlief ein, das Buch entfiel ihm, entfiel seinen Hän
den — 2. etw. ist jmdm. e. etw. ist (zeitweilig) aus
jmds. Gedächtnis geschwunden: sein Name, das ist
mir e.
—
3. etw. fällt weg, fällt aus: damit entfällt
dieser Punkt der Tagesordnung; aus Zeitmangel
mußte die Diskussion e.
—
4. etw. entfällt auf
jmdn.
, etw. jmd., etw. bekommt, erhält anteilig etw.
ion etw.: es e. 50 Mark auf jeden; auf dich e.
vO Mark davon; sechs Prozent der Stimmen ent-
öielen auf die neue Partei
entfalten, entfaltete, hat entfaltet 1.1 . etw. (Gefal
tetes) auseinanderfalten, ausbreiten: die Zeitung,
sein Taschentuch e. 1 .2 . etw. entfaltet sich: der
Fallschirm entfaltet sich (öffnet sich, breitet sich
aus) — 2.1. Eigenschaften, Anlagen e. (fördern, zur
Wirkung bringen); Fähigkeiten, seine Persönlich
keit e. 2.2. sich e. (sich als Persönlichkeit ent
wickeln und zur Wirkung kommen) — 3. Ini
tiative, eine rege Aktivität e. (initiativ, aktiv wer
den) — 4 . (jmdm.) einen Plan, Vorstellungen e.
(eingehend darlegen, aufzeigen); zu 2 u. 3 Ent
faltung, die; -, fo. Pl.f das Sichentfalten; zu 2:
papierdt. zur E. kommen, gelangen (sich ent
falten 2.2); etw. zur E. bringen (en tfalten 2.1)
entfernen fsw. Vb.; hat; / auch entfernt/ 1. etw.,
jmdn. e. bewirken, daß etw., jmd. nicht mehr da ist,
wo es, er sich befand, daß etw. nicht mehr vorhanden
ist: ein Schild, eine Aufschrift e.; einen Fleck (aus
dem Rock) e.; einen Schüler von der Schule e.
(ausschließen 3) — 2. sich e. sich von einer Stelle
wegbegeben: er entfernte sich rasch (von der
Gruppe); der Zug entfernte sich mit großer Ge
schwindigkeit
entfernt \Adj.; / auch entfernen/ 1.1. fnu r attr.f
in größerer Entfernung gelegen: der Ort liegt in
einem entfernten W inkel; in den entferntesten
Teilen des Landes 1.2. /nicht attr.; weist in Ver
bindung mit Maßangaben o. ä . auf eine bestimmte
Entfernung hinf: der Ort liegt fünf Kilometer e.
(von hier); das ist sehr weit, fast eine Stunde e.
von der Stadt, von der Stadt e.; ein Stück e. von
etw., jmdm. stehen; von etw., jmdm. e. stehen —
2* /nicht präd.f 2.1 . mit jmdm. e. (weitläufig 2)
verwandt sein; ein entfernter Verwandter 2.2. jmd.
hat mit jmdm., etw. hat mit etw. eine entfernte
(nur geringe) Ähnlichkeit; sich nur e. (undeutlich)
an etw. erinnern
+ nicht e., nicht im entferntesten ganz und gar
n ich t: ich denke nicht im entferntesten daran,
dorthin zu gehen; das kommt nicht im entferntesten
in Betracht; — / weit davon e. sein, etw. Be
stimmtes zu tun
Entfernung, die; -en 1. Erstreckung, die sich aus
der geraden Verbindung zwischen zwei Punkten er
gibt: in einer E. von zehn Metern (von hier) steht
ein Schild; die E. zwischen diesen beiden Planeten
beträgt ...; die E. messen, schätzen; in / einiger
E. von etw., jmdm. stehen; etw. aus geringer E.
beobachten; etw. ist auf große, weite E. (weithin 1)
zu sehen, zu hören; große Entfernungen (weite
Strecken) überbrücken — 2. fo. Pl.f das Entfernen:
die sachgemäße E. von Flecken
EntfernungsImesser, der; -s, - optisches Gerät zum
Messen von Entfernungen
entfesseln jsw. Vb.; hat/: femot. neg.f einen Krieg e.
(entfachen 1.2)
entfetten, entfettete, hat entfettet etw. fre i von
(nicht erwünschtem) Fett machen: einen Gegenstand
mit einem Lösungsmittel e.
Entfettungs|kur, die der Gewichtsabnahme dienende
Kur
entflammen jsw. Vb.; hat, ist/ geh. 1. jmdn., sich
für etw. begeistern (hat): das hat ihn für diese Idee
entflammt — 2 . (ist) 2.1. entbrennen (1): ein Zwist
entflammte (zwischen ihnen) 2.2 . entbrennen (2): er
ist für sie entflammt (hat sich in sie verliebt)
entflechten (er entflicht/entflechtet), entflocht/
entflechtete, hat entflochten Konzerne, Mono
pole e. (in der organisatorischen Struktur von Kon
zernen, Monopolen Umgruppierungen vornehmen,
die den Anschein einer Beseitigung hoher Konzen-
320
Entflechtung — entgehen
tration wirtschaftlicher Macht erwecken sollen, die
tatsächlichen Macht- und Eigentumsverhältnisse
jedoch unangetastet lassen); dazu Entflechtung, die;
-en
entfliegen, entflog, ist entflogen unser W ellen
sittich ist entflogen (ist weggeflogen und abhanden
gekommen)
entfliehen, entfloh, ist entflohen 1. aus der H aft,
Gefangenschaft fliehen: aus der Haftanstalt e.;
fünf Häftlinge sind entflohen; O der Großstadt,
dem Lärm zu e. suchen — 2. geh. wie doch die
Jahre e. (schnell vergehen) !
entfremden, entfremdete, hat entfremdet 1.1 . etw.
entfremdet jmdn. jmdm., einer Sache etw. bewirkt,
daß jmd. eine enge (innere) Bindung zu jmdm., einer
Sache verliert: dieser Vorfall hat ihn mir entfremdet;
er war dem Großstadtleben entfremdet 1.2 . sich
jmdm., einer Sache e. eine enge (innere) Bindung
zu jmdm., einer Sache verlieren: er hat sich dieser
Familie mehr und mehr entfremdet
Entfremdung, die; -, fo. Pl.f 1. vorsoz., bes. im Kap.
ausgeprägte gesellschaftliche Erscheinung, bei der die
durch menschliche Tätigkeit hervorgebrachten P ro
dukte und Verhältnisse den Menschen als fremde, sie
beherrschende Mächte gegenübertreten: die E. des
Menschen von der Arbeit; die E. in der Kunst; die
Aufhebung der E. im Sozialismus — 2 . das Sich-
entfremden: zwischen ihnen war eine E. ein
getreten
Entfroster, der; -s, - Defroster
entführen fsw. 76.; hat/ 1.1. jmdn., etw. heimlich,
gewaltsam an einen anderen (als den vorgesehenen)
Ort bringen: ein Kind ist entführt worden; ein
Flugzeug e. 1 .2 . scherzh. jmdm. etw. wegnehmen:
wer hat mir denn den Bleistift entführt?; zu 1.1
Entführer, der; -s, - jmd., der jmdn., etw. entführt hat
u. Entführung, die; -,
-en
entgasen fsw. 76.; hat/ Techn. durch ein be
stimmtes Verfahren etw. in Form von Gasen aus
einem Stoff (3.2) entfernen
Entgegen fAdv.f 1. fvorw. in Aufforderungen! vor
wärts in Richtung auf etw., jmdn. zu: dem Morgen
rot, der Sonne e .!
—
2. etw. ist einer Sache e.y (zu
widerlaufend) ; diese Handlungsweise war allem e.,
was wir uns vorgenommen hatten
Entgegen fPräp. mit Dat.; dem Nomen vor-, auch
nachgestelltI im Gegensatz, Widerspruch zu : e. un
seren Wünschen, unseren Wünschen e.; e. allen
Voraussetzungen, Anordnungen; e. allem, was be
schlossen worden war, hat er ...
entgegen- fin verbalen Zusammensetzungen/ 1. in
Richtung auf eine sich nähernde Person, Sache: /
z. B . entgegengehen — 2. einer Sache zuwiderlau
fend: /* z .B . entgegenstehen
entgegen/Entgegenj -bringen fV b .f: jmdm., einem
Plan Interesse e. (für jmdn., einen Plan sein Inter
esse bekunden); -fiebern fVb.f: einem Ereignis e.
(in Erwartung eines Ereignisses sehr aufgeregt sein);
- gehen /76./ 1. jmdm. e. (in Richtung auf eine
sich nähernde Person zugehen) — 2. wir gehen dem
Winter entgegen (es wird bald Winter); der Winter
geht seinem Ende entgegen (geht zu E n d e); -gesetzt
/Adj.; / auch -setzen/ 1.1. einem Punkt, Ort am
Rand einer Fläche, eines Gebietes in gerader Linie
gegenüber am anderen Rand liegend: er wohnt am
entgegengesetzten Ende der Stadt 1.2 . /nicht adv.f
er ist in entgegengesetzter Richtung (in der zum
Ausgangspunkt der angenommenen Richtung füh
renden Richtung) gefahren — 2. gegensätzlich,
gegenteilig: in diesem Punkte sind wir entgegen
gesetzter Meinung; -halten /76./ jmdm. etw. e.
jmdm. mit einem Gegenargument antworten: ,,dann
haben wir aber keine Zeit mehr für einen Ausflug“ ,
hielt er mir entgegen; -kommen /76.; / auch
- kommend/1. aus der Richtung kommen, in die sich
jmd. bewegt: die entgegenkommenden Fahrzeuge;
der entgegenkommende Verkehr (Gegenverkehr)
2. jmdm. e. jmdm. seinen Wünschen entsprechende
Zugeständnisse machen: wir sind bereit, Ihnen
darin entgegenzukommen — 3 . etw. kommt jmdm.
entgegen etw. entspricht jmds. Wünschen, Plänen:
daß sie erst morgen kommen, kommt mir sehr ent
gegen; das kommt meinen Wünschen, Vorstellun
gen entgegen; + jmdm. auf halbem / Weg(e)
e.; -kommen, das; -s, fo. Pl.f Haltung, Akt des Ent
gegenkommens (2): das war ein großes E. von ihm;
E. zeigen; -kommend fAdj.; vorw. präd.;
auch
- kommen/ Entgegenkommen zeigend: der Herr war
sehr e., hat sich e. gezeigt; -nehmen /76./ etw. an
nehmen (1.1): eine Postsendung, ein Geschenk e.;
er nahm die Glückwünsche der Gratulanten ent
gegen (ließ sich von den Gratulanten beglückwün
schen); -schlagen /76.; ist/ etw. schlägt jmdm. ent
gegen etw. xoirkt plötzlich aus der Richtung, in die
jmd. sich bewegt, auf jmds. Sinnesorgane ein:
Duftwolken schlugen uns entgegen; als die Tür
aufging, schlug uns ein Höllenlärm entgegen;
- s ehen fVb.f einer Sache e. in Erwartung auf etw.
hin leben: wir sehen Eurem Besuch voll Freude
entgegen; veralten d Ihrer Antwort entgegen
sehend (Ihre Antwort erwartend) /Schlußformel in
Briefen/; -setzen / 76.; / auch -gesetzt/ einer
Sache etw. e. als Gegengewicht zu einer Sache etw.
anderes aufbieten: ich habe dem nichts entgegenzu
setzen; einer Sache Widerstand e. (Widerstand
gegen etw. leisten); -stehen IVb.j einer Sache steht
nichts entgegen gegen eine Sache gibt es keine H in
derungsgründe, Einwände, dem steht nichts im W ege:
was sollte der Unternehmung noch e.?; -stellen
/76./ sich jmdm. e. sich frontal vor jmdn. stellen,
um Ihm den Weg zu versperren: er stellte sich dem
Eindringenden entgegen; -strecken fV b .f: jmdm.
die Hand e. (die ausgestreckte Hand bes. zum Gruß
reichen); -treten fVb.; ist/ 1. jmdm. e. (sich jmdm.
entgegenstellen) — 2 . man muß diesen Machen
schaften, Vorwürfen e. (man muß etwas gegen diese
Machenschaften unternehmen, etwas gegen diese
Vorwürfe sagen); -wirken fVb.f 1. einander ent
gegenwirkende (gegeneinander wirkende) Kräfte —
2. es gilt, solchen Bestrebungen entgegenzuwirken
(entgegenzutreten 2)
entgegnen, entgegnete, hat entgegnet etw. (Gegen
sätzliches, Abweichendes) antworten, erwidern: „das
wäre ein Fehler“ , entgegnete er (heftig), entgegnete
er ihm; er entgegnete nichts; dazu Entgegnung, die;
- en Antwort, mit der man jmdm. entgegnet: eine
schroffe, freundliche E.
entgehen, entging, ist entgangen 1. einer Sache e.
auf Grund bestimmter Umstände, durch sein eigenes
Zutun nicht in eine drohende, unangenehme Lage
ko m m e n : dieser Gefahr, einem solchen Schicksal
ist er glücklicherweise entgangen; er wird seiner
Strafe nicht e.
—
2. jmdm. entgeht etw. jmd. ver
paßt etw.: du warst nicht in dem Konzert? Da ist
entgeistert — entladen
321
dir wirklich etwas entgangen; diese Gelegenheit
sollte man sich nicht e. lassen {sollte man nicht ver
säumen) — 3. jmdm. entgeht etw. jmd. bemerkt
etw. nicht, übersieht etw.: dieser Fehler ist mir bei
der Durchsicht entgangen; ihm, seiner Aufmerk
samkeit entgeht nichts
entgeistert (Ad)./ im negativen Sinne höchst über
rascht, fassungslos {und dies im Gesichtsausdruck
erkennen lassend):ich war völlig e.; ein entgeistertes
Gesicht machen; jmdn. e. anstarren
Entgelt, das; -(e)s, -e fvorw. Sg.\ veraltend /noch
im offiziellen Sprachgebrauch! Bezahlung fü r eine
bestimmte Leistung: jmdm. ein (bestimmtes) E.
zahlen; gegen, für ein (geringes) E. arbeiten
entgelten (er entgilt), entgalt, hat entgolten geh .
jmdn. etw. nicht e. lassen jmdn. etw. nicht büßen
(l.l) lassen: er hat ihn dieses Hintergehen nicht e.
lassen
entgiften, entgiftete, hat entgiftet eine Substanz
o. ä. von Gift, von Giftstoffen befreien: Abgase e.; die
Niere entgiftet das Blut; 0> eine offene Aussprache
sollte die Atmosphäre e.; dazu Entgiftung, die;
-, /*•PLI
entgleisen /sw. Vb.; ist/1. (von Schienenfahrzeugenf
aus den Gleisen springen: ein Zug ist entgleist —
2. sich danebenbenehmen: er war auf dem Fest be
trunken und ist dort ziemlich entgleist; dazu
Entgleisung, die; -,
- en; zu 2: diese Bemerkung von
ihm war eine E.
entgleiten, entglitt, ist entglitten 1. geh. etw. ent
gleitet jmdm. etw. entfällt jmdm. (gleitend): das
Buch, der Löffel entglitt ihr, ihren Händen —
2. jmd. entgleitet jmdm. jmd. löst sich (unwill
kürlich) allmählich aus dem Kontakt zu jmdm .: der
Junge entgleitet den Eitern mehr und mehr (er
entzieht sich immer mehr ihrem Einfluß)
entgraten, entgratete, hat entgratet T e ch n . ein
Werkstück e. (die Grate an einem Werkstück be
seitigen)
entgräten, entgrätete, hat entgrätet einen Fisch
e. (die Gräten aus einem geschlachteten Fisch her
auslösen)
enthalten (er enthält), enthielt, hat enthalten 1. etw.
enthält etw. in etw. ist etw. (vorhanden) 1*1. fin
einem Gefäß, Behälter o. ä .(: die Flaschen e. Säuren;
die Packung enthält 300 Gramm Trockensubstanz
1.2 . fin einer Substanz als (geringerer) Bestandteil!:
Spinat enthält Eisen; fauch in der Form f in etw. e.
sein: im Gemüse sind Vitamine e. 1.3 . der Band
enthält zahlreiche Abbildungen (in dem B an d sind
auch zahlreiche Abbildungen); der Vortrag enthielt
nichts Neues, anregende Gedanken — 2 .1 . g eh . sich
einer Sache e. etw.,
was man eigentlich möchte,
aus Vernunftgründen nicht tun:- er muß sich des
Alkohols e. (darf keinen Alkohol trinken)"*; sich
nicht e. können (nicht umhinkönnen), etw. Be
stimmtes zu tun: ich konnte mich nicht e., ihm
ein paar passende W orte zu sagen 2.2 . sich der
Stimme e. (bei einer Abstimmung, bes. durch Hand
zeichen,, nicht mit ,)a‘ und nicht mit ,nein‘ stimmen)
enthaltsam fAdj.f sich bestimmter Genüsse, des
Konsums bestimmter Genußmittel enthaltend: er
muß e. leben; dazu Enthaltsamkeit, die; -, fo. P l.f
enthaupten, enthauptete, hat enthauptet jmd n .
durch Abschlagen des Kopfes hinrichten: der Monarch
ließ die Rebellen e.
enthäuten, enthäutete, hat enthäutet ein Tier e.
(einem geschlachteten, erlegten Tier die Haut ab-
ziehen)
entheben, enthob, hat enthoben geh. jmdn. einer
Sache e. jmdn. (aus ehrenrührigen Gründen) von
etw. entbinden (II): jmdn. seiner Funktion e .; er
wurde all seiner Ämter enthoben; etw. enthebt
jmdn. einer Sache: das enthebt mich der Verant
wortung
enthemmen fsw. Vb.; hat/ etw. enthemmt jmdn.
jmd. verliert durch den Einfluß von etw. (seine)
Hemmungen: Alkohol wirkt enthemmend; er war
völlig enthemmt; dazu Enthemmung, die; -, fo. Pl.f
enthüllen jsw . V b .; hat/ 1.1 . ein Denkmal, eine
Statue e. (der Öffentlichkeit übergeben, indem eine
Umhüllung von dem Denkmal, der Statue entfernt
wird) 1.2. scherzh. sie hatte sich fast völlig ent
hüllt (entkleidet 1) — 2.1. ein Geheimnis, die Wahr
heit e. (aufdecken 4.1) 2.2 . etw. enthüllt sich (jmdm.)
als etw. der wahre Charakter einer Sache wird (jmdm.)
deutlich erkennbar: der Brief enthüllte sich (ihm)
als eine Fälschung; zu 1.1 u. 2.1 Enthüllung, die;
-,
-en
enthülsen fsw. Vb.; hat; bes. von Hülsenfrüchtenf:
Erbsen, Bohnen e. (von Erbsen, Bohnen die Hülse,
Schale entfernen)
Enthusiasmus, der; -, fo. Pl.f Begeisterung, leiden
schaftlicher E la n : voll E. an etw. herangehen; etw.
mit E. betreiben, vertreten; er in seinem jugend
lichen E.; dazu Enthusiast, der; -en, -en jmd., der
(für etw.) voller Enthusiasmus ist u. enthusiastisch
fAdj.f voller Enthusiasmus: ein enthusiastischer
Beifall; es wurde e. applaudiert
entjungfern fsw. Vb.; hat/: ein Mädchen e. (mit
einem Mädchen den für sie ersten Geschlechtsverkehr
ausüben, wobei das Jungfernhäutchen zerstört wird)
entkeimen jsw. Vb.; hatf : Kartoffeln e. (von lagern
den Kartoffeln die Keime entfernen)
entkleiden, entkleidete, hat entkleidet geh. 1. sich,
jmdn. ausziehen (1.2): er entkleidete sich und ging
zu Bett; den Verunglückten e.
—
2.1. er war seiner
Ämter entkleidet (enthoben) worden 2.2. der Raum
war allen Schmuckes entkleidet (aus dem R aum
war aller Schmuck entfernt worden)
entkommen, entkam, ist entkommen die Ein
brecher konnten e. (konnten fliehen und wurden
nicht gefaßt); er ist über die Grenze, seinen Ver
folgern e.; er wird seiner Strafe nicht e. (entgeh en 1)
entkorken fsw. Vb.; hat/: eine Flasche e. (eine
Flasche öffnen, indem man den Korken herauszieht)
entkräften, entkräftete, hat entkräftet 1. etw,
entkräftet jmdn. etw. schwächt jmdn., nimmt jmdm.
(seine) Kräfte: die Krankheit hat ihn sehr ent
kräftet; er war, fühlte sich völlig entkräftet —
2. ein Argument e. (ihm durch Widerlegen, Einwände
o.ä . seine Stichhaltigkeit, Wirkung nehmen); eine
Behauptung, einen Beweis, Verdacht e.; dazu
Entkräftung, die; -, fo. Pl.f
entkrampfen fsw. V b .; hat/: die Muskulatur, das
Gesicht e. (vom Zustand eines Krampfes frei
m achen); O sie müßten ihre Beziehung zueinander
e.; dazu Entkrampfung, die; -,
- en fvorw. Sg .f
entladen (er entlädt), entlud, hat entladen 1.1. ein
Transportmittel durch Herausnehmen der Ladung
leeren: einen Waggon, Lastwagen e. 1.2 . etw. aus -
laden (1.1 .1): Kohlen, Kies, Kartoffeln e.
—
2. eine
Waffe e. (die Munition aus einer Waffe heraus
nehmen) — 3.1, ein Gewitter entlädt sich (kommt
21 Wörterbuch
322
Entladung — entmilitarisieren
zum Ausbruch, es gewittert heftig) 8.2. ein Akku
mulator entlädt sich (verliert seine Ladung 1.4) —
4. eine Gemütsbewegung entlädt sich ein e Ge
mütsbewegung bricht heftig aus: sein Zorn entlud
sich (über uns); die Unzufriedenheit, Erregung
entlud sich in spontanen Aktionen; zu 3 u. 4 Ent
ladung, die; -en das Sichentladen
Entlang jPräp.; dem Nomen vor- od. nachgestellt;
nachgestellt vorw. mit Akk.,
selten mit Dat.,
vor-
gestellt vorw. mit Dat., selten mit Gen.f an, neben
etw. in dessen ganzer Länge hin : wir liefen immer
den Wald, das Ufer e., e. dem Wald, dem Ufer; e.
der Straße, des Weges standen große, alte Bäume
2entlang /Adv./ an, neben etw. der Länge nach hin:
der Weg führt auf das Dorf zu, immer am Wald e.;
die Fahrt auf der Küstenstraße, am Meer e.
entlang- fin verbalen Zusammensetzungen mit
Verben der Bewegung/ der Länge nach an, auf, neben
etw. hin , z. B . : entlanggehen, entlanglaufen
entlang! -führen /F6./ etw. führt an etw. entlang
etw. verläuft entlang an etw.: der Weg führt am
Fluß entlang; -ziehen fVb.j 1. sich wandernd, ge
hend in der Richtung von etw. fortbewegen (ist): als
wir die Straße entlangzogen ...
—
2. etw. zieht
sich an etw. entlang etw. verläuft langgestreckt und
ausgedehnt entlang an etw. (hat): die Wiesen, die
sich am Fluß e.
entlarven fsw. Vb.; hat/ [..fon, auch ..von] jmdn.,
etw. (als etw.) e. eine bisher verborgene negative
Eigenschaft einer Person, Sache offenbar machen:
einen Agenten, jmdn. als Spion e.; diese Behaup
tungen wurden als Lügen entlarvt; dazu Ent
larvung, die; -,
-en
entlassen (er entläßt), entließ, hat entlassen 1.
jmdn. e. jmdm. das Arbeitsverhältnis kündigen
1.1. fin der DDR/ wegen schwerwiegender Ver
letzung der Arbeitsdisziplin od. staatsbürgerlicher
Pflichten: er mußte fristlos e. werden 1.2. fin der
BRDI weil ihn der Betrieb nicht mehr beschäftigen
kann od. w ill: der Konzern will Tausende Arbeiter
e.
—
2. jmdn. von seinem Dienst-, Pflichtverhältnis,
vom weiteren Verbleib an einem vorgeschriebenen
Aufenthaltsort nach Ablauf der vorgesehenen Zeit
entbinden: im nächsten Monat wird er (vom Dienst
in der NVA) e.; dieSchulabgänger werden am ... e .;
jmdn. (vorzeitig) aus der Klinik, aus einer H aft
anstalt e.; dazu Entlassung, die; -,
-en das Ent-
lassen(werden); zu 2: die E. aus der Kriegsge
fangenschaft
entlasten, entlastete, hat entlastet 1. jmdn. , etw. e.
die an jmdn., etw. gestellten Anforderungen mindern:
er hat zu viele Aufgaben, man muß ihn e.; sich
etw. aufschreiben, um sein Gedächtnis zu e .; den
Feiertagsverkehr durch Sonderzüge e.
—
2. jmdn.
e. eine jmdm. zur Last gelegte Schuld als nicht zu
treffend beweisen, erklären: der zweite Zeuge hat
den Angeklagten entlastet; entlastendes Material
beibringen — 8 . den Vorstand, die alte Leitung e.
(nach Prüfung und Billigung der Tätigkeit von
der ausgeübten Funktion entbinden); dazu Ent
lastung, die; -, fo. Pl.j das Entlasten; zu 2: der E.
des Angeklagten dienende Tatsachen
Entlastungs| -zeuge, der jmdn. entlastender Zeuge;
- zug, der der Entlastung des regulären Zugverkehrs
dienender, bes. an Feiertagen zusätzlich eingesetzter
Zug zur Personenbeförderung
entlaufen (er entläuft), entlief, ist entlaufen fvo n
bestimmten Haustieren): die Katze ist (uns) e. (ist
weggelaufen und abhanden gekommen)
entlausen fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. von Läusen be
freien : die Gefangenen wurden entlaust; dazu
Entlausung, die; -,
-en /vorw. Sg .j
entledigen, sich fsw. V b .; hat/ 1. sich einer Sache,
jmds. e. 1.1. sich einer Aufgabe, Pflicht e. (einer
Aufgabe, Pflicht nachkommen und dadurch frei
davon werden) 1.2. er konnte sich dieses Gegners,
seiner Verfolger e. (konnte diesen Gegner aus
schalten, von seinen Verfolgern loskommen) —
2* geh. sich seines Mantels, seiner Kleider e. (sei
nen Mantel, seine Kleider oblegen)
entleeren fsw. Vb.; hat/ etw. durch Ausschütten,
Ablassen o. ä . leeren: einen Behälter, Sack, die
Aschenbecher e.; dazu Entleerung, die; -,
-en
entlegen /Adj.; nicht adv.f (sehr) abgelegen: an einer
entlegenen Stelle; die Nachricht drang bis in die
entlegensten Orte
entlehnen fsw. Vb.; hat/ etw. aus einem fremden
geistigen Bereich übernehmen und den eigenen Be
dingungen anpassen: diese Säülen sind der grie
chischen Baukunst entlehnt; das W ort ist aus der
lateinischen Sprache entlehnt; dazu Entlehnung,
die; -,
- en 1. das Entlehnen — 2. das Entlehnte: Ent
lehnungen (Lehnwörter) aus dem Lateinischen
entleiben, sich fsw. Vb.; hat/ veraltend geh.
(mit einer W affe) Selbstmord begehen
entleihen, entlieh, hat entliehen Bücher e. (B ü
cher aus einer Bibliothek leihen); die entliehenen
Bände zurückgeben; dazu Entleiher, der; -s,
-
jmd., der Bücher entleiht, entliehen hat
entloben, sich /sw. V b.; hat/: er hat sich, sie haben
sich entlobt (die Verlobung gelöst)
entlocken fsw. Vb.; hat/: jmdm. ein Geheimnis e.
(jmdn. geschickt dazu bringen, ein Geheimnis preis
zugeben) ; nichts konnte ihr ein Lächeln e. (sie dazu
bringen zu lächeln); scherzh. er entlockte dem
Instrument (erzeugte auf dem Instrument) seltsame
Töne
entlohnen fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmd. wird nach einer
bestimmten Lohngruppe entlohnt (erhält Lohn
nach einer bestimmten Lohngruppe) 1.2. veraltend
jmdn. für seine Dienste e. (jmdm. für seine Dienste
etw., bes. ein Entgelt, geben); zu 1.1 Entlohnung, die;
-,
- en: die E. erfolgt nach der Lohngruppe ...
entlüften, entlüftete, hat entlüftet 1.1 . einen Raum
e. (aus einem Raum verbrauchte Luft, bes. durch
eine Anlage, entfernen) 1.2. Techn. eine Rohr
leitung e. (aus einer Rohrleitung störende Luft, Gase
ableiten); zu 1.1Entlüfter, der; -s, - Gerät, Anlage zum
Entlüften (1.1) dazu Entlüftung, die; -, /o. Pl.j
entmachten, entmachtete, hat entmachtet jmdn.
e. jmdm., bes. einer herrschenden Gruppe, Klasse,
die Macht nehmen: die Junta wurde entmachtet;
die entmachteten Konzernherren; dazu Ent
machtung, die; -,
fo. Pl.f: die E. der Kapita
listen und Großgrundbesitzer; die E. der Monopole
entmannen /sw. Vb.; hat/: jmdn. e. (einem M ann
durch Entfernen der Keimdrüsen die Zeugungsfähig-
keit nehmen)
entmenschen /sw. V b .; hat/ etw. entmenscht jmdn.
etw. läßt jmdn. aufs äußerste verrohen (2): /vorw. im
Part. Prät.j bestialisch mordende, entmenschte
Horden
entmilitarisieren jsw. V b .; h at/: ein Land, einen
Staat e. (einen Staat verpflichten, seine m ilitäri-
Entmilitarisierung — entrüsten
323
sehe Macht ganz od. teilweise abzubauen); eine
entmilitarisierte Zone (Gebiet, in dem auf Verein
barung keine Truppen und militärischen Anlagen
mehr stationiert sind); dazu Entmilitarisierung, die;
jo. PL/
entmjschen, sich /sw. Vb.; hat/ Chem. Techn.:
ein Gemisch entmischt sich (in einem Gemisch
trennen sich die Bestandteile voneinander); dazu
Entmischung, die; -, fo. P l.j
entmisten, entmistete, hat entmistet die Ställe
werden mechanisch entmistet (ausgem istet)
entmündigen /sw. Vb.; hat/ jmdn. e. jmdm. durch
Gerichtsbeschluß die Befugnis absprechen, rechts
wirksam zu handeln: er ist entmündigt worden;
man hat ihn entmündigt; O die Volksmassen
wurden entrechtet, entmündigt; dazu Entmündi
gung, die; -en jvorw. Sg .j
entmutigen /sw. Vb.; hat/ jmdn. e. jmdm. den
Mut, den Trieb zu (weiteren) Aktivitäten nehmen,
jmdn. verzagt machen: ständige Mißerfolge ent
mutigten ihn; mit diesem Einwand hat er mich
entmutigt; sich nicht e. lassen; entmutigt sein
Entnahme, die; -n jvorw. 8g .I das Entnehmen (1.1):
die E. von Trinkwasser ist hier verboten
entnazifizieren /sw. V b .; hat/ 1.1. den Staats-,
Justizapparat e. (durch Maßnahmen der Entnazi
fizierung von nazistisch belasteten Personen, nazi
stischem Ungeist frei machen) 1.2. jmdn. e. jmdn.
einem Verfahren im Rahmen der Entnazifizierung
unterziehen und ihm gegebenenfalls Sühnemaßnah
men auferlegen: er ist entnazifiziert worden
Entnazifizierung, die; -en jvorw . Sg .j Gesamtheit
der durch Direktiven des Alliierten Kontrollrates
festgelegten Verfahren und Sühnemaßnahmen gegen
Mitglieder der Nazipartei und nazistisch belastete
Personen und die damit verbundene Beseitigung
nazistischer Einflüsse auf die Leitung der Gesell
schaft in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg
entnehmen (er entnimmt), entnahm, hat entnom
men 1.1 . etw. (einem Behältnis) e. etw. aus etw.,
bes. aus einem Behältnis, herausnehmen: er ent
nahm der Mappe ein Schriftstück; ich habe zehn
Mark aus der Kasse entnommen; an dieser Zapf
stelle kann man Trinkwasser e. (herauslassen);
(jmdm.) eine Gewebsprobe e. 1.2 . ich entnehme
diese Meldung der Tagespresse (ich habe diese
Meldung in der Tagespresse gelesen) — 2. etw.
jmds. Äußerungen e. (etw. aus jmds. Äußerungen
1erfahren, erkennen, schlußfolgern); er ist, wie aus
seinem Brief zu e. (ist), verreist
entnerven jsw. Vb.; hat/ [..fon, auch ..von] etw.
entnervt jmdn. etw. erschöpft jmds. Nervenkraft,
macht jmdn. sehr nervös: die Aufregungen haben
sie völlig entnervt; sie war völlig entnervt; ein
entnervender Lärm
entpfljehten, entpflichtete, hat entpflichtet jmd n .
von seiner beruflichen, gesellschaftlichen Funktion
entbinden: einen Richter, den alten Vorstand e.;
dazu Entpflichtung, die; -,
- en jvorw. Sg .f
entpuppen, sich /sw. Vb. ; hat/ jmd. entpuppt sich als
jmd., etw., etw. entpuppt sich als etw. jmd., etw.
offenbart, erweist sich (nach einer gewissen Zeit)
überraschend als von anderer Art, als es zunächst
sch ien : die Kleine hat sich als gewiegte Intrigantin
entpuppt; sie entpuppte sich als große musika
lische Begabung; der Vorschlag entpuppte sich
als raffiniertes Täuschungsmanöver
entrahmen fsw. Vb.; hat/: Milch e. (den Rahm von
der Milch schöpfen); entrahmte Frischmilch
entraten (er enträt), entriet, hat entraten v e r
altend einer Sache, jmds. e. auf etw., jmdn. ver
zichten: jvorw. in Verbindung mit einem Modalverbj
er konnte, wollte ihrer Hilfe nicht e.
enträtseln jsw. Vb.; hat/ etw., was unklar, rätselhaft
ist, (für sich) klären: ein Geheimnis e.; eine alte
Schrift e .; dieses ’ Geschreibe ist kaum zu e. (zu
entziffern)
entrechten, entrechtete, hat entrechtet jmdn . sein er
(politischen) Rechte berauben, jmdm. seine (poli
tischen) Rechte vorenthalten: jvorw. im Part. Prät.j
durch solche Maßnahmen sollten die Massen ent
rechtet werden; die entrechteten Bauern; eine
Erhebung der Entrechteten; dazu Entrechtung,
die; -, /o. PL/
Entree, das; -s, -s [atre:] veraltend,noch österr.
(unmittelbar) hinter der als Eingang an, zu einem
Haus, einer Wohnung dienenden Tür gelegener Vor-
raum: ein komfortabel eingerichtetes E.
entreißen, entriß, hat entrissen 1. jmdm. etw. e.
jmdm. etw., was er (in Händen) hält, durch heftiges
Zupacken und Ziehen wegnehmen: jmdm. die
Tasche e.; O der Tod entriß ihm die Gefährtin
— 2. geh. 2.1. es gelang ihnen, das Kind den Fluten
zu e. (aus den Fluten zu retten); etw. den Flammen
e. 2.2 . jmdn. der Lethargie e. (aus der Lethargie
herausreißen); etw.,
jmdn. der Vergessenheit e.
(wieder in die Erinnerung bringen)
entre ngus [ätronu:] in unserem vertrauten K reis:
wir werden heute abend ganz e. sein
entrichten, entrichtete, hat entrichtet geh. , a u ch
papierdt. Abgaben, den monatlichen Beitrag,
eine Gebühr e. (bezah len); wir bitten Sie, den fäl
ligen Betrag bis zum ... zu e.
entringen, entrang,hat entrungen geh. 1.1 . jmdm.
etw. e. jmdm. etw., was er (in Händen) hält, gegen
dessen heftigen Widerstand unter Anstrengung weg
nehmen: er entrang ihm die Waffe 1.2. sich jmdm. e.
sich unter Anstrengung aus jmds. Umklammerung
befreien: sie entrang sich seinen Armen —, 2. ein
Laut, Seufzer entringt sich jmdm. , jmds. Brust
(jmd. bringt mühsam, gequält einen Laut, Seufzer
hervor)
entrinnen, entrann, ist entronnen geh. einer Ge
fahr e. (entgehen 1); seinen Verfolgern e. (ent
kommen)
entrollen jsw. Vb.; hat/ geh. etw. auseinander
rollen: eine Fahne, einen Teppich e.
entrosten, entrostete, hat entrostet etw. e. den
Rost von etw. entfernen: Stahlplatten, die Träger
(vor dem Anstrich, der Lackierung) e.
entrücken jsw. Vb.; hat/ geh. jmdn. einer Sache e.
jmds. Gedanken, Empfindungen aus der Situation,
in der er sich befindet, in eine andere, vorgestellte od.
die Wirklichkeit idealisierende Situation versetzen:
jvorw. im Part. Prät.j der Wirklichkeit entrückt
sein; er saß da, den Klängen hingegeben und völlig
entrückt; dazu Entrücktheit, die; -,
jo. Pl.j u.
Entrückung, die; -, jo. Pl.j das Entrücktsein
entrümpeln jsw. Vb.; hat/: den Boden, Keller e.
(von Gerümpel frei machen)
entrüsten, sich, entrüstete sich, hat sich entrüstet
sich zornig, empört ablehnend über etw.,
jmdn.
äuß er n : er entrüstete sich über ihr Verhalten,
sein Vorgehen, über ihn; ich bin entrüstet (em
21*
324
Entrüstung — Entschlossenheit
pört)!; dazu Entrüstung, die;
/o. PLI das
Entrüstetsein
entsaften, entsaftete, hat entsaftet Obst, Beeren
e. (aus Obst, Beeren mit einem Entsafter den Saft
gewinnen); dazu Entsafter, der; -s, - Gerät, Apparat
zum Gewinnen des Saftes aus Obst, Gemüse
entsagen/sw. F6.; hat/ geh. einer Sache e. auf etw.,
das einem lieb ist, (schweren Herzens) verzichten:
einer liebgewordenen Gewohnheit e.; als Nonne
hatte sie gelobt, der W elt zu e.; dazw Entsagung,
die; -en
entsagungsvoll /Adj./ geh. (aws Pflichterfüllun g)
auf das verzichtend, w einem lieb ist: ein ent
sagungsvolles Leben führen
entsalzen /sw. Vb.; hat/ etw. e. ans einer Substanz
gelöste Salze entfern en: Meerwasser, Rohöl e.
Entsatz, der; -es, Io. PL/ Mil. Kampfhandlungen
zur Befreiung belagerter od. eingeschlossener T rup
pen durch von außen herangeführte Truppen: ein
Bataillon zum E. heranführen
Entsatz Mil.| -armee, d ie; -truppe, die
entschädigen fsw. Vb.; hat/ jmdn. e. jmdm. für
einen Schaden, den man ihm verursacht hat, der ihm
entstanden ist, einen Ausgleich zahlen, zukommen
lassen : jmdn. angemessen, mit einer hohen Summe
(für den Verlust) e .; die Grundstücke müssen ge
räumt werden, die Eigentümer werden entschädigt
Entschädigung, d ie; -,
-en 1.1. /o. PI./ das Ent
schädigen 1.2. das, bes. eine Geldsumme, womit jmd.
entschädigt wird: sie bekommen eine E. (von
300 Mark); (jmdm.) eine E. (für etw.) zahlen
entschädigungslos /A d j.; nicht präd.j: eine ent
schädigungslose Enteignung (Enteignun g ohne
Entschädigung)
entschärfen /sw. Vb.; hat/ 1. eine Bombe, Mine e.
(an einer Bombe, Mine die Zündvorrichtung ent
fernen) — 2. /vorw. BRD/ einen Konflikt, eine Aus
einandersetzung e. (so beeinflussen, daß der K on
flikt, die Auseinandersetzung weniger explosiv wird)
Entscheid, der; -(e)s,
-e förmlich ausgesprochene
Entscheidung bes. eines behördlichen, gesellschaft
lichen Organs o. ä .: nach dem E. des Kreisgerichts
ist er verpflichtet...; den E. des Arztes abwarten
entscheiden, entschied, hat entschieden f / auch
entscheidend, entschieden/ 1.1. sich e. sein H an deln ,
Verhalten bewußt und gezielt auf eine von zwei od.
mehreren Möglichkeiten festlegen: du mußt diche.,
was du tun willst; wofür hast du dich entschieden?;
er kann sich nicht e., hat sich sehr schnell ent
schieden; „welchen Stoff möchten Sie?“ „Ich ent
scheide mich für*den blauen“ 1.2. jmd. entscheidet
etw. jmd. legt bei zwei od. mehreren Möglichkeiten
des Handelns, Verhaltens fest, was zu realisieren ist:
er soll e., was geschehen soll; das muß der Direktor
e .; darüber wird eine Kommission e .; er hat anders
entschieden; die Sache ist noch nicht entschieden
1.3 . dieses Ereignis entschied (über) sein weiteres
Leben (war für sein weiteres Leben bestimmend);
dieses Ereignis war entscheidend für ih n; das Los
soll e., wer eine Karte bekommt 1.4 . morgen wird
(es) sich e. (wird geklärt, stellt sich heraus), ob ...;
das entscheidet sich erst nach seiner Rückkehr
1.5. Sport einen Wettkampf für sich e. (einen
Wettkampf gewinnen) (können)"1; das Spiel ist
noch nicht entschieden (es ist noch nicht eindeutig,
wer das Spiel gewinnen wird)
entscheidend /A dj.; / auch entscheiden/ von rich
tungweisender Bedeutung: das ist eine entschei
dende Verbesserung (eine Verbesserung, durch die
die Qualität von etw. erheblich gesteigert wirdl); die
Lage hat sich e. verändert; eine entscheidende
Veränderung; e. dafür ist, daß ...
Entscheidung, d ie ; -,
- en 1.1. /zu entscheiden 1.1 u.
1.2/ das (Sich)entscheiden: eine E. treffen, fällen,
herbeiführen (etw. entscheiden 1.2); du mußt zu
einer E. kommen (mußt dich entscheiden); Ent
scheidungen aus dem Wege gehen 1.2. fzu ent
scheiden 1.2/ das, was entschieden wird, worden ist:
die E. des Gerichts besagt, lautet dahin, daß ...
Entscheidungsl -befugnis, die Befugnis, (über) etw.
zu entscheiden: der Abteilungsleiter hat in diesem
Falle keine E .;
-findung, d ie; -,
-en fachspr. das
Erarbeiten einer Entscheidung (1.2), einer künftigen
Verfahrensweise: das Zusammenwirken verschie
dener Fachleute, von Richtern und Laien bei
der E .; jmdn. an der E. beteiligen; -lauf, der
Sport Endlauf; -spiel, das Sport Spiel, das nach
Spielende bei Gleichstand nach Punkten od. Torrn
zwischen zwei miteinander im Wettkampf stehenden
Mannschaften angesetzt wird, um den Sieger zu er
m itteln; -Vorbereitung, die fach sp r. vorbereitende
Arbeiten für die Entscheidungsfindung
entschieden /A d j.; / auch entscheiden/ 1. ein e
ausgeprägte, eindeutige M einung entschlossen ver
tretend, zum Ausdruck bringend: er ist ein ent
schiedener Gegner dieser Auffassung; seine Haltung
ist in diesem Punkte sehr e.; etw. e., auf das ent
schiedenste ablehnen — 2. / nicht präd./ eindeutig,
klar ersichtlich: das ist e. (gewiß, bestimmt) zuviel,
das beste; das ist ein entschiedener Vorteil; das ist
e. ein Gewinn; zu 1 Entschiedenheit, die; -, /o. Pl.f
entschiedene Haltung: er behauptete dies mit
(aller) E.
entschlacken /sw. V b.; hat/: den Körper e. (durch
Medikamente, entsprechende Ernährung den Körper
von belastenden, nicht nutzbaren Stoffwechselproduk
ten befreien); dieser Tee entschlackt
entschlafen (er entschläft), entschlief, ist ent
schlafen geh. verhüll, (ohne Qualen) sterben: er
ist friedlich e.
entschleiern /sw. Vb.; hat/ geh. 1. etw. enthüllen
(2.1): ein Geheimnis, Rätsel e.
—
2. das Gesicht e.
(einen vor das Gesicht gezogenen Schleier Zurück
schlagen, entfernen, so daß das Gesicht zu sehen ist)
entschließen, sich, entschloß sich, hat sich en t
schlossen j / auch entschlossen/ (nach Erwägen,
Zögern) zu der Absicht gelangen, etw. Bestimmtes zu
tun, sich in bestimmter W eise zu verhalten: er hat
sich sofort entschlossen, konnte sich noch nicht e.;
ich habe mich entschlossen abzufahren; ich kann
mich nicht dazu e.; du mußt dich e., ob du mit
kommen willst (oder nicht); er ist zu diesem
Schritt entschlossen; kurz entschlossen sagte er zu
Entschließung, die; -,
-en die den gemeinsamen Wil
len zu bestimmtem Handeln einer (versammelten)
Gruppe von Personen ausdrückende Erklärung: eine
E. einbringen, annehmen, verabschieden
Entschließungs|entwurf, d e r: der Versammlung
einen E. vorlegen
entschlossen /Adj.; / auch entschließen/ von
festem Willen und unbeirrbarer Haltung (zeugend):
ein entschlossener Verfechter dieser Auffassung;
sein entschlossenes Eintreten für diese Sache; dazu
Entschlossenheit, die; -, j o . P L I
entschlüpfen — entspannungsfeindlich
325
entschlüpfen jsw. Vb.; ist/ 1. (unbemerkt) schnell
und gewandt jmdm. od. einer bedrohlichen, un
angenehmen Situation entkommen: ist mir der
Bengel doch entschlüpft! — 2 . die Bemerkung, das
ist mir so entschlüpft (entfahren)
Entschluß, der; Entschlusses, Entschlüsse A b
sicht, zu der sich jmd. entschlossen hat: einen E. /
fassen, revidieren, umstoßen, bereuen; das war ein
schneller, schwerer E. (zu der Absicht hat sich jmd.
schnell, zögernd entschlossen); du mußt (endlich)
zu einem E. kommen
entschlüsseln jsw. Vb.; hat/ etw. e. aus einem
chiffrierten, kodierten Text den ursprünglichen Text
herstellen-, eine geheime Nachricht e .; O ein Ge
heimnis e. (hinter ein Geheimnis kommen); eine
rätselhafte Andeutung e.; da zu Entschlüsselung,
die; -,
- en fvorw. Sg .j
entschuldbar fA dj.; nicht adv./ so beschaffen, daß
man es entschuldigen kann : unter diesen Umständen
ist sein Verhalten e.
entschuldigen jsw. Vb.; hat/ 1.1. sich e. jmdn. bit
ten, einem od. jmdm. ein fehlerhaftes Verhalten
nachzusehen, nicht nachzutragen', sich bei jmdm.
für etw. e .; das war nicht recht von dir, entschul
dige dich (dafür, bei ihm)!; sich für sein Zuspät
kommen e. 1.2. /als Bittej jmdm. fehlerhaftes
Verhalten nachsehen, nicht nachtragen: e. Sie
dieses Versehen, meine Unaufmerksamkeit!; fin
Höflichkeitsformelnl bitte, e. Sie, e. Sie bitte!;
e. Sie bitte die Störung, daß ich störe! 1.3. jmdn.,
sich e. jmdm. unter Angabe des Grundes mitteilen,
daß jmd., daß man nicht anwesend sein kann: ein
Kind in der Schule e.; sich beim Abteilungsleiter
e.; er fehlt entschuldigt; Herr N läßt sich e., er
ist verreist 1.4 . jmdn., etw. e. jmds. zunächst nicht
zu billigendes Verhalten, einen zunächst nicht zu
billigenden Zustand, Sachverhalt als begründet ver
ständlich machen: sie nimmt ihn in Schutz und
entschuldigt ihn immer; sein Verhalten, dieser
Zustand ist nicht, mit nichts zu e .; etw. entschul
digt etw., jmdn: das entschuldigt (alles) nicht seine
Nachlässigkeit; damit ist das nicht zu e.
Entschuldigung, d ie ; -,
-en 1.1. Grund, Begründung,
die dazu dient, etw., jmdn. zu entschuldigen: dafür
gibt es keine E.; etw. als E. gelten lassen; etw. zu
seiner, jmds. E. Vorbringen, sagen 1.2. /o. P l.f
jmdn. um E. bitten (jmdn. bitten, daß er ihm etw.
entschuldigen m öge); E. (bitte)! /Höflichkeits-
formell 1.3. Worte, mit denen sich jmd. für etw. ent
schuldigt: er stammelte eine E. 1.4 . einem Kind
eine E. (einen Zettel mit einer Erklärung, die das
K ind entschuldigen 1.3 soll) mitgeben, schreiben
Entschuldigungsl -grund, der Grund, der jmdn. ent
schuldigt (1.4); -Zettel, der Entschuldigung (1.4)
entschweben jsw. Vb.; ist/ 1. sich schwebend ent
fern en: der Ballon entschwebte in die Lüfte —
2. spött. in geziert graziöser Bewegungsart davon
gehen: Fräulein N wandte sich ab und entschwebte
(in d en Saal)
entschwinden, entschwand, ist entschwunden geh.
1. verschwinden: er, das Auto entschwand (im Ne
bel, unseren Blicken) — 2 . das, sein Name ist mir,
meinem Gedächtnis entschwunden (das, seinen
Namen habe ich nicht mehr im Gedächtnis) — 3 . wie
die Jahre e. (vergehen 1)!
entseelt /Adj./ veraltend geh.; er sank e. (leblos,
tot) zu Boden
entsenden, entsandte, auch entsendete, hat ent
sandt, auch entsendet jmdn. m it einem (offiziellen)
Auftrag irgendwohin schicken: ein Bote wurde
(nach N) entsandt; einen Delegierten (zu einem
Kongreß) e.
entsetzen /sw. Vb.; hat/ 4.1. etw. entsetzt jmdn.
etw. macht jmdn. fassungslos vor Schreck, Abscheu,
Empörung: sein Anblick entsetzte mich; ich bin
entsetzt (darüber); sich entsetzt abwenden 1.2.
veraltend sich e. vor Schreck, Abscheu, Empörung
aus der Fassung geraten: sie entsetzte sich bei die
sem Anblick
Entsetzen, das; -s, /o. Pl.j mit Grauen, Abscheu,
Empörung verbundener Schreck: starr vor E. sein;
E. spiegelte sich auf seinem Gesicht; ich höre mit
E., zu meinem E., daß ...
entsetzen!erregend fAdj.f Entsetzen hervorrufend:
ein entsetzenerregender Anblick
entsetzlich /Adj.f 1. furchtbar, schrecklich: ein
entsetzliches Verbrechen; ein entsetzliches Bild
bot sich unseren Augen; das ist ja e.!
—
2. umg.
Idrückt emotional in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: dort war ein entsetzliches (sehr großes)
Gedränge; ich habe (einen) entsetzlichen Hunger;
/adv./ es ist e. (sehr) heiß heute, dauert e. lange;
wir froren e.
entseuchenjsw. Vb.; hat/ 1.1. ein Gebiet e. (von
radioaktiver od. chemischer Verseuchung befreien und
es wieder nutzbar machen) 1.2. einen Raum des
infizieren; dazu Entseuchung, die; -, jo. Pl.j
entsichern jsw. V b.; hat/: eine Waffe e. (durch
Lösen 1.2.1 der Sicherung 2.2 zum Schießen bereit
machen)
entsinnen, sich, entsann sich, hat sich entsonnen
sich (einer Sache, jmds.) e. sich an etw., jmdn. er
innern: ich entsinne mich eines Abends, da ...;
wenn ich mich recht entsinne, war das im Herbst
entsorgen jsw. V b.; hat/: ein Kernkraftwerk, ein
Stadtgebiet e. (den anfallenden Müll, Abfall aus
einem Kernkraftwerk, Stadtgebiet wegbringen und
deponieren, vernichten); dazu Entsorgung, die;
jo. Pl.j
entspannen jsw. Vb.; hat/ 1.1. sich, den Körper,
einen Muskel e. (die Spannung, in der sich der
Körper, ein Muskel befindet, verringern); entspannt
auf demRücken liegen 1.2. sein Gesicht entspannte
sich (aus seinem Gesicht wich die Spannung) —
2.1. sich e. sich nach einer Anspannung erholen: sich
am Abend, bei Sport und Spiel e. 2.2 . etw. ent
spannt etw. verschafft jmdm. nach einer Anspannung
Erh olu n g: gehen wir spazieren, das entspannt —
3.1. einen angespannten Zustand weniger brisant
m a ch e n : Anstrengungen unternehmen, um die
Lage in diesem Teil des Kontinents zu e. 3 .2 . die
Lage entspannte sich allmählich (wurd e allmählich
weniger angespannt)
Entspannung, die; -, jo. Pl.j 1. das Sichentspannen:
man braucht einmal eine Stunde der E .; in der
schönen Umgebung von N finden viele Urlauber
Erholung und E.
—
2. (Bestrebungen hin auf ein)
entspanntes Verhältnis zwischen Staaten unterschied
licher Gesellschaftsordnung auf der Basis der fried
lichen Koexistenz: eine Politik der E. verfolgen; für
Abrüstung und E. eintreten; die (internationale)
E. fördernde Vereinbarungen
entspannungs/Entspannungs z u E ntsp annung 2|
-feindlich jAdj.j gegen die Entspannungspolitik
326
Entspannungspolitik — entwerfen
ger ich tet: entspannungsfeindliche Politik; -politik,
die die Entspannung fördernde Politik; -prozeß,der:
den E. fördern, vorantreiben
entspannen, sich, entspann sich, hat sich entspon-
nen
zwischen ihnen entspann sich (en tstan d
allmählich) eine Diskussion, ein freundschaftliches
Verhältnis; es entspann sich ein Dialog
entsprechen (er entspricht), entsprach, hat ent
sprochen // auch entsprechend/1. etw., jmd. ent
spricht einer Sache etio., jmd. ist so, wie es einer
Sache angemessen ist, als gemäß erwartet wird: das,
der Bewerber entspricht nicht unseren Vorstel
lungen, den Anforderungen; das entspricht nicht
den Tatsachen (stimmt mit den Tatsachen nicht
überein); der Werkstoff ist nicht ersetzbar, es gibt
nichts Entsprechendes (nichts ihm Gleichkommen-
des)', für eine Tätigkeit eine entsprechende Be
zahlung bekommen; jmdn. seinen Fähigkeiten
entsprechend einsetzen — 2. ich kann Ihrer Bitte
leider nicht e. (Ihre Bitte leider nicht erfüllen)
entsprechend \Präp. mit Bat.; dem Nomen vor- od.
nachgestellt; / auch entsprechen/ 2gem äß: e. der
Anordnung, der Anordnung e.; wir werden dem
Vorschlag e. verfahren
Entsprechung, d ie; -,
- en etw., was etw. anderem (in
bestimmter W eise) gleichartig, vergleichbar ist: dieses
alte Ornament findet seine E. in einem modernen
Motiv; für dieses englische Wort gibt es im Deut
schen keine (genaue) E.
entspringen, entsprang, ist entsprungen 1. der
Fluß, Bach entspringt an diesem Berg (hat an
diesem Berg seine Quelle); die Elbe entspringt im
Riesengebirge — 2 . etw. entspringt einer Sache
etw. hat seinen Ursprung, Ausgangspunkt in etw.:
das sind Vorstellungen, die nur seiner Phantasie e.
entstammen fsw. Vb.; nur im Präs. u . Prät.j: er
entstammt(e) (stammt, stammte aus) einer alten
Bauernfamilie
entstehen, entstand, ist entstanden 1.1 . b egin n en zu
existieren, zu sein: wie das Leben auf der Erde
entstand; ein neuer Stadtteil entsteht (wird gerade
geschaffen); etw. ist im Entstehen begriffen 1.2 . als
Folge zustande kommen, sich 1ergeben (1.3): daraus
entstand ein Streit; bei dem Experiment entsteht
(bildet sich) ein Gas; sag es, damit kein Verdacht
entsteht; zu 1.1 Entstehung, die; jo. P l.j: die E.
des Lebens auf der Erde; die E. eines Romans
entsteigen, entstieg, ist entstiegen geh . einer Sache
e. 1. aus etw. steigen (1.2): dem Abteil entstieg ein
Herr, der ...
—
2. aus etw. aufsteigen (2.1): wallende
Nebel e. dem See
entsteinen /sw. Vb.; hat/: Kirschen, Pflaumen e.
(aus den Kirschen, Pflaumen die Steine entfernen)
entstellen /sw. Vb.; h at/1. etw. entstellt jmdn., etw.
etw. verändert das Aussehen von jmdm., etw. sehr
zum Negativen (und fast zur Unkenntlichkeit): die
Narbe entstellt ihn, sein Gesicht; er ist (davon)
entstellt, sieht entstellt aus; die Leitungen e. die
Landschaft — 2 . etw. so darstellen, daß ein falsches,
verzerrtes Bild der betreffenden Sache entsteht: ent
stellende Meldungen, Berichte; durch den Druck
fehler wird der Sinn des Satzes entstellt; zu 2 Ent
stellung, die; -,
- en entstellende Darstellung: der
Bericht enthält eine Reihe von Entstellungen
entstören /sw. V b.; hat/ 1.1. einen Fernsprech
anschluß e. (eine an einem Fernsprechanschluß
aufgetretene Störungbeseitigen)1.2.Elektrotechn.
ein elektrisches Gerät in einen solchen Zustand brin
gen, daß darin keine von anderen Geräten verursach
ten Störungen auftreten od. daß es andere Geräte
nicht stört: einen Motor e.; dazu Entstörung, die; -,
- en fvorw. Sg./
entströmen /sw. V b.; ist/ geh .: einer Leitung ent
strömt Gas (aus einer Leitung strömt Gas aus)
enttäuschen /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. e. jmds.
positive Erwartungen, Hoffnungen nicht erfüllen
(und ihn dadurch traurig, niedergeschlagen machen):
er hat mich, meine Erwartungen enttäuscht; von
jmdm. enttäuscht sein; ich bin tief enttäuscht;
ein enttäuschtes Gesicht machen; der Theater
abend enttäuschte (war nicht so gut, wie allgemein
erwartet wurde)
Enttäuschung, d ie ; -,
- en 1.1. Tatbestand, Ge
schehen, wodurch jmd. enttäuscht worden ist: das
war eine große, bittere E. (für m ich); er hat viele
Enttäuschungen erlebt 1.2 . /o. PI./ das Enttäuscht
sein : seine E. war groß, als er erfuhr, daß ...
entthronen fsw. Vb.; hat/: der Weltmeister wurde
entthront (sein Rekord wurde überboten)
enttrümmern /sw. Vb.; hat/: die zerbombten
Städte mußten enttrümmert (von Trümmern frei
gemacht) werden
entwachsen (er entwächst), entwuchs, ist ent
wachsen jmd. entwächst einer Sache, jmdm. jmd.
gelangt in seiner Entwicklung über ein durch etw.,
jmdn. bestimmtes Stadium hinaus (so daß er jmds.
Obhut, Führung nicht mehr bedarf und sich ihr
nicht mehr unterordnet): sie ist dem Kreis der
Jugendfreunde, ihrem Elternhaus e.
-|
-
den
Kinderschuhen e. sein
entwaffnen, entwaffnete, hat entwaffnet 1. jmdn.
e. jmdm. die Waffe(n) abnehmen: die Gefangenen
e.; der Verbrecher wurde überwältigt und ent
waffnet — 2. jmdn. durch (verblüffend) freund
liches, schlagfertiges, überzeugendes Entgegnen od.
Entgegenkommen zum Aufgeben seiner widerstreben
den Haltung bringen: ihre Liebenswürdigkeit,
Schlagfertigkeit entwaffnete ihn, war entwaffnend;
ein entwaffnendes Argument
Entwarnung, die; -,
-en /vonv. Sg./ akustisches
Signal, das den Alarmzustand für beendet erklärt:
nach einer Stunde kam (die) E., wurde E. gegeben
entwässern /sw. V b.; hat/ 1. ein Terrain e. (aus
einem Terrain im Erdboden enthaltenes über
schüssiges, unerwünschtes Wasser ableiten); ein
Sumpfgebiet e.
—
2. den Körper e. krankhafte,
unerwünschte Wasseransammlungen im Körper be
seitigen : ein Medikament zum Entwässern; dazu
Entwässerung, d ie ; - ,
- en \vorw. Sg .f
entweder /als Glied der mehrteiligen K onj. e.
...
oder; nebenordnend; disjunktiv/: / oder (1.1.3)
entweichen, entwich, ist entwichen 1. geh. en t
fliehen : drei Häftlinge sind in der Nacht (aus der
Haftanstalt) entwichen — 2 . an der defekten Stelle
entweicht Gas (tritt Gas aus); die Luft entwich
aus dem Ballon
entweihen /sw. Vb.; hat/ veraltend, oft spött.
etw. e. mit etw., was (für jmdn.) etw. Weihevolles,
Feierliches an sich hat, respektlos verfahren: ein
Ideal, Andenken e.
entwenden, entwendete, hat entwendet geh. etw.
stehlen (1): es ist Geld (aus der Kasse) entwendet
worden; er hat ihm die Brieftasche entwendet
entwerfen (er entwirft), entwarf, hat entworfen
entwerten — Entwurf
327
1.1. etw. nach eigenen Ideen modellhaft zeichnen:
ein Kleid, neues Modell, Muster, einen Bauplan e.
1.2. einen Text zunächst nur in seinen Grundzügen
formulieren, noch nicht in allen Einzelheiten aus
arbeiten: (den Text für) eine Resolution, Rede e.
—
2. in seiner Rede entwarf er ein eindrucksvolles
Bild (gab er eine eindrucksvolle Schilderung) jener
Zeit, seiner Persönlichkeit
entwerten, entwertete, hat entwertet 1. einen Fahr
schein, eine Briefmarke e. (als fü r jede weitere
Nutzung nicht verwendbar kennzeichnen) — 2. etw.
in seinem Wert herabsetzen, mindern: das Geld
wurde, war entwertet; zu 2 Entwertung, die; -,
Io.Pli
entwjckeln /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw.,
jmd. ent
wickelt sich etw. ,
jmd. verändert sich fortlaufend
hin zu neuen, oft höheren Qualitäten, zu einem fort
geschrittenen Zustand: etw. entwickelt sich in
Gegensätzen; die sich entwickelnde Gesellschaft;
die entwickelte (einen fortgeschrittenen Zustand er
reicht habende) sozialistische Gesellschaft; die Be
ziehungen e. sich zufriedenstellend; er hat sich
(in der Schule) gut entwickelt; die Pflanzen e.
sich (gedeihen) hier gut; etw., jmd. entwickelt sich
zu etw .: das ehemalige Agrarland hat sich zu einem
Industriestaat entwickelt; er hat sich (vom Jüng
ling) zum Mann entwickelt; etw. entwickelt sich
aus etw.: aus der Puppe entwickelt sich der
Schmetterling; aus dem Gespräch entwickelte sich
ein Streit; hei der Verbrennung entwickelt sich
(entsteht) Gas 1.2. sie ist schon voll, noch nicht so
entwickelt (zu voller, noch nicht zu voller körper
licher Reife gelangt) 1.8 . etw. entwickelt etw. etw.
läßt etw. entstehen: die Kohle, der Ofen entwickelt
große Wärme — 2 . neue Maschinen, Methoden,
ein neues Medikament, Verfahren e. (erdenken und
kontinuierlich, in mehreren Stufen hersteilen, schaf
fen) — 8 .1. jmdn. heranbilden (1): der Betrieb soll
selbst Kader, Fachkräfte e. 8 .2 . die Volkswirt
schaft planmäßig e. (bewußt zu einem fortgeschritte
neren Zustand führen) — 4. etw, folgerichtig, Punkt
für Punkt darlegen: er entwickelte (uns) seinen
Plan, seine Theorie — 5 . etw. entfalten (3): (bei
einer Tätigkeit) Eifer, Phantasie e.
—
6. einen
Film e. (einen belichteten Film mit Chemikalien
behandeln, so daß die aufgenommenen Bilder sicht
bar werden); die Aufnahmen sind noch nicht ent
wickelt
Entwickler, der; -s, - Fotogr. zum Entwickeln (6)
dienende Flüssigkeit
Entwicklung, die; -en 1. das Sichentwickeln: etw.
nimmt eine rasche, ungestörte E .; das ist eine
erfreuliche, gefährliche, rückläufige E .; eine dialek
tische, gesetzmäßige E .; jmds. berufliche, gesell
schaftliche E .; in diesen Ländern vollzieht sich
eine revolutionäre E. (ein revolutionärer Prozeß),
vollziehen sich demokratische Entwicklungen; die
E. vom Kind zum Erwachsenen; die E. (das E nt
stehen 1.2) von Rauch, Dampf — 2. fo. Pl.f körper
licher Reifeprozeß des Menschen: er ist jetzt in der
E.
8. fo. PLI das Entwickeln (2): die E. eines
Verfahrens; eine Abteilung für Forschung und E.
—
4. Io. PL/ das Entwickeln (3): die planmäßige E.
der Volkswirtschaft
Entwieklungs/entwjcklungs| -alter, das fo . P l.f
Lebensabschnitt, in dem sich der körperliche R eife
prozeß des Menschen vollzieht: der Junge ist jetzt
im E.;
-bedingt /Adj.; nicht adv./ durch eine, die
Entwicklung (1, 2) bedingt: entwicklungsbedingte
Schwierigkeiten; -etappe, die Etappe einer E nt
wicklung (1); -fähig /Adj.; nicht adv./ sich noch
weiter entwickeln (1.1) könnend od. entwickeln (3)
lassen d : entwicklungsfähige Kader; die Forschung
auf diesem Gebiet ist noch e.;
-gang, der fo, Pl.f
Gang (4) einer Entwicklung (1): der geschichtliche,
jmds. persönlicher E .;
-geschiehte, die /o. PL/ Teil
gebiet der Biologie, das sich mit der individuellen
und stammesgeschichtlichen Entwicklung der Orga
nismen befaßt; dazu -geschichtlich /Adj./; -gesetz,
das einer Entwicklung (1) innewohnende Gesetz
m äßigkeit: die Entwicklungsgesetze in Natur und
Gesellschaft; -helfer, der /BRD; Bez. für jmdn.,
der im Rahmen der Entwicklungshilfe in einem Ent
wicklungsland tätig ist/; -hilfe, die /BRD; euphemi
stische, der Verschleierung neokolonialistischer Ziele
dienende Bez. für die aus imperial. Ländern in die
Entwicklungsländer fließenden Gelder, Waren und
Leistungen/; -jahre, die /PL/ vgl.
- alter; -land, das
(ehemaliges Kolonial)land mit nur wenig entwickel
ten Produktivkräften und infolge kolonialer Aus
beutung, langer Abhängigkeit wenig entwickelter
Wirtschaft und niedrigem sozialem Niveau; -linie,
die Entwicklungen (1) als kontinuierliche Stufen
folge in einer Richtung gesehen: geschichtliche Ent
wicklungslinien aufzeigen; -möglichkeit, die M ög
lichkeit, sich zu entwickeln (1.1): der Betrieb bietet
ihm gute Entwicklungsmöglichkeiten; -phase, die
vgl.
- etappe; -prozeß, der Prozeß, Ablauf einer
Entwicklung; -richtung, die Verlauf einer Ent
wicklung auf ein bestimmtes Ziel zu; -roman, der
Literaturwiss. Roman, der die Entwicklung einer
Zentralfigur von der Kindheit, Jugend bis zur ge
reiften Persönlichkeit wiedergibt; -Stadium, das in
einer Entwicklung (1) erreichtes Stadium; -stufe,
die vgl.
-Stadium; -tempo, das /o. Pl.j Tempo, in
dem sich eine Entwicklung (1) vollzieht; -tendenz,
die vgl.
- richtung
entwirren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. ungeordnet Ver
schlungenes in einen geordneten Zustand bringen:
die Leinen, ein Garnknäuel e.
—
2. eine verworrene
Angelegenheit durch-, überschaubar machen: die Ver
hältnisse dort, die Zusammenhänge sind kaum zu e.
entwischen /sw. Vb.; ist/ umg. (schnell und) ge
schickt entkomm en: der Bursche ist mir, ist durchs
Fenster entwischt
entwöhnen /sw. V b.; hat/ jmdn. (einer Sache) e.
jmdn. von etw. Gewohntem, einer Gewohnheit ab
bringen: fvorw. in der Form/ einer Sache entwöhnt
sein: er war dieser Arbeit völlig entwöhnt; er soll
entwöhnt werden (ihm soll der Gebrauch eines
süchtig machenden Mittels abgewöhnt werden); einen
Säugling e. (einem Säugling allmählich statt Mutter
milch andere Nahrung geben); dazu Entwöhnung,
die; -, fo. Pl.j
entwürdigen jsw. Vb.; hat/ jmdn. seiner Würde
berauben, jmdn. erniedrigen: sich nicht e. lassen;
sie mußten unter entwürdigenden Bedingungen
leben; eine entwürdigende Behandlung
Entwurf, der; -(e)s, Entwürfe /zu entwerfen 1/ 1.1*
entioorjenes Modell, entworfene Zeichnung: ein E.
für ein neues Stadtviertel; Entwürfe zeichnen, vor
legen 1.2. entworfener Text: einen E. (für eine
Resolution) verfassen; damals entstand der E. zu
dem Roman
328
entwurzeln — Epigram m
entwurzeln /sw. V b.; hat/ 1. der Sturm hat viele
Bäume entwurzelt (aus der Erde gerissen und um
gestürzt) — 2. die Ausgewanderten waren ent
wurzelt (auf Grund des Verlustes des angestammten
Lebensbereiches nicht in der Lage, in dem neuen
Lebensbereich festen Fu ß zu fassen)
entziehen, entzog, hat entzogen 1. jmdm. , einer
Sache etw. e. 1 .1 . jmdm. seine Hand e. (seine
Hand aus jmds. Hand ziehen) 1.2. einer Sache etw.
e.: die Pflanze entzieht dem Boden Wasser
(nimmt.aus dem Boden Wasser in sich auf); einem
Gemisch Flüssigkeit, Fett e. (Flüssigkeit, Fett aus
einem Gemisch entfernen) 1*3. jmdm. etw. e. jmdm.
etw. (wegnehmen und) nicht mehr gewähren: jmdm.
die Fahrerlaubnis, Zuwendungen, die Zigaretten,
Drogen e.; <0 jmdm. das, sein Vertrauen e.; da
mit ist diesen Machenschaften der Boden ent
zogen 1.4 . etw. jmds. Zugriff e. (unmöglich machen,
daß etw. weiterhin jmds Zugriff ausgesetzt ist); die
Kinder waren damit ihrer Kontrolle entzogen —
2. sich einer Sache, jmdm. e. 2 .1 . sich einer Um
armung e. (sich aus einer Umarmung losmachen);
O sich jmds. Charme, Reiz nicht e. können (jmds.
Gharme, Beiz erliegen) 2.2. geh. sich von etw.,
jmdm. zurückziehen: er hat sich dem Treiben ent
zogen, entzieht sich seinen Freunden: O der See
entzog sich unseren Blicken (verschwand aus
unserem Blickfeld) 2.3 . sich einer Sache e. einer
Sache durch eigene Aktivität entgehen: er konnte
sich der Verhaftung (durch die Flucht) e. 2 .4 .
geh. sich einer Pflicht e. (eine Pflicht nicht wahr
nehmen, nicht auf sich nehmen); sich der Verant
wortung e. 2.5. gespreizt etw. entzieht sich
jmds. Kenntnis (jmd. weiß von etw. nichts); das
entzieht sich Ihrer Beurteilung (das kön nen S ie
nicht beurteilen)
Entziehungs| -erscheinungen, die jPl.f durch Ent
ziehen, bes. von Drogen, hervorgerufene Erscheinun
gen bei einem Süchtigen: jmd. zeigt, hat E.;
- kur,
die Kur (1), durch die ein Suchtkranker entwöhnt
werden soll
entziffern fsw. Vb.; hat/ etw. schwer Lesbares nur
mühsam lesen können: jmds. Handschrift e.; die
Inschrift ist schwer, kaum zu e.
entzücken fsw. Vb.; hat; /* auch entzückend/ etw.,
jmd. entzückt jmdn. etw.,
jmd. erregt (plötzlich)
jmds. helle Freude, Begeisterung und Wohlgefallen:
der Anblick, die Kleine entzückte uns; jmd. ist
von etw., jmdm. entzückt; ich bin entzückt, Sie
zu sehen; etw. entzückt betrachten
Entzücken, das; -s, fo. Pl.f (plötzliche) helle Freude,
Begeisterung: etw. versetzt jmdn. in E., ruft jmds.
E. hervor; etw. mit E. betrachten, vernehmen
entzückend /Adj.; / auch entzücken/ Entzücken
hervorrufend, reizend: ein entzückendes Kind; ein
e. besticktes Kleid; die Bluse ist e.
Entzug, der; -(e)s, fo. PL ; zu entziehen 1.2 u. 1 .3/;
zu 1.2: der E. von Flüssigkeit; zu 1.3: der E. der
Fahrerlaubnis
Entzugs|erscheinungen, die fPl.f Entziehungser
scheinungen
entzünden, entzündete, hat entzündet 1.1.1. g eh .
etw. anzünden (1.1): eine Kerze, das Feuer im
Kamin e. 1 .2 . die Kohlen haben sich entzündet
(sind von selbst in Brand geraten) — 2. sich e.
entfacht (1.2) werden: geh. eine Leidenschaft, Haß
entzündet sich*1; daran, an dieser Frage entzündete
sich ein Streit — II . etw. entzündet sich etw. rötet,
erhitzt sich und schwillt an auf Grund pathologischer
Vorgänge im, am Körper: die Wunde hat sich ent
zündet; der Finger ist entzündet; entzündete
Augen
entzündlich /Adj.; nicht adv.f I. eine Entzündung
(I) anzeigend, hervorrufend: ein entzündlicher Pro
zeß — II . entzündliche (leicht brennbare) Substan
zen, Materialien
Entzündung, die; -,
- en I. Krankheit, krankhafter
Zustand, wobei etw. entzündet ist: eine E. (im Arm)
haben; eine E. der Luftwege — H .l.l. das An
zünden (1.1) 1.2. das Sichentzünden
entzwei fAdj.; nur präd.f 1.1. in Stücke gegangen,
in einzelne Teile auseinandergegangen: die Vase,
das Spielzeug ist e. 1 .2 . unser Radio ist e. (defekt)
en'zweien fsw. Vb.; hat; von jeweils zwei Partnern,
Parteienf 1.1. sich e .<durch Streit dahin kommen,
daß man einander feindlich gesinnt ist: die Ge
schwister haben sich entzweit, sind mit den Eltern
entzweit 1.2 . zwei Partner, Parteien e. bewirken,
daß zwei Partner, Parteien miteinander uneinig
we den: er, dies hat die Freunde entzweit
entzwei| -gehen fVb.f 1.1. in Stücke gehen, in
einzelne Teile zerbrechen: der Teller ist entzwei
gegangen 1.2. der Plattenspieler ist entzwei -
gegangen (ist defekt); -machen fVb.f etw. dadurch,
daß man es in Stücke gehen läßt od. einzelne Teile
unbrauchbar macht, insgesamt unbrauchbar machen :
der Junge hat das Spielzeug, die Uhr entzwei -
gemacht; -reißen /Vb.; hat/ etw. zerreißen: den
Brief e.
en vogue [ävo:k] geh.: etw. ist e. (ist zur Zeit
sehr in Mode, aktuell)
Enzian, der; -s, - [ . .a:n] 1. fo. Pl.f im Hochgebirge
wachsende Pflanze mit leuchtend blauen, auch gelben
od. lila glockenförmigen Blüten — 2. /bei Mengen
angabe PI. Enzian/ aus den Wurzeln von 1 her-
gestellter Branntwein: einen E. trinken; bitte drei
E.!
Enzyklika, die; Enzykliken [..y:..] Rel. kath.
eine autoritative Stellungnahme zu kirchlichen Fra
gen enthaltendes Rundschreiben des Papstes an die
Kirche
Enzyklopädie, die; -,
-n [..tsy..,
.. tsi.., PI. ..i:on]
einen Überblick über alle Wissensgebiete od. ein
Wissensgebiet gebendes Nachschlagewerk; dazu enzy
klopädisch fAdj.f in der Art einer Enzyklopädie:
ein enzyklopädisches Werk
Enzym, das; -s,
- e [..y:m ] Biol. in lebenden
Zellen gebildeter Stoff, der den Stoffwechsel des
Organismus steuert
EOS, die; -,
-
[e:o:|es] fK u rzw . fü r erweiterte Ober
schule/ s. erweitern
Epaulette, die; -,
-n fvorw. Pl.f [epo..] veraltend
Schulterstück der (Parade)uniform der Offiziere
Epidemie, die; -,
-n [..i:on] massenhaftes Auftreten
einer Infektionskrankheit in einem bestimmten Ge
biet und Zeitraum: eine E. ist ausgebrochen; dazu
epidemisch fAdj.f
Epidermis, die; -, fo. Pl.f, fachspr. Epidermen
Med. Biol. oberste Schicht der Haut
epigonal fAd j.; vorw. attr.f: die epigonale (von
Epigonen stammende) Literatur dieser "Epoche
Epigone, der; -n,
- n bedeutende Vorbilder nach
ahmender Künstler, der selbst nicht schöpferisch ist
Epigramm, das; -s, -e Sinnspruch, Sinngedicht
epigrammatisch — Erbauer
329
epigrammatisch fAdj.f kurz und treffend und scharf
pointiert: etw. in epigrammatischer Kürze, Schärfe
sagen, zusammenfassen
Epik, die; -, jo, Pl.f erzählende Dichtung als litera
rische Gattung; dazu Epiker, der; -s, -
Verfasser
(vorwiegend) epischer Dichtung
Epilepsie, die;
fo. Pl.f anfallsweise auftretende
Krankheit, die sich bes. in Krämpfen, Zuckungen
und kurzer Bewußtlosigkeit äußert; dazu Epileptiker,
der; -s,
-
an Epilepsie Leidender u. epileptisch
fAdj.; nicht adv.f: ein epileptischer (von Epilepsie
verursachter) Anfall
Epilog, der; -(e)s, -e eine Dichtung, bes* ein Buhnen
werk, abrundender, oft dessen Sinngehalt zusammen
fassender Schlußteil
gpisch /Adj.f der Epik entsprechend: die epische
Dichtung (Epik); ein episches Gedicht (Epos);
epische Elemente in einem Drama; etw. in epischer
Breite (sehr, allzu ausführlich) erzählen
Episkopat, der, das; *(e)s, -e Rel. kath. 1. Amt
eines Bischofs — 2. Gesamtheit der Bischöfe (eines
Landes)
Episode, die; -,
- n 1*1. kürzeres, nicht allzu be
deutendes, in sich geschlossenes Geschehen (innerhalb
eines größeren Geschehens): eine kleine, lustige E.
(aus seinem Leben erzählen); die Bekanntschaft
war nur eine E. 1 .2. in einem literarischen W erk
enthaltenes Stück in der A rt von 1.1: in den Roman
eingestreute Episoden
Epistel, die; -,
- n umg. scherzh. allzu langer,
wortreicher B rief: sie schrieb seitenlange Episteln
Epitaph, das; -s, -e meist an einer Kirchenwand
angebrachte Tafel zur Erinnerung an einen Ver
storbenen mit Inschrift (und bildlicher Darstellung)
Epizentrum, das Geol. senkrecht über einem Erd
bebenherd an der Erdoberfläche gelegenes Gebiet
epochal fAdj.f geh. epochemachend: eine Ent
deckung von epochaler Bedeutung
EpQche, die; -n längerer historischer Zeitabschnitt
unter dem Aspekt der ihn bes. prägenden gesell
schaftlichen Kräfte, der ökonomisch-technischen Ver
hältnisse: am Beginn einer neuen E.; die E. des
Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus;
in der E. der Raumfahrt
+ etw. macht E. etw. erlangt eine fundamentale,
richtungweisende Bedeutung: die Erfindung hat E.
gemacht
epqche|machend fAdj.; nicht adv.f von fundamen
taler, richtungweisender, einen Zeitabschnitt mit
prägender Bedeutung: eine epochemachende Er
findung, Leistung; das Buch war e.
Epos, das; Epen umfangreiche erzählende Dich
tung in Versen: die großen Epen des Mittel
alters
Equipe [eki:p], Equipe [ekip], die; -,
-n [..pon]
Sport Auswahlmannschaft, bes. im Reitsport
er, auch er fPers.pron. 3. Pers. Sg .; Mask.; Bez.
für eine bereits genannte, in Rede stehende männ
liche Person od. Sache mit maskulinem Genusfz
„ w o ist der Vater?“ „E r ist im Garten“ ; hol bitte
den Mantel, er hängt im Schrank; er wird schon
kommen, der Bursche; da war er wieder, der
schreckliche Gedanke; / seiner, ihm, ihn
erachten, erachtete, hat erachtet geh. etw., jmdn.
als, für etw., jmdn. e. etw., jmdn. als etw., jmdn.
ansehen, in bestimmter W eise einschätzen: ich er
achte das für eine Bosheit, ihn für einen an
ständigen Menschen; etw. als gut, für notwendig e.
Erachten, das; -s
4 meines Erachtens fAbk. m .E ./, nach meinem
E. (meiner Meinung, Ansicht nach)
erahnen fsw. Vb.; hat/ etw. ahnend erfassen (4):
was er meint, muß man mehr e., als man es er
kennen kann; die Gegenstände waren im Dunkeln
nur zu e.
erarbeiten, erarbeitete, hat erarbeitet 1. (sich) etw.
e. sich etw. durch intellektuelles Durchdringen klar
machen und aneignen: sich den Inhalt einer
Schrift e.; Lehrer und Schüler e. gemeinsam den
Lehrstoff — 2, etw. ausarbeiten (1.1): eine Vorlage,
Analyse e.
—
3. sich etw. e. etw. von Einkünften
aus eigener Arbeit erwerben: der gemeinsam er
arbeitete Besitz (eines Ehepaares); zu 1 u. 2
Erarbeitung, die; fo. P l.f
Erb| -anlage, die fvorw. Pl.f Biol. an die elterlichen
Gene gebundene Voraussetzung für die Entwicklung
körperlicher Eigenschaften bei Individuen der folgen
den Generation; -anteil, der jmdm. zustehender A n
teil an einem xErbe
erbarmen fsw. Vb.; hat/1.1 . veraltend sichjmds.
e. jmdm. aus Mitleid helfen: wer wird sich nun
des Kranken, des Kindes e.?; O scherzh. „wer
macht den Abwasch?“ „Nun, ich werde mich e.“
(werde mich dessen annehmen, es tun) 1.2. etw.,
jmd. erbarmt jmdn. etw., jmd. erregt jmds. M it
leid und veranlaßt ihn zu helfen: das Elend, der
weinende Junge erbarmte sie
Erbarmen, das; -s, jo. Pl.f veraltend Hilfs
bereitschaft bewirkendes Mitleid: E. mit jmdm.
haben; jmd. kennt kein E. (ist unnachsichtig)
4 umg. zum E. als Leistung sehr schlecht, erbärm
lich: ihr Gesang war zum E .; sie singt zum E.
erbarmens|wert fAdj.f mitleiderregend: er ist ein
erbarmenswerter Mensch
erbärmlich fAdj.f 1. elend (1,2 .1), jämmerlich: wir
fanden ihn, die Wohnung in einem erbärmlichen
Zustand — 2. moralisch verachtenswert, verwerflich,
gemein: er ist ein erbärmlicher Lump, hat e. ge
handelt — 3. als Leistung sehr schlecht: der Vor
trag war ein erbärmliches Machwerk; dazu Erbärm
lichkeit, die; jo. PI f
erbarmungslos fAdj.f ohne Erbarmen, ohne Nach
sicht: er forderte e., daß ...; e. schlug er auf das
Tier ein
erbauen fsw. Vb.; hat/ I. fvorw. im Prät. Pass.;
von größeren, bes. repräsentativen Gebäuden, Bau
werken!: das Theater wurde in den Jahren 1870
bis 1875 erbaut (gebaut) — 11.1.1. geh., oft iron.
sich (an etw.) e. durch etw. in ein erhebendes Gefühl
von Freude, Wohlgefallen versetzt werden: wir er
bauten uns an den wunderbaren Klängen 1.2.
veraltend etw. erbaut jmdn. etw. versetzt jmdn.
in ein erhebendes Gefühl von Freude, Wohlgefallen:
der Anblick erbaute uns 1.3 . umg. (von etw.,
jmdm.) nicht erbaut sein etw., jmdn. in bestimmter
Hinsicht nicht (besonders) mögen: wir waren von
ihm, seinen Plänen gar nicht, nicht besonders,
wenig erbaut; er ist nicht erbaut (davon, darüber),
daß wir kommen wollen
Erbauer, der; -s, - 1.1. /nur im Pl.f diejenigen,
die am Aufbau eines Bauwerkes, bes. eines Ensem
bles von Gebäuden, mitgearbeitet haben: die E. des
neuen Stadtzentrums; <£> die E. des Sozialismus,
Kommunismus 1.2. fvorw. auf die Errichtung histo-
330
erbaulich — Erbrecht
rischer Bauwerke angewandtix der E. der Kirche
(<derjenige, der die Kirche architektonisch entworfen
hat) ist N
erbaulich /Adj./ veraltend Erbauung bewirkend:
das waren erbauliche Stunden; eine erbauliche
Lektüre
Erbauung, die;
-en Jvorw. 8g .j geh., oft iron.
jz u erbauen 11.1 .1/: etw. zu seiner E. hören, lesen
Erb/erb| -begräbnis, das Grabstätte für die A n
gehörigen einer Familie über mehrere Generationen;
- berechtigt /Adjnich t adv.f gesetzlichen Anspruch
auf ein bestimmtes 1Erbe, einen Erbanteil habend:
er ist in diesem Fall nicht e.
1Erbe, das; -s, fo. Pl.f 1. Erbschaft (1.1): ein E.
bekommen; in den Besitz eines Erbes kommen;
sich (mit jmdm.) in das E. teilen; das E. antreten,
ausschlagen (erklären, daß man eine Erbschaft über
nimmt, nicht übernimmt); auf sein E. (die einem
zustehende Erbschaft, seinen Erbanteil) verzichten
—
2. etw., meist eine Gesamtheit ideeller, kultureller
Werte, was aus der Vergangenheit, aus früheren
Epochen in die Gegenwart überkommen ist: das
kulturelle E .; das klassische E. pflegen, lebendig
erhalten; das unselige E. einer schlimmen Zeit
2Erbe, der; -n, -n 1. jmd., a uf den eine Erbschaft,
ein Erbanteil übergeht, übergehen wird: die gesetz
lichen, natürlichen Erben; jmdn. (testamentarisch)
als Erben einsetzen — 2 . damit sollen sich unsere
Erben (Nachfahren 2) befassen
erbeben fsw . Vb.; ist/ 1. plötzlich heftig beben (1.1):
die Erde erbebte unter ihren Füßen — 2. geh.
heftig erregt werden (und zu zittern beginnen): er
erbebte vor Zorn
erben fsw. Vb.; hat/ 1. etw. als 1Erbe, Erbanteil
bekommen: das Haus hat er (von seinen Eltern)
geerbt — 2. umg. scherzh. den Bock habe ich
von meiner Schwester geerbt (geschenkt bekommen)
—
3. fvorw. im Perf. u . Plusquamperf./ das dunkle
Haar, das Temperament hat sie von der Mutter,
vom Vater geerbt (hat sich von der Mutter, vom
Vater auf sie vererbt)
Erbengemeinschaft, die Jur. mehrere Personen,
denen eine Erbschaft insgesamt als Eigentum ge
hört
erbetteln fsw. Vb.; hat/ etw. durch Betteln erreichen,
bekommen: der Junge hat sich die Erlaubnis zum
Weggehen (von der Mutter) erbettelt
erbeuten, erbeutete, hat erbeutet etw. durch K a m p f
als Beute erlangen: die Truppen erbeuteten Waf
fen und Munition des Gegners
Erb| -faktor, der Teil der Erbanlage; -fall, der
Jur. das Eintreten der Erbfolge nach dem Tod eines
Menschen: bei Eintritt des Erbfalles; -fehler, der
ererbte Abnormität, Disposition zu einer bestimmten
Krankheit, bes. bei Haustieren; -feind, der fo. PI .;
aus chauvinistischer Einstellung geprägte, Haß
schürende Bez. für ein Land, das seit Generationen
als befeindet dargestellt wurde und weiter als be
feindet betrachtet we den soll/; -folge, die Jur.
durch Testament od. Gesetz bestimmte Rechtsnach
folge in die (vermögensrechtliche) Stellung eines Ver
storbenen: die gesetzliche E.;
- gang, der Biol.
Verlauf der Vererbung von Merkmalen: Gesetz
mäßigkeiten des Erbgangs
erbieten, sich, erbot sich, hat sich erboten sich an
bieten (1.1): er hat sich erboten, mir dabei zu helfen
Erbinformation, die Biol. die im Gen enthaltene
Erbanlage für den Stoffwechsel, das Wachstum und
die Entwicklung eines Individuums
erbitten, erbat, hat erbeten geh. etw. e. um etw.
bitten (und es bekommen, erreichen): er hat sich
da3 Buch leihweise (von mir) erbeten; ich erbitte
mir Ruhe (bitte mir Ruhe aus)!
erbittern fsw. Vb.; hat; / auch erbittert/ etw.
erbittert jmdn. etw. erfüllt jmdn. m it Bitterkeit,
Zorn , Groll: die empörende Behandlung erbitterte
ihn; er war über die Behandlung zutiefst er
bittert
erbittert /Adj.; / auch erbittern/: erbitterte
(heftige und mit äußerstem Einsatz geführte)
Kämpfe; erbitterten Widerstand leisten; e. kämp
fen
Erbitterung, die; -, fo. P L ; zu erbittern/ das E r
bittertsein: jmd. ist voller E.
Erbkrankheit, die durch Fehler in Erbanlage(n)
bedingte Krankheit
erblassen, erblaßte, ist erblaßt (plötzlich) blaß im
Gesicht werden: sie erblaßte, als sie das hörte
Erb|lasser, der; -s, - Jur. jmd., der eine Erbschaft
hinterläßt, hinterlassen hat
erbleichen fsw. Vb.; ist/ geh. erblassen
erblich /Adj.f 1* durch Erbanlagen bedingt, durch
Vererbung übertragbar: die Disposition für diese
Krankheit ist e.; jmd. ist e. belastet (hat bestimmte
krankhafte Erbanlagen) — 2 . /nicht adv./ erblicher
(an die Nachkommen übergehender) Adel; Titel,
Ämter, die e. waren
erblicken /sw. Vb.; hat/ geh. 1. etw., jmdn. (plötz
lich) mit den Augen wahrnehmen, plötzlich sehen:
wir traten aus dem Wald und erblickten ein
schönes Tal — 2 . er erblickte darin seine vor
nehmste Aufgabe {sah dies als seine vornehmste
Aufgabe an)
+ das / Licht der Welt e.
erblinden, erblindete, ist erblindet blind (1) werden:
\vorw. im Part. Prät./ er ist (auf einem Auge), sein
rechtes Auge ist erblindet (blind); dazu Erblindung,
die; -,
- en /vorw. Sg .f
erblonden, erblondete, ist erblondet u m g. s c he r z h.
durch Färben der Haare (plötzlich) blondes Haar
bekommen: sie ist ja erblondet!
erblühen /sw. Vb.; ist/ zu blühen beginnen, auf-
blühen: über Nacht erblühten die Rosen; O sie
war eine voll erblühte Schönheit
Erb|masse, die /vorw. Sg .f Jur. das als Erbschaft
anfallende Eigentum des Erblassers insgesamt
erbosen jsw. V b.; hat/ 1.1 . etw. erbost jmdn. etw.
macht jmdn. ärgerlich, wütend: wie er das sagte,
das hat mich erbost; er war erbost über diese
Dreistigkeit 1.2. veraltend sich e. in Ärger, Wut
geraten: er hat sich über ihn erbost
erbötig /Adj./ ve raltend : er war, machte sich,
zeigte sich e. (bot an), uns zu begleiten
erbrechen (er erbricht), erbrach, hat erbrochen I.
sich, etw. e. Mageninhalt (unverdaut) durch den
Mund herausbringen: sich e. müssen; der Kranke
hat Blut erbrochen — II . geh. etw. aufbrechen
(1.1): der Tresor wurde erbrochen
+ salopp etw. bis zum Erbrechen (bis zum Über
druß) tun: das haben wir gepaukt bis zum Er
brechen
Erb[recht, das /o. PL/ Teil des Zivilrechts, der das
Übergehen von Rechten und Pflichten eines Ver
storbenen auf den, die 2Erben regelt
erbringen — Erdgasleitung
331
erbringen, erbrachte, hat erbracht 1.1. etw. e in -
bringen (5): die Sammlung erbrachte über 1000
Mark; diese Forschungen haben nichts erbracht
1.2 . den Beweis, Nachweis (für etw.) e. (etw. be
weisen, nachweisen)
Erbsjbrei, der jvorw. Sg .[ Brei aus (gelben) Erbsen (3)
Erbschaft, die; -en 1.1 . das, was jmd. an Besitz,
Vermögen bei seinem Tod hinterläßt und was nach
gesetzlicher Regelung in den Besitz eines anderen,
anderer übergeht: er hat keine große E. hinterlassen
1.2. eine E. machen (etw. erben 1)
Erbschafts| -Sache, die Jur. mit einer Erbschaft
zusammenhängende rechtliche Angelegenheit; -Steuer,
die auf geerbtes Vermögen erhobene Steuer
Erb| -schein, der Urkunde über das Recht eines
Erben an einer Erbschaft; -Schleicher, der; -s, -
jmd.,
der sich eine Erbschaft, einen Erbanteil zu
erschleichen sucht, erschlichen hat; -schleicherei,
die;
- en jvorw. Sg .j Machenschaften, um sich
eine Erbschaft, einen Erbanteil zu erschleichen
Erbse, die; -,
- n 1. Schmetterlingsblütler mit paari
gen, in Ranken auslaufenden Blättern und in zwei
klappenartigen Schalen sitzenden kugelförmigen
Samen, die als Nahrungsmittel dienen: Erbsen an
bauen — 2. Frucht von 1; Schote (Ll.l) — 3.
Samen von 1: junge, grüne, gelbe, getrocknete
Erbsen; heute gibt es Erbsen (Erbseneintopf)
Erbsen| -eintopf, der vorwiegend aus Erbsen (3)
zubereiteter Eintopf; -suppe, die vgl.
- eintopf
Erbs|püree, das jvorw. Sg .j Erbsbrei
Erb| -stück, das jPl.
- e/ (wertvoller) geerbter Gegen
stand: der Ring ist ein E. (von meiner Groß
mutter); -sünde, die jo. Pl.j Rel. ev. kath.
Dogma des Christentums von der angeborenen Sünd
haftigkeit des Menschen;, -teil, das 1. Erbanteil —
2. ererbte Eigenschaft: das Temperament, die Haar
farbe ist ein E. ihrer Mutter (das Temperament,
die Haarfarbe hat sie von ihrer Mutter geerbt)
Erd, auch Erd| -achse, die jo. Pl.j Geophys.
Rotationsachse der Erde; -altertum, das jo. Pl.j
Geol. die ältesten Formationen der Erdgeschichte
umfassender Zeitraum; -anziehung, die jo. Pl.j An
ziehungskraft der Erde; -apfel, der landsch.
Kartoffel; -arbeiten, die jPl.j Arbeiten, bei denen
Erde (4.2) bewegt wird: mit den E. für den Bau
beginnen; -atmosphäre, die jo. Pl.j Atmosphäre
(LI) der Erde; -ball, der /o. Pl.j 1.1 . Erdkugel 1.2.
geh. die Nachricht ging um den ganzen E. (um
die Erde 1.2, Welt 1.1); -beben, das durch Vor
gänge im Erdinnern ausgelöste, in Stößen erfolgende
Erschütterung der Erdkruste
Erdbeben, auch Erdbeben| -gebiet, das Gebiet, in
dem häufig Erdbeben auftreten; -herd, der Herd
eines Erdbebens
Erd|, auch Erd|beere, die 1.1 . wildwachsendes und
in Gärten angebautes, niedrigwachsendes, Ausläufer
bildendes Rosengewächs mit weißen Blüten und
roten, eßbaren Früchten: Erdbeeren pflanzen 1.2 .
Frucht von 1.1: Erdbeeren pflücken, essen
Erdbeer, auch Erdbeer zu Erdbeere 1.2| -konfitüre,
die; -marmelade, die; -torte, die Torte mit einem
Belag aus Erdbeeren
Erd, auch Erd| -bestattung, die Bestattung in der
Form des Begräbens (1); -boden, der jo. Pl.j Erde
(3), Boden (2): sich im Wald auf den E. setzen;
auf dem E. (auf der Erde, auf dem Fußboden)
schlafen; -f- wie vom E. verschluckt (plötzlich
verschwunden und nicht zu entdecken); etw. dem
E. gleichmachen (eine Ortschaft, ein Gebäude völlig
zerstören)
Erde, auch Erde, die; -,
-n 1.jo. Pl.j 1.1. der
Sonne drittnächster Planet: die Kugelgestalt, Um
laufbahn der E .; die Entstehung des Lebens auf
der E .; die Kosmonauten sind zur, auf die E.
zurückgekehrt 1.2 . W elt (1.1): alle Menschen, die
Länder der E .; die Sowjetunion, das erste soziali
stische Land der E .; etw. ist über die ganze E.
verbreitet; die Nachricht ging um die ganze E.
1.8 . jin religiöser Vorstellung als Gegensatz zum
Himmel, zu einem gedachten Jenseits/: sein Leben
auf der E., veraltend auf Erden — 2. jo. Pl.j
als wir die afrikanische E. (Afrika, afrikanischen
Boden) betraten; in fremder E. (in einem fremden
Lan d) begraben sein; ein herrliches / Fleckchen
E.
—
3. jo. Pl.j (die Erdoberfläche als) Grund, auf
dem man steht, geht, Boden (2): etw. fällt auf die,
zur E. (auf den Erdboden, Fußboden); auf, an der
E. liegen, sitzen; zu ebener E. (parterre, etwa in
gleicher Höhe mit dem Erdboden) wohnen — 4 .1.
jo. Pl.j den fruchtbaren Teil des Bodens (1) bilden
des lockeres Gemisch aus verwittertem Gestein und
abgestorbenen organischen Substanzen: gute, frucht
bare, sandige E .; die Saat in die E. bringen; etw.
in der E. vergraben; die E. lockern, umgraben,
aufwühlen; einen Pfahl in die E. schlagen 4.2 .
jo. Pl.j Menge von 4.1: E. aufschütten 4.3. /nur
im Pl.f veraltend Chem. jBez. für eine Reihe
schwer schmelzbarer Oxide von M etallenj: seltene,
saure Erden — 5 . jo. Pl.j eine den Strom ableitende
Verbindung zwischen einem elektrischen Gerät, einer
elektrischen Anlage und dem Erdboden: das Gerät
braucht eine Antenne und eine E.
+ jmd. ist, liegt unter der E. (jmd. ist tot und
bestattet); jmdn. unter die E. bringen (jmdn. be
graben; jmdm. solchen Gram bereiten, daß er stirbt);
—
jmdm. den
Himmel auf Erden versprechen;
den / Himmel, die / Hölle auf Erden haben;
wie (die) / Pilze aus der E. schießen
erden, au ch erden, erdete, hat geerdet ein elek
trisches Gerät, eine elektrische Anlage e. (für ein
elektrisches Gerät, eine elektrische Anlage eine Erde
5 hersteilen); das Radio, die Antenne e.; die An
lage muß geerdet sein
Erden|, auch Erden|bürger, der geh. jemot. p os.j:
an diesem Tag erblickten in der Klinik sechs
(neue, kleine) E. (Kinder) das Licht der Welt
erdenken, erdachte, hat erdacht etw. durch Denken,
Nachdenken als gedankliches Ganzes schaffen: einen
Plan, ein Schema e.; die Konstruktion hat er (sich)
selbst erdacht (ausgedacht); eine erdachte (frei er
fundene) Geschichte
erdenklich jAdj.; nur attr.; vorw. in der Verbindung
mit all, jede/: er gab sich alle erdenkliche (sehr
große) Mühe; wir haben auf jede (nur) erdenkliche
Weise (auf jede mögliche Weise) versucht...; ich
wünsche Ihnen alles e., erdenkliche Gute (alles Gute)
erd/Erd, auch erd/Erd| -fern jAdj.; vorw. attr.j
Astron. Raumfahrt in relativ großer Entfernung
von der Erde: der erdfernste (von der Erde am
weitesten entfernte) Punkt einer Umlaufbahn;
-ferne,die/o.PZ ./Astron. Raumfahrt Apogäum;
- gas, das jo. Pl.j in der Erdkruste vorkommendes
brennbares, nutzbares Gas: E. fördern
Erdgas, auch Erdgas |-leitung, die Rohrleitun g, in
332
Erdgasvorkommen — ereignen
der Erdgas über größere Strecken vom Ort der
Förderung zum Verbraucher geleitet wird; -Vor
kommen, das
Erd, auch Erd| -geschichte, die jo. P l.j Geschichte
der Entwicklung der Erde (1.1) seit der Bildung
einer festen Erdkruste; -geschoß, das zu ebener
Erde gelegenes (unterstes) Geschoß eines mehr
stöckigen Gebäudes, Parterre; -gravitation, die Erd
anziehung; -kaufen, der Haufen Erde
erdichten, erdichtete, hat erdichtet etw. U nwahres
ausdenken: seine Schilderung war zum großen Teil
erdichtet; das stimmt so nicht, da hat er (sich)
etw. erdichtet
erdig, auch erdig fAdj.f 1.1, aus, ivie Erde (4.1):
die Luft roch frisch und e. (nach Erde) 1.2 . mit
anhaftender Erde (4.2): erdige Rüben
Erd/erd, auch Erd/erd| -innere, das das Innere der
Erde (1.1); -kabel, das fachspr. in der Erde (4.1)
verlegtes Kabel; -kreis, der jo. Pl.f veraltend
geh.: auf dem ganzen E. (in der ganzen Welt) ist
nichts, was diesen Bauwerken gleicht; -kruste, die
jo. Pl.j Geol. äußere feste Schicht der Erde (1.1);
- kngel, die jo, Pl.j die Erde (1.1) als kugelförmiger
Plan et: Satelliten, die die E. umkreisen; -künde,
die jo. P l.j Geographie (als Schulfach); -loch, das
Loch, Vertiefung in der Erde (4.1): die Soldaten
verschanzten sich in Erdlöchem; -magnetismus,
der Geophys. Wirksamkeit des Magnetfeldes der
Erde; -massen, die jPl.j große Mengen von Erde:
die auf der Baustelle sich auftürmenden E .;
-mittelalter, das Geol. die Formationen der Erd
geschichte zwischen Erdaltertum und -neuzeit um
fassender Zeitraum; -nah /Adj.; vorw. attr.f
Astron. Raumfahrt: ein Satellit auf einer erd
nahen (in relativ geringer Entfernung von der Erde
befindlichen) Umlaufbahn; -nähe, die A stron .
Raumfahrt Perigäum; -neuzeit, die Geol. die
jüngsten Formationen der Erdgeschichte umfassender
Zeitraum; -nuß, die 1.1. in den (Sub)tropen wachsen
der Schmetterlingsblütler, dessen Blütenstiele nach
der Befruchtung in die Erde wachsen, wo die
Früchte reifen 1.2. Hülsenfrucht von 1.1 1.8. eßbarer
Sa m en v on 1.1: gesalzene, geröstete Erdnüsse
Erdnuß, auch Erdnuß| -kern, der jvoruf. Pl.j Erd
nuß (1.3): geröstete Erdnußkerne; -öl, das jo. P l.j
aus Erdnüssen (1.3) gewonnenes Speiseöl
Erd, auch Erd| -Oberfläche, die jo. P l.j Oberfläche
der Erde (1.1); -öl, das jo. PI./ in der Erdkruste vor
kommendes Öl: E. fördern, gewinnen, verarbeiten
erdolchen jsw. Vb.; hat/ jmdn. mit einem Dolch,
mit einer Stichwaffe erstechen
erdöl/Erdöl, au ch erdöl/Erdöl| -exportierend jA d j.;
nur attr.j: erdölexportierende (in hohem M aße, vor
wiegend Erdöl exportierende) Länder; -förderland,
daß Land, in dem in beträchtlichem M aße Erdöl
gefördert wird; -fÖrderung, die das Fördern (II.1)
von Erdöl; -leitung, die vgl. Erdgasleitung;
- raffinerie, die; -Verarbeitung, die die industrielle
Verarbeitung von Erdöl als Rohstoff; -Vorkommen,
das: das Land hat bedeutende E.
Erd|, auch Erd]reich, das jo. Pl.j Boden (1): dasE.
ist ausgetrocknet
erdreisten, sich, erdreistete sich, hat sich er
dreistet geh. sich etw. (dreist) herausnehmen: und
dann erdreistet er sich noch, hierher zu kom
men
Erd|, auch Erdjrinde, die jo. Pl.j Geol. Erdkruste
erdröhnen jsw. Vb.; ist/ 1.1 . zu dröhnen (1.1) be
ginnen: die Glocken erdröhnten 1.2 . erzittern und
dumpf widerhallen: die Elefantenherde stob heran,
daß ehe Erde erdröhnte
erdrosseln jsw. Vb.; hat/ jmdn. e. durch Druck auf
jmds. Luftröhre die Luftzufuhr unterbinden und ihn
dadurch töten: das Opfer wurde mit einem Strumpf
erdrosselt
erdrücken jsw. Vb.; hat; / auch erdrückend/ 1.
jmdn. durch das Einwirken übermäßigen Druckes
töten: zwei Menschen wurden in dem Gewühl, von
den herabstürzenden Erdmassen erdrückt — 2.
etw. erdrückt jmdn. etw. belastet jmdn. in höchst
bedrückender, existenzbedrohender Weise: Not und
Sorgen drohten ihn zu e.
—
3. etw. erdrückt etw.
etw. läßt etw. neben sich Befindliches durch seine
unverhältnismäßige Größe, Auffälligkeit nicht zur
Geltung kommen: das Möbelstück wird von dem
darüber hängenden Bild erdrückt
erdrückend jAdj.; nicht adv.; / auch erdrücken/:
sie sahen sich einer erdrückenden Übermacht (einer
so großen Übermacht, daß der Sieg aussichtslos er
schien) gegenüber; ein erdrückendes (durch seine
Fülle aufs stärkste belastendes) Beweismaterial
Erd, auch Erd| -rutsch, der 1. plötzliches Herab
gleiten von Erd-, Gesteinsmassen an einem Hang —
2. jim bürgerl. Sprachgebrauch/ plötzliche, u n
erwartete, auffällige Veränderung in einem politi
schen Kräfteverhältnis: bei den Parlamentswahlen
gab es einen E .;
- Satellit, der die Erde umkreisen
der Satellit: ein neuer künstlicher E. wurde ge
startet; -schatten, der fo. PI .j Astron. Schatten,
den die von der Sonne beschienene Erde (1.1) in
den interplanetaren Raum wirft; -Schicht, die Geol.
einem bestimmten Abschnitt der Erdgeschichte zu
zuordnende Gesteinsschicht; -Schluß, der Elektro-
techn. Kurzschluß zwischen einem Stromkreis und
der Erde (4.1): das Gerät hat E.;
- s chölle, die
größerer Klumpen Erde; -stoß, der stoßaAige Er
schütterung der Erdkruste; -teil, der eine der sechs
Landmassen der Erde (1.2) mit den ihr vorgelagerten
Inseln; -trabant, der Erdsatellit
erdulden, erduldete, hat erduldet etw. erleiden, er
tra ge n : er hat viel (Schweres) e. müssen
Erd, auch Erd zu Erde 1.11 -mndrehung, die Dre
hung der Erde um ihre Rotationsachse; -umfang,
der jo. Pl.j Umfang der Erde: der E. am Äquator;
- Umkreisung, die; -,
- en Umkreisung der Erde:
nach mehreren Erdumkreisungen kehrte das
Raumschiff zur Erde zurück; -um lauf, der Um
lauf (1) um die Erde; -Umlaufbahn, die Umlauf
bahn um die Erde
Erdung, auch Erdung, die; -,
-en Elektrotechn.
1.1 . das Erden 1.2 . Erde (5)
Erd, auch Erd Geol.|
- urzeit, die jo. Pl.j ältester
Abschnitt der Erdgeschichte; -Zeitalter, das Ab
schnitt der Erdgeschichte
ereifern, sich jsw. Vb.; hat/ erregt und wortreich,
eifernd zu etw. Stellung nehmen, über etw., jmdn.
reden: er konnte sich nicht genug darüber, über
sie e.; was ereifert er sich nur so!
ereignen, sich, ereignete sich, hat sich ereignet
etw. ereignet sich etw. tritt (an bestimmtem Ort,
in bestimmter Zeit als etw. Bemerkenswertes) in E r
scheinung: es hat sich heute viel, nichts Besonde
res ereignet; der Zwischenfall ereignete sich vor
dem H aus; was hat sich eigentlich ereignet?
Ereignis — erfolgreich
333
Ereignis, das; -ses, -se etw., was sich ereignet, er
eignet hat: ein großes, trauriges, historisches E.;
da trat ein E. ein, das ...; die Ereignisse über
stürzten sich; die
Duplizität der Ereignisse;
das Gastspiel war ein E. (etw. ganz Besonderes)
für die Stadt; verhüll, zum freudigen E. (zur
Geburt eines Kindes) gratulieren
ereignisreich /Adj./ reich an Ereignissen: das war
ein ereignisreicher Tag
ereilen /sw. Vb.; hat/ geh. etw. ereilt jmdn. etw.
widerfährt jmdm. (als harter Schlag): in dieser Zeit
ereilte ihn ein großes Unglück; der Tod hat ihn
ereilt (er ist gestorben)
Eremit, auch Eremjt, der; -en, -en jmd., der aus
religiösen Gründen in der Abgeschiedenheit lebt,
Einsiedler (1.1); O er führt das Dasein eines Ere
miten (lebt allein und zurückgezogen)
ererbt /Adj.; nicht adv./ 1.1. durch Erbschaft er
halten: ein ererbtes Haus 1.2. von den Vorfahren
habend: ein ererbtes Leiden
Erfahren (er erfährt), erfuhr, hat erfahren / / auch
Erfahren/ 1. etw. durch Mitteilung eines anderen,
anderer zu wissen bekommen: ich erfuhr gestern
(von N), daß ...; etw. Neues, Näheres e.; aus dem
Buch, Bericht erfährt man viel, nichts darüber —
2.1. etw. als Erfahrung kennenlernen: daß es kein
leichtes Leben dort war, das hatte er in diesen
Wochen e. 2 .2 . geh. er hat viel Schweres, auch
großes Glück e. (erlebt) — 3. fals Umschreibung
des Passivs/ der Betrieb wird eine Erweiterung e.
(wird enoeitert werden)
- f etw. am eigenen / Leibe e.
Erfahren /Adj.; / auch Erfahren/ reich an E r
fahrung auf einem bestimmten Gebiet: er ist ein
erfahrener Arzt, Bergführer; auf diesem Gebiet
bin ich sehr e.
Erfahrung, die; -,
-en im praktischen Umgang mit
der natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt ge
wonnene, auf Wahrnehmungen, Eindrücken, Er
kenntnissen beruhende Kenntnis: er ist ein Mensch
mit großer E .; er hat viel E. in seinem Beruf;
Erfahrungen machen, sammeln; die Erfahrungen
der Arbeiter im Klassenkampf; etw. aus (eigener)
E. (eigenem Erleben) wissen
-j- etw. in E. bringen (von etw. durch Nachforschen
Kenntnis bekommen)
Erfahrungs/erfahrungs| -austausch, der A u sta u sch
von Erfahrungen: mit jmdm.,
einem anderen
Arbeitskoilektiv in einen E. treten; -gemäß
fAdv.f der Erfahrung nach: das dauert e. längere
Zeit, ist e. die beste Methode; -Sache, die fin der
Verbindung! etw.,
das ist E.: die sachgemäße
Handhabung des Gerätes ist E. (wird durch häufi
gen Umgang mit dem Gerät und damit verbundenen
Erfahrungen erlernt); -wert, der vorwiegend aus
der relativen Häufigkeit abgeleiteter, durch Erfah
rung, nicht durch exakte Messung gewonnener
Wert (4)
erfassen, erfaßte, hat erfaßt 1. etw. fassen (1.1):
jmds. Arm, ein Seilende e.
—
2. etw. erfaßt jmdn.,
etw. etw. in Bewegung Befindliches reißt jmdn.,
etw. m it: der Fußgänger wurde von einem Auto
erfaßt; der Wind erfaßte die Blätter und trieb
sie vor sich her — 3. etw. erfaßt jmdn. jmd. gerät
(plötzlich) in eine bestimmte (negative) Gemüts
bewegung: Angst, Grauen, ein großes Verlangen
erfaßte ihn — 4 . einen komplexen Inhalt begreifen,
verstehen: jmd. hat das Wesentliche (einer Sache)
erfaßt; er erfaßte (erkannte, überblickte) die Lage
mit einem Blick — 5. eine bestimmte Personen-,
Sachgruppe unter bestimmten Aspekten nach Zahlen,
Daten zu bestimmten Zwecken ermitteln und regi
strieren : die W ehrpflichtigen eines Jahrganges,
leerstehenden Wohnraum e .; Altstoffe e. (vor
handene Altstoffe ermitteln, diese zur Weiterver-
wertung sammeln, an einer Sammelstelle entgegen
nehmen); zu 5 Erfassung, die; -, fo. Pl.f
erfechten (er erficht), erfocht, hat erfochten dort
erfocht (erkämpfte) die Armee einen entscheiden
den Sieg
erfjnden, erfand, hat erfunden 1. durch Forschen,
Experimentieren etw. Neues, bes. auf technischem
Gebiet, schaffen, entwickeln: er hat ein Gerät er
funden, mit dem .. .; ein neues Medikament wurde
erfunden — 2. etw. ausdenken (1): das stimmt so
nicht, das hat er erfunden; die Figuren des Romans
sind frei erfunden
+ jmd. hat die / Arbeit nicht erfunden; jmd.
hat das / Pulver (auch) nicht (gerade) erfunden
Erfinder, der; -s, - jmd., der etw. erfindet, erfunden
hat: der E. des Telefons, Buchdrucks; Neuerer
und E.; Verdienter E. des Volkes fEhrentitel in
der DDRf
-f- das ist nicht im / Sinne des Erfinders
Erfinder|geist, der fo. Pl.f Fähigkeit, Streben, N eu
artiges (auf technischem Gebiet) zu schaffen: Er
zeugnisse menschlichen Erfindergeistes
erfinderisch fAdj.f einfallsreich im Ausdenken
praktischer, praktikabler Lösungen: die Umstände
ließen uns e. werden
Erfjnder|kollektiv, das Arbeitskollektiv, das an einer
Erfindung, an (technischen) Neuerungen arbeitet,
gearbeitet hat
Erfindung, die; -,
-en 1. fo. Pl.f das Erfinden (1):
seit der E. der Dampfmaschine — 2 .1 . etw. Erfun
denes (1): auf der Messe wurden eine Reihe neuer
Erfindungen gezeigt; die Dampfmaschine war eine
bahnbrechende E. 2 .2 . eine E. machen (etw. erfin
den 1) — 3 . seine Behauptungen sind reine E.
(sind erfunden 2)
erflehen fsw. Vb.; hat/ veraltend geh. etw. durch
Flehen zu erlangen suchen: jmds. Beistand, Gnadee.
Erfolg, der; -(e)s, -e positives Ergebnis einer Be
mühung, von Bemühungen, das Eintreten (7) einer
angestrebten Wirkung: etw. ist ein großer, schöner,
stolzer E .; die Aufführung, das Unternehmen
wurde ein (voller) E .; wirtschaftliche Erfolge er
reichen, erzielen; ich habe mich darum bemüht,
aber keinen E. gehabt; mit etw. (keinen) E.
haben; meine Bemühungen hatten keinen, blieben
ohne E .; jmd. hat E. (ist anhaltend, oft erfolgreich
1.1); etw. mit, ohne E. betreiben; iro n . der
(einzige) E. (die F olge 2) war, daß alle lachten
erfolgen /sw. Vb.; ist/ 1.1. als Folge von etw. sich
ereignen, vor sich gehen: kurz darauf erfolgte eine
Detonation 1.2 . /als Umschreibung des Passivs/ die
Ausgabe der Listen erfolgt um zehn Uhr (die
Listen werden um zehn Uhr ausgegeben); auf unser
Schreiben ist bis heute keine Antwort erfolgt (unser
Schreiben ist bis heute nicht beantwortet worden)
erfolg/Erfolg| -los /Adj./ ohne E rfolg: alles Be
mühen, Suchen war, blieb e.; dazu -losigkeit, die;
/o. P l.f: die anhaltende E. entmutigte ihn; -reich
fAdj.f 1.1. viele Erfolge aufweisend: ein erfolg
334
Erfolgsau «sicht — ergänzen
reicher Autor; es war die erfolgreichste Zeit seines
Lebens 1.2. ein positives Ergebnis aufweisend: das
Experiment verlief e.; der erfolgreiche Abschluß
der Verhandlungen
Erfolgs] -aussieht, die fvorw. Pl.f Aussicht auf
E r folg : die Erfolgsaussichten sind in diesem Falle
gering; -autor, der Autor, dessen literarische Geltung
vorwiegend von der großen Verbreitung seiner Bücher
bestimmt wird; -erlebnis, das Gefühl der Freude,
Selbstbestätigung, das jmd. empfindet, wenn er ein
angestrebtes, aber schwer erreichbares Ziel erreicht
hat; -stück, das fPl.
- e/ Theaterstück, das großen
Erfolg hat
erfolg|versprechend fAdj.f Erfolg, ein positives E r
gebnis erwarten lassend: sein Plan ist recht e.
erforderlich fAdj.; nicht adv.f für einen Zweck, die
Realisierung von etw. dringend gebraucht: das (da
für) erforderliche Material bereitstellen; die er
forderlichen Unterlagen beibringen; für diese Aus
bildung ist das Abitur e.
erfordern fsw. V b .; hat/ etw. erfordert etw. etw.
ist für die Realisierung von etw. notwendig, wird
für die Realisierung von etw. benötigt: das erfordert
viel Zeit; etw. erfordert Mut, Konzentration; die
Umstände e., daß ...
Erfordernis, das; -ses, - s e: die Schaffung solcher
Einrichtungen ist ein dringendes E. (ist dringend
erforderlich); den Erfordernissen (Anforderungen 2)
der Praxis entsprechen
erforschen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. durch Forschen
erkennen, zu erkennen suchen: den Weltraum, den
Zusammenhang von Sprache und Denken e. 1 .2 .
etw. durch Nachforschen erkunden, herausbekommen:
die Hintergründe einer Sache, ein Geheimnis e.;
z u 1.1 Erforschung, die;
/o. Pl.j: die E. von
Gesetzmäßigkeiten; eine neue Etappe in der E.
des Weltraumes
erfragen /sw. Vb.; hat/ durch Fragen xerfahren (1):
jmds. Adresse, den Weg zum Bahnhof e.
erfreuen fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. e. jmdm. Freude
bereiten, jmdn. in freudige Stimmung versetzen:
jmdn. mit einem Blumenstrauß e.; dein Besuch
hat ihn sehr erfreut; ich bin erfreut (freue mich)
über diese Tatsache 1.2 . sich an etw., jmdm. e.
Freude an etw., jmdm. haben: sie erfreut sich imn^er
wieder an der schönen Umgebung, den heran-
wachsenden Kindern — 2. sich einer Sache e.: er
erfreut sich guter Gesundheit (ist gesu nd); der
Sänger, diese Veranstaltung erfreut sich großer
Beliebtheit (ist sehr beliebt)
erfreulich fAdj.f Freude hervorrufend: das sind
erfreuliche Tatsachen; das Haus bot keinen, einen
wenig erfreulichen Anblick
erfreulicher!weise fA d v . f : seine Genesung macht e.
(was erfreulich ist) Fortschritte
erfrieren, erfror, ist/hat erfroren / / * au ch erfroren/
durch Einwirkung von Frost 1.1. sterben (ist): zwei
Bergsteiger sind im Schnee erfroren 1.2.1. fvo n
Gliedmaßenj obsterben (2) (ist): mir sind die Zehen
erfroren 1.2 .2. sich etw. e. Schädigungen an Glied
maßen (bis zum Absterben 2) erleiden (hat): er hat
sich die Finger erfroren 1.3 . fvon Pflanzen/ ein-
gehen (4.1) (ist): im letzten Winter ist der Ginster
strauch erfroren 1.4. fvon bestimmten pflanzlichen
Nahrungsmitteln/ in der Qualität gemindert, un
genießbar werden (ist): uns sind die eingelagerten
Kartoffeln erfroren; zu 1.2 Erfrierung, die:
-en
durch Einwirkung von Frost hervorgerufene Schädi
gung an bestimmten Körperteilen, bes. an Glied
m a ß en : er hatte Erfrierungen dritten Grades
erfrischen fsw . V b .; hat/ 1.1. etw. erfrischt jmdn.
1.1.1. etw. gibt jmdm. nach einer gewissen Ermattung
neue körperliche Spannkraft: der Spaziergang, das
Bad, der Kaffee hat uns erfrischt; ein erfrischendes
Getränk 1.1.2. etw. gibt jmdm. neuen Auftrieb,
Schwung: der heitere Abend erfrischte alle; sein
Humor ist erfrischend; jmd. ist von erfrischender
(erfreulich unbekümmerter und aufrichtiger) Offen
heit 1.2. sich, jmdn. e. sich, jmdm. nach einer
gewissen Ermattung durch etw. Belebendes neue
körperliche Spannkraft geben: sich durch ein Bnd
e .; sich, jmdn. mit einem kühlen Getränk e.
Erfrischung, d ie; -,
- en 1. fvorw. Sg .f etw., womit
man sich erfrischt, erfrischen kann: so ein Bad ist
eine herrliche E.
—
2. erfrischendes, durststillendes,
meist kühles Getränk od. erfrischende, leichte Speise:
jmdm. eine E. , Erfrischungen anbieten
Erfrischung«| -getränk, das alkoholfreies kaltes Ge
tränk, bes. Fruchtsaft, Limonade, Mineralwasser
o.ä.;
-raum, der Raum in einem Betrieb, einer
(öffentlichen) Einrichtung mit größerem Publikums
verkehr, in dem Erfrischungen (2) angeboten und
verzehrt werden
erfroren fA dj.; nicht attr.; / auch erfrieren/ durch
gefroren: er sah ganz e. aus, kam völlig e. hier an
erfüllen fsw. Vb.; hat/ 1.1.1. etw., das jmdm. auf-
getragen, das gefordert, erwartet wird, verwirklichen,
Realität werden lassen, in die Tat umsetzen: einen
Auftrag, eine Pflicht e.; seine Planaufgaben, den
Plan termingerecht, vorfristig e.; das Jahr mit
erfüllten Plänen abschließen; jmdm.,
sich einen
Wunsch e.; der neue Mitarbeiter hat die in ihn
gesetzten Erwartungen erfüllt (hat den Erwartun
gen entsprochen) 1.1.2. etw. erfüllt seinen Zweck
(dient wirklich dem Zweck, dem es dienen soll);
Ju r. ein Tatbestand ist erfüllt (gegeben 1) 1.2 . etw.
erfüllt sich: seine Hoffnungen, Befürchtungen
haben sich nicht erfüllt (was er gehofft, gefürchtet
hat, ist nicht Wirklichkeit geworden, nicht ein
getroffen); geh. ein erfülltes Leben (ein Leben, in
dem vieles, was erwartet werden konnte, verwirklicht
wurde) — 2. Rauch, Lärm erfüllte den Raum (der
Raum war voller Rauch, es war viel Lärm im Raum);
die Kinder erfüllten das Haus mit Leben (brachten
Leben ins Haus) — 3.1. etw. erfüllt jmdn. etw.
füllt jmdn. ganz aus: Freude, Zorn erfüllte ihn;
sie waren erfüllt von Eindrücken; die Arbeit er
füllt ihn ganz 3.2 . geh. etw. erfüllt jmdn. mit etw.
etw. läßt in jmdm. ein bestimmtes dominierendes
Gefühl entstehen: die Nachricht erfüllte uns mit
Sorge, Hoffnung; es erfüllt uns mit Stolz, daß ...
Erfüllung, die; -,
- en fvorw. Sg .f 1. das Erfüllen
(1.1.1), Erfülltwerden: öde (vorfristige) E. der Pläne;
die E. seiner Wünsche; ein Wunsch geht in E.
(wird erfüllt); Träume, Hoffnungen gehen in E.
—
2. in etw. E. finden von etw. erfüllt (3.1) werden:
er findet E. in seiner Arbeit, in dieser Aufgabe
Erfüllung«| -gehilfe, der femot. neg.f Handlanger
(1): sich zum Erfüllungsgehilfen reaktionärer
Kräfte machen; -ort, der fPl.
- e/Jur. lOrt (1.1, 2),
an dem eine Leistung erbracht werden soll, zu der
eine vertragliche Verpflichtung besteht
ergänzen fsw. Vb.; hatf 1.1 . etw. durch etw. Zusätz
liches (Fehlendes) vollständig(er), schöner, an
Ergänzung — ergreifen
335
sprechender machen: sie haben den Bau durch eine
Veranda ergänzt; etw. ergänzt etw.: die Lampe
ergänzt die Zimmereinrichtung (recht gut); das
Kostüm wird kleidsam ergänzt von einer Weste;
die Bestände (einer Sammlung) durch neue,
fehlende Stücke e. 1 .2. etw. e. einen Text durch
zusätzliche mündliche od. schriftliche Äußerungen
(die ihn inhaltlich vervollständigen, abrunden) er
weitern: ich möchte noch e.,
ergänzend hinzu
fügen, daß . . . ; jmds. Ausführungen e.
—
2. die
beiden e. sich gut (erreichen ein gutes Zusammen
wirken dadurch, daß jeder von ihnen Eigenschaften,
Fähigkeiten hat, die dem anderen fehlen)
Ergänzung, die; -,
-en 1. fo. PL/ das Ergänzen —•
2.1. etw., das etw. ergänzt (1.1) 2.2 . mündliche od.
schriftliche Äußerung, die einen Text ergänzt (1.2):
zu jmds. Ausführungen, zu einem Text (einige)
Ergänzungen machen
Ergänzung»! -band, der 2Band, der Nachträge, E r
gänzungen o. ä. zu einem meist aus mehreren Bänden
bestehenden Werk enthält; -yorschlag, der Vor
schlag, einen Text um etw. zu ergänzen: gibt es
Ergänzungsvorschläge zu dieser Entschließung?
ergattern fsw. Vb.; hat/ umg. etw. e. sich etw.,
das knapp ist, schwierig zu bekommen ist, durch
geschicktes Vorgehen (mit Glück) besch affen : Karten
für die Premiere, im Zug einen Sitzplatz e.
ergaunern fsw. Vb.; hat/ sich etw. durch Gaunerei,
Betrug beschaffen: er hatte sich eine beträchtliche
Summe ergaunert
Ergeben (er ergibt), ergab, hat ergeben f / auch
2ergeben/ 1.1. etw. ergibt etw. etw. hat etw. als
Ergebnis: die Sammlung ergab einen hohen Betrag;
die Mischung ergibt ein schmackhaftes Getränk;
die Abstimmung ergab eine große Mehrheit von
Stimmen für den Vorschlag; die Untersuchung hat
ergeben, daß ... 1 .2 . etw. ergibt sich aus etw. aus
etw. kommt etw. als Ergebnis zustande: aus dem
Gesagten ergibt sich, daß nur eine Möglichkeit
besteht; die sich ergebenden Schwierigkeiten 1.8 .
etw. ergibt sich etw. tritt als Folge in einer Ent
wicklung, einem Zusammenhang ein: es ergab sich
eine komplizierte Lage; „wie kommt es, daß du
hier bist?“ „Das hat sich so, rein zufällig e.“
—
2. sich e. einem militärischen Gegner keinen Wider
stand mehr leisten und sich in seine Gewalt begeben:
die Versprengten mußten sich e.; die Stadt hat
sich e.
—
3.1 . sich einer Sache, jmdm. e. sich einer
Sache, jmdm. mit ganzer Hingabe widmen: er hat
sich jetzt ganz seiner Arbeit e.; er war der Sache
der Arbeiterklasse treu e. 3.2 . er hat sich dem
Trunk, Spiel e. (trinkt, spielt gewohnheitsmäßig,
hemmungslos) 3.8. sich in etw. fügen: es half nichts,
wir mußten uns in unser Schicksal e.
2erggben \Adj.; / auch Ergeben/ veraltend jeder
zeit bereit, sich jmdm. völlig unterzuordnen, jmdm.
zu Diensten zu sein: er machte den Eindruck eines
ergebenen Dieners; Ihr (sehr) ergebener N / Schluß
formel in Briefenf; dazu Ergebenheit, die; jo. Pl.f
veraltend: er hatte ihm lange voller E. gedient
Ergebnis, das; -ses,
-se ein Tun, Wollen, einen
Vorgang, eine Entwicklung in gewisser Weise ab
schließender endgültiger (beabsichtigter, erstrebter,
durch Umstände herbeigeführter) Tatbestand: etw.
mit einem guten, befriedigenden E. abschließen;
das ist ein dürftiges, noch nicht das endgültige E .;
gute Ergebnisse in der Produktion erzielen; das E.
einer W ahl; diese Neuentwicklung ist das E.
kollektiver Forschungsarbeit; das E. einer Multi
plikation (die sich aus einer Multiplikation ergebende
Größe); das Spiel endete mit dem E. (abschließen
den Spielstand) 3:1; papierdt. die im E. (als
F olge) des zweiten Weltkrieges entstandenen
Grenzen
ergebnislos fAdj.f ohne (positives) Ergebnis, erfolg
los : alle Nachforschungen blieben e.; die Suche t*.
abbrechen; ergebnislose Verhandlungen
ergehen, erging, ist/hat ergangen 1. geh. jmdm.
ergeht (geht 13) es in bestimmter Weise (ist): es
ist ihm dort schlecht ergangen; mir ergeht es jetzt
ähnlich wie dir; sich nach jmds. Ergehen (B e
finden I) erkundigen — 2. etw. ergeht (an jmdn.)
etw. wird als Aufforderung, Anordnung an jmdn.,
eine Personengruppe gerichtet (ist): es erging eine
Aufforderung an die Bevölkerung, sich zu be
teiligen; an die Truppen erging der Befehl...
—
3. etw. über sich e. lassen etw. als unangenehm
Empfundenes (geduldig, resignierend) mit sich ge
schehen lassen (hat): ich muß, habe eine lange Be
handlung über mich e. lassen; Vorwürfe, eine
Strafpredigt, jmds. lyrische Ergüsse über sich e.
lassen — 4 . (hat) sich in Vermutungen e. (w eit
schweifig alle möglichen Vermutungen äußern); sich
in Andeutungen, allgemeinen Redensarten e.
—
5. geh. sich (irgendwo) e. sich (irgendwo) durch
(Spazierengehen etwas Bewegung verschaffen (hat):
sich im Park, am Strand e.
+ / Gnade für, vor Recht e. lassen
ergiebig fAdj.f viel an Ausbeute, Nutzen o. ä . er
gebend: ergiebige Erzvorkommen; ein nicht sehr
ergiebiges Thema; dieser Kakao ist besonders e.
(von diesem Kakao braucht man für die Herstellung
des Getränks vergleichsweise weniger als von einem
anderen); dazu Ergiebigkeit, die; -, fo. Pl.f
ergießen, sich, ergoß sich, hat sich ergossen etw.
ergießt sich in, über etw. etw. fließt (unkontrolliert,
in starkem Strom) in, über etw.: die Wassermassen
e. sich in die Schlucht; die Tasse kippte um, und
der Inhalt ergoß sich über das Tischtuch; <ö> ein
donnernder Redeschwall ergoß sich über uns
erglänzen fsw. Vb.; ist/ geh. glänzend aufleuchten:
hell erglänzte der Abendstern
erglühen fsw. Vb.; ist/ geh. 1.1. glühend (1) auf
leuchten : die Gipfel e. in der untergehenden Sonne
1.2 . jmd. erglüht jmd. läuft im Gesicht rot an : sie
erglühte vor Scham
ergo fAdv.; auch in konjunklionaler Verwendungf
also, folglich : morgen ist Schluß, e. ist heute die
letzte Möglichkeit
ergötzen fsw. Vb.; hat/ geh. 1.1. sich (an etw.) e.
Spaß, Vergnügen, Freude (an etw.) haben: wir er
götzten uns an den Improvisationen der Schau
spieler 1.2. etw. ergötzt jmdn. etw. macht jmdm.
Spaß, Vergnügen, Freude: der lustige Einfall er
götzte alle
Ergötzen, das fin der Verbindung! geh. zu jmds.
E. zu jmds. Spaß, Vergnügen, Erheiterung: er kam,
zum E. aller, als Schulkind verkleidet zum Fasching
ergötzlich fAdj.f geh. vergnüglich (1.2): das ist ja
eine ergötzliche Geschichte
ergrauen fsw. Vb.; ist/ graues Haar bekommen: er
ist schon stark ergraut; sein Haar ist ergraut (grau
geworden)
ergreifen, ergriff, hat ergriffen 1. etw., jmdn. e-
336
Ergreifung — erheben
nach etw., jmdm. greifen und es, ihn festkalten: das
Tauende e.; einen Ertrinkenden beim Schopf e.;
jmds. Hand e.; sein Glas e. und auf jmds. Wohl
trinken — 2 .1. etw. ergreift (erfaßt 2) etw., jmdn.:
das Boot wurde von einer Woge ergriffen und
kenterte 2.2 . etw. ergreift (erfaßt 3) jmdn.: Zorn,
Erregung ergriff alle; jmd. wird von Sehnsucht,
Grauen ergriffen — 3. einen Verbrecher e. (fassen
3) — 4. etw. ergreift jmdn. etw. lbewegt (3) jmdn.
sehr, zutiefst: diese Musik hat mich sehr ergriffen;
das Elend dieser Kinder ergreift einen; die er
greifende Handlung dieses Stückes; tief ergriffen
hörten wir die Worte des Gedenkens — 5 . Idrückt
oft das Tätigwerden aus; in den Verbindungen/
Maßnahmen e.; die Macht e. (an sich bringen, über-
nehmen)', einen Beruf e. (einen Beruf wählen, in
einem Beruf tätig werden); die Flucht e. (vor etw.,
jmdm. davonlaufen, fliehen); von etw. / Besitz e.;
die / Initiative, eine / Gelegenheit e.
Ergreifung, die; -, fo. P L; zu ergreifen 3 u. 5/;
zu 3 : Hinweise, die zur E. des Täters führen;
zu ö : die E. der Macht (durch die Arbeiterklasse)
Ergriffenheit, die; -, fo. P L ; zu ergreifen 4/ das
Ergriffensein, bes. bei einem feierlichen Ereignis:
voller E., in tiefer E. standen sie vor dem Mahn
mal
ergrimmen /sw. Vb.; ist, hat/ veraltend 1.1. in
Zor n geraten (ist): er ergrimmte, war sehr er
grimmt über diese Bosheit 1.2. etw.,
jmd. er
grimmt jmdn. etw., jmd. bewirkt, daß jmd. in Zorn
gerät (hat): mit dieser Bemerkung hast du ihn
sehr ergrimmt
ergründen, ergründete, hat ergründet (die Ursache
von) etw. in Erfahrung bringen: dieZusammenhänge
(von etw.), ein Geheimnis e.; ich habe noch nicht
ergründet, warum er nicht gekommen ist
Erguß, der; Ergusses, Ergüsse 1. Bluterguß: er
hat sich einen E. (im Knie) zugezogen — 2. Samen
erguß — 3. fvorw. Pl.j spött. jmds. lyrische,
poetische Ergüsse (jmds. lyrische, 'poetische P r o
dukte); wir ließen seine Ergüsse (seine wortreichen
Äußerungen, Auslassungen) über uns ergehen
erhaben fAdj.f 1. aus einem flächigen Gebilde
(reliefartig) erhöht hervortretend: eine Plakette mit
erhabener Prägung — 2. durch seine Großartigkeit
erhebend, weihevoll: die erhabene Größe, Schön
heit eines Gebirges, Bauwerkes; von erhabenen
Gefühlen, Gedanken erfüllt, durchdrungen sein —
3.1 . fvorw. präd.j jmd. ist über jeden Verdacht,
Zweifel e. (jmd. ist von solcher Integrität, daß Zwei
fel, Verdacht ihm nichts anhaben können); über
solche kleinlichen Anwürfe ist er e. 3 .2 . sich e.
dünken (sich ungerechtfertigt überlegen fühlen und
sich hochmütig verhalten); zu 2 Erhabenheit, die;
-, fo. P l.f: sie empfanden die E. dieses Augen
blicks
Erhalt, der; -(e)s, fo. Pl.f papierdt. Empfang (1):
den E. einer Sendung bestätigen; die Rechnung
ist nach E. der Ware zu begleichen
erhalten (er erhält), erhielt, hat erhalten 1.1 . etw.
bekommen (1.1.1): ein Geschenk, ein Buch als
Geschenk, eine Auszeichnung e .; diesen Artikel e.
Sie nur in Drogerien (können Sie nur in Drogerien
kaufen); einen Brief, eine Antwort e. (empfangen);
O das Haus erhält eine neue Fassade 1.2 . die
Erlaubnis für etw. e. (erreichen, daß einem etw.
erlaubt wird); einen Auftrag, Instruktionen e. (an
gewiesen werden, einen Auftrag, Instruktionen aus
zu fü hren ) ; er hat eine Verwarnung, Freiheitsstrafe
e. (er ist verwarnt worden, ist zu einer Freiheitsstrafe
verurteilt worden) 1.3 . etw. bekommen (1.2 .1):
Kenntnis, eine Vorstellung von etw. e .; man erhält
sofort einen Eindruck, wenn ... 1.4. etw. als End
produkt, Ergebnis gewinnen: man erhält die ge
suchte Lösung, indem man . . . ; das Metall erhält
man durch Schmelzen «des Erzes — 2.1 . etw. e.
bewirken, daß etw. von Dauer ist, etw., jmd. weiter
hin (im gleichen Zustand) existiert: ein historisch
wertvolles Gebäude e.; Werte, Bestände e.; den
Frieden e .; durch schonendes Kochen Vitamine e.;
etw. im gleichen Zustand e .; die Verbindung sollte
e. bleiben, werden; jmdm., sich etw. e .: sich seine
Gesundheit, Arbeitskraft e.; dem Verunglückten
konnte das Augenlicht e. werden; diese Freund
schaft solltest du dir e.; Sport treiben erhält
elastisch (wenn man Sport treibt, bleibt man ela
stisch); einen Patienten am Leben e.; möge uns
der Jubilar noch lange e. bleiben (noch lange
leben)!; die Burg ist (noch) e. (existiert noch); von
der Mauer sind nur Reste e .; etw. ist gut e. (etw.
ist noch in gutem Zustand); gut erhaltener Mantel
zu verkaufen; das Auto ist gut e. 2 .2. sich in be
stimmter Weise e. durch eigenes Zutun in einem
bestimmten körperlichen Zustand bleiben: sich jung,
gesund e. 2.3 . etw. erhält sich etw. bleibt in gleicher
Weise über lange Zeit bestehen: fvorw. im Perf.f
dieser alte Brauch hat sich (bis heute) e.
erhältlich /A dj.; nicht adv.f: dieser Artikel ist nur
in Drogerien e. (diesen Artikel kann man nur in
Drogerien kaufen)
Erhaltung, die; -, fo. P L ; zu erhalten 2.1/: die E.
und Sicherung des Friedens; es geht um die E.
dieses Bauwerkes; etw. dient der E. von Werten;
der Satz von der E. (dem Erhaltenbleiben) der
Energie
erhandeln fsw. Vb.; hat/ etw. durch einen Handel
(3) mit jmdm. erwerben: dieses alte Möbelstück hat
er (sich) günstig erhandelt
erhängen fsw. Vb.; hat/ sich, jmdn. dadurch töten,
daß man sich, ihm einen Strick um den Hals legt,
an dem man, er dann hängt: er hat sich, der Mörder
hat ihn (an einem Balken) erhängt
erhärten, erhärtete, hat/ist erhärtet 1. (hat) 1*1.
etw. e. die Richtigkeit, Gültigkeit von etw. durch
Argumente, Tatsachen wahrscheinlicher machen:
folgende Tatsachen e. den Verdacht; die These
wird durch die neuesten Forschungsergebnisse er
härtet (untermauert 2) 1.2. der Verdacht hat sich
erhärtet (ist wahrscheinlicher geworden) — 2.
fachspr. 2.1. hart werden (ist): Beton erhärtet an
der Luft 2.2 . etw. hart machen (hat): Ton durch
Brennen e.; dazu Erhärtung, die; -,
-en fvorw. Sg .f;
zu 1: etw. trägt zur E. eines Verdachtes bei
erhaschen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. (sich Bewegendes)
durch rasches Zugreifen zu fassen bekommen: einen
Schmetterling e.
—
2. etw. gerade noch sehen,
hören können: er versuchte, einen Blick von ihr
zu e.; er konnte nur ein paar Worte e.
erheben, erhob, hat erhoben / / auch erhebend/
1. etw. (in Körperhöhe Befindliches) in die Höhe
heben: das Glas auf jmds. Wohl e.; geh. die Hand
gegen jmdn. e. (jmdn. schlagen wollen)1; mit er
hobener (emporgestreckter) Hand abstimmen; geh.
erhobenen Hauptes (stolz) schritt er hinaus — 2.
erhebend — erinnern
337
sich e. 2.1 . sich (von etw.) e. von einem Sitzplatz,
Lager a u fstehen: sich schwerfällig, spontan (von
den Sitzen) e. 2.2. aufsteigen, emporfliegen: das
Flugzeug erhebt sich vom Erdboden; die Lerche
erhebt sich in die Lüfte 2.B. aufragen: dieser Berg
erhebt sich bis zu (einer Höhe von) 1000 Metern
über dem Meeresspiegel 2.4. sich über etw. e. über
etw. hinauswachsen: sich über das Durchschnitts
niveau e. (besser als das Durchschnittsniveau wer
de n ); sich über die kleinen Sorgen des Alltags e.
(die Sorgen des Alltags unwichtig werden lassen)
2.5. ein Volk erhebt sich (empört sich, beginnt einen
Aufstan d) gegen seine Unterdrücker, Ausbeuter —
3. etw. zu etw. e. etw. höher einstufen: die Ver
kehrspolizei hat mehrere Straßen zu Schnell
straßen erhoben; die eigene Meinung nicht zur
Maxime e.; das Vereinbarte zum Beschluß e.;
Math, eine Zahl in die Potenz e. (eine Zahl so oft
als Faktor vorsehen, wie es ihr Exponent angibt),
ins Quadrat e. (einmal mit sich selbst multiplizieren)
—
4.1. etw. erhebt sich etw. beginnt, fängt an: ein
Sturm, Jubel, Lärm, Streit erhebt sich 4.2 . ein
Geschrei e. (zu schreien beginnen) — 5. etw. Vor
bringen, geltend machen: gegen etw. Einspruch e.;
eine Forderung e .; Anklage e. wegen . . . ; seine Stim
me (für, gegen etw, jmdn.) e. (sich für, gegen etw.,
jmdn. einsetzen) — 6. etw. behördlicherseits fordern:
bestimmte Steuern, Zölle e . ; es wird ein Mitglieds
beitrag von fünf Mark erhoben — 7. etw. fest
stellen (lasse n ): den vom Hochwasser verursachten
Schaden genau e. (lassen); die bisher erhobenen
Tatsachen, Beweise — 8. er fühlte sich durch die
Musik erhoben (in eine feierliche Stimmung versetzt)
erhebend /Adj.; nicht adv.; / auch erheben 8/
feierlich stimm end: ein erhebender Anblick, Augen
blick; ein erhebendes Gefühl
erheblich fA d j.f beträchtlich: ein erheblicher Sach
schaden; er ist e. (viel II. 1.2) jünger als sein
Bruder
Erhebung, die; -,
-en 1. Hügel, Berg, Boden
erhebung: sie hatten von der (kleinen) E. einen
guten Ausblick; der Brocken ist die höchste E.
des Harzes — 2. /zu erheben 2.5, 3, 5, 6, 7/ das
Erheben, Sicherheben; zu 2.5: eine revolutionäre,
politische E. (Aufstand, Empörung); zu 7: eine
amtliche, statistische E. ergab, daß . . . ; Erhebun
gen durchführen, anstellen
erheischen jsw. Vb.; hat/ veraltend geh. etw.
verlangen (1.1): er schaute fragend drein, als er
heische er eine Antwort
erheitern jsw. Vb.; hat/ jmdn. heiter stimmen:
jmdn. (mit witzigen Geschichten) e.; dieser Vor
fall hat mich sehr erheitert (belustigt); dazu Er
heiterung, die; -en
erhellen jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. hell machen, er
leuchten: das Zimmer wird, ist von der Lampe nur
ungenügend erhellt 1.2 . sich e. hell w erd en : der
Theaterraum erhellt sich allmählich; O bei diesen
Worten erhellte sich sein Gesicht (bekam sein
Gesicht einen heiteren Ausdruck) — 2. etw.,
sich
klären (2): diese Erklärungen e. den Zusammen
hang; aus dem Gesagten erhellt (wird klar, deut
lich), daß es sich hierbei um ein allgemeines
Problem handelt
erheucheln fsw. V b.; hatf etw. heucheln (1.1):
[vorw. im Part. Prät.f seine Zufriedenheit, gute
Laune war erheuchelt
erhitzen fsw. Vb.; hat/ 1. etw., sich so erwärmen,
daß es h eiß ist: Wasser (auf 100 Grad, bis zum
Siedepunkt), Metall e .; das Kugellager hat sich
erhitzt — 2. etw. erregt (1) etw., jmdn.: die Streit
frage erhitzte die Gemüter, die Versammelten;
sich e .: die Streitenden erhitzten (erregten) sich an
den unterschiedlichen Vorstellungen; die erhitzten
Gemüter beruhigen
erhoffen jsw. Vb.; hat/ etw. hoffend erwarten: viel
von jmdm., dem Leben e.; ich erhoffe mir einiges
von dieser Begegnung
erhöhen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. höher (1.1) machen:
die Mauer (um zwei Meter), das Haus um ein
Stockwerk e .; von einem erhöhten (höheren) Stand
ort aus sprechen — 2.1. etw. größer (8), höher (2.1,
3.1) m ach en : die Löhne, Arbeitsproduktivität, den
Lebensstandard e .; die Produktion wurde um zehn
Prozent erhöht; das erhöht die Sicherheit, Wir
kung 2.2. sich e. größer (8), höher (2.1, 3.1) werden:
die Produktion erhöhte sich; erhöhte Temperatur
(leichtes Fieber)
Erhöhung, die; -,
-en 1. Erhebung (1): von der E.
einen Überblick über die Landschaft haben —
2. fzu erhöhen 2/ das (Sich)erhöhen: die E. der
Löhne, des Niveaus; die E. der Verkehrssicher
heit
erholen, sich fsw. Vb.; hat/ 1.1. seine bes. durch
Anstrengung, Krankheit beeinträchtigten Kräfte
wiedererlangen: sich im Urlaub, am Feierabend e.;
sich von den Strapazen der Reise, einer Operation,
Krankheit e. 1 .2. sich von seinem Schreck e. (seine
Fassung wiedererlangen)
erholsam /Adj.; nicht adv.j Erholung bringend, der
Erholung dien en d: ein erholsamer Urlaub, Spazier
gang
Erholung, die; -,
- en /vorw. Sg .; zu erholen, sich
1.1/: E. suchen, finden; zur E. an die See fahren
erholungs/Erholungs| -bedürftig fA d j.f der E r
holung bedürftig, erschöpft; -heim, das Heim für
Erholungsuchende; -ort, der jPl.
- e/ Ort, der von
Erholungsbedürftigen und Urlaubern zur Erholung
aufgesucht wird und der offiziell diese Funktion hat;
- pause, die der Erholung dienende Pause: eine E.
einlegen (müssen); -reise, die vgl. Erholungsurlaub
erholung|suchend /Adj.; nur attr.f: die erholung-
suchenden Urlauber
ErhQlungs|urlaub, der der Erholung dienender Ur
laub
erhören jsw. Vb.; hat/ 1. geh., vorw. spött. jmds.
Bitten, Flehen e. (das Erbetene erfüllen) — 2. v e r
alten d einen Liebhaber e. (seinen Werbungen
nachgeben)
Erika, f achspr. Erika, die; -, Eriken Heidekraut
erinnerlich /Adj.; vorw. präd.j etw. ist jmdm. e.
jmd. kann sich an etw. erinnern: sein Name, Ge
sicht ist mir (noch) gut, deutlich, nicht mehr e.
erinnern jsw. Vb.; hat/ 1. sich an etw., jmdn.,
geh. sich einer Sache, jmds. e. etw.,
jmdn. im
Gedächtnis, in der Erinnerung bewahrt haben und
esj ihn sich wieder bewußt machen können: sich
(noch) gut, genau, lebhaft, (nur) schwach, dunkel
an ein bestimmtes Ereignis, den frühverstorbenen
Vater e. (können); ich erinnere mich, davon gehört
zu haben; ich kann mich daran, geh. dessen1
nicht e.; wenn ich mich recht erinnere (wenn mich
mein Gedächtnis nicht trügt), so . . .
—
2. jmdn. an
etw. e. jmdm. etw. ins Bewußtsein rufen, jmdn.
22 Wörterbuch
338
Erinnerung — erklären
mahnen, etw. nicht zu vergessen: jmdn. an seine
Pflicht e.; in diesem Zusammenhang sei daran
erinnert, daß ...
—
3. etw., jmd. erinnert (jmdn.)
an etw., jmdn. etw., jmd. läßt auf Grund bestimmter
ähnlicher Merkmale in jmdm. die Erinnerung an
Bekanntes, einen Bekannten aufkommen: Meißen
mit der Aibrechtsburg erinnert (mich) an Prag;
dieser Junge erinnerte sie an ihren Bruder
Erinnerung, die; -,
-en 1.1 . jo. PI./ Fähigkeit, etw.
im Gedächtnis Bewahrtes sich zu vergegenwärtigen:
meine E. verläßt mich hier; wenn mich meine E.
nicht täuscht, trügt, so . . . 1 .2 . Gedächtnis (2): etw.
aus der E. schreiben, zeichnen; jmdm. etw. in
(die) E. (zurück)rufen; etw. , jmdn. gut, kaum in
E. haben (sich an etw., jmdn. gut, kaum erinnern);
etw.,
jmdn. in guter, schlechter E. haben (sich
an etw., jmdn. gern od. nur ungern erinnern) —
2.1 . durch das Gedächtnis bewahrte Vorstellung von
etw., jm d m .: eine gute, genaue, schwache, dunkle,
unklare E. an etw., die verstorbene Mutter haben;
etw. weckt Erinnerungen; Erinnerungen werden
wach, steigen auf, verblassen 2.2 . /nur im P l.j
Mem oiren : jmd. schreibt seine Erinnerungen —
3. zur, als E. zum Gedenken: jmdm. zur, als E.
etw. schenken, etw. in ein Buch einschreiben
Erinnerungs] -lücke, die e tw .,
an das sich jmd.
nicht erinnern kann; -stück, das jPl.
- e/ Gegen
stand, der jmdn. an jmdn.,
etw. erinnert: diese
Kette ist ein E. an meine Großmutter; -vermögen,
das fo. Pl.f Vermögen, sich an etw., jmdn. zu er
innern; -wert, der fo. Pl.f Wert, den ein Gegenstand
für jmdn. hat, weil er in ihm die Erinnerung an
etw.,
jmdn. weckt: dieser Schmuck hat für mich
vor allem E.
erkalten, erkaltete, ist eikältet 1. kalt werden: am
offenen Eenster erkaltet die Speise schnell; er
kaltete Lava — 2. ihre Liebe (zu ihm) ist erkaltet
(hat au fgehört)
erkälten, erkältete, hat erkältet 1.1. sich e. sich
eine Erkältung zuziehen: jmd. hat sich beim Baden
erkältet; jmd. ist stark, etwas, leicht erkältet 1.2.
jmd. hat sich die Blase erkältet (hat sich durch
Einwirkung von Kälte eine Erkrankung der Blase
zugezogen)
Erkältung, die; -,
-en (leichte) Erkrankung der
Atemwege, die sich meist als Husten, Schnupfen
äuß e rt: eine leichte, starke, schwere E. haben, sich
zuziehen; u m g. sich (irgendwo) eine E. holen
Erkältimgs|krankheit, die : jmd . ist anfällig für
Erkältungskrankheiten
erkämpfen fsw. Vb.; hat/ etw. durch kämpferischen
Einsatz erringen: den Frieden, Sieg, Fortschritt
(hart) e.; sich etw. e . : sich Anerkennung, sein
Recht e .; die Mannschaft konnte sich den Titel e.
erkaufen /sw. V b .; hat/ 1. (sich) etw. irgendwie,
mit etw. e. etw. durch Mühe, Opfer erreichen: eine
Erkenntnis, Erfahrung schwer, teuer e. müssen;
ein mit Blut (mit Todesopfern) erkaufter Sieg —
2. sich etw. e. etw. durch Bestechung erlangen: sich
jmds. Schweigen e.
erkennbar /Adj.; nicht adv./ 1 . /zu erkennen 1/ —
2. /zu erkennen 2/; zu 2.2: die Welt ist e.; zu 2
Erkennbarkeit, die; -, /o . PI./
erkennen, erkannte, hat erkannt 1. etw. , jm dn. so
deutlich sehen, daß man weiß, worum, um wen es
sich handelt: die kleinen Schriftzeichen, jmdn. aus
der Entfernung nicht e. (können) — 2.1. etw.,
jmdn. e. aus gewissen Anzeichen genau bestimmen,
worum, um wen es sich handelt: jmds. Stimme im
Radio e.; jmdn. an seinem Gange.; etw. als Fäl
schung e.; an Hand des Fotos den Täter e. (identi
fizieren); sich (jmdm.) zu e. geben (sagen, zeigen,
wer man ist od. wirklich ist; seine Absichten zeigen)
2.2 . etw. e. von etw., das einem vorher nicht (genü
gend) bekannt war, (genaue) Kenntnis gewinnen:
bestimmte Zusammenhänge, den Ernst der Lage,
eine Krankheit, Gefahr (zu spät) e.; die eigenen
Fehler e. (feststellen, einsehen); er gab sein Be
fremden zu e. (zeigte es deutlich); Philos. das Er
kennen (die E rk en n tnis 1.2) von Gesetzmäßigkeiten
—
3. Ju r. das Gericht erkannte auf Freispruch
(sein Urteil lautete auf Freispruch)
erkenntlich /Adj.; in den Verbindungen/ sich e.
zeigen, erweisen seinen Dank mit einer Gegen
leistung ausdrücken: sich für die Unterstützung
mit einer Schachtel Konfekt e. zeigen
Erkenntnis, die; -,
-se 1.1. durch Verarbeitung von
Fakten, Erfahrungen, Beobachtungen im Beivußt-
sein gewonnene Kenntnis, gewonnenes Wissen über,
von etw.: die Forschung hat neue, wissenschaft
liche, fundamentale Erkenntnisse gebracht; das
ist eine bittere E .; um eine E. (Erfahrung) reicher
sein; zu der E. gelangen, kommen, daß... 1.2.
/o. PI./ Philos. Prozeß od. Residtat der sinnlichen,
rationalen Widerspiegelung der objektiven Realität
im Bewußtsein des Menschen: die E. der Dinge,
von Gesetzen, Zusammenhängen
Erkenntnis Philos.|
-fähigkeit, die /o. Pl.j Fähig
keit des Menschen, die objektive Realität im Bewußt
sein widerzuspiegeln; -prozeß, der Prozeß der E r
kenntnis; -theoretisch /Adj.; zu -theorie/; -theorie,
die /o. Pl.j Teilgebiet der Philosophie, das die
Gesetzmäßigkeiten der Erkenntnis erforscht
Erkennungs| -dienst, der jo. Pl.j Bereich der
Kriminalpolizei für die Identifizierung von Perso
nen; -wort,das/PI.
- Wörter/ vgl. - Zeichen; -Zeichen,
das vereinbartes Zeichen, durch das man sich gegen
seitig erkennen kann, durch das etw. signalisiert
wird
Erker, der; -s,
-
mit Fenstern versehener vor
springender Teil an Gebäuden, der nicht bis zum
Erdboden fortgeführt ist
Erker] -fenster, das; -zimmer, das Zimm er mit
einem Erker
erkiesen, erkor, hat erkoren //* a uch erküren; In f .
u. Präs. Aktiv veraltet/ veraltend geh. jmdn.,
etw. erwählen: jmd. ist zu großen Dingen erkoren;
er hat, hatte sie zu dieser schwierigen Aufgabe
erkoren
erklären /sw. V b.; hat; / auch erklärt/ 1.1.
(jmdm.) etw. e. jmdm. etw., die Problematik eines
Sachverhalts verständlich machen: eine (schwierige)
Mathematikaufgabe ausführlich, allgemeinver
ständlich e.; etw. durch ein Beispiel e. 1 .2 . (sich)
etw. e. etw. auf seine Ursache(n) zurückführen, die
Ursache(n) für etw. erkennen und darlegen: (sich)
jmds. Verschwinden nicht e. können; wie erklärst
(deutest 1) du dir das?; warum das geschehen ist,
läßt sich schwer e .; etw. erklärt sich aus etw.
(etw. läßt sich auf eine bestimmte Ursache zurück
führen) — 2 . etw. in bindender, offizieller Form
äußern, mitteilen: sein Einverständnis, seinen Bei
tritt e.; geh . einem Mädchen seine Liebe e.
(gestehen); sich (jmdm.) e. (jmdm. eine Liebes
erklärlich — erleben
339
erklärung machenp; einem Land den Krieg e.
{einem Land den Kriegszustand mit ihm verkünden);
sich einverstanden e. {sagen, daß man einverstanden
ist) — 8. jmdn.,
etw.,
sich für etw.,
jmdn. e.
jmdn., etw., sich als etw., jmdn. bezeichnen: jmdn.,
sich für schuldig, für den Täter, etw. für falsch e.
erklärlich /Adj./ verständlich, einleuchtend: sein
Verhalten ist e.
erklärt /Adj.; nur attr.; / auch erklären/: das ist
sein erklärtes (von ihm geäußertes) Ziel; er ist der
erklärte (ausgesprochene) Liebling des Publikums
Erklärung, die; -,
- en 1. Aufschluß über Zusammen
hänge und Gründe einer Sache: von jmdm. eine E.
(über etw.) verlangen; jmdm. für etw. (noch) eine
(gute, gründliche) E. geben, schulden; für ein
bestimmtes Verhalten eine E. (Deutung, Begrün
dung) finden, haben — 2. offizielle M itteilung: eine
E. der Regierung; eine schriftliche E. abgeben
erklecklich fAdj.f veraltend: er hat eine erkleck
liche (beträchtliche) Summe gespart
erklettern /sw. Vb.; hat/ etw. e. die höchste Stelle
von etw. kletternd erreichen: einen Berg, eine Fels
wand, hohe Mauern e.
erklimmen, erklomm, hat erklommen geh . etw.
mühsam erklettern: einen Gipfel, die Sprossen einer
langen Leiter e.
erklmgen, erklang, ist erklungen als m elodisch er
Klang ertönen: es erklangen fröhliche Lieder
erklügeln /sw. Vb.; hat/ sich etw. spitzfindig aus
denken, etw. ausklügeln: eine raffinierte Farb
zusammenstellung e.
erkoren s. erkiesen, erküren
erkranken /sw. Vb.; ist/ krank werden: jmd. ist
ernstlich, an einer leichten Grippe erkrankt; einen
erkrankten Kollegen vertreten
Erkrankung, die; -,
-en 1. das Erkranken: das
führt zur E. des Organismus — 2. Krankheit (1):
eine leichte, schwere, ernste, fieberhafte, aller
gische E.
erkühnen, sich /sw. Vb.; hat/ veraltend geh.
sich trauen, etw. zu tun, was M ut erfordert od. nicht
erlaubt ist: er erkühnte sich, die hohe Persönlich
keit anzusprechen; das zu behaupten, hätte er
sich nie erkühnt
erkunden, erkundete, hat erkundet 1.1. etw. a u s
findig machen, durch Nachforschungen feststellen:
jmds. Namen, Wohnung, alle Einzelheiten, die
Zusammenhänge e. 1.2. etw. e. genaue Einzel
heiten, Angaben über etw. zu erfahren suchen: die
Beschaffenheit des Bodens, gegnerisches Gelände e.
erkundigen, sich fsw. Vb.; hat/ sich (bei jmdm.)
nach etw., jmdm. e. etw. über etw.,
jmdn. durch
Fragen zu erfahren suchen: sich nach dem Weg,
jmds. Leistungen, nach jmdm. ,
jmds. Befinden
e.; dazu Erkundigung, die; -,
-en
Erkundung, die; -en /zu erkunden/
erkünsteln jsw. Vb.; hat/ etw. auf unnatürliche,
künstliche Art heucheln: /vorw. im Part. Prät.j etw.
mit erkünstelter Gleichgültigkeit, Verwunderung
sagen
erküren, erkürte/erkor, hat erkürt/erkoren / auch
erkiesen/ veraltend geh. jmdn., etw. auserwählen
erlaben jsw. Vb.; hat/ geh. sich an etw. e. sich an,
mit etw. laben, erquicken: sich an saftigen Früchten,
kühlem Wein e.; jmdn. mit etw. e .: jmdn. mit
einem heißen Trunk e.
erlahmen /sw. V b.; ist/1.1 . vom ununterbrochenen
Schreiben erlahmte (mir) die Hand (wurde mir die
Hand müde, schwach) 1.2 . der Arbeitseifer, die
Aufmerksamkeit erlahmt (wird schwächer, läßt in
in der Intensität nach); die Kräfte erlahmten
erlangen /sw. Vb.; hat/ 1.1 .1 . etw. (durch eigenes
Bemühen) bekommen (1.1 .2): eine Genehmigung e.;
die Doktorwürde e. (auf Grund seiner Leistung
erreichen, daß einem die Doktorwürde verliehen
wird); Achtung e. 1.1 .2. etw. bekommen (1.2 .1):
Kenntnis von etw. e .; die Gewißheit e. (zu der
Gewißheit kommen), daß ... 1 .2. etw. erlangt etw.
etw. kommt (6.2) zu etw.: etwr. erlangt weltweite
Bedeutung, Beachtung; die Gesetze erlangten
Geltung
Erlaß, der; Erlasses, Erlasse, österr. Erlässe 1.
/zu erlassen/ das Erlassen; zu 1: der E. eines Ge
setzes, Haftbefehls; zu 2 : der E. einer Strafe —
2. Verfügung von zuständiger offizieller Stelle: ein
öffentlicher E .; einen E. des Staatsrates veröffent
lichen
erlassen (er erläßt), erließ, hat erlassen 1. etw.
offiziell, von zuständiger Stelle verfügen: ein Gesetz,
eine Einfuhrsperre, einen Haftbefehl e .; die Regie
rung hat eine Proklamation, einen Aufruf an die
Bevölkerung e. (verkündet 1.1) — 2. jmdm. etw. e..
jmdn. von einer (unangenehmen) Verpflichtung ent
binden: jmdm. seine Schulden, die Steuern, eine
Prüfung e .; jmdm. eine Strafe, den Rest einer
Strafe e.
erlauben /sw. V b.; hat/ 1. jmd. erlaubt jmdm. etw.
jmd. gibt jmdm. die Erlaubnis zu etw.,
etw. Be
stimmtes zu tun: die Mutter erlaubt den Kindern
zu spielen; das hat mir der Arzt erlaubt; /in höf
licher Bede/ geh. e. Sie (mir), Ihnen eine Tasse
Kaffee anzubieten?; umg. ich kann mir keine gro
ßen Anschaffungen e. (leisten 2.2p; eine erlaubte
(zulässige) Handlungsweise; etw. ist gesetzlich er
laubt — 2. etw. erlaubt (jmdm.) etw. etw. ermög
licht jmd m . e tw .: mein Gesundheitszustand erlaubt
es (mir) nicht; wenn meine Zeit es mir erlaubt,
dann ...
—
8. sich etw. e. sich die Freiheit zu etw.
nehmen, sich etw. herausnehmen: sich einige Frei
heiten, Ungehörigkeiten e .; sich mit jmdm. einen
Scherz e.
-f- umg. na, e. Sie mal (wie kommen Sie darauf,
was fällt Ihnen ein)!
Erlaubnis, die; -,
-se /vorw. Sg./ Erklärung, durch
die jmdm. mitgeteilt wird, daß er etw. Bestimmtes
(worum er nachgesucht hat) tun darf, Genehmigung:
eine mündliche, schriftliche, polizeiliche E .; jmdm.
die E. geben, erteilen, etw. zu tun; jmdn. um (die)
E. zu etw. bitten, fragen; etw. mit, ohne E. tun
erlaucht /Adj.; nur attr./ geh., oft spött. hoch
angesehen: dort waren nur erlauchte Gäste an
wesend
erläutern /sw. Vb.; hat/ (jmdm.) etw. e. jmdm.
etw. (ausführlich) erklären: eine schwierige Auf
gabe, den Produktionsablauf, seine Behauptung
(näher) e.; das Problem mit, an einem Beispiel e.;
dazu Erläuterung, die; -,
-en
Erle, die; -,
-n bes. an Ufern wachsender Laubbaum
mit holzigen Fruchtständen
erleben jsw. Vb.; hat/ 1. etw. e. persönlich od. als
Zuschauer an einem Geschehnis beteiligt sein und
dadurch beeindruckt werden: jmd. hat viel Schönes,
Schweres, ein Abenteuer, eine Überraschung er
lebt; einen Sonnenaufgang e.; erzählen, was man
22*
340
Erlebnis — ermäßigen
auf der Reise erlebt hat; er hatte es selbst erlebt;
so etwas, so eine Frechheit habe ich noch nicht
erlebt!; jmdn. e .: einen Sänger, Schauspieler auf
der Bühne e.; umg. jmdn. in seinen vier Wänden,
als Familienvater e.
—
2. etw. e. zu einer bestimm
ten Zeit (noch) leben, etw.9 jmdn. (noch) miterleben:
den Erfolg des eigenen Werkes, die Geburt des
Urenkels e.; das Jahr 2000 (noch) e.; er hat (noch)
die Weimarer Republik, Ernst Thälmann erlebt —
3. jmd. erlebt (erleidet) eine Niederlage; jmd. er
lebt (hat) ein Comeback; das Buch erlebte die
zehnte Auflage (wurde zum zehnten M al aufgelegt)
+ / da kannst du was e.!; sein blaues / Wunder
e.
Erlebnis, das; -ses, -se Geschehen, das jmd. erlebt
hat und durch das er (stark und nachhaltig) beein
dru ckt w u rd e: ein schönes, trauriges, aufregendes,
unangenehmes E. aus meinem Leben, von der
Reise; Erlebnisse mit Kindern, Tieren; das E. der
ersten Liebe; diese Feier, Opernaufführung wurde
(mir) zum E. , war (für mich) ein (einmaliges) E.
erledigen /sw. Vb.; hat; / auch erledigt/ 1* etw.
zu Leistendes durch Arbeit, Tätigkeit zum Abschluß
bringen: eine Arbeit, die tägliche Post, Einkäufe,
Formalitäten e .; etw. schnell, gewissenhaft, pünkt
lich e.; die Sache hat sich von selbst erledigt; etw.
als erledigt, für erledigt erklären; damit ist dieser
Punkt erledigt — 2. umg. jmdn. zugrunde richten:
/vorw. im Pa rt. Prät.\ er war moralisch, als Ge
schäftsmann erledigt — 3. umg. verhüll, jmdn.
brutal zusammenschlagen, ermorden: einer der
Gangster sagte, den habe er erledigt
erledigt /Adj.; / auch erledigen/ umg. infolge
großer Anstrengung erschöpft: nach dieser An
strengung war er vollkommen e.; er kam ziemlich
e. zu Hause an
erlegen /sw. Vb.; hat/ Wild (durch einen Schuß)
töten: einen Rehbock, Hasen e.
erleichtern jsw. Vb.; hat/ 1*(jmdm., sich) etw. ein
facher, bequemer, leichter machen: jmdm. die
Arbeit, sich das Leben ein wenig e .; die Prüfungs
bedingungen wurden erleichtert — 2. sich, etw. e.
sich, etw. von einem psychischen Druck, einer
psychischen Belastung befreien: sich durch eine
Aussprache (seelisch, innerlich) e.; durch ein Ge
ständnis sein Gewissen, Herz e.; erleichtert auf-
atmen — 3. umg. scherzh. verhüll, jmdn. um
etw. e. 3.1. sich von jmdm. Geld geben lassen: du
hast mich doch erst gestern um zehn Mark er
leichtert — 3.2 . jmdm. etw. stehlen: er wurde um
seine Brieftasche erleichtert; zu 1 u. 2 Erleichte
rung, die; -,
-en
erleiden, erlitt, hat erlitten 1. körperliche od.
psychische Leiden ertragen müssen: Schmerzen,
Qualen, ein schweres Unrecht, eine Kränkung e.
—
2. etw. Nachteiliges hinnehmen müssen: Verluste,
eine Niederlage e.; Spott e. (verspottet werden)
/ Schiffbruch e.
erlernen /sw. Vb.; hat/ etw. e. sich etw. durch
Lernen aneignen: ein Handwerk, eine Sprache e.
erlesen /Adj.; nicht adv./ geh. 2auserlesen (1.1),
vorzüglich: ein erlesenes Publikum; ein erlesener
Geschmack; erlesene Genüsse, Weine
erleuchten, erleuchtete, hat erleuchtet 1. etw.
(durch eine künstliche Lichtquelle) hell machen:
einen Raum mit (vielen) Lampen, durch Kerzen
festlich, nur spärlich e.; das Verkehrszeichen ist
erleuchtet; hell erleuchtete Fenster — 2. oft
spött. jmd. ist von einem (plötzlichen) Einfall
erleuchtet (hat plötzlich über etw. Klarheit gewon
nen) ; dazu Erleuchtung, die; -,
-en
erliegen, erlag, ist erlegen 1. einer Sache, jmdm.
e. der starken Wirkung einer Sache, Person (inner
lich) keinen Widerstand entgegensetzen können : einer
Versuchung, einem großen Irrtum e.; einem Ein
fluß e. (sich beeinflussen lassen); einer Krankheit
e. (an einer Krankheit sterben); einem Gegner, einer
feindlichen Übermacht e. (unterliegen) — 2. /in
den Verbindungen/ etw., der Verkehr kommt zum
Erliegen (kommt zum Stillstand, bricht zusammen);
etw. bringt etw. zum Erliegen (zu m Stillstand)
erlisten, erlistete, hat erlistet etw. durch List errei
chen, erringen: (sich) einen Vorteil, Leckerbissen e.
Erlös, der; -es, -e durch den Verkauf einer Sache
od. für eine Leistung eingenommener Geldbetrag:
der E. des verkauften Hausrats, der Lotterie, des
Solidaritätsbasars; der E. für den, aus dem (ver
kauften) Schmuck war gering
erlöschen (er erlischt, au ch erlöscht), erlosch, au ch
erlöschte, ist erloschen, auch erlöscht 1. aufhören
zu brennen (und zu leuchten), verlöschen: die Kerze
erlischt; das Feuer, der Brand war erloschen; ein
erloschener (nicht mehr tätiger) Vulkan — 2. /er
erlischt, erlosch, ist erloschen/ sein Interesse, seine
Aufmerksamkeit, Liebe erlosch mit der Zeit (ließ
in der Intensität nach und schwand allmählich) —
3. /er erlischt, erlosch, ist erloschen/ in seiner
rechtlichen Wirkung aufhören zu bestehen, seine
Gültigkeit verlieren: der Anspruch auf Rückzahlung
erlischt am Jahresende; der Vertrag, seine Mit
gliedschaft in der Organisation ist erloschen, gilt
mit Wirkung vom ... als erloschen
erlösen /sw. Vb.; hat/ jmdn. aus einer Notlage, von
einer (inneren) Bedrängnis befreien: jmdn. aus einer
Zwangslage e.; jmdn. von seinen Beschwerden,
seinen Sorgen, aus seiner Angst e.; scherzh. ich
werde dich gleich (davon) e. (dich aus deiner un
angenehmen Lage befreien, bei deiner unangenehmen
Beschäftigung ablösen); <> verhüll, der Tod er
löste sie von ihrem Leiden (sie starb); dazu Er
lösung, die; -,
-en /vorw. Sg .j
erlügen, erlog, hat erlogen /nicht im Präs. , Prät.,
Put./ etw. in lügnerischer Absicht erfinden, sich
ausdenken: er hat die ganze Geschichte erlogen;
was er sagt, ist alles erlogen
- f etw. ist / erstunken und erlogen
ermächtigen /sw. V b.; hat/ jmdn. e.,
etw. Be
stimmtes zu tun jmdm. für etw. Bestimmtes die
Vollmacht erteilen: die Regierung hatte ihren Bot
schafter ermächtigt, das Abkommen zu unter
zeichnen; dazu Ermächtigung, die; -,
-en
ermahnen /sw. Vb.; hat/* jmdn. durch eindring
liches Zureden zu notwendigem Handeln, Verhalten
auffordern: jmdn. zur Ruhe, Ordnung e.; jmdn.
e., vorsichtig zu sein; dazu Ermahnung, die; -,
-en
Ermang(e)lung, die /in d er Verbindung/ in E.
einer Sache, jmds. (weil etw., jmd. nicht verfügbar
ist)
ermannen, sich /sw. Vb.; hat/ scherzh. sich auf-
raffen (3): er ermannte sich und begann zu arbeiten
ermäßigen /sw. Vb.; hat/ den Preis, die Gebühr für
etw. unter bestimmten (sozialen) Voraussetzungen
herabsetzen: die Gebühr, Beförderungskosten e.;
Ermäßigung — Ernstfall
341
ermäßigte Eintrittspreise; dazu Ermäßigung, die;
-,
-en
ermatten, ermattete, ist/hat ermattet geh. 1 . matt,
schlapp werden (ist): vor Durst, Hitze (völlig) er
mattet sein; O er fühlte seinen Mut e. (nach-
lassen 1) — 2, jmdn. matt, schlapp machen (hat):
die Hitze, Anstrengung ermattete ihn
ermessen (er ermißt), ermaß, hat ermessen etw. in
seinem Umfang, Ausmaß erfassen und danach ein
schätzen: den Wert einer Arbeit, jmds. Freude e.
können; es läßt sich leicht, schwer e.,
ob...,
wie ...
Ermessen, das; -s, /o. PI .; in den Verbindungen!
nach meinem, eigenem E. (*Überlegen I I und Ein
schätzen 1.1, Gutdünken); nach menschlichem E.
(soweit es Menschen überhaupt beurteilen können);
etw. liegt, steht in jmds. (persönlichem) E. (die
Entscheidung ist jmdm. selbst überlassen)
Ermessens|frage, die Frage, die jmd. nach seinem
Ermessen lösen, entscheiden darf
ermitteln /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. durch Nach
forschungen, Untersuchungen ausfindig machen:
jmds. Aufenthaltsort, den Täter, einen D urch
schnittswert e.; dazu Ermitt(e)lung, die; -,
-en
Ermittlungs [verfahren, das Verfahren, in dem der
Staatsanwalt und andere Befugte die den Verdacht
einer Straftat begründende Handlung und den Täter
zu ermitteln suchen
ermöglichen /sw. Vb.; hat/ (jmdm.) etw. möglich
m ach en : jmdm. einen Studienaufenthalt, kleinen
Nebenverdienst e.; das Klima ermöglicht hier den
Anbau von Wein
ermorden, ermordete, hat ermordet jmdn. vor
sätzlich töten : er wurde brutal ermordet; dazu
Ermordung, die; -,
-en /vorw. Sg .j
ermüden, ermüdete, ist/hat ermüdet 1. müde wer
den (ist): jmd. ermüdet schnell — 2. jmdn. müde
machen (hat): das lange Gespräch ermüdete ihn;
er ermüdete die Zuhörer durch seine Vortragsweise;
eine ermüdende Arbeit
Ermüdung, die; -,
- en /vorw. Sg .j 1. /zu ermüden 1/
das Müdewerden, die Müdigkeit: eine leichte, große,
allgemeine E. spüren; Zeichen der E. waren er
kennbar — 2. Techn. Veränderung in der Struktur
eines stark beanspruchten Materials an der Stelle,
wo später der Bruch eintritt: eine E. des Metalls,
Werkstoffes
Ermüdungs|erscheinung, die 1. auf Grund von E r
müdung deutlich erkennbare Verminderung der
Leistungsfähigkeit: körperliche, geistige Ermü
dungserscheinungen — 2. Techn. Erscheinung der
Strukturveränderung an stark beanspruchtem M ate
rial
ermuntern /sw. Vb.; hat/1. jmdn. zu etw. anregen,
erm utigen: jmdn. zu einer (schwierigen) Arbeit,
einem Entschluß e .; jmdm. ermunternd Zulächeln
—
2, jmdn. munter machen: der Kaffee, die frische
Luft ermunterte ihn
ermutigen [sw. Vb.; hat/ jmdn. zu etw. e. so auf
jmdn. einwirken, daß er den M ut bekommt, etw.
Schwieriges anzugehen: jmdn. zu einer schwierigen
Arbeit e.; jmdn. (durch das eigene Beispiel) e.,
etw. auszuführen; das klang nicht gerade er
mutigend !
ernähren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., ein Tier regel
mäßig mit Nahrung versorgen: ein Baby mit
Muttermilch, nach neuesten Erkenntnissen e .; der
Kranke wurde künstlich ernährt — 2. sich von
etw. e. von bestimmter Nahrung leben: sich haupt
sächlich von, mit Pflanzenkost, Milch e.; Raub
tiere e. sich von rohem Fleisch — 3. jmdn., sich
e. jmds., seinen eigenen Unterhalt bestreiten: jmd.
hat eine große Familie zu e.; sich von Über
setzungsarbeiten (gut) e. (können); zu 3 Ernährer,
der; -s, - ; zu 1—3 Ernährung, die;
- en /vorw.
Sg-I
ernennen, ernannte, hat ernannt jmdn. (zu etw.)
e. jmdn. in eine (ehren-, verantwortungsvolle) Funk
tion einsetzen: jmdn. zum Vorsitzenden, Bot
schafter, Ehrenmitglied e.; seinen Vertreter e.
(benennen 3); dazu Ernennung, die; -,
-en
erneuern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. schadhaft Ge
wordenes reparieren od. durch Neues ersetzen: die
Zaunpfähle, Gleise, das Linoleum, den Verband e.
1.2 . Körperzellen e. sich (bilden sich neu) — 2. etw.
wieder aufleben, wieder wirksam werden lassen: eine
(alte) Freundschaft e.; einen Antrag, eine Ein
ladung e. (wiederholen); einen Vertrag e. (zu den
gleichen Bedingungen erneut abschließen)
erneut /Adj.; nicht präd./ ein weiteres M al auf-
tretend, unternom men: erneute Zusammenstöße; er
neuter Beifall; ein erneuter Versuch; e. (ein
weiteres Mal, aufs neue) auf etw. hinweisen; jmd.
wird e. gewählt
erniedrigen /sw. Vb.; hat/ jmdn.,
sich in seiner
Würde, seinem Persönlichkeitswert herabsetzen, her
abwürdigen : jmdn. durch eine Bloßstellung,
ein Ansinnen e.; das ist für ihn erniedrigend; dazu
Erniedrigung, die; -en
ernst /Adj./ 1.1. von Ernst erfüllt, Ernst ausdrük-
kend: ein ernster Mensch; ernste Worte; ein ernstes
Gesicht machen; ein ernstes Theaterstück; ernste
(nicht zur Unterhaltungsmusik gehörende) Musik 1.2.
auf Ernst (1.4) beruhend, aufrichtig: ein ernstes An
gebot; eine ernste Absicht; ihm ist es e. damit;
er meint es jetzt e. (spaßt nicht länger); eine Be
hauptung nicht (für) e. nehmen (ihre Glaubwürdig
keit anzweifeln); das war nicht e. gemeint (war
nur so dahingesagt) — 2.1. schwerwiegend, gewich
tig : ernste Entscheidungen, Zweifel; ernste Sorgen
haben; eine ernste (eindringliche) Mahnung; jmdn.
e. nehmen (als Persönlichkeit akzeptieren) 2.2 .
besorgniserregend, kritisch: eine ernste Lage, Krank
heit, Gefahr; es steht e. um ihn
Ernst, der; -(e)s, /o. PI./ 1 .1 . Scherz, sorglose
Heiterkeit, Oberflächlichkeit ausschließende Haltung,
Einstellung eines Menschen der Umwelt gegenüber:
etw. mit dem nötigen E. tun; etw. mit E. und
Würde vortragen 1.2 . auf 1.1 schließen lassende
Eigenart von etw.: der E. seiner Miene; der E.
(die Eindringlichkeit) seiner Worte 1,3. Scherz,
sorglose Heiterkeit ausschließende Gegebenheit, Situa
tion: aus dem Spiel wurde E.; der E. (die Be
drohlichkeit) der Stunde, Lage; der E. des Lebens
(der von Pflichten erfüllte AUtag) 1.4. das ist mein
voller E.,
mir ist es (vollkommener) E. damit,
ich meine das im E. (ich meine, will das wirk
lich so)
+ allen Ernstes (wenn es auch unglaublich, unmög
lich erscheint; mit voller Überzeugung, nachdrück
lich) ; mit tierischem E. (völlig humorlos, stupide);
mit etw. E. machen (etw. Angekündigtes, Beab
sichtigtes nun in die Tat umsetzen)
Ernstfall, der jo. PI./ Eintreten eines für möglich
342
ernsthaft — erratisch
gehaltenen {gefährlichen) Ereignisses: sich für den
E. vorbereiten; im E. muß mit einer Gegenaktion
gerechnet werden
ernsthaft [Adj.; nichtpräd.f 1.1. von Ernst (1.1,1.2)
bestimmt, zeugend: ein ernsthafter Mensch, Charak
ter; mit ernsthafter Miene etw. sagen; sich über
etw. e. unterhalten 1.2 . ern st (1.2): ein ernsthaftes
Angebot; die ernsthafte Absicht haben, etw. zu
tun; das hat niemand e. (wirklich) geglaubt —
2.1 . ernst (2.1): ernsthafte Bedenken haben; ernst
hafte Sorgen, Mängel — 2.2. ernst (2.2): ernsthafte
Verletzungen; e. krank sein
ernstlich fAdj.; nicht präd.j 1. ernst (1.2): ernst
liche Anstrengungen, Versuche, Absichten; sich,
etw. e. prüfen; jmdm. e. (sehr) böse sein — 2 .1 .
ernst (2.1): ernstliche Zweifel, Sorgen, Mängel;
sich e. mit etw. befassen; jmdn. e. (eindringlich)
ermahnen 2.2. ernst (2.2): eine ernstliche K rank
heit, Gefahr; e. krank sein
Ernte, die; -,
-n 1. das Ernten: die E. beginnt; bei
der E. helfen — 2. die reifen Feld- und Garten
früchte, die geerntet werden: die gesamte E. wurde
vernichtet; die E. (eines Jahres) an Getreide,
Kartoffeln, Obst; die diesjährige E. war gut,
durchschnittlich
Ernte| -arbeit, die /vorw. PL/; -dankfest, das Bei.
ev. kath. vgl.
- fest; -einsatz, der Einsatz von sonst
nicht in der Landwirtschaft Beschäftigten hei d,er
Ernte; -fest, das Fest nach dem Abschluß der
Ernte; -gut, das jo. PL/ das, tvas bes. in der Land
wirtschaft geerntet worden ist; -helfer, der jmd. , der
im Ernteeinsatz tätig ist: aus der Stadt waren E.
gekommen; -kapitän, der fvorw. PL; DDR ; emot.
pos.j jmd., bes. Fahrer eines Mähdreschers, der mit
hohem Einsatz in der Ernte arbeitet; -kranz, der
großer Kranz aus Ähren, Feldblumen und Früchten,
der zum Erntefest aufgehängt wird; -kröne, die vgl.
- kranz
ernten, erntete, hat geerntet die reifen Früchte,
Nutzpflanzen von Feld od. Garten pflücken, mähen
od. einsammeln und in die dafür vorgesehenen Lager
räume bringen: Getreide, Kartoffeln, Obst, Rüben
e.; O Dank, Anerkennung, nichts als Undank,
Spott e. (für etw. erhalten)
+ / Lorbeeren e.
Ernte| -wetter, das jo. Pl.f für das Ernten bes.
von Getreide erforderliches trockenes Wetter; -zeit,
die
ernüchtern jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. wieder nüchtern
machen: die frische Luft hat ihn ernüchtert —
2. jmdn. aus einer gehobenen, illusionären Stim
mung wieder in eine normale Stimmung versetzen:
die Enttäuschung, der kühle Empfang hat ihn
ernüchtert; dazu Ernüchterung, die; -,
-en
Eroberer, der; -s, - /zu erobern 1/
erobern jsw. Vb.; hat/ 1. fremdes Land durch Ge
walt, Kampf in seinen Besitz, unter seine Herrschaft
bringen: ein Gebiet e.; O scherzh. (sich, für
jmdn.) einen Sitzplatz e.
—
2. etw., jmdn. für sich
gewinnen: er eroberte die Sympathie seiner Zu
hörer; jmdn. e. (jmds. Gegenliebe, Zuneigung er
wecken)
Eroberung, die; -en 1. jzu erobernj das Erobern;
zu 1: die E. eines fremden Landes — 2. Objekt
des Eroberns, das Eroberte: scherzh. eine E., Er
oberungen machen (bei jmdm. des anderen Ge
schlechts Zuneigung, Liebe erwecken)
Eroberungs|krieg, der Aggressionskrieg mit der A b
sicht, fremdes Land zu erobern
eröffnen, eröffnete, hat eröffnet 1.1. etw. erstma
lig' der Öffentlichkeit zugänglich machen: ein neues
Geschäft, eine Ausstellung e. 1,2 . ein Testa
ment e. (als Befugter öffnen und seinen Inhalt
den Beteiligten mitteilen) — 2.1 . etw., an dem viele
teilnehmen, beginnen lassen, einleiten: die Sitzung,
Diskussion (mit einigen Worten) e .; die neue Spiel
zeit wurde mit einem Festkonzert eröffnet 2.2 . das
Feuer e. (zu schießen beginnen); ein Konto e. (neu
anlegen) — 3. jmdm. etw. (Unerwartetes, oft Nega
tives) mitteilen: jmdm. seine Absichten e.; man
eröffnete ihm, daß er abreisen müsse — 4. etw.
eröffnet sich jmdm. etw. stellt sich jmdm. in A u s
sicht, wird für jmdn. wirksam: in diesem Betrieb
eröffneten sich ihm bessere Entwicklungsmöglich
keiten; zu 1—3 Eröffnung, die; -,
-en
erörtern jsw. Vb.; hat/ etw. eingehend besprechen,
um es zu klären : verschiedene Fragen, die vorhande
nen Möglichkeiten e.; dazu Erörterung, die; -,
-en
Eros, der; -, fo. Pl.f geh. Erotik (1)
Erosion, die; -,
- en Geol. linienartige Abtragung
(2) der Erdoberfläche durch fließendes Wasser: ein
durch E. entstandenes Tal, erweiterter Spalt im
Felsen; dazu erosiv lAdj.f
Erotik, die; -, jo. Pl.f 1. die den geistig-seelischen
Bereich mit einschließende sinnliche Liebe: die E.
im Gegensatz zur reinen Sexualität — 2. v e rhüll.
Sexualität: die billige E. des Films; dazu erotisch
/Adj.l
Erpel, der; -s, - Enterich
erpicht lAdj.f
+ um g. auf etw. e. (begierig) sein
erpressen, erpreßte, hat erpreßt 1.1 . jmdn. unter
Druck setzen und ihn dadurch zwingen, bestimmte,
oft geldliche Forderungen zu erfüllen: mit diesen
Schriftstücken ist er erpreßt worden 1.2 . etw. von
jmdm. durch 1.1 erlangen: (von jmdm.) Geld, eine
Unterschrift e .; ein erpreßtes Geständnis; z u 1.1
Erpresser, der; -s, - u . erpresserisch jA d j.j; zu 1.1
u. 1.2 Erpressung, die; -,
-en
erproben jsw. Vb.; hat/ etw. e. durch zielgerichtete,
wiederholte Versuche feststellen, wie etw. in bestimm
ter Beziehung beschaffen ist, sich bewährt, etw.
testen: ein Gerät (auf seinö Funktionstüchtigkeit)
e.; die Wirkung, Haltbarkeit von etw. e .; jmds.
Zuverlässigkeit e .; ein erprobter (bewährter)
Freund; dazu Erprobung, die; -,
-en
erquicken fsw. Vb.; hat/ geh. jmdn., sich stärken,
erfrischen : jmdn., sich mit einem frischen Trunk
e.; etw. erquickt jmdn.: das Bad, der Schlaf, die
frische Luft hat ihn erquickt
erquicklich jAdj.; nicht adv.j erfreulich, angenehm:
keine gerade erquicklichen Aussichten, Ergebnisse,
Nachrichten; ihr Zusammenleben war alles andere
als e.
erraffen jsw. Vb.; hatf Geld, Wertgegenstände hob-
gierig an sich bringen: er hat in seinem Leben viel
Geld errafft
erraten (er errät), erriet, hat erraten etw. e.
durch Raten (2) herausfinden: jmds. Gedanken,
Absichten, Wunsch e.; e., worum es sich handelt;
jmds. Namen e.
erratisch jAdj.j faehsp r.: ein erratischer Block
(sehr großer Stein, der durch Gletscher an seine
jetzige Stelle transportiert worden ist, Findling)
errechnen — erscheinen
343
errechnen, errechnete, hat errechnet etw. du rch
{bestimmte Angaben verwertendes) Rechnen er
mitteln, bestimm en: eine Entfernung, den Flächen
inhalt eines Dreiecks, den Durchschnittspreis,
jmds. Steuern, eine Differenz e.; der Computer
errechnete die Daten
erregbar /Adj.; nicht adv./ {leicht) zu erregen: jmd.
ist leicht, starke.; ein erregbares Gemüt; dazu
Erregbarkeit, die; -,
-en
erregen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. e. eine starke
Gefühlsbewegung in jmdm. erwecken: eine solche
Unverfrorenheit enegte ihn, sein Gemüt; ein er
regendes Erlebnis; ein erregender Augenblick; in
erregter Stimmung sein; die erregten Gemüter be
ruhigen: jmd. ist, wird durch etw., jmdn. stafk,
leicht, freudig, sexuell erregt; sich (über jmdn. ,
jmds. Unart) e. {aufregen 1.2) — 2. etw. hervor-
rufen, verursachen: (durch, mit etw.) Mißfallen,
Mitleid, großes Aufsehen, allgemeine Heiterkeit,
/ Anstoß e.
Erreger, der; -s, - Krankheitserreger: der E. der
Tuberkulose
Erregtheit, die; -,
- en /vorw. Sg./ Erregung (1):
seine E. nicht verbergen können; etw. in freudiger
E. sagen, tun
Erregung, die; -,
- en 1. heftige Gemütsbewegung: in
heftiger, freudiger, leidenschaftlicher E. etw. sagen,
tun; in E. geraten; jmdn. in E. bringen; seine E.
nur mühsam verbergen — 2 . das Erregen (2): die
E. öffentlichen Ärgernisses
erreichbar /A d j.; zu erreichen/
erreichen /sw. Vb.; hat/ 1, etw., jmdn. e. bis zu
etw., jmdm. hinlangen und es, ihn berühren können:
mit ausgestrecktem Arm die hochgespannte
Schnur, den Ertrinkenden e.
—
2. jmdn. e. eine
{telefonische) Verbindung zu jmdm. herstellen {und
mit ihm sprechen): jmdn. nur telefonisch e. können;
es war schwer, am Unfallort einen Arzt zu e .;
jmdn. zu Hause e. (antreffen) — 3 . etw., jmdn. e.
bis zu etw., jmdm., an ein Ziel gelangen, hinkommen:
einen Ort (zu Fuß, nur mit dem Auto), bestimm
ten Zug e.; der Brief erreichte ihn pünktlich; das
Flugzeug erreichte eine Höhe von 5000 Metern; O
die Altersgrenze, ein hohes Alter e.
—
4. etw. Er
strebtes verwirklichen, zustande bringen, erlangen:
sein Ziel, einen höheren Lebensstandard, neuen
Rekord, eine gute Leistung e.; damit ist der Zweck
erreicht; bei jmdm. etw. e. (durchsetzen 1.1.1)
erretten, errettete, hat errettet jmdn. retten: jmdn.
vom, vor dem sicheren Tod e.; dazu Erretter, der;
- s, - u . Errettung, die; -,
-en
errichten, errichtete, hat errichtet 1.1. etw . er
bauen (I): moderne Wohnhäuser, ein Hochhaus,
Hotel e.; (jmdm.) ein Denkmal e. ; O eine neue
Gesellschaftsordnung e. 1 .2 . etw. so zusammen
setzen, daß es fertig und benutzbar ist: Tribünen,
Zelte e.; dazu Errichtung, die; -en Ivorw. Sg./
erringen, errang, hat errungen etw. Erstrebtes durch
große Anstrengung (in einem Wettstreit) erlangen:
einen Preis, ersten Platz, Erfolg e .; ein hart errun
gener Sieg
erröten, errötete, ist errötet (plötzlich) rot im
Gesicht werden: vor, aus Scham, Stolz, Verlegen
heit, Freude e .; errötend etw. eingestehen
Errungenschaft, die;
- en durch große Anstren
gungen, Leistungsfähigkeit erreichtes positives Er
gebnis, bes. im historischen Kampf der Arbeiter
klasse, beim Aufbau des Soz.: die sozialistischen,
sozialen, kulturellen Errungenschaften; die Er
rungenschaften der Revolution verteidigen, der
modernen Technik anwenden; O umg. scherz h.
diese Tasche ist meine neueste E. (neueste A n
schaffung)
Ersatz, der; -es, /o. Pl.f Person od. Sache, die
jmdn.,
etw. (möglichst vollwertig) ersetzt od. im
Bedarfsfall ersetzen kann: jmd. ist ein guter,
schlechter, vollwertiger E. für den Erkrankten;
für jmdn., etw. (einen) E. brauchen, (be)schaffen,
haben; als E. für jmdn. einspringen; für einen
Verlust, Schaden E. (Entschädigung 1.2) fordern;
jmdm. E . leisten (jmdn. entschädigen)
Ersatz/ersatz| -anspruch, der Anspruch auf Ersatz:
einen E. geltend machen; -befriedigung, die jvorw .
Sg./ P sych. durch eine Ersatzhandlung erreichte
Befriedigung von Bedürfnissen, Trieben; -handlung,
die Psych. Handlung, die statt der angestrebten,
nicht zu verwirklichenden ausgeführt wird; -leistung,
die Leistung, durch die für etw. ein Ersatz geboten
w ird : der Betrieb ist innerhalb der Garantiefrist
zu einer E. verpflichtet; -mann, der /P I.
- männer,
auch deute/ Person, die jmdn♦ bei einem Wett
kampf, einer Arbeit ersetzt od. ersetzen kann: für
den erkrankten Fußballspieler einen E. brauchen;
-pflicht, die fo. Pl.f Jur. Verpflichtung, für einen
verursachten Schaden Ersatz zu leisten; dazu
- pflichtig /A dj.; nicht adv.j: jmdn. für etw. e.
machen; -Spieler, der Sport Spieler, der für einen
anderen Spieler eingesetzt wird od. werden kann;
-teil, das, auch der (Maschinenteil, das ein un
brauchbar gewordenes od. verlorengegangenes Teil
ersetzen kann: ein E. in den Motor einbauen; ein
E. für das Auto; -weise /Adv./ als Ersatz
ersaufen (er ersäuft), ersoff, ist ersoffen 1. s a lo p p
ertrinken: Vorsicht, daß wir nicht e .!
—
2. der
Schacht ist ersoffen (hat sich mit Wasser gefüllt)
ersäufen /sw. Vb.; hat/: junge Katzen, Hunde e.
(ertränken)
erschaffen, erschuf, hat erschaffen geh . etw. ,
jmdn. durch schöpferische K raft entstehen lassen,
etw. schaffen: ein Kunstwerk e.; Menschen,
Figuren, die vom Schriftsteller e. wurden; dazu
Erschaffung, die; -,
- en /vorw. Sg .j
erschallen, erschallte /v e r a lte n d erscholl, ist er
schallt/ veraltend erschollen /vorw. im Präs. u .
Prät./ laut er tön en : es erschallte lautes Gelächter,
ein Ruf, eine Trompete
erschaudern /sw. Vb.; ist/ geh. von einem Schauder
(1) ergriffen werden: vor Entsetzen, Ehrfurcht e.
erschauern /sw. Vb.; ist/ geh. 1. von einem Schauer
(1.1), Frösteln, Zittern ergriffen werden: er er
schauerte vor Kälte — 2. erschaudern: vor Ent
setzen, Glück, Ehrfurcht e.
erscheinen, erschien, ist erschienen 1.1 . irgen dw o
sichtbar werden, sich zeigen: jmd. erscheint in der
Tür, auf dem Bildschirm; ein Schiff erschien am
Horizont 1.2 . sich einstellen, wo man erwartet wird:
auf, zu der Versammlung, vor Gericht (als Zeuge)
e.; für pünktliches Erscheinen danken — 2 . heraus
gegeben werden: die Zeitschrift erscheint monatlich;
das Buch ist in einem Leipziger Verlag, im Jahre
1950 erschienen; sofort nach (seinem) Erseheinen
war der Band vergriffen — 3 . etw. erscheint
jmdm. in bestimmter Weise etw. macht auf jmdn.
einen bestimmten Eindruck: etw. erscheint jmdm
344
Erscheinung — erschwindeln
unverständlich, bemerkenswert, nicht ganz glaub
haft; es erschien (ihm) ratsam, d aß ...; etw. er
scheint jmdm. wie ein Wunder, Traum
4- auf der / Bildfläche e .; in einem (ganz)
anderen, neuen / Licht e.
Erscheinung, die; -en 1.1. wahrnehmbarer, wahr
genommener Vorgang, Tatbestand: eine E. in der
Natur; eine meteorologische E. beobachten; eine
krankhafte E. feststellen; es ist eine bekannte,
normale, typische E., daß ...; in E. treten (sicht
bar, erkennbar werden, erscheinen) 1.2. Phi los. die
durch die Sinne, durch Anschauung wahrnehmbaren
äußeren Eigenschaften von Dingen und Prozessen,
durch die man zum Wesen der Dinge und Prozesse
Vordringen kann: das Verhältnis von Wesen und
E.
—
2. \vorw. in Verbindung mit A dj.j bes. durch
ihre Gestalt, ihr Äußeres auf bestimmte Weise
wirkende Persönlichkeit: jmd. ist eine stattliche,
imposante, elegante, ungewöhnliche, sympathische
E.; sich jmds. E. in Erinnerung rufen — 3 .
Traumbild, Trugbild: jmdm. wie einer E. nach
schauen
Ersche|nungs| -bild, das 1.1. die wesentlichen
äußeren Merkmale einer Erscheinung (1): das E.
einer Krankheit 1.2. das Aussehen (1.2): das E.
einer Stadt; -form, die vgl.
- bild; -jahr, das Jahr
des Erscheinens eines Buches; -ort, der /PL -e/
Ort des Erscheinens eines Buches
erschießen, erschoß, hat erschossen 1.1. jmdn ., ein
(krankes) Tier, bes. vom Großvieh, durch einen
Schuß töten: jmd. wurde widerrechtlich, hinter
rücks, auf der Flucht erschossen; ein verletztes
Pferd e. 1 .2 . er hat sich erschossen (hat mit einer
Schußwaffe Selbstmord begangen)
4- sa lopp völlig erschossen (sehr erschöpft) sein
Erschießung, die; -,
- en jvorw. Sg .; zu erschießen
14/
erschlaffen /sw. Vb.; ist/1.1. kraftlos, müde werden:
die Muskeln, Glieder erschlafften bei der A n
strengung ; erschlafft im Sessel sitzen 1.2 . die Haut
ist erschlafft (schlaff, welk geworden)
erschlagen (er erschlägt), erschlug, hat erschlagen
1.1 . jmdn. durch einen Schlag, mehrere Schläge
töten: jmd. hat ihn e.; er wurde mit einem Beil,
im Handgemenge e. 1.2. etw. tötet jmdn. durch die
Wucht des Auf-,
Anpralls: der herunterfallende
Dachziegel, umstürzende Baum hat ihn e.; er
wurde von dem herabstürzenden Felsen e.
—
2.
vom Blitz e. (getroffen und getötet) werden
4* umg. völlig e. (sehr erschöpft) sein
erschleichen, erschlich, hat erschlichen /emot.f (sich)
etw. e. sich etw. auf hinterlistige Weise ver
schaffen: (sich) ein Vermögen, einen Posten, jmds.
Vertrauen e.
erschließen, erschloß, hat erschlossen 1.1 . etw. fü r
den Verkehr, die Nutzung zugänglich machen: ein
Land, Erholungsgebiet (durch Verkehrsmittel) e.;
ein Baugelände e. (für die Bebauung vorbereiten);
O geh. jmdm. eine neue Welt e. 1.2. etw. für die
Förderung (II.1) nutzbar machen: Bodenschätze,
eine Ölquelle e.
—
2. geh. etw. erschließt sich
jmdm. etw. wird jmdm. verständlich: der Sinn dieser
Worte erschließt sich sehr schwer, erschließt sich
nur dem aufmerksamen Leser — 3. etw. a u s etw.
herleiten: etw. aus jmds. Worten, Verhalten e.;
die Bedeutung eines Wortes aus dem Kontext e.;
zu 1 u. 3 Erschließung, die; -,
-en
erschöpfen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. vollständig auf-
brauchen, restlos ausnutzen: er hat seine finanziellen
Mittel, Vorräte erschöpft; das Erzlager, die Batte
rie ist erschöpft; O meine Geduld ist erschöpft
(zu Ende) 1.2. etw. in seinem vollen Umfang be
handeln (4.2): er hat in seinem Vortrag das Thema
erschöpft, erschöpfend behandelt; eine erschöp
fende Darstellung — 2. sich in etw. e .: die Arbeit
erschöpfte sich (bestand n u r) im Sortieren von
Karteikarten; jmd. erschöpft sich in belanglosen
Mutmaßungen (äußert lediglich belanglose M u t
maßungen) — 3. jmdn. e. jmds. Kräfte bis zur
völligen Ermüdung beanspruchen, jmdn. ermüden:
die Arbeit hat ihn völlig erschöpft; er war völlig
erschöpft (seine Kräfte 1.1 waren infolge großer
Anstrengung aufgebraucht); /vorw. im Part. Prät.f
erschöpft zu Boden sinken, im Sessel sitzen; zu 3
Erschöpfung, die; -,
- en /vorw. Sg./ Kraftlosigkeit,
Ermüdung: bis zur E. arbeiten, laufen; vor E.
einschlafen
Erschrecken (er erschrickt), erschrak, ist/hat er
schrocken einen Schreck bekommen, in Schrecken
geraten: (ist) er erschrak, als es knallte; sie ist vor
ihm, bei dieser Nachricht heftig, furchtbar er
schrocken; er war über sein Aussehen zutiefst
erschrocken; erschrick nicht, wenn . . . ; erschrok-
ken zusammenfahren, zurückweichen; ein er
schrockenes Gesicht machen; sich e. (hat): als es
knallte, habe ich mich sehr, ganz schön erschrok-
ken
Erschrecken /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn. e. bewirken,
daß jmd. von Schrecken (1) erfaßt wird: die Detona
tion, der Anblick erschreckte ihn; sie war über
die Wirkung erschreckt; erschreck(e) nicht das
Kind!; die Vögel flogen erschreckt davon; ein
erschreckender (schrecklicher) Anblick; ein er
schreckendes (beängstigendes) Ausmaß; er sah er
schreckend elend aus 1.2 . sich e. einen Schreck
bekommen: sie hat sich sehr erschreckt
erschüttern /sw. Vb.; h at/1.1. etw. in heftig zittern
de, schwankende Bewegungen versetzen: die Gebäude
wurden von einem Erdbeben, einer Detonation er
schüttert; O das Land wurde von Unruhen er
schüttert 1.2 . etw. e. die sichere Grundlage von etw.
in Frage stellen: jmds. Ansehen, Glaubwürdigkeit,
Überzeugung, einen Beweis e.; mein Vertrauen zu
ihm ist erschüttert — 2. etw. ergreift, bewegt jmdn.
zu tiefst: diese Nachricht hat ihn zutiefst erschüttert;
eine erschütternde (ergreifende) Szene
4* jmdn. bis ins / Mark e.
Erschütterung, die; -en /zu erschüttern/; zu 1.1
das Erschüttertsein: eine spürbare, starke E. des Erd
bodens, der Luft; zu 2 tiefste Ergriffenheit: sein
Tod hat bei ihm eine tiefe, seelische E. hervor
gerufen
erschweren /sw. Vb.; hat/ (jmdm.) etw. schwieriger,
mühevoller machen: jmdm. durch widersetzliches
Verhalten das Leben, durch Schikanen die Arbeit
e .; dein Verhalten erschwert es mir, dir zu helfen;
Nebel erschwerte die Orientierung; etw. unter er
schwerten (schwierigeren) Bedingungen tun müssen;
Jur. erschwerende (strafverschärfende) Umstände;
dazu Erschwernis, die; -,
-se (zusätzliche) Schwierig
keit
Erschwernisi zutage, die Geldzuschlag, der au f
Grund erschwerter Arbeitsbedingungen gezahlt wird
erschwindeln /sw. Vb.; hat/ sich etw. durch Betrug,
erschwingen — Erstaunen
345
Schwindeln (I) verschaffen: sich Geld, ein Dar
lehen, einen Posten e.
erschwingen, erschwang, hat erschwungen jvorw.
im Inf.'f 1.1. die hohen Kosten nicht e. können (die
für sie erforderlichen Geldmittel nicht zur Verfügung
haben) 1.2 . die Reise läßt sich nicht e. (ist so teuer,
daß man sie nicht bezahlen kann)
erschwinglich fAdj.; nicht adv.f zu erschwingen: die
Kosten der Reise sind e .; die Reise ist e.
ersehen (er ersieht), ersah, hat ersehen etw. aus
etw. e. etw. auf Grund sachlicher Gegebenheiten
feststellen, erkennen: aus den Unterlagen kann man
e., daß . .. ; du ersiehst daraus, wie schwierig das ist
ersehnen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. sehnlichst herbei
w ünsch en : etw. heiß, heimlich e .; sich Abwechslung,
Ruhe e .; der ersehnte Augenblick
ersetzbar jAdj.; nicht adv.; zu ersetzen 1 u. 3 .1/
ersetzen jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., der für etw. un
geeignet ist od. nicht (mehr) zur Verfügung steht,
durch jmd. anderen ablösen; etw. schadhaft Ge
wordenes durch etw. (Neues) auswechseln: einen ver
letzten Sportler, unfähigen Leiter e .; einen schad
haften Autoreifen, eine verbrauchte Batterie, de
fekte Fensterscheibe e. — 2.1. jmd. ersetzt (jmdrn.)
jmdn. jmd. erfüllt statt eines Verstorbenen od. nicht
mehr zur Verfügung Stehenden dessen Aufgaben: er
ersetzt dem Kind den Vater; niemand kann den
Toten e. 2.2. etw. ersetzt etw. etw. (Neues) wird
für etw. anderes eingesetzt: eine moderne Ernte
maschine ersetzt jetzt den Mähbinder — 3 . jmdm.
etw. e. 3.1 •jmdm. für etw., was man verschuldet hat,
Ersatz leisten: jmdm. die zerbrochene Fenster
scheibe, das verlorene Buch e. 8 .2 . jmdm. Geld,
Auslagen e. (erstatten 1)
ersichtlich fAdj.f (deutlich) zu erkennen: ohne er
sichtlichen Grund etw. tu n; sich ersichtliche Mühe
geben; hieraus ist e. (zu ersehen), daß ...; jmd. ist
©. müde; er hat mich e. (offensichtlich 1.2) belogen
ersinnen, ersann, hat ersonnen geh. etw. ausdenken
(1): einen Plan, ein Märchen, etw. Lustiges e .; die
Ausrede ist fein, raffiniert ersonnen
erspähen jsw. V b.; hat/ etw. durch angestrengtes
Sehen erblicken: in der Ferne ein Flugzeug e.; jmdn.
in der Menschenmenge e.; O eine Gelegenheit,
Möglichkeit e.
ersparen jsw. Vb.; hat/ 1.1. Geld durch Sparen an
sammeln: tausend Mark, einen Notgroschen e. wol
len, erspart haben; vom Ersparten leben 1.2 . sich
ein Fahrrad, Haus e. (mit durch 1.1 gespartem Geld
erwerben können) — 2. jmdm. etw. e. jmdn. mit etw.
Unangenehmem verschonen: jmdm. Arbeit, eine
Aufregung e .; diesen Vorwurf kann ich dir nicht e .;
jmdm. bleibt (aber auch) nichts erspart (jmd. m uß
auch das noch ertragen, erledigen) — 3. sich etw. e.
(können) etw. als unnötig unterlassen (können):
deine Klagen, die Mühe kannst du dir e.; erspar
dir deine Worte!
Ersparnis, die; -,
-se 1. fvorw. PI./ das Ersparte
(1.1): Ersparnisse besitzen — 2. Einsparung: das
ergibt eine E. an Arbeit, Kosten
ersprigßlichjAdj.; nicht adv.f geh. Nutzenbringend,
fruchtbar (2): eine ersprießliche Zusammenarbeit;
dieses Vorhaben ist für ihn wenig e.
erspurten, erspurtete, hat erspurtet S p o r t etw.,
einen Sieg, durch einen guten Spurt erringen: (sich)
im 10000-Meter-Lauf den Sieg, beim Radrennen
den dritten Platz e.
erst, auch erst I. fAdv.j zuerst (1.1), Zunächst (1):
e. überlegen, dann handeln; e. hast du es so gesagt,
dann so; e. möchte ich mich vorstellen — II . /als
Partikel\ 1.1. /weist auf Zukünftiges hinj: komm
du e. in mein Alter, dann . . . ; wie wird er staunen,
wenn er e. das (noch) erfährt!; /in Wunschsätzenf
wäre er nur e. zu Hause! 1.2. /hebt das Folgende
hervor/ um wieviel mehr aber: er ist (sehr) lebhaft,
aber e. sein Bruder! — 2.1. /drückt aus, daß ein
Zeitpunkt nicht eher als angegeben, erwartet eintrittj:
e. um 10 Uhr, eben e. bin ich aufgestanden; heute
habe ich e. davon erfahren; man bemerkte es e.,
als es zu spät war 2.2 . /drückt aus, daß etw. weniger
als erwünscht, erwartet ist/: wir haben e. die Hälfte
des Weges zurückgelegt; sie ist e. zehn Jahre alt;
er ist in seinem Buch e. (nicht weiter als) auf der
fünften Seite 2.3 . /drückt aus, daß ein Zeitpunkt
früher als erwartet liegt/: es ist e. drei Uhr
+ etw. e. /* recht tun; das geht e. / recht nicht
erstarken/sw. Vb.; ist/ etw. gewinnt an Stärke, Be
deutung: ihre Freundschaft ist erstarkt; ein öko
nomisch erstarktes Land; das Erstarken der so
zialistischen K räfte; in jmdm. ist das Bewußtsein
erstarkt, daß . ..
erstarren jsw. Vb.; ist/1. fest (1), hart (1.1) werden:
die Lava, Schmelzflüssigkeit ist erstarrt; das
Wasser erstarrte zu Eis; O etw. erstarrt zur blo
ßen Form, in Konvention (wird seines eigentlichen
Inhalts entkleidet und sinkt zur bloßen Form herab)
—
2. (vor Kälte) steif (1.1), unbeweglich werden: vor
Kälte fast zu Eis e.; die erstarrten Glieder — 3.
meist emotional bewirkt, plötzlich eine bestimmte
Haltung (1.2) einnehmen und darin verharren: vor
Schreck e.; O vor jmdm., etw. in Ehrfurcht e.
(vor jmdm.,
etw. von großer Ehrfurcht ergriffen
w er d en ); die Unterhaltung erstarrte zu eisigem
Schweigen (hörte, durch äußere Umstände bewirkt,
schlagartig a u f); das Lächeln erstarrte auf seinen
Lippen
+ zur
Salzsäule e.
Erstarrung, die; - ,
- en fvorw. Sg .; zu erstarren/
erstatten, erstattete, hat erstattet 1. jmdm. die
Fahrtkosten, Unkosten e. (die diesen entsprechenden
Auslagen zurückzahlen) — 2. fin Verbindungen/
Bericht e. (in sachlicher Form über etw. berichten);
(gegen jmdn., etw.) Anzeige e. (jmdn.,
etw. an-
zeigen)
erst/Erst, auch erst/Erst| -aufführen fV b . ; n u r
im Inf. u . Part. Prät.; vorw. im Pass.f ein Bühnen
werk, einen Film (an einem bestimmten Ort, in
einem bestimmten Theater) zum ersten M al auf-
führ en : das Deutsche Theater hat dieses Drama
erstaufgeführt; die Oper wurde in Berlin erstauf-
geführt; dazu -aufführung, die: die E. dieses p ol
nischen Films in der D D R
erstaunen fsw. V b .; hat, ist/ 1. etw. erstaunt jmdn
etw. bewirkt, daß jmd. staunt (hat): seine Äußerun
gen, Kenntnisse erstaunten sie; es mag e., daß ... ,
wenn ...
—
2. zum Staunen gebracht werden, staunen
(ist): er erstaunte sehr, als ...; fvorw. im Part.
Prät.f über etw. ehrlich, baß erstaunt sein; er
staunte Gesichter (Gesichter mit dem Ausdruck des
Erstaunens)
Erstaunen, das; -s, /o. PI .f das Erstauntsein: zu
seinem großen, größten E. geschah nichts; mit E.
feststellen, daß . . . ; jmdn. in E. (yer)setzen (be
wirken, daß jmd. staunt)
346
erstaunlich — erstrangig
erstaunlich fAdj.f 1.1, (bewunderndes) Staunen er
regend, außergewöhnlich: eine erstaunliche Lei
stung, Geschwindigkeit; e. jung aussehen; sein
Zustand verbesserte sich e. (sehr) 1.2 . merkwürdig,
verwunderlich: es ist e., daß er davon nichts wußte;
eine erstaunliche Geschichte, Begebenheit
erstaunlicher]weise/Adv./ merkwürdigerweise: e. hat
er das geschafft, abgelehnt
Erst/erst, au ch Erst/erst] -ausgabe, die erste A u s
gabe, bes. eines Buches: der Text dieser Auflage ent
spricht dem der E.; -beste /Adj.; nur attr. u . mit
best Art./ der, die, das erste beste: die e. Gelegenheit
nutzen; ins e. Restaurant gehen; er war nicht der e.
(irgend jemand); -druck, der Wiss. vgl.
-ausgabe
erste, auch erste fOrd.zahl zu eins; / auch erstere/
1.1. in einer Reihe, Folge den Anfang bildend: der e.
Mai IDatum/; der ErsteMai/Internationaler Kam pf
und Feiertag der Werktätigen/; am, zum Ersten
(des Monats) (zu Monatsbeginn); der e. von links;
die ersten beiden, drei (einer Gruppe, Anordnung);
die e. Reihe; der e. Stock, Rang; das e. Mal; beim,
zum ersten Mal; als erster, e. durchs Ziel gehen;
im ersten Gang fahren; er ist Schüler der ersten
Klasse; in erster Instanz; Verbrennungen ersten
(leichten) Grades; / auch dritte 1.2. den Anfang
bes. eines Vorgangs, Geschehens bildend: das e.
(früheste) Grün, Morgengrauen; e. (vorläufige)
Bilanz ziehen; Erste Hilfe (sofortige Hilfe bei Ver
letzungen, U nfällen) leisten; die ersten Schritte
machen (laufen lernen) — 2. an der Spitze stehend
2.1. nach Qualität, Leistung: sie ist die e. Kraft; er
ist der Erste (Leistungsstärkste) der Klasse; er
wurde Erster (Sieger); das e. (beste) Hotel am
Platz; ein Wein erster Güte; Strümpfe erster
Wahl 2.2. nach Rang, Grad: der Erste Sekretär des
ZK der Kommunistischen Partei; der Erste Vor
sitzende, Offizier, Steuermann; eine Fahrkarte
erster Klasse; der Nationalpreis Erster Klasse; ein
Stern erster (größter) Größe, Ordnung
-f
fürs e. (vorläufig); — der, die, das e. / beste;
die e. /t Geige spielen; etw. aus erster / Hand
kaufen; etw. ist, jmd. hat, weiß etw. aus erster
Hand; in erster / Linie; sich wie der e.
z* Mensch benehmen; den ersten / Schritt zu
etw. tun; den zweiten Schritt vor dem ersten tun,
machen
erstechen (er ersticht), erstach, hat erstochen jm d n .
mit einer Stichwaffe töten: er wurde bei einer Rau
ferei (mit einem Messer) erstochen
erstehen, erstand, ist/hat erstanden I. geh. (ist)
1. von neuem aufgebaut, errichtet werden: die Häuser
erstanden aus den Trümmern; das stark zerstörte
Gebäude erstand neu, in alter Pracht; O Ver
gangenes ersteht zu neuem Leben — 2. geschaffen
w erd en: auf diesem Gebiet ersteht ein Park, Neu
bauviertel; O jmdm. sind (daraus) Schwierig
keiten erstanden — II . etw. mit Mühe od. Glück
käuflich erwerben (hat): er hat ein Grundstück, zwei
Eintrittskarten erstanden
ersteigen, erstieg, hat erstiegen etw. e. bis zum
höchsten Punkt von etw. steigen, klettern: eine
Treppe, Mauer, einen Berg (mühsam, schnell) e.
ersteigern jsw. Vb.j hat/ etw. durch Beteiligung an
einer Versteigerung erwerben: ein Gemälde auf
einer Auktion e.
erstellen jsw. Vb.; hat/ papierdt. 1.1. etw. aus
arbeiten und fertigstellen: einen Plan, Kosten
anschlag, ein Gutachten e. 1.2. etw. bauen, fertig
stellen: in diesem Quartal wurde 1000 Wohnungen
erstellt
erste|, auch erste|mal fAdv.f: dase. (das erste M al,
zuerst)
erstens, auch erstens fAdv.f an erster Stelle, als
erstes: e. möchte ich folgendes bemerken ...; (denn)
e. war es kalt und zweitens dunkel; / auch drittens
ersterben (er erstirbt), erstarb, ist erstorben geh.
die Unterhaltung, ihre Liebe, Hoffnung erstarb
(hörte allmählich a uf); das Lächeln erstarb auf
seinen Lippen; seine Stimme erstarb (wurde im
mer leiser und verstummte)
erstere, auch erstere, der, die, das; -n, -n f/ auch
erste/ der, die, das erste von zweien; der, die das zu
erst Genannte, Erwähnte: er hat zwei Söhne, Rainer
und Frank, ersterer, der e. geht schon in die Schule,
letzterer, der letztere ist erst zwei Jahre alt; ich
habe zwei Fragen, die e. ist die wichtigere
Erst/erst, a u c h Erst/erst| -gebärende, die; -n, -n
Med. Frau, die zum ersten Mal entbindet; -gebürt,
die Med. erstes Kind, das eine Frau zur Welt ge
bracht hat: bei Erstgeburten überwiegen Jungen;
-genannt jAdj.; nur attr.f zuerst genannt: der erst
genannte Fall muß dringend überprüft werden
ersticken fsw. Vb.; ist, hat/1. aus Mangel an Luft,
Sauerstoff sterben (ist): das Kind wäre unter dem
Kissen fast erstickt; <0 umg. die Luft ist zum Er
sticken (ist sehr schlecht); in Arbeit e. (zuviel Arbeit
habend; ein ersticktes (unterdrücktes) Schluchzen —
2. (hat) 2.1. jmdn. durch Entzug der zum Atmen be
nötigten Luft töten: jmdn. mit einem Kissen e.; 0>
es ist erstickend (unerträglich) heiß; ein Schluchzen
erstickte ihre Stimme 2.2. ein Feuer mit Sand,
einer Decke e. (löschen 1.1.1) 2.3 . einen Wunsch,
bestimmte Bedenken e. (unterdrücken 3)
-betw.im/Blut,/Keime.
Erstickung, d ie; -,
-en fvorw. S g .; zu ersticken/
Erstickungs| -anfall, der; -gefahr, die fvorw. S g .j;
-tod, der: etw. führt zum E.
Erst/erst, au ch Erst/erst] -impfung, die M e d .
Impfung, die jmd. zum ersten Mal gegen eine be
stimmte Krankheit bekommt; -Massig fAdj.f aus
gezeichnet, hervorragend: eine erstklassige Ver
pflegung, Schneiderin, Leistung; -kommunion, die
Rel. kath. erste Kommunion
Erstling, au ch Erstling, der; -(e)s,
-e fvorw. Sg.f
erstes W erk bes. eines Schriftstellers, Künstlers:
dieser Roman, Film ist sein E.
Erstlings, a u ch Erstlings] -ausstattung, die (w ic h
tigste) Ausstattung für ein neugeborenes Kind;
-wasche, die vgl. - a u s stattung; -werk, das Erstling
erst/Erst, auch erst/Erst| -malig fA d j.f erste, zum
ersten M al: ein erstmaliger Versuch; eine erst
malige Aufführung; das ist e. (erstmals) fehlge
schlagen; -mals fAdv.f zum ersten M al: der Ver
such ist (jetzt) e. gelungen; -plazierte, der u. die;
-n, -n Sport jmd., der bei einem Wettkampf das
beste Ergebnis erzielt hat: die drei Erstplazierten
erhielten eine Medaille
erstrahlen fsw. Vb.; ist/ strahlend erglänzen: es er
strahlten viele Lichter; O auf ihrem Gesicht er
strahlte ein Lächeln
erst|, auch erstrangig jAdj.; nicht adv.j 1. vordring
lich, sehr wichtig: eine erstrangige Aufgabe; etw.
ist von erstrangiger (sehr großer) Bedeutung — 2.
erstklassig, g ro ß a rtig: ein erstrangiger Schauspieler
erstreben — Erwachsen
347
erstreben fsw. Vb.; hat/ etw. zu erreichen suchen:
Frieden, Wohlstand, ein hohes Ziel e.
erstrebenswert fAdj.f wert, erstrebt zu werden: ein
erstrebenswertes Ziel; in keiner erstrebenswerten
(angenehmen) Lage sein
erstrecken, sich jsw. V b.; hat/ 1. ,emß bestimmte
räumliche od. zeitliche Ausdehnung (bis irgend
wohin) haben: der Wald erstreckt sich bis zum
Gebirge, über zehn H ektar; das Gebirge erstreckt
sich hoch in den Himmel; die Straße erstreckt
sich bis vor unsere Tür; die Untersuchungen e.
sich bis zum Jahresende, auf einen Zeitraum von
drei Jahren — 2. diese Bestimmung erstreckt sich
■auch auf Jugendliche (betrifft auch Jugendliche,
ist auch auf Jugendliche anwendbar); zu 1 Er
streckung, d ie ;
- en vorwiegend lineare Aus
dehnung
erstreiten, erstritt, hat erstritten geh. etw. erkämp
fe n : den Frieden, die Macht über etw. e.
Erst], auch Erstjtäter, der Jur. jmd., der zum ersten
Mai straffällig geworden ist: jugendliche E.
erstunken fAdj.f
-f- salopp etw. ist e. und erlogen (ganz und gar
erlogen)
erstürmen fsw. Vb.; hat/ etw. im Sturmangriff er
ob ern : die gegnerischen Stellungen, eine Stadt e.;
dazu Erstürmung, die; -en
Erst, au ch Erst| -Veröffentlichung, die erste V e r
öffentlichung eines literarischen Werkes, einer wis
senschaftlichen A rbeit; -Wähler, der Jugendlicher,
der zum ersten Mal berechtigt ist, sich an der Wahl
einer Volksvertretung zu beteiligen
ersuchen jsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. förmlich, in höf
licher Weise um etw. bitten: jmdn. um Gehör, Ge
duld, eine Gefälligkeit e. 1 .2 . jmdn. offiziell zu etw.
auffordern: Sie werden ersucht, dieses Gelände
sofort zu verlassen
Ersuchen, d a s; -s,
-
fvorw. Sg .f offizielle Bitte,
Aufforderung: einem E. entsprechen, stattgeben
ertappen jsw. Vb.; hat/ jmdn. bei etw. e. bemerken,
daß jmd. etw. Negatives, bes. etw. Verbotenes, (heim
lich) tut: jmdn. bei einem Diebstahl, einer Un
wahrheit e.; sich ertappt fühlen; sich bei etw. e .:
sich bei einem abwegigen Gedanken e.
+ jmdn. / in flagranti, auf.frischer / Tat e,
ertauben fsw. Vb.; ist/ taub werden: fvorw. im Part.
Prät.f er ist völlig ertaubt
erteilen fsw. Vb.; hat; in Verbindung mit Subst.
vorw. zur Umschreibung eines Verbalbegriffsf:
jmdm. einen Befehl, Rat e. (jmdm. etw. befehlen,
raten ); jmdm. eine Vollmacht, einen Tadel e.
(jmdn. zu etw. bevollmächtigen, jmdn. tadeln); jmdm.
eine Genehmigung e. (jmdm. etw. genehmigen)
ertönen fsw. Vb.; ist/ (plötzlich) hörbar werden, zu
tönen beginnen: eine Sirene, ein Ruf, Lachen, Gong
ertönt; Stimmen ertönten laut; Musik, Gesang er
tönt (erklingt)
Ertrag, der; -(e)s, Erträge 1. M enge der (in der
Landwirtschaft) erzeugten Produkte: hohe, geringe
Erträge (von einem Feld) erzielen; der Boden hat
reiche Erträge gebracht — 2. finanzieller Gewinn,
Erlös aus etw.: der E. aus den Zinsen; er lebt von
den Erträgen seiner Bücher
ertragbar fA dj.; nicht adv.; zu ertragen/
ertragen (er erträgt), ertrug, hat ertragen etw.
Belastendes, Unangenehmes psychisch, physisch be
wältigen können: Schmerzen geduldig, einen Fehl
schlag mit Fassung, Gleichmut e.; foft verneint/ den
Lärm, schrecklichen Anblick, die Wahrheit, jmds.
Anwesenheit, Launen nicht e. (können); etw. läßt
sich e .; jmdn. nicht e. können (jmds. Gegenwart,
Benehmen nicht aushdlten können)
erträglich fAdj.f so geartet, daß es sich (noch) er
tragen läßt': der Schmerz, die Hitze ist (nöch) e.;
ein erträgliches (ganz gutes) Auskommen, Wetter
Erträgnis, das; -ses, -se vorw. süddt. österr. Er
trag
ertragreich fAdj.f großen Ertrag bringend: ein er
tragreicher Boden; ein ertragreiches Projekt
Ertrags zu Ertrag 1| -minderüng, die: eine (vor
übergehende) E. im Fischfang; -Steigerung, die:
eine E. in der landwirtschaftlichen Produktion an
streben
ertranken jsw. Vb.; hat/ ein Tier, jmdn. durch
Untertauchen töten, ertrinken lassen: eine (junge)
Katze e.; sich e. (durch Ertrinken Selbstmord be
gehen); <> umg. seinen Kummer im Alkohol e.
(seinen Kummer durch Genuß von Alkohol zu ver
gessen suchen)
erträumen fsw. Vb.; hat/ (sich) etw., jmdn. e. sich
etw.,
jmdn. träumend (2) vorstellen und herbei
wünschen: (sich) ein glückliches Leben e.; sie war
die Frau, die er sich erträumt hatte
ertrinken, ertrank, ist ertrunken durch Versinken
im Wasser ums Leben kommen: jmd. ist beim
Baden, im Fluß ertrunken; jmdn. vor dem Er
trinken, vor dem Tode des Ertrinkens retten; O in
einer Flut von Briefen e. (zu viele Briefe bekommen)
ertrotzen fsw. Vb.; hat/ etw. durch Trotz erreichen,
durchsetzen: sich eine Erlaubnis, einen Vorteil e.
erübrigen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. e. können etw.
durch Sparsamkeit übrig haben (und für jmdn., etw.
entbehren können), aufbringen: einen bestimmten
Geldbetrag (nicht) e. können; das Geld, das er
erübrigte, gab er für sein H obby aus — 2 . etw.
erübrigt sich etw. ist überflüssig, entbehrlich: es er
übrigt sich darüber jegliche Diskussion
eruieren fsw. Vb.; hat/[eru|i:..] etw., jmdn. ermit
teln: bestimmte Fakten, jmds. Namen e.; österr.
jmdn. e .: man hat den Täter eruiert
Eruption, die; -en G eol. explosivartiges Heraus
schleudern bes. von Lava, Gasen bei einem tätigen
Vulkan: die E. des Vulkans; eine vulkanische E.
eruptiv fAdj.; nicht adv.f Geol. durch Eruption
entstanden: eruptives Gestein
Eruptivgestein, das G eol. eruptives Gestein
erwachen fsw. Vb.; ist/ 1. wach werden, aufwachen:
jmd. ist aus dem Schlaf, einer Ohnmacht, von
dem Lärm erwacht; O aus einer Illusion e. (in
die Realität zurückfinden); das wird ein böses Er
wachen geben; geh. der Morgen erwacht (bricht
an) — 2. etw. erwacht (in jmdm.) etw. beginnt,
sich in jmdm. zu regen: sein Interesse, Ehrgeiz,
Widerspruchsgeist erwacht; in ihm erwachte der
Wunsch ...
^■erwachsen (er erwächst), erwuchs, ist erwachsen
/ / auch Erwachsen/ 1.1. allmählich aus etw. ent
stehen, hervorgehen: aus diesem Umstand erwuchs
die Erkenntnis ...; der Roman erwuchs aus diesen
gesellschaftlichen Verhältnissen 1.2 . etw. ergibt
sich (für jmdn.) aus etw.: daraus e. (ihm) Schwierig
keiten, neue Verpflichtungen
2erwachsen fA d j.; / auch Erwachsen, Erwachsene/
dem Kindes- und Jugendalter entwachsen: er hat
348
Erwachsene — erwerben
(schon) einen erwachsenen Sohn; sie sieht schon
sehr e. aus
Erwachsene, der u. die; -n, -n //* auch Erwachsen/
2erwachsene Person: er benimmt sich schon wie ein
Erwachsener; der Film ist nur für E.
Erwachsenen) -bildung, die /o. P l.j Weiterbildung
nach dem Schulalter und die entsprechenden Bil
dungseinrichtungen ; -qualifizierung, die vgl.
- bil-
dung
erwägen, erwog, hat erwogen etw. auf seine mög
lichen Konsequenzen hin von allen Seiten durch
denken, (etw.) genau prüfend überlegen: einen Plan,
eine Möglichkeit, Frage gründlich, reiflich, w ohl
wollend e.; es bleibt zu e., ob ...; er erwog (spielte
mit dem Gedanken, faßte ins Auge), seinen Beruf
zu wechseln
Erwägung, die; -en prüfende Überlegung im H in
blick auf mögliche Konsequenzen: nach reiflicher,
nüchterner E. , ernsthaften Erwägungen einen Ent
schluß fassen; etw. aus gesundheitlichen Erwä
gungen (nicht) tun; etw. in E. ziehen (etw. er
wägen)
erwählen jsw. Vb.; hat/ geh. etw., jmdn. für sich
auswählen, aussuchen: einen interessanten Beruf
e .; er hat sie (sich) zur Frau erwählt; er hat das
bessere Teil erwählt (sich für die bessere von zwei
Möglichkeiten entschieden)
erwähnen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. e. von etw.,
jmdm. in einem bestimmten Zusammenhang (kurz)
etw. mitteilen, sagen, Schreibern etw., jmdn., jmds.
Verdienste lobend, ausdrücklich, nur kurz, mit
keiner Silbe e.; davon hat er nichts in seinem
Brief, Bericht erwähnt; diese Stadt wird erst
malig im zehnten Jahrhundert erwähnt (u rk u n d
lich genannt)
erwähnens|wert /Adj.; nicht adv.f wert, erwähnt zu
werden: das ist (doch) nicht e.
Erwähnung, die; -en \vorw. Sg .\ zu erwähnen/:
etw. findet E., f indet keine E. (etw. wird erwähnt,
nicht erwähnt); das ist nicht der E. wert
erwärmen jsw. Vb.; hat/1.1 , etw. e. die Temperatur
von etw. so erhöhen, daß es warm ist: Wasser (auf
40 Grad) e. 1.2. etw. erwärmt sich etw. wird warm:
die Luft, Ostsee erwärmt sich (allmählich) — 2.1.
sich für etw., jmdn. nicht e. können an etw., jmdm .
keinen Gefallen finden können: sich für ein Vor
haben, eine Methode, einen bestimmten Schau
spieler nicht e. können 2.2 . jmdn. für etw. (nicht)
e. (gewinnen, einnehmen) können: ich konnte ihn
für das Projekt nicht e.; zu 1 Erwärmung, die;
-,
- en jvorw. Sg .f
erwarten, erwartete, hat erwartet 1. jmdn. , etw. e.
auf das Eintreffen einer Person, eines Ereignisses
warten: jmdn. ungeduldig, am Bahnhof, um acht
Uhr, zum Abendbrot e.; jmds. Ankunft e .; den
Urlaub nicht e. können (sich ungeduldig auf den
Urlaub freuen); O ein Kind e. (schwanger sein) —-
2. etw. erwartet jmdn. etw. steht jmdm. bevor: ihn
erwartet nichts Gutes — 3 .1. etw. e. mit etw.
rechnen (4.2): etw. anderes habe ich nicht er
wartet; wie zu e., wurde es ein Erfolg; das hatte
ich nicht von dir erwartet (du enttäuschst mich) !;
wider Erwarten (entgegen den Erwartungen, Ver
mutungen) wurde der Film ein Erfolg 3.2. etw.
als jmds. pflichtgemäßes Verhalten ansehen: ich er
warte (von dir), daß du hilfst, kommst
Erwartung, die; -,
-en 1. fvorw. Sg .f Zustand des
Wartens: den Tag in froher, ungeduldiger E. ver
bringen; voller E. (Ungeduld) sein —*2. jvorw. P l.f
das, was man erwartet, mit dem man rechnet: etw.
erfüllt, übertrifft alle, die kühnsten Erwartungen;
in jmdn. große Erwartungen setzen (von jmdm.
sehr viel erwarten)
Erwartungs/erwartungs) -angst, die P sych , A ngst
vor zu erwartenden Ereignissen; -gemäß jAdj.; vorw.
adv.j wie erwartet (3.1): er hat das e. abgelehnt;
die Veranstaltung verlief e.;
- norm, die das, was
als M aß an Leistung, Verhalten von jmdm.,
etw.
gewöhnlich erwartet wird; -voll fAdj.f voller E r
wartung (1), Spannung: erwartungsvolle Gesichter;
jmdn. e. ansehen
erwecken jsw. Vb.; hat/ etw. hervorrufen, wach
ru fen : jmds. Liebe, Vertrauen e.; in jmdm. falsche
Hoffnungen e.; etw. erweckt jmds. Neugier, den
Eindruck, als ob ...
erwehren, sich fsw. Vb.; hat/ geh. sich einer Sache
nicht e. können etw. nicht verhindern können: er
konnte sich der Tränen nicht e.; ich konnte mich
des Eindrucks nicht e., daß er log, daß da etwas
nicht stimmte
erweichen jsw. Vb.; hat, ist/1.1 . etw. weich machen
(hat): die Sonne erweichte den Asphalt; O etw.
erweicht jmds. Stolz, harten Sinn; sie hat sein
Herz erweicht (hat ihn zum Nachgeben bewogen}
1.2 . weich werden (ist): durch die Sonneneinstrah
lung erweichte der Asphalt; O durch ihre Bitten*
Tränen erweichte er, sein Herz (wurde er nach
giebig)
erweisen, erwies, hat erwiesen 1. etw. beweisen (1):
jmds. Unschuld, eine Behauptung durch Tat
sachen e .; es ist statistisch erwiesen, daß ...
—
2. sich (als etw., jmd.) herausstellen: diese Behaup
tung hat sich als ein Trugschluß erwiesen; er hat
sich als wahrer Freund erwiesen — 3. jmdm . etw.
zuteil werden lassen: jmdm. viel Gutes, Achtung,,
einen Gefallen e.
+ jmdm. mit etw. einen schlechten / Dienst e .;
jmdm. die letzte / Ehre e.
erweitern jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. in seinem Um
fang, seiner (Breiten)ausdehnung vergrößern: eine
Durchfahrt, ein Flußbett, Blutgefäße durch Medi
zin e.; O sein Wissen, seinen Horizont, die Pro
duktionskapazität e .; die erweiterte / Reproduk
tion; Math, einen Bruch e. (Zähler und Nenner
mit derselben Zahl multiplizieren)^; die erweiterte
Oberschule //* auch EOS/ (der Teil der poly
technischen Oberschule, der mit dem Abitur ab
schließt) 1.2 . etw. erweitert sich etw. wird in seinem
Umfang, seiner (Breiten)ausdehnung größer: das
Tal erweitert sich nach Norden; die Pupillen
haben sich erweitert; dazu Erweiterung, die; -*
-en
Erwerb, der; -(e)s, -e jvorw. Sg .j 1. jzu erwerben 1
u. 2/; zu 1.1: der E. (das Verdienen) des Lebens
unterhalts; sich einen neuen E. (neue berufliche
Arbeit, Verdienstmöglichkeit) suchen — 2.1. 1Ver
dienst: von seinem E. leben, etw. kaufen 2.2 . E r
werbung (2)
erwerben (er erwirbt), erwarb, hat erworben 1.1*
etw. (durch Arbeit) erlangen: er hat (sich) im Laufe
der Zeit ein beträchtliches Vermögen erworben;
O sich Achtung, Vertrauen, große Verdienste e.
1.2. (sich) etw. e. sich etw. durch Lernen, Üben an
eign en : (sich) ein großes Wissen, bestimmte Fähig
Erwerber — Erzeuger
349
keiten, Fertigkeiten, Kenntnisse e.
—
2. etw. durch
Kauf od. Verhandlungen als Eigentum bekommen:
ein Gemälde, Grundstück e .; die Verlagsrechte für
ein Buch e.
—
3. Med. Psych. ein erworbener
(im Laufe der Zeit durch eigene Erfahrung ent
standener) Reflex; zu 2 Erwerber, der; -s, - Jur.
jmd., der etw. erwirbt od. erworben hat
erwerbs/Erwerbs fvorw. im bürgerl. Sprachgebrauchf\
«fähig IAdj.; nicht adv.f fähig, das für den Lebens
unterhalt Nötige zu verdienen; -los /Adjnich t adv.f
•arbeitslos; dazu -lose, der u. die; -n, -n u.
- losig-
keit, die; -, fo. P l.f; -minderung, die; -tätig /Adj.;
nicht adv.f berufstätig; -unfähig /Adj.; nicht adv.f
gesundheitlich unfähig, berufstätig zu sein; -zweig,
der Wirtschaftszweig als Verdienstmöglichkeit: die
Fischerei ist Islands wichtigster E.
Erwerbung, die;
-en 1. fo. PL; zu erwerben 1
u .2f; zu 2: die E. (der Kauf 1) eines Grundstücks
—
2. das Gekaufte, die Anschaffung (2): dieses
Bild ist seine neueste E.
erwidern fsw . Vb.; hat/ 1. etw. antworten (1.1):
er erwiderte freundlich, scharf, nach einiger Über
legung, daß das anders sei, daß er (nicht) zu
stimmen könne; auf diese Vorwürfe konnte er
(ihr) nichts e.
—
2* etw. e. auf etw. in gleicher od.
entsprechender Weise reagieren: jmds. Gruß, Liebe
e .; einen Besuch e.; dazu Erwiderung, die; -en
erwiesenermaßen, erwiesenermaßen / Adv .f wie er
wiesen ist, nachweislich*, e. handelt es sich hierbei
um ...
erwirken fsw. Vb.; hat/ etw. (bei einer übergeord
neten Institution, Person) durch Bemühungen,
persönlichen Einsatz erreichen, erlangen: jmds.
Freilassung, Freispruch, Bestrafung e.; eine E r
laubnis, Nachzahlung, einen Aufschub e.
erwirtschaften, erwirtschaftete, hat erwirtschaftet
etw. diirch kluges Wirtschaften erreichen, erlangen:
einen Überschuß, hohen Gewinn, Ertrag e.
erwischen fsw. Vb.; hat/ umg. 1.1. jmdn. gerade
noch zu fassen bekommen: jmdn. (gerade noch,
noch gerade) am Rock, Kragen e. 1.2. jmdn., der
wegen eines Vergehens gesucht wird, in seine Gewalt
bringen, zu fassen bekommen, ergreifen können: die
Polizei hat den Täter (noch nicht) erwischt; den
Falschen e.
—
2. jmdn. ertappen: jmdn. bei einem
Diebstahl e.; er wurde erwischt, als er an der
Tür horchte — 3. etw., jmdn. gerade noch erreichen
(3): in letzter Minute den Zug noch e.; den Chef
kurz vor Dienstschluß e. (noch sprechen können)
—
4. etw. Rares, Begehrtes unverhofft, zufällig (zu
kaufen) bekommen: einen Sitzplatz, das lang ge
wünschte Buch e.
—
5. es hat ihn erwischt (er ist
verletzt od. erkrankt od. tot od. plötzlich stark ver
liebt)
erwünscht fAdj.f 1.1. fvorw. attr.f erhofft: der er
wünschte Erfolg blieb aus; die Arbeit brachte das
erwünschte Ergebnis; eine erwünschte Gelegen
heit 1.2. fvorw. präd.f gern gesehen: er ist hier nicht
e.; Rauchen ist hier nicht e.
erwürgen fsw. Vb.; hat/ jmdn. durch Zudrücken
der Kehle töten: er hat ihn mit bloßen Händen,
einem Schal erwürgt
Erz, Erz, das; -es, -e 1. in der Natur vorkommendes
Mineral, aus dem durch Verhüttung Metall gewonnen
w ird : E. unter, über Tage abbauen; E. waschen,
verhütten; gediegenes (ein Metall in nahezu reiner
Form enthaltendes) E.
—
2. das aus 1 gewonnene
Metall — 3. fo. Pl.f bronzeartige Legierung: eine
Glocke aus E .; tönendes E.
Erz, Erz] -abbau, der fo. P l.f; -ader, die Erzgang
erzählen fsw. Vb.; hatf 1.1 . etw. mündlich od.
schriftlich anschaulich, unterhaltsam darstellen,
wiedergeben: eine Geschichte, ein Märchen, Erleb
nis spannend, interessant e.; Witze, Anekdoten
e .; die erzählende Dichtung, Dichtkunst (Ep ik);
wir haben bis in die Nacht hinein erzählt (uns
unterhalten 1.3) 1.2. etw. berichten: den genauen
Hergang des Unglücks e.; e., was man am Tage,
auf der Reise erlebt hat; jmdm. von etw., jmdm.,
über etw., jmdn. e. 1.3 . jmdm. etw. (vertraulich)
mitteilen, sagen: er hat mir erzählt, daß er morgen
verreist; dir kann ich immer alles e. 1.4. umg.
mir kannst du nichts e. (weismachen)
-f- etw. e. können (viel erlebt haben); salopp dem
werde ich was e. (dem werde ich meine Meinung
sagen) !
Erzähler, der; -s, - 1. jmd., der etw. erzählt: er ist
ein E., dem alle gern, gespannt zuhören — 2. V er
fasser erzählender Dichtung: ein zeitgenössischer E.
erzähl/Erzähl| -freudig fA d j.; nicht adv.f gern und
v iel erzäh len d : ein erzählfreudiges Blind; -kunst,
die fo. Pl.f Kunst der epischen Gestaltung: dieser
Schriftsteller ist ein Meister der E .;
- talent, das:
er ist ein großes E. (kann spannend, interessant
erzählen)
Erzählung, die; -,
- en 1. das Erzählen (1.1, 1.2):
jmdn. in seiner E. unterbrechen; etw. aus den
Erzählungen anderer wissen — 2. erzählende Dich
tung, vorw. in Prosa, meist von geringerem Um
fa n g : eine kurze, spannende, realistische, histo
rische E. lesen; einen Band Erzählungen heraus
geben
Erzähl|weise, die Art und Weise des mündlichen
od. künstlerischen schriftlichen Erzählens: seine
gestraffte, geistreiche E.
Erz, Erz|-aufbereitung, die; -bergbau, der Gewin
nung von Erzen aus ihrer Lagerstätte
Erzbischof, der Rel. kath. erster Bischof und
Leiter einer kirchlichen Provinz; fauch als vom
Papst verliehener Ehrentitel für einen regierenden
BischofI
Erzbistum, das Rel. kath. 1. eine mehrere Bistü
mer umfassende kirchliche Verwaltungseinheit — 2.
Bistum, in dem der Erzbischof residiert
Erzdiözese, die R el. kath. vgl.
- bistum
erzeigen fsw. Vb.; hat/ geh. 1.1. jmdm. etw. e.
jmdm. etw. zuteil werden lassen und dadurch seine
Zuneigung deutlich machen: jmdm. Gutes, Gerech
tigkeit, Vertrauen, Interesse e. 1 .2 . sich (jmdm.)
dankbar e. (zeigen 4.3)
erzen, erzen, fAdj.; vorw. attr.f geh. aus Erz (2):
eine erzene Glocke
Erzengel, der Rel. einer der als ranghöchst ein
gestuften Engel
erzeugen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. entstehen lassem
die Sonne, Reibung erzeugt Wärme; das erzeugte
Heiterkeit, Neugier, Mißtrauen, (eine) große Span
nung — 2. etw. produzieren (1): landwirtschaftliche
Produkte, Strom e.; dieser Betrieb erzeugt Glüh
lampen
Erzeuger, der; -s, - 1 . (landwirtschaftlicher) Betrieb,
jmd.,
der etw.,
bes. landwirtschaftliche Produkte,
hervorbringt: Gemüse direkt vom E. beziehen; der
Transport, W eg vom E. zum Verbraucher — 2.
350
Erzeugerland — es
fachspr. leiblicher Vater eines Kindes: auf Grund
der Blutgruppenuntersuchung ist er (nicht) der E.
des Kindes
,
Erzeuger W irtsch.|
-land, das Land, in dem etw.
produziert worden ist, wird; -preis, der Preis einer
Ware, den der Erzeuger verlangt
Erzeugnis, das; -ses, -se etw., das erzeugt worden
ist, P r o d ukt: landwirtschaftliche, industrielle,
tierische, pflanzliche Erzeugnisse; ein E. von
hoher Qualität
Erzeugnis)gruppe, die W irt sch. auf Grund der
Herstellung gleicher od. ähnlicher Erzeugnisse, wegen
gleicher od. ähnlicher Technologien organisatorisch
miteinander verbundene Gruppe soz. Betriebe, Kom
binate
Erzeugung, die; -,
-en fvorw Sg.; zu erzeugen/
Erzfeind, der femot./ besonders verhaßter {langjäh
riger, persönlicher) Feind
Erz/Erz|, erz/erz| -gang,der Bergm .mitMineralen
ausgefüllte Gesteinsspalte in der Erdrinde: den E.
über Tage abbauen; -grübe, die Grube (2), in der
Erz abgebaut wird; -haltig/Adj.; nicht adv.f Erz ent
halten d: erzhaltiges Gestein
Erzherzog, der /Titel der hobsburgischen Prinzen/
erziehen, erzog, hat erzogen ein Kind , jmdn. bes.
in seiner charakterlichen, geistigen, weltanschau
lichen Entwicklung formen und fördern: das Kind
wurde von seinen Eltern, in einem Internat er
zogen; ein Kind gut, streng, mit Güte e .; das
Kind ist gut, schlecht erzogen (zeigt ein gutes,
schlechtes Benehmen, hat eine gute, schlechte E r
ziehung); ein Kind zur Selbständigkeit e .; ein
Kind, einen Jugendlichen zu einem tüchtigen
Menschen, zu einer sozialistischen Persönlichkeit
e.
Erzieher, der; -s, - jmd. (mit pädagogischer A u s
bildung), der Kinder od. Jugendliche erzieht: Lehrer
und Eltern sollten als E. Zusammenarbeiten; dazu
Erzieherin, die; -,
- nen
erzieherisch /Adj./ 1.1. die Erziehung betreffend,
pädagogisch: eine erzieherische Aufgabe, Frage
1.2. Erziehung bezweckend, der Erziehung dienend:
die erzieherische Absicht, Wirkung des Buches,
Films; erzieherische Maßnahmen; auf jmdn. e.
(durch Erziehung) einwirken
Erziehung, die; jo. Pl.j 1. das Erziehen, Erzogen
werden; alle Maßnahmen, die dazu dienen, bes. ein
Kind , jmdn. zu erziehen: die geistige, charakter
liche, (vor)schulische, elterliche E .; die soziali
stische E. der Jugend; die / polytechnische Bil
dung und E.; jmd. hat eine gute E. genossen —
2. anerzogenes Benehmen: jmd. hat eine gute,
schlechte E.; jmd. hat keine E. (kein gutes B e
nehmen); ihm fehlt jede, die nötige E. (jmd. be
nimmt sich schlecht)
Erziehungs/erziehungs! -arbeit, die jo . PI ./ e r zi eh e
rische Tätigkeit: in der Schule, in einem Heim
wertvolle E. leisten; -berechtigt /Adj.; vorw. präd.j
Person, die berechtigt ist, ein Kind zu erziehen;
-berechtigte, der u. die; -n, -n jmd., der das Recht
und die Pflicht hat, ein Kind, einen Jugendlichen
zu erziehen; -fehler, der Fehler, der von Erwachsenen
in der Erziehung bes. von Kindern gemacht wird;
-maßnahme, die /vorw. Pl.j Maßnahme, die für die
Erziehung erforderlich ist; -methode, die: neue Er
ziehungsmethoden anwenden; -mittel, das P äd .
Maßnahme, durch deren Anwendung das erstrebte
Ziel in der Erziehung von Kindern und Jugend
lichen erreicht werden soll; -Schwierigkeiten, die
/Pl.j bei der Erziehung eines Kindes od. Jugend
lichen auftretende Schwierigkeiten, Störungen: sich
wegen E. beraten lassen; -ziel,'das Päd. das bei
der Erziehung angestrebte Ziel
erzielen /sw. Vb.; hat/ etw. Angestrebtes erreichen:
(durch Fleiß) ein gutes Ergebnis, einen Gewinn
e.; eine bestimmte Wirkung e .; keine Überein
stimmung e. (herbeiführen) können
erzittern /sw. Vb.; ist/ ins Zittern (1.1 ,1.2) gera
ten: die Detonation ließ die Erde, das Haus e.;
O geh. vor Glück, Angst, bei jmds. Anblick e.
(sehr stark erregt werden)
Erz|, Erzlagerstätte, die G e ol. Lagerstätte von
Erzen in der Erdkruste
erzreaktinär /Adj.; emot.j in hohem Grade reak
tio n ä r: das sind erzreaktionäre Ansichten
erzürnen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. jmdn. zornig machen
(hat): sein freches Benehmen erzürnte sie sehr —
2.1. (hat) sich (über etw.) e. (zornig werden); ich
bin darüber sehr erzürnt (böse) 2.2 . zornig werden
(ist): er erzürnte bei dieser Mitteilung
Erz|, Erz|wäsche, die Bergm. Anlage zum nassen
Äufbereiten der Erze
erzwingen, erzwang, hat erzwungen etw. durch
Zwang, trotzige Beharrlichkeit erreichen: eine Ent
scheidung, Einwilligung, ein Geständnis e.
es /Fron.; kann in unbetonter Stellung zu ’s gekürzt
werden/ 1. /Pers.pron. 3 . Pers. Sg./ 1. /Bez. für ein
Neutr. als Subj. od. Obj.\: das Kind (meiner
Freundin) spielt, es ist artig, ich rufe es, schenke
ihm etwas; das (neue) Buch liegt auf dem Tisch,
es gehört mir, ich werde es lesen; / seiner, sein,
ihm — 2. /mit demonstrativem Charakter/ 2.1 .
/weniger nachdrücklich als das; steht als Subj. in
Verbindung mit Formen von sein auch für ein
Mask., Fern. od. für einen Pl.j: ich kenne diesen
Mann, es ist unser N achbar; Kinder singen,
es sind Schüler 2.2. /steht für ein Prädikatsnomen
bes. in Verbindung mit werden, sein, bleiben/:
„ bist du fertig geworden, unverletzt geblieben?46
„ Ich bin es“ ; er ist (sehr) groß, und sein Bruder
wird es sicher auch; er ist ein Querulant, und er
bleibt es 2.8 . /steht für den Inhalt eines ganzen
vorhergehenden od. nachgestellten Haupt- od. Neben
satzes/ : er las am Abend ein spannendes Buch, und
sie tat es auch; er bemerkte es nicht, daß sie ins
Zimmer trat 2.4 . /steht für etw. durch die Rede
situation Bekanntes, Verständliches/: ja, so war es;
es ist der Briefträger — 8. er ist es müde, über
drüssig (ist der Sache überdrüssig); ich bin es zu
frieden (habe nichts dagegen einzuwenden); ich bin
es leid (habe genug davon) — II . /Indef.pron.; als
Subj. des Satzes/ 1. /steht für einen unbestimmten,
nicht näher bestimmten Träger der Handlung/: es
hat mich zurückgerissen, innerlich aufgewühlt; es
warf den Wagen aus der Kurve; da kommt es
die Treppe herauf — 2. /als formales Subj./ 2.1 .
/bei unpersönl. Verben, die Witterungsvorgänge be
zeichnen/: es regnet, schneit, blitzt 2.2. /in un
persönl. Konstruktionen/: es grünt und blüht,
klopft, klingelt, brennt, raschelt, zieht; es schlägt
zehn Uhr; es gibt viel zu tun, nichts Neues; es
geht, handelt sich um etw.; es geht ihm gut 2.8 .
/in unpersönl. Konstruktionen von Verben körper
licher od. seelischer Empfindung/: es hungert, freut
Esche — Essenz
351
mich; mich friert’s; es tut mir leid; es drängt
mich . . widerstrebt mir ... 2.4. /in Zustands-,
Zeitangaben/: es ist Frühling, Abend, zwölf Uhr;
es ist spät; es ist hier sehr heiß, schön 2.5 . / bei
reflexivem Gebrauch von Verben mit Modalbestim
mung od. bei einer Konstruktion mit dem Verb
lassen/: mit diesem Material arbeitet es sich gut,
läßt es sich gut arbeiten; es wohnt sich hier an
genehm ; es läßt sich nicht umgehen, daß . . .
—
3. /als formale Satzspitze in passivischen, unpersönl.
Konstruktionen/: es wurde viel gelacht; es kann
getanzt werden — Hl. /Partikel/ 1. /als formale
Satzspitze; ermöglicht die Betonung des logischen
SubjektsI : es war einmal ein ... /Eingangsformet
von Märchen/; es kommt Besuch; es ist ein Un
glück geschehen 2. /dient in bestimmten verbalen
Verbindungen als formales Objekt/: er meint es gut,
hat es eilig, gibt es zu, nimmt es genau; er hat
es nicht so gewollt
Esche, die; -,
-n 1. in zahlreichen Arten vorkommen
der Laubbaum mit gefiederten Blättern, geflügelten
Früchten und hartem, elastischem Holz — 2. fo. PL/
Holz von 1 als Material bes. für Möbel: ein Schlaf
zimmer in, aus E.
Esel, der; -s, - 1. mit dem Pferd verwandter Un
paarhufer mit langen Ohren, kurzer Mähne, quasten
artigem Schwanz und meist grauem F ell: ein störri
scher E.; jmd. ist dumm, bepackt wie ein E.
—
2. umg. Schimpfw. Dummkopf:der alte E. hätte
das doch wissen müssen!; du (alter), ich E.!
Eselei, die; -en umg. dumme, törichte Handlung:
eine große E. machen
Esels] -brücke, die konstruierter Anhaltspunkt, um
sich etw. zu merken, an etw. erinnern zu können: sich,
jmdm. eine E. bauen; -ohr, das umgeknickte Ecke,
bes. einer Buch-, Heftseite
Eskaladierwand, die Mil. wandartiges Hindernis
für Übungszwecke, das kletternd überwunden werden
muß
Eskalation, d ie ;
-en stufenweises Vorantreiben
eines Vorgangs, Geschehens, bes. die stufenweise
Steigerung und Verstärkung aggressiver Handlungen
und militärischer Gewaltanwendung durch imp.
Mächte: eine E. des Krieges; dazu eskalieren jsw.
Vb.; hat/: der Gegner versuchte, den Konflikt zu
e.
Eskapade, d ie; -,
-n 1. geh. 1.1. abenteuerlich
eigenwillige Handlungsweise, mutwilliger Streich:
er leistete sich, machte tolle Eskapaden 1.2. ihre
E. (ihr Seitensprung) mit Herrn B — 2. R eiten
falscher Sprung eines Dressurpferdes zur Seite hin
EskQrte, d ie;
-n (militärisches) Geleit zur Be
wachung od. zum Schutz, zur Ehrung: eine E.
Soldaten bewachte die Gefangenen; der Wagen
des Staatsmannes, Ehrengastes wurde von einer
motorisierten E. begleitet; dazu eskortieren /sw.
Vb.; hat/: der Wagen des Präsidenten wurde von
Motorradstaffeln eskortiert
esoterisch /Adj./ für einen engeren eingeweihten
Personenkreis bestimmt, ihm geistig zugänglich:
eine esoterische Lehre; esoterische Schriften
Espe, die; -,
-n Laubbaum mit Blättern, die auf
Grund ihrer Stelhmg sehr beweglich sind und schon
beim leisesten Luftzug ins Zittern geraten, Zitter
pappel
Espenjlaub, das
-j- umg. jmd. zittert wie E. (zittert sehr heftig)
Esperanto, das; -(s), /o. PL/ bes. auf den romani
schen Sprachen und dem Englischen aufbauende
künstliche Sprache, die den Verkehr zwischen den
Völkern erleichtern soll
Esplanade, die; -,
-n
veraltend großer, freier
Platz vor (öffentlichen) Gebäuden od. Gärten
1Espresso, der; -/ -s, -s/Espressi /bei Mengenangabe
PI. Espresso/ in einer Spezialmaschine zubereiteter
starker K affee: einen E. bestellen, trinken
2Espresso, das; -/ -s, -/ -s kleines Cafe, in dem bes.
1Espresso erhältlich ist
Esprit, der; -s, /o. Pl.j [espri:] feinsinnige, brillant
geistreiche witzige Art, sich zu äußern: der Autor,
Kritiker hat, besitzt E .; der Roman ist mit (viel)
E. geschrieben
Essay [sse:], auch Essay [sse], der, das; -s, -s all
gemeinverständliche Abhandlung in künstlerisch aus
gereifter knapper Form bes. über ein literarisches,
historisches od. philosophisches Them a: einen E.
schreiben; dazu Essayist, der; -en,
- en [ese|ist]
Verfasser von Essays
eßbar/Adj.; nicht adv.; zu essen 1.1/genießbar (1,2):
eßbare Pilze
Eß|besteck, das M esser, Gabel und Löffel als Ge
rät für eine Person zum Einnehmen einer Mahl
zeit : Eßbestecke, Eßbestecks aus Silber
Esse, die; -,
- n landsch. Schornstein: die E.kehren
Eß|ecke, die für die Einnahme von Mahlzeiten her-
gerichtete, möblierte Ecke in einem Wohnraum, einer
Küche: ein Wohnzimmer mit einer E.
essen (er ißt), aß, hat gegessen 1.1. (feste) Nahrung
(kauen und) durch Schlucken in den Magen gelangen
lassen: eine Schnitte, (einen Teller) Suppe e.; jmd.
ißt Jiein Fleisch (lehnt Fleisch als Nahrung ab);
etw. gern e .; jmdm. etw. zu e. geben; hastig, mit
Appetit e.; der Kranke ißt nichts (hat keinen
Appetit); das Kind ißt gut (hat immer Appetit)
1.2. sich satt e. (soviel Nahrung zu sich nehmen,
bis man satt ist); die Schüssel leer e. (durch 1.1
leeren) — 2. eine Mahlzeit, bes. eine warme Mahl
zeit, einnehmen: gemeinsam, um 12 Uhr, im
Restaurant, ä la carte e.; warm (warme Speisen)
e.; kalt (kalte Speisen, belegte Brote) e.; Mittag,
Abendbrot, zu Mittag, Abend e. (die Mittags- ,
Abendmahlzeit einnehmen)
-}- mit jmdm. ist nicht gut Kirschen e.
Essen, das; -s, - 1. für eine (Hauptmahlzeit be
stimmte Speise(n): ein warmes, schmackhaftes,
schlechtes E.; (das) E. kochen, machen; das E.
servieren, auf den Tisch bringen; das E. schmeckt
gut — 2.1. /o. PI./ Einnahme einer Mahlzeit (1):
jmdn. zum E. einladen 2.2. in festlichem, meist
offiziellem Rahmen stattfindende Mahlzeit (2): nach
der Trauung fand ein E. statt; der Minister gab
ein E. (Ban k ett) für die ausländischen Gäste
Essen (mit * auch Essens] )| -ausgabe, die 1. A u s
gabe von Essen: die E. erfolgt ab zwölf Uhr —
2. Ort, Stelle für 1: sich an der E. anstellen;
-behälter, der Behälter, in dem Essen transportiert
werden kann; -kübel, der großer Essenbehälter;
*-pause, die Pause, in der gegessen wird; «-zeit, die
Zeit, zu der gegessen wird
Essens]: / Essen|
essentiell /Adj./ [. .tsiel] w esentlich (1): etw. ist von
essentieller Bedeutung
Essenz, die; -,
- en 1. hochkonzentrierter Geruchs-
od. Geschmacksstoff, bes. zur Verfeinerung des Ge-
352
Esser — Etikette
schmacks von Nahrungsmitteln — 2. das Wesent
liche, das Kernstück: diese Frage bildet die E. des
gesamten Problems
Esser, der;.- s, - 1. jmd., der Essen, Verpflegung be
ansprucht: es sind viele E. in unserer Familie —
2. jmd. ist ein guter, schlechter E. {jmd. ißt immer
viel, wenig)
Essig, der; -s, /o. Pl.f, fachspr.
-e zum Würzen,
Konservieren verwendete saure Flüssigkeit aus ver
dünnter Essigsäure: an die Soße, den Salat (einen
Schuß) E. geben, tun
+ umg. mit etw. ist es E. (aus etw. wird nichts)
Essig/essig] -essenz, die Konzentrat synthetisch her-
gestdlten Essigs, aus dem durch Verdünnung mit
Wasser Essig zum Würzen von Speisen gewonnen
wird; -sauer \Adj./: essigsaure Tonerde (Lösung
eines basischen Salzes der Essigsäure mit Alum i
nium, die zur Behandlung von Entzündungen und
Schwellungen verwendet wird); -säure, die fo. PL/
stechend scharf riechende organische Fettsäure, die
Hauptbestandteil des Essigs ist; -wasser, das jo. Pl.f
Wasser mit einem Schuß Essig (und Zucker)
Eß| -kultur, die jo. Pl.j Kultur (2) des Verhaltens
beim Essen sowie des Anrichtens und Servierens der
Speisen; -löffel, der Löffel, mit dem vorwiegend
Suppe gegessen wird: ein silberner E.; zwei E.
Zucker an die Milch geben jals Inhaltsmenge/;
-lust, die scherzh. Appetit; -tisch, der größerer,
meist ausziehbarer Tisch, an dem die Mahlzeiten
eingenommen werden; -waren, die jPl.j Lebensmit
tel: leicht verderbliche E.; -zimmer, das 1, fü r das
Einnehmender (Hauptmahlzeiten eingerichtetesZim
mer — 2. Möbel für 1: ein zehnteiliges E. in Eiche
Establishment, das; -s, -s jvorw. Sg .j [estsblifmant]
jvorw. im bürgerl. Sprachgebrauch! die auf die E r
haltung der bürgerl. Gesellschaftsordnung gerichtete
Ideologie und die sie vertretenden Institutionen, bes.
ihre saturierte Führungsschicht: jmd. gehört zum
E .; Jugendliche lehnen sich gegen das E. auf
Ester, der; -s, - C hem. organische Verbindung, die
unter Abspaltung von Wasser aus einem Alkohol
und einer Säure entsteht
Estrade, die; -,
- n /DDR/ volkstümliche künstlerische
Veranstaltung, auf der ein gemischtes Programm
bes. mit Musik, Tanz und Artistik geboten wird:
in einer E. junger Talente auftreten
Estradenkonzert, das /DDE/ Konzert, in dem bes.
Unterhaltungsmusik geboten wird
Estragon, der; -s, jo. Pl.j [ . .on] zu den Korb
blütlern gehörende mehrjährige Gewürzpflanze, deren
Stengel und Blätter als Zutat bei der Herstellung
voh Essig und Senf verwendet werden
Estrich, der; -s, -e fugenloser Fußboden, hergestellt
aus einer breiigen, später erhärtenden Masse, meist
aus Beton : den E. legen (herstellen)
etablieren, sich jsw. Vb.; hat/ 1. in einer (gesell
schaftlichen) Ordnung einen sicheren, festen Platz
gewin nen: ein neuer Wissenschaftszweig hat sich
etabliert; jmd. hat sich, ist etabliert (hat eine feste,
sichere Position 1.1) — 2 . sich irgendwo als jmd.
e. (sich irgendwo eine feste Stellung verschaffen);
jmd. hat sich als Bühnenbildner am Theater
etabliert; /auf bürgerl. Verhältnisse bezogen/ sich
als Geschäftsmann e. (niederlassen und selbständig
werden)
Etage, die; -n [eta:3a] Stockwerk: in der ersten
E. (über dem Parterre) wohnen
Etagen|heizung, die Heizungsanlage, durch die eine
Etage od. eine in einer Etage liegende Wohnung
zentral beheizt wird
Etappe, die; -,
- n 1.1. Teilstrecke: einen Weg in
drei Etappen zurücklegen 1.2 . S p o rt einzelner
Streckenabschnitt eines mehrere Tage dauernden
Straßenrennens: die dritte E. betrug 150 Kilometer
—
2. (Entwicklungs)Stadium : die einzelnen Etappen
einer Entwicklung, eines Lebens; eine neue E. in
der Entwicklung unseres Staates; die E. der ent
wickelten sozialistischen Gesellschaft — 3. v e r
altend dem Nachschub dienendes Gebiet hinter der
Front, rückwärtiges Gebiet: die Verwundeten wur
den in die E. transportiert
Etappen/etappen| -rennen, das Sport Kennen über
mehrere Etappen; -sieg, der Sport Sieg in einer
Etappe eines Etappenrennens; -Sieger, der Sport;
-weise /Adj.; nicht präd.j in Etappen (1, 2): eine
Strecke e. zurücklegen; eine e. Modernisierung;
-ziel, das Sp ort: den Sieger am E. empfangen
Etat, der; -s,
-s [eta:] 1. jim bürgerl. Sprach
gebrauchI Staatshaushaltsplan: den E. aufstellen,
überziehen — 2. die jmdm. zur Verfügung stehenden
geldlichen M ittel: mein E. ist erschöpft; das über
steigt meinen E. (das kann ich nicht bezahlen)
et cetera jAbk. etc./ [sttse:..] und so weiter
Ethik, die; -,
- en 1. jvorw. Sg .j philosophische
Theorie der gesellschaftlich bedingten sittlichen B e
ziehungen, Verhaltensweisen, Werte, Normen und
Anschauungen der Menschen als Form des gesell
schaftlichen Bewußtseins: die sozialistische, bürger
liche, christliche E .; die E. des Mittelalters —
2. jo. Pl.j die den Beziehungen, Verhaltensweisen,
Anschauungen der Menschen zugrunde liegenden
sittlichen Norm en: das ist mit der E. eines Arztes
nicht zu vereinbaren
ethisch jAdj.j 1. /nicht präd.j die Ethik (1) be
treffend: das ist eine ethische Frage — 2. bewußt
auf Ethik (2) zielend, von Ethik bestimmt, sittlich,
moralisch: ethische Motive; ein e. einwandfreies
Verhalten
ethnisch /Adj.; nicht präd.j das Volk betreffend als
(genetische) Gruppe mit kulturellen und sprach
lichen Eigentümlichkeiten: ethnische Eigentüm
lichkeiten; eine ethnische Einheit (M enschen
gruppe gleicher Sprache und Kultur, die sich dieser
Gleichheit meist bewußt ist); eine ethnische Min
derheit
Ethnographie, die; -, jo. PI./ beschreibende (ver
gleichende) Völkerkunde; dazu ethnographisch/Adj.f
Ethnologie, die; -,
jo. Pl.f Ethnographie; dazu
ethnologisch /Adj./
Ethos, das; -, /o. Pl.j vom Bewußtsein sittlicher
Werte geprägte Haltung, Gesinnung eines M en
sc h en : ein hohes, politisches, berufliches E. be
stimmte sein Denken, Handeln
Etikett, das; -(e)s, -e, auch -s (beschriftetes) Stück
Papier (zum Aufkleben, Anhängen), um Gegen
stände, Waren kenntlich zu machen: ein E. auf
einen H eftdeckel, eine Flasche kleben, in ein
Kleidungsstück einnähen
Etikette, die; -n jvorw. Sg .; im bürgerl. Sprach
gebrauch/ die zur bloßen Förmlichkeit erstarrten Um
gangsformen, wie sie von der Gesellschaft (5) vor
gegeben werden: die E. wahren, verletzen; gegen
die E. verstoßen; das ist ein Verstoß gegen die
E.
etikettieren — euer
353
etikettieren /sw. Vb.; h at/1. etw. mit einem Etikett
versehen: Flaschen (maschinell) e.
—
2, jmdn.,- etw.
(als jmdn., etw.) e. (jmdn.,
etw. meist vorschnell,
oberflächlich, schematisch einem bestimmten Be-
mcÄ zuordnen; jmdn.,
zw jmdn., etw. Stem
pel2)
etliche flndef.pron.; PL u. Fern.
; Neutr.:
etliches, Mask.: etlicher/ 1* /wwr tm PL u. im
Neutr. 8g .j 1.1, /meist betont; bezeichnet eine un
bestimmte, relativ große Anzahl, Menge/ mehrere,
viele, vieles: fadj.f in dem Kleid sind e. Meter
Stoff verarbeitet; nach etlichen Kilometern . . . ;
noch e. Kilometer zurücklegen müssen; fsubst./ e.
fehlten bei der Veranstaltung; hier fehlt noch
etliches (eine ganze M enge); ich hätte noch etliches
hinzuzufügen 1.2 . veraltend /bezeichnet eine un
bestimmte, nicht allzu große Anzahl, Menge/ einige,
einiges, mehrere: /adj./ seitdem sind e. Jahre (eine
Reihe von Jahren) vergangen; es ist schon e. (mehr
als) 10 Tage her; jsubst./ etliches (verschiedenes)
wiedergutmachen müssen — 2 . veraltend /im
Sg.; bezeichnet das nicht allzu geringe Ausm aß, den
nicht zu niedrigen Grad von etw./ nicht gerade
gering: e. Hoffnung, etlichen Komfort haben; es
verging e. Zeit; nach etlichem Zögern; etliches
Gute tun
etlicher /Indef.pron. ; M ask.j s. etliche (2)
etliches /Indef.pron .; Neutr.j s. etliche
Etüde, die;
-n Mus. bes. zu Übungszwecken
dienendes Musikstück mit speziellen technischen
Schwierigkeiten
Etui, das; -s, -s [e| tv iauch et|vi:] kleiner, flacher
Behälter, meist aus Leder od. Kunststoff, zum Mit
führen, Aufbewahren eines Gegenstandes od. mehre
rer zusammengehörender Gegenstände: die Brille in
das E. legen, stecken; ein E. für Füllfederhalter
und Kugelschreiber
etwa /Partikel/ 1.1. /in Verbindung mit Zahlen,
Zeit- od. Ortsbestimmungen/ schätzungsweise, un
gefähr: er ist e. fünfzig Jahre alt; in e. zwei Stunden
fahren sie ab; wann e. kommst du?; ich habe das
Buch e. bis zur Mitte gelesen 1.2. annähernd, un
gefähr: so e., e. so habe ich mir das gedacht; /in
der Verbindung/ in e.: das Ergebnis entspricht in
o. unseren Erwartungen — 2. beispielsw eise: neh
men wir e. den folgenden Fall; wie e. /leitet ein e
Aufzählung ein/ wie zum Beispiel: andere Schrift
steller, wie e. Thomas Mann, Anna Seghers . . .
—
3.1. /begrenzt eine Möglichkeit/ unter Umständen,
möglicherweise: falls e. die Rede davon sein sollte,
dann ...; wenn man fröhlich ist und e. auch noch
lacht, dann ... 3.2. /verstärkt eine (rhetorische) Frage
und deutet die erhoffte verneinende Antwort an/
womöglich, gar: hast du es e. verraten?; ist er e.
krank?; Sie sind doch wohl nicht e. beleidigt?
3.3. /verstärkt in Verbindung mit nicht eine Ver
neinung/ nicht e. keineswegs: ich bin nicht e. dage
gen, doch
glaube nicht e. (ja nur nicht), du
könntest mich täuschen!
etwaig, etwaig /Adj.; nur attr./ [stva: |i$] 1.1 . mög
licherweise eintretend : etwaige negative Auswir
kungen, Folgen, Programmänderungen 1.2 . m ög
licherweise bestehend, vorhanden, eventuell: etwaige
Wünsche, Beschwerden, Probleme
etwas jindekl. Indef.pron.', umg.: was, außer bei
3.1/ 1. /bezeichnet ein einzelnes od. mehreres nicht
näher Bestimmtes, Bestimmbares/ 1.1. /subst. im
Nom. od. Akk./ da klappert e.; e. zwingt mich
dazu, geht in ihm vor; jmd. muß e. gemerkt,
gewußt haben; e. suchen, finden; e. zum Schreiben,
zu lesen brauchen; /in der Verbindung/ /* irgend
e. 1.2. \adj.; vor Pron. od. subst. Adj./ zu e. anderem
kommen; das ist e. (ganz) Neues; e. so Inter
essantes gibt es selten zu sehen — 2 . /bezeichnet
nicht näher Bestimmtes, aber durchaus Bedeutsames;
subst./: das will (schon) e. bedeuten, heißen (viel
bedeuten); wie er das gemacht hat, das ist schon e.
(ist sehr g u t); jmd. möchte gern e. sein, vorstellen
(eine angesehene berufliche, gesellschaftliche Stellung
haben); sein Wort gilt e. (gilt sehr viel, man hört
auf ihn) — 3.1. /bezeichnet in attr. Verwendung eine
gewisse kleine Menge von dem im Subst. Genannten,
in adv. Verwendung einen geringen Grad eines Vor
gangs, Zustandes/ ein wenig: gib mir e. Geld,
Zucker; noch e. Zeit haben; sich e. überanstrengt
haben; e. müde sein; dem Kranken geht es e.
besser; ich möchte noch e. (eine kleine Weile)
lesen, warten 3.2. /bezeichnet einen nicht näher be
stimmten Teil einer Sache; subst.j e. von ein Teil
von, eine gewisse Menge von: nimm dir e. von dem
Geld; verstehst du e. davon? — 4. so e. 4 .1.
Isubst.; mit Betonung von so/ solches, Derartiges:
so e. kann schon einmal Vorkommen; wer hätte
so e. gedacht; na, nein so e. (das ist ja allerhand)!;
er ist so e. wie ein Künstler (ähnelt in vielem einem
Künstler) 4.2 . \adj.\ derartig: so e. Schönes habe
ich noch nicht gesehen
$twas, das; /o. Pl.j nicht näher bestimmtes od.
bestimmbares (kleines) Lebewesen od. Ding: man
hörte ein piependes E.
+ das gewisse E. (auf das andere Geschlecht an
ziehend wirkende, aber nicht näher bestimmbare
Eigenart im Wesen, in der Erscheinung eines er
wachsenen, bes. weiblichen Menschen)
Etymologie, die; -n [ety.., PL . .i:on] 1. /o. PL/
Teilgebiet der Sprachwissenschaft, das sich mit der
Herkunft der Wörter nach Form und Bedeutung
befaßt — 2. Sprachwiss. Herkunft (und Ge
schichte) eines Wortes hinsichtlich seiner Form und
seiner Bedeutung(en): die E. eines Wortes unter
suchen, in einem Wörterbuchartikel angeben; da
zu etymologisch /Adj./
euch /Pron./ I. /Dat. u . Akk. vom Pers.pron. ihr/
s. ihr — II. IRefl.pron. der 2. Pers. PL im Dat. u.
Akk./
—
III. /reziprokes Pron. der 2. Pers. PL/
Eucharistie, die; -, /o. PL/ [..9a..] Rel. kath.
1.1. zentraler Teil der Messe, bei dem durch den
Priester Brot und Wein in Leib und Blut Christi
verwandelt werden 1.2. E. (die Messe) feiern
Eucharistie|feier, die Rel. kath. Messe (II.1)
euer /Pron./ I. /Poss.pron.; Mask. u. Neutr.; Fern.:
eu(e)re; / auch eurige/ 1. /ordnet jmdn., etw. dem
Zugehörigkeits-, Interessenbereich einer mit ihr an
gesprochenen Mehrzahl von Personen zu/: /adj./ e.
Auto, Hund, eure Mutter, e. Kind, eure Vor
schläge; diese eure Bedenken sind unbegründet;
viele Grüße Eure Elke / BriefSchluß/; ist das eure
Bahn (die Bahn, mit der ihr gewöhnlich fahrt)?;
/subst.I seine Wohnung ist kleiner als die eure;
die Eu(e)ren (eure Angehörigen); ihr müßt das
Eu(e)re (euren Teil) dazu tun — 2. geh. /in der
Anrede von bestimmten Würdenträgern/ Euer /Abk.
Ew ./: Eu(e)re Exzellenz, Eminenz — H . /Gen.
vom Pers.pron. ihr/ s. ihr
23 Wörterbuch
Eukalyptus, d e r ;
Eukalypten/- [ . .ly . .] \vorw.
8g.j immergrüner, tropischer od. subtropischer
Baum, aus dessen Blättern ein würziges ätherisches
Öl gewonnen wird
Eukalyptus| -bonbon, der, auch das hustenlindern
der Bonbon mit dem Geschmack des Eukalyptusöls;
-öl, das aus den Blättern, dem Holz des Eukalyptus
gewonnenes ätherisches, würziges Öl
Eule, die;
- n 1. weltweit verbreiteter, nächtlich
jagender Raubvogel mit dickem K opf, kurzem
kräftigem hakenförmigem Schnabel und nach vorn
gerichteten, sehr großen, dem Sehen in der Dunkel
heit angepaßten Augen: der Schrei einer E. — 2.
umg. /emot.; von einer unwirschen, häßlichen, meist
älteren weiblichen Person/: so eine alte E.!
- f Eulen nach Athen tragen (Überflüssiges, Un
nötiges tun)
Eulenspiegelei, die; -en lustiger Schelmenstreich
Eunuch, der; -en, -en durch Kastration zeugungs
unfähiger Mann (als Wächter in einem Harem)
Euphemismus, der; -, Euphemismen Sprachwiss.
beschönigender od. verhüllender sprachlicher A u s
dru ck: ,einschlafen‘ ist ein E. für ,sterben4; dazu
euphemistisch f A d j .f
Euphorie, die; /o. PL) (kurz vor dem Tode, bei
schweren Krankheiten od. durch den Genuß von
Alkohol, Rauschgift auftretende) zeitweilige, rausch
haft übersteigerte, sorglos heitere Gemütsstimmung:
jmd. befindet sich im Zustand der E.; dazu
euphorisch /Adj./ durch Euphorie bewirkt: eine
euphorische Stimmung
eurer /Gen. vom Pers.pron. ihr/ s. ihr
eurerseits /Adv .f vgl. deinerseits
euresgleichen /indekl. P ro n .f vgl. deinesgleichen
eurethalben /Adv./ v e ra lte n d vgl. deinethalben
euretwegen /Adv./ vgl. d einetwegen
euretwillen /Adv./ v e r a lte n d vgl. deinetwillen
eurigc, Elirige, der, die, das /subst. Poss.pron . zu
euer/ geh. der, die, das eure; / auch deinige
Europa| -cup,der Sport vgl.
- pokal; -meister, der
Sport Sieger im Kampf um die Europameister
schaft; -meistersehaft, die Sp o rt Wettbewerb von
Sportlern, Mannschaften der europäischen Länder
um den Sieg in einer bestimmten sportlichen Diszi
plin; -pokal, der Sport Siegestrophäe bei einem
Pokalwettbewerb für Mannschaften der europäischen
Länder: das Endspiel um den E.; -Straße, die Teil
strecke des international vereinbarten Netzes von
Fernverkehrsstraßen in den europäischen Ländern
Enter, das; -s, - beutelartiges Organ mit zwei od.
mehreren Zitzen bei weiblichen Einhufern und Wie
derkäuern, in dem sich die Milchdrüsen befinden
und sich die Milch sammelt
Euthanasie, die; -, jo. PL/ Med. 1.1, der ärztlichen
Ethik widersprechendes, strafbares Herbeiführen des
Todes durch Medikamente bei unheilbar Kranken
1.2. Erleichterung des Sterbens durch Verabreichen
schmerzlindernder Mittel
Eva [e:fa, e:va] scherzh. Evastochter: sieist eine
E.
evakuieren jsw. Vb.; hat/ [..v..] 1.1. jmdn. bes.
wegen einer (drohenden) Gefahr von seinem Wohn
sitz weg an einen anderen, sicheren Ort bringen: die
vom Hochwasser, Erdbeben Betroffenen e. 1,2.
eine Stadt e. (von den Bewohnern räumen); dazu
Evakuierung, die; -, -en
354
Eukalyptus — Ewiggestrige
evangelisch fAdj.f [ev..] /Abk. ev./ den durch die
Reformation im 16. Jh♦aus dem katholischen Glau
ben entstandenen, den Inhalt des Neuen Testaments
in den Mittelpunkt stellenden Glauben betreffend od.
vertretend; protestantisch: die evangelische Kon
fession, Kirche; ein evangelischer Pfarrer; jmd.
ist e.
Evangelist, der; -en, -en [ev..] Rel. Verfasser eines
der vier Evangelien des Neuen Testaments
Evangelium, das; -s, Evangelien [ev.. , P I . . .ion]
1. jo. PI./ Glaubenslehre der christlichen Religionen:
das E. verkünden — 2. von einem der vier Evan
gelisten aufgezeichneter Bericht über das Leben und
Wirken Christi: das E. des Matthäus
evaporieren jsw. Vb.; hat/ [ev..] Chem. eine
Lösung durch Eindampfen dickflüssig machen:
evaporierte Milch, Fruchtsaftkonzentrate
Evas| -kostüm, das + umg. scherzh. /von
einer erwachsenen weiblichen Person/ im E. (nackt);
-tochter, die scherzh. Mädchen, Frau als typisch
empfundene Vertreterin des weiblichen Geschlechts:
eine reizende E.
Eventualfall, der möglicherweise eintretender Fall
(II.1): für den E. vorbereitet sein
Eventualität, die;
-er* [ev..] unter bestimmten
Umständen Mögliches: auf alle Eventualitäten vor
bereitet sein
eventuell /A d j.; nicht präd./ /Abk. evtl./ [evsntujel]
unter bestimmten Umständen möglich: eventuelle
Schwierigkeiten einkalkulieren; e. (vielleicht, u nter
Umständen) kommt er erst morgen
Evergreen, der, auch das; -s, -s [evorgri:n] Schla
ger, der bekannt und beliebt geblieben ist
evident /Adj./ [ev..] offenkundig, offenbar: die
Schwächen einer sölchen Argumentation, die
Mängel dieser Konstruktion sind e .; dazu Evidenz,
die; -, /o. Pl.j
Evolution, d ie; -,
- en [ev..] 1.1. Philos. konti
nuierlich fortschreitende, allmähliche quantitative,
aber auch sprunghafte qualitative Veränderungen
einschließende Entwicklung in Natur und Gesell
schaft: die E. kosmischer Körper, des mensch
lichen Denkens, einer ökonomischen Gesellschafts
formation 1.2. Biol. stammesgeschichtliche E nt
wicklung der Organismen von biologisch niederen,
wenig differenzierten, zu biologisch höher organisier
ten Lebensformen
Evolutionstheorie, die /o. PI./ Abstamm ungslehre
Ewer, der; -s, - Seemannsspr. kleines Küsten-
(segel)schiff mit flachem Boden
ewig /Adj.\ 1. zeitlich unendlich, niemals endend:
der ewige Lauf der Gestirne; das ewige Werden
und Vergehen; R el. das ewige Leben (Leben in
der EwigkeitJ*1; der ewige (nie ganz schmelzende)
Schnee der Gletscher; sich ewige Treue geloben;
das kann doch nicht e. so bleiben! — 2 . /nicht
präd.j umg. fortwährend, ununterbrochen, ständig:
in ewiger Unruhe, Angst leben, sein; es herrschte
ein ewiges Kommen und Gehen; dieses ewige Ge
klingel; er hat e. etwas auszusetzen — 3 . /adv./
umg. /drückt emotional einen hohen Grad aus/: ich
habe ihn e. (sehr lange) nicht gesehen; das dauert
ja e.!; sie war schon e. (sehr) lange nicht im
Theater; das Material hält e.
+ etw. dauert e. und drei / Tage
Ewig|gestrige, der; -n, -n jmd., der an überholten,
reaktionären Ansichten festhält und den gesellschaft-
Ewigkeit — exklusiv
355
liehen Fortschritt aufzuhalten sucht: er gehört zu
den Ewiggestrigen
Ewigkeit, die; -en 1. fo. Pl.f 1.1. ewige (1) Dauer,
Unvergänglichkeit 1.2. R el. nach religiösen Vor
stellungen ein jenseits von Zeit und Raum liegender
unwandelbarer Bereich, in den die Toten eingehen:
in die E. eingehen (sterben) — 2. unabsehbar lange
Z e it: die Stunden bis zum Wiedersehen wurden
ihr zur E .; um g, das dauert ja eine (halbe, kleine)
E., Ewigkeiten (sehr, zu lange)1; bis in alle E.
(für immer)
ex /Adv./: e. trinken (sein mit einem alkoholischen
Getränk gefülltes Glas in einem Zuge leer trinken)
exakt fA d j.f sehr gen au (2): eine Arbeit, Turnübung
e. ausführen; e. nähen; eine exakte Definition,
Berechnung; jmd. ist sehr e. (in seiner Arbeit);
dazu Exaktheit, die; -, fo. Pl.f
exaltiert /Adj.f im Verhalten überschwenglich, über
span nt: ein exaltiertes Mädchen; e. lachen; sich e.
benehmen; ein exaltiertes (kün stlich übersteigertes)
Gebaren; dazu Exaltiertheit, die; -,
-en
Examen, das; -s, -/Examina Prüfung als Abschluß
bes. eines Studium s: das schriftliche, mündliche E.
ablegen, machen; er hat das E. nicht bestanden
Examensjarbeit, die
examinieren /sw. Vb.; hat/ geh. 1. jmdn. (in einem
Examen) prüfen: einen Studenten, Schüler (scharf)
e.
—
2. jmdn. e. (jmdn. scharf ins Verhör nehmen)
Exegese, die; -,
-n fvorw. Sg./ fachspr. Auslegung
und Interpretation eines Textes, bes. der Bibel
exekutieren jsw. Vb.; hat/ jmdn. hinrichten: der
Verbrecher wurde exekutiert; dazu Exekution, die;
-,
-en
exekutiv /Ad j.; nur attr.f: die exekutive Staats
gewalt (die Exekutive); ein exekutives Organ
(Organ der Exekutive)
Exekutive, die; -, fo. P l.f [..vo] nach der bürgerl.
Lehre von der Dreiteilung der Staatsgewalt die voll
ziehende Gewalt im Staat, vollziehende, ausführende
Staatsgewalt, im soz. Staat im Rahmen einer ein
heitlichen Staatsgewalt
Exekutiv|gewalt, die Ex ek u tiv e
Exempel, das
-f- veraltend (mit etw., an jmdm.) ein E. sta
tuieren (jmdm. ein warnendes, abschreckendes Bei
spiel geben); — die / Probe aufs E. machen
Exemplar, das; -s, -e einzelnes Stück einer Menge
von Gleichgearteten, bes. Schriftstück, Briefmarke,
einzelnes Tier, einzelne Pflanze: dieses Buch, dieser
Schmetterling ist ein seltenes, wertvolles E. (der
Sammlung)
exemplarisch fAdj.f 1. als aufschlußreiches Beispiel
die n en d : dieses Ereignis ist, von exemplarischer
Bedeutung; eine exemplarische (als warnendes, ab
schreckendes Beispiel dienende) Strafe — 2 . vorbild
lich : jmd. führt eine exemplarische Ehe
exemplifizieren jsw. Vb.; hat/ etw. an Beispielen
darlegen, erläutern: seine Ansichten über Kunst,
eine Behauptung (an, mit etw.) e.
exerzieren /sw. Vb.; hat/ 1. militärische Übungen
durchführen, bes. das Marschieren und Antreten
üben : die Soldaten haben stramm exerziert — 2.
umg. scherzh. etw. intensiv (wiederholt) üben: mit
den Schülern das Einmaleins e.
Exerzier|platz, der veraltend zum E x er zie re n (1)
bestimmter Platz
Exgatte, der vorw. scherzh. ehemaliger Ehemann
Exhaustor, der; -s, Exhaustoren T e ch n . Gerät,
Anlage zum Absaugen bes. von Dampf, Staub o. ä .,
Entlüfter
Exhibitionismus, der; -s, fo. Pl.f Med. meist bei
Männern auftretende krankhafte, auf sexuelle Lust
abzielende Neigung zum Entblößen der Geschlechts
teile in der Öffentlichkeit; dazu Exhibitionist, der;
- en, -en
exhumieren jsw. Vb.; hat/: eine Leiche e. (eine
bestattete Leiche aus bestimmten Gründen mit be
hördlicher Genehmigung, bes. zur gerichtlichen Unter
suchung, wieder ausgraben); die Leiche wurde ex
humiert; dazu Exhumierung, die; -en
Exil, das; -s, -e Emigration (1): jmd. muß im E.
leben; diese Gedichte entstanden im E .; er ging
ins E.
existent fAdj.j wirklich vorhanden: etw., jmdn. als
nicht e. betrachten, ansehen
Existentialismus, der; -, fo. P l.f subjektiv-ideali
stische philosophische Richtung bes. nach dem zweiten
Weltkrieg in Westeuropa, die subjektive Gefühle wie
die Existenzangst bes. des bürgerl. Intellektuellen in
der imperial. Gesellschaft als allgemein-menschliche
darstellt und von einer nihilistischen, pessimistischen
Grundhaltung her den Sinn des menschlichen D a
seins in Frage stellt; dazu Existentialist, der; -en,
- en ; existentialistisch /Adj./
existentiell/Adj.f [. .tslel] das Dasein, Leben wesent
lich betreffen d : existentielle Ängste; etw. ist von
existentieller Bedeutung
Existenz, die; -,
-en 1. jo. Pl.f 1.1. das Existieren,
Vorhandensein: nichts von der E. eines Briefes
wissen; die E. zweier (deutscher) Staaten 1.2. jmd.
muß um die bloße, nackte E. (sein Leb en) kämpfen
1.3. Philos. das bloße Dasein eines materiellen od.
ideellen Objekts — 2. (durch die berufliche Stellung)
gesicherte materielle Grundlage fü r das Leben (1.2),
Verdienstmöglichkeit: eine gesicherte E. haben; sich
eine (neue) E. aufbauen — 3 . eine fragwürdige,
dunkle E. (Mensch, dessen Lebensumstände zwie
lichtig, undurchsichtig sind ); eine gescheiterte, ver
krachte E. (Mensch, der im Berufsleben gescheitert
ist)
Existenz|-angst, die fo. Pl.f den ökonomischen Ver
hältnissen des Kap. entspringende Angst um die
soziale, wirtschaftliche Sicherheit; -form, die Form ,
in der etw. existiert, existent ist; -grundlage, die
materielle Grundlage für das Leben (1.2); -minimum,
das das Minimum an materiellen Mitteln, das zur
Reproduktion der Arbeitskraft notwendig ist
existieren/sw. Vb.; hat/1. bestehen, vorhanden sein:
diese Einrichtung existiert nicht mehr; darüber
existiert (gibt es) eine Anekdote; umg. sie tat,
als würde ich gar nicht e. (anwesend sein) — 2 . von
etw. (nicht) e. (seinen Lebensunterhalt bestreiten)
können
Exitus, der; fo. Pl.f Med. Tod (1): der E. ist
eingetreten
Exklave, die; -,
-n [.. vo] kleines Gebiet eines Staates,
das von fremdem Staatsgebiet umschlossen ist
exklusiv /Adj.f 1.1. nur einem relativ kleinen, aus
gewählten, in der bürgerl. Gesellschaft oft elitären
Personenkreis zugänglich: ein exklusiver Klub;
jmd. verkehrt in exklusiven Kreisen 1.2. erlesene
Ansprüch e befriedigend: ein exklusives Restaurant,
Geschenk 1.3. ein Bericht, Interview e. (2au s
schließlich., nur) für diese Zeitung
23*
356
exklusive — Explosions welle
exklusive /Präp. mit Gen.; Abk. exkl./ [..va] bes.
Kaufm . 2ausschließlich: e. der Versandkosten; jo.
erkennbare Rektion in Verbindung mit starkem Subst.
im Sg. o. Art. u . Attr.; mit Dat., wenn der Gen.
PI. nicht erkennbar ist/ der Preis versteht sich e.
Verpackung
Exklusiv{interview, das Interview exklusiv (1.3) für
jmdn.
Exklusivität, die; jo. PI .; zu exklusiv/ [..v . .]
Exkommunikation, die; -,
-en Rel. kath. Aus
schluß aus der kirchlichen Gemeinschaft; dazu ex
kommunizieren jsw. Vb.; hat/
Exkrement, das; -(e)s, -e jvorw. Pl.j Ausscheidung
des tierischen, menschlichen Körpers, bes. Kot
Exkurs, der; -es, -e vom Thema abschweifende Er
örterung einer bestimmten Frage, eines Sonder
pr oblem s : einen philologischen, historischen E. in
eine Erzählung einschalten; ein E. in die Ver
gangenheit
Exkursion, die; -,
-en Ausflug einer Gruppe zu
wissenschaftlichen od. der Bildung dienenden Zwek-
ken unter fachlicher Leitung: eine botanische E .;
eine E. ins Gebirge unternehmen
Exmatrikulation, die; -,
- en /zu exmatrikulieren/
exmatrikulieren jsw. Vb.; hat/ jmdn. (nach Ab
schluß des Studiums, als Strafmaßnahme) aus der
Liste der Studierenden streichen; dazu Exmatriku-
lferung, die; -en
xmeister, der S p ort vormaliger, ehemaliger
Meister (2.3)
exogen /Adj.j von außen stammend: exogene Ein
flüsse; Med. eine exogene Krankheit; P sych. eine
exogene (durch die Umwelt bedingte) Psychose;
Geol. exogene (Erscheinungen der Verwitterung,
Abtragung, Ablagerung hervorrufende) Kräfte, Vor
gänge
exorbitant jAdj.j geh.: exorbitante (sehr weit
gehende übertriebene) Forderungen; exorbitante
(sehr große) Erfolge
Exot(e), der; -(e)n, -(e)n Tier, bes. kleiner Vogel,
Pflanze od. Mensch aus fernen, meist tropischen
Ländern: prächtige, kostbare Exoten
exoterisch jAdj.j für einen größeren Personenkreis
bestimmt, ihm geistig zugänglich: sein exoterischer
Stil
Exotik, die; -,
jo. Pl.j exotisches Wesen, exo
tische Gestaltung; Ausstrahlungskraft von E xo
tischem
exotisch jAdj.j 1.1. fernen, meist tropischen Ländern
entstammend, zugehörig, eigentümlich: die exotische
Vogelweit; exotische Sträucher 1.2. fremdländisch
(anmutend) und dadurch einen besonderen Zauber
ausstrahlend: sein exotisches Aussehen; das Ge
fieder dieses Vogels wirkt e.
Expander, der; -s, - a u s starkem dehnbarem M ate
rial und zwei Handgriffen bestehendes Gerät, das
durch seitliches Ausstrecken der Arme gedehnt wird
und zum Training, zur Kräftigung der Muskulatur
der Arme und des Oberkörpers dient
Expansion, die; -,
- en jvorw. Sg .j 1. politische,
militärische, ökonomische räumliche Ausdehnung
der Macht, des Einflusses eines Staates der Klassen
gesellschaft, bes. eines imperial. Staates, auch eines
Monopols, einer Monopolgruppe: das Streben nach
E.
—
2. Phys. die E. (das Bestreben, jeden zur
Verfügung stehenden Raum einzunehmen) des
Wasserdampfes
Expansions zu Expansion 1| -bestrebungen, die
jP lj; -politik, die
expansiv jAdj.j auf Expansion (1) gerichtet: die
expansiven Bestrebungen, die expansive Politik
eines imperialistischen Staates
Expedient, der; -en, -en Angestellter, der in der
Expedition (II) tätig ist
expedieren jsw. Vb.; hat/ etw. absenden, befördern:
Waren, Briefe e.
Expedition, die; -,
- en 1.1. Forschungsreise einer
Gruppe (in unerschlossene Gebiete): eine E. aus
rüsten, in die Antarktis antreten — 2. Gruppe,
die 1 unternimmt: eine E. entsenden — II. Ver
sand (2): er arbeitet in der E.
Experiment, das; -(e)s, -e 1. wissenschaftlicher Ver
su ch : ein chemisches, physikalisches, psycholo
gisches E .; ein E. im Weltall, mit, an Tieren
durchführen, machen — 2. Wagnis, Versuch: ein
mutiges, kühnes, gefährliches, filmisches E.
Experimentalphysik, die experimentelle Physik
experimentell jAdj.; nicht präd.j auf Experimenten
beruhend: die experimentelle Physik; experimen
telle Untersuchungen, Ergebnisse, Methoden; etw.
e. (mit Hilfe von Experimenten) beweisen
experimentieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. Experimente
durchführen: mit Chemikalien, mit, an Tieren e.
1.2. etw. Neues ausprobieren: er experimentiert mit
neuen Farbzusammenstellungen
experimentier|freudig jAdj.j gern experimentierend
(1.2): ein experimentierfreudiger Künstler, Regis
seur
Experte, der; -n, -n Sachverständiger, Fachmann:
jmd. ist ein E. (auf dem Gebiet) der Funktechnik,
für, in Steuerfragen; einen (juristischen) Experten
befragen, hinzuziehen
Expertise, die; -,
-n fachspr. (schriftliches) Gut
achten eines Experten : eine gerichtsmedizinische E.
einholen, vorlegen
explizieren jsw. Vb.; hat/ etw. erläutern: etw. an
einem Beispiel, mit einer Zeichnung e.
explizit fAdj.fi einen Begriff e. (ausführlich und
deutlich) definieren
explizite /Adv.j [ . . te] s. explizit
explodieren jsw. Vb.; ist/1.1. durch zu hohen (Gas)-
druck od. durch 1.2 plötzlich krachend zerplatzen,
auseinandergetrieben werden: der Kessel ist ex
plodiert 1.2. in Form einer extrem schnell und unter
Entwicklung einer starken Druckwelle vor sich
gehenden Kettenreaktion reagieren: das Benzin, die
Sprengladung ist explodiert — 2 . umg. einen
plötzlichen, heftigen Zornesausbruch haben: bei
diesen Worten ist er vor Wut explodiert
explosibel jAdj.j (sehr) explosiv: ein explosibles
Gemisch
Explosion, die; -,
-en 1. das Explodieren (1): es
gab, ereignete sich eine schwere, heftige E .; die
E. einer Bom be; eine Sprengladung zur E. bringen
(explodieren lassen) — 2. umg. heftiger Ausbruch
von Zorn:ihrUnmut machtesichin einer E. Luft
explosions/Explosions] -artig jA dj.j 1. wie bei einer
Explosion, einer Explosion ähnlich: ein explosions
artiges Geräusch — 2. plötzlich, heftig und schnell
Ublaufend, einsetzend: ein explosionsartiges An
wachsen der Bevölkerung; -gefahr, die Jo. P l.j;
- knall, der; -motor, der Verbrennungsmotor; -welle,
die sich schnell ausbreitende Druckwelle nach einer
Explosion
explosiv — extravagant
357
explosiv fAdj.f 1. bei geringem Anlaß spontan od.
durch Zündung explodierend: ein explosives Ge
misch; explosive Scherzartikel; <3> eine explosive
(spannungsgeladene) Stimmung — 2. plötzlich,
heftig und schnell ablaufend, einsetzend: eine ex
plosive Entwicklung, Steigerung; e. (plötzlich u nd
sehr h eftig) reagieren
Exponat, das; -(e)s, -e Produkt, das auf Messen,
Gegenstand, der in Museen, Ausstellungen gezeigt
wird: die Exponate auf der Leipziger Messe
Exponent, der; -en, -en 1. M ath, oben an eine
Zahl, eine mathematische Größe gestellte Zahl, die
den Grad einer Potenz (3) od. Wurzel angibt —
2. er war ein E. (herausragender Vertreter) des
linken Flügels der Sozialdemokratie, dieser Kunst
richtung
exponieren, sich jsw. Vb.; hat; / auch exponiert/
in einer bestimmten Angelegenheit hervortreten und
sich damit der Aufmerksamkeit (und möglichen A n
griffen anderer) aussetzen: mit dieser Ansicht hat
er sich exponiert
exponiert fA d j.; / auch exponieren, sich/ in einer
Lage befindlich, in der man der Aufmerksamkeit
(und möglichen Angriffen od. Gefahren) ausgesetzt
ist: eine exponierte Persönlichkeit; jrhd. ist durch
seine berufliche Stellung e.; etw. steht an expo
nierter Stelle
Export, der; -(e)s, -e 1. Absatz von Waren im A us
land, Ausfuhr: den E. erhöhen, erweitern; für den
E. bestimmte Waren; der E. von Industriegütern,
landwirtschaftlichen Erzeugnissen — 2. fv o r w . P l.j
Exportartikel
Export| -artikel, der Artikel für den Export: ein
wichtiger E .;
-auftrag, d er; -erZeugnis, das vgl.
- artikel
Exporteur, der; -s, -e [..o:r] Betrieb, der Waren
exportiert
exportieren /sw. Vb.; hat/ Waren ausführen: Indu-
strieerzeugnisse, landwirtschaftliche Produkte e.
Exportware, die fvorw. Pl.f Exportartikel
Expose, das; -s, -s 1. schriftliche Festlegung der
wichtigsten Punkte einer zu schreibenden wissen
schaftlichen, literarischen Abhandlung — 2*skizzen
artige Beschreibung des Aufbaus der Handlung eines
Drehbuchs, eines Dramas od. Romans: den Kon
flikt der Handlung in einem E. darstellen; das
E. für einen Eoman begutachten, durchar
beiten
Exposition, die;
-en 1.1. Literaturwiss. am
Anfang eines Dramas gegebene Darstellung der sach
lichen und persönlichen Voraussetzungen für das
Entstehen eines dramatischen Konflikts —- 2. Exposl
(1) — II . Ausstellung, bes. Kunstausstellung
expreß /Adv./ veraltend besonders schnell; f ach-
spr. ein Kleidungsstück e. (kurzfristig) reinigen
lassen
Expreß, der; Expresses, Expresse Expreßzug
Expreßjgut, das jo. Pl.f Stückgut, das mit Personen
zügen schnellstmöglich zum Bestimmungsort beför
dert wird
Expressionismus, der; jo. Pl.f vorwiegend klein
bürgerl. -intellektuelle Kunstrichtung bes. zu Beginn
des 20. Jhs., die sich beivußt vom Naturalismus und
Impressionismus abwendet und unter Verzicht auf
sachlich getreue Wiedergabe der Wirklichkeit durch
gesteigerte und übersteigerte Ausdrucksformen das
Gefühl stark ansprechende Wirkungen'erzielen will;
dazu Expressionist, der; -en, -en u. expressioni
stisch /A d j.f : expressionistische Einflüsse
expressis verbis fAdv.f [..v . .] direkt mit Worten
ausgedrückt, gesagt: das hat der Redner e. behaup
tet, gesagt
expressiv fAdj.j im Ausdruck betont, stark: eine
expressive Gestaltung, Gebärde; dazu Expressivi
tät, die; -, jo. Pl.f [..v..]
Expreß| -reinigung, die die Aufträge besonders kurz
fristig erledigende Schnellreinigung; -zug, der beson
ders schnell fahrender Zug für größere Entfernungen
mit erhöhtem Schnellzugzuschlag
exquisit fAdj.f erlesen, vorzüglich: exquisite Spei
sen; dieser Wein, diese Kaffeesorte ist e.
Exquisit, das; -s, jo. Pl.f umg. Exquisitgeschäft
ExquisitIgeschäft, das Verkaufsstelle des soz. Einzel
handels für Spitzenerzeugnisse, bes. Textilien der
höheren Preisklasse
Extempore, das; -s, -s [..re] Theater improvi
sierte Einlage des Schauspielers auf der Bühne
extemporieren jew. Vb.; hat/ geh. 1.1. aus dem
Stegreif, frei sprechen, musizieren. 1.2. Theater ein
Extempore geben
extensiv fAdj.f in die Breite gehend, umfassend:
eine extensive Tätigkeit, Nutzung des Bodens, der
Wälder; Landw . extensive (mit verhältnismäßig
geringem Aufwand betriebene) (Land)Wirtschaft
extern fAdj.f: das Examen e. (ohne während des
Studiums immatrikuliert gewesen zu sein) ablegen
exterritorial jAdj.f der Gerichtsbarkeit desjenigen
Landes, in dem man sich aufhält, in dem sich etw.
befindet, nicht unterworfen: jmd. ist als Diplomat,
die Botschaft ist e.
extra jindekl. Adj.; nicht präd.j 1. jadv., auch attr.f
gesondert, für sich: etw. e. einwickeln, bezahlen;
ein e. Zimmer, einen e. Eingang haben; die Sachen
in e. Fächer legen — 2. fadv'., a u ch attr.j über das
Übliche hinaus, zusätzlich: jmdm. noch 20 Mark e.
geben; eine e. Belohnung; etw. e. Feines; umg.
jsübst. u . flektiert bes. nach etwas, nichts/: etw.
Extraes wollen — 8 . jadv.f eigens: das hat er e.
für dich getan; er ist e. deswegen gekommen
Extra/extra| -ausgabe, die 1. Sond erau sgab e (1) bes.
einer Zeitung — 2. fvorw. Pl.j zusätzliche Geldaus
gabe; -fein jAdj.; nicht adv.f umg. von besonders
guter Q ualität: ein extrafeiner Likör
extrahieren jsw. Vb.; hat/ 1. Med. einen Zahn e.
(ziehen 2) — 2 . fachspr. feste Stoffe, einzelne
Bestandteile aus einem flüssigen od. festen Gemisch
von Stoffen mit einem bestimmten (Lösungs)mittel
od. durch ein geeignetes Verfahren herauslösen
Extrakt, der, fachspr. auch das; -(e)s,
-e 1.
fachspr. (eingedickte od. eingetrocknete) Substanz
aus pflanzlichen od. tierischen Stoffen: einen E. aus
Heilkräutern herstellen — 2.1. konzentrierte Z u
sammenfassung des wesentlichen Inhalts einer
Schrift, eines Textes: den E. des Romans, der
wissenschaftlichen Abhandlung geben, darlegen
2.2. wesentliches Ergebnis: der E. dieser (For
schungslarbeit besteht in folgendem ...
Extraktion, die ; -,
- en /zu extrahieren/
Extras, die jPl.f umg. Zubehörteile, die über das
übliche Zubehör, bes. bei Autos, hinausgehen: ein
neuer Autotyp mit vielen E .; die modischen E.
Extra|tour, die umg. nicht gern gesehenes, eigen
williges Handeln: jmd. leistet sich oft Extratouren
extravagant fAdj.f [.. v . .] vom Üblichen in der Aus-
358
Extravaganz — fabrizieren
stattung, im Verhalten in ausgefallener Weise (be
wußt) abweichend: ein extravaganter Geschmack;
eine extravagante Wohnungseinrichtung; jmd. ist
ein extravaganter Mensch, kleidet sich e.
Extravaganz, die;
-en [..v ..] 1. fo. PL/ das
Extravagantsein: jmd. ist wegen seiner E., der E.
seiner Kleidung bekannt — 2. /vorw. PL/ 2.1.
extravagante Handlungsweise: jmd. ist kein Freund
von Extravaganzen 2.2. Möbelstück, Gegenstand,
der von einem extravaganten Geschmack zeugt: eine
Wohnung ohne alle Extravaganzen
^2xtra|wurst, die
-f- salopp jmdm. eine E. braten (jmdn. bevorzugt
behandeln)
extrem /Adj./ von einem mittleren Wert abweichend
bis an die äußersten Grenzen gehend: extreme (sehr
starke) Kälte; extreme (sehr hohe od. sehr niedrige)
Temperaturen; extreme (krasse) Gegensätze; das
sind extreme (ausgefallene) Fälle; eine e. (beson
ders) hohe Strafe
Extrem, das; -s, -e etw., was eine extreme Position
darstellt: den Mittelweg zwischen den, zwei E x
tremen halten; die äußersten Extreme (Gegen
sätze); etw. ins, bis zum E. (bis zum Äußersten)
treiben; von einem E. ins andere fallen (von
einer Übertreibung zu der ihr entgegengesetzten
kommen)
Extremfall, der extremer Fall (II.2): das ist ein
untypischer E.
Extremismus, der; -, Extremismen fvorw. S g .; im
bürgerL Sprachgebrauch Bez. fü r rechts- und links
radikale wie auch für soz.-kommunistische Ideologien
und die sich daraus ergebenden Aktivitäten im
bürgerL Staat, mit der in krasser Entstellung eine
bestimmte Gleichartigkeit dieser Richtungen höchst
unterschiedlichen Klassencharakters suggeriert wer
den soll/; dazu Extremist, der; -en, - en u. extremi
stisch /Adj./
Extremitäten, die jPL/ Arme und Beine, Glied
maßen: die oberen E. (die Arme); die unteren E.
(die Beine)
Exweitmeister, der eh emaliger W eltm eister
exzellent /Adj./ hervorragend, ausgezeichnet, vorzüg
lich: ein exzellenter Plan, Wein; jmd. ist ein ex
zellenter Kenner einer bestimmten Sache; das ist
(ja) e.!
Exzellenz, die; -,
-en jAbk. Exz.; Titel, Anrede,
bes. von Persönlichkeiten im diplomatischen Ver
kehr/: Euer, Eure E .; Seiner E. dem Botschafter,
Präsidenten von ...
Exzentrik, die; -, /o. PL/ 1. mit stark übertriebener
Kom ik dargebotene Artistik — 2. exzentrisches, über
spanntes Benehmen; dazu Exzentriker, der; -s, -
exzentrisch /Adj./ 1. auf überspannte Weise vom
Üblichen abweichend: ein exzentrischer Charakter,
Lebensstil; jmd. ist e.
—
2. M ath, exzentrische
Kreise (Kreise, deren Mittelpunkte nicht zusammen
fallen ); eine exzentrische Scheibe (Scheibe, deren
Drehpunkt nicht im Mittelpunkt liegt)
exzeptionell /Adj.f: eine exzeptionelle (außer
gewöhnliche) Begabung, Leistung; was dort ge
boten wurde, war nichts Exzeptionelles
exzerpieren /sw. Vb.; hat/ etw. e. von etw. ein
Exzerpt anfertigen: ein Buch e.
Exzerpt, das; -(e)s, -e Auszug (2.1)
Exzeß, der; Exzesses, Exzesse (alkoholische,
sexuelle) Exzesse (Ausschweifungen 1.2) begehen;
es kam zu brutalen Exzessen (Ausschreitungen);
etw. bis zum E. (ins Maßlose) treiben; dazu
exzessiv / Adj.f
F
f, F, das; -,
-
/ umg.
-s [ef] 1. der Laut F ; sechster
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes F —
2. Mus. vierter Ton der G-Dur-Tonleiter
-f* nach / Schema F
Fabel, die; -,
- n 1. kurze, lehrhafte, gleichnishafte
Geschichte in Prosa od. Versen, in der Tiere nach
menschlichen Verhaltensweisen handeln: eine F. von
Lessing, Lafontaine — 2. Literaturwiss. die
einer epischen od. dramatischen Dichtung zugrunde
liegende Handlung in ihren wesentlichen Zügen: die
einfache, spannende, realistische F. des Romans,
Dramas, Film3 — 3. etw. gehört ins Reich der F.
(ist nicht wahr)
fabelhaft /Adj.; dient dazu, emotional einen hohen
Grad auszudrücken/ 1. umg. alle Erwartungen in
positiver Hinsicht übertreffend: eine fabelhafte
Leistung; jmd. ist ein fabelhafter Mensch, be
nimmt sich f.; das ist f. (überaus, sehr) billig —
2. jvorw. attr./ unfaßbar hoch (2.1): jmd. verlangt
für etw. fabelhafte Preise
Fabel|-tier, das Fabelwesen als Tier von phanta
stischem Aussehen: der Greif ist ein F.;
- wesen,
das Geschöpf aus dem Reich der Phantasie: ein
groteskes F.
Fabrik, auch Fabrik, die; -,
- en 1. /auf Betriebe
unter soz. Verhältnissen nur noch selten angewendet/
(kleinerer, privater) industrieller Produktionsbetrieb:
eine chemische, pharmazeutische F .; in der F. sind
200 Arbeiter beschäftigt; die F. gehörte einst einem
Herrn N — 2. Gebäude, Gelände von 1: nach Feier
abend die F. verlassen
Fabrikant, der; -en, -en Fabrikbesitzer (als H er
steller von Industrieerzeugnissen)
Fabrik I, auch Fabrik|arbeiter, der /noch BRD/
Arbeiter in einem Produktionsbetrieb
Fabrikat, das; -(e)s, -e industriell hergestelltes P r o
dukt (in einer spezifischen Ausführung): das Gerät
ist ein ausländisches F.; umg. sc herz h. dieser
Wein ist eigenes F. (ist selbst hergestellt)^; Füll
federhalter verschiedener Fabrikate
Fabrikation, die; -,
-en industrielle Herstellung von
Produkten: die F. dieses Gerätes, Medikaments
wurde eingestellt
Fabrik/fabrik,| a u ch Fabr|k/fabrik| -besitzer, der
privater Eigentümer einer Fabrik; -mäßig /Adj.;
nicht präd./ veraltend: etw. f. (in einer serien
mäßigen Produktion) herstellen; -neu /Adj./ gerade
produziert (von jmdm. gekauft) und noch nicht be
nutzt: von jmdm. ein fabrikneues Auto kaufen;
- s chiff, das Fischverarbeitungsschiff
fabrizieren /sw. Vb.; hat/ 1 . etw. laienhaft, recht
und schlecht anfertigen, zustande bringen: dieses
fabulieren — fachmännisch
359
Regal, den Text zu dem Lied hat er selbst fabri
ziert — 2. umg. etw. anstellen (5.2), anrichten:
was hast du denn da (schon wieder) fabriziert!
fabulieren /sw, Vb.; hat/ etw.,
von etw. (allzu)
phantasiereich erzählen: der Autor geriet hier un
versehens ins Fabulieren
Fabuligr|kunst, die /o. PI./ Fähigkeit (eines Schrift
stellers), phantasievoll zu erzählen
Facette, die;
- n [fas..] (viereckig geschliffene
Fläche an einem Edelstein, an Glas- od. M etall
körpern
Facetten)äuge, das Z o ol. aus mehreren bis vielen
einzelnen Augen zusammengesetztes Sehorgan der
Insekten und mancher Krebstiere
Fach, das; -(e)s, Fächer 1. in einem Möbelstück od.
Behältnis abgegrenzter, nach einer Seite offener
räumlicher Teil zum Aufbewahren von Sachen: ein
Schrank, eine Akten- , Brieftasche mit mehreren
Fächern; etw. im rechten, unteren F. des Schreib
tisches aufbewahren; die Briefe werden bei der
Post in bestimmte Fächer sortiert — 2* spezielles
Wissens-,
Arbeitsgebiet, bes. in Lehre und For
schung: das F. Mathematik, Geschichte; welche
Fächer hat er studiert, unterrichtet er?; jmd. ver
steht, beherrscht sein F .; jmd. ist ein Meister
seines Fachs (zeigt ein ausgezeichnetes Können);
jmd. ist ein Mann vom F., ist vom F. (ist dafür
Fachmann); das schlägt, fällt nicht in mein F.
(dafür bin ich nicht zuständig; davon verstehe ich
nichts) — 8 . Theater typisierend zusammenfassen
des Gebiet der Theaterpraxis, für das ein Schau
spieler, Sänger durch bestimmte körperliche, stimm
liche Gegebenheiten, darstellerische Fähigkeiten be
sonders geeignet ist: das F. der jugendlichen Naiven
4- etw. unter / Dach und F. bringen
Fachlarbeiter, der Arbeiter mit abgeschlossener A u s
bildung, Lehre in einem bestimmten Beruf: jmd.
qualifiziert sich zum F .; ein F. für Elektrotechnik
Facharbeiter! -brief, der Urkunde über die ab
gelegte Facharbeiterprüfung; -prüfung, die Prüfung,
durch die jmd. die Qualifikation zum Facharbeiter
erlangt
Fach/fach| -arzt, der Arzt, der eine Weiterbildung
auf einem medizinischen Spezialgebiet absolviert hat:
ein F. für Allgemeinmedizin, für Hals-, Nasen-,
Ohrenkrankheiten; einen Patienten an einen F.
überweisen; dazu -ärztlich /A dj.; nicht präd.f: ein
fachärztliches Gutachten; -ausbildung, die ber u f
liche Ausbildung in einem bestimmten Fac\ (2);
-ausdruck, der fachspezifischer Ausdruck, Fach
wort, Term inus: »Exitus4 ist der medizinische F.
für ,Todc; ein F. der Technik; -berater, der fach
licher Berater; -bezogen /Adj.f auf ein Fach (2)
bezogen, gerichtet: ein fachbezogenes Berufsprakti
kum; -bibliothek, die Bibliothek, die speziell über
Fachliteratur verfügt; -buch, das der fachlichen,
wissenschaftlichen Ausbildung dienendes Buch;
-buchhandlung, die Buchhandlung, die (vorwiegend)
Fachliteratur führt
fächelnjsw. Vb.; hat/ 1. sich, jmdn., einen Körper
teil f. sich, jmdm., einem Körperteil durch schnelles
Hin- und Herbewegen der Hand, eines Fächers o. ä .
kühlende Luft zuführen: sich mit einem Fächer,
Stück Papier f .; ich fächele mir mit einem Taschen
tuch die Stirn — 2, geh. die Blätter an den Bäu
men f. (bewegen sich durch Luftzug leicht) im Wind
Fächer, der; -s, - leicht zusammen-, au s einander
faltbarer Gegenstand, der, auseinandergefaltet, un
gefähr einen Halbkreis bildet und zum Fächeln
dient: ein seidener F .; ein F. aus Federn; den F.
entfalten, öffnen, schließen, Zusammenlegen
fächerförmig /Adj./ in der Form eines ausein
andergefalteten Fächers: die Spielkarten f. halten
fächern jsw. Vb.; hat/ etw. gliedern, aufgliedern:
den Unterricht f. (nach Fachgebieten gliedern); das
Angebot an Obst ist reich gefächert; sich f.: an
dieser Stelle f. sich die Waldwege
Facher|palme, die Palme mit handförmig geteilten,
nicht gefiederten Blättern
Fach/fach| -frage, die fachlich e F ra g e (2.1); -fremd
/Adj.; nicht adv./ zu dem in Frage stehenden Fach
gebiet nicht gehörend: fachfremde Methoden; fach
fremde (auf dem in Frage stehenden Fachgebiet
nicht ausgebildete) Arbeitskräfte; -gebiet, das sp e
zielles Wissens-,
Arbeits-, Sachgebiet: ein medizi
nisches F .; Vertreter verschiedener Fachgebiete;
-gemäß /Adj./ entsprechend bestimmten fachlichen
Erfordernissen, Ansprüchen: eine fachgemäße Aus
bildung; eine Arbeit f. (fachgerecht) ausführen;
-gerecht /Adj./ sachgemäß, fachmännisch: eine
handwerkliche Arbeit, Reparatur f. ausführen;
-geschäft, das Geschäft für ein spezialisiertes Sorti
ment an Waren: dieser Artikel ist nur in einem
einschlägigen F. erhältlich; ein F. für Uhren,
Wäsche, Miederwaren; -gespräch, das fachliches
Gespräch; -gutachten, das Gutachten eines Fach
mannes, Experten; -handel, der Fachgeschäfte; auf
spezielle Waren ausgerichteter Handel (2): der F.
bietet verschiedene Ausführungen dieses Teils an;
-katalog, der Katalog fü r Fachliteratur; -kenntnis,
die \vorw. PI./ Kenntnis auf einem bestimmten
Fachgebiet, Fachwissen: jmd. verfügt über, hat
ausgezeichnete Fachkenntnisse; j md. besitzt (keine)
F. (beherrscht sein Fach gut, schlecht); -kollege, der
Kollege desselben Fachgebiets: mit Fachkollegen ein
Problem diskutieren; -kommission, die aus Fach
leuten bestehende K om m ission; -kraft, die /vorw.
PI./ jmd., der über die für die Ausübung einer be
stimmten Tätigkeit erforderlichen Fachkenntnisse
v erfü gt: hochspezialisierte, geschulte, erfahrene
Fachkräfte einsetzen; -kreis, der /vorw. PI./ K r eis
von Fachleuten eines Fachgebiets: dieses Problem
wurde in Fachkreisen diskutiert; -kundig /Adj./
für das in Frage stehende Fachgebiet Fachkenntnisse
besitzend: ein fachkundiges Publikum; jmdn. f.
beraten; etw. f. beurteilen; eine fachkundige (fach
lich korrekte) Anleitung; -lehrgang, der Lehrgang
in einem bestimmten Fachgebiet
fachlich /Adj./ ein bestimmtes Fach, Fachgebiet be
treffend : fachliche Kenntnisse, Leistungen, Vor
aussetzungen, Probleme; sich f. weiterbilden,
qualifizieren; etw. f . beurteilen; jmdn. f . (auf seine
Fachkenntnisse hin) prüfen
Fach/fach| -literatur, die fachspezifische Literatur:
die medizinische, technische F .; die einschlägige
F. über ein Problem studieren, einsehen; -mann,
der /PL -leute, selten -männer/ jmd., der fü r ein
bestimmtes Fachgebiet ausgebildet ist und dafür
Kenntnisse, Fähigkeiten besitzt: eine Reparatur von
einem F. ausführen lassen; jmd. ist (ein) F. für
Wasserwirtschaft, (ein) F. auf dem Gebiet der
Herzchirurgie; zur Lösung, Beurteilung einer
schwierigen Aufgabe einen F. hinzuziehen; -män-
nisch /Adj./ sachkundig: etw. f . bauen, beurteilen;
360
Fachpresse — fähig
ein fachmännischer Rat; -presse, die Presseerzeug
nisse für ein bestimmtes Fachgebiet; -richtung, die
vgl. Fachgebiet; -schule, die auf der zehnklassigen
Oberschule und anschließender Berufsausbildung od.
dem Abitur aufbauende Einrichtung der höheren
Fachausbildung für mittlere Kader, die mit dem
Staatsexamen abschließt: eine ingenieurtechnische,
medizinische, pädagogische F .; ;simpelei, -simpelei,
die; -,
- en umg. das Fachsimpeln; -Simpeln, fach
simpelte, hat gefachsimpelt um g. sich ausgiebig
und ausschließlich (zu einem unpassenden Zeit
punkt) mit Fachkollegen über fachliche Angelegen
heiten unterhalten: an diesem Abend wurde nur
gefachsimpelt; -spezifisch jAdj.j spezifisch fü r ein
Fachgebiet; -spräche, die Gesamtheit des spezifischen
Wortschatzes eines bestimmten Fachgebiets: die F.
der Medizin; der Übergang eines Wortes aus der
F. in die Allgemeinsprache; dazu -sprachlich fA d j.f;
-terminus, der Fachwort; -text, der ein bestimmtes
Fachgebiet betreffender T ex t: naturwissenschaft
liche Fachtexte übersetzen; -verband, der V er
einigung von Fachleuten eines bestimmten Fach
gebietes zur gemeinsamen Interessenvertretung; -Ver
käufer, der fin der DDR/ (in einer dreijährigen
Lehrzeit) für den Fachhandel ausgebildeter Ver
käufer; dazu -Verkäuferin, die; -weit, die /o. Pl.f
Gesamtheit der Fachleute eines bestimmten Fach
gebietes: das Urteil der internationalen F. über
dieses Problem; -werk, das jo. PL/ zum Fertig
stellen von Hauswänden in Fachwerkbauweise
dienendes Gerüst aus waagerecht, senkrecht und
schräg verlaufenden Balken, auch Eisen-,
Stahl
trägern: das F. eines alten Bauernhauses
Fachwerk| -bauweise, die jo. Pl.f Bauweise, in der
ein Fachwerk hergestellt wird und dessen Zwischen
räume mit Lehm, Ziegelsteinen ausgefüllt werden;
-haus, das in Fachwerkbauweise errichtetes Haus
Fach| -wissen, das Wissen auf einem bestimmten
Fachgebiet; -wort, das /PL -Wörter/ fachspezifischer
Ausdruck, fachspezifische Bezeichnung, Terminus;
-Wörterbuch, das Wörterbuch, das den spezifischen
Wortschatz eines bestimmten Fachgebietes erklärt:
ein medizinisches, zweisprachiges F .;
- Wortschatz,
der Wortschatz eines bestimmten Fachgebietes; -Zeit
schrift, die fachspezifische Zeitschrift
Fackel, die;
- n mit leicht brennbarem Material
umwickelter Holzstab, der, angezündet, eine helle,
unstet brennende Flamme ergibt: die F. brennt,
flackert, lodert; bei dem Umzug, der Demonstra
tion wurden Fackeln (brennende Fackeln) getragen
fackeln jsw. Vb.; hat/ umg. im Handeln (II.l .l)
unentschlossen, schwankend sein: fvorw. verneintj
los, los, nicht lange gefackelt!; sieh dich vor, ich
fackele nicht (lange)!
fad(e) fAdj.f 1. von nicht kräftigem Geschmack,
schlecht gewürzt: eine fade Brühe; das Bier schmeckt
f. (schal); ein fader Geschmack im Munde —* 2.
umg.,
bes. süddt. österr. ohne jeglichen Reiz,
langweilig: ein fades Geschwätz; ein fader Kerl
fädeln jsw. Vb.; hat/: einen Faden durch, in ein
Nadelöhr, in eine Nadel f. (einen Faden einfädeln);
Perlen auf einen Faden, eine Schnur f. (auffädeln)
Faden, der; -s, Fäden 1. aus Fasern gedrehtes,
gesponnenes od. aus Kunststoff, auch Metall her-
gestelltes, unterschiedlich langes dünnes Gebilde: ein
langer, dünner, feiner, fester, dicker F .; der F.
hat sich verknotet, ist gerissen; einen F. zum
Nahen einfädeln; einen F. abschneiden; aus einem
Gewebe Fäden herausziehen; acht Tage nach der
Operation wurden die Fäden gezogen (entfernt);
O die Fäden (Zusammenhänge) zwischen Politik
und Wirtschaft; der F. des Gesprächs riß ab;
den F. der Unterhaltung wieder aufnehmen —
2, etw. Fadenförmiges: der Sirup, Honig zieht
Fäden (ist so zähflüssig, daß er in der Form von 1
fließt); silberne Fäden (einzelne graue Haare) durch
ziehen ihr dunkles H aar; die Fäden der grünen
Bohnen (die harten Fasern an den beiden Seiten
der Schale von grünen Bohnen) abziehen
+ der rote F. (der das Ganze verbindende, bestim
mende, immer wieder erkennbare Grundgedanke);
den F. verlieren (beim Sprechen plötzlich den ge
danklichen Zusammenhang verlieren und nicht
wissen, wie man weitersprechen soll); die Fäden
(fest) in der Hand haben, halten (etw* straff leiten;
die Situation beherrschen); etw. hängt an einem
seidenen F. (ist äußerst ungewiß und gefährdet);
u m g. einen guten F. miteinander spinnen (gut
miteinander auskommen); keinen trockenen F. auf
dem Leib haben (völlig durchnäßt sein); — da
beißt die / Maus keinen F. ab; jmdn. nach
/ Strich und F. verprügeln
faden/Faden| -förmig jA d j.j ; -gerade /Adj.; vorw.
adv.f: den Stoff f. (genau an einem Webfaden ent
lang) schneiden; -kreuz, das Opt. am Okular von
Fernrohren, Mikroskopen befindliche Markierung
in der Form eines Kreuzes zum genauen Anvisieren
eines Objekts: das Schiff befindet sich genau im F .;
-lauf, der Verlauf der Längsfäden im Gewebe;
-nudeln, die fPLf fadenförmige Nudeln; -scheinig
jAdj./ 1. ein fadenscheiniges (abgenutztes und da
durch durchscheinend gewordenes) Kleidungsstück,
Gewebe; die Jacke ist an den Ärmeln schon f.
—
2. als nicht (vollkommen) wahrheitsgemäß durch
schaut, nicht überzeugend: eine fadenscheinige Ent
schuldigung, Begründung; dazu -scheinigkeit, die;
- , /o. Pl.j; -wurm, der in zahlreichen Arten vor-
kommender Schlauchwurm, der parasitär in Pflanze,
Tier und Mensch od. frei im Boden, im Wasser
lebt
Fagott, das; -(e)s, -e zwei Oktaven tiefer als die
Oboe gestimmtes Holzblasinstrument mit U-förmigem
Rohr
Fagottist, der; -en, -en jmd.,
der beruflich Fagott
bläst
Fähe, die; -,
-n Jägerspr. weibliches Tier des zum
Haarraubwild gehörenden Niederwildes
fähigjAdj.; nicht adv.j 1. auf Grund von Begabung,
Wissen od. Können für seinen Beruf, seinen A uf
gabenbereich besonders geeignet: jmd. ist ein (außer
ordentlich) fähiger Mitarbeiter, Ingenieur; für etw.
fähige Köpfe brauchen — 2 . zu einer Sache, einer
Sache f. sein 2.1. die Fähigkeit haben, etw. B e
stimmtes zu leisten: er ist f., man hält ihn für f.,
selbständig wissenschaftlich zu arbeiten, diese
schwere körperliche Arbeit (allein) auszuführen;
keiner Lüge f. sein; jmd. ist zu allem f. (jmdm. ist
alles Schlechte zuzutrauen) 2.2 . in einer bestimmten
Situation die Fähigkeit haben, etw. Bestimmtes zu
tun, zu leisten: sie war nicht f., auch nur ein Wort
zu sagen; (im Augenblick) zu keinem vernünftigen
Gedanken f. sein — 3 . er ist im Moment nicht f.
(ihm fehlen im Moment die äußeren Voraussetzun
gen), seine Schulden zu bezahlen; er war nicht f.,
Fälligkeit — fahren
361
auch nur ein W ort zu sagen; (im Augenblick) zu
keinem vernünftigen Gedanken, keines vernünf
tigen Gedankens, keiner Lüge1 f. sein; jmd. ist zu
allem f. (jmdm, ist alles Schlechte zuzutrauen)
Fähigkeit, die;
- en 1.1 . bestimmte Eigenschaft
einer Person, die die Leistung (1) von etw. Be
stimmtem erm öglicht: jmds. geistige, schöpferische
Fähigkeiten wecken, entwickeln, richtig einsetzen;
jmd. hat, besitzt künstlerische Fähigkeiten; an
jmds. Fähigkeiten (nicht) zweifeln; jmd. hat, be
sitzt die F. zur Abstraktion; jmdm. die F. zu
etw. Zutrauen, absprechen; spött. jmd. hat die F.
(versteht es), alles schlechtzumachen, durchein
anderzubringen 1.2. Eigenschaft einer Sache, die
die Voraussetzung für eine bestimmte Funktion,
Leistung (1) ermöglicht: dieses Gerät hat die F.,
auch kleinste Ströme zu messen 1.8 . fo. Pl.f
bestimmte äußere Voraussetzungen), die jmdm. er
möglichen, ermöglicht, etw. Bestimmtes zu tu n: diese
Umstände nahmen ihm die F., selbständig zu ent
scheiden
fahl fAdj.l blaß, fast farblos, bleich: fahle Lippen;
eine fahle Haut; ein fahles Blau; das fahle lich t
des Mondes; eine fahle Beleuchtung
Fähnchen, das; -s, - f/ auch Fahne/ 1.1 . kleine
Fahne, meist aus Papier: die Kinder schwenkten
zur Begrüßung des hohen Gastes F. 1 .2 . kleines
als Markierung dienendes Zeichen in der Form von
1.1: ein Gebiet auf der Landkarte, die Renn
strecke mit F. abstecken — 2. umg. leichtes, ein
faches, oft nicht sehr geschmackvolles K leid: sie kam
zum Fest mit einem großgeblümten F.
fahnden, fahndete, hat gefahndet nach jmdm. ,
etw. f. fvon der Polizei\ jmdn. zwecks Verhaftung,
etw. zwecks Beschlagnahmung suchen: die Polizei
fahndet nach dem Mörder, nach den gestohlenen
Gegenständen; O sch e r z h . nach dem Schrift
stück wurde im ganzen Betrieb gefahndet (ge
sucht) ; dazu Fahndung, die; -,
-en
Fahndungs zu fahnden| -aktion, die: eine F. ein
leiten; -liste, die von der Kriminalpolizei heraus
gegebenes Verzeichnis der Namen von Personen,
nach denen gefahndet wird: jmd. steht auf der F.
Fahne, die; -,
- n f/< auch Fähnchen/ 1. meist
rechteckiges und an einer Seite an einer Stange be
festigtes Tuch, das auf Grund seiner Farbgebung,
Symbole ein Wahrzeichen für einen Staat, eine
Gemeinschaft, Idee darstellt od. als Signal dient:
eine F. aufziehen, hissen, einholen; (die) Fahnen
tragen, schwingen; Fahnen wehen, flattern, knat
tern im Wind; die schwarzrotgoldene F. mit dem
Emblem der DDR; die rote F. der Arbeiter
bewegung; die F. des Roten Kreuzes; die / weiße
F.
—
2. umg. durch reichlichen Genuß von Alkohol
bedingter Mundgeruch: er hatte eine (mächtige) F.
—
3. D ruckerei Korrekturabzug von noch nicht
zu Seiten umbrochenem Satz (3.2)
- f umg. die F. hochhalten (sich von seinem Ein
satz für etw. nicht abbringen lassen)
Fahnen/fahnen| -appell, der A ppell, bei dem die
Fahne des betreffenden Staates, einer bestimmten
Organisation gehißt wird: die Schüler sind zum F.
angetreten; -eid, der vom Soldaten auf die Fahne
seines Staates geschworenes Treuegelöbnis; -flucht,
die jo. PL/ Desertion; dazu -flüchtig /Adj.; nicht
adv./; -korrektur, die Druckerei Korrektur der
Fahnen; -mast, der; -schmuck, der fo. PLI:
die ganze Stadt war im F .;
-Stange, die; -träger,
der
Fähnrich, d e r ; -s,
-e auf einer Fachschule aus
gebildeter, meist als Spezialist eingesetzter A ngehöri
ger der Land-, Luft-, Seestreitkräfte, dessen Dienst
grad unter dem eines Offiziers liegt
Fahr| -auftrag, der schriftlicher Auftrag, den der
Fahrer eines Lastkraftwagens für eine Fahrt erhält;
-ausweis, der Fahrkarte, Fahrschein; -bahn, die
für den Fahrzeugverkehr bestimmter Teil einer
Straße: die F. an den dafür gekennzeichneten
Stellen überqueren, - s chreiten; eine Einengung der
F .; eine F. mit zwei, drei Fahrspuren; die durch
einen Grün-, Mittelstreifen getrennten Fahrbahnen
der Autobahn
Fahrbahnj -markierung, die auf das Pflaster mit
Farbe aufgetragene Linien, Pfeile o. ä. zur Regelung
des Verkehrs; -rand, der: der F. wird durch eine
Sperrlinie markiert
fahrbar fAdj.l so konstruiert, daß es auf Rädern
fortbewegt werden kann: ein fahrbares Bett
+ ein fahrbarer / Untersatz
Fahr/fahr| -bereich, der Strecke, Kilometerzahl, die
ein Fahrzeug ohne nachzutanken zurücklegen kann;
-bereit /Adj./ in einen zum Fahren bereiten, tech
nisch einwandfreien Zustand gebracht; fertig zum
Abfahren; -bereitschaft, die einer Dienststelle an
geschlossene Einrichtung, die über fahrbereite K raft
fahrzeuge und dienstbereite Kraftfahrer verfügt:
einen Wagen bei der F. anfordern
Fähr| -betrieb, der jo. Pl.f Verkehr von Fähren,
Fährschiffen,
- booten: den F. aufnehmen, wegen
Nebels einstellen; -boot, das als Fähre dienendes
Boot
Fahr|damm, der landsch.,
norddt.. bes. berl.
Fahrbahn; -dienstleiter, der Angestellter, bes. der
Eisenbahn, der vorrangig die Zugfolge auf bestimm -
ten Streckenabschnitten regelt
Fähre, die; -,
-n Wasserfahrzeug zum Übersetzen
von Personen, Fahrzeugen und Vieh
Fahr|eigenschaft, die fvorw. PL/ durch die tech
nische Konstruktion bedingte, sich auf die Art seines
Fahrens beziehende Eigenschaft eines Kraftfahr
ze u gs : dieses (kleine) Auto hat hervorragende
Fahreigenschaften
fahren (er fährt), fuhr, ist/hat gefahren 1.1 . ein
Fahrzeug fährt ein Fahrzeug bewegt sich mit Hilfe
einer antreibenden Kraft auf Rädern rollend od.
(auf Kufen) gleitend (schnell) fort (ist): der Zug,
das Auto fährt schnell, langsam, geräuscharm; das
Schiff fährt stromabwärts; der Fahrstuhl fährt
nach oben; wann fährt die nächste Bahn (wann
fährt sie u6)?; dieser Bus fährt (verkehrt) täglich
1.2.1. sich mit einem Fahrzeug (schnell) fortbewegen
(indem man es bedient und lenkt) (ist): wir wollen
lieber laufen als f.; mit der Bahn, (mit dem) Auto,
Fahrrad, Kahn, Karussell, Schlitten f . ; schnell,
zügig, rücksichtsvoll, in der linken Fahrspur, im
vierten Gang, mit hoher Geschwindigkeit, mit einer
Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern, H un
dert, mit Hundert f . ; (im) Schritt, (in einer)
Kolonne f.; jmd. ist (als Kraftfahrer) 20 Jahre,
100000 Kilometer unfallfrei gefahren; jmd. fährt
gut, sicher (versteht ein Kraftfahrzeug gut, sicher
zu führen) 1.2.2. eine Strecke mit einem Fahrzeug
zurücklegen (ist): jmd. ist eine bestimmte Strecke.
Straße, einen Umweg, 100 Kilometer gefahren:
362
Fahrenheit — Fahrplan
Sport (hat, ist) der Rennfahrer hat zehn Runden
in kürzester Zeit gefahren 1.2.3. irgendwohin f.
sich mit einem Fahrzeug auf ein bestimmtes Ziel
hin bewegen (um dort Urlaub zu machen) (ist): nach
Dresden, an die See, ins Gebirge, auf die Krim f .;
mit dem Fahrrad an einen See f .; per Anhalter f .;
in den Urlaub f. (losfahren, um Urlaub zu machen)
1.3. Sport (ist, hat) ein Rennen f. (mit einem
Fahrzeug an einem Bennen teilnehmen); einen
Rekord, eine gute Zeit f. (bei einem Rennen er
reichen) — 2. (hat) 2.1. ein (Kraftfahrzeug be
dienen und lenken: ich habe noch nie ein Auto
gefahren; dieses Auto wird hochtourig gefahren;
er fährt (besitzt, benutzt) einen Wartburg 2.2 . ein
(Kraft)fahrzeug irgendwohin f. ein (Kraftfahrzeug
irgendwohin fortbewegen: das Auto, Fahrrad in die
Garage f. 2.3. das Auto fährt sich gut (hat gute
Fahreigenschaften) — 3. etw.,
jmdn. mit einem
Fahrzeug, Transportmittel befördern (hat): Steine,
Sand tnit einem LKW , Handwagen f.; der Ver
letzte wurde ins Krankenhaus gefahren — 4. f ach-
spr. (hat) 4.1. Bergm. eine Schicht f. (ableisten)
4.2. eine technische Anlage bedienen: einen Hoch
ofen f. 4.3. Fernsehen Rundf. eine Sendung
(live, täglich) f. (nach Plan ablaufen lassen); Film
Fernsehen eine Aufnahme f. (mit einer auf einem
Wagen montierten Kamera machen) — 5. (ist) 5.1.
sich plötzlich und schnell in eine bestimmte Richtung,
irgendwohin bewegen: in die Höhe f. (aufspringen
1); in die Kleider f. (sich übereilt anziehen); mit
dem Kopf an die Wand, mit der Hand in die
Tasche f .; der Blitz fuhr (schlug) in den Baum;
O der Schreck fuhr ihm in die Glieder; blitz
schnell fuhr es ihr durch den Kopf (kam ihr der
Gedanke), daß ... 5.2 . mit einer schnellen Bewegung
über etw. streichen, wischen: sich (mit der Hand)
durch das Haar f.; mit dem Staubtuch über die
Möbel f .; mit dem Besen durck das Zimmer f.
(das Zimmer oberflächlich fegen) — 6 . umg. mit
etw., jmdm. gut, schlecht f. mit etw., jmdm. gute,
schlechte Erfahrungen machen (ist):' mit diesem
Kauf, Vertrag, dem neuen Mitarbeiter sind wir gut
gefahren; dabei fährt er gut, schlecht
+ was ist in dich gefahren (was ist mit dir los,
warum verhältst du dich so merkwürdig)?; — aus
der / Haut f.; jmdm. über den / Mund f.;
jmdm. in die / Parade f.; zur / See f.; jmdm.
an den / Wagen f.; / zweigleisig f.
Fahrenheit Grad F. fAbk. °F; Maßeinheit der
Temperatur in Ländern mit britischem Maßsystemj
fahren|lassen, ließ fahren, hat fahrenlassen, au ch
fahrengelassen 1. alle Hoffnungen f. (aufgeben 3.2);
ein glänzendes Angebot f. (sich entgehen lassen) —
2. etw. loslassen (1.1): die Zügel, Ruder f.
-b salopp einen f. (eine Blähung äbgehen lassen)
Fahrens|mann, der jPl. deute/ Seemannsspr.
Seemann
Fahrer, der; -s, - jmd., der (beruflich) ein (K ra ft
fahrzeug fährt: jmd. ist ein guter, sicherer F .; wer
war der F. dieses Autos?; der F. des Lastkraft
wagens, Busses, der S-Bahn, Straßenbahn
Fahrer/fahrer] -flucht, die fvorw. Sg .f das Sich-
entfernen eines Kraftfahrers vom Unfallort nach
einem selbst verursachten Unfall mit der Absicht,
sich polizeilichen Untersuchungen zu entziehen: F.
begehen; jmd. steht wegen F. vor Gericht; dazu
-flüchtig /Adj.;vorw. präd.f: jmd. istf. geworden;
-haus, das am vorderen Ende eines Lastkraftwagens,
Busses befindlicher kleiner, geschlossener Raum für
den Fahrer (und Beifahrer); -kabine, die Fahrer
haus, bes. in Bussen, in der Straßen- und U-Bahn
Fahrerlaubnis, die Führerschein
Fahrer|sitz, der Sitzplatz des Fahrers
Fahr| -gast, der Benutzer eines öffentlichen Ver
kehrsmittels, bes. eines Straßen-, Schienenfahrzeugs;
-gastschiff, das Schiff für die Beförderung von
Fahrgästen; -geld, das fvorw. Sg.f für die Benutzung
eines öffentlichen Verkehrsmittels zu entrichtender
Geldbetrag: das F. für die Reise beträgt 50 Mark;
das F. zurückerstattet bekommen; -geschwindig-
keit, die Geschwindigkeit, mit der ein (Kraftfahr
zeug fährt, fahren kann: das Auto hat eine F. von
120 Stundenkilometern; die zulässige F. einhalten;
-gestell, das 1. Gesamtheit aller Teile eines Flug
zeugs, zweispurigen Kraftfahrzeugs, an denen die
Räder befestigt sind — 2. salopp scherzh. sie
hat ein tolles F. (hat tolle Beine); zieh mal dein F.
ein! (strecke deine Beine nicht so lang aus)!
fahrig fA dj.f 1.1. eine fahrige (nicht kontrollierte
und hastige) (Hand)bewegung 1.2. unkonzentriert
und hastig: das Kind war bei seinen Hausaufgaben
sehrf.; f.im Zimmer auf und ab gehen
Fahr|karte, die gegen Entrichtung eines Geldbetrags
erhältliche kleine Karte (1), die jmdn. zur ein- od.
mehrmaligen Benutzung eines öffentlichen Ver
kehrsmittels, bes. der Eisenbahn, berechtigt: eine F.
(nach Berlin) lösen; die F. lochen, entwerten
(lassen)
Fahrkarten| -ausgabe, die vgl. - Schalter; -automat,
der; -kontrolle, die; -kontrolleur, d er; -Schalter,
der Schalter, an dem Fahrkarten verkauft werden
Fahr/fahr] -kilometer, der einzelner Kilometer einer
gefahrenen, zu fahrendenStrecke: ein F. kostet bei
der Reichsbahn acht Pfennig; -komfort, der a uf
der (technischen) Einrichtung eines Kraftfahrzeugs,
Verkehrsmittels beruhender Komfort, der sich bes.
während des Fahrens angenehm bemerkbar macht;
-kosten, die jPl.f für eine Fährt mit einem Ver
kehrsmittel aufzubringender Geldbetrag: die F. des
Ausflugs trägt der Betrieb; -kunst, die fvorw. P l.f
oft scherzh . Fertigkeit, Geschicklichkeit, die jmd.
beim Führen bes. eines Kraftfahrzeugs erkennen
läßt: an dieser Gebirgsstraße kann er seine Fahr
künste beweisen; -lässig fAd j.f die (bei einer Ge
fahr) gebotene Aufmerksamkeit, Vorsicht, Besonnen
heit fehlen lassend: jmd. hat f. gehandelt; der Un
fall, das Unglück wurde durch fahrlässiges Ver
halten verursacht; eine fahrlässige Tötung; dazu
-lässigkeit, die; -,
-en 1. jo. Pl.f fahrlässiges Ver
halten: jmd. wurde wegen grober F. verurteilt —
2. fvorw. Pl.f fahrlässige Handlung; -lehrer, der
Lehrer an einer Fahrschule
Fahr|mann, der /PI.
- männer, deute/ jmd.,
der
beruflich eine Fähre, ein Fährboot bedient
Fährnis, die; -,
-se fvorw. Pl.f geh. Gefahr, gefähr
liche Situation: jmdn. vor den Fährnissen des
Lebens bewahren wollen
Fahr| -personal, das die ein V erk eh rsm ittel begleiten
den Angestellten eines Verkehrsbetriebes: den An
ordnungen des-Fahrpersonals ist Folge zu leisten;
-plan, der 1. die in einer Zusammenstellung fest
gelegten Abfahrts- , Ankunftszeiten eines öffentlichen
Verkehrsmittels: den F. einhalten; laut F. hat der
Zug Verspätung; einen F. ausarbeiten — 2. um g
Fahrplanänderung — Fahrwerk
363
damit hat sie seinen ganzen F. (sein Vorhaben,
Progra m m ) durcheinandergebraeht
Fahrplan/fahrplan| -änderung, die; -mäßig /Adj./
dem Fahrplan entsprechend: die fahrplanmäßige
Abfahrtszeit des Zuges ist 22 Uhr
Fahr| -praxis, die jo. Pl.j praktische Erfahrung im
Führen eines Kraftfahrzeugs: jmd. hat eine gute,
lange F .;
-preis* der festgelegter P reis einer Fahrt
mit einem öffentlichen Verkehrsmittel: eine Fahr
karte zu vollem, ermäßigtem F.;
-prüfung, die
theoretische und praktische Prüfung an einer Fahr
schule, durch die die Fahrerlaubnis erworben wird;
-rad, das durch Treten von Pedalen angetriebenes
Fahrzeug mit zwei hintereinander angeordneten, luft
bereiften Rädern: F. fahren; mit dem F. einen Aus
flug machen
Fahrrad| -bereifung, die; -karte* die gegen E n t
richtung eines Geldbetrages erhältliche kleine Karte
(1) zur Beförderung für ein unverpacktes Fahrrad;
-Ständer* der Gestell zum Abstellen von Fahrrädern;
-weg, der Radweg
Fahr| -rinne* die markierter Streifen in einem Fluß
od. im Meer vor der Küste, der die für die Schiff
fahrt erforderliche Wassertiefe aufweist: die F. aus
baggern; -schein, der: ein F. (eine Fahrkarte) für
die Straßenbahn
Fahr]schiff, das als Fähre auf dem Meer dienendes
und eingerichtetes Schiff
Fahr| -schule, die 1.1. staatliches od. gewerbliches
Unternehmeny das theoretischen und praktischen
Unterricht als Vorbereitung auf die Fahrprüfung
erteilt: ein besonders gekennzeichnetes Fahrzeug
der F. 1.2, jo. Pl.j umg. Unterricht in 1.1: jmd.
hat die F. erfolgreich abgeschlossen; -Schüler, der
1. jmd.y der an einer Fahrschule theoretisch und
praktisch im Führen eines Kraftfahrzeugs im
öffentlichen Straßenverkehr unterrichtet wird — 2.
Schüler, der täglich mit Eisenbahn od. Bus die
Strecke zwischen Wohnort und Schule zurücklegen
m uß; -Sicherheit, die fo. Pl.f auf bestimmten tech
nischen Voraussetzungen beruhende Sicherheit bei
der Benutzung eines Kraftfahrzeugs: diese (zusätz
lichen) Scheinwerfer erhöhen die F . ;
- spur, die
durch Markierung, meist in Form von Leitlinien
od. Trennlinien, in Längsrichtung gekennzeichneter,
für den Verkehr in einer Richtung bestimmter Teil
einer Fahrbahn: die F. für den entgegenkommen
den Verkehr; die F. wechseln; -Straße, die be
festigte Straße für (Kraftfahrzeuge; -strecke, die
mit einem Verkehrsmittel, (Kraftfahrzeug zurück
gelegte Strecke; -Stuhl, der Aufzug zur Beförderung
von Personen, Lift: ein Hochhaus mit F.;
-stunde,
die Unterrichtsstunde im Fahren (2.1)
Fahrt, die; -en 1. fo. Pl.f 1.1. auf Rädern erfol
gende od. (auf Kufen) gleitende Fortbewegung, das
Fahren (1.1, 1.2 .1): während der F. ist die Unter
haltung mit dem Fahrer verboten; nach vier
Stunden F. am Ziel sein; der Zug hat freie F.;
Seemannsspr. auf großer F. sein (in fremde, über
seeische Länder fahren) 1.2. Fahrgeschwindigkeit:
die F. verlangsamen; an F gewinnen; der Zug
kam in F. (erhöhte die Fahrgeschwindigkeit immer
mehr)-,
das Unglück geschah in voller F .; See
m annsspr. volle, halbe F. voraus /Befehl an den
Maschinisten eines Schiffes/ — 2. das Fahren (1.2.3)
zu einem bestimmten Zweck, Ziel: eine lange, be
queme, anstrengende, aufregende F. mit dem
Auto, mit der Bahn haben; der LKW-Fahrer
hatte eine F. nach Berlin (zu machen); eine F.
ins Gebirge, an die See, ins Ausland planen, unter
nehmen, machen; eine F. über Land, ins Grüne
-f* eine F. ins Blaue (Ausflug, bei dem das Ziel
nicht feststeht od. nicht bekanntgegeben wird); umg.
in F. kommen, geraten (in Schwung, Stimmung
kommen; sich erregen); in F. sein (erregt, wütend
sein; in Schwung, Stimmung sein)
fahr/Fahr| -tauglich fAdj.; nicht adv.f auf Grund
der körperlichen Fähigkeit tauglich, ein K raftfahr
zeug sicher zu führen: er ist laut ärztlichem Attest
f.; dazu -tauglichkeit, die fo. P l.f
Fährte, die;
-n 1.1. durch die Fußabdrücke be
stimmter Wildtiere, bes. des Schalenwildes ent
standene Spur: eine frische F.; die F. des
Rehbocks verfolgen 1.2. durch den Geruchssinn des
Hundes wahrnehmbare Spur: der Hund hat die F.
des Verbrechers aufgenommen; O jmdm. auf der
F. sein (jmdn. verfolgen) ; eine falsche, richtige F.
verfolgen (falschen, richtigen Hinw eisen 'nach
gehen); jmdn. auf die falsche F. locken (jmdn.
durch falsche Hinweise bei seiner Suche, Verfolgung
irreführen)
Fahrten|-buch, das dickes Heft, in das ein Berufs
kraftfahrer zu Kontrollzwecken Einzelheiten über
seine Fahrten einträgt; -messer, das in einer (Leder)-
scheide steckendes, feststehendes Messer, bes. für
Wanderungen, Fahrten (2)
Fahrt| -kosten, die /PI.1Fah rkosten ; -richtung, die
fvorw. Sg./ Richtung, in die ein Fahrzeug fährt:
die F. einhalten, ändern, wechseln; in F. sitzen
(so sitzen, daß man in die Richtung sieht, in die
das Fahrzeug fährt); -richtungsanzeiger, der; -s, -
Blinkleuchte an Kraftfahrzeugen, Straßenbahnen,
die betätigt wird, wenn die Fahrtrichtung geändert
werden soll; -route, die festgelegter Verlauf einer
Fahrt, Reise; -Schreiber, der Gerät in einem (Kraft)-
fahrzeug, das die Fahrgeschwindigkeit und die
Dauer jedes Haltens (5) registriert
fahr/Fahi’l -tüchtig jAdj.j auf Grund der körper
lichen und geistigen Fähigkeiten in der Lage, durch
Alkohol od. Drogen nicht darin beeinträchtigt, ein
Kraftfahrzeug sicher zu führen: in diesem Zustand
ist er nicht f .; dazu -tüchtigkeit, die fo. Pl.f
Fahrt| -Unterbrechung, die; -wind, der fo. P l.f
beim (schnellen) Fahren eines Fahrzeugs entstehende
Luftströmung
Fahr| -Verbindung, die Verbindung durch öffent
liche Verkehrsmittel; -verbot, das 1.1. vom Gericht,
von der Polizei ausgesprochenes, befristetes Verbot,
ein Kraftfahrzeug zu führen 1.2. jeweils für be
stimmte Arten von Straßenfahrzeugen bestehendes
Verbot, eine bestimmte, durch ein Verkehrsschild aus-
gewiesene Straße zu befahren: F. für mehrspurige,
einspurige Kraftfahrzeuge, für Traktoren; -ver
halten, das Verhalten eines Fahrers im Straßen
verk eh r: ein den Witterungsbedingungen angemes
senes F.; -wasser, das fPl.
- / Fahrrinne;
umg.
in jmds. F. schwimmen, segeln (im Denken, Han
deln von jmdm. beeinflußt, nicht selbständig sein);
-weg, der 1. Weg für (Kraftfahrzeuge: ein breiter
F. durch den Wald — 2. Fahrstrecke; -weise, die
Art und Weise, wie ein Fahrer sein Kraftfahrzeug
führt (und sich im Straßenverkehr verhält): jmd.
hat eine ruhige, zügige, aggressive, wirtschaftliche
F .; -werk, das alle dem Fortbewegen auf dem Boden
364
Fahrzeug — Fall
dienenden Teile eines Luftfahrzeugs: das F. des
Flugzeugs einziehen, ausfahren; -wind, der jo. Pl.J
1. heim Segeln, Segelflug als Antriebskraft dienender
Wind — 2. Fahrtwind; -zeit, die die für eine Fahrt
(2) benötigte Zeit; -zeug, das /PL -e/ technische
Konstruktion, mit Hilfe derer man sich, etw., jmdn.
(schnell) fortbewegen kann: dieses Auto ist ein
schnelles, schweres, leichtes, modernes F .; ein
motorisiertes F .; gepanzerte Fahrzeuge; ein F.
reparieren
Fahrzeug] -brief, der Kraftfahrzeugbrief; -führer,
der jmd., der ein Kraftfahrzeug führt; -kalter, der
jmd.,
auf dessen Namen ein Kraftfahrzeug zu
gelassen ist; -kolonne, die Kolonne von zehn od.
mehr (Kraftfahrzeugen auf einer Straße, Autobahn;
- konToi, der Konvoi (1.1); -papiere, die jPl.j
Papiere, die als Nachweis für den rechtmäßigen B e
sitz eines Kraftfahrzeugs und seine Zulassung
dienen; -verkehr, der: die Straße ist für den F.
gesperrt
Faible, das; -s, jo. Pl.j [feibol, fsibol]: ein F. (eine
Vorliebe, Schwäche) für jmdn., etw. haben; er hat
ein F. für dieses aufgeweckte Kind, für alte Bau
werke
fair jAdj.j [fe:r, fe:r] 1.1. die Rechte des anderen
aufrichtig respektierend, anständig: jmd. ist, ver
hält sich f .; ein fairer Verhandlungspartner; ein
faires Verhalten, Angebot; das ist nicht f. von dir
1.2 . Sport den sportlichen Regeln entsprechend, die
sportlichen Regeln diszipliniert einhaltend: ein
fairer Wettkampf, fairer sportlicher Gegner; faires
sportliches Verhalten
Fairneß, die; -, jo. Pl.j [fs:r.. ,
fe:r..] 1.1. an
ständiges, korrektes Verhalten anderen gegenüber 1.2.
Sport den (Spiel)regeln entsprechendes, kamerad
schaftliches Verhalten bei einem sportlichen W ett
kampf
Fairplay, das; -s, jo. Pl.j [fe:rple:, fe:r..] Fairneß
(1.1) -
Fäkalien, die jPl.f [..ion] fachspr. Exkremente
(des Menschen)
Fakir, der; -s, -e 1. Angehöriger religiös-asketischer
Sekten; asketisch lebender (bettelnd umherziehender)
indischer Büßer — 2. als 1 auftretender Zauber
künstler
Faksimile, das; -s, -s [..le, PI. , .le:s] Wiedergabe,
Nachbildung eines Originals, die ihm in Größe und
Ausführung genau entspricht, bes. fotografische R e
produktion: das F. einer wertvollen alten Hand
schrift, einer Urkunde, Zeichnung
Faksimile]druck, der /PL -drucke/ 1. /o. P l.j
besonderes Druckverfahren, durch das ein Faksimile
hergestellt wird — 2 . in 1 hergestelltes Faksimile
Fakt, der, auch das; -(e)s, -en feststehende (nach
weisbare) Tatsache: diese Erscheinung ist ein
naturwissenschaftlicher, historischer F . ; u m g. F .
ist, daß er sich in diesem Punkt geirrt hat; das ist
F. (sö und nicht anders verhält es sich)
Fakten]wissen, das Kenntnisse über bestimmte ein
zelne Fakten, weniger über größere Zusammenhänge:
jmd. hat in Geschichte, Biologie ein ausgezeichne
tes F .; seine Kenntnisse beschränken sich auf
bloßes F.
faktisch jAdj.; nicht präd.j 1.1. im Hinblick auf
die Tatsachen, Wirklichkeit, tatsächlich: der fak
tische Nutzen, das faktische Ergebnis dieser
Arbeit 1.2. jadv.; in unbetonter Stellung! umg. tat
sächlich, praktisch (4): ein ernsthaftes Gespräch war
mit ihm f. unmöglich; ... aber es hat sich f. (so
gut wie) nichts geändert; ... aber f. verhält es sich
anders
Faktor, der; -s, Faktoren 1. (mit)bestimmendes
Element, (mit)bestimmender Umstand: dies ist ein
wichtiger, entscheidender, bestimmender F. im
Ablauf der Geschichte, in der Entwicklung dieses
Menschen, für eine gerechte Beurteilung; soziale,
biologische Faktoren; folgende Faktoren sind zu
beachten . . . ; wichtig ist das Zusammenwirken
dieser beiden Faktoren; etw.,
jmd. ist ein un
sicherer F. (kann nicht sicher eingeschätzt werden)
—
2. Math. Zahl od. unbestimmte Größe, mit der
eine andere multipliziert od. die mit einer anderen
multipliziert wird: die Zahl 6 in die Faktoren 2
und 3 zerlegen; das Produkt der Faktoren a und
b ermitteln
Faktotum, das; -s,-s/Faktoten jvorw.Sg .j scherzh.
jmd.,
der A rbeiten unterschiedlichster A rt erledigt
und dabei das Vertrauen anderer genießt: er ist das
F, unseres Labors
Faktum, das; -s, Fakten feststehende (nachweis
bare) T ats a ch e: ein interessantes, historisches,
naturwissenschaftliches F.; die Fakten (Ereig
nisse) der Geschichte
Fakturiermaschine, die kombinierte Schreib- und
Rechenmaschine, die zur Ausfertigung von Rech
nungen dient
Fakultät, die; -,
-en 1.1. /in der DDRj Teil des
wissenschaftlichen Rates, interdisziplinärer Bereich
ein er U niversität: die gesellschaftswissenschaft
liche, biowissenschaftliche F. 1 .2 . jin der B R D j
Hauptabteilung einer Universität, Hochschule, die
eine Gruppe zusammengehöriger Wissenschaften od.
ein Wissenschaftsgebiet um faßt: an der Philoso
phischen F. studieren, lehren
fakultativ, fakultativ jAdj.; bes. in Hinblick auf
Lehrveranstaltungen/ dem eigenen Ermessen über
lassen, nicht obligatorisch: eine fakultative Vor
lesung; die Teilnahme an dem Sprachkurs ist f.
falb jAdj.j von fahler gelber Färbung jbes. von
Pferden/
Falbe, der; -n,
- n falbes Pferd, oft mit dunklem
Streifen längs des Rückens, dunkler Mähne und
dunklem Schweif
Falbel, die; -,
-n gereihter od. gefältelter Stoffstreifen
als zierender Besatz bes. an Kleidern, Wäsche: ein
Kinderkleid, Vorhang mit einer F.
Falke, der; -n, -n schnell fliegender Greifvögel von
zierlichem Körperbau, mit einem langen Schwanz,
spitzen Flügeln: einen Falken zum Beizvogel ab-
richten
Falken| -äuge, das jvorw. Pl.j sehr scharfblickendes,
etw. schnell erfassendes Auge eines Menschen: er
hatte es mit seinen Falkenaugen schon bemerkt;
- beize, die jo. Pl.j Jägerspr. Jagd mit abgerichteten
Falken; -blick, der jo. Pl.j durchdringender Blick
eines Menschen; -jagd, die jo. Pl.j vgl.
- beize
Falkner, der; -s, - Jäger spr. 1. Jäger, der mit
Greifvögeln jagt — 2. jmd., der Falken, Habichte
zur Jagd abrichtet
FalknereJ, die; -,
- en Jägerspr. Jagd mit Greif
vögeln, deren Pflege und Abrichtung
Fall, der; -(e)s, Fälle I. jo. Pl.j 1.1. das Fallen (1.1):
während des Falls öffnet sich der Fallschirm;
Phys. der freie F. (die gesetzmäßig beschleunigte
Abwärtsbewegung eines festen Körpers, auf den
außer der Schwerkraft keine weitere Kraft einwirkt)
li« das Fallen (1.2), das Umfallen: sich bei einem
F. verletzen; einen schweren, harten F. tun, zu
F. kommen (heftig hinfallen); jmdn. zu F. bringen
(•verursachen, daß jmd. hinfällt) — 11.1 . möglicher
weise, beispielsweise eintretender Umstand: das wäre
der günstigste, ein idealer F .; für den äußersten,
schlimmsten F. ist Vorsorge getroffen; das gilt
nur für den F., daß
für diesen F. (falls das
eintritt), ist folgendes vorgesehen — 2 . bestimmte
Angelegenheit, Erscheinung: das ist ein alltäglicher,
trauriger, komplizierter, kein ungewöhnlicher F .;
der F. ist eindeutig, muß entschieden werden; ein
(typischer) F. von Leichtsinn, Interesselosigkeit
—
3. Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung,
Verhandlung, Rechtsfall: ein F. von Betrug, Hoch
verrat kam zur Verhandlung; J u r. der F. Müller"1;
O jmd.,
etw.* ist zu einem F. geworden (über
jmdn,, etw. m uß allgemein ernstlich nachgedacht,
beraten werden) •— 4.1 . K rankheitsfall: ein leichter,
schwerer, akuter F .; ein F. von Gelbsucht 4.2 . die
schweren Fälle (die schwerkranken Patienten) liegen
auf der Station B — LU. Gramm. Kasus (1): das
Deutsche hat vier Fälle; das Subjekt eines Satzes
steht im ersten F. (im Nominativ)
+ zu F. kommen (scheitern); jmdn., etw. zu F.
bringen (verursachen, daß jmd,, etw. scheitert); ge
setzt den F.,
daß...,
für den F.,
daß...,
im
Fall(e), (daß) ... (falls, wenn); auf jeden F. (un
bedingt, ganz bestimmt); auf keinen F. (unter keinen
Umständen, bestimmt nicht, keinesfalls); in jedem
F. {ob so oder so); auf alle Fälle (unbedingt, unter
allen Umständen; vorsichtshalber, zur Sicherheit);
von F. zu F. (gesondert, einzeln, für sich); umg.
klarer F. (selbstverständlich); etw., jmd. ist nicht
jmds. F . (etw., jmd. sagt jmdm. nicht zu, entspricht
nicht jmds. Vorstellungen); — /* Knall und F.
Fall| -apfel, der (vor der Reife) von selbst vom Baum
gefallener Apfel; -beil, das an der unteren Seite
geschärfte Metallplatte in einem Gestell, die zum
Enthaupten durch einen Hebeldruck gelöst wird und
herabfällt; -beschleunigung, die Phys. konstante
Beschleunigung eines Körpers im freien Fall
Falle, die; -,
-n 1. Vorrichtung zum Fangen von
(schädlichen) Tieren : eine F. (für Mäuse, Ratten,
Marder) aufstellen; Fallen stellen, legen; ein Tier
in der, mit einer F. fangen; O diese Frage, dieses
Angebot, der Vorschlag war (nur) eine F. (sollte
jmdn. hereinlegen); jmdm. eine F. stellen (jmdn.
durch eine List hereinlegen wollen); jmdn. in eine
F. locken (jmdn. durch eine List hereinlegen);
jmdm. in die F. gehen (einer List, Intrige zum
Opfer fallen); in der F. sitzen (nicht wegkönnen;
keinen Ausweg wissen) — 2. umg. jin den Ver-
bindungenj in die F. (ins Bett) gehen; in der F.
(im Bett) liegen, sein — 3.1. der durch das Drücken
und Loslassen der Klinke zu bewegende Riegel des
Türschlosses 3.2 . Schweiz. Türklinke
fallen (er fällt), fiel, ist gefallen / auch Gefallene/
1,1. sich infolge der Schwerkraft (schnell) von oben
n ach u n ten b ew egen : der Fallschirmspringer fällt
anfangs mehrere hundert Meter mit geschlossenem
Fallschirm; ein Dachziegel fiel auf die Straße; etw.
ist vom Tisch, an, auf die Erde, zu Boden, hinter
den Schrank gefallen; jmd. ist von der Leiter ge
fallen; ihm ist ein Teller aus der Hand gefallen;
es ist Schnee gefallen (es hat geschneit); der Vor
hang fällt (senkt sich) 1.2. (aus einer Bewegung
heraus) den festen Halt verlieren und mit dem
Körper, bes. den Knien, Armen, auf den Boden
schlagen : der alte Mann ist gefallen; weich, hart,
unglücklich, über einen Stein, in den Schmutz,
auf den Rücken f .; mit dem Kopf auf das Pilaster
f. 1.3. aus der stehenden Haltung heraus, der
Schwere des eigenen Körpers nachgebend, mit
Vehemenz eine sitzende, knieende, liegende Haltung
einnehmen: sich in den Sessel, auf die.Couch f.
lassen; vor jmdm. auf die Knie, jmdm. zu Füßen
f. (sich vor jmdm. niederwerfßn); umg. vor Müdig
keit ins Bett f. (sehr müde sein und sehr schnell ins
Bett gehen) — 2.1 . in einer bestimmten W eise herab-
hängen: die Haare f. locker, f. ihm strähnig ins
Gesicht; der Stoff, Vorhang fällt gut, leicht, weich,
schwer 2.2 . schräg abwärts verlaufen, abfallen: das
Gelände fällt leicht, stark, sanft, jäh nach Westen,
zum See hin — 3.1. niedriger werden, sinken: das
Hochwasser, der Wasserspiegel fällt; die Tempe
ratur fällt (es wird kälter); das Barometer, Thermo
meter fällt (zeigt eine Verringerung des Luftdrucks,
ein Sinken der Temperatur an); O etw. zeigt eine
fallende (in der Bedeutung abnehmende) Tendenz
3.2. im Wert sinken: /in der kap. Wirtschaft/ die
Preise, Wertpapiere f.
—
4. als Soldat im Kampf
ums Leben kommen: in dieser Schlacht sind auf
beiden Seiten viele gefallen; er ist (im Krieg) ge
fallen — 5. eine Stadt ist gefallen (erobert worden)
—
6. ein Stück Vieh ist gefallen (krepiert 2.1) —
7. die Grenzen, Hindernisse sind gefallen (beseitigt
1); dieses Tabu ist gefallen (hat keine Geltung mehr)
—
8.1. die Tür fällt ins Schloß (schließt sich, und
das Schloß schnappt ein) 8.2. einem Pferd in die
Zügel f. (auf ein durchgehendes Pferd zulaufen, es
am Zügel fassen und aufhalten) 8.3. etw. fällt
irgendwohin etw. ist auf etw. gerichtet, trifft auf
etw .: Licht, ein Sonnenstrahl fällt (dringt) durch
das Fenster, den Spalt ins Zimmer; ihr Blick fiel
auf ein Schild an der Wand 8.4. in etw. f. in einen
anderen Zustand geraten: in Ohnmacht f. (ohn
mächtig werden); in tiefen Schlaf, in Schwermut f.;
(bei jmdm.) in / Ungnade f.; die Pferde fielen
in Trab (begannen zu traben) — 9.1. etw. fällt auf
einen bestimmten Zeitpunkt, in eine bestimmte
Zeit etw. ist mit einem bestimmten Zeitpunkt iden
tisch : der erste Weihnachtstag fällt (in diesem
Jahr) auf einen Dienstag; in diese Zeit f. (in dieser
Zeit entstanden) die frühen Werke des Schrift
stellers 9.2. etw. fällt auf jmdn., etw. etw. betrifft
jmdn., etw. als Ergebnis einer Entscheidung zwischen
mehreren Möglichkeiten: die meiste Arbeit fällt auf
ihn; der Hauptgewinn fiel auf die Losnummer
1000 (die Losnummer 1000 gewann den Haupt
gewinn); auf jmdn. fällt die Wahl, der Verdacht
(jmd. wird gewählt, verdächtigt); etw. fällt an
jmdn.; das Erbe fiel an die Kinder (ging in den
Besitz der Kinder über) 9.3 . etw., jmd. fällt in,
unter etw. etw., jmd. stimmt sachlich mit etw. über
ein und ist ihm zuzurechnen, zuzuordnen: etw. fällt
in, unter dieselbe Kategorie, Gruppe; etw., jmd.
fällt nicht unter dieses Gesetz (für etw. ,
jmdn.
kommt dieses Gesetz nicht zur Anwendung); das
fällt (nicht) in sein Fach (dafür ist er, ist er nicht
kompetent) — 10. die Entscheidung, das Urteil ist
gefallen (gefällt worden); es fielen Schüsse (es wurde
Fallapfel - lallen
365
366
fällen — falsch
geschossen, Schüsse waren zu hören); Sport es ist
kein Tor gefallen (geschossen worden)^; es fiel über
ihn kein schlechtes Wort (es wurde über ihn nur
positiv gesprochen); es fiel kein böses Wort; Namen
sind nicht gefallen (erwähnt, ausgesprochen worden)
+ jmdm. in den / Arm f.; etw. fällt ins / Auge;
etw. fällt kaum, (gar) nicht ins / Gewicht; bei
jmdm. ist der j * Groschen (endlich) gefallen;
jmdm. um den / Hals f.; jmdm. in die / Hände
f.; nicht auf den / Kopf gefallen sein; jmdm. zur
/ Last i.; die / Maske f. lassen; nicht auf den
/ Mund gefallen sein; jmdm. auf die Nerven
f.; jmdm., einer Sache zum /* Opfer f.; etw. fällt
aus dem
Rahmen; aus der / Rolle f.; jmdm.
in den / Rücken f.; etw. fällt jmdm. in den
/ Schoß; etw.
steht und fällt mit jmdm.,
etw .; etw. unter den / Tisch f. lassen; etw. fällt
ins /* Wasser; jmd. fällt (wie) aus allen
Wolken;
jmdm, ins / Wort f.; die Würfel sind gefallen
fällen \sw. V b.; hat/ 1, einen Baum f. (durch
Sägen, Hauen in die horizontale Lage bringen) —
2. Jur. ein Urteil f. (ein Urteil finden und ver
künden; eine Entscheidung f. (über etw. ent
scheiden) — 3 . Math, das Lot (auf eine Gerade) f.
(die Senkrechte zu einer Geraden ziehen) — 4. Chem.
einen Stoff (aus einer Lösung) f. (bewirken, daß
sich ein Stoff in Form von Kristallen, Flocken,
Tropfen aus einer Lösung absondert) — 5 . mit ge
fälltem (mit einem nach vorn gerichteten) Bajonett
angreifen
fallen|lassen, ließ fallen, hat fallenlassen, a u c h
fallengelassen 1, etw. nicht weiter verfolgen, etw.
aufgeben: sein Vorhaben, ein Thema, einen Ge
danken f.
—
2, jmdn. f. sich von jmdm. lossagen,
jmdn. nicht mehr unterstützen, fördern: er hat
seinen Schützling f., lällengelassen — 3 . etw. (bei
läufig) äußern (1.1): eine Andeutung, Frage, eine
(negative) Bemerkung über jmdn. f .
Fall| -geschwindigkeit, die Ph ys. Geschwindigkeit
eines festen Körpers im freien Falb,
-gesetz, das
Jo. PL/ Phys. Gesetz über den freien Falb, -grübe,
die tiefe, durch Überdecken mit Zweigen unsichtbar
gemachte Grube als Falle bes. für Großwild, Raub
tiere
fälligjAdj.; nichtadv.f etw., jmd. istf.1,1. etw. muß
(vertragsgemäß) zu einem bestimmten Termin gezahlt
werden: die Miete, Ratenzahlung ist (am Ersten
des Monats) f.; die fällige Summe bezahlen 1,2 .
etw. muß zu einem alsbaldigen Zeitpunkt aus-,
durchgeführt werden, stattfinden: eine Gesetzes
änderung, die Frühjahrsaussaat ist f . ; danach war
eine Feier f.; der Zug ist um 18 Uhr f. (muß fahr
planmäßig um 18 Uhr eintreffen) 1.3. umg. heute
abend ist er f. (nehme ich ihn mir vor)
Fälligkeit, die; -,
-en B ank vertraglich od. gesetz
lich festgelegter Zeitpunkt, an dem die Zahlung einer
Schuld fällig wird
Fall| -obst, das (vor der Reife) von selbst vom Baum
gefallenes Obst: (halbreifes, madiges) F. auflesen;
-reep, das Seemannsspr. außen von Bord eines
Schiffes herablaßbare Strickleiter od. Treppenleiter
aus Leichtmetall, mit deren Hilfe man von kleinen
Booten od. dem Kai an Bord größerer Schiffe ge
langen kann und umgekehrt: am F. hinaufklettern
falls IKonj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein; konditional; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne einer Bedingung; der Hauptsatz gibt die
Folge an/ 1.1. unter der Voraussetzung, daß ...: f.
du kommst, gehen wir spazieren 1.2 . für den mög
licherweise eintretenden Fall, daß ...: f . wir uns
nicht noch einmal sehen, gebe ich dir den Schlüssel
gleich
Fall|sö8iirm, der Vorrichtung aus reißfestem Stoff,
die sich während des Falls schirmartig öffnet, die
Fallgeschwindigkeit der an ihr hängenden Person
od. Last abbremst, so daß diese unversehrt von einem
Luftfahrzeug zur Erde gelangen kann: mit einem
F. abspringen; Soldaten mit Fallschirmen ab-
setzen
Fallschirm| -jäger, der für das Abspringen mit
einem Fallschirm besonders avisgebildeter und aus
gerüsteter Soldat; -seide, die feiner, dichter reiß
fester Stoff aus Seide od. Kunstfaser, der für die
Herstellung von Fallschirmen verwendet wird;
-S port, der das Fallschirmspringen als sportliche
Disziplin; -springen, das; -s, /o. PI./ das Ab
springen aus einem Luftfahrzeug mit einem Fall
schirm; -Springer, der für das Fallschirmspringen
ausgebildeter Soldat, Sportler
Fall] -strecke, die fachspr. Strecke, die im freien
Fall zurückgelegt wird; -tür, die waagerecht in eine
Decke (II) (über einer Treppe) eingebaute, wie eine
Klappe funktionierende Tür; -wind, der fachspr.
an Bergen auftretender, plötzlich heftig aus der Höhe
nach unten wehender Wind
falsch /A dj./ 1.1. etw. Echtem täuschend ähnlich
nachgebildet, nicht echt: falsche Edelsteine, Zähne;
ein falscher Zopf; ein falscher (gefälschter) Paß,
falsche Banknoten 1.2 . jvorw. attr.j vorgetäuscht:
eine falsche Adresse angeben; falscher (blinder)
Alarm; unter falschem Namen (unter einem Deck
namen) reisen, irgendwo leben — 2. mit dem Ge
meinten, Beabsichtigten nicht übereinstimmend: an
die falsche Tür klopfen, in den falschen Zug ein
steigen; das ist die falsche Brille; ein falsches W ort
fallenlassen; sich f. ausdrücken; f. verbunden sein
(nicht mit demjenigen telefonisch verbunden sein,
den man sprechen wollte) — 3.1. einem als gegeben
angenommenen Sachverhalt nicht entsprechend, eiInen
Irrtu m beinhaltend: eine falsche Vorstellung, einen
falschen Eindruck von etw., jmdm. haben; einen
falschen Verdacht haben; da habe ich etw. Fal
sches angenommen; das hast du f. verstanden; f.
informiert sein 3.2 . dem objektiv gültigen Sach
verhalt nicht entsprechend, durch (menschliches) Ver
sagen (einen) Fehler aufweisend: eine falsche Dia
gnose; das Ergebnis der Mathematikaufgabe ist
f.; die Uhr geht f.; eine Prüfungsfrage f. beant
worten; ein Wort f. schreiben, aussprechen;
grammatikalisch f. sprechen; jmd. singt f. (trifft
die Töne nicht) — 4. /attr./in eine gegebene Situation
nicht passend, unangemessen, unangebracht: das ist
falsche Rücksichtnahme, Sparsamkeit; falsche
Scham, Bescheidenheit — 5. nicht der Wahrheit
entsprechend: vor Gericht eine falsche Aussage,
Anschuldigung machen; eine falsche (wider besseres
Wissen um die Wahrheit erstattete) Anzeige; unter
Vorspiegelung falscher (unwahrer) Tatsachen --
6. sein wahres Wesen, seine wirklichen Ansichten,
Absichten verbergend, heuchlerisch,hinterhältig: jmd.
ist ein falscher Mensch, Freund — 7. landsch.
umg. f . (unangenehm wütend) werden
-1
-
um g. (mit etw., bei jmdm.) an den Falschen
kommen, geraten (bei jmdm. kein offenes Ohr
Falsch — falzen
367
finden, das Beabsichtigte nicht erreichen); mit etw.
f. liegen (etw. nicht richtig einschätzen); — bei
jmdm. an die falsche / Adresse kommen, geraten;
auf dem falschen
Dampfer sein; ein falscher
/ Fuffziger; etw. in den falschen / Hals, in die
falsche / Kehle kriegen; auf das falsche / Pferd
gesetzt haben
Falsch fin der Verbindung! veraltend geh. jmd.
ist ohne F. (jmd. ist aufrichtig, nicht hinterhältig)
Falsch|beurkundung, die Jur. das Herstellen einer
unechten od. Verfälschen einer echten, rechtskräftigen
Urkunde, Urkundenfälschung
fälschen jsw , Vb,; hat/ 1,1» etw. in betrügerischer
Absicht (originalgetreu) nachbilden und es für echt
ausgeben: Banknoten, Geld, eine Urkunde, Unter
schrift f.; ein gefälschtes Gemälde 1*2. etw. in
betrügerischer Absicht so verändern, daß es einem
bestimmten Sachverhalt angepaßt ist: einen Ausweis,
Scheck f.; die Rechnung ist gefälscht; geschicht
liche Fakten f.; dazu Fälscher, der; -s, -
Falschgeld, das fo . P LI gefälschtes Geld
Falschheit, die; fo. PL; zu falsch 5 w. 6/; zu 6:
jmds. F . erkennen
falsch|herum lAdv.f in die, der Richtung, die der
richtigen entgegengesetzt ist: die Mütze f. aufsetzen;
das Dia steckt f. im Projektor
fälschlich /Adj.; nicht präd.f irrtümlich, unzutref
fen d : eine fälschliche Beschuldigung, Behauptung;
jmdn. f . verdächtigen
fälschlicherlweise /Adv./ irrtümlicherweise, w ie es
nicht zutreffend ist, versehentlich: etw. f . für echt
halten; dieser Brief ist f. in meinen Briefkasten
gesteckt worden
F$lsch/falsch| -meldung, die nicht mit dem tat
sächlichen Sachverhalt übereinstimmende, bes. über
Massenmedien verbreitete Nachricht: die auf einer
F. beruhenden Maßnahmen; -münzer, der ; -s, -
jmd., der Falschgeld herstellt; -münzorgi, die; -en
/vorw. Sg .j Herstellung von Falschgeld; -rum /Adv./
umg. falschherum; -spielen /Vb.j beim (K arten
spiel betrügen
Fälschung, die; -,
-en 1. jvorw. Sg./ das Fälschen;
zu 1.1: die F. von Banknoten, eines Dokumentes
nachweisen, aufdecken; zu 1.2: die F. geschicht
licher Fakten — 2* dieses Gemälde, der Ausweis,
die Unterschrift ist eine F. (ist etw. Gefälschtes)
Falsett, das; -(e)s, jo. PLj durch spezifische Reso
nanz in der Brust erzeugte Kopfstimme bei Männern:
der Tenor singt F., im höchsten F .; an dieser
Stelle schlägt die Stimme ins F. um
Falsifikat, das; -(e)s, -e Fälsch un g (2)
Falt| -blatt, das /PL -blätter/ gefalteter, bedruckter
Papierbogen als Beilage in einem Schriftwerk, z. B .
als Prospekt; -boot, das zerlegbares Paddelboot mit
leichtem. Gerüst aus Holz od. Metall und einer Be
spannung aus wasserdichtem Material
Falte, die; -,
- n 1. jvorw. PL/ 1.1. durchgehende
Linie in einem Kleidungsstück, die an der Stelle
verläuft, wo der Stoff durch Legen, Bügeln um
gebogen ist: die Falten der Hose neu bügeln; das
Tischtuch wieder in die Falten legen 1.2. durch
Sitzen, Drücken entstandene unregelmäßige Linie
im Stoff, K nitter: die Falten ausbügeln; die Falten
hängen sich aus — 2. durch Über-, Untereinander
legen von Stoff, durch Kräuseln eines Stoffes ent
standener langer, schmaler, locker fällender Stoff
teil, der seitlich durch eine od. zwei Falten (1.1) be
grenzt wird od. wellenförmig verläuft: einen Stoff in
(dichte) Falten legen; die Falten in den Rock ein-
bügeln; eine tiefe, scharfe, aufspringende F.
—
3. /vorw. P Lj unregelmäßige, vertiefte Linie in der
H aut: jmd. hat (viele, schon) Falten im Gesicht,
auf der Stirn, unter den Augen; die Stirn in
Falten ziehen — 4 . G eol. durch tangentialen
Druck entstandene, wellenartige Form von Gesteins
schichten innerhalb der Erdkruste
fälteln /sw. Vb.; hat/ etw. in sehr schmale Falten
(2) legen : einen Stoffstreifen f.; fein gefältelte
Ärmel
falten, faltete, hat gefaltet 1, ein Stück Papier,
Stoff, ein Wäschestück sorgfältig so Zusammenlegen,
daß sich an der umgeschlagenen Stelle eine Falte
(1.1), ein K nick ergibt: einen Briefbogen, eine
Serviette, ein Taschentuch f.
—
2. die Hände f.
die Finger beider Hände gebogen ineinander ver
schränken, als Ausdruck der Beschaulichkeit, A uf
merksamkeit, zum Gebet: mit gefalteten Händen
dasitzen; die Hände über der Brust, zum Gebet f.
—
3.1 die Stirn f. (in Falten ziehen, runzeln) 3.2 die
Haut, Stirn faltet sich (bildet Falten) — 4. Geol.
gefaltete (durch Faltung in ihrer ursprünglichen
Lage und Form veränderte) Gesteinsschichten
Falten/falten] -bildung, die Entstehung, Bildung
von Falten, von Hautfalten: eine Hautcreme gegen
F.;
-gebirge, das durch Faltung entstandenes, oft
langgestrecktes Gebirge; -gesicht, das /PI.
- er/ Ge
sicht mit vielen Falten; -reich /Adj.; nicht adv.j
mit vielen Falten (2, 3): ein faltenreiches Gewand;
-rock, der Rock mit ringsum gleichmäßigen, auf
bestimmte Weise gelegten, eingebügelten Falten (2);
-wrurf, der Art und Weise, wie sich bei einer Stoff
fülle die Falten (2) bilden: der schöne F. bei einer
mittelalterlichen Plastik
Falter, der; -s, - Schmetterling (1)
faltig fAdj.j 1. viele Falten (2) aufweisend: ein
faltiges Gewand; ein f. fallender Vorhang — 2.
Fälteyi (1.2, 3) aufweisend, nicht glatt: ein faltiges
(zerknittertes) Kleid; faltige (runzlige) Haut; eine
faltige Stirn
Falt| -karte, die zusammenfaltbare kleinere Land
karte : ein Reiseprospekt mit einer F .; -karton, der
durch Falten entstandener, leicht zusammenlegbarer
Karton; -Schachtel, die vgl.
- karton
Faltung, die; -,
-en jvorw. Sg./ Geol. durch seit
lichen Druck verursachte Zusammenstauchung von
Gesteinsschichten: dieses Hochgebirge ist durch F.
im Tertiär entstanden
Falz, der; -es, -e 1. Buchbind. 1.1. Stelle, an der
ein Papierbogen scharfkantig gefaltet worden ist,
scharfkantiger K niff: die Bogen im F. zusammen
heften 1.2 . meist rillenförmiger Übergang vom Buch
deckel zum Buchrücken — 2. Bauw. Tischlerei
kantige, meist rechtwinklige Vertiefung an Bau
teilen, die ein gutes Übereinander-,
Ineinander-
greifen der Teile ermöglicht: die Bretter, Dach
ziegel im F. zusammenfügen; die Scheibe in den
F. einpassen — 3. T echn . Verbindungsstelle von
ineinandergebogenen und zusammengepreßten ble
chernen Rändern: eine Konservendose durch einen
F. verschließen
falzen /sw. Vb.; hat/ 1. Buchbind, einen Papier
bogen sorgfältig scharfkantig falten und so in
eine bestimmte Form bringen: die Druckbogen mit
der Falzmaschine f.
—
2. Bauw. Tischlerei
368
Falzmaschine — Fanatiker
Techn. etw. mit einem Falz versehen: ein Brett,
eine Blechdose f.
Falz|maschine, die Buchbind. Maschine zum
Falzen
Fama, die;
/o. PL; vorw. mit best. Art./ geh.
Gerücht: die F. berichtet, erzählt, daß ...; es ging
die F., daß ...
familiär jAdj.j 1. die Familie (1.1) betreffend, durch
die Familie hervorgerufen: familiäre Angelegen
heiten, Verpflichtungen, Schwierigkeiten; aus
familiären Gründen; familiäre Streitigkeiten —
2. ungezwungen (wie in einer Familie 1.1): zwischen
ihnen bestand ein familiäres Verhältnis; im B e
trieb herrschte ein familiärer U mgangston
Familie, die; -,
-n [..10] 1.1. die eine Gemeinschaft
bildenden, gemeinsam in einem Haushalt lebenden
Ehepartner und ihr Kind, ihre Kinder: eine vier
köpfige, kinderreiche, glückliche F .; hier wohnt
F. Schulz; etw. im engsten Kreis der F. besprechen;
meine F. {mein Ehepartner und unser Kind, unsere
Kinder) läßt grüßen; jmd. sorgt gut für seine F .;
jmd. hat F. (einen Ehepartner und ein Kind od.
K ind e r); <> die Gäste des Ferienheims bilden eine
große F. (bilden eine harmonische Gemeinschaft)
1.2. Gesamtheit von miteinander verwandten Perso
nen, zu denen auch die Angehörigen früherer Gene
rationen gezählt werden: das ist eine alte, altein
gesessene, weitverzweigte F.
—
2. Biol. Einheit
im System der Lebewesen, die zwischen Ordnung
und Gattung steht: Hauskatze, Tiger und Löwe
gehören zur F. der Katzen
-f- das bleibt in der F. (das bleibt 'unter u n s ); das
kommt in den besten Familien vor (das ist nicht
so schlimm, das kann jedem passieren); etw. liegt
bei jmdm. in der F. (eine bestimmte Eigenschaft
vererbt sich in der Familie)
Familien| -ähnlichkeit, die Ähnlichkeit im Aussehen
von blutsverwandten Mitgliedern einer Fam ilie
(1): beide Cousinen, Onkel haben F .;
- angehörige,
der u. die zu jmds. Familie (1.1) gehörende Person:
wir müssen sofort seine Familienangehörigen be
nachrichtigen; -angelegenheit, die die F a m ü ie (1.1)
betreffende Angelegenheit; -anschluß, der \vorw. o.
A r t./ : ein Zimmer, Untermietsverhältnis mit F.
(mit der Möglichkeit, am Familienleben teilzu
nehm en); -besitz, der: der Schmuck, dieses Ge
mälde ist alter F .;
- bild, das Fotografie, Bild mit
den Mitgliedern einer Fam ilie (1.1); «erziehung,
die die Erziehung der Kinder innerhalb der Familie
(1.1); -feier, die Feier aus familiärem Anlaß im
Kreise der Familie (1.1); -foto, das vgl.
- bild;
- geschickte, die umg. Erzählung über Vorkomm
nisse in der Fam ilie (1): sich (die alten) Familien
geschichten anhören müssen; -gesetzbuch, das
jAbk. FGB; DDR/ Gesetzbuch, das die Gesetze ent
hält, die die rechtlichen Bedingungen der Gründung
einer Familie und desZusammenlebens derFamilien
mitglieder regeln und dem Schutz und der Förderung
der Verhältnisse in Familie und Ehe dienen; -grab,
das Grabstelle für eine Familie (1); -idyll, das vorw.
sc herz h. Szene, die wie ein idyllisches Familien
leben anmutet; -krach, der umg. vgl.
- streit: es
gab F.; scherzh. wenn das meine Eltern er:
fahren, kriege ich F. (kriege ich mit ihnen Ärger);
- kreis, der fo. PL/: im engsten F. (nur im Kreise
der Familienmitglieder) feiern, etw. besprechen;
- leben, das das Zusammenleben in der Familie
(1.1) : unter dieser Belastung litt das F .; ein glück
liches F. führen; -mitglied, das jmd., der auf Grund
der (Blutsverwandtschaft zu einer bestimmten
Familie (1.1) gehört; -name, der zum Vornamen
hinzutretender Eigenname, der die Zugehörigkeit zu
einer bestimmten Familie (1) kennzeichnet, Nach
name, Zuname: ihr, sein F. ist Schmidt; -planung,
die alle Bestrebungen, Maßnahmen der Ehepartner,
die eine Planung der Anzahl der Kinder in ihrer
Familie (1.1) und den Zeitpunkt ihrer Geburt be
treffen; -politik, die jo. PL/ Richtlinien und darauf
beruhende Maßnahmen eines Staates im Hinblick
auf die Unterstützung und Förderung der Familien
(1.1) ; -rat, der jo. PL/ umg., oft scherzh. 1.1.
Beratung mehrerer od. aller Familienmitglieder über
eine Familienangelegenheit, ein Familienmitglied:
über etw. F. abhalten 1.2. die an 1.1 teilnehmenden
Familienmitglieder: der F. tagt; -recht, das jo. Pl.j
alle die Familie (1.1) betreffenden Rechtsvorschriften;
- s chmuck, der jo. Pl.j Schmuck, der innerhalb einer
Familie (1) vererbt wird, worden ist; -sinn, der
jo. Pl.j teilnehmendes Interesse für die Belange
seiner Familie (1): jmd. hat (einen ausgeprägten)
F.;
- stand, der jo. Pl.j jmds. Stellung im Hinblick
darauf, ob er ledig, verheiratet, geschieden od. ver
witwet ist: F .: verheiratet; ^streit, der Streit in
einer Familie (1); -Streitigkeiten, die jPl.j Streitig
keiten in einer Familie (1); -treffen, das Treffen
der Mitglieder einer Familie (1.2); -unterhalt, der
Unterhalt für die Fam ilie (1.1); -vater, der männ
liche Person im Hinblick auf seine Fürsorge(pflicht)
für seine Familie (1.1): jmd. ist ein guter, fürsorg
licher, treusorgender, strenger F .; er ist jetzt
glücklicher F. (seine Frau und er haben ihr erstes
Kind bekommen); -Verhältnisse, die /Pl.j die durch
das Zusammenleben der Familienmitglieder sich er
gebenden Verhältnisse (II.1.1) in einer Familie
(1.1) : in geregelten, geordneten, zerrütteten Fami
lienverhältnissen leben; -Zusammenführung, die
organisierte Zusammenführung bes. der durch den
zweiten Weltkrieg und seine Folgen auseinander
gerissenen Familien (1.1): es wurden Fragen der
F. zwischen beiden Staaten beraten; -Zuwachs,
der: F. (als Ehepaar wieder ein Baby) erwarten,
bekommen
famos jAdj.j veraltend umg. Bewunderung,
Staunen erweckend, vortrefflich: ein famoser Ein
fall, Spaß; er ist ein (ganz) famoser Kerl
Famulatur, die; -,
- en Med. Praktikum eines in
der klinischen Ausbildung stehenden Medizin
studenten in einer medizinischen Einrichtung
famulieren jsw. Vb.; hat/ Med. seine Famulatur
ableisten
Famulus, der; Famuli/umg.
-se Med. Medizin
student in der klinischen Ausbildung, der das
Praktikum in einer medizinischen Einrichtung ab
leistet
Fan, der; -s, -s [fen] überschwenglich begeisterter
(jugendlicher) Anhänger von jmdm., etw., z. B . Jazz,
F u ß b a ll: die Beatgruppe, Mannschaft hat viele
Fans; als er die Bühne betrat, brüllten seine, die
Fans vor Begeisterung
Fanal, das; -s, -e geh. etw., das weithin als (warnen
des) Zeichen für eine bevorstehende bedeutende Ver
änderung aufgefaßt, verstanden wird : etw. wird
zum F. (einer neuen Zeit)
Fanatiker, der; -s, - jmd., der eine Idee, seine Über-
fanatisch — Farbe
369
zeugung fanatisch verficht: jmd. ist ein rücksichts
loser, blinder, religiöser F.
fanatisch jAdj./ von Fanatismus zeugend, erfüllt:
fanatische Reden; fanatischer Haß, Eifer; jmd.
ist ein fanatischer Antialkoholiker
fanatisieren /sw. Vb.; hat/: jmdn. f . (bewirken, daß
jmd. von Fanatismus erfüllt ist)
Fanatismus, der; -, /o. Pl.f blinde Leidenschaft und
unduldsamer Eifer für eine bestimmte, oft reaktio
näre Idee, Ideologie: ein religiöser, politischer F.;
von F. erfüllt sein; mit F. für etw. kämpfen
Fandango, der; -s, -s schneller spanischer Volkstanz
im Dreiviertel- od. Sechsachteltakt
Fanfare, die;
-n 1. einer Trompete ähnliches,
langes, gerades, helltönendes Blechblasinstrument
ohne Ventile: Fanfaren schmettern, erklingen —
2. auf 1 geblasenes Signal od. kurzes Musikstück:
es ertönt eine F.
Fanfaren zu Fanfare 1| -bläser, d er; -Signal, das;
- stoß, der F a n fa re (2): Fanfarenstöße eröffneten
das Festival; -zug, der Gruppe von Fanfaren
bläsern bei einem größeren Aufmarsch
Fang, der; -(e)s, Fänge 1.1. /o. Pl.j das Fangen
von Tieren, bes. als Beute: der F. von Großwild,
Pelztieren, Fischen; zum F. auslaufen, die Netze
auswerfen 1.2. /vorw. Sg .j die mit Fanggeräten
gefangenen Fische und anderen Meerestiere: die
Fischer hatten einen guten F.
—
2. Jägerspr.
2.1. /nur im Pl.f Füße des Greifvogels: die scharfen,
starken Fänge des Adlers 2.2. /nur im PL/ Eck- ,
Beißzähne des Haarraubwildes, Hundes: der Wolf
greift sein Opfer mit den Fängen 2.3. jvorw. Sg .[
Maul des Haarraubwildes, Hundes: der Jagdhund,
Bär, W olf trägt seine Beute im F.
—
3. Jägerspr.
/auf Schalenw ild bezogen/ einem Hirsch den F.
geben (den angeschossenen Hirsch mit dem Hirsch
fänger, Weidmesser töten) — 4 . /in den Verbindun
gen/ etw., jmdn. in seinen Fängen (seiner Gewalt)
haben; in jmds. Fänge geraten
4- umg. mit jmdm., etw. einen guten F. gemacht
haben (mit jmdm., etw. eine gute Wahl getroffen,
etw. Gutes bekommen haben)
Fang| -arm, der jvorw. Pl.j langer beweglicher, arm
artiger Körperteil der wirbellosen, im Wasser leben
den Tiere zum Aufspüren und Fassen der Beute;
O seine Fangarme nach etw. ausstrecken (etw. in
seinen Besitz bringen wollen); -ball, der /o. PI./
Ballspiel, bei dem der Ball jmdm. zugeworfen wird
und dieser ihn fangen m uß: F. spielen; -eisen, das
Gerät zum Fangen bes. von Haarraubwild
fangen (er fängt), fing, hat gefangen /^ auch
Gefangene/ 1.1. ein Tier, jmdn. (nach einer Ver
folgung) in seine Gewalt bekommen, der Freiheit
berau ben : Schmetterlinge, Vögel, Fische (mit einem
Netz) f.; die Katze hat eine Maus gefangen; der
Fuchs wurde mit einer Falle gefangen; v era lte n d
die flüchtenden Verbrecher wurden an der Grenze
gefangen (dingfest gemacht)^; gefangene Soldaten
(Kriegsgefangene) 1.2 . ein Tier fängt sich in etw.
ein Tier gerät in etw. und kommt nicht wieder los:
der Marder hat sich in der Falle, der Fisch im
Netz gefangen 1.3. der Wind hat sich im Schorn
stein, in den Segeln gefangen (ist in den Schorn
stein, in die Segel geraten); das Wasser fängt
(sammelt 1.2) sich im Staubecken — 2.1. jmdn.
überlisten: er ist nicht so leicht zu f.; mit dieser
Zwischenfrage hatte er ihn gefangen (durch List
überführt); jmdn. durch Schmeicheleien, Ver
sprechungen f. (für seine Zwecke gewinnen) 2.2.
jmd. ist von etw. (jmdm.) ganz gefangen (fasziniert)
—
3. einen (geworfenen) sich durch die Luft auf
einen zu bewegenden Gegenstand fassen und fest-
halten : den Ball, heruntergeworfenen Schlüssel f.
—
4. sich f. das Gleichgewicht wiedererlangen: sie
stolperte, konnte sich aber gerade noch f.; das
Flugzeug fing sich wieder (kam wieder in die
richtige L a g e); O sich nach einem Schicksals
schlag (nur allmählich, schnell) wieder f. (das
innere Gleichgewicht, seine frühere Leistungsfähig
keit wiederbekommen)
4-
Feuer,
Grillen f .
Fang| -ergebnis, das Ausbeute beim Fischfang: das
F. war gut; -flotte, die Flotte (2) von Fangschiffen;
-frage, die listig gestellte Frage, durch die man jmdn.
veranlassen will, ungewollt etw. auszusagen, p reis
zugeben; -gebiet, das vgl.
- gründe; -gerät, das
Gerät zum Fangen von Tieren; -grübe, die Fall
grube; -gründe, die /PI./ für den Fischfang ertrag
reiches Meeresgebiet: gute, ergiebige F.;
-gürtel,
der um den Stamm eines Obstbaumes gebundener
Streifen aus (Well)pappe zum Abhalten schädlicher
Insekten; -leine, die 1. Seemannsspr. Leine, mit
der ein Schiff festgemacht wird: die Fangleinen
loswerfen — 2. Seil, das Personen als Sicherung
vor einem Absturz dient: Sicherheitsgürtel mit
kurzer F.;
-netz, das für den Fischfang dienendes
Netz aus starkem Garn, bes. Treib- ,
Schleppnetz;
-platz, der vgl.
- gründe; -schiff, das speziell für den
Fischfang ausgerüstetes Schiff; -schuß, der /PI.
-schüsse/ Jägerspr. aus der Nähe abgegebener
Schuß, mit dem angeschossenes od. krankes Wild
getötet wird; -stoß, der Jägerspr. weidgerechter
Stoß mit dem Hirschfänger, Weidmesser, wodurch
der Jäger angeschossenes od. krankes Wild tötet;
-zähne, die /PI./ Fänge (2.2); -zaun, der zaun
artiges Gestell, das den Schnee aufhalten, Gebiete
vor Verwehungen schützen soll; -zeit, die für den
Fischfang günstige Zeit
Fantasie, die; -,
- n [,.i:on] 1. Mus. formal un
gebundenes, (frei improvisiertes) instrumentales
Musikstück: eine F. für Klavier — 2. s. Phantasie
Farad, das; -/-s, - jAbk. F; Maßeinheit der elek
trischen Kapazität/
farb/Farb|: / farben/Farben|
Farb| -abstimmung, die Art und Weise, wie bei der
Farbgebung die Farben aufeinander abgestimmt
s ind : die F. dieses Raumes, der einzelnen Teile
ist gut, geschmackvoll, ist gelungen; -aufnahme,
die Farbfoto; -band, das /PI.
- bänder/ mit einem
bestimmten Farbstoff getränktes 1Band (1) für
Schreib- und druckende Büromaschinen; -dia, das
farbiges Diapositiv
Farbe, die; -,
-n 1. optische Eigenschaft bei. der
Oberfläche von Körpern, die je nach der Zerlegung
od. Reflexion des Lichts nach bestimmten Wellen
längen in vielen Varianten auftritt: jmd. liebt, be
vorzugt die rote F.; die F. Gelb, Grün; die F. des
Himmels war tiefblau; die verschiedenen Farben
des Regenbogens; das ist eine schöne, helle, dunkle,
warme, kalte, kräftige, satte, leuchtende, matte,
grelle, gedeckte F .; lebhafte, schreiende, stumpfe,
gedämpfte Farben; die Farben sind gut aufein
ander abgestimmt, sind verblaßt, verschossen,
beißen sich; etw. glitzert, schillert in allen Farben;
24 Wörterbuch
370
farbecht — farblos
jmd. hat F. bekommen (hat jetzt eine frische od.
gebräunte, eine gesunde Hautfarbe); vor Schreck
verlor er, sein Gesicht alle F. (wurde er bleich);
eine Fernsehsendung in F. (nickt schwarzweiß,
sondern farbig); Rot ist die F. (das Symbol) der
Liebe; <^> seine Theaterberichte-hatten keine F.
(waren ohne Ausdruckskraft und Anschaulichkeit);
etw. in den rosigsten, schwärzesten Farben (gün
stig, ungünstig) schildern; in der zweiten Halbzeit
kam F. (Abwechslung) ins Spiel — 2.1. Farbstoff:
echte, in Terpentin, Wasser lösliche Farben; ein
Kleidungsstück mit blauer F. färben; der Stoff
hat die F. gut angenommen 2.2. mit einem Binde
mittel versehener, zum Aufträgen dienender Farb
stoff: die Wand mit weißer F. (an)streichen; eine
F. dick auftragen, verdünnen — 3. Kartenspiel
eine der vier durch ein bestimmtes Zeichen gekenn
zeichneten Serien eines Kartenspiels: welche F. ist
Trumpf?; die F. Kreuz; alle Farben (Karten von
allen vier Serien) auf der Hand haben; F. (nicht
Tru m pf) spielen, zugeben
- f F. bekennen (seine wahre Meinung, Einstellung
offenbaren) müssen
farb/Farb| -echt /Adj.; nicht adv./ nach dem Färben
die farbliche Qualität beibehaltend, nicht abfärbend:
farbechte W olle; dieser Stoff ist f.;
-effekt, der
durch Farbgebung, Farbzusammenstellung erreichter
E ffekt: die roten Taschen des (grauen, dunkelgrü
nen) Kleides bilden, ergeben einen interessanten F.
Färbe[mittel, das Mittel zum Färben (1.1)
farb/Farb| -empfindlich jA d j.; nicht adv./: ein farb-
empfindlicher (auf Farben stark reagierender)
Film; -empfindung, die stark subjektiv bedingte
Empfindung, die durch den Anblick, die Vor
stellung von Farbe (1) ausgelöst wird
-färben /in Verbindung mit Subst. u . Adj.; pro
duktiver als -farbig/ 1.1. von der im Bestimmungs
wort angegebenen Farbe: /* z. B . beige-, lilafarben
1.2. von der Farbe, die für das Bestimmungswort
typisch ist: / z. B . creme-, fliederfarben
Farben|: / farb/Farb|
färben /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. f. einer Sache mit
Hilfe eines Farbstoffes eine bestimmte Farbe geben:
Wolle, Stoff, (Oster)eier f.; (sich) die Augen
brauen, Haare (schwarz) f.; ihr Haar ist gefärbt
(hat eine andere als die natürliche Farbe); O er hat
seinen Vortrag humoristisch gefärbt; ein gefärbter
(tendenziöser 1.2) Bericht 1.2. der Stoff färbt (färbt
ab) 1.3. sich f. eine bestimmte Färbung annehmen:
der Himmel färbt sich jetzt rot; das Laub färbt
sich im Herbst gelb; die Blätter f . sich
farben/Farben (m it * a u c h farb/Farb|)| -blind
/Adj.; nicht adv./ nicht fähig, (bestimmte) Farben
wahrzunehmen und zu identifizieren: da er f. ist,
kann er das Rot und Grün der Ampel nicht er
kennen; umg. scherzh. du bist wohl f., das ist
hellblau und nicht türkis!; «-freudig /Adj./ kräf
tige, lebhafte Farbe(n) aufweisend: ein farben
freudiges Kleid, Muster; farbenfreudige Camping
artikel; dazu *-freudigkeit, die; -, /o. PI ./; -froh
/Adj./ vgl.
- freudig: das Fest bot ein farbenfrohes
Bild; «-harmonie, die /o. PI./ Harmonie in der
Farbgebung; «-kräftig /Adj.; nicht adv./ von kräf
tiger Farbe; -lehre, die /o. PL/ Wissenschaft, die
sich mit der Entstehung, Messung, dem Zusammen
wirken von Farben beschäftigt; -pracht, die wir
kungsvolle Harmonie kräftiger Farben: die F. der
Blumenbeete, des Bühnenbildes; dazu -prächtig
/Adj./; -probe, die zur Ermittlung ihrer Wirkung
als Probe aufgetragene Farbe;
auch Farbprobe;
-reich /Adj./ viele Farben aufweisend; «-schön
/Adj./ schöne Farbe(n) aufweisend: die Männchen
dieser Fische sind besonders f.;
-sinn, der /o. PI ./
ästhetischer Sinn für (gute) Farbkombinationen:
jmd. hat einen guten F .;
-spiel, das abwechselndes
od. gleichzeitiges Auftreten verschiedener Farben:
das F. des Edelsteins, Abendhimmels; «-Zusam
menstellung, die Farbkombination
Färber, der; -s, - jmd., der beruflich textile Materia
lien färbt
Färberei, die; -,
- en Betrieb, in dem textile Materia
lien gefärbt werden
Farb| -fernsehen, das Fernsehen, das die Bilder
farbig wiedergibt; -fernseher, der Farbjernsehgerät;
-fernsehgerät, das Fernsehgerät für die Wiedergabe
farbiger Bilder; -film, der 1. Film für die Farb
fotografie: einen F. einlegen — 2. in Farbe pro
duzierter Spielfilm; -filter, der, fachspr. vorw. das
Lichtfilter; -fleck, der; -foto, das farbiges F oto;
-fotografie, die 1. /o. PI./ fotografisches Verfahren,
durch das farbige Bilder hergestellt werden — 2.
farbiges Foto; -gebung, die; -,
-en Art und Weise,
wie etw. farblich gestaltet, beschaffen ist: die helle,
eigenartige F. eines Gemäldes, des Wohnraums;
-glas, das /o. PI./ gefärbtes Glas
farbig /Adj./ 1.1. verschiedene Farben aufweisend,
bunt: der Festumzug bot ein farbiges Bild; O eine
farbige (lebendige, ausdrucksstarke) Schilderung
1.2. eine andere Farbe als Schwarz, Weiß auf-
weisend: ein farbiges Foto, Diapositiv, Fernseh
bild; f. fotografieren; farbiges Glas, farbige
Kacheln; eine farbige Mine; etw. f . anstreichen —
2. /nicht adv./ nicht zur Menschenrasse mit weißer
Hautfarbe gehörend /unrd vorwiegend von A n
gehörigen der Menschenrasse mit weißer Hautfarbe
gebraucht/: die farbige Bevölkerung des Landes;
ein farbiger Sänger, Sportler
-farbig /in Verbindung mit Numeralien, Adj. u .
Subst.; / auch -färben/ 1.1. von der im Bestim
mungswort angegebenen Anzahl der Farben: / z. B .
ein-, verschiedenfarbig 1.2. von der Farbe, die für
das Bestimmungswort typisch ist: /* z. B . sand
farbig
Farbige, der u. die; -n, -n /vorw. von Angehörigen
der Menschenrasse mit weißer Hautfarbe gebrauchte
Bez. für einen Vertreter einer Menschenrasse mit
anderer als weißer Hautfarbe/: die Demonstration
der Farbigen; Probleme der Farbigen lösen helfen
Farbigkeit, die; -, /o. P L ; zu farbig 1/
Farb| -kombination, die Kombination, Zusammen
stellung von Farben (1): bestimmte Farbkombina
tionen bevorzugen; -komposition, die Farbkom bi
nation, durch die eine bestimmte Wirkung erzielt
wird, werden soll; -kontrast, der
farblich /Adj.; nicht präd./ die Farbe(n) (1) von
etw. betreffen d : die farbliche Gestaltung eines
Raumes, Bildes; etw. ist f. (gut) ausgewogen,
stimmt mit etw. f. überein
farb/Farb (m it « a u c h Farben|)| -los /Adj./ 1.1.
kein Färbemittel enthaltend, ohne Zusatz von Farbe
(2): farbloser L ack ; farblose Schuhcreme 1.2.
keine (intensive) Farbe (1) aufweisend,: der Himmel
war trübe und f,; ein farbloses (blasses) Gesicht;
<0 eine farblose (nichtssagende) Schilderung, Per-
Farblosigkeit — Faß
371
sönlichkeit; zu 1.2
- losigkeit, die; fo. PI ./; -mlne,
die farbige M in e (II); -nuance, die; *-palette, die
1. eine Auswahl ermöglichende größere Anzahl von
Farben, Farbtönen: die F. der modischen Stoffe ist
sehr breit — 2. Palette (1); -photografie, die $.
Farbfotografie; -probe, die Probe auf die Echtheit
der Farbe eines Stoffes: vor dem Waschen eine F.
machen; / auch Farbenprobe; -qualität, die E r-
scheinungsweise einer Farbe (1); -Skala, die Anzahl
verschiedener Farben, Farbtöne: eine reiche F .;
- stich, der F otog r. fehlerhaftes Überwiegen einer
der drei Grundfarben; -Stift, der Buntstift; -Stoff,
der farbige Substanz, die zum Färben benutzt wird :
pflanzliche, natürliche, synthetische Farbstoffe;
- ton, der spezifische Erscheinungsweise, Nuance
einer Farbe: satte, kräftige Farbtöne; Tasche und
Kostüm passen im F. zusammen; durch Mischen
von Farben den richtigen F. erreichen; -tupfen,
der Farbtupfer; -tupfer, der durch etw. Farbiges
(1.2) bewirkte Unterbrechung einer eintönigen Farb
gebung
Färbung, die; -, -en 1. Art und Weise, wie etw., ein
Tier farblich beschaffen ist: das Tier, Fell, Gefieder
hat eine schöne, interessante F .; <C> den Aus
führungen eine bestimmte F. (Tendenz) geben —
2, jvorw. Sg .j das Färben (1.1): die F. von Garnen,
Stoffen vornehmen, durchführen
Färb|Zusammenstellung, die F a rbkom bin a tion
Farce, die;
-n [farso] 1. etw. Nichtssagendes,
Lächerliches: jmds. Handeln, Freundlichkeit ist
eine bloße F. , wird (nur) als (eine) F. empfunden,
angesehen; die Kontrolle ist zu einer F. geworden
—
2. Literaturwiss. (kurze) satirische Posse
Farm, die; -en 1. auf die Aufzucht und Haltung
einer Tierart bes. Hühner, Pelztiere, spezialisierter
landwirtschaftlicher Betrieb — 2. größerer kap. ge
leiteter, oft stark spezialisierter landwirtschaftlicher
Betrieb, bes. in den englisch sprechenden Ländern
Farmer, der; -s, - jmd., der eine Farm (2) besitzt,
bewirtschaftet
Farn, der; -(e)s, -e zu den Farnpflanzen gehörende
staudenartige, in den T ropen auch baumartige
Pflanze mit meist reich gefiederten Blättern
Farn] -kraut, das F a rn ; -pflanze, die fvorw. Pl.j
zu den Sporenpflanzen gehörende grüne Pflanze mit
dem Wechsel zwischen einer sich geschlechtlich und
einer sich ungeschlechtlich fortpflanzenden Genera
tion; -Wedel, der Blatt des Farns
Färse, die; -,
- n geschlechtsreifes weibliches Bind,
das noch nicht gekalbt hat
Fasan, der; -(e)s, -en/-e Hühnervögel, dessen Hahn
lange Schwanzfedern und meist ein prachtvolles Ge
fieder besitzt, dessen Henne unauffällig grau ge
fiedert ist: einen F. schießen
Fasanerie, die; -,
-n [,.i:on] Gehege zur Aufzucht
und Haltung von Fasanen
faschieren /sw. Vb.; hat/ österr.: Fleisch f. (mit
dem Fleischwolf zerkleinern)
Faschine, die; -,
-n faehspr. (mit Draht) zusam
mengeschnürtes Reisigbündel zum Befestigen eines
Ufers, für den Deichbau und zur Dränage
Fasching, der; -s, -e/-s fvorw. Sg .f 1. Fastnachts
zeit, Karneval: das übermütige Treiben im F.,
während des Faschings — 2. (Tanzveranstaltung
mit viel Stimmung im Zeichen von 1, zu der man
sich kostümiert, m askiert: F. feiern, zum F. gehen;
den Saal für den F. ausschmücken
Faschingsj -kostüm, das Kostüm für den Fasching
(2); -vergnügen, das Fasching (2); -zeit, die Fast
nachtszeit
Faschismus, d e r;
jo. Pl.f den reaktionärsten
Kreisen der Monopolbourgeoisie dienende, auf die
Verschmelzung bes. des Finanzkapitals mit dem
imperial. Staat gerichtete Ideologie und Herr
schaftsform demagogischen, offen diktatorischen,
terroristischen und brutal aggressiven Charakters,
bes. gekennzeichnet durch extremen Antikommunis
mus, Chauvinismus und bis zur Politik der Völker-
Vernichtung getriebenen Rassismus: der deutsche,
italienische F .; die Niederwerfung, das Wieder
aufleben des F .; während der Zeit des F .; die
Opfer des F.; dazu Faschist, der; -en, -en A n
hänger, Vertreter des Faschismus u. faschistisch
fA d j.f : faschistischer Terror; eine faschistische
Partei, Diktatur; ein faschistisches Begime; faschi
stische Elemente, Kräfte
Fase, die; -,
-n Handw. schräg geschnittene, ge
schliffene Ecke, Kante
faselig fAdj.f umg. zerstreut redend, handelnd
faseln jsw. Vb.; hat/ umg. weitschweifig, nicht
sachbezogen von, über etw. reden: in seinen Auf
sätzen gerät er oft ins Faseln; salopp er hat von
einer großen Erbschaft, Beise, von Beue gefaselt
Faser, d ie;
-n \vorw. Pl.j aus pflanzlichem,
tierischem Rohstoff bestehendes od. synthetisch er
zeugtes feines, fadenähnliches Gebilde (zur H er
stellung von Garnen, Geweben) : lange, dünne,
elastische, brüchige, holzige Fasern; ein Gewebe
aus künstlichen Fasern; die Fasern des Hanfes,
Flachses, der Baumwolle, von Glas; die Fasern
eines Muskels; O mit jeder F. , mit allen Fasern
(seines Herzens) (sehr, außerordentlich intensiv)
etw. wünschen
faserig fAdj.f viele deutlich wahrnehmbare Fasern
enthalten d: eine faserige Frucht; faseriges Holz,
Papier, Fleisch; die Schnur ist am Ende f.
fasern fsw. Vb.; hat/: das Gewebe, Papier, Seil
fasert (zeigt an der Oberfläche sich loslösende
Fasern, löst sich an einer Seite, an den Seiten in
Fasern auf)
Faser/faser| -pflanze, die Pflanze, die Fasern zur
Verarbeitung enthält; -schonendfAdj.f so beschaffen,
daß die Fasern eines Gewebes wenig strapaziert
w erd en : ein faserschonendes Waschmittel; -stift,
der1Stift (1.2) zum Schreiben, Malen, dessen faserige
Spitze mit einem Farbstoff getränkt ist; -Stoff, der
Textil, auf natürlichem Wege od. künstlich er
zeugte Fasern zur Herstellung von Garnen, Geweben
Fasnacht, die «s, Fastnacht
Faß, das; Fasses, Fässer/- 1. fPl. Fässer/ großes,
zylindrisches, meist bauchig geformtes, durch Reifen
zusammengehaltenes Behältnis aus Holz od. Metall,
das zur Aufnahme, Aufbewahrung meist flüssiger,
halbflüssiger Stoffe od. Nahrungsmittel dient: ein
(großes, schweres) F. rollen; ein F. (Bier) an
stecken, anstechen, anzapfen; ein F. mit sauren
Gurken, mit Teer; der Wein, Whisky schmeckt nach
(dem) F .; Bier (frisch) vom F .; er ist dick wie
ein F. (ist sehr dick) — 2. jPl.
- / Inhaltsmenge von
1 : ein, drei F. Wein (bestellen, verkaufen)
-f- etw. ist ein F. ohne Boden (so beschaffen, daß
man immer wieder gezwungen ist, meist vergeblich
neue Mittel zu investieren); das schlägt dem F.
den Boden aus (ist der Gipfel, ist wirklich unerhört);
24*
372
Fassade — Fassungsvermögen
umg. ein F. aufmaehen (auf einer Feier ausgelassen
sein; sich über etw. laut schimpfend aufregen)
Fassade, die; -n 1. (die baulich interessante) meist
der Straße zugekehrte Außenseite eines (größeren)
Gebäudes: die barocke, reich verzierte F. des
Theaters, der alten Bürgerhäuser — 2. das über
das wirkliche Wesen, über Hintergründe nichts aus-
sagende äußere Erscheinungsbild von etw .: das war
alles nur F.; bei ihm ist alles nur F. (äußerer
Schein)
Fassaden| -kletterer, der Einbrecher, der an einer
Hauswand hochklettert, um durch ein Fenster ins
Haus zu gelangen; -lift5der an der Außenseite eines
Gebäudes angebrachte bewegliche Gondel, von der
aus Außenarbeiten am Gebäude vorgenommen wer
den können
faßbar fAdj.f 1. verstandesmäßig zu erfassen, ver
ständlich: ein schwer faßbarer Text; etw. gut,
einigermaßen f. darstellen, aufbereiten; das ist (ja)
kaum, nicht f. (kaum zu glauben, unfaßbar) —
2. faßbare (konkrete, greifbare) Ursachen, Ergeb
nisse
Faß| -Mer, das fo. Pl.j Bier, das für den Ausschank
direkt vom Faß gezapft wird; -bindernder süddt.
österr. Böttcher; -brause, die fo. Pl.f vgl.
- bier;
- daube, die Daube
fassen, faßte, hat gefaßt / / auch gefaßt/ 1.1. etw.
f. nach etw. greifen und es festhalten (1.1): jmds.
Arm, das Seilende, einen Zipfel f .; etw. (am äußer
sten Ende) zu f. bekommen, kriegen; etw. mit etw.
f. : den Draht mit der Zange, etw. mit beiden
Händen, mit den Zähnen f. 1.2. etw., jmdn. an
etw. f. etw., jmdn. an etw. anfassen: das Messer
am Griff, jmdn. an, bei der Hand, an, bei den
Beinen f.; einander an den Händen f. (sich a n
fassen) — 2. irgendwohin f. mit der Hand nach
etw. greifen und es berühren: an den Ofen, auf den
Schrank, jmdm., jmdn. auf die Schulter, ins Ge
sicht f.
—
3. jmdn. in seine Gewalt bekommen,
ergreifen und festhalten, festnehmen: einen Dieb
(mit Hilfe von Spürhunden), einen Agenten f .;
jmdn. zu f. bekommen — 4 . Techn. etw. faßt
etw. findet Halt in einer dafür vorgesehenen Ver
tiefung, einem dafür vorgesehenen Gewinde: das
Zahnrad, die Schraube faßt gut, nicht mehr —
5. jmdn. faßt (ergreift, befällt) Entsetzen, ein
Schauder — 6 . etw. faßt eine bestimmte Menge
etw. hat ein bestimmtes Fassungsvermögen: der Be
hälter faßt zehn Liter; der Saal faßt tausend
Menschen — 7. etw. in etw. f. etw. mit etw. ein
fassen (1.3): einen Edelstein in Gold f .; in Blei
gefaßte Glasscheiben — 8 . etw. , sich in bestimmter
Weise f. 8.1 . etw. in bestimmter Weise f. einer
Sache in bestimmter Weise Ausdruck verleihen, etw.
in bestimmter W eise abfassen', ein Gesetz juristisch
exakt, allgemein verständlich, neu f . ; ein Schreiben
kurz f.; ein Gefühl in Worte f. (mit Worten aus-
drü cken ); der Schluß des Dramas wurde neu gefaßt
8.2. sich kurz f. (sich auf das Wesentliche konzen
trieren und dadurch nicht lange sprechen) 8.3 . etw.
als etw. auffassen, interpretieren, definieren: einen
Begriff weit, eng f . ; das Bewußtsein als philoso
phischen Begriff f.
—
9. fvorw. verneint/ 9.1 . etw.
in seiner Schwierigkeit voll erfassen, verstehen: er
hat den Sinn der Worte nicht gefaßt; hat er es
gefaßt?; eine Melodie schwebt mir vor, aber ich
kann sie nicht f. (ausdrücken, gestalten) ; der be
stehende Bedeutungsunterschied ist kaum zu f.
(nachzuvollziehen) 9.2 . etw. in seinem vollen Um
fang, in all seinen Auswirkungen für existent
halten: sein Leid, Glück (noch) nicht f. können;
jmd. kann es nicht, kaum f. (glauben), d aß ...;
das ist doch nicht zu f.! /Ausruf der Entrüstung,
des Erstaunens/ — 10. sich f. (können) sein inneres
Gleichgewicht, seine Haltung wiedergewinnen, sich
beruhigen: sich nach dem Schreck schnell, all
mählich, nur mühsam f. (können); sich vor
Freude, Staunen, Übermut nicht f. können; sie
konnte sich nicht f. in ihrem Leid — 11. /in Ver
bindung mit Subst. zur Umschreibung eines Verbal
begriffsj: Mut f. (mutig werden)"; einen Entschluß
f. (sich zu etw. entschließen); einen Beschluß f.
(etw. beschließen)
+ etw. ins / Auge f.; festen /* Fuß f.; sich ein
/ Herz f.; da faßt man sich doch an den
Kopf!
faßlich \Adj.; vorw. in Verbindung mit einem Adv.j
verständlich, ohne Mühe nachvollziehbar: eine
schwer faßliche Abhandlung; dieses Thema ist in
leicht faßlicher Form dargestellt; etw. (klar und)
f. formulieren, vortragen
Fasspn, die; -,
-s [..soq, auch ..s3] 1.1. modischer
Schnitt, Machart eines Kleidungsstückes: ein Man
tel, Anzug nach neuester F .; O er soll nach seiner
F. (Auffassung, seinem Lebensstil) glücklich wer
den! 1.2. die ursprüngliche, bei der Herstellung
gegebene Form eines Bekleidungsstückes: durch das
Waschen hat der Pullover seine, die F. verloren;
der Hut ist aus der F. (geraten), hat keine F.
mehr; O einer Sache erst F. (die richtige, a n
gemessene Form) geben; spött. jmd. ist aus der
F. geraten (ist dick geworden)
Faß|reifen, der dünnes, breites Band aus Metall od.
Holz, das, straff um die Dauben gelegt, das Faß
zusammenhält
Fassung, die; -,
- en 1.1. (als Halterung dienende)
Umrandung, Einfassung von etw.,
bes. eines
Schmucksteins: die goldene, kunstvolle F. des
Edelsteins, der Perle 1.2. genormte Haltevorrichtung
zum Kontakt für Glühlampen und Elektronenröhren:
die Glühbirne paßt nicht in die F.
—
2.1. Art der
formalen und inhaltlichen Gestaltung eines künst
lerischen od. wissenschaftlichen W erkes: die erste,
ursprüngliche, endgültige F. des Romans, Ge
dichtes, Dramas, Musikstücks, der Abhandlung;
beide Fassungen unterscheiden sich in wesent
lichen Punkten; das Gesetz in seiner genauen F.
(Wortlaut) kennen 2,2 . die philosophische, zu weite
F. (Interpretation) dieses Begriffs — 3 . Selbst
beherrschung in einer Situation, die jmdn. aus dem
inneren Gleichgewicht bringen kann: (die) F. be
wahren; die, seine F. behalten, zurückgewinnen;
völlig, vor Schreck, nicht so schnell die F. ver
lieren; aus der F. , außer F. sein, geraten, kommen
(aus dem inneren Gleichgewicht sein, geraten); jmd.
ist durch nichts, (nicht) leicht aus der F. zu
bringen (zu erschüttern 2)
fassungs/Fassungs| -los /Adj./ 1 .1 . /nicht attr./ vo r ,
über etw. f. sein durch etw. außer Fassung sein:
jmd. ist f. vor Verzweiflung, W ut, Glück; ich bin
f. über diese Nachricht, ein solches Benehmen;
jmdn. f . ansehen; f. ein paar W orte stammeln
1.2. Fassungslosigkeit ausdrückend: ein fassungs
loses Gesicht; ein fassungsloser Blick; zu 1.1
- losigkeit, die; -, fo. P l.j; -vermögen, das 1. durch
fast — Fäulnis
373
räumliche Beschaffenheit, durch Konstruktion ge
gebene Möglichkeit, eine bestimmte Menge aufzu
nehmen: der Tank hat ein F. von 25 Litern; der
Saal hat ein großes, geringes F.
—
2.fo. Pl.f Auf
fassungsvermögen: dieser Lehrstoff, eine solche
Problematik geht über das F. der Kinder dieser
Altersstufe; das übersteigt mein F. (das kann ich
nicht begreifen; das ist mir unfaßbar)
fast /Partikel; drückt aus, daß das, worauf sich
etw. bezieht, nicht völlig, aber annähernd erreicht ist,
zutrifft/: f. 100 Personen waren versammelt; f. ein
Jahr war vergangen; eine f. mannshohe Hecke;
die Arbeit war f. fertig; das war f. zum Ver
zweifeln; ich hatte f. den Eindruck, d aß ... (es
schien mir, als ob ...); f. nie (nur sehr selten); f.
nicht (lkaum 1.1); fin Verbindung mit Konjunktiv
Prät./: er hätte ihn f. (um ein Haar) umgerannt;
f. wäre er überfahren worden, hätte er alles ver
raten
fasten, fastete, hat gefastet aus gesundheitlichen
od. aus religiösen Gründen für eine bestimmte Zeit
auf bestimmte Nahrung verzichten od. keine Nahrung
zu sich nehmen: ein fastender Mönch; durch Fasten
den Magen auskurieren; einen Tag in der W oche f. ,
um schlanker zu werden
Fasten[zeit, die 1.1 . fin verschiedenen Religionen!
Zeit des Fastens 1.2. jo. Pl.f Rel. kath. Zeit von
Aschermittwoch bis einschließlich OsterSonnabend,
in der von Gläubigen gewisse Speisen gemieden
werden sollen
Fastnacht, die fo. Pl.j bes. der letzte, den Höhe
punkt der Fastnachtszeit bildende Tag vor der mit
dem Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit (1.2):
während der F.; F. feiern (sich auf eine für die
Fastnachtszeit typische W eise vergnügen)
Fastnaehtsj -umzug, der zur Fastnacht veranstalte
ter lustiger Umzug, dessen Teilnehmer meist mas
kiert-, kostümiert sind; -zeit, die /o. Pl.j Zeit vom
6. Januar bis einschließlich Fastnacht, in der über
mütige Vergnügungen, Maskenbälle, Fastnachts
umzüge veranstaltet werden
Fastjtag, der Tag, an dem fmd. aus gesundheitlichen
Gründen fastet: in der Woche einen F. einlegen
Faszination, die; - ,
- en fesselnde, bezaubernde W ir
kung: etw. übt auf jmdn. eine F. aus; von diesem
Künstler, Redner, von dem Kunstwerk, der Welt
unter Wasser geht eine (große, besondere, eigen
artige) F. aus
faszinieren jsvj. Vb.; hat/ jmdn. f. auf jmdn.
fesselnd, bezaubernd wirken, jmdn. in seinen Bann
ziehen : die Künstlerin, die Natürlichkeit ihres
Spiels faszinierte das Publikum; von etw., jmdm.
fasziniert sein; eine faszinierende Persönlichkeit;
ein faszinierendes Lächeln
fatal IAdj.1 1.1. höchst unangenehm, peinlich (be
rührend): das ist eine (höchst, sehr) fatale An
gelegenheit; sich in einer fatalen Lage befinden;
ein fatales Gefühl (dabei) haben; das ist (mir)
äußerst f. 1.2. verhängnisvolle Auswirkungen
habend: eine fatale Entwicklung, Neigung
Fatalismus, der; -, jo. Pl.j 1.1. Philos. philoso
phische Anschauung, nach der der Mensch bedin
gungslos einer blind wirkenden Notwendigkeit in
Natur und Gesellschaft ausgeliefert und die histo
rische Entwicklung schicksalhaft sei 1.2. Haltung,
Einstellung eines Menschen, die durch seine Er
gebenheit in etwas unabwendbar, unabänderlich Er
scheinendes gekennzeichnet ist; dazu Fatalist, der;
- en, -en u. fatalistisch jAdj.j; zu 1.2: etw. mit
fatalistischem Gleichmut ertragen, beurteilen
Fata Morgana, die; -, Fata Morganen durch atmo
sphärisch bedingte Luftspiegelung hervorgerufene
Sinnestäuschung, bei der Weitentferntes näher ge
rückt scheint: in der Wüste, auf dem Meer eine F.
sehen, beobachten; durch eine F. getäuscht wer
den; O jmdn., etw. für eine F. halten (nicht fassen
können, daß jmd., etw. wirklich zu sehen, da ist)
Fatzke, der; -n/-s, -n/-s salopp /emot.j von sich
eingenommener, eitler (junger) Mann: so ein F .!;
dieser (alberne, arrogante, unverschämte) F. hat
nicht einmal gegrüßt; auch Schimpfw .
fauchen jsw. Vb.; hat/ 1. jvon bestimmten Tierenj
bei Gereiztheit, in Wut durch pressendes Ausstößen
der eingeatmeten Luft ein zischendes Geräusch hören
lassen: die Katze, der Löwe, Schwan faucht; O die
Lokomotive, der Wind faucht — 2. etw. gereizt, in
erregtem, scharfem Ton sagen: „damit habe ich
nichts zu tun“ , fauchte er
faul jAdj.j 1.1. in Fäulnis übergegangen, verdorben
und daher ungenießbar: faules Obst, Gemüse, Holz;
faule Eier, Kartoffeln; das Wasser des Tümpels
riecht f. (faulig) — 2 . umg. /nicht adv.f zweifel
haft (2, 3): ein fauler Trick, Kompromiß; an der
Sache ist etwas f. (nicht in Ordnung, bedenklich);
faule (unglaubwürdige, nicht stichhaltige) Ausreden;
ein fauler (schlechter) Witz — II .1 .1 . gegen Arbeit
eingestellt, ohne Lust zur Arbeit, sich anzustrengen,
wenig od. nichts arbeitend: ein fauler Mitarbeiter,
Schüler; er ist zu f. (träge) aufzustehen, zu f. zum
Schreiben, zu f., darüber nachzudenken; f. (fau
len zen d) im Liegestuhl liegen; seinen faulen Tag
haben (den ganzen Tag lang nichts Entscheidendes,
Wichtiges tun) 1.2 . ein fauler (säumiger) Schuldner
+ umg. nicht f. gewitzt, nicht dumm, schnell
reagierend: er, nicht f., gab ihm sofort die passende
Antwort; — auf der faulen / Haut liegen; f. wie
die / Sünde; fauler j* Zauber
Faul|baum, der Strauch od. kleiner Baum mit grün
lich-weißen Blüten, schwarzen ungenießbaren Beeren
und faulig riechender Rinde
faulen jsw. Vb.; hat, ist/ faul (1.1) werden: die
Falläpfel, Kartoffeln f. (schon); das zu feucht ge
lagerte Holz, Stroh fault; faulendes Wasser
faulenzen jsw. Vb.; hat/ seine Arbeit vernachlässigen
(und seine Zeit mit Müßiggang verbringen): im
Urlaub wird einmal richtig gefaulenzt; jetzt ist
genug gefaulenzt!; dazu Faulenzer, der; -s, - u .
Faulenzerei, d ie ; -,
-en jvorw. Sg .j
Faulheit, die; -, jo. Pl.j Abneigung gegen Arbeit,
Unlust zu arbeiten, sich anzustrengen: etw. aus
reiner, purer F. nicht tun, schaffen; jmdm. seine
F. austreiben (jmdn. zwingen, veranlassen zu
arbeiten)
+ umg. vor F. stinken (sehr faul (II. 1.1), träge
sein)
faulig jAdj.j von Fäulnis befallen: faulige Birnen;
fauliges Obst, Gemüse; etw. riecht f.; ein fauliger
(Fäulnis anzeigender, durch Fäulnis hervorgerufe
ner) Geruch
Fäulnis, die; -,
jo. Pl.j durch Einwirkung von
Bakterien entstandene (übelriechende) Zersetzung
stickstoffhaltiger organischer Stoffe: die Früchte
sind in F. übergegangen; die durch Nässe ent
standene, schon fortgeschrittene F. des Holzes;
374
Fäulnisbakterie — fechten
O die (moralische) F. (innere Zersetzung, der Ver
fa ll) einer parasitären Klasse, Gesellschaftsschicht
Fäulnis|-bakterie, die jvorw. Pl.f Fäulnis hervor-
rufende Bakterie; -prozeß, der
Faul| -pelz, der umg., oft scherzh. jmd., der (oft)
faulenzt, der faul ist; -schlämm, der f achspr. übel
riechender schwarzer Schlamm auf dem Grund sauer
stoffarmer Gewässer und in Kläranlagen, der reich
an nicht zersetzten organischen Stoffen ist; -stelle,
die faule Stelle an Früchten, Holz: die Pfirsiche
haben Faulstellen; -tier, das 1. in den Wäldern
Mittel- und Südamerikas auf Bäumen lebendes
Säugetier, das sich träge mit Hilfe von sichelförmigen
Krallen hangelnd fortbewegt und sich ausschließlich
von Blättern und Früchten ernährt — 2. umg., oft
scher zh. fauler, träger Mensch
Faun, der; -(e)s, -e gehörnte und mit einem Bein
eines Bocks dargestellte Gestalt der römischen
Mythologie, der in Kunst und Literatur die un
gehemmte Sexualität versinnbildlicht
Fauna, die;
Faunen 1. die Tierwelt eines be
stimmten Gebietes: die F. der Tiefsee, Afrikas, der
verschiedenen Erdzeitalter; die heimische F.
—
2. Buch zur Bestimmung von 1: die F. für Ost
europa erarbeiten
Faust, die; Fäuste / / auch Fäustchen/ geballte
Han d: jmdm. mit der F. drohen, (ins Gesicht, in
den Bauch) schlagen; auf jmdn. mit (den) Fäusten
losgehen, einschlagen; die F. (die Hand zur Fau st)
ballen
+ umg. das paßt wie die F. aufs Auge (das paßt
überhaupt nicht zusammen, widerspricht sich); auf
eigene F. (ohne Absprache, nicht in Übereinstim
mung mit einem anderen; auf eigene Verantwor
tung) ; mit der F. auf den Tisch hauen (sich
energisch durchsetzen, sich Gehör verschaffen)
Faust|ball, der 1, /o. PI./ Ballspiel zwischen
zwei Mannschaften, bei dem der Ball nach bestimm
ten Regeln mit der Faust über eine Schnur in das
gegnerische Spielfeld geschlagen wird — 2 . Lederball
von bestimmtem Gewicht und Umfang für 1
Fäustchen, das; -s, - f / auch Faust/
+ umg. sich (eins) ins F. lachen (heimlich voller
Genugtuung od. Schadenfreude über jmdn.,
etw.
sein)
faustjdick /Adj./ umg. jemot. neg.j: eine faust
dicke (sehr große) Lüge
+ es f. hinter den / Ohren haben
Fäustel, der; -s,
-
schwerer Hammer mit einem
rechteckigen metallenen Körper und einem kurzen
Stiel für die Bearbeitung von Steinen
fausten, faustete, hat gefaustet Sport: den B allf.
(den Ball mit der Faust irgendwohin schlagen)
faust/Faust| -groß /Adj.; nicht adv./ ungefähr so
groß wie eine Faust: eine faustgroße Beule, Ge
schwulst; -handschuh, der Handschuh mit nur
einem, für den Daumen bestimmten Fingerling: ein
Paar gestrickte, pelzgefütterte Fausthandschuhe;
-hieb, der; -kampf, der veraltend Boxkampf;
-keil, der Archäol. in der älteren Steinzeit als
Werkzeug od. Waffe dienender Stein, der auf beiden
Seiten durch Bearbeitung keilförmig ist
Fäustling, der; -s, -e Fausthandschuh
Faust|-pfand, das 1. Druckmittel, Machtmittel zur
Durchsetzung einer Forderung: ein F., etw. als F.
besitzen, in der Hand haben — 2. Jur. Pfand (1);
-recht, das jo. Pl.j 1.1. im Mittelalter bei fehlendem
staatlichem Rechtsschutz wirksamer Zustand, daß
Feudalherren ihre Konflikte und Rechtsstreitigkeiten
(mit Waffengewalt) selbst entschieden 1.2. Selbst
hilfe durch Gewalt, Tätlichkeit: vom F. Gebrauch
machen; -regel, die allgemein gefaßte, auf viele
ähnlich gelagerte Fälle gleichermaßen zutreffende,
leicht handhabbare R egel: eine alte, bekannte F.
lautet...; als F. kann gelten, daß . -schlag, der;
-S kizze, die ungefähre, Details nicht berücksichti
gende Skizze
Fauxpas, der; -,
-
[fopa, Gen. u . PI . fopas] Verstoß
gegen die gesellschaftlichen Umgangsformen, Takt
losigkeit: einen schlimmen, groben F. begehen; das
war ein F.
favorisieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] 1. Sport einen
Sportler, eine Mannschaft, . ein Rennpferd für den
Favoriten halten: die Fußballmannschaft der Stadt
N hoch, leicht L; /vorw. im Part. Prät.j die favori
sierte Fußballmannschaft der Stadt N konnte nur
den dritten Platz belegen — 2. geh. jmdn. be
günstigen, bevorzugen: einen Bewerber f.
Favorit, au ch Favorit, der; -en,
- en [..v..] 1.
Sport Sportler, Mannschaft, Rennpferd mit den
größten Aussichten auf einen Sieg bei einem bevor
stehenden Wettbewerb: N gilt als klarer, hoher,
heißer F. für den Abfahrtslauf; der Hengst startete
als F.
—
2. geh. jmd., der von jmdm. günstiger als
andere behandelt, der vorgezogen wird
Faxen, die /Pl.j 1. Grimassen, Bewegungen, die
komisch wirken, jmdn. belustigen sollen: über die
F. des Clowns lachen; die Kinder machten uns F.
vor — 2. unsinnige, alberne Späße, Ideen: er hatte
nur F. im Sinn; umg. laß die F. (das alberne
Gerede, Getue, die unsinnigen Ausflüchte)!
+ landsch. umg. die F. dicke haben (einer Sache
überdrüssig sein)
Faxen|macher, der; -s, - umg. jmd., der (gern, oft)
Faxen (2) macht
Fayence, d ie;
- n [fajaqs, auch fajds, PI. . .san]
Tonware, die mit einer weißen od. durchsichtigen,
bemalten Glasur überzogen ist
Fazit, das; -s,
- e/-s schlußfolgernde Zusammen
fassung von etw .: das F. seiner Ausführungen, der
Untersuchungen; zu keinem, zu dem gleichen F.
kommen; das F. aus etw. ziehen (etw. schluß
folgernd zusammenfassen)
FDGB> der; -/-s, jo. Pl.j [efdeigejbe:] /Kicrzio. für
Freier Deutscher Gewerkschaftsbund/ s. deutsch
(L2)
FDJ, die; -, jo. Pl.j [efde:jot] jKurzw. für Freie
Deutsche Jugend/ s. Jugend (2)
FDJ| -sBluse, die vgl.
- Hemd; -«Hemd, das blaues
Hemd (2), das von den männlichen Mitgliedern der
FD J getragen wird
FDJler, der; -s, - [sfde:jotlar] Mitglied der F DJ
F-Dur, das; -, jo. Pl.j Mus. /Tonartj
Fßä-ture, das; -/ -s, -s [fijtfar] Rundf. Fernsehen
dokumentarischer Bericht in Rundfunk und Fern
sehen, der in dramatischer Form historische und
gegenwärtige Probleme unterhaltsam vermittelt
febril /Adj.; nicht adv.j Med. fiebrig (1.3): ein
febriler Infekt
Februar, der; -/ -s, -e jvorw. Sg .j zweiter Monat des
Jahres
fechten (erficht), focht, hat gefoehten 1. mit Hieb- ,
Stoßwaffen bes. im sportlichen Wettkampf gegen
jmdn.,
gegeneinander kämpfen: mit dem Degen,
Fechten — Fehde
375
Säbel, Florett (mit jmdm., gegen jmdn.) f.; <>geh-
für, um etw. f. (sich intensiv für etw. einsetzen) —
2. veraltend als Soldat gegen jmdn. kämpfen: sie
haben gegen eine feindliche Übermacht gefochten
Fechten, das; -s, jo» Pl.f das Fechten (1) mit Degen,
Florett, Säbel als sportliche Disziplin
Fechter, der; -s, - jmd.9 der das Fechten als Sport
betreibt
Fecht zu fechten 1| -kampf, der Wettkampf im
Fechten; -maske, die Sp ort korbartiger Gesichts
schutz beim Fechten
Feder, die; -n 1. in der Oberhaut eines Vogels in
großer Anzahl wachsendes, leichtes Gebilde aus Horn,
das aus einem Schaft und vielen von ihm ausgehen
den fadenähnlichen Verzweigungen besteht und dem
Vogel zum Fliegen und als Wärmeschutz dient: der
Vogel sträubt die Federn, verliert in der Mauser
seine Federn; O umg. noch immer in den Federn
(im Bett) liegen; nicht aus den Federn (aus dem
Bett) kommen — 2. Schreibjeder: eine goldene,
breite, dünne F .; die F. kratzt; O jmd. weiß die F.
zu führen, führt eine gewandte F. (versteht es , sich
schriftlich gewandt auszudrücken); zur F. greifen
(zu schreiben beginnen; schriftstellerisch tätig wer
den) ; diese Verse stammen aus, von seiner F. (sind
von.ihm verfaßt) — 3. meist spiral- od. blattförmiges
Bauteil aus elastischem Material, bes. M etall, zum
Abfangen bzw. Ausüben von Druck, Zug, Stoß: die
F. des Uhrwerks; die Federn der Couch knarren;
eine F. des Autos ist gebrochen — 4. Jägerspr.
Borste am Rückgrat des Wildschweins — 5. T isch
lerei dünnes Teil aus Holz, das in die Nut ein-
gepaßt wird und so die Verbindung von Brettern
herstellt
+ sich mit fremden Federn schmücken (Leistun
gen, Verdienste, Gedanken anderer als die eigenen
ausgeben); umg. Federn lassen (müssen) (mit ge
wissen Einbußen etw. erreichen)
Feder/feder| -ball, der 1. jo. Pl.j Spiel, bei dem
zwei Spieler mit Federballschlägern einen massiven
kleinen Ball mit einem nach einer Seite abstehenden
Kranz von Federn (1) od. einem körbchenartigen
Gebilde hin und her über ein Netz schlagen: F.
spielen — 2. Ball für 1; -ballschläger, der leichteres,
dem Tennisschläger ähnliches Gerät für Federball;
- bein, das Techn. der Federung, bes. von einzelnen
Rädern, dienendes, wie ein Teleskop bewegliches
Bauteil an Flugzeugen und Motorrädern; -bett, das
jPl.
- en/ mit Federn gefülltes Deckbett; -führend
jAdj.; nicht adv.f den Schriftverkehr einer öffent
lichen Einrichtung verantwortlich erledigend: in
dieser Frage ist das Ministerium f.; <0 in etw. f .
(maßgebend, beispielgebend) sein; dazu -führung,
die fo. PI .f; -gewicht, das jo. Pl.f Sport /Gewichts
klasse in den Disziplinen Boxen, Ringen, Gewicht
heben!; -kalter, der bes. vor dem Aufkommen des
Füllfederhalters benutztes stielförmiges Schreibgerät
mit eingesetzter Schreibfeder; -hut, der mit einer
Feder, mit Federn geschmückter H ut; -kiel, der
unterer Teil des Schaftes einer Feder (1); -kleid,
das geh. Gefieder: ein buntes, dichtes F .;
- leicht
fAdj.f 1. sehr, angenehm leicht (1): ein federleichter
Wollmantel — 2. \vorw. adv./ sich mühelos, gleich
sam schwerelos bewegend: sie tanzte f. (über die
Bühne); -lesen, das; -s, jo. P l.j + nicht viel
Federlesens (nicht viel Umstände) (mit jmdm., etw.)
machen; ohne viel F. , Federlesens, ohne langes F.
(ohne große Umstände); -messer, das scharfes,
kleines Taschenmesser
federn jsw. Vb.; hat/ 1.1. bei Druck (1.1) nachgeben
und bei Nachlassen dieser Einwirkung in die ur
sprüngliche Stellung zurückgehen: das Polster, Auto
federt (gut) 1.2 . elastisch wippen, schwingen: beim
Absprung federte das Brett (stark); mit federnden
Schritten gehen — 2 . etw. in bestimmter Weise f.
etw. mit einer bestimmten Federung versehen: ein
Auto gut f.; fvorw. im Part. Prät./ ein gut, schlecht
gefederter (mit einer guten, schlechten Federung ver
sehen er) Eisenbahnwagen
Feder| -nelke, die Nelke mit rosa od. weißen Blüten
und zerschlitzten Blütenblättern; -schale, die läng
liche Schale (II. 1) für Schreibgeräte; -schmuck, der
jo. Pl.j 1.1. geh. Gefieder 1.2. als Schmuck getragene
Federn (1): der F. der Indianer; -tasche, die B e
hältnis für die Schreibgeräte eines Schülers
Federung, die;
-en federnde (1.1) Vorrichtung
zum elastischen A uffangen von Stößen und plötz
lichem Druck: das Auto hat eine harte, weiche F .;
die F. der Couch
Feder| -vieh, das fo. Pl.f umg. Geflügel (1.1);
- waage, die Waage, bei der eine Feder (3) der
Schwerkraft des zu wiegenden Körpers entgegen
wirkt; -wild, das Jägerspr. Gesamtheit der jagd
baren Vögel; -wolke, die hohe, dünn auseinander-
gezogene, aus Eiskristallen bestehende W olke; -Zeich
nung, die mit einer Feder (2) angefertigte Zeichnung
Fee, die;
-n [fe:(o)n] mit Zauberkräften begabte,
(meist) schöne, gutgesinnte weibliche Märchen-,
Sagengestalt
feenhaft [fe:en..], feenhaft fA d j.f; sie war ein
feenhaftes (anmutiges und zartes, zauberhaftes)
Wesen
Fege|feuer, das jo. Pl.j Bei. kath. nach religiösen
Vorstellungen der Läuterungsprozeß, in dem die
Seelen der Verstorbenen ihre läßlichen Sünden ab-
büßen, bevor sie in das Reich Gottes eingehen
fegen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1. etw. dadurch
reinigen, daß der auf dem Boden liegende Schmutz
mit einem Besen o. ä. beseitigt wird: die Treppe,
Straße, den (gepflasterten) Hof, W eg f .; vor dem
Wischen muß das Zimmer gefegt (ausgefegt) wer
den; einen Weg, eine Bahn f. (durch Fegen schaffen)
1.2. etw., bes. auf dem Boden liegenden Schmutz,
mit einem Besen o. ä. von ecw. entfernen: die Krümel
vom Teppich, von der Tischdecke, den Schmutz
aus der Ecke, zur Tür, auf einen Haufen f.;
Schnee f. (Schnee beseitigen, um einen gut passier
baren Weg zu schaffen); <0> er fegte mit dem Arm,
seiner Hand (schob mit einer heftigen Bewegung
seines Arms, seiner Hand) die Gläser vom Tisch;
eine Sache vom Tisch f. (nicht beachten, als unwichtig
abtun) — 2 . sich außerordentlich geschwind irgend
wohin bewegen (ist): der Sturm fegte über die
weiten Felder, das Land; umg. die Jungen fegten
(rannten) über die Straße, um die Ecke — 3.
süd dt. Schweiz, etw. (Metallenes) durch Scheuern
reinigen, blank reiben (hat) — 4. (hat) Jägerspr.
das Geweih, Gehörn f. (durch Scheuern an Bäumen
vom Bast befreien); Rehböcke f. im Juni
Feh, das; -(e)s, -e kurzhaariges, graues, sehr weiches
als Pelz verwendetes Fell des sibirischen od. nord-
amerikanischen Eichhörnchens
Fehde, die; -n 1. von der Urgemeinschaft bis zum
Feudälism. übliche gewaltsame Austragung von
376
fehl — Fehlzündung
Streitigkeiten zwischen Sippen, im Feudalism. bes.
zwischen Feudalherren — 2. Streit: eine (literari
sche) F. ansfechten
fehl fA dj.f
+ f*am
Platz(e) sein
Fehl /in der Verbindung! veraltend geh. jmd.,
etw. ist ohne F. (ist makellos, einwandfrei)
Fehlanzeige, die fo. Pl.f umg. F .! /wird gesagt,
wenn es etw. nicht gibt, wenn etw. nicht getan wurde,
nicht das gewünschte Ergebnis hatte/: „hast du ihn
erreicht?“ „F .! “
fehlbar /Adj.f 1. veraltend geh. jeder Mensch ist
f. (macht Fehler) — 2. Schweiz, einer Übertretung,
Verfehlung schuldig
fehl/Fehl| -besetzen fVb.f eine Stellung, eine Rolle
mit einem dafür Ungeeigneten besetzen: fvorw. im
Part. Prät.f in dieser Aufführung war die Rolle
des Ferdinand fehlbesetzt; dazu -besetzung, die;
-betrag,der das (sich bei einerAbrechnung ergebende)
Fehlen eines Betrages; -bildung, die Med. fehler
hafte Ausbildung eines Organs, Körperteils; -dia-
gnose, die falsche Diagnose; -einschätzung, die
falsche Einschätzung, Beurteilung, Bewertung: diese
Ansicht beruht auf einer F. der geschichtlichen
Entwicklung, (der Leistung) des Schülers
fehlen /sw. Vb.; hat/ 1.1.1. (für jmdn.) nicht vor
handen sein, obwohl es, er benötigt wird: es f. Be
weise, Beispiele; bei der Abrechnung fehlte ein
Zwanzigmarkschein; an der Jacke fehlt ein K nopf;
es fehlt das nötige Personal, Vertrauen; dem Kind
die fehlende Mutter ersetzen; jmdm. fehlt etw.,
jmd.: jmdm. fehlt das (nötige) Geld für den Kauf
eines Autos; jmdm. fehlt jeglicher Humor; es fehlt
(mangelt) an etw.: es fehlt an Material, Ersatz
teilen; jmdm. fehlt es an Ausdauer, dem nötigen
Ernst; es fehlt ihm an Übung; an Unterhaltung
soll es nicht f. (für Unterhaltung ist gesorgt) 1.2 .
für die Kote I f. noch vier Punkte (sind noch vier
Punkte erforderlich) 1.3. du hast mir, als du ver
reist warst, (sehr) gefehlt (ich habe dich sehr ver
mißt) — 2 . nicht anwesend sein, obwohl es erwartet
w ird : in der Schule drei Tage (entschuldigt) f.;
einige der geladenen Gäste fehlten bei der Feier —
3. jmdm. fehlt etwas (jmd. fühlt sich nicht ganz
gesund); was fehlt ihm (woran ist er erkrankt)?;
mirfehlt nichts (ich bin gesund) —II. veraltend
etw. Unrechtes, einen Fehltritt tu n : ihm ist bewußt,
daß er gefehlt hat
+ das fehlte / gerade noch!; / weit gefehlt;
/ wo fehlt’s denn?;jmdm. f. (einfach) die / Worte
Fehl) -entscheidung, die falsche Entscheidung: eine
F. treffen; das war eine F.; -entwicklung, die E nt
wicklung in einer nicht gewünschten Richtung: eine
körperliche, psychische, wirtschaftliche F. (korri
gieren)
Fehler, der; -s, - 1.1. das Ergebnis falscher Tätig
keit, falschen Denkens: ein grammatikalischer,
orthographischer, logischer, häufiger F .; einen F.
machen; einen F. suchen, finden; orthographische,
grammatische F. korrigieren, anstreichen; in die
Berechnung, Übersetzung hat sich ein F. ein
geschlichen; wo steckt, liegt der F. in der Berech
nung? 1.2. das Ergebnis falschen Verhaltens, irrtüm
licher Entscheidung: einen großen, schweren F.
begehen; einen F. wiedergutmachen; seinen F.
einsehen; es war ein F., das (nicht) zu tun; das
war mein F. (meine Schuld) — 2.1« das Ergebnis
einer körperlichen, geistigen Fehlentwicklung od.
einer fehlerhaften Konstruktion: jmd. hat körper
liche, charakterliche F .; ein angeborener organi
scher F.; jeder Mensch hat seine F. (hat auch
negative Charaktereigenschaften); dieser Apparat
hat noch einige kleine F. (Mängel); ein technischer
F.; einen F. beheben 2.2 . mangelhafte Stelle im
M aterial: ein F. im Material, Porzellan; der Stoff
hat einige F. (im Muster)
fehlerfrei /Adj./ ohne Fehler (1.1, 2.2): ein fehler
freies Diktat; fehlerfreies Porzellan; eine Fremd
sprache f. sprechen
fehlerhaft fAdj.f mit Fehlern, einem Fehler (1.1,
2.2) behaftet: eine fehlerhafte Berechnung, Ware;
dazu Fehlerhaftigkeit, die; -,
- en fvorw. Sg .j
fehler/Fehler| -los fAdj.f fehlerfrei; -quelle, die Ur
sache fü r F ehler (1.1): Fehlerquellen ausschließen,
erkennen
Fehl/fehl| -färbe, die Kartenspiel Farbe (3), die
nicht Trumpf ist; -gebürt, die das Abgehen einer
noch nicht lebensfähigen Leibesfrucht: sie hatte eine
F.;
-gehen fVb.f geh. 1.1. einen falschen Weg
gehen: ihr könnt gar nicht f., wenn ihr euch immer
links haltet 1.2 . sich irren (1.1): man geht wohl
nicht fehl in der Annahme, daß ...
—
2. das Ziel
verfehlen: der Schuß, Schlag ging fehl, ist fehl
gegangen; -griff, der falsche Entscheidung, M aß
nahme: einen F. tun; -haltung, die fachspr. 1.
falsches Verhalten: eine psychische F.
—
2. eine
körperliche F. (ein Haltungsfehler 1.1); -Informa
tion, die falsche Inform ation; -Interpretation, die
falsche Interpretation; -Investition, die unrentable
Investition; -kalkulation, die falsche Kalkulation;
O daß alles noch gut ausgehen werde, hat sich
als F. (als irrige Annahme) erwiesen; -konstruktion,
die durch Fehler in der Projektierung bedingte
mangelhafte technische Konstruktion: die Brücke,
Maschine ist eine F .;
-leistung, die Psych. Hand
lungsweise), die nicht der Absicht des Handelnden
entspricht: der Versprecher war eine F. des An
sagers; -leiten fVb.; vorw. im Part. Prät.f 1. etw.
falsch leiten (3): ein fehlgeleiteter Transport —
2. jmdn. falsch lenken (3): (in ihrer Entwicklung)
fehlgeleitete Jugendliche; -meldung, die Meldung
mit dem Inhalt, daß etw. nicht vorhanden, nicht
getan ist; -paß, der Ballspiele ungenauer Paß;
-planung, die falsche Planung; -schlag, der Miß
erfolg: es gab Fehlschläge; -schlagen fVb .; ist/
mißlingen, m ißglücken: der Plan, Versuch ist fehl-
geschlagen; -Schluß, der falsche Schlußfolgerung:
etw. führte zu einem F .;
- Spekulation, die fehl
geschlagene Spekulation; -Start, der 1. Sport regel
widriger Start, bei dem ein od. mehrere Teilnehmer
vor dem Startzeichen den Lauf, das Rennen be
ginnen — 2. Techn. technisch mißglückter Start:
die Rakete hatte einen F .;
-treten fVb.; ist/ beim
Gehen ungeschickt auftreten od. danebentreten: er
trat fehl und kam zu Fall; -tritt, der veraltend
geh. (sittliche) Verfehlung: einen F. tun, begehen;
- urteil, das 1. falsches richterliches Urteil —* 2. vgl.
Fehleinschätzung; -verhalten, das P sych . von der
Norm negativ abweichendes Verhalten: die Ursache
des kindlichen FehlVerhaltens ergründen; -Zün
dung, die zum falschen Zeitpunkt eingetretene, als
Knall hörbare Zündung bei Verbrennungsmotoren;
- f umg. eine F. haben (etw. mißverstehen, auf etw.
falsch reagieren)
Feier — fein
377
Feier, die; -n 1. festliche Veranstaltung, die durch
ein (freudiges) Ereignis veranlaßt wird: eine glan
zende, würdige, schlichte F . ; eine F. in kleinstem
Rahmen, eine F. veranstalten, begehen — 2.
jvorw. Sg .j das Feiern (1): die F. eines Gedenktages
+ zur F. des Tages (aus diesem besonderen Anlaß)
Feler|abend, der 1.1. jo. Pl.j Arbeite- ,
Dienst
schluß: um 17 Uhr ist,bei uns F .; F. machen (auf-
hören zu arbeiten; mit etw. Schluß machen); <0>umg.
mit etw., damit ist (jetzt) F. (etw. ist vorbei, hat
aufgehört; etw. ist aufgebraucht) 1.2 . Zeit zwischen
Arbeite-, Dienstschluß und Nachtruhe: ich wünsche
Ihnen einen schönen F.; sich am F. mit seinem
Hobby beschäftigen
Feierabend) -arbeit, die individuelle Beschäftigung
od. bezahlte Arbeit nach Feierabend (1.1); -beschäf-
tigung, die vgl.
- arbeit; -heim, das /in der DDE/
Heim zum dauernden Aufenthalt für nicht pflege
bedürftige Menschen im Eentenalter
feierlich /Adj./ 1 .1 . dem besonderen festlichen A n
laß (in würdiger Form) entsprechend: eine feier
liche Zeremonie, Ansprache, Veranstaltung; ein
feierlicher Augenblick; in feierlicher Stimmung
sein 1.2 . etw. f . (ernst und nachdrücklich, dem
besonderen Anlaß in würdiger Form entsprechend)
versprechen, geloben
+ umg. das ist (ja, schon) nicht mehr f. (das geht
zu weit)\
Feierlichkeit, d ie; -,
- en 1. feierliche Veranstaltung,
Festlichkeit: an einer F. teilnehmen; die F. soll in
aller Stille stattfinden; die Feierlichkeiten er
strecken sich über mehrere Tage — 2. jo. P l.f
feierliche (1.1) Art und Weise: die F. des Augen
blicks; etw. mit F. (feierlich 1.2) sagen, über
reichen
feiern /sw. Vb.; hat/ 1. etw. in geselliger Runde
festlich gestalten, verbringen: ein Fest f. (veran
stalten); den Geburtstag, die Hochzeit, ein Jubi
läum, Weihnachten f .; das Wiedersehen (bei, mit
einer Flasche W ein) f.
—
2. jmdn. f. jmdm. mit
bestimmten Mitteln seine Verehrung, Bewunderung
ausdrücken: einen Jubilar, Preisträger f.; ein ge
feierter Tenor; geh. etw. f . : in glühenden Versen
feierte (verherrlichte) er die Liebe — 8. die Arbeit
(einige Tage) gezwungenermaßen, bes. als Folge
krisenhafter Wirtschaftsentwicklung, ruhen lassen:
die Arbeiter mußten drei Tage f.
- j- etw. feiert fröhliche / Urständ
Feier/fe|er| -Schicht, die /im kap. Wirtschafts
system/ Schicht (3), die die kap. Unternehmer bei Ab
satzschwierigkeiten ausfallen lassen, um die Produk
tion drosseln zu können; -stunde, die feierliche
Gedenkstunde; -tag, der alljährlich wiederkehrender
Festtag, an dem die Arbeit ruht: ein gesetzlicher
F .; jmdm. frohe Feiertage wünschen; -täglich
/Adj.f einem Feiertag entsprechend, angemessen:
eine feiertägliche Stimmung; sich f. kleiden; -tags
/Adv./ an Feiertagen: sonn- und f. verkehrt der
Zug nicht
feig(e) /Adj./1. jeder Gefahr, jedem Konflikt ängst
lich ausweichend, ohne M ut: ein feiger Kerl; du
bist ja f. (traust dich ja nichts) !; sich f. verkriechen
—
2. hinterhältig: ein feiger Mord, Anschlag; jmdn.
f. hintergehen
Feige, die; -,
-n süße, birnenförmige Frucht des
Echten Feigenbaums, die frisch od. getrocknet ge
gessen wird
Felgen) -bäum, der in den Tropen und Südeuropa
weitverbreiteter, mit dem Maulbeerbaum verwandter
Baum od. Strauch; -Matt, das /PI.
- blätter/ 1. Blatt
des Feigenbaums — 2. etw.,
das dazu dient, etw.
(notdürftig, schamhaft) zu verbergen: etw. als F.
benutzen
Feigheit, die; -, /o. PI./ Angst vor jeder Gefahr:
etw. aus F. nicht tun
Feigling, der; -s, -e feiger (1) Mensch
fellbieten /Vb./ veraltend etw. zum Kauf an
bieten : Blumen f .
Felle, die; -,
-n Werkzeug aus gehärtetem Stahl mit
einer scharfen, rauhen Oberfläche, das der span
abhebenden, glättenden Bearbeitung bes. von Holz- ,
Metallflächen dient: ein Werkstück mit der F. be
arbeiten
feilen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. mit der Feile be
arbeiten: ein Werkstück (rund, passend) f.; an
einem Schlüssel, Werkstück f. (mit der F eile
arbeiten) 1*2. etw. durch Bearbeitung mit der Feile
hersteilen: einen Schlüssel f.
—
2. an etw. f. etw.
überarbeiten, um ihm die angestrebte und endgültige
Form zu geben: er hat an den Versen, an dem
Aufsatz lange, immer wieder gefeilt
feilhalten/Vb.j v e ra lte n d e , feilbieten: Warenf.
+ / Maulaffen f.
feilschen /sw. Vb.; hat/ kleinlich, hartnäckig han
deln (3,) um den Kaufpreis zu drücken: (mitjmdm.)
um den Preis, jeden Groschen f.
Feil)Späne, die /Pl.j abgefeilte Späne
fein /A dj./ 1.1. von dünner (1.1) Beschaffenheit:
ein feines Gewebe, Garn; feine W olle; ein feiner
Strich, Strahl; (ein) feines H aar; ein feines (en g
maschiges) Sieb; die Wolle ist sehr f. gesponnen;
O einen feinen (zarten 5) Ton hören; jmd. hat
eine feine Stimme 1.2. von zierlichem Körperbau,
zarter (1.3) Beschaffenheit: jmd. hat feine Glieder,
Hände, eine feine Gestalt, H aut; ein feines (fein
geschnittenes) Profil 1.8. aus sehr kleinen Bestand
teilen bestehend, nicht grob (1.3): feines Mehl: feiner
Sand, Staub; der Kaffee ist f. gemahlen — 2.1.
fähig, etw. genau wahrzunehmen: ein feines Gehör;
eine feine Käse; ein feines Empfinden, Gespür,
einen feinen Sinn für etw. haben; jmd. ist ein
feiner Beobachter, besitzt ein feines Sprachgefühl
2.2. von Scharfsinn, Intelligenz zeugend: eine feine
Beobachtung, Bemerkung, Unterscheidung, Diffe
renzierung; ein feiner (feinsinniger) Humor; das
war ein feiner (ausgeklügelter, listiger) Plan; etw.
ist f. (schlau, listig) eingefädelt, ausgeklügelt, aus
gedacht, geplant — 3 . geringfügig, kaum wahrnehm
bar: einen feinen Unterschied feststellen; ein fei
ner Luftzug, Schmerz; ein feines Lächeln, Schluch
zen; eine feine Röte überzog ihr Gesicht — 4.1.
von ausgezeichneter, verwöhnten Ansprüchen ge
nügender Qualität, hochwertig: feines Gebäck, Obst;
feine Weine, Speisen; feine Wäsche, Seife 4.2.
moralische, menschliche Qualitäten aufweisend, kulti
viert: sie ist ein feines Mädchen, hat sich in dieser
Situation sehr f. benommen; er ist ein feiner
(prächtiger, sehr anständiger) Mensch, K erl; das
war nicht f. (anständig gehandelt) von dir; iron.
du bist mir ja ein feiner (gar kein guter, ein unzu
verlässiger) Freund! — 5. elegant, vornehm: eine
feine Dame; er war ihr nicht f. genug; umg. sich
f. machen (gute, festliche Kleidung anziehen) — 6 .
Anerkennung verdienend, gut (1.1): das war eine
378
Feinansprache — feinsinnig
feine Leistung; wie das Kind schon f. singen kann!;
das hast du f. (genau, wie von dir erwartet) ge
macht!; das ist aber f., wie f.! /Ausruf der Freude/
—
7. jadv./ umg. etw. f . (sehr) säuberlich ab
schreiben
-j- umg. jmd. ist f. heraus (ist bes. nach Uber-
Windung einer Schwierigkeit in einer glücklichen
Lage)
Fein) -ansprache, die Mil. genaue Angaben ent
haltende Meldung über einen Standort, ein Ziel,
Objekt: die F. eines Flugzeugs; -arbeit, die /o. PL/:
jetzt muß noch die F. (die ins einzelne gehende
Arbeit) gemacht werden; -bäckerei, die Betrieb, in
dem bes. Torten, guter Kuchen, feines Gebäck her-
gestellt werden; -bearbeitimg, die Techn. Bearbei
tung eines Werkstücks, durch die es eine optimale
Form, Wirkung erhalten soll; -blech, dasJvorw. Sg .f
dünnes Blech (1.1)
feindjAdj.; in den Verbindungen/ veraltend geh.
jmdm.. einer Sache f. (feindlich gesinnt,-entschieden
abgeneigt) sein, bleiben; sie waren einander nicht
f .; allen Vergnügungen f . sein
Feind, der; -(e)s,
-e 1.1. Person od. Gruppe von
Menschen, die (auf Grund entgegengesetzter Inter
essen) zu einer anderen Person od. Gruppe von
Menschen in einem Verhältnis steht, das durch Haß,
bösartige Absichten, aggressives Verhalten gekenn
zeichnet ist: er ist sein größter, schlimmster, ärg
ster, erbittertster, persönlicher F .; die M onopol
bourgeoisie — ein F. der Arbeiterklasse; die beiden
(Familien) waren Feinde (haßten sich); er hat
viele, keine Feinde; sich jmdn. zum F., Feinde
machen (durch sein Verhalten bewirken, daß jmd.
einem gegenüber eine feindselige Haltung einnimmt);
O dieses Tier hat viele Feinde (es gibt viele Tiere,
die diesem Tier nachstellen, es fressen wollen) 1.2.
jo. PL/ die Truppen, die Streitmacht des Staates,
mit dem Krieg geführt wird, Gegner: den F. an
greifen, besiegen, (in die Flucht) schlagen; der F.
steht vor den Grenzen des Landes — 2. ein F.
einer Sache, von etw. sein etw. prin zipiell ablehnen,
verurteilen: er, sie ist ein F. des Alkohols, Karten
spiels; ein F. des Militarismus, Fortschritts, von
langen Räden, aller Schönfärberei
Feind]bild, das Vorstellung vom Wesen des Feindes
(1.2) und das daraus resultierende Urteil über ihn:
(jmdm.) ein F. vermitteln
Feindes veraltend| -hand /in der Verbindung/ in
F. in der Gewalt des Feindes (1.2):. in F. sein; sich
in F. befinden; -land, das /o. PI./ Gebiet des feind
lichen Staates
Feindin, die; -nen /zu Feind 1.1/
feindlich /Adj./ 1. (persönliche) Feindschaft er
ken n en lassend: eine feindliche Einstellung, H al
tung, Atmosphäre; feindliche Absichten, Blicke,
Worte, Gefühle; eine feindliche (bedrohliche) Um
welt; jmdm. f. gesinnt sein — 2. dem Feind (1.2)
gehörend: die feindlichen Truppen, Stellungen; ein
feindlicher (vom Feind 1.2 ausgehender) Angriff —
3. einer Sache f. (ablehn en d) gegenüberstehen
Feindschaft, die ; -,
- en Beziehung zwischen M en
schen, die durch Haß, bösartige Absichten, aggres
sives Verhalten gekennzeichnet ist: zwischen den
beiden (Familien) besteht, herrscht (eine alte,
offene) F .; mit jmdm. in (persönlicher) F. leben,
liegen (mit jmdm. verfeindet sein); dazu fejnd-
sehafÜieh /Ad]./: eine feindschaftliche Haltung
feind/Feindj -selig /Adj./ eine feindliche Haltung,
feindliche Absichten erkennen lassend: ein feind
seliges Verhalten; ein feindseliger Blick; eine feind
selige H altung; jmdn. f . anstarren; -Seligkeit, die
1.1. /o. PL/ feindselige Haltung: jmdm. mit offener
F. gegenübertreten 1.2. /nur im PI./ Kampfhand
lungen, kriegerische Auseinandersetzung: die Feind
seligkeiten eröffnen
Fein|einstelhmg, die Techn. sehr genaue, scharfe
Einstellung eines Gerätes: die F. regulieren
Feinfrost| -gemiise, das tiefgefrorenes Gemüse;
-obst, das vgl.
- gemüse
fein/Fein| -fühlend /Adj./ Feingefühl besitzend: sie
war sehr f. und verstand sofort den versteckten
Vorwurf; -fühlig /Adj./ 1 .1. sensibel (1.1): ein fein
fühliger Mensch 1.2 . feinsinnig: etw. f . charakteri
sieren, mitteilen; -gefühl, das jo. Pl.j auf Ein
fühlungsvermögen beruhende Fähigkeit, etw., jmdn.
gefühlsmäßig genau zu erfassen, sich angemessen,
taktvoll zu verhalten: bei einer Sache (ein) großes
F. zeigen, mit sehr viel F. vorgehen; jmd. besitzt
musikalisches, stilistisches F .;
-gehalt, der jo . PL/
fachspr. Gehalt an reinem Edelmetall in Legierun
gen; -gemahlen/Adj.; nur attr.j fein (1.3) gemahlen:
feingemahlener K affee; -gewicht, das /o. PL/
fachspr. Gewicht des Anteils an Edelmetall in einer
Legierung; -glied(e)rig /Adj.; nicht adv./ von zartem
Aussehen, W uchs: ein feingliedriges kleines Mäd
chen; eine f eingliedrige Gestalt; feingliedrige
Hände; -gold, das reines Gold: eine Unze F.
Feinheit, die; -,
-en 1./vorw. 8g ./1.1./zu fein 1.1/
Zustand des Feinseins 1.2. feine (1.2), zarte Be
schaffenheit: die F. ihrer Haut, Hände — 2 . /vorw.
Pl.j das in bestimmten Einzelheiten Bestehende, das
nur durch Genauigkeit, Feingefühl zu Bewältigende,
N u a n ce : stilistische Feinheiten; die Feinheiten der
Sprache beherrschen, herausarbeiten; bestimmte
Feinheiten der Formulierung, der Inszenierung
nicht, sofort verstehen — 3. die auf Sorgfalt und
Genauigkeit in der Form beruhende Schönheit von
etw.: die F. der Schnitzerei, Handarbeit — 4 . fo.
Pl.j umg. übertriebene vermeintliche Vornehmheit:
vor lauter F. konnte sie kaum sprechen
fe|n/Fein| -körnig/Adj.; nicht adv./1.1 . aus kleinen,
feinen Körnern (3.1) bestehend: feinkörniger Sand
1.2. F otogr. ein feinkörniger (wenig lichtempfind
licher, kontrastreicher) Film; -kostgesehäft, das Ge
schäft, in dem hochwertige Lebensmittel, Genuß-
mittel verkauft werden; -maschig /Adj.; nicht adv./
mit engen, kleinen Maschen: ein feinmaschiges
Netz, Gewebe; feinmaschiger Draht; -mechanik,
die /o. PL/ Teilgebiet der Technik, das sich mit der
Herstellung von Geräten, Apparaturen, Maschinen
hoher mechanischer Präzision befaßt; -mechaniker,
der Facharbeiter auf dem Gebiet der Feinmechanik;
-nervig /Adj./ sensibel (1.1): ein feinnerviger Künst
ler; -schmecker, der; -s,
-
jmd.,
der einen aus
geprägten Sinn für feine Speisen, Leckerbissen hat
und ihren Geschmack beurteilen kann: diese Soße,
dieses Gebäck, Rezept ist etwas für F .; er ist ein
richtiger F. (ißt immer nur die besten Sachen));
O jmd. ist ein ästhetischer F .;
-schnitt, der /vorw.
Sg./ sehr fein geschnittener Pfeifentabak; -seife, die
Seife für die Körperpflege; -sinnig /Adj./ geistvoll
und von feinem Empfinden für etw. zeugend: eine
feinsinnige Bemerkung, Antw ort; ein feinsinniger
Schriftsteller, Dichter; etw. f . feststellen; dazu
Feinsinnigkeit — Fellache
379
- sinnigkeit, die;
-en jvorw. 8g .j; -Wäsche, die
/o. Pl.j Textilien, die beim Waschen besonders
schonend behandelt werden; -Waschmittel, das bes.
für das Waschen von Feimoäsche geeignetes Wasch
mittel
feist /Adj./ 1. jemot./ sehr dich und prall: ein feister
Nacken, feistes Gesicht; feiste Hände, Finger; ein
feister Mann — 2.1. süd dt. ein feister (fetter 1.1)
Braten; feiste (fette 2.1) Erde 2.2. Jägerspr. ein
feister (gut genährter) Hirsch
feixen fsw. Vb.; hat/ salopp breit grinsen, Grimas
sen schneidend lachen: unverschämt, über das ganze
Gesicht f.
Feld, das; -(e)s, -er 1. fo. Pl.j weites, unbebautes (II)
Gelände: über freies F. laufen; auf offenem F.
(unter freiem Himm el) schlafen, übernachten, zelten
—
2. landwirtschaftlich bearbeitete größere Boden
fläch e: die Felder, das F. bestellen, bebauen,
düngen, pflügen; ein F. mit Weizen; auf dem F.
arbeiten (Feldarbeit verrichten) ; das F. mähen, ab-
ernten — 3. durch Markierung, Farbgebung sich
abhebender, abgeteilter, meist rechteckiger Teil einer
F läch e: die Felder des Schachbretts^ Briefmarken
albums, Formulars — 4. fvorw. 8g ./ Sport 4.1.
Spielfeld: den Ball über das F. hinaus werfen,
schlagen, schießen; einen Fußballspieler vom F.
weisen 4.2. geschlossene Gruppe von Sportlern bei
einem Rennen, in einem Lauf: ein Fahrer, Läufer
löste sich vom F.
—
5. fo. PL/ veraltend im F.
(an der Front) sein — 6 . jo. PL/ Tätigkeits-,
WissensForschungsgebiet: sein spezielles, eigent
liches F. ist die moderne Musik — 7. Phys. Raum
(2), in dem jedem Punkt ein bestimmter Wert einer
physikalischen Größe zugeordnet ist: ein elektri
sches, elektromagnetisches, magnetisches F.
-j- das F. behaupten (als Sieger dastehen, seine
Stellung gegen andere behaupten); das F. räumen
(die Stellung räumen, zurückweichen, sich absetzen);
etw. gegen etw.,
jmdn. ins F. führen (etw. als
Argument gegen etw., jmdn. anführen); jmdn. aus
dem Felde schlagen (jmdn. besiegen, verdrängen);
gegen jmdn.,
etw. zu Felde ziehen (jmdn.,
etw.
bekämpfen, gegen jmdn., etw. kämpfen); das ist ein
weites F. (ein schwer überschaubarer Bereich, ein
vieldiskutiertes Thema)
Feld/feld| -arbeit, die bes. sich auf den A nbau, die
Pflege und das Ernten von Feldfrüchten beziehende
Arbeit auf dem Feld: F. verrichten; die Feld
arbeiten sind jetzt abgeschlossen; -arzt, der A rzt,
der seinen Dienst an der Front ausübt; -bahn, die
schnell verlegbare schmalspurige Gleisanlage ohne
Unterbau, bes. in der Bauindustrie; -bau, der fo.
Pl.f Ackerbau; -bastellung, die das Bestellen des
Feldes; -bett, das /PL -en/ aus einem leicht zu
sammenlegbaren, mit festem Stoff bespannten
Metallgestell bestehende einfache Liege; -blume, die
fvorw. Pl.j Blume, die in freier Natur, auf dem
Feld (1) wachst; -flasche, die zur Ausrüstung eines
Soldaten gehörendes flaches, einer Flasche ähnliches
Gefäß aus Blech für Getränke; -frucht, die jvorw.
PL/ jede auf dem Feld angebaute Kulturpflanze:
Feldfrüchte anbauen, hacken, wässern; -küche,
die fahrbare Einrichtung zum Kochen, die der un
mittelbaren Versorgung der Soldaten an der Front
mit warmen Speisen und Getränken dient; -lager,
das Mil. zeitweilige Stationierung von Truppen in
provisorischen Unterkünften an Orten, die für die
Gefechtsausbildung geeignet sind; -linien, die fPl.f
Phys. Linien, deren Tangenten in einem Punkt die
Richtung der Feldstärke eines elektrischen od.
magnetischen Feldes angeben; -marschmäßig /Adj.;
nicht präd.j: eine feldmarschmäßige (dem Einsatz
der Soldaten an der Front gemäße) Ausrüstung; die
Kompanie ist f. (für den Einsatz an der Front
ausgerüstet) angetreten; -maus, die graubraune
Wühlmaus, die nur in offenem Gelände, nicht in
Wäldern lebt; -rain, der Rain an einem Feld (2)
Feldscher, der; -s, -e Mil. /noch DDR/ Angehöriger
des mittleren medizinischen militärischen Personals
Feld/feld| -Scheune, die leichtgebaute Scheune au f
dem Feld (2); -spat, der /o. Pl.j zur Gruppe farb
loser od. heller gesteinsbildender Silikate gehörendes
Mineral; -stärke, die Phys. physikalische Größe,
die die Einwirkung einer Kraft auf einen bestimmten
Punkt des Feldes kennzeichnet; -Stecher, der; -s, -
größeres Doppelfernrohr: den Raubvogel mit einem
F. beobachten; -stein, der fvorw. PL/ auf dem Feld
(1, 2) liegender, größerer, unbehauener Stein: der
Sockel des Gebäudes, die Mole besteht aus Feld
steinen; -überlegen /Adj./ B allspiele durch Über
legenheit im Mittelfeld das Spiel bestimmend: die
Mannschaft war während des ganzen Spiels f.,
verlor aber 0 : 1 ; dazu -Überlegenheit, die
Feld-Wald-und-Wiesen-s /in Verbindung mit be
stimmten Berufs- od. Sachbezeichnungen; weist auf
die mangelnde Qualität und unspezifische A rt hin/
umg. spött. , z. B .: Feld-Wald-und-Wiesen-Dich
ter
Feldwebel, der; -s, - Angehöriger der Land-, Luft
streitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des
Unterfeldwebels und dem des Oberfeldwebels liegt:
umg. sie kommandiert wie ein F.
F?ld| -weg, der Weg zwischen, an Feldern (2): ein
schmaler, aufgeweichter F .;
- zug, der 1. große,
zeitlich begrenzte kriegerische Aktion : der F. Alex
anders des Großen gegen die Perser — 2. groß
angelegte Aktion gegen, für etw.: einen F. gegen
die Jugendkriminalität, für größere Sparsamkeit
beginnen, durchführen
Felge, die; -,
-n 1. Teil des Rades, auf dem der
Reifen angebracht wird — 2. Turnen Umschwung
am Reck aus dem Stütz mit ganzer Drehung um die
Querachse wieder in den Stütz
Felgenbremse, die Bremse an Fahrrädern, die seit
lich auf die Felge einwirkt
Fell, das; -(e)s, -e 1.das Haar auf der Haut, die
behaarte Haut von Säugetieren: ein dichtes, braunes,
weiches, seidiges, struppiges, zottiges F .; einem
Hund das F. streicheln, kraulen; der Katze
sträubte sich das F .; einem Hasen, Fuchs das F.
abziehen; Felle gerben — 2. 1 in gegerbtem Z u
stand: eine Mütze aus weißem F.; als Besatz F.
nehmen — 3. jo. PL/ scherzh. Haut des Menschen:
sich die Sonne aufs F. brennen lassen
+ jmdm. sind alle Felle davon- , weggeschwommen
(jmds. Hoffnungen sind zerronnen); umg. ein dickes
F. haben (auf Kritik, Vorwürfe, Ärger nicht reagie
ren); jmdm. das F. gerben (jmdn. tüchtig ver
prügeln); jmdm. das F. über die Ohren ziehen
(jmdn. bei einem Handel übervorteilen); salopp
jmdm., jmdn. juckt das F. (jmd. wird übermütig
und riskiert damit Prügel); jmds. F . versaufen
(nach jmds. Begräbnis ausgiebig feiern)
Fellache, der; -n,
-n Angehöriger der seßhaften,
380
Fellmütze — Fensterreihe
armen Landbevölkerung in den arabischen Ländern,
bes. im Niltal
Fell|mütze, die Mütze aus Fell (2)
Fels, der; -en, -en 1. jo. PL; vorw. indekl.j Gestein
(2): brüchiger, kantiger F .; bei Bohrungen auf F.
stoßen — 2* geh. Felsen: wie ein F. (unbeirrbar)
stand er inmitten seiner Feinde
F els: / felsen/Felsen|
Fels| -block, der /PL -blocke/ großer Felsbrocken:
über Felsblöcke klettern; -brocken, der großes
Stück Gestein (2)
Felsen, der; -s,
-
größere, in die Höhe ragende
(kantige) Gesteinsmasse: steile, schroffe, nackte,
scharfgezackte F .; auf einen F. klettern
feisen/Felsen (mit « auch Fels|)| -fest jAdj.j durch
nichts ins Wanken zu bringen, sehr fest: der felsen
festen Überzeugung, Meinung sein, daß . . . ; f . an
etw. glauben; -gebirge, das felsiges Gebirge; -gipfcl,
der Gipfel eines Felsens; *-grotte, die Grotte;
«-höhle, die Höhle in einem Felsen; -keller, der in
einem Felsen befindlicher Keller, kühler Baum (zur
Lagerung bes. von Getränken und Eis); -kette, die
mehrere miteinander verbundene Felsgipfel; *-klippe,
die Klippe (1); -küste, die felsige Küste; *-riff, das
eine Beihe von Felsenklippen; «-rücken, der ge
wölbter oberer Teil eines Felsmassivs; «-Schlucht,
d ie ; «-spitze, die
Fels| -gestein, das Gestein (2): bröckelndes F . ;
-gipfel, der felsiger G ipfel
felsig jAdj.j 1.1. Felsblöcke aufweisend: ein felsiger
Weg, felsiges Bergland, Gebiet 1.2 . aus Fels (1)
bestehend: ein felsiger Gipfel
Fels| -massiv, das; -spalt, der Spalt in einem
Felsen; -spalte, die vgl.
- spalt; -wand, die Seiten-
fläche eines aufragenden Felsmassivs; -zacke, die
Zacke eines Felsens
Feme, die; -,
- n 1. im Mittelalter fungierendes
(königliches) Sondergericht, das sich besonders mit
solchen Straftaten befaßte, die mit der Todesstrafe
geahndet wurden — 2 . geheime, illegale gerichts
ähnliche VerSammlung reaktionärer, bes. rechts
radikaler militaristischer Verbände, die über die E r
mordung politischer Gegner od. unliebsamer eigener
Mitglieder entscheidet jbes. in der Zeit der Weimarer
Bepublikj
Feme| -gericht, das Feme; -mord, der Mord durch
die Feme (2)
feminin, feminin /Adj.f 1.1 . weiblich (2.1): feminine
Körperfunktionen 1.2 . das typisch Weibliche zur
Geltung kommen lassend, dem Weiblichen ent
sprechend : eine feminine Mode, Schnittform, Linie
1.3. jvon einer männlichen Personj die für eine
Frau charakteristischen Eigenschaften, weichen Züge
habend, weibisch: sein feminines Gebaren, Aus
sehen — 2. /feminin/ Gramm, das Substantiv
,Lampe4 ist f., femininen Geschlechts (ist ein im
Nominativ Singular mit dem Artikel die verbundenes
Substantiv)
Femininum, au ch Femininum, das; -s, Feminina
Gramm. Substantiv femininen Geschlechts: das
Substantiv ,Lampe4ist ein F.
Feministin, d ie; -,
-nen Frau, die in der bürgerl.
Gesellschaft für die Verwirklichung der Bechte der
Frau in Ehe, Familie, Gesellschaft durch den Abbau
der patriarchalischen Ordnung öffentlich eintritt
Fenchel, der; -s, jo. Pl.j 1. zu den Doldengewächsen
gehörende gelbblühende, würzig riechende Gewürz-
und Heilpflanze mit feingeteilten Blättern und äthe
rische Öle enthaltenden 9Früchten — 2. Gewürz,
Extrakt aus 1
Fenchel| -öl, das jo. Pl.j aus den Früchten von
Fenchel gewonnenes ö l; -sirup, der jo. Pl.j mit
Fenchelöl hergestelltes hustenlinderndes A rznei
mittel; -tee, der jo. Pl.j 1. aus den Früchten von
Fenchel hergestellter Tee als Mittel gegen Ver
dauungsstörungen und Husten — 2. durch Auf-
brühen von 1 hergestelltes Getränk
Fender, der; -s,
-
Seemannsspr. kugel- od.
zylinderförmiges Polster, das die Bordwand und die
Kaimauer beim Anlegen vor Beschädigung schützen
soll
Fenn, das; -(e)s, -e norddt. sumpfiges, mooriges
Gelände
Fenster, das; -s, - 1.1. an einer meist rechteckigen
Öffnung in einer meist vertikalen Fläche (bes. an
Gebäuden, Fahrzeugen) angebrachtes Bauteil mit
einem od. mehreren beweglich in den Fensterrahmen
eingehängten Teilen mit (gerahmten) Glasscheiben
zum öffnen und Schließen dieser Öffnung, die dazu
dienen, Licht (und Luft) in einen geschlossenen
Baum dringen zu lassen: ein sauberes, schmutziges
F.; angelaufene, beschlagene F. (Fensterscheiben);
das F. öffnen, schließen, auf-, zumachen; (die) F.
putzen; ein F. (einen, die Fensterflügel) aus-, ein
hängen; das F. des Autos herunterkurbeln; die F.
stehen offen 1.2 . Öffnung mit 1.1: ein hohes,
breites, vergittertes F.; aus dem F. sehen; zum
F. hinausschauen; das F. geht zur Straße, auf
den Hof hinaus (man sieht durch das Fenster auf
die Straße, den H of); 0 >ein Briefumschlag mit F.
(mit einer durchsichtigen, rechteckigen Fläche) —
2. Schaufenster: das F. dekorieren
+ umg. jmd. ist weg vom F. (ist nicht mehr ge
fragt); — das / Geld aus dem F. werfen, zum F.
hinauswerfen
Fenster|-bank, die /PL -bänke/ Fensterbrett; -brett,
das Platte bes. aus Stein od. Holz, die am unteren
Ende eines Fensters innen od. außen waagerecht
angebracht ist: auf das F. Blumentöpfe stellen;
-brüstung, die Teil der Wand zwischen Fußboden
und der unteren Begrenzung des Fensters; -fliigel,
der Flügel eines Fensters; -front, die viele (und
große) Fenster aufweisende Hausfront; -glas, das
jo. Pl.j planes Glas, bes. zum Verglasen von Fenster
rahmen: ihre Brille hat nur F.;
-griff, der G riff
zum Öffnen, Schließen des Fensters; -kreuz, das
sich kreuzende Balken, die ein Fenster in vier Beclfit-
ecke teilen; -laden, der türähnliche, hölzerne Klappe
an der Außenwand von Fenstern: die Fensterläden
schließen; -leder, das weicher, dünner lederner
Lappen zum Fensterputzen
fensterin jsw. Vb.; hat/ süddt. österr. nachts
(über eine Leiter) (s)ein Mädchen durchs Fenster,
(auf einer Leiter) am Fenster besuchen
fenster/Fenster| -los jA dj.; nicht adv.j kein(e)
Fenster habend: eine fensterlose Kammer, Küche,
Halle; -Öffnung, die Fenster (1.2); -platz, der Sitz
platz am Fenster, bes. in einem öffentlichen Ver
kehrsmittel; -putzer, der jmd., der beruflich Fenster
putzt; -rahmen, der 1.in die Öffnung der Wand ein
gesetzter Böhmen, an dem ein od. mehrere Fenster
flügel beweglich angebracht sind — 2. Böhmen für
Glasscheibe(n) des Fensters; -reihe, die die an den
Fenstern eines Baumes, bes. eines Klassenzimmers,
Fensterscheibe — fernhalten
381
gelegene Reihe von Sitzplätzen; -scheibe, die Glas
scheibe des Fensters: eine zerbrochene F.; die F.
einschlagen; eine (neue) F. einsetzen; -stock, der
/PL -stocke/ süddt. österr.Fensterrahmen; -stürz,
der Bauw. Sturz (II); -wand, die Wand eines
Raumes mit den Fenstern, dem Fenster
Ferien, die /PI./ [..Tan] 1.1. turnusmäßig wieder
kehrende, längere Zeitspanne, in der in bestimmten
Institutionen, bes. Schulen, Universitäten, Theatern,
der (normale) Betrieb ruht: die Blinder haben F .;
jetzt sind die ^ großen F .; im Sommer machen
die Theater F .; in den F. verreisen 1.2. Urlaub
(1.1): das waren schöne, erlebnisreiche F .; seine
F. an der See verbringen; in die F. (an den Ferien
ort) fahren; <£> F. vom Ich (das Gelöstsein von den
Pflichten des Alltags)
Ferien| -dienst, der Einrichtung (an Betrieben) in
der DDR, die den Werktätigen einen Ferien-,
Urlaubsplatz vermittelt; -dorf, das als Erholungsort
gestalteter Komplex von Ferienheimen; -erlebnis,
das; -gast, der jmd.,
der irgendwo als Gast seine
Ferien verbringt; -gestaltung, die bewußte (organi
sierte) Gestaltung der Ferien für Schulkinder; -heim,
das Heim (2) für Feriengäste; -helfer, der jugendli
cher Helfer bei der Feriengestaltung in der D D R;
dazu -helferin, die; -lager, das jPl.
- lager/ Zeltlager,
Ferienheim, in dem Kinder einen Teil ihrer Ferien
verbringen; -ort, der /PI.
- e/ Ort, an dem jmd. seine
Ferien (1.2) verbringt: sich die Zeitung an den F.
nachschicken lassen; -paradies, das /emot./ idealer
Ferienort: N ist ein F. für Kinder; -platz, der
(durch eine offizielle Stelle vermittelte) Unterbringung
an einem Ferienort: jmdm. einen F. anbieten,
geben; einen schönen F. bekommen, haben; -reise,
die Reise in den Ferien, Urlaubsreise: eine F. an
die Ostsee, durch Ungarn; -Scheck, der vom F reien
Deutschen Gewerkschaftsbund ausgestellter, seinen
Mitgliedern vorbehaltener Berechtigungsschein für
einen im Preis ermäßigten Urlaubsplatz; -spiele,
die /PL/ Veranstaltungen, an denen die während
der Ferien am Heimatort gebliebenen Schulkinder
teilnehmen können : an den Ferienspielen teil
nehmen; -tag, der Tag in den Ferien: heute ist der
letzte F., morgen beginnt die Schule; frohe Feiien-
tage an der Ostsee verleben; -zeit, die
Ferkel, das; -s, - 1. junges Schwein (1.2) von der
Geburt bis zum Entwöhnen vom Muttertier: ein
rosiges F.; die F. quieken — 2. umg. femot.f un
sauberer od. sich unanständig benehmender M ensch:
er ist ein F.; auch Schimpfw. du F. hast ge
kleckert, hast dir nicht die Ohren gewaschen!;
behalt deine Zoten für dich, du F .!
Ferkelei, die; -en umg. obszönes Reden, Handeln:
laß deine (ewigen), die Ferkeleien!
ferkeln /sw. Vb.; hat/ 1. die Sau hat geferkelt
(Ferkel geworfen) — 2. umg. sich durch Unacht
samkeit beschmutzen od. sich unanständig benehmen:
wer hat hier geferkelt?
Fermate, die; -,
- n Mus. Zeichen über einer Note
od. einer Pause, die dadurch über ihren Zeitwert
hinaus auf eine nicht genau festgelegte Dauer ver
längert wird
Ferment, das; -(e)s, -e Enzym : ein F. der Bauch
speicheldrüse
Hern fAdj.; / auch ferner/ 1. von einem Bezugs
punkt räumlich weit entfernt: ferne Länder, Sterne,
Welten; f. am Himmel, Horizont tauchte ein
Flugzeug auf; f. von uns, von hier; von f., ferne
(aus der Ferne) konnte man Stimmen hören; von
f., ferne (aus einiger Entfernung) etw. betrachten,
beobachten, miterleben; <> sie waren sich f.
(geistig, gefühlsmäßig fremd) — 2. von der Gegen
wart weit weg in der Vergangenheit od. Zukunft
liegend: in ferner Vergangenheit, Zukunft, Zeit;
eine Geschichte, Erinnerung aus fernen (längst
vergangenen) Tagen; davon wird man noch in
fernen (weit in der Zukunft liegenden) Tagen
sprechen; die Zeit ist noch nicht f. (es ist noch
nicht lange her), da ... , als ...'; der Tag ist hoffent
lich nicht mehr (allzu) f. (der Tag wird hoffentlich
bald kommen), an dem ...
-f- von /< nah und f.
2fern /Präp. mit Dat.f weit entfernt von: f. der
Heimat, allem Trubel, der Großstadt
fern/Fern| -ab, :ab /Adv.f geh. weit entfernt: f.
von jeder menschlichen Behausung; -amt, das
Dienststelle der Post, die Fernsprechverbindungen
über Fernleitungen herstellt; -bahnkof, der Bahn
hof für den Fernverkehr; -bedienen /Vb.; vorw. im
Inf. u . Part. Prät.f einen Apparat, eine technische
Anlage von einem entfernten Standort aus bedienen:
eine Anlage f.;
.das Gerät wird fernbedient; dazu
-bediemmg, die; -bleiben /Vb./ einer Sache f. (gegen
die Gewohnheit od. Erwartung) an etw. nicht teil
nehmen, bei etw. fehlen: er blieb der Arbeit fern,
ist dem Unterricht ferngeblieben; -blick, der gute
Sicht bis in die Ferne: vom Turm, Berg hat man
einen herrlichen F.
Ferne, die; -,
-n /vorw. Sg .; PI. geh./ 1. zu einem
Bezugspunkt bestehende große räumliche Entfernung:
in die F. blicken, schauen; etw., jmdn. aus der
F. beobachten, betrachten; in nicht weiter F.
(nicht sehr weit entfernt) erkennt man die Berge;
das Geräusch kam aus weiter F., aus der F. (von
sehr weit her); in der F. (irgendwo weit entfernt)
rauschte das Meer — 2. große zeitliche Entfernung:
die Verwirklichung des Vorhabens liegt (noch) in
weiter F. (in sehr weiter Zukunft); das liegt (noch
weit) in der F. (bis dahin ist noch sehr viel Zeit);
das Ereignis liegt schon in weiter F. (in weit zurück
liegender Vergangenheit), ist schon in graue, nebel
hafte F. gerückt
ferner /Adj.; / auch Hern/ 1.1, /nur attr./ in der
Zukunft, zukünftig: sein ferneres Verbleiben an
diesem Platz ist fraglich; jeder fernere Versuch
ist zwecklos 1.2 . /adv./ geh. dieses Amt wird er
auch f. (so wie jetzt, so auch in Zukunft) bekleiden
—
2. jauch in konjunktionaler Verwendung; neben
ordnend; fügt Satzteile, Satzglieder an; betont das
Zusätzliche/ außerdem : er bereiste den Vorderen
Orient, f. Indien und China
fernerhin /Adv./ 1 . ferner (1.2): das wird man
auch f. im Auge behalten — 2. ferner (2); das
hatte f. zur Folge, daß ...
Fern/fern| -fahrer, der Fernlastfahrer; -fahrt, die
Fahrt, Gütertransport mit einem Lastwagen,
- zug
über eine große Entfernung; -gas, das jo. PL/ Gas,
das über Fernleitungen befördert wird; -gasleitung,
die; -gespräch, das Telefongespräch über eine Fern
leitung: ein dringendes (aus Dringlichkeit bevorzugt
handvermitteltes) F.;
-glas, das /PI.
-glaser/ kleines
Doppelfernrohr; -halten /Vb./ 1.1. etw., jmdn. von
jmdm., etw. f . etw.,
jmdn. an jmdn.,
etw. nicht
heranlassen: schlechte Einflüsse, den Kranken von
382
fernheizen — fertig
den Kindern f. 1.2 . sich (von etw., jmdm.) f. (sich
so verhalten, daß man nicht mit etw.,
jmdm. in
Berührung kommt, etw.,
jmdn. meiden); -heizen
jVb.; vorw. im Inf. u . Part. Prät./ Gebäude, ein
Wohngebiet durch Fernheizung mit Wärme ver
sorgen: die Wohnungen werden jetzt ferngeheizt;
-heizung, die das Beheizen von Gebäuden eines
Wohngebiets von einem zentralen Heizwerk aus
durch Fernleitungen (1): Neubauwohnungen mit F .;
-her, ;her /Adv./ geh. aus der Ferne: wir hörten
von f. den Donner grollen; -laster, der umg. Fern
lastwagen, Fernlastzug; -lastfahrer, der Fahrer
eines Fernlastwagens, Fernlastzuges; -lastwagen,
der L K W für Ferntransporte; -lastzug, der Fern
lastwagen mit Anhängern); -leihe, die; -,
-n Aus
leihe von Büchern von auswärtigen Bibliotheken,
Verleih von Büchern an auswärtige Bibliotheken:
ein Buch über F. bestellen; -leitung, die 1. Leitung
zur Versorgung mit Energie od. Wasser über größere
Entfernungen — 2. Telefonleitung, die verschiedene
Ortsnetze verbindet; -lenken /Vb.; vorw. im I n f. u .
Part. Prät./ ein (Luftfahrzeug, Geschoß elektronisch
von einem entfernten Standort aus lenken: fern
gelenkte Flugzeuge, Raketen; dazu -lenkung, die;
-licht, das jo. PI ./ nicht abgeblendetes, weitreichendes
Scheinwerferlicht der Kraftfahrzeuge; -liegen IVb.f
1.1 . /vorw. verneintf abwegig sein, nicht in Betracht
kommen: der Gedanke lag gar nicht fern 1.2. etw.
liegt jmdm. fern: es liegt mir fern, das zu be
haupten (ich will das nicht unbedingt behaupten)
Fernmelde| -amt, das für den Fernsprech- und
Telegrafenverkehr zuständige Dienststelle der Post;
-gebühr, die fvorw. P I ./ Betrag, der für den Betrieb
eines Fernsprechers zu entrichten ist; -technik, die
jo. PI ./ Teilgebiet der Elektrotechnik, das sich mit
den Anlagen des Fernmeldewesens beschäftigt;
-wesen, das /o. PI./ alle Einrichtungen und M aß
nahmen, die die telefonische, telegrafische od. über
Funk erfolgende Nachrichtenübermittlung betreffen
fern/Fern| -mündlich /Adj./ telefonisch : etw. f . mit-
teilen; -ost /in den Verbindungen/ in, aus F. (im
Fernen, aus dem Fernen Osten); dazu -östlich/Adj.;
nur attr.\; -rohr, das großes rohrförmiges optisches
Gerät (auf einem Stativ), das in der Ferne befind
liche Gegenstände vergrößert und näher erscheinen
läßt; -ruf, der Telefonnummer: Sie erreichen uns
über F. 248.28126; -schreiben, das durch den T ele
grafen übermittelte Nachricht; -Schreiber, der Tele
graf; -schuß, der /PI.
-schüsse/ Ballspiele Schuß
aus größerer Entfernung auf das gegnerische Tor
Fernsehl -ansagerin, die weibliche Person, die im
Fernsehen (1) die Sendungen ansagt; -antenne, die
Antenne für den Fernsehempfang; -apparat, der
Fernsehgerät; -empfang, der Empfang von Fernseh
sendungen
fern/Fern| -sehen jVb./ sich Fernsehsendungen,
eine Fernsehsendung ansehen: wir haben gestern
abend ferngesehen; er kam, um bei uns fernzu
sehen; -sehen, das; -s, /o. PI./ 1. drahtlose Über
tragung bewegter od. unbewegter Bilder mit dazu
gehörigem T on : was gibt es, kommt heute im F. ?;
das Konzert wird im F. übertragen — 2 . Institu
tion fü r 1: eine Sendung des Fernsehens; etw.
wird vom F. übertragen; er arbeitet beim F .;
-Seher, der umg. Fernsehgerät
Fernsehl -film, der eigens für das Fernsehen produ
zierter Spielfilm ; -funk, der /o. PL/ das Fernsehen
(2); -gerät, das Gerät für den Empfang von Fern
sehsendungen; -interview, das Interview im Fern
sehen; -kamera, die Aufnahmegerät für das Fern
sehen; -programm, das; -reportage, die Reportage
im Fernsehen; -Sender, der Sender, der Fernseh
sendungen ausstrahlt; -Sendung, die Sendung im
Fernsehen; -spiel, das vgl.
- f i lm; -Station, die vgl.
- sender; -teilnehmer, der registrierter Besitzer eines
Fernsehgerätes; -türm, der hoher Turm für die Aus
strahlung von Fernsehsendungen; -Übertragung, die
Übertragung einer Veranstaltung im Fernsehen;
- Zuschauer, der jmd., der sich eine Fernsehsendung
ansieht
Fernsicht, die (m eteorologisch bedingte) gute Sicht
bis in die Ferne: eine gute F. am Meer haben
Fernsprech|-amt, das Dienststelle der Post, die für
den gesamten Fernsprechverkehr verantwortlich ist;
-anschluß, der Anschluß an das Fernsprechnetz;
-buch, das Telefonbuch
Fern [Sprecher, der /im o ffiziellen Sprachgebrauch/
Telefon (1): ein öffentlicher F.
Fernsprech|-netz, das Netz von Telefonleitungen,
Telefonverbindungen für den Fernsprechverkehr;
- teilnehmer, der registrierter Besitzer eines Fern
sprechanschlusses; -Verbindung, die telefonische
Verbindung; -verkehr, der (die gesamte) Kommuni
kation über Telefon
fern/Fern| -stehen /Vb./ einer Sache, jmdm. f . oh ne
engere Beziehung zu etw., jmdm. sein: einem Plan,
Vorhaben f.; er steht, mir fern (ist mir innerlich
fremd); -steuern /Vb.; vorw. im Inf. u . Part. Prät./
bes. eine technische Anlage von einem entfernten
Standort aus elektronisch steuern: eine fern
gesteuerte Anlage; dazu -Steuerung, die; -Studium,
das /o. PI./ ohne Unterbrechung der beruflichen
Tätigkeit absolviertes Studium (1); -transport, der
Transport über große Entfernungen; -verkehr, der
Personen-,
Güterverkehr über große Entfernungen;
-Verkehrsstraße, die über große Entfernungen
führende, Ortschaften verbindende Straße mit Vor
fahrtsrecht; -weh, das starke Sehnsucht nach der
Ferne; -ziel, das Ziel, dessen Erreichung erst in
fernerer Zukunft möglich, vorgesehen ist: ein poli
tisches, wirtschaftliches F .;
- zug, der Zug für den
Fernverkehr
Ferse, die; -,
-n 1. hinterster Teil des Fußes,
Hacke(n): sich die Fersen wund laufen; jmdn. aus
Versehen in die F. treten — 2. Teil des Strumpfes,
Schuhs, der 1 bedeckt
+ um g. jmdm. (dicht) auf den Fersen sein, sitzen
(jmdm. dichtauf folgen und ihn verfolgen); jmdm.
auf den Fersen bleiben (nicht davon ablassen, jmdm.
dichtauf zu folgen und ihn verfolgen); sich an jmds.
Fersen heften (dabeisein, jmdm. hartnäckig zu
folgen und ihn verfolgen)
Fersen| -geld + umg. seherzh. F . geben (fliehen,
sich davonmachen); -teil, das Teil des Schuhwerks,
das die Ferse umschließt
fertig /Adj./ 1. /vorw. präd./ vollständig vorbereitet
und für etw. bereit: ich bin f., wir können losgehen;
der Zug ist f. zur Abfahrt; Sport auf die Plätze,
f., los! /Startkommando/ — 2 .1 . fertiggestellt, a b
geschlossen: ein fertiges Manuskript; das Mittag
essen, der Neubau ist jetzt f.; etw. f. haben: die
Schulaufgaben f. haben; den Aufsatz f. (zu Ende)
schreiben 2.2 . mit etw. f . sein, werden etw. ab
geschlossen, erledigt haben, etw. abschließen: mit
Fertigbau — fest
383
dieser Arbeit, mit dem Essen, Schreiben bin ich
(gleich) f.; wirst du damit heute noch f.?
—
8.
fvorw. präd.f umg. völlig erschöpft, am Ende seiner
körperlichen, geistigen K räfte: jmd. ist nach den
Strapazen, Auseinandersetzungen, durch die Hitze
(vollkommen) f.; mit den Nerven f. sein
+ mit jmdm. f. sein (mit jmdm. nichts mehr zu tun
haben wollen); mit jmdm. f. werden (sich bei jmdm.
als der Stärkere durchsetzen); mit etw. f. werden
(mit etw. nach Überwindung von Schwierigkeiten
und mit Mühe zurechtkommen); —
fix und f.
sein; ... und f. ist die / Laube
Fertig/fertig| -bau, der jP L -ten/ 1. fo. P l.f einen
Block in F. (in Fertigbauweise) errichten — 2. in
Fertigbauweise errichtetes Gebäude: dieFertigbauten
im neuen Wohnviertel; -bauen fVb./ etw. zu Ende
bauen; -bauweise, die fo. Pl.f Bauweise, bei der die
Bauteile vorgefertigt sind und an der Baustelle nur
montiert werden; -bringen fVb.f umg. 1 .1. etw. zu
stande bringen, schaffen : sie hat es fertiggebracht,
hier Ordnung zu schaffen 1.2. zu etw. fähig (2.2)
se in : ich bringe es nicht fertig, ihr das zu sagen;
so was bringst nur du fertig (etw. so Unsinniges,
Gewagtes ist nur dir zuzutrauen) — 2 . etw. zum
Abschluß bringen, beenden: er hat die (Prüfungs)-
arbeit noch rechtzeitig fertiggebracht
fertigen jsw. Vb.; hat/ etw. durch handwerkliche
Arbeit od. industriemäßig (in Serien) herstellen, an
fertigen: industriell, von Hand, mit der Hand,
maschinell gefertigte W aren; das Gerät wird am
Fließband gefertigt
Fertig] -erzeugnis, das Fertigprodukt; -gericht, das
als Fertigprodukt vom Handel angebotenes Gericht,
das vor dem Essen nur gewärmt zu werden braucht;
-haus, das in Fertigbauweise errichtetes Haus
Fertigkeit, d ie; -,
-en 1.1 . die durch Übung erworbene
Geschicklichkeit in einer bestimmten Tätigkeit,
Routine: jmd. hat, besitzt eine große F. imKnüpfen
von Wandbehängen, im Maschinenähen, (schnel
len) Zeichnen 1.2. /nur im Pl.f Fähigkeiten, etw.
geschickt auszuführen: jmds. manuelle, künstle
rische, handwerkliche Fertigkeiten entwickeln,
fördern
fertig/Fertig| -kriegen fVb.f umg. etw. fertig
bringen; -machen fVb.f 1. sich, jmdn., etw. zurecht
m achen: sich zum Schlafen, die Kinder für den
Ausflug f . ; das Reisegepäck, Mittagessen f.
—
2.
etw. zum Abschluß bringen, beenden: die Arbeit,
den Aufsatz noch heute f.
—
3.1. umg. die viele
Arbeit, der ewige Ärger hat mich ganz fertig-
gemacht (erschöpft, 3) 3.2. umg. jmdn. scharf zu
rechtweisen, kritisieren: jmdn. in einer Rezension f.
3.3. salopp jmdn. zusammenschlagen, umbringen;
-produkt, das zum Verbrauch fertiges Produkt; -stel
len fVb.f etw. f . die Herstellung von etw. abschlies-
sen : einen Wohnblock, ein Manuskript f.; dazu
-Stellung, die; -teil, das vorgefertigtes Bauteil: ein
W ohnblock aus Fertigteilen
Fertigung, die; -,
-en (industriemäßige, serien
mäßige) Produktion, Herstellung von etw.: die F.
von Ersatzteilen, W ohnungseinheiten, Bauteilen,
Motorrädern, Kinderanoraks; ein neuer Bagger
geht in die F. (seine serienmäßige Herstellung läuft
an)
Fertigungs Produktions-1 -ablauf, der; -kosten, die
/Pl.f: die F. senken; -methode, die; -prozeß, der;
-verfahren, das
Fes, der; -/ -es, -/ -e steife, randlose Kopfbedeckung
in Form eines Kegelstumpfes, die bes. in arabischen
Ländern und in Nordafrika getragen wurde, wird
fesch, österr. fesch [fe:J] fAdj.f 1. umg. hübsch
und flott: ein fesches Mädel, ein fescher Kerl, eine
fesche Wienerin; das Kleid sieht f. (schick) aus —
2. österr. nett, freundlich: sei f. und hilf mir
Fessel, die; -,
-nI.Kette,Stricko.ä., mitdemman
jmdn.,
jmds. Arme od. Beine festbinden kann:
jmdm . Fesseln anlegen, die Fesseln abnehmen;
die Fesseln sprengen, abwerfen; O etw.,
eine
Pflicht als F. empfinden — H .l .l . Teil des Fußes
der Huftiere oberhalb der Zehen 1.2. Teil des
menschlichen Beines zwischen Wade und Fuß
gelenk: sie hat schlanke Fesseln
Fessel| -ballon, der Ballon, der an einem am Erd
boden befestigten Drahtseil aufgelassen wird und sich
daher nicht fortbewegen kann; -gelenk, das Gelenk
der Huftiere zwischen erstem Zehenglied und Mittel-
fuß
fesselnjsw. Vb.; h at/1. jmdn., jmds. Hände, Füße
f. jmdm.,
an jmds. Händen, Füßen Fesseln an
legen: jmdn. (an Händen und Füßen, mit Hand
schellen) f.; seine Hände waren gefesselt; jmdn.
gefesselt abführen; O jmd. ist durch seine Krank
heit ans Bett, an den Rollstuhl gefesselt; er fühlte
sich an sie gefesselt — 2 . jmdn. f . sehr stark jmds.
Interesse auf sich ziehen: die Diskussion, der
Roman, diese Frau fesselt ihn; ein fesselnder
(interessanter, packender) Unterricht, Roman, Er
zähler; eine fesselnd geschriebene N ovelle; dazu
Fesselung, Feßlung, d ie; -,
-en
fest fAdj.f 1. der materiellen Struktur nach von
kompakter Beschaffenheit, seine gegebene äußere
Form beibehaltend und zugleich formbar: feste Nah
rung; ein fester Brennstoff; Eis ist Wasser in
fester F orm ; festes Material; ein fester Körper
—
2. einer (Kraft)einwirkung (von außen) Wider
stand bietend: ein festes (dauerhaftes) Gewebe, Seil,
Netz; ein fester Faden; das feste (nicht weiche)
Fleisch des Apfels; feste (stramme) Gliedmaßen,
Muskeln; O eine feste (stabile 1.2) Gesundheit;
ein fester (tiefer) Schlaf — 3 .1 . nicht ohne weiteres
zu lösen (1.1 .1, 1.2 .1): ein fester Verband; eine
feste Verschnürung, Umklammerung; der Zahn,
Nagel ist noch f.; etw. f . anbinden, verschließen;
ein fester (kraftvoller) Händedruck; die Schraube
f. anziehen 3.2. keinen Zwischen-, Hohlraum auf
weisend, entstehen lassend: ein festes Knäuel; etw.
f. (straff) aufwickeln — 4 .1 . eine selbstsichere H al
tung, Entschlossenheit zum Ausdruck bringend: ein
fester Blick, Gang, Charakter; er sprach mit fester
Stimme; wer da nicht f. (wer da labil, leicht beein
flußbar) ist, kann schnell unter schlechten Einfluß
geraten; auf etw. f . (mit allem Nachdruck) be
stehen 4.2 . Inicht präd.f unerschütterlich, unbeirr
bar: das feste Gefühl, die feste Hoffnung, Meinung
haben, daß ...; den festen Willen haben, etw. zu
tun; von etw. f . überzeugt sein, an etw. f. glauben;
f. Zusammenhalten; f. zu jmdm. stehen 4.3 . end
gültig, definitiv, verbindlich: etw. f . versprechen,
Zusagen, bestellen; feste Regeln, Plane, Termine;
ein festes (festgelegtes und kontinuierlich gezahltes)
Gehalt, Einkommen; monatlich einen festen Be
trag zahlen; feste (nicht Schwankungen unter
worfene) Preise — 5. ständig, nicht wechselnd: einen
festen W ohnsitz, Beruf, feste Gewohnheiten haben;
384
Fest — festmaehen
ein fester Brauch; etw. ist eine feste Einrichtung,
ein fester Bestandteil der Kulturpolitik; er hat
eine feste Freundin, ein festes Verhältnis
+ festen /* Fuß fassen; in festen
Händen sein;
f. im
Sattel sitzen; etw. / steif und f. be
haupten
Fest, das; -es, -e 1.1. aus freudigem Anlaß od. zum
Zweck des Sichvergnügens stattfindende (größere)
gesellschaftliche Veranstaltung, meist mit M usik,
Tanz, Essen und Trinken: ein schönes, großes,
fröhliches, lustiges, großartiges F .; ein F. veran
stalten, feiern, geben; auf ein F. gehen; auf dem
F. tanzen, sich amüsieren; das F. findet in einem
großen Saal, in kleinem Kreise statt 1.2. fest
gelegter, jährlich wiederkehrender kirchlicher Feier
tag, Festtag: Weihnachten ist ein F. des Friedens;
das F. ffü r Weihnachtsfest, Osterfest, Pfingst
fest/: zum F. einkaufen; frohes F .! / Wunsch-
formelf
Fest/fest| -akt, der festlicher A k t (1.2); -ansprache,
die Ansprache aus einem festlichen A nlaß; -bannen
jVb.f geh. jmdn.,
etw. wie mit einem Bann fest-
halten: er blieb (wie) festgebannt vor dem Ab
grund stehen; -beißen, sich fV b .f sich an, in einer
Sache f. sich in etw. verbeißen: der Hund biß sich
an ihm fest; <> sich an einem Problem f. (von
einem Problem nicht mehr loskommen); -beleuch-
tung, die jo. Pl.f festliche Beleuchtung; -binden
fVb.f etw.,
jmdn. fest anbinden: den Hund, die
Leine am Baum, den Kahn am Ufer f.;
-bleiben
jVb.j nicht nachgeben (2); -brennstoff, der fester
Brennstoff
festefAdv.f ostmitteldt. berl. salopp; f.(tüchtig
3) arbeiten, mitmachen; immer f. (weiter so)!
Fest/fest| -empfang, der festlicher Em pfang (2);
-essen, das festliches Essen; O umg., oft spött.
etw. ist jmdm. ein F. etw. ist jmdm. ein Anlaß zu
einem Vergnügen besonderer A rt: es wird mir
ein F. sein, ihm diesen Fehler nachzuweisen;
-fahren, sich jVb.; hat/; das Auto hat sich fest
gefahren (ist steckengeblieben); der Wagen ist fest
gefahren; O die Verhandlungen haben sich, sind
festgefahren (kommen nicht voran); -fressen, sich
/ Vb .f: der Kolben des Motors hat sich festgefressen
(ist blockiert 4); O ein Gedanke, eine Ansicht hat
sich (in, bei) jmdm. festgefressen (festgesetzt);
-gelage, das Gelage aus Ardaß eines Festes; -ge-
wurzelt /Adj.f + wie f. (regungslos) stehen-
(bleiben); -gottesdienst, der festlich gestalteter
Gottesdienst; -haken, sich /Vb./: sich (in etw.) f.
(an etw. hängenbleiben 1.1); O ein Gedanke hat
sich in, bei jmdm. festgehakt (festgesetzt); -halten
jVb.l 1.1. jmdn.,
etw. (mit den Händen) gefaßt
haben und nicht loslassen: jmdn. (am Ärmel) f., etw.
mit den Zähnen f. 1.2. jmdn. daran hindern, sich
wegzubegeben: er wurde an der Grenze festgehalten;
die Tagung wird mich noch einige Tage hier f.
1.3 . umg. sein Geld f. (nicht ausgeben) — 2. sich
(an etw., jmdm.) f. etw., jmdn. fest anfassen, um
Halt zu haben: sich (in der Dunkelheit, um nicht
zu fallen) am Geländer, an jmds. Arm f.
—
3. an
etw., jmdm. f. von etw.,
jmdm. nicht lassen: an
einem Vorsatz, einer Gewohnheit f,; an einem
Freund f.
—
4. etw., irgendwie, irgendwo f. (in
eine schriftliche Form bringen): Forschungsergeb
nisse in einem Buch, Beschlüsse in einem P roto
koll f.; eine Diskussion in Stichworten f .; ein
Ereignis, jmdn. mit der Kamera f. (fotogra
fieren)
festigen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw., jmdn. fest (4, 5),
sicher machen, stärken (1.1 .2, 1.3); etw. festigt die
Freundschaft, die Beziehungen zwischen (den)
beiden Ländern; die Kenntnisse der Schüler durch
Wiederholung f.; eine (in sich) gefestigte Persön
lichkeit 1.2. sich f. fester (4,5), stärker werden: die
Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich
gefestigt; seine Gesundheit hat sich gefestigt
Festigkeit, die; -, jo. Pl.f 1. Widerstand, den ein
Stoff der mechanischen Veränderung seiner Form
entgegensetzt: ein Material mit, von großer, hoher,
geringer F.
—
2.1. ünerschütterlichkeit: die F.
seines Charakters, Glaubens, Willens; mit F. allen
Versuchungen widerstehen 2.2. mit F. (sicherer
H altu n g) sprechen, auftreten
Festigung, die; -, fo. PI./ das (sich) festigen : die F.
derBeziehungen zwischen beiden Ländern
Festival, auch Festival, das; -s, -s [ ..val] 1. (regel
m äßig wiederkehrende) kulturelle Großveranstaltung
von besonderer künstlerischer Bedeutung — 2. Welt
festspiele der Jugend und Studenten
Festivität, die; -en [..ivi..] umg. scherzh. Fest
lichkeit (1)
fest/Fest| -klammern, sich [V b ./ : sich an etw .,
jmdm. f. (sich krampfhaft an etw.,
jmdm. fest-
halten); -kleben /Vb.; hat, ist/ 1. etw. mit Klebstoff
an etw. befestigen (hat); Plakate (an der Wand) f.
—
2. fest an etw. kleben (ist); der Teig ist an der
Schüssel festgeklebt; -kleid, das festliches K leid;
-konzert, das festliches Konzert; -körper, der Phys.
fester Körper von hoher Formbeständigkeit; -krallen,
sich / Vb./ sich krampfhaft mit den Krallen od.
Händen an etw., jmdm. festhalten; -land, das große
zusammenhängende Landmasse, Kontinent: das
nordamerikanische, europäische F .;
-land(s)-
sockel, der Geogr. unter dem Meeresspiegel liegen
der Rand des Festlandes bis zu 200 Meter Tiefe,
Kontinentalschelf; -laufen /Vb.; ist/; das Schiff ist
auf einer Sandbank, im Packeis festgelaufen
(steckengeblieben); -legen fVb.f 1. etw. verbindlich
bestimmen: den Preis für etw., einen Termin f .;
den Beginn der Versammlung auf drei Uhr f .;
etw. gesetzlich, testamentarisch f.
—
2. sich
(auf etw.) f. sich, in Hinblick auf etw. binden
(6.2); mit deiner Zusage hast du dich fest
gelegt; sich auf nichts f. lassen; jmdn. auf seine
Äußerungen f. (jmds. Äußerungen als verbindlich
ansehen); zu 1 -lögung, die; -,
-en:dieF.der
Preise
festlich /Adj.j mit dem Charakter eines Festes,
glanzvoll und erhebend: eine festliche Aufführung,
Veranstaltung; ein Kleid für festliche Stunden,
Gelegenheiten, Anlässe; einen Geburtstag f. be
gehen; der Saal war f. geschmückt; jmd. ist f.
gekleidet, gestimmt
Festlichkeit, d ie; -,
-en 1. festliche Veranstaltung:
Festlichkeiten aus Anlaß des 700jährigen Beste
hens der .Stadt — 2. fo. PL/ festliche Stimmung:
die F. dieses Tages
fest/Fest| -liegen /Vb./ 1. das Auto, Schiff liegt
fest (ist steckengeblieben, auf Grund einer Panne,
eines Maschinenschadens nicht weitergekommen) —
2. der Termin, Plan liegt fest (ist festgelegt);
-machen /Vb./ 1. etw. an etw. befestigen (1); ein
Bild an der Wand, ein Boot am Ufer f.
—
2. etw.
Festmeter — Fett
385
(mit jmdm.) f. etw. (mit jmdm.) verbindlich verein-
baren: einen Termin (mit jmdm.) f.
—
3* See-
mannsspr. das Schiff hat am Kai festgemacht
(ist am K ai sicher mit Leinen befestigt worden);
- meter, der, fachspr. das jAbk. fm/ ein Kubik
meter Holz; -nageln fVb.f 1. etw, fest annageln:
ein Schild f.
—
2. umg. jmdn. auf etw. festlegen:
sich nicht (auf bestimmte Äußerungen) f. lassen;
- nähen fVb.f etw. Loses annähen: das Futter (mit
ein paar Stichen) f.;
- nähme, die;
- n fzu -neh
men/; -nehmen / Vb.j jmdn., der einer Straftat ver
dächtig od. auf frischer Tat gestellt ist, zwangsweise
zu den Untersuchungsorganen bringen: die Polizei
hat die Randalierer (vorläufig) festgenommen;
-Ordner, der Ordner (2) bei einem F est; -platz, der
Platz, der zur Veranstaltung eines (Volks)festes
dient\ -preis, der Wirtsch. fester Preis; -Pro
gramm, das Programm eines (Volks)festes; -rede,
die Rede aus einem festlichen Anlaß; -redner, der
jmd., der eine Festrede hält; -Saal, der Saal, in dem
ein Fest stattfindet, in dem Feste veranstaltet werden;
- s chmuck, der jo. Pl.f Dekoration aus Anlaß eines
Festes: die Stadt prangte im F.;
- schnallen fVb.f
etw., jmdn., sich fest anschnallen: das Gepäck am
Gepäckständer f.; der Pilot schnallt sich fest;
-s chrauben fVb.f etw. fest anschrauben: ein Brett
f.;
- s chreiben fVb.f etw. (schriftlich) verbindlich fest
legen : bestimmte Regelungen f.; dazu -Schreibung,
die; -Schrift, die Sammelband, der aus festlichem
Anlaß, zu einem Jubiläum herausgegeben wird: zum
70. Geburtstag des Wissenschaftlers hat man eine
F. herausgebracht; -setzen fVb.f 1. etw. verbindlich
bestimmen, festlegen: den Preis für etw.,
einen
Termin f.; die Dauer der Ausbildung ist auf zwei
Jahre festgesetzt — 2. sich f. haftenbleiben (und
sich ansammeln): der Staub hat sich in den Ritzen
festgesetzt; <0> eine Idee hat sich in jmdm. fest
gesetzt — 3. jmdn. inhaftieren; zu 1 u. 3 -Setzung,
die;
- en; zu 1: die F. eines Termins; -sitzen
fVb.f 1. etw. haftet so, daß es sich nicht od. nur mit
Mühe bewegen, entfernen läßt: der Nagel, Pfosten,
der Schmutz sitzt fest; <C> die Idee sitzt bei,
in ihm fest — 2. festliegen (1): das Schiff sitzt
fest; -Sitzung, die festlich e Sitzu n g (1); -spiel, das
1. /nur im Pl.f periodisch wiederkehrende festliche
Aufführung mehrerer Bühnen-, Musik- od. Film
werke — 2. zu einem festlichen Anlaß verfaßtes
Bühnenstück; -stehen /Vb.f etw. ist unumstößlich:
es steht fest, d aß ...; sein Entschluß steht fest;
- stellen fVb.f 1, etw. ermitteln: die Windrichtung,
Todesursache, einen Tatbestand, jmds. Personalien
f.; der Arzt stellte den Tod des Patienten fest
(bestätigte auf Grund seiner Kompetenz den Tod
des Patienten) — 2. etw. wahrnehmen (1): eine
Veränderung f .; mit Schrecken stellte er fest,
daß er seinen Ausweis verloren hatte — 3. etw.
f. nachdrücklich auf eine Tatsache mündlich hin-
weisen: es muß hier einmal mit aller Deutlich
keit festgestellt werden, d a ß ...; dazu -Stellung,
die; zu 1 Ermittlung: die F. der Todesursache;
zu 2: die F. machen (feststellen), daß .. .; zu 3 fest
stehende Äußerung: er schloß mit der F., daß ...;
- tag, der 1. Tag, der festlich begangen wird: ein
froher, hoher F .; O der Ausflug war für uns ein F-
(ein besonders schöner Tag) — 2. /nur im Pl.f
periodisch wiederkehrender Zeitraum von mehreren
Tagen, in dem festliche Aufführungen stattfinden;
zu 1 -täglich fAdj.f dem Festtag entsprechend: fest
tägliche Stimmung u. -tags fAdv.f an Festtagen
Festtags zu Festtag 1| -essen, das; -kleidung, die;
- Stimmung, die
fest/Fest| -treten fV b.; hat/ auf etw. treten und es
dadurch fest (3.2) machen: den Boden f.; fest
getretener Schnee; -UmrissenfAdj.; nur attr.f: jmd.
hat eine festumrissene (gen aue) Vorstellung von
etw., jmdm.;
- umzug, der Umzug aus Anlaß eines
Festes: der F. zum Heimatfest
Festung, die; -,
-en 1. früher üblicher, weitläufig
angelegter, stark befestigter Bau zur militärischen
Verteidigung: eine F. belagern, entsetzen, ein
nehmen, schleifen; die F. ist gefallen — 2*fo. P l.f
Festungshaft: jmd. wurde zu fünf Jahren F. ver
urteilt
Festungshaft, die früher übliche, (auf einer Fest
ung zu verbüßende) nicht entehrende Freiheitsstrafe
für politische und militärische Vergehen
Fest/fest| -Veranstaltung, die festliche Veranstal
tung; -verwurzelt fAdj.; nur attr.f: eine festver
wurzelte (unerschütterliche) Anschauung; -vortrag,
der aus einem festlichen A nlaß gehaltener Vortrag;
-Wochen, die /Pl.f periodisch wiederkehrender Zeit
raum von zwei od. mehr Wochen, in dem festliche
Aufführungen stattfinden; -ziehen fVb.; hat/ etw.
durch Ziehen enger, straffer machen: einen Gurt,
Knoten f.;
-zug, der die Teilnehmer eines Fest
umzugs: der F. erreichte den Platz vor dem Rat
haus
Fete, die; -,
-n [feito, fs:to] umg. scherzh. fröh
liches Fest in kleinerem Kreise, Party: eine (kleine)
F. (mit)machen, geben
Fetisch, der; -(e)s, -e von Naturvölkern als Heilig
tum verehrter Gegenstand, der über magische Kräfte
verfügen soll: einen F. anbeten, verehren
Fetischismus, d e r;
fo. Pl.f 1. Verehrung eines
Fetischs und der Glaube an seine magischen Kräfte
—
2. Psych. sexuell abartiges Verhalten in der
Weise, daß jmd. durch Gegenstände, meist Klei
dungsstücke od. Körperteile einer Person des anderen
Geschlechts erregt und befriedigt wird; dazu Feti
schist, der; -en, -en u. fetischistisch fA dj.f
fett fAdj.f 1.1. viel Fett (1) enthaltend, fettreich:
eine fette Brühe; fetter Käse; fetter Speck; f.
(unter Verwendung von verhältnismäßig vielem Fett)
kochen 1.2. viel Fett (2) habend: ein fettes Schwein,
Suppenhuhn; umg. femot.j ein fetter (sehr dicker
2.1) Mensch, Bauch; er ist zu f.
—
2.1. reich an
bestimmten Bestandteilen: fetter (viel Zement ent
haltender) Beton; ein fettes (viel Öl enthaltendes)
Benzingemisch; ein fetter (ertragreicher) Boden;
eine fette (üppig wachsende) Wiese 2.2. /nicht adv.f
umg. ein fetter (sehr einträglicher) Gewinn; fette
(durch materiellen Wohlstand gekennzeichnete) Jahre,
Zeiten — 3. Druckerei besonders groß und stark,
kräftig gedruckt und daher ins Auge fallend: die
Überschrift, einzelne Wörter, Buchstaben, Zahlen
in, mit fetten Lettern, f. drucken
- j- das macht den /< Kohl (auch) nicht f.
Fett, das; -(e)s, -e 1. bes. aus den Estern des Gly
zerins und bestimmter Fettsäuren bestehender fester,
halbfester od. flüssiger Stoff, der aus tierischen,
pflanzlichen Zellen od. synthetisch hergestellt wird
und für die menschliche Ernährung sowie für tech
nische Zwecke eine wichtige Rolle spielt: tierische,
pflanzliche, synthetische Fette; ausgelassenes,
25 Wörterbuch
386
fettarm — Feudalordnung
ranziges F .; F. erhitzen; die Kuehenform mit F.
einreiben; landsch. eine Schnitte mit F. (Schmalz)
—
2. im tierischen, menschlichen Körper angehäuftes
Fettgewebe: die Gans, das Schwein hat viel F.;
das F. auslassen, zu Schmalz verarbeiten; um g.
/vom Menschen/ F. ansetzen (an Gewicht zunehmen)
+ das F. abschöpfen (das Beste für sich nehmen);
salopp sein F. kriegen (gehörig die Meinung ge
sagt bekommen, bestraft werden) ; sein F. weghaben
(die verdiente Strafe bekommen haben)
fett/Fett| -arm /Adj./ arm an Fett (1): fettarme
Nahrung; f. (unter Verwendung von wenig Fett 1)
kochen; -äuge, das fvorw. PLj* Tropfen von Fett
auf einer heißen Flüssigkeit, bes. Brühe, Suppe,
Soß e: auf der Suppe schwimmen viele Fettaugen;
-Chemie, die Chemie der Fette (1); -creme, die
stark fetthaltige Hautcreme; -druck, der /o. PLj
Druckerei: eine Schlagzeile in F. (mit fettge
druckten Lettern)
fetten, fettete, hat gefettet 1. eine fettende (viel
Fett abgebende) Creme, Salbe — 2 . etw. mit Fett
einreiben: Stiefel, Leder, eine Kuchenform f.
Fett/fett| -fleck, der durch Fett verursachter Fleck;
-frei /Adj.f kein Fett (1) enthaltend: eine fettfreie
Creme; f. (ohne Verwendung von Fett 1) kochen;
-füttern / Vb.f: ein Tier f. (mästen); -gedruckt/Adj.;
nur attr.f in fetten Lettern gedruckt: eine fett
gedruckte Schlagzeile; -gehalt, der jo. P l .j : Milch
mit 2,5 Prozent F.;
-gewebe, das Med. lockeres
Bindegewebe mit viel eingelagertem Fett (1); -haltig
fAdj.; nicht adv./ Fett (1) enthaltend: eine fett
haltige Creme, Nahrung; -henne, die fvorw. Sg./
Dickblattgewächs mit strahligen Blüten; -herlng, der
fetter Salzhering
fettig /Adj./ 1.1. von Fett (1) durchzogen, 6e-
schmutzt: fettige Hände, Haare; fettiges Butter
brotpapier 1.2. viel Fett (1) enthaltend: eine fettige
Substanz, Creme, Brühe
Fettigkeiten, die fPl.f Speisefett(e): F. waren da
mals rationiert
Fett/fett| -lebe + landsch. umg. F . machen
(gut und üppig essen, leben); -leibig fAdj.f vorw.
fachspr. sehr beleibt; dazu -leibigkeit, die; -, /o.
PL/; -los /A dj./ ohne Fett (1): fettlose Nahrung;
- löslich /A djn ich t adv./ in Fett löslich: fettlös
liche Vitamine; -näpfchen,das + umg. scherz h.
bei jmdm. ins F. treten (durch eine unbedachte
Äußerung jmds. Unwillen erregen); -presse, die
Techn. Gerät, mit dem beim Abschmieren einer
Maschine Schmierfett in Lager gepreßt wird; -reich
/Adj.; von Speisen/ reich an Fett (1): fettreiche
Milch, Kost; -säure, die Chem. /organische Säure/:
gesättigte, ungesättigte Fettsäuren; -Schicht, die;
- s u cht, die /o. PI./ Med. krankhafte Fettleibigkeit;
- triefend /Adj.; vorw. attr./ triefend von F ett: ein
fetttriefender Bückling; -wanst, der sa lopp /emot.
neg./ 1. sehr dicke Person: du F.!
—
2. Schmer
bauch (1)
Fetus, der; -ses/-,
- se/Feten Med. Leibesfrucht des
Menschen vom dritten Monat an
fetzen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. von etw. f . etw. von
etw. mit Vehemenz reißen: der Sturm fetzte die
Blätter von den Bäumen — 2. Schülerspr.
/emot./ das fetzt (ist sehr gut)
Fetzen, der; -s,
-
1.1. unregelmäßig abgerissenes
Stück, bes. aus Papier, Stoff: ein F. Papier, Stoff;
etw. hangt in F. herunter; etw. in F. reißen; etw.
geht in F. (zerreißt); umg. ohne Unterschrift ist
das nur ein F. Papier (ein bedeutungsloses D oku
ment) 1.2. /nur im PL/ von weitem F. (zusammen
hanglose Teile) eines Gesprächs, von Musik hören
—
2. salopp /emot. neg.\ sie trägt immer den
selben F. (dasselbe K leid)
+ um g. sich prügeln, daß die F. fliegen (sich
tüchtig prügeln)
feucht /Adj./ (ein wenig) naß: ein feuchtes Tuch;
feuchter Sand; vom Tau feuchtes Gras; etw. f.
(mit einem angefeuchteten Tuch) aufwischen;
feuchte Lippen, Hände; feuchte (viel Wasserdampf
enthaltende) Luft, Hitze; ihre Augen waren f. (ihr
standen Tränen in den Augen); umg. ein feuchter
Abend (ein Abend, an dem viel Alkohol getrunken
wird)
+ eine feuchte / Aussprache haben; etw. geht
jmdn. einen feuchten / Kehricht an
Feuchte, die; -, jo. PL/ vorw. fachspr. Feuchtig
keit: die F. des Bodens; Meßgeräte für Temperatur
und F. (Luftfeuchtigkeit)
feuchten, feuchtete, hat gefeuchtet 1.1. geh. jmds.
Augen f. sich (in jmds. Augen treten Tränen) 1.2.
etw. feucht machen, anfeuchten: sich die Lippen f.
—
2. Jägerspr. ein Hund, das Wild feuchtet
(uriniert)
feucht|fröhlich /Adj./ scherzh. fröhlich und aus
gelassen durch Alkoholgenuß: eine feuchtfröh
liche Gesellschaft; in feuchtfröhlicher Stimmung
sein
Feuchtigkeit, die; -, fo. PL/ Gehalt an Wasser,
Wasserdampf: die F. der Luft (Luftfeuchtigkeit)
messen; .etw. enthält viel F. (N ässe), saugt F. auf,
gibt F. ab
Feuchtigkeits|gehalt, der jo. PL/ Gehalt an Feuch
tigkeit: der F. der Luft, des Bodens
feucht| -kalt /A d j./: feuchtkaltes (zugleich feuchtes
und kaltes) Wetter; -warm/Adj./ vgl.
- kalt: feucht-
warme Luft; feuchtwarmes Klima
feudal /Adj./ 1. den Feudalismus betreffend, auf
ihm beruhend, feudalistisch: die feudale Gesell
schaftsordnung; unter feudalen Verhältnissen;
feudale Rückständigkeit — 2 . aristokratisch (1):
bürgerliche und feudale Kreise — 3 . um g. mit
vornehmer, komfortabler Ausstattung: ein (ganz)
feudales Restaurant; eine feudale Wohnung
Feudal zu feudal 1| -absolutismus, der Absolutis
m us; -adel, der Adel (1); -gesellschaft, die feudali
stische Gesellschaftsformation; -herr, der /vorw. PL/
Vertreter der die leibeigenen Bauern ausbeutenden
herrschenden Klasse im Feudalismus; -herrschaft,
die /o. PLj Feudalismus
Feudalismus, der; -, jo. PL/ Gesellschaftsformation,
die auf dem Privateigentum der Feudalherren, des
Adels und der Geistlichkeit an Grund und Boden —
bei teilweisem individuellem Eigentum der Bauern
—
und der Ausbeutung der von den Feudalherren
persönlich abhängigen, leibeigenen Bauern beruhte:
die Zeit, das Zeitalter des F.; im F. (in der Zeit
des Feudalismus)
feudalistisch /Adj./ durch den Feudalismus geprägt,
in der Zeit des Feudalismus bestehend, vorhanden:
die feudalistische Gesellschaft(sordnung), P roduk
tionsweise
Feudal zu feudal 1| -Masse, die durch Adel und
Geistlichkeit gebildete herrschende Klasse im Feuda
lismus; -Ordnung, die jo. PL/ Feudalismus
Feudel — Feuerwehr
387
Feudel, der, auch das; -s,
-
norddt. Scheuer-
lappen : den Fußboden mit dem F. aufwischen
Feuer, das; -s, - 1. sichtbare Erscheinung der Ver
brennung, bei der (sich Flammen entwickeln und)
Wärme und Licht entstehen 1.1, /kontrolliert als
nützliche Wärme-, Lichtquelle/: ein offenes, helles,
loderndes, schwelendes, glimmendes F .; ein benga
lisches F .; das olympische F .; (das) F. anzünden,
anmachen; das F. schüren, unterhalten, ausgehen
lassen; das F. brennt (im Ofen, Kamin), prasselt,
flackert, erlischt, geht aus; sich am F. wärmen;
jmdm. F . geben (jmdm. die Zigarette o. ä . an
zünden) ; um F. bitten 1,2, /vorw. Sg .; unkontrolliert
als Schadenfeuer/: ein großes, verheerendes F .; das
F. unter Kontrolle bekommen, löschen; F. legen
(einen Brand stiften); ein F. ist ausgebrochen; das
F. greift um sich, greift auf die Nachbarhäuser
über — 2 . /o. Pl.j das Schießen mit Feuerwaffen,
der B esch uß : ein heftiges, schweres, gezieltes F .;
das F. eröffnen, einstellen; etw. unter F. nehmen
(beschießen 1); unter gegnerischem F. liegen,
stehen; F. geben (schießen)-, F .! /Schießbefehl!; F.
frei! /Schießerlaubnis/ — 3. Seemannsspr.
Leuchtfeuer: die F. der Leuchttürme sind weithin
sichtbar — 4, fo. Pl.f Glut (3.2), lebhaftes Funkeln:
jmd. hat F. in den Augen; der Diamant hat (viel)
F. (funkelt stark) — 5. fo. PI./ Glut, Begeisterung:
mit F. deklamieren; das F. der Jugend; das F. (Ze&-
hafte Temperament) eines Südländers; beim Reden,
Spielen (immer mehr) in F. geraten; das F. (un-
gestüme Wesen) der Liebe, des Hasses, der Be
geisterung; das F. (die berauschende K raft) des
Weines
+ für etw., jmdn. F . und Flamme sein (für etw.,
jmdn. Überaus, heftig begeistert sein); für jmdn.
durchs F. gehen (für jmdn. alles tun, auf sich
nehmen); mit dem F. spielen (in gefährlicher Lage
leichtsinnig handeln und die Gefahr heraufbeschwö
ren) ; F. fangen (unversehens in Brand geraten; sich
plötzlich zu verlieben beginnen; sich plötzlich für
etw. begeistern, engagiert einsetzen); salopp jmdm.
F. unterm Hintern machen (jmdn. gehörig zur Eile
antreiben); —* zwei, mehrere / Eisen im F. haben;
für jmdn., etw. die, seine / Hand ins F. legen;
für jmdn. die / Kastanien aus dem F. holen;
/ öl ins F. gießen
Feuer/feuer (mit * auch Feuers |)| -alarm, der
Alarm bei Ausbruch eines Feuers (1.2); -bestattung,
die Bestattung nach Verbrennen der Leiche; -bohne,
die Bohne mit scharlachroten Blüten und violetten,
schwarz marmorierten Samen, die an Stangen ge
zogen wird; -eifer, der besonders großer Eifer: mit
(einem wahren) F. etw. tun; -einstellung, die Mil.
Einstellung des Feuers (2); -fest /Adj.; nicht adv.f
widerstandsfähig gegen Feuer (1): feuerfestes Glas;
*-gefahr, die jvorw. Sg./ Gefahr des Ausbruchs
eines Feuers (1.2); -gefährlich /Adj.; nicht adv./
leicht entzündlich (II): feuergefährliches Material;
etw. ist f.;
- gefecht, das Mil. mit Feuerwaffen aus
getragenes Gefecht; -haken, der eiserner Haken zum
Schüren des Feuers (1.1); -leiter, die außen an
einem Gebäude angebrachte eiserne Leiter, über die
sich die Bewohner eines Gebäudes im Falle eines
Brandes retten können; -löscher, der handliches
Gerät zur Bekämpfung von kleinen Bränden; -lösch-
gerät, das Feuerlöscher; -löschmittel, das M ittel
zum Löschen von Feuer; -mal, das /PI.
-e]an
geborener dunkelroter od. blauroter Fleck auf der
Haut, bes. im Gesicht; -melder, der; -s, - ö ffentlich
angebrachte Signalanlage, mit der Feueralarm aus
gelöst wird
feuern /sw. Vb.; hat/ 1, mit Kohle, Holz, Öl f.
(heizen 1.1); wir f. (verheizen 1) Koks — 2. Feuer
geben, schießen: die Geschütze feuerten aus allen
Rohren; auf ein Ziel, auf jmdn., in die Luft f.
—
3. umg. etw. irgendwohin f. etw. im Affekt, mit
Wucht irgendwohin werfen: die Schulmappe in die
Ecke f.; etw. wütend an die Wand f.; den Ball
ins Tor f. (schießen, werfen) — 4. salopp jmdn.
fristlos entlassen: er wurde gefeuert
Feuer/feuer|-pause, die Mil. vorübergehende F eu e r
einstellung; -probe, die (harte) Bewährungsprobe:
jmd. hat seine erste F. zu bestehen; -rot, -rot
/Adj./ rot wie Feuer (1), grellrot: ein feuerrotes
Kleid; er wurde f. (vor Scham); -Salamander, der
Salamander mit schwarzer Färbung und auffälliger,
unregelmäßiger, gelber Zeichnung auf der Oberseite
Feuers|: / Feuer/feuer|
Feuersjbrunst, die veraltend geh. Schadenfeuer
von großem Ausmaß: eine verheerende F.
Feuer/feuer| -schein, der /o. PI./: in der Ferne
bemerkten wir einen F .;
-schiff, das mit Leucht
feuer ausgerüstetes, vor Küsten verankertes Schiff;
-Schlucker, der umg. Artist, der scheinbar Feuer
schluckt; -schütz, der Mil. Sicherung eigener Trup
pen durch den Einsatz von Feuerwaffen: jmdm. F.
geben; -sicher /Adj./ 1. widerstandsfähig gegen
F eu e r (1.2): ein feuersicherer Asbestanzug — 2 .
sicher vor Feuer (1.2): etw. f . aufbewahren;
-speiend /Adj.; nur attr./: ein feuerspeiender
Vulkan, Drache; -spritze, die Spritze zum Löschen
von Feuer (1.2); -Stätte, die Stelle, an der ein Feuer
zum Wärmen od. Kochen unterhalten wird; -stein,der
1* knollenförmiger, leicht spaltbarer Stein aus dunkel
gefärbtem Quarz: prähistorische Werkzeuge, Waffen
aus F. — 2. kleiner Stift aus einer besonderen Eisen
legierung, mit dem Funken erzeugt werden: ein F.
für den Gasanzünder; -stelle, die vgl.
- statte: aus
Steinen eine F. bauen; -stoß, der Mil. kurze Serie
von Schüssen aus einer Maschinenpistole, einem
Maschinengewehr; -strahl, der; -Stuhl, der umg.
scherzh. Motorrad, Moped; -taufe, die 1. erste
(harte) Bewährungsprobe: der junge Pianist hat
seine F. bestanden — 2. Soldatenspr. die F.
erhalten (zum erstenmal dem feindlichen Feuer aus
gesetzt sein); -überfall, der Mil. plötzlich einsetzen
der schwerer Beschuß
Feuerung, die; -en 1. jo. P l.j Heizmaterial: (die)
F. für den Winter besorgen — 2 . Vorrichtung an
Öfen, Herden, Kesseln für das Feuer (1.1): eine
Anlage mit modernster F.
—
3. jo. Pl.j das Heizen
(1.1): durch sachgemäße F. Brennstoff einsparen
Feuer| -Versicherung, die Versicherung gegen
Schäden durch Brand, Blitzschlag und Explosion:
eine F. abschließen; -wache, die ständig in Alarm
bereitschaft befindliche Zentrale der Feuerwehr;
-waffe, die Waffe, bei der zur Beschleunigung des
Geschosses die Energie von Gasen ausgenutzt wird,
die durch die Verbrennung eines explosiven Ge-
mischs entstehen: (halb)automatische Feuerwaffen;
-Wechsel, der Mil. gegenseitiger Beschuß; -wehr,
die; -en 1. jo. Pl.j Institution zur Verhütung und
Bekämpfung von Bränden und für den Katastrophen
ein satz: die freiwillige F .; die F. alarmieren; er ist
25*
388
bei der F. beschäftigt — 2. (im Einsatz befindliche)
Einheit von 1: die F. rückt aus, war sofort zur
Stelle; -f umg. wie die F. (sehr schnell)
Feuerwehr] -auto, das zur Brandbekämpfung aus
gerüstetes Auto der Feuerwehr; -leiter, die auf einem
Feuerwehrauto drehbar montierte, ausziehbare Leiter;
-mann, der /PL -männer, -leute/ Angehöriger der
Feuerwehr
Feuer| -werk, das fo. PL/ durch Abbrennen von
Feuerwerkskörpern hervorgerufene optische und
akustische Effekte: ein F. abbrennen; <0 ein F.
witziger Einfälle loslassen; dazu -werker, der; -s, -
Fachmann für die Herstellung und das Abbrennen
von Feuerwerkskörpern; -werkskörper, der Hülse
bes. aus Pappe mit einer Füllung aus Schwarzpulver
und Zusätzen, die bei einem Feuerwerk od. als
Signal abgebrannt wird; -zangenbowle, die eine A rt
Glühwein mit Bum, bei dem karamelartiger Zucker
von einem mit Bum getränkten angezündeten Zucker
hut herabträufelt, der sich auf einem zangenähnlichen
Gegenstand über der Flüssigkeit befindet; -zeug, das
/PL -e/ kleines Gerät zum Erzeugen einer Flamme,
mit der bes. Zigaretten, Zigarren angezündet werden
Feuilleton, auch Feuilleton, das; -s,
-s [fojotog,
foejato] 1. unterhaltender Teil einer Zeitung, Zeit
schrift mit literarischen, populärwissenschaftlichen
o. ä . Beiträgen: eine Kurzgeschichte, Theaterkritik
für das F. schreiben — 2. kleiner literarischer od.
journalistischer Beitrag von 1 in aufgelockertem
S til: ein aktuelles, spritziges, geistreiches F.
schreiben; dazu Feuilletonist, der; -en, -en [fpjato-
nist, foeja..] jmd.,
der (beruflich) Feuilletons
schreibt u. feuilletonjstisch/Adj./ [fojaton .foeja..]
feurig /Adj./ 1. temperamentvoll, mit Feuer: ein
feuriger Südländer, Liebhaber, Redner; ein feuriges
Mädchen, Pferd; ein feuriger (schnell berauschen
der) W ein; ein feuriger Blick, Tanz; feurige Küsse
—
2. wie Feuer erscheinend, feuerrot: der feurige
Ball der untergehenden Sonne; ein feuriger Abend-
himmel
+ feurige / Kohlen auf jmds. Haupt sammeln
Fez, der; -es, -e I. jo. PLI umg. Spaß, Unsinn:
das gab einen, das war ein F .!; er macht jeden F.
mit — II . [fe:ts, fe:s] s. Fes
Fiaker, der; -s,
-
veraltend Österr. 1. zwei-
spännige Pferdedroschke — 2. Kutscher von 1
Fiasko, das; -s, -s 1. großer Fehlschlag, Mißerfolg:
die Premiere war ein F .; mit etw. ein F. erleben —
2. Debakel: wenn da nicht bald etwas passiert, gibt
es ein großes F.
Fibel, die; -,
-n 1.1. bebildertes Lesebuch, nach dem
die Kinder in der ersten Klasse lesen lernen — 2.
kleines allgemeinverständliches Lehrbuch, das in die
Anfangsgründe eines bestimmten Faches einführt:
eine F. für den Kleingärtner, für Fahrschüler —
II. zur Befestigung des Gewandes od. als Schmuck
dienende Spange, bes. in der Bronzezeit
Fiber, die; -,
- n 1. /vorw. PLI Kunstfaser von großer
Festigkeit — 2. geh. etw. erregt jmdn. in allen
Fibern, in jeder F. seines Körpers (in allen Fasern
seines Körpers, sehr stark)
Fibrille, die; -,
- n Med. Biol. feinste Faser der
Knochen, Muskeln, Nerven
Fibrin, das; -s, /o. PL/ Med. im Blut befindliches
Eiweiß, das der Blutgerinnung dient
Fichte, die; -n Nadelbaum mit kantigen, kurzen,
meist rings um den Zweig angeordneten Nadeln und
Feuerwehrauto — fifty-fifty
langen, hängenden Zapfen: eine schlanke, hohe F.
ficken /sw. Vb.; hat/derb: mitjmdm. f. (koitieren);
jmdn. f . (begatten)
fidel /Adj./ umg. unbeschwert und vergnügt, lebens
froh : er ist immer heiter und f.; eine fidele Gesell
schaft; er ist ein (ganz) fideles / Haus
Fidibus, der; -/-ses, -se veraltend (mehrmals ge
falteter) Papierstreifen, den man anzündet, um da
mit etw. anderes anzuzünden
Fieber, das; -s, jo. Pl.f 1. als Abwehrreaktion eines
erkrankten Organismus, als Symptom einer Krank
heit auftretende Körpertemperatur über 37 Grad:
hohes, leichtes F. haben; das F. steigt, fällt; das
F. senken; F. messen; er hat 39 (Grad) F.
—
2.
Besessenheit, äußerste Anspannung: er arbeitete an
dem Roman mit wahrem F.; ihn erfaßte das F.
der Spielleidenschaft (er wurde von heftiger Spiel
leidenschaft erfaßt)
fieber zu Fieber 1| -frei /Adj./ ohne Fieber: der
Patient ist seit gestern f .; -glänzend /A dj./: fieber-
glänzende (auf Grund von Fieber glänzende) Augen
haben
fieberhaft /Adj./ 1. eine fieberhafte (mit F ieb e r
verbundene) Erkrankung — 2. äußerst angespannt,
erregt und eilig, hektisch: f. an etw. arbeiten; etw.
f. suchen; in fieberhafter Spannung, Unruhe sein;
etw. in fieberhafter Eile tun
fieberig /Adj.j s. fiebrig
Fieberjkurve, die linienhafte graphische Darstellung
der Höhe des Fiebers, der Körpertemperatur über
längere Zeit
fiebern /sw. Vb.; hat/ 1. Fieber haben: das Kind
fiebert (stark) — 2 .1 . vor Spannung, Aufregung f.
(äußerst gespannt, aufgeregt sein) 2.2 . nach etw. f .
(nach etw. heftig verlangen, etw. sehr herbeiseh
nen)
Fieber/figber zu Fieber 1| -phantasie, die / vorw .
PLI Wahnvorstellung bei sehr hohem Fieber: der
Kranke hatte Fieberphantasien; -senkend /Adj.;
vorw. attr.j: ein fiebersenkendes (ein das Fieber
senkendes) Mittel; -thermometer, das Thermometer
zum Messen der Körpertemperatur
fiebrig/Ad/./1.1. Fieber (1) habend: jmd. ist f., sieht
f. aus 1.2 . fiebrige (auf Fieber 1 deutende), f. glän
zende Augen 1.3 . eine fiebrige (fieberhafte 1)
Krankheit, Erkältung — 2. gesteigerte innere E r
regung, gespannte Unruhe erkennen lassend: eine
fiebrige Nervosität, Spannung, Aufregung; in
fiebriger Unrast, Eile sein
Fiedel, die; -n umg., oft schenzh. Geige
Fiedeljbogen, der
+ umg. scherzh. gespannt sein wie ein F. (sehr
neugierig auf etw. sein)
fiedeln /sw. Vb.; hat/ umg.. oft scherzh. etw.
(schlecht) geigen (1): er fiedelte immer wieder die
selbe Melodie; die Musiker haben mit wahrer Be
geisterung, tüchtig gefiedelt
Fiederung, die; -,
-en Art, wie ein Blatt gefiedert
ist: die (feine) F. der Blätter
fiepen /sw. Vb.; hat/ einen schwachen, hohen Ton
von sich geben: die jungen Hunde f.
fies IAdj./ umg. (äußerlich od. charakterlich) wider
lich, abstoßend: ein fieser Kerl, Charakter, Typ;
er hat sich f. benommen; der ist aber f.!
fifty-fifty /Adv./ [fiftififti] u m g . : das Geld wurde
f. (zu zwei gleichen Teilen) geteilt; f. (halbpart)
machen; es steht f. (unentschieden)
Figaro — Filmmaterial
389
Ffgaro, der; -f -s ,
-s /vorw. Pl.f scherzh.: ein
Schaufrisieren der (besten) Figaros (F ris e u r e )
fighten, fightete, hat gefightet [faiton] S p o r t (bes.
beim Boxsport) kämpfen, draufgängerisch angreifen;
dazu Fighter, der; -s, -
Figur, die ;
-en 1. die äußere Erscheinung, die
Gestalt eines Menschen im Hinblick auf die Propor
tionen des Körpers: jmd. hat eine gute, schlechte,
schlanke, hübsche, schöne, füllige, tolle F .; er ist
von kleiner, untersetzter, stämmiger F.
—
2.
(künstlerisch) geformte od. gezeichnete Gestalt eines
Menschen, Tieres: eine F. aus Stein, Holz; eine
F. schnitzen, in Stein hauen, aus Ton formen —
3. bes. für Brettspiele gebräuchlicher kleiner, in be
stimmter Weise geformter Gegenstand: die weißen,
schwarzen Figuren des Schachspiels; die Figuren
aufstellen; eine F. setzen, ziehen, wegnehmen —
4.1. Person, Mensch bes. in seiner Beziehung zu den
ihn umgebenden Menschen, zu (einem Ereignis)
seiner Zeit: er war eine wichtige F. in diesem
Intrigenspiel, in der Französischen Revolution; er
ist zu einer komischen F. geworden (spielt nur
noch eine komische Rolle, wirkt nur noch komisch)
4.2. salopp femot. neg.f Person (1.1): an der Ecke
standen ein paar eigenartige, verdächtige Figuren
4.3 . in einem literarischen W erk gestaltete handelnde
Person: die Figuren des Romans, Dramas; eine
F. aus einem Märchen; die positive F. eines Stücks
—
5.1. flächiges od. körperhaftes geometrisches Ge
bilde: eine geometrische F. zeichnen; den Inhalt
einer F. berechnen 5.2 . in sich geschlossene Abfolge
von Bewegungen in bestimmten Sportarten, bes.
beim Eiskunstlauf, Tanz: eine F. exakt laufen,
tanzen, einüben; die Figuren beim Kunstspringen
—
6. Mus. in sich geschlossene kürzere Tonfolge:
eine F. beim Klavierspielen besonders heraus
arbeiten, üben, hervortreten lassen
+ umg. eine gute F. (einen vorteilhaften Eindruck)
machen
Figuration, die; -,
- en Mus. Verzierung einer
Melodie, eines Akkords durch kleinere Notenwerte
figurieren fsw. Vb.; hat/ 1. geh. in einer bestimmten
Funktion in Aktion, Erscheinung treten: als Allein-
Unterhalter f .; er figurierte in der Rangliste ganz
unten — 2. als stumme Person in einer Theater
aufführung mitwirken — 3. Mus. einen Akkord,
eine Melodie durch eine Figuration ausschmücken:
ein figurierter Choral
Figurine, die; -,
-n 1. fachspr. gezeichneter od.
modellierter Kostümentwurf für Bühne, Film, Mode,
der Kostüm und Träger(in) als eine Einheit erfaßt
—
2. bild. Kunst 2.1. kleine Statue, Figur 2.2.
menschliche Figur (2) als Staffage auf Gemälden
figürlich jAdj.f 1. Inicht präd.f in bezug auf die
Figu r (1): f. ähnelt sie ihrer älteren Schwester —
2. eine Figur (2), Figuren aufweisend: die figür
liche Gestaltung der W and; figürlicher Schmuck
FiktiQn, die; -,
-en etw. Erdachtes, nur in der Vor
stellung Existierendes: etw. ist eine (dichterische)
F,; an einer F. festhalten; nicht von einer F.,
sondern vom wirklichen Leben ausgehen
fiktiv /Adj./ 1.1. als existent nur angenommen, ge
dacht: eine fiktive W elt beschreiben; ein fiktives
Gespräch wiedergeben 1.2 . vorgetäuscht: ein fik
tives Vermögen, Unternehmen
Filet, das; -s, -s [..Ie:] Kochk. 1.1. Stück ohne
Knochen vom zarten mageren Fleisch der Lende bes.
vom Schwein, Rind: ein F. braten 1.2. die ent
grätete und enthäutete Längshälfte eines Fisches
Filfit| -arbeit, die 1. jo. Pl.f Handarbeitstechnik, bei
der aus Garn eine Art Gitter hergestellt wird, auf
dem gegebenenfalls durch die Fäden, durch Sticken
od. Steppen ein Muster entsteht — 2. Handarbeit (2)
in der Technik von 1: eine F. anfertigen; -decke,
die durch Filetarbeit (1) hergestellte (kleine) Tisch
decke
Filiale, die; -,
-n mit einer gewissen Selbständigkeit
ausgestattete Niederlassung eines zentralen (kap.)
Unternehmens: eine F. eröffnen, gründen; die F.
einer Bank
Filigran, das; -s, -e (auf einer Unterlage befestigte)
Art von feinem Gitter aus Fäden von Edelmetall:
eine Brosche aus, in, mit F.
Filius, der; -,
-se, auch Filii [..li|i] fvorw. Sg .f
umg. scherzh. Sohn (1): wie geht’s deinem F.?
Film, der; -(e)s, -e 1.1. für fotografische Aufnahmen
dienender, mit einer lichtempfindlichen Schicht ver
sehener Streifen aus elastischem Material: ein hoch-
empfindlicher, feinkörniger, grobkörniger F .; einen
(neuen) F. (in die Kamera) einlegen; den F. ent
wickeln; der F. ist unterbelichtet — 2 . auf 1 auf-
genommene und entwickelte (künstlerisch gestaltete)
Abfolge von Aufnahmen, die mittels eines Vorführ
gerätes auf eine Leinwand projiziert werden und
dabei stehende Bilder od. eine in Bewegung und Ton
der Wirklichkeit täuschend ähnliche Wiedergabe der
objektiven Realität erzeugen: ein historischer,
populärwissenschaftlicher, utopischer, abendfül
lender, preisgekrönter F .; einen F. (ab)drehen,
machen, synchronisieren, vorführen; sich einen F.
ansehen; der F. läuft am, seit Freitag; das Dreh
buch für einen F. schreiben — 3. \o. Pl.f Film
ku n st: sie interessiert sich mehr für den F. als für
das Theater — 4. jo. Pl.j Institution für die Pro-
duktion von 2: sie ist beim F.; zum F. gehen
(Filmschauspieler werden) — II . aus einer (öligen)
Flüssigkeit bestehende dünne Schicht auf der Ober
fläche von etw.: ein wasserdurchlässiger F .; das
Sonnenöl bildet einen schützenden F. auf der
Haut
- f umg. bei jmdm. ist der F. gerissen (jmd. kann
sich an bestimmte Dinge nicht mehr erinnern)
Fjlm| -atelier, das Atelier für Filmaufnahmen;
-aufnahme, die fvorw. Pl.f Aufnahme einer Film
szene: Filmaufnahmen machen; -diva, die v e r
altend weiblicher Filmstar
Filme[macker, der; -s, - umg. Regisseur (und Dreh
buchautor) eines Spiel-, Dokumentarfilms
filmen fsw. Vb.; hat/ 1. mit einer Filmkamera ein
fortlaufendes Geschehen aufnehmen, Filmaufnahmen
m achen: ein Autorennen f.; schwarz-weiß, farbig
f.; die DEFA filmte mehrere Wochen an der Ost
see — 2. bei 1 als Schauspieler tätig sein
filmisch /Adj.; nicht präd.f 1. dem Film (1.2) zu
gehörig: ein filmisches Meisterwerk; filmische Mit
tel, Möglichkeiten — 2. mit Mitteln des Film s (1.2):
etw. f . darstellen
FiJm| -kamera, die Kam era für Film e (1.2); -kopie,
die; -kritik, die kritische Besprechung eines Spiel
film s: Filmkritiken schreiben; -kritiker, der jmd.,
der beruflich Filmkritiken verfaßt; -kunst, die fo.
Pl.f das die Produktion von Filmen (1.2) betreffende
künstlerische Schaffen; -leinwand, die zur Projek
tion von Filmen dienende Leinwand; -material, das
390
Filmmontage — finanziell
1. Material, aus dem ein Film (LI) besteht: emp
findliches F.
—
2. fü r eine bestimmte Thematik
geeignetes filmisches (dokumentarisches) M a te r ia l :
von diesen Ereignissen ist viel F. vorhanden;
- montage, die Film Festlegung der endgültigen Ab
folge der Bilder eines Film s (1.2) durch Schnitt,
Auswahl und Zusammenstellung; -musik, die
Musik, die eigens für einen Film komponiert w ird;
- p lakat, das Plakat, das für einen Spielfilm wirbt;
- premiere, die; -Produktion, die; -produzent, der
/unter kap. Verhältnissen! jmd., der die Produktion
eines Films (1.2) finanziert; -regisseur, der;
- reklame, die Reklame für einen Film (1.2); -rolle,
die Rolle in einem Spielfilm; -schaffende, der; -n,
- n fvorw. Pl.f jmd., bes. ein Künstler, der für den
F ilm tätig ist; -Schauspieler, der; -Schauspielerin,
die; -spule, die Spule zum A ufwickeln eines Film s;
- star, der Filmschauspieler(in) als Star; -studio,
das vgl. Filmatelier; -Szenarium, das F ilm die
Vorstufe eines Drehbuchs bildender E n tw u rf eines
Film s, der den szenisch gegliederten Handlungs
ablauf enthält; -verleih, der Institution, die F ilm
kopien auf bestimmte Zeit an Kinos verleiht; -Vor
führer, der jmd., der berufsmäßig Filme in Kinos
vorführt; -Wechsel, der F o t o g r . das Herausnehmen
eines Film s aus der Kamera und das Einlegen eines
neuen
Filou, der; -s, -s [..lu:] umg. 1. scherzh. Schelm:
du bist ein (richtiger) F .! — 2. durchtriebene männ
liche Person: dieser F. hat mir zu wenig Geld heraus
gegeben !
Filter, der, fachspr. vorw. das;--s, - 1. mit einem
durchlässigen M a te rial versehene Vorrichtung zum
Trennen fester Stoffe von flüssigen od. gasförmigen
Stoffen: die Flüssigkeit, Milch durch ein(en) F.
gießen, gehen lassen; eine Zigarette mit F.
—
2.
Opt. Fotogr. (gefärbte) für Licht durchlässige
Glasscheibe od. Folie, die nu r bestimmte Anteile
dieser Strahlung hindurchtreten läßt: bei Schnee,
Gegenlicht mit (einem) F. fotografieren
ffltern jsw . Vb.; hat/ 1. einen flüssigen od. gas
förmigen Stoff durch einen F ilte r gehen lassen und
dadurch dessen feste Bestandteile trennen, z urück
halten : eine Flüssigkeit, Luft f .; Kaffee f . (Kaffee
kochen, indem das kochende Wasser au f den i n
einem F ilte r befindlichen gemahlenen Kaffee ge
gossen wird) — 2. O pt. (unerwünschte) Anteile einer
Strahlung od. des Bereichs einer Frequenz (1) durch
einen F ilte r aussondern
Filterj -papier, das jo. P I ./ saugfähiges, durchlässiges
Spezialpapier zum F ilte rn (1); -tüte, die Tüte aus
Filterpapier, die zum Filtern von Kaffee dient;
-Zigarette, die Zigarette m it einem F ilte r
Filtrat, das; -(e)s, -e fachspr. durch Filtern ge
klärte, von festen Bestandteilen befreite Flüssigkeit
filtrieren /sw. Vb.; hat/ fach sp r. etw. filtern (1),
durch Filtern reinigen: eine chemische Lösung f.
Filtrierjpapier, das jo. PI ./ fach sp r. Filterpapier
Filz, d e r ; -es, -e 1. dickes, dichtes, weiches Stoff-
artiges M aterial, das durch Pressen und Walken von
Schafwolle und (Tier)haaren hergestellt w ird : eine
Unterlage, ein Hut, Stiefel aus F .; die Fenster mit
F . abdichten — 2 . etw. filzartig ineinander Ver
schlungenes: die (Wasserpflanzen waren zu einem
dichten, unlöslichen F. verwachsen
filzjartig jA d j.f dem F ilz (1) ähnlich
filzen jsw. Vb.; hat/I. W olle filzt (wird durch E in
w irk ung von Feuchtigkeit, Waschpulver, Hitze
filzig); der Pullover hat beim Waschen gefilzt —
II. sa lopp jmdn., etw. bei einer Kontrolle nach etw.
Unerlaubtem gründlich durchsuchen: jmdn.,
das
Auto, Gepäck (an der Grenze) f.
filzig /Adj./ 1.1. verfilzt: filzige W olle; ein filziger
Pelz, Bart 1.2 . filzartig: ein Blatt mit filziger Be
haarung
Filz zu Filz 1| -pantoffel, der; -schuh, der Haus
schuh (mit Filzsohle); -sohle, die Schuhsohle aus
Filz; -stiefel, der; -stift, der Faserstift; -unterläge,
die
Ffmmel, d e r; -s, - u m g . übertriebenes absonderliches
Interesse fü r etw., sich m it etw. zu beschäftigen,
Spleen: sie hat den F. , sich dauernd zu kämmen,
hyperkorrekt zu sprechen; der mit seinem F. für
Briefmarken!; der hat doch einen F. (ist doch ver
rückt, übergeschnappt)!
final fA dj./ 1. /nicht adv.f das Ende, den Abschluß
bildend: eine finale Phase — 2 . Gramm, den
Zweck, die Absicht angebend: ein finaler Gliedsatz;
eine finale Konjunktion
Finale, das; -s, - /Finals/Finali 1. M us. jP l. Finali/
1.1 . (mitreißend gestaltete) Schlußszene der Akte eines
musikalischen Bühnenwerks: das F. des dritten
Aktes 1.2 . (mitreißend gestalteter) letzter Satz eines
Musikstückes, Konzerts — 2. S p o r t fPl. Finals/
Endkampf eines (in mehreren Etappen ausgetrage
nen) Wettbewerbs, Schlußrunde: beide Mann
schaften kommen (durch die Ausscheidung) ins
F.; er hat sich für das F. qualifiziert — 3 . fPl.
-/
den Höhepunkt und Abschluß einer kulturellen
Veranstaltung bildende große zusammenfassende
Programmnummer: im F. traten noch einmal alle
mitwirkenden Künstler auf; zu 2 Finalist, der;
- en, -en
Final| -produkt, das W irtsch . Endprodukt, das in
Kooperation m it Zulieferbetrieben entsteht; -Satz,
der Gramm, finaler Gliedsatz
Finanz, die; -, fo. P L/ Gesamtheit der Finanziers
FinanzJ -amt, das /DDR noch umg./ das für die
Festsetzung und Erhebung der Steuern verantwort
liche Staatsorgan des Kreises, in der DDR die Ab
teilung Finanzen beim Rat des Kreises; -beamte,
der Beamter der Finanzverwaltung; -buchhalter,
der jmd., der beruflich die Finanzbuchhaltung eines
Betriebes fü h rt; -buchhaltung, die T e il der betrieb
lichen Rechnungsführung, in dem die wirtschaftlichen
Vorgänge rechnerisch erfaßt werden
Finanzen, die /PL /1.1 . Finanzwesen: x^bteilung F.
beim Rat des Bezirkes, Kreises 1.2. die finanziellen
Verhältnisse eines Staates, einer Körperschaft;
Geldbeziehungen und Geldfonds des soz. Staates: die
F. des Staates, der Gemeinde, der sozialistischen
Betriebe und Wirtschaftszweige, eines Verbandes;
die F. sind geordnet, zerrüttet 1.3 . umg. Geld
mittel, die jmdm. zur Verfügung stehen: meine F.
erlauben mir das nicht
Finanz| -gruppe, die (dauerhafte) Verbindung kap.
Unternehmen unter Führung bes. einer monopolisti
schen Bank; -hoheit, die W irts ch. Recht eines
Staates, sein Finanzsystem selbst zu regeln, bes.
Steuern und Abgaben zu erheben
finanziell /A d j . ; nicht prä d.f die Geldangelegenheiten
betreffend: die finanzielle L age; finanzielle Mittel;
mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen
haben; diese Reise kann er sich aus finanziellen
Finanzier — Finesse
391
Gründen nicht leisten; jmdn. f. unterstützen
Finanzier, der; -s, -s [. .tsie:] jmd., der etw. finan
ziert
finanzieren /sw. Vb.; hat/ etw. f. für ein Unter
nehmen das benötigte Geld zur Verfügung stellen: ein
Projekt, einen Bau f.; dazu Finanzierung, die; -,
-en
Finanz/finanz| -kapital, das jo. PL/ P ol. ök . das
miteinander verschmolzene monopolistische Kapital
der kap. Industrie und der Banken; -kaufmann, der
/DDR/ Fachmann mit einer Lehrlingsausbildung
auf dem Gebiet des Finanz-, Bankwesens; -kon-
trolle, die Wirtsch. Ausübung der Kontrolle im
Rahmen des einheitlichen soz. Finanzwesens; -kräf
tig /Adj.; nicht adv./ über große finanzielle Mittel
verfügend: jmd. ist f.; ein finanzkräftiges Unter
nehmen; -krise, die Krise im System der Finanzen
und des Kredits im Kap.;
- läge, die jo. PI ./ finan
zielle Lage; -mann, der /PL -männer, -leute/ Finan
zier; -minister, der /DDR noch umg./ Minister der
Finanzen; -ministerium,das /DDR noch umg./ M i
nisterium der Finanzen; -monopol, das Recht des
bürgert. Staates, bestimmte Waren allein herzu
stellen, abzusetzen und mit 2Steuern zu belegen;
- Ökonom, der /DDR/ Fachmann mit Fachschul
abschluß auf dem Gebiet der Finanzwirtschaft;
-O ligarchie, die Pol. Ök. die mit der Konzentration
und Zentralisation des Finanzkapitals im Imperial.,
Staatsmonopolismus sich herausbildende (Herr
schaft einer) Gruppe der politisch-ökonomisch mäch
tigsten Monopolkapitalisten (und der führenden
Staatsmänner), Hochfinanz; -organ, das /vorw. PL/
Organ zur Wahrnehmung finanzieller Belange des
Staates; -politik, die jo. PL/ Gesamtheit der die F i
nanzen betreffenden zielgerichteten Maßnahmen und
Tätigkeiten des Staates; -schwach /Adj.; nicht adv./
über geringe finanzielle Mittel verfügend: ein fi
nanzschwaches Unternehmen; -System, das W ir t
sch. 1*1* Gesamtheit der vom soz. Staat geordneten
finanziellen Beziehungen und Fonds, die zur Lösung
volkswirtschaftlicher Aufgaben eingesetzt werden
1.2 . /in der nichtsoz. Wirtschaft/ Gesamtheit der
Quellen für die Deckung des staatlichen Bedarfs an
Geldmitteln und der entsprechenden Institutionen
mit ihren wechselseitigen Verflechtungen; -Ver
waltung, die Gesamtheit der staatlichen Dienststellen,
deren Aufgabe es ist, staatliche Gelder einzuziehen
und bereitzustellen; -wesen, das jo. PL/ Gesamtheit
der die staatlichen Finanzen betreffenden Einrich
tungen und Vorgänge; -Wirtschaft, die /o. PL/ die
finanzielle Seite staatlicher wirtschaftlicher Tätig
keit
Findelkind, das meist von seinen Eltern ausgesetztes,
verlassen aufgefundenes kleines Kind
finden, fand, hat gefunden 1.1 .1 . etw. f. zufällig od.
durch Suchen auf die Stelle stoßen, wo sich etw. be
findet und es sehen: auf der Straße eine Mark f.;
die gefundenen Gegenstände beim Fundbüro ab-
geben; die Straße, den Ort (auf der Karte) f.
1.1.2. etw., jmdn. f. zufällig od. durch Suchen auf
die Stelle stoßen, wo sich etw., das, jmd., den man
verloren hat, befindet: die vermißten Schlüssel in der
Tasche f .; sie fand ihren Sohn schließlich auf dem
Spielplatz 1.2 . sich f .: der Handschuh hat sich
(wieder) gefunden (ist wieder zum Vorschein ge
kommen) ; esfand sich niemand, der das übernehmen
wollte (niemand wollte das übernehmen) 1.3 . ein
ander, sich f . : die beiden, ihre Herzen haben sich
gefunden (sie sind sich begegnet und harmonieren
miteinander) 1.4 . etw., jmdn. irgendwie, irgendwo f.
bei seinem Kommen feststellen, daß etw., jmd. in
einem bestimmten Zustand, an einem bestimmten Ort
ist: die Tür verschlossen f.; jmdn. schlafend, da
heim, allein im Garten f .; sich f . : in dieser Gegend
f. sich (gibt es) bedeutende Bodenschätze 1.5 . etw.
f. durch Überlegen auf etw. kommen (8): die richtige
Lösung, keine Antwort f.; jmd. findet immer die
richtigen Worte (weiß sich immer zu etw. in passen
den Worten zu äußern) 1.6. (durch Sichbemühen) in
den Besitz von etw. Angestrebtem kommen;eine gute
Arbeitsstelle, den idealen Partner, sein Recht f . ;
O Zeit, Mut, Kraft für etw. f .; keinen Schlaf f.
(wider Willen wach bleiben); etw. an etw., jmdm.
f.: an etw., jmdm. Spaß, Freude,
Gefallen f . ;
was findet sie nur an ihm (was ist es nur, was sie
so für ihn einnimmt)?; /in Verbindung mit Subst.
zur Umschreibung eines passivisch gebrauchten Ver
balbegriffsj: (keine) Beachtung, Anerkennung f.
(nicht beachtet, anerkannt werden); etw. findet sei
nen Abschluß (wird abgeschlossen); etw. fand keine
Berücksichtigung, Erwähnung (wurde nicht berück
sichtigt, erwähnt) — 2 .1 . (sich) irgendwohin f.
durch Orientierung irgendwohin gelangen: (sich) in
die Innenstadt, (wieder) nach Hause f.; zum Aus
gang f. 2.2. in etw., zu etw., jmdm. f. zu etw., jmdm.
Zugang bekommen und dazu stehen: er fand schon
früh in die Reihen der Arbeiterbewegung; /in der
Verbindung/ zu sich selbst gefunden haben (sich
seiner bewußt sein) — 3.1. f., daß ... der Ansicht,
Meinung sein, daß ...: ich finde, daß man das än
dern müßte; ich finde, er hat recht 3.2 . etw., jmdn.
in bestimmter Weise f. etw., jmdn. in bestimmter
Weise einschätzen, beurteilen: etw. gut, richtig, in
teressant, zum Lachen, in Ordnung f .; jmdn. nett,
sehr hübsch f .; !eine Bemerkung überflüssig f .; es
kalt, keiner Mühe wert f .
—
4. sichin etw. f . (schik-
ken, fügen): sich in sein Schicksal, in die Not
wendigkeit f.
x
4- das wird sich (alles, noch) f. (das wird in Ordnung
kommen); nichts dabei f. (nichts Bedenkliches, Be
sonderes daran erkennen); — etw. ist für jmdn. ein
gefundenes / Fressen; ein / Haar in der Suppe
f.; ein offenes / Ohr bei jmdm. f .; keine / Worte
f.
Finder, der; -s, - jmd., der etw. gefunden (1.1.1)hat,
das jmd. anderem abhanden gekommen ist: der ehr
liche F. wird belohnt
Fjnder|lohn, der jo. PL/ Belohnung, die der Finder
eines verlorenen Gegenstandes bei dessen Abgabe er
halt
findig /Adj./ einfallsreich und gewitzt und dadurch
fähig, Schwierigkeiten zu meistern: jmd. ist f., ist
ein findiger Kopf, ist f. im Organisieren, bei hand
werklichen Arbeiten; dazu Ffndigkeit, die; -,
-en
/vorw. Sg ./
Findling, der; -s, -e erratischer Block: für das Denk
mal wurde ein F. verwendet
Finesse, die; -,
- n 1. /vorw. Pl.j dem neuesten Stand
der technischen Entwicklung (im Detail) entspre
chende Ausführung, Feinheit: ein Stereoradio, Neu
bau, eine elektrische Nähmaschine mit allen, den
neuesten Finessen — 2 .1 . /vorw. Pl.j K niff (3):
alle Finessen des Autofahrens, Schachspielens
beherrschen 2.2 . taktisch kluges, listiges Vorgehen:
392
Finger — finster
seiner taktischen, diplomatischen, technischen F.
war niemand gewachsen
Finger, der; -s, - 1 . eines der fünf beweglichen Glieder
der Hand des Menschen und des Affen: jmd. hat
lange, kurze, schlanke, dicke F .; der / kleine F .;
die F. ausstrecken, krümmen, spreizen; mit den
Fingern schnipsen; mir frieren die F .; ich friere,
mich friert an den Fingern; einen Ring am F. tra
gen; den F. auf dem Mund legen /als Zeichen zum
Leisesein, Schweigen/ — 2. Fingerling (2)
+ den F. auf die Wunde legen (etw. Peinliches,
Schmerzliches beim Namen nennen);jmdm. auf die
F. sehen, gucken, schauen (jmdn. genau kontrol
lieren 1, kritisch beobachten) ;jmdm. aufdie F. klopfen
(jmdn. zurechtweisen) ; mit (den) Fingern, mit dem
F. auf jmdn. zeigen (jmdn. öffentlich anprangern);
sich die F. wund schreiben (übermäßig viel schrei
ben) ; sich die F. verbrennen (sich durch Unvorsich
tigkeit selbst schaden); umg. lange F. machen
(stehlen) ; keinen F. krumm machen, rühren (nichts
tun, sich für nichts, niemanden einsetzen); jmdm.
jucken die F. nach etw. (jmd. möchte gern etw. tun,
besitzen) ; (bei etw.) seine F. im Spiel haben (heim
lich an etw., bes. an etw. Negativem, beteiligt sein);
die F. von etw., jmdm. lassen (sich aus Vorsicht
mit etw., jmdm. nicht befassen); sich die F. an etw.
nicht dreckig, schmutzig machen (sich a uf etw.
Unrechtmäßiges nicht einlassen); sich die F. an
jmdm. nicht dreckig, schmutzig machen (es fü r
unter seiner Würde halten, jmdn. zu verprügeln); sich
etw. an den (fünf) Fingern abzählen (von selbst
denken, leicht ausmalen) können; sich etw. aus den
Fingern saugen (etw. frei erfinden, sich ausdenken);
etw., jmdn. nicht aus den Fingern lassen, geben
(etw., jmdn. selbst vorübergehend nicht einem anderen
überlassen) ; etw. gerät jmdm. in die F. (jmd. findet
etw. zufällig); jmdn. um den (kleinen) F. wickeln
(sehr leicht beeinflussen, lenken und sich gefügig
machen) können; sich alle zehn, die F. nach etw.
lecken (auf etw. begierig sein); sich (mit etw.) in
den F. schneiden (gründlich täuschen und sich selbst
schaden)
Finger/finger| -abdruck, der /PI.
- abdrücke/ die
Linien der Haut erkennen lassender, für jmds. Iden
tifizierung auswertbarer Abdruck der inneren Fläche
eines Fingers: den F. abnehmen; die Polizei fand
Fingerabdrücke; -breit fAdj.f ungefähr in, von
der Breite eines Fingers: das Brot f. schneiden;
-breit, der + u m g. um keinen, auch nicht einen
F. (überhaupt nicht) von etw. abgehen; -dick fAdj.f
ungefähr von der Dicke eines Fingers: ein finger
dicker Zweig, Wasserstrahl; umg. übertrieben
der Staub lag f. auf den Möbeln; -druck, der jo. P l.f
der Druck (1.2.1) mit dem Finger auf etw., bes. auf
einen K n opf (2): ein (einziger) F. genügt, um den
Motor, die Alarmanlage in Gang zu setzen; -f ertig-
keit, die fvorw. Sg .f Geschicklichkeit im Gebrauch
der Finger, Hände: der Pianist, die Näherin besitzt
eine große, erstaunliche F .;
-gelenk, das Gelenk
zwischen den Fingergliedern; -glied, das einzelnes
Glied eines Fingers; -handschuh, der Handschuh
mit fünf Fingern (2); -hut,der I. Kappe aus Metall
od. Plast, die beim Nähen auf den Mittelfinger ge
setzt wird, um ihn vor Verletzungen zu schützen:
den F. auf den Finger setzen, stecken — II , xD igi-
talis; -kuppe, die Kuppe (1.2); -langfAdj.f ungefähr
von der Länge eines Fingers: eine fingerlange Narbe
Fingerling, der; -s, -e 1* schützende Hülle für einen
(verletzten) Finger: einen F. aufsetzen — 2. Teil des
Handschuhs, der einen Finger umhüllt: einen F. für
den Daumen stricken
fingern fsw. Vb.; hat/ 1. umg. 1.1. an etw. f. sich
an etw. mit den Fingern zu schaffen machen: am
Türschloß, Reißverschluß (nervös) f. 1.2. nervös,
umständlich etw. zu fassen versuchen: in der Tasche
nach dem Kamm f. 1.3. etw. aus dem Beutel f. (mit
Mühe, umständlich herausholen) — 2. salopp etw.
Heikles mit Geschick bewerkstelligen: wir werden die
Sache schon f . !
Fjnger| -nagel, der Nagel (II) eines Fingers: ge
pflegte, schmutzige Fingernägel haben; (sich) die
Fingernägel schneiden, feilen, lackieren; -ring,
der Ring (1.1);-spitze, die Spitze des obersten Finger-
glied es: etw. (nur) mit den Fingerspitzen betasten,
anfassen, berühren; O umg. jmdm. kribbelt es
in den, Fingerspitzen (jmd. ist sehr ungeduldig, etw.
tun, eingreifen zu können); -Spitzengefühl, das
fo. Pl.f sicheres Gefühl dafür, wie man sich angemes
sen zu verhalten hat, wie man etw. mit Geschick re
gelt: für etw. F . haben, besitzen; hierfür braucht
man F., fehlt es ihm an dem nötigen F .;
-spräche,
die Zeichensprache mit Hilfe der Finger; -Übung,
die fvorw. Pl.f Übung an einem Instrument zur Ge
winnung von Fingerfertigkeit: Fingerübungen ma
chen; -zeig, der; -s, -e als beachtenswert, verwertbar
angesehener Hinweis, W ink: von jmdm. einen F.
bekommen; jmdm. einen F. geben; das mag ihm
als F. dienen; <0 das war für ihn ein F. des Schick
sals
fingieren fsw. Vb.; hat/ etw. zu einem bestimmten
Zweck Vortäuschen: einen Überfall f.; fvorw. im
Part. Prät.f ein fingierter (frei erfundener, in
Wirklichkeit so nicht existenter) Brief(Wechsel); unter
fingiertem Namen auftreten
Finish, das; -s, -s [..if] Sport Endkampf, bes. bei
einem Rennen, Lauf: das harte F. der Rennfahrer
finit fAdv.f Gramm.: die finite (nach Person und
Zähl bestimmte) Verbform; ,arbeitet1ist eine finite
Form des Verbs ,arbeiten4
Fink, der; -en, -en in zahlreichen Arten vorkommen
der Singvogel mit kurzen Flügeln und kegelförmigem
Schnabel
Finken|schlag, der der R uf, das Zwitschern der
Finken
Finne, die; -,
- n 1.1. in Wirbeltieren parasitär le
bende Larve des Bandwurms — 2. Med. durch Akne
hervorgerufene, als Knötchen auftretende Entzündung ■
der Haut, Pickel — 11.1. Zool. keilförmig zu
laufende Rückenflosse der Haie und Wale — 2.
Handw. die schmäle, keilförmig zugespitzte Seite
des Hammers: einen Stein mit der F. zurecht
schlagen
finnig fAdj.f: finniges (von Finnen 1.1 befallenes)
Fleisch
finster fAdj.f 1. völlig dunkel, ohne jegliche Hellig
keit: eine finstere Nacht; ein finsterer Raum; es
wird jetzt schon zeitig f.; im Finstern (in völliger
Dunkelheit, ohne Beleuchtung) sitzen — 2. ziem
lich dunkel und etwas unheimlich wirkend: finstere
Tannen; ein finsteres, altes Gebäude; ein finsterer,
enger Hof — 3. unfreundlich, düster: eine finstere
Miene; ein finsterer Mensch; jmdn. f . ansehen —
4. {nur attr.f Schlimmes annehmend: eine fin
stere Ahnung; ein finsterer Verdacht — 5. /nicht
Finsternis — Fisclipaste
393
adv.; emot.j 5.1.undurchschaubar, zweifelhaft: eine
finstere Existenz; finstere Gestalten 5.2 . unheil
voll: finstere Gedanken, Rachepiäne haben; fin
stere Drohungen aussprechen 5.8. das finstere
(geistig, politisch rückständige) Mittelalter; die
finsterste Reaktion
Finsternis, d ie;
-se 1. völlige Dunkelheit: nächt
liche, tiefe, undurchdringliche F.
—
2.Astron. op
tisch wirksame Erscheinung am Himmel, bei der für
einen Beobachter ein Himmelskörper durch einen
anderen verdeckt wird od. in dessen Schatten tritt:
eine partielle, totale F.
- f eine ägyptische F. (tiefe, undurchdringliche
Dunkelheit)
Finte, die; -,
- n 1.1. listiger Vorwand, Täuschung:
dasist nur eine F.; die F. durchschauen 1.2.Fech
ten Boxen Scheinangriffzur TäuschungdesGegners
fipsig fAdj.; nicht adv.f umg. allzu klein (und dürf
tig) wirkend: ein fipsiger Rock, Mantel
Ffrlefanz, der; -es, jo. PLI umg. 1. Tand, über
flüssiges Beiwerk — 2. törichtes Zeug, Unsinn: F.
treiben; er hat nur F. im Sinn
firm fAdj.; in der Verbindung! (in etw.) f. (bewan
dert, sattelfest) sein: sie ist in diesem Fach, im
Maschineschreiben, auf diesem Gebiet (sehr) f.
Firma, die; -, Firmen jAbk. F a/1.1. privates kauf
männisches od. gewerbliches Unternehmen: er ar
beitete lange in, bei dieser F. , ist Vertreter einer
bekannten F. 1.2. Wirtsch. der ins Handels
register eingetragene Name von 1.1: das Unter
nehmen wird unter der F. Schulze u. Co. geführt
Firmament, das; -(e)s, jo. Pl.j geh. Himmels
gewölbe) : das blaue F .; die Sterne funkeln am F.
firmen /sw. Vb.; hat/ Rel. kath.: ein Kind f.
(einem Kind das Sakrament der Firmung geben)
Firmen zu Firma| -name, der Name der Firma;
-Schild, das Schild mit dem Namen der betreffenden
Firma; -Zeichen, das auf allen Produkten einer
Firma angebrachtes Erkennungszeichen
Firmling, der; -s, -e Rel. kath. Kind, das gefirmt
wird
Firmung, die; -,
- en Rel. kath.Sakrament, durch
das der Firmling im Glauben gefestigt werden soll
Firn, der; -(e)s, -e/-en 1. mehrjähriger Altschnee des
Hochgebirges, der durch wiederholtes Tauen und
Gefrieren körnig geworden ist — 2. Schweiz,
österr. mit 1 bedeckter Berggipfel, Gletscher
Firnis, der; -ses, -se meist aus Leinöl und Zusätzen
bestehende rasch trocknende, farblose Substanz, die,
als Schutzmittel auf etw. aufgetragen, einen festen,
glänzenden Überzug bildet: ein Ölgemälde, einen
Schrank mit F. bestreichen
firnissen, firnißte, hat gefirnißt etw. m it F irn is be
streichen
First, der; -es, -e oberste waagerechte Kante eines
(nach zwei Seiten) schräg abfallenden Daches
Fisch, der; -es, -e 1.1. für sein Leben im Wasser mit
Kiemen, Flossen und meist einer Schwimmblase
ausgestattetes, wechselwarmes Wirbeltier, dessen
langgestreckter, meist seitlich abgeflachter Körper
mit Schuppen bedeckt ist: Fische angeln, fangen;
einen F. an der Angel haben; die Fische beißen
heute nicht, zappeln im Netz 1.2. /o. P l.j 1.1 als
Speise, Gericht: heute gibt es F .; F. braten, kochen
- f stumm wie ein F. (schweigsam); etw. ist weder
F. noch Fleisch (ist nichts Eindeutiges, Vollwertiges,
genau Bestimmbares); jmd. fühlt sich wohl wie ein
F. imWasser (sehr wohl);vimg. scherzh. verhüll,
die Fische füttern (sich bei Seekrankheit übergeben)
(müssen); um g. kleine Fische (unbedeutende A n
gelegenheiten)
Fjsch/fjsch| -adler, der Adler mit graubraunem
Bücken und weißer Unterseite, der an Seen, Flüssen,
Meeresküsten lebt und sich vorwiegend von Fischen
ernährt; -arm jAdj.j nur wenige Fische aufweisend:
ein fischarmes Gewässer; -besteck, das fü r F isch
gerichte bestimmtes, besonders gestaltetes Besteck,
bestehend aus Fischgabel und -messer; -blase, die
Schwimmblase; -Mut + jmd. hat F. (ist gefühls
kalt, -arm)
fjschen jsw. Vb.; hat/ 1.1. mit einem Fanggerät
Fische fangen: mit der Reuse, Harpune, mit einem
Netz f.; in diesem Gewässer ist es verboten zu f .;
Forellen f. 1.2. etw. durch Tauchen, mit Netzen vom
Meeresboden heraufholen: Perlen f.
—
2. umg. 2.1.
etw., jmdn. aus etw. herausholen: die Fleischstück
chen aus der Suppe, Brotkrümel aus der Milch f .;
den Ertrunkenen aus dem Wasser f. (herausziehen);
die Fahrkarte aus der Tasche f. 2.2 . tastend nach
etw. suchen: er fischte in seiner Tasche nach dem
Hausschlüssel
+im/trübenf.
Fjscher, der; -s, - jmd., der beruflich Fischfang be
treibt
Fischerei, die; - ,
-en jvorw. Sg .j gewerbsmäßig be
triebener Fang und die Hege von Fischen und an
deren nutzbaren Wassertieren
Fischereil -fahrzeug, das für die Fischerei be
stimmtes Schiff, Boot; -flotte, die Fangflotte;
-gewässer, das Gewässer für den Fischfang; -hafen,
der Hafen für Fischereifahrzeuge der Hochsee
fischerei, meist mit den entsprechenden Einrichtun
gen für das Anlanden und die Verarbeitung von
Fisch
Fjsch/fjsch| -fang, der jo. P l.j das (gewerbliche)
Fangen von Fischen: vom F. leben; auf F. gehen
(zum Fischen ausfahren); -filet, das Filet (1.2);
-fleisch, das; -futter, das: F . ins Aquarium schüt-
ren; -gabel, die zum Fischbesteck gehörende Gabel;
-gaststätte, die Gaststätte, die vorwiegend Fisch
gerichte anbietet; -gericht, das aus Fisch zuberei
tetes Gericht; -geschäft, das Geschäft für Fisch
w are n ; -gräte, die Gräte (1); -grätenmuster, das
weiß-dunkles, feines strichartiges Stoffmuster, das
an Fischgräten erinnert; -gründe, die /PI./ Fang-
gründe; -koch, der auf Fischgerichte spezialisierter
Koch; -kombinat, das Kombinat der Hochsee
fischerei, das über eine eigene Fangflotte und alle für
die Fischverarbeitung notwendigen Einrichtungen
verfügt; -konserve, die aus Fisch zubereitete K o n
serve ; -kutter, der meist mit einem Schleppnetz aus
gestatteter Kutter für die Küsten- und Meine Hoch
seefischerei; -laich, der ZooL; -lupe,die Fischerei
in der Hochseefischerei verwendetes Echolot zur
Ermittlung von Fischschwärmen; -mehl, das jo. Pl.j
aus Abfällen der Fischverarbeitung hergestelltes
eiweißreiches Futtermittel; -messer, das zum Fisch
besteck gehörendes M esser; -netz, das Netz für den
Fischfang; -Otter, der der Bobbe ähnlicher, dem
Leben im Wasser angepaßter langgestreckter, gut
schwimmender Marder, der an fließenden od. stehen
den Gewässern lebt, ein dichtes braunes Fell hat und
sich von Fischen, Krebsen und Wasservögeln er
nährt; -paste,fydie aus Fisch hergestellte, meist als
394
fischreich — Fläche
Brotaufstrich dienende Paste; -reich fAdj.f viele
Fische aufweisend: ein fischreiches Gewässer;
-reiher, der grauer Reiher, der an flachen Ufern auf
Bäumen nistet und sich bes. von Mäusen, Fröschen
und Fischen ernährt; -schuppe, die Schuppe (1);
- s chwärm, der; -suppe, die vorwiegend aus gekochtem
Fisch hergestellte, gut gewürzte Suppe; -teich, der
der Fischzucht dienender T eich; -Verarbeitungsschiff,
das Schiff der Hochseefischerei für den Fang und die
Verarbeitung von Fischen auf hoher See, Fabrikschiff;
-Vergiftung, die Vergiftung durch den Genuß ver
dorbener od. giftiger Fische; -waren, die /Phf; -Wirt
schaft, die jo. Pl.j Wirtschaftszweig, der den Fisch
fang, die Verwendung, Verarbeitung der Fänge und
ihren Absatz umfaßt; -zucht, die Haltung und
Pflege bestimmter Fische (in Teichen) zu wirtschaft
lichen Zwecken; -zug, der Fischfang durch Aus
werfen und Einholen von Netzen
Fisimatenten, die /PI./ um g.: mach keine F. ( Um
schweife, Ausflüchte) und gib mir das, fang
schon an!
fiskalisch fAdj.; vorw. attr.f den Fiskus (1.2) be
treffend, dem Fiskus gehörend
Fiskus, der; /o. Pl.j 1*1. Vermögen (II)eines kap.
Staates: die Abgaben fließen in den F. 1.2. der
kap. Staat als Inhaber von Vermögen und Vermögens
rechten: da Erben fehlen, fällt dieses Haus an den
F.
fispelig fAdj.f umg. von nervöser Unruhe, zappelig:
er wird immer ganz f., wenn es einen Krimi gibt
Fistel, die;*-,
- n I. Med. anomaler röhrenförmiger
Kanal, der Absonderungen vom Inneren des Körpers
an die Körperoberfläche leitet od. ein Hohlorgan
mit dem anderen verbindet — II. Fistelstimme (1):
in, mit höchster F. rufen, schreien
fisteln jsw. Vb.; hat/ mit Fistelstimme sprechen
Fistel{stimme, die 1. unnatürlich hohe, unange
nehm klingende Stimme bei Männern — 2. Mus.
Falsett
fit fA d j.; nicht attr.f in guter körperlicher Verfassung,
leistun gsfähig: sich ausruhen, um dann wieder (für
etw.) f. zu sein; sich f. fühlen; sich durch Morgen
gymnastik f. halten; O das reparierte Gerät ist
wieder f. (funktionstüchtig)
Fftneß, die; -, jo. Pl.j gute körperliche Verfassung,
(sportliche) Leistungsfähigkeit: sich seine F. er
halten
Fittich, der; -(e)s, -e /vorw. PI./ geh. Flügel eines
großen Vogels, Schwinge: der Adler erhebt seine
Fittiche
-+■ jmdn. unter seine Fittiche nehmen (sich jmds.
annehmen und ihn betreuen, fördern)
Fjtting, das, auch der; -s, -s Techn. mit einem
Gewinde versehenes Verbindungsstück für Rohr
leitungen
Fitz, der; -es, fo. Pl.j ostmitteldt. umg. Gewirr
von Fäden: das Garn ist ein einziger F.
fitzen jsw. Vb.; hat/ ostmitteldt. umg. jvon
Fäden, Fadenartigem/ sich verwickeln (1): das
Garn, Haar fitzt
fix jAdj.j I. umg. 1. jnur adv.j ohne Zögern,
schnell, geschwind: f. wegrennen; ich will nur noch
f. etwas essen, einkaufen; mach ein bißchen f.
(beeile dich) — 2. flink und wendig: eine fixe Ver
käuferin, Friseuse; er ist ein fixer Bursche, ist
sehr f. (in seiner Arbeit) — II . /vorw. attr.j fest
(4.3): ein fixes Einkommen; fixe Preise; eine fixe
/ Idee; Pol. ök. fixes Kapital (in Ausrüstungen
und Gebäuden angelegtes, für längere Zeit seinem
Wert nach beständig erscheinender Teil des Kapitals)
+ f. und fertig (vollkommen fertig, beendet; umg.
völlig erschöpft) sein
fixen jsw. Vb.; hat/ umg.: jmd. fixt (spritzt sich
Rauschgift ein); dazu Fixer, der; -s, -
Fixier|bad, das F otogr. Lösung, in die entwickeltes
Filmmaterial zum Fixieren gelegt wird
fixieren jsw. Vb.; hat/1. etw. schriftlich niederlegen,
festhalten : eine Aussage, Beschlüsse schriftlich,
in einem Protokoll f.
—
2. etw. verbindlich bestim
men, festlegen: den Abreisetag f .; sein Auftrag
war nicht eindeutig fixiert — 3 . Med. einen Kno
chenbruch (durch einen Gipsverband) f. (ru h ig
stellen) — 4. Fotogr. entwickeltes Filmmaterial
mit einer Lösung lichtbeständig machen — 5. Psych.
jmd. ist an, auf jmdn., etw. fixiert (emotional an
jmdn.,
etw. fest gebunden) — 6. jmdn., etw. un-
rerwandt ansehen: sein Gegenüber (scharf, frech) f.
Fixiersalz, das jo. Pl.j Fotogr. zum Fixieren
dienendes spezielles Salz
Fixierung, die; -,
- en jzu fixieren 1—5/
Fixigkeit, die; -, jo. P L ; zu fix 1/
Fix|stern, der Astron. sehr weit von der Erde ent
fernter, selbstleuchtender Himmelskörper, der seine
Lage zu anderen entsprechenden, Sterilen nicht
merklich ändert
Fixum, das; -s, Fixa festes Einkommen, bes. für eine
kaufmännische Tätigkeit, zu dem meist noch variable
Bezüge auf Grund bestimmter Leistungen hinzu
kommen : ein monatliches, bescheidenes F .; F. und
Provision
Fizz, der; -es, -e /bei Mengenangabe PI. Fizz/ [fis]
Mixgetränk aus Alkohol (2.2), Fruchtsaft, rohem
Ei und Sekt
Fjord, der; -(e)s, -e langgestreckter, schmaler, oft
verästelter Meeresarm, der tief in gebirgige Küsten
hineinreicht: die norwegischen Fjorde
FKK /unflektiert u. o . Art./ [efka:ka:] jKurzw. für
Freikörperkultur/ s. Freikörperkultur
FKK-Strand, der
flach /Adj.j 1. nach Länge und Breite ausgedehnt
und ohne (größere) Erhebung od. Vertiefung: ein
flaches Gelände, Feld; ein flaches (waagerechtes od.
nahezu waagerechtes) Dach; mit der flachen Hand
(mitder Handfläche) auf den Tisch schlagen; mit
der flachen Klinge (mit einer ihrer beiden Flächen)
schlagen; der Kranke muß f. (waagerecht) liegen;
sich f. hinlegen — 2.1. n ied rig (1.1): ein flacher Bau,
Kuchen; Schuhe mit flachen Absätzen; flache
Schuhe (Schuhe mit flachen Absätzen) 2.2. weniger
als üblich od. gar nicht gewölbt: eine flache Brust;
eine flache (platte 1.1) Nase — 3. ohne größere
Tiefe (1): ein flacher Teller; der See ist f. (seicht);
f. atmen (nur leicht und kurz atmen) — 4. ober
flächlich, ohne gedankliche Tiefe: ein flacher Vor
trag; eine flache Unterhaltung(ssendung)
Flach/flach| -bau, derfPl. - ten/Bauw. flacher Bau;
-brüstig jAdj.j eine flache Brust habend; -dach,
das Bauw. flaches Dach; -druck, der jo. Pl.j
Druckerei Druckverfahren, bei dem eine Platte
verwendet wird, deren druckende und nichtdruckende
Teile in einer Ebene liegen
Fläche, d ie; -,
-n 1.1. flaches (1) Gebiet: eine freie,
riesige, weite F. dehnte sich vor ihnen aus 1.2.
durch Länge und Breite bestimmtes Gebilde, bes.
flächenhaft — Flammenwerfer
395
flache Außenseite eines Körpers: die Flächen eines
Würfels; die rauhe F. eines Brettes glatthobeln
1.3. zweidimensionales geometrisches Gebilde: die
F. eines Quadrats berechnen; eine F. von zehn
Hektar
flächenhaft /Adj./ wie eine Fläche (1.1): einflächen-
haftes optisches Bild
Flächen|-inhalt, der Inhalt einer Fläche (1.3);-maß,
das jPl.
- e/ eine für die Berechnung einer Fläche
(1.3) verwendete Einheit
flach(fallen /Vb.j salopp etw. fällt flach etw. E r
wartetes, Erhofftes tritt nicht ein, findet nicht statt:
Fernsehen fällt heute abend flach!
Flachheit, die; -en 1. /zu flach 1. u. 4/das Flach
sein — 2. jvorw. Pl.j Bemerkung ohne gedankliche
T iefe : er äußerte nur Flachheiten
flächig /Adj,I sich in einer Fläche (1.1) erstreckend:
ein flächiges Gebilde; flächige Ornamente; ein
flächiges Gesicht
Flach| -köpf, der oberflächlich denkender M ensch;
-küste, die Geogr. flache (1) Küste; -land, das
jo. Pl.j ausgedehntes Gebiet der Erdoberfläche mit
geringen Höhenunterschieden; -moor, das Geogr.
durch Verlanden von Seen od. durch hohen Wasser
stand in Vertiefungen entstandenes Moor
Flachs, der; -es, jo. Pl.j 1.1. Pflanze mit Bast ent
haltenden Stengeln, hellblauen, seltener weißen
Blüten und ölhaltigem Samen: F. raufen, riffeln,
rösten, brechen, schwingen — 2 . aus den Stengeln
von 1 gewonnene Fasern, die zur Herstellung von
Leinen verwendet werden: F. spinnen — II . umg.
{lustiger) Unsinn, spaßige Äußerung: mach keinen
F .!; das war doch alles nur F .!; (jetzt mal) ohne
F. (im Ernst gesprochen)
flachs/Flachsj -blond jA d j.j hellblond; -breche, die;
-,
-n Landw. Gerät zum Zerbrechen der Flachs
stengel, um die holzigen Teile von der Bastfaser zu
trennen
Flach|schuß, der / PI.
-Schüsse/ Fußball flacher
(2.1) Schuß
flachsen /sw. Vb.; hat/ (lustigen) Unsinn reden,
machen: mit jmdm. i .; dazu Flachserei, die; -,
-en
Flachs|-faser, die im Flachsstengel enthaltene Bast
faser; -haar, das jo. PLI flachsblondes Haar; -köpf,
der Kind, junger Mensch mit flachsblondem Haar;
-Spinnerei, die Betrieb, in dem Flachs versponnen
w ird ; -stengel, der; -stroh, das
Flach| -stahl, der T ech n . bandförmig gewalzter
Stahl mit rechteckigem Querschnitt; -zange, die
Zange mit flachen Backen, die bes. zum Biegen dient;
-ziegel, der Bauw. flacher (1) Dachziegel
flackern /sw. Vb.; hat/ 1.1. unruhig, zuckend bren
n en , leuchten: die Flamme, Kerze, Glühbirne
flackert 1.2. seine Augen f . (bewegen sich unruhig)
Fladen,der;-s, -1 . landsch., bes. süddt. Schweiz.
meist in der Pfanne gebackener flacher und runder
Kuchen: F. backen — 2. Kuhfladen
Flagellat, der; -en, -en jvorw. PL! Biol. Geißel
tierchen
Flagge, die; -,
-n als Hoheitszeichen verwendete
Fahne, die mit einer Leine an einem Mast gehißt
wird und bes. zur Kennzeichnung der Nationalität
und Reederei eines Schiffes und als Signal im See
wesen dient: die F. aufziehen, hissen, einholen;
Seemannsspr. die F. heißen, setzen, dippen,
niederholen1; die F. auf halbmast setzen; das
Schiff fährt unter schwedischer F.
flaggen /sw. Vb.; hat/ die Fahne(n) hissen, heraus
hängen: die öffentlichen Gebäude haben geflaggt;
halbmast f.
Flaggen Seemannsspr.|
- alphabet, das /o. P l.j
Darstellung der Buchstaben des Alphabets und der
Zahlen null bis neun mit Hilfe bestimmter Fähnchen;
- Signal, das Signal mit Hilfe von Flaggen
Flaggschiff, das 1. K riegsschiff, das die Flagge
eines Admirals führt, Schiff des Flottenchefs — 2.
größtes, meist repräsentativstes Schiff einer Reederei
od. nationalen Handelsflotte
flagrant /Adj.; vorw. attr./: eine flagrante (offen
kundige und schwerwiegende) Verletzung des Völ
kerrechts
Flair, das; -s, jo. Pl.j [fle:r, fle:r] geh. Fluidum,
Atm osphäre: eine Stadt mit einem besonderen F.
Flak, die; -,
- / -s jKurzw. für Flugzeugabwehr
kanone/ Mil. 1. Flakgeschütz — 2. jo. Pl.j mit
Flakgeschützen ausgerüstete Truppe
Flakgeschütz, das Mil. Geschütz, das bes. zur
Flugabwehr bestimmt ist
Flakon, der, das; -s,
-s [..koq, auch ..ko] für
Parfüm bestimmtes Fläschchen aus geschliffenem
Glas mit einem Stöpsel
flambieren /sw. Vb.; hat/ Kochk. bestimmte Spei
sen mit reinem Alkohol übergießen und ihn an
zünden, so daß die Speise brennend serviert werden
ka n n : flambierter Pudding; flambiertes Fleisch
Flamfngo, der; -s, -s in warmen Gebieten am Wasser
lebender weiß, rot od. rosafarben gefiederter Vogel
mit besonders langen, dünnen Beinen, langem Hals
und einem nach unten gebogenen Schnabel
Flamme, die; -,
- n 1.1. der sich bewegende, hoch
schlagende, zum Ende spitz auslaufende Teil des
Feuers od. ein nach oben spitz auslaufendes kleines
Feuer: helle, große, hohe, starke Flammen; die
ruhig brennende, züngelnde F. der Kerze; die
Flammen flackern, lodern, schlagen zum Himmel,
aus dem Dachstuhl, Ofen; die F. zuckt, züngelt,
leuchtet, ist erloschen; etw. in Flammen setzen
(anstecken); O geh. die Flammen der Liebe, Be
geisterung, der Revolution 1.2 . Gasflamme: auf
großer, kleiner F. kochen; ein Gasherd mit drei
Flammen (Brennern 1) — 2. veraltend umg.
junger Mensch des anderen Geschlechts, für den jmd.
entflammt ist, schwärmt: er hat eine F.
4- etw. steht in (hellen) Flammen (brennt lichter
loh) ; etw. geht in (Rauch und) Flammen auf
(brennt völlig nieder); — für etw., jmdn. / Feuer
und F. sein; ein / Opfer der Flammen werden;
etw. wird ein Raub der Flammen
flammen jsw. Vb.; hat; / auch flammend, ge
flammt/ geh. 1. ein Feuer flammt (lodert) im
Kamin; O welch eine Liebe, Begeisterung flammt
in ihm! — 2. seine Augen flammten (funkelten, ver
rieten große Erregung) (vor Zorn);flammende Blicke
flammend jA d j.; vorw. attr.; / auch flammen/
1. ein flammendes (leuchtendes, strahlendes) Rot —
2. leidenschaftlich und mitreißend, zündend: ein
flammendes Plädoyer, Bekenntnis; ein flammen
der Aufruf, Protest; flammende Verse; sich in
flammenden Zorn reden
Flammen| -meer, das: die Stadt war ein einziges
F. (brannte überall); -werfer, der; -s, - W affe für
den Nahkampf, mit der eine sich entzündende
Flüssigkeit als flammender Strahl herausgeschleu
dert wird
396
Flammeri — Flaum
Flammeri, der; -s, -s K ochk. halte Süßspeise, die
aus Milch od. Fruchtsaft und stärkehaltigen Pro
dukten, Zucker und Gewürzen hergestellt wird
Flanell, der; -s, fo. PL/ ein - od. beidseitig gerauhter,
sehr weicher (Baum-, Zellwollstoff: ein Schlafanzug,
Kostüm aus F.
Flanell] -anzug, der Anzug aus Flanell; -rock, der
vgl.
- anzug
flanieren jsw. Vb.; hat/ in einer Ortschaft, in he
lebter Gegend langsam unter Menschen Spazieren
gehen, schlendern: im Park, durch die Geschäfts
straßen, auf der Mole f.
Flanke, die;
- n 1. seitlicher, weicher Teil des
Rumpfes von Vierbeinern, bes. Pferden: dem Pferd
zitterten die Flanken; dem Pferd die Stiefel,
Sporen in die Flanken drücken — 2. fechte cd.
linke Seite einer in Marschordnung od. in Stellung
befindlichen Truppe: die F. war ungeschützt; den
Gegner in der F. angreifen — 3. eine der langen
Seiten von etiv., bes. eines Fahrzeugs: das Auto fuhr
dem wendenden LK W in die F.
—
-
4. Turnen
Sprung über ein Turngerät mit aufgestützten Händen
und mit geschlossenen, gestreckten, seitwärts schwin
genden Beinen: mit einer F. vom Barren (ab)-
gehen; eine F. über das Pferd — 5. Ballspiele
Schuß, W urf, Schlag von der seitlichen Position des
Außenstürmers zur Mitte des Spielfeldes, vor das
gegnerische T o r: eine (weite) F. geben, treten,
schlagen
flanken jsw. Vb.; hat/ 1. Ballspiele mit einer
Flanke den Ball Zuspielen: der Linksaußen flankt
(zur Mitte) — 2. Turnen eine Flanke ausführen:
über den Barren, Kasten, über eine niedrige
Mauer f.
flankieren fsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. f. sich an
einer od. beiden Seiten von etw.,
jmdm. befinden,
m itbewegen: Bürger der Stadt flankierten die
Straße, den W eg des Staatsgastes; Fahnen, Säulen
flankierten den Eingang; der Sarg wurde, war
auf beiden Seiten von einer Ehrenwache flan
kiert
Flansch, der; -es, -e Techn. scheibenförmige Platte
bes. an Enden von Bohren, die ein Zusammen
schrauben der Bohre ermöglicht
Flappe, die; -,
-n landsch. umg, zum Zeichen der
Unzufriedenheit verzogener Mund
4- salopp eine F. ziehen (sichtbar beleidigt, un
zufrieden sein)
Flaps, der; -es, -e umg. Flegel: er ist ein richtiger,
ein frecher F .; dazu flapsig /Adj.f flegelhaft: ein
flapsiger Bursche, flapsiges Benehmen
Flasche, die; -,
-n 1.1 . verschließbares, meist läng
liches zylindrisches Gefäß aus unterschiedlichem
Material mit halsartiger Verengung zur Öffnung
hin, das zum Aufbewahren von Flüssigkeiten und
Gasen dien t: eine schlanke, bauchige F. aus Glas,
Plast; eine F. aus Stahl; eine F. (mit einer Flüssig
keit) füllen; eine F. öffnen, entkorken, leeren, mit
einem Stöpsel, Korken verschließen; Bier aus der
F. trinken 1.2. Gefäß in der Form von 1.1 aus
feuerfestem Glas mit einer Maßeinteilung und einem
Sauger zum Verabreichen der Flaschennahrung:
dem Baby die F. geben (Flaschennahrung verab
reichen) ; einen Säugling mit der F. (wegen fehlender
Muttermilch mit Flaschennahrung) ernähren; ein
junges Säugetier mit der F. auf-, großziehen —
2. Inhaltsmenge von 1.1: eine F. Wein, zwei Fla
schen Bier trinken — 3. salopp Schimpfw. jpid.,
der etw. nicht zustande bringt, Versager: du F .!; das.
sind ja alles Flaschen!
+ umg. scherzh. einer F. den Hals brechen
(eine Flasche Wein o. ä . Öffnen, um sie auszu
trinken)
Flasehen/flaschen] -hier, das jo. P l.j Bier, das in
Flaschen abgefüllt zum Verkauf kommt; -bürste, die
länglich geformte Bürste zum Reinigen von Flaschen;
- förmig jAdj.j; -grün /Adj./ kräftig dunkelgrün;
- hals, der Hals einer Flasche; -kind, das Säugling,
der nicht mit Muttermilch, sondern mit der Flasche
(1.2) ernährt wird; -milch, die 1.1. Milch, die in Fla
schen abgefüllt zum Verkauf kommt 1.2. als Flaschen
nahrung zubereitete Milch; -nahrung, die mit der
Flasche verabreichte, hauptsächlich aus M ilch be
stehende flüssige Nahrung für Säuglinge; -Öffner,,
der kleines Gerät zum Öffnen von Flaschen mit
einem Kronenverschluß; -pfand, das Pfand für die
Flaschen, die beim Verkauf bestimmter Getränke
leihweise an den Käufer übergehen; -post, die Nach
richt, die in einer verschlossenen Flasche ins M eer
geworfen wird, damit sie irgend jemand findet; -Ver
schluß, der; -zug, der Vorrichtung zum Heben
schwerer Lasten, bei der das Zugseil od. eine Kette
über Bollen geführt wird
Flatschen, der; -s,
-
landsch. umg. 1. breites,
unförmiges Stück, Klumpen: Lehm hing in großen
F. an seinen Stiefeln — 2. vom Sonnenbrand löst
sich die Haut in F. (großflächigen Fetzen)
flatterhaft /Adj.f in den Beziehungen zu anderen
unbeständig, bes. zum anderen Geschlecht: ihr flatter
haftes W esen; er ist sehr f . ; dazu Flatterhaftigkeit,,
die; -, jo. Pl.j
Flatterhemd, das kurzes Hemd mit dazugehörigem
Höschen als Schlafanzug für Damen und Mädchen
flatterig jAdj.j sich vor nervöser Unruhe unstet
bewegend: sein Blick, Puls war f.
flattern jsw. Vb.; ist, hat/ 1.1. sich mit schnellen,
unruhigen Flügelschlägen fortbewegen (ist): ein
Schmetterling flattert von Blüte zu Blüte; ein
junger Vogel flattert unsicher von Ast zu Ast 1.2*
heftig mit den Flügeln schlagen (hat): der Vogel
flattert aufgeregt im Käfig — 2 .1 . jbes. von Blät
tern, Papierstückenj in der Luft frei hin und her
bewegt und fortgetragen werden (ist): im Herbst f.
die Blätter durch die Luft; O umg. ein Brief ist
mir gestern auf den (Schreib)tisch geflattert (ich
habe gestern unversehens einen Brief erhalten) 2.2*
(hat) Fahnen f. (wehen 3) im Wind; sie rannte mit
flatternden Haaren 2.3. sich vor nervöser Unruhe
unstet bewegen (hat): sein Blick flattert
flattrig jA d j.j s. flatterig
flau jAdj.j 1.1. (enttäuschend) schwunglos: eine
flaue Stimmung; die Stimmung war ziemlich f.
1.2. nicht wie erwartet, sondern etwas aussichtslos,
sch lecht: mit dieser Sache, einem Zuschuß sieht es
f. aus; jim kap. Handelj die Börse ist f.; Kaffee^
Baumwolle (ist) f. (nicht gefragt) — 2 . umg. jmdm.
ist im Magen, vor Hunger (ganz) f. (leicht übel)',
O bei dem Gedanken wird mir ziemlich f. (un
behaglich, unheimlich)
Flaum, der; -(e)s, jo. Pl.j 1. Gesamtheit der Flaum
federn eines Vogels — 2.1. sehr feiner, weicher,
kurzer Haarwuchs, bes. die ersten Barthaare eines
jungen Mannes: er hat schon etwas F. auf der
Oberlippe 2.2. wie die Oberfläche eines feinen Pelzes
Flaumfeder — Fleisch
397
wirkender Überzug auf bestimmten Früchten, Blät
tern: der zarte F. des Pfirsichs
Flaum) -feder, die fvorw. Pl.j Daune; -haar, das
1. jo. Pl.j Flaum (2.1)v — 2. einzelnes winziges,
weiches Haar
flaumig lAdj.f 1.1 . mit Flaum (2) bedeckt: flaumige
Haut 1.2. aus Flaum (1) bestehend: flaumiges Ge
fieder — 2. ö sterr. ein flaumiger (flauschiger)
Stoff; Butter f. (schaumig) rühren
Flausch, der; -es,
-e fvorw. 8g .j dickes, weiches,
stark gerauhtes Wollgewebe, bes. für Mäntel
flauschig fAdj.f weich (und angenehm warm) wie
Flausch: eine flauschige Wolldecke; das Handtuch
ist f.
Fiausch|mantel, der
Flausen, die fPl.f umg. 1. närrische, nicht ernst
zunehmende Gedanken: jmdm. seine F. austreiben;
er hat nur, nichts als F. im Kopf; jmdm. F . in
den Kopf setzen (jmdm. unbegründete Hoffnungen
machen; jmdn. zu etw. Ausgefallenem animieren)
—
2. dumme Ausflüchte: mach keine F. und sag
alles wahrheitsgemäß!
Flaute, die;'- ,
- n 1. Seemannsspr. Windstille od.
sehr geringe Bewegung der L uft: es herrschte eine
F.; die F. ließ nach — 2. fehlende Nachfrage nach
{bestimmten) Waren im kap. Wirtschaftssystem: in
der Bauindustrie, momentan herrscht eine (all
gemeine, geschäftliche) F.
Fläz, der; -es, -e s alopp Flegel; auch Schimpfw.
fläzen, sich fsw. Vb.; hat/ salopp: er fläzte
{flegelte) sich in den Sessel
Flechse, die; -,
- n Sehne (1), bes. von Tieren
Flechte, die; -,
- n 1. in Symbiose lebende, aus Algen
und Pilzen bestehende niedere Pflanze, die als
krustiges od. laubförmiges Gebilde auf dem Erd
boden, auf Felsen und an Bäumen vorkommt:
Flechten haben den Baumstamm, Stein über
zogen — 2. durch einen Hautpilz hervorgerufene
Hautkrankheit: eine trockene, nässende F.
—
3.
geh. Z opf (1): sie hatte lange, dicke, braune Flech
ten
flechten (er flicht), flocht, hat geflochten 1.1*
einige, meist drei lange, geschmeidige od. biegsame
Gebilde (von etw.) fortlaufend ineinander verschrän
ken, winden und dadurch zu etwas Einheitlichem
zusammenfügen: das Haar (in Zöpfe) f.; Blumen
zu einem Kranz f.; eine aus Stroh geflochtene
Matte 1.2. Zöpfe, einen Kranz, Korb f. (durch 1.1
hersteilen) 1.3. ein Band ins Haar f. (mit dem Haar
verflechten)
Flecht|werk, das 1.’ fo. Pl.f Geflecht aus Reisig,
Bast od. Schilf — 2. Architekt. Ornament, das
verflochtene Bänder nachahmt
Fleck, der; -(e)s, -e f / auch Fleckchen/ 1.1.1. auf
einem bestimmten Material verunreinigte Stelle,
Schmutzfleck: ein F. auf dem neuen Anzug, auf
dem Tischtuch; Rotwein macht Flecke; einen F.
entfernen 1.2. kleine andersfarbige Stelle bes. auf
der H aut: er hat einen blauen (blutunterlaufenen)
F. am Bein — 2.1 . umg. bestimmte Stelle (1.1):
ich stehe schon eine Stunde auf demselben F .; er
rührt sich nicht vom F. 2 .2 . Med. der gelbe F.
(Stelle der größten Sehschärfe in der Netzhaut); der
blinde F. (lichtunempfindliche Stelle, an der der
Sehnerv in die Netzhaut eintritt) — H. landsch.
Flicken (1.1): einen F. auf die Hose setzen
- f umg. vom F. weg auf der Stelle, sofort: jmdn.
vom F. weg heiraten; mit etw. nicht vom F.
kommen (mit etw. nicht vorankommen); — das
/ Herz auf dem rechten F. haben
FIeck|: / Flecken)
Fleckchen, das; -s, - f / auch Fleck 2.1f umg.
Fleck (2.1): fin der Verbindung! ein herrliches F.
Erde (eine reizvolle Gegend)
Flecke, die fPl.f landsch. bes. ostmitteldt. die
eßbaren, kleingeschnittenen, meist säuerlich zu
bereiteten Kaldaunen, bes. vom Rind
Flecken, der; -s, - I . landsch., Fleck (1.1.1) —
II. kleine Ortschaft
Flecken (mit * auch Fleck|)| *-entferner, der; -s, -
Fleckenentfernungsmittel; * -entfernungsmittel, das
Mittel zum Entfernen von Flecken (1.1.1); -wasser,
das fo. Pl.j Lösung zum Entfernen von Flecken
(1.1 .1)
Fieek|fieber, das Med. durch Läuse übertragene
Infektionskrankheit mit hohem Fieber, bei der rote
Flecke am Körper des Kranken auftreten
fleckig fA d j.f 1. voller Fleck e (1.1.1): ein fleckiges
Tischtuch; das Kleid ist f.
—
2. mit Flecken (1.1.2)
übersät: fleckige Haut; die Kartoffeln, Äpfel sind f.
Flecktyphus, der Med. Fleckfieber
fleddern fsw. Vb.; hat/ Leichen, Wehrlose aus
plündern
Fieder) -maus, die in zahlreichen A rten vorkommen
des flugfähiges kleines Säugetier, das meist nachts
fliegt, Insekten jagt und sich beim Ruhen od. wäh
rend seines Winterschlafes mit den Krallen der
Hinterbeine festhält und mit dem K opf nach unten
hängt; -wisch, der; -(e)s, -e 1. Bündel von Federn
zum Abstauben, Abkehren ~ 2. salopp scherzh.
unruhige, lebhafte Person, bes. unruhiges, lebhaftes
Kind
Flegel, der; -s, - sich in grobert ungezogener W eise
aufführende männliche Person, Lümmel: so ein F.!;
auch Schimpfw.
Flegelei, die; -,
- en grobe Ung z~geriheit: eine F.
begehen
flegelhaft fAdj.f wie ein Flegel, ungehörig, un
gezogen: sich f. benehmen; flegelhafte Manieren;
dazu Flegelhaftigkeit, die; -,
-en
Flegel)jahre, die fPl.f Entwicklungsjahre männlicher
Jugendlicher, in denen diese häufig grobes und un
gezogenes Benehmen zur Schau stellen: der Junge
kommt in die F.
flegeln, sich fsw. Vb.; hat/ sich irgendwohin f.
sich irgendwohin setzen und eine betont nachlässige
Sitzhaltung einnehmen: sich in den Sessel, auf die
Couch f .
flehen fsw. Vb.; hat/ (bei jmdm.) inständig, ein
dringlich und demütig um etw. bitten: bei jmdm.
um H ilfe,,Rettung, um Gnade f.; ein flehender
Blick; jmdn. flehend anschauen; jmds. Flehen er
hören
flehentlich /Adj.; nicht präd.f inständig, eindring
lich und demütig: jmdn. f . um etw. bitten; seine
flehentlichen Bitten
Fleisch, das; -(e)s, fo. Pl.j 1. das unter der Haut
liegende weiche Gewebe des menschlichen, tierischen
Körpers, bes. die von Fett- und Bindegewebe durch
zogenen Muskeln: bei der Wunde war das rohe F.
(das Fleisch ohne die es bedeckende Haut) zu sehen;
das wilde F. (das junge, wuchernde Bindegewebe)
wegschneiden — 2.1. als Nahrungsmittel dienende,
durch Schlachten zubereitete Teile von 1 bestimmter
398
Fleischbeschau — Flieder
T ie r e : frisches, mageres, fettes, weiches, zähes,
schieres F .; geräuchertes, geschabtes, gehacktes,
gepökeltes F .; zwei Kilogramm F. kaufen; F.
kochen, braten, schmoren, dünsten, grillen, durch
den W olf drehen; (gern, kein) F. essen 2.2 . /als
Speise, Gericht/ : zu Mittag gibt es F.
—
3. weiches,
saftiges Zellgewebe von Früchten und bestimmten
Gemüsesorten: das F. des Apfels, der Kirsche,
Ananas, Tomate
- f etw. ist jmdm. in F. und Blut übergegangen
(ist jmdm. zur selbstverständlichen Gewohnheit ge
worden); sich ins eigene F. schneiden (sich selbst
schaden); veraltend sein eigen F. und Blut (sein
KindfMint Kinder); umg. scherzh. vom Fleische
fallen (abmagern); — etw. ist weder / Fisch noch
F.
Fleisch| -beschau, die; -en /vorw, Sg./ gesetzlich
vorgeschriebene Untersuchung des zur menschlichen
Nahrung bestimmten Fleisches von geschlachtetem
Vieh; -beschauer, der jmd.,
der beruflich die
Fleischbeschau durchführt; -brühe, die durch
Kochen von Fleisch und Knochen gewonnene Brühe,
Bouillon; -einlage, die Fleisch als Zutat in einer
Suppe; -einwaage, die fachspr. Füllgewicht einer
Fleischkonserve
Fleischer, der; -s, - Handwerker, der Vieh schlachtet,
dessen Fleisch zerlegt, es zu Fleisch- und Wurst-
waren verarbeitet (und verkauft): beim F. einkaufen;
zum F. gehen
Fleischerei, die; -,
- en mit einer Verkaufsstelle ver
bundener Betrieb, in dem Fleisch- und Wurstwaren
hergestellt werden, Fleischerladen
Fleischer| -haken, der Haken, an dem Fleisch
stücke aufgehängt werden; -hund, der -j- ein
/ Gemüt wie ein F. haben; -laden, der /PL -läden/
Geschäft des Fleischers, Geschäft für Fleisch- und
Wurstwaren
fleisch/Fleisch| -färben /Adj./ von hellem R o s a ;
-fressend / A d j.;n u r attr./: fleischfressende Pflanzen
(Pflanzen, die kleine Tiere, bes. Insekten, anlocken,
fangen und verdauen); -fresser, der Tier, das sich
hauptsächlich von Fleisch ernährt; -gericht, das aus
Fleisch hergestelltes Gericht; -hauer, der /PI.
-/
österr. Fleischer
fleischig /Adj.; nicht adv./ mit viel Fleisch (1, 3),
dicker als gewöhnlich: fleischige Hände, Arme,
Waden; eine fleischige Nase; fleischige Blätter,
Stauden, Stengel
Fleisch| -klopfer, der; -s, - Küchengerät zum Breit- ,
Mürbeklopfen von Koteletts, Schnitzeln; -klößchen,
das; -s, - Klößchen aus gehacktem Fleisch; -kon-
serve, die aus Fleisch zubereitete Konserve
fleischlich /Adj./ v e ra lte n d 1. /vorw. attr./ geh.
die geschlechtlichen Begierden betreffend, sinnlich:
fleischliche Begierden, Gelüste — 2 , fleischliche
(aus Fleisch bestehende) Kost
fleisch/Fleisch| -los /Adj./: fleischlose K ost (K ost
ohne Fleisch); -pastetc, die mit sehr fein geschnitte
nem, gekochtem Fleisch gefüllte Pastete; -salat, der
Salat aus gekochtem od. gebratenem, kleingeschnitte
nem Fleisch mit Mayonnaise und Gewürzen; -stück,
das /PL -ej (würfelförmiges) Stück Fleisch (2.1);
- verarbeitend /Ad j.; n u r attr./: die fleischverarbei
tende Industrie; -Vergiftung, die Vergiftung durch
den Genuß von verdorbenem Fleisch, verdorbener
Wurst; -waren, die /PI./; -wolf, der Küchengerät
zum Zerkleinern von Fleisch (2.1); -wunde, die
Fleiß, der; -es, /o. PL/ zielstrebiges, intensives,
kontinuierliches Tätigsein: großen, unermüdlichen,
ausdauernden F. zeigen; viel F. auf eine Arbeit
verwenden, an etw. wenden; etw. durch eisernen
F. erreichen; sein F. wurde belohnt; in dieser
Arbeit steckt viel F.
Fleiß|-arbeit, die Arbeit, die viel Fleiß verlangt:
das Sammeln von Fakten ist eine große F .; diese
Arbeit ist lediglich als F. (als Arbeit, die viel Fleiß,
aber keine eigenen Ideen zeigt) zu bewerten; -auf-
gabe, die Schulaufgabe, die den Fleiß des Schülers
beweisen soll
fleißig /Adj./ 1.1. zielstrebig, intensiv und konti
nuierlich tätig: er ist ein (sehr) fleißiger Schüler,
Arbeiter, Mensch; f. arbeiten, lernen; viele fleißige
Hände haben das geschaffen 1.2. eine fleißige (von
Fleiß zeugende) Examensarbeit — 2. /nicht präd.j
umg. oft und regelmäßig: f. Spazierengehen; jmd.
ist ein fleißiger Leser; ein fleißiger Besucher des
Tierparks
flektierbar / Adj.; zu flektieren 1.1/
flektieren /sw. Vb.; hat/ Gramm. 1.1. ein Nomen
od. Verb nach seinen möglichen grammatischen
Form en verändern: dieses Substantiv, Verb wird
stark, schwach flektiert 1.2 . zu einer bestimmten
Flexion gehören: dieses Substantiv flektiert stark;
ein schwach flektierendes Verb
flennen /sw. Vb.; hat/ salopp /emot. neg.j weinen
(1.1): das Kind fing sofort an zu f.; hör bloß auf
zu f.!
fletschen /sw. Vb.; hat/: das Raubtier, der Hund,
W olf fletscht die Zähne, mit den Zähnen (zeigt als
Ausdruck seiner aggressiven Haltung seine Zähne)
flexibel /Adj./ 1. biegsam, schmiegsam: ein flexibler
Einband; flexibles Material verwenden — 2. nicht
starr festgelegt, anpassungsfähig: eine flexible Poli
tik; jmd. ist in seinem Verhalten f .; 'f . verhandeln,
vorgehen; dazu Flexibilität, die; -, /o. PL/
Flexion, die; -, /o. PL/ Gramm. Veränderung eines
Nomens od. Verbs nach seinen möglichen gramma
tischen Form en: die starke, schwache F. (Deklina
tion) des Substantivs, Adjektivs; die schwache,
starke F. (Konjugation) des Verbs
fljcken /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw., das ein Loch hat,
entzwei ist, durch Aufsetzen eines Flickens aus
bessern: die zerrissene Hose, den Schlauch f. 1.2.
etw. Defektes reparieren: die Leitung, den Kessel,
die Fischernetze f.; O umg. man versuchte, das
Bündnis, die Freundschaft zu f. (wiederherzu
stellen)
-f- jmdm. etw. am
Zeug(e) f.
Flicken, der; -s, - 1 .1 . kleines Stück eines bestimmten
Materials, bes. ein Stück Stoff, Leder, Gummi, zum
Ausbessern einer beschädigten Stelle: auf den zer
rissenen Ärmel einen F. setzen; an den Knien der
Hose saßen große F. 1.2 . /nur im PL/ kleine (unter
schiedliche) Stücke, Reste von Stoff: eine aus vielen
F. genähte Decke
Flickflack, der; -s, -s Turnen mehrmals rückwärts
schnell hintereinander ausgeführter Überschlag aus
dem gestreckten Stand
Flick| -werk, das /o. PI./ mit unzureichenden M it
teln hervorgebrachtes unvollkommenes Ergebnis einer
Tätigkeit: das ist alles nur F .!; -zeug, das Material
zum Flicken (1.1) bes. eines Fahrradschlauches
Flieder, der; -s, /o. PL/1. in vielen Arten vorkommen
der Zierstrauch mit herzförmigen Blättern und hell-
Fliederbeere — Fliehkraft
399
bis dunkellila od. weißen, in Rispen angeordneten,
stark duftenden Blüten: im Garten blüht, duftet
der F.
—
II. landsch. Holunder
Flieder/flieder! -beere, die landsch. Holunder-
beere-,
- busch, der Flieder (I); -färben jAdj.j von
der Farbe des lilablühenden Flieders (I); -Strauch,
der Flieder (I); -tee, der Tee aus getrockneten
Holunderblüten, der schweiß- und harntreibend wirkt
Fliege, die; -n 1. in zahlreichen Arten vorkommen
des zweiflügliges kleinesInsekt mit leckenden, saugen
den od. stechenden Mundwerkzeugen und meist
kurzen Fühlern: die Fliegen summen, surren; die
(lästigen) Fliegen verjagen, wegscheuchen — 2.
querstehende Schleife als Zubehör der Herrenbeklei
dung, das bei festlichen Anlässen an Stelle einer
Krawatte getragen wird: eine F. tragen, umbinden
—
3. kleiner, kurzer Bart auf der Oberlippe od.
unter der Unterlippe
- f zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen (durch
eine einzige Handlung zweierlei Dinge zugleich er
reichen, erledigen)', jmd. kann keiner F. etwas zu
leide tun (jmd. ist überaus gutherzig, gutmütig);
jmdn. stört, ärgert die F. an der Wand (jmdn.
stören selbst unbedeutende Kleinigkeiten); um g. wie
die Fliegen (in großer Anzahl und plötzlich) sterben,
umfallen; salopp eine, die F. machen (schnell ver
schwinden, sich entfernen, zurückziehen)
fliegen, flog, ist/hat geflogen / / auch fliegend/
1,1, ein Vogel, Insekt fliegt ein Vogel, Insekt be
wegt sich aus eigener Kraft in der Luft fort (ist):
der Vogel fliegt hoch, tief, fliegt auf das Dach;
die Biene, der Schmetterling, Käfer fliegt von
Blüte zu Blüte; fliegende Fische (Gruppe von
Fischen mit verbreiterten Brust-, Bauchflossen, die
sich aus dem Wasser schnellen können) 1.2, ein
Luftfahrzeug fliegt ein Luftfahrzeug bewegt sich
durch mechanischen Antrieb und Auftrieb (an Trag
flächen) in der Luft fort (ist): das Flugzeug, der
Hubschrauber fliegt hoch, tief, fliegt über fremdem
Gebiet; nach N i ; wann fliegt das nächste Flug
zeug nach N (wann fliegt es nach N «&)?; dieses
Flugzeug fliegt (verkehrt) täglich; die Rakete, das
Raumschiff fliegt (bewegt sich auf Grund eines ein
maligen, starken Impulses zielgerichtet) zum Mond,
durch den luftleeren Raum ; Segelflugzeuge f. 1.8*
sich in einem fliegenden Luft-, Raumfahrzeug fort
bewegen (indem man es bedient und lenkt) (ist):
wir werden diesmal f. und nicht fahren; drei
Kosmonauten flogen um die Erde; fliegendes
Personal (Personal an Bord eines Flugzeugs) 1,4.
eine Strecke f . eine Strecke fliegend zurücklegen (ist,
auch hat): die Strecke Berlin—Budapest, eine
bestimmte Flugroute, 1000 Kilometer, einen Um
weg f. 1.5. etw. fliegend ausführen (ist, hat): einen
Looping, eine Kurve f.; einen Angriff auf ein
militärisches Ziel f. (ein militärisches Ziel aus der
Luft angreifen) 1.6. etw.,
jmdn. irgendwohin f.
etw., jmdn. mit einem Luftfahrzeug irgendwohin be
fördern (hat): Medikamente wurden in das Kata
strophengebiet, Verwundete ins Hinterland ge
flogen — 2. sich auf Grund einer einmalig ein
wirkenden Kraft (und auf Grund von Auftrieb)
durch die Luft (und wieder auf den Boden zu)
bewegen (ist): der Skispringer fliegt in guter Hal
tung; der Pfeil, Ball fliegt weit, in hohem Bogen;
Blätter f. im W ind; durch einen Windstoß flogen
die Zettel vom Tisch; umg. die Schulmappe flog
in die Ecke (wurde in die Ecke geschleudert); der
Wagen flog aus der Kurve (wurde aus der Kurve
getragen) — 8 . sich leicht und sehr schnell in be
stimmter Richtung bewegen (ist): die Pferde flogen
über die Rennbahn; umg. ich fliege (laufe, so
schnell ich kann, beeile mich)1; O seine Blicke
flogen über die Menge — 4. (ist) umg. ein Dach
ziegel flog (fiel 1.1, 1.2) vom Dach, auf die Straße;
er ist in den Dreck geflogen — 5.1. (ist) Fahnen,
die Haare f. (wehen 3) im Wind 5.2 . (hat) ihr
Puls, Herz, Atem fliegt (geht sehr schnell und un
ruh ig); er flog (zitterte) vor Kälte, Erregung (am
ganzen Körper, Leibe) — 6. (ist) umg. 6.1. ent
lassen (1) werden', er ist (aus dem Betrieb) ge
flogen 6.2 . hinausgeworfen (2.1) werden: er ist aus
dem Restaurant geflogen; wer sich nicht an
ständig benimmt, fliegt — 7. um g. auf jmdn., etw.
f. von jmdm., etw. stark angezogen (3) werden (ist):
er fliegt auf schwarzhaarige, schlanke Frauen, auf
Beatmusik
+ sich prügeln, daß die / Fetzen f.; etw. fliegt
indie/ Luft;aufdie/ Käsef.
fliegend fAdj.; nur attr.; / auch fliegen/ 1. ohne
festen Standort: fliegende Verkaufsstände; ein
fliegendes Postam t; eine fliegende Ambulanz;
fliegende (umherziehende) Händler — 2. etw. in
fliegender (sehr großer) Eile, mit fliegender Hast
tun — 3 . fliegende Hitze (plötzlich auftretende
Hitzewelle im Körper)
Fliegen) -draht, der jo. Pl.j sehr feiner Maschen
draht für Fenster zum Schutz gegen eindringende
Fliegen; -dreck, der Kot der Fliege(n) in Form von
schwarzen Pünktchen; -fänger, der; -s, - mit Leim
bestrichener Streifen (aus Zellophan), an dem die
Fliegen, wenn er auseinandergerollt und aufgehängt
ist, klebenbleiben; -fernster, das mit Fliegendraht
bespannter Fensterflügel; -gewicht, das jo. Pl.j
Sport /Gewichtsklasse in den Disziplinen Boxen,
Ringen, Gewichthebenj; -pilz, der giftiger Blätter
pilz mit rotem Hut und weißen Punkten darauf
Fligger, der; -s, - 1. umg. Flugzeugführer: er will
F. werden — 2. umg. Flugzeug — 3. Schwalben
sind gute F. (fliegen gut)
Flieger) -abwehr, die Flugab w eh r; -abwehrkanone,
die Flugzeugabwehrkanone, Flak (1); -alarm, der
Alarm vor einem Fliegerangriff; -angriff, der A n
griff gegnerischer Flugzeuge auf Ziele am Boden;
- kosmonaut, der Flieger und Kosmonaut jauch als
Ehrentitelj
fliehen, floh, ist/hat geflohen j / auch fliehend/
1. sich schnell (und heimlich) von einem Ort, an dem
man festgehalten wird, wo einem Gefahr droht, ent
fernen (ist): vor den angreifenden Truppen f .; aus
dem Kerker f. (ausbrechen); ins Ausland, über die
Grenze f.; zu jmdm. f. (bei jmdm. Schutz suchen)
—
2. (ist) geh. die Zeit, Jugend flieht (vergeht zu
schnell) — 3. geh. jmdn.,
etw. meiden, sich von
etw.,
jmdm. fernhalten (hat): die Menschen, die
Großstadt, den Alkohol, jmds. Gegenwart, Gesell
schaft f.; O der Schlaf flieht mich (ich kann nicht
schlafen)
fliehend jAd j.; vorw. attrr, / auch fliehen/: eine
fliehende (auffällig schräg nach hinten verlaufende)
Stirn; ein fliehendes Kinn
Fligh|kraft, die Io. Pl.j Phys. bei Drehbewegungen
auf den bewegten Körper wirkende Kraft, die zur
Peripherie hingerichtet ist, Zentrifugalkraft
400
Fliese — flockig
Fliese* die; -n dünne, meist viereckige Platte aus
Keramik, Naturstein, Glas, Zement od. Kunststoff,
die zur Verkleidung von Wänden od. als Fußboden
belag dient: Fliesen verlegen; eine Wand mit Flie
sen verkleiden; den Fußboden des Bades mit
Fliesen auslegen
fliesen, /sw. Vb.; hat/ etw. mit Fliesen auslegen,
verkleiden: das Bad f.
Fliesenleger, der; -s, - Facharbeiter fü r das 1Ver
legen (4.2) von Fliesen
Fließ]band, das /PL -bänder/ mechanisch bewegte
Vorrichtung, durch die die Werkstücke von einem
Arbeitsplatz zum anderen transportiert werden, wo
jeweils nur ein Arbeitsgang durchgeführt wird
und so die Montage eines Industrieproduktes
erfolgt
fließen, floß, ist geflossen / / auch fließend/ 1.1.
/von Flüssigkeiten, Gasen, bes. von Wasser/ sich
gleichmäßig und ohne Stocken fortbewegen: der Bach,
Fluß fließt langsam, schnell; aus der Leitung fließt
Wasser; ein fließendes Gewässer; die Elbe fließt
durch Dresden; fließende Lava; ein Zimmer mit
fließendem Wasser (mit Anschluß an die Wasser
leitung) \ M eteor. Polarluft, milde Meeresluft
fließt in dieses Gebiet1; jmdm. f. die Tränen (jmd.
weint) 1.2 . der Verkehr fließt (bewegt sich) un
gehindert; der fließende Verkehr (Straßenverkehr,
bei dem sich die Fahrzeuge in Bewegung befinden);
der elektrische Strom fließt durch die Leitung —
2. er bekam viele Aufträge, und die Gelder'flössen
reichlich (er erhielt viel Geld)*, die Nachrichten flös
sen spärlich (man erhielt kaum Informationen) —
3. die Worte f. ihr nur so von den Lippen (sie
spricht viel und schnell) — 4. ihr Haar fließt weich
(fällt in sanft geschwungener Linie) über die Schul
tern
-f- etw. fließt in / Strömen
fließend /Adj.\ / auch fließen/ 1. /nicht adv./ die
Grenzen zwischen diesen Bereichen sind f. (nicht
genau festzulegen) — 2. /adv./ eine Fremdsprache f.
(perfekt und mühelos) sprechen; der Schüler konnte
f. (ohne zu stocken) lesen
Fließ| -fertigung, die /o. Pl.j Techn. Form der
Organisation des Fertigungsablaufs, die durch eine
örtlich fortschreitende und zeitlich bestimmte, lücken
lose Folge von Arbeitsgängen gekennzeichnet ist;
- heck, das fachspr. schräg abfallendes Heck bei
Personenkraftwagen; -papier, das /o. PL/ bes. im
Labor verwendetes, ohne Zusatz von Leim hergestell
tes Papier zum Aufsaugen von Flüssigkeiten;
-Straße, die Techn. Anordnung von Werkzeug
maschinen und Arbeitsplätzen entsprechend der A uf
einanderfolge der für die Herstellung eines Produktes
erforderlichen Arbeitsgänge
Flimmer, der; -s, - Biol. Flimmerhärchen
Flimmer| -härchen, das Biol. kurzer, wimper
artiger Fortsatz, der in Vielzahl an der Oberfläche
von Zellen ■auftritt und der Fortbewegung, der
Nahrungsaufnahme od. dem Transport von Flüssig
keit in Hohlräumen des Körpers dient; -kiste, die
salopp scherzh. Fernsehgerät
flimmern /sw. Vb.; hat/ 1.1. unruhig, zitternd glän
zen (1.1): das Licht, die Wasseroberfläche flimmert
1.2. sich zitternd, unruhig bewegen: die heiße Luft
flimmert über dem Asphalt; der abgespielte Film,
das Fernsehbild flimmert; es flimmert mir vor
den Augen — 2, M ed. das Flimmern des Herzens
(sehr rasche, unregelmäßige Bewegung der Musku
latur des Herzens)
flink /Adj./ sich schnell und geschickt bewegend:
ein flinkes Mädchen; mit flinken Fingern öffnete
sie das Paket; f. wie ein Wiesel sein (sich sehr
schnell fortbewegen); er bückte sich f.; umg. sie
hat noch flinke Beine (kann noch schnell gehen);
geh mal f. (rasch) zum Bäcker!
Flinte, die; -,
- n 1. Jagdgewehr mit einem od. zwei
glatten Läufen (4) zum Schießen mit Schrot — 2.
umg. Gewehr
+ umg. die F. ins Korn werfen (vor einer Schwie
rigkeit den M ut verlieren und aufgeben)
Flfp, der; -s, -s/- I . /bei Mengenangabe PI. Flip/
Mixgetränk aus Alkohol (2.2), rohem Ei, Zucker, Eis
stückchen und Gewürzen — II . /PI.
-s/Eiskunst
lauf Sprung mit einer vollen Drehung und einer
Landung auf dem Bein, mit dem abgesprungen
wurde
flirren /sw. Vb.; hat/ geh. 1.1. flimmern (1.1):
flirrendes Licht 1.2. flim m ern (1.2): die heiße,
flirrende Luft über den Feldern im August
Flirt, der; -s,
-s [floert, auch flirt] das Flirten,
Lieb elei: ein kleiner unverbindlicher F .; mit jmdm.
einen F. anfangen, haben
fUrten, flirtete, hat geflirtet [flcer.., a u ch flir..]
jmdm. vom anderen Geschlecht durch Verhalten und
Worte sein erotisches Tnteresse od. unverbindlich
seine Zuneigung zu erkennen geben: mit jmdm. f.
Flittchen, d as; -s,
-
umg. /emot. neg.j (jüngere)
weibliche Person, die häufig sexuelle Beziehungen
mit Männern hat
Flitter, der; -s, - 1. glänzende Plättchen aus Metall,
die als Schmuck bes. auf Kleidung aufgenäht werden:
mit (billigem) F. behangene Kleider; glänzende F.
aufnähen — 2. /o. PI./ Unechtes, Tand: das ist
alles nur F.
Fl|tter|Wochen, die /PL/ die ersten W ochen nach
vollzogener Eheschließung bes. in bezug auf das
Liebesieben: sie sind noch in den F.
Flitz|bogen, der als Kinderspielzeug dienender
kleiner Bogen zum Abschnellen von Pfeilen
-f* umg. scherzh. gespannt sein wie ein F. (sehr
neugierig auf etw. sein)
flftzen /sw. Vb.; ist/ umg. 1.1. sehr schnell laufen:
Kinder f. über den Platz 1.2. sehr schnell fahren:
Autos f. durch die Kurve
Fljtzer, der; -s, - umg. (kleines) schnelles Fahrzeug,
bes. Auto, Boot
floaten, floatete, hat gefloatet [flo :..] W irtsch .
/von Währungen kap. Länder/ durch Freigabe des
Wechselkurses nach Angebot und Nachfrage schwan
ken : den Dollar f. lassen
Floating, das; -s, -s [flo:..] W irts ch. das Floaten
Flocke, die; -n 1.1. Schneeflocke: der Schnee fiel
in dicken, großen, nassen Flocken 1.2. kleine zu
sammenhängende Menge einer weichen, lockeren
Masse, bes. von Fasern od. Schaum: Flocken von
Wolle; das geschlagene Eiweiß in Flocken auf die
Speise setzen — 2. /vorw. PI./ fach spr. Hafer
zu Flocken (Haferflocken) verarbeiten
flocken /sw. Vb.; hat/ sich zu Flocken (1.2) zu
sammenballen, Flocken bilden: der Schaum, das
geschlagene Eiweiß flockt(e)
Flocken|Wirbel, der unruhig fallende Schneeflocken:
im dichten F. Spazierengehen
flockig /Adj./ zu Flocken (1.2) zusammengeballt:
Floh — fluchen
401
flockiger Staub, Schaum; flockige (lockere, bau
schige) Wolle
Floh, der; -(e)s, Flöhe in zahlreichen A rten vor-
kommmdes, sehr kleines, seitlich stark abgeplattetes
flügelloses, blutsaugendes, zw großen Sprüngen be
fähigtes Insekt, das aZs Schmarotzer auf Vögeln und
Säugetieren lebt und Krankheiten übertragen kann:
der Hund hat Flöhe; mich hat ein F. gebissen
- f umg. jmdm. einen F. ins Ohr setzen (jmdm.
einen Gedanken, Wunsch eingeben, der schwer zu
verwirklichen ist, ihn aber nicht mehr losläßt); die
Flöhe husten, niesen hören (sich sehr w eitsichtig,
schlau dünken)
flöhen jsw. Vb.; hat/1.1 /von Haartierenf der Hund
flöht sich (versucht durch Kratzen, Beißen,
schütteln sich von Flöhen zu befreien) 1.2 der Affe
flöht sein Junges (sucht sein Fell nach Flöhen ab)
—
2. salopp jmdn. gründlich nach etw. durch
suchen, an ihm eine Leibesvisitation vornehmen —
3. salopp scherzh. jmdn. f. (jmdm. listig, be
trügerisch Geld abnehmen, jmdn. schröpfen)
Floh| -kino, das umg. spött. kleines, einfach aus
gestattetes Kino; -markt, der Markt, auf dem Trödel
und gebrauchte Gegenstände gehandelt werden; -Zir
kus, der öffentliche Vorführung, bei der dressierte
Flöhe kleine Kunststückchen zeigen
Flor, der; -s, -e I. jo. Pl.j geh. 1. Blütenpracht:
der Park steht in vollem, im schönsten F .;
O scherzh. ein F. schöner Damen — 2. das
Geschäft stand in (vollem) F., war in F. (war auf
dem Höhepunkt seiner Entwicklung, florierte) —
Il.l .l . T extil, feines, durchsichtiges Gewebe, Ge
wirk: bunte Flore 1.2. Trauerflor — 2. Textil.
aus vielen sehr dicht und aufrecht stehenden Enden
von Fasern bestehende Oberfläche bei Samt, Plüsch,
Teppichen
Flora, die; Floren 1. die Pflanzenwelt (eines be
stimmten Gebietes): die heimische F.
—
2. Buch
mit Beschreibungen, zur Bestimmung der Exemplare
von 1: der Verlag hat eine illustrierte F. von Mittel
europa herausgegeben
Florett, das; -(e)s, -e 1. leichte und lange Stoßwaffe
mit vierkantiger, biegsamer Klinge — 2. fo. Pl.f
Florettfechten: er hat im F. gesiegt
Florett|fechten, das Sp ort Fechten mit dem Florett
florieren /sw. V b.; hat/ sich (geschäftlich) günstig
entwickeln, blühen: das Geschäft, Unternehmen,
die Wirtschaft floriert
Florist, der; -en,
- en Fachkraft, die Blumen zu
Sträußen, die Kränze bindet; dazu Floristin, die; -,
- nen
Floskel, die;
-n formelhafte Redensart, nichts
sagende Redewendung; dazu floskelhaft /Adj.f
Floß, das; -es, Flöße nebeneinanderliegende zu
sammengekoppelte Baumstämme o. ä ., die in dieser
Form als Wasserfahrzeug dienen od. selbst Fracht
gut darstellen
Flosse, die; -,
-n 1. der Fortbewegung und Steuerung
dienendes, fächerartiges Organ der Fische und der
im Wasser lebenden Säugetiere — 2. dem Fuß eines
Schwimmvogels nachgebildetes Gummiteil, das auf
den Fuß aufgesteckt wird und beim Schwimmen die
Fortbewegung im Wasser beschleunigt — 3. Techn.
feststehender Teil des Leitwerks an Luft- und
Wasserfahrzeugen — 4. salopp Hand (1)
flößen /sw. Vb.; hat/ 1. Baumstämme o. ä. als Floß
od. eine Ladung mit dem Floß befördern: Baum
stämme (flußabwärts) f.
—
2. dem Kind Suppe in
den Mund f. (ihm Suppe einflößen)
Flossen|füßer, der; -s, - Z ool. Robbe
Flößer, der; -s, - jmd., der beruflich flößt (1)
Flotation, die; -,
-en Hüttenw. Verfahren zur
Aufbereitung von Erz durch Trennung von Erz und
taubem Gestein im Wasser
Flöte, die; -,
-n rohrförmiges Blasinstrument (aus
Holz): die F., auf der F. blasen; er spielt (die) F.
flöten, flötete, hat geflötet 1. den Flötentönen ähn
liche Laute hervorbringen: die Amsel flötet; er
flötete (pfiff) bei der Arbeit vor sich hin — 2.
scherzh. einschmeichelnd, mit hoher Stimme spre
chen: sie flötete in den süßesten Tönen
flöten/Flöten| -gehen /Vb./ salopp verlorengehen
(1.1): sein Geld, (die) kostbare Zeit geht flöten,
ist (dabei) flötengegangen; -spiel, das /o. PI./ Spiel
auf der Flöte; -ton, der mit der Flöte hervorgebrach
ter Ton; -[- salopp jmdm. die Flötentöne bei-
bringen (jmdm. angemessenes Benehmen beibringen,
jmdn. zurechtweisen)
Flötjst, der; -en, -en jmd., der beruflich Flöte bläst
flott /Adj./ 1. umg. schnell, zügig: f. lesen, schrei
ben; ein flottes Tempo; eine flotte Bedienung;
nun aber f .!; flotte (schwungvolle) Weisen — 2.
umg. 2.1. hübsch und munter: ein flottes Mädchen;
ein flotter Bursche 2.2 . schick: ein flottes Kleid;
ein flotter Hut — 3. umg. ein flottes (lustiges und
unbeschwertes) Leben führen — 4. /vorw. präd./
4.1. Seemannsspr. das Schiff ist wieder f. (flott
gemacht) 4.2. umg. das Motorrad war wieder f.
(fahrbereit)
Flotte, die; -,
-n 1. Gesamtheit der Schiffe eines
Staates — 2 . größerer Verband von Schiffen (der
Seestreitkräfte)
Flotten| -parade, die; -Stützpunkt, der m e ist be
festigter Stützpunkt für K riegsschiffe; -verband, der
Verband von K riegsschiffen
FlottUle, die; -,
-n [..til(j)a] 1. Verband kleiner
Kriegsschiffe — 2. aus Fangschiffen und einem
Fischverarbeitungsschiff bestehender Schiffsverband
für den Fischfang
Flottjllen|fischerei, die durch ein e Flottille betrie
bener Fischfang
flott| ^machen /Vb./ 1.1. Seemannsspr. das
Schiff wurde wieder flottgemacht (das am Grund
festsitzende Schiff wurde wieder zum Schwimmen
gebracht) 1.2 . umg. das Auto wieder f. (wieder fahr
bereit machen); -w eg, -weg/Adv./ umg. flott (1): f.
arbeiten
Flöz, das; -es, -e Bergm. meist annähend hori
zontal gelagerte Schicht Braun- od. Steinkohle von
unterschiedlicher Stärke und großer Ausdehnung in
der Fläch e: ein abbauwürdiges, mächtiges F.
Fluch, der; -es, Flüche 1. im Zorn gesprochener
Kraftausdruck: einen derben, kräftigen F. aus
stoßen; einen F. unterdrücken — 2. Jo. Pl.f v e r
a lten d 2.1 beschwörend in abergläubischer H off
nung auf Realisierung ausgedrückter Wunsch, daß
jmdm. Böses widerfahren möge: die Alte hatte einen
F. über ihn ausgesprochen, gegen ihn ausgestoßen
2.2 . etw. lastet wie ein F. (wie ein vermeintlich
durch 2.1 bewirktes Unheil, Verderben) auf etw.,
jmdm.
fluchen /sw. Vb.; hat/ 1.1. einen Fluch, Flüche aus
stoßen: er fluchte laut, als er sich im Schnee fest
gefahren hatte 1.2. mit Kraftausdrücken auf, über
26 Wörterbuch
402
Flucht — Flügel
etw., jmdn. schimpfen: er fluchte auf die schlechte
Straße, auf, über seinen Vorgesetzten, diesen
Heuchler
Flucht, die; -en 1.1. fvorw. Sg .j das Fliehen (1),
Flüchten: sich durch F. retten; die F. ins Ausland,
aus dem Gefängnis; jmdm. zur F. verhelfen; auf
der F. sein; die F.
ergreifen — 2 . /o. PL/ das
Ausweichen, Zurückweichen in einer nicht bewäl
tigten Situation (und Zuflucht-Suchen in etw.): die
F. aus der Wirklichkeit, Vergangenheit, vor der
Verantwortung; die F. in die Krankheit — 8. Jä-
gerspr. das Wild geht in hohen Fluchten (Sätzen,
Sprüngen) ab — II .l . horizontale gerade Linie, in der
mehrere Gebäude, Gebäudeteile aneinandergereiht
sind: die Häuser stehen alle in einer F .; die vier
Zimmer liegen in einer F .; die Mauer, Wand in die
F. bringen (ausrichten) — 2 . eine F. von Zimmern
(Zimmerflucht)
-j- die F. nach vorn antreten (in hoffnungsloser
Lage angreifen, anstatt sich zu verteidigen); jmdn.
in die F. schlagen (jmdn. bei einer kriegerischen,
tätlichen Auseinandersetzung zwingen, sich zurück
zuziehen, zu fliehen); — sein / Heil in der F. suchen
flucht|artig /Adj.f überstürzt und sehr eilig: sie
verließen f. den Raum, Ort; ein fluchtartiger Auf
bruch
flüchten, flüchtete, ist/hat geflüchtet 1.1 . sich
vor etw., jmdm. fliehend irgendwohin in Sicherheit
bringen (ist): vor dem Gewitterguß unter ein Dach
f.; ins Ausland f.; der Vogel flüchtete (vor der
Katze) auf einen Baum 1.2. sich irgendwohin f.
sich irgendwohin in Sicherheit bringen (hat): sie
flüchteten sich (vor dem Hochwasser) auf das
Dach, zu ihren Verwandten; O sich in die Arbeit f.
(etw. psychisch Belastendes durch Arbeit zu ver
drängen suchen)
Flucht, zu Flucht Ll| -gefahr, die fo. P l.f Gefahr,
daß ein Gefangener zu fliehen versucht: bei ihm
besteht F .;
- geschwindigkeit, die Phys. Geschwin
digkeit, die ein Körper haben muß, um sich aus dem
Bereich der Gravitation eines Planeten entfernen zu
können
flüchtig fAdj.f 1. /nicht adv.f aus der Haft, Gefangen
schaft entkommen und auf der Flucht befindlich: ein
flüchtiger Verbrecher; der Gefangene ist f. ; er ist f.
geworden (entflohen) — 2.1. nur kurz und schnell,
nicht intensiv: ein flüchtiger Blick, Gruß, Besuch;
jmdn. f . begrüßen; etw. f. berühren; etw. f . durch
lesen, behandeln; nur einen flüchtigen Eindruck
von jmdm. haben; jmd. besitzt eine flüchtige (ge
ringe) Ähnlichkeit mit jmdm.; jmdn. (nur) f.
(nicht genau) kennen 2.2. zu schnell und unkonzen
triert (ausgeführt) und daher Fehler machend od.
fehlerhaft: f. rechnen, arbeiten; er ist zu f. bei der,
in seiner A rbeit; ein f . geschriebener Brief, Aufsatz
—
8. fvorw. attr.f schnell vergehend, vergänglich:
flüchtige Augenblicke, Minuten, Freuden; ein
flüchtiges Glück — 4 . fvorw. attr.f Chem. (leicht)
verdunstend (1.1): flüchtige Öle, Fettsäuren; zu 2
u. 3 Flüchtigkeit, die; -,
- en; zu 2.2 das Flüchtig
sein : die Fehler sind auf F. zurückzuführen; die
Mathematikarbeit enthält viele Flüchtigkeiten
(Flüchtigkeitsfehler)
Flüchtigkeit»|fehler, der auf Flüchtigkeit zurückzu
führender Fehler (in einer schriftlichen Arbeit): im
Diktat hat er ein paar F.
Flüchtling, der; -s, -e jmd., der aus zwingenden, oft
politischen Gründen sein Land, seine Heimat (meist
unter Zurücklassung seines Besitzes) eilig verlassen
hat, um anderswo Zuflucht zu suchen: Flüchtlinge
aufnehmen, unterstützen
Flüchtlings jlager, das fP l.
-/
Flucht] -plan, der Plan für eine Flucht (LI);
- punkt, der fPl.
- ej der Punkt in der Perspektive, in
dem sich die in die Ferne laufenden Parallelen zu
schneiden scheinen; -verdacht, der der eine Ver
haftung rechtfertigende Verdacht, daß sich eine be
schuldigte Person der Strafverfolgung durch Flucht zu
entziehen versucht: bei ihm besteht F.;
- versuch,
der Versuch za fliehen: ein geglückter, mißlungener
F.; -weg, d' i-1. Weg, den jmd. für seine Flucht (1.1)
nimmt, gen innen hat: jmds. F . kennen, ausfindig
machen — J. gekennzeichneter Weg in Gebäuden,
auf dem Menschen im Katastrophenfall das Gebäude
verlassen sollen
Flug, der; -(e)s, Flüge 1.1.1 . das Fliegen (1.1) als
räumlich undj zeitlich begrenzte Handlung: der all
jährliche F. der Vögel nach Süden 1.1 .2. das Fliegen
(1.2) als räumlich und zeitlich begrenzte Handlung:
den F. eines Flugzeuges, einer Rakete beobachten,
verfolgen 1.2. das Fliegen (1.3) in einem Luftfahr
zeug, Raum schiff: einen angenehmen, ruhigen F.
haben; der F. zum Mond; während des Fluges
Funkverbindung mit dem Bodenpersonal haben;
sich auf dem F. nach Prag befinden; einen F. (eine
Flugreise) nach Moskau buchen, absagen — 2.
Gruppe fliegender Vögel derselben Art
+ wie im F., Fluge unfaßbar schnell: die Zeit ver
geht wie im F.
Flug] -abwehr, die Mil. Abwehr gegnerischer Flug
zeuge; -angst, die fo. Pl.f Angst vor dem und beim
Fliegen (1.3); -asche, die Techn, bei einem Ver
brennungsprozeß entstehende extrem feinkörnige
A sch e: die Verunreinigung der Luft durch F.;
- bahn, die meist in Form einer Kurve bestehende
Bahn, die ein sich frei bewegender Körper in der
Luft, im Weltraum beschreibt: die F. des Geschosses
berechnen; das Weltraumschiff auf die voraus
berechnete F. bringen; -basis, die fP l. -
basen/ M il.
Stützpunkt zum Starten und Landen von Flug
zeugen; -betrieb, der fo. Pl.f planmäßiger Ablaut
des Flugverkehrs: nach dem Nebel wurde der F.
wieder aufgenommen; -blatt, das fPl.
- blätter/ der
Agitation unter breiten Volksmassen dienendes, zur
Verteilung unter der Bevölkerung bestimmtes loses
Blatt mit Informationen zu einem (aktuellen) poli
tischen Them a: Flugblätter (heimlich) drucken,
verteilen, verbreiten; -boot, das Wasserflugzeug,
dessen unterer Rumpfteil als Schwimmkörper ge
staltet ist; -dienst, der /o. PI./ 1. regelmäßiger, or
ganisierter Flugverkehr auf einer bestimmten Strei
ke: der F. zwischen Berlin und Moskau —- 2 . alle
Dienststellen für die Überwachung und Sicherung
des Flugverkehrs; -eigenschaft, die /vorw. Pl.f die
technische Leistungsfähigkeit und Aerodynamik be
treffende Eigenschaft eines Luftfahrzeugs
Flügel, der; -s, -1 .1 . eins von zwei am Rumpf be
findlichen, beweglichen Organen der Vögel und In
sekten, das ihnen das Fliegen ermöglicht: der Vogel
schlägt mit den Flügeln, hat die F. ausgebreitet;
den Hühnern die F. stutzen — 2. umg. Tragfläche
—
8.1 . (beweglicher) Teil eines zwei- od. mehrteiligen
(symmetrischen) Ganzen: die F. des Portals; die F.
des Fensters, der Tür; der linke F. der Lunge; die
Flügelaltar — Flugwetter
403
F. der Nase (Nasenflügel) 3.2. /vorw. PI ./ eines von
mehreren von einem Mittelstück strahlenartig ab-
gehenden Teilen, die dieses, sofern eine Kraft auf
sie einwirkt, in Rotation versetzen: die F. der Wind
mühle, Schiffsschraube — 4. länglicher Teil eines
Gebäudes, der sich seitlich in einem (rechten) Winkel
an das Hauptgebäude anschließt: der westliche F.
des Schlosses, Krankenhauses — 5 .1. der jeweils
linke od. rechte seitliche Teil einer angetretenen
Mannschaft, Truppe: der rechte F. der Armee
5.2 . Ballspiele über den linken, rechten F. (über
den linken, rechten Teil des gegnerischen Spielfeldes)
angreifen 5.3 . (vorw. im bürgert. Sprachgebrauchj
größere Gruppierung, Teil innerhalb einer Partei,
einer parlamentarischen Fraktion, die eine von der
ursprünglichen politischen Grundlinie dieser Partei,
Fraktion etwas abweichende Auffassung, Politik ver
tritt: der linke, rechte, reformistische F. dieser Par
tei —II.bes. für Konzerte verwendetes Klavier, dessen
Saiten horizontal und in gleicher Richtung wie die
Tasten angeordnet sind : der F. ist offen, geschlos
sen; der Sänger wurde am F. begleitet von M
+ jmdm. die F. beschneiden, stutzen (jmdn. in
seiner Bewegungs-,
Handlungsfreiheit beengen);
geh. etw. verleiht jmdm. F. (etw. gibt jmdm. beson
deren Schwung)
Flügcl/flügel| -altar, der Altar, dessen Aufbau aus
einem Bild(werk) besteht, das sich in zwei od. mehrere
(vor das Mittelteil klappbare) Flügel gliedert;
-ärmcl, der breiter, unter den Achseln auslaufender
Volant als kurzer Ärmel; -lahm/Adj.j: f. (schwung
los, matt, mutlos) sein, werden; -mann, der /PL
- männer, selten -leute/1.1. der linke, rechte F. (der
am Flügel 5.1 am weitesten links, rechts stehende
Mann) 1.2. Ballspiele linker od. rechter Außen
stürmer; -mutter, die /PL -n/ Mutter (II) mit zwei
einander gegenüberstehenden flachen Teilen, die das
Festziehen, Lockern der Schraube von Hand ermög
lichen; -schlag, der Bewegung der Flügel (beim Flie
gen 1.1): der kurze, schnelle, matte, ruhige F. des
Vogels; -tür, die große Tür mit zwei Flügeln (3.1)
flug/Flug| -fähiglAdj.; nicht adv.j fähig, in der Lage
zu fliegen (1.1, 1.2); ein flugfähiger junger Vogel;
das Flugzeug ist auch mit einem Motor f.; dazu
-fähigkcit, die jo. PI f; -funk, der Flugw. Funk
verkehr zwischen Flugzeug und Bodenstation od.
zwischen fliegenden Flugzeugen; -gast, der Benutzer
eines Verkehrsflugzeugs: die Fluggäste werden ge
beten, sich anzuschnallen
flügge jAdj.; vorw. präd.j 1.1. jvon jungen Vögelnj
bis zur Flugfähigkeit entwickelt: ein gerade f. ge
wordener Vogel; die Tauben sind, werden nach vier
Wochen f.; ein flügger Jungadler 1.2. scherzh.
die Kinder sind nun f. (selbständig 1) (geworden)
Flugl -gesekwindigkeit, die Geschwindigkeit eines
fliegenden Luftfahrzeugs o. ä .,
eines fliegenden
Vogels: die F. des Flugzeugs, der Rakete, der
Brieftauben; eine F. von 900 Kilometern in der
Stunde; -gesellschaft, die Unternehmen, das (mit
eigenen Flugzeugen) planmäßigen Flugverkehr un
terhält: ein Sprecher der schwedischen F. teilte mit
...;
- hafen, der demi planmäßigen Luftverkehr die
nender, größerer Flugplatz mit allen nötigen tech
nischen Einrichtungen sowie mit Gebäuden zum Ab-
fertigen von Fluggästen und Frachtgut: die aus
ländische Delegation traf auf dem F. ein
Flughafen! -gelände, d as; -restaurant, das
Flug| -höhe, die Höhe, in der geflogen (1.2, 1.3)
w ird: die F. des Flugzeugs beträgt 8000 Meter;
-ingenieur, der Ingenieur, der Flugzeuge baut od.
wartet, überprüft; -kapitäu, der 1.1 . ITitel für einen
bewährten Piloten/ 1.2. verantwortlicher Pilot in
einem größeren Verkehrsflugzeug; -karte, die Flug-
ticket; -kilometer, der jvorw. Pl.j fachspr. von, in
einem Luftfahrzeug zurückgelegter od. zurückzu
legender Kilometer: 5000 F. konnten ohne Zwi
schenlandung zurückgelegt werden; der Pilot ist
schon 200000 F. geflogen; -körper, der sich auf
einer Flugbahn befindender Körper (2), bes. Raum
sc h iff : ein unbemannter, ferngelenkter F .; -lehrer,
der jmd., der beruflich theoretischen und praktischen
Unterricht im Führen von Flugzeugen erteilt; -lei-
tung, die die für die Abwicklung des Flugverkehrs
verantwortliche Dienstelle auf einem Flughafen;
-leitzentrum, das zentrale Dienststelle, die den Flug
von Raumschiffen überwacht; -linie, die im Flug
verkehr planmäßig beflogene Strecke; -loch, das Öff
nung bes. an Bienenstöcken, Taubenschlägen, durch
die die Tiere ein und aus fliegen können; -organ, das
Organ, das zum Fliegen (1.1) dient; -passagier, der
Fluggast; -personal, das Personal für den Flug
verkehr; -plan, der Zeitplan des Flugverkehrs;
-p latz, der Gelände mit den entsprechenden Ein
richtungen für Start und Landung von Luftfahr
zeugen; -reise, die Reise mit einem Verkehrsflug
zeug; -reisende,'der Fluggast; -richtung, die Rich
tung, in der etw., ein Tier fliegt
flugs fAdv.f veraltend ohne zu zögern, sofort (da
nach) : man rief, und f . kam sie herbeigeeilt
Flug/flug| -sand, der jo. Pl.j sehr feiner, vom Wind
mitgeführter Sand, bes. der Dünen od. Wüste;
- s chanze, die Ski große Sprungschanze, die Sprünge
über 100 Meter Weite zuläßt; -schein, der Flugticket;
-Schreiber, der Gerät in einem Luftfahrzeug, das
während des Fluges technische Daten, die den Flug
betreffen, automatisch aufzeichnet;-Schrift, die Druck
schrift in Form einer Broschüre als publizistisches
Mittel für gesellschaftliche Auseinandersetzungen;
-Schüler, der jmd., der theoretisch und praktisch im
Führen eines Flugzeuges unterrichtet wird; -Sicher
heit, die /o. Pl.j (verkehrs)technische Sicherheit eines
Flugzeu gs: eine höhere F. erreichen, anstreben; -Si
cherung, die 1. alle Einrichtungen und Verfahren für
die sichere Durchführung eines Fluges (1.1.2) —
2. Dienststelle von 1, Flugdienst; -Sport, der alle das
Fliegen (1.3) betreffenden sportlichen Aktivitäten;
-strecke, die fliegend zurückzulegende, zurückgelegte
Strecke; -stunde, die 1.1. Flugzeit von einer Stunde:
nach drei Flugstunden das Ziel erreichen 1.2.
Strecke, die ein Flugzeug durchschnittlich in einer
Stunde zurücklegt: diese Stadt ist fünf Flugstunden
von Berlin entfernt — 2. Unterrichtsstunden im
F liege n (1.3): noch einige Flugstunden nehmen
müssen; -tauglich jA dj.; nicht adv.j laut ärztlichem
Gutachten vom Gesundheitszustand her geeignet, ein
Flugzeug zu führen; dazu -tauglichkeit, die jo. Pl.j;
- ticket, das Fahrausweis, der zu einem bestimmten
Flug mit einer Verkehrsmaschine berechtigt; -Ver
bindung, die : die F. zwischen diesen beiden Städten
ist gut, günstig; -verkehr, der Verkehr von zivilen
Luftfahrzeugen: der internationale, planmäßige F .;
der F. zwischen Berlin und Moskau; -wesen, das
jo. Pl.j alle technischen Einrichtungen und die Ver
waltung des Flugverkehrs; -wetter, das jo. Pl.j
26*
404
Flugwetterdienst — Flußmittel
Flugw. zum Fliegen (1.3) geeignetes Wetter;
-Wetterdienst, der Wetterdienst zur Unterstützung
und Sicherung des Flugverkehrs; -zeit, die Dauer
eines Fluges (1.1.2), bes. mit einem Verkehrsflugzeug;
-zettel, der bes. österr. Flugblatt; -zeug, das fPl. - ef
Luftfahrzeug, dessen Flugfähigkeit auf aerodyna
mischem Auftrieb beruht, der an den feststehenden
Tragflächen (und durch einen Antrieb) erzeugt wird:
ein viermotoriges F .; ein F. steuern, chartern; das
F. warten, auftanken; das F. startet, hebt ab,
steigt (auf), setzt zur Landung an, landet, setzt
weich, hart auf, rollt aus, mußte notlanden, ist
(über dem Meer, Gebirge) abgestürzt; das F. fliegt
hoch, tief; an Bord des Flugzeuges befanden sich
lOOPassagiere; mit dem F. (irgendwohin) fliegen,
reisen
Flugzeug| -absturz, der: beim F. kamen sechzig
Passagiere ums Leben; -abwehr, die Flugabwehr;
-abwehrkanone, die / / au ch Flak 1/; -besatzung,
die; -entführer, der jmd .,
der ein Flugzeug ent
führt (hat); dazu -entführung, die; -führer, der jmd.,
der für ein (Verkehrsflugzeug verantwortlich ist,
indem er es bedient, lenkt; -industrie, die;,-kata-
strophe, die durch einen Flugzeugabsturz entstan
dene Katastrophe; -träger, der Flugzeuge mitführen
des Schiff der Seestreitkräfte mit einem Oberdeck als
Start- und Landebahn; -typ, der; -Unglück, das vgl.
- katastrophe
Fluidum, das; -s, Fluida jvorw. Sg .f von jmdm., einer
Sache ausgehende, nicht näher definierbare A us
strahlung, deren Wirkung rein gefühlsmäßig wahr-
genommen w ird: das starke, berauschende, geistige,
künstlerische F., das von einer bestimmten Persön
lichkeit, Veranstaltung ausgeht, spüren; das F.
der Großstadt
Fluktuation, die; -,
-en das ständige Wechseln,
Schwanken bes. in der Zahl von Personen: die F. der
Arbeitskräfte in einem Betrieb; die F. (das Schwan
ken) der Preise auf dem Weltmarkt
fluktuieren fsw. Vb.; hat/ ständig bes. in der Zahl
von Personen wechseln, schwanken: die Arbeits
kräfte f. in diesem Betrieb stark
Flunder, die; -n im Meer und Brackwasser leben
der Plattfisch mit bräunlicher od. grünlich-grauer
Haut an der rechten, nach oben gerichteten Körper
seite, der als Speisefisch genutzt wird
flunkernjsw. Vb.; hat/ umg. in belanglosen Dingen
od. aus Scherz ein wenig lügen: daß er das alleskann,
ist (sicher, doch wohl nur) geflunkert; das Kind
flunkert gern ein bißchen (bleibt nicht immer bei der
Wahrheit)
Flunsch, der; -es, -e \vorw. Sg .f umg. mürrisch
verzogener M und : mach, zieh nicht gleich einen F.,
wenn ich dir was sage!
xFlur, der; -(e)s, -e 1.1. Vorraum vor den Räumen
einer Wohnung, eines öffentlichen Gebäudes: ein
langer, schmaler, dunkler F .; die hellen Flure des
Krankenhauses, der Schule 1.2. H a u sflu r: mit
jmdm. auf demselben F. wohnen; Schritte im, auf
dem F. hören
2FIur, die; -en 1.1. fvorw. Pl.f geh. nicht bewal
detes, nicht mit Häusern bebautes freies Gelände:
Nebel lag auf der F .; es grünt und blüht auf allen
Fluren (auf Äckern und Wiesen); fin der Verbin
dung! durch Wald und F. (durch die Natur) streifen
1.2. einer Gemeinde, einem landwirtschaftlichen Be
trieb gehörendes, durch Abgrenzungen kenntlich ge
machtes (landwirtschaftlich) genutztes Gebiet: die F.
besichtigen, bereinigen, in Ordnung halten; die F.
vonAgrenztandieF.vonB
-j- umg. allein auf weiter F. (von anderen allein ge
lassen, ohne Unterstützung, Gesellschaft) sein
Flur| -name, der für einen bestimmten Bereich der
2Flur (1.2) geltender Name; -schaden, der auf Fel
dern bes. durch Wild angerichteter Schaden
Fluß, der; Flusses, Flüsse 1. größerer natürlicher
Wasserlauf: ein breiter, tiefer, reißender F.; der
Lauf, das Bett des Flusses; dieser F. entspringt im
Gebirge, mündet in die Ostsee; der F. schwillt an,
führt Hochwasser, tritt über die Ufer, hat die
Wiesen überschwemmt; dieser F. ist schiffbar;
einen F. regulieren; mit der Fähre über den F.
setzen — 2. fo. Pl.j stetiger Fortgang (1): der F. des
Straßenverkehrs, der Ereignisse; den F. der Rede
(nicht) unterbrechen; die Unterhaltung in F. brin
gen; die unterbrochenen Arbeiten kommen wieder
in F.; es ist alles (noch) im, in F. (in der Entwick
lung begriffen, im Gange) — 3. fo. Pl.j Techn. durch
Schmelzen erreichter flüssiger Zustand von Gesteinen,
Mineralien od. Metallen: das Metall befindet sich
in, im F .; das Metall in F. bringen
fluß/Fluß zu Fluß 1|-abwärts fAdv.f zur Mündung
eines Flusses hin: f. fahren, treiben, schwimmen;
-arm, der abzweigender Teil eines Flusses; -auf
wärts fAdv.f zur Quelle Hnes Flusses hin: f. fah
ren, schwimmen; -bett, das fPl.
- e/ rinnenartige
Vertiefung des Erdbodens für den Lauf des Flusses:
ein schlammiges, ausgetrocknetes F .; -fisch, der in
Flüssen, im Süßwasser lebender Fisch; -fischerei, die
flüssig /Adj.f 1. der materiellen Struktur nach von
einer Dichte, daß es leicht zusammenhängt und unter
der Wirkung einer Kraft fließen (1.1) kann: flüssige
Brennstoffe, Fette, Waschmittel; Butter, Honig
durch Erhitzen f. machen; flüssige (in Flüssigkeit,
Suppen bestehende) Nahrung; flüssiges (geschmol
zenes) Blei; Phys. flüssige (durch Kühlung und
Kompression verflüssigte) Luft — 2. ohne Stockung
kontinuierlich vonstatten gehend: ein flüssiger
Straßenverkehr, Produktionsablauf; ein flüssiges
Fußballspiel; f. (hintereinanderweg, ohne Pausen
des Überlegens) sprechen; das Buch ist f. (leicht
eingängig und in einem gewandten Stil) geschrieben
—
3. flüssige (verfügbare) Gelder, Mittel;umg. jmd.
ist momentan f., nicht f. (jmdm. steht momentan
Geld, kein Geld zur Verfügung)
Flüssiggas, das Gas, das bei bestimmten D rücken
und Temperaturen verflüssigt worden ist (und in
Stahlflaschen aufbewahrt wird)
Flüssigkeit, die ; -,
-en 1. Stoff in flüssiger Form:
das ist eine klare, farblose, dunkle, trübe, dick
flüssige, übelriechende F .; eine F. ausgießen, ver
dampfen lassen; dem Körper F. (etwas Trinkbares)
zuführen — 2. jo. P I .; zu flüssig 2/ das Flüssigsein:
die F. des Verkehrs garantieren
Flüssigkeits z u Flüssigkeit 1| -ansammlung, d ie;
-menge, die
flüssigImachen fV b .f : er hat die Gelder, nötigen
Mittel (für den Umbau) flüssiggemacht (verfü gbar
gemacht, bereitgestellt); er mußte 5000 Mark f .
(aufbringen)
Fluß| -krebs, der in zahlreichen Arten vorkommender,
im Süßwasser lebender Krebs, dessen Fleisch als
Delikatesse gilt; -lauf, der Verlauf eines Flusses (1);
-mittel, das Techn. 1. Stoff, der das Sintern von
Flußmündung — folgen
405
Ton beim Brennen fördert — 2. nichtmetallischer
Zusatz beim Schmelzen von Metallen, der die gebil
dete Schlacke dünnflüssig macht; -mündung, die;
-niederung, die; -pierd, das in und an Flüssen
Afrikas lebender Paarhufer mit haarlosem, plum
pem Körper, dicker Haut, fast quadratischem Kopf
und sehr großem M aul; -Schiffahrt, die Schiffahrt
auf Flüssen; -spat, der fo. Pl.j farbloses od. ver
schieden gefärbtes Mineral von geringer Härte; -ufer,
das
flüstern /sw. Vb.; hat/ sehr leise, mit tonloser
Stimme sprechen (damit andere das Gesagte nicht
hören können od. nicht gestört werden) : sie flüsterten
(nur), um ihn nicht zu wecken; hier ^ird nicht ge
flüstert!; etw. f .: jmdm. etw. ins Ohr f.; umg. wer
hat dir denn das geflüstert (zugetragen) ?
+ umg. jmdm. was f. jmdm. nachdrücklich die
Meinung sagen, jmdn. zurechtweisen: dem hab ich
was geflüstert!
Flüster| -Propaganda, die heimliche, m ündliche
Weitergabe von Informationen, von Parolen: etw.
durch F. erfahren; durch F. wurdebekannt, daß ...;
-ton, der fo. P l.j: im F. (flüsternd) sprechen; -tüte,
die umg. scherzh. Megaphon
Flut, die; -,
-en 1. fo. Pl.j im Wechsel der Gezeiten
zweimal täglich erfolgendes Ansteigen des Wasser-
Standes des M eeres: bei Eintritt der F., mit der F.
auslaufen; Ebbe und F. (die Gezeiten) — 2. fvorw.
Pl.f größere, sich (stark) bewegende Wassermasse:
die Fluten des Meeres, des Hochwassers; viele
Menschen sind in den Fluten (im Wasser) umge
kommen; die F. hat die Brückenpfeiler beschä
digt; scherzh. sich in die Fluten stürzen (zum
Baden ins Wasser springen); O sie überschüttete
ihn mit einer F. (unerwartet großen Menge) von
Schimpfwörtern
fluten, flutete, ist/hat geflutet 1. (ist) Wasser flutete
(ergoß sich, strömte) in die Keller; die Brandung
flutet über den Deich; O geh. Sonnenlicht flutet
in den Raum; Menschen fluteten in den Saal; der
Verkehr flutete (wogte) auf den Straßen — 2. fa ch -
spr. etw. unter Wasser setzen, vollaufen lassen (hat):
die Schleuse, das Dock, die Tanks des U-Bootes f.
Flut| -katastrophe, die durch eine Flut (2), Sturm-,
Springflut entstandene Katastrophe; -licht, das fo.
Pl.f mit großen Leuchten (1) erzeugtes Licht, das
große Flächen, bes. Sportplätze,
-Stätten taghell er
leuchtet: das Fußballspiel wurde bei F. ausgetragen
flutschen fsw. Vb.; hat, ist/1 and sch. umg. 1. rei
bungslos vonstatten gehen, vorangehen (hat): die
Arbeit flutscht bei ihr mal wieder — 2. (ist) die
glatte Flasche, feuchte Seife flutschte (rutschte,
glitt) ihm aus den Händen
Flut| -Warnung, die eine besonders hohe Flut (2)an
kündigende Warnung; -welle, die 1. rapides A n
steigen des Wasserstandes an Flußmündungen als
Auswirkung der Flut (1)—2.besonders hohe Meeres
welle als Auswirkung eines Bebens des Meeresbodens
f-Moll, das; -, fo. P l.f Mus. /Tonart/
Fock, die; -,
-en Seemannsspr. Focksegel: die
Focken setzen, reffen
Fock Seemannsspr.|
-mast, der vorderster M ast
eines mehrmastigen (Segelschiffes; -segel, das
rechteckiges, unterstes, größtes Segel am Fockm ast
Föderalismus, d e r ;
/o. Pl.j System der Staats
bildung, Staatenverbindung, bei dem die beteiligten
(kleineren) Staaten od. Einheiten der Territorial
struktur eines Staates eine bestimmte Eigenständig
keit wahren; dazu föderalistisch fAdj.f
Föderation, die; - ,
- en 1.1* (zeitlich begrenztes)
Bündnis, staatsrechtlich geregelter Zusammenschluß
von Staaten, in dem die einzelnen Staaten mehr od.
weniger Selbständigkeit bewahren 1.2. Zusammen
schluß von Organisationen; dazu föderativ /Adj./
fohlen /sw. Vb.; hat/: die Stute fohlt (bringt ein
Fohlen zur Welt)
Fohlen,das; -s, - Jungtier vom Pferd, fach spr. auch
vom Esel, Kamel, Zebra
Föhn, der; -(e)s,
-e beim Überströmen von Luft
über ein (Hochgebirge entstehender warmer, trocke
ner Fallwind, der sich auf das körperliche und psy
chische Befinden oft negativ auswirkt; dazu föhnen
/sw. Vb.; hat/: es föhnt (es ist, wird föhnig, der
Föhn weht) u. föhnig /Adj.; nicht adv./: föhniges
Wetter
Föhre, die; -,
-n landsch. 2Kiefer
Fokus, der; -,
-, umg.
-se 1.Opt. Brennpunkt (1) —
2. Med. chronischer Krankheitsherd, der über seine-
nähere Umgebung hinaus weitere Entzündungen,
Krankheiten hervorruft
Folge, die; -,
- n 1.1. Aufeinanderfolge: eine (kurzes
ununterbrochene) F. von Bildern, Tönen, Tanz
bewegungen; die Züge verkehren in dichter F .;
ein Programm in bunter, abwechslungsreicher F.
(Abfolge) bieten 1.2. einzelnes von mehreren zeit
lich aufeinanderfolgenden, zueinandergehörenden
Teilstück en : die nächste F. dieses Fernsehspiels
wird in einer Woche gesendet; den Roman in
mehreren Folgen (aufeinanderfolgenden Teilstücken)
abdrucken 1.8. Reihenfolge, Anordnung (2): Stich
wörter in alphabetischer F . ; in welcher F. worden
die Beiträge dargeboten? — 2. der aus etw. resul
tierende Tatbestand, das Ergebnis von etw.: das ist
die zwangsläufige, unausbleibliche, gesetzmäßige,
logische F. davon, eines solchen Handelns; sein
Verhalten ist die F. einer falschen Erziehung; die
F. davon ist, daß ...; alle Folgen (Konsequenzen,
das sich möglicherweise daraus Ergebende) bedenken;
alle Folgen tragen, auf sich nehmen; die (ver
heerenden, nicht abzusehenden) Folgen (A u s
wirkungen) der Naturkatastrophe; an den Folgen
des Unfalls sterben; die Sache, das hat (noch) Fol
gen (man darf unangenehme Auswirkungen er
warten); etw. hat etw. zur F. (führt zu etw.); ver
hüll. ihr Verhältnis blieb nicht ohne Folgen (führ
te zur Schwangerschaft) — 8. papierdt. einem Be
fehl, Rat F. leisten (folgen 1.4); der Anordnung,
Einladung, einem Aufruf F. leisten
Folge zu Folge 2| -erkrankung, die Med. als Folge
z. B . einer Infektion sich ergebende Erkrankung;
-erscheinung, die etw., das als Folge von etiv. auf-
tritt: das sind die Folgeerscheinungen der lang
anhaltenden Kälte, dieser Krankheit
folgen /sw. Vb.; ist, hat/I. (ist) 1.1. jmdm., einer
Sache f. sich (absichtlich) hinter jmdm., einer Sache
her bewegen: jmdm. dicht, heimlich, unauffällig f.;
die Gruppe folgte dem Wanderleiter; das Auto
folgte dem Motorrad durch die Straßen; dem Tief
folgt eine Kaltluftfront; jmdm. nach Berlin f .;
einer Spur im Schnee, dem Bach f. (hinter der Spur,
neben dem Bach hergehen, um zu sehen, wohin sie, er
führt); O viele Augen folgten ihr 1.2. einer Sache f.
1.2.1. etw. konzentriert verfolgen (5): den Ausführun
gen des Redners, dem Unterricht, Schauspiel f.
406
folgend — Fontäne
1.2.2. etw. in seiner gedanklichen Abfolge verstehen:
jmds. Gedankengängen, Intentionen nicht f. kön
nen; kannst du mir f. (verstehst du, was ich sage)? —
2.1. etw., jmd. folgt (einer Sache, jmdm.) etw,, jmd.
erscheint zeitlich nach einer Sache, jmdm .: Fort
setzung folgt; es folgt der Wetterbericht; dem
Wort folgt die Tat; ihm folgt als Intendant N;
auf den, nach dem Walzer folgte ein Tango; der
nun folgende Bericht behandelt dieses Problem ; es
wurden (die) folgende(n) Gesichtspunkte zugrunde
gelegt; in der folgenden (nach einem in der Ver
gangenheit od. Zukunft liegenden Bezugspunkt kom
menden) Zeit; am folgenden Dienstag (an dem
Dienstag, der in der Vergangenheit nach einem zeit
lichen Bezugspunkt kam) trafen sie sich wieder; das
Folgende ist das Ergebnis langjähriger Unter
suchungen; dazu muß man folgendes, das folgende
(dieses) sagen; es handelt sich um folgendes . . . ; es
geschah auf folgende Weise ... 2.2 . als (nächstes)
Glied einer Anordnung, Rangordnung erscheinen:
Beispiele f. nach der Bedeutungsangabe; das
Literaturverzeichnis folgt am Ende des Buches;
auf f folgt als Halbton fis; die Gruppe der DDR
folgt auf Platz drei; siehe Seite 20 folgende (und
die nächste, darauffolgende) jAbk. f/, folgende (und
die nächsten, darauffolgenden) jAbk. ff/ — 8. fvorw.
im Präs. u . Prät.j etw. folgt aus etw. etw. ergibt
sich (logisch) aus etw .: aus diesen Darlegungen folgt
(eindeutig), daß
was folgt daraus für unser
weiteres Vorgehen?; dieses Fehlverhalten folgt aus
einer falschen Erziehung — 4 . einer Sache, jmdm.
mit seinem Handeln (erwartungsgemäß) entsprechen:
seinem Gefühl, der Vernunft, jmds. Ansichten f .;
das Pferd folgte dem leisesten Schenkeldruck;
einem Rat, Befehl, einer Einladung f.
—
II. jmdm.
gehorchen, sich jmds. Weisungen fügen (hat): das
Kind folgt (der Mutter) gut, nicht
-f- etw. folgt auf dem / Fuße
folgend /Adj.; nur attr.f s. folgen (2.1)
folgendermaßen, folgendermaßen /Adv.; kündigt
anschließend Genanntes anj auf die nun angeführte
Art und Weise: das hat sich f. zugetragen; ich
habe mir das f . vorgestellt: ...
folgen| -los /Adj.; nicht adv./ ohne Folgen (2), A u s
wirkungen: dieses Ereignis ist f. geblieben; -schwer
/Adj.; nicht adv./ schwerwiegende Auswirkungen,
Folgen (2) nach sich ziehend: ein folgenschwerer Irr
tum, Unfall; eine folgenschwere Entscheidung
folge/Folge| -richtig /Adj./ der Logik des Denkens,
der Konsequenz des Handelns entsprechend: f. han
deln, reagieren; ein folgerichtiger Schluß; eine
folgerichtige Antwort, Handlungsweise; dazu -rich-
tigkeit, die /o. PL/
folgern /sw. Vb.; hat/ etw. (aus etw.) f. aus etw.
durch logische Verarbeitung und Auswertung des
Tatbestandes ein bestimmtes Ergebnis, eine bestimmte
Erkenntnis ableiten: aus diesen Worten, ihrer Zu
rückhaltung folgerte er (richtig, Voreilig), daß ...
Folgerung, die; -,
-en das gefolgerte Ergebnis: daraus
ergibt sich die logische, zutreffende, falsche F. ,
daß ...
Folge/folge| -satz, der Gramm. Konsekutivsatz;
- widrig /Adj./ der Logik des Denkens, der Konse
quenz des Handelns widersprechend: sich f. ver
halten; ein folgewidriger Schluß; -zeit, die: der
Krieg war vorüber, in der F. (in der folgenden Zeit)
mußte der ISTeubeginn gefunden werden
folglich /Adv.; auch in konjunktionaler Verwen
dung; nebenordnend; fügt an einen Vordersatz mit
Inversion des Subjekts einen Hauptsatz an; konse
kutiv! also, infolgedessen: ich habe Fieber, f. muß
ich einen Arzt konsultieren
folgsam /Adj./ a rtig (1): ihre Tochter ist ein sehr
folgsames Kind, ist sehr f.
Foliant, der; -en, -en altes Buch in großem For
mat
Folie, die; -,
-n [..io] sehr dünnes flächiges Material,
bes. aus Plast od. ausgewalztem Metall, das vor
wiegend zur Verpackung, Konservierung, Isolation
dient
Folklore, auch Folklore, die: -, /o. Pl.j Zeugnisse
der Volkskultur, bes. Dichtung, Musik, Tanz,
Brauchtum betreffend, als Gegenstand der Pflege
volkstümlicher Überlieferung
Folklore|Muse, die mit Motiven aus der Volkskunst
bestickte, bedruckte Bluse
Folklorjstik, die; -, /o. PI./ Wissenschaft von der
Folklore; dazu folkloristisch /Adj./ die Folklore
betreffend: folkloristische Elemente in der Kunst
musik
Foll|kel, auch Folljkel, der; -s, - Biol. Med. Hülle
des gereiften Eies des Eierstocks
Folter, die; -,
-n 1. /vorw. 8g ./ das Foltern (1):
die F. anwenden — 2. höchste Pein, Qual: das
lange Warten ist für mich eine wahre F.
-f- urag. jmdn. auf die F. spannen (jmdn. in qual
volle Spannung, Erwartung versetzen)
Folter |kammer, die Raum, der im Mittelalter zum
Foltern bestimmt war
foltern /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. mit bestimmten
Werkzeugen, Methoden quälen, um ihn gefügig zu
machen, eine Aussage zu erzwingen: die Gefangenen
wurden gefoltert — 2. jmdn. f . jmdm. psychische
Qualen bereiten: er war von Angst, Reue gefoltert
Folterjqual, die /vorw. PI./ 1. bei der Folter (1)
erlittene Qual — 2. höchste psychische Qual: wahre
Folterqualen erdulden
Fön, der; -(e)s,
-e elektrisches Gerät, das einen
heißen Luftstrom erzeugt und zum Trocknen der
Haare dient
Fond, der; -s, -s [foq, auch fo] 1. hinterer Teil des
Wagens, in dem sich die Rücksitze befinden — 2.
fachspr. Hintergrund (1.1): der F. des Gemäldes,
einer Bühne
Fondant, der, auch das; -s, -s [foqdaq, auch fodd]
Konfekt aus feiner Zuckermasse
Fonds, der; -,
-
[foq, auch fo, Gen. u . PI. foqs, auch
fos] 1.1. W irts ch. Gesamtheit von materiellen und
finanziellen Mitteln zur Realisierung sozialer, kul
tureller, ökonomischer Aufgaben der soz. Gesell
schaft in einer Sphäre des Reproduktionsprozesses
1.2 . für bestimmte Zwecke angelegter Geldvorrat:
durch freiwillige Spenden einen F. bilden
Fondue, die; -,
-s, das; -s, -s [foqdy:, auch f3dy:]
1. pikantes Gericht aus würfelförmig geschnittenem
Fleisch, das auf dem Tisch in einem Gefäß in
siedendem Fett gegart wird — 2. bes. Schweiz.
Gericht aus. geriebenem Käse und heißem W eiß
wein, in das man Weißbrotwürfel taucht
fönen /sw. Vb.; hat/ die Haare mit einem Fön
trocknen
Fontäne, die; -,
- n 1. aufsteigender Wasserstrahl
eines Springbrunnens — 2. Springbrunnen: die
Fontänen im Park
Fontanelle — Form
407
Fontanelle, die; -,
-n Med. Lücke im Knochen der
Schädeldecke bei Neugeborenen
foppen /sw. Vb.; hat/ umg. jmdn. zum besten
haben: du willst mich wohl f.?; wir fühlten uns
gefoppt; dazu Fopperej, die; -en
forcieren /sw. Vb.; hat; /* auch forciert/ [fors..]
etw. mit Nachdruck betreiben, vorantreiben: die Pro
duktion yon etw. f .; er hat das Tempo forciert
(<beschleunigt)
forciert /A d j.; / auch forcieren/ [fors..] gewollt:
ein forciertes Benehmen; ihr übertrieben freund
liches Wesen wirkt f.
Forcierung, d ie; -,
- en /zu forcieren/ [fors..]
Förder zu fördern II.2| -anlage, die T echn . mit
Förderbändern ausgerüstete Anlage zur Beförderung
von Massengütern; -band, das /PL -bänder/ statio
när installierte Vorrichtung mit einem über Rollen
laufenden, endlosen, breiten 1Band (1.1) zur B e
förderung von Gütern (innerhalb eines Betriebes):
transportable Förderbänder zum Be- und Ent
laden von Flugzeugen; -brücke, die B ergm . den
Tagebau in Querrichtung überspannende, bewegliche
Brücke aus Stahl, die zur Beförderung des Abraums
dient
Förderer, der; -s, - I . jmd., der jmdn., etw. fördert
(I): ein F. junger Talente, der Kunst — II. Techn.
Förderanlage
Förder|korb, der /PL -körbe/ Bergm. als Aufzug
verwendetes Gestell in den Schächten der Bergwerke
förderlich /Adj./ etw. ist f. etw. ist geeignet, jmdn.,
etw. zu fördern (I): der Landaufenthalt war seiner
Gesundheit f .; eine förderliche (nützliche) Lektüre
fordern /sw. Vb.; hat/ 1. nachdrücklich etw. (von
jmdm.) verlangen: von jmdm. einen hohen Preis
für etw. f .; Rechenschaft, Genugtuung f .; der An
walt forderte Freispruch für den Angeklagten;
O der Krieg hat viele Opf„ gefordert (viele
Menschen kamen im Krieg ums Leben) — 2. jmdn.
f. jmdm. eine besondere Leistung abverlangen: diese
Aufgabe fordert ihn nicht genügend — 3 . jmdn.
zum Duell herausfordern: jmdn. (auf Pistolen, zum
Duell) f.
fördern /sw. Vb.; hat/ I. jmdn., etw. in seiner Ent
wicklung vorwärtsbringen, unterstützen: jmdn., etw.
tatkräftig, nachhaltig f .; jmdn. in seiner Arbeit f.;
den Nachwuchs f.; jmds. Anlagen, Fähigkeiten f.;
den Aufbau des neuen Wohngebiets f. (voran
treiben, beschleunigen); ein fördernder Einfluß —
ILL Bodenschätze aus der Erde herausholen: Kohle,
Erze, ö l f.; O die Untersuchung hat alles zu
tage gefördert (ans Licht gebracht, enthüllt) — 2,
das Band fördert (transportiert, befördert) die Kohle
zum Bunker
Forderung, die; -.
- en 1.1. etw., das gefordert (1)
w i rd : eine (un)berechtigte, übertriebene, unan
nehmbare F . ; eine F. stellen, erheben, durch
setzen, erfüllen, ablehnen; einer F. nachkommen;
auf einer F. bestehen; mit seiner F. nicht durch-
koramen; von einer F. absehen, ablassen 1.2 . die
F. (das Gebot) des Tages, der Stunde 1.3 . Jur.
Wirtsch. finanzieller Anspruch des Gläubigers
gegenüber dem Schuldner: wie hoch ist Ihre F.?;
eine F. abschreiben, geltend machen; Forderungen
einziehen, eintreiben, einklagen, noch anstehen
haben — 2. Herausforderung zum Duell: eine F.
auf Pistolen, Säbel; jmdm. eine F. überbringen
Förderung, die; -, jo. PI./ I. das Fördern (I): die
(planmäßige, fachliche) F. des ■wissenschaftlichen
Nachwuchses — ELI. das Fördern (II.l): die F.
der Kohle — 2. geförderte (II.1) Menge: die täg
liche, jährliche F. beträgt...
FÖrderuugs|maßnahmen, die /PI./ M a ß n a h m e n ,
jmds. Leistungen zu fördern (I): bei einem Schüler
F. einleiten
Förder[wagen, der Bergm. Wagen für den Trans
port der geförderten Erze, der Kohle im Bergwerk,
Hund
Forelle, die; -,
-n mit dem Lachs verwandter Fisch,
der in kalten, rasch fließenden Binnengewässern
lebt und als Speisefisch genutzt wird
ForeUen| -teich, der der Zucht von Forellen dienen
der Teich; -zucht, die Zucht von Forellen in
Forellenteichen
Forint, Forint, auch Formt, der; -(e)s, -s /bei Wert
angabe PI. Forint; Währungseinheit in Ungarn/:
Forints gegen Mark eintauschen; das kostet 50 F.
Forke, die; -,
-n
norddt. Gabel (1.2)
Form, die; -,
- en 1. eine Vertiefung, Vertiefungen
aufweisender Gegenstand, in den etw. gefüllt wird,
das (in späterem, festem Zustand) 2.1 erhalten soll:
eine runde F. aus Blech; den Teig in eine F.
(Backform ) geben, füllen, tun; das flüssige Metall
in eine F. (Gußform) gießen — 2.1. Erscheinungs
bild bes. eines Gegenstandes hinsichtlich des Ver
laufs seiner ihn begrenzenden Linien, Flächen: die
Vase hat eine hübsche, längliche, eckige, ge
schwungene F .; etw. hat die F. eines Dreiecks,
Würfels, ist in (der) F. einer Blüte gestaltet; das
Kleidungsstück hat nach dem W aschen seine F.
behalten, verloren, ist aus der F. geraten; etw.
wieder in die ursprüngliche F. bringen; ihre weib
lichen, üppigen, anmutigen Formen; die viel
fältigen Formen (Typen des Gestaltetseins) der
Pflanzen-, Tierwelt 2.2. Art und Weise, in der etw.
angelegt, organisiert, strukturiert ist: die Formen
des Denkens, des menschlichen Zusammenlebens;
die gesellschaftlich-politische F. eines Staates; das
ist eine bewährte F. der Planung, Meinungs
bildung; (für etw.) nach neuen Formen suchen;
etw. in vollendeter, allgemeinverständlicher F. dar
bieten 2.3. Phi los. Organisation, Struktur, auch
äußere Gestalt der Dinge, Gegenstände, die wesent
lich von ihrem Inhalt bestimmt wird und mit ihm
in einem dialektischen Wechselverhältnis existiert:
das Primat des Inhalts gegenüber der F .; eine
Übereinstimmung von F. und Inhalt feststellen,
anstreben 2.4. Art und Weise der (künstlerischen)
Gestaltung eines Inhalts: für einen Stoff die lyri
sche, epische, dramatische F. , die F. des Romans
wählen; die F. der Fuge beherrschen 2.5. bestimmte
Vorschriften, Regeln berücksichtigende äußerliche
Darbietung, Abfassung eines Inhalts: die gesetzlich
festgelegte, endgültige F. des Testaments, Ver
trages; auf Grund eines Fehlers in der F. wurde
der Antrag nicht anerkannt; etw. in höflicher,
scharfer F. ablehnen 2.6. A rt und Mittel, durch die
ein Wort grammatisch gekennzeichnet ist: die starke,
schwache F. des Adjektivs 2.7. die materielle B e
schaffenheit, Struktur von etw.: Wasser in fester,
flüssiger F.
—
3. durch allgemeinverbindliche Regeln
festgelegtes korrektes,höfliches Verhalten: die (äußere)
F. verletzen, wahren; der F. genügen; ein Mensch
ohne jegliche F.,
ohne Formen (ohne Umgangs
formen, gutes Benehmen) — 4. jo. Pl.j umg. gut,
408
formal — Formfehler
ganz, in F. (in guter körperlicher und geistiger
Verfassung) sein; nicht in F. sein; Sport seine F.
(Leistungsfähigkeit) noch verbessern; wieder in F.
kommen, zur alten F. zurückfinden (voll leistungs
fähig werden)
+ in aller F. offiziell und nachdrücklich, die Form
wahrend: in aller F. gegen etw. protestieren; sich
in aller F. entschuldigen
formal lAdj.f 1.1. die Form (2.4, 2.5) von etw. be
treffen d : die formale Gestaltung, Gliederung des
Stoffes, Dramas, Aufsatzes; inhaltliche und for
male Unterschiede 1.2. ausschließlich die Regeln,
Äußerlichkeiten berücksichtigend: eine formale Aus
legung, Methodik, Denkweise; sich f. richtig ver
halten; das ist eine rein formale Angelegenheit;
rein f. an die Sache herangehen 1.8. P h ilos. die
formale Logik (Wissenschaft von den Gesetzen des
folgerichtigen Denkens, bes. von der Bildung und
Verknüpfung von Begriffen und Aussagen) — 2.
nur der Form (2.2) nach bestehend, nicht von dem
dazugehörenden Inhalt erfüllt: die echte, nicht nur
formale Gleichberechtigung durchsetzen; formale
Rechte; der Betrieb hat seinen Plan nur f. erfüllt;
f. die Gesetze einhalten
Formalie, die; -,
-n fvorw. PL/ [..Io] Formsache:
juristische Formalien
Formalismus, der; -, Formalismen 1. fvorw. Sg .f
rein formales (1.2) Herangehen: jeden F. in der
Verwaltung, im Unterricht vermeiden — 2 . /o. P l.j
künstlerische Gestaltungsweise, die die Form über
betont und die inhaltliche Aussage vernachlässigt:
die Gefahr des F. in der (bildenden) Kunst; dazu
formalistisch /A d j.f; zu 1: eine formalistische Be
trachtungsweise; die Sache nicht f. beurteilen; an
etw. rein f. herangehen
Formalität, die; -,
-en 1.1. einzuhaltende (behörd
liche) Vorschrift: alle notigen, vorgeschriebenen
Formalitäten erledigen, einhalten 1.2 . Form sache:
sich nicht mit (überflüssigen) Formalitäten auf
halten; das ist doch nur eine F.
formal|juristisch /Adj.f einzig dem Buchstaben des
Gesetzes folgend und den Gesamtsinn vernach
lässigend: ein (rein) formaljuristischer Standpunkt;
das ist f. richtig (entschieden)
Format, das; -(e)s, -e 1. die durch das Verhältnis
von Länge und Breite gebildete Größe von etw. meist
Rechteckigem: das F. des Papierbogens, Buches,
Bildes; ein großes F. wählen, bevorzugen; etw.
hat ein mittleres, handliches F.
—
2. fo. PL/ ein
Wissenschaftler von F. ein Wissenschaftler von
außergewöhnlichem Rang: ein Musiker großen,
internationalen Formats; eine Frau, Leistung von
überdurchschnittlichem F .; er ist ein Mann, Sport
ler von F.; er hat F. (besitzt außergewöhnliche
Fähigkeiten)
Formation, die; -en 1. Geol. 1.1. nach ihrer Zu
sammensetzung od. ihren sich über einen größeren
Zeitraum erstreckenden Bedingungen der Entstehung
deutlich abgegrenzte Schicht des Gesteins: die F. der
Gesteinsschichten 1.2. Zeitabschnitt der E rd
geschichte, der durch eine bestimmte Entwicklungs
stufe von Fauna und Flora gekennzeichnet ist —
2. zu einem bestimmten (militärischen) Zweck in
bestimmter Aufstellung, (Anordnung befindliche
Gruppe, Truppe: es folgten die Formationen der
Kampfgruppen; in geschlossener F. marschieren
FormatiY, das; -(e)s, -e [..vo] Sprachw. sprach
liches Zeichen in seiner lautlichen, graphischen
Form
formbar /Adj.f sich formen (1.1 ,2) lassend: ein
formbares Material; ein noch formbarer junger
Mensch
form/Form| -beständig fA d j.; nicht adv./ seine
Form (2.1) trotz äußerer Einwirkungen behaltend:
ein formbeständiges Material, K ostüm ; -blatt, das
/PL -blätter/ Formular
Formel, die; -,
- n 1.1. vorgeschriebene kurze Formu
lierung für etw.: eine juristische F. anwenden, ge
brauchen 1.2. feststehender kurzer sprachlicher A u s
druck, der in bestimmten Situationen oft ohne ein
gehende Reflexion seines Inhalts benutzt wird: eine
gebräuchliche, stereotype F .; er benutzte die F.
,herzliches Beileid4, ,ganz meinerseits4 — 2. in
Buchstaben, Zahlen, Symbolen verkürzt ausgedrück
ter (mathematischer, physikalischer, chemischer)
Sach verh alt: eine komplizierte physikalische F .;
eine F. für die Lösung der Mathematikaufgabe
anwenden; die F. für Wasser ist H 20
+ etw. auf eine einfache F. bringen (etw. knapp
und leicht faßlich ausdrücken)
formelhaft /Adj./ feststehend, starr (wie eine Formel
1): ein formelhafter Ausdruck; eine f. gebrauchte
Wendung
formell fAdj./ 1. einer Vorschrift, einer bestimmten,
offiziellen Regelung entsprechend: eine formelle Ver
einbarung, Einigung, Genehmigung; Ansprüche f.
anerkennen — 2. der Form (3) entsprechend: eine
formelle Begrüßung, Verbeugung; er wurde allen
ganz f. vorgestellt — 3.1. fvorw. adv./ formal (2):
er ist (nur) f. im Recht, hat nur f. das Recht...;
jmdm. f . die Befugnisse übertragen 3.2. förmlich
(2): formelle Redensarten wechseln; er ist immer
sehr f .; es ging dort sehr f. (steif) zu
Formel! -spräche, die in Form eln (2) bestehende,
fachsprachliche Ausdrucksweise: einen chemischen
Vorgang in der F. der Chemie ausdrücken;
-Zeichen, das in einer Formel (2), als Formel ver
wendetes Zeichen, Symbol
formen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. herstellen, indem
man es in eine bestimmte Form (2.1) bringt: ein
Gefäß, Figuren aus Ton f.; ein Modell in Ton f.;
O Sätze f. (formulieren); einen Laut f. (artiku
lieren) 1.2. etw. in die gewünschte Form (2.1)
bringen: Ton, Porzellan zu einer Vase f .; Teig f.
1.3. etw. ist irgendwie geformt etw. hat ein b estimm
tes Aussehen, eine bestimmte Form (2.1): schön ge
formte Hände; modern geformte Möbel — 2. etw.
prägt (2) jmdn., etw.: die Umwelt, einschneidende
Erlebnisse formten ihn; das Leben rformte ihn zu
einer Persönlichkeit (ließ ihn sich zu einer Persön
lichkeit entwickeln)
Formen/formen| -lehre, die jo. PI./ Morphologie;
-reich /A dj.; nicht adv./ vielfältige Formen (2.1)
a u fw eisen d : die formenreiche Pflanzenwelt; -reich-
tum, der fo. PI./ Vielfältigkeit der Form en (2.1):
der F. der ausgestellten Kunstgegenstände, der
Insekten, Blätter
Former, der; -s, - G ießerei Facharbeiter, der Guß
formen herstellt
Formerei, die; -,
- en Gießerei Abteilung eines
Gießereibetriebes, in der Gußformen hergestellt wer
den
Formj -fehler, der Fehler in der Währung der
Fo r m (2.5, 3): das war ein bedauerlicher, nur ('in
Formfrage — Forschungszentrum
409
F .; -frage, die formales (1.1, 1.2) Problem ; -gebung,
die; -,
- en 1, (künstlerische) Form (2.1), die ein
Gegenstand erhalten hat: es besticht die elegante,
schnittige F. des Autos; der Giebel in seiner reiz
vollen F.
—
2. das (künstlerische, bewußte) Gestalten
eines Gegenstandes: die technische, industrielle F.;
- gefühl, das fo. Pl.f ausgeprägtes Empfinden für
die Form (2.1): er besitzt ein besonders feines F .;
- gestalter, der; -s, - Fachmann, der für die zweck
entsprechende Gestaltung von Gegenständen, W erk
stücken verantwortlich ist; -gestaltung, die vgl.
- gebung: die zweckmäßige F. der Lampe
formieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. sich f. sich in einer
bestimmten Ordnung, Formation aufstellen: die
Soldaten f. sich (zu einer Kolonne); es formierte
sich ein Demonstrationszug 1.2 . eine Gruppe in
einer bestimmten Ordnung, Formation auf-,
zu
sammenstellen : die Fußballmannschaft wurde neu
formiert; eine Marschkolonne f . ; dazu Formierung,
die; -en
- förmig fin Verbindung mit Subst.f 1. eine bestimmte
Form (2.1) aufweisend: / z. B . ei-, herz-, kreis-,
trichterförmig — 2. einen bestimmten Aggregatzu
stand aufweisend: / z. B . gasförmig
förmlich /Adj.f 1. formell (1): eine förmliche Erklä
rung; die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist
jetzt f. erfolgt; f. Einspruch erheben — 2 . allein
den Höflichkeits-, Umgangsformen entsprechend und
somit unpersönlich, reserviert: warum denn so f.?;
jmdn. sehr f. empfangen; sein Ton wurde plötzlich
f. (unverbindlich); auf dieser Veranstaltung ging
es sehr f. (steif, nicht zwanglos) zu — 3 . umg. /nicht
präd.; bewirkt die Hervorhebung einer Aussage/
richtiggehend: das ist ja eine förmliche Erpressung;
zwischen ihnen entstand eine förmliche Feind
schaft; das macht mich f. nervös; er hüpfte f. vor
Freude
Förmlichkeit, die;
- en 1. /zu förmlich 2/ über
triebene Beachtung, Einhaltung der Höflichkeits-,
Umgangsformen und die damit verbundene Un
persönlichkeit: die F. der Veranstaltung, Be
grüßung; alle Förmlichkeiten beiseite lassen —
2.1. einzuhaltende Vorschrift, Regel: eine juristische
F .; die herkömmlichen Förmlichkeiten beachten
2.2. Formsache: das ist als eine bloße F. zu be
trachten
Formling, der; -s, -e fachspr. Produkt, Gebilde,
das in einer Form (1) gepreßt worden, ist: ein F.
aus Braunkohle
fgrm/Form| -los /Adj./1. keine fest umrissene Form
(2.1) aufweisend: eine formlose Masse — 2 . eine
vorgeschriebene Form (2.5) nicht berücksichtigend,
erfordernd: hierfür ist nur ein formloser Antrag-
nötig ; -Sache, die /o. PI./ formale (1.2) Angelegen
heit, Äußerlichkeit: etw. ist zu einer F. geworden;
das ist eine bloße, reine, nur eine F. (etw. schnell
und komplikationslos zu Erledigendes ohne inhalt
liche Konsequenzen); -schön /Adj./ ansprechend,
schön gestaltet in der F o rm (2.1): ein formschönes
Service, Auto, Brillengestell; dazu -Schönheit, die
/o. PI./
Formular, das; -s, -e vorgedrucktes amtliches Blatt,
auf dem kurz Fragen zu beantworten, Angaben zu
machen sind: ein F. (korrekt) ausfüllen
formulieren /sw. Vb.; hat/ einen Inhalt in eine
sprachliche Form (2.2) bringen: eine Frage, ein
Problem, Gesetz, einen Satz, Vertrag knapp,
genau, gut f.; er versuchte, diesen Gedanken zu f . ;
dazu Formulierung, die; -,
-en
Formung, die; -,
- en /zu formen/
form] -vollendet /Adj./ perfekt hinsichtlich der Form
(2.2), der A rt und Weise, in der etw. ausgeführt
wird: eine formvollendete Verbeugung; f. servie
ren, einen Walzer tanzen; -widrig /Adj./ gegen die
Form (2.5, 3) verstoßend: ein formwidriges Proto
koll, Benehmen, Vorgehen
forsch /Adj./ besonders energisch und entschlossen
(an etw. herangehend): sein forsches Benehmen,
Wesen, Auftreten; er ist sehr f.; an etw. f. heraii-
gehen; f. (zügig) arbeiten
forschen /sw. Vb.; hat/ 1. gründlich, systematisch,
mit wissenschaftlichen Methoden an etw. arbeiten,
etw. untersuchen, um darüber wissenschaftliche,Er
kenntnisse zu erlangen: auf einem bestimmten Ge
biet f.
—
2. nach etw., jmdm. f. sich intensiv be
mühen, etw., jmdn. zu ermitteln: nach jmds. Auf
enthaltsort, nach der Ursache des Unglücks, der
Krankheit f.; unter den in Frage kommenden
Personen nach dem Täter f . ; forschende (kritisch
musternde) Blicke; jmdn. forschend ansehen
Forscher, der; -s,
-
Wissenschaftler, der etw. er
forscht (hat), in der Forschung tätig ist: jmd. ist
ein bedeutender, unermüdlicher, leidenschaftlicher
F .; das 20. Jahrhundert hat viele F. hervor-
gebracht; die F. haben herausgefunden, daß ...
Forschung, die; -,
-en 1. /o. PI./ Wissenschaft in
ihrer Funktion, neue Erkenntnisse zu ermitteln,
forschende Wissenschaft: die medizinische, inter
planetare, betriebswirtschaftliche F .; die experi
mentelle F. fördern; der neueste Stand der F .;
jmd. ist in der F. tätig — 2» das Forschen (1), das
Untersuchen eines wissenschaftlichen Problems: das
ist das Ergebnis einer gründlichen, exakten F. ,
wissenschaftlicher Forschungen; F. betreiben (fo r
schen 1)
Fprschungs| -arbeit, die der Forschung (2) dienende
Arbeit; -aufgabc, die vgl.
- a uftrag: neue For
schungsaufgaben übernehmen; -auftrag, der A u f
trag, auf einem bestimmten Gebiet mit umrissenrr
Zielsetzung zu forschen: einen F. bekommen; an
die einzelnen Institute wurden Forschungsauf
träge vergeben; -bericht, der Bericht über F o r
schungsergebnisse auf einem bestimmten Gebiet;
-ergebnis, das: zu neuen Forschungsergebnissen
kommen; -gebiet, das Bereich mit einem bestimmten
Forschungsgegenstand; -gegenständ, der Objekt der
Forschung (2); -institut, das; -methode, die; -plan,
der; -potential, das: das F. eines Landes; -Pro
gramm, das; -reise, die Reise zu bestimmten F or
schungszwecken;-reisende, der vgl.
- reise; -richtung,
die bestimmte Richtung, Tendenz innerhalb eines
bestimmten Bereichs der Forschung (1); -Satellit,
der Satellit für bestimmte Forschungszwecke; -schiff,
das für die Erforschung des Meeres bestimmtes
Spezialschiff; -Student, der Student im Forschungs
studium; -Studium, das /o. PL; in der DDR/ auf
das zum Staatsexamen führende Hochschulstudium
aufbauendes Studium für besonders befähigte Studen
ten, die damit zur Promotion geführt werden und
den wissenschaftlichen Nachwuchs bilden sollen;
-technologie, die die für die Forschung (1), ein
Forschungsgebiet spezifische Technologie: die Ent
wicklung einer modernen F . ;
-Vorhaben, das: ein
F. verwirklichen; -Zentrum, das Zentrum fü r F or
410
Forschungszweck — fortlaufen
schungen auf einem bestimmten, bes. naturwissen
schaftlichen Gebiet; -zweck, der
Forst, der; -es, -e/-en abgegrenztes Stück Wald im
Hinblick auf seine Bewirtschaftung: ein ausgedehn
ter, dichter F.; die Pflege des Baumbestandes,
Wildes in unseren Forsten
Förster, der; -s, - Forstingenieur (mit Diplom)
Försterei, die; -en Dienststelle (und Wohnhaus) des
Försters
Forst/forst| -facharbeiter, der Facharbeiter a u f dem
Gebiet der Forstwirtschaft; -faehschule, die Fach
schule für die Ausbildung von Forstingenieuren;
-haus, das Wohnhaus (und Dienststelle) des För
sters ; -Ingenieur, der Fachmann auf dem Gebiet der
Forstwirtschaft, der eine Forstfachschule absolviert
hat; -kultur, die Forstw. 1, neuangelegter Baum
bestand — 2. jo. Pl.f Anbau, Pflege und Nutzung
des Forstes: eine rationelle F.; -meister, der Leiter
eines forstwirtschaftlichen Betriebes; -reyier, das
einem Revierförster miterstellter Teil eines W aldes;
-schaden, der bes. durch Forstschädlinge und Wetter-
einflüsse verursachter Schaden bes. an den Baum
beständen eines Forstes; -Schädling, der tierischer
od. pflanzlicher Schädling des Waldes; -wesen, das
fo. Pl.f vgl.
- Wirtschaft; -Wirtschaft, die jo . P l.f
Zweig der Volkswirtschaft, der sich mit dem Anbau,
der Pflege und Nutzung aller bewirtschafteten Wald
bestände befaßt: das Ministerium für Land- und
F.; dazu -wirtschaftlich /Adj.; nicht präd./: ein
forstwirtschaftlicher B etrieb; -wirtschaftsbetrieb,
der forstwirtschaftlicher Betrieb: ein staatlicher F.
Forsythie, die; «, -n [.. zy :t(s)ia] im zeitigen F rüh
jahr blühendet Zierstrauch mit gelben Blüten, die
sich vor den Blättern entwickeln
fort /Adv.; / auch fortsein/ 1.1. /drückt aus, daß
jmd., etw. weit entfernt ist, sich weit entfernt hat/:
er ist schon weit f. 1.2. /drückt die Aufforderung
aus, sich od. etw. vom gegenwärtigen Standort zu
entfernen/: f. damit, mit dir!; schnell f. von hier!
1.8. /drückt aus, daß sich etw., jmd. nicht (mehr) an
einem bestimmten Ort, an einer bestimmten Stelle
befindet/: die Gäste sind schon f.; die Brille ist f.
(verschwunden) — 2. /steht zeitlicher Verwendung
nahe/: nur immer so f. (weiter 2.1)
-f* in einem f. (ohne aufzuhören, fortwährend)
fort- /in verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen/ 1.1. sich, etw. von
einer bestimmten Stelle (nach einer anderen) bewe
gend: / z. B . sich fortbegeben, fortgehen, fort
laufen 1.2. etw. entfernend, beseitigend: / z. B .
fortwerfen — 2. in seiner Entwicklung weiter-
führend:
z. B . fortschreiten — 3. sich über einen
längeren Zeitraum, von einem Zeitpunkt zum ande
ren erstreckend: /* z. B . fortdauern, sich forterben
—
4. etw. Begonnenes nach einer Unterbrechung
weiterführend: /* z. B . fortfahren, fortsetzen
Fort, das; -s, -s [fo:r] veraltend stark befestigte,
oft einer Festung vorgelagerte Anlage zur Verteidi
gung eines strategisch wichtigen Punktes: ein F.
verteidigen, einnehmen
fort/Fort| -an /Adv./ von nun an, künftig: f. ver
suchte er so etwas zu vermeiden; -begeben, sich
/Vb./ sich von irgendwo entfernen (2): er hat sich
aus der Stadt, von hier f .; -bestehen /Vb./ weiter
hin besteh en : die alten Verhältnisse, Einrichtungen
bestanden fort; -bewegen fVb.j 1.1. etw. (ein
Stückchen) von der Stelle bewegen: die schweren
Kisten, den großen Stein nicht f. können 1.2 . sich
f. sich (langsam) in eine bestimmte Richtung be
wegen: sich nur langsam, mit Mühe, auf Krücken
f. (können); zu 1.2 -bewegung, die /vorw. Sg./ das
Sichfortbewegen: ein Mittel zur F.; -bleiben /Vb./
wegbleiben (1): sie blieb wochenlang, für immer
fort; sein Fortbleiben beunruhigte alle; -bringen
fVb.f jmdn., etw. fortschaffen: den Verunglückten
im Krankenwagen f.;
-dauern /Vb./ geh. unver
ändert andauern: und dieses Schweigen dauerte
so fort — tagelang, wochenlang
forte /Adv./ Mus. stark, laut
fort/Fort| -eilen /Vb.; ist/ eilig Weggehen; -erben,
sich /Vb.j sich über mehrere Generationen von einem
zum anderen vererben; -fahren / Vb.; ist, hat/1. in,
mit etw. f. eine unterbrochene Handlung wieder auf
nehmen und weiterführen (ist, hat): (nach einer
kurzen Pause) in seiner Rede, mit der Arbeit f.;
wir fahren in unserem Unterrichtsstoff dort fort,
wo wir gestern aufgehört haben — 2. wegfahren
(1) (ist): unser Besuch ist gestern fortgefahren;
-fallen /Vb.j etw. gelangt nicht zur Ausführung,
fällt w eg: bei der Neubearbeitung sind einige Bei
spiele fortgefallen; -fliegen /Vb.; ist/ wegfliegen
(1): die Vöge Isind schon (nach Süden) fort
geflogen; -führen / Vb./ etw. (von jmd. anderem)
Begonnenes kontinuierlich weiterführen: die Lei
tungsgeschäfte, eine Diskussion f .; die Unter
suchungen bis zur Gegenwart f . ; dazu -führung,
die; -gang, der /vorw. Sg .f 1. weiterer Verlauf,
iveitere E ntw icklu n g: der stetige, schleppende F.
der ^Arbeit; den F. der Diskussion, der wissen
schaftlichen Untersuchungen, des Prozesses ver
folgen; etw. nimmt seinen F. etw. wird weiter-
geführt, entwickelt sich weiter: die Verhandlungen
nehmen ihren F.
—
2. Weggang: jmds. F. aus dem
Betrieb bedauern; -gehen/Vb./ Weggehen (1.1,1.2):
ohne Abschied f .; heimlich, in der Nacht f. (sich von
seiner bisherigen Umgebung trennen); jmdn. nicht
f. lassen (nicht zulassen, daß sich jmd. von einem
tren nt); -geschritten /Adj.; / auch fortschreiten/
1. in der allgemeinen Entwicklung zu einer ver
gleichsweise höheren Stufe gelangt: ein fortgeschritte
nes gesellschaftliches System; ein fortgeschrittener
(über die Anfangsgründe eines bestimmten Gebietes
hinausgekommener) Schüler; ein Kurs für Fort
geschrittene — 2. eine Krankheit im fortgeschritte
nen (vorgerückten) Stadium; zu fortgeschrittener
Stunde; -gesetzt /Adj.; nicht präd.; / auch fort
setzen/ sich häufig wiederholend, sich (bis zum Über
druß) immer wieder ereignend: fortgesetzter Arger,
Lärm; ein fortgesetzter Wechsel der Verkaufs
kräfte; fortgesetzte Störversuche, Betrügereien;
f. reden
fortissimo /Adv./ Mus. sehr stark, laut
fort/Fort| -kommen /Vb./ 1. wegkommen (1): wir
müssen sehen, daß wir hier schnell f .; mach, daß
du fortkommst! — 2. sich leistungsmäßig positiv
entwickeln, vorankommen: im Beruf (gut) f.;
-kommen, das; -s, jo. PI./ 1. /zu -kommen 2/: das
ist für sein berufliches F. wichtig — 2. das für
jmds. Lebensführung Nötige: sein gutes, das nötige
F. finden; -lassen /Vb.j 1. jmdn. nicht f. (weg-
lassen 3) — 2 . etw. fortfallen lassen, etw. toeglassen:
dieser Satz ist mit Absicht fortgelassen worden;
-laufen /Vb.; ist; / auch -laufend/ weglaufen
(1.1): vom Spiel, aus Angst, (einfach) f.; der
fortlaufend — Fotoamateur
411
Hund ist mir fortgelaufen (davongelaufen, ent
laufen) ; -laufend /Adj.; / auch -laufen/ in stetiger
Folge (1.1): f. trafen neue Meldungen ein; die
Seiten sind f. numeriert; Filmbeiträge mit fort
laufender (sich über einige Folgen fortsetzender)
Handlung; -leben /Vb./ : jmd. lebt in seinem Werk,
in seinen Kindern fort (jmds. Werk zeugt, jmds.
Kinder zeugen über seinen Tod hinaus von ihm);
jmds. Name, Werk lebt fort (bleibt unvergessen);
-legen /Vb.f etw. weglegen: ein Buch f.;
-machen,
sich /Vb.f umg. sich davonmachen: sich heimlich,
schnell f.; mach dich fort!; -müssen /Vb.f umg.
1. Weggehen müssen: wir müssen fort — 2. der
Brief muß heute noch fort (muß heute noch weg
geschickt werden); -nehmen fVb.f 1, etw. weg
nehmen (1): ein Bild, Buch f.
—
2. jmdm. etw.
wegnehmen (2.1); -pflanzen IVb.f 1.1. sich f. (Nach
kommen hervorbringen, sich vermehren) 1.2 . sein
Geschlecht f. (durch 1.1 vor dem Aussterben be
wahren) — 2. etw. breitet sich iveiter au s: Schall
wellen, Lichtstrahlen pflanzen sich fo rt; Unruhe
pflanzt sich in der Menge fort; Traditionen pflan
zen sich fort (werden von einer Generation an
die andere vermittelt); dazu -pflanzung, die
/ o. Fl./
fprtpflanzungs/Fprtpflanzimgsl -fähig f A d j . ; n ich t
adv.f fähig , sich fortzupflanzen (1.1); dazu -fähig-
keit, die \o. PL/; - gesellwindigkeit, die Geschwin
digkeit, mit der sich etw., bes. Schall, Licht, fort-
pfla n zt; -trieb, der Geschlechtstrieb
fort/Fort| -reißen /Vb.; hat/ etw., jmdn. (mit sich)
wegreißen : der Sturm hat das Dach fortgerissen;
die Flut riß ihn mit sich fort; -rennen /Vb.; ist/
umg. schnell weglaufen (1.1); -satz, der von einem
Organismus (1) ausgebildete Verlängerung an einem
seiner T eile: ein wurmförmiger F.; -schaffen fsw.
Vb.f etw., jmdn. von einem Ort an einen anderen
bringen: Lasten, einen Verunglückten f.; -scheren,
sich /Vb.; vorw. im Im p.f umg. Weggehen (1.1):
scher dich fort!; -schicken [Vb.f 1. jmdn. weg
schicken (1) — 2. etvj. wegschicken (2): Geld, einen
Brief f.:
-schleppen /Vb./ umg. 1. etw. weg
schleppen: Kisten, Kohlen f.
-
2. sich f. sich mit
Muhe fortbewegen: sich an Krücken f.;
-schreiten
/Vb.; /f auch fortgeschritten/ 1. etw. entwickelt
sich w eiter: das Leben, eine Krankheit schreitet
fort; eine fortschreitende (zunehmende) Erwär
mung; fortschreitende (weiter um sich greifende)
Bewölkungsauflockerung — 2. etw. macht Fort
schritte: der Bau des Wohnblocks schreitet schnell
fort; -schritt, der 1.1. /o. PI./ Höherentwicklung,
positiv bewertete Weiterentwicklung: der technische
F .; der gesellschaftliche F. (die gesetzmäßige ge
schichtliche Höherentwicklung der menschlichen Ge
sellschaft); der F. in der Wissenschaft; für Frieden
und F. (gesellschaftlichen Fortschritt) eintreten,
kämpfen; die Baumfahrt bedeutet einen gewalti
gen F.; das ist schon ein F. (das ist immerhin
etwas) 1.2. /nur im Pl.f Erfolge: bei den Verhand
lungen Fortschritte erzielen; Fortschritte machen
(mit etvj. vorankommen); -schriftlich /Adj./ für den
gesellschaftlichen Fortschritt, in der Gegenwart bes.
für die Überwindung des Kap.,
für den Soz. ein
tretend: ein fortschrittlicher Künstler, Politiker;
die fortschrittliche Intelligenz, Literatur; eine
fortschrittliche Gesellschaftsordnung; das Zu
sammenwirken aller fortschrittlichen K räfte;
manchen Leuten waren seine Ideen zu f.; jmd. ist
f. eingestellt; fortschrittliche(einen Fortschritt dar
stellend e) Arbeitsmethoden; dazu -schrittlichkeit,
die; -, /o. PL/; -schwemmen /Vb./ etw., jmdn. von
einem Ort, einer Stelle schwemmen: der Begen
schwemmte den Staub von der Straße fort; der
Ertrinkende wurde von der Flut fortgeschwemmt;
-sein /Vb.; ist fortgewesen; Präs. u . Prät. / fort
1.1, 1 .3/; -setzen /Vb.; / auch fortgesetzt/ 1. etw.
Begonnenes weiterführen: die Arbeit, ein Gespräch,
eine Beise, den Weg f.
—
2. sich f. 2.1. sich hin
ziehen. (3): das Gebirge setzt sich nach Süden fort
2*2. sich hinziehen (4.1 .1) die Diskussion hat sich
noch lange fortgesetzt; dazu -Setzung, die;
-en
1. weiterführender Teil eines sukzessive abgedruckten
Werkes, bes. eines Romans: F. folgt; einen Boman
in Fortsetzungen abdrucken — 2. /vorw. Sg .f das
Fortsetzen (1): die F. der Diskussion; -setzungs-
roman, der Roman, der in Fortsetzungen erscheint;
- stehlen, sich /Vb./ sich heimlich da,vonmachen:
sich aus einem Zimmer, einer Gesellschaft f .;
-stürzen /Vb.; ist/ hastig von einem Ort weglaufen;
- tragen /Vb.f etw., jmdn. von einem Ort zu einem,
anderen tragen; -treiben /Vb.f 1. jmdn., etw. durch
die Strömung von einem Ort an einen anderen
treiben (hat): das Boot wurde von der Strömung
fortgetrieben — 2. von der Strömung anderswohin
getrieben werden (ist): die Blätter trieben auf dem
Fluß fort
Fortuna, die; -, /o. PI./ geh. /Personifikation des
Glücks/: er ist ein Kind der F. (ist ein Glückskind);
F. ist uns hold, lächelt uns (wir haben viel
Glück)
fort| -während /Adj.; nicht präd./ fortgesetzt: eine
fortwährende Aufregung; f. rauchen; -wenden
/Vb./: den Blick, Kopf f. (wegwenden); -werfen
/Vb./ etw. wegwerfen (1): etw. achtlos f.;
-wirken
/Vb./: das Werk des Dichters wirkt fort (wirkt
über die unmittelbare Gegenwart hinaus); -wischen
/Vb.; hat/ etw. wegwischen: Staub, einen Fleck f.;
-wollen /Vb./ umg. Weggehen wollen: er wollte
pünktlich fort; -ziehen /Vb./ 1. etw., jmdn. weg
ziehen (1) (hat): den Wagen (von der Einfahrt),
jmdn. vom Schaufenster f.
—
2. (ist) unsere Be
kannten sind aus der Stadt fortgezogen (weg
gezogen 2)
Forum, das; -s, Foren 1. für die Erörterung und
Entscheidung wichtiger Fragen geeigneter Personen-
kreis, geeignete Stelle: ein F. von Fachleuten; vor
einem F. sprechen; eine Zeitschrift als F. der
Diskussion; O vor dem F. der Geschichte be
stehen — 2. öffentliche Aussprache: ein politisches,
literarisches F. veranstalten
fossil /Adj.; von Tieren, Pflanzen/ als Abdruck od.
Versteinerung aus einer vergangenen erdgeschicht
lichen Epoche erhalten: fossile Muscheln, Pflanzen
Fossil, das; -s, -ien [..Ton] als Abdruck od. Ver
steinerung erhaltenes Tier, erhaltene Pflanze einer
vergangenen erdgeschichtlichen Epoche: ein F., Fos
silien aus dem Tertiär
Foto, das; -s, -s durch Fotografie hergestelltes Bild
als Positiv od. auch Negativ: ein farbiges, altes
F .; von jmdm., etw. ein (hübsches) F. machen,
haben; er ist auf dem F. sehr natürlich getroffen;
von einem F. eine Vergrößerung anfertigen (lassen)
Foto f / auch Photo|/[ -album, das Album für
Fotos als Positive; -amateur, der Amateur auf dem
412
Fotoapparat — fragen
Gebiet der Fotografie; -apparat, der Apparat zum
Fotografieren, Kamera: ein F. mit eingebautem
Belichtungsmesser; -archiv, das A r c h iv fü r
Fotos
fotogen IAdj.1 auf einem Foto wirksam, vorteilhaft
zur Geltung kommend: sie ist ausgesprochen f.; ein
fotogenes Motiv
Fotograf, der; -en,
- en Fachmann, der beruflich
Fotos herstellt: sich beim, vom Fotografen foto
grafieren lassen
Fotografie, die; -n [..i:on] 1. Jo. PL/ Verfahren,
bei dem man mittels einer Kamera Lichtwellen od.
elektromagnetische Strahlen auf ein auf Licht od,
Strahlen reagierendes M aterial auftreffen läßt und
durch anschließende chemische Behandlung des
Materials ein dauerhaftes, die Wirklichkeit genau
wiedergebendes Bild herstellt: die künstlerische,
wissenschaftliche F.
—
2. durch 1 hergestelltes Bild,
F o t o : eine große, gerahmte F. des Künstlers
fotografieren /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. f . durch
Bedienen des Fotoapparates einen Film , eine Platte
belichten, um später ein Foto von etw.,
jmdm. zu
er h alte n : die untergehende Sonne, das Brautpaar,
Baby f.; sich (nicht gern) f. lassen
fotografisch /Adj.; nicht präd./ auf Fotografie (1)
beruhend, unter Anwendung der Fotografie; ein
fotografisches Verfahren; eine fotografische Auf
nahme; etw. f . vervielfältigen
Foto/foto / / auch Photol/l -kopie, die fotografisch
hergestellte Kopie von Schriftstücken, Bildern;
-kopieren fVb.f etw. f. von etw. eine Fotokopie her-
stellen : das Abschlußzeugnis, einen wissenschaft
lichen Artikel f.; -material, das fü r die technische
Herstellung von Fotos dienendes Material; -modeU,
das fotogene Person, die sich (beruflich) für Zwecke
der Illustrierung, Werbung, Mode fotografieren läßt:
als F. arbeiten; -montage, die 1. fo. PL/ Zusammen
setzung von Teilen zweier od. mehrerer Fotos zu
einem neuen, inhaltlich effektvollen Gesamtbild: eine
politische Satire mit den Mitteln der F.
—
2. durch
1 hergestelltes Foto, Bild: dies ist eine F.;
-papier,
das jo. PIJ lichtempfindliches Papier zum Her
stellen von Positiven; -reporter, der Reporter, der
Fotos zu aktuellen Ereignissen aufnimmt
Fotothek, die; -,
- en geordnete Sammlung von Fotos
Foto|Wettbewerb, der (öffentlicher) Wettbewerb für
die Herstellung ansprechender Fotos (zu einem ge
gebenen Thema); / auch Photo]
Fötus, der s. Fetus
Foul, das; -s, -s [faul] Sport unfaire Behinderung
od. Schädigung des Gegners als Regelverstoß bes. in
Mannschaftsballspielen: ein grobes F.
foulen fsw. Vb.; hat/ [fau..] Sport jmdn. durch
regelwidriges Spielen, durch ein Foul behindern,
schädigen: der Spieler wurde vom gegnerischen
Verteidiger gefoult
Fox, der; -/ -es, -e umg. Foxtrott
Foxterrier, der kleiner Terrier
Foxtrott, der; -(e)s, -s/-e aus Nordamerika stammen
der Gesellschaftstanz im Viervierteltakt
Foyer, das; -s, -s [föaje:] Vorraum, Wandelhalle,
bes. in einem Hotel, Theater; Vestibül
Fracht, die; -,
-en 1. gegen Bezahlung zu befördernde
Ladung, zu beförderndes Gut (IL2): die F. einladen,
Umschlägen, ausladen, löschen; F. führen — 2.
Preis für die Beförderung von 1: hohe Frachten
erheben
Frachtbrief, der die Fracht begleitende dokumenta
rische Unterlagen
Frachter, der; -s, - Frachtschiff
fracht/Fracht zu Fracht| -frei /Adj./ ohne B e
rechnung von Frachtkosten für den Empfänger: etw.
f. liefern; -gut, das Fracht (1); -kosten, die jPl.f
Kosten für die Beförderung der Fracht; -raum, der
fo. PI./ für die Aufnahme von Fracht bestimmter
Raum eines Fahrzeugs; -schiff, das für die Be
förderung von Fracht bestimmtes Schiff; -stück, das
jPl.
- e/ einzelnes Stück der Fracht; -verkehr, der
Transport, Beförderung von Fracht; -vertrag, der
zwischen Absender und Spedition abgeschlossener
Vertrag über die Beförderung der Fracht
Frack, der; -(e)s, Fräcke, umg.
-s meist schwarze
Herrenjacke mit langen Schößen und breiten, mit
Seide belegten Revers, die mit Weste und Frackhose
als sehr festlicher Anzug od. als Berufskleidung bes.
von Musikern getragen wird: einen F. tragen; im
F. erscheinen
Frack| -hemd, das weißes Hemd mit steifer Hemd
brust, das zum Frack getragen wird; -hose, die
zum Frack getragene lange, meist schwarze Hose
ohne Aufschlag mit Tressen an den seitlichen Nähten
der Hosenbeine; -sausen + salopp F. (große
Angst) haben
Frage, die;
- n 1. Äußerung, die getan wird, um
eine Antwort zu erhalten: eine bescheidene, kluge,
neugierige, spitzfindige, verfängliche F .; eine
direkte, indirekte F .; eine theoretische F .; eine
bange F. stieg in mir auf; jmdm., an jmdn. eine
F. stellen; eine F. an jmdn. richten; sich an jmdn.
mit einer F. wenden; hat jmd. noch eine F.?;
eine F. beantworten, bejahen, verneinen; auf eine
F. antworten, die Antwort schuldig bleiben; so
eine F., was für eine F. (das versteht sich doch von
selbst)! — 2.1. zu erörternde Angelegenheit, un
gelöste A ufgab e: das ist eine zentrale, entscheidende
F .; offene, strittige, internationale, politische,
technische Fragen; eine F. aufwerfen, anschneiden,
behandeln, erörtern, klären, lösen; einer F. nach
gehen ; Fragen der Ästhetik 2.2 . das ist nur eine F.
der Zeit (das wird bestimmt, sei es früher od. später,
eintreffen)
4* ohne F. (zweifellos); etw. in F. stellen (etw. an
zweifeln); das ist noch sehr die F., das ist die große
F. (das ist noch sehr zweifelhaft); das steht außer
F., das ist keine F. (das ist gewiß); etw. stellt etw.
in F. (etw. gefährdet etw .); (für etw., jmdn.) in F.
kommen (in Betracht kommen); das kommt nicht
in F. (das ist ausgeschlossen, undiskutabel) !
Frage|bogen, der amtlicher Vordruck, der Fragen
zur Person enthält: einen F. ausfüllen
fragen /sw. Vb.; hat; / auch gefragt/ 1.1 . jmdn. f .
eine Frage, Fragen an jmdn. richten: er fragte
(mich), wie es mir geht; wo warst du, wenn ich f.
darf?; Kinder f. viel; frag nicht so dumm!; er
fragte mich nach dem W eg, meinen Erlebnissen;
sie fragte (erkundigte sich) nach dir; er tat es, ohne
mich vorher zu f. (ohne vorher meine Erlaubnis
eingeholt zu haben); du bist nicht gefragt (sei still,
deine M einung interessiert nicht) \; das frage ich
dich (das müßtest du eigentlich besser wissen als
ich)\; da fragst du noch? (das versteht sich doch von
selbstl); umg. frag lieber nicht (daran möchte ich
nicht erinnert werden)!; da fragst du mich zuviel
(das weiß ich auch nicht) ! 1.2. jmdn. um etw. bit-
Fragenkomplex — Frau
413
ten (1.1): jmdn. um Erlaubnis f.; den Arzt um
Rat f.
—
2. nach etw., jmdm. nicht f. sich um
etw., jmdn. nicht kümmern: er fragt nicht danach,
ob das erlaubt ist; ich kann genausogut zu Hause
bleiben, nach mir fragt niemand — 3. sich etw. ,
sich nach etw. f . etw. überlegen (II), sich über etw.
klar zu werden versuchen: ich frage mich nur, ob
das Zweck hat; ich frage mich nach dem Grund
seiner Absage
4- jmdm. ein Loch, Löcher in den Bauch f.
Fragenjkomplex, der K o m p le x
von
Fragen
(2.1)
Frage|pronomen, das Gramm. Interrogativprono
men
Fragerei, die;
- en fvorw. Sg .; emot. neg.j fort
währendes Fragen (1.1): hör auf mit deiner ewigen
F.!
Frage! -Satz, der G ramm . Interrogativsatz; -steiler,
der; -s, - jmd., der vor einem größeren Kreis eine
Frage stellt; -Stellung,die 1.A rt und Weise, wie man
eine Frage stellt: eine geschickte F. — 2. Frage (2.1):
philosophische, wissenschaftliche Fragestellungen;
-stunde, die Pari, festgesetzte Zeit, in der die Ab
geordneten im Parlament mündliche Anfragen an
die Regierung richten können; -Zeichen, das aus
einem spiegelverkehrten S ähnlichen Zeichen und
einem darunterstehenden Punkt bestehendes Satz
zeichen, das nach einer direkten Frage steht: ein F.
.setzen; hier muß ein F. stehen; O es bleiben noch
einige F. (ungelöste Probleme)
fragil fA d j.f überaus zart (1.3): ihre fragile Gestalt
fraglich fAdj.f 1. unsicher (2): es ist noch f., ob er
kommt — 2. /nur attr.f wo hat er sich zur frag
lichen (zu der betreffenden) Zeit aufgehalten? —
3. zweifelhaft (2): diese These ist recht f.
fraglos fAdj.f zweifellos: er ist f. ein bedeutender
Wissenschaftler
Fragment, das; -(e)s, -e 1 . unvollendetes (literari
sches) Kunstwerk: sein letztes Drama ist (ein) F.
geblieben — 2 . Bruchstück: bei Ausgrabungen fand
man Fragmente von Statuen; dazu fragmentarisch
fAdj.f
frag|würdig fAdj.f 1. zweifelhaft (2): das ist ein
fragwürdiges Vergnügen; diese These ist f. (a n
fechtbar) — 2. zweifelhaft (3), anrüchig: er ist
eine fragwürdige Existenz; ein fragwürdiges
Lokal
Fraktion, die; -,
- en Gruppierung innerhalb einer
obersten Volksvertretung bzw. eines Parlaments, zu
der alle Abgeordneten einer Partei, Organisation
gehören: die F. der FDJ in der Volkskammer
Fraktions Parl.|
-Sitzung, die ; -Vorsitzende, d er;
-zwang, der /o. Pl.f Verpflichtung für die M it
glieder einer Fraktion des bürgerl. Parlaments zu
einheitlicher Stimmabgabe im Parlament
Fraktur, die; -,
-en 1.fo. Pl.f Druckerei gedruckte
Schrift mit gebrochenen Linien: etw. in F. drucken
—
2. Med. Knochenbruch
-f- umg. mit jmdm. F . reden (jmdm. unverblümt
die Meinung sagen)
Franc, der; -s, -s [frd] /bei Wertangabe PI. Franc;
Währungseinheit bes. in Frankreich, Belgien,
Luxemburg!: 100 F.; seine Francs Umtauschen
frank fAdj.f
-f* umg. f. und frei ganz offen, geradeheraus: etw. f.
und frei bekennen, erklären
Franken, der; -s, - f Währungseinheit in der Schweiz/
frankieren jsw. Vb.; hat/: eine Postsendung f.
(freimachen)
Frankreich /Ländername!
+ lebenwie/ GottinF.
Franse, die; -,
- n fvorw. Pl.f als Verzierung am
Rande eines flächigen bes. textilen Gebildes od. Teils
von etw. angebrachtes (herabhängendes) einzelnes
Exemplar einer Reihe gleich langer Schnüre, Fäden
od. schmaler länglicher Streifen: Gardinen, Teppiche,
ein Tuch, Lampenschirm mit Fransen; eine U m
hängetasche mit Fransen
frappant fAdj.f frappierend: sie haben eine frap
pante Ähnlichkeit miteinander
frappieren fsw. Vb.; hat/ etw. überrascht, verblüfft
jmd n.: diese Nachricht hat uns alle frappiert; das
ist frappierend
Fräse, die;
-n 1. Werkzeugmaschine zum span
abhebenden Formen (1.2): etw. mit der F. be
arbeiten — 2. landwirtschaftliches Gerät, mit dem
der Erdboden aufgelockert wird
fräsen fsw. Vb.; hat/ 1.1. ein Werkstück mit der
Fräse bearbeiten: die Platte muß noch gefräst
werden 1.2. etw. mit einer Fräse in ein Werkstück
schneiden: eine Nut (in einen Balken) f.
—
2. den
Erdboden mit der Fräse bearbeiten
Fraß, der; -es,
-e fvorw. Sg .f salopp schlechtes
Essen : diesen F, wagt man uns vorzusetzen?; den
F. stehenlassen
fraternisieren fsw. Vb.; hat/ mit jmdm. f. sich mit
jmdm. verbrüdern fbes. auf das gegenseitige Verhält
nis sonst feindlicher, militärischer, politischer Grup
pen bezogenf: es war den Truppen verboten, mit der
Bevölkerung zu f.
Fratz, der; -es/-en, -e/-en 1.1. umg. femot. pos.f
Kind (1.1), bes. Mädchen fvorw. in Verbindung mit
bestimmten A d j.f: seine, deine Tochter ist ein ganz
niedlicher, süßer, kleiner F. 1.2. landsch., bes.
süddt. österr. femot. neg.f Kind (1.1), bes. Mäd
chen (1): dieser eitle F .!; das soll ich mir von diesem
Fratzen Sagen lassen?
Frätzchen, das; -s,
-
f / auch Fratze/ umg.
scherzh. 1.Mädchen (1) fvorw. in Verbindung mit
bestimmten A d j.f: sie ist ein hübsches, etwas lau
nisches F.
—
2. Gesicht (1.1): sie hat ein hübsches,
niedliches F. (sieht hübsch, niedlich aus)
Fratze, die; -,
-n f/ auch Frätzchen/ 1. salopp
femot. neg.f Gesicht (1.1): seine F. kann ich nicht
mehr sehen — 2. umg. Grimasse: er verzog sein
Gesicht zu einer F .; /in den Verbindungen/ (jmdm.)
Fratzen, eine F. schneiden, ziehen (aus Sp aß od. zu
jmds. Verhöhnung das Gesicht verziehen) — 3. Larve,
Maske bes. in derForm von 2; zu 2fratzenhaftfAdj.f
einer Fratze gleich (verzerrt): sein Gesicht war f.
verzerrt
Frau, die; -,
-en //* auch Frauchen/ 1. erwachsene
Person weiblichen Geschlechts: eine junge, hübsche,
schöne, blonde, (etwas) ältere, kluge, gepflegte,
reife, verheiratete, alleinstehende, emanzipierte F .;
sie ist eine tolle F .; die F. von heute; eine F. lieben,
heiraten; er hat noch keine F. (keine Frau, die er
heiraten könnte) gefunden; in dieser Abteilung ar
beiten nur Frauen; für die Gleichberechtigung der
F. eintreten; umg. /in der Anredef treten Sie ein,
junge F .!
—
2. Ehefrau: das ist meine F .; seine
zukünftige, geschiedene F . ; die F. meines Freun
des; unsere Frauen nehmen an der Feier teil; er
liebt seine F. , hat seine F. verlassen, ist seiner F.
414
Frauchen — frei
untreu (geworden), hat sich von seiner F. getrennt,
scheiden lassen — 8. fo. PL; tritt in der höflichen
Anrede vor den Namen, Titel einer erwachsenen,
verheirateten od. älteren (im Berufsleben stehenden)
weiblichen Personf: liebe, sehr geehrte F. (Dr.)
Müller; ein Anruf für Sie, F. Doktor, Professor!;
veraltend geh. wie geht es ihrer F. Mutter, Ge
mahlin, Schwester, Tochter?
Frauchen, das; -s, - j/ auch Frau; wird von der
Besitzerin eines Hundes gesagt; meist in der Hin
wendung zum Tierf: komm zum F .!; der Hund hat
sein F. verloren
Frauen|-arzt, der Facharzt für Frauenkrankheiten
und Geburtshilfe; dazu -ärztin, die; -ausschuß, der
Ausschuß in einem soz. Betrieb, der die Interessen
werktätiger Frauen vertritt; -beruf, der für Frauen
(1) besonders geeigneter Beruf; -bund, der fo. PL/:
der Demokratische F. Deutschlands /Abk. DFD;
Bez. für die in der D DR bestehende Organisation, die
die Interessen bes. der werktätigen Frauen wahr-
nimmt/; -chor, der; -förderungsplan, der Plan
eines soz. Betriebes, der die fachliche und gesell
schaftliche Qualifizierung sowie die soziale und ge
sundheitliche Betreuung der werktätigen Frauen
festlegt
frauenhaft /Adj.; vorw. attr.f 1.1. für eine Frau (1)
charakteristisch: mit frauenhafter Eleganz, Anmut
1.2. fraulich: der frauenhafte Schnitt des Klei
des; ein frauenhafter Zug auf dem Gesicht des
jungen Mädchens
Frauen| -klinik, die Klinik für die Behandlung von
Frauenkrankheiten und für Geburtshilfe; -krank-
heit, die /vorw. P Lj die weiblichen Geschlechts
organe betreffende, für sie typische Krankheit: ein
Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburts
hilfe; -leiden, das chronische Frauenkrankheit;
-rechtlerin, d ie ; -,
- nen Kämpferin für die Gleich
berechtigung od. bestimmte Form en der Gleichbe
rechtigung der Frau (1)
Frauens|person, die umg. femot. neg.j Frau (1):
fragwürdige Frauenspersonen
Frauen) -Station, die Station eines Krankenhauses,
auf der nur Frauen liegen; -tag, der: Internationaler
F. /auf den 8. März festgesetzter Tag, an dem von den
fortschrittlichen Kräften in aller Welt der Kam pf und
die gesellschaftliche Stellung der Frau besonders ge
würdigt wird/; -Überschuß, der S tatistik Über
schuß an weiblichen gegenüber männlichen Perso
n en: ein Volk mit F.; -Zeitschrift, die Zeitschrift,
in der bes. die Frau (1) interessierende Fragen be
handelt werden; -zimmer, das um g. /emot. neg./
F r a u (1): so ein (dummes, albernes, liederliches,
leichtfertiges) F .!
Fräulein, das; -s, -, umg.
-s fAbk. Frl./ 1. un
verheiratete, meist junge Person umblichen Ge
schlechts, die kein K ind hat: umg. sie ist inzwischen
ein richtiges, kleines F. geworden; ve ralten d um
diese Stellung hat sich ein junges F. beworben —
2. umg. fals Anrede für eine Serviererin od. eine
meist junge, jmdm. unbekannte Person weiblichen
Geschlechtsf: F., bitte zahlen; F., können Sie mir
sagen, wie ich ;um Bahnhof komme? — 8 . /tritt
vor Familiennamen, Titel von Personen mit dem
Status von 1/: liebes, sehr geehrtes F. (Dr.) Müller;
veraltend geh. fvor Vornamen/ F. Thea, reichen
Sie mir doch bitte den Kuchen herüber!; wie geht
es Ihrem F. Tochter, Schwester?
fraulich /Adj.f das für eine reife, mütterliche Frau
Typische betonend: sie ist ein fraulicher Typ; das
Mädchen wirkt, ist schon sehr f.; dazu Fraulich
keit, die; -, jo. Pl.f
frech /Adj./ 1.1. es jmdm. gegenüber in heraus
fordernder Weise an der nötigen Achtung fehlen
lassend: ein frecher Junge; freche Antworten; sie
war zu ihrer Lehrerin, Mutter sehr f . ; f. lachen,
feixen; jmdm. f. kommen 1.2. ohne Zurückhaltung,
respektlos und herausfordernd: freche Blicke; eine
freche Vertraulichkeit; etw. f . behaupten; er ist
dann f. (zudringlich) zu ihr geworden 1.3 . auf
harmlos-lustige Weise herausfordernd: eine freche
Karikatur, Melodie, Locke
+ einen frechen / Rand haben; f. wie / Rotz
Frechjdachs, der um g. /emot.f in harmloser Weise
freches (1.1) (kleines) Kind : so ein kleiner, du klei
nerF.!
Frechheit, die; -en 1. /o. PL; zu frech/ das Frech
sein ; zu 1.1: das ist der Inbegriff, Gipfel der F.
—
2; freche (1.1) Äußerung, Handlung: sich über die
Frechheiten der Kinder aufregen; ich verbitte mir
solche F .!
Free,sie, die; -,
-n [..io] mit der Schwertlilie ver
wandte Pflanze mit glockenartigen, pastellfarbenen,
stark duftenden Blüten, die unter Glas als Zier
pflanze gezogen und als Schnittblume genutzt wird
Fregatte, die; -,
- n Mil. zum Geleitschutz, zum
Dienst auf Vorposten und zur Abwehr von U-Booten
dienendes nicht gepanzertes Kriegsschiff
FregattenIkapitän, der Offizier der Seestreitkräfte,
dessen Dienstgrad dem des Oberstleutnants ent
spricht
frei /Adj./ 1. im Zustand der Freiheit (2.1), nicht
Ausbeutung, Unterdrückung, nicht der Herrschaft
einer Minderheit od. Fremdherrschaft unterworfen:
ein freies Land, Volk; ein Leben, f. von Unter
drückung und Ausbeutung; eine Gemeinschaft
freier Menschen; fin Namen von (Massenorgani
sationen/ Freie Deutsche / Jugend; Freier /
Deutscher Gewerkschaftsbund — 2. Phi los. das
freie (auf Freiheit 1 gegründete) Handeln, der freie
Wille des Menschen — 3.1. von der eigenen Ent
scheidung, nicht (entscheidend) vom Einfluß, von der
Einwirkung anderer Personen od. begrenzender, ein
engender Faktoren bestimmt: er war (nicht) f. in
seinen Entscheidungen; es war sein freier Ent
schluß, dorthin zu gehen; das Recht auf freie
Meinungsäußerung; freie Arztwahl; über etw. f.
verfügen können; sich f. (ungebunden, unabhängig)
fühlen; ein freies Leben führen 3.2. /nur attr./
freiberuflich: er ist freier Mitarbeiter beim Rund
funk, lebt, arbeitet als freier Schriftsteller 3.3. u n
gehindert: der Zug hat freie Fahrt; Phys. der freie
/ Fall 3.4. unbeschränkt: f. (ohne Rezept) ver
käufliche Medikamente; freier Kartenverkauf
(nicht an ein Anrecht gebundener Verkauf von Ein
trittskarten); eine f. konvertierbare Währung 3.5 .
sich nicht streng an die Vorlage haltend: eine freie
(nicht wörtliche) Übersetzung; dieses Drehbuch
wurde f. nach dem Roman von N verfaßt 8.6. v e r
altend nicht einem engen Moralbegriff folgend,
verhaftet: das Buch ist recht f. (geschrieben); hier
herrscht ein sehr freier (ungenierter) Ton — 4*
/nicht attr./ nicht in Haft, Gefangenschaft: er war in
Haft, ist aber wieder f.; der Verbrecher läuft
noch f. herum — 5.1. nicht besetzt, nicht.versperrt:
Freibad — freihändig
415
ein freier Stuhl, Tisch; für jmdn. einen Platz f.
halten, machen; Ausfahrt f. halten!; Bahn f .!;
Boxen King f. zur ersten Runde!; O für diese
Mannschaft ist der Weg zur Oberliga f. 5 .2 . ver
fügbar: freie Planstellen; für diesen Zweck sind
keine Mittel f. 5.8. nicht durch (berufliche, schu
lische) Pflichten in Anspruch genommen: sie liest
in jeder freien Minute; keine freie Zeit haben; sich
den Nachmittag f. halten; sich für einen Tag f.
machen; ümg. ich nehme mir heute f. (Urlaub);
morgen ist f. (kein Unterricht, kein DienstJ1; diese
Friseuse ist gerade f . (bedient gerade niemanden) —
0.1 . ohne psychische Belastung, gelöst: er hatte die
sen Zwiespalt überwunden und war innerlich
wieder f .; f. aufatmen (können) 6.2 . /adv./ gerade
heraus, unumwunden: f. und offen über etw. reden
—
7. ohne Hilfsmittel: der Redner sprach f. (ohne
Manuskript, ohne abzulesen); der Kranke konnte
kaum f. (ohne Stütze) stehen — 8. /nicht adv.f
kostenlos: freie Verpflegung, Unterkunft haben;
(der) Eintritt (ist) f . ; freie Fahrt auf allen Ver
kehrsmitteln haben; jeder Fluggast hat 20 Kilo
gramm Gepäckf.; f. Haus (Transport bis zum Haus,
der für den Empfänger kostenlos ist); die Kohlen,
Kartoffeln werden f. Haus geliefert; f. Schiff,
Grenze — 9. ohne (eine vom Menschen geschaffene)
Begrenzung: er lief über das freie Feld; unter frei
em Himmel (im Freien) übernachten; Tiere in der
freien Natur, in freier Wildbahn (in ihrer natür
lichen Umgebung) beobachten; das Haus, der Baum
steht (ganz) f. (mit weitem Abstand zum nächsten
Haus, Baum); Ballspiele der Linksaußen stand
f. (war nicht gedeckt) — 10. machen Sie sich, den
Oberkörper f .! /Aufforderung bei einer ärztlichen
Untersuchung, sich, den Oberkörper zu entblößen/;
das Kleid läßt die Schultern f. (das K leid bedeckt
nicht die Schultern) — 11. der Film ist f. (erlaubt)
für Jugendliche ab 16 Jahren — 12. f . von 1ohne
(1): jmd. ist f. von Schuld; f. von Fehlern, Sorgen,
Schmerzen, Verpflichtungen, Vorurteilen sein; von
chemischen Zusätzen freie Konserven — 13. C h e m .
P h ys . bei diesen Prozessen wird Sauerstoff, Wärme,
Energie f. (freigesetzt 1.1) — 14. Jur. freies /* Ge
leit
-j- f. ausgehen (keine Strafe erhalten); gespreizt
ich bin so f.! /Höflichkeitsformel, als Antwort auf
eine Aufforderung, sich das Angebotene zu nehmen/;
—
frteie / Bahn haben; / frank und f.; jmdn. auf
freien / Fuß setzen; auf freiem / Fuß sein; einer
Sachefreien Lauf lassen; etw. f .nach / Schnauze
machen; etw. aus freien / Stücken tun
Frei/fre|| -bad, das Schwimmbad im F reien , an
einem natürlichen Binnengewässer; -ballon, der am
Erdboden nicht verankerter Ballon, der meist zu
wissenschaftlichen Zwecken aufgelassen w ird; -bank,
die /PL -bänke; vorw. Sg./ (einem Schlachthof
angeschlossene) Verkaufsstelle fü r Fleisch, das bei
der Fleischbeschau für nur bedingt verwendbar erklärt
wurde; -bankfleisch, das von der Freibank ver
kauftes Fleisch; -bekommen /Vb.; hat/ 1. jmdn. f .
erreichen, daß jmd. aus dem Gefängnis, der Haft ent
lassen w ird: einen Gefangenen f.
—
2. kurzen Ur
laub, arbeits-,
unterrichtsfreie Zeit bekommen;
-beruflich /Adj.; nicht präd.\ nicht im Angestellten
verhältnis (ausgeübt): ein f. tätiger Graphiker;
freiberufliche Tätigkeit; -betrag, der steu erfreier
Betrag; -beuter, der; -s, - Seeräuber; -bier, das jo.
Pl.j bei einer Veranstaltung kostenlos ausgeschenktes
Bier: es gab F.;
-brief, der 1. /vorw. Sg./ die sich
aus etw. ergebende Erlaubnis für etw. sonst Unerlaub
tes: deine Intelligenz ist kein F. für Faulheit;
jmds. Entgegenkommen als F. für maßlose For
derungen ansehen — 2. Urkunde, durch die bes. im
Mittelalter bestimmte Vorrechte gewährt wurden;
-denker, der veraltend Atheist
Fre|e, das; -n, fo. P L ; in den Verbindungen/ ins F.,
im Freien: das warme Wetter lockte ins F. (in die
Natur); im Freien (nicht in einem Gebäude) über
nachten; er trat ins F. (nach draußen, aus dem
Haus); der Tisch war im Freien (draußen) ge
deckt
Freier, der; -s,
-
veraltend jmd.,
der um ein
Mädchen wirbt, Bewerber
Freiers|füße fP l.f
+ umg. scherzh. er geht auf Freiersfüßen (er
bewirbt sich um, sucht eine Frau, die er heiraten
kann)
Fre]/fre|| -exemplar, das Verlagsw. Exemplar
eines Druckerzeugnisses, das der Verlag dem Ver
fasser, einem Rezensenten kostenlos überläßt; -fahr
schein, der Berechtigungsschein für eine Freifahrt;
-fahrt, die kostenlose Fahrt, die ein Verkehrsbetrieb,
bes. die Eisenbahn, einem bestimmten Personenkreis
gewährt; -fläche, die unbebaute Fläche in einem be
bauten Gebiet; -gäbe, die /vorw. Sg .; zu -geben 1 u.
2/ das Freigeben ;zu 1: die F. von Gefangenen; zu 2:
die F. einer Brücke für den Verkehr; -geben /Vb./
1. jmdn. aus dem Gefängnis, der Haft, aus einer
Bindung entlassen: einen Gefangenen f.; sie hat
ihren Verlobten freigegeben (hat auf sein Drängen
das Verlöbnis gelöst) — 2. etw. f. zulassen, daß über
etw. (in bestimmter Beziehung) verfügt werden kann:
eine neue Brücke für den Verkehr, den Film zur
Aufführung f .; er trat zur Seite und gab (uns) den
Weg frei; O plötzlich gab der Weg den Blick auf
das Dorf frei (konnte man vom Weg aus das Dorf
sehen) — 3. jmdm. auf dessen Bitte od. aus einem
bestimmten Anlaß für kurze Zeit arbeits-,
unter
richtsfreie Zeit gewähren: ich muß zum Arzt und
habe mir (eine Stunde, für heute) f. lassen; -gebig
/Adj./ gern (und viel) gebend, großzügig: einen frei
gebigen Freund haben; f. sein; -gehege, das größere,
von Zäunen, Schutzgräben umgebene Anlage (in
zoologischen Gärten) für bestimmte Tierarten; -geist,
der /PL -er/ veraltend Atheist; -gelände, das
große (Ausstellungs)fläche unter freiem Himmel;
-giebig /Adj./ freigebig; -grenze, die W irtsch .
Grenze, bis zu der ein Einkommen steuerfrei ist;
-haben )Vb.j umg. kurzen Urlaub, arbeits-, unter
richtsfreie Zeit haben: ich habe morgen frei; -hafen,
der Hafenzeit) eines kapitalistisch bewirtschafteten
Seehafens, wo Waren zollfrei eingeführt, gelagert,
umgeschlagen, verarbeitet und zollfrei wieder aus
geführt werden dürfen; -halten /Vb./ jmdn. f. für
jmdn. die Zeche bezahlen: er hat sie alle freigehalten;
-handbibliothek, die öffentliche Bibliothek, deren
Bücher der Benutzer selbst aus den Regalen nehmen
kann; -handelszone, die W irtsch. Bereich, in dem
durch vertraglich vereinbarten Zusammenschluß von
Staaten ein Abbau bestimmter Handelsschranken
zwischen diesen Staaten praktiziert wird; -händig
/Adj.; nicht präd.f 1. nur mit der Hand, ohne beson
dere Hilfsm ittel: etw. f. zeichnen; stehend f.
(ohne die Schußwaffe aufzulegen, ohne die Ellbogen
416
Freiheit — freischaufeln
aufzustützen) schießen — 2. f . (ohne die Lenkstange
zu halten) radfahren
Freiheit, die; -en 1. /o. PL/ Philos. Zustand des
Menschen und der Gesellschaft, der den historisch je
weilshöchstmöglichen Grad von Erkenntnis und prak
tischer Beherrschung der Gesetzmäßigkeiten in Natur
und Gesellschaft ausdrückt: die F. des Willens,
Handelns; das Verhältnis von F. und Notwendig
keit; die F. der Persönlichkeit (die reale M öglich
keit, individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse in
Übereinstimmung mit den Grundinteressen der Ge
sellsch aft zu en tfalten ); die Verfassung garantiert
die (persönliche) F. des Bürgers — 2.1. jo. P l.f
politisch-gesellschaftlicher Zustand der nicht von
Ausbeutung, Unterdrückung, nicht von der Herr
schaft einer Minderheit od. von Fremdherrschaft
gekennzeichnet ist: ein Volk erringt, verteidigt seine
F .; um ein Leben in Frieden und F. (für alle Völker,
Menschen) kämpfen; die nach F. strebenden aus-
gebeuteten Klassen 2.2. /nur im Pl.f die erkämpf
ten demokratischen Freiheiten (Rechte) — 3. jo. Pl.f
Zustand, daß keine (nicht notwendigen) od. relativ
wenige begrenzende, einengende, reglementierende
Faktoren auf jmdn. einwirken: du hast die F., zu
tun und zu lassen, was du willst; jmdm. (volle) F.
(in, für etw.) lassen; er wollte seine F. (Unge
bundenheit) nicht aufgeben; die F. der Meinungs
äußerung (Recht, Möglichkeit, seine Meinung frei
zu äußern) — 4. fvorw. Pl.f 4.1. er genießt gewisse
Freiheiten ( Vorrechte) 4.2 . du erlaubst dir zu viele
Freiheiten (ungehörige Dinge) — 5. fo. Pl.f Zustand,
daß jmd. nicht in Haft, jmd., ein Tier nicht in Ge
fangenschaft ö. ä . ist: die F. wiedererlangen; er war
verhaftet, ist aber wieder in F . ; einem Gefangenen
zur F. verhelfen; ein Tier in der F. beobachten —
6. fo. Pl.f die F. der Meere /das Prinzip, daß das
Meer außerhalb der Küstengewässer keinem Staat
gehört und im Gemeingebrauch aller Staaten steht/
+ gespreizt sich die F. nehmen (sich erlauben),
etw. Bestimmtes zu tun: ich nehme mir die F.,
diesen Text zu ändern
freiheitlich/Adj.; zu Freiheit 2.1/: eine freiheitliche
Gesinnung; die freiheitüchenRegungen eines Vokes
Fre|heits| -beraubung, die; -, fo. Pl.f Jur. wider
rechtliche und vorsätzliche Entziehung der persön
lichen Freiheit; -bewegung, die politische Bewegung
zur Erlangung von Freiheit (2.1); -entzug, der Jur.
1. Beschränkung der äußeren Bewegungsfreiheit und
der Freiheit des Handelns einer Person: Strafen
ohne F.
—
2. Freiheitsstrafe: der Angeklagte wurde
zu drei Jahren F. verurteilt; -kämpf, der K a m p f
(eines Volkes) um die Freiheit (2.1), Unabhängigkeit:
der F. der kolonialen Länder, eines unterdrückten
Volkes; dazu -kämpfer, der; -krieg, der K rieg, den
ein Volk zur Erlangung seiner Freiheit (2.1) führt;
-strafe, die Jur. Strafe, die im Entzug der Freiheit
(5) besteht
frei/Freil -heraus, /Adv.f geradeheraus, unumwun
den : etw. f. sagen; -kämpfen /Vb./ etw., jmdn. durch
Kampf befreien: die vom Feind eingeschlossene
Stadt, den Gefangenen f .;
-karte, die Eintritts
karte für eine Veranstaltung, bes. für Theater und
Konzert, die einem bestimmten Personenkreis kosten
los zur Verfügung gestellt wird; -kaufen/Vb./ jmdn.,
sich durch Zahlung eines Geldbetrages befreien: einen
Entführten f .; O sich von einer Verpflichtung,
Schuld f. (sich durch eine Handlung von einer Ver
pflichtung, Schuld befreien); -kommen /Vb./ 1.1.
in Freiheit (5) kommen 1.2. er geriet in den Morast
und bemühte sich, wieder freizukommen (sich
wieder daraus zu befreien); -körperkultur, die fo.
PI.; / auch FKK/: F. treiben (den nackten Körper
Licht, Luft und Sonne aussetzen); -kriegen /Vb./
umg. kurzen Urlaub, arbeits-, unterrichtsfreie Zeit
bekomm en: wir haben heute (eine Stunde) frei
gekriegt; -land, das jo. Pl.f nicht unter Glas od.
Plastikfolie liegende gärtnerische od. landwirt
schaftliche Anbaufläche
Freilandl -gemüse, das im Freilan d kultiviertes
(ausgereiftes) Gemüse; -pflanze, die im Freiland
kultivierte Pflanze
frei/Freil -lassen /Vb.j jmdn. aus dem Gefängnis, der
Haft entlassen: einen Gefangenen f .; einen Vogel f.
(ihm die Freiheit wiedergeben); -lassung, die; -,
-en
das Freilassen, Freigelassenwerden: jmds. F. er
zwingen; -lauf, der Vorrichtung an Fahrrädern,
Motorfahrzeugen und Maschinen zur Trennung der
Verbindung zwischen Antrieb und Rädern; -laufen,
sich /Vb.; hat/ Ballspiele sich durch schnelles
Laufen der gegnerischen Deckung entziehen: der
Rechtsaußen läuft sich frei; -lebend /Adj.; nicht
adv.; von Tieren/ in der freien Natur lebend; -legen
/Vb./ etw. f. deckende Schichten von etw. entfernen,
so daß es dadurch offen daliegt: übertünschte Wand
malereien, eine frühgeschichtliche Siedlung f .;
-leitung, die Elektrotechn. zwischen Masten ge
spannte elektrische Leitung
freilich /Adv./ 1 .1 . /bezeichnet eine (höfliche) Ein
schränkung/ allerdings (1): der Schüler ist begabt, f.
fehlt es ihm an Fleiß; viel Zeit habe ich f. nicht
1.2. /bezeichnet eine Einräumung/ wie man zugeben
muß: diese Tatsachef. sprichtdagegen — 2. land-
sch. /als verstärkte Bejahung/: „kommst du mor
gen?“ „Freilich (allerdings 2)!“
Freüichtl -bühne, die Anlage für Theateraufführun
gen im Freien; -kino, das Anlage für Filmvor
führungen im Freien; -museum, das Museum,
dessen meist volkskundlicher Bestand im natürlichen
Lebenszusammenhang im Freien aufgestellt ist;
-theater, das Freilichtbühne
Frei|los, das Lotterielos, das zur nochmaligen Zie
hung ohne neuen Einsatz berechtigt
Freiluft| -behandlung, die Med. Behandlung von
Erkrankungen der Atmungsorgane, bei der der
Patient intensiv dem Einfluß der frischen Luft aus
gesetzt wird; -cafd, das Gafi im Freien
frei/Freil -machen /Vb./: eine Postsendung f. (die
Gebühr für die Beförderung einer Postsendung im
voraus bezahlen) ; -mut, der rückhaltlose Aufrichtig
keit, Offenheit: etw. mit F. bekennen; -mütig
/Adj./ rückhaltlos offe n : ein freimütiges Geständ
nis; eine freimütige Aussprache; etw. f. bekennen,
kritisieren; dazu -mütigkeit, die;
jo. PL/: die
F. eines Geständnisses; -plastik, die b ild . K u n s t
im Freien aufgestellte Plastik; -platz, der Sitzplatz
für eine Veranstaltung, bes. für Theater und Kon
zert, der einem bestimmten Personenkreis kostenlos
zur Verfügung gestellt wird; -raum, der: sich,
jmdm., für jmdn., etw. F ., Freiräume (Zeit, Mög
lichkeit zur Entfaltung bes, von Kreativität) schaf
fen; -schaffend /Adj.; vorw. attr./ nicht im A n
gestelltenverhältnis tätig: die freischaffende Intelli
genz; -schaufeln /Vb./ etw. durch Schaufeln wieder
freilegen : Gleise, einen Weg f.; einen Verschüt-
freischwlm men — Fremdenlegionär
417
teten f. (von der ihn bedeckenden Schicht befreien);
- s chwimmen, sich jVb.; hat/: er hat sich frei
geschwommen (hat anfängliche Schwierigkeiten in
seiner Arbeit überwunden und ist jetzt selbständig);
- setzen fVb.f 1.1. Chem. Phys. bei diesem Vor
gang wird Sauerstoff, Energie freigesetzt (wird
Sauerstoff, Energie aus seinem Zusammenhalt ge
löst) 1.2. die schöpferischen Kräfte des Volkes f.
(aus ihren Fesseln befreien und zur Wirkung brin
gen); dazu -Setzung, die; -en fvorw. S g .j; -singen,
sich fVb.f beim Singen vor einem Publikum all
mählich Hemmungen überwinden; -spielen, sich / Vb.j
Ballspiele sich durch geschickte Spielweise der
gegnerischen Deckung entziehen; -sprechen fVb.f
jmdn. f. gerichtlich entscheiden, daß ein Angeklagter
eine schuldhafte Verletzung des Strafrechts nicht
begangen hat od. daß diese ihm nicht nachgewiesen
w urde: das Gericht sprach den Angeklagten (we
gen erwiesener Unschuld, mangels Beweises) frei;
O jmdn. vom Vorwurf der Überheblichkeit f.;
dazu -sprechung, die;
- en; -Spruch, der gericht
liche Entscheidung, durch die der Angeklagte frei
gesprochen wird: der Verteidiger beantragte F. für
den Angeklagten; auf F. erkennen; -statt, die;
- statten fvorw. Sg .f geh. Zufluchtsort: jmdm. eine
E. gewähren; N war eine F. für Avantgardisten;
- stehen fVb.f: es steht jmdm. frei (es ist jmds. Ent
scheidung überlassen), etw. zu tun; -stellen fVb.f
1. jmdm. etw. f. etw. jmds. Entscheidung überlassen:
ich stelle (es) dir frei, dich daran zu beteiligen —
2. jmdn. (für eine bestimmte Zeit) aus bestimmten
Gründen, zu bestimmten Zwecken vom (M ilitär
dienst befreien; dazu -Steilung, die; -Stil, der fo. Pl.f
1. Schwimmen Freistilschwimmen — 2. Ringen
Freistilringen
Freistil| -ringen, das Ringen Ringen, bei dem fast
alle Griffe erlaubt sind; -schwimmen, das Schwäm
men Schwimmen mit freier Wahl des Schwimmstils
Freil -stoß, der Fußball ohne Behinderung durch
den Gegner ausgeführter Schuß, der einer Mannschaft
nach einem Regelverstoß des Gegners zusteht: ein
(in)direkter F .; den F. ausführen; -stunde, die
zwischen zwei Unterrichtsstunden liegende unter
richtsfreie Stunde
Freitag, der; -(e)s,
-e fünfter Tag der Woche;
/ auch Dienstag; dazu freitags fAd v.f; / auch
dienstags
Frei/frei| -tod, der fo. Pl.f verhüll.: den F. wählen
(Selbstmord begehen); -tragend fAdj.; nicht adv.f
B au w .: eine freitragende Konstruktion, Brücke
(eine Konstruktion, Brücke ohne mittlere Stütze,
Stützpfeiler); -treppe, die vor dem Eingang eines Ge
bäudes liegende, sehr breite steinerne T reppe; -Übung,
die fvorw. Pl.f vorwiegend ohne Gerät ausgeführte
turnerische Übung: Freiübungen machen; -wache,
die Seemannsspr. 1. dienstfreie Zeit zwischen
zwei Wachen — 2. nicht diensthabender Teil der
Schiffsbesatzung; -weg fAdv.f umg. ohne zu zögern:
etw. f. leugnen; -wild + jmd. ist F. für jmdn.
(ist schutzlos jmdm. preisgegeben); -willig fAdj.f aus
freiem Willen, Antrieb, nicht gezwungen: etw. f.
tun; ein freiwilliges Geständnis; ein freiwilliger
Arbeitseinsatz; die freiwillige (aus Freiwilligen,
ehrenamtlich tätigen Mitgliedern bestehende) Feuer
wehr; -willige, der u. die; -n, -n jmd.,
der sich
freiwillig, nicht auf Grund einer Pflicht an etw.
beteiligt; -Willigkeit, die; -,
jo. PI .; zu -willig/;
- wurf, der B allspiele vgl. Freistoß; -Zeichen, das
besonderes Zeichen im Telefon, das ertönt, wenn der
gewählte Anschluß frei (5.1) ist; -zeit, die fo. Pl.f
jmdm. nach eigenem Ermessen zur Verfügung ste
hende, nicht durch berufliche Pflichten od. Pflichten
der Ausbildung in Anspruch genommene Zeit
Fre]zeit| -beschäftigung, die; -gestaltung,die; -klei-
dung,die legere Kleidung für die Freizeit; -Sport, der
frei/Frei| -zügig fAdj.f nicht streng an eine Vor
schrift gebunden, großzügig: eine freizügige Hand
habung der Bestimmungen; dazu -Zügigkeit, die;
-,
fo. ' P l.f; -zügigkeitsverkehr, der Bank Ver
fahrensweise, nach der Einzahlungen auf Spar
bücher und Rückzahlungen von Sparbüchern bei
allen Kreditinstituten und Postämtern vorgenommen
werden können: dieses Sparbuch ist zum F. zu
gelassen
fremd fA d j.; / auch 1Fremde, 2Fremde/ 1. fvorw.
attr.f 1.1. einer anderen Gegend als der, in der,man
sich selbst befindet, einem anderen Land, Volk als
dem eigenen zugehörig: ein Bericht über fremde
Länder, Menschen, Sitten; fremde Sprachen er
lernen 1.2. von einer anderen Identität, nicht mit
der Menge identisch: fremde Einflüsse; das fremde
Wortgut einer Sprache; ein fremdes Ei lag zwi
schen dem Gelege 1.3. sich (nicht) in fremde An
gelegenheiten (in Angelegenheiten, die einen nicht
betreffen) mischen; fremdes (einem anderen gehören
des) Eigentum; unter fremdem Namen (inkognito,
nicht unter dem eigenen Namen) reisen — 2.1.
jmdm. völlig unbekannt: die vielen fremden Men
schen, Gesichter um ihn herum verwirrten ihn;
ein fremder Mann sprach sie an; er war ihr f.
2.2 . jmdm. nicht vertraut (2.2): eine fremde Atmo
sphäre; das ist ein fremder Zug an ihm; mit der
Perücke sieht sie ganz f. aus; jmds. Stimme klingt
f.; sich f. werden (sich auseinanderleben, nicht mehr
miteinander harmonieren); irgendwo f. (nicht orts
kundig) sein
+ f. tun (sich in einer einem nicht vertrauten Ge
sellschaft übermäßig zurückhalten) ; — sich mit
fremden / Federn schmücken
fremd/Fremd| -artig fAdj.f 1. fremd (1.1) und da
her als etw. Besonderes auffallend: eine fremdartige
Aussprache, Musik; etw. ist von fremdartigem
Reiz — 2. fremd (2.2), seltsam: die Gegend er
scheint mir bei Dunkelheit, bei dieser Beleuchtung
ganz f.;
- bestäubung, die Bot. Bestäubung der
Narbe einer Blüte mit Blutenstaub einer anderen
Blüte derselben Art
’Fremde, der u. die; -n, -n //* auch fremd/ 1. jmd.,
der an einem anderen als dem in Frage stehenden
Ort ansässig ist: zur Messe halten sich in unserer
Stadt viele F. .auf — 2. jmd.,
der einem fremd,
völlig unbekannt ist: ein Fremder stand vor der
Haustür; Fremden gegenüber ist sie sehr ver
schlossen, zurückhaltend
2Fremde, die; -, fo. PL; / auch fremd/ veraltend
Gegend, Land fern der Heimat: in die F. ziehen;
in der F. leben
Fremden| -führer, der jmd., der gegen Bezahlung
jmdm. die Sehenswürdigkeiten eines Ortes zeigt;
- legion, die aus Angeworbenen, meist Ausländern,
bestehende, brutaler Kriegführung wegen berüchtigte
militärische Truppe in Frankreich, die bes. zur
Unterdrückung von Unabhängigkeitsbewegungen in
den Kolonien eingesetzt wurde; dazu -legionär, de
27 Wörterbuch
418
Fremdenverkehr — Freude
Angehöriger der Fremdenlegion; -verkehr, der
ständiges Kommen und Gehen von Reisenden, Ur
laubern an einem bestimmten Ort, in einer bestimm
ten Gegend: zur Zeit der Messe herrscht hier ein
lebhafter F.; -Zimmer, das Zimmer einer Wohnung,
auch einer Pension, das für das Unterbringen von
Gästen vorgesehen ist
fremd/Fremd| -gehen /Vb./ umg. seinem (Ehe)-
partner untreu sein: er geht (schon seit langem)
fremd, ist fremdgegangen; -herrschaft, die jo . PL/
Beherrschung und Unterdrückung eines Staates,
Volkes durch eine ausländische M acht; -körper, der
LI. Med. Partikel (1), kleinerer Gegenstand, der in
das Gewebe, einen Hohlaum des menschlichen, tie
rischen Körpers eingedrungen, gelangt ist: einen F.
aus dem Auge, Gehörgang, Hals (operativ) ent
fernen 1.2. nicht zu ihrer Umgebung passende Per
son od. Sache: in dieser Gesellschaft fühlte er sich,
wirkte er wie ein F.; -ländisch /Ad/./ typisch für
ein fremdes Land',
fremdländische Pflanzen; ein
fremdländischer Akzent; jmd. sieht f. aus
Fremdling, der; -s, -e veraltend jmd., der sich in
seiner (neuen) Umgebung fremd (2.2) fühlt od.
jmdm. als unbekannt auffällt: ich bin ein F.; was
will der F. hier?
Fremd/fremd| -spräche, die Sprache, die nicht die
Muttersprache ist: eine F. erlernen; -sprachen-
unterricht, der sich auf eine Fremdsprache be
ziehender Unterricht; -sprachig /Adj.f: fremd
sprachige (in einer Fremdsprache abgefaßte) Litera
tur; fremdsprachiger (in einer Fremdsprache gehal
tener) Unterricht; -sprachlich jA dj.; vorw. attr.f:
fremdsprachlicher (sich auf eine Fremdsprache be
ziehender) Unterricht; fremdsprachliches (aus einer
Fremdsprache stammendes) Wortgut; -Stoff, der
/vorw. Pl.J 1.1. in einem Organismus als Gift
wirkende Substanz: Fremdstoffe riefen eine Allergie
hervor 1.2. artfremder od. nicht zu etw. gehörender
Stoff: Fremdstoffe aus der Substanz entfernen;
-wort, das /PI.
-Wörter/ aus einer Fremdsprache in
die Muttersprache übernommenes Wort, das bes.
hinsichtlich seiner Schreibung und Aussprache (noch)
nicht völlig angepaßt ist: Fremdwörter richtig,
nicht im Übermaß gebrauchen
frenetisch /Adj.f: ein frenetischer (stürmischer,
rasender) Beifall, Jubel
frequentieren /sw. Vb. ; hat; vorw. mit bestimmten
Adv./ etw. häufig aufsuchen, im Gebrauch bevor
zu gen : eine stark, kaum frequentierte Gaststätte,
VerkehrsVerbindung, Bibliothek
Frequenz, die; -,
-en 1. Schwingungszahl: der
Sender arbeitet auf Frequenzen der Mittelwelle —
2. Med. Zahl der Herz-, Pulsschläge in einer Minute
—
8. bes. österr. Höhe der Teilnehmer-, Besucher
za hl: die starke F. dieser Schulklasse; die F. der
Hörer nahm ab
Fresko, das; -s, Fresken Kunstgesch. auf noch
feuchtem Putz von Wänden od. Decken ausgeführte
Malerei (2): ein Saal mit bunten Fresken; an der
Decke wurde ein (gotisches) F. freigelegt
FreskoImalerei, die Kunstgesch. 1. /o. PI./
Malerei (1) auf noch feuchtem Putz — 2. Fresko:
kostbare Freskomalereien schmückten die Wände
der Kapelle
Fressage, die;
-n [..a:39] /vorw. 8g ./ salopp
scherzh. Vorrat an Verpflegung: habt ihr genug
F. mitgenommen?
Fressalien, die /PI./ [..Hon] umg. scherzh. Eß-
waren: sich F. schicken lassen; die F. für den
Ausflug
Fresse, die; -,
-n derb 1. Gesicht (1.1): ich hau dir
(gleich) eins in die F., schlag dir die F. ein! —
2. Mund — 8. (ach du) meine F.! /Ausruf der
Verwunderung, Bestürzung/
-f- d erb die F. halten (schweigen, still sein)\;
(immer) die große F. haben (sich sehr aufspielen,
sich wichtig machen); jmdm. die F. polieren (jmdm.
heftig ins Gesicht schlagen)
fressen (er frißt), fraß, hat gefressen 1.1. (feste)
Nahrung zu sich nehmen 1.1.1. /vom Tier/ die Kühe
f. Gras, Raubtiere f. Fleisch (bevorzugen Gras,
Fleisch als Nahrung); der Wolf hat das Lamm
gefressen; gierig f .; dem Hund zu f. geben (den
Hund füttern); die Tiere haben nichts zu f. (haben
kein Futter) 1.1 .2. salopp /vom Menschen/ etw.
essen (1.1): das frißt er nicht; wer hat meine
Schokolade gefressen (aufgegessen)? 1.2. salopp
ich habe mich richtig satt gefressen (habe so viel
Nahrung zu mir genommen, bis ich satt w arf; das
Tier fraß sich satt; der Hund hat den Napf leer
gefressen (durch 1.1.1 geleert) — 2 .1 . umg. etw.
frißt (verbraucht, verschlingt) etw.: dieses Projekt
frißt viel Geld, Zeit; dieser Motor frißt viel, wenig
(Benzin) 2.2 . die Säure hat ein Loch in das Gewebe
gefressen (hat ein Loch in dem Gewebe verursacht)
—
8. etw. frißt sich in, durch etw. etw. dringt
kontinuierlich, das Material zerteilend, in etw. h in
ein, durch etw. hindurch: der Bohrer, die Sage frißt
sich in, durch das Holz
+ umg. etw. gefressen (endlich vollständig be
griffen) haben; jmdn., etw. gefressen haben (über
haupt nicht leiden können); jmdn. zum Fressen
gern haben (überaus, sehr lieben); — ich will einen
/ Besen f. , ich fresse einen Besen, wenndaß
...; jmdm. die / Haare vom Kopf f.; an jmdm.
einen / Narren gefressen haben; die / Weisheit
nicht mit Löffeln gefressen haben
Fressen, das; -s, /o. PI./ 1.1. für ein Haustier be
stimmte, meist zubereitete Nahrung, Futter: das F.
in den Trog schütten 1.2. salopp /oft emot. neg./
Essen (1): das war heute aber ein F .!
+ sa lopp etw. ist für jmdn. ein gefundenes F.
(ist jmdm. höchst willkommen, da es seinem Inter
esse entgegenkommt)
Fresser, der; -s, - 1.1. das Schwein ist ein guter F.
(frißt alles, was man ihm vorsetzt) 1.2. salopp
Esser (1): sie waren froh, einen F. weniger im
Hause zu haben
Fresserei, d ie; -,
- en salopp /emot. neg.; zu fressen
1.1.2/ das fortwährende Essen: deine F. bringt dich
noch ins Grab!
Freß| -lust, die jo. PI./ Begierde, viel und häufig
zu fressen (1.1); -napf, der Napf für das Futter;
-paket, das umg. Paket mit Eßwaren, mit dem
man jmdn. erfreuen will; -sack, der /PL -säcke/
umg. Schimpfw. gefräßiger Mensch: du (alter)
F.!
Frettchen, das; -s, - gezüchtete Albino-Form des
Iltis (1) zum Fangen von Kaninchen in ihren Bauen
Frejjde, die; -n 1.1. jo. PI./ (am Gesichtsausdruck
erkennbarer) Gemütszustand der Hochstimmung, des
Glücks, glücklicher Zufriedenheit, bes. nach Er
langen des Ersehnten, nach einer angenehmen Über
ra sch u n g: jmdn. erfüllt (eine) tiefe, unsagbare,
freudenarm — Freundin
419
herzliche, heimliche F .; jmd. , etw. macht, bereitet
jmdm. viel F.; jmdm. mit etw. eine (kleine) F.
machen, bereiten (jmdm. etw. zuteil werden lassen,
worüber er sich freut); die F. über das Geschenk
war groß; vor F. strahlen, weinen 1.2. Gefühl des
Befriedigtseins durch etw., jmdn.: etw. aus F. am
Experimentieren tun; F. an der Arbeit, Natur,
an seinen Kindern haben; (Stolz und) F. über das
Erreichte empfinden; jmdm. die F. an etw. neh
men, verderben 1.3. das ist aber eine F. (freudige
Überraschung)! — 2. fnur im PL; mit bestimmten
Attr.f etw.,
was Menschen erfreut, was Menschen
gen ieß en: geistige, sinnliche Freuden; die Freuden
der Jugend, des Sommers genießen; die kleinen
Freuden des Alltags
-j- mit (tausend) Freuden! fdrückt eine freudige
Zusage aus/; herrlich und in Freuden (in mate
riellem Überfluß) leben; vor F. an die Decke
springen (sich ungemein freuen); spött. es herrscht
eitel Freud und Sonnenschein (es ist alles in sc h ön
ster Ordnung, Harmonie)^; Freud und Leid alles,
was das Leben mit sich bringt: Freud und Leid
miteinander teilen; um g. etw. ist keine (reine) F.
für jmdn. (etw. ist für jmdn. in mancherlei Hinsicht
unangenehm zu tun)
freuden/Freuden zu Freude 1.1J -arm fA dj.; nicht
adv./ arm an Freude: ein freudenarmes Dasein;
-botschaft, die große Freude auslösende, Nachricht,
Mitteilung: er kam mit der F., daß ...;
- fest, das
aus Freude über ein bestimmtes Ereignis veranstalte
tes Fest: das war ein richtiges F.; ein F. feiern;
- teuer, das aus Freude über etw. entzündetes Feuer;
- geschrei, das lautstarke Bekundung von Freude:
ein lautes, wildes F. anheben; in ein F. ausbrechen;
- haus, das veraltend verhüll. Bordell; -mäd-
chen, das veraltend verhüll. Prostituierte;
- reich fAdj.; nicht adv.f reich an Freude: eine
freudenreiche Zeit erleben; -schrei, der vgl.
- ge
schrei: einen F. ausstoßen; -Sprung, der: einen F.
machen, tun (vor Freude hochspringen); -tag, der
Tag, der eine besondere Freude für jmdn. mit sich
bringt: heute ist ein F. für mich; -tanz, der: einen
F. aufführen (vor Freude wild herumspringen);
- tränen, die fPl.f: F. weinen, vergießen (vor über
großer Freude weinen); -völl fAdj.; nicht adv.f
freudenreich: ein freudenvolles Leben; / auch
freudvoll, freudevoll
freude zu Freude 1.11 -strahlend fAdj.; nicht präd.f
strahlend vor F reude: mit freudestrahlenden Augen;
f. stand sie vor mir; -trunken fAdj.f geh. von
Freude berauscht; -voll fAdj.f freudenvoll
freudig fAdj.f 1.1. fvorw. attr.f durch Freude (1.1)
bestimmt: ein freudiges Gefühl; in freudiger Er
wartung, Aufregung sein; f . erregt, überrascht sein
1.2. Freude (1.1) ausdrückend: ein freudiges Ge
sicht; jmdn. f. begrüßen 1.3. fvorw. attr.f Freude
(1.1) auslösend : eine freudige Nachricht; zum
freudigen Ereignis (zur Geburt des Kindes) gratu
lieren — 2. fadv.f von herzlicher innerer Bereitschaft
bestimmt: etw. f . tun, anerkennen
freud/Freud zu Freude 1.11 -los fAdj.f ohne Anlaß
zur Freu de: freudlose Jahre, Tage verbringen; ein
freudloses Dasein führen; dazu -losigkeit, die; -,
fo. Pl.f; -voll fAdj./ freudenvoll: ein freudvolles
Leben
freuen fsw. Vb.; hat/1. sich f. aus einem bestimmten
Anlaß Freude (1.1, 1.2) empfinden: sich von Her
zen, aufrichtig über eine Nachricht, jmds. Erfolg,
ein Geschenk, sein Kind f .; ich freue mich, daß ich
das geschafft habe, daß ich dich gesund wieder
sehe; sich auf etw. (in Erwartung von etw.) f.:
sich auf den Urlaub, das Fest f.; sich auf jmdn.
(auf das Zusammentreffen mit jmdm.) f.; sich mit
jmdm., für jmdn. f. (an jmds. Freude 1.1 Anteil
nehmen); sich an der schönen Natur, an seinen
Kindern, an der gelungenen Arbeit f. (erfreuen);
sich seines Lebens f. (sein Leben genießen, glück
lich und zufrieden leben); fin höflicher Redef ich
würde mich f. (es wäre schön), wenn Sie uns be
suchen würden — 2. etw. freut jmdn. etw. bereitet
jmdm. Freude (1.1), erfreut jmdn.: das Lob, Ver
trauen, ihr Besuch hat ihn gefreut; es freut mich,
daß alles geklappt hat; fin höflicher R edef es freut
mich (es ist für mich angenehm zu hören), daß es
dir gut geht
-f- sich /< diebisch f . ; sich f. wie ein / Schnee
könig
Freund, der; -(e)s, -e f / auch Freundchen/ 1.1.
männliche Person, deren Verhältnis zu einer mit ihr
nicht verwandten Person durch Zuneigung, Ver
trauen, Übereinstimmung der Gesinnung bestimmt
ist: er ist mein (bester) F. , der F. meines Sohnes;
ein F. von mir (einer meiner Freunde); er ist ein
guter, alter, intimer F. (von mir); die beiden
wurden Freunde, sind zwei unzertrennliche, enge
Freunde (miteinander befreundete Personen); in
jmdm. einen (wirklichen) F. finden; als F. (freund
schaftlich) handeln; umg. iron. du bist mir ja
ein schöner F. P; ein F. (guter Bekannter) des
Hauses, der Familie; O femot. pos.f unsere vier
beinigen Freunde (unsere Haustiere) 1.2. fnur im
Pl.f 1.2.1. er, sie hat viele Freunde (ist mit vielen
Personen männlichen und weiblichen Geschlechts
durch Zuneigung, Vertrauen, Übereinstimmung der
Gesinnung verbunden); meine Freunde 1.2.2. unsere
sowjetischen Freunde (die mit uns befreundeten,
in Freundschaft verbundenen sowjetischen M en
schen) — 2. (junge) männliche Person, die zu einer
weiblichen Person in (fester) erotischer Beziehung
steht: sie hat schon einen, noch keinen (festen) F.
—
3. fo. Pl.f ein, kein F. von etw., einer Sache sein
etw. sehr od. nicht schätzen, mögen: er ist ein F.
der schönen Künste, ein F. klassischer Musik, des
Kartenspiels; kein F. von vielen Worten sein
(nicht viel über etw. sprechen, sondern statt dessen
handeln)
+ mit jmdm. gut F. sein (in guter Freundschaft
leben)
Freundchen / / auch Freund; unflektiert u . o. A rt.;
als drohende Anrede meist für Kinder; oft mit dem
Poss.pron. mein/: na, (mein) F., darüber müssen
wir aber noch sprechen, was hast du denn da
wieder angestellt!
Freundes| -dienst, der geh. Freundschaftsdienst:
jmdm. einen F. erweisen; -kreis, der K reis freund
schaftlich miteinander verbundener Menschen: sie
haben einen großen F .; eine Feier im engsten F .;
- land, das geh. befreundetes Land, befreundeter
Staat
Freundin, die; -,
- nen 1. weibliche Person, deren
Verhältnis zu einer mit ihr nicht verwandten Person
durch Zuneigung, Vertrauen, Übereinstimmung der
Gesinnung bestimmt ist: sie ist meine (liebste, beste)
F., ist die F. meiner Tochter; eine F. in Ungarn
27*
420
freundlich — Friedenskurs
haben; seiner F. etw. anvertrauen — 2 . (junge)
weibliche Person, die zu einer männlichen Person in
(fester) erotischer Beziehung steht: er hat schon eine,
noch keine (feste) F.
freundlich fAdj.f 1.1. im Umgang mit Menschen
liebenswürdig und heiter: eine freundliche Ver
käuferin, Serviererin; ein freundlicher alter Herr;
zu jmdm., gegen jmdn. f . sein; /höfliche Einleitung
einer Bitte, Aufforderung! würden Sie so f. (ent
gegenkommend) sein und mir sagen, wie spät es
ist?; bitte, seien Sie so f. 1.2. Liebenswürdigkeit,
Heiterkeit ausdrückend: ein freundliches Lächeln,
Gesicht; freundliche W orte; ein freundlicher Emp
fang; jmdn. f. anblicken, behandeln — 2. an
genehm wirkend, heiter (3), nicht düster: eine freund
liche Umgebung; ein freundlicher Anblick; das
Zimmer wirkt f. (hell)', freundliches (nicht regne
risches) Wetter — 8 . wohlwollend, freundschaftlich:
eine freundliche Haltung; freundliche Grüße;
freundliche Ermahnungen; zur freundlichen Er
innerung; jmdm. f. gesinnt sein
freundlicher|weise /A d v ./: er hat f. diese Aufgabe
übernommen (er war so freundlich 1.1, diese A u f
gabe zu übernehmen); würden Sie f. mit anfassen?
Freundlichkeit, d ie ; -,
-en 1. fo. PL; zu freundlich
1 u. 2/ das Freundlichsein; zu 1.1: etw. mit be
tonter, herzlicher F. sagen, tun; /höfliche E in
leitung einer Bitte, Aufforderung/ würden Sie die
F. haben (würden Sie so freundlich sein), das so
fort zu erledigen? — 2. Gefälligkeit (2): jmdn. um
eine F. bitten; jmdm. eine F., Freundlichkeiten
erweisen
freund|nachbarlich /A d j.; nicht adv./: zwischen den
beiden Staaten bestehen freundnachbarliche Be
ziehungen (zwischen ihnen als Nachbarn bestehen
freundschaffliehe Beziehungen)
Freundschaft, die; - ,
-en 1. /vorw. Sg./ Verhältnis
zwischen (zwei) Menschen, das durch Zuneigung und
Vertrauen, Übereinstimmung der Gesinnung, auch
aktive gegenseitige Unterstützung gekennzeichnet ist:
zwischen den beiden, diesen Schülern besteht eine
echte, feste, wahre, tiefe F .; unsere F. mit der,
zur Sowjetunion; in Frieden und F. mit einem
Land, Volk leben; mit jmdm. (eine) F. schließen;
(mit) jmdm. in F. verbunden sein; jmdm. die F.
kündigen; etw. aus (reiner) F. tun; ich sage dir
das in aller F. (sehr wohlmeinend); F.! /Gruß der
Mitglieder der Freien Deutschen Jugend! — 2.
Pionierfreundschaft: an dem Wettbewerb nahmen
mehrere Freundschaften teil
freundschaftlich /Adj. ; vorw. attr. u . adv./ auf
Freundschaft beruhend, von Freundschaft zeugend:
ein freundschaftliches Verhältnis, Treffen; freund
schaftliche Beziehungen zu anderen Staaten;
freundschaftliche Zusammenarbeit; jmdm . in
freundschaftlicher Verbundenheit helfen; jmdm.
freundschaftliche (w oh lm ein end e) Ratschläge geben,
f. auf die Schulter klopfen; jmdm. f. gesinnt sein
Freundschafts|-bande, die jPLf geh. freundschaft
liche Bindungen: F. knüpfen; -besuch, der zum
Zeichen der Freundschaft unternommener Besuch,
bes. eines Staatsmannes; -beweis, der: (jmdm.)
einen starken, überzeugenden F. geben, liefern;
-dienst, der Hilfeleistung aus Freundschaft: jmdm.
einen echten, wirklichen F. erweisen; jmdn. um
einen (kleinen) F. bitten; -geschenk, das Gesch en k
als Zeichen der Freundschaft: die Vertreter beider
Jugendorganisationen überreichten sich zum A b
schied Freundschaftsgeschenke; -rat, der R at (2.1)
einer Pionierfreundschaft; -ring,der zum Zeichen der
Freundschaft getragener Fingerring; -spiel, das auf
der Grundlage freier Vereinbarung ausgetragenes
(Fußball-, Handballspiel zweier Sportvereine außer
halb der Meisterschafts- od. Pokalspiele; -treffen,
das 1.freundschaftliches Treffen: ein F. mit Jugend-
lichen aus der CSSR — 2. vgl.
- sp iel; -vertrag, der
Vertrag zwischen (zwei) Staaten über wirtschaftliche,
kulturelle und politische Hilfe und Zusammenarbeit:
ein F. zwischen sozialistischen Staaten
Frevel, der; -s, - veraltend Freveltat: einen F.
an dem, gegen das Gesetz begehen, verüben; durch
einen F. wurde diese Stätte entweiht
frevelhaft /Adj./ veraltend geh. verbrecherisch
und verwerflich: eine frevelhafte Tat; aus frevel
haftem Leichtsinn handeln
freveln jsw. Vb.; hat/ veraltend eine Freveltat
begehen: an jmdm., gegen das, am Gesetz f.
Frevel|tat, die ve ralten d frevelhafte Tat, Missetat
freventlich /Adj.; vorw. adv./ veraltend frevel
haft: er hat f. an ihr gehandelt
frevlerisch /Adj./ veraltend frevelhaft
Friede, der; -ns, jo. PL! geh. s. Frieden
Frieden, der; -s, jo. PI./ 1. in Inhalt und Charakter
von gegebenen historischen Bedingungen bestimmter
(vertraglich geregelter)' Zustand im Zusammenleben
der Völker und Staaten, daß keine bewaffneten Aus
einandersetzungen zwischen ihnen stattfinden: ein
dauerhafter, beständiger, langer F .; etw. dient der
Festigung, dem Schutz des Friedens; der Kampf
für den F . ; den F. sichern, verteidigen, bewahren;
im F. leben; das geschah mitten im F.
—
2.
Friedensvertrag: über einen gerechten, günstigen,
sofortigen F. verhandeln; (mit dem Gegner) F.
schließen — 3.1. Zustand der Eintracht, Harmonie
im zwischenmenschlichen Bereich: der häusliche,
eheliche F .; in F. miteinander arbeiten, aus-
kommen; mit jmdm. in F. und Freundschaft
leben; F. stiften (zwei od. mehrere sich zankende
Personen miteinander versöhnen) 3.2. heiter-be
schauliche Stille, Harmonie: den F. der Natur
genießen, lieben; das ist ein Anblick, Bild des
Friedens
+ keinen F. geben (sich immer von neuem streiten);
dem F. nicht trauen (skeptisch sein hinsichtlich der
scheinbaren Ruhe); jmdn» in F. lassen (nicht stören,
ärgern)
Friedensl -angebot, das Angebot von Friedensver
handlungen; -bedingungeu, die /PL/ geforderte B e
dingungen, Voraussetzungen für den Abschluß eines
Friedensvertrages: günstige, harte F .;
-bewegung,
die /o. Pl.j für den Weltfrieden eintretende Massen
bewegung; -bruch, der Bruch des Friedens (1, 2);
-demonstration, die Demonstration fü r den Frieden
(l);.-fahrer, der an der Friedensfahrt teilnehmender
Radrennfahrer; -fahrt, die jährlich stattfindende
internationale Radrennfahrt für den Frieden, die
durch die CSSR, DDR und die Volksrepublik Polen
führt: den Sieger der F. bejubeln; -jahr, das Jahr,
in dem Frieden (1) herrscht: glückliche Friedens
jahre erleben; -kampf, der jo. Pl.j Kampf für den
Weltfrieden: den F. aktiv unterstützen; dazu
-kämpfer, der; -konferenz, die Konferenz zur Er
reichung eines Friedensvertrages, zur Erhaltung des
Friedens (1); -kurs, der jo. Pl.j auf eine Politik des
Friedensnobelpreis — Frischblut
421
Friedens (1) gerichteter Regierungskurs; -nobel-
preis, der Nobelpreis, der für Verdienste um die
Sicherung des Weltfriedens gestiftet wu rde; -pfeife,
die -f umg. scherzh. mit jmdm. die F. rauchen
(sich mit jmdm. versöhnen); -politik, die jo. Pl.f
auf die Erhaltung, Förderung des Friedens (1) ge
richtete P olitik : eine konsequente F. betreiben;
- rat, der fo. Pl.f: der F. der DDR (leitendes Organ
der Friedensbewegung in der D D R); -Sicherung, die
jvorw. Sg .f Sicherung des Friedens (1); -Stifter, der
jmd., der zwei Parteien, Streitende versöhnt, zu ver
söhnen bemüht ist; -taube, die Symbol des Friedens
(1) in der Gestalt einer abgebildeten Taube; -Ver
handlungen, die jPl.f Verhandlungen zur Herbei
führung des Friedens (1, 2): in F. eintreten;
- vertrag, der die Friedensbedingungen enthaltender
Vertrag zwischen ehemals kriegsfuhrenden Staaten;
-Wille(n), der Wille zum Frieden (1): der F. der
Völker; -Zeiten, die fPl.f: in F. (im Frieden 1)
leben
fried/Fr|ed| -fertig jAdj.j Zank, Gewalttätigkeiten
prin zipiell abgeneigt: er ist ein friedfertiger Mensch,
Charakter; dazu -fertigkeit, die fo. P l.f; -fisch, der
sich vorwiegend von Pflanzen und Kleintieren er
nährender Fisch ; -hof, der abgegrenztes, eingefriede
tes Gelände für Gräber
Friedhofs! -kapelle, die auf dem Gelände des Fried
hofs gelegene Kapelle für Feierlichkeiten anläßlich
eines Trauerfalles; -mauer, die; -Wärter, der
friedlich fAdj.f 1.1. im Frieden (1), dem Frieden
dienend, auf die Erhaltung des Friedens gerichtet:
die friedliche / Koexistenz; im friedlichen Zu
sammenleben der Völker; die friedliche (Aufbau
arbeit, Entwicklung eines Landes, Nutzung der
Kernenergie; etw. dient friedlichen Zwecken 1.2.
ohne Anwendung von Gewalt, nicht unter Anwen
dung kriegerischer M ittel: die friedliche Lösung
eines internationalen Problems; etw. auf fried
lichem Wege, mit friedlichen Mitteln regeln —
2.1. auf Frieden (3.1) gerichtet: eine friedliche Zu
sammenarbeit; ein friedliches Heim, Zusammen
leben; ein friedlicher (friedfertiger) Mensch, Cha
rakter; umg. sei, bleibe f. (reg dich nicht auf; werde
nicht gewalttätig)!2.2. ohne Streit, ohne Inanspruch
nahme rechtlicher Maßnahmen: einen Streit f.
schlichten; wir haben uns f . geeinigt — 8 .1 . heiter
beschaulich: ein friedlicher Morgen; ein friedliches
Tal; ein friedlicher Anblick 8.2. jadv.f geruhsam
und ungestört: das Wild äst f.; wir lagen f. im
Gras; das Kind spielte (so) f. vor sich hin, da
wurde es aufgeschreckt; verhüll, er ist f. ein
geschlafen (ohne Todeskampf gestorben)
fried| -liebend /Adj.; vorw. attr.j bestrebt, den
Frieden (1) zu erhalten: die friedliebenden Völker;
alle friedliebenden Menschen (der W elt); -los /Adj./
geh. ohne Frieden (3.1), unausgeglichen, unruhig:
es waren friedlose Zeiten
friedsam jAdj.f veralten d 1. friedfertig, friedlich
(2.1): ein friedsamer Mensch, Charakter — 2 .
friedlich (3.1): in friedsamer Stille; eine friedsame
Atmosphäre
fried|voll fA dj.f geh. friedlich (3.1): der friedvolle
Ausdruck seines Gesichts; f. lagen die Fluren in
der Abendsonne
frieren, fror, hat/ist gefroren 1. Kälte empfinden
und sie durch eigene Körperwärme nicht ausgleichen
können, sich zu kalt fühlen (hat): in, bei der Kälte,
beim Warten im Freien stark, tüchtig, schrecklich
f.; an den Händen, am Rücken, am ganzen Körper
f.; mir f. die Füße; mich friert es, es friert mich
(an den Ohren) — 2. gefrieren (ist): das Wasser
friert zu Eis; die Milch ist gefroren — 8 . es friert
es herrscht Frost (hat): heute nacht hat es ge
froren; in diesem Winter friert es stark
-j- f. wie ein / Schneider; es friert Stein und
Bein
Fries, der; -es,
- e I. Architekt, waagerechter
künstlerisch gestalteter Streifen zur Gliederung od.
zum Schmuck einer Wandfläche, an der Außenseite
eines Bauwerkes — II . jvorw. Sg .j Textil, kräftiger,
beiderseitig angerauhter Wollstoff, bes. für Vorhänge
und zum Abdichten von Fenstern und Türen
Friesei, der, auch das; -s, -n jvorw. Pl.j 1and sch.
blasenförmiger Hautausschlag
frigid(e) jA dj.j: eine frigide (sexuell nicht erreg
bare) Frau; sie ist frigid, frigide; dazu Frigidität,
die; -, jo. Pl.j
Frikadelle, die; - ,
-n in der Form eines kleinen
Klößchens gebratenes Hackfleisch
Frikassee, auch Frikassee, das; -s, -s Gericht aus
kleingeschnittenem (Hühner- , Kalb)fleisch in heller,
säuerlicher Soße
+ umg. scherzh. aus jmdm. F. machen (jmdn.
übel zurichten, jmdn. verprügeln)
frikassieren /sw. Vb.; hat/ ümg. scherzh. jmdn.
übel zurichten, jmdn. verprügeln: ich hätte ihn f.
können!
Friktion, die; -,
-en fachspr. Reibung (1): die F.
beim Rollen eines Rades auf der Schiene
frisch jAdj.j 1.1. /von Lebensrnitteln! gerade erst
erzeugt, entstanden und in dem für den Verbrauch
bestimmten qualitativ besten Zustand: ein frisches
Brot, Ei; frische Butter; frische Milch; frisches
Gemüse; die Petersilie ist noch f . ; frische (nicht
geräucherte) Wurst 1.2 . noch nicht in der Qualität
beeinträchtigt, noch im ursprünglichen Zustand: ein
Glas frisches Wasser; die Blumen in der Vase sind
noch f.; frische Luft; etw. f . im Gedächtnis haben
1.3 . vor kurzem erst entstanden: ein frischer Fleck,
Anstrich; eine frische Wunde, Spur; frische Triebe;
das frische Grün; das sind ganz frische Eindrücke,
Erinnerungen; die Farben sind noch f. (noch nicht
getrocknet); Vorsicht, f. gestrichen!; f. gerösteter
Kaffee; Bier f. (direkt) vom Faß 1.4. Voran
gegangenes, Verbrauchtes derselben A rt ablösend,
ersetzend: frische Kräfte sammeln; es kamen frische
Transporte, Truppen; ein frisches Blatt Papier
nehmen — 2. sich f. machen, (sich durch Waschen
o. ä. erfrischen); morgens, wenn man f. (aus
geschlafen, munter) ist — 3.1. gesund, blühend: ein
frisches junges Mädchen; eine frische Gesichts
farbe 3.2 . lebensfroh und kraftvoll: ihr frisches
Wesen; f. ans Werk gehen (ohne zu zögern mit etw*
beginnen); jin den Verbindungen/ f. und munter,
f. und fröhlich — 4. /nicht adv.j spürbar kühl (1):
eine frische Brise; ein frischer W ind; heute ist es
(ziemlich) f.
+f.vonder
Leber weg reden, sprechen; jmdn.
auf frischer / Tat ertappen; hier, dort weht (jetzt)
ein frischer
Wind
frjsch/Frfsehl -bezogen /Adj.; nur attr.f gerade erst
mit sauberer Wäsche bezogen: frischbezogene Bet
ten; -blut, das Med. Blut, das einem Blutspender
erst vor kurzem entnommen wurde
422
Frische — fröhlich
Frische, die; fo. PL/ 1.1. volle körperliche und
geistige Kraft, Gesundheit, Regsamkeit: in gewohn
ter F. beging sie ihren 70. Geburtstag; sich in
alter F. Wiedersehen 1.2. das Lebensfrohe und
Kraftvolle: die erquickende, herzgewinnende F.
der Jugend; die F. (die Unmittelbarkeit) dieses
Redners
Frjsch/frjsch] -fisch, der fo. PL/ fach sp r. frische,
nicht konservierte Fische: an F. ist im Angebot...;
-fleisch, das fachsp r. frisches, nicht konserviertes
Fleisch; -^fröhlich fAdj.f frisch (3.2): f. mit der
Arbeit beginnen; -gebacken fA d j.; nur attr.f 1.1.
gerade erst gebacken: £in frischgebackenes Brot
1.2 . umg. scherzh. ein frischgebackenes (frisch
verheiratetes) Ehepaar; -gebügelt fAdj.; nur attr.f
gerade erst gebügelt und noch ganz glatt: ein frisch
gebügeltes Hemd; -gemüse, das fachspr. frisches,
nicht konserviertes Gemüse: das erste F. im Früh
ling; -gewaschen fAdj.; nur attr.f gerade erst ge
waschen und danach noch nicht benutzt: ein frisch
gewaschenes Hemd; -haltebeutel, der Beutel aus
Plastfolie, in dem bestimmte Lebensmittel für kurze
Zeit frischgehalten werden können; -halten fVb.f ■
Lebensmittel durch zweckmäßiges Aufbewahren in
frischem Zustand erhalten: den Kuchen, Käse f .;
-haltepackung, die luftdicht abschließende Ver
packung, in der bestimmte (leichtverderbliche)
Lebens- , Genußmittel für längere Zeit frischgehalten
werden können; -käse, der jo. PI./ fachspr. quark-
ähnlicher, nicht ausgereifter, leicht säuerlich schmek-
kender Käse; -kost, die Kost in Form von frischem
Gemüse, Obst
Frischling, d e r; -s,
-e Jägerspr. junges Wild
schwein bis zum Alter von einem Jahr
Frisch/frisch| -luft, die fo. Pl.f fachspr. frische
Luft: F. in einen Stollen pumpen; -milch, die
fachspr. frische, nicht konservierte Milch; -verheilt
/Adj.; nur attr.f eben erst verheilt; -verheiratetfAdj.;
nur attr.f seit kurzem verheiratet; -wasser, das fo.
Pl.f fachspr. frisches Wasser; -weg fAdv.f umg.
unbekümmert, ohne Hemmungen: f. reden; -zelle,
die Biol. Med. noch lebende Zelle
Friseur, der; -s, -e [. .zö:r] 1.1. Facharbeiter für
die Pflege des Kopf-, Barthaars, der Augenbrauen:
sich die Haare vom F. waschen, schneiden, fri
sieren lassen 1.2. vor dem Fest muß ich noch zum
F. gehen (muß ich mir von 1.1, von der Friseuse
das Haar waschen, schneiden, frisieren lassen)
Friseur|handwerk, das fo. P l.f : das F. erlernen;
eine PGH des Friseurhandwerks
Friseuse, die; -,
- n [..zö:zo] Facharbeiterin für die
Pflege des Kopf- , Barthaars, der Augenbrauen
frisieren fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., bes. eine Frau,
sich, das Haar f. jmdm., bes. einer Frau, sich das
Haar durch Kämmen, Legen, Stecken in bestimmter
»Weise herrichten: sie, ihr Haar ist (sehr) schön,
hübsch, sorgfältig, modisch frisiert — 2.1. M o t o r
sp o rt einen Motor f. (nachträglich durch zweck
dienliche Veränderungen in seiner Leistung steigern)
2.2. femot.f eine Nachricht, Statistik f. (zweck
dienlich zu seinen Gunsten verändern)
Frisier|-salon, der größeres Geschäft des genossen
schaftlichen Friseurhandwerks, eines Friseurs, einer
Friseuse; -tisch, der vgl.
- toilette; -toilette, die
mit einem großen Spiegel versehenes (tischartiges)
Möbelstück, vor dem man sich sitzend bequem fri
sieren, zurechtmachen kann; -umhang, der Um
hang zum Sauberhalten der Kleidung beim Frisieren
Frisör, der s. Friseur
Frisöse, die s. Friseuse
Frist, die; -,
-en 1.1. bestimmte Zeitspanne, bis zu
deren Ende etw. erledigt, geschehen sein muß: für
etw. eine kurze, knappe, ausreichende F. (fest)-
setzen, bestimmen; jmdm. für seine Entscheidung,
Arbeit eine F. von 14 Tagen geben; die gesetzliche,
gesetzlich einzuhaltende, vereinbarte F. beträgt
einen Monat, ist (heute) abgelaufen: etw. in,
innerhalb kürzester F. (sehr sch nell) erledigen 1.2.
befristeter Aufschub: es ist ihm noch eine kleine F.
gewährt, gegönnt
fristen, fristete, hat gefristet
-|
-
sein / Dasein f.
fristlos fAdj.; nicht präd.f mit sofortiger Wirkung
(erfolgend): jmdm. f . kündigen; eine fristlose Ent
lassung
Frisur, d ie; -,
- en Art und Weise, wie das, jmds.
Haar frisiert ist: sie hat, trägt eine neue, moderne,
flotte F .; die F. sitzt (gut, nicht mehr)
Fritze, der; -n, -n landsch. umg. fvon einer einem
nicht näher bekannten männlichen Person/: was
will der F. schon wieder?
frivol fAdj.f [..v..] 1.1. die geltende sexuelle Moral
mit gewisser Genugtuung (durch leichtfertige Äuße
rungen) verletzend, schamlos: eine frivole Lektüre,
Bemerkung; ein frivoles (ausschweifendes) Treiben
1.2. sein moralisches Gewissen mit geivisser Genug
tuung außer acht lassend: jmd. ist in seinen Reden,
seinem Handeln f . ; dazu Frivolität, die; -,
-en 1.
frivole Äußerung, Handlung: der Roman enthielt
einige Frivolitäten — 2. das Frivolsein : die F.
dieser Lektüre
froh fAdj.f 1.1. von (stetiger) Freude (1.1) und Zu
friedenheit erfüllt: jmd. ist ein froher (und glück
licher und zufriedener) Mensch, hat ein frohes Ge
müt; jmdn. f. machen; diese Nachricht stimmte
sie f. 1.2. fvorw. attr.f Freude (1.1) ausdrückend:
in froher Stimmung sein; frohe Gesichter 1.8. /nur
attr.f Frohsinn, Freude (1.1) vermittelnd: frohe
Ferientage; eine frohe Nachricht; ein frohes
Wiedersehen; frohes Fest!; frohe Weihnachten!
/ Wunsch/ormelf; frohe Lieder, Spiele, Tänze — 2.
über etw. f. (und glücklich) (außerordentlich er
leichtert, beruhigt) sein: man muß f. sein, daß nicht
noch mehr passiert ist!
+ seines
Lebens nicht mehr f. werden; frohen
/ Mutes sein
froh| -beschwingt fAdj.f von Freude (1.1) be
schwingt: f. gingen wir auf das Fest, schrieb sie
den Brief; -gelaunt fAdj.f in froher Laune, Stim
m u n g : eine frohgelaunte Geburtstagsrunde, Gesell
schaft; -gemut fAdj.f veraltend heiter und zu
versichtlich: f. begaben sie sich auf die Wanderung;
ein frohgemutes Kind; -gestimmt fAdj.f vgl.
- ge
launt
fröhlich fAdj.f 1.1. von lebhafter und für andere
erkennbarer Freude (1.1) und Unbeschwertheit er
füllt, vergnügt, heiter: ein fröhliches Kind; jmd.
ist ein fröhlicher Mensch, hat ein fröhliches Gemüt;
f. lachen, spielen, feiern; was macht dich heute
so f.?; in fröhlicher Gesellschaft, Runde beisam
mensitzen, feiern; / frisch und f. 1,2. Freu d e (1.1)
und Unbeschwertheit ausdrückend: in fröhlicher
Stimmung sein; fröhliche Gesichter; ein fröhliches
Gelächter, Treiben; eine fröhliche Feier; nachdem
Fröhlichkeit — Froschmann
423
man Wein getrunken hatte, ging es sehr f. (lustig,
ausgelassen) zu 1,3. /vorw. attr.j Freude (1.1) und
Unbeschwertheit vermittelnd: fröhliche Ferientage;
fröhliche Festtage!; fröhliche Weihnachten!
/Wunschformet/; fröhliche Lieder, Spiele, Tänze;
ein fröhliches Theaterstück — 2. /adv./ u m g . u n
bekümmert (2): trotz des Verbotes f. weitermachen
- f etw. feiert fröhliche Urständ
Fröhlichkeit, die; -, jo. P L; zu fröhlich 1.1 u. 1.2/
froh/Froh| -locken /hat frohlockt/ 1. Schaden
freude empfinden und ungehemmt zum Ausdruck
bringen: über jmds. Mißerfolg f.; „damit hast du
wohl nicht gerechnet“ frohlockte er — 2 . v e r
altend geh. große Freude (1.1) lebhaft zum Aus
druck bringen, jubeln: „wie herrlich, daß ich das
erleben durfte“ frohlockte sie; -natur, die geh.
1. fo. PL/ frohes (1.1), heiteres Wesen: eine glück
licheF. haben — 2. Mensch mit 1: er ist eine F.;
- sinn, der /o. Pl.f frohe, heitere Stimmung: F'. (und
Heiterkeit) verbreiten, ausstrahlen; F. komm t
auf; mit (viel) F. (und guter Laune) etw. tun
fromm, frommer/frömmer, frommste/frömmste
/Adj./ 1*1. an Gott glaubend und die Vorschriften
des Glaubens befolgend: ein frommer Mensch,
Christ, Mönch; f. leben 1.2 . vom Gottesglauben
zeugend: ein frommer Lebenswandel; ein frommes
Lied 1.3 . frommes (scheinheiliges) Getue — 2. v e r
altend fvon bestimmten Tieren/ fügsam: ein from
mes Pferd; f. folgt der Hund seinem Herrn —
3. iron. das sind ja fromme (nicht realisierbare)
Wünsche!
+ den lieben / Gott einen frommen Mann sein
lassen
Frömmelei, die; -,
- en zur Schau getragenes, from
mes (1.3) Gebaren: ihre F. ist mir unerträglich;
das ist doch nur (sentimentale) F .!
frömmelnd /Adj.; nicht präd./ von Frömmelei
zeugend: sein frömmelndes Wesen, Gebaren, Ge
schwätz
frommen /sw. Vb.; hat/ veraltend etw. nützt
jmdm., einer Sache (nicht): dieser Gedanke frommt
dir nicht
Frömmigkeit, die;
jo. PL; zu fromm 1.1/ das
Frommsein
Fron, die; -,
- en /vorw. SCf./ 1. geh. unter Zwang
verrichtete harte Arbeit, M ühsal: die Arbeit empfand
er als eine F.
—
2. /o. PL/ Frondienst: die leib
eigenen Bauern wurden von der F. befreit
Fron| -bauer, der Frondienst leistender Bauer;
- dienst, der /o. PL/ Form der Ausbeutung in der
Zeit des Feudalismus, die darin bestand, daß die
(leibeigenen und hörigen) Bauern für den Feudal
herrn in gewissem Umfang unentgeltlich schwere
Arbeit verrichten mußten
fronen fsw. Vb.; hat/ 1. geh. unter Zwang harte
Arbeit verrichten: jahrelang mußte er in einer
Fabrik wie ein Galeerensträfling f.
—
2. Fron
dienst leisten: dem, für den Feudalherrn f.
frönen /sw. Vb.; hat/ geh.: einer Leidenschaft,
seinem Hobby, dem Alkohol f. (sich ihr, ihm rück
haltlos hingeben, ergeben)
Fron| -herr, der Feudalherr, für den Frondienste
geleistet wurden; -leichnam /o. A rt. ,
o. PL/ am
zweiten Donnerstag nach Pfingsten begangener höch
ster katholischer Feiertag zum Gedenken an die Ein
setzung der Eucharistie
Front, die; -,
- en 1. (lange) Vorder-, Stirnseite eines
Gebäudes od. einer Reihe von Gebäuden: die präch
tige, breite F. des Rathauses; die durch unter
schiedliche Farbgebung aufgelockerten Fronten
von Neubauten — 2 . jo. PL/ die lange, ausgerichtete
erste Reihe einer angetretenen Truppe: die F. der
Ehrenkompanie abschreiten, -fahren — 3 .1 . jo. PL/
Gebiet, in dem gekämpft (1.1) wird: an die F.
kommen; er war, stand zwei Jahre an der F .; an
der F. tobten erbitterte Kämpfe 3.2 . Linie, an
der sich die gegnerischen Truppen im Kampf gegen
überstehen: die gegnerische F. durchbrechen; die
F. hält, bricht zusammen 3.3. /nur im PL/ die
Fronten haben sich verhärtet, versteift (man ist in
seinen gegensätzlichen Standpunkten noch unnach
giebiger geworden); die Fronten klar abstecken (die
gegensätzlichen Standpunkte genau festlegen) — 4.
jo. PL/ (organisierte) Gruppe von Menschen, die
sich für ein bestimmtes Ziel kämpferisch einsetzt:
sich in die F. der Kämpfer für antiimperialistische
Solidarität einreihen; die Nationale F. der D D R
/Abk. NF/ (soz. Volksbewegung in der DDR, in der
alle Klassen und Schichten der Bevölkerung unter
Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei, der
SED, Zusammenarbeiten) — 5. M eteor, vorderes
Gebiet von Luftmassen bestimmter Eigenschaft, be
stimmten Drucks in der Atmosphäre: eine F. feuch
ter Luftmassen; die F. steht, wandert — 6 . Sp o rt
/in den Verbindungen/ in F. (in Führung 4) gehen,
liegen
+ gegen etw., jmdn. F . machen (gegen etw., jmdn.
energisch auftreten)
frontal /Adj.; nichtpräd./1.1. genau mit der Vorder
seite : die beiden Autos sind f. zusammengestoßen,
- geprallt; f. an einen Baum fahren; ein frontaler
Zusammenstoß 1.2. genau nach vorn gerichtet, von
vorn kommend: ein frontaler Angriff; den Gegner
f. angreifen
Frontal] -angriff, der Mil. frontaler (1.2) Angriff:
zum F. übergehen; -Zusammenstoß, der frontaler
(1.1) Zusammenstoß
Front|-antrieb, der /vorw. Sg .j Tech n . Vorderrad
antrieb bei Kraftwagen; -gebiet, das Front (3.1);
-scheibe, die vordere Scheibe bei Kraftwagen;
-Soldat, der zur kämpfenden Truppe gehörender
Soldat
Frosch, der; -(e)s, Frösche 1. in und an Gewässern
lebender Froschlurch mit grün od. braun gefärbtem,
gedrungenem Körper, großen, hervortretenden Augen,
breitem Maul und langen hinteren Gliedmaßen, mit
denen weite Sprünge ausgeführt werden: die Frösche
quaken im Teich — 2. Knallfrosch
-f- einen F. im Hals haben (eine heisere, belegte
Stimme haben, so daß man sich räuspern muß);
umg. sei kein F. (hob dich nicht so und tu das,
mach mit)!; sich aufblasen wie ein F. (sich wichtig
machen)
FrQSCh| -äuge, das; O umg. jmd. hat Frosch
augen (große hervorstehende A ugen); -konzert, das
scherzh. länger andauerndes Quaken vieler Frö
sche: allabendlich ertönte ein lautes F .;
- laich,
der; -lurch, der in zahlreichen Arten vorkommender
Lurch mit breitem, gedrungenem Rumpf ohne
Schwanz, einem breiten K opf und vier kräftigen
Gliedmaßen; -mann, der /PL -männer/ speziell aus
gerüsteter, frei schwimmender Taucher für Erkun-
dungs- und Rettungsarbeiten sowie für militärische
Einsätze unter Wasser: Froschmänner suchten
424
Froschmaul — Früchtchen
nach dem gesunkenen Schiff; -maul, das; O um g.
er hat ein richtiges F. (einen breit vorgeschobenen
Mund); ein F. machen, ziehen (seinen Mund als
Zeichen des Mißbehagens breit nach vorn schieben);
-Perspektive, die fo. Pl.j Blickrichtung von einem
dem betrachteten Gegenstand weit untergeordneten
Punkt aus: aus der F. fotografieren; O umg. jm
beurteilt, betrachtet etw. aus der, seiner F. (seiner
beschränkten, engstirnigen Sicht); -Schenkel, der
zubereitet als Delikatesse geltender Schenkel des
Frosches; -teich, der
Frost, der; -(e)s, Fröste durch Außentemperatur
unter dem Gefrierpunkt bedingte Kälte in ihrer Aus
wirkung auf die Umwelt, Vegetation: es herrscht
(ein) strenger, leichter, starker, scharfer, harter,
klirrender F .; langanhaltende, frühe Fröste; heute
nacht hatten wir F., zehn Grad F.; die Pflanzen
vertragen (keinen) F. ,
müssen vor F. geschützt
werden, sind von F. befallen; der F. steckt noch
im Boden, in den Wänden
frost/Frost| -anfällig fA dj.; nicht adv.f B ot.: diese
Pflanzen, Bäume sind f. (erleiden durch Frost leicht
Schaden); -aufbruch,der fvorw.Pl.j auf Einwirkung
von Frost zurückzuführende aufgebrochene Stelle
einer Straßendecke, des Pflasters: eine Chaussee mit
Frostaufbrüchen; Frostaufbrüche nach dem W in
ter beseitigen; -beständig fAdj.; nicht adv.f B ot.:
eine frostbeständige (durch Frost keinen Schaden
erleidende) Pflanze; -beule, die durch Frost ent
standene Schädigung der Haut an Händen od.
Füßen; -einbruch, der plötzliches Eintreten von
Fr o st: Wasserleitungen, Erntegut gegen F. schüt
ze n ; -einwirkung, die
fröstelig fAdj./: jmdm. ist f. (jmd. friert ein wenig,
fröstelt)
frösteln fsw. Vb.; hat/ ein wenig frieren (1): bei
dem regennassen Wetter, vor Müdigkeit f.; mich
überlief ein Frösteln; fröstelnd draußen stehen;
es fröstelt jmdn. (jmd. friert ein wenig)
frost|empfindlich fA d j.; nicht adv.f: ein frost
empfindlicher (fro sta n fä lliger) Obstbaum
frQsten, frostete, hat gefrostet fachspr. etw. ein
frosten: Fleisch f .; der auf dem Schiff gefrostete
Fang
frost/Frpst| -fest fAdj.; nicht adv.f fachspr. frost
beständig: frostfeste Getreidesorten; frostfestes
Material; -frei fAdj.f ohne Frost: diese Pflanzen
müssen f. überwintern; frostfreies W etter (W etter
mit Temperaturen, die nicht den Nullpunkt unter
schreiten); eine frostfreie Nacht; -gefahr, die fo.
Pl.f Gefahr einsetzenden Frostes: bei F. das Wasser
abstellen; -geschützt fAdj.; nicht adv.f: in frost-
geschützten (Frost weniger od. nicht ausgesetzten)
Lagen sinken die Temperaturen heute nacht nicht
unter Null; -grenze, die M eteor. Grenze, bis zu
der Frost auftritt: die F. liegt bei 1000 Meter Höhe;
-hart fAdj.; nicht adv.f Bot. frostbeständig: frost
harte Stauden
frostig fAdj.f 1. /nicht adv.f durch Frost gekenn
zeichnet: frostige Luft; frostiges Wetter; die Nacht
war f.
—
2. in beklemmender W eise zurückhaltend,
unfreundlich, unpersönlich: ein frostiger Empfang,
Blick; eine frostige Atmosphäre; f. antworten;
etw. f . bemerken
frost/Frost) -kalt fA dj.; nicht adv.f frostig (1): eine
frostkalte Winternacht; -klar fA d j.; nicht adv.f
wolkenlos und frostkalt: eine frostklare Vollmond
nacht; -klirrend fA d j.; nu r attr.f durch strengen
Frost gekennzeichnet: ein frostklirrender Winter
tag; frostklirrende Luft; -luft, die fo. Pl.f frostige
Luft; -milderung, die Zurückgehen des Frostes: es
tritt F. ein; -periode, die Periode mit (starkem)
Frost; -resistent fAdj.; nicht adv.f Bot. frosthart;
salbe, die Salbe, die bei Erfrierungen der Haut an-
ewendet wird; -schaden, der durch Frosteinwirkung
verursachter Schaden: Frostschäden an Pflanzen,
am Straßenbelag; -schütz, der Schutz gegen Frost
einwirkungen; -Schutzmittel, das Mittel zur Ver
hütung von Frostschäden, bes. des Einfrierens: in
das Kühlwasser ein F. geben; -sicher fAdj.f gegen
Frosteinwirkungen geschützt: Leitungen f. verle
gen; -wetter, das fo. Pl.f (trockenes) Wetter mit Frost
Frottee, Frottee, das, der; -/ -s, -s Gewebe, dessen
Oberfläche durch kleine, maschenartige Schlingen
gekräuselt ist, wodurch es stark saugfähig ist
Frottee, Frottee|-handtuch, d as; -stoff, d e r ; -tuch,
das Frotteehandtuch
frottieren fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw., sich f. jmds.
Körper, die Haut, Glieder mit einem Tuch, einer
Bürste kräftig reiben: den, seinen Körper, die Haut,
sich mit einem Tuch, einer Bürste f.
Frotzelei, d ie; -,
-en umg. fzu frotzeln/
frotzeln fsw. Vb.; hat/ umg. über jmdn., etw. an
züglich, spöttisch reden: über ihn, sein Benehmen
wurde nur gefrotzelt; er liebte es, über alles zu f.
Frucht, die; -, Früchte f / auch Früchtchen/ 1.1.
aus einer Hülle und dem Samen bestehendes Pro
dukt einer Pflan ze: große, reife, eßbare, wilde, un
genießbare, giftige Früchte; der Saft, Kern, das
Fleisch einer F . ; der Baum hat Früchte angesetzt,
trägt reiche F .; die Früchte des Feldes, Waldes
1.2 . (größeres) einzelnes Stück Obst: auf dem Teller
liegen große, saftige Früchte; Früchte in Alkohol
einlegen 1.8. fo. Pl.j veraltend die F. (das Ge
treide) steht gut; die F. auf dem Halm (das noch
nicht geerntete Getreide) — 2. fo. Pl.f fachspr.
Leibesfrucht: die (keimende, heranreifende) F. im
Mutterleib; die F. abtreiben, töten — 8. fvorw.
Pl.f positives, nützliches Ergebnis, Ertrag: das sind
die Früchte seines Schaffens, seiner Forschungen;
sie genossen die Früchte ihres Fleißes; jmdn. um
die Früchte seiner Arbeit bringen
fruchtbar fAdj.f 1.1. ein fruchtbarer (reiche Ernte
erträge bringender) Boden, Acker; <0 Stunden
fruchtbaren (produktiven) Schaffens 1.2. fnurpräd.;
von Tierenf viele Nachkommen hervorbringend:
Kaninchen, Mäuse, Katzen sind sehr f .; jauch vom
Menschenf seherzh. sie ist sehr f. (hat viele Kinder
geboren)^; sie ist nicht f. (ist unfruchtbar) — 2.
sinnvoll und mit positiven Auswirkungen, nützlich:
ein fruchtbares Gespräch; eine fruchtbare Kritik,
Problemstellung; Erfahrungen, Erkenntnisse für
die Allgemeinheit f. (nutzbar) machen; dazu
Fruchtbarkeit, die; -, fo. P l.f
Frucht/frucht| -blase, die von den Eihäuten ge
bildetes sackartiges Organ, das den Embryo und das
Fruchtwasser enthält; -blatt, das jPl.
- blätter/ Bot.
Organ in der Blüte der Samenpflanzen, auf dem
sich die Samenanlagen herausbilden; -bonbon, der,
das Bonbon mit Fruchtgeschmack; -bringend fAdj.f
fru chtbar (2): eine fruchtbringende Diskussion,
Kritik
Früchtchen, das; -s, - umg. femot.; / auch Frucht/
durchtriebener, frecher Mensch: so ein F .!
Früchtebrot — Frühjahr
425
Früchtebrot, das jo. PI ./ Bachwerk aus Brotteig,
der mit getrockneten Früchten angereichert ist
Frucht]eis, das Speiseeis mit Fruchtgeschmack
fruchten, fruchtete, hat gefruchtet jvorw. verneint!
alle Ratschläge, Ermahnungen haben bei ihm
nicht(s) gefruchtet (hatten nicht die beabsichtigte
Wirkung)
Fruehtl -entsafter, der Entsafter; -fäule, die B ot.
Fäulnis an Früchten (1.1), die durch Pilze hervor-
gerufen wird; -fleisch, das Fleisch einer Frucht
(1.1) ; -folge, die Landw. bestimmten Erkenntnissen
entsprechend zeitlich nacheinander vorgenommener
Anbau unterschiedlicher Kulturpflanzen auf einer
Ackerfläche: durch eine geeignete, geregelte F. die
Hektarerträge steigern; -gesehmack, der jo. PL/
einer bestimmten Obstsorte od. Obst allgemein ent
sprechender Geschmack: Speiseeis mit F.
fruchtig /Adj./ dem Geschmack, Duft von Früchten
(1.2) entsprechend: ein fruchtiger Geschmack; ein
fruchtiges Arom a; die fruchtige Herbe, Würze des
Weins
Frucht/frucht] -kaltschale, die K altsch ale mit
Fruchtgeschmack; -knoten, der Bot. aus einem od.
mehreren Fruchtblättern bestehendes Gehäuse in der
Blüte der Bedecktsamer, das die Samenanlagen ent-
hält; -los /Adj.f nicht fruchtbar (2): fruchtlose Dis
kussionen, Anstrengungen; alle Ermahnungen,
Bitten blieben f.; dazu -losigkeit, die; fo. PL/:
die F. dieses Unterfangens erkennen, einsehen;
- presse, die Gerät, mit dem Obst ausgepreßt wird,
um Fruchtsaft zu gewinnen; -Saft, der Saft von
frischen Früchten (1.2): den F. auspressen; F.
trinken; -salat, der Obstsalat; -säure, die jo. Pl.f
in Früchten (1.2) vorkommende organische Säure;
- stand, der Bot. aus einem gemeinsamen Bluten
stand hervorgegangene Früchte (1.1); -wasser, das
jo. PL/ in der Fruchtblase befindliche Flüssigkeit,
die den darin schwimmenden Embryo vor Druck-
und TemperaturSchwankungen schützt; -Wechsel,
der Landw. Fruchtfolge, bei der regelmäßig der
Anbau von Blatt- und Halmfrüchten wechselt;
- zucker, der fo.Pl.f fachspr. Zucker, der zusam
men mit Traubenzucker in süßen Früchten vor
kommt
frugal /Adj.; in bezug auf das Essen, die Lebens-,
iveise/ einfach, bescheiden: ein frugales Mahl; f.
essen, leben
früh /Adj.; / auch früher, frühestens/ 1.1. /nur
attr./ den A nfang eines bestimmten Zeitabschnitts,
eines-Entwicklungsablaufs betreffend: am frühen
Morgen, Abend; in der frühen Kindheit; das frühe
Mittelalter; die frühen dreißiger Jahre; der frühe
(am Anfang seiner Entwicklung sich befindende)
Goethe, Beethoven 1.2. /nicht präd./ vor der für
das in Frage Stehende üblichen, typischen, möglichen
Zeit (stattfindend, geschehend, vorhanden): frühe
Ostern; ein frühes (rechtzeitiges) Erkennen der
Krankheit; eine frühe (vor den meisten anderen
reifende). Apfelsorte; frühes Gemüse; ein früher
Winter, Tod; (schon) f. mit den Vorbereitungen
beginnen, sich an etwas gewöhnen; (möglichst,
sehr) f. kommen, losgehen; f. laufen lernen, altern;
da hast du dich zu f. gefreut; einen früheren
Termin, Zug wählen; er konnte nicht früher kom
men; mit etw. früher fertig werden (als angenom
men, als andere) 1.3. /nicht attr./ morgens, in der
Frühe: heute, morgen, gestern, Montag f.; f. um
fünf Uhr; f. aufstehen und sich waschen; es ist
noch f. (der Morgen, Tag hat gerade begonnen)
+ früher oder später (irgendwann bestimmt); umg.
spött. da mußt du früher aufstehen (um etwas zu
erreichen, m ußt du dich eher, rechtzeitig darum
kümmern, bemühen)
früh/Früh] -auf /Adv.; in der Verbindung/ von f.
von Kindheit, Jugend an: er hat von f. nichts
anderes kennengelernt; -aufsteher, der; -s, - jmd..
der gewohnheitsmäßig (und gern) morgens sehr früh
aufsteht: er ist ein F.;
- beet, das zum Schutz gegen
Witterungseinflüsse mit Glasfenstern od. Plastefolie
abgedecktes Beet, das die Aufzucht von Pflanzen zu
einer früheren als für sie üblichen Jahreszeit erlaubt:
Frühgemüse, Blumen im F. ziehen; -behandlung,
die schon am Anfang einer Krankheit einsetzende
Behandlung; -blüher, der; -s, - Bot. Pflanze, die
als erste im Jahr blüht (und bei der die Blütcn-
blätter vor den Blättern erscheinen); -diagnose, die
Med. noch vor dem Auftreten typischer Krankheits
merkmale gestellte Diagnose; -dienst, der /o. PL/
Dienst in den Morgenstunden
Frühe, die; -, /o. Pl.j Beginn eines Zeitabschnitts,
eines Entwicklungsablaufs, bes. der Beginn des
Morgens, Tages: veraltend in der F. des Morgens,
der Kindheit; in dämmeriger, nebliger F.**; /in
der Verbindung/ in aller F. (ganz früh am M orgen)
früher /Adj.; / auch früh/ 1. /nur attr./ 1.1. vor
dem jetzigen Zeitpunkt liegend, vergangen: in frühe
ren Zeiten; eine frühere (ältere) Ausgabe seiner
Werke 1.2. ehemalig: der frühere Chef, Besitzer;
unsere früheren Bekannten; mein früherer Ver
lobter — 2 . /adv./ einst (1): f. war das, er ganz
anders; sie war f. Verkäuferin; sich von f. (her)
kennen
Früh] -erfassung, die Med. frühzeitige Erfassung:
die F. von Krankheitsträgern, Krankheiten; -cr-
kennung, die; jo. PI./ vgl. Frühdiagnose: die F.
von Krankheiten
frühestens /Adv.; / auch früh/ zu einem Zeitpunkt,
vor dem ein Geschehen nicht eintreten kann, soll,
nicht früher als: f. in einem Monat, am Montag
frühest|mÖglieh /Adj:; nicht präd./ so früh (1.2)
wie m öglich (geschehend): den frühestmöglichen
Termin wählen
Früh/früh| -form, die die im Anfangsstadium, am
Anfang einer Entwicklung bestehende Form (2.1):
die F. einer Krankheit, Pflanze, Kultur; -gehurt,
die 1. eine F. haben, erleiden (ein lebensfähiges
Kind von 36—45 Zentimeter Länge und einem unter
2 500 Gramm liegendem Gewicht zwischen der 29.
und 39. Woche der Schwangerschaft gebären) — 2.
vorzeitig geborenes Kind mit einem Gewicht unter
2500 Gramm und einer Körperlänge unter 35 Zenti
metern: ihr erstes Kind war eine F .;
- gemüse, das
im Frühbeet, in Treibhäusern od. im Freiland art
gebautes, von Dezember bis Anfang Juni erntereifes
Gemüse; -geschickte, die jo. PL/ von der Urgesell
schaft zur Klassengesellschaft überleitender A b
schnitt der Geschichte, von dem es neben archäolo
gischen Quellen erste schriftliche Überlieferungen
gibt; dazu -geschichtlich /Adj./; -gymnastik, die
Gymnastik am frühen Morgen (vor der ersten Mahl
zeit); -herbst, der /vorw. Sg .j die erste Zeit des
Herbstes; -invalid(e) /Adj./ schon früh (1.2) in
valide): wegen eines Unfalls wurde er f.; dazu
- invalide, der; -invalidität, die; -jahr, das jvorw.
426
Frühjahrsbestellung — Fuchtel
Sg.j auf den Winter folgende Zeit des Jahres, in der
es wieder wärmer wird und Acker und Garten be
stellt w e rd en : ein mildes, regnerisches, kaltes F.
Frühjahrs! -bestellung, die L an d w . Bestellung der
Felder im Frühjahr; -messe, die /im Gegensatz zur
Herbstmessel jeweils im Frühjahr stattfindende
M esse (I): die Leipziger F.; -mode, die; -müdig-
keit, die Nachlassen der Leistungsfähigkeit im Früh
jahr, verbunden mit starkem Schlafbedürfnis; -putz,
der das Großreinemachen im Frühjahr
Früh| -kapitalismus, der die auf der Basis der ein
fachen Warenproduktion vorw. von Manufaktur
geprägte erste Etappe des Kap.,
in der sich der
Übergang der wichtigsten Produktionsmittel in die
Hände der Kapitalisten und die Herausbildung von
Lohnarbeit vollzog; -kartoffel, die /vorw. Pl.f Kar
toffel einer frühzeitig reifenden Sorte; -konzert, das
Konzert am Morgen
Frühling, der; -s, -e /vorw. Sg .j erste der vier Jahres
zeiten, in der die Vegetationsperiode beginnt: es ist,
wird (nun) F.; der F. kommt, zieht ein; O geh.
der F. (die Blütezeit) des Lebens, der Liebe;
scherzh. seinen zweiten F. erleben (im fort
geschrittenen Alter noch einmal verliebt sein)
jFrühlings| -anfang, der /o. P l .f : am 21. März ist
F.; -blume, die; -bote, der fvono. Pl.f Tier, Pflanze,
die mit ihrem Erscheinen den Frühling ankündigt:
Krokusse, Schneeglöckchen sind die ersten Früh
lingsboten; -gefüble fPl.f + umg. scherzh. F.
haben (verliebt sein, sich plötzlich stark zum anderen
Geschlecht hingezogen fühlen)
frühlingshaft /A dj./ wie im Frühling: eine früh
lingshafte Witterung
Frühlings! -lied, das Lied, das den Frühling zum
Thema hat; -tag, der 1. Tag im Frühling — 2.
frühlingshafter T ag: der Februar hatte drei Früh
lingstage; -wetter, dasjo. Pl.f sonniges und nach dem
Winter als angenehm warm empfundenes Wetter
früh/Früh| -morgens /Adv./ früh am M orgen: (erst)
f. kamen sie in A an; -nebel, der Nebel am Morgen,
der sich mit steigender Sonne auflöst; -reif jAdj.j
1. körperlich, geistig weiter entwickelt, als es für das
entsprechende Alter typisch ist; ein frühreifes Mäd
chen, Kind — 2. durch besondere Umstände vor
zeitig reif geworden: frühreifes Getreide, Obst; -Pro
gramm, das Rundfunkprogramm am frühen M or
gen, das vorwiegend aus Informationen und schwung-’
voller Musik besteht; -Schicht, die am frühen Morgen
beginnende Schicht: die F. beginnt um sechs Uhr;
in der F. arbeiten; zur F. fahren, gehen; -sommer,
der /vorw. S g .j vgl. Frühherbst; -Sport, der vgl.
Frühgymnastik; -Stadium, das erstes Stadiu m : eine
Krankheit schon im F. erkennen; -stück, das jPl.
- e/ 1. Mahlzeit am Vormittag: das erste, zweite F.;
beim F. sitzen; zum F. ein Ei essen —■2. Speise
und Getränke fü r 1: ein kräftiges F. machen, (zu)-
bereiten, einnehmen; als F. gab es belegte Brote
und Milch; -stücken, frühstückte, hat gefrühstückt
1. das Frühstück (1) einnehmen: um acht Uhr wird
gefrühstückt; gemeinsam, gut, ausgiebig f . ; noch
nicht gefrühstückt haben — 2. etw. als Frühstück
(2) zu sich nehmen: belegte Brote f.
Frühstücks zu Frühstück 1| -brot, das (zu r A rb eit,
Schule mitgenommene) Schnitte(n) für das Früh
stück; -pause, die: F. machen
früh/Früh! -vollendet /Adj.; nur attr.f: ein früh
vollendeter (zu früh gestorbener, aber schon vor
seinem Tode zu großer Vollendung gelangter) Künst
ler; -werk, das Werk aus der frühen Schaffens
periode eines Künstlers: der ,Werther4 ist ein F.
Goethes; -zeit, die jo. Pl.f Anfangszeit einer Epoche,
einer Entwicklung: die F. des Kapitalismus; -zeitig
/A d j./ früh (1.2): ein frühzeitiger Winter; f. die
Haare, Zähne verlieren; schon f. mit den Vor
bereitungen beginnen, sein eigenes Geld verdienen;
das frühzeitige Erkennen einer Krankheit
Frust, der; -s, jo. Pl.j umg. das Frustriertsein, Fru
stration
Frustration, die; -,
-en Zustand der Enttäuschung,
der dadurch eingetreten ist, daß ein angestrebtes Ziel
(auf Grund äußerer Behinderung) nicht erreicht, eine
Erwartung nicht erfüllt worden ist
frustrieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. an der Erreichung
eines angestrebten Zieles hindern, jmdn. enttäuschen:
von dieser Atmosphäre war er frustriert; das Ver
halten seines Freundes hat ihn frustriert
Fuchs, der; -es, Füchse 1. zu den Hunden (1.1.1)
gehörendes, fast über die ganze Erde verbreitetes, als
vorsichtig, listig geltendes Raubtier mit meist gelb
lich-rötlichem Fell, spitzer Schnauze, spitzen Ohren
und buschigem Schwanz: der schlaue, listige F.;
einen F. jagen, schießen, erlegen; der F. bellt,
schnürt (übers Feld), jagt, reißt W ild; der F. fährt
in den Bau ein — 2.1. jo. Pl.j Fell (2) von 1:
einen Mantel mit F. besetzen 2.2. die Formen des
Tieres nachbildendes vollständiges Fell (2) von 1,
das von Frauen um die Schultern getragen wird:
sie trägt einen F.
—
8. Pferd mit rotbraunem Fell
und rotbraunem od. hellerem Haar des Schwanzes
und der Mähne — 4. Schmetterling, Tagfalter mit
rötlich gefleckten Flügeln — 5. jvorw. Sg .j im Um
gang mit anderen vorsichtig-schlaue, listige männ
liche Person: dieser, der (alte) F. hat es wieder
einmal geschafft; der Rechtsanwalt war ein F .;
er ist ein F. auf seinem Gebiet; diesem F. (durch
triebenen Mann) ist nicht zu trauen
+ umg. dort, wo sich F. und Hase, die Füchse
gute Nacht sagen (in einer ganz abgelegenen, ein
samen Gegend)
Fuchs|bau, der jP l.
-ej
fuchsen jsw. Vb.; hat/ umg. 1.1 . etw. fuchst jmdn.
etw. verursacht jmdm. heftigen Ä rger: seine ironi
schen Bemerkungen haben, das hat mich (mächtig)
gefuchst 1.2 . sich f. sich sehr ärgern: er fuchste
sich, daß er übergangen, abgelehnt worden war
Fuchsie, die; -,
-n [..io] Pflanze mit glockenförmi
gen, hängenden, mehrfarbigen Blüten mit der Grund
farbe rosa, rot, violett, weiß, die auch als Zimmer
pflanze und auf Baikonen gehalten wird
fuchsig /Adj.; vorw. adv. u . präd.j umg. wütend,
ärge rlich : wenn man mich hintergehen will, werde
ich f .; solche Halbwrahrheiten machen ihn f .
fuchs/Fuchs| -rot /Adj.; emot. n eg.j: fuchsrote
Haare (Haare von intensiv rotbrauner Färbung);
-schwänz, der 1. Schwanz eines Fuchses (1) —* 2.
kleine Säge mit nur einem Griff und einem schmal
auslaufenden Blatt; :teufeiswild, -teufelswild jA dj.;
vorw. präd./ umg. jemot.j: wenn er so etwas sieht,
kann er f. (außerordentlich zornig) werden
Fuchtel, die
-{- umg. jmdn. unter der F. haben (jmdn. sich
unterordnen und in seinem Verhalten streng kon
trollieren); unter jmds. F . stehen, sein (von jmdm.
beherrscht, in seinem Verhalten kontrolliert werden)
fuchteln — führen
427
fuchteln fsw. Vb.; hat/ umg.: mit den Armen,
dem Stock f. (die Arme, den Stock wild in der Luft
hin \ind her bewegen): fuchtele doch nicht soviel
(mit den Armen)!
fuchtig /Adj.; vorw. adv. u . präd.f umg. zornig
und unkontrolliert seine Wut abreagierend: f. wer
den, sein; deine Schluderei macht mich f . !
Fuder, das; -s, - 1 .1 . Ladung eines Pferdefuhrwerks,
bes. aus Heu, Stroh, Dung bestehend: ein F. Heu
einfahren, abladen 1.2 . umg. du hast ja ein F.
(sehr viel) Sand im Schuh!
fuder|weise/Adv.f umg. in großen Mengen
fuffzehn fKard.zahlf 1and sch. umg. s. fünfzehn
|- salopp (ne) Fuffzehn (Pause) machen; bei mir
ist jetzt f. (ich mache nicht mehr mit, ich habe
genug davon)!
Fuffziger, der; -s, - landsch. umg. s. Fünfziger
-f- salopp ein falscher F. (unaufrichtige, nicht ver
trauenswürdige Person)
Fug
-{- mit F. und Recht mit vollem Recht: man kann
mit F. und Recht behaupten, daß ...
fugato /Adv.f Mus. in der Art einer Fuge (II)
Fuge,, die;
-n 1.1.1. Stelle, an der Bauteile, bes.
Ziegel, Platten, aneinandergefügt sind: die Fugen
(ab)dichten, verschmieren 1.2. Sp rachwiss. Stelle,
an der die Teile eines Kompositums Zusammen
treffen — II . Mus. Komposition, in der das gleiche
Thema in mehreren Stimmen nacheinander durch
geführt wird
~b etw. gerät, geht aus den Fugen (verliert seinen
Zusammenhalt, gerät in Unordnung); etw. kracht
in allen Fugen (ist dem Zusammenbruch nahe)
fugen fsw. Vb.; hat/ 1.1. Tischlerei Holzteile fest
und passend miteinander verbinden: Bretter f. 1.2.
Bauw. Mauerfugen mit Mörtel ausfüllen und den
Mörtel verstreichen: unverputztes Mauerwerk wird
gefugt
fügen fsw. Vb.; hat/ 1. die Mauer ist aus Feld
steinen gefügt (zusammengefügt); O das Bündnis
ist fest gefügt — 2.1. etw. an etw. f. etw. neben
etw. setzen, so daß es sich daran anschließt, eine
Reihe ergibt: einen Stein an den anderen, W ort an
Wort f.; etw. zu etw. f. (etw. einer Sache hinzu
fügen) 2.2. sich an etw. f. sich an etw. Leihen (1.2):
im Satz fügt sich ein Wort ans andere — 8.1. sich
f. sich nicht (mehr) widersetzen, sich unterordnen:
sich jmdm.,
den Anordnungen, der Notwendig
keit f. (müssen); sich widerstrebend, willig f. 8 .2 .
sich in etw. f. etw. Unangenehmes hinnehmen und
damit zurechtzukommen suchen: er fügte sich ins
Unabänderliche, in sein Schicksal — 4. geh. 4.1.
er wußte es so zu f. (einzurichten 2), daß sie neben
einander saßen; der Zufall hat es gefügt (bew irkt),
daß ... 4.2. es fügte sich (lergab 1.3 sich) (so), daß
sich ihre W ege kreuzten
fugen|los fAdj.f ohne erkennbare Fuge (1.1.1): die
Tresortür schließt f.
füglich fAdv.f veraltend, noch landsch. mit
Recht: man kann f. behaupten, daß ...
fügsam fAdj.f sich (allzu) bereitwillig unterordnend,
folgsam : ein fügsames Kind; f. sein; dazu Fügsam
keit, die; -, fo. Pl.f
Fügung, d ie;
-en 1. Geschehen, wie es sich als
solches fügt (4.2), ergibt, das mitunter auch als
Wirkung des Schicksals angesehen wird: eine F.
des Schicksals; es war eine glückliche F., daß ...
—
2. Gramm, als Einheit empfundene Wort
gru ppe : eine syntaktische, präpositionale F.
fühlbar fAdj.f merklich, spürbar: eine fühlbare Er
leichterung; ein kaum fühlbarer Unterschied
fühlen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. körperlich (durch den
Tastsinn) wahrnehmen: einen Nadelstich, Schmerz
f.; er fühlte sein Herz schlagen; umg. ich fühle
mein Kreuz (mein Kreuz tut mir weh) — 2.1. etw.
mittels des Tastsinns prüfen: f., ob die Brieftasche
noch da ist; (jmdm.) den Puls f. 2.2. mit Hilfe des
Tastsinns suchen: er fühlt nach seinem Portemon
naie — 3.1. etw. psychisch, jedoch ohne (eingehende)
intellektuelle Reflexion wahrnehmen: Angst vor
jmdm.,
Unbehagen über etw. f .; die Berufung
zum Künstler in sich f . ; etw. dunkel, instinktiv f .;
er fühlte sein Ende nahen; ohne es genau zu
wissen, fühlte sie, daß er die (Un)wahrheit gesagt
hatte; jmdn. seine Abneigung f. lassen; alle f.
(haben Mitgefühl) mit dir 3.2 . sich in einer be
stimmten Weise f. seine Lage, seinen Zustand in
bestimmter Weise psychisch, jedoch ohne (ein
gehende) intellektuelle Reflexion wahrnehmen: sich
beobachtet, betrogen, erleichtert f . ; sich gebunden
f.; sich schuldig f.; sich geborgen, glücklich, wohl
f.; er fühlte sich dieser Aufgabe nicht gewachsen;
sich zu etw. verpflichtet f.; umg. der fühlt sich
aber (ist aber stolz, von seiner Bedeutung ganz durch
drungen)•! 3.3. sich in einer bestimmten Weise f.
die Art seines körperlichen Befindens wahrnehmen:
sich gesund, krank, besser f.; sich jung, alt f.;
geh. sie fühlt sich Mutter (sie ist schwanger)
+ sich wie / gerädert f .; jmd. fühlt sich nicht
wohl in seiner Haut; jmdm. auf den / Zahn f.
Fühler, der; -s, - am Kopf von Insekten, Krebsen,
Schnecken sitzender, paarig vorkommender Träger
von Sinnesorganen (der ausgestreckt wird): die F.
ausstrecken, einziehen
+ die, seine F. ausstrecken (vorsichtig etw. er
kunden, vorsichtig Verbindung mit jmdm. auf
nehmen)
Fühlung, die; -, jo. PL; in den Verbindungen! mit
jmdm. F. (Verbindung, Kontakt) suchen, (auf)-
nehmen, haben, halten; mit jmdm. in F. kommen,
bleibe n
Fühlung!nähme, d ie; -,
-n vorsichtige Kontaktauf
nahme: eine erste, persönliche F. mit jmdm.; die
diplomatische F. zwischen zwei Staaten
Fuhre, die; -,
-n 1. von einem Auto, Fuhrwerk
transportierte Ladung: eine F. Sand, Dung — 2.
Fahrt für den Transport einer Ladung: er macht
Fuhren nach S
führen fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. f. 1.1. mit jmdm.
gehen und ihm dadurch den Weg weisen: den Frem
den zum Hotel, den Blinden über die Straße f.
1.2. jmdn. veranlassen, in eine bestimmte Richtung
mitzugehen: den Gast ins Haus, die Dame zum
Tanz f.; jmdn. an der Hand, den Hund an der
Leine f.; beim Tanzen soll der Herr die Dame f.
(die Schritte der Dame lenken); O der Ansager
führt durch das Programm; was führt Sie zu mir
(veranlaßt Sie, zu mir zu kommen)? 1.3. jmdn.
durch erzieherisches Wirken, durch maßgebliches
Einwirken in eine bestimmte Richtung lenken, zu
einem bestimmten Ziel (zu) bringen (suchen): junge
Menschen geschickt, verantwortungsbewußt f .;
die führende (wegweisende, richtungweisende und
zielgerichtet aktivierende) Rolle der Partei der
428
Führer — Fülle
Arbeiterklasse; jmdn. zu der Erkenntnis f. ...;
die Schule führt die Kinder bis zur 10. Klasse —
2,1. etw. leiten (1.1): einen Truppenteil f.; ein
Geschäft f.; die führenden (maßgeblichen) Zeitun
gen des Landes 2.2, in den Leistungen an der
Spitze liegen : dieser Betrieb führt im sozialistischen
Wettbewerb; Sport die Gäste f. mit 3:2 Toren;
in der zweiten Runde des Boxkampfes führte W
nach Punkten; dieses Land ist auf dem Gebiet
des Schiffbaus, der Elektronik führend — 3 .1 . etw .
in eine bestimmte Richtung bewegen: das Glas zum
Munde f.; einem Kind beim Schreiben die Hand
f . ; er war abgestiegen und führte (schob) das Fahr
rad; O /in der Verbindung/ etw. zu Ende f. (be
enden, vollenden) 3.2. fachspr. ein zweispuriges
Kraftfahrzeug, ein Flugzeug bedienen und lenken:
ein Auto, Flugzeug f.
—
-
4.1 . etw. führt irgend
wohin: dieser Weg führt in die Stadt (auf diesem
Wege kommt, gelangt man in die Stadt); die Brücke
führt über den Fluß (überspannt 1 den Fluß); mein
Weg führt nach links (ich muß nach links gehen);
die Buslinie führt (verläuft) vom Bahnhof zum
Rathaus; O diese Politik führt in eine Sackgasse;
dieser Gedanke führt auf Abwege; wohin soll das
f.? 4.2. etw. führt zu etw. etw. hat etw. zur Folge:
die Untersuchungen führten zu einem guten Er
gebnis; diese Methode hat zu einer Steigerung der
Arbeitsproduktivität geführt; Infektionen L zur
Schwächung des Organismus — 5.1. etw. trägt etw.
als sichtbares Kennzeichen: das Schiff führte die
schwedische Flagge; Berlin führt einen Bären im
Wappen 5.2. etw. hat etw. als Bezeichnung: die
Sportstätte führt den Namen ,Volksstadion6 5.3.
etw. bei sich haben: jmd. führt viel Gepäck bei,
mit sich; der D-Zug führt einen Speisewagen; die
Leitung führt Strom, Gas (in der Leitung ist Strom,
Gas); der Fluß führt Hochwasser 5.4. etw. in
seinem Warenangebot haben: diese Buchhandlung
führt auch Schallplatten; wir f. keine Kinder
kleidung — 6.1. etw. f. eine Tätigkeit in verant
wortlicher Position ausüben: die Geschäfte f.; den
Befehl, das Kommando f.; den Vorsitz f .; in der
Pause führt ein Lehrer die Aufsicht; Regie f. 6.2 .
etw. verwalten und alle notwendigen Eintragungen
darin, dafür machen: eine Kartei, Liste f.; die
Kasse f.
—
7,1. ein geordnetes Leben f. (in ge
ordneten Verhältnissen leben); eine glückliche Ehe
f.; ein Eigenleben f. (haben) 7.2. /in Verbindung
mit Subst. zur Umschreibung eines Verbalbegriffs/ :
mit jmdm. ein Geschäft f. (mit jmdm. sprechen);
die Diskussion offen f. (offen diskutieren); Ver
handlungen mit jmdm. f. (mit jmdm. verhandeln)
Klage über etw. f . (über etw. klagen); gegen jmdn.
einen Prozeß f.; den Nachweis f.,
daß...; den
Beweis für etw. f .; wirre Reden f.; Krieg gegen
ein Land f. (sich mit einem Land im Kriegszustand
befinden); mit jmdm. einen Briefwechsel f. (mit
jmdm. korrespondieren); über etw. Buch f. (etw.
regelmäßig genau aufschreiben) — 8. etw. in be
stimmter. Weise f. etw. in bestimmter W eise hand
haben: den Geigenbogen, die Nadel geschickt f.;
die Feile, Säge richtig f .; <> eine deutliche, kühne
Sprache f.
—
3. sich in bestimmter Weise f. sich
(unter Aufsicht) in einer bestimmten Weise während
eines längeren Zeitraumes im Hinblick auf die
geltenden Normen verhalten: der Schüler, Straf
gefangene hat sich gut, schlecht geführt
- f etw. gegen etw., jmdn. ins / Feld f.; sich etw.
zu / Gemüte f.; jmdn. aufs Glatteis, auf den
/t Leim, hinters / Licht f!; etw. (gegen jmdn.)
im / Schilde f .; etw. führt ins JA uferlose, zu
/ weit; das / Wort, das große Wort f.
Führer, der; -s, - 1.1. an der Spitze einer Gruppe,
Organisation stehende Person, die in Funktion,
Rang, Dienstgrad o. ä . nicht näher bezeichnet wird:
die F. der militärischen Einheiten; er trat als F.
der Gruppe auf; der F. der Opposition 1.2. jmd.,
der als Orts-, Sachkundiger jmdn. führt (1.2): sich
für die Gebirgswanderung, die Stadtbesichtigung,
das Museum einen F. nehmen — 2. Handbuch,
das einen Ort beschreibt und Hinioeise für die Be
sichtigu ng gibt: ein F. durch die Ausstellung, durch
Berlin
Führer| -haus, das Fahrerhaus; -schein, der
Urkunde, die zum Führen eines Kraftfahrzeugs auf
öffentlichen Straßen berechtigt; -sitz, der Sitzplatz
des Kraftfahrers, Straßenbahnfahrers, Flugzeug
führers; -stand, der in einer Lokomotive, einem
Triebwagen, von dem aus das Fahrzeug gelenkt wird
Fuhr] -lohn, der \vorw. Sg./ Lohn für eine Fuhre
(2); -mann, der veraltend /PI.
- leute, selten
- männer/ jmd., der gegen Fuhrlohn mit einem Fuhr
werk Transporte durchführt; -park, der Gesamtheit
der Fahrzeuge eines Betriebes, einer Organisation,
Institution
Führung, die;
-en1.jo. PI.; zu führen 1.3,2,
6, 7.2, 8/ das Führen; zu 1.3: der Heranwachsende
bedarf verständnisvoller F .; zu 2.1: der Truppen
teil steht unter F. von Oberst Z — 2. /vorw. Sg./
diejenigen, die an der Spitze einer Gruppe, Organisa
tion stehen: die F. beschloß, daß ...; die F. der
Armee — 3. Besichtigung unter der Anleitung eines
Führers (1.2): an einer F. durch das Museum teil
nehmen; stadtgeschichtliche Führungen veran
stalten — 4. fo. PL/ führende Position: in der
Stahlproduktion hat dieses Land die F. in der
W elt; S p o rt durch dieses Tor ist die Mannschaft
in F. gegangen; die Mannschaft liegt mit 2:1 in F.
—
5. jo. PI./ Art und Weise, wie sich jmd. führt
(9), geführt hat, Betragen, Verhalten: er ist wegen
guter F. vorzeitig aus der H aft entlassen worden
Führungsl -anspruch, der Anspruch auf die füh
rende Rolle; -rolle, die führende Rolle (6.2); -schiene,
die Techn. Schiene, der entlang sich ein Teil von
etw.,
ein Maschinenteil, bewegt; -tor, das Sport
Tor, durch das die Mannschaft in Führung geht;
-treffer, der Sp ort Führungstor; -Zeugnis, das
(amtliches) Zeugnis über jmds. Führung (5)
Fuhr]werk, das Wagen mit angespannten Zugtieren
Fülle, die; -, /o. PI./ 1.1. eine F. von etw. eine
große Menge, Vielfalt von etw.: eine F. origineller
Gedanken, interessanter Beobachtungen, von An
regungen; hierfür gibt es eine F. von Bezeichnun
gen; aus der F. des Wissensstoffes etw. auswählen
1.2. die F. ihres Haars (die große Menge ihres
fülligen Haars) 1.3 . auf Reichhaltigkeit begründete
Inten sität: die F. des Lebens einfangen, des Glücks
genießen, auskosten; die F. des Orchesterklangs —
2. /auf den menschlichen Körper bezogen/ das Dick
sein: er neigt zur F.
—
3.dieF.imZugwarun
erträglich (im Zug waren unerträglich viele M en
schen); es war heute wieder eine F. in den Ge
schäften !
+ in/ HülleundF.
fällen — fundieren
429
füllen /sw. Vb.; hat/ 1,1. etw. (mit etw.) f. in
etw. etw. hineintun und es dadurch voll machen:
die Gläser mit Wein, einen Sack mit Getreide,
den Teller bis zum Rand (mit Suppe) f.; den Füll
federhalter neu f. (mit Tinte versehen); auto
matisch gefüllte Flaschen; das Staubecken ist bis
zum Rand gefüllt (voll); ein mit Honig gefülltes
(Honig enthaltendes) Glas; das Kissen ist mit
Federn gefüllt; O seine Wissenslücken f .; die
Pausen mit lustigen Einlagen f . ; einen leeren Be
griff mit Inhalt, den toten Wissensstoff mit Leben
f. '1.2. sich f. (mit) voll (1.1) werden (von): die
Schleuse füllte sich mit Wasser; der Saal füllte
sich allmählich; ihre Augen füllten sich mit Tränen
(sie begann zu weinen) — 2.1. etw. mit einer Füllung
(1.1) versehen: eine Torte, den Gänsebraten f .; ge
füllte Paprikaschoten (gekochte Paprikaschoten mit
einer aus Schabefleisch, Hackepeter bestehenden Fül
lung); gefüllte (eine cremeartige Füllung enthal
tende) Schokolade 2.2 . einen Zahn f. (mit einer
Füllung versehen) — 3. etw. in, auf etw. tun (und
es dadurch voll machen): Milch in Flaschen, Suppe
auf den Teller, in einen Thermosbehälter f .;
(neuen) Zucker in die Zuckerdose f.
—
4. etw.
füllt etw. etw. beansprucht den Platz, (Rauminhalt
von etw.: meine Bücher f. mehrere Regale; Gas
füllt den Ballon; die Schrankwand füllt eine ganze
W and; der Artikel füllt mehrere Zeitungsspalten;
etw. füllt eine Lücke auf dem Markt; O geh.
Trauer füllte sein H erz; Dämmerung füllte den
Raum
Füllen, das; -s,
-
vorw. landsch. Fohlen: die
Kinder sprangen wie die F.
Füller, der; -s, - Füllfederhalter
Full) -federkalter, der Federhalter mit einem kleinen
Behälter, der mit Tinte gefüllt werden kann, wodurch
kontinuierliches Schreiben ermöglicht wird; -ge
wicht, das jo. PL/ Gewicht einer Ware vor dem
Einfüllen, ohne Verpackung; -kalter, der Füllfeder
halter; -horn, das /PI.
- hörner/ mit Blumen und
Früchten überfließend gefülltes, leicht gewundenes
trichterförmiges Gefäß, das in der Mythologie als
Symbol des Glücks und Reichtums gilt; O geh. aus
dem F. (aus der Fülle 1.1) seiner Erfahrungen,
musikalischen Ideen schöpfen
füllig /Adj.f 1. v e rhüll, dick (2.1): eine füllige
alte Dame; ihre füllige Figur; in letzter Zeit ist
sie f. geworden — 2. nicht eng(anliegend): der
füllige Schnitt des Kleides, Pullovers; ein fülliger
Rock — 3.1. ihr fülliges (volles, aber locker fallen
des) Haar 3.2 . dieser Stoff fühlt sich f. (voluminös)
an
Füll) -masse, die Kochk. Masse, die als Füllung
(1.1) dient: die F. für die Kohlrouladen zubereiten;
- material, das Material, das für die Polsterung von
Polstermöbeln verwendet wird
Füllsel, das; -s, - etio., das (lediglich) die Funktion
hat 1.1. etw. voll, vollständiger zu machen: als F.
eine Tüte Bonbons ins Päckchen legen 1.2 . bei
unbedeutendem, Eigenwert in eine Lücke eingesetzt
zu w erd en: diese beiden kleinen Zeitungsartikel
dienten (nur) als F .; die letzten Programmpunkte
waren F., wirkten als F.
Füllung, die; -,
-en1.1.diez.B.vonTeigod.
Fleisch als eine Art Hülle umgebene Masse, die zur
Anreicherung, Geschmacksverfeinerung dient: die F.
der Torte, des Gänsebratens 1.2. Material, m it dem
Betten, Kissen, Matratzen gefüllt sind: als F. für
ein Kopfkissen Federn nehmen 1.3 . spezifischer
Werkstoff, mit dem ein Loch in einem Zahn aus
gefüllt wurde: eine F. aus Amalgam bekommen,
machen — 2. Türfüllung: in seiner Wut hat er die
F. eingetreten
Fülljwort, das / PI.
-Wörterf Sprachwiss. 1. Wort
mit geringem Aussagewert: ,sozusagen* ist ein F.
—
2. Partikel (3): das Wort ,aber* in dem Satz ,hast
du aber Glück gehabt* ist ein F.
fulminant fAdj.f geh. glänzend, großartig: eine
fulminante Opernaufführung, Persönlichkeit; etw.
f. darbieten, formulieren; g e sp r e izt ein fulmi
nantes (sehr gutes, reichhaltiges) Mahl
Fummel, der; -s, - s alopp femot. neg.f: diesen F.
(dieses K leid) ziehe ich nicht (mehr) an!
Fummelei, d ie;
-en umg. das Fummeln (1.1):
hör auf mit dieser F .!
fummelig /Adj.f umg. mühseliges, geduldiges, ge
schicktes Hantieren erfordernd: das alles ausein
anderzusortieren ist mir zu f .; das ist eine fumme-
lige Arbeit
fummeln fsw. Vb.; hat/ umg. 1.1. an etw. f. sich
an etw. (nervös) zu schaffen machen: er fummelte
an dem Türschloß, an seiner Krawatte 1.2. den
Schlüssel aus der Tasche f. (nervös und umständlich
aus der Tasche ziehen) — 2. Fußball zu lange
dribbeln: der Mittelstürmer fummelte (so lange),
bis er den Ball an den Gegner verlor
fummlig IAdj.f s. fummelig
Fund, der; -(e)s, -e 1.1 . Fundstück, archäologischer
Gegenstand: (dies ist) ein seltener, wichtiger vor
geschichtlicher F .; die Funde der Archäologen be
weisen, daß ... 1.2. das zufällig (auf der Straße)
Gefundene, Fundsache: seinen F. bei der Polizei,
beim Fundbüro abgeben — 2. das Auffinden, Ent
decken von etw.: der (plötzliche) F. von Erzen;
einen F., Funde machen etw. (Wichtiges) finden,
entdecken: bei Ausgrabungen wurden interessante
Funde gemacht; im Antiquariat einen unverhoff
ten F. machen
Fundament, das; -(e)s, -e 1.1. Unterbau eines B au
werkes: das F. des Hauses legen, gießen, mauern;
ein F. aus Beton; dieses Gebäude ruht auf dem
F. , auf den Fundamenten eines historischen Bau
werks 1.2 . fachspr. das F. (der Unterbau) einer
Maschine — 2. Grundlage, Basis: die Industrie ist
das wirtschaftliche F. des Landes; diese Aus
führungen haben ein solides wissenschaftli
ches F.
fundamental /Adj.f grundlegend, wesentlich: ein
fundamentales Werk über die Klassik; diese Ent
deckung ist von fundamentaler Bedeutung; ein
fundamentaler Fehler, Unterschied; eine funda
mentale Frage, Erkenntnis
Fund| -büro, das amtliche Stelle, zu der Fundsachen
gebracht und von wo sie vom Eigentümer abgeholt
werden können; -grübe, die jo. Pl.f: etw. ist eine
(wahre, reiche) F. für jmdn. (erweist sich für jmds.
geistigen Bedarf als sehr ergiebig); diese Bibliothek
ist eine F. mittelalterlicher Handschriften (enthält
viele mittelalterliche, noch nicht erforschte H and
schriften)
fundieren jsw. Vb.; hat/ etw. untermauern, be
gründen: seine neuen Gedanken theoretisch f .;
etw. ist (jetzt) gesetzlich, wissenschaftlich fundiert;
ein fundiertes (eine sichere Grundlage habendes)
430
Fundierung — Funken
Wissen; fundierte Aussagen, Zahlenangaben; dazu
Fundierung, die; -en /vorw. S g .j
fündig /Adjnicht adv./ Bergm. Geol. ergiebig
an Bodenschätzen, die abgebaut werden können: die
Kohlengrube ist f.; die Bohrungen nach Erdöl
wurden f. (bei den Bohrungen ist man auf Lager
stätten von Erdöl gestoßen)
Fund| -ort, der /PI.
-e/ Stelle, an der etw. von all
gemeinem (wissenschaftlichem) Interesse gefunden,
entdeckt worden ist: der F. von prähistorischen
Gräbern, Urnen; der F. eines Waffenlagers; -Sache,
die Gegenstand, den jmd. verloren, vergessen, den
ein anderer gefunden und auf dem Fundbüro ab
gegeben h at: Fundsachen versteigern; -Stätte, die
vgl.
- ort; -stück, das fPL «e/ (bei Forschungs
arbeiten) gefundener Gegenstand von wissenschaft
lichem Interesse: dieses Steinbeil ist ein wertvolles F.
Fundus, der;
-
[PL auch ..du:s] 1. (Abteilung
des Theaters, Filmateliers mit dem) Bestand an zur
Zeit nicht gebrauchten Requisiten, Dekorationen:
ein Kostüm aus dem F. holen — 2. grundlegender
Bestand an Wissen, Fertigkeiten, auf den im Be
darfsfall zurückgegriffen werden kann: jmd. ver
fügt über einen reichen F, an, von historischen
Kenntnissen, an Erfahrungen, Fertigkeiten
fünf jKard.zahl 5/: die f. Sinne; die f. Finger einer
Hand; in Reihen zu fünfen antreten; in Mathe
matik hat er eine Fünf (das P rädikat,ungenügend4)
bekommen; in f. Minuten (einer kurzen Zeit) ist
das getan; / auch drei
- f (alle) fünfe / gerade sein lassen; f. / Minuten
vor zwölf
Fünf/fünf|: / a u ch Drei/drei|
Fünf/fünf| -eck, das jPL -e/ von fü nf Strecken be
grenzte (ebene) geometrische Figu r; -eckig jAdj.j in
der Form eines Fünfecks
Fünfer, der; -s, - umg. 1. FünfPfennigstück —
2. einen F. (fünf richtige Zahlen im Lotto) haben
fünferlei, fünferlei find ekL/ vgl. dreierlei
Fünf|jahrplan, der Volkswirtschaftsplan fü r den
Zeitraum von fünf Jahren
Fünfling, der; -s, -e vgl. Drilling
Fünfmark|-schein, der Banknote im Wert von fünf
Mark; -stück, das Münze im Wert von fünf Mark
Fünf| -pfennigstück, das /PL -e/ vgl. Fünfmark-
stück; -prozentklausel, die jo. PL/ Pari, jin der
BRDj undemokratische Klausel im Wahlrecht, nach
der Parteien mit weniger als fünf Prozent der ab
gegebenen Stimmen keinen Sitz im Parlament er
halten; -tagewoche, die jo. Pl.j durch gesetzliche
Regelung auf fünf Tage in der Woche festgelegte
Arbeitszeit: die F. haben, einführen
fünfte jOrd.zahl zu fünf/; / auch dritte
-j- das f. /* Rad am Wagen sein
fünftel vgl. drittel
Fünftel, das; -s, - vgl. Drittel
fünftens jAd v.j vgl. drittens
Fünf/fünf|-uhrtee, :uhrtee, der v e r a lte n d gesel
liges Beisammensein am späten Nachmittag (mit
Tanz); :zehnjKard.zahl 15/
fünfzig'jKard.zahl 50/; / auch dreißig
fünfziger jindekl. A d j.; nur attr.j vgl. dreißiger
Fünfziger, der; -s, - 1* umg. 1*1. Fünfzigpfennig
stück: fünf Groschen in einen F, wechseln 1.2«fü nf
zig Pfennig: das kostet einen F.
—
2»vgl. Drei
ßiger
Fünfzig|-markschein, der Banknote im Wert von
fünfzig M ark; -pfennigstück, das /PL -e/ Münze im
Wert von fünfzig Pfennig
fünfzigste jOrd.zahl zu 50/; / auch dreißigste
fungieren /sw. V b.; hat/ 1.1. jmd. fungiert als etw.
jmd. ist in einer bestimmten Funktion (2) wirksam:
als Schiedsrichter, Friedensstifter f. 1 .2 . etw. fu n
giert als etw. etw. hat die Funktion (1) von etw.: ,es4
fungiert in diesem Satz als grammatisches Subjekt
Fungizid, das; -(e)s, -e Chem. Mittel zur Bekämp
fung pflanzenschädigender Pilze
Funk, der; -s, jo. Pl.j 1, jo. Art./ drahtlose Über
tragung von Informationen auf dem Wege elektro
magnetischer Wellen mit Hilfe von dafür konstruier
ten Anlagen zum Senden und Empfangen: der Pilot,
Kosmonaut spricht über F., ist über, durch F. mit
dem Flugleitzentrum verbunden — 2 . jo. Art./ die
ses Auto, das Flugzeug ist mit F. (einem Funk
gerät) ausgerüstet, ausgestattet — 3 . R u n dfu n k (1):
die Veranstaltung, das Konzert wird auch im F. zu
verfolgen, hören sein; eine Novelle, Oper für den
F. (den besonderen Erfordernissen des Hörfunks
entsprechend) bearbeiten; über den F. kam eine
Unwettermeldung — 4. Institution für 3: F. und
Fernsehen haben diese Veranstaltung aufgezeich
net; beim F. arbeiten
Funk/funk| -amateur, der jmd., der als Amateur mit
staatlicher Lizenz auf den dafür vorgesehenen F re
quenzen das Funken ausübt; -anlage, die Anlage
für drahtlose Übertragung; -bearbeitung, die B e
arbeitung eines literarischen Textes, Musikwerks für
den F u n k (3): die F. der Novelle, Oper wurde über
tragen; -bericht, der für die Verbreitung durch den
Funk (3) verfaßter Bericht: Funkberichte von der
Olympiade; -bild, das durch Fun k (1) übermitteltes
Bild
Funke, der; -ns, -n s. Funken
funkeln jsw. Vb.; hat/ gebrochene Lichtstrahlen von
schnell wechselnder Helligkeit aussenden: am
Himmel f. die Sterne; der goldene Ring, der Edel
stein funkelt; der See funkelt in der Sonne; der
Wein funkelt im Glase; <> seine Augen funkelten
vor Freude, im Zorn
funkelnagelneu, funkelnagelneu j A d j . ; e m o t .j
wie am Äußeren zu erkennen noch ganz neu, noch
nicht (viel) benutzt: ein funkelnagelneues Auto; die
Schuhe sind f.
funken jsw. Vb.; hat/ 1. Informationen, eine Nach
richt durch Funk (1), mittels Morsezeichen über
m itteln : einen verschlüsselten Text, Meßergebnisse,
SOS f.; eine Nachricht zur Bodenstation, in den
Äther f.
—
2. bei einer Funkenentladung sprühende
Funken von sich geben: die Oberleitung der Stra
ßenbahn hat gefunkt; an der Oberleitung hat es ge
funkt — 3. umg. etw. funktioniert (1.1): der Appa
rat funkt nicht (mehr); die Sache, Zusammen
arbeit funkt — 4. salopp wenn du das nicht sofort
tust, (dann) funkt es (setzt es Schläge) !
+ umg. bei jmdm. hat es gefunkt (jmd. hatplötz
lich begriffen, worum es geht)
Funken, der; -s, - /Nom. Sg . auch Funke/ durch die
Luft fliegendes glühendes Teilchen, das von Ver-
brennungs-, Reibungsvorgängen od. von einer Fun
kenentladung herrührt: F. sprühen aus dem Ofenr
beim Schweißen, Schmieden; ein F. genügte, um
einen Brand zu entfachen; ein elektrischer F.
springt über; O geh. jvorw. Funke im Nom. Sg .j
den F. der Begeisterung, Revolution entfachen*
Funkenentladung — Funkturm
431
der Funke sprang über (plötzlich hatte jmd. eine
innere Beziehung zu jmdm., einer Sache)
+ femot.f keinen F. von etw. überhaupt nichts von
e tw .: keinen F. von Ehrgeiz, Mitgefühl, Ehrgefühl,
Interesse haben; umg. ... daß die F. fliegen, sprü
hen, stieben sehr schnell, intensiv, rennen, daß die
F. stieben
Funken/funken] -entladung, die in F u n k e n sicht
bar werdende elektrische Entladung; -fing, der fvorw.
Sg.j das Fortfliegen von Funken, die durch einen
Brand, durch Feuer verursacht worden sind: der F.
der Lokomotive; der Waldbrand entstand durch
F.; -regen,dergroße Menge niedergehender Funken:
ein F. ging auf sie nieder; -sprühend fA dj.; nicht
präd.f: eine funkensprühende Lokomotive
Funkentstörung,dieFunk Fernsehen technische
Maßnahme an Geräten, Maschinen und Anlagen,
um Störungen des Funkverkehrs zu vermeiden
Funker, der; -s, - jmd., der für das Funken auf zi
vilem od. militärischem Gebiet ausgebildet ist: der F.
des Flugzeugs, Schiffes
Funk/funk| -gerät, das Gerät für das Senden und
Empfangen drahtlos übermittelter Informationen;
- haus, das Gebäude(komplex), in dem Rundfunk
sendungen vorbereitet, gestaltet, aufgenommen, von
dem aus sie gesendet werden: eine Konzertüber
tragung aus dem großen Sendesaal des Funkhauses;
- impuls, der fachspr. Funkzeichen; -kontakt, der
über Funk (1) bestehende Verbindung mit jmdm.,
einer Funkstation; -mechaniker, der Rundfunk
mechaniker; -meldung, die durch Funk (1) über
mittelte Meldung, Nachricht; -meßgerät, das Radar
gerät; -meßtechnik, die jo. Pl.j Radar (1); -Oper, die
speziell für die Übertragung durch den Hörfunk ge
schaffene Oper; -Ortung, die; jo. Pl.j Verfahren
der Standortbestimmung eines Luft-,
Seefahrzeugs
mittels elektromagnetischer W ellen; -Signal, das
drahtlos übermitteltes Signal; -sprechgerät, das Ge
rät für den Sprechfunk, mit dem Nachrichten über
kurze Strecken übermittelt werden können; -Spruch,
der durchFunk (1) übermittelte Nachricht, Meldung:
einen F. auffangen, durch- ,
weitergeben, ent
schlüsseln; -Station, die meist stationäre Einrich
tung mit einer Funkanlage; -stille, die 1.1. Unter
brechung des Funkverkehrs 1.2. aus besonderem A n
laß erfolgende Sendepause im Rundfunk; -streife,
die Polizeistreife, die ihren Dienst mit einem Funk
streifenwagen ausübt; -Streifenwagen, der mit
Sprechfunk ausgerüstetes Auto für den Streifendienst
der Polizei; -taxi,das Taxi, das über Sprechfunk von
der mit ihm verbundenen Zentrale (günstige) Fahr
aufträge vermittelt bekommt: ein F. bestellen, rufen;
- technik, die jo. Pl.j Teilgebiet der Elektrotechnik,
das sich mit der drahtlosen Übertragung von Infor
mationen befaßt; dazu -technisch jAdj.f; -tele-
gramm, das durch Funk (1) übermitteltes Telegram m
Funktion, die; -,
- en 1. Zweck, den etw. innerhalb
eines größeren Zusammenhangs, eines Systems er
füllt: die F. der Schilddrüse, des Eiweißes für den
Organismus; die F. dieses Bauelements besteht
darin, daß ...; die F. einer Romanfigur erläutern;
die F. der Kunst in der sozialistischen Gesellschaft;
etw. ist ohne, hat (k)eine bestimmte F.
—
2. ver
antwortliche (organisatorische) Tätigkeit mit einem
bestimmten, klar abgegrenzten A u fgabengebiet in einem
staatlichen, gesellschaftlichen Organ, einer staat
lichen, gesellschaftlichen Einrichtung, einer Organi
sation, P artei: eine leitende, hohe, verantwortungs
volle F. (inne)haben, ausüben, bekleiden; jmdm.
eine F. übertragen; eine F. wahrnehmen; eine F.
neu besetzen; die F. des Parteisekretärs, des Ge
werkschaftsvertrauensmannes übernehmen; jmdn.
von seiner F. entbinden — 3. fvorw. Sg .j das Wirk
samsein im Sinne von 1 3.1. fvon Organen, Mus-
kelnj: die F. des Herzens, Gehirns durch Medi
kamente beeinflussen 3.2 . fvon Vorrichtungen,
Maschinen, Anlagen/: die F. der Maschine über
wachen; die Funktionen der Autoscheinwerfer;
fin den Verbindungen/ in F. (Betrieb) sein; in F.
treten: in einem solchen Fall tritt ein Warnlicht in
F. (beginnt ein Warnlicht zu leuchten, zu blinken);
etw. in, außer F. (Betrieb) setzen — 4 . Math. Na-
turwiss. Größe, die in ihrem Wert von einer an
deren veränderlichen Größe od. mehreren anderen
Größen abhängig ist: der Flächeninhalt des Qua
drats ist eine F. von dessen Seitenlange; Arbeit
wird als eine F. von Kraft und Weg definiert; eine
F. (eine mathematische Gleichung, die die gesetz
mäßige Abhängigkeit einer abhängigen Variablen
von einer od. mehreren unabhängigen Variablen be
inhaltet) lösen; eine F. mit zwei Variablen
funktional /Adj.; nicht präd.f Wissensch. auf die
Funktion (1) von etw. bezogen, die Funktion von etw.
berücksichtigend: funktionale Zusammenhänge, Be
ziehungen; funktionales Denken
Funktionär, der; -s, -e jmd., der eine Funktion, bes.
in einer Partei, Organisation innehat: führende
Funktionäre der Partei, Gewerkschaft; als F. im
Staatsapparat tätig sein
funktionell /Adj.; vorw. attr. u . adv.; zu Funktion 1
u. 3.1/ Wissensch.; zu 1 eine Funktion erfüllend:
funktionelle Gesichtspunkte in der Architektur;
funktionelle Beziehungen, Zusammenhänge; zu 3.1:
funktionelle Krankheiten (vorw. psychisch be
dingte, die Funktion eines Organs betreffende, ohne
nachweisbare körperliche Veränderungen auftretende
Verhaltensstörungen)
funktionieren fsw. Vb.; hat/1.1. etw. ist in dem Zu
stand, daß es seine Funktion (1, 3) ohne Störung er
füllen kann: das Telefon, Rundfunkgerät, Feuer
zeug, der Schalter funktioniert (nicht, wieder, gut);
sein Gedächtnis funktioniert noch gut; die Nach
richtenübermittlung, Versorgung funktionierte rei
bungslos, einwandfrei 1.2 . wie funktioniert dieser
Appaiat (wie erfüllt dieser Apparat seine Funktion
1, 3, wie muß dieser Apparat bedient werden)**.
funktions/Funktipnsl -fähig jAdj.f in der Lage, sei
ner Funktion (1) entsprechend wirksam zu sein: ein
funktionsfähiges Organ; eine Organisation f. hal
ten; dazu -fähigkeit, die jo. P l.j; -gerecht jAdj.j
seine Funktion (1) erfüllend, zweckdienlich: funk
tionsgerechte Möbel; das Armaturenbrett ist f.
gebaut, angebracht; -los fAdj.f ohne Funktion (1):
dieses Maschinenteil, diese Romanfigur ist f.;
- sicher fAdj.f einwandfreies Funktionieren garan
tierend: der Motor ist, arbeitet auf Grund seiner
Konstruktion f.; dazu -Sicherheit, die jo. P l.f;
- Störung, die fvorw. Pl.f Med. Störung der Funktion
(3.1) eines Körperorgans: Funktionsstörungen der
Schilddrüse, des vegetativen Nervensystems;
- tüchtig fAdj.f in technischer Hinsicht funktions
fähig: der Apparat, das Gerät ist (noch) f.; dazu
- tüchtigkeit, die jo. PL/
Funk| -türm, der hoher Turm als Sende- und Emp
432
Funk Übertragung — Furche
fangsstation des (Rund)funks; -Übertragung, die
Übertragung durch Fu n k (1); -Verbindung, die vgl.
Funkkontakt; -verkehr, der mit Hilfe von F u n k (1)
geführter Informationsaustausch; -wagenstreife,
die Funkstreife; -weg, der fin der Verbindung! auf
dem F.: eine Nachricht auf dem F. (durch Funk
I) übermitteln; -wesen, das jo. Pl.j alle Einrich
tungen der drahtlosen Informationsübermittlung;
-Zeichen, das Morsezeichen
Funzel, die; -,
- n umg. nur spärliches Licht gebende
Lichtquelle: die alten Funzeln sind durch moderne
Straßenleuchten ersetzt worden; bei dieser F.
kann man doch nicht arbeiten
funz(e)lig lAdj.f umg. nur wenig Licht gebend: es
brannte nur eine funz(e)lige Glühbirne; eine fun-
z(e)lige (trübe) Beleuchtung
xfür jPräp. mit Akk.; / auch fürs/ 1.1. /weist auf
jmdn., etw. hin, dem mit der Handlung etw. Nütz
liches, Förderliches zugute kommt/: sich f. jmdn.,
etw. einsetzen, Zeit nehmen; f. den Frieden kämp
fen; f. die Familie arbeiten, sorgen; was kann ich
f. Sie tun? 1.2. /weist auf jmdn., etw. hin, zugunsten
dessen etw. geschieht, entschieden wird/: für einen
Kandidaten, ein Gesetz stimmen; für diese Maß
nahmen, f. mehr Abwechslung sein; f. wen bist du
(auf welcher Seite stehst du)?; der Rechtsanwalt
sprach f. den Angeklagten; das spricht f. ihn
1.8. umg. ein Mittel f. (gegen) den Husten — 2.
/weist auf einen Zweck, ein Ziel hin/: f. ein Auto
sparen; f. die Prüfung lernen; etw. ist f. etw. nötig,
wichtig, geeignet; etw. f. etw. nutzen, (ge)brau
chen ; f. (auf) etw. (nicht) vorbereitet sein — 8 .1.
/weist auf etw., jmdn. hin und drückt damit eine
Beziehung der Zuordnung, Zugehörigkeit azcs/: ein
Brief, Geschenk f . dich; der Schlüssel f . die Haus
tür; ein Konzert f. Klavier und Orchester; ein
Gedeck f. zwei Personen; ein Schwimmbecken f.
Nichtschwimmer; etw. ist f. jmdn., f. morgen be
stimmt, ist f. etw. zu verwenden, steht f. jmdn. be
reit 8.2. /weist auf etw., jmdn. hin und drückt damit
eine Beziehung der Zuständigkeit, Eignung, A n
gemessenheit aus/: ein Facharzt f. Allgemein
medizin; der Minister f. Kultur; ein Muster, Mo
dell f. ähnliche Fälle; das ist keine Arbeit, Rolle f.
sie; die Aufgabe, der Koffer ist f. das Kind zu
schwer; das ist keine Frau f. ihn (diese Frau, paßt
nicht zu ihm) 3.8 . /stellt eine zielgerichtete Bezie
hung zum Objekt her/: Alarm f. die Feuerwehr (die
Feuerwehr betreffend); die Bedeutung der Kyber
netik f. die Wissenschaft; die Straße ist f. den
Fahrzeugverkehr gesperrt 3.4. /in einer Konstruk
tion anstelle eines Gen.obj./ ein Vorbild f. die Ju
gend (der J ugen d); eine Beleidigung f. den Gast (des
Gastes) 3.5 . /in fester Abhängigkeit von Verben,
Subst.,
Adj.\ : f. etw., jmdn. schwärmen, garan
tieren; sich f.ketw.,
jmdn. interessieren, begei
stern; f. Ruhe und Ordnung sorgen; keine Garan
tie f. etw. übernehmen; f. etw. dankbar sein —
4. jiveist auf eine Person, Sache hin und drückt da
mit aus, daß/ 4.1 . /diese eine spezielle (gefühls
betonte) Geltung habenf: i. mich ist das völlig klar,
sehr wichtig, nur eine Ausrede; f. die Landwirt
schaft war das ein großer Verlust; f. den Preis ist
die Qualität sehr gut 4.2 . /das betonte Nomen in Ver
bindung mit Vergleichbarem gewertet werden muß/:
f. einen Ausländer (dafür, daß er ein Ausländer ist)
spricht er gut Deutsch; f. sein Alter (entsprechend
seinem Alter) ist der Junge sehr groß; f. die Jahres
zeit ist es zu kalt — 5.1. /weist auf denjenigen hin,
dem das Empfinden, Handeln des Subjekts eigent
lich zukäme/ anstelle von jmd m .: ich schäme mich f.
dich (du solltest dich eigentlich schämen); f. jmdn.
unterschreiben, das Geld bezahlen; er hat die
Mathematikaufgabe f. sie gelöst 5.2 . /weist a uf
denjenigen hin, mit dem das Empfinden des Subjekts
übereinstimmt, übereinstimmen könnte/: ich freue
mich f. dich (freue mich, daß du dich freust, Grund
zur Freude hast); es tut mir f. dich leid 5.3. /weist
auf jmdn., etw. hin, in dessen Vertretung das Sub
jekt handelt/ in Vertretung von : er spricht f. das
ganze K ollektiv; ich spreche nicht f. mich, sondern
f. alle — 6./weist auf den Grund hin/ auf Grund von:
f. seine Gewissenhaftigkeit bekannt sein; f. etw.
ausgezeichnet, bestraft, verurteilt werden —
7.1. /weist auf etw. hin, das als Gegenwert, Gegen
leistung fungiert/: f. 100 Mark habe ich das kaufen
können, verkauft, bekommen; f. etw. 1000 Mark
verlangen; f. seine Arbeit einen angemessenen
Lohn erhalten; etw. f. etw. eintauschen 7.2. /weist
auf jmdn., etw. hin, das ersetzt wird, durch etw. er
setzt wird/: f. einen Mitarbeiter einen anderen ein
stellen; f. das verschlissene Teil muß ein neues
eingebaut werden; f. die Erdbeeren nehme ich lie
ber Kirschen — 8. /weist auf einen Zeitpunkt, eine
Dauer hin/: die Veranstaltung ist f. Montag, f.
17 Uhr angesetzt; f. heute ist es genug; f. den
Bruchteil einer Sekunde; f. zwei Jahre, f. die Dau
er von zwei Jahren ins Ausland gehen; f. immer —
9. /gibt in der Stellung zwischen zwei gleichen Sub
stantiven ihre genaue, durch nichts unterbrochene
Aufeinanderfolge an/: etw. Punkt f. Punkt, Seite
f. Seite durchsprechen, Wort f. Wort überprüfen;
Stück f. Stück nachzählen; Jahr f. Jahr seine Ar
beit tun — 10. /weist in Verbindung mit Verben des
Sagens, Meinens und einem Nomen auf jmdn., etw.
hin, dem damit eine Beurteilung, Bewertung zu
kommt/ : jmdn. f. begabt, einen (großen) Künstler
halten; etw. f. richtig, sinnvoll, unwahrscheinlich,
eine Lüge, ehrliche Besorgnis halten; jmdn. f.
unzurechnungsfähig, tot erklären; etw. f. gut,
zweckmäßig ansehen, erachten — 11. /in Verbin
dung mit betontem Refl.pron./ f. sich: er wohnt,
wirtschaftet f. sich (allein); diese Aufgabe hat jeder
f. sich zu lösen; stellen Sie bitte diesen Koffer f.
sich (gesond ert); etw. (ganz) f. sich behalten (nicht
weitererzählen, geheimhalten)
+ das Für und Wider (Gründe und Gegengründe)
2für /in der Verbindung was f.
-J
-
unbest. Art.
-f-
Subst., Pron.\ 1.1. /in der Funktion eines nach der
Qualität, Art fragenden Interr.pron./: was f. ein
Flugzeugtyp ist das?; was hat er f. Vorstellungen?;
was f. Schuhe, was f. welche hat er sich gekauft?
1.2. /in Ausrufen der Anerkennung, des Tadels/: was
f. ein Anblick, Unsinn!; was war das f. eine Tat!;
sie hat einen Schnupfen, und was f. einen! —
2. /in Verbindung mit auch; in der Funktion eines
verallgemeinernden Pron./i was er auch (immer) f.
eine Entschuldigung vorbringt (wie immer seine
Entschuldigung sein mag), man wird ihm nicht
glauben
- f veraltend f. undf. (für alle Zeit, immer)
Für|bitte, die /vorw. Sg .j veraltend Fürsprache:
bei jmdm. für jmdn. F . einlegen, tun
Furche, die; -,
- n 1. durch die Arbeit mit einem
furchen — fürsorgerisch
433
Pflug entstandene Vertiefung im Boden: mit dem
Pflug Furchen ziehen; die Furchen stehen voller
Wasser — 2. tiefe Falte in der Gesichtshaut: jmd.
hat tiefe senkrechte Furchen über den Brauen, hat
Furchen im Gesicht
furchen /sw. Vb.; hat/ 1.1. das Schiff furcht das
Wasser (durchfährt das Wasser und hinterläßt an
der Wasseroberfläche furchenähnliche Linien); Last
kraftwagen f. den Sand (hinterlassen im Sand mit
ihren Rädern furchenähnliche Spuren) 1.2. die
Stirn f. (durch Mimik die Gesichtshaut so zusam
menziehen , daß sich Furchen bilden); sein gefurch
tes (von Furchen durchzogenes) Gesicht
furchig fAdj.f von Furchen (2) durchzogen: ein
furchiges Gesicht
Furcht, die; fo. PL/ Angst (1.1): F. vor dem Tode,
einem Krieg; jmdn. erfaßt, ergreift, befällt, über
kommt (eine) starke, lähmende, heimliche, un
bestimmte F .; vor F. zittern, erblassen; seine F.
überwinden, verlieren; aus F. vor Auseinander
setzungen, einer Bestrafung; seine F. , es könne
einen Skandal geben, war unbegründet
furchtbar fAdj.f 1. grauenerregend, entsetzenerregend,
schrecklich (1): ein furchtbares Unglück, Blutbad,
Erlebnis; die furchtbaren Schrecken des Krieges;
die Unfallstelle bot einen furchtbaren Anblick;
furchtbare Qualen, Schmerzen erdulden; er stieß
furchtbare Verwünschungen aus; etw. Furchtbares
ist geschehen; das ist ja f . !; das miterleben zu müs
sen, war (ihr) f . ; der Verletzte sah f. aus
—
2. umg.
femot.f 2.1. sehr unangenehm: wir waren in einer
furchtbaren Lage 2.2. unausstehlich: er ist ein
furchtbarer Kerl; das Wetter war heute f .; das ist
ja (ganz) f., wie hier gedrängelt wird 2.3 . fvorw.
attr.;drückt in negativem Sinne einen hohen Grad aus/ :
furchtbare Angst, furchtbaren Ärger haben; ein
furchtbarer Krach, Trubel; ein fruchtbares Un
wetter; das war eine furchtbare Hitze, Enttäu
schung; er ist ein furchtbarer Angeber 2.4 . fadv.;
drückt einen hohen Grad aus/ sehr: sich f. über etw.
ärgern, freuen, aufregen; das ist f. nett; das Buch
ist f. spannend; es tut mir f. leid
fürchten, fürchtete, hat gefürchtet 1,1. jmd., etw. f .,
sich vor jmdm., etw. f. Angst, Furcht vor jmdm.,
etw. em pfinden: jmdn. wegen seiner Strenge, Grau
samkeit f .; keinen Menschen f .; jegliche Ausein
andersetzung, die Wahrheit f .; sich vor der Prü
fung f .; sie fürchtete sich, allein durch den Wald
zu gehen; seine spitze Zunge war gefürchtet; ein
gefürchteter Kritiker 1.2. etw. befürchten: es war
nicht so schlimm, wie er gefürchtet hatte; ich
fürchte, du hast recht, das wird nicht gutgehen
1.3 . für, um etw.,
jmdn. f. wegen einer Sache,
Person besorgt sein : sie fürchtete für seine Gesund
heit, für ihn; jmd. fürchtet um sein Recht,
Erbe
fürchterlich fAdj.f 1. furchtbar (1), schrecklich (1):
ein fürchterliches Unglück; ein fürchterlicher Or
kan; fürchterliche Qualen, Schmerzen erdulden;
das ist ja f . !; ein fürchterlicher Anblick; ein fürch
terliches Erlebnis — 2. umg. femot.f 2.1. sehr un
angenehm : wir waren in einer fürchterlichen Lage
2.2 . unausstehlich (1): ein fürchterlicher Kerl, Pe
dant 2.3. /drückt in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: ein fürchterliches Durcheinander; fürch
terliche Angst, fürchterlichen Ärger, Hunger haben
2.4. fadv.; drückt einen hohen Grad aus/ sehr: sich
f. blamieren, ärgern, freuen, aufregen; f. dumm,
naiv sein
furcht/Furcht| -erregend fAdj.f Furcht hervorru
fe n d : in diesem Kostüm, in dieser Maskierung sah
er f. aus; ein furchterregender Anblick; -los
fAdj.f keine Furcht erkennen lassend: sein furcht
loses Auftreten; ein furchtloser Mensch; dazu
-losigkeit, die; -, fo. P l.f
furchtsam fAdj.f 1.1. ängstlich (1.2): ein furcht
sames Kind 1.2. von Furcht erfüllt, ängstlich (1.1):
furchtsame Blicke; f. zurückweichen; dazu Furcht
samkeit, die; -, fo. Pl.f
Furchung, die; -,
- en Biol. gesetzmäßig aufein
anderfolgende längs und quer vor sich gehende T ei
lung einer Eizelle als erstes Stadium der embryonalen
Entwicklung
fürderhinfAdv.f veraltend in Zukunft, weiterhin:
f. sollte das geändert werden; f. wollte sie tun, was
ihr beliebte
fürleinander fAdv.f einer für den anderen: f. ein-
treten; f. Verständnis, Interesse haben; f. Sym
pathie empfinden
Furie, die; -,
-n [..io,
..io] 1. vor Wut rasende,
Angst und Schrecken verbreitende Göttin der Rache
in der römischen Mythologie: geh. wie von Furien
gejagt, gehetzt, getrieben sein; sie wütete, tobte
wie eine F.
—
2. vor Wut rasende Frau: sieist eine
(wahre) F.
furios fAdj.f 1.1. ungestüm: ein furioser Angriff,
Endspurt 1.2. von mitreißendem Schwung: das
furiose Solo des Schlagzeugers
furioso fAdv.f Mus. leidenschaftlich und stürmisch:
allegro f.
fürliebnehmen fVb.f v e ra lte n d s. vorliebnehmen
Furnier, das; -s,
-e dünne Platte, (großflächige)
Schicht bes. aus wertvollem, gut gemasertem Holz, die
auf geringwertiges Holz, Material aufgezogen wird
und bes. in der Möbelindustrie Verweyidung findet:
ein F. aus Eiche, mit einer schönen Maserung
furnieren fsw. Vb.; hat/ etw. mit Furnier(en) ver
sehen: Möbel f.; der Schrank ist mit Eiche fur
niert
Furore
-|
-
F. machen mit Beifall verbundenes starkes Auf
sehen erregen: die Inszenierung hat F. gemacht;
sein neuer Roman macht F.
fürs fPräp. für + Akk. (das) von Mas/; /* 1für
1—8; fin vielen Fällen heute vorw. fürs/: alles f.
Kind; das ist was f. Leben
Für/für| -sorge, die fo. Pl.f 1. tätiges Bemühtsein um
jmdn., der Beistand, Unterstützung braucht: jmds.
freundschaftliche, liebevolle, väterliche F . ; den
Kranken, Alten, verwaisten Kindern gilt unsere
ganze F .; jmdn. jmds. F . anvertrauen, übergeben
—
2. umg. Sozialfürsorge: Geld, eine Prothese von
der F. erhalten; zum Saubermachen kommt täglich
jmd. von der F.
—
3. umg. Fürsorgeunterstützung:
F. bekommen; von der F. leben (müssen); -sorge-
empfänger, der jmd., der eine Fürsorgeunterstützung
erhält; -sorger, der; -s, - vgl. - sorgerin; -sorgerin,die;
-,
-nen Angestellte der Sozialfürsorge für die B e
treuung von Hilfe bedürftiger Menschen: die F.
sieht regelmäßig nach dem Kranken, kontrolliert
den elterlichen Haushalt dieses Kindes; -sorge
risch /Adj.; zu Fürsorge 2/ die Fürsorge betreffend:
fürsorgerische Maßnahmen; eine fürsorgerische
Tätigkeit
28 Wörterbuch
434
Fürsorgeschwester — Fußball
Fürsorge) -Schwester, die Schwester fü r pflegerische
Aufgaben im Rahmen der Sozialfürsorge, bes. für die
Betreuung alter und kranker Menschen; -Unter
stützung, die finanzielle Unterstützung durch die
Sozialfürsorge
für/Für| -sorglich fAdj.; zu Fürsorge 1/ um jmds.
Wohl, Wohlbefinden bemüht: ein sehr fürsorglicher
Vater; f. gute Ratschläge geben; -Sprache, die
fvorw. Sg .j das Sicheinsetzen für jmdn. bei einer
dritten P ers on : durch F. für seinen Freund etw.
erreichen, durchsetzen; für jmdn. F . einlegen (für
jmdn. als Fürsprecher tätig sein); -sprech, der; -s, -e
Schweiz. Rechtsanwalt; -Sprecher, der 1. jmd., der
sich für jmdn. bei einer dritten Person einsetzt: in
jmdm. einen F. haben, finden; O jmd. ist ein F.
für dieses Vorhaben — 2. Schweiz. Rechtsanwalt;
dazu -Sprecherin, die; -nen
Fürst, der; -en, -en 1* fvorw. Pl.j einem Kaiser,
König untergeordneter Angehöriger des hohen Adels,
der an der Herrschaft eines Landes beteiligt war:
weltliche, geistliche Fürsten; die Fürsten ver
sammelten sich auf dem Reichstag — 2 .1. fRang-
stufe eines Angehörigen des Adels zwischen Graf und
Herzogf 2.2. Herrscher, Monarch mit 2.1: der F. von
Monaco
Fürstenhaus, das Dynastie, Herrscherhaus
Fürstentum, das; -s, Fürstentümer Land mit einem
Fürsten (2.2) als Staatsoberhaupt: das F. Monaco
fürstlich fAdj./1. /nur attr.; zu Fürst 1. u . 2 .2/: die
fürstliche Familie; die fürstlichen Besitzungen,
Gemächer — 2.1 . ein fürstliches (überaus groß
zügiges) Geschenk; jmdn. f. bewirten 2.2 . ein f.
{luxuriös) eingerichtetes Hotelzimmer; ein fürst
liches (überaus reichliches) Essen
Furt, die; -en seichte Stelle eines Flusses, an der er
durchquert werden kann: durch die F. waten; die F.
durchqueren
fürtrefflich fAdj.f iron. vortrefflich
Furunkel, der, auch das; -s, - durch eine bakteriell
verursachte, in die Tiefe greifende Entzündung des
Haarbalgs hervorgerufenes Geschwür mit eitrigem
Pfropf: er hat einen F. im Nacken, an der Nase;
einen F. aufschneiden
Furunkulose, die;
-n Med. Erkrankung, bei der
Furunkel gehäuft, meist nacheinander auftreten
für/Für| -wähl* /Adv.; dient zur Bekräftigung, Be
teuerung einer Aussage/ veraltend tatsächlich,
wahrhaftig: das ist f. eine dankenswerte Tat, ein f .
großes Vorhaben!; fsteht einem Ausruf nahe/ f., ein
überwältigender Eindruck!; -wort,das fPl. -Wörter/
Gramm. Pronomen
Furz, der; -es, Fürze derb (mit Geräusch) aus dem
Darm entweichende Blähung: einen F. (fahren)las-
sen
furzen /sw. Vb.; hat/ derb eine Blähung mit Ge
räusch entweichen lassen: laut, kräftig f.
Fusel, der; -s, - fvorw. Sg .f umg. Branntwein von
minderer Qualität: das ist ein ganz billiger F.
Füsilier, der; -s, -e heute noch Schweiz. Soldat der
(leichten) Infanterie
füsilieren fsw. Vb.; hat/ veraltend jmdn. stand
rechtlich erschießen
Fusion, die; -,
-en 1. Zusammenschluß, Verschmel
zung zweier od. mehrerer kap. Unternehmen, bürgerl.
Organisationen, Parteien: die F. zweier Banken,
Konzerne, Verlage; die Partei ist aus der F., durch
F. mehrerer linksgerichteter Gruppen entstanden
—
2. Biol. Verschmelzung von Zellen od. Zellkernen
—
8. Opt. Verschmelzung der Bilder des rechten und
linken Auges zu einem Bild —4 . Phys. Kernfiision;
zu 1fusionieren fsw. Vb.; hat/: beide Banken ha
ben fusioniert
Fuß, der; -es, Füße 1. unterster Teil des Beines beim
Menschen und bei Wirbeltieren, der durch das Fuß
gelenk mit dem Unterschenkel verbunden ist: der
rechte, linke F . ; zierliche, plumpe, geschwollene,
kalte Füße; vor Müdigkeit sind mir die Füße
schwer (wie Blei); er hat sich die Füße wund ge
laufen, einen F. gebrochen, verstaucht; vorsichtig
einen F. vor den anderen setzen; den F. vom Gas
pedal nehmen; sich die Füße waschen; an den
Füßen frieren; sich eine Glasscherbe in den F.
treten; den Weg zu F. (gehend) zurücklegen; vom
Berg blicken wir auf die uns zu Füßen (unter uns)
liegende Stadt; sich die Füße (Schuhe) auf der
Matte abtreten — 2. Bein kurzbeiniger Tiere: die
Füße der Maus, Eidechse — 8 .1. unterster, tragen
der Teil eines (Einrichtungs)gegenstandes: die Füße
des Sessels, der Badewanne, des Gasherdes; der
F. der Lampe 8.2. fvorw. Sg .f der F. (Sockel 1) des
Denkmals, der Säule — 4 . fö . Pl.f am F., Fuße einer
Bodenerhebung, eines Gebäudes an der Stelle, wo
eine Bodenerhebung beginnt, ein Gebäude aufragt: er
stand am Fuße des Berges, Hügels, der Pyramide,
des Turms — 5. Füßling: an den Strumpf den F.
anstricken
+ stehenden Fußes (sofort, ohne zu zögern); auf
großem F., Fuße leben (aufwendig, verschwenderisch
leben; scherzh. eine große Schuhgröße haben); etw.
folgt auf dem Fuße (eine negative Folge tritt un
mittelbar ein); immer wieder auf die Füße fallen
(aus persönlichen K risen, Schwierigkeiten immer
wieder unbeschadet hervorgehen) ; auf eigenen Füßen
stehen (selbständig, wirtschaftlich unabhängig sein) ;
festen F. fassen (sich nach gewisser Zeit in einer
neuen Umgebung einleben, sich durchsetzen); jmdm.
etw. vor die Füße werfen, schmeißen (zornent
brannt aufhören, für jmdn., mit jmdm. zu arbeiten);
auf freiem F. sein (sich noch nicht od. nicht mehr
in Haft befinden); jmdn. auf freien F. setzen (aus
der Haft entlassen); mit jmdm. auf gutem, ver
trautem, gespanntem F., Fuße (in einem guten, ver
trauten, gespannten Verhältnis) stehen; jmdm. zu
Füßen liegen (jmdn. über die Maßen verehren); gut
zu Fuß sein (ohne Beschwerden weit laufen können);
umg. etw. steht auf schwachen, tönernen Füßen
(ist unbewiesen, ungesichert); sich die Füße ver
treten (nach langem Sitzen ein wenig hin und her
gehen, sich Bewegung verschaffen); — sein / Glück
mit Füßen treten; etw. hat /t Hand und F.; sich
mit / Händen und Füßen wehren, sträuben;
mit / Händen und Füßen reden; von / Kopf
bis F.
Fuß) -abdruck, der fP l.
- abdrücke/ Abdruck (II),
den der Fuß (1) auf dem Boden hinterläßt; -ab-
treter, der Matte, Rost vor der Tür zum Abtreten der
Schuhe; -angel,die Eisen mit Spitzen, das in Grund
stücken ausgelegt wird, damit Eindringlinge sich
darin verfangen, sich daran verletzen; -bad, das 1.
zum Baden der Füße bestimmte Wassermenge: sich
einF. machen; einF. nehmen — 2. umg. scherzh.
in die Untertasse übergelaufener Teil vom Inhalt einer
Tasse (Kaffee, Tee); -ball, der 1. jo. Pl.f 1.1. Fuß
ballspiel (1): F. spielen 1.2 . Fußballspiel (2): zum
Fußballanhänger — Futter
435
F. gehen — 2. luftgefüllter Lederball von bestimm
tem Gewicht und Umfang für das Fußballspiel
Fußball|-anhänger, der Anhänger des Fußballspiels
(1); -elf, die Fußballmannschaft
Fuß| -ballen, der Ballen (2); -baller, der; -s, - umg.
Fußballspieler
Fußball| -fan, der begeisterter Fußballanhänger;
- feld, das Spielfeld für das Fußballspiel (1); -länder-
spiel, das fS ch r eibgFußballänderspiel/ Fußball
spiel (2) zwischen zwei Nationalmannschaften;
-mannschaft, die aus elf Spielern bestehende M ann
schaft für das Fußballspiel (1); -meisterSchaft, die
Reihe von Punktspielen zur Ermittlung der besten
Fußballmannschaft; -Oberliga, die; -platz, der
Platz mit Fußballfeld; -spiel, das 1. fo. Pl.f Ball
spiel zwischen zwei Mannschaften, bei dem der Ball
nach bestimmten Regeln mit dem Fuß od. Kopf mög
lichst oft in das gegnerische Tor zu schießen ist: für
das F. begeistert sein — 2. 1 als Veranstaltung: sich
ein F. ansehen; -Spieler, der jmd., der Fußball (1)
spielt; -Sport, der Fußballspiel (1) als sportliche
Disziplin; -Stadion, das Stadion mit Fußballfeld;
-toto, das, auch der Toto beim Fußballsport; -ver
band, der Dachorganisation von Fußballvereinen;
-verein, der Verein für den Fußballsport; -weit
meister, der; -Weltmeisterschaft, die
Fuß| -bank, die /PI.
- banke/ niedrige, kleine Bank,
auf die man beim Sitzen die Füße stellt; -boden, der
Grundfläche eines Innenraums; -bodenbelag, der
textiles od. aus Plast bestehendes M aterial, mit dem
Fußböden ausgelegt werden; -breit, der; - fvorw. o.
best. Art./: jeden F. Boden (jedes kleine Stück Land)
verteidigen; + um keinen F., auch nicht einen F.
(überhaupt nicht) von etw. abgehen; -bremse, die
Bremse, die mit dem Fuß betätigt wird
Fussel, die; -n, auch der, das; -s, -n bes. auf der
Kleidung, dem Teppich haftendes Fädchen, Faser:
Fusseln vom Anzug, Teppich entfernen
fusselig fAdj.f umg. 1. voller Fusseln: der Anzug
ist ganz f.
—
2. ausgefranst — 8. unruhig, nervös:
bei dieser Arbeit wird man ganz f.
-f- sich den / Mund f. reden
fusseln fsw. Vb.; hat/ etw. fusselt von etw. lösen
sich Fusseln a b das Geschirrtuch fusselt
fußen fsw. Vb.; hat/ auf einer Sache f. sich auf eine
Sache gründen, stützen: dieses Gesetz fußt auf den
Prinzipien des Völkerrechts; auf dieser Erkennt
nis fußend, schlägt er vor ...
Fuß| -ende, das: am F. des Bettes (an dem Ende des
Bettes, an dem man mit den Füßen liegt); -fall, der
das Sichniederwerfen vor jmdm. als Zeichen der
Unterwerfung, demütigen Bitte: vor jmdm. einen F.
tun; -ganger, der; -s, - jmd., der sich als Verkehrs
teilnehmer zu Fuß fortbewegt
Fußgänger|-brücke, die Brücke (1)für Fußgänger;
-tunnel, der Tunnel als Unterführung für Fuß
gänger; -Überweg, der durch Zebrastreifen auf der
Fahrbahn besonders gekennzeichnete Stelle, an der
Fahrzeugführer gegenüber Fußgängern, die die
Fahrbahn kreuzen (wollen), zu besonderer Vorsicht
und Rücksichtnahme verpflichtet sind; -verkehr, der;
-zone, die für den Fahrzeugverkehr gesperrte,
nur den Fußgängern vorbehaltene Straße(n) in Städten
F|iß/fuß| -gelenk, das Gelenk zwischen F uß (1) und
Unterschenkel; -gerecht fAdj.f: fußgerechtes (der
natürlichen Form und Lage der Füße entsprechen
des) Schuhwerk; -hebe!,der Hebel, der mit dem F uß
betätigt wird; -hochfAdj.f so hoch wie ein Fuß (1):
der Schnee lag f.;
-kalt fAdj.; von Wohnräumenf
vom Fußboden her kalt, so daß beim Sitzen die Füße
kalt werden: der Raum ist f.;
-knöchel, der K n ö
chel (1);-krank fAdj.f: jmd. ist f. (jmds. Füße sind
krankhaft verändert, so daß das Laufen schwerfällt);
-lappen, der fvorw. Pl.f Lappen zum Umwickeln des
Fußes /wird bes. von Soldaten verwendet, wenn sie
Stiefel tragen/; -leiden, das das Laufen beeinträch
tigendes Leiden am Fuß (1), an den Füßen; -leiste,
die Scheuerleiste
fußlig fA dj.f s. fusselig
Füßling, der; -s, -e den Fuß bedeckender Teil eines
Strum pfes: an die Socken, den Strampelanzug neue
Füßlinge anstricken
Fyß/fyß| -marsch, der auf ein Ziel gerichtete Fort
bewegung zu Fuß über größere Entfernungen; -matte,
die bes. als Fußabtreter dienende Matte (I); -note,
die Anmerkung unter dem Text einer Druck-, Manu
skriptseite; -pfad, der Pfad ; -pflege, die Pflege (2)
der Füße, Pediküre; -pfleger, der Fachmann für
Fußpflege; dazu -pflegerin, die; -nen; -pilze, die
fPl.f durch Pilze hervorgerufene Hautkrankheit an
den Füßen (1), bes. zwischen den Zehen; -raste, die;
-n Fußstütze (2) am Motorrad; -schmerz, der
fvorw. Pl.f; -sohle, die Unterseite des Fußes (1);
- spitze, die fvorw. P l.f: sich auf die Fußspitzen
(die Zehen) stellen, um besser sehen zu können;
- spur, die vgl. Fußabdruck; -stapfe, die Fußab
druck in einem weichen Untergrund: Fußstapfen
im Schnee; - f in jmds. Fußstapfen treten (jmds.
Vorbild folgen); -stapfen, der s.
- stapfe; -stütze,
die 1. Einlage im Schuh bei Senk- und Spreizfuß
—
2. Stütze für den Fuß beim Sitzen; -tapfe, die
Fußstapfe; -tapfen, der s.
- tapfe; -taste, die 1.1.
vgl. Fußhebel 1.2. fvorw. Pl.f Mus. die F. (eine
der mit den Füßen zu bedienenden Tasten) an der
Orgel; -tief fAdj.f so tief, wie ein Fuß (1) hoch ist:
fußtiefe Löcher in der Fahrbahn; -tritt, der Stoß
mit dem Fuß (1): jmdm. einen F. geben; O das
war ein moralischer F .;
- Wanderung, die Wande
rung (1); -weg, der 1. schmaler Weg für Fuß
gänger, Wanderer — 2. fo. Pl.f Wegstrecke, die zu
Fuß zurückgelegt wird: bis nach Z ist es eine knappe
Stunde F.
futsch fAdj.; nur präd.f umg. 1.1. unversehens
verschwunden, verloren: mein Schlüssel, das Geld
ist f. 1.2. er hat nichts geschafft, und die Zeit ist f,
(verstrichen) 1.3. eine unachtsame Bewegung, und
die Vase war f. (entzwei)
Futter, das; -s,
-
I. fo. Pl.f Nahrung für (vom
Menschen betreute) Tiere : frisches, getrocknetes F .;
dem Vieh, Hund, Wild, den Raubtieren im Zoo
F. geben; den Vögeln F. hinstreuen — II . fvorw.
Sg./ 1.1. dünnes schmiegsames Material, bes. Stoff,
auf der Innenseite von Kleidungsstücken, Täschner
waren, Schuhen: glattes, glänzendes, kariertes F.
aus Seide, Dederon 1.2. wärmender Stoff od. Pelz
zwischen der Außenseite und dem Innenfutter od.
auf der Innenseite von Kleidungsstücken, Schuhen:
ein Lederhandschuh mit F .; ein Wintermantel,
Parka mit ausknöpfbarem F.
—
2. Techn.
Schicht als Auskleidung 2.1. eines Schmelzofens
2.2. des Feuerungsraumes eines Kessels — HI.
Techn. Vorrichtung zum Einspannen eines Werk
stücks bei bestimmten Werkzeugmaschinen
+ gut im F. stehen, sein (/vom Viehf gut ent-
28*
436
Futterage — Gabentisch
wickelt, gefüttert sein; fvom Menschen/ umg. gut
genährt sein)
Futterage, die; -,
jo. PL/ [..ra:3o] umg.,
oft
scherzh. Verpflegung, Proviant
Futteral, das; -s, -e als schützende Hülle für einen
Gebrauchsgegenstand dienender und seiner Form an
gepaßter (kleiner) Behälter: die Brille, das Fern
glas, Musikinstrument, den Schirm ins F. stecken,
legen, aus dem F. ziehen, nehmen
Futter zu Futter I| -getreide, das für die Vieh
fütterung bestimmtes Getreide; -kartoffel, die für
die Viehfütterung bestimmte K artoffel; -krippe, die
trogartiger Behälter zur Aufnahme von Futter;
O salopp scherzh. ran an die F. (jetzt wird
gegessen)\; -mangel, der Mangel an Futter (I);
- mittel, das Nahrungsmittel für das Vieh
futtern /sw. Vb.; hat/ umg. etw. (mit Vergnügen,
in M engen) essen (1.1): die Kinder haben tüchtig,
viel gefuttert; sie haben Schokolade, viel Obst,
ihre Schnitten gefuttert
füttern /sw. Vb.; hat/ 1.1.1. ein Tier f. einem Tier
Futter geben: die Kühe, Schweine, Hühner f.; im
Winter die Vögel, das Wild f. 1,2* Rüben, Körner
f. (als Futter Rüben, Körner nehmen) — 2.1. einen
Säugling, ein kleines Kind f. (ihm Essen in den
M und geben); der Kranke mußte gefüttert werden
2.2. ein Kind mit Kuchen, Schokolade f. (einem
Kind in überreichlichem M aß Kuchen, Schokolade
zu essen geben) — 8 . einen Computer o. ä. (mit
etw.) f. einem Computer o. ä. Daten, bestimmte An
gaben eingeben: einen Computer mit Informationen,
einem Programm, zweckdienlich, falsch f.
—
II.l .l . etw. mit einem Futter (II.1.2) ausstatten:
einen Wintermantel f.; (dick, warm, mit Fell) ge
fütterte Stiefel, Handschuhe 1.2 . etw. mit einem
Futter (II. 1.1) versehen: den Kostümrock mit Taft
f.; das Kleid ist auf Seide gefüttert (hat ein Futter
aus Seide)
die / Fische füttern (müssen)
Futter/futter| -neid, der 1.1. Neid eines Tieres auf
das Futter eines anderen 1.2. umg. Neid auf als
Vorteil betrachtete materielle Gegebenheiten eines
anderen; dazu -neidisch /Adj./; -pflanze, die als
Futter angebaute Pflanze; -platz, der Stelle, wo
(wildlebende) Tiere gefüttert werden; -rübe, die
Runkelrübe; -Silo, der, auch das Silo für Futter
m ittel; -stelle, die Futterplatz; -Stoff, der als Futter
(II.1.1) bestimmter, dienender Stoff; -trog, der Trog
für das Futter (I)
Fütterung, die; -,
- en /vorw. Sg./ I . das Füttern
(Ll.l): die F. der Raubtiere im Zoo — II . Futter
(II.1)
Futter| -Verwerter, der; -s, - 1 .1 . das Schwein ist
ein guter, schlechter F. (setzt das Futter gut,
schlecht in Fleisch und Speck um) 1.2. umg.
scherzh. /vom Menschen/ jmd. ist ein guter,
schlechter F. (nimmt bei guter Ernährung viel,
wenig zu); -Vorrat, der Vorrat an Futter (I); -Wirt
schaft, die jo. Pl.j Landw. Erzeugung von Fut
ter (I)
Futur, das; -s, /o. PL/ Gramm, mit werden ge
bildetes Tempus, das ein Geschehen als in der Zu
kunft stattfindend od. vollendet ausdrückt od. zur
Angabe einer Vermutung, Aufforderung verwendet
wird: das erste, zweite F .; in dem Satz ,er wird
morgen kommen4 steht ,kommen4 im F.; dazu
futurisch /Adj.; nicht präd./: eine futurische Zeit
form
Futurismus, der; -, jo. PL; am Anfang des 20. Jhs.
einsetzende extreme Variante des Expressionismus/
Futurologie, die; -, /o. PL; Bez. für die in ihrer
Erkenntnisspanne begrenzten, da nicht von den
objektiven Gesetzmäßigkeiten der Epoche des Über
gangs vom Kap. zum Soz.-Kommunismus aus
gehenden Forschungen bürgert. Theoretiker über zu
kunftsbezogene Entwicklungen in Natur und Gesell
schaft/
Futurum, das; -s, jo. PL/ s. Futur
G
*,G , das; -/umg.
-s [ge:] 1. der Laut G; siebenter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes G —
2. Mus. fünfter Ton der C-Dur-Tonleiter
Gabardine, Gabardine, der; -s, /o. PL/ [. .di:n ],
auch Gabardine, die; -, jo. PL/ [..di: ne] diagonal
geripptes, haltbares Gewebe aus Wolle od. Baum
wolle für Mäntel, Anzüge und Kleider
Gabe, die; -,
- n 1.1. geh. Geschenk: die Gaben lagen
unter dem Weihnachtsbaum 1.2. scherzh. ich
bitte um eine milde G. (eine kleine Spende) —
2. geh. Begabung (1), Talent (1): das ist eine
seltene, besondere G .; er hatte die G., etwas fes
selnd vorzutragen; ein Mann, Schüler mit glänzen
den Gaben (geistigen, künstlerischen Fähigkeiten)
—
8. Med. 8.1. jo. PL/ das Verabreichen: nach
mehrmaliger G. dieses Medikaments ... 8 .2 . D o sis:
die gewohnte G .; die G. erhöhen
gäbe
4- etw. ist /f gang und g.
Gabel, die;, -,
-n 1.1. Meines Gerät (als Teil des
Eßbestecks), das an einem Stiel zwei bis vier Zinken
hat und zum A ufnehmen, Vorlegen od. Zerlegen von
Speisen dient: mit Messer und G. essen 1.2 . größeres
Gerät, das an einem langen Stiel zwei od. mehrere
Zinken hat und mit dem man etw., bes. Stroh, Heu,
Mist aufnimmt — 2.1. Astgabel 2.2. gabelförmiger
Teil des Fahrrades, in dem das Rad befestigt wird
2.3. Jägerspr. Stange eines Geweihs od. Gehörns
mit nur zwei Enden
Gabel/gabel| -bissen, die /PL/ in kleine Streifen
geschnittene, pikant gewürzte Filets vom Hering;
- förmig /Adj./ der Form einer Gabel (2.1) ähnlich;
- frühstück, das am späten Vormittag bes. bei fest
lichen Anlässen eingenommenes Frühstück, bei dem
kalte Speisen gereicht werden
gabeln /sw. Vb.; hat/ 1 . etw. verzweigt sich, bes.
nach zwei Richtungen: der Weg, Ast gabelt sich —
2. etw. mit einer Gabel (1.2) auf-, abladen, irgend
wohin werfen: die Garben vom Wagen g.
Gabel|Stapler, der; -s, - Techn. kleines Motorfahr
zeug mit einer gabelförmigen Vorrichtung zum Fas
sen, Heben und Fördern von Lasten
Gabelung, die; -,
- en 1. Ansatz für eine Astgabel —
2. Stelle, an der sich ein Weg gabelt: an eine G.
kommen
Gabentisch, der geh. Tisch, auf dem sich die
Gablung — Galopprennen
437
Geschenke für jmdn. befinden: viele Geschenke
lagen auf dem G.
Gablung, die s. Gabelung
gackern jsw. Vb.; hat/1.1. das Huhn gackert (läßt
seine Stimme mehrmals kurz hintereinander ertönen)
1.2. umg. unter albernem Lachen viel, meist Belang
loses miteinander reden: was haben die beiden
Mädchen nur immer zu g.?
gaffen jsw. Vb.; hat/ umg. starr und ausdruckslos
blicken, neugierig bei etw. Zusehen, ohne selbst etwas
zu tun: die Leute standen und gafften, als der
Unfall geschehen war; da gafften sie aber, als sie
diesen neuen Hut sahen; dazu Gaffer, der; -s, -
jmd., der gaffend dasteht
Gag, der; -s,
-s [gsk] in einem Lustspiel, einer
Kabarettnummer in Rede od. Aktion umgesetzter
überraschender, besonders effektvoller, witziger E in
fall: das Stück enthielt viele kleine, einige zeit
bezogene Gags
Gage, die; -,
-n [ga:39] Gehalt für (darstellende)
Künstler
gähnen jsw. Vb.; hat/ 1. bes. vor Müdigkeit un
willkürlich den Mund weit öffnen und langsam ein-
und ausatmen: vor Müdigkeit, Langeweile, heim
lich, laut g.; ein Gähnen unterdrücken — 2 . vor
uns gähnte ein Abgrund (lag tief und furchterregend
ein Abgrund); eine gähnende Tiefe
+ es herrscht eine gähnende / Leere
Gala, auch Gala, die; -, jo. P l.j (vorschriftsmäßige)
festliche K leidu n g: die Gäste erschienen (zum Fest
empfang) in (großer) G. .
Gala, au ch Gala| -bankctt, das vgl.
- diner; -diner,
das Festessen bei offiziellen Anlässen; -empfang,
der festlicher Empfang; -konzert, das in festlichem
Rahmen stattfindendes Konzert
Galan, der; -s, -e veraltend umg. spött. JAeb-
haber (1): was macht denn ihr G.?
galant /Adj.; bes. von Männernj 1.1. (gegenüber
Frauen) gefällige Umgangsformen wahrend, zum
Ausdruck bringend, höflich und zuvorkommend,
liebenswürdig: ein galanter junger Mann; g. bot er
ihr den Arm; eine galante Verbeugung 1.2 . /nur
attr.j ein galantes Abenteuer (Liebesabenteuer)
Galanterie, die; -n [. .i:on] 1.1. jvorw. Sg .j galan
tes Verhalten, Benehmen (gegenüber Frauen): mit
G. legte er der Dame den Mantel um die Schultern
1.2. jvorw. Pl.j gegenüber Frauen geäußertes galan
tes Kom plim ent: einer Dame Galanterien sagen
Galanterie]waren, die jPl.j veraltend Waren des
modischen Zubehörs
Gala, auch Gala| -uniform, die veraltend Uni
form für festliche Anlässe, für Paraden; -Vorstel
lung, die vgl. Galakonzert
Galaxie, die; -,
-n [..i:on] s. Galaxis
Galaxis, die; -,
Galaxien [. .i:on] System aus
(mehreren) Milliarden von Fixsternen
Galgere, die; -,
-n langes, mit Ruderbänken aus
gestattetes Kriegsschiff des Mittelalters, das von
Sklaven, Kriegsgefangenen, Sträflingen gerudert
wurde
Galerie, die; -,
-n [,.i:9n] 1.1. langer, an einer
Seite offener, durch ein Geländer, durch Säulen be
grenzter (umlaufender) Gang (in der Art eines
Balkons) außen an einem Gebäude od. im Inneren
eines Gebäudes: die G. über dem Saal 1.2 . langer
Gang od. Raum, bes. in Schlössern, in dem Gemälde
aufgehängt sind : die G. des alten Schlosses — 2.
zum Ausstellen und zum Verkauf von Kunstwerken
bes. der Malerei dienende Räumlichkeiten): seine
Werke wurden in einer G. ausgestellt; die Führung
durch eine G.
—
8. Empore in einem Saal, einer
Kirche — 4. umg. scherzh. größere Anzahl gleich
artiger (nebeneinander befindlicher) Personen, Gegen
stände: eine G. schöner Frauen, von schönen
Frauen; eine ganze G. von Kissen lag auf dem Sofa
Galgen, der; -s,
-
aus einem senkrecht stehenden
Pfosten mit darüberliegendem Querbalken bestehen
des Gerüst, an dem zum Tode durch den Strang Ver
urteilte hingerichtet werden: einen G. errichten
+ umg. jmdn. an den G. bringen (jmdn. der
strengsten Bestrafung ausliefern)
Galgen| -frist, die jvorw. Sg .j scherzh. Gnaden
frist; -humor, der Humor, mit dem jmd. eine ver
zweifelte Lage zu überspielen sucht; -vogel, der
veraltend umg. Verbrecher od. zweifelhafte männ
liche Person, der man Straftaten zutraut
Galionsfigur, die Seemannsspr. geschnitzte Figur
am Bug alter Schiffe, meist in Form einer Frauen
gestalt
Gall|apfel, der B ot. kugelige, meist durch Larven
von Insekten entstandene Wucherung bes. an Blät
tern von Laubbäumen
Galle, die; -n 1. /o. Pl.j von der Leber abgesonder
tes, in der Gallenblase gespeichertes bitteres, gelbes
Sekret, das die Verdauung der Fette ermöglicht:
etw. schmeckt bitter wie G.
—
2. Gallenblase: er
ist, wird an der G. operiert
+ umg. jmdm. kommt, steigt die G. hoch, läuft
die G. über (jmd. wird wütend); — /i Gift und G.
spucken
galle(n)|bitter jA d j.j sehr bitter, bitter wie Galle (1):
etw. schmeckt g.
Gallen| -blase, die mit der Leber verbundenes,
birnenförmiges Hohlorgan zur Speicherung der von
der Leber abgesonderten Galle; -kolik, die bes. durch
Gallensteine verursachte K olik im Bereich der
Gallenblase; -stein, der festes kleines Gebilde, das
in der Gallenblase aus Bestandteilen der Galle (1)
entstanden ist und zu Koliken, Entzündungen der
Gallenblase führen kann
Gallert, das; -(e)s, -e bes. aus dem Sud ausgekochter
(Kalbs)knochen od. saurer Früchte durch Eindicken
gewonnene, nach dem Erkalten halbsteife, leicht
zitternde Masse
gallertartig jA d j.j : eine gallertartige Masse
Gallerte, die; -,
- n s. Gallert
gallig jAdj.j unfreundlich und boshaft: ein galliger
Mensch; eine gallige Bemerkung machen
Galopp, der; -s, -e/-s 1. jo. Pl.j schnellste Gangart
der Pferde, die in einer Folge von Sprüngen besteht:
in scharfem, vollem, gestrecktem G.; das Pferd
fiel in G.; im G. laufen, reiten — 2. umg. jin der
Verbindungj im G. in großer Eile: zuletzt ging
alles im G.
—
8. schneller Tanz des 19. Jhs. im
Zweivierteltakt
galoppieren, galoppierte, ist/hat galoppiert 1. jbes.
von Pferden/ im Galopp laufen (hat, auch ist): das
Pferd galoppierte, begann zu g.
—
2. eine Strecke
im Galopp reitend zurücklegen (ist): er ist über die
Wiese galoppiert — 8. umg. sehr schnell laufen
(ist): über die Straße g.
Galopp|-rennbahn, die Bahn für Galopprennen;
-rennen, das Pferderennen, bei dem die Pferde im
Galopp laufen
438
galvanisch — Gänsebrust
galvanisch jAdj.; nicht präd.j [ . .v . .] Elektro-
techn. Phys. die unmittelbare Umsetzung chemi
scher Energie in elektrische Energie betreffend, dar
auf beruhend: ein galvanisches Element (Strom
quelle, deren elektrische Energie aus chemischer
Energie entsteht); galvanischer Strom
galvanisieren jsw. Vb.; hat/ [..v . .] Elektro-
techn. Werkstücke auf elektrolytischem Wege mit
einer dünnen Metallschicht uberziehen '
Galvanometer, das; -s, - [ . .v .J Elektrotechn.
Gerät zur Messung der Stärke (schwacher) elektri
scher Ströme auf Grund ihrer magnetischen Wirkung
Gamasche, die; -n über Schuhen und Strümpfen
getragenes, vom Spann bis zum Knöchel od. unter
das K nie reichendes Bekleidungsstück aus Leder,
Stoff mit seitlichem Verschluß
Gammastrahlen, die /PL/ Phys. energiereiche,
elektromagnetische, radioaktive Strahlen
Gammelei, die; jo. Pl.j salopp jemot. neg.j das
Gammeln (1)
gammelig jAdj,/ norddt. umg. verdorben, faulig:
die Fische, Äpfel sind schon g.
gammeln jsw. Vb.; hat/ 1. salopp planlos (und
ohne einer geregelten Arbeit nachzugehen) die Zeit
verbringen — 2. norddt. umg. verderben, faulig
werden: in der Kiste gammelt das Obst
Gammler, der; -s, - junger Mensch mit ungepflegtem
Äußeren, der grundsätzlich keiner geregelten Arbeit
nachgeht
gammlig jA d j.j s. gammelig
Gamsbart, der als Schmuck an (Jäger)hüten ge
tragenes Büschel von Rückenhaaren des Gamsbockes
Gamsbock, der Gemsbock
gang
-j- u mg. etw. ist g. und gäbe (ist üblich)
xGang, der; -(e)s, Gänge 1.1. jo. Pl.f Art und
Weise des Gehens (1): ein jugendlicher, federnder,
schleppender G .; der aufrechte G. des Menschen;
jmdn. am G. erkennen 1.2 . der G. (die Gangart)
eines Pferdes — 2 . das Gehen (1) einer Strecke zu
einem bestimmten Ziel od. Zweck: der tägliche G.
zur Bushaltestelle; einen schweren, bitteren G. tun
(müssen) (jmdn.,
etw. aufsuchen, von dem nichts
Gutes zu erwarten ist); ich habe noch ein paar
Gänge (Besorgungen 1) zu machen; ich mache nur
noch einen G. (Spaziergang) durch den Park —
3. jvorw. Sg .j Funktion einer Maschine, eines Ge
rätes, einer Apparatur: den G. einer Maschine
regulieren — 4. jo. Pl.f Verlauf, Ablauf: der G.
der Geschichte, Dinge, Ereignisse, Verhandlungen;
alles geht seinen (gewohnten) G. (nimmt seinen
gewohnten Verlauf) — 5. Arbeitsgang: das haben
wir allesin einem G. erledigt — 6. Techn. Stufe der
Übersetzung (II)des Getriebes eines Kraftfahrzeuges:
den zweiten G. einlegen; in den dritten G. schalten;
im vierten G. fahren — 7.1 . unterirdischer od. über
dachter W eg: unterirdische Gänge; die Gänge im
Fuchsbau 7.2. schmaler Vorraum, Flur, Korridor:
alle Zimmer münden auf einen G .; draußen auf
dem G. warten müssen — 8 . Geol. mit Mineralien,
Erzen ausgefüllte Spalte im Gestein: ein erzführen
der G.
—
9. einzelnes Gericht einer Speisenfolge —
10. fin den Verbindungen! etw. in G. setzen, bringen
(bewirken, daß etw. in Bewegung gerät); etw. in G.
halten (etw. nicht zum Stillstand kommen lassen);
etw. kommt in G. (kommt in Bewegung, be
ginnt)
+ etw. ist im Gange (spielt sich ab, wird durch
geführt; wird heimlich unternommen, geplant)
2Gang, die; -s [gsrj] organisierte Gruppe von Ver
brechern, Gangstern, wie sie bes. in den USA, auch
in anderen kap. Ländern existiert
Gang|art, die 1.1 . Art, wie jmd. geht: jmds. G.
1.2. Art, wie Pferde laufen, rennen: das Pferd
wechselte die G.
gangbar jA dj.; nicht adv.j 1. ein gangbarer Weg
eine mögliche Art und Weise des Vorgehens: einen
gangbaren W eg zeigen, aufweisen; das ist der
einzige gangbare W eg, um zum Ziel zu gelangen
—
2. eine gangbare (gängige 1) Ansicht
Gängel|band, das
+ umg. jmdn. am G. haben, halten, führen
(jmdn. ständig in seiner Obhut haben und ihn
gängeln)
gängeln jsw. Vb.; hat/ umg. jmdn. unselbständig
halten und bevormunden: jmdn. ständig zu g. ver
suchen; sich nicht von jmdm. g. lassen
gängig jAdj.; nicht adv.j 1. allgemein üblich (und
praktiziert), verbreitet: eine gängige Ansicht, Mei
nung, Methode; ein gängiger Begriff — 2. handels
üblich und viel gekauft: dies ist ein (sehr) gängiger
Artikel; Schuhe in gängigen Größen — 3 . gängige
(im Verkehr befindliche) Münzen
Ganglienzellen, die jPl.j [..Tan] Med. Erregung,
leitende Nervenzellen
Gang|Schaltung, die Techn. Vorrichtung an Fahr
zeugen, Maschinen, durch die die einzelnen Gänge
eines Getriebes eingelegt werden können: die G. des
Autos, Rennrades, der Küchenmaschine betätigen
Gangster, der; -s, - [geq..] Verbrecher, der M it
glied einer *Gang ist: den Gangstern auf die Spur
kommen; G. und Ganoven
Gangster] -bande, die; -boß, der u m g.;
-film, der
Film aus der Filmproduktion kap. Länder, in dem
Gangster im Mittelpunkt des Geschehens stehen;
-metkode, die jvorw. Pl.j umg. Vorgehen, wie es
typisch für Gangster ist, sein könnte: das sind ja
Gangstermethoden!
Gangway, d ie;
-s [geywe:] (fahrbarer) nicht fest
montierter Steg (in Form einer Treppe), der bei
Flugzeugen, Schiffen das Ein- und Aussteigen der
Passagiere ermöglicht: die G. betreten, hinauf
steigen
Ganove, der; -n,
- n [. .va] umg. Gauner, Ver
brecher: den Ganoven auf die Schliche kommen
Ganoven|trick, der umg. jemot.j von Gaunern
häufig angewamdter T rick
Gans, die; -, Gänse 1.1. als Haustier gehalte?ier od.
wildlebender Entenvogel mit gedrungenem Körper,
langem Hals und gewölbtem oberem Schnabel, der
wegen seines Fleisches und seiner Federn geschätzt
w ird : weiße, fette Gänse; die Gänse schnattern,
watscheln; Gänse mästen; eine G. rupfen, aus-
nehmen, braten 1.2 . weibliches Tier von 1.1: die
G. brütet 1.3. jo. Pl.j Gänsebraten — 2. umg.
jvon einer weiblichen Personj damals war ich noch
eine G. (war ich noch unerfahren, unreif); sie ist
eine dumme, blöde, alberne G. (ist dumm, blöd,
albern); auch Schimpfw.
Gänsej -blümehen, das; -s, - a uf Wiesen wachsen
der, kleiner Korbblütler mit weißen, rötlich um
randeten Blütenblättern; -braten, der (Stück einer)
Gans (1.1) als Braten; -brüst, die Kochk. Brust
(3) der Gans (1.1), die geräuchert, gepökelt als Dell-
Gänsefeder — Garant
439
katesse gilt; -feder, die; -fett, das jo. PL/; -fleisch,
das; -füßehen, die /PL/ umg. Anführungsstriche;
-haut, die jo. Pl.j umg. durch Hervortreten der
Haarbälge und Aufrichten der Haare auftretende
Unebenheit der menschlichen Haut, die sich bei
plötzlicher Kälteeinwirkung, Angst od. durch Schreck
unwillkürlich einstellt: eine G. bekommen, kriegen,
haben; -keule, die; -klein, das; -s, jo. Pl.j Flügel,
Innereien der geschlachteten Gans (1.1)
zum Verbrauch zurechtgemacht: Reis mit G. kochen;
-leberpastete, die; -marsch, der - f u m g. im G.
{einer hinter dem anderen) gehen, laufen
Gänserich, der; -s, -e männliche Gans (1,1): der G.
zischt
Gänsei-schmalz, das /o. P L j; -vogel, der in zahl
reichen Arten vorkommender Vogel mit meist langem
Hals und kurzen, zum Leben auf dem Wasser ge
eigneten Beinen
Ganter, der; -s, - norddt. Gänserich
ganz jAdj.j 1. /nur attr.j 1*1. gesamt, ohne Aus
nahme, Einschränkung: er hat den ganzen Tag,
die ganze Zeit gearbeitet; das ganze Jahr hin
durch: ein ganzes Leben lang; die ganze Mensch
heit; seine ganze Kraft einsetzen; die Arbeit ver
langt den ganzen Mann (jmdn., der sich voll ein
se tzt); er hat mir die ganze Geschichte (alles) er
zählt; jindekl. vor geographischen Namen o. Art./
g. Leipzig; in g. Europa 1.2, das ist meine ganze
Barschaft (ich habe nur dieses Bargeld); sein Sohn
ist sein ganzer Stolz (er ist sehr stolz auf seinen
Sohn) 1,3. eine ganze Drehung (Drehung um
360 Grad); er ist ein ganzer Mann (in jeder Be
ziehung ein Mann) 1.4. ganze Zahlen (Zahlen, die
ein Vielfaches der Zahl 1 darstellen) — 2. [nicht
attr.j um g. das zerbrochene Spielzeug wieder g.
machen (reparieren); die Vase ist wieder g. (heil)
—
3. umg. /ganze + Kard.zahlj das hat ganze
(nur) zehn Pfennig gekostet; mit ganzen drei
Mann kann ich das nicht schaffen — 4 . /nur attr.j
umg. wir haben eine ganze (ziemlich große) Menge
Geld verbraucht; es dauerte eine ganze (ziemlich
lange) Weile — 5. /als Partikel/ 5.1. /verstärkendj
vollkommen (I), völlig: ein g. klarer Fall; g. offen
mit jmdm. reden; das ist mir g. egal; das ist etw.
g. anderes; das habe ich g. allein gemacht; es
kommt g. auf dich an; das ist g. meine Meinung;
um g. das Kind ist g. der Vater, die Mutter (ist
seinem Vater, seiner Mutter sehr ähnlich) 5.2. /ein
schränkend7 leidlich: das Gedicht ist g. gut; ich
finde sie g. nett
-f- g. und gar (vollständig, völlig); g. und gar nicht,
nichts, kein (überhaupt nicht, nichts, kein); g. zu
schweigen von . ..: das Essen war schlecht, g. zu
schweigen von der Bedienung (auf sie trifft das
Vorhergesagte besonders zu); im ganzen insgesamt:
er war im ganzen eine W oche verreist; — ganze
Arbeit geleistet haben; den ganzer*
Betrieb
aufhalten; im / großen und ganzen; auf der
ganzen /t Linie; g. / Ohr sein; etw.
voll und
g. verstehen, billigen
Ganze, das; -n, jo. Pl.j 1. aus zusammenhängenden
Teilen bestehende Einheit, etw. in sich Geschlossenes:
ein harmonisches, untrennbares Ganzes; man muß
hier das große G. sehen; aufs G. gesehen (von
Einzelheiten abgesehen) können wir zufrieden sein
—
2. das G. (das alles) ist zwecklos
+ es geht ums G. (es steht alles auf dem Spiel);
umg. aufs G. gehen (alles riskieren); — das ist
nichts / Halbes und nichts Ganzes
Gänze, die /in den Verbindungenj in seiner, ihrer
G. in seiner, ihrer Gesamtheit: etw. ist in seiner G.
schwer zu übersehen; bes. österr. zur G. gänzlich:
etw. zur G. abschaffen
Ganzheit, die; -,
- en /zu ganz 1.1/ Gesamtheit,
Geschlossenheit von etw.: etw. in seiner G. erfassen
ganzheitlich lAdj.j die Ganzheit, das Ganze in den
Zusammenhängen seiner einzelnen Teile erfassend,
als Methode zugrunde legend: die ganzheitliche Be
trachtung in der Medizin
ganz/Ganz| -jährig /Adj.; nicht präd.j während des
ganzen Jahres (anhaltend): das Hotel ist g. ge
öffnet; -leder, das jo. Pl.j: ein Band in G. (ganz in
Leder gebunden); -leinen, das jo. Pl.j: ein Band in
G. (ganz in Leinen gebunden)
gänzlich/Adj.; nicht präd.j vollständig (1.2), völlig:
das ist g. unmöglich; ein gänzlicher Mangel an
Verständnis
ganz zu ganz 1.11-seitigjAdj.; nur attr.j eine ganze
(Druck)seite ausfüllend: eine ganzseitige Abbil
dung; -tägig jAdj.j 1.1. /nur attr.j einen ganzen
Tag dauernd: eine ganztägige Beratung 1.2. jadv.j
g. (nicht verkürzt) arbeiten
1gar jAdj.; selten attr.j 1. /von Speisenj durch
Kochen (Backen, Braten) weich, zum Verzehr fertig:
die Kartoffeln sind (noch nicht, erst halb) g.; das
Fleisch auf kleiner Flamme g. kochen; den garen
Reis in die Suppe geben — 2. Landw. der Boden
ist g. (der Boden zeigt die für das Pflanzenwachstum
günstigsten physikalischen, chemischen und biolo
gischen Eigenschaften
2gar jAdv.; als Verstärkung einer Verneinungj: g.
(überhaupt) nicht, nichts, kein: er war g. nicht
aufgeregt, sagte g. nichts, hat g. keine Zeit,
Ahnung; das ist g. nicht wahr; das ist eine g.
nicht so schlechte Sache
-f- / ganz und g.; / ganz und g. nicht, nichts, kein
3gar /Partikel/ 1.1 . /hebt ein Satzglied hervorj so
gar (1.1): das ist eine Angelegenheit für die Schieds
kommission oder g. für das Gericht; er mußte sich
verantworten und nun noch g. vor allen Leuten;
zuletzt bedrohte er ihn g. 1 .2 . /als Verstärkung
einer vorsichtigen Behauptung/: ich glaube, fürchte
g. (fast), damit ist es noch nicht abgetan; du be
nimmst dich g., als machtest du das zum ersten
mal 1.3. /verstärkt eine (rhetorische) Frage und
deutet die erhoffte verneinende Antwort an; mit sub
jektiver Anteilnahmej etwa (3.2): er wird doch nicht
g. verunglückt sein?: hast du das g. selbst ge
macht?; da bist du wohl g. die ganze Strecke
gelaufen? —2. veraltend sehr: erbesitztg. wert
volle Bücher; ein g. willkommener Gast — 3.
/steigert zu, sehr, soj: das ist g. zu (allzu) schön,
wenig; er wäre g. zu gern dabeigewesen; das klingt
alles g. so (überaus) plausibel
- f warum nicht g. (warum denn nicht)?
Garage, die; -,
-n [..a:3a] Raum, Bauwerk für die
Unterbringung, das Abstellen von Kraftfahrzeugen:
das Auto in die G. fahren, in einer G. abstellen
Garagen|wagen, der Personenkraftwagen, der gene
rell in einer Garage abgestellt wird und daher vor
kontinuierlichen Witterungseinflüssen geschützt ist
Garant, der; -en, -en Institution, Person, diexdurch
ihr Engagement, Sache, die durch ihre Funktion die
Gewähr dafür bietet, daß etw. sicher ist, (erhalten)
440
Garantie — Garn
bleibt: dieser Staat, Vertrag ist ein G. des Friedens
Garantie, die; -n [. .i:en] 1.1. Versicherung (2.1),
Gewähr: dafür, daß das völlig in Ordnung ist, daß
das klappt, kann ich keine G. übernehmen 1.2.
jvorw. Pl.j Garantien (schriftliche Zusicherungen)
für etw. geben; beide Parteien wollen bestimmte
Garantien haben — 2. Bank finanzielle Bürg
schaft für einen gewährten Kredit: gibt es für die
Kreditaufnahme eine G.?
—
3. faehspr. vom
Herstellerwerk gegebene schriftliche Zusicherung,
innerhalb eines festgesetzten Zeitraums auftretende,
nicht vom Käufer verursachte, die Funktionstüchtig
keit betreffende Schäden an dem gekauften Gegen
stand kostenlos zu beheben od. ihn zu ersetzen: das
Werk gibt, leistet, übernimmt für dieses Gerät
ein Jahr G .; der Staubsauger, die Uhr hat ein
Jahr G .; um g. auf dem Füllfederhalter, Fernseh
apparat ist noch G.
4- umg. unter G. garantiert, zweifellos: das ist
unter G. gelogen
Garantie zu Garantie 3| -anspruch, der Anspruch
auf eine Garantieleistung; -leistung, die auf Grund
einer Garantie zu leistende Arbeit, einzulösende Ver
pflichtun g; -frist, die vgl. Garantiezeit
garantieren fsw. Vb.; hat; / auch garantiert/ 1.1.
(jmdm.) etw. fest zusichern: jmdm. einen guten
Verdienst, bestimmten Mindestlohn g. 1.2 . etw.
garantiert etw. etw. gibt die Gewähr fü r etw .: dieser
Vertrag garantiert ein konfliktloses Zusammen
leben der beiden Partner; eine gute Unterkunft
ist garantiert 1.8. für etw. g. die Verantwortung
dafür übernehmen, daß etw. den Erwartungen ent
s p rich t: für einwandfreie Qualität, tadellosen Sitz
wird garantiert
garantiert /Adv.; / auch garantieren/ umg. mit
absoluter Sicherheit: das ist g. eine echte K ette;
damit hat er g. nicht gerechnet
Garantie zu Garantie 3| -schein, der m it der g e
kauften Ware ausgehändigter Schein, der den Garan
tieanspruch bescheinigt; -urkunde, die Garantie
schein für Waren von besonderem Gebrauchswert:
die G. für den Fernsehapparat ausfüllen, aus
stellen; -zeit, die genau festgesetzte Zeit, während
der ein Garantieanspruch besteht: die G. ist ab-
gelaufen
Gar|aus, Gar|aus, der
4- umg. scherzh. jmdm. den G. machen (jmdn.
umbringen)
Garbe, die;
-n 1. gemähtes, (für das Aufstellen
zum Trocknen) zusammengebundenes Getreide: Gar
ben binden, aufstellen — 2. Serie von Schüssen
aus einer Schnellfeuerwaffe: Garben schweren
Maschinengewehrfeuers
Garde, die; -,
-n 1. Gruppe von Menschen mit ge
meinsamen Zielen, Interessen: fin Verbindung mit
bestimmten Adj.j umg. scherzh. er gehört auch
(noch) zu der alten G. (zu den langjährigen M it
arbeitern) unseres Betriebes — 2. Leibgarde: die G.
war vor dem Schloß aufgezogen
*
Garderobe, die; - ,
-n 1. jvorw. Sg .f jmds. Ober
bekleidung: jmd. hat viel, für diesen Anlaß nicht
die passende G .; für die G. (die abgelegten Mäntel,
Hüte u. ä .) seiner Gäste übernimmt das Restaurant
keine Haftung — 2.1. abgeteilter Raum in einem
öffentlichen Gebäude, bes. in einem Restaurant,
Theater, in dem die Besucher Mantel, Hut, Tasche
o . ä . vorübergehend abgeben: den Mantel an der G.
abgeben 2.2. Raum eines Theaters, Varietis, in dem
sich der Künstler vor, nach seinem Auftritt umzieht,
zurechtmacht: vor der G. des Sängers warten —
3. Vorrichtung in Korridoren zum A ufhängen bes.
von Mänteln, Jacken, zum Ablegen von Kopf
bedeckungen: den Mantel an die G. hängen
Garderoben] -frau, die Angestellte, die in einer
Garderobe (2.1) tätig ist; -haken, der Haken fü r das
Aufhängen bes. des Mantels; -marke, die an der
Garderobe (2.1) für abgegebene Garderobe aus
gehändigte Marke (mit einer Nummer); -Ständer,
der Ständer mit Haken zum Aufhängen bes. des
Mantels
Garderobier, der; -s, -s [..ie;] Theater männliche
Fachkraft, die die Aufgabe hat, darstellenden Künst
lern und Tänzern beim Umkleiden, Zurechtmachen
behilflich zu sein, und die für deren Kostüme verant
wortlich ist; dazu Garderobiere, die;
- n [..leiro,
. . is:ro]
Gardine, die;
-n Vorhang aus durchsichtigem,
hellem, meist weißem Gewebe, der an der Innenseite
eines Fensters angebracht wird, um den Einblick in
den Raum bei Tageslicht zu verhindern und ihn
wohnlicher zu gestalten: die G., Gardinen vor-, auf-
ziehen, anbringen, abnehmen
+ umg. scherzh. hinter schwedischen Gardinen
(im Gefängnis) sitzen
Gardinen|-leiste, die über einem Fenster angebrachte
Leiste mit einer Laufschiene, an der die Gardine
befestigt wird; -predigt, die umg. scherzh. heftige
Vorwürfe, die bes. eine Frau ihrem Mann macht,
Strafpredigt; -Stange, die 1. Stange, an der die
Gardine befestigt wird — 2 . Gardinenleiste
Gare, die; -,
jo. Pl.j Landw.: der Boden hat
eine gute G. (ist xgar 2)
garen fsw. Vb.; hat/ faehspr. 1.1. etw. xgar (1)
werden lassen: das Fleisch unter häufigem Be
gießen mit Fett, bei hoher Temperatur g. 1.2. xgar
(1) werden: etw. auf kleiner Flamme g. lassen;
das Gemüse muß langsam g.
gären, gor/gärte, hat/ist gegoren, hat gegärt 1.1.
/gor, selten gärte, hat gegoren, selten gegärt/ sich
unter Bildung von Alkohol od. Milch- , Buttersäure
aus einer höheren organischen Verbindung in niedere
Verbindungen zersetzen: der Most, Wein gärt; der
Teig hat gegoren, gegärt; Sekt ist gegorener Wein
1.2 . /gor, ist gegoren/ zu etw. g.: der Wein ist zu
Essig gegoren (ist durch Gärung zu Essig geworden)
—
2. /gärte, hat gegärt/ in jmdm . , einer Menschen
menge gärt es (entsteht unterschwellig, allmählich
Unzufriedenheit, die zu einem Aufruhr drängt).: vor
der Revolution gärte es im Volk; Wut, Unzu
friedenheit gärte (verstärkte die Unruhe, den H aß)
in ihm, in den Massen
Gär|futter, das Landw. pflanzliches Futter, das
durch Gären (1) im Silo haltbar gemacht wurde
gärigfAdj.; nicht adv./ veraltend im Zustand der
Gärung befindlich (und daher verdorben)
Gar|küche, die 1. G astron. (kleine) Betriebsküche
od. Küche einer kleinen Gaststätte, in der vor
gefertigte od. einfach zubereitende Speisen ausgegeben
werden — 2. sehr einfache Speisegaststätte
Garn, das; -(e)s, -e 1. aus Fasern gesponnener Faden
von unterschiedlicher Struktur und mit vielfältigem
Verwendungszweck: dünnes, feines, festes, dickes
G. verwenden; das G. aufspulen, - wickeln; Flachs
zu G. spinnen; dieses G. reißt leicht; eine Rolle
Garnele — Gasleitung
441
(schwarzes) G.
—
2./o. Pl.jJägerspr. Fischerei
Netz zum Fangen von Wild, Vögeln, Fischen: Wild
ins G. treiben
Garnele, d ie;
-n im M eer lebender zehnfüßiger
Krebs mit seitlich plattem, oft durchsichtigem Körper
und langen Fühlern, der als Nahrungsmittel dient
garnieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. mit etw. ver
zieren, schmücken', die Tafel mit Blumen, Kerzen
g.; ein Kleid mit Schleifen, Paspeln g .; die Tarte
mit Buttercreme g. 1 .2. eine Torte g. (auf eine
Torte z. B . ein zierendes Muster aus Buttercreme,
Sahne spritzen)
Garnierung, d ie; -,
- en 1. fvorw. Sg .; zu garnieren/
das Garnieren — 2. etw. Garnierendes
Garnison, die ;
-en 1. ständiger Standort von
Truppen und^deren Einrichtungen: in G. liegen,
stehen — 2. Gesamtheit der Truppen von 1: die
(ganze) G. war zum Manöver ausgerückt
Garnitur, die; -,
- en 1. Gesamtheit verschiedener
funktional zusammengehöriger, bes. nach Aussehen
und Material aufeinander abgestimmter Gebrauchs
gegenstände: eine G. Polstermöbel; eine G. für den
Schreibtisch; eine G. (Unterwäsche für Damen,
Herren) aus Baumwolle — 2. /in den Verbindungen]
umg. die erste, zweite G. die besten, die weniger
guten Vertreter einer in der Öffentlichkeit wirkenden
Gruppe von Menschen: bei der Premiere singt die
erste G .; beide Fußballspieler zählen, gehören zur
zweiten G.
Garn| -knäuel, das, auch der; -rolle, die R olle mit
aufgewickeltem Garn, zum Aufwickeln von Garn (1)
Gär|prozeß, der Vorgang des Gärens (1.1)
garstig /Adj.f veraltend 1. unausstehlich (1),
frech (1.1): ein garstiges Benehmen, Kind; sei
nicht so g. zu deiner Schwester — 2. garstiges
(scheußliches) Wetter
Garten, der; -s, Gärten (durch einen Zaun) be
grenztes Stück Land (am Wohnhaus), das für den
Anbau von Gemüse, Obst und Blumen genutzt wird:
ein großer, gepflegter, verwilderter G .; den G.
umgraben; im G. etw. säen, pflanzen; (gern)
im G. arbeiten; ein /* zoologischer, / botani
scher G.
Gartenj ^arbeit, die /o. P l.j Tätigkeit im Garten',
-architekt, der auf einer Hochschule ausgebildeter
Fachmann für die Gestaltung und Planung von
gartenähnlichen Anlagen und Grünflächen; -bau,
der jo. PL/ fachmännisch betriebener Anbau von
Gemüse, Obst, Blumen auf kleineren Flächen, in
Gärten; -baubetrieb, der Betrieb (1) für den Garten
bau; -fest, das Fest, das in der wärmeren Jahreszeit
im Garten gefeiert wird; -gerät, das Gerät für die
Bearbeitung eines Gartens; -gestaltung, die; -grund-
stück, das als Garten angelegtes Grundstück (mit
einer Laube); -haus, das kleines, nicht winterfestes
Haus in einem Garten; -fand, das jo. PI./ als Garten
zu nutzendes, genutztes Land: ein Stück G. kaufen;
-laube, die Laube im Garten; -lokal, das Lokal mit
Tischen und Stühlen in einem Garten, in dem bei
günstigem Wetter Gäste bedient werden; -möbel, die
/PL/ einfache, meist zusammenlegbare Möbel, bes.
Tisch, Stühle, für die Benutzung im Garten, im
Freien; -party, die vgl.
- fest; -pflanze, die Pflanze,
die im Garten gehalten wird; -restaurant, das vgl.
- lokal; -schlauch, der Schlauch zum Sprengen (II)
eines Gartens; -Stuhl, der vgl.
- möbel; -tisch, der
vgl.
- möbel; -tür, die; -zaun, der; -zwerg, der zum
Aufstellen in einem Garten bestimmte, farben
kräftige Keramikfigur in Form eines Zwerges
Gärtner, der; -s, - Fachmann für den Gartenbau
+ den / Bock zum G. machen
Gärtnerei, die; -,
- en kleiner Gartenbaubetrieb,
der bes. Blumen, Stauden, Gemüsepflanzen produ
ziert
Gärtnerin, die; -nen /zu Gärtner/
gärtnerisch /Adj.; nicht präd./ 1.1. den Gartenbau
betreffen d : gärtnerische Betriebe;, eine gärtnerische
Gestaltung, Tätigkeit; eine gärtnerische Produk
tionsgenossenschaft /Abk. GPG/ (soz. P ro d uk
tionsgenossenschaft für die Produktion von Erzeug
nissen des Gartenbaus) 1.2. gärtnerische (in einer
Gärtnerei gezogene) Kulturen; g. betriebener Ge
müseanbau
Gärung, die; -,
-en /vorw. Sg .; zu gären 1/das
Gären : die / alkoholische G.; in G. übergehen
(anfangen zu gären)
Gärungsprozeß, der Gärprozeß
Gas, auch Gas, das; -es, -e 1. Stoff in gasförmigem
Zustand, der jedes Volumen (1) einzunehmen fähig
ist: die Gase der Luft; explosives, giftiges, radio
aktives G .; technische Gase; G. erzeugen, ver
flüssigen, kondensieren; einen Luftballon mit G.
füllen — 2. /o.Pl.l 2.1. als Energiequelle zum Heizen,
Kochen verwendetes brennbares Gasgemisch: mit G.
kochen, heizen; es riecht nach G. 2.2. Gasflamme:
das G. anzünden, abstellen; den Teekessel, Topf
aufs G. (auf den Gasherd) stellen, bringen — 3 .
/in den Verbindungen/ G. geben, wegnehmen (ver
stärkt, vermindert dem Verbrennungsmotor Kraft
stoff-Luft-Gemisch zukommen lassen und dadurch
das Tempo vergrößern, vermindern) — 4. Giftgas
als Kampfmittel
Gas/gas, a u ch Gas/gas| -ableser, d er; -s,
-
jmd.,
der beruflich in den Haushalten den Verbrauch des
Gases am Zähler abliest und das Geld dafür kassiert;
-anstatt, die vgl. Gaswerk; -anzünder, der Gerät
zum Anzünden von Gas (2.1); -beleuchtung, die
jo. PL/ durch Gas (2.1) bewirkte Beleuchtung;
-beton, der /o. Pl.j Bauw. bes. durch Gas (1) auf-
gelockerter, großporiger Beton; -brenner, der Vor
richtung bes. an Gasherden, an der das Gas ent
zündet werden kann; -druck, der /PL -drücke/
Druck (1.1) des Gases (2.1, 1); -erzeugung, die;
-explosion, die; -feuerung, die Feuerung (3)mit Gas
(2.1); -feuerzeug, das mit flüssigem Gas (2.1) ge
speistes Feuerzeug; -flamme, die Flamme des am
Gasbrenner entzündeten Gases; -flasche, die langer,
schmaler Behälter aus Stahl zur Aufnahme kompri
mierten od. flüssigen Gases (2.1,1); -förmig/Adj./ der
materiellen Struktur nach von so geringer Dichte, daß
es unsichtbar ist und die Tendenz hat, sich nach allen
Seiten auszubreiten und dabei jeden leeren Raum
einzunehmen; -gemisch, das Gemisch aus Gasen
(1); -gerät, das durch Gas gespeistes Gerät zum
Heizen, Kochen; -geruch, der /o. Pl.j Geruch nach
Gas (2.1); -hahn, der Hahn an Gasherden zur
Regulierung des Gasdrucks: den G. aufdrehen und
das Gas anzünden; den G. abstellen, abdrehen;
-hebel, der vgl.
- pedal; -heizung, die mit Gas (2.1)
betriebene H eizung; -herd, der mit Gas (2.1) be
triebener Kochherd; -kocher, der; -s, - zum Kochen
dienendes kleines Gasgerät mit ein od. zwei Gas
brennern; -laterne, die durch Gas (2.1) gespeiste
Straßenlaterne; -leitung, die Rohrleitung für Gas
442
Gasmann — Gattungsname
(2.1) ; -mann, der /PI.
- männer/ umg. Gasableser;
- maske, die Schutzmaske gegen Gase (1, 4): die G.
aufsetzen, anlegen, abreißen; -patrone, die mit
Gas (4) gefüllte Patrone; -pedal, das Pedal für die
Zufuhr, Regelung des Treibstoff-Luft-Gemisches bei
zweispurigen Kraftfahrzeugen; -rechnung, die Rech
nung über die verbrauchte Menge an Gas (2.1);
- rohr, das Rohr der Gasleitung; -schlauch, der
Schlauch zwischen Gasrqhr und Gasgerät
Gasse, die; -n 1. sehr schmale, beidseitig eng von
(kleinen) Häusern bestandene Straße: durch die
winkligen, holprigen Gassen der Altstadt gehen —
2, Weg, Durchgang durch eine Menschenmenge: sich
eine G. durch die Menge bahnen; für den Ehren
gast eine G. bilden
+ ein Hansdampf in allen Gassen
Gassenjhauer, der; -s, - allgemein bekanntes, ab
gedroschenes Lied : G. singen, pfeifen, grölen
Gast, der; -es, Gäste 1.1. jmd., der auf Grund einer
Einladung von jmdm. zur Bewirtung (und Beher
bergung) empfangen w ird: ein lieber, gern gesehener,
seltener G .; Gäste erwarten; wir haben heute abend
Gäste; betrachten Sie sich als mein G. (ich bezahle,
was Sie verzehrt haben) 1.2 . jmdn. zu G. haben (jmdn.
als 1.1 bei sich haben); bei jmdm. zu G. (als 1.1) sein
—
2. jmd.,
der gegen Entgelt bewirtet, beherbergt
w ird : die Gäste dieses Lokals, Hotels; zahlende
Gäste — 3.1. jmd., der sich an einem fremden Ort,
in einem fremden Personenkreis wegen einer be
stimmten Aufgabe vorübergehend (als Besucher) auf-
hält: Gäste der Regierung, der Akademie; die
Schauspielerin hat die Rolle als G. übernommen;
als G. singen; als G. am Unterricht teilnehmen; er
ist auf den Rennplätzen ständiger G. (er besucht
regelmäßig Rennen) 3.2. Sport fnur im PL/ Mann
schaft, die nicht in den eigenen, sondern in den
Sportstätten des Gegners zum Vergleich antritt: die
Gäste gewannen 3:1
Gast| -arbeiter, der feuphemist. Bez. im bürgerl.
Sprachgebrauch für jmdn.,
der, aus einem öko
nomisch weniger entwickelten Land stammend, als
Ausländer in einem kap. Land in einem zeitweiligen
Arbeitsverhältnis steht/; -dirigent, der Dirigent, der
ein Orchester als Gast (3.1) dirigiert; -dozent, der
Dozent, der an einer Hochschule, Universität als Gast
(3.1) Lehrveranstaltungen durchführt
Gäste|-buch, das Buch, in das sich Gäste (1), meist
mit einem Dank an den Gastgeber, eintragen; -haus,
das Hausi das Regierungsstellen, größeren Betrieben
für die Aufnahme von Gästen zur Verfügung steht;
- zimmer, das Zimmer in einem Hotel, Heim für
Gäste (2)
gast/Gast| -frei /Adj.; nicht adv./: jmd. führt ein
gastfreies Haus (empfängt immer gern Gäste);
- freundlich /Adj./ gern Gäste aufnehmend, dem
Gast freundlich entgegenkommend: eine gastfreund
liche Familie; ein gastfreundliches Haus; g. auf
genommen werden; -freundschaft, die /o. PI./ bereit
willige Aufnahme und Bewirtung von Gästen (1.1):
G. genießen; jmdm. G. gewähren; -gebend /Adj.;
nur attr./ jmdn. als Gast empfangend, aufnehmend;
- geber, der; -s, - derjenige, der die Gäste aufnimmt
und bewirtet; dazu -geberin, die; -,
- nen; -geschenk,
das Geschenk des Gastes für den Gastgeber, die Gast
geberin; -haus, das Haus mit Gaststätten und Über
nachtungsmöglichkeit für Gäste (2); -hof, der vgl.
haus; -horer, der Hörer (1), der kein Vollstudium
absolviert, sondern nur an bestimmten Lehrveran
staltungen teilnimmt
gastieren /sw. Vb.; hat/ von Künstlern/ als Gast auf
einer fremden Bühne auftreten: er gastiert nächste
Woche in N
Gastland, das Land, das einen Ausländer als Gast
aufnimmt
gastlich /Adj./ gastfreundlich: jmdn. g. bewirten;
dazu Gastlichkeit, die; jo. PI./
Gast| -mahl, das veraltend festliches Mahl mit
Gästen (1); -recht, das jo. PI./ Ausländern gewährtes
Recht, sich als Gäste im Land aufzuhalten: jmdm. G.
gewähren; das G. verletzen
Gastritis, die; -, jo. Pl.f Med. Entzündung der
Magenschleimhaut
Gast|rolle, die: s p ö tt. sie gab in unserem Betrieb
nur eine (kurze) G. (verschwand nach kurzer A n
wesenheit, Mitwirkung wieder)
Gastronom, der; -en, -en Fachkraft auf dem Gebiet
der Gastronomie
Gastronomie, die; /o. PL/ 1. die das Gaststätten
wesen betreffenden Einrichtungen —2. feinere Koch
kunst; dazu gastronomisch /Adj.; vorw. attr./; zu
1: die Gastronomie betreffend: gastronomische Ein
richtungen; das gastronomische Gewerbe
Gast| -spiel, das Auftreten eines Künstlers, künst
lerischen Ensembles auf einer fremden Bühne: ein G.
absagen; ein G. geben (gastieren); -spielreise, die
Reise zum Zweck von Gastspielen; -statte, die
gastronomische Einrichtung mit einem od. mehreren
Räumen, in der Gäste Speisen und Getränke erhalten;
-Stättengewerbe, das das gastronomische Gewerbe;
-Stube, die kleinerer Raum in einem Gasthaus, in
dem die Gäste bewirtet werden; -Vorlesung, die von
einem nicht an der betreffenden Hochschule ver
pflichteten Dozenten, Professor gehaltene Vorlesung;
-wirt, der Inhaber einer Gaststätte; -Wirtschaft, die
einfache Gaststätte
Gas, auch Gas| -uhr, die Gaszähler; -verbrauch, der
Verbrauch von Gas (2.1); -Vergiftung, die Vergif
tung durch Einatmen von giftigem Gas: sie starb an
einer G .; -Versorgung, die Versorgung mit Gas (2.1);
- werk, das Betrieb, in dem Gas (2.1) erzeugt wird:
-zähler, der Gerät, das die M enge des verbrauchten
Gases (2.1) mißt
Gatte, der; -n, -n /wird nicht auf den eigenen Ehe
mann und auf den Ehemann einer geduzten Person
angewandt/ geh. Mann (2), Ehemann: grüßen sie
bitte Ihren Gatten
Gatter, das; -s, -1 .1 . Einzäunung aus breiten, starken
Latten 1.2. Tor aus breiten starken Latten — 2. Ge
hege (1)
Gattin, die; -nen /zu Gatte/ geh. Frau (2), Ehe
frau : grüßen Sie bitte Ihre G.
Gattung, die; -,
- en 1.1 . etw., das eine Gesamtheit von
Dingen zusammenfaßt, die in wesentlichen Eigen
schaften übereinstimmen: verschiedene Gattungen
von Schiffen; die Epik ist eine literarische G.
1.2. Biol. Einheit im System der Lebewesen, die
zwischen Familie und Art steht: die Pflanze gehört
zur G. Ahorn
Gattungs| -begriff, der Begriff, der mehrere Begriffe
zusammenfaßt, die jeweils eine Art bezeichnen;
■name, der 1.1. Biol. Name einer Gattung 1.2.
Sprachwiss. Substantiv, das sowohl eine Gattung
(1.1) gleichartiger Erscheinungen als auch den ein
zelnen Vertreter der Gattung bezeichnet
Gaucho — Gebell
443
Gaucho, der; -s, -s [. .tjo] (berittener) Hirt großer
Herden bes. von Rindern in Südamerika
Gaudi,das; -s, süddt., österr. die; /beide o. PL/
umg. unerhörter Spaß, Gaudium: das war ein G.!;
so einG.!
Gaudium, das; -s, /o. PL/ großer Spaß (1): ihn so
anzuführen, war ein (einziges) G. für mich, war
mir ein G .; zum G. aller ahmte sie die Lehrerin
nach
Gaukelei, die; -,
-en veraltend 1.1. (mit Zaube
reien verbundener) spaßiger Unfug: ein Komödiant,
der allerlei Gaukeleien vorführt 1.2. Gaukelspiel:
eine G. der Natur
gaukeln /sw. Vb.; ist/ sich unstet (flatternd) hin und
her bewegen: der Schmetterling gaukelt von Blüte
zu Blüte
Gaukel|spiel, das /vorw. Sg .j veraltend Vorspiege
lung, Vortäuschung: alles war nur Trug und G.;
Schluß mit diesem G .!
Gaukler, der; -s, - veraltend 1. jmd., der jmdm.
etw. vorzutäuschen versucht — 2. Artist, Zauber
künstler (auf einem Jahrmarkt);dazu Gauklerin, die;
- nen
Gaul, der; -(e)s, Gäule 1. umg. \emot. neg.j Pferd :
dieser alte, störrische G .!; mit diesem G. hat man
nichts als Ärger — 2. landsch. Pferd: die Gäule
einspannen
+ umg. jmdm. Zureden wie einem lahmen G.
(jmdm. geduldig und sehr eindringlich Zureden)
Gaumen, der; -s, -1.1.Scheidewand zwischen M und
höhle und Nasenhöhle: der harte (vordere), weiche
(hintere) G. 1.2. 1.1 als Geschmacksorgan: das ist
etw. für den G., k itzelt den G., schmeichelt dem G.
(das schmeckt sehr gut); einen feinen G. haben (ein
Feinschmecker sein)
+ jmdm. klebt die /* Zunge am G.
Gaumen| -freude, die geh. kulinarischer Genuß:
dieser Wein, der Gänsebraten ist eine (wahre) G .;
-Segel, das Med. Phonet. Teil des weichen hin
teren Gaumens, Velum
Gauner, der; -s, - 1. Schwindler, Betrüger: die Poli
zei warnt vor Gaunern und Taschendieben — 2 .
umg. gerissener Mensch, der deutlich auf seinen
Vorteilbedacht^:.du alter G.!; so einG.!
Gauner| -komödie, die Literaturwiss. Komödie
mit einem gewissen gesellschaftskritischen Aspekt,
in der Gauner (1) im Mittelpunkt des Geschehens
stehen; -spräche, die /o. PL/ Rotwelsch; -stück, das
/PI.
- e/ gerissene, betrügerische Handlung: das G.
des Hauptmanns von Köpenick; -trick, der für
Gauner (1) typischer Trick
Gavotte, die; -,
- n [gavota] 1. Tanz des 17. und
18. Jhs. im Zweihalbe- od. Viervierteltakt — 2. Mus.
Satz in einer Suite, Sonate
Gaze, die; -,
- n [..za] 1.1. gitterartiges, weitmaschiges
Gewebe: ein Stück G. auf die Wunde legen 1.2. fei
nes Flechtwerk aus Metalldrähten: ein mit G. be
spanntes Fliegenfenster
Gazelle, die; -, -n sehr zierliche Antilope mit langen,
schlanken Beinen, großen Augen und auffallender
Kopfzeichnung
Gazette, die; -,
-n [..ts.., auch ..z . .] veraltend
/emot. neg./ Zeitu ng
G-Dur, das; /o. Pl.j Mus. /Tonart/
Geächze, das; -s, jo. PI./ das (fortwährende) Ächzen:
unter starkem G. schleppte er sich die Treppe hin
auf
Geäder, das; -s, - Vielzahl netzartig verästelter Adern
(1): das bläuliche G. an seinen Schläfen; O das G.
des Eichenblattes
geädert /Adj.; nicht adv./ von aderförmigen Linien
durchzogen: geäderter Marmor
geartetjAdj.; nicht adv.; / auch arten•/: sein Kind
ist gut g. (veranlagt 1.2); ein besonders gearteter
Fall (Fall besonderer A rt 2.2)
Geäst, das; -(e)s, jo. PI./ Gesamtheit der Äste eines
Baumes, Strauches: das kahle, dichte G. des Baumes
Gebäck, das; -(e)s, jo. P l.f etw. Gebackenes, das aus
feinem (süßem) Teig besteht und in einzelnen Stük-
ken geformt ist: duftendes, knuspriges G. zum Tee
anbieten, knabbern
Gebäck|-dose, die Dose, in der Gebäck aufbewahrt
w ird; -stück, das /PI.
- e/ einzelnes Stück Gebäck;
-zange, die Greifzange für Gebäck
Gebalge, das; -s, /o . Pl.j umg. das (fortwährende)
Sichbalgen
Gebälk, das; -(e)s, jo. PI./ Gesamtheit der Balken
eines Bauwerks, bes. eines Dachstuhls: morsches,
verkohltes G.
Gebärde, die;
-n Bewegung der Hände, Gesichts
züge, Augen, die eine Empfindung, einen Willen
au sdrü ckt: eine einladende, drohende, unwillige G.
machen; sich durch Gebärden verständigen
gebärden, sich, gebärdete sich, hat sich gebärdet
sich in bestimmter W eise auffällig verhalten, be
nehm en: sich leidenschaftlich, wild, wie ein Ver
rückter g.
gebärden/Gebärden|-reich /Adj./ m it vielen G ebär
den: g. sprechen; -spiel, das jo. PI./ Gestik und
Mienenspiel (eines Schauspielers); -spräche, die
jo. PI./ Zeichensprache (2)
Gebaren, das; -s, - jvorw. Sg .j auffälliges Verhalten,
Ben ehm en: er fiel durch sein eigenartiges, schwer
fälliges G. auf
gebären (sie gebärt, veraltend gebiert), ver
altend gebar1, hat geboren // auch geboren; von
Menschen, Säugetieren/ ein Kind, 2Junges durch
Geburt (1) aus dem Mutterleib bringen: sie hat ihr
erstes, zweites Kind geboren; geboren werden: er
wurde in Berlin geboren (stammt aus Berlin); umg.
der Mann, der das zustande bringt, muß noch ge
boren werden (den gibt es noch nicht)
Gebärmutter, die jo. PI./ Hohlorgan der Frau und
der höheren weiblichen Säugetiere, in dem die Ent
wicklung des befruchteten Eies vor sich geht
gebauchkitzelt /Adj.; in der Verbindung/ umg.
scherzh. sich g. (geschmeichelt) fühlen
Gebäude, das; -s, - größeres Bauwerk, das M en
schen zum Aufenthalt od. als Produktionsstätte
die n t: ein mehrgeschossiges, weitläufiges, schmuck
loses, repräsentatives G .; das G. wurde renoviert,
abgerissen
Gebäude] -block, der /PI.
- blocke, - blocks/; -kom
plex, der Komplex von Gebäuden: ein riesiger G.;
-trakt, der vgl.
- komplex
gebe/Ggbe| -freudig /Adj./ gern (und viel) gebend,
freigebig; dazu -freudigkeit, die; jo. P lj
Gebein, das; -(e)s, -e 1. ve raltend der Schreck,
Schmerz fuhr ihm ins, durch das G. (durchfuhr
ihn) — 2. /nur im Pl.j Knochen, Skelett eines
T oten : bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man
auf Gebeine
Gebell, das; -(e)s, Gebelle, das; -s, /beide o. P l.j das
(fortwährende) Bellen (1): das wütende, freudige Ge
444
geben — Gebilde
bell der Hunde; /emot. neg./ das ewige Gebelle
geht mir auf die Nerven!
geben (er gibt), gab, hat gegeben / / auch gegeben/
1. jmdm. etw. g. 1.1. etw. in jmds. Hände legen und
ihn dadurch zum Eigentümer dieser Sache machen:
jmdm. Geld, Trinkgeld g.; jmdm. etw. als Ge
schenk g. {schenken) 1.2. jmdm. etw. hinhalten, da
mit er es ergreifen, nehmen kann: gib mir bitte den
Mantel!; jmdm. die Hand g. 1.3. dafür sorgen, daß
jmd. etw. (persönlich) von ihm erhält, worauf er ge
wöhnlich ein Anrecht hat: jmdm. den Lohn, eine
Quittung g.
—
2. etw. in etw. g. etw. einer Person
od. Einrichtung bringen, damit diese dafür eine be
stimmte Dienstleistung ausführt: den Koffer in die
Gepäckaufbewahrung g .; das Auto zur Reparatur
g.; den Jungen in Pflege g .; den Artikel in Druck,
Satz g.
—
3. etw. fü r etw. bezahlen: ich habe drei
Mark für die Blumen gegeben; <£> ergäbe viel dar
um, wenn (wünschte sehr, daß) er dabeisein könnte
—
4. jmdm. einen Stoß g. jmdm. einen Stoß ver
setzen: jmdm. einen Schlag, Klaps g.
—
5.1. dem
Schüler (Nachhilfe)stunden, jmdm. Auskunft,
das Wort g. (erteilen); der Lehrer gab (unter
richtete) Physik 5.2. jmdm. etw. zukommen (4)
lassen: dem Baby die Flasche, Brust g.; jmdm.
einen Hinweis, guten Rat, Tip g.; jmdm. Bescheid,
Nachricht g.; jmdm. einen Überblick g. (ver
mitteln); jmdm. ein Interview, Autogramm g. (ge
währen); jmdm. das Jawort g.; jmdm. Kredit,
Rabatt g.; jmdm. eine Chance, Perspektive, Hand
habe g.; jmdm. Rückhalt g .; jmdm. Gelegenheit,
Grund, Veranlassung zu etw. g. (bieten) &&,jmdm.,
einer Sache etw. verleihen (3.1): etw. gibt jmdm.,
dem Kleid eine sportliche, festliche N ote; seinem
Leben einen Sinn g. 5 .4. etw. erlassen (1): eine An
weisung, den Befehl g.
—
6. etw., ein Tier gibt etw.
6.1 . der Baum gibt (spendet) viel Schatten; der Ofen
gibt Wärme (strahlt Wärme aus); die Kühe g. Milch
(sondern aus den Milchdrüsen Milch ab) 6.2 . etw.
Ergibt (1.1) etw.: der Most wird einen guten Wein
g.; zwei Hälften g. ein Ganzes; das gibt ein schie
fes, kein richtiges Bild — 7. etw. (als Gastgeber)
veranstalten: ein Fest, Essen, Bankett g.; ein Kon
zert, Gastspiel, eine Vorstellung g.
—
8.1 and sch.
etw. an, in etw. tun: Salz an das Essen g.; die
Wäsche in die Waschmaschine g.
—
9.1 . sich in
bestimmter W eise verhalten: sich natürlich g .; seine
Art, sich zu g .; sich liebenswürdig, nach außen hin
gelassen, unbefangen g .; sich den Anschein g., daß
...
(so tun, als ob ...) 9.2 . sich besiegt, geschlagen g.
(eingestehen, daß man besiegt, geschlagen ist) —
10. fbes. von Krankheit, Schmerzen/ sich g. nach-
lassen (1): die Schmerzen haben sich gegeben, wer
den sich bald g.
—
11. es gibt etw. 11 .1. etw. ist
vorhanden: hier gibt es Mäuse; in der Kaufhalle
gibt es Erdbeeren (werden Erdbeeren zum K auf
angeboten); das gibt es (das kommt vor); was es nicht
alles gibt!; /bezeichnet in der Verneinung häufig
eine Unmöglichkeit/ es gibt kein Zurück, kein
Halten mehr; da gibt es keine Widerrede! 11.2 . es
wird etw. eintreten (7), wird etw. sein : es gibt Sturm,
Regen; heute wird’s noch etwas (wird es Regen,
Gewitter) g.; es wird eine gute Ernte g.; es gibt
Streit, Krach; es gibt noch ein Unglück! —
12.1. /in der Verbindung/ / Gas g. 12.2 . /in Ver
bindung mit Subst. zur Umschreibung eines Verbal
begriffs/ : dem Kind einen Namen g. (es benennen);
jmdm., einer Sache den Vorzug g. (jmdn., etw. vor
ziehen); jmdm. die Zusicherung, eine Zusage, Be
schreibung, Erklärung g. (jmdm. etw. zusichern,
Zusagen, beschreiben, erklären); jmdm. einen Bericht
g. (jmdm. berichten); sich Mühe g. (sich bemühen)
+ nichts auf jmdn. g. (nichts von jmdm. halten);
spött. etw. von sich g. (etw. äußern 1); umg.
alles wieder von sich g. (alles erbrechen I); salopp
es jmdm. (ordentlich) g. (jmdn. verprügeln; jmdn.
zurechtweisen); — ein / Beispiel g.; etw. zum /
besten g .; sich eine
Blöße g .; jmdm. eins aufs
/ Dach, auf den / Deckel g.; jmdm. einen /
Denkzettel g .; / Fersengeld g.; jmdm. einen
Korb, den / Laufpaß g.; etw. gibt jmdm. den /
Rest; sich einen / Ruck g.; / Ruhe g.; jmdm. /
unrecht g.
Geber|laune, die /o. PI./ scherzh. gebefreudige
Stimmung: in G. sein
Gebet, das; -(e)s, -e R el. sprachliche, gedankliche
Form des Betens: ein stilles G.; ein G. sprechen; die
Hände zum G. falten
+ umg. jmdn. (tüchtig) ins G. nehmen (jmdm.
eindringlich Vorhaltungen machen)
Gebet|buch, das Sammlung von Gebeten
Gebets|teppich,der Teppich, auf dem der Mohamme
daner während des Betens kniet
Gebettel, das; -s, /o. PL; emot. neg.j 1. das fort
währende Betteln (1) (um ein Almosen) >— 2. das
fortwährende Bitten (1.1): das G. des Kindes; sein
G. um Verzeihung
Gebiet, das; -(e)s, -e 1.1. durch bestimmte (natürliche)
Gegebenheiten geprägter Teil der Erdoberfläche: ein
fruchtbares, sumpfiges G. (Gelände 1.1); große*
weite Gebiete sind unbewohnt, überschwemmt;
neue Gebiete für die Landwirtschaft erschließen 1.2.
(Teil von einem) Staatsgebiet, Territorium: ein G.
verwalten; ein autonomes, unterentwickeltes G.
—
2. Bereich (3), Fach (2): auf diesem G. bahnt sich
eine Umwälzung an; er ist auf seinem G. führend,
gut unterrichtet
gebieten (er gebietet), gebot, hat geboten 1. jmdm.
eiw. befehlen, von jmdm. etw. verlangen: jmdm. Ruhe
g.; wir mußten ihm, ihrem Treiben / Einhalt g.;
eine Respekt gebietende (einflößende) Erschei
nung — 2.1. etw. gebietet etw. etw. erfordert etw .:
die Krankheit gebietet, besonders vorsichtig zu
sein; der Ernst der Lage gebietet, daß ... 2.2. etw.
ist geboten etw. ist erforderlich, nötig: für das
kranke JCind ist, schien rasche Hilfe dringend ge
boten — 3. veraltend über etw. g. über etw.
verfügen (1.3 .1): über beträchtliche Mittel g.
gebieterisch /Adj./ 1.1. befehlend (1.1), h errisch :
etw. mit gebieterischer Stimme, Geste fordern,
verlangen 1.2. /adv./ zwingend, sehr dringlich: die
Not fordert g., daß wir helfen
Gebiets zu Gebiet 1.2j -abtretung, die Übertragun g
der Souveränität über ein Gebiet an einen anderen
Staat; -anspruch, der Anspruch auf ein« Gebiet:
Gebietsansprüche stellen; -forderung, die vgl.
- an-
spruch: revanchistische Gebietsforderungen; -ho-
heit, die /o. PI./ Herrschaft des Staates über sein
Territorium.
Gebilde, das; -s, - etw. Gestaltetes, das hinsichtlich
seiner Form und seines Zwecks nicht näher bestimmt
ist, beschrieben wird: ein flächiges G .; ein merk
würdiges G.; die Schneeflocke ist ein G. aus Eis
kristallen; <5 ein G. seiner Phantasie
gebildet — Gebrechen
445
gebildetjA dj.; / auch bilden/: er ist ein gebildeter
Mann, Kopf {ein Mann mit Bildung); vielseitig,
akademisch g. sein (eine vielseitige Bildung, aka
demische Ausbildung besitzen)
Geb|mmel, das; -s, jo. PLI umg. das (fortwährende)
Bimm eln: das G. der Kleinbahn, Ladenglocke
Gebinde, das; -s, - 1. aus (verschiedenen) Blumen,
Zweigen kunstvoll gebundener Strauß (als Grab
schmuck) — 2. Tex til. bestimmte genormte Menge
(Strick)garn — 3. Bauw. Verband (II.4) aus Bal
ken und Brettern zur Unterstützung einer Dach
konstruktion
Gebirge, das; -s, - ein bestimmtes Gebiet einnehmen
de, größere Anzahl eine Einheit bildender, hoher
B e r ge : ein zerklüftetes, felsiges G .; der Gipfel,
Kamm des Gebirges; zur Erholung, zum Skisport
ins G. fahren
gebirgig /Adj.; nicht adv./ einem Gebirge ent
sprechend: eine gebirgige Landschaft
Gebirgler, der; -s, - Gebirgsbewohner
Gebirgsj -ausläufer, der äußerster, oft schon ver
flachender Teil eines Gebirges; -bacli, der im Gebirge
entspringender, ein Gebirge durchlaufender Bach;
-bewohner, der; -dorf, das; -jägertruppe, die M il.
für den K am pf im Gebirge speziell ausgebildeter
und ausgerüsteter Truppenteil in Armeen nichtsoz.
Länder; -kämm, der Kamm (II.1) eines Gebirgs
zuges; -kessel, der vom Gebirge umschlossenes Tal
od. eingeschlossenes Becken; -kette, die sich lang
hin streckende Reihe (1) von Bergen, Gebirgen;
-klima, das jo. Pl.f für Gebirge typisches Klim a (1):
ein gesundes, rauhes G .;
-läge, die: ein Kurort in
G. (in gebirgiger Lage); -luft, die jo. PL/ die für das
Gebirge typische, besonders ozonreiche Luft; -massiv,
das Gebirge als kompakt erscheinende Masse; -paß,
der Paß (II) über, durch das Gebirge; -rücken, der
vgl.
- kämm; -schlag, der Bergm . schlagartige
Auslösung von Spannungen im Gestein, durch die
Grubenbaue stark beschädigt od. zerstört werden;
-see, der See im Gebirge; -stock, der /PL -stocke/
vgl.
- massiv; -zug, der langgestrecktes Gebirge
Gebiß, das; Gebisses, Gebisse 1.1. Gesamtheit der
Zähne eines Menschen, Tieres; ein gesundes, lük-
kenhaftes G. haben 1.2. vollständiger Zahnersatz,
Zahnprothese: sich ein künstliches G. anfertigen
lassen; das G. herausnehmen — 2. fü r das M aul
bestimmtes Teil des Zaumes
Gebißlabdruck, der /PL -abdrücke/ Abdruck eines
Gebisses (1.1) in Gips zur Herstellung eines Zahn
ersatzes od. eines Apparates zur Korrektur des Ge
bisses
Gebläse, das; -s, - Teehn. 1.1. Vorrichtung, die
durch Luftstrom bes. Schüttgut befördert 1.2. Anlage
zur Versorgung eines Raumes mit Frischluft, Warm
luft
Geblök, das; -(e)s, Geblöke, das; -s, /beide o. PL/
das (fortwährende) Blöken: das G. der Schafe
geblümt /Adj.; nicht adv./ mit einem blumenartigen
M uster: ein geblümtes Kleid, Sofa
geboren /Adj.; nicht adv.; /t auch gebären/ 1.1.
jweist auf den Mädchennamen bei einer verheirateten
Frau hin; bei amtlichen Angaben zur Person nur in
der Abk. geb. /Frau Elsa Klein geborene Schulze
1.2 . gebürtig: er ist ein geborener Berliner, Meck
lenburger — 2. von Natur aus begabt: er ist der ge
borene Erzähler, Lehrer; er ist zum Schauspieler g.
geborgen /Adj.; nicht attr.;
auch bergen/ sicher
(1), beschützt, gut aufgehoben: sich bei jmdm., an
jmds. Seite g. fühlen, wissen; dazu Geborgenheit,
die; -, /o. PL/: soziale G.
Gebot, das; -(e)s, -e 1. unabdingbarer Grundsatz: das
G. der Fairneß, Höflichkeit befolgen; Sicherheit
ist oberstes G.; Rel. ev. kath. die zehn Gebote (die
zehn Gebote der christlichen Moral) — 2. das G. der
Stunde, der Klugheit (die Situation, die Klugheit)
verlangt, daß ...
—
3. etw., jmd. steht jmdm. zu
G., Gebote etw., jmd. steht jmdm. zur Verfügung:
viele Erfahrungen stehen ihm zu G . —
4. bei Ver
steigerungen Nennung der Summe, die man für etw.
zu zahlen bereit ist: er erhielt den Zuschlag auf
sein G.
Gebräu, das;-(e)s, - e /vorw. Sg .j umg. /emot./ aus
verschiedenen Bestandteilen hergestelltes Getränk von
meist minderer Qualität
Gebrauch, der; -(e)s, Gebräuche 1. /o. PL/ V er
wendung: etw. ist für den persönlichen, täglichen
G. bestimmt; dieser G. (diese Verwendungswein
des Wortes ist neu; etw. in G. haben (etw. be
nutzen); von etw. G. machen etw. gebrauchen: von
seinem Recht, der Schußwaffe G. machen; bitte
machen Sie von der Mitteilung keinen G. (e r
zählen Sie sie nicht weiter) !; etw. in G. nehmen (etw.
zum ersten Mal gebrauchen) — 2. /nur im Pl.j die
alten Gebräuche (Brä u ch e) eines Volkes
gebrauchen /sw. Vb.; hat/ etw. verwenden (1): ein
Werkzeug, Instrument g. (können); etw. ist zu
nichts, für diesen Zweck gut zu g .; sie müssen lernen,
ihre Macht, Waffen zu g.; einen gebrauchten
(nicht neuen) Wagen, gebrauchte Möbel kaufen
gebräuchlich /Adj.; nicht adv./ allgemein gebraucht:
eine gebräuchliche Redensart, Methode; das ist
hier nicht g.
Gebrauchs/gebrauchs zu Gebrauch 1[ -anweisung,
die Anweisung für den Gebrauch eines Produkts;
-artikel, der vgl.
- gegenständ; -fertig /Adj.; nicht
adv./ fertig für den Gebrauch: ein gebrauchsfertiges
Erzeugnis; -gegenständ, der Gegenstand fü r G e
brauchszwecke, für den täglichen Gebrauch; -ge-
sehirr, das /o. Pl.j einfaches, preiswertes Geschirr
für den täglichen Gebrauch; -graphik, die /o. Pl.j
Graphik für Gebrauchszwecke, z. B . für die Gestal
tung von Plakaten, Anzeigen und Zeichnungen fach
licher A rt; dazu -graphiker, der; -güter, die jPl.f
vgl.
- gegenständ; -porzellan, das vgl.
- geschirr;
-tüchtig /Adj./ strapazierfähig; -Werber, der Fach
mann für die Gestaltung von Schaufenstern und
Ausstellungen; -wert, der fo. PL/ Pol. ök. Summe
aller nützlichen, der Bedürfnisbefriedigung des M en
schen dienenden Eigenschaften einer Sache, Nutz
wert; -zweck, der \vorw. PL/: eine Ware für Ge
brauchszwecke (Ware, die für den täglichen Ge
brauch, die tägliche Benutzung hergestellt worden ist)
Gebraucht! -wagen, der gebrauchtes, nicht (fabrik
neues Auto, dasgehandelt wird; -waren, die /PL/ vgl.
- wagen; -Warenhandlung, die Geschäft, in dem
Gebrauchtwaren gehandelt werden
Gebraus, das; -es, Gebrause, das; -s, /beide o. PL/
das (fortwährende) Brausen: das G. der Wellen, des
Wasserfalls
gebrechen (cs gebricht), gebrach, hat gebrochen
veraltend geh. es gebrichtjmdm. an etw. jmdm.
fehlt etw .: es gebricht ihm an Ausdauer, Phantasie,
Mut
Gebrechen, das; -s, - geh. dauernder körperlicher,
446
gebrechlich — Gedächtnis
gesundheitlicher Schaden: die G. des Alters; er
leidet an allen möglichen G. (Krankheiten 1)
gebrechlich jAdj.j mit Gebrechen behaftet, hinfällig:
er wurde alt und g., ist schon etwas g.; dazu Ge
brechlichkeit, die; -, jo. P l.f
gebrochen/Adj.; / auch brechen/1. /nicht präd./ g.
(mangelhaft, m it falschem Akzent) Deutsch spre
chen; sich in gebrochenem Deutsch verständlich
machen — 2. /nur attr.f Math, eine gebrochene
Zahl (ein 1Bruch 6)
Gebrüder, die /PL; Abk. Gebr.; in Firmennamen
privatkap. Betriebe als Bez. für zwei od. mehrere
Brüder, denen das Unternehmen gemeinsam gehörtj
Gebrüll,das; -(e)s, Gebrülle, das; -s, /beide o. P l.f
das (fortwährende) Brüllen: das Gebrüll der Löwen,
der Rinder; femot. neg.f das Gebrülle (laute W ei
nen) der Kinder
Gebrumm, das; -(e)s, Gebrumme, das; -s, /beide o.
Pl.f das (fortwährende) Brumm en: ein gedämpftes,
leises G .; das G. der Flugzeuge, Motoren
Gebühr, die; -,
-en LI. Betrag, der von einer staat
lichen Institution für die Inanspruchnahme ihrer
Leistungen erhoben wird: die G. (für das Telefon)
entrichten, bezahlen; eine G. von zwei Mark;
jmdm. die Gebühren erlassen; gegen G. etw. lei
hen — 2. Entgelt für geleistete Dienste, z. B . von
Rechtsanwälten: der Makler erhebt für die Vermitt
lung eine G .; die G. für eine notarielle Beglaubi
gung — II . /in den Verbindungen/ geh. nach G.
in angemessener W eise: etw., jmds. Leistungen nach
G. anerkennen, belohnen, würdigen; über G. in
übertriebener Weise, mehr als gerechtfertigt: jmdn.
über G. beanspruchen, aufhalten; sich über G. auf-
regen
gebühren fsw. Vb.; / auch gebührend/ 1 . jmdm.,
einer Sache kommt, steht etw. zu: ihm gebührt
Achtung, Dank und Anerkennung, das Verdienst;
er erhielt die Strafe, die ihm gebührte — 2. v e r
altend es gehört, schickt sich: es gebührt sich, alten
Leuten einen Sitzplatz anzubieten
gebührend /Adj.; nicht präd.; / auch gebühren 1/
wie es jmdm., einer Sache zukommt: jmdn. in ge
bührender Weise, Form würdigen; jmdm. die ge
bührende Antwort erteilen; etw. g . bewundern
Gebühren/gebühren zu Gebühr I| -einh eit, die
fester Satz bei der Berechnung bes. der Telefon
gebühren; -erhöhung, die; -frei fAdj.f von einer
Gebühr befreit; -Ordnung, die staatliche Vorschrift,
in der die Höhe der Gebührensätze für Leistungen in
bestimmten Berufszweigen festgelegt wird; -pflichtig
fAdj.; nicht adv.f mit der Pflicht zur Zahlung einer
Gebühr verbunden: eine gebührenpflichtige Ver
warnung ; -Satz, der fester Betrag, der als Gebühr zu
entrichten ist; -Zähler, der Gerät, das die Gebühren
einheiten bei einem Telefongespräch zählt; -Zu
schlag, der zusätzliche Gebühr
gebunden fAdj.; nur attr.; / auch binden/ fach-
spr.: gebundene Rede (durch Vers, Reim od. be
stimmten Rhythmus gekennzeichnete Form der
Sprache)
Geburt, die; -en 1. /von Menschen, Säugetierenj
Vorgang, bei dem die ausgereifte Leibesfrucht den
Mutterleib verläßt: sie hatte eine schwere, leichte
G .; sie besuchte einen Kursus für schmerzarme G .;
O umg„ o/i spött. das war aber eine schwere G.
(ein schweres StücBArbeit)! — 2. das Geborensein:
die G. ihrer Tochter zeigen hocherfreut an ... /auf
Anzeigen/; er ist von G. an, seit der G. (seit er ge
boren ist) blind — 3. von G. der Herkunft od. Ab
stammung nach: er ist von G. Schweizer; er ist
adlig von G.
Geburten/geburtenj -beihilfe, die ein m a lige staat
liche Unterstützung, die in der DDR alle Mütter bei
djer Geburt eines Kindes erhalten; -kontrolle, die fo.
Pl.f von den Eltern bewußt gewollte Beschränkung
der Zahl ihrer Kinder; -rate, die vgl.
- Ziffer; -reg(e)-
lung, die fo. Pl.f vgl.
- kontrolle; -rückgang, der
Rückgang der Zahl der Geburten; -stark /Adj.; nicht
adv./: ein geburtenstarker Jahrgang (ein Jahrgang
mit einer hohen Geburtenziffer); -Überschuß, der
das Überwiegen der Geburten gegenüber den Sterbe
fällen ; -zahl, die vgl.
- Ziffer; -Ziffer, die Zahl der
jährlichen Lebendgeburten auf 1000 Einwohner: die
Statistik weist eine steigende G. aus
gebürtig /Adj.; nicht adv.; weist auf jmds. Geburts
ort, Geburtsland hinI :er ist ein gebürtiger Hallenser,
Mecklenburger (stammt aus Halle, Mecklenburg);
er ist gebürtiger (der Geburt nach) Franzose
Geburts| -anzeige, die Anzeige, durch die die Geburt
eines Kindes bekanntgegeben wird; -datum, das:
jmds. G. (Datum, an dem jmd. geboren wurde);
-fehler, der angeborenes Gebrechen;-haus,das jmds.
G. Haus, in dem jmd., bes. eine bekannte, berühmte
Persönlichkeit, geboren wurde: Goethes G.;
-helfer,
der jmd., bes. ein Arzt, der (beruflich) Geburtshilfe
leistet; -hilfe, die jo. PI./ (fachkundige) Hilfe bei der
Geburt: G. leisten; -jahr, das vgl.
- datum; -land,
das: jmds. G. (Land, in dem jmd. geboren wurde);
-ort, der /PI.
- ef vgl.
- stadt; -stadt, die: jmds. G .
(Stadt, in der jmd. geboren wurde); -stunde, die /o.
Pl.j: die G. (der Beginn, Zeitpunkt der Entstehung)
der Kosmonautik; -tag, der 1. /Geburtstag/ jmds.
G. Jahrestag von jmds. Geburt (2): jmdm. zum G.
gratulieren — 2. jmds. G. Tag der Geburt (2) von
jmdm : seinen G. angeben
Geburtstags, Geburtstags z u G eburtstag 1J -feier,
die Feier anläßlich des Geburtstages; -geschenk, das
Geschenk zum Geburtstag; -kind,dasumg. soherzh.
jmd., der Geburtstag hat; -tisch, der Tisch, auf dem
die Geburtstagsgeschenke liegen
Geburts| -urkunde, die Urkunde, die Tag und Ort der
Geburt und die Abstammung angibt; -wehe, die
1Wehe (I)
Gebüsch, d a s; -es,
- e /vorw. Sg./ viele dicht zu
sammenstehende Büsche, Buschwerk: dichtes G.; G.
roden; sich im G. verstecken
Geck, der; -en, -en/-s eitler (junger) Mann mit auf
fällig modischer Kleidung und auffälligem Beneh
men, D andy: ein aufgeblasener, hochnäsiger G .;
dazu geckenhaft /Adj./
gedacht /Adj.; / auch denken; in den Verbin
dungen/ für etw., jmdn. g . sein: die Blumen waren
für dich g. (bestimmt) ; als etw. g. sein: das war nur
als Notlösung g. (geplant)
Gedächtnis, das; -ses, se 1. /vorw. Sg./ Fähigkeit von
Menschen, auch Tieren, Informationen im Gehirn zu
speichern und sie zu einem späteren Zeitpunkt zu
reproduzieren, Erinnerungsvermögen: er hat, be
sitzt ein zuverlässiges, schlechtes G .; sein G. trügt,
läßt nach; wenn mich mein G. nicht täuscht...
—
2. /o. Pl.f Gesamtheit der durch 1 verfügbaren Infor
mationen, die man erhalten, sich verschafft hat: sich
etw. (wieder) ins G. (zurück)rufen; etw. aus dem G.
(ohne Vorlage) zeichnen; etw. aus dem G. (ohne
Gedächtnisausfall — Gedenkstätte
447
von einem Text abzulesen) hersagen, zitieren; etw.
aus dem G. verlieren (etw, vergessen 1.1) — 3 . /o. PL/
Andenken (1), Gedenken: ein Mahnmal zum G. an
die Toten
+ umg. ein G. wie ein Sieb haben (sehr vergeßlich
sein)
Gedächtnis|-ausfall, d e r vgl.
- Störung; -ausstellung,
die Gedenkausstellung; -leistung, die; «lücke, die
fehlende Erinnerung an etw., bes. an einen Vorgang;
-rede, die Gedenkrede; -Schulung, die Päd. T rai
ning zur Steigerung der Merkfähigkeit; -schwäche,
die /o. PL/ teilweises, oft vorübergehendes Versagen
des Erinnerungsvermögens; -Störung, die vorüber
gehendes Nachlassen od. Aussetzen des Gedächt
nisses; -stütze, die Hinweise, Anhaltspunkt, mit dem
man sich etw. leichter merken, ins Gedächtnis zurück
rufen kann; -training, das Päd. vgl.
- Schulung
gedämpft /Adj.; / auch dämpfen II/: gedämpfte
(matte) Farben; gedämpfte (leise 1) Geräusche
Gedanke, der; -ns, -n 1.1. Bestandteil od. Resultat
des Denkprozesses, im einzelnen, jedoch als Zu
sammenhängendes das, was jmd. denkt od. gedacht
h a t: kluge, kritische Gedanken; jmd. hat einen,
hat gute Gedanken; jmdm. kommt ein G.; jmd.
kommt auf einen Gedanken; ein G. durchzuckt
jmdn.; ganz in Gedanken (versunken) (zerstreu t,
weil über etw. nicht zur Situation Gehörendes nach
denk en d) sein; einen Gedanken fallenlassen, auf
greifen 1.2 . /nur im PL/ sich seine eigenen Gedan
ken machen (sich eine eigene Meinung Über etw.
bilden ); Gedanken austauschen, für sich behalten
1.3. /vorw. S g .j das ist mir ein peinlicher, schreck
licher, verlockender G. (eine peinliche, schreckliche,
verlockende Vorstellung 2); sich an einen Gedanken
gewöhnen 1.4. fo. PL/ das ist der rettende, er
lösende G. (Einfall 1)! 1.5 /o. PL/ Idee (2.1): der G.
des Fortschritts, des Friedens
+ jmdn. auf andere Gedanken bringen (jmdn. db -
lenken 3); sich Gedanken über etw. machen (über
etw. länger nachdenken); sich Gedanken über
jmdn., etw. machen (sich um jmdn., etw. sorgen);
mit einem Gedanken spielen (erwägen, etw. B e
stimmtes zu tu n ); auf dumme Gedanken kommen
(sich zu Dummheiten verleiten lassen); kein G. (da
ran) (keineswegs) !
Gedanken/gedanken| -austausch, der /PL - e / A u s
tausch von Gedanken (1.2), Meinungen: ein reger G.
unter Kollegen; -blitz, der scherzh . plötzlicher
Einfall (1); -flug, der /vorw. Sg .j hochfliegende,
phantasievolle, geistreiche Gedanken(gänge): seinem
G. nicht folgen können; -gang, der Abfolge von Ge
danken (1.1), die zu einem bestimmten Resultat
führt; -gehalt, der /o. P l.j wesentlicher Inhalt an
Gedanken (1.1); -gut, das jo. PL/ Gesamtheit von Ge
danken (1.1), Ideen einer bestimmten Person, einer
bestimmten Epoch e: das G. der Aufklärung; -kette,
die Reihe von bestimmten, zusammenhängenden
Gedanken; -leer /Adj./ ohne Gedanken (1.1); dazu
-leere, die; -los /Adj./ 1. unüberlegt — 2. zerstreut,
unaufmerksam (1): er war völlig g.; dazu -losigkeit,
die; -,
- en /vorw. S g .j; -reich /Adj./ einfallsreich;
dazu -reichtum, der /o. PL/; -reihe, die vgl. - kette;
-schwer /Adj./ den K opf voll wichtiger (sorgenvoller)
Gedanken (1.1) habend; -spiel, das spielerisches H er
stellen gedanklicher Zusammenhänge; -Splitter,
der Aphorismus; -Sprung, der unvermittelter Über
gang von einem zu einem anderen Gedanken, der
mit ersterem in keinem direkten Zusammenhang
steht: ein kühner, seltsamer G.; -strich, der Satz
zeichen, das eine Pause od. eine Einschaltung im
Satz kennzeichnet; -tiefe, die jo. Pl.j auf den Grund
der Dinge vordringendes Denken widerspiegelnder
Gedankengehalt: die G. seiner Romane; -Über
tragung, die jo. P l .j : das war wohl G.! /wird gesagt,
wenn sich herausstellt, daß ein anderer im Hinblick
auf eine bestimmte Angelegenheit etwa gleichzeitig
ähnliche Absichten, VorStellungen hatte, ähnlich
handelte wie man selbst/; -Verbindung, die Ver
bindung von Gedanken durch inhaltlich motivierte
Aneinanderreihung; -verloren /Adj./ in Gedanken
versunken, geistesabwesend: g. dasitzen; -voll /Adj./
nachdenklich; -weit, die jo. PL/ (vom Weltbild ge
prägte) Gesamtheit von Denkinhalten einer bestimm
ten Person, einer bestimmten Epoche: die G. Goethes,
des kleinen Kindes
gedanklich /Adj.; nicht präd.j die Gedanken be
treffend: etw. steht in einem gedanklichen Zu
sammenhang; den Stoff g. durchdringen
Gedeck, das; -(e)s, -e 1. ein od. mehrere Teller und
das Besteck zum Eindecken für eine Person: ein G.
für zwei Personen auflegen — 2. G astron. feste
Speisenfolge: ein G. bestellen
gedeckt /Adj.; nicht adv.; / auch decken/ ge
dämpft, matt (3): gedeckte Farben
Gedeih
+ geh. auf G. und Verderb auf Glück und Unglück,
bedingungslos: auf G. und Verderb mit jmdm., etw.
verbunden sein; jmdm. auf G. und Verderb aus
geliefert sein
gedeihen, gedieh, ist gediehen 1.1. S a ch s e n (1),
sich (gut) entwickeln: das Kind ist prächtig ge
diehen; auf diesem Boden gedeiht nichts; sch erzh .
/als W u nschform el/ wachse, blühe und gedeihe!
1.2. in seiner Entwicklung fortschreiten: die Ver
handlungen sind so weit gediehen, daß . ..
gedeihlich/Adj./ geh . n ützlich (1), fru chtbar (2): eine
gedeihliche Wirkung, Zusammenarbeit
Gedenk{ausstellung, die Ausstellung zum Gedenken
an eine berühmte verstorbene Persönlichkeit od. ein
historisches Ereignis
gedenken, gedachte, hat gedacht 1. geh . jmds. ,
einer Sache g. an jmdn., etw. ehrend, anerkennnend
(zurück)denken: jmds. dankbar, liebevoll, mit Ehr
furcht g.; der Toten g.
—
2. etw. beabsichtigen,
wollen: wir g., noch eine Weile zu bleiben; was g.
Sie zu unternehmen, zu tun?; zu 1 Gedenken, das;
- s, jo. PL/: stille Worte des Gedenkens; jmdm. ein
freundliches, liebevolles G. bewahren
Gedenk|-feier, die Feier zum Gedenken an eine
berühmte verstorbene Persönlichkeit od. ein histori
sches Ereignis; -jahr, das vgl.
- tag; -kundgebung,
die vgl. - feier: eine G. für die Opfer des Faschismus;
-marke, die Sonderbriefmarke, die zum Gedenken
an eine berühmte verstorbene Persönlichkeit od. ein
historisches Ereignis herausgegeben wird; -minute,
die Minute des Schweigens zum Gedenken bes. an
eine berühmte verstorbene Persönlichkeit: eine G.
einlegen; -münze, die vgl.
- marke; -rede, die vgl.
- feier; -Sendung, die von Funk, Fernsehen aus
gestrahlte Sendung zum Gedenken an eine berühmte
verstorbene Persönlichkeit od. ein historisches E r
eignis; -Stätte, die Stätte, die zum Gedenken an eine
berühmte verstorbene Persönlichkeit od. ein histori
sches Ereignis dient, errichtet wurde: Goethes Haus
448
Gedenkstein — Gefälle
ist zu einer klassischen G. geworden; -stein, der vgl.
- tafel; -stunde, die vgl.
- tag; -tafel, die mit einer
Inschrift versehene Tafel, die zum Gedenken an eine
berühmte verstorbene Persönlichkeit od. ein histori
sches Ereignis angebracht wurde; -tag, der Tag,
an dem einer berühmten verstorbenen Persönlichkeit
od. eines historischen Ereignisses gedacht wird
Gedieht, das; -(e)s, -e (gereimte) Dichtung (II.1), die
durch besonderen Rhythmus und in der Regel durch
die Gliederung in Verse und Strophen bestimmt ist:
ein lyrisches, episches, dramatisches G .; ein G. in
freien Rhythmen; ausgewählte Gedichte heraus -
geben
-j- femot.f etw. ist ein G. (etw. ist wundervoll)
Gedicht] -band, der Gedichte enthaltender 2Ban d ;
-form, die fo. P l.f; -Sammlung, die Sammlung von
Gedichten
gediegen fAdj.f 1. gut und solid (gearbeitet): der
Handwerker hat g. gearbeitet; das Buch ist in einer
gediegenen Ausstattung erschienen; er besitzt ein
gediegenes (umfassendes) Wissen — 2. fnicht adv.;
von Metallenf ohne andere Bestandteile, rein: ge
diegenes Gold, Silber, Eisen — 8 . umg. eigenartig:
das ist ja g., sieht ja g. aus!; zu 1 u. 2 Gediegenheit,
die; -, Jo. Pl.f
Gedonner, das; -s, jo. Pl.f das (fortwährende) Don
nern (1—4): das G. der Brandung, der Motoren
Gedränge, das; -s, fo. Pl.f 1. das Drängeln, die
Drängelei: es entstand, herrschte vor dem Ein
gang ein großes, fürchterliches G.
—
2. dränge(l)nde
Menschenmenge: sich im G. aus den Augen ver
lieren; im G. verschwinden; sich einen Weg durch
das G. bahnen
+ umg. (mit etw.) ins G. (in Zeitnot) kommen, ge
raten
Gedrängel, das; -s, fo. Pl.f umg. Gedränge (1)
gedrängtfA dj.; vorw. attr. u . adv.; / auch drängen/
etw. in gedrängter (knapper, geraffter) Form schil
dern, mitteilen; den Lehrstoff g. behandeln
Gedröhn, das; -(e)s, Gedrohne, das; -s, fbeide o. P l.f
das (fortwährende) Dröhnen (1.1): das pausenlose G.
der Flugzeuge
gedrückt fAdj.; / auch drücken/ bedrückt, nieder
geschlagen : er wirkte, schien sehr g.
gedrungen fAdj.f mittelgroß und breit, untersetzt:
eine gedrungene Gestalt; g. gebaut sein
Geduld, die; -, fo. Pl.f Fähigkeit, etw. ausdauernd
und beherrscht abzuwarten, zu ertragen, nachsichtig
zu sein : große, engelhafte G. haben; die G. ver
lieren; jmds. G. ist erschöpft, am Ende; jmds. G.
auf eine harte Probe stellen; jmdn. um G. bitten;
keine G. (Ausdauer) für, zu etw. haben
+ sich in G. fassen (etw. geduldig abwarten); jmdm.
reißt die G. (jmd. verliert die Geduld und wird ärger
lich)
gedulden, sich, geduldete sich, hat sich geduldet
Geduld haben: bitte, g. Sie sich noch etwas, einen
Augenblick!
geduldig fAdj.f Geduld zeigend, habend: ein gedul
diger Zuhörer, Lehrer, Kranker; etw. g . ertragen,
über sich ergehen lassen; er war sehr g.
Gedulds| -faden, der - f um g. jmdm. reißt der G.
(jmd. verliert die Geduld und wird ärgerlich);
-probe, die hohe Anforderung an jmds. Geduld: das
Anstehen ist für mich eine große G.;
-spiel, das
Spiel (1.2), das besondere Anforderungen an die
Ausdauer stellt
gedunsen fAdj.f aufgedunsen: das Gesicht wrar,
wirkte vom Alkohol g .; ein gedunsenes Gesicht
geeignet fAdj.f dem Zweck, den Anforderungen voll
genügend: ein (für diesen Zweck) geeignetes Mittel;
er ist, scheint für diese Tätigkeit g .; im geeigneten
(günstigen 1) Moment
Geest, die; -, fo. Pl.f Geogr. im Unterschied zur
Marsch höhergelegenes, sandiges und wenig frucht
bares Land an der Küste der Nordsee
Gefackel, das; -s, fo. Pl.f umg. das (fortwährende)
Unschlüssigsein, Zögern : kein langes G. (machen)!
Gefahr, die; -,
- en Umstand, durch den einer Person,
Sache Unheil, Beeinträchtigung, Schaden, Zer
störung, Mißerfolg droht: eine akute, ernste, töd
liche G. droht, zieht herauf; in G. sein, schweben,
geraten; von Gefahren umlauert sein; der G. trot
zen; jmdn. in G. bringen; in der Stunde der G. be
wahrten sie Ruhe; Kälte, Trockenheit ist eine
große G. für Pflanzen; eine G. heraufbeschwören,
abwenden; etw. ist mit G. verbunden; selbst auf
die G. hin (auch wenn damit gerechnet werden muß),
daß seine Pläne scheitern ...
+ auf eigene G. (auf eigene Verantwortung); G.
laufen in Gefahr geraten: sie liefen G., dabei zu ver
unglücken
gefahr|bringend fAdj.; nur attr.f Gefahren) in sich
bergend
gefährden, gefährdete, hat gefährdet jm dn . , etw. in
Gefahr bringen: er hat durch fahrlässiges Verhalten
viele Menschenleben gefährdet; den Erfolg einer
Sache g .; die Versetzung ist gefährdet (fraglich 1);
dazu Gefährdung, die; -,
-en fvorw. Sg .j:die G. der
Kinder im Straßenverkehr
Gefahren] -gebiet, das Gebiet, dessen Betreten Ge
fahren in sich birgt: das G. absperren; -grenze, die:
die Luftverschmutzung hat die G. erreicht (hat den
Punkt erreicht, von dem an sie zur Gefahr wird);
-herd, der Ausgangspunkt akuter od. ständiger (poli
tischer) Gefahren: das Gebiet ist zu einem G. ge
worden; -moment, das Umstand, der eine Gefahr in
sich birgt; -quelle, die Ursache von Gefahren: etw.
bildet eine ständige G .; '-Signal, das fvorw. Sg .f
deutliches, ernstes Anzeichen einer Gefahr: das hohe
Fieber des Patienten ist ein ernstes G .;
-zone, die
vgl.
- gebiet; -Zulage, die Lohn- ,
Gehaltszulage,
die auf Grund erschwerter od. gesundheitsgefährden
der Arbeitsbedingungen gezahlt wird
gefährlich /Adj.f gefahrbringend: eine gefährliche
Kurve, Situation, Strömung; ein gefährlicher
Gegner, Verbrecher; er hat eine gefährliche (lebens
gefährliche) Krankheit; die Straße ist g. glatt; ein
gefährliches (risk an tes) Spiel treiben; etw. ist nicht
so g. (etw. ist nicht so schlimm); jmd. sieht g. (un
möglich 2) aus; dazu Gefährlichkeit, die; -, fo. Pl.f
gefahrlos fAdj.f ohne Gefahr: ein gefahrloses Über
queren der Straße ermöglichen
Gefährt, das; -(e)s, -e veraltend auf der Straße
verkehrendes Fahrzeug: ein seltsames, klappriges G.
Gefährte, der; -n, -n jmd.,
der (unter allen Um
ständen) zu jmdm. hält, Kamerad, Freund: ein
treuer, ständiger G .; dazu Gefährtin, die; -,
- nen
gefahrvoll /Adj.f voller Gefahr: ein gefahrvoller
Moment; ein gefahrvolles Unternehmen
Gefälle, das; -s, - Grad der Neigung von etw. nach
u n ten : das Gelände, die Straße hat ein starkes,
leichtes G.; ein G. von drei Prozent; O die Tem
peratur hat in den Räumen ein starkes G. (schwankt
gefallen — Gefechtsübung
449
stark); jvorw. imsbürgerl. Sprachgebrauch/ das wirt
schaftliche G-.
(der Niveauunterschied in der wirt
schaftlichen Leistungskraft) zwischen zwei Staaten
gefallen (er gefällt), gefiel, hat gefallen 1.1. etw .,
jmd. sagt jmdm. zu, spricht jmdn. an: das Bild, Ge
dicht, Programm, die Arbeit, der Vorschlag, Künst
ler gefällt mit gut, gar nicht; es hat mir an der See
ausgezeichnet g.; du gefällst mir heute gar nicht
(machst auf mich den Eindruck, als wärst du krank);
die Sache gefällt mir nicht (finde ich bedenklich) —
2. sich in etw. g. etw. in auffallender Weise hervor-
keh ren : sich in Übertreibungen, in der Rolle des
Helden, Gastgebers g.
—
II. fin der Verbindung/
sich etw. g. lassen etw. Unangenehmes ohne A uf
begehren, Widerstand hinnehmen: diese Behand
lung, Schikanen darf man sich nicht g. lassen!;
laß dir das nicht g .!; er ließ es sich ruhig g.
4- das lasse ich mir g .; jmdm. gefällt jmds. /*
Nase nicht
Gefallen, der; -s, - /vorw. Sg./ (kleine) uneigen
nützige Hilfeleistung: jmdm. einen G. tun; tu mir
den einen G. und stell endlich das Radio aus!
/drückt eine energische Forderung aus/
2Gefallen, das /in den Verbindungen/ an etw. , jmdm.
G. finden, haben etw., jmdn. gern haben, mögen: G.
aneinander finden; kein G. an der heuen Mode, am
Tanzen haben
Gefallene,der ;-n, -n // auch fallen 4/ jmd.,bes. ein
Soldat, der im Kampf sein Leben gelassen hat: die
Gefallenen bestatten, ehren
gefällig /Adj.; / auch gefälligst/ 1. zu einem 1Ge
fallen gern bereit, hilfsbereit: jmdm. g. sein; sich
jmdm. g. zeigen, erweisen — 2 . ansprechend ge
staltet, a ngen eh m : ein gefälliges Muster, Äußeres;
Zucker, eine Zigarette g.' (möchten Sie Zucker, eine
Zigarette)? — 3. umg. hier ist vielleicht was g.
(hier geht es turbulent zu) !; da ist noch was g. (ist
noch einiges zu erwarten, fällig 1.2)
Gefälligkeit, die; -en 1. /o. P l.j etw. aus reiner G.
(ganz uneigennützig) tun — 2. jmdm. eine G. er
weisen (einen 1Gefallen tun)
GefälligkeitsjStempel, der Philat. Poststempel auf
gültigen Postwertzeichen, der eigens für den Sammler
bestimmt ist
gefälligst /Adv.; Superl. zu gefällig; bei Auffor
derungen als Ausdruck des Unwillens; / auch
gefällig/ umg.: laß das g.!; paß g. auf!; hören Sie
g. zu, hin!
Gefall/gefall zu gefallen I.l| -sucht, die /o. PI./
Sucht, anderen gefallen zu wollen; dazu -süchtig
/Adj.j
Gefangene, der u. die; -,
- n / / auch fangen/ 1.1.
Strafgefangener 1.2. Kriegsgefangener: G. machen,
austauschen, entlassen
Gefangenen) -austausch, der /PI. - e/ Austausch von
Kriegsgefangenen zwischen (ehemals) miteinander
Krieg führenden Staaten; -lager, das /PI.
-/ Lager
(2) für Gefangene, bes. fü r Kriegsgefangene
gefangen/Gefangen) -halten fVb.j 1. jmdn. in Ge
fangenschaft halten — 2. die Erzählung hielt ihn
gefangen (fesselte ih n); -nähme, die; -,
-n das Ge
fangennehmen; -nehmen /Vb./1. jmdn. (entwaffnen
und) festnehmen, zum Kriegsgefangenen machen —
2. die Musik, Aufgabe, ihr Anblick nahm ihn ganz
gefangen (fesselte ihn)
Gefangenschaft, die; -, jo. PL/1.1. Kriegsgefangen
schaft: in G. geraten, sein 1.2. /von Tieren/ Zu
stand des Gefangenseins: die Löwen wurden in G.
geboren, haben sich an die G. gewöhnt
gefangen|setzen /Vb./ veraltend jmdn. gefangen
nehmen (1), einsperren (2)
Gefängnis, das; -ses,
-se /DDP veraltend/ 1.
Anstalt zur Unterbringung von. Strafgefangenen,
Strafvollzugsanstalt: im G. sein, sitzen; ins G. kom
men (eine Gefängnisstrafe verbüßen müssen) —
2. /o. PL/ Gefängnisstrafe: dieses Verbrechen wird
mit G. bestraft; jmdn. zu einem Jahr G. verur
teilen
Gefängnis /DDR veraltend/) -strafe, die Strafe,
die in einer Strafvollzugsanstalt verbüßt werden
m uß; -zelle, die meist kleiner, sehr einfach aus
gestatteter Raum für einen od. mehrere Strafge
fangene
Gefäß, das; -es, -e 1. kleinerer Behälter zur A u f
nahme von Flüssigkeiten und feinkörnigem Material,
das bes. im Haushalt verwendet wird: ein G. aus
Glas, Steingut, Kunststoff; die Blumen vorüber
gehend in ein G. mit Wasser stellen; etw. in ein G.
gießen, in einem G. aufbewahren — 2 . /vorw. PL/
röhrenförmiges Gebilde im Körper von Lebewesen,
2.1. Med. in dem das Blut, die Lymphe fließt: die
Gefäße haben sich verengt 2.2. Bot. in einer Pflan
ze zum Transport von Wasser und Nährstoffen
Gefäß/gefäß zu Gefäß 2| -Chirurgie, die T eilgebiet
der Chirurgie, das sich mit der operativen Behand
lung von Erkrankungen der Gefäße befaßt; -er
weiternd /Adj.; nicht adv./ M ed .: gefäßerweiternde
(die Blutgefäße erweiternde und dadurch die Zirku
lation förd ernd e) Medikamente; dazu -erweiterung,
die; -leiden, das chronische Erkrankung des Gefäß
systems; -pflanze, die B ot. /Sammelbez. für Samen-
und Farnpflanzen/; -System, das Med. Gesamtheit
der Blut- und Lymphgefäße
gefaßt /Adj.; / auch fassen/ 1. trotz großer (bevor
stehender) Gefahr, psychischer Belastung ruhig und
beherrscht: sie war g. und zuversichtlich, nahm die
Nachricht g. auf; er sprach mit gefaßter Stimme —
2. auf etw. g. sein mit etw. Unangenehmem rechnen:
auf alles, das Schlimmste g. sein; um g. sich auf
etw. g. machen (sich psychisch auf etw. Unan
genehmes einstellen, vorbereiten)
Gefäß|Verengung, die; -,
-en Med. Verengung der
Gefäße (2.1)
Gefecht, das; -(e)s, -e 1. taktische Kampfhandlungen
zwischen gegnerischen Streitkräften: ein kurzes,
schweres G .; neue Truppen ins G. führen; dem
Gegner harte Gefechte liefern; Mil. Schiff klar zum
G. (gefechtsbereit) !; einen Panzer außer G. setzen
(einen Panzer kampfunfähig machen) — 2. Fech
te n W ettkam p f: das G. (gegen den Vorjahressieger)
gewinnen
-f- jmdn. außer G. setzen (jmdn. unfähig zum wirk
samen Argumentieren machen); etw. ins G. führen
(etw. als Argument Vorbringen); — im / Eifer, in der
/ Hitze des Gefechts
Gefechts/gefechts Mil.)
- a u sbildung, die Teil der
militärischen Ausbildung, in der die Truppen für
Aufgaben im Gefecht vorbereitet werden; -bereit
/Adj./ in Gefechtsbereitschaft; -bereitschaft, die
jo. Pl.j Grad der Mobilisierung der Truppen und
Stäbe zu einem bestimmten Zeitpunkt: die G. er
höhen; -stand, der Stellung (4), von der aus das
Gefecht geleitet wird; -Übung, die Übung unter den
angenommenen Bedingungen eines Gefechts
29 Wörterbuch
450
Gefeilsche - Gefühl
Gefeilsche, das; -s, fo. Pl.f das (fortwährende) Feil
schen: das G. um jeden Pfennig stieß ihn ab
gefeit jAdj.; in der Verbindung/ geh. gegen etw.
g. sein gegen etw. geschützt, vor etw. sicher sein :
gegen Ansteckung, Furcht, Spott g. sein
Gefieder, das; -s, - alle Federn eines Vogels: der
Vogel hat ein buntes,farbenprächtiges G.; sein G.
sträubt sich
gefiedert /Adj.; nicht adv./ 1. mit Federn: die ge
fiederten Tiere (die Vögel) ; die gefiederten Sänger
(dieSingvögel) des Waldes; die gefiederten Räuber
(die Raubvögel) — 2 . B ot. ein gefiedertes Blatt (ein
Blatt, bei dem zu beiden Seiten des Blattstiels mehrere
einzelne Blätter angeordnet sind); die Akazie hat ge
fiederte Blätter
Gefilde, das; -s, - fvorw. Pl.f geh. Landschaft (1),
2Flu ren (1.1): eine Fahrt durch die herrlichen G.
des Spreewaldes; s ch e r z h . sich den heimatlichen
Gefilden nähern (bald zu Hause sem );spött dieG.
der Wissenschaft
Geflacker, das; -s, /o. Pl.f das (fortwährende) Flak
kern : das G. der Lichter
geflammt jAdj.; nicht adv.; / auch flammen/ mit
einem flammenartigen M u ster: geflammte Glasu
ren, Kacheln, Seide
Geflecht, das; -(e)s, -e 1. aus biegsamem Material
Geflochtenes, Flechtwerk: ein G. aus Bast, Stroh,
Draht, Rohr anfertigen — 2. aus vielfach ver
zweigten Teilen bestehendes Gebilde: ein G. von
Zweigen, Wurzeln; ein G. von Adern
gefleckt jA dj.; nicht adv./ mit andersfarbigen
Flecken : das gefleckte Leopardenfell; Hals und
Gesicht waren vor Erregung rot g.
geflissentlich fAdv.f deutlich sichtbar, absichtlich:
jmdn., etw. g. übersehen, ignorieren; jmdm. g, aus
dem Weg gehen
Gefluche, das; -s, fo. Pl.f das (fortwährende) Flu
chen : lautes G. war zu hören
Geflügel, das; -s, fo. Pl.f 1.1. alle gefiederten Haus
tiere, die dem Menschen als Nutzvieh dienen: G. hal
ten, aufziehen 1.2 . Fleisch von 1.1 : gern G. essen;
ein gutes Angebot an G.
Geflügel| -aufzucht, die Aufzucht von Geflügel (1.1);
- farm, die Betrieb, in dem Geflügelaufzucht in
großem Maßstäb betrieben wird: eine modern an
gelegte G .;
- f leisch, das Geflügel (1.2); -halter, der
jmd.,
der Geflügel (1.1) hält (11); -haltung, die;
-leberwurst, die; -salat, der Salat vorwiegend aus
Geflügelfleisch; -schere, die einer Schere ähnliches
Gerät, mit dem das (servierte) Geflügel (1.2) zerlegt
wird
geflügelt fAdj.f 1.1. /nicht adv.j mit Flügeln (1.1)
versehen: geflügelte Insekten, Fabelwesen 1.2.
/nur attr.f Bot. geflügelte Samen (Samen, die
so beschaffen sind, daß sie durch den Wind weit
davongetragen werden können)
+ ein geflügeltes W ort
Geflügel) -zucht, die fo. Pl.f 1. Geflügelaufzucht:
sich mit G. befassen — 2. Geflügelfarm: eine G. be
sitzen; -Züchter, der jmd., der sich berufsmäßig mit
Geflügelzucht befaßt
Geflüster, das; -s, fo. Pl.f das (fortwährende) Flü
ste rn : ein lebhaftes, unverständliches G.
Gefolge, das; -s, - 1. fvorw. Sg .j Gruppe von M en
schen 1.1. die eine Person von hohem Rang (ständig)
begleitet: jmds. G. bilden; ein großes G. haben;
in jmds. G. sein 1.2. die einen Trauerzug bildet: bei
einem BegräbnisdasG.bilden —2. veraltend im
G. als Folge (2): die Mißernte hatte eine Hungers
not im G.
Gefolgschaft, die; -, fo. Pl.f veraltend: jmdm. G.
(aktive Unterstützung als Anhänger) leisten; jmdm.
die G. kündigen, verweigern
Gefolgs|mann, der fP l. deute, au ch -männer/
veraltend: seine Gefolgsleute (Anhänger 1) um
sich versammeln
Gefrage, das; -s, fo. P I .; emot. neg.f das fortwährende
Fragen (1): sein ewiges G. geht mir auf die Nerven
gefragt jA dj.; nicht adv.; / auch fragen/ stark be
gehrt und darum viel verlangt: ein gefragter Künst
ler, Artikel; dieses Erzeugnis ist stark g .; O spött.
Mut, Kritik war nicht g. (erwünscht)
gefräßig fAdj.f maßlos, unersättlich im Essen, Fres
sen : ein gefräßiger Mensch, Heuschreckenschwarm;
dazu Gefräßigkeit, die; -, fo. Pl.f
Gefreite, der; -n, -n Angehöriger der Land-, Luft
streitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des
Soldaten und dem des Stabsgefreiten liegt
Gefrier|anlage, die Anlage, die zum Tiefgefrieren
von Lebensmitteln dient
gefrieren, gefror, ist gefroren /von Wasser, Wasser
enthaltenden Stoffen/ durch Einwirkung von Frost
fest und hart, zu Eis werden: das Wasser gefriert
zu Eis; den gefrorenen Boden aufhacken
Gefrier|gefrier|-fleisch, das durch Tiefgefrieren k o n
serviertes frisches Fleisch; -getrocknet /A dj.; nicht
adv.f durch Gefriertrocknung gewonnen: gefrier
getrockneter K affee; -konserve, die vgl.
- f leisch;
-punkt, der fo. Pl.f Temperatur, bei der Wasser zu
Eis erstarrt; O das Stimmungsbarometer sank
unter den G. (die Stimmung wurde sehr schlecht);
-Schutzmittel, das Fro stsch utzmittel; -trocknung,
die Verfahren, bei dem Lebensmittel, Blutkonserven
tiefgefroren im Vakuum getrocknet werden; -truhe,
die kleine Gefrieranlage in der Größe und Form einer
Truhe
Gefüge, das; -s, - 1.1. etw. aus Teilen (grob) Zu
sammengefügtes: ein G. aus Balken und Brettern
1.2. innerer Aufbau (3), Struktur (1.1): das soziale,
wirtschaftlicheG.eines Staates — 2. Phys. Techn.
kristalliner Aufbau metallischer W erkstoffe: das G.
des Kupfers
gefügig fAdj.f sich jmds. Willen, Zwang unterord
n en d : ein gefügiger Mensch, Charakter; jmdn.
durch Drohungen, Versprechungen g. machen;
dazu Gefügigkeit, die; -en fvorw. Sg .f
Gefühl, das; -(e)s, -e 1. fo. Pl.f 1.1. vor Kälte kein
G. in den Fingern haben (nichts fühlen ); dem G. nach
(danach zu urteilen, wie es sich anfühlt) ist es Holz
1.2. undeutliche Wahrnehmung, Ahnung (1): sie
hatte das ungute, dumpfe G., daß jmd. hinter ihr
stand, daß noch etw. passiert — 2 . subjektives,
nicht unmittelbar durch logisches Denken und Ur
teilen kontrolliertes Erleben von etw.,
subjektives
Reagieren eines Individuums auf bestimmte Ein
drücke, Situationen, Emotion: ein G. der Freude,.
Dankbarkeit, Geborgenheit, Angst, Schuld über
kam ihn; seine Gefühle zeigen, unterdrücken;
jmds. Gefühle verletzen; er ließ sich von seinen
Gefühlen hinreißen; jmds. Gefühle erwidern; sich
seines Gefühls (nicht) schämen; im Widerstreit
der Gefühle; kein G. haben (mitleidlos, hart sein)
+ ein G. für etw. haben (Sinn, Verständnis für
etw. haben); etw. im G. haben (etw. ahnen); mit.
gefühllos — Gegenleistung
451
gemischten Gefühlen (nicht unbedingt mit Freu d e);
umg. das höchste der Gefühle (das Äußerste, was
sich erreichen läßt)
gefühllos /A d j./ 1. /nicht adv./ ohne Gefühl (1.1): seit
dem Sturz ist sein Fuß g.
—
2. ohne Mitgefühl,
herzlos: jmdn. g. behandeln; er ist g. (teilnahmslos)
den Leiden anderer gegenüber
gefühls/Gefühls zu Gefühl 2j -arm jA d j.; nicht
adv.f kaum Gefühl zeigend; -ausbruch, der plötz
liche, ungehemmte Gefühlsäußerung; -äußerung,
die Äußerung eines Gefühls in Sprache od. Ver
halten; -bedingt /Adj.f durch das Gefühl bedingt:
eine gefühlsbedingte Reaktion; -betont /Adj./
vorwiegend vom Gefühl bestimmt: eine gefühls
betonte Polemik; -bewegung, die /vorw. 8 g ./ in
jmdm. hervorgerufenes, wirkendes Gefühl; -duselei,
die /o.Pl.j umg. femot./ Rührseligkeit, übertriebene
Sentimentalität; -erregung, die fvorw. Sg .j Gefühls
bewegung; -kalt / Adj./ 1. gefühllos (2) — 2. frigide ;
dazu -kälte, die; -leben, das das gesamte psychische
Empfinden, Erleben eines Menschen; -mäßig /Adj.;
nicht präd.j vom Gefühl bestimmt: eine gefühls
mäßige Reaktion; etw. g. tun; -mensch,der Mensch,
der mehr nach dem Gefühl als nach dem Intellekt
handelt; -reaktion, die Reaktion (1.1), die durch
das Gefühl bestimmt ist; -roheit, die /o. PI./ Mangel
an Mitgefühl; -Sache, die /in der Verbindung/ etw.
ist (reine) G. (etw, kann man nur intuitiv bewältigen);
- tiefe, die Intensität des psychischen Empfindens,
des Gefühls; -weit, die /o. PL/ das gesamte psychische
Empfinden eines Menschen, einer Gruppe von
Menschen
gefühl|voll /Adj./ 1. tiefer Gefühle (2) fähig, em p
find sam : ein gefühlvoller Mensch; mit etw. g.
(rücksichtsvoll) umgehen — 2. mit allzuviel Gefühl
(2), sen tim en tal: gefühlvolle Schwärmerei; etw. g.
besingen
Gefunkel, das; -s, jo. PI./ das (fortwährende) Fun
keln, Leuchten: das G. des Kronleuchters
Gegacker, das; -s, jo, PL/ 1.1. das (fortwährende)
Gackern (1.1): das G. der Hühner 1.2. umg. das
G. (das dauernde Gackern 1.2) der Mädchen
gegeben /Adj.; /< auch geben/ 1. /nicht adv./ vor
handen, bestehend (so daß man dem Umstand Rech
nung tragen m uß): etw. als g. voraussetzen, hin
nehmen; aus unmittelbar gegebenem Anlaß; unter
den gegebenen Verhältnissen; M ath, eine gegebene
Zahl, Größe — 2. /nur attr./ passend, geeignet: er ist
dafür der gegebene Mann; er wird sich zu gegebener
Zeit (wenn der Zeitpunkt gekommen ist) dazu äußern
gegebenenfalls /Adv.; Abk. ggf ./ wenn ein bestimm
ter Fall eintreten sollte, eventuell: g. müssen recht
liche Mittel angewendet werden
Gegebenheit, die; -,
-en /vorw. PL/ gegebener Um
stand, V organ g: gesellschaftliche, natürliche, kör
perliche Gegebenheiten
Gegeifer, das; -s, /o. P L ; emot. neg.j das fortwähren
de Geifern, wütende Schimpfen: das G. der Klatsch
weiber; das G. der Hetzblätter (über diesen Vor
fall)
gggen /Präp. mit A k k .; / auch gen/ 1. /räuml./
1.1. /gibt die Richtung an/ 1.1.1. auf etw. gerichtet,
einer Sache zugewandt: etw. g. das Licht halten;
sich g. die Mauer lehnen; 1and sch., bes. österr.
Schweiz, die Zimmer liegen g. Süden (sind nach
Süden gerichtet) 1.1.2. /gibt die Richtung an, die der
Richtung einer (entgegenkommenden) Person, Sache
entgegengesetzt ist/: g. die Strömung schwimmen;
sich g. etw. stemmen 1.2. /weist auf die Berührung,
den Endpunkt einer zielgerichteten Bewegung, Hand
lung hin/ xan (1.1 .2): der Regen klatscht g. das
Fenster; etw. g. die Wand werfen — 2.1. /weist auf
ein absichtliches Entgegenwirken hin/: g. Miß
stände, Unrecht kämpfen, protestieren; g. das
Gesetz verstoßen; g. jmdn. gewinnen; eine Imp
fung g. (zum Schutz vor) Pocken 2.2. /weist auf eine
Gegensätzlichkeit, ein Zuwiderlaufen hin/ 2entgegen:
g. seinen Willen; g. alle Vernunft; g. alle Erwar
tungen 2.8 . veraltend /weist auf eine bestimmte
Beziehung zu einer Person, Sache hin/ 1gegenüber
(2): g. jmdn. höflich, freundlich sein; Mißtrauen,
Verdacht g. jmdn. haben — 3. /zeit!; gibt an, daß
ein Zeitpunkt/ 3.1 . /fast erreicht ist/: g. Schluß des
Vortrags geriet der Redner in Zeitnot ; es ging g.
Abend 3.2 . /ungefähr der genannten Zeitangabe
entspricht/: g. vier Uhr jmdn. treffen; sich g.
Mittag verabschieden - 4. umg. im Vergleich zu :
g. ihn ist er sehr klein; g. gestern ist es k alt; ich
wrette hundert g. eins, daß ...
—
5. im Austausch
fü r : etw. g. bar, Geld verkaufen; etw. g. Quittung
erhalten; das Medikament gibt es nur g. Rezept —
6. veraltend ungefähr (1.2): g. hundert Mann
waren erschienen; er ist g. fünfzig Jahre alt
Gegen| -aktion, die Aktion, die sich gegen eine
andere Aktion richtet; -angriff, der Angriff als
Reaktion auf einen erfolgten A ngriff; -argument,
das vgl.
- aktion; -beispiel, das vgl.
- aktion; -besuch,
der Besuch, mit dem man jmds. Besuch erwidert;
-beweis, der vgl.
- aktion
Gegend, die; -,
-en 1.1. nicht näher abgegrenzter Teil
einer Landschaft: eine malerische, öde, verlassene
G.; in eine der schönsten Gegenden des Landes
reisen; er wohnt in einer angenehmen, schönen G.
(Wdhngegend); sich die G. ansehen 1.2. (nähere) Um
gebung (1): in die G. von Dresden fahren; O umg.
in der G. (irgendwo) herumbrüllen; Kirschkerne in
die G. (achtlos irgendwohin) spucken 1.3. Körper-
z o n e : er verspürte einen heftigen Schmerz in der G.
der Schulter — 2. jvorw. Sg./ umg. Einwohner von
1.2 : die ganze G. strömte zusammen, sprach über
dieses Ereignis
-j- umg. die G. unsicher machen (sein Unwesen
treiben; scherzh. von Lokal zu Lokal ziehen)
Gegen/gegen| -dienst, der Erwiderung einer Ge
fälligkeit; -druck, der /o. Pl.j Druck (LI), der durch
einen Druck hervorgerufen und gegen diesen gerichtet
ist; -einander /Adv./ 1. einer gegen den anderen:
g. kämpfen — 2 . einen gegen den anderen: zwei
Freunde g. ausspielen; -frage, die Frage als Ant
wort auf eine Frage; -gäbe, die Gegengeschenk;
-gerade, die Sp o rt der Zielgeraden gegenüberlie
gende Gerade einer ovalen Bahn; -geschenk, das
Geschenk, mit dem man das Geschenk eines anderen
erwidert; -gewicht, das Gewicht (1), das ein
anderes aufhebt, ausgleicht; Q Sport ist ein wirk
sames G. (ein wirksamer Äusgleich) für Menschen
mit sitzender Tätigkeit; -gift, das Gift, das die
Wirkung eines anderen Giftes aufhebt; -kathete, die
Math. Kathete, die einem Winkel gegenüberliegt;
-klage, die Jur. Klage, die vom Verklagten in dem
selben Verfahren gegen den Kläger erhoben wird;
-läufig /Adj./ sich in entgegengesetzter R ichtu n g
bew egend : eine gegenläufige Bewegung; O eine
gegenläufige Tendenz; -leistung, die vgl. - geschenk;
29*
452
Gegenlicht — Gegenwartsdramatik
- licht, das /o. Pl.j Fotogr. Sonnenlicht, das von
vorn in die Kamera einfällt; -lichtaufnähme, die
Fotogr. bei Gegenlicht gemachte Aufnahme; -liebe,
die fin den Verbindungen/ G. finden, auf G. stoßen
Zustimmung, Beifall für etw., das in bester Absicht
getan wird, finden : /oft verneint/ der Plan ist auf
wenig, keine G. gestoßen; -maßnahme, die M a ß
nahme, die etw. bekämpfen, verhindern soll: bei Aus
bruch der Epidemie wurden Gegenmaßnahmen
getroffen; -mittel, das vgl.
- g i ft; -offensive, die
Gegenangriff; -partei, die 1.1. Gruppe, die einen
gegensätzlichen Standpunkt vertritt 1.2. gegnerische
Partei bei einem Spiel 1.8. gegnerische Partei bei
einem Prozeß ; -pol, dev entgegengesetzter Pol (1, 2.2);
- probe, die Überprüfung eines Resultats durch Um
kehrung; -rechnung, die Rechnung, Forderung, die
einer anderen entgegengestellt wird; -rede, die 1. /o.
PL/ Widerspruch (2), Einwand — 2. jvorw. Sg./
Erwiderung; -revolution, die Konterrevolution;
- richtung, die entgegengesetzte Richtung; -satz, der
1. das Entgegengesetzte, äußerste Verschiedenheit (zu
jmdm., etw .): etw. bildet einen G., steht im schar
fen, diametralen G. zueinander; im G. (U n ter
schied) zu ihm ist sie groß — 2. Widerspruch (1):
seine W orte stehen in krassem G. zu seinen Taten;
unüberbrückbare, soziale Gegensätze; dazu -sätz-
lich / A d j./: gegensätzliche Standpunkte, Begriffs
paare, Welten; etw. g. beurteilen; -schlag, der
Schlag (1.1) gegen einen bereits geführten Schlag;
-Seite, die 1. gegenüberliegende Seite: er wohnt auf
der G.
—
2. Gegenpartei; -seitig /Adj./1.1. wechsel
seitig (1.1): der / Rat für Gegenseitige Wirt
schaftshilfe // auch RGW; nach den Prinzipien
des soz. Internationalismus arbeitende internationale
Wirtschaftsorganisation sozialistischer Staaten/;
etw. in gegenseitigem Einvernehmen, zum gegen
seitigen Nutzen, Vorteil regeln 1.2. /kann zur Ver
deutlichung zum reziproken Pron. sich treten/ sich g.
einer dem, den anderen und umgekehrt: sich g.
unterstützen, helfen, beschuldigen, behindern; zu
1.1
- s eitigkeit, die; -,
- en /vorw. Sg ./; -Spieler, der
1.1. Gegner (1.1) 1.2. Sport Spieler, der einen
Spieler der gegnerischen Mannschaft bewacht od.
von ihm bewacht wird 1.8. Theater im Kontrast
zum Hauptdarsteller handelnde Bühnenfigur
Gegenstand, der; -(e)s, Gegenstände 1. (klein erer,
fester) Körper, der hinsichtlich des Materials, seiner
Form und seines Zwecks nicht näher bestimmt ist:
ein schwerer, eckiger, stumpfer, metallischer G .;
Gegenstände des täglichen Bedarfs — 2. /o. P l.j
2.1. Objekt, Ziel des Denkens, Handelns: etw., jmd.
wird zum G. heftiger Kritik, allgemeiner Bewun
derung, des Prozesses 2.2 . Them a (1): der G. eines
Gesprächs, einer Abhandlung, einer Untersuchung;
vom G. abkommen
gegenständig /Adj./ B ot. einander gegenüber-
stehend: die Blätter sind g. angeordnet
gegenständlich /Adj./ auf einen Gegenstand (1) be
zogen, konkret (1.1): etw. Abstraktes g. dar
stellen; gegenständliche Kunst; dazu Gegenständ
lichkeit, die; jo. P l.j
gegenstands/Gegenstandsj -los /Adj./ 1 . a b stra kt
(1): g. malen — 2 .1. unbegründet: seine Verdächti
gungen sind g. 2 .2 . hinfällig (2): die Änderung
macht alle Pläne g.; dazu -losigkeit, die; -,
-en
jvorw. Sg./
Gegen/gegen| -stimme, die 1. Stimme, die bei einer
Abstimmung gegen jmdn., etw. abgegeben wird —
2. Mus. Melodie, die zur tragenden Melodie einen
Gegensatz bildet; -stoß, der 1. Gegenschlag — 2.
Gegenangriff; -stück, das /PL -e/ 1. Person, Sache,
die einer anderen Person, Sache entspricht, Pendant
—
2. Gegenteil; -teil, das Person, Sache, die den
Gegensatz zu einer anderen Person, Sache ausdrückt,
ihr entgegengesetzt ist; im G. /weist als Antwort
auf den entgegengesetzten Sachverhalt hin/; dazu
-teilig/Adj./; -tor, das B allspiele 1. xTor (2.2) der
gegnerischen Mannschaft — 2. xTor, das 1 unmittel
bar folgt; -1über jPräp. mit Dat.; dem Nomen vor-
od. nachgestellt, dem Pers.pron. nur nachgestelltj
1. /räuml./ einer Person, Sache zugewandt in gerader
od. schräger Richtung auf der anderen Seite eines
Raumes, einer Fläche: er nahm ihm g. seinen Platz
ein; g. dem Bahnhof, dem Bahnhof g. steht das
Warenhaus — 2. /weist auf eine bestimmte Bezie
hung zu einer Person, Sache hin/ in bezug auf: sich
jmdm. g. verpflichtet fühlen, korrekt verhalten;
jmdm. g. Hemmungen haben; er ist allen Ver
änderungen g. sehr zurückhaltend — 8 . im Ver
gleich zu : g. dem Vorjahr hat sich die Situation
verbessert, zugespitzt; er ist ihm g. im Vorteil;
-2über /Adv./ in gerader od. schräger Richtung auf
der anderen Seite eines Raumes, einer Fläche: an
der Wand, aus dem Haus g. hängt eine Fahne
(herab); er ist in das Haus g. gegangen; -über,
das; -s, - jvorw. Sg./ 1. jmd., der sich gegenüber
(1) von jmdm. befindet /oft mit Poss.pron.j: sein G.
anstarren; mein G. bei Tisch war sehr gesprächig
—
2. gegenüberliegende Häuserfront: hier ist die
Aussicht besonders reizvoll, weil es kein G. gibt
gegenüber/Gegenüber zu gegenüber 1|-liegen /Vb.j
sich gegenüber von jmdm., etw. befinden: die Häuser,
die dem Rathaus g .; -sehen, sich /Vb.j sich jmdm.,
etw. g. sich (unvermittelt) vor jmdm., etw. befinden:
er sah sich ihm plötzlich gegenüber; O sich großen
Schwierigkeiten g. (mit Schwierigkeiten konfron
tiert werden); -sitzen /Vb.j jmdm. zugewandt sitzen;
-stehen /Vb.j jmdm., einer Sache zugewandt stehen;
O sich, einander feindlich, wohlwollend g. (zuein
ander verhalten); einem Plan kritisch g.;
-stellen
/Vb.j 1. der Täter wurde dem Zeugen gegenüber
gestellt (mit dem Zeugen konfrontiert) — 2. zwei
Varianten g. (vergleich en 1); da zu -Stellung, die
Gegen| -verkehr, der entgegenkommender Verkehr:
es herrschte starker G.; -Vorschlag, der Vorschlag,
der sich gegen einen anderen richtet
Gegenwart, die; -, jo. Pl.j 1, Zeit, die die jeweils
lebende Generation erlebt, die gerade ablaufende Z eit:
in der G.; jmd. lebt nur für die G.; die Kunst,
Kultur der G.; das Projekt ist bis in die G. fort
geführt worden — 2. Anwesenheit (1): seine G. ist
nicht erwünscht; in G. (im Beisein) der Gäste,
der anderen — 8 . Präsens
gegenwärtig/Adj.; nichtpräd.j derzeitig: die gegen
wärtige politische, persönliche Lage, Situation;
ihre Beziehungen sind g. schlecht; er wohnt g.
(jetzt) in Berlin
+ etw. (nicht) g. haben (sich an etw. erinnern,
nicht erinnern können); etw., jmd. ist jmdm. g.
(ist jmdm. erinnerlich)
gegenwarts/Gegenwarts z u Gegenwart 1| -bezogen
/Adj./ auf die Gegenwart bezogen: gegenwarts
bezogener Unterricht; -dramatik, die in der Gegen
wart entstandene, meist Probleme der Gegenwart
Gegenwartsfilm — geheim
453
behandelnde Dram atik; -film, der Film über ein
Thema aus der unmittelbaren Gegenwart; -kunst,
die jo. Pl.j vgl.
- dramatik; -literatur, die vgl.
- dramatik; -nah(e) /Adj./ zeitnah, aktuell: ein
gegenwartsnaher Film; -spräche, die /o. P?./
Sprache (1.1) der Gegenwart: die Entwicklungs
tendenzen der deutschen G.
Gegen/gegen| -wehr, die jo. P l.j: er ließ sich ohne
G. (ohne sich zu wehren, ohne Widerstand zu leisten)
abführen; -wert, der gleichwertiger Ersatz, Äqui
valent: der G. dafür betrug ... Mark; -wind, der
jo. Pl.j Wind, der entgegengesetzt zu jmds. Bewe-
gungsrichtung weht; -Wirkung, die Wirkung, die
einer anderen Wirkung entgegengesetzt ist; -zeichnen
jVb.j ein Schriftstück als zweiter unterschreiben:
er muß noch g.; -zeuge, der Zeuge der Gegenpartei;
-zug, der 1. Eisenbahnzug, der in entgegengesetzter
Richtung verkehrt — 2. Brettspiele
des
Gegners
Geglitzer, das; -s, jo. Pl.j das (fortwährende)
Glitzern: das G. der Diamanten
Gegner, der? -s, - 1.1. Person(engruppe), Macht,
die zu einer anderen Person(engruppe), Macht in
einem Verhältnis steht, das von prin zipieller Gegen
sätzlichkeit der Interessen, Anschauungen gekenn
zeich n et ist: sie sind politische G.; ein persönlicher,
gefährlicher G.; die G. des reaktionären Regimes;
Machenschaften, Einwirkungen des Gegners (K la s
sengegners) 1.2. die Truppen, die Streitmacht des
Staates, nn‘£ dem ifrie# geführt wird: den G. an
greifen, besiegen; Angriffe des Gegners ab wehren
1.3. Sportler, Mannschaft, gegen die man in einem
Wettkampf antritt: beide G. waren sich im Kampf
ebenbürtig; ein zäher, fairer G .; der G. unterlag,
gewann — 2. er ist ein G. (Feind 2) des Rauchens;
zu 1.1, 2 Gegnerin, die;
- nen; zu 1 gegnerisch
jAdj.; nur attr.j; zu 1.1; sich mit gegnerischen
Meinungen, Auffassungen (mit Meinungen, A uf
fassungen des Klassengegners) auseinandersetzen;
gegnerische K räfte; zu 1.2: gegnerische Truppen,
Stellungen; zu 1.3: den Ball ins gegnerische Tor
schießen; die gegnerische Elf
Gegnerschaft, die; -,
- en jvorw. Sg .j gegnerische
Einstellung, Haltung: seine G. gegen den Krieg
bekunden
Gegröl, das; -(e)s, Gegröle, das; -s, /beide o . P L ;
emot. neg.j das fortwährende Grölen: das G. der
Betrunkenen, in der Kneipe
Gehabe, das; -s, jo. P L ; emot.j geziertes, wichtig
tuerisches Benehmen, Getue: laß das alberne,
komische G .!
gehaben, sich /sw. Vb.; in der Verbindung/ veral
tend, noch scherzh. gehabdichwohl,gehabt euch
wohl (bleibe, bleibt wohlauf)!/Gruß zum Abschiedj
gehabt, gehabt jAdj.; / auch haben; in der Ver
bindungI umg. wie g. jwie bisher leider üblich): wie
g. mußten wir lange warten
Gehackte, das; -n, jo. P L ; / auch hacken/ rohes,
durch den Fleischwolf gedrehtes, fettes Rind - od.
Schweinefleisch: 100 Gramm Gehacktes kaufen;
das G. als Beefsteak braten
1Gehalt, der; -(e)s, -e 1. jvorw. Sg .j der Anteil des
in einem Stoff enthaltenen bestimmten Bestandteils:
der G. an Eisen, Kupfer ist gering; die Nahrung
ist ohne G. (enthält keine Nährstoffe) — 2. jo. Pl.j
gedanklicher Inhalt: der ideelle, politische G. eines
Werkes
2Gehalt, das; -(e)s, Gehälter m onatlich ausgezahlte
Vergütung der Angestellten: ein hohes, niedriges
G. beziehen; das G. erhöhen, auszahlen, über
weisen
gehalten jAdj.; / auch halten; in der Verbindung/
geh. zu etw. g. sein zu etw. verpflichtet sein: sie
sind g. , Stillschweigen zu bewahren
gehaltlich jAdj.; nur attr.j das 2Gehalt betreffend:
gehaltliche Zusagen machen
gehaltlos jAdj.; nicht adv.j 1. ohne behalt (1) (an
wertvollen S toffen ): gehaltloses Gestein; gehaltlose
Kost — 2. ein gehaltloses (inhaltsarmes) Buch
Gehalts zu 2Gehalt| «empfänger, der jmd., der ein
Gehalt bezieht; -erhöhung, die; -gruppe, die Gruppe
innerhalb der tarifmäßigen Staffelung der Gehälter;
- konto, das Konto bei Sparkassen und Banken, das
der bargeldlosen Überweisung des Gehalts dient;
- streifen, der Papierstreifen, auf dem die Berech
nung des Gehalts vermerkt ist und der zusammen
m it dem Gehalt ausgegeben wird; -Zahlung, die
Zahlung des monatlichen Gehalts; -Zulage, die zum
Gehalt gewährte Zulage
gehaltvoll jAdj.j 1. von großem 1Gehalt (1): eine
gehaltvolle Mahlzeit, Brühe — 2. ein gehaltvolles
(inhaltlich wertvolles) Buch
gehandikapt jA d j.j s. handikapen
geharnischt jAdj.j scharf, unmißverständlich for
muliert: jmdm. eine geharnischte Abfuhr, Ant
wort erteilen; einen geharnischten Brief schreiben
gehässig jAdj.j mißgünstig, bösartig (1): ein ge
hässiger Mensch, Blick, Kommentar; g. über
jmdn. reden
Gehässigkeit, die; - ,
-en 1. jo. Pl.j das Gehässig
sein: etw. aus purer G. tun — 2. jvorw. Pl.j ge
hässige Äußerung, Bemerkung: wegen seiner Ge
hässigkeiten konnte ihn niemand leiden
Gehruse, das; -s, - 1.1. die feste Umhüllung der
Krebse, Schnecken, Muscheln 1.2. Kerngehäuse des
Apfels, der Birne: das G. herausschneiden, -stechen
1.0. die feste äußere Hülle eines Gerätes: das form
schöne, altmodische G. eines Radios, einer Uhr
1.4. salopp rTor (2.1): der Torwart stand weit
vor dem G.
gehbehindert /Adj.; nicht adv.j durch einen körper
lichen Mangel nicht voll gehfähig: g. sein
Gehege, das; -s, - 1 . eingezäunter Bereich (in einem
Tierpark, Zoo), in dem Tiere gehalten werden: ein
G. für Nashörner, Giraffen — 2. Jägerspr.
Revier, in dem Wild weidmännisch betreut und
gejagt wird: das G. mit Wild besetzen
+ umg. jmdm. ins G. kommen (jmdn. durch eigenes
Handeln in seinen Plänen stören)
gehe’m /Adj./ 1.1. aus politischen Gründen, aus
Gründen der Sicherheit nicht für die Öffentlichkeit
bestimmt, nicht bekanntgemacht: eine geheime Ver
schlußsache; geneime Pläne, Informationen; die
Wahl, Abstimmung ist g. (die Stimmabgabe erfolgt
so, daß aus diesem Verfahren niemandem bekannt
werden kann, wofür der einzelne gestimmt hat) 1.2 .
gegen etw., jmdn. gerichtet und daher aus Furcht vor
Entdeckung verborgen, heimlich: eine geheime Ver
schwörung; die geheimen Absichten des Gegners
durchkreuzen; im geheimen alles vorbereiten —
2. im Fühlen, Denken existent, aber absichtlich nicht
geäußert: geheime Gedanken, Sorgen haben; im
geheimen (in sgeh eim) wünschte er sich weit fort,
bedauerte er den Vorfall — 3 . jvorw. attr.j etw.
454
Geheimabkommen — gehen
wird wie von geheimen (mysteriösen) Kräften bewegt
Geheim/geheiml -abkommen, das Abkommen, das
strengster Geheimhaltung unterliegt; -absprache, die
vgl.
- abkommen; -archiv, das Archiv, in dem streng
vertrauliche Dokumente aufbewahrt werden; -auf-
trag, der vgl.
- abkommen; -blind, der geheime ver
botene Vereinigung von Personen mit meist reaktio
närer Zielstellung; -dienst, der ffür eine bes. auf
dem Gebiet der Spionage arbeitende (staatliche)
Organisation in kap. Staaten gebrauchte B ez.f:
militärische Geheimdienste; -diplomatie, die D ip lo
matie (1) durch Geheimverhandlungen; -dokument,
das vgl.
- abkommen; -fach, das verborgenes Fach
in Schreibtischen, Schränken; -halten fVb.f etw.
nicht über einen K reis eingeweihter Sachverständiger,
Zuständiger hinaus bekannt werden lassen: Pläne,
Einzelheiten g.; dazu -haltung, die fo. P l.f das
Geheimhalten: zur G. verpflichtet sein; etw. unter
liegt absoluter, strengster G .;
-konferenz, die vgl.
- abkommen
Geheimnis, das; -ses, -se 1,1 . etw.,
was jmd. od.
ein kleiner (persönlicher) Kreis absichtlich für sich
behält, nicht weiter bekannt werden läßt: ein G. ver
raten; jmdm. ein G. anvertrauen; (keine) Geheim
nisse voreinander haben; es wird ewig ein G.
bleiben (nicht recht klar, einsichtig werden), wie er
das fertiggebracht hat; das ist das ganze G. (mehr
ist dazu nicht zu sagen); in die Geheimnisse (un
erforschten Gebiete) der Natur eindringen; jmdn.
in die Geheimnisse (Spielregeln) des Schachspiels
einweihen 1.2. Angelegenheit in staatlicher Z u
ständigkeit, die nur bestimmten Personen bekannt
sein darf und über die Schweigepflicht besteht: er hat
Geheimnisse verraten
-{- etw. ist ein offenes G. (etw. wird offiziell geheim
gehalten, ist aber längst bekannt)
Gehe|mnis/geheimnis| -krämerei, die; -,
-en umg.
/emot./ vgl.
- tuerei; -träger, der fachspr. jmd., der
beruflich Zugang zu geheimen Informationen hat
und zum Stillschweigen darüber verpflichtet ist;
-tuerei, die;
- en umg. femot.f geheimnisvolles
Getue, Gehabe; -umwittert /Adj.f geh. geheimnis
voll (1); -verrat, der Jur. (Beihilfe zum) Verrat
staatlicher, militärischer, wirtschaftlicher, beruflicher
Geheimnisse an U nbefugte: jmdn. wegen Geheim
nisverrats anklagen; -voll fAdj.f 1. rätselhaft, u n
erklärlich: die Sache schien ihm sehr g.; ein ge
heimnisvoller (unheimlicher 1) Ort — 2. ein Ge
heimnis (1.1) andeutend: ein geheimnisvolles Ge
sicht, Benehmen; sehr g. tun
Geheim| -ratsecken, die fPl.f umg. sch erzh. (bei
Männern) durch Haarausfall oberhalb der Schläfen
vergrößerte seitliche Teile der Stirn; -rezept, das
umg.: der Koch verrät sein G. (ein Rezept, das
nur er kennt) nicht; -Schrift, die verschlüsselte
Schrift, die nur Eingeweihte entziffern können,
Chiffre: eine G. zu entschlüsseln suchen; -Ver
handlung, die Verhandlung, die strengster Geheim
haltung unterliegt
Geheiß, das /in der Verbindung/ veraltend auf
(jmds.) G. auf (jmds.) (mündlichen) Befehl, A uf
forderung: auf G. etw. holen, bringen; etw. ohne
G. tun
gehemmt /Adj.; /* auch hemmen/ voller Hemmun
gen (2.1): er ist Fremden gegenüber sehr g .; einen
gehemmten Eindruck machen; dazu Gehemmtheit,
die; jo. Pl.f
gehen, ging, ist gegangen 1. sich aufrecht auf den
Füßen schrittweise fortbewegen: langsam, gerade,
barfuß, rückwärts g .; ein paar Schritte g .; an
jmds. Arm, am Stock g.; Arm in Arm g.; einen
bestimmten Weg, eine bestimmte Strecke g. (zu
Fuß zurücklegen); <0>umg. er geht mit ihr (sie ist
seine Freundin) — 2. sich zu Fuß mit bestimmter
Absicht irgendwohin bewegen: baden, schlafen, ein
kaufen g.; jmdn. abholen g.; an Bord g.; unter
Leute g .; zu, ins Bett g.; zum Arzt g.; als erster
durchs Ziel g .; in die Schule g.
—
3. sich (zu Fuß)
entfernen: wortlos g.; es herrscht ein ewiges Kom
men und Gehen; O er geht im Dezember (hat
zum Dezember sein Arbeitsverhältnis gelöst); geh.
verhüll, er ist von uns gegangen (ist gestorben) —
4. heute geht (fährt, verkehrt) kein Zug mehr; wo
hin geht (führt) die Reise?; diese Ware geht (wird
geliefert) in viele Länder — 5. das Buch geht in
Druck (wird zum Drucken 1.1 gegeben); eine Mel
dung geht durch die Presse (wird in der Presse
veröffentlicht) — 6 . /g.
-(- Präp./ mit etw. beginnen:
an die Arbeit, ans Werk g .; in Urlaub g.
—
7. ge
richtet sein nach: die Fenster g. nach Süden, nach
der Straße — 8 . etw. geht gegen jmdn., etw. etw.
richtet sich gegen jmdn., etw.: das geht gegen meine
Prinzipien; das geht gegen dich! — 9 .1. /von einem
Mechanismus! funktionieren: die Uhr geht richtig,
vor; die Bremse geht nicht; O das Geschäft geht
gut, schlecht 9.2 . kein Lüftchen ging (regte sich);
sein Atem ging (er atmete) stoßweise; die Tür ging
(wurde geöffnet, geschlossen) — 10. etw. geht in
bestimmter Weise etw. verläuft (6) in bestimmter
W eise: alles geht nach Wunsch; das ist noch ein
mal gut gegangen; die Verhandlungen g. schlep
pend — 11. umg. 11.1 . in diesen Eimer g. (passen
5.2) zehn Liter; der Schrank geht nicht durch die
Tür (kann die Tür nicht passieren, ist zu groß)
11.2 . bis an, zu etw. reichen (2.1): ich gehe ihm
bis an die Schulter; der Rock geht bis zum Knie
—
12. etw. geht etw. ist möglich: es geht leider
nicht anders; der Mantel geht noch (kann noch
getragen werden) — 13. jmdm. geht es gut, schlecht
jmd. ist in guter, schlechter Verfassung (II): mir
geht es glänzend, mäßig; wie geht es dir? — 14 .
es geht (bei etw.) um etw., jmdn. auf etw., jmdn.
ist eine Handlung eigentlich gerichtet, etw. bezieht
sich auf etw., auf jmdn.: es geht bei dem Gespräch
um unsere Wohnung, Kinder; um wen geht es
hier? — 15.1. etw. geht über (übersteigt) jmds.
Horizont, Kraft; /in der Verbindung/ / zugrunde
g. 15.2. /in Verbindung mit Subst. zur Umschreibung
eines Verbalbegriffsf: zu Bruch g. (zerbrechen); in
Erfüllung g. (sich erfüllen); in Führung g. (zu
fuhren 2.2 beginnen); auf Reisen g. (verreisen); auf
die Suche nach etw. g. (etw. zu suchen beginnen)
-f- in sich g. (über etw. mit Bedauern nachdenken);
vor sich g. (geschehen, gerade stattfinden); etw. geht
jmdm. über alles (ist jmdm. mehr wert als alles
andere); umg. etw. geht wie geschmiert (geht
schnell und reibungslos vonstatten); — jmdm. um
den ^ Bart g.; in die
Breite g.; mit jmdm.
durch
dick und dünn g.; etw. geht jmdm.
/ durch und durch; für jmdn. durchs / Feuer
g.; etw. geht ins ^ Geld; einer Sache auf den
Grund g.; jmdm. zur / Hand g.; etw. geht mit
etw.
Hand in Hand; etw. geht jmdm. unter
die / Haut; sich etw. durch den X Kopf g.
Gehen — gehören
455
lassen; etw. geht jmdm. nicht aus dem / Kopf;
das geht auf keine / Kuhhaut!; über / Leichen
g.; jmdm. auf den / Leim g.; in die / Luft g.;
etw. geht von / Mund zu Mund; das geht in
/ Ordnung; in, auf / Rente g.; auf die / Straße
g.; etw. geht jmdm. gegen den / Strich; zum
/ Teufel g.; in die / vollen g .; ins / Wasser
g.; jmdm., einer Sache aus dem / Weg g.; zu
/ weit g.; / wo er geht und steht
Gehen, das; -s, /o. PL/ das Gehen (1) über 20 od.
50 Kilometer als leichtathletische Disziplin. wobei
immer ein Fuß mit dem Boden im Kontakt bleiben
m u ß : er ist Olympiasieger im G.
gehen lassen, ließ gehen, hat gehenlassen, au ch
gehengelassen 1. umg. jmdn. davongehen und in
Ruhe lassen: laß mich doch gehen! — 2. sich g.
2.1 . sich nicht beherrschen können: er hat sich
gestern ziemlich g. 2 .2 . sich nicht pflegen, sich ver
nachlässigen: neuerdings läßt er sich ziemlich
gehen
Geher, der; -s, - S port Leichtathlet der Disziplin
Gehen
Gehetze, das; -s, \o. PL/ das (fortwährende) Sich-
abhetzen. ständige Eile und Aufregung: immer
dieses G .!
geheuer /A d j.; in den Verbindungen/ etw. ist
jmdm. nicht (ganz) g.: der dunkle Wald, Weg
war mir nicht g. (war mir unheimlich 1); jmdm.
ist bei etw. nicht g.: bei dem Gedanken an die
Prüfung, das Vorhaben ist ihm nicht g. (fühlt er
sich unbehaglich); etw. kommt jmdm. nicht g. vor:
die ganze Sache kam ihm nicht g. vor (kam ihm
verdächtig vor)
Geheul, das; -(e)s, Geheule, das; -s, /beide o. PL/
1. /vorw. Geheul/ das (fortwährende) Heulen (1):
das Geheul der W ölfe, des Sturms, der Sirenen —
2. /vorw. Geheule/ u m g. \emot. neg./ dein ewiges
Geheule (fortwährendes Weinen) geht mir auf die
Nerven!
geh/Geh zu gehen 1| -fähig /Adj.; nicht adv./ zum
Gehen fähig; -falte, die Falte in einem engen 1Rock
(1), die das Ausschreiten erleichtert; -fehler, der kör
perlicher Mangel, der das Gehen erschwert; -gips,
der nach Knochenbrüchen an Beinen od. Füßen an
gelegter Gipsverband, der das Gehen ermöglichen soll
Gehjlfe, der; -n, -n 1. jmd., der ohne spezielle Fach
ausbildung in einem privaten Handwerksbetrieb
arbeitet: er arbeitete als G. beim Bäcker — 2. v e r
altend Helfer: der Hund als G. bei der Jagd —
3. M ittäter; dazu Gehilfin, die; -,
- nen
Gehirn, das; -s, -e 1.1. bei Menschen und Wirbel
tieren im In nern des Schädels gelegener wichtigster
Teil des Zentralnervensystems, der beim Menschen
Sitz des Bewußtseins (1.1) ist: der Bau des mensch
lichen Gehirns; einen Tumor im G. haben 1.2 . /o.
Pl.j landsch., bes. ostmdt. Hirn (1.2): zu Mittag
gibt es G.
—
2. umg. sein G. anstrengen (an
gestrengt nachdenken)
Gehirn zu Gehirn 1.11
-akrobatik, die umg.
scherzh. übertrieben komplizierte intellektuelle A n
strengung, gekünstelter Gedankengang; -blutung,
die Med. Schlaganfall; -Chirurgie, die /o. PI./
Teilgebiet der Chirurgie, das sich mit dem operativen
Eingriff am Gehirn befaßt; -erschütterung, die
durch starke Erschütterung verursachte (vorüber
gehende) Schädigung des Gehirns; -hautentzündung,
die Med. Meningitis; -kästen, der /o. PL/ sa lopp
scherzh.: streng doch mal deinen G. (Verstand)
an!; -rinde, die Med. Großhirnrinde; -schale, die
Med. Hirnschale; -schlag, der Med. Schlaganfall:
-s chmalz, das /o. PI./ salopp scherzh.: um das
Problem zu lösen, ist schon etwas G. nötig (braucht
man Verstand); -tumor, der Med. Hirntumor;
-Wäsche, die /vorw. BRD/ Brechung des mensch
lichen Willens durch vor allem psychische Beein
flussung; -Windung, die /vorw. PI./ Med. gewun
dene, wulstige Erhebung der Großhirnrinde
gehoben /Adj.; vorw. attr.; / auch heben/ 1.1 .
/DDR veralten d/ eine gehobene (leitende, verant
wortungsvolle) Position bekleiden 1.2 . /im bürgerl.
Sprachgebrauch/ der gehobene Mittelstand (die
sozial begünstigten Schichten des Mittelstandes in
der bürgerl. Gesellschaft) 1.3 . der gehobene Bedarf
(Bedarf an Luxusartikeln) 1.4. sich einer gehobenen
(gewählten) Ausdrucksweise bedienen 1.5. in ge
hobener (heiterer, gelöster) Stimmung sein
Gehöft, Gehöft, das; -(e)s, -e Anwesen eines Bauern,
bes. eines Einzelbauern: ein einzelnes, abgelege
nes G.
Gehölz, das; -es, -e 1. geschlossener kleiner Bestand
von (niedrigen) Bäumen, Sträuchern: ein kleines,
dichtes G.
—
2. /nur im PL/ Bot. Forstw. aus
dauernde Geioächse, deren Stämme und Äste ver
holzen: laubtragende Gehölze
Geholze, das; -s, /o. PL/ umg. femot./ rohes, stüm
perhaftes Fußballspielen: das ganze Spiel war ein
einziges G.
Gehör, das; -(e)s, -e 1. /o. PL/ Sinn zum Wahr-
nehmen von Schallwellen, Hörvermögen: er hat ein
gutes, feines, scharfes, musikalisches G .; sich nach
dem G. orientieren; nach dem G. (ohne Noten)
spielen; das / absolute G.
—
2.1 . /o. PL/ Gelegen
heit, von jmdm. angehört zu werden: jmdn. (einen
Augenblick) um G. bitten; sich G. verschaffen;
(kein) G. finden 2.2 . /in den Verbindungen/ etw.
kommt zu G. (etw. wird vorgetragen); etw. zu G.
bringen (etw. vortragen); O jmdm. G . schenken
(jmdn. anhören, auf jmds. Bitten eingehen) — 3.
/vorw. PL/ Jägerspr. Ohren des Haarraub- und
Schwarzwildes
Gehör|bildung, die /o. PL/ Mus. Bildung, Förderung
des musikalischen Gehörs
gehorchen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdm. g. das tun, was
jmd., der die Befugnis dazu hat, anordnet, verlangt,
bestimmt, befiehlt: jmdm. sofort, aufs Wort, blind
g.; der Hund gehorcht seinem Herrn; O die
Natur gehorcht eigenen Gesetzen — 2. etw. ge
horcht jmdm. etw. funktioniert auf jmds. Veran
lassung, Einwirkung in der gewünschten, erforder
lichen W eise: die Stimme, das Auto gehorchte ihm
nicht mehr
gehören /sw. Vb.; hat/ 1. etw. gehört jmdm. etw.
ist jmds. Eigentum: das Haus, Buch gehört mir
(nicht); O der Jugend gehört die Zukunft; ihm
gehört (gilt) unsere Sympathie, Liebe; ihr Herz
gehört einem anderen (sie liebt einen anderen) —
2. zu etw., jmdm. g. (notwendiger) Teil eines Gan
zen, einer Gruppe von Menschen sein: er gehört
zur Familie, zum Freundeskreis, zu den Stamm
gästen; der W ein gehört zur Spitzenklasse; der
Roman gehört zur Weltliteratur — 3. an der
richtigen Stelle, passend sein : dieses Thema gehört
(nicht) hierher; das gehört nicht zur Sache; er
gehört ins Bett (müßte eigentlich ins Bett) — 4.
456
Gehörgang — Geißelfaden
zu etw. gehört etw. zu etw. ist etw. n ötig: es gehört
viel Frechheit, Mut, Verstand dazu, das zu tun;
du hast alles, was zum Leben gehört — 5, etw.
gehört sich (nicht) etw. schickt (IL2) sich (nicht):
es gehört sich einfach (nicht), daß du das tust!
Gehör/gehör zu Gehör 1| -gang, der Med. aus
einem knorpeligen und einem knöchernen Teil be
stehende Verbindung von der Ohrmuschel bis zum
Trommelfell; -geschädigt /Adj.; nicht adv./: ein
gehörgeschädigtes Kind (ein Kind mit stark ver
mindertem Hörvermögen)
gehörig /Adj./ 1. zu etw., jmdm. g. einen Teil von
etw.,
jmdm. bildend, dazugehörig: eine Frage als
nicht zur Sache g. zurückweisen; nicht zur Familie
gehörige Personen — 2. /nicht präd./ wie es sein
soll, gebührend: den gehörigen Abstand halten;
etw. g . vorbereiten — 3* /nicht präd./ umg. /drückt
einen hohen Grad aus/: jmdn. g. verprügeln;
jmdm. g. die Meinung sagen; jmdm. einen ge
hörigen Schrecken einjagen
Gehör/gehör z u Gehör 1 | -knöchelchen, die /PL/
Med. drei kleine, gelenkig miteinander verbundene
Knöchelchen, die die Schallwellen vom Trommelfell
aus weiterleiten; -los /Adj.; nicht adv./ ohne Gehör
(1): eine Schule für Gehörlose
Gehörn, das; -(e)s, -e 1. die Hörner bei bestimmten
Säugetieren meist beiderlei Geschlechts: das G. der
Antilopen, Rinder, Ziegen — 2. Jägerspr. Geweih
des Rehbocks
Gehör|nerv, der Med. Nerv im Inneren des Ohres,
der die akustischen Reize ins Gehirn weiterleitet
gehörnt fAdj.; nicht adv.f ein Gehörn (1) tragend:
eine gehörnte Gemse
gehorsam /Adj./ 1.1. veralten d (einer autoritären
Obrigkeit) Gehorsam erweisend: er war ein gehor
samer Untertan 1.2 . brav (1), artig (1): ein gehor
sames Kind; g. sein
Gehorsam, der; -s, fo. Pl.j das Befolgen von Ge
boten, Befehlen, Unterordnung unter die Anord
nungen befugter od. autoritärer Personen: unbeding
ten G. fordern; blinder, kritikloser G.; jmdm. den
G. verweigern; jmdm. G. leisten (gehorchen); G.
zeigen
Gehorsamkeit, die; -, /o. PL/ das Gehorsamsein
Gehör|sinn, der /o. PI./ Gehör (1)
Gehrung, die; -,
-en Handw. Techn. Verbindung
zweier Teile aus Holz, Metall, Plast u. a. unter
einem bestimmten Winkel: Leisten für einen Rah
men auf G. schneiden, zusammenfügen
Geh zu gehen 1| -steig, der 1and sch. vgl.
- weg;
-versuch, der fvorw. PI./ Versuch, das Gehen zu
erlernen, wiederzuerlernen: das Kind, der Patient
macht die ersten Gehversuche; -weg, der (durch
eine Bordkante abgegrenzter) Fußweg neben einer
Fahrbahn in Ortschaften
Geier, der; -s, - vorwiegend in wärmeren Gebieten
lebender, Aas fressender großer Greifvögel mit nack
tem K opf und nacktem Hals, einem starken, hakig
gebogenen Schnabel und großen, breiten Flügeln: der
G. kreist über der Beute
Geifer, der; -s, jo. Pl.f 1. /bes. von Tieren/ aus
dem Maul fließender Speichel: dem Hund lief der
G. aus dem Maul — 2 . /emot./ wütendes, boshaftes
Gerede: Haß und G. der Feinde störten ihn nicht;
zu 2 Geiferer, der; -s, -
geifern fsiv. Vb.; hat; emot./: gegen jmdn. g.
(wütend und giftig reden)
Geige, die; -,
- n Streichinstrument mit vier in
Quinten gestimmten Saiten und einem leicht gewölb
ten, an den Seiten oben und unten nach außen, in
der Mitte nach innen gerundeten Resonanzkörper:
eine alte, kostbare G.; auf der G. spielen; die
erste G. (eine bestimmte, meist die führende Stimme
auf der Geige) spielen
+ umg. die erste G. spielen (tonangebend sein); —
jmdm. hängt der / Himmel voller Geigen
geigen jsw. Vb.; hat/ 1. umg. etw. auf der Geige
spielen: einen Walzer, ein Solo g.; sie geigt täg
lich zwei Stunden — 2. /von Insekten/ hohe singende
Töne von sich geben: die Grillen g.
+ jmdm. die /t Meinung g.
Geigen| -hau, der jo. Pl.j (Gewerbe für die) Her
stellung von Streichinstrumenten; -bogen, der
elastischer, mit Pferde- od. Kunsthaaren bespannter
Holzstab, mit dem die Saiten der Streichinstrumente
gestrichen werden; -hals, der das Griffbrett tragender
schmaler Teil der Geige; -kästen, der /PI.
- kästen/
Behältnis für die Geige; -saite, die; -spiel, das /o.
Pl.j das Spielen auf der Geige
Geiger, der; -s,
-
jmd.,
der (berufsmäßig) Geige
spielt
Geigerzähler, der Phys. Gerat zum Nachweis radio
aktiver Strahlung
geil /Adj./ 1. gierig nach geschlechtlicher Befriedi
gung: so ein geiler Kerl!; er ist g. wie ein Bock;
ihr Anblick machte ihn g.
—
2. (allzu)üppig
wuchernd: die Pflanze war g. emporgeschossen;
geile Triebe verschneiden; dazu Geilheit, die; -,
/«•Pli
Geisel, die; -,
- n, auch der; -s, - jmd., der von der
.(kriegsführenden) gegnerischen Seite gefangengenom
men wurde od. jmd., der irgendwo festgehalten wird,
um mit seinem Leben als Pfand für die Erfüllung
bestimmter (erpresserischer) Forderungen einzu
stehen: Geiseln stellen; jmdn. als G. nehmen, fest-
halten
Geisel| -erschießung, d ie ; -nähme, d ie;
-n Ge
fangennahme, Überwältigung von Personen, einer
Person, um sie als Geisel festzuhalten; -nehmer,
der; -s, - jmd., der Personen, eine Person gefangen
nimmt, überwältigt, um sie als Geisel festzuhalten
Geiser, der; -s,
-
bes. auf Island vorkommende
schwefelhaltige Quelle, die in bestimmten Abständen
heißes Wasser und Dampf in Form einer Fontäne
ausstößt
Geisha, die; -,
-s [ge:Ja] in Tanz, Musik, Gesa,ng
ausgebildetes Mädchen, das in japanischen Tee
häusern zur Unterhaltung der Gäste beiträgt
Geiß, die; -en süddt. österr. Schweiz. Ziege
Geiß| -blatt, das fo. Pl.j zu den Geißblattgewächsen
gehörender, aufrechter od. sich emporwindender
Strauch mit ungeteilten gegenständigen Blättern und
Beeren- od. Steinfrüchten; -blattgewächs, das Bot.
Strauch od. Baum mit gegenständigen Blättern und
roten od. schwarzen Beeren; -bock, der süddt.
Österr. Schweiz, männliche Ziege
Geißel, die; -,
- n 1.1. geh. der Krebs ist eine G.
der Menschheit (ist eine furchtbare Krankheit, ein
Unglück für die gesamte Menschheit) 1.2. landsch.,
bes. süddt. österr. Schweiz. Peitsche: der Kut
scher schwang die G.
—
2. Biol. fadenähnliches
Gebilde aus Protoplasma, das dem Geißeltierchen
zur Fortbewegung dient
Geißel|faden, der Biol. G eißel (2)
geißeln — Geizhals
457
geißeln jsw. Vb.; hat/ 1. geh. etw. aufs schärfste
tadeln, anprangern: Mißstände, Unvernunft g.
—
2. geh. etw. geißelt jmdn.: Not und Elend geißel
ten das Volk (peinigten das Volk aufs äußerste)
Geißeltierchen, das; -s, - jvorw. Pl.j Einzeller mi
einer od. mehreren Geißeln (2) zur Fortbewegung
Geißelung, die; -en das Geißeln (1)
Geist, der; -(e)s, -er/-e I. /PL -er/1. jo. Pl.j mensch
licher Verstand, Denkvermögen; Philos. das Be
wußtsein (1.1) als das ideelle Produkt der am höch
sten entwickelten Form der M aterie: einen wachen,
schöpferischen G. haben, besitzen; die Errungen
schaften des menschlichen Geistes; den, seinen G.
anstrengen; jmds. G. ist verwirrt; ein Mann von
G. (mit Scharfsinn und Esprit) — 2. jo. Pl.j
geistige (1.2) Haltu ng: die Begegnung verlief im
Geiste der Freundschaft; in jmds. Geiste (Sinn)
handeln; der G. (die charakteristischen ideologischen
Strömungen) einer Zeit; den G. (die Ideologie) des
Revanchismus bekämpfen; der revolutionäre G .;
der olympische G. (Einstellung im Sinne der olym
pischen Idee) — 8 . die führenden Geister (bedeuten
den, schöpferisch wirksamen Persönlichkeiten) unse
rer Zeit — 4 . nach abergläubischer Vorstellung ein
überirdisches, dem Menschen gut od. böse gesinntes
Wesen, Gespenst: an Geister glauben; Geister be
schwören wollen — II . jPl.
- ej wasserheller Brannt
wein, der durch Destillieren von (Beeren)fruchten
gewcmnen wird, die mit Alkohol angesetzt wurden
4* im Geiste in Gedanken: im Geiste bei jmdm.
sein; da scheiden sich die Geister (gehen die
Meinungen scharf auseinander); scherzh. der gute
G. des Hauses (jmd., der sich um alles im Hause
kümmert); umg. du bist wohl von allen guten
Geistern verlassen (tust etw. völlig Unvernünftiges,
Törichtes)!; salopp jmdm. auf den G. gehen
(jmdn. stören, langweilen); ...w es Geistes Kind
jmd. ist (wie jmds. Einstellung ist)
Geister zu Geist I.4| -bahn, die bei Volksfesten, in
Vergnügungsparks errichtete Anlage mit Schienen
und Wagen, auf der die Mitfahrenden durch
schaurige Geräusche und Erscheinungen zum Gru
seln gebracht werden sollen; -bild, das Fernsehen
mehrfach erscheinende Konturen beim Fernsehbild;
-erscheinung, die aus Aberglauben angenommene
Erscheinung von Geistern, Toten; -fahrer, der jmd.,
der mit seinem Kraftfahrzeug in einer Einbahn
straße od. auf der nur in einer Richtung zu be
fahrenden Spur der Autobahn die Fahrbahn in der
falschen, entgegengesetzten Richtung befährt; -glaube,
der jo. Pl.j Glaube an die Existenz von Geistern
(1.4)
geisterhaft \Adj./ unheimlich, wie von Geistern (1.4)
herrührend
Geister|hand, die jin der Verbindüngj wie von G.
wie durch eine unsichtbare Hand, Kraft bewegt: die
Tür öffnete sich wie von G.
geistern jsw. Vb.; ist/ wie ein Geist (1.4) umgehen
(1.1 .2): die Kinder geisterten nachts durchs Haus;
O Scheinwerferstrahlen g. (gleiten unruhig und
schnell) über den Himmel
Geister|stunde, die jo. Pl.j scherzh. mitternächt
liche Stunde, in der nach abergläubischer Vor
stellung Geister (1.4) umgehen (1.1.2)
geistes/Ge|stes| -abwesend jA d j.j zerstreu t, in G e
danken versunken; dazu -abwesenheit, die; -arbeit,
die jo. Pl.j geistige (LI) Arbeit; -arbeiter, der v e r
altend jmd., der beruflich überwiegend geistig (1.1)
arbeitet; -blitz, der umg. plötzliche, kluge Idee;
-gaben, die jPl.j veralten d intellektuelle Anlagen,
Fälligkeiten: ein Mensch mit ungewöhnlichen G.;
-gegenwart, die Fähigkeit, in unvorhergesehenen
Situationen die Übersicht zu bewahren u) d ent
schlossen zu handeln: G. besitzen; seine G. rettete
die Lage; dazu -gegenwärtig jA dj.j: g. reagieren,
handeln; -gestört jAdj.; nicht adv.j geisteskrank:
jmd. ist g.; dazu -gestörtheit, die; -, jo. P l.j; -große,
die 1. jo. Pl.j überragender Verstand: jmds. G. —
2. genialer Mensch: jmd. ist eine G.; -haltung, die
geistige (1.2) Haltung, Einstellung: eine bestimmte
G. erkennen lassen; -krank jA dj.; nicht adv.j an
einer Geisteskrankheit leidend; dazu -krankheit, die
jSammelbez. für bestimmte Arten psychischer, geisti
ger Störungen/; -schaffende, der u. die; -n, -n vgl.
- arbeiter; -schärfe, die /o. P l.j scharfes, klares
Denk- und Urteilsvermögen; -schwach jAdj.; nicht
adv.j debil, schwachsinnig; dazu -schwäche, die jo.
P l.j; -verwandt /Adj.; nicht adv.j geistig (1.2) ver
wandt, gleiche od. ähnliche Anschauungen habend:
beide sind g.;
-Verwirrung, die Verwirrung des
Verstandes bei jmdm.;
-zustand, der jo. Pl.j Zu
stand in Hinblick auf Gesundheit od. Krankheit des
Geistes
geistig jAdj.j I. /nicht präd.j 1. den Intellekt, die
intellektuellen Fähigkeiten betreffend: geistige Ar
beit, Tätigkeit; geistige Beweglichkeit, Fähig
keiten, Anlagen; die geistige / Kultur; das g.-
kulturelle Leben; g. rege, träge sein; g. tätig sein,
arbeiten; g. behindert, umnachtet sein; etw. g.
verarbeiten — 2 . die grundsätzliche gedankliche
Haltung, Einstellung betreffend: sich jmdm. g. ver
bunden fühlen; jmds. geistige Haltung, Einstellung
—
8. /nur attr.f veraltend geistiges Eigentum
(urheberrechtlich geschütztes künstlerisches od. w is
senschaftliches Erzeugnis); der geistige JA Vater
einer Bewegung, eines Plans — H . /nur attr.j
geistige (alkoholische) Getränke
geistlich jA dj.; nicht präd.j kirchlich (1): ein geist
licher Würdenträger; nach geistlichem Beistand
(Beistand durch einen Geistlichen) verlangen
Geistliche, der; -n, -n Theologe, der Aufgaben des
Gottesdienstes und der Seelsorge wahrnimmt: ein
katholischer, protestantischer Geistlicher; der G.
sprach das Gebet
ge|st/Geist zu Geist 1.11 -los jAdj.j 1.1. ohne ei
gene Gedanken, dumm (1.1 .1): ein geistloser Mensch
1.2 . eine geistlose (sich in Belanglosigkeiten er
schöpfende) Unterhaltung; dazu -losigkeit, die; -,
- en; -reich /Adj./ viel Geist zeigend, klug, scharf
sinnig, voller Esprit: eine geistreiche Bemerkung;
iron. jmd. macht ein geistreiches (dummes) Ge
sicht; -reichelei, die; -,
-en oft spött. Äußerung,
die geistreich wirken soll; -sprühend jAdj.j reich an
Gedanken, geistreichen Einfällen; -tötend jA dj.;
nicht adv.j: eine geisttötende (langweilige) Be
schäftigung; -voll /A d j./ vgl.
- reich
Geiz, der; -es, jo. P l.j (abstoßend) übertrieben
wirkende Sparsamkeit: krankhafter G .; seine Spar
samkeit grenzt schon an G.
geizen jsw. Vb.; hat/ mit etw. (abstoßend) über
trieben sparsam sein : mit jedem Pfennig, jedem
Tropfen Wasser, jeder Minute g.; <£> das Publikum
geizte nicht mit Beifall, Lob
Geizlhals, der geiziger Mensch: er ist ein G.
458
geizig — Geläuf
geizig /Adj./ übertrieben sparsam und daher ab
stoßend: er ist g.
Geiz(kragen, der um g. Geizhals
Gejammer, das; -s, fo. PI./ das (fortwährende)
Jam m ern (1): dein G. ist nicht auszuhalten!
Gejaul, das; -(e)s, Gejaule, das; -s, /beide o. PL/
das (fortwährende) Jaulen: das G. der Hunde,
Wölfe
Gejohle, das; -s, fo. Pl.f umg. das (fortwährende)
Johlen : das laute G. der Fußballfans
Gekeif, das; -(e)s, Gekeife, das; -s, /beide o. PL/
umg. das (fortwährende) Keifen : er wollte sich ihr
G. nicht länger anhören
Gekicher, das; -s, /o. PL/ das (fortwährende)
Kichern: in der Klasse begann ein G. und Ge-
tuschel
Gekläff, das; -(e)s, Gekläffe, das; -s, /beide o. PL/
das (fortwährende) Kläffen : das wütende G. der
Hunde
Geklapper, das; -s, jo. PL/ das (fortwährende) Klap
pern (1.1): das G. von Geschirr; das G. der Kasta
gnetten
Geklimper, das; -s, /o. PL/ umg. /emoL neg.f das
fortwährende Klimpern: das ist keine Musik, das
ist G.!
Geklingel, das; -s, /o. PL/ das (fortwährende)
K lingeln : heftiges, durchdringendes G.
Geklopfe, das; -s, )o. PL/ das (fortwährende) Klopfen
(1, 5): das G. an der Tür wurde immer heftiger
Geknalle, das; -s, fo. PL/ das (fortwährende) Knallen
(1.1 .1 ,1 .1 .2 ,3): das G. in der Silvesternacht
Geknatter, das; -s, /o. PL/ das (fortwährende) K nat
tern : das ohrenbetäubende G. der Motorräder
geknjckt /Adj.; / auch knicken/ umg. nieder
geschlagen, enttäuscht: er kam ganz g. nach Hause,
denn er hatte nichts erreicht
gekonnt /Adj.; / auch können/ großes Können
beweisend, gut, meisterhaft gemacht: die Verse sind
g .; eine gekonnte Darbietung
gekörnt /Adj.; nicht adv.;
auch körnen/ körnig
(1): gekörntes Waschpulver
Gekrakel, das; -s, /o. PL/ umg. /emot./ etw. krakelig,
unleserlich Geschriebenes: dein G. kann doch kein
Mensch lesen!
Gekreisch, das; -es, Gekreische, das; -s, /beide o.
PL/ das (fortwährende) Kreischen: das G. der
Möwen, Bremsen; die Mädchen liefen mit G. davon
Gekreuzigte, der; -n, fo. P L ; / auch kreuzigen/
Hel. ev. kath. Christus als der ans Kreuz Ge
schlagene : das Bild des Gekreuzigten
Gekritzel, das; -s, jo. PL/ umg. etw. unleserlich,
zu eng, zu klein Geschriebenes: undefinierbares G.
Gekröse, das; -s, - Magen und krauses Gedärm von
Kalb und Lamm, die als Speise dienen: G. kochen
gekünstelt /Adj./ u n n atürlich (2): ein gekünsteltes
Benehmen; sie lacht g. (gezwungen)
Gelaber, das; -s, fo. PL/ landsch. umg. /emot./
seichtes, einfältiges Gerede: was soll das G .!
Gelache, das; -s, /o. P L ; emot. neg./ das fort
währende laute Lachen: sein dummes G. ärgerte
ihn
Gelächter, das; -s, - jvorw. Sg./ lautes (Auf)lachen:
ein schallendes, dröhnendes, großes, höhnisches
G.; etw. geht im G. unter, wird mit G. aufgenom
men; jmdn. zum G. machen (verursachen, daß jmd.
verspottet wird)
gelackmeiert /Adj./ u m g. scherzh. h ereingelegt,
betrogen: sich g. fühlen; er ist immer der Gelack
meierte !
geladen /Adj.; nur präd.; / auch laden/ umg.
sehr zornig, wütend: er war mächtig g. (auf ihn)
Gelage, das; -s, - ü p p iges, ausgedehntes Essen und
T ri nk e n : ein G. veranstalten, abhalten, feiern
Gelände, das; -s, - jvorw. Sg ./1.1. Teil des Landes,
der Landschaft in seiner natürlichen Beschaffenheit,
bes. in der Gestaltung des Bodens: ein freies, hügeli
ges, sumpfiges, abschüssiges G .; das G. erkunden,
(nach jmdm.) durchkämmen; einen Punkt im G.
anvisieren 1.2 . fü r bestimmte Zwecke abgegrenztes
Stück Land : das G. des Flugplatzes, der Garten
bauausstellung; die Polizei sperrte das G. ab
Gelände/gelände z u Gelände 1.11 -fahrt, die n icht
an Straßen und Wege gebundene Fahrt mit einem
Kraftfahrzeug, die als sportliche Übung od. als
Wettkampf durchgeführt wird; -fahrzeug, das Kraft
fahrzeug, das für Fahrten durch unwegsames Gelände
geeignet ist; -gängig /Adj.; von Kraftfahrzeugen/
bes. für Fahrten durch unwegsames Gelände geeignet;
-lauf, der vgl.
- fahrt
Geländer, das; -s, - als Schutz vor Absturz, zum
Festhalten dienende etw. begrenzende Vorrichtung,
Konstruktion aus Holz, Metall, Stein, die einem
Zaun ähnlich ist od. nur aus einer Stange besteht:
ein schmiedeeisernes G .; sich am G. festhalten;
sich über das G. beugen
Gelände zu Gelände 1.11 -spiel, das mit Wanderung,
Orientierungsübungen, Karten- und Spurenlesen
verbundenes Mannschaftsspiel (unter Jugendlichen)
im Gelände; -Übung, die militärische Übung im
Gelände
gelangen jsw. Vb.; ist/ 1. an ein bestimmtes Ziel
kom m en: noch rechtzeitig auf den Bahnhof, nach
Hause g.; der Brief ist an die richtige Adresse ge
langt; O an das Ziel seiner Wünsche, Träume g.
—
2. zu etw. g. etw. erlangen (1.2): zu Ansehen, Ein
fluß, zu einer Erkenntnis, Verständigung g.; eine
Junta war zur, an die Macht gelangt — 3. /dient
mit Präp. zu + Subst. zur Umschreibung des
Passivs/: die Ware gelangt zur Auslieferung (wird
ausgeliefert 3); die Verhandlungen g. morgen zum
Abschluß (sollen morgen abgeschlossen werden); die
Maschinen g. erstmals zum Einsatz (werden erst
mals eingesetzt)
gelappt /Adj.; nicht adv./ B ot.: ein gelapptes Blatt
(ein Blatt mit breiten abgerundeten Einschnitten);
der Ahorn hat gelappte Blätter
gelassen /Adj./ Unangenehmes, Erfreuliches ruhig
und gleichmütig aufneftmend: dem großen Ereignis,
der Gefahr g. entgegensehen; Kränkung, Tadel g.
hinnehmen; g. bleiben, tun; er sprach mit ge
lassener Stimme; dazu Gelassenheit, die; -, jo. PL/:
G. zeigen; etw. mit G. zur Kenntnis nehmen
Gelöster, das; -s, jo. PL/ das (fortwährende) Lästern
(1, 2)
Gelatine, die; -, /o. Pl.j fee.., 50..] aus tierischen
Knochen und Bindegeweben gewonnene pulver
förmige od. in dünne Blätter gepreßte, geschmack-
und geruchlose Masse zur Herstellung von Gelee,
Sülze: G. in wenig heißem Wasser auflösen
Geläuf, das; -(e)s, -e 1. Jägerspr. Spur des Feder
wildes: das G. des Birkhuhns — 2.1. Rennen
Boden der Pferderennbahn: ein schnelles, aufge
weichtes G. 2.2. Fußball Boden des Spielfeldes:
auf glattem, schwerem G. spielen
Gelaufe — Geldumlauf
459
Gelaufe, das; -s, /o. P L ; emot. neg./ das fortwährende
Herumlaufen: es gab viel G., bis alles besorgt war
geläufig /Adj./ 1. /nicht adv.f durch weite Verbrei
tung allgemein bekannt, vertraut: eine geläufige
Redensart, Bezeichnung; der Name ist mir nicht g.
—
2. ohne Stockungen, fließend: in geläufigem Fran
zösisch antworten; er kann die Fingerübungen
schon sehr g. (auf dem Klavier) spielen; dazu Ge
läufigkeit, die; fo. PLf
gelaunt /Adj.; nicht adv.f sich in einer bestimmten
Laune, Stimmung befindend: ein schlecht gelaunter
Mensch; froh, gut, übel g. sein
Geläut, das; -(e)s, -e, Geläute, das; -s, - 1. fo. PLf
das (fortwährende) Läuten (1.1, 2): von fern war das
G. der Glocken zu hören — 2. /nur Geläut/ mehrere
zusammengehörende, klanglich aufeinander ab-
gestimmte Glocken: die Kirche hat das schönste G.
der ganzen Gegend — 3 . /nur Geläute; o. PL/
Jägerspr. das Bellen, der Laut jagender Hunde
gelb/Adj./ von der Farbe einer reifen Zitrone: g. wie
Eidotter; gelbes Laub, gelbe Erbsen; die Ampel
zeigt g .; die Farbe Gelb; ein zartes, strahlendes,
schmutziges Gelb; etw. g. anstreichen; Löwenzahn
blüht g .; das Gelb hat einen Stich ins Grün (geht
schon sehrins Grün uber);die Wäsche ist mit der Zeit
g. geworden (vergilbt); das Getreide wird g. (wird
reif); der gelbe / Fleck; Radsport das Gelbe
Trikot (gelbes Trikothemd, das dem jeweils an der
Spitze der Gesamteinzelwertung liegenden Fahrer als
Auszeichnung und Kennzeichnung verliehen wird)
+ sich / grün undg. ärgern; vor / Neid g. werden
gelb/Gelb| -braun /Adj./ von einer Farbe, die aus
gelb und braun gemischt ist; -fieber, das Med. in
den Tropen und Subtropen, bes. in Mittelamerika
auftretende Infektionskrankheit mit Erbrechen, ho
hem Fieber und Gelbsucht; -filter, der, fachspr. das
Fotogr. zur Dämpfung von blauen Farbtönen die
nender Farbfilter; -grün /Adj./ v»n einer Farbe, die
aus gelb und grün gemischt ist
gelblich /Adj./ der Farbe Gelb nahe, ins Gelbe spie
lend : gelbliche Haut, Zahne; der Stein schimmert g.
Gelb/gelb) -sucht, die /o. PL/ durch Übertritt von
Gallenfarbstoff ins Blut und in das Gewebe hervor-
gerufene gelbliche Verfärbung der Haut und des
Weißen im Auge als Symptom bestimmter Krank
heiten; dazu -süchtig /Adj.; nicht adv./
Geld, das; -(e)s, -er 1. /o. PL/ gesetzliches Zahlungs
mittel in Form von Münzen und Banknoten, das
unter den Bedingungen der Warenproduktion als
allgemeines Äquivalent fungiert: bares, falsches G.;
umg. / großes G., / kleines G .; etw. für billiges,
teures G. (zu einem geringen, hohen Preis) kaufen"1;
etw. kostet viel G.; das G. ist alle; jmd. hat nicht
genug, kein G. bei sich; G. verdienen, ausgeben,
sparen, prägen, drucken, wechseln, zählen, ein-,
auszahlen, überweisen, unterschlagen, fälschen; G.
auf die Sparkasse bringen, von der Sparkasse
holen, vom Konto abheben; sein G. Zusammen
halten, verpulvern; für jmdn. G. auslegen; jmdm.
G. borgen; G. Umtauschen (gegen eine andere
Währung tauschen); um G. spielen; die Kaufkraft
des Geldes — 2. /vorw. Pl.j größerer Betrag, größere
Summe von 1, die für einen bestimmten Zweck vor
gesehen ist: staatliche, öffentliche Gelder; Gelder
veruntreuen
+ G. und Gut (der gesamte Besitz); etw. zu G.
machen (etw., was man besitzt, verkaufen); das G.
aus dem Fenster werfen, zum Fenster hinaus
werfen (es verschwenden); das, sein G. mit vollen
Händen ausgeben (verschwenderisch ausgeben) ;
jmdm. (das) G. aus der Tasche locken, ziehen (jmdn.
zum Geldausgeben verleiten); etw. geht, läuft ins G.
(wird für jmdn. teuer); etw. ist nicht mit G. zu be
zahlen (ist außerordentlich wertvoll, wichtig, ist u n
entbehrlich); nicht für G. und gute Worte (um
keinen Preis)!; umg. bei jmdm. sitzt das G. locker
(jmd. gibt es leicht aus); G. wie Heu (sehr viel Geld)
haben; jmd. kann sich für G. sehen lassen (ist ein
Original); im G. schwimmen (viel Geld besitzen);
auf dem G. sitzen (geizig sein); sein G. durch die
Gurgel jagen (das ganze Geldvertrinken); das (ganze)
G. auf den Kopf hauen (alles leichtsinnig ausgeben);
nach G. stinken (offensichtlich sehr viel Geld be
sitzen) ; — eine / Stange G.
Geld/geld| -angelegenheit, die /vorw. PI ./ geld lich e
Angelegenheit; -anlage, die: das Grundstück ist
eine gute G.;
-ausgabe, d ie; -betrag, d e r ; -beutel,
der + einen schmalen G. (wenig Geld) haben; tief
in den G. greifen (viel Geld ausgeben ); -börse, die
Portemonnaie; -briefträger, der Angestellter der
Post, der Geldsendungen ins Haus bringt; -büße,
die Jur. /DDR veraltend/ Ordnungsstrafe, -geld:
-entschädigung, die Entschädigung in Form von
Geld; -entwertung, die Inflation ; -forderung, die
Rechtsanspruch gegenüber einem Schuldner auf die
Zahlung einer bestimmten Geldsumme; -frage, die
/in der Verbindung/ etw. ist eine G. (hängt davon ab,
ob man das dafür nötige Geld hat); -geber, der; -s, -
/noch BRD/ jmd., der etw. finanziert, der für die
Gründung eines kap. Unternehmens Geld zur Ver
fügung stellt; -geschenk, das Geschenk in Form von
Geld; -gier, die Gier nach Geld; dazu -gierig /Adj./;
-heirat, die Heirat um des Geldes willen, das der
Partner hat; -institut, das Bank, Sparkasse;
-kassette, die; -klemme, die um g. vgl. Geldver
legenheit; -knappheit, die
geldlich /Adj.; nicht präd.f finanziell: geldliche Auf
wendungen; jmdn. g. unterstützen
Geld! -markt, der Wirtsch. kap. Markt 1.1, für
kurzfristige Kredite 1.2. für den finanziellen Verkehr
zwischen den Banken; -mittel, die \Pl.f Gelder;
- prämie, die Prämie in Form von Geld; -rolle, die
bestimmte vorgeschriebene Anzahl von Münzen
gleichen Wertes und gleicher Größe, die zu einer
Rolle aneinandergelegt, mit Hilfe von Papier fest
eingewickelt sind; -Sache, die /vorw. Pl.j vgl. Geld
angelegenheit; -sack, der /PI.
- säcke/ salopp
/emot. neg.\ reicher M an n ; -Säckel, der + tief in
den G. greifen (viel Geld ausgeben); -schein, der
Banknote; -Schneiderei, die das Fordern eines Prei
ses, der den Wert einer Sache, Leistung weit über
steigt; -schrank, der T resor; -schrankknacker,
der salopp Dieb, der einen Geldschrank aufbricht
und ausraubt; -Schwierigkeiten, die /PL/: jmd. hat,
steckt in G. (hat nicht genug Geld); -Sendung, die:
eine G. empfangen; -sorgen, die /PL/ vgl.
- Schwie
rigkeiten; -spende, die Spende in Form von Geld;
- strafe, die Jur. (gerichtliche) Strafe, die in der
Zahlung eines bestimmten Geldbetrags besteht;
- stück, das /PL -e/ Münze (1); -summe, die;
- tasche, die Portemonnaie; -transport, der; -umlauf,
der Pol. Ök. 1.1. durch die Erfordernisse der Waren
zirkulation und des Zahlungsverkehrs bedingte Form
der Bewegung des Geldes 1.2. Menge des in 1.1 be-
460
Geldumtausch — Geleucht
findlichen Geldes; -Umtausch, der Umtausch von
Geld gegen Geld einer anderen Währung; -Ver
legenheit, die unangenehme, schwierige Situation,
in der sich jmd. wegen Mangel an Geld befindet;
-Verschwendung, die; -wert, der jo, Pl.j Kaufkraft
der Währung eines Landes; -Zirkulation, die Pol.
ök. vgl.
- umlauf; -Zuwendung, die vgl. Geld
geschenk
Geige, das, auch der; -s, -s [3e.., 3 9 ..] 1.1, (unter
Zusatz von Zucker) durch Eindicken von Frucht
saft gewonnene gallertartige M asse: G. aus Jo
hannisbeeren, Kirschen 1.2. (unter Zusatz von
Gelatine) durch Eindicken einer durch Kochen von
Fleisch und Knochen od. von Fisch hergestellten
Brühe gewonnene gallertartige Masse, Aspik: Aal in
G. 1.8 . durch Gelatine gallertartig halbfest gemachte
Süßspeise: ein G. aus Weißwein
Gelgge, das; -s, - fachspr. 1.1. Gesamtheit der Eier,
die zu einer Brut gehören: die Amsel sitzt auf ihrem
G. 1.2. Nest mit 1.1: die Mähmaschine hatte das G.
der Wachtel erfaßt und zerstört
gelggen lAdj.; / auch liegen/ zu einem günstigen
Zeitpunkt: zu gelegener Zeit, Stunde wiederkom
men; etw. ist, kommt jmdm. (sehr) g.
Gelegenheit, die; -,
-en 1. geeigneter Augenblick,
günstige Umstände für die Möglichkeit, etw. Be
stimmtes zu tun, Chance: eine gute, einmalige, ver
paßte G.; jmdm. bietet sich eine günstige G .; die
G. ergreifen, nützen, (ungenutzt) vorübergehen
lassen; man muß ihm (die) G. dazu geben; bei der
ersten besten G.; er will uns bei G. (gelegentlich)
anrufen — 2. A nlaß (2): bei jeder, der geringsten
G. verliert er die Beherrschung; ein Kleid für be
sondere Gelegenheiten
Gelegenheitsj -arbeit, die Arb eit durch eine sich
bietende besondere Gelegenheit, nur hin und wieder
ohne längerfristiges Anstellungsverhältnis ausge
übte berufliche Tätigkeit; -arbeiter, der /DDE v e r
a lten d/ jmd., der von Gelegenheitsarbeit lebt; -dich
ter, der jmd., der Gelegenheitsgedichte verfaßt; -ge
dieht, das (kunstloses) Gedicht für einen bestimmten
Anlaß; -kauf, der 1. etw., das bei einer sich bietenden
Gelegenheit (besonders preisgünstig) gekauft wurde:
dieser Pelzmantel war ein G.
—
2. (besonders preis
günstiger) Kauf bei einer sich bietenden Gelegen
heit : er hat die alte Geige durch einen G. erworben
gelegentlich fAdj.f 1.1. bei Gelegenheit (1) statt
findend: er will ihn bei einem gelegentlichen Zu
sammentreffen danach fragen 1.2 . fadv.f manch
mal : er raucht nur g.
gelegentlich jPräp. mit Gen.j papierdt. während,
anläßlich: sie haben sich g. einer Tagung kennen
gelernt
gelehrig fAdj.f schnell begreifend, leicht lernend: ein
gelehriger Schüler; Elefanten sind sehr g.; dazu
Gelehrigkeit, die; -, fo. P l.f
gelehrsam fAd j.f gelehrig
gelehrt fAdj.; / auch lehren/ 1.1 . gründliche und
umfassende wissenschaftliche Kenntnisse besitzend:
ein gelehrter Mann; ein gelehrtes /* Haus 1.2 . auf
gründlichen und umfassenden wissenschaftlichen
Kenntnissen beruhend: eine gelehrte Abhandlung
1.8 . umg. sehr abstrakt und daher schwer verständ
lich : sich g. ausdrücken; er sprach sehr g. (ge
schwollen)
Gelehrte, der u. die; -n, -n / / auch lehren/ hervor
ragende Persönlichkeit, die gründliche und um
fassende wissenschaftliche Kenntnisse besitzt und in-
der Fachwelt weithin anerkannt ist: der .berühmte-
G., Prof. K ; ein bedeutender, namhafter, ange
sehener Gelehrter; u m g. jmd. ist schon fast ein
halber Gelehrter
Gelehrten| -nachlaß, der; -streit, der Au seinander
setzung zwischen Gelehrten um ein wissenschaftliches
Problem (ohne daß dieses experimentell untersucht
wird)
Gelehrtheit, die; -, fo. P I .; zu gelehrt/
Geleier, das; -s, Geleiere,das; -s, /beide o. P l.f umg.
femot.f eintöniges, ausdrucksloses Sprechen od. M u
sizieren
Gelejse, das; -s, - veraltend Gleis
Geleit, das; -(e)s, -e 1. fo. Pl.f geh. der Ehrung od.
dem Schutz dienende Begleitung: jmdm. das G.
geben (jmdn. b egleiten ); mehrere Düsenjäger gaben
der Maschine des Präsidenten bis zur Staatsgrenze
das G.; O ein Vorwort zum G.
—
2. fvorw. Sg .f
alle begleitenden Personen, Gefolge: einen hohen
Gast mit großem G. auf dem Flugplatz verab
schieden — 8 . fo. Pl.f Jur. jmdm. freies, sicheres
G. (einem Straftäter Bewegungsfreiheit und Un
verletzlichkeit der Person unter Verzicht auf Straf
verfolgung auf dem Weg zu einem bestimmten Ort}
zusichern, gewähren
+ jmdm. das letzte G. geben (an jmds. Beerdigung-
teilnehmen)
geleiten, geleitete, hat geleitet geh. jmdn. begleiten,
um ihn zu schützen od. ihm eine Ehre zu erweisen:
jmdn. bis an die Tür, nach Hause, sicher über die
Fahrbahn g.
Geleit| -schütz, der schützendes Geleit (1), bes. fü r
Schiffe in einem Geleitzug; -wort, das fPl.
- ef einem
Werk zur Einstimmung des Lesers vorangestellte-
Worte, die meist vom Verfasser des Werkes selbst
geschrieben sind; -zug, der Mil. Verband von
(Handels)schiffen, der zum Schutz vor gegnerischen
Angriffen von Kriegsschiffen (und Militärflug
zeugen) begleitet wird
Gelenk, das; -(e)s, -e 1. bewegliche Verbindung zweier
od. mehrerer Knochen: das G. schmerzt, ist ge
schwollen; steife Gelenke; <C> eine Puppe mit be
weglichen Gelenken — 2 .fachspr. bewegliche Ver
bindung von Bauteilen von Maschinen
Gelenkj -entzündung, die; -fahrzeug, das Fahrzeug,
das aus zwei durch ein Gelenk miteinander ver
bundenen Teilen besteht
gelenkig fAdj.f 1. körperlich gewandt, flink in den
Bewegungen: jmd. ist g., hat gelenkige Glieder; bis
ins Alter g. bleiben — 2. fachspr. durch ein Ge
lenk beweglich: eine gelenkige Verbindung; g. ver
bundene K nochen; g. gelagerte Maschinenteile;
dazu Gelenkigkeit, die; -, fo. Pl.f
Gelenk zu Gelenk 1|-kapsel, die Med. das Gelenk
umschließendes Bindegewebe; -köpf, der Med.
kugelförmiges Ende eines Knochens, der Teil eines
Kugelgelenks ist; -kugel, die Med. vgl.
- köpf;
- p fanne, die Med. Vertiefung an einem Knochen, in
der der Gelenkkopf sitzt; -plastik, die Med.;
- rheu-
matismus, der; -Versteifung, die Steifigkeit eines
Gelenks infolge einer Verletzung, Infektion, Ent
zündung od. einer chirurgischen Therapie
gelernt fAdj.; nur attr.; / auch lernen/ mit ab
geschlossener Berufsausbildung: ein gelernter
Schlosser; sie ist gelernte Schneiderin
Geleucht, das; -(e)s, jo. Pl.f Bergm. Einrichtung
Gelichter — Gemahl
461
zur Beleuchtung der unterirdischen Räume einer
•Grube: ein tragbares G. (Grubenlampe); ein orts
festes G. (in der Grube fest eingebaute Beleuchtung)
Gelichter, das; -s, /o. PL/ veraltend Gesindel
Geliebte, der u. die; -n, -n //* auch lieben/ 1. jmd.,
mit dem jmd. ein Liebesverhältnis hat: sie ist die G.
des ...; er ist der G. von ...; sie ist seine G.; er ist
ihr Geliebter; sie hat einen Geliebten — 2. geh.
/als Anrede für einen geliebten Menschen/: mein
Geliebter!
geliefert /Ad).; nur präd.;
auch liefern/ umg.
jmd. ist g. jmd. ist zugrunde gerichtet, verloren: wenn
es nicht klappt, ist er g.
gelieren /sw. Vb.; hat/ [3e. auch 30..] etw. geliert
etw. wird zu Gelee: Frachtsaft von überreifen Bee
ren geliert schlecht
Gelierjstoff, der Stoff, der das Gelieren bewirkt
gelind(e) /Adj./ 1. mild, nicht rauh: der letzte Win
ter war g.; es soll wieder gelinder werden —
2.1 . schwach, nicht stark: gelinder Regen; eine
Speise auf gelindem Feuer weiterkochen; ein g.
abführendes Mittel 2.2. nicht heftig, kaum spürbar:
einen gelinden Schmerz verspüren; er empfand
nicht die gelindeste Reue 2.3 . nicht streng: mit
einem gelinden Verweis davonkommen 2.4 . scho
nend, vorsichtig, nicht plu m p: diese Maßnahme er
scheint mir, g. gesagt, übertrieben — 3 . ihn packte
eine gelinde (ziemlich heftige) Wut
gelingen, gelang, ist gelungen / / * au ch gelungen/
etw. gelingt (jmdm.) etw. hat den von jmdm. beab
sichtigten, gewünschten Erfolg, etw. glückt jmdm.:
ihm gelingt alles; diese Überraschung ist dir wirk
lich gelungen!; es ist, will ihm nicht g., sie umzu
stimmen; etw. gelingt jmdm. gut, schlecht, sofort;
eine gelungene Arbeit; ein gelungener Streich; ein
gelungener (zur allgemeinen Zufriedenheit ver
laufener) Abend; zum guten Gelingen einer Sache
beitragen
Gelispel, das; -s, /o. Pl.j das (fortwährende) Lispeln,
Flüstern
1gell /Adj./ durchdringend und schrill tönend, gel
le n d : ein geller Schrei, Pfiff; g. aufschreien, lachen
2gell(e) ostmitteldt. süddt. gelt
gellen /sw. Vb.; hat/ 1. durchdringend und schrill
tönen: ein Schrei gellt durch die Kacht; der Pfiff
der Lokomotive hat ihm noch lange in den Ohren
gegellt; gellende Hilferufe; gellend auflachen —
2. von durchdringenden und schrillen Tönen erfüllt
sein : von dem Lärm gellten ihm die Ohren
geloben /siv. Vb.; hat/ geh. 1.1. jmdm. etw. feierlich
versprechen: jmdm. Stillschweigen, ewige Treue g.;
das g. wir! 1.2 . sich etw. g. sich etw. fest vornehmen:
er hatte sich (im stillen) gelobt, es nie wieder zu tun
Gelöbnis, das; -ses, -se geh. feierliches Versprechen:
ein (feierliches) G. ablegen, leisten
gelöst /Adj.; / auch lösen/ innerlich entspannt:
jmd. ist g., wirkt ruhig und g.
gelt Iandsch., bes. süddt. /formelhafte Äußerung,
mit der man sich der Zustimmung eines anderen ver
gewissern will/ nicht wahr?: du kommst doch
mit, g.?
gelten (er gilt), galt, hat gegolten 1. gültig, in K raft
sein : der Ausweis, die Banknote, Briefmarke gilt
nicht mehr; die Fahrkarte gilt vier Tage; diese
Anordnung gilt für alle, noch immer; dabei g. alle
Mittel als erlaubt; die geltenden Vorschriften, Ge
setze; jmdn. nach geltendem Recht aburteilen;
es gilt (einverstanden, abgemacht) l — 2 . als etw.,
jmd., für etw., jmdn. g. als etw., jmd. angesehen (4)
werden: jmd. gilt als klug, eingebildet, als ein Son
der ling, für einen ehrlichen Mann; etw. gilt als an
stößig; es gilt als sicher, daß ...
—
3. etw. gilt
jmdm. etw. ist für jmdn. bestimmt: diese Bemerkung
galt dir; sollte das etwa mir g.?
—
4. es gilt (etw.)
4.1. es kommt darauf an: es gilt, einen Beschluß zu
fassen; jetztgilt’s! 4.2. veraltend esgehtum etw.,
etw. steht auf dem Spiel: es galt sein Leben — 5.
einen bestimmten Wert haben, etw. wert sein: was
gilt die Wette (wie hoch, um welchen Wert wollen
wir wetten)?; sein Wort galt (bei ihnen) wenig
+ etw. g. lassen (anerkennen); etw. geltend ma
chen etw. Vorbringen und durchzusetzen versuchen:
Ansprüche, Wünsche geltend machen
Geltung, die; -, jo. PI./ Gültigkeit: eine Verordnung
hat, besitzt allgemeine G .; sein W ort hat bei uns G.
(genießt bei uns Achtung, Wertschätzung); /in Ver
bindungen/ etw. kommt zur G. etw. hat Wirkung, ist
wirkungsvoll: das Bild kommt auf dieser Tapete
gut, voll, nicht zur G.; etw. zur G. bringen etw. zur
Wirkung bringen: dieses Kleid bringt den Schmuck,
die Figur (voll) zur G .; sich, einer Sache G. ver
schaffen (sich, etw. durchsetzen 1.1)
Geltungs/geltungs| -bedürfnis, das \o. P l .f B e d ü rf
nis nach Beachtung, Anerkennung der eigenen Per
s o n : ein krankhaftes, übersteigertes G .; dazu -be
dürftig /Adj.; nicht adv./; -bereich, der Bereich, in
dem etw. gültig ist; -dauer, die Dauer der Gültigkeit
von etw.;
-drang, der vgl.
- bedürfnis; -sucht, die
fo. P l.j Geltungsbedürfnis; dazu -süchtig /Adj./
Gelübde, das; -s, - geh. religiös motiviertes feier
liches Versprechen: das G. der Armut, Keuschheit;
ein G. ablegen, erfüllen, brechen
Gelumpe,das; -s, jo. PI./ salopp Kram, Zeug: eine
Kiste mit altem G .; pack dein G. zusammen und
geh!
gelungen /Adj.; / auch gelingen/ um g.: etw. ist g.
(ulkig, seltsam); jmd., etw. sieht g. aus
Gelüst, das; -(e)s, -e geh. (plötzliches, heftiges) Ver
langen nach etw.: jmdn. kommt ein G. an; ein G.
nach, auf etw. haben, spüren; seine Gelüste be
friedigen, bezwingen
gelüsten, gelüstete, hat gelüstet g e h . es gelüstet
jmdn. (nach etw.) jmd. spürt ein (plötzliches, hef
tiges) Verlangen nach etw .: es gelüstete ihn nach
Whisky; ihn gelüstete, ihr die W ahrheit zu sagen;
im Urlaub will er nur tun, wonach es ihn gelüstet
(wozu er gerade Lust hat)
gemach /Adv./ veraltend: nur g. (nicht so eilig,
nicht so hastig)!
Gemach, das; -(e)s, Gemächer veraltend geh.
Wohnraum (1): ein geräumiges G.; die Gemächer
der Burg; scherzh. sich in seine Gemächer zurück
ziehen
gemächlich /Adj./1 .1 . ohne Eile, ohne Hast: ein ge
mächliches Tempo anschlagen; gemächlichen
Schrittes auf jmdn. zugehen, bergan steigen
1.2 . beschaulich und bequem: ein gemächliches
Leben führen
gemacht /Adj.; nicht adv.;
auch machen/ umg.
1. gekünstelt, nicht echt: eine gemachte Freundlich
keit; seine Empörung ist, scheint nur g.
—
2. ein
verstanden'.:
„benachrichtigst du ihn?“ „Ge
m acht!“
Gemahl, der; -(e)s, -e /vorw. Sg .; oft in Verbindung
462
Gemahlin — gemeinsam
mit Poss.pron., jedoch nicht mit mein, unser/ geh.
Ehemann: der G. der Königin; /an die Ehefrau ge
richtet in Verbindung mit Herr/ grüßen Sie bitte
Ihren Herrn G .!; wie geht es dem Herrn G .?; dazu
Gemahlin, die; -,
- nen
gemahnen /sw. Vb.; hat/ geh. etw., jmd. gemahnt
(jmdn.) an etw., jmdn. etw., jmd. erinnert (jmdn.)
eindringlich an etw., jmdn.: die Gedenktafel ge
mahnt an die Opfer des faschistischen Terrors;
seine Worte g. uns an unsere Verpflichtung
Gemälde, das; -s, - 1. von einem Künstler {in Öl)
gemaltes B ild: ein altes, berühmtes, kostbares G.;
ein G. eines unbekannten Meisters; ein G. rahmen,
restaurieren, betrachten; ein Kupferstich nach
einem G. von D — 2 . breit angelegte, lebendige
Schilderung, Beschreibung: dieser Roman ist ein G.
aus dem mittelalterlichen Leben
Gemäldel -ausstellung, die; -galerie, die Bilder
galerie ; -Sammlung, die
Gemansche, das; -s, /o. Pl.j salopp 1. das (fort
währende) Manschen — 2 . das Zusammengemanschte
Gemarkung, die; -en 1. gesamte Bodenfläche einer
Gemeinde (1.1): die Einteilung der G.
—
2. Grenze
von 1: an der G„. des Dorfes kehrte er um
gemasert /Adj.; nicht adv./ mit einer Maserung: ge
masertes H olz; gemaserter Marmor
1gemäß /Adj./ einer Sache, jmdm. g. einer Sache,
jmdm. angemessen: jmd. erhält eine seinen Kennt
nissen, seiner körperlichen Leistungsfähigkeit ge
mäße Arbeit
2gemäß /Präp. mit Bat., dem Nomen nach- od. (sel
tener) vorangestellt/ in Übereinstimmung bes. mit
einer Festlegung, einer Festlegung angemessen: der
Vorschrift g. handeln; g. Paragraph 15 der Stra
ßenverkehrsordnung
gemäßigt /Adj.; / auch mäßigen/ 1.1 . nicht ins
Übertriebene gehend: gemäßigter Optimismus 1.2.
Geogr. die gemäßigte Zone (Zone zwischen dem
nördlichen od. südlichen Wendekreis und dem je
weiligen Polarkreis, die sich durch müdes, aus
geglichenes Klim a auszeichnet)
Gemäuer, das; -s, - (alles, verfallenes) Mauerwerk:
ein altes, verfallenes G .; das G. soll abgerissen,
gesprengt werden
Gemaule, das; -s, /o. PI./ umg. das (fortwährende)
Maulen
Gemecker, das; -s, Gemeck(e)re, das; -s, /beide o.
PI./ salopp 1. das (fortwährende) Meckern (1—3) —
2. meckerndes Lachen
gemein /Adj./1.1 .1 . in moralisch besonders anfecht
barer Weise übelwollend gegenüber den Mitmenschen,
gegen jmdn., etw. gerichtet: eine gemeine Tat, Ver
dächtigung, Lüge; ein gemeiner Mensch, K erl;
jmdn. g. behandeln; sich (jmdm. gegenüber) g. be
nehmen ; du bist g .!; das ist g. (von dir)!; sei nicht
so g. (zu ihm)! 1.2 . /adv.; drückt emotional in ne
gativem Sinne einen hohen Grad aus/: umg. etw. tut
g. (ungemein, sehr) weh; sich ganz g. verbrennen —
2.1 . unanständig (1.1), ordinär (1), unflätig: ein
gemeiner Ausdruck, W itz; jmdn. mit gemeinen
Worten beschimpfen 2.2 . abstoßend (3): einen ge
meinen Gesichtsausdruck haben; u m g. etw. sieht
(ganz) g. aus
—
3.1. Biol. /in Verbindung mit
Pflanzen-, Tiernamen oft als Bez. für die jeweils
verbreitetste Art/: der Gemeine Löwenzahn; die
Gemeine Stubenfliege 3.2 . /nur attr./ üblich: jmdn.
mit gemeinem Maß messen; etw. nach gemeinen
Begriffen beurteilen — II . /in den Verbindungen!
etw. mit jmdm., etw. g . haben (in einer bestimmten
Eigenschaft mit jmdm., etw. übereinstimmen)', sich
mit jmdm. g. machen (sich mit jmdm., der moralisch
tiefer steht, verbrüdern)
Gemeinde, die; -,
- n 1.1. kleinste Einheit in der
territorialen Gliederung eines Staates: eine länd
liche, städtische G .; benachbarte Gemeinden; der
Bürgermeister, die Einwohner, Einnahmen der G .;
jin der DDR/ der Rat der G. (Organ der Gemeinde
vertretung) 1.2 . unterster selbständiger kirchlicher
Bereich unter der Leitung eines Pfarrers — 2.1. Ein
wohnerschaft von 1.1: die G. zu einer Versammlung
einladen 2.2 . Mitglieder von 1.2: Spenden der G.
für die Renovierung der Kirche — 3 .1 . zu einem
Gottesdienst versammelter Personenkreis: die G.
stimmte einen Choral an 3.2. veraltend Personen
kreis, der gleiche geistige Interessen hat und gemein
sam jmdm. huldigt: eine aufmerksame G. lauschte
den Worten des Dichters — 4. umg. Dienststelle
von 1.1: eine Genehmigung bei der G. einholen
Gemeinde|-kjrchenrat, der vom Pfarrer und von ge
wählten Mitgliedern gebildeter Vorstand einer evan
gelischen Gemeinde; -rat, der /in der BRD/ 1. Ge
meindevertretung — 2 . Mitglied von 1; -Schwester,,
die staatlich angestellte od. von der Kirche eingesetzte
Krankenschwester, die in Gemeinden und Stadt
bezirken die Kranken in ihrer Wohnung aufsucht und
pflegt und Maßnahmen des prophylaktischen Ge
sundheitsschutzes durchführt; -steuern, die /PI./
Steuern, die in den Haushalt der Gemeinden (1.1)
fließen; -Vertreter, der Mitglied der Gemeinde
vertretung; -Vertretung, die von den Einwohnern
der Gemeinde (1.1) gewählte örtliche Volksvertre
tung
Gemein/geme|n| -eigentum, das 1. /DDR v e r
a lte n d/ gesellschaftliches, bes. sozialistisches Eigen
tum — 2 . /unter kap. Verhältnissen gebrauchte Bez.
für gemeinnützig verwaltetes Eigentum einer Ge
meinde od. Gemeinschaft/; -gefährlich /Adj./ für
alle, für die Gesellschaft gefährlich: ein gemeingefähr
licher Verbrecher; ein gemeingefährliches D elikt;
- gut, das fo. PI ./: eine Erkenntnis zum G. (allen
zugänglich, allgemein bekannt) machen
Gemeinheit, die; -,
-en 1. /o. PI./ niederträchtige,
gemeine Gesinnung gegenüber den Mitmenschen:
etw. aus G. tun, sagen — 2. niederträchtige Tat,
gemeine Handlungsweise: diese Behauptung, Ver
leumdung ist eine G .; das ist eine G. (von dir)!; zu
solchen Gemeinheiten ist nur er fähig
gemein/Gemein| -hin /Adv./ für gewöhnlich, im all
gemeinen: der Wal gilt g. als Fisch; -nützig /Adj./
dem Nutzen der Allgemeinheit, Gesellschaft dienend:
etw. dient gemeinnützigen Zwecken; -platz, der
allgemein bekannte, oberflächliche, abgedroschene
Redensart, Binsenweisheit: jmdn. mitGemeinplätzen
abspeisen, langweilen
gemeinsam /Adj./1.1 . mehreren Personen od. Sachen
zugleich gehörend, eigen : unser gemeinsamer Freund;
die gemeinsamen Kinder der Eheleute; der gemein
same Besitz; ein gemeinsames Ziel, gemeinsame
Interessen haben; M ath, der größte gemeinsame
Teiler; das kleinste gemeinsame Vielfache^; das
Haus gehört beiden g. (gehört beiden) 1.2. etw. hat
mit einer Sache, jmd. hat mit jmdm. etw. g. (etw.
ähnelt einer Sache in vielem, jmd. stimmt mit jmdm.
in vielem überein) — 2. in Gemeinschaft, zusammen
Gemeinsamkeit — Gemüsegarten
463
mit anderen unternommen: gemeinsame Anstren
gungen, Beratungen; etw. g. unternehmen; g. ver
reisen, ins Kino gehen; /BRD/ der Gemeinsame
Markt \Bez. für die Europäische Wirtschafts
gemeinschaft und deren Ziele/
+ sie machen gemeinsame / Kasse; etw. auf einen
gemeinsamen / Nenner bringen; mit jmdm. ge
meinsame /* Sache machen
Gemeinsamkeit, die; -en /zu gemeinsam 1.1 u. 2/
Gemeinschaft, die; -en 1. durch etw. Gemeinsames
(1.1) verbundene Gruppe von Menschen, Völkern:
die Jugendlichen in die G. der Erwachsenen auf
nehmen; die G. der friedliebenden Völker; eine G.
bilden; jmdn. aus der G. ausschließen; sich außer
halb der G. stellen — 2.1. Verbundenheit, das Zu
sammenleben (1): mit jmdm. in enger, häuslicher G.
leben; die eheliche G. (Ehe) 2.2. in G. mit jmdm.
zusammen, gemeinschaftlich mit jmdm:. er hat die
Aufgabe in G. mit seinem Freund gelöst
gemeinschaftlich /Adj./ 1. mehreren Personen od.
Sachen zugleich gehörend, eigen; gemeinschaftliches
Eigentum an Grund und Boden; etw. g. besitzen —
2. zusammen, gemeinsam mit anderen (unternom
m e n ): wegen gemeinschaftlichen, g. begangenen
Mordes vor Gericht stehen; g. an einem Buch ar
beiten
Gemeinschafts| -antenne, die Antenne, die zum
Anschluß einer größeren Anzahl von Empfangs
geräten innerhalb eines Hauses dient; -arbeit, die
1. /o. PI./ gemeinschaftliches Arbeiten, Zusammen
arb eit: die sozialistische G.
—
2. Ergebnis von 1:
das Buch ist eine G. namhafter Wissenschaftler;
- fahrt, die von einem größeren Personenkreis ge
meinschaftlich unternommene Fahrt; -film, der
Film als Gemeinschaftsarbeit (2); -geist, der jo. PL/
Bewußtsein, Gefühl der Zusammengehörigkeit; -le
ben, das Leben in einer Gemeinschaft (1); -Pro
duktion, die vgl.
- arbeit jbes. von Filmen/; -raum,
der gemeinschaftlicher Aufenthaltsraum; -Unter
kunft, die Unterkunft für eine größere Anzahl von
Personen, die vorübergehend fern von ihrem eigent
lichen Wohnsitz arbeiten, studieren od. an sport
lichen Wettkämpfen teilnehmen; -Verpflegung, die
einheitliche Verpflegung für eine größere Anzahl von
Personen; -werk, das vgl. -film
Gemein/gemein| -spräche, die jo. PI./ Sprachwiss.
allen Mitgliedern einer Sprachgemeinschaft ver
ständlicher, die Sondersprachen ausschließender Teil
der Sprache; -verständlich /Adj./ allgemeinver
ständlich; -wesen, das /DDR veraltend öffent
lich-rechtlicher Verband: eine Gemeinde, ein Staat
als ein G.;
- wohl, das Wohl eines Gemeinwesens und
seiner Mitglieder, dessen Charakter, Grenzen und
Möglichkeiten durch die jeweilige Gesellschaftsord
nung bestimmt sind /wird in der bürgerl. Gesellschaft
zur Verschleierung der Klassengegensätze und als
Argument gegen den Klassenkampf verwendet/
Gemenge, das; -s, - 1 . Chem. Gemisch von Stoffen,
in dem die einzelnen Bestandteile ihre spezifischen
Eigenschaften beibehalten und durch physikalische
Methoden wieder getrennt werden können — 2. /o. PI./
Landw. Saat aus den Körnern von zwei od. meh
reren verschiedenen Getreide- od. Futterpflanzen, die
gleichzeitig auf demselben Feld angebaut werden —
3. /o. Pl.j 8.1. Durcheinander: ein G. wirrer Phan
tasien 3.2. (Menschengewühl: jmdn. im G. aus den
Augen verlieren — 4. /o. Pl.j Handgemenge: bei
einem G. verletzt werden; mit jmdm. ins G. kom
men, geraten
Gemengsel, das; -s, - das Durcheinandergemengte,
der Mischmasch: die Suppe war ein undefinierbares
G.
gemessen /Adj.; / auch messen/1.1. langsam und
würdevoll: auf jmdn. gemessenen Schrittes, mit
gemessenen Schritten zugehen 1.2. beherrscht u n d
w ü rd evo ll: jmds. gemessene Haltung, gemessenes
Auftreten 1.3. maßvoll, ein wenig zurückhaltend:
jmdn. mit gemessener Freundlichkeit, g. be
grüßen — 2 . angemessen, gebührend: sich in ge
messener Entfernung halten; in gemessenem A b
stand vor, hinter jmdm. hergehen
Gemetzel, das; -s,
-
/emot.j massenweises H in
schlachten, M assenm ord: ein furchtbares, sinnloses,
blutiges G.
Gemisch, das; -es, -e 1.1 . Mischung aus verschieden
artigen Bestandteilen: ein buntes, seltsames G.;
Ferkel mit einem G. von Getreideschrot und
Fischmehl füttern; ein unentwirrbares G. wider
sprüchlicher Empfindungen 1.2. Chem. M ischung
aus zwei od. mehreren verschiedenartigen Stoffen:
ein heterogenes G. (Gem en ge 1); ein homogenes G.
(einheitlich wirkende Mischung aus Stoffen in allen
Aggregatzuständen, die bes. durch Destillation,
Kondensation, Kristallisation, Sublimation zerlegt
werden können) 1.3. G. (mit einer Mischung aus Öl
und Benzin) fahren
gemjscht /Adj.; / auch mischen/ umg.: es ging
sehr g. (sehr gewöhnlich, ungesittet) zu; jetzt wird’s
g. (jetzt fangen einige an, sich ungesittet, ordinär zu
benehmen, unanständige Witze zu erzählen)
gemischt/Gemischt| -sprachig /Adj./: ein gemischt
sprachiges Gebiet (Gebiet, in dem mehrere Sprachen
gesprochen werden); -Warenhandlung, die v e r
altend Geschäft, das Lebensmittel und Artikel des
täglichen Bedarfs führt
Gemme, die; -,
-n (Halbedelstein mit einer vertieft
od. erhaben geschnittenen bildlichen Darstellung
gemoppelt /Adv./
+ das ist / doppelt g.
Gemsjbock, der männliche Gemse
Gemse, die; -,
-n mit der Ziege verwandter, im Hoch
gebirge lebender Wiederkäuer, der gewandt klettert
und springt und senkrecht vom Schädel aufsteigende
Hörner hat, deren Spitzen nach hinten gebogen sind
Gemunkel, das; -s, jo. PI./ das (fortwährende) M u n
keln
Gemurmel, das; -s, /o. P l.j das (fortwährende) M u r
meln (1, 2)
Gemurr, das; -(e)s, Gemurre, das; -s, /beide o. P l.j
das (fortwährende) Murren
Gemüse, das; -s, - 1.1. jo. Pl.j krautige Pflanzen,
mit Ausnahme von Kartoffeln, Getreide und Erd
beere, die im Garten od. auf dem Feld angebaut
werden und von denen bestimmte Teile dem Menschen
roh od. gekocht als Nahrung od. zum Würzen von
Speisen dienen: frisches, junges, rohes G .; viel Obst
und G. essen; G. anbauen, putzen, waschen, schnei
den, kochen 1.2. bestimmte A rt von 1.1: Fleisch mit
Kartoffeln und G.
—
2. Gericht aus 1 : heute gibt es
gemischtes G .; gehackte Petersilie an' das G. geben
- f umg. junges G. (unerfahrene Jugendliche)
Gemüse[ -bau, der jo. Pl.j Anbau von Gemüse; -beet,
das; -beilage, die aus rohem od. gekochtem Gemüse
bestehende Beilage zu einem Gericht; -garten, der;
464
Gemüsegeschäft — Generalintendant
einen G. anlegen; + umg. scherzh. quer
durch den G. (alles bunt durcheinander, von allem
etwas); -geschäft, das; -kandier, der; -konserve,
die; -laden, der /PI.
- laden/ vgl -geschäft; -pflanze,
die zum Gemüse gehörende Pflanze; -platte, die
Platte mit verschiedenen rohen od. gekochten Ge
müsen; -saft, der durch Auspressen von rohem Ge
müse gewonnener Saft; -salat, der Salat, der vor
wiegend aus Gemüse besteht; -Sorte, die; -suppe, die
aus verschiedenen Gemüsen zubereitete Suppe
Gemüt, das; -(e)s, -er 1. fo. Pl.f Wesensart eines
Menschen, bes. in bezug auf seine Gefühle: ein emp
findsames, heiteres G. haben; etw. bewegt jmds.
G.; etw. legt sich auf jmds. G. (macht jmdn. schwer
mütig, deprimiert jmdn.)
—
2.1. /mit best. Adj.f
Mensch mit einer bestimmten Gemütsart, in einem
bestimmten Gemütszustand: er ist ein harmloses G .!
2.2 . /nur im P l.f die Gemüter (die Leute) erhitzten
sich darüber; die erregten Gemüter besänftigen
+ spött. etw. ist etw. fürs G. (ist rührselig, senti
mental); umg. sich etw. zu Gemüte führen (etw.
Gutes mit Genuß essen, trinken; etw. beherzigen);
sa lopp ein G. wie ein Fleischerhund haben (ge
fühllos, stumpf sein)
gemüt|: / gemüts/Gemüts|
gemütlich fAdj.f 1. behaglich und anheimelnd: eine
gemütliche Sitzecke; hier ist es g .; die Küche ist g.
{eingerichtet), wirkt g.; mach es dir g. (bequ em 1)!
—
2. unterhaltsam und zwanglos: ein gemütliches
Beisammensein; einen gemütlichen Abend ver
leben; g. beisammensitzen — 3 . ruhig und ge
mächlich: in gemütlichem Tempo Spazierengehen;
sie hatten noch Zeit, g. Kaffee zu trinken — 4.
umgänglich und freundlich: ein gemütlicher alter
Herr; dazu Gemütlichkeit, die; fo. P l.f
gcmütsjGemüts (mit * auch gemüt|)| *-arm fA d j.;
nicht adv.f wenig empfindsam, wenig gefühlvoll; -art,
die; -bewegung, die emotionale Regung; -krank
fAdj.; nicht adv.f an einer Gemütskrankheit lei
dend; -krankheit, die psychische Erkrankung, die
mit Störungen des Gefühlslebens od. abnormen
Stimmungsschwankungen verbunden ist; ❖ -los fAdj./
nicht empfindsam, nicht gefühlvoll; -mensch, der
umgänglicher, freundlicher und gutmütiger Mensch;
- ruhe, die fin der Verbindung! umg. in aller G.
ohne sich zu beeilen, ohne sich aufzuregen, obwohl
man Grund zur Eile, Aufregung hätte: in aller G.
frühstücken; -Verfassung, die vgl.
- zustand; ❖ -voll
IAdj.f empfindsam, gefühlvoll; -zustand, der je
weiliger emotionaler Zustand eines Menschen
gen jPräp. mit Akk.; vorw. in Verbindung mit
Himmelsrichtungenf geh. gegen (1.1.1), hnach (1.1)
1.1. /bei einer Bewegungf: g. Süden fahren, fliegen
1.2 . jbei einer Ruhelagef: etw. ist g. Norden gerichtet
Gen, das; -s, -e Biol. Träger der Erbinformation
innerhalb des Chromosoms
genant fAdj.; vorw. präd.f fee..] veraltend: etw.
ist jmdm. g. (peinlich, unangenehm)
genarbt jAdj.f mit (natürlichen od. künstlichen)
Narben versehen
genäschig fAdj.f naschhaft; dazu Genäschigkeit,
die; -, fo. Pl.f
genau fA dj.f 1. mit der Wirklichkeit, einem Richt
wert streng übereinstimmend, bis ins Detail richtig,
zutreffend, präzise: eine genaue Beschreibung; die
genaue (Uhr)zeit; genaue Maße, Angaben; die
Uhr geht (nicht) g.; etw. stimmt g.; etw. g . be
rechnen, ausmessen, wissen; es ist g. zwölf Uhr —*
2. gewissenhaft: jmd. ist (in allem) g.; sich g. nach
einer Vorschrift richten; peinlich g. auf etw. ach
ten; jmd. ist in Geldsachen sehr g. (geht gewissen
haft mit dem Geld um ); etw., es (sehr) g. nehmen
(in jeder Hinsicht gewissenhaft, sorgfältig sein);
es nicht so g. nehmen (auf die Einhaltung, E r
füllung von etw. nicht sehr achten)
genau(genommen /Adv.f wenn man es genau nimmt,
eigentlich: g. war es so
Genauigkeit, die; -, fo. P I .; zu genau/
genau|so fAdv.f ebenso: dieser Sommer ist g. ver
regnet wie der vorige; das Tischtuch ist g. lang wie
breit; das gefällt mir, ich werde es g. machen (wie
du)
genauso ebenso-1
- gut fAdv.f: das kann er g. (wie
ich) machen; -lange fAdv .f: heute habe ich g. ge
schlafen wie gestern; -oft fAdv.f: er ist g. zu spät
gekommen wie sie; -sehr fAdv.f: er hat sich g. ge
ärgert wie ihr; -viel flndef.pron.f: du hast g. Pech
wie wir; -weit fAdv.f: von hier ist es zum Bahnhof
g. wie zur Bushaltestelle; -wenig flndef.pron.f:
sie ist g. schuld daran wie er
Gendarm, der; -en,
-en fean..,
auch 3a..] An
gehöriger der Gendarmerie
Gendarmerie, die; -,
- n fean..,
auch 3a..,
PI.
. . ri:on] in bestimmten kap. Ländern militärisch
organisierte Truppe für den polizeilichen Dienst
Genealogie, die; -, fo. Pl.f historische Hilfswissen
schaft, die die Abstammung historisch bedeutender
Familien, Geschlechter und deren Beziehungen zu
einander untersucht.; dazu genealogisch fAdj.; nicht
präd.f
genehm fAdj.; nicht adv.f geh.: etw.,
jmd. ist
jmdm. g. (angenehm, gelegen)
genehmigen jsw. Vb.; hat/ etw. g. seine Zustim
mung, Einwilligung zu einer Sache geben, etw. be
willigen: einen Antrag g.; der Aufenthalt wurde
nicht genehmigt
+ umg. scherzh. sich einen g. (ein Glas Wein
brand, Schnaps, Bier trinken)
Genehmigung, die; -,
- en behördliche Zustimmung,
Erlaubnis, Bewilligung: eine polizeiliche, schrift
liche G .; die G. der Polizei einholen, erhalten; die
G. geben, verweigern; etw. ohne G. tun
Genehmigungs/genehmigungsl -pflicht, die jo. P l.f
Pflicht, etw. von der dafür zuständigen Behörde ge
nehmigen zu lassen: die Dienstreise unterliegt der
G.; dazu -pflichtig fAdj.; nicht adv.f
geneigt fAdj.; / auch neigen/ 1. zu etw. g. sein zu
etw. seine Bereitwilligkeit zeigen: er war nicht g.,
dieses Angebot anzunehmen; er schien zur Ver
söhnung g. zu sein — 2 . jmdm. g. (wohlgesinnt,
zugetan) sein
General, der; -s, -e/Generäle Offizier mit einem der
Dienstgrade vom Generalmajor, Konteradmiral an
aufwärts
General] -angriff, der veraltend Angriff auf der
ganzen Front; -baß, der fo. Pl.f Mus. in mehrstim
migen Kompositionen des 16. — 18.Jhs. die tiefste
instrumentale Stimme, die das harmonische Ge
schehen bestimmt; -direktor, der 1.1 . oberster staat
licher Leiter einer Vereinigung Volkseigener Be
triebe od. eines Kombinats 1.2. oberster Leiter eines
großen kap. (industriellen) Unternehmens, dessen
Leitung aus mehreren Gliedern besteht; -intendant,
der oberster Leiter eines großen Theaters od. meh-
generalisieren — Genießer
465
rerer Theater, eines Rundfunk- od. Fernsehsenders
generalisieren /sw . Vh.; hat/
verallgemeinern:
oberflächlich, fehlerhaft g.; ein generalisierendes
Urteil; dazu Generalisierung, die; -,
-en
Generalität, die;
-en /vorw. Sg .f Gesamtheit der
Generale
General| -konsul, der /höchster konsularischer
Rang! ; -leutnant, der General der Land- , Luftstreit
kräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des General
majors und dem des Generalobersts liegt; -major, der
General der Land-, Luftstreitkräfte mit dem niedrig
sten Dienstgrad; -musikdirektor, der oberster m usi
kalischer Leiter eines großen Orchesters, Opern
hauses; -oberst, der General der Land- , Luftstreit
kräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des General
leutnants und dem des Armeegenerals liegt; -probe,
die letzte Probe vor der Premiere; -reparatur, die
umfassende, gründliche Durchsicht und Reparatur
bes. der Hauptteile einer technischen Anlage, eines
Geräts, Fahrzeugs; -Sekretär, der 1. oberster ge
schäftsführender Sekretär einer Organisation: der G.
der UNO — 2. leitendes Mitglied des Politbüros (bzw.
des Präsidiums) und des Zentralkomitees marxistisch
leninistischer Parteien: der G. (des Zentralkomi
tees) der SED
Generals|rang, der höchste Rangstufe der Offiziere
General/general| -Staatsanwalt, der oberster Staats
anwalt, der in der DDR von der Volkskammer
gewählt wird; -stab, der oberstes führendes militä
risches Organ der Streitkräfte eines Staates; -streik,
der allgemeiner Streik der gesamten Arbeiterschaft
eines bestimmten Gebietes, Landes; -überholen /Vb.f
etw. gründlich, umfassend überholen (II.3), reparie
r e n ; dazu -Überholung, die; -Versammlung, die
Hauptversammlung (1)
Generation, die; -en 1. Gesamtheit der jeweils in
einem bestimmten Zeitraum geborenen Menschen:
die ältere, junge G.; die G. unserer Eltern; die
heutige G. (Gesamtheit der heute lebenden Menschen)
—
2. Stufe in der Abfolge der jeweiligen Nach
kommenschaft od. Vorfahren bei Mensch, Tier und
P fla n z e : sie sind seit drei Generationen Musiker;
bei dieser Hybride traten schon in der fünften G.
Degenerationserscheinungen auf — 3 . Z eitab
schnitt, der 30 bis 35 Jahre umfaßt: er ist eine G.
jünger
Generations| -konflikt, der bestimmte Spannungen,
die sich auf Grund teilweise unterschiedlicher A uf
fassungen, Haltungen, Bestrebungen zwischen der
jüngeren und älteren Generation ergeben; -Wechsel,
der Biol. (regelmäßiger) Wechsel zwischen ge
schlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung
od. Wechsel zwischen zweigeschlechtiger Fortpflan
zung und Jungfernzeugung bei niederen Tieren und
Pflanzen
Generator, der; -s, Generatoren T e ch n . 1.
Maschine, die mechanische Energie in elektrische
umformt, Dynamo — 2. Anlage zur Erzeugung von
Gasen, die als Treibstoff od. zum Heizen verwendet
werden
generell fA dj.f allgemein (gültig), grundsätzlich:
eine generelle Entscheidung, Lösung; ein Problem
g. lösen, regeln; etw. g. erlauben, verbieten
generös \Adj.f [ge.., au ch 3e..] geh. großmütig,
großzügig (1.2): ein generöses Verhalten, Geschenk;
sich g. zeigen; dazu Generosität, die; -, jo. P l.f
Genese, die;
-n Wissensch. Entstehung, Ent
w icklu n g: die G. eines Kunstwerks, einer wissen
schaftlichen Erkenntnis, einer Krankheit
genesen, genas, ist genesen geh. gesund werden:
er ist (von der Grippe) g.; dazu Genesende, der
u. die; -n, -n
Genesis, auch Genesis, die; -, fo. Pl.f Genese
Genesung, die; -,
- en fvorw. Sg .f Gesundung: eine
schnelle, völlige G .; sich auf dem Wege der G.
befinden
Genetik, die; jo. Pl.f Wissenschaft von der Ver
erbung
genetisch fAdj.j 1. die Genetik betreffend: genetische
Forschungen — 2. erblich bedingt: genetische Ur
sachen, Veränderungen
genial fAdj./ 1. Inicht adv.f von überragender,
schöpferischer Geisteskraft, hervorragend begabt: ein
genialer Philosoph, Dichter, Erfinder — 2• von
überragender, schöpferischer Geisteskraft zeugend:
eine geniale Idee, Erfindung; ein geniales Werk;
diese Konstruktion ist g.; dazu Genialität, die;
-,
-en
Genfck, das; -(e)s, -e beim Menschen und bei be
stimmten Wirbeltieren hinterer Teil des Halses mit
den Halswirbeln: jmdn. beim G. packen; seinen
Hut ins G. schieben; ein steifes G. haben; hin
unterstürzen und sich das G. brechen
+ umg. etw. bricht jmdm. das G. (etw. führt
dazu, daß jmd. scheitert)
Genjck| -schlag, der Schlag ins Genick; -starre,
die Med. (Steifheit des Nackens als Symptom bei)
Hirnhautentzündung
Genie, das; -s, -s [3e..] 1. Mensch mit überragen
den, schöpferischen Geistesgaben: ein musikalisches,
wissenschaftliches, verkanntes G.
—
2. jo. Pl.f
überragende, schöpferische Geistesgaben: das G.
eines Dichters, Erfinders; G. haben
genieren /sw. Vb.; hat/ [3e..] 1.1 . sich (vor jmdm.)
gehemmt, unsicher fühlen, sich schämen: bitte, g.
Sie sich nicht!; er genierte sich, das Versäumnis
einzugestehen 1.2 * etw. geniert jmdn. etw. macht
jmdn. verlegen, stört jmdn.: ihre Blicke genierten
ihn; das braucht dich nicht zu g.!
genierlich lAdj.j [30..] umg.: etw. ist jmdm. g.
(ist jmdm. peinlich, macht jmdn. verlegen)
genießbar fA dj.; nicht adv./ 1.1 . das Essen, der
Wein ist (nicht) g. (ist im Geschmack so beschaffen,
daß man es, ihn nicht zu sich nehmen kann) 1.2 . der
Pilz ist g. (so beschaffen, daß man ihn essen kann,
ohne Schaden zu nehmen); O umg. er ist heute
nicht g. (ist wegen seiner schlechten Laune unaus
stehlich)
genießen, genoß, hat genossen 1. N ah ru n g zu sich
nehmen: geh. ich habe heute noch nichts genos
sen1; der Fisch, saure W ein ist kaum, nicht zu g.
(schmeckt nicht gut); O umg. er ist heute kaum,
nicht, nur mit Vorsicht zu g. (ist wegen seiner
schlechten Laune nicht zu ertragen, ist unausstehlich)
—
2. etw. g. sich an etw. erfreuen, etw. mit Genuß,
Vergnügen auf sich wirken lassen: den Feierabend,
Urlaub, die Ruhe, gute Musik, ein gutes Mahl g.
—
3. jin Verbindung mit best. Subst.j eine gründ
liche Ausbildung g. (erhalten ); die Achtung, Sym
pathie der Kollegen g. (besitzen)
+ etw. in vollen /* Zügen g.
Genießer, der; -s, - jmd., der zu genießen (2) versteht
+ ein stiller G. (jmd., der sich still einem Genuß
hingibt oder anderen behaglich zuschaut)
30 Wörterbuch
466
genießerisch — Genußmittel
genießerisch /Adj./ wie ein Genießer: etw. g. auf
der Zunge zergehen lassen
Genie|streich, der tolle, von Klugheit, Witz, Phanta
sie zeugende Handlung
Genitalien, die fPl.) [..ion] Med. Geschlechtsorgane
Genitiv, der; -s, /o. Pl.j Gramm. Kasus, in dem
bes. das substantivische Attribut steht, der von be
stimmten Verben und Präpositionen abhängig sein
kann
Genitivobjekt, das Gram m . Objekt im Genitiv
Genius, der; -, Genien [..ien] 1. geh. Genie (1):
Schiller und Goethe — die großen Genien der
deutschen Klassik — 2. /o. PLj Genie (2); der G.
Bachs, Goethes — 3 . /in der römischen MythologieI
den Menschen schützender Geist (1.4): geflügelte
Genien; O ein guter G. hat ihn davor bewahrt
Genosse, der; -n, -n 1*1. Mitglied einer (marxistisch-
leninistischen)I Arbeiterpartei jauch als Anrede der
Mitglieder untereinander/: ein alter, kampferfah
rener G.; die Genossen der SED; G. sein, werden;
der G. Direktor; Genossinnen und Genossen!;
/wird auch von den Mitgliedern der SPD unterein
ander gebraucht! 1.2. /DDE; Bez. und Anrede für
einen Angehörigen der Armee od. Polizei eines soz.
Staatesj: der G. Major; die Genossen der Natio
nalen Volksarmee, der Volkspolizei; jawohl, G.
Oberleutnant!
Genossenschaft, die; -en in ihrem Charakter von
den jeweiligen Produktionsverhältnissen bestimmte
Organisation in der Form des freiwilligen Zusam
menschlusses einer Gruppe von Menschen zur Wahr
nehmung gemeinsamer, meist ökonomischer Inter
essen, häufig auf der Grundlage gemeinschaftlichen
Eigentums an Produktionsmitteln, bes. Produktions
genossenschaft : eine (bäuerliche, handwerkliche) G.
gründen; sich zu einer G. zusammenschließen;
einer G. angehören, beitreten; die Mitglieder,
Statuten der G.; dazu Genossenschaftler, der;
- s, - u . genossenschaftlich /Adj./
Genossenschafts| -bauer, der jD D Ej männliches
Mitglied einer Landwirtschaftlichen Produktions
genossenschaft; -mitglied, das Mitglied einer Genos
senschaft
Genossin, die; -,
- nen /zu Genosse/
Genre, das; -s,
-s foaar, zdro] fachspr. durch
gemeinsame inhaltliche, formale Merkmale bestimmte
Gruppe von Kunstwerken (innerhalb einer Gattung):
ein literarisches, musikalisches, heiteres G .; die
epischen Genres; die Genres d§r Lyrik, Dramatik
Genre fachspr.|
- bild, das Darstellung von Szenen
aus dem täglichen Leben in der bildenden Kunst;
- malerei, die
Gens, die; -,
Gentes [..te:s] Geschichtswiss.
für die späte Periode der Urgesellschaft typischer
Verband von Familien mit gemeinsamer Abstam
mung, gemeinsamem Namen, die auf einem ge
schlossenen Territorium lebten und deren Mitglieder
nicht untereinander heirateten
Gentilgesellschaft, die jo. Pl.j Geschichtswiss.
auf der Grundlage der Gens bestehende gesellschaft
liche Organisation, die sich beim Übergang zur
Klassengesellschaft auflöst
Gentleman, der; -s, Gentlemen [d38nt(g)lm9n] sich
stets korrekt verhaltender, ritterlicher M ann : er ist
ein (echter) G., benimmt sich wie ein G.
genug JAdv.l 1. soviel, so sehr wie für einen bestimm
ten Zweck, für jmdn. nötig ist, genügend, aus
reichend, hinreichend: er hat g. Geld, Zeit, hat
Geld, Zeit g .; g. Material, Mitarbeiter für eine
Aufgabe haben; g. zu essen, zu tun haben; g. ver
dienen; jmd. ist alt, klug, nicht wendig g. (für
etw .); das Wasser ist zum Baden (nicht) warm g.;
jmd. kriegt nie g. (ist unersättlich) — 2 . ein be
stimmtes hohes M aß, die Grenze des Zumutbaren,
Erlaubten, Erträglichen erreicht habend, über
schreitend: g. getrunken haben; die Angelegenheit
ist heikel g.; das ist schlimm g .!; g. der Worte
(jetzt wollen wir nicht länger darüber reden, jetzt
m uß gehandelt werden)\; g. davon (reden wir von
etw. anderem)!; jetzt ist’s aber g. (jetzt bin ich am
Ende meiner Geduld)!
-f- von etw., jmdm. g. haben (einer Sache, jmds.
überdrüssig sein); es g. sein lassen (mit etw. Be
stimmtem aufhören); — er ist / Mann(s) g., etw.
zu tun
Genüge, die
+ geh. einer Sache, jmdm. G. tun, leisten (tun,
was eine Sache, jmd. von einem fordert, verlangt);
jmdm. geschieht G. (jmd. erhält, was ihm zusteht);
zur G. (hin-, au sreichend, sattsam)
genügen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. genügt etw. ist
quantitativ, auch qualitativ genug, reicht aus, reicht
hin : das genügt (für) uns, für diesen Zweck; das
genügt (vollauf, fürs erste); es genügte ihm schon
zu wissen, daß ...; genügend Zeit, Geld haben;
genügend verdienen; mit genügender Ausdauer,
Übung wird er es schaffen — 2. einer Sache g.
den Anforderungen, die eine Sache verlangt, ent
sprechen, sie bewältigen können: einer Aufgabe, den
wachsenden Anforderungen g.
genugsam /Adv./ veraltend: es istg. (hinreichend,
sattsam) bekannt, daß ...
genügsam /Adj./ mit wenig zufrieden, anspruchs
los: Schafe sind g.; ein genügsames Leben führen;
dazu Genügsamkeit, die; /o. P l.j
genug/Genug| -tun /Vb./ jmd. kann sich nicht g. ,
etw. Bestimmtes zu tun jmd. tut etw. über Gebühr
oft, lange: er konnte sich nicht g., die Leistung
seines Kontrahenten zu schmälern, die Einsatz
bereitschaft aller zu loben; -tuung, die;
-en
jvorw. Sg .j 1. Befriedigung: G. empfinden; etw.
bereitet jmdm. G .; etw. mit (großer) G. sehen,
vernehmen — 2. Ausgleich für ein erlittenes Un
recht: G. fordern, leisten, erhalten
Genus, auch Genus, das; -, Genera Gramm, eine
der drei Klassen (maskulin, feminin, neutral), nach
denen die Nom ina eingeteilt werden, Geschlecht (5)
Genuß, der; Genusses, Genüsse 1. /o. P l.j die A u f
nahme von Speise, eines Getränks: nach dem G. der
Pilze traten Vergiftungserscheinungen auf; der
ständige, übermäßige G. alkoholischer Getränke,
von Nikotin, Kaffee — 2 . bewußt erlebtes beglücken
des Gefühl der Freude, Befriedigung, des Wohl
behagens beim Genießen (2): ein großer, ungetrüb
ter, zweifelhafter, ästhetischer, literarischer G .;
etw. mit G. essen, betrachten, lesen, hören — 3.
eine Tafel mit herrlichen, raffinierten Genüssen
(Leckerbissen, erlesenen Speisen und Getränken);
O verbotene Genüsse
+ in den G. einer Sache kommen (etw. nutznießen
können)
genüßlich /Adj./ genießerisch, mit Genuß: ein Stück
Konfekt g. auf der Zunge zergehen lassen
Genuß/genuß| -mittel, das meist pflanzliches Pro-
Genußsucht — geradehalten
467
duJct, das unabhängig von seinem Nährwert wegen
eines angenehmen Geschmacks und seiner anregenden
Wirkung auf das menschliche Nervensystem genossen
w ird; -sucht, die /o. Pl.j Sucht nach {sinnlichen)
Genüssen (1, 3); dazu -süchtig /Adj./
Geographie, die; -, Jo. PL/ Wissenschaft von der
erklärenden Beschreibung der natürlichen und gesell
schaftlichen Gegebenheiten und deren Wechselwir
kungen auf der Erdoberfläche; dazu geographisch
lAdj.f
Geologie, die; /o. PI./ Wissenschaft vom Aufbau
und von der Entwicklung der Erde, bes. der Erd
kruste und von den Kräften, unter denen sich diese
Entwicklung vollzieht; dazu geologisch jAdj.; nicht
präd.j
Geometrie, die;
Jo. PI./ Teilgebiet der M athe
matik, das die analytische und darstellende A b
bildung räumlicher Gebilde und ihrer wechselseitigen
Beziehungen behandelt; dazu geometrisch fAdj.f
Geopyhsik, Geophysik, die Teilgebiet der Ph ysik ,
das sich mit den natürlichen physikalischen E r
scheinungen auf, in und in der Umgebung der Erde
befaßt
Georgette, der; -s,
-s, auch die;
-s [3or38t]
schieierartiges gekräuseltes Gewebe aus Seide od.
Wolle
Gepäck, das; -(e)s, jo. Pl.f 1. alle Behältnisse, bes.
Koffer und Taschen, in denen etw. eingepackt ist
und die jmd. auf einer Reise, Wanderung mit sich
führt: nur leichtes, nicht viel G. haben; mit großem
G. reisen; das G. aufgeben, im Kofferraum ver
stauen — 2. Sturmgepäck
Gepäck| -aufbewahrung, die Schalter, an d em m an
Reisegepäck zur Aufbewahrung abgeben kann; -auf-
gabe, die Schalter, an dem man Reisegepäck auf
geben (1.1) kann; -ausgabe, die Schalter, an dem
das aufgegebene od. zur Aufbewahrung abgegebene
Reisegepäck ausgegeben wird; -automat, der ver
schließbares Fach, in dem man auf Bahnhöfen nach
Einwurf einer Münze sein Gepäck zur Aufbewah
rung einschließen kann; -Kontrolle, die Kontrolle
des Reisegepäcks durch Organe des Zolls; -marsch,
der Marsch von Soldaten, Sportlern mit vor
geschriebenem Gepäck; -netz, das in öffentlichen
Verkehrsmitteln über den Sitzplätzen angebrachtes
Netz od. Gitter, in dem der Fahrgast sein Gepäck
unterbringen kann; -Schalter, der Schalter, an dem
Reisegepäck aufbewahrt und ausgegeben od. auf
gegeben wird; -schein, der Quittung über aufgegebe
nes Reisegepäck; -Ständer, der Gepäckträger (1);
- stück, das /PI.
- e/ als Gepäck ausgewiesenes Be
hältnis; -träger, der 1, über dem Hinterrad des
Fahrrads angebrachtes Gestell, auf dem mitzu
führende Gegenstände festgeklemmt werden können
—
2. bes. auf Bahnhöfen angestellte Person, die
Reisenden das Gepäck trägt; -wagen, der Waggon
zur Beförderung von Reisegepäck, Packwagen
Gepard, der; -s, -e, Gepard, der; -s, -en zu den
Katzen (1) gehörendes hochbeiniges Raubtier mit
kleinem rundem K opf und schwarzgeflecktem gelb
lichem Fell, das seine Krallen nicht einziehen kann
gepfeffert /Adj.; nicht adv.; /* auch pfeffern 1/
salopp 1. gepfefferte {sehr hohe) Preise — 2 . ein
gepfefferter (derber) Witz, Ausdruck
gepflegt /Adj.; / auch pflegen/ 1. durch Körper-,
Schönheitspflege ästhetisch ansprechend: sie, er ist
eine gepflegte Erscheinung, ist g.; eine gepflegte
Frisur — 2, mit einem Niveau, das hohen A n
sprüchen genügt: ein gepflegtes Restaurant; ge
pflegte W eine; ein gepflegter Stil
Gepflogenheit, die; -,
-en Gewohnheit, Brauch: nach
alter G.; entgegen den sonstigen Gepflogenheiten;
etw. entspricht, widerspricht jmds. Gepflogen
heiten
Geplänkel, das; -s, - k leines, leichtes Gefecht (1):
der Schlacht waren vereinzelte G. vorausgegangen
Geplätscher, das; -s, jo. Pl.f das (fortwährende)
Plätschern (1.1, 2): das G. des Brunnens; O das G.
ihrer Worte
Geplauder, das; -s, /o. Pl.f leichte, ungezwungene
Unterhaltung (1): bei angeregtem G. verging die
Zeit wie im Fluge
Gepräge, das; -s, jo. Pl.j 1. kennzeichnendes Aus
sehen, Eigenart: die Berge geben dieser Landschaft
ihr unverwechselbares G.; diese Inszenierung
hatte, trug ihr ganz eigenes G.
—
2. Prägung (2),
bes. einer Münze: das G. dieser Münze
Gepränge, das; -s, jo. Pl.j veraltend Prunk,
großer Aufwand: der große Dichter wurde mit
feierlichem G. bestattet
gepunktet lA dj.; nicht adv.f: ein gepunkteter (mit
Punkten gemusterter) Stoff, Schal
1gerade /Adj.; / auch Gerade/ LI. ohne Krüm
mung: eine g. Linie; ein gerader Stock, Weg; in
gerader (aufrechter) Haltung sitzen; g. gewachsen
sein; eine g. (ebene) Fläche; er wohnt g. (unmittel
bar, direkt) gegenüber; O in gerader Linie von
jmdm. abstammen — 2 . aufrichtig: ein gerader
Mensch, Charakter; jmd. ist g. und offen — 3.
jnicht präd.; verstärkt eine gegensätzliche Aussage/:
das g. Gegenteil ist der Fall; das verhält sich g.
umgekehrt — H . /nicht adv.j Math, eine g. (durch
2 ohne Rest dividierbare) Zahl
- f umg. (alle) fünfe g. sein lassen (sich um nichts
kümmern; es nicht so genau nehmen)
2gerade /Adv.; betont/ 1.1. soeben: da fällt mir g.
ein, daß ...; das wollte ich g. sagen; es ist g. fünf
(Uhr) 1.2. soeben (1.2): er ist g. (erst) gekommen,
fortgegangen
®gerade /Partikel/ 1. /betont/ mit Mühe und Not,
eben noch: er hat es g. noch geschafft, kam g. noch
zur rechten Zeit — 2. /betont/ gena u (1): heute sind
es g, drei Jahre her; du kommst g. im richtigen
Augenblick; g. das habe ich sagen wollen — 3.
/hebt das folgende Satzglied hervor; emot.;
unbetont/ ausgerechnet: warum g. ich?; g. heute
muß es regnen — 4. /dient zur Hervorhebung; be
tont/ nun g. (nun zum Trotz)!; g. deshalb, darum!
—
5. /unbetont/ 5.1 . /mildert eine Verneinung/ das
ist nicht g. viel; das ist mir nicht g. angenehm!
5.2 . /dient der Verstärkung/ das ist es ja g. (darauf
kommt es a n )!; g. darauf hatte er sich so gefreut
+ das fehlte g. noch (das kommt überhaupt nicht in
Frage)!; iron. auf den, darauf haben wir g. noch
gewartet (er, das kommt ungelegen)
Gerade, die; -n, -n // auch gerade/ 1. Math, als
unbegrenzt, unendlich zu denkende Linie ohne
Krümmung — 2. Sport gerade verlaufender Teil
einer Rennstrecke: die Läufer bogen in die G. ein
gerade| -aus /Adv./ immer in der gleichen Richtung
nach vorn: g. blicken, gehen; -biegen /Vb.f 1. etw.
Gekrümmtes so biegen, daß es wieder gerade ist:
ein Stück Draht g.
—
2. umg. das werden wir
schon g. (in Ordnung bringen, einrenken); -halten
30*
468
geradeheraus — gerecht
fVb./ 1. etw. senkrecht, waagerecht halten — 2 . sich
g. (aufrecht sitzen, stehen, gehen); -heraus /Adv./:
jmdm. etw. g. (ohne Umschweife, offen) sagen;
jmdn. g. fragen
geradenwegs /Adv./ geradewegs
gerädert fA dj.f
-j- wie g. sein, sich wie g. fühlen (völlig erschöpft,
todmüde sein, sich zerschlagen fühlen)
gerade! -sitzen fVb.f in aufrechter Haltung sitzen;
-SO fAdv.f ebenso: er ist g. groß wie du
geradeso! -gut fAdv.f ebensogut; -viel flndef.pron.f
ebensoviel
gerade! -stehen / Vb.f 1. in aufrechter Haltung
stehen: steh gerade!; O jmd. kann nicht mehr g.
(ist betrunken) — 2, umg. für etw. einstehen: für
eine Handlung, die Folgen g.;
-wegS /Adv.f ohne
Umweg: er kam g. auf sie zu; die Straße führt g.
zum Bahnhof; O jmdn. g . (ohne Umschweife) nach
etw. fragen, um etw. bitten; -zu /Adv.f 1* /gerade
zu/ umg. jmd. ist sehr g. (ist rückhaltslos offen) —
2* /geradezu/ ge r a d e (1.3): unsere Interessen sind
g. entgegengesetzt — 8 . /als Partikel; dient als
Verstärku ng/: das ist g. gemein, sensationell; das
macht mir g. Spaß
Geradheit, die; -, fo. Pl.f Aufrichtigkeit, Offenheit
gerad/Gerad| -linig fAdj.f 1. in gerader Linie (ver
laufend): eine geradlinige Küste; die Grenze ver
läuft g.
—
2. aufrichtig, offen: ein geradliniger, g.
denkender Mensch; dazu -linigkeit, die; fo. P I f
gerammelt fA d v .; / auch rammeln/
- f umg. g. voll sehr voll, überfüllt: der Saal, das
Lokal war g. voll
Geranie, die;
-n [..io] Zierpflanze mit gelappten
Blättern und meist leuchtend roten Blüten, die auch
auf Baikonen und als Zimmerpflanze gehalten wird
Gergt, das; -(e)s, -e 1, /Bez. fü r verschiedene Arten
von Apparaten, Gegenständen der Ausrüstung, Vor
richtungen, Werkzeugenf: ein technisches, elektri
sches G.; landwirtschaftliche Geräte; das G. funk
tioniert einwandfrei; ein G. bauen, reparieren, be
dienen; stellen Sie bitte Ihr G. (Ihren Rundfunk
empfänger, Ihr Fernsehgerät) auf Zimmerlaut-
stärke!; an den Geräten (Turngeräten) turnen —
2. fo. Pl.f 2.1 . Gesamtheit von Werkzeugen für eine
bestimmte Tätigkeit: das G. des Gärtners, Friseurs
2.2 . unbestimmte Anzahl von 1: in der Werkstatt
stand eine Menge altes, technisches G. umher
Gerate|bau, der fo. PI./ Fachgebiet, das sich mit der
Entwicklung technischer Geräte befaßt
geraten (er gerät), geriet, ist geraten 1. gelingen :
der Kuchen ist (ihr) ausgezeichnet g .; ihm scheint
alles zu g.; das Korn, der Wein ist in diesem Jahr
gut g. (gediehen 1.1); seine Kinder sind gut g.
(haben sich gut entwickelt 1.1); der Rock ist zu
kurz, zu lang g. (gearbeitet worden) — 2 . jmd. gerät
nach jmdm. jmd. wird jmdm. ähnlich: das Kind
gerät nach der Mutter, dem Vater — 3 .1 . irgend
wohin g. unbeabsichtigt irgendwohin gelangen,
kommen: in einen Sumpf, Schneesturm g.; wohin
sind wir g.?; /in der Verbindung! auf / Abwege g.
3.2 . /drückt aus, daß für etw., jmdn. ein bestimmter
Zustand beginntf: in Gefahr, Not, Verdacht,
Schwierigkeiten g.; jmd. gerät in Begeisterung,
Erregung, W ut, Ekstase; (miteinander) in Streit
g . ; in Brand geraten
+ außer sich g. (fassungslos sein, in so starke
Gemütsbewegung geraten, daß man die Selbstbeherr
schung verliert); — bei jmdm. an die falsche
/ Adresse g.; auf die schiefe / Bahn g .; an den
/ Falschen g.; etw. gerät aus den
Fugen; sich
in die Haare g.; aus dem / Häuschen g.; ins
z* Hintertreffen g.
Geräte! -künde, die /o. Pl.f Wissenschaft vom Bau
und der Arbeitsweise technischer Geräte; -schnür,
die Kabel mit den entsprechenden Anschlüssen für
ein elektrisches Gerät; -schuppen, der; -Stecker, der
Stecker eines elektrischen Geräts; -turnen, das das
Turnen an und auf Turngeräten als Sportart
Gerate!wohl, das
+ aufs G. (auf gut Glück)
Gerätschaften, die fP l.f Gerät (2)
Gerät|turnen, das Geräteturnen
geraum /Adj.; in den Verbindungen/ (eine) geraume
(längere) Zeit, Weile: seit, vor, nach geraumer
Zeit
geräumig lAdj.f viel Platz bietend, groß: ein ge
räumiges Zimmer
Geräusch, das; -(e)s,
-e Schallschwingungen, die
aus einer Vielzahl von Teiltönen bestehen, die durch
weg unharmonisch, nicht periodisch sind (und oft
als störend empfunden werden): ein leises, lautes,
kratzendes, monotones, verdächtiges G. hören;
ein G. verursachen; jedes G. vermeiden; der Staub
sauger macht viel G. (Lärm)
geränsch/Geräusch| -arm fA dj.f wenig Geräusch
verursachend; -empfindlich /Adj.; nicht adv.f gegen
Geräusche em pfindlich; -kulisse, die anhaltende
Radiomusik od. Geräusche, die im Hintergrund
bleiben und meist nicht bewußt wahrgenommen wer
den; -los fAdj.f ohne jegliches Geräusch: g. ein-
treten; sich g. nähern; -messer, der; -s, - T echn .
Gerät zur Bestimmung der Lautstärke von Geräu
schen; -pegel, der Grad der Lautstärke von Geräu
schen; -voll fAdj.f mit Geräusch, laut: g. eintreten;
die Tür g. schließen
gerben /sw. Vb.; hat/: Häute, Felle g. (aus tieri
schen Häuten und Fellen Leder herstetten); O sein
Gesicht war von Wind und Wetter gegerbt
4- salopp jmdm. das / Fell g.
Gerber, der; -s, - Handwerker, der aus tierischen
Häuten und Fellen Leder herstellt
Gerbera, die; -,
- / -s in Gewächshäusern gezogener,
als Schnittblume genutzter Korbblütler mit strahligen
weißen, gelben od. roten Blüten
Gerberei, die; - ,
- en 1. Betrieb, in dem tierische
Häute und Felle gegerbt werden — 2. fo. Pl.f das
Gerben: er versteht die G.
Gerb| -mittel, das Mittel zum Gerben; -säure, die
gerbend wirkender, saurer Bestandteil pflanzlicher
Gerbstoffe; -Stoff, der wasserlöslicher, gerbend
wirkender organischer od. anorganischer Stoff
gerecht fAdj.f 1.1. /nicht adv.f nach dem gültigen
Recht od. dem Rechtsempfinden urteilend, handelnd:
ein gerechter Richter; jmd. ist streng, aber doch g.
1.2. dem gültigen Recht od. dem Rechtsempfinden
entsprechend, angemessen: ein gerechtes Urteil; er
wird seiner gerechten Strafe nicht entgehen; g. ur
teilen; jmdn. g. bestrafen, beurteilen, behandeln;
etw. g. verteilen — 2. jmdm., einer Sache g. werden
2.1 . jmdn., etw. angemessen, richtig beurteilen: der
Kritiker ist dem Autor, Roman nicht g. geworden
2.2 . einer Sache genügen (2): seiner Aufgabe, den
Anforderungen g. werden; jmds. Wünschen g.
werden — 3.1. einer allgemeinen Forderung nach
Gerechtigkeit — Gerippe
469
grundsätzlich gleichen sozialen Bedingungen und
Möglichkeiten entsprechend, genügend: für eine ge
rechte Sache kämpfen; eine gerechte Verteilung
der Güter; ein gerechter / Krieg 3.2 . berechtigt:
diese Ansprüche sind g.
+ in allen / Sätteln g. sein; den / Schlaf des
Gerechten schlafen
Gerechtigkeit, die; -, jo. PI./ 1. /zu gerecht 1/;
zu 1.1: die G. des Richters; zu 1.2 : die G. eines
Urteils; jmdm. G. (gerechte Behandlung) zuteil
werden lassen; G. üben — 2. geh. Recht (1), ge
rechter Zustand: der G. zum Siege verhelfen; G.
für alle fordern — 3. geh. Organ der öffentlichen
Rechtspflege: sich der G. entziehen; jmdn. der G.
überantworten, übergeben — 4. Berechtigung, be
gründeter Anspruch: die G. einer Forderung
Gerechtigkeits| -getühl, das /o. P l.j Gefühl dafür,
was gerecht (1.1) und ungerecht ist: jmd. hat ein
ausgeprägtes G .; -sinn, der vgl.
- gefühl
Gerede, das; -s, jo. Pl.f 1. das (fortwährende) Reden:
das ist müßiges G .; wie lange willst du dir dieses
G. noch anhören?; dieses dumme, leere G. (Ge
schwätz 1) — 2. Klatsch (II): hinterher gab es ein
böses G .; /in den Verbindungen! ins G. kommen
(Gegenstand des Klatsches werden); jmdn. ins G.
bringen (dafür sorgen, daß über jmdn. geklatscht
wird)
gereichen jsw. Vb.; hat/ fin den Verbindungen/
geh. etw. gereicht jmdm. zur Ehre, Schande, zum
Nutzen, Nachteil (etw. bringt jmdm. Ehre, Schande,
Nutzen, Nachteil)
gereizt /Adj.; / auch reizen/ 1.1. schnell gekränkt
und heftig auf etw., jmdn. reagierend: er ist heute
sehr g .; er antwortete g. 1 .2. die Stimmung,
Atmosphäre war g. (erregt und angespannt)
Gereiztheit, die; -en /vorw.Sg./ gereizte Stimm u ng:
jmd. befindet sich in einem Zustand nervöser,
ständiger G.
gereuen jsw. Vb.; hat/ geh. etw. gereut jmdn.
etw. tut jmdm. leid, jmd. bereut etw .: deine Mühe
soll dich nicht g . ; hinterher gereute ihn seine Grob
heit; es gereute ihn {er bereute), daß ...
Geriatrie, die; -, jo. PL/ Teilgebiet der M edizin ,
das sich mit den Krankheiten im Alter und ihrer
Behandlung befaßt; dazu geriatrisch /Adj.; nicht
präd.f
Gericht, das; -(e)s, -e I. zubereitete Speise, die eine
vollständige Mahlzeit od. einen Teil der Mahlzeit
bildet: ein einfaches, warmes, schmackhaftes, er
lesenes G .; halb-,
tafelfertige Gerichte; ein G.
Linsen; Gerichte aus Eiern; ein G. zubereiten, auf
den Tisch bringen — ELI. (staatliches) Organ der
Rechtspflege, das die Rechtsprechung ausübt: das
zuständige G .; das / Oberste G. der D D R; jmdn.
bei G. verklagen; eine Sache vor G. bringen;
jmdn. vor G. stellen; vor (dem) G. erscheinen
müssen; sich vor (dem) G. zu verantworten haben;
vor G. stehen, aussagen — 2. jo. P l.j im einzelnen
Rechtsfall urteilende Richter und Schöffen: das G.
zieht sich zur Beratung zurück; Hohes G .! /An
rede/ — 3. Gebäude, in dem 1 seinen Sitz hat: das
G. befindet sich, liegt gegenüber dem Rathaus
+ über jmdn. G. halten, zu G. sitzen (über jmdn.
in einem Gerichtsverfahren Recht sprechen; jmds.
Verhalten verurteilen); mit jmdm. streng, hart ins
G. gehen (jmdn. streng bestrafen, scharf tadeln);
mit sich selbst ins G. gehen (Selbstkritik üben)
gerichtlich /Adj./ 1.1. vor dem Gericht (II.l): eine
gerichtliche Verhandlung, Klage; das wird noch
ein gerichtliches Nachspiel haben; jmdn. g. be
langen; J u r. ein Verfahren g. anhängig machen
1.2 . vom Gericht (II.l) ausgehend, veranlaßt, vor-
genommen, durch Gerichtsbeschluß: eine gericht
liche Anordnung, Verfügung, Zahlungsaufforde
rung; ein gerichtliches Urteil; jmdn. g. bestrafen;
jmd. ist g. vorbestraft
Gerichtsbarkeit, die; -,
-en /vorw. Sg.J Befugnis
und Recht, Pflicht des Staates zur Gewährleistung
der Gesetzlichkeit auf dem Wege der Rechtspflege
Gerjchts/gerjchts zu Gericht II| -bericht, der B e
richt in der Presse über eine Gerichtsverhandlung,
einen Prozeß; -beschhiß, der; -kosten, die /PL/
Prozeßkosten; -notorisch /Adj./ Jur. dem Gericht
amtlich bekannt: jmds. Verbrechen sind g.; etw. g.
feststellen; -saal, der; -stand, der J u r. örtliche
Zuständigkeit eines Gerichts; -verfahren, das durch
ein Gericht eingeleitetes Verfahren, P rozeß; -Ver
handlung, die Verhandlung (2); -Vollzieher, der;
-s, - /DDR nur noch umg./ Mitarbeiter, Sekretär
des Kreisgerichts, der für Zustellungen und Voll
streckungen zuständig ist, bes. Pfändungen durch
führt
gerieben /Adj.; / auch reiben/ umg. gerissen (in
geschäftlichen D inge n ): ein geriebener Bursche,
Geschäftsmann; jmd. ist g., ein ganz Geriebener
gering /Adj./ 1.1. klein in bezug auf das Ausmaß,
Gewicht, die Dauer, nicht groß: in geringer Ent
fernung, Höhe; ein geringes Gewicht haben; nur
über geringe Mengen verfügen 1.2 . klein in bezug
auf den Grad (2.1), nicht stark: das macht nur
geringe Mühe, ist meine geringste Sorge; in nicht
geringer (in gro ßer) Verlegenheit sein; nicht die
geringste (gar keine) Lust zu etw. haben; die An
forderungen waren sehr, zu g. 1.3. klein in bezug
auf die Bedeutung, unbedeutend, nicht ins Gewicht
fallen d : eine geringe Abweichung feststellen; die
Unterschiede sind g.; beim geringsten Anzeichen
den Arzt aufsuchen; der Streit geht um nichts
Geringeres als um die Frage (geht um die wichtige
Frage), ob ...; das wäre das Geringste (das Min
deste), was er tun könnte; nicht die geringste (gar
keine) Notiz von jmdm.,
einer Sache nehmen;
nicht das geringste gar n ichts: nicht das geringste
an einer Sache auszusetzen haben; nicht das
geringste hat sich geändert — 2 . niedrig in bezug
auf den Wert, nicht hoch: geringe Einkünfte haben;
geringen W ert auf etw. legen; etw. ist von geringer
Qualität; g. geschätzt, wird es 100 Mark kosten
-f- nicht im geringsten (überhaupt nicht); — den
/ Weg des geringsten Widerstandes gehen
gering/Gerjng| -achten /Vb./ vgl.
- s chätzen; -fügig
/Adj./ klein in bezug auf die Bedeutung, unbedeu
tend, unerheblich: ein geringfügiger Unterschied;
etw. aus geringfügigem Anlaß tun; etw. g. ändern;
dazu -fügigkcit, die; -,
- en; -schätzen /Vb./ jmdn.,
etw. nicht sehr schätzen, verachten; -schätzig /Adj./
verächtlich: jmdn. g. behandeln; dazu -schätzig-
keit, die; -, Jo. Pl.j; -Schätzung, die jo. Pl.j;
- wertig /Adj./ von nur geringem Wert, minder
wertig: geringwertiger Boden
gerinnen, gerann, ist geronnen jbes. von M ilch ,
Blutj klumpig, flockig werden: die Milch ist ge
ronnen; geronnenes Blut
Gerippe, das; -s, - Knochengerüst, bes. als Rest eines
470
gerippt — Gesamteindruck
verwesten Menschen, Tieres, Skelett: das G. eines
Menschen, Pferdes; ein menschliches G .; O das G.
(die Gliederung, der grobe Entwurf, die Grundzüge)
eines Dramas, Aufsatzes
gerjppt lAdj.; nicht adv.f: gerippter (in Form von
Rippen strukturierter) Samt, Stoff
gerjssen /Adj.; / auch reißen/ in allen Listen er
fahren und geschickt, schlau seinen Vorteil wahrend:
ein gerissener Bursche, Geschäftsmann, Betrüger;
jmd. ist ziemlich, ganz g .; dazu Gerissenheit, die;
Io. Pl-I
Germane, der; -n,
-n Angehöriger einer Völker
schaft, die der indoeuropäischen Sprachfamilie an
gehört; dazu germanisch /Adj./
Germanistik, die; fo. PLI Wissenschaft von den
germanischen Sprachen und Literaturen, bes. von
der deutschen Sprache und Literatur; dazu germani
stisch fÄdj.; nur attr./
Germanium, das; -s, jo. PL/ sehr seltenes, hartes,
sprödes, silbergrau glänzendes Halbmetall, das che
misch sehr beständig ist und die Eigenschaften eines
Halbleiters hat
gern(e), lieber, am liebsten /Adv.; / auch lieber,
liebst/ 1.1. mit Freude, Vergnügen, innerer Zu
stimmung: etw. g. tun; er liest, trinkt, tanzt g.;
ich helfe dir g.,
nehme das Angebot g. an; g.
geschehen! /Erwiderung auf einen Dank/; (bei
jmdm.) g. gesehen, ein g. gesehener Gast sein;
ich hätte g. Herrn M gesprochen (ich möchte bitte
Herrn M sprechen) 1.2. bereitwillig: das glaube ich
dir g.; du kannst es g. haben, mitnehmen — 2 .
vorzugsweise, gewöhnlich (1): Erlen stehen g. am
Wasser
+ jmdn. g. haben (jmdn. mögen, gut leiden können);
salopp iron. der, die kann mich mal g. haben
(ist mir gleichgültig); — jmdn. zum
Fressen g.
haben; / gut und g., gerne; für sein / Leben g.
Gerne|groß, der; -/ -es,
-e
umg. jmd.,
der mehr
scheinen will, als er ist, jmd.,
der sich aufspielt:
er ist ein kleiner G.
Geröll, das; -(e)s, -e Ivorw. Sg ./ Menge von meist
in lockeren Anhäufungen abgelagerten, durch fließen
des Wasser, Gletscher od. in der Meeresbrandung
abgerundeten Steinen: das G. am Fuße des Berges,
am Meeresufer; G. hat sich abgelagert
Gerontologie, die; -, fo. Pl.j Wissenschaft vom Pro
zeß des Alterns während des gesamten Lebensablaufs;
dazu gerontologisch /Adj.; nicht präd.f
Gerste, die; -, fo. PLf 1. Getreidepflanze mit kurzem
Halm und langen Grannen an der Ähre, deren
Samenkörner bes. zum Brauen von Bier und als
Futter verwendet werden: G. säen, mähen — 2.
Samenkörner von 1: G. mahlen
Gerstenj -körn, das /PL -körner/ 1. Samenkorn der
Gerste (1) — 2. akute eitrige Entzündung einer
Drüse am Augenlid; -Saft, der fo. PL/ scherzh.
Bier
Gerte, die; -,
-n lange dünne Rute (1.1): sich eine
G. schneiden; jmdn. mit der G. schlagen; sie ist
schlank wie eine G. (ist sehr schlank); dem Pferd
einen Schlag mit der G. (Reitpeitsche) geben
gerten|schlank /Adj./ sehr schlank: ein gerten
schlankes Mädchen; sie ist g.
Geruch, der; -(e)s, Gerüche 1. Eigenschaft eines
Stoffes, die durch das Geruchsorgan wahrgenommen
wird, Art, wie etw. riecht: ein (un)angenehmer,
starker, betäubender, strenger, stechender, beißen
der, schlechter, säuerlicher, muffiger G .; der G.
des Heus, frischen Brotes; ein G. nach, von an
gebrannter Milch; seltsame Gerüche durchzogen
das H aus; ein (übler, scharfer) G. geht von etw.
aus — 2. jo. PLf jmd. hat einen feinen G. (einen
gut ausgebildeten Geruchssinn) — 3. jo. PLf ve r
altend Ruf (4): jmd. steht in keinem guten G.,
kommt in einen schlechten G., steht im Gerüche
eines Geizhalses
geruch|los /Adj.; nicht adv./ ohne Geruch (1): das
Gas ist völlig g.
Geruchs zu Geruch 1|-organ, das Sinnesorgan zur
Wahrnehmung von Gerüchen; -sinn, der fo. PL/
Fähigkeit, Gerüche wahrzunehmen; -Stoff, der Riech
stoff; -vermögen, das fo. PLf vgl.
- sinn; -Verschluß,
der Techn. U - od. S -förmig gebogenes Rohr an
Waschbecken und Ausgüssen, das stets mit Wasser
gefüllt bleibt, so daß keine üblen Gerüche austreten
können, Traps
Gerücht, das; -(e)s,
-e mündlich (weit)verbreitete,
unverbürgte Nachricht: ein G. entsteht, kursiert,
geht um, verbreitet sich wie ein Lauffeuer; ein
G. kommt jmdm. zu Ohren; ein G. in Umlauf
bringen, verbreiten; man hörte die unsinnigsten,
abenteuerlichsten Gerüchte
Gerüchtej -macher, der; -s, - jmd., der Gerüchte in
Umlauf bringt, verbreitet; dazu -macherei, die; -,
- en jvorw. Sg./
gerüchtweise fAdv.f: etw. g. (durch ein Gerücht)
hören; wie g. verlautet, so ll...
geruhen fsw. Vb.; hat/ spött. sich gnädig zu etw.
herbeilassen: ob er zu erscheinen geruht?; endlich
geruhte er, die Anwesenden zu begrüßen
geruhsam lAdj.f ohne Hast und Aufregung, ruhig,
gem ächlich : g. frühstücken, Spazierengehen; ein
geruhsamer Lebensabend; jmdm. eine geruhsame
Nacht (ungestörte Nachtruhe) wünschen
Gerümpel, das; -s, jo. P l.j altes, abgenutztes, wert
loses Z eu g: auf dem Boden steht altes, staubiges G .;
der Keller stand voll G., war mit G. vollgestopft
Gerüst, das; -(e)s, -e 1. aus Balken, Bohlen,2Leitern
od. Stahlrohren errichtetes Gestell, Gefüge, das bes.
beim Errichten und Ausbessern von Bauwerken dient:
ein G. aufbauen, -schlagen, abbauen; bei den Neu
bauten sind die Gerüste schon gefallen (w urd en
die Baugerüste bereits entfernt) — 2. Gliederung,
grober Entwurf, Grundzüge: das gedankliche G.
eines Dramas, Referats
gerüttelt /Adj.; / auch rütteln/
-feing./Maß
gesalzen /Adj.; / auch salzen/ umg. 1. /bes. von
Preisen/ unangemessen hoch: eine gesalzene Rech
nung, Strafe; die Preise dort sind g.
—
2. jmdm.
einen gesalzenen (groben, sehr deutlichen) Brief
schreiben
gesamt /Adj.; nur attr.\ 1.1. ausnahmslos alle, die
zu einem bestimmten Personenkreis gehören: die ge
samte Familie, Mitgliedschaft; an dieser Veran
staltung nimmt die gesamte Schule (n eh m en alle
Schüler und Lehrer der Schule) teil 1.2. ausnahmslos
alles, was zu einer komplexen Sache gehört: sein ge
samtes Vermögen für etw. verwenden; sein ge
samtes Einkommen beträgt ...
Gesamt/gesamt| -ausgabe, die vollständige A u s
gabe aller Werke; -eindruck, der Eindruck, der auf
den wichtigsten Merkmalen einer Summe von ein
zelnen Eindrücken, Beobachtungen basiert; -er-
gesamtgesellschaftlich — Geschäftslage
471
gebnis, das Summe von einzelnen Ergebnissen; -ge
sellschaftlich /A dj.; n u r attr./: gesamtgesellschaft
liches Eigentum (der gesamten soz. Gesellschaft 1.1
gehörendes Eigentum, staatlich-soz, Eigentum, Volks-
eigentum)
Gesamtheit, die; -,
- en 1.1. alle Personen, Sachen,
die unter einem bestimmten Aspekt zusammen
gehö r en : die G. der Mitarbeiter der Jugendlichen
des Betriebes 1.2. fo. PL; in der Verbindung! in
seiner, ihrer G. in vollem U mfang: ein Problem in
seiner G. darstellen; eine Generation in ihrer G.
Gesamt| -note, die Note, die den Durchschnitt einer
Reihe von einzelnen Noten darstellt; -produkt, das
Pol. Ö k.: das gesellschaftliche G. (Gesamtheit aller
in einem bestimmten Zeitraum in der Volkswirt
schaft erzeugten materiellen W erte); -schule, die
/o. PLI Schultyp der BRD, bei dem Haupt-, Real
schule und Gymnasium eine organisatorische Ein
heit bilden; -strafe, die Jur. /noch BRD/ Haupt
strafe; -summe, die vgl. Gesamtergebnis; -Wertung,
die Wertung, die die Summe einer Reihe von ein
zelnen Bewertungen darstellt; -zahl, die vgl. Ge
samtergebnis ; -Zusammenhang,der Zusammenhang
eines einzelnen mit allen anderen Faktoren
Gesandte, der u. die; -n, -n \/ auch senden/ diplo
matischer Vertreter eines Staates im Ausland im
Rang unter dem Botschafter
Gesandtschaft, die; -en 1. unter der Leitung eines
Gesandten stehende diplomatische Vertretung eines
Staates im Ausland — 2. Gebäude, in der 1 ihren
Sitz hat
Gesang, der; -(e)s, Gesänge 1. jo. PI ./ 1.1 . das Sin
gen: mit fröhlichem, unter lautem G. durch die
Straßen ziehen; ein schwermütiger G .; der G. (der
Kinder) riß ab. verstummte; der G. der Nach
tigall, Vögel 1.2 . /als Studienfach! die K unst des
Singens: G. studieren — 2. Komposition zum Sin
gen, L ied : ein mehrstimmiger G .; geistliche Ge
sänge
Gesang (mit * au ch Gesangs|)| -buch, das gedru ckte
Sammlung von Kirchenliedern; *-lehrer, der Lehrer
für den Gesangsunterricht; ♦ -stück, das /PL -e/
Komposition für eine od. mehrere Singstimmen,
Lied; *-unterricht, der Unterricht in Gesang (1.2);
♦ -verein, der Verein fü r Chorgesang
Gesäß, das; -es, -e hinterer, muskulöser Teil des
Beckens, der die Sitzfläche des (menschlichen) K ör
pers bildet: einen Furunkel am G. haben
Gesäßtasche, die Hosentasche über dem Gesäß
gesättigt/Adj.; nicht adv.; / * auch sättigen/ 1. eine
gesättigte (nicht durch Zusatz von W eiß, Grau od.
Schwarz verhüllte) Farbe — 2. Chem. eine gesättigte
Lösung (Lösung, die bei konstanter Temperatur
nicht fähig ist, noch mehr von der aufzulösenden
Substanz aufzunehmen); eine gesättigte Kochsalz-,
Zuckerlösung — 8 . Phys. gesättigter Dampf (in
einem begrenzten Raum vorhandener Dampf, der bei
konstanter Temperatur nicht fähig ist, noch mehr
von einer verdunstenden Flüssigkeit aufzunehmen)
Gesäuge, das; -s, -e Gesamtheit der Milchdrüsen
bestimmter Säugetiere: das G. der Hündin, Sau
Geschäft, das; -(e)s, -e 1. privates kaufmännisches
od. gewerbliches Unternehmen: ein G. gründen,
übernehmen, aufgeben, auflösen; das G. geht gut,
schlecht; das G. blüht — 2. Verkaufseinrichtung
des staatlichen od. privaten Einzelhandels, Ver
kaufsstelle, Laden: ein G. für Leder-, Haushalt
waren; das G. ist heute wegen Inventur, bleibt
wegen Krankheit geschlossen; die Geschäfte öff
nen um 10 Uhr — 3 . kommerzielle Aktivität, bes.
der Abschluß eines (gewinnbringenden) Handels:
ein G. bahnt sich an; die Geschäfte gehen gut,
schlecht; sich an einem G. beteiligen; mit jmdm.
ins G. kommen (jmdn. als Geschäftspartner ge
w innen ); (mit jmdm.) ein G. abschließen, tätigen,
machen; zweifelhafte, dunkle Geschäfte machen;
ein einträgliches G .; ein (gutes, glänzendes) G.
(Gewinn) wittern — 4 . berufliche, dienstliche Ob
liegen h eit: wichtige, dringende, die laufenden Ge
schäfte zu erledigen haben; die Geschäfte (Am ts
geschäfte) führen; um g. jmd. versteht sein G. (sein
Handwerk, seinen Beruf) — 5. jo. PI ./ umg. seinG.
(seine Notdurft) verrichten; das Kind muß ein
großes, kleines G. machen (seinen Darm, seine
Blase entleeren)
Geschäftei -macher, der; -s, - jmd., der skrupellos
gewinnbringenden Geschäften (3) nachjagt: ein übler,
gewissenloser G.; dazu -macherei, die; - ,
- en \vorw.
Sg-I
geschäftig/Adj./ emsig und eilig, betriebsam, immer
beschäftigt: g. hin- und hereilen; jmd. ist, tut sehr
g .; auf dem Markt, der Straße herrscht geschäftiges
(reges) Treiben; dazu Geschäftigkeit, die; -, /o. PL/
geschäftlich/Adj.; zu Geschäft 1 u. 3/ das Geschäft,
die Geschäfte betreffen d : geschäftliche Beziehungen,
Verhandlungen; g. mit jmdm. zu tun haben; g.
unterwegs sein; etw. Geschäftliches besprechen;
geschäftliche (kaufmännische) (Miß)erfolge; die ge
schäftliche (kaufmännische, finanzielle) Seite einer
Angelegenheit besprechen
Geschäfts/geschäfts| -abschluß, der ve rtra glich e
Vereinbarung über ein Geschäft (3); -beziehung, die
jvorw. PL/ geschäftliche Beziehung: auf der Messe
Geschäftsbeziehungen anknüpfen; -brief, der /noch
BRD/ ein- od. ausgehender Brief eines Geschäfts
(1, 2), der ein Geschäft (3) betrifft; -fähig /Adj.;
nicht adv./ Jur. /noch BRD/ fähig, rechtliche Ge
schäfte (3, 4) selbständig und verbindlich zu tätigen,
handlungsfähig; dazu -fähigkeit, die jo. PL/;
-frau, die /o. P I ./ : sie ist eine gute, tüchtige
G. (versteht es, ein Geschäft (1, 2) gut zu führen);
-freund, der /vorw. im bürgerl. Sprachgebrauch/: er
ist sein G. (er ist mit ihm durch gute Geschäfts-
beziehungen verbunden); -führend /Adj.; nur attr./
die Amtsgeschäfte führend: der geschäftsführende
(amtierende 1.2) Direktor; -führer, der leitender
Angestellter eines privatwirtschaftlichen Unter
nehmens; -führung, die 1. Gesamtheit der leitenden
Angestellten eines privatwirtschaftlichen Unter
nehmens — 2. das Leiten eines privatwirtschaft
lichen Unternehmens; -gang,der \o. PL; DDR ver
altend/ 1. Dienstweg: etw. durchläuft den G.
—
2. Verlauf der Geschäfte (3) jvorw. im bürgerl.
Sprachgebrauch/: der G. ist zufriedenstellend;
-gebaren, das jo. PL/ Art und Weise, in der Ge
schäfte (3) abgewickelt werden /vorw. auf bürgerl.
Verhältnisse bezogen/: ein seriöses G.;
-haus, das
1. kap. Handel treibendes Unternehmen, Firma —•
2. Haus, in dem sich nur Geschäfte (1,2) und Büros,
aber keine Wohnungen befinden; -inhaber, der In
haber eines Geschäfts (1,2); -läge, die 1. /noch BRD/
örtliche Lage eines Geschäfts (1, 2) im Hinblick auf
den sich daraus ergebenden Absatz (III): ein Laden in
günstiger, ungünstiger G.
—
2. Geschäftsgang (2);
472
Geschäftsmann — Geschichtsbewußtsein
- mann, der /PL -leute, selten -männer/ vgl.
- frau;
- mäßig fA dj.f: etw. in geschäftsmäßigem (in einem
allzu sachlichen, nicht persönlichen) Ton zu jmdm.
sagen; -Ordnung, die Gesamtheit der Richtlinien zur
Durchführung von Tagungen, Versammlungen,
Verfahren, soweit diese nicht durch Gesetz od. Sat
zung geregelt sind, bes. bei staatlichen Organen,
Körperschaften undgesellschaftlichen Organisationen;
- partner, der jmd., der an einem Geschäft (1) be
teiligt ist; -Schluß, der fo. Pl.f Ende der Öffnungs
zeit eines Geschäfts (2), Ladenschluß; -stelle, die
Büro eines Verbandes, einer Behörde, Körperschaft,
Am t (2.1); -Straße, die Straße mit zahlreichen
Einzelhandelsgeschäften (und mit Kaufhäusern);
- träger, der Diplomatie
diplomatischer Ver
treter eines Staates im Ausland im Rang unter dem
Gesandten: der ständige G. der DDR in N ; -tüchtig
fA dj.f: jmd. ist g. (versteht es, bei Geschäften 3 Ge
winne zu erzielen; scheut sich nicht, des Gewinns
wegen auch unlautere Geschäfte zu machen); -Ver
bindung, die fvorw. Pl.j vgl.
- beziehung
gescheckt fA d j.f: eine gescheckte Kuh (K uh mit
geflecktem, scheckigem Fell)
geschehen (es geschieht), geschah, ist geschehen
1. sich ereignen: ein Unglück ist g.; der Unfall ge
schah vor seinen Augen; was ist g., wie konnte das
nur g.?; es geschieht zuweilen, daß
das Ge
schehene bedauern; veraltend so g. (so trug es
sich zu) im Jahre 19001; es ist nun einmal g. (man
kann es nicht rückgängig machen, es ist nicht mehr
zu ändern); scherzh. es g. noch Zeichen und
Wunder! jAusruf, wenn etw. Überraschendes, für
unmöglich Gehaltenes eintrittj — 2.1, es muß etwas
g. (in dieser Angelegenheit muß etw. unternommen
werden)\; in dieser Angelegenheit ist bisher noch
nichts g.; das soll sofort g. (sofort ausgeführt, er
ledigt werden) 2.2 . etw. g. lassen etw. zulassen, etw.
dulden: wie konntest du das g. lassen!; jmd. läßt
alles mit sich g. (wehrt sich nie, schweigt zu allem)
—
8. jmdm. geschieht (widerfährt) etw.; ihm ist
(ein) Unrecht g.; umg. das geschieht ihm recht
(das hat er nicht besser verdient) !
+ es ist um jmdn., etw. g. (jmd., etw. ist verloren)
Geschehen, das; -s, jo. P L ; zu geschehen 1/: das
gegenwärtige, historische G .; der Ablauf des Ge
schehens; das G. auf der Bühne aufmerksam ver
folgen
Geschehnis, das; -ses, -se geh. Ereignis, Begeben
heit : sich an ein G. erinnern; die Schilderung aben
teuerlicher Geschehnisse
gescheit fAdj.f 1.1. /nicht adv.f klug: ein gescheiter
Mensch; er, sie ist g., ist ein gescheiter K opf 1.2.
von Klugheit zeugend: ein gescheiter Einfall; eine
gescheite Frage, Antwort; er hat es ganz g. an
gestellt — 2 . vernünftig: sei doch g.!; du bist wohl
nicht ganz, nicht recht g. (wohl nicht bei Verstand)!;
es wäre gescheiter, das Gescheiteste, wenn . . . ; da
bei wird nichts Gescheites herauskommen
Geschenk,das; -(e)s, -e etw., das jmd. jmdm. schenkt,
das jmd. geschenkt bekommen hat: ein kleines, wert
volles, (un)passendes G .; ein geeignetes G. (zum
Geburtstag, zu Weihnachten, für jmdn.) aussuchen,
kaufen; ein G. annehmen; jmdm. ein G. über
reichen; jmdm. etw. zum G. machen (jmdm. etw.
schenken); jmdn. mit Geschenken überhäufen; das
ist ein G. (von) meiner Mutter
Geschenk| -artikel, der fvorw. Pl.f Artikel, der als
Geschenk geeignet ist, zum Verschenken gedacht ist:
ein Geschäft für G .; -packung, die 1.1. eine G. (eine
Ware, bes. einen Geschenkartikel, in dekorativ auf
gemachter Verpackung) kaufen 1.2 . fo. Pl.f Rasier
wasser und Seife in G. (in dekorativ aufgemachter
Verpackung); -papier, das fo. Pl.f dekoratives
Papier zum Einwickeln von Geschenken; -Sen
dung, die fach sp r. zollfreie grenzüberschreitende
Postsendung, die keine Handelsware, sondern ein
Geschenk einer Privatperson an eine Privatperson
enthält fbes. als Aufschrift auf Paketen und Päck
chenI
Geschichte, die; -n 1. fo. Pl.f 1.1. in seiner Ein
heitlichkeit und Vielfalt gesetzmäßig verlaufender
Entwicklungsprozeß der menschlichen Gesellschaft
in ihrer Gesamtheit od. in ihren Teilen von der Ur
gesellschaft bis zur Gegenwart: die Geschichte der
Menschheit, Europas, Englands; die G. der Ar
beiterbewegung; der Lauf, Gang der G.; Lehren
aus der G. ziehen; etw. ist in die G., in die Annalen
der G. eingegangen; etw. gehört bereits der G.
(Vergangenheit) an; auf eine bewegte, wechsel
hafte G. zurückblicken 1.2 . die G. (der Entwick
lungsprozeß von den Anfängen bis zur Gegenwart)
der Philosophie, Musik, Technik, Medizin — 2. jo .
Pl.f Wissenschaft von 1.1: G. studieren; in G. unter
richten; über französische G. promovieren — 8 .
Werk über 1.2 : er hat eine G. der Kunst, Literatur
verfaßt — 4 . mündliche od. schriftliche (literarisch
gestaltete) Schilderung eines tatsächlichen od. er
fundenen Geschehens, Erzählung: eine schöne,
lustige, abenteuerliche, phantastische, spannende,
traurige, langweilige, wahre G .; der Held der G.
siegt am Ende; eine G. vorlesen; Großmutter er
zählt den Kindern Geschichten; O umg. erzähl
mir keine Geschichten (du lügst)! — 5. umg.
5.1 . Angelegenheit, Sache: die G. ist erledigt, wird
mir jetzt zu dumm; ich halte mich aus dieser G.
heraus, will mit dieser G. nichts zu tun haben; das
ist eine schlimme, üble, unangenehme G .; wir
wollen die alten Geschichten (längst Vergessenes,
Vergangenes) nicht wieder aufwärmen 5.2. iron. du
machst ja, das sind ja schöne Geschichten (D u m m
heiten)'?; mach keine Geschichten (sei nicht töricht;
ziere dich nicht)! 5.3 . nicht viel Geschichten (keine
Umstände) machen 5.4 . die ganze G. alles zusam
m en: die ganze G. hat bloß fünf Mark gekostet;
auf einmal fiel die ganze G. auf die Erde
+ G. machen (für die Entwicklung der Menschheit
etw. Entscheidendes leisten, bedeuten)
geschichtlich fAdj.f 1.1. /nicht präd.f die Geschichte
(1.1) betreffend : ein geschichtlicher Rück-,
Über
blick; die geschichtliche Entwicklung; die ge
schichtliche Notwendigkeit der Revolution; den
geschichtlichen Zusammenhang sehen; geschicht
liche Parallelen ziehen 1.2 . fnicht präd.f auf Grund
von Überlieferung, durch Quellen als wahr erwiesen:
die geschichtliche Überlieferung, Wahrheit; ge
schichtliche Tatsachen 1.8. fü r die Geschichte (1.1)
bedeutungsvoll: ein geschichtliches Ereignis; eine ge
schichtliche Leistung
Geschicbtsl -atlas, der Atlas mit thematischen K ar
ten zur politisch-territorialen Geschichte, zur Wirt
schafts- und Kulturgeschichte o. ä .; -auffassung, die
vgl.
- bild; -bewußtsein, das Bestandteil des ge
sellschaftlichen Bewußtseins, in dem sich die Ge
schichte (i.i) in Gestalt eines konkreten Geschichts
Geschichtsbild — geschlossen
473
bildes widerspiegelt und in dem der Grad der Aneig
nung geschichtlicher Erkenntnisse und Lehren durch
das Individuum, durch die Gesellschaft erkennbar
wird; -bild, das bes. von einer bestimmten welt
anschaulichen, politischen Auffassung geprägte
Summe aller Vorstellungen, die ein Individuum od.
eine Klasse von der Geschichte (1.1) und der eigenen
Stellung in ihr hat; -buch, das Lehrbuch für den Ge
schichtsunterricht; -fälschung, die; -forschung, die;
- k litterung, die sinnentstellende, unwissenschaft
liche Geschichtsschreibung; -prozeß, der; -Schrei
bung, die schriftliche Darstellung der Ergebnisse der
Geschichtsforschung, Historiographie; -unterricht,
der Unterricht in Geschichte (2); -Wissenschaft, die
Io. Pl.f Wissenschaft von der Geschichte (1.1); -zahl,
die Datum, Jahreszahl eines geschichtlich bedeut
samen Ereignisses
Geschick, das; -(e)s, -e I. fo. Pl.f besondere Fähig
keit, Fertigkeit, Gewandtheit, etw. Bestimmtes mit
Erfolg zu tum sie hat G. für, zu Handarbeiten; er
hat kein G., mit Kindern umzugehen; mit etwas G.
bringt man das schnell wieder in Ordnung — II .1 .
Ivorw. Sg .f veraltend Schicksal (1): ein trauriges
G.; jmds. G. wendet sich — 2. \vorw. Pl.f Ge
staltung der Lebensumstände: die Geschicke der
Stadt, des Staates lenken; das Volk hat seine Ge
schicke in die eigenen Hände genommen
Geschicklichkeit, d ie ;
fo. Pl.f Fertigkeit, etw.
Bestimmtes flink, zweckentsprechend mit Erfolg zu
tu n : manuelle G .; mit erstaunlicher G. über einen
Zaun klettern
geschickt fAdj.f 1. die Fertigkeit besitzend, etw. Be
stimmtes flink, zweckentsprechend mit Erfolg zu tun,
mit Geschicklichkeit: ein geschickter Handwerker,
Arbeiter; geschickte Finger, Hände haben; g. ein
Türschloß öffnen, ein Boot steuern; jmd. ist (sehr)
g.
—
2. gewandt, diplomatisch (2) und überzeugend
w irk en d : ein geschickter Diskussionsleiter; ein g.
gewähltes Beispiel, Argument; g. verhandeln, Vor
gehen; etw. g . (raffiniert) verschleiern; etw. durch
geschicktes Fragen herausbekommen
Geschiebe, das; -s, - I . Geol. am Grund bes. von
Gletschern mitgeführtes und in Grund- od. End
m oränen abgelagertes, abgeschliffenes Gestein, Ge
röll — II . fo. Pl.f das (fortwährende) Schieben (1.1)
Geschiebe z u Geschiebe I. Geol.|
-lehm, der Leh m
mit eingelagertem Geschiebe; -mergel, der M ergel mit
eingelagertem Geschiebe
Geschirr, das; -(e)s, -e I. fo. Pl.J Gesamtheit von
Gefäßen, bes. aus Porzellan, Steingut, Glas, in denen
Speisen aufgetragen werden und aus denen man ißt
od. trinkt: formschönes, modernes G.; das gute (nur
bei besonderen, festlichen Anlässen benutzte) G.;
das schmutzige G. abräumen, - waschen; das G.
spülen, abtrocknen, in den Schrank stellen; G. zer
schlagen; mit dem G. klappern — II . Gesamtheit
der Teile, bes. die Riemen, Gurte, mit denen Zugtiere
angespannt werden: dem Pferd das G. anlegen, ab
nehmen; die Pferde legten sich ins G. (begannen,
den Wagen zu ziehen)
Geschirr zu Geschirr I| -schrank, der Schrank zum
Aufbewahren von Geschirr; -Spülmaschine, die elek
trisch betriebene Maschine, in der das benutzte Ge
schirr automatisch abgewaschen wird; -tuch, das
fP l.
- tücher/ Tuch zum Abtrocknen von Geschirr
geschlagen /Adj.; nur attr.;
auch schlagen;
drückt das Mißfallen des Sprechers über die lange
Zeitdauer ausf: er mußte eine geschlagene (volle)
Stunde warten, hat dafür einen geschlagenen
(ganzen) Tag gebraucht
Geschlecht,das; -(e)s, -er 1. eine der beiden Gruppen,
in die bei höherstehenden Organismen alle Individuen
einer Art infolge des Bestehens männlicher und weib
licher Keimdrüsen nach Geschlechtsmerkmalen ge
trennt sind: das weibliche, das männliche G.; ein
Kind weiblichen, männlichen Geschlechts; Men
schen beiderlei Geschlechts; das andere G .; die
physischen und psychischen Unterschiede zwi
schen den Geschlechtern — 2 . Generation (1):
das lebende G .; spätere, kommende Geschlechter —
3. Fam ilie (1.2) :ein alteingesessenes G.; jmd.
stammt aus einem alten G.
—
4. jo. Pl.f Geschlechts
teil — 5 . Gramm. Genus: ,Hand* ist weiblichen,
, Kind ‘ ist sächlichen Geschlechts
-j- umg. scherzh. das schwache G. (die Frauen);
das starke G. (die Männer)
Geschlechter{künde, die fo. Pl.f Genealogie
geschlechtlich/Adj.; n ichtpräd.j 1.1.die geschlecht
liche Vereinigung (der Geschlechtsakt); m it jmdm. g .
verkehren (koitieren) 1.2. auf den Geschlechtsakt
(als Ziel) bezogen: die geschlechtliche Reife; ge
schlechtliche Beziehungen 1.3. B io l. geschlecht
liche (durch Partner der Geschlechter 1, durch Über
tragung von Blütenstaub auf den weiblichen Teil
einer Blüte vor sich gehende) Fortpflanzung
Geschlechts/geschlechts| -akt, der fo . P l.f Vollzu g
der natürlichen Vereinigung der Geschlechtsorgane
von Mann und Frau; -hormon, das fvorw. Pl.f
in den männlichen, weiblichen Keimdrüsen gebil
detes Hormon, das der Ausbildung und Aufrecht
erhaltung der Geschlechtsmerkmale dient und die
Funktionen der Geschlechtsorgane reguliert; -krank
/Adj.; nicht adv./ an einer Geschlechtskrankheit
leidend; -krankheit, die Infektionskrankheit, die
fast stets durch Geschlechtsverkehr übertragen wird
und deren erste Anzeichen meist an den Geschlechts
teilen auftreten, venerische Krankheit; -merkmal,
das \vorw. Pl.f Merkmal, durch das sich das männ
liche und das weibliche Geschlecht (1) unterscheidet:
die primären, sekundären Geschlechtsmerkmale;
-Organ, das der Fortpflanzung dienendes Organ;
-reif[Adj.; nicht adv.f der körperlichen Entwicklung
nach zur Fortpflanzung befähigt; -reife, die ge
schlechtliche R eife; -teil, das äußeres Geschlechts
organ; -trieb, der fvorw. Sg .f Trieb zur geschlecht
lichen Vereinigung; -verkehr, der: mit jmdm. G.
haben (mit jmdm. den Geschlechtsakt vollziehen);
-wort, das fPl.
-Wörter/ Gramm. Artikel: das be
stimmte, unbestimmte G.
geschliffen /Adj.; / auch 2schleifen/ in der Form
vollendet: eine geschliffene Prosa, Sprache; ge
schliffene (vollend ete) Manieren
Geschlinge, d a s; -s,
-
fvorw. Sg .f Innereien der
Brusthöhle bei Schlachttieren
geschlossen fA dj.; / auch schließen/ 1. fnur attr.f
1.1 . eine geschlossene (in sich zusammenhängende)
Ortschaft, Wolkendecke 1.2 . G eol. ein geschlos
senes Gewässer (Binnengewässer) 1.3. Phonet, ein
geschlossener (mit geringem Öffnungsgrad des
Mundes und od. größerem Spannungsgrad gebil
deter) Vokal — 2.1. einmütigJohne Ausnahme: die
Belegschaft des Konzerns legte g. die Arbeit nieder;
g. vorgehen, auftreten 2.2 . fadv.f insgesamt, als
Ganzes: eine Arbeitsgruppe g. in eine andere Ab
474
Geschlossenheit — Geschütz
teilung übernehmen — 3 . die Aufführung machte
einen sehr geschlossenen (harmonischen, aus
gewogenen, abgerundeten) Eindruck
+ eine geschlossene / Gesellschaft
Geschlossenheit, die; jo . P L ; zu geschlossen 2.1
u. 3/
Geschmack, der; -(e)s, Geschmäcke/umg. Ge
schmäcker 1.1. Io. PLI Eigenschaft eines Stoffes,
die durch das Geschmacksorgan wahrgenommen wird,
A rt, wie etw. schmeckt: der süße G. des Zuckers; das
Essen hat einen würzigen, schlechten G .; einen
schalen, üblen G. im Munde haben; etw. ist an
genehm im, köstlich von G. 1.2. /o. PL/ jmd. hat
wegen eines Schnupfens keinen G. (kann nicht
schmecken) l.B. individuelle Vorliebe für einen be
stimmten Geschmack (1.1): eine Speise ist (ganz,
nicht) nach jmds. G .; das Essen ist für meinen G.
zu salzig, zu scharf gewürzt — 2.1. fo. PL/ Fähig
keit, das Schöne vom Häßlichen zu unterscheiden,
ästhetisches Urteilsvermögen, Schönheitssinn: jmd.
hat (viel, keinen) G.; einen guten, ausgeprägten,
ausgesuchten, verwöhnten, schlechten G. haben;
die Wohnung ist mit erlesenem G. eingerichtet;
sich mit G. kleiden 2.2. individuelle Vorliebe für
schöne Dinge: das ist ganz mein G., ganz nach
meinem G.; das entspricht nicht meinem G .; u m g.
scherzh. die Geschmäcker sind verschieden 2.8 . jo.
PL/ allgemeine Richtung des Schönheitssinns einer
bestimmten Epoche, Stil (1.2): etw. ist im G. dieser,
jener Zeit gestaltet 2.4. /o. PLf der gute G. Anstand
(1.1), Takt (II): das verbietet der gute G.; das ver
stößt gegen den guten G.
4- G. (Gefallen) an etw., jmdm. finden; auf den G.
kommen (anfangen, etw. Bestimmtes als gut, an
genehm zu empfinden)
Geschmack|: / geschmacks/Geschmacks|
geschmacklich/Ad].; nichtpräd.; zu Geschmack 1.1
u. 2 .1/; zu 1.1: die geschmackliche Verfeinerung
der Speisen durch Gewürze; zu 2 .1 : eine geschmack
liche Verirrung; sich g. bilden
geschmack/Geschmack| -los /Adj./ 1. ohne spezi
fischen Geschmack (1.1): eine geschmacklose Sub
stanz — 2. ohne Geschmack (2.1, 2.4): eine ge
schmacklose Krawatte; sich g. kleiden; eine ge
schmacklose (taktlose) Bemerkung; zu 2 -losigkeit,
die; -,
-en
geschmacks/Geschmacks (mit * auch Geschmack|)|
- bildend /Adj./ den Geschmack (2.1) fördernd:
Kunst wirkt g.;
- empfindung, die Wahrnehmung
von Geschmack (1.1) mit Hilfe des Geschmacks
organs; -knospe, die Med. Geschmacksorgan der
Zunge; -Organ, das Sinnesorgan zur Wahrnehmung
von Geschmack (1.1); -richtung, die 1. Richtung,
Nuance im Geschmack (1.1) von Speisen: Gebäck in
verschiedenen Geschmacksrichtungen — 2. R ich
tung, Tendenz des Geschmacks (2.1): das Film-
programm entspricht den verschiedensten Ge
schmacksrichtungen; «-Sache, die fin d er V er
bindung/ : das ist G. (darüber urteilt jeder anders,
ganz nach seinem Geschmack 1.3, 2 .2); -sinn, der
)o. PLf Fähigkeit, Geschmack (1.1) wahrzunehmen;
-Stoff, der Stoff, der den Geschmack (1.1) von etw. be
stimm t: die Geschmacksstoffe der Gewürzkräuter;
- urteil, das vom persönlichen Geschmack (2.1) ge
prägtes Urteil; -verirrung, die: dieses Bild ist eine
(arge) G. (zeugt von mangelndem Geschmack 2.1,
ist geschm acklos)
geschmack|voll fAdj.f mit Geschmack (2.1), Schön
heitssinn zeigend: ein geschmackvoller Hals
schmuck; eine g. eingerichtete Wohnung
Geschmeide, das; -s, - veraltend geh. kostbarer,
aus edlen Metallen gefertigter, mit Edelsteinen od.
Perlen besetzter Schmuck: glitzerndes, funkelndes G.
geschmeidig /Adj./1.1. biegsam (1), schmiegsam (1):
eine geschmeidige Gerte; geschmeidiges Leder
I. 2. weich und formbar: die Zutaten zu einem ge
schmeidigen Teig verarbeiten 1.8. die Haut g. (glatt
und elastisch) erhalten — 2 . gelenkig (1): ein ge
schmeidiger Körper; sich g. bewegen; sie ist g. wie
eine Katze — 8 . geistig gewandt, wendig (2): einer
heiklen Frage g. ausweichen; sich einer Situation
g. anpassen; dazu Geschmeidigkeit, die; -, jo . P L f
Geschmeiß, das; -es, fo. PLf 1. ekelerregendes Un
geziefer, bes. Fliegen: G. umschwirrte den Kadaver
—
2. umg. verabscheuungswürdige Menschen, Ge
sindel
Geschmier, d as; -(e)s, Geschmiere, d as; -s, /beide o.
PL/ 1. das (fortwährende) Schmieren (1) — 2. umg.
2.1. etw. unleserlich Geschriebenes, schlecht Gemaltes:
dieses G. kann kein Mensch lesen 2.2. etw. Sch rift
liches, das ohne Niveau, Wert ist: ein übles, er
bärmliches G.
Geschnatter, das; -s, fo. PL/ 1. das (fortwährende)
Schnattern: das G. der Enten, Gänse — 2. das
(fortwährende) Durcheinanderreden: das G. der
Mädchen
Geschöpf, das; -(e)s, -e 1. Lebewesen \diese Raupen
sind eigenartige Geschöpfe — 2. jmd. ist ein ar
mes, bedauernswertes, harmloses G. f1P e r s o n 1.2,
M en sch 1.2); sie ist ein reizendes, kluges G.
—
8.
Produkt der (dichterischen) Phantasie, bes. lite
rarische Gestalt: dieser große Unbekannte ist ein
G. ihrer Phantasie, Einbildungskraft; der Autor
identifizierte sich in hohem Grade mit seinen
Geschöpfen
Geschoß, das; Geschosses, Geschosse I. (deton ie
render) Körper, der mit einer (Hand)feuerwaffe auf
ein Ziel geschleudert wird, bes. Granate od. Gewehr-,
Pistolenkugel: ein explodierendes, ferngelenktes G .;
das G. war in der Schulter steckengeblieben —
II. alle auf gleichem Niveau (1) liegenden Räume
eines Gebäudes, Etage, Stockwerk: das Haus hat
vier Geschosse; im dritten G. wohnen; eine Treppe
führt zum oberen G.
Geschoß zu Geschoß I| -bahn, die Flugbahn 'eines
Geschosses; -hagel, der: unter einem G. (unter einer
Vielzahl von Geschossen) tot zusammenbrechen;
-werter, der; -s, - Raketenwerfer
geschraubt /Adj.; / auch schrauben/ geziert, ge
kün stelt: einen geschraubten Stil schreiben; g. re
den; dazu Geschraubtheit, die; -, /o. P Lj
Geschrei, das; -(e)s, jo. PL/ das (fortwährende)
Sch re ien : ein (lautes) hysterisches, wildes G. erhob
sich; er hörte ein jämmerliches G. (lautes jämm er
liches Klagen); die Kinder machten viel G. (Lärm);
das G. der Möwen; O es ging nicht ohne G. (lauten
Protest, Entrüstung) ab
Geschreibsel, das; -s, - /vorw. Sg./ um g. etw. Schrift
liches, das ohne Niveau, Wert ist: ein läppisches,
miserables G.
Geschütz, das; -es, -e fahrbare od. montierte schwere
Feuerwaffe, mit der Granaten auf ein Ziel ver
schossen werden: ein leichtes, schweres, weittra
gendes, rückstoßfreies G .; das G. feuert; ein
Geschützdonner — Gesellschaft
475
G. in Stellung bringen, bedienen, laden, ab
feuern
+ umg. gegen jmdn. (ein) schweres G. auffahren
{jvidm. scharf entgegentreten)
Geschütz| -donner, der /o. PI./ dem Donner ähnlicher
Schall beim Abfeuern von Geschützen; -feuer, das
fo. PL/ das Abfeuern, Schießen von Geschützen;
-rohr, das
Geschwader, das; -s, - größerer Verband von Flug
zeugen der Luftstreitkräfte
Geschwätz, das; -es, Io. PL/ 1. belangloses, p h ra sen
haftes, unnützes Beden: etw. als G. abtun; das ist
nichts als leeres, dummes, sentimentales, all
gemeines G. — 2. Klatsch (II): daran ist kein wah
res Wort, das ist nur bösartiges G.
Geschwatze, das; -s, jo. Pl.j das (fortwährende)
Schwatzen (1)
geschwätzig /A d j./ sch watzhaft: eine geschwätzige
alte Frau; sie ist g. (wie eine Elster); der Wein hat
ihn g. gemacht; dazu Geschwätzigkeit, die; jo.
PLI
geschweift /Adj.: / auch schweifen/ leicht ge
krümmt, (nach außen) gebogen: ein Stuhl mit ge
schweifter Lehne, geschweiften Beinen
geschweige /Adv.; in konjunktionaler Verwendung;
nebenordnend; fügt Satzteile, Satzglieder an einen
Vordersatz an; vorwiegend in Verbindung mit denn;
steht nur nach einer verneinenden od. einschränken
den Aussage und schließt das Folgende in beson
derem M aße aus/ erst recht nicht: er konnte nicht
sitzen, g. denn stehen: er besaß nicht einmal einen
Mantel, g. denn einen Hut
geschwind /Adj./ landsch., bes. süddt. österr.
schnell, r a sch : geschwinden Schrittes, g. herbei
eilen; lauf g. zum Bäcker!
Geschwindigkeit, die; -,
-en 1. bei einer Fort
bewegung das Verhältnis des zurückgelegten Weges
zu der dazu aufgewendeten Zeit: die kosmische G.;
mit einer G. von 00 Kilometern in der Stunde fah
ren; die G. messen; das Auto fuhr mit überhöhter
G.; die G. steigern, verringern; die hohe G. des
Zuges — 2. / o. PL/ Schnelligkeit (2): das Feuer griff
mit wachsender, rasender G. um sich
Gesellwhidigkeitsj -begrenzung, die gesetzlich fe st
gelegte, höchste zulässige Geschwindigkeit im öffent
lichen V erkeh r; -beschränkung, die vgl.
- begren
zung; -kontrolle, die bes. von der Verkehrspolizei
durchgeführte Kontrolle der Einhaltung der Höchst
geschwindigkeit im öffentlichen Verkehr; -messer,
der; -s, - Tachometer; -Überschreitung, die Über
schreitung der gesetzlich zulässigen Höchstgeschwin
digkeit im öffentlichen Verkehr
Geschwjster, das; -s, - 1 .1 . /nur im PL/ Kinder, die
beide Elternteile od. auch einen Elternteil gemeinsam
hab en: die G. sehen sich sehr ähnlich; wir sind drei
O.; er hat noch vier (mit ihm sind es fünf) G.
1.2 . Biol. Statistik Geschwisterteil; dazu ge
schwisterlich / Ad j.!
Geschwjster] -paar, das; -teil, der ein es der Ge
schwister
geschwollen /Adj.; / auch Schwellen/ umg.
schwülstig, wichtigtuerisch: rede nicht so g .!; ein
geschwollener Stil
geschworen /Adj.; / auch schwören; in der Ver
bindung/ ein geschworener (unversöhnlicher, u n
bedingter) Feind, Gegner; er ist ein geschworener
Feind des Alkohols
Geschworene, der u. die; -n, -n f / auch schwören/
österr. Jur. Laienrichter, der mit über die Schuld-
frage entscheidet
Geschwulst, die;
Geschwülste krankhaft neu
gebildetes Gewebe, T um or: eine gut-, bösartige G.;
eine G. operativ entfernen
Geschwulst/geschwulst| -klinik, die K lin ik , in der
Geschwulstkrankheiten behandelt werden; -krank
/Adj.; nicht adv./ an einer Geschwulst leidend: eine
Klinik für Geschwulstkranke; -krankheit, die
/vorw. PL/
geschwungen /Adj.; / auch schwingen/ bogen
förmig, im Bogen verlaufend: eine geschwungene
Linie; geschwungene Augenbrauen
Geschwür, das; -(e)s, -e entzündeter und eiternder
Bereich der Haut od. Schleimhaut: ein G. bildet sich,
bricht auf, heilt ab; ein G. öffnen, aufschneiden
Geseire, das; -s, /o. PL/ salo p p Geschwätz: ich
kann sein G. nicht länger hören
Geselchte, das; -n, /o. PL/ süddt. österr. ge
räuchertes Fleisch: er ißt gern Geselchtes
Geselle, der; -n, -n 1. Facharbeiter in einem Hand
werksbetrieb, der die Gesellenprüfung abgelegt hat:
er ist G., arbeitet bei ihm als G.; der Meister ar
beitet mit, hat zwei Gesellen; tüchtiger, zuver
lässiger G. gesucht! — 2. veraltend Bursche (2):
er ist ein lustiger, langweiliger, übler G.
gesellen, sich /sw. V b.; hat/ 1.1. sich zu jmdm. g.
sich jmdm. anschließen (7.1): er gesellte sich auf
dem Spaziergang zu ihnen 1.2. sich zu etw. g.
neben etw. vorhanden sein : zu seinen gründlichen
Kenntnissen gesellt sich schöpferische Phantasie
Gesellen| -brief, der Urkunde über die bestandene
Gesellenprüfung; -prüfung, die Abschlußprüfung am
Ende der Lehrzeit in einem handwerklichen Beruf,
in einem Handwerksbetrieb; -stück, das /PL -e/
handwerkliche Prüfungsarbeit, die der Lehrling bei
der Gesellenprüfung vorlegt; -zeit, die /o. PL/ Zeit,
während der jmd. als Geselle arbeitet
gesellig /Adj./ 1. den Umgang, den Verkehr mit an
deren Menschen pflegend, die Gesellschaft (3) anderer
su ch en d: jmd. ist ein geselliger Mensch, eine ge
sellige Natur; sie ist (nicht) sehr g.
—
2. in zwang
loser Gesellschaft (3) mit anderen stattfindend: ein
geselliger Abe n d; ein geselliges Beisammensein
veranstalten, besuchen; den geselligen Verkehr
pflegen — 3. Zool. g. (in einer Gruppe, Herde, in
einem Rudel od. Insektenstaat) lebende Tiere
Geselligkeit, die; -,
-en 1. /o. PL/ Umgang, Verkehr
mit anderen M enschen: die G. lieben, pflegen —
2. veraltend geselliges Beisammensein: die Ge
selligkeiten des letzten Winters
Gesellschaft, die; -,
-en 1. /o. PL/ 1.1. Gesamtheit
von materiellen und politisch-ideologischen Ver
hältnissen, von sozialen Beziehungen im mensch
lichen Zusammenleben, die die Menschen unter be
stimmten Produktionsverhältnissen eingehen, Gesell
schaftsform ation: die sozialistische, kapitalistische
G.; die ökonomische, politische Struktur der G.;
die Klassen und Schichten einer G. 1.2 . in ihrer
Existenzweise von 1.1 bestimmte Geyneinschaft,
Gesamtheit von Menschen: der einzelne als Glied der
G.; das Verhältnis zwischen Natur und G.
—
2.1. organisierter Zusammenschluß von Menschen
mit gleichen Interessen, Zielen /oft als Bez. von Or
ganisationen/ : eine wissenschaftliche, literarische G .;
einer G. beitreten; /DDR/ die G. für Deutsch-
476
Gesellschafter — gesetzlich
Sowjetische Freundschaft /Abk. DSF/; die G. für
Sport und Technik f/1 auch GST/ (soz. Massen
organisation der DDR bes. für die Jugend, die sich
der vormilitärischen Erziehung und Ausbildung und
den damit verbundenen Sportarten widmet) 2.2 .
W irts ch. durch notariellen Vertrag gegründetes,
durch Eintragung ins Handelsregister rechtsfähiges
kap. Unternehmen /vereinzelt auch in der D D R , bes.
im Außenhandel als Form der Vereinigung/ : eine G.
mit beschränkter Haftung /Abk. GmbH/ — 8 . /o.
Pl.f das Zusammensein, der Umgang mit jmdm.:
jmds. G. suchen, meiden; jmdn. oft in G. eines
Freundes, von zwei Kollegen sehen; keine pas
sende G. finden können (niemanden finden, mit dem
man sich gut unterhalten kann); in schlechte G. ge
raten (in einen K reis 2 geraten, der schlechten Ein
fluß auf einen ausübt); jmdm. G. leisten (sich in
jmds. Gegenwart aufhalten, um ihn zu unterhalten,
irgendwohin zu begleiten) — 4. jvorw. Sg./ 4.1. ge
ladener Kreis von Gästen: eine langweilige, steife,
vornehme G. 4.2. umg. beliebige Gruppe von M en
schen: was stellen wir nur mit der G. an? 5. /o. PI./
veraltend oft spött. die Oberschicht der bürgert.
Gesellschaft unter dem Aspekt, daß sie im geselligen
Verkehr tonangebend ist: in der (guten, vornehmen)
G. verkehren; zur guten G. gehören; die Damen,
Herren der besseren G.
- f eine geschlossene G. (Personenkreis, der bei seiner
Zusammenkunft in der Öffentlichkeit keine fremden
Teilnehmer wünscht)
Gesellschafter, der; -s, - 1. jmd., der jmdm. Gesell
schaft leistet: er ist ein angenehmer, unterhalt
samer, anregender G.
—
2. W irts ch. Teilhaber
einer Gesellschaft
gesellschaftlich /A dj.; nicht präd.f 1.1 . die Gesell
schaft (1.1, 1.2) betreffend: die gesellschaftliche
Entwicklung; eine gesellschaftliche Umwälzung;
die gesellschaftlichen Triebkräfte; gesellschaft
liche Interessen; der Widerspruch zwischen gesell
schaftlicher (von Gliedern der Gesellschaft 1.2 im
Gefüge der Gesellschaft 1.1 geleisteter) Produktion
und privater Aneignung im Kapitalismus; das
gesellschaftliche /t Sein,
Bewußtsein; die ge
sellschaftlichen / Verhältnisse; das gesellschaft
liche (kollektive, nicht private) Eigentum an den
Produktionsmitteln 1.2 . sich g. (außerberuflich
zum Nutzen der soz. Gesellschaft) betätigen; g. aktiv
sein; die gesellschaftliche Arbeit, Tätigkeit (eh ren
amtliche Tätigkeit zum Nutzen der soz. Gesellschaft);
gesellschaftliche Gerichte (Einrichtung der soz.
Rechtsprechung mit ehrenamtlich Tätigen, bes. für
geringfügige Verfehlungen auf dem Gebiet des
Arbeits- , Zivil- , Strafrechts) — 2. /zu Gesellschaft 5/:
dank seiner gesellschaftlichen Position hatte er
diese Möglichkeit; er hat sich g. unmöglich ge
macht — 3 . /zu Gesellschaft 3/: mit jmdm. g. ver
kehren
Gcsellschafts/gesellschafts] -formation, die ko n
kret-historische Entwicklungsstufe der Gesellschaft
(1) als System materieller Produktionsverhältnisse
entsprechend einer bestimmten Entwicklungsstufe der
Produktivkräfte; -Masse, die Klasse (1); -kritik, die
/o. PL/ Kritik an den bestehenden Verhältnissen in
einer Klassengesellschaft: die G. in den Romanen
des kritischen Realismus; -Ordnung, die (sozial
politische Ordnung, Verhältnisse innerhalb einer)
Gesellschaftsformation; -prognose, die Prognose ge
sellschaftlicher Entwicklungen; -reise, die Gruppen -
reise; -roman, der Roman, der die gesellschaftlichen
(1.1) Zustände und Widersprüche eines bestimmten
historischen Zeitabschnitts widerspiegelt: die Gesell
schaftsromane Balzacs; -Schicht, die Schicht (2);
- spiel, das bestimmten Regeln folgendes Spiel zur
Unterhaltung im geselligen K reis; -System, das vgl.
- Ordnung; -tanz, der 1. /o. PL/ bestimmte A rt des
Tanzes zur Unterhaltung im geselligen Kreis, wobei
ein Partner mit einer Partnerin gemeinsam tanzt —
2. einzelnes Musikstück für 1: der Tango ist ein G.;
-Wissenschaft, die /vorw. PI./ Wissenschaft, deren
Gegenstand eine der verschiedenen Form en, Seiten
des gesellschaftlichen (1.1) Lebens und Denkens in
ihren gesetzmäßigen Zusammenhängen ist: die Ge
schichte gehört zu den Gesellschaftswissenschaften;
dazu - Wissenschaftler, der u. - wissenschaftlich /Adj./
1. /zu -Wissenschaft 1/ — 2 . gesellschaftswissen
schaftliches Grundstudium (an den H och- und
Fachschulen der D D R obligatorisches Studienfach,
das Grundkenntnisse des Marxismus-Leninismus
vermittelt)
Gesetz, das; -es, -e 1. von dem zuständigen Organ
eines Staates festgesetzte, gültige Norm des Rechts,
die für alle Bürger, Staatsorgane, gesellschaftlichen
Organisationen dieses Staates verbindlich ist: die
geltenden Gesetze; das G. tritt (sofort) in Kraft;
ein G. einbringen, beraten, annehmen, verab
schieden, erlassen, veröffentlichen, aufheben; das
G. anwenden; die Gesetze einhalten, verletzen, über
treten; sich auf ein G. berufen; gegen die Gesetze
verstoßen; nach dem G. zu etw. verpflichtet sein;
hier ist eine Lücke im G.; mit dem G. in Kon
flikt geraten (straffällig werden) — 2 . objektiver,
notwendiger, allgemeiner und wesentlicher Zusam
menhang zwischen den Dingen, Sachverhalten,
Prozessen in Natur, Gesellschaft und im Denken,
der sich unter den gleichen Bedingungen stets wie
derholt, relativ beständig ist, Gesetzmäßigkeit: ein
physikalisches, ökonomisches G .; das G. des freien
Falles; das G. der Übereinstimmung der Produk
tionsverhältnisse mit dem Charakter der Produk
tivkräfte; die Gesetze in Natur und Gesellschaft
erkennen, ausnutzen — 3. /o. PI./ Richtschnur (2):
etw. ist (ein) / ungeschriebenes G.; das W ohl des
Volkes ist oberstes G. dei Staatsführung
- f das / Auge des Gesetzes
Gesetz] -blatt, das /PI.
- blätter/ amtliches Organ
zur Veröffentlichung von Gesetzen (1) und Verord
nungen; -buch, das Buch, das die Gesetze (1) eines
Sachgebietes enthält: das G. der Arbeit; -entwurf,
der
Gesetzes! -brecher, der jmd., der gegen ein Gesetz (1)
verstoßen hat; -kraft, die /o. P l.f: ein Entwurf er
hält, ein Erlaß hat G. (gesetzliche Gültigkeit); -Über
tretung, die vgl.
- Verletzung; -Verletzung, die V er
stoß gegen ein Gesetz (1); -Vorlage, die dem zu
ständigen Staatsorgan zur Beratung, Beschluß
fassung vorgelegter Gesetzentwurf
gesetz/Gesetz| -gebend /Adj.; vorw. attr./: die ge
setzgebende Gewalt (Legislative; durch die Ver
fassung geregelte Befugnis, Gesetze 1 zu erlassen);
- geber, der; -s, - Staatsorgan, das die Gesetze (lj
festlegt, erläßt; -gebung, die; -,
- en 1. das Festlegen,
Erlassen von Gesetzen (1), auch Verordnungen —
2. Gesamtheit der geltenden Gesetze (1)
gesetzlich /Adj./ im Gesetz (1) festgelegt, durch das
Gesetzlichkeit — Gespann
477
Gesetz g eregelt: etw. entspricht (nicht) den gesetz
lichen Bestimmungen; die gesetzlichen Feiertage;
keine gesetzliche Handhabe gegen jmdn. haben;
die Einhaltung der g. vorgeschriebenen Arbeits
zeit
Gesetzlichkeit, die; -en fvorw. 8 g .j Verpflichtung
aller Bürger, Staatsorgane, gesellschaftlichen Or
ganisationen, die geltenden Gesetze (1) einzuhalten:
die Verletzung der G .; ein Verstoß gegen die G.
besetz/Gesetz|-mäßig lA d j.f 1. durch ein Gesetz (2)
bestim m t: die gesetzmäßigen Zusammenhänge in
Natur und Gesellschaft — 2. einem Gesetz (1) ent
sprechend, rechtmäßig: der gesetzmäßige Eigen
tümer, Erbe; dazu -mäßigkeit, die; -en
gesetzt /A dj.; / auch setzen/ 1.1 , ein gesetzter
(älterer, reifer) Mann; er ist schon im gesetzten
Alter, in gesetzteren Jahren 1.2 . jmd. ist für seine
Jugend sehr g. (maßvoll, besonnen); jmds. ge
setztes Wesen
gesetz/Gesetz| -widrig fA d j.f gegen ein Gesetz (1)
verstoßend: eine gesetzwidrige Handlung; dazu
- Widrigkeit, die
Gesicht, das; -(e)s, -er/-e 1. fPl.
-er/ 1.1 . Vorderteil
des menschlichen Kopfes vom Kinn bis zum Haar
a n sa tz : ein breites, schmales, rundes, schönes,
häßliches, frisches, faltiges, verhärmtes G .; jmd.
hat ein gutmütiges, sympathisches G .; etw. treibt
jradm. die Schamröte ins G .; jmdm. ins G. sehen,
starren; O der Wahrheit, den Tatsachen ins G.
sehen 1.2. M ien e, Gesichtsausdruck', ein ängstliches,
erstauntes, fröhliches, ernstes G. machen 1.3 . er
konnte kein bekanntes G. (keine bekannte Person)
entdecken, sah nur lauter fremde Gesichter — 2 .
/ PI.
- er; vorw. 8 g .f charakteristisches Gepräge, A u s
sehen (1.2): das G. des Landes, der Stadt hat sich
völlig gewandelt; etw. bestimmt das G. eines
Verlages, einer Zeitschrift; dadurch bekommt die
Sache, Angelegenheit gleich ein ganz anderes G.
—
3. veraltend /PI.
- ef Vision: Gesichte zu haben
glauben
-}- jmdm. wie aus dem G. geschnitten sein (jmdm.
sehr ähnlich sehen); jmdm. etw. ins G. sagen (jmdm.
etw. unverblümt sagen); etw. steht jmdm. gut zu G.
(kleidet jmdn. gut); ein langes G. machen (ent
täuscht dreinblicken); jmdn. zu G. bekommen
(jmdn. zu sehen bekommen); das G. wahren (den
guten Schein wahren); sein wahres G. zeigen (sein
tatsächliches Wesen, seine tatsächlichen Absichten
erkennen lassen); etw. steht jmdm. im G. geschrie
ben (etw. ist als Gefühlsregung am Gesichtsausdruck
deutlich abzulesen); umg. ein G. machen wie sieben
Tage Regenwetter (griesgrämig, trübsinnig aus-
sehen); jmdm. ins G. springen wollen (sehr wütend
auf jmdn. sein); — jmdm. die
Maske vom G.
reißen; ein /* Schlag ins G.
Gesickts| -ausdruck, der /o. P l.f M ie n e; -färbe, die
FarbedesGesichts (1A); -feld,das ohne Bewegung des
Körpers und des Auges, beim Blick geradeaus sicht
barer Ausschnitt der Umwelt: in jmds. G. treten;
O aus jmds. G. verschwinden (keine Verbindung
mehr mit jmdm. haben); -form, die Form des Ge
sichts ( 1.1); -hälfte, die: die linke, rechte, obere,
untere G. (Hälfte des Gesichts 1.1); -haut, die jo.
Pl.f; -kreis, der fo. PI ./ geistiger Horizont: einen
engen, weiten G. haben; das liegt außerhalb seines
Gesichtskreises; -maske, die flüssiges pastenartiges
Mittel zur Gesichtspflege, das nach dem Aufträgen
erstarrt und eine starke Durchblutung der Haut be
wirkt; -pflege, die Pflege der Gesichtshaut mit ent
sprechenden kosmetischen M itteln; -plastik, die
Med. Plastik (3) im Bereich des Gesichts; -punkt,
der fPl.
- ef gedanklicher Aspekt, von dem aus etw.
betrachtet, beu rteilt wird : etw. unter einem bestimm
ten G. sehen; vom pädagogischen, ärztlichen G.
aus; -rose, die Med. im Gesicht lokalisierte Rose (4);
- s chnitt, der vgl.
- form; -sinn, der fo. Pl.f Seh
vermögen; -wasser, das fPl.
-wässer/ zum Reinigen,
Entfetten und Erfrischen der H aut dienendes flüssiges
kosmetisches Mittel; -Winkel, der 1. fachspr. ob
jektiver Winkel, den die von den zwei entgegenge
setzten, äußersten Rändern eines betrachteten Gegen
standes ins Auge zielenden Hauptstrahlen einschlie
ßen — 2. Gesichtspunkt: etw. unter einem bestimm
ten, anderen G. sehen; ein zu enger G.;
-züge, die
/Pl.f durch Gesichtsform, Gesichtsausdruck ge
prägter Gesamteindruck von einem Gesicht (1.1):
harte, strenge, weiche, feine G.
Gesims, das; -es, -e Sim s: das G. eines Fensters;
das G. wird von Säulen getragen
Gesjnde, das; -s, - veraltend fin der Klassen
gesellschaft! Gesamtheit der in niederen Diensten be
schäftigten Lohnarbeiter auf dem Gutshof eines
Junkers, Großgrundbesitzers, Bauern
Gesindel, das; -s, fo. P I .; emot.f heruntergekommene
und zweifelhafte Menschen: ein verkommenes,
lichtscheues G .; dort trieb sich viel, allerhand G.
herum
gesinnt fAdj.; nicht adv.; / auch sinnen/ 1. jmd.
ist fortschrittlich, demokratisch g. (hat eine fort
schrittliche, demokratische Gesinnung 1) — 2. jmdm.,
gegen jmdn. freundschaftlich, feindlich g. sein
(jmdm. gegenüber eine freundschaftliche, feindliche
Haltung einnehmen)
Gesinnung, d ie; -,
- en 1. weltanschaulich-politische,
auch sittlich-moralische Grundeinstellung eines M en
sch en : eine fortschrittliche, demokratische G. ha
ben; seine (wahre) G. zeigen, verbergen; für seine
G. eintreten — 2. Einstellung (3), Haltung (2.2)
jmdm. gegenüber: eine freundliche, feindliche G.
gegen jmdn. hegen
Gesinnungs|genösse, der jmd., der jmds. Gesinnung
(1) teilt
gesjttet fAdj.f 1. die ganze gesittete (moralische
Grundwerte achtende) Welt, Menschheit verurteilte
die faschistischen Greueltaten — 2 . v e ralte n d
die guten Sitten, M anieren beherzigend: gesittete
Kinder; ein gesittetes Benehmen; sich g. be
tragen; zu 1 Gesittung, die; fo. PI./ geh.
Gesocks, das; -/-es, fo. Pl.f salopp Gesindel
Gesöff, das; -(e)s, -e /vorw. 8g ./ salopp Getränk
von schlechter Qualität, schlechtem Geschmack: ist das
ein G .!; ein scheußliches, übles G.
gesondert fAdj.; / auch sondern/ 1.1 . von etw. an
derem getrennt: etw. g. aufbewahren; etw. g. be
rechnen 1.2 . man muß mit jedem (von ihnen) g.
(ein zeln) sprechen
gesonnen /Adj.; / auch sinnen/1. fnurpräd.f jmd.
ist (nicht) g. (gewillt), etw. hinzunehmen — 2 .
/nicht adv.f umg. jmd. ist jmdm. freundlich, gut
g. (gesinnt 2)
Gespann, das; -(e)s, -e bes. die zwei vor einen Wagen,
ein Ackergerät gespannten Zugtiere: ein G. Pferde,
Ochsen; <0 scherzh. die beiden geben ein gutes G
ab (passen gut zusammen), sind ein seltsames G.
478
gespannt — Gestaltung
gespannt fA dj.; / auch spannen/ 1.1. konzentriert,
voller Erwartung: etw. mit gespannter Aufmerk
samkeit verfolgen; jmdn. g. ansehen; g. lauschen
1.2 . g. sein neugierig (1.2) sein: da bin ich aber g.!;
auf ein Ergebnis g. sein; ich bin g. , wie es weiter
geht — 2 . so beschaffen, daß es jederzeit zu einer
offenen Auseinandersetzung kommen, daß jederzeit
die Feindschaft offen zutage treten kann, voller
Spannungen: zwischen ihnen herrschen gespannte
Beziehungen; in einem gespannten Verhältnis zu
jmdm. stehen; die Lage wurde immer gespannter
+ g. sein wie ein / Fiedelbogen, / Flitzbogen;
mit jmdm. auf gespanntem / Fuß(e) stehen; g.
sein wie ein / Regenschirm
Gespenst, das; -es, -er 1. irreales, nach abergläubi
scher Vorstelking als körperlos, einem Toten ähn
lich gedachtes Wesen, das an bestimmten Orten bes.
um Mitternacht auftauchen soll, Geist (IA): Angst
vor Gespenstern haben; nicht an Gespenster
glauben; in dem alten Schloß soll ein G. umgehen
—
2. jvorw. Sg .j das G. {die drohende Gefahr) des
Hungers, Krieges, der Arbeitslosigkeit
-j- umg. Gespenster sehen {sich unnötige Sorgen
machen, eine Gefahr sehen, die nicht besteht)
gespensterhaft fAdj.f unheimlich (1), wie von Ge
spenstern herrührend
Gespenster[stunde, die fo . PL/ Geisterstun de
gespenstisch /Adj.f u n h eimlich (1): gespenstische
Schatten; eine gespenstische Stille; g. aussehen,
wirken
Gespiele, der; -n, -n 1. spött. Geliebter — 2. ver
altend geh. Spielkameraden)’, dazu Gespielin,
die; -,
- nen
Gespinst, das; -es, -e 1.1. gesponnener, chemisch
erzeugter Faden, Garn (1): ein feines, dünnes G.;
die Spinnerei produziert täglich 40 Tonnen G. 1.2.
feines, dünnes, leichtes Gewebe: ein Abendkleid aus
zartem, seidenem G .; O ein G. von Lüge und
Heuchelei zerreißen 1.8. das G. {der K okon ) einer
Raupe
Gespjnst|faser, die natürliche Faser zur Herstellung
eines Gespinstes (1.1)
gespornt /Adj.f
- f / gestiefelt und g. sein
Gespött, das; -(e)s, Jo. PL/ ständiges Spotten (1):
das G. der Leute fürchten, nicht ertragen können;
jmdn. dem G. preisgeben
+ zum G. (der Leute, Welt) werden, sich zum G.
machen {dafür Anlaß geben, daß andere über einen
spotten)
Gespräch, das; -(e)s,
-e 1.1. länger anhaltender
Wechsel von Rede und Gegenrede zwischen zwei od.
mehreren Personen: ein offenes, vertrauliches,
zwangloses, interessantes G .; sich an einem G.
beteiligen; ein G. beginnen, in Gang bringen, fort
setzen; mit jmdm. ein G. anknüpfen, führen; das
G. auf ein bestimmtes Thema zu lenken suchen;
ein G. belauschen; in ein G. eingreifen; /in den
Verbindungen/ mit jmdm. ins G. kommen {Gelegen
heit finden, sich mit jmdm. zu unterhalten); (mit
jmdm.) im G. bleiben (demnächst weiterdiskutieren)
1.2. Telefongespräch: ein G. anmelden, führen; ein
G. nach, mit Leipzig vermitteln; auf ein G. (einen
Anruf 1) ausPrag warten — 2. fo. PL/ Gegenstand
des öffentlichen Geredes, Thema der Unterhaltung:
jmd., etw. ist das G. des Tages
-+
-
im G. sein Gegenstand von (öffentlich geführten)
Verhandlungen sein: für diese Funktion waren
mehrere Bewerber im G.
gesprächig /Adj.f zum Reden, Erzählen aufgelegt:
du bist heute nicht sehr g.; der Wein hatte ihn g.
gemacht; dazu Gesprächigkeit, die; -, fo. PI .j
Gesprächs/gesprächs] -fetzen, der jvorw. Pl.f (zu
fällig akustisch wahrgenommener unzusammen
hängender Teil eines Gesprächs (1.1); -gegenständ,
der vgl.
- thema; -leiter, der jmd.,
der in einer
seminaristischen Veranstaltung die Diskussion leitet;
-partner, der; -pause, die; -runde, die K reis von
Fachleuten, Politikern, der zu einem (öffentlichen)
Gespräch zusammengekommen ist; -Stoff, der vgl.
- thema; -teilnehmer, der Diskussionsteilnehmer;
-thema, das /PL vorw.
- themen/ Thema eines Ge
sprächs (1.1); -weise /Adv.f in einem Gespräch
(1.1) : etw. g. erfahren; sich g. nach etw. erkundigen
gespreizt fA d j.; / auch spreizen/: ein gespreizter
(affektiert, gekünstelt, unnatürlich wirkender) Stil;
g. reden; dazu Gespreiztheit, die; jo. Pl.f
gesprenkelt fA dj.; / auch sprenkeln/ kleine T up
fen, Flecken aufweisend: ein gesprenkeltes Gefieder;
gesprenkelte Vogeleier
Gespür, das; -(e)s, fo. Pl.f Instinkt, Fähigkeit, die
Bedeutung, das Wesentliche von etw. intuitiv zu er
fassen : ein sicheres, feines G. für etw. haben, be
kommen; jmdm. fehlt das G. für etw.
Gestade, das; -s, - geh. Küste: an den Gestaden
des Mittelmeers
Gestalt, die; -,
-en 1. das durch den Körperbau
bestimmte Erscheinungsbild eines Menschen, Statur:
jmd. hat eine kräftige, hagere G .; ihre zierliche
G.; jmd. ist von schlanker, untersetzter G .; jmd.
ist klein von G.; der Teufel erscheint Faust in G.
(in der Verkörperung) eines Hundes — 2 . beliebige
Person, die man (wegen der Entfernung) nicht er
kennt od. die einem nicht bekannt ist: in der Ferne,
aus dem Nebel tauchte eine G. auf; dunkle, zwie
lichtige Gestalten lungerten herum — 8 . bedeutende
lebende od. historische Persönlichkeit: eine histori
sche G .; bedeutende, hervorragende Gestalten der
Geschichte — 4 . im (dichterischen) Kunstwerk dar-
gestellte Person, Geschöpf der (dichterischen) Phan
tasie: die Gestalten einer Sage, Erzählung; die
positive G. eines Romans; die zentrale G. eines
Gemäldes — 5. Form (2.1): ein Ring in G. einer
Schlange; die Umlaufbahn der Erde um die Sonne
hat die G. einer Ellipse
gestalten, gestaltete, hat gestaltet 1.1. etw. g. ein e r
Sache eine bestimmte Form, einen bestimmten Cha
rakter geben: ein Programm künstlerisch, neu g.;
ein Erlebnis literarisch g .; ein Zimmer nach seinem
Geschmack g. (einrichten 4); das Leben menschen
würdig 'g. 1 .2 . etw. gestaltet sich etw. nim mt eine
bestimmte Form an, bekommt einen bestimmten
Charakter, entwickelt sich: wie wird sich die Zu
kunft, der W etterablauf g .?; das Gastspiel gestal
tete sich (wurde) zu einem großen Erfolg
gestalterisch fA d j.; vorw. aitr./: die gestalterische
(schöpferische) Kraft, Arbeit eines Künstlers
gestaltlos /Adj.f: eine gestaltlose (formlose 1)
Masse
Gestaltung, die; -,
- en 1. fvorw. Sg .f das Gestalten
(1.1) : die G. eines Programms übernehmen — 2.
die Art und Weise, wie etw. gestaltet worden ist:
die vorbildliche typographische G. eines Buches;
die (architektonische) G. einer Fassade bewundern
Gestaltungskraft — gesund
479
Gestaltungs| -kraft, die /o. PLf gestalterische K ra ft;
-mittel, das Mittel der künstlerischen Gestaltung
Gestalt|wandel, der Med. Veränderung der Körper-
formen des Menschen zwischen dem 5. und 7. Lebens
jahr und während der Pubertät
gestanden/Adj.; nur attr.; / auch stehen/ süddt.
österr.: ein gestandener (an Lebenserfahrung
reicher, lebenstüchtiger) Mann
geständig/Adj.; nicht adv.f: der Täter, Angeklagte
ist g. (hat ein Geständnis 1.1 abgelegt); er ist über
führt und g., den Einbruch begangen zu haben
Geständnis, das; -ses, -se 1*1, Aussage, mit der
jmd. seine Schuld bekennt, eine Straftat zugibt: der
Täter, Angeklagte legte ein (volles, offenes, um
fassendes) G. ab, hat sein G. widerrufen 1.2 . oft
scherzh. ich muß dir ein G. machen (ich muß
dir etw. offen bekennen)!
Gestänge, das; -s, - vorw. fachspr. Gefüge von
Stangen zur Übertragung von Dreh-, Schub-, Zug
kräften od. zum Stützen: das G. eines Bohrturms
Gestank, der; -(e)s, fo. PLI schlechter, widerwärtiger
Ge ru c h : ein abscheulicher, übler, durchdringender
G.
gestatten, gestattete, hat gestattet 1.1 . jmd . er
laubt (1) jmdm. etw.: g. Sie mir noch eine Be
merkung, F rage...; g. Sie, daß ich rauche? 1.2.
etw. ist statthaft, erlaubt: der Vertrieb (des Buches)
im Ausland ist nicht gestattet — 2. etw. ermög
licht jmdm. etw.: seine Mittel g. es ihm, jedes Jahr
eine größere Reise zu machen — 3 . jmd. gestattet
sich etw. jmd. nimmt sich die Freiheit, etw. Be
stimmtes zu tun, erlaubt sich etw.: ich habe mir
gestattet, eine halbe Stunde später zu kommen
Geste, Geste, die; -,
-n 1. unwillkürliche od. beab
sichtigte Bewegung der Hand, des Armes, die die
Rede begleitet od. sie ersetzt: eine abwehrende, be
ruhigende, unwillige G. machen; seine Worte durch
(heftige) Gesten unterstreichen, mit großen Gesten
begleiten; jmdn. mit einer einladenden Geste ins
Haus bitten — 2. etw., bes. eine bestimmte Hand
lung, mit der etw. indirekt ausgedrückt werden soll:
sein Entgegenkommen war eine freundliche G.,
eine G. der Höflichkeit
Gesteck, das; -(e)s, -e in einer Schale o. ä . in einer
bestimmten Anordnung eingesetzte Blumen, Zweige,
Gräser
gesteckt /Adv .; / auch stecken/
+ umg. g. voll sehr voll, überfüllt: der Saal war g.
voll
gestghen, gestand, hat gestanden 1.1. e in e Str a f
tat, seine Schuld zugeben: der Angeklagte hat die
Tat, den Diebstahl gestanden 1.2. etw. offen aus
sprechen: er gestand ihr seine Liebe; ich muß zu
meiner Schande g., daß ...; ich bin, offen gestan
den, sehr enttäuscht
Gestejn, das; -(e)s, -e 1. aus einem od. mehreren
Mineralien bestehende feste Substanz, die den Haupt
bestandteil der Erdkruste bildet: 'vulkanisches, kri
stallines G.; die Beschaffenheit des Gesteins —
2. fo. PLI Masse von (losen) Steinen, Felsen: graues,
zerklüftetes G.
Gesteins| -art, die; -brocken, der; -knnde, die jo .
PLI Wissenschaft von der Bildung, Zusammen
setzung, dem Aufbau und Vorkommen der Gesteine
(1); -masse, die; -probe, die
Gestell, das; -(e)s, -e 1.1. etw. aus Brettern, Stangen
(grob) Zusammengefügtes, auf das man etw. stellen
kann: ein G. für Bücher bauen 1.2. konstruktiver
Unterbau für ein technisches Gerät, einen Gebrauchs-
gegenständ: das G. einer Couch — 2. salopp ist
das ein langes G. (langer, dürrer Mensch)!
gestern jAdv.f an dem Tag, der vor dem heutigen
liegt, am vergangenen Tag: g. früh, mittag, abend;
ich war g., g. vor acht Tagen im Theater; er weiß
es erst seit g.; bis g. hat er es nicht gewußt; von
g. ab, an; das Brot ist von g. (wurde am Vortag
gebacken); O die Welt von g. (von früher)
+ etw.,
jmd. ist von g. (ist rückständig, alt
modisch); salopp jmd. ist nicht von g. (ist wicht
dumm, nicht unerfahren)
gestiefelt )A d j.; / auch stiefeln/
-f* sch erzh . g. und gespornt (fertig angezogen,
bereit zum Aufbruch) sein
Gestik, Gestik, die; -, /o. PL/ Gesamtheit von jmd*.
Gesten: eine lebhafte G.; jmds. G. und Mimik
gestikulieren /sw. Vb.; hat/ lebhafte Gesten (1)
m a ch en : wild, heftig, erregt, lebhaft g.
Gestirn, das; -(e)s,
-e Himmelskörper: der Laut
der Gestirne
gestört /Adj.; / auch stören; in der Verbindung!
jmd. ist geistig g. (ist geistig nicht normal); ein
geistig Gestörter
Gesträuch, d as; -(e)s,
-e größere Anzahl dicht
stehender Sträucher: dunkles, kahles G.
gestreckt /Adj.; vorw. attr.; / auch strecken/: in
gestrecktem (schn ellem ) Lauf, Galopp
gestreift /A dj.; /* auch streifen/ Streifen aufwei
s en d : eine gestreifte Markise, Hose; das Zebra
hat ein gestreiftes Fell, ist g.
/
gestreng /Adj./ veraltend stren g : ein gestrenger
Richter, Lehrer
gestrichen /Adj.; nicht präd. / auch streichen/:
ein gestrichener (bis zu m R a n d gefüllter) Teelöffel
Zucker
+ die / Hose(n), / Nase g. voll haben
Gestrick, das; -(e)s, -e noch nicht weiterverarbeitete
gestrickte textile Fläche, Stoff: ein leichtes, elasti
sches G .; ein Pullover in, aus feinem G.
gestrig fA dj.; nur attr./ 1. von gestern: die gestrige
Zeitung; das gestrige Datum; am gestrigen Tag
(gestern) — 2 . ein ewig Gestriger (jmd.,
der am
Vergangenen, Überlebten, Anachronistischen hängt,
rückständig, reaktionär ist)
Gestrüpp, das; -(e)s, -e /vorw. Sg .f verwildertes Ge
sträuch: dichtes, niedriges G .; etw. ist von G. über
wuchert
Gestüt, das; -(e)s, -e auf die Züchtung von Pferden
od. die Haltung von Deckhengsten spezialisierter
landwirtschaftlicher Betrieb
Gesuch, das; -(e)s, -e veraltend schriftlicher A n
trag, den jmd. an eine Behörde richtet, um eine
Genehmigung, Bewilligung zu erhalten: ein G.
schreiben, an jmdn. richten; einem G. stattgeben
gesucht lAdj.; nicht adv.;
auch suchen/: eine
gesuchte (durch das Streben nach Ausgefallenem,
Besonderem charakterisierte und daher unnatürlich
wirkende) Sprache, Redeweise; sein Stil ist sehr g.
gesund, gesünder/gesunder, gesündeste/gesundestc
IAdj./ 1.1. frei von Krankheit, sich körperlich,
geistig und sozial wohlbefindend: ein gesundes Kind;
g. sein, bleiben, werden; wieder ganz, vollständig
g. sein; einen Kranken g. pflegen; der Arzt hat
ihn (ab Montag) g. geschrieben (ihm nach über
standener Krankheit die Arbeitsfähigkeit bescheinigt)
480
gesunden — Gewächshaus
1.2. voll leistungsfähig, nicht durch Krankheit ge
schädigt: ein gesundes Herz, einen gesunden
Magen, gesunde Zähne haben 1.3. von Gesundheit
zeugend: g. aussehen; einen gesunden {starken)
Appetit entwickeln; eine gesunde Gesichtsfarbe
haben — 2. der Gesundheit dienlich: eine gesunde
Lebensweise, Ernährung; Obst ist g.; ein gesundes
Klima — 3 . in einer gesunden (sozial intakten)
Atmosphäre aufwachsen — 4 . er hat gesunde (ver
nünftige) Ansichten; der gesunde
Menschen
verstand
gesunden, gesundete, ist gesundet geh. gesu nd
werden: nach schwerer Krankheit g.
Gesundheit, die; -, jo. PL/ Zustand körperlichen,
geistigen und sozialen Wohlbefindens: jmd. hat eine
robuste, eiserne G., erfreut sich bester G.; jmd.
strotzt vor G.; jmds. G. ist angegriffen; etw.
schadet jmds. G .; du solltest etwas für deine G.
tun; auf deine, Ihre G.! /Zurufe beim Trinken
alkoholischer Getränke/; auf jmds. G. trinken, an
stoßen; dazu gesundheitlich fAd j.f
gesundheits/Gesundheits) -halber f A d v . f ; g. (a u s
gesundheitlichen Gründen) eine Funktion nieder
legen; -helfer, der jmd., der vom Deutschen Roten
Kreuz der DDR in der Ersten Hilfe ausgebildet ist;
-schädigend f A d j. f ; die gesundheitsschädigende
Wirkung des Rauchens; -schädlich fAd j.fi Rau
chen ist g. (schädlich für die Gesundheit); -schütz,
der fo. Pl.f Gesamtheit aller (betrieblichen) M aß
nahmen zur Erhaltung und Förderung von Gesund
heit, Leistungsfähigkeit der Werktätigen; -wesen,
das fo. Pl.f Gesamtheit aller Einrichtungen, die dem
Gesundheitsschutz und der Krankheitsbekämpfung
dienen; -zustand, der fvorw. 8g .f: sein G. hat sich
gebessert
gesund|stoßen, sich fVb.f salopp sich bereichern
(2): sich auf Kosten anderer g .; er hat sich durch
Schiebereien gesundgestoßen
Gesundung, die; -, fo. Pl.f das Gesundwerden, die
Genesung: die G. beschleunigen; O eine G. des
Arbeitsklimas
Getier, das; -(e)s, fo. Pl.f geh.: das G. (die Tiere)
des Waldes
getigert fAdj.f: eine getigerte Katze (Katze, deren
Fell gestreift ist wie das eines Tigers)
Getöse, das; -s, fo. Pl.f das (fortwährende) Tosen:
das G. der Brandung
Getöse, das; -s, fo. PL/ (fortwährender) starker
Lärm: die Kiste fiel mit großem G. zu Boden;
seine Worte gingen im G. unter
getragen fA dj.; auch tragen/ langsam im Rhyth
mus und feierlich: eine getragene Melodie
Getränk, das; -(e)s,
-e zum Trinken zubereitete
F lü ssigk eit: ein heißes, eisgekühltes, erfrischendes
G .; alkoholische, alkoholfreie Getränke
Getränke| -automat, der Automat für die Selbst
bedienung mit Getränken; -karte, die Karte, auf der
die in einem Restaurant angebotenen Getränke ver
zeichnet sind; -Steuer, die indirekte Steuer, die für
alkoholische Getränke erhoben wird
Getratsch, das; -(e)s, Getratsche, d as; -s, /beide
o. Pl.f umg. 1. das (fortwährende) Tratschen (1, 2):
hört endlich mit dem G. auf! — 2. Klatsch (II):
sich nicht um das G. kümmern
getrauen fsw. Vb.; hat/ 1. sich trauen (1.2 .1), etw.
Bestimmtes zu tun 1.1. sich g.: ich getraute mich
nicht zu fragen, ihn anzureden 1 .2 . ich getraute
mir nicht zu fragen — 2 . sich irgendwohin wagen:
sich nicht aus dem Haus g.
Getreide, das; -s, fo. Pl.f 1. gräserartige Kultur
pflanzen, deren Samenkörner eine Grundlage der
menschlichen Ernährung bilden: das G. steht gut,
reift, ist reif; das G. säen, ernten, mähen, dreschen
—
2. Samenkörner von 1: G. in einen Sack füllen
Getreide) -anbau, d e r; -aussaat, die; -ernte, die;
-feld, das; -körn, das fPl.
- körner/; -pflanze, die;
-silo, der, au ch das; -Sorte, die
getreu fAdj.f 1. veraltend treu (1): ein getreuer
Freund — 2. genau der Wirklichkeit entsprechend:
eine getreue Wiedergabe; ein getreues (Ab)bild von
etw.; einen Text g. (genau nach der Vorlage) über
setzen; fin präp. Funktionf seinem Versprechen,
Vorsatz g. (2gem äß) handeln
getreulich /Adj.; vorw. adv.f 1. veraltend in
Treue, treu (1): jmdm. g. beistehen — 2. genau der
Wirklichkeit entsprechend: einen Vorgang g. er
zählen
Getriebe, das; -s, - 1. Techn. aus Maschinenteilen
bestehende Vörrichtung zum Übertragen, Umwandeln
von Bewegungen und Kräften: das G. eines Autos;
ein automatisches, hydraulisches G.
—
2. fo. Pl.f
reges Treiben (I): das (laute, bunte) G. der Groß
stadt; fern vom G. der Stadt
Getrigbe|öl, das fo. Pl.f Schmieröl fü r das Getriebe
getrpst fAdj.; vorw. adv.f umg. ruhig, ohne etw.
fürchten zu müssen: ihr kann man das Kind g.
anvertrauen; das darfst du mir g. glauben; man
kann g. behaupten, daß . . .; sei g., es wird alles
gut!
Getto, das, der s. Ghetto
Getue, das; -s, fo. Pl.f umg. femot.f 1.1. albernes
Gehabe: sein albernes, vornehmes G. geht mir auf
die Nerven 1.2. großes G. (viel Aufhebens) mit,
um etw. machen; es war alles nur G. (nur vor-
getäuscht)
Getümmel, das; -s, fo. Pl.f (lärmendes) Durchein
ander einer großen Menschenmenge; es herrschte
ein großes G .; mitten im fröhlichen, dichtesten
G .; das G. eines Festes
getupft fAdj.f Tupfen aufweisend: ein Kleid aus
getupfter Seide; eine getupfte Krawatte
geübt fAdj.; /< auch üben/ 1.1. durch Übung ge
schickt, gewandt: ein geübter Redner; im Kopf
rechnen g. sein 1 .2 . etw. mit geübtem (erfahrenem)
Blick sofort erkennen
Geviert, das; -(e)s, -e 1.1. geh. Fläche mit vier
Seiten: mitten auf dem großen G. des Platzes 1.2.
Jo. Pl.f veraltend der Raum hat, mißt vier Meter
im G. (im Quadrat)
Gewächs, das; -es, -e 1. Pflanze (1): ein seltenes,
tropisches G.
—
2. fo. Pl.f dies ist ein edles G.
(ein guter Wein, ein Wein von einem guten Wein
jahrgang) — 3. Geschwulst: ein G. operieren
gewachsen /Adj.;
au ch 1wachsen/ einer Sache,
jmdm. g. sein, sich g. fühlen, zeigen imstande sein,
mit etw., jmdm. fertig zu werden: einer schwierigen
Situation g. sein; sich einer Aufgabe, den An
forderungen g. zeigen, (nicht) g. fühlen; er war ihr
nicht g.
Gewächs|haus, das längliches, eingeschossiges Ge
bäude mit völlig verglasten Wänden und einem Glas
dach über einem gemauerten Unterbau für die Zucht,
das Treiben von Pflanzen unter Bedingungen, die den
Ansprüchen der Pflanzen entsprechen, Treibhaus
gewagt — gewandt
481
gewagt /Adj.; / auch wagen/ 1.1 . ein gewagtes
(im Hinblick auf den Erfolg unsicheres, kühnes)
Unternehmen 1.2. ein gewagter (leicht anstößiger)
W itz
gewählt /Adj.; / auch wählen/ 1.1 . sich g. (in
sorgfältigen Formulierungen) ansdrücken; eine ge
wählte Ausdrucksweise 1.2. sich g. (geschm ackvoll
abgestimmt) kleiden; ein gewählter (erlesener) Ge
schmack
gewahr /Adj.; in der Verbindung/ jmdn.,
etw.,
jmds., einer Sache g. werden: da wurde er mich,
des Schiffes g. (erblickte er mich, das Schiff); wenig
vom Straßenlärm g. werden (wahrnehmen 1); einen
Fehler, eines Irrtums g. werden (einen Fehler, Ir r -
tum feststellen, erkennen)
Gewähr, die; /o. PL/ durch etw., bestimmte Fest
legungen, jmds. Zusicherung gegebene Sicherheit für
den Ab-, Verlauf, das Vörhandensein, Eintreten von
etw., in der gewünschten, erforderten W eise: das Ab
kommen bietet die G. für einen regen Handel;
die Angaben erfolgen ohne G. (für ihre Richtigkeit
wird nicht garantiert)
gewahren /sw. Vb.; hat/ geh. 1.1. jmdn., etw. er
blicken (1): da gewahrte er seinen Freund, in der
Ferne ein Schiff 1.2 . etw. wahrnehmen (1): jmds.
Erregung, Zögern g.
gewähren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdm. etw. g. 1.1. da
für sorgen, daß jmd. etw. erhält (worauf er ein
bestimmtes Anrecht hat): jmdm. Kredit, eine Ver
günstigung g.; jmdm. Unterkunft, Schutz, ein
Interview g.; jmdm. Einblick in etw. g. (jmdn.
etw. einsehen 2 lassen) 1.2 . geh. etw. gewährt
jmdm. (bedeutet, ist für jmdn.) Trost, Freude,
Sicherheit — 2. geh. jmdm. einen Wunsch g.
(erlauben und erfüllen) — 8 . jmdn. g. lassen jmdn.
in seinem Tun nicht hindern: sie ließ die Kinder
(lächelnd) g.
gewähr/Gewähr| -leisten /Vb.j etw. garantieren (1.1,
1.2): die Sicherheit der Reisenden, einen geordne
ten Ablauf g.; um zu g., daß ...;
-leistung, die 1.
jvorw. Sg .f das Gewährleisten — 2. Jur. /noch BRD/
Garantie: die G. für die Mängel einer Ware
Gewährleistungs z u Gewährleistung 2 Jur.|
-an-
sprueh, der /noch BRD/ Garantieanspruch; -frist,
die Garantiefrist
Gewahrsam, der /in den Verbindungen/ jmdn. in
G. nehmen (festnehmen, verhaften); sich in polizei
lichem G. (in H aft) befinden
Gewährsmann, der /PI.
- männer, deute/ jmd., auf
dessen (fachkundige) Auskunft, Aussage man sich
berufen kann
Gewährung, die; /vorw. Sg .; zu gewähren 1.1/:
die G. eines Kredits
Gewalt, die;
-en 1. /o. PI./ 1.1. Einsatz von
Machtmitteln, um bestimmte Absichten den Ab
sichten anderer gegenüber durchzusetzen: die Rolle
der G. in der Geschichte der Klassenkämpfe;
revolutionäre G .; die Anwendung, Androhung von
G. (des Einsatzes bes. militärischer Machtmittel,
Aktion en); sich etw. mit G. (durch rücksichtsloses
Vorgehen) verschaffen; G. gegen jmdn. anwenden
1.2. Anwendung roher Kraft: eine Tür mit (roher,
brutaler) G. öffnen; jmdn. mit G. an etw. hindern;
jmdn. mit (sanfter) G. hinausbefördern — 2 . /o.
PI./ 2.1. die Macht, jmdn. physisch od. psychisch
zu beherrschen: G. über jmdn. gewinnen, haben;
(vollständig) in, unter jmds. G. sein, stehen: jmdn.
in seine G. bringen, bekommen; Besitzungen in
seine G. bringen, bekommen (an sich reißen) 2.2 .
die G. (Herrschaft) über seinen Wagen verlieren —
8. elementare Kraft, Heftigkeit, Wucht: die G. einer
Explosion, des Sturmes, der W ellen; das U n
wetter brach mit elementarer G. herein; O sich
mit unwiderstehlicher G. zu jmdm. hingezogen
fühlen — 4. Jur. höhere G. (mit elementarer Kraft
wirkendes, unvorhergesehenes Ereignis, auf das man
keinen Einfluß hat)
4- sich in der G. haben (sich unter Kontrolle
haben); umg. etw. mit aller G. (unbedingt, um
jeden Preis) wollen
Gewalt| -akt, der vgl.
- anwendung; -androhung,
die das Androhen der Gewaltanwendung; -anwen
dung, die Anwendung von Gewalt (1)
GewaltenIteilung, die jo. PI./ nach bürgerl. A u f
fassung die Aufteilung der Staatsgewalt in die gesetz
gebende, richterliche und ausführende Gewalt, die
angeblich unabhängig voneinander wirken, sich
gegenseitig das Gleichgewicht halten und kontrollieren
Gewalt|herrschaft, die Zwangsherrschaft, Tyrannei
gewaltig /Adj.; emot./ 1. von sehr großer räumlicher
Ausdehnung, Höhe, riesig: gewaltige Felsen, Bau
ten — 2. von ungewöhnlicher Intensität, sehr stark,
heftig: eine gewaltige Hitze, Kraft; ein gewaltiger
Sturm; um g. gewaltigen Hunger, gewaltige
Schmerzen haben — 8 . von ungewöhnlich großer
Quantität: eine gewaltige Menge; gewaltige Vor
räte, Lasten — 4. von sehr großer Bedeutung: eine
gewaltige Leistung; ein gewaltiges W erk — 5.
jadv.j umg. sehr: da irrst, täuschst du dich aber
(ganz) g.!; da mußt du g. aufpassen!
Gewalt|-kur, die umg. Anwendung radikaler Mittel
zur Erzielung einer Besserung; -marsch, der umg.
schneller Marsch über eine große Strecke
gewaltsam /Adj./ 1.1. unter Anwendung von roher
Kraft, Gewalt (1.2): eine Tür g. öffnen; g. in eine
Wohnung eindringen; jmdn. g. festhalten 1.2. sich
g. (unter Aufbietung aller Kräfte) wach halten,
konzentrieren 1.8. unter Anwendung von Zwang,
Gewalt (1.1): gewaltsame Unterdrückung; eine
gewaltsame (sich unter Anwendung revolutionärer
Gewalt vollziehend e) Umwälzung gesellschaftlicher
Verhältnisse; da zu Gewaltsamkeit, die; -,
-en
Gewalt/gewalt| -streich, der H a n d streich; -tat, die
unter Anwendung von roher Kraft, Zwang durch
geführte (verbrecherische) Tat; dazu -täter, der u.
-tätig /Adj.\: ein gewalttätiger (zu ' Gewalttaten
neigender) Mensch; g. (handgreiflich 1) werden;
-verbrechen, das vgl.
- tat; dazu -Verbrecher, der;
-verzieht, der Verzicht auf militärische Gewalt
anwendung, politischen, wirtschaftlichen Zwang in
den Beziehungen zwischen Staaten als völkerrecht
liches Prinzip und Bestandteil der friedlichen K o
existenz: ein Vertrag über G.
Gewand, das; -(e)s, Gewänder 1,1* langes, lose den
Körper umgebendes Stück der Oberbekleidung: ein
wallendes, weißes G .; die Gewänder der alten
Griechen, Römer; das G. (der Ornat) des Geist
lichen 1.2. süddt. österr. Kleid (1), Anzug —
2. /o. PI./ die Zeitschrift erscheint in neuem G.
(in neuer Aufmachung, neuer äußerer Gestalt)
gewandt /Adj./1.1. sicher und geschickt in der A u s
führung bestimmter Tätigkeiten: ein gewandter
Redner, Tänzer; jmd. ist (körperlich) sehr g.; g.
plaudern 1.2 . von Sicherheit und Geschick im TJm-
31 Wörterbuch
482
Gewandtheit — Gewicht
gang mit anderen zeugend: ein gewandtes Be
nehmen, Auftreten; .gewandte Umgangsformen
haben; dazu Gewandtheit, die; /o . P l.f
gewärtig /Adj.; in der Verbindung! einer Sache g.
sein auf etw. gefaßt sein: man konnte des Schlimm
sten g. sein; er war sich dessen nicht g.; du mußt
g. sein, daß er leugnet
gewärtigen /sw. Vb.; hat/ geh. 1. etw. g. auf etw.
gefaßt sein : eine schwere Strafe zu g. haben; man
muß g., daß er nicht mehr lange leben wird —
2. etw. von jmdm.,
etw. erwarten (3.2): das muß
man von einem Freund g. dürfen
Gewäsch, das; -(e)s, fo. Pl.f umg. belangloses Ge
rede, Geschwätz (1)
Gewässer, das; -s, - natürliche Ansammlung von
fließendem od. stehendem Wasser auf dem Festland:
ein fließendes, stehendes G .; die heimischen, euro
päischen G .; die Verunreinigung der G. durch
(industrielle) Abwässer
Gewässer) -künde, die jo. Pl.f Wissenschaft von
den Erscheinungsformen des Wassers auf und unter
der Erdoberfläche; -schütz, der Gesamtheit aller
Maßnahmen zum Schutz der Gewässer, bes. gegen
Verschmutzung; -Verschmutzung, die Verschmut
zung der Gewässer, bes. durch (industrielle) Ab
wässer
Gewebe, das; -s, - 1. durch Weben hergestelltes Ge
bilde : ein feines, grobes, synthetisches, weiches G .;
dieses Waschmittel schont das G.; O ein G. (Netz)
von Lügen, Intrigen — 2, Gefüge, Verband gleich
artiger Z elle n : menschliches, tierisches, pflanzliches
G .; krankes G. operativ entfernen
gewebe/Gewebe) -schonend fA d j.f das Gewebe (1)
schonend: ein gewebeschonendes Waschmittel; g.
waschen; -zerfall, der f achspr. Zerfall von Gewebe
(2)
Gewebs f achspr. zu Gewebe 2| -flüssigkeit, die
/o. P l.f; -Verpflanzung, die Transplantation von
Gewebe; -zerfall, der Gewebezerfall
geweckt /Adj.; nicht adv.; / auch wecken/ auf
geweckt: ein gewecktes Kind
Gewehr, das; -(e)s,
-e bei den Streitkräften, im
Sport und auf der Jagd verwendete Handfeuerwaffe
mit langem Lauf: ein automatisches G.; das G.
laden, entsichern, abfeuem, schultern, reinigen;
mit dem G. auf etw., jmdn. zielen; das G. im
Anschlag haben
Gewehr|-feuer, das /o. Pl.f Feuer (2) aus Gewehren;
-kolben, der aus starkem Holz geformter länglicher
hinterer Teil des Gewehrs; -kugel, die Geschoß des
Gewehrs; -lauf, der Lauf (4) des Gewehrs; -salve,
die aus Gewehren abgefeuerte Salve; -schuß, der vgl.
-salve
Gewejh, das; -(e)s, -e an der Stirn des (männlichen)
Hirsches entspringende knöcherne verästelte Teile,
die in der Zeit der Brunst als Waffe im Kampf
gegen die Rivalen benutzt werden: das G. abwerfen
Gewerbe, das; -s, - 1. selbständige, auf regelmäßigen
Erwerb zielende Tätigkeit in den Bereichen Hand
werk, Handel, Dienstleistungen: das / ambulante,
stehende G.; ein G. anmelden, ausüben; O etw.
ist ein einträgliches G. (regelmäßigen Erwerb ein
bringende Tätigkeit) — 2. Gewerbebetrieb
Gewerbe| -betrieb, der privater Handwerksbetrieb,
kleines od. mittleres Handelsunternehmen, Gast
stätte, privates Transportunternehmen; -erlaubnis,
die (staatliche) Erlaubnis zur Ausübung eines Ge
werbes (1); -freiheit, die jo. PL/ Grundsatz, wonach
in der kap. Wirtschaft jedem die Ausübung jedes
Gewerbes (1) prinzipiell erlaubt sein soll; -genehmi-
gung, die Gewerbeerlaubnis; -Ordnung, die staat
liche Festlegungen über Zulassung und Ausübung
eines Gewerbes (U; -schein, der Urkunde, auf der
die Gewerbeerlaubnis bescheinigt ist; -Steuer, die von
einem Gewerbebetrieb zu zahlende Steuer; -treibende,
der u. die; -n, -n jmd., der ein Gewerbe (1) betreibt:
ein selbständiger Gewerbetreibender; -zweig, der
gewerblich /Adj.; nicht präd.f das Gewerbe be
treffen d : einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen;
ein gewerblicher Betrieb; die Räume dienen ge
werblichen Zwecken
gewerbs|mäßig jAdj.f auf regelmäßigen Erwerb
zielen d: ein gewerbsmäßiger Schieber, Dieb; ge
werbsmäßige Hehlerei; etw. g. betreiben
Gewerk, das; -(e)s, -e Zweig des Bauhandwerks:
an der Restaurierung sind mehrere Gewerke be
teiligt
Gewerkschaft, d ie; -,
-en umfassendste Organisation
der Arbeiterklasse, in der sich Arbeiter, Angestellte
und Angehörige der Intelligenz unabhängig von ihrer
Parteizugehörigkeit zum Kampf für gemeinsame
politische und wirtschaftliche Ziele zusammen
schließen, deren Inhalt vom Charakter des betreffen
den Staates abhängig ist: der G. beitreten, an
gehören; die Mitglieder, Vertrauensleute, Funk
tionäre der G .; sich mit einer Angelegenheit an
die G. (die zuständige Gewerkschaftsorganisation)
wenden; einer G. angehören
Gewerkschaft(1)er, der; -s, - Mitglied, Funktionär
einer Gewerkschaft: ein (klassen)bewußter, aktiver
G.
gewerkschaftlich fAd j.; nicht präd.; zu Gewerk
schaft/: der gewerkschaftliche (von der Gewerk
schaft organisierte) Kampf gegen kapitalistische
Ausbeutung; die gewerkschaftliche (für die Ziele
der Gewerkschaft geleistete) Arbeit eines Mitglieds
Gewerkschafts| -arbeit, die \o. PI./ gewerkschaft
liche Arbeit; -bund, der Vereinigung einzelner Ge
werkschaftsorganisationen jvorw. in Namen von
gewerkschaftlichen Vereinigungenf: /in der DDRj
Freier
Deutscher G.; fin der BRD/ / Deut
scher G .;
- funktionär, der; -gruppe, die kleinste
Einheit der Betriebsgewerkschaftsorganisation; klein
ste Einheit einer Gewerkschaft in der BR D ; -leitung,
die von den Mitgliedern gewählte Leitung einer
organisatorischen Einheit der Gewerkschaft; -Orga
nisation, die Organisation (3) der Gewerkschaft;
-Versammlung, die Versammlung der Mitglieder
einer organisatorischen Einheit der Gewerkschaft;
-Vertrauensmann, der /PL -leute/ von der Gewerk
schaftsgruppe gewählter, sie leitender Funktionär;
-Vertreter, der von der Gewerkschaft mit der Wahr
nehmung ihrer Interessen beauftragte Person; -wähl,
die Wahl einer Gewerkschaftsleitung durch die M it
glieder
Gewese, das; -s, fo. Pl.f umg. umständliches,
wichtigtuerisches Benehmen, Gehabe: mach nicht so
ein G.!
gewichst /A d j.;
auch wichsen/ salopp: ein ge
wichster (schlauer, gewitzter, erfahrener) Bursche;
g. sein
Gewicht, das; -(e)s, -e 1.1. Schwere eines Körpers:
das G. einer Ware kontrollieren; das zulässige G .;
ein großes G. haben (schwer sein); etw. nach G.
Gewichtheben — gewinnend
483
verkaufen; an G. zunehmen (schwerer werden); das
G. (Körpergewicht) auf das rechte Bein verlagern
1.2. Phys. Kraft, mit der ein Körper von der Erde
angezogen wird und die ein Produkt aus der Masse
des Körpers und der Fallbeschleunigung ist: das
/ spezifische G.
—
2.1. Körper von genau bestimm
ter und geeichter Schwere: die Gewichte einer Stand
uhr; Sp o rt ein G. reißen, stoßen 2.2. die Gewichte
(Wägestücke) einer Waage — 8 . jo. Pl.f Bedeutung
(2): seine Stimme hat G.; einer Sache G. bei
messen, beilegen; etw. erhält, bekommt, hat G.;
sich mit dem ganzen G. seiner Persönlichkeit für
etw. einsetzen
+ etw. fällt kaum, (gar) nicht ins G. (spielt keine
ausschlaggebende R olle); G. auf etw. legen (W ert
auf etw. legen, etw. für wichtig halten)
Gewicht| -heben, das; -s, jo. Pl.f Sportart für
Männer, bei der ein Gewicht (2.1) durch Reißen od.
Stoßen zur Hochstrecke gebracht wird; dazu -lieber,
der; -s, -
gewjchtig jAdj.l 1. umfangreich und von großem
Gewicht (1.1), schwer (1.2 .1): ein gewichtiges Paket,
Buch; drei gewichtige Bände — 2 .1 . ein gewichti
ges (bedeutsames, wichtiges 1.1) Wort mitzusprechen
haben; gewichtige (ernste) Gründe für etw. haben
2.2. eine gewichtige (bedeutende, einflußreiche) Per
sönlichkeit 2.8 . ein gewichtiges (wichtigtuerisches)
Gesicht machen; g. tun
Gewjchtsl -abnahme, die Abnahme des (Körp er
gewichts; -klasse, die Sport eine der Gruppen, in
die Boxer, Ringer, Gewichtheber, Judokas nach
einem festgelegten Mindest- und Höchstgewicht ein
geteilt werden; -kontrolle, die; -Verlagerung, die
Verlagerung des Gewichts (1.1) von einem Schwer
punkt auf den anderen; -Verlust, der vgl.
- abnahme;
- Zunahme, die Zunahme des (Körpergewichts
gewieft /Adj.j um g.: ein gewiefter (schlauer, ge
witzter, erfahrener) Bursche, Geschäftsmann; g.
sein
gewiegt IAdj.j um g.: ein gewiegter (schlauer, ge
witzter, erfahrener) Bursche, Praktiker
gewjllt /Adj.; nur präd.j g. sein willens, bereit sein,
etw. wollen: bist du g., uns zu helfen?; er ist nicht
g., das zu dulden
Gewjmmel, das; -s, jo. PI./ lebhaftes Durcheinander,
Treiben (1): auf dem Festplatz herrschte ein großes,
fröhliches, buntes G., ein G. wie in einem Ameisen
haufen
Gewjnde, das; -s, - Techn. um einen zylindrischen
Körper innen od. außen eingeschnittene, in einer
Schraubenlinie fortlaufende Rille mit einem be
stimmten Profil, die bes. zum Befestigen von Geräte-,
Apparate-, Maschinenteilen dient: ein G. schneiden,
drehen, fräsen, schleifen
Gewinde|bohrer, der Werkzeug zum Schneiden von
Gewinden
Gewinn, der; -(e)s, -e 1.1. in der soz. Wirtschaft
der sich als Teil des Mehrprodukts aus der Differenz
zwischen der durch Umsatz erzielten Preissumme
und den aufgewendeten Mitteln ergebende finanzielle
Ertrag (eines Betriebes): einen hohen G. erwirt
schaften; mit G. wirtschaften, produzieren; Waren
mit, ohne G. verkaufen; ein (über)planmäßiger,
der betriebliche G .; den jährlichen G. berechnen
1.2 . jim bürgerl. Sprachgebrauch! Profit (1): das
Unternehmen, Geschäft wirft kaum G. ab — 2.
jo. Pl.j Nutzen: ein Buch mit G. lesen; diese Er
kenntnis ist von großem G. für ihn; O der neue
Kollege ist ein G. für die Abteilung — 8 .1. Los,
Tipschein, der gewinnt: die Gewinne auslosen, er
mitteln; jedes Los ist ein G. 8 .2 . Geldsumme, Sach
wert, den jmd. durch 3.1 gewinnt: beim Toto, Lotto,
in der Lotterie mit einem großen, kleinen G. her
auskommen; Gewinne ausschütten, auszahlen
Gew|nn/gew|nn| -abführung, die W irtsch . A b
führung von Teilen des Gewinns soz. Betriebe an
den Staatshaushalt zur Verwendung für gesamt
gesellschaftliche Bedürfnisse; -anteil, der 1.1 . A n
teil des Mitglieds einer soz. Genossenschaft am er
wirtschafteten Gewinn 1.2. A nteil eines Gesellschaf
ters am Profit der (Aktiengesellschaft, bes. in Form
von Dividenden — 2. Anteil am Gewinn (3.2); -aus-
scküttung, die Ausschüttung von 1.1. Gewinnen
(3.2) 1.2. Profit (1); -beteiligung, die /die A u s
beutung verschleiernde Bez. fü r die Gewährung zu
sätzlicher, tariflich nicht gesicherter Beträge in kap.
Betrieben, meist in Form monatlicher od. viertel
jährlicher Zahlungen an bestimmte Gruppen von
Arbeitern!; -bringend jA d j.j: eine gewinnbringende
Lektüre; -chance, die Chance zu gewinnen (1, 3)
gewinnen, gewann, hat gewonnen j / auch gewin
nend/ 1. einen (Wett)kampf g. als Sieger aus einem
(Wett)kampf hervorgehen: eine Schlacht, den Kampf
g.; einen Wettkampf, ein Spiel sicher, klar, ver
dient, haushoch g .; wir haben gewonnen — 2 .1 .
etw. durch Anstrengung, Mühe erlangen: der Läufer
gewann einen sicheren Vorsprung; in einem W ett
kampf die meisten Punkte, eine Medaille g.; er
wollte Zeit g.; jmds. Vertrauen, Zuneigung g.;
Ansehen, Einfluß, Sicherheit g.; gewonnene Ein
sichten, Erkenntnisse 2.2 . jmdn. (für etw., jmdn. ,
als jmdn.) g. jmdn. durch Anstrengung, Mühe,
Überzeugung dazu bewegen können, sich für etw.,
jmdn. einzusetzen, in bestimmter Weise wirksam zu
werden: jmdn. für seine Pläne, einen Vortrag g.;
jmdn. als Helfer, Mitarbeiter g .; neue Mitglieder,
Abonnenten, Kunden zu g. suchen; er suchte, mich
für sich zu g.; er hat mich zum, als Freund ge
wonnen (ich bin sein Freund geworden) 2.3.1. Ge
schmack an etw. g. dahin kommen, daß man Ge
schmack an etw. findet: Einblick in etw. g .; Klar
heit über etw. g .; Achtung vor jmdm., etw. g .;
den Eindruck, die Überzeugung g., daß ... 2 .3.2 .
etw. gewinnt ein besonderes Gewicht, aktuelle Be
deutung (etw. wird besonders wichtig, wird aktuell)
—
3. durch Beteiligung an einer Lotterie, am Lotto,
Toto, an einem (Glücks)spiel etw. durch Glück er
halten: er hat im Zahlenlotto 100 Mark gewonnen;
das Große Los g.; jedes zweite Los gewinnt (ist
ein Treffer) — 4.1. Bodenschätze abbauen, fördern:
Kupfer, Erdöl g.; Braunkohle im Tagebau g. 4 .2 .
Zucker aus Rüben g. (hersteilen 1.1) — 5.1. etw.,
jmd. gewinnt an etw. etw., jmd. erreicht etw. in
einem stärkeren M aße als bisher: der Zug gewinnt
an Tempo, das Flugzeug an Höhe; etw. gewinnt
an Bedeutung; jmd. gewinnt an Einfluß 5.2 . etw.,
jmd. gewinnt durch etw. etw., jmd. wirkt günstiger
durch etw.: das Zimmer gewinnt durch die neuen
Gardinen; sie hat durch die neue Frisur, ihr
mutiges Auftreten sehr gewonnen
+ damit kannst du keinen / Blumentopf g.; (an)
/ Boden g .; bei jmdm. gewonnenes / Spiel haben
gewinnend /Adj.; / auch gewinnen/: jmd. ist von
gewinnender (einnehmender, angenehmer) Liebens-
31*
484
Gewinner — Gewohnheitsrecht
Würdigkeit, Offenheit; ein gewinnendes Lächeln;
jmdn. g. (freundlich 1.2) ansehen
Gewinner, der; -s, - jmd.,
der (etw.) gewinnt (1,
2.1 , 3), geivonnen hat
Gewinn/gewjnn| -liste, die Verzeichnis der N u m
mern der Lose, der Zahlen, die gewonnen haben und
der Gewinnquoten einer Lotterie, im Lotto, Toto;
- quote, die jeweilige Höhe des Gewinns im Lotto,
Toto; -spanne, die Differenz zwischen dem K auf
und Verkaufspreis einer Ware; -sucht, die fo. Pl.f
1. Sucht (1), in Sport und Spiel immer zu siegen —
2. Sucht, Gier des Kapitalisten nach Profit; dazu
- süchtig IAdj.f; -zahl, die fvorw. Pl.f Zahl im
Lotto, Toto, die einen Gewinn bringt: die erste G.
ist die 5; die Gewinnzahlen lauten in geordneter
Reihenfolge ...
Gewirk, das; -(e)s, -e maschinell hergestellter, ge
wirkter Stoff, Wirkware
Gewjrr, das; -(e)s, fo. PL/ eine Vielzahl wirr mit
einander verschlungener Dinge: ein G. von Faden,
Haaren; O ein G. (Durcheinander) von Stimmen,
Menschen
1gewiß, gewisser, gewisseste / A d j.; nicht attr.f
1. /nicht adv.f sicher (4.1), feststehend, unbestreit
bar: so viel ist g.; der Sieg, eine Belohnung,
Strafe ist jmdm. g .; man weiß noch nichts Gewisses
(Genaues) — 2. fnicht adv.f einer Sache g. sein
nicht daran zweifeln, daß etw. zutrifft, daß mit etw.
gerechnet werden kann: er ist seiner Sache, ihrer
Zustimmung, Unterstützung, Treue g., kann des
sen g. sein — 8 . fadv.f 8.1. /dient zur Bekräftigung,
Beteuerung einer Aussagef zweifellos: das hat er g.
nicht getan; „schreibst du mir?“ „Aber (ganz) g.
(selbstverständlich 2 .2)!“ 8.2 . /schränkt eine A u s
sage ein/: du hast g. (höchstwahrscheinlich) das Beste
gewollt (jedoch ...)
2gewjß finde/.pron.; adj.f 1.1 . /drückt aus, daß man
zwar eine bestimmte Person od. Sache meint, diese
aber nicht näher bezeichnen kann od. will/: gewisse
Leute; aus einem gewissen Grunde; in gewisser
Beziehung 1.2. Idrückt in Verbindung mit Perso
nennamen aus, daß die Person nicht genau bekannt
ist/: kennst du eine gewisse Frau N ?; gestern kam
ein gewisser Herr Müller zu uns — 2. /drückt einen
nicht genau bestimmbaren Grad ausf: sich in einer
gewissen Entfernung halten; eine gewisse Ähn
lichkeit, Bedeutung haben
4- das gewisse /* Etwas
Gewissen, das; -s, - fvorw. Sg .f moralisches Be
wußtsein, Fähigkeit des Menschen, sein eigenes
Denken und Handeln moralisch zu bewerten und zu
kontrollieren im Hinblick auf die Verantwortung
gegenüber seinen Mitmenschen, der Gesellschaft: ein
gutes, schlechtes G. haben; etw. vor]seinem G. ver
antworten können; jmd. hat kein G .; jmds. G.
wachrütteln; sein G. erleichtern (eine Schuld be
kennen)
+ etw., jmdn. auf dem G. haben (an etw.,
an
jmds. Unglück, Tod schuld sein); jmdm. ins G. re
den (jmdm. Vorhaltungen machen); jmdm. schlägt
das G. (jmd. hat Gewissensbisse); — auf /* Ehre
und G.; nach bestem / Wissen und G. aus-
sagen, handeln
gewissenhaft fAdj.f zuverlässig, sorgfältig und ver
antwortungsbewußt: ein gewissenhafter Mensch,
Mitarbeiter; sie ist sehr g.; etw. g. prüfen; dazu
Gewissenhaftigkeit, die; fo . P l.f
gewissen/Gewissen| -los fAdj.j ohne Gewissen,
sk ru pellos: ein gewissenloser Betrüger, Geschäfte
macher; dazu -losigkeit, die; -,
- en fvorw. Sg .f
Gewjssens| -bisse, die fPl.f umg. Schuldbewußtsein,
schlechtes Gewissen: G. haben; -frage, die fo. Pl.f:
etw. ist eine G. (eine wichtige und schwierige Frage,
bei der man mit seinem Gewissen zu Rate gehen
m uß); -freiheit, die fo. Pl.f Recht eines Staats
bürgers, so zu denken und zu handeln, wie es ihm
sein Gewissen erlaubt; -grund, der fvorw. Pl.f: etw.
aus Gewissensgründen (aus Gründen, die vom eige
nen Gewissen bestimmt sind) ablehnen; -konflikt,
der Konflikt zwischen dem eigenen Gewissen und
äußeren Anforderungen; -not, die geh. Gewissens
konflikt; -Sache, die fo. Pl.f Gewissensfrage
gewissermaßen, gewissermaßen fA d v .f sozu sagen,
eigentlich (1.4): das war g. nur ein Experiment
Gewißheit, die; -, fo. PL; zu ^ewiß i u. 2f; zu 1:
etw. steht mit G. (Bestimmtheit) fest; völlige G.
(sicheres, zweifelsfreies Wissen) über etw. haben,
erlangen; zu 2: jmd. ist zu der G. (unerschütter
lichen Überzeugung) gelangt, hat die G., daß ...
Gewitter, das; -s,
-
Unwetter mit Blitz, Donner,
heftigen Niederschlägen und Sturmböen: ein G.
zieht herauf, entlädt sich; ein schweres, nächtliches
G.; <0 ein G. (einen Zornesausbruch) auf jmdn.
niederprasseln lassen
Gewjtter|front, die M eteor, vordere Linie vor
dringender Gewitterwolken
gewittern fsw. V b.; hat/: heute nacht hat es stark
gewittert (hat es ein starkes Gewitter gegeben)
Gewitter/gewitter| -neigung, die fo. P l.f Neigung zu
Gewittern; -regen, der; -schwül fA dj.; nicht adv.f so
schwül, daß ein Gewitter zu erwarten ist; dazu
- s chwüle, die; -Stimmung, die fo. Pl.f Eindruck,
den ein heraufziehendes Gewitter hervorruft; 0 > zu
Hause herrschte, war G .;
- sturm, der; -woike, die
dunkle, ein Gewitter ankündigende Wolke
gewittrig fA dj.; nicht adv.; zu Gewitter/: gewittrige
(durch Gewitter bedingte) Schauer
gewitzigt fAdj.f gewitzt
gewitzt IAdj.f: ein gewitzter (schlauer 1.1) Bur
sche; er ist g.
gewogen /Adj.f geh. jmdm. g. sein jmdm. wohl
wollend gesinnt, freundlich geneigt sein: er ist mir
(sehr, nicht) g.; sich jmdm. g. zeigen; jmdm. g.
bleiben; dazu Gewogenheit, die; -, fo. Pl.f
gewöhnen fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., sich an etw. g.
jmdm. , sich etw. zur Gewohnheit werden lassen, zur
Gewohnheit machen: die Schüler an Ordnung, Dis
ziplin g .; er hat sich daran gewöhnt, früh auf
zustehen — 2 . sich an etw., jmdn. g. sich auf etw.,
jmdn. einstellen, mit etw., jmdm. vertraut werden:
die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt;
der Hund wird sich schnell an seinen neuen Herrn
g.; jmd. ist (an) Hitze gewöhnt
Gewohnheit, die; -,
-en durch häufige Wiederholung
zur Selbstverständlichkeit, zum Bedürfnis gewordene,
meist nahezu automatische Handlung od. Haltung:
eine gute, schlechte, liebe G .; etw. aus reiner, alter
G. tun; etw. wird jmdm. zur (festen) G.; eine G.
annehmen, ablegen; jmds. Gewohnheiten kennen;
seine Gewohnheiten ändern; die Macht der G.
gewohnheits/Gewohnheits| -mäßig fA d j.; nicht
präd.f aus Gewohnheit: etw. g. tun; -menseh, der in
starkem Maße von seinen Gewohnheiten abhängiger
Mensch; -recht, das fvorw. Sg .f Jur. das Zugestehen
Gewohnheitstier — Gier
485
von etw., was auf langandauernder Ausübung und
allgemein anerkannter Rechtmäßigkeit beruht, ohne
daß es als Rechtfixiert ist;-tier, das umg. scherzh.
Gewohnheitsmensch; -trinker, der jmd., der gewohn
heitsmäßig regelmäßig in großen Mengen Alkohol
trinkt; -verbrechender fnoch BRDf Verbrecher, der
immer wieder rückfällig wurde
gewöhnlich /Adj.f 1. der Regel (2) entsprechend, üb
lich : das ist seine gewöhnliche Beschäftigung; er
reagierte wie g. (wie meistens, wie immer); für g.
(normalerweise) steht er um sechs Uhr auf — 2. von
nicht besonderer (1.2) Art: einen ganz gewöhnlichen
Briefbogen benutzen — 3. im Benehmen, Verhalten
wenig od. keine moralische Bildung, eine moralisch
niedrige Gesinnung zeigend: jmd. ist, benimmt sich
sehr g .; ein ziemlich gewöhnliches Benehmen; zu
3 Gewöhnlichkeit, die; fo. P l.j
gewohnt IAdj.f 1* zur festen Gewohnheit geworden:
etw. mit gewohnter Sorgfalt, zur gewohnten Zeit
erledigen; in gewohnter Weise; jmd. fühlt sich nur
in seiner gewohnten (vertrauten) Umgebung wohl —
2. etw. g. sein mit etw. durch häufige Wiederholung
vertraut sein und es als selbstverständlich betrachten:
er ist (es) g., früh aufzustehen; seine Bemerkungen
binich schon g.;er ist essog.
Gewöhnung, die; fo. Pl.f das (Sich)gewöhnen: die
G. an eine neue Umgebung; die G. der Kinder an
Pünktlichkeit
Gewölbe, das; -s, - 1 . gewölbte Decke eines Raumes:
das gotische G. einer Kirche — 2 . (niedriger, unter
halb der Erdoberfläche gelegener) Raum mit 1: ein
dunkles, dumpfes, kühles G .; in ein G. hinabsteigen
Gewölk, das; -(e)s, jo. Pl.f geh. Ansammlung von
zusammenhängenden W olken: Sonnenstrahlen bra
chen durch das dunkle, schwere G.
gewollt /Adj.; / auch 2wollen/ unnatürlich, ge
künstelt, weil zu sehr beabsichtigt: ein g. gleich
gültiges Gesicht machen; das sagte sie g. lustig
Gewühl, das; -(e)s, fo. Pl.f lebhaftes Durcheinander
vieler dichtgedrängter M enschen; jmdn. im G. nicht
mehr wiederfinden
gewürfelt fAdj.; nicht adv.; / auch würfeln/: ge
würfelte (mit einem Muster aus gleich großen, in
ihren unterschiedlichen Farben versetzt angeordneten
Vierecken versehene) Bettbezüge
Gewürm, das; -(e)s, fo. Pl.f Menge von Würmern:
ein ekelhaftes G.
Gewürz, das; -es,
-e natürlicher pflanzlicher od.
künstlicher Stoff, mit dem Speisen schmackhafter
(und bekömmlicher) gemacht werden: ein scharfes,
mildes G.
Gewürz|-gurke, die in Gewürze enthaltendem Essig
wasser eingelegte Gurke; -körn, das jPl.
- körner;
vorw. Pl.f Pimentkorn; -nelke, die fvorw. Pl.f als
Gewürz verwendete, getrocknete Blütenknospe des
Gewürznelkenbaums; -nelkenbaum, der auf den
Molukken angebautes, mit der Myrte verwandtes
Gewächs, dessen getrocknete K nospen von Blüten als
Gewürz verwendet werden; -pflanze, die Pflanze, aus
der ein Gewürz gewonnen wird
Geysir, der; [gaizir] s. Geiser
gezackt fA dj.f: gezackte (Zacken aufweisende)
Blätter, Belsen
Gezänk, das; -(e)s, fo. Pl.f das (fortwährende) Zan
ken (1), Streiten
Gezeiten, die fPl.f Ebbe und Flut in ihrem regel
m äßigen W echsel: die G. beobachten, berechnen
Gezeiten|kraftwerk, das Kraftwerk, das aus der beim
Wechsel von Ebbe und Flut anfallenden natürlichen
Energie Elektroenergie erzeugt
Gezeter, das; -s, fo. P I .; emot. neg.f das fortwährende
Zetern
gezielt fA dj.; / auch zielen/ ausschließlich auf ein
bestimmtes Ziel gerichtet: eine gezielte Maßnahme,
Therapie; g. forschen, handeln
geziemen fsw. Vb.; hat; / auch geziemend/ v e r
altend geh. 1. etw. schickt (11.2) sich (nicht): er
weiß nicht, was sich geziemt — 2 . jmdm. gebührt (2)
etw .: es hätte mir nicht geziemt, danach zu fragen;
ihm geziemte zu schweigen
geziemend fAdj.; / auch gezidmen/ veraltend
geh. 1. wie es sich gehört, schicklich (2): sich in ge
ziemender Weise bedanken — 2. wie es jmd. ver
dient, gebührend: ein Ansinnen in geziemender Form
zurückweisen
geziert fAdj.; / auch zieren/ affektiert, vornehm
wirken wollend: sich g. benehmen; g. tun; gezierte
Bewegungen; dazu Geziertheit, die; fo. Pl.f
Gezweig, das; -(e)s, fo. Pl.f geh. Menge von Zwei
gen, Gesamtheit der Zweige eines Baums: dichtes G.;
die Vögel sangen im G.
gezwungen fAdj.; / auch zwingen/ unnatürlich
wirkend, sich unnatürlich gebend: er lachte g.; ein
gezwungenes Benehmen
gezwungenermaßen fAdv.f einem gewissen Zwang,
einer Notwendigkeit folgend: etw. nur g. tun
Ghetto, das, der; -s, -s in früheren Jahrhunderten
und unter der Herrschaft des Faschismus zwangs
weise eingerichteter, streng abgeschlossener besonderer
Stadtteil für die jüdische Bevölkerung
Gibbon, der; -s, -s bes. in Südostasien lebender Affe,
der schwanzlos und besonders langarmig ist
Gicht, die; -,
-en I. fo. Pl.f Stoffwechselkrankheit,
die sich durch akute od. chronische Gelenkentzündun
gen äußert: an (der) G. leiden; G. haben — 13. H üt
ten w. oberer, verschließbarer Teil eines Schacht
ofens zur Aufnahme der Charge
Gfcht zu Gicht II Hüttenw. | -bühne, die Platt
form in Höhe der Gicht; -gas, das in der Gicht ent
stehendes, brennbares Abgas
gichtisch IAdj.f: gichtische (von Gicht I befallene)
Hände, Gelenke
Gicht/gicht zu Gicht I| -knoten, der durch Gicht
entstandene knotenförmige Verdickung vor allem an
den Gelenken; -krank fAdj.; nicht adv.f
gicksen fsw. Vb.; hat/ umg. mit sich überschlagen
der Stimme sprechen: sie lachte und gickste
Giebel, der; -s,
-
1. meist dreieckige senkrechte
Außenwand zwischen den geneigten Flächen eines
Satteldaches: ein hoher, spitzer G.
—
2. meist drei
eckige Verzierung als oberer Abschluß von Portalen,
Fenstern, Fassaden: ein durchbrochener G.
Giebel| -fenster, das Fenster im Giebel (1); -wand,
die Außenwand auf der Seite des Giebels (1); -Zim
mer, das Zimmer auf der Seite und Höhe des
Giebels (1)
Gieper, der; -s, fo. Pl.f landsch. Gier bes. nach
etw. Eßbarem: einen G. auf etw. haben; dazu
giepern fsw. Vb.; hat/: nach etw. g. u . gieprig fAdj.f
Gier, die; fo. Pl.f heftiges, maßloses Verlangen
nach etw .: eine unbezwingbare, wilde, krankhafte
G. (nach Essen, Alkohol) erfüllt jmdn.; jmds. G.
nach Geld; er konnte seine G. kaum noch beherr
schen, unterdrücken
486
gieren — gipsern
gieren /sw. Vb.; hat/ nach etw. g. nach etw. ein hef
tiges, maßloses Verlangen haben: nach Besitz, An
erkennung, Macht g.
gierig /Adj./: etw. g. (mit Gier) verschlingen; g.
essen, trinken; g. (erfüllt von Gier) nach Geld, Sen
sationen sein; etw. mit gierigen Blicken betrach
ten; mit gierigen Händen nach etw. greifen
gießen, goß, hat gegossen 1 . etw. auf, in, über etw.
g. eine Flüssigkeit aus einem (geneigten) Gefäß auf,
in, über etw. ausfließen lassen: Wasser auf die
Blumen, Kaffee in die Tasse g.; O geh. der Mond
goß seinLichtüberdieDächer — 2. den Pflanzen mit
einem Gefäß, bes. einer Gießkanne, das nötige Wasser
zuführen: die Bkftnen g.
—
3. umg. es gießt (es
regnet stark) — 4 .1. bes. flüssiges Metall in eine
Form fließen und darin erstarren lassen: das Gießen
von Silber, K upfer; am Silvesterabend Blei g.
(erhitztes, flüssiges Blei in Wasser fallen lassen, so
daß bizarre Formen entstehen, die als Orakel gedeutet
werden) 4.2 . etw. durch 4.1 hersteilen: Kugeln aus
Blei, einen Leuchter (in Bronze) g.; ein Standbild,
Glocken, Lettern, Kerzen g.
+ einen hinter die /* Binde g.; es gießt wie aus
Eimern, / Kannen; einen auf die / Lampe g.;
/ Öl auf die Wogen, ins Feuer g.
Gießer, der; -s, - Facharbeiter für das Gießen bes.
von flüssigem Metall
Gießerei, die;
-en Betrieb, bes. der metallverar
beitenden Industrie, der Gegenstände durch Gießen
schmelzbarer Werkstoffe herstellt
Gieß|kanne, die Gefäß, das zum Gießen von Pflanzen
dient
Gift, das; -(e)s, -e Stoff, der im lebenden Organis
mus eine schädigende od. tödliche Wirkung entfaltet,
wenn er in bestimmter Menge auf diesen einwirkt:
ein pflanzliches, tierisches, schwaches, gefährliches,
tödliches G .; chemische Gifte; Blausäure ist ein
starkes G.; das G. der Kreuzotter; G. nehmen;
jmdm. G. (ein)geben; G. (Battengift, Giftweizen)
auslegen
-j- umg. etw. ist für jmdn. G. (etw. ist für jmds.
Gesundheit sehr schädlich); darauf kannst du G.
nehmen (darauf kannst du dich verlassen); salopp
G. und Galle spucken (sehr wütend sein)
Giftjdrüse, die Gift absondernde Drüse bestimmter
Tiere, bes. der Giftschlangen
gjften, giftete, hat gegiftet u mg. 1 . sich ärgern (1.1):
sie giftet sich sehr (über diese Bemerkung) —
2. gehässig und boshaft reden, schimpfen (1): er hat
ganz schön gegiftet
Gift/gfft| -gas, das den lebenden Organismus schä
digendes od. tödlich wirkendes Gas; -grün fAdj.f
grelleuchtend grün
giftig fAdj.f 1. fnicht adv.f Gift enthaltend: giftige
Beeren, Dämpfe, Pflanzenschutzmittel; verdor
benes Fleisch ist g.
—
2. boshaft (1.2), gehässig:
giftige Bemerkungen, Blicke; jmdn. g. ansehen;
jmdm. g. antworten — 3 . ein giftiges (grelles 1.2)
Grün
Gift] -kröte, die salopp boshafter, gehässiger
Mensch; -mischer, der 1.1. jmd., der in verbreche
rischer Absicht Gift bereitet 1.2. umg. scherzh.jmd.,
der beruflich mit Gift zu tun hat, bes. Apotheker;
- mord, der; -müll, der giftige Substanzen enthalten
der M üll; -pilz, der Gift enthaltender Pilz ; -schlänge,
die Schlange mit Giftdrüsen und Giftzähnen, deren
Biß tödlich wirken kann; -schrank, der Schrank für
die gesetzlich geregelte Aufbewahrung von Giften;
- Stoff, der giftige Substanz; -weizen, der mit Gift
getränkter Weizen, der zur Vertilgung von Mäusen,
Sperlingen ausgelegt wird; -zahn, der Zahn im
vorderen Oberkiefer von Giftschlangen, durch den das
in der Giftdrüse produzierte Gift in die Bißwunde
gelangt
Gigant, der; -en, -en 1. gegen die Götter kämpfender
Biese der griech. Mythologie — 2. etw. in seinen
Ausmaßen sehr Großes: die Giganten der Industrie
(Großbetriebe); die Giganten (höchsten Berge) des
Himalaja — 3. Mensch mit außerordentlichen Lei
stungen : er bezeichnete Tolstoi als einen epischen
Giganten; zu 2 gigantisch fAdj.; nicht adv.f: ein
gigantisches Projekt; etw. hat gigantische Aus
maße
Gilde, die; -,
-n Vereinigung bes. von Kaufleuten,
Handwerkern im Mittelalter zur Wahrung gemein
samer Interessen: die G. der Kaufleute
Gimpel,der; -s, - 1 . Dompfaff: einen G. zum Singen
abrichten — 2. einfältiger, törichter M en sch: so ein
G.!
Gin, der; -s, -s /bei Mengenangabe PI. Gin/ [d3in]
durch Destillieren der Maische von xKorn und Beeren
von Wacholder hergestellter wasserheller Branntwein
Ginster, der; -s, - /vorw. Sg .j auf trockenem Boden
gedeihender, zu den Schmetterlingsblütlern gehören
der gelbblühender Strauch mit rutenförmigen Zweigen
und kleinen Blättern
Gipfel, der; -s, - 1. höchste Spitze eines Berges: den
G. erreichen, besteigen, bezwingen; ein kahler,
schneebedeckter G.
—
2. Höhepunkt: auf dem G.
seines Lebens, des Ruhms angelangt sein; das ist
der G. der Geschmacklosigkeit (ist die äußerste
Geschmacklosigkeit)
- f umg. das ist doch der G. (ist eine Unverschämt
heit) !
GJpfel|-konferenz,die Konferenz der (M inisterprä
sidenten verschiedener Länder zur Beratung inter
nationaler Fragen; -kreuz, das aufrecht stehendes,
den höchsten Punkt markierendes Kreuz auf einem
Gipfel
gipfeln /sw. Vb.; hat/ etw. gipfelt in etw. etw. er
reicht in etw. seinen Höhepunkt: seine Bemerkungen
gipfelten in der Feststellung, daß . . . ; die Diskussion
gipfelte in der Frage, ob ...
Gfpfel| -punkt, der \Pl.
- e/ Höhepunkt; -treffen,
das vgl. Gipfelkonferenz
Gips, der; -es, /o. PI./, fachspr.
-e aus schwefel
saurem Kalk hergestelltes graues od. weißes Pulver,
das nach Aufnahme von Wasser schnell erhärtet
und bes. im Bauwesen, in der Technik, Medizin ver
wendet wird: G. (mit Wasser) anrühren; etw. in G.
abdrücken; ein Loch in der Wand mit G. ver
schmieren; eine Büste aus G.
Gips| -abdruck, der /PI. -abdrücke/ A b d r u c k (II) in
Gips, bes. in der Medizin,bildenden K unst; -bein,das
umg. Bein od. Fuß mit einem Gipsverband; -bett,
das /PI.
-en/Med. dem Bücken eines Patienten an
gepaßte Form aus Gips, in der er liegt, um seine
Wirbelsäule in ruhiger Stellung zu halten; -Miste,
dieBüste aus Gips
gipsen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. mit Gips reparieren,
überziehen: eine zerbrochene Schale g.
—
2. umg.
einen Arm, Fuß g. (mit einem Gipsverband ver
sehen)
gipsern /Adj./ au s G ip s : eine gipserne Büste
Gips|verband, der Verband aus mit Gips bestreuten
Binden, die nach Zusatz von Wasser modellierbar
sind und anschließend erstarren
Giraffe, die; -,
- n in Afrika lebender, großer, pflan
zenfressender Wiederkäuer mit langen Vorderbeinen,
einem sehr langen Hals und einem gelblichen, ge
fleckten Fell
Girl [goerl], G|rl [gce:l], das; -s, -s /vorw. B R D /
Tänzerin in einem bes. in Revuen auftretenden Bal
lett : die Girls vom Variete
Girlande, d ie;
-n langes, schmales Geflecht aus
Blumen und Zweigen od. Kette aus buntem Papier
zur Ausschmückung von Räumen, Gebäuden, Stra
ßen bei heiteren festlichen Anlässen: die Festwiese,
der Saal war mit bunten Girlanden geschmückt
Girokonto, das [5 ..] Konto für bargeldlosen Zah
lungsverkehr
Giroverkehr, der [3..] bargeldloser Zahlungsverkehr
girren /sw. V b.; h a t/1. /von Vögeln/ die Taube girrt
{gurrt) —■2. /von Frauen/ verführerisch, kokett in
hohen Tönen lachen od. sprechen: sie girrte kokett
Gischt, die; -e, auch der; -es, -e/-en /beide vorw.
Sg.j Schaum, aufsprühendes Wasser eines wild
bewegten Gewässers: weiße(r), schäumende(r) G.
Gitarre, die; -n sechssaitiges Zupfinstrument mit
flachem, an den Seiten ähnlich einer Geige gerun
detem Resonanzkörper: G. spielen; zur G. singen;
dazu Gitarjst, der; -en, -en
Gitter, das; -s, - parallel angeordnete, oft kreuzweise
miteinander verbundene (metallene) Stäbe, die als
Zaun od. Schutzvorrichtung dienen: ein schmiede
eisernes, kunstvolles G.; das Grundstück war von
einem hohen, starken G. umgehen; vor den Fen
stern waren G .: ein G. anbringen; das G. {die
Gittertür) öffnen
- r umg. hinter G. (ins Gefängnis, Zuchthaus) kom
men; hinter Gittern (im Gefängnis, Zuchthaus) sitzen
Gitter| -bett, das /PL -en/ Kinderbett mit einem
Gitter an den Längsseiten, das das Kind vor dem
Herausfallen schützt; -fenster, das vergittertes Fen
ster; -stab, der einzelner Stab eines Gitters; -tür,
die aus einem Gitter bestehende Tür
Glacehandschuh, der [.. se:..] Handschuh aus
Glacileder; + umg. jmdn. mit Glacehand
schuhen anfassen (jmdn. äußerst rücksichtsvoll be
handeln)
Glaceleder, das /o. PI./ [..se:..] sehr weiches, glän
zendes Leder aus dem Fell von Ziegen od. Lämmern,
aus dem bes. Handschuhe hergestellt werden
Gladiator, der; -s, Gladiatoren gegen seinesgleichen
od. ein wildes Tier meist mit dem Schwert antretender
Kämpfer bei öffentlichen Spielen im alten Rom
Gladiole, die ;
- n in Gärten wachsende, mit der
Schwertlilie verwandte Pflanze mit einer Zwiebel, mit
einseitigem Blütenstand und großen farbenprächti
gen, trichterförmigen Blüten: ein Strauß Gladiolen
Glanz, der; -es, jo. Pl.j 1.1. Reflex des Lichtes auf der
glatten Oberfläche eines Körpers, auf einem Gewebe:
der G. eines Metalls, von Glas, Seide; ein heller,
strahlender, matter G. geht von etw. aus; der
Stoff, ihr Haar hat einen seidigen G .; der fiebrige
G. ihrer Augen; etw. auf G. polieren 1.2. der G,
(das helle Licht, Leuchten) der Kerzen, Sterne —
2. einer Sache innewohnender Vorzug (1.1.1.), der
auch äußerlich in Erscheinung tritt: der G. der
Jugend, Schönheit, ihrer Stimme; in frischem,
jugendliehem G .; ein trügerischer G.
+ mit G. undGloria(mit großem Aufwand, Pomp);
mit G. mit ausgezeichnetem Ergebnis: eine Prüfung
mit G. bestehen
glänzen /sw. Vb.; hat; / auch glänzend/ 1.1. Glanz
(1.1) hab en : Chromstahl, der Spiegel, das Leder,
die Tischplatte, jmds. Haar glänzt; die Fenster
scheiben, Schienen g. in der Abendsonne; das
Wasser des Sees glänzte und glitzerte; <> die
Wohnung glänzte vor Sauberkeit; ihre Augen
glänzten vor Freude 1.2. die Lichter der Stadt, die
Sterne g. (geben helles Licht, leuchten hell) —
2. durch etw. hervorstechen und Bewunderung, A uf
sehen erregen: durch Schönheit, Wissen, Können g .;
beim Tennis, in einer Rolle g .; er wollte vor seinen
Kollegen g.; <0> ein glänzendes (prunkvolles) Fest
feiern
+ durch / Abwesenheit g.
glänzend /A dj.5 / auch glänzen/ hervorragend (1),
ausgezeichnet: ein glänzender Redner, Tänzer,
Tennisspieler; eine glänzende Idee, Leistung, Auf
führung; ein glänzendes Examen machen; in
glänzender Laune, g. in Form sein; jmdm. geht es
g.; etw. bekommt jmdm. g.; sich mit jmdm. g. ver
stehen
Glanz/glanz| -leder,das/o. PI./ G laceled e r ; -leistung,
die hervorragende, ausgezeichnete Leistung; -licht,
das /PI.
- l ichter/: einer Sache ein paar Glanzlichter
aufsetzen (ein paar wirkungsvolle Elemente hinzu
fügen); -los /Adj./ ohne Glanz (1): glanzloses Haar,
Fell; -nummer, die vgl.
- leistung; -papier, das /o.
PI./ Papier mit einer glänzenden Oberfläche, bes.
für Bastelarbeiten; -punkt, der /PI.
- e /: etw. bildet
den G. (Höhepunkt) des Abends; -rolle, die von
einem Schauspieler, Sänger hervorragend gestaltete
Rolle; -stück, das /PI.
- e/ vgl.
- leistung; -voll
/Adj./: eine glanzvolle (hervorragende, ausgezeich
nete) Leistung, Premiere; ein glanzvolles (pru nk
volles) Fest; -zeit, die: die G. (Zeit der größten
Erfolge, Höhepunkt der Laufbahn) eines Sängers,
Schauspielers
Glas, auch Glas, das; -es, Gläser/ — 1. /o. Pl.j durch
Schmelzen eines Gemisches bestimmter Stoffe her
gestellter durchsichtiger, harter, spröder und leicht
zerbrechlicher W erkstoff: Fenster, Wände, Gefäße
aus G .; G. splittert, (zer)bricht, springt leicht; G.
blasen, schleifen, schneiden; dünnes, geschliffenes,
farbiges, feuerfestes, optisches G.; etw. hinter G.
(in einer Glasvitrine) ausstellen — 2. /PI. Gläser/
Gefäß, bes. Trinkgefäß aus 1 : ein schlankes, far
biges, geschliffenes, volles, halbgefülltes G . ; Gläser
aus Kristall; drei Gläser (Konservengläser) mit
Marmelade; ein G. (voll, mit) Wasser, Milch, Tee,
Wein; die Gläser (Weingläser) klirren; sein G. (auf
jmds. W ohl) erheben, leeren; mit den Gläsern an
stoßen; Gläser spülen, polieren — 8 . /PI.
-;
In
haltsmenge von 2/: er trank zwei G. Bier, hat drei G.
Kognak zu bezahlen — 4. /PI. Gläser/ 4.1. /vorw.
Pl.j als Linse geschliffenes Glas für eine Brille: eine
Brille mit dunklen Gläsern; jmd. hat, braucht
starke, scharfe Gläser (eine starke Brille) 4.2. Fern
glas, Opernglas
- V zu tief ins G. geguckt haben (angeheitert, be
trunken sein)
Glas, auch Glas| -äuge, das künstliches, aus Glas
hergestelltes A uge; -bläser, der Facharbeiter, der aus
geschmolzenem Glas bes. durch Blasen Gegenstände
formt, herstellt; -bläserei, die, -,
- en 1. Betrieb, in
Gipsverband — Glasbläserei]
487
488
Glasdach — Glaube
dem aus geschmolzenem Glas durch Blasen Gegen-
stände geformt, hergestellt werden — 2. /o. PL/ A r
beit des Glasbläsers: die Kunst der G .;
-dach, das
Glaser, der; -s, - Handwerker, der Scheiben in Fen
ster einsetzt und Bilder rahmt
Glaserei, die; -en Handwerksbetrieb des Glasers
gläsern /Adj.; nur attr.f aus Glas: gläserner Weih
nachtsbaumschmuck; gläserne Gefäße
Glas/glas, auch Glas/glas| -faser, die aus geschmol
zenem Glas hergestellte Faser; -faserverstärkt /Adj
n icht adv./: glasfaserverstärkte Kunstharze; -fiber,
die fvorw. PL/ vgl.
- faser; -fiberstab, der; -hart
/Adj./ 1* /nicht adv./ hart wie Glas (1): glashartes
Material — 2. Sp o rt ein glasharter {sehr scharfer)
Schuß auf das Tor"*; er hat ihm g. gekontert {scharf
erwidert); -hätte, die Betrieb, in dem Glas (1) her-
gestellt und verarbeitet wird
glasieren /sw. Vb.; hat/ 1. keramische Erzeugnisse
mit einer Glasur (1) überziehen und dadurch glatt
und glänzend machen: Kacheln, Steingut g.
—
2.
Kochk. 2.1. bes. Kuchen, süßes Gebäck mit einer
Glasur (2) versehen und dadurch schmackhafter
machen, im Aussehen verschönen: einen Kuchen g.;
glasierte Pfefferkuchen 2.2 . Fleisch, Wurst mit Ge
lee g. (durch Gelee 1.2 mit einem glänzenden Über
zug versehen)
glasig IAdj-1 1 . wie durchscheinend wirkend (und
wäßrig 1.3): glasige Kartoffeln; den Speck braten,
bis er g. ist — 2. der Betrunkene hatte glasige Augen
(Augen mit einem trüben und feuchten Schimmer)
glas/Glas, auch glas/Glas| -klar /Adj./ klar w ie Glas
(1): eine glasklare Flüssigkeit; der Himmel war g.;
-kugel, die; -malerei, die 1. fo. PL/ Kunst der Her
stellung farbiger Bilder auf Glas od. aus Glas —
2. mit der Technik von 1 hergestelltes Bild: die Glas
malereien des Doms zu B; -perle, die; -platte, die;
-röhrchen, d as; -schale, d ie; -scheibe, d ie; -schiei
fer, der Facharbeiter, der Glas durch Schleifen,
Einschneiden von Verzierungen, Mustern veredelt,
bes. optische Gläser schleift; -Schneider, der Gerät
zum Ritzen, Schneiden von Glas (1); -schrank, der
Schrank mit Türen, Wänden aus Glas; -Splitter, der
Glast, der; -es, -e jvorw. Sg .j geh. (flimmernder)
Glanz (1.1): der zitternde G. der Sommersonne
Glasur, die; -,
- en 1. dünner, harter und glänzender
Überzug auf keramischen Erzeugnissen — 2.
Kochk. aus gelöstem Zucker als Hauptbestandteil
hergestellter, glänzender Überzug bes. auf Kuchen,
süßem Gebäck
Glas, auch Glas) -Veranda, die Veranda, deren
Außenwände überwiegend aus Glas bestehen; -wolle,
die bes. für die Wärmeisolierung verwendetes M a
terial aus kurzen Glasfasern
glatt, glatter/glätter, glatteste/glätteste \ Adj.f 1.1 .
ohne Unebenheit: eine glatte Fläche; glattes (nicht
gewelltes, nicht gelocktes) Haar; eine glatte (keine
Falten aufweisende) Stirn; sein glattes (gut rasier
tes, bartloses) Gesicht; der Pullover liegt g. an
1.2. so beschaffen, daß es keinen Halt bietet: die
Straße war sehr g.
—
2. eine glatte Summe (Summe
ohne Pfennigbeträge); die Rechnung geht g. (ohne
Rest) auf; umg. eine Rechnung g. machen (ab
runden 2; bezahlen 1.3) — 3. /nicht präd./ ohne
Schwierigkeit, ohne Hindernis, reibungslos: eine
glatte Fahrt, Landung; das Flugzeug ist g. ge
landet; g. durchfahren können; wenn alles g. geht,
dann ...; g. vonstatten gehen — 4. allzu wendig,
aber unverbindlich: er, sie ist mir zu g.; jmds. glatte
Art, glatte Manieren — 5. /nicht präd.; vorw. von
Negativem/ umg. 5.1. für alle eindeutig (1.3): das
ist ein glatte Lüge, Fälschung; das ist glatter Be
trug, Blödsinn!; das ist g.gelogen,erfunden;jmdn.,
etw. g . (völlig überzeugend) widerlegen können
5.2. ohne Umschweife, ohne Zögern, unumwunden:
etw. g. ablehnen, verweigern; jmdn. g. auslachen;
jmdm. etw. g. ins Gesicht sagen; eine glatte Ab
sage; ein glattes Nein 5.3 . /adv./ das hätte ich g.
(fast) vergessen
- f umg. etw. geht jmdm. g. runter etw. schmeichelt
(2.2) jmdm.: sein Lob ging ihr g. runter; — g. wie
ein Aal sein
Glätte,die; -, /o. PL; zu glatt 1 u. 4/
Glatt|eis, das jo. PL/ durch Schnee, Gefrieren von
(Sprüh)regen entstandene dünne Eisschicht auf
Wegen, Fahrbahnen
4 * jmdn. aufs G. führen (jmdn. hereinlegen, täu
schen)
glätten, glättete, hat geglättet 1. etw. Unebenes glatt
(1.1) m a ch en : einen zerknüllten Brief, Geldschein,
ein Beet g.; Bretter (mit dem Hobel) g.; sich die
Schürze, das Haar g. (glattstreichen ) — 2. sich g.
xeben (2), glatt (1.1) werden: die aufgewühlte See
glättete sich allmählich; seine Gesichtszüge glät
teten sich (wurden freundlicher) — 3. Schweiz, etvi.
bügeln
glatter|dings, glatterdings /Adv ./: das ist g. (völlig)
unmöglich
glatt| -hobeln /Vb./: ein Brett g. (durch Hobeln
glätten); -kämmen j Vb./: das Haar g. (durch Käm
men glätten); -rasiert /Adj.; nur attr.f: ein glatt
rasiertes K in n; -schleifen /st. Vb./ vgl.
- hobeln;
-streichen /Vb.; hat/: eine Tischdecke, das Kleid,
Haar g. (durch Darüberstreichen glatt 1.1 machen);
-weg/Adv./ umg. 1. etw. g. (ohne Umschweife, ohne
Zögern, unumwunden) ablehnen, leugnen — 2. etw.
ist g. (völlig) erfunden; -ziehen fV b .; hat/ vgl.
- streichen
Glatze, die; -,
- n die normalerweise mit Kopfhaar
bedeckte, aus bestimmten Gründen aber kahle Fläche
des Kopfes bes. bei Männern
Glatz/glatz umg.|
- köpf, der 1. Kopf mit einer
Glatze — 2. Mann mit 1; zu 1 -köpfig /Adj.; nicht
adv.j
Glaube, der; -ns, -n /vorw. Sg./ 1 .1. vorwiegend ge
fühlsmäßig ausgeprägte, gestützte Auffassung, nicht
beweisbare Überzeugung, daß etw. tatsächlich exi
stiert, verwirklicht werden kann, eintreten wird, rich
tig ist: der G. an den Sieg der guten Sache, an
jmds. Aufrichtigkeit; jmdm. Glauben schenken
(jmd m . gla ub en ); ein unerschütterlicher, (feisen)-
fester, tiefer, blinder, falscher G.; jmd. hat den
Glauben, ist des Glaubens, daß . . . ; den Glauben an
etw. verlieren; jmdn. bei, in seinem Glauben las
sen 1.2. den Glauben an jmdn. (die Überzeugung,
daß sich jmd. richtig verhält, positiv entwickeln
wird, zu hohen Leistungen befähigt ist) verlieren;
nichts hat ihren Glauben, an ihn erschüttern kön
nen — 2.1. religiöse Überzeugung von der Existenz
und dem Wirken eines Gottes: der G. an Gott
2.2 . der christliche, jüdische G. (Konfession); zum
katholischen Glauben überwechseln
H- in gutem Glauben (in der Annahme, daß es rich
tig sei); jmdm. etw. auf / Treu und Glauben über
lassen
glauben — glelchbleiben
489
glauben /sw. Vb.; hat/ 1. etw. annehmen (5.1): „ist
er da?“ „Ich glaube (nicht)!“ ; ich glaube, das
stimmt; er glaubte, wir wären zu Hause; sie
glaubte, daß er tot sei; ich glaubte ihn im Urlaub;
jmd. glaubt sich unbeobachtet, verloren, in Sicher
heit — 2. etw. g., jmdm. (etw.), jmds. Worten g.
etw., jmds. Aussage für wahr halten: das kann ich
nicht g.; er hat (ihm) alles, kein Wort geglaubt;
jmds. Worten g.; er wollte mich g. machen, daß ...
(versuchte, mir als wahr hinzustellen, daß ...); das
ist ja nicht, kaum zu g.! /Ausruf der Überraschung,
Verwunderung, des Zweifels/ — 8.1« an etw. g. den
Glauben (1.1) an etw. besitzen: (fest, unerschütter
lich) an den Sieg des Fortschritts, an jmds. Liebe,
Können g .; nicht an Wunder g. 8.2 . (felsenfest, un
beirrbar) an jmdn. g. (den Glauben 1.2 an jmdn.
besitzen) — 4 . an Gott g. (die religiöse Überzeugung
von der Existenz und dem Wirken eines Gottes haben);
nicht mehr g. können
- f salopp dran g. müssen (etw. Unangenehmes
ertragen, übernehmen müssen; sterben müssen); —
jmdm. aufs /* Wort g.
Glauben, der; -s, jo. Pl.f s. Glaube
Glaubens/glaubensj -bekenntnis, das in der L itu rg ie,
bei der Taufe gesprochene Zusammenfassung aller
Grundsätze des evangelischen, katholischen Glaubens;
O dieses Werk enthält das politische G. (grund
sätzliche Aussagen politischer Überzeugung) des
Dichters; -frciheit, die jo, PI./ (verfassungsmäßiges)
Recht der Bürger eines Staates, sich zu einer reli
giösen Überzeugung zu bekennen und religiöse Hand
lungen auszuüben: die Verfassung der DDR ge
währleistet die Gewissens- und G .;
-lehre, die
religiöse Lehre; -Sache, die /in der Verbindung/ etw.
ist reine G. (basiert auf religiöser Überzeugung, ist
nicht beweisbar); -Satz, der Grundsatz einer reli
giösen Lehre; -stark /Adj./unerschütterlich an einer
religiösen Überzeugung festhaltend
glaubhaft /Adj./ 1.1. so , daß man es glauben (2)
kann, überzeugend: eine glaubhafte Entschuldigung;
ein glaubhafter Bericht; etw. klingt g.; etw. g . dar
stellen 1 .2 . ein glaubhafter (glaubwürdiger 1 .1)
Mensch; dazu Glaubhaftigkeit, die; -, /o. PL/
gläubig /Adj./ 1. mit religiöser Überzeugung: ein
gläubiger Christ, Moslem; g. beten — 2 . vorw.
spött. mit naivem, blindem Vertrauen: jmdn. g.
verehren; jmd. ist eine gläubige Seele
Gläubige, der; -n, -n Mensch mit religiöser Über
zeugung: eine Prozession der, von Gläubigen; eine
Menge G., G läubiger
Gläubiger, der; -s, - jmd.,
der berechtigt ist, von
seinem Schuldner (finanzielle) Leistungen zu for
dern : das Recht des Gläubigers; seine G. hinhalten,
befriedigen
glaublich /Adj.; in der Verbindung/ es, das ist kaum
g. (ist kaum möglich)
glaub/Glaub| -w ü rdig /Adj./ 1.1. ein glaubwürdiger
Zeuge (ein Zeuge, dessen Aussagen man Glauben
schenken kann); jmd. ist g. 1 .2 . glaubhaft (1.1):
eine glaubwürdige Erklärung, Aussage; dazu
-Würdigkeit, die; -, /o. PL/
glazial /A dj./ Geol. 1. glaziale (während einer
Eiszeit entstandene) Ablagerungen — 2. glaziales
(durch Inland- od. Gletschereis entstandenes) Geröll
Glazialzeit, die G eol. Eiszeit
1gleich /Adj./ 1 .1 . /bezeichnet die Übereinstimmung
von Verglichenem/ in den (wesentlichen) Merkmalen
mit etw., jmdm., miteinander übereinstimmend, von
derselben Art, demselben Aussehen wie etw. anderes,
jmd. anderer: er hat das gleiche Auto (wie du):
Zwillinge mit gleichen Kleidern; etw. in (drei)
gleiche Teile schneiden; dieses Dreieck hat zwei
gleiche Seiten; die beiden Geschwister sind (sich,
einander) in ihren Interessen, in vieler Beziehung g.
1.2 . /bezeichnet die Übereinstimmung mit sich
selbstI (ein und) der-,
die-,
dasselbe: Autos vom
gleichen T yp; beide verfolgen das gleiche Ziel,
haben am gleichen Tag Geburtstag; gleiches Recht,
gleiche Bedingungen für alle; wir wohnen im glei
chen Haus; von dem gleichen Autor erscheint dem
nächst eine Gedichtsammlung; zwei mal zwei ist
g. (ist identisch mit, ergibt) vier; die Kinder g. (nichX
unterschiedlich) behandeln; das kommt, läuft aufs
gleiche hinaus, bleibt sich g. (ob man es so od. anders
macht, ist letztlich dasselbe); g. (ebenso) alt, groß,
schnell sein; beide Vororte sind g. weit vom Zen
trum entfernt; g. viel erhalten, gelten — 2 . /in
präp. Funktion; mit Dat.; dem Nomen vor- od.
nachgestellt/: g. einem Sturmwind (wie ein Sturm
w ind), einem Sturmwind g.; g. einem wütenden
Stier auf jmdn. losfahren — 3 . etw. ist jmdm. g.
etw. ist jmdm. gleichgültig (3): jmdm. ist alles g.;
es ist mir g., was die Leute sagen; das darf, sollte
dir nicht g. sein; sie sucht eine Halbtagsarbeit, g.
welcher Art — 4 . jmd. tut etw. mit (immer) glei
cher (mit gleichbleiber\der, sich nicht verändernder)
Freundlichkeit, Geduld; immer g. zuverlässig sein
+ wir sitzen alle im gleichen / Boot; jmd. ist aus
dem gleichen
Holz geschnitzt; in die gleiche
/ Kerbe hauen; es ist immer jdie gleiche / Leier,
das gleiche / Lied; jmdm. etw. in, mit gleicher
/ Münze heimzahlen; etw. auf den gleichen
/ Nenner bringen; es ist immer die gleiche /
Platte ; am gleichen / Strang ziehen
2gleich /Adv./ 1. unverzüglich, sofort (1.3), sogleich
(1.3): ich komme g .!; das will ich dir g. beweisen;
Sie kommen g. dran!; g. nach Arbeitsschluß; es
muß nicht g. (heute) sein (es hat noch Zeit);
„kommst du endlich?“ „Gleich!“ ; willst du g. still
sein!; das werden wir g. haben (das ist nicht schwie
rig, geht schnell) — 2. /in Verbindung mit einem
Zahlwort/ gleichzeitig (1.1), auf einmal: sie hat g.
mehrere Blusen, g. drei Flaschen (auf einmal) ge
kauft — 3. /als Partikel; verstärkteine Frage; drückt
Ungeduld aus/: wie war doch g. sein Name?; wie
soll ich g. sagen? — 4.1. /mit Inversion/ auch: er
hat seine Muttersprache nicht verlernt, hat er g.
Jahrzehnte im Ausland gelebt 4.2 . wenn ... gleich:
wenn er g. (selbst wenn er) Direktor würde, er würde
doch bescheiden bleiben
gleich/Gleich| -altrig /Adj./ von gleichem Alter:
gleichaltrige Freunde; sie sind g.; -artig /Adj./ von
gleicher A rt; -bedeutend /Adj.; nicht adv./ dasselbe
bedeutend: etw. ist g. mit etw.;
-berechtigt /Adj.;
nicht adv./ die gleiche juristische Stellung (in allen
Bereichen des gesellschaftlichen und persönlichen
Lebens) innehabend: Mann und Frau sind in un
serer Gesellschaft g.; gleichberechtigte Partner;
dazu -berechtiguug, die /o. PI./ das Gleichberech
tigtsein, bes. von Mann und Frau in der Gesell
schaft: den Grundsatz der G. verwirklichen;
-bleiben /Vb.j sich g. im wesentlichen unverändert
bleiben: du bist dir gleichgeblieben; jmds. gleich-
bleibende (sich nicht verändernde) Freundlichkeit
490
gleichen — gleichziehen
gleichen, glich, hat geglichen jmdm. ,
einer
Sache, einander g. mit jmdm.,
einer Sache, mit
einander in vielen, den wesentlichen Merkmalen
übereinstimmen: er gleicht äußerlich seinem Vater;
die beiden Brüder g. sich sehr; jmds. Gesicht
gleicht gegerbtem Leder (ist gegerbtem Leder ver
gleichbar); das Grundstück glich einem Urwald
gleichermaßen, gleichermaßen /Adv./ in d em selbe n
Maße, genauso: das gilt für alle g.; zu dieser Aus-
bildtfng gehört g. das Studium der Sprache wie das
Studium der Literatur
gleicherweise, gleicherweise /Adv./ in d er se lbe n
Weise, gleichermaßen: davon sind alle g. betroffen;
g. Deutsch wie Französisch sprechen
gle|ch/Glelch| -falls /Adv./ in gleicher W eise, eben
falls, auch: das kann Ihnen g. passieren; -förmig
/Adj./ einförmig, ohne Abwechslung: eine gleich
förmige Arbeit, K ost; -geschlechtlich/Adj./1. /nicht
adv./ gleichgeschlechtliche Zwillinge (Zw illinge
desselben Geschlechts) — 2. eine gleichgeschlecht
liche (hom osexuelle, lesbische) Beziehung; -gesinnt
,'Adj./: g. sein (dieselbe Gesinnung haben); ein
Treffen Gleichgesinnter; -gewicht, das /o. PL/
1. Zustand eines (starren) Körpers, in dem sich die
auf ihn wirkenden Kräfte in ihrer Wirksamkeit
scheinbar aufheben: das G. eines Schiffes, Flug
zeugs, Menschen; das G. halten, verlieren —
2.1 , psychische Ausgeglichenheit: das seelische,
innere G. bewahren; ihn kann nichts aus dem G.
bringen; er ist völlig aus dem G. geraten 2.2 . aus
geglichenes Kräfteverhältnis: ein politisches, mili
tärisches G .; das biologische G. in der N atur; das
G. wiederherstellen
Gleichgewichts! -organ, das das Gleichgewicht (1)
eines Lebewesens steuerndes Organ; -Störung, die
krankhafte Störung des Gleichgewichts (1) eines
Lebewesens
gle|ch/Gleich| -gültig /Adj./ 1. teiln ah m slos, u n
interessiert: ein gleichgültiger Mensch; jmd. ist
gegen alles g .; ein gleichgültiges Gesicht machen;
g. bleiben, Zusehen — 2 . /nicht adv./ jmd. ist jmdm.
g. (jmdm. wird von jmdm. keinerlei Sympathie, Zu
neigung entgegengebracht); sie ist ihm g. geworden;
er ist ihr nicht g. (sie liebt ihn, empfindet Sympathie
für ihn) — 8 . für jmdn. belanglos: über gleich
gültige Dinge reden; etw. ist jmdm. (völlig) g.: es
ist mir nicht g. (ich lege Wert darauf zu wissen), wie
du darüber denkst; er wollte reisen, g. auf weiche
Weise; dazu -gültigkeit, die
Gleichheit, die; -, jo. P I .; zu gleich 1/
Gleichheitszeichen, das aus zwei kleinen waage
rechten Strichen bestehendes Zeichen, durch das zwei
mathematische Größen zu einer Gleichung verbunden
sind
Gleich/gie|ch| -klang, der Übereinstimmung der
einen Klang ergebenden Töne; O der G. der Emp
findungen, Herzen; -kommen /Vb./ einer Sache,
jmdm. g. 1 .1 . einer Sache, jmdm. gleichen: die
Frage kam einem Vorwurf gleich 1.2 . niemand
kommt ihm an Fleiß gleich (niemand reicht an
seinen Fleiß heran); -lautend /Adj.; nicht adv./:
gleichlautende (denselben Wortlaut habende) Er
klärungen; -machen fVb.j + etw. dem / Erd
boden g.;
-macherei, die; -, -en 1.1 . zweckwidrige
Aufhebung von Unterschieden 1.2. /o. PI./ kleinbür-
gerl. Vorstellung, nach der im Soz. der Arbeitslohn
und die individuelle Konsumtion nivelliert werden
tsollten); dazu -macherisch fAdj./; -maß, das /o. PI./
1. richtige Proportion (1.1), Ebenmaß: das G. ihrer
Glieder, der Strophen — 2 . das G. (die Gleich
mäßigkeit) der Bewegungen; -mäßig /Adj./ 1. sich
in stets gleicher W eise wiederholend, sich ständig
gleichbleibend: gleichmäßige Atemzüge, Bewegun
gen — 2 . richtig proportioniert, ebenmäßig: gleich
mäßige Gesichtszüge;_ d azu -mäßigkeit, die; -,
/o. PI ./; -mut, der Gelassenheit: etw. mit (heiterem,
stoischem, gespieltem) G. hinnehmen, ertragen;
dazu -mütig fAdj./; -namig /Adj.; nur attr.j: ein
Film nach dem gleichnamigen Buch von X (ein
Film, der denselben Titel hat wie das Buch von X ,
das als Vorlage diente)
Gleichnis, das; -ses, -se poetische Darstellung, in der
ein Sachverhalt durch die Schilderung von etw. Ver
gleichbarem aus einem anderen Bereich veranschau
licht und bewußt belehrend verallgemeinert wird
gleichnishaft /A d j./ wie ein Gleichnis
gle]ch/Gleich| -rangig/Adj.; nicht adv./ von gleichem
R ang (2): gleichrangige Probleme, Straßen; -rich-
ter, der Elektrotechn. Gerät zur Umwandlung
von Wechsel- in Gleichstrom
gleichsam /Adv./ geh. gewissermaßen
gleieh/Gleich| -schenk(e)lig /A d j . ; n ich t adv./
M ath.: ein gleichschenkliges Dreieck (Dreieck mit
zwei Seiten derselben Länge); -schritt, der jo. Pl.j
Art des Gehens, bei der alle Personen einer Gruppe
in Marschordnung, zugleich mit dem linken Fuß
beginnend, ständig mit gleicher Schrittlänge und
gleichem Rhythmus marschieren: G. halten; im G.
marschieren; -sehen /Vb.f jmdm. g. jmdm. im
Aussehen gleichen: jmd. sieht seiner Mutter gleich;
-seitig /Adj.; nicht adv./ M ath.: ein gleichseitiges
Drei-, Vieleck (Drei-,
Vieleck, bei dem alle Seiten
dieselbe Länge haben); -stand, der jo. PI./ Sport
gleicher Stand der erreichten Punkte, erzielten Tore
bei mit- od. gegeneinander kämpfenden Sportlern,
Mannschaften: das Spiel endete mit G.;
-stellen
/Vb./: etw. einer Sache, jmdn. (mit) jmdm. g.
(zwei Sachen, Personen als gleichrangig, gleichwertig
betrachten, behandeln); ein Kunstwerk einem ande
ren g.;
-ström, der Elektrotechn. elektrischer
Strom, der in stets gleichbleibender Richtung fließt;
-tun /Vb./: es jmdm. g. (jmdn. in seiner Leistung
erreichen)
Gleichung, d ie; -,
-en mathematischer Ausdruck, in
dem (zwei) Größen, durch das Gleichheitszeichen ver
bunden, als gleich dargestellt sind : eine G. mit einer,
zwei Unbekannten; eine G. aufstellen
gleich|-viel, auch -viel /Adv.; vorw. in Verbindung
mit Fragewörtern, die einen Gliedsatz einleiten/
einerlei (1), gleichgültig (3): ich werde es tun, g.,
ob du deshalb böse mit mir bist; er wollte schleu
nigst weg, g. wohin; komm bitte zu mir, g. wann;
-wertig /Adj.; nicht adv./ von gleichem W ert: ein
gleichwertiger Ersatz; -wink(e)lig/Adj.; nicht adv./
Math.: ein gleichwinkliges Dreieck (Dreieck mit
drei gleich großen Winkeln); -wohl, auch -wohl
/Adv.; auch in konjunktionaler Verwendung; neben
ordnend/ veraltend dennoch (2); -zeitig /Adj./
1.1 . /nicht präd.j anhaltender Kegen mit gleich
zeitiger (zur selben Zeit erfolgender) Abkühlung;
etw. spielt sich g. ab (wie etw. anderes) 1 .2 . /vorw.
adv./ der neue Park dient g. dem Vergnügen und
der Erholung (dient sowohl dem Vergnügen als auch
der Erholung); -ziehen/Vb.; hat/ Sport mitjmdm.
Gleis — Glimmer
491
g. dieselbe Anzahl Punkte, Tore, die gleiche Leistung
wie ein anderer, wie eine andere Mannschaft er
reichen: beim dritten Versuch zog er mit dem
Europameister gleich
Gleis, das; -es, -e Gefüge aus parallel in bestimmtem
Abstand verlegten und durch Schwellen miteinander
verbundenen Schienen, das als Fahrbahn für Schie
nenfahrzeuge dient: ein G „ die Gleise verlegen, er
neuern; ein totes G.
4- aus dem (gewohnten) G. geraten, kommen, ge
worfen werden (in Unordnung, aus dem gewohnten
Rhythmus des Lebens geraten, scheitern); etw.
kommt wieder ins rechte G. (etw. kommt wieder in
Ordnung); etw. ins rechte G. bringen (etw. in
Ordnung bringen, in die richtigen Bahnen lenken)
Gleis| -anlage, die Gesamtheit von Gleisen als Teil
der Anlage einer Bahn (II.1): Betreten der Gleis
anlagen verboten!; -anschluß, der: der Betrieb
hat keinen G. (ist nicht durch ein Gleis mit dem
öffentlichen Eisenbahnnetz verbunden); -bau, der
jo. Pl.j Neubau eines Bahnkörpers und Bauarbeiten,
die seiner Erhaltung dienen
gleißen /sw. Vb.; hat/ geh. jbes. von Metallen,
Stoffen, die das Sonnenlicht reflektieren! grell leuch
ten, blinken (1): die Schienen gleißten in der Sonne;
gleißendes Gold, Geschmeide
Gleitbauweise, die jo. Pl.f Bauw. Bauweise zur
Errichtung hoher Stahlbetonbauwerke, bei der eine
kranzartige Schalung kontinuierlich (hydraulisch)
gehoben wird, so daß ohne Unterbrechung Beton ge
gossen werden kann
gleiten, glitt, ist geglitten 1 .1 . sich wie von selbst,
gleichmäßig, unter Überwindung von Reibung über
eine glatte od. schlüpfrige Fläche hin entlang be
wegen, ohne sich vom Untergrund zu lösen: mit
Schlittschuhen über das Eis, mit Skiern über den
Schnee g.; das B oot glitt geräuschlos durch das
Wasser; <> die Tänzer glitten über das Parkett;
seine Finger glitten über ihr Gesicht ; seine Augen
glitten über die Buchstaben 1.2. ein Vogel gleitet
(fliegt im Gleitflug) durch die Luft — 2. sich wie
von selbst, gleichmäßig (auf einer glatten Fläche)
nach unten bewegen: jmd. gleitet ins Wasser, läßt
sich ins Wasser g.; das Tuch glitt von ihren
Schultern, zu Boden; etw. gleitet jmdm. aus der
Hand; etw. in die Tasche g. lassen (etw. unauf
fällig in die Tasche stecken)
Gleit| -flug, der leicht abwärts verlaufender Flug
ohne Antrieb: die Maschine setzt zum G. an; der
Vogel ging im G. nach unten; -kern, der Bauw .
zur Stabilisierung hoher Skelettbauwerke dienender,
in Gleitbauweise errichteter Kern, der meist Treppen,
Fahrstühle aufnimmt; -schütz, der Schutz der K raft
fahrzeuge bes. durch Schneeketten gegen das Schleu
dern, Gleiten auf schlüpfrigen Straßen
Glenchek, der; -(s),
-s [..tjek] Gewebe, bes. aus
Wolle, mit feinen, sich zu Karos kreuzenden Strei
fen : ein Anzug, Kostüm aus G.
Gletscher, der; -s, - große kompakte, sehr langsam
abwärts fließende Masse von Eis in den Polar
gebieten und den Tälern des Hochgebirges: die G.
der Eiszeit, des Kaukasus
Gletscher| -bach, der Gletscherwasser führender
Bach; -brand, der jo. Pl.j Sonnenbrand durch
direkte und durch Schnee undJSis reflektierte Sonnen
strahlung im Hochgebirge; -eis, das jo. P l.j; -spalte,
die; -Wanderung, die Wanderung über einen Glet
scher; -wasser, das jo. Pl.j Schmelzwasser des Glet
schers; -zunge, die unteres Ende des Gletschers
glibb(e)rigjAdj.f landsch., bes. norddt. glitschig:
ein glibb(e)riger Fisch
Glied, das; -(e)s, -er 1.1. durch ein Gelenk mit dem
Rumpf verbundener Körperteil des Menschen, bes.
Arm, Bein, und der Tiere: gesunde, heile, schlanke,
steife Glieder; ein künstliches G. (bes. Prothese des
Armes, Beines); an allen Gliedern (am ganzen
K örper) zittern; Schmerzen in allen Gliedern
haben; der Schreck fährt jmdm. in die Glieder
1.2. jo. Pl.j das (männliche) G. (Penis) — 2. beweg
licher T eil von 1.1: die Glieder der Finger, Zehen;
der Daumen besteht aus zwei Gliedern — 8 .1 .
einer von vielen ineinandergreifenden Teilen einer
K ette: die Glieder eines Armbands; O jmd. fühlt
sich als G. einer Kette, ist das verbindende G.;
es fehlt kein G. in der Kette der Beweise 3.2. Teil
eines Ganzen: die Glieder eines Satzes; der einzelne
als G. (M itglied 1) der menschlichen Gesellschaft
—
4. eine von mehreren hintereinanderstehenden
Reihen, die von nebeneinanderstehenden, in militä
rischer Ordnung angetretenen Personen gebildet wer
den: im (ersten, dritten) G. stehen; aus dem G.
treten, ins G. zurücktreten — 5. jo. Pl.f ver
alte n d eine Krankheit, seine Vorfahren bis ins
dritte (und vierte) G. (Generation 2) zurückver
folgen können
+ jmdm. liegt es wie / Blei in den Gliedern;
in / Reih und G. stehen
Glieder] -armband, das aus Gliedern (3.1) zusam
mengesetztes (Uhren)armband; -lüß(l)er, der; -s, -
zu den Wirbellosen gehörendes Tier, das einen festen
Panzer aus Chitin, eine den ganzen Körper durch
ziehende Leibeshöhle und stark gegliederte Glied
maßen hat; -kaktus, der Kaktus mit flachen, stark
gegliederten Sprossen
gliedern jsw. Vb.; hat/ ein Ganzes nach bestimmten
(strukturellen) Gesichtspunkten sinnvoll in einzelne
Teile einteilen: ein Buch in zehn Kapitel, ein
Institut in Abteilungen, eine Stadt in Bezirke g.;
Wege und Baumreihen g. den Garten; der Aufsatz
ist klar, schlecht gegliedert; eine kunstvoll ge
gliederte Fassade; etw. gliedert sich in etw. (etw.
ist in etw. unterteilt)
Gliederl -puppe, die Puppe mit beweglichen Glied
maßen;
- reißen, das umg. Gliederschmerz;
- s chmerz, der jvorw. Pl.j in den Gliedern (1.1) auf-
tretender Schmerz
Gliederung, d ie;
- en die Auf-, Einteilung eines
Ganzen in einzelne Abschnitte: die (klare) G. eines
Aufsatzes, einer Fläche; die G. einer Stadt in
Bezirke
Gliedmaßen, die fPl.j die Glieder (1.1) des mensch
lichen und tierischen Körpers: die vorderen, hinte
ren G. eines Tieres; die oberen G. (die Arm e),
unteren G. (die Beine) des Menschen
Gliedsatz, der G ramm , unselbständiger, einem
Hauptsatz untergeordneter, ein Satzglied vertreten
der Satz in einem Satzgefüge
glimmen, glomm/glimmte, hat geglommen/ge-
glimmt ohne Flamme schwach glühen, brennen: das
Feuer glomm, glimmte noch (rötlich, schwach)
unter der Asche; Lichter g. (leuchten schwach) in
der Ferne
Glimmer, der; -s, - Mineral, das in dünne Blättchen
spaltbar ist
m
Glimmstengel — Glück
Glfmmlstengel, der umg. femot. neg.f Zigarre,
Zigarette
glimpflich /Adj.f 1. /nicht präd.f ohne größeren
Schaden: er ist g. davongekommen — 2. mit Nach-
sicht, schonend (1.2): jmdn. g. behandeln
glitschen jsw. Vb.; ist, hat/ landsch. 1. schlittern
(ist, hat): wir sind, haben heute auf dem Eis ge
glitscht — 2 . (ist) /von etw. Feuchtem, Glattem,
Schlüpfrigem / die Seife glitschte (rutschte, glitt)
ihm aus der Hand, den Fingern
glitschig fAdj.; nicht adv./ feucht und glatt, schlüpf-
rig (1): glitschige Seife, Stufen, Wege
glitzernjsw. Vb.; hat/ aufblitzend, funkelnd glänzen:
der Schnee, Fluß glitzert (in der Sonne); die Lich
ter der Stadt g. in der Ferne; ein glitzernder
Stein; glitzernde Pailletten
global fAdj.f 1. weltumspannend: eine globale Er
scheinung, Lösung; im globalen Maßstab — 2.
allgemein (3), pauschal: eine globale Berechnung,
Vereinbarung; etw. g. behandeln, ablehnen
Globalstrategie, die jo. P l.f im globalen Maßstab
angelegte Theorie und Praxis bes. des amerikani
schen Imperialismus mit dem illusionären Ziel, den
Fortschritt der revolutionären Kräfte zu verhindern,
die soz. Staatengemeinschaft, die revolutionäre
Arbeiterbewegung in den kap. Ländern und die
nationalen Befreiungsbewegungen zu zerschlagen
Globus, der; -/ -ses, Globen/Globusse verkleinerte,
kugelförmige Nachbildung der Erde od. des Mondes
Glücke, die; -,
-n 1.1. aus Metall od. keramischem
Material bestehender, geschweifter, unten offener
Hohlkörper mit einem in seinem Innern beweglich
mfgehängten Klöppel, bei dessen Anschlag an der
Wand ein Ton entsteht: eine bronzene G.; die G.
hängt im Turm, schwingt, schlägt 12 (Uhr); eine
G. gießen; die G. läuten; alle Glocken der Stadt
lauten 1.2. die G. (Klingel) kündigte den Beginn
des Unterrichts an — 2.1. die G. (der glä sern e
Schirm) einer Petroleumlampe 2.2. über den Käse,
die Butter eine G. (einen glockenförmigen Deckel)
stülpen
-f- umg. wissen, was die G. geschlagen hat (er
kennen, wie ernst die Lage ist); etw. an die große
G. hängen (etw. überall herumerzählen)
Glocken/glpckenl -blume, die Glockenblumengewächs
mit meist blauen, seltener weißen od. rosa Blüten;
-blumengewächs, das meist krautiges od. strauchiges
Gewächs mit glocken- od. trichterförmigen Blüten;
-förmig fAdj.f die Form einer Glocke (1.1) habend:
glockenförmige Blüten; -geläut, das fo. P l.f Geläut
einer Glocke (1.1), mehrerer Glocken zugleich;
-gießerei, die Handwerksbetrieb, in dem Glocken
(1.1) gegossen werden; -hell fA dj.f: ein glocken
heller (sehr heller) Ton; -rein fAdj.f: eine glocken
reine (hell und rein tönende) Stimme; -rock, der
glockenförmig geschnittener, weich schwingender
Rock; -schlag, der durch Anschlägen des Klöppels
an die Wand der Glocke (1.1) erzeugter Ton: die
Glockenschläge zählen;
- f mitdem,aufdenG.
(ganz pünktlich) kommen; -spiel, das 1 . häufig in
Türmen von Kirchen od. Rathäusern aufgestellte,
im Ton abgestimmte Glocken od. Glöckchen, die
automatisch durch Hämmer angeschlagen werden, so
daß eine bestimmte Melodie erklingt — 2. im
Orchester verwendetes Musikinstrument aus einer
Anzahl abgestimmter stählerner Stäbe, Platten od.
Röhren, die von Hand mit einem Hämmerchen od.
mittels einer Klaviatur angeschlagen werden; -sträng,
der starkes Seil, mit dessen Hilfe die Glocke (1.1)
geläutet wird; -Stuhl, der Gerüst, an dem die Glocke
(1.1) hängt; -türm, der Turm (einer Kirche), in
dem die Glocken (1.1) hängen
glockig fA d j.f : ein g. geschnittenes, glockiges
(glockenförmig geschnittenes) Kleid
Gloria
+ mit/ GlanzundG.
Glorie, d ie;
-n [..io, ..io] 1. Ruhm: sich in der
G. seines Erfolges sonnen — 2 . Glorienschein (1)
Glorien!schein, der 1. Heiligenschein (1) — 2.
spött. jmd. sieht alles mit einem G. (sieht alles
verklärt)
glorifizieren fsw. Vb.; hat/ jmdn.,
etw. verherr
lichen: jmdn. (als Helden, Märtyrer) g.; die Ver
gangenheit, eine Tat g.; dazu Glorifizierung, die;
-,
-en
Gloriole, die; -,
-n 1. fo. Pl.f (übertriebener) Ruhm,
verklärender Nimbus: jmdm., einer Sache eine G.
verleihen; jmdn. , etw. in eine G. hüllen; fortan
war er mit einer romantischen G. umgeben —
2. Heiligenschein (1)
glorios fAdj.f ruhmreich, glanzvoll: iron. das war
ja ein glorioser Einfall, Vorschlag, Reinfall
Glosse, die; -,
-n 1.1. fvorw. Pl.f spöttische Be
merkung: seine Glossen (über etw., jmdn.) machen
1.2. kurze, kommentatorische, spöttelnde Abhandlung
in einer Zeitung: eine polemische G. schreiben
glossieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. mit spöttischen
Bemerkungen begleiten 1.2. etw. in Form einer
Glosse (1.2) abhandeln
Glotz[äuge, das fvorw. Pl.f stark hervortretender
Augapfel: jmd. hat Glotzaugen
+ salopp Glotzaugen machen (staunen)
glptzen fsw. Vb.; hat/ salopp starr, ausdruckslos
vor sich hin blicken; etw.,
jmdn. (verständnislos,
erstaunt, neugierig) anstarren: er stand da und
glotzte (dumm, wie ein Fisch); auf ein Bild, durch
das Fenster g.
Gloxinie, die; -n [..io] Pflanze mit großen, leuch
tenden, samtigen, glockenförmigen Blüten und flau
migen Blättern, die als Zimmerpflanze gehalten
wird
glubschen fsw . V b .; hat/ s. glupschen
Glück, das; -(e)s, jo. Pl.f 1.1. Begünstigung durch
besondere Zufälle, durch zufälliges Zusammen
treffen vorteilhafter, erfolgbringender Umstände, die
man selbst nicht beeinflussen kann: jmdm. (zum
Geburtstag, für ein Vorhaben) G. wünschen; sich
auf das, sein G. verlassen; G. auf! fGruß der Berg
leute/ 1.2 . günstiger Zufall, vorteilhafter Umstand
in einer heiklen Situation: er hat bei dem Sturz,
der Prüfung (großes, unverschämtes) G. gehabt;
G. (im Spiel, in der Liebe) haben; das war G. im
Unglück; es war ein (wahres), sein G. (es war sehr
günstig), daß ein Arzt zur Stelle war; ein G., daß
es nicht regnet! 1.8. /als Personifikation; vorw.
mit best. Art./: das launische G.; das G. ist jmdm.
hold; jmdm. lacht das G.
—
2. Zustand tief
empfundener Freude, Befriedigung, des Ausgefüllt.
seins (nach Erlangung von Ersehntem, Erstrebtem)
als Ausdruck der Übereinstimmung persönlicher
und gemeinschaftlicher Bestrebungen: für das G.
der Menschheit,'ein Leben in G. und Wohlstand
kämpfen, wirken; das G. des jungen Paares, der
jungen Mutter, der Familie; das G., gesund zu
Glucke — Glühlampe
493
sein; das häusliche, gemeinschaftliches G .; ein
tiefes, stilles, ungetrübtes, kurzes, verlorenes G.;
etw. kann jmds. G. nicht trüben; jmd. ist jmds.
(ganzes) G. (jmd. macht jmdn. glücklich)
+ auf gut G. (ohne Garantie des Erfolges, eines
günstigen Ausgangs); zum G. (zu jmds. Vorteil,
glücklicherweise); sein G. versuchen (etw. m it der
Hoffnung auf Erfolg beginnen); sein G. mit Füßen
treten (seine günstige Lage nicht erkennen, grob
mißachten); sein G. machen (großen Erfolg im
Leben haben); umg. mit etw. bei jmdm. kein G.
haben (mit etw. bei jmdm. nichts erreichen können);
von G. sagen, reden können (etw. einem glück
lichen Umstand verdanken); jmd. hat mehr G. als
Verstand (jmd. hat unerwartet großes Glück)
Glucke, die; -,
-n brütende, die Küken führende
Henne, Pute
glucken /sw. Vb. ; hat/ 1.1. die Glucke gluckt (läßt
ihren Huf ertönen) 1.2. brüten (wollen) : zwei Hennen
g. und legen keine Eier mehr — 2. salopp (stumpf
sinnig, untätig) herumsitzen: sie gluckt den ganzen
Tag zu Hause, bei der Nachbarin
glücken /sw. Vb.; ist/ etw. glückt (jmdm.) etw.
gelingt jmdm. durch die Gunst der Umstände: das
Unternehmen, Experiment glückte; der Kuchen
ist ,mir diesmal (nicht) geglückt; ein geglückter
Versuch
gluckern /sw. Vb.; hat, ist/ umg. glucksen
glücklich /Adj./ 1. /nicht präd.j 1.1. gut, günstig
verlaufen d : eine glückliche Reise, Heimkehr, Lan
dung; g. landen 1.2. ein glücklicher (vom Glück 1.2
begünstigter) Gewinner — 2.1. von froher Zufrieden
heit, tiefer Freude erfüllt, bes. nach Erlangung des
Ersehnten, Erstrebten: eine glückliche junge Mut
ter; ein glückliches Paar; glückliche Kinder,
Menschen; (grenzenlos, unsäglich, wunschlos) g.
sein; jmdn. g. machen; sich g. schätzen 2 .2 . /nicht
adv./ glückliche (in froher Zufriedenheit, tiefer
Freu d e verlebte) Tage, Jahre; eine glückliche Zeit
verleben — 3. günstig (1), erfreulich: ein glück
licher Ein-, Zufall, Umstand, Griff; etw. nimmt
einen glücklichen Verlauf, ein glückliches End e;
etw. zu einem glücklichen Ende bringen; er ist in
keiner glücklichen Lage; das Thema war nicht
gerade g. gewählt — 4. /adv./ umg. schließlich (1),
endlich (1.1 .2 ): hast du es g. geschafft?; so, er ist
g. fort!; nun hat er g. doch noch einen Fehler ent
deckt !
+ eine glückliche / Hand bei, mit etw. haben;
ein glücklicher / W urf
glücklicher|weise /Adv./ erfreu licherw eise, durch
glückliche Umstände, zum Glück: g. wurde niemand
verletzt, war die Tür nicht abgeschlossen
glück/Glück| -los /Adj./ ohne Glück (1.1 , 1.2, 2);
- s elig /Adj./ sehr glücklich (2): g. lächeln; dazu
- Seligkeit, die
glucksen /sw. V b.; hat, ist/ 1. eine Flüssigkeit
gluckst eine in Bewegung befindliche Flüssigkeit
bringt leise dumpfe Geräusche hervor (hat): das
Wasser gluckst am Kai, Bootsrand; <£>.ein gluck
sendes Lachen — 2. (ist) die Milch gluckst (fließt
mit leisen dumpfen Geräuschen) ins Glas
Glücksj -fall, der günstiger, glücklicher Umstand:
es war ein reiner G., daß ...;
- ge ÜM, das fvorw.
8g./ Gefühl, glücklich zu sein; -göttin, die jo. PI./
Fortuna; -giiter /PI./
-{- geh. nicht mit Glücks
gütern gesegnet sein (wenig materiellen Besitz
haben); -kind, das jmd., der fortwährend Glück hat;
- k lee, der Klee mit einem vierteiligen Blatt, das
nach abergläubischer Vorstellung Glück bringt;
- p ilz, der umg. scherzh. jmd.,
der unvermutet
Glück hat; -ritter, der jmd.,
der sich in seinem
Handeln verantwortungslos, leichtsinnig auf sein
Glück verläßt; -Sache, die umg. /in der Verbindung/
etw. ist (reine) G. (hängt von einem glücklichen
Zufall ab); -Schwein, das ab- od. nachgebildetes
Schwein, das nach abergläubischer VorStellung Glück
bringt: -spiel, das Spiel bes. mit Würfeln, Karten,
bei dem Gewinn und Erfolg im wesentlichen vom
Zufall abhängen: ein verbotenes G.;
- Stern, der
/in d er Verbindung/ unter einem G. geboren sein
(viel Glück im Leben haben); -strähne, die umg.
Reihe von Zufällen, die jmdm. Glück bringen; -tag,
der: jmds. G. (Tag, an dem jmd. wiederholt Glück
hat)
glückjstrahlend /Adj./ strahlend vor Glück (2):
ein glückstrahlendes Kind; jmdm. etw. g. er
zählen
Glücks! -treffer, der Gewinn, Treffer im Glücks
spiel, im Zahlenlotto; -umstand, der günstiger,
glücklicher Um stand: durch einen (besonderen, un
verhofften) G. gelang es . .. ;
- zahl, die Zahl, die
jmdm. nach abergläubischer Vorstellung Glück
bringt: 13 ist meine G.
glück/Glück| -verheißend /Adj./ Glück in A u s sich t
stellend; -wünsch, der mit dem Wunsch künftigen
Glücks verbundener Ausdruck freudiger Anteil
nahme an einem Festtag von jmdm., an jmds. Er
folg, G ratulation: jmdm. seine Glückwünsche (zum
Geburtstag, zum Jubiläum, zur Auszeichnung)
aussprechen; meinen herzlichen G .!; die besten
Glückwünsche zum neuen Jahr!
Glückwunsch! -adresse, die offizielles Glückwunsch
schreiben an eine hochgestellte Persönlichkeit; -karte,
die Karte mit einem vorgedruckten Glückwunsch;
-schreiben, das; -telegramm, das telegrafischer
Glückwunsch
Glühbirne, die Glühlampe
glühen /sw. Vb.; h at/1. etw. glüht ein (brennbarer)
Stoff, bes. ein Metall, ist so stark erhitzt, brennt
ohne Flamme, daß es (hell)rot scheint: die Herd
platte, Heizspirale glüht; die Kohlen g. noch; das
Eisen glühend machen; O es war heute glühend
(sehr) heiß — 2. fachspr. Stahl, einen Draht g.
(auf eine bestimmte Temperatur erhitzen, so daß er
rot wird) — 3 . die Sonne glüht (scheint sehr heiß)
—
4.1 . jmds. Kopf, Gesicht, Stirn glüht (ist sehr
heiß und rot); jmd. wird plötzlich glühend rot;
mit glühenden Wangen zuhören 4.2. um g. du
glühst ja (hast ja ein ganz rotes, heißes Gesicht,
hast ja Fieber) ! 4.3 . die Berge g. (leuchten intensiv
rot) in der Abendsonne — 5 . jmd. glüht jmd. ist
leidenschaftlich erregt od. engagiert, ist begeistert:
für eine Idee, sein Ziel, in Liebe, Begierde, vor
Begeisterung, Eifer, Ehrgeiz g . ; er war ein glühen
der Patriot, ein glühender Verehrer ihrer Kunst;
jmdn. glühend (sehr) bewundern, beneiden; ein
glühendes (leidensch aftliches) Verlangen; glühen
der Haß; glühende Liebe; ein glühender Liebes
brief
+ glühende /* Kohlen auf jmds. Haupt sammeln
glüh/Glüh| -heiß /Adj./ so heiß, als wäre es glühend;
-lampe, die elektrische Lichtquelle aus einem meist
mit nicht brennbarem Gas gefüllten luftdichten,
494
Glühofen — golden
gläsernen, hohlen Körper, in dem ein elektrisch
leitender Faden od. ein Stäbchen vom durchfließen
den Strom zum Glühen gebracht wird: eine Gr. ein
schrauben; eine G. von 100 Watt; -ofen, der
Techn. Ofen zum Glühen metallischer Werkstoffe;
- Strumpf, der mit einer speziellen Lösung getränktes
schlauchähnliches Gewebe in einer mit Gas ge
speisten Lampe, das mit der Gasflamme zur W eiß
glut erhitzt wird und Licht ausstrahlt; -wein, der
jo. Pl.j mit Zucker, Zimt, Nelken (2) versehener,
heiß getrunkener Rotwein; -würmchen, das; -s, -
umg. Leuchtkäfer
glupschen jsw. Vb.; hat/ norddt. berL salopp
starr, ausdruckslos vor sich hin blicken; etw., jmdn.
(neugierig) anstarren
Glut, die; -,
- en 1. fvorw. Sg .j glühende Masse eines
brennbaren Stoffes: die G. im Ofen; die G. der
brennenden Zigarre; die G. schüren; von der (roten,
hellen) G. angestrahlt werden — 2. jo. P l.f
2.1. sehr starke H itze: tropische G .; die sommer
liche G.; in dieser G. ist es nicht auszuhalten 2.2 .
tiefe R öte: die G. ihrer Wangen, des Sonnenunter
gangs — 3.1. jvorw. Sg .j leidenschaftliche Erregung,
heftige Gemütsbewegung: die G. der Liebe, des Has
ses; jmdn. bis zur G. (aufs äußerste) reizen 3.2 .
jo. Pl.j Ausdruck leidenschaftlicher Erregung, hef
tiger Gemütsbewegung: die G. seiner Blicke, Worte
Glut/glut| -hitze, die sehr starke Hitze: in der G.
Afrikas; -rot /Adj.j rot wie Glut (1, 2 .2): die glut
rote Abendsonne; jmd. wird g. (errötet stark) vor
Scham
Glyzerin, das; -s, jo. Pl.f [gly..] Ölige, färb- und
geruchlose, süß schmeckende, mit Wasser mischbare,
hygroskopische Flüssigkeit, die in gebundener Form
in tierischen und pflanzlichen Fetten, Ölen enthalten
ist und vielseitig verwendet wird
g-Moll, das; jo. Pl.j Mus. /Tonartj
gnade flm p . Sg . des veralteten Verbs gnaden; mit
Dat. des Pers.pron.; als Ausruf der Drohungj umg.:
g. dir, mir Gott (wehe dir, wehe mir) !; wenn es nicht
klappt, dann g. (dir) Gott, dann g. euch!
Gnade, die; -,
-n jvorw. Sg .j 1. oft iron. große Güte
(1.1), großes Wohlwollen gegenüber jmdm .,
der es
nicht verdient hat: jmdm. eine G. erweisen; er
hatte die G. (ließ sich dazu herab), das Geschenk
anzunehmen; von jmds. G. (Wohlwollen) ab-
hängen; etw., jmd. findet G. vor jmdm., jmds*
Augen (etw., jmd. gefällt jmdm., wird von jmdm.
akzeptiert); etw. aus G. und Barmherzigkeit (aus
Mitleid) tun, geben; ohne G. und Barmherzigkeit
(erbarmungslos); er wurde in Gnaden (nachdem
man ihm verziehen hatte) wieder aufgenommen;
Bei. ev. kath. die G. (die Güte und das Erbarmen)
Gottes — 2. /o. Pl.j Milderung od. Erlaß einer
(verdienten) Strafe, Gewährung einer unverdienten
Schonung: um G. bitten; jmdn. um G. anflehen;
G. walten lassen
-j- G. für, vor Recht ergehen lassen (von einer ver
dienten Bestrafung absehen, nachsichtig, sein); auf
G. und, oder Ungnade auf jede Bedingung hin:
jmdm. auf G. und, oder Ungnade ausgeliefert sein
Gnaden/gnaden| -akt, der Jur. Akt des Verzichts
auf den staatlichen Strafanspruch, Begnadigung: er
wurde durch einen G. des Präsidenten aus der
Haft entlassen; -brot, das jin den Verbindungen!
ein Tier frißt das G. bei jmdm., bekommt (von
jmdm.) sein G. (erhält, obwohl es alt und nicht mehr
leistungsfähig ist, Futter von seinem Herrn); -erlaß,
der Jur. Anordnung des Gnadenerweises; -erweis,
der; -es, -e Jur. (teilweiser) Verzicht des Staates
auf Strafvollstreckung: durch G. vorzeitig aus der
Haft entlassen werden; -frist, die: jmdm. eine G.
geben (Aufschub gewähren); -gesuch, das Bitte um
Straferlaß: ein G. einreichen, ablehnen; -los jAdj.j
geh. 1.1 . ein gnadenloser (erbarmungsloser) Prüfer;
gnadenlose Strenge; O die g. brennende Sonne
1.2. ein gnadenloses (stren ges 1) Urteil; -schliß, der
jo. Pl.j vgl.
- stoß; -stoß, der jo. Pl.j: einem an
geschossenen Tier den G. (ein en tödlichen Stich,
Stoß zur Beendigung seiner Todesqual) geben
gnädig jAdj.j 1. vorw. iron. herablassend gütig,
wohlwollend: er war so g., mir die Hand zu geben;
sei so g. und gib mir für einen Moment das Buch;
(du bist) zu g .!; g. nicken, lächeln, abwinken —
2.1. ein gnädiges (unverdiente Schonung gewähren
des) Urteil 2.2. das ist noch einmal g. (glimpflich 1)
abgegangen — 3 .1 . geh. gnädige Frau! /höfliche,
respektvolle Anrede für eine Frauj 3.2. iron. die
Gnädige (sie) will nicht gestört werden
gnatzig jAdj.l norddt. berl.: g. (übellaunig,
schlechtgelaunt, mißgelaunt) sein, werden
Gneis, der; -es, -e Gestein der Gruppe kristalliner
Schiefer
Gnom, der; -en, -en 1. zwergenhaftes, koboldartiges
Wesen — 2. umg. zwergenhaft kleiner Mensch;
zu 1 gnomenhaft jAdj.j
Gnu, das; -s, -s mit der Antilope verwandter, in
Süd- und Ostafrika gesellig lebender Wiederkäuer
mit breitem Kopf, seitwärts gebogenen Hörnern,
schlanken Beinen und langbehaartem Schwanz
Gobelin, der; -s,
-s [goboleq, auch ..ls] großer
Wandteppich mit kunstvoll gewirkten Bildern: ein
alter, wertvoller G.
Gockel, der; -s, - umg. scherzh. Hahn (1.1.1)
Go-in, das; -/ -s, -s [go:|in] jin kap. Ländern/ das
Eindringen in Veranstaltungen, um eine Diskussion
zu erzwingen
Gold, das; -(e)s, jo. Pl.j 1. in der Natur meist
gediegen vorkommendes, im kompakten und ge
schmolzenen Zustand gelb glänzendes, wertvolles
Edelmetall: reines, massives G.; ein Ring aus
echtem G .; der Feingehalt des Goldes; nach G.
suchen, graben; G. mit Silber, Kupfer legieren;
einen Edelstein in G. fassen; etw. mit G. über
ziehen; etw. glänzt wie G.; O geh. das G. der
Sonne, ihres Haares — 2. jo. Art./ umg. Goldme
daille : der Sportler gewann bei der Olympiade G.
+ jmd. ist treu wie G. (ist sehr treu); etw., jmd.
ist G., Goldes wert, etw. ist nicht mit G. zu be
zahlen, aufzuwiegen (ist außerordentlich wertvoll,
wichtig, ist unentbehrlich); G. in der Kehle haben
(eine schöne Singstimme haben, mit einer schönen
Singstimme viel Geld verdienen)
Gold/gpld| -barren, der Barren aus massivem Gold;
-borte, die Borte mit eingewebten goldfarbenen
(Metallfäden; -braun jAdj.j braun und goldfarben;
-broiler, der Broiler; -brokat, der jo. Pl.j Brokat
mit eingewebten goldfarbenen M etallfäden; -buch-
stabe, der goldfarbener Buchstabe; -deckung, die
Wirtsch. jin der kap. Wirtsch.j Deckung der im
Umlauf befindlichen Banknoten (durch Bestände an
Gold (1); -echt jAdj.j um g.: jmd. ist g. (absolut
vertrauenswürdig)
golden jAdj.j 1. /nur attr.j aus Gold bestehend: eine
goldfarben — gönnen
495
goldene Uhr, Kette — 2 . goldfarben: goldener
Honig, Sonnenschein; goldene Ähren; g. funkeln
der*Wein — 3. /nur attr.; bezeichnet emotional einen
hohen Grad der Vollkommenheit/: die goldene
Jugendzeit; goldene W orte; eine goldene Regel;
jmd. hat ein goldenes (redliches) Herz, einen golde
nen (unerschütterlichen) Humor — 4.1. die goldene
Hochzeit (der 50. Hochzeitstag) 4.2 . M ath, der
Goldene / Schnitt
+ jmdm. goldene / t Berge versprechen; die gol
dene / Mitte; der goldene
Mittelweg; sich
mit etw. eine goldene
Nase verdienen
gold/Gold| -färben /Adj.j von einem tiefen Gelb,
wie es für Gold typisch ist; -fasan, der Fasan
mit leuchtend goldgelbem und orangerotem Gefieder;
- feder, die goldene Feder eines Füllfederhalters;
- f isch, der in vielen farblichen Varianten und For
men als Zierfisch gezüchtete Abart der Karausche;
- fuchs, der Pferd mit goldbraunem Fell; -gehalt,
der jo. P L f: der G. einer Münze, Legierung; -gelb
fAdj.f gelb und goldfarben: goldgelber Honig; -ge
stickt /Adj.; nicht adv./ mit goldfarbenen (M eta ll
fäden bestickt; -gewinnung, die Gewinnung von
Gold (1); -glänzend /Adj.; vorw. attr.j wie Gold
glänzend; -gräber, der; -s, - jmd., der nach gold
haltigem Gestein gräbt; -grübe, die -j- um g. etw.
ist eine (wahre) G. (ist ein ertragreiches Unter
nehmen, bringt hohen Gewinn); -hämster, der aus
Syrien stammender, kleiner Hamster mit gold
farbenem Fell, der in Wohnungen gehalten wird
goldig /Adj.f umg. /emot./ entzückend: ein goldiges
Baby, Hündchen
Gotd/gold| -klumpen, der; -kröne, die Kron e (4.2)
aus Zahngold; -lack, der /vorw. Sg .j in Gärten
wachsender Kreuzblütler mit wohlriechenden, sam
tigen, goldgelben bis dunkelbraunen Blüten; -legie-
rung, die Gold enthaltende Legierung; -leiste, die
goldfarbene Leiste für Bilderrahmen, Möbel, für den
Abschluß der Tapete; -medaille, die Medaille aus
vergoldetem Silber, die bei bedeutenden Wettkämpfen
für den ersten Platz od. als Auszeichnung für eine
besondere Leistung verliehen vjird: er errang bei den
Olympischen Spielen die G. im 100-m -Lauf; dieser
Wein wurde auf der diesjährigen Messe mit einer
G. ausgezeichnet; -mine, die M in e (I), in der gold
haltiges Gestein abgebaut wird; -paritat, die W irt-
sch. vom Staat festgelegtes offizielles Verhältnis der
nationalen Geldeinheit zum Gold (1); -pokal, der:
die Mannschaft gewann den G .; -rahmen, der gold
farbener (Bilder)rahmen; -rand, der goldfarbener
Rand: ein Eßservice mit G.;
- regen, der /vorw.
Sg./ zu den Schmetterlingsblütlern gehörender Zier
strauch od. Baum mit dreiteiligen Blättern und in
Trauben (2) herabhängenden goldgelben Blüten;
- reserve, die /vorw. PI./ die Goldparität m it be
stimmender Vorrat eines Staates an Gold: die Gold
reserven eines Landes sind erschöpft; -richtig
/Adj.; vorw. präd./ umg. 1. deine Entschei
dung, das war g. (völlig richtig) — 2 . jmd.
ist g. (ist sehr sympathisch); -ring, der vgl.
- s chmuck; -Schmied, der künstlerisch gesch ulter
Handwerker, der aus Edelmetallen und ihren Legie
rungen, oft unter Verwendung von Edelsteinen und
Perlen, bes. Schmuckstücke herstellt; -schmuck, der
/o. PL/ Schmuck aus Gold; -schnitt, der jo. PI./ ver
goldete Schnittfläche eines Buches; -Schrift, die /o.
P l.j vgl. Goldbuchstabe; -stück, das /PI.
-e/1.
Goldmünze — 2. /o. PI./ umg. scherzh. er, sie ist
ein G. (ein lieber, netter Mensch); mein G.! /An
rede/; -Sucher, der vgl. Goldgräber; -topas, der
Amethyst od. Rauchquarz, der durch Glühen gold
gelb gefärbt wurde und dadurch dem echten Topas
ähnelt; -waage, die + jedes Wort auf die G.
legen; -wasche, die Gewinnung von Gold durch
Waschen, Schlämmen von goldhaltigem Sand od.
Gestein; -wasser, das /bei Mengenangabe PI.
- wasser/ wasserheller würziger Likör mit Zusätzen
von kleinen Flittern aus echtem Blattgold; -zahn,
der Zahn mit einer Goldkrone
Golem, der; -s, -s menschliche Tonfigur, die nach
jüdischer Sage durch einen Rabbi zum Leben er
weckt wurde
1Golf, der; -(e)s, -e größere Meeresbucht: der G. von
Biskaya
2Golf, das; -s, jo. PI./ Ballspiel auf einem größeren
Gelände, bes. einer größeren Rasenfläche, bei dem
ein Ball aus Hartgummi mit einem am unteren
Ende gekrümmten Schläger in eine bestimmte
Anzahl von Löchern im Boden getrieben werden
muß
Golf| -ball, der; -platz, der; -Schläger, der; -ström,
der /o. Pl.j aus dem Golf von Mexiko kommende
warme Strömung des Atlantischen Ozeans, die das
Klima West- und Nordeuropas mildernd beeinflußt
Goliath, der; -s, -s Mensch von riesenhaftem Wuchs
Gondel, die; -,
-n 1. hängende Kabine der Seilbahn,
des Luftschiffs, Korb des Frei- ,
Fesselballons fü r
Personen und Ballast — 2. venezianisches, schmales,
stehend einseitig gerudertes Boot, oft mit hohem, ver
ziertem Steven
gondeln /sw. V b.; ist, hat/ 1. langsam , gemächlich
mit einem Boot fahren (ist, hat): wir gondelten
mit dem Boot flußabwärts — 2. salopp irgend
wohin g. gemächlich (planlos) irgendwohin fahren
(ist): sie gondelten durch die Straßen; wir sind
mit dem Taxi durch die ganze Stadt gegondelt
Gondoliere, der; -,
Gondolieri [..15e:r0,
..Us:r0,
PI. .. lie:ri, .. lis:ri] jmd., der beruflich eine Gondel
(2) mit Passagieren, Lasten rudert
Gong, der, auch das; -s, -s als Signal-,
Schlag
instrument dienende frei aufgehängte od. aufgestellte
Scheibe aus Metall, bes. Bronze, die, mit einem
Schlegel angeschlagen, ein en vollen nachhallenden
Ton erzeugt: der G. rief zum Mittagessen, ertönte
zur letzten Runde des Boxkampfes; dazu gongen
/sw. Vb.; hat/ den Gong anschlagen: man gongt
zum Mittagessen; es hat soeben gegongt (der Gong
ertönte soeben)
Gong|schlag, der durch Anschlägen des Gongs er
zeugter T on : ein G. ertönte; beim letzten G. war
es genau vierzehn Uhr
gönnen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdm. etw. neidlos zu
gestehen; ohne Mißvergnügen, mit Wohlwollen jmds.
Vorteil mit ansehen: er gönnt ihr diese Freude,
Reise, das Vergnügen, ihr Glück (von Herzen);
iron. diese Strafe gönne ich ihm! — 2.1. sich etw.
g. sich etw. Gutes leisten: sich ein paar Tage Ruhe,
eine Flasche Wein g .; sie gönnt sich rein gar nichts
2.2. jmdm. etw. g .: er gönnt ihr nur selten ein
gutes Wort (spricht selten ein freundliches Wort
mit ihr); jmdm. keinen Blick g. (jmdn. nicht be
achten)
-f- jmdm. nicht das / Salz in der Suppe, nicht
das / Schwarze unter dem Nagel g.
496
Gönner — Gourmet
Gönner, der; -s, - jm dd er jrndn. in seinen (künst
lerischen) Bestrebungen wohlwollend (finanziell)
unterstützt: er besaß einflußreiche G.
gönnerhaft /Adj./ herablassend freundlich, mit über
heblichem Wohlwollen: g. nicken; sich (gegen jmdn.)
g. zeigen; mit gönnerhafter Miene
Gönnerjmiene, die fvorw. Sg .j gönnerhaftes Gebaren:
etw. mit G. überreichen; eine G. (gönnerhafte
Miene) aufsetzen
Gonorrhoe, Gonorrhöe, die; -,
- n [gonoro:, PL
. .r0:on] Med. Tripper
Gör, das; -(e)s, -en Göre
gordisch /Adj.f
~r den gordischen / K noten durchhauen
Göre, die; -,
-n
norddt. berl. salopp 1. (kleines)
K in d : sie hat drei (kleine) Gören; eine niedliche
G.
—
2. unartiges, freches Kind, bes. Mädchen:
so eine (freche, dumme, alberne) G.
Gorilla, der; -s,
-s in den tropischen Urwäldern
Afrikas lebender großer Menschenaffe von gedrun
gener Gestalt, mit unbehaarte?n Gesicht, unbehaarten
Händen und Füßen
Gösch, die; -,
-en Seemannsspr. am Bug von
Schiffen gesetzte kleine Nationalflagge od. Flagge
mit Stadtwappen des Heimathafens
Gosse, die; -n Rinnstein ■
- f jmdn. aus der G. ziehen (jmdm. aus moralischer,
sozialer Verkommenheit heraushelfen); in der G.
enden (bis zu völliger moralischer, sozialer Ver
kommenheit herabsinken)
Gössel, das; -s, -/-n norddt. Gänseküken
Gotik, die;.
- , jo, Pl.f europäischer Kunststil des
Mittelalters von etwa 1200 bis 1500: die Plastik,
Architektur, Malerei, Musik der G.
gotisch JAdj.; nicht adv.f 1. im Kunststil der Gotik:
eine gotische Kirche; die gotische Baukunst, Glas
malerei — 2. Druckerei die gotische Schrift
Schriftart mit spitzen Bogen und konsequent gebroche
nen Grund- und Verbindungsstrichen: etw. in
gotischen Lettern drucken
Gott, der; -(e)s, Götter 1.1. Io. PL; mit Art. nur
in Verbindung mit einem Attr.j in der Vorstellung
monotheistischer Religionen, bes. der christlichen
Religion, als überirdisch und allmächtig gedachtes
und kultisch verehrtes W esen: der G. der Christen;
Rel. G ., der Herr; die Allmacht, Gnade, Gebote
Gottes; der liebe, allmächtige G.; das W ort Gottes
(der T ext der Bibel)1; G. preisen, lästern, fürchten;
an G. glauben; zu G. beten; fin Ausrufenj umg.
ach, du lieber G .!; mein G .!; oh, G .!; großer G.!
/Ausrufe der Bestürzung, Verwunderung!; um Got
tes Willen! IAusruf der Ablehnung, Abwehrf; G.
sei Dank! fAusruf der Erleichterung!; gnade (dir)
G.!IAusruf der Drohung/; süddt. grüß G.!/Gruß-
formel/ 1.2. in der Vorstellung polytheistischer R eli
gionen ein unter vielen kultisch verehrten, als über
irdisch und mit übernatürlicher Kraft und Macht
begabt gedachtes W esen : die griechischen, germa
nischen Götter; der G. des Feuers
- f umg. weiß G. (wirklich, in der Tat); in Gottes
Namen (meinetwegen 2); leider Gottes (leider); G.
weiß (niemand weiß), wann, wo, wer, wie, was;
du bist wohl ganz von G. verlassen (tust etw. völlig
Unvernünftiges, Törichtes) !; leben wie G. in Frank
reich (im Überfluß leben); dem lieben G. den Tag
(weg)stehlen (faulenzen); den lieben G. einen from
men, guten Mann sein lassen (in den Tag hinein
leben); das wissen die Götter (das weiß ich, man
n icht); — ein / Bild für (die) Götter
gott/Gott] -bewahre /Ausruf; verstärkt eine Ver
neinung/ um g.: das darfst du g. nicht (keineswegs)
ernst nehmen!; ^erbarmen, das + umg. /emot./
zum G. erbärmlich (1): zum G. aussehen, frieren,
weinen
Götter|gatte, der umg. scherzh. Ehemann: ihr,
mein G. sagte ...
gott|ergeben j'Adj.f spött. (in sein Schicksal) er
geben, demütig: etw. g. hinnehmen
Götter] -sage, die: die griechischen Göttersagen;
- speise, die K ochk. unter Verwendung von Gelatine
hergestellte gallertartige Süßspeise mit Frucht
geschmack
Gottes/gottes] -acker, der 1and sch. Friedhof;
- dienst, der kultische Feier zur Verehrung Gottes
(1.1) durch die Gemeinde der Gläubigen: der evan
gelische, katholische, jüdische G .; zum G. gehen;
- fürchtig lAdj.j + / dreist und g.;
- haus, das
Rel. ev. kath. Kirche (1); -lästerung, die Rel.
(öffentliche) Schmähung, Beschimpfung Gottes (1.1);
- mutter, die jo. PL/ Rel. ev. kath. jBez. für
Maria als Mutter Ghristij; -sohn, der jo. PL/ Rel.
ev. kath. jBez. für Christus/
Gottheit, die; -,
- en Gott (1.2): eine G. anbeten,
verehren; die ägyptischen Gottheiten
Göttin, die; -,
-nen weiblicher Gott (1.2): die G. der
Weisheit, Gerechtigkeit; die germanischen, grie
chischen Göttinnen
göttlich fAdj.f 1. als von Gott (1.1) kommend be
trachtet: die göttliche Gnade; eine göttliche Ein
gebung, Erleuchtung — 2.1 . herrlich, wunderbar
(2.1) : eine göttliche Stimme, Musik, Schauspiele
rin; sie sang, spielte g. 2.2 . /emot./ ein göttliches
(köstliches) Mahl
gotts um g. \emot./\ : erbärmlich, -erbärmlich /A d j./
überaus erbärmlich: ein gottserbärmlicher Anblick;
g. aussehen, weinen; 7jämmerlich,
- jämmerlich
/Adj./ vgl.
- erbärmlich
Gott/gptt| -vater, der jo. Pl.j Rel. ev. kath. Gott
(1.1) als Vater Christi; -verdammt /Adj.; vorw.
attr.; emot.; drückt Unwillen, Ärger über die ge
nannte Person, Sache aus/: so ein gottverdammter
Lügner!; wo steckt bloß dieses gottverdammte
Buch?; -verlassen /Adj./ umg. /emot./: ein gott
verlassenes (sehr abgelegenes) Dorf; jmd. kommt
sich g. (sehr einsam) vor; -vertrauen, das Rel.
Vertrauen zu Gott (1.1); -voll /Adj./ umg.,
oft
scherzh. wunderbar (2.2), herrlich: ein gottvoller
Spaß, Anblick; er sah g. (sehr komisch) aus
Götze, der; -n, -n 1. /aus der Sicht der christ
lichen Religion emot. neg.j als Gottheit verehr
tes Wesen od. Bild: ein geschnitzter, heidnischer
G.; die Verehrung von Götzen — 2. etw. ist jmds.
G. etw. beherrscht völlig jmds. Denken und Handeln:
das Geld, die Karriere ist jmds. G .; der G. ihrer
Eitelkeit (ihre ihr Denken und Handeln völlig be
herrschende Eitelkeit)
Götzen] -bild, das; -dienst, der Anbetung, Ver
ehrung eines Götzen (1); O mit jmdm., etw. einen
G. treiben (jmdn., etw. kritiklos über alle Maßen
verehren, lieben)
Gourmand, der; -s,
-s [gurmd] geh. 1.1. Fein
schmecker 1.2. jmd., der viel ißt, Schlemmer
Gourmet, der; -s, -s [gurme:] geh, Feinschmecker,
bes. Weinkenner
Gouvernante — Gradnetz
497
Gouvernante, die; -,
-n [guv..] 1. spött. (ältliche)
streng wirkende, besserwisserische, ständig morali
sierende weibliche Person — 2. 'private Erzieherin,
Lehrerin, bes. der Kinder adliger Familien
gouvernantenhaft /Adj./ me eme Gouvernante (1)
Gouverneur, der; -s, -e [guvsrno:r] oberster V er
treter der Regierung eines Bundesstaates der USA
Grab, auch Grab, das; -(e)s, Gräber Stätte, an der
ein Verstorbener begraben liegt: ein G. schaufeln,
bepflanzen, pflegen, schänden; das G. der Eltern;
an jmds. G. stehen; Blumen auf jmds. G. legen;
jmd. liegt im G. (ist tot und begraben)
+ jmdn. zu Grabe tragen (jmdn. beerdigen); ver
schwiegen sein, schweigen wie ein G. (nichts weiter
erzäh len) ; sich selbst sein G., sich das eigene G. gra
ben (seinen eigenen Untergang selbst herbeiführen);
etw. bringt jmdn. noch ins G. (jmd. ärgert sich
maßlos über etw.,
etw. grämt jmdn. sehr); jmd.
würde sich im Grabe umdrehen (jmd. würde, wenn
er noch lebte, sich sehr ärgern, wenn er das wüßte od.
sähe); etw. zu Grabe tragen (etw., bes. eine Hoff
nung, einen Wunsch, Plan aufgeben); — miteinem
f t Bein im Grabe stehen
Grab], auch Grab|beigabe, die Gegenstand, der in ur-
und frühgeschichtlicher Zeit dem Toten ins Grab mit
gegeben wurde
graben (er gräbt), grub, hat gegraben 1.1 . etw. g.
mit einem geeigneten Instrument eine Vertiefung,
einen Hohlraum im Erdreich ausheben: mit der
Schaufel, dem Spaten ein Loch (in die Erde) g.;
eine Grube, einen Stollen, ein Grab g.; O der Fluß
hat sich ein neues Bett gegraben 1.2 . umg. er ist
im Garten und gräbt (er grabt um) — 2. nach etw. g.
2.1 . nach Bodenschätzen Schürfern nach Erz, Kohle,
Wasser g. 2.2. im Erdreich nach etw.,
bes. nach
Spuren od. Resten vergangener Epochen suchen: nach
Resten alter Siedlungen g.
—
3. sich in etw. g.
durch sein Gewicht, durch den Aufprall ins Erdreich
eindringen, einsinken: die Räder gruben sich tief
in den sandigen W eg; der Bug des Flugzeugs hatte
sich tief in den Erdboden gegraben — 4 . geh. etw.,
sichin etw. g. 4.1. etw. inetw. g. etw. in etw. einrit
zen od. einmeißeln: eine Inschrift in einen Grab
stein g .; O die Krankheit, das Alter hat tiefe Spuren
in jmds. Gesicht gegraben; sich in etw. g .: in seine
Stirn gruben sich Unmutsfalten 4.2 . diese Minuten,
Worte haben sich ihm tief ins Gedächtnis gegraben
(haben sich ihm tief eingeprägt) — 5. scherzh. etw.
aus etw. g. etw. mit Mühe aus einem großen, mit
vielen Dingen gefüllten Behältnis herausholen: es
dauerte eine ganze Weile, bis er sein Frühstück,
Schlüsselbund aus dem Rucksack gegraben hatte
4* sich selbst sein ^ Grab, sich das eigene Grab g.
Graben, der; -s, Gräben 1. langgestreckte (wasser
führende) Vertiefung, schmäler Einschnitt im Erd
bod en : ein tiefer, breiter, künstlicher, ausgetrock
neter G .; einen G. ausheben, zuschütten; der G.
neben einer Chaussee; Gräben zur Bewässerung
von Feldern; in einen G. fallen, stürzen, fahren; im
G. liegen; über einen G. springen — 2. Schützen
graben: im vordersten G. liegen
Graben] -böschung, die; -brach, der G eol. lang
gestrecktes, eingesunkenes Stück der Erdkruste;
- kampf, der Nähkampf im Schützengraben; -rand,
der
Grabes] -dunkel, das geh. tiefe Dunkelheit; -kälte,
die geh. feuchte Kälte; -stille, die geh. tiefe Stille;
-stimme, die: etw. mit G. (mit tiefer, ernster, un
heimlich klingender Stimme) sagen
Grab, auch Grab zu Grab| -geläut(e), das Glocken
geläut bei einer Beerdigung; -gesang, der Gesang (am
Grabe) bei einer Beerdigung; -gewolbe, das große,
unterirdische, ausgemauerte Gruft; -hügel, der Erd
hügel über dem Grab; -inschrift, die Inschrift auf
dem Grabstein, bes. Name, Geburts-, Sterbedatum des
Toten; -kammer, die Grabgewölbe; -kreuz, das an
einem Grab aufgestelltes Kreuz aus Holz od. Stein
mit dem Namen, Geburts-, Sterbedatum des Toten;
- mal, das künstlerisch gestaltete Grabstätte, oft von
monumentaler Größe: ein G. besichtigen; -platte,
die auf einem Grab liegende, künstlerisch gestaltete
steinerne od. metallene Platte mit dem Namen, Ge
burts-, Sterbedatum des Toten; -rede, die Rede, die
bei einer Beerdigung am offenen Grabe gehalten
wird; -Schändung, die strafbare Beraubung, Be
schädigung, Zerstörung eines Grabes; -Stätte, die
Grab; -stein, der an einem Grab aufgestellter,
künstlerisch gestalteter Stein mit dem Namen, Ge
burts-, Sterbedatum des Toten
Grab|tier, das Zool. Tier, das den Boden bewohnt
und sich darin mit Hilfe bestimmter, dafür geeig
neter Körperteile die notwendigen Hohlräume gräbt
Grabung, die; -,
- en jzu graben 2.2/ das Gräben
Gracht, die; -,
- en schiffbarer Graben, K anal in
niederländischen Städten
Grad, der; -(e)s, -ef- 1. /bei Maßangabe PI. Grad/
1.1. /Maßeinheit auf Skalen von Meßgeräten für
physikalische Erscheinungen, bes. für die Tempera
tur/ : das Thermometer zeigt fünf G. Celsius, 12 G.
Kälte, 30 G. im Schatten, sechs G. über, unter Null;
Wasser auf 100 G. erhitzen 1.2. /Maßeinheit des
Winkels/ 360. Teil des Kreisumfangs: ein Winkel
von 45 G.; das Dach hat einen Neigungswinkel von
30 G.; der Turmhat sich um 10 G.geneigt1.3. Brei
ten-, Längengrad: der 50. G. nördlicher, südlicher
Breite; Berlin liegt unter 13 G. östlicher Länge —
2.1 . /PI.
- e/ mehr od. weniger starkes Vorhandensein
einer Erscheinung, eines Zustandes, der Intensität
von etw .: den G. der Konzentration, Verschmut
zung, Helligkeit, Härte, Reife feststellen; M ed .
eine Verbrennung, Erfrierung dritten Grades^; etw.
hat, besitzt einen hohen G. an Wahrscheinlichkeit;
in geringem, hohem, bis zu einem gewissen Grade
(M a ß) übereinstimmen; er wurde plötzlich um
einige Grade freundlicher 2.2. eine Cousine zweiten
Grades (eine nicht in direkter Linie mit jmdm. ver
wandte Cousine) — 3. /PI.
- e/ von einer Universität,
Hochschule für wissenschaftliche Leistungen ver
liehener Titel als Stufe in einer Rangordnung:
einen akademischen G., den G. eines Doktors er
werben
Gradeinteilung, die Einteilung in Grade (1), bes.
auf einer Skala, auf dem Winkelmesser
Gradierwerk, das hohes, langes hölzernes Gerüst mit
aufgeschichtetem Reisig, über das langsam Sole
herabsickert, wobei ein Teil des Wassers verdunstet
und der Salzgehalt der Sole erhöht wird, bes. in
Luftkurorten zur Behandlung von Erkrankungen der
Atemwege
grad/Grad] -mäßig /Adj.; nicht präd./ graduell;
- messer, der; -s, - etw., was den Grad bes. der Güte
von etw. erkennen läßt: der Fischbestand eines Ge
wässers ist der G. für die Sauberkeit seines Wassers;
- netz, das /vorw. Sg./ aus Längen- und Breitengra-
32 Wörterbuch
den und deren Unterteilung bestehendes geographi
sches Koordinatensystem, das zur Bestimmung der
Lage eines Punktes auf der Erdoberfläche und zur
Orientierung dient
graduell /A dj.j [..u|sl] nach Graden (2.1) abgestuft,
aber nicht qualitativ verschieden, gradmäßig: gra
duelle Unterschiede
Grad]unterschied, der gradu eller U nterschied
Graf, der; -en, -en Angehöriger des mittleren Adels
in der Rangstufe zwischen Fürst und Freiherr; dazu
Gräfin, die; -nen
Grafik, die s . Graphik
gram /Adj.; nur präd. u . mit bleiben/ geh. jrndrn.
g. sein, bleiben jmdm. böse (3) sein, bleiben: du soll
test ihm nicht länger g. sein!; sie blieben einander
jahrelang g.
Gram, der; -(e)s, jo. PL/ tiefe Betrübnis, quälender
K u m m e r : ein stiller, verzehrender, tiefer G. nagt
an jmdm .; sich seinem G. überlassen; von G. er
füllt sein
grämen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. grämt jmdn. etw.
erfüllt jmdn. mit Gram: diese Zurückweisung, De
mütigung, dieser Verlust grämte ihn sehr; es grämte
ihn, daß ... 1.2. sich g. von Gram erfüllt sein: sie
grämt sich darüber, daß er nicht schreibt; dar
über brauchst du dich doch nicht so zu g .!; sie
wird sich noch zu Tode g.!; umg. das soll mich
nicht g. (das ist mir gleichgültig)
gram| -erfüllt lAdj./ von Gram zeugend:gramerfüllte
Augen; -gebeugt /Adj.f geh.: die gramgebeugten
(von Gram geprägten) Eltern
grämlich /Adj./ verdrießlich (1), m ißmutig: ein
grämlicher alter Mann; g. blicken; g. seinen Ge
danken nachhängen; mit grämlichem ( Verd rieß
lichkeit, Mißm ut ausdrückendem) Gesicht, gräm
licher Miene dastehen
gram |voll /Adj./ gramerfüllt
Gramm, das; -s, -e /Abk. g; bei Maßangabe PL
Gramm; Maßeinheit der Massel: ein Kilogramm
hat 1000 G .; dieser Brief wiegt 20 G., ist um einige
G. zu schwer; 200 G. Wurst kaufen
Grammatik, die; -,
-en 1. /o. PL/ (Wissenschaft von
den) Gesetzmäßigkeiten des Aufbaus morpholo
gisch und syntaktisch richtiger Äußerungen in einer
Sprach e: die G. formuliert die Regeln für richtige
sprachliche Äußerungen; die G. (das Regelwerk für
richtige sprachliche Äußerungen) der deutschen,
russischen Sprache beherrschen — 2. Lehrbuch, in
dem 1 dargestellt ist: in einer G. nachschlagen;
darüber geben die Grammatiken keine Auskunft
grammatikalisch /,A d j./ gram matisch
grammatisch /A d j.; zu Grammatik 1/: die gramma
tische Struktur einer Sprache; die grammatischen
Regeln; grammatische Fehler; g. richtig sprechen
und schreiben
GrammophQn, auch Grammophon, das; -s, -e mit
einem Schalltrichter versehenes Gerät zum Abspielen
von Schallplatten mittels stählerner Stifte
Grgn, das jin der Verbindung/ veraltend ein G.
ein bißchen, eine Spur: in seiner Stimme war ein G.
Ironie; darin liegt ein G. Wahrheit
Granat, der; -(e)s, -e Mineral, das bes. als roter
Halbedelstein bekannt ist
Granat|-apfel, der Frucht des Granatapfelbaums;
- apfelbaum, der vom östlichen Mittelmeergebiet bis
nach Vorderindien verbreiteter Strauch od. Baum
mit großen scharlachroten Blüten und eßbaren
498
graduell — Graphik
Früchten, die eine große Menge Samenkerne ent
halten
Granate, die; -,
-n mit Sprengstoff, chemischen
Kampfstoffen o. ä. gefülltes, mit einem Zünder ver
sehenes Geschoß, das mit Hilfe einer Waffe od. mit
der Hand ins Ziel geschleudert wird
Granat|-feuer, das jo. Pl.f das Abfeuern von Gra
naten, bes. Artilleriebeschuß; -schmuck, der jo. Pl.f
aus Granat hergestellter Schmuck; -Splitter, der
Splitter einer detonierten Granate; -trichter, der
durch Einschlag und Explosion einer Granate ent
stehende trichterförmige Vertiefung im Erdboden;
- werfer, der; -s, - k leines Geschütz mit glattem Rohr,
von geringem Gewicht und großer Beweglichkeit,
das die Granaten nahezu steil nach oben schießt
Grand, der; -s, -s [graq, auch grd] höchstes Spiel
im Skat, bei dem nur die Buben Trümpfe sind
Grande, der; -n,
-n Angehöriger des spanischen
Hochadels: stolz wie ein (spanischer) G.
Grandezza, die; -, /o. P L ; bes. von Männern/ geh.
hoheitsvolles, steif, gespreizt wirkendes Benehmen:
sich mit G. bewegen, verbeugen
grandios /Adj./ großartig (1), überwältigend (1.1):
ein grandioser Gedanke, Anblick, Erfolg; eine
grandiose Leistung; das hat er g. gemacht; iro n .
das war ein grandioser Einfall von dir!
Grandseigneur, der; -s,
- e/-s [grasenjo:r] oft
spött.: er benimmt sich, tritt auf wie ein G. (tut
sehr vornehm, großartig), lebt wie ein G. (lebt ver
schwenderisch)
Granft, auch Granit, der; -(e)s, -e magmatisches
Gestein von körniger Beschaffenheit: ein Denkmal,
Grabstein aus G.
+ umg. bei jmdm. auf G. beißen (bei jmdm. auf
starken Widerstand stoßen, nichts erreichen können)
Granit|, au ch Granit|block, der /PL -blocke/
graniten jAdj.; nur attr./ aus Granit bestehend:
eine granitene Säule, Tafel
Granitj, au c h Granit|feisen, der
Granne, die; -,
- n 1. borstige Spitze an den Blüten
von Gräsern: die langen Grannen der Gerste —
2. Grannenhaar
Grannen|haar, das langes, oben verdicktes Haar im
Haarkleid von Pelztieren: ein Fell mit dichtem,
silbrigem G.
grantig /Adj./ land sch. schlechtgelaunt, verdrieß
lich (1): g. werden; jmdn. g. ansehen; er ist heute
furchtbar g.
Granulat, das; -(e)s, -e durch Granulieren gekörnte
Substanz: dieses Düngemittel kommt als G. in den
Handel
Granulationsgewebe, das Med. bei der Heilung ge
schädigten Gewebes entstehendes Bindegewebe, das
reich an Gefäßen ist
granulieren /sw. Vb.; hat/ fachspr. eine Masse in
Körner möglichst einheitlicher Größe zerkleinern od.
eine pulverförmige Masse zu Körnern binden:
Schlacke g.; granuliertes Waschpulver, Super
phosphat
Granulom, das; -s, -e Med. geschwulstartige Bil
dung von Granulationsgewebe: der Zahn hat an der
Wurzelspitze ein G.
Grapefruit, die; -,
-s [gre:pfru:t] Pampelmuse
Grapefruit|saft, der
Graphik, die; -,
- en 1. jo. PL; zusammenfassende
Bez. für die Kunst der zeichnerischen Darstellung
auf Papier, Karton, Pergament sowie für alle künst
Graphiker — grau
499
lerisch ausgeübten manuellen Techniken zur Her
stellung von Druckformen, mit denen Bild und
Schrift vervielfältigt werden/: eine Ausstellung von
Werken der Malerei und G.; die Entwicklung der
politischen G. in den zwanziger Jahren — 2 . Blatt
(2.1) mit dem Abdruck einer von einem Künstler
manuell hergestellten Druckform: eine G. kaufen;
eine Sammlung zeitgenössischer Graphiken
Graphiker, der; -s, - 1. Künstler, der Handzeich
nungen und Vorlagen zur Vervielfältigung durch
Druck manuell herstellt — 2. Facharbeiter, der die
Arbeiten von 1 vervielfältigt
graphisch jAdj.; nicht präd.j 1. die Graphik (1)
betreffend: die graphische Kunst — 2. etw. g . dar
stellen {Zahlen, Vorgänge zur Veranschaulichung
in Form von Kurven od. Linien zeichnerisch,
schem atisch darstellen ) ; eine graphische Darstellung
Graphit, auch Graphit, das; -(e)s, -e schwarzgraues,
schwach glänzendes, weiches Mineral aus reinem
Kohlenstoff: G. für die Herstellung von Bleistift
minen verwenden
Graphologie, die; -, jo. P l.j 1.1. die gerichtliche G.
{Lehre von der Analyse einer Handschriftzum Zwecke
der Identifizierung des Schreibers) 1.2. Lehre, die aus
der Analyse der Handschrift eines Menschen Aus
sagen bes. über dessen psychische, charakterliche und
intellektuelle Eigenschaften abzuleiten versucht; dazu
graphologisch /A dj.; nicht präd.j
grapschen j&w. Vb.; hat/ landsch. umg. 1.1. etw.
rasch {und gierig) ergreifen: er grapschte das Geld
und rannte hinaus 1.2. nach etw. g. rasch (und
gierig) nach etw. greifen : er grapschte nach ihrer
Hand
Grgs, ufccAGras, das; -es, Gräser 1. einkeimblättrige,
in zahlreichen Arten vorkommende, meist krautige
P fla n z e : mehrjährige Gräser; die Getreidearten
gehören zu den Gräsern — 2. jo. PI./ den Erdboden
überziehende Menge aus 1, z. B . als Wiese, Rasen:
grünes, dichtes, weiches, hohes, dürres G .; G. säen;
das G. mähen; sich ins G. legen; mit G. bewachsene
Wege
+ über etw. G. wachsen lassen (etw. in Vergessen
heit geraten lassen); umg. spött. das G. wachsen
hören (sich besonders klug dünken); salopp ins G.
beißen (sterben)
grgs/Gras, auch gras/Gras| -bewachsen /A d j.; nicht
ad v.): grasbewachsene W ege; -büschel, das; -decke,
die Gras (2) und seine den Beden durchziehenden
Wurzeln
grasen j&w. Vb.; hat/ Gras fressen, weiden (1.1): die
Kühe grasten friedlich (auf der Weide)
Gras/gras, auch Gras/gras| -fleck, der durch den Saft
des Grases hervorgerufener grüner Schmutzfleck bes.
auf der Kleidung; -futter, das als Viehfutter ver
wendetes, abgemähtes Gras; -grün jAdj./ leuchtend
grün wie frisches Gras; -halm, der; -hüpfer, der;
-s,
-
umg. bes. auf Wiesen lebende kleine Heu
schrecke; -land, das jo. Pl.j grasbewachsene Boden
fläche, bes. Weide, Steppe; -mäher, der Mäh
maschine, mit der Gras gemäht wird; -mücke, die
in zahlreichen A rten vorkommender, meist graugrün
od. bräunlich gefärbter kleiner Singvogel; -narbe, die
Grasdecke; -samen, der
grassieren jsw. Vh.; hat/ eine Krankheit grassiert
eine Krankheit tritt gehäuft, epidemisch auf: die
Grippe grassiert wieder; O ein Gerücht gras
siert
gräßlich jAdj.j 1.1. physischen Ekel, Abscheu er
regend: ein gräßlicher Anblick, Gestank; etw.
riecht, klingt g.; etw. sieht g. aus; g. verstümmelt,
entstellt sein 1.2 . moralische Entrüstung hervor
rufend, verwerflich: ein gräßliches Verbrechen; eine
gräßliche Lüge, Verleumdung 1.3. jem o t.j sehr
unangenehm: ein gräßiehes Wetter; gräßliche
Schmerzen haben; es ist g. kalt, tut g. weh; jmdn.
in eine gräßliche Situation bringen — 2 . jad v .;
drückt emotional in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: g. (sehr) müde, liederlich sein; es war
g. langweilig
Gras|, auch Gras [wuchs, der 1. das Wachsen des
Gra ses: etw. beschleunigt den G.
—
2. Grasdecke:
junger, üppiger G.
Grat, der; -(e)s, -e 1. schmäle Kammlinie eines Ge
birgsrückens: ein scharfer, steiler G .; den G. ent
langwandern — 2. Techn. durch Stanzen, Gießen
entstandene Unebenheit an Rändern von Werk
stücken: die Grate $bfeilen, -schleifen
Gräte, die; -,
-n 1. spitze, fadenförmige, meist ge
gabelte Verknöcherung zwischen den M uskeln der
Knochenfische: sich an einer G. verschlucken;
einen Fisch zerlegen und die Gräten entfernen —
2. jnur im PLI salopp da kann man sich ja seine,
die Gräten (Knochen) brechen!
Gratifikation, die; -,
-en /heute noch BRDj be
sondere Vergütung, Sonderzuwendung: er erhielt
zu Weihnachten eine G. von seiner Firma
gratis /Adv./ kostenlos, unentgeltlich: jmdm. etw. g.
geben, liefern; das bekommen Sie g.
Gratis|probe, die kleine Menge eines neu einge
führten Artikels, die aus Gründen der Werbung
kostenlos zum Probieren abgegeben wird
Grat|linie, die jz u Grat 1/
Grätsche, die; -,
-n Turnen 1.1. Sprung mit ge
grätschten Beinen über etw., bes. ein Turngerät: mit
einer G. über den Barren, Bock springen 1.2 . eine
G. machen (die Beine grätschen)
grätschen jsw. Vb.; hat, ist/ Turnen 1.1. (hat)
die Beine g, (beide gestreckten Beine gleichzeitig
seitwärts spreizen); bei dieser Übung bleiben die
Beine gegrätscht 1.2 . (ist) über etw. , bes. ein Turn
gerät g. (mit gestreckten, seitwärts gespreizten Bei
nen über etw., bes. ein Turngerät, springen)
Gratulant, der; -en, -en jmd., der jmdm. gratuliert
Gratulation, die; -en 1. Glückwunsch: meine herz
lichste G .!
—
2. das Beglückwünschen: zur G. fan
den sich viele Kollegen ein
Gratulatipnsl -cour, die; -,
- en [..ku:r] feierliche
offizielle Gratulation (2) einer hochgestellten Persön
lichkeit durch zahlreiche Gratulanten; -schreiben,
das Glückwunschschreiben
gratulieren jsw. Vb.; hat/ jmdm. g. jmdm. seinen
Glückwunsch zu etw. aussprechen, jmdn. beglück
wünschen: jmdm. (herzlich) zum Geburtstag, zur
Hochzeit, zum Examen, zur Auszeichnung g .;
jmdm. zu einer Entdeckung g.; darf man (schon)
g. (ist die Sache erfolgreich überstanden) ?
■f um g. sich zu etw. g. können über etw. froh sein
können: er kann sich g., daß er dabei nicht erwischt
wurde
grau /Adj.j 1.1. von einer Farbe, die aus Schwarz
und Weiß gemischt ist: die graue Haut des Ele
fanten; graues Gestein; ein grauer Bock; er hat
graue Augen; der Himmel ist g.; g. wie eine Maus;
ein helles, dunkles Grau; sie trägt gern Grau; die
32*
500
grauäugig — Gravität
Farbe Grau 1,2* graues (durch Älter farblos ge
wordenes, ergrautes) Haar; jmd. ist g. (hat ergrautes
Haar); alt und g. werden 1.8. ein graues (durch
Blutleere fahles) Gesicht; plötzlich wurde er ganz g.
im Gesicht — 2. öde (1.3), eintönig (1.2), trostlos
(3): ein graues Einerlei; der graue Alltag; jmdm.
kommt alles g. und öde vor — 3, (nur attr.( 8.1*
sehr weit zurückliegend, längst vergangen: in grauer
Vorzeit; vor grauen Zeiten 3.2 . etw. liegt in grauer
(sehr ferner, weiter) Zukunft, Ferne — 4 . (nur attr.j
der graue / Star
-f- etw. g. in g. malen (etw. 'pessimistisch darstellen);
—
sich über, wegen, um etw. keine grauen /
Haare wachsen lassen
grau/Grau| -äugig /Adj.; nicht adv.( mit grauen
Augen; -hart, der umg. Mann mit ergrautem Bart;
- b ärtig /Adj.; nicht adv./ mit einem ergrauten Bart;
- blau /Adj.( von einer Farbe zwischen grau und blau:
graublaue Augen; -brot, das land sch. Mischbrot
aus Roggen- und Weizenmehl
grauen (sw. V b.; hat/ I. es, der Morgen graut (die
Morgendämmerung bricht an); beim ersten Grauen
des neuen Tages; der Abend graut (die Abend
dämmerung bricht an) — H .I . jmdm., jmdn. graut
(es) vor etw., jmdm. jmd. empfindet Furcht, Grauen
vor etw. Zukünftigem: ihm, ihn graute (es) vor der
Kälte, Trennung, Entscheidung — 2 . sich vor
jmdm. , etw. fürchten: das Band hat sich vor ihm
gegraut
Grauen, das; -s, • 1. (o. Pl.j mit lähmender Furcht
gepaartes Entsetzen vor etw. Unheimlichem, Unheil
vollem, Gräßlichem : ein tiefes, eisiges G. packt
jmdn. ; ein leises G. überkommt, erfüllt jmdn.; etw.
mit G. erkennen, innewerden; die Schilderung, der
schreckliche Anblick erregte allgemeines G.
—
2. Entsetzen und Furcht verbreitende Wirkung von
etw. Unheilvollem: das G., die G. des Krieges, der
Bombennächte; die zerstörte Stadt bot ein Bild des
Grauens
grauen|erregend (Adj.( Grauen hervorrufend: ein
grauenerregender Anblick
grauenhaft lAdj.j 1. grauenerregend, gräßlich (1.1,
1.2): ein grauenhafter Anblick, Mord — 2. um g.
Idrückt emotional in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: sie sang (einfach) g. (sehr schlecht); hier
sieht es ja g. (sehr unordentlich) aus
grauen|voll (Adj.( grauenerregend, gräßlich (1):
ein grauenvoller Anblick, grauenvolles Ver
brechen; eine grauenvolle Stille
grau/Grau| -grün /Adj./ von einer Farbe zwischen
grau und grün; -guß, der fachspr. Eisen mit Zu
sätzen von Mangan und Silizium, das eine graue
Bruchfläche hat; -haarig (Adj.f mit ergrautem Haar;
- köpf, der umg. Mann mit ergrautem Haar
graulen (sw. Vb.; hat/ umg. 1.1. sich g. sich fürch
ten (1.1): sich im Dunkeln g.; sich vor einer Ar
beit, Prüfung, Auseinandersetzung g. 1 .2 . jmdm . ,
jmdn. grault (es) jmdm. graut es: ihm graulte, es
graulte ihm bei dem bloßen Gedanken ...
—
2. jmdn. aus dem Haus, der Wohnung g. (jmdn.
durch unfreundliches, schikanöses Verhalten dazu
bringen, daß er aus dem Haus, der Wohnung aus
zieht)
graulich (Adj.f umg. gruselig, unheimlich (1)
grau|meliert /Adj.; nicht adv.j: graumeliertes (mit
ergrauten Haaren durchsetztes) Haar
Graupe, die; -,
- n (vorw. Pl.j geschältes Getreidekorn,
bes. der Gerste, das gekocht als Nahrungsmittel
verwendet wird : aus Graupen einen dicken Brei
kochen
Graupel, die; -,
-n (vorw. Pl.f in Schauern als
Niederschlag fallendes kleines Körnchen bes. aus
gefrorenem, geballtem Schnee: Niederschläge in
Form von Schnee oder Graupeln
graupeln jsw. Vb.; hat/: es graupelt (Graupel fallen
als Niederschlag herab)
Granpel[schauer, der Schauer in Form von Graupeln
graus (Adj.; vorw. attr.f veraltend grausig: eine
grause Tiefe, Dunkelheit
Graus, der; -es, (o. Pl.f 1. veraltend das Grausen:
ein kalter G. packte ihn — 2 .(in den Verbindungen/
umg. es ist (mit jmdm., etw.) ein G. es ist (mit ihm)
nicht auszuhalten, es ist schrecklich: es ist ein G. (mit
ihm), er wird von Tag zu Tag vergeßlicher; umg.
scherzh. o . G .! (gespieltes Entsetzen ausdrückender
Ausruf/
grausam (Adj.( 1.1 . in seinem Verhalten gegenüber
Menschen (und Tieren) brutal, gefühllos (und ge
walttätig), andere quälend: ein grausamer Mensch;
jmd. ist (kalt und) g.; jmdn. g. behandeln, unter
drücken; ein Tier g. quälen; sich g. rächen 1.2 . von
1.1 zeugend: eine grausame Strafe, Rache; mit
grausamer Gewalt vorgehen — 2 . peinigend, sehr
sch lim m : grausamen Durst, grausame Schmerzen
haben — 3. /adv./ umg. (emot.j g. (sehr) müde sein;
sechs g. lange Tage warten müssen
Grausamkeit, die; -,
-en 1./o. PL; zu grausam 1.1/:
seelische G .; mit beispielloser G. vorgehen —
2. /vorw. PI .) grausame (1.1) Handlung: Grausam
keiten begehen
grausen (sw. Vb.; hat/ 1. jmdm., jmdn. graust (es)
vor jmdm., etw. jmd. empfindet Grausen vor jmdm.,
etw.: ihm, ihn grauste (es) vor dem Toten, der Ein
samkeit; es graust einem, einen bei dem Gedanken
...
—
2. sich vor etw., jmdm. fürchten; er grauste sich
davor
Grausen, das; -s, (o. PI./ Grauen: ein kaltes, eisiges
G. überkommt, erfüllt jmdn.; sich mit G. ab-
wenden
grausig (Adj.( grauenerregend: ein grausiger An
blick, Mord; er war g. verstümmelt
grauslich (Adj.( landsch. grauenerregend, gruselig
grau/Grau| -weiß (Adj.( von einer Farbe zwischen
grau und weiß; -Zone, die zweifelhafter (od. zwie
lichtiger) Bereich, bes. im Hinblick auf Legalität und
Illegalität
grave (Adv./ [..va] Mus. gewichtig und langsam
Graveur, der; -s, -e [..v0 :r] Fachmann, der Gra
vuren ausführt
gravid (Adj.j [ .. v . .] Med. schwanger; dazu Gravidi
tät, die; -,
-en (vorw. Sg .j Schwangerschaft
gravieren /sw. Vb.; hat; / auch gravierend/ [..v . .]
1.1. etw. in etw. g. eine Verzierung od. Schrift in
Metall, Glas, Stein, Plast einschneiden, -ritzen od.
- stechen: ein Monogramm in die silbernen Löffel,
Ornamente in Glas g. 1.2. einen Ring g. (eine Ver
zierung od. Schrift in den Ring einschneiden,
- ritzen od.
- stechen)
gravierend /Adj.; nicht adv.;
auch gravieren/
[..v . .] schwerwiegend: gravierende Verluste, Um
stände, Tatsachen, Unterschiede, Meinungsver
schiedenheiten
GravierInadel, die spitzes Gerät zum Gravieren
Gravität, die ;
(o. Pl.j [ ..v ..] veraltend, oft
Gravitation — Grenze
501
spött. steife, gemessene, feierliche Würde: mit G.
einherschreiten
Gravitation, die; -, fo. PL/ [..v . .] Phys. Eigen
schaft von Massen,
gegenseitig anzuziehen,
Massenanziehung: die G. der Erde, Planeten
Gravitations Phys.|
-gesetz, dasjo.PI .jdas (Natur
gesetz der Gravitation; -kraft, die /o. Pl.j Kraft, mit
der sich Massen anziehen
gravitätisch /Adj./ [..v . .] oft spött. mit steifer,
gemessener; feierlicher W ürde: eine gravitätische
Verbeugung; g. schreiten
Gravur, die; -,
- en f..v . .] gravierte Verzierung od.
Schrift, das Eingravierte: ein Armband mit einer
zierlichen G.
Grazie, die; -,
-n [..io] 1. /o. P/./ Anmut, Liebreiz:
eine natürliche, jugendliche G .; viel G. haben —
2. /nur im PL/ 2.1 . die drei Grazien (Göttinnen der
römischen Mythologie, efo'e 1 verkörpern) 2.2.
scherzh. die beiden, drei Grazien (zwei, dm jungen
Mädchen, auch älteren Frauen, die ww Sprecher in
bestimmter W eise als zusammengehörig betrachtet
werden)
grazil /Adj./ zartgliedrig und anmutig: ein graziles
Mädchen; eine grazile Figur haben; O grazile
Barockmöbel
graziös /Adj.f mit Grazie (1), anm utig: eine graziöse
Tänzerin, Bewegung; g. tanzen, turnen; sich g.
verneigen
grazioso jAdv.j Mus. graziös, anmutig
Greif, der; -(e)s/-en, -e/-en 1, geflügeltes Fabeltier
mit dem Leib eines Löwen, dem Kopf eines Baub-
vogels und Krallen an den Füßen — 2. fvorw. Pl.j
Greifvögel
Greifbagger, der Bagger mit einem Greifer
greifbar /Adj.f 1.1. die Unterlagen hierfür sind nicht
g. (aufzufinden); das Buch lag in greifbarer (un
mittelbarer) Nähe; das Gebirge, Ziel lag g. (sehr)
nahe vor uns 1.2. /nur präd./ dieses Buch ist zur
Zeit nicht g. {vorrätig, lieferbar) — 2. konkret, offen
kundig: ein greifbarer Erfolg; greifbare Beweise
liegen nicht vor
greifen, griff, hat gegriffen 1.1. die Hand auf ein
Ziel hin bewegen, mit den Fingern die Bewegung aus
führen, durch die man etw. mit ihnen umschließt und
es damit an sich nim mt: seit dem Schlaganfall kann
er nicht mehr g.; ins Leere g.; nachetw., jmdm. g .;
er griff nach seinem Mantel, ihrer Hand; in die
Tasche g. und etw. herausholen; suchend um sich
g.; O Sport der Torwart mußte hinter sich g.
(konnte nicht verhindern, daß der Ball ins Tor ging)';
das Gebirge lag zum Greifen nahe vor uns;nach dem
Titel, der Meisterschaft g. (den Titel, die M eister
schaft zu erringen suchen) 1.2. (sich) etw. g . etw.
durch 1.1 in die Hand nehmen: er griff (sich) seinen
Hut; er griff seine Tasche am Henkel und ging;
sich ein Buch vom Bega! g.; jmdn. an etw. g .: er
griff sie am Arm (schloß seine Finger um ihren Arm)
1.8. zu etw. g. etw. in die Hand nehmen, um damit
etw. zu tun : zum Spaten, zur Zange g.; gern zu
einem guten Buch g. (gern ein gutes Buch lesen);
<0 zu einer List, zur Selbsthilfe g. (eine L ist, Selbst
hilfe meist als letzte Möglichkeit anwenden) 1.4 . an
etw. g. etw. mit seiner Hand, seinen Händen be
rühren : sich an die Stirn, die Mütze g.; in etw. g .:
in die Tasten, Saiten g. (auf einem Tasten-, Saiten
instrument spielen); einen Akkord g. (spielen)
1.5. Techn. etw. greift in etw. etw. greift in etw.
ein: das Zahnrad greift in das Getriebe — 2. jmdn.
fassen (3), festnehmen: der Dieb konnte bald ge
griffen werden
+ etw. greift um sich etw. breitet sich aus: das
Feuer, die Epidemie greift um sich; umg. den
werde ich mir g. (zur Bede stellen, zur Verant
wortung ziehen)!; — jmdm. unter die / Arme g.;
etw. ist zu
hoch, aus der / Luft gegriffen; nach
den / Sternen, dem rettenden / Strohhalm g .;
tief in die / Tasche g. müssen; zu den / Waffen g.
Greifer, der; -s, - au s zwei gelenkig miteinander ver
bundenen Schalen od. Gabeln mit stählernen Zinken
bestehende Vorrichtung am Kran, Bagger, die geöff
net herabgelassen, dann geschlossen werden und dabei
zu beförderndes Gut aufnehmen od. Gräben ausheben:
ein G. befördert Kies, Kohle, Getreide in die
Waggons; Schrott, Heu mit einem G. aufnehmen
Greif| -vogel, der /Raubvogel/; -Werkzeug, das
zangenartiger Körperteil bestimmter Insekten, Kreb
se; -zange, die meist leichte Zange zum Ergreifen
von etw., bes. von Stücken von etw .: Kekse mit der G.
in die Tüte füllen
greinen /sw. Vb.; hat/ veraltend 1. (klagend,
jammernd) weinen (1.1): das Baby hat die ganze
Nacht gegreint — 2. weinerlich jammern (1): die
Alte greinte über die zerschlagene Schüssel
greis /Adj.; vorw. attr.j geh. sehr alt (1.1): der
greise Vater; die greise Großmutter; sein greises
(von hohem Alter gezeichnetes) Gesicht, Haar
Greis, der; -es, -e sehr alter M ann: ein würdiger,
rüstiger, schwacher G.
Greisen| -alter, das /o. P l.j sehr hohes Alter: im G.
stehen; in das G. eintreten; -gesicht, das /PI.
- er/
greisenhaftes Gesicht
greisenhaft /Adj.f dem Greisenalter entsprechend;
s e n il: mit greisenhafter Stimme, Geschwätzigkeit;
g. werden
Greisin, die; -nen sehr alte Frau
grell /Adj./ 1 .1 . blendend hell (1): grelle Blitze; im
grellen Scheinwerferlicht; aus dem Schatten in die
grelle Sonne treten 1.2 . zu kräftig, zu leuchtend im
Farbton: eine grelle Farbe; ein grelles Bot; O etw.
in den grellsten Farben (stark übertreibend) schil
dern — 2. in schrillen Tönen laut erklingend: ein
greller Pfiff, Schrei; grelle Dissonanzen; g. lachen,
klingen
grell zu grell 1.2| -bunt /Adj./ in grellen Farben ge
halten: grellbunte Plakate; -gelb /Adj./; -grün
IAdj.f; -rot /Adj./
Gremium, das; -s, Gremien [..Ion] für eine be
stimmte Aufgabe gebildete Gruppe von Fachleuten,
Ausschuß (I), Kommission: ein internationales,
großes G. (von Spezialisten); in einem G. mit-
arbeiten
Grenz | -bahnhof, der vgl.
- dorf; -befestigung, die
Anlage zur Sicherung, Verteidigung einer Staats
grenze; -bereich, der 1* Bereich, der sowohl zu dem
einen als auch zu (dem) anderen von zwei od, mehr
benachbarten Sphären gehören kann : dieses Problem
liegt im G. zwischen Chemie und Medizin — 2 .
Grenzgebiet (1); -dorf, das unmittelbar an einer
Staatsgrenze gelegenes Dorf
Grenze, die; -,
-n 1.1 . in der Regel durch Vertrag
festgelegte, markierte Linienführung, die das Terri
torium eines Staates von den ihm benachbarten
Staaten od. von der hohen See trennt, Staatsgrenze:
eine Landkarte mit den politischen Grenzen; die
502
grenzen — grienen
Grenzen Bulgariens; die G. zwischen beiden Staa
ten, Ländern; dieG. verläuft aufdem Gebirgskamm;
eine G. festsetzen, markieren, korrigieren, an
erkennen, verletzen; die G. passieren, über
schreiten 1.2 . durch eine künstlich angelegte M a r
kierung, hes. einen Zaun od. durch natürliche Ge
gebenheiten gebildete Linie, Fläche, die bes. Grund
stücke, bestimmte (geographische) Gebiete vonein
ander, von der Umgebung trennt: die geographischen
Grenzen des Thüringer W aldes; ein Graben, Zaun
bildet die G. zwischen beiden Äckern, Garten;
O die fließenden Grenzen zwischen Biologie und
Chemie, zwischen schön und häßlich — 2 . das
äußerste od. zulässige M aß (1.2 .2): etw. geht bis an
die G. des Erlaubten, Möglichen, überschreitet die
G. des Erträglichen; die G. der Leistungsfähigkeit
erreicht haben
+ etw. hält sich in Grenzen (ist nicht übermäßig
groß, gut; ist erträglich); jmdn. in die Grenzen
(ver)weisen (jmdn. zurechtweisen); jmdm.,
einer
Sache sind Grenzen gesetzt (jmd. kann nicht alles
tun, was er will, etw. kann nicht so weitergehen wie
bisher); jmd. kennt seine Grenzen (weiß, wie weit
er gehen kann, was er leisten kann); etw. kennt keine
Grenzen etw. ist grenzenlos, maßlos: jmds. Be
geisterung, Eifer, Ehrgeiz, Haß kennt keine Grenzen
grenzen /sw. Vb.; hat/ etw. grenzt an etw. 1.1. ein
Staat, Grundstück berührt sich an seiner Grenze (1)
mit etw.: im Osten grenzt unser Land an Polen; der
Garten grenzt an den See 1.2. etw. kommt einer
Sache nahe, fast gleich: seine Virtuosität grenzt ans
Geniale, an ein Wunder; das grenzt schon an Be
leidigung, Wahnsinn
grenzen/Grenzen| -los lAdj.f 1. von scheinbar u n
ermeßlicher Ausdehnung (2): die grenzenlose Ebene
breitete sich vor ihnen aus; die grenzenlose W eite
—
2. /emot./ 2.1 . /nicht adv./ sehr groß (8): jmds.
grenzenlose Geduld, Bewunderung, Angst, W ut;
die Begeisterung war g. 2 .2 . /adv./ g. (seh r) glück
lich sein; sie tat ihm g. leid; zu 1 u. 2.1
- losigkeit,
die; fo. PI./
Grenz/grenz| -fall, der im Grenzbereich (1) liegender
Fall; -Haß, der vgl.
- gewässer; -gebiet, das 1. u n
mittelbar an einer Staatsgrenze gelegenes Gebiet (für
das besondere Rechtsvorschriften gelten) : im G. woh
nen, ohne Passierschein aufgegriffen werden —
2. Grenzwissenschaft: die Biochemie ist ein G .; -ge-
wasser, das Gewässer, das eine Staatsgrenze bildet,
durch das die Staatsgrenze verläuft; -konflikt, der
Konflikt zwischen benachbarten Staaten an ihrer od.
über den Verlauf ihrer gemeinsamen Grenze; -kon-
trolle, die Paß-, Zollkontrolle beim Passieren einer
Staatsgrenze; -koutrollpunkt, der vgl.
- Übergang;
- mirkierung, die Zeichen, das den Verlauf einer
Staatsgrenze anzeigt; -pfähl, der Pfahl als Grenz
markierung; -polizei, die vgl.
- truppe; -posten, der
an einer Staatsgrenze diensttuender Posten der
Grenztruppe; -provokation, die gegen die Inte
grität einer Staatsgrenze gerichtete A ktion en ),
strafbare Handlung(en) an dieser Grenze; -scheide,
die Grenze (1.2): der Fluß bildet die G .; O ari der
G. zu einer neuen Zeit; Sicherung, die Sicherung,
Schutz einer Staatsgrenze durch Grenztruppen und
entsprechende Anlagen; - sicherungsanlage, die
/vorw. Pl.f; -Soldat, der Soldat der Grenztruppe;
- Stadt, die vgl. Grenzdorf; -trappe, die /vorw. Pl.f
Truppe zur Erfüllung polizeilicher und militärischer
Aufgaben bei der Sicherung einer Staatsgrenze;
- Übergang, der 1. zwischenstaatlich festgelegte
Stelle, an der Personen, Waren, Fahrzeuge eine
Staatsgrenze entsprechend den gesetzlichen Bestim
mungen passieren dürfen: beide Staaten haben ver
traglich vereinbart, einen neuen G. zu öffnen —
2. das Passieren von 1: beim G. kontrolliert werden;
-ü berschreitend /Adj.; n u r attr.fx der grenzüber
schreitende Verkehr (eine Staatsgrenze entspre
chend den gesetzlichen Bestimmungen überschrei
tender Verkehr von Personen, Waren, Fahrzeugen,
Postsendungen); -Übertritt, der Grenzübergang (2);
- verkehr, der; der kleine G. (in zwischenstaatlichen
Vereinbarungen geregelter, erleichterter Personen
verkehr zwischen den Bewohnern der Grenzgebiete
zweier benachbarter Staaten); -Verletzer, der; -s, -
eine Staatsgrenze illegal, widerrechtlich überschrei
tende Person; -Verletzung, die; -wert, der 1. Techn.
Phys. größter od. kleinster Wert in einem festgelegten
Bereich von Werten — 2 . Math, endliche Zahl, die
die Glieder einer Zahlenfolge od. die Werte einer
Funktion im Unendlichen annehmen; -Wissenschaft,
die Wissenschaft, deren Gegenstand im Grenzbereich
zwischen zwei anderen Wissenschaften liegt; -Zie
hung, die Festlegung einer Grenze; -Zwischenfall,
der lokal und zeitlich begrenzter Grenzkonflikt
Gretchenfrage, die \o. P l.f wichtige und schwierige
Frage, von deren Beantwortung vieles abhängt, bes.
die Frage nach jmds. grundsätzlicher Stellung zu etw.,
Gewissensfrage
Greuel, der; -s,
-
1. [vorw. Pl.f grauenerregend
Scheußliches, Abscheuliches, bes. unmenschliche Tat,
Handlung: die faschistischen G.; die G. des Krie
ges; G. begehen, verüben; einem G. ein Ende
machen — 2 . etw., jmd. ist jmdm. ein G. etw.,
jmd. ist jmdm. äußerst zuwider: er, dieses Bild,
seine Kriecherei ist mir ein G.
Greuel| -märchen, das /vorw. Pl.f nicht auf Tat
sachen beruhender Bericht von Greueln, schlimmen
Taten, Zuständen: G. erzählen; -tat, die /vorw. Pl.f
Greuel (1)
greulich /Adj.f 1.1. physischen Widerwillen hervor
rufend, abscheulich (1.1): ein greulicher Anblick,
Gestank; etw. klingt g. , sieht g. aus; seine Hand ist
g. verstümmelt 1.2 . moralischen Widerwillen her
vorrufend, verwerflich, abscheulich (1.2): ein greu
liches Laster, Verbrechen; jmds. Egoismus,
Skrupellosigkeit g. finden — 2. umg. jemot.f
2.1. /nicht adv./ sehr unangenehm: in einer greu
lichen Klemme sein; greuliche (sehr heftige) Zahn
schmerzen haben; so ein greuliches (sehr schlechtes
2.1) Wetter!; sie sang (einfach) g. (unerträglich
schlecht 1.1) 2.2 . /adv.; drückt in negativem Sinne
einen hohen Grad aus/: es war g. (sehr, überaus)
kalt; das tut g. weh
Griebe, die; -,
- n 1. /vorw. Pl.f 1.1. fester Rückstand
von ausgelassenen Speck-,
Talgwürfeln: knusprige
Grieben 1.2. Fettstückchen in der Wurst: die Wurst
hat zuviel Grieben — 2. landsch. grindiger Aus
schlag am Mund
Grieben| -fett, das /o. PL/ vgl.
- s chmalz; -schmalz,
das Schmalz mit Grieben (1.1)
Griebs, der; -es,
-e landsch. Kerngehäuse des
Apfels, der Birne: den G. mitessen, (aus dem Apfel)
herausschneiden
grignen /sw. Vb,; hat/ landsch. grinsen: frech,
verlegen g.
Griesgram — grob
503
Gries/gr|es| -gram, der; -(e)s, -e mürrischer, ver
drossener M ensch: ein alter G.; dazu -grämig /Adj./
Grieß, der; -es, jo. Pl.j 1. fachspr. jPl.
-e/ fein
körniges Nährmittel aus gemahlenen Getreidekör
nern : feiner, grober G.; den G. fünf Minuten
kochen — 2. G. (Brei, Pudding, Suppe aus 1)
essen
Grieß| -brei, der jo. PL/; -pudding, der; -suppe, die
Griff, der; -(e)s, -e 1.1. das Greifen (1.1, 1.2): ein
letzter, rascher G., und alles war fertig; jmdn. mit
energischem, hartem, eisernem G. festhalten; etw.
mit ein paar Griffen ordnen; ein G. nach der Uhr,
in die Tasche, zum Telefonhörer 1.2. gezielt greifen
de Bewegung, Haltung der Hand, Finger bei einer
Tätigkeit: mit geübten Griffen die Maschine in
Gang setzen; auf dem Klavier, der Gitarre ein
paar Griffe üben; S p o r t die verschiedenen Griffe
beim Geräteturnen; beim Ringen, Judo verbotene
Griffe anwenden — 2. zum Greifen (1.2), Festhalten
bestimmte Vorrichtung an einem Gegenstand, um die
sen handhaben, bewegen, transportieren zu können:
ein hölzerner, metallener G .; ein G. aus Leder; der
G. an einem Schubfach, Koffer; der G. ist ab
gebrochen; einen neuen G. anbringen; das Messer
am G. anfassen; eine Tür nicht öffnen können,
weil der G. (die Türklinke) fehlt — 3. jo. PLf
T e x til, dieser Stoff hat einen weichen, fülligen,
glatten G. (fühlt sich beim A nfassen weich, füllig ,
glatt an)
+ etw. in den G. bekommen, kriegen (etw. zu m ei
stern, zu beherrschen lernen); etw. im G. haben (etw.
gewohnheitsmäßig richtig handhaben, richtig ma
chen) ; einen guten G. mit etw., jmdm. tun (eine
gute Wahl treffen); verhüll, einen G. in die Kasse
tun (Geld stehlen)
griff/Gr|ff| -bereit jAdj.; vorw. adv. u . präd.j in
Reichweite und bequem zu greifen (1.2): sein Werk
zeug lag g. vor ihm; -brett, das Mus. Teil des Halses
von Saiteninstrumenten, auf das mit bestimmten
Fingern an verschiedenen Stellen die Saiten gedrückt
werden, um unterschiedliche Töne zu erzeugen;
- günstig jAdj.j mühelos mit der Hand zu erreichen,
günstig für den Zugriff: die Handbremse liegt g.
griffig jA dj.; nicht adv.j 1. handlich: ein griffiger
Hammer — 2. griffiges (sich beim Verreiben zwi
schen Daumen und Zeigefinger leicht körnig an
fühlendes) Mehl — 3 . ein griffiges (gut haftendes)
Reifenprofil — 4 . eine griffige Straße, Straßen
decke (Straße, Straßendecke, auf der die Räder von
Fahrzeugen gut haften) — 5. Textil, ein griffiger
Wollstoff (Wollstoff, der beim Angreifen eine be
stimmte Stabilität der Form aufweist)
Grjff| -nähe, die jin den Verbindungen! etw. ist,
liegt, steht in G. (so nah, daß man es mühelos mit
der Hand erreichen kann); -weite, die jo. PL/ die
vgl.
- nähe
Grill, der; -s, -s je nach Konstruktion durch Holz
kohle, Gas, Infrarotstrahlung od. Elektroenergie
beheiztes Gerät zum Grillen: Steaks, Würstchen
vom G.
Grille, die; -,
-n I. in zahlreichen Arten vorkommen
des, mit der Heuschrecke verwandtes Insekt mit ge
drungenem Körper, dickem Kopf, langen Fühlern
und bei den Männchen einem Organ zum Zirpen,
das meist in unterirdischen Höhlen od. Röhren lebt,
die es sich selbst gräbt — II .l . seltsamer Einfall (1),
Laune (3): das ist wieder einmal so eine G. von
ihm — 2. /nur im Pl.f veraltend trübe Gedanken,
düstere Stimmung: Grillen (im Kopf) haben;
jmd m . die Grillen austreiben
4- v e ralte n d Grillen fangen (melancholisch, ver
drießlich, trüber Stimmung sein)
grjllen jsw. Vb.; hat/ etw., bes. Fleisch(produkte),
durch direkte Einwirkung der Hitze ohne Zugabe
von Fett (auf einem Grill) rösten: Würstchen, ein
Steak g .; ein gegrilltes Hähnchen
Grill| -gerät, das Grill; -gericht, das Gericht mit ge
grilltem Fleisch, Fisch; -raum, der in einem Restau
rant befindlicher Raum mit einem Grill, auf dem für
die Gäste gegrillt w ird ; -restaurant, das auf Grill
gerichte spezialisiertes Restaurant
Grimasse, d ie ; -,
-n verzerrtes Gesicht: das Gesicht
zu einer (komischen, abstoßenden) G. verziehen;
eine G., Grimassen schneiden, ziehen, machen
Grimm, der; -(e)s, jo. PL/ veraltend tiefer Zorn,
verhaltene W ut: von G. erfüllt, voll G. sein; seinen
G. verbergen
grimmig /Adj./ 1 . von Grimm erfüllt: ein grimmiger
Alter; g. aussehen, dreinschauen, antworten; ein
grimmiges Gesicht machen; ein grimmiger (bissiger
2) Humor — 2 . eine grimmige (strenge, beißende)
Kälte; grimmigen (starken, heftigen) Hunger haben;
es war g. (sehr) kalt
Grind, der; -(e)s, - el.Schorf (1) — 2 .Hautausschlag,
bei dem sich eine borkige Kruste bildet; dazu grindig
/Adj.; nicht adv./
grinsen jsw. Vb.; hat/ den Mund in die Breite zie
hend läch eln : fröhlich, schadenfroh, höhnisch (über
jmdn.
, etw.) g.; ein freches, dreckiges Grinsen;
grinsende Gesichter; jmdn. grinsend ansehen
grippal /Adj.; nur attr./ M ed.: ein grippaler Infekt
(Grippe 2)
Grippe, die; -,
-n 1. akute, epidemisch auftretende
Viruskrankheit desMenschen, die mit (hohem) Fieber,
Gliederschmerzen, mit Schnupfen, Bronchitis, auch
mit Durchfall, Erbrechen verbunden ist, Virus
grippe — 2. umg. Erkältungskrankheit
Grippel -epidemie, die; -virus, das, auch der Erreger
der Grippe (1); -wetter, das jo. Pl.j umg. naßkaltes
Wetter, das Erkältungskrankheiten begünstigt
Grips, der; -es, jo. Pl.j salopp Verstand: nicht viel
G. (im Kopf) haben; streng deinen G. mal ein
bißchen an!
grob, auch grob, gröber, gröbste jA dj.j 1.1 . nicht
fein (1.1) beschaffen: grobes Leinen; grobes Papier;
ein grobes (grobmaschiges) Sieb; O grobe (schmut
zige, schwere) Arbeiten; eine grobe (rauhe, un
angenehm klingende) Stimme 1.2. grobe (ungepflegte,
plumpe 1) Hände 1.3. wenig zerkleinert: grober
Kies; grobes Mehl; grobes (aus grobem Mehl ge
backenes) Brot; die Mandeln g. hacken — 2. /nicht
präd.j nicht detailliert, nicht ins einzelne gehend,
ungefähr: einen groben Überblick geben; etw. in
groben Zügen schildern; etw. g. schätzen — 3.
/nicht präd.j schlimm (1), schiverwiegend: eine grobe
Fahrlässigkeit, Lüge; ein grober Fehler, Irrtum,
Verstoß; grober Unfug; Vorschriften g. miß
achten — 4 . ohne Feingefühl, unhöflich: ein grober
Mensch; jmdn. g. behandeln, anfahren; grobe (von
mangelndem Feingefühl, von Unhöflichkeit zeugende)
Worte, Späße; sei nicht so g. (pack nicht so derb,
brutal zu), das tut doch weh!
+ um g. jmd. ist aus dem Gröbsten heraus (hat die
größten Schwierigkeiten überwunden)
504
Grobheit — groß
Grobheit, au ch Grobheit^ die;
-en 1. jo. Pl.j
Mangel an Feingefühl, Unhöflichkeit: er ist wegen
seiner G. bekannt — 2. jvorw. Pl.j unhöfliche Ä uße
ru n g: jmdm. Grobheiten sagen
Grobian, der; -(e)s, -e [..ia:n] grober Mensch: er
ist und bleibt ein G.; auch Schimpfw. Sie G.!
grob, auch grob| -knochig jAdj.; nicht adv.j mit
derbem, starkem Knochenbau; -körnig /Adj.; nicht
adv.j 1. aus größeren Körnern bestehend: grob
körniger Zucker — 2. F otogr. ein grobkörniger
(ein großes 1K orn 3.2 habender, besonders lichtemp
findlicher) Film
gröblich jA d j.; nicht präd.j grob (3): eine gröbliche
Beleidigung; eine gröbliche Verletzung der V or
schriften; g. mißverstanden werden; jmdn., etw.
g. vernachlässigen
grob/Grob, auch grob/Grob| -schlächtig jA d j.; nicht
adv.j 1. ein grobschlächtiger Mensch (Mensch von
plumper, ungeschlachter Gestalt) — 2. sein grob
schlächtiges (von Mangel an Feingefühl zeugendes)
Benehmen; -wasche, die derbe Wäsche, die beim
Waschen keine besonders sorgsame Behandlung ver
langt
Grog, der; -s,
-s /bei Mengenangabe PI. Grog/
Getränk aus heißem Wasser mit Rum od. Wein
brand und Zucker: einen (steifen) G. brauen
groggy jindekl. Adj.; nicht attr.j [ - -gi] 1. Boxen
hart angeschlagen (2), halb betäubt: der Weltmeister
hing g. in den Seilen — 2, umg. g. (erschöpft)
sein
grölen /sw. Vb.; hat/ umg. jemot.j (etw.) laut und
mißtönend singen od. schreien: laut, begeistert g.;
Beifall, ein Lied g.
Groll, der; -(e)s, jo. Pl.j verhaltener Zorn, ver
borgene Feindschaft, heimlicher H aß : ein tiefer,
bitterer, heimlicher G. erfüllt jm dn.; einen G. auf
jmdn. haben; G. gegen jmdn. hegen; im, ohne G.
von jmdm. scheiden
grollen /sw. Vb.; hat/ 1. Groll empfinden: er grollt
noch immer; (mit) jmdm. (wegen etw.) g. (jmdm.
wegen etw. böse sein) — 2. dumpf rollend, polternd
dröhnen: der Bonner grollt; das ferne Grollen der
Geschütze
Gros, das; -,
-
[gro:, Gen. gro:(s), PI. gro:s] /vorw.
Sg.j der größte Teil einer bestimmten Anzahl, Menge:
das G. der Schüler nimmt an der Schulspeisung
teil; das G. der Pflanzen ist eingegangen
Groschen, der; -s, - umg. 1.1, Zehnpfennigstück:
kannst du mir zwei G. zum Telefonieren geben?
1.2. das Stück kostet einen G. (10 Pfennig); O sich
ein paar G. (ein bißchen Geld) dazuverdienen; die
letzten (paar) G. (das letzte Geld) für etw. aus
geben; dafür würde ich keinen G. (kein Geld) aus
geben
4- jeden G. (einzeln) umdrehen (sparsam, geizig
sein); umg. etw. ist keinen G. (gar nichts) wert;
bei jmdm. ist der G. (endlich) gefallen (jm d . hat
endlich begriffen )
Groschen jem ot.l| -blatt, das jPl.
- blätter/ an
spruchslose, meist sensationell aufgemachte Zeitung
der Boulevardpresse; -heft, das für billiges Geld
erhältliches literarisches Druckerzeugnis in Form
eines Heftes mit meist inhaltlich anspruchsloser,
seichter Lektüre; -roman, der vgl.
- heft
groß, größer, größte jAdj.j 1. feiner Maßangabe
nachgestelltj 1.1. /gibt die Gesamtausdehnung einer
Fläche, eines Raumes an/: das Grundstück ist 500
Quadratmeter, das Zimmer 40 Kubikmeter g. 1.2 .
Igibt die Höhe eines menschlichen Körpers anj: er
ist 1,80 Meter g.
—
2. in räumlicher Ausdehnung
über einem bestimmten (mittleren) Wert liegend, nicht
klein (1): ein großer Mann, Baum; ein großer See,
Garten; ein großes Haus, Zimmer; eine große
Stadt; ein großes Paket, Stück, Format; große
Äpfel, Kartoffeln; große Hände, Füße haben; die
große Zehe; die großen Buchstaben (die Bu ch
staben des Alphabets, die sich in der Form von den
kleinen Buchstaben unterscheiden und vorwiegend
als erste Buchstaben von Sätzen, Substantiven,
Eigennamen verwendet werden); ein Wort g. schrei
ben; der große Zeiger (Minutenzeiger); der größte
Teil von etw.; diese Schuhe sind mir zu g.; er ist
der größte von uns — 3. /nicht adv.j einen (ver
hältnismäßig) langen Zeitraum umfassend: mit
großer Verzögerung; die große Pause (die längste
Pause zwischen den Unterrichtsstunden); die großen
Ferien (Sommerferien) — 4. /nicht adv.j aus einer
(verhältnismäßig beträchtlichen) Anzahl, M enge von
Exemplaren der gleichen Art bestehend: eine große
Familie, Menschenansammlung; die große Masse;
etw. in einem größeren Kreis (mit mehreren Perso
nen gleichzeitig) besprechen; große Vorräte, Men
gen; eine große Auswahl an Fachbüchern; ein
großes Ganzes (eine Ganzheit) bilden — 5 . /nicht
adv.j von hohem, in Zahlen ausdrückbarem Wert:
große Beträge, Summen, Kosten, Gewinne; ein
großes Vermögen besitzen; ein großes (hohes) Ge
halt; umg. großes Geld (Geldscheine, Münzen von
höherem W ert)"*; das große Einmaleins (die M ulti
plikation der Zahlen von 11 bis 20 mit den Zahlen
von 1 bis 10) — 6. die Gasflamme, den Backofen g.
(auf hohe Stärke) stellen; auf großer Flamme
kochen — 7. /nicht adv.j 7.1. umg. älter: meine
große Schwester; unser Großer (ältester Sohn) 7.2.
2erwachsen: große Kinder haben; die Großen (die
Erwachsenen) — 8. /drückt eine starke Intensität,
ein hohes M aß ausj: großer Lärm, Beifall; große
Hitze; großen Burst, große Sorgen, großes Glück
haben; mit großem Fleiß, großer Anstrengung
arbeiten; großes Ansehen genießen; große Ge
fahren, Schwierigkeiten überwinden; seine Freude
war g .; ein großer (erheblicher) Fehler, Irrtum,
Unterschied; eine große (schwerwiegende) Bumm-
heit machen; er war ihre große Liebe (ihn hat sie
am meisten geliebt); das ist jetzt große Mode (ist
jetzt sehr modern); er ist ein großer Lügner, Feig
ling, Angeber (er lügt unerhört, ist sehr feige, gibt
stark an) — 9.1. jnicht adv.j von besonderer Be
deutung, Wichtigkeit: eine große Aufgabe, Frage,
Idee, Tat; große Verdienste haben; heute ist ein
großer Tag für ihn; das war (s)eine große Zeit;
die Große Sozialistische Oktoberrevolution; sein
größtes (bestes, wichtigstes, berühmtestes) Werk;
einen großen Namen haben (berühmt sein) 9.2 .
jnicht präd.j mit überdurchschnittlichem Aufwand
auf besondere Wirkung zielend, sehr wirkungsvoll:
ein großes Fest; eine Aktion großen Stils; in großer
Aufmachung, Toilette; große (hochtrabende, groß
spurige) Worte; große (effektvolle) Gesten; etw. g.
ankündigen; eine Meldung g. aufmachen, heraus
bringen; umg. g. feiern, ausgehen — 10. /nicht
adv.j von hervorragender Befähigung, Leistung,
Qualität: ein großer Kenner, Künstler, Philosoph,
Politiker; ein großes Talent; umg, ich bin kein
Großabnehmer — Großhandelsgesellschaft
505
großer Redner; im Tanzen, Rezitieren ist er ganz
g. (er tanzt, rezitiert sehr gut); etw. ist ganz g.,
ist (ganz) große Klasse (etw» ist großartig 1, be
wundernswert) — 11. /nicht präd./ wesentlich (1),
hauptsächlich: etw. in großen Zügen schildern; die
große Linie sehen; das große Ganze (das Ganze,
nicht die Einzelheiten) im Auge haben — 12. edel,
selbstlos, großmütig: ein großes Herz haben; g.
denken, handeln — 13. /adv./ umg. 18.1. nicht g.
nicht sehr, nicht besonders: es lohnt nicht g.; er hat
sich nie g. angestrengt; niemand hat sich g.
(besonders) darüber gefreut 18.2. /als Pa rtikel; ver
stärkt eine Frage, einen Ausruf/: was ist (schon) g>
dabei?; was gibt es da (noch) g. zu fragen?; wo
wird er (denn) g. sein!
4* g. und breit ausführlich: etw. g. und breit
erklären, erzählen; g. und klein (jederm ann); im
großen und ganzen (im allgemeinen); umg. /von
und zu Kindern gesagt/ g. machen (seinen Darm
en tleeren); — große / Augen machen; (ein) großer
/ Bahnhof; das ist die große / Frage; auf großem
/ Fuß(e) leben; etw. an die große / Glocke
hängen; die große / Klappe haben; jmd. ist kein
großes / Licht; das Große Los; einen großen
/ Mund, / Rand haben; keine großen / Sprünge
machen können; große / Stücke auf jmdn. halten;
ein großes / Tier; große '/ Töne schwingen,
spucken; ein großer / Wurf
Groß/groß| -abnehmer, der W irtsch. jmd.,
bes.
ein Betrieb, der eine Ware in größerer Menge, en
gros kauft; -angelegt /Adj.; nur attr./ unter Einsatz
aller verfügbaren Mittel, Möglichkeiten und Personen
geplant und durchgeführt; -artig /Adj./ 1. hervor
ragend (1), sehr eindrucksvoll: eine großartige
Leistung, Anlage; ein großartiger Arzt; es hat g.
geklappt — 2. auf besondere Wirkung zielend, groß
spurig, -tuerisch: sein großartiges Auftreten; -auf-
nahme, die 1. Film Aufnahme (2.1), bei der ein
groß aufgenommenes Objekt das Bild beherrscht —
2. stark vergrößertes Foto; -bauer, der Eigentümer
einer privaten bäuerlichen Wirtschaft mit großem
Grundbesitz, umfangreichem Viehbestand und mehre
ren Lohnarbeitern; -bausteile, die; -betrieb, der
Betrieb mit einer hohen Anzahl Beschäftigter und
großem Umfang der Produktion; -blockbauweise,
die /o. PL/ Montagebauweise, bei der Blöcke aus
Beton mit Hebezeugen zu Gebäuden zusammengesetzt
werden; -bourgeois, der Angehöriger der Groß
bourgeoisie; -bourgeoisie, die der tonangebende,
Wirtschaft und Finanzen beherrschende Teil der
Bourgeoisie in der monopolkap. Gesellschaft; -brand,
der; -bürger, der Angehöriger des Großbürgertums;
dazu -bürgerlich /Adj./; -bürgertum, das ökono
misch stärkster, einflußreichster Teil des Bürgertums
in der kap. Gesellschaft; -denkend /Adj.; nicht adv./
geh.: ein großdenkender (selbstlos denkender, edel
mütiger) Mensch
Größe, die; -,
- n 1. /vorw. Sg./ 1.1. meßbare Aus
dehnung einer Fläche, eines Gegenstandes, Raumes,
Menschen: die G. des Grundstücks beträgt 800
Quadratmeter, die des Raumes 40 Kubikmeter;
etw. in natürlicher G. darstellen; das Gemälde
zeigt ihn in natürlicher G. 1.2 . meßbare Länge (1, 3)
eines menschlichen Körpers: die G. der Patienten,
des Neugeborenen messen; sich der G. nach auf
stellen; ein Mann (von) mittlerer G.
—
2. /vorw.
Sg.I überdurchschnittliche Ausdehnung einer Fläche,
eines Gegenstandes, Raumes, überdurchschnittliche
Länge eines Menschen: die G. des Landes, Bau
werkes, Saales, Basketballspielers imponierte uns;
jmd. fällt durch seine G. auf — 3 .1. nach einem
bestimmten System, bei Kleidungsstücken nach Aus
maßen des menschlichen Körpers, genormtes M aß
(1.1.1) für jeweils eine Klasse einzelner Exemplare:
Töpfe, Schuhe in allen Größen; ein Pullover in
G. 40 3.2 . Phys. Math, in einem durch Zahlen
bezeichneten Wert ausdrückbarer Begriff, der zur
Beschreibung physikalischer Gesetzmäßigkeiten dient,
wie z. B . Länge, Temperatur, Arbeit, Geschwindig
keit: eine physikalische, gegebene, unbekannte,
variable, mathematische G. *
—
4. /vorw. Sg./ edle
Gesinnung, bewundernswürdige, vorbildliche Hal
tung, Edelmut: die G. dieses Menschen, seines Ver
zichts; die wahre, menschliche, innere G.
—
5.
/vorw. Sg./ besondere Bedeutsamkeit: die G. dieser
Stunde, dieses Augenblicks, seiner Verdienste —
6. bedeutende, berühmte Persönlichkeit, Kapazität
(3): er ist eine G. auf seinem Gebiet; die geistigen
Größen jener Zeit; die Größen der Kunst und
Wissenschaft
Groß| -eitern, die /PL/ jmds. G. Eltern von jmds.
Mutter od. Vater: meine, seine G.;
- enkel, der Ur
enkel ; dazu -enkelin, die
Größenordnung, die 1.1. Bereich, in dem die M aß
zahl einer Größe (3.2) liegt: die G. der Sterne 1.2.
Größe (3.1): Bauteile verschiedener Größenord
nungen
großenteils /Adv./ zu einem beträchtlichen T eil: die
Veranstaltungen finden g. abends statt
Größen/größen| -unterschied, der Unterschied hin
sichtlich der Größe (1); -Verhältnis, das Verhält
nis zwischen der Größe (1, 3) mehrerer Personen od.
gleichartiger Gegenstände od. einer Wiedergabe und
der natürlichen Größe von etw.: ein Modell im G.
1:100; bei dieser Zeichnung stimmen die Größen
verhältnisse (Proportionen 1.1) nicht; -wahn, der
bes. bei Manien, Schizophrenie auftretende Überschät
zung der eigenen Fähigkeiten: an G. leiden; das
grenzt an G .; dazu -wahnsinnig /Adj.; nicht adv./
Groß/groß| -fahndung, die großangelegte Fahndung;
- familie, die 1. Völkerk. aus drei bis vier Genera
tionen bestehender, eine wirtschaftliche und Wohn
gemeinschaft bildende Familie, meist unter Leitung
eines männlichen Oberhauptes — 2. Kommune (2);
- f lächig /Adj./ sich über eine große Fläche er
streckend: großflächige Grünanlagen; ein groß
flächiges (breites 1.2) Gesicht; -format, das: eine
Annonce im G .;
- forschung, die auf Schwerpunkte
konzentrierte, großangelegte Forschung; -füttern
/Vb./ ein junges Tier so lange füttern, bis es eine
bestimmte Größe erreicht hat: Schweine g.;
- geblümt
/Adj.; nicht adv./ mit einem Muster aus großen
Blum en: ein großgeblümtes Kleid; -gemustert
/Adj.; nicht adv./ mit einem großen Muster; -ge
wachsen /Adj./ von hohem W uchs: ein großgewach
sener Baum, Mann; -grimdbesitz, der privater land
wirtschaftlicher Grundbesitz von mehr als 100 Hektar;
- grundbesitzer, der kap. landwirtschaftlicher Unter
nehmer mit Großgrundbesitz, der neben Lohnarbeitern
auch bäuerliche Kleinproduzenten und Pächter aus-
beutet; -handel, der Handel, durch den die Waren
von der Produktion zum Einzelhandel gelangen und
Industrie und Landwirtschaft mit Material versorgt
werden; -handelsgesellschaft, die /Abk. GHG/ soz.
506
Großhändler — Grude
Organ des Großhandels zur Versorgung des Einzel
handels mit Konsumgütern; -händler, der Unter
nehmer im kap. Großhandel; -herzig fAdj.f edel
mütig, selbstlos: ein großherziger Mensch; ein groß
herziges (von Edelmut, Selbstlosigkeit zeugendes) An
gebot; -hirn, das vorderster Teil des Gehirns, der
das wichtigste Organ der höheren Nerventätigkeit ist;
- h irnrinde, die Med. dicke Schicht grauer Substanz
an der Oberfläche des Großhirns; -industrielle, der
Kapitalist, der einen Großbetrieb, mehrere Groß
betriebe besitzt od. leitet
Grossist, der; -en, -en Großhändler
groß/Größ| -jährig /Adj.; nicht adv.j veraltend
volljährig; -kalib(e)rig /Adj.; nicht adv./ ein großes
Kaliber (1,2) habend; -kariert fAdj.f vgl. großge
mustert; -katze, die Katze (1), die besonders groß
ist und brüllen kann, z. B . Löwe, Leopard; -kotzig
/Adj./ salopp großsprecherisch, -tuerisch, -spurig;
- kundgebung, die; -macht, die Staat mit bestim
mendem Einfluß auf die W eltpolitik; -mannssucht,
die fo. PLI Sucht zu prahlen, sich aufzuspielen,
mehr zu scheinen, als man ist; -maul, das salopp
Angeber, Prahler; dazu -mäulig fAdj.f; -mut, der
Edelmut, Großzügigkeit; dazu -mütig fAdj.f; -mut
ter, die /PL -mutter/ jmds. G. Mutter von jmds.
Vater, M utter: meine, seine G.; dazu -mütterlich
fAdj.f; -neffe, derjmds. G. Enkel von jmds. Bruder,
Schwester: mein, sein G.;
- nichte, die jmds. G.
Enkelin von jmds. Bruder, Schwester: meine, seine
G.;
- offensive, die Mil. großangelegte Offensive;
- onkel, der 1. jmds. G. Bruder von jmds. Großvater,
Großmutter: mein, dein G.
—
2. Mann der Groß
tante (1); -Plattenbauweise, die fo. Pl.f vgl. Groß
blockbauweise; -porig fAdj.f mit großen Poren:
großporige Haut; -räumig fAdj.f 1. ein großes
Gebiet umfassend: ein großräumiges Schönwet
tergebiet — 2. viel Raum, Platz bietend: groß
räumige Züge für den Güterverkehr; -rgine-
machen, das; -s, fo. Pl.f umg. gründliche Säuberung
einer Wohnung; -rundgestrick, das Textil, auf
einer großen Rundstrickmaschine hergestellte Wirk-,
Strickware; -schnauze, die salopp Großmaul; da
zu -schnäuzig fA dj.f; -Schreibung, die fo. Pl.f
Schreibung mit großen Anfangsbuchstaben; -spreche
risch fAdj.f prahlend, sich aufspielend; -spurig
fAdj.f großsprecherisch, großtuerisch; -Stadt, die
Stadt mit mehr als 100000 Einwohnern; dazu
- Städter, der u .
- städtisch fAdj.f
Großstadt) -kind, das 1. in einer Großstadt auf-
wachsendes Kind — 2. jmd., der in einer Großstadt
aufgewachsen ist, in einer Großstadt lebt und von
ihr geprägt ist; -lärm, der; -verkehr, der
Groß) -tante, die 1. jmds. G. Schwester von jmds.
Großvater, Großmutter: meine, deine G.
—
2. Frau
des Großonkels (1); -tat, die hervorragende (selbst
lose) Tat; -teil, der fo. Pl.f 1*1. der größere Teil:
der G. der leitenden Kader bestand aus Männern
1.2. ein wesentlicher, nicht unbedeutender Teil:
einen G. des Tages verbringt man am Arbeits
platz
größten)teils /Adv.f zum überwiegenden, größten
Teil, hauptsächlich: die Schuld liegt g. bei ihm
selbst; er war in dieser Zeit g. im Ausland
größt[möglich fAdj.; nur attr.f so groß wie möglich:
größtmögliche Präzision, Vollständigkeit anstreben
groß/Groß| -tuerisch fAdj.f prahlend, sich auf
spielend; -tun fVb.f umg. angeben (i), prahlen,
sich aufspielen (2.1): er tat (sich) groß mit seinen
Beziehungen; -vater, der jmds. G . Vater von jmds.
Vater, M utter: mein, dein G.; dazu -väterlich
fAdj.f; -vaterstuhl, der umg. scherzh. Lehnstuhl;
-Veranstaltung, die; -vieh, das fo. P l.f landwirt
schaftliches Nutzvieh, bes. Pferde, Rinder, Schweine,
Schafe; -Wetterlage, die M eteor, für einen größeren
Zeitraum nahezu unveränderte Wetterlage in einem
größeren Gebiet; -ziehen fVb.; hat/: ein Kind, Tier
g. (für ein Kind, junges Tier so lange sorgen, bis
es selbständig ist); -zügig fAdj.f 1.1 . sich über
Kleinigkeiten hinwegsetzend, nicht kleinlich im
Denken, Handeln: ein großzügiger Mensch; ein
großzügiges Entgegenkommen; g. über etw. hin
wegsehen 1.2. von einer freigebigen Art zeugend:
ein großzügiges Geschenk — 2. ein großes Ausmaß
habend, im großen Stil aus-,
durchgeführt: eine
großzügige Anlage; eine g. geschnittene Jacke;
zu1.1u.2
-Zügigkeit, die; -,
-en
grotesk fAdj.f durch verzerrende Übertreibung
komisch, absonderlich wirkend: ein grotesker Ein
fall; die Situation war g.; es ist g., wie er sich
von dem Kind tyrannisieren läßt; das Groteske
in den Erzählungen der Romantik
Groteske, d ie;
- n 1. groteskes Geschehen: die
Eeier, Veranstaltung war eine (einzige, einmalige)
G.
—
2. groteske Darstellung in der Kunst, bes. in
der Literatur, im Tanz: eine G. schreiben, tanzen
Grotte, die; -,
- n natürliche od. künstlich angelegte
Felsenhöhle
Grubber, der; -s,
-
Landw. Gerät mit starken
Zinken zum Lockern, Krümeln und Mischen des
Ackerbodens; dazu grubbern fsw. Vb.; hat/
Grübchen, das; -s, - f / auch Grube/ kleine, bes.
beim Lachen entstehende Vertiefung in der Wange,
kleine Vertiefung im Kinn: wenn sie lacht, kriegt
sie G.
Grube, die; -,
- n f / auch Grübchen/ 1. natürliche
od. künstlich angelegte Vertiefung, Aushöhlung im
Erdboden: eine tiefe,, rechteckige G. ausheben; die
G. abdecken; in eine G. fallen — 2. Bergwerk;
Stollen (1): eine ergiebige, verfallene G .; eine G.
stillegen; auf, in der G. arbeiten; in die G. ein-
fahren
Grübele^ die; -,
- en das Grübeln: in G. versinken;
sich fruchtlosen Grübeleien hingeben
grübeln fsw. Vb.; hat/ über ein schwieriges od.
schwierig erscheinendes Problem angestrengt nach-
denken, quälenden Gedanken nachhängen: stunden
lang (vor sich hin, über einer Aufgabe) g.; in
tatenloses Grübeln verfallen
Gruben zu Grube 2| -arbeiter, der Bergarbeiter;
- bau, der /PL -e/ Gesamtheit der untertage gelegenen,
durch bergmännische Arbeit entstandenen Räume
eines Bergwerks; -brand, der (Schwel)brand im
Untertagebau; -explosion, die vgl.
- brand; -gas, das
hochexplosives Gas, meist Methan, bes. im Stein
kohlenbergbau auftretend; -lampe, die tragbare
Sicherheitslampe des Bergarbeiters; -Unglück, das
Havarie in einem Bergwerk; -wehr, die;
-en
fvorw. Sg .f speziell für den Einsatz bei Unglücks
fällen im Bergwerk und für die Brandbekämpfung
untertage ausgebildete M annschaft
grüblerisch fA d j.f : ein grüblerischer (zum Grübeln
neigender) Mensch
Grude, die; -, fo. Pl.f fachspr. pulveriger Rück
stand beim Verschwelen von Braunkohle
Gruft — Grundeigentum
507
Gruft, die; -, Grüfte ausgemauertes Grab: in der G.
neben seinen Vorfahren beigesetzt werden
gmmmeln /sw. Vb.; hat/ landsch., bes. norddt.
1. leise und dumpf dröhnen: in der Ferne grummel-
ten die Kanonen; es gramineit (es donnert leise in
der Ferne) — 2. jmd. grummelt (spricht mit tiefer
Stimme leise und undeutlich, brummelt) vor sich
hin
Grummet, das; -s, fo. Pl.f Landw. 1.1. Gras, das
auf einer Wiese, die bereits gemäht wurde, nach
gewachsen ist: das G. mähen 1.2. aus 1.1 gewonnenes
Heu: das G. einfahren
Grumt, das; -(e)s, fo. Pl.f Grummet
grün lAdj.; / auch Grün, Grüne/ 1. von der Farbe
der unverwelkten Blätter der meisten Pflanzen:
grünes Gras, Laub, Glas, Licht; grüne Farbe,
Wiesen, Wälder; grüner Stoff; ein grünes Kleid;
ein grüner Apfel mit roten und gelben Flecken;
grüne Bohnen, Erbsen; grüne (unreife 1) Äpfel,
Pflaumen; etw. ist g., sieht g. aus; die Baume
werden wieder g. (treiben frische Blätter aus) ; etw.
g. färben, anstreichen; ein g. und gelb kariertes
Tuch; die Farbe Grün; ein mattes, kräftiges,
leuchtendes, giftiges Grün; das Grün der Wiesen;
sie trägt gern Grün (grüne Kleidung); die Ampel
zeigt Grün; O grüne Weihnachten (Weihnachten
ohne Schnee); die grüne Welle (nacheinander er
folgende Schaltung der Verkehrsampeln einer Haupt
straße auf grünes Licht, dank der die Kraftfahrer
bei Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindig
keit an allen Kreuzungen freie Fahrt haben) — 2.
/nicht adv.f das Holz ist noch zu g. (noch nicht
genügend ausgetrocknet) — 3. /nur attr.f 3.1 . grüne
(nicht verarbeitete, rohe 1) Heringe 3.2 . Aal g. (durch
Kochen zubereiteter Aal) 3.3. grüne Klöße (Klöße
aus geschälten und geriebenen rohen Kartoffeln, die
in siedendem Wasser gekocht werden) — 4 . umg.
ein grüner (unreifer 2) Junge; dazu bist du noch
zu g.
—
5. der grüne /* Star
+ umg. sich g. und gelb, g. und blau (sehr)
ärgern; jmin. g. und blau schlagen (jmin. heftig
verprügeln); jmdm. nicht g. sein (jmdm. nicht wohl
gesinnt sein, jmdn. nicht leiden können); das ist
dasselbe in Grün (das ist genau dasselbe); — jmdn.,
etw. über den grünen
Klee loben; grünes
Licht geben, erhalten; bei / Mutter Grün;
vor /t Neid g. werden; ach, du grüne / Neune!;
an jmds. grüner / Seite gehen; etw. vom grünen
Tisch aus anordnen, entscheiden; auf keinen
grünen / Zweig kommen
Grün, das; -s, /o. P L ; / auch grün/ 1. das erste,
frische, zarte G. (die ersten, frischen, zarten Triebe,
Blätter) im Frühling — 2 . viel G. (Grünflächen,
- anlagen) zwischen den Wohnblöcken — 3 . jo. Art./
durch stilisierte grüne Blätter gekennzeichnete Farbe
der deutschen Spielkarte: G. ist Trumpf; G. an-,
ausspielen
Grünjanlage, die parkähnlich gestaltete Anlage,
Grünfläche in einer Ortschaft
Grund, der; -(e)s, Gründe 1.1. fo. P l.f Erdboden
1.1. als Fläche, auf der man steht, geht: festen G.
unter den Füßen haben; auf sumpfigem, schlüpf
rigem, felsigem G. stehen 1.2. veraltend als Erd
reich, Erd e (4.1): fetter, blumiger, steiniger G.;
Spargel auf sandigem G. anbauen — 2 .1 . /in der
Verbindungf G. und Boden (abgegrenztes) Stück
Lan d : eigenen G. und Boden besitzen; sich auf
fremdem G. und Boden befinden 2.2. landsch.,
bes. österr. Grundbesitz, Grundstück: eigenen G.
haben, bewirtschaften — 3 . jo. Pl.f Boden (5),
innere untere Begrenzung 3.1. eines Gewässers: auf
dem G. des Meeres, Flusses; der G. ist schlammig;
mit dem Boot auf G. laufen; ein Schiff auf G.
setzen 3.2 . eines Gefäßes, Behälters: den Becher
bis auf den G. leeren; einen Koffer bis auf den G.
durchwühlen — 4. fo. Pl.f 4.1. Fundament eines
Bauwerks: den G. zu einem Gebäude, neuen Sta
dion legen; die Mauern bis auf den G. (völlig)
niederreißen, zerstören 4.2 . Grundlage: in der
Schule den G. für den künftigen Beruf legen —
5. fvorw. Sg .f einheitlich gefärbte Fläche, von der
sich etw. in Farbe, Gestaltung deutlich abhebt, Unter
grund (2): ein dunkles Muster auf hellem G .; das
Schild zeigt einen weißen Pfeil auf blauem G.
—
6. veraltend Talgrund, Senke: die Mühle liegt in
einem lieblichen G.
—
7. fo. Pl.f landsch. den G.
(Kaffeesatz) aus der Kaffeekanne spülen — II .l .l .
aus einem objektiv gegebenen Sachverhalt, aus Über
legung, gefühlsmäßiger Reaktion sich ergebende Ver
anlassung für ein bestimmtes Verhalten, Handeln;
Motiv (1), Anlaß (1), Beweggrund: ein einleuchten
der, stichhaltiger G .; aus privaten, beruflichen,
nichtigen, zwingenden Gründen; einen, allen G.
zum Feiern, zur Besorgnis haben; etw. als G. an
geben; seine Gründe darlegen; dafür habe ich
meine Gründe; Gründe (Argum ente) geltend
machen, Vorbringen 1.2. Ursache (1): etw. hat
politische, ökonomische Gründe; nach den objek
tiven Gründen für ein Verbrechen forschen 1.3.
auf G. 1*3.1. fPräp. mit Gen./ wegen (1.1): auf G.
des schlechten Wetters 1.3 .2 . /Adv.; in Verbindung
m it von/ auf G. von (wegen) Terminänderungen
+ im Grunde genommen (eigentlich (1.4), genau
genommen) ; von G. auf, aus (völlig, ganz und gar);
aus, mit gutem G. (mit voller Berechtigung); umg.
sich in G. und Boden (zutiefst) schämen; etw. in
G. und Boden wirtschaften (etw. durch Mißwirt
schaft ruinieren, etw. herunterkommen lassen); —
einer
Sache auf den G. gehen
Grund/grundl -akkord, der Mus. auf dem Grund
ton einer Tonleiter aufgebauter Akkord; -an-
schauung, die vgl.
- einstellung; : anständig, - an
ständig \Adj.f sehr anständig; -anstrich, der Grun
dieranstrich; -Ausbildung, die erste Phase der A u s
bildung, in der man Grundkenntnisse erwirbt: die
berufliche, militärische G .;
-bedarf, der /DDR/
W irtsch.: Waren des Grundbedarfs (für die
Lebenshaltung notwendige W aren); -bedingung, die
wichtige, grundlegende Bedingung; -begriff, der 1.1.
grundlegender Begriff einer Wissenschaft, eines
Sachgebietes: ein wichtiger, physikalischer, ästhe
tischer, politischer G. 1.2 . Phi los. die Grund
begriffe (Kategorien 2) de3 Aristoteles — 2. Grund
begriffe (Grundkenntnisse) von etw. haben; -beruf,
der /in der DDR/ Ausbildungsberuf, der als Grund
lage für weitere berufliche Spezialisierung dient;
- besitz, der fo. Pl.f Besitz an Grund und Boden;
dazu -besitzer, der; -bestandteil, der wichtiger,
grundlegender Bestandteil; -buch, das von der dafür
zuständigen staatlichen Institution geführtes Ver
zeichnis aller Grundstücke und Gebäude eines be
stimmten Bereiches mit Angaben bes. über Besitzer,
Größe, Lage, Bebauung; -ehrlich, -ehrlich fAdj.f
sehr ehrlich; -eigentum, das fo. PL/ in seinen
508
Grundeigentümer — Grundmittel
Formen historisch bestimmtes (Privateigentum an
Grund und Boden; dazu -eigentümer, der; -einheit,
die untere, die Basis des weiteren Aufbaus bildende
organisatorische Einheit bestimmter Parteien und
Massenorganisationen in der D D R ; -einstellung,
die grundsätzliche Einstellung (3): jmds. politische
G.;
- eis, das fo. Pl.j bei anhaltend strengem Frost
am Boden von Binnengewässern entstehendes Eis;
+ jmdm. geht der / Arsch mit G.
gründein /sw. Vb.; hat; von bestimmten W asser-
vögeln/ den Kopf ins Wasser tauchend, auf dem
Boden flacher Gewässer nach Nahrung suchen:
gründelnde Wildenten
gründen fsw. Vb.; hat/ 1. die Grundlagen für etw.
schaffen, etw. ins Leben rufen, entstehen lassen: die
Siedlung, Stadt wurde um 1200 gegründet; ein
Unternehmen, einen Verlag, Verein g.; eine Fami
lie g. (heiraten); ve raltend einen (eigenen) Haus
stand g. (heiraten und sich mit dem Ehepartner
einen eigenen Haushalt schaffen) — 2.1. etw. auf
etw. g. etw. als Grundlage, Ausgangspunkt für etw,
anderes benutzen, etw. auf etw. aufbauen (4.1):
seinen Verdacht auf die belastenden Aussagen
eines Zeugen g. 2 .2 . etw. gründet sich auf etw.
etw. hat seine Grundlage, seinen Ausgangspunkt in
etw. anderem, etw. baut sich auf etw. auf, beruht
auf etw.i seine Ansicht gründet sich auf die Er
fahrung, daß ...; zu 1 Gründer, der; -s, -
Gründer) -jahre, die fPi./ die Jahre 1871— 1873
der deutschen Geschichte, in denen sich nach der
Gründung des Deutschen Reichs in Deutschland der
Kapitalism us sprunghaft entwickelte und zahlreiche
kap. Unternehmen gegründet wurden; -zeit, die fo.
PL/ Zeit der Gründerjahre und die Zeit bis 1890
grund/Grund) :falsch, -falsch fA dj.f völlig falsch;
- färbe, die fachspr. eine der Farben Rot, Blau,
Gelb, durch deren Mischung die anderen Farben
entstehen; -fehler, der grundsätzlicher Fehler;
- festen, die /PL; in den Verbindungen/ das Haus
wurde von der Detonation in seinen G., bis in
seine G. (sehr stark) erschüttert; + an den G.
von etw. rütteln, etw. bis in seine G. erschüttern
(etw. grundsätzlich in Frage stellen, so daß es in
seiner Existenz gefährdet ist); -fläche, die untere
begrenzende (ebene) Fläche 1.1. eines Körpers, auf
der er steht: die G. eines Kegels; eine kreisförmige,
quadratische G. 1.2. des Inneren von etw.: die G.
eines Zimmers; -fonds, der W irtsch. als Wert
ausgedrückte Gesamtheit von Grundmitteln; -form,
die 1.1 . typische Form (2.4): die G. der Fuge, Ballade
1.2. einfache, ursprüngliche Form (2.2), aus der sich
kompliziertere Form en ableiten lassen: Beugen und
Strecken des Körpers sind Grundformen der Gym
nastik; -frage, die grundsätzliche, entscheidende
Frage (2.1): in den Grundfragen einig sein; die G. der
Philosophie (erkenntnistheoretische Frage nach dem
Primat von Materie od. Bewußtsein, von deren Be
antwortung die Einteilung der Philosophie in
materialistische und idealistische Richtungen ab-
hängt); -gebühr, die für die Inanspruchnahme einer
öffentlichen Dienstleistung zu entrichtende, fest
stehende Gebühr, zu der weitere Gebühren hinzu
kommen : zu der monatlichen G. für einen Telefon
anschluß kommen 0,15 Mark für jedes Orts
gespräch hinzu; -gedanke, der grundlegender Ge
danke; 1-gehalt, der jo. Pl.j grundlegender Gehalt:
der G. eines Dramas; 2-gehalt, das Gehalt, zu dem
bestimmte Zuschläge hinzukommen können; -ge
scheit, -gescheit /Adj./ sehr gescheit; -gesetz, das
1. einer Bache zugrunde liegende Gesetzmäßigkeit:
das biogenetische G .; das (ökonomische) G. des
Kapitalismus — 2.1. die Grundfragen der .Ordnung
in einer Gesellschaft und einem Staat betreffendes
Gesetz (1) 2.2. jvorw. BRD/ Verfassung (I); -hal-
tung, die vgl. Grundeinstellung: jmds. kritische,
positive G.; ^häßlich, -häßlich /Adj./ sehr häßlich;
- herr, der Eigentümer von Grund und Boden im
Mittelalter, dem Bauern leistungspflichtig waren,
Feudalherr; -idee, die vgl.
- gedanke
Grundier|anstrich, der erster, die Grundlage fü r
weitere Farbschichten bildender A nstrich
grundieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. eine Wand g. (den
Grundieranstrich auftragen) 1.2. einen Untergrund,
bes. Leinwand, Holz, durch mehrmaliges Aufträgen
eines Grundieranstriches für die anschließende A uf
nahme von Farbe od. Metallen vorbereiten
Grundierung, die; - ,
- en 1. /vorw. Sg./ das Grundier
ren: die G. vornehmen — 2. Grundieranstrich: die
G. entfernen
Grund) -kenntnisse, die /PL/ grundlegende K ennt
nisse auf einem bestimmten Gebiet: G. erwerben,
besitzen; mathematische G.;
- konzeption, die
grundlegende, noch nicht detailliert ausgearbeitete
Konzeption; -läge, die etw. (bereits Vorhandenes),
von dem man ausgehen kann, auf dem sich etw.
aufbauen, aus dem sich etw. ableiten läßt: die Grund
lagen des Sozialismus, einer Wissenschaft; die
gesellschaftlichen, ökonomischen, gesetzlichen,
theoretischen Grundlagen für etw. schaffen; jmds.
Behauptungen entbehren jeder G. (sind nicht zu
beweisen, sind unwahr)
Grundlagen! -forschung, die jo. PL/ Bereich der
Forschung zur Ermittlung allgemeiner theoretischer
und experimenteller Grundlagen einer Wissenschaft,
dessen Ergebnisse nicht direkt, sondern über ver
schiedene Stufen der angewandten Forschung prak
tisch genutzt werden; -Studium, das Grundstudium
grund/Grund| -legend /Adj./ 1 . /nur ottr./ d ie
Grundlage für etw. bildend, von entscheidender B e
deutung, fundamental, wesentlich: ein grundlegen
der Mangel, Unterschied; eine grundlegende V or
aussetzung — 2. /adv./ von Grund auf: etw. g.
verändern; -legung, die; -,
- en Schaffung der
Grundlage(n) für den Aufbau, die Entwicklung von
etw .: eine allgemeine, theoretische G.
gründlich /Adj./ 1. sorgfältig und genau bis ins
einzelne gehend: eine gründliche Arbeit, Analyse,
Planung; etw. g. vorbereiten, verändern; sich etw.
g. überlegen — 2 . /adv./ umg. sich g. (sehr) irren;
jmdm. etw. g . (gehörig 3) heimzahlen; zu 1 Gründ
lichkeit, die; -, fo. PL/
Grund/grynd| -linie, die 1. M ath. Gerade einer
zweidimensionalen geometrischen Figur, auf der die
Figur stehend gedacht werden kann — 2. Grundzug:
die Grundlinien einer Entwicklung; -lohn, der Teil
des Tariflohns od. leistungsabhängigen Lohns, zu
dem bestimmte Zuschläge hinzukommen können:
die Schaffung leistungsorientierter Grundlöhne;
- los fAdj.f ohne daß ein Grund (II) besteht od.
erkennbar ist: g. weinen, lachen; grundlose Furcht;
- mauer, die /vorw. PL/ Fundament eines Bauwerks:
das Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder;
- mittel, die /PL/ Wirtsch. /in der DDR/ im
Arbeitsprozeß fungierende Gegenstände, deren Wert
Grundmoräne — Grundwort
509
sich erst im Laufe mehrerer Produktionszyklen im
Maße ihres Verschleißes auf das Produkt überträgt;
- moräne, die Geol. am Orund eines Gletschers ge
bildete Ablagerung; -nahrungsmittel, das die Grund
lage der Ernährung bildendes Nahrungsmittel: Brot
ist ein G.
Grün|donnerstags der Donnerstag vor Ostern
Grund/grund| -Organisation, die wichtigste, gru n d
legende organisatorische Einheit bes. der SED, deren
höchstes Organ die Mitgliederversammlung ist;
- p feiler, der tragender Pfeiler eines Bauwerks: die
G. einer Brücke; O an den Grundpfeilern von etw.
rütteln (etw. grundsätzlich in Frage stellen, in seiner
Existenz gefährden); -reehenart, die M ath.: die
(vier) Grundrechenarten (Addition, Subtraktion,
Multiplikation und Division); -rechnungsart, die
Math. Grundrechenart; -recht, das fvorw. PL/ in
haltlich und in der Verwirklichung von den histo
rischen Bedingungen und vom Charakter der Staats
und Gesellschaftsordnung abhängiges, m eist in der
Verfassung od. in anderen (staatlichen) Grund
gesetzen geregeltes Recht der Bürger, das zusammen
mit den Pflichten die gleiche rechtliche Stellung der
Bürger zueinander (und zur Staatsmacht) wider
spiegelt und wesentliche Existenz- und Entwicklungs
bedingungen des Menschen garantiert, Menschen
recht: die Verwirklichung der Grundrechte; -rente,
die fvorw. Sg./ Pol. ök. 1.1. in antagonistischen
Klassengesellschaften an Grundeigentümer zu er
bringende Leistung, zu zahlendes Pachtgeld für die
Nutzung des Grundes und Bodens, durch das sich
der Grundeigentümer unentgeltlich fremde Arbeit
aneignet 1.2. im Soz. vor allem von den LPG und
GPG abzuführende Abgabe zur Entwicklung der
Landwirtschaft im Interesse der gesamten Volks-
Wirtschaft; -richtung, die entscheidende, eine Sache
grundsätzlich bestimmende Richtung (2); -riß, der
1. Math, senkrechte Projektion eines Körpers auf
eine waagerechte Fläche — 2. Bauw. maßstab
gerechte Zeichnung eines waagerechten Schnittes
durch ein Bauwerk mit Angabe der Abmessungen,
Materialien und Bezeichnung der Räume — 3. kurz
gefaßtes Lehrbuch über ein bestimmtes Gebiet (2):
ein (kurzer) G. der Anatomie, politischen Ökono
mie; -satz, der 1.1 . P rin zip (1.1): ein wissenschaft
licher G. 1 .2 . Prin zip (1.3): strenge, moralische,
pädagogische Grundsätze haben; an seinen Grund
sätzen festhalten; er handelte nach dem G .: . . .;
- sätzlich fAdj.f 1.1. prin zipiell (1.1): eine grund
sätzliche Frage, Entscheidung; ein grundsätzlicher
Unterschied; sich g. zu etw. äußern 1.2. prin zipiell
(1.2): eine grundsätzliche Einigung, Zu- ,
Über
einstimmung; etw. g. anerkennen; ich bin g. dazu
bereit, aber ...;
- s chule, die fnoch BRD/ die ersten
vier Klassen der für alle schulpflichtigen Kinder
verbindlichen Schule; -stein, der fin der Verbindung!
den G. für etw. legen (in einem feierlichen Akt)
den ersten Stein für die Grundmauer eines (öffent
lichen) Gebäudes setzen: den G. für eine neue
Schule, Werkhalle legen; <0> etw. ist der G. für
etw. (etw. ist die Grundlage, der Ausgangspunkt für
die Entwicklung von etw.); den G. für etw. legen
(die Grundlage, Voraussetzung für die Entwicklung
von etw. schaffen); -steinlegung, die; -,
- en feier
licher Akt zu Beginn der Errichtung eines öffent
lichen Gebäudes, bei dem eine Kassette mit Zeit
dokumenten in die Grundmauer eingefügt wird;
-Stellung, die Sport Ausgangsstellung (1); -Steuer,
die nach einem Einheitswert bemessene, durch die
Gemeinde vom Eigentümer od. Nutznießer von
Grund und Boden, Gebäuden, baulichen Anlagen
erhobene Steuer; -Stipendium, das fin der D D Rf
MindestStipendium, zu dem bestimmte Zuschläge
hinzukommen können; -stock, der fo. Pl.f anfäng
licher Bestand (2), den man erweitern, ausbauen
kan n : diese Bilder bildeten den G. für seine Samm
lung; der G. besteht aus tausend Bänden; -Stoff,
der 1. chemisches Element — 2. Rohstoff od. Arbeits
gegenstand, der für die Produktion der weiterver
arbeitenden Industrie von entscheidender Bedeutung
ist: Grundstoffe hersteilen, liefern, verarbeiten;
- stück, das fPl.
- e/ im Grundbuch als jmds. Eigen
tum verzeichnetes, abgegrenztes Stück Land : ein G.
kaufen, (verpachten, bebauen; das G. liegt an
einem See; -Studium, das 1.1. erste, dem Fach
studium vorausgehende Phase des Studiums an
Hochschulen und Universitäten der DDR , in der
den Studenten allgemeine gesellschafts- und natur
wissenschaftliche Grundlagen sowie grundlegende
Kenntnisse und Fähigkeiten in ihrem Studienfach
vermittelt werden, in der die Studenten die Methoden
selbständiger wissenschaftlicher Arbeit kennenlernen
1.2 . das gesellschaftswissenschaftliche G. (an den
Hoch- und Fachschulen der DDR obligatorisches,
gesellschaftswissenschaftliche Grundkenntnisse auf
der Basis des Marxismus-Leninismus vermittelndes
Studienfach); -ton, der 1. Mus. 1.1. Ton, von dem
die nach ihm benannte Tonleiter ausgeht 1.2. einen
aus Terzen aufgebauten Akkord tragender Ton —
2. Farbe des Untergrunds, von der sich andere
Farben abheben, dominierender Farbton — 3. Grund
einstellung: der pessimistische G. in seinen Tage
buchaufzeichnungen; -Umsatz, der Med. von einem
lebenden Organismus unter definierten Bedingungen
von Ruhe, Nüchternheit und Temperatur ver
brauchte, umgesetzte Energiemenge
Gründung, die; -,
- en 1. das Gründen (1): die G.
eines Staates, Instituts, einer Gesellschaft, Partei,
Familie — 2. Bauw. 2.1. Herstellung der Grund
mauern für ein Bauwerk 2.2. Fundament (1.1)
Gründungsl -jahr, das Jahr der Gründung (1);
- tag, der vgl.
- jahr; -Versammlung, die Versamm
lung anläßlich einer Gründung (1)
Grün|düngung, die Landw. Düngung des Bodens
bes. durch Unterpflügen bestimmter (zu diesem
Zweck angebauter) Kulturpflanzen
Grund/grund| -Urlaub, der jedem W erktätigen in
der D D R zustehender, gesetzlich geregelter Mindest
urlaub, zu dem verschiedenartig begründeter zusätz
licher Urlaub hinzukommen kann; -verkehrt, -ver
kehrt fAdj.f völlig falsch; -wasser, das fo. Pl.f in
Hohlräumen unterhalb der Erdoberfläche sich sam
melndes W asser; -Wasserspiegel, der Wasserspiegel
des Grundwassers; -Wehrdienst, der gesetzlich ge
regelter Wehrdienst aller Wehrpflichtigen; -Wider
spruch, der 1.1 . grundlegender Widerspruch 1.2 .
Pol. ök. wesentlicher innerer, das Verhältnis
zwischen den Produktivkräften und den Produk
tionsverhältnissen ausdrückender, für die Entwick
lung der gesellschaftlichen Produktion bestimmender
Widerspruch einer Produktionsweise: der G. des
Kapitalismus (Widerspruch zwischen dem gesell
schaftlichen Charakter der Produktion und der pri
vaten kap. Aneignung); -wort, das fPl.
- Wörter/
510
Grundzahl — gruslig
Gramm, durch das erste Glied näher bestimmtes
zweites Glied eines Kompositums; -zahl, die Math.
1. Kardinalzahl — 2. die G. einer Potenz (die
einer Potenz zugrunde liegende Zahl); -zug, der
wesentliches, typisches Merkmal: der G. seines
Charakters, einer Epoche
Grüne, das j/t- auch grün; in den Verbindungen/
im Grünen, ins G.: den Sonntag im Ärünen (in
der freien Natur in der FrühlingsSommerzeit)
verbringen; ins G. fahren
grünen jsw. Vb.; hat/ geh. grüne Triebe, Blätter
bekommen, haben: die Birke grünt; grünende
Hecken, Wiesen, Zweige; es grünt in W ald und
Flur
Grünen, die /PL; Partei in der BEDf
Grün| -fläche, die mit Basen, Zierpflanzen bebaute
größere Fläche in einer Ortschaft: zwischen den
Neubauten Grünflächen anlegen; -futter, das als
Futter verwendete frische, grüne Pflanzen; -gürtel,
der Gesamtheit aller das Zentrum einer Stadt um
gebenden Grünanlagen,
-f l ächen, Wälder, Wiesen;
-kohl, der Kohl mit krausen dunkelgrünen Blättern,
der keine Köpfe bildet und nach dem ersten Frost
geerntet wird; -land, das jo, Pl.f Landw. land
wirtschaftlich genutzte Wiese, Weide
grünlich lAdj.f der Farbe Grün nahe, ins Grüne
spielend: eine grünliche Tapete; grünliches Wasser
Grün| -Schnabel, der umg. unerfahrener, unreifer
(vorlaut, besserwisserisch auftretender) junger
Mensch; -span, der jo. Pl.f durch Einwirkung von
Essigsäure, Luft entstehender giftiger, grüner Über
zug auf Kupfer und Messing; -Specht, der Specht
mit grünem Gefieder und rotem Abzeichen (2) am
K op f; -streifen, der mit Gras, Sträuchern bebauter
Streifen, oft neben einer Fahrbahn od. zwischen zwei
Fahrbahnen
grunzen fsw. Vb, ; hat/ 1. das Schwein grunzt (gibt
dunkel knurrende, rauhe Kehllaute von sich);
O grunzend lachen — 2 . u m g. er grunzte (knurrte)
irgend etwas
Grün|zeug, das fSammelbez, fü r Gemüse, frischen
Salat, Gewürzkräuterj
Gruppe, die; -,
- n 1.1. kleinere Anzahl (zufällig)
zusammenstehender,
-gehender Menschen, beiein
anderstehender,
- l iegender Dinge od. zusammen
gehöriger, miteinander lebender bestimmter Tiere
gleicher A rt: in der Pause bildeten sich eifrig
diskutierende Gruppen; einzeln und in kleinen
Gruppen verließen die Arbeiter den Betrieb; eine
G. von etwa 20 Touristen; eine G. Häuser, be
waldeter Inseln, von Laubbäumen 1.2. K reis durch
gemeinsame Interessen, Ziele, Aufgaben, Tätig
keiten verbundener Menschen: eine antifaschisti
sche, Widerstand leistende G .; eine durch gemein
same Interessen verbundene G .; eine G. künstle
risch Interessierter; ich arbeite gern in dieser G.
(Arbeitsgruppe) mit 1.8. (kleinste) organisierte Ein
heit einer gesellschaftlichen Organisation, einer P a r
tei: die Funktionäre unserer G. 1.4. Sp o rt be
stimmte Anzahl von Mannschaften, Sportlern, die
im sportlichen Wettkampf untereinander den Sieger
erm itteln: zum Abschluß des Turniers treten die
Sieger der einzelnen Gruppen gegeneinander an
1.5. Mil. kleinste taktische Einheit aus einer be
stimmten Anzahl von Armeeangehörigen, bei den
Seestreitkräften aus mehreren Schiffen derselben
Klasse — 2. auf Grund einer Klassifizierung nach
bestimmten gemeinsamen Merkmalen aus einer
größeren Menge ausgesonderte Teilmenge: etw. in
Gruppen einteilen, gliedern; die G. der starken
Verben; das, er gehört zu einer anderen G.; er
teilte uns in drei Gruppen zu je fünf Personen ein;
Soziologie demographische Gruppen
Gruppen| -bild,das vgl.
- foto; -bildung, die Bildung
einer Gruppe (1.2), von Gruppen innerhalb einer
größeren Einheit, Vereinigung, bes. in einer gesell
schaftlichen Organisation; -egoismus, der Verfol
gung von Sonderinteressen durch eine Gruppe (1.2)
ohne Rücksicht auf od. zum Nachteil von Gesamt
interessen einer größeren Gemeinschaft, in die die
Gruppe integriert ist; -ehe, die Völkerk. bei be
stimmten Völkern übliche polygame Verbindung;
-eigentum, das jo. Pl.f gemeinsames Eigentum einer
Gruppe (1.2) von Produzenten an den Produktions
mitteln; -foto, das Foto mit einer Gruppe (1.1) von
Personen; -führer, der Mil. Führer einer Gruppe
(1.5); -leiter, der leitendes Mitglied einer Arbeits
gruppe; -rat, der aus mehreren gewählten M it
gliedern bestehendes leitendes Organ einer Gruppe
(1.3) bes. der Jungen Pioniere; -ratsvorsitzender,
der u. die vom Gruppenrat gewählte(r) Vorsitzende(r)
des Gruppenrates; -reise, die von einem Reisebüro
organisierte, von einem Reiseleiter geleitete, gemein
same Reise einer größeren Anzahl von Personen;
-sex, der umg. gemeinsame sexuelle Betätigung von
mehr als zwei Personen mit Austausch der Partner;
-sieg, der Sport erster Platz bei den Wettkämpfen
einer Gruppe (1.4); -therapie, die jo. Pl.f Med.
gleichzeitige Behandlung mehrerer, in einer Gruppe
zusammengefaßter Patienten, bes. psychotherapeu
tische Behandlung mehrerer Patienten, die sich
gegenseitig über ihre ähnlichen Probleme austauschen
und diese dadurch gemeinsam zu überwinden ver
suchen; -Versammlung, die Versammlung einer
Gruppe (1.3); -wähl, die Wahl der leitenden Funk
tionäre einer Gruppe (1.3)
gruppieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. nach be
stimmten Gesichtspunkten in Gruppen (2) einteilen,
in eine bestimmte Ordnung bringen: er gruppierte
sein Material, die Personen in einer Statistik nach
bestimmten Merkmalen — 2. etw.,
jmdn.,
sich
in bestimmter Weise (um etw., jmdn. herum) anord
nen (2), auf-, zusammenstellen (1): Sessel in einer
Ecke g .; der Fotograf gruppierte die Kinder immer
wieder anders; die Sessel um den Tisch g .; die alten
Häuser g. sich malerisch um die Kirche; die Kinder
g. sich um die Lehrerin; dazu Gruppierung, die;
-en
Grus, der; -es, jo. Pl.j, fachspr.
-e 1. sehr stark
zerkleinertes Material, bes. Kohle, Koks, Gestein —
2. Geol. körnig verwittertes Gestein
Grusel| -film, der durch Inhalt, Gestaltung beim
Zuschauer Gruseln erregender Film ; -geschichte, die
Schauergeschichte
gruselig jA d j./ Gruseln erregend, unheimlich (l)t
eine gruselige Geschichte
gruseln jsw. Vb.; hat/ jmdm., jmdn. gruselt (es)
jmd. erschauert vor Furcht, jmdm. ist unheimlich
zumute, jmdm. graust es vor etw. Unheimlichem,
Schrecklichem: ihm, ihn gruselt (es) bei dem An
blick, im Dunkeln; es gruselt einen bei dem bloßen
Gedanken daran; sich g.: gruseist du dich?; dabei
kann man das Gruseln lernen
gruslig jA d j.j s. gruselig
Gruß — Gummiarabikum
511
Gruß, der; -es, Grüße 1. /vorw. Sg .j Wort(e) od.
bestimmte Gebärde von Person zu Person beim Zu
sammentreffen, Abschied, im Vorübergehen als A us
druck der Höflichkeit, Verbundenheit, Hochachtung:
ein freundlicher, stummer G .; der militärische G .;
ohne G. Weggehen, an jmdm. vorübergehen; jmds.
G. erwidern; jmdm. die Hand zum G. (zur B e
grüßung) reichen — 2. auf postalischem Weg od.
durch jmdn. an Abwesende od. von Abwesenden
Übermittelte Äußerung des Gedenkens, der Ver
bundenheit : j mdm. herzliche Grüße (aus dem Urlaub)
senden; jmdm. an, für jmdn. Grüße auftragen;
jmdm. Grüße (von jmdm.) ausrichten, überbrin
gen; einen G. unter eine Karte schreiben; herz
liche Grüße von Deinem Karl, mit freundlichem G.
Ihr N fSchlußformeln in Briefen/
Gruß) -adresse, die offizielles Schreiben an eine
hochgestellte Persönlichkeit, die Teilnehmer einer
Veranstaltung als Zeichen der Verbundenheit, Hoch
achtung ; -botschaft, die vgl.
- adresse
grüßen /sw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. g. jmdm. beim
Zusammentreffen, Abschied, im Vorübergehen seinen
Gruß (1) entbieten: (jmdn.) freundlich, flüchtig, zu
erst g.; jmdn. mit einem Nicken, Lächeln g.;
umg. grüß dichl, süddt. grüß (dich) Gott!
/Grußformelnp; sich g.: wir g. uns zwar, kennen
uns aber nicht näher 1.2. jmdn. willkommen heißen,
begrüßen (1): ich grüße Sie in unserer Mitte, un
serem Haus; sei uns gegrüßt! — 2. jmdn. g . 2.1.
einem Abwesenden einen Gruß (2), Grüße zu
senden, übermitteln lassen: ich grüße dich herzlich
aus meinem Urlaub; grüße deine Mutter von mir
2.2. jmdm. einen Gruß (2), Grüße von einem ab
wesenden Dritten übermitteln: ich soll dich (viel
mals) von meinem Vater g.; mein Vater läßt dich
herzlich g.
—
3. geh. etw. grüßt etw. ist in der
Ferne sichtbar od. hörbar: schon grüßten uns die
Türme, läutenden Glocken der Stadt
Gruß/gruß| -formel, die als Gruß (2) verwendeter,
formelhafter sprachlicher Ausdruck; -los /Adj.;
vorw. adv./ ohne den üblichen Gruß (1), ohne zu
grüßen (1.1): g. das Haus verlassen, an jmdm.
Vorbeigehen; -wort, das /PI.
- e/ 1. kurze Ansprache
zur Begrüßung — 2. vgl. Grußadresse — 3. Gruß (1)
Grütz) -beutel, der durch Verstopfung der Poren
entstandene gutartige Geschwulst einer Talg-,
sel
tener einer Schweißdrüse; -brei, der \o. PI./ Brei
aus Grütze (1)
Grütze, die; -, jo. PI./ 1. Nährmittel aus geschältem,
grob gemahlenen Körnern bes. des Buchweizens,
Hafers, der Gerste: die G. mit Milch ansetzen —
2. aus 1 durch Kochen hergestellte Speise: gerne G.
(Grützbrei,
- s uppe) essen; rote G. (Süßspeise aus
Grieß und rotem Fruchtsaft od. aus roten Farbstoff
enthaltendem Grieß mit Fruchtgeschmack) — 3 . sa
lopp Verstand: jmd. hat allerhand, keine G. (im
K opf); dafür braucht man nicht viel G.
Gschaftlhuber, der;- -s, - 1and sch., bes. süddt.
österr. jmd., der übertrieben geschäftigt ist und sich
dabei sehr wichtig nimmt
G-Schlüssel, der /b. Pf./ [ge:..] Mus. Violin
schlüssel
«GST, die; -, /o. PI./ [ge:|sste:] /Kurzw. für Gesell
schaft für Sport und Technik/ s. Gesellschaft (2.1)
GST-Lager, das /PI.
- j Ausbildungslager der OST
gucken /sw. Vb.; hat/1. in eine bestimmte Richtung
sehen (1.3): guck mal!; laß mich doch mal g.!;
aus dem Fenster, in das Buch, den Kochtopf,
Spiegel, durch das Schlüsselloch, Fernrohr g.
—
2. freundlich, böse, verständnislos g. (eine freund
liche, böse, verständnislose Miene machen; freund
lich, böse, verständnislos dreinschauen)
+ g. wie ein / Auto; jmdm. auf die Finger g.;
zu tief ins / Glas geguckt haben; sich nicht in die
/ Karten g. lassen; / Löcher in die Luft g.; in den
/ Mond, in die / Bohre g.
Guck|loeh, das umg. kleines Loch in einer Tür,
Wand, durch das man etw., jmdn. unauffällig beob
achten kann
Guerilla, der; -/ -s,
-s /vorw. PL/ [geril(j)a] A n
gehöriger einer Einheit (ausgebildeter) bewaffneter
Aufständischer, die einen Kleinkrieg führen in Form
von Überfällen auf die Institutionen der herrschenden
Klasse jbes. auf südamerikanische Verhältnisse be
zogen/
Guerilla| -kampf, de r; -krieg, der
Gugelhupf, der; -(e)s, -e süddt. österr. Schweiz.
Napfkuchen
Guillotine, d ie; - ,
- n [gi(l)jo..] veraltend für die
Hinrichtung dienende Vorrichtung mit einem Fall
beil: jmdn. auf die G. schicken; unter der G. ster
ben; dazu guillotinieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. mit
der Guillotine hinrichten
Gulasch, Gulasch, der, auch das; -(e)s, -e/-s scharf
gewürztes Gericht aus gewürfeltem, angebratenem und
gedünstetem Rind- ,
Schweine- od. Kalbfleisch:
Makkaroni mit G.
Gulasch, Gulasch) -kanone, die um g. soherzh.
Feldküche; -suppe, die
Gulden, der; -s, - 1. jo. PL; niederländische Wäh
rungseinheit/ — 2. vom 14. — 19. Jh. in Europa ver
breitete Gold-, S ilbermünze
gülden /Adj./ geh. golden
Gülle, die; -,
-n Landw. flüssiger organischer Dün
ger aus Kot, Harn, Wasser
Gully, der, auch das; -s, -s [guly] mit einem Deckel,
Rost (I) abgedeckter Schacht, durch den die A b
wässer der Straße in die Kanalisation fließen: einen
verstopften G. reinigen
gültig /Adj.; vorw. attr. u . präd./ 1.1 . bestimmten ge
setzlichen, rechtlichen Bestimmungen od. anderwei
tigen Festlegungen entsprechend und deshalb in be
stimmter W eise verwendbar: dies ist ein gültiger
Fahrschein, -p lan, Ausweis, Vertrag; die Beschei
nigung bleibt bis zum Monatsende g . ; diese Münzen
sind nicht mehr g. 1 .2 . ein gültiger (allgemein an
erkannter) Grundsatz, Maßstab; die gültige (einer
bestimmten Erscheinung angemessene) (dramatische)
Gestaltung eines Gegenwartsproblems; dazu Gül
tigkeit, die; -, jo. Pl.j das Gültigsein: etw. hat, be
sitzt G., verliert seine G.
Gültigkeitsdauer, die: die G. der Aufenthalts
genehmigung ist beschränkt
Gummi, der, das; -s, -/-s 1. /der, auch das/ aus
natürlichem od. synthetischem Kautschuk durch
Vulkanisation hergestellter elastischer W erkstoff:
Fahrradschläuche, Stiefel, Kinderspielzeug aus G.
—
2. /das, auch der, o. Pl.j mit Wasser klebrige
Lösungen bildender Saft bestimmter Pflanzen, bes.
Gummiarabikum: das G. tropischer Akazien —
3. /der; PI.
- s/ 3.1. Radiergummi 3.2. Gummiband
Gummi) -absatz, der Absatz (I) aus Gummi (1);
-arabikum, das; -s, jo. Pl.j aus der Rinde tropischer
Akazien gewonnener Saft, aus dem mit Wasser
512
Gummiband — Gusche
klebrige, zum Kleben od. als Bindemittel verwend
bare Lösungen hergestellt werden; -band, das durch
eingewebte Fäden aus Gummi (1) elastisches Band;
- b äum, der indisches, Kautschuk ergebendes, mit dem
Maulbeerbaum verwandtes Gewächs mit großen,
lederartigen (dunkelgrünen od. bunten Blättern, das
auch als Zimmerpflanze gehalten wird; -dichtung,
die Dichtung (I) aus Gummi (1)
gummieren jsw. Vb.; hat; vorw. im Part. Prät.f
etw. g. 1.1. maschinell Klebstoff auf etw. auftragen:
ein Automat gummiert die Etiketten, Briefum
schläge; schlecht gummierte Briefmarken 1.2 . T e x
til. maschinell etw. auf ein Gewebe auftragen, um es
wasserdicht zu machen: ein Einkaufsbeutel aus gum
miertem Stoff; dazu Gummierung, die; -,
-en 1. jo.
Pl.j das Gummieren — 2» durch Gummieren (1.1)
entstandene klebende Schicht: die G. der Brief
marke anfeuchten
Gummi|-handsehuh, der Handschuh aus Gummi
(1); -lösung, die Klebstoff aus in Lösungsmitteln ge
löstem Gummi (1); -schlauch, der; -schürze, die vgl.
- handsehuh; -sohle, die vgl. Gummiabsatz; -Stiefel,
der: mit Gummistiefeln durch das Wasser waten;
-Strumpf, der bei Krampfadern, auch bei Schwellun
gen des Ober-,
Unterschenkels und als Gelenkstütze
getragener elastischer, enganliegender, luftdurch
lässiger Strumpf mit eingewebtem Gummi (1); -unter
läge, die wasserundurchlässige Unterlage (1) aus
Gummi (1); -zelle, die gepolsterte Zelle für Tob
süchtige in psychiatrischen Kliniken; -zug, der
dehnbarer Stoffstreifen mit einem Band, (eingewebten)
Fäden aus Gummi (1) in einem Kleidungsstück
Gunst, die; -, jo. Pl.f 1.1. Wohlwollen, Gewogenheit:
jmds. G. erlangen, gewinnen, genießen, verlieren;
jmdm. seine G. schenken; er steht bei den Frauen
hoch in G. (wird von den Frauen sehr geschätzt,
bevorzugt); die G. des Publikums; O die G. der
Stunde nutzen 1.2. geh. jmdm. als Ausdruck von
1.1 gewährte Erfüllung einer Bitte, erwiesene Aus
zeichnung: er bat um eine (letzte) G.
- f zu jmds. Gunsten (zu jmds. Vorteil, Nutzen)
Gunst|beweis, der Beweis, Zeichen der Gunst (1.1)
günstig fAdj.f 1. für jmdn., etw. vorteilhaft, jmdm.,
einer Sache förderlich: ein günstiger Termin, Um
stand; eine günstige Lage, Witterung, Beurteilung;
bei jmdm. einen günstigen Eindruck erwecken;
einen günstigen Verlauf nehmen; die Gelegenheit
ist g.; etw. wirkt sich g. aus; das Hotel liegt g7; das
trifft sich g .!; etw. g . (verhältnismäßig billig)
kaufen, g. (zu einem verhältnismäßig hohen Preis)
verkaufen — 2. /nicht attr.j jmdm. g. (freundlich)
gesinnt sein; die Nachricht wurde g. (mit W ohl
wollen) aufgenommen; jmdn. für etw. g. stimmen;
O das Glück war ihm g.
günstig(st)en|falls fAdv.f im günstig(st)en Fall: er
kriegt den Brief g. am Montag
Günstling, der; -s,
-e von einem Höhergestellten,
Einflußreichen bevorzugte Person: das darf sich nur
sein G. herausnehmen; die Günstlinge des Königs
GünstlingslWirtschaft, die jo. P l.f (Macht)ver-
hältnisse, die dadurch charakterisiert sind, daß die
Herrschenden, Einflußreichen Günstlinge haben und
sie in wichtige, einträgliche Positionen bringen
Gurgel, die; -,
- n vorderer Teil des Halses mit dem
Kehlkopf: jmdn. an, bei der G. packen; jmdm. die
G. zudrücken; er wollte mir an die G.
4- sein ^ Geld durch die G, jagen
gurgeln jsw. Vb.; hat, ist/ 1. m it zurückgebogenem
Kopf einen Schluck einer Flüssigkeit im Rachen
durch Ausstößen der Atemluft in Bewegung brin
gen, wobei dumpfe, kehlige Laute zu hören sind und
der Rachenraum gespült wird (hat): mit Mundwasser
g .; dreimal täglich (mit Salbei) g.
—
2. beim Fließen
das für 1 charakteristische Geräusch hervorbringen
(hat): das Wasser gurgelte am Bootssteg — 3 . mit
dem fü r 1 charakteristischen Geräusch irgendwohin
fließ en (ist): die Lauge gurgelte in den Abfluß
Gurke, die; -,
-n 1. am Boden rankendes Kürbis
gewächs mit walzenförmigen, fleischigen (dunkel
grünen bis gelblichen Früchten: Gurken anbauen,
gießen — 2. Frucht von 1: Gurken ernten, ein-
legen, schälen; grüne, saure Gurken — 3. salopp
femot.; von Menschen/ allzu große Nase (1): seine G.
war ganz geschwollen — 4. /nur im Pl.f salopp
jemot. neg.f Schuhe: wo hast du denn diese Gurken
gekauft?
Gurken] -kern, der; -salat, der Salat, der vorwiegend
aus in Scheiben geschnittenen grünen Gurken besteht
gurren fsw. Vb.; hat/: die Taube gurrt (läßt ihren
dumpfen, weich rollenden, kehligen Ruf ertönen);
O sie sprach mit gurrender Stimme
Gurt, der; -(e)s, -e 1. breites Band aus festem Gewebe,
Leder/Plast (an einem Gegenstand als Vorrichtung)
zum Tragen, Halten, Ziehen, Umschnallen: die
Gurte des Fallschirms; im Flugzeug, Auto den G.
(Sicherheitsgurt) anlegen — 2. Gürtel (1): den G.
umschnallen, ablegen
Gurt|band, das fo. Pl.f Band aus festem Gewebe
Gürtel, der; -s, - 1. aus einem festen Streifen aus
Stoff, Leder, Plast bestehender Gegenstand, der um
Taille od. Hüfte geschlungen, zusammengebunden
od. mit einer Schnalle verschlossen über der Ober
bekleidung getragen wird, um sie zusammenzubinden,
festzuhalten : ein breiter, schmaler, lederner, be
stickter G .; ein G. mit Schnalle; den G. umschnal
len, -binden, abnehmen, öffnen; das weite Kleid
wird in der Taille durch einen G. zusammenge
halten; der G. ist mir zu eng — 2 . längeres schmales
Gebiet bestimmten landschaftlichen Gepräges, das
etw. wie ein Gürtel (1) umgibt: ein G. von Wäldern
und Seen umgibt die Stadt
+ um g. den G. enger schnallen (sich einschränken
2)
Gürtel] -linie, die fo. Pl.f: B oxen ein Schlag unter
die G. (in die Körperzone unterhalb der Taille (1);
- rose, die Viruskrankheit, bei der im Bereich eines
Nervenstrangs bes. in der Gürtellinie Gruppen von
Knötchen auftreten, die sich in Bläschen umwandeln;
- s chnalle, die Schnalle zum Verschließen des Gür
tels (1); -tier, das in Mittel- , S üdamerika lebendes,
gedrungenes Säugetier mit kurzen, kräftigen Glied
maßen und vom Rücken zum Bauch hin ring
förmig verlaufenden knochigen Plättchen um den
Körper
gürten, gürtete, hat gegürtet veraltend geh.
1.1. ein Kleidungsstück mit einem Gürtel (1) ver
sehen, Zusammenhalten: er gürtete seine Hose;
Schneiderei ein sportlich gegürteter Mantel
(Mantel mit sportlich wirkendem Gürtel) 1.2 . sich,
jmdn. (mit etw.) g. sich, jmdm. (etw. als) einen
Gürtel (1) umlegen: sie zog sich einen Kittel an und
gürtete sich (mit einem Band)
Gusche, die;
-n landsch. salopp Mund: wisch
dirmaldieG. abl
Guß - Gut
513
Guß, der; Gusses, Güsse 1.1. in einem Schwung ge
schüttete, gegossene Menge einer Flüssigkeit: ein
kräftiger G .; einem Patienten kalte Güsse ver
ordnen 1.2. umg. Regenschauer: es gab einen tüch
tigen G.
—
2. das Gießen bes. eines erhitzten, flüs
sigen Metalls in eine Form : nach dem G. erkaltet
und erstarrt das Material; mit dem G. (eines W erk
stücks) beginnen — 8. durch 2 gewonnenes Pro
dukt: ein gelungener, fehlerhafter G.
—
4. Überzug
auf Backwaren, der aus einer fest gewordenen, Puder
zucker enthaltenden Masse besteht: Berliner Pfann
kuchen mit G.
+ (wie) aus einem G. (in seiner Gestaltung einheit
lich, in sich geschlossen, vollkommen wirkend)
Guß/guß| -eisen, das /o. P l.f sprödes, nicht od.
schlecht schmiedbares, nur durch Gießen formbares
Roheisen mit einem Kohlenstoffgehalt von über
1,7 Prozent; dazu -eisern /A d jn ich t adv./: ein
alter gußeiserner Ofen; -form, die Form (1), in
die bes. flüssiges Metall gegossen wird und in der es
erstarrt; -rohling, der fach sp r. unbearbeitetes
Gußstück; -stück, das /PI.
- e/ fachspr. durch
Gießen (4.1) hergestelltes W erkstück; -teil, das vgl.
- stück
Gusto, der; -s, -s jvorw. Sg .j vorw. österr. 1, N ei
gung (3.1 .2), Geschmack (2.2), Belieben: das wäre
gar nicht nach meinem G .; etw. ganz nach G.
verwenden — 2 . Appetit: er hat so einen G. gehabt
gut, besser, beste /Adj.; / auch besser, beste/ 1.1.
den Ansprüchen an die Qualität (1) in jeder Hinsicht
entsprechend, einwandfrei (1): ein guter Stoff,
Wein; eine gute Straße; ein gutes Werkzeug; gute
Ware; eine (sehr) gute Arbeit, Leistung; ein gutes
(niveauvolles) Buch; umg. der Kuchen ist mit guter
Butter (mit Butter, nicht mit Margarine) gebacken"1;
g. tanzen, schwimmen, rechnen, hören können;
etw. istg. geraten, geeignet; dashast dug. gemacht!;
das ist (sehr) g. 1.2. /nicht adv./ seinen Aufgaben
gewach sen, tüchtig (1): ein guter Schüler, Arbeiter,
Arzt; er ist g. in der Schule 1,8. /nicht adv./ gesund
und leistungsfähig: einen guten Magen, ein gutes
Gehör, gute Nerven haben 1,4. für etw. passend (2),
günstig- (1), geeignet: eine gute Gelegenheit; du
hast eine gute Wahl getroffen, g. gewählt 1,5. w irk
sa m (1.2): ein gutes Mittel gegen Blattläuse; ein
gutes Medikament; das ist g. gegen, bei, für Husten
1.6. das weiß, habe ich aus einer guten (zuverlässi
gen ) Quelle; wir sind g. angekommen; das kenne
ich g.; jmdn. g. (genau) kennen — 2.1. an
genehm, erfreulich: eine gute Nachricht; ein gutes
Leben haben; wir hatten gutes Wetter, eine gute
Reise; etw. riecht, schmeckt, klingt g.; jmd. sieht
g. (gesund 1.3, attraktiv 1.1) aus; g. gelaunt sein;
es g. haben; hast du g. geschlafen?; der H ut steht
dir g. (ist für dich vorteilhaft); das ist noch einmal
g. (glimpflich 1) abgegangen; jmdm. Gutes tun;
es wird sich alles zum Guten wenden; das hat auch
sein Gutes (hat neben der unangenehmen auch eine
erfreuliche Seite); iron. das kann (ja) g. werden,
fängt (ja) g. an (das wird vielleicht noch schlimmer,
noch unangenehmer) ! 2.2 . /nicht attr./ jmdm. geht
es g. (jmd. ist gesund; jmd. hat keine materiellen
Sorgen); umg. jmdm. ist nicht g. (jmd. fühlt sich
körperlich nicht wohl, jmdm. ist übel)"*; /in Wunsch- ,
Grußformeln/ laß es dir g. (er)gehen!; ich wünsche
dir, alles Gute!; guten Morgen, Tag, Abend!;
gute Nacht, Reise!; gute Besserung!; guten Appe
tit ! — 3.1 . verhältnismäßig reichhaltig und umfang
reich: eine gute Ernte; ein gutes (ertragreiches)
Jahr; einen guten (großen 8) Appetit haben 3.2.
/nicht präd./ m ehr als, reichlich (1.2): wir haben eine
gute Stunde, g. eine Stunde warten müssen; nach
g. zwei Stunden; das sind g. vier Kilometer, drei
Zentner — 4. /adv./ ohne große M ühe: das Kind
lernt g.; eine Ware verkauft sich g.; das kann man
sich g. merken; damit kann man g. auskommen;
die Wurst hält sich g. (verdirbt nicht so schnell) —
5. /nicht präd./ umg. besonderen Anlässen Vorbehal
ten : seinen guten Anzug anziehen; das gute Ge
schirr; veralten d die gute Stube*1; dieses Kleid
lasse ich, dieses Service ist, bleibt für g.
—
6.1. in
engerer, freundschaftlicher, vertrauter Beziehung zu
jmdm. stehend: ein guter Freund, Bekannter;
jmdm. (von Herzen) g. sein (jmdn. gern haben,
jmdm. zugetan sein) 6.2. einer freundschaftlichen,
vertrauensvollen, freundlichen Beziehung zu jmdm.
entsprechend: in guter Nachbarschaft leben; ein gu
tes Verhältnis zueinander haben; mit jmdm. g.
auskommen; sich mit jmdm. g. stellen, stehen, ver
stehen — 7.1. fyorw. attr.f (im Sinne der geltenden
Normen) moralisch einwandfrei, anständig: ein gu
ter Mensch; eine gute Tat; ein gutes Werk tun;
einer guten Sache dienen; einen guten Leumund,
keinen guten Ruf haben; an das Gute im Men
schen glauben; Gutes mit Gutem, Bösem vergel
ten; Gutes tun; viel zu g. (gutmütig) sein 7.2. an
den geltenden (Verhaltens)normen gemessen tadellos,
richtig: ein gutes Benehmen, eine gute Erziehung
haben; gegen den guten Geschmack verstoßen; den
guten Ton verletzen; sich g. benehmen
-f- so g. wie (nahezu, fast); g. und gern(e) mehr als,
eher zu knapp geschätzt, mindestens, reichlich: es ist
g. und gern(e) zehn Jahre her; er könnte g. und
gern(e) das Doppelte schaffen; im guten (friedlich
2.2, ohne Streit); es, das trifft sich g. (das ist eine
günstige Gelegenheit); g. daran tun (sich richtig
verhalten, richtig handeln); es g. sein lassen (es dabei
bewenden, damit erledigt sein lassen, damit auf
hören) ; g. lachen, reden haben (selbst nicht von etw.
Unangenehmem betroffen sein); bei jmdm. g. an
geschrieben sein (von jmdm. sehr geschätzt, bevor
zugt werden); es. g. haben (Glück haben, günstige
Umstände angetroffen haben); g. dran sein (in einer
glücklichen Lage sein); das ist zuviel des Guten, des
Guten zuviel (das geht zu w eit); zuviel des Guten,
des Guten zuviel tun (etw. übertreiben); umg. nicht
g. auf jmdn. zu sprechen sein (keine gute Meinung
von jmdm. haben, jmdn. nicht leiden können); jmd.
ist g. gestellt (in wirtschaftlich guter Lage); — mit
gutem /* Beispiel vorangehen; (lustig und) guter
z* Dinge sein; eine gute / Figur machen; mit
jmdm. g. / Freund sein; mit jmdm. auf gutem
/* Fuß(e) stehen; in gutem / Glauben; auf g.
Glück; aus, mit gutem / Grund; kein gutes
/ Haar an jmdm., etw. lassen; in guten / Händen
sein; in jmdm. steckt ein guter
Kern; mit
jmdm. ist nicht g. / Kirschen essen; / kurz und
g.; zu guter / Letzt; guten / Mutes sein; das ist
(ja) alles ganz
schön und g., aber ...; einen
guten / Tag haben; ein guter / Tropfen
Gut, das; -(e)s, Güter I .l .l . landwirtschaftlicher
Großbetrieb mit dazugehörigen Wohn-,
Wirtschafts
gebäuden unter feudalen od. kap. Produktions
verhältnissen: das väterliche G. übernehmen; ein G.
33 Wörterbuch
514
Gutachten — gutsituiert
bewirtschaften 1.2. volkseigenes G. f / auch VEG/
staatlich-soz. landwirtschaftlicher Großbetrieb in der
D D R : die bezirksgeleiteten volkseigenen Güter —
11.1. materieller Besitz, der einen Wert darstellt,
Gegenstände von W ert: jmds. rechtmäßiges, recht
mäßig erworbenes G .; das in die Ehe eingebrachte
G.; gestohlenes, fremdes, herrenloses G.; beweg
liche Güter; liegende, unbewegliche Güter (I m
m obilien); <> Gesundheit ist das höchste G.; die
geistigen, bleibenden Güter — 2, zur Beförderung
bestimmter Gegenstand, bestimmte Gegenstände,
W are(n): verderbliches G.; sperrige Güter; Güter
abfertigen, ver- , umladen, verzollen, mit dem Flug
zeug, der Eisenbahn befördern
+ / GeldundG.;jmds./ HabundG.
Gut/gut| -achten, das; -s, - meist schriftlich fixierte
Beurteilung eines Sachverhalts, Projekts, einer Per
son durch einen Sachverständigem ein (juristisches,
psychiatrisches, medizinisches, technisches) G. an-
fordern, einholen; -achter, der; -s, - Sachverstän
diger, der ein Gutachten abgibt: als G. fungieren;
einen G. heran-,
hinzuziehen; dazu -achterlich
jA dj.; nicht präd.j: die gutachterliche Stellung
nahme liegt vor; -artigjAdj.j 1. von gutem Charak
ter: ein gutartiges Kind; der Hund ist g. (ist fügsam,
nicht bissig) — 2. das Leben des Betroffenen nicht
gefährdend: eine gutartige Geschwulst; -aussehend
fAdj.; nicht adv.f: ein gutaussehender Mann; -be
zahlt fA dj.; nicht adv.f: eine gutbezahlte Stellung,
Arbeit; -dünken, das; -s, jo. P l.j: etw. ist jmds. G.
(jmds. eigenem Ermessen) überlassen; nach (eige
nem) G. verfahren
Güte, die; -,
- n 1. fo. Pl.j 1*1. das Gütigsein: jmds.
grenzenlose G.; jmdn. voll(er) G. ansehen; v e r
altend geh. würden Sie die G. haben, hätten Sie
die G. (wären Sie so freundlich), die Tür zu schlie
ßen? 1.2 . in G. gütlich, ohne Streit: sich in G. einigen;
ein Vorschlag zur G. (zur gütlichen Einigung) —
2.1. jo. Pl.j einwandfreie, gute Beschaffenheit eines
Erzeugnisses: diese Marke ist ein Begriff, bürgt für
G.; etw. in bekannter G. liefern 2.2. Stufe, Grad von
2.1: ein Wein erster, mittlerer G .; Stoffe verschie
dener Güte — 3 . umg. (ach) du meine, liebe G.l
IAusruf der Verwunderung, Bestürzung!
Güte| -klasse, die eine der Gruppen, in die Erzeug
nisse nach bestimmten Qualitätsmerkmalen ein
geteilt werden; -kontrolle, die 1. Kontrolle der Quali
tät der technischen Voraussetzungen bei der Fertigung
der Erzeugnisse nach bestimmten Gütevorschriften
—
2. in den Betrieben der DDR tätiges Organ
für 1
Gutenachtkuß, der: jmdm. einen G. geben (jmdm.
eine gute Nacht wünschen und ihm einen K uß geben)
Güter| -abfertigung, die 1. jvorw. Sg .j das A b
fertigen von Sendungen des Güterverkehrs: die G.
hatte sich verzögert — 2 . für 1 zuständige Ein
richtung, bes. auf dem Güterbahnhof: zur G. gehen;
- bahnhof, der dem Güterumschlag dienender Bahn
hof; -taxi, das jin der DDR/ kleines Lastauto, das
man für den Gütertransport über kürzere Strecken
mieten kann; -transport, der Transport von Gütern
(11.2); -Umschlag, der Verladen, Entladen od. Um-
laden von Frachtgütern; -verkehr, der vgl. - transport;
-wagen, der Waggon für den Gütertransport; -zug,
der aus Güterwagen bestehender Zug (II.1)
Güte| -Siegel, das vgl.
- Zeichen; -Vorschrift, die (in
der D D R gesetzliche) Vorschrift hinsichtlich der ein
wandfreien Qualität von Erzeugnissen; -Zeichen, das
auf (in der DDR gefertigten industriellen, handwerk
lichen) Erzeugnissen angebrachtes Zeichen, das an
zeigt, daß das betreffende Erzeugnis bestimmten Be
dingungen in bezug auf seine funktionellen und
ästhetischen Eigenschaften beim Gebrauch entspricht
gut/Gut| -gelaunt /Adj.; nicht präd.j mit guter
Laune: g. begrüßte er uns; -gemeint fAdj.; nur
attr.j: ein gutgemeinter (wohlwollend, in guter A b
sicht gegebener) Rat; -gläubig jAdj.j bei jmdm. od.
bei jedem Ehrlichkeit, gute Absicht voraussetzend und
ihm vertrauend: gutgläubige Menschen, Käufer;
er ist g. darauf eingegangen; dazu -gläubigkeit, die;
- , /o. Pl.j; -haben jVb.j etw. bei jmdm. g. einen
(finanziellen) Anspruch an jmdn. haben: eine
größere Summe g.; scherzh. ich habe noch einen
Wunsch bei dir gut; -haben, das; -s, - jmdm. bei
einer Bank, Sparkasse zur Verfügung stehendes Geld:
ein G. bei der Sparkasse, Bank haben; ein Konto
auszug über ein G. von 2000 Mark;-heißen jVb.j
etw. fü r gut, richtig erklären, billigen: diesen Ent
schluß kann ich (nicht) g .; er hatte alles gutge
heißen; -herzig jAdj.j vgl. gutmütig; dazu -herzig-
keit, die; -, jo. Pl.j
gütig jAdj.j von selbstlos liebevoller Freundlichkeit,
Geduld und Nachsicht: ein gütiger Mensch; jmd.
hat ein gütiges Herz; sich gegen jmdn. g . zeigen;
g. lächeln
gütlich lAdj.j in gegenseitigem Einvernehmen, ohne
Streit, im guten: sich mit jmdm. g . einigen; einen
Streit g. beenden, beilegen; etw. g . regeln; eine
gütliche Lösung, Einigung
+ sich (an etw.) g. tun (mit Behagen reichlich von
einer Speise, einem Getränk zu sich nehmen)
gut/Gut| -machen jVb.j 1.1 . ein Verschulden aus-
gleichen, für einen Schaden Ersatz schaffen: einen
Fehler, Schaden gutzumachen versuchen; er hat
vieles an ihr gutzumachen 1.2. umg. sich für etw.
erkenntlich zeigen: ich weiß gar nicht, wie ich das g.
kann, soll! — 2. umg. bei einer geschäftlichen Unter
nehmung einen Überschuß erzielen: er hat bei dem
Verkauf eine hübsche Summe gutgemacht; + /
Boden g.;
-mütig fAdj.f in meist naiver Arglosig
keit friedfertig, nachsichtig, nachgiebig, hilfsbereit
und nicht auf den eigenen Vorteil bedacht: ein gut
mütiger Mensch; ein gutmütiges Gesicht; g. lachen;
viel zu g. sein (sich ausnutzen, zuviel gefallen lassen);
dazu -mütigkeit, die;
jo. P l.j; -nachbarlich,
-nachbarlich jAdj.j für eine gute Nachbarschaft
charakteristisch, wie unter guten Nachbarn üblich :
ein gutnachbarliches Verhältnis; gutnachbarliche
Beziehungen zwischen den Staaten anstreben; g.
Zusammenarbeiten; -sagen jV b .j fü r etio.,
jmdn.
bürgen (2): er hat für die Summe, seinen Bruder
gutgesagt
Guts|besitzer, der Besitzer eines Gutes (1.1.1)
Gut/gut| -schein, der Bescheinigung, die den In
haber berechtigt, ein bestimmtes Guthaben an Waren
od. Geld dafür in Empfang zu nehmen: ein G. im
Werte von 100 Mark; den G. einlösen; -schreiben
fVb.f jmdm. etw. als Guthaben buchen: die Summe
wurde ihm, seinem K onto gutgeschrieben; -Schrift,
die 1. gebuchtes Guthaben, Eintragung als Gut
haben: eine größere G. auf seinem Konto haben —
2. Beleg fü r 1: eine G. vorlegen; -situiert /Adj./ in
guten finanziellen Verhältnissen lebend, wohl
habend jvorw. im bürgerl. Sprachgebrauchj : gut-
Guttat — Haarriß
515
situierte Geschäftsleute; -tat, die geh . gute, edle
Tat, Wohltat (1): jmdm. eine G. erweisen; -tun
fVb.f 1. etw. tut (jmdm.) gut etw. fördert jmds. kör
perliches od. seelisches Wohlbefinden, etw. wirkt
angenehm: ein heißes Bad, die frische Luft wird ihm
g.; der Tee hat meinem Magen gutgetan; seine
Worte taten ihr gut - 2. umg. es tut nicht gut es
wirkt sich ungünstig aus: es kann nicht g., wenn
man die Kinder zu sehr gängelt
guttural /Adj./ kehlig klingen d : eine gutturale
Stimme
Gymnasiast, d e r ; -en,
- en [gy..] Schüler eines
Gymnasiums
Gymnasium, das; -s, Gymnasien [gy.. , P L
. .ian]
zum Abitur führende Schule des bürgerl. Bildungs
systems
Gymnastik, die; /o. Pl.f [gy..] System von Übun
gen ohne od. mit bestimmten Geräten als Sportart od.
zu therapeutischen Zwecken: die morgendliche G.;
G. machen, treiben; dazu gymnastisch fA d j.; nicht
präd .f: gymnastische Übungen
Gynäkologe, der; -n, -n [gy..] Facharzt für Gynä
kologie
Gynäkologie, die; -, fo. Pl.f [gy..] Fachgebiet der
Medizin, das sich mit dem Erkennen und Heilen von
Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und
mit Geburtshilfe befaßt
Gynäkologin, d ie ; -,
- nen jzu Gynäkologe/
H
h, H, das;
- /umg.
-s [ha:] der Laut H ; achter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes H —
2. Mus. siebter Ton der G-Dur-Tonleiter
ha, ha 1 .1 . fAusruf der freudigen Überraschung, des
Erstaunensj: ha, da seid ihr ja! 1.2. /Ausruf des
Triumphes, der Genugtuung!: ha, das habe ich ja
gleich gesagt! — 2. fin mehrfacher Wiederholung als
Nachahmung des Lachens/: „ha, ha, ha“, lachte er
Haar, das; -(e)s, -e //* auch Härchen/ 1.1. in der
Haut des Menschen, der meisten Säugetiere in
großer Anzahl wurzelndes, feines, fadenförmiges Ge
bilde aus H o rn : ein blondes, schwarzes H .; sich ein
graues, weißes H. ausreißen; sich viele Haare aus
kämmen 1.2. /bezeichnet im Sg. u . PL die Gesamtheit
von 1.1, bes. auf dem menschlichen Kopf/: jmd. hat
blondes, schwarzes, rotes, graues, dickes, volles,
feines, weiches, schütteres, glattes, lockiges, glän
zendes, strähniges, gepflegtes H.; jmds. H . geht,
Haare gehen aus; das H ., die Haare lang, kurz tra
gen; jmdm. das H., die Haare schneiden, waschen;
sich das H., die Haare kämmen, bürsten; sich das
H., die Haare färben lassen; jmdm. mit der Hand
über das H. streichen — 2. Bot. die Oberhaut von
Stengeln, Blättern bestimmter Pflanzen in großer
Anzahl bedeckendes, 1 ähnliches Gebilde
+ jmdm. stehen die Haare zu Berge, jmdm. sträu
ben sich die Haare (jmd. hat große Angst, ist sehr
erschrocken, entsetzt); ein H. in der Suppe finden
(an etw. Gutem etw. auszusetzen finden); jmdm. kein
H. krümmen (jmdm. nicht das geringste zuleide tu n );
kein gutes H. an jmdm., etw. lassen (nur Schlechtes
über jmdn., etw. sagen); sich über, wegen, um etw.
keine grauen Haare wachsen lassen (sich w egen etw.
keine Sorgen machen) ; etw. an den Haaren herbei
ziehen (etw. anführen, das nicht od. nur sehr ent
fernt zur Sache gehört); sich aufs H. (bis in Kleinig
keiten, sehr) gleichen; sich in die Haare geraten,
kriegen (Streit miteinander bekommen); sich in den
Haaren liegen (miteinander streiten); um ein H.
(es hätte nicht viel gefehlt, beinahe); umg. Haare
lassen müssen (nicht ohne Schaden, Einbuße davon
kommen); umg. scherzh. Haare auf den Zähnen
haben (herrsch-, streitsüchtig, rechthaberisch sein);
salopp jmdm. die Haare vom Kopf fressen (auf
jmds. Kosten leben und ihn finanziell übermäßig
belasten); — mit / Haut und Haaren
Haar| -ansatz, der /vorw. Sg./ rund um den K opf
verlaufende Linie, bes. über der Stirn, ander das K opf
haar beginnt: einen niedrigen H. haben; -ausfall,
der /o. PL/ Ausfall, Schwund bes. des Kopfhaars
beim Menschen: unter H. leiden; -balg, der gruben
artige Vertiefung in der Haut, aus der ein Haar her
auswächst; -bürste, die Bürste für das Haar (1.2);
-büschel, das
haaren jsw. Vb.; hat/: ein Hund, eine Katze haart
(sich) (verliert H aare); das Fell haart
Haaresbreite + um H .: nicht um H. (nicht im
geringsten) von seiner Meinung abgehen; um H.
(nur knapp) dem Tode, einem Zusammenstoß
entgangen sein
Haar/haar| -färbe, die Farbe des Kopfhaares;
-färbemittel, das chemisches Mittel zum Färben des
Kopfhaares; -fein /Adj.f so dünn, so fein wie ein
H a a r : haarfeine Risse in der Glasur; -festiger, der;
-s, - Flüssigkeit, die in das feuchte Kopfhaar ge
bracht wird, damit die Frisur länger ihre Form be
hält; -filz, der unter Verwendung von tierischem
Haar hergestellter Filz; -garn, das vgl.
-filz: ein
Teppich aus H .; -genau\Adj.; emot./ sehr genau (1):
eine haargenaue Schilderung; etw. h. (bis in alle
Ein zelh eiten ) erzählen, ausrechnen, kennen
haarig /Adj./ 1. /nicht adv./ (stark) behaart: haarige
Beine, Arme — 2. umg. 2 .1 . ein haariges (heikles)
Problem 2.2 . bei der Auseinandersetzung ist
es h. (schlimm, unerfreulich heftig) zu-,
herge
gangen
Haar/haar| -kleid,das jo. PL/geh. Fell eines Tieres;
-klein /Adv.; emot./ umg. haargenau, bis in alle
Einzelheiten: jmdm. etw. h. auseinandersetzen,
erzählen; -klemme, die Klem me zum Befestigen
der Frisur; -lack, der Flüssigkeit, die auf die
Frisur aufgebracht wird, um dem Haar Glanz, der
Frisur Halt zu geben; -nadel,die aus einem U-förmig
gebogenen Draht bestehender Gegenstand zum A uf- ,
Zusammenstecken der Frisur; -nadelkurve, die
U-förmig verlaufende, sehr scharfe Kurve einer
Straße; -netz, das Netz, das als Schmuck od. um der
Frisur Halt zu geben über das Kopfhaar gezogen
wird; -öl, das jo. PL/ pflanzliches Öl und bestimmte
Wirkstoffe enthaltendes Mittel zur Pflege der Haare
und der Kopfhaut; -pinsel, der Pinsel mit tierischem
Haar; -raubwild,das Jägerspr. zu den Säugetieren
gehörendes räuberisch lebendes W ild; -riß, der jvorw.
PL/ haarfeiner R iß in der Oberfläche eines spröden
33*
516
haarscharf — habhaft
Materials, bes. bei Töpferwaren: Haarrisse in der
Glasur, im Lack; -scharf fAdj.; emot.f umg. 1.
fadv.f der Ball ging h. (sehr dicht) an seinem Kopf,
am Tor vorbei — 2. sehr genau (1): der Bericht um
reißt die Situation h.; etw., jmdn. h. beobachten;
- s ehnitt, der durch Schneiden des Haares erzielte
Frisur: ein moderner, kurzer H .;
-Schwund, der
allmählicher Haarausfall; -sieb, das Sieb mit haar-
feinen Löchern; -spaltergj, die; -,
-en Spitzfindig-
keit, Wortklauberei; dazu -spalterisch /A d j./;
-spange, die (als Schmuck getragene) Spange zum
Zusammenhalten einzelner Haarsträhnen; -spray,
der, auch das Spray, mit dem der Frisur Halt, dem
Haar Glanz gegeben wird; -strähne, die; -sträu
bend fAdj.f umg. femot.f unerhört und schockierend:
haarsträubenden Unsinn, haarsträubende Ge
schichten erzählen; wie er sich benimmt, ist ein
fach h .!; -Wäsche, die das Waschen der Haare (1.2);
-Waschmittel, das Schampun für die Kopfwäsche;
- wasser, das, /PL -wässer/ Alkohol und bestimmte
Wirkstoffe enthaltende Flüssigkeit zur Pflege des
Kopfhaares; -Wechsel, der permanenter od. jahres
zeitlich bedingter Wechsel der Behaarung, bes. bei
Säugetieren; -wild, das Jägerspr. alle jagdbaren
Säugetiere mit einem Fell; -wuchs, der 1. das Wach
sen der Haare (1.2): häufiges Haarschneiden för
dert, beschleunigt den H.
—
2. einen kräftigen,
spärlichen H. haben (stark, gering behaart sein);
-Wurzel, die
Hab
- f veraltend geh. jmds. H. und Hut (jmds. Be
sitz 1.1)
Habe, die; -, fo. Pl.j geh. jmds. Besitz (1.1): seine
(gesamte, ganze) H. verlieren
haben (er hat), hatte, hat gehabt / / auch gehabt/
I.l .l . etw. besitzen (1.1): ein Haus, Auto, viele
Bücher, wenig Geld h. 1.2. fvon Personen; gibt ein
Verhältnis der Zugehörigkeit an/: Freunde, gute
Nachbarn, Kinder h.; er wollte sie zur Frau h.
(sie heiraten) — 2.1. etw., jmdn. h. über etw., jmdn.
verfügen (1.3) (können): ich habe kein Taschentuch
(bei mir); keine Zeit, große Erfahrungen, gute
Kenntnisse, ein gutes Gedächtnis, gute Beziehun
gen h.; Ausdauer, Phantasie, Talent, keinen A n
stand, Humor h .; wir h. eine Frau als Hilfe für den
Haushalt 2.2 . jmd. hat Glück, Erfolg (jmdm. wird
Glück, Erfolg zuteil); jmd. hat Urlaub (befindet sich
im Urlaub) 2.8. jmd. hat etw. irgendwo: er hat (hält)
ein Messer in der Hand, hat (trägt) den Hut auf
dem Kopf, hat etw. in der Tasche (bewahrt etw. in
der Tasche auf); er hat viel Geld auf der Bank 2.4.
etw. h. mit etw. versehen (1) sein: schönes Haar,
schlechte Zähne h.; etw. hat etw.,
jmdn.: das
Zimmer hat einen Balkon; das Klavier hat einen
guten Klang 2.5 . etw. hat etw. einer Sache wird
eine bestimmte Eigenschaft zugesprochen: etw. hat
große Bedeutung, keinen Sinn, Zweck 2.6 . ein
Kilogramm hat (besteht aus) 1000 Gramm, die Klas
se hat 30 Schüler; der Garten hat (erstreckt sich
über) 600 Quadratmeter 2.7 .1 . jmd. hat (empfindet,
verspürt) Schmerzen, Hunger, Durst;, um g. es im
Knie (ein krankes Knie) h. 2.7.2. Angst, Kummer,
Sorgen, keine Lust h. (empfinden 1.2) — 3.1. fin
Verbindung mit Subst. zur Umschreibung eines
Verbälbegriffsf: ich habe die Absicht (beabsich
tige) ...; eine Aussprache mit jmdm. h. (sich mit
jmdm. aussprechen); ein Einsehen h. (etw. ein
sehen); Streit mit jmdm. h. (sich mit jmdm. streiten);
Zweifel h. (zweifeln); es hat den Anschein (es
scheint), als ob ... 3.2. fin der Verbindung jmd. hat
es -j- Adj.; drückt aus, daß sich jmd. in einer durch
das Adj. charakterisierten Situation befindet/: er hat
es gut, leicht, schwer; Schw eiz, jmd. hat es kalt
(jmd. friert) — 4 .1 . umg. kann ich mal das Buch h.
(kannst du mir mal das Buch geben)f^; h. Sie vielen
Dank (ich danke Ihnen vielmals)!; hat die Blume
genügend Licht (gelangt genügend Licht auf die
Blume)*! 4.2 . etw. h. müssen etw. benötigen, brau
chen: umg. ich muß das Buch h."1; ein Kind muß
Liebe, die Kranke muß Ruhe h. 4 .3 . etw. ist zu h.
es gibt etw. zu kaufen: der Roman ist überall, nicht
mehr zu h.
—
5. wir h. (behandeln 4.2) (im Unter
richt) heute die Bruchrechnung; Deutsch, Physik
h. (im Fach Deutsch, Physik unterrichtet werden) —
6. umg. sich h. sich zieren, zimperlich sein: hab
dichnichtso! —7.h. + zu -f-Inf. 7.2. von jmdm.
Geld zu bekommen h. (von jmdm. Geld bekommen
müssen, das dieser ihm schuldet) 7.1. jmd. ist zu etw.
verpflichtet, muß etw. tun: er hat zu kommen, noch
drei Semester zu studieren 7.3. jmd. hat viel zu
(kann viel) erzählen — H .l .l . jdient bei allen transi
tiven, reflexiven und bestimmten intransitiven Verben
zur Bildung des Perf. und Plusquamperf.j: er hat
gegessen, sich gefreut, geträumt 1.2 . /in der F u n k
tion von II.1.1 mit Ausfall des Part.,
wenn sich
dessen Inhalt leicht ergänzen läßt/: umg. die Poli
zei hat den Dieb (hat den Dieb gefaßt)1; etw. aus
sicherer Quelle, von Arbeitskollegen h. (erfahren
haben, wissen)
+ etwas an sich h. (eine Eigenart, Besonderheit
haben); etw. hat nichts auf sich (nichts zu be
deuten) ; etw. hat etwas für sich (etw. hat positive
Seiten, ist positiv zu beurteilen); für etw. zu h. sein
(einer Sache etw. äbgewinnen können); etwas gegen
jmdn., etw. h. (jmdn., etw. in bestimmter Hinsicht
nicht mögen, nicht leiden können); etw. hinter sich
h .: ein schweres Leben hinter sich (durchlebt) h.;
die Prüfungen hinter sich (überstanden) h.; etw.
hat es in sich (etw. ist gehaltvoll, kräftig, stark);
jmd. hat es in sich (jmd. ist nicht zu unterschätzen);
etw. (noch) vor sich h. etw. noch tun, bewältigen müs
sen: er hat das Examen noch vor sich; landsch.
(was) haste was kannste (sehr schnell, so schnell wie
möglich); umg. etwas mit jmdm. h. (ein Verhältnis
1.2.1 mit jmdm. haben); von etw. nichts h. (von etw.
keine Bereicherung erfahren)
Haben, das; -s, /o. Pl.f 1. W irtsch. rechte Seite
eines Kontos, auf der die Einnahmen, Gutschriften,
Kredite gebucht werden — 2. Bank / Soll und H.
Habe|nichts, der; -/-es, -e veraltendumg. jemot.
neg.; im bürgerl. Sprachgebrauch als Ausdruck des
BesitzdenkensI jmd., der ohne nennenswerten Besitz
ist: er ist ein H.
Habenseite, die \o. Pl.f W irts ch. Haben (1): etw.
auf der H. buchen
Hab/hab| -gier, die Gier nach Besitz, Vermehrung des
Besitzes: seine H. kennt keine Grenzen; dazu
- g ierig fAdj.f
habhaft fAdj.; in den Verbindungenj jmds. h. wer
den jmdn. ausfindig machen und ihn zu fassen (3)
bekommen: die Polizei unternahm alles, um der
Fälscher, des Vermißten h. zu werden; einer Sache
h. werden sich etw. nehmen, aneignen können: er
steckte alles ein, dessen er h. werden konnte
Habicht — Haferschleim
517
Habicht, der; -(e)s, -e Greifvögel mit langem Schwanz
und kurzen Flügeln, der nur lebende Beute jagt
Habilitation, die; -,
-en /noch BBDj Erwerb der
Lehrberechtigung an Hochschulen, Universitäten
durch Erlangung des akademischen Grades eines
habilitierten D oktors: nach seiner H. wurde er als
Professor an eine Universität berufen
Habilitationsschrift, die /noch B B D j sch riftlich e
wissenschaftliche Arbeit, die zur Habilitation vor
gelegt und verteidigt werden muß
habilitieren jsw. 16.; hat; noch BBDj 1.1. sich h.
die Lehrberechtigung an einer Universität, Hoch
schule erwerben: er habilitierte sich in N, bei Pro
fessor N ; er will mit einer Arbeit über Semasiologie
h. 1.2. jmdn. h. jmdm. die Lehrberechtigung an einer
Universität, Hochschule erteilen: er wurde von der
Universität habilitiert
habituell iAdj.f [. .u|sl] zum Habitus (1 .1 )gehörend:
anfangs irritierte uns sein habituelles Nicken
Habitus, der;
io. PL/ Gesamtheit der äußerlich
erkennbaren Merkmale 1.1. im Erscheinungsbild
eines Menschen und in der Art, wie er sich verhält:
seinem ganzen H. nach kann man ihn für einen
Künstler halten 1.2. Med. und speziellen Besonder
heiten im Erscheimingsbild eines Menschen, die
gewisse Schlüsse auf Temperament, Krankheiten
zulassen 1.3. Biol. von Pflanzen, Tieren, Kristallen
Hab/hab| -Seligkeiten, die iPl.f aus wenigen Stücken
bestehender Besitz von meist geringem W ert: er
konnte nur ein paar H. mitnehmen; der Rucksack
enthielt seine kümmerlichen H .; -sucht, die jo . PI./
Habgier; dazu -süchtigjAdj.j
Hachel, die; -n 1and sch. Granne
Hachse, die; -,
-n 1. oberer Teil des Unterschenkels,
bes. vom Kalb — 2. salopp scherzh. sich die
Hachsen {Beine) brechen
Hack] -bau, der jo. PI ./ Landw. Bodenbearbeitung
mit der Hacke, bes. bei Völkern, die den Pflug noch
nicht kennen; -braten, der aus Hackfleisch, Ge
würzen und verschiedenen Zutaten, bes. W eißbrot,
hergestellter Braten von rundlich länglicher F orm ;
-brett, das trapezförmiges, flaches, hölzernes Saiten
instrument, dessen metallene Saiten mit zwei Klöp
peln angeschlagen werden
Hacke, die;
-n 1.1.1. aus einem langen Stiel und
einem daran befestigten, quer zum Stiel stehenden,
verschieden geformten Blatt aus Stahl bestehendes
Gerät zur Bodenbearbeitung: den Boden mit der H.
auflockern 1.2. Spitzhacke', mit H. und Spaten die
Trümmer beseitigen — 2. Landwr. Bearbeitung des
Bodens mit 1.1, das Hacken: Rüben erfordern meh
rere Hacken — II. landsch. 1. Ferse (1): an der
rechten, linken H. eine Blase haben; jmdm. aus
Versehen in, auf die Hacken treten — 2. T eil des
Strumpfes, der II.1 bedeckt: ein Loch in der H. ha
ben — 3. Absatz (I): die Hacken sind schief ge
laufen ; Schuhe mit hohen Hacken
hacken jsw. T'5.; hat: / auch Gehackte/ 1.1. etw.
durch {wiederholtes) heftiges Zuschlägen mit dem
Beil spalten, etw. zerhacken: Holz h.; einen alten
Stuhl zu Brennholz h. 1 .2. etw. durch wiederholte,
schnelle Schläge mit einem scharfen Messer zer
kleinern: Petersilie, Zwiebeln, Hering h. 1.3 . durch
wiederholtes, heftiges Zuschlägen bes. mit einer Hacke
(1.1.2) eine Vertiefung, ein Loch in eine Fläche
machen: ein Loch ins Eis h.
—
2.1. das Beet muß
gehackt (mit der Hacke 1.1.1 bearbeitet) werden
2.2. Kartoffeln, Rüben h. {den Boden um die Pflan
zen herum mit der Hacke 1.1.1 auflockern und dabei
von Unkraut befreien) — 3. nach jmdm., in etw. h.
mit dem Schnabel heftig nach jmdm., in etw. picken:
der Hahn hackte nach ihm, hackte ihr (mit dem
Schnabel) in den Finger
Hacken, der; -s, - landsch. Hacke (II)
Hackenjtrick,der Fußball Trick, beidem der Fuß
ball mit der Hacke (II.1) rückwärts gestoßen
wird
Hacke|peter, der; -s, /o. Pl.j Hackfleisch vom
Schwein: 200 Gramm H. kaufen; zum Abendbrot
H . essen
Häckerle, das; -s, /o. PLI Fischsalat aus gehacktem
Salzhering mit verschiedenen Zutaten und Gewürzen:
zum Abendbrot gibt es H.
Hack| -fleisch, das mit dem Fleischwolf zerkleinertes
rohes Schweine- cd. Bindfleisch: beim Fleischer H.
kaufen; + saloppH. aus jmdm. machen (jmdn.
heftig verprügeln; jmdn. hart kritisieren); -frucht,
die jvorw. Pl.l Landw. Kulturpflanze, die während
ihres Wachstums mehrmals gehackt (2.2)werden m uß;
-klotz, der /PL -klotze/ Klotz, auf dem Fleisch, Holz
zerhackt wird
Häcksel, der, auch das; -s, jo. PLj in kurze Stücke
geschnittenes Stroh, Heu od. Grünfutter: H. füttern;
dazu häckseln /sw. Vb.; hat/ Heu, Stroh cd. Grün
futter zerkleinern
Hader, der; -s, -n/- I. jo. Pl.j veraltend lang-
anhaltende, erbitterte Auseinandersetzung, Zank,
Streit: allem H. ein Ende machen — II .l . jPl.
-n;
nur im PL/ süddt. Österr. Stoffreste, Lumpen:
Hadern sammeln, sortieren — 2 . jPl.
- j ostmit
tel dt. Scheuerlappen: die Stube mit dem H.
wischen
hadern jsw. Vb.; hat/: mit seinem Schicksal h.
(sein Schicksal nicht akzeptieren und dagegen auf-
begehren)
Hafen, der; -s, Häfen I. mit Einrichtungen für den
Umschlag von Gütern und Passagieren verbundener
natürlicher cd. künstlich angelegter Liegeplatz für
Schiffe an der Küste od. an Wasserstraßen: der H.
von Rostock; ein Schiff läuft den heimatlichen
H. an, läuft in den H. ein, liegt im H., verläßt
den H.
—
n.l. süddt. Schweiz, österr. (irdenes)
Gefäß, Schüssel, Topf: ein H. mit Milch — 2.
fach spr. zum Schmelzen von Glas verwendetes
feuerfestes Gefäß aus Schamotte
-f- scherzh. im H. der Ehe landen (heiraten)
Hafen zu Hafen I| -anlage, die; -arbeiter, der;
-becken, das zum Befahren fü r Schiffe ausgebauter
Teil des Hafens; -gelände, das; -rundfahit, die zur
Besichtigung unternommene Bundfahrt mit einem
kleineren (Passagier)schiff durch den H afen: eine
H. machen; -Stadt, die Stadt mit einem größeren
Seehafen; -viertel, das Stadtviertel, in dem der
Hafen liegt
Hafer, der; -s, jo. PL/ 1. Getreidepflanze, deren
Samen in Bispen wachsen: H. säen, mähen; H. ist
ein Sommergetreide — 2. Samenkörner von 1 : die
Pferde mit H. füttern; H. zu Haferflocken ver
arbeiten
+ umg. jmdn. sticht der H. (jmd. ist übermütig)
Hafer| -brel, der jo. Pl.j Brei aus Haferflccken;
-flocken, die jPl.j Nährmittel aus gewalzten Hafer -
körnern; -körn, das /PL -körner/; -mehl, das /o.
PLj Mehl aus Hafer (2); -schleim, der Suppe aus
518
Haferstroh — Hahnenfuß
durchgeseihten gekochten Haferflocken, hes. als Diät
kost; -stroh, das
Haff, das; -(e)s,
- e/-s durch eine Nehrung gegen
das offene M eer beinahe völlig abgegrenzter flacher
Teil des Meeres
Hafner, Hafner, der; -s, - süddt. österr. Sch w eiz.
1. Töpfer (1) — 2. Ofensetzer
Haft, die;
jo. Pl.j 1. polizeilicher Gewahrsam:
jmd. befindet sich, ist in H .; jmdn. aus der H.
entlassen; jmdn. in H. nehmen (verhaften, in
haftieren) — 2, Freiheits-, Haftstrafe: darauf stehen
vier Wochen H .; seine H. verbüßen
Haft|anstatt, die Strafvollzugsanstalt, A nstalt, in
der Personen in Untersuchungshaft sind
haftbar /Adj.; in den Verbindungen! Jur. für etw.
h. sein (für jmds. Schädigung, Benachteiligung ver
antwortlich und zur Wiedergutmachung verpflichtet
sein); jmdn. für etw. h. machen (jmdn. für jmds.
Schädigung, Benachteiligung verantwortlich machen
und von ihm Wiedergutmachung fordern)
Haft Jur.| -befehl, dm schriftlich ausgefertigter, mit
Angabe von Gründen versehener Beschluß des Ge
richts zu jmds. Verhaftung; -beschwerde, die un
befristetes Rechtsmittel, das der Verhaftete, Inh af
tierte gegen den Haftbefehl anwenden kann
haften, haftete, hat gehaftet I. etw. haftet (an,
auf etw.) etw. geht mit der Oberfläche von etw. eine
feste, aber lösbare Verbindung ein : das Pflaster,
Etikett haftet gut, nicht richtig; Lehm, Farbe
haftet an seinen Händen; die Reifen, Räder h. gut
(rutschen nicht auf dem Boden, der Straße); O jmds.
Blick haftet an jmdm., etw.; ein Makel, Verdacht
haftet an jmdm.; bei jmdm. haftet nichts (jmd.
hat ein schlechtes Gedächtnis) — H. Jur. fin den
Verbindungen! für etw. h. für etw. haftbar sein:
wir h. nicht für Ihre Garderobe; für einen Schaden,
Verlust h.; du haftest (mir) dafür (bist dafür ver
antwortlich), daß der Termin eingehalten wird; für
jmdn. h. an Stelle des Urhebers für jmds. Schädi
gung, Benachteiligung verantwortlich und zur
Wiedergutmachung verpflichtet sein: Eltern h. für
ihre Kinder; du haftest (mir) für ihn
haften|bleiben /Vb./ an, auf etw. haften: das
Pflaster wollte nicht h.; an seinen Händen war
Kleister haftengeblieben; auf dem Teppich bleibt
jeder Fussel haften; O alle Einzelheiten sind in
seiner Erinnerung, nichts ist davon bei ihm
haftengeblieben
Haft/haft| -entlassene, der u. die; -n, -n jm d. , der
aus der Haft entlassen wurde; -entlassung, die;
-fähig /Adj.; nicht adv.! Jur. in einem Gesund
heitszustand, der die Verbüßung der Haft zuläßt;
-fähigkeit, die /o. PI ./ I. J u r . /zu -fähig/ — H.
Eigenschaft, an, auf etw. zu haften (I)
Haftung, der; -s, -e jmd., der in Haft ist, Straf
gefangene(r): männliche, weibliche Häftlinge; der
aus der Strafanstalt ausgebrochene H. wurde ge
faßt
Haft/haft| -organ, das Biol. Organ, mit dem
manche Tier- und Pflanzenarten an (glatten) Flächen
Halt finden; -pflicht, die \o. Pl.l Jur. gesetzliche
Verpflichtung zum Ersatz eines Schadens, der einer
anderen Person od. einer Sache zugefügt wurde;
dazu -pflichtig /Adj.; nicht adv.!: jmd. ist h.;
- Pflichtversicherung, die Versicherung (3), durch
die die berechtigten Schadensersatzansprüche dritter
an den Versicherten erfüllt werden; -richter, der
Jur. Richter, der im Ermittlungsverfahren für den
Erlaß des Haftbefehls zuständig ist; -schale, die
/vorw. Pl.j statt einer Brille getragene kleine, dünne,
leichte Linse bes. aus Kunststoff, die auf den Aug
apfel gebracht wird und dort infolge der Feuchte des
Auges haftet; -strafe, die gerichtlich verhängte Frei
heitsstrafe bis zu sechs Wochen: die H. in eine
Geldstrafe umwandeln; -unfähig /A d j.; nicht adv./
Jur. nicht haftfähig; dazu -Unfähigkeit, die jo. PL/
Haftung, die; -,
-en \vorw. Sg .f I. das Haften (I)
—
H. Jur. das Haften (II): für die Garderobe wird
keine H. übernommen; für Transportschäden über
nimmt der Hersteller keine H .; die beschränkte
H. (Haftpflicht bis zu einer bestimmten Summe od.
nur mit bestimmten Teilen des Vermögens)
Hag,der; -(e)s, -e veraltend geh., noch Schweiz.
I. Gebüsch, Hecke als Einfriedung — 2. kleiner
Wald
Hagebutte, die; -,
- n kleine orangefarbene bis rote,
vitaminreiche Frucht der (Hecken)rose
Hagel, der; -s, /o. PI ./1. Niederschlag (1.1)in Form
von Eisstückchen verschiedener Form und Größe:
der H. prasselte nieder, vernichtete die Apfel
blüte — 2. ein H. (eine dicht auf jmdn., etw. nieder-
prasselnde M enge) von Steinen, Hieben; jmdn.
mit einem H. von Vorwürfen überschütten; ein
H. von Protesten
hageln /sw. Vb.; hat/ 1. es hagelt (Hagel 1 geht
nieder); es fing an zu h.
—
2. es hagelte (es gab in
dichter Fplge viele) Schläge, Vorwürfe
Hagel zu Hagel 1 | -schaden, der durch Hagel ent
standener Schaden; -schauer, der Schauer in Form
von Hagel; -schlag, der heftiger, Schaden verur
sachender Hagelschauer: ein großer Teil der Ernte
wurde durch H. vernichtet
hager /Adj.; vom Menschen/ 1.1. knochig, sehnig,
mager und meist hoch aufgeschossen: ein hagerer
Mann; jmds. hagere Gestalt; jmd. ist h. 1.2. jmd.
hat ein hageres (schmales, knochiges) Gesicht; dazu
Hagerkeit, die; -, jo. Pl.j
Hagestolz, der jPl.
-e/ veraltend älterer, ein
gefleischter Junggeselle
haha s. ha (2)
Häher, der; -s, - in zahlreichen Arten vorkommen
der Rabenvögel mit langem Schwanz und buntem
Gefieder: die lauten, krächzenden Rufe des Hähers
Hahn, der; -(e)s, Hähne / / auch Hähnchen/1.1,1.
männliches Tier beim Haushuhn: ein junger, stol
zer, bunter H .; der H. kräht, tritt die Henne
I. 2* männliches Tier bei vielen Vogelarten — H .
Vorrichtung, durch deren Betätigung eine Flüssig
keit, ein Gas aus einer Rohrleitung, einem Behälter
entnommen werden kann, die zum Unterbrechen od.
Drosseln des Strömens einer Flüssigkeit, eines Gases
in Rohrleitungen dient: ein verchromter H .; ein
H. aus Messing; der H. tropft; den H. auf-, zu
drehen, öffnen, schließen; Wasser, Bier aus dem
H. laufen lassen
-f- umg. (der) H. im Korbe (der einzige Mann in
einem Kreis von Frauen) sein; danach, nach
jmdm., etw. kräht kein H. (niemand interessiert
sich für jmdn., etw.)
Hähnchen, das; -s, - / /* auch Hahn 1.1.1/ junger
H ah n : ein gebratenes, gegrilltes H.
Hahnen zu Hahn I| -feder, die bunte Schwanzfeder
eines Hahns; -fuß, der jo. Pl.j auf Wiesen wachsen
des giftiges Hahnenfußgewächs mit kleinen gelben
Hahnenfußgewächs — halbe-halbe
519
od. weißen Blüten und gelappten Blättern; -fuß-
gewachs, das in zahlreichen Arten, vorwiegend als
Kraut und Staude vorkommende zweikeimblättrige
Pflanze; -kämm, der Kamm auf dem Kopf des
Hahns; -schrei, der + beim, mit dem ersten H.
(sehr früh am Morgen) aufstehen, aufwachen;
-tritt, der 1. umg. Keim (l.i) im Hühnerei —
2. jo. Pl.f Hahnentrittmuster; -trittmuster, das fo.
Pl.f von je zwei hellen und dunklen Fäden in Kette
und Schuß gebildetes, der Trittspur des Hahns ähn
liches Stoffmuster: ein Kostümstoff mit H.
Hahnrei, der; -(e)s, -e veraltend von seiner Frau
mit einem anderen Mann betrogener Ehemann: sie
hat ihn zum H. gemacht
Hai, der; -(e)s, -e in zahlreichen A rten vorkommen
der, räuberisch lebender Knorpelfisch warmer Meere
mit einem spindelförmigen Körper, unten zurück
liegendem Maul, einem scharfen Gebiß und nach
oben sichelförmig verlängerter Schwanzflosse
Hailfisch, der H a i
Hain, der; -(e)s, -e geh. kleiner Wald
Hainjbuche, die Laubbaum mit glatter, weißgrauer
Borke, eiförmigen, doppelt gesägten Blättern, kätz
chenartigen Blütenständen und hartem Holz
Häkelei, d ie;
-en I. mit einer Häkelnadel an
gefertigte Handarbeit — II . kleiner, harmloser
Streit
Häkel|garn, das gezwirntes, glänzendes Garn zum
Häkeln
häkeln jsw. Vb.; hat/ I. mit der Häkelnadel einen
Faden zu Maschen verschlingen und dabei etw., ein
in bestimmter Weise gemustertes Gewebe herstellen:
eine Stola h .; ein gehäkelter Pullover — H .
landseh. sich h. sich mit jmdm. (in harmloser
Weise) zanken, sich necken: müßt ihr euch denn
immerzu h.?
Häkelnadel, die an der Spitze (2.1) hakenartig ge
formte Nadel zum Häkeln
haken fsw. Vb.; hat/ 1. etw. in, an etw. h. einen
Haken (1) od. etw., das mit einem Haken versehen
od. hakenförmig ist, an etw. anderem durch Daran
hängen befestigen: den Haken in die Öse h.; die
Feldflasche an den Gurt h.
—
2. etw. hakt etw.
klemmt, läßt sich nicht weiter bewegen: der Schlüssel
hakt
Haken, der; -s, - 1 . winklig od. rund gebogenes Stück
Metall, Holz, Plast, dasals Vorrichtung zum Aufhän
gen, Halten von etw. dient: einen H. in die Wand
schlagen; H. und Ösen an den Rockbund nähen;
den Mantel, Hut an den H. (Kleiderhaken) hängen;
ein Fisch hängt am H. (Angelhaken); das Boot mit
dem H. (Enterhaken) ans Ufer ziehen — 2. winkel
förmigesgraphisches Zeichen: sie ging die Liste durch
und machte bei verschiedenen Kamen einen roten H.
—
3. Boxen Schlag mit angewinkeltem Arm
4* etw. hat einen H. (hat seine Schwierigkeiten,
Tücken); einen H. schlagen (bei der Flucht plötz
lich und scharf die Richtung ändern)
haken/Haken| -förmig fA d j.f : ein hakenförmiger
Schnabel; -nase, die stark gekrümmte Nase
Halali, auch Halali, das; -s, -s/- Jägerspr. 1.1.
das Ende der Jagd anzeigendes Signal: das H.
blasen 1.2. Ende der Jagd: zum H. blasen
halb fAdj.; nicht präd.f 1. die Hälfte einer quanti
tativen, meßbaren Größe umfassend: ein halbes
Kilo, Dutzend, Prozent, Jahr; ein halber Meter,
Hektar, Liter; ein halbes B rot; eine halbe Stunde,
Umdrehung; Mus. eine halbe Note (Note mit der
Hälfte des Wertes einer ganzen N ote)1; der Zug
fährt in einer halben, alle halbe Stunde, alle
halbe(n) Stunden; es ist h. zwölf (Uhr) (elf Uhr
dreißig); fünf Minuten vor, nach h.; es schlägt h.;
eine Maschine mit halber Kraft arbeiten lassen;
auf halber Höhe; auf halbem Wege (in der M itte
der Wegstrecke) umkehren; er ist einen halben
Kopf größer als ich; den halben Preis zahlen;
umg. die halbe Klasse war (sehr viele Schüler der
Klasse waren) krank; die halbe Stadt, h. Berlin
war auf den Beinen1; das Glas ist nur h. voll; das
Fenster steht h. offen; sein Zimmer ist nur h. so
groß wie meines; er hat nur h. soviel geschafft
wie vorgesehen — 2.1. das ist nur die halbe (nicht
die volle) Wahrheit; das Getreide ist erst h. (noch
nicht völlig) reif; nur h. (nicht mit ganzer Aufmerk
samkeit) zu-,
hinhören 2.2 . die Kartoffeln sind
noch h. (fast, beinahe) roh; er war h. verhungert;
etw. h. umsonst bekommen; er ist ein halber
Künstler (fast ein Künstler); sie sind noch halbe
Kinder — 3.1. h.
...
h. ... teils ... teils ...: die
Sphinx ist h. Tier, h. Mensch; sie lächelte h. ver
legen, h. belustigt 3.2 . h. und h.: geben Sie mir
bitte Vanille- und Schokoladeneis, h. und h. (zu
gleichen Teilen); h. und h. (einigermaßen, fast, bei
nah e) beruhigt, entschlossen sein
+ das ist nichts Halbes und nichts Ganzes (ist
unvollständig, unzureichend, so daß man damit
nichts Rechtes anfangen kann); umg. das ist h.
so wild (nicht so unangenehm, schlimm wie zunächst
erwartet); — mit halbem / Herzen; nur noch ein
halber / Mensch sein; nur mit halbem / Ohr
hin- ,
zuhören; jmd. ist eine halbe / Portion;
jmdm. auf halbem / Weg(e) entgegenkommen;
auf halbem / Weg(e) stehenbleiben
Halb/halb| -affe, der in zahlreichen Arten vorkom
mendes, zu den Primaten gehörendes Säugetier,
dessen Vertreter entweder insektenfressenden Säuge
tieren ähnlich sind od. eine affenartige Gestalt mit
großen Augen haben; -amtlich fAdj.f: eine halb
amtliche (von amtlichen Stellen, aus gutunterrichte
ten Kreisen stammende, nicht sicher verbürgte) Mel
dung, Verlautbarung; -automat, der M aschin e, bei
der einige Griffe von Hand ausgeführt werden
müssen, alle anderen Arbeitsgänge aber selbsttätig
ablaufen; dazu -automatisch fAdj.f; -bildung, die
fo. Pl.f mangelhafte, oberflächliche Bildung (2);
-bitter fAdj.; vorw. attr.f: halbbittere (leicht bitter
schmeckende) Schokolade; -blut, das 1. Halbblüter
—
2. veraltend Mischling (1); -blüter, der; -s, -
Pferd, dessen Ettern verschiedenen Rassen ent
stammen, wobei meist ein Elternteil Vollblut ist;
-bruder, der: jmds. H . (männliche Person, die mit
jmdm. nur einen gemeinsamen Elternteil hat);
-dunkel fAdj.; nur attr.f nicht völlig dunkel: ein
halbdunkler Raum; -dunkel, das: der Raum lag
im H.
Halbe, der, das; -n,
- n /bei Mengenangabe PI.
Halbe/ um g.: noch einen Halben, ein Halbes (ein
Glas mit einem halben Liter bes. Bier, Wein) be
stellen; Herr Ober, noch drei H .!
Halb|edelstem, der M ineral mit den Eigenschaften
eines Edelsteins, aber von geringerer Härte
halbe-halbe
+ salopp (mit jmdm.) h. machen (etw., bes. einen
Gewinn, eine Beute, mit jmdm. zur Hälfte teilen)
520
halber — halbstündig
halber /Präp. mit Gen»; dem Nomen nachgestellt/
wegen : der Einfachheit, Vollständigkeit, Ordnung
h. wollen wir ...
halb/Halb| -erstickt /A d j.; nur attr.f: etw. mit
halberstickter (kaum hörbarer) Stimme sagen;
-fabrikat, das Erzeugnis eines abgeschlossenen P ro
duktionsprozesses, das in einem weiteren Produk
tionsprozeß bearbeitet, als Material für ein anderes
Produkt verwendet wird; -fertig fÄdj.; nur attr.j
zum Teil fertig: ein halbfertiges Kleid; -fest fAdj.f
im festen Aggregatzustand, abtr zugleich (sehr) weich
und nachgiebig; -fett fAdj.f 1. halbfetter (min
destens 20 Prozent, höchstens 29 Prozent Fett ent
haltender) Käse — 2. Druckerei kräftiger als
normal, aber schwächer als fett gedruckt: ein Wort
h. setzen; -finale, das Sport Runde eines Wett
bewerbs, in der vier Sportler odJ Mannschaften, die
sich zuvor dafür qualifiziert haben, die beiden Teil
nehmer des Finales ermitteln; -gar /Adj.f nicht
völlig gar gekocht, nicht richtig durchgebraten; -ge
bildete, der u. die; -n, -n jmd. mit Halbbildung;
-gefrorene, das; -n, fo. Pl.f in einer Form ein
gefrorenes, m it Schlagsahne zubereitetes Speiseeis,
Pa rfait: zum Nachtisch gab es Halbgefrorenes;
-geschwister, die fPl.\ Geschwister mit nur einem
gemeinsamen Elternteil; -gewalkt /Adj.; nicht adv./
u m g.: ein halbgewalkter (fragwürdiger, moralisch
nicht ganz einwandfreier) Bursche; -gott, der aus
angeblicher Verbindung eines göttlichen Wesens mit
einem Menschen hervorgegangenes Wesen in der
Mythologie
Halbheit, die; -en fvorw. PL/ 1.1. unbefriedigende
Lösung, unzureichende Maßnahme: sich nicht mit
Halbheiten abspeisen lassen, zufriedengeben 1.2.
inkonsequentes Verhalten, halbherziger Entschluß:
zu Halbheiten neigen
halb/Halb| -herzig fAdj.f nicht mit voller Über
zeugung hinter einer Sache stehend: jmdn. h. unter
stützen; eine halbherzige Zusage; -hoch /Adj.j in
der Höhe zioischen hoch und niedrig liegend, nicht
sehr hoch: ein halbhoher Tisch; -idiot, der salopp
dummer Mensch: er tut so, als hätte er Halb
idioten vor sich
halbieren jsw. Vb.; hat/ etw. in zwei gleiche Teile,
in Hälften (zer)teilen: eine Strecke, den Kuchen h.
Halb/halb|-insei, die in das Meer, einen See hin
einragendes, sich von der geschlossenen Landmasse
deutlich abhebendes Gebiet; -jahr, das Hälfte des
Kalenderjahrs: im ersten, zweiten H.;
-jahres-
zeugnis, das Zeugnis über die Leistungen in der
ersten Hälfte des Schuljahrs; -jährig /Adj.; nur
attr.f 1. ein halbes Jahr alt: ein halbjähriges Kind
—
2. ein halbes Jahr dauernd: ein halbjähriger
Kursus; -jährlich fAdj.f in Abständen von jeweils
einem halben Jahr (stattfindend): halbjährliche
Kontrollen; die Untersuchungen wurden h. durch
geführt; -kolonial fA d j.; zu -kolonie/; -kolonie,
die formal selbständiges Land, in dem ausländische
imperial. Mächte od. Monopole durch dem Land
aufgezwungene Verträge einen beherrschenden öko
nomischen und politischen Einfluß ausüben; -kreis,
der 1.1. vom Durchmesser begrenzte Hälfte eines
Kreises (1.1); einen H. zeichnen; mit dem Zirkel
einen H. schlagen 1.2. sich im (offenen) H. (in der
Form von 1.1) aufstellen; dazu -kreisförmig /A dj./;
-kugel, die 1.1. von einer ebenen, durch den Mittel
punkt der Kugel gehenden Schnittfläche begrenzte
Hälfte einer Kugel 1.2. vom Äquator begrenzte
Hälfte der Erdkugel: die nördliche, südliche H .;
zu 1.1 -kug(e)lig fAdj.f; -lang /Adj.f in der Länge
zwischen kurz und lang liegend, nicht sehr lang:
einhalblangerBock; dasHaar h. tragen; -f umg.
nun mach (aber, mal) h. (übertreibe nicht, spiel
dich nicht so auf)\; -laut fAdj.f nicht mit voller
Lautstärke, gedämpft: ein halblautes Gespräch;
sich h. unterhalten; -leder, das fo. P L f: ein Buch
in H. (mit einem Buchrücken aus Leder); -leer
fAdj.; nur attr.f nur zum (halben) Teil gefüllt;
-leinen, das 1. Mischgewebe aus Leinen mit Baum
wolle od, anderen Fasern — 2. ein Buch in H. (mit
einem Buchrücken aus Leinen od. einem anderen
Gewebe); -leiter, der Phys. Element od. chemische
Verbindung, deren spezifischer elektrischer Wider
stand, bei Zimmertemperatur über dem der Metalle
und unter dem der Isolatoren liegt; -linke, der; -n,
- n Sport Spieler zwischen dem Linksaußen und
dem Mittelstürmer, bes. beim Fußball; -links fAdv.f:
Sport h. (in der Position des Halblinken) spielen;
-mast fAdv.f (auf) h. mit der Fahne in halber Höhe
der Fahnenstange: h. flaggen /als Zeichen offizieller
Trauer, der Landestrauer!; die Fahne auf h. setzen;
die Fahnen wehten (auf) h.;
-mcsser, der; -s, -
Radius (1); -metall, das in seinen Eigenschaften
zwischen Metall und Nichtmetall stehendes chemi
sches Element mit geringer, beim Schmelzen zu
nehmender elektrischer Leitfähigkeit; -mond, der
fo. Pl.f der Mond in der Phase, in der seine der
Erde zugewandte Seite nur zur Hälfte zu sehen ist;
-nackt /Adj.f nur spärlich bekleidet: h. herum
laufen; -part /Adv.; in der Verbindungf mit jmdm.
h. machen (einen Gewinn, eine Beute mit jmdrn.
zur Hälfte teilen); -pension, die fo. P l.f: eine Unter
kunft mit H. (mit Frühstück od. einer anderen
Mahlzeit, aber keiner vollständigen Verpflegung);
- rechte, der; -n,
-n Sport vgl.
- l inke; -rechts
fAdv.f Sport vgl.
- l inks; -reif fAdj.; nur attr.f:
halbreifes (nicht völlig ausgereiftes) Obst; -rund
fAdj.; nur attr.f (annähernd) in der Form eines
Halbkreises, einer Halbkugel; dazu -rund, das; -(e)s,
fo. P l.f; -schatten, der Gebiet des Schattens eines
Körpers, in das teilweise Licht einfällt: im H. des
Parks; -schlaf, der Zustand zwischen Schlafen und
Wachen; -schranke, die Verkehr sw. die halbe
Straße sperrende Schranke; -schuh, der bis unter
halb des Knöchels reichender, leichterer Schuh;
-Schwergewicht, das jo. Pl.f Sport /Gewichts
klasse in den Disziplinen Boxen, Ringen, Judof;
-Schwester, die vgl. Halbbruder; -seide, die M isch
gewebe aus Seide mit Baumwolle od. anderen Fasern;
-seiden fAdj.f 1. aus Halbseide — 2 . umg. 2 .1 .
moralisch fragwürdig, anstößig wirkend: halbseide
nes Publikum 2.2. unmännlich wirkend, auf Homo
sexualität hindeutend: ein halbseidener Bursche;
-seitig fAdj.f 1. nur eine Seite, Hälfte (des Körpers)
betreffend: eine halbseitige Lähmung; er ist h. ge
lähmt — 2. /nicht präd.f ein h. (nur auf einer
halben Seite) beschriebenes Blatt; -staatlich fA d j.;
nicht adv.f: /in der DDR/ ein halbstaatlicher Be
trieb (Privatbetrieb mit staatlicher Beteiligung als
Übergangsform zum soz. Betrieb); -starke, der; -n,
- n Jugendlicher, der sich auffällig benimmt und der
meist in einer Gruppe Gleichaltriger laut (und
randalierend) in der Öffentlichkeit auftritt; -steif
fAdj.f vgl. halbfest; -ständig fAd j.; nur attr.f vgl.
halbstündlich — Halluzination
521
halbjährig (2); -stündlich /Adj./ vgl. halbjährlich;
-tags /Adv.]: h. (die Hälfte des gesetzlich geregelten
Arbeitstages) arbeiten
Halbtags! -arbeit, die jo. P l.j sich über die Hälfte
des gesetzlich geregelten Arbeitstages erstreckende
berufliche Tätigkeit: eine H. suchen; -kraft, die
Arbeitskraft für Halbtagsarbeit
Halb/halb| -ton, der Mus. kleinstes Intervall des
diatonischen Systems; -tot /Adj./ 1. /halbtot/ fast
tot: er wurde h. am Straßenrand aufgefunden —
2. /halbtot/ umg. femot./ jmd. ist h. (sehr er
schöpft) vor Anstrengung; salopp sich h. lachen
(heftig lachen); sich h. ärgern; -verdaut /Adj.; nur
attr.f: halbverdaute (nicht völlig verdaute) Speise
reste; O halbverdaute (nicht völlig begriffene, nur
schematisch wiedergegebene) Theorien; -voll /Adj.;
n ur attr./: ein halbvolles (zur Hälfte gefülltes) Glas;
- wach /A d j.; nur attr./: in halbwachem (nicht völlig
wachem) Zustand; -waise, die Kind, das einen
Elternteil durch Tod verloren hat; -wegs /Adv./
umg. einigermaßen, leidlich: ein h. brauchbares
Werkzeug; h. schönes W etter; h. sauber, verläß
lich sein; etw. h. begriffen haben; -weit, die /o .
PI./: in dieser Bar trifft sich die H. (trifft sich ein
den Schein des Ansehens und des Attraktiven be
tonender, aber zwielichtiger Personenkreis); -wüchsig
/Adj.; nicht adv./ noch nicht ganz erwachsen: halb
wüchsige Jungen, Mädchen; dazu -wüchsige, der
u. die; -n, -n; -zeit,dieSport, bes. Fuß-, Hand
ball 1. eine der Hälften der Spielzeit: die Tore
fielen in der ersten, zweiten H.
—
2. Pause nach
der ersten Hälfte der Spielzeit: in der H. gab der
Trainer den Spielern neue Anweisungen; -zeug, das
/PL -e/ technisches Erzeugnis, das für verschiedene
Zwecke weiterverarbeitet wird
Halde, die; -,
-n 1. (sanft) abfallende Seite eines
Hügels, Berges, Bergabhang: der Abstieg über die
steinige H.
—
2. Bergm. aus aufgeschüttetem
taubem Gestein, Asche, Schlacke über Tage od. aus
im Freien gelagerter Kohle, gelagertem Erz beste
hende langgestreckte Erhebung: Schlacke, Gestein
auf (die) H. schütten
Hälfte, die; -,
-n 1.1. ein Teil einer in zwei gleich
große Teile geteilten quantitativen, meßbaren Größe:
die H. einer Strecke, Fläche, eines Apfels, Tages,
Jahres, des Lebens; jmdm. die H. (vom Gewinn)
abgeben; Kinder bezahlen die H. des Fahrpreises;
er hat die H. vergessen, nur die H. verstanden;
die Kosten zur H. selbst tragen; ein nur zur H.
gefülltes Glas; dieser W eg ist um die H. kürzer;
der Durchmesser teilt den Kreis in zwei Hälften
1.2. Sport ein Teil des in zwei gleichgroße Teile
geteilten S p ielfeldes: fast alle Spieler befinden sich
in der gegnerischen H.
—
2. umg. ein Teil einer
in zwei Teile verschiedener Größe geteilten Größe:
die größere, kleinere H.; die gute H. (mehr als
1. 1)
+ umg. scherzh. seine bessere H. (seine Ehe
frau)
Halfter, der, das; -s, - Zaum ohne Gebiß (2) zum
Festhalten, Anbinden von Großvieh, zum Anbringen
von Trense und Zügel bei Zugtieren
2Halfter, die; -,
- n; das; -s, - am Sattel, Körper an
einem besonderen Gurt befestigte Tasche für eine
Pistole
halftern /sw. Vb.; hat/: ein Pferd h. (einem Pferd
den 1Hdlfter anlegen)
Hall, der; -(e)s,
-e /vorw. Sg .j 1.1. sich weithin
fortpflanzender und nachhallender lauter xTon (1.1),
Klang, Schall: der laute H. des Donners, der
Glocken, wuchtiger Axtschläge 1.2. Echo, N ach -,
W iderhall: ein vielfacher H. antwortete seinem
Ruf; der letzte H. seiner Worte war verklungen
Halle, die; -,
-n 1. vorwiegend aus einem großen,
hohen Baum bestehendes, einem bestimmten Zweck
dienendes Gebäude: eine lange, riesige H .; wofür
ist diese H. bestimmt?; in der H. (Werkhalle)
dröhnten die Maschinen; unser Betrieb stellt in
H. (in der M essehalle) drei aus; wenn du in die
H. (Markt-, Kaufhalle) gehst, kannst du mir ein
Brot mitbringen; der Rekord wurde in der H.
(Sporthalle) aufgestellt — 2. großer, zweckgemäß
ausgestalteter Raum, meist im Erdgeschoß eines
großen (öffentlichen) Gebäudes: von der H. führt
eine breite Treppe in das obere Stockwerk; er
erwartet dich in der H. bei der Rezeption; in der
H. des Bahnhofs standen lange Schlangen vor den
Schaltern
Halleluja, das; -s, -s Rel. 1.1. formelhafter Lob
preis Gottes: das H. anstimmen, singen 1.2. künst
lerisch gestaltetes 1.1 als T eil ein es musikalischen
Kunstwerks: das H. in Handels ,Messias*
hallen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. schallt laut, weithin
hörbar und nachhallend: der Donner hallt; ein
Schrei, Schuß hallt (durch die N a cht); laut hallte
Marschmusik über den Platz; die hallenden
Schläge der H olzfäller; hallendes Gelächter 1.2.
etw. hallt (in einem geschlossenen Raum) nach,
w id e r : die Schreie hallten schaurig in den Schluch
ten; das Echo kam hallend von den Felswänden
zurück 1.3. etw. ist von einem Hall (1.2) erfüllt:
das leere Zimmer hallt; es hallte unheimlich in
dem hohen Saal; die Gange hallten von seinen
Schritten
Hallen) -bad, das als Halle (1) angelegtes Schwimm
bad; -handball, der /o. PI./ in der Sporthalle ge
spielter Handball (1); -kirche, die Bauw\ Kirche,
deren Seitenschiffe die gleiche Höhe haben wie das
Mittelschiff und mit diesem unter einem Dach ver
einigt sind; -Schwimmbad, das Hallenbad; -sport,
der in der Sporthalle betriebener Sport
Hallig, die; -,
-en zu einer Gruppe der Nord
friesischen Inseln gehörende, flache, meist nicht ein
gedeichte, bei Flut teilweise überschwemmte, aus
Schwemmland entstandene Insel
Hallimasch, der; -(e)s, -e roh giftiger, zubereitet aber
eßbarer Blätterpilz mit braunem, schuppigem Hut,
weißlichen Blättern, gelbbraunem Stiel, der bes. an
Baumstümpfen in Büscheln wächst, aber auch
lebende Bäu m e befällt
hallo, hallo 1. /vorw. hallo; Zuruf, mit dem man
jmds. Aufmerksamkeit auf sich ziehen will/: h., ist
hier jemand?; h.,
sind Sie noch am Apparat,
sprechen Sie noch? /beim Telefonieren/ ; h.,
Sie
haben etwas verloren! — 2. /vorw. hallo; Ausruf
freudiger Überraschung/: h., da seid ihr ja! — 3.
umg. /Ausruf zur Begrüßung/: h., Freunde!
Hallo, das; -s, -s umg. (freudig) aufgeregtes Durch
einanderreden, -rufen: war das ein H .!; jmdn. mit
lautem H. begrüßen; es gab ein großes, freudi
ges H.
Hallodri, der; -s, -/-s süddt. österr. umg. aus
gelassener, leichtsinniger Mensch: so ein H .!
Halluzination, die; -,
-en Med. Psych. meist
522
Halm — halten
durch Krankheit bedingte Sinnestäuschung, Wahn
vorstellung: Halluzinationen haben; an (akusti
schen, optischen) Halluzinationen leiden
Halm, der; -(e)s, -e durch Knoten gegliederter, meist
hohler9 biegsamer Stengel der Gräser: kräftige, ge
knickte Halme; die Halme schwanken im Wind;
die Gerste ist noch auf dem H. (ist noch nicht
geerntet), ist vom H. (ist geerntet)
Hadma, das; -s, jo. PL/ Brettspiel, bei dem zwei bis
vier Spieler versuchen, ihre Steine durch Ziehen und
Springen möglichst schnell auf die gegenüberliegende
Seite des Spielfeldes zu bringen
Halogen, das; -s, -e fvorw. PL/ chemisches Element,
das ohne Beteiligung von Sauerstoff mit Metallen
Salze bildet
Hals, der; -es, Hälse 1. den Kopf mit dem Rumpf
verbindender Körperteil des Menschen, der höheren
Wirbeltiere: ein kurzer, schlanker H.; der lange
H. der Giraffe; sich den H. waschen; sich bis an
den H. zudecken; bis an den, zum H. im Wasser
stehen; seine Arme um jmds. H . schlingen; sich
den Schal fest um den H. binden; alle reckten die
Hälse, um besser sehen zu können — 2. fvorw. 8g .f
Rachen mit Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre,
Schlund, K ehle: einen trockenen, rauhen H. haben;
der H. ist entzündet; jmdm. tut der H. weh,
schmerzt der H .; der H. war ihm wie zugeschnürt;
jmdm. ist e n Bissen, eine Gräte im H. stecken
geblieben; umg. es im H. haben (Halsschmerzen,
Schluckbeschwerden haben) — 3.1. sich verjüngender
oberer Teil eines (gläsernen) Gefäßes, bes. einer
Flasche: eine Flasche mit langem H. 3 .2. Mus.
langer, schmaler Teil der Saiteninstrumente mit dem
Griffbrett und den Saiten: der H. der Geige 3.3 .
Med. sich verjüngender Teil eines Organs, K n o
ch e n s: der H. der Gebärmutter, des Oberschenkel
knochens
+ H. über Kopf überstürzt, in größter Eile: H. über
K opf aufbrechen, weglaufen; aus vollem H. , Halse
(laut) lachen, singen; jmdm. um den H. fallen
(jmdn. plötzlich umarmen); umg. einen langen H.
machen (sich recken, um besser sehen zu können;
neugierig, erwartungsvoll, begehrlich auf etw., jmdn.
blicken); etw. bricht jmdm. den H. (etw. führt dazu,
daß jmd. scheitert); den, seinen H. aus der Schlinge
ziehen (aus einer gefährlichen Lage einen Ausweg
finden); sich jmdm. an den H. werfen (sich jmdm.
aufdrängen); bis an, über den, zum H. (gänzlich,
völlig) in Arbeit, Schulden, Schwierigkeiten stecken;
jmdn.
, etw. am, auf dem H. haben (mit jmdm., etw.
belastet sein; jmdn., etw. nicht loswerden können);
jmdn. jmdm. auf den H. hetzen (eine jmdm. nicht
genehme Person zu ihm schicken); sich jmdn., etw.
auf den H. laden (sich jmdn., etw. aufbürden, sich
mit jmdm., etw. belasten); etw. in den falschen H.
kriegen (etw. mißverstehen, übel auffassen); sich
jmdn.,
etw. vom H.,
Halse schaffen (sich von
jmdm.,
etw. befreien); sich jmdn., etw. vom H.,
Halse halten (sich nicht mit jmdm., a uf etw. ein
lassen); jmdm. mit etw. vom H., Halse bleiben
(jmdn. mit etw. nicht belästigen); etw. hängt jmdm.
zum H. heraus (etw. ist jmdm. bis zum Überdruß
lästig, jmd. hat etw. satt); den H. nicht voll (genug)
kriegen (nicht genug bekommen, unersättlich sein);
—
einer Flasche den H. brechen; einen / Frosch
im H. haben; sich die / Kehle aus dem H., Halse
schreien; einen / Kloß im H.,* Halse haben; sich
die, Krätze an den H. ärgern; sich die / Lunge
aus dem H., Halse schreien; jmdm. die / Pest
an den H. wünschen; sich die / Platze an den H.
ärgern; jmdm. steht das / Wasser bis zum H .;
jmdm. hängt die / Zunge zum H. heraus
Hals/hals| -abschneider, der; -s, - um g. /emot.f
jmd., der jmdn. rücksichts-, skrupellos übervorteilt,
Wucherer; -ausschnitt, der Ausschnitt (1) am Hals;
- band, das /PI.
- b änder/ zum Befestigen der Leine
dienendes festes Band, meist aus Leder, für den
Hals eines Hundes; -brecherisch /Adj.f mit Ab
sturzgefahr verbunden und lebensgefährlich: ein hals
brecherischer Pfad; in halsbrecherischer (toll
kühner) Fahrt bergab fahren
halsen /sw. Vb.; hat/ Seemannsspr. beim Segeln
den Kurs ändern, indem man das Schiff mit dem
Heck durch die Richtung dreht, aus der der Wind
weht
Hals/hals| -entzündung, die entzündliche E r
krankung der Rachenschleimhaut od. der Mandeln
im Rachen; -fern /Adj.; vorw. attr.j: ein halsferner
(nicht eng am Hals anliegender) Kragen; -kette, die
als Schmuck um den Hals getragene K ette; -krause,
die 1. gefältelter K ragen bes. bei Trachten, histori
schen Kostümen — 2. bei bestimmten männlichen
Vögeln am Hals stark ausgebildetes Federkleid;
^sNasensOhrenarzt, der Facharzt für E r
krankungen des Halses, der Nase, der Ohren;
-Schlagader, die Schlagader am H als; -schmerz, der
/vorw. PI ./: Halsschmerzen haben; -starrig /Adj./
eigensinnig; dazu -starrigkeit, die; -, jo. P l.j; -tuch,
das /PL -tücher/ um den Hals getragenes längliches
od. quadratisches, dreieckiges Tuch: ein buntes H.
umbinden; das blaue H. der Jungen Pioniere;
7*und Beinbruch -f~ umg. jmdm. H . (gutes Ge
lingen bei einem schwierigen Unternehmen) wün
schen; -weite, die Kragenweite; -Wickel, der Wickel
zur Behandlung bestimmter Erkrankungen des Hal
ses (2); -Wirbel, der einer der sieben obersten Wirbel
der Wirbelsäule
halt /Partikel/ landsch.,
bes. süddt. österr.
Schweiz, /oft in resignierenden od. nicht näher
begründeten Feststellungen/ so, wie die Dinge liegen,
nun einmal, 2eben: da kann man h. nichts machen;
das ist h. so; dann soll er h. sehen, wie er fertig
w ird
Halt, der; -(e)s, -e 1. jo. PI./ Möglichkeit, sich anetw.
festzuhalten, um nicht zu stürzen, Möglichkeit, etw.,
jmdn. zu stützen: am Geländer H. suchen; keinen
(festen) H. finden; er verlor den H. und fiel hin
unter; der Stützverband gibt mir, dem Fuß H .;
in diesen Sandalen haben die Füße, habe ich kei
nen H .; <> an jmdm., etw. H . (Rückhalt 1) haben,
finden; ohne inneren, moralischen H. (Festigkeit
2.1) sein — 2. /vorw. 8 g .j das (kurze, plötzliche)
Anhalten: ein unerwarteter H .; der Zug fährt ohne
H. durch
haltbar /Adj.; nicht adv.; zu halten 6, 7.1, 8.4/; zu
8.4 nicht schnell verderbend, längere Zeit genießbar
bleibend: haltbare Lebensmittel; Lebensmittel h.
machen; zu 6 dauerhaft, strapazierfähig: ein halt
barer Stoff; die Schuhe sind sehr h.; der Haar
festiger macht die Frisur haltbarer; zu 7.1; /oft
verneint/ diese Theorie ist nicht h. (kann widerlegt
werden, ist nicht aufrechtzuerhalten); dazu Haltbar
keit, die; -, jo. Pl.j
halten (er hält), hielt, hat gehalten f / auch ge-
halten
523
halten/ 1.1. etw., jmdn. mit etw., bes. mit der Hand,
den Händen, gefaßt haben und nicht loslassen, in
(zweck)bestimmter Stellung, Lage belassen, fest-
halten : etw. in der Hand, mit beiden Händen, mit
der Zange h .; würdest du bitte mal meine Tasche
h.?; die Zügel straff h.; eine Tasse am Henkel,
ein Kind bei, an der Hand h.; keine Angst, ich
halte dich, die Leiter!; jmdm. den Mantel h.
(jmdm. beim Anziehen des Mantels behilflich sein);
haltet den Dieb (laßt den Dieb nicht entkommen)!
1.2. etw. hält etw. etw. dient funktionell dazu, daß
etw. in bestimmter Stellung, Lage, an bestimmter
Stelle stabil befestigt bleibt: Stahlseile h. den Sende
turm in der Senkrechten; das Bücherbrett wird
von zwei Haken gehalten (ist mit zwei Haken be
festigt) 1.3. Ballspiele einen auf das Tor ge
schossenen Ball die Torlinie nicht passieren lassen:
er hat den Elfmeter gehalten — 2.1. etw. mit etw.,
bes. mit der Hand, den Händen gefaßt, irgendwohin
bewegt haben und dort lassen: eine Briefmarke (mit
der Pinzette) gegen das Licht, dicht vor die Augen,
unter die Lampe h. 2.2. einen Körperteilirgendwohin
bewegt haben und dort lassen: die Hände schützend
vor die Augen, den Kopf gesenkt h. 2 .3 . auf etw. h.
mit einer Schußwaffe auf etw. zielen: auf die Schieß
scheibe h .; er hat zu hoch, zu weit nach rechts ge
halten — 3. sich h. 3.1. sich gerade, aufrecht, gut h.
(eine gerade, aufrechte, gute Haltung 1.1 haben)
3.2 . die Standfestigkeit, das Gleichgewicht, die Ge
walt über den eigenen Körper bewahren, aufrecht
erhalten können: er hielt sich nur für Sekunden auf
dem schwankenden Brett, konnte sich nur mit
Mühe (an der abschüssigen Stelle) h.
—
4.1. jmdn.
zum Bleiben veranlassen, jmdn. zurückhalten: die
Schulleitung wollte den erfahrenen Lehrer h .; er
ließ sich nicht h.; mich hält hier nichts mehr; es
hält jmdn. irgendwo nicht mehr, nicht länger (jmd.
bleibt nicht länger irgendwo und geht von dort weg)
4.2 . den Urin, das Wasser nicht h. können (häufig
od. unwillkürlich Harn lassen) — 5. stehenbleiben,
stoppen, anhalten: der Zug hält hier nur fünf Mi
nuten; halt (stehenbleiben, nicht weitergehen, -fahren,
anhalten)das Ganze halt! fKommando/; halt!
Wer da? f.Anruf des Postens/; halt (aufhören, inne
halten ), das dürft ihr nicht essen, anfassen! —
6. etw. halt 6.1. etw. geht bei Beanspruchung nicht
entzwei: hoffentlich hält das Seil; der Knoten, das
Geklebte, die Naht hält; diese Strümpfe h. lange
6.2. etw. verbleibt in seinem (einwandfreien) Zustand:
die Frisur hat lange gehalten; sich h.; die Blumen
haben sich lange, gut gehalten; O ihre Freundschaft
hielt (dauerte 1.2) nur kurze Zeit — 7.1. sich h. in
seiner Position bleiben, *eine Position innehaben,
behalten: er wird sich nicht mehr lange (in dieser
Stellung) h. können; Mil. die Stadt kann sich nicht
länger h. (kann nicht länger erfolgreich Widerstand
leisten)"*; etw. h .: er konnte das Geschäft, Lokal
nicht mehr h. (mußte das Geschäft, Lokal aus wirt
schaftlichen Gründen aufgeben); Mil. die Stellung,
einen Brückenkopf h. (erfolgreich verteidigen)1; im
Wettbewerb die Spitze h .; den Weltrekord h.; etw.
läßt sich nicht h., ist nicht zu h. (eine Theorie,
Behauptung hält einer kritischen Prüfung nicht
stand, ist nicht aufrechtzuerhalten) 7.2. er hat sich
(in der Prüfung, Diskussion, beim W ettkampf) gut,
hervorragend gehalten (bewährt, den Anforderungen
gewachsen erwiesen) — 8.1. etw. beibehalten: den
Kurs, das Tempo, den Takt, die Melodie h .; streng
Diät h.; Ordnung, Disziplin, Buhe, Freundschaft
h. 8.2. eine Verpflichtung erfüllen, etw. einhalten:
ein Versprechen h.; er hat (sein) Wort gehalten
8.3. etw., jmdn. in einem bestimmten Zustand be
lassen, erhalten: das Essen warm, die Temperatur
konstant h .; etw. versteckt, verschlossen h.;
eine Stadt besetzt h.; jmdn. gefangen h.; jmdn. bei
(guter) Laune h .; etw. in Ordnung, Gang, unter
Verschluß h. 8 .4 . sich h. w eiterhin erhalten (2.1)
bleiben: hoffentlich hält (sich) das Wetter, der
Schnee übers Wochenende; diese Mode wird sich
nicht lange h.; in der Vase h. (sich) diese Blumen
nur zwei, drei Tage; diese Wurst hält sich (verdirbt
nicht schnell, bleibt längere Zeit genießbar); umg.
jmd. hat sich gut gehalten (jmd. sieht jünger aus,
als er ist)*; etw. hält etw.: der Ofen hält (erhält) die
Glut lange — 9 . sich h. 9.1. eine bestimmte Rich
tung einschlagen und sich in dieser Richtung weiter
bewegen: /mit Richtungsangabef wenn du an der
Ecke bist, mußt du dich rechts h .; wir müssen uns
mehr nach Norden h.; Seemannsspr. auf die
Küste, nach Norden, südwärts h. 9 .2 . einen be
stimmten Platz, eine bestimmte Position eingenom
men haben und dort bleiben: /mit Ortsangabe/ sich
an jmds. Seite, in sicherer Entfernung, dicht hinter
jmdm. h.
—
10. sich an jmdn., etw. h. 10.1. sich
in einer bestimmten Angelegenheit an den dafür Ver
antwortlichen, die dafür zuständige Institution
w en d en : sich an den Verkaufsstellenleiter, an die
Versicherung h. 10.2 . sich an etw. orientieren (3):
der Film hält sich eng an den Roman; du solltest
dich an die Tatsachen h.; ich halte mich an das,
was ich mit eigenen Augen gesehen habe 10.3. etw.
befolgen (1.1): sich an die Gesetze, Vorschriften h.
—
11. sich etw. h. sich etw. zu seinem Nutzen, Ver
gnügen angeschafft haben und dafür sorgen: sich
Hühner, einen Hund h.; sich Begonien im Topf,
Garten h.
—
12. jmdn., etw. in bestimmter Weise
h. 12.1. jmdn., für den man verantwortlich ist, seinen
Besitz in bestimmter Weise behandeln, versorgen:
seine Kinder streng h .; er hat ihn wie seinen eigenen
Sohn gehalten; seine Sachen, Bücher ordentlich h.
(pfleglich behandeln) 12.2. etw. in einer bestimmten
Weise gestalten, anlegen: wir möchten das Bad ganz
in Blau h.; /vorw. im Part. Prät.f der Vortrag war
zu allgemein gehalten; ein in herzlichen Worten ge
haltenes Glückwunschschreiben 12.3. es (mit etw.)
h.: er stand früh am Morgen auf, wie er es seit
Jahren hielt (zu tun pflegte); wie hältst du es mit
der (wie stehst du zu r) Erziehung zur Selbständig
keit?; das kannst du h. (machen 2.2.1), wie du
willst — 13. etw. für etw., jmdn., sich für jmdn. h.
etw. für etw.,
jmdn.,
sich für jmdn. ansehen (4),
etw., jmdn., sich in bestimmter Weise einschätzen
(1.1): etw. für Unsinn, seine Pflicht, sein gutes
Recht h.; jmdn. für seinen Freund, einen Betrüger
h.; jmdn. für aufrichtig, zuverlässig, beschränkt,
skrupellos h .; etw. für angebracht, zweckmäßig,
unklug, wahrscheinlich h .; sich für einen Könner,
für geschickt, für besser h .; etwas von etw.,
jmdm. h .: nichts, wenig, nicht viel von einem Vor
schlag, von jmdm.h . (von einem Vorschlag keine gute
Meinung haben, jmdn. nicht sehr schätzen); ich halte
eineganze Menge davon (ich finde das ganz gut); ich
weiß nicht, was ich davon, von ihm h. (denken 3.2)
soll — 14. /drückt die Realisierung des mit dem
524
Haltepunkt — Hammer
Subst. Bezeichneten aus/: eine Ansprache, Vor
lesung, eine Deutschstunde h .; jmdm. eine Straf
predigt h.; Wache h.; seinen Mittagsschlaf h.;
Rückschau h .; nach jmdm., etw. / Ausschau h.
—
15. /in der Verbindung/ jmdm., sich etw. / zugute
h.
—
16.1 . zu jmdm. h. (bes. in einer schwierigen
Situation auf jmds. Seite stehen) 16.2. es mit jmdm.,
etw. h. (Sympathie für jmdn., eine Vorliebe für etw.
haben) — 17. auf etw. h. (auf etw. bedacht, um etw.
bemüht sein)
- f an sich h. (sich beherrschen); auf sich h. (auf sein
Äußeres, sein Ansehen bedacht sein)',
—
jmdn. in
/ Atem h.; jmdm., sich etw. vor / Augen h.;
mit etw. nicht hinter dem / Berg(e) h. ; jmdn.
zum / besten h.; etw. hält sich in / Grenzen;
sich jmdn.,
etw. vom / Hals(e) h.; die, seine
/ Klappe h.; jmdn. auf dem / laufenden h.;
sich jmdn., etw. vom / Leib(e) h.; das / Maul,
den, seinen / Mund h.; jmdn. zum / Narren h.;
den, seinen / Rand h.; jmdn. in / Schach h.;
sich für etw.
schadlos h .; etw. hält mit etw.
/* Schritt; jmdm. die / Stange h .; jmdn. in
/ Trab h.; sich die / Waage h.; sichüber / Was
ser h.; etw., jmdn., sich im Zaum h.; arbeiten,
was das / Zeug hält
Haltejpunkt, der /PL -e/ einfache Anlage der Eisen
bahn auf freier Strecke, an der Züge zum Ein- und
Aussteigen von Fahrgästen (bei Bedarf) planmäßig
anhalten
Halter, der; -s, - 1 . Vorrichtung, an der etw. befestigt
wird, Gegenstand, der etw. hält (1.2): eine Kerze in
den H. (Kerzenhalter) stecken; die Strümpfe am H.
(Strumpfhalter) befestigen; eine neue Feder für
den H. (Feder- , Füllfederhalter) kaufen — 2.1 . der
H. eines Tieres, Hundes (jmd., der ein Tier, einen
Hund hält, Tier-,
Hundehalter) 2.2. der H. eines
Fahrzeugs (jmd., der ein Fahrzeug besitzt, Fahrzeug
halter)
Halterung, die; -,
- en Techn. Vorrichtung, aus der
der durch sie gehaltene Gegenstand ohne Schwierig
keiten herausgenommen werden kann: den Feuer
löscher aus der H. nehmen
Haltej -seil, das Seil, durch das etw. gehalten
wird; -Signal, das Signal (1.1), das einem Fahrzeug
gebietet anzuhalten; -stelle, die gekennzeichnete
Stelle, an der ein Bus, eine Straßenbahn im Linien
verkehr zum Aus- und Einsteigen der Fahrgäste
planmäßig anhält; -verbot, das 1.1. durch ein Ver
kehrszeichen cd. durch Hegeln der Straßenverkehrs
ordnung angezeigte Vorschrift für (Kraftfahrzeuge,
innerhalb eines bestimmten Bereichs cd. an einer
bestimmten Stelle nicht anzuhalten: hier besteht H.
I. 2. Bereich, für den 1.1 gilt: mit seinem Auto im
H. stehen; -Vorrichtung, die Vorrichtung, die etw.
hält (1.2)
- haltig /bes. in Verbindung mit Subst., die Stoffe,
Mineralien bezeichnen/ etw. enthaltend: /* z. B .
eisen-, fett- , koffeinhaltig
halt/Halt| -los /Adj./ 1. ohne inneren, moralischen
Halt, labil: ein haltloser Mensch; h. werden —
2. einer Prüfung nicht standhaltend, unbegründet:
eine haltlose Behauptung, Beschuldigung, H ypo
these; dazu -losigkeit, die; -,
- en /vorw. Sg ./;
- machen jVb.j stehenbleiben (1, 2): das Auto macht
plötzlich halt; bei der nächsten Bank machen wir
halt und ruhen uns ein bißchen aus; - f vor
jmdm., etw. nicht h. (jmdn., etw. nicht ausnehmen,
nicht verschonen); vor nichts h. (vor keiner Tat
zurückschrecken, skrupellos sein); -Signal, daa
Haltesignal bei der Eisenbahn
Haltung, die; -,
- en /voiw. Sg./ 1.1. Erscheinungs
bild, das jmds. Oberkörper durch das Zusammenspiel
von Muskeln, Gelenken, Wirbelsäule normaler
weise ergibt: eine aufrechte, gerade, gute, schlechte
H. haben; durch Schwimmen, Gymnastik seine H.
verbessern 1.2. in gebückter H. (Stellung 1); in
respektvoller, drohender H. (mit Respekt, Drohung
ausdrückender Stellung 1 und Gebärde) vor jmdm.
stehen; Mil. H . annehmen (strammstehen); der
Skispringer, Turner beeindruckte durch seine her
vorragende H. (durch das Erscheinungsbild, das er
mit seiner Stellung 1 beim Springen, Turnen zeigte}
—
2.1. das Verhalten, Auftreten eines Menschen
prägende ' (Grund)einstellung, Anschauung, Über
z eu gu n g : jmds. politische, religiöse, fortschrittliche
H .; in einer Frage eine klare, realistische H. ein
nehmen; seine H. überprüfen2.2 . vonseiner (Grund)-
einstellung, seiner charakteristischen cd. psychischen
Verfassung geprägtes Verhalten, Auftreten eines
M en sch en: jmds. vorbildliche, mutige, trotzige H .;
seine reservierte, abweisende H. aufgeben 2.3. jo.
PI./ seine Beherrschtheit, Gefaßtheit widerspiegeln
des Verhalten, Auftreten eines Menschen: etw. mit
H. tragen; H. bewahren; um H. bemüht sein;
seine H. verlieren — 3. /o. PI./ das Halten (11):
die H. landwirtschaftlicher Nutztiere, von Raub
katzen in zoologischen Gärten
Haltungs zu Haltung 1] -fehler, der 1.1. fehler
hafte Körperhaltung 1.2. Sport Verstoß gegen die
bei bestimmten Sportarten vorgeschriebene Körper
haltung; -note, die Sport Note zur Bewertung der
bei bestimmten Sportarten vorgeschriebenen Haltung
(1.2); -schaden, der durch krankhafte Veränderung
des Knochengerüsts bedingter Haltungsfehler (1.1)
Halunke, der; -n, -n nichtswürdiger, an anderen ge
mein handelnder Mensch: Diebe und Halunken;
auch Schimpfw. so ein (frecher) H.!
hämisch /Adj./ hinterhältige Bosheit, schadenfrohe
Genugtuung od. Mißgunst ausdrückend cd. davon
beherrscht: ein hämisches Gesicht, hämische Be
merkungen machen; h. grinsen; sich h. freuen; h.
den Mund verziehen; ein hämischer Mensch
Hammel, der; -s, -/selten Hämmel 1.1. verschnitte
ner Schafbock: einen H. schlachten 1.2. /o. Pl.j
Fleisch von 1.1: drei Pfund H. kaufen — 2. salopp
Schimpfw. einfältiger, törichter Mensch: du
blöder H .!
Hammel! -braten, der Stück Hammel (1.2)
als Braten; -fleisch, das; -Sprung, der jo. PI./
Pari. Abstimmung des bürgerl. Parlaments, bei dem
die Abgeordneten den Raum verlassen, ihn duich
drei verschiedene, Zustimmung, Ablehnung od.
Stimmenthaltung bedeutende Türen wieder betreten
und dabei gezählt werden
Hammer, der; -s, Hämmer 1. Handwerkszeug zum
Schlagen und Klopfen aus einem in Material, For
mung und Größe jeweils besonderen Anforderungen
angepaßten, meist metallenen Körper mit einem
rechtwinklig in seiner Mitte eingepaßten Stiel: ein
großer, schwerer, eiserner, hölzerner H .; ein
Schlag mit dem H .; mit dem H. einen Nagel in die
Wand schlagen; Metall mit dem H. bearbeiten —
2. Sportgerät in Form einer Kugel aus Metall mit
einem Griff an einem Draht zum Schleudern —
hämmern — Hand
525
3. Mus. mit Filz belegtes Holzteil, das an die Saiten
des Klaviers anschlägt — 4. Med. eines der drei
*Gehörknöchelchen
-f- unter den H. kommen (versteigert werden); sa
lop p einen H. haben (verrückt sein)
hämmern /sw. Vb.; hat/ 1*1. mit dem Hammer (1)
wiederholt schlagend, klopfend arbeiten: die Zimmer
leute hämmerten den ganzen Tag; man hörte ihn,
es in der Werkstatt laut h. 1.2. etw. mit dem Ham
mer (1) bearbeiten, durch 1.1 formend verzieren:
Blech h .; eine gehämmerte Kupferschale —
:2. schnell hintereinander heftig (und laut) an, auf,
.gegen etw. schlagen, k lopfen: (mit der Faust) wütend
an die Tür, auf den Tisch, gegen die Wand h.;
sich mit geballten Händen gegen die Stirn h . ; der
«Specht hämmert mit dem Schnabel am Baum
stamm; <0 jmds. Herz hämmert (schlägt heftig);
seine Schreibmaschine hat die ganze N acht ge
hämmert
Hammer|werfen, das; -s, jo. P l.f leichtathletische
Disziplin, bei der der Hammer (2) aus einem Kreis
heraus möglichst weit geworfen werden muß
Hämoglobin, das; -s, -e fvorw. Sg .f Med. Blut
farbstoff
Hämorrhoide, die; -,
-n fvorw. Pl.f [. ,oro|i:don]
Med. knotenförmige, leicht zu Blutungen führende
Erweiterung an den Blutgefäßen im unteren Mast
darm : Hämorrhoiden haben
Hampelmann, der jPl.
-männer/ 1. aufhängbares,
.flächiges Kinderspielzeug bes. aus Pappe in Gestalt
■eines Mannes, dessen Arme und Beine durch Ziehen
an einem Faden seitlich gespreizt werden können:
einen H. basteln — 2. umg. femot.j leicht beein
flußbarer, willensschwacher Mann: er ist ein H.;
soeinH.!
hampeln /sw. Vb.; hat/ umg. sich (mit Armen,
Beinen zappelnd) unruhig hin und her bewegen: hör
auf zu h. und sitz endlich still!
Hamster, der; -s, - Nagetier mit hellbraunem bis
gelblichem Fell, gedrungenem Körper, kurzem
■Schwanz und großen Backentaschen, in denen es
große Vorräte an GetreidekÖmern für den Winter
schlaf) in seinen unterirdischen Bau einbringt
Hamsterer, der; -s, - umg. jmd., der hamstert
Hamster|kauf, der in Kriegs-, Notzeiten, bei mangel
haftem Warenangebot auftretender, weit über das
nötige M aß hinausgehender Kauf von Waren, bes.
Lebensmitteln, in Erwartung von (weiterer) Ver
knappung od. Teuerung
hamstern /sw. Vb.; hat/ umg. Waren h. Hamster
käufe tätigen und sich größere Vorräte anlegen: Zuk-
ker, Mehl, Zigaretten h.
Hand, die; -, Hände 1. aus Handwurzel, Mittel
hand und den fünf Fingern bestehender Teil des
Armes beim Menschen und Affen, der zum Greifen
und Halten dient und beim Menschen zum viel
seitigsten Organ praktischer Tätigkeit entwickelt ist;
die linke, rechte H .; kräftige, schmale, gepflegte,
abgearbeitete, geschickte Hände; jmds. H . greift,
tastet nach etw.; die H. zur Faust ballen; die H.,
Hände nach etw. ausstrecken; beide Hände in die
Hosentaschen stecken; die Hände falten; sich die
Hände waschen; jmdm. (zur Begrüßung) die H.
geben; jmds. H . schütteln; ein Kind an der H.
halten; an den Händen frieren; jmdm. etw. aus der
H. nehmen; etw. aus der H. legen; jmdn. bei der
H. nehmen; hinter der vorgehaltenen H. gähnen,
mit jmdm. flüstern; etw. in die H., zur H. neh
men; den Kopf in beide Hände stützen; in die
Hände klatschen; etw. mit bloßen Händen an
fassen; etw. mit beiden Händen festhalten; jmdm.
ein Trinkgeld in die H. drücken; der Brief ist mit
der H. (handschriftlich, nicht mit der Maschine) ge
schrieben; sie gingen H. in H. (einer des anderen
Hand haltend); fachspr. etw. von H. (mit der
Hand, nicht maschinell) anfertigen, steuern; Mus.
Klaviermusik für vier Hände, zu vier Händen
(vierhändig zu spielen); O das Unternehmen wird
von erfahrener H. (von einer od. mehreren erfahre
nen Personen) geleitet; viele fleißige Hände regten
sich; fürsorgliche, helfende Hände nahmen uns in
ihre Obhut; sie wollte ihren Hund nicht in fremde
Hände (zu fremden Leuten) geben; ein Werk von
seiner H. (von ihm selbst); wir brauchen jetzt jede
H. (Arbeitskraft); scherzh. der Wein wurde von
zarter H. (von einer weiblichen Person) kredenzt;
Jur. etw. aus privater H. (von einer Privatperson)
kaufen; die öffentliche H. (unter kap. Verhältnissen
Körperschaft des Staates od. der Staat selbst als Ver
walter des öffentlichen Vermögens, als Unternehmer)
—
2. /o. PL , o. Art./ Fußball Handspiel: der
Schiedsrichter entschied auf H.; H.! /Ausruf, wenn
ein Feldspieler den Ball mit der Hand berührt/ —
8. an H. 3.1. /Präp. mit Gen./ etw. an H. (mit Hilfe)
der Unterlagen beweisen 3.2 . /Adv.; in Verbindung
mit von/ etw. an H. (mit Hilfe) von Unterlagen
beweisen
+ jmdm. sind die Hände gebunden (jmd. kann
nicht so handeln, entscheiden, wie er möchte); linker
H., zur linken H. (auf der linken Seite, links); rech
ter H., zur rechten H. (auf der rechten Seite, rechts);
jmds. rechte H. (jmds. bester, unentbehrlicher M it
arbeiter, H elfer); (selbst mit) H. anlegen (bei einer
Arbeit mithelfen); freie H. Handlungsfreiheit: freie
H. haben; jmdm. freie H. lassen; eine glückliche
H. bei, mit etw. haben (besonderes Geschick für,
Glück bei etw. haben); (bei etw.) seine H., Hände im
Spiel haben (heimlich an etw., bes. an etw. Negati
vem, beteiligt sein); etw. hat H. und Fuß (ist gut
durchdacht); die Hände in den Schoß legen (sich
von der Arbeit ausruhen; untätig bleiben, anstatt ein
zugreifen); die, seine Hände in Unschuld waschen
(sich keine Schuld beimessen); für jmdn., etw. die,
seine H. ins Feuer legen (für jmdn., etw. bürgen);
die Hände überm K opf zusammenschlagen (sehr
verwundert, entsetzt sein); die H. nicht (mehr) vor
Augen sehen können (vor Dunkelheit, Nebel nichts,
nichts mehr sehen können); etw. liegt (klar) auf der
H. (ist offensichtlich); aus freier H. (ohne Hilfs
mittel, Vorlage) zeichnen; etw. aus erster H. (vom
Hersteller, etw. noch nicht Benutztes), aus zweiter H.
(von jmdm.,
der es schon besaß, etw. bereits Ge
brauchtes) kaufen; etw. ist, jmd. hat, weiß etw. aus
erster H. (aus sicherer Quelle, von dem, der dabei
war), aus zweiter H. (von einem Mittelsmann); etw.
bei der H., zur H. (greifbar, verfügbar, parat) haben;
mit etw. rasch, schnell bei der H. sein (sich rasch
äußern, schnell reagieren); etw. ist durch viele
Hände gegangen (hat schon oft den Besitzer ge
wechselt); H. in H. arbeiten (sich gegenseitig er
gänzend, so daß es keine Stockungen gibt, Zusammen
arbeiten); etw. geht mit etw. H . in H. (etw. geht
gleichzeitig mit etw. anderem vor sich, dient einem
gemeinsamen Ziel); etw. in die H, nehmen (die
526
Handantrieb — Handel
Leitung von etw. übernehmen; sich um etw. küm
mern, was bis dahin nicht richtig angefaßt wurde);
sich die Hände reiben (schadenfroh sein); jmdn.
in der H. haben (jmdn. nach seinem Willen er
presserisch lenken können); etw. (gegen jmdn.) in
der H. haben (Über etw. verfügen, womit man jmdn.
erpressen, gegen jmdn. Vorgehen kann); etw. liegt in
jmds. H . (in jrnds. Macht, Verantwortung); in
guten Händen sein (sich in guter Obhut befinden);
jmdm. etw. in die H. (fest) versprechen; jmdm. in
die H., Hände arbeiten (jmdn. unterstützen); sich,
jmdn.
, etw. in jmds. H ., Hände geben (sich, jmdn.,
etw. jmdm. überantworten); jmdm. in die Hände
fallen (in jmds. Besitz, Gewalt geraten); jmdm. etw.
in die Hände spielen (jmdm. etw. Wichtiges wie zu
fällig zukommen lassen); mit leeren Händen da
stehen (nichts erreicht haben); nicht mit leeren Hän
den (mit einem Geschenk) kommen; etw. von langer
H. (her) vorbereiten (etw., was gegen andere gerichtet
ist, gründlich vorbereiten); etw. geht jmdm. leicht
von der H. (gelingt jmdm. mühelos); etw. läßt sich
nicht von der H. weisen, ist nicht von der H. zu
weisen (ist offenkundig, unbestreitbar); etw. geht
von H. zu H. (wechselt häufig den Besitzer, wird
von einem zum anderen weitergegeben); jmdm. etw.
zu treuen Händen übergeben (jmdm. etw. zu r sorg
fältigen Behandlung, sorgsamen Aufbewahrung an
vertrauen); jmdm. zur H. gehen (jmdm. bei seiner
Arbeit helfen); die, seine Hände von etw. lassen
(sich nicht mit etw. befassen, weil es heikel, anfecht
bar ist); alle, beide Hände voll zu tun haben (viel
Arbeit haben, sehr beschäftigt sein); jmdn. an der H.
haben (zu jmdm. Verbindung haben, der in be
stimmter Weise nützlich sein kann); etw. mit der
linken H. (ohne sich anstrengen zu müssen, ohne
sich viel Mühe zu geben) tun, erledigen; sich mit
Händen und Füßen (heftig) wehren, sträuben; von
der H. in den Mund leben (die gesamten Einkünfte
für den Lebensunterhalt ausgeben müssen, ohne
sparen zu können); die, seine (schützende) H. über
jmdn., etw. halten (jmdm., einer Sache Schutz ge
währen); veraltend um die H. eines Mädchens
anhalten, bitten (einem Mädchen einen Heirats
antrag machen); letzte H. an etw. legen (die letzten
abschließenden Arbeiten an etw. ausführen); ver
hüll. H . an sich legen (Selbstmord begehen);
scherzh. jmdn. auf Händen tragen (die, seine ge
liebte Frau liebevoll umsorgen, verwöhnen); umg.
sich die Hände an etw. nicht dreckig, schmutzig
machen (sich auf etw. Unrechtmäßiges nicht ein
lassen); sich die Hände an jmdm. nicht dreckig,
schmutzig machen (es für unter seiner Würde halten,
jmdn. zu verprügeln); eine lockere H. haben (leicht
zuschlagen); zwei linke Hände haben (ungeschickt
in der praktischen Arbeit sein); an jmds. Händen
klebt Blut (jmd. hat gemordet); umg. scherzh. in
festen Händen sein (einen festen Freund, eine feste
Freundin haben); mit Händen und Füßen reden
(reden und dabei Gesten 1 machen; sich mit jmdm.,
der eine andere Sprache spricht, verständigen); sa
lopp in die Hände spucken (energisch an die
Arbeit gehen); — eine / Ausgabe letzter H .; die /
Beine in die H. nehmen; die / Fäden (fest) in der
H. haben, halten; das, sein / Geld mit vollen
Händen ausgeben; das Herz in die H., in beide
Hände nehmen; alle / Karten in der H. haben;
einander die / Klinke in die H. geben; einen /
Trumpf, alle Trümpfe in der H. haben; (wie) /
Wachs in jmds. Händen sein; die / Zügel (fest)
in der H. haben, halten
Hand/hand| -antrieb, der jo. Pl.f Antrieb eines
Gerätes mit der Hand: eine Maschine mit H.;
- ar-
beit, die 1,1. jo. Pl.f mit der Hand, mit Muskelkraft
verrichtete körperliche Arbeit des Menschen: die
Unterschiede zwischen H. und Kopfarbeit; etw. in
H. (mit der Hand, nicht maschinell) herstellen
I.2. jSammelbez. bes. für Nähen, Sticken, Stricken,
Häkelnj: sie ist in H., Handarbeiten besser als ich
—
2. Produkt von 1: der Pullover, Tischläufer
ist (eine) H .; eine H. anfertigen; -atlas, der
handlicher, für den täglichen Gebrauch bestimmter
Atlas; -ball, der 1. /o. Pl.f Ballspiel zwischen zwei
Mannschaften, bei dem der Ball nach bestimmten
Regeln mit der Hand möglichst oft in das gegnerische
Tor zu werfen ist — 2. Lederball von bestimmtem
Gewicht und Umfang für 1; -ballen, der Ballen an
der Innenseite der Hand zwischen Daumen und
Handwurzel; -baller, der; -s,
-
umg. Handball
spieler; -ballspieler, der; -besen, der handlicher,
kleiner Besen mit einem kurzen Stiel an seiner
Schmalseite: Kehrichtschaufel und H .; -betrieb, der
jo. Pl.f vgl.
- antrieb; -betrieben /Adj.; vorw. attr.f:
ein handbetriebener (mit der Hand, nicht maschinell
betriebener) Apparat; -bewegung, die mit der Hand
ausgeführte Bewegung: eine unwillkürliche H.; eine
einladende, wegwerfende H. (Geste 1) machen;
-bibliothek, die in einem Arbeitsraum, Lesesaal
(einer Bibliothek) aufgestellte, nur dort zu benutzende,
unmittelbar zugängliche größere Anzahl von aus
gewählten Büchern, bes. Nachschlage-,
Standard
werken; -brause, die an einen Schlauch angeschlos
sene Brause (2.1), die beim Duschen in die Hand ge
nommen, nach allen Richtungen bewegt werden kann;
-breitjAdj.j von der Breite einer Hand: ein hand
breiter Saum, Biß; eine Narbe h. unter der linken
Schulter; -breit, die; - fzu -breit; als Maßangabe! :
zwei H. Stoff; den Bock eine H. kürzer machen;
die Zäune ragten keine H. aus dem Schnee; -brem
se, die Bremse, die mit der Hand betätigtwird; -buch,
das den Stoff eines bestimmten Wissensgebietes
systematisch, übersichtlich zusammenfassendes, ein-
od. mehrbändiges wissenschaftliches W erk; -bürste,
die Bürste für die Reinigungder Hände; -creme, die
Creme zur Pflege der Hände
Handel -druck, der jP l.
- drücke; vorw. Sg .f das von
zwei Personen ausgeführte gegenseitige Ergreifen und
Drücken der rechten Hand bei Begrüßung od. Ab
schied, zur Bekräftigung einer Abmachung, als Geste
der Verbundenheit, des Mitgefühls: jmdn. mit einem
kräftigen, herzlichen H. begrüßen; etw. mit einem
H. besiegeln; -klatschen, das; -s, jo. P l.f Freude,
Begeisterung, Zustimmung ausdrückendes Klat
schen in die Hände: das Publikum dankte den
Künstlern mit begeistertem, rhythmischem H.
Handel, der; -s, jo. PL/ 1. in allen Gesellschafts
formationen mit Warenproduktion und -Zirkulation
existierender, von der jeweiligen Form des Eigen
tums an Produktionsmitteln bestimmter Austausch
von Arbeitsprodukten, Waren durch Kauf und Ver
kauf, bes. auf dem Weltmarkt: der internationale,
überseeische H .; ein lebhafter, ausgedehnter H . ;
der H. mit dem kapitalistischen Ausland, mit
Bohstoffen, Industrieerzeugnissen; einen schwung
haften H. (Kauf und Verkauf) mit Gebraucht
Händel — Handelsvertretung
527
waren betreiben — 2. Einrichtungen, Betriebe um
fassender Bereich der Wirtschaft eines Landes, der 1
betreibt und zur Versorgung der Bevölkerung Waren
zum K a u f anbietet: der staatliche, genossenschaft
liche, private, ambulante H .; die Zusammenarbeit
von H. und Industrie; H. und Gewerbe; etw. ist im
H. (erhältlich), wird im, vom H. angeboten (ist in
den Geschäften des Einzelhandels erhältlich) — 3 . ge
schäftliche Vereinbarung: ein günstiger, vorteil
hafter H .; der H. ist zustandegekommen, wurde
rückgängig gemacht; mit jmdm. einen H. (ab)-
schließen, eingehen
Händel, die fPl.f handgreifliche Auseinander
setzung: H. (mit jmdm.) suchen, anfangen, haben;
sich in fremde H . einmischen
handeln fsw. Vb.; hat/ Ll.l . Handel (1) treiben: mit
vielen Ländern h. 1.2, mit etw. h. jvorw. auf die
private Form des Handels angewandt/ Waren in
einer Einrichtung des Handels (2) vertreiben, ver
kaufen: auf dem Wochenmarkt mit Gemüse, Blu
men h.; en gros, en detail h.
—
2. etw. wird zu
einem bestimmten Preis gehandelt etw. w ird zu
einem bestimmten Preis (gekauft und) verkauft:
gestern wurden die Erdbeeren zu, für, mit vier
Mark das Kilo gehandelt; /unter kap. Verhältnissen/
dieses Wertpapier wird nicht an der Börse ge
handelt — 3. um einen Preis h. über die Höhe des
Preises von etw. verhandeln, um den Preis von etw.
feilschen: er versuchte (mit ihm um den Preis) zu
h.; nicht mit sich h. lassen (nicht zum Preisnachlaß
zu bewegen sein); O sie versprachen ihm alles
mögliche, aber er ließ nicht mit sich h.
—
II.l .l .
zielgerichtet, bes. von Entscheidungswilleny Ver
änderungswillen motiviert, tätig werdeny aktiv sein :
es muß jetzt gehandelt werden!; wir konnten nicht
anders h .; richtig, klug, selbständig, verantwor
tungsbewußt, -los, eigenmächtig h.; in Notwehr,
mit Überlegung h .; sich zu gemeinsamem Handeln
verbinden; das bewußte Handeln (Ausüben von
Tätigkeit) der Menschen 1.2. an jmdm., gegen jmdn.
in bestimmter Weise h. in bestimmter Weise mit
jmdm. verfahreny jmdn. in bestimmter Weise be
handeln : er hat edel, gemein, wie ein Bruder an ihm,
ungerecht gegen ihn gehandelt 1.3. die handelnden
(in dem betreffenden dramatischen Kunstwerk auf
treten den ) Personen eines Dramas, Hörspiels —
2.1. etw. handelt von, über etw. etw. hat etw. zum
Thema, Inhalt: der Film, das Buch handelt über
eine, von einer Expedition zum Nordpol; jmd.
handelt von, über etw .: im zweiten Teil der Fest
rede handelte (sprach) er von der, über die Ver
antwortung des Künstlers; er handelt (schreibt) (in
diesem Aufsatz) über die Unterschiede der Klima
zonen 2.2 . es handelt sich (bei etw., jmdm.) um
etw., jmdn.: es handelt sich (es geht) (dabei) um
eine wichtige, private Angelegenheit; worum
handelt es sich?; es handelt sich darum, schnell zu
helfen (es muß schnell geholfen werden); es handelt
sich (dabei) um Frau N (die Bede ist von Frau N);
bei diesem Vortrag handelt es sich um eine Ein
führung (der Vortrag ist eine Einführung); bei dem
Vermißten handelt es sich um einen Jugendlichen
Handels/handeis| -abkommen, das Abkomm en zwi
schen zwei Staaten über wechselseitige Importe, E x
porte innerhalb eines bestimmten Zeitraums; -atta-
eh£, der 1. /in der DDR/Stellvertreter des Handels
rates — 2. Diplomatie /in der BRD/ einer Bot
schaft als Berater auf dem Gebiet des Handels (1)
zugeordneter Attache; -bank, die /PL -en/ Bank zur
Finanzierung bes. des Außenhandels; -betrieb, der
technisch-organisatorisch, juristisch und ökonomisch
selbständiger, Handel (1) treibender Betrieb; -be-
ziehung, die jvorw. PL/ den Außenhandel be
treffende Beziehung zwischen zwei Stauten; -bilanz,
die 1. nach den geltenden VorSchriften (am Ende
eines Geschäftsjahres) von dem kap. Betrieb auf
zustellende Bilanz — 2. Gegenüberstellung des
Gesamtwerts der Importe und Exporte eines Staates
bes. innerhalb eines Jahres; -einig /Adj.; in der Ver
bindungI (mit jmdm.) h. werden mit jmdm. über
eine geschäftliche Abmachung einig werden: sie
wurden rasch h .; sie sind (sich) h.;
- embargo, das
Embargo; -flagge, die die Staatsangehörigkeit an
zeigende Flagge eines Handelsschiffes; -flotte, die
Gesamtheit aller Handelsschiffe eines Staates;
- gewinn, der Überschuß des Erlöses eines soz. Han
delsbetriebes über die Summe der Kosten; -kapital,
das Pol. ök. verselbständigte Form des Kapitals der
industriellen Kapitalisten, die sich unter den Be
dingungen des Imp. zu monopolkap. Formen ent
wickelt hat; -klasse, die /in der BRD/ Güteklasse
bes. für landwirtschaftliche Produkte und Fisch;
- marine, die vgl.
- f lotte; -marke, die von einem
Handelsbetrieb benutztes, geschütztes Warenzeichen;
- messe, die Messe (I); -monopol, das Pol. Ök.
1. dominierende od. ausschließliche Beherrschung
des Handels (1) auf einem bestimmten Territorium,
in einer bestimmten Art, Gruppe von Waren durch
kap. Produktions- und Handelsbetriebe: im Import
dienen staatliche Handelsmonopole der Stützung
von Monopolpreisen auf dem Binnenmarkt — 2.
die Bedingungen für den Ein- ,
Verkauf, die Preise
bestimmendes großkap. Unternehmen in verschiede
ner Kombination von Produktions-,
Groß- und
Einzelhandelsbetrieben: die Bedrohung kleiner und
mittlerer Betriebe durch die Handelsmonopole;
- netz, das Netz der regional vorhandenen Einrich
tungen des Groß- und Einzelhandels zur Versorgung
mit Konsumgütern; -Organisation, die 1. Organisa
tion zur Lenkung, Förderung des Handels (1): eine
internationale H.
—
2. jo. PI./ s. HO (1); -partner,
der Land od. Unternehmen, mit dem ein anderes
Land od. Unternehmen Handelsbeziehungen unter
hält; -politik, die /o. PI./ 1. seinen Binnenhandel
betreffende Wirtschaftspolitik eines Staates — 2.
Außenhandelspolitik; dazu -politisch /Adj.; nicht
präd./; -rat, der für sämtliche Fragen der Außen
wirtschaft verantwortlicher Leiter in einer Vertretung
der D D R in einem anderen Staat; -register, das
(in der DDR beim Rat des Kreises geführtes) Öffent
liches Verzeichnis kaufmännischer Unternehmen, in
das für sie rechtlich bedeutsame Tatsachen ein
getragen werden; -schiff, das der Beförderung von
Gütern dienendes Schiff, bes. für den Außenhandel;
- s chule, die /noch BRD/ auf einen kaufmännischen
Beruf vorbereitende Fachschule; -spanne, die Netto
einnahme des Groß-, Einzelhandels aus der Durch
führung des Handels (1); -üblich /Adj.; nicht adv./:
eine handelsübliche (im H an del übliche) Größe,
Packung; -vertrag, der zweiseitiger zwischenstaat
licher Vertrag od. Vertrag zwischen einzelnen kap.
Unternehmen über den gegenseitigen Wärenaus-
tausch; -Vertretung, die selbständiges od. einer
diplomatischen Vertretung angeschlossenes Organ
528
Handelsvolumen — Handpresse
eines Staates in einem anderen Staat zur Aufrecht-
erhaltung, Förderung der gegenseitigen Beziehungen
in Handel und Wirtschaft; -volumßu, das Volumen
des Außenhandels (zwischen zwei Ländern) inner
halb, eines bestimmten Zeitraum s; -wäre, die fvorw.
Pl.f zum Zwecke des erneuten Verkaufs gekauftes
Fertigerzeugnis
hände/Hande| -ringend fA d v.; emot.f 1.1. er bat
uns h. (inständig) um Hilfe 1.2 . umg. unser
Bäcker sucht h. (sehr dringend) eine Verkäuferin;
-troßkuer, der; -s, - elektrisches Gerät zum Trocknen
der Hände mit Heißluft
Hand/handj -leger, der; -s, - landsoh. Handbesen;
-ferügkeit, die Geschicklichkeit für manuelle Arbei
ten; -fest fAdj.; vorw. attr.f 1.1. von kräftiger Ge
stalt, robust wirkend: ein handfester Bursche 1.2 .
eine handfeste (kräftige, herzhaft schmeckende)
Mahlzeit; ein handfester (etwas derber 2) Spaß —
2.1 . ein handfester (sehr großer) Betrug, Skandal
2.2. nicht anfechtbar: handfeste Beweise; hand
festes Tatsachenmaterial; -feuerwaffe, die trag
bare, mit der Hand zu bedienende Feuerwaffe;
-fläche, die Innenseite der Hand; -gearbeitet fAdj.;
nicht adv./ mit der Hand, nicht maschinell her
gestellt: ein handgearbeiteter Leuchter; handge
arbeitete Spitzen; -geknüpft fA d j.; nicht adv./ vgl.
- gearbeitet; -gelenk, das die Hand mit dem Unter
arm verbindendes Gelenk: ein schmales H.; sich
das H. verstauchen; -f* umg. etw. aus dem H.
schütteln (etw. mühelos, mit Leichtigkeit zustande
bringen, beschaffen); -gemein fAdj.; in der Ver
bindung/ h. (handgreiflich) werden; -gemenge, das
handgreifliche Auseinandersetzung, Schlägerei meh
rerer Personen: es kam zu einem (wilden) H.;
-gepäck, das handliches, leichtes Reisegepäck; -ge
schöpft fA dj.; nicht adv.f: handgeschöpftes Bütten
(Papier, bei dessen Herstellung der breiige Rohstoff
mit der Hand aus der Bütte geschöpft wurde);
-gestrickt /Adj.; nicht adv.f vgl.
- gearbeitet; -ge
webt fAdj.; nicht adv.f vgl.
- gearbeitet; -granate,
die Granate, die im Nahkampf auf ein Ziel ge
worfen wird; -greiflich fAdj.f 1. /nicht präd.f hand
greifliche Auseinandersetzungen (A u sein a n d e r
setzungen, bei denen jmd. jmdn. bes. mit Schlägen
angreift); h. werden (jmdn. bes. mit Schlägen an
greifen) - 2. jvorw. attr.f 2.1 . ein handgreiflicher
(sehr großer) Widerspruch, Betrug 2.2. konkret (1.2)
und deutlich (1.1): handgreifliche Beweise; jmdm.
etw. h. machen, h. vor Augen führen; zu 1 -greif-
lichkeit, die; -,
-en fvorw. Pl.f: es kam zu Hand
greiflichkeiten (zu Auseinandersetzungen, bei denen
die Beteiligten handgreiflich wurden); -griff, der 1.
Griff (1.2): ein geschickter, falscher H .; jmdm.
die erforderlichen Handgriffe zeigen; bei ihm sitzt
jeder H.
—
2. Griff (2): den Koffer am H. an
fassen; -habe, die; -n Möglichkeit, Anhaltspunkt,
um gegen jmdn.,
etw. vorzugehen: jmdm. (k)eine
H. bieten; keine (juristische, gesetzliche) H. zum
Einschreiten haben; -haben, handhabte, hat ge-
handhabt ein Instrument, Werkzeug entsprechend
seiner Bestimmung mit der Hand od. den Händen
halten, bedienen, füh ren : ein Werkzeug (geschickt,
falsch) h.; dieses Gerät ist leicht, bequem zu h.;
Messer und Gabel h.; O der Autor weiß die
Sprache, Methode meisterhaft zu h .; die Gesetze
großzügig h. (anwenden 1.1); wir haben es bisher
so gehandhabt (gemacht, gehalten 12.3), d aß ...;
dazu -habung, die; -,
- en; -harmouika, die Zieh
harmonika
Handikap, das; -s, -s [hsndikep] 1. den Erfolg er
schwerende Behinderung, Benachteiligung: das Aus
scheiden dieser Kollegin ist ein (schweres) H. für
uns, unsere Abteilung; infolge der Verletzung eines
Spielers geht die Mannschaft mit einem H. ins
Spiel — 2. Sport bei bestimmten Sportarten, bes.
beim Pferderennen, übliche Vorgabe für die leistungs
schwächeren Wettkampfteilnehmer, Pferde als Aus
gleich gegenüber den leistungsstärkeren; zu 1 handi
kapen /sw. Vb.; hat; vorw. im Part. Prät.f: er war
sehr gehandikapt; ein durch seine Verletzungen
gehandikapter Boxer
Hand| -koffer, der kleiner, handlicher K offer; -kuß,
der (angedeuteter) Kuß auf den Handrücken einer
Frau (bei der Begrüßung) als Zeichen der Ver
ehrung: er begrüßte sie mit (einem) H.;
-j- umg.
etw. mit H. (sehr gern) tun, annehmen; -langer,
der; -s, - 1 . femot.f jmd.,
der Handlangerdienste
leistet — 2. veraltend ungelernter Arbeiter (auf
dem B a u ): sein Vater hatte als H. gearbeitet;
-langerdienst, der fvorw. P L ; emot.f Beihilfe bei
einem Unrechten, verbrecherischen Handeln: (jmdm.,
für jmdn.) Handlangerdienste tun, leisten; -lauf,
der meist aus einer hölzernen od. eisernen Stange
bestehender Teil des Geländers, an dem man sich
mit der Hand festhält
Händler, der; -s,
-
jmd.,
der gewerbsmäßig in
kleinerem Umfang (privat) Handel (1) betreibt: die
Stände der H. auf dem Wochenmarkt; ein / flie
gender H.
handlich fAdj.f bes. wegen seiner Form, Größe be
quem zu handhaben : ein handlicher Staubsauger,
Koffer; dieses Format ist nicht sehr h.; dazu
Handlichkeit, die; -, fo. P l.f
Handlung, die; -,
- en 1.1. das Handeln (II.1.1) als
ein in sich abgeschlossener Vorgang: eine bewußte,
spontane, vorsätzliche, eigenmächtige, unerlaubte,
kriminelle H .; die Beweggründe seiner H .; sich
zu einer unüberlegten H. hinreißen lassen; straf
bare Handlungen begehen — 2. das sich ent
wickelnde Geschehen bes. in einem epischen od.
dramatischen Kunstwerk: die H. des Romans,
Films, der Ballade; eine realistische, heitere, ver
wickelte, straffe, spannende H .; die H. spielt im
16. Jahrhundert, in der Schweiz, in einem Sanato
rium; die H. ist frei erfunden, stützt sich auf Tat
sachen; das Schauspiel hat wenig H., ist arm an
H .; der Regisseur hat die H. gestrafft — H.
veraltend kaufmännisches Unternehmen, Ge
schäft, Laden: eine zoologische H.
Handiimgs/handlungsl -ablauf, d e r ; -fähig f A d j . ;
nicht adv.f fähig , selbständig, verantwortlich zu
handeln (II. 1.1): eine handlungsfähige Leitung;
durch Krankheit, hohes Alter nur beschränkt h.
sein; dazu -lähigkeit, die fo. P l.f; -frelheit, die
fo. Pl.f Möglichkeit, nach eigenem Ermessen, selb
ständig zu handeln (II.l .l): volle H. haben; jmds.
H. einschränken
Hand/hand| -malerei, die mit der Hand ausgeführte
Malerei: eine Vase mit kunstvoller H.;
-mixer,
der mit einem Handgriff versehenes, handliches
elektrisches Küchengerät zum Herstellen von M ix
getränken, Schlagsahne, auch zum Zerkleinern von
Obst, Gemüse; -pflege, die Maniküre (1); -presse,
die mit der Hand betriebene Presse zur Herstellung
Handpuppe — Hanf
529
von Drucken, Graphiken; -puppe, die Puppe (1.2),
in die der Puppenspieler seine Hand steckt, um sie
zu führen; -reichung, die; -,
-en jvorw. PL/ kleine
Hilfeleistung (bei einer manuellen Tätigkeit): dem
Elektriker bei seiner Arbeit, einem Kranken
(kleine) Handreichungen machen; -rücken, der
Oberseite der H and: ein breiter, behaarter H .;
-Satz, der Druckerei 1. jo. PLI das manuelle Her
stellen eines Satzes (3.1) jeder A rt: etw. in H. her
steilen — 2. manuell hergestellter Satz (3.2), Ergebnis
von 1; -schelle, die jvorw. PL/ eine der zwei die
Handgelenke umschließenden, miteinander verbun
denen verschließbaren Ringe als stählerne Fessel für
eine Person, die sich in polizeilichem Gewahrsam
befindet: jmdm. Handschellen anlegen; jmdn. in
Handschellen abführen; -schlag, der fvorw. o , A rt.;
vorw. Sg .f (kräftiger) Händedruck bei Begrüßung,
Abschied od. zur Bekräftigung einer Abmachung:
jmdn. mit, per H. begrüßen; einen Kauf, Vertrag
durch, mit H. besiegeln; -f umg. keinen H. tun
(keinerlei Arbeit leisten); -schreiben, das (eigen
händiges) persönliches Schreiben einer leitenden,
hochgestellten Persönlichkeit: der Minister dankte
dem Jubilar in einem H. für seine aufopferungs
volle Tätigkeit; -Schrift, die 1. einem bestimmten
Menschen eigenes, charakteristisches, beim Schreiben
mit der Hand hervorgebrachtes Schriftbild: eine (u n
leserliche, ausgeschriebene H. haben — 2. jvorw.
8g.I einem bestimmten Künstler eigene, charakteri
stische, seine Werke auszeichnende Merkmale: schon
der erste Roman zeigt seine unverwechselbare H .;
die eigenwillige H. des jungen Bildhauers — 3 .
mit der Hand geschriebenes Werk, bes. aus der Zeit
vor der Erfindung des Buchdrucks; zu 1 u. 3
-schriftlich fAdj.f; -schuh, der Kleidungsstück für
die H and: ich habe einen H. verloren; wollene
Handschuhe; Handschuhe aus Leder, Gummi;
ein Paar gefütterte Handschuhe Größe sieben;
-signiert /Adj.; nicht adv.j: ein handsigniertes (mit
dem handschriftlichen Namenszug des Autors,
Künstlers versehenes) Buch, Exemplar; -spiel, das
/o. PL/ Fußball den Feldspielern nicht erlaubtes
Spielen des Balles mit dem Arm, der Hand; -stand,
der auf dem Boden od. am Gerät ausgeführte turne
rische Übung, bei der der gestreckte Körper, mit
gestreckten Arm en auf die Hände gestützt, mit dem
Kopf nach unten senkrecht gehalten wird: einen H.
machen; -Steuerung, die 1. /o. PI./ das Steuern mit
der Hand — 2. Vorrichtung zur Durchführung von
1; -Stickerei, die vgl.
- malerei; -streich, der über
raschender A ngriff (1): eine Brücke im H. nehmen;
-tasche, die kleine Tasche (2) bes. für Frauen, in
der persönliche Dinge mitgeführt werden: eine
lederne, elegante H .; die Börse aus der H. heraus
holen; -teller, der Handfläche; -tuch, das /PL
- tüeher/ rechteckiges, längliches Tuch zum A b
trocknen des Körpers nach dem Waschen: ein
frisches, sauberes, gebrauchtes, schmutziges H .;
Seife und H.; Boxen das H. werfen (zum Zeichen
der Aufgabe des Kampfes das Handtuch, den
Schwamm in den Ring werfen); -{- umg. das H.
werfen (eine Arbeit, Anstrengung, der man sich
nicht gewachsen fühlt, resignierend aufgeben); umg.
spött. ein schmales H. (schmales Zimmer, schmales
Grundstück); -umdrehen, das + im H. schnell
(und mühelos): etw. im H. erledigen; -vermittelt
jA dj.f: eine handvermittelte (durch eine dafür an-
gesteUte Person eines Fernamtes hergestellte telefo
nische) Verbindung; -voll, die; -,
-
jvorw. o . best.
Art./ Menge, die man in einer Hand halten kann:
eine H. Mehl, Blumen; zwei H. Kirschen; <Q> eine
H. (einige, wenige) Zuhörer; -wagen, der kleiner,
mit der Hand zu ziehender Wagen (1.1); -warm
lAdj.f: handwarme (für die Hände angenehm
warme, lauwarme) Waschlauge; etw. h. waschen;
-Wäsche, die 1. das Waschen von Wäsche mit der
Hand — 2. jo. Pl.j Wäsche, die nur mit der Hand
gewaschen, nicht gekocht werden darf; -werk, das
I. als Gewerbe ausgeübte, erlernte Tätigkeit in
kleineren Betrieben mit geringer innerbetrieblicher
Arbeitsteilung, bei der trotz gewisser maschineller
Ausrüstung die individuelle und manuelle Arbeit
vorherrscht, Produkte hergestellt, repariert und be
stimmte Dienstleistungen erbracht werden: ein altes,
bodenständiges, holzverarbeitendes, künstlerisches
H .; das H . des Tischlers, Schlossers, F riseurs; ein
H. (er)lernen, ausüben; eine Produktionsgenossen
schaft des Handwerks //< auch PGH/ (soz. Genos
senschaft, in der sich Handwerker, Inhaber indu
strieller Kleinbetriebe zu kollektiver Arbeit zusam
mengeschlossen haben) — 2 . /o. Pl.f Gesamtheit der
zur kleinen Warenproduktion zählenden Handwerks
betriebe: das H. arbeitet unmittelbar für den Ver
braucher; das H. fördern; Industrie und H .;
+ sein H. verstehen (in seinem Beruf tüchtig, ein
Fachmann auf seinem Gebiet sein); umg. jmdm.
das H. legen (jmds. Machenschaften ein Ende
setzen); jmdm. ins H. pfuschen (auf einem Gebiet,
für das ein anderer zuständig ist, in unerwünschter
Weise tätig werden); -werker, der; -s, - jmd., der
ein Handwerk (1) ausübt: er ist ein tüchtiger H.;
ein privater, selbständiger H .; die H. im Haus
haben; -werklich fA dj.; zu -werk/; zu 1: ein
handwerklicher Beruf; handwerkliches Geschick,
handwerkliche Fertigkeiten besitzen; zu 2 : die
handwerkliche Produktion steigern
Handwerks|-beruf, der handwerklicher Ausbildungs
beruf; -betrieb, der Betrieb, in dem ausschließlich
handwerkliche Tätigkeit ausgeübt wird und dessen
Inhaber, Leiter die Meisterprüfung in dem betreffen
den Handwerk (1) abgelegt hat: die privaten Hand
werksbetriebe in der DD R; -geselle, der v e r
alte n d Geselle (1); -kammer, die einheitliche
Organisation des Handwerks (2) in der D DR : die
Handwerkskammern der Bezirke; -meister, der
Handwerker mit Meisterprüfung in einem Hand
werksberuf; -rolle, die von den Handwerkskammern
der Bezirke geführtes Register, in das alle selb
ständigen Handwerksbetriebe eingetragen sind
Hand| -Wörterbuch, das vgl. Handatlas; -wurzel,
die Teil der Hand, der den gelenkigen Übergang
zwischen Mittelhand und Unterarm bildet; -Zeichen,
das mit der Hand gegebenes Zeichen: der Polizist
stoppte das Auto durch H .; Abstimmung durch
H. (Erheben der H and); -Zeichnung, die als Ent
wurf, Studie od. selbständiges Kunstwerk mit der
freien Hand auf Papier ausgeführte Zeichnung eines
Künstlers: die Handzeichnungen Dürers; -Zettel,
der bestimmte Informationen enthaltender, öffentlich
verteilter Zettel
hanebüchen lAdj.j veraltend unerhört: eine hane
büchene Lüge, Unverschämtheit; hanebüchenen
Unsinn erzählen; das ist ja h.!
Hanf, der; -(e)s, jo. Pl.f 1. einjährige, krautige
3 4 Wörterbuch
530
Hanfseil — Hansdampf
Pflanze mit hohen, Bast enthaltenden Stengeln und
ölhaltigem Samen: H. anbauen, brechen — 2 . aus
den Stengeln von 1 gewonnene reißfeste Fasern: ein
Seil, Gurt aus H.
—
8. Samen von 1: den Kanarien
vogel mit H. füttern
Hanf) -seil, das Seil aus Hanf (2); -strick, der vgl.
- seil
Hang, der; -(e)s, Hänge 1. A bhan g: ein steiler,
steiniger, bewaldeter H .; den H. hinaufklettern;
das Haus liegt am H.
—
2* fo. Pl.f Neigung, Vor
liebe bes. zu einem negativ bewerteten Verhalten:
einen starken, unbezähmbaren, krankhaften H.
zur Bequemlichkeit, Verschwendung haben; einen
H. zum Träumen zeigen; einen H. bezwingen;
einem H. nachgeben — 3./o. Pl.f Turnen Haltung,
bei der der Turner mit den Händen am Gerät hängt,
sich frei über dem Boden hält: aus dem H. ab-
springen
Hangar, Hangar, der, -s, -s große Halle zur Unter
bringung, Wartung von Flugzeugen
Hänge|-boden, der im oberen Teil am Ende eines
Raumes (5) durch Einfügen von Brettern geschaffener
kleiner Raum (2) zum Aufbewahren selten benutzter
Dinge: die leeren Koffer auf den H. stellen;
- brücke, die mit Ketten, Drahtseilen an Pfeilern
aufgehängte Brücke; -lampe, die von der Decke her
abhängende Lampe
hangeln /sw. Vb.; ist, hat/ sich im Hang (3) mit
abwechselnd greifenden Händen fortbewegen (ist):
er ist an einem Seil über den Fluß gehangelt ; sich
h. (hat): sich am Tau nach oben h.
Hänge|inatte, die als Liegestatt zwischen zwei H al
tern aufzuspannendes längliches Netz
Gängen, hing, hat gehangen 1.1 . etw., jmd. hängt
irgendwo etw., jmd. hat nur an einem (oberen) Ende
Halt und verharrt, vom eigenen Gewicht nach unten
gezogen, passiv in frei beweglichem Zustand: die
Uhr hängt an der Wand; die Mütze hähgt am
Haken; große Äpfel h. am Baum; die Wäsche
hängt auf der Leine; Fahnen h. aus den Fenstern;
der Mantel hängt im Schrank; die Lampe hängt
über dem Tisch; das Bild hängt schief, zu tief;
er hing am Ast, Felsen (er hielt sich frei schwebend
am Ast, Felsen fest); der Schrank hängt voller
Kleider (im Schrank hängen viele Kleider) 1.2. etw.,
jmd. wird.(infolge seiner Schlaffheit, Kraftlosigkeit)
vom eigenen Gewicht nach unten gezogen: fvorw. mit
Orts-, Richtungsangabef die Zweige der Weide h.
bis auf das Wasser; die Haare hingen ihr wirr ins
Gesicht; der angeschlagene Boxer hing hilflos in
den Seilen; im Sessel h. (schlaff, nicht aufrecht
sitzen ); hängende Schultern, Mundwinkel 1.3. über
etw. h. über etw. schweben (1.1): dunkle Wolken
h. über den Bergen; Nebel hängt tief über den
Wiesen 1.4. etw. hängt an etw.: der Anhänger
hängt am Auto (ist am Auto befestigt und wird von
ihm gezogen) — 2.1. etw. hängt in, an etw. etw.
haftet an etw., sitzt an etw. fest: Kletten h. in ihrem
Haar; an seinen Schuhen hing Schmutz; mit dem
Ärmel im Gestrüpp h. (festgehakt sein) 2.2 . salopp
lange Zeit irgendwo verweilen und sich nicht los
reißen können: er hängt wieder bei der Nachbarin,
in der Kneipe 2.3. umg. er hängt in Mathematik
(kommt im Fach Mathematik nicht mit) — 3. etw.
hängt an jmdm., etw. etw. hängt von jmdm., etw.
ab: das hängt an ihm, seinem Geschick, ob ...
—
4. an jmdm., etw. h. jmdm., einer Sache sehr zu
getan sein, von jmdm., etw. nicht lassen mögen: an
den Eltern, Kindern, an seinem Beruf, seinen
Büchern, am Leben, Geld h.
-{- umg. mit Hängen und Würgen (mit großer
Mühe); — etw. hängt an einem seidenen / Faden;
bei jmdm. hängt der / Haussegen schief; jmdm.
hangt der / Himmel voller Geigen; an jmds.
/ Lippen h.; jmd. hängt in der
Luft; jmdm.
h. die / Trauben zu hoch
2hängen jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. irgendwohin h.
etw. an eine bestimmte Stelle schaffen und dort an
etw. befestigen, so daß es xhängt (1.1): ein Bild an
die Wand, die Wäsche auf die Leine, Kleider in
den Schrank h .; den Campinganhänger ans Auto
h. (am Auto befestigen, so daß es ihn ziehen kann);
sich an etw. h .: sich an das Reck, einen Ast h.
1.2. jmdn. h. (durch den Strang hinrichten) — 2.
etw. irgendwohin h. bewirken, daß etw. locker,
schlaff irgendwo xhängt (1.2): die Hand über den
Bootsrand ins Wasser h.; eine Fahne aus dem
Fenster h.; umg. sich aus dem Fenster h. (sich
weit aus dem Fenster beugen) — 3. sich an etw. h.
sich an etw. festsetzen, an etw. haften bleiben:
Kletten hängten sich an, in ihren R ock ; Schmutz
hatte sich an seine Sohlen gehängt; <C> um g. sich
an jmdn. h. (sich jmdm. aufdrängen; jmdm., dicht
hinter ihm bleibend, folgen, jmdn. verfolgen)
-f- etw. an die große / Glocke h .; den / Mantel,
sein
Mäntelchen nach dem Wind h.; etw. an
den / Nagel h.; sich an die Strippe h.
hängen)bleiben \Vb.\ 1.1 . jmd., etw. bleibt an etw.,
jmdm. hängen jmd., etw. gerät an etw., jmdn. und
wird an der Fortbewegung gehindert, bleibt haften:
mit dem Ärmel an einem Haken h.; die Kletten
blieben im Haar, der Lehm blieb an den Schuh
sohlen hängen; O jmds. Blick bleibt an jmdm.,
etw. hängen; ein Verdacht ist an ihm hängen
geblieben; um g. davon ist bei ihm nichts hängen
geblieben (davon hat er nichts behalten); an mir
bleibt wieder alles hängen (ich muß wieder alles
machen); Sport die Angriffe blieben im Mittelfeld
hängen (kamen nicht über das Mittelfeld hinaus)
1.2 . umg. länger als beabsichtigt irgendwo ver
w eilen: wir sind bei Freunden, in der Bar hängen
geblieben 1.3. umg. in der Schule h. (nicht versetzt
werden)
Hangende, das; -n, jo. Pl.f Geol. über einer be
stimmten Schicht, einem xGang (8) liegende Gesteins
schicht
hängen|lassen, ließ hängen, hat hängenlassen,
auch hängengelassen 1. etw. Aufgehängtes vergessen
mitzunehmen: er hat seinen Hut im Restaurant h.,
hängengelassen — 2. etw. in den Zustand des
1Hängens (1.2) bringen und in ihm belassen: der
Hund läßt den Schwanz, die Blumen lassen die
Köpfe hängen — 3. umg. jmdn. im Stich lassen:
hoffentlich läßt uns der Maler nicht hängen
-j- den / Kopf, die Ohren h.
Hänge| -partie, die Schach Partie, die zu einem
späteren Zeitpunkt fortgesetzt wird; -pflanze, die
Zier-, Zimmerpflanze mit herabhängenden Trieben
Hänger, der; -s, - 1. umg. Anhänger (2): ein Last
wagen mit H.
—
2. weites, loses, nicht tailliertes
Kleidungsstück, bes. Mantel, Kleid
Hänge)schrank, der schrankähnliches Möbelstück,
das an der Wand aufgehängt wird
Hansdampf, der
Hanse — Harnisch
531
+ scherzh. ein H. in allen Gassen (jmd., der viel
herumkommt, sich mit vielem befaßt und sich auf
allen Gebieten mehr od. weniger gut auskennt)
Hanse, d ie;
jo. Pl.j Bund deutscher und nord
europäischer Handelsstädte und Kaufleute im
Mittelalter zur Durchsetzung gemeinsamer Inter
essen : die wirtschaftliche und politische Macht der
H.; dazu Hanseat, der; -en,
-en der Hanse,an
gehörender Kaufm an n u. hanseatisch fAdj.f
hänseln jsw. Vb.; hat/ jmdn. h. sich über eine
Schwäche, einen Makel eines Unterlegenen immer
wieder lustig machen: er lispelte stark und wurde
deshalb oft gehänselt
HanselStadt, die Stadt, die der Hanse angehört hat
(heute als Zusatz zu den Städtenamen Bremen,
Hamburg, Lübeck)
Hanswurst, au ch Hanswurst, der; -(e)s, -e/-würste
jmd., der dumm ist und sich lächerlich macht: er ist
ein aufgeblasener H.
Hantel, die; -,
-n Sportgerät in Form einer Eisen
stange mit Scheiben od. Kugeln an ihren Enden
hantieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. bestimmte Handgriffe
verrichtend arbeiten, beschäftigt sein : sie hantierte
in der Küche; an etw. h .: der Monteur hantierte
an dem defekten Gerät 1.2. mit etw. h. etw. hand
haben: (geschickt) mit dem Hammer, mit Messer
und Gabel h.
hapern jsw. Vb.; hat/ umg. 1.1. es hapert an etw.
es fehlt (vorübergehend) an etw .: es hapert an Geld,
Arbeitskräften 1.2. es hapert mit, in etw. es gibt
Schwierigkeiten bei etw., etw. klappt nicht: es hapert
mit der Verteilung, Finanzierung; besonders
hapert es bei ihm in Chemie (er hat besondere
Schwierigkeiten im Fach Chemie)
Happen, der; -s, - umg. kleine Menge, Bissen einer
festen Speise: die Mutter schob ihm manchen
guten H. zu; schon nach ein paar H. satt sein;
noch keinen H. (nichts) gegessen haben
happig jAdj.; nicht adv./ um g.: happige (zu hohe,
unverschämte) Preise; dieser Temperatursturz ist
gleich zu h. (zu stark); das ist ganz schön h. (das
geht zu weit)
Happy-End, das; -/ -s, -s [heprent] glücklicher, meist
unrealistischer Ausgang der konfliktreichen Hand
lung eines Films, Schauspiels, Romans: der Film
endet mit einem H.
Haraß, der; Harasses, Harasse tragbarer Behälter
meist aus Plast, der bes. zum Transport von Flaschen
in sich unterteilt ist
Härchen, das; -s, - j / auch Haar 1/
+ jmdm. kein H. krümmen (jmdm. nicht das
geringste zuleide tun)
Harem, der; -s,
-s Männern nicht zugängliche
Räumlichkeiten des Hauses eines islamischen M an
nes meist der herrschenden Oberschicht, in denen
seine Frauen wohnen /seit Einführung der Einehe
im Orient weithin abgeschafftf: der Sultan begab
sich in den H.; O umg. scherzh. er hat immer
einen ganzen H. (•mehrere Frauen) um sich
Häresie, die; -n [..i :öii] Rel. von den offiziellen
kirchlichen Dogmen abweichende Auffassung
Harfe, die;
- n aus einem dreieckigen, mit Saiten
bespannten, durch eine Stange gestützten Rahmen
bestehendes Zupfinstrum ent: die H. spielen, zupfen;
dazu Harfenist, der; -en, -en u. Harfenistin, die;
-,
- nen
Harke, die; -,
- n Gartengerät, das aus einem Stiel
und einer mit Zinken aus Metall, Holz versehenen
Querleiste besteht und zum Ebnen des Erdbodens
od. zum Beseitigen von etw. auf ihm Liegenden
dient: die Wege mit der H. von Laub säubern
+ umg. jmdm. zeigen, was eine H. ist (jmdm.
deutlich die Meinung sagen)
harken jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. mit der Harke be
arbeiten: das Beet, den Rasen h. 1.2. das welke
Laub vom Rasen h. (mit der Harke entfernen)
Harlekin, der; -s, -e [. .ki:n] lustige Gestalt, Narr
bes. im Stegreifspiel; <0> er ist ein richtiger H.
(Spaßmacher)
Harm, der; -(e)s, jo. Pl.j veraltend tiefer Kum
mer, Gram
härmen jsw. Vb.; hat/ veraltend 1.1. sich (um
jmdn., etw.) h. tiefen Kummer über jmdn.,
etw.
empfinden, sich um jmdn., etw. grämen: er härmt
sich (um das kranke Kind) 1.2 . etw. härmt jmdn.
etw. bereitet jmdm. tiefen Kummer, Gram: dieser
Verlust, Verdacht härmte ihn
harm/Harm| -los jAdj.j 1.1. ohne Falschheit, Bos
heit: ein harmloser Mensch; eine harmlose Be
merkung, Frage 1.2 . ein harmloses {nichts Beson
deres darstellen des) Vergnügen — 2. eine harmlose
(ungefährliche) Schnittwunde; ein harmloses (un
schädliches 1.2) Schlafmittel; dazu -losigkeit, die;
-,
-en
Harmonie, die; -,
-n [..i:on] 1.1. Mus. wohl
klingende Verbindung mehrerer Töne, Akkorde:
dissonante Harmonien 1.2 . jvorw. Sg .j die H. (Aus
gewogenheit, das Zusammenstimmen) der Farben
und Formen — 2. jvorw. Sg .j gutes Einvernehmen,
Eintracht: die H. ihrer Ehe; eine Zusammenarbeit
in ungetrübter H.
Harmonie|lehre, die /o. P l.j sich mit den Gesetzen
der Harmonie (1.1) befassendes Teilgebiet der
Musikwissenschaft
harmonieren /sw. F6.; .hat/ mit etw., jmdm. h.
1. zu etw. passen, mit etw. zusammenpassen: das
Gelb der Gardinen harmoniert mit den Farben
des Teppichs — 2 . die beiden Freunde harmonier
ten stets miteinander (lebten in gutem Einver
nehmen miteinander)
Harmonika, d ie ; -,
-s/Harmoniken Musikinstru
ment, bei dem ein Luftstrom, durch den Mund od.
einen Balg erzeugt, metallene Blättchen zum Schwin
gen, Tönen bringt
harmonisch jAdj.j 1.1 . wohlklingend: harmonische
Klänge; h. klingen 1.2. Mus. den Gesetzen der
Harmonie (1.1) entsprechend 1.8. eine harmonische
(ein ausgewogenes Ganzes bildende) Einheit, Ent
wicklung; h. abgestimmte Farben; ein harmoni
scher (im Einklang mit sich stehender) Mensch —
2. in gutem Einvernehmen verlaufend: eine harmo
nische Ehe, Beziehung, Zusammenarbeit
Harmonium, das; -s, -s/Harmonien [. .ien] Tasten
instrument, bei dem nach Anschlägen der Tasten ein
durch einen Tretbalg erzeugter Luftstrom frei
schwingende metallene Blättchen zum Schwingen,
Tönen bringt
Harn, der; -(e)s, jo. Pl.j von den Nieren gebildete,
die Endprodukte des Stoffwechsels enthaltende, hell-
bis dunkelgelbe, flüssige Ausscheidung des Organis
mus: H. ausscheiden
Harn|blase, die Hohlorgan im Becken des Menschen
und der meisten Wirbeltiere zur Aufnahme des Harns
Harnisch, der; -(e)s, -e Rüstung eines Ritters
34*
532
Harnleiter — Hasardeur
-f- jmdn. in H. bringen (jmdn. bis zur Wut reizen,
zornig machen)
Harn/harn| -leiter, der den Harn aus der Niere
in die Harnblase leitender, muskulöser Schlauch;
-röhre, die aus der Harnblase nach außen führender
Gang; -stein, der Stein (5) in den den Harn ab
leitenden Organen; -treibend /Adj./ die Ausschei
dung des Harns fördernd: harntreibende Mittel;
Bier wirkt h.;
-wege, die /Pl.l Gesamtheit der den
Harn ableitenden Organe, bes. Nierenbecken, Harn
leiter, -blase und -röhre
Harpune, die;
-n speer-,
pfeilförmiges W urf
geschoß mit Widerhaken und langer Leine, bes. für
den Walfang od. zur Jagd auf Fische unter Wasser
harpunieren /sw. Vb.; hat/ ein Wassertier mit der
Harpune erlegen
harren fsw. Vb.; hat/ geh. ausdauernd auf jmdn.,
etw. w a rten : auf eine Nachricht, ein anerkennendes
Wort h.; eine geduldig harrende Menschenmenge;
jmd. harrt der Dinge, die da kommen sollen (jmd.
sieht zukünftigen Dingen gelassen entgegen); O inter
essante Aufgaben h. seiner
harsch fAdj.f 1. ein harscher (rauher, eisiger)
Wind — 2. /nicht adv.f harscher (verharschter)
Schnee — 3.jmdm. h. (barsch, unwirsch) antworten
hart, härter, härteste jAdj.j 1.1. von relativ großer
Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen mecha
nische Veränderung: hartes Felsgestein, Holz,
Brot; die harte Schale der Nuß; wir saßen auf
harten Bänken; ein Bleistift mit harter Mine; Glas
ist h. und spröde; der Boden ist h. gefroren;
h. (auf harter Unterlage) sitzen, liegen; etw. ist h.
wie Stein; harte (hartgekochte) Eier 1.2. hartes
(kalkhaltiges) Wasser 1.3. /nur attr.; BRD/ eine
harte (frei konvertierbare, als stabil angesehene)
Währung 1.4. ein harter (physisch und psychisch
robuster) Bursche; einen harten Kopf haben (dick
köpfig sein) — 2. unnachgiebig: sie hatte ein hartes
(dem Mitleid nicht zugängliches) Herz; h. sein,
bleiben; jmdn.,
etw. h. kritisieren; jmdn. h.
(streng 1.2) bestrafen — 3.1. /nicht adv./ 3.1.1. von
starker, kräftiger W irkung: harter (strenger 3)
Frost; ein harter Winter; ein harter (hochprozen
tiger) Drink; eine harte Droge (ein stark gesund
heitsschädliches Rauschgift) 3.1.2. die harten (schar
fen 3.3 .2) Umrisse, Konturen der Berge 3.2. mit
Kraft und Heftigkeit, derb: er hatte sich bei dem
harten Aufprall, Sturz verletzt; ein harter Ruck,
und der Wagen stand; harte Schläge austeilen;
Sport ein hartes (mit Einsatz aller körperlichen
Mittel gespieltes, aber nicht unfaires) Spiel1; er
packte ihn h. an der Schulter; er schlug h. zu;
h. auf dem, den Boden aufschlagen; die Rakete
ist h. (mit Aufprall) gelandet; O harte (scharfe
Kritik enthaltende) Worte, Vorwürfe; jmdn. h . an-
fahren; jmdm. h. zusetzen — 4. schwer zu be
wältigen, zu ertragen, den Einsatz aller Kräfte
fordernd: harte Arbeit, ein harter Kampf; harte
Strapazen aushalten; er wurde auf eine harte
Probe gestellt; h. (angestrengt) arbeiten; es ist h.,
dieses Elend tatenlos mit ansehen zu müssen; das
kam uns h. an (fiel uns schwer); eine harte (von
Drangsal erfüllte, an Entbehrungen reiche) Jugend;
ein hartes Leben — 5. der Pfad führt h. (sehr dicht
3.1) am Abgrund entlang
-j-Tes geht h. auf h. (es wird schonungslos um die
Entscheidung gerungen); — ein harter
Brocken;
mit jmdm. h. ins
Gericht gehen; jmd. ist h.
im / Nehmen; eine harte / Nuß
Harte, der; -n, -n /bei Mengenangabe PI. Harte/
umg. hochprozentiger Schnaps: ich trinke keinen
Harten
Harte, die; -,
- n 1.1. /zu hart 1.1/ das Hartsein:
die H. des Holzes, Stahls; Gesteine unterschied
licher Härten 1.2. die H. (der Kalkgehalt) des
Wassers — 2. /o. PI./ Unnachgiebigkeit: jmds. rück
sichtslose H .; ein Verbrechen mit schonungsloser
H. ahnden — 3. /o. PL/ 3.1. die H. (Strenge) des
Frostes, Winters 3.2. die H. (Heftigkeit) des Auf
pralls, der Schläge — 4. jo. PL; zu hart 4/ das
Hartsein: die H. der Arbeit, des Kampfes; die H.
des Elends lindern
Härte] -fall, der (unvorhergesehene) außerordent
liche Notlage eines Betroffenen: in Härtefällen Er
leichterungen gewähren; -grad, der /PI.
- e/ Grad
der Härte (1.1): Hölzer, Metalle unterschiedlicher
Härtegrade
härten, härtete, hat gehärtet etw. h. 1.1. T e ch n .
einem M aterial, bes. Stähl, durch eine bestimmte
Behandlung eine erhöhte Härte (1.1) verleihen: Stahl
h. 1.2. Chem. flüssiges pflanzliches od. tierisches
Fett durch Anlagern von Wasserstoff in Hartfett
überführen
Härte|prüfimg, die Prüfung eines Werkstoffs zur
Bestimmung seiner Härte (1.1), Belastbarkeit
Hart/hart] -faserplatte, die unter hohem Druck aus
verschiedenen Materialien, bes. Holzfasern, her
gestellte Platte; -fett, das durch Härten (1.2) ge
wonnenes festes Fett; -gekocht /Adj.; nur attr./:
ein hartgekochtes Ei (Ei, dessen Dotter durch
längeres Kochen fest geworden ist); -geld, das jo. PI./
Geld in Form von Münzen; -gesotten /Adj.; nicht
adv./ um g. / emot./ gefühllos (2): ein hartgesottener
Bursche; ein hartgesottener (unverbesserlicher)
Gauner, Sünder; -gummi, der, auch das /o. Pl.j
durch Vulkanisation gehärteter (1.1) Werkstoff aus
natürlichem od. künstlichem Kautschuk; -herzig
lAdj./ ohne Mitgefühl, m itleidlos: ein hartherziger
Mensch; h. sein; -holz, das jo. PL/ Holz von großer
Festigkeit und Härte; -käse, der /o. PI./ Käse von
fester Beschaffenheit; -leibig /Adj.; nicht adv./ an
Verstopfung (1.2) leidend, verstopft; -metall, das
Metall, Legierung, Sinterstoff von hoher Härte;
-nackig /Adj./ 1 .1 . ausdauernd: ein hartnäckiger
Bursche, Verfolger; h. fragen, schweigen 1.2. sich
zäh widersetzend, unnachgiebig: h. leugnen, auf
seiner Meinung bestehen; hartnäckigen Widerstand
leisten; -pappe, die jo, Pl.j sehr feste, steife Pappe
Harz, das; -es, -e zähflüssiges, klebriges, gelb bis
braun gefärbtes, stark duftendes Sekret bestimmter
Pflanzen, bes. der Nadelbäume, das für die Her
stellung von Lack, Firnis, Seife verwendet wird:
das H. quillt aus dem Kiefernstamm; es riecht
nach H.
harzen /sw. Vb.; hat/: die Kiefer harzt (sondert
Harz ab)
harzig /Adj.j Harz enthaltend, von Harz bedeckt:
ein harziger Kiefernstamm; harzige (mit Harz be
schmutzte) Hände
Hasard, das; -s, jo. PI./ 1. Hasardspiel — 2. H.
spielen (etw. ,
alles leichtsinnig, unverantwortlich
aufs Spiel setzen)
Hasardeur, der; -s, -e [. .d0:r] jmd., der Hasard (2)
spielt
Hasard|spiel, das Glücksspiel: Hasardspiele sind
verboten
Hasch, das; -s, jo. PL; Kurzw. für Haschisch/
umg. s. Haschisch
Haschee, das; -s, -s Gericht, das aus feingeschnit-
tenem Fleisch, Fisch Gd. feingeschnittenen Inne
reien besteht 1
haschen fsw. Vb.; hat/ 1.1,1. etw., jmdn. h. in der
Fortbewegung etw., jmdn. schnell ergreifen, fangen:
die Möwen haschten die zngeworfenen Brocken im
Flug; Haschen /Kinderspiel/ 1.2. nach etw., jmdm.
h. etw., jmdn. schnell zu greifen, fangen versuchen:
er haschte nach ihrer Hand; mit der hohlen Hand
nach einer Fliege h.
—
2. nach etw. h. etw. begierig
zu erlangen suchen: nach Anerkennung, Beifall h.
—
II. salopp jmd. hascht (raucht Haschisch)
Häscher, der; -s, - geh. \emot. neg.f jmd., der mit
der Verfolgung und Ergreifung von Personen beauf
tragt ist: der geflohene KZ-Häftling konnte den
Häschern entgehen
Hascherl, d a s; -s,
- / -n bes. süddt. österr. be
dauernswerte (weibliche) Person : du armes H.!
Haschisch, der, das; -/ -s, fo. PI .; / auch Hasch/
aus dem Harz des Indischen Hanfes gewonnenes
Pauschgift
Hase, der; -n, -n 1.1. nagetierartiges Säugetier mit
langen Ohren, kräftigen Hinterläufen, kurzem
Schwanz, das keine unterirdischen Baue anlegt: der
H. hoppelt über das Feld, schlägt einen Haken
I. 2. männliches Tier von 1.1 1.8. fo. PI./ Hasen
braten: heute gibt es Hasen; falscher H. (Hack
braten) — 2. landsch. Kaninchen
•4- umg. da liegt der H. im Pfeffer (das ist der
wunde Punkt, die eigentliche Ursache); sehen, ab-
warten, wie der H. läuft (abwarten, wie sich etw.
entwickelt); ein alter H. (ein erfahrener Fachmann);
—
dort, wo sich / Fuchs und H. gute Nacht
sagen
Haselnuß, die Frucht des Haselstrauches mit
harter Schale und einem eßbaren, ölhaltigen Kern
Haselnußstrauch, der Haselstrauch
Haselstrauch, der Strauch, dessen männliche Blüten
lange gelbe Kätzchen sind und der im Herbst Nüsse
trägt
Hasen|-braten, der Hase (1.1) cd. Stück von einem
Hasen (1.1) als Braten; -fuß, der umg. spött.
überängstlicher M ensch, Feigling; -herz, das jo. Pl.f
umg. spött. Hasenfuß; -jagd, die: auf (die) H.
gehen; -panier, das -f umg. scherzh. das H.
ergreifen (weg- ,
davonlaufen); -scharte, die an
geborene Spalte in der Oberlippe beim Menschen
Häsin, die; -,
- nen weiblicher Hase (1 .1 )
Haspe, die; -,
- n im Rahmen von Türen od. Fenstern
befestigter Haken mit einem Dorn zum Einhängen
von Türen und Fensterflügeln
Haspel, d ie ; -,
- n, auch der; -s, - Bolle, Welle als
Teil einer Maschine, durch die etw. befördert wird,
über die eine Kette, ein Seil, Garn läuft
haspeln /sw. Vb.; hat/ 1. etw. mit Hilfe einer
Haspel ab-, a ufwickeln: den Faden von der Spule
h.
—
2. umg. hastig, überstürzt sprechen: immer
wenn er aufgeregt ist, haspelt er; etw. h .: unver
ständliche W orte h.
Haspen, der; -s, - Haspe
Haß, der; Hasses, fo. Pl.f Gefühl starker Abneigung,
Ablehnung und die darauf beruhende feindselige
Einstellung gegenüber jmdm.,
einer Sache: tiefer,
Hasardspiel — Haube
583
heimlicher H. (erfüllt jmdn.); jmdm. schlägt
(kalter) H. entgegen; H. auf jmdn., etw. emp
finden; H. gegen jmdn.,
etw. hegen; H. säen,
schüren, ernten; sich jmds. H . zuziehen; jmds.
Liebe, Begeisterung schlägt in H. um
hassen, haßte, hat gehaßt 1.1. jmdn.,
etw. h.
jmdm. ,
einer Sache gegenüber Haß empfinden:
jmdn. erbittert, tödlich h .; den Krieg, Lüge und
Falschheit h. 1.2 . umg. etw. h. einen starken
Widerwillen gegen etw. haben, etw. durchaus nicht
m ögen: er haßt Blasmusik, Kartoffelsalat
haßjerfüllt fA d j.f : ein haßerfüllter Blick
häßlich fAdj.f 1. das ästhetische Empfinden ver
letzend: ein häßliches Gesicht, Mädchen; eine häß
liche (entstellende 1) Narbe; ihr Lachen klingt h.
—
2.1 . sehr unangenehm: häßliches Wetter; einen
häßlichen Husten haben; in eine häßliche An
gelegenheit verwickelt sein 2.2. Abscheu (1.2) er
regend: ein häßlicher Gedanke; einen häßlichen
Charakter, häßliche Angewohnheiten haben; h.
von jmdm. sprechen; sei doch nicht so h .!; das
war h. von dir!
+ / klein und h. sein, werden
Häßlichkeit, die; -, fo. P L ; zu häßlich/
Haß/haß| -liebe, die ständig zwischen H aß und
Liebe schwankende, starke, gefühlsmäßige Bindung;
-tirade, die abstoßend wirkender, haßerfüllter Wort
schwall; -verzerrt fAdj.; nicht adv.f: jmds. haß-
verzerrtes Gesicht
Hast, die; -, fo. Pl.f überstürzte Eile: in atemloser,
fliegender H. die Treppen hinaufeilen; mit wilder
H. den Koffer packen; sich ohne H. an die Arbeit
machen; keine H. zeigen
hasten, hastete, ist gehastet in Hast (in Richtung
auf ein bestimmtes Ziel) laufen: zur Arbeit, zum
Bahnhof, in die Schule h .; die Beisegruppe hastete
durch die Stadt
hastig fAdj.f voller H ast: hastige Schritte, Bewe
gungen; h. atmen, essen, nach etw. greifen
Hätschel|kind, Hätscheljkind, das 1. ver w öh n tes ,
verzärteltes K ind : der Junge war das H. der Familie
—
2. spött. in auffälliger Weise bevorzugte, be
günstigte Person: der junge Sänger war bald das
H. des Intendanten, Ensembles
hätscheln, hätscheln fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., ein
Tier (übertrieben) zärtlich liebkosen, verwöhnen: ein
Kind, einen Hund h.
—
2. schon längst wird er
von ihm nicht mehr gehätschelt (in übertriebener
Weise positiv beurteilt und bevorzugt)
Hat-Trick, der; -s, -s [het..] Fußball das Er
zielen von drei Toren in einem Spiel(abschnitt)
durch denselben Spieler, ohne daß zwischendurch
ein Spieler der eigenen Partei od. der Gegenpartei
ein Tor erzielen kennte; O ob er mit diesem Sprung
den H. (den dritten Sieg hintereinander) schafft?
Hatz, die; -, fo. Pl.f 1. Jägerspr. Jagd mit starken
Hunden auf Schwarzwild und Bär: eine H. ver
anstalten; O eine H. auf den flüchtigen Dieb
machen — 2. umg. das war wieder eine H.
(Rennerei, Hast)!
Hftijbe, die; -,
- n 1. aus steifem Stoff gefertigte, das
Haar (und die Ohren) fast völlig bedeckende K opf
bedeckung für Frauen: die weiße H. der Kranken
schwester; zu dieser Volkstracht gehört eine H .;
eine gefältelte H .; eine H. mit Büschen, Schleifen;
eine H. aufsetzen, abnehmen; O der Berggipfel
trägt, hat eine weiße H. (ist mit Schnee bedecket) —
534
Haubitze — häufen
2. Büschel aus Federn auf dem Kopf bestimmter
Vögel — 8 . halbkugelförmiger Gegenstand, der als
schützende od. wärmende Bedeckung über etw. ge
stülpt wird: eine H. aus Gaze über den Teller mit
Wurst stülpen; die Kaffeekanne unter die H. (den
Kaffeewärmer) stellen — 4. hochklappbarer Deckel
über Motor-, Kofferraum eines Autos: die H. auf-
klappen — 5. Trockenhaube: unter der H. sitzen
+ umg. scherzh. fvon einer Frauf unter die H.
kommen (heiraten)
Haubitze* die;
-n bes. für steilen Beschuß ver
wendbares Geschütz mit kurzem Rohr: eine H. in
Stellung bringen, abfeuern
+ salopp voll sein wie eine H. (volltrunken sein)
Hauch* der; -(e)s, -e fvorw. 8g .f 1. (sicht-, spürbar)
durch Mund, Nase ausgestoßener Atem: es war so
kalt, daß man jeden H. sah; der letzte H. des
Sterbenden — 2» leiser Luftzug, B rise: vom Meer
kam ein frischer, kühler H .; kein H. regte sich,
war zu spüren — 8, geh. 8,1. leichter, kaum wahr
nehmbarer D uft: ein H. von Lavendel 8.2, dünne,
kaum sichtbare Schicht: einen H. Puder, Rouge
auftragen 3.3. kaum wahrnehmbare Spur, Anflug:
der H. eines Lächelns flog über ihr Gesicht; ein H.
von Schwermut lag in ihren Zügen 3.4 . einen H.
von (ein wenig von der Atmosphäre der) Zufrieden
heit, Gemütlichkeit, Eleganz um sich verbreiten
hauch[dünn /Adj.; emot.f 1. überaus, sehr dünn:
eine hauchdünne Rasierklinge; eine Creme h. auf
tragen; hauchdünne Strümpfe, Seide — 2 . um g.
eine hauchdünne (zahlenmäßig sehr geringe, sehr
knappe) Mehrheit; ein hauchdünner (sehr knapper)
Punktsieg
hauchen /sw. Vb.; hat/ 1. den Atem durch den
geöffneten Mund ausstoßen: /mit Richtungsangabef
auf die, gegen die gefrorene Fensterscheibe, in
seine erstarrten Hände h.
—
2. veraltendspött.
jmdm. einen Kuß auf die Stirn h. (auf die Stirn
geben, fast ohne sie zu berühren) — 3. etw. kaum
vernehmbar flüstern: das Jawort h.
hauch femot.f[ -fein \Adj.\ überaus, sehr fein (1.1,
3); -zart fAdj.f überaus, sehr zart (1.1, 1.5)
Hau|degen* der Draufgänger: er war ein richti
ger H.
Haue* die; -,
-n 1. fo. PL[ Kinderspr. xPrügel,
Schläge: du verdienst H.; H. kriegen — 2/süddt.
österr. Schweiz. Hacke (I.l .l)
hauen* haute/hieb, hat/ist gehauen 1. /haute/
umg. jmdn. verprügeln, prügeln, verhauen (hat):
er hat seinen kleinen Bruder gehauen; jmdn. mit
dem Stock h.; sich, einander h. (sich prügeln) —
2, (hat) 2.1 . umg. /haute, geh. hieb/ (mit etw.)
gegen etw.,
jmdn.,
in Richtung von etw.,
jmdm.
schlagen (1.1): jmd. haut (mit der Faust) auf den
Tisch; sich lachend auf die Schenkel h.; jmdm.,
jmdn. ins Gesicht h.; mit dem Stock, Säbel nach
jmdm. , um sich h. 2 .2 . /haute/ etw. (mit etw.) in
etw. h .: er haute (trieb 1.5) (mit dem Hammer)
einen Nagel in die Wand — 3 . /haute/ (hat) 3.1 .
etw. durch Schlagen mit einem Werkzeug herstellen:
jmd. haut ein Loch ins Eis, Stufen in den Fels;
jmdn.
, etw. in Stein h. (mit Hammer und Meißel
in Stein plastisch darstellen) 3.2 . etw. mit etw., bes.
einem Beil, einer Axt, von etw. abschlagen: die
Bäume können gehauen (gefällt) werden; lan d sch .
Holz h. (zu Brennholz spalten); das Gras, Korn h.
(mähen I .l .l) 3.3 . etw. in Stücke h. (etw. mit etw.
zerschlagen) — 4. /haute/ salopp etw.,
sich
schwungvoll irgendwohin werfen (hat): die Skat
karten auf den Tisch, die Schulmappe in die Ecke
h.; sich ins Bett, auf die Couch h.
—
5. /haute/
umg. 5 .1 . jmd. haut (stößt 3.1) mit etw. an, gegen
etw. (ist): er ist mit dem Kopf an, gegen die
Wand gehauen; sich an etw. h. (hat): er hat sich
am Türpfosten gehauen; etw. haut (jmdm.) an,
gegen etw. (ist): paß auf, daß dir die Tür nicht
an den Kopf haut (schlägt 3.1); die Tür haute an,
gegen die Wand; der Regen haut (schlägtprasselnd)
ans Fenster 5.2 . jmd., etw. haut auf, in etw. jmd.,
etw. fällt, stürzt heftig auf, in etiv. (ist): das Kind
haute aufs Pflaster; die Granate ist nebenan ins
Haus gehauen — 6. (hat) salopp er haute in den
Kuchen (aß heißhungrig sehr viel Kuchen), daß
nicht viel übrigblieb
+ umg. das ist gehauen wie gestochen (das bleibt
sich gleich); das ist nicht gehauen und nicht ge
stochen (ist unklar); — das (ganze) /* Geld auf den
Kopf h.; jmdm. die Jacke voll h.; in dieselbe,
die gleiche
Kerbe h .; jmdn. übers / Ohr h .;
auf die / Pauke h.; jmdn. in die / Pfanne h.;
auf den ^ Putz h.; in den
Sack h.; das haut
mich vom
Stuhl
Hauer* der; -s, Häuer/- LI . /PI. Häuer/ vor Ort
arbeitender Bergmann mit abgeschlossener Berufs
ausbildung — 2. /PL -/ süddt. österr. Weinbauer
-
n . fpi. -/ einer der beiden seitlich der Schnauze
herausragenden Eckzähne im Unterkiefer des K ei
lers
Häser* der; -s, - Hauer (LI)
Hauerei* die; -en umg. Prügelei, Schlägerei
Häufchen* das; -s, - / auch Haufen/
+ umg. wie ein H. Elend, Unglück (nieder
geschlagen, betrübt) dasitzen
häufeln jsw. Vb.; hat/ 1. Kartoffeln, Bohnen h.
(um die jungen Kartoffel-,
Bohnenpflanzen herum
lockere Erde dicht aufhäufen) — 2. landsch. etw.
zu kleinen Haufen aufschichten: er sortierte und
häufelte die Münzen
Haufen* der; -s, - // auch Häufchen/ 1. Menge
hügelförmig übereinanderliegender Dinge: ein H.
Sand, Steine, Kartoffeln; alles auf einen H. legen,
werfen; den Schmatz auf einen H. kehren, zu
einem H. zusammenfegen — 2. fo. PL/ umg.
einen H. (eine große Anzahl, eine Menge, viele)
Bücher, Schulden, Kinder haben; da3 macht einen
H. (viel) Arbeit, kostet einen H. Geld — 3 .1. (zu
fällige) Ansammlung von Menschen, Tieren: ein
randalierender H .; ein H. Schulkinder, Neu
gieriger; um g. alle kamen auf einem, einen H.
(gleichzeitig 1.1) 3.2. salopp Gruppe, Gemeinschaft:
wir sind ein toller H .; er ist in einen üblen H.
geraten
-f- umg. etw. über den H. werfen (etw., bes. einen
Plan, umstoßen, zunichte machen); jmdn. über den
H. schießen, knallen (jmdn. niederschießen 1);
salopp jmdn. über den H. rennen, fahren (jmdn.
umrennen, überfahren)
häufen jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw, zu einem Haufen
übereinanderlegen: Schnitten auf einen Teller h.;
Vorräte h. (anhäufen); ein gehäufter Teelöffel
Zucker (ein bis hoch über den Rand mit Zucker
gefüllter Teelöffel); der Teller ist gehäuft voll;
<0> Beweis auf Beweis h.; Gunstbeweise, Vorwürfe
auf jmdn. h. 1 .2 . sich anhäufen (1.2): auf seinem
haufenweise — Hauptschluß
535
Schreibtisch häuft sich die unerledigte P ost; <£> die
Beweise, Klagen h. sich; etw. tritt gehäuft (häufig)
auf
liaufen/Haufen| -weise /Adv.; drückt emotional
einen hohen Grad aus/ umg. 1. h. (sehr viel) Geld
verdienen — 2 . die Besucher strömten h. (in
Scharen) herbei; -wolke, die scharf abgegrenzte,
dichte, wie ein Haufen (1) aussehende Wolke
häufig /Adj./ oft vorkommend: ein häufiger Fehler;
ein häufiger (oft anwesender) Gast; etw. geschieht
h. (oft); etw. tritt h. auf; h. zu spät kommen;
dazu Häufigkeit, die; -en /vorw. Sg ./
Häufung, die;
- en /vorw. Sg./ 1. das Anhäufen
(1.1): die H. von Vorräten — 2. häufiges Vorkom
m en: die H. von Verkehrsunfällen bei nassen Fahr
bahnen
Haupt, das; -(e)s, Häupter geh. 1 . K opf eines
Menschen, größeren Tieres: das greise H. des
Dichters; das H. eines Löwen; gesenkten Hauptes,
mit stolz erhobenem H., mit entblößtem H. da
stehen; O Schuld auf sein H. (auf sich) laden;
Ehrfurcht vor einem grauen H. (alten M enschen)
haben — 2. jmd., der als wichtigste, tonangebende
Person an der Spitze von etw. steht: das H. der
Familie; er war das H. der Verschwörung
+ sich /* Asche aufs H. streuen; feurige, glühende
/f Kohlen auf jmds. H . sammeln
Haupt/kaupt| -abschnitt, der wichtigster, größter
Abschnitt (2, 3); -amtlich /Adj./ eine Funktion als
berufliche Tätigkeit, nicht ehrenamtlich ausübend:
ein hauptamtlicher Funktionär; eine Funktion h.
ausüben; -anliegen, das wichtigstes A nliegen ;
- argument, das wichtigstes Argum ent; -aufgäbe,
die wichtigste, zentrale Aufgabe (1.1): die vom
Parteitag gestellte H .; unsere H. ist e s...;
- a ugenmerk, das hauptsächliches Augenmerk: das
H. auf etw. richten; -bahnhof, der /Abk. Hbf./
zentraler, größter Bahnhof einer Stadt, in dem
mehrere Eisenbahnstrecken zusammenlaufen; -be-
lastungszeuge, der wichtigster Belastungszeuge;
- beruf, der jvorw. Sg./ Beruf, in dem jmd. bei Aus
übung mehrerer Berufe überwiegend tätig ist; dazu
- beruflich /Adj.; nicht präd.\; -bestandteil, der vgl.
- abschnitt; -buchhalter, der 1.1. Leiter der Rech
nungsführung und Statistik in soz. Betrieben und
Institutionen, der im staatlichen Interesse und im
Auftrag des Betriebsdirektors für die Aufstellung der
Jahresbilanz verantwortlich ist und kontrolliert, daß
die gesellschaftlichen Fonds im Betrieb mit höchstem
Nutzen fü r die Gesellschaft eingesetzt werden 1.2 .
leitender Angestellter der Buchhaltung eines kap.
Betriebes; -darsteiler, der in einem Stück, Film die
Hauptrolle spielender Schauspieler; -eingang, der
meist größter und wichtigster Eingang eines Gebäu
des, einer Anlage; -erbe, der den größten Teil der
Erbschaft erhaltender Erbe
Hauptes{länge, die /in der Verbindung/ geh. jmd.
überragt jmdn., etw. um H. (ist um einen K opf
größer als jmd., etw.)
Haupt] -fach, das 1. Fach, in dem jmd. ein volles
Studium absolviert: er studiert Geschichte als H.
und Germanistik als Nebenfach — 2. veraltend
Fach, das ein Lehrer hauptsächlich unterrichtet: er
unterrichtet Mathematik als H .;
- fehler, der
schwerwiegendster, entscheidender Fehler; -feld, das
Sport größte geschlossene Gruppe von Sportlern in
einem Rennen; -figur, die wichtigste Gestalt eines
(literarischen) Kunstwerks; -film, der nach einem
Beiprogramm gezeigter, längster Film einer Vor
stellung im K in o ; -gebäude, das 1.1. größtes,
wichtigstes Gebäude eines Gebäudekomplexes 1.2 .
zentrales Gebäude einer in verschiedenen, zerstreut
liegenden Gebäuden untergebrachten Institution;
- gericht, das reichlichstes (zwischen Vorspeise und
Nachtisch gereichtes) Gericht einer Speisenfolge;
- geschäftsstraße, die wichtigste Geschäftsstraße ein er
Stadt; -gewicht, das jo. PI./ der stärkste Nachdruck:
das H. auf etw. legen; -gewinn, der wertvollster
Gewinn bes. in einer Tombola, Lotterie, beim Preis
ausschreiben; -grund, der wichtigster Grund (II);
- hahn, der zentraler Absperrhahn einer Rohrleitung;
- h indernis, das schwerwiegendstes Hindernis; -kenn-
ziffer, die wichtigste Kennziffer in Plänen der
Volkswirtschaft; -last, die /o. PI./ schwerster, ver
antwortungsvollster Teil einer Arbeit: er mußte die
H. tragen
Häuptling, der; -s, -e 1. Oberhaupt eines Stammes,
Dorfes bei in Urgemeinschaft lebenden Völkern,
Stämmen: ein tapferer H .; der H. eines Indianer
stammes — 2. spött. Anführer: der H. der Bande
Haupt/haupt] -mahlzeit, die größere, gehaltvollste,
meist warme Mahlzeit des Tages; -mangel, der
schwerwiegendster, entscheidender 1M angel (2);
- mann, der /PI.
- leute/ 1. Offizier der Land-, Luft
streitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des
Oberleutnants und dem des Majors liegt — 2. An
führer : die Hauptleute der aufständischen Bauern;
- mieter, der Mieter einer Wohnung (der diese teil
weise an einen od. mehrere Untermieter weiterver
mietet hat); -nahrungsmittel, das Grundnahrungs
m ittel; -nenner, der M ath, kleinstes gemeinsames
Vielfaches der Nenner mehrerer gegebener Brüche;
- person, die wichtigste Person eines bestimmten
Personenkreises, wichtigste Gestalt eines (literari
schen) Kunstwerks; -postamt, das zentrales, größtes
Postamt einer Stadt; -probe, die wichtigste Probe
vor der Generalprobe; -problem, das wichtigstes,
zentrales Problem; -quartier, das veraltend 1.
Sitz des Oberkommandos einer Armee im Krieg —
2. in 1 stationiertes Oberkommando: das H. gibt
bekannt: ...;
- referat, das wichtigstes, zentrales
Referat (1.1, 2); -referent, der 1. Referent (1), der
ein zentrales Referat hält — 2. leitender Referent (2);
- reisezeit, die /vorw. Sg./ Jahreszeit, in der die
meisten Urlauber verreisen; -rolle, die wichtigste,
zentrale Rolle eines Stücks, Films: in der Neu
inszenierung verkörpert, spielt N die H .; O er
will überall die H. spielen; dieses Problem spielte
in der Diskussion die H .;
- Sache, die wichtigster
Punkt einer Angelegenheit, das Wichtigste: die H.
fehlt; wir kommen jetzt zur H .; die H. (dabei)
ist, daß ...; in der H. (vor allem, im wesentlichen)
geht es um folgendes: ...;
- sächlich /Adj./ 1.1 . die
Hauptsache darstellend, vorwiegend (1.1): das ist
seine hauptsächliche Arbeit; die hauptsächlichen
Vertreter dieser Richtung; ihr hauptsächlichster
Einwand 1.2. das Theater spielt h. (in erster Linie,
vorwiegend 1.2) klassische Stücke; -Saison, die
/vorw. Sg./ wichtigster Teil einer Saison, bes. Haupt
reisezeit: in der H. verreisen; -satz, der 1. Gramm.
selbständiger Satz, übergeordneter Satz in einem
Satzgefüge — 2. W issensch. wichtiger Lehrsatz:
die drei Hauptsätze der Wärmelehre; -Schlagader,
die Aorta; -Schluß, der Elektrotechn. Reihen-
Schaltung; -schuld, die jo. P l.f schwerwiegendste
Schuld; dazu -schuldige, der u. die; -n, - n; -schule,
die auf der Grundschule aufbauende, im allgemeinen
das 5. bis 9. Schuljahr umfassende weiterführende
Schule in der B R D ; -Schwierigkeit, die größte, ent
scheidende Schwierigkeit; -Sicherung, die Elektro-
techn. Sicherung (2.1) für einen größeren Strom
kreis bes. einer Wohnung, eines Gebäudes; -sorge,
die jo. Pl.f vgl.
- s chuld; -Stadt, die meist größte
Stadt eines Landes, in der in der Regel die zentralen
Organe der Staatsmacht ihren Sitz haben; dazu
- Städter, der u .
- städtisch /Adj./; -sträng, der
wichtigster Teil eines Systems von Leitungen (4);
- Straße, die 1.1 . wichtige Straße einer Stadt, eines
Ortes 1,2. Verkehrsw . Straße mit Vorfahrtsrecht;
- strecke, die wichtige Eisenbahnstrecke; -teil, der
größter, wichtigster T eil: der H. einer Abhandlung;
- thema, das 1. hauptsächlicher Gesprächsgegenstand
—
2. hauptsächliches Thema eines wissenschaft
lichen, künstlerischen Werks, des Schaffens eines
Wissenschaftlers, Künstlers — 3. Mus. Thema (2);
- trakt, der wichtigster Teil eines Gebäudes; -treffer,
der Hauptgewinn; -übel, das jvorw. Sg .j größtes
Übel; -sundsStaatsaktion, die jin der Verbindung/
aus etw. eine H. machen (um etw. Belangloses viel
Wirbel machen); -verantwortlich /Adj.f die Haupt
verantwortung tragend; -Verantwortung, die jo. Pl.f
größte Verantwortung; -Verdiener, der für die
Familie den größten Teil des Lebensunterhaltes ver
dienendes Familienmitglied; -verdienst, das jvorw.
Sg./ größtes Verdienst; -Verhandlung, die Jur. in
Anwesenheit des Angeklagten stattfindende, mit der
Verkündung eines Urteils od. Beschlusses schlie
ßende, in der Regel öffentlich durchgeführte Ver
handlung in einem Strafverfahren; -verkehrsstraße,
die Straße einer Stadt, eines Ortes, in der besonders
starker Verkehr herrscht; -Versammlung, die 1.
(periodisch stattfindende) Versammlung aller M it
glieder einer Gesellschaft (2.1), Genossenschaft: die
H. findet am Jahresende statt — 2. Gesamtheit
der Teilnehmer von 1: die H. billigte den Jahres
bericht; -Verwaltung, die große Struktureinheit in
bestimmten soz. staatlichen Organen; -wort, das
/PI.
- Wörter/ Gramm. Substantiv; -ziel, das wich
tigstes Ziel
hau ruck um g. /(rhythmisch wiederholter) R uf bei
der Bewegung schwerer Lasten, durch den die Gleich
mäßigkeit, Gleichzeitigkeit der Bewegungen aller
Beteiligten erreicht werden soll/
Haus, das; -es, Häuser f / auch ♦'Häuschen/ 1.1.
ein- od. mehrstöckiges, zum Wohnen dienendes Ge
bäude, W ohnhaus: ein hohes, modernes, baufälliges
H .; ein eigenes H. haben, besitzen; ein H. bauen,
errichten, abputzen, abreißen, (ver)kaufen, be
ziehen; das H. steht unter Denkmalsschutz; von
H. zu H. gehen 1.2. das H. (der Saal, das Theater)
war bis auf den letzten Platz gefüllt; das erste H.
(Hotel) am Platz; Kuchen auch außer Hause /H in
weis in Gaststätten, Cafis, daß Kuchen auch zum
Mitnehmen verkauft wird/; /häufig in Namen von
Hotels, Verkaufseinrichtungen, öffentlichen Ein
richtungen! H. Waldfrieden, Seeblick; H. der Mode;
jin der DDR in Namen von bestimmten öffentlichen
Gebäuden/ H. der Gesundheit, Kultur, des Kindes,
Lehrers 1.3. jo. PI .; in Verbindungen! die Räume,
in denen man ständig wohnt: jmdn. aus dem H.
jagen; bei diesem Wetter gehe ich nicht aus dem
536
Hauptschuld — Hausbar
H.; fachspr. etw. frei H. (gebührenfrei in die
Wohnung) liefern; /in Verbindung mit Präp. o.
Art./ zu Hause (in der Wohnung, in der man ständig
wohnt) sein, bleiben; um 7 Uhr von zu Hause Weg
gehen; sich bei jmdm. (ganz) wie zu Hause fühlen;
nach Hause (in die Wohnung, in der man ständig
wohnt) gehen, kommen, zurückkehren; jmdn. nach
Hause bringen (jmdn. bis zu seiner Wohnung be
gleiten); um g. monatlich 1000 Mark nach Hause
bringen (monatlich 1000 Mark netto verdienen);
O jmd. ist in Ungarn zu Hause (Ungarn ist jmds.
Heimatland) — 2.1. jo. PI./ sämtliche Bewohner
von 1.1: das H. war sich einig, vollzählig er
schienen 2.2 . jo. Pl.\ sämtliche aus einem bestimmten
Anlaß in einem Raum, Saal versammelte Personen:
das H. spendete minutenlang Beifall; das H. ist
beschlußfähig 2.3. jo. PI./ herzliche Grüße von H.
zu H. (von Familie zu Familie)!; von H. aus (von
der Erziehung in der Familie her) gute Manieren
haben 2.4. das H. (die Dynastie) Habsburg; das
Königliche H. (die königliche Familie) — 3. jo. Pl.j
jmdm. das H. (den Haushalt) besorgen; ein großes
H. führen (häufig im großen Rahmen Gäste haben)
—
4. Schneckengehäuse: die Schnecke zog sich in
ihr H. zurück — 5. /o. Pl.f umg. scherzh. /von
einem Menschen; nur in Verbindung mit bestimm
ten A d j./: jmd. ist ein fideles, gemütliches, gelehr
tes H.; ria, wie geht’s, altes H. (lieber Freund)?
+ H. und Hof (den gesamten Besitz an Immobilien)
verlieren; jmdm. das H. einrennen (jmdn, ständig
mit dem gleichen Anliegen aufsuchen); etw. steht
ins H. (steht bevor); jmdm. ins H. platzen, schneien,
geschneit kommen (jmdn. unerwartet aufsuchen,
überraschend besuchen); von H.,
Hause aus ur
sprünglich, eigentlich: von H., Hause aus ist er
Physiker; in etw. zu Hause sein (sich in etw. gut
auskennen, auf einem bestimmten Gebiet Fachmann
sein); — jmd. hat / Einfälle wie ein altes H.;
der gute / Geist des Hauses; mit der / Tür ins
H. fallen
Haus/hgus| -allgestellte, die gegen B eza h lu n g als
Helferin im Haushalt von Privatpersonen tätige
weibliche Person; -anschluß, der Anschluß (1.1) für
ein Haus (1.1, 1.2) an das zentrale Netz für Gas,
Strom, Wasser, Abwasser, Telefon; -anzug, der
bequemer Anzug, den man nur zu Hause trägt;
-apotheke, die in einem Schränkchen, Behälter
aufbewahrte Utensilien, Arzneimittel für die häui*
liehe Krankenpflege und die Erste Hilfe; -arbeit,
die 1. jo. Pl.j die im Haushalt anfallende Arbeit:
sie schafft die H. nicht — 2 . umfangreiche
schriftliche Hausaufgabe; -arbeitstag, der bezahlter
arbeitsfreier Tag pro Monat, den in der DDR ein
bestimmter gesetzlich festgelegter K reis werktätiger
Frauen im Rahmen des Arbeitsrechtsverhältnisses
zur Erledigung von Arbeiten im Haushalt erhält,
Haushaltstag; -arzt, der von einer Fam ilie in allen
gesundheitlichen Fragen konsultierter Arzt, der auch
Hausbesuche macht; -aufgabe, die dem Schüler vom
Lehrer aufgetragene Aufgabe, die zu Hause erledigt
werden soll: eine H. aufgeben; Hausaufgaben auf
haben, machen; -aufsatz, der vgl.
- a ufgabe;
-backen /Ad j./ allzu einfach und bieder, reizlos und
langweilig: hausbackene Ansichten; sie kleidet sich
sehr h., sieht h. aus; -bar, die 1. Schrankfach für
alkoholische Getränke, Möbelstück in Form einer
1Bar (2) — 2. als 1Bar (1) eingerichteter Raum in
Hausbesetzer — haushoch
537
einem privaten Haushalt; -besetze!, der; -s, - jvorw.
PL/ jmd.,
der eine Hausbesetzung vornimmt;
-besetzung,die /in der BR D/ das meist gemeinschaft
lich vorgenommene, nicht vertraglich geregelte B e
ziehen ungenutzten Wohnraums, leerstehender Miets
häuser auf Grund unsozialer Mietspreispolitik;
-besitzer, der Hauseigentümer; -besuch, der Besuch
eines Arztes od. eines Vertreters einer Institution
bei jmdm. zu Hause; -bewohner, der; -boot, das
zum Wohnen bestimmtes Boot; -brand, der jo. Pl.f
fachspr. Material zum Heizen von Wohnräumen,
bes. Briketts: die Haushalte mit H. beliefern; -buch,
das jin der DDR/ in Zusammenarbeit mit einer
Meldestelle der Volkspolizei in einem Haus geführtes
Heft, in das die Personalien aller Bewohner dieses
Hauses (1.1) und ihrer Besucher, die längere Zeit
bleiben, eingetragen werden müssen
Häuschen, das; -s, - f/ auch Haus/ [.. spen]
+ umg. ganz, völlig aus dem H. sein (außer sich
sein); aus dem H. geraten (außer sich geraten)
Haus/haus| -drache(n), der um g. herrschsüchtige,
zänkische Ehefrau od. Hausangestellte; -durch-
suchung, die Haussuchung; -eigen jAdj.j zu einem
bestimmten H aus (1.1, 1.2), einer bestimmten Ein
richtung gehörend: Kuchen aus der hauseigenen
Patisserie des Hotels; -eigentümer, der E igen
tümer eines Hauses (1.1); -eingang, der
hausen /sw. Vb.; hat/ 1. unter dürftigen Bedingun
gen irgendwo wohnen, leben : die Flüchtlinge hausten
in Zelten und Baracken — 2. umg. Verwüstungen
anrichten: die Einbrecher haben fürchterlich ge
haust; das Unwetter hat in den Gärten und
Feldern schrecklich gehaust — 3. s ü d d t. Schweiz.
gut haushohen, sparsam wirtschaften (1)
Häuser| -block, der mehrere aneinandergebaute,
einen Block bildende (Wohn)häuser; -front, die
Front (1) einer Reihe von Häusern; -meer, das
jo. Pl.j (von oben gesehene) große Menge beieinander
stehender Häuser
Haus/haus| -fassade, die; -flur, der an die H a u stü r
ansclüießender Vorraum, von dem die Wohnungen
abgehen; -frau, die den eigenen Haushalt führende
(und nicht berufstätige) Frau : sie ist berufstätig,
H. und Mutter; sie ist nicht berufstätig, sie ist
nur H.;
-frauenart /in der Verbindung/ nach H.
wie eine Hausfrau die betreffende Speise zubereitet:
Eisbein nach H .; -fraulich /Adj.; nicht präd.j einer
Hausfrau entsprechend: hausfrauliche Pflichten,
Talente; -freund, der umg. scherzh. Liebhaber
einer verheirateten F ra u; -friede(n), der gutes Ein
vernehmen zwischen Familienmitgliedern, Haus
bewohnern; -friedensbruch, der Jur. unbefugtes
Eindringen in einen Raum, eine Wohnung, auf ein
umschlossenes Grundstück eines anderen; -gast, der
in einem bestimmten Hotel, Ferien-, Erholungsheim
wohnender Gast; -gebrauch, der fin der Verbindungj
für den H .: elektrische Geräte für den H. (für die
Verwendung im Haushalt 1); ich schneidere nur für
den H. (für mich, meine Familie); meine techni
schen Kenntnisse reichen gerade für den H. (für
die alltäglichen Erfordernisse); -gemacht jAdj.j:
hausgemachte (selbstgemachte, nicht als W are be
stimmte) Wurst; -gemeinschaft, die jD D Rj Ge
meinschaft aller Bewohner eines Hauses; -gemein-
schaftsleitung, die // auch HGL; in der DDR/
von der Hausgemeinschaft gewählte Leitung als
gesellschaftliche Vertretung des Hauses (2.1)
Haushalt, der; -(e)s, -e 1.1. jvorw. Sg .j alle Tätig
keiten zur Aufrechterhaltung und Führung des
persönlichen Lebens einer in einer Wohnung zu
sammen wohnenden Gruppe von Personen, bes. einer
Familie, auch einer einzeln lebenden Person: die
Kinder helfen der Mutter im H .; den H. besorgen;
jmdm. den H. führen 1.2. der Bereich, bes. die
Wohnung mit allem Zubehör, in dem 1.1 vor sich
geht (und die dazugehörigen Personen): ein großer,
mehrköpfiger H .; die Versorgung der Haushalte
mit Hausbrand; einen H. auflösen; einen eigenen
H. haben — 2. einem Staat, einer kommunalen
Einheit, einer öffentlichen Einrichtung pro Jahr zur
Verfügung stehende Geldmittel und ihre Verwaltung,
bes. Aufbringung und Verwendung: der öffentliche
H .; der H. des Ministeriums; die Haushalte der
Gemeinden; der H. ist ausgeglichen (Einnahmen
und Ausgaben decken sich)
haushalten (hält haus), hielt haus, hat hausgehalten
mit etw. h. mit etw. sparsam umgehen, es sinnvoll
einteilen und nutzen: mit seinen Vorräten, seinem
Einkommen h .; mit seinen Kräften, seiner Zeit h.
Haushälterin, die; - ,
- nen jmdm. beruflich den Haus
halt (1) führende weibliche Person, Wirtschafterin:
nach dem Tode seiner Frau nahm er sich eine H.
haushälterisch jA d j.j: mit seinem Geld, seinen Vor
räten h. (sparsam 1.1) umgehen; eine haushälte
rische (in bezug auf den Haushalt 1.1 geschickte,
sparsame) Frau
Haushalts! -artikel, der jvorw. PLI käuflicher, im
Haushalt (1) benötigter A rtikel; ?auflösung, die das
Auflösen eines Haushalts (1.2); -buch, das 1. Heft,
in das die laufenden Ausgaben für den Haushalt (1)
eingetragen werden — 2. mit Hilfe schriftlicher Be
lege, Unterlagen von vielen Werktätigen angewandte
Form der Führung, Organisierung und Abrechnung
des soz. Wettbewerbs und der innerbetrieblichen
Rechnungsführung: die Brigade arbeitet mit dem
H.;
- defizlt, das Defizit in einem Haushalt (2);
- geld, das jo. Pl.j für die Führung eines Haushalts
(1) bestimmte Geldsumme; -hilfe, die weibliche
Person, die gegen Bezahlung regelmäßig stunden
weise jmdm.' bei der Führung seines Haushalts (1)
hilft; -jahr, das (mit dem Kalenderjahr überein
stimmender) Zeitraum, für den der (Staatshaus
haltsplan gilt; -mittel, die /PI./ dem Haushalt (2)
zur Verfügung stehendes Geld; -plan, der für einen
bestimmten Zeitraum aufgestellter Plan der Ein
nahmen und Ausgaben der zentralen od. örtlichen
Staatsorgane sowie der ihnen unterstellten Verwal
tungen und Einrichtungen; -tag, der Hausarbeits
tag; -Versicherung, die die Haftpflichtversicherung
einschließende Versicherung aller zum Haushalt
gehörenden und bestimmter weiterer Sachen gegen
Verluste durch vertraglich definierte schädigende
Einwirkungen
Haus/haus| -sHaussVerkehr, der Beförderung von
Gütern vom Haus des Absenders zum Haus des
Empfängers od. bei Reisegepäck bis zur Unterkunft
am Reiseziel des Empfängers; -herr, der ver
altend Oberhaupt der Familie als Gastgeber: der
H. begrüßte die Gäste; O geh. ihr Jungen und
Mädchen seid die Hausherren von morgen (werdet
einst unseren Staat mitgestalten); dazu -herrin, die;
- hoch /Adj.; emot.j: haushohe (sehr hohe) Wellen,
Flammen; O um g. ein haushoher (überragender
II.2) Favorit; jmdm. h. (sehr) überlegen sein;
538
Haushuhn — Haut
-huhn, das Huhn (1.1); -hund, der Hund
(1.1.2)
hausieren /sw. Vb.; hat/ veraltend mit etw. h.
(gehen) als Händler, von Wohnung zu Wohnung
gehend, mitgeführte Waren zum Verkauf anbieten:
früher ging er h., hausierte er (mit Kurzwaren);
O um g. mit einer Neuigkeit, seinen Vorschlägen
h. gehen (sie von einem zum anderen gehend in auf
dringlicher Weise Vorbringen); dazu Hausierer, der;
~s, -
Haus| -katze, die K a t z e (2.1); -konzert, das im
Familien-, Freundeskreis veranstaltetes Konzert
häuslich fAdj.f 1. das Zuhause, die Familie, den
Haushalt (1.2) betreffend: die häusliche Umgebung;
die häuslichen Verhältnisse; häusliche Pflichten,
Sorgen haben — 2, dazu neigend, sich dem Leben
in der Familie und den Arbeiten im Haushalt
besonders zu widmen: ein häusliches Mädchen; er
ist sehr h.
-+• umg. scherzh. sich (bei jmdm., irgendwo) h.
niederlassen, einrichten (es sich bei jmdm., irgend
wo bequem machen, um für längere Zeit zu bleiben)
Haus| -macherart /in der Verbindung! nach H. wie
hausgemacht: Leberwurst nach H.;
-macht, die
jo. Pl.f erblicher territorialer Besitz eines Fürsten
hauses; -marke, die jvorw. Sg .j von jmdm. bevor
zugte Sorte bes. eines Genußmittels: dieser Riesling
ist unsere H .;
-meister, der für die Instandhaltung,
Reinigung, Einhaltung der Hausordnung bes. eines
öffentlichen Gebäudes verantwortlicher Angestellter;
- mittel, das in einem Haushalt (1.2) bevorzugtes,
meist natürliches Heilmittel bei leichteren Erkran
kungen; -musik, die jo. Pl.f das Musizieren im
Familien-,
Freundeskreis; -nummer, die laufende
Nummer eines Gebäudes in einer Straße; -Ordnung,
die vom Eigentümer, Rechtsträger erlassene und von
Mietern, Angestellten, Besuchern zu befolgende Vor
schrift für das Verhalten in dem betreffenden Ge
bäude ; -putz, der gründliche Reinigung der zu einem
Haushalt gehörenden Räume; -rat, der; -s, jo. Pl.j
alle zu einem Haushalt gehörenden Gegenstände;
- recht, das jo. PI./ Jur. Verfügungsgewalt über das
eigne od. dienstlich anvertraute Haus od. die eigne
Wohnung und die daraus folgende rechtliche Befug
nis, unbefugten od. unliebsamen Personen das Be
treten od. das Verweilen darin zu verbieten; -rind,
das Rind (2); -Schlüssel, der Schlüssel für die Haus
tür; -schuh, der bequemer, aus leichtem Material
gefertigter Schuh, den man nur zu Hause trägt;
-Schwein, das Schwein (1.2)
Hausse, die; -,
-n [ho:s(o), auch o:s] Wirtsch.
das Steigen der Börsenkurse von Wertpapieren: die
Aktien dieses Konzerns haben wieder H .; auf H.
spekulieren
Haus/haus| -Segen, der + umg. scherzh. bei
jmdm. hängt der H. schief (in einer Ehe herrscht
aus einem bestimmten aktuellen Anlaß Streit, eine
gereizte Atmosphäre); -stand, der fvorw. Sg .j ver
a lte n d Haushalt (1.2): einen eigenen H. haben;
einen H. gründen; -suchung, die; -,
-enaufAn
ordnung des zuständigen Organs der Rechtspflege
vorgenommene Durchsuchung einer Wohnung, eines
Gebäudes, Grundstücks und der dazy, gehörenden
Sachen einer als Täter od. der Teilnahme an einer
Straftat verdächtigen Person in einem Ermittlungs
verfahren; -telefon, das nur die Verbindung zwi
schen den einzelnen Räumen eines Gebäudes her
stellendes Telefon; -tier, das vom Menschen bes. zur
wirtschaftlichen Nutzung, auch aus Liebhaberei
gezüchtetes und gehaltenes Tier; -tür, die Tür am,
Eingang eines Hauses: jmdn. bis zur H. begleiten;
sich vor der H. verabschieden; -verbot, das einer
unbefugten, unliebsamen Person das Betreten eines
bestimmten Gebäudes, einer bestimmten Räumlich
keit verbietende Festlegung; -Versammlung, die
/DDR/ Versammlung der Mieter eines Wohnhauses;
- Vertrauensmann, der /PI.
-männer, deute; in der
DDRI Vertrauensperson der Bewohner eines Hauses,
die in der Regel das Hausbuch führt und mit den
zuständigen staatlichen Organen zusammenarbeitet;
-Verwalter, der mit der Verwaltung eines Hauses
beauftragte Person; -wand, die Außenwand, Mauer
eines Hauses; -wirt, der Wohnungen vermietender
Besitzer eines H auses; -Wirtschaft, die 1.1. /o. Pl.j
Führung, Bewirtschaftung eines Haushalts (1.2):
H. lernen 1.2 . H aush alt (1.2): eine eigene H. haben
—
2. jo. P l.j persönliche, individuelle H. (von
einem Genossenschaftsbauern der LPG des Typs III
neben seiner Arbeit in der LPG betriebene, auf
persönlichem Eigentum beruhende Landwirtschaft 2);
zu i -wirtschaftlich /A d j./: hauswirtschaftliche
Kenntnisse; -zeit, das geräumiges Zelt mit steilen
Wänden und einem dachförmigen Oberteil; -zins,
der süddt. österr. Wohnungsmiete
Haut, die; -, Häute 1.1. jo. Pl.j den Körper viel
zelliger Lebewesen nach außen bedeckendes und ab-
grenzendes, beim M enschen und allen Wirbeltieren
mehrschichtiges äußeres Gewebe mit vielfältigen
Funktionen: /bes. vom Menschen/ eine helle, dunkle,
empfindliche, trockene, fettige, großporige H.
haben; die Pflege der H .; die H. schält sich, ist
gerötet; sich die H. abschürfen, aufreißen; Creme
in die H. einmassieren; umg. naß bis auf die H.
(völlig durchnäßt) sein; /vom Tier/ die glitschige H.
des Aals; die faltige graue H. des Elefanten; die
Schlange streift ihre alte H. a b ; die knusprige H.
der gebratenen Gans 1.2 . vom Körper bestimmter
geschlachteter, toter Tiere gelöste, konservierte, aber
noch nicht gegerbte Haut (1.1), Fell als Rohmaterial
für Leder: H., Häute gerben; ein Bündel Häute —
2.1. dünne Schicht aus Bindegewebe: das Gehirn
ist von einer H. umgeben 2.2 . die H. des
Pfirsichs (die den Pfirsich umgebende Schicht aus
Zellgewebe); von den Mandeln die H. abziehen;
die Häute der Zwiebel — 3 . dünne Schicht von
etw. auf der Oberfläche einer Flüssigkeit: auf der
heißen Milch hatte sich H. gebildet; auf dem
Wasser schwamm eine H. aus öl — 4. glatte
äußere, feste Schicht aus bestimmtem Material, mit
der der Hohlraum eines Gegenstands, eines Produkts
abgedeckt, verkleidet, bespannt ist: die glänzende
H. des Freiballons — 5 . u m g. /emot./ eine ehrliche,
gute H. (ein ehrlicher, guter Mensch)
+ nur noch H. und Knochen (stark abgemagert)
sein; sich seiner H. wehren (sich energisch zur
Wehr setzen); umg. seine H. zu Markte tragen
(sich in einer aussichtslosen Situation für jmdn.,
etw. einsetzen und sich dadurch in Gefahr begeben);
auf der faulen H. liegen (faulenzen); aus der H.
fahren (wütend, zornig werden); nicht aus seiner
H. (heraus)können (sich, sein Verhalten nicht
ändern können); jmd. fühlt sich, jmdm. ist nicht
wohl in seiner H. (jmd. ist unzufrieden mit seiner
Situation, fühlt sich unbehaglich); nicht in jmds.
Hautarzt — heben
539
H. stecken mögen (nicht in jmds. übler Lage sein
mögen); mit heiler H. davonkommen (etw. un
verletzt, ohne Schaden überstehen); mit H. und
Haaren ganz und gar, völlig: etw. mit H. und
Haaren verschlingen; etw. geht (jmdm.) unter die
H. (etw. berührt, erregt jmdn. im Innersten)
Hautj -arzt, der Facharzt für Hautkrankheiten;
- a u s s chlag, der Ausschlag; -creme, die für die
Hautpflege bestimmte Creme
Haute Couture, die;
fo. PLf [o:tkuty:r] voll
endete, die Mode bestimmende Kunst des Entwerfens
von Modellen und der Schneiderei, bes. der ton
angebenden Fachleute in Paris und anderen Zentren
der M ode: die neuesten Kreationen der H.
häuten, häutete, hat gehäutet 1, ein Tier h. einem
geschlachteten, toten Tier die Haut (1.1), das Fell
abziehen: einen Hasen, Fisch h.
—
2. die Mandeln
abbrühen und h. (ihre Haut 2.2 entfernen) — 3.
Zool. fvon bestimmten Tierenf: die Eidechse häutet
sich (streift, w irft die oberste, tote, den K örper be
deckende Schicht aus Horn, Chitin ab)
haut|eng fAdj.f sehr eng am Körper anliegend:
hautenge Jeans; der Pullover sitzt h.
Hautevolee, die; -, fo. PL/ [o:tvole:] spött. Ober
schicht der bürgert, Gesellschaft: bei diesem Rennen
trifft sich alljährlich die H .; jmd. gehört zur H .;
O der Jubilar hatte die gesamte H. (einen ein
schlägigen illustren K reis) zu sich geladen
Haut/haut| -färbe, die farbliche Tönung der mensch
lichen Haut, die ein unterscheidendes Merkmal der
Menschenrassen darstellt: ein Mensch mit dunkler,
heller H .;
- f lügler, der; -s, - Zool. in zahlreichen
Arten vorkommendes Insekt mit vier dünnen, oft
glasartig durchscheinenden Flügeln; -freundlich
jAdj.j angenehm für die Haut (1.1), sie nicht
schädigend: eine hautfreundliche Seife; ein haut
freundliches G-ewebs
Hautgout, der; -s, fo. Pl.f [ogu:] eigentümlicher,
strenger 'Geruch und Geschmack von abgehangenem
W ild (2)
Haut/hautj -jucken, das; -s, fo. Pl.f Juckreiz bei
bestimmten Hautkrankheiten; -kiinik, die Klinik
zur Behandlung von Hautkrankheiten; -krankheit,
die mit bestimmten Veränderungen der Struktur und
Farbe verbundene Erkrankung der Haut; -pflege,
die Pflege der Haut (1.1) mit Hilfe kosmetischer
Präparate; -pilz, der in od. auf der Haut (1.1)
wachsender, bestimmte Hautkrankheiten hervor-
rufender Pilz; -schonend fAdj.f die Haut (1.1)
schonend, nicht schädigend: dieser Apparat rasiert
h.;
- transplantation, die Transplantation von Haut
(1.1) zum Schließen großer Wunden, bei starken
Verbrennungen; -verträglich fAdj.f die Haut (1.1)
schonend, nicht schädigend: dieses Präparat ist h.;
- Wolf, der jo. PLf durch Reibung hervorgerufene
Entzündung der Haut, bes. an den Oberschenkeln
Havarie, die; -,
-n [hav.., PL ..i:on] 1.1. technische
Störung an einer Maschine, Anlage, eines Produk
tionsprozesses: eine H. am Fördsraggregat, im
Kraftwerk 1.2. Schaden an einem Fahrzeug, bes.
einem Schiff, Flugzeug od. seiner Ladung: das
Schiff hat eine H.,
treibt mit schwerer H. im
Atlantik — 2. Unfall von Luft- und Wasserfahr
zeugen mit schwerem Sachschaden: beide Schiffe
konnten nach der Kollision trotz schwerer H. den
Hafen erreichen
Hawaiigitarre, die [havaii] Gitarre mit sechs bis
acht metallenen Saiten, bei der die Tonhöhen durch
einen metallenen Stab so gegriffen werden, daß ein
vibrierender, gleitender Effekt erzielt wird
Haxe, die s. Hachse
Hazienda, die;
- s/Hazienden [ ..ienda] Farm in
Lateinamerika
H-Bombe, die [ha:..] Wasserstoffbombe
H-Dur, das; fo. PLf Mus. fTonart/
he salopp 1.1. fZuruf, der jmds. Aufmerksamkeit
erregen soll/: he, paßt auf!; he, du, komm mal
her! 1.2. jUnwillen, Erstaunen ausdrückender A us
ruf): he, laß das gefälligst! 1.3. feiner Frage zur
Verstärkung nachgestellter A usrufj: wo warst du
so lange, he?
Hearing [hi:riq], Hearing [hiariq], das; -s,
-s
(öffentliche) Sitzung bes. von Ausschüssen bürgerl.
Parlamente, in der Sachverständige, Zeugen zu
einem bestimmten Problemfall angehört werden
Hebamme, die;
-n [he:bamo, auch he:p|amo]
auf einer Fachschule ausgebildete, staatlich geprüfte
Angehörige des medizinischen Dienstes, die normal
verlaufende Geburten leiten darf
Hebe Teehn.|
- b äum, der starke Stange aus Eisen
od. hartem Holz zum Heben von Lasten; -bock, der
mechanisch, hydraulisch od. durch Druckluft be
tätigte Vorrichtung zum Heben von Lasten, bes. von
Kraftfahrzeugen; -bühne, die (fahrbare) hydrau
lisch, durch Druckluft od. elektrisch betätigte Platt
form zum Heben von Lasten, bes. von Kraftfahr
zeugen, auch Personen
Hebel, der; -s, - 1. zum'Ein-, Ausschalten, Regeln
dienender Griff an einem Gerät, einer Maschine,
Apparatur: einen H. betätigen, herumlegen, hoch-
drücken, nach unten drücken — 2. starrer Körper
in Form eines Stabes, einer Stange, der als Werk
zeug od. als Teil eines Gerätes mit relativ geringem
Kraftaufwand zum Heben od. Verschieben schwerer
Lasten verwendet werden kann: ein Brett als H.
benutzen, um einen Schrank wegzurücken; P h ys .
die Stange zwischen Radachse und Handgriff der
Schubkarre ist ein einarmiger, - seitiger H .; mit
dem H. kann eine kleine Kraft am langen Kraft
arm einer großen Last am kurzen Kraftarm die
Waage halten — 3. Triebkraft (2): sein Ehrgeiz
war ein entscheidender H. zur Erreichung dieses
Ziels; das Prinzip der materiellen Interessiertheit
als ökonomischen H. (als stimulierendes Mittel zur
planmäßigen Entwicklung der Wirtschaft) anwen
den
+ (irgendwo) den H. ansetzen (etw. in bestimmter
Weise, an einem bestimmten Ansatzpunkt beginnen);
alle H. in Bewegung setzen (alles aufbieten, mobili
sieren, um etw. Bestimmtes zu erreichen); am länge
ren H. sitzen (in einer günstigeren Position als ein
anderer, als andere sein)
Hebel Phys.J
- arm, der jeweils einer der Teile eines
Hebels (2) zwischen dem Drehpunkt und dem Punkt,
an dem die Kraft, od. dem Punkt, an dem die Last
w irkt; -gesetz, das jo. PLf Gesetz, nach dem bei
einem Hebel (2) das Produkt aus Kraft und Kraft
arm gleich dem Produkt aus Last und Lastarm ist
heben, hob, hat gehoben / / auch gehoben/ 1.1.
etw. mit der Hand, den Händen Gehaltenes, jmdn.
od. einen Körperteil mit Muskelkraft nach oben
bewegen: eine Last, jmdn. h .; er kann mühelos
einen Zentner h .; heb mal den Koffer, wie schwer
er ist; der Dirigent hob den Taktstock; den Kopf,
540
Heber — Heft
Arm h. (in die Höhe rechen); wer etw. sagen
möchte, hebe die H and!; die Schultern, Augen
brauen h. (in die Höhe ziehen); die Augen h. (nach
oben blichen); etw. hebt etw.: der Kran hebt
Lasten bis zu 5000 Kilo (befördert, zieht sie nach
oben) 1.2. etw. hebt sich etw. bewegt sich nach oben:
die Bahnsehranke, der Nebel hebt sich; der Wasser
spiegel hat sich um fünf Zentimeter gehoben (ist
um fünf Zentimeter gestiegen) 1.3.1. jmdn.,
etw.,
sich durch 1.1, 1.2 an einen anderen Ort, in eine
andere Lage bringen: /mit Richtungsangdbej einen
Verunglückten auf die Trage h.; er hob das Kind
aus dem Wagen, auf die Schultern; die Tür aus
den Angeln, einen Sack Kohlen vom Wagen h.;
0 bei dem Zusammenstoß wurde der Wagen aus
den Schienen gehoben (geschleudert) 1.3 .2 . das
Flugzeug hob sich (stieg) von der Piste in die Luft
1.4. sich einen Bruch h. (sich durch 1.1, 1.3.1 einen
1 Bruch 2.2 zuziehen) — 2. etw. aus der Tiefe herauf-
holen, zutage fördern: ein gesunkenes Schiff h.;
einen (vergrabenen) Schatz h. (ausgraben) — 3 .
etw. steigern, verbessern: den Lebensstandard, Um
satz h.; etw. hebt jmds. Ansehen, Stimmung; Ge
würze h. den Geschmack; der Kontrast hebt (ver-
stärht 3.1) die Wirkung des Bildes; der Gürtel
hebt (verschönert) das ganze Kleid
+ umg. einen h, (ein alhoholisches Getränh zu sich
nehmen); — jmdn., etw. in den / Himmel h.;
etw. aus der / Taufe h.; die / Welt aus den
Angeln h. (wollen)
Heber, der; -s, - 1. fachspr. röhrenförmiges Gerät
zur Entnahme von Flüssigkeit aus offenen Gefäßen
mit Hilfe des Luftdrucks — 2. Techn. Hebezeug,
Wagenheber, Hebebock: ein mechanischer, hydrau
lischer H.
—
3. Sport Gewichtheber
Hebe|zeug, das /PI.
-e/ Techn. Maschine cd. ein
fache Vorrichtung zum Heben, waagerechten Bewegen
und Senken von Lasten
Hebung, die; -,
- en 1. /zu heben/ das (Sich)heben;
zu 1.2: die H. des Wasserspiegels, G e ol. eines
Teils der Erdkruste; zu 2: die H. des Wracks;
zu 3: die H. des Lebensstandards; etw. trägt zur
H. der Stimmung bei — 2. Verslehre betonte
Silbe im Vers: ein Vers mit fünf Hebungen
Hechel, die; -,
-n Landw. zum Reinigen, Trennen,
Glätten der Fasern von Flachs und Hanf dienendes
kammartiges Gerät mit spitzen Eisenstiften: Flachs
durch die H. ziehen
hecheln /sw. Vb.; hat/ 1. Landw. Flachs, Hanf h.
(mit Hilfe einer Hechel reinigen, trennen, glätten) —
n.l. über jmdn.-, etw. h. (über jmdn., etw. boshaft
reden, klatschen) — 2. [von Tieren ohne Schweiß
drüsen, bes. Hundenj mit offenem Maul (und her
aushängender Zunge) hörbar, flach, schnell atmen:
der Dackel lag in der prallen Sonne und hechelte
Hecht, der; -(e)s, -e 1. im Süßwasser räuberisch
lebender Knochenfisch mit langgestrecktem K opf und
zahlreichen, nach hinten gerichteten Zähnen, der als
Speisefisch genutzt wird: einen H. fangen, angeln
—
2. umg. femot.f er ist ein toller H. (Bursche,
Kerl) — 3. [o. PL/ umg. verbrauchte Luft, dichter
Tabaksdunst in einem Raum: ist das ein H. hier!
+ er ist der H. im Karpfenteich (erzeugt in einem
Personenkreis Unruhe)
hechten, hechtete, ist gehechtet Sch w im m e n
Turnen einen Hechtsprung machen: fmit Rich-
tungsangabej über den Kasten, ins Wasser h.; ein
zweieinhalbfacher Salto vorwärts gehechtet; der
Torwart hechtete nach dem Ball
Hecht|-Sprung,der Schwimmen Turnen Sprung
mit gestrecktem Körper und dem Kopf voran über
ein Gerät od. ins Wasser: einen H. über das Pferd,
in das Schwimmbecken machen; -suppe + umg.
es zieht wie H. (es herrscht starke Zugluft)
Heck, das; -(e)s, -e/-s hinterster Teil eines Schiffes,
Autos od. Flugzeugs: am H. (des Schiffes) weht
eine Flagge; der Motor des Wagens liegt im H.
Heckantrieb, der Antrieb durch einen Heckmotor
Hecke, die; -,
- n (zur Abgrenzung, als Sichtblende,
Schutz gegen Wind angelegte) schmale, dichte, ge
schlossene (regelmäßig beschnittene) Reihe von Ge
hölzen (Sträuchern od. Bäumen) meist nur einer
Art: der Garten ist von einer hohen H. umgeben;
eine verwilderte H .; die H. beschneiden
hecken [sw. Vb.; hat/ 1and sch. [bes. von kleineren
Säugetieren/ mehrere Junge zugleich werfen cd. aus
brüten: die Batten haben wieder geheckt; O sa
lo p p sein Geld zur Sparkasse bringen, damit es
heckt (sich durch Zinsen vermehrt)
Hecken|-rose, die als Strauch, Gebüsch wachsende
wilde Rose mit rosa bis weißen Blüten, kräftigen
Dornen und Hagebutten als Früchten; -schere, die
große Schere zum Beschneiden von Hecken; -schütze,
der [emot. neg.f jmd., der aus dem Hinterhalt auf
jmdn. schießt
Heckmeck, der; -s, fo. Pl.j salopp: mach nicht
solchen H. (nicht soviel unnötige Umstände, rede
nicht solchen U nsinn)]; was redet der wieder für
einen H. (Unsinn)]; wenn er das merkt, gibt’s
wieder H. (Ärger)
Heckj -motor, der im Heck eines Autos, Bcotes
eingebauter M otor; -scheibe, die Fensterscheibe im
Heck bes. eines Personenkraftwagens
Hederich, der; -s, [o. Pl.j zu den Kreuzblütlern
gehörendes Unkraut mit hellgelben od. violett ge
äderten weißen Blüten
Heer, das; -(e)s, -e 1.1. /offizielle Bez. für die Land
streitkräfte der B R D im Unterschied zu den See-
und LuftstreitkräftenI: H. und Flotte 1.2. v er
alten d Gesamtheit der Streitkräfte eines Staates:
das H. Napoleons; die Übermacht des feindlichen
Heeres — 2. jemot.j große Gruppe, Anzahl, Menge:
ein H. von Arbeitslosen, Demonstranten
Hefe, die; -, [o. Pl.j, fachspr.
-n aus Hefepilzen
bestehende Substanz bes. zur Gärung bei der Herstel
lung alkoholischer Getränke und als Triebmittel für
den Teig bestimmter Backwaren: zum Backen für
zehn Pfennig H. kaufen; die H. in lauwaimer Milch
auflösen; Obstwein mit H. ansetzen
Befe| -kloß, der aus Hefeteig zubereiteter, im Wasser -
bad od. Dampf gar gekochter Kloß; + salopp
spött. jmd. ist aufgegangen wie ein H. (jmd. ist
sehr dick geworden); -kuehen, der aus Hefeteig ge
backener Kuchen ; -pilz,dermeist einzelliger Schlauch
pilz, der sich durch Sprossen vermehrt und bestimmte
Kohlenhydrate vergärt; -stück, das [PI.
- e/ kleinere
Menge Teig mit Hefe, den man aufgehen läßt und
dann mit der Hauptmasse des Teiges vermischt; -teig,
der jo. Pl.l Teig mit Hefe als Triebmittel
Heft, das; -(e)s, -eI. durch Fäden cd. kleine Klam
mern aus Draht mit einem Umschlag aus Papier od.
Karton am Rücken zusammengehaltene Anzahl von
gefalzten Blättern, Bogen 1.1. mit unbedruckten od.
linierten, karierten Seiten, bes. fü r die schriftlichen
heften — Heil
541
Arbeiten von Schülern: ein leeres, vollgeschriebenes
H .; einH. mit, ohne Linien, für Mathematikarbeiten,
Hausaufgaben; der Lehrer sammelt die Hefte ein,
korrigiert die Hefte 1.2. mit bedruckten Seiten bes.
als einzelne Folge einer Zeitschrift, Reihe von Liefe
rungen, Schriftenreihe: die Fortsetzung erscheint
im nächsten H.
—
II. fvorw. Sg .f (hölzerner) Griff
eines Werkzeugs, einer Stichwaffe: das H. des Dol
ches. Messers, der Feile
heften, heftete, hat geheftet 1. etw. an etw. h. etw.
mit einer Klammer, Reißzwecke, Nadel an etw. be
festigen : einen Zettel, eine Bekanntmachung an das
Schwarze Brett h.; an das Original ist ein Durch
schlag geheftet; jmdm. einen Orden an die Brust h.
(anstecken 1.1); O etw. heftet sich an etw., jmdn.:
große Erwartungen hefteten sich an diesen Be
schluß (verbanden sich in jmds. Vorstellung mit die
sem Beschluß); jmds. Augen, Blicke h. sich an, auf
j ndn., etw. (jmd. blickt unverwandt, starr auf jmdn.,
etw .)
—
2. Schneiderei die zugeschnittenen Teile
eines Kleidungsstücks mit Heftstichen vorläufig zu
sammennähen: den Saum h.; das Kleid für die An
probe h.
—
3. Buchbind, einzelne Blätter, gefalzte
Bogen mit Fäden, kleinen Klammern aus Draht od.
anderen Mitteln des Verbindens zu einem Heft, Buch,
Block, zu einer Broschüre zusammenfügen: ein
Buch h.
- h sich an jmds. / Fersen h.
Hefter, der; -s, - Sch nellhefter
heftig fAdj.f 1. von großer Intensität, sehr stark: ein
heftiger Regen, Sturm, Stoß, Schmerz; von einer
heftigen Leidenschaft ergriffen werden; ein hefti
ger (erbitterter) Kampf; heftige (leiden sch aftlich ,
erbittert geführte) Auseinandersetzungen; jmdm.
heftige (mit scharfen Worten) Vorwürfe machen; es
klopfte h. an die Tür; sich h. (erbittert) streiten; h.
aneinandergeraten; jmdn. h. anfahren; h. weinen;
etw.,
jmdn. h. (mit scharfen Worten) kritisieren,
tadeln — 2. leicht erregbar, unbeherrscht, jähzornig:
jmd. wird leicht h.; er wandte sich mit einer hefti
gen (abrupten) Bewegung ab; einen heftigen (stren
gen, herrischen) Ton anschlagen; dazu Heftig
keit, die; -, /o. Pl.f; zu 1: der Sturm nimmt an
H. zu
Heft] -klammer, die 1. Buchbind, zum maschinel
len Heften einzelner Blätter, gefalzter Bogen dienende
kleine Klammer aus Draht — 2. Büroklammer;
-pflaster, das 1.1. mit einem Klebstoff beschichteter
Stoffstreifen zum Befestigen von Verbänden 1.2 . mit
einem Klebstoff beschichteter und in der Mitte mit
einem Streifen aus M ull (I) versehener Stoff- od.
Plaststreifen als Schnellverband; -stich,der S ch n e i
derei in großen Abständen lose durch das Gewebe
geführter Stich zum Heften
Hege,die; -, /o. Pl.f fachspr. Gesamtheitder Maß
nahmen zum Schutz und zur Pflege bes. des Wildes
und der Fische, auch Pflanzen
Hegemonie, die; -,
- n [..iion] führende Rolle, Vor
herrschaft eines Staates, einer Klasse gegenüber an
der en : die Vereinigung der deutschen Kleinstaaten
unter preußischer H .; die höchste Form der H. des
Proletariats ist die Diktatur des Proletariats
hegen fsw. Vb.; hat/ 1. fachspr. Tiere, Pflanzen
schützen und pflegen: das Wild, den Fischbestand,
den Wald h.
—
2. geh. eine Empfindung in sich
tra g en : Argwohn, einen geheimen Groll gegen
jmdn., etw. h .; freundschaftliche Gefühle für jmdn.
h.; eine Hoffnung, bestimmte Erwartungen, vage
Vermutungen h. (haben 3.1)
+ jmdn., etw. h. und pflegen (liebevoll umsorgen,
sorgsam pflegen)
Hehl, das, selten der fin der Verbindung! kein(en),
nie ein(en) H. aus etw. machen etw. nicht verheim
lichen, etw. deutlich zeigen: er machte aus seinen Ab
sichten, seiner Abneigung, Freude (keinen) H.
Hehler, der; -s, - jmd., der Hehlerei begeht, begangen
hat: gegen einen H. Anklage erheben
Hehlerei, die; -en strafrechtlich verfolgter Erwerb,
Absatz von Sachen, von denen bekannt od. wahr
scheinlich ist, daß sie durch eine Straftat erlangt sind :
gewohnheits-, erwerbsmäßige H .; sich der fort
gesetzten H. schuldig machen
hehr /Adj./ veraltend Ehrfurcht gebietend, er
haben (2): ein hehrer Anblick, Augenblick; eine
hehre Gestalt
hei /Ausruf der Freude, Überraschung/: h., war das
ein Spaß!; h., wie sie sangen und tanzten!
1He|de, der; -n, -n veraltend fvon Christen ge
brauchte Bez. für einen Nichtchristen, Nichtgläu
bigen, bes. für den Anhänger einer polytheistischen
Religion/
2Heide, die; -n 1. Gebiet mit an Nährstoffen armen
Böden, das bes. mit niedrigen Sträuchern, Heidekraut,
Kiefern, Birken und Wacholder bewachsen ist: die
grüne, blühende H.; durch die H. wandern — 2.
jo. Pl.f umg. Heidekraut: einen Strauß H. pflük-
ken
Heide| -kraut, das fo. P l.f rötlich-lila blühendes
Heidekrautgewächs: das H. blüht; -krautgewächs,
das auf sandigem, kalkarmem Boden wachsender
immergrüner, oft niedriger Strauch mit weißlichen
od. rötlich-lila Blüten ; -landschaft, die
Heidelbeere, die 1. zu den Heidekrautgewächsen ge
hörender immergrüner niedriger Strauch mit blau
schwarzen eßbaren Beeren : die Heidelbeeren blühen
—
2. Frucht von 1: Heidelbeeren sammeln
Heldenfvorw. mit unbest. A rt.fum g.fem ot.f1-angst,
die fo. Pl.f: eine H. (sehr große Angst) haben; -lärm,
der: einen H. (sehr großen Lärm) machen; -spaß,
der fo. Pl.f: es hat einen H. (sehr großen Spaß) ge
macht
heidnisch fAdj.f für 1Heiden charakteristisch: heid
nische Bräuche, Götter, Kultstätten
heikel fAdj.f 1. leicht Schwierigkeiten bereitend und
daher mit größter Vorsicht, mit Takt zu behandeln:
ein heikles Problem, Thema; eine heikle Ange
legenheit; die Situation wurde immer heikler —
2. süddt. österr. schwer zufriedenzustellen, wähle
risch : einen heiklen Geschmack haben; in diesem
Punkt ist er ziemlich h.
heil fA dj.f 1.1. unverletzt (1.1): einen Unfall h. über
stehen 1.2. nach einer Verletzung wieder geheilt,
gesu nd: der Finger ist wieder h.
—
2. umg. 2.1.
nicht entzwei, nicht zerstört: eine heile Hose; nur
drei Gläser, Eier sind h. geblieben; O die heile Welt
(eine illusionäre Welt ohne Widersprüche, Konflikte)
2.2 . repariert und wieder funktionstüchtig: die
Strümpfe sind wieder h.
+ m it heiler
Haut davonkommen
Heil, das; -(e)s, fo. Pl.f 1. etw., das für jmdn., etw.
den Zustand der Glückseligkeit darstellt: in etw. das
H. der Welt, Menschheit erblicken; sein H. in etw.
suchen; etw. geschieht zu jmds. H . (zu seinem B e
sten); fin Gruß- und Wunschformelnf Ski H .!; Petri
542
Heiland — Heim
H.! — 2*Bei. die ewige Seligkeit: um das H. seiner
Seele bangen; das ewige H.
-f* sein H. in der Flucht suchen (fliehen 1); sein H.
versuchen (versuchen, bei jmdm. etw. zu erreichen)
Heiland, der; -(e)s, /o. PI./ veraltend Bel. ev.
kath. Jesus Christus als Erlöser: der gekreuzigte H.
Heiljbad, das 1. Bad (4) — 2.1. medizinisches Bad
(1) zur Heilbehandlung: der Arzt verordnet jmdm.
Heilbäder 2.2 . die Poliklinik verfügt über ein H.
(Einrichtung für medizinische Bäder)
heilbar/Adj.; nicht adv.; zu heilen 1/: die Krankheit,
jmd. ist h. (kann geheilt werden); eine heilbare
Krankheit; dazu Heilbarkeit, die; jo . PL/
Heil| -behandlung, die medizinische Behandlung zur
Heilung einer Krankheit; -butt, der; -(e)s, -e in den
nördlichen Meeren lebender Plattfisch, der als Speise
fisch genutzt wird
heilenfsw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1. durch eine me
dizinische Behandlung eine Krankheit, einen körper
lichen Schaden beseitigen: eine Entzündung, einen
Knochenbruch, eine Krankheit h.; eine Salbe mit
heilender Wirkung 1.2. einen Kranken wieder gesund
m achen: einen Patienten, Kranken, Süchtigen h.;
jmdn. von einer Krankheit, seinem Leiden h.;
jmdn. als geheilt (aus dem Krankenhaus) entlassen;
O er ist von1dieser Illusion geheilt; umg. ich bin
(für immer) geheilt (ich lasse mich auf Grundschlech
ter Erfahrungen darauf nicht mehr ein)! — 2. (ist)
eine Wunde heilt (verschwindet durch Regeneration);
der Bruch heilt gut, schnell
Heil/heil| -erde, die äußerlich od. innerlich ange
wendete, heilkräftige Lehm- od. Tonerde; -erfolg, der
Erfolg bei einer Heilbehandlung; -froh /Adj.; nur
präd.f umg. femot./(nach ausgestandenen Ängsten)
erleichtert und sehr froh über ein positives Ergebnis,
einen positiven Verlauf: jmd. ist h., daß alles ge
klappt hat; darüber bin ich h .!; -gymnastik, die
Krankengymnastik; dazu -gymnastin, die; -,
- nen
heilig/Adj.; / auch Heilige/1. Bel. 1.1. ev. kath.
von als überirdisch vorgestellter Reinheit und Voll
kommenheit: h. ist Gott, der Herr; die heilige (gött
liches H eil spendende) Taufe; die Heilige Schrift
(die Bibel); kath. der Heilige Vater (der Papst); die
heilige (heiliggesprochene) Elisabeth 1.2 . durch den
Bezug zur Religion eine besondere Weihe besitzend:
die heiligen Stätten der Hindus; der Priester voll
zieht eine heilige Handlung — 2. durch den tiefen
Ernst der Sache, auf Grund sehr hoher ideeller, mo
ralischer Bewertung Ehrfurcht gebietend: jmds.
heiligste Gefühle verletzen; die heiligsten Güter der
Menschheit; das ist meine heilige Überzeugung; ein
heiliger Zorn erfüllt jmdn.; jmdm. ist nichts h.
(jmd. hat vor nichts Respekt) — 3. /nur attr./ umg.
vor etw. einen heiligen (maßlosen) Bespekt haben
+ der Heilige / Abend; etw. / hoch und h. ver
sprechen
Heiligjabend, der Bel. ev. kath. der Heilige Abend
Heilige, der u. die; -n, -n f/t auch heilig/ 1. Bel.
kath. jmd., der (nach seinem Tode) vom Papst für
heilig (1.1) erklärt worden ist, von Gläubigen als
solcher verehrt und um Fürbitte bei Gott angerufen
werden kann: einen Heiligen verehren — 2. umg.
vorw. spött. jmd., der einen sittlich einwandfreien
Lebenswandel führt: er ist auch kein Heiliger; ein
seltsamer Heiliger (ein Sonderling)
heiligen/sw. Vb.; hat/1. Bel. 1 .1. etw. weihen (1.1):
einen Altar h. 1.2. den Feiertag, Sonntag h. (heilig
halten) — 2. scherzh. bei uns herrscht die gehei
ligte (nicht antastbare) Sitte, sonntags lange zu
schlafen
Heiligen|-bild,das bildliche Darstellung eines, einer
Heiligen; -schein, der 1. in der bildlichen Darstellung
als Kranz, Ring von Licht, Strahlen um den od. über
dem K opf einer göttlichen Gestalt od. eines, einer
Heiligen gestaltetes Symbol des Heiligseins — 2. ver
klärender Nimbus: den H. verlieren; jmdm., einer
Sache den H. nehmen; jmdn., .sich mit einem H.
umgeben (jmdn., sich besser darstellen, als er, m an
tatsächlich ist)
heilig/Heilig| -halten /Vb.f B e l.: den Feiertag,
Sonntag h. (als heilig 1.2 respektieren und sich ent
sprechend verhalten); -sprechen /Vb.j Bel. kath.
einen Verstorbenen durch eine feierliche päpstliche
Erklärung unter die Heiligen (1) aufnehmen; dazu
-sprechung, die; -,
-en
Heiligtum, das; -s, Heiligtümer 1. Stätte zur V er
ehrung eines Gottes: antike, christliche Heiligtümer
—
2. diese Urkunde war ihr H. (bedeutete ihr mehr
als alles andere)
Heil/heil| -kraft, die die Heilung, Gesundung för
dernde Kraft von etw.: die Heilkräfte der Natur;
diese Pflanze besitzt eine große, starke H .; dazu
-kräftig /Adj./: etw. besitzt eine heilkräftige W ir
kung; -kraut, das H eilpflan ze; -kur, die ärztlich
verordnete K ur zur gezielten Behandlung, zur H ei
lung einer bestimmten Krankheit; -los /Adj./ umg.
/emot./ sehr schlimm, m aßlos: es herrschte ein heil
loses Durcheinander, eine heillose Verwirrung;
einen heillosen Schreck bekommen; h. verschuldet
sein; -methode, die Methode der Heilbehandlung;
-mittel, das die Heilung förderndes Medikament,
Verfahren; -pflanze, die Pflanze, deren Wirkung für
die Behandlung bestimmter Krankheiten eingesetzt
wird; -prozeß, der Heilungsprozeß; -quelle, die
Heilkraft besitzende Quelle zur Behandlung bestimrjn-
ter Krankheiten; -salbe, die die Heilung fördernde
Salbe
heilsam /Adj./ 1. geeignet, jmdn. zu bessern, jmdm .
als Lehre zu dienen: eine heilsame Erfahrung, Er
nüchterung; der Schock war für ihn h.
—
2. ver
altend Heilkraft besitzend
Heil| -schlaf, der Med. künstlich herbeigeführter od.
verlängerter Schlafbes. zu Beginn einer systematischen
psychotherapeutischen Behandlung; -schlämm, der
vgl. Heilerde; -serum, das größere Menge von A n ti
körpern enthaltendes, zur passiven Immunisierung
durch Injektion bei Menschen und Tieren angewand
tes tierisches, auch menschliches Serum (2); -statte,
dieEinrichtung zur stationären Behandlungbestimm
ter Krankheiten, bes. der Tuberkulose
Heilung, die; -en /vorw. S g .; zu heilen/; zu 1: die
H. der Kranken durch den Arzt; die operative H.
von Magenkrankheiten; zu 2 : die H. der Wunde
Heilungs|prozeß, der Vorgang des H eilens (2), der
Gesundung
Heil-] verfahren, das Verfahren der Heilbehandlung;
-Wirkung, die günstige Wirkung von etw. auf den
Heilungsprozeß: die H. der Quellen; -zwecke, die
/PL; in der Verbindung/ zu Heilzwecken zum Zweck
der Heilun g: etw. zu Heilzwecken verwenden
Heim, das; -(e)s, -e 1. /emot. pos.j jmds. Wohnung,
Zuhause: ein eigenes H. haben; sich in seinem H.
wohl fühlen; sich sein H. behaglich machen —
2. öffentliche bauliche Einrichtung als gemein
Heimabend — Heimwerker
543
schaftliche Unterkunft zur ständigen od. befristeten
wohnlichen Unterbringung eines bestimmten Per
sonenkreises: in einem H. (Wohnheim, Studenten
heim, Alters-, Feierabendheim) leben; in ein H.
eingewiesen werden; ein H. für schwererziehbare,
elternlose Kinder; ein H. (Erholungsheim) für wer
dende Mütter; die Heime (Ferienheime) des FDGB
Heim| -abend, der nicht öffentlicher, bes. in einem
Heim (2), gemeinschaftlich gestalteter geselliger
Abend einer bestimmten Gruppe; -arbeit, die fo. Pl.f
Arbeit, die der Werktätige nach bestimmter Verein
barung außerhalb des Betriebes, in der Hegel in seiner
Wohnung durchfuhrt; dazu -arbeiter, der
Heimat, die; -en /vorw. Sg .f [..mat] Ort, Gebiet,
Land 1.1* in dem jmd. (geboren und) aufgewachsen
ist od. dem er sich durch längeren Aufenthalt, längere
Tätigkeit dort zugehörig fühlt: jmds. H . ist Thürin
gen, Ungarn; Berlin ist seine zweite, neue H. (er hat
sich in Berlin eingelebt und fühlt sich dort wohl);
Sehnsucht nach der H. haben; die H. lieben, ver
lassen, schützen, verteidigen 1.2 . aus dem etw. , bes.
eine Pflanze, ein Tier ursprünglich stammt od. in
dem es lebt, verbreitet ist, gedeiht: die H. des Elefan
ten ist Afrika, Indien; die ursprüngliche H. der
Kartoffel ist Amerika
Heimat/heimat| -forscher, der jm d . ,
der die Ge
schichte, Natur bes. seiner näheren Umgebung er
forscht; -hafen, der der Hafen für ein Schiff, in des
sen Schiffsregister es eingetragen ist; -künde, die
fo. PL/ Unterrichtsfach, das dem Schüler der Unter
stufe erste Einsichten in die Zusammenhänge von
Natur lind Gesellschaft seiner näheren Umgebung
vermittelt; dazu -kundlich /Adj./; -land, das Land,
in dem jmd. (geboren und) aufgewachsen ist od. stän
dig lebt, das er als seine Heimat (1.1) ansieht: sein H.
ist Ungarn
heimatlich /Adj./ in der Heimat befindlich, zur H ei
mat (1.1) gehörend: dieheimatlichen Berge, Bräuche;
der heimatliche Dialekt; der heimatliche Hafen
(Heimathafen)
hedmat/Heimatl -los /Adj./ keine H eim at (1.1) mehr
habend: heimatlose Flüchtlinge; -museum, das
Museum mitSammlungen von Zeugnissen der Natur,
materiellen und geistigen Kultur eines bestimmten
regional begrenzten Gebietes; -ort, der /PL -e/ Ort
als jmds. H eim at; -Staat, der vgl. Heimatland;
- stadt, die vgl.
- ort
h£hn| -begleiten /Vb.j jmdn. nach Hause begleiten;
-bringen /Vb.j 1. jmdn. heimbegleiten — 2. etw.
mit nach Hause bringen
Heimchen, das; -s, - die Wärme liebende, häufig
in Häusern lebende, gelblichbraune Grille
heimelig /Adj.; nicht adv./ veraltend gemütlich
wirkend, Behaglichkeit verbreitend: eine heimelige
Stube
Heim/heim| -erziehung, die Erzieh ung bestimmter
Gruppen von Kindern und Jugendlichen in Heimen
(2); -fahren /Vb.; ist/ nach Hause fahren, in die
Heimat zurückfahren; dazu -fahrt, die; -finden /Vb./
den Weg nach Hause finden: die Kinder hatten sich
verlaufen und konnten nicht h.;
-führen /Vb./
1. jmdn. nach Hause führen: einen Blinden h.
—
2. veraltend geh. eine Frau, ein Mädchen h.
(heiraten); er wollte sie als seine Braut, Frau h.;
-gang, der /o. PL/ geh. verhüll, jaus christlicher
Sicht/: der H. (Tod 1) ihres Vaters; -gehen /Vb./
1. nach Hause gehen: ich muß jetzt h.
—
2. geh.
verhüll, jaus christlicher Sicht/: er ist heute nacht
heimgegangen (gestorben); -holen /Vb.j jmdn., etw.
nach Hause zurückholen
heimisch /Adj./ 1.1. in einem bestimmten Gebiet,
Land vorhanden, einheimisch: die heimische Vogel
welt, Industrie; die heimischen Gewässer; diese
Pflanze ist in den mittleren Breiten h.; es gelang
nicht, das Tier in Europa h. zu machen (man er
reichte nicht, daß diese Tierart in Europa in freier
Wildbahn lebt) 1.2. irgendwo h. werden (sich an
einem bestimmten Ort einleben); sich irgendwo h. (wie
zu Hause) fühlen
Heim/heim| -kehr, die; -, /o. PL/ das Heimkehren:
bei seiner H. fand er einen Brief vor; -kehren/Vb.;
ist/ heimkommen; dazu -kehrer, der; -s, -;
-kind,
das in einem Heim (2) lebendes Kind ; -kommen
/Vb.j nach Hause kommen, in seine Heimat zurück
kehren : er ist endlich heimgekommen; -kunft, die;
- , jo. PL/ geh. Heimkehr; -leiter, der 1Leiter (1)
eines Heims (2); -leuchten/Vb.j salopp: jmdm. h.
(jmdn. scharf zurechtweisen, hart tadeln)
heimlich /Adj./ vor bestimmten anderen verborgen
gehalten: ein heimlicher Plan; eine heimliche Ab
machung; heimliche Angst, Freude; etw. h. tun;
sich mit jmdm. h. treffen
Heimlichkeit, d ie; -,
- en 1. /vorw. PL/ etw., das
man voranderen verborgenhält:vor, mitjmdm. Heim
lichkeiten haben — 2. /in der Verbindung/ in aller
H. heimlich: etw. in aller H. tun
Heimlich/heimlich umg.|
-tuer, der; -s, - /zu -tun/;
-tuerei, -tuerei, die; -,
- en /zu -tun/; -tun /Vb.j
geheimnisvoll tu n : du mußt nicht immer so h.; mit
etw. h .: damit brauchst du doch nicht heimlich
zutun
Heim/heim| -niederlage, die Ballspiele vgl.
- spiel;
-reise, die Reise nach Hause; -reisen /Vb.j nach
Hause reisen: er ist inzwischen heimgereist;
-schwach/Adj./Sport auf eigenem Sportplatz selten
erfolgreich: eine heimschwache Elf; -sieg, der Ball
spiele vgl.
- spiel; -spiel, das Ballspiele Spiel auf
eigenem Sportplatz; -statt, die; -,
- Stätten /vorw.
Sg./ Stätte, wo sich jmd. zu Hause fühlt, wo ein
Tier lebt und sich wohl fühlt, wo etw. seinen festen,
ihm zukommenden, angemessenen Platz hat: jmdm.
eine H. bieten; das Tier hat im Zoo eine neue H.
gefunden; die Bilder werden in dem neuen Museum
eine würdige H. haben; -statte, die /vorw. Sg./
s.
- statt; -suchen /Vb.j geh. 1. etw. sucht jmdn.,
etw. heim etw. Unheilvolles, sehr Unangenehmes
trifft jmdn., etw.: das Land wurde von einem Erd
beben heimgesucht; eine schwere Krankheit hat
ihn heimgesucht — 2. jmd. sucht etw., jmdn. heim
jmd. dringt in etw.,
bei jmdm. in zerstörerischer,
böser Absicht ein : Diebe hatten ihn, seinen Garten
heimgesucht; -suchung, die; -,
- en als schicksal
haft aufgefaßtes großes Unheil, Unglück; -tücke, die
gefährliche, hinterhältige Bösartigkeit; dazu -tük-
kisch /Adj./: ein heimtückischer Mensch, Charak
ter, Mord; jmdn. h. ermorden; eine heimtückische
(in ihrer Gefährlichkeit schwer durchschaubare)
Krankheit; -wärts /Adv./ nach dem Heimatort,
nach Hause zu: h. eilen, segeln; -weg, der Weg nach
Hause: ein langer H.; sich auf den H. machen;
-weh, das Sehnsucht nach der Heimat, dem Zu
hause, den dort lebenden geliebten Menschen: H.
(nach der Mutter) haben; -werker, der; -s, - jmd.,
der zu Hause, für den eigenen Bedarf handwerkliche
544
heimzahlen — heißumstritten
Arbeiten ausführt; -zahlen /Vb./ jmdm. etw. h. das
Üble, das einem jmd. angetan hat, m it Üblem ver
gelten: das werde ich ihm h .!; + jmdm. etw. in,
mit gleicher / t Münze h.
Heini, der; -s, -s umg. Schimpfw. dummer
Mensch: du (blöder) H .!
Heinzelmännchen, das; -s, - fvorw. P L/ den Men
schen in ihrer Abwesenheit heimlich ihre Arbeit er
ledigender, freundlicher Zwerg im Märchen, in aber
gläubischer Vorstellung: schade, daß es keine H.
gibt!; das waren wohl die H.!
Heirat, die; -, -en [..rat] das H eiraten, Eheschlie
ßung: seine Eltern waren mit der H. nicht ein
verstanden
heiraten, heiratete, hat geheiratet jmdn. h. (m it
jmdm .) eine Ehe eingehen, schließen: sie wollen im
nächsten Jahr h.; jung, zum zweiten Mal h.; jmdn.
aus Liebe h.; aufs Land, nach Leipzig h. (jmdn.
heiraten, der auf dem Lande, in Leipzig wohnt, und
dorthin ziehen)
Heirats/heirats| -alter, das jo. P l.f 1.1. Alter, in dem
man (nach geltendem Recht) heiraten k an n: das H.
erreicht haben 1.2. Alter, i n dem (im allgemeinen)
geheiratet w ird : das durchschnittliche H .; -annonce,
die Annonce, durch die jmd. jmdn. zum Heiraten
sucht; -antrag, der Angebot an jmdn., bes. eines
Mannes an eine Frau, ihn zu heiraten: er hat ihr
einen H. gemacht; -anzeige, die Heiratsannonce;
- fähig fA dj.; nicht adv.f im Heiratsalter (1.1): ein
heiratsfähiges Mädchen; -lustig /A d j ./ umg.
scherzh. gewillt zu heiraten: eine heiratslustige
Witwe; -Schwindel, der betrügerisches Ehever
sprechen, m it dem vom Partner Geld od. andere
Werte erlangt werden sollen; dazu -Schwindler, der;
- urkunde, die standesamtliche Urkunde über eine
vollzogene Eheschließung; -versprechen, das Ver
sprechen gegenüber jmdm ., i h n zu heiraten
heischen fsw. Vb.; hat; vorw. im Präs. u. Prät.f
veraltend geh. etw. nachdrücklich fordern (1):
auf eine Frage eine Antwort h.; Beifall, Respekt,
Einlaß h.
heiser /A d j.; von der Stimmef rauh und klanglos
tönend: jmd. hat wegen einer (Erkältungskrank
heit, vom vielen Reden, Rauchen eine heisere
Stimme; jmd. ist h., spricht, flüstert h.; dazu
Heiserkeit, die; -, fo. P l.j
heiß jA d j.j 1.1. von (relativ zur Umgebung) hoher
Temperatur: ein heißer Ofen; ein heißes Bügel
eisen; heißes Wasser; ein heißes Bad nehmen; heiße
(im Wasserbad erhitzte) Würstchen; ein heißer
Sommertag; etw. ist kochend, glühend h.; gestern
war es sehr h. 1.2. mit sehr hoher, zu hoher Körper
temperatur: heiße Hände, eine heiße Stirn haben;
mir ist h. (ich schwitze); das Kind ist ganz h. (das
Kind fiebert 1) — 2.1. /nicht präd./ mit großer Inten
s ität empfunden, heftig, leidenschaftlich: ein heißer
Wunsch; heiße Sehnsucht nach jmdm., heißes
Verlangen nach etw. haben; in heißer Liebe ent
brannt sein; jmdn. h. (und innig) lieben; umg.
scherzh. heißen (herzlichen) Dank!1; O heiße
Tränen um jmdn. weinen; etw. mit heißem Herzen
ersehnen 2.2. m it Erbitterung geführt, heftig: ein
heißer Kampf; eine heiße Diskussion; bei der Aus
einandersetzung ging es h. her — 8 . heiße (a u f
reizende, erregende) Musik, Rhythmen —■ 4. /nic ht
adv./ heikel, brisant: ein heißes Thema — 5. /nu r
a ttr . / umg. ein heißer (in einem Wettbewerb große
Erfolgsaussichten habender) Favorit; ein heißer
(großen E rfolg versprechender) Tip
- f / jmdm. wird der / Boden (unter den Füßen)
zu h.; etw. ist ein heißes / Eisen; jmdm. die
Hölle h. machen; wie die / Katze um den heißen
Brei herumschleichen, -gehen; sich die / t Köpfe h.
reden; etw. mit heißer, mit der heißen
Nadel
nähen; eine heiße / Spur; das ist nur ein Trop
fen auf den heißen Stein; heiße / Ware
heiß|blutig /A d j.; nur attr./ temperamentvoll: ein
heißblütiger Mensch
Meißen, hieß, hat geheißen 1. er heißt (hat den
Namen) Karl (Müller); wie h. (welchen Vor-, F a
miliennamenhaben) Sie (mitVor-, Familiennamen)?;
wie heißt die Straße, Stadt?; er heißt nach seinem
Onkel (er hat den gleichen Vornamen wie sein Onkel);
umg. so wahr ich Hans, Gerda heiße! /als A u s
druck der Bekräftigung einer Aussage/;, wenn das
stimmt, heiße ich Franz, will ich Meyer h. (das
stimmt auf gar keinen Fall)\ — 2. veraltend
jmdn.,etw. irgendwieh. 2.1. jmdm ., einer Sache einen
bestimmten Namen geben: siehießen das Kind Gustav
2 .2 . jmdn., etw. als jmdn., etw. bezeichnen (2 ) /in
Verbindungmiteinem Nomen od. Inf., Part.Prät. -f-
A d v ./: jmdn. einen Betrüger, feige h.; das heiße
ich Mut, fleißig sein, klug gehandelt! — 3. /bei
vorangehendem In f. kann statt des Part. Prät. der
In f . von h. stehen/ veraltend geh. jmdn. etw. tun
h. jmdm. gebieten, etw. Bestimmtes zu tun: tu, was
ich dich heiße!; er hat sie geheißen zu warten, er
hat sie warten h. — 4.1.1. einen bestimmten Sinn
haben, etw. bedeuten: heißt das, daß ich noch ein
mal von vorn anfangen muß?; das hieße, die Sache
verschlimmern 4.1.2. /i n der konjunktionalen Ver
wendung das heißt (Abk. d. h.); nebenordnend;
verbindet zwei od. mehrere meist direkt aufeinander
folgende Satzglieder; prä zisiert das Voraufgehende/
genauer gesagt: er wohnt in Berlin, das heißt im
Randgebiet von Berlin 4.2. i n einer anderen Spra
che lauten: wie heißt dieser Satz auf deutsch?;
,bitte4heißt auf englisch, im Englischen ,please‘ —
5. es heißt 5.1. es steht in einem bestimmten Text
geschrieben: wie heißt es bei Schiller, im Lied: ,. .;
in seinem Brief hatte es geheißen, er wolle ...
5.2. es geht die Rede, man sagt: es heißt, man habe
den Dieb gefaßt; nun hieß es auf einmal (nun
wurde a u f ein mal die Parole ausgegeben), alle soll
ten daran teilnehmen 5.3. es gilt, man muß: nun
heißt es aufpassen, aufgepaßt; hier heißt es, sich
schnell entscheiden
+ jmdn. / f willkommen h.
2heißen /sw. Vb.; hat/ eine Fahne, das Segel h. (his
sen)
heiß/He|ß| -ersehnt /A d j.; n u r a ttr./ leidenschaftlich
ersehnt: ein heißersehnter Brief; -geliebt /A d j.; n ur
attr./ vgl.
-ersehnt; -hunger, der unbezähmbarer
Hunger, Appetit auf etw. Bestimmtes: H. auf saure
Gurken haben; sich mit H. auf das Abendbrot
stürzen; dazu -hungrig /A d j./; -laufen, sich /Vb.;
hat/Techn. sich infolge mechanischer Reibung (bei
unzureichender Schmierung) übermäßig erhitzen:
das Rad läuft sich heiß, hat sich heißgelaufen;
-luft, die jo. PI ./ bes. zur Behandlung bei Erkran
kungen verwendete erhitzte, trockene L u ft; -mangel,
die elektrisch od. m it Gas beheizte 2Mangel; -sporn,
der /PI.
-e/ Draufgänger, Hitzk opf: er ist ein H.;
-umstritten /A d j.; n u r a ttr ./ leidenschaftlich, heftig
um stritten: eine heißumstrittene Frage; -wasser-
speieher, der Gerät, das automatisch Wasser erhitzt
und es speichert
heiter /A dj./ 1. von gelassener Fröhlichkeit, Un
beschwertheit: ein heiterer Mensch; jmd. hat ein
heiteres Gemüt, ist h., in heiterer Stimmung,
Laune; etw. stimmt jmdn. h.; ein heiteres (ge
lassene Fröhlichkeit, Unbeschwertheit ausdrücken
des) Gesicht machen — 2. fröhlich stimmend, i n
vergnüglicher Weise unterhaltend, vergnüglich: hei
tere Musik, Dichtung; ein heiteres Theaterstück;
eine heitere Sendung; ein heiteres (erheiterndes)
Erlebnis; umg. iron. das ist ja h., kann ja h.
werden! — 3. sonnig, m it wolkenlosem od. gering
fügig bewölktem Himmel, nicht trübe: heiteres Wet
ter; ein heiterer Tag; morgen wird es h. bis wolkig
sein
-j- etw. kommt wie ein Blitz aus heiterem Him
mel; aus heiterem Himmel
Heiterkeit, die; -, /o. P l .j 1. gelassene Fröhlichkeit,
Unbeschwertheit des Gemüts: H. ausstrahlen, um
sich verbreiten — 2. fröhliche Stimmung, fröhliches
Gelächter: jmd., etw. erregt (stürmische, unbändige)
H.
-f~ / Jubel, Trubel, H.
Heiterkeits|erfolg, der: einen großen H. haben,
erzielen (große Heiterkeit 2 auslösen)
heizbar /A d j./ m it einer Anlage ausgestattet, m it der
geheizt werden kann: ein heizbarer Raum; die Laube
ist nicht h.
Heiz(decke, die vgl. Heizkissen
heizen /sw. Vb.; hat/ 1.1. einen Raum, ein Gebäude
m it einem Ofen od. einer dafür bestimmten tech
nischen Anlage erwärmen: wir h. täglich (alle
Räume); ab Oktober wird geheizt; der Saal war
schwach, gut geheizt; mit Kohlen, Gas, elektrisch
h. 1.2. das Zimmer, die Wohnung heizt sich leicht,
schlecht (läßt sich leicht, schwer erwärmen) 1.3. der
Ocenheizt gut, schlecht (der Ofen erwärmt den Raum
gut, nur schwer) — 2.1. einen Ofen h. (in einem Ofen
Feuer anzünden und ih n m it Heizmaterial beschik-
ken); am frühen Morgen h. 2.2. der Ofen heizt sich
gut, schlecht (läßt sich gut, n u r schwer erwärmen) —
3. Holz, Briketts h. (als Heizmaterial verwen
den)
Heizer, der; -s, - jmd., der berufsmäßig Öfen heizt,
Heizungsanlagen bedient
Heiz| -gas, das jo. P l.f fachspr. brennbares Gas
zum Heizen (1.1); -gerät, das (elektrisches) Gerät
zum Heizen von Räumen; -kissen, das elektrisch
zu erwärmendes flaches Kissen (mit einem Regler,
der die Temperatur konstant hält); -körper, der
I. Radiator — 2. Heizgerät; -kraftwerk, das K r a ft
werk, dessen fü r die Stromerzeugung anfallender
Dam pf gleichzeitig zum Heizen von Gebäuden ver
wendet w ird ; -lüfter, der Heizgerät mit einem Venti
lator, der die mittels einer Heizspirale erwärmte L u ft
gerichtet in den Raum bläst; -material, das zum Be
schicken von Öfen, Heizungsanlagen verwendetes
M ate ria l; -ofen, der kleiner elektrisch beheizter, trans
portabler Ofen; -öl, das /o. P L / Öl zum Heizen (1.1);
-periode, die Zeitraum, in dem alljährlich geheizt
werden muß; -sonne, die Heizgerät m it einer Heiz
spirale inmitten eines reflektierenden metallenen
schirmförmigen Teils, das die Wärme gerichtet an den
Raum abgibt; -spirale, die durch elektrischen Strom
zum Glühen gebrachter, elektrische Energie i n Wärme
umwandelnder spiralförmiger Draht in einem Heiz
gerät
Heizung, die; -, -en 1. mit Dampf, Gas, Öl, Elektri
zität betriebene Anlage zum Heizen von Räumen, Ge
bäuden, Zentralheizung: die H. ist außer Betrieb;
die H. warten, an-, abstellen; eine elektrische H. —
2. R adiator: etw. zum Trocknen auf die H. legen
Heizungs|anlage, die Anlage zum Heizen eines Ge
bäudes od. mehrerer Gebäude
Heiz| -werk, das Werk, i n dem die Wärme fü r die
Fernheizung erzeugt w ird; -wert, der fachspr. bei
der vollständigen Verbrennung einer bestimmten
Menge eines Brennstoffs freiwerdende Wärmemenge
Hektar, Hektar, der, auch das; -s, -e /Abk. ha; bei
Maßangabe PL Hektar/ 100 A r : eine Fläche von
50 H.
Hektar|ertrag, der Landw. Ertrag pro Hektar: die
Hektarerträge steigern
Hektik, die; -, /o. P l.f fieberhafte Eile, nervöses
Aufgeregtsein, überstürzte Betriebsamkeit: etw. in
größter, äußerster H. vorbereiten; jmds. H. stiftet
Unruhe; die H. des Großstadtlebens; dazu hek
tisch /A d j.\ : jmd. entwickelt eine hektische Akti
vität, reagiert h.
Hektoliter, Hektoliter, der, fachspr. das /Abk. hl/
100 L iter : ein Behälter mit 50 H., Hektolitern
Wasser
Held, der; -en, -en 1. jmd., der i n entscheidenden
Situationen bei der Verteidigung, Mehrung der
materiellen und geistigen Werte des gesellschaftlichen
Fortschritts menschliche Größe, ein besonderes M aß
an Verantwortung, Entschlossenheit, Unerschrocken
heit, M u t zeigt, gezeigt hat: die Helden des Be
freiungskrieges, der Revolution, antifaschisti
schen Widerstandsbewegung; die namenlosen, ge
fallenen, tapferen Helden der Sowjetarmee ehren;
der Retter des Kindes wurde als H. gefeiert; H.
der Arbeit, H. der Deutschen Demokratischen Re
publik /als hohe staatliche Auszeichnungen der
D D R verliehene Ehrentitel fü r außerordentliche
Verdienste um die Entwicklung und Stärkung der
D D R /; die Helden (kühne Taten vollbringenden,
berühmten Kämpfer) des klassischen Altertums, in
den germanischenSagen; O umg. spött. im Rech
nen, Turnen kein H. sein (nicht gut rechnen, turnen
können); den Helden spielen (so tun, als wäre man
mutig); du bist mir ein (schöner) H.! — 2. männ
liche Hauptperson eines literarischen Werks, B üh
nenwerks: der H. des Romans, Dramas; die Er
zählung hat keinen positiven Helden
-f- der H. des Tages (jmd., der vorübergehend im
Mittelpunkt des Interesses steht)
heldenhaft /A d j./ (einem) Helden (1) entsprechend,
heroisch: der heldenhafte Befreiungskampf der
vom Imperialismus unterdrückten Völker; die
Rettungsmannschaften rangen mit heldenhaftem
Mut, Einsatz um jedes Menschenleben; h. kämpfen
Helden/helden] -mut, der heldenhafter M u t; dazu
-mutig /A dj.j; -sage, die auf einer frühen kul
turellen Entwicklungsstufe eines Volkes entstandene
mündliche od. schriftliche Überlieferung, i n deren
M itte lpu n k t bes. Heroen (mythischen Ursprungs),
Könige, Stammesführer, berühmte Kämpfer stehen:
die Gestalten der germanischen, griechischen H.;
-tat, die heldenhafte T a t: eine beispiellose H.;
wahre Heldentaten vollbringen
Heldentum, das; -s, /o. P l.j heldenhaftes Verhal-
Heißwasserspeicher — Heldentum
545
35 Wörterbuch
546
heldisch — hellsehen
ten von Persönlichkeiten, K ollektiv e n od. Volksmas
sen
heldisch /Adj./ in der A rt eines Helden (1)
helfen (er hilft), half, hat geholfen 1.jmdm . durch
Rat und Tat od. m it bestimmten M itteln ermöglichen
od. dazu beitragen, daß er etw., ein bestimmtes Z ie l
(leichter, schneller) erreicht, zustande b rin g t: jmdm.
bereitwillig, mit Rat und Tat, finanziell h.; die
Kollegen h. einander, sich gegenseitig; ich kann dir
leider nicht h.; jmdm. in der Not h.; jmdm. beim
Abwaschen, Umzug, bei den Hausaufgaben h.;
(jmdm.) im Haushalt h.; helfende Kritik üben;
einer alten Trau aus der Straßenbahn h. (sie beim
Aussteigen aus der Straßenbahn unterstützen);
jmdm. aus einer Schwierigkeit, einer momentanen
Verlegenheit h.; jmdm. in den Mantel h.; /bei
vorangehendem In f. kann statt des Part. Prät. der
In f . von h. stehen/ er half ihr den Koffer (zu) tra
gen; ich habe ihm (das Buch) suchen h., geholfen;
sich zu h. wissen (aus einer schwierigen Situ a tion
einen Ausweg wissen)', / in der Verbindung! ich
kann mir nicht h. (ich kann beim besten Willen
nichts anderes sagen), (aber) da stimmt irgendetwas
nicht — 2.1. /v erneint/ etw. hilft (jmdm.) nicht etw.
ändert nichts an der Tatsache, daß er etw. Bestimm
tes doch tu n m u ß : da half (ihm) keine Widerrede,
kein Sträuben, kein Bitten; es hilft (alles) nichts,
ich muß jetzt gehen 2.2. etw., jmd. hilft jmdm. etw.,
jmd. bringt jmdm. bei einer Erkrankung Heilung,
Besserung, Lind erun g: die Tabletten h. gegen, bei
Kopfschmerzen; der Arzt hat ihm vor Jahren
schon einmal geholfen; dem Schwerverletzten war
nicht mehr zu h. (die ärztliche H ilfe kam fü r ihn zu
spät)
4- sich nicht (zu raten und) zu h. wissen (nicht mehr
wissen, was zu tun is t); jmdm. ist nicht zu (raten
und zu) h. (jmd. setzt sich über alle wohlgemeinten
Ratschläge hinweg); umg. ich werde, will dir h.
(hüte dich, das noch einmal zu tu n )!; — jmdm. auf
die / Beine, über den / Berg h.; jmdm. auf die
/ Sprünge h.
Helfer, der; -s, - jmd., der jmdm. h ilft: ein tüchtiger,
fleißiger, ehrenamtlicher H.; jmdn. als H. gewin
nen; für die Ferienspiele werden H. gesucht; ein H.
in der Not
Helfers|helfer, der jmd., der jmdm. bei der Aus
führung einer verwerflichen Tat hilft, M ittäter: wie
viele H. er gehabt hat, konnte noch nicht ermittelt
werden
Helikopter, der; -s, - Hubschrauber
Helium, das; -s, jo. P l.j zu den Edelgasen gehörendes
chemisches Element
hell /Adj.f 1. m it (viel) Licht: der Raum ist, im
Raum ist es, wird es plötzlich h.; draußen wird es
schon h. (das Tageslicht nimm t zu); das Zimmer ist
h. (ist so gelegen, beschaffen, daß viel Tageslicht ein
fällt); sein Fenster ist h. (Lampenlicht fällt durch
das Fenster nach draußen); die Glühbirne, Lampe,
das Licht ist mir zu h. (strahlt m ir zu stark); der
Mond scheint h.; die Flammen lodern h.; er
schlief bis in den hellen Morgen hinein; noch im
Hellen (noch bei Tageslicht) nach Hause kommen;
aus dem Dunkeln ins Helle (in das volle Tageslicht,
ins Lampenlicht) treten — 2. (in derjeweiligen Farbe,
Färbung) dem Weiß angenähert: ein heller Stoff,
Anzug; helle Möbel, Farben; ein helles Rot, Grün;
Menschen heller Hautfarbe, mit hellem (blondem)
Haar; die Tapete wirkt h.; der Rock ist nach dem
Waschen heller geworden; helles Bier (Bier, V oll
bier von gelblicher F ärbu ng); ein Helles (ein Glas
helles Bier) — 8 . hoch tönend: ein heller Ton; eine
helle Stimme; in helles Gelächter ausbrechen; ein
Glöckchen klingt h.; h. auflachen — 4. der Himmel
ist, wird wieder h. (ist nicht mehr trübe, ist klar,
wolkenlos); O ein heller (strahlender) Blick —
5.1. von leichter, schneller Auffassung, intelligent:
erist einheller Bursche, Kopf; einenhellen Verstand
haben 5.2. j n u r a t t r . / der Geistesgestörte hat manch
mal helle Augenblicke (Augenblicke, i n denen er
geistig klar ist) — 6 . /nicht präd.; drückt emotional
einen hohen Grad, eine hohe Intensität aus/: seine
helle Freude an jmdm., etw. haben; etw. löst helle
Empörung aus; in heller Aufregung sein; das ist ja
heller Wahnsinn!; von etw. h. (sehr) begeistert sein
+ in hellen / Scharen
hell/Hell| :auf, -auf /A dv ./ 1. h. (sehr) begeistert
sein — 2. h. (laut, freiheraus) lachen; -blau /A d j.j
von heller blauer F a rbe : ein hellblaues Kleid;
-blond /A d j .j 1.1. sehr blond (1.1): hellblondes Haar
1.2. m it Haar in der Farbe von 1.1: er ist h.; -dun
kel, das Zusammenspiel von Licht und Schatten, hel
len und dunklen Farben: im H. des Parks
helle /A dv ./ landsch., bes. berl. hell (5.1): er ist
sehr h.
Helle, die; -, /o. P I ./ Helligkeit (1): eine blendende,
strahlende H.; die H. des Tages
Hellebarde, die; -,
-n aus einem langen hölzernen
Schaft und einer einem Beil ähnlichen Klinge m it
scharfer Spitze bestehende H ieb - und Stichwaffe des
Mittelalters
Heller, der; -s, - bis etwa 1900 im Umlauf befind
liche Silber- , Kupfermünze von geringem Wert
+ veraltend etw. ist keinen (roten) H. (gar
nichts) wert; keinen, nicht einen (roten) H. haben,
besitzen (kein Geld haben, völlig mittellos sein); für
etw. keinen, nicht einen (roten) H. geben (fü r
etw. keine Chance sehen); alles bis auf den letzten
H., allesauf H. und Pfennig (eine Summe vollstän
dig, bis a u f den letzten Rest) be-, zurückzahlen
Hell) -grün /A dj.j vgl. hellblau; -hörig /A dj./ 1. h.
werden (aus einem bestimmten A nlaß stutzig, m iß
trauisch werden un d die betreffende Person, das
betreffende Geschehen aufmerksamer als bisher
beobachten); etw. macht jmdn. h. — 2. fü r Schall
sehr durchlässig: die Wohnung ist sehr h.
hellicht /Adj.; nur attr.f: es ist hellichter Tag (mit
ten am T ag); es geschah am hellichten Tag (mitten
am Tag, wo man dergleichen nicht fü r möglich halten
würde)
Heiligen, die /P I./ s. Helling
Helligkeit, die; -, -en /vorw. Sg.; zu hell 1/1. jo. P l.j
Zustand des Hellseins: die H. des Tages; seine Au
gen gewöhnten sich allmählich an die H. (den Grad
des Hellseins) des Saals — 2. die H. (Lichtstärke 2)
einer Glühlampe; Astron. die H. eines Sterns
messen
t*
Helling, die; -, -en //* auch Heiligen/, der; -s, -e
Schiffbau m it einer fü r den Stapellauf zum Wasser
h in geneigten Fläche verbundene, zum Zusammenbau
(und zur Ausrüstung) von Schiffen bestimmte A n
lage einer W e rft: der Trawler liegt auf der H.
hell/Hell| -klingend /A dj.; n ur attr.f hell (3): eine
hellklingende Stimme; -rot /A d j./ vgl. hellblau;
-sehen /Vb.; vorw. im In f./ entfernt stattfindende
Hellseher — hennarot
547
od. zukünftige Ereignisse angeblich als visuelle
Vorstellung von Tatsächlichem währnehmen: nie
mand kann h.;umg, du kannst wohl h. (Gedanken
erraten)?; dazu -seher, der u. :seherei, -seherel, die;
-, fo. P I ./; -sichtig jA d j.f 1.1. scharfsinnig: er hat
die Machenschaften h. erkannt, durchschaut
1.2. m it Weitblick, vorausschauend: künftige Ver
änderungen h. bei der Planung berücksichtigen;
-sichtigkeit, die;
fo. P L/ Weitblick; :waeh,
-wach /A d j./völlig wach, nicht im geringsten müde:
obwohl er nur zwei Stunden geschlafen hatte, war
er h.; O bei dieser Frage wurde er sofort h. (er
kannte er plötzlich die drohende Gefahr); -werden,
das; -s, /o. P l.f : vor dem, bis zum, beim H. (Morgen
grauen)
Helm, der, auch das; -(e)s, -e I. /der/ 1. bes. aus
M etall od. Plast angefertigte (abgerundete) Kopf
bedeckung zum Schutz gegen Kopfverletzungen bei
bestimmten Arbeiten, Sportarten, im öffentlichen
Verkehr od. bewaffneten K a m p f: der H. des Feuer
wehrmannes, Bauarbeiters, Bergmanns, Motorrad
fahrers, Soldaten, Ritters; den H. aufsetzen,
-stülpen, abnehmen; die Baustelle darf nur mit
einem H. (Schutzhelm) betreten werden; der Motor
radfahrer, Skispringer trug einen roten H. (Sturz
helm); der H. (Stahlhelm) des Soldaten — 2. A r
chitekt. kegel-, pyramidenförmiges Bach eines
Turms — 3. Techn. als Abzug dienender Aufsatz
bei einem Apparat, einer Vorrichtung — II. runder,
hölzerner Stiel des Hammers, Beils, der A x t
Hemd, das; -(e)s, -en 1. zur Unterwäsche gehörendes,
am H als ausgeschnittenes, hüftlanges Wäsche
stück ohne Ärmel od. mit Ärmeln: ein ärmelloses H.
aus Baumwolle; H. und Slip; sie trägt keine Hem
den; er mag keine Hemden mit langen Ärmeln;
umg. im bloßen H. (nur i n Unterwäsche) dastehen
—
2. von männlichen Personen getragenes, hüft
langes Kleidungsstück der Oberbekleidung m it einem
Kragen und kurzen cd. langen Ärmeln, das vorn
meist geknöpft wird , Oberhemd: ein bügelfreies H.
mit modernem Kragen; die blauen Hemden (Bla u
hemden) der FDJ; das H. auf-, zuknöpfen; die
Manschetten seines Hemdes waren durchgescheu
ert; er saß im bloßen H. (ohne Jacke) da
+ etw. wie sein H. wechseln: seine Gesinnung,
Meinung wie sein H. wechseln (oft ändern); umg.
jmdn. bis aufs H. ausziehen, -plündern (jmdm. fast
alles wegnehmen, jmdn. v öllig ausplündern)
Hcmd/hcmd (m it * auch Hemds/hemds|)| t-ärmel,
der: sich die H. hochkrempeln; in Hemd-, Hemds
ärmeln (ohne Jacke im Oberhemd) dasitzen; *-ärme-
lig lA d j.l 1. in Hemd-, Hemdsärmeln: h. herum
laufen — 2. betont salopp (1.1), ein bißchen derb (2):
seine hemdsärmelige Redeweise; h. auftreten, Vor
gehen ; -Muse, die wie ein Hemd (2)geschnittene Bluse
Hemdblusen| -kleid, das K leid m it einem wie eine
Hemdbluse geschnittenen Oberteil; -Stil, der /o. P l.j :
ein Kleid im H.
Hemdjbrust, die gestärktes Vorderteil des F ra c k
hemds
Hemden| -knepf, der K n o pf fü r ein Oberhemd;
-matz, der umg. scherzh. n u r m it einem Hemd (1)
bekleidetes kleines K in d
Hemd| -kleid, das wie ein Hemd geschnittenes, lose
herabhängendes, nicht tailliertes Kleid ; -knöpf, der
Hemdenknopf
Hemds/hcmdsl: / Hemd/hemd|
Hemisphäre, die; -n eine der beiden Hälften (1.1)
der Erdkugel od. des Himmels (1): die nördliche,
südliche H.
hemmen jsw. Vb.; hat; / auch gehemmt/ 1.1. eine
Bewegung verlangsamen, verzögern (und zum S till
stand bringen): Schlaglöcher hemmten die rasche
Fahrt des Wagens; der Lauf des Flusses wird durch
ein Wehr gehemmt; jmd. hemmt seinen Schritt,
Lauf 1.2. einen Ablauf, eine Entwicklung verzögern,
beeinträchtigen, jmdn. i n bestimmter Weise behin
dern: etw. hemmt die Entwicklung, den Fort
schritt; durch Kälte wurde die Pflanze in ihrem
Wachstum, fühlte er sich in, bei seiner Arbeit ge
hemmt; sich durch nichts h. lassen; hemmende und
fördernde Einflüsse
Hemmnis, das; -ses, -se etw., das etw., jmdn. hemmt
(1.2) , Hindernis (2): etw. ist ein großes H. für die
Entwicklung; alle Hemmnisse beseitigen, über
winden
Hemm|schuh, der 1.1. (kufenartige) Platte aus Holz
od. Eisen, die, unter dem Hinterrad eines Wagens
(1.2) befestigt, gleitend bremst 1.2. Bremsschuh
1.3. Bremsklotz — 2. Hemmnis: etw. ist ein H. für
die Entwicklung des Fortschritts
Hemmung, die; -, -en 1. /zu hemmen 1.2/ das Ge
hemmtwerden : die H. des Wachstums, Fortschritts
—
2. fvorw. P l.j 2.1. ungezwungenes Verhalten be
einträchtigende, zu verkrampftem, unsicherem A u f
treten führende innere Unsicherheit: jmd. hat (große,
starke) Hemmungen; an, unter Hemmungen lei
den; seine Hemmungen überwinden 2.2. E in
schränkung der eigenen Möglichkeiten zu handeln
(II.l.l) auf Grund der Erziehung, Erfahrung, einer
sittlichen N o rm : jmd. kennt keine, hat keine (mora
lischen) Hemmungen; der Alkohol nahm ihm alle
Hemmungen (enthemmte ihn)
hemmungs/Hcmmungsl -los /A d j./ ohne jegliche
Hemmung (2): ein hemmungsloser Mensch; hem
mungsloser Egoismus, Genuß; h. lachen, weinen,
fluchen; dazu -losigkeit, die; -, jo. P I ./
Hengst, der; -(e)s, -e männliches T ier bei Pferden,
Eseln, Kamelen
Henkel, der; -s, -1. seitlich an einem Behältnis od.
über der Öffnung eines Behältnisses angebrachter,
gebogener, schmäler G riff, an dem man es (fest)hälten,
tragen, anhängen k ann: der H. der Tasse ist ab
gebrochen; von der Tasche ist ein H. abgerissen;
du mußt den Wäschekorb an beiden Henkeln an
fassen — 2. landsch. Aufhänger (1): an meinem
Mantel ist der H. abgerissen
Henkel/henkel| -korb, der /P L -körbe/ Korb m it
einem od. zwei Henkeln (1); -los fA d j.f ohne Henkel
(1): ein henkelloser Korb
henken jsw. Vb.; hat/jmdn. durch den Strang hin
richten : der Verbrecher wurde zum Tode verurteilt
und gehenkt
Henker, der; -s, - jmd., der die Todesstrafe voll
streckt: den Verbrecher dem H. überantworten;
salopp hol dich, hol’s der H.! jFluchf
Henkers|knecht, der: die Henkersknechte des Dik
tators (die Personen, die dem Diktato r bei der Unter
drückung der Volksmassen, der Liquidierung p oli
tischer Gegner behilflich sind)
Henna, die; -, jo. P l .j orangeroter, zum Färben ver
wendeter Farbstoff aus den zerriebenen Blättern des
H ennastrauches
henna/Henna| -ro t jA d j .j orange; -Strauch, der gelb
35*
548
Henne — heranmachen
blühender Strauch in A frik a und Asien, aus dem ein
Farbstoff gewonnen w ird
Henne, die; -, -n 1.1.1. weibliches T ier beim H aus
huhn 1.2. weibliches T ie r bei vielen Vogelarten —
II. Fette H. (Fetthenne)
Hepatitis, die; Hepatitiden Med. Entzündung der
Leber
her /Adv .; / auch hersein/ 1. /bezeichnet die Rich
tung von irgendwo dort hierher (1)/: h. zu mir!;
h. mit dem Brief! — 2.1. von ... h. 2.1.1.
von
(1.1.3) : vom Fenster h. zieht es; das kann man
nur von oben, unten h. sehen 2.1.2. von (2.1.1):
das weiß ich noch von der Schulzeit h.; sie kennen
sich vom Studium, von Dresden h. (seit der Z eit,
da sie gemeinsam studierten, i n Dresden waren);
/m it Getrenntschreibung bei sonst zusammengeschrie
benen Bildungen, wenn auch das Verb betont ist;
/ her- (1.2)/: er ist immer hinter, neben, vor
mir h. gerannt, statt endlich zurückzubleiben 2.2.
von (1.1.3, 2.1.1, 7.2) — 3.1. etw. ist eine Weile,
lange, zwei Stunden h. (etw. hat sich vor einer
Weile, langer Zeit, zwei Stunden zugetragen); es ist,
sind zwei Jahre h., daß... 3.2. umg. jmd. ist
hinter jmdm., etw. h.: die Polizei ist hinter dem
Dieb h. (fahndet nach dem Dieb); er ist hinter dem
Mädchen h. (umwirbt das Mädchen), hinter dem
Original h. (möchte gern das O riginal 1 haben, er
werben); jmd. ist hinter der Arbeit h. (arbeitet
fleißig) — 4. hin und h.: hin und h. (ständig die
Richtung wechselnd, kreuz und quer) laufen, fliegen;
er ist hin und h. (hin und zurück) gelaufen
+ etw. reicht nicht / hin und nicht h.; nach
langem / Hin und Her; hin und h. gerissen
sein; mit etw. ist es nicht / weit h.
her- / i n verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen/ 1. /z ur Getrenntschrei
bung bei Betonung des Verbs / t her (2.1.2)/ 1.1.
/bezeichnet die Richtung von irgendwo a u f etw.,
jmdn., den Sprecher zu/:
z. B . herfahren, her
finden, hergeben, hersetzen 1.2. /bezeichnet nach
präp. Ausdrücken mit dem Dat. das Einhalten der
gleichen Richtung/: / z. B . herfahren, hergehen —
2. /weist auf den Ursprung, von dem etw. ausgegan
gen ist, hin/: / f z. B . herrühren, herstammen —
3. /charakterisiert bei Verben des Sprechens den Vor
gang als eintönig, gedankenlos/:
z. B . hersagen
— 4. /drückt aus, daß etw. zustande gebracht w ird/:
/ z. B . hersteilen
herab /Adv.; Trennung: her|ab/ [..rab] 1.1. her
unter (1): den Berg h. dauert der Weg zwei Stun
den; O alle Mitarbeiter bis h. zum jüngsten
Lehrling begrüßten diese Maßnahme 1.2.
von
(1.1.3)
jmdn. von oben h. ansehen
herab- / i n verbalen Zusammensetzungen/ 1. /be
zeichnet eine Richtung von (dort) oben (hierher 1)
nach unten/:
z. B . herabfalien — 2. /bezeichnet
die Erstreckung (hierher) nach unten bei einem hän
genden Gegenstand/: / z. B . herabhängen
herab/Herabj -fallen /V b ./ herunterfallen; -hängen
/st. Vb./ herunterhängen; -lassen /V b .;
auch
-lassend/ 1. etw., sich herunterlassen: einen Eimer
an einer Kette h.; die Jalousie h.; sich an einem
Seil (vom Fenster) h.
—
2. oft spött. sich zu
etw. h. nach Zögern, als wäre es unter seiner
Würde, schließlich doch zu etw. bereit sein, etw. tu n :
sich zu einem anerkennenden Wort h.; sich zu
jmdm. h. (jmdm. leutselig od. gönnerhaft entgegen
treten); -lassend /A d j.; / auch -lassen 2/ leutselig
(1) und arrogant, gönnerhaft: h. lächeln, grüßen;
jmdn. h . behandeln; -mindern /Vb./ etw. herah-
setzen (1): die Fahrgeschwindigkeit h.; seit dem
Unfall ist seine Erwerbsfähigkeit herabgemindert;
-s ehen /Vb./ 1. heruntersehen (1) — 2. auf jmdn.
h. (heruntersehen 2); -setzen /V b ./1. etw. reduzieren,
vermindern, verringern: die Fahrgeschwindigkeit,
Arbeitszeit h.; den Preis h. (senken 2) — 2. jmdn.,
etw. herabwürdigen: jmdn. (in den Augen der
anderen), jmds. Verdienste h.; über jmdn. in her
absetzenden Worten sprechen; dazu -Setzun g, die;
-,
-en; -würdigen /Vb./ jmdn., etw. h. die Be
deutung od. den Wert von jmdm., etw. schmälern:
jmdn., jmds. Arbeit (in aller Öffentlichkeit) h.;
jmdn. in herabwürdigender Weise beschimpfen;
dazu -Würdigung, die /o. PI ./; -ziehen /Vb.: hat/
etw., jmdn. herunterziehen: die Holläden h.; herab
gezogene Mundwinkel; <^>jmdn. auf ein niedriges
Niveau h.
heran /Adv.; Trennung: her|an:
auch ’ran u.
heransein/ [..ran] 1.1. von irgendwo nach hier, d ort:
h. (zu mir)!; alle rechts h. (auf die rechte Seite)
1.2. als er h. (herangekommen 1.1) war, sah
ich, daß seine Hand verletzt war; Weihnachten,
unser Urlaub ist bald h. (bald ist Weihnachten,
beginnt unser Urlaub)
heran- f i n verbalen Zusammensetzungen/ 1. /be
zeichnet die Richtung bei einer Annäherung von
irgendwo nach hier, d ort/:
z. B . herankom
men — 2. /bezeichnet eine Aufwärtsentwicklung/:
z. B . heranwachsen
heran / / auch ran|/| -arbeiten, sich /V b ./ sich
an etw., jmdn. h. sich durch angestrengtes Arbeiten
einem Z ie l nähern (1): die Rettungsmannschaft
arbeitete sich an die Verunglückten heran;
-bilden /Vb./ 1. jmdn. m it einem bestimmten
Z ie l, zu etw. ausbilden: jmdn. zum Fachmann,
Künstler h.; einen Stamm von Facharbeitern h.
—
2. sich h. sich entwickeln (1.1): diese Eigen-,
schaft bildete sich unter seinem Einfluß heran;
-führen /V b ./ 1.1. der Fahrer setzte sich an die
Spitze der Verfolgergruppe und führte sie an die
beiden Spitzenreiter heran (sorgte dafür, daß sie
den Abstand zu den Spitzenreitern überwanden) 1.2.
aus dem Osten wird weiterhin Kaltluft heran
geführt (gelangt K a ltluft hierher) — 2. jmdn. an
etw. h. jmdn. in etw. einführen, mit etw. vertraut
machen: die Schüler an die Literatur, Musik h.;
-gehen / Vb./ 1. an jmdn., etw. h. sich jmdm., einer
Sache nähern (1): er ging ganz dicht an ihn heran
—
2. an etw. h. etw. in A ngriff nehmen, beginnen:
mit Elan, Unlust an eine Arbeit h.;
-kommen
/Vb./ 1.1. an jmdn., etw. h. in die Nähe von jmdm.,
einer Sache kommen: er, das Reh kam ganz nah
(an mich, an den Zaun) heran 1.2. der Termin,
Weihnachten kommt heran (rückt i n zeitliche Nähe,
naht) — 2. an etw. h. mit der Hand, den Händen
bis zu etw. reichen und es fassen können: ohne
Leiter kommt man nicht (an die Lampe) heran —
3. an jmdn., etw. heranreichen (2); -machen, sich
/V b./ umg. 1. sich an etw. h. an etw. herangehen
(2) : sich an die Lösung eines Problems h. — 2.
sich an jmdn. h. jmds. Gunst auf eine nicht ganz
einwandfreie A r t zu erlangen suchen: er hat sich
an die neue Kollegin, an den Chef herangemacht;
herannehmen — herausbringen
549
-nehmen /Vb.j nmg. jmdn., etw. h. an jmdn., etw.
große Anforderungen stellen: man hat ihn, den
Motor beim Test ganz schön herangenommen;
-reichen fV b .f 1. an etw. herankommen (2): das
Kind reichte noch nicht an den Lichtschalter her
an — 2. an jmdn., etw. h. jmds. Leistung erreichen:
an ihn, seine Leistung reicht keiner heran; -sein
fV b.; ist herangewesen; Präs. u . Prät. / heran
1.2/; -tragen fVb.j etw. an jmdn., etw. h. jmdm.,
einer Institution ein Anliegen unterbreiten: einen
Vorschlag an jmdn., eine Kommission h.; -treten
fV b.; ist/ 1. an jmdn., etw. h. sich m it wenigen
Schritten in die Nähe von jmdm ., einer Sache be
geben: er trat (an unseren Tisch, den Schalter)
heran und fragte, ob ...; O eine Versuchung tritt
an jmdn. heran — 2. (mit etw\) an jmdn., etw. h.
etw. an jmdn. , etw. herantragen: mit einer Bitte an
jmdn., eine Institution h .; -wachsen fV b.f zu etw.
h. sich dem Prozeß des natürlichen Wachstums ent
sprechend entwickeln, 2erwachsen werden: das Foh
len ist zu einer kräftigen Stute herangewachsen;
er ist zu einem stattlichen jungen Mann heran-
gewacheen; die heranwachsende Generation; -zie
hen IVb.j 1. jmdn., etw. an, zu sich ziehen, etw. in
die Nähe von ehe. ziehen (1.2) (hat): er zog sie an
sich, zog (sich) einen Stuhl an den Tisch heran;
<> etw. zum Vergleich h.; jmdn. zur Mitarbeit h.
(einsetzen 2.2); Sachverständige h. (hinzuziehen) —
2. (hat) 2.1. eine Pflanze aus einem Kern h. (ziehen
15) 2.2. sich zuverlässige Mitarbeiter h. (heran
bilden 1) — 3.1. sich (zu F uß) nähern (1) (ist):
singende Kinder ziehen heran 8.2. ein heranziehen
der (sich nähernder 1) Tiefausläufer
Jeiauf /Adv.: Trennung: herjauf; / auch ’rauf/
'..rauf] 1.1. von (dort) unten (hierher) nach eben:
l. zu mir!; h. sind wir gelaufen, hinunter wollen
wir fahren; den Fluß h. (flußaufwärts) 1.2. / * von
(1.1.3)
heiauf-
. i n verbalen Zusammensetzungen; bezeich
net eine Richtung von dort unten hierher (1) nach
oben/: / B. heraufsteigen
heran! / / auch rauf/; -beschworen fV b.f 1. etw.
Vergangenes eindringlich (und mahnend) in die
Erinnerung zurückrufen: die Jugendzeit, Ver
gangenheit h.: warnend die Schrecken des Krieges
h.—
2. etw. Unangenehmes, Unheilvolles verur
sachen: etw. hat eine Gefahr, gespannte Atmo
sphäre heraufbeschworen; durch eine Provokation
einen bewaffneten Konflikt h.;
-kommen fVb.f
1. (hierher) nach eben kommen (1): wollt ihr nicht
h.?; wie bist du so schnell heraufgekommen (nach
hier oben gelangt)? — 2.1. die Sonne kommt her
auf (geht auf) 2.2. ein heraufkommendes (auf-
ziehendes 8, sich näherndes) Gewitter; O eine
heraufkommende Gefahr; -setzen fV b .f etw. erhö
hen (2): Preise für Luxusartikel h.; -steigen fV b .f 1.
(hierher) nach oben steigen (1.1.1): ich bin die Treppe
heraufgestiegen — 2. aus dem Tal steigen Nebel
herauf (ziehen 8 Nebel hierher nach oben); O Er
innerungen steigen herauf (werden wach) — 3.
geh. ein neuer Tag steigt herauf (bricht an);
-ziehen fVb.f 1. etw., jmdn. (hierher) nach oben
ziehen (1.2) (hat): einen Eimer am Seil h.; der
Bergsteiger zog den erschöpften Kameraden zu
sich heiauf — 2. (zu F uß) (hierher) nach oben ziehen
(8.1) (ist): singend kamen sie aus dem Tal herauf-
gezogen — 3. (ist) ein Gewitter zieht herauf (nähert
sich); O eine heraufziehende Gefahr — 4. (ist)
geh. der Abend, ein schöner Tag zieht herauf
(bricht an)
heraus /Adv.; Trennung: herjaus; / auch ’raus
u. heraussein/ [..raus] 1. von (dort) drinnen (hier
her) nach draußen: h. mit euch (an die frische
Luft)! — 2. fals Verstärkung bestimmter räu m li
cher, kausaler P rä p .f: h. aus dem Bett, den Federn
(aufstehen 1.3)1; aus der Küche h. dringt der
Duft frischen Kaffees; aus dem Stand h. eine Rolle
machen; die Äpfel sind von innen h. verfault; aus
einer Notlage, Laune h. handeln; aus welchen
Erwägungen h. haben Sie das angeordnet? —
3. umg. 3.1. der Spielplan für den nächsten
Monat ist noch nicht h. (veröffentlicht); sein neuer
Roman ist h. (ist erschienen) 3.2. es ist noch nicht
h. (es steht noch nicht fest), wrer sein Nachfolger
wird; das ist noch nicht h. (das ist noch unsicher,
ungewiß)
+ jmd. ist / fein h.; jmd. ist aus dem / Gröb
sten h.; h. mit der / Sprache!
heraus- / i n verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen/ 1. / bezeichnet die
Richtung von (dort) drinnen (hierher) nach draußenf:
/ z. B . herausfahren, herausnehmen — 2. /drückt
aus, daß sich etw. aus etw. entwickelt, daß etw. aus
etw. entsteht/: / z. B . sich herausbilden
herans/Heraus f / auch iaus;/; -arbeiten fV b.f 1 .
etw. (aus etw.) h. eine (erhabene 1) plastische D a r
stellung an od. aus einem festni Material meist mit
Hammer und Meißel hervorbringen: ein Relief aus
dem Gestein h.; O ein Problem, einen Unterschied,
Schwerpunkt h. (deutlich machen) — 2. sich aus
einer schwierigen, bedrängten Lage unter Anstren
gung befreien: sich langsam aus dem Morast, Ge
dränge h.; O sich mühsam aus Schwierigkeiten
h.
—
3. Arbeitszeit Vorarbeiten: den Montag vor
dem Fest h.; -bekommen fV b .f 1. etw. aus etw.
lösen, entfernen können: den Korken nicht (aus
der Flasche) h.; hast du den Fleck aus der Bluse
h.? — 2.1. etw. aus jmdm. h. etw. (von jmdm.)
durch geschicktes Vorgehen in Erfah rung bringen:
aus jmdm. ein Geständnis, Geheimnis h.; aus ihm
war nichts herauszubekommen 2.2. den Schuldi
gen, die Wahrheit h. (herausfinden, ermitteln); ein
Rätsel, eine Aufgabe h. (lösen) — 3. Wechselgeld
zurückbezahlt bekommen: er hat drei Mark zu wenig
h.; -bilden, sich fVb .f entstehen, sich entwickeln:
zwischen ihnen haben sich freundschaftliche Be
ziehungen herausgebildet; durch ständige Miß
erfolge haben sich bei ihm Minderwertigkeits
gefühle herausgebildet; -brechen fV b .f 1. etw.
gewaltsam aus einem Ganzen lösen (1.1.1) (hat):
ein paar Steine (aus der Wand) h. — 2. aus etw. h.
m it Vehemenz aus etw. hervortreten (ist): der Hirsch
brach aus dem Gehölz heraus; <0 der Zorn, ein
Schluchzen bricht aus jmdm. heraus; -bringen
fVb.f 1. etw., jmdn. von (dort) drinnen (hierher)
nach draußen bringen (1.2): bring mir doch bitte
die Gartenschere heraus! — 2.1. etw. neu a u f den
M a rk t bringen: ein neues Waschmittel h.; der Ver
lag will eine neue Taschenbuchreihe h. (veröffent
lichen); das Theater will das Stück im Herbst h.
(aufführen) 2.2. umg. firn bürgerl. Sprachgebrauch/
jmdn., etw. (ganz) groß h. jmdn., etw. m it großem
Aufwand zum Erfolg in der Öffentlichkeit bringen:
einen jungen Sänger ganz groß h.
—
3. umg.
550
herausfahren — herauskehren
etw. herausbekommen (1): einen Nagel nicht (aus
der Wand) h.; mit Benzin bringst du den Fleck
heraus — 4.1. etw. aus jm dm . herausbekommen
(2.1): aus ihm war nichts herauszubringen 4.2.
umg. ein Versteck h. (herausfinden, erm itteln);
eine Rechenaufgabe h. (lösen) — 5. Worte, Töne
von sich geben (können): er brachte die Entschuldi
gung stockend, zögernd heraus; vor Aufregung
kein Wort, keinen Ton h.; -fahren jV b .j 1. aus
etw. h. von (dort) drinnen (hierher) nach draußen
fahren (1.2.1) (ist): mit dem Wagen aus der Garage
h. — 2. etw. aus etw. h. ein Fahrzeug von (dort)
drin nen (hierher) nach draußen fahren (2.2) (hat):
das Auto aus der Garage h. — 3. (ist) etw., ein
unbedachtes Wort fahrt jmdm. heraus (w ird von
jmdm. impulsiv geäußert, entschlüpft jmdm .); das
ist mir nur so herausgefahren — 4. (hat) Sport
einen Vorsprung (von zwei Minuten), den Sieg h.
(durch schnelles Fahren erzielen); -finden fV b .f 1.1.
etw., jmdn. (aus etw.) h. etw., jmdn. in einer Menge
find en (1.1): den richtigen Schlüssel (aus dem
Bund) h. 1.2. etw. ausfindig machen, ermitteln: den
Fehler, jmds. Adresse h. — 2. sich (aus etw.) h.
den Weg aus etw. finden: er hat sich nur schwer
(aus dem Gebäude) h. können; umg. nicht aus
dem Bett h. (morgens lange schlafen, n icht a u f
stehen); -fischen fV b .f umg. etw., jmd n. aus etw.,
einer Flüssigkeit, Menge finden (2): die Früchte
aus ^der Bowle h.; jmdn. bei einer Kontrolle h.;
ein "paar Münzen aus dem Portemonnaie h.;
-fliegen fVb.f 1. aus etw. h. von (dort) drinnen (hier
her) nach draußen fliegen (1.1) (ist): der Vogel ist
aus dem Käfig herausgeflogen — 2. jmdn. auf
dem Luftweg (1) evakuieren (hat): Frauen und
Kinder wurden aus dem Erdbebengebiet heraus
geflogen; -fordern fVb.f 1.1. jmdn. zu einem Zwei
kampf (1.2) auffordern (1.1): jmdn. zum Faust
kampf, Duell h. 1.2. Sport einen Titelträger (1.2)
zum Kampf um diesen Titel auffordern (1.1): den
Weltmeister h.
—
2. jmd n. bewußt, vorsätzlich
reizen (3), durch bestimmte Handlungen, Äußerun
gen dazu bringen, unbedacht zu reagieren: er fühlte
sich durch diese Kränkung herausgefordert; fvorw.
im P a rt. P rä s./ ein herausforderndes (aufreizendes,
provokatorisches) Lächeln; eine herausfordernde
Bemerkung; jmdn. herausfordernd mustern — 3.
etw. fordert (zu) etw. heraus etw. erm untert zu
etw.: jmds. Auftreten fordert Kritik, zum Wider
spruch heraus; zu 1 u. 2 -forderung, die; -gäbe,
die fo. PL; zu -geben 2, 4/; zu 2: die H. des be
schlagnahmten Materials; zu 4.1: die H. der Werke
L?ssings; -geben fVb.f 1. etw. von (dort) drinnen
(hierher) nach draußen geben (1.2): geben Sie mir
bitte den Koffer (durchs Fenster) heraus! — 2.
einen Gefangenen od. etw. jmdm. (auf dessen Forde
run g hin ) überlassen: einen Gefangenen, das be
schlagnahmte, gestohlene Gut h.; der Hausmeister
wollte den Schlüssel nicht h., gab den Schlüssel
nur widerwillig heraus — 3. Wechselgeld z urück
geben: können Sie mir auf 20 Mark h.?; die Ver
käuferin hat (mir) falsch, zu wenig herausgegeben
- 4 .1 . ein Druckwerk h. die Veröffentlichung eines
Druckwerks verantwortlich übernehmen: der Verlag
will eine Zeitschrift h.; ein vergriffenes Buch neu
h. (veröffentlichen) 4.2. die Post hat eine Sonder
briefmarke herausgegeben (für den Verkauf in
U m la u f gebracht) 4.3. etw. erlassen (1): eine An
ordnung, einen Erlaß h.; zu 4.1 -geber, der; -s, -;
-gehen fVb.f 1. von dort drinnen hierher nach
draußen gehen (1) — 2. sich aus etw. entfernen,
lösen lassen: der Korken, Fleck ist ganz leicht
herausgegangen; 4- ans sich h. sich frei und un
befangen geben, äußern: seine Schüchternheit über
winden und aus sich h.; -greifen fVb.f jmdn., etw.
aus einer größeren A nz ah l auswählen: sich ein paar
Leute h.; ein Beispiel, ein paar Einzelheiten h.;
-haben fV b .f umg. 1. etw. aus etw. entfernt haben:
den Nagel aus der Wand, den Fleck aus der Tisch
decke h. — 2. etw. festgestellt haben: das Versteck,
den Täter h.; ein Rätsel, eine Aufgabe h. (gelöst
haben); den Trick, Handgriff h. (begriffen haben);
-h den /* Bogen h.; -halten fV b.f 1. etw. von (dort)
drinn e n (hierher) nach draußen halten (1.1): der Fah
rer hielt bei der Kontrolle seine Papiere zum Fenster
heraus — 2. jmdn., sich, etw. aus etw. h. jmdn.,
sich, etw. bewußt von etw. fernhalten, an etw. nicht
teilhaben lassen: sich aus einem Streit, Konflikt h.;
ich will versuchen, dich aus der Sache herauszu
halten; ^--hängen fV b .f etw. hängt aus etw. heraus
etw. xhängt (1.1) von (dort) drin n en (hierher) nach
draußen: Fahnen hingen aus den Fenstern heraus;
4- etw. hängt jmdm. zum Hals heraus; jmdm.
hängt die / t Zunge zum Hals heraus; 2-hängen
fV b .f etw. h. etw. so anbringen, daß es draußen xhängt
(1.1): er hängte eine Fahne (aus dem Fenster)
heraus; -hauen, haute heraus, hat herausgehauen
1. etw. durch Hauen (3.2) aus etw. entfernen:
trockene Äste h. — 2. etw. aus etw. herausarbeiten
(1): ein Relief h. — 3. umg. jmdn. durch körper
lichen Einsatz aus einer bedrängten Lage befreien:
er h^t ihn bei der Schlägerei herausgehauen;
O der Anwalt hat alles versucht, seinen Klienten
herauszuhauen; -heben fV b .f 1. jm dn. , etw. von
(dort) drin ne n (hierher) nach draußen heben ( 1.3,1):
ein Baby aus dem Wagen h. — 2. etw., jmdn., sich
von seiner Umgebung abheben: den Kernsatz eines
Artikels durch Fettdruck h.; diese Kompromißlo-
sigkeit hebt ihn aus der Gruppe heraus; in der Dis
kussion hoben sich folgende Schwerpunkte her
aus: ...; -holen fVb.f 1. etw., jmdn. von (dort) drin
nen (hierher) nach draußen holen (1.1): Stühle (au3
der Laube) in den Garten h.; Bodenschätze aus der
Erde h.; jmdn. aus dem Kerker h. (befreien 2) —
2.1. aus etw., jmdm. etw. h. einer Sache, jmdm. eine
bestimmte Leistung abgewinnen: aus einem Motor,
Pferd das Äußerste h. 2.2. durch geschicktes Vo r
gehen ein positives Ergebnis erzielen: beim Verkauf
einen guten Gewinn h.; der Unterhändler hat
mehr herausgeholt (erreicht 4), als zu erwarten
war; Sport wertvolle Punkte, ein gutes Ergebnis
h.
— 3. etw. aus jmdm. h. jm dn . durch geschicktes
Fragen dahin bringen, daß er Informationen preis
gibt: er hat alles aus ihm herausgeholt, was er
wissen wollte — 4. etw. deutlich darstellen, i n den
Vordergrund rücken: der Regisseur hat die Gesell
schaftskritik, die in dem Stück steckt, klar heraus
geholt; -hören fV b.f 1. m it dem Gehör eine be
stimmte Einzelheit in einem Gemisch von Tönen,
Stimmen wahrnehmen: ihre helle Stimme, der Baß
war deutlich herauszuhören — 2. etw. auä etw. h.
einer Äußerung etw. nicht ausdrücklich Gesagtes
entnehmen: aus ihren Worten konnte man Besorg
nis, Verbitterung, einen Vorwurf h,; -kehren fV b .f
anderen gegenüber seine Stellung (5.2), eine bestimmte
herausklauben — herausschmecken
551
Eigenschaft betont zum Ausdruck bringen: jmd.
kehrt den Vorgesetzten, Lehrer, bei jeder Gelegen
heit seine Belesenheit heraus; -klauben fV b .f u m g .
1.1. etw. aus einer größeren Masse, Anzahl ent
nehmen: die Rosinen aus dem Kuchen h. 1.2. etw.
mühsam und einzeln aus etw. herausnehmen (1):
Geldscheine aus der Brieftasche h.; -kommen /V b .f
1. aus etw., bes. einem R aum , Gebäude, (hierher) nach
draußen kommen (1): die Schüler kommen lärmend
aus der Klasse, dem Schulgebäude heraus; wie
bist du herausgekommen (nach draußen gelangt)?;
er ist nie aus seiner Vaterstadt herausgekommen
(hat seine Vaterstadt nie verlassen); selten h. (selten
das Haus verlassen, sich meist drinnen aufhalten;
selten etwas unternehmen); umg, in zwei Monaten
kommt er heraus (wird er aus der H aft entlassen)'1;
O wie kommen wir am besten aus dieser Situation
heraus?; aus dem Lachen, Staunen nicht h. (nicht
aufhören können zu lachen, zu staunen) — 2. neu
zum Verkauf gebracht werden: wann soll der neue
Wagentyp, die Sondermarke h.?; der Roman
kommt demnächst in der dritten Auflage heraus;
das Stück soll im Herbst h. (Premiere haben) —
3.1. i n einer bestimmten Weise hervortreten, deutlich
werden: die Farbunterschiede kommen auf dem
Foto nicht heraus 3.2. i n einer bestimmten Weise
form u lie rt werden: sein Vorwurf kam zu scharf
heraus; hoffentlich kommt es nicht falsch heraus,
was ich sagen will! — 4. umg. wenn das heraus
kommt (wenn andere davon K e n ntnis erlangen),
kann er sich auf was gefaßt machen — 5. umg.
sich als Lösung, Resultat ergeben: bei der Aufgabe
kommt eine vierstellige Zahl heraus; was ist bei
der Diskussion, Verhandlung herausgekommen?
—
6. umg. mit etw. h. etw. nach anfänglichem
Zaudern zur Sprache bringen: endlich kam er mit
seiner Bitte, der Wahrheit heraus — 7. umg. mit
etw. h. bei einer Lotterie etw. gewinnen: jmd.,
jmds. Los kommt mit einem Hauptgewinn, drei
Richtigen heraus — 8. umg. wer kommt heraus
(wer spielt bei diesem Spiel die erste K arte aus)*i;
-f- das kommt auf eins, dasselbe heraus (bleibt
sich am Ende gleich); — mit der
Sprache h.;
-können fV b.f umg. von (dort) drinnen (hierher)
nach draußen gelangen können: die Tür war ver
schlossen, und keiner konnte heraus; + nicht
aus seiner / Haut h.; -kriegen IV b .f umg. etw.
herausbekommen; -lachen fV b .f plötzlich zu lachen
anfangen: laut h.; -laufen /Vb.j 1. von (dort) drinnen
(hierher) nach draußen laufen (1.2) (ist): er kam
aufgeregt herausgelaufen — 2. von (dort) drinn e n
(hierher) nach draußen fließen (1) (ist): Benzin läuft
aus dem Tank heraus — 3. (hat) Leichtathletik
einen beachtlichen Platz, einen Vorsprung (von
15 Sekunden) h. (durch schnelles L aufen erzielen);
-lesen fVb.f I. etw. aus etw. h. bei der Interpretation
eines Textes etw. aus ih m entnehmen: aus einem
Gedicht mehr h., als der Dichter sagen wollte;
aus statistischen Unterlagen eine Entwicklungs
tendenz h. (ableiten) — II. etw. aus einer größeren
Menge, A nz ah l entfernen: die schlechten Kartoffeln
h.; -locken fV b.f 1. jmdn., ein Tier aus etw. h.
jmdn., ein Tier von (dort) drinnen (hierher) nach
draußen locken: jmdn. aus seinem Versteck h.;
den Fuchs aus seinem Bau h. — 2. aus jmdm. Geld,
ein Geheimnis h. (jmdn. durch geschicktes Vorgehen
dazu bringen, es herauszugeben 2, preiszugeben
1.2); jmdn. aus seiner Reserve h. (jmdn. geschickt
dazu bringen, daß er sich ungezwungen gibt, äuß ert);
-machen fV b .f umg. 1. etw. aus etw. entfernen:
jmdm. einen Splitter aus dem Finger h.; einen
Fleck h. — 2.1. sich körperlich gut entwickeln: der
Junge hat sich herausgemacht 2.2. sich beruflich,
wirtschaftlich gut entwickeln: der Junge, der Be
trieb hat sich herausgemacht; -müssen fV b .f umg.
1. aus etw. h. sich von (dort) drinnen (hierher) nach
draußen begeben müssen: in der großen Pause
müssen die Schüler aus den Klassenräumen her
aus; sehr früh h. (aufstehen 1.3 müssen) — 2. der
Zahn war vereitert und mußte heraus (mußte
gezogen werden) — 3. das mußte mal heraus
(mußte mal gesagt werden)!; -nehmen /Vb.f 1.1. etw.
aus etw. nehmen (1.2): ein Buch aus dem Regal h.;
1.2. sich die Galle h. (operativ entfernen) lassen —
2. den Gang h. (die Gangschaltung, bes. eines K r a ft
fahrzeugs, a uf Leerlauf schalten 2) — 3. sich etw. h.
sich etw. anmaßen: sich (jmdm. gegenüber) Eigen
mächtigkeiten, zuviel h.; -picken /Vb.f etw. durch
Picken entfernen, aus einer größeren Menge, Anzahl
pick e n: die Vögel haben die Sonnenblumenkerne
herausgepickt; -platzen /V b ./ umg. 1.1. heraus
lachen: laut h. 1.2. mit etw. h. etw. unvermittelt,
spontan äuß ern: mit einer Frage, einem Vorschlag
h.; -pressen fV b .f 1. etw. aus etw. pressen (1.2):
den Saft aus einer Zitrone h.
—
2. aus jmdm.
Geld, Zugeständnisse h. (jmdn. zwingen, Geld zu
geben, Zugeständnisse zu machen); -putzen fV b .f
sich, jmdn. festlich kleiden: die Mädchen hatten sich
sonntäglich herausgeputzt; -ragen fV b .f 1. aus,
über etw. h. etw. i n der Höhe überragen: das Hoch
haus ragt weithin sichtbar (aus dem Viertel) her
aus — 2. Vergleichbares in bezug auf die Qualität
übertreffen, überdurchschnittlich sein fvorw . im Part.
P rä s ./: ein herausragendes Werk; ein heraus
ragender Schriftsteller, Wissenschaftler; von her
ausragender Bedeutung sein; -reden, sich fV b.f
1.1. eine Ausrede gebrauchen, Ausflüchte machen:
er versuchte, sich herauszureden 1.2. sich auf etw.,
jmdn. h. etw., jmd n. als Ausrede benutzen: er
wollte sich auf seine Vorschriften, auf Verleumder
h. ; -reißen fV b .; hat/ 1. etw. aus etw. reißen (2.1):
aus einem Buch eine Seite h.; O jmdn. aus seiner
Umgebung, der Arbeit, einem Gespräch, seinen
Gewohnheiten h. — 2. umg. 2.1. jm d n. aus einer
bedrängten, schwierigen Lage befreien (2.2): mit
dieser Erklärung wollte er seinen Freund h.; der
Lottogewinn hat ihn herausgerissen 2.2. etw. aus-
gleichen, einen M angel wettmachen: der hübsche
Schnitt reißt den billigen Stoff heraus; -rücken
fVb.f 1. etw. von (dort) drinnen (hierher) nach draus-
sen rücken (1) (hat): den Tisch auf die Terrasse h. —
2. umg. 2.1. (mit) etw. h. etw. nach Überwindung
eines gewissen Widerstands hergeben (2.1) (hat):
dafür will sein Vater kein Geld h. 2.2. mit etw. h.
etw. nach anfänglichem Zaudern zur Sprache bringen
(ist): schließlich rückte er mit seinem Vorschlag,
der Wahrheit heraus; -f- mit der / Sprache h.;
-schlagen fV b .; hat/ 1.1. etw. durch Schlagen (1.1)
aus etw. entfernen: ihm wurden bei der Prügelei
zwei Zähne herausgeschlagen 1.2. etw. durch
Schlagen hervorbringen: Funken aus einem Stein
h.—
2. umg. durch geschicktes Vorgehen (bei
einem Geschäft) etw. Vorteilhaftes erreichen: einen
Gewinn, Vorteil h.; -schmecken fV b .f 1.1. einen
552
heraussein — Herdbuch
bestimmten Bestandteil einer Speise m it dem Ge
schmackssinn wahrnehmen: der Majoran war deut
lich herauszuschmecken 1.2. etw. schmeckt heraus
ein bestimmter Bestandteil einer Speise ist m it dem
Geschmackssinn besonders deutlich wahrzunehmen:
der Zimt schmeckt zu stark heraus; -sein /V b.;
ist herausgewesen; Präs. u . P rät. / heraus 3/;
-springen /Vb./ 1. von (dort) drinnen (hierher) nach
draußen springen (1.1): aus dem Kahnh. — 2. sich
durch einen Riß, Sprung (2.1)nus etw. lösen: aus dem
Weinglas ist ein Stückchen herausgesprungen —
3. umg. bei etw. h. sich bei etw. als Gewinn, Vorteil
ergeben: bei der Sache springt für dich eine hübsche
Summe heraus; dabei springt doch nichts heraus;
-staffieren jsw. Vb.; hat/ spött. jmdn., sich her
ausputzen; -stecken jsw. Vb./ umg.: die Zunge h.
(den M und öffnen und die Zunge zu ihrer ganzen
Länge ausdehnen); den Kopf zur Tür h. (heraus
strecken); -stellen /Vb.f 1. etw. von (dort) drinnen
(hierher) nach draußen stellen (2): das Cafö hatte
Tische und Stühle herausgestellt; Ballspiele
Eishockey zwei Spieler wurden vom Schieds
richter herausgestellt (wegen unfaire n Spiels, Ver
haltens vom Spielfeld gewiesen) — 2. etw. besonders
betonen, etw. hervorheben: der Referent stellte die
Hauptaufgaben, Schwierigkeiten (deutlich) her
aus — 3. sich ergeben, sich erweisen: es hat sich
herausgestellt, daß...; es wird sich noch h., ob
... ; seine Behauptungen stellten sich als Irrtum,
unwahr heraus; -strecken /V b ./: den Kopf aus
dem Fenster h. (strecken 1.4); stolz die Brust h.
(nach vorn wölben); -streichen /V b .; hat/ 1. eine
bestimmte Stelle in einem Text streichen: in, aus
einem Manuskript ein paar Sätze, Seiten h.
—
2. etw., jmdn., sich lobend erwähnen: jmds. Ver
dienste, jmdn. (besonders, über Gebühr) im Be
richt h.; -suchen fV b .f etw., jmdn. aus einer größe
ren Menge, A nzahl auswählen: jmdm. ein Buch,
sauberes Hemd h.; -wachsen IV b .f umg.: jmd.
ist aus seinen Sachen herausgewachsen (ein K in d
od. Jugendlicher ist in einem Maße gewachsen, daß
ihm seine Kleidungsstücke zu klein geworden sind);
-werfen /Vb./ etw. von (dort) drinnen (hierher) nach
draußen werfen (1.1): wirf mir doch bitte meine
Schlüssel (aus dem Fenster) heraus!; -wirtschaften
/V b./ etw., bes. einen Gewinn, erwirtschaften: einen
überplanmäßigen Gewinn h.; aus dem Boden
höchste Erträge h.; -wollen /V b ./ umg. 1. sich
von (dort) drinnen (hierher) nach draußen begeben
wollen: die Kinder wollen bei dem herrlichen Wet
ter heraus — 2. mit der Antwort nicht h. (nicht
antworten wollen); -ziehen / Vb.; hat/ 1. etw., jmdn.
von (dort) drinnen hierher nach draußen ziehen (2):
einen Schlüssel (aus der Tasche) h. — 2. etw. aus
etw. h. einen Auszug aus einem Text machen, etw.
exzerpieren: aus demFahrplan die Anschlußzüge h.
herb /A d j./ 1. im Geschmack od. Geruch nicht süß
od. mild, sondern säuerlich und leicht bitter: ein
herber Wein, Duft; die Äpfel schmecken angenehm
h. — 2.1. streng, verschlossen w irkend: ein herber
Mensch, Charakter; jmd. wirkt h. 2.2. eine herbe
(scharfe 5) Kritik — 3. bitter (2): eine herbe Ent
täuschung
Herbarium, das; -s, Herbarien [..ien, ..ion] syste
matisch angelegte Sammlung getrockneter und ge
preßter, a u f Papierbogen geklebter (Teile von)
Pflanzen: ein H. anlegen
herbei /A d v .j von irgendwo dort hierher (1 ): h. (zu
mir)!
herbe]- /i n verbalen Zusammensetzungen; bezeichnet
die Richtung bei einer Annäherung von irgendwo
nach hier, an den Ort des Geschehens/: / z. B . her
beieilen
herbell -eilen /V b./ von irgendwo nach hier, an den
Ort des Geschehens eilen (1): sofort eilten Sanitäter
herbei; -führen /V b./ etw.' h. bewirken, daß etw.
zustande kommt, geschieht: eine Aussprache, Eini
gung, Wende h.; der Sturz aus dem Fenster
führte den sofortigen Tod herbei; -lassen, sich
/V b./ oft spött. sich zu etw. herablassen (2): sich
zu einer Antwort, Hilfeleistung h.; -strömen /Vb .f
in großer Anzahl von irgendwo nach hier, an den
Ort des Geschehens kommen (1): Tausende waren
herbeigeströmt, um die siegreiche Mannschaft zu
begrüßen; -wünschen /V b ./ jmdn., etw. h. w ün
schen, daß jmd. von irgendwo nach hier komme, daß
etw. eintrete: den Freund h.; <£>den Frieden, Tod
h.;
-ziehen /Vb.; hat/ -}
- etw. anden/ Haa
ren h.
her|bequemen,sich /V b .f umg.: hat er sich endlich
herbequemt (ist er endlich, wenn auch widerwillig,
hierher 1 gekommen)?
Herberge, die; -,
-n 1.1. Jugendherberge 1.2. v e r
altend einfaches Gasthaus, i n dem man über
nachten k an n: in einer kleinen H. übernachten —
2. veraltend um H. (Unterkunft) für die Nacht
bitten
her|bitten / Vb./ jmdn. bitten, hierher (1) zu kommen
Herbizid, das; -(e)s, -e chemisches M itte l zur Ver
nichtung von Unkraut
her|bringen / Vb.; / auch hergebracht/ etw., jmdn.
hierher (1) bringen (3)
Herbst, der; -(e)s, -e /vorw. Sg./ Jahreszeit zwischen
Sommer und Winter, i n der die Vegetationsperiode
endet: ein schöner, sonniger, milder, nasser H.;
es wird H.; O geh. der H. des Lebens (die Periode
des Alterns 1)
Herbst| -anfang, der /o. P I ./: am 23. September ist
H .; -ferien, die /P I./ Schulferien im Herbst
herbstlich /A d j./ dem Herbst entsprechend, wie im
Herbst: die herbstliche Laubfärbung; es ist h. kühl
Herbst] -messe, die /im Gegensatz zur Frühjahrs
messe/ jeweils im Herbst stattfindende Messe (I):
die Leipziger H.; -mode, die; -wetter, das; -zeit
lose, die; -,
-n a uf feuchten Wiesen im Frühherbst
rötlich bis blaßlila blühendes, giftiges Liliengewächs
Herd, der; -(e)s, -e 1. großer, tischhoher kasten
förmiger Ausstattungsgegenstand der Küche m it meist
einer Back-, Bratröhre, der als Kohleherd eine obere
waagerechte Fläche, als Elektroherd elektrisch be
heizte Platten, als Gasherd Brenner hat, a uf der,
denen Speisen gekocht, gebraten werden: die Pfanne
auf den H. stellen, vom H. nehmen; das Essen auf
dem H. haben (gerade dabei sein, das Essen zu
kochen); Feuer im H. (Kohleherd) anzünden; den
H. (Elektroherd) ein-, ausschalten; ein H. (Elektro
herd) mit vier Kochplatten; ein H. (Gasherd) mit
drei Gasflammen — 2. Ausgangspunkt, Zentrum
eines meist negativen Vorgangs: der H. der Un
ruhen, des Erdbebens; Med. ein tuberkulöser H .;
der H. der Entzündung
Herd)buch, das Landw. Verzeichnis derjenigen
Zuchttiere, die a u f Grund ihrer Abstammung und
Leistungen dem Z ie l der Zucht (1) entsprechen
Herde — herholen
553
Herde, die; -n 1.1. zu einem landwirtschaftlichen
Betrieb od. einem Tiergarten gehörende, unter der
Aufsicht eines H irten od. eines Tierpflegers stehende
größere Gruppe von Säugetieren der gleichen A r t :
eine H. Schafe, Binder; der Schäfer treibt die H.
auf die Weide, hütet die H. 1.2. in freier Wildbahn
zusammenlebende größere Gruppe w ilder Säugetiere
der gleichen A r t : auf einer Safari eine H. von
Elefanten filmen — 2. Gruppe unselbständig ein
ander od. einem Anführer folgender Personen: in
der H. mitlaufen
Herden| -tier, das in einer Herde, n icht einzeln
lebendes Tier; -trieb, der fo. P l.f 1.1. Trieb bestimm
ter Säugetiere, i n Herden zusammenzuleben 1.2.
umg. Verhaltensweise unselbständiger Menschen,
sich einer Mehrheit anzuschließen und nicht selb
ständig zu handeln
herein /Adv.; Trennung:herjein; / auch ’rein, ’rin/
[.. rain] von (dort) draußen (hierher) nach drinnen:
h.! /nach vorhergegangenem Klopfen an der T ü r A u f
forderung zum Eintreten!; jmd. ruft „Herein!“ ; von
draußen h. bläst es kalt
hergin- / i n verbalen Zusammensetzungen; bezeich
net eine Richtung von (dort) draußen (hierher) nach
drinnenj: / z. B . hereinschneien
herein f / auch Rein/rein|/| -bekommen jV b .j etw.
h. etw. als Ware geliefert bekommen: das Geschäft
an der Ecke hat Pelzmützen hereinbekommen;
-brechen /Vb.; ist/ etw. bricht über jmdn., etw.
herein etw. Unheilvolles trifft (1) plötzlich, un
erwartet jmdn., etw.: über eine Familie bricht ein
Unglück herein; eine Naturkatastrophe gewaltigen
Ausmaßes brach über das Land herein; -fallen
jV b .j umg. 1.1. reinfallen (2.1): bei einem Tausch,
Kauf h. 1.2. auf jmdn., etw. h. reinfallen (2.2):
auf einen Betrüger, Trick, jmds. ehrliches Gesicht
h.;
-kommen /V b .f 1. von (dort) draußen (hierher)
nach d rin ne n kommen (1): ins Zimmer, zur Tür
h.; wie bist du hereingekommen (nach drinnen
gelangt)? — 2.1. als Ware geliefert werden: wann
kommen Wintermäntel herein? 2.2. Geld kommt
herein (w ird eingenommen); -kriegen /V b./ umg.
etw. hereinbekommen; -legen /V b ./ jm dn . über
listen, in raffinierter Weise betrügen: bei einem Ge
schäft, Tausch hereingelegt werden; sich vom
Prüfer nicht h. lassen; -platzen jV b .j umg. plötz
lich, unerwartet bei jmdm., einer Veranstaltung er
scheinen : in eine Diskussion, Feier h.; -reißen jV b .;
hat/ umg. jm dn. (m it) in eine unangenehme,
schwierige, gefahrvolle Situ a tion bringen: er wird
uns noch alle h.; -schneien /V b ./ 1. von draußen i n
einen Raum schneien (1.1) (hat): wenn die Fenster
richtig zu sind, kann es nicht h.
—
2. umg.
unangemeldet bei jmdm ., einer Veranstaltung er
scheinen (ist): ihr könnt doch hier nicht so einfach
h., hereingeschneit kommen!; -spazieren /V b .f
scherzh. hereinkommen (1): wer kommt denn da
hereinspaziert?; (immer, nur) hereinspaziert! /A u f
forderung, einzutretenj; -ziehen /Vb.j 1. etw., jm dn.
von (dort) draußen (hierher) nach drin ne n ziehen (1.1)
(hat): den Handwagen in den Schuppen h.; jmdn.
am Arm packen und ins Zimmer h. — 2. (zu Fuß)
von dort draußen hierher nach drinnen ziehen (8.1)
(ist): die Sportler zogen singend ins Stadion her
ein — 8. (hat) es zieht (durchs Fenster) herein
(Zugluft dringt von draußen in den Raum)
her/Her| -fahren fV b .f 1.1. hierher fahren (1) (ist):
wie bist du hergefahren? 1.2. etw. hierher fahren
(3) (hat): er will uns das Holz h.
—
2. hinter,
neben, vor jmdm., etw. h. längere Zeit hinter,
neben, vor jmdm ., etw. fahren (1.2.1) (ist): mit dem
Motorrad neben der Straßenbahn h.; -fahrt, die
Fahrt (1.1) zu diesem Ort: auf der H. war der Zug
überfüllt; -fallen fV b.j 1. über jmdn. h. jmdn.
brutal überfallen, jmdn. unvermutet angreifen: die
Rowdys fielen über ihn her und schlugen ihn zu
sammen; O mit Fragen, Vorwürfen über jmdn.
h.; umg. alle sind über ihn hergefallen (haben
ihn heftig kritisiert) — 2. über etw. h. etw. gierig
und in großen Mengen zu essen, fressen anfangen:
hungrig über das Frühstück h.; die Geier fielen
über das Aas her; -finden IVb .f den Weg hierher
find e n : wie habt ihr hergefunden?; -gang, der
Verlau f eines Geschehens: den H. eines Unglücks,
der Ereignisse schildern; sich genau an den H.
erinnern; -geben fVb.f 1. etw. hierher zu jmdm.
reichen (1): gib mir mal das Buch her! — 2.1. etw.
weggeben, etw., jm d n . fü r einen bestimmten Zweck
z ur Verfügung stellen: das Buch gebe ich ungern
her; seine Ersparnisse, Freizeit für eine gute Sache
h.; jmd. gibt alles, sein Letztes her (ist opferbereit,
sehr gutherzig); viele Mütter haben im Krieg ihre
Söhne h. müssen (die Söhne vieler Mütter sind im
Krieg gefallen) 2.2. sich für etw. h. sich an einer
zweifelhaften Sache beteiligen: willst du dich dafür
h.?; dafür gebe ich mich nicht her!; O dafür gebe
ich meinen Namen nicht her! 2.8. umg. das Thema
gibt eine Menge, nichts her (ist ziemlich ergiebig,
ist unergiebig); der ausgelaugte Boden gibt nicht
viel her (bringt keine hohen Erträge); er rennt,
läuft, was die Beine h. (so schnell er kann); -ge
bracht /A dj.;
auch herbringen/ seit langem
üblich: in hergebrachter Weise verfahren; am
Hergebrachten hängen; -gehen /V b./ 1. hinter,
neben, vor jmdm., etw. h. längere Z eit hinter,
neben, vor jmdm ., etw. gehen (1): die Kinder gingen
hinter, neben der Musikkapelle her — 2. umg.
es geht lustig, toll her (es herrscht eine lustige
Stimmung, es geht lustig, toll zu); bei der Feier
ging es hoch her (herrschte eine ausgelassene S tim
m ung); bei der Diskussion ging es heiß her (man
diskutierte heftig) — 3. umg. es geht über jmdn.,
etw. her (von jmdm., etw. w ird schlecht geredet,
jmd., etw. wird kritisiert) — 4. umg. es geht über
etw. her etw. w ird i n großer Menge verbraucht: an
dem Abend ist es ganz schön über unseren Wein
hergegangen; -gelaufen /A d j.; nicht präd.; emot./
von irgendwoher zugezogen od. zu einem bestimmten
K reis erst später dazugekommen und dort aus diesem
Grunde als frag würdig angesehen, nichts geltend:
für die Einheimischen war er ein Hergelaufener;
-haben / Vb.; in Verbindung m it wo als Satzanfangj
umg.: wo hast du das Buch, diese Neuigkeit her
(von wem hast du das Buch bekommen, diese Neuig
keit erfahren; von welcher Stelle hast du das Buch
genommen)!; wo kann er diese Begabung bloß h.
(von wem kann er diese Begabung geerbt haben)!;
-halten jVb.f 1. etw. in Richtung auf jmdn., eine
Stelle halten (1.1): du mußt den Teller richtig h.!
—
2. für etw. h. müssen fü r einen bestimmten
Zweck herangezogen, ausgenutzt (1.1) werden:
etw. muß als Beweis für eine Theorie, als Vorwand
h.;
-holen /V b.f jmdn., etw. hierher holen (1.1):
wir müssen einen Arzt h.; + etw. ist / weit
554
Verhören — Herr
hergeholt; -hören fV b .f dem Sprecher aufmerksam
zuhören: (alle) mal h.!
Hering, der; -(e)s, -e 1. im Meer lebender, schlanker
Knochenfisch, der an den Seiten silbrig glänzt und
als Speisefisch genutzt w ird : frische, grüne, ge
salzene, geräucherte, marinierte Heringe; Heringe
fangen, ausnehmen, wässern, braten; Pellkartof
feln mit H. essen — 2. einer von mehreren Pflöcken
aus Holz od. M etall, die außerhalb des Zeltes in die
Erde geschlagen werden und z u r Befestigung der
Schnüre des Zeltes dienen
+ umg. scherzh. wie die Heringe (dicht gedrängt)
sitzen, stehen
herinnen /Adv .; Trennung: her|innen/ [..rin..]
süddt. österr. (hier) drinnen
her/Her| -kommen fV b .f 1. hierher kommen (1):
komm doch mal her!; wie bist du hergekommen
hierhergelangt)? — 2. umg. /i n Verbindung m it
wo als Satzanfang/ wo soll das Geld, Material h.
(von wem, aus welcher Quelle soll das Geld, M aterial
dafür kommen)? — 8. von etw., jmdm. h. in
etw. seine Grundlage haben, an jmds. Theorie an-
knüpfen: dieser Philosoph kommt von der Physik,
von Hegel her; -kömmlich fA d j.f in Überein
stimmung m it dem Überkommenen, traditionell: die
herkömmlichen Energiequellen, Methoden; in her
kömmlicher Weise arbeiten; -kunft, die; -, -künfte
fvorw. Sg.f 1, soziale od. nationale Abstammung:
jmds. soziale H.; bürgerlicher H. sein; seine H.
nicht verleugnen; seiner H. nach ist er Pole —
2. die Waren sind überseeischer H. (stammen aus
Übersee)', -leiten fV b .f 1.1. etw. aus, auch von etw.
h. etw. a u f Grund eines Tatbestandes (1) aus etw.
als Folgerung ableiten: aus einer Zusage, einem
Versprechen, seiner Stellung einen Anspruch h.;
Math, eine Formel h. (entwickeln 4) 1.2. etw. von,
aus etw. h. etw. auf einen bestimmten Ursprung
zurückführen: ein Wort aus dem Lateinischen h.;
-machen fV b .f umg. 1.1. etw., jmd. macht etwas
her etw., jmd. w irk t äußerlich sehr vorteilhaft, sieht
sehr ansprechend, eindrucksvoll aus: das Geschenk
macht etwas, nicht viel her; in diesem Aufzug
macht er nichts her 1.2. von etw., jmdm., von
sich viel, wenig h. von etw., jmdm., sich viel, wenig
Aufhebens machen: von diesem Film, Regisseur
wird sehr viel hergemacht; er macht nicht
genug, zu wenig von sich her ( tritt zu bescheiden
a u f) — 2. sich über etw. h.: sich über die Arbeit
h. (mit der Arbeit beginnen); sich über das schmut
zige Geschirr h. (das schmutzige Geschirr abzu
waschen beginnen); sich über die Torte h. (die
Torte zu essen beginnen)
1Hermelin, das; -s, -e Marder, der im Winter ein
wertvolles weißes F e ll hat
2Hermelin, der; -s, jo. P l.f (weißes) Fel 1(2) vom
1Hermelin: der Mantel ist mit H. besetzt
hermetisch fA d j.; vorw. adv./ bes. fü r Luft, Wasser,
Gas, Schall undurchlässig, undurchdringlich: die
Kabine ist h. abgeschlossen; etw. h. verschließen;
O die Polizei riegelte das Gelände h. ab
hernach fAdv .f veraltend danach (1), hinterher
(2): der Dieb flüchtete, wurde jedoch (bald) h.
verhaftet
her{nehmen fVb.f 1. fin Verbindung mit wo als
Satzanfangf wo soll ich das Geld h. (wie soll ich
das Geld beschaffend; wir wissen nicht, wo wir
die Fachleute dafür h. sollen — 2. landsch. etw.
nimmt jmdn. in bestimmter Weise her etw. nim m t
jmd n. m it: die Krankheit, Scheidung hat ihn
mächtig, sehr hergenommen
hernieder fA dv .f geh. herunter (1, 2)
heroben fAdv .; Trennung: her|oben/ [..ro:..]
süddt. österr. (hier) oben
Heroe, der; -n, -n [..0 :9 ] 1. geh. überragender,
heldenhafter Mensch, H eld : die Heroen des Wider
standes gegen den Faschismus — 2. Heros (1);
zu 1 Heröentum, das; -s, fo. P l.f
Herom, das; -s, fo. P l.f [..o|i:n] aus M orphin her
gestelltes, weißes, pulveriges Rauschgift, das leicht
zur Sucht führt
heroisch fA d j.f [. .o:if] 1. heldenhaft: ein heroischer
Entschluß, Kampf; sich h. wehren — 2. bild.
Kunst eine heroische Landschaft (ideale 3 Land
schaft bes. m it einer Staffage aus antiken Elementen)
heroisieren fsw. Vb.; hat/ [..o|i..] jm d n . (un
gerechtfertigt) als Helden, etw. (ungerechtfertigt) als
heldenhaft verherrlichen
Heroismus, der; -, fo. P l.f [..o|is..] Heldentum,
Heldenmut
Herold, der; -(e)s, "e Angehöriger eines m ittel
alterlichen Hofstaates, der als Bote diente od. auch
den W illen des Herrschers verkündete: der H. ver
kündete die Namen der Ankommenden; zwei
Herolde ritten voran
Heros, der; -, Heroen [..o:9n] 1. nach seinem Tod
als Halbgott verehrter H eld (1), einem Gott ähnlicher
Held (1) in der antiken Mythologie — 2. geh.
Heroe (1)
Herr, der; -(e)n, -en / / * auch Herrchen/ 1.1. fhöf
liche Bez. fü r eine erwachsene männliche Person,
die man nicht näher kenntf: ein älterer, freund
licher, elegant gekleideter H.; ein H. möchte Sie
sprechen; ein Kaufhaus für den Herrn; die Herren
ließen den Damen den Vortritt; spött. ein feiner,
sauberer H. (Mann mit unlauterem Charakter, un
ehrenhaft handelnder M a n n ) ; Sport bei den Herren
siegte N; die alten Herren (Sportler der Alters
klasse über 32 Jahre) 1.2. /als Anrede fü r eine er
wachsene männliche Person/: was wünschen Sie,
mein H.?; meine sehr verehrten (Damen und)
Herren! 1.8. fo. P L; tritt in der höflichen Anrede
vor den Namen, Titel einer erwachsenen männ
lichen Person/: guten Tag, H. Müller!; ein Anruf
für Sie, H. Professor!; H. Ober!; veraltend geh.
wie geht es Ihrem Herrn Vater, Sohn? — 2.1.
(männliche) Person, die a u f Grund ih re r ökono
mischen, politischen, sozialen Macht über andere
herrscht, jmd., der über jmdn. Gewalt hat: die Er
oberer machten sich zu Herren des Landes; er
regierte als H. (Herrscher) in den besetzten Pro
vinzen 2.2. der Hund hat seinen Herrn (Besitzer
1.1) verloren — 8. fo. P l.f Rel. der H. Gott (1.1):
den Herrn loben; H., erbarme dich unser!;
scherzh. er ist ein großer Jäger, Gärtner vor dem
Herrn (ein begeisterter, erfolgreicher Jäger, Gärtner)
+ sein eigener H. sein (unabhängig 1.2 sein); H.
der Lage, Situation sein, bleiben (in einer kritischen
Lage den Überblick behalten, eine kritische Situation
beherrschen); nicht mehr H. seiner Sinne sein (die
Selbstbeherrschung verloren haben); einer Sache,
jmds. H. werden, über etw., jmdn. H. werden
(etw. Schwieriges bewältigen, meistern, sich jmdm.
gegenüber durchsetzen); scherzh. die Herren der
Schöpfung (die Män ne r); gespreizt aus aller
Herrchen — Herstellung
555
Herren Ländern (aus allen Teilen der Erde, aus
vielen Ländern)
Herrchen, das; -s, - j / auch Herr 2.2; w ird vom
Besitzer eines Hundes gesagt; meist in der H in
wendung zum Tier/: komm zu H .!; der Hund hat
sein H. verloren
Herren/herren| -artikel, der jvorw. P l.j Artik el (3)
fü r den Bedarf erwachsener männlicher Personen;
-bekleidung, die Kleidung für Männer; -besuch,
der veraltend Besuch eines Mannes in der Woh
nung einer weiblichen Person; -doppel, das (Tisch
tennis m it männlichen Spielern besetztes Doppel (II);
- ein zel, das (Tisch)tennis vgl. -doppel; -fahrrad,
das fü r einen Mann bestimmtes Fahrrad, dessen
Rahmen eine Stange zwischen Vorder- und H in te r
rad hat; -hose, die vgl.
-bekleidung; -konfektion,
die vgl.
-bekleidung; -lo s /A d j.j (anscheinend) nie
mandem (mehr) gehörend: ein herrenloser Hund;
herrenloses Gepäck; -mantel, der; -mode, die 1.
jvorw. Sg./ Mode für Männer — 2. /nur im Pl.j
vgl.
-bekleidung; -partie, die veraltend Ausflug,
an dem nur Männer teilnehmen; -rad, das Herren
fahrrad; -Salon, der Frisiersalon für Männer;
- Schneider, der Schneider fü r Herrenbekleidung;
-s chuh, der; -tiere, die /Pl.j fachspr. Primaten;
- toilette, die Toilette (II.1) für ausschließlich männ
liche Personen; -Unterwäsche, die Unterwäsche fü r
Männer
Herr| -gott, der jo. P l.j 1. /; gott/ Rel. ev. kath.
Gott (1.1) — 2. /-gott, auch -gott/ salopp H. noch
mal! /Aus ru f der Ungeduld/; 7gottsfrühe, die
+ umg. in aller H. (sehr früh am Morgen)
hgr|richten /Vb.j 1. etw., jmdn., sich fü r einen be
stimmten Zweck durch vorbereitende Maßnahmen i n
den angemessenen Zustand bringen: für einen Gast
ein Bett, Zimmer h.; den Tisoh h. (decken);
landsch. sich h. (sich zurechtmachen) — 2. die
Wohnung ist sehr verwohnt und muß erst wieder
hergerichtet (renoviert) werden
herrisch /A d j./ gebieterisch barsch: etw. in herri
schem Ton verlangen; etw. h. fordern; jmd. ist
h., ein herrischer Mensch, hat eine herrische Art
(is t herrschsüchtig, w i l l immer befehlen)
herrlich /A d j./ 1. außerordentlich schön (1): ein
herrlicher Anblick; herrliche Stoffe, Farben; etw.
klingt, schmeckt h.
—
2. außerordentlich schön
(2.1): eine herrliche Aufführung, Ausstellung; ein
herrlicher Tag, Urlaub; ein herrliches Leben
haben; das Wetter war h.
-J- h. und in / Freuden leben
Herrschaft, die; -, -en 1. jo. P l.j das Handeln, das
Verhältnis von Menschen(gruppen) als bestimmend
gegenüber anderen Menschen(gruppen), über etw.,
(Ausübung von) Macht (1.2), Regierungsgewalt: die
H. des Volkes, der Arbeiterklasse; die unum
schränkte H. eines Diktators; unter der H. der
Kapitalisten; die H. (über jmdn., etw.) innehaben,
an sich reißen, erringen, verlieren; zur H. ge
langen, kommen; die Kolonialherren bemächtigten
sich der H. über das Land; O die H. der Mode;
die H. über den Wagen verlieren (den Wagen nicht
mehr steuern können); die H. über sich (die Selbst
beherrschung) verlieren — 2. /nur im PI./ umg.
Ruhe, (meine) Herrschaften! /als Anrede fü r an
wesende Personen/; aber Herrschaften! /an an
wesende Personen gerichteter Ausruf der M iß
billigung/ — 3. (die) Inhaber von feudalen od. denen
ähnlichen Rechten über bestimmte Personen (und
Güter): der Kutscher, das Dienstmädchen nannte
den Namen seiner H.; zu 3 herrschaftlich /A d j./
Herrschafts| -anspruch, der Anspruch auf H err
schaft (1); -bereich, der Bereich, au f den sich jmds.
Herrschaft (1), die Herrschaft einer Gruppe erstreckt
/vorw. a uf negativ bewertete Herrschaftsverhältnisse
angewandt/
herrschen /sw. Vb.; hat/ 1. Herrschaft (1) aus
üben: in diesem Land, Staat herrscht das Volk;
die herrschende Klasse; die herrschende Ideologie
(Ideologie der herrschenden Klasse); wer herrschte
damals in, über Preußen?; unumschränkt h.
—
2. etw. herrscht, es herrscht etw.; im Hause
herrscht große Aufregung, Freude (war überall
große Aufregung, Freude); in der Stadt herrscht
reges Treiben; seit Tagen herrschte (w a r ) . eine
drückende Hitze; es herrschte eisiges Schweigen
(alle drückten durch Schweigen ihre Ablehnung a us);
es herrscht die Grippe (die Grippe grassiert); die
herrschenden (bestehenden 1) Auffassungen, Vor
urteile
Herrscher, der;, -s, - die Regierungsgewalt allein
innehabende Einzelperson, (feudaler) Machthaber:
ein unumschränkter, absoluter, grausamer H .; der
H. des Landes, über das Volk, Land
Herrscher|haus, das Dynastie
Herrsch/herrsch| -sucht, die /o. P L / bei jmdm. stark
ausgeprägtes Streben, stets eine bestimmende, a n
ordnende Rolle zu spielen; dazu -süchtig /A d j./
hgr/Her| -rühren /V b .j aus, von etw. h. durch etw.
verursacht sein: der Lärm rührt von einem Bagger
her; seine Empfindlichkeit rührt aus seiner Un
sicherheit her; -sagen /Vb ./ etw. Auswendiggelern
tes (ausdruckslos, eintönig) vortragen: ein Gedicht
(auswendig) h.; noch nach vielen Jahren konnte er
die Namen seiner Klassenkameraden h. (aufzählen,
nennen); -schauen /V b./ landsch. hersehen: er
schaut unverwandt her; da sohau her! /A u s ru f des
Erstaunens/; -sehen / Vb./ hierher sehen (1.3): sieh
mal her!; -sein /Vb.; ist hergewesen; Präs. u . Prät.
her 3/; -setzen / Vb./ 1. sich, jmdn. hierher setzen
(1): setzt euch doch ein bißchen her! — 2. etw.
hierher stellen (2.1): setz den Korb nur her!; -stam
men /V b ./: weißt du, wo dieses Wort herstammt
(wo dieses Wort seinen Ursprung hat)!; er stammt
von den Hugenotten her (ist ein Nachkomme der
Hugenotten); -stellen /V b.j 1.1.• ein Produkt er
zeugen, etw. fertigen, produzieren: Gebrauchsgüter,
Maschinen, Lebensmittel h.; etw. von Hand, ma
schinell, industriell, in Serie h.; etw. wird aus Plast,
Metall hergestellt; was stellt dieser Betrieb her? —
2.1. etw. zustande bringen: eine TelefonVerbindung
h.; Kontakt, ein gutes Verhältnis zu jmdm. h.
2.2. bald stellte sich ein Gleichgewicht der Kräfte
her (entstand ein Gleichgewicht der Kräfte) —
II. sich, etw. an diese Stelle stellen (1, 2.1): stell dich
her!; stell die Kiste ruhig her!; -steiler, der; -s, -
I. Produzent (1): etw. direkt beim H. bestellen,
vom H. beziehen — 2. Verlagsw. Mitarbeiter
eines Verlages, der das M a n u s k ript typographisch
bearbeitet, sowie Satz (3.1), Druck und Binden des
Druckerzeugnisses überwacht
Hersteller] -betrieb, der Betrieb, i n dem ein be
stimmtes Produkt erzeugt w ird; -werk, das vgl. -be
trieb
Herstellung, die; -, jo. P I .; zu hersteilen 1/
Hertz, das; - /Abk. Hz; Maßeinheit der Fre
quenz]
herüben /Adv.; Trennung: her|üben/ [..ry:bon]
süddt. österr. a u f dieser Seite
herüber /Adv.; Trennung: her|über; / auch
’rüber/ [..ry:bor] von dort drüben (über eine gewisse
Entfernung, ein Hindernis hinweg) nach dieser Seite:
ein Sprung über den Graben h., und schon stand er
neben mir, ihm; wie lange dauert der Flug von
Amerika h.?
herüber- j i n verbalen Zusammensetzungen; be
zeichnet die Richtung von dort drüben nach dieser
SeiteI: / z. B . herüberreichen
herüber j / auch rüber|/| -blicken jV b .j von dort
drüben nach dieser Seite blichen (1): er blickt zu uns
herüber; -grüßen /V b./ von dort drüben jmdn. nach
dieser Seite grüßen (1.1): er kam uns auf der anderen
Straßenseite entgegen und grüßte freundlich her
über; O die Türme der Stadt grüßen herüber (sind
von hier aus in der Ferne sichtbar); -klettern /V b.j
von dort drüben über etw. hinweg a u f diese Seite
klettern; -reichen ]Vb./ 1. etw. von dort drüben auf
diese Seite reichen (1): bitte, reich mir doch mal das
Salz herüber! — 2. lang genug sein und von dort
drüben bis a u f diese Seite reichen (2.1): die Schnur
reicht nicht bis zu mir herüber; -ziehen /V b ./ 1.
etw., jmdn. von dort drüben auf diese Seite ziehen (1.2)
(hat): er zog sich einen Stuhl herüber und setzte
sich zu uns — 2. jmdn. (zu sich) h. jmdn. für sich
gewinnen (hat): sie wollten ihn zu sich h., aber
er blieb bei seiner Meinung — 8. (ist) 8.1. (zu F uß)
von dort drüben a u f diese Seite ziehen (8.1): singend
kamen sie herübergezogen 3.2. von dort drüben a u f
diese Seite umziehen: sie wohnten früher gegenüber
und sind vor kurzem (in unser Haus) herüber
gezogen
herum fAdv.; Trennung: her|um; / auch ’rum u .
herumsein/ [..rum] 1. /bezeichnet eine Bewegung,
Schwenkung im Bogen um etw., sich selbst/: er ging
nach rechts h. — 2. /als Verstärkung der Präp. um;
/ Him 1.1.1/ 2.1.
(1.1.1) 2.1.1. er ging um den
Baum h. (er ging um den Baum) 2.1.2. um Berlin h.
(in der Umgebung von Berlin) gibt es viele Seen;
alle um ihn h. (alle i n seiner Umgebung) wissen Be
scheid, nur er ist völlig ahnungslos 2.2. /w eist a u f
eine ungefähre Zeit-, Maß- , Wertangabe hin/: um
den 20. Mai h. (kurz vor od. nach dem 20. M ai); ein
Mann um die Fünfzig h. (von ungefähr 50 Jahren);
es sind um die 100 Meter h. (ungefähr 100 M ete r);
es kostet (so) um die 500 Mark h. — 3. umg. jmd.
ist um jmdn. h. (jmd ist ständig in jmds. Nähe und
kümmert sich um ihn); etw. ist h. (etw. ist durch
Weitersagen allgemein bekannt geworden; etw. ist
vorbei, vorüber)
herum- / i n verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen/ 1. /bezeichnet eine
kreis-, bogenförmige Richtung/: / z. B . herumfah
ren — 2. /bezeichnet ein Ändern der Richtung von
etw., jmdm. zur anderen Seite/: / z. B . herum
drehen — 3. /druckt aus, daß eine Tätigkeit plan
los, ziellos i s t / : / z. B . herumbummeln, herum
gehen — 4. /drückt aus, daß sich ein Tun über län
gere Z eit erstreckt/ : / z. B . herumexperimentieren
herum/Herum / / auch rum|/ | -bekommen /V b ./
umg. 1. jmdn. dazu bringen, daß er tut, was man
w ill, jmdn. fü r etw. gewinnen: sie hat ihn doch noch
h. — 2. wir werden den Tag schon irgendwie h.
556
Hertz — herumkommandieren
(herumbringen); -blättern /V b.j längere Zeit in
etw. (wahllos) blättern (1): gedankenlos in einem
Buch h.; -bringen /Vb ./ umg. eine bestimmte Z eit
spanne in einer bestimmten Weise hinter sich b rin
gen: die Wartezeit mit Skatspielen h.; -bummeln
/Vb./ umg. 1. rumbummeln (1) (hat) — 2. rum
bummeln (2) (ist); -drehen / Vb.j 1, etw., jmdn., sich
um die eigene Achse drehen: den Schlüssel im
Schloß h.; sich zu jmdm. h. — 2. etw., jmdn., sich
a u f die andere Seite drehen: eine Münze h.; sich auf
die andere Seite h. und weiterschlafen — 3. umg.
an etw. h. längere Z eit über (wahllos, erfolglos) an
etw. drehen: an den Knöpfen des Radios h.;
-j-
jmdm. das / Wort im Mund(e) h.; -drücken /V b .f
1. umg. sich um etw. h. sich einer Verpflichtung
entziehen: sich um eine Arbeit, offene Aussprache
h. — 2. salopp sich irgendwo h. sich längere Z e it
über irgendwo aufhalten, ohne etwas N ützliches zu
tu n : sich auf der Straße h.; wo hast du dich wieder
herumgedrückt?; -drucksen/Vb. /umg. längere Z eit
zögern, über etw. zu sprechen, sich nicht direkt über
etw. äuß ern: verlegen h.; -experimentieren /V b .f
längere Z eit über ohne feste Konzeption, erfolglos ex
perimentieren; -fahren /Vb.j 1. im Kreis, Bogen (um
etw., jm dn.) fahren (1.2.1) (ist): um einen See h.
—
2.1. ohne festes Z iel i n einer bestimmten Gegend
von einer Stelle zur andern fahren (1.2.1) (ist): mit
dem Auto (in der Gegend) h. 2.2. jmdn. in einer
bestimmten Gegend von einer Stelle z ur anderen
fahren (3) (hat): er hat uns in der Stadt herum
gefahren — 3. sich mit einem heftigen Ruck um
wenden (ist): erschrocken, heftig, mitten im Satz h.
—
4. (ist) mit den Händen, Armen in der Luft h.
(gestikulieren); -führen /Vb.j 1. jmdn., ein Tier im
Kreis , Bogen (um etw.) führen (1.2): ein Pferd (im
Kreis) h. — 2.1. etw. um etw. h. etw. so anlegen,
daß es im Kreis, Bogen um etw. verläuft: eine neue
Straße um die Stadt h. 2.2. etw. führt um etw.
herum etw. verläuft im Kreis, Bogen um etw.: die
Buslinie führt um das Zentrum herum — 3. jmdn.
in einer bestimmten Gegend von einer Stelle z ur an
deren führen (1.1): die Schüler wurden im Museum
herumgeführt; -f- jmdn. an der / Nase h.;
-gehen /Vb./ 1. im Kreis, Bogen (um etw., jmdn.)
gehen: nervös immer im Kreis, um den Tisch h.;
um eine Pfütze h. (der Pfütze ausweichen); O um
eine Schwierigkeit h. — 2.1. irgendwo längere Z eit
von einer Stelle z ur anderen gehen: unruhig im Zim
mer h. 2.2. m it einem bestimmten Anliegen in einem
bestimmten Personenkreis von einem zum anderen
gehen: mit einer Sammelliste h. 2.3. i n einem be
stimmten Personenkreis von einem zum anderen
weitergegeben werden: der Umlauf ist in allen Ab
teilungen herumgegangen 2.4. durchWeitererzählen
verbreitet werden: die Neuigkeit ging sehr schnell
herum — 3. umg. etw. geht jmdm. im Kopf herum
(etw. beschäftigt fortwährend jm ds . Gedanken) —
4. umg. vergehen, verstreichen: der Nachmittag ist
schnell herumgegangen; -hacken /V b ./ salopp
auf jmdm. h. jmdn. ständig kritisieren, ständig an
jm dm . etwas auszusetzen haben: hackt doch nicht
schon wieder auf ihm herum!; -horchen jV b .j umg.
bei mehreren Leuten nachfragen, um etw. Bestimm
tes in Erfahrung zu bringen: er will in seiner Ar
beitsgruppe h., ob jemand dafür Interesse hat;
-kommandieren /Vb./ umg. jmdn. h. jmdm . stän
dig in befehlendem Ton Anweisungen erteilen: stän-
herumkommen — herunterholen
557
dig kommandiert sie ihren Mann herum; ich lasse
mich nicht so h.!; -kommen /Vb./ 1. um etw. h.
1.1. sich im Bogen, Kreis um etw. 1bewegen und
sichtbar werden: der Demonstrationszug muß gleich
um die Ecke h. 1.2. umg. er kam mit dem voll
gepackten Handwagen nicht um den Pfosten
herum (konnte nicht um den Pfosten herumfahren)—
2. umg. zu jmdm. h. jmdn., der in der Nähe wohnt,
besuchen: wir kommen heute abend zu euch herum
—
8. umg. um etw. h. einer unangenehmen Sache
ausweichen (1.3) können, etw. umgehen (II.l) kön
ne n : um diese Entscheidung, Tatsache kommt er
nicht herum — 1. umg, er kommt in seinem Beruf
viel, in der Welt herum {ist viel auf Reisen und
lern t so vieles kennen); -liegen /Vb./ umherliegen;
-lungern /Vb./ umg. sich untätig irgendwo a uf-
halten: auf der Straße, in Kneipen h.; -reden jVb./
1. um etw. h. über etw. reden, ohne dabei das Wesent
liche zu berühren: um den Kern der Dinge, die ent
scheidende Frage h. — 2. umg. die Leute reden viel
herum (reden viel unnützes Zeug, klatschen II.l viel);
-reißen fV b.; hat/ etw. m it einem heftigen Ruck
in eine andere Richtung bewegen: er konnte den
Wagen, das Steuer in letzter Sekunde h.; -reiten
JVb.; ist/ salopp auf einer Sache h. immer wieder
a u f dieselbe Sache zu sprechen kommen: auf jmds.
Fehlern h.; -schlagen / Vb.; hat/1. etw. um jmdn.,
etw. tvickeln (2.1): eine Decke um das frierende
Kind h.; die überstehenden Ecken h. (umbiegen 1)
— 2. umg. sich mit etw., jmdm. h. sich ständig m it
etw.,
jmdm. auseinandersetzen müssen, ständig
Schwierigkeiten m it etw., jmdm. haben: sich mit dem
Haushalt, Hauswirt, mit Zweifeln h.; -sein /V b .;
ist herumgewesen; Präs. u. Prät. ^
herum 3/;
-sprechen, sich /V b ./ durch Weitererzählen allge
mein bekannt werden; -streifen fV b .; ist/ ohne festes
Z ie l in einer bestimmten Gegend von einer Stelle zur
anderen gehen, umherstreifen: allein (im Waid) h.;
-streunen /V b .; ist/ herumstreifen: eine herum-
streunende Katze; -strolchen /V b ./ umg. h erum
s treifen: als Junge strolchte er gern (im Wald)
herum; -stromern /V b ./ umg. herumstreifen; -tan
zen /Vb.; ist/ + jmdm. auf dem / Kopf, der
Nase h.; -tollen / Vb./ in ausgelassenem Spiel irgend
wo umherlaufen: die Kinder haben, sind im Garten
herumgetollt; -tragen / Vb./ 1. etw. mit sichh. 1.1.
etw. (ständig)bei sich haben: ständig einen Einkaufs
beutel mit sich h. 1.2. sich in Gedanken (ständig) m it
etw. beschäftigen: eine Sorge, einen Plan mit sich h.
—
2. umg. etw.* (Negatives) dadurch verbreiten, daß
man es vielen erzählt: eine Neuigkeit, jmds. Äuße
rungen überall h.; -treiben, sich / Vb.; hat/ 1. kein
geordnetes Leben führen, keiner geregelten Arbeit
nachgehen und sich bald hier, bald dort aufhalten:
nachdem er in seinem Betrieb gekündigt hatte,
fing er an, sich (in Kneipen) herumzutreiben; sie
treibt sich mit Männern herum — 2. umg. herum
streifen: sie trieben sich den ganzen Tag in der
Stadt herum und sahen sich die Schaufenster an;
zu 1 -treiber, der; -s,
-werfen / Vb./ 1. etw., sich
m it einem heftigen Ruck in eine andere Richtung
bewegen: das Steuer, den Kopf h.; sich schlaflos,
unruhig im Bett h. (sich immerzu von einer Seite
au f die andere drehen) — 2. umg. (mit) etw. h. m it
etw. unachtsam umgehen, etw. unachtsam irgendwo
h in werfen: die Kinder werfen mit ihren Spiel
sachen herum; -wirtschaften / Vb./ umg.: im Kel
ler, an seinem Auto h. (sich ständig zu schaffen
machen)
herunten /Adv .; Trennung: her|unten/ [..run..]
süddt. österr. (hier) unten: er ist h. auf dem Hof
herunter /Adv .; Trennung: herunter; / auch
’runter u. heruntersein/ [..run..] 1. von (dort) oben
(hierher) nach unten: h. mit euch!; den Fluß h.
(flußabwärts); er hat uns vom Balkon h. gesehen;
vom Dach h. tropft es; O vom Professor bis zum
Studenten h. Unterzeichneten alle den Appell —
2. von einer bestimmten Stelle weg: h. damit (vom
Tisch)! — 8. umg. 8.1. alle Jalousien sind h. (her
untergelassen) 3.2. jmd. ist (völlig) mit den Nerven
h. (hat stark angegriffene Nerven)
herunter- / i n verbalen Zusammensetzungen/ 1. /be
zeichnet eine Richtun g von (dort) oben (hierher) nach
unten/: /
z. B . herunterfallen — 2. /bezeich
net die Erstreckung nach unten bei einem hängenden
Gegenstand/: / * z. B . herunterhängen — 3. /be
zeichnet das Entfernen von einer Oberfläche/: /
z. B . herunterkratzen — 4. /bezeichnet das Gedan
kenlose, Einförmige bei einer Tätigkeit/: / z .B .
herunterleiern
herunter / / auch runter|/| -brennen /V b .; ist/
1.1. die Kerzen sind fast heruntergebrannt (durch
Brennen immer kürzer geworden und schließlich
verbraucht) 1.2. durch Feuer, Brand völlig zerstört
werden; das Haus war bis auf die Grundmauern
heruntergebrannt; -bringen /V b ./ 1. etw., jm d n .
(hierher) nach unten bringen; (3): würdet ihr bitte
denSchrank (vomBoden, die Treppe) h.?; er wurde
von den Gastgebern zum Auto heruntergebracht
(nach unten begleitet) — 2. umg. etw. hinunter
bringen (2): keinen Bissen, Schluck h.; -drücken
/V b ./ 1. etw. nach unten drücken (1.1): die Klinke h.
—
2. umg. etw. durch strenge Maßnahmen auf ein
niedrigeres M aß bringen: es gelang dem Arzt, das
Fieber herunterzudrücken; man will versuchen,
die Kosten herunterzudrücken; -fallen / Vb./ (hier
her) nach unten fallen (1.1): die Truppe, von der
Leiter h.; -gehen / Vb./ 1. (hierher) nach unten ge
hen (1): leise die Treppe h. — 2. sich nach unten b e
wegen: das Flugzeug ging auf 1000 Meter herunter
— 3. umg. 3.1. würdest du bitte vom Sofa h. (das
Sofa räum en)? 3.2. geh bitte mit deinen Sachen
vom Tisch herunter (nim mt bitte deine Sachen vom
Tisch weg)\ — 4.1. umg. mit etw. h. etw. auf ein
niedrigeres M aß bringen: weil die Straße spiegel
glatt war, mußte er mit dem Tempo h.; mit dem,
im Preis h. (den Preis senken, im Preis gesenkt
werden) 4.2. umg. abnehmen, nachlassen, sinken:
die Temperatur, das Fieber geht herunter —
5. umg. sich von einer Oberfläche entfernen lassen:
der Fleck ist nicht von der Tischplatte herunter
gegangen; -handeln /V b ./ umg.: einen Preis h.
(durch Feilschen einen niedrigeren Preis erzielen);
er hat bei dem Kauf aus zweiter Hand 50 Mark vom
Kaufpreis heruntergehandelt (hat durch Feilschen
erreicht, daß der ursprünglich verlangte Kaufpreis
um 50 M ark gesenkt wurde); -hängen /st. Vb./
(hierher) nach unten 1hängen (1.1): von der Decke
hingen Spinnweben herunter; -hauen, haute herun
ter, hat heruntergehauen -{-umg. jmdm. eine h.
(jmdm. eine Ohrfeige geben); -holen /V b ./IA . etw.,
jm dn. von (dort) oben (hierher) nach unten holen (1 .1 ):
die Antenne (vom Dach) h. 1.2. umg. eine Taube
(aus der Luft, mit einem Schuß, mit dem Gewehr)
558
herunterfeommen — hervortun
h. (schießen 1.5); -kommen fV b.f 1. a uf einem be
stimmten Weg hierher nach unten kommen (1): die
Treppe, den Berg, von der Leiter h.; die Straße h. —
2. umg. gesundheitlich, moralisch, sozial, w irtsc haft
lich absinken: nach dem Tod seiner Frau kam er
völlig herunter; das Haus kam immer mehr herun
ter; ein heruntergekommenes Anwesen; jmd., etw.
sieht heruntergekommen aus, macht einen herun
tergekommenen Eindruck; er ist moralisch völlig
heruntergekommen — 3. umg. er will in Physik
von seiner Vier h. ( w ill seine Leistungen steigern
un d statt einer Vier eine bessere Note bekommen); er
kam von seinem Anfangsgehalt lange nicht herun
ter (konnte sich lange gehaltlich nicht verbessern);
-kratzen fVb.f etw. durch Kratzen (2.1) von einer
Oberfläche entfernen: den alten Lack h.; -lassen
fVb.f etw. h. etw. irgendwo oben Befindliches,
Angebrachtes sich (hierher) nach unten 1bewegen
lassen: die Jalousie, Schranke h.;
-laufen fVb.f
1. (hierher) nach unten laufen (1.2): eilig die Treppe
h. — 2. (hierher) nach unten fließen (1): das Wasser
läuft an der Wand herunter; + jmdm. läuft
es (eis)kalt den / Bücken herunter; -leiern fV b .f
umg. 1. etw. durch Kurbeln von oben nach unten
1bewegen: das Wagenfenster h. — 2. etw. Auswendig
gelerntes ausdruckslos, eintönig a u fsagen: ein Ge
dicht h.; -machen fVb.f umg. 1.1. jmdn. scharf
zurechtweisen: er hat ihn vor allen Kollgen herun
tergemacht 1.2. etw., jmdn. herabsetzend beurteilen:
sein neuer Film wurde in der Presse herunter
gemacht; -reißen fV b .; hat/ 1. die alte Tapete h.
(von der Wand reißen 2); ein Glas vom Tisch h.
(versehentlich vom Tisch stoßen); sich die Kleider
h. (sich hastig ausziehen) — 2. landsch. etw., bes.
ein Kleidungsstück, durch Tragen (3.1) abnutzen:
der Junge reißt viel herunter — 3. umg. etw.,
jmdn. herabsetzend beurteilen: eine Inszenierung,
einen Autor h. — 4. umg. etw. schnell und lustlos
erledigen, absolvieren: sein Pensum h.; -sehen fV b .f
1 . von (dort) oben (hierher) nach unten sehen: vom
Balkon h.; an jmdm. h. (jmdn. von oben bis unten
mustern) — 2. auf jmdn. h. jmdn., dem man sich
überlegen fühlt, geringschätzen: er hat immer auf
uns jüngere Kollegen heruntergesehen; -sein fV b .;
ist heruntergewesen; Präs. u. P rät. / herunter 3/;
-setzen fV b .f: den Preis, Waren im Preis h. (sen
ken 2); -spielen /Vb.f etw. bewußt als unbedeutend,
geringfügig hinstellen: er versuchte, die Affäre,
das Problem herunterzuspielen; -wirtschaften
fVb.f etw. durch Mißwirtschaft ruinieren: der Be
trieb war sehr heruntergewirtschaftet; -würgen
fVb.f umg. etw. hinunterwürgen (1.1): ein zähes
Stück Fleisch h.; -ziehen fV b .; bat/ etw. ziehend
nach unten 1bewegen: die Bollos, die Hängelampe
an der Schnur h.
hervor fAd v .f von (dort) hinten (hierher) nach vorn,
von inne n nach außen: aus der Ecke h. ertönteein
Zwischenruf; durch die Wolken h. schimmerte
Mondlicht ; er beobachtete sie hinter der Gardine h.
hervor- f i n verbalen Zusammensetzungen; bezeich
net die Michtung von (dort) hinten (hierher) nach
vornf: / z.B . hervortreten
hervQr/Hervor| -brechen fV b .; ist/ aus etw. h.
plötzlich m it Vehemenz aus etw. hervorkcmmen:
ein Elefant brach aus dem Dickicht hervor; aus
dem Hinterhalth.; -bringen fV b .f 1 . etw. von da, wo
es n icht gesehen werden kann, (hierher) (nach vorn),
nach außen, zum Vorschein bringen: etw. unter dem
Ladentisch h. — 2.1. etw. (in schöpferischer A rb eit)
zustande bringen: der junge Autor hat noch nicht
viel hervorgebracht; (auf der Flöte) Töne h. (er
klingen, ertönen lassen); vor Angst kein Wort, kei
nen Ton, nichts h. (nichts sagen können) 2.2. die
ser Strauch bringt schöne Blüten, große Früchte
hervor (an diesem Strauch entwickeln sich schöne
Blüten, große Früchte); -gehen fVb.f 1. aus etw. h.
1.1. in etw. seinen Ursprung haben: aus dieser Ehe
sind zwei Kinder hervorgegangen; dieser Dichter
ist aus dem Proletariat hervorgegangen 1.2. sich
aus etw. entwickeln (1.1): dieser Industriezweig ist
aus zahlreichen kleinen Handwerksbetrieben her
vorgegangen — 2. aus einem Wettkampf als Sieger
h. (Sieger i n einem Wettkampf sein) — 3. aus etw. läßt
sich etw. entnehmen, erkennen: aus dem Brief geht
sein Einverständnis (klar, eindeutig) hervor; daraus
geht hervor, daß ...; -heben/Vb.f etw.nachdrücklich
betonen (2.1): diese Tatsache hat er in seinem Kefe-
rat, Aufsatz (ausdrücklich, besonders) hervor
gehoben; der entscheidende Satz war durch Kur
sivdruck hervorgehoben (kenntlich gemacht); dazu
-hebung, die; -holen fV b .f etw. herausholen (1): die
alten Schulbücher (aus dem Schrank) h.; -kehren
fV b .f etw. herauskehren: den Vorgesetzten, seine
Belesenheit h.; -kommen /V b.f (hierher) nach vorn,
von inne n nach außen, zum Vorschein kommen:
komm endlich hervor!; aus seinem Versteck h.;
der Hund kam unter dem Sofa hervor; die Sonne
kommt (hinter, zwischen den Wolken) hervor;
-locken fVb.f 1. ein Tier, jmdn. aus seinem (schüt
zenden) Versteck locken: den Hund mit einem
Knochen (unter dem Tisch) h. — 2. ein Geständ
nis aus jmdm. h. (herauslocken2); -ragen fV b .; /
auch -ragend/ 1. aus etw. h. aus etw. in vertikaler
od. horizontaler Richtung ragen: aus dem Häuser
meer ragt ein Kirchturm hervor — 2. jmd. ragt
durch etw. hervor jmd. zeichnet sich vor anderen
durch etw. aus: jmd. ragt (unter seinen Kollegen)
durch Fleiß hervor; -ragend fA d j.; / auch
-ragen 2/ 1. für hervorragende (außerordentlich
gute, ausgezeichnete) Leistungen ausgezeichnet
werden; ein Erzeugnis von hervorragender Quali
tät; etw. ist von hervorragender (besonderer 1 )
Bedeutung — 2. die Presse veröffentlichte den Auf
ruf an hervorragender (auffallender) Stelle; -rufen
fV b .f etw. verursachen, auslösen: das Fieber wurde
durch eine Entzündung hervorgerufen; seine
Worte riefen stürmischen Protest hervor; -ste
chen fV b .; hat/ 1. spitz nach vorn, oben ragen: seine
Nase sticht spitz hervor — 2. sich (vorteilhaft) von
Vergleichbarem, von anderen abheben: in dieser
Klasse sticht kein Schüler (durch besondere Lei
stungen) hervor; hervorstechende (auffallende,
charakteristische) Merkmale, Charakterzüge; das
hervorstechendste (wichtigste) politische Ereignis
des vergangenen Jahres; -stoßen fV b .; hat/1. den
Atem h. (stoßweise atmen) — 2. etw. abrupt äußern
(1.1): Fragen, Schreie h.; -treten jV b .; ist/ 1.1.
(hierher) nach vorn, außen treten (1 ), zum Vorschein
kommen: er trat (aus seinem Versteck, hinter dem
Baum, zwischen den Strauchern) hervor; O der
Mond trat zwischen den Wolken hervor 1.2. her
vortretende (sich als Erhebung abzeichnende)
Adern; -tun, sich fV b .f 1 . sich vor anderen durch
besondere Leistungen auszeichnen: sich bei der
herwärts — Herzenssache
559
Arbeit, als Theoretiker k .; sich unrühmlich, nicht
sonderlich h. — 2. umg. seine eigenen Fähigkeiten,
Leistungen bewußt herausstreichen: er tut sich bei
jeder Gelegenheit in peinlicher Weise hervor
her/Her| -wärts /A d v ./ umg. von irgendwo dort
hierher: h. sind wir gelaufen, zurück wollen wir
fahren; -weg, der Weg (2) hierher
Herz, das; -ens, -en 1.1. i n der Brusthöhle liegendes,
muskulöses Hohlorgan, das den Blutkreislauf in
Gang h ä lt: das H. des Menschen, eines Säugetieres,
Vogels, Fisches; das menschliche H.; jmd. hat ein
gesundes, schwaches H.; das H. schlägt (gleich
mäßig, ruhig, unregelmäßig); jmdm. schlägt (vor
Angst, Schreck) das H. bis zum, bis in den Hals
hinauf; jmds. H. arbeitet, funktioniert nicht rich
tig, tut weh; jmd. hat es am, mit dem Herzen {jmd.
ist herzkrank); der Arzt horcht das H. ab; ein H.
verpflanzen; jmdn. an sein H. drücken (jmdn . an
sich drücken, umarmen); geh. ein Kind unter dem
Herzen tragen (schwanger sein) 1.2. als Speise
dienendes 1.1 von bestimmten Schlachttieren: ein
Pfund H. kaufen; geschmortes H.
—
2. jbezieht
sich au f 1.1., das allegorisch das Zentrum des Ge
fühlslebens), charakterlicher Eigenschaften des M e n
schen bezeichnet!: jmd. hat ein falsches, gutes,
reines, weiches H. (jmd. ist falsch, gut, rein, weich);
ein Mensch mit bösem, fröhlichem, hartem, treuein
Herzen (ein böser, fröhlicher, harter, treuer M ens ch);
etw. aus tiefstem Herzen (mit starker innerer Be
teiligung, zutiefst) bedauern; im Grunde seines
Herzens (in seinem tiefsten Inneren); jmdn. von
ganzem Herzen (sehr) lieben; von Herzen (sehr)
gern; den Regungen seines Herzens (Gefühls 2)
folgen; etw. bewegt, rührt die Herzen (das E m p
finden) aller Menschen; jmd. will nichts sagen, was
sein H. (was ihn) bedrückt; Freude, Trauer erfüllt
jmds. H. (jmd. empfindet Freude, Trauer); für etw.
mit H. (Gefühl) und Verstand eintreten; er hat sein
H. (seine Neigung, Begeisterung) für die Malerei
entdeckt; nicht das H. (nicht den M u t) haben, etw.
zu tun — 3. das Innerste, der zentrale Bereich von
etw.: das H. des Salatkopfes; das Land liegt im
Herzen Europas — 4.1. herzförmiger Gegenstand,
herzförmige F ig u r : eine goldene Kette mit einem H.
als Anhänger 4.2. /o. Art. , o. PL/durch rote herz
förmige Figuren gekennzeichnete Farbe (3) der fr a n
zösischen Spielk arte: H. ist Trumpf; H. ausspielen
+ jmds. H. schlägt höher (jmd. ist freudig erregt);
etw. leichten Herzens (gern), schweren Herzens
(ungern) tun; jmdm. blutet das H. (jmd. is t tief
bekümmert, schmerzlich berührt); jmdm. lacht das
H. im Leibe (jmd. ist sehr erfreut); jmdm. ist es
schwer ums H., ist das H. schwer (jmd. ist traurig);
kein H. im Leibe haben (gefühllos, kalt sein); alles,
was das H. begehrt (alles, was man sich wünscht);
seinem Herzen Luft machen (aussprechen, was
einen ärgert, bedrückt); seinem Herzen einen Stoß
geben (seine Zurückhaltung, Ängstlichkeit m it
einem raschen Entschluß überwinden); ein H. und
eine Seele sein (sich m it jmdm. gut verstehen, m it
einander eng verbunden sein) ; ein H. aus Stein
haben (hartherzig s ein); das H. auf dem rechten
Fleck haben (vernünftig denken und handeln); sich
ein H. fassen, das H. in die Hand, in beide Hände
nehmen (seine Angst überwinden, einen mutigen
Entschluß fassen); das H. auf der Zunge tragen
(immer offenherzig über alles reden); jmdm. sein H.
ausschütten (jmdm. seine Sorgen anvertrauen,
jmdm. sein Leid klagen); jmdm. das H. schwer
machen (jmdn. trau rig machen); etw. liegt jmdm.
(sehr) am Herzen (etw. ist jmdm. sehr wichtig);
jmdm. etw. ans H. legen: jmdm. ans H. legen, etw.
Bestimmtes zu tun (jmdn. bitten, sich um etw., jmdn.
zu kümmern); jmdm. ans H. gewachsen sein (jmdm.
lieb und teuer sein); etw., jmdn. auf H. und Nieren
(eingehend, sorgfältig) prüfen; etw. auf dem Herzen
haben (ein Anliegen haben); etw. ist jmdm. (so
recht) aus dem Herzen gesprochen (etw. entspricht
völlig jmds. Meinung, ist ganz in jmds. Sinne); aus
seinem Herzen keine Mördergrube machen (offen
aussprechen, was man denkt; kein Hehl aus etw.
machen); jmdn. in sein, ins H. schließen (jmdn. lieb
gewinnen); mit halbem Herzen (nicht m it voller
Überzeugung hinter einer Sache stehend, m it wenig
Interesse, halbherzig); etw. nicht übers H. bringen
(sich nicht entschließen können, etw. zu tu n, was
einem anderen schaden, einen anderen betrüben
könnte); sich etw. zu Herzen nehmen (sich etw. gut
merken und entsprechend handeln; etw. schwer -
nehmen); etw. kommt von Herzen (geschieht aus
Liebe, Sympathie, w ird gern getan, ist aufrichtig ge
m eint); geh. etw. bricht jmdm. das H. (etw. be
kümmert, quält jmdn. sehr); sein H. an jmdn., etw.
hängen (jmdm. seine ganze Liebe, Zuneigung zu
wenden, sich ganz einer Sache widm en); salopp
jmdm. rutscht, fällt das H. in die Hose(n) (jmd.
verliert den M ut, bekommt Angst); — jindm. fällt
ein Stein vom Herzen
Herz| -an fall, der plötzlich auftretende Herzbe
schwerden m it den Symptomen Schmerzen, Atem
not, Angstgefühl; -asthma, das Asthma in
folge mangelnder Herztätigkeit; -attack e, die Herz
a n fa ll; -beschwerden, die fP l.f durch unregelmäßige
Herztätigkeit verursachte Beschwerden (1.1.1);
-Matt, das jP l.
-blätter/ 1. aus dem Inneren der
Knospe wachsendes, noch nicht voll entwickeltes B la tt
einer Pflanze — 2. fo. P I ./ vorw. scherzh. jAnrede
fü r eine geliebte Person/: mein H .!; -Chirurgie, die
jo. P L/ Teilgebiet der Chirurgie, das sich m it opera
tiven Eingriffen am Herzen befaßt; -drücken -p
umg. nicht an H. sterben (ohne Hemmungen seine
Mein un g sagen, über alles, auch über Unangenehmes,
reden)
Herze|leid, das veraltend geh. tiefes Leid
herzen /sw. Vb. ; hat/ veraltend jmdn. liebkosen:
er herzte und küßte das Kind
Herzens/herzensj -angelegenheit, die 1 .1 . sie spricht
gerne über ihre, anderer Leute Herzensangelegen
heiten (Liebesbeziehungen) 1.2. /o. P l. j das ist mir
eine H. (Herzenssache); -bedürfnis, das jo. P L /: etw.
ist jmdm. ein H. (inneres Bedürfnis); -bildung, die
jo. P L / Feingefühl beim Umgang m it Menschen,
Taktgefühl; -brecher, der umg. scherzh. M an n,
der es versteht, die Frauen in sich verliebt zu machen
(und der ihre Liebe dann enttäuscht); -grund, der
+ aus (vollem) H. aus voller Überzeugung, tiefstem
Herzen: jmdn. aus H. lieben, verachten; -gut /A d j.j
sehr gutmütig (und dabei ein bißchen naiv), sehr
gütig: eine herzensgute Frau; jmd. ist h.; -güte, die
jo. P l.j m it Herzlichkeit verbundene Güte; -lust
4- nach H. nach Belieben, wie es jmdm. gefällt,
Spaß macht: nach H. essen, schlafen; - n o t , die jo.
P l.j geh. große innere Bedrängnis; -Sache, die /o.
P L /: etw. ist jmdm. eine H. (ein inneres Bedürfnis,
560
Herzenswunsch — hetzen
wichtiges Anliegen); -wünsch, der /o. PL/sehnlich
ster Wunsch (1)
herz/Herz| -erfrischend /A d j./ in seiner direkten,
nicht gekünstelten A rt und Weise angenehm, an
regend w irk e nd : ein herzerfrischendes Gespräch; h.
lachen; -ergreifend fA d j.f sehr ergreifend: h.
meinen; -fehler, der Störungen der Herztätigkeit
verursachende organische Schädigung des Herzens;
-förmig fA d j.f eine oben aus zwei symmetrischen,
unten i n einer Spitze zusammentreffenden R u n
dungen gebildete flächige od. plastische F o rm habend:
ein herzförmiger Knopf, Kettenanhänger; herz
förmige Blätter; -gegend, die fo. P l.f Umgebung
des Herzens: Schmerzen in der H. haben
herzhaft fA dj.f 1. h. (intensiv und mit Lust) lachen,
gähnen; einen herzhaften Schluck aus der Flasche
nehmen; jmdm. einen herzhaften Kuß geben —
2. von kräftigem Geschmack, w ürz ig: der Salat
schmeckt h.; zum Frühstück etwas Herzhaftes
bevorzugen — 3. veraltend von M u t zeugend, be
herzt: ein herzhafter Entschluß
her|ziehen fV b .f 1. etw., jmdn. hinter sich h. etw.,
jmdn. durch Ziehen (1.1) m it sich führen (hat):
einen Schlitten, ein bockiges Kind hinter sich h. —
2. hinter, neben, vor jmdm. od. etw. gehen (1) (ist):
die Kinder sind hinter, neben der Blaskapelle
hergezogen — 3. nach hierher umziehen (1) (ist): er
ist vor ein paar Wochen hergezogen — 4. umg.
über jmdn., etw. h. über einen Abwesenden i n ge
hässiger Weise schlecht reden, etw. i n übler Weise
kritisie ren (ist, hat): (in übler Weise) über einen
Kollegen, jmds. Arbeitsstil h.
herzig fA d j.f veraltend niedlich, reizend, liebens
wert: ein herziges Kind; ist das nicht h.?
Herz/herz| -infarkt, der schwere E rkrankun g des
Herzens durch Veröden von Gewebe des Herzens i n
folge einer Verstopfung od. Verengung der es m it
B lu t versorgenden Herzkranzgefäße: an einem H.
sterben; er hatte schon den zweiten H.; -insuffi-
zienz, die Med. Herzschwäche; -kammer, die: die
linke, rechte H. (Hohlraum der linken, rechten
H älfte des Herzens); -klappe, die klappenähnliches
Gewebe des Herzens, das wie ein Ventil den Zustrom
von Blut in die Herzkammern reguliert; -klopfen,
das; -s, fo. P l.f verstärkter Herzschlag: starkes, hef
tiges H. haben; vor Angst, Freude H; bekommen;
einem Ereignis mit H. (aufgeregt 1.1) entgegen
sehen;-knacks, der umg. Herzfehler; -kollaps, der
Herzversagen; -krank /A d j.; nicht adv./ an einer
Erk rankung des Herzens leidend; dazu -krankheit,
die; -kranzgefäß, das Med. Blutgefäß des Herzens,
das die Muskulatur des Herzens mit Blut versorgt;
-leidend fA d j.f herzkrank
herzlich fAdj.f 1. von warmherziger Freundlich
keit (1) geprägt: ein herzliches Lächeln; ein herz
liches Verhältnis zu jmdm. haben; in herzlicher
Freundschaft, herzlichem Einvernehmen; h. lä
cheln; jmdn. h. begrüßen, beglückwünschen;
jmdm. h. danken; sich h. freuen; /in Form eln des
Dankes, Grußes, Wünschensf herzlichen Dank!;
herzliche Grüße an alle!; herzlichen Glückwunsch
zum Geburtstag!; mein herzlichstes Beileid! —
2, fadv.f umg. ziemlich, sehr: das ist h. wenig; der
Vortrag war h. schlecht, langweilig; etw. kümmert
jmdn. h. wenig, ist jmdm. h. gleichgültig; zu 1
Herzlichkeit, die; fo. P l.f
herz/Herz| -los fA d j.f gefühllos (2): ein herzloser
Mensch; jmdn. h. behandeln; dazu - lo sigk eit, die;
-, fo. P l.f; -mittel, das die Leistung des Herzens ver
besserndes Arzneimittel; -neurose, die Med. nervöse
Störung der Herztätigkeit ohne organische Verände
rungen
H e rz o g, der; -(e)s, -e/Herzoge Angehöriger des
hohen Adels in der Rangstufe zwischen F ürs t und
König; dazu Herzogin, die; -, -nen
Herzogtum, das; -s, Herzogtümer Territorium,
Verwaltungsbezirk m it einem Herzog als Oberhaupt
Herz/herz| -Operation, die Operation (1) am Herzen;
- s chlag, der 1,1. bei Herztätigkeit fühl-, hörbarer
Schlag des Herzens: die Anzahl der Herzschläge pro
Minute feststellen; geh. einen H. (Augenblick 1.1)
lang 1*2. fo. P l.f rhythmische Abfolge von 1.1: einen
beschleunigten H. haben; der H. setzt aus — 2. fo.
P l.f einem H. (plötzlichen Herzversagen) erliegen;
- s chmerz, der fvorw. Pl.f: Herzschmerzen haben;
- Schrittmacher, der m it Transistoren betriebenes Ge
rät, das bei schweren Störungen der Herztätigkeit
in den Körper implantiert wird, um durch elektrische
Impulse die Herzkammern zu ausreichender rhyth
mischer Kontraktion zu bringen; -schwäche, die fo.
P l.f unzureichende Leistung des Herzens; -stärken d
fA d j.f : herzstärkende Medikamente; -Stillstand,
der Med. Aufhören der Herztätigkeit; -tätigkeit, die
fo. P l.f periodischer Wechsel von Kontraktion und
Erschlaffung der Muskulatur des Herzens, durch
den das Blut in die Arterien gepumpt wird; -ton, der
fvorw. P l.f die Herztätigkeitbegleitendes Geräusch: die
Herztöne werden schwächer; -trausplantation, die
Med. Verpflanzung des Herzens eines Verstorbenen
in den Körper eines Lebenden, dessen krankes Herz
dabei operativ entfernt w ird
herzu veraltend! -eilen fV b.f herbeieilen: Neugie
rige eilten herzu; -treten fV b .; ist/ von einer ent
fernt liegenden Stelle hierher, zum Ort des Geschehens
treten: er trat herzu und fragte, ob ...
Herz/herz| -versagen,das; -s, fo. P l.f Nachlassen der
Herz tätigkeit: an akutem H. sterben; -zerreißend
fA d j.; oft emot.f tiefes M itgefühl erregend, erschüt
ternd: herzzerreißende Szenen spielten sich ab; h.
weinen
heterogen fA d j.f von verschiedenartiger Zusammen
setzung, ungleichartig (zusammengesetzt), n icht ein
heitlich: eine heterogene Gruppe; heterogene Ele
mente; dazu Heterogenität, die; -, -en fvorw. Sg.f
heterosexuell, heterosexuell fA d j.f [..u|el] fachspr.
in seinem sexuellen Empfinden, Verhalten auf das
andere Geschlecht gerichtet
Hetze, die; -, -n 1. jo. P l.f auf einer reaktionären,
feindlichen Einstellung basierende, bewußt der E r
zeugung von H aß, Unzufriedenheit dienende Ver
unglimpfung bes. fortschrittlicher gesellschaftlicher
Verhältnisse, Ins titu tion en , K räfte od. bestimmter
Personengruppen: die antisemitische H. des fa
schistischen Regimes;eine Strafsache wegen staats
gefährdender, antikommunistischer H.; eine maß
lose, wütende, wüste, infame H. entfachen — 2 . fo.
P l.f umg. das Hetzen (2.2): die H. des Alltags —
3. Jägerspr. Hetzjagd
hetzen jsw. Vb.; hat, ist/1. (hat) 1.1 . ein flüchtendes
T ier , eine flüchtende Person i n scharfer Verfolgungs
jagd vor sich hertreiben: die Hunde h. den Hasen;
ein Tier (mit Hunden) zu Tode h.; er hetzte ihn mit
Hunden von seinem Hof 1.2 . ein Tier auf ein an
deres Tier, auf jmdn. h. ein T ie r dazu bringen, daß
es ein anderes Tier, einen Menschen i n scharfer Ver
folgungsjagd vor sich her treibt (und angreift): er
hetzte seinen Hund auf den Hausierer — 2.1. i r
gendwohin hasten (ist): zum Bahnhof, durch die
Straßen h.; von einer Sitzung zur anderen h.; er
mußte h., wollte er pünktlich sein 2.2. sich bei etw.
sehr beeilen, unter Zeitdruck schnell arbeiten (hat):
ihr habt genügend Zeit und braucht (euch) nicht
zu h.; sie hetzt von morgens bis abends 2.8. (hat)
jmdn. h. : er hetzte seine Mitarbeiter ständig (trieb
sie ständig zu schnellerer Arbeit an) — 8. (hat) 8.1.
gegen jmdn., etw. Hetze (1) betreiben: gegen die far
bige Bevölkerung, den Sozialismus h.; zum Krieg h.
(die Bevölkerung zum K rieg a u fhetzen) 8.2. jmd.,
der immer hetzt (durch üble Reden andere gegen
jmdn., etw. aufzustacheln versucht) und stichelt
-f* jmdn. jmdm. auf den / Hals h.; mit allen /
Hunden gehetzt sein
Hetzerei, die; -en /zu hetzen 2 u. 3/
hetzerisch \A d j.\ der Hetze (1) dienend: hetzerische
Äußerungen, Lügen; Flugblätter mit hetzerischem
Inhalt
Hetz| -jagd, die 1. H atz (1) — 2. umg. 2.1. sehr
schnelles Fahren (1.2.1), Rennen, um etw. vor a n
deren zu erreichen: die H. der Rennfahrer zum
Stadion 2.2. sich abends von der H. (Hektik) des
Tages ausruhen; -rede, die hetzerische Rede: chau
vinistische Hetzreden
Heu, das; -(e)s, fo. P l.f getrocknetes Gras, das als
Futter bes. fü r Großvieh genutzt wird: den Kühen,
Pferden H. geben; H. machen, ernten; im H.
schlafen
-j- umg. Geld wie H. haben
Heu|boden, der sich meist über den Stallungen befin
dender Boden (6 ) zum Lagern von Heu
Heuchelei, die; -, -en 1.1. /o. P l.f das Heucheln: sein
Mitleid ist (nichts als) H. 1.2. heuchlerische Äuß e
rung, Handlung: diese Heucheleien glaubt ihm
doch niemand
heucheln jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. h. etw., bes. ein
Gefühl, einen Gemütszustand od. eine Überzeugung,
Vortäuschen: Liebe, Freude, Reue, Unbefangenheit,
Interesse h.; etw. mit geheucheltem Gleichmut,
Erstaunen sagen 1.2. sich verstellen, indem man
etw. anderes sagt, als man denkt, sich anders gibt, als
man i st: jmd. kann nicht h.; das ist doch nicht seine
wahre Überzeugung, er heuchelt doch nur; dazu
Heuchler, der; -s, -
heuchlerisch /A d j ./ 1. a u f Verstellung beruhend,
vorgetäuscht, geheuchelt: eine heuchlerische Träne;
heuchlerische Anteilnahme — 2. i n der A r t eines
Heuchlers : einheuchlerischer Freund; jmds. heuch
lerisches Wesen
heuer jAdv.j süddt. österr. in diesem Jahr: h. ist
der Reiseverkehr stärker als im vergangenen Jahr
Heuer> die; -,
-n \vorw. Sg.f Seemannsspr.
1. Lohn (1), den ein Seemann, Schiffer fü r seine A r
beit erhält: die H. (aus)zahlen; H. bekommen —
2. bezahlte Anstellung auf einem Schiff: er hat noch
keine H.; H. nehmen
heuern jsw. Vb.; hat/ Seemannsspr. jmdn. an
heuern (1.1): die Besatzung für ein Schiff h.; sich h.
lassen
Heu| -ernte, die; -gabel, die Landw. Gerät m it
langem Stiel und meist drei stählernen Zinken zum
Aufheben des Heus; -häufen, der
Heule, die; -, -n salopp Kofferradio
heulen jsw. Vb.; hat/ 1.1. die Hunde, Wölfe h.
(geben langgezogene, hohe, klagende Laute von sich)
1 .2 . einen langgezogenen, hohen durchdringenden
Ton hervorbringen: die Sirene heult; Granaten
flogen heulend über sie hinweg; der Wind heulte
(wehte sausend) im Schornstein — 2. umg. heftig
(laut) weinen (1.1): vor Wut, Schmerz, Freude (laut)
h.; hör doch endlich auf zu h.!; jmdm. ist zum
Heulen (zumute) (jmd. ist sehr deprimiert);
etw. ist zum Heulen (etw. ist sehr deprimie
rend)
+ veraltend es herrscht Heulen und Zähneklap
pern (es herrscht große Angst); — das heulende /
Elend kriegen; / Rotz und Wasser h.; h. wie ein
/ Schloßhund; mit den / Wölfen h.
Heulerei, die; -, -en /zu heulen 2/
Heul] -liese, die umg. spött. weibliche Person, die
oft w eint; -suse, die; -, -n vgl. -liese
Heu|mahd, die das Mähen von Gras, das zu Heu ge
trocknet werden soll
hgurig jA d j.j süddt. österr. diesjährig: der heuri
ge Fasching
Heurige, der; -n, -n süddt. österr. Wein (1) der
letzten Lese: einen Heurigen trinken
Heurjstik,die;-, /o. P l.j Wissensch. Methode, Ver
fahren der Anwendung methodisch-logischer Regeln,
Hypothesen, Fiktionen zur Gewinnung neuer E r
kenntnisse; dazu heuristisch jA d j.j
Heu| -schnupfen, der jo. P I ./ durch Überempfind
lichk eit gegen Blütenstaub hervorgerufene E rk r a n
kung der Schleimhäute bes. der Nase, die m it hef
tigem Niesen und Bindehautentzündung verbunden
is t; -schrecke, die; -, -n i n zahlreichen A rten vor-
kommendes (pflanzenfressendes), meist flugfähiges
Insekt m it sehr weite Sprünge ermöglichenden k räf
tigen Hinterbeinen, das bei massenhaftem Auftreten
großen Schaden in der Landwirtschaft anrichtet;
-schreckenschwarm, der: in einigen afrikanischen
Ländern wurden wieder riesige Heuschrecken
schwärme beobachtet; O sie fielen wie ein H. über
das kalte Büfett her; -stadel, der süddt. österr.
Schweiz. Scheune zum Speichern von Heu
heute /A dv .j 1. am gegenwärtigen Tag, an diesem
Tag: welches Datum haben wir h.?; h. ist der
20. Mai; h. haben wir schönes Wetter; h. morgen,
mittag, abend; h. vor einer Woche; h. in einer
Woche; h. ist es genau zwei Wochen, Monate her;
ab, bis, seit h.; von h. ab, an; die Zeitung ist von h.
(trägt das Datum dieses Tages) — 2. die Welt von h.
(die jetzige Welt 1.2, die Gegenwart); darüber dachte
man früher ganz anders als h. (als in unserer Z eit,
als gegenwärtig); die Frau von h. (die i n dieser Zeit
lebendeund m it ihren Forderungen mitgehende F ra u );
das Gestern und das Heute (die Vergangenheit und
die Gegenwart)
+ von h. auf morgen (umgehend, sofort); nicht von
h. auf morgen (nicht so bald, nicht in Kürze); — /
lieber h. als morgen
heutig jA d j.; vorw. attr.j 1. von diesem Tag, von
heute (1): die heutige Zeitung; das heutige Pro
gramm; die heutige (heute stattfindende) Vorstel
lung; am heutigen Tag (heute); bis auf den, bis zum
heutigen Tag hat sich daran nichts geändert —
2. gegenwärtig: die heutige Generation, Jugend,
Mode; der heutige Stand der Forschung; in der
heutigen Zeit, Situation
heutigen|tags jA d v .j veraltend heutzutage
Hetzerei — heutigentags
561
36 Wörterbuch
562
heutzutage — hierbei
heut!zutage jA d v .l i n der Gegenwart, heute (2): h.
denkt man darüber anders als früher
Hexaeder, das; -s, - [..a|e:..] Math, von sechs glei
chen Flächen begrenzter Kö rp e r (2)
Hexameter, der; -s, - Verslehre Vers (1) aus sechs
Versfüßen, deren letzter um eine Silbe gekürzt is t
Hexe, die; -n 1,1. im Märchen auftretendes, auch
in abergläubischer Vorstellung gedachtes weibliches
Wesen i n Gestalt einer häßlichen alten F r a u , die
(mit dem Teufel im Bündnis stehend) ihre Fähigkeit
zu zaubern (1) meist zum Schaden von Mensch und
T ie r anwendet', eine häßliche, böse H.; das Märchen
handelt von einer H., die tief im Walde wohnt
1.2. von der katholischen Kirche des Mittelalters , ver
einzelt bis ins 18. Jh . hinein, als m it dem Teufel im
Bunde stehend diffamierte weibliche Person: sie
wurde als H. auf dem Scheiterhaufen verbrannt —
2. umg. femot.f unangenehm wirkende, boshafte (und
häßliche) weibliche Person: laß dich von der (alten)
H. bloß nicht schikanieren; auch Schimpfw.
alte H .!
hexen /sw. Vb.; hat/ zaubern: man munkelt, daß
sie h. könne; umg. ich kann (doch) nicht h. (so
schnell geht das nicht, so schnell kann ich das nicht
schaffen)!
Hexen| -kessel, der beängstigend, gefährlich w irk e n
des, wildes Durcheinander (1.2): das Stadion war ein
brodelnder H., glich einem H .; -schuß, der fo. P l.f
umg. plötzlich a u ftretender, meist länger anhaltender,
die Bewegungsmöglichkeit einschränkender, heftiger
Kreuzschmerz; -Verbrennung, die Verbrennung einer
Hexe (1.2) a u f dem Scheiterhaufen im Zuge der Ver
folgung von Hexen im M ittelalter
Hexerei, die; -endas Zaubern (2): die Kunststücke
des Jongleurs grenzten an H.; das ist ja die reinste
H.!
HGL, die;
-(s) [ha:ge:|sl] /Kurzw. für Haus
gemeinschaftsleitung/ s. Hausgemeinschaftsleitung
hie /Adv./
+ veraltend h. und da: h. und da (an manchen
Stellen, stellenweise) fanden wir auch Steinpilze; er
besucht uns h. und da (hin und wieder, manchmal)
Hieb, der; -(e)s, -e 1.1. starker Schlag (1.1) bes. m it
einem Werkzeug, einer W affe: ein kräftiger H. (mit
dem Stock, der Peitsche, Axt); einen Kloben mit
einem einzigen H. spalten; jmdm. ein paar Hiebe
versetzen 1.2. jo. P l.f Forstw. den Kiefernstäm
men vor dem H. (vor dem Fällen) Harz entnehmen
I. 8. /nur im Pl.j umg. 1Prügel: Hiebe bekommen,
kriegen
hieb/Hieb| -«und stfchfest: ein hieb- und stich
festes (überzeugendes, unwiderlegbares) Alibi; -W af
fe, die: Hieb- und Stichwaffen /Sammelbez. fü r
Schwert, Degen, Säbel, Dolch, Seitengewehr/
hier /Adv.; / auch hiersein/1. /weist auf den Stand
ort des Sprechers h i n / 1.1. an dieser Stelle, diesem
O rt: h. bin ich, ist das Buch; h. wollen wir rasten;
wir bleiben im Wald, h. ist es windstill; das Buch
liegt h. auf dem Tisch; h. stand früher das Rat
haus; der Bus hält gleich h. an der Ecke; h. drau
ßen, drinnen, hinten, oben, unten, vorn; ich gehe
nicht von h. weg;von h. bis zum Bahnhof sind es nur
500 Meter; wo ist h. (in diesem Ort, dieser Gegend)
die Sparkasse?; ich bin nicht von h. (aus diesem
Ort, dieser Gegend); h. (auf dieser Seite, i n diesem
Text) steht geschrieben, daß ...; „Müller?“ „Hier!“
/beim Aufrufen von Namenl 1.2. /als hinweisender
Aus ru ff: h., nimm! 1.8. /einem Nomen, Pron.
nachgestellt; bezeichnet jeweils die bestimmte Person,
Sache, a u f die der Sprecher hinweist/', ich möchte
dieses Buch h.; unser Gast h. wird Ihnen mehr dar
über berichten 1.4. darauf will ich h. (in diesem Z u
sammenhang) nicht näher eingehen; h. (in diesem
P u n k t) muß endlich Klarheit geschaffen werden; h.
(in diesem F all) gibt es nichts zu lachen — 2.
/weist auf einen zuvor genannten Zeitpunkt hin, an
dem ein Geschehen einsetztf zu diesem Z eitpunk t: h.
beginnt ein neuer Abschnitt in deinem Leben; von
h. ab, an (von diesem Zeitpunkt an) wird sich vieles
ändern
+ h. und da: h. und da (an manchen Stellen, stellen
weise) fanden sich Steinpilze; er besucht uns h. und
da (Mn und wieder, manchmal); umg. h. spielt sich
nichts ab (das kommt überhaupt nicht in Frage,
daraus w ird nichts)!
hieran, auch hieran fAdv.; Trennung: hier]an/
[..ran] 1. /rä u m l.f an diese(r) soeben genannte(n)
Sache hier (1): h. sind sie gerade vorbeigekommen;
h. kannst du deinen Mantel hängen — 2. an dem
hier Genannten, an das hier Genannte: h. kann man
erkennen, daß ...; h. knüpfte er seine letzte
Hoffnung
Hierarchie, die; -,
-n [..i:en] 1. streng nach dem
P rin z ip von Über- und Unterordnung gebildete (gesell
schaftliche) Gliederung: die kirchliche H.; die H. der
herrschenden Klasse der Feudalgesellschaft; eine
H. systematisch, logisch geordneter Begriffe —
2. Gesamtheit der nach 1 gegliederten Vertreter einer
Institu tion, bes. der Priester der katholischen Kirche :
die führenden Vertreter der katholischen H.
hierarchisch /A d j./ nach dem P rinz ip von Über- und
Unterordnung streng gegliedert: der streng h. ge
gliederte Machtapparat einer Diktatur; hierarchi
sche Strukturen
hierauf, auch hierauf /Adv,; Trennung: hier|auf/
[..rauf] 1. fräum l./ auf der hier vorhandenen, die
hier vorhandene Sache: auf den Tisch stellte er
einen Stuhl, h. eine Fußbank; h. lag ein Zettel —
2. /z e itl./ 2.1. danach (1): zuerst regnete es, h. folgte
Sonnenschein 2.2. nach dem und wegendes h ie r soeben
Genannten: ich gab ihm ein Zeichen, h. verstumm
te er — 8. auf dem hier soeben Genannten, das hier
soeben Genannte: das sind die Grundlagen, und h.
müssen wir aufbauen; er kann es verlangen, er
hat einen Anspruch h.
hieraus, auch hieraus /Adv.; Trennung: hier|aus/
[..raus] 1. /rä um l./ aus dem hier vorhandenen, ge
nannten Behältnis: ich hatte den Ausweis in der lin
ken Manteltasche. Wahrscheinlich habe ich ihn h.
verloren — 2.1. aus der hier vorhandenen Sache: ich
gab ihm das Buch und bat ihn, h. die betreffende
Stelle vorzulesen; das sind drei Meter Stoff, würdest
du mir h. ein Kleid nähen? 2.2. aus dem hie r ge
nannten Sachverhalt: die Lage hat sich grundlegend
geändert. Hieraus ergeben sich folgende Probleme
. . . ; wenn sich das nicht wiederholen soll, müssen
wir h. die Lehre ziehen, daß ...
hier|behalten /V b./ 1.1. etw., jmdn. an diesem Ort,
an dieser Stelle, bei sich behalten (1.1): kannst du
mein Gepäck h.? 1.2. wenn Sie sich nicht ord
nungsgemäß ausweisen können, müssen wir Sie h.
(behalten 2)
hierbei, auch hierbei /Adv./ 1. jräuml./ bei der hier
vorhandenen, genannten Sache: auf dem Tisch lagen
hierbleiben — Hilfe
563
Briefe und Zeitungen. Hierbei fanden wir auch die
Quittung — 2, bei dem hier soeben genannten T u n ,
Geschehen: die Kinder haben trotz des Verbots ge
badet, h. ist das Mädchen ertrunken — 3. bei dem
hier genannten Sachverhalt: für morgen ist eine
Sitzung des Ausschusses einberufen. Es handelt sich
h. zunächst um eine Vorbesprechung
hier|bleiben fV b .j an dieser Stelle, diesem O rt blei
ben (1): kommst du mit oder bleibst du hier?; ich
möchte lieber h.
hierdurch, auch hierdurch /A d v ./ 1. /hierdurch/ hier
hindurch: du mußt h. gehen — 2, auf Grund des
hier genannten Sachverhalts: ei war als Kind oft
krank. Hierdurch wurde er in seiner Entwicklung
zurückgeworfen — 3. h. (m it diesem Schreiben)
teile ich Ihnen mit, daß ...
hierfür, auch hierfür fA d v .f1. für den hier genannten
Zweck: die Produktion des Betriebes soll erhöht
werden. Die Voraussetzungen h. -müssen so schnell
wie möglich geschaffen werden — 2« fü r die hier
genannte Sache: was hast du h. bezahlt?; wieviel
bieten Sie h.? — 3. fü r den hier genannten Sach
verhalt: das ist eine Gemeinheit. Hierfür habe ich
kein Verständnis; h. gibt es viele Beispiele
hiergegen, auch hiergegen fA d v .f 1. /hiergegen/ ge
gen den hie r genannten Gegenstand, diese Stelle:
nicht dagegen, h. mußt du drücken — 2. gegen den
hier genannten Sachverhalt: das ist eine Unterstel
lung. Ich möchte mich h. energisch verwahren —
3. hie rfür (2): ich möchte dieses Buch zurückgeben
und h. ein anderes eintauschen — 4, gegen das
hier Genannte: sein Aufsatz ist hervorragend. Hier
gegen fällt ihr Aufsatz doch ein wenig ab
hierher, auch hierher jA d v .f 1. zu dieser Stelle,
diesem Ort hier (1): auf dem Weg h.; halt, bis h.
und nicht weiter! — 2. zu dem hier Genannten:
daraus ergibt sich eine Beihe zentraler Probleme.
Hierher gehört z. B. die Frage: ...
hierher-, hierher- f i n verbalen Zusammensetzungen/
nach hier, zu dieser Stelle, diesem Ort hier, 2 . B .:
hierherblicken, hierherbringen, hierherkommen
hierhin, auch hierhin jA d v .f 1. an diese Stelle, die
sen O rt: setz dich doch h.: h. und dorthin laufen
(ziellos umherlaufen); bis h. (bis zu dieser Seite,
dieser Stelle) bin ich gestern abend mit dem Lesen
gekommen — 2. zu dem hier Genannten: das ist ein
komplizierter Problemkomplex. Hierhin gehört
auch die Frage, ob ...
hierin, auch hierjn fAdv.; Trennung: hier|in/ [..rin]
in dem hier Genannten: h. sehe ich ein Problem,
liegt der Fehler; sind wir uns h. einig?
hier|lassen fV b .f etw., jmdn . (zeitweilig) an dieser
Stelle, diesem O rt lassen (4.1): kann ich meinen
Koffer bis morgen h.?; er ist weggegangen, ohne
eine Nachricht hierzulassen (hier zu hinterlassen)
hiermit, auch hiermit jAdv.f 1. m it H ilfe , mittels
der hie r genannten Sache: nimm diese Zange!
Hiermit kannst du die Nägel leichter herausziehen
—
2. m it dem hier Genannten : das ist ein inter
essantes Problem. Hiermit befasse ich mich schon
seit langem; die Angelegenheit ist h. noch nicht
erledigt; h. ist nicht zu spaßen; dann singen alle
gemeinsam die ,Internationaleund h. endet die
Feierstunde — 3. h. ( m it diesem Schreiben) erkläre
ich, wird bestätigt, daß ...
Hieroglyphe, die; -, -n [.. g ly : ..] 1. Zeichen (1.1) der
altägyptischen Bilderschrift — 2. fnu r im P l.f umg.
scherzh. kannst du diese Hieroglyphen (ttnleser-
lich geschriebenen Wörter) entziffern?
hier|sem fVb.; ist hiergewesen; Präs. u. Prät. /
hier 1.1/
hierüber, auch hierüber fA d v .; Trennung: hierüber/
[..ry :bor] 1. fräum l.j über der genannten, über die
hier genannte Sache: im Erdgeschoß befinden sich
Geschäfte, h. Ausstellungsräume; h. hat man ein
Stockwerk ausgebaut — 2. fzeitl.f bei dem hier ge
nannten T u n , Geschehen: er ist manchmal so in
seine Arbeit vertieft, daß er h. das Essen vergißt —
3*über den hie r genannten Sachverhalt: dieses Thema
ist unerschöpflich, obgleich h. schon viel geschrie
ben wurde; h. bin ich froh; h. wollen wir uns doch
nicht streiten
hiervon, auch hiervon fAdv.f 1. fräum l.f 1.1. von
der hier vorhandenen Sache entfernt: hier ist der
Bahnhof und nicht weit h. (entfernt) die Post
1.2. von der hier vorhandenen Sache hinweg: das ist
die Hauptstraße. Hiervon zweigen mehrere Neben
straßen ab — 2. von dem hier Genannten als ideellem
Ausgangspunkt: dieser Gedanke ist faszinierend.
Ichkommeh. nicht los — 3. von der hier vorhandenen
Sache, Anzahl, Menge: h. kann ich dir leider nichts
abgeben — 4. infolge des hier Geschehenen: je
mand schrie laut um Hilfe. Hiervon wurde ich
wach — 5. von dem hie r genannten Sachverhalt: h.
machst du dir keine Vorstellung; h. hatte ich keine
Kenntnis
hierzu, auch hierzu fA dv .f 1. (zusätzlich) zu der hier
vorhandenen Sache: h. schmeckt ein Rotwein am
besten — 2. zu dem hier genannten Zweck, T u n :
h. brauche ich einen Schraubenschlüssel; h. ist er
fest entschlossen — 3. zu dem hie r genannten Sach
verhalt: h. möchte ich mich nicht äußern; meine
Meinung h. ist folgende: ...
hierzulande jAdv .f veraltend in diesem Land,
dieser Gegend: das ist h. nicht üblich
hfesig fA dj.; vorw. attr.f in dieser Gegend üblich,
befindlich: die hiesige Bauweise; die hiesigen Zei
tungen; die hiesige (hier ansässige, einheimische)
Bevölkerung; er ist kein Hiesiger
hieven fsw. F6.;hat/ [..fon, ..von] Seemannsspr.
eine Last nach oben ziehen, winden: den Anker h.;
das Netz, den Fang an Deck h.
Hi-Fi [haifi], auch Hi-Fi [haifai] Bundf. jK u rz w .
fü r High-Fidelity/ s. High Fidelity
High-Fidelity, die; -, fo. P l.f [haifidsliti, auch haifai
. . ]Bundf. angestrebte naturgetreue, hohe Qualität
der Wiedergabe, Übertragung von M u s ik und Sprache
durch elektroakustische Geräte, Anlagen
High-Society, die; -, fo. P l.f [haisosaioti] die oberste
Schicht der bürgert. Gesellschaft
Hilfe, die; -, -n 1. fo. P l.f Aktion(en), durch die jmd.
(einem) anderen bei der Erreichung eines Zweckes,
Zieles, bei der Bewältigung von etw. Schwierigem
h ilft, das Helfen (1): gegenseitige, kameradschaft
liche, uneigennützige, schnelle, wirksame, ärzt
liche H.; (wirtschaftliche, finanzielle) H. für die
befreiten Länder; die Erste H. (sofort, vor der ärzt
lichen Behandlung am Verunglückten durchzufüh
rende Maßnahmen); H. in der Not; H., H.! jRuf
in einer Notlage, aus der sich jmd. nicht aus eigener
K raft befreien kann/; H. brauchen, erwarten;
jmdm. (seine) H. anbieten, verweigern; jmdm. H.
leisten; auf jmds. H. hoffen, angewiesen sein; es
mit fremder H., ohne H. schaffen; jmdn. um H.
36*
564
Hilleersuchen — Himmelsäquator
bitten; (laut um) H. rufen, schreien; jmdm. zu H.
kommen; O mit H. (unter Zuhilfenahme) eines
Wörterbuchs; etw. zu H. nehmen — 2. jvorw. 8g.f
jmd., der jmdm. (bei der Arbeit) hilft, H ilfskraft:
eine H. für den Haushalt, das Geschäft suchen;
ihr Sohn ist ihr eine große H. (der Sohn hilft ihr in
vielen Ding en); O der elektrische Bohrer war ihm
bei der Arbeit eine gute, brauchbare H.
Hilfe/hilfe| -ersuchen, das Ersuchen um H ilfe (1);
- f lehend /A dj./ um Hilfe (1) flehend: jmdn. h. an-
sehen; -leistung, die H ilfe (1), die man jmdm. in
einer bestimmten S itu a tion leistet, zu leisten ver
pflichtet is t: jmdn. wegen unterlassener H. be
langen; -ruf, der Ruf, Signal, mit dem jmd. in einer
Notlage um H ilfe (1) bittet: ein verzweifelter H.;
die Hilferufe des Funkers blieben ungehört; -Stel
lung, die fo. P L I 1.1. Turnen sachkundige H ilfe
(1) für einen Turner bei einer Übung am Gerät 1.2.
H ilfe (1): die Militärs hatten dem Diktator bei der
Machtübernahme H. geleistet; -suchend fA d j.f
nach jmdm., der H ilfe (1) leisten kann, Ausschau
haltend: ein hilfesuchender Blick; sich h. umblicken
Hilf] -los /A d j./ 1. H ilfe (1) dringend benötigend,
sich selbst nicht helfen könnend: eine hilflose Person;
ein hilfloser Kranker; h. sein, daniederliegen; h.
(ratlos) die Schultern zucken — 2. unbeholfen, u n
geschickt: h. herumstehen, lächeln; -reich \A d j.f:
ein hilfreicher (hilfsbereiter) Mensch; jmdm. h.
(helfend) zur Seite stehen; hilfreiche (nützliche 1)
Hinweise
Hilfs/hflfs| -aktion, die vgl.
-maßnahme; -arbeiter,
der /D D R veraltend/ Arbeiter ohne spezielle A us
bildung fü r die von ihm ausgeübte Tätigkeit, unge
lernter Arbeiter; -bedürftig fAdj.f auf Hilfe (1),
materielle Unterstützung angewiesen; -bereit fA d j.f
(stets) z ur H ilfe (1) bereit: ein hilfsbereiter Mensch;
- kraft, die nicht speziell ausgebildete Arbeitskraft (2)
fü r die Durchführung bestimmter einfacher Arbeiten:
für die Neuordnung der Bibliothek werden Hilfs
kräfte gesucht, eingestellt; -linie, die 1. ( in der
Geometrie) z ur Lösung einer Aufgabe benutzte L in ie
—
2. Mus. über od. unter den fünf Notenlinien ge
zogene Linie für die Fixierung jeweils einzelner
außerhalb der fünf Linien liegender Töne; -maß
nahme, die Maßnahme, durch die jmdm. H ilfe (1)
zuteil w ird; -mittel, das 1. etw., das zur Erleichterung
der Arbeit benutzt, zur Erreichung eines Ziels ver
wendet w ird : ein geeignetes, unentbehrliches H.;
H. benutzen — 2. /nur im P I./fü r die Überwindung
einer Notlage bereitgestellte materielle Güter, fi n a n
zielle M itte l : umfangreiche H. für die von der Kata
strophe Betroffenen; -motor, der an einem Fahr
rad, i n ein Boot, Segelflugzeug (nachträglich) ein
gebauter Motor für den Bedarfsfall; -schule, die
jDDR f Sonderschule für debile Kinder; -Schwester,
die Krankenschwester ohne (abgeschlossene) Fach
schulausbildung; -verb, das Gramm. Verb, das da
zu dient, die zusammengesetzten Zeiten und das
Passiv zu bilden, Substantiv, Pronomen od. A d
jektiv zu einer prädikativen Aussage zu verbinden;
- Wissenschaft, die wissenschaftliche D isziplin , die
Methoden und Kenntnisse fü r andere Wissenschaf
ten liefe rt: die Heraldik gehört zu den historischen
Hilfswissenschaften; -Zeitw ort, das Hilfsv erb
Himbeere, die; J, -n Frucht des Himbeerstrau
ches
himbeer/Himbeer| -färben /A d j./ himbeerrot: ein
himbeerfarbener Lippenstift; -ge s ch m ac k , der
fo. P l.j Geschmack der reifen Himbeere; -rot fAdj.f
rot wie reife Himbeeren; -saft, der Saft aus H im
beeren; -Strauch, der zu den Rosengewächsen ge
hörender, wildwachsender und i n Gärten gezogener
stachliger Strauch m it weißen Blüten und roten, aro
matischen Früchten
Himmel, der; -s, - 1. fo. P l.f der sich scheinbar wie
das Innere einer hohlen Halbkugel (1.1) über einem
a u f der Erde befindlichen Beobachter wölbende,
flächig erscheinende (Luft)ra um : ein blauer, wol
kenloser, bewölkter, verhangener H.; der nächt
liche, gestirnte H .; die Sonne, der Mond steht hoch
am H.; am H. glitzern die Sterne; der Turm ragt
hoch in den H.; die Sonne brennt vom H. herab;
zwischen H. und Erde (in der L uft) schweben;
unter freiem H. (im Freien) schlafen; unter süd
lichem, wärmerem H. (in südlichen Breiten, i n einer
wärmeren Klimazone) leben; O ein neuer Stern am
literarischenH. (auf literarischem Gebiet) — 2./o. P l.f
2.1. i n vielen Religionen der gedachte Wohnort
Gottes od. der Götter, Aufenthaltsort der Engel, der
selig (2) Verstorbenen, Paradies: der H. und die
Hölle; Gott im H.; in den H. kommen (nach
christlichem Glauben nach dem Tode selig 2 werden)
2.2. etw. als ein Zeichen des Himmels (Gottes,
des Schicksals) betrachten; der H. bewahre uns
davor! 2.3. umg. (ach) du lieber H .! /Ausruf der
Verwunderung, Bestürzung, des Bedauerns/; weiß
der H .! /Ausruf der Bestätigung, Bekräftigungf; um
(des) Himmels willen! /Aus ru f der Bestürzung,
Erregung; zur Bekräftigung einer inständigen B itte f;
H. noch (ein)mal! /Ausruf des Unwillens/; H.,
Herrgott, Sakrament!; H., Kreuz, Donnerwetter!;
H., Arsch und Wolkenbruch; H., Arsch und Zwirn!
/Flüche/ — 3. Baldachin (1.1)
-j- den H. auf Erden haben (es sehr gut haben);
jmdm. den H. auf Erden (alle Annehmlichkeiten)
versprechen; aus heiterem H. (plötzlich, ganz u n
erwartet); sich wie im sieb(en)ten H. fühlen, im
sieb(en)ten H. sein (verliebt und überglücklich sein);
veraltend geh. jmdm. hängt der H. voller Geigen
(jmd. ist sehr glücklich, voll freudiger Zuversicht);
umg. H. und Menschen (sehr viele Menschen); H.
und Hölle in Bewegung setzen (alles aufbieten,
um etw. Bestimmtes zu erreichen); weiß der H. (nie
mand weiß), wann, wer, wie, wo, ob
weiß der
H., wer das gemacht hat; jmdn., etw. in den H.
heben (jmdn., etw. übermäßig loben); etw. schreit
zum H. (ist empörend); salopp etw. stinkt zum H.
(ist skandalös); — das / * Blaue vom H. (herunter)
lügen; etw. kommt wie ein / Blitz aus heiterem
H.; die / Engel im H. singen hören; jmdm., für
jmdn. die / t Sterne vom H. holen wollen
himmel/Himmel| : angst, - angst /A dv .; emot.; in der
Verbindung/ jmdm. ist, wird es h. (jmd. hat, be
kommt große Angst); -bett, das Bett mit einem H im
mel (3); -blau fAdj.f blau wie der wolkenlose H im
mel am Tage; -fahrt fo. Art., o. Pl.f kirchlicher
Feiertag am 40. Tag nach Ostern zum Gedenken an
den angenommenen Aufstieg Christi in den Himmel
(2.1); -fahrtsnase, die umg. scherzh. Nase m it
einer nach oben gebogenen Nasenspitze; ;h o ch ,
- hoch fAdj.f sehr hoch (1.1.1): h. ragten die Felsen
empor; O jmdm. h. überlegen sein; h. jauchzend
(überglücklich)
Himmels [äquator, der fo. P l.f gedachter, über dem
Himmelschlüssel — hinaus
565
Himmel (1) gezogener Kreis, den die Sonne zweimal
jäh rlic h zu r Tagundnachtgleiche schneidet
Hjmmel/hjmmel| -Schlüssel, das; -s, - im F rühjah r
a u f Wiesen blühende Rosettenpflanze m it hellgelben
Blüten in Dolden an einem langen Stiel; -schreiend
/A d j.; nicht adv.f umg. /emot./ empörende ein
himmelschreiendes Unrecht
Hjmmelsl -gewölbe, das /o. PL/ Himmel (1); -glo-
bus, der Globus, au f dem die Sterne (1) im Verhältnis
ihrer in Winkeln gemessenen Abstände und scheinba
ren Helligkeit dargestellt sind; -körper, der Astron.
natürlicher im Weltraum wahrnehmbarer Körper
(2); -richtung, die durch Pole und die Rotation der
Erdkugel gegebene festgelegte Richtung (1) zur Orien
tierung : sie kamen aus allen Himmelsrichtungen
(von überallher); -Stürmer, der jmd. , der kühne
Pläne hat und ihre Verwirklichung betreibt, ohne
sich dabei von den realen Gegebenheiten, objektiven
Schwierigkeiten beeindrucken zu lassen; -z e it, das
io. Pl.j geh. Himmel (1): die Sterne am H.
ummel|weit, himmel|W£it /A d j.; nichtpräd.j umg.
lemot.f: h. (sehr weit 1.2) von einem Ziel entfernt
sein; O ein himmelweiter (sehr großer) Unter
schied
himmlisch jA d j./1. umg. /emot./ herrlich, wunder
b a r : ein himmlischer Tag!; es herrscht eine himm
lische Ruhe; das ist ja einfach h.!; eine himmlische
(Überaus große) Geduld besitzen — 2« R el. ev.
kath. der himmlische Vater (Gott)
hin jA d v .; / auch hinsein/ 1. /bezeichnet die Rich
tung von hier (1) weg auf etw., jmdn. zu/: die Fen
ster liegen nach dem Hof h.; die Straße zum Bahn
hof h. ist gesperrt; bis zur Post h. sind es etwa
500 Meter; umg. nichts wie h. (schnell d o rth in )\
— 2.1. /als Verstärkung bestimmter, räum licher, zeit
licher P rä p .j: der Weg verläuft durch die Wiese h.;
diese Pflanze ist über ganz Europa h. verbreitet;
er verbeugte sich nach allen Seiten h.; nach außen
h. (äußerlich) wirkt er ganz ruhig; durch, über viele
Jahre h. (viele Jahre lang); gegen Mittag, den
Herbst h. (wenn die Mittagszeit, der Herbst naht);
/m it Getrenntschreibung bei sonst zusammengeschrie
benen Bildungen, wenn auch das Verb betont is t; /
hin- 1.1/ er ist zum Bahnhof h. gelaufen, statt ein
Taxi zu nehmen 2.2. / xauf (5) — 8.1. bis Ostern,
bis zum Urlaub ist es noch eine Weile h. (dauert es
noch eine Weile) 8.2. umg. sein ganzes.Geld ist h.
(er hat kein Geld mehr); sein Vertrauen ist h. (er
hat kein Vertrauen mehr); die fröhliche Stimmung
war plötzlich h. (vorbei); die Vase, der Motor ist h.
(nicht mehr zu gebrauchen); salopp er sah sie und
war h. (von i h r begeistert); er, der Vogel ist h. (tot);
der Apfelbaum ist h. (abgestorben) — 4.1. h. und
zurück: bitte einmal Leipzig h. und zurück (eine
Fahrkarte fü r die H in - und Rückfahrt) 4.2. h. und
her: h. und her (ständig die Richtung wechselnd,
kreuz und quer) laufen, fliegen; er ist h. und her
(hin und zurück) gelaufen 4.8.
...
h.,
...
her:
Freund h., Freund her (wenn er auch mein Freund
is t), ihr müßt ihn selbst fragen; Schwierigkeiten h.,
Schwierigkeiten her (wenn es auch Schwierigkeiten
gibt), der Plan muß erfüllt werden
+ h. und wieder (manchmal); nach langem Hin und
Her (nach langen Diskussionen); umg. etw. reicht
nicht h. und nicht her (reicht überhaupt nicht); h.
und her gerissen sein (sich nicht entscheiden können)
hin- / i n verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen/ 1. /z ur Getrenntschrei
bung bei Betonung des Verbs / hin (2.1)/ 1.1. /be
zeichnet die Richtung von irgendwo weg auf ein Ziel
zu/: /
z . B . hinfahren, hinsehen, hinwenden
1.2. /bezeichnet die Richtung nach unten an eine be
stimmte Stelle/: / z. B . hinlegen, hinsetzen, hin
stellen 1.8. /bezeichnet nach präp. Ausdrücken m it
dem A k k . eine gleichförmige Bewegung, deren Rich
tung nicht genauer angegeben w ird/: / z. B . hin-
plätschern — 2. /bezeichnet das Aufhören der E x i
stenz/ : / z. B . hinschlachten, hinschwinden, hin
siechen — 8. /charakterisiert bei Verben bes. des
Sprechens, Schreibens den Vorgang als ungenügend
in Form und Inh alt/: / z. B . hinsagen, hinschlu
dern, hinschreiben
hinab /Adv.; Trennung: hin|ab/ [..nap] hinunter:
den Berg h. erschien uns der Weg kürzer; den Fluß
h. (flußabwärts); (vom Gipfel bis) ins Tal, zum
Dorf h. sind es drei Kilometer
hin a b - /i n verbalen Zusammensetzungen; bezeichnet
eine Richtung von oben nach dort unten/; / z. B .
hinabstürzen
hinab] -blicken /Vb./ hinunterblicken: als er (vom
Turm auf die Stadt) hinabblickte, wurde ihm
schwindlig; -gehen /Vb./ hinuntergehen (1); -stür
zen /Vb./ (jmdn.) hinunterstürzen (1)
hinan /Adv.; Trennung:hin|an/[..nan]geh. hinauf
hin|arbeiten /V b./ auf etw. h. sich zielstrebig be
mühen, etw. zu erreichen, zu verwirklichen: auf das
Examen h .; darauf h., daß ...
hinauf /Adv.; Trennung: hin|auf; / auch ’rauf/
[.. nauf] von unten nach dort oben: die Treppe h.
gehen, nicht rennen; den Berg h. das Tempo ver
langsamen; den Flußh. (flußaufwärts); zum Gipfel
h. gibt es mehrere Wege
hin a u f - /i n verbalen Zusammensetzungen; bezeich
net eine Bewegungsrichtung von unten nach dort
oben/: / z. B hinaufsteigen
hinauf \ / t auch rauf|/| -fallen /Vb./ + d ie /
Treppe h.; -gehen /Vb./ 1. nach dort oben gehen (1):
die Treppe h.; auf den Dachboden h. — 2. umg.
höher werden: die Weltmarktpreise für Leder sind
weiter hinaufgegangen — 3. umg. mit etw. h. etw.
steigern, erhöhen: mit dem Tempo, Preis h.; -k o m
m en /Vb ./ nach dort oben kommen (1): wartet, ich
komme hinauf!; ich weiß nicht, wie ich auf den
Baum h. (gelangen 1) soll; -steigen /Vb./ 1. nach
(dort) oben steigen (1.1): den Berg, bis zum Gipfel
h.
—
2. der Drachen stieg immer höher hinauf
(stieg immer höher in die L uft); -ziehen /Vb./ 1.
etw.,
jmdn. nach dort oben ziehen (1.1) (hat):
mühelos zogen die Pferde den schweren Schlitten
hinauf — 2.1. (zu F uß) nach (dort) oben ziehen (8.1)
(ist): singend in die Berge h. — 2.2. i n eine höher
gelegene Wohnung umziehen (ist): er ist in das
zehnte Stockwerk hinaufgezogen — 8. etw. zieht
sich hinauf etw. erstreckt sich nach (dort) oben (hat):
die Kornfelder ziehen sich weit den Hang, am
Hang hinauf
hinaus /Adv .; Trennung: hin|aus; / auch
’raus u. hinaussein/ [..naus] 1. von d rin ne n nach
dort draußen: h. (damit, mit dir)! — 2.1. /als
Verstärkung bestimmter räumlicher P räp.j: h. aus
meinem Haus!; h. aufs Meer, in die Ferne; die
Wohnungen nach hinten, zur Straße h. 2.2. /als
Verstärkung bestimmter zeitlicher P rä p .j; sich über
Wochen, Jahre h. (mehrere Wochen, Jahre lang) mit
566
hinaus-
—
hindern
etw. befassen; das gilt für die nächsten fünf Jahre
und darüber h. (und noch länger); bi3 über die
Siebzig h. rüstig bleiben 2.3. über etw. h. zusätzlich
zu etw.: über das Grundgehalt h. erhält er eine
Leistungsziilage; über diese fünf Prozent h. ist
eine Steigerung nicht möglich — 3. er war gerade
(zur Tür) h. (hatte das Haus, den Baum gerade ver
lassen), als ; über dieses Vorurteil bin ich h. (die
ses Vorurteil habe ich überwunden); über dieses
Alter bin ich h. (dieses A lte r und den entsprechenden
Entwicklungsstand habe ich überwunden)
hinaus- f i n verbalen Zusammensetzungen/ 1. /be
zeichnet die Richtung von drinnen nach dort draus-
sen/: z, B . hinausbefördern — 2. /drückt in Ver
bindung mit über + Akk. aus, daß jmd.,
etw.
weiter als bis zu einem bestimmten P u n k t gelangt,
ihn überschreitet/: / * z. B . hinausfahren, hinaus
kommen
hinaus / / auch raus|/| -befördern / V b . /1. etw. von
drinnen nach dort draußen befördern (1): Baum
stämme mit einem Fuhrwerk aus dem Wald h. —
2. scherzh. jmdn. h. (hinauswerfen 2.1); -fahren
/V b ./1. von drinnen nach dort draußen fahren (1.2.1)
(ist): aus der Garage h. — 2. etw. von drinnen nach
dort draußen fahren (2.2) (hat): den Wagen aus der
Garage h. — 3. über etw. h. weiter als bis zu einem
bestimmten P u n k t fahren (1.1) (ist): d9r Zag ist
über das Signal hinausgefahren — 4. (ist) auf etw.
h.: aufs Land h. (fahren); zum Fischen aufs Meer
h.; -fliegen /Vb .; ist/ 1. über etw. h. weiter als
bis zu einem bestimmten P u n kt fliegen (2): der Ball
ist über die Torlinie hinau3geflogen — 2. umg.
2.1. rausfliegen (2.1): während der Krise flogen
viele Arbeiter hinaus 2.2. rausfliegen (2.2): wenn
ihr nicht endlich still seid, fliegt ihr (in hohem
Bogen) hinaus!; -gehen / Vb./ 1.1. von drinnen nach
draußen dort gehen (1): wortlos, ohne Gruß h.; in
den Garten h. 1.2. durch diese Tür, hier geht es
hinaus (durch diese T ü r , hier gelangt man nach
draußen) — 2. umg. das Fenster, Zimmer geht
nach Süden, zum Hof hinaus (das Fenster des
Zimmers ist nach Süden, zum H of gerichtet) — 3.
über etw. h. etw. überschreiten (2): mit diesen Maß
nahmen geht er über seine Befugnisse hinaus;
-jagen / Vb./
- f jmdn. zum Tempel h.; -kom
men /V b./ 1. von drinnen nach dort draußen kommen
(1): als wir hinauskamen, regnete 63; ich bin
den ganzen Tag nicht hinausgekommen (ich habe
mich den ganzen Tag über drinnen aufgehalten,
habe das Haus nicht verlassen können); er ist
nie aus seiner Vaterstadt hinausgekommen (hat
seine Vaterstadt nie verlassen) — 2. über etw. h.
weiterals bis zueinembestimmten P u n k t gelangen: er
war der erste Hochspringer, der über zwei Meter
hinauskam — 3. etw. kommt auf etw. hinaus (etw.
ergibt sich als Resultat, läuft auf etw. hinaus); -laufen
/Vb.; ist/ 1. von drinnen nach dort draußen laufen
(1.2): aus dm Zimmer auf die Straße h.; ärgerlich
lief er hinaus — 2. etw. lauft auf etw. hinaus etw.
erreicht im Laufe der Entwicklung einen bestimmten
Endpunkt, führt zu einem bestimmten Ergebnis:
dieser Plan läuft auf eine Umstrukturierung hin
aus; am Ende wird e3 darauf h., daß ...; umg. das
läuft auf eins, auf dasselbe hinaus (bleibt sich am
Ende gleich); -posaunen /V b ./ umg. etw. ausposau
nen: eine Neuigkeit (in alle Welt) h.; -scharen,
sich fsw. Vb.; vorw. im Im p ./ umg. einen Raum
eilig, unverzüglich verlassen (müssen): scher dich
hinaus!; -schieben /Vb. / 1. etw., jmdn. von drinnen
nach dort draußen schieben (1.1) — 2. etw. a uf spä
ter verschieben: eine Entscheidung, Reise h.;
-schießen /V b .; hat, ist/ -f übers / * Ziel h.;
-sein /V b.; ist hinausgewesen; Präs. u. Präi. /
hinaus 3/; -setzen /Vb./ 1. sich von drinnen nach
dort draußen setzen (1.1) — 2. jmdn. h. jmdm.
kurzerhand die Wohnung kündigen; -wachsen /st.
Vb./ 1. über etw., jmdn. h. größer (2) werden als
etw., j m d . : heutzutage wachsen viele Kinder über
die Eltern hinaus — 2. über jmdn., sich h. jmdn.,
die eigene frühere Leistung Übertreffen: er ist eine
große Begabung und wird bald über seinen Lehrer
hinausgewachsen sein; im Endkampf wuchs der
Läufer über sich (selbst) hinaus; -weisen / Vb./ 1.
jm dn. zum Verlassen eines Raumes, Hauses, Ortes
auffordern: jmdn. schroff h. — 2. nach draußen
weisen (1.1): er trat ans Fenster und wies hinaus;
-werfen /Vb./ 1. etw. von drinnen nach dort draus-
sen werfen (1.1.1) — 2. umg. 2.1. jmdn. m it allem
Nachdruck hinausweisen (1) 2.2. jmdn. entlassen,
jmdm. kündigen: er drohte, ihn hinauszuwerfen;
+ das / Geld zum Fenster h.; -wollen /Vb./ 1.
umg. von drinnen nach dort draußen wollen: die
Kinder wollten zum Spielen in den Garten hinaus
—
2. auf etw. h. ein bestimmtes Z ie l anstreben: er
will auf einen Kompromiß hinaus; worauf, wo
willst du eigentlich (mit dieser Frage, diesem Vor
schlag) hinaus (was bezweckst du m it dieser Frage,
diesem Vorschlag)!; + (zu) hoch h.; -ziehen
/Vb.f 1. jmdn., etw. von drinnen nach dort draußen
ziehen (1) (hat): sie zog ihn mit sich am Arm hin
aus; C> das schöne Wetter, es zog die Kinder zum
Baden hinaus — 2. einen Ort verlassen und zu Fuß
in die Ferne ziehen (8.1) (ist): singend zogen sie
zur Stadt hinaus — 3. nach draußen dbziehen (2.3)
(ist): öffne das Fenster, damit der Qualm schnell
hinauszieht — 4. 3ich h. sich räum lich erstrecken
(hat): dieser Weg zieht sich bis zum See hinaus —
5. (hat) 5.1.1. länger als erwartet dauern: die Ver
handlungen ziehen sich hinaus 5.1.2. etw. i n die
Länge ziehen, vorsätzlich lange dauern lassen: man
will den Prozeß offensichtlich h. 5.2.1. sich verzö
gern : die Entscheidung zieht sich hinaus 5.2.2. etw.
aufschieben, verzögern: die Abreise, eine Antwort h.
hin/H|n| -biegen / Vb.; hat/ umg. eine komplizierte,
Verfahrene Angelegenheit wieder i n Ordnung bringen:
ich werde die Sache schon h.; das hat er geschickt,
raffiniert hingebogen; -blick, der/in d e r Verbindung/
im, in H. auf:im H. auf die angespannte Finanzlage
(angesichts der angespannten Finanzlage) müssen die
Ausgaben verringert werden; im H. (in bezug) auf
das neue Planjahr äußerte der Direktor, daß ...;
-bringen /Vb./ 1. etw., jmdn. an einen bestimmten
Ort bringen: ich muß noch schnell das Buch zu ihm
h.; ich bringe dich hin (begleite dich dorthin) —
2. umg. /oft verneint/ etw. zustande bringen: er
bringt die Übersetzung nicht hin; sie bringt es ein
fach nicht hin, pünktlich zu sein
hinderlich /A d j .; vorw. p rä d.j behindernd, störend,
hemmend: der Verband, das schwere Gepäck war
ihm h.; etw. ist für jmds. Fortkommen, den Ablauf
der Verhandlungen h.
hindern /sw. Vb.; hat/1. jmdn. an etw. h. bewirken,
daß jm d. i n seiner weiteren Fortbewegung, daß ein
Vorgang in seinem Ablauf unterbrochen w ird: ein
Hindernis — hineinpassen
567
umgestürzter Baum hinderte ihn am Weiter
fahren; erstellteihr unentwegt Fragen und hinderte
sie so am Essen — 2. jmdn. bei etw. h. jmdn. bei
etw. stören (1.1); der Verband hindert, du hinderst
(mich) bei der Arbeit
Hindernis, das; -ses, -se 1. etw., das eine weitere
Fortbewegung unmöglich macht od. erschwert: ein na
türliches, künstliches H.; die Schlucht bildet ein
unüberwindliches H.; ein H. beseitigen; Sport
der Läufer, Reiter hat noch zwei Hindernisse zu
nehmen — 2. Schwierigkeit, Hemmnis bei der Be
wältigung einer Aufgabe, bei der Durchführung von
etw.: allen Hindernissen zum Trotz wurde das
Projekt plangemäß fertiggestellt; eine Reise mit
Hindernissen
Hindernis -lauf, der jo. P L f leichtathletische D is z i
plin . bei der der Läufer eine Bahn (1.3.1) mit festen
Hürden und einen m it Wasser gefüllten Graben über
wunden m u ß; -rennen, das Galopprennen über künst
liche und natürliche Hindernisse
Hjnderimgs|grand, der Grund, der jmdn. abhält, etw.
Bestimmtes zu tu n ; Grund, der jmdn. an etw. hindert
(1): etw. ist für jmdn. kein H.; er sah darin keinen
wesentlichen H.
hin|deuten/F&./l. i n die bestimmte Dichtung von etw.
deuten (2): er deutete auf das Bild, nach dem Auto
hin — 2. etw. deutet auf etw. hin etw. läßt auf etw.
schließen, zeigt etw. a n : die Schwüle deutet auf ein
Gewitter hin; alles deutet darauf hin, daß ...
Hindu, der; -/-s, -/-s Anhänger des Hinduism us
Hinduismus, der; jo. P l.f indische R eligion, die
sich aus älteren indischen Religionen entwickelt und
sie m it großer Toleranz in sich aufgenommen ha t;
dazu hinduistisch fA d j.f
hindurch jA d v .f durch ... h. /als Verstärkung der
Präp. durch; / 1durch 1 u. 3; räuml. u . zeitl.f:
durch die Tür h. war kein Laut zu hören; all die
Jahre h. gab es nie Streit zwischen ihnen
2hindurch /Präp. m it A k k .; nachgestellt/ 1während:
sie weinte die ganze Nacht h.; er hat die ganze
Zeit h. angestrengt gearbeitet
hindurch- /i n verbalen Zusammensetzungen; drückt
eine Richtung aus, die in etw. hinein und am ande
ren Ende wieder heraus füh rt/: / z. B . hindurch
gehen
hindurch! -gehen /V b ./ 1. durch etw. gehen (1):
durch eine Tür h.; unter; zwischen etw. h.: unter
einer Brücke, zwischen den Bäumen h. — 2. durch
etw. dringen (1): die Kugel ist durch den Arm hin
durchgegangen; O sein Blick ging durch sie hin
durch — 3. durch etw. verlaufen: die Straße geht
durch ein großes Waldgebiet hindurch; -schim
mern /V b ./ etw. schimmert (durch etw.) hindurch
etw. dringt als Schimmer (1.1) durch: durch die Vor
hänge schimmert Licht hindurch
hinein /Adv.; Trennung: hin|ein; / auch ’rein,
’rin/ [. .nain] 1.1. von hier (1) draußen nach dort
drinnen: h. (damit, mit euch)! 1.2. /als Verstärkung
der Präp. in; räuml. u. zeitl./: h. ins Bett, Wasser!;
man hörte den Lärm bis ins Haus h.; bis in den
hellen Tag h. schlafen, bis (tief) in die Nacht h. ar
beiten; O etw. bis in alle Einzelheiten h. schildern;
bis ins Innerste h. (zutiefst, sehr) erschrecken
hinein- / i n verbalen Zusammensetzungen; bezeichnet
die Richtung von draußen nach dort drinnen/: /
z. B . hineinfahren, hineinstecken
hinein f / auch rein|/| -bekommen /V b ./ etw. i n
etw. stecken, stellen, schieben, packen können: den
Schlüssel nicht ins Schloß h.; er bekam das Buch
gerade noch in die Tasche, das Regal hinein;
-denken, sich /V b ./ sich in etw., jmdn. h. sich
durch Nachdenken i n etw., jm dn. versetzen: sich
in jmds. Lage, eine Problematik, einen Menschen
h.; -deuten / Vb./ etw. in etw. hineininterpretieren;
-fahren /Vb.j 1.1. von draußen nach dort drinnen,
in etw. fahren (1.1, 1.2.1) (ist): das Auto fuhr
in den Wald hinein und hielt an; er ist ganz
langsam (in die Garage, Kurve) hineingefahren;
umg. in jmds. Auto h. (gegen jmds. Auto fahren
und es dabei beschädigen) 1.2. etw. i n etw. fahren
(2.2) (hat): das Auto in die Garage h.; das Holz
in den Hof h. (mit einem Fahrzeug in den Hof
transportieren) — 2. (ist) 2.1. in etw. h. plötzlich,
schnell in etw. eindringen: der Blitz ist in den
Baum hineingefahren 2.2. in den Mantel, die Hose
h. (schnell den M antel, die Hose anziehen); -finden
/Vb.j 1. den Weg in etw., den Zugang zu etw. finden:
nach langem Suchen fanden sie endlich hinein —
2. sich in etw. h. sich m it etw. vertraut machen: er
hatte sich schnell in die neue Tätigkeit hinein
gefunden, kann sich nicht in die veränderte Situa
tion h.; -fressen /V b .f etw. in sich h. 1.1. salopp
/vom Menschen/ etw. gierig essen: er fraß den
Kuchen in sich hinein 1.2. umg. seinen Ärger,
Zorn in sich h. (nicht äußern, sondern in sich au f-
stauen lassen und darunter leiden); er ist ein
Mensch, der alles in sich hineinfrißt; -geheim-
nissen, geheimnißte hinein, hat hineingeheimnißt
etw. in etw. h. verborgene Absichten i n etw. finden,
erkennen zu müssen glauben, die gar nicht vorhanden
s ind : wir wollen uns an die Tatsachen halten und
nichts in sein Verhalten, seine Äußerungen h.;
-gehen /Vb.j 1. von draußen nach dort drinnen
gehen (2): er sah ihn h. und gleich wieder heraus
kommen; in das Haus h. — 2. umg. in etw. hin-
einpassen (1): in den Koffer geht nichts mehr hin
ein; -geraten /V b ./ i n etw. geraten (3.1); -greifen
/Vb./ von draußen nach dort drinnen, in etw. greifen,
um etw. herauszuholen: er reichte ihr die Bonbon
niere und bat sie hineinzugreifen; -interpretieren
/Vb.j etw. in ^etw. h. in einer mündlichen od.
schriftlichen Äußerung, einem Kunstwerk durch
Interpretation etw. zu erkennen glauben, was nicht
darin enthalten ist: in einen Roman, Film etw. h.;
-knien, sich /V b .j umg. sich i n etw. vertiefen, sich
m it großem Eifer mit etw. befassen: sich in die
Arbeit, eine Aufgabe, ein Problem h.; -kommen
/Vb./ 1.1. von draußen m it nach dort drinnen kom
men (1): komm doch mit hinein!; wie bist du
denn ohne Schlüssel ins Haus hineingekommen
(igelangt)? 1.2. ich weiß nicht, wie das Buch, der
Fleck da hineingekommen (hineingeraten) ist;
-können /Vb./ umg. von draußen nach dort drin
nen gelangen (1) können: er hatte den Schlüssel
vergessen und konnte nicht hinein; -lachen
/Vb./ in sich h. innerlich od. kaum merklich
lachen: er lachte lautlos, leise in sich hinein;
-legen /Vb./ 1. etw., jmdn., sich in etw. legen:
etw. in den Schrank, Koffer h.; ein Kind, sich
ins Bett h. —
- 2. etw. in etw. hineininterpretieren;
-mischen /V b ./ 1. etw. i n etw. mischen (1.2.1):
Wasser in den Wein h.
—
2. sich i n etw. ein-
mischen: er mischt sich in alles hinein; -passen
/Vb./ 1. in etw. Platz haben: in den Koffer, Schrank
568
hineinreden — hinhauen
paßt nichts mehr hinein — 2. etw., jmd. paßt in
etw. (nicht) hinein 2.1. etw. ist m it seiner Größe,
Form fü r etw. (nicht) passend: der Schlüssel paßt
nicht in das Schloß hinein 2.2. etw., jmd. paßt
(nicht) zu einer bestimmten Umgebung, G ru pp e: das
Bild paßt nicht in das Zimmer hinein; er paßt
nicht in euren Kreis hinein; -reden /V b ./ 1. in etw.
h. sich durch Beden in etw. einmischen: er will in
alles h.; sie laßt sich nicht h. — 2. sich in etw. h.
sich beim Reden in etw. hineinsteigern: er redete
sich immer mehr in seine Wut, Begeisterung hin
ein;' -reißen /Vb.; hat/ umg. jmdn. (mit) in eine
unangenehme, schwierige, gefahrvolle Situ a tion
bringen: er wird sie noch alle (mit) h.; jmdn. (mit)
ins Verderben, Unglück h.; -riechen /V b ./ umg.
in etw. h. etw. oberflächlich, flüchtig kennenlernen
(2): er hat man gerade erst (in die Arbeit) hinein
gerochen und will schon alles besser wissen;
-schlingen /V b ./ etw. gierig, hastig (in großen
Mengen) essen: im Stehen schlang er das Essen in
sich hinein; -schlittern /Vb.; ist/ umg. i n eine
unangenehme, schwierige, gefahrvolle Situ a tion ge
raten; -spielen fV b .f etw. spielt in, bei etw. hinein
etw. wird in gewissem Grade bei etw. m it wirksam:
bei dieser Entscheidung, in diesen Entschluß spie
len alte Vorurteile hinein; -stecken /sw. V b ./1. etw.
in etw. stecken (1.1): den Stecker (in die Steck
dose), den Schlüssel (in das Schloß) h.; den Kopf
zur Tür h. (die Tür öffnen und in das Zimmer hin
einsehen) — 2. etw. in etw. h. etw. für etw. auf
wenden : viel Geld, Zeit, Mühe in etw. h .; -steigern,
sich /Vb./ sich in etw. h. sich bei einer Gefühls
äußerung, einem Gedankengang imm er mehr stei
gern: sich in seinen Zorn, Schmerz, ein Problem
h.;
-trauen, sich /V b .f umg. sich in etw., zu
jmdm. h. sich getrauen, in etw., zu jmdm. hinein
zugehen: er traut sich nicht in die Hotelhalle, zu
ihm hinein; -versetzen, sich /V b ./ sich i n etw.,
jmdn. hineindenken: sich in jmds. Lage h.; -wach
sen /st. Vb./ in etw. h. 1. umg. wachsen, bis ein
bestimmtes Kleidungsstück paß t: der Junge wird
bald in die Hose, Schuhe hineingewachsen sein —
2. mit etw. immer vertrauter werden und es in zu
nehmendem Maße bewältigen: in seinen Beruf, eine
Aufgabe, Rolle h ; -ziehen /Vb./ 1. jmdn., etw.
von draußen nach dort drinnen ziehen (1) (hat): sie
packte ihn am Arm und zog ihn mit sich ins Zim
mer hinein — 2. (ist) in etw. h. 2.1. (zu Fuß) nach
dort drinn en ziehen (8.1): die Sportler zogen in das
Stadion hinein 2.2. i n ein Haus, eine Wohnung
einziehen: sie sind erst kürzlich hineingezogen —
3. (ist) schließ bitte die Tür, damit der Küchen
dunst nicht ins Zimmer hineinzieht (dringt 1) —•
4. jmdn. in etw. verwickeln (hat): jmdn. ins Ge
spräch, in einen Streit h.; ich lasse mich in diese
Affaire, diesen Skandal nicht (mit) h.
hin/Hin| -fahren /V b ./ 1.1. an einen bestimmten
Ort fahren (1.2.3) (ist): zu seinen Verwandten h.
1.2. etw., jm dn. an einen bestimmten Ort fahren (3)
(hat): er will mich mit dem Auto (zum Bahnhof)
h. — 2.1. über etw. h. etw., bes. die Hand über etw.
gleiten lassen (ist): (mit der Hand) glättend über
das Tischtuch h. 2.2. plötzlich i n eine bestimmte
Richtung greifen (ist): er fuhr mit der Hand nach
seiner Brieftasche hin; -fahrt, die F a h rt (1.1,2) zu
einem bestimmten O rt: eine Fahrkarte für die Hin-
und Rückfahrt; auf, bei der H.; -fallen /V b ./ zu
Boden stürzen, falle n : er rutschte aus und fiel hin;
- fällig /A d j./ 1. gebrechlich, altersschwach, schwach:
ein hinfälliger Greis; h. werden — 2. durch Ände
rung der Verhältnisse nicht mehr nötig: damit ist
die Verfügung h.; das hat unsere Pläne h. gemacht;
- f inden /Vb.j den Weg zu einem bestimmten Ort
finden: ihr werdet schon h.;
- f liegen /Vb.; ist/
salopp hinfallen; -fort /Adv./ veraltend von nun
(I.l .i) an; -gäbe, die fo. PI./ 1.1. großer Eifer,
Engagement: mit H. Klavier spielen; jmdn. mit
H. pflegen 1.2. H. an etw. Bereitschaft, sich einer
Sache rückhaltlos zu widmen: jmds. (selbstlose) H.
an eine Aufgabe, an die Verwirklichung von etw.
—
2. das Hingeben (2) — 3. das Sichhingeben;
- gehen /Vb.; / auch -gebend/ 1. etw. dorthin zu
jmdm . reichen (1): jmdm. einen Bleistift h. — 2.
etw. opfern (1.1): alles, sein ganzes Vermögen, sein
Leben (für jmdn., etw.) h. — 3. sich einer Sache h.
sich einer Sache m it starker innerer Beteiligung,
großem Eifer, Engagement widmen: sich einer
Arbeit, seiner Lektüre, seinem Vergnügen h .; sich
(ganz, völlig) seinem Schmerz h. (sich ganz un d
gar seinem Schmerz überlassen); er lauschte, ganz
dem Spiel des Pianisten hingegeben — 4. /von
einer F r a u / sich einem Mann h. (es zum Geschlechts
verkehr m it einem M a n n kommen lassen); -gehend
/A d j .; / auch -geben/ hingebungsvoll: ein hin
gebender Freund; jmdn. h. pflegen; -gebung, die;
-, jo. P I ./ Hingabe (1); -gebungsvoll /Adj./ mit
Hingabe (1)
hingegen /Adv.; auch in konjunktionaler Verwen
dung; nebenordnend; adversativ; steht selten am
SatzanfangI dagegen: sie ist fleißig, er h. (ist) faul,
h. ist er faul
hin| -gehen /Vb./ 1. zu jmdm., etw., irgendwohin
gehen, jmdn., etw. aufsuchen (1.1): wer will zu ihm
h.?; wir müßten mal wieder zu ihm h. (müßten
ih n m al wieder besuchen); keiner weiß, wo er hin
gegangen ist — 2. seinen Blick über etw. h. (gleiten
I.1) lassen; jmds. Augen gehen über etw, hin
(jmds. B lick gleitet 1.1 über etw.)
—
3. vergehen,
verstreichen: so gingen die Tage, Jahre hin; es
sind noch keine drei Monate hingegangen, seit...
—
4.1. (jmdm.) etw. h. (durchgehen 8.2) lassen:
diesen Fehler darf man (ihm) nicht so h. lassen
4.2. etw. als, für etw. h. (gelten 2) lassen: der
Kontrolleur ließ den Koffer als Handgepäck h.
4.3. umg. etw. geht hin, mag (so) h. etw. genügt
gerade noch den Anforderungen: der Aufsatz geht
eben noch hin; -gehören /Vb.; in Verbindung mit
da, dort, hier, wo als Satzanfang/ an einen bestimm
ten Ort, eine bestimmte Stelle, zu jmdm. gehören (3):
wo gehört dieser Schlüssel hin?; der Junge weiß
nicht, wo er hingehört (wo er zu Hause ist, wo er
wohnt); -halten /Vb./ 1. jmdm. etw. entgegen
strecken: jmdm. das Glas zum Einschenken h.;
dem Pferd ein Stück Zucker h. — 2.1. jmdn., dem
man etw. schuldet, im m er wieder vertrösten: seine
Gläubiger h.; jmdn. mit leeren Versprechungen,
Redensarten h.; sich nicht länger h. lassen 2.2.
jmdn. aufhalten, festhalten, um Zeit zu gewinnen:
Mil. den Gegner h., bis Verstärkung eintrifft;
+ den / Buckel, den, seinen / Kopf h.; -hängen
]sw . Vb./ etw. an eine bestimmte Stelle 2hängen (1.1);
- hauen, haute hin, hat/ ist hingehauen 1. umg.
a u f eine bestimmte Stelle hauen (2.1), schlagen (1.1)
(hat): mehrmals kräftig mit dem Hammer h. —
hinhören — hinstellen
569
2. (hat) 2.1. umg. etw. m it Wucht, Schwung h in
werfen (1): die Skatkarten, seine Tasche h. 2.2.
salopp sich h. sich zum Schlafen, Ausruhen hin
legen: heute abend hau ich mich zeitig hin —
8. umg. hinfallen, hinstürzen (ist): er haute lang
hin — 4. salopp etw. schnell, aber flüchtig, nach
lässig anfertigen (hat): einen Aufsatz, ein Porträt
h. — 5. (hat) salopp seine Arbeit h. (seine Arbeit
1.2 plötzlich aufgeben) — 6. salopp in Ordnung,
richtig sein (hat): das haut (noch nicht) hin; der
Versuch hat erst beim dritten Mal hingehauen
(war erst beim dritten M al erfolgreich); -hören fVb.f
genau zuhören: er hat nicht richtig, kaum hin
gehört; + nur mit halbem / Ohr h.
hinken jsw. Vb.; hat, ist/ 1. ein Bein nachziehend
od. i n der Hüfte einknickend gehen (hat): seit dem
Unfall hinkt er (auf dem rechten, mit dem linken
Bein) — 2. in der A rt von 1 irgendwohin gehen
(ist): der verletzte Spieler hinkte an den Band des
Spielfeldes, hinkte vom Platz; mit verstauchtem
Fuß zum Arzt h. — 8. (hat) ein Vergleich hinkt
(paßt nicht, is t schlecht gewählt)
hin/Hin| -kommen fVb.f 1. an einen bestimmten
Ort, zu einer bestimmten Veranstaltung kommen:
als ich hinkam, war er weg, lief der Film schon;
wie willst du h. (dorthin gelangen)? — 2. umg.
fin Verbindung m it da, dort, hier, wo als Satz-
a nfangf wo kommen die Bücher hin (wohin sollen
die Bücher gebracht, gelegt, gestellt werden)*!; wo
kann bloß meine Uhr hingekommen sein (wo ist
meine Uhr geblieben)*!; O wo kommen, kämen wir
(denn) hin (was soll, sollte werden),-wenn, jeder tut
und läßt, was er will — 8. umg. 8.1. ob wir mit
vier Flaschen Wein h. (<Auskommen)? 8.2. der Stoff
kommt gerade hin (reicht gerade a u s ); das Gewicht
kommt ungefähr, genau hin (stimmt ungefähr,
genau); -k riegen / Vb./ umg. 1.1. etw. m it Geschick
zustande bringen: das werden wir schon h. 1.2.
etw. wieder i n Ordnung bringen, instandsetzen: ob
er den Apparat wieder, noch einmal hinkriegt?;
der Arzt hat ihn, seinen Fuß prima hingekriegt
(geheilt); -länglich /A d j.; nicht präd.f: diese Tat
sache ist mir h. (genügend) bekannt; diese Frage
ist noch nicht h. beantwortet; für hinlänglichen
Ersatz sorgen; -legen jVb.f 1. etw., jmdn., sich an
eine bestimmte Stelle legen (1): ich habe dir das
Buch hingelegt; ein Kind h. (schlafen legen); sich
abends zeitig h. (zeitig schlafen gehen) — 2. umg.
etw. gekonnt darbieten, mustergültig ausführen: sie
legten einen Tango hin, daß alle nur so staunten;
er hat eine phantastische Bede hingelegt; -le n k en
jV b .j : jmds. Aufmerksamkeit auf etw. h. (lenken
4); -Himmeln, sich fVb.f umg. sich in nachlässiger
(halb liegender) H altu n g hinsetzen: er lümmelte
sich hin; -nehmen /Vb./ 1. umg.: wir dürfen den
Hund, die Kinder (nicht) mit h. (dahin, a n den
vorher erwähnten Ort mitnehmen 1.2) — 2. etw.
annehmen (1.1): er nahm das Geschenk ohne ein
Wort des Dankes hin — 8. etw. (ohne erkennbare
Reaktion) als unabänderlich, gegeben nehmen: etw.
als selbstverständlich, unabänderliche Tatsache
h.; einen Vorwurf schweigend h.; -plätschern fVb.;
ist/: der Bach plätschert durch die Wiesen hin
(fließt durch die Wiesen); -raffen fVb./jmdn. dahin
raffen; -reichen fVb.f ausreichen, genügen: der
Betrag reicht bei weitem nicht hin; das ist keine
hinreichende Erklärung dafür; -reißen fV b .; hat/
1. jmdn. i n Begeisterung, Entzücken versetzen:
er riß mit seinem Gesang, seiner Bede die Zu
hörer hin; alle waren von ihr hingerissen; fv orw .
im B a rt. Präs.f hinreißend tanzen, singen; sie ist
hinreißend (schön), sieht hinreißend aus — 2. sich
(zu etw.) h. lassen sich von einem starken Gefühl
überwältigen lassen und etw. im Affekt tun, äußern:
sich zu einer Drohung, Beleidigung, unüberlegten
Äußerung h. lassen; wie konntest du dich h.
lassen und ihn ohrfeigen?; -richten fVb.f jmdn. h.
an jm d m . das Todesurteil vollstrecken: einen Ver
brecher (durch Erschießen, den Strang) h,; dazu
- richtung, die; -en: die H. vollziehen; -sagen
fVb.f: das habe ich nur so hingesagt (nur beiläufig
gesagt); -scheiden fVb.; ist/ geh. sterben (1.1): die
Nachricht von seinem Hinscheiden hat alle ge
troffen; die Verdienste des Hingeschiedenen (Ver
storbenen) würdigen; -schlachten fVb.f Tiere, auch
Menschen massenweise grausam töten: jährlich
werden Tausende junger Bobben hingeschlachtet;
sie wurden in dem Massaker hingeschlachtet;
- s chlagen fVb.f 1. auf eine bestimmte Stelle schlagen
(1.1) (hat) — 2. hinfallen und hart aufprallen (ist):
ausrutschen und h.;
- s chleppen, sich fVb.f sich
hinziehen (4.1.1): der Prozeß schleppte sich (lange,
über Jahre) hin; -schludern fVb.f umg. etw.
flüchtig, nachlässig anfertigen: einen Aufsatz, eine
Zeichnung (schnell) h.; -schreiben fV b.f 1.1. etw.
an eine bestimmte Stelle schreiben (1.1): seinen
Namen h. 1.2. etw. flüchtig, gedankenlos schreiben:
das hat er bloß so hingeschrieben 1.8. umg.
sich schriftlich an jmdn., eine bestimmte Einrichtung
wenden: er hat schon überall hingeschrieben;
- s chwinden fVb.f dahinschwinden; -sehen fVb.f
den Blick auf etw., jmdn. richten, gerichtet halten:
wenn man genau hinsieht, bei schärferem Hin
sehen erkennt man den Fehler; -sein fVb.; ist
hingewesen; Präs. u. Prät. / hin 3/; -setzen fVb.f
1.1. etw. an eine bestimmte Stelle stellen (2.1), setzen
(2.1, 2.2): einen Korb vor die Tür h.; den Koffer
h. (absetzen) 1.2. jm d n ., sich a u f einen bestimmten
(Sitz)platz setzen: setz doch das Kind auf das Sofa
hin; wollt ihr euch nicht h.? 1.3. sich h. und
lernen, schreiben (ernsthaft m it konzentriertem
Lernen, Schreiben beginnen); -sicht, die fi n den
Verbindungenf in dieser, jeder H. (in dieser, jeder
Beziehung 3) gibt es keine Bedenken; in H. auf die
ständige Gefahr (wegen, angesichts der ständigen
Gefahr) ...; in H. auf (in bezug auf) das kommende
Schuljahr bemerkte der Direktor, daß ...; -sicht
lich fPräp. m it Gen.f: h. seiner Eignung (was seine
Eignung anbetrifft) bestehen keine Bedenken;
- siechen fVb.; ist/ dahinsiechen; -spiel, das B all
spiele erste Begegnung von zwei festgesetzten Be
gegnungen zweier Mannschaften i n einer Saison,
einem Wettbewerb, bei denen i n der Regel jede M a n n
schaft einmal den Platzvorteil hat: das H. gewinnen;
- stellen fVb.f 1.1 . etw. an eine bestimmte Stelle
stellen (2.1): jmdm. das Essen h.; den Koffer h.
(abstellen, -setzen) 1.2. jmdn., sich h. jmdn ., sich
(in bestimmter Weise) an einer bestimmten Stelle
a u fstellen: stellt euch gerade hin!; sich großspurig,
breitbeinig vor jmdm., jmdn. h. — 2. jm dn ., sich,
etw. als jm dn ., etw. bezeichnen: jmdn. als Wirr
kopf, großes Talent, naiv, faul h.; sich als ahnungs
los, unschuldig h.; eine Sache als unwichtig, sehr
dringend h.; er wird uns immer als Vorbild, Bei
570
hinstrecken — Hintergrund
spiel hingestellt {wird uns immer als Vorbild, Bei
spiel genannt)', -strecken jV b ,j 1. jmdm. etw. ent
gegenstrecken, hinhalten: jmdm. zur Begrüßung die
Hand h.
—
2. sich h. sich ausgestreckt hinlegen:
sich auf der, die Liege h.
—
3. sich h. sich er
strecken (1): am Waldrand streckt sich ein Sumpf
hin; -stürzen jV b.; ist/ 1. zu Boden stürzen, h in
fallen : auf der Treppe h. — 2*an einen bestimmten
Ort eilen: aufgeregt zum Telefon h.
hintan [hint|an]| -setzen jV b .j etw.,
jmdn. zu
gunsten von etw., jmd. anderem vernachlässigen, u n
berücksichtigt lassen: seine eigene Person, das
Familienleben h.; -stehen /Vb.j zurückstehen (3):
sie will nicht länger h.; -stellen /F6./ etw., jm dn .
hintansetzen
hinten jA d v .l 1. /gibt eine Lage an, die {von einer
bestimmten Blickrichtung aus gesehen) vom Ziel {in
der üblichen Bewegungsrichtung) weit, am weitesten
entfernt is t/: der Fahrgast sitzt h. im Auto; nach
h. gehen; er fuhr h. (am Ende der Kolonne); die
Bereifung muß h. erneuert werden — 2,1. /gibt
eine Lage an, die (aus der Sicht, Gewohnheit des
Betrachters, Benutzers) das Ende (1.1) von etw.
bildet!: der Hut lag h. im Schrank; das Register
befindet sich h. im Buch; ein Wort von h. buch
stabieren 2.2. das Zimmer liegt h. (a uf der der
Straße abgewandten Seite); jmdn. von h. (im
Rücken) angreifen; das Haar nach h. kämmen
-f- umg. nicht wissen, wo h. und vorn, wo vorn
und h. ist (völlig verwirrt, ratlos sein); etw. stimmt
h. und vorn, vorn und h. nicht etw. stimmt über
haupt nicht: die Berechnungen stimmen h. und
vom, vorn und h. nicht; etw. reicht h. mnd vorn,
vorn und h. nicht etw. reicht überhaupt nicht: das
Geld, Essen reicht h. und vom, vorn und h. nicht;
salopp es jmdm. h. und vorn, vorn und h. rein
stecken (jmdn. übermäßig verwöhnen, begünstigen);
— jmdn. von / vorn bis h. bedienen, betrügen
hinten| -drauf jA dv .l umg. hinten (2.1) auf etw.:
der Sack liegt h. (auf dem Wagen); -+* jmdm.
einen h. geben (jmdm. einen Schlag aufs Gesäß ver
setzen); -heraus /A dv ./ umg.: das Zimmer liegt,
ist h. (nach hinten 2.2); h. wohnen; -herum /Adv ./
1. hinten (2.2) um etw. herum: wir gehen besser h.;
umg. versuch es doch mal h. (an der Hintertür) —
2. umg. auf Umwegen, über Mittelsmänner, in
offiziell: etw. h. erfahren; etw. h. (illegal 1) (ver
kaufen, bekommen; -raus /A dv ./ umg. hinten-
heraus; -rum /A dv ./ umg. hintenherum
hinter jPräp. mit Dat. u. Akk.; / auch hinterm,
hintern, hinters/ 1. /räum l./ 1.1. /m it Dat.; gibt
die Lage a n j im Bereich der Rückseite von etw.,
jmdm . (aus der Sicht des Betrachters): die Garage
ist h. dem Haus; im Theater h. jmdm. sitzen;
h. einem Pfeiler hervortreten; h. jmdm. drein
blicken, hergehen, herrufen; das Auto hielt h. der
Kreuzung; h. dem Lenkrad, Steuer sitzen (am
Steuer sitzen und fahren) 1.2. /m it Akk.; gibt die
Richtung a nj in den Bereich der Rückseite von etw.,
jmdm. (aus der Sicht des Betrachters): h. das Haus
eine Garage bauen; sich h. jmdn., seinen Schreib
tisch setzen; h. den Vorhang blicken; das Buch
ist h. den Schrank gefallen — 2. /m it Dat.f 2.1.
xnach (3.1); du bist erst h. mir an der Reihe 2.2.
xnach (3.2); die Generationen, die h. ihnen kamen
2hinter jA dv .j ostmdt. süddt. nach hinten: du
sollst h. in den Garten kommen
3hinter jA d j.; nur attr.j hinten befindlich: die
hintere Treppe benutzen; die hinteren Räder des
Wagens; die hinteren Gliedmaßen des Käfers; das
hintere Ende des Ganges; in den hinteren Reihen,
der hintersten (letzten) Reihe sitzen; bei einem
Wettkampf die hintersten (schlechtesten) Plätze
belegen
hinter- /Partikel vor Verben und deren substanti
vischen Ableitungen, die in Verbindung m it dem
Grundwort bestimmte produktive Bedeutungstypen
bildetj 1. /trennbar und betont/ ostmdt. süddt.
nach hinten (1): / z. B . hinterbringen, hinter
gehen — 2. /untrennbar und unbetont; drückt etw.
Heimliches, Verstecktes, Unehrliches aus/: / z .B .
hinterbringen, hintergehen, hintertreiben, hinter
ziehen — 3. /untrennbar und unbetont; drückt ein
Zurückbleiben, Zurücklassen aus/: / * z. B . hinter
lassen
Hinter/hlnter| -achse, die hintere Achse eines F a h r
zeugs; -ansieht, die Ansicht von hinten (2.2),
hintere Ansicht: die H. des Rathauses; -bein, das
/ von Vierbeinern! hinteres B ein ; -f umg. sich auf
die Hinterbeine stellen (Widerstand leisten, sich
sträuben; süddt. sich anstrengen, sich Mühe geben);
-bliebene, der u. die; -n, -n Angehörige(r) eines
(kürzlich) Verstorbenen: den Hinterbliebenen kon
dolieren; -bringen I. /hat hintergebracht/ 1.
ostmdt. süddt. etw.,
jmdn. nach hinten (1)
bringen (3): er soll das Buch h.
—
2. ostmdt.
keinen Bissen h. (können) (keinen Appetit, keinen
Hunge r haben) — II. /hat hinterbracht/ jmdm.
etw. h. jmdn . etw. wissen lassen, worüber öffentlich
n icht gesprochen w ird , werden sollte: jmdm. eine
kritische Äußerung h.; -drein jA d v .l veraltend
hinterher (1, 2); -einander /Ad v ./ 1.1. einer, eines
hinter dem anderen: sich h. aufstellen 1.2. einer
hinter den anderen, eines hinter das andere: die
Schüler stellten sich h.; er schrieb die Wörter h.
— 2. unmittelbar aufeinander folgend: zehn Stunden
h. Dienst haben; es fielen mehrere Schüsse h.
(unm ittelb ar nacheinander); dreimal h. gewinnen;
-front, die Hinterseite eines Gebäudes; -fuß, der
1.1. F uß des Hinterbeins 1.2. /von kurzbeinigen
Vierbeinern! hinteres B ein ; -gedanke, der unaus
gesprochene heimliche Absicht: etw. ohne Hinter
gedanken sagen, tun; sein H. war, ihn sich durch
dieses Geschenk zu verpflichten; -gehen I. /ist
hintergegangen/ ostmdt. süddt. nach hinten (1)
gehen (2): du solltest doch h. — II. /hat hinter
gangen/ jm dn . täuschen, betrügen: jmdn. feige, aufs
schändlichste h.; sich nicht h. lassen; -grund, der
1.1. \vorw. 8g./ das weiter entfernt, hinten Liegende,
das Blickfeld Abschließende: eine Stimme aus dem
H.; im H. sitzen; im H. des Gemäldes, der Bühne;
die Silhouette des Turms hob sich scharf vom H.
des hellen Abendhimmels ab; der H. (auf dem
Foto) ist unscharf; ein Vorhang bildet den H. der
Bühne 1.2. /i n den Verbindungen/ im H. bleiben,
sich im H. halten (sich zurückhalten, n icht bemerk
bar machen, nicht od. nicht öffentlich in Erscheinung
treten); im H. stehen (wenig beachtet werden; ohne
hervorzutreten indirekt wirksam werden); in den H.
rücken, treten (an Beachtung, Bedeutung v erliere n);
jmdn., etw. in den H. drängen (jmdn., etw. in
seiner Bedeutung, Wirksam keit beeinträchtigen) —
2.1. /o. P I ./ die oft grundlegenden, dabei aber meist
wenig hervortretenden Umstände, Bedingungen eines
hintergründig — hinterrücks
571
Geschehens, Sachverhalts: der gesellschaftliche,
politische H .; eine Angelegenheit mit ernstem H .;
der Roman hat einen historischen H. (beruht au f
historischen Tatsachek) 2,2. jvorw. P l.f die ver
borgenen Umstände, Zusammenhänge eines Ge
schehens, Sachverhalts: die ökonomischen, poli
tischen Hintergründe ahnen, erkennen; die Hinter
gründe eines Verbrechens aufdecken; -g ru n d ig
fA d j.j schwer durchschaubar, von tieferer Bedeutung:
eine hintergründige Absicht, Frage; jmds. hinter
gründiger Humor; h. lächeln; -grundinformation,
die (zusätzliche) Information, die den Hintergrund
(2) von etw. verständlicher macht; -haken jV b.j
umg. genauer nachforschen (und gegebenenfalls ein•
schreiten, eingreifen): da mußt du h .;
- halt, der
jvorw. Sg.j jOrt, Verstech, in dem jmä. jmdm. auf
lauert, von dem aus jmd. jmdn. überraschend an
greift, überfällt: ein Schuß aus dem H.; jmdn. aus
sicherem H. b3obachten, aus dem H. überfallen;
in einen H. (des Gegners) geraten; im H. liegen,
lauern; -haltig fA dj.l harmlos tuend und dabei dar
a u f aus, jmdm. heimlich, a uf versteckte Weise Übles
anzutun: ein hinterhältiger Mensch; h. sein,
lächeln; h. nach etw. fragen; ein hinterhältiger
(unter Vortäuschung von Harmlosigkeit durch
geführter) Angriff; etw. mit hinterhältigen Metho
den erreichen; -hältigkeit, die;
-en 1. jo. Pl.f
hinterhältiger Charakter, hinterhältiges Wesen — 2,
hinterhältige Tat, Äußerung; -hand, die jo. PL/
1. Skat die H. haben, in der H. sein (in der
Pos ition sein, als letzter auszuspielen) — 2, Zool.
Hinterbeine und hinterer T eil des Körpers bestimm
ter größerer Vierbeiner: die H. des Pferdes; der
Hund setzte sich auf die H.; -haus, das Haus
hinter dem an der Straße gelegenen Haus: im H.
wohnen
hinterher, hinterher /A dv .; / auch hinterhersein/
!. /nur hinterher/ hinter jmdm., etw. in dieselbe
Richtung: beide rannten los, er immer zuerst und
sie h. — 2. danach (1): sich sonnen und h. baden;
erst h. (nachträglich) wurde ihm die Bedeutung
dieser Worte klar; h. stellte sich heraus, daß...
—
3. jn u r hinterher/ umg. jmd. ist (sehr) h. jmd.
ist sehr auf etw. bedacht, bemüht sich eifrig um etw.:
wenn es um Geld ging, war er sehr h.
hinterhgr- /in verbalen Zusammensetzungen! hinter
jmdm., etw. her in dieselbe Richtung: / z. B . hinter
herblicken
hinterher| -blicken jVb.j hinter jmdm., etw. her in
dieselbe Richtung blicken: er blickte ihr, dem Schiff
hinterher; -hinken jVb.; ist/ 1, jmdm., einer Sache
hink end folgen: der Verletzte mußte h. — 2. umg.
(hinter) der Entwicklung h. (hinter der E n tw ick
lun g zurückgeblieben s e in); mit seiner Arbeit, seinen
Zahlungen h. (im Rückstand sein); -laufen jVb.;
ist/ 1. jmdm., einer Sache (im Laufschritt) folgen
(1.1.1): wenn du ihn noch einholen willst, mußt
du gleich h. — 2, umg. jmdm. h. jmdn., bei dem
man keine Aussicht auf Erfolg hat, dennoch fü r sich
zu gewinnen suchen: einem Mädchen h.; einer Sache
h.: er mußte seinem Geld, der Bescheinigung h.
(sich sehr bemühen, um es, sie schließlich zu er
langen); -sein jV b.; ist hinterhergewesen; Präs. u.
Prät. / * hinterher 3/
Hinter/hinter| -h o f , der von (dem Vorderhaus und)
Hinterhäusern eingeschlossener H of; -köpf, der
hinterer Teil des Kopfes: auf den H. fallen; -land,
das fo. P l.f 1. um ein Zentrum herum od. hinter
einem Zentrum liegendes Gebiet: die Hauptstadt
und ihr H.; das H. des Hafens — 2, M il. Gebiet
hinter der F ront: die Nachschubwege im H.; die
Verwundeten ins H. bringen; -lassen jV b .j I. /hat
hintergelassen/ ostmdt. süddt. jm d n ., etw. nach
hinten gelangen (1) lassen: würden Sie mich bitte
rasch h.? — II. /hat hinterlassen/ 1.1. etw., jmdn.
nach seinem Tode zurücklassen (1): er hat ein
Haus, Schulden, Frau und drei Kinder h. 1.2,
jmdm . etw. vererben: jmdm. ein Grundstück, nur
Schulden h. — 2. beim Verlassen eines Ortes etw.
in bestimmtem Zustand zurücklassen (1): ein Zim
mer in ordentlichem Zustand h.; dem Nachfolger
eine große Unordnung h.; bei seiner Abreise hat
er dir, für dich einen Auftrag, eine Nachricht h.;
er hat (auf einem Zettel) h. (aufgeschrieben), wo
er zu finden ist — 3. etw. hervorrufen und als
sichtbares Zeichen zurücklassen (2): die Räder
hinterließen im Sand tiefe Spuren; der Krieg
hinterließ ein Trümmerfeld; <> der Redner hat
einen guten Eindruck h.; -lassenschaft, die; -, -en
1. das, was ein Verstorbener als ehemaliges Eigen
tum hinterlassen (II.1.1) hat: jmds. H. ordnen, auf
teilen; in seiner H. fand sich das Fragment eines
Romans — 2. das, was jm d., etw. hinterlassen (II.3)
hat: die traurige H. (die traurigen Folgen) des
Krieges; -lauf, der Jägerspr. /von Haarwild,
Hunden] Hinterbein; -legen I. /hat hintergelegt/
ostmdt. süddt. etw., jmdn. nach hinten legen (1)
—
II. /hat hinterlegt/ etw. i n sichere (amtliche)
Verwahrung geben, etw. deponieren: Geld, Wert
sachen bei einer Bank h.; sein Testament bei
einem Rechtsanwalt h.; etw. als Pfand h.; den
Schlüssel beim Nachbarn h.; -leib, der nach Kopf
und Brust der hintere Teil des Leibes von Insekten;
- l ist, die jo. P l.f hinterhältiges, heimtückisches Ver
halten, Wesen: etw. ohne alle H. sagen, tun; dazu
- l istig jA d j.f : ein gemeiner und hinterlistiger
Mensch; jmds. Vertrauen in hinterlistiger Weise
mißbrauchen
hinterm jPräp. hinter -f- D at. (dem) von 1der,
Mas/; Minter 1.1, 2
Hinter] -mann, der jP l. -manner; oft m it Poss.pron.f
1. jmd., der sich aus der Sicht eines anderen inner
halb einer Gruppe (unmittelbar) hinter ihm befindet:
sich zu seinem H. umdrehen; neben ihm sitzt ein
Junge, sein H. ist ein Mädchen — 2. jvorw. P l.f
jmd., der, im Hintergrund (1.2) stehend, eine frag
würdige A ktio n lenkt: die Hintermänner des Terror
anschlags, Mordes; -mannschaft, die Ballspiele
Hockey der T eil einer Mannschaft, dem vor allem
Aufgaben der Abwehr, Verteidigung obliegen
hintern jPräp. hinter -h Akk. (den) von Mer/;
/ Minter (1.2)
Hintern, der; -s, - umg. Gesäß: einen dicken H.
haben; jmdm. den H. vollhauen, versohlen; auf
den H. fallen; jmdm., jmdn. in den H. treten
- f umg. sich auf seinen H. setzen (fleißig und
intensiv lernen); derb jmdm. in den H. kriechen
(jmdm. würdelos schmeicheln, vor jmdm . liebe
dienern); — jmdm. / * Feuer unterm H. machen;
/ Hummeln im H. haben
Hinter/hjnter| -rad, das hinteres Rad, Rad an der
Hinterachse; -radantrieb, der jo. P l.j Techn. A n
trieb eines Fahrzeugs über Hinterachse und H in te r
räder; -rüeks jA dv .f 1.1. jmdn. h. (unbemerkt von
572
Hinters — Hinwärts
hinten) erschießen, überfallen, ins Wasser stoßen
1.2. ohne Wissen des Betroffenen, hinter jmds.
Bück en: jmdn. h. verdächtigen, belächeln; er
hatte es verboten, aber sie hat es h. trotzdem
getan
hfnters jPräp. hinter + Akk. (das) von *das/;
/ hinter (1.2)
Hinter/hinter| -Seite, die hintere, dem Betrachter i n
der Regel abgewandte Seite, Rückseite: auf der H.
des Schrankes, Bildes; -sinn, der fo. P l.f 1.1. u n
ausgesprochener, verborgener N ebe nsinn: etw. ohne
H. sagen; eine Frage mit bösem H. 1.2. tieferer
S inn : erst als sie den Boman bis zu Ende gelesen
hatte, ging ihr der H. des Titels auf; dazu -sinnig
fA d j.f; -sitz, der hinterer Sitz in einem Fahrzeug,
Rücksitz
Hinterste, der; -n, -n umg. Gesäß
Hjnter/Hinter| -teil, das umg. Gesäß; -treffen, das
+ ins H, geraten, kommen (im Vergleich m it
anderen in eine ungünstige Position geraten); -trei
be n I. /hat hintergetrieben/ ostmdt. süddt.
jmdn., etw. nach hinten treiben (1.1.1) — II. /hat
hintertrigben/ etw. heimlich, i n versteckter Weise
und m it unlauteren M itte ln zu vereiteln versuchen:
jmds. Pläne, eine Maßnahme, eine Heirat h.; etw.
durch Lügen h.; -treppe, die Treppe an der Hinter-
seite eines Gebäudes; -tür, die / / auch -türchen/
T ü r an der H in te rseite (eines Gebäudes): das Haus,
Grundstück durch die H. betreten; -tü rche n, das
/ / auch -tür/ + sich ein H. offenhalten, -lassen
(sich eine Möglichkeit zur Verfügung halten, um
etw. zu erreichen, sich einer Sache zu entziehen);
- wäldler, der; -s, - spött. jmd., der völlig welt
fremd, hinter der allgemeinen Entwicklung zurück
geblieben is t: er ist (in seinen Ansichten) der reinste
H.; dazu -wäldleriscH fA d j.f: jmd. ist, wirkt h.,
hat hinterwäldlerische Ansichten; - zieh e n I. /hat,
ist hintergezogen/ ostmdt. süddt. 1. etw., jm d n .
nach hinten ziehen (1.2) (hat) — 2. nach hinten um
ziehen (1) (ist) — II . /hat hinterzogen/ Abgaben (2)
absichtlich nicht zahlen od. unterschlagen: Steuern
h.; -Zimmer, das 1.1. nach hinten liegendes Zimmer
1.2. hinter einem anderen Raum, bes. einer Gast
stube, dem Laden, liegendes (privates) Zimmer
Hin| -treten fV b .; ist/ 1.1. an eine bestimmte Stelle,
zu jmdm . treten (1): wo man hintritt, ist es naß;
leise zu jmdm. h. 1.2. (mit etw.) vor jmdn. h.
m it einem bestimmten Anliegen bei jmdm. er
scheinen: vor jmdn. mit einer Forderung h.; vor
jmdn. h., um sich zu rechtfertigen; -tun /V b .; in
Verbindung m it da, dort, hier, wo als Satzanfangf
umg. etw. an eine bestimmte Stelle legen, stellen,
etw. irgendwo unterbringen: wo soll ich die Schere
h‘.?5 dort kannst du das Buch h.
Hinüber fAdv.; Trennung: hin|über; / auch ’rüber
u. hinübersein/ [. .nyrbcr] 1. von dieser Seite (über
eine gewisse Entfernung, ein Hindernis hinweg) nach
dort drüben: h. (auf die andere Seite) (mit euch)! —
2. umg. etw. ist h. (entzioei, n ic ht mehr zu ge
brauchen) ; die Wurst ist h. (verdorben); kaum hatte
er sich hingelegt, war er auch schon h. (eingeschla
fen 1); salopp der Vogel ist h. (tot); nach dem
achten Glas war er h. (volltrunken)
Hinüber- j i n verbalen Zusammensetzungen; bezeich
net die Richtung von dieser Seite nach dort drü-
benf: / z. B . hinüberblicken
hinüber f / auch rüber|/| -blicken fVb.f von dieser
Seite nach dort drüben blicken: er blickte zu ihr,
dem anderen Tisch hinüber; -gehen fV b .f 1. von
dieser Seite nach dort drüben, gehen (2): über die
Fahrbahn auf die andere Straßenseite h.
—
2.
ve rhüll, sterben (1.1): er ist friedlich hinüberge
gangen; -klettern fV b .f von dieser Seite über etw.
hinweg nach dort drüben klette rn : über einen Zaun
h.; -reichen fV b .f 1. etw. von dieser Seite nach
dort drüben reichen (1): jmdm. die Schüssel h.; er
trat an den Zaun und reichte ihr eine Handvoll
Kirschen hinüber — 2. lang genug sein und bis
dort drüben reichen (2.1): die Schnur reicht nicht
(bis dort) hinüber; -sein fV b r, ist hinübergewesen;
Präs. u. Prät. / hinüber 2/
hin- und hfir-/Hin- und Her-s j i n verbalen Z u
sammensetzungen und deren substantivischen A b
leitungen; bezeichnet eine Bewegung hin und zurückf :
/ z. B . hin- und herfahren, hin- und herlaufen;
Hin- und Herfahrt
hinunter fAdv.; Trennung: hin|unter; / auch
’runter/ [.. nuntor] von oben nach dort unten: den
Berg h. mit dem Lift fahren; den Fluß h. (fluß ab
wärts) dauert die Dampferfahrt nur zwei Stunden
hinunter- f i n verbalen Zusammensetzungen! 1.
/bezeichnet eine Richtung von oben nach dort untenf:
z. B . hinunterfallen — 2. /bezeichnet das schnelle,
hastige Verschlucken eines Getränkes, einer Speise,
das schnelle Leeren eines Trinkgefäßesf:
z.B.
hinunterwürgen
hinunter f / * auch runter|/| -blicken fV b .f nach
dort unten blicken: ins Tal h.; -bringen fVb.f 1.
etw., jmdn. nach dort unten bringen: wir sollen
den Schrank (in den Keller) h.; jmdn. h. (jmdn.
nach unten begleiten) — 2. umg. ein Getränk, eine
Speise schlucken können: er brachte keinen
Schluck, Bissen hinunter; -fallen fV b .f nach dort
unten falle n: die Treppe h.; -gehen /Vb.f 1. nach
dort unten gehen (2): leise die Treppe h. — 2. sich
nach dort unten bewegen: das Flugzeug ging auf
1000 Meter hinunter — 3. nach dort unten ver
laufen (5): die Straße geht ins Dorf, zum Hafen
hinunter; -laufen fVb.f 1. nach dort unten laufen
(1.2): eilig die Treppe h. — 2. nach dort unten
fließ en (1.1): das Begenwasser lief an seinemMantel
hinunter; 4* jmdm. läuft es (eis)kalt den / Bük-
ken hinunter; -spülen fV b.f 1. etw. durch Betätigung
einer Wasserspülung wegspülen: den Wasserhahn
aufdrehen und etw. h. — 2. etw. m it H ilfe eines
Getränks schlucken: die Tablette, einen zähen Bis
sen mit einem Schluck Tee h.; O umg. seinen
Zorn, Kummer (mit Wodka) h. (betäuben);
-stürzen fV b .f 1.1. nach dort unten stürzen (1.1)
(ist): die Treppe h. und sich den Arm brechen
1.2. jm d n. absichtlich, sich in selbstmörderischer
Absicht nach dort unten stürzen (2) (hat): er
wollte sie h.; er hat sich von der Brücke hinunter
gestürzt — 2. eilig nach dort unten laufen (1.2)
(ist): die Treppe h., um jmdn. einzuholen — 3.
etw. rasch, hastig trink e n od. essen (hat): den Wein,
die Suppe h.; er stürzte das Glas hinunter (trank
es rasch, hastig leer); -würgen fV b.f 1.1. etw. m it
Anstrengung schlucken: ein trockenes Brötchen h.
1.2. umg. seinen Ärger, seine Tränen h. (mühsam
unterdrücken 3)
hin|wärts fA dv .f umg. von h ie r (1) nach irgendwo
dort: h. wollen wir fahren, herwärts sind wir ge
laufen
hinweg — hinzufügen
573
hinweg /Adv./ 1. geh. weg, fort von hier: h. (mit
dir, damit)! — 2. /als Verstärkung der Präp. über/
über etw., jmdn. h. 2.1. /bei Bewegungen/ w&er
etw., jmdn. wey und weiter: über die Köpfe der
Verteidiger h. flog der Ball ins Netz 2.2.
Entfernung, ew Hindernis (1): über die Straße h.
jmdm. etwas zurufen; über den Rand der Brille
h., über die Zeitung h. etw. beobachten
-f- etw. über jmds. / Kopf h. entscheiden
hinweg- /i n verbalen Zusammensetzungen; in Ver
bindung mit über -f- Akk./ 1. /bezeichnet eine Rich
tung, die über etw,, jmdn. weg und weiter führt/: /
z. B . hinweggehen — 2. /bezeichnet das Unbeachtet-
lassen/ : / z. B . hinweglesen
Hin|weg, der Weg (2) dorthin, zu einem bestimmten
Ziel
hinweg! -gehen /V b ./ über etw., jmdn. h. 1. sich
über etw., jm d n. hinweg (2.1) bewegen: die Wellen
gingen über das Boot, ihn hinweg; ein Orkan ist
über das Gebiet hinweggegangen — 2. etw., jm ds .
Äußerungen unbeachtet lassen, nicht {ernsthaft) dar
au f eingehen (und in seiner Bede fortfahren): über
Tatsachen nicht h. können; über eine Taktlosig
keit, Bemerkung h.; über etw. taktvoll, lächelnd,
schweigend h.; über einen Einwand mit einem
Scherz, ein paar Worten h.;
-helfen /V b ./ 1.1.
jmdm. über etw. h. jmdm. helfen, ein Hindernis
(1) zu überwinden: er faßte ihren Arm und half
ihr über den Sandhaufen hinweg 1.2. das Kind,
diese Hoffnung hat ihr über den Kummer, Verlust
hinweggeholfen (hat ih r geholfen, den Ku m m er,
Verlust zu überwinden); -kommen jV b .j über etw.
h. etw. überwinden (1.2): über eine Enttäuschung,
einen Verlust h.; darüber wird er schwer h.; er
kommt nicht darüber hinweg, daß ...; -lesen fV b ./
über etw. h. etw. beim Lesen unbeachtet lassen:
über einen Fehler, eine Anspielung h.;
-raffen
/V b./ geh. etw. rafft jmdn. hinweg etw. füh rt zu
jmds. Tod, tötet jm dn.: die Pest raffte im Mittel-
alter viele Menschen hinweg; er wurde durch, von
einem Schlaganfall hinweggerafft; -reden / Vb./ 1.
über etw. h. beim Reden etw. n icht berücksichtigen,
a n etw. vorbeireden: über die Probleme, Tatsachen
h.
—
2. etw. h. etw. durch Reden ungeschehen
machen, beseitigen wollen: Tatsachen lassen sich
nicht h.; er versuchte, die Mängel, Fehler, Schwie
rigkeiten hinwegzureden; + über die /< Köpfe
h.; -sehen /Vb./ 1. von seinem Platz aus über alle
h. können (über die Köpfe aller hinweg sehen können)
—
2. etw. absichtlich unbeachtet lassen: über kleine
Fehler, Mängel großzügig h.; über jmdn. h. (so
tun, als sehe man jmdn. nicht); -setzen /Vb./ 1.
über etw. h. über ein Hindernis auf die andere Seite
setzen (6.3) (ist): das Pferd setzte elegant über den
Graben hinweg — 2. sich über etw. h. etw. ab
s ichtlich unbeachtet lassen, etw. nicht berücksichtigen
(hat): sich über das Gerede, ein Vorurteil, seine
Bedenken h.; sich großzügig über etw. h.; -täu
schen /Vb./ jmdn., sich über etw. h. jmdn., sich
über etw. täuschen (1): auch die freundlichen Worte
konnten ihn nicht über das Fiasko h.
Hfn/hfn| -weis, der; -es, -e 1. Angabe, Bemerkung,
die a u f etw. hinw eist (2): ein freundschaftlicher,
kritischer, deutlicher, unmißverständlicher H .;
jmdm. wichtige, nützliche, wertvolle Hinweise
geben; die biographischen, bibliographischen Hin
weise am Ende eines Buches; einen H. beachten;
einem H. folgen; Hinweise aus der Bevölkerung
führten zu der Festnahme des Täters — 2. Sach
verhalt, der a u f etw. hindeutet, Anzeichen, Anhalts
punkt für etw.: es gibt nicht den geringsten H.
dafür, darauf, daß eine ernste Erkrankung vor
liegt; -weisen /Vb./ 1. auf etw., jmdn. h. a u f etw.,
jmdn. weisen, i n eine bestimmte Richtung deuten:
(mit ausgestrecktem Arm) auf ein Haus h.; das
Schild weist auf eine Bushaltestelle hin; Gramm,
das hinweisende Fürwort (Demonstrativpronomen)
—
2. jmdn. auf etw. aufmerksam machen, jmds.
Aufmerksamkeit auf etw. lenken: jmdn. auf einen
Fehler, ein Verbot h.; politische Beobachter
weisen darauf hin, daß...;
-wenden /V b .f etw.,
sich i n eine bestimmte R ichtung wenden (2.2,2.3):
den Kopf, sich zu jmdm. h.; sich zum Ausgang h.
(die Richtung zum Ausgang Anschlägen); O umg.
wo kann man sich mit dieser Frage h. (an wen,
welche Stelle kann man sich m it dieser Frage wenden
3)?; -werfen / Vb./ 1. etw. a n eine bestimmte Stelle
werfen (1.1): dem Hund einen Knochen h.; die
Karten h. (die Karten auf den Tisch legen, werfen
und das Spiel aufgeben); sich h. (sich zu Boden
werfen) — 2. etw. beiläufig äußern (1.1): (nebenbei)
eine Frage, ein paar Worte h. — 3«etw. schnell od.
flüchtig niederschreiben: eine Skizze, ein paar Verse
h.
—
4. umg. etw. plötzlich a ufgeben (3.1): eine
Arbeit h.; er war mutlos und wollte am liebsten
alles h.
hinwigder(um) /Adv./ veraltend wieder (3), wie
derum
Hinz
-1
- umg. H. und Kunz alle möglichen Leute: er hat
es H. und Kunz erzählt
hin| -zaubern /V b./ etw. Ansprechendes m it ein
fachen M itte ln in kurzer Zeit zustande bringen:
(schnell) ein leckeres Abendbrot, eine Tischdeko
ration h.; -ziehen /V b ./ 1. etw., es zieht jmdn. zu
jmdm., etw. hin jmd., etw. übt auf Grund von etw.
auf jmdn. eine starke Anziehungskraft (2) aus (hat):
es zieht ihn unwiderstehlich zu ihr, zur Musik
hin; sich zu jmdm., etw. hingezogen fühlen —
2. (ist) 2.1. zu einem bestimmten Ort, i n eine be
stimmte Richtu ng ziehen (8.1): die Demonstranten
zogen zum Marktplatz hin; die Vögel ziehen zum
Süden hin; graue Wolken zogen am Himmel hin
2.2. umg. an einen bestimmten Ort, zu jmdm. um
ziehen: er will nach Leipzig, zu ihr h. — 3. sich h.
sich räum lich in einer bestimmten Richtung er
strecken (hat): am Waldrand zieht sich ein idylli
scher Pfad hin; der Weg zieht sich endlos hin (ist
weit und kommt einem endlos vor) — 4. (hat) 4.1.1.
sich h. sich i n die Länge ziehen, länger als erwartet
od. nötig dauern: die Verhandlungen ziehen sich
(schon über Wochen) hin; die Reparatur zog sich
bis zum Abend hin (dauerte bis zum Abend) 4.1.2.
etw. h. etw. unnötig lange dauern lassen: einen
Prozeß h. 4.2. sich h. sich verzögern (1.2): die Ent
scheidung zieht sich hin
hinzu- / i n verbalen Zusammensetzungen u nd deren
substantivischen Ableitungen/ zusätzlich zu etw.,
jmdm.: ^ z. B . hinzufügen
hinzuj -fügen /V b ./ 1. etw. (einer Sache) h. etw.
durch etw. ergänzen (1.1): sie ordnete die Tulpen
zu einem Strauß und fügte noch einige Narzissen
hinzu; der Suppe noch etwas Salz h. (zusätzlich
beimischen); einem Buch ein Register h.; zu einer
574
hinzukommen — hitzebeständig
Summe etw. h. (etw. addieren) — 2. etw. zusätzlich,
ergänzend äußern (1.1): haben Sie (den Ausführun
gen Ihres Kollegen) noch etwas hinzuzufügen?;
ich habe dem nichts hinzuzufügen; ich möchte h.,
daß...;
-kommen /V b ./ 1.1. hinkommen (1), wo
schon andere s in d : viele warteten gespannt auf
seine Ankunft, und immer mehr Menschen kamen
hinzu; er kam zufällig hinzu, als das Unglück
geschah (kam hin und wurde zufällig Zeuge des
Unglücks) 1.2. sich anschließen, sich später noch
an etw. beteiligen: zunächst hatte die Laienspiel
gruppe nur fünf Mitglieder, aber bald kamen sechs
weitere hinzu — 2. zu etw. Vorhandenem zusätz
lich kommen: für die Tombola ist zu dem Fern
seher noch ein Plattenspieler hinzugekommen;
hinzukommt, es kommt hinzu, daß...;
-s etzen
/V b ./ 1. sich dazusetzen: er wollte sich h., fand
aber keinen Platz — 2. etw. hinzufügen (2);
-ziehen jV b .; hat/ jmdn, (zusätzlich) zu Rate
ziehen: einen Experten, Facharzt h.; er wurde zu
der Beratung nicht hinzugezogen
Hiobsbotschaft, die Botschaft von einem U nglück ,
von etwas fü r den Empfänger sehr Unangenehmem,
Schreckensnachricht: eine H. überbringen, erhalten
Hippe, die; -,
-n im Gartenbau, Weinanbau ver
wendetes Messer m it gebogener einklappbarer Kling e
und gebogenem G riff
Hippodrom, der, das; -s, -e (überdachte) Anlage
(1.2) zum Reiten bes. auf Jahrmärkten
hippokratisch /A d j.f der hippokratische Eid auf
der ärztlichen E thik des griech. Arztes Hippokrates
beruhende Eidesform el, die die Vorstellungen über
die Pflichten des Mediziners enthält, die im wesent
lichen bis heute die Grundlage des ärztlichen H a n
delns bilden: den hippokratischen Eid schwören
Hirn, das; -(e)s, -e 1.1. Gehirn (1.1): das mensch
liche, tierische H. 1.2. jo, P L / als Speise dienendes
1,1 von bestimmten Schlachttieren: gebratenes H. —
2. /o. P L / Verstand: sein H. anstrengen
Hirn/hirn| -blutung, die Med. Schlaganfall; -ge
schädigt /A d j./ Med.: ein hirngeschädigtes Kind;
der, die Hirngeschädigte; -gespinst, das Prod ukt
übersteigerter Einbildungskraft: etw. für ein H.
halten; etw. als H. abtun; das sind doch Hirn
gespinste!; -hautentzündung, die Med. durch I n
fektion hervorgerufene Entzündung der Häute von
H irn und Rückenmark; -kästen, der jo. PL/
salopp scherzh.: streng mal deinen H. (Ver
stand) ein bißchen an!; -rinde, die Med. Groß
hirnrind e; -schale, die Med. das Gehirn umschlie
ßender schalenförmiger Kn oche n; -schmalz, das
salopp scherzh.: für die Lösung dieses Problems
braucht man schon ein bißchen H. (muß man
seinen Verstand schon ein bißchen anstrengen);
-tnmor, der Med. Tumor im Gehirn; -verbrannt
IA d j./ umg. /emot./ unsinnig, verrückt: eine hirn
verbrannte Idee; das ist doch h.!
Hirsch, der; -(e)s, -e 1.1. in zahlreichen A rten vor
kommender, i n Rudeln i n Wäldern lebender Wieder
käuer m it kurzem Schwanz, bei dem das männliche
Tier meist ein Geweih hat, das jährlich abgeworfen
w ird : -Elch und Ren gehören zu den Hirschen;
ein Rudel Hirsche (Rothirsche) äst auf der Lichtung
1.2. männliches T ie r von 1.1: ein kapitaler H.;
in der Brunstzeit röhrt der H.
Hirsch] -brunst, die; -fänger, der; -s, - kurzes,
zweischneidiges, stehendes Messer m it dem ange
schossene Hirsche und Sauen getötet wurden;
-geweih, das; -horn, das jo. P L / als Werkstoff fü r
die Herstellung kleiner Gebrauchsgegenstände ver
wendetes Hirschgeweih: Knöpfe aus H.; -käfer, der
in zahlreichen A rte n vorkommender, größter ein
heimischer, schwarzbrauner K ä fer m it einem geweih
a rtig ausgebildeten Oberkiefer beim Männchen;
-kuh, die weiblicher H irs c h; -rudel, das
Hirse, die; -, -n jo. P L/ 1. gegen Dürre widerstands
fähige Getreidepflanze m it kleinen, runden Körnern:
H. säen; H. ist anspruchslos — 2. Samenkörner
von 1: Brei aus H .; H. kochen
Hirt, der; -en, -en jmd., der beruflich alle Arbeiten
zur Versorgung einer Herde von Haustieren ver
richtet: der H. weidet die Schafe; der Hund des
Hirten
Hirte, der; -n, -n s. Hirt
Hirtenbrief, der Rel. kath. (von der Kanzel ver
lesener) B r ie f eines katholischen Bischofs an die
Gläubigen, ihm unterstellten Geistlichen
hissen, hißte, hat gehißt eine Fahne, Flagge, ein
Segel h. (an der Fahnenstange, am M as t nach oben
ziehen)
Histologie, die; -, /o. P l .f Wissenschaft vom B a u
des menschlichen, tierischen, pflanz liche n Gewebes;
dazu histologisch /A d j ./: histologische Befunde
Histörchen, das; -s, - veraltend scherzh.
anekdotenhafte Geschichte, Klatschgeschichte: er
wußte so manches H. zu erzählen
Histgrienmalerei, die /o. P L / geschichtliche E reig
nisse darstellende Gattung der M ale rei
Historiker, der; -s, - Lehrer, Wissenschaftler a uf
dem Gebiet der Geschichte (1, 2)
Historiographie, die; -, /o. P L / Geschichtsschreibung
historisch /A d j./ 1.1. geschichtlich (1.1): ein histo
rischer Atlas, Überblick; der historische Zusam
menhang; die historische Entwicklung; der histo
rische (geschichtliche Ereignisse darstellende)
Roman; Phi los. der dialektische und historische
/ Materialismus 1.2. geschichtlich (1.2): die histo
rische Wahrheit; historische Fakten, Tatsachen
I. 8. geschichtlich (1.3): ein historisches Ereignis;
der historische Sieg der Oktoberrevolution
historisieren /sw. Vb.-, hat/ das historische (1.1)
Moment einer Erscheinung (übermäßig) betonen:
der Autor hat es konsequent vermieden zu h.;
eine historisierende Bühnendekoration; ein histo
risierender Stil
Hit, der; -s, -s zu einer bestimmten Z eit einer der
beliebtesten Schlager: eine Schallplatte mit den
neuesten Hits; O die bunten T-Shirts waren der
H. dieser Saison
Hjt|parade, die /vorw. B R D / Schlagerparade
Hjtze, die; -, /o. P L/ 1.1. (relativ zur Umgebung)
(sehr) hohe (als unangenehm empfundene) Tempe
ratur der L u ft: es herrscht große, eine tropische,
brütende H .; in glühender H. am Hochofen
arbeiten; während der großen H. (während der
Hitzeperiode) 1.2. bei mittlerer H. (mittlerer Tem
peratur im Backofen) backen — 2. Zustand, Emp
findung starker Wärme im Körper: an aufsteigender
H. leiden — 3. in H. (heftige Erregung) geraten
-|- umg. in der H. des Gefechts (in der Eile, A uf
regung)
hitze/Hitze] -beständig /A d j.; nicht adv./ sich unter
Einw irkung von Hitze nicht verändernd: hitze
beständige Legierungen; hitzebeständiges Glas;
hitzefrei — hoch
575
-frei /A dj.; nicht attr./ schulfrei wegen großer Hitze:
heute ist, haben wir h.;
-periode, die Periode
großer Hitze (1.1); -Schild, der Flugw. T e il außen
an Raumflugkörpern, bes. zum Schutz gegen die bei
ihrem E in tritt in die Erdatmosphäre entstehende
aerodynamische Aufh eiz u ng;-welle, dievgl. -periode:
eine H. mit Mittagstemperaturen von 35 Grad im
Schatten
hitzig /A d j./ 1-1. von leicht erregbarem Temperament,
leidenschaftlich, leicht aufbrausend: jmd. wird leicht
h., hat ein hitziges Temperament 1.2. erregt und m it
Leidenschaft geführt: eine hitzige Debatte, Diskus
sion; etw. h. (ileidenschaftlich, temperamentvoll) ver
teidigen — 2. ein hitziges (von hoher Körpertempe
ratu r, Erregung zeugendes) Rot färbt jmds. Wan
gen; mit hitzigen Wangen verfolgte sie die Debatte
Hitz/hitz| -köpf, der jmd. , der leicht in Erregung,
Zorn gerät, leicht aufbrausender, unbesonnener
Mensch: er ist ein H.; dazu -köpfig /A d j.f ; -schlag,
der lebensgefährlicher Zustand eines Menschen, i n
den er infolge zu intensiver Einwirkung von Hitze
(1.1) geraten ist
H-Milch, die [ha:..] durch sehr starkes E rhitz en
fü r einen längeren Zeitraum haltbar gemachte, homo
genisierte M ilch
h-MoIl, das; jo, P l.j Mus. /Tonart/
HO, die; fo. P L; Kurzw. für unübliches Handels
organisation/ [ha:|o:] 1. volkseigenes Unternehmen
der D DR fü r Einzelhandel, Gaststätten und Hotels:
die Geschäfte, Kaufhallen der H O ; der Anteil der
HO am Einzelhandel — 2. von 1 betriebenes Einzel
handelsgeschäft: würdest du mir bitte eine Tüte
Kaffee aus der HO mitbringen?
Hobby, das; -s, -s [hobi] in der Freizeit aus Nei
gung, Freude an der Sache intensiv betriebene Be
schäftigung a u f einem bestimmten Gebiet, Lieb
haberei, Steckenpferd: ein (kostspieliges, ungewöhn
liches) H. haben; sein H. ist der Garten
Hobby| -bastler, der vgl.
-gärtner; -gärtner, der
jmd ., der Gartenbau als Hobby betreibt; -raum, der
Raum, der dafür bestimmt ist, daß jmd. darin sei
nem Hobby, sich handwerklich zu betätigen, nach
geht
Hobel, der; -s, - zum Glätten von Holzflächen
dienendes, spanabhebendes Werkzeug, das aus einem
m it einem G riff versehenen hölzernen Körper besteht,
aus dem schräg ein scharfes stählernes Messer her
ausragt: den H. ansetzen, richtig führen; der
Tischler bearbeitet die Bretter mit dem H.
Hobel] -bank, die jP l.
-bänke/ stabiler Arbeitstisch,
auf dem Holz fü r die Bearbeitung bes. durch Hobeln
eingespannt werden k a n n; -maschine, die Maschine
für das Hobeln (1.1) von Holz od. Metall
hobeln fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. m it dein Hobel, der
Hobelmaschine bearbeiten: Bretter h.; gehobelte
Leisten 1.2. m it dem Hobel, der Hobelmaschine
arbeiten: an einem Balken h. — 2. Gurken, Sellerie
h. (m it einem Küchengerät i n dünne Scheiben
schneiden)
Hobel]span, der fvorw. P l.f beim Hobeln (1) ent
stehender Span
hoch, höher, höchste fAdj.f 1.1.1. in der Aus
dehnung, Erstreckung, Richtung nach oben über
einen bestimmten mittleren Wert hinausgehend: ein
hoher Berg, Turm, Baum, Saal; hohe Wellen;
hohes Gras; ein Stuhl mit einer hohen Lehne;
Sandaletten mit hohen Absätzen; umg. hohe
Schuhe (den Knöchel bedeckende Schuhe; Damen
schuhe m it hohen Absätzenp; eine hohe Stirn
haben; etw. in hohem Bogen wegwerfen; der
Fabrikschornstein ist nicht h. genug; h. aufragen;
h. (weit nach oben) auflodern, hinauflangen; die
Bücher türmten sich h. auf seinem Schreibtisch;
die Bluse ist am Hals h. (bis nach oben) geschlossen
1.1.2. feiner Maßangabe nachgestellt; gibt die in
der Zahl ausgedrückte räumliche Erstreckung nach
oben von einem Ausgangspunkt an/: der Berg ist
2000 Meter h.; ein sechs Zentimeter hoher Absatz;
dieses Haus ist fünf Stockwerke höher; der Schnee
liegt 20 Zentimeter h. 1.2. re lativ weit oben (1)
befindlich: eine hohe Wolkendecke; ein Saal mit
einer hohen Decke; in den höheren Lagen der
Mittelgebirge; auf der höchsten (obersten) Sprosse
der Leiter stehen; die Schwalben fliegen heute h.;
die Sonne steht schon h. am Himmel; die Lampe
hängt zu h.; h. (weit) oben auf dem Dach, in den
Bergen; h. im Norden (im äußersten Norden);
/einer Maßangabe nachgestellt/ die Baude liegt
1000 Meter h.; das Flugzeug fliegt 5000 Meter h.;
Familie N wohnt zwei Etagen höher (weiter oben)
1.8. jadv.f Hände h. (nach oben)\ /Aufforderung,
sich zu ergeben/; Kopf h.! /aufmunternder Z u ru f/;
umg. scherzh. h. die / Tassen! — 2.1. über
einen bestimmten mittleren, i n Zahlen darstellbaren
(meßbaren) Wert hinausgehend: ein hoher Prozent
satz; hohe Gewinne; hohe Preise; hohes Fieber,
zu hohen Blutdruck haben; mit (zu) hoher Ge
schwindigkeit fahren; ein Buch mit einer hohen
Auflage; hohe Strafen; die Zahl der Teilnehmer
war überraschend h.; die Anforderungen höher
schrauben; ein sehr h. bezahlter (sehr viel ver
dienender) Spezialist; h. (m it einer großen Geld
summe) versichert sein; Sport h. (m it vielen P u n k
ten im Rückstand) verlieren 2.2. umg. drei, vier
Mann h. (zu dritt, zu viert) — 3.1. ein bestimmtes
mittleres M aß überschreitend, von großer Inte ns ität,
überdurchschnittlich: diese Arbeit erfordert hohes
Können, ein hohes Maß an Verantwortung; hohe
Ansprüche stellen; ein hoher Lebensstandard; eine
Uhr mit höherer Genauigkeit; von höchstem Inter
esse, in höchster Gefahr, in höchstem Gerade erregt
sein; ein sehr h. industrialisiertes Land; etw. ist
höchst (überaus, äußerst) interessant, schädlich;
es ist höchst unwahrscheinlich, daß ...; auf das
höchste erstaunt sein 3.2. in der Entwicklung weit
fortgeschritten: einen hohen Entwicklungsstand
erreicht haben; die höhere Nerventätigkeit, Mathe
matik; sich immer höher entwickeln (in der E n t
wicklung auf einen vollkommeneren Zustand hin
fortschreiten) 3.3. von großer Bedeutung, besonderer
Wichtigkeit: ein hoher Feiertag; etw. ist für jmdn.
eine hohe (große) Ehre; hohes Ansehen genießen;
eine hohe (sehr positive 1.1) Meinung von jmdm.,
etw. haben; hohe (edle 1) Ideale, Ziele haben; die
höchsten (wichtigsten 1,1, edelsten 1) Güter der
Menschheit; ein von allen h. (außerordentlich) ge
schätzter Kollege; etw. ist h. (sehr) anzuerkennen
—
4.1.1. i n einem hierarchisch gegliederten System
a u f oberer Stufe stehend: eine hohe Auszeichnung
erhalten; die niedrigen und die hohen Gehalts
gruppen 4.1.2. i n einer gesellschaftlichen Rang
ordnung a u f oberer Stufe stehend: ein hoher Offizier;
hohe (geistliche) Würdenträger; eine hohe Funk
tion, ein hohes Amt innehaben; sich an höchster
576
Hoch — hochgehen
Stelle beschweren; hohes Gericht! /Anredef 4.2 .
an die Existenz eines höheren (überirdischen)
Wesens glauben 4.8 . Jur. höhere Gewalt (außer
gewöhnliches, von außen kommendes Ereignis, das
nicht vorausgesehen und das nicht abgewendet werden
konnte) — 5 . weit vorgeschritten: im hohen Alter;
er ist h. in den Sechzigern (ist Ende) 60 — 6 . hell
tönend, mit großer Schwingungszahl: eine hohe
Stimme haben; das hohe 0 ; zu h. singen — 7.
Math. /Jßez. der Potenz/ zehn h. sechs (106; zehn
sechsmal als Faktor gesetzt) — 8.1 . die hohe See
(diejenigen Bereiche des Meeres, die nicht zu den
Territorial- od. Binnengewässern der Staaten ge-
hören) 8.2 . der hohe Norden (die nördlichen Polar
gebiete) — 9 . Jägerspr. die hohe Jagd (Jagd auf
Hochwild; alle Arten von Hochwild)
H- etw. h. und heilig (fest, feierlich) versprechen;
(zu) h. hinauswollen (nach hohem gesellschaftlichem
Rang streben; allzu hochfliegende Pläne haben);
jmdm. etw. h. anrechnen (jmds. Verhalten in einer
bestimmten Situation anerkennen, sehr zu schätzen
wissen); etw. ist zu h. gegriffen (etw. ist zahlen-,
mengenmäßig überschätzt); umg. das ist mir zu h.
(das verstehe ich nicht, das ist für mich zu schwierig,
zu kompliziert); wenn es h. kommt höchstens (1.1):
das sind zwanzig Meter, wenn es h. kommt fünf
undzwanzig; — es ist höchste /t Eisenbahn; das
höchste der
Gefühle; jmds.
Herz schlägt
höher; etw. auf die hohe / Kante legen; h. im
/* Kurs stehen; die
Nase h. tragen; auf dem
hohen / Roß sitzen; ein hohes /i Tier; jmdn.,
etw. in den höchsten
Tönen loben; jmdm.
hängen die /* Trauben zu h.; von höherer, hoher
/ Warte aus; es ist höchste / Zeit, etw. zu
tun, ist höchste Zeit für etw.
Hoch, das; -s, -s 1. Hochruf: ein H. auf die Freund
schaft zwischen den Völkern ausbringen; unserm
Jubilar ein dreifaches H .!
—
2. Meteor. Hoch
druckgebiet: über Mitteleuropa liegt ein aus
gedehntes, kräftiges H .; das H. schwächt sich all
mählich ab
hoch/Hoch| -achten fVb.f etw., jmdn. h. vor etw.,
jmdm. große Achtung haben: er hat zeitlebens die
Treue, Gerechtigkeit hochgeachtet; eine hoch
geachtete Persönlichkeit; dazu -achtung, die: H.
vor jmdm., etw. haben; -achtungsvoll /Adv.; als
Schlußformel in Briefenf mit Hochachtung; -aktuell
/Adj./ sehr aktuell: ein hochaktueller Zeitungs
artikel; -alpin fAdj.l für das Hochgebirge charak
teristisch, die obere Region der Alpen betreffend: die
hochalpine Pflanzenwelt; eine hochalpine Land
schaft; -angesehen /Adj./ sehr angesehen: ein hoch
angesehener Forscher; -antenne, die im F reien in
größerer Höhe, bes. auf dem Dach, angebrachte
Antenne; -arbeiten, sich fVb.f durch fleißiges, ziel
strebiges Arbeiten eine höhere berufliche und soziale
Position erreichen: sich vom Mitarbeiter zum
Direktor h.;
-aufgeschossen fAdj.l schnell gewach
sen und daher groß und dünn: ein hochaufgeschos
sener Junge; -bau, der 1. fo. Pl.f Teil des Bau
wesens, der sich mit der Herstellung von Bauwerken
über dem Erdboden befaßt — 2. fPl.
- ten; vorw. Pl.f
Gebäude, dessen hauptsächlicher Teil über dem Erd
boden liegt: moderne Hochbauten aus Stahlbeton;
-bauschgarn, das T e x til, der Wolle ähnliches, sehr
voluminöses, sehr elastisches synthetisches Garn;
-begabt /Adj.f überdurchschnittlich begabt: ein hoch
begabter junger Schauspieler; -beladen fA dj.f mit
einer aufgetürmten Last beladen: ein hochbeladener
Erntewagen; -betagt fA dj.f geh .: ein hochbetagter
(sehr alter) Mann; h. sterben; -betrieb, der jo. P l.f:
im Warenhaus, auf der Post herrscht H. (außer
ordentlich reger, lebhafter Betrieb); -bezahlt fAdj.f
mit hohem 2Gehalt, hohem Lohn: ein hochbezahlter
Spezialist; eine hochbezahlte Stellung; -blicken
fVb.f in die Höhe, nach oben blicken: zum Himmel
h.; das Kind blickte erwartungsvoll zu seinem
Vater hoch; -bringen fVb.f umg. 1 . etw., jmdn.
nach oben schaffen, bringen: die Koffer h.
—
2. der
neue Direktor hat den Betrieb wieder hochge
bracht (wieder leistungsfähiggemacht) — 8. jmdn. zor
nig machen, aufbringen: dieser Vorwurf brachte den
sonst so ruhigen Mann hoch; -bürg, die Ort, der
als Zentrum bes. einer politischen Bewegung gilt:
Leipzig war zur H. der deutschen Arbeiterbewe
gung geworden; -deutsch fAdj.f vgl.
- deutsch(e);
-deutsch(e), das über den Mundarten und der Um
gangssprache stehende, für das xDeutsche allgemein
verbindliche (genormte) Sprache: das Hochdeutsche
verdrängt die Mundarten mehr und mehr; -druck,
der I. fPl.
- drücke/ hoher Druck in Flüssigkeiten,
Gasen: in dem Behälter herrscht H.; Meteor, bei
H. (hohem Luftdruck 1.1) steigt das Barometer;
O im Betrieb herrscht H. (wird konzentriert ge
arbeitet); mit, unter H. (angespannt) arbeiten —
H. Druckerei 1. fo. Pl.f Druckverfahren, bei dem
die druckenden Teile erhöht liegen — 2. fPl.
-ef
mit II.l hergestelltes Erzeugnis; -druckgebiet, das
Meteor. Gebiet hohen Luftdrucks, Hoch (2);
-ebene, die Ebene (1) in größerer Höhe über dem
Meeresspiegel; -fahren fVb.; / auch -fahrend/ 1.
umg. 1.1. nach oben fahren (1.2.1) (ist): der Fahr
stuhl fährt hoch 1.2. etw., jmdn. nach oben fahren
(3) (hat): das Gepäck zur Skihütte h. lassen —
2. sich plötzlich rasch erheben (ist): erschrocken
(von seinem Sitz, aus dem Schlaf) h.;
-fahrend
fAdj.; vorw. attr.; ^ auch -fahren/ arrogant (und
aufbrausend): jmds. hochfahrendes Wesen; -feudal
IAdj.f umg., oft spött. sehr vornehm (1): ©inhoch
feudales Restaurant; -fläche, die Hochebene;
-fliegend fA dj.; vorw. attr.f: hochfliegende (nach
hohen Zielen strebende) Pläne, Gedanken haben;
-form, die fo. Pl.f Sport hohe Leistungsfähigkeit
eines Sportlers, einer Mannschaft: der Torwart, die
ElfistinH.;O beiderDiskussion warerinH.;
-format, das Format bes. eines Schriftstückes, Bil
des, bei dem die Höhe größer ist als die Breite: das
Bild hat H.; ein Foto im H.; -frequenz, die Pkys.
elektromagnetische Schwingungen mit Frequenzen
über zirka 30 Kilohertz; -frequenztechnik,die fo. Pl.f
Elektrotechn. Teilgebiet der Schwachstrom
technik, das sich mit der Erzeugung und technischen
Anwendung von Wechselströmen mit Hochfrequenz
befaßt; -gebildetfAdj.f überdurchschnittlich gebildet:
ein hochgebildeter Mann; -gebirge, das Gebirge von
einer Höhe über 1500 Meter; -gefühl, das fo. Pl.f
erhabenes Gefühl, Gefühl stolzer Freude: im H.
seines Erfolges; -gehen fVb.f 1, um g. nach oben
gehen (2): die Treppe h.
—
2. etw. bewegt sich nach
oben: die Schranke, der Theatervorhang geht hoch;
die See geht hoch (es herrscht hoher Wellengang);
O die Wogen der Empörung gingen hoch — 8.
umg. die Mine geht hoch (explodiert 1.2) — 4.
umg. in Zorn geraten, aufbrausen: als man ihm
hochgelegen — Hochschule
577
die Schuld daran zuschieben wollte, ging er hoch ;
+ jindm. geht der / Hut hoch; -gelegen fAdj.f
in relativ großer Höhe (1.2) befindlich: ein hoch
gelegenes Fenster; die hochgelegenen Teile der
Stadt; -genuß, der fo. P Lj: etw. ist ein H. (ist
ein besonders großer Genuß 2); -gestochen [A dj.;
bes. von Äußerungen! geistig allzu anspruchsvoll, in
unangemessener Weise kompliziert: durch hoch
gestochene Formulierungen glänzen wollen; ein
hochgestochener Stil; -gewachsen fAdj.f von hohem
W uchs, g r o ß : ein schlankes, hochgewachsenes Mäd
chen; -glanz, der [in der Verbindung! auf H ,: die
Schuhe auf H. polieren (so polieren, daß sie sehr
glänzen); umg. die Wohnung auf H. bringen (sehr
gründlich saubermachen und aufräumen); -gradig
/Adj./ äußerst (2): in hochgradige Erregung ge
raten; h. nervös, kurzsichtig sein; -hackig lA d j.j
mit hohem Absatz (I): hochhackige Sandaletten;
- halten fVb.f 1. etw.,
jmdn. (nach) oben, in die
Höhe halten (1.1, 2.1): ein Transparent h., damit
es alle sehen können — 2 . etw. in Ehren halten,
achtungsvoll bewahren: jmds. Andenken, Traditio
nen h.; + die /t Fahne h.;
- haus, das (frei, für
sich stehendes) Gebäude mit mehr als zehn Stock
werken; -heben fVb.f etw., jmdn. nach oben, in die
Höhe heben (1.1), emporheben: den Arm, ein Kind
h.;
- herzig [Adj./ geh. von edler Gesinnung, groß
mütig: eine hochherzige Tat; jmdm. h. verzeihen;
h. auf etw. verzichten; -holen /Vb.j umg. etw.,
jmdn. nach oben holen (1.1), heraufholen: Kohlen
aus dem Keller h.;
- kant fAdv.f etw. h. (auf die
Schmalseite) stellen: eine Kiste h. hinstellen;
-j- salopp jmdn. h. (ingrober Weise) hinauswerfen;
- kantig fAdv.f + salopp jmdn. h. (in grober
Weise) hinauswerfen; -klappen fV b .; hat/ etw.
nach oben klappen (1.1): den Klavierdeckel h.;
- kommen fVb.f 1. umg. heraufkommen (1): kommt
bitte zum Essen hoch! — 2.1 . die Sonne kommt
hoch (geht auf, steigt höher) 2.2. tauchen und wieder
h. (auftauchen 1) — 3. umg. es, das Essen kommt
jmdm. hoch (jmdm. wird übel, jmd. verspürt einen
Brechreiz); -konjunktur, die fvorw. Sg .f die Phase
der Konjunktur im kap. Krisenzyklus, die durch
steigende Profite und Preise, hohe Nachfrage nach
Lohnarbeitern, günstige Lage im Export gekenn
zeichnet ist und in der der wirtschaftliche A uf
schwung seinen Höchststand erreicht; -konzentriert
/Adj./: eine hochkonzentrierte (sehr konzentrierte)
Säure; -krempeln fVb .f: die Ärmel? Hosenbeine h.
(nach oben krempeln);
die / Ärmel h.;
- land,
das fo. Pl.f ausgedehntes, vorwiegend flaches od.
leicht gewelltes Gebiet in größerer Höhe über dem
Meeresspiegel; -leben fVb.; nur im Inf. u . Kon
junktiv Präs./:jmdn., etw. h. lassen (auf jmdn., etw.
Hochrufe ausbringen); er lebe hoch! /Huf, mit dem
jmd. gefeiert wird, H ochrufi; -modern /Adj./ sehr
modern: ein hochmodernes Stadion; hochmoderne
Möbel; -modisch fAdj.f sehr modisch: ein hoch
modisches Kostüm, Modell; -moor, das Geogr.
in Gebieten mit reichen Niederschlägen unabhängig
vom Grundwasserspiegel entstehendes, zur Mitte hin
nach oben gewölbtes M oor; -mut, der Haltung (2.2),
die sich darin äußert, daß jmd. sich selbst sehr hoch,
zu hoch einschätzt und auf andere dünkelhaft herab-
sieht, Überheblichkeit: von H. erfüllt sein; jmdn.
voll. H . ansehen; dazu -mutig fA dj.f: jmd. ist h.,
lächelt h.; ein hochmütiges (von Hochmut gepräg
tes) Gesicht; -näsig fAdj.f umg. hochmütig; dazu
- näsigkeit, die; -, jo. Pl.f; -nebel, der M eteor.
Nebel in beträchtlicher Höhe über dem Erdboden;
- nehmen fVb.f 1. etw.,
jmdn. ergreifen und vom
Boden aufnehmen: die Schleppe, den Koffer h.;
ein Kind h. (auf den Arm nehmen) — 2. umg.
jmdn. in gutmütiger Weise verspotten, anführen:
laß dich nicht (von ihm) h.!; -ofen, der hoher
Schachtofen zur Erzeugung von Roheisen; -päppeln
/sw. Vb.; hat/ umg. ein Kind, junges Tier, einen
Kranken durch sorgfältige Pflege, Ernährung kräf
tigen od. wieder gesund werden lassen: ein zurück
gebliebenes Kind, ein Kälbchen h .;
- parterre, das
erhöht liegendes unterstes Geschoß (II): im H.
wohnen; -peitschen fVb.; hatf eine .negative E r
scheinung forcieren: den Chauvinismus h.; -plateau,
das vgl.
- ebene; -prozentig fAdj.f einen hohen Pro
zentsatz eines bestimmten Stoffes (3.2) enthaltend:
hochprozentiger Alkohol; eine hochprozentige
Lösung; -reehnung, die Statistik von Teilergeb
nissen, Stichproben ausgehende Berechnung einer
Gesamtheit (1.1); -recken fVb.f etw., sich nach oben
recken: den Arm h.; der Reiter reckte sich im
Sattel hoch; -richten, sich fVb.f sich aufrichten:
sich im Bett h.;
- rot fAdj.f stark gerötet: mit hoch
rotem Kopf dasitzen; -ruf, der (dreifacher) Ruf
„ er lebe hoch“ , mit dem jmd. gefeiert wird: auf
jmdn., etw. Hochrufe ausbringen; -rüsten fV b .;
zu -rüstung/; -rüstung, die fo. Pl.f forciertes, auf
militärische, strategische Überlegenheit und Aggres
sion gerichtetes Aufrüsten der NATO-Staaten: eine
Politik der Stärke und der H .;
- Saison, die 1.
fvorw. Sg .f Hauptsaison: in der H. verreisen —
2. fo. Pl.f Zeit des stärksten Andrangs, Betriebes:
vor Weihnachten haben die Spielwarengeschäfte
H.;
- schätzen fVb.f vgl.
- a chten: einen Kollegen
h.; foft im Part. Prät.j ein hochgeschätzter Mit
arbeiter; <0 ein hochgeschätzter Exportartikel;
- s cheuchen fVb.f ein Tier, jmdn. auffahren (5)
lassen: einen Hasen h.; umg. jmdn. h .;
- s chießen
fVb.f 1. etw. in die Höhe schießen (2.1) (hat): eine
Rakete h.
—
2.1. sich schnell nach oben bewegen
(ist): die Flammen schossen hoch 2.2 . aufgeregt
schoß er die Treppe hoch (lief er in großer Eile
auf der Treppe nach oben) — 3. umg. schnell
1wachsen (1) (ist): nach dem Regen ist das Un
kraut hochgeschossen; -schlagen fVb .f 1. etw. nach
oben Umschlägen (3.1) (hat): den Mantelkragen h.
—
2. sich plötzlich heftig in die Höhe 1bewegen (ist):
die Flammen schlugen hoch; die Wellen schlugen
(an der Mauer) hoch (brandeten a u f); -schrauben
fVb.f 1. etw. durch Drehen (1.2) an einer Vor
richtung nach oben lbewegen: den Docht der Lampe
h.
—
2. sich in einer schraubenförmigen Linie (1.2)
nach oben bew egen : das Segelflugzeug schraubte
sich allmählich hoch — 3. etw. (künstlich) steigern
(1.1): die Monopole schrauben die Preise hoch;
Forderungen, Ansprüche h .; hochgeschraubte (sehr
anspruchsvolle) Erwartungen; ^schrecken fVb.f
jmdn. h. jmdn. erschrocken auffahren lassen: das
schrille Läuten des Telefons schreckte ihn (aus
tiefem Schlaf, seinen Grübeleien) hoch; 2-schrecken
fVb.f erschrocken auffahren: plötzlich schreckte er
(aus dem Schlaf, seinen Träumereien) hoch;
- s chulabsolvent, der; -schule, die 1.1 . höchste
staatliche Bildungseinrichtung, für deren Besuch das
Abitur Voraussetzung ist und an der man promo-
37 Wörterbuch
578
Hochschulstudium — Hochwild
vieren kann: nach dem Abitur an einer H. stu
dieren 1.2. 1.1 für ein spezielles Fachgebiet: an
einer pädagogischen, medizinischen, technischen
H. studieren; die H. für Musik ,Franz Liszt4 in
Weimar; die Hochschulen und Universitäten der
D D R; -schulstudium, das; -schwanger jA d j.j im
letzten Stadium der Schwangerschaft; -Seefischerei,
die fo. Pl.j Fischerei auf hoher See; -sitz, der
Jägerspr. auf Pfählen ruhende od. auf einem
Baum angebrachte Plattform, von der aus der Jäger
das Wild beobachtet und schießt; -sommer, der fo,
Pl.j Mitte des Sommers: im H. Urlaub haben;
dazu -sommerlich jA d j.j: hochsommerliches W et
ter; -Spannung, die 1. Elektrotechn. elektrische
Spannung von mehr als 1000 Volt: eine Stark
stromleitung mit einer H. von 100000 Volt; Vor
sicht H.! IAufschrift eines Warnschilds an Hoch
spannungsleitungenI — 2. fo. Pl.f sehr intensive
Span n u n g (3.1): das Premierenpublikum wartete
mit H.;
-Spannungsleitung, die Elektrotechn .
Fernleitung (1) für hohe elektrische Spannungen;
-spielen jVb./ etw. beumßt unangemessen stark in
den Blickpunkt (der Öffentlichkeit) rücken, mani
pulieren, die Bedeutung einer Sache übermäßig be
tonen: eine Affäre, einen Fall, Konflikt h.; die
Sache wurde von bestimmten Leuten bewußt hoch
gespielt; -Sprache, die fo. Pl.f Sprach wiss. Litera
tursprache, Schriftsprache (und ihre Lautung);
-Sprung,der Jo. Pl.j leichtathletische Disziplin , beider
nach einem Anlauf durch Springen eine möglichst
große Höhe zu erreichen ist: der Europameister im
H.;
-stamm, der Gartenbau Gehölz (2) in einer
Zuchtform mit relativ hohem Stamm: diese Rose gibt
es auch als H .; Hochstämme pflanzen; dazu -stäm
mig jA dj.f: hochstämmige Rosen, Sorten; -stand,
der Hoch sitz; nstapeiei, -stapele], die; -,
-en 1. fo.
Pl.f betrügerisches Vortäuschen einer tatsächlich
nicht vorhandenen vertrauenswürdigen materiellen
od. gesellschaftlichen Stellung, um sich von anderen
erhebliche materielle Vorteile zu erschleichen: H. ist
strafbar; O wie er sich, seine Verdienste heraus
streicht, das grenzt schon an H.
—
2. Handlung,
Tat mit dem Charakter von 1: er beging eine Reihe
von Hochstapeleien; -stapeln jV b .j I. /stapelte
hoch, hat hochgestapelt, gehochstapelt/ um g.
Hochstapelei begehen: er hat aus Geldgier hoch
gestapelt, gehochstapelt — H . /stapelte hoch, hat
hochgestapelt/ etw. aufstapeln: Bücher, Kisten h.;
-Stapler, der; -s, - Person, die Hochstapelei begeht:
der H. war auf Kredite aus; -stehen jVb.; / auch
-stehend/ in die Höhe gerichtet sein : auf seinem
Kopf stehen immer ein paar Haare hoch; -stehend
fAdj.; / auch -stehen/ eine hohe gesellschaftliche
Stellung innehabend: eine hochstehende Persönlich
keit; ein geistig hochstehender (ein hochgebildeter)
Mensch; -steigen fVb .f 1. nach oben steigen (1.1),
hinaufsteigen (1): die Treppe, den Berg h.
—
2.
sich (senkrecht) in die Höhe 1bewegen: die Lerche
steigt hoch; Leuchtkugeln stiegen hoch; die Sonne
steigt hoch (geht auf)
höchstens jAdv.j 1.1. im äußersten Fäll, nicht mehr
als ...: er ist h. fünf Jahre alt; das Buch hat h.
500 Seiten; es dauert h. zehn Minuten; der Text
ist so schwierig, daß ihn h. ein Fachmann ver
stehen kann 1.2 . jin konjunktionaler Verwendung/
es sei denn, 2außer: jnebenordnendj er verreist nie,
h. zu seinen Verwandten; jin Verbindung mit daß
unterordnend/ er treibt keinen Sport, h. daß er
mal im Sommer baden geht
Höchstj -fall, der fin der Verbindung/ im H.,
Höchstfälle im äußersten Fall, höchstens: er ver
dient im H. 800 Mark; im H. bekommt er eine
Haftstrafe von zwei Jahren; -form, die jo. P l.j
Spo rt Zustand der größten Leistungsfähigkeit (eines
Sportlers, einer Mannschaft): er ist in H.; die
Mannschaft befindet sich in H .; -geschwindigkeit,
die 1.1. höchste mögliche Geschwindigkeit: das Fahr
zeug erreicht eine H. von 250 Stundenkilometern
1.2 . höchste zulässige Geschwindigkeit: in Ort
schaften beträgt die H. 50 Stundenkilometer; die
(zulässige) H. überschreiten
höch/Hoch| -stilisieren fV b .f etw. (zu etw.) h.
etw. in unangemessener, übertriebener Weise als etw.
Positives bewerten: eine kritische Bemerkung zu
einem Protest h.;
-Stimmung, die fo. Pl.j frohe,
festliche Stimmung: jmd. ist in H.
Höchst/höchstj -leistung, die: sportliche, tech
nische, wissenschaftliche Höchstleistungen voll
bringen; -maß, das jin der Verbindungj ein H.
(M axim um ) an etw.: diese Aufgabe erfordert ein
H. an Einsatzbereitschaft; jmdm. ein H. an Ver
ständnis entgegenbringen; -möglich /Ad?.; n u r
attr.j größtmöglich; -preis, der 1. Pol. Ök. Preis im
soz. Preissystem , der nicht überschritten, aber unter
schritten werden d arf: Höchstpreise festsetzen —
2. höchster zu erwartender P reis: Höchstpreise
zahlen
Hochstrecke, die; -, jo. Pl.j Sport Haltung, bei
der ein Gewicht (2.1) mit gestreckten Armen über
dem K opf gehalten wird
Höchst/höchstj -stand, der jo . P l.j höchster, bester
Stand (4.1): den technischen H. erreichen;-strafe,
die Jur. fü r eine bestimmte Straftat höchste gesetz
lich vorgesehene Strafe: der Staatsanwalt bean
tragte die H. von zwei Jahren H aft; -temperatur,
die: für das Wochenende sind Höchsttemperaturen
von 20 bis 25 Grad zu erwarten; -wahrscheinlich
jAdv.j sehr wahrscheinlich: h. hat er es vergessen;
-wert, der maximaler Wert (4); -zulässig jA dj.;
n u r a ttr .j: die höchstzulässige Dosis, Geschwindig
keit (die höchste Dosis, Geschwindigkeit, die zu
lässig ist)
Hoch/hoch| -tal, das Geogr. in größerer Höhe
zwischen Bergen eingebettetes Tal; -touren, die jP L ;
in der Verbindung! auf H.: der Motor läuft, die
Maschine arbeitet auf H. (mit größter Leistungs
fähigkeit); die Maschine, den Motor auf H. (zur
größten Leistungsfähigkeit) bringen; -tourig jA dj.l
[..tu:..] Techn.: hochtourige (mit relativ großer
Drehzahl laufende) Maschinen; -trabend /Adj.j mit
hohlem Pathos, schwülstig: hochtrabende Worte;
- ufer, das hohes, steiles Ufer; -verrat, der höchstes
Verbrechen gegen den Staat: jmdn. wegen, des
Hochverrats anklagen; dazu -Verräter, der; -wald,.
der Wald mit sehr hohen Bäumen ohne Unterholz;
-Wasser, das jo. Pl.j 1.1. sehr hoher, zu Über
schwemmungen führender Wasserstand eines Flus
ses, Sees 1.2. bes. durch Gezeiten hervorgerufener
höchster Wasserstand an der Küste; -wertig jAdj./
von hoher Qualität, großem Gebrauchswert, Wert (2):
hochwertige Produkte, Erzeugnisse der Lebens
mittel-,
Textilindustrie; hochwertige Nahrungs
mittel; -wild, das Jägerspr. jzusammenfassende
Bez. für Fleh, Dam-, Rothirsch, Steinbock, Gemse*
Schwarzwild, Bär, Wolf, Luchs, Auerhahn/; -wuch
ten /Vb./ umg. etw., jmdn. mit großem Kraftauf
wand hochheben: einen Zementsack h .;
-zahl, die
Math, graphisch höher gesetzte Zahl; -zeit, die
/o. PL/ Blütezeit einer Epoche, Höchststand einer Ent
wicklung : die H. des Barock, der deutschen Klassik
Hochzeit, die;
- en das Fest der Eheschließung:
die H. findet an einem Sonnabend, im Mai statt;
die H. ausrichten; H. feiern, halten, machen;
jmdn. zur H. einladen; eine große, stille H.
+ die silberne H. (25. Jahrestag der Eheschließung);
die goldene H. (50. Jahrestag der Eheschließung);
umg. das ist nicht meine H. (das geht mich nichts
a n ); nicht auf zwei Hochzeiten (gleichzeitig) tanzen
können (nicht an zwei Veranstaltungen, Unter
nehmungen gleichzeitig teilnehmen können)
Hochzeiter, der; -s, - süddt. österr. Schweiz.
Bräutigam am Tage der Hochzeit; dazu Hoch
zeiterin, die; -,
- nen Braut am Tage der Hochzeit
Hochzeitsi -ausstatter, d e r ; -s,
-
Spezialgeschäft,
das seine Kunden bei der Vorbereitung einer Hoch
zeit durch ein entsprechendes Warenangebot und
bestimmte Dienstleistungen unterstützt; -haus, das
Wohnung der Eltern der Braut od. des Bräutigams,
wo die Hochzeit gefeiert wird; -kleid, das (weißes)
Kleid, das die Braut am Hochzeitstag (1.1) trägt;
-paar, das Braut und Bräutigam am Hochzeitstag
(1.1); -tag, der 1.1. Tag, an dem die Eheschließung
stattfindet 1.2. Jahrestag der Eheschließung
Hocke, die; -n I. jvorw. Sg./ 1.1. Körperhaltung
in tiefer Kniebeuge: in die H. gehen; in der H.
sitzen 1.2. Turnen Sprung mit angezogenen Beinen
über ein Gerät, vom Gerät herunter: eine H. über
das Pferd machen; mit einer H, vom Gerät ab
gehen — H. landsch.,
bes. norddt. kreis- od.
dachförmig gegeneinander gestellte Garben: Hocken
aufstellen
hocken /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1. irgendwo in
der Hocke (1.1.1) sitzen: vor dem Ofen h. und
Feuer anzünden; in hockender Stellung arbeiten
1.2. sich irgendwohin h. sich irgendwohin in die
Hocke (1.1.1) setzen: sich vor den Ofen h. und
Feuer anmachen — 2. (hat) 2.1. (in gebückter,
nachlässiger Haltung) irgendwo sitzen: auf dem
Stuhl, im Sessel h.; sie hockten stumm um den
Tisch 2.2. sich krumm, nachlässig irgendwohin
setzen: sich auf seinen Koffer, auf die Treppe h.
—
3. Turnen mit angewinkelten Beinen über ein
Gerät, von einem Gerät springen (ist): über den
Kasten h.; ein gehockter Salto — 4 . umg. jemot.
neg./ sich längere Zeit irgendwo aufhalten (hat):
Tag für Tag am Schreibtisch h. und arbeiten; den
ganzen Tag hinter, über seinen Büchern h. (den
ganzen Tag lernen, studieren); Abend für Abend
zu Hause h. (das Haus, die Wohnung nicht ver
lassen); (stundenlang, ständig) in der Kneipe, bei
der Nachbarin h. (müßig herumsitzen)
Hocker, der; -s, - für eine einzelne Person bestimm
tes Sitzmöbel ohne Lehne: sich auf einen H. setzen;
an der Bar war noch ein H. (Barhocker) frei
Höcker, der; -s, - 1 . dicke, erhabene, gewölbte Stelle,
Wulst aus fettem Gewebe bes. auf dem Bücken des
Kamels —* 2. erhabene Stelle auf einem bestimmten
Teil des Körpers eines Tieres, Menschen als normale
od. krankhafte Erscheinung: ein Schwan mit einem
H. auf dem Schnabel; einen H. (Buckel 1) haben
Hockey, das; -s, /o. PL/ [hoki, hoke] Ballspiel
zwischen zwei Mannschaften, bei dem der Ball nach
bestimmten Pegeln mit einem Schläger am Boden
möglichst oft in das gegnerische Tor zu schlagen
ist
Hockey|Schläger, der stockförmiger, am unteren
Ende gebogener und auf einer Seite breit abgeflachter
Schläger aus Holz für das Hockey
Hoden, der; -s, - /vorw. PI .j eine der beiden in einer
Hülle aus Haut befindlichen männlichen Keim
drüsen
Hoden|sack, der /PI.
- sa cke/ sackförmige Hülle aus
Haut, in der sich die Hoden befinden
Hof, der; -(e)s, Höfe 1. unmittelbar bei einem
Gebäude liegende, zu ihm gehörende Fläche: die
Kinder spielen auf dem H .; die Fahrräder auf
dem, im H. abstellen; die Fenster gehen nach dem,
zum H. hinaus; die Häftlinge auf den H. (der
Strafanstalt) führen; als es klingelte, stürzten die
Schüler auf den H. (Schulhof) — 2. Bauernhof,
Gehöft: ein abgelegener H.^ das Dorf besteht aus
wenigen Höfen — 3.1. Ort und Gebäude, in dem ein
hoher adliger Herrscher seinen Sitz hat: der H.
Ludwigs XIV. 3.2. jo. PL/ der ganze H. (Hof
staat) war versammelt — 4. /o. PL; in Namen von
Gaststätten, Hotels in Verbindung mit Ortsbez./:
Erfurter, Mecklenburger H.
—
5. der Mond, die
Sonne hat einen H. (ist von einem nebelartigen hellen
Kreis umgeben, hat eine Aureole)
+ veraltend, noch scherzh. /bezogen auf eine
Frau, ein Mädchen/ jmdm. den H. machen (jmdn.
umwerben); — / Haus und H. verlieren
Hoffart, die; -, /o. PI./ veraltend dünkelhafter
Hochmut, arrogantes, überhebliches Betragen: einen
Hang zur H. haben; dazu hoffärtig /Adj./
hoffen /sw. Vb.; hat/ auf etw., jmdn. h .; h., daß
...
wünschen, daß etw. geschehen, eintreten wird,
daß jmd. etw. tut, geschehen läßt: auf ein Wieder
sehen, eine günstige Gelegenheit h.; er hofft, daß
es bald regnen, sie bald gesund wird; das ist mehr,
als ich zu h. wagte; das will ich nicht h. (ich
wünsche, daß es nicht geschehen ist, geschehen wird);
das will ich (doch stark) h. (das setze ich voraus,
erwarte ich)
hoffentlich /Adv./ ich hoffe, d aß...: h. ist ihm
nichts passiert, wird er bald schreiben; du wirst
h. (wie ich h offe) morgen dabeisein?
Hoffnung, die; -,
- en 1. Wunsch, daß etw. ge
schehen, eintreten wird, daß jmd. etw. tut, geschehen
läßt: eine schwache, wenig, keine H. haben; be
gründete, berechtigte Hoffnungen; die H. nicht
aufgeben, nicht verlieren; eine H. nähren; H.
schöpfen; die H. verloren haben; jmdm. jede H.
nehmen; große Hoffnungen auf etw., jmdn. setzen;
in jmdm. Hoffnungen erwecken; sich, jmdm.
(falsche, übertriebene) Hoffnungen machen; sich
in der H. wiegen, d aß ...; in seinen Hoffnungen
bestärkt, enttäuscht werden; es gibt keine H. mehr
für ihn (er ist verloren); mach dir keine H. (erwarte
nichts Gutes); jmd.,
etw. berechtigt zu großen
Hoffnungen (jmd. ist sehr begabt, etw. zeigt gute
Ansätze 1.3, so daß man viel von ihm erwarten
kann); voller H. (voll positiver Erwartungen, opti
mistisch) sein; ohne jede, alle H. sein (nichts Gutes
erwarten) — 2. jmd., in den man große Erwartungen
setzt: er ist die große H. aller Fußballanhänger; sie
zählt zu den Hoffnungen der jungen Literatur
hoffnungs/Hoffnungs| -froh /Adj./ voller H offnu n g,
hochwuchten — hoffnungsfroh
579
37*
580
Hoffnungslauf — Höhenkrankheit
optimistisch: h. in die Zukunft blicken; -lauf, der
Sport in bestimmten Sportarten zusätzlicher Aus
scheid, durch den nicht plazierte W ettkampfteil-
nehmer sich für den Endkampf qualifizieren können;
-los fAdj.f 1.1. ohne Hoffnung: h. in die Zukunft
blicken 1.2, ohne Anzeichen für Verbesserung, ohne
Aussicht auf Erfolg, ohne Ausweg: eine hoffnungs
lose Lage; h. krank sein; dieser Patient ist ein
hoffnungsloser Fall; umg. jmd. ist ein hoffnungs
loser Fall (jmd. ist unverbesserlich)**; ein schwieriges,
aber nicht hoffnungsloses (nicht aussichtsloses)
Unternehmen — 2 . /adv.; emot.f h. (sehr, völlig)
dumm, betrunken sein; etw. ist h. veraltet; sich
h. blamieren; -Schimmer, der ein bißchen Hoffnung
(1): einen kleinen H. haben, sehen; -voll fA dj.f 1.1.
voll zuversichtlicher Erwartung, voll Hoffnung: etw.
stimmt jmdn. h .; h. lächeln 1.2. aussichtsreich,
erfolgversprechend: ein hoffnungsvoller Anfang
hofieren fsw. Vb.; hat/ veraltend jmdn. h. sich
(um Vorteile zu erreichen) in schmeichlerischer, auf
fallend höflicher und beflissener Weise um jmds.
Gunst bemühen: einen Gast, berühmten Künstler
h.
höfisch fAdj.f 1.1. die höfische (durch die Existenz
von Höfen 3 geprägte) Gesellschaft 1.2. Literatur-
wiss. die höfische (auf der ritterlich-adligen und
höfischen 1.1 Kultur der feudalen Periode des
Mittelalters beruhende) Dichtung, Epik, Lyrik
höflich fAdj.f anderen gegenüber zuvorkommend,
aufmerksam, rücksichtsvoll, (im Verhalten) den
geltenden gesellschaftlichen Umgangsformen ent
sprechend: ein höflicher junger Mann; ausgesucht,
übertrieben h. sein; ein höflicher Brief; jmdn. in
höflichen W orten etw. fragen, um etw. bitten
Höflichkeit, die; -,
-en 1. fvorw. Sg .f das Höflich
s e in : jmdn. mit liebenswürdiger, übertriebener H.
begrüßen; es nicht an H. fehlen lassen; etw. (nur)
aus H. tun — 2. fvorw. Pl.f Redensart von un
verbindlicher Freundlichkeit: (nichtssagende) Höf
lichkeiten austauschen, wechseln
Höflichkeitsl -besuch, der Besuch lediglich aus
Gründen der Höflichkeit: jmdm. einen H. ab
statten; -floskel, die den geltenden gesellschaftlichen
Umgangsformen Genüge tuende Floskel: das sind
nur Höflichkeitsfloskeln; -formel, die den geltenden
gesellschaftlichen Umgangsformen entsprechende For
mel (1.2)
Höfling, der; -s, -e Mitglied eines Hofstaats: alle
Höflinge waren im Thronsaal versammelt
Hof| -pause, die längere Pause, die die Schüler in
der Regel auf dem Schulhof verbringen; -Staat, der
fo. Pl.f Gesamtheit der zu einem Hof (3.1) gehören
den Personen von Adel: der H. versammelt sich
HO| -«Gaststätte, d ie; -«Geschäft, das
Höhe, die;
- n 1.1.1. senkrechte Ausdehnung von
etw. nach oben: der Berg hat eine H. von 2000
Metern (über dem Meeresspiegel); die H. des
Turms beträgt 50 Meter; der Schrank mißt zwei
Meter in der H .; eine Schneedecke von 40 Zenti
meter H . ; die Länge, Breite und H. eines Zimmers
schätzen, messen; die / lichte H. einer Brücke,
eines Tunnels; der Baum hat eine beachtliche H .;
sie stiegen weiter bergauf und fanden auf halber
H. eine Bank, wo sie sich ausruhten 1.1.2. M ath.
senkrechter Abstand des äußersten Punktes einer
geometrischen Figur von ihrer Grundlinie: die H.
eines Kegels, Drei-, Vierecks 1.2. Entfernung von
der Erdoberfläche od. dem Meeresspiegel in der
senkrechten Amdehnung nach oben: die Baude liegt
in einer H. von 2000 Metern (über dem Meeres
spiegel); das Flugzeug befindet sich in einer H.
von 5000 Metern, in 5000 Meter H .; der Vogel
schwarm zieht in großer H. dahin; die Artisten
zeigten ihr Können in luftiger, schwindelnder H .;
das Flugzeug gewann allmählich (an) H.,
stieg
in die H. (stieg nach oben); aus dieser H. ist das
nur schwer zu erkennen; Flüge in großen Höhen;
Astron. die H. (den vom Horizont aus berechneten,
in Winkeln ausgedrückten Abstand) des Polar
sterns, der Sonne bestimmen — 2 . (mittlere) E r
hebung im Gelände, Hügel od. Anhöhe od. Berg:
eine H. ersteigen; die Höhen des Thüringer Waldes
—
3.1 . in Zahlen darstellbare, meßbare Größe (3.2):
die H. der Auflage festlegen; die H. der Geschwin
digkeit, Leistung hängt von verschiedenen Fakto
ren ab; die H. des Betrages ist nicht bekannt; die
H. der Löhne, Preise 3.2 . fo. P l.f beträchtliches
N iv e a u (2): der Ausbildungsstand hat bereits eine
beträchtliche H. erreicht 3.3 . jo. Pl.f auf der H.
(dem Höhepunkt) seines Könnens, Ruhmes sein,
stehen; geh. der Tag, Sommer hatte seine H.
bereits überschritten — 4 . die H. eines Tones
messen (die Frequenz eines Tones pro Sekunde
bestimm en)
- f- auf der H. (der Zeit, Entwicklung) sein (dem
neuesten, fortgeschrittensten Stand der Entwicklung,
Erkenntnis entsprechen; auf einem bestimmten Ge
biet auf dem laufenden sein); umg. nicht (ganz)
auf der H. sein (nicht völlig gesund sein); das ist
(ja) die H. (das ist unerhört, eine Frechheit)!
Hoheit, die; -,
- en 1. jo. Pl.f die staatlich-rechtliche
Gewalt eines selbständigen Staates, Souveränität:
dieses Territorium untersteht der H. der DDR —
2. jo. PL/ geh. Erhabenheit, Würde einer Persön
lichk eit: die schlichte H. seiner Erscheinung —
3 .1Titel, Anrede für Angehörige kaiserlicher, könig
licher, auch herzoglicher, großherzoglicher Familien/:
Seine kaiserliche H. , der Kronprinz
Hoheits/hoheits] -gebiet, das Gebiet, das d er H oh eit
(1) eines Staates untersteht; -gewalt, die fo. Pl.f
Hoheit (1); -geWässer, das fvorw. Pl.f der Souverä
nität eines bestimmten Staates unterstehendes Bin
nengewässer od. Meeresgebiet in einer festgelegten
Breite entlang der Küste dieses Staates: die H.
Kubas; das Schiff befindet sich in fremden H o
heitsgewässern; -recht, das fvorw. Pl.f eines der
einer Staatsgewalt zustehenden Rechte als Ausdruck
und Bestandteil der staatlichen Souveränität: Gesetz
gebung und Rechtsprechung gehören zu den
Hoheitsrechten eines Staates; -voll fA dj.f geh.
voller Erhabenheit, würdevoll: eine hoheitsvolle
Haltung; h. lächeln, grüßen; -Zeichen, das K en n
zeichen, Symbol der staatlichen Souveränität eines
bestimmten Staates: Flaggen, Wappen und andere
Hohen| -feuerwerk, das Feuerwerk mit aufsteigen
den, in der Luft weithin sichtbar abbrennenden
Feuerwerkskörpern; -fiug, der Flug in großer Höhe:
im H. ein Gebirge überqueren; O oft spött. nichts
hemmte den H. seiner Phantasie; jmds. geistigen,
künstlerischen Höhenflügen nicht folgen können;
-klima, das jo. Pl.f Klima in höheren Lagen des
Gebirges; -krankheit, die fo. Pl.f Med. durch
Minderung des Luftdruckes und Verringerung des
Höhenkurort — höhnisch
581
Sauerstoffgeha\ts der Luft in Höhen über 3000
Meter einsetzende Störung des Allgemeinbefindens;
-kurort, der Kurort in den höheren Lagen des Ge
birges; -läge, die Höhe (1.2) über dem M eeres
spiegel: die H. eines Ortes; in Höhenlagen über
1000 Meter (in Gebieten, die über 1000 Meter über
dem Meeresspiegel liegen) hat es geschneit; -leit-
werk, das Flugw. Leitwerk zur Bewegung eines
Luftfahrzeuges nach oben und unten; -messer, der;
-s, - Flugw. die Flughöhe angebendes Meßgerät an
Bord von Luftfahrzeugen; -rausch, der jo. PL/
Med. für die Höhenkrankheit typischer rauschhafter
Zustand; -rücken, der Geogr. langgestreckter Berg
rücken; -rüder, das Flugw. beweglicher Teil des
Höhenleitwerks; -sonne, die 1. jo. Pl.j an ultra
violetten Strahlen reiche, intensive, natürliche Son
nenstrahlung im Gebirge: sie stellten die Liege
stühle in den Windschatten der Baude und ließen
sich von der H. bräunen — 2 .1, ultraviolette Strah
lung abgebende Lampe: unter der H. liegen 2.2.
jo. Pl.j von 2.1 erzeugte ultraviolette Strahlung: die
Heilkraft der H .; der Patient bekommt H. (wird
mit 2.1 bestrahlt); -Steuer, das Flugw . 1Steuer zur
Regulierung der Flvtghöhe; -Strahlung, die Phys.
kosmische Strahlung; -unterschied, der 1.1 . Unter
schied zwischen zwei Körpern (2) in ihrer Aus
dehnung nach oben: der H. zwischen beiden Bergen
beträgt 200 Meter 1.2. Unterschied zwischen zwei
Körpern (2), Punkten (3, 4) in ihrer Entfernung
zur Erdoberfläche, zu einem dritten Körper, Punkt:
die Seilbahn überwindet einen H. von 700 Metern;
-zug, der Geogr. Reihe in einer Richtung ver
laufender, untereinander verbundener Höhen (2)
Hßkelpunkt, der /PI.
- e/ wichtigster, bedeutendster
Teil eines Ablaufs, einer Entwicklung: die Span
nung erreicht ihren H .; die Krise treibt ihrem H.
zu; der dramatische H. der Gerichtsverhandlung;
der musikalische H. einer Veranstaltung; jmd.
steht auf dem H. seines Lebens
Hoher/höherj -entwicklung, die z u H öh e r e m ,
Besserem, einem vollkommeneren Zustand fort
schreitende Entwicklung: die H. der Menschheit;
-stufen jsw. Vb.; hat/ jmdn. in eine höhere Lohn-,
Gehaltsgruppe einstufen: im vergangenen Jahr
wurden drei Kollegen der Abteilung höhergestuft
hohl /Adj.j 1. im In nern leer (1.1), ausgehöhlt (1):
ein hohler Zahn; der Baum ist innen h.; die Nuß
ist h. (hat keinen Kern, ist taub) — 2. nach innen
gebogen, muldenförmig vertieft, eine konkave Form
aufweisend: ein hohles Kreuz haben, machen; aus
der hohlen Hand Wasser trinken; mit hohlen
Händen Wasser schöpfen; die hohlen (eingefalle
nen) Wangen eines Kranken — 8. wie aus einem
leeren Raum (2) kommend und dumpf klingend:
ein hohles Gelächter; etw. mit hohler Stimme
sagen; das dumpfe hohle Tuten des Dampfers;
etw. klingt h.
—
4. ohne einen dem formalen An
spruch entsprechenden Inhalt, nichtssagend, leer
(1.2): ein hohles Gerede, Pathos; hohle Phrasen
- f das reicht, ist nur für den hohlen / Zahn
hohl|äugig /Adj.j infolge von Krankheit, mangel
hafter Ernährung mit tiefliegenden Augen: das hohl
äugige Gesicht des Kranken
Höhle, die;
- n 1. natürlicher größerer unter
irdischer Hohlraum : im Felsen eine H. entdecken;
die Fauna und Flora der Höhlen; die Höhlen der
Steinzeitmenschen; die Kinder wollen sich eine
H. bauen — 2.Jvorw. Pl.f Augenhöhle: jmds. Augen
liegen tief in ihren Höhlen
- f umg. scherzh. sich in die H. des Löwen be
geben, wagen (eine gefürchtete Person, von der man
nichts Gutes erwartet, beherzt aufsuchen)
Höhlen] -bewohner, der der Höhlen bewohnende
Mensch der Urzeit; das in Höhlen lebende Tier;
-malerei, die an Wänden von Höhlen eingeritzte,
teilweise farbig gemalte, aus der Eis- ,
Steinzeit
stammende Bilder
Hohlheit, die; -,
-en/vorw.Sg.;zuhohl47:dieH.
solcher Redensarten, Phrasen
Hohl| -kehle, die 1. fachspr. konkave rinnen-
förmige Aushöhlung als Verzierung bes. an Ge
simsen, Wänden, Möbeln — 2. Geol. durch Ein
wirkung von Wasser, Wind, Geröll entstandener
Hohlraum an Steilküsten im Bereich der Brandung;
-köpf, der Lummkopf; -körper, der innen hohler
Körper (2), Gegenstand (1); -kreuz, das Med.
starke Verbiegung der Wirbelsäule nach vorn;
-kugel, die innen hohle (1) Kugel; -maß, das /PL -e/
I. eine für die Berechnung des Volumens eines
Raumes, des Fassungsvermögens eines Hohlkörpers
verwendete Einheit: Liter und Kubikmeter sind
Hohlmaße — 2. geeichtes Gefäß zum Abmessen von
Flüssigkeiten, Schüttgut; -nadel, die innen hohle
Nadel (1) bes. für Injektionen; -Organ, das Med.
hohles Organ (1); -raum, der hohler R aum im
Innern einer festeren Substanz: die Hohlräume in
der Erde; der H. des Magens; -raumkonservie-
rung, die Pflege der Hohlräume in der Karosserie
von Kraftfahrzeugen mit Hilfe eines Rostschutzmittels;
-säum, der Han darb. Verzierung in einem leinen
artigen Gewebe, bei der, nachdem mehrere nebenein
anderliegende Kett- od. Schußfäden herausgezogen
wurden, die freistehenden, quer liegenden Fäden
bündelweise mit einem Stich zu Schlingen zusam
mengefaßt werden; -schliff, der jo. PI./ fachspr.
besonders scharfer, konkaver Schliff an messerarti
gen Schneidwerkzeugen; -Spiegel, der Opt. konkav
gewölbter Spiegel mit vergrößernder Wirkung; -tier,
das Zool. im Wasser lebendes vielzelliges Tier mit
einem aus zwei Schichten von Zellen bestehenden
Körper, die den der Verdauung dienenden Raum
umschließen und dessen Öffnung zugleich Mund und
After ist
Höhlung, die; -enl. jo. Pl.j das Aushöhlen (1):
die allmähliche H. des Gesteins durch herab -
rinnendes Wasser — 2. ausgehöhlte Stelle, Hohl
raum: eine H. im Baum; durch unterirdische Ge
wässer bilden sich im Erdinnern Höhlungen
hohl/Hohl| -wangig /Adj./ infolge von Krankheit,
mangelhafter Ernährung mit eingefallenen Wangen:
jmd. ist bleich und h.;
-weg, der Weg zwischen
beiderseits hoch ansteigenden Abhängen
Hohn, der; -(e)s, /o. Pl.j unverhohlen geäußerter
verächtlicher Spott: bitterer, offener H .; jmdn. mit
H. überschütten; jmd. erntet nur H .; das ist
blanker, reiner, der reinste H. (das ist völlig wider
sinnig, absurd)
höhnen jsw. Vb.; hat/ 1.1. mit verächtlichem Spott
reden: „das hast du nun davon!“ höhnte er 1.2.
veraltend jmdn. mit Spott und Hohn behandeln,
jmdn. verhöhnen: er höhnte seinen Rivalen
höhnisch /Adj.f mit unverhohlen geäußertem ver
ächtlichem Spott, voller H ohn : eine höhnische Be
merkung, Grimasse; h. lachen, grinsen
582
hohnlächeln — Holz
hohnj -lächeln, hohnlächelte/lächelte hohn, hat
hohngelächelt höhnisch lächeln, höhnisch grinsen ;
-lachen, hohnlaehte/lachte hohn, hat hohngelacht
höhnisch lachen: er hohnlachte über das Angebot;
etw. hohnlachend, mit Hohnlachen zurückweisen;
-sprechen fV b .f etw.,
jmd. spricht einer Sache
hohn etw. steht, jmd. stellt sich in negativer H in
sicht in krassen Gegensatz zu etw. Positivem : sein
Verhalten spricht allem Anstand, jeder Erfahrung
hohn
Hokuspokus, d e r; -,
jo. PL/ 1. /o. Art./ umg.
scherzh. /(Teil einer) Zauberformel!: H. (fidibus,
verschwindibus), und weg ist der Bleistift! — 2«
Unsinn (1): ich glaube nicht an Wahrsagerei und
solchen H.; das ist doch H.!
—
3. umg. harmloser
Unfug: die Kinder machten, trieben allerlei H.
—
4. umg. überflüssiges Drum und Dran, unnütze
Umstände (2): wozu der ganze H .?; was soll der
H.?
hold fAdj.f 1. veraltend geh. anmutig, lieblich:
ihre holde Gestalt, ihr holdes Gesicht; h. lächeln;
der holde Frühling — 2. fin den Verbindungen!
das Glück war uns nicht h. {wir hatten kein Glück);
veraltend geh. jmdm. h. sein, bleiben: er war
dem Mädchen h., blieb ihr h. (hatte das Mädchen
gern, blieb ihr geneigt)
Holdinggesellschaft, die W irtsch. m onopolkap.
Unternehmen, das nicht selbst produziert, sondern
sich auf die Verwaltung von Anteilen an Geschäften,
Aktien an anderen Firmen in Industrie, Handel,
Verkehr beschränkt und seine Profite aus den
Dividenden seiner Beteiligungen erzielt
holen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw., jmdn. h. sich dahin
begeben, wo sich etw., jmd. befindet, und es herbei
schaffen, ihn zur Stelle schaffen: Kohlen aus dem
Keller h.; den kleinen Bruder vom Spielplatz h.;
sich aus der Küche etwas zu essen h.; jmdm., für
jmdn. ein Glas Wasser h.; bitte, warten Sie einen
Moment, ich hole schnell meinen Mann aus dem
Garten, ans Telefon; den Arzt, Klempner h .; den
Wagen aus der Garage h. (herausfahren 2); jmdn.
nachts aus dem Bett h. (jmdn. veranlassen aufzu
stehen 1.3 und mitzukommen); Brötchen vom
Bäcker h. (einkaufen) ; ein Kleid aus dem Schrank,
die Schlüssel aus der Tasche h. (herausnehmen);
ein Mädchen zum Tanz h. (auffordern); umg. der
Teufel soll dich, ihn h .!; hol dich, ihn der Henker!
/Verwünschungen/; hoPs der Teufel! /Fluch/ 1.2.
sich bei jmdm. Rat, von jmdm. Hilfe h. (sich an
jmdn. wenden und sich raten, helfen lassen); sich
die Erlaubnis, Genehmigung für etw. h .; sich in
einer Fachzeitschrift Anregungen für sein H obby
h.
—
2. sich etw. h. bei einem Wettbewerb (1) etw.
erlangen, erringen, gewinnen: er will sich den
Meistertitel, die Goldmedaille h.; die junge Pia
nistin hat sich den ersten Preis geholt; er hat für
seine Mannschaft wertvolle Punkte geholt — 3 .
umg. sich etw. h. sich etw. Unangenehmes zu
ziehen : sich einen Schnupfen, die Grippe h .; dabei
kannst du dir den Tod h. (lebensgefährlich krank
werden, tödlich verunglücken); sich einen An
schnauzer h. (angeschnauzt werden) — 4. Luft,
Atem h. (einatmen 1.1) — 5. Seemannsspr. das
Boot (mit dem Haken od. Tau) längsseits h. (her
anziehen)
+ umg. da, bei jmdm. ist nichts (mehr) zu h. (jmd.
besitzt nicht viel, nichts mehr; da ist nichts Brauch
bares zu gewinnen 2.1); — für jmdn. die / Kasta
nien aus dem Feuer h. ;^ich den
Rest h,
Hölle, die; -,
- n 1.1. fo. PL/ in vielen Religionen, in
religiöser Vorstellung Ort der Strafe für die nach dem
Tode verdammten Seelen, Reich des Teufels: der
Himmel und die H.; in die H. kommen; umg.
scher dich, fahr zur H .! / Verwünschungen/1.2. Ort
furchtbarer Qualen, Schrecken; schrecklicher, u n
erträglicher Zustand: die H. der Konzentrations
lager, des Krieges
-J
-
die H. auf Erden (ein unerträglich schweres
Leben) haben; umg. die H. ist los (Furchtbares ge
schieht, ein wildes, lautes Durcheinander herrscht;
ein Unwetter tobt); jmdm. die H. heiß machen
(jmdm. Angst einjagen, jmdm. heftig zusetzen); —
/ Himmel und H. in Bewegung setzen
Höllen| -angst, die umg. /emotf sehr große Angst:
eine H. haben; -lärm, der umg. \emot.\ sehr starker
L ä rm : die Maschinen machten einen H .; -masehine,
die veraltend für verbrecherische Zwecke her-
gestellte, getarnte Sprengladung mit Zeitzünder;
-quäl, die /emot./ unerträgliche Qual: Höllenqualen
erleiden
IX»llerithmaschine, a u c h Hollerithmaschine, die
Techn. Maschine, mit der auf Lochkarten gespei
cherte Inform ationen sortiert, nach bestimmten
Gesichtspunkten aussortiert werden können
höllisch /Adj./ 1. zur Hölle (1.1) gehörend: das
höllische Feuer — 2. /drückt emotional in negativem
Sinne einen hohen Grad aus/: höllische (schreck
liche) Qualen erdulden; höllische Schmerzen haben;
ein höllischer Lärm; /adv./ umg. es tut h. (sehr)
weh; h. aufpassen müssen
Hollywoodschaukel, die [holivut..] breite, gepol
sterte, überdachte Bank für den Garten, die in einem
Gestell frei aufgehängt ist und wie eine Schaukel
schwingt: in der H. sitzen
Holm, der; -(e)s, -e 1. runder hölzerner Stiel des
Hammers, Beils, der Axt — 2. Handlauf eines
(Treppengeländers — 3. eine der beiden in der
Längsrichtung verlaufenden Stangen 3.1 . einer Leiter
3.2. des Barrens
holperig/Adj./1. /vom Untergrund bes. von Straßen,
Wegen/ voller vieler kleiner Unebenheiten: ein holpe
riger Weg;' holperiges Pflaster — 2. stockend, schwer
fällig gesprochen: ein holperiges Deutsch sprechen;
ein Gedicht h. vortragen
holpern fsw. Vb.; ist, hat/ 1.1. sich auf holperiger
Fläche rüttelnd irgendwohin fortbewegen, fahren (ist):
der Wagen holperte durch das Tor, über das
Pflaster — 2. bei Fortbewegung auf holperiger
Fläche rütteln (hat): der Wagen hat mächtig ge
holpert — 3 . stockend, schwerfällig sprechen (hat):
er holpert noch immer ein bißchen beim Lesen
holprig /Adj./ s. holperig
holterdiepolter /Adv./ 1. /lautnachahmend für das
länger anhaltende Poltern bes. beim Fallen schwerer
Gegenstände/: die Steine rollten h. hinab; die Kin
der liefen h. die Treppe hinunter — 2. Hals über
Kopf, überstürzt: uns blieb nur wenig Zeit, und das
Packen mußte h. gehen
Holunder, der; -s, /o. PL/ Geißblattgewächs m it
doldenförmig angeordneten weißen Blüten und blau
schwarzen Beeren
Holunder| -beere,* die /vorw. PL/; -saft, der S aft
(1.1) aus Holunderbeeren
Holz, das; -es, Hölzer/- 1. \o. PL/ festes, hartes
Holzart — homogen
583
Zellgewebe unter der Rinde von Bäumen, Sträuchern,
das als Rohmaterial vielseitig verwendet wird : fri
sches, grünes, morsches, wurmstichiges, verfaultes
H.; das weiche H. der Pappel; die Maserung
des Holzes; H. imprägnieren, beizen, bearbeiten;
H. sagen, hacken, stapeln; Möbel, ein Leuchter aus
H . ; etw. aus H. schnitzen; mit H. heizen; die
Wände mit H. verkleiden; ein Stück, Festmeter H.
—
2. jPl. Hölzer; vorw. PLI H olzart: edle, helle,
dunkle Hölzer; diese Hölzer sind für die Herstel
lung von Möbeln besonders geeignet — 8 .1 . /PL
Hölzer; nur im PL/ (für Bauzwecke) zugeschnit
tene längere Teile aus 1: Hölzer für den Parkett
fußboden schneiden, imprägnieren 8.2 . /o. P l.j
Mus. Gesamtheit der Holzblasinstrumente: das H.
konnte sich gegenüber dem Blech kaum behaupten
3.8. /PL -/ Kegeln einzelner Kegel: ein H. ist
stehengeblieben; er hat acht H. geworfen, mit
2200H. (Punkten) gewonnen — 4. jo, PLj
landsch. kleiner Wald, Gehölz: der Weg führt
durch ein H.
+ jmd. ist aus anderem, dem gleichen H. ge
schnitzt (jmd. hat eine andere, die gleiche Wesensart)
Holzj -art, die: der Anbau wirtschaftlich wichtiger
Holzar te n ; -bearbeitung,d ie ; -blasinstrument, das
(hauptsächlich) aus Holz (1) gefertigtes Blasinstru
ment: die Flöte ist ein H.; -einschlag,der Forstw .
die Fällung von Bäumen
holzen jsw. Vb.; hat/ 1. veraltend Bäume fällen
(und daraus Brennholz manchen): zum Holzen in den
Waldgehen — 2.Fußball umg.zu hart,sehr un
fair spielen: die h. wieder ganz schön!
hölzern fAdj.f 1. /nur attr.f aus Holz (1): ein höl
zerner Quirl; eine hölzerne Brücke; hölzernes Spiel
zeug — 2 . linkisch, steif (2): ein hölzerner Bursche;
sich h. benehmen, verbeugen
Holz/holz| -fäller, der; -s, - Arbeiter, dessen A u f
gabe es ist, im Wald Bäume zu fällen; -frei /Adj.;
nicht adv./: holzfreies (nur aus Zellstoff hergestelltes,
keinen Holzschliff enthaltendes) Papier; -getäfelt
/Adj./ mit Täfelung aus Holz (1): ein holzgetäfel
tes Zimmer; -gewachs, das Pflanze, bei der die
unter der Rinde liegenden Schichten verholzen; -hal
tig /Adj./: holzhaltiges (aus Holzschliff und Zellstoff
hergestelltes) Papier; -hammer, der H am m er mit
zylindrischem Kopf aus Holz (1) + salopp mit
dem H. unduldsam und plump beim Durch
setzenwollen einer Meinung, Auffassung: wenn wir
ihn dafür gewinnen, davon überzeugen wollen,
dürfen wir nicht mit dem H. Vorgehen; -haus, das
aus Holz (1) gebautes Haus
holzig /Adj./ 1. von der Beschaffenheit des Holzes
(1): eine Pflanze mit holzigem Stengel — 2 . /von
bestimmten Gemüsearten/ nicht saftig, sondern u n
angenehm hart und trocken: holziger Spargel; eine
holzige Kohlrübe
Holz/hplz| -klotz, der Klotz aus Holz (1): das Kind
spielte mit bunten H olzklötzen; -kohle, die /o. PL/
durch Verkohlung von Holz (1) gewonnene poröse,
sehr leichte K ohle (1.3): pulverisierte H .;
-kohlen
grill, der mit Holzkohle beheizter Grill; -köpf, der
I. aus Holz (1) hergestellte Nachbildung eines K op
fes: Kasperlepuppen mit Holzköpfen — 2 . um g.
schwer begreifender Mensch; -leiste, die Leiste aus
Holz (1); -löffel, der Löffel aus Holz] (1); -pan-
toffel, der Pantoffel mit hölzerner Sohle und einem
Blatt aus Leder; -plastik, die aus Holz (1) gefertigte
Plastik; -platz, der Platz,1auf dem Holz (1) lagert;
- Schädling, der tierischer od. pflanzlicher Schädling,
der das Wachstum, die Eigenschaften und damit die
Verwendungsmöglichkeiten des Holzes (1) beeinträch
tigt: tierische, pflanzliche Holzschädlinge; -scheit,
das gespaltenes Stück Brennholz: Holzscheite in den
Ofen werfen;-schliff,derf achsp r. durch Abschleifen
von Holz (1) mittels Schleifstein unter Zugabe von
Wasser hergestellter Faserstoff als Grundstoff für
die Herstellung von Papier; -schnitt, der 1. jo. PL/
graphische Technik, bei der der Künstler od. jmd.
nach der Zeichnung des Künstlers die Darstellung
mit einem scharfen Messer und anderem Werkzeug
auf eine Holzplatte überträgt, die dann als Druck
stock die n t: der klassische chinesische H.
—
2. in
der Technik von 1 hergestelltes graphisches Blatt;
-Schnitzer, der jmd., der beruflich kleinere Gegen
stände aus Holz, Verzierungen an Holz schnitzt;
- Schnitzerei, die 1. /o. PL/ Technik des Schnitzens,
das Schnitzen von kleineren Gegenständen aus Holz,
von Verzierungen an Holz — 2. in der Technik von 1
hergestellter Gegenstand, hergestellte Verzierung: alte
Möbel mit reicher H .;
- s chraube, die zum Ein
drehen in Holz bestimmte, spitze Schraube; -schuh,
der vgl.
- pantoffel; -schütz, der dem Schutz gegen
Holzschädlinge, Fäulnis, Feuer dienende M aß
nahme(n) zur Verlängerung der Nutzungsdauer
gefällten, bearbeiteten Holzes; -span, der 1. /vorw.
PL/ beim Hobeln (1) von Holz entstehender Span —
2. kleines, dünnes Stück Holz: mit ein paar Holz
spänen Feuer anmachen; -Spanplatte, die aus H olz
spänen (1) bestimmter Größe und Bindemitteln
unter Einwirkung von Wärme gepreßte Platte bes.
für Bauzwecke; -Splitter, der: sich einen H. ein
reißen; -Stich, der 1. jo. PL/ spezielle Technik des
Holzschnitts (1), bei der das quer zur Faser gesägte
Holz mit einem Stichel bearbeitet wird, wodurch sehr
zarte Linien, feine Striche entstehen — 2 . in der
Technik von 1 hergestelltes graphisches Blatt; -stoß,
der aufgeschichtetes H olz: einen H. anzünden; -tapete,
die aus aufgezogenem, dünnem Furnier bestehende
Tapete; Tapete mit einem die Holzmaserung imi
tierenden Muster; -verarbeitend /Adj.; nur attr.f;
die holzverarbeitende Industrie; -weg, der +
umg. auf dem H. sein, sich auf dem H. befinden
(sich irren 1.1); -wolle, die /o. Pl.j durch maschi
nelles Abhobeln von Holz gewonnene, dünne, gekräu
selte Streifen, die bes. als Verpackungsmaterial, zum
Füllen von Polstern, für die Herstellung von Leicht
bauplatten verwendet werden; -wurm, der umg.
tierischer Holzschädling, bes. Larve von verschie
denen Käfern, der Gänge ins Holz nagt; -zaun, der
Zaun aus Holz (1)
Homespun, der; -s, -s [ho:mspan, auch ..spu:n]
wie handgewebt wirkendes, vielfach mit Noppen
gemustertes Gewebe aus Streichgarn bes. fü r sport
liche Mäntel, Kostüme, Anzüge: ein Sakko aus H.
Hometrainer, der [ho:m ..] 1.1. der sportlichen Be
tätigung in der Freizeit od. der Heilgymnastik die
nendes Gerät in verschiedenen, auf der Konstruk
tion des Fahrrads basierenden Ausführungen 1.2.
Radsport Gerät, auf dem Rennfahrer im Winter
vorwiegend in Räumen trainieren
Homo, der; -s, -s /Kurzw. fü r Homosexuelle, der/
homogen /Adj./ 1.1 . gleichartig zusammengesetzt:
eine homogene Gruppe 1.2. Phys. in allen Elemen
ten (2) seines Volumens dieselben physikalischen
584
homogenisieren — Horde
makroskopischen Eigenschaften aufweisend: ein
homogenes Feld; in einer Emulsion sind die Be
standteile h. verteilt 1.8. M ath, homogene Glieder
(Glieder mit gleich großer Summe der Exponenten
für die Veränderlichen)
homogenisieren fsw. Vb.; hat/ fachspr. etw. h.
ineinander nicht lösliche Stoffe von etw. in feinste
Teile zerkleinern und mischen: in der homogenisier
ten Milch sind die Fetttröpfchen so zerkleinert,
daß sich beim Transport kein Rahm bildet
Homonym, das; -s,
-e [..ny:m] Sprachwiss.
Wort, das mit einem anderen lautlich übereinstimmt,
aber eine andere Bedeutung hat: ,der Bauer’ und ,das
Bauer’ sind Homonyme
Homöopathie, die; -, jo. P l.f wissenschaftlich nicht
begründete Methode der Behandlung, bei der dem
Kranken kleinste Dosen solcher Mittel (2.2) gegeben
werden, die, dem Gesunden in größeren Mengen ver
abreicht, gerade die Krankheit hervorrufen, die man
beim Kranken bekämpfen will; dazu homöopathisch
/Adj.f: ein homöopathisches Mittel; etw. in homöo
pathischen Dosen verabreichen
homophon fAdj.f Mus. aus einer führenden Stimme
(2.2) und anderen, begleitenden Stimmen bestehend:
ein homophoner Satz; dazu Homophonie, die; -,
Io. PLI
Homosexualität, die; -, fo. Pl.f sich auf das eigene
Geschlecht richtende Sexualität: die H. bei Männern,
Frauen; dazu homosexuell, homosexuell / A d j.f
[. .u|el] u . Homosexuelle, Homosexuelle, der, a u c h
die; -n, -n [..u|el9]
honett IAdj.f veralten d rechtschaffen, anständig,
ehrbar: honette Leute, eine honette Familie
Honig, der; -s, fo. Pl.f von Bienen unter Zusatz
körpereigener Stoffe aus dem Nektar der Blüten
und anderen süßen pflanzlichen Säften erzeugte, in
Waben gespeicherte, süße, klebrige, dickflüssige
(goldgelbe) Masse, die als Nahrungsmittel verwendet
w ird : gelber, zähflüssiger H .; die Bienen sammeln
H. ; H. schleudern (mit einer Zentrifuge aus den
Waben entfernen); heiße Milch mit H. trinken
+ umg. jmdm. H. ums Maul schmieren (jmdm.,
um etw. Bestimmtes zu erreichen, schmeicheln)
Honig/honig| -biene, die 1.1. staatenbildende, ste
chende Biene, die Honig erzeugt und für den Bau der
Waben Wachs ausscheidet 1.2. weibliches Tier von
I. 1, das je nach dem Stand seiner Entwicklung
verschiedene Aufgaben erfüllt, Arbeitsbiene; -färben
fAdj.f vgl.
- gelb; -gelbfAdj.f gelb wie Honig, gold
gelb ; -kuchen, der mit Honig gebackenes, lebkuchen
artiges Stück Gebäck: zu Weihnachten H. backen;
-lecken, das + umg. etw. ist kein H. (etw. ist
nicht angenehm); -mond, der fo. Pl.f veraltend
Flitterwochen; -süß fAdj.f 1. süß wie Honig schmek-
kend od. riechend: etw. ist h.; ein honigsüßer Duft
—
2. foft emot.f übertrieben liebenswürdig, mit fal
scher Freundlichkeit, schmeichlerisch: honigsüße
Worte, Reden; mit honigsüßer Stimme sprechen;
h. lächeln; -wabe, die mit Honig gefüllte Wabe;
-wein, der fo. Pl.f aus Honig hergestellter Wein
Honneurs, die fPl.f [(h)on0 :rs] fin der Verbindung!
veraltend, noch spött. die H. machen (seine
Gäste begrüßen, sie einander vorstellen)
Honorar, das; -s, -e Vergütung bes. fü r freiberuflich
ausgeübte Tätigkeit: eine Arbeit gegen H. aus
führen; das H. vereinbaren, festlegen
Honoratioren, die /Pl.f veraltend früher die auf
Grund ihres Berufes, die auf Grund ihrer Stellung,
Leistung angesehensten Bürger eines (kleineren)
Ortes
honorieren fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. h. jmdm.,
für etw. ein Honorar zahlen: einen Künstler, An
walt h.; eine Arbeit angemessen, gut h.
—
2. etw.
m it einer Gegenleistung abgelten: jmds. Einsatz
bereitschaft, eine hervorragende Leistung mit
einer Auszeichnung h.
honorig fAdj.f veraltend ehrenhaft im Sinne der
Normen der bürgerl. Gesellschaft: honorige Leute;
s p ö tt, eine honorige Gesellschaft
honoris causa [..k . .] fAbk. h. c .; von akademischen
Titelnf ehrenhalber (verliehen): jmdm. den Doktor
titel h. verleihen; fin Verbindung mit akademischen
Titeln nachgestellt und in der Formf Dr. h. c. Müller
Hopfen, der; -s, - 1. fvorw. Sg .f mehrjährige, zwei-
geschlechtige Pflanze, die wildwachsend an Bäumen,
in ihrer kultivierten Form an Stangen, Gerüsten
emporrankt und deren unreif geerntete Fruchtstände
den Stoff für die Würze des Bieres liefern: H. an
bauen — 2. fo. Pl.f Fruchtstände von 1: H. pflük-
ken, ernten
+ umg. bei jmdm. ist H. und Malz verloren (bei
jmdm. ist alle Mühe umsonst, jmd. ist nicht mehr
zu bessern)
hoppeln fsw. Vb.; ist/: der Hase hoppelt (bewegt
sich in ungleichmäßigen Sätzen springend fort) über
das Feld; ein hoppelndes Kaninchen
hoppla umg. /Ausruf, wenn man selbst od. ein
anderer stolpert/: h.,
jetzt wäre ich doch fast
gefallen!
hopsen fsw. Vb.; ist/ umg. wiederholt hüpfen, sich
hüpfend, springend fortbewegen: die Kinder hopsten
aus dem Zimmer, im Kreis herum; <£> der Ball ist
bis an die Decke, über den Zaun gehopst; dazu
Hopser, der; -s,
-
umg. kleiner Sprung: vor
Freude einen H. machen
hopsgehen fV b .f s a lo p p 1.1. etw. ist hopsgegangen
(entzweigegangen 1.2) 1.2 . jmd., ein Tier ist hops
gegangen (gestorben, umgekommen)
Hörapparat, der kleines, am Körper zu tragendes
elektronisches Gerät zur Verbesserung des Hörver
mögens Schwerhöriger
hörbar /Adj.f mit dem Gehör wahrzunehmen: etw.
kaum h. vor sich hin murmeln; Schritte wurden h.
Hör| -bild, das mit journalistischen und künstle
rischen Mitteln gestaltete Rundfunksendung, bei der
Ort und Zeit der Handlung unverändert bleiben;
-brille, die Brille, in deren sehr breiten Bügeln die
elektronischen Teile eines Hörapparates unter-
gebracht sind
horchenfsw. Vb.; hat/ 1.1. aufmerksam, angestrengt
und unbeobachtet, heimlich bei etw. zuhören: neu
gierig an der Tür, Wand h. 1.2. aufmerksam, an
gespannt auf etw. hinhören: gespannt auf eine
Rundfunkmeldung, das Schlagen der Uhr h.
—
2. landsch. auf jmdn. h. auf jmdn. hören (4.1):
horche nicht auf ihn, er lügt!
+ander
Matratze h.
Horcher, der; -s, - jmd., der einen anderen, andere
heimlich belauscht
Horde, die; -,
- n 1.1. Gestell aus Latten (zum
Lagern von Kartoffeln): die Kartoffeln in die H.
schütten — 2. offene, flache Kiste aus dünnen
Latten, kleinen Brettern zum Lagern, Transportieren
von Obst und Gemüse: eine H. mit Äpfeln, Tomaten;
hören — Hörmuschel
585
die Horden Übereinanderstapeln — II .l . ungeord
nete, undisziplinierte, gemeinsam umherziehende oä.
vorgehende Schar: eine H. Halbstarker, von Auto
grammjägern, Kindern; eine johlende, lärmende H.
—
2. Völkerk. Gruppe zusammenlebender Fami
lien unter der Führung der älteren, erfahrenen
Männer bei Naturvölkern od. bei den Jägern und
Sammlern der Urgesellschaft
hören fsw. V b hat/ 1. die Fähigkeit haben,
akustische Eindrücke mit den Ohren waJirzunehmen:
jmd. hört schwer, schlecht, noch gut, nur auf
einem Ohr — 2.1, /bei vorangehendem In f. steht
der Inf. von h. statt des Part. Prät.f etw., jmdn. mit
den Ohren akustisch wahrnehmen: Schritte, einen
Schrei, das Ticken der Uhr, das Gezwitscher der
Vögel h.; jmdn. lachen, singen h .; hast du ihn
Weggehen h., gehört?; er hat es nicht gehört; man
konnte sein eigenes Wort nicht h. (es herrschte
großer Lärm)*, ich habe sagen h. (habe zufällig
erfahren), daß ... 2.2, etw. Akustisches, eine akusti
sche Darbietung durch 2.1 bewußt aufnehmen: eine
Rede, ein Konzert h.; Rundfunk, Radio h. (den
Rundfunkempfänger eingeschaltet haben und eine
Sendung verfolgen)*, ich habe ihn Mozart spielen
k., gehört; auf etw. h .: auf den fernen Donner,
die Atemzüge des Kranken h.; umg. (na,) hör
mal!, h. Sie mal! /Ausruf der Mißbilligung, Ent
rüstung!; hört, hört! /mißbilligender Ziuischenruf
bei Redenj 2-3- e^w- an e^w* h*
an eiw- durch
das Gehör erkennen, feststellen: ich habe am Schritt
gehört, daß du es warst; an seinem Ton war zu
h., daß ihn etwas bedrückte 2.4 . jmdn. h . jmdn.
sich zu einem bestimmten Problem äußern lassen:
wir wollen zuerst die Zeugen, man muß beide
Seiten h.; er verlangt, gehört zu werden; einen
Sachverständigen h. (zu Rate ziehen) — 8. durch
2.1 etw. lerfahren, Kenntnis von etw. erhalten: du
sollst meine Gründe h .; er hatte von dem Unglück
gehört; etw. von jmdm., etw. über jmdn. h .; wie
ich soeben höre, kommt er morgen; das ist das
erste, was ich höre (das ist mir neu); das will ich
nicht gehört haben (diese Äußerung nehme ich
nicht zur Kenntnis, mißbillige ich)\ — 4.1. auf
jmdn., etw. h. tun, was jmd. sagt, sich nach jmds.
Worten richten: auf den Freund, jmds. Rat h.
4.2 . der Hund hört auf den Namen Nero (leistet
Folge, wenn er den Namen Nero hört, heißt Nero)
4.8. umg. als Kind einem Erwachsenen gehorchen:
der Junge hört nicht, will einfach nicht h.
-j- von sich h. lassen (Nachricht geben, sich bei
jmdm. melden, jmdm. schreiben); etw. läßt sich h.
(etw., das einem mitgeteilt wird, das man erfährt, ist
erfreulich, positiv, akzeptabel); umg. etwas, was
von jmdm. zu h. kriegen (von jmdm. kritisiert,
ausgeschimpft werden, die Meinung gesagt be
kommen); jmdm. vergeht Hören und Sehen jmd.
weiß nicht mehr, wie ihm geschieht: als er die Rech
nung sah, verging ihm Hören und Sehen; — das
/ Gras wachsen h .; etw.
läuten h.
Hörensagen, das + etw. nur vom H. kennen,
wissen, jmdm. nur vom H. bekannt sein etw. nur
durch Erzählungen anderer, nicht aus eigener E r
fahrung kennen, wissen: eine Generation, die den
Krieg nur vom H. kennt
Hörer, der; -s, - 1. jmd., der (bewußt) bei etw. zu
hört: verehrte Hörerinnen und H .! jAnrede in
undfunksendungenj; der junge Pianist, Rezitator,
Redner riß die H. zu Begeisterungsstürmen hin;
eine Vorlesung für H. aller Fakultäten — 2 .1 . T eil
des Telefons, der die Hörmuschel und das M ikro
phon enthält: den H. abnehmen, auflegen 2.2 . den
H. (Kopfhörer) aufsetzen
Hörer| -brief, der Zuschrift eines Rundfunkhörers
an den Rundfunk; -kreis, der Gruppe von Rund
funkhörern: eine Sendung für einen bestimmten
H. gestalten; -wünsch, der Wunsch eines Rund
funkhörers in bezug auf die Sendung von etw.:
in unserer heutigen Sendung erfüllen wir Hörer
wünsche
Hör/hör| -fehler, der 1. Mißverständnis, das dar
auf beruht, daß jmd. ein gesprochenes Wort, eine
gesprochene Äußerung nicht richtig gehört hat: beim
Fernschreiben sind H. ausgeschlossen — 2 . um g.
einen H. haben (schwerhörig sein); -folge, die (aus
aktuellem Anlaß geschaffene) einteilige od. in F ort
setzungen dargebotene Rundfunksendung, die mit
journalistischen und künstlerischen Mitteln gestaltet
ist und bei der sich Ort und Zeit der Handlung ver
ändern; -funk, der Rundfunk im Unterschied zum
Fernsehfunk; -gerät, das vgl. Hörapparat; -ge
schädigt /Adj.j: jmd. ist h. (ist durch einen Schaden
am Gehör in seinem Hörvermögen beeinträchtigt);
-hilfe, die fachspr. Hörapparat, -gerät
hörig lAdj./ 1. jmdm. h. sein an eine Person so
überaus stark gebunden sein, daß man von ihr
völlig abhängig ist, sich ihr bedenkenlos unterwirft:
er ist ihr (sexuell) h.
—
2. Geschichtswiss. im
Feudalismus als Bauer mit erblichem od. auf Zeit
gepachtetem Boden vor allem sachlich, erst in zweiter
Linie persönlich abhängig vom Feudalherren und
verpflichtet, ihm Frondienste und Abgaben zu
leisten : die Hörigen waren an den Boden gebunden
und zu Frondiensten verpflichtet; dazu Hörigkeit,
die; -,
-en fvorw. Sg .j
Horizont, der; -(e)s,
-e 1. fvorw. Sg .j Linie der
scheinbaren Berührung von Himmel und Erdober
fläche in der Ferne: die Sonne steigt am H. em
por; am (westlichen, nördlichen) H. steht eine
dunkle Wolkenwand — 2.1. jvorw. Sg .j Bereich,
den der Mensch geistig überblickt, beurteilen kann,
bewältigt, Gesichtskreis: einen engen, beschränkten,
weiten H. haben; das Lesen erweitert den H .;
etw. geht über jdms. H . (übersteigt jmds. Ver
ständnis, überfordert jmds. Intellekt) 2.2 . jvorw.
P l.j geh. diese Entdeckung, Erfindung eröffnet
neue Horizonte (Bereiche, Möglichkeiten)
+ ein / Silberstreifen am H.
horizontal /Adj.; / auch Horizontale/ waagerecht:
eine horizontale Linie; etw. befindet sich in einer
horizontalen Lage
Horizontale, die; -/ -n , -n //* auch horizontal/ 1.
waagerechte Lage: etw. in die H. bringen; scherzh.
sich in die H. begeben (sich hinlegen) — 2. waage
rechte Gerade (1)
Hormon, das; -s, -e von Drüsen mit innerer Sekre
tion gebildeter körpereigener Wirkstoff, der mit dem
Blut od. der Lymphe transportiert wird und be
stimmte Funktionen auslöst und steuert: Hormone
synthetisch gewinnen; dazu hormonal u. hormonell
lAdj./
Hormon! -haushalt, der Biol.: der H. des Körpers;
-präparat,das Med. Hormon(e) enthaltendes Arznei
mittel
Hör|muschel, die oberer Teil des Telefonhörers, den
586
Horn — Hose
man ans Ohr hält, um die Stimme des Gesprächs
partners zu hören
Horn, das; -(e)s, HÖrner/-e f/ auch Hörnchen/
1. fPl. Hörner/ hartes, meist paariges, spitz zu-
laufendes Gebilde aus 3 am oberen Teil des Kopfes
bestimmter T ie re: gerade, gebogene, gewundene,
spitze Hörner; der Stier senkte drohend die Hör
ner; die Ziege stieß mit den Hörnern, verletzte
ihn mit den Hörnern — 2. /PL Hörner/ Blechblas
instrument aus mehrfach kreisförmig gewundenem
engem Messingrohr mit einem trichterförmigen
Mundstück, einem weiten Schalltrichter und meist
drei Ventilen: das H. blasen; in das H. stoßen;
die Hörner (im-Orchester) waren schwach besetzt
—
8. fPL -e; vorw. Sg .j von der Haut der Wirbel
tiere im Bereich besonderer äußerer mechanischer
Beanspruchung gebildete harte Substanz der Epi
dermis: Hufe und Hörner bestehen aus H.
+ veraltend jmdm. Hörner aufsetzen {den
eigenen Ehemann mit einem anderen Mann be
trügen); umg. sich die Hörner ablaufen, -stoßen
(durch Erfahrungen, Schaden besonnener werden);
umg. jemot. neg.f mit jmdm. in das gleiche, das
selbe H. tuten (mit jmdm. einer Meinung sein,
jmdn. in seiner Meinung unterstützen); — den
/* Stier bei den Hörnern packen, fassen
Hörnchen, das; -s, - f / auch Horn/1 . Gebäckstück
in der Form eines gebogenen Hornes (1): zum Früh
stück knusprige H. essen — 2. fvorw. Pl.f Nudel
in der Form eines kleinen Hornes (1)
hörnern fAdj.f aus Horn (3) hergestellt: ein hörner
nes Brillengestell; hörnerne K nöpfe
Horn) -haut, die 1, jo. Pl.f bes. durch Druck ver
härtete, aus abgestorbenen Zellen bestehende oberste
Schicht der H aut: die H. von den Füßen entfernen
—
2. Med. durchsichtige Haut auf der Vorderseite
des Augapfels; -hautentzündung, die Med. Ent
zündung der Hornhaut (2)
hornig fAdj.f mit einer Hornhaut (1) bedeckt: seine
von harter Arbeit hornigen Hände
Hornisse, au ch Hornisse, die; -,
- n größte Wespe
Mitteleuropas, deren Stich sehr schmerzhaft ist und
zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen kann
Hprn| -ochse, der salopp Schimpfw. dummer
Mensch: so ein H .!; ich H.!; -Signal, das mit dem
Horn (2) gegebenes Signal; -tier, das Vertreter
Hörner tragender, wiederkäuender Paarhufer
Horoskop, das; -(e)s,
-e Schema der zu einem
bestimmten Zeitpunkt gegebenen Konstellation der
Gestirne, bes. der Sonne, des Mondes und der
Planeten im Tierkreis, aus dem der Astrologe das
Schicksal eines Menschen deuten, kommende Ereig
nisse Voraussagen zu können glaubt: jmdm. das H.
stellen (aus der Stellung der Gestirne in seiner
Geburtsstunde in unwissenschaftlicher Weise Cha
rakter und Schicksal eines Menschen deuten); sich
das H. stellen lassen
horrend fAdj.; drückt emotional in negativem Sinne
einen hohen Grad aus/: eine horrende (sehr große)
Summe; horrender Blödsinn; eine horrende Dumm
heit; etw. ist h. (sehr) teuer
Hör|rohr, das 1. Stethoskop — 2. früher von Schwer
hörigen verwendetes Hörgerät in der A rt eines
Schalltrichters
Horror, der; -s, fo. Pl.f Abscheu, Widerwillen, Ent
setzen: einen H. vor etw. haben
Horrorfilm, der aus der Filmproduktion kap.
Länder stammender Film, der mit Inhalt, Gestaltung
in erster Linie darauf abzielt, beim Zuschauer
Grauen, Gruseln hervorzurufen
Hör] -saal, der großer Raum in einer Hochschule,
in dem Vorlesungen abgehalten werden; -schwelle,
die fa ch sp r. Grenze, oberhalb derer Schallwellen
vom (menschlichen) Gehör wahrgenommen wird
Horsd’ceuvre, d as; -s,
-s [o:rdo:vor, ordce:vor]
Kochk. appetitanregende warme od. kalte Vor
speise
Hör[spiel, das 1. fo. Pl.f in seinem Handlungsab
lauf und seiner Darstellungsweise von den tech
nischen Möglichkeiten des Rundfunks bestimmtes,
durch den Wegfall alles Optischen gekennzeichnetes,
rein akustisches dramatisches Genre — 2. Rundfunk
sendung in der Art von 1: bei diesem H. handelt
es sich um die Bearbeitung eines Theaterstücks
Horst, der; -es, -e 1. meist an schwer zugänglicher,
hoch gelegener Stelle gebautes (großes) Nest bes. von
Greifvögeln, Störchen, Reihern, Kranichen, Raben:
der Adler kreist über seinem H.
—
2. Forstw.
größere Gruppe von Bäumen, die sich nach Holzart,
Wachstum, Alter von dem sie umgebenden Bestand
unterscheidet
horsten, horstete, hat gehorstet fbes. von G reif
vögeln, Störchen, Reihern, Kranichen, Rabenf
nisten: am See h. Fischreiher
Hort, der; -(e)s,
-e 1. Schulhort: seine Schul
arbeiten im H. machen — 2. geh. etw. ist ein H.
von etw .: diese Organisation ist ein H. des Rassis
mus (in dieser Organisation wird der Rassismus
in besonderem Maße vertreten) — 8. veraltend
Schatz (1.1): der H. der Nibelungen
horten, hortete, hat gehortet etw.,
was knapp,
kostbar ist, im Übermaß anhäufen und als Vorrat
für eventuelle Notzeiten anlegen: Devisen, Lebens
mittel h.
Hortensie, die; -,
- n [..zia] strauchartige Zierpflanze
mit hügligen, doldenähnlichen Blüten in W eiß, Rot
od. Hellblau, die in Gärten od. als Zimmerpflanze
gehalten wird
Hprt| -erzieherin, die für die pädagogische B e
treuung der Kinder im Hort (1) ausgebildete Er
zieherin; -kind, das Schulkind, das sich regelmäßig
nach dem Schulunterricht im Hort (1) aufhält
Hortnerin, d ie ; -,
- nen Horterzieherin
Hör| -vermögen, das fo. Pl.f Fähigkeit, Schall
wellen mit dem Gehör wahrzunehmen und sie nach
ihrer Lautstärke und Tonhöhe zu unterscheiden;
-weite, die fo. Pl.f Entfernung, bis zu der man etw.,
jmdn. hören kann, Bereich, in dem etw., jmd. zu
hören ist: in, außer H. sein; in H. bleiben
Höschen, das; -s, - f/* auch Hose/ [..sgan] Schlüp
fer: H. aus reiner Baumwolle
Hose, die; -,
-n fder PI. kann auch den Sg. meinen;
/ auch Höschen/ 1,1. den unteren Teil des Rumpfes
und die Beine in röhrenförmigen Teilen ganz od,
teilweise bedeckendes Kleidungsstück der Ober
bekleidung für männliche und weibliche Personen:
eine lange, kurze H .; hautenge Hosen; ein Paar
neue Hosen; eine H. bügeln, anziehen; sich eine
H. anfertigen lassen; die H. (die Hosenbeine) hoch
krempeln 1.2 . Schlüpfer od. Unterhose: die Garnitur
besteht aus Hemd und H.
+ umg. die Hosen anhaben (in der Ehe die be
stimmende Rolle spielen); jmdm. die Hosen
strammziehen (ein Kind mit Schlägen aufs Gesäß
Hosenanzug — Hudelei
587
bestrafen); salopp die H., Hosen (gestrichen) voll
haben {große Angst haben); etw. geht in die H.
{mißglückt); sich (vor Angst) in die H.,
Hosen
machen (sich nicht trauen, etw. Bestimmtes zu tun);
—
jmdm. rutscht, fällt das ^ Herz in die H.,
Hosen; das ist /* Jacke wie H.
Hosen| -anzug, der aus langer Hose (1.1) und Jache
{und Weste) bestehende Kleidung der Frau; -bein,
das das Bein bedeckender Teil der Hose (1.1): die
Hosenbeine hochkrempeln; -boden, der um g. das
Gesäß bedeckender Teil der Hose (1.1): ein Loch im
H. 'haben; + umg. jmdm. den H. strammziehen
{ein Kind mit Schlägen aufs Gesäß bestrafen); sich
auf den H. setzen (anfangen, fleißig zu lernen);
- matz, der umg. scherzh. Heines Kind; -rock,
der wie ein Bock wirkende weit geschnittene knie
lange Hose (1.1) für weibliche Personen; -rolle, die
Theater 1.1. von einer Schauspielerin, Sängerin
dargestellte männliche Rolle 1.2. weibliche Bolle, bei
der die Schauspielerin, Sängerin in Männer
kleidung auftritt; -Scheißer, der derb Feigling;
auch Schimpfw.;
-schlitz, der vordere Öffnung
der Männerhose; -tusche, die in die Hose (1.1)
eingearbeitete Tasche: die Hände in die Hosen
taschen stecken; -träger, der fvorw. PL/ einer von
zwei vorn und hinten am oberen Rand der Hose (1.1)
zu befestigenden Trägern aus Gummi, Leder, Stoff
Hospitant, der; -en, -en jmd., der hospitiert
Hospitation, die; -en /zu hospitieren/
hospitlgren /sw. Vb.; hat/ als Gast, zum Zweck der
Kontrolle, des Erwerbs od. Austausches von Er
fahrungen einer Unterrichtsstunde, Vorlesung bei
wohnen
Hospiz, das; -es,
-e von einer christlichen Ver
einigung unterhaltenes Hotel, Heim mit einer christ
lichen Hausordnung zur Unterbringung von Frem
den, Gästen
Hostess, Hosteß, a u c h Hostess, Hosteß, die;
Hostessen sprach- und ortskundige weibliche A n
gestellte, die auf Flugplätzen, in Hotels, bei Ver
anstaltungen, Reisegesellschaften die Gäste betreut,
den Besuchern Auskünfte erteilt
Hostie, die; -n [..la] Rel. kath. bei der Kommu
nion dem Gläubigen vom Geistlichen gereichte Oblate
Hot, der; -s, jo. Pl.j Mus. scharf akzentuierter,
leidenschaftlich bewegter Vortragsstil beim Jazz mit
Improvisationen und Synkopen (1)
Hotel, das; -s, -s Einrichtung, in der man gegen
Bezahlung übernachten, zeitweilig wohnen (und in
einem dazugehörigen Restaurant essen) kann: ein
kleines, billiges, erstklassiges, repräsentatives,
neues H .; in einem H. übernachten
Hotel| -fach, das jo. PL/ der für das Hotel typische
Tätigkeitsbereich: im H. arbeiten; -fiihrer, der Ver
zeichnis von Hotels mit Angaben über ihre Leistungen
und ihr Niveau; -gast, der jmd., der in einem Hotel
übernachtet; -gewerbe, das /o. P l.f vgl.
- fach: im
H. arbeiten; über gute Kenntnisse im H. ver
fügen
Hotelier, der; -s, -s [..ie:] Leiter, Besitzer eines
Hotels
Hotelj -kosten, die fPl.f Kosten für die Über
nachtung und Inanspruchnahme bestimmter Dienst
leistungen im H otel; -rechnung, die dem Hotelgast
ausgestellte Rechnung über die Hotelkosten: die H.
bezahlen; -restaurant, das öffentliches od. nur für
die Gäste des betreffenden Hotels bestimmtes Restau
rant innerhalb eines Hotels; -Service, der Gesamtheit
der Dienstleistungen, die die Gäste eines Hotels in
Anspruch nehmen können; -zimmer, das: ein ein
faches, luxuriöses H .; ein H. bestellen
hu umg. 1.1. IAusruf des Abscheus/: hu, eine
Spinne! 1.2. fAusruf der Furchtj: hu, ist das
finster!
hü /Ruf, mit dem man ein Zugtier antreibt/ vor
wärts!: der Kutscher sagte: „Hü!“, und los ging
die Fahrt
Hub, der; -(e)s, Hübe /vorw. Sg./ 1. fachspr. das
Heben (1.1): der H. von Lasten durch einen Kran;
wieviel faßt der Kran mit einem, in einem H.?
—
2. Techn. 2.1. Höhe, bis zu der eine Maschine
etw. heben kann: ein Kran mit einem H. von 50
Metern 2.2 . Strecke, die ein Kolben im Zylinder von
Motoren, Maschinen zwischen oberem und unterem
Totpunkt zurücklegt: eine Maschine mit grös
serem H.
hüben /Adv./
+ umg. h. und drüben, h. wie drüben auf dieser
und auf der anderen Seite (3): h. und, wie drüben
waren die Ufer des Flusses überschwemmt
Hubjraum, der Techn. Inhalt des Raumes im
Zylinder von Maschinen, Motoren, den der Kolben
bei seiner Bewegung durchläuft
hübsch /Adj.f 1.1. von angenehmem Aussehen, nett
anzusehen: ein hübsches Mädchen; ein hübscher
Junge; ein hübsches Haus, Kleid; etw. sieht h.
aus; umg. sich h. machen (sich nett anziehen, zu
rechtmachen) 1.2 . angenehm zu hören: eine hübsche
Melodie; sie hat eine hübsche Stimme — 2.1. in
seiner Art angenehm: es war ein hübscher Abend;
umg. es wäre h., wenn du mitkämst; hier ist es
h. warm; umg. iron. das ist ja eine hübsche
Geschichte, Bescherung (ist sehr unangenehm) 2.2.
/adv.; intensiviert eine Aufforderung/ umg. wie es
eigentlich sein sollte, wie es sich gehört: h. der Reihe
nach!; immer h. langsam!; bleib h. gesund! —
8. umg. ziemlich groß (5): ein hübsches Sümmchen;
er hat sich ganz h. (sehr) verrechnet
Hub|Schrauber, der; -s, - Luftfahrzeug, das seinen
Auftrieb durch einen od. zwei auf der Oberseite des
Rumpfes angebrachte, waagerecht umlaufende Roto
ren erhält, senkrecht startet und landet, auch seit
wärts und rückwärts fliegen und in der Luft Still
stehen kann
huch, huch umg. 1.1. /Ausruf der (gespielten)
Furcht/: h., ist das finster! 1.2 . /Ausruf des (ge
spielten) Abscheus, Ekels/: h., wie eklig!; h., ist
das glitschig! 1.8 . /Ausruf gezierten Erstaunens/:
h., das ist eine Überraschung!
Hucke, die; -,
-n landsch.,
bes. ostmitteldt.
umg. Last, die man auf dem Rücken trägt: eine
H. Holz
4- umg. jmdm. die H. voll hauen (jmdn. ver
prügeln); jmdm. die H. voll lügen (jmdn. dreist
belügen)
Huckel, der; -s, - landsch. kleine Erhebung auf
einer glatten Fläche: ein H. auf der Tischplatte,
Haut
huckepack /Adv.; in den Verbindungen/ umg.
etw., jmdn. h. (auf dem Rücken) tragen; ein Kind
h. nehmen, mit einem Kind h. machen (ein K ind
auf den Rücken nehmen und so tragen)
Hudelei, die ;
-en landsch. 1. Schererei, Plage,
Ärger: das war wieder eine H .!; mit etw. viel H.
588
Huf — hüllen
haben — 2. Schlamperei, Pfuscherei: guck dir mal
diese H. an!
Huf, der; -(e)s,
- e kräftig ausgebildeter Überzug
(1.1) aus Horn an den Enden der Zehen der Huf
tiere: die Hufe der Paarzeher bezeichnet man als
Klauen; das Pferd stampfte mit den Hufen
Huf/huf|-eisen, das dem äußeren Rand des Pfer
dehufes angepaßtes, flaches, U -förmiges Eisen, das
zum Schutz unter den Pferdehuf genagelt wird: das
Pferd hat ein H. verloren; ein verrostetes H.
finden und als Talisman aufheben; -eisenförmig
lA d j.f: die Tische h. aufstellen; -lattich, der /o.
PL/ auf Äckern, Schutthalden wachsender, im
zeitigen Frühjahr gelb blühender Korbblütler mit
hufeisenförmigen Blättern, aus dem Heilmittel gegen
Husten, Bronchialkatarrh gewonnen werden; -schlag,
der 1. fvorw. Sg .f das hörbare Aufschlagen der
Pferdehufe beim Gang des Pferdes: entfernten H.
hören — 2. Schlag (1.1) mit dem Huf (eines Pfer
des) : durch einen H. verletzt werden
h§ft|betont lAdj.f Schneiderei durch den Schnitt
des Kleidungsstückes die Linie der Hüften deutlich
betonend: ein hüftbetontes Kleid
Hijtfte, d ie ;
- n seitliche Partie des Körpers
zwischen Taille und Oberschenkel: breite, schmale
Hüften haben; sich beim Gehen in den Hüften
wiegen; die Arme in die Hüften stemmen; er legte
den Arm um ihre Hüften, faßte sie um die H.
Hüft| -gelenk, das Hüftknochen und Oberschenkel
verbindendes Kugelgelenk; -gürtel, der schmaler
Hüfthalter; -halter, der der Formung der Hüfte
dienendes, mit Strumpfhaltern versehenes Wäsche
stück für Frauen
Huf|tier, das pflanzenfressendes Säugetier, des
sen Zehenenden als Klauen od. Hufe ausgebildet
sind
Hüft/hüft| -knochen, der Knochen des Beckens;
-lahm 'lAdj.f durch Erkrankung, Deformation des
Hüftgelenks beim Gehen lahmend: jmd. ist h.; ein
hüftlahmes Pferd; -lang lAdj.f vom Hals bis zur
Hüfte reichend: eine hüftlange Jacke; -umfang,
der vgl.
- weite; -weite, die Schneiderei um die
Hüfte gemessener Körperumfang
Hügel, der; -s, - 1. kleinere, sanft ansteigende Boden
erhebung im Gelände: ein bewaldeter H .; einen H.
besteigen; eine Kette von Hügeln — 2 . über einem
Grab rechteckig aufgehäufte Erde, Grabhügel
hyg(e)lig fAdj.f mit vielen Hügeln (1): ein hüge
liges Gelände
Huhn, das; -(e)s, Hühner / / auch Hühnchen/
1.1 . in vielen Rassen gezüchteter Hühnervögel mit
gedrungenem Körper, einem fleischigen Kamm auf
dem Kopf und einem meist paarigen Gebilde aus
Haut unterhalb des Schnabels sowie unterschiedlicher
Färbung bei den Geschlechtern, der meist in größerer
Anzahl zur Produktion von Eiern und Fleisch ge
halten w ird : die Hühner scharren im Sand, sitzen
auf der Stange; jmd. hat, hält (sich) Hühner 1.2 .
weibliches Tier von 1.1, Henne (I): das H. gluckt,
gackert, hat ein Ei gelegt; der Hahn stolziert
zwischen den Hühnern umher — 2 . fo. Pl.f
Fleisch von 1.1: H. mit Reis — 3. Jägerspr.
Rebhuhn — 4 . fo. Pl.f umg. scherzh. fvon einem
Menschen; nur in Verbindung mit bestimmten Adj.f:
er, sie ist ein lustiges, leichtsinniges, verrück
tes H.
+ scherzh. mit den Hühnern (sehr früh, zeitig)
aufstehen, schlafen gehen; s a lo p p da lachen ja
die Hühner (das ist Unsinn)
Hühnchen, das; -s, - / / auch Huhn/
- f umg. mit jmdm. ein H. zu rupfen haben (mit
jmdm. etw. zu bereinigen haben, sich mit jmdm.
auseinanderzusetzen haben)
Hühner| -äuge, das meist auf den Zehen auftretende
kegelförmig nach innen wachsende Wucherung ver
hornender Zellen derHaut: das H. drückt, schmerzt;
ein H. entfernen; + salopp jmdm. auf die
Hühneraugen treten (jmdn. meist unbeabsichtigt
durch eine Äußerung kränken, beleidigen); -brühe,
die durch Kochen eines Suppenhuhnes bereitete
Brühe; -brust, die 1.1. Med. (durch Rachitis ver
ursachte) Verformung des menschlichen Brustkorbs,
bei der das Brustbein, wie bei Vögeln, spitz vor-
springt 1.2. umg. schmale Brust bes. einer männ
lichen Person; -ei, das Ei des Huhns (1.2); -farm,
die Betrieb, in dem Hühner (1.1) in großer Anzahl
zum Zwecke der wirtschaftlichen Nutzung gehalten
werden; -halter, der jmd., der Hühner (1.1) hält;
-hund, der Vorstehhund; -klein, das; -s, fo. Pl.f
zum Verbrauch zurechtgemachte Flügel, Hals und
Innereien des geschlachteten Huhns (1.1); -leiter,
die 1. schmales Brett mit quer darauf genagelten
Leisten, über die die Hühner in das Innere des
Hühnerstalls gelangen — 2. scherzh. schmale,
steile Treppe; -stall, der; -vogel, der in zahlreichen
Arten vorkommender, meist am Boden lebender
Vogel mit kräftigen Beinen, kurzen runden Flügeln,
dessen Junge Nestflüchter sind
huhu umg. IZuruf, mit dem man jmdn., der sich
in einiger Entfernung befindet, auf sich aufmerk
sam machen willf
hui flautnachahmend für das Geräusch, das durch
starken Wind od. eine schnelle Bewegung entstehtj:
h., wie ihm der Wind um die Ohren pfiff!
+ / oben h., unten pfui
Huld, die; -, fo. Pl.f veraltend, oft spött. (mit
Herablassung verbundene) Gunst, Wohlwollen: ein
Beweis, Zeichen seiner H .; sich jmds. H . er
freuen
huldigen fsw. Vb.; hat/ veraltend geh. 1. jmdm.
seine Verehrung, Ergebenheit bezeigen: einem be
rühmten Künstler, einer schönen Frau h.; jmdm.
in, mit einer Rede h.
—
2. oft spött. einer Sache
h. etw. (zu) eifrig vertreten: einer Ansicht, einem
Grundsatz h.; dem Alkohol h. (gerne, viel Alkohol
trinken); zu 1 Huldigung, die; -,
- en: jmdm. eine
H. darbringen; die Blumen sind eine H. (ein
Zeichen der Verehrung) für den Jubilar
Hülle, die; -,
-n etw.,
das etw. (schützend) um
schließt, ganz bedeckt: bis zu seiner Einweihung
ist das Denkmal noch durch eine H. den Blicken
entzogen; etw. mit einer H. bedecken, in eine H.
stecken; eine H. aus Plast, Stoff, Zellophan; die
bunten Hüllen der Schallplatten; den Schirm aus
der H. nehmen, ziehen, in die H. stecken
+ in H. und Fülle (im Überfluß, mehr als genü
gend, sehr viel); geh. die sterbliche H. (jmds.
Leichnam)
hüllen fsw. V b.; hat/ 1.1. jmdn., sich, etw. in etw.,
etw. um jmdn., etw. h. etw. um jmdn., sich, etw.
schützend legen (1): das frierende Kind in eine
Decke h.; sich fester in den Mantel h.; den Rosen
strauß in Papier h.; eine warme Decke um jmdn.
h.; sich ein Tuch um die Schultern h.
—
2. geh.
Hülse — Humuserde
589
etw. hüllt etw. in etw. etw. bedeckt etw. ganz mit
etw.,
so daß es kaum noch zu erkennen ist: der
Schnee hüllt die Berge in ein dichtes W eiß; die
Landschaft ist in Nebel gehüllt; O das Dorf lag
in Dankei gehüllt
+ sich in / Schweigen h.
Hülse, d ie ;
-n 1. kleiner zylindrischer, röhrchen
förmiger {an einem Ende geschlossener) Gegenstand
mit dünner Wandung, bes. als Behälter für etw.:
eine H. aus Kunststoff, Pappe, Metall; die H. der
Patrone; den Bleistift in die H. stecken — 2 . in
zwei klappenartigen Schalen mehrere Samen neben
einander enthaltende, längliche Frucht der Hülsen
früchtler: die H. der Bohne, Lupine; die Erbsen
aus der H. herauslösen
Hülsen| -frucht, die 1. fvorw. Pl.j (eßbarer) Samen
eines Hülsenfrüchtlers: Erbsen, Bohnen, Linsen
sind Hülsenfrüchte — 2, Hülsenfrüchtler: Hülsen
früchte anbauen; -früchtler, der; -s,
-
in zahl
reichen Arten vorkommende zweikeimblättrige
Pflanze, deren Samen in Hülsen eingeschlossen sind
human fAdj.f 1.1. mit der Würde des Menschen
vereinbar, menschlich: ein humanes Verhalten;
jmdn. h. behandeln 1.2. humanitär — 2. Med.
dem Menschen eigentümlich, für den Menschen
spezifisch : der humane Erregertyp der Tuberku
lose
Humanismus, der; -,
Jo. Pl.f 1. Gesamtheit der
Bestrebungen im Denken und Handeln der Mensch
heit, die auf der Achtung vor der Würde des M en
schen beruht, die allseitige Ausbildung, Entfaltung
und freie Betätigung seiner schöpferischen Fähig
keiten sowie schließlich die Höherentwicklung der
menschlichen Gesellschaft, eine immer größere Ver
vollkommnung und Freiheit des Menschengeschlechts
überhaupt anstrebt, deren Verwirklichung von den
konkret-historischen Bedingungen der Gesellschafts
ordnung abhängt: die Ideale des H .; der H. Her
ders, Goethes, Humboldts; die neue Qualität des
sozialistischen H .; die Verwirklichung der Ideen des
H. im Sozialismus — 2 . frühbürgerliche kulturelle
Bewegung in Europa im 11. bis 16. Jh., die sich
gegen die geistige Vorherrschaft der mittelalterlichen
Scholastik und der Kirche sowie gegen feudale
Privilegien wandte und nach antikem Vorbild ein
auf Wissen und Vernunft begründetes Welt- Und
Menschenbild schaffen wollte: das Zeitalter des H.
und der Renaissance; dazu Humanist, der; -en,
- en Verfechter des Humanismus
humanistisch fAdj.f 1. vom Geist des Humanismus
(1) e rfü llt: humanistische Ideen; der humanistische
Geist, Inhalt einer Schrift; im humanistischen
Sinne handeln — 2. fzu Humanismus 2/: humani
stische Schriften
humanitär fAdj.f dem Wohl der Menschen dienend,
der Humanität verpflichtet, menschenfreundlich: ein
humanitäres Anliegen; eine humanitäre Pflicht;
etw. aus humanitären Gründen tun
Humanität, die; -, fo. Pl.f auf des Menschen Frei
heit und Würde gerichtetes Prinzip des Denkens
und Handelns, {Streben nach) Menschlichkeit:
wahre H .; etw. im Namen der H. tun
Human|medizin, die fo. P l.f .M edizin (1) in bezug
auf den Menschen
Humbug, der; -s, fo. Pl.f Unsinn (1): jmd. redet
H.^ das ist doch (großer, völliger) H.; sie glaubt
an Äartenlegerei und solchen H: {Schwindel IM.)
Hummel, die; -,
- n in zahlreichen Arten vorkommen
des, mit der Biene verwandtes, staatenbildendes,
pelzig behaartes plumpes, stechendes Insekt, das
Nester im Erdboden anlegt: eine dicke, braune,
schwarze H .; die H. brummt
+ umg. Hummeln im Hintern haben {nicht still
sitzen können, voller Unrast sein)
Hummer, der; -s, -f -n an Küsten von Meeren leben
der großer Krebs, dessen Fleisch als Delikatesse gilt:
der H. färbt sich beim Kochen rot; man servierte
H. und Kaviar
Humpr, der; -s, fo. Pl.f 1. gelassene, gutmütige
Heiterkeit, die den Menschen befähigt, Unstimmig
keiten und Widrigkeiten des Alltags, eigene und
fremde menschliche Unzulänglichkeiten mit ruhiger
Überlegenheit heiter zu betrachten und tätig zu über
w inden: jmd. hat (einen gütigen, köstlichen, gol
denen, unverwüstlichen) H.; jmds. trockener, ab
gründiger H .; jmd. hat keinen H., ist ein Mensch
ohne H.; jmd. hat keinen Sinn für H. {nimmt alles
verbissen ernst, versteht keinen Spaß, ist humorlos);
etw. mit H. ertragen; den H. behalten — 2 . gute
Laune, heitere Stimmung: etw. verdirbt jmdm.
den H.
Humoreske, die;
- n 1. kurze humoristische Er
zählung — 2. Mus. heiteres Musikstück bes. für
Klavier
humorig fAdj.f 1. von Humor zeugend, erheiternd,
laun ig: eine humorige Bemerkung, Geschichte;
—
2. ein humoriger (humorvoller) Kritiker
Humorist, der; -en, -en 1. Künstler, der Witziges,
Komisches darbietet, vorträgt, Kom iker: die Witze
des Humoristen kamen beim Publikum nicht an
—
2. Künstler, dessen Werke von Humor erfüllt
sind: der Autor, Zeichner ist ein bekannter H.
humoristisch fAdj.f humorvoll, erheiternd: eine
humoristische Darbietung, Erzählung, Zeichnung;
ei* schreibt h.; etw. h. {mit Humor 1) betrachten,
aufnehmen; ein humoristischer Erzähler {Autor
humoristischer Erzählungen); umg. eine humori
stische Ader haben {die Fähigkeit haben, humori
stisch zu schreiben, Humorvolles darzubieten)
hum^rj -los fAdj.f ohne Humor (1): ein humor
loser Mensch; er ist völlig h.; auf etw. h. reagieren;
- voll fAdj.f 1. Humor (1) besitzend: ein humorvoller
Mensch — 2, etw. h. (mit Humor) darstellen; eine
humorvolle {erheiternde, spaßige) Episode
humpeln fsw. Vb.; hat, ist/ 1. infolge einer Ver
letzung mit einem Fuß nicht richtig auftreten können
und deshalb hinkend gehen (hat): seit dem Unfall
humpelt er stark — 2. in der Art von 1 irgendwohin
gehen (ist): nach Hause, über die Straße, zur Tür
h.; mit verstauchtem Euß, unter Schmerzen zum
Arzt h.
Humpen, der; -s,
-
größeres, zylindrisches od.
bauchiges, meist mit einem Henkel und einem auf
klappbaren Deckel versehenes, verziertes T rink
gefäß: ein H. mit Bier; den H. füllen, bis zur
Neige leeren
Humus, der; -, fo. Pl.f dunkle, erdige Substanz mit
abgestorbenen tierischen und pflanzlichen Stoffen,
die die Fruchtbarkeit des Bodens entscheidend beein
flußt : der Boden ist arm, reich an H .; den Boden
mit H. anreichern; die Bildung von H.
humus/Humus| -arm fAdj.; nicht adv.f arm an
Humus: humusarme Boden; -boden, der humus-
haltig&r, fruchtbarer Boden; -erde, die vgl.
- boden;
590
humusreich — hundsgemein
-reich /Adj.; nicht adv./ reich an Humus; -Schicht,
die vgl.
- boden
Hund, der; -(e)s,
-e1.1.1./nurimPL/inzahl
reichen Arten vorkommendes, weltweit verbrei
tetes Raubtier mit aufrechtstehenden Ohren, hän
gendem buschigem Schwanz, nackter, feuchter Nase
und nicht zurückziehbaren stumpfen K rallen: der
Wolf gehört zu den Hunden 1.2 . in zahlreichen,
nach Größe, Körperbau, Behaarung, Färbung sowie
Wesen und Gebrauchswert unterschiedlichen Rassen
gezüchteter 1.1, der vom Menschen bes. zum Schutz,
für die Jagd, als Haustier gehalten wird, Haushund:
ein junger, großer, rassereiner, scharfer, treuer,
kluger, herrenloser H .; Vorsicht, bissiger H .I; ein
lang-, kurzhaariger H .; ein H. mit Hängeohren;
der H. schlägt an, bellt, kläfft, jault, winselt,
beißt, wedelt mit dem Schwanz; den H. abrichten,
ausführen, an die Kette legen, an die Leine
nehmen; einen H. halten; Hunde züchten; das
Wild ist von Hunden umstellt 1.8. umg. männ
liches Tier von 1.2: ein H. und eine Hündin —
2. salopp /emot.; von einem Menschen/ 2.1 . /von
einer männlichen Person/ : er ist ein dummer, fauler,
frecher, feiger, schlauer H. (ist dumm, faul, frech);
auchSchimpfw. duH.!2.2.eristeinarmerH.(ein
bedauernswerter Mensch) — H. Bergm. Förder
wagen : ein leerer H .; die Hunde mit Erz, Kohle
beladen
+ umg. Kalter H. (Kuchen, der aus Schichten
von Keks und Kakaomasse besteht); da liegt der
H. begraben (das ist die Ursache der Schwierig
keiten); jmd. ist bekannt wie ein bunter H. (ist
überall bekannt); die beiden sind wie H. und Katze
(miteinander) (vertragen 2.1 sich nicht); damit kann
man keinen H. hinter dem Ofen (her)vorlocken
(damit kann man kein Interesse erwecken); das
kann, muß ja einen H. jammern (ist erbarmens
wert); auf den H. kommen (herunterkommen 2);
mit allen Hunden gehetzt sein (gewitzt, raffiniert
sein); vor die Hunde gehen (zugrunde gehen); da
vonschleichen wie ein geprügelter H. (beschämt,
gedemütigt Weggehen); salopp das ist ein dicker
H. (ein grober Fehler, eine schlimme, schwierigeSache)
Hunde/hunde| -arbeit, die /o. PI./ salopp /em ot.f:
das ist eine H. (eine schwere, mühselige, unan
genehme A rbeit); -besitzer, der vgl.
- halter; -elend
/Adj.; nicht attr./ salopp /emot./ sehr elend (3):
sich h. fühlen; jmdm. ist h. (zumute); h. aus-
sehen; -futter, das; -halter, der jm d . ,
der einen
Hund (1.1.2) hält; -hütte, die im Freien aufgestellte
kleine (Holz)hütte als Unterkunft für einen Hund
(1.1 .2): der Hund liegt vor der H .;
-kalt /Adj.f
salopp /emot./ sehr kalt: es, jmdm. ist h.;
-kälte,
die salopp /emot./ eisige Kälte: draußen ist eine
H.;
-kuchen, der wichtige Nährstoffe enthaltendes,
hartes Stück Gebäck fü r Hunde (1.1 .2); -leben, das
salopp /emot./ elendes Leben: ein H. haben;
-leine, die am Halsband des Hundes (1.1 .2) zu be
festigender lederner Riemen, an dem der Hund ge
führt wird; -marke, die Steuermarke; -müde /Adj.;
vorw.präd.f salopp /emot./ sehr müde: ich bin h.;
-narr, der umg. jmd., der sich für Hunde begei
stert, Hunde über alle M aßen liebt; -rasse, die
hundert /Kard.zahl 100/: die Zahlen von eins bis
h.; ein Hektoliter hat h. Liter; der Siedepunkt
des Wassers liegt bei h. Grad Celsius; an die h.,
über h. Zuschauer; ein paar h., einige h., viele h.
Menschen; umg. (mit) h. Sachen, h. (mit einer
Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern) fahren;
ich wette h. gegen eins (ich bin mir ganz sicher)>
daß er kommt; O umg. jmd. hat h. (sehr viele)
Fragen, Ausreden; sie gab ihm h. gute Rat
schläge
Hundert, das; -s,
-/-e 1.1. /PI.
- / Einheit von
hundert Stück: ein halbes, volles H .; einige, meh
rere H. Zigarren; das H. kostet drei Mark 1.2*
/o. Pl.j vom H. /Abk. vH od. v. H .; Zeichen %/
Prozent (1): das Guthaben wird mit drei vom H.
verzinst — 2 . /PI.
-e; nur im Pl.j unbestimmte An
zahl von mehreren Hundert: Hunderte begeisterter
Zuschauer, von Vögeln, Menschen; die Neugierigen
kamen zu Hunderten; die Kosten gehen in die
Hunderte (betragen mehrere hundert Mark)
Hunderter, d e r ; -s,
-
umg. Hundertmarkschein:
kannst du den H. wechseln?
hunderterlei, hunderterlei /indekl./ u m g . : h. ( s eh r
viele verschiedene Dinge) zu tun, zu bedenken haben
Hundert/hundert| -jghrfeier, die F eie r anläßlich
eines hundertjährigen Jubiläums; -jährig /Adj.;
n u r attr./ vgl. dreijährig; -mal /Adv./ 1. vgl. drei
mal — 2. umg. femotg etw. h. (sehr oft) sagen;
muß man das denn h. (immerzu) wiederholen?; sie
will nicht nachgeben, und wenn er h. (noch so
sehr) darauf besteht; -markschein, der Banknote
im Werte von 100 Mark; -prozentig/Adj./ 1. hun
dert Prozent umfassend: eine hundertprozentige
Beteiligung; h. reine Wolle — 2 . /nicht präd./ umg.
sich auf jmdn. h . (vollständig) verlassen können;
eine hundertprozentige (absolut zuverlässige) Vor
hersage
Hundertschaft, d ie ; -,
-en hundert Mann um
fassende (bewaffnete) Einheit (3): die Hundert
schaften der Kampfgruppen
hundertste /Ord.zahl zu hundert/; O umg. femot.f
ich sage das nun schon zum hundertsten Male
(habe es schon sehr oft gesagt)!
+ vom Hundertsten ins Tausendste kommen (vom
eigentlichen, ursprünglichen Thema immer mehr ab-
schweifen)
hundertstel vgl. drittel
Hundertstel,das; -s, - 1 . vgl. Drittel — 2. Fotogr.
mit einem H. (dem hundertsten Teil einer Sekunde)
belichten
hundert/Hundert| :tausend, tausend /K a r d .za h l
100000/; rtausende, -tausende, die /PI./ u n b e
stimmte Anzahl von mehreren Hunderttausend: H.
von Menschen
Hunde| -schlitten, der von Hunden gezogener
Schlitten; -schnauze, die M aul und Nase des
Hundes: die feuchte H.;
-j- umg. jmd. ist kalt
wie (eine) H. (jmd. ist gefühllos, kalt); -sperre, die
bei Tollwutgefahr in einem Gebiet angeordneter
Zwang, Hunden den Maulkorb anzulegen und sie
an die Leine zu nehmen; -Steuer, die von Hunde
haltern zu zahlende Steuer; -wetter, das jo. Pl.j
sa lopp jemot.j sehr schlechtes Wetter; -Zwinger, der
Zwinger für Hunde
Hündin, die; -,
- nen weiblicher Hund (1.1.2)
hündisch /Adj./ 1. von K riecherei, würdeloser Unter
würfigkeit zeugend: jmdn. mit hündischem Blick
ansehen; jmdm. h. ergeben sein — 2. sehr gemein
(1.1 .1), äußerst niederträchtig: jmds. hündische
Gemeinheit
hunds/Hunds| -gemein /Adj./ s a lo p p /emot.f 1 .1 *
hundsmiserabel — husch
591
sehr gemein (1.1.1), äußerst niederträchtig: ein
hundsgemeiner K erl; eine hundsgemeine Lüge,
Verleumdung 1.2 . überaus gemein (1.2 .1): jmdn.
in hundsgemeinen Ausdrücken, h. beschimpfen
1.8* /drückt in negativem Sinne einen hohen Grad
aus/: eine hundsgemeine (überaus große, unan
genehme) Kälte; es ist h. kalt; -miserabel jAdj.j
salopp jemot.j sehr miserabel: ein hundsmiserables
(sehr schlechtes) Wetter; sich h. (sehr elend 3)
fühlen; -tage, die /PL/ hochsommerliche Hitze
periode in Europa von Ende Juli bis Ende August
Hüne, der; -n, -n sehr großer Mann von kräftiger
Statur: er ist ein H. (von Mann, Gestalt); ein
wahrer H.
Hünen|grab, das mit großen unbearbeiteten Steinen
eingefaßtes vorgeschichtliches Grab
hünenhaft /Adj./ sehr groß und von kräftiger Statur:
ein hünenhafter Mann; ein Mann von hünenhaftem
(großem und kräftigem) Wuchs
Hunger, der; -s, fo. PL/ 1. Verlangen des Körpers
nach Nahrung, Bedürfnis, etw. zu essen: (großen,
keinen) H. haben; H. bekommen, kriegen, ver
spüren; seinen H. stillen; jmdn. plagt der H .; H.
(Appetit) auf Fleisch, Kuchen haben; <0> v e r
altend H. (heftiges Verlangen) nach Geld, Ruhm,
Liebe — 2. Mangel an Nahrungsmitteln (und da
durch hervorgerufener lebensbedrohlicher Zustand
des Körpers): an, vor H., Hungers sterben; vom
H. ausgemergelte Menschen; H. leiden (zu wenig,
nichts zu essen haben); dort herrschte (großer) H.
(eine Hungersnot)
Hunger| -gefühl, das jo. P l.j: ein H. (Hunger 1)
verspüren; -jahr, das Jahr, in dem Hunger (2)
herrschte: die Hungerjahre nach dem Krieg; -kur,
die Fastenkur; -lohn, der jemot.j von Ausbeutern
gezahlter, extrem niedriger Lohn, der nicht einmal
für das Lebensnotwendigste reicht: sie mußten für
einen H. arbeiten
hungern jsw. Vb.; hat/ 1. anhaltend Hunger (2)
leiden: in Indien h. große Teile der Bevölkerung;
Hilfe für die hungernden Kinder der Welt — 2.
sich schlank, gesund h. (fasten, um schlank, gesund
zu werden) — 3. veraltend jmdn. hungert (es),
es hungert jmdn. jmd. hat Hunger (1): der Junge
weinte, denn ihn hungerte sehr; es hungert mich;
jmd. hungert nach etw.: das Kind hungert nach
einer warmen Mahlzeit (hat Hunger und verlangt
nach einer warmen Mahlzeit); O jmd. hungert,
jmdn. hungert (es), es hungert jmdn. (jmd. hat hefti
ges Verlangen) nach Reichtum, Gerechtigkeit, Liebe
Hunger[ödem, das Med. Ödem infolge von Mangel
an Eiweiß bei anhaltender Unterernährung
Hungers[not, die Zustand allgemeinen starken M an
gels an Nahrungsmitteln: eine H. brach aus,
herrschte in dem Land; die Mißernten führten in
diesen Gebieten zu Hungersnöten
Hunger| -streik, der demonstrative Verweigerung
der Nahrungsaufnahme, um eine bestimmte Forde
rung durchzusetzen: in den H. treten; -tod, der
Tod durch Hunger (2): den H. sterben; sie waren
dem H. ausgeliefert; -tuch, das + ve raltend
umg. am H. nagen (Hunger leiden, darben)
hungrig jAdj.j Hunger (1) habend: ein hungriges
Kind, hungriger Vogel; h. nach Obst, Fleisch sein
(starken Appetit auf Obst, Fleisch haben)
+h.wieein/Wolf
Hunt, der; -(e)s, -e Bergm. Hund (II)
Hupe, die; -,
- n Vorrichtung an Kraftfahrzeugen,
mit der akustische (Warnsignale gegeben werden:
die H. ertönt; die H. betätigen; auf die H. drücken
hupen jsw. Vb.; hat/ die Hupe ertönen lassen: der
Fahrer hupte mehrmals; das Auto hupte (der
Fahrer des Autos betätigte die Hupe); es hupte
draußen (man hörte, daß gehupt wurde)
hupfen jsw. Vb.; ist/ süddt. österr. hüpfen
+ um g. das ist gehupft wie gesprungen (das bleibt
sich gleich)
hüpfen jsw. Vb.; ist/ kleine Sprünge, einen kleinen
Sprung machen, sich in kleinen Sprüngen fort
bewegen: ein Frosch, Vogel hüpfte über den W eg;
die Kinder hüpften fröhlich zum Gartentor; sie
hüpfte vor Freude in die Höhe; auf einem Bein
h.; O der Ball hüpft auf den Wellen, über den Zaun
Hüpfer, der; -s, - k leiner Sprung: einen (kleinen)
H. machen
Hup]verbot, das jo. Pl.j Verbot für Kraftfahrer, auf
bestimmten Strecken zu hupen: in der Nähe von
Krankenhäusern besteht H.
Hürde, die; -,
- n 1. transportables Gestell zum Ein
zäunen von Weiden (I): Hürden aufstellen — 2*
(mit 1.1) eingezäuntes Weideland: die Schafe in
die H. treiben — 3. Leichtathletik Reitsport
in A rt und Höhe festgelegtes Hindernis, das die Läu
fer beim Hürdenlauf, die Pferde beim Hürdenrennen
überspringen müssen: die H. nehmen, überspringen,
umwerfen; sie siegte über 100 Meter Hürden (im
Hürdenlauf über eine Strecke von 100 Metern) —
4. Horde (I)
Hürden |-lauf, der jo. P l.j leichtathletische Disziplin ,
bei der während des Laufens in festgelegten A b
ständen aufgestellte Hürden (3) übersprungen werden
m üssen: der H. über 400 Meter für Männer;
- rennen, das Galopprennen, bei dem auf der Strecke
leichte, transportable Hürden (3) übersprungen wer
den müssen
Hure, die; -,
-n 1.1. jemot.j Prostituierte 1.2. jemot.
neg.j weibliche Person, die häufig wechselnde sexuelle
Beziehungen mit Männern hat; auch Schimpfw.
huren jsw. Vb.; hat/ salopp jemot. neg.j mit häufig
wechselnden Partnern Geschlechtsverkehr haben
hurra jAusruf der Begeisterung, Zustimmung): h.,
wir haben Ferien!; h. rufen, schreien; „hurra!“
tönte es laut über den Platz; es ertönte ein drei
faches Hurra
Hurrikan, der; -s,
- e/-s [hurikan, hariken] ver
heerend wirkender tropischer Wirbelsturm bes. über
den süd- und westindischen und den mittelamerika
nischen Gewässern sowie dem angrenzenden Fest
land: der H. verwüstete weite Landstriche
hurtig IAdj.1 veraltend, noch landsch. 1.1. sich
schnell fortbewegend: ein hurtiges Pferd; h. herbei
laufen; der Bach plätschert h. dahin 1.2. bei einer
Tätigkeit flink und gewandt: h. arbeiten; sie er
griff h. den Korb und verließ das Haus 1.3. h.,
h.!; nun aber h.! jAufforderungen, sich zu beeilen/
Husar, der; -en, -en Angehöriger einer Truppe der
leichten Kavallerie
Husaren | -streich, der tollkühner Handstreich;
- stück, das jPl.
- ej Husarenstreich
husch /Ausrufj umg. 1.1. jlautnachahmend für eine
schnelle und leise Bewegung/: h., weg ist er; diese
Arbeit geht bei ihm h., h. (er arbeitet schnell und
oberflächlich) 1.2. /Aufforderung, sich zu beeilenj:
h., h., ins Bett!
Hasche, die; -n landsch. umg. Regen-, Schnee
schauer: die H. ist schnell wieder vorüber
huschen /sw. Vb.; ist/ sich schnell und leise irgend
wohin fortbewegen: sie huschte ins Haus, über den
Gang; ein Lichtschein war über das Fenster ge
huscht (schnell hinweggeglitten) ; sein Bleistift
huschte (glitt schnell) über das Papier
hüsteln /sw. Vb.; hat/ leicht husten: morgens
hüstelt er immer ein wenig; sie hüstelte, um sich
bemerkbar zu machen
husten, hustete, hat gehustet die Luft infolge einer
(krankhaften) Reizung der Atemwege stoßweise,
kräftig und geräuschvoll ausstoßen: er hat die ganze
Nacht gehustet; dumpf, laut h.; er ist erkältet
und hustet stark
4- salopp jmdm. was, eins h. (eine Zumutung
zurückweisen, nicht nach jmds. Wunsch handeln);
—
die /i Flöhe h. hören
Husten, der; -s, jo. PI .] häufiges und starkes
Husten, bes. als Symptom bei Erkältungskrank
heiten : ein starker, hartnäckiger, quälender, trocke
ner H.
Husten! -anfall, der; -bonbon, der, das Bon bon
zur Linderung des Hustenreizes; -krampf, der
krampfartiger Hustenanfall; -mittel, das (Arzn ei
mittel gegen Husten; -reiz, der jo. Pl.f Drang zum
Husten infolge Entzündung der Atemwege; -saft,
der löffelweise verabreichter flüssiger, gesüßter E x
trakt aus Wirkstoffen, die den Hustenreiz lindern;
-tee, der Tee aus Heilkräutern, die den Hustenreiz
lindern; -tropfen, die fPl.f vgl.
-saft
1Hut, der; -(e)s, Hüte 1. aus Filz, Stroh, Stoff
geformte (runde) Kopfbedeckung (mit einer K rem pe):
ein steifer, weicher, hoher, breitkrempiger, neuer,
moderner H .; den H. abnehmen, aufsetzen, auf
dem K opf behalten, ins Genick schieben; er
schwenkte den H.,
nahm (vor ihr) den H. ab,
zog (vor ihr, ihm) den H .; der H. steht ihr gut,
ist völlig aus der Mode — 2* oberer, rundlicher,
breiterer Teil eines Pilzes
+ umg. den H. vor jmdm., jmds. Leistung ziehen
(jmds. Leistung achten, anerkennen); H. ab (meine
Hochachtung)!; ein alter H. (etw. längst Bekanntes);
jmdm. geht der H. hoch (jmd. wird wütend); den,
seinen H. nehmen (müssen) (auf Grund begangener
Fehler aus seiner leitenden Stellung ausscheiden
müssen); alle(s) unter einen H. bringen (alle Per
sonen mit unterschiedlichen Ansichten einigen, alles
miteinander in Einklang bringen); salopp das
kannst du dir an den H. stecken (darauf lege ich
keinen W ert); jmdm. eins auf den H. geben (jmdn.
rügen); was, eins auf den H. kriegen (gerügt wer
den) ; etw. aus dem H. machen (etw. improvisieren)
2Hut, die; -, jo. PL; in den Verbindungen/ geh.
in guter H. (Obhut) sein; jmdn., sich in guter H.
wissen
H- vor jmdm., etw. auf der H. sein (sich vor jmdm.,
etw. in acht nehmen)
hüten, hütete, hat gehütet 1.1 . Tiere beim Weiden
beaufsichtigen: Gänse, Kühe h. 1.2. sie mußte die
Kinder h. (beaufsichtigen); O ein Geheimnis h.
(nicht verraten) — 2.1. sich vor etw.,
jmdm. in
acht nehmen: sich vor Aufregungen, einer Er
kältung, vor jmdm. h. 2 .2 . sich h., etw. Bestimm
tes zu tun etw. Bestimmtes zu tun vermeiden, mit
Bedacht nicht tu n : er hatte sich gehütet, ihm davon
zu erzählen, einen Verdacht zu äußern
592
Hasche — hydraulisch
4- etw. wie seinen / Augapfel h.; das / Bett h.;
seine /* Zunge h.
Hüter, der; -s, - /zu hüten 1/
Hut zu xHut 1| -krempe, die am unteren Rand des
Hutes umlaufender, abstehender Randstreifen;
- mode, die; -schnür, die 4- umg. etw. geht
jmdm. über die H. (das geht jmdm. zu weit);
-Stumpen, der noch unbearbeitete Form des Filz
hutes
Hütte, die; -, -nI. kleines, einfaches, eingeschossiges
Haus, das einfach eingerichtet ist und zur (vorüber
gehenden) Unterkunft dient: eine niedrige, stroh
gedeckte H .; eine H. aus Holz, Steinen und Lehm;
wir übernachteten in einer H. (Ski- , Schutzhütte)
in den Bergen; in einer H. Unterschlupf suchen,
finden — H. Industriebetrieb zur Gewinnung von
Metallen aus Erzen, z\ir Herstellung von Stahl,
Wälzwerkerzeugnissen od. Glas
Hütten z u H ütte II| -arbeiter, d er; -industrie, die
metallurgische Industrie; -koks, der jo. Pl.f bes.
fester Koks, der zur Verhüttung von Erzen ver
wendet wird; -künde, die jo. PL/ Wissenschaft von
den Vorgängen bei der Verhüttung von Erzen;
-werk, das Hütte (II); -werker, der; -s, - Arbeiter
in einer Hütte; -wesen, das jo. Pl.f
hutzelig /Adj.f umg. eingeschrumpft wirkend, dürr
und faltig: ein altes, hutzeliges Männchen
Hptzel| -männchen, das landsch. Zwerg (1);
-weib, das umg. hutzlige alte Frau
hutzlig /Adj.\ s. hutzelig
Hyäne, die; -,
-n [hy..] 1. mit der Katze (1) ver
wandtes Raubtier mit gedrungenem Körper, plum
pem Kopf und, je nach der Art, mit brauner, grauer
Färbung, auch mit dunklen Streifen od. Tüpfeln,
das in Afrika und Südwestasien heimisch ist und
vorwiegend Aas frißt: die gefleckte, gestreifte, ge
tüpfelte H.
—
2. hemmungslos selbstsüchtiger,
gieriger M ensch: die Hyänen des Großkapitals;
seine Frau war die reinste H.
Hyazinthe, die ; -,
- n [hy..] Liliengewächs mit einer
Zwiebel, mit schmalen langen Blättern und einer aus
einem hohen Schaft wachsenden Traube aus stark
duftenden Blüten : Hyazinthen auf Gläsern ziehen
hybrid /Adj./ [hy..] Biol. /zu Hybride/: eine
hybride Pflanze
Hybride, die; -,
- n, auch der; -n, -n [hy..] Biol.
aus einer Kreuzung hervorgegangene Pflanze, her
vorgegangenes T ier: färben- und formenreiche
Hybriden züchten
Hybris, die; -,
/o. PL/ [hy:..] geh. frevelhafte,
hochmütige Selbstüberhebung: seine maßlose H. hat
ihm immer mehr Feinde gemacht
Hydrant, der; -en,
- en [hy..] meist an Straßen
in Ortschaften liegende Vorrichtung zur Entnahme
größerer Wassermengen aus dem öffentlichen Lei
tungsnetz: die Schläuche an den Hydranten an
schließen
Hydrat, das; -(e)s, -e [hy..] Chem. (an)organische
Substanz, die Wasser chemisch gebunden enthält
Hydraulik* die; -, /o. PL/ [hy..] 1. Wissenschaft
von den Gesetzen ruhender od. bewegter Flüssig
keiten in der Technik — 2. Techn. auf den Gesetzen
von 1 beruhende technische Einrichtung, die Kräfte
durch Flüssigkeiten überträgt od. Bewegungen durch
Flüssigkeiten erzeugt: die H. des Getriebes war
ausgefallen; zu 2 hydraulisch /Adj./: eine hydrau
lische Presse, Bremse
593
hydrieren jsw. Vb.; hat/ [hy..] Techn. Chem.
Wasserstoff an chemische Grundstoffe od. Verbin
dungen anlagern,
durch Druck od. mit einem
Katalysator
Hydrodynamik, die [hy..] Phys. Teilgebiet der
Hydromechanik, das sich mit den Eigenschaften und
Gesetzmäßigkeiten langsam strömender Flüssig
keiten befaßt; dazu hydrodynamisch fAdj.f
Hydrogenium, das; -(s), fo. Pl.f [hy..] Chem.
W asserstoff
Hydrokultur, die [hy:..] Aufzucht bes. von Zimmer
pflanzen ohne Erde in Nährlösung: Blumen in H.
halten
Hydrolyse, die; -,
-n [hy..ly:z9] Chem. Zerlegung
chemischer Verbindungen durch Wasser; dazu
hydrolytisch fA dj.f
Hydromechanik, die jo. P l.f [hy..] Wissenschaft
von Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten ruhender
und bewegter Flüssigkeiten
Hydrometer, d a s; -s,
-
[hy..] Phys. Gerät zur
Messung der Höhe des Flüssigkeitsstandes
Hydrosphäre, die fo. Pl.f [hy..] Naturwiss. Be
reich, der die Gewässer der Erde, der Meere, Flüsse,
Seen, Sümpfe umfaßt
Hydrostatik, die [hy..] Phys. Teilgebiet der Hydro
mechanik, das sich mit den Eigenschaften und Ge
setzmäßigkeiten ruhender Flüssigkeiten befaßt; dazu
hydrostatisch f A d j.f
Hydrotherapie, die [hy..] Med. Heilbehandlung
durch Anwendung von Wasser
Hydrotopf, der [hy:..] mit einem meist mit Kies
gefüllten Einsatz versehener Blumentopf für Hydro
kultur
Hygiene, die; fo. Pl.f [hygie:no] 1. Wissenschaft
von der Erhaltung der Gesundheit und von den M aß
nahmen zur Vermeidung und Eindämmung von
Krankheiten — 2. die der Körperpflege und der Ge
sunderhaltung des Körpers dienenden Maßnahmen
HygieneInspektion, die 1. Inspektion (1) zur Über
wachung der Einhaltung der hygienischen Vor
schriften : eine H. vornehmen — 2 . mit 1 beauf
tragte Inspektion (2): die H. hat die Schließung
der Eisdiele angeordnet
hygienisch fAdj.f [hygie:..] den Vorschriften, B e
dingungen der Hygiene (1) entsprechend, die Hygiene
(1) betreffend: hygienische Vorschriften; h. ver
packte Lebensmittel
Hygrometer, d as; -s,
-
[hy..] Phys. Gerät zur
Messung der (Luftfeuchtigkeit
hygroskopisch fAdj.f [hy..] Phys. (Luftfeuchtig
keit anziehend: Kochsalz ist h.
Hymen, das, auch der; -s, - [hy:..] Med. Jung
fernhäutchen
Hymne, die;
-n [hy..] feierliches Gedicht od.
Stuck für Gesang, Instrumente: eine H. singen,
spielen; eine H. an die Natur; dann erklang die
H. (Nationalhymne) des gastgebenden Landes;
dazu hymnisch fA d j.f: ein hymnischer Gesang
Hymnus, der; Hymnen [hy..] Hym ne
Hyperbel, die;
- n [hy..] 1. Math, symmetrische
ebene Kurve eines Kegelschnitts, deren Äste beider
seits ins Unendliche verlaufen — 2, Sprachwiss.
stilistisches Mittel der Übertreibung, durch Über
treibung verdeutlichender Vergleich; dazu hyperbo
lisch fAdj.f
hyperkorrekt [hy:..] , hyperkorrekt [hy..] fAdj.f
übermäßig korrekt: er ist h.
hypermodern [hy:..] , hypermodern [hy..] fAdj.f
übermäßig modern, das Neueste noch übertreffen
wollend: sich h. kleiden
Hypertrophie, d ie;
-n [hy.., PI.
. .i:on] Med.
übermäßige Vergrößerung, übermäßiges Wachstum
einzelner Zellen, Gewebsbestandteile, Organe: eine
H. des Herzens; dazu hypertrophisch fA dj.f
Hypnose, die; -,
- n [hy..] durch Suggestion hervor-
gerufener schlafähnlicher Zustand völliger Willen
losigkeit: jmdn. in H. versetzen; dazu hypnotisch
/Adj.l
Hypnotiseur, der; -s, -e [hy..zo:r] jmd., der andere
in Hypnose versetzen kann
hypnotisieren fsw. Vb.; hat/ [hy..] jmdn. in Hyp
nose versetzen: der Arzt hypnotisierte den Kranken;
wir waren von dem Geschehen auf der Bühne wie
hypnotisiert (gefesselt, beeindruckt)
Hypochonder, der; -s, - [hypoxon..] jmd., der unter
Hypochondrie leidet
Hypochondrie, die;
-n [hypoxon.., PI.
. . i:on]
Med. Krankheitsbild, das von dem Wahn, krank
zu sein, und von der übertriebenen Furcht vor Er
krankung bestimmt ist: an H. leiden; dazu hypo
chondrisch fA d j.f
Hypophyse, die;
- n [hypofy:z9] Med. Biol.
Drüse mit innerer Sekretion an der Unterseite des
Gehirns
hypotaktisch fAdj.f [hy..] Gramm, /zu Hypotaxe/
Hypotaxe, die; jo. Pl.f [hy..] Gramm. Unter
ordnung eines Satzes od. Satzgliedes
Hypotenuse, d ie; -,
-n [hy..] Math, dem rechten
Winkel gegenüberliegende Seite in einem rechtwink
ligen Dreieck
Hypothek, d ie ;
- en [hy..] im Grundbuch ein
getragene Last (2) eines Grundstückes zur Sicherung
des Gläubigers, der dem Eigentümer einen Kredit
gewährt hat: eine H. (auf ein Haus) aufnehmen;
eine H. ablösen, tilgen; der Kredit wurde durch
eine H. gesichert; O seine früheren Verfehlungen
belasten ihn mit einer schweren H. (Sch uld)
Hypotheken! -bank, die fP l.
-en/ für den Kap.
typische Bank, die vor allem durch Hypotheken
gesicherte, langfristige Kredite gewährt und sich die
dazu notwendigen Mittel durch Ausgabe von Pfand
briefen beschafft; -brief, der amtliche Urkunde über
die Eintragung einer Hypothek im Grundbuch;
-zinsen, die fPl.ß Zinsen, die für eine Hypothek
gezahlt werden
Hypothese, die; -,
-n [hy..] in der Praxis (1.1)noch
unbewiesene, aber mögliche, als methodisches Prinzip
der wissenschaftlichen Erkenntnis, Forschung be
nutzte Annahme, Vermutung: eine kühne, gewagte
H. ; eine H. aufstellen, widerlegen; dazu hypothe
tisch fA dj.f
Hypozentrum, das; -s, Hypozentren [hy..] Geol.
Erdbebenherd
Hysterie, die; -,
- n [hy.., PI. .. i:on] bei entsprechen
der psychischer Disposition entstehende Beaktions-
weise, die physische od. psychische Störungen vor
täuscht, ohne daß entsprechende organische Ver
änderungen vorliegen: sie leidet an H .; unter den
verängstigten Frauen herrschte die reinste H .;
dazu Hysteriker, der; -s,
u. hysterisch fA dj.f:
sich h. gebärden; h. schreien; werde nicht h .!
hydrieren — hysterisch
38 Wörterbuch
594
i — idiomatisch
I
1, I, das; -,
- /umg.
-s der Laut I ; neunter Buch
stabe des Alphabets: ein kleines, großes I; ein
kurzes, langes I
+ der /t Punkt, das / Tüpfelchen auf dem i
i umg. /Ausruf des Ekels, Abscheus/: i, ist das
hier schmutzig!
i bewahre umg. aber nein!, keineswegs!: „hast du
darauf geantwortet?“ „I bewahre!“
ich /Pers.pron. 1. Pers. Sg .; von der sprechenden
Person für sich selbst gebrauchte Bez.f: i. bin ein
verstanden; Menschen wie du und i. (wie jeder
andere); i. Dummkopf!; / meiner, mir, mich
+ i. für mein(en) / Teil
Ich, das; -/-s, -/-s das eigene Selbst: sein eigenes I.
erforschen, verleugnen
ich/Ich| -bezogen /Adj./ egozentrisch: ichbezogenes
Denken; -form, die /o. PL/ Form der Erzählung,
in der die Ereignisse als' vom Autor selbst erlebt
dargestellt werden; -menscb, der egozentrischer
Mensch; -sucht, die /o. PL/ Selbstsucht, Egoismus;
dazu -süchtig /A dj./
ideal /Adj./ 1. dem Ideal (1) nahekommend, ent
sprechend: ein idealer Partner, Gatte; eine ideale
Wohnung; die Bedingungen waren i.
—
2. dem
Ideal (2) entsprechend: ideale Forderungen —
8. fachspr. nur in der Vorstellung existierend,
theoretischen Anforderungen entsprechend, aber
nicht wirklich vorhanden: ein ideales Gas; eine
ideale Flüssigkeit
Ideal, das; -s, -e 1. /o. PI./ Idealbild: er war das I.
{der positive Inbegriff) eines Ehemanns, Lehrers —
2. als höchster Wert erkanntes Ziel, dessen Ver
wirklichung angestrebt wird: ein hohes, zerstörtes
I.; er hat sich seine Ideale bis ins hohe Alter er
halten; für ein I. kämpfen; I. und Wirklichkeit
Ideal|-bild, das Vorstellung von etw. Vollkomme
nem : einem I. nahekommen; -fall, der bestmöglicher
F all: der I. wird in der Praxis selten erreicht; er
ruft im I. (bestenfalls) einmal am Tage an; -gestalt,
die vgl.
- bild
idealisieren jsw. Vb.; hat/ etw. ,
jmdn. als voll
kommener darstellen, als es, er in Wirklichkeit ist:
die Zustände i.; ein idealisierendes Porträt
Idealismus, d e r ;
jo. PL/ 1. (begeistertes) selbst
loses Streben nach Verwirklichung von Idealen (2):
der I. der Jugend; sie sorgte voller I. für die Hilf
losen; sie gingen mit großem I. (selbstloser B e
geisterung fü r die Sache) an die Verwirklichung
ihrer neuen Aufgabe — 2, /dem Materialismus ent
gegengesetzte Grundrichtung der Philosophie, Bez.
für die philosophischen Systeme und Weltanschau
ungen, die in dem Ideellen, dem Geistigen, dem Be
wußtsein das Primäre, das die Wirklichkeit letztlich
Bestimmende sehen/: der objektive I. {philosophi
sche Richtung, die die objektive Realität letztlich als
Schöpfung eines überirdischen geistigen P rin zips
erklärt); der
subjektive I .; die Geschichte der
Philosophie ist die Geschichte des Kampfes zwi
schen I. und Materialismus; dazu Idealist, der; -en,
- en; zu 1: er ist ein I. u . idealistisch/Adj./ ;zu 2: die
idealistische Philosophie; eine idealistische W elt
anschauung
Ideallösung, die bestmögliche Lösung (2)
Idee, die; - -n [..e:(a)n] 1, Gedanke (1.1), Einfall
(1): eine gute, originelle, ausgefallene I. haben; das
war eine fixe I. {Wahnvorstellung; Einbildung 1);
eine I. vertreten, entwickeln, verwerfen; von
jmds. I . begeistert sein, auf jmds. Ideen eingehen;
keine I. {Ahnung) von etw. haben; sich mit einer I.
{einer Absicht, einem Plan 2) tragen — 2*1. /vorw.
im PI./ vorwiegend auf das theoretische Modell einer
Gesellschaft bezogener Grund-,
Leitgedanke: fort
schrittliche, reaktionäre, revolutionäre Ideen; die
Ideen der Aufklärung 2,2* Philos. einzelnes kom
plexes Ergebnis der Erkenntnistätigkeit, das im Be
griff erfaßte Wesen eines Dinges, Sachverhalts: die I.
{das Ideelle) wird zur materiellen Gewalt, wenn
sie die Massen ergreift — 8 . /o. PL/ umg. eine I.
ein wenig, ein bißchen: eine I. mehr Salz nehmen;
bitte machen Sie den Rock eine I. kürzer
ideell /Adj./ auf einer Idee (2)beruhend, gedanklich,
bewußtseinsmäßig: der ideelle Gehalt eines Kunst
werkes
ideen/Ideen| -arm /Adj./ arm an Ideen (1); dazu
-armut, die; -assoziation, die unwillkürliche Gedan
kenverbindung; -gehalt, der jo. PL/ Gehalt an Ideen
(1 u. 2.1): der I. seiner literarischen W erke; -gut,
das /o. PL/ Ideengehalt; -konferenz, die Konferenz
über die Auswertung und Verwirklichung von Vor
schlägen für die Verbesserung der Arbeitsabläufe;
-los /Adj./ einfallslos; -reich /Adj./ vgl.
- arm;
-reichtum, der /o. P l.j
Identifikation, die; -,
- en /zu identifizieren/
identifizieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. i. auf
Grund bestimmter Kennzeichen feststellen, was etw.
od. wer jmd. ist: einen Fleck als Blut, einen Ver
dächtigen als den Täter i.; einen Toten i.
—
2,
jmdn., etw., sich mit jmdm., etw. unabhängig von
Unterschieden in einem bestimmten Zusammenhang
gleichsetzen: sich mit jmdm., jmds. Ansichten i.;
den Staat mit der Verfassung i.; dazu Identifi
zierung, die; -,
-en
identisch /Adj./ gleich (1), (in bestimmter H in
sicht) in allen Merkmalen übereinstimmend: der
Inhalt der beiden Aussagen, Begriffe war i.; der
seit langem gesuchte Dieb und der Festgenommene
waren i. (ein und derselbe); dazu Identität, die; -,
-en
Identitätsl -ausweis, der österr. Personalausweis;
-beweis, der fachspr. Nachiveis, daß es sich um
ein und dieselbe Person, Sache handelt; -karte, die
Schweiz, österr. vgl.
-ausweis
Ideologe, der; -n, -n Vertreter, Schöpfer einer Ideo
logie
Ideologie, die; -,
- n [..hon] Gesamtheit, System ge
sellschaftlicher Anschauungen, die bestimmte Klas
seninteressen widerspiegeln: eine fortschrittliche,
reaktionäre I .; der Klassencharakter der I .; dazu
ideologisch /Adj./: ideologische Auseinandersetzun
gen
Idiom, das; -s, -e 1. für ein Land, eine Landschaft,
Berufsgruppe charakteristische (Eigentümlichkeit
der) Sprache: er antwortete im unverfälschten
heimatlichen I.
—
2. feste sprachliche Wendung,
deren Sinn sich nicht aus den Bedeutungen ihrer
einzelnen Teile ergibt;dazu idiomatisch/Adj./;zu2:
idiomatische Wendungen
Idiot — illusorisch
595
Idiot, der; -en, -en 1. Med. hochgradig Schwach
sinniger — 2. salopp Schimpfw. begriffsstutziger
Mensch, Dummkopf: paß doch auf, du I.!
Idioten/idioten umg. scherzh.|
-hügel, der flach
abfallender Hügel (1), auf dem Anfänger das Ski
läufen üben (können); -sicher fAdj.f so einfach (in
der Handhabung), daß jeder es versteht, daß nichts
falsch gemacht werden kann: das Gerät ist i.
Idiotie,die;-, - n[..i :on]1. fo. Pl.f Med. hochgradiger
Schwachsinn — 2. umg. sehr große Dummheit, Un-
sinnigkeit: diese Maßnahme ist die reinste I.; dazu
idiotisch /Adj.f; zu 2: das ist doch i.!
Idol, das; -s, -e Gegenstand der (übermäßigen) Ver
ehrung, Abgott: ein zweifelhaftes I.; der Welt
meister war das I. der sportbegeisterten Jugend;
sein I. vergöttern; von seinem I. schwärmen, träu
men
Idyll, das; -s,
-e [idyl] friedlicher, beschaulicher,
einfacher, meist ländlicher Lebenszustand (und dessen
bildliche Darstellung): er hat sich auf seinem Grund
stück ein reizvolles I. geschaffen; diese schöne Ge
gend ist ein echtes I.
Idylle, die; -,
- n [idylo] 1. Werk der Dichtung od.
Malerei, das das Leben einfacher Menschen in ihrer
natürlichen Umgebung, in der Natur darstellt, oft
eine Verzichthaltung gegenüber gesellschaftlichen
Bewegungen einschließend: heitere, verlogene Idyl
len — 2. Idyll
idyllisch fAdj.f [idyl..] wie in einem Idyll: ein
idyllisches Fleckchen E rde; ein H otel in idyllischer
Lage
Igel, der; -s, - insektenfressendes, Winterschlaf hal
tendes, kleines Säugetier, dessen Rücken dicht mit
Stacheln besetzt ist: bei Gefahr rollt sich der I. ein
Igelschnitt, der fo. Pl.f Bürstenhaarschnitt
Iglu, der, das; -s, -s kuppelförmige, aus Schnee er
richtete Wohnstätte der Eskimos während des Win
ters
Ignorant, der; -en, -en beschränkter, unwissender,
die Aufnahme von Wissen geringschätzender Mensch:
ein eingebildeter, hochnäsiger, plumper I.
Ignoranz, die; -, fo. Pl.f Beschränktheit, Unwissen
heit, Dummheit
ignorieren fsw. Vb.; hat/ etw.,
jmdn. absichtlich
übersehen, nicht beachten: eine Anordnung, Mah
nung i . ; er hat uns völlig ignoriert
ihm jDat. vom Pers.pron. er, es/ s. er, es
ihn /Akk. vom Pers.pron. er/ s. er
ihnen fDat. PI . vom Pers.pron. sie/ s. sie
ihr fPron.f 1.1. /Pers.pron. 2. Pers. PI .; Bez. für
mehrere, einzeln mit
angesprochene Personen
beiderlei Geschlechtsf: i. braucht nicht auf uns zu
warten; wohin geht i.?; entweder i. oder wir gehen
ins Kino; helft i. den Eltern?; /als Anrede in Brie
fen! Ihr Lieben!; / euer, euch — 2. fDat. vom
Pers.pron. sie (1)/ — II. fPoss.pron.; Mask. u .
Neutr.; Fern.: ihre; / auch ihrige/ 1. /ordnet etw.,
jmdn. dem Zugehörigkeits-, Interessenbereich einer
weiblichen Person od. einer Sache mit weiblichem
Genus zu/: fadj.f sie sagte, das sei i. Kleid, Sohn;
das ist i. Bus (der Bus, mit dem sie gewöhnlich
fährt); die Brücke wurde wegen ihrer kühnen Kon
struktion bewundert; jsubst.f das ist nicht unsere
Sache, sondern ihre, die ihre; sie hat kein Ver
hältnis zu den Ihren (ihren Angehörigen) gefunden
—
2. Iordnet etw., jmdn. dem Zugehörigkeits- ,
In
teressenbereich mehrerer Personen od. Sachen zuj:
fadj.f sie warteten auf i. Gepäck; mehrerere Häuser
brannten, und aus ihren Fenstern schlugen helle
Flammen; die Vögel erhalten regelmäßig i. F ut
ter; fsubst.j hier liegen unsere Bücher, dort ihre,
die ihren; sie hatten das Ihre (ihren T eil) bei
gesteuert; sie sind zu den Ihren (ihren Angehörigen)
gefahren — 8 . fordnet ehe., jmdn. dem Zugehörig
keits- , Interessenbereich einer od. mehrerer Personen
zu, die mit ,Siecangesprochen loerden/: fadj.f ist das
Ihr Mantel, mein Herr, meine Dame?; mit freund
lichen Grüßen Ihr Max /BriefSchlußf; diese Ihre
Erklärung befriedigt uns nicht; fsubst.f hier ist
mein Platz, dort der Ihre; haben Sie das Ihre (ihr
Eigentum ) retten können?
ihrer /Gen. vom Pers.pron. sie/ s. sie
ihrerseits fA d v .f vgl. deinerseits
ihresgleichen find ekl. P r o n .f vgl. deinesgleichen
ihrethalben fAdv.f veraltend vgl. deinethalben
ihretwegen fA d v .f vgl. deinetwegen
ihretwillen /Adv.) v e r a lte n d vgl. deinetwillen
ihrige, Ihrige, der, die, das fsubst. Poss.pron. zu ihr
II/ geh. der, die, das ihre; / auch deinige
Ikone, die; -,
-n (auf Holztafeln gemaltes) sakrales
Gem,älde der orthodoxen Kirchen: bulgarische,
russische Ikonen
illegal fAdj.f 1. ungesetzlich, gesetzwidrig: die ille
gale Ausfuhr von Waren; illegaler Waffenbesitz;
diese Maßnahmen sind i. — 2. in der Illegalität (2):
die illegale Arbeit gegen die faschistische Dik
tatur; er hat jahrelang i. im Lande gelebt, ge
kämpft
Illegalität, die; -, fo. P l.f 1. Ungesetzlichkeit, Ge
setzwidrigkeit: die I. einer Handlung — 2. ge
heime, organisierte politische Tätigkeit (einer Partei,
Organisation) gegen die bestehende Gesellschafts
ordnung, den Staat nach einem staatlichen Verbot:
den antifaschistischen Kampf in der I. fortsetzen;
nach ihrem Verbot ging die Partei in die I.
illegitim lAdj.f [,. i:m ] nicht rechtmäßig: ein ille
gitimes Vorgehen; eine illegitime Einmischung
illoyal, auch illoyal fAdj.f [ilöajail] 1. etw., bes. die
Gesetze, Staat und Regierung nicht respektierend:
eine illoyale Haltung — 2. eingegangene Verpflich
tungen od. die Interessen der Gegenseite nicht ach
tend: ein illoyaler (nicht vertragstreuer, unaufrich
tiger) Partner
Illumination, die; -,
- en jzu illuminieren/
illuminieren fsw. Vb.; hat/ etw. festlich erleuchten
(1), beleu chten (1): Häuser, Straßen und Plätze
waren prächtig illuminiert; dazu Illuminierung, die;
-en
Illusion, die; -,
- en auf Täuschung (1, 2), un
realisierbaren Wünschen beruhende, allzu opti
mistische Vorstellung von der Wirklichkeit, trüge
rische H offnu ng: gefährliche, vergebliche, ro
mantische Illusionen; Illusionen über vorhandene
Möglichkeiten; (keine) Illusionen haben; sich
Illusionen machen
illusionär fAdj.f auf Illusion beruhend, voller
Illu sio n : illusionäre Plane, Vorstellungen
Illusionist, der; -en, -en 1. jmd., der sich Illusionen
macht — 2. Zauberkünstler
illusionistisch fA dj.f illu sionär
illusions/Illusionsl -los fAdj.f ohne Illusionen : er
ging i. an seine neue Aufgabe; dazu -losigkeit, die;
-,
-en
illusorisch fAdj.f 1. illusionär: eine illusorische
38*
596
illuster — Imperialismus
Vorstellung von der Wirklichkeit — 2. es ist völlig
1. (es wäre eine Illusion), auf ihn, seine Hilfe zu rech
nen
illuster /Adj.; vorw. attr.j geh. erlaucht: ein illustrer
Gast; eine illustre Gesellschaft
Illustration, d ie;
-en I, erläuternde, veranschau
lichende Abbildung zu einem Text: ein Buch mit
Illustrationen — 2. das Illustrieren (2), Erläuterung,
Veranschaulichung: zur I. führte der Referent
mehrerere Beispiele an; dazu illustrativ / A d j./
Illustrator, der; -s, Illustratoren Kün stler, der bes.
ein belletristisches Buch (1) mit Bildern, Zeich
nungen ausstattet
illustrieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. mit Illustrationen
(1) versehen: ein Graphiker hat das Buch illustriert;
eine illustrierte Zeitschrift — 2. etw. erläutern, ver-
anschaulichen: er illustrierte seine Darlegungen mit
Beispielen, Tabellen
Illustrierte, die; -n, -n Zeitschrift, in der Bilder den
Vorrang vor dem Text haben
Iltis, der; -ses, -se 1*gewandter kleiner M arder von
meist kastanienbrauner Färbung — 2. /o. PI./ Fell
(2) von 1: eine Jacke aus I.
fm \Präp. in + Dat. (dem) von 1der, *das/ 1. / in
1.1, 2.1, 3; /in vielen Fällen heute nur im, z. B .j
1.1. /räumt./ im Bett liegen; er ist im Theater,
Kino 1.2. /zeitl./ im vorigen Jahr, im Jahre 1960;
im Augenblick kann ich nicht kommen — 2 . /im
+ subst. Inf./ im Lesen (was das Lesen anbelangt)
ist er gut; er drehte sich im Laufen (während er lief)
um
Image, das; -/ -s, -s [imitj, PI. imitfes] (manipu
liertes) Bild, Vorstellung, die die Öffentlichkeit (in
kap. Ländern) mit einer Person od. Bache verbindet:
ein attraktives I.; sich ein I. schaffen; das I. einer
Firma
imaginär /Adj.; nicht adv./ nur in der Vorstellung
bestehend, nicht wirklich vorhanden: ein imaginäres
Glück; er spielte bei seiner Pantomime auf einer
imaginären Geige; M a th , eine imaginäre Zahl
(Quadratwurzel aus einer negativen Zahl)
Imbiß, der; Imbisses, Imbisse kleine Mahlzeit (1):
ein stärkender I.; jmdm., sich einen I. bereiten
Imitation, die; -,
- en 1. das Imitieren (1): die Kin
der lernen vieles durch I .; die I. von Tierstimmen —
2. etw. Nachgebildetes: das Bild, der Schmuck war
eine gelungene, geschickte, minderwertige I.
Imitator, der; -s, Imitatoren jmd., der als Unter
haltungskünstler Stimmen, Instrumente imitiert
imitieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. nachahmen:
jmdn., jmds. Stimme i.
—
2. etw. nachbilden: /vorw.
im Part. Prät./ eine Tasche aus imitiertem (künst
lichem) Leder
Jmker, der; -s, - jmd., der sich mit der Haltung und
Zucht von Bienen zur Gewinnung von Honig und
Wachs befaßt
Imkerei, die; -,
- en 1. /o. PL/ Haltung und Zucht von
Honigbienen — 2. Einrichtung, Betrieb für 1: mein
Gartennachbar hat eine I.
immanent /Adj.; nicht adv./ einer Sache innewoh
nend: die einer Lehre immanenten Prinzipien; das
Streben nach Erkenntnis ist der Wissenschaft i.
immateriell, a u ch immateriell /Adj./ [..riel] Jur.:
ein immaterieller (nicht in Geld auszudrückender)
Schaden
Immatrikulation, d ie; -,
- en /zu immatrikulieren/
immatrikulieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. durch Ein
schreiben in die Liste der Studierenden als Studenten
an einer Hochschule aufnehmen
immens /Adj./ außerordentlich viel, groß: immense
Arbeit, Kosten
immer /Adv./ I. 1.1. jederzeit: er war i. höflich zu
mir; alles war wie i. (war unverändert); ein Ab
schied für, auf i. (ein endgültiger Abschied);
verhüll, er ging für i. von uns (ist gestorben)^; ich
traf ihn i. mal (hin und wieder) 1.2. jedesmal:
1. wenn man ihn brauchte, war er nicht da —
2. /gibt vor einem Komp, diebeständige Zunahme an/:
wir fuhren i. schneller — 3 . /in einem mit warum,
was, wer, wo, wie auch eingeleiteten Gliedsatz/ : was,
wer i. auch kommen mag (mag kommen, was, wer
will), er ist uns willkommen; wo i. er auch hingeht
(mag er gehen, wohin er will) ...; wie i. er auch aus
sieht (mag er aussehen, wie er will) ...
—
4. umg.
xje (2): i. drei Studenten wurden zugleich geprüft —
II. /als Partikel; wirkt intensivierend/: um neun
Uhr lag er i. noch, noch i. im Bett; er lief, so schnell
er i. (nur) konnte; /in Sätzen mit imperativischem
Charakter/ i. (nur) langsam voran!; mögen sie nur
1. schimpfen; fangen wir i. schon mal an!
+ i.mitder/ Ruhe!
immer| -fort, -fort/Adv./ veralten d immer (1.1 .1):
er ist i. in Eile; 7grün /Adj.; nur attr.j: eine immer
grüne (das ganze Jahr über grün bleibende) Pflanze;
7hm, -h|n /Adv.; drückt eine einschränkende od.
begründende Bezugnahme auf eine umfassende A us
sage ausf 1.1 . Hrotzdem (1.1): es ist zwar wenig
Aussicht, aber ich würde es i. versuchen 1.2 . w e
nigstens (1.2): bevor er wegging, hätte er sich i.
verabschieden können 1.3. schließlich (2): sei nicht
so streng, er ist i. dein Bruder — 2. /im konjunk
tionslosen Konzessivsatz/ auch: mag es i. schon spät
sein, wir wollen es doch noch versuchen; 7wäh
rend, -während /Adj./ ständig, immer andauernd:
seine immerwährende Heiterkeit; 7zu, -zu /Adv./
immer (1.1 .1): er ist i. in Eile
Immobilien, die /PI./ [. .ion] Grundbesitz, Liegen
schaften
Immortelle, die; -,
-n Strohblume
immun /Adj./ 1. widerstandsfähig gegen bestimmte
Krankheitserreger: gegen Diphtherie, Scharlach i.
sein; jmdn. gegen etw. i. machen (immunisieren);
O gegen Verlockungen, gegen jmds. Spott i. sein —
2. Jur. Immunität genießend
immunisieren /sw. Vb.; hat/ Med. jmdn. gegen be
stimmte Krankheitserreger widerstandsfähig ma
chen: jmdn., Tiere durch Impfung i.; dazu Immuni
sierung, die; -,
-en
Immunität, d ie; -,
- en /o. PL/1. Med. Widerstands
fähigkeit eines Organismus gegen bestimmte Krank
heitserreger — 2. Jur. gesetzlicher Schutz von A b
geordneten und Diplomaten vor strafrechtlicher Ver
folgung, der bei hinreichendem Verdacht aufgehoben
werden kann
Imperativ, der; -s, \o. Pl.f Gramm. Modus des
Verbs, der einen Befehl, eine Bitte, ein Verbot an
eine od. mehrere Personen ausdrückt, Befehlsform;
das^imperativiseh,uwcÄimperativisch /Adj./ [ .. v . .]
Imperfekt, das; -(e)s, /o. PI./ Gramm . Präteritum
Imperialismus, der; -, /o. Pl.f höchstes und letztes
Entwicklungsstadium des Kap., das vor allem durch
die Bildung von Monopolen, die Herausbildung d&s
staatsmonopolistischen Kap. und den Kampf der kap.
Länder untereinander um die Neuaufteilung der
Imperialist — in
597
Welt gekennzeichnet ist: der moderne L; die Ideolo
gie, Aggressivität, Krise, der reaktionäre Charakter
des L; dazu Imperialist, der; -en, -en u. imperia
listisch /Adj./
Imperium, das; -s, Imperien [..rion, . .ion] bes.
das römische Weltreich /später auch als Bez. für im
perial. Staaten, die den Rang einer Weltmacht hatten/
impertinent /Adj./ unverschämt (1), respektlos: ein
impertinenter Kerl; dazu Impertinenz, die; -en
Impetus, der; -, /o. PL/ 1. Ungestüm, Schwung (5):
stürmischer, jugendlicher I.
—
2. Impuls (1): von
der Lehre ging ein großer I. aus
Impf| -aktion, die; -ausweis, der behördlicher N a ch -
iveis einer Impfung
impfen jsw. Vb.; hat/ jmdn. i. Impfstoff in jmds.
Körper bringen, um Immunität gegen einen be
stimmten Krankheitserreger zu erzeugen: jmdn. ge
gen Tollwut i.
Impfling, der; -s, -e geimpfte od. zu impfende Person
jmpf/impf| -pflicht, die /o. PL/ staatlich an geo rd n ete
Verpflichtung, sich impfen zu lassen; -pflichtig
/Adj.; nicht adv./ verpflichtet, sich impfen zu lassen:
impfpflichtige Jahrgänge; -pistolc, die pistolen
artige Vorrichtung zum Verabreichen des Impfstoffes;
-schein, der vgl.
- au sweis; -schütz, der Schutz vor
Infektionskrankheiten durch Impfung; -Stoff, der
abgetötete od. geschwächte Krankheitserreger, die, in
einen Körper gebracht, diesen veranlassen, Abwehr
stoffe zu bilden und so immun zu werden
Impfung, die; -,
- en /zu impfen/
Implantat, das; -s, -e Med. das Implantierte
Implantation, d ie; -,
- en Med. /zu implantieren/
implantieren /sw. Vb.; hat/ Med. ein künstliches
Organ in einen menschlichen, tierischen Organismus
einsetzen, damit es dort seine Funktion aufnimmt
Implikation, die; -,
- en /zu implizieren/
implizieren /sic. Vb.; hat/ etw. mit einbeziehen, ein
begreifen: diese Vorschläge i. eine Menge An
regungen
implizit /Adj./ mit eingeschlossen, aber nicht aus
drücklich gesagt: die Auswahl der Beispiele ent
hielt i. eine Wertung, eine implizite Wertung
implizite /Adv./ [.. te] s. implizit
implodieren /sw. Vb.; ist/ Techn . /von luftleeren
Gefäßen/ durch äußeren Gasdruck zerstört werden: die
Bildröhre ist implodiert; dazu Implosion, die; -,
-en
imponieren jsw. Vb.; hat/ jmdm. i. jmdn. beein
drucken, jmdm. Achtung, Bewunderung einflößen:
er wollte mir mit seinem Können i.; ihre Leistung
imponierte uns; eine imponierende Persönlichkeit
ImponierIgehahe, das fvon männlichen Tieren/ auf
fallende Gebärden bei der Werbung od. zur Ein
schüchterung eines Gegners
Import, der; -(e)s, -e 1, jo. PI./ Einfuhr (1): der I.
von Wein aus Ungarn; der I. von Kohle, Erz —
2. /vorw. Pl.f Importartikel: das Angebot an Im
porten
Importartikel, der importierter A rtikel
Importeur, der; -s, -e [..o :r] Betrieb, Institution,
die Waren importiert
importieren /sio. Vb.; hatf etw. einführen (2):
Baumwolle, Rohöl i.
Importware, die /vorw. PI./ Importartikel
imposant /Adj./ eindrucksvoll, großartig (1): er ist
eine imposante Erscheinung; ein imposanter Bau,
Beig; jmd., etw. wirkt i.
impotent, auch impotent /Adj.; nicht adv.; vom
Mann/ unfähig zum Geschlechtsverkehr: er ist i.;
dazu Impotenz, auch Impotenz, die; -, /o. PL/
imprägnieren jsw. Vb.; hat/ Stoffe mit flüssigen
Chemikalien tränken, um sie haltbar(er) zu machen,
ihre Eigenschaften zu verbessern: Textilien, Holz,
Leder i.; dazu Imprägnierung, die; -,
-en
Impression, d ie ; -,
- en (optischer) Eindruck: Im
pressionen von einer Reise
Impressionismus, der; /o. PL/ 1. von der M alerei
am Ende des 19. Jhs. ausgehende, auch Literatur und
Musik beeinflussende Stilrichtung, für die die Wie
dergabe von Eindrücken und Stimmungen kennzeich
nend ist; dazu Impressionist, der; -en,
-en u.
impressionistisch fA d j.f : impressionistische Ein
flüsse, Stilelemente
Impressum, das; -s, Impressen Druckerei Ver
lagsw. gesetzlich vorgeschriebene Angaben in
Büchern, Broschüren, Zeitschriften und Zeitungen
über Copyright, Verlagslizenz und -ort, Satz, D ruck
und Herausgeber
Imprimat, das; -s, -e s. Imprimatur
Imprimatur, das; -s, /o. Pl.f Druckerei Ver-
lagsw. der Druckerei vom Verfasser od. Verlag
gegebene Druckerlaubnis nach Abschluß der Korrek
turen: das I. erteilen
imprimierenjsw. F6.;hat/Druckerei Verlagsw.:
ein Druckerzeugnis i. (das Imprimatur für ein
Druckerzeugnis erteilen)
Impromptu, das; -s, -s [sproty:] Mus. locker geform
tes, einen Einfall frei gestaltendes, gleichsam impro
visiertes Instrumentalstück, bes. für Klavier: Im
promptus von Schubert, Chopin
Improvisation, d ie; -,
-en [..v . .] I. /zu improvi
sieren/; zu 1.2 Mus.: die Kunst der I.; Bach,
Händel, Mozart waren Meister der I.
—
2, das
Improvisierte, aus dem Stegreif Dargebotene: eine
gelungene, geistvolle I.
improvisieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] 1.1« etvj. un
vorbereitet, aus dem Stegreif tun: einen Ausflug,
Vortrag i.; eine Mahlzeit i. (schnell und mit ein
fachen Mitteln herstellen); aus Zeitmangel mußten
wir i.; eine improvisierte Rede, Party 1.2. Mus.
musikalische Gedanken aus dem Stegreif verar
beiten : der Musiker improvisierte
Impuls, der; -es, -e 1. Anregung (2), Anstoß (2):
die Reise gab dem Schriftsteller neue Impulse für
sein Schaffen — 2.plötzlicher innerer Drang, Trieb,
plötzliche Eingebung: einem I. folgen; etw. aus
einem I. heraus tun — 3 .1 . kurzzeitige, stoßartige
Wirkung einer physikalischen Größe: akustische,
mechanische Impulse; Elektrotechn. Impulse
(kurze Spannungs- od. Stromstöße) empfangen
3.2. Phys. Produkt aus Kraft und der Zeit ihrer
Einwirkung, Produkt aus Masse und Geschwindig
keit
impulsiv /Adj./ einem Impuls (2) schnell nach
gebend, folgend, temperamentvoll: ein impulsiver
Mensch; eine impulsive Bewegung; i. reagieren;
dazu Impulsivität, die; -, /o. PL/ [..v . .]
imstande /Adv./ zu etw. i. sein 1.1. zu etw. fähig
(2.1) sein : jmd. ist durchaus i., wissenschaftlich zu
arbeiten; er war i., drei Dinge auf einmal zu tun
1.2 . zu etw. fähig (2.2) sein: sie war nicht i., sich
(darauf) zu konzentrieren
in /Präp. mit Dat. u . Akk.; / auch im, ins/1.
/räuml.f 1.1. /mit Dat.; gibt die Lage an; weist auf
598
inadäquat — indiskutabel
einen Bereich hin, innerhalb dessen etw. vor sich
geht, etw., jmd. sich befindet/: in einer Stadtwohnen;
das steht in diesem Buch; O sich in jmdm. täu
schen; in vielen Dingen bewandert sein; /o. e r
kennbaren Kasusl eine gute Note in Russisch
haben; in Mathematik ist er sehr gut 1.2 . /mit
Akk.) gibt die Richtung an; weist auf ein Ziel hin,
in das eine Bewegung hineinführt/ : er geht noch in
die Schule (ist noch Schüler); in (den) Urlaub fah
ren; O die Ausgaben gehen in die Hunderte; sich
in jmdn. hineinversetzen; in seine Arbeit vertieft
sein; in einen Vorschlag einwilligen; sich in
jmdn. verlieben; Vertrauen in jmdn., etw. setzen —
2. /zeitl.f 2.1. fmit Dat.f 2.1.1. /weist auf einen Zeit
raum hin, innerhalb dessen etw. vor sich geht/: in den
Ferien verreise ich ; in aller Frühe aufstehen 2.1 .2 .
Iweist auf einen Zeitraum hin, nach dem etw. vor
sich geht; weist in die Zukunft/: in einer Stunde
essen wir 2.2. /mit Akk./ das reicht (bis) weit in die
Vergangenheit, in die Zukunft — 3 ./modal; mit
D a t.j: etw. in Englisch sagen; haben Sie das Kleid
auch in Grün?; in guter Laune sein; in Wirklich
keit, Wahrheit war alles anders; da gab es Bücher
in Massen, Zeitungen in Bündeln; in (mit)- barem
Gelde zahlen — 4 . /mit Akk.; in fester Abhängig
keit von Verben, Subst.j: in schallendes Gelächter
ausbrechen; die Einwilligung in etw .; in ein Lied
einstimmen
inadäquat, auch inadäquat /Adj./ nicht entsprechend,
jmdm., einer Sache nicht gerecht werdend: eine inadä
quate Darstellung, Wiedergabe
inaktiv, auch inaktiv /Adj./ nicht rührig, passiv (1):
er war in letzter Zeit gesellschaftlich i.; dazu In
aktivität, d ie; -en [..v..]
Inangriffnahme, die; -, jo. PL/ das Beginnen, An-
packen eines größeren Projektes
Inanspruchnahme, die; -, jo . PL/ 1. trotz seiner I.
durch den Beruf (obwohl er durch seinen Beruf
sehr in Anspruch genommen wurde) widmete er
sich seinen Kindern —* 2. das Beanspruchen und
Nutzen einer Sache: die I. von Vorteilen, Rechten
Inbegriff, der; -(e)s, /o. P L ; nur mit Gen. attr./
etw., jmd., der die (qualitativen) Merkmale, die man
damit in seiner V orstellig verbindet, vollendet ver
körpert, Musterbeispiel: sie ist der I. alles W eib
lichen; er ist der I. der Selbstbeherrschung
inbegriffen /Adj.; vorw. präd.j: die Verpackung ist
im Preis i. (einbezogen, mitgerechnet)
Inbetriebnahme, die; -, /o. PL/ Aufnahme des Be
triebes von einer Einrichtung: die I. der Tankstelle,
einer neuen Taktstraße
Inbetriebsetzung, die; -, /o. PL/ Instandsetzung und
Aufnahme des Betriebes von etw.: die I. einer
Maschine
Inbrunst, die; -, /o. PL/ tiefes, starkes Gefühl: die I.
seiner Liebe; dazu inbrünstig /A d j./: etw. i. hof
fen, ersehnen; inbrünstige Liebe
Indefinitpronomen, das Gramm. Pronomen, das
eine Person od. Sache in ganz allgemeiner, un
bestimmter Weise bezeichnet, unbestimmtes Fürwort
indeklinabel, auch indeklinabel /A d j.; nicht adv./
Gramm , nicht deklinierbar: ein indeklinables Ad
jektiv
in| -dem /Konj.; unterordnend; leitet einen Glied
satz ein; kennzeichnet den Gliedsatz im Sinne der Art
und Weise des Begleitumstands, Grundes, des Mittels
in bezug auf das im Hauptsatz Gesagte/ dadurch, daß
. . . : er verschaffte sich Einlaß, i. er laut an die Tür
klopfte; i. ich ihm widersprach, ärgerte ich ihn;
1- des(sen) /Adv./ 1. jedoch: soviel darf man i. be
haupten, daß ...
—
2. unterdessen, inzwischen:
ich gehe einkaufen, du kannst i. in Ruhe arbeiten;
2- des(sen) /Konj.; unterordnend; leitet einen Glied
satz ein; adversativ; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne der Gegensätzlichkeit und der Gleichzeitigkeit/
2während (2): i. er las, schlief sie
Index, der; -/-es, -e/Indizes [,. ze:s] 1. alphabeti
sches Namens-, Sachverzeichnis: in einem I. nach
schlagen — 2 . /PL -e/ Verzeichnis der von einer
Institution eines administrativen Staats od. einer
Kirche verbotenen Bücher: das Buch stand auf dem
1.
—
3. /PL Indizes/ 3.1. Math, an Buchstaben an
gefügtes kleineres Zeichen zur UnterScheidung
gleichartiger Größen: bei x, ist der I. 1 3.2. Wirt-
sch. Verhältniszahl für Veränderungen statistischer
D ate n : der I. der Lebenshaltungskosten ist gleich
geblieben
indezent /Adj.\ nicht dezent, aufdringlich: ihr Be
nehmen war i.
Indianer, der; -s, - 1 . Angehöriger der Urbevölkerung
Nordamerikas (mit Ausnahme der Eskimos) —
2. Indio
Indianer] -häuptling, d e r; -stamm, der
indianisch /Adj.; nicht präd.; zu Indianer/
indifferent /Adj.f 1. gleichgültig, nicht (parteilich)
Stellung nehmend, teilnahmslos: er hat sich i. ver
halten — 2. /nicht adv./ Chem. an Reaktionen un
beteiligt: der Stoff ist i.; dazu Indifferenz, die; -,
-en
indigniert /Adj./ peinlich berührt, entrüstet: eine
indignierte Miene aufsetzen; er zeigte sich i.
Indigo, der, das; -s, -s /vorw. Sg./ tiefblauer natür
licher Farbstoff
indigoblau /Adj./ tiefblau
Indikation, d ie; -,
-en fachspr. Umstand, Be
weggrund, durch den ein bestimmtes Heilverfahren
angezeigt ist: eine medizinische, soziale I.
Indikativ, der; -s, /o. PL/ Gramm. Modus des
Verbs, der etw. als wirklich axisdrückt, W irklich
keitsfo rm ; dazu indikativisch, auch indikativisch
IAdj-1 [..▼ . .]
Indikator, der; -s, Indikatoren 1. die Zahl der
Arbeitslosen ist ein I. für die wirtschaftliche Lage
(zeigt die wirtschaftliche Lage an) in den kapitali
stischen Ländern — 2. Techn. Vorrichtung zur
Feststellung zeitlich veränderlicher Meßwerte —
3. Naturwiss. Mittel, Stoff zur Anzeige vom Ver
lauf eines Vorgangs od. von Zuständen: radioaktive
Stoffe werden von Biologie und Medizin als Indi
katoren verwendet
Indio, der; -s,
-s Angehöriger der Urbevölkerung
Mittel- und Südamerikas
indirekt /Adj./ mittelbar, nicht auf direktem Wege:
ein indirekter Beweis; indirekte Beleuchtung; er
ist nur i. davon betroffen; Wirtsch. /in der kap.
Wirtschaft/ indirekte Steuern; G ram m , die in
direkte Rede (nicht wörtliche Wiedergabe einer
sprachlichen Ä ußeru ng); ein indirekter (abhängiger)
Fragesatz
Indiskret /Adj./ [. .e:t] 1. nicht die gebotene Zurück
haltung wahrend, taktlos, zudringlich: i. fragen; ein
indiskretes Benehmen — 2 . i. sein (etw. ausplau
dern); dazu Indiskretion, die;
-en; zu2: eineI.
begehen (indiskret sein)
indiskutabel, auch indiskutabel /Adj.; nicht
indisponibel — infam
599
adv,/ nicht wert, erörtert zu werden: der Vorschlag
ist i.
indisponibel, auch indisponibel /Adj.; nicht adv./
nicht disponibel: indisponible (nicht sofort verfüg
bare) Gelder
indisponiert, auch indisponiert /Adj.; vorw. präd
bes. von darstellenden Künstlern/ für etw., bes. für
den Auftritt, in einer physisch, psychisch nicht sehr
guten Verfassung: die Sängerin war i.
Individualismus, der; /o. PL/ [..v . .] Denk- und
Verhaltensweise, die durch Zurückhaltung des
Menschen gegenüber der Gemeinschaft und ihren
Ansprüchen gekennzeichnet ist und durch die das
menschliche Individuum mit seinen Rechten, Inter
essen und Bedürfnissen für autonom erklärt und der
Gesellschaft übergeordnet ivird; dazu Individualist,
der; -en, -en u. individualistisch /Adj./
Individualität, die; -en £..v . .] 1. fo. PL/ die per
sönlichen Eigenarten eines Einzelwesens: seine I.
bewahren wollen — 2. durch ein nur ihm selbst
eigenes Gepräge gekennzeichnetes Einzelwesen, Per
sönlichkeit (1): er ist eine schöpferische I.
individuell /Adj./ [. .vidu|sl] dem Individuum und
seiner Eigenart entsprechend, dem Individuum
eigentümlich: ein individuelles Bedürfnis; Kinder i.
(je nach ihrem eigenen W esen verschieden) erziehen;
der individuelle (spezifische) Wert einer Sache
Individuum, das; -s, Individuen [ ..vi:du|um, PL
..duon] 1. der Mensch als einzelnes Wesen: der
Mensch als I.
—
2. /emot. neg.j ein verdächtiges I.
(eine verdächtige Person 1.2)
Indiz, das: -es, Indizien [. .ion] 1. /vorw. PL/ A n
zeichen für jmds. Schuld, den Verdacht des Vorliegens
einer Straftat erregender Umstand: ein sicheres L;
Indizien für Beweise nehmen; jmdn. auf Grund
von Indizien verurteilen; die Indizien sprechen
gegen ihn — 2. Merkmal, Kennzeichen:dasisteinI.
für den guten Lebensstandard
IndizienIbewcis, der aiif überzeugende Indizien (1)
gegründeter B ew eis: der Gerichtsmediziner trat
einen schlüssigen I. an
indoeuropäisch, indoeuropäisch /Adj./ d ie S p r a c h
familie betreffend, zu der vor allem fast alle euro
päischen Sprachen gehören
indogermanisch, indogermanisch /Adj./ in d o e u r o
päisch
Indogermanistik, Indogermanistik, die W is s e n
schaft von den indoeuropäischen Sprachen
indolent, auch indolent /Adj./ unempfindlich (1),
gleichgültig (1), träge (1): ein indolenter Mensch;
dazu Indolenz, die; jo. PL/
Indologie, d ie;
/o. PL/ Wissenschaft von der
Kultur, Sprache und Literatur Indiens
Induktion, d ie ;
-en 1. Elektrotechn. Er
zeugung elektrischer Spannung durch Bewegung
eines Leiters in einem magnetischen Kraftfeld —
2. Logik /wichtigste Form der Reduktion (2)/ Ab
leitung einer allgemeinen Aussage über eine Klasse
von Gegenständen aus Aussagen über einzelne Gegen
stände dieser Klasse
Induktions Elektrotechn. zu Induktion 1| -ap-
parat, der Induktor; -ström, der durch Induktion
erzeugter Strom
induktiv, induktiv /Adj./ 1. Elektrotechn. durch
Induktion (1) entstehend: ein induktiver Widerstand
—
2. Logik auf Induktion (2) beruhend, durch sie
gewonnen: ein induktiver Schluß
Induktor, der; -s, Induktoren Elektrotechn.
Gerät zur Erzeugung hoher Spannungen
industrialisieren /sw. V b.; hat/: ein Land i. (in
einem Land eine Industrie auf-,
ausbauen); die
Landwirtschaft i. (industrielle Ausstattung, M e
thoden in der Landwirtschaft einführen); dazu In
dustrialisierung, d ie ; -en
Industrie, die;
-n [..i:on] 1.1. /vorw. Sg./ Ge
samtheit von Betrieben, in denen durch maschinelle
Produktion in großer Stückzahl Konsumgüter und
Produktionsmittel hergestellt, Rohstoffe gewonnen
w erd en : die chemische, metallurgische I .; die
volkseigene I .; die I. aufbauen, modernisieren
1.2. /o. PL/ die für 1.1 charakteristische A rt der
Produktion (1): die moderne (elektronische) I. ein
führen — 2. Schweiz. Fabrik: in dem Ort waren
mehrere Industrien untergebracht
Industrie|-abgas, das; -abwasser, das; -anlage, die
vgl.
- betrieb; -arbeiter, der; -ausriistung, die tech
nische Einrichtung eines Industriebetriebes; -be
trieb, der industrieller Betrieb; -gebiet, das Gebiet,
in dem Industriebetriebe konzentriert sind; -gesell-
schaft, die /Begriff der bürgert. Philosophie und
Soziologie, mit dem vorgespiegelt werden soll, daß vor
der Rolle der industriellen Produktion Unterschiede
zwischen Gesellschaftsordnungen als unwesentlich
zurückträten/; -gewerkschaft, die /Abk. IG/ Ge
werkschaftsorganisation, in der die Werktätigen eines
od. mehrerer Industriezweige zusammengefaßt sind:
die I. Metall; -kapital, das in kap. Ländern in der
Sphäre der Industrie (1) fungierendes Kapital;
-kombinat, das Kombinat soz. Industriebetriebe;
- laden, der von einem volkseigenen Industriebetrieb
eingerichtete Verkaufsstelle, in der seine Erzeug
nisse verkauft werden; -land, das Land, dessen
Wirtschaftsstruktur von der Industrie bestimmt wird;
-landschaft, die durch industrielle Bauten geprägte
Landschaft
industriell /Adj.; nicht präd./ die Industrie (1) be
treffend: die industrielle Produktion; industrielle
Produktionsmethoden; die industrielle / Revo
lution; ein i. rückständiges Land
Industrielle, d e r; -n ,
-n Inhaber eines kap. In
dustriebetriebes
Industrie| -preis, der W irtsch. Abgabepreis der
Industrie; -produkt, das; -Produktion, die; -robo-
ter, der im industriellen Fertigungsprozeß ein
gesetzter Roboter, der Arbeitsgänge wie z. B . Schwei
ßen, Schneiden, Be- , Entladen selbsttätig ausführt;
-Staat, der vgl. Industrieland; -stadt, die Stadt mit
viel Industrie; -waren, die /PL/; -zweig, der Bereich
und Gesamtheit der Industriebetriebe mit einer be
stimmten Fertigung: der I. Schwermaschinenbau
induzieren /sw. Vb.; hat/ 1. Elektrotechn.
elektrischen Strom durch Induktion (1) erzeugen —
2. Logik einen induktiven Schluß ableiten
ineinander /Adv./ 1. eines, einer in dem anderen:
die Probleme waren i. verschmolzen — 2 . einer
in den anderen, eines in das andere: sie waren i.
verliebt
ineinander zu ineinander 2 ] -fließen / Vb./: bei N
fließen die beiden Flüsse ineinander (vereinigen
sie sich zu einem Fluß); -greifen /Vb./: die Zahn
räder griffen ineinander; <> dieAktionen müssen i.
(aufeinander abgestimmt sein)
infam /Adj./ 1. gemein (1.1 .1): eine infame Lüge;
jmdn. i. hintergehen — 2 . /emot./ abscheulich (1.1):
das stinkthier ja i.; zu 1Infamie, die; -n [..i:9n]:
soeineI.!
Infanterie, die; -, /o. PL/ [..t(9)ri:] v e r a lte n d
Waffengattung der Landstreitkräfte, deren Truppen
früher vorwiegend zu Fuß mit der Waffe in der
Hand kämpften; dazu Infanterist, der; -en,
-en
[..t(o)r..]
infantil /Adj./ 1. von Infantilismus zeugend: er hat
typisch infantile Gesichtszüge — 2 . kindisch : sich
i. benehmen
Infantilismus, der;
Infantilismen fachspr.
1. fo. PL/ körperliches, geistiges Stehenbleiben auf
kindlicher Entwicklungsstufe — 2. durch 1 bestimmte
Äußerung, Symptom von 1
Infarkt, der; -(e)s, -e Med. Absterben von Gewebe
infolge Drosselung od. Unterbrechung der Versor
gung mit B lu t: einen I. bekommen, behandeln
Infekt, der; -(e)s, -e Med. 1.1. Infektion 1.2 . /oft
für eine Erkältungskrankheit/: ein /* grippaler I.
Infektion, die; -,
-en Med. Übertragung von Krank
heiten durch Krankheitserreger: Maßnahmen gegen
eine I. treffen
Infektions Med.|
- gefahr, die; -lierd, der; -krank-
heit, die durch Infektion hervorgerufene Krankheit
infektiös /Adj./ Med. eine Infektion bewirkend,
a n steck en d : eine infektiöse Darmerkrankung
infernalisch /A d j./ 1. ein infernalischer (extrem
böser und niederträchtiger) Plan — 2 . /emot./ ab
sch eulich (1.1): hier stinkt es i.
Inferno, das; -s, /o. PL/ geh. Hölle (1.2), die
Schrecknisse: das I. des Krieges, eines Bombarde
ments
infinit, infinit /Adj./ Gramm.: die infiniten
(nicht nach Person, Zahl bestimmten) Formen des
Verbs
Infinitesimalrechnung, die /o. PL/ M ath. / zu
sammenfassende Bez. für Differential- und Integral
rechnung/
Infinitiv, der; -s, -e [..vo] Gramm, nicht nach
Person, Zahl, Modus bestimmte Form des Verbs
infizieren /sw. Vb.; hat/ sich, jmdn. anstecken (3.1
u. 3 .2): er hat sich bei dem Kranken infiziert, ist
infiziert
in flagranti
- f jmdn. i. (auf frischer Tat) ertappen
Inflation, die; -,
- en Wirtsch. im kap. Wirtschafts
gefüge auftretende Entwertung des Geldes durch
übermäßige Erhöhung des Geldumlaufs bei gleich
zeitiger Erhöhung der Preise: sie hat in der I. alle
Ersparnisse verloren; dazu inflationär /A d j./ u.
inflationistisch /A d j./: inflationistische Tendenzen
Inflations| -rate, die W irtsch. Rate, die den Grad
der Entwertung des Geldes und Preissteigerung aus
drückt; -zeit, die bes. die Jahre nach dem 1. W elt
krieg
in[ 1-folge /Präp. mit Gen./ als Folge, Wirkung
von, auf Grund von: i. (des) starken Nebels konnte
das Flugzeug nicht starten; /o. erkennbare Rektion
in Verbindung mit starkem Bubst, im Sg. o. Art. u .
Attr.; mit Dat., wenn der Gen. PL nicht erkennbar
ist/: i. Nebel; 2-foIge /Adv.; in Verbindung mit
von/ auf Grund von: i. von Verkehrsstörungen,
Witterungseinflüssen; -folgedessen /Adv.; vorw. in
konjunktionaler Verwendung; nebenordnend; fügt
an einen Vordersatz mit Inversion des Subjekts
einen Hauptsatz an, der die Folge für eine im
Vordersatz genannte Ursache angibt/ also: die
600
Infamie — Ingenieurhochschule
Straßen sind heute vereist, i. mußt du vorsichtig
fahren
Informant, der; -en,
- en 1. jmd.,
der (geheime)
Informationen gibt — 2. Gewährsmann
Informatik, die; /o. PL/ Wissenschaft, die sich
mit den Problemen der Information und Dokumen
tation befaßt
Information, die; -,
- en 1.1. Nachricht (1), M it
teilu n g: eine einseitige, richtige, sachliche, ver
trauliche I .; Informationen erteilen, wiedergeben
1.2 . Mitteilung über aktuelle Ereignisse von gesell
schaftlicher Bedeutung bes. durch Nachrichten,
Kommentare — 2. rasche und zuverlässige Ermitt
lung, Sammlung und Übermittlung von wissen
schaftlichen Erkenntnissen und deren Organisation
und Technik: die Grundlagen der I. verbessern —
8. Kybern. Klasse äquivalenter Signale
Informations | -austausch, der (zwischenstaatlicher)
Austausch von Informationen (1.2); -material, das
Material, bes. schriftliche Unterlagen, die der I n
formation (1.1) dienen; -mittel, das bes. Karteien,
Bibliographien, Wissensspeicher für die Informa
tion (2); -theorie, die /o. PL/ Math. Theorie, die
sich mathematisch mit den Bedingungen der Zuver
lässigkeit der Übermittlung, Speicherung und Ver
arbeitung von Informationen (1, 3) befaßt; -Ver
arbeitung, die (technische) Verarbeitung, Auswer
tung von Informationen mit dem. Ziel, neue In
formationen zu gewinnen, bes. durch Datenver
arbeitung; -vertust, dei bei der Übertragung od.
Verarbeitung von Informationen auftretender Ver
lust an Information (1); -Wissenschaft, die /o. PL/
Wissenschaft, die sich mit den aus der Methodik,
Technik und Organisation der Informationsver
arbeitung ergebenden Gesetzmäßigkeiten befaßt
informativ /Adj./ der Inform ation (1-2) dienend:
eine informative Berichterstattung; diese Zeit
schrift ist sehr i.
informatorisch /Adj./ informativ
informieren /sw. Vb.; hat/ jmdn., sich über etw. in
Kenntnis setzen: er ist eingehend informiert wor
den; der Minister hat sich über die Lage informiert;
dazu Informiertheit, die; -, /o. PL/
infrarot, infrarot /Adj./ Phys. zum Bereich des
Infrarots gehörend
Infrarot, Infrarot, das; -s, /o. PL/ Phys. nicht
sichtbare, Wärme abgebende Strahlen, die im Spek
trum unterhalb des roten Bereichs liegen
Infrarot, Infrarot| -grill, der mit infraroten Strahlen
beheizter G rill; -heizung, die vgl.
- grill; -Strahlung,
die Phys. Strahlung im Bereich des Infrarots
Infrastruktur, die fach sp r. gesamte materiell-
technische Ausstattung eines Territoriums mit den
allgemeinen Grundlagen für die Produktion, die
selbst nur mittelbar der Produktion dient: Häfen,
Eisenbahnen, Wohnsiedlungen und Kranken
häuser gehören zur I. eines Landes; ein Land mit
gut, schwach entwickelter I.
Infusion, die; -,
-en Med. tropfenweises Einführen
einer größeren Flüssigkeitsmenge in den mensch
lichen Körper: eine I. vornehmen
Ingenieur, der; -s,
-e [injemor] Techniker mit
Hoch- od. Fachschulabschluß: ein I. für Hochbau,
Maschinenbau
Ingenieur| -bau, der /PL -ten/ Techn. Bauwerk,
das besonders schwierige technische Probleme bietet
und von Ingenieuren entworfen wird; -hochschule,
Ingenieurin — inländisch
601
die technische Hochschule, die bes. Technologen für
wichtige Bereiche der materiellen Produktion aus
bildet
Ingenieurin, die; -nen [in3eni0 :rin]/zu Ingenieur/
Ingenieur|-Ökonom, der Fachmann auf dem Gebiet
der IngenieurÖkonomie; -Ökonomie, die jo. PL/
Fachrichtung, bei der neben ökonomischem auch
technisches Wissen über einen Industriezweig ver
mittelt wird; -schule, die Fachschule zur Ausbildung
von mittleren technischen Kadern
Ingrediens, d as;
Ingredienzien jvorw. Pl.f
[..disns, PL ..tslon] Bestandteil bes. einer Speise,
eines Getränkes, eines Arzneimittels: dem Cocktail
fehlte noch das wichtigste I.
Ingredienz, die; -en Ingrediens
Ingrimm, der; -s, jo. Pl.f veraltend Grimm:
Jmdn. packt der I .; dazu jngrimmig jA d j./: i. blicken
Ingwer, der; -s, fo. PL/ 1. einkeimblättrige Staude
in Südasien, deren Wurzel als Gewürz verwendet
wird — 2. Gewürz aus 1: Kürbis mit I. würzen
Inhaber, der; -s, - 1 .1 . Besitzer, bes. eines Geschäftes:
der I. jeines Geschäftes, einer Wohnung 1.2 . er ist
1. dieses Weltrekords (hält diesen Weltrekord); da
zu Inhaberin, die; -nen
inhaftieren jsw. Yb.; hat/ jmdn. in Haft nehmen,
verhaften; dazu Inhaftierung, die; -en
Inhalation, die; -en Izu inhalieren/
inhalieren jsw. Vb.; hat/ heilkräftige Dämpfe ein-
atmen: der Kranke mußte täglich dreimal i.
Inhalt, der; -s/-es, -e 1.1. das in einem Behältnis
Enthaltene: der I. einer Flasche, Büchse, Kiste;
den I. ausgießen, herausnehmen; O der I. seines
Lebens war nur Arbeit (sein Leben war von Arbeit
erfüllt) 1.2 . Math, der I. (Flächeninhalt) eines
Dreiecks; der I. (Raum inhalt) eines Zylinders —
2. das (sprachlich) Dargestellte, Mitgeteilte: der I.
eines Romans, Briefes; das Problem von Form
und I.; den I. eines Gespräches wiedergeben; zu 2
inhaltlich jA d j.j
Inhalt): / Inhalts/inhalts|
Inhalts/inhalts /mit * au ch inhalt|; zu Inhalt 2/|
-angabe, die; -analyse, die; *-arm jAdj./ arm an
Inhalt; *-leer jAdj.j vgl.
-los; *-los jAdj.j im
Inhalt nichtssagend: der Film ist i.; *-reich /Adj./
reich an Inhalt; *-schwer jAdj.j bedeutungsvoll,
wichtig; -Verzeichnis, das: das Buch hat ein über
sichtliches I.
inhärent, auch inhärent /Adj.; nicht adv.j inne
wohnend : die inhärenten Bestandteile einer Sache
inhuman jAdj.j die Würde des Menschen nicht
achtend, unmenschlich (1.1): ein inhumanes Ver
halten; eine inhumane Gesetzgebung; eine in
humane (rücksichtslose 1.2, hartherzige) Strafe;
dazu Inhumanität, die; -, jo. PLI
Initiale, die; -,
- n großer Anfangsbuchstabe: er hat
sich die Initialen seines Namens in den Ring ein
gravieren lassen
Initialsprengstoff, der fach sp r. durch Hitze, Stoß,
Schlag leicht entzündlicher Sprengstoff, der die
schwerer entzündlichen Sprengstoffe in Spreng
ladungen zur Detonation bringt
Initialwort, das /PL -Wörter/ Sprachwiss. aus
den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter einer Wort
gruppe gebildetes Kurzwort
Initialzündung, die fachspr. Zündung mit Initial
sprengstoff
Initiative, d ie ; -,
-n [..va] 1. Antrieb zum Handeln,
Unternehmungsgeist: jmds. schöpferische I.; I.
haben, besitzen — 2. Anstoß zum Handeln: auf I.
(Veranlassung) des Außenministers wurde die
Konferenz einberufen; /in der Verbindungj die 1.
ergreifen (in einer Sache aktiv werden); zu 2
Initiator, der; -s, Initiatoren u. initiieren jsw. Vb.;
hat/ [..tsi|i:..] etw. i. zu etw. den Anstoß geben:
eine Sammelaktion i.
Injektion, d ie;
- en Med. Einführung eines flüs
sigen Arzneimittels unter die Haut od. in ein Blut
gefäß mit einer Injektionsspritze: eine subkutane,
intramuskuläre, intravenöse I. bekommen, vo r
nehmen
Injektions Med.|
-nadel, die innen hohle Nadel mit
einer Öffnung für Injektionen; -spritze, die Spritze
für Injektionen
injizieren jsw. Vb.; hat/ Med. etw. durch Injektion
in den Körper bringen
Injurie, die; -,
-n [..io, ..le] veraltend Beleidi
gung (1) ^
Inkarnation, d ie ; -,
-en 1. Verkörperung von etw.
Geistigem: sie erschien mir als I. des Guten —
2. nach religiöser Auffassung die leibliche Ver
körperung, Menschwerdung eines göttlichen Wesens:
die I. Gottes
Inkasso, das; -s, -s/österr. auch Inkassi Bank
Einziehung fälliger Geldforderungen
Inkasso)Vollmacht, die B a n k Vollmacht, Geld-
forderungen einzuziehen
inklusive /Präp. mit Gen.; Abk. inkl./ [..ve] bes.
Kaufm . einschließlich: er verkaufte das Haus i.
des Mobiliars; /o. erkennbare Rektion in Verbin
dung mit starkem Subst. im Sg. o . Art. u . Attr.;
mit Dat.,
wenn der Gen. PL nicht erkennbar ist/:
der Preis versteht sich i. Verpackung
inkognitojAdv.j unter anderem Namen: er reiste i.
Inkognito, das; -s, -s Verheimlichung der eigenen
Identität durch Gebrauch eines Decknamens: das I.
lüften, fallenlassen, wahren
inkommensurabel jAdj.j nicht meßbar, nicht ver
gleichbar: diese Begriffe sind i.
inkommodieren jsw. Vb.; hat/ veraltend jmdn.
belästigen, stören, jmdm.
Unannehmlichkeiten
machen: ich möchte Sie nicht i.!
inkompetent /Adj./ auf Grund fehlender Befugnis
od. Sachkenntnis nicht zuständig: ein inkompeten
ter Beurteiler; ich fühle mich da i.; dazu In
kompetenz, die ; -,
-en
inkonsequent jAdj.j nicht folgerichtig, nicht konse
quent (1.1): eine inkonsequente Haltung; i. han
deln, argumentieren; dazu Inkonsequenz, die; -,
-en
Inkorrekt jAdj./ nicht korrekt (1.2): sich i. ver
halten
Inkubation, die; -, jo. Pl.j Med. das Sichfestsetzen
von Krankheitserregern im Organismus
Inkubationszeit, die Med. Zeitspanne zwischen
Ansteckung und Ausbruch einer Infektionskrank
heit: die I. beträgt bei Scharlach 2 bis 8 Tage
In/in| -land, das jo. P L ; o. unbest. Art./ 1.
das Territorium des Landes, dessen Staatsbürger
schaft man besitzt: er verbrachte seinen Urlaub
diesmal im I.
—
2. Binnenland: im I. ist das
Klima weniger ausgeglichen — 8. (offizielle) Ver
treter, Bevölkerung von 1: die Reaktion des In
lands auf die Vorgänge in der Hauptstadt; zu 1
u. 2 -ländisch jAdj.j
602
Inlandpreis — inoffiziell
luland zu Inland 1| -preis, der im Inland geltender
Preis einer im Inland produzierten Ware; -reise,
die touristische Reise im Inland; -verkehr, der vgl.
- reise
Injlaut, der; -(e)s, /o. PL/ Sprachwiss. /von
Lauten/: im I. (im Inneren eines Wortes) ste
hen
Inlay, das; -/ -s, -s [..le:] fachspr. gegossene und
eingepaßte Zahnfüllung bes. aus einer Metallegierung
Inlett, das; -(e)s, -s/-e 1. sehr dicht gewebter Baum
wollstoff für Federbetten — 2. verschlossene Hülle
aus 1, in der die Bettfedern untergebracht sind: das
l. beziehen
}n|liegend /Adj.; nicht präd.j Büro dem Schrift
stück beigefügt, der Sendung beiliegend: die in
liegende Bescheinigung...; i. erhalten Sie eine
Bescheinigung
in medias res
+ i. gehen (unmittelbar zur Sache kommen)
in memoriain /meist als Überschrift eines N ach
rufsj zum Andenken cm ...: i. Thomas Mann
inj 1-mitten fPräp. mit Gen./ geh. in der Mitte von:
i. der Felder erhob sich ein kleiner Hügel; er
stand i. der erregten Menge; 2-mitten /Adv.; in
Verbindung mit von/ geh. in der Mitte von: i. von
Neugierigen
in natura 1. leibhaftig (1.1), in seiner natürlichen
Gestalt: j^ndn. i. vor sich sehen — 2 . er bekam
sein Entgelt i. (in Form von Produkten)
innehaben /Vb./: ein Amt i. (mit einem A mt be
traut sein, es wahrnehmen 2.3); eine Stellung i.
(in einer Stellung 5.1 sein)
innehalten jVb.j für einen Augenblick mit einer
Tätigkeit aufhören, stocken: er hielt inne, um zu
lauschen
innen /Adv./ 1.1. im Inneren (1) (von Gebäuden,
Räumen): ich kenne das Haus auch von i.; die
Tür geht nach i. auf; O die Institution muß von
i. her erneuert werden 1.2. auf der Innenseite: der
Becher ist i. vergoldet
Innen/fnnen! -antenne, die Zimmerantenne; -arbei
ten, die /PL/ Arbeiten im Inneren eines Baus;
-architekt, der Architekt, der Innenräume gestaltet;
-architektur, die Architekhir, die sich mit der Ge
staltung von Innenräumen befaßt; -aufnahme, die
innerhalb eines Raumes gemachte fotografische,
filmische Aufnahme; -ausbau, der,Ausbau der
Räume eines Gebäudes; -bahn, die Sport die an
der inneren Krümmung eines Stadions, in der Mitte
eines Schwimmbeckens gelegene Bahn (1.3 .1); -dienst,
der fo. PI./ Dienst (1.1) in den Räumen der Dienst
stelle; -leben, das die das Innere des einzelnen
Menschen betreffenden Prozesse; -minister, der
Minister für innere Angelegenheiten; -ministerium,
das vgl.
-minister; -politik, die Politik eines Staates.
die sich mit seinen internen Angelegenheiten befaßt;
dazu -politisch /Adj./; -raum, der Raum im Inneren
eines Gebäudes; -Seite, die die der Mitte, dem Zen
trum zugewandte, dem Betrachter abgewandte Seite
von etw.: die I. eines Gefäßes; -Stadt, die Stadt
zentrum; -tasche, die Tasche auf der Innenseite
eines Kleidungsstückes; -temperatur, die Tempera
tur in einem Innenraum; -toilette, die in der
Wohnung befindliche Toilette; -wand, die Wand
zwischen Zimmern
inner /Adj.; nur attr.; / auch Innere, Innerste/
1.1. sich auf der Innenseite befindend: die innere
Bahn 1.2 . im Körper befindlich: die inneren Organe;
der Verletzte hatte innere Blutungen; ein Fach
arzt für innere Krankheiten — 2.1. im Inneren (2)
des Menschen vorhanden, wirksam: die innere An
teilnahme, Ruhe; ein innerer Konflikt; er handelte
nach seinen innersten (tiefste n ) Überzeugungen;
etw. aus innerem Antrieb tun; O vor meinem
inneren Auge (im Geiste) sah ich ihn 2.2 . einer
Sache innewohnend: die innere Geschlossenheit,
Ordnung einer Sache; der innere Zusammenhang
—
3. der Minister für innere (inländische) An
gelegenheiten, das Ministerium des Inner(e)n;
Einmischungen in die inneren Angelegenheiten
eines Landes, Staates
inner|betrieblich /Adj./ innerhalb eines Betriebes:
der innerbetriebliche W ettbew erb; innerbetrieb
liche Reserven
Innere, das; -n, jo. P I .; / auch inner, Innerste/
1. das innerhalb bestimmter Abgrenzungen Befind
liche: das I. des Hauses, Landes, der Stadt; im
Inneren des Wagens, Schiffes — 2 . das Geistig-
Psychische im Menschen: ihre Geständnisse hatten
sein Inneres aufgewühlt ; .im Inneren denkt er
anders (er denkt anders, als er erkennen läßt)
Innereien, die /PI./ Eingeweide von Tieren
innerhalb /Präp. mit Gen./ 1.1. /räuml./ im B e
reich von, in (1.1): i. des Hauses, der Grenzen;
i. Sachsens; <0> i. der Gemeinschaft 1.2. /zeitl./
i. (während) der Dienstzeit; i. (binnen) dreier
Wochen; /mit Dat., wenn der Gen. nicht erkennbar
ist/ i. acht Tagen
‘^innerhalb /Adv.; in Verbindung mit von/ 1.1.
/räuml./ im Bereich der Stadt-,
Landgrenzen: das
Haus befindet sich i. von Berlin 1.2. /zeitl./ i. von
drei Wochen (binnen dreier Wochen)
innerlich /Adj.; nicht präd./ 1.1. im geistig-psy
chischen Bereich, Inneren (2) des Menschen: i.
ruhig sein; i. leiden; er fühlte sich i. wie ausgehöhlt
1.2. ein innerlicher Mensch (Mensch mit reichem
Innenleben); dazu Innerlichkeit, die; -, /o. PI./
inner| -parteilich /Adj./ innerhalb einer Partei;
-staatlich /Adj./ vgl.
- parteilich; -städtisch /Adj./
vgl.
- parteilich
Innerste, das; -n, jo. P I .; / auch inner, Innere/
das tiefste Innere (2) eines Menschen: er war bis
ins I., im Innersten getroffen
iime| -werden /Vb./ geh. 1.1. etw. erkennen (2.2),
feststellen (2): er wurde bald inne, daß es zu spät
war; /mit Gen./ einer Sache i.: er wurde bald der
Gefahr inne 1.2. einer Sache, jmds. i. etw., jmdn.
wahrnehmen (1): allmählich wurde er des Fremden,
der Stille inne; -wohnen /Vb./ geh.: etw. wohnt
jmdm., einer Sache inne jmd.,
etw. hat etw. als
eine Eigenschaft in sich
innig/Adj./ 1. tief innerlich, mit stark empfundenem
Gefühl: jmdn. i. lieben; etw. i. hoffen; mit jmdm.
i. verbunden sein; das ist mein innigster Wunsch
—
2. fachspr. eine innige (intensive) Mischung
von verschiedenen Substanzen; zu 1 Innigkeit,
die; -, jo. PI./ u. inniglich /Adj./ geh.
Innung, die; -,
-en /noch in der BRD/ Organisation
(3) von selbständigen Handwerkern und deren Ge
sellen einer Berufsgruppe: die I. der Bäcker,
Schneider
+ umg. die ganze I. (den Kreis, dem jmd. an
gehört) blamieren
inoffiziell, auch inoffiziell /Adj./ nicht offiziell: der
inoperabel — Instandhaltung
603
inoffizielle Besuch des Außenministers; dieser
Weltrekord ist noch i.
inoperabel, au ch inoperabel /Adj./ M ed . durch
Operation nicht heilbar
in petto
+ umg. etw. i. haben (etw. als Überraschung
bereit, im Sinne haben, es aber ?ioch zurückhalten)
in puncto [. .kto] hinsichtlich, in bezug a uf: i. Fleiß
ist er unschlagbar
Input, der; -/ -s,
-s Datenverarb. die einem
Computer eingegebenen Daten
Inquisition, die; -en 1. fo. PI./ vom 12. — 18. Jh.
bestehende Organisation der kath. Kirche, die grau
sam gegen Abtrünnige vorging — 2. Verhör durch 1
Inquisitor, der; -s, Inquisitoren Leiter, Richter der
Inquisition; dazu inquisitorisch /Adj./ streng, grau
sam gegen Andersdenkende, wie die Inquisition,
wie ein Inquisitor: ein inquisitorisches Verhör
ins jPräp. in -f- Akk. (das) von 1das/; /* in 1.2,
2.2, 4; /in vielen Fällen heute nur ins/: sich i.
Bett legen; i. Kino gehen; i. Gerede kommen
Insasse, der; -n, -n jmd., der sich in einem Fahr
zeug befindet od. ein Heim o. ä. bewohnt
insbesondere /Adv./ vor allem : alle lachten, i.
sein Vater; i. gilt dies bei Gefahr
InjSchrift, die; -,
- en vorwiegend zum Gedenken,
zur Erinnerung an jmdn., etw. auf festem Material
[durch Gravieren) fixierter T ext: eine I. auf einem
Grabstein, über der Haustür
Insekt, das; -(e)s, -en auf dem Land, in der Luft
lebender Gliederfüßer, bei dem Kopf, Brust und
Hinterleib meist deutlich gegliedert sind und der meist
zwei Paar Flügel besitzt, Kerbtier
Insekten] -bekämpfungsmitte], das In s e k tizid ;
-fresser, der sich vorwiegend von Insekten ernähren
des Tier; -Staat, der streng organisierte, größere
Gemeinschaft zusammenlebender Insekten; -stich,
der 1. Stich eines (blutsaugenden) Insekts — 2.
durch 1 verursachte Reizung, schmerzhafte Schwel
lung der Haut
Insektizid, das; -(e)s, -e der Vertilgung schädlicher
Insekten dienendes, chemisches od. pflanzliches
Mittel, Insektenbekämpfungsmittel
Insel, die;
- n von Wasser umgebenes Land, das
nicht die Größe eines Kontinents hat: die I. Hidden
see, Neuseeland; eine I. im See; an, auf einer I.
landen; <0> dieser Urlaubsort ist für uns eine I.
der Ruhe
Insel| -bewohner, der; -gruppe, die m eh rere zu
sammengehörige Inseln; -reich, das Staat auf einer
od. mehreren Inseln
Inserat, das; -(e)s, -e Anzeige (1.1), Annonce: ein
I. aufgeben
Inserent, der; -en, -en jmd., der inseriert (hat)
inserieren /sw. Vb.; hat/ ein Inserat aufgeben und
abdrucken lassen: er inserierte wegen eines Leer
zimmers in der Abendzeitung
insgeheim /Adv./ im stillen, heimlich: i. machte
er sich Hoffnungen
insgesamt /Adv./ alle(s) zusammen: das Werk um
faßt i. 30 Bände; i. dauerte es länger als drei
WTochen
Insignien, die /PL/ [. .ion] als Kennzeichen, Sym
bole von Amt, Macht, Würde dienende Gegenstände:
die Amtsketten sind die I. der Rektoren
inIsofern, in[sofern /Konj.; unterordnend; leitet
einen Gliedsatz einj 1. /restriktiv u. kausal/ in der
Hinsicht, daß ...: der Vortrag war interessant, i.
er neue Erkenntnisse bot; /als Korrelat zu als;
im Hauptsatz steht obligatorisch insofern/: das
Buch war i. interessant, als es neue Erkenntnisse
bot — 2 . /restriktiv u. konditional/ für d.en Fall,
daß ...: er wird helfen, i. er dazu in der Lage ist;
/als Korrelat zu als; im Hauptsatz steht obligatorisch
insofern/: das ist mir i. möglich, als alle mit zu
packen
Insolvent, auch insolvent /Adj./ [..v . .] Bank
zahlungsunfähig; dazu Insolvenz, auch Insolvenz,
die; -,
-en
in| -Sonderheit /Adv./ geh. vor allem, vornehmlich;
-soweit /Konj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein/ insofern
in spe [inspe:] /stets nachgestellt/ künftig (1.1): das
ist mein Schwiegersohn i.
Inspekteur, d e r ; -s,
- e [inspekt0 :r, auch ,.Jp..]
/BRD/ 1. Leiter einer Inspektion (2) — 2. an der
Spitze eines Teilbereichs der Streitkräfte der B R D
stehender Offizier
Inspektion, d ie; -,
-en [..sp.., auch ..Jp..] 1. das
Inspizieren: die I. der Schule — 2. Dienststelle,
Behörde, die Inspektionen (1) vornimmt
Inspektor, der; -s, Inspektoren [..sp.., au ch . .Jp..]
1. Person, die mit der Inspektion (1) beauftragt ist
—
2.1 . /Dienststellung leitender Mitarbeiter z. B .
der Post, des Zolls, Schulwesens der DDR/ 2.2.
/Titel für Beamte im gehobenen mittleren Dienst der
BRD/
Inspiration, die ; -,
-en schöpferischer Einfall,
schöpferische Anregung: eine musikalische I.
Inspirator, der: -s, Inspiratoren jmd., der etw. an
regt, angeregt hat: er war der I. des Planes
inspirieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. zu etw. anregen
(1), veranlassen (1.2): das Gedicht hat den Kom
ponisten zu einer Vertonung inspiriert
Inspizient, d e r; -en,
-en [..sp..,
auch ..Jp..]
Theater Film Fernsehen Fachmann, der für
den exakten technischen Ablauf einer Aufführung,
Sendung verantwortlich ist
inspizieren /siv. Vb.; hat/ [..sp.., auch ..Jp..] den
Zustand einer Einrichtung, Gruppe von Personen
offiziell in Augenschein nehmen und überprüfen:
eine Schulklasse i.
instabil, auch instabil /Adj./ vorw. fachspr. sich
leicht verändernd, von geringer Stabilität: ein in
stabiles Atom; dazu Instabilität, die; -, /o. PI./
Installateur, der; -s, -e [instalato:r, auch . .Jt..]
Faxharbeiter, der Installationen od. Reparaturen an
installierten technischen Einrichtungen, an Rohr
leitungen ausführt
Installation, die; -,
-en [..st. auch..Jt..] das Ein
bauen einer technischen Einrichtung, Anlage, (R oh r
leitung in Gebäuden: die I. einer Gasheizung,
Wasserleitung; dazu installieren /sw. Vb.; hat/:
eine Gasheizung i.
instand /Adv./ 1. in gutem Zustand, in guten Z u
stand, in Ordnung /nur in Verbindung mit den Ver
ben halten, setzen, bringen, kommen, sein/: das
Haus i. halten; die Anlage i. bringen* setzen (die
Funktionsfähigkeit der Anlage wiederherstellen) —
2. jmdn. i. setzen, etw. Bestimmtes zu tun jmdn.
in die Lage versetzen, es jmdm. ermöglichen, etw.
Bestimmtes zu tun : sein Einkommen setzt ihn i.,
sich ein Auto zu kaufen
Instandhaltung, die; -,
- en Pflege, Überwachung
604
inständig — Integration
einer baulichen Einrichtung od. eines Gerätes und
die Beseitigung ihrer Mängel: die I. der Straßen,
Brücken, Geräte
inständig /A dj.; nicht präd./ sehr dringend (vor
gebracht), eindringlich: eine inständige Bitte; i. auf
etw. hoffen
Instandsetzung, d ie;
- en Wiederherstellung der
Funktionsfähigkeit einer baulichen Einrichtung,
eines Gerätes: die I. der zerstörten Brücke, des
defekten Gerätes
Instantkaffee, der [instant.. ,
instont] sofort lös
licher Pulverkaffee
Instantnahrung, die [instant.. , instont] ind u striell
fertig zubereitete Nahrung, die nur gewärmt zu
werden braucht
Instanz, die; -,
-en [..st.., auch ..Jt..] 1. für ein
bestimmtes Anliegen zuständiges staatliches Ver
waltungsorgan: an welche I. muß ich mich wenden?
—
2. Jur. für die Entscheidung eines Rechtsfalles
zuständiges Gericht (als Stufe dieses gerichtlichen
Verfahrens): die erste I. (ein Gericht niederer Ord
nung); die zweite I. (ein Gericht höherer Ordnung);
er hat den Prozeß in der zweiten I. gewonnen
Instanzen|weg, der jo. PL; meist aus der Sicht des
Antragstellers verwendete Bez. fü r die einzuhaltende
Reihenfolge von niederen zu höheren Instanzen):
den I. einhalten
Instmkt, der; -(e)s, -e 1. der Selbsterhaltung und
der Erhaltung der Art dienende Fähigkeit eines
Tieres, sich ohne direkte Erfahrung biologisch
zweckmäßig verhalten zu können, angeborene Reak
tion auch des menschlichen Organismus auf be
stimmte Reize: der mütterliche I.; das Tier folgt
seinem I .; an die niederen Instinkte (das Trieb
hafte, Primitive) eines Menschen appellieren — 2 .
sicheres Gefühl für etw.: mit feinem, sicherem I.
tat er das Richtige; er bewies einen guten I. für
diese Sache; dazu instinktiv /A dj./; zu 2: i. han
deln; sich i. ducken
Institut, das; -(e)s,
- e [..st..,
auch ..Jt..] Ein
richtung zur Lehre, Forschung, Erziehung und
wissenschaftlichen Tätigkeit: das I. für Schiffbau,
Schienenfahrzeuge
Institution, d ie;
-en [..st..,
auch ..Jt..] Ein
richtung (1): Universitäten, Schulen, Kranken
häuser sind staatliche Institutionen
instruieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. i. jmdm. A n
weisungen, Verhaltensmaßregeln geben: er war in
struiert worden, wie er sich benehmen solle —
2. jmdn. von etw. in Kenntnis setzen, über etw.
unterrichten: er instruierte uns (darüber), wie wir
die Maschine zu bedienen hätten
Instrukteur, der; -s, -e [..0 :r] jmd., der dienstlich
Instruktionen erteilt, Schulungen durchführt
Instruktion, die; -,
- en Dienstanweisung, Anweisung
(1), Verhaltensmaßregel: jmdm. Instruktionen er
teilen, geben; eine I. erhalten, bekommen
instruktiv fAdj.f belehrend (1.1), lehrreich: ein in
struktives Beispiel
Instrument, das; -(e)s, -e 1. bes. zu wissenschaft
licher Tätigkeit, fü r technische Verrichtungen her-
gestelltes Gerät (1), Werkzeug (1.1), Arbeitsinstru
m en t: ein medizinisches, feinmechanisches I .;
O das Radio als I. (M ittel) der Massenkommuni
kation; die Sprache als I. der gesellschaftlichen
Kommunikation — 2. Musikinstrument: ein I.
spielen, beherrschen; die Instrumente stimmen;
zu 2instrumental /Adj./ für Musikinstrumente be
stim m t: die instrumentale Musik
Instrumentalis, der; -, \o. Pl.j Gramm. Kasus bes.
in den slawischen Sprachen zum Ausdruck des
Mittels od. Werkzeuges
Instrumental| -musik, die /o. PI./ in stru m entale
Musik; -stück, das /PL -e/ vgl.
- musik
Instrumentarium, das; -s, Instrumentarien [..io n,
. .ion] 1. Gesamtheit der zu einem bestimmten Zweck
benötigten Hilfsmittel od. Instrumente (1): das I.
der Forschungsstätte; das I. erneuern — 2 , Ge
samtheit der verwendeten Musikinstrumente (einer
Epoche)
Instrumentation, die; -,
- en Mus. /zu instrumen
tieren/
instrumentell /Adj./ mit Instrumenten (1): die
instrumentelle Ausrüstung der W erkstatt; der
Fremdkörper muß i. entfernt werden
Instrumentenl -bau, der jo. PI./ Bau von M usik
instrumenten; -bauer, der; -s, - jmd., der beruflich
Musikinstrumente baut; -brett, das Techn. Schalt
tafel, Armaturenbrett; -schrank, der Schrank zur
Aufbewahrung von (medizinischen) Instrumenten (1)
instrumentieren /sw. Vb.; hat/ Mus. 1. etw. i. den
Part für die einzelnen Instrumente eines Orchesters
ausarbeiten: den Entwurf eines Musikstückes i.
—
2. eine vorhandene Komposition nachträglich für
Orchester einrichten (5), umschreiben (1.1): Lieder
i. ; d azu Instrumentierung, die; -en
Insuffizienz, Insuffizienz, d ie; -,
-en [..icnts] Med.
mangelnde Leistungsfähigkeit (eines Organs): eine
I. des Herzens
Insulaner, der; -s, - Bewohner einer Insel
Insulin, das; -s, /o. PL/ Hormon der Bauchspeichel
drüse
inszenieren /sw. V b .; hat/ 1* ein Bühnenwerk i.
den dramatischen Entwurf für die Aufführung eines
Bühnenwerkes vorbereiten, einstudieren und die Ge
staltung dieses Werkes leiten: das Werk ist neu
inszeniert worden — 2. /oft emot. neg./ etw. in die
Wege leiten: einen Skandal, eine heimliche Begeg
nung zweier Leute i.
Inszenierung, die; -,
- en 1. /vorw. S g .; zu inszenie
ren/ ; zu 1: die I. des Stückes lag in den Händen
von H — 2. von einem bestimmten Regisseur für
die Aufführung inszeniertes Bühnenwerk: die
neueste I. von N bekam eine gute Kritik
intakt /Adj./ unversehrt, funktionsfähig: ein intak
ter M otor; körperlich, seelisch i. sein; ich bin
wieder ganz i. (gesund 1.1)
Intarsie, die; -,
-n [..io] /vorw. PL/ Einlegearbeit
integer, auch integer /Adj./ moralisch unantastbar:
eine integre Persönlichkeit
integral fA d j.; nicht präd./: etw. ist ein integraler
(für das Ganze unverzichtbarer) Bestandteil eines
Vertrags
Integral, d a s; -s,
-e Math. Ausdruck für die
Summe von unendlich vielen Differentialen
Integralrechnung, die /o. PL/ Math. Methode des
Berechnens einer Funktion aus dem Differential
quotienten
Integration, d ie; -,
-en 1. Zusammenschluß von
Teilen zu einem Ganzen, Vereinheitlichung: eine
politische, militärische, wirtschaftliche I . ; die
sozialistische ökonomische I. (Prozeß der Ver
tiefung der wirtschaftlichen und wissenschaftlich-
technischen Zusammenarbeit und der Verflechtung
Integrationsprozeß — Interesse
605
der Volkswirtschaften der soz. Länder zur Schaffung
eines gemeinsamen Wirtschaftspotentials) — 2.
Math, das Berechnen des Integrals zu einem gege
benen Differential
Integrations|prozeß, der Prozeß der Integration (1),
bes. der soz. ökonomischen Integration
integrieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. in eine Gruppe,
etw. in ein Ganzes so einfügen, daß er, es mit dieser,
diesem eine Einheit bildet: jmdn. in eine Gemein
schaft voll i.; etw. ist ein integrierender (zur Voll
ständigkeit erforderlicher, wesentlicher, unerläßlicher)
Bestandteil des . ..
—
2, Math, zu einem gegebenen
Differential das Integral berechnen, die ursprüng
liche Funktion aus der abgeleiteten ermitteln
Integrität, die; /o. PI./ 1. .die territoriale, wirt
schaftliohe, politische I. (Unantastbarkeit) eines
Staates; eine Verletzung der territorialen I.
—
2. /zu integer/ moralische Unantastbarkeit: ein
Mann von absoluter I .; jmds. I . anzweifeln
Intellekt, der; -(e)s, /o. Pl.j Verstand, D enkver
mögen: der menschliche I.; er hat, besitzt einen
scharfen I., den I. eines Mathematikers; den I.
schulen
intellektuell /Adj./ [. .u|sl] 1.1. /nicht präd./ d e n
Intellekt betreffend: die intellektuelle Leistungs
fähigkeit eines Menschen 1.2 . betont, einseitig ver
standesm äßig: etw. (rein) i. beurteilen, betrachten;
intellektuelle Konversation pflegen
Intellektuelle, der u. die; -n, -n [ ..u|elo] wissen
schaftlich gebildeter, beruflich geistig arbeitender
Mensch
intelligent /Adj./ 1.1. /nicht adv./ von großer Intelli
genz (1): er ist sehr i.; ein intelligenter Mensch
1.2. von großer Intelligenz (1) zeugend: eine intelli
gente Frage
Intelligenz, die; -, /o. PI./ 1. Fähigkeit des M en
schen, zweckvoll und vernünftig zu denken und zu
handeln, Kenntnisse zu erwerben und zu verarbeiten,
Klugheit, Auffassungsgabe: ein Mensch von großer,
durchschnittlicher I.
—
2. soziale Schicht der
beruflich vorwiegend geistige Arbeit verrichtenden
Menschen
Intelligenzler, der; -s, - oft spött. Angehöriger der
Intelligenz (2)
Intelligenz|test, der Test zur Ermittlung bestimmter
intellektueller Fähigkeiten
Intendant, der; -en, -en künstlerischer und geschäft
licher Leiter eines Theaters, Rundfunk- od. Fern
sehsenders
Intendanz, d ie ; -,
- en 1. Leitung (1) eines Theaters,
Rundfunk- od. Fernsehsenders: die I. eines Theaters
übernehmen, niederlegen — 2 . fü r 1 zuständige
Institution
Intensität, die; -,
- en \vorw. Sg .j 1. Grad (2.1),
mit dem etw. w irkt: die I. eines Gefühls, Schmerzes;
die I. eines Geruchs, des Lichtes, der Strahlung —
2. /zu intensiv 3/ das Intensivsein: die I. der
Arbeit
intensiv /Adj./ 1. angestrengt und gründlich (1):
intensive Bemühungen um etw .; sich einer Sache
i. widmen; i. über etw. nachdenken — 2 . mit
hoher Inten sität: intensive Helligkeit, Strahlung;
das intensive Blau des Himmels; ein intensiver
Geruch; der Jasmin duftet i.
—
3. i. (durch ratio
nelle Arbeitsorganisation ohne wesentliche Erweite
rung der Grundlage besonders effektiv) arbeiten,
wirtschaften
IntensivLandw. zu intensiv 3|-anbau, der Inten
sivwirtschaft; -haltung, die Intensivwirtschaft
intensivieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] etw. intensiver
(3) gestalten, verstärken (3.1): die Anstrengungen,
Arbeit i.
Intensivierung, d ie; -,
/o.Pl.j[..v..]1.1.das
Intensivieren: die I. der Bemühungen (um etw.)
1.2. die sozialistische I. der Produktion (Erhöhung
der soz. Produktion durch Steigerung der Wirksam
keit der vorhandenen Produktionsmittel bei gleich
bleibender od. sinkender Zahl von Arbeitskräf
ten)
Intensivierungs zu Intensivierung 1.2| -konferenz,
die; -konzeption, die; -programm, das
Intensiv] -lehrgang, der Lehrgang, bei dem in
kurzer Zeit bes. viele und gute Kenntnisse erworben
werden sollen; -Station, die Station in Kranken
häusern, auf der Operierte zunächst nach der Opera
tion und lebensgefährlich Erkrankte besonders ein
gehend behandelt werden; -Wirtschaft, die \vorw.
Sg.j Landw. durch hohen Aufwand an lebendiger
und vergegenständlichter Arbeit pro Anbaufläche od.
Tier gekennzeichnete Wirtschaftsweise zur Erzielung
hoher Erträge
Intention, die; - ,
- en Bestreben, Absicht: jmds.
Intentionen erkennen; das kommt meinen Inten
tionen entgegen
Intercup, der Sport 1. Pokal, um den europäische
Fußballmannschaften Wettkämpfe austragen — 2.
Wettbewerb um 1
interdisziplinär, interdisziplinär /Adj./ (n u r ) v o n
Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen gemein
sami betrieben, zu bewältigen: interdisziplinäre K o
operation, Forschungsaufgaben
interessant /Adj./ Interesse (1.1) erweckend: ein
interessanter Mensch, Fall, Gedanke; eine inter
essante (reizvolle, anregende) Geschichte, Tätigkeit,
Frage; ein interessanter (bemerkenswerter) Film;
sich i. machen; ein interessantes (das Interesse des
Käufers erweckendes, weil Vorteil versprechendes)
Angebot
Interesse, das; -s, -n 1.1 . /o. PL/ (Gerichtetheit der)
Aufmerksamkeit (1), Beachtung: großes, kein I.
für etw., jmdn., an etw., jmdm. haben, zeigen (sich
sehr, nicht für etw., jmdn. interessieren); I. für etw.,
jmdn. aufbringen; etw.,
jmd. findet, verdient
jmds. I .; das I. der Öffentlichkeit für etw., jmdn.
wecken; im Brennpunkt des öffentlichen Interesses
stehen; etw. mit, ohne I. (Neigung 3.1.2)tun, be
treiben; das ist für uns nicht von I. (das reizt 2
uns nicht); an diesen, für diese Waren besteht gros
ses I., kein I. (große, keine Nachfrage, Neigung zum
Kauf) 1.2. /nur im PI./ er hat überhaupt keine In
teressen (Neigun gen 3.1.2); beide haben keine ge
meinsamen Interessen — 2 . /vorw. im P l.j durch
die materiellen gesellschaftlichen Verhältnisse, bes.
durch die klassenmäßige Stellung, sowie von Wün
schen, Absichten, Motiven bestimmte Gerichtetheit
der praktischen gesellschaftlichen Tätigkeit des
Menschen, von Menschen: objektive, subjektive,
eigene, soziale Interessen; die Übereinstimmung
der persönlichen mit den gesellschaftlichen Inter
essen; die Interessen einer Klasse; das (spezifische)
I. einer Gruppe — 3. das geschieht in Ihrem I.
(zu Ihrem eigenen Nutzen); im I. einer besseren
Verständigung (um eine bessere Verständigung zu
erreichen)
interesselos /Ad}./ uninteressiert: eine Arbeit i.
verrichten; i. zuschauen
Interessen! -gebiet, das 1. Gebiet, dem jmds. Inter
essen (1.2) gelten — 2 . Interessensphäre (1); -gegen-
satz, der Gegensatz der Interessen (2); -gemein-
schaft, die 1. Gemeinschaft von Personen mit glei
chen Interessen (1.2,2) — 2. jAbk. IG/ Zusammen
schluß juristisch selbständig bleibender kap. Unter
nehmen zur Sicherung von Monopolprofiten;
-gruppe, die Gritppe, Vereinigung, die gemeinsame
Ziele verfolgt, gemeinsame Interessen (2) hat;
-Sphäre, die 1. Einflußsphäre — 2. Interessen
gebiet (1)
Interessent, der; -en, -en 1. jmd., der sich für etw.
interessiert, um daran teilzunehmen: wir suchen
noch Interessenten für diesen Kursus — 2. jmd . ,
der etw. erwerben möchte: wir suchen einen kauf
kräftigen Interessenten für unser altes Auto
Interessen! -Vertreter, der jmd., der jmds. Belange
vertritt; -Vertretung, die
interessieren fsiv. Vb.; hat/ 1.1. sich für etw.,
jmdn. i., an etw. interessiert sein seine Aufmerk
samkeit auf etw., jmdn. richten, um mehr von der
Sache, Person zu erfahren, an einer Sache teilzu
nehmen: sich für Sport, Musik, eine Arbeit i.; er
interessiert sich schon lange für diese Schau
spielerin; an einem Vortrag interessiert sein; ein
interessierter Zuschauer 1.2 . etw. interessiert jmdn.
etw. findet jmds. Interesse (1.1): das Buch, Thema
interessiert mich 1.8. sich für jmdn. , etw. i. sich
jmds., einer Sache annehmen (6): ich werde mich
für ihren Schützling, die Erledigung der Angelegen
heit i.
—
2.1 . an etw. interessiert sein, sich für
etw. i. etw. beabsichtigen, anstreben: am Kauf eines
Grundstückes interessiert sein; er interessiert sich
für ein Auto (will ein Auto erwerben); der Betrieb
ist daran interessiert, Facharbeiter auszubilden;
sich für den Preis einer Sache i. (den Preis er
fahren wollen)’, sich für die näheren Umstände i.
(die Umstände kennenlernen wollen)’, dieser Artikel
wird unsere Kunden i. (wird die Aufmerksamkeit,
Kauflust unserer Kunden wecken) 2.2. sich für
jmdn. i., an jmdm. interessiert sein jmdn. heiraten
w ollen : er ist seit langem an meiner Schwester
interessiert — 8. jmdn. für etw., jmdn. i. jmdn.
für etw., jmdn. zu gewinnen suchen: jmdn. für einen
Beruf i.; jmdn. für seine Pläne i.
Interferenz, die; -,
-en Phys. Erscheinung des
Sichverstärkens od. Sichabschwächens mehrerer ko
härenter Wellen durch Überlagerung
Interfraktionell, interfraktionell fA d j.f P a r 1.; inte r
fraktionelle (zwischen Fraktionen stattfindende)
Beratungen
Interhotel, das repräsentatives, (für ausländische
Gäste eingerichtetes) Hotel in der D DK
Interieur, d as; -s,
- e/-s [eteri0:r] 1. das Innere
eines Raumes und seine Ausstattung: das I. des
Raumes war rot gehalten — 2. bild. Kunst Bild
mit Darstellung eines Innenraums (mit od. ohne
Personen): ein I. von Menzel
Interim, das; -s,
-s nur vorläufige, einstweilig
gültige Regelung: dieser Zustand ist nur ein I.;
dazu interimistisch fAdj.f vorläufig, vorübergehend
Interims! -lösung, die; -regierung, die
Interjektion, die; -,
- en Gramm. Empfindungen,
Willensregungen ausdrückende Kombination von
L a u te n : ,oh’, ,aiT sind Interjektionen
606
interesselos — interplanetar (isch)
interkontinental, interkontinental f A d j . ; nich t
präd .f: den interkontinentalen (zwischen den
Kontinenten befindlichen) Raum füllen die Welt
meere; eine interkontinentale Rakete (Interkon ti
nentalrakete)
Interkontinentaljrakete, die den R a u m zwischen
den Kontinenten überbrückende ballistische Rakete
Intermezzo, d as; -s,
- s/Intermezzi 1. Mus. 1.1.
Zwischenspiel zwischen den Aufzügen einer Oper
1.2. kürzeres einsätziges Instrumentalstück bes. für
Klavier — 2. (lustiger) Zwischenfall (1.1), Begeben
heit am Rande eines Geschehens: ein kleines, lusti
ges I.
intern lAdj.f die Angelegenheiten innerhalb eines
bestimmten Bereiches betreffend, nicht öffentlich:
interne Anweisungen; die internen (inneren 3) An
gelegenheiten eines Staates; eine interne Be
ratung; etw. i. regeln
Internat, das; -(e)s, -e 1. einer (Hoch)schule an
geschlossenes Wohnheim für Schüler, Studenten: er
wohnt im I.
—
2. jim bürgerl. Schulwesen/ Lehr-
und Erziehungsanstalt, in der die Schüler zugleich
wohnen und verpflegt werden: an einem I. unter
richten
international, international fA'dj.f zwei od. mehrere,
alle Staaten, Nationen betreffend, zwischenstaatlich,
nicht national begrenzt: die internationalen Be
ziehungen; der internationale Führerschein; die
internationale Lage; i. Zusammenarbeiten; ein
Hotel mit einem i. (über die Landesgrenzen hinaus)
bekannten Namen; ein i. bekannter Künstler; ein
internationaler Kongreß (ein Kongreß mit Teil
nehmern aus mehreren Nationen)-, Internationaler
Frauentag
Internationale, die; -,
-n 1. die Erste, Zweite,
Kommunistische I. /internationale Zusammen
schlüsse von Vereinigungen, Parteien der Arbeiterl
—
2. /o. Pl.j das internationale Kampflied der
revolutionären Arbeiterbewegung
Internationalismus, d e r; -,
Internationalismen
1. jo. Pl.f der proletarische I. (Ideologie und Politik
der Solidarität der internationalen Arbeiterklasse
und ihrer marxistisch-leninistischen Parteien im,
Klassenkampf); der sozialistische I. (auf dem prole
tarischen Internationalismus beruhende gemeinsame
Politik der soz. Länder, bes. in ihren Beziehungen
zueinander) — 2. Sprachwiss. in mehreren
Sprachen gebräuchliches Wort: die Wörter »Demo
kratie4, ,Atom ‘ sind Internationalismen
internieren /sw. Vb.; hat/ als kriegführender Staat
einen auf seinem Territorium befindlichen A n
gehörigen, bes. eine Zivilperson, des gegnerischen
Staates während der Dauer des Krieges in staat
lichen Gewahrsam nehmen, in einem Lager unter
bringen; dazu Internierung, die; -,
-en
Internierungslager, das Lager fü r internierte
Personen
Internist, der; -en, -en Facharzt für innere Krank
heiten
interparlamentarisch, interparlamentarisch j A d j .j :
interparlamentarische (zwischen Parlamenten, ober
sten Volksvertretungen mehrerer Länder statt
find en de) Verhandlungen; eine interparlamenta
rische (aus Angehörigen der Parlamente, obersten
Volksvertretungen mehrerer Länder zusammen
gesetzte) Kommission
interplanetar(isch), interplanetar(isch) \ A d j.; n ich t
präd./ den Raum zwischen den Planeten betref
fend, überbrückend: eine interplanetarische Ra
kete
Interpolation, die; -en 1*Math. Errechnung von
Werten aus bekannten Werten einer Funktion: beim
Rechnen mit Logarithmen sind Interpolationen
nötig — 2. Sprachwiss. nachträgliche Ein
schiebung von Wörtern, Sätzen, Abschnitten in einen
Text als Ergänzung od. Änderung; dazu inter
polieren fsw. Vb.; hat/
Interpret, der; -en, -en reproduzierender Künstler,
bes. Musiker, Sänger: ein bedeutender, eigen
williger L ; jmd. ist ein guter I. klassischer Musik
Interpretation, die; -,
- en /zu interpretieren/; zu
1.1: die I. eines Textes, Romans; zu 1.2: die eigen
willige I. der Sinfonie
interpretieren fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. (Geschriebe
nes) ausdeuten, auslegen (4), erklären: man kann
diesen Zusammenhang verschieden i.; Texte i.
(sprachlich, thematisch, ästhetisch erklären) 1-2.
Mus. Theater etw. nach einer bestimmten künstle
rischen Auffassung wiedergeben: das Orchester
interpretierte die Sinfonie meisterhaft
Interpunktion, die;
jo. Pl.f Gramm. Zeichen
setzung
Interpunktions| -regel, die; -Zeichen, das
Interrogativpronomen, das Gramm. Pronomen,
das einen Interrogativsatz einleitet
Interrogativsatz, der G ramm . Satz, der eine direkte
od. indirekte Frage ausdrückt
Intershop, der; -s, -s [..Jop] Verkaufsstelle in der
DDR für den Verkauf von (ausländischen) Waren
gegen frei konvertierbare Währungen
interstellar, interstellar /Adj.; nicht präd./ den
Weltraum außerhalb des Planetensystems betreffend:
der interstellare Raum
Intervall, das; -s, -e [..v . .] 1. Zeitspanne zwischen
zwei Zeitpunkten: ein I. von drei Jahren; etw.
kehrt in Intervallen (in regelmäßigen Abständen)
wieder — 2. Mus. Abstand zwischen zwei gleich
zeitig od. nacheinander erklingenden Tönen — 3.
Math. M enge aller reellen Zahlen zwischen zwei
begrenzenden, gegebenen Werten
intervenieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] 1.1. Einspruch
erheben, sich aktiv einmischen: bei jmdm.,
für
jmdn., gegen etw., zu jmds. Gunsten i. 3 .2 . eine
Intervention (1.2) begehen: die Amerikaner inter
venierten mit Waffengewalt in Vietnam
Intervent, der; -en,
-en [..v . .] Staat, der eine
Intervention (1.2) begeht, jmd., Militärangehöriger,
der im Auftrag dieses Staates handelt
Intervention, d ie; - ,
- en [.. v . .] 1.1.das regulierende,
vermittelnde Eingreifen eines einzelnen, einer Gruppe
in einen K onflikt: eine persönliche, erfolglose I.
1.2. aktive, m eist militärische, widerrechtliche Ein
mischung (von Vertretern) eines Staates in die inneren
Angelegenheiten eines anderen Landes: die ameri
kanische I. in Vietnam; eine militärische, be
waffnete I.
Interview, auch Interview, das; -s, -s [..vju :] für
die Publikation bestimmtes Gespräch über ein fest-
umrissenes (aktuelles) Thema zwischen einem R e
porter und jmdm., bes. einer Persönlichkeit, bei dem
Fragen des Reporters beantwortet werden: mit jmdm.
ein I. machen; ein I. geben, senden; dazu inter
viewen, interviewte, hat interviewt u. Interviewer,
der; -s, -
Intervision, die; /o. PI./ internationale Organisa
tion von Fernsehstationen soz. Staaten für P ro
grammaustausch, für gemeinsame Sendungen
intim /Adj./ 1.1. jmdm. eng verbunden: ein
intimer Freund 1.2. vertraut (1.2), vertraulich: im
intimen Kreis; eine intime Unterredung; ein in
timer (im vertrauten K reise stattfindender) Abend —
2.1. intime (geschlechtliche 1.2) Beziehungen; er
wurde immer gleich i. (zudringlich) 2.2 . /nur attr.
die Genitalorgane (und deren Pflege) betreffend: in
time Körperpflege, Hygiene — 3. in jmds. Innerem
verborgen: seine intimsten Gedanken und Gefühle
—
4. etw. i. (bis in die verborgensten, geringsten Ein
zelheiten) kennen; ein intimer Kenner des Landes
—
5. eine anheimelnde Atmosphäre erzeugend: ein
intimes Lokal; intime Beleuchtung
Intimität, die; - ,
- en 1. jo. PL/ das enge VertraAit-
sein mit jmdm.: die I. zwischen Freunden, Lie
benden — 2. /nur im PI./ plumpe Vertraulichkeiten:
sich Intimitäten gegenüber jmdm. erlauben — 3.
/nur im PI./ persönliche, vertrauliche Angelegenhei
ten: Intimitäten ausplaudern — 4 . jo. P L ; zu
intim 5/: die I. eines Zimmers
Intimsphäre, die der persönliche Bereich eines
Menschen, einer ehelichen Gemeinschaft, der für an
dere tabu ist: in jmds. I . eindringen; jmds. I . ver
letzen
Intimus, der; -, Intimi oft scherzh. enger Freund,
Vertrauter
intolerant, intolerant /Adj./ u n d uldsa m : ein in
toleranter Mensch; er ist i. (in religiösen Fragen);
dazu Intoleranz, die; -,
- en: religiöse I.
Intonation, die ; -,
- en 1. Mus. 1.1. das Treffen der
Tonhöhe: eine saubere I. 1.2. das Anstimmen (1.1):
die I. des Gesangs durch den Chorleiter — 2. Pho-
net. Verlauf der Tonhöhe in der Rede, in einer
Sprache; dazu intonieren /sw. Vb.; hat/; zu 1.2:
die Nationalhymne i.
intrakutan/Adj.; nichtpräd./ Med. /bei Injektionen/
unter die Haut: ein Medikament i. verabrei
chen
intramuskulär, intramuskulär j A d j. ; nicht präd./
Med. /bei Injektionen/ in den Muskel: ein Medi
kament i. verabreichen
intransitiv /Adj./ Gramm, kein Akkusativobjekt
fordernd: ,laufen’ ist ein intransitives Verb
intravenös, intravenös /Adj.; nicht präd./ [..v..]
Med. /bei Injektionen/ in eine Vene: ein Medi
kament i. verabreichen, spritzen, injizieren
intrigant /Adj./ dazu neigend, Intrigen zu spinnen,
Ränke zu schmieden: ein intriganter Mensch; dazu
Intrigant, der; -en, -en: er ist ein I.
Intrige, die; -,
-n heimlich, hinterlistig angelegte
Machenschaften, Ränkespiel: Intrigen (gegen jmdn.)
spinnen; jmds. Intrigen aufdecken
Intrigen|spiel, das Intrige, Ränkespiel
intrigieren /sw. Vb.; hat; zw Intrige/: gegen einen
Kollegen, jmds. Projekt i.
introvertiert, introvertiert /Adj./ [..v . .] Psych.:
ein introvertierter (in seinem Denken, Handeln
sehr auf die eigene Person eingestellter, kontaktarmer
und daher verschlossen wirkender) Mensch; er ist i.
Intuition, die ; - ,
-en spontanes, nur teilweise be
wußtes geistiges Erfassen von etw. auf der Grundlage
von Erfahrung: künstlerische I.; eine I. haben; auf
eine I. warten; einer I. folgen
intuitiv ./Adj./ auf Intuition beruhend: ein intui-
Interpolation — intuitiv
607
608
intus — irgendein
tives U rteil; etw. i. erfassen; er hat i. richtig ge
handelt
|ntus
4- umg. etw. i. (verstanden, gelernt, herunter-
geschluckt) haben; einen i. haben (betrunken sein)
invalid(e) /Adj.; nicht adv./ [..v . .] infolge körper
lichen od. geistigen Schadens (dauernd) arbeits
unfähig: durch einen Arbeits-, Verkehrsunfall i.
sein, werden; dazu Invalide, der; -n, -n
Invaliden] -rente, die Rente, die bei Invalidität ge
zahlt wird; -rentner, der
invalidisieren /sw. Vb.; hat/ [..v .J jmdn. auf
Grund seiner Invalidität aus dem Arbeitsprozeß ent
lassen und ihm eine Invalidenrente zuerkennen: er
ist invalidisiert (worden)
Invalidität, die; /o. P L ; zu invalid(e)/ [..v . .]
Invariante, Invariante, die; -n/- ,
-n [..v .J Wis-
sensch. Größe (3.2), Eigenschaft (2), Funktion (1),
die sich bei bestimmten Vorgängen, Umformungen
nicht verändert
Invasion, die; -en [ ..v . .] 1. (widerrechtliches) Ein
dringen militärischer Verbände in fremdes Hoheits
gebiet :eine I.durchführen, abwehren —2 .scherzh.
fbes. von Menschen/ Auftreten in großer Anzahl:
eine I. von ausländischen Besuchern
Invasions|-krieg, der durch Invasion (1) ausgelöster
Krieg; -truppe, die
Invasor, der; -s, Invasoren [..v . .] Staat, der eine
Invasion (1) unternimmt; jmd., der im Auftrag dieses
Staates handelt
Invektive, die;
- n [inv..vo] Beleidigung (1),
Schmährede, -s chrift
Inventar, das; -s, -e [..v . .] 1. Bestand (2) der zu
einem, Raum, Grundstück, Betrieb od. einem Ver
mögen gehörenden Einrichtungsgegenstände, Werte
(und Verbindlichkeiten): das tote und lebende I.
eines landwirtschaftlichen Betriebes; das Haus mit
dem gesamten I. kaufen — 2, Verzeichnis von 1:
ein I. aufstellen; etw. ins I. aufnehmen; aus dem I.
geht hervor, daß ...
inventarisieren fsw. Vb.; hat/ [..v .J : etw. i. (den
Bestand von etw. in ein Inventar 2 aufnehmen)
Inventar]Verzeichnis, das In v e n ta r (2)
Inventur, die; -,
-en [..v . .] kaufmännische Be
standsaufnahme der Lagerbestände (zu bestimmten
Zeitpunkten): I. machen; heute ist wegen I. ge
schlossen
Invest| [ .. v . .] 5. Investitions|
investieren fsw. Vb.; hat/ [..v . .] 1. Wirtsch. etw.
als Investition anlegen: große Summen i.
—
2. etw.
in etw., jmdn. i .: er hat sein ganzes Geld in ein Auto
investiert (für ein Auto verwendet 1); Zeit, Kraft,
Arbeit (in etw., jmdn.) i.
Investition, die;
-en [..v .J Wirtsch. 1. ma
terielle und finanzielle Aufwendungen in der Volks
wirtschaft zur Schaffung neuer, zur Erweiterung od.
Modernisierung bestehender und zum Ersatz ver
brauchter Grundmittel, Produktionsmittel: not
wendige, planmäßige Investitionen — 2. die I. (der
Aufwand an Geld) für eine Gasheizung hat sich ge
lohnt
Investitions W irtsch.|
- fonds, der; -güter, die
fPl.f Arbeitsmittel für Investitionen; -kosten, die
fPl.j finanzielle Aufwendungen für Investitionen;
- kredit, der Kredit, bes. zur Finanzierung der er
weiterten Reproduktion; -mittel, die /PL/ die für die
Vorbereitung und Durchführung von Investitionen
aufgewendeten finanziellen und materiellen Mittel;
-plan,der
Investment, das; -s, -s [..v .J Wirtsch. Geldanlage
in einem kap. Unternehmen
InvestmentIgesellsehaft, die W ir t s c h . Gesellschaft
im monopolistischen Kap.,
deren Geschäfte darin
bestehen, daß sie Mittel, bes. von Sparern, durch
Verkauf von Wertpapieren bezieht und in mehreren
Unternehmen anlegt
|n| -wendig fAdj.f im Innern (1), innen: der Apfel
ist i. faul; das Kästchen ist i. mit Seide ausge
schlagen; -wiefern, -wiefern fAdv.f in welcher Hin
sicht überhaupt? 1.1. /leitet einen direkten Fragesatz
ein/: i. ist er berechtigt, das zu tun? 1.2 . /inwie
fern; leitet einen indirekten Fragesatz ein/: ich
weiß nicht, i. er berechtigt ist, das zu tun; -wie
weit, -wieweit /Adv./ in welchem Ausmaß, Maße?
1.1. /leitet einen direkten Fragesatz ein/: i. hat er die
Wahrheit gesagt? 1.2 . /inwieweit; leitet einen in
direkten Fragesatz ein/: ich weiß nicht, i. er die
Wahrheit gesagt hat
Inzest, der; -es,
-e strafbarer Geschlechtsverkehr
zwischen Geschwistern od. anderen Verwandten
gerader Linie
Inzucht, die; -,
-en \vorw. Sg./ Fortpflanzung durch
Paarung eng miteinander verwandter Pflanzen,
Tiere, Menschen: durch I. bestimmte Eigenschaf
ten von Pflanzen, Tieren festigen
inzwischen/Adv./1.1 . während dieser Zeit: geht nur
spazieren, ich bereite i. das Essen 1.2 . in , seit dieser
Zeit: vor Jahren haben wir uns das letzte Mal ge
sehen, i. sind die Kinder groß geworden; anfangs
hatte ich nichts gemerkt, i. (nunmehr 1.1) weiß
ich Bescheid
Ion, das; -s, -en po:n, io:n] Phys. Chem. durch
Abgabe od. zusätzliche Aufnahme von Elektronen
elektrisch geladenes Atom , M olekül: positive, nega
tive Ionen
Ionisation, die; -,
- en jvorw. Sg./ [io.., io..] Phys.
Chem. Übergang von Atomen, Molekülen in den
Ionenzustand: die I. der Luft
ionisieren fsw. Vb.; hat/ [io.. , io..] Phys. Chem.
elektrisch neutrale Atome, Moleküle in Ionen ver
wandeln
Ionosphäre, die jo. PI ./ [io.. ,
io..] Phys. ioni
sierte obere Schicht der Erdatmosphäre
I-Punkt, der /PI.
- e/ der zum graphischen Zeichen i
gehörende Punkt, über dem Buchstaben
irden /Adj.; nicht adv.j aus gebranntem Ton, ge
brannter tonhaltiger Erde bestehend: ein irdener
Topf
irdisch /Adj./ 1. /nur attr./ die Erd e (1\1) betreffend,
ihr zugehörig: die irdischen Lebewesen, Gesteine;
unter irdischen Bedingungen, Verhältnissen —
2. für das Leben auf der Erde zutreffend, ihm eigen
/religiöse, bes. christliche VorStellungen von einer
angenommenen Existenz in einem Jenseits impli
zierend/: irdische Freuden
4 den Weg / alles Irdischen gehen
irgend I. /das Indef.pron. verstärkend in der Ver
bindung/ i. jemand, i. etwas ein nicht näher B e
stimmter, ein nicht näher Bestimmtes: i. jemand hat
angerufen; i. etwas stört mich an ihm; / auch
irgend| — II . /Adv.; in einem mit wenn, was, wer,
wo, wie eingeleiteten Gliedsatz/: wer, was i. (auch
immer) kommen mag, wir stehen dir bei
irgend zu irgend I| -ein /Indef.pron.; Mask. u.
irgendwann — irritieren
609
Neutr.,
Fern.: irgendeine/ nicht näher bestimmt,
irgend jemand: /adj./ i. Junge hat gerufen; nenne
mir i. (ein beliebiges) W ort; /subst./ irgendeiner hat
Licht gemacht; -wann /Adv./ zu irgendeiner Zeit:
i. komme ich zu dir; -was /Indef.pron./ etwas
nicht näher Bestimmtes, irgend etwas: i. stimmt hier
nicht; -welcher /Indef.pron ./ irgendwie geartet,
nicht näher bestimmt: habt ihr irgendwelche Schwie
rigkeiten gehabt?; -wer jlndef. pron./ irgendeiner:
habt ihr irgendwen im Verdacht?; -wie fAdv.f auf
irgendeine W eise: wir werden die Arbeit schon i.
schaffen; er war i. (in gewisser Hinsicht) zufrieden;
- wo /Adv./ an irgendeinem Ort: i. wird er schon sein;
- wohin/Adv./an irgendeinen Ort: sie blickte i. in die
Ferne
Iridium, das; -s, jo. Pl.j silberweißes, sehr hartes,
zu den Platinmetallen gehörendes Edelmetall
Iris, die; -,
-
1. Med. Regenbogenhaut des Auges —
II. Bot. Schwertlilie
irisieren /sw. Vb.; hat/ in Regenbogenfarben, wie
Perlmutt schimmern, schillern: irisierendes Glas
Ironie, die; jo. Pl.j spöttisch-kritische Ausdrucks
weise, die das Gegenteil des wirklich Gemeinten
sagt, dies aber zu erkennen gibt: eine bittere, bis
sige, feine, brillante I. zeichnet sein W erk aus;
er sagte das ohne (jede) I.
das ist I. des Schicksals /wird von einem paradox
anmutenden, verblüffend gegen seinen intendierten
Sinn ivirkenden Ereignis gesagtj: daß ausgerechnet
du ein Auto gewonnen hast, wo du doch schon eines
besitzt, ist I. des Schicksals
ironisch /Adj.j: eine ironische Anspielung; i. lä
cheln
ironisieren fsw. Vb. ; hat/ etw. i. sich über etw. mit
Ironie äußern: jmds. Eigenheiten i.
irrational, auch irrational /Adj./1. verstandesmäßig
nicht faßbar, logischem Denken nicht zugänglich: in
seinen Gefühlen ist viel Irrationales — 2. M ath,
eine irrationale Zahl (unendlicher Dezimalbruch,
der nicht periodisch ist)
Irrationalismus, der; -, /o. PI./ wissenschaftsfeind
liche, mystische, idealistische Anschauung(sweise),
in der die Wirklichkeit als vom Denken nicht erfaß
bar erklärt wird und Dinge und Sachverhalte ohne
Anwendung des (logischen) Denkens erfaßt werden
sollen; dazu irrationalfstisch /Adj.j
irr(e) lA dj.; adv. vorw. irre/ 1,1. wahnsinnig (1.1),
geistesgestört: man hielt ihn für i. 1.2, in der Art
eines Wahnsinnigen, Geistesgestörten: ein irrer
Blick, Gedanke; er war i. vor Angst, Eifersucht
1.3. umg. ausgefallen, und toll (3.1): er ist ein ganz
irrer Typ — 2. umg. fdrückt emotional einen hohen
Grad aus/: er fuhr mit irrer Geschwindigkeit; es
war irre heiß; wie irre arbeiten, schreiben, ren
nen; der Film war irre spannend — 3. als ich das
hörte, wurde ich doch etwas i. (unsicher 5) + an
jmdin., etw., sich selbst i. werden (nicht mehr wis
sen, was man von jmdm., etw., sich selbst halten
soll)
xIrre, der
die; -n, -n Wahnsinnige(r) (1.1), jmd.,
der geistesgestört ist: einen Irren in die Klinik brin
gen; sich wie ein Irrer benehmen
+ .umg. ein armer Irrer (bedauernswert törichter
Mensch); wie ein Irrer, wie die Irren rennen,
schreien (sehr schnell rennen, sehr laut schreien)
2Irre, die; -, jo. PL; in Verbindung mit führen,
gehen, locken/: er wußte selbst nicht Bescheid und
hatte uns darum in die I. (auf einen falschen Weg,
in die falsche Richtung) geführt; falsche Infor
mationen haben uns in die I. geführt (irregeführt,
getäuscht); ich lasse mich auch durch Versprechun
gen nicht in die I. führen (verwirren 2, beirren);
jmdn. in die I. (auf falsche Wege) locken; wir waren
in die I. gegangen (waren einen falschen Weg, in eine
falsche Richtung gegangen, hatten uns verlaufen 1);
O da gehen Sie völlig in die I. (irren 1.1 Sie sich)
irreal, auch irreal /Adj.f 1. nicht real (1.1): eine
irreale Traumwelt — 2. nicht durchführbar und da
her nicht realistisch: irreale Ideen, Forderungen,
Pläne; dazu Irrealität, die; -en
irre| -führen /Vb.f 1. jmdn. täuschen (1): jmdn.
durch Lügen, falsche Information i.; irreführende
Angaben, Behauptungen — 2 . etw. führt irre etw.
verursacht Mißverständnisse, Irrtümer: die Über
schrift führt irre; irreführende Hinweisschilder;
- gehen /Vb.j 1. in die 2Irre gehen, sich verlaufen (1):
wir waren eine Zeitlang irregegangen — 2. sich
irren, sich täuschen (2): er ging irre mit seiner An
nahme
irregulär, auch irregulärj /Adj.f 1. von der Regel ab
weichend: irreguläre Erscheinungen — 2 . irregu
läre (ungesetzliche) Maßnahmen; zu 1 Irregularität,
die; -,
-en
irre|leiten fV b .f 1. das Paket ist irregeleitet (fehl
geleitet) worden — 2. wir lassen uns nicht i. (irre
führen, verführen 1.1)
irrelevant, auch irrelevant/Adj.j [ . . v . .] imgegebenen
Zusammenhang unerheblich (1.1), unbedeutend (1):
dieses Problem ist für unsere Arbeit i.; dazu Ir
relevanz, au ch Irrelevanz, die; -en
*.
irre|machen /Vb.j jmdn. unsicher machen, ver
wirren (2): die Zwischenrufe :hatten ihn irrege?
macht; laß dich nicht i.!
irren /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1 . etw. fälschlich
für wahr, richtig halten, sich täuschen (2): ich
glaube, du irrst (dich); wenn ich (mich) nicht
irre, so ist das Herr B; sich in jmdm. i. (jmdn.
falsch beurteilen) 1.2 . sich in jmdm., etw. i. jmdn.,
etw. verwechseln (1.1, 1 .3): sich in jmds. Person i.
(jmdn. für einen anderen halten); sich im Datum,
der Zeit, Straße i. 1 .3 . der Kellner hatte sich um
5 Mark geirrt (verrechnet 2) — 2. umherlaufen,
- fahren, ohne das Ziel zu finden (ist): durch die
Straßen, über die Felder, durch das Hotel, von
Behörde zu Behörde i.; O sein Blick irrte (glitt
ziellos) über die Zeilen des Briefes
Irren zu xIrre| -anstalt, die noch umg. Nervenklinik;
- haus, das + umg. hier geht’s zu wie in einem I.
(hier ist es sehr turbulent, laut)
irreparabel, auch irreparabel /Adj./1 .1 . nicht repa
r ier b a r: ein irreparabler Schaden 1.2 . eine irrepara
ble (u nh eilbare 1) Schädigung eines Organs
|rre|reden /Vb.j wirr, unklar reden: ich glaube, er
redet irre
irreversibel, auch irreversibel /Adj.\ [..v . .] fach -
spr. nicht reversibel: dieser chemische Prozeß ist i.
}rr| -fahrt, die wiederholt in die falsche Richtung
gehende Fahrt auf der Suche nach einem bestimmten
Ziel; -gang, der Labyrinth (1); -garten, der Laby
rinth (1); -glaube, der irrige Auffassung, Annahme
irrig /Adj.; nicht adv./ auf einem Irrtum beruhend,
unzutreffend, falsch: eine irrige Ansicht, Annahme,
Auffassung; etw. als i. nach weisen
irritieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. unsicher, nervös
39 Wörterbuch
610
Irrläufer — Jacht
machen: er läßt sich nicht i.
—
2. etw., jmd. irri
tiert jmdn. jmd. empfindet etw., jmdn. als störend:
die hellen Scheinwerfer irritierten ihn
Irr/irr| -laufer, der etw., das an den falschen Adressa
ten gelangt ist: dieses Paket ist ein L; -lehre, die
irrige Lehre (1.2 .3); -licht, das fPl.
-er/ über sumpfi
gen Gebieten beobachtbares Licht, Leuchten, das durch
Selbstentzündung aufsteigender Gase entsteht; -sinn,
der fo. PI.I 1. Wahnsinn (1): er war unheilbarem I.
verfallen — 2. femot.f sinnlose, sehr törichte Hand
lung: solch einen I. mache ich nicht mit; welch ein
I.!; -sinnig /Ad j./ 1.1. wahnsinnig (1.1), geistesge
stört: er ist i. geworden 1.2. wie von Sinnen: sie
schrie wie i. vor Angst — 2. umg. /drückt emo
tional einen sehr hohen Grad aus/: eine irrsinnige
Hitze; alles ging i. (sehr) schnell; ich finde das i.
komisch
Irrtum, der; -s, Irrtümer unbeabsichtigter Fehler
(1.2): ein (un)verzeihlicher, schwerer I .; das war
ein I. von mir, meinerseits; ihm ist ein I. unter
laufen; da ist jeder I. ausgeschlossen -f- im I. sein
(sich irren 1.1)
irrtümlich \Adj.f: eine irrtümliche (auf einem Irr
tum beruhende) Ansicht; i. (auf Grund eines Irr
tum s) in die falsche Richtung gehen
irrtümlicher|wgjse /Adv./: i. (auf Grund eines Irr
tums) hat er das Buch mitgenommen
Irr| -weg, der Weg in die falsche Richtung: wir
waren bei der Wanderung auf einen I. geraten;
<0 bei seinen Überlegungen einen I. einschlagen;
-wisch, der 1. Irrlicht — 2. sehr lebhafter, unruhi
ger Menschi bes. ein Kind: er ist ein richtiger I.
Ischias, der, das; -, jo. Pl.f Schmerz im Bereich des
Ischiasnervs: an I. leiden; ihn plagt wieder sein I.
Ischias|nerv, der Nerv im Bereich der Lendenwirbel,
des Gesäßes und des Beines
Islam, Islam [..am], der; -/-s, fo. Pl.f von Moham
med Anfang des 7. Jhs. begründete Religion: die
Welt des Islams; dazu islamisch fA dj.f: die isla
mische Kultur
Isobare, die; -/-n, -n Meteor. Linie, die auf Wetter
und Klimakarten Punkte gleichen Luftdrucks ver
bindet
Isolation, die; -en 1. fzu isolieren 1/: die I. eines
Cholerakranken; die I. eines Verbrechers von der
Gesellschaft — 2 . das Isoliertsein von der übrigen
Gesellschaft: er versuchte, sich aus der I. zu be
freien — 3 . fzu isolieren 2/: die I. der Wasserrohre,
elektrischen Leitungen — 4 . M aterial zum Isolieren
(2): eine neuartige. I . verwenden
Isolator, der; -s, Isolatoren 1. Phys. Elektro -
techn. 1.1. Stoff, der die Elektrizität od. Wärme
sehr schlecht leitet: Porzellan ist ein guter 1 .1 .2. zur
Befestigung von nicht isolierten elektrischen Leitun
gen dienender Gegenstand aus 1.1
—
2. Material, das
isoliert, abdichtet: der neue Baustoff ist ein guter I.
gegen Schall und Kälte
Isolier|band, das fo. PL/ Band aus festem Gewebe
zum Isolieren (2) elektrischer Leitungen
isolieren /sw. Vb.; hat/1. jmdn., etw. aus seiner ge
wohnten Umgebung herausnehmen, -lösen, jmdn. ab-
sondern, abtrennen von etw.,
jmdm.: die Cholera
kranken wurden isoliert; sein Verhalten isolierte
ihn von seinem Freundeskreis; isoliert leben; etw.
isoliert (ohne den Zusammenhang) betrachten;
Med. Bakterien i.; Techn. aus dem Gemisch
wurden wertvolle Grundstoffe isoliert — 2 . etw.
durch eine undurchlässige Schicht schützen, gegen
Einflüsse von außen abdichten: Heizungsrohre,
elektrische Leitungen i.
Isolier|-material, das jo. PL/ Material zum Iso
lieren (2); -Schicht, die Schicht aus Isoliermaterial',
-Station, die Abteilung im Krankenhaus für Patien
ten mit ansteckenden Krankheiten; -Stoff, der Iso
lato r (1.1)
Isolierung, die; -,
- en Isolation
Isotherme,die; -(n), -n Meteor. Linie, die auf Wet
ter- und Klimakarten Punkte gleicher Lufttempera
tur verbindet
Isotop, das; -s, -e JSTaturwiss. Variante eines che
mischen Elements, dessen Atome gegenüber denen
anderer Varianten eine andere Anzahl von Neu
tronen haben: ein radioaktives L ; künstlich her
gestellte Isotope
Ist) -sBestand, der gegenwärtig, augenblicklich vor
handener Bestand; -sStärke, die vgl.
- - Bestand;
-«Wert, der vgl.
-*Bestand
i wo umg. i bewahre!
J
j, J,das; -/umg.
-s [jot] der Laut J ; zehnter Buch
stabe des .Alphabets
ja I. /betont/1.1. /drückt als Antwort auf eine Frage
Zustimmung aus od. eine Feststellung, daß etw. nicht
zutrifftf: „gehst du mit?“ „Ja“ ; ja(,) natürlich!;
o ja!; aber ja!; ja, das ist richtig; ja, so war es
wirklich; mit Ja antworten; mit Ja stimmen (eine
Jastimme abgeben); sie gab dem Geliebten ihr
Ja (Jawort) 1.2. feinem positiven (1.1) Satz voran
gehend, das Positive vorwegnehmend/: ja, das werde
ich tun 1.8. fin fragendem Ton die Gewißheit einer
eigenen Aussage bekräftigend, einer fremden Aussage
bezweifelnd!: diese Leistungen sind doch beispiel
haft, ja (nicht wahr)*t; heute soll es regnen, ja
('wirklich)? — 2. /in beiordnender steigernder od.
korrigierender Funktion/: das kann ich versichern,
ja beeiden; er hat sich ungezogen, ja frech benom
men — II. Ials Partikel/ 1. /unbetont/ 1.1. /bestätigt
eine bekannte Tatsache/ zdoch (1): es ist ja noch
Zeit; das glaubst du ja selbst nicht; um g. sie
habend ja (sie besitzen genug, viel Geld) 1.2. /be
stätigt eine Einschränkung/: er ist ja (zwar 1) noch
jung, hat aber schon viel erreicht 1.3 . /bekräftigt
eine Aussage, subjektives Erstaunenf wirklich (3):
das ist ja eine Frechheit! — 2 . umg. /betont; dient
zur Verstärkung eines Wunsches, einer Aufforde
rung/ : nimmdichja in acht!; komm ja nicht zu spät!
+ ja zu etw. sagen (einer Sache zustimmen 1.2);
nicht ja und nicht nein sagen (sich unbestimmt
ausdrücken); (zu allem) ja und amen sagen (mit
allem einverstanden sein)
Jacht, die; -,
-en 1. schnelles, großes, oft luxuriöses
Motorboot od. kleines Motorschiff — 2. Segelboot
(mit Kiel und Kajüte)
Jacke — Jahr
611
Jacke, die; -n bis zur Hüfte od. Taille reichendes,
meist langärmeliges Kleidungsstück der Ober
bekleidung: eine J. aus Kammgarn; eine lederne,
pelzgefütterte J.
+ umg. das ist J. wie Hose (das ist völlig einerlei);
salopp die J. voll kriegen (verprügelt werden);
jmdm. die J. voll hauen (jmdn. verprügeln); jmdm.
die J. voll lügen (jmdn. unverschämt anlügen)
Jacken|kleid, das (aus gleichem Stoff hergestelltes)
Ensemble der Damenoberbekleidung aus Rock und
jackenartigem Oberteil
Jacketkrone, die [d3skit..] fach sp r. individuell
angefertigte Krone (4.2) aus Porzellan od. Kunststoff,
die auf einen abgeschliffenen Zahn aufgesetzt wird
Jackett, das; -(e)s,
-e/-s [3• Jacke des Herren
anzugs
Jade, der, auch die; -, jo. Pl.j grünliches, sehr festes
als Schmuck verwendetes Mineral
jade|grün fA dj.f gxün wie Jad e: ein jadegrünes
Kleid
Jagd, die; -en 1. fo. Pl.f das A ufspüren, Verfolgen
und Erlegen von Wild: auf die J. gehen; die J. auf
Hirsche; auf Wölfe J. machen; <> die J. mit der
Filmkamera — 2. Veranstaltung zum Zwecke von 1:
eine große J. abhalten; die J. abblasen — 8 . Jä-
gerspr. Wildbestand in einem bestimmten Gebiet:
die J. in diesem Revier ist gut — 4 . fo. Pl.f schnel
les Jagen (2), um jmdn. zu ergreifen, etw. zu fassen:
die Passanten beteiligten sich an der J. auf den
Missetäter; das war eine J. (Jagerei); auf jmdn.,
etw. J . machen; O die J. (das gierige Streben) nach
Geld, Vergnügen
jagdbar fAdj.; nicht adv.j Jägerspr.: jagdbare
Tiere (Tiere, auf die nach dem Jagdgesetz gejagt
werden darf und auf die entsprechend ihrem Ent
wicklungsgrad und Alter gejagt werden kann)
Jagdj -beute, die; -eifer, der; -erlaubnis, die A u s
weis, der zur Jagd auf Wild berechtigt; -falke, der
zur Beize (II) abgerichteter Falke; -flieger, der
1. Angehöriger der Besatzung eines Jagdflugzeuges —
2. umg. Jagdflugzeug; -flinte, die vgl.
- gewehr;
- flugzeug, das sehr schnelles, wendiges Flug
zeug, das gegen gegnerische Flugzeuge, unbemannte
Flugkörper und Ziele am Boden eingesetzt wird;
-frevel, der veraltend Jagdvergehen; -gebiet, das
bestimmtes Gebiet, in dem die Jagd von einem Jagd
kollektiv ausgeübt wird; -gesellschaft, die Organi
sation, in der mehrere Jagdkollektive zusammen
geschlossen sind; -gesetz, das jo. Pl.f rechtliche
Grundlage zur Regelung der Ausübung der Jagd;
-gewehr, das Gewehr für die Jagd auf Wild; -horn,
das fPl.
- hörner/ Blechblasinstrument für Jagd
signale; -hund, der zur Jagd auf Wild abgerichteter
Hund; -kollektiv, das /DDR/ Kollektiv von Jägern
(1); -messer, das kurzes, stehendes Messer zum A us
weiden des erlegten Wildes; -recht, das jo. P l.j Be
rechtigung, die Jagd (1) auszuüben; -schaden, der
Schaden, der bei der Jagd auf Wild entsteht; -schein,
der + salopp scherzh. einen, den J. haben (ge
richtlich für unzurechnungsfähig erklärt sein);
-s chütz, der 1. behördlich festgelegte M aßnahm en
zum Schutz des Wildes — 2. Mil. Schutz eines Ver
bandes von Flugzeugen durch Jagdflugzeuge; -Signal,
das auf Jagdhörnern geblasenes Signal, das zum
Anfang, Ende und während der Jagd gegeben wird;
-trophäe, die Teil der Jagdbeute, bes. in Form eines
Geweihs, Fells, zur Erinnerung an eine Jagd; -ver
bot, das Verbot, die Jagd (auf bestimmte Tiere) aus
zuüben: für Wisente besteht J.;
-vergehen, das
Verletzung der Jagdgesetze; -waffe, die vgl.
- gewehr;
-Wurst,die fo. P L ; W urstsortej; -zeit,die Schußzeit
jagen fsw. Vb.; hat, ist/ 1. Wild aufspüren, erlegen,
die Jagd ausüben (hat): Hasen, Wölfe j.; er will j.
gehen — 2* jmdn., etw. schnell verfolgen, um seiner
habhaft zu werden (hat): einen entflohenen Sträf
ling j.; die Hühner j.; er floh wie von einem Ge
spenst gejagt; die Kinder jagten sich (spielten
Haschen, Fangen); O ein Gerücht jagte das andere
(folgte rasch dem anderen); in seinem Kopf jagten
sich die Gedanken — 8. jmdn., etw. von einem Ort
weg in eine bestimmte Richtung treiben, verjagen
(hat): jmdn. aus seinem Versteck j.; den Feind
aus dem Lande j.; sie jagte die Kinder vom Bau
platz, aus dem, ins Bett; O der Wind jagte das
Laub durch die Straßen — 4. umg. jmdm., sich
etw. durch, in den Körper j. jmdm., sich etw. in den
Körper hineinstoßen, hineintreiben (hat): jmdm.,
sich einen Dolch, eine Kugel durch das, ins Herz j .;
die Schwester hat ihm eine Spritze in den Arm ge
jagt — 5 . sich sehr schnell, hastig vorwärts bewegen,
eilen (ist): die Autos, Menschen j. (durch die Stra
ßen); die Wolken j. über den Himmel; zum Bahn
hof j.; O Kälteschauer jagten über meinen Rücken;
er jagte (strebte begierig) nach Geld, Glück, Ruhm
+ umg. damit kannst du mich j. (das kann ich
nicht ausstehen); — jmdn. ins / Bockshorn j.;
etw. in die / Luft j.; jmdn. zum / Teufel j.
Jäger, der; -s, - 1. jmd., der die Berechtigung hat,
(beruflich) auf die Jagd zu gehen: der J. geht auf die
Pirsch — 2. um g. Jagdflugzeug
Jagerei, die;
-en fvorw. Sg .j (fortwährendes)
Eilen, Hetze(rei)
Jägerei, die; -, /o. Pl.f Ausübung der Jagd (1): die
J. betreiben, lieben
Jäger|-hut, der grüner (mit Gamsbart geschmückter)
Filzhut des Jägers; -latein, das scherzh. mit Über
treibungen ausgeschmückte Erzählung von Erleb
nissen bei der Jagd (1); -lied, das Lied, das die
Jagd zum Thema hat; -spräche, die jo. Pl.j Sonder
sprache der Jäger
Jaguar, der; -s, -e in A m erika heimische Großkatze
mit plumpem Körper, dickem Kopf und rotgelbem,
dunkel geflecktem Fell
jäh jAdj.; nicht präd.j 1*plötzlich und heftig ein
setzend: ein jäher Windstoß, Schmerz; eine jähe
Bewegung; einen jähen (plötzlichen und über
raschenden) Tod finden; j. erröten; er schrie j.
(kurz und laut) auf; j. wechselnde Gefühle — 2. sehr
steil, abschüssig: ein jäher Abgrund; der Hang fällt
j. nach Norden ab
jählingsjAdv.j veraltend 1. unvermutet, plötzlich:
j. auffähren, erwachen; er zog j. die Hand zurück
—
2. sehr steil, abschüssig: die Felswand stürzt j.
nach dem See hin ab
Jahr, das; -(e)s, -e 1. Zeitraum von 12 Monaten
1.1. der vom 1. Januar bis zum 31. Dezember ge
rechnet wird: ein halbes J .; das alte , neue J .; dieses,
voriges, nächstes J . ; im vergangenen Jahre; ein
erfolg-, arbeitsreiches J .; eine Reihe von Jahren;
das J. 1980; die zwanziger Jahre; im Jahre 1000
vor, nach der Zeitrechnung; J. um J. verstrich;
von J. zu J. wird es besser; das J. ist schnell ver
gangen; jmdm. ein gesundes neues J. wünschen
1.2. der von einem beliebigen Tag an gerechnet wird:
39*
alle drei Jahre; zwei Jahre später; heute in, vor
zwei Jahren; umg. übers (in einem) J.1; J. für J.
(alljährlich); das ist schon Jahre her; etw. für, auf
ein J. mieten — 2. vom Tag der Geburt an gerechnetes
Jahr des Lebens (1) eines Individuums, Lebensjahr:
er hat in jungen Jahren schon viel durchgemacht;
in der Blüte der Jahre; er ist 20 Jahre (alt); er
zählt erst 10 Jahre; Jugendliche bis zu 18 Jahren;
hoch an Jahren (alt 1.1) sein; für seine Jahre (für
sein Alter) ist er noch sehr rüstig; ein Mann in den
besten Jahren; sie ist jünger als ihre Jahre (sie
sieht jünger aus als sie ist); sie hat noch nicht die
Jahre (ist noch nicht alt genug), um das zu ver
stehen
+ in die Jahre kommen (altern 1); mit den Jahren
(mit zunehmendem Alter); vor J. und Tag. (vor
langer Zeit); nach J. und Tag (nach langer Zeit)
jakr/Jahr| -aus fAd v.f + j., jahrein; jahrein, j.
jedes Jahr wieder, immer wieder: das geschieht j.,
jahrein; -buch, das alljährlich erscheinendes Buch
'mit Berichten über ein Wissensgebiet: ein statisti
sches J.;
- ejn /Adv./ + / jahraus, j.
jahrelang /Adj.; nichtpräd.f mehrere Jahre dauernd
jahrelange Abwesenheit; j. warten
jähren, sich fsw. Vb.; hat/ etw. jährt sich etw. ist
ein Jahr her: sein Hochzeitstag jährt sich (zum
zweiten Male)
Jahres/jahresi -abonnement, das; -abrechnung, die
vgl.
- abschluß; -abschluß, der W irt sch. Abrech
nung, Bilanz am Ende des Jahres; -beginn, der;
-beitrag, der jährlich zu entrichtender Mitglieds
beitrag; -bestzeit, die Sport beste in einem Jahr er
reichte Zeit (2.4) in einer Sportart; -bilanz, die
Wirts ch.;
-durchschnitt, der: im J. (durchschnitt
lich in einem Jahr); -einkommen, das gesamtes
Einkommen im Verlauf eines Jahres; -ende, das;
-endprämie, die nach Abschluß eines Jahres an alle
Mitarbeiter eines soz. Betriebes gezahlte Prämie für
die kollektive Leistung der Werktätigen für die soz.
Gesellschaft; -frist, die jo. PI ./: vor, nach J. (vor,
nach Ablauf eines Jahres) hatte er sein Werk voll
endet; -karte, die Karte, die für ein Jahr eine Be
rechtigung zu etw. ausweist: eine J. für die Biblio
thek, das Freibad; -plan, der; -Produktion, die
Produktion während eines Jahres; -ring, der fvorw.
PL/ auf dem Querschnitt bes. von Baumstämmen,
Ästen erkennbare ringförmige Erscheinung, die
das jährliche Wachstum erkennen läßt; -rückblick,
der Rückblick auf ein abgelaufenes Jahr; -tag, der
Tag, an dem sich etw. jährt; -tagung, die jährlich ab
gehaltene Tagung; -temperatur, die mittlere Tem
peratur während eines Jahres; -Umsatz, der Umsatz
während eines Jahres; -Urlaub, der Urlaub, der
jedem Werktätigen jährlich zusteht; -Wechsel, der
Übergangszeit) von einem zum nächsten Jahr:
jmdm. zum J. gratulieren; -wende, die Jahres
wechsel; -zahl, die Zahl, die nach der jeweils zugrun
de gelegten Zeitrechnung ein bestimmtes Jahr be
zeichnet; -zeit, die 1,1. bestimmte Zeit im Jahr: in
dieser J. ist es noch ziemlich kalt 1.2. einer der vier
Zeitabschnitte, in die das Jahr geteilt wird: die vier
Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Win
ter; -zeitlich /Adj.f der Jahreszeit (1.2.) entsprechend:
die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen
Jahr| -gang, der 1.1. den J. 1920 (alle 1920 gebore
nen Personen) erfassen; er ist J. 1950 (gehört zu den
1950 geborenen Personen); sie ist mein J. (ist im
612
jahraus — jämmerlich
gleichen Jahre geboren wie ich) 1.2 . die gekelterten
Weine eines Jahres: ein guter J. 1.8. alle Nummern
einer Zeitung, Zeitschrift eines Jahres: den J. binden
lassen; -hundert, das fAbk. Jh./ Zeitraum von
100 Jahren 1.1. der jeweils vom Jahre ..01 an ge
rechnet wird: das 19., 20. J .; die Entwicklung der
Wissenschaft in unserem J. 1 .2. der von einem be
liebigen Jahr an gerechnetwird:dieser Komet kommt
alle zwei Jahrhunderte wieder
jahrhunderte| -alt fAdj.f viele Jahrhunderte be
stehend; -lang /Adj.; nicht präd.f mehrere Jahr
hunderte dauernd
Jahrhundert! -feier, die Hundertjahrfeier; -wende,
die Übergangszeit) von einem zum nächsten Jahr
hundert
jährlich fAdj.; nicht präd.f jedes Jahr wieder
kehrend, in jedem Jahre: die Zeitschrift erscheint
viermal j.
Jährling, der; -s, -e Landw. Tier, bes. Fohlen im
zweiten Lebensjahr
Jahr| -markt, der jährlich einmal od. öfter statt
findender Markt (2) mit Buden, Karussels u. ä .;
- tausend, das Zeitraum von 1000 Jahren 1.1. der
jeweils vom Jahre . .01 an gerechnet wird 1.2. der von
einem beliebigen Jahr an gerechnet wird
Jahrtausende) -alt fAdj.f; -lang fAdj.; nicht präd.f
Jahrtausend) -feier, die Tausendjahrfeier; -wende,
die Übergangszeit) von einem zum nächsten Jahr
tausend
Jahr/jahr| -zehnt, das -(e)s, -e Zeitraum von 10 Jah
ren : im ersten J. dieses Jahrhunderts; ein J. an
gestrengter Arbeit; er steht im fünften J. seines
Lebens (ist im Alter zwischen 40 und 50 Jahren);
- zehntelang fA dj.f
Jäh/jäh| -zorn, der Neigung, plötzlich in Zorn, Wut
zu geraten; -zornig /Adj.f 1.1. zu Jähzorn neigend:
ein jähzorniger Mensch; j. sein 1.2 . jmdn. j . (un
beherrscht, wütend) beschimpfen
Jakob
+ umg. das ist nicht der wahre J. (das geht so
nicht, gefällt mir so nicht, ist nicht das Rechte)
Jalousie, die; -,
- n [3aluzi:, PI. . .i:an] Vorrichtung
an Fenstern aus dünnen, schmalen, miteinander
verbundenen, schräg nach außen geneigten Brett
chen, die (durch Schnüre) verstellt, hochgezogen od.
herabgelassen werden können
jambisch fAdj.; zu Jambus/ Verslehre
Jambus, der; -, Jamben Verslehre zweisilbiger
Versfuß aus einer unbetonten und einer betonten Silbe
Jammer, der; -s, jo. Pl.f 1. das Wehklagen: ihr
herzzerreißender J. schallte durch das ganze Haus
—
2. großes Leid, Elend: ein großer, unbeschreib
licher J.; er bot ein Bild des Jammers; vor J.
(Kummer) weinen; umg. es ist ein J. (ärgerlich,
schade), daß ich das vergessen habe
Jammer| -geschrei, das lautes Wehklagen; -gestalt,
die Mensch, dessen Äußeres- seinen elenden Zustand
zeigt; unter den Flüchtlingen waren erbarmungs-
wiüdige Jammergestalten; -lappen, der sa lopp
feiger, willensschwacher Mensch
jämmerlich fAdj.f 1. großen Jammer (2) ausdrük-
kend: ein jämmerliches Gesicht machen — 2. jmds.
M itleid erregend, beklagenswert: er bot einen jäm
merlichen Anblick; ihm ist j. (sehr elend durch Leid,
Unglück, Unwohlsein) zumute; sie sind j. (unter
schrecklichen Umständen) umgekommen — 8 . sehr
dürftig (1, 2), mangelhaft: eine jämmerliche Behau-
sung, Arbeit; die Landarbeiter wurden j. (sehr
schlecht) bezahlt — 4 . /adv.; drückt emotional in
negativem Sinne einen hohen Grad ausj sehr: j. wei
nen; sich j. blamieren; j. frieren; zu 1—3 Jämmer
lichkeit, die; jo. P l.j
jammern jsto. Vb.; hat/1. seinen Jammer (2)äußern,
wehklagen: laut j.; das Kind jammerte leise vor
sich hin; er jammerte über, um seinen Verlust; das
Kind jammerte (verlangte klagend) nach seiner Mut
ter, seinem Spielzeug — 2. veraltend jmd., etw.
jammert jmdn. jmd., etw. erweckt jmds. M itleid: der
arme Mensch, sein kläglicher Zustand jammerte
uns; es jammerte uns, ihn so elend zu sehen
-f- das kann, muß ja einen /* Hund j.
jammer| -schade /A d jn u r präd.; emot.; in der
Verbindung/ umg. es ist j. (sehr schade, bedauerlich),
daß
- voll /Adj./ 1. großen Jammer (2) aus
drückend: ein jammervolles Stöhnen — 2. von
Leid, Unglück erfüllt: ein jammervolles Leben
Janker, der; -s, - süddt. österr. (Trachten)jacke
Januar, der; -/-s, -e fvorw. Sg .j erster Monat des
Jahres
japsen /sw. Vb.; hat/ umg. mit offenem Munde
stoßweise nach Atem ringen: nach dem beschwer
lichen Aufstieg konnten wir kaum noch j.; nach
Luft j.
Jargon, der; -s, -s [^argog, auch 3argo] 1.1, A u s
drucksweise bestimmter sozialer, beruflicher und
ähnlicher G ruppen: der J. der Journalisten; J.
sprechen 1.2. jo. Pl.j ungepflegte, mangelhafte A u s
drucksweise: ein derber, nachlässiger J.
Ja|sager, der; -s, - jmd., der immer schnell bereit ist
zuzustimmen
Jasmin, der; -s, -e fvorw. Sg .f Zierstrauch mit stark
duftenden, weißen od. gelblichen Blüten
Jaspis, der; -/ -ses, -se undurchsichtiger, meist roter,
gelber od. brauner Halbedelstein: ein rot und gelb
gebänderter J.
Ja|stimme, die bei einer Abstimmung abgegebene
Zustimmung
jäten, jätete, hat gejätet 1.1. Unkraut mit der Hand
ausrupfen, entfernen: Unkraut j. 1.2. ein Beet j.
(durch Ausrupfen des Unkrautes säubern)
Jauche, die; -n jvorw. Sg .j übelriechende Flüssig
keit aus tierischen, menschlichen Ausscheidungen:
den Acker mit J. düngen; O salopp das alte Bier
war die reinste J.
Jauche (auch Jauchen))|-faß, das jPl.
-fässer/ Faß,
in dem Jauche transportiert wird; -grübe, die
Grube, in der Jauche gesammelt wird
jauchen jsw. Vb.; hat/ eine landwirtschaftlich ge
nutzte Fläche mit Jauche düngen: den Acker j.
Janchen): /* Jauche)
Jauche (auch Jauchen))|pumpe, die Pum pe, mit der
Jauche aus einer Grube gepumpt wird
jauchzen jsw. Vb.; hat/ Freudenrufe ausstoßen,
jubeln: vor Freude, begeistert j.; sie fielen sich
jauchzend in die Arme
Jauchzer, der; -s, - Jubelruf
jaulen jsw. Vb.; hat/ in langgezogenen Tönen
winseln: die Hunde jaulten; O der Wind jault
schaurig im Kamin
Jause, die;
- n österr. Zwischenmahlzeit, meist
am Nachmittag
ja/Ja) -wohl jAdv.; drückt nachdrückliche Zustim
mung ausj: )., das wird sofort erledigt!; -wort, das
jPl.
- e; vorw. Sg .j Zustimmung zur Eheschließung,
die sich Brautleute (gegenseitig) geben: jmdm. das
J. geben
Jazz, der;
jo. Pl.j [d3es, auch jats] aus den
Arbeits-,
Tanz- und religiösen Liedern des afro
amerikanischen Bevölkerungsteils im Süden der
USA hervorgegangene Musik, die durch synkopen
reiche Rhythmik und durch Improvisation gekenn
zeichnet ist
Jazz|band, die vgl. Jazzkapelle
jazzen jsw. Vb.; hat/ [^eson, auch jatson] Jazz
spielen, singen; dazu Jazzer, der; -s, -
Jazz| -kapelle, die Kapelle, die Jazz spielt; -musik,
die jo. Pl.j Jazz
xje /Adv.j 1. jem als: keiner wird das je begreifen;
wer hätte.das je gedacht!; ihr werdet nicht er
leben, daß wir euch je im Stich lassen; sie ist
jetzt glücklicher als je (zuvor) — 2. /weist in Ver
bindung mit Zahlen darauf hin, wieviel jeder einzel
nen Person, Sache bei einer Aufteilung, Verteilung
in gleichem Maße zukommtj: die beiden Besten
erhalten je ein Buch; drei Schichten zu je acht
Stunden; je fünf Mann wurden hereingelassen —
3. jweist vor nach od. nachdem auf eine den Um
ständen od. persönlicher Entscheidung unterliegende
Bedingung h inj: je nach (entsprechend) seiner
Stimmung änderte sich sein Verhalten; er steht
um sechs oder um acht auf, je nachdem (ob er
arbeiten muß oder zu Hause bleiben kann)
+ seit/ ehundje;wie
eh und je
2je jKonj.j 1. /als Glied der mehrteiligen Konj. je
..
desto, je ... um so; unterordnend; je leitet den
Gliedsatz ein, desto, um so den Hauptsatz; je u.
desto, um so stehen jeweils vor einem Komparativ,
wodurch zwei Sachverhalte graduell und proportional
zueinander in Beziehung gesetzt werdenj: je weiter
wir fuhren, desto (um so) wilder wurde die Gegend
(in dem Maße, wie wir weiter fuhren, wurde die
Gegend wilder); föhne um so, desto im Nachsatzj
wir arbeiteten immer schneller, je später es wurde
jauch als Verbindung von Nebensätzenj wir wuß
ten, daß wir um so eher zu Hause sein würden,
je schneller wir arbeiteten — 2 . joft in Verbindung
mit nachdem und ob; unterordnend; gibt propor
tional die Umstände, Möglichkeiten an, von denen
die Realisierung der Handlung im Hauptsatz ab-
hängtj: sie malt, je nachdem ob sie Lust hat; sie
malt Blumen oder Landschaften, je nach Laune;
je nachdem ob, wie er Zeit hat, kommt er vorbei
3je jPräp. mit Akk.; vorw. mit Subst. o. Art. u.
daher ohne ersichtlichen Kastisj pr o : die Trauben
kosten eine Mark je Pfund; je Person gibt es einen
Bon für Bier
4je umg.: ach je, o je! /Ausruf des Erschreckens,
Bedauerns!
Jeans, die jPI.; Kurzf. für engl. Blue jeans/
[d3i:ns] lange Hose aus Jeansstoff, Niethose: ein
Paar J. kaufen; sie trägt mit Vorliebe J.
Jeans| -anzug, der Anzug aus Jeansstoff; -rock,
der vgl.
- anzug; -Stoff, der sehr strapazierfähiger
Stoff aus einem derben, meist blauen Baumwoll-
gewebe
jede jlndef.pron.; Fem.j s. jeder
jedenfalls /Adv./ 1.1. /leitet aus vorher Gesagtem
eine Feststellung abj auf alle Fälle: wir müssen
j. am 20. mit der Arbeit fertig sein; wir treffen
uns j. (also 1.1) wie verabredet vor dem Kino;
ich komme j. (bestimmt) 1.2. /bestätigt etw. vorher
Jämmerlichkeit — jedenfalls
613
614
jeder — jodeln
Gesagtes als zumindest für einen Teil der betroffenen
Personen od. Sachverhalte zutreffend/: wir müssen
etwas für die Familie tun, j. für die Kinder; er
ist sehr geschickt, j. auf seinem Gebiet
jeder /Indef.pron.; Mask.; Fern.: jede, Neutr.:
jedes; bezeichnet die einzelnen Personen, Sachen
einer Gesamtheit/: /ad]./ j. Mann; jede Frau; jedes
Kind; mit jedem Pfennig rechnen; er kommt jedes
Jahr einmal; hier kam jede Hilfe zu spät; er über
nahm jede (beliebige) Arbeit; /subst./ j. kann am
Wettbewerb teilnehmen; j., der kommt, ist uns
willkommen; ein j. mag sich seinen Teil nehmen
jederlei, jederlei /indekl.f (von) jeder A r t : man
kann dort j. Gebrauchsgüter erwerben
jeder] -mann /Indef.pron.; flektiert nur im Gen./
jeder: das weiß j.; ein Buch für j.; das ist nicht
jedermanns Sache; -zeit /Adv./ zu jeder Z eit,
immer (1.1 .1): du kannst j. zu mir kommen
jgdes/Indef.pron.; Neutr./ s. jeder
jedesjmal /Adv./ bei jeder Gelegenheit, bei jedem
Anlaß, immer (1.1 .2): er hat j. eine andere Aus
rede; j. , wenn es klingelte, erschrak er
jed|möglich /Adj.; vorw. attr./ jeder, jede, jedes
mögliche: ihm wurde jedmögliche Hilfe zuteil
jedoch /Konj.; nebenordnend; verbindet Haupt
sätze, Nebensätze, Satzglieder; adversativ/ 1aber
(1-3): wir blieben gern länger, j . wir haben keine
Zeit; er sagt, daß er keine Zeit hat, j. bereit ist;
er will keinen Wein, j. Bier
Jeep, der; -s,
-s [d3i:p] kleiner, geländegängiger
Kraftwagen mit starkem Motor und Antrieb auf
allen vier Rädern
jegliche /Indef.pron.; Fern. u . PL/ s. jeglicher
jeglicher /Indef.pron.; : Mask.; Fern.: jegliche,
Neutr.: jegliches; vorw. attr./ ve ralten d restlos
jeder: mir ist j. Appetit vergangen; er war ohne
jegliche (ohne die geringste) Hoffnung
jegliches /Indef.pron.; Neutr./ s. jeglicher
je] -her /Adv./
-b seit, von j. schon immer: wir
haben ihn seit, von j. sehr geschätzt; -mals /Adv./
irgendwann einmal, überhaupt einmal: keiner von
uns wird dich j. im Stich lassen; ob er j. wieder
gesund wird, ist fraglich
jemand /Indef.pron.; bezeichnet irgendeine Person,
die man nicht näher bestimmen kann od. will/: j.
hat gerufen; ich warte auf j., jemanden; hast du
den Brief j., jemandem gegeben?; wir haben j.
anders erwartet
jemine [..ne] veraltend /Ausruf der Verwunde
rung, des Erschreckensj: (ach, o) j., was hast du
denn da gemacht!
jene /Dem.pron.; Fern. u . PI./ s. jener
jener /Dem.pron.; Mask.; Fern.: jene, Neutr.:
jenes; weist auf eine dem Sprecher räumlich od. in
der Vorstellung ferne Person od. Sache hin; setzt
vorw. ein vorangegangenes dieser voraus, das auf
die näher liegende Person od. Sache hinweistj 1.
/adjif dieser Schrank gefällt mir recht gut, aber
jene Schrankwand finde ich praktischer; wem
gehört jenes Paket dort?; hier sind zwei Wege,
von denen dieser eine zum Schloß führt und jener
in die Stadt; jenen denkwürdigen Tag werde ich
nie vergessen — 2. /subst./ dieser hat ihm zu
gestimmt, aber jener war nicht seiner Meinung
- f / der und jener; / dies und jenes; / dieser
und jener
jenesfDem.pron.; Neutr./ s. jener
jen/Jen, jen/J§n| rscitig /Adj.; vorw. attr./ auf der
dem Sprecher ferner gelegenen Seite von etw. befind
lich : der jenseitige Hang des Berges; xiSeits, x:seits
/Präp. mit Gen.; weist auf einen hinter etw. liegen
den Bereich/: j. des Flusses, der Grenze; O diese
Vorstellungen liegen j. (weitab, fern) aller Ver
nunft; 2-seits, 2:seits /Adv.; in Verbindung mit
von; weist auf einen hinter etw. liegenden Bereich/:
das Haus liegt j. vom Fluß; -seits, Tseits, das; -,
jo. P I .; nach religiöser, bes. christlicher Vorstellung/
ein angenommener überirdischer Bereich, Himmel
(2.1): Vorstellungen von einem Leben im J.;
- f salopp verhüll, jmdn. ins J. befördern (jmdn.
töten)
Jeremiade, d ie; -,
-n
veraltend Gejammer: eine
J. anstimmen
Jgrsey [d3 oe:zi], Jersey [d3cerzi], der, auch das;
-s,
-s 1. /der/ feiner, schmiegsamer, gewirkter
(Kleiderstoff: ein Hemd aus J.
—
2. Trikothemd,
bes. Sporthemd (1.1): die Mannschaft spielte in
rotweiß gestreiften Jerseys
Jet, der; -(s), -s [d3et] /Kurzw. fü r engl, jetliner/
(Verkehrs)flugzeug mit Strahltriebwerk
Jett, der, das; -(e)s, jo. PI,/ [d38t] eine Art Kohle,
die auf Hochglanz poliert und als Schmuck ver
wendet wird
jett|schwarz /Adj./ tiefschwarz
jetzig /Adj.; nur attr./ gegenwärtig: unser jetziger
Direktor
jetzt /Adv./ LI« im gegenwärtigen Augenblick: j.
geht er fort, fährt der Zug ab, sind wir an der
Reihe; bis j. (bis zu diesem Augenblick) habe ich
gewartet; man denkt darüber j. (heutzutage) an
ders als früher 1.2 . bist du j. (nun 1.1.2) zu
frieden?
je| -weilig /Adj.; nur attr./ (zu einem bestimmten
Zeitpunkt) gerade vorhanden od. geltend: der Redner
stellte sich auf das jeweilige Publikum ein; der
jeweilige Stand der Forschung; -weils /Adv./ 1.
je nach Zeit und Umständen: die j. geltenden Be
stimmungen; er weilte j. (jedesmal) ein paar
Stunden unter uns — 2 . xje (2): alle erhielten j.
zwei Bücher
jiddisch /Adj./ in der Sprache der Juden Mittel
und Osteuropas
Jiu-Jitsu, das; -(s), jo. PI./ [d3i:ud3i..] Methode
der waffenlosen Selbstverteidigung
Job, der; -s, -s [d3op] umg. Arbeit, Anstellung,
bes. als gute Verdienstmöglichkeit: einen guten J.
haben, suchen
Joch, das; -(e)s, -e 1. Teil des Geschirrs bei Zug
ochsen, das über Stirn od. Nacken gelegt wird: das
J. auflegen, abnehmen — 2. /o. PI./ als drückende
Belastung empfundener Zustand, dem man aus
geliefert ist: sich aus dem, vom J. (der Knecht
schaft) der kolonialen Unterdrückung befreien;
scherzh. das J. der Ehe — 3. Geogr. sattel
förmiger Einschnitt (3), Sattel (3) in einem Gebirgs-
kamm, oft einen Gebirgspaß ergebend
Joch|bein, das Med. Knochen unterhalb der Augen
höhle, der den Oberkiefer mit dem Schädel verbindet
Jockei, der; -s,
-s [d3oki,
.. ke, jokai] Sport
(berufsmäßiger) Rennreiter, dessen Gewicht unter
52 Kilogram m liegen sollte
Jod, das; -s, /o. PI./ zu den Halogenen gehörendes
nichtmetallisches Element
jodeln /sw. Vb.; hat/ ohne Text singen und dabei
jodhaltig — Jüdin
615
ständig schnell zwischen Brust- und Kopfstimme
wechseln: er jodelt wie einer aus dem Gebirge
jod|haltig /Adj.; nicht adv./ Jod enthaltend: eine
jodhaltige Lösung, Salbe
Jodler, der; -s, - 1. gejodelter R uf: der J. hallte
über Berg und Tal — 2. jmd., der jodelt
Jodtinktur, die jodhaltige Tinktur, hes. zur D es
infektion von Wunden
Joga, der; -/-s, /o. PL/ aus Indien stammende
Lehre, nach der der Mensch durch bestimmte
Übungen, Askese und Meditation Gleichmut gegen
über äußeren Einflüssen sowie irrationale Intuition
erlangen kann
Joghurt, der; -s, jo. PL/ [jo:gurt] durch bestimmte
Bakterien vergorene geronnene, saure Milch
Jogi, der; -s, -s Anhänger des Joga
Johannisbeere, die Frucht des Johannisbeerstrauchs:
Johannisbeeren pflücken
Johannisbeerstrauch, der in Gärten gezogener
Strauch, dessen rote, hellgelbe od. schwarze Früchte
kleine Trauben bilden
Johanniswürmchen, das; -s, - Leuchtkäfer
johlen /sw. Vb.; hat/ mißtönend und unartikuliert
lärmend schreien: die Zuschauer pfiffen und johlten
vor Begeisterung, W ut
Joker, der; -s, - [jo;.., auch djo:..] Spielkarte mit
dem Bild eines Narren, die bei Kartenspielen wie
Rommi, Kanasta jede beliebige andere Karte ersetzt
Jgkus, der;
-se jvoriv. Sg .f umg. Spaß (2),
Scherz: sich einen J. mit jmdm. machen
Jolle, die; -,
-n 1. breites Ruderboot, das als Bei
boot dien t: die Matronen ruderten mit einer J. an
Land — 2. leichtes offenes Segelboot: ein W ett
segeln für Jollen
Jongleur, d e r; -s,
-e [301310:r] Artist, der seine
Geschicklichkeit im Jonglieren zeigt
jonglieren [sw. Vb.; hat/ [3013..] 1. Gegenstände,
bes. Bälle, kurz nacheinander mit artistischem Ge
schick in der Luft herumwirbeln und wieder auf
fangen: der Artist jonglierte mit Reifen, Keulen
und Zylinderhüten — 2. umg. der Redner jong
lierte (trieb ein kunstvolles Spiel) mit Worten und
Begriffen, ohne etwas wirklich Ernsthaftes zu
sagen
Joppe, die; -,
-n längere, untaillierte, bequeme
Herrenjacke: eine J. aus Leder, dickem Wollstoff
Jota, das; -/-s, -s /griech. Buchstabe/
+ nicht ein J., (um) kein J. (nicht im geringsten)
Joule, das; -/-s, - [(d)3u:l, auch d3aul] jAbk. J;
heute offizielle M aßeinheit der Energie/
Journaüle, d ie;
/o. Pl.j ^urnaljo] veraltend
1. gewissenlose Sensationspresse, hetzerische Presse
in kap. Ländern: die Spalten der J. sind voll von
Lügen und Verleumdungen — 2, Journalisten von 1
Journal, das; -s, -e [3U..] 1. Tage-,
Dienstbuch:
beim Empfang des Hotels liegt ein J. aus; ein J.
(über jmdn., etw.) führen — 2 . veraltend illu
strierte Zeitschrift
Journalismus, d er ;
jo. P l.j [311..] schriftstelle
rische Tätigkeit bes. für Zeitungen, Zeitschriften,
Rundfunk, Fernsehen
Journalist, der; -en, -en [3U..] jmd., der beruflich bes.
für Zeitungen, Zeitschriften schriftstellerisch tätig ist
Journalistik, die; jo. Pl.j [3U..] Wissenschaft von
Geschichte, Theorie und Praxis des Presse- und
Informationswesens; dazu journalistisch /Adj./
jovial /Adj.j [ . .v . .] /von Männern/ 1. wohlwollend,
leutselig (1): jmdn. j. begrüßen — 2 . freundlich,
aufgeschlossen, leutselig (2); ein jovialer alter Herr;
dazu Jovialität, die; -,
- en /vorw. Sg .j
Jubel, der; -s, /o. Pl.j laute Bekundung der Freude,
das Jubeln: lauter J. erfüllte den Saal; in hellen J.
ausbrechen
4- umg. J . und Trubel (freudiges, aufgeregtes
Durcheinander); J., Trubel, Heiterkeit (fröhliches
Treiben, ausgelassene Stimmung)
Jubelj -feier, die Feier zu einem Jubiläum; -Jahre,
-jahre, die jPl.j + umg. alle Jubeljahre (nur
sehr selten)
jubeln /sw. Vb.; hat/ seine Freude, Begeisterung
laut und lebhaft kundtun: laut j.; die Kinder jubel
ten beim Anblick der vielen, über die vielen Ge
schenke; eine jubelnde Menge begrüßte den Ehren
gast
-f- jmdm. etw. unter die / Weste j.
Jubel| -paar, das Ehepaar an seinem 25., 50. od.
60. Hochzeitstag; -ruf, der einen Jubel ausdrücken
der Ruf
Jubilar, der; -s, -e jmd., der ein Jubiläum feiert;
dazu Jubilarin, die; -,
- nen
Jubiläum, das; -s, Jubiläen [ . , le:um ,
..ls:um,
PI. ..le:on, . . ls:9n] Jahrestag eines wichtigen Er
eignisses, bes. nach 25, 50,100 Jahren: das tausend
jährige J. der Stadt wurde festlich begangen
Jubiläumsl -ausgabe, die Buchausgabe anläßlich
eines Jubiläums; -ausstellung, die vgl.
-ausgabe
jubilieren /sw. Vb.; hat/ geh. hell und fröhlich
jub eln : sie jubilierten bei der freudigen Nachricht;
O eine Lerche flog jubilierend in die Höhe
Juchten, der, das; -s, /o. PL/ 1. sehr feines, ge
schmeidiges, wasserdichtes Leder: weiche Schaft
stiefel aus J.
—
2. /das/ Duftstoff, der wie Juchten
leder riecht
Juchten|leder, das /<?. P l.f Juchten (1); ein Paar
Stiefel aus J.
juchzen [sw. Vb.; hat/ umg. jauchzen
Juchzer, der; -s, - umg. Jubel-, Freudenruf
jucken /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw., es juckt (jmdn.,
jmdm.) etw. bewirkt, daß jmd. einen dem Schmerz
venuandten Reiz an einer Stelle seiner Haut emp
findet, auf den er meist mit Kratzen reagiert: die
Haut, Narbe juckt (ihm, ihn); nach dem Sonnen
bad juckte es ihn überall; die Wolle juckt auf der
bloßen Haut 1.2. umg. etw. juckt jmdn. etw. reizt
(2) jmdn.: die Neugier juckte ihn, das Päckchen
sogleich zu öffnen; ihn juckte es, zur See zu gehen;
das juckt uns schon lange nicht mehr (bekümmert
uns überhaupt nicht) — 2 . umg. sich j. sich kratzen:
er juckte sich am Hals
4- jmdm., jmdn. juckt das / Fell
Juck zu jucken 1.11 -pulver, das pulveriger Scherz
artikel, der auf der Haut einen Juckreiz hervorruft;
-reiz, der /vorw. Sg./ Reiz, der darin besteht, daß
etw. ju ckt: etw. ruft einen J. hervor
Jude, der; -n,
- n Angehöriger eines semitischen
Volkes, das seine historisch-religiöse Grundlage in
den Schriften des Alten Testaments und der rabbi-
nischen Tradition hat
Juden |-pogrom, der, auch das gegen den jüdischen
Teil der Bevölkerung gerichteter Pogrom; -Verfol
gung, die auf Unterdrückung, Ausrottung gerichtete
Verfolgung der Juden als Ausdruck des Antisemitis
mus
Jüdin, die; -,
- nen /zu Jude/
616
jüdisch — Jugendweihe
jüdisch /Adj./ zu den Juden gehörig, von ihnen
stammend: die jüdische Kunst, Kultur, Zeit
rechnung
Judo, das; -/ -s, fo. PL/ aus dem Jiu-Jitsu ent
wickelte sportliche Disziplin, bei der der Gegner im
Zweikampf ohne Stöße od. Schläge durch über
raschende, geschickt angebrachte Griffe zu Fall ge
bracht wird
Judoka, der; -s, -s Sport Judosportler
Judo| -Sport, d e r ; -Sportler, der
Jugend, die; -, fo. PL/ 1. die Lebenszeit des M en
schen zwischen dem Kindesalter und der Volljährig
keit, dem Alter des Erwachsenen: eine .sorglose,
schwere J.; er ist von frühester J. an gewohnt,
im Haushalt mitzuhelfen; sie ist schon über die
erste J. hinaus (sie ist nicht mehr jung)', nur seine
J. entschuldigt sein Vergehen; etw. aus seiner J*
erzählen; er hat nichts von seiner J. gehabt; seine
J; genießen — 2 . die Jugendlichen', die J. unserer
Zeit, von heute; scherzh. die
reifere J .; eine
zukunftsfrohe J. wächst heran; ein Roman für
die J.; die Freie Deutsche J. // auch FDJ; soz.
Jugendorganisation der DDRf
Jugend/Jugend| -anrecht, das fü r Jugendliche in
der DDR organisiertes Anrecht, das ihnen den Zu
gang zu Theater-,
Musikveranstaltungen sichert;
-arbeit, die jo. PL/ 1. Zusammenarbeit einer
Organisation, Partei mit od. die Arbeit in der
Jugendorganisation — 2. /BRD/ Tätigkeit im
Rahmen der Jugendfürsorge; -bekanntschaft, die
jmd., den jmd. aus der Jugendzeit kennt, mit dem
er aber nicht mehr in Kontakt steht: er hat seine
alte J. wiedergetroffen; -bild, das Bild, das jmdn.
in seinem jugendlichen Alter zeigt; -brigade, die
aus Jugendlichen bestehende Brigade (1); -buch,
das Buch mit einer Jugendliche ansprechenden
Thematik; -chor, der aus Jugendlichen bestehender
Chor; -erinnerung, die Erinnerung an die eigene
Jugendzeit; -erzielter, der; -film, der vgl.
- buch;
-förderung, die jo. Pl.j Gesamtheit der staatlichen
und betrieblichen Maßnahmen in der DDR zur Ent
faltung der schöpferischen Kräfte der Jugend;
-forum, das Forum vor allem mit Jugendlichen und
für Jugendliche: die Jungwähler diskutierten auf
dem J. mit den Abgeordneten; -frei /Adj.; nicht
adv./: der Film ist j. (für Jugendliche zugelassen,
erlaubt); -freund, der 1*vgl.
- bekanntschaft — 2*
/DDR/ Mitglied der Freien Deutschen Jugend /vor
wiegend als Anrede/; -funk, der für Jugendliche
bestimmte Sendung(sreihe) des Rundfunks od. Fern
sehens; -fürsorge, die /noch BRD/ vgl.
-hilfe;-ge
fährdend /Adj.; nicht adv,/ die moralische Entwick
lung Jugendlicher gefährdend:Schundliteratur ist j.;
-gericht, das Gericht, das für Jugendliche zuständig
ist, Recht spricht; -gesetz, das für alle Bürger der
DDR bis zum vollendeten 25. Lebensjahr geltendes
Gesetz, das die gesellschaftliche und staatliche
Jugendpolitik und -förderung regelt; -gruppe, die:
eine ausländische J . ;
-haft, die /in der DDR/
Haftstrafe bis zu sechs Wochen für Jugendliche,
die gegen die staatliche Ordnung verstoßen; -haus,
das /in der. DDR/ Einrichtung, in der Jugendliche
ihre Haftstrafe verbüßen; -heim, das vgl.
-klub;
-herberge, die staatlich geförderte und unterhaltene
billige Unterkunft, in der Jugendliche übernachten
können; -hilfe, die fo. PL/ staatlich organisierte
Hilfe bes. für Kinder und Jugendliche, deren Er
ziehung im Elternhaus gefährdet ist; -ideal, das
Idealvorstellung, der man in seiner Jugendzeit an
hängt; -jahre, die /PL/ vgl. Jugendzeit; -klub, der
Einrichtung, Heim zur Freizeitgestaltung, Erholung,
Weiterbildung der Jugendlichen; -kriminalität, die
Kriminalität Jugendlicher: die Ursachen der J.
beseitigen; -leben, das /in der DDR/ kulturvolle
jugendgemäße Freizeitgestaltung der Jugend (2):
ein frohes J. gestalten, entfalten
jugendlich /Adj./ 1. im Alter der Jugend (1), jung
(1.1): ein jugendlicher Täter; j. (wie im Alter der
Jugend) aussehen; in diesem Kleid wirkt sie j.
—
2* für junge Menschen, ihre Jugend charakteristisch.
zu ihnen passend: sein jugendlicher Leichtsinn;
seine jugendliche Frische, Gewandtheit, Tatkraft,
Unbekümmertheit; etw. mit jugendlichem Elan
anpacken; er war noch j. elastisch
Jugendliche, der u. die; -n, -n junger Mensch (im
Alter zwischen 14 und 18 Jahren): eine Gruppe
Jugendlicher; J. unter 18 Jahren haben keinen
Zutritt
Jugendlichkeit, d ie;
/o. Pl.j 1. jugendliches
Alter: die J. des Täters — 2. jugendliche Frische
und Tatkraft: seine gesunde, kraftvolle J.
Jugend| -liebe, die jmd., den jmd. in seiner Jugend
zeit geliebt und von dem er sich getrennt hat: er
war ihre große J.;
- literatur, die vgl. Jugendbuch;
-mannschaft, die Sport aus Jugendlichen be
stehende Mannschaft: in der J. spielen; -objekt,
das /DDR/ Einrichtung in Industrie od. Landwirt
schaft, für deren Bau, Betrieb Jugendliche verant
wortlich sind, Arbeitsaufgabe, an der ausschließlich
Jugendliche arbeiten: am J. mitarbeiten; der
Sportplatz ist als J. geplant; -Organisation, die
Massenorganisation der Jugend; -politik, die fo.
PL/ Gesamtheit der unter politischem Aspekt ge
troffenen Zielsetzungen, Maßnahmen zur Förderung
und zum Schutz der Jugend; -psychologie, die Teil
gebiet der Psychologie, das sich mit der psychischen
Entwicklung Jugendlicher befaßt; -richter, der
Richter, der straffällig gewordene Jugendliche ab
urteilt; -schütz, der im Jugendgesetz festgelegte
Maßnahmen zum Schutz der Jugend; -Stil, der
/o. PL/ Stilrichtung der bildenden Kunst um 1900,
die sich durch die Verwendung linearer, aus pflanz
lichen Motiven stilisierter Ornamentik auszeichnet:
eine Vase, Buchmalerei im J .;
- strafe, dietmvgL
Jugendhaft; -streich, der aus jugendlichem Über
mut ausgeführter Streich; -stunde, die /DDR!
(Unterrichts)stunde zur Vorbereitung auf die Jugend
weihe; -Sünde, die in jugendlicher Torheit und
Unbedachtsamkeit begangene Handlung, Verfehlung:
eine läßliche, verzeihliche J .; seine Jugendsünden
bereuen; -tanz, der jo. PL/ Tanzveranstaltung für
Jugendliche; -theater, das Theater, Bühne mit
einem Repertoire für Jugendliche; -torheit, die vgl
- streich; -tourist, der Einrichtung des Reisebüros
der DDR , die Jugendlichen preiswerte Urlaubs- und
Ferienfahrten ermöglicht; -träum, der Wunschvor
stellung, die man als Jugendlicher hat; -treff, der
Zusammenkunft Jugendlicher zu Diskussionen,
Unterhaltung od. politischer A rbeit; -treffen, das
in der Regel von Jugendorganisationen (verschiedener
Staaten) veranstaltetes Treffen vieler Jugendlicher;
-verband, der vgl.
- Organisation: der sozialistische
J.; «weihe, die feierliche Veranstaltung, bei der die
Vierzehnjährigen in den Kreis der Erwachsenen
Jugendwerk — Jungtier
617
aufgenommen werden und die in den soz. Ländern
mit einem Bekenntnis der Jugendlichen zum soz.
Staat verbunden ist; -werk, das Werk, das ein
Künstler in seiner Jugendzeit geschaffen hat;
-Werkhof, der staatliche Einrichtung in der DDR
zur Erziehung und Besserung straffällig gewordener
od. schwer erziehbarer Jugendlicher; -zeit, die fo.
Pl.f Jugend (1)
Juice, der, auch das;
-s jbei Mengenangabe PL
Juice/ [d3ii:s, PL dguisos] Obstsaft, bes. aus Süd
früchten, Gemüsesaft
Julei, auch Julei, der /verdeutlichende Sprechform
für Juli/ s. Juli
Juli, der; -/ -s, -s \vorw. Sg .j siebenter Monat des
Jahres: ein heißer, verregneter J .; im J. in Urlaub
fahren
Julkiapp, der; -(e)s, jo. PL/ in Norddeutschland
üblicher weihnachtlicher Brauch, in einer Gruppe
untereinander (mehrfach verpackte) kleine Ge
schenke auszutauschen, wobei der Geber unbekannt
bleibt
Jumper, der; -s,.
-
[ju.., auch d3a..] veraltend
über den K opf zu ziehendes, hüftlanges, gewirktes
od. gestricktes Kleidungsstück, bes. Bluse, Pullover
jung, jünger, jüngste /Adj.; / auch jüngst/ 1.1.
noch nicht viele Jahre lebend, im Alter der Jugend
(1) und etwa noch bis in die zwanziger Lebensjahre:
ein junger Mann, Hund, Baum; eine junge Frau;
ein jüngerer (noch nicht alter) Herr; die junge
Generation (die Jugend); das junge Volk (die
Jugendlichen und Kinder); ein Roman für junge
Leute; der junge Goethe, Heine; /DDR/ ein Klub
junger (jugendlicher) Techniker, Talente; die
Jungen Pioniere /Abk. JP; Bez. für die Mitglieder
der Pionierorganisation ,Ernst Thälmann1p ; Junge
und Alte klatschten Beifall; für diese Arbeit ist
er noch zu j.; so j. kommen wir nicht wieder zu
sammen; sie haben j. (im jugendlichen Alter) ge
heiratet; er war Entbehrungen von j. auf (von
Kind an) gewohnt; ./als Anrede für eine meist junge
Person, die man nicht kennt/ was 'wünschen Sie, jun
ger Mann, junge Frau? 1.2. jugendlich (2): umg. Sie
haben noch junge Beine1; sich noch j. fühlen;
innerlich j. bleiben — 2. umg. scherzh. sie ist
20, 40 Jahre j, (alt 2.1); /drückt in Relationen ein
Weniger an Alter 1.1 aus/ sie ist jünger als ich;
von uns vier Geschwistern ist sie die Jüngste —
8.1. noch nicht lange bestehend: das junge Laub;
die jungen Nationalstaaten; die Kybernetik ist
eine junge Wissenschaft; junger (diesjähriger, noch
nicht abgelagerter) Wein; ein junges (neuvermähltes)
Paar 3.2 . jüngst neuest: die jüngsten Begeben
heiten, Beschlüsse
+ j. und alt (jedermann); — ein junger / Dachs;
junges / Gemüse; nur immer sachte mit den
jungen / Pferden
Jungj -aktivist, der /Ehrentitel der D D R für
Jugendliche mit besonderen Leistungen vor allem
im soz. Wettbewerb/; -brunnen, der etw., das dem
Menschen neuen Lebensmut und neue Lebenskraft
verleiht: der J. der Natur; die Liebe war ein J .
für ihn
1Junge, der; -n, -n/umg. Jungs, -ns 1. Kind männ
lichen Geschlechts: ein großer, stämmiger, auf
geweckter J .; sie hat einen strammen Jungen zur
Welt gebracht; seinen Jungen erziehen, ver
wöhnen; unser J. (Sohn) hat geheiratet; jmdn.
wie einen dummen Jungen (bevormundend ab
schätzig) behandeln — 2. umg. unsere Sportler
sind prächtige Jungen (K erle); alter J .! /vertrauL
Anrede für einen Mann/; J.,
J., .das hätte ich
nicht gedacht! /Ausruf des Erstaunens/ — 3.
Kartenspiel umg. Bube: er hat alle Jungen
bekommen
-f- salopp ein schwerer J. (Schwerverbrecher)
2Junge, das; -n, -n neugeborenes od. junges, noch
nicht voll ausgewachsenes Tier: lebendige J. zur
Welt bringen; unsere Katze hat J. bekommen,
geworfen
jungen /sw. Vb.; hat/ Junge werfen: die Katze hat
gejungt
jungenhaft /Adj./ wie von einem 1Jungen (1):
seine jungenhafte Frische, Keckheit
Jünger, der; -s, - oft spött. Schüler (2), Anhänger
(1): er war der hochbegabte J. des berühmten
Gelehrten; ein eifriger J. der Kunst, Medizin; Rel.
die zwölf J. Jesu
Jungfer, die; -,
- n 1. Jungfrau: sieist nochJ.
—
2,
vorw. spött. ältere, unverheiratet gebliebene Person
weiblichen Geschlechts mit altmodischen, verschro
benen Ansichten und zimperlichem Verhalten: eine
alte empfindliche J .; zu 2 jüngferlieh /Adj./
Jungfern] -fahrt, die erste Fahrt eines Verkehrs
mittels, bes. Schiffes; -häutehen, das dünnes Häut
chen am Eingang zur Scheide, Hymen; -reise, die
vgl.
- fahrt
Jungfernschaft, die; /o. PL/ geschlechtliche U n
berührtheit der Frau
Jungfern[zeugung, die Biol. Fortpflanzung durch
unbefruchtete Eizellen: die J. bei Insekten
Jung] -frau, die weibliche Person, die keinen ge
schlechtlichen Verkehr gehabt hat: sie ist noch J .;
-fraulich /Adj./ 1. jzu Jungfrau/: ihr jungfräu
licher Leib; sie war von jungfräulicher (verschäm
ter) Scheu, Zurückhaltung —»■2. /nur attr.\ jung
fräulichen (landwirtschaftlich noch nicht genutzten,
erschlossenen) Boden bestellen; die jungfräulichen
Gebiete Asiens; zu 1 -fräuliehkeit, die; jo. PL/;
-geselle, der (junger) Mann, der nicht verheiratet
ist: ein eingefleischter, überzeugter J.
Junggesellen! -Wirtschaft, die jo . PL/ u m g.
scherzh. ungeordnete Wirtschaftsführung eines
Junggesellen; -wohnung, die: eine komfortabel
eingerichtete J.
Jung[holz, das jo. PL/ Jungwald
Jüngling, der; -s, -e geh. Person männlichen Ge
schlechts zwischen dem Kindes- und dem M annes
alter, junger M ann: er ist zum J. herangewachsen
Jünglings|alter, das jo. PL/ Lebenszeit zwischen
dem Kindes- und dem Mannesalter
jünglingshaft /Adj./ geh. wie von einem Jüngling:
eine jünglingshafte Schwärmerei
Jünglings[zeit, die jo. PL/ Jünglingsalter
Jung| -pflanze, die Pflanze, bevor sie endgültig aus-
gepflanzt wird: die Anzucht von Jungpflanzen;
-pionier, der Pionier (1) in der ersten bis dritten
Klasse
jüngst /Adv.; / auch jung (3.2)/ veraltend kürz
lich, unlängst: er war j. in Leipzig; das j. er
schienene Buch
jüngstjvergangen /Adj.; nur attr./ veraltend noch
nicht lange vergangen: die jüngstvergangenen Fest
tage
Jung/jung| -tier, das junges Tier bis zur Geschlechst-
618
ju n g verheiratet — Kabbelei
reife: die Aufzucht von Jungtieren; ^erheiratet,
-verheiratet fA dj.; nur attr.f noch nicht lange ver
heiratet; -vieh, das jo. PL/ vgl.
- tier; -wald, der
aus jungen Bäumen bestehender Wald; -wild, das
vgl.
- tier
Juni, der; -/ -s, -s /vorw. Sg./ sechster Monat des
Jahres: ein warmer, trockener J.
Junijkäfer, der dem Maikäfer ähnliches Insekt, das
im Juni Laub, Gras und Getreide befällt
junior findekl. Adj.; nur attr.; steht hinter dem
Familiennamen des Juniors 1; Abk. jr.,
jun./:
Herr Meier j. (der Jüngere)
Junior, der; -s, Junioren 1. Sohn eines Geschäfts
inhabers in der bürgerl. Gesellschaft als jüngerer
Teilhaber: der J. der Firma —■ 2. fvorw. PL/
Sport Sportler, der ein bestimmtes Alter noch nicht
erreicht hat: bei den Meisterschaften haben die
Junioren beachtliche Leistungen erbracht — 3 .
seherzh. der Jüngste einer Familie, Gruppe: unser
J. kam wieder mal zu spät zum Essen
Junioren[meisterSchaft, die Sp o r t Meisterschaft
von Junioren, die zwischen Mannschaften od.
Einzelsportlern ausgetragen wird
Junker, der; -s,
-
adliger Großgrundbesitzer, der
Rechte eines Grund- und Landesherrn auf sich ver
einte, bes. Angehöriger des ostelbischen Landadels:
ein reaktionärer J.
Junktim, das; -s, fo. PL/ fachspr. Verkoppelung
mehrerer gesetzlicher od. vertraglicher Abmachungen,
die einander bedingen und nur gemeinsam Gültig
keit haben, gemeinsam angenommen od. abgelehnt
werden können: ein J. zwischen politischen und
wirtschaftlichen Vereinbarungen
Juno, auch Juno, der /verdeutlichende Sprechform
für Juni/ s. Juni
Junta, die; Junten [x.. , auch j..] Ausschuß (aus
Offizieren), der (die) Regierungsaufgaben wahr
nimmt, meist nach einem Putsch mit überwiegend
reaktionärer Zielstellung: nach dem Putsch über
nahm eine J. aus Offizieren die Regierungsgewalt
Jüpchen, das; -s, - Jäckchen für Säuglinge
Jupiterlampe, die besonders starke elektrische Bogen
la m p e: bei Filmaufnahmen, bei der Operation
wurden Jupiterlampen eingesetzt
1Jura, der; -(s), jo. PL/ Geol. mittlere Formation
des Mesozoikums
2Jura jo. Art., o. erkennbaren Kasus/: J. (Rechts
w issen sch aft) studieren
Jurisdiktion, die; jo. PI./ Jur. Gerichtsbarkeit,
Rechtsprechung
Jurisprudenz, die; -, jo. PL/ veraltend Rechts
wissenschaft
Jurist, der; -en,
-en auf einer Hochschule aus
gebildeter Fachmann auf dem Gebiet der Rechts
wissenschaft: sich von einem Juristen beraten, vor
Gericht verteidigen lassen; ein in der Industrie
tätiger J.
Juristerei, die; jo. PL/ seherzh. Rechtswissen
schaft; Rechtsprechung
juristisch /Adj.; nicht präd./ das Recht (1) be
treffend; rechtswissenschaftlich: ein juristisches
Gutachten; eine juristische Untersuchung; eine
juristische Person (eine rechtsfähige Körperschaft)
Jurte, die; -,
-n transportables, kuppelartiges Zelt
der Nomaden Innerasiens
Jury [3yri, auch ju :ri], Jury [3yri:], die; -s Aus
schuß von Sachverständigen, die bes. bei Wett
bewerben als Preisrichter tätig sind
justieren /sw. Vb.; hat/ fachspr. etw. genau ein
stellen, eichen, einrichten: Phys. Techn. ein Meß
gerät j. (:richtig ein- od. aufstellen); Mil. eine Waffe
j.; dazu Justierung, die; -,
-en
Justitiar, der; -s, -e jmd.,
der beruflich in einer
staatlichen Einrichtung, einem Betrieb Rechts
angelegenheiten bearbeitet
Justiz, die; -, jo. PI./ 1 . Rechtsprechung, Rechts
pfleg e : eine unbestechliche, willkürlich verfahrende
J.
—
2. die Justizorgane: die Vertreter der J.
Justiz| -irrtum, der gerichtliche Fehlentscheidung;
-minister, der; -ministerium, das; -mord, der Voll
streckung der Todesstrafe an einem (auf Grund eines
Justizirrtums) unschuldig Verurteilten; -Organ, das
/DDR/ staatliche Einrichtung für die Rechtsprechung
Jute, die; jo. PL/ 1. in Indien heimische, ein
jährige, mehrere Meter hohe, krautige Pflanze, deren
Stengel Bast enthalten — 2. aus 1gewonnene Fasern,
bes. zur Herstellung von groben Garnen: ein Seil
aus J. spinnen, weben
Juwel, das, auch der; -s, -en/-e 1. /PL -en/ kost
bares Schmuckstück, bes. wertvoller, meist geschliffe
ner Schmuck-,
Edelstein: funkelnde, kostbare
Juwelen; Juwelen tragen — 2. /das; PL -e/ umg.
seherzh. wertvoller Mensch: sie ist ein wahres
J. von einer Tochter
Juwelen zu Juwel 1| -diebstahl, der; -raub, der;
-schmuck, der
Juwelier, der; -s, -e jmd., meist ein Goldschmied,
der kostbaren Schmuck beruflich (herstellt und) ver
kauft
Juwelier) -geschäft, d as; -laden, der
Jux, der; -es, -e /vorw. Sg./ umg. Scherz, lustiger
Streich: das gibt einen J .; etw. nur so zum J.
tun
- f sich mit jmdm. einen J. machen (jmdn. zum
besten haben)
juxen /sw. Vb.; hat/ umg. spaßen, scherzen: sie
aibern und j. dauernd
j.w .d .,
jwd. [jotve:de:] /für berl. janz weit
draußen/ umg. seherzh. weit abgelegen, außer
halb der Stadt: der wohnt ja j.
K
k, K, das; -,
- /umg.
-s [ka:] der Laut K ; elfter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes K
Kabarett, auch Kabarett, das; -(e)s, -e/-s [..rst],
au ch Kabarett, das; -s,
-s [..re:] LI. Theater
(2), das vor allem in Sketchen und Chansons Gesell
sch aftsk ritik übt: das politisch-satirische, literari
sche K.
—
2. /o. PL/ Darbietungen von 1: (ein) gutes
K. machen — EL in Fächer unterteilte, meist dreh
bare Platte, auf der Speisen serviert werden; zu 1.1
Kabarettist, d e r; -en,
- en, Kabarettistin, die; -,
- nen, kabarettistisch /Adj./
Kabbelei, die; -,
- en umg* /zu kabbeln/
kabbeln — 1Ka!fee
619
kabbeln* sich /sw. Vb.; hat/ umg. sich streiten,
zanken, ohne es sehr ernst zu meinen
Kabel* das; -s, - 1,1. Elektrotechn. elektrische
Leitung mit bis zu 1000 gegeneinander isolierten
Adern, die mit einer starken Schicht aus isolieren
dem Material umgeben ist, damit sie in der Erde,
im Wasser und auch an der Luft verlegt werden
kan n : mehrere K. führen quer durch den Atlantik
1.2. umg. isolierte elektrische Leitungsschnur an
Haushaltsgeräten: das K. am Bügeleisen ist defekt
—
2. Techn. aus mehreren dünnen Drahtseilen
gedrehtes starkes Seil, Stahltrosse: die K. des Fahr
stuhles, der Drahtseilbahn, Hängebrücke — 3.
veraltend über ein Fernmeldekabel geschickte
Nachricht: ein K. aus Übersee
Kabel zu Kabel 1.11 -bruch, der: infolge eines
Kabelbruches war die Telefonleitung lange Zeit
unterbrochen; -brücke* die brückenähnliche Vor
richtung bes. zum Schutz eines über einen Verkehrs
weg verlegten Kabels; -werk, das Werk, in dem
elektrische K abel hergestellt werden
Kabeljau* d e r ; -s,
- e/-s im Nordatlantik, in der
Nord- und Ostsee lebender, mit dem Schellfisch ver
wandter Knochenfisch von olivgrüner od. bläulicher
Färbung mit dunklen Flecken, der als Speisefisch
genutzt wird
kabeln /sw. Vb.; hat/ einen Text über eine weite
Strecke (durch Fernmeldekabel) telegrafieren: unser
Korrespondent kabelte aus N
Kabine* die;
-n 1. einem bestimmten Zweck
dienender kleiner, abgeteilter Raum, der nicht als
Wohnraum dient: eine K. (behelfsmäßig) auf
stellen, einrichten; aus einer K. telefonieren; die
Dolmetscher sitzen in Kabinen; in der Halbzeit,
zum Umkleiden gingen die Spieler in die Kabinen
—
2. Raum für die Passagiere in bestimmten Ver
kehrsmitteln: die Kabinen der Drahtseilbahn, des
Flugzeuges; auf dem Schiff hatten wir eine kom
fortabel eingerichtete K. bekommen
Kabinett* das; -s, -e 1. die Regierung als Gesamtheit
der Minister in der bürgerl. Demokratie: ein K.
(um)bilden; eine Sitzung des Kabinetts einberufen
—
2. /DDR; mit bestimmten Adj./ Einrichtung für
die Lehre, für die Beratung und Diskussion ein
schlägiger Probleme eines Spezialgebietes: ein päd
agogisches, technisches K .
—
3. bes. österr.
kleiner, als Abstell-, Arbeitsraum dienender Neben
raum: nach der Vesper zog er sich in sein K.
zurück
Kabinett|stück* das j P l .
- e/ Ergebnis sehr geschick
ten Vorgehens, Verhaltens: das war ein echtes K.
Kgbrio, das; -/-s, -s /Kurzw. für Kabriolett/
Kabriolet* Kabriolet, das; -s, -s [ ..le:] bes. Österr.
s. Kabriolett
Kabriolett* Kabriolett* das; -(e)s, -e [..Ist] Perso
nenkraftwagen mit zurückklappbarem Verdeck
Kabuff* das; -s, -e landsch. kleiner, oft fenster
loser Nebenraum, Abstellkammer: etw. im K. ab
stellen; jem ot. neg./ sein Arbeitsraum war das
reinste K.
Kabuse*die; -n norddt. kleiner, dunkler, dump
fer Raum: wir hatten kaum Platz in der engen
K.
Kachel, die;
-n meist viereckige, glasierte Platte
aus gebranntem Ton für Öfen, als Wandbekleidung:
die Küchenwände mit Kacheln auskleiden
kacheln /sw. Vb.; hat/ einen Raum mit Kacheln,
Fliesen auskleiden, auslegen: wir haben unser Bad
k. lassen; eine gekachelte Küche
Kachelofen* der rundum mit Kacheln versehener
Ofen, der die Wärme lange hält: sich einen K.
setzen lassen
Kacke* die; fo. PI./ derb Kot, Exkrement; dazu
kacken fsw. Vb.; hat/ Kot ausscheiden
Kadaver* der; -s, - [ . .v . .] toter, tierischer Körper:
einen K. vergraben
Kadaver|gehorsam* der unbedingte, blinde, völlige
Unterwerfung ausdrückender Gehorsam
Kadenz* d ie ;
- en Mus. 1. Folge von Akkorden,
die einen Abschluß bildet — 2. vor dem Abschluß
des Hauptsatzes eines Konzertes eingeschobenes Solo
des Instrumentalsolisten, das die Themen des Satzes
virtuos abgewandelt enthält
Kader* der, Schweiz, das; -s,
-
1. Bestand an
Fachkräften, qualifizierten Mitarbeitern, Mitglie
dern, Funktionären auf einem bestimmten Gebiet
des gesellschaftlichen Lebens: ein K. junger Wissen
schaftler, Spezialisten, Sportler, tüchtiger Fach
arbeiter — 2. jvorw. Pl.f jmd.,
der zu 1 gehört:
technische, wissenschaftliche, leitende K . ; die
führenden K. der Partei; K. heranbilden, ein-
setzen
Kader /DDR/1 -abteilung* die Abteilung in einem
soz. Betrieb, einer soz. Institution, die für die Ein
stellung, die berufliche, gesellschaftliche Entwicklung
und die Qualifizierung der Mitarbeiter zuständig ist;
-akte* die Personalakte; -gespräch* das Gespräch
eines Mitarbeiters der Kaderleitung, eines Vertre
ters der Leitung und der Gewerkschaftsorganisation
des jeweiligen Betriebes mit einem Mitarbeiter dieses
Betriebes über seine berufliche und gesellschaftliche
Entwicklung; -leiter* der Leiter einer Kaderabtei
lung; -leitung* die die leitenden Mitarbeiter der
Kaderabteilung; -politik* die /o. PL/ Gesamtheit von
Maßnahmen zur Heranbildung, Entwicklung, ge
zielten Einsetzung von Kadern (2); dazu -politisch
/Adj.; nicht präd.\; -reserve* die Reservoir (für
die Heranbildung) von Kadern (2) für einen be
stimmten Bereich: eine K. von Funktionären für
die Arbeit auf dem Lande
Kadett* der; -en, -en 1. umg. scherzh. 1Junge
(1): na wartet, ihr Kadetten, wenn ich euch er
wische! — 2. Schüler einer für den Offiziersdienst
vorbereitenden Anstalt, bes. des 18., 19. Jhs.
Kadi*der; -s, -s 1.1. mohammedanischer Richter 1.2.
umg. scherzh. er wurde vor den K. (Richter)
zitiert; etw. vor den K. bringen
Käfer* der; -s, - 1 . in zahlreichen Arten vorkommen
des Insekt, dessen vorderes Paar Flügel meist durch
Chitin verhärtet ist und in der Ruhe die hinteren
Flügel und den Rücken bedeckt: ein bunter, glän
zender K .; schädliche, nützliche K .; der K. summt,
brummt, krabbelt; die Larve, Puppe eines Käfers
—
2. umg. scherzh. sie ist ein netter, reizender
K. (ein nettes, reizendes Mädchen)
Kaff* das; -(e)s, -s/-e I. sa lopp jemot. neg.\ kleine,
meist abgelegene Ortschaft: in diesem erbärmlichen
K. werde ich es nicht lange aushalten — II . fo. PL/
norddt. Spreu
Kaffee* auch Kaffee* der; -s, - s/-1. /PI.
- s/ (un)ge-
röstete Kaffeebohnen; gemahlene Kaffeebohnen: K.
rösten, mahlen; K. kaufen; pro Tasse hat er einen
gehäuften TeelöffelK. genommen — 2./bei Mengen
angabe PI. Kaffee/ aus gemahlenen Kaffeebohnen
620
2Kaffee — Kakao
und kochend heißem Wasser hergestelltes anregendes
Getränk: K. aufbrühen, kochen, filtern; K. trinken;
starker, dünner, koffeinfreier K .; eine Tasse, ein
Kännchen K .; bitte, drei K .!
—
3. /o. PL/ hast du
schon K. getrunken (die Mahlzeit am Morgen,
Nachmittag eingenommen)?; jmdn. zum K. (zu
einer kleinen Zwischenmahlzeit am Nachmittag, bei
der meist 2 getrunken wird) einladen
-f- salopp das ist kalter K. (längst Bekanntes;
TJnsinn)
2Kaffee, Kaffee, das s. Cafe
Kaffee/kaffee zu 1Kaffee| -bäum, der in tropischem
Klim a wachsender niedriger, zu den Bötegeivächsen
gehöriger Baum mit roten Steinfrüchten, die meist
zwei koffeinhaltige Samenkerne enthalten, aus denen
der Kaffee (1) gewonnen wird; -bohne, die Samen
des Kaffeebaumes, der geröstet und gemahlen für
die Zubereitung eines anregenden Getränkes ver
wendet wird; -braun /Adj.j dunkelbraun wie Kaffee
(2); -filier, der Gerät zum Filtern (1) des K affees;
-fleek, der durch Kaffee (2) hervorgerufener Fleck
(Ll.l); -geschirr, das fo. PL/ Geschirr fü r den
Kaffee (2, 3); -grund,der fo. Pl.f landsch. Kaffee
satz; -haus, das österr. Cafi, in dem sich die Gäste
gesellig zusammenfinden, sich mit Zeitunglesen
unterhalten; -kanne, die; -klatsch, der umg.
scherzh. gemütliches Beisammensein einiger Per
sonen mit Plauderei bei Kaffee (und Kuchen);
-löffel, der kleiner Löffel, Teelöffel; -masehine, die
elektrisches Gerät zur Bereitung von Kaffee (2);
-mtihle, die Gerät, mit dem Kaffeebohnen gemahlen
werden: eine elektrische K .;
-rÖsterei, d ie; -sahne,
die Sahne mit geringem Fettgehalt für den Kaffee
(2); -salz, der jo. Pl.f gemahlener Kaffee, der ge
brüht worden ist und sich abgesetzt hat; -Service, das
vgl.
- geschirr; -stube, die kleines Cafe; -tafel, die
1. festlich gedeckter Tisch für die Einnahme der
Mahlzeit mit Kaffee am Nachmittag — 2* Bei
sammensein eines größeren Personenkreises bei
Kaffee (und Kuchen): eine K. veranstalten; -lasse,
die; -tisch, der Tisch, der für die Einnahme der
Mahlzeit mit Kaffee am Morgen, Nachmittag ge
deckt ist; -wärmer, der; -s, —die Wärme haltende
Umhüllung für die Kaffeekanne: den K. über die
Kanne stülpen; -wasser, das /o. Pl.f Wasser zum
Brühen von Kaffee
Käfig, der; -(e)s, -e 1.1. durch Gitter abgetrennter od.
umschlossener Baum, in dem gefangene Tiere ge
halten werden: der Löwe ist aus dem K. ausge
brochen; die Affen sprangen im K. hin und her
1.2. aus gitterartig zusammengesetzten Drahtstäben
bestehender Behälter zur Haltung von Vögeln, Vogel
bauer: einen Vogel im K. halten
kahl /Adj./ 1. kein Kopfhaar mehr aufweisend: ein
kahler K opf; er ist sehr schnell k. (kahlköpfig) ge
worden — 2. kein Laub mehr aufweisend: kahle
Baume, Sträucher, Äste — 3. keine Bäume, Sträu-
eher (mehr) aufweisend: kahle Berge; eine kahle
Gegend; auf den früher kahlen Stellen (Stellen
ohne Pflanzenwuchs) wächst jetzt Gras — 4 . ent
gegen den Erwartungen dürftig ausgestattet: ein
kahler Raum; kahle (schmucklose) Wände
Kahl/kahl| -fraß, der jo. Pl.j fachspr. Zustand
von Pflanzen od. Baumbeständen, nachdem Schäd
linge, vor allem Insekten, alle Blätter od. Nadeln
abgefressen haben: die Bäume sind durch K. ein
gegangen; -fressen fV b .j: Raupen haben den Ro
senkohl völlig kahlgefressen (haben alle Blätter
abgefressen); -köpf, der 1. jo. Pl.j Glatze: ein Mann
mit einem K.
-
2. umg. Mann mit Glatze; zu 1
-köpfig fA d j.f; -scheren /st. Vb./ jmdn., einen Kopf
k. jmdm. das ganze Kopfhaar abschneiden: sich k.
lassen; ein kahlgeschorener K opf; -schlag, der
Forstw. 1 . jo. Pl.j das Fällen sämtlicher Bäume
auf einer Waldfläche — 2. Waldfläche, auf der
sämtliche Bäume gefällt ivorden sind
Kahm, der; -(e)s, jo. Pl.j grauiveiße Haut aus
Schimmelpilzen od. Bakterien auf gärenden od.
faulenden Flüssigkeiten
Kahn, der; (e)s, Kähne 1. kleines offenes Boot mit
flachem Boden, das durch Bildern od. Staken fort
bewegt wird: K. fahren; den K. am Stegfestmachen,
an Land ziehen — 2. Lastkahn in der Binnen
schiffahrt, der gezogen od. geschoben wird : ein
Schleppzug mit vier Kähnen — 3. umg. spött.
Schiff, B oot: aus weichem Land kommt denn dieser
K.?
—
4. /nur im Pl.j salopp scherzh. plumpe,
große Schuhe: in solchen Kähnen willst du tanzen
gehen? — 5 . /in der Verbindung/ salopp scherzh.
in den K . (ins Bett) gehen: es wird höchste Zeit,
daß ihr in den K. geht
Kai, der; -s, -s/-e befestigtes Ufer (im Hafen), an
dem Schiffe anlegen können und auf dem der Güter
umschlag zwischen Schiff und Land erfolgt: das
Schiff macht am K. fest
Kaj|mauer, die befestigte Begrenzung des K ais zum
Wasser hin: die Wellen schlugen über die K.
Kaiser, der; -s, - Inhaber der höchsten monarchischen
Würde in bestimmten Monarchien: der K. von Ja
pan
-j- ein / Streit um des Kaisers Bart
Kaiserkrone, die 1. Krone eines Kaisers — 2. Li
liengewächs mit braunroten, unter einem Kranz
grüner Blätter herabhängenden Blüten
kaiserlich /Adj.; nu r attr.j: am kaiserlichen (zum
Kaiser gehörenden) Hof empfangen werden; das
kaiserliche Deutschland (das von einem K aiser
regierte Deutschland von 1871—1918)
Kaiser, -reich, das Beich, an dessen Spitze ein
Kaiser steht; -Schmarren, der süddt. österr.
Eierkuchen, der während des Backens in kleine
Stücke zerteilt wird; -schnitt, der operatives Öffnen
der Bauchhöhle und Gebärmutter zur Entbindung
Kaisertum, das; -s, /o. Pl.j monarchische Staatsform
unter einem Kaiser
Kajak, der; das; -s, -s/-e 1. einsitziges, zur Jagd
benutztes, meist aus Fell gefertigtes gedecktes Boot
der Eskimos — 2. gedecktes Sportboot für einen od.
mehrere Sportler, das mit Doppelpaddeln vorwärts
bewegt wird
Kajütjboot, das Segelboot mit Kajüte
Kajüte, die; -,
- n Wohn- und Schlafraum auf Segel
booten, Schiffen
Kakadu, der; -s, -s in Australien und Indonesien
lebender Papagei mit kurzem Schwanz und einem
Schopf, dessen Federn er aufrichten kann
Kakaü [kaka-u], auch Kakao [kaka:o], der; .-s,
jo. Pl.f 1. Kakaopulver: stark, schwach entölter K .;
ein viertel Pfund K. kaufen; einige Löffel K. unter
den Kuchenteig mengen — 2. aus Kakaopulver,
Milch und Zucker hergestelltes Getränk: K. zu-
bereiten; eine Tasse K. trinken
+ salopp jmdn., etw. durch den K. ziehen (jmdn.,
etw. verspotten, lächerlich machen)
Kakaobaum — kalkig
621
Ivakaü auch Kakao|-bäum, der in tropischem K li
ma wachsender Baum mit gelben od. roten fleischigen
Früchten, die 25 bis 50 Samen enthalten, aus denen
der Kakao (1) gewonnen wird; -bestandteile, die /PL/
Bestandteile an Kakaomasse und -butter bei Waren
aus Schokolade: diese Schokolade enthält 35 Pro
zent K.;
-bohne, die Samen des Kakaobaumes, der
den Rohstoff für Erzeugnisse aus Kakao bildet;
-butter, die aus Kakaomasse ausgepreßtes Fett,
das als Zusatz bei der Herstellung von Schokolade
und Salben verwendet wird; -fleck, der durch Kakao
hervorgerufener Fleck (1.1 .1); -masse, die aus
Kakaobohnen gewonnene Masse, die als Ausgangs
produkt zur Herstellung von Schokolade und Kakao
pulver dient; -pulver, das durch Entfetten von
Kakaomasse gewonnenes Pulver
kakeln /sw. Vb.; hat/ norddt. 1, gackern (1.1): das
Huhn lief kakelnd über den Hof — 2. umg. über
Belanglosigkeiten reden: worüber habt ihr denn so
lange gekakelt?
Kakerlak, der; -s/-en,
-en dem Leben in Wohn-
räumen angepaßte Schabe
Kakophonie, die; -,
-n [..i:on] Mus. Reihung von
Dissonanzen
Kaktus, der; -s/-ses, Kakteen [, . e :on], Kakteen,
u mg.
-se aus trocken-heißen tropischen und subtropi
schen Gebieten Amerikas stammende, in zahlreichen
Arten vorkommende Pflanze, meist mit rückgebil
deten Blättern, mit Dornen, die in ihren dicken,
fleischigen, vielgestaltigen Stämmen und Sprossen
Wasser speichert, meist große Blüten hat und von der
sehr viele Arten als Zimmerpflanzen gehalten werden
Kalamität, die;
-en Schwierigkeit, Mißgeschick,
M ißstan d: eine Menge Kalamitäten veranlaßte
ihn, seinen Plan aufzugeben; wir konnten ihm mit
fünf Mark aus der K. ( Verlegenheit) helfen
Kalauer, der; -s, - wenig geistreiches W ortspiel: er
kann sich seine K. nicht verkneifen; er langweilte
uns mit seinen Kalauern (schlechten, abgestandenen
Witzen); dazu kalauern /sw. Vb.; hat/ umg. K a
lauer erzählen: er hat nur gekalauert
Kalb, das; -(e)s, Kälber 1.1. Junges vom Rind: ein
neugeborenes K .; die Kuh hat ein K. bekommen
1.2. Junges bestimmter größerer Säugetiere: das K.
der Hirschkuh — 2. umg. /von einer jungen weib
lichen Person/: sie sind noch richtige, die reinsten
Kälber (sind noch unreif, kindisch und albern)
kalben jsw. Vb.; hat/ 1. ein Kalb zur Welt bringen:
die Kuh hat gekalbt — 2. Geogr. der Gletscher
kalbt (von einem Gletscher brechen große Eisblöcke
ab und bilden im Meer Eisberge)
kalbern jsw. Vb.; hat/ umg. sich albern benehmen:
die kleinen Mädchen haben den ganzen Nachmittag
gekalbert
Kalb (mit * auch Kalbs) zu Kalb 1.11*-fell, das zu
Pelz verarbeitetes Fell des Kalbes: ein Mantel aus K .;
- f leisch, das
Kalbs zu Kalb 1.11 -braten, der Stück eines Kalbs
als Braten; -frikassee, das Frikassee aus Kalb
fleisch; -ledcr, das /o. PL/ aus der Haut des Kalbs
hergestelltes L ed e r ; -schnitze!, das
Kaldaunen, die /PL/ landsch. Innereien, bes. vom
Rind
Kaleidoskop, d as; -s,
-e 1. aus einem Rohr be
stehendes optisches Gerät, in dem sich farbige
Glasstückchen beim Drehen des Rohres durch mehr
fache Spiegelung zu vielerlei Ornamenten und F i
guren ordnen: das K. gegen das Licht halten — 2.
buntes Gemisch (1.1): das Programm war ein K.
leichter Unterhaltung; zu 1 kaleidoskopisch /Adj./
Kalender, d e r; -s,
-
1. Verzeichnis der einzelnen
Tage od. Wochen, Monate eines Jahres in ihrer
zeitlichen Aufeinanderfolge: etw. im K. notieren; im
K. nachsehen; den K. (ein Kalenderblatt) abreißen;
ein literarischer, landwirtschaftlicher K . (Alm a -
nach) — 2. Zeiteinteilung, Zeitrechnung nach astro
nomischen Gesichtspunkten: der Gregorianische,
Julianische K .
Kalender zu Kalender 1| -blatt, das /PL -blätter/
Blatt eines Kalenders, bes. Abreißkalenders: ein K.
abreißen; -jahr, das jo. PLj das jeweilige Jahr vom
1. Januar bis zum 31. Dezember: das laufende K.
Kali, das; -s, /o. PLj 1. /zusammenfassende Bez.
für Kalisalze/ — 2. /Kurzw. bes. fü r Kalidünger/
Kaliber, das; -s, - 1. innerer Durchmesser, lichte
Weite von Rohren, bes. vom Lauf der Feuerwaffen:
Geschütze aller K .
—
2. äußerer Durchmesser von
Geschossen: Geschosse aller K.
—
3. jo. PL/ salopp
fvorw. emot. neg./ er verkehrte nur mit Leuten sei
nes Kalibers (seines Schlages 12.1, seiner A rt 3.1)
Kali| -dünger, der jo. PLj aus Kalisalzen bestehen
der Dünger; -düngung, die /vorw. Sg .j das Düngen
mit Kalidünger
Kalif, der; -en, -en Titel geistlicher und weltlicher
Herrscher in islamischen Reichen
Kalijindustrie, die Industrie zur Gewinnung und
Verarbeitung von Kalisalzen
Kaliko, der; -s, -s stark appretiertes, festes Baum-
wollgewebe für Bucheinbände
Kali|salz, das /vorw. PL/ bergmännisch gewonnenes
Salz aus Verbindungen von Kalium, Magnesium,
Natrium und Kalzium
Kalium, das; -s, /o. PL/ silberweißes, wachsweiches
Leichtmetall, das in der Natur nur in Verbindungen
vorkommt
Kalk, der; -(e)s, -e 1. /o. PL/ aus Kalziumkarbonat
bestehendes Mineral, das in der Natur vorwiegend als
Kalkstein vorkommt: dieser Gebirgszug besteht zum
größten Teil aus K.
—
2. jo. PL , fachspr.
-e;
Bez. für verschiedene chemisch-technische Produkte
aus Kalkstein/ vorwiegend pulverartige weiße Masse,
die als Baustoff verwendet wird: / gebrannter K.;
/* gelöschter K .; die Wände mit K. (Kalkmilch)
streichen; das Haus mit K. (Kalkmörtel) verputzen;
der K. blättert von den Wänden; die Felder mit K.
(Kalkdünger) düngen; sein Gesicht wurde weiß
wie K.
kalk/Kalk| -arm /Adj.; nicht adv./ wenig Kalk ent
haltend : dieser Boden ist k .; -boden, der kalkhaltiger
Boden; -brennerei, die Betrieb, in dem Kalkstein
gebrannt wird; -dünger, der überwiegend aus Kal
ziumverbindungen bestehender Dünger
kalken /sw. Vb.; hat/ 1. etw. mit Kalkmilch, -färbe
streichen, tünchen: die Wand, den Stall k.; die
Fachwerkhäuser waren frisch gekalkt — 2. B od en
mit Kalkdünger düngen
Kalk/kalk| -färbe, die mit Kalkmilch vermischte
Farbe zum Anstreichen und Desinfizieren; -gehalt,
der jo. PL/: ein Boden mit großem K .;
- haltig
/Adj.; nicht adv./ Kalk enthaltend: stark kalkhalti
ges Gestein, Wasser
kalkig /Adj./ 1. /nicht adv./ kalkhaltig: dieses Ge
stein, Wasser ist sehr k.
—
2. weiß wie Kalk: sein
Gesicht war von einer kalkigen Blässe
622
Kalkmangel — kaltlassen
Kalk/kalk| -mangel, der /o. PL/ 1.1 . er leidet an K.
(Mangel an Kalzium) 1.2 . Moosbildung ist ein
Zeichen von K. (Mangel an Kalk 1); -milch, die mit
Wasser stark verdünnter gelöschter K alk zum A n
streichen und Desinfizieren; -mörtel, der aus ge
branntem Kalk, Sand und Wasser angerührter
Mörtel, der zum Bauen und Putzen verwendet wird;
-ofen, der Techn. Ofen, in dem Kalkstein gebrannt
wird; -präparat, das lebenswichtige Kalziumverbin
dungen enthaltendes Arzneimittel; -reich /Adj.;
nicht adv.j viel Kalk (1) enthaltend: kalkreicher
Boden; -spat, der farbloses bis wasserklares M ineral,
das sehr formenreich und gut spaltbar ist; -stein,
der jo. PI./ weitverbreitetes, meist weißes Sediment
gestein, das als Rohstoff für verschiedene chemisch -
technische Produkte dient
Kalkül, der, das; -s, -e 1. dieses Vorgehen steht
unter rein verstandesmäßigem K. (verstandes
mäßigen Überlegungen) — 2. /bestimmtes Rechen
verfahren in der Mathematik und Logik/
Kalkulation, die; -en 1. das Kalkulieren: die K.
der Lohnkosten; ein Fehler in der K.
—
2. nach
meiner K. (wie ich schätze) müßten wir in einer
halben Stunde am Ziel sein
kalkulieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. k. die Kosten für
eine Leistung oder ein Erzeugnis berechnen, er
mitteln: die Mieten für die Neubauten k.
—
2. er
hatte kalkuliert (lüberlegt II, berechnet), daß er
zum Mittagessen wieder zu Hause sein würde; ein
kalkuliertes (vorher erwogenes und in Kauf genom
menes) Risiko
kalk/Kalk| -weiß /Adj./ weiß wie K alk; -werk, das
Werk, in dem Kalkstein verarbeitet wird
Kalla, die;
-s vom November bis zum Frühjahr
blühende, in Gewächshäusern gezogene, als Schnitt
blume genutzte Pflanze mit langem Stiel und großen
leuchtend weißen Blüten
Kalmus, der;
-se /vorw. Sg .f an Teichen und
Gräben wachsende Pflanze, deren Wurzelstock ein
ätherisches Öl enthält, das in der M edizin und als
Gewürz für Liköre verwendet wird
Kalorie, die;
- n [,.i:9n] /Abk. cal; Maßeinheit
für die Energie-, Wärmemenge/
kalorien/Kalorien zu Kalorie| -arm /Adj./ w e n i g
Kalorien enthaltend; -gehalt, der /o. PL/; -reich
/Adj./ viele Kalorien enthaltend
kalt, kälter, kälteste /Adj./ 1.1. von (relativ zur Um
gebung) niedriger (als unangenehm empfundener)
Temperatur: ein kalter Winter, Sommer; kaltes
Wetter, W asser; draußen ist es sehr, bitter, eisig
k.; eine kalte (schwer zu erwärmende od. ungeheizte)
Wohnung; wir mußten die ganze Zeit im Kalten
(in einem ungeheizten Raum) sitzen; den Wein k.
stellen (an einen Ort stellen, an dem er kühl wird);
sich k. (mit kaltem Wasser) waschen 1.2 . /nicht
präd.; von Speisen/: kalter (in nicht warmem 1.1
Zustand zu verzehrender) Braten; kalte Getränke;
umg, k. / essen: abends essen wir meist k. 1.8. mit
nur geringer Temperatur: kalte Hände, Füße; mir
ist k. (ich friere); ihm wurde abwechselnd heiß und
k.
—
2.1. gefühlskalt (1): sie ist eine kalte Natur,
hat ein kaltes H erz; er ist k. und ohne Feingefühl
2.2 . er wurde mit kalter (unfreundlicher) Zurückhal
tung empfangen 2.8 . /nicht attr./ seine W ohnungs
einrichtung wirkte k. (unbehaglich, ungemütlich) —
8. /nur attr,/ er ließ sich bei all seinen Unter
nehmungen nur vom kalten Verstand, von kalter
Berechnung leiten (war dabei nüchtern und berech
nend) — 4 . /nur attr,/ kalte (furchtbare 2.3) Angst,
das kalte Entsetzen packte uns
+ kaltes / Blut bewahren; ein kaltes / Büfett;
etw. ist für jmdn. (wie) eine kalte / Dusche; kalte
/ Ente; kalter / Hund; jmd. ist k. wie ^ Hunde
schnauze; das ist kalter
Kaffee; der kalte /
Krieg; kalte / Küche; eine kalte Platte; jmdm.
läuft es k. den ^ Rücken her-, hinunter; jmdm. die
kalte / Schulter zeigen
kalt/Kalt| -bleiben jVb.j 1. entgegen der Erwartung
keine Gefühlsregung zeigen: angesichts des Elends
ist er kaltgeblieben — 2. ruhig, besonnen bleiben:
auch in kritischen Situationen konnte er k. und
seine klare Entscheidung treffen; -blut, das K alt
blüter (II); -blüter, der; -s, - Z oo 1.1 .wechselwarmes
Tier: Fische und Frösche sind K.
—
II. Vertreter
einer Rasse schwerer, ruhiger Pferde, die als A r
beitspferde verwendet werden; -blütig /Adj./ 1. be
herrscht, besonnen: er war, blieb k.; er blickte der
Gefahr k. (unerschrocken, furchtlos) ins Auge; ein
kaltblütiger Mensch — 2. gefühllos, skrupellos, roh:
jmdn. k. ermorden — 8. /nicht adv.j Zool. wechsel
warm; zu 1u. 2
-blütigkeit, die; -, jo. PL/
Kälte, d ie;
/o. PL/ 1. (relativ zur Umgebung)
niedrige (als unangenehm empfundene) Temperatur,
das K altsein : eine eisige, strenge, grimmige, schnei
dende K .; wir haben heute zehn Grad K. (zehn
Grad unter dem Gefrierpunkt); die K. dringt durch
die dünnen Wände, läßt nach; zum Schutz gegen
die K. trug er einen dicken Wintermantel; vor K.
zittern — 2.1 . Gefühlskälte, Unfreundlichkeit: die
schneidende K. seiner W orte ließ uns zusammen -
fahren; man hatte ihn mit spürbarer K. empfangen
2.2. Unbehaglichkeit, ungemütlich wirkende Atmo
sp h äre (1.2 .1): die Einrichtung des Zimmers
strömte eine unpersönliche K . aus
kälte/Kälte z u Kälte 1|-beständig /Adj.; nicht adv./
unempfindlich gegen Frost: eine kältebeständige
Pflanze; -einbruch, der rasches Übergreifen von
starkem Frost auf ein Gebiet: infolge des Kälte
einbruchs ist der Stromverbrauch sprunghaft an-
gestiegen; -empfindlich /Adj.; nicht adv.j empfind
lich gegen Kälte; -gefühl, das /o. PL/ Gefühl von
Kälte; -grad, der /PI.
- e/ Grad auf der Temperatur
skala unter dem Gefrierpunkt; -hoch, das M eteor.
Hoch, das aus Kaltluft besteht: ein K. über Nord
europa; -maschine, die Techn. Maschine zur Er
zeugung von Temperaturen unter Null; -periode, die
Periode mit (starkem) Frost; -pol, der eine der
Stellen der Erde mit den tiefsten Temperaturen;
-schauer, der mit starker Kälteempfindung ver
bundenes Zittern, das jmdn. überkommt: bei diesem
Anblick überlief ihn ein K .;
-schock, der plötz
liche, sehr starke Herabsetzung der Temperatur für
etw .: Blut durch K. konservieren; -schütz, der
Frostschutz; -Schutzmittel, das Frostschutzmittel;
-technik, die jo. PI./ Teilgebiet der Technik, das sich
mit der Erzeugung, Messung und Anwendung be
sonders niedriger Temperaturen befaßt; -tod, der
Tod durch Erfrieren; -welle, die Kälteperiode
ßalt/kaltj -front, die M eteor, vorderes Gebiet vor-
dringender Kältluft; -herzig /Adj./ voller Kälte (2.1):
ein kaltherziger Mensch; -lächelnd /Adv./: er wies
mich k. (ungerührt und rücksichtslos) ab; -lassen
/Vb./ etw. läßt jmdn. kalt etw. läßt jmdn. innerlich
ungerührt, beeindruckt ihn nicht: die Kritik, der
Kaltleim — Kammerchor
623
erbarmungswürdige Anblick batte ihn k alt
gelassen; -leim, der ohne vorherige Erwärmung ge
brauchsfertiger Leim; -luft, die jo. PL/ M eteor.
kalte Luftmasse
Kaltluft Meteor.)
-einbruch, der Eindringen von
Kaltluft in ein Gebiet; -Zufuhr, die vgl.
- ein-
bruch
kalt/Kalt) -machen jVb.j salopp jmdn. ermorden;
-mamsell, die Angestellte in einer Gaststätte, die für
die Zubereitung und Ausgabe kalter Speisen ver
antwortlich ist; -schale, die aus Früchten bereitete
süße Suppe, die kalt serviert wird; -schnäuzig /Adj.j
salopp gefühllos, rücksichtslos und frech: k. ant
worten; dazu -schnäuzigkeit, die; -, jo. PL/; -Start,
der Techn. Start eines kalten Motors; -stellenjVb.f
umg. jmdn. k. jmdm. seine Machtstellung, seinen
Einfluß nehmen od. nachhaltig schwächen; -Ver
pflegung, die jo. Pl.j Verpflegung, die aus Speisen
besteht, die kalt gegessen werden (können), meist Brot,
Wurst, Butter; -welle, die Dauerwelle, die durch
chemische Mittel ohne feuchte Wärme hergestellt
wird
Kalzium, das; -s, jo. PLj silberweißes, glänzendes
Leichtmetall, das in der Natur nur in Verbindungen
vorkommt
Kalzium)Verbindung, die chemische Verbindung
mit K alziu m : lebensnotwendige Kalziumverbin
dungen
Kamarilla, die; Kamarillen [..ril(j)a, PL
..ril
le n ] im Verborgenen wirkende Clique, die die
Politik im Sinne ihrer selbstsüchtigen Interessen zu
beeinflussen sucht
Kambrium, das; -s, jo. Pl.j Geol. älteste Formation
des Paläozoikums
Kamee, die; -,
- n [..me:9, PL . .me:(o)n] Schmuck-
(stein) mit erhaben geschnittener figürlicher D ar
stellung
Kamel, das; -s, -e 1. in den Wüsten, Steppengebieten
Afrikas und Asiens lebender Wiederkäuer mit einem
od. zwei Höckern, der als Last- und Beittier genutzt
wird', ein K. beladen, besteigen; auf einem K . rei
ten; ein einhöckeriges K. (Dromedar); ein zwei
höckeriges K. (Trampeltier) —-2 .umg. Schimpfw.
Dummkopf, Trottel', und ich K. habe ihm noch da
zu geraten!; du altes K .!; so ein K .!
Kamel|haar, das 1* feines, gekräuseltes Haar (1.2)
der Kamele, das zu Textilien verarbeitet wird ~
2. jo. Pl.j Gewebe aus 1: ein Mantel aus K.
Kamelhaar) -decke, d ie ; -mantel, der
Kamelie, die; -,
- n [..19] Zimmerpflanze mit glän
zenden, lederartigen Blättern und roten od. weißen,
oft gefüllten Blüten
Kamera, die;
-s Apparat zum Fotografieren,
Filmen: die K. einstellen; einen Film in die K. ein-
legen; die Kameras (Film-, Fernsehkameras) liefen,
surrten; eine K. (Fotoapparat) mit eingebautem
Belichtungsmesser
Kamerad, der; -en, -en jmd.,
der einem anderen
durch gemeinsame Lebensumstände eng verbunden
ist: er ist ein guter, schlechter K .; er ist in der
Schule, beim Spiel oft von seinen Kameraden ge
neckt worden; seine Frau war ihm stets ein guter
K. (Lebensgefährte)
Kameradschaft, die; jo. Pl.j durch gemeinsame
Lebensumstände bedingtes, auf Vertrauen, gegen
seitiger Hilfe beruhendes Verhältnis zwischen
Menschen: das tut er schon aus K. für dich; uns
verbindet eine gute K .; dazu kameradschaftlich
jAdj.; vorw. attr. u . adv.j auf Kameradschaft be
ruhend, von Kameradschaft zeugend: sich k. ver
halten
Kamera)mann, der jP l.
-männer, deute/ Mitarbeiter
bei Film und Fernsehen, der die Kamera bedient und
für die künstlerische Qualität der Aufnahmen mit
verantwortlich ist
Kamille, die; -n jvorw. Sg .j zu den Korbblütlern
gehörende Heilpflanze mit gelben und weißen Blü
ten und einem Stoff, der Entzündungen hemmt
Kamillen) -blüte, die; -tee, der T ee aus getrockneten
Kamillenblüten
Kamin, der; -s, -e 1, zum Zimmer hin offene Feuer-
stelle mit Rauchfang: am K. sitzen; im K. brennt
ein Feuer — 2. landsch. Schornstein: den K.
kehren — 3. Baum zwischen dicht einander
gegenüberstehenden, steilen Felswänden: durch einen
K. klettern
Kamm, der; -(e)s, Kämme I.l .l . flacher, längerer
Gegenstand mit einer Reihe dicht nebeneinander
stehender Zinken, der zum Ordnen, Glätten des
Kopfhaares dient: ein K. aus Horn, Kunststoff; er
fuhr sich mit dem K. durchs Haar; aus dem K.
sind Zinken herausgebrochen; K. und Bürste
1.2. fachspr. Gerät in Form von 1.1, das zum
Entfernen kurzer Fasern bes. aus Wolle, Baumwolle,
Chemiefasern dient — 2 .1 . rotes, fleischiges, ge
zacktes Gebilde auf dem K opf der Hühner, Hähne
2.2 . gezacktes horniges od. aus Stacheln bestehendes
Gebilde auf dem Rücken mancher Molche, Reptilien
—
II.l . die oberste Fläche eines Gebirgszuges, Berges,
Bergrücken: vom K. des Gebirges, Berges hat man
eine schöne Fernsicht; den K . entlangwandern —
2. oberster Teil einer W elle: die weißen Kämme der
Brandung — 3. jo. Pl.j Kammstück: ich möchte ein
Kilo K.
+ umg. alle(s) über einen K . scheren (alle, alles
mit demselben Maßstab messen, unterschiedslos be
handeln, beurteilen); jmdm. schwillt der K. (jmd.
wird eingebildet, übermütig; jmd. wird zornig); umg.
scherzh. bei jmdm. liegt der K. auf, neben der
Butter (bei jmdm. herrscht große Unordnung)
kämmen jsw. V b.; hat/ 1.1 . die Haare, sich, jmdn.
k. die Haare, seine, jmds. Haare mit einem Kamm
ordnen, glätten: sich, jmdm. die Haare, das Haar k .;
sichdieHaare ausderStirnk.1.2.fachspr. etw. k.
mit einem Kamm die kurzen Fasern bes. aus Wolle,
Baumwolle, Chemiefasern entfernen: gekämmte
Baumwolle
Kammer, die; -,
- n j / auch Kämmerlein/ 1,1.1.
kleiner, meist nicht heizbarer, oft fensterloser Raum
(zum Bewohnen): auf dem Dachboden sind noch
zwei leerstehende Kammern; er sitzt in seiner K.
und arbeitet; landsch. eine Wohnung aus Stube,
K. (Schlafzimmer) und Küche 1.2. Mil. Raum, Auf
bewahrungsort für Bekleidung und Gegenstände der
Ausrüstung — 2. Herzkammer: die rechte, linke K.
—
3. Raum zur Aufnahme des Geschosses bei einer
Handfeuerwaffe — 4 . Techn .abgeschlossener Raum
in einem Brennofen für Keramik, Porzellan, in
einem Ofen zum Entgasen von Kohle — H .l .l. die
französische K. (das französische Parlament) be
willigte den Kredit 1.2 . Teil einer Volksvertretung,
eines Parlaments: die beiden Kammern des Ober
sten Sowjets — 2 . Jur. Abteilung der Kreisgerichte.
Kammer) -chor der kleiner mit Solisten besetzter
624
Kammerkonzert — Kampferspritze
Chor; -konzert, das Konzert, in dem Kammermusik
gespielt wird
Kämmerlein, das; -s, - f/ auch Kammer/
-f- scherzh. im stillen K. {für sich allein in Stille
und Zurückgezogenheit)
Kammer] -znusik, die jo. PI .)' ernste Musik für ein
kleines {mit Solisten besetztes) Orchester, bes. T rio,
Quartett, Quintett; -musiker, der /o. P L ; Ehrentitel
für einen Musikerj; -ofen, der Techn. 1, Brennofen
mit Kammern für Keramik, Porzellan — 2. Ofen
mit Kammern zum Entgasen von K ohle; -Orchester,
das aus wenigen M usikern bestehendes Orchester,
das für kleine Besetzung komponierte Musikwerke
der ernsten M usik spielt; -Sänger, der jo. PL/ vgl.
- musiker; dazu -Sängerin, die; -spiel, das vor
wiegend in einem kleinen Theater aufgeführtes
Stück mit wenigen Rollen, dessen Konflikt bes.
durch den psychologisch interessanten Dialog deut
lich gemacht wird; -ton, der jo. PL/ Mus. nach
seiner absoluten Tonhöhe festgelegter Ton von
440 Hertz, nach dem alle Instrumente gestimmt
werden: der K. A
Kammj -garn, das 1. Garn aus Wolle od. Chemie
fasern, bei dem die kurzen Fasern durch Kämmen
entfernt wurden — 2. /o. Pl.f Gewebe aus 1: ein
Anzug aus K .; -läge, die Bereich des Kamms eines
Gebirgszuges, Bergrückens: in den Kammlagen
trat Tauwetter ein; -linie, die Verlauf des Kam ms
eines Gebirgszuges; -stück, das /PL -e/ Stück Fleisch
vom Nacken von Schlachtvieh, bes. vom Schwein;
- weg, der Weg auf dem Kamm eines Gebirgszuges,
Berges
Kampagne, die;
-n [. .panjo] 1. größere, zeitlich
begrenzte propagandistische {politische) Aktion ge
gen od. fü r etw., jmdn.: eine antikommunistische
K .; konservative Gruppen führten eine K . gegen
fortschrittliche Künstler; eine K . für strenge Spar
samkeit — 2. meist durch die Saison bedingte, perio
disch durchgeführte {Stoß)arbeit, bes. in der Land
wirtschaft {und die entsprechende Zeitspanne): in
der K . herrschte Hochbetrieb
Kampelei, die; •, -en 1and sch. fzu kampeln/
kampeln, sich jsw. Vb.; hatf landsch. sich balgen,
raufen
Kampf, der; -(e)s, Kämpfe 1.1. mit Waffen aus
getragene Auseinandersetzung zwischen gegnerischen
'militärischen Kräften in einem K rieg: an der Front
tobten schwere, harte, erbitterte, blutige Käm pfe;
der K. um eine vorgeschobene Stellung 1.2 . hand
greifliche Auseinandersetzung zwischen zvjei od.
mehreren persönlichen Gegnern: zwischen den bei
den Rivalen kam es zu einem heftigen K .; O der
K. {Streit) zwischen den beiden Kontrahenten
ging schließlich nur um eine Formulierung 1.8.
Wettkampf zwischen Sportlern, Sportmannschaf
ten : die beiden Schachmeister, Fußballmann
schaften lieferten sich einen spannenden K .
—
2. alle Anstrengungen des Menschen 2.1. jo. Pl.f sich
gegen jmdn. durchzusetzen, etw. zu verhindern, sich
gegen eine ihn bedrohende Gefahr zu behaupten: im
K. mit seinen Widersachern, gegen seine K on
kurrenten war er Sieger geblieben; der K . mit den
Naturgewalten; der K. der Schiffbrüchigen mit
den Wogen; der K . gegen Umweltverschmutzung,
gegen den Krieg, gegen Ausbeutung und Unter
drückung, gegen die Kriminalität 2.2. jo. PL/ für
die Verwirklichung einer guten Sache: der K. um,
für die Erhaltung des Friedens, um, für Abrüstung
2.8. seine inneren Konflikte zu lösen: es kostete ihn
einen schweren K . , seine Schuld einzugestehen
+ ein K. auf Leben und Tod {bis zur physischen
od. ökonomischen Vernichtung eines der beiden
Kontrahenten geführter K am pf); ein K. gegen Wind
mühlenflügel {aussichtsloser, unsinniger Kam pf)
Kampf/kampf| -abstimmung, die Abstimmung, bei
der jmd., etw. bei unterschiedlicher, gegensätzlicher
Meinungs-, Gruppenbildung etwa gleiche Aussichten
hat, angenommen od. abgelehnt zu werden; -ansage,
die Ankündigung, gegen etw., jmdn. den Kampf (2.1)
zu beginnen: ihr Auftritt war eine einzige K. an
uns; -bereit fAdj.f zum Kampf (1.1) bereit; dazu
- bereitschaft, die fo. PL/; -bündnis, das Bündnis im
politischen Kampf für, gegen etw.: das K. der Ar
beiter und Bauern; -demonstration, die Dem on
stration im politischen Kam pf für, gegen etw.
kämpfen fsw. Vb.; hat/ 1.1. in einem Krieg mit
Waffen gegen gegnerische militärische K räfte Vor
gehen, um sie zu vernichten, zu besiegen: um die
Stellungen wurde erbittert gekämpft; das Volk
kämpfte heldenhaft gegen die Aggressoren; die
kämpfende Truppe 1.2. handgreiflich gegen einen
od. mehrere persönliche Gegner Vorgehen: die beiden
Rivalen kämpften verbissen miteinander 1.8 . in
einem sportlichen Wettkampf um den Sieg ringen:
die beiden Gegner, Mannschaften kämpften mit
allen Kräften um den Sieg — 2. den Kampf (2)
führen 2.1 . um sich gegen jmdn. durchzusetzen,
etw. zu verhindern, sich gegen ein e drohende Gefahr
zu behaupten: der Ertrinkende kämpfte mit den
Wellen um sein Leben; er kämpfte hartnäckig
gegen seine Widersacher; das Segelboot kämpft
mit dem Sturm; sie kämpften gegen den Krieg, die
Verbreitung von Kernwaffen, gegen Untei drückung
und Ausbeutung 2.2. für die Verwirklichung einer
guten Sache: für den Frieden, um die Erfüllung der
Pläne k. 2.8. um seine inneren Konflikte zu lösen: er
kämpfte lange mit sich selbst, ob er nachgeben
sollte oder nicht
+ mit dem /* Tod(e) k.
kampf/Kampf|-entschlossen /Ad/./zum K a m p f (1.1,
1.2) entschlossen; dazu -entschlossenheit, die
Kampfer, der; -s, fo. Pl.f aus dem Holz des Kamp
ferbaumes gewonnene od. synthetisch hergestellte
Masse mit durchdringendem Geruch, die bes. in der
Pharmazie verwendet wird
Kämpfer, der; -s, - 1. fzu kämpfen 1.1, 1.3, 2.1,
2.2/ jmd., der kämpft; zu 2.2: ein aufrechter, un
erschrockener, leidenschaftlicher K. für den Frie
den und Fortschritt — 2. Mitglied der Kampf
gruppe (2)
Kampferbaum, der ostasiatischer, mit dem Lorbeer
baum verwandter Baum, aus dessen Holz Kampfer
gewonnen wird
kämpferisch fAdj.f zum Kämpfen (1.1, 1.3, 2.2)
bereit, von Kam pfgeist erfüllt: die kämpferische
Haltung der Mannschaft; dank großem kämpfe
rischem Einsatz konnte unsere Mannschaft den
Sieg erringen
Kämpfer!natur, die Mensch, der kämpferisch ver
anlagt ist und beharrlich mit großer Ausdauer für,
gegen etw. kämpft
Kampfer! -salbe, die Salbe aus Kam pfer enthalten
dem Spiritus, die gegen Rheumatismus und Neural
gien verwendet wird; -spritze, die Einspritzung
eines Kampfer enthaltenden Präparates zur A n
regung der Herz- und Kreislauftätigkeit
Kampfes/kampfes|: / Kampf/kampf|
Kampf/kampf (m it * a u c h Kampfes/kampfes|)|
-flugzeug, das Flugzeug, das Ziele am Boden, auf
See angreift; -front, die Front im politischen
Kam pf: sich in die K. der Arbeiterklasse ein
reihen; -gefährte, der Gefährte im politischen, m ili
tärischen K am pf; -geist, der fo. PL/ Bereitschaft,
Entschlossenheit zu kämpfen (1.1, 1.3, 2.1, 2.2): der
K. der Soldaten, Sportler; -genösse, der K a m p f
gefährte; -gericht, das Gruppe von Kampfrichtern;
-gruppe, die 1. Gruppe aus verschiedenen Truppen
einheiten zur Lösung einer bestimmten Aufgabe —
2, bewaffnete Einheit der Arbeiterklasse in Betrieben,
Genossenschaften und Institutionen der D D R : die
Kampfgruppen der Arbeiterklasse; -handlungen,
die fPl.f Gesamtheit militärischer Aktionen im
Kam pf (l.l)r mit dem Gegner: die Einstellung der
K.;
-kraft, die jo. PI ./ Kraft zum, Stärke im mili
tärischen, politischen Kampf: die K. der Truppe,
der Partei; *-lärm, der durch Kampf (1.1, 1.2) zwi
schen Gegnern hervorgerufener Lärm : der K. war
kilometerweit zu hören; -lied, das Lied, das den
politischen Kampf zum Thema hat; -los fAdj.f ohne
zu kämpfen (1.1, 2.1, 2.2): eine Stadt k. übergeben;
*-lust, die jo. Pl.f Lust zu kämpfen (1.1, 1.2);
-mittel, das Mittel im militärischen, auch poli
tischen Kam pf; -moral, die Kampfgeist; *-mut, der
Mut zum Kampf (1.1, 1.2); -pause, die Unter
brechung im K am pf (1.1, 1.2); -richter, der un
parteiischer Sachverständiger, der sportliche Leistun
gen bei einem Wettkampf offiziell bewertet; -Schrift,
die Schrift, die im politischen Kampf gegen, für
etw. eintritt; -Stoff, der fvorw. PL/ chemischer, bio
logischer, radioaktiver Stoff zur Massenvernichtung
von Lebewesen, dessen Anwendung gegen das Völker
recht verstößt; -tag, der fo. Pl.f: der 1. Mai, der in
ternationale K. der Arbeiterklasse; -unfähig fA d j.f
zu militärischem, sportlichem K am pf nicht (mehr)
fäh ig: der Boxer hatte seinen Gegner k. geschlagen;
*-wille, der Wille, Entschlossenheit zum politischen,
auch militärischen Kampf
kampieren jsw. Vb.; hat/ unter einfachen, oft im
provisierten Bedingungen (im Freien, in einem Zelt,
einer Hütte) vorübergehend wohnen: drei Tage lang
haben sie in Zelten, einer Berghütte kampiert; die
Ausflügler kampierten (lagerten) am Ufer des Sees;
er mußte auf dem Sofa k. (übernachten)
Kanadier, der; -s, - [ ..dlor] offenes Boot für einen
od. mehrere Sportler, das in knieender Stellung ein
seitig gepaddelt wird
Kanaille, d ie;
-n [..aljo] Schimpfw. nieder
trächtiger, schurkischer Mensch: diese K. hat uns be
trogen !
Kanal, der; -s, Kanäle 1. künstlicher W asserlauf für
die Schiffahrt od. zur Be-, Entwässerung: einen K.
baggern, bauen; der K. verbindet die Ströme mit
einander und mit dem Meer — 2. Fernsehen
Frequenzbereich bestimmter Breite: die Fernseh
programme werden über verschiedene Kanäle
ausgestrahlt — 8. /vorw. PL; nur mit Attr.f diese
Informationen müssen in die entsprechenden
Kanäle geleitet werden (so geleitet werden, daß sie
an den, die Empfänger gelangen); das Rauschgift
kommt aus dunklen, geheimen Kanälen (es ist
unbekannt, von wo und wie es an seine Empfänger
kommt)
- b salopp den K. voll haben (einer Sache sehr
überdrüssig sein)
Kanalisation, d ie; -,
-en System unterirdischer
Kanäle zur Ableitung von Abwässern
Kanalisationsj -netz,das: dasK.erweitern;-System,
das
Kanal| -Schalter, der vgl.
- Wähler; -Wähler, der
Schalter zum Einstellen des gewünschten Kanals am
Fernsehgerät
Kanapee, das; -s, -s veraltend Sofa
kanariengelb fA d j.f [..ion,
..Ion.,] gelb wie ein
Kanarienvogel, von hellem Gelb
Kanarienvogel, der [..ion .. ,
. . ion ..] gezüchteter
Singvogel mit hellgelbem od. rötlichem Gefieder, der
in Käfigen gehalten wird
Kandare, die; -n Mundstück des Zaumes: die K.
anziehen
+ veraltendjmdn. (fest) andieK. nehmen (jmdn.
in strenge Zucht nehmen)
Kandelaber, d e r; -s,
-
1. großer, stark verzierter
Kerzenständer mit mehreren Armen: zu beiden
Seiten des Sarges waren K. aufgestellt — 2« säulen
artige, hohe Straßenlaterne in der Form von 1, meist
mit mehreren Lichtquellen
Kandidat, der; -en, -en 1. Bewerber, Anwärter auf
eine Anstellung: für diese Stelle gab es mehrere
Kandidaten — 2. jmd., der für eine Wahl nominiert
ist: Kandidaten für die Volkskammer — 3.1* A n
gehöriger der Sozialistischen Einheitspartei Deutsch
lands während der Vorbereitungszeit auf die M it
gliedschaft : er ist K. der Partei geworden 8.2. er ist
K. (Angehöriger mit beratender Stimme) des (Polit
büros des) Zentralkomitees der SED — 4 . vor dem,
im Examen stehender Student: alle Kandidaten ha
ben die Prüfung bestanden — 5. fo. PL/ akademi
scher Grad in einigen soz. Ländern, der etwa dem
Doktorgrad entspricht: er ist K. der (medizinischen)
Wissenschaften
Kandidaten! -karte, die Ausweis eines Kandidaten
(3.1); -liste, die Liste der für eine Wahl Nominier
ten: jmdn. auf die K. setzen, von der K. streichen;
-zeit, die fo. PL/ Vorbereitungszeit eines K andi
daten (3.1) auf die Mitgliedschaft
Kandidatur, die; -,
-en Nominierung, Bewerbung
für eine Wahl: jmds. K . unterstützen, ablehnen
kandidieren fsio. Vb.; hat/ bei einer Wahl Kandidat
s e i n : er kandidiert bei den Gewerkschaftswahlen
kandieren fsw. Vb.; hat/ Früchte mit gesättigter
Zuckerlösung tränken, um sie haltbar zu machen:
kandierte Früchte, Orangenschalen
Kandiszucker, der fo. Pl.j an Fäden in größeren
Stücken kristallisierter weißer, gelber od. brauner
Zucker: den Tee mit K. süßen
Känguruh, das; -s, -s pflanzenfressendes Beuteltier
Australiens, das sich mit seinen stark entwickelten
Hinterbeinen springend fortbeivegt
Kaum, das; -s,
-e fachspr. Kaninchenfell: ein
Mantel aus K .
Kaninchen, das; -s, - 1.1. gesellig lebendes, nage
tierartiges Säugetier, das sich, wenn es wild lebt,
Erdhöhlen gräbt und wegen seines Fleisches und
Felles als Haustier gehalten und gezüchtet wird: die
wilden K. haben unseren Kohl gefressen; K.
halten, füttern, schlachten 1.2. fo. PL/ Kaninchen
braten : bei uns gibt es heute K.
Kampfes/kampfes — Kaninchen
625
40 Wörterbuch
626
Kaninchenbraten — Kap
Kaninchen| -braten, der (Stück von einem) K an in
chen (1.1) als Braten; -feil, das; -stall, der; -zucht,
die; -Züchter, der
Kanfster, der; -s, - für Flüssigkeiten bestimmter,
meist flacher, rechteckiger, tragbarer und mit kleiner
runder verschließbarer Öffnung versehener Behälter
aus Blech od. Plast: ein K. für Benzin, Trink
wasser
Kann-Bestimmung, die Bestimmung, die nach Er
messen befolgt werden kann
Kännchen, das; -s, - f/< auch Kanne/: ein K.
Kaffee (zwei Tassen Kaffee in einer kleinen Kanne)
Kanne, die; -,
-n // auch Kännchen/ für Flüssig
keiten bestimmtes rundes, hohes Gefäß mit einem
Henkel und meist einer Tülle und einem Deckel:
eine K. aus Porzellan, Blech, Emaille; eine K.
mit Bier, Wasser
“j- umg. es gießt wie aus Kannen (es regnet sehr
stark)
kanneliert /Adj./ Architekt, mit Kannelüren ver
seh en : eine kannelierte Säule
Kannelüre, die; - ,
-n Architekt, eine der senk
rechten Rillen an einer Säule
Kannibale, der; -n, -n Angehöriger eines unter ur
tümlichen, unentwickelten Verhältnissen lebenden
Volkes, in dem Menschen (aics rituellen Gründen)
verzehrt wurden, Menschenfresser: auf der Insel
lebten früher Kannibalen; dazu kannibalisch /Adj./
u. Kannibalismus, der; jo . PL/
Kanon, der; -s, -s 1. Musikstück, bei dem die Sing
stimmen nacheinander mit derselben Melodie ein-
setzen: einen dreistimmigen K. singen — 2. Richt
schnur (2), bes. auf einem bestimmten Gebiet: für
diese Leute galt ein ganz bestimmter K . von
Kunstgesetzen, Verhaltensregeln — 3. jo . PL/
Rel. ev. kath. die kirchlich für verbindlich er
klärten biblischen Schriften
Kanonade, die; - ,
-n
veraltend anhaltendes
Schießen aus einer größeren Anzahl von Geschützen:
die K. hatte bei Morgengrauen begonnen; O eine
K. (schnelle Folge) von Flüchen und Beschimpfungen
Kanone, die; -,
- n 1.1. schwere Feuerwaffe mit
langem Rohr und flacher Geschoßbahn 1.2. veral
ten d Geschütz: eine K. laden, richten, abfeuern
—
2. salopp Könner auf einem bestimmten Ge
biet, bes. dem des Sports: er ist eine K. auf seinem
Gebiet
-f* mit Kanonen auf Spatzen schießen (einer Sache
mit übermäßig großem Aufwand entgegentreten);
salopp etw. ist unter aller K. (etw. ist sehr schlecht,
unter aller Kritik)
Kanonenj -donner, der: fernen K. hören; -kugel,
die veraltend Kugel, die aus einer Kanone (1.2)
abgeschossen wurde; -ofen, der kleiner, zylindrischer,
eiserner Ofen: wir haben einen K. in der Kam
mer; -rohr, das; -schlag, der Feuerwerkskörper, der
mit lautem Knall explodiert
kanonisch fAdj.f 1. /nur attr./ B ei. die kanonischen
Bücher (die kirchlich für verbindlich erklärten
Schriften) — 2. /nicht präd./ Rel. kath. den kirch
lichen Rechtsbestimmungen entsprechend
kanonisieren /sw. Vb.; hat/ Rel. kath. jmdn.
heiligsprechen
Kanossagang, der /vorw. Sg .j 1Gang (2) zu jmdm.,
vor dem man sich demütigen muß
Känozoikum, das; -s, jo. PL/ [, . o:i..] Geol. Erd
neuzeit
Kantate, die; -,
- n Mus. aus mehreren Teilen be
stehendes Musikstück für Singstimme(n) (und Chor)
mit Begleitung durch einzelne Instrumente od.
Orchester: eine K . aufführen; geistliche, weltliche
Kantaten
Kante, die; -,
-n 1. Schnittlinie zweier Flächen,
die einen Körper begrenzen: eine scharfe, abgerun
dete K.; sich an einer K. stoßen; sich auf die K.
(den Rand) des Bettes, Stuhles setzen — 2. eine
Fläche abschließender Randstreifen: die Kanten der
Tapete beschneiden; das Taschentuch hat eine
gehäkelte K .
+ umg. etw. auf die hohe K. legen (Geld zurück
legen, sparen)
kanten, kantete, hat gekantet etw. auf die Kante (1)
stellen, über die Kanten kippen: die Kiste darf
nicht gekantet werden
Kanten, der; -s, - landsch., bes. norddt. End
stück von einem Brotlaib: den K. abschneiden
Kanter, der; -s, - R eiten leichter, kurzer Galopp
des Pferdes: das Pferd geht im K.; dazu kantern
/sw. V b.; hat/: das Pferd kantert
Kantj -haken, der fachspr. Stange mit eisernem
Haken zum Bewegen von Balken, Baumstämmen:
der K. des Flößers; + umg. jmdn. beim K.
haben, kriegen, nehmen (sich jmdn. vornehmen 4);
-holz, das jo. PI./ Schnittholz mit rechteckigem od.
quadratischem Querschnitt
kantig /Adj.j 1. mit Kanten (1): kantige Steine,
Stäbe — 2. er machte ein paar kantige (eckige,
ungeschickte) Bewegungen mit seinen Armen
Kantine, die; -,
- n Speiseraum eines Betriebes: in
der K. essen, Bier, Zigaretten kaufen
Kanton, der; -s, -e einer der die Schweiz konstituie
renden Staaten; dazu kantonal /Adj./
Kantonist, der; -en, -en
+ umg. ein- unsicherer K. (jmd.,
auf den man
sich nicht verlassen, dem man nicht trauen kann)
Kantor, der; -s, Kantoren /Titel für einen Kirchen
musiker, bes. für den Leiter eines Kirchenchores,
für einen Organisten/
Kantorei, die; -,
- en Kirchenchor
Kantjstein, der norddt. Bordstein
Kanu, Kanu, das; -s, -s /zusammenfassende Bez.
für Kajak und Kanadier/
Kanüle, die; -,
-n Med. spitz geschliffene Hohl
nadel für Injektionen, zum Punktieren
Kanute,der; -n, -n Sport Sportler, der Kanu fährt
Kanzel, die; -,
-n 1. von einer Brüstung umgebene,
erhöht angebrachte Plattform in einer Kirche, von
der aus der Geistliche predigt — 2. verglaster Raum,
von dem aus etw. beobachtet, kontrolliert wird, bes.
im Bug eines Flugzeuges für den Navigator, bei
Sprungschanzen, auf Beobachtungstürmen — 3.
Jägerspr. ausgebauter Hochsitz
kanzerogen /Adj./ Med. krebserregend: kanzero
gene Stoffe
Kanzlei, die; -,
- e n noch osterr. Schweiz. Büro
einer Behörde, eines Rechtsanwaltes
Kanzler, der; -s,
-
Vorsitzender der Regierung in
bestimmten Ländern
Kaolin, das, fachspr. der; -s, -e weißer, weicher,
formbarer Ton, aus dem vor allem Porzellan, Stein
gut hergestellt wird
Kap, das; -s, -s /vorw. in geographischen Namen/
ins Meer vorspringende Spitze einer Felsenküste:
K. Arkona
Kapazität — Kappe
627
Kapazität, d ie;
-en 1. Leistungsvermögen, bes.
eines Industriebetriebes: die K. eines Betriebes ver
größern; die K . voll ausnutzen; freie Kapazitäten
—
2. Fassungsvermögen (1): die K. eines Hotels,
Kinos erweitern — S. hervorragender Fachm ann :
er ist eine K . auf seinem Gebiet
Kapee
-{- salopp schwer von K. sein (schwer begreifen)
Kapelle, die; -n I, Orchester, das vor allem Tanz-,
Unterhaltungsmusik spielt: eine K. der Seestreit
kräfte gab ein Platzkonzert; die K. spielte zum
Tanz auf — II . kleine Kirche; abgeschlossener Raum
für Gottesdienste in größeren Kirchen, Schlössern.
Kapellmeister, der 1. Leiter einer Musikkapelle —
2. Dirigent eines Orchesters
Kaper, die;
-n in Essig eingelegte Knospe der
Blüte des Kapernstrauches, die als Gewürz ver
wendet wird
kapern /sw. Vb.; hat/ ein (feindliches) Handels
schiff überfallen und erbeuten: Piraten haben das
Schiff gekapert
Kapern] -soße, die mit Kapern gewürzte Soße;
- Strauch, der /kleiner Strauch des Mittelmeergebietes/
kapieren /sw. Vb.; hat/ salopp etw. verstehen, be
greifen : er kapiert schnell; hast du das immer noch
nicht kapiert?
kapillar /Adj./ fachspr. von extrem kleinem inne
rem Durchmesser, haarfein: kapillare Blutgefäße
Kapillare, die;
- n 1. fachspr. Röhrchen, Hohl
raum von extrem kleinem innerem Durchmesser —
2. Med. Blutgefäß von extrem kleinem innerem
Durchmesser
Kapillar|gefäß, das Med. Kapillare
kapital /Adj./ Jägerspr. sehr groß, stark: ein
kapitaler Hirsch, Karpfen1; O ein kapitaler
Fehler, Spaß
Kapital, das; -s, -e/-ien [..ien] 1.1. Pol. ök. Geld,
Produktionsmittel, Waren, die sich unter kap, Pro
duktionsverhältnissen fü r den Eigentümer als Wert
darstellen und in Verbindung mit der Ausbeutung
von Lohnarbeitern für den Kapitalisten den von ihm
unentgeltlich angeeigneten Mehrwert hervorbringen:
/ konstantes, / variables, / fixes, / zirkulie
rendes K. 1.2. umg. Geldsumme: diese paar Mark
gebe ich nicht aus, sie sind mein eisernes K .; das
hat mich ein K. (viel Geld) gekostet; O Gesund
heit ist das beste K .
—
2. /o. PI./ 2.1. Gesamtheit
der Kapitalisten: das internationale K. 2 .2 . die
Länder des Kapitals (die kapitalistischen Länder)
+ aus etw. K . schlagen (seinen Vorteil aus etw.
ziehen)
Kapital z u K apital 1.1] -abwanderung, die vgl.
Kapitalflucht; -anlage, die Verwendung von Geld
als Kapital zur Erlangung von Profit; -besitz, der
Besitz von Kapital; -beteiligung, die Beteiligung
am Kapital eines kap. Unternehmens
Kapitale, die; -,
-n geh. Hauptstadt
Kapital| -export, der jo. PI./ Kapitalbeteiligung
imperial. Staaten im Ausland, vor allem zur E r
zielung von Höchstprofit; -fehler, der schwerer,
grundlegender Fehler; -flucht, die jo. PI./ in der
kap. Wirtschaft praktizierte, häufig illegale Ver
lagerung von Kapital (1.1) (in Geldform) ins Aus
land, um es der Besteuerung zu entziehen, bes. auch,
wenn die Sicherheit des Kapitals im Inland bedroht
erscheint; -gesellschaft, die Form einer Handel
treibenden Gesellschaft im K ap. ,
bei der die T eil
haber nur mit der Höhe ihrer Kapitalbeteiligung
haften; -investition, die Investition von Kapital
(1.1)
Kapitalismus, der; -, /o. P l.j Produktionsweise und
Gesellschaftsformation, die auf dem Privateigentum
an den Produktionsmitteln, der Ausbeutung von
Lohnarbeitern und der privaten Aneignung der Er
gebnisse der Produktion beruht: der /* staats
monopolistische K .; die Ausbeutung der Arbeiter
im K .; der Imperialismus als letztes Stadium des K.
Kapitalist, der; -en, -en Eigentümer von Kapital
(1.1), das ihm zur Ausbeutung von Lohnarbeitern
und damit zur unentgeltlichen Aneignung von Mehr
wert dient
kapitalistisch /Adj./ auf dem Privateigentum an
den Produktionsmitteln und der Ausbeutung von
Lohnarbeitern beruhend: die kapitalistische Gesell
schaftsformation, Produktionsweise; ein kapita
listischer Staat
kapital/Kapital] -kräftig /Adj./ viel K a p ita l (1)
besitzend; -markt, der Markt für langfristige
Schuldpapiere und Kredite im K ap.;
- verbrechen,
das schweres Verbrechen; -Verbrecher, der Schwer
verbrecher; -Verflechtung, die gegenseitige K apital
beteiligung der Konzerne
Kapitän, der; -s, -e 1. Kommandant eines Schiffes,
Flugzeuges — 2. K . zur See (Offizier der Seestreit
kräfte, dessen Dienstgrad dem des Obersten ent
spricht) — 3. Sport Mannschaftskapitän: derK.
der Nationalelf
Kapitän|leutnant, der Offizier der Seestreitkräfte,
dessen Dienstgrad dem des Hauptmanns entspricht
Kapitel, das; -s, - eine inhaltliche Einheit bildender
größerer Abschnitt eines längeren Textes, der durch
einen Zwischenraum, eine Zahl od. Überschrift von
anderen getrennt ist: das steht im ersten K.
+ umg. das ist ein K. für sich (eine besondere
Angelegenheit)
Kapitell, d as; -s,
-e Architekt, plastisch ver
schieden geformter oberster, abschließender Teil einer
Säule, eines Pfeilers
Kapitel|überschrift, die
Kapitulant, der; -en, -en jmd., der bei auftretenden
Schwierigkeiten schnell und kampflos aufgibt
Kapitulation, die; -,
- en 1. Einstellung des Kampfes
einer sich besiegt erklärenden T ruppe, eines besiegten
Ortes od. Landes, das Waffenstrecken vor dem sieg
reichen Gegner: die K. der Armee, Berlins, des
faschistischen Deutschlands — 2 . Vertrag über 1:
die K. annehmen, unterschreiben
kapitulieren /sw. Vb.; hat/ die W affen strecken,
sich 1ergeben (2): die Armee, Festung hat kapitu
liert; <3> er hat vor den Schwierigkeiten kapituliert
(seinen Kampf, sein Bemühen eingestellt, seinen
Widerstand aufgegeben)
Kaplan, der; -s, Kapläne einem Pfarrer zugeordneter
katholischer Geistlicher
Kapok, der; -s, jo. Pl.j Wollhaar der Samenkapseln
eines tropischen Baumwollbaumes, das als Polster
material verwendet wird
Kappe, die; -,
-n 1. enganliegende Kopfbedeckung
aus festerem Material, meist ohne 2Schild (3): eine
moderne, sportliche K .; eine K . aufsetzen — 2.
Teil zur Verstärkung des Oberleders am vorderen
und hinteren Ende der Schuhe: die K. drückt
+ umg. etw. auf seine K. nehmen (die Verant
wortung, Haftung für etw. übernehmen)
40*
628
kappen — Karfiol
kappen /sw. Vb.; hat/ 1. die Triebe des Baumes k.
(ein Stück von ihnen abschneiden und sie dadurch
kürzen) — 2. der Kapitän befahl, die Leinen zu k.
(durchzuhauen 1)
Käppi, das; -s, -s schmale, längsgefaltete militärische
Kopfbedeckung, Schiffchen
Kaprice, die;
- n [— i:se] Laune, absonderliche
Eigensinnigkeit: sie steckte voller Kapricen
Kapriole, die; -n fvorw. PL/ 1. kurioser, drolliger
Lüftsprung — 2. ausgefallene Handlung: er machte
die ausgefallensten Kapriolen, um unsere Auf
merksamkeit zu erregen
kapriziös /Adj.f eigensinnig, launenhaft: ein kapri
ziöses junges Mädchen
Kapsel, die; -,
- n 1. kleiner, verschließbarer, fester,
runder od. ovaler Behälter: er trug das Bild seiner
Mutter in einer K. um den Hals; er nahm etwas
Schnupftabak aus einer K .
—
2• wie 1 geformte
Hülle mit dem Samen bei verschiedenen Pflanzen:
die Kapseln der Baumwolle, des Mohns — 8.
Medikament in der Art eines Dragees, das von einer
aus verdaulichen Stoffen bestehenden Hülle umgeben
ist: er muß früh und abends eine K. schlucken
kaputt /Adj./ umg. 1. eine kaputte (gesprungene,
zerbrochene) Scheibe; das Radio ist k. (defekt) —
2. müde, erschöpft: ich bin heute ganz k.; er hat
kaputte Nerven (ist sehr nervös)
kaputt| -gehen fVb.f um g.: beim Umzug sind zwei
Teller kaputtgegangen (zerbrochen)',
die Wasch
maschine ist kaputtgegangen (ist defekt, fu n ktio
niert nicht mehr)', -lachen, sich /Vb./ umg. sehr
lachen: sie haben sich über den Komiker kaputt
gelacht; -machen /Vb./ 1 . etw. entzweimachen: das
Kind hat sein Spielzeug kaputtgemacht — 2.
um g. jmdn. körperlich, seelisch, wirtschaftlich zu
grunde richten: die ständigen Sorgen machen ihn
noch kaputt — 8. umg. sich k. seine Kräfte für
etw., jmdn. auf-, verbrauchen: sie hat sich für ihre
Kinder kaputtgemacht; -reißen /Vb.f etw. durch
Zerreißen unbrauchbar machen; -schlagen /Vb.f
etw. zerschlagen (1.1)
Kapuze, die;
-n bes. an Mantel, Kutte, Anorak
angenähte od. befestigte, meist spitz zulaufende K opf
bedeckung, die über den K opf gezogen wird: ein
Umhang mit K.
Kapuziner, der; -s,
-
österr. Kaffee mit wenig
Milch
Kapuzinerkresse, die fo. Pl.j krautige Pflanze mit
gelappten od. schildförmigen Blättern und roten,
bläulichen od. orangefarbenen Blüten
Kar, das; -(e)s, -e Geogr. durch einen Gletscher
entstandene Mulde, entstandener Kessel im Hoch
gebirge
Karabiner, der; -s, - Gewehr mit kurzem Lauf
Karabiner|haken, der Haken mit federndem Ver
schluß : am Rucksack sind zwei K.
Karacho
- f salopp mit K. mit Schwung, lärmender
Schnelligkeit: mit K. loslegen, -fahren
Karaffe, die; -,
- n bauchige (geschliffene) Glas
flasche mit besonders langem Hals, meist mit Glas
stöpsel: eine K. mit Wasser, Wein
Karakulschaf, das in Usbekistan lebendes Schaf,
von ' dessen Lämmern der Persianer (1) gewonnen
wird
Karambolage, die; -,
-n [..a^o]1. umg. Zusam
menstoß zweier od. mehrerer Straßenfahrzeuge (ohne
schlimmere Folgen): er hat eine K. mit seinem Auto
gehabt; <0 die beiden hatten eine K. (einen Streit)
miteinander — 2. Billard das Treffen beider
Billardkugeln durch den gestoßenen Ball
Karamel, der; -s, jo. Pl.j durch Erhitzen von
Zucker entstehende dunkelbraune, sirupartige Masse
KaramelJ -bier, das viel Karamel enthaltendes
Malzbier; -bonbon, der, das Karamelle
karamelisieren /sw. Vb.; hat/ Zucker durch Er
hitzen bräunen: Zucker k.
Karamelle, die; -,
-n Bonbon aus karamelisiertem
Zucker und Milch
Karat, das; -(e)s, _e /bei Maßangabe PI. Karat/
1. /Abk. k; Maßeinheit für die Masse von Edel
steinen, Juwelen/: ein Brillant von fünf K.
—
2.
/Maßeinheit für den Feingehalt einer Goldlegierung/:
den reinen Goldwert berechnet man nach K.
Karate, das; -/-s, fo. PL/ japanische Methode der
waffenlosen Selbstverteidigung bes. durch Schläge
mit der Handkante und Fußtritte
Karausche, die; -,
-n mit dem Karpfen verwandter
kleiner Fisch ohne Barteln
Karavelle, die; -,
-n[..v..]vom14.bis16.Jh.
verwendetes schnelles Segelschiff mit vier Masten
Karawane, die; -,
- n %es. in den Wüsten und
Steppen Asiens und Afrikas mit Kamelen reisende
Gruppe: eine K. mit über hundert Kamelen;
O eine lange K. von Autos
Karbol, das; -s, \o. PI./ flüssiges, stark riechendes
Desinfektionsmittel, Karbolsäure: es roch stark
nach K.
Karbolineum, das; -s, /o. PL/ [..e:um] aus Teer
gewonnenes, dunkelbraunes Öl, das als Mittel zum
Imprägnieren von Holz gegen Fäulnis und als
Mittel gegen schädliche Insekten im Obstbau ver
wendet wird: den Zaun mit K. streichen
Karbon, das; -s, \o. PI./ Geol. Formation des
Paläozoikums zwischen Devon und Perm
Karbonat, das; -(e)s, -e Ghem. Salz der Kohlen
säure
Karbunkel, der; -s, - Gruppe mehrerer dicht bei
einanderstehender und ineinanderfließender Furun
kel
Kardamom, der, das; -s, - e/-en fvorw. Sg./ Gewürz
aus Samen und getrockneten Früchten eines schilf
artigen Ingwergewächses Südindiens
Kardangelenk, das T echn . Gelenk zur Übertragung
von Kraft von einer Welle auf eine andere unter
einem bestimmten, meist stumpfen (veränderlichen)
Winkel
Kardanwelle, die Techn. Antriebswelle mitKardan
gelenk
Kardinal, der; -s, Kardinäle Rel. kath. nach dem
Papst der höchste geistliche Würdenträger
Kardinalfehler, der schwerwiegender Fehler von
grundsätzlicher Bedeutung
Kardinalzahl, die Math, positive ganze Zahl: die
K . ,eins‘
Kardiogramm, das; -s, -e Med. 1 .Elektrokardio
gramm — 2. graphische Aufzeichnung der die Bewe
gung des Herzens anzeigenden Schwingungen
Karenzzeit, die fach sp r. Wartezeit, nach deren
Verstreichen erst eine bestimmte Erlaubnis erteilt
wird od. ein bestimmter Anspruch geltend gemacht
werden kann
Karfiol, der; -s,
-e /vorw. Sg./ süddt. österr.
Blumenkohl
Karfreitag — Kartätsche
629
Karfreitag, der Freitag vor Ostern, Feiertag, an dem
Christen die Wiederkehr des Tages begehen, an dem
Christus gekreuzigt wurde
kargjAdj.j 1. knapp (1) bemessen: ein karges Mahl;
er mußte für kargen Lohn arbeiten; die Zeit dafür
ist k. bemessen; es gab nur kargen (wenig 2.1)
Beifall — 2 . /nicht adv.j karger (wenia fruchtbarer)
Sandboden — 3. fin der Verbindung] k. mit etw.
sein (mit etw. kargen)
kargen fsw. Vb.; hat; vorw. verneint/ geh. m it etw.
sehr sparen, geizen: nicht mit Geld, Lob, Worten k.
Kargheit,die; -, jo. PL; zu karg1u. 2/; zu 2: die
K. dieses Bodens
kärglich /Adj./ d ü rftig (1): ein kärgliches M ahl;
ein k. eingerichtetes Zimmer
kariert jAdj.j 1. mit Karos (1, 2.1): kariertes
Papier; ein Kleid aus kariertem Stoff — 2. salopp
wirr, unvernünftig, dumm: k. reden; quatsch nicht
so k.!
Karies, die; -,
jo. Pl.j [ . .ies,
..iss] Zahnmed.
krankhafter Verfall der harten Substanz der Zähne,
Zahnfäule
Karikatur, d ie;
- en künstlerische Darstellung,
meist Zeichnung, die charakteristische Merkmale
einer Person od. Sache übertreibend od. verzerrend
hervorhebt, um sie der Lächerlichkeit preiszugeben:
Karikaturen zeichnen; dazu Karikaturist, der;
- en, -en u. karikaturistisch fAdj.f
karikieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. in Form
einer Karikatur darstellen: er karikierte Tages
ereignisse, Künstler — 2* etw., jmdn. durch Über
treibung und Verzerrung lächerlich machen: er kari
kierte seinen Lehrer
kariös /Adj.f von Karies befallen: kariöse Zähne
karitativ, karitativ fAdj.f Notleidende aus (christ
licher) Nächstenliebe unterstützend, wohltätig: sich
k. betätigen; karitative Spenden, Organisationen
Karkasse, die;
-n fachspr. aus mehreren gum
mierten Schichten eines festen Gewebes bestehender
innerer Teil des Kraftfahrzeugreifens
Karmesin, das; -s, jo. Pl.j Karmin
karmesinrot jAdj.j karminrot
Karmin, das; -s, /o. P l.j lichtechter, natürlicher
tiefroter Farbstoff
karmin[rot jAdj.j tiefrot
Karneol, der; -s, -e undurchsichtiger, gelblicher bis
rotbrauner Halbedelstein
Karneval, der; -s, -e/-s [..val] jvorw. Sg .j 1. Fast
nachtszeit — 2. Fasching (2): K. feiern; beim K.
ging es hoch her; dazu karnevalistisch jAdj.j
Karnevals| -trubel, der; -umzug, der Fastnachts
umzug; -zug, der vgl.
- umzug
Karnickel, das; -s, - 1and sch. Kaninchen
Kgro, das; -s, -s 1. eines von vielen durch waag
rechte und senkrechte, auf Papierbögen gedruckte
Linien gebildetes Viereck bes. in Rechenheften: ein
Rechenheft mit Karos — 2.1. eines von vielen
farblich unterschiedlichen, aneinanderliegenden, von
durchgehenden, sich rechtwinklig kreuzenden Linien
gebildeten od. begrenzten Vierecken, die zusam men
ein Muster ergeben: ein Rock mit roten und blauen
Karos 2.2. Karomuster: ein Stoff in klassischem
K.
—
3. jo. Art.,
o. Pl.j durch auf der Spitze
stehende Vierecke gekennzeichnete Farbe der franzö
sischen Spielkarte: K. ausspielen
Karojmuster, das Muster aus Karos (2.1): ein Stoff
in einem bunten K.
Karosserie, die ; - ,
-n [..i:on] die über dem Fahr
gestell befindlichen Blechteile eines Autos: die K.
neu spritzen lassen; eine K. aus Blech, Kunst
stoff
Karosserie|-bau, der jo. P l.j; -schaden, der Blech
schaden
Karotin, das; -s, jo. Pl.j aus Mohrrüben gewonnener
rötgelber Farbstoff, der Vorstufen von Vitamin A
enthält
Karotte, die;
- n durch Züchtung entstandene,
frühreifende kurze, dicke Möhre
Karpfen, der; -s, - im Süßwasser lebender Knochen
fisch mit hohem Rücken und vier Barteln am Maul,
der als Speisefisch genutzt wird: K. züchten,
kochen; K. / blau (essen); Silvester gibt es K.
Karpfenteich, der zur Zucht von Karpfen dienen
der Teich
+ eristder/ HechtimK.
Karre, die; -,
- n 1. einfaches, zur Beförderung von
Lasten dienendes Fahrzeug, meist mit zwei stangen
förmigen Griffen und einem od. zwei Rädern, das
geschoben od. gezogen wird : Mist, Ziegel auf die
K. laden; die K. umkippen — 2. salopp jemot.j
Auto, Motor-,
Fahrrad: die K. ist kaputt; darf
ich mal auf, mit deiner K . fahren?
+ salopp die K. aus dem Dreck ziehen (eine
verfahrene Sache in Ordnung bringen); die K.
laufen lassen (sich nicht mehr um etw. kümmern)
Karrge, das; -s,
-s veraltend: im K. (in ein
Viereck bildenden Gruppen) antreten, stehen;
landsch. einmal ums K. (um das Wohnviertel,
um den Häuserblock) laufen
karren jsw. Vb.; hat/ etw. in einer Karre (1) be
fördern : Erde, Kohlen k.
Karren, der; -s, - s . Karre 1
+ salopp jmdn. vor seinen K. spannen (jmdn.
für seine Interessen einsetzen, ausnutzen)
Karrete, die; -n landsch. jemot. neg.j Fahrzeug:
eine alte K .; die K. kauft dir keiner mehr ab
Karriere, die; -,
-n [..ie:r9, ..is:r9] 1. (schnelles)
erfolgreiches, zu Ansehen, gesellschaftlicher Geltung
führendes berufliches Vorwärtskommen jbes. in
einem ein bestimmtes Standesbewußtsein, Prestige
denken widerspiegelnden Sprachgebrauchj: er hatte
mit seinen Fähigkeiten eine glänzende K . zu er
warten, eine große K. vor sich; K. machen (schnell
aufsteigen) — 2. R eiten schnellster Galopp des
Pferdes
Karriere[macher, der; -s, - K arrierist: ein rück
sichtsloser K .
Karrierismus, der; -, jo. Pl.j [..ie:..,
. . ie:..] rück-
sichts- und prinzipienloses Streben bes. nach beruf
lichem Erfolg, das sich im politischen Leben auch
durch die Bereitschaft zum Verrat an der Sache
äußert
Karrierist, der; -en, -en [.A e:..,
. . is:..] jmd., der
auf rücksichts- und prinzipienlose Weise danach
strebt, Karriere zu machen
Kärrner[arbeit, die /o. P l.j harte, unbefriedigende
Arbeit: K. leisten
Karst, der; -es, -e karge (Gebirgslandschaft, bei der
Kalkstein überwiegt, der infolge starker Auslaugung
durch Wasser viele Klüfte und Höhlungen enthält
Karst|-boden, d e r ; -gebiet, d as; -landschaft, die
Kartätsche, die; -,
-n brettartiges Maurerwerkzeug
zum Aufträgen und Verteilen des Putzes, Mör
tels
630
Karte — karzinogen
Karte, die;
- n 1. (bedrucktes) rechteckiges Stück
festes Papier od. dünner Karton (1) für einen be
stimmten Zweck: eine unbedruckte K .; jmdm. eine
K. (Post- , Ansichtskarte) schreiben, schicken; sich
an der Theaterkasse Karten (.Eintrittskarten) zu
rücklegen lassen; eine K. (Fahrkarte) lösen; er
hat sich Karten (Visitenkarten) anfertigen lassen;
Herr Ober, bitte die K. (Speisekarte, Weinkarte)!;
eine geographische, politische K. (Landkarte) von
Europa; die Karten (Spielkarten) mischen, aus
geben; eine K. ausspielen; Karten spielen (ein
Kartenspiel machen) — 2. jo. Pl.f bestimmte A n
zahl von Spielkarten 2.1. die zusammen ein Spiel
(2) bilden: eine deutsche, französische K. 2 .2 . die
ein einzelner Spieler nach dem Ausgeben in der
Hand hat: er hat eine gute, schlechte K.
+ die Karten aufdecken, (offen) auf den Tisch
legen, mit offenen Karten spielen (seine Absicht,
Meinung offen darlegen); alles auf eine K. setzen
(alles auf einmal wagen); sich nicht in die Karten
gucken, sehen lassen (nichts von seinen Absichten
verraten); jmdm. die Karten legen (aus Spielkarten
wahrsagen)
Kartei, die; -,
- en alphabetisch od. sachlich geordnete
größere Anzahl meist in Kästen aufbewahrter Karten
od. Blätter gleicher Größe, auf denen bestimmte
Daten, Informationen, Belege in schriftlicher Form
festgehalten sind: eine K. anlegen; in der K. nach-
sehen
Kartell -karte, die einzelne Karte einer Kartei;
- kästen, der Kasten zur Aufbewahrung von Kartei
karten, -zetteln; -Zettel, der vgl.
- karte
Kartell, das; -s, -e Zusammenschluß rechtlich selb
ständig bleibender kap. Unternehmen eines Produk
tionszweiges zur monopolistischen Beherrschung des
Marktes und Erzielung größtmöglicher Profite
Karten] -bestellung, die Bestellung bes. von E in
trittskarten; -grüß, der Gruß in Form einer Post-,
Ansichtskarte; -kimststüek, das auf Fingerfertig
keit beruhendes Kunststück mit Spielkarten; -legen,
das; -s, jo. Pl.j Wahrsagen aus Spielkarten;
- legerin, die;
- nen Frau, die aus Spielkarten
wahrsagt; -schlagen, das; -s, jo. Pl.j landsch. vgl.
- legen; -spiel, das 1. nach bestimmten Regeln durch
geführtes Gesellschaftsspiel mit Spielkarten: Skat
und Canasta sind Kartenspiele — 2 . fü r ein be
stimmtes Spiel mit Karten festgelegte Anzahl von
Spielkarten: er führte ein paar Kunststücke mit
einem K. vor; -Spieler, der jmd.,
der an einem
Kartenspiel teilnimmt; -Ständer, der Ständer zum
Aufhangen von Landkarten, Schaubildern; -tasche,
die Umhängetasche mit einer transparenten Folie
für Landkarten; -verkauf, der Verkauf von Ein
trittskarten; -Vorverkauf, der (längere Zeit) vor dem
Tag der Aufführung erfolgender Verkauf von Ein
trittskarten; -werk, das Sammlung von Landkarten
in Buchform, Atlas; -Zeichner, der Zeichner von
Landkarten
kartieren fsw. Vb.; hat/ fachspr.: ein Gebiet,
Gelände k. (von einem Gebiet, Gelände eine Land
karte herstellen)
Kartoffel, die;
- n 1. zu den Nachtschatten
gewächsen gehörende einjährige krautige Pflanze mit
weißen od. violetten Blüten und unterirdischen
Sprossen mit dicken, rundlichen Knollen, die ein
wichtiges Nahrungsmittel sind: frühe, späte Kar
toffeln; Kartoffeln anbauen, häufeln, hacken —
2. K nolle von 1: alte, neue, mehlige Kartoffeln;
Kartoffeln einkellern, schälen, kochen
4- salopp ’rin in die Kartoffeln, ’raus aus den
Kartoffeln! /Ausspruch bei einander widersprechen
den Maßnahmen, bei ständiger Änderung einer
Anordnung/ (bald so, bald so)
Kartoffel| -brei, der jo. Pl.j Brei aus gekochten
und gepreßten Kartoffeln und Milch; -Chips, die
jPl.j in Fett geröstete Scheibchen roher Kartoffeln,
die bes. zu Bier, Wein als würzige Beigabe kalt
gegessen werden; -ernte, die; -erntemaschine, die;
- feld, das; -horde, die Horde zur Lagerung von
Winterkartoffeln; -käfer, der gelbschwarz gestreifter
Käfer, der das Kartoffelkraut befällt und durch sein
massenweises Auftreten große Schäden auf Kartoffel
feldern anrichtet; -kloß, der Kloß aus einem Teig
aus geriebenen rohen od. gekochten und gepreßten
Kartoffeln; -kraut, das jo. Pl.j der oberirdische Teil
der Kartoffel (1); -krokette, die jvorw. Pl.f Kochk.
gekochtes od. in Fett geröstetes fingerlanges und
- dickes Gebilde aus einem Teig aus gekochten und
gepreßten Kartoffeln; -mehl, das jo. Pl.j aus K ar
toffeln (2) gewonnenes Stärkemehl; -miete, die
Miete, in der im Winter Kartoffeln (2) gelagert
werden; -mus, das jo. Pl.j vgl.
- brei; -puffer, der
landsch. in einer Pfanne in Fett gebackenes
flaches Gebilde aus einem Teig von geriebenen rohen
Kartoffeln; -pürree, das Kochk. vgl.
- brei; -sack,
der jPl.
- säcke/ Sack für den Transport von Kar
toffeln; -salat, der Salat, der vorwiegend aus zer
schnittenen gekochten Kartoffeln besteht;-schaler,
der; -s,
-
besonders geformtes Küchenmesser
zum Schälen von rohen Kartoffeln; -schnaps,
der aus Kartoffeln (2) hergestellter Schnaps; -stärke,
die jo. Pl.j aus Kartoffeln (2) hergestellte Stärke;
- suppe, die Suppe aus gepreßten, durchgerührten
Kartoffeln (2) mit Suppengrün und Fleischbrühe: es
gab K. mit Bockwurst; -wasser, das /o. Pl.j
Wasser, in dem Kartoffeln (2) gekocht worden sind:
das K. abgießen
Kartogramm, d as; -s,
-e graphische Darstellung
geographischen od. statistischen Materials auf Land
karten
Kartograph, der; -en, -en Bearbeiter, Hersteller von
Kartenwerken; dazu Kartographie, die; -, jo. Pl.j
u. kartographisch jAdj.; nicht präd.j
Karton, der; -s, -s [..oq] 1. jo. Pl.j festes, steifes,
dickes Papier, dünne Pappe: ein Bild auf K. auf-
ziehen — 2. Behälter aus Pappe, große Papp
schachtel: ein K. mit Seife — 3. bild. Kunst
Zeichnung, (Entwurf zu einem) Gemälde auf 1
Kartonage, d ie ; -,
-n [..tona^o] fachspr. feste
Verpackung, Hülle aus Karton (1)
kartoniert jAdj.; von Büchernj in Karton (1)
eingebunden: k. ist das Buch preiswerter
Kartothek, die; -,
- en Kartei: eine K. anlegen
Kartusche, d ie;
-n Mil. metallene Hülse von
Geschossen, die Pulver (1.2) enthält
Karussell, das; -s, -s, auch -e bei Volksfesten, in
Vergnügungsparks aufgestellte Anlage, bestehend
aus einer Scheibe mit radial um die Mittelachse
angebrachten Sitzgelegenheiten für Fahrgäste, die
durch einen Motor in (horizontal) kreisende Bewe
gung versetzt voird: K. fahren
Karwoche, die Bei. ev. kath. vorwiegend von
Christen gebrauchte Bez. f ür die Woche vor Ostern
karzinogen fAdj.f Med. krebserregend
Karzinom — Kassette
631
Karzinom, das; -s, -e Med. Krebsgeschwulst: ein
K. operativ entfernen
Kasack, auch Kasack, der; -s, -s dreiviertellan ges
blusenartiges Kleidungsstück für Frauen, das über
dem Rock getragen wird
Kaschemme, die;
- n umg. femot.f herunter
gekommenes, verrufenes Lokal, Spelunke
kaschieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. geschickt ver
hüllen : körperliche Mängel durch passende Klei
dung k .; die wahre Sachlage k. 1*2. etw. verbergen
(1.2): seine Aufregung zu k. suchen — 2. Techn.
Te xtil, gleiche od. verschiedene textile Gewebe od.
Materialien durch Aufeinanderkleben od.
- pressen
miteinander verbinden: Verpackungen aus Karton
können kaschiert werden; kaschierte Gewebe
Kaschmir, der; -s, -e [, . i:r] festes, aus sehr feinen
Fäden bestehendes Gewebe aus Wolle od. Seide
Kaschmiri -schal, d e r; -wolle, die
Kaschunuß, die eßbare, ölhaltige Frucht eines tro
pischen Baums in Südamerika
Käse, der; -s, fo. Pl.j, fachspr.
-
1. aus Milch
durch Säuerung od. Labferment hergestelltes streich
fähiges od. schnittfestes Nahrungsmittel: ein harter,
weicher, scharf gewürzter K .; lan d sch . weißer
K. (QuarkJ"1; K. im Stück, in Scheiben kaufen —
2. fo. Pl.f salopp red, mach nicht solchen K.
(Unsinn)!; das ist vielleicht ein K. (etw. Ärger
liches; wertloses Zeug)\
Käse| -blatt, das /PI.
- blätter/ salopp niveaulose
Zeitung, Zeitschrift: so ein K.l; -gebäek, das unter
Verwendung von Käse hergestelltes Gebäck: zum
Wein K. anbieten; -glocke, die für Käse bestimmter
Teller mit einem kuppelförmigen Teil aus Glas,
Plast, Porzellan, das auf ihn gestülpt wird
Kasein, das; -s, -e [..e|i:n] Chem. wichtigster B e
standteil des Eiweißes der Milch
Käse[kucken, der landsch. Quarkkuchen
Kasematte, die; -,
-n Mil. durch dickes Mauer-
werk gegen Beschuß gesicherter Raum in Festungen
Idiente häufig als Gefängnis/
käsen /sw. Vb.; hat/ 1. Käse herstellen — 2. die
Milch käst (gerinnt) — 3. landsch. salopp
töricht und viel reden: käs nicht soviel!
Käse[platte, die Platte (5.2) mit verschiedenen Sor
ten Käse
Kaserne, die; -,
-n Gebäude(komplex) zur ständigen
Unterbringung von Truppen
Käse/käse| -torte, die landsch. Quarktorte; -weiß,
- weiß fAdj.; emot.f sehr blaß, bleich: er, sein Ge
sicht war vor Schreck k.
käsig fAd j.f 1. wie Käser, die Milch schmeckt
schon k.
—
2. sehr blaß, bleich: er fröstelte und
sah ganz k. aus
Kasino, das; -s, -s 1. Speiseraum 1.1. /noch BR Df
für Offiziere 1.2. in einem Betrieb — 2. Spiel
kasino
Kaskade, die; -n 1. (künstlicher) Wasserfall, der
sich über mehrere Stufen, Absätze ergießt: im Park
wurde eine K. angelegt; O die aufgeregte Frau
ließ eine K. (schnelle Folge) von Schimpfwörtern
los — 2. fachspr. gefährlicher Sprung, der einen
Sturz imitiert; zu 2 Kaskadeur, der; -s, -e [. .0 :r]
Artist, der (bei Dreharbeiten) Kaskaden ausführt
Kaskoversicherung, die Versicherung, durch die die
Kosten des am eigenen Fahrzeug entstandenen, vom
Fahrer selbst verursachten Schadens im vereinbarten
Umfang ersetzt werden: eine K. abschließen
Kasper, der; -s, - 1. Kasperle — 2. umg. alberner,
törichter Mensch
Kasperle, das, auch der; -s, - derb-komische männ
liche Hauptfigur des Kasperletheaters
Kasperletheater, das fo. Pl.f Puppenspiel mit dem
Kasperle als Hauptfigur: die Kinder spielten K.
kaspern fsw. Vb.; hat/ umg. alberne, törichte Späße
m a ch en : hier wird nicht gekaspert, seid still!
Kassandraruf, der geh. nachdrückliche, meist un
beachtet bleibende Warnung vor einem nahenden
Unheil
Kassation, d ie;
-en Jur. (Verfahren zur) Auf
hebung eines Gerichtsurteils durch ein dafür zu
ständiges Gericht, meist durch eine höhere Instanz
Kassations Jur.|
-gericht, das für die Kassation
von Gerichtsurteilen zuständiges Gericht, in bestimm
ten Staaten das dafür ausschließlich zuständige
(höchste) Gericht; -verfahren, das
Kasse, die; -n 1.1. K assette (1): er verschloß die
Tageseinnahmen in einer K . ; seine Ersparnisse zu
Hause in einer K. aufbewahren 1.2. Registrier
kasse : die Verkäuferin nahm Wechselgeld aus der
K.
—
2. fo. Pl.f er gab Stunden, um seine K.
(Geldmittel) aufzubessern; er führte die K . (hatte
die Rechnungsführung) des Vereins; die K. (Ab
rechnung der Einnahmen und Ausgaben) muß
stimmen — 3 . Schalter, Einrichtung, kleiner Raum
für Ein- und Auszahlung von Geld, zum Bezahlen
einer Ware: nach dem Kauf geht der Kunde zur
K., um zu bezahlen; die Löhne und Gehälter
werden an der K . ausgezahlt; sich an der K. eine
Eintrittskarte kaufen — 4 . umg. Sparkasse, Bank
(II.l): seine Ersparnisse zur K. bringen — 5. /noch
BRDf Krankenkasse: die Brille wird von der K.
bezahlt
4- K . machen (die Einnahmen und Ausgaben ab
rechnen); sie machen gemeinsame, getrennte K.
(sie bestreiten ihre Ausgaben gemeinsam, getrennt);
gut, knapp bei K. sein (viel, wenig Geld zur Ver
fügung haben); jmdn. zur K. bitten (jmdm. Geld
abfordern, das er zu zahlen verpflichtet ist); — einen
/* Griff in die K. tun
Kassen|-arzt, der fin der BRDf für Behandlung
der Mitglieder einer Krankenkasse zuständiger
Arzt; -beleg, der dokumentarischer Nachweis für
eine im Kassenbuch eingetragene Einnahme od.
Ausgabe; -bestand, der Menge der in einer Kasse
(1) vorhandenen Geldmittel; -block, der Block ab
reißbarer Kassenzettel; -bon, der vgl.
- zettel; -buch,
das Buch, in das die Einnahmen und Ausgaben
lückenlos eingetragen werden; -patient, der fin der
BRDf bei einer Krankenkasse versicherter Patient;
-raum, der Raum einer Bank, Sparkasse, in dem
die Schalter fü r den Publikumsverkehr untergebracht
sind; -Schalter, der Schalter (II) bes. zur E in - und
Auszahlung von Geld; -stand, der vgl.
- bestand;
-Sturz, der -f- umg. K . machen (den Kassen
bestand feststellen); -wart, der; -(e)s, -e jmd., der
die Kasse eines Vereins führt; -zettel, der Zettel,
der als Quittung über die Bezahlung einer Ware dient
Kasserolle, die; -n zum Braten, Schmoren dienen
der flacher Topf mit Stiel od. Henkeln
Kassette, die;
- n 1. kleiner, verschließbarer B e
hälter aus Metall zur Aufbewahrung von Geld,
Wertsachen: sie bewahrte ihren Schmuck in einer
K. auf — 2. Hülle aus Karton (1) für mehrere
Exemplare derselben Sache, bes. Bücher, Schall
632
Kassettendecke — Kasuistik
platten, Fotos: er hat ihr eine K. mit Mozarts
,Zauberflöte4geschenkt — 8 .1 . lichtundurchlässiger
Behälter fü r nicht belichtetes Filmmaterial 8.2 .
flacher Behälter aus Plast mit eingelegtem M agnet
band für Kassetten-,
Videorecorder: eine bespielte,
unbespielte K .
—
4. A rchitekt, vertieft liegendes
rechteckiges od. rundes Feld in Flächen od. gewölb
ten Decken
Kassetten! -decke, die Architekt. Decke eines
Raumes, die in Kassetten unterteilt ist; -recorder,
der (tragbares) Gerät für die Aufzeichnung und
Wiedergabe von Tönen mit Hilfe von Kassetten (3.2)
Kassiber, der; -s, - heimlich übermittelte schriftliche
Nachricht zwischen Häftlingen untereinander od.
eines Häftlings an jmdn. außerhalb der Haftanstalt:
jmdm. heimlich einen K. zustecken
Kassier, der; -s,
-e
süddt. österr. Schweiz.
Kassierer
kassieren /sw. Vb.; hat/ 1. einen Geldbetrag bes.
als Entgelt für eine erbrachte Leistung entgegen
nehmen: das Fahrgeld, die Miete, Beiträge k.; der
Kellner kassierte — 2. sa lopp etw. unberechtigt
an sich nehmen und behalten: ohne mit der Wimper
z u zucken kassierte er das Buch, ihr Geld — 8.
umg. etw. hinnehmen müssen: er hat eine Rüge,
unsere Mannschaft hat zwei Tore k. müssen —
4. salopp jmdn. gefangennehmen, fassen (3), ver
haften: nur einer von ihnen war vom Gegner kas
siert worden — 5. Jur. ein von einem Gericht
unterer Instanz gefälltes Gerichtsurteil durch ein
Kassationsgericht aufheben: das Urteil des Kreis
gerichts wurde kassiert
Kassierer, der; -s, - 1. Angestellter, der Geld aus
zahlt und Einzahlungen entgegennimmt: der K.
einer Bank — 2. Angestellter in einem Geschäft,
bei dem die gekauften Waren bezahlt werden: er ist
K. in einer Kaufhalle — 3 . jmd., der ehrenamtlich
die Kasse einer Organisation führt; dazu Kassiere
rin, die; -nen
Kassierung, die; -,
- en /zu kassieren 1/
Kaßler, das; -s, jo. PI./ gepökeltes und angeräucher
tes Fleisch, bes. vom Schwein: K. mit Sauerkraut
Kastagnette, die; -,
-n [. .tanjeto] zur rhythmischen
Begleitung spanischer Volkstänze dienendes kleines
Instrument, das aus zwei miteinander verbundenen
Holzscheibchen besteht, die in der hohlen Hand gegen
einander geschlagen werden
Kastanie, die; -,
- n [..ia] 1.1. Frucht der Roß
kastanie: im Herbst sammeln die Kinder Kasta
nien 1.2. eßbare Frucht der Edelkastanie, Marone:
geröstete Kastanien essen — 2. Kastanienbaum:
die Kastanien blühen
+ umg. für jmdn. die Kastanien aus dem Feuer
holen (für jmdn. eine unangenehme, gefährliche
Aufgabe übernehmen, ausführen)
Kastanien/kastanien| -allee, d ie ; -bäum, der 1.
Roßkastanie — 2. Edelkastanie; -braun /Adj./:
kastanienbraunes Haar (dunkelbraunes Haar mit
rötlichem Schimmer)
Kästchen, das; -s, - // auch Kasten/ Karo (1)
Kaste, die; -,
-n 1. eine der nach außen streng ab
geschlossenen Gesellschaftsschichten in der Bevölke
rung Vorderindiens, bei der die Zugehörigkeit aus
schließlich durch die Geburt bestimmt wird: ein
Angehöriger der niedrigsten K.
—
2. sich ab
schließende, privilegierte Gruppe in der Klassen
gesellschaft: die K. der Offiziere, des Adels
kasteien fsw. Vb.; hat/ Rel. sich, seinen Körper k.
jim mittelalterlichen Kirchenleben/ sich durch kör
perliche Entbehrungen züchtigen, um sich dadurch
innerlich zu läutern und Gott wohlgefällig zu machen:
die Mönche kasteiten sich; haben ihren Körper
kasteit; dazu Kasteiung, die; -en
Kastell, das; -s, -e kleinere Burg, Festung
Kastellan, der; -s, -e veraltend Verwalter, Haus
meister in einem Schloß, einer Universität: der K.
führte die Besucher durch die Räume des Schlos
ses
Kasten, der; -s, Kästen/- f/ auch Kästchen/ 1.
/PI. Kästen/ 1.1 . bis mittelgroßer, rechteckiger B e
hälter, meist aus Holz, mit einem Deckel: der K.
stand offen, war verschlossen; ein mit Samt aus
geschlagener K .; er nahm die Geige aus dem K.
(Geigenkasten) 1.2. Schubfach, Tischkasten: er zog
den K. auf, schob den K. zu 1.3. Briefkasten:
einen Brief in den K. stecken — 2. /beifMengen-,
Maßangabe PI. auch Kasten/ 2.1. offener, in
Fächer aufgeteilter Behälter aus Holz, Blech, Kunst
stoff zum Transport bes. von Bierflaschen: etw. in
einem K. transportieren; ein K. Brause, drei K.,
Kästen Bier /als Inhaltsmenge/ 2.2 . /Maßeinheit
für Briketts und Brennholz, die in einem^Kasten
2.1 von einer bestimmten Abmessung geliefert wer
den/: drei K.,
Kästen Holz — 3. /PI. Kästen/
geschlossener od. oben offener Aufsatz auf dem Fahr
gestell bes. von Last- od. Pferdewagen, in dem Lasten
untergebracht werden — 4 . /PI. Kästen/ süddt.
österr. Schweiz. Schrank — 5. /PI. Kästen/
Turnen Turngerät in Form von 1.1, über das ge
sprungen wird: eine Hocke über den K.
—
6. /PI.
Kästen/ salopp großes, viereckiges, häßliches Ge
bäude: die alten Kästen werden abgerissen — 7.
/PI. Kästen/ salopp, oft/emot. neg./ großes Fahr
zeug, bes. Auto od. Schiff: ein alter K. mit klap
perndem Schutzblech; ein mächtiger K . hat am
Pier festgemacht — 8. /PI. Kästen/ salopp, oft
/emot. neg./ Rundfunkempfänger, Fernsehapparat:
den K . anstellen, abstellen — 9. /PI. Kästen/
Sport salopp xTor (2.1): den Ball in den K.
knallen
■f umg. etw., nicht viel auf dem K. haben (viel,
wenig können)
Kasten| -brot, das in einer Kastenform gebackenes
Brot; -form, die längliche, rechteckige Backform mit
hohen Rändern; -geist, der /o. PI./ geistig-moralische
Haltung, die beschränkt ist auf die Sitten und Inter
essen einer Kaste (2), Standesdünkel; -schloß, das
Türschloß in Form eines Kastens (1.1), das (außen)
auf die Tür aufgesetzt wird; -wagen, der Wagen (1.2)
mit einem Kasten (3) als Ladefläche
Kastrat, der; -en, -en kastrierter M ann, bes. der
durch Kastration im Kindesalter im Besitz der
Knabenstimme verbliebene Sänger im 17. — 19. Jh.
Kastration, d ie;
-en Unterbindung der Fort
pflanzungsfähigkeit bei Menschen und Tieren
kastrieren /sw. Vb.; hat/ ein Tier, jmdn. k. bei
einem Tier, Menschen die Fortpflanzungsfähigkeit
durch Entfernen der Keimdrüsen unterbinden: zur
Mast bestimmte Tiere k.
Kasuist, der; -en,
-en spitzfindig haarspälterisch
argumentierender Mensch
Kasuistik, die; -, jo. PI./ 1. Lehre von typischen
Einzelfällen, denen entsprechend in ähnlichen
Situationen gehandelt wird od. ähnliche Fälle beur-
kasuistisch — Kattun
633
^eilt werden —* 2. Spitzfindigkeit, Haarspalterei;
dazu kasuistisch /Adj./
Kasus, der; -,
-
[PL ,.zu:s] 1. Gramm, besondere
(flektierte) Form eines Nomens, die seine Beziehung
zu anderen Satzgliedern deutlich macht, Fall (III) —
2. veraltend Angelegenheit, Sache, Fall (II.2):
solch ein K. ist uns lange nicht vorgekommen
Katafalk* der; -s, -e von Kerzen und Blumen um
gebenes, schwarz verhängtes Gerüst, auf dem der Sarg
während der Trauerfeier steht
Katalog; der; -(e)s, -e nach einem bestimmten S y
stem und für einen bestimmten Zweck (als Liste,
Kartei od. in Buchform) geordnetes Verzeichnis von
Gegenständen: der alphabetische K. der Bibliothek;
ein Buch aus dem K. des Antiquariats, Waren aus
dem 3L eines Versandhauses bestellen; der K . der
Kunstausstellung
katalogisieren /sw. Vb.; hat/ etw. in einen Katalog
aufnehmen od. zu einem Katalog zusammenstellen:
archäologische Funde, neu eingegängene Bücher k.
Katalog]wert; der /o. PL/ Philat.in einem Katalog
angegebener Wert einer Briefmarke
Katalysator, der; -s, Katalysatoren [..ly . .] Chem.
Stoff, der eine chemische Reaktion herbeiführt, be
schleunigt od. verlangsamt und selbst unverändert
aus der Reaktion hervorgeht: Stickstoff und Wasser
stoff durch einen K. verbinden
Katalyse, die; -n [..ly:..] Chem. chemische Re
aktion mit Hilfe von Katalysatoren
Katalyt [,.ly:t]| -benzin, das für den Katalytofen
bestimmtes Benzin, das im Bereich von 80 bis
120 Grad Celsius siedet (1.1); -ofen, der mit Kata-
lytbenzin beheizter, ohne offene Flamme brennender
transportabler kleiner Heizofen: im Zelt einen K.
aufstellen
katalytisch fAdj.; zu Katalyse/ [..ly :..] Chem.
Katamaran, auch Katamaran, der; -s, -e Sportboot,
meist kleineres, seetüchtiges Schiff mit zwei mitein
ander verbundenen Rümpfen
Katapult, das, der; -(e)s, -e 1. Vorrichtung, die bei
kurzer Startbahn einem Flugzeug die für den Start
erforderliche Geschwindigkeit gibt: Düsenjäger star
ten auf einem Flugzeugträger mit Hilfe eines Kata
pults — 2 . selbstgebasteltes Gerät, das aus einer klei
nen Astgabel mit an ihr befestigtem Gummiband
besteht, mit dem Jungen bes. kleine Steine ab
schießen, Schleuder
katapultieren /sw. Vb.; hat/ etw. mit einem Katapult
in schnelle Fortbewegung versetzen: ein Flugzeug k.
Katapult] -sitz, der Schleudersitz; -Start, der Start
mit Hilfe eines Katapultes
Katarakt, der; -(e)s, -e Stromschnelle: ein wirbeln
der, schäumender K.
Katarrh, der; -s, -e mit Absonderung von Schleim
verbundene Entzündung einer Schleimhaut, bes. der
Luftwege: er hat sich einen K. zugezogen, leidet
an einem K.
Kataster, der, das; -s, - amtliches Verzeichnis der
Grundstücke beim Rat des Kreises mit Angaben über
Lage, Größe und Eigentümer: ein neu vermessenes
Grundstück in den, das K . eintragen
Katasterjauszug, der schriftlicher Auszug aus dem
Kataster
katastrophal /A dj.; emot.f sehr schlimm, entsetzlich:
ein katastrophales U nglück; ein katastrophaler
Fehler; die Wohnverhältnisse dort sind k. (sehr
schlecht); das ist ja k.!
Katastrophe, die; -,
- n schweres Unglück, Natur
ereignis großen Ausmaßes mit sehr schlimmen Fol
gen: die Ursachen der K. sind noch ungeklärt; er
ist bei der K. mit dem Leben davongekommen;
O der Krieg hatte das Land in eine K. gestürzt
Katastrophen! -alarm, der: wegen drohender Über
schwemmung wurde K. gegeben; -einsatz, der
Einsatz, Dienst im Falle einer Katastrophe: die
Truppen für einen K . alarmieren; -gebiet, das:
nach dem Erdbeben wurde die Provinz zum K. er
klärt; Hilfsmaßnahmen für das K.
Kate, die; -,
-n
norddt. kleines, ärmliches Haus
auf dem Lande (das früher als Wohnung der Land
arbeiter diente): eine strohgedeckte, baufällige K .
Katechismus, der; -, Katechismen Bel. ev. kath.
kurzer Leitfaden des christlichen Glaubens
Kategorie, die; -,
-n [..i:an] 1. Gruppe, Klasse von
Dingen, Personen, in die etw.,
jmd. eingeordnet
wird: eine K. von Waren; jmdn. in eine K. ein-
ordnen; er gehört zu jener K. von Menschen, die ...
—
2. Wissensch. Begriff (1) einer Wissenschaft,
einer Theorie, der wesentliche und allgemeinste
Merkmale, Gesetzmäßigkeiten, Zusammenhänge er
faßt: die K. der Materie, von Raum, Zeit, Bewe
gung; die ökonomische K. der Ware, des Wertes
kategorisch /Adj./: etw. k . (unbedingt, hartnäckig)
fordern, ablehnen
Kater, der; -s, - I . männliches Tier der Katze (2.1):
ein schwarzer K .
-
II* umg. Kopfschmerzen, Ab-
geschlagenheit als Folge reichlichen Genusses von
Alkohol: er war mit einem fürchterlichen K. er
wacht
Kater| -frühstück, das scherzh. Imbiß aus saurem
Hering, saurer Gurke, der einen Kater (II) vertrei
ben soll; -idee, die umg. törichte, unsinnige Idee:
das war wirklich eine K . ;
- Stimmung, die jo. Pl.f
umg. Stimmung des Katzenjammers (2)
Katheder, der, das; -s, - Pult des Lehrers, Dozenten:
von einem K. (aus) sprechen
Kathedrale, die; -,
-n große Kirche an einem Bi
schofssitz, bes. in England, Frankreich
Kathete, die; -n Math. Seite auf einem Schenkel
des rechten Winkels in einem rechtwinkligen Dreieck
Katheter, der; -s, - Med. Gerät in Form einer Röhre
aus Gummi,Metall od. Glas zur Einführung in Hohl
organe des Körpers: einen K. in die Harnblase ein
führen; dazu katheterisieren /sw. Vb.; hat/: jmdn.
k. (jmdm. einen Katheter einführen)
Kathode, die s. Katode
Katholik, auch Katholik, der; -en -en Angehöriger
der römisch-katholischen Kirche; dazu Katholikin,
auch Katholikin, die; -,
- nen
katholisch fAdj., Abk. kath./ die christliche Kirche
betreffend, an deren Spitze der Papst in Rom steht:
die katholische Kirche, Konfession; er ist k. (er ist
Katholik)
Katholizismus, der; -, jo. PL/ Lehre und Anschau
ung der katholischen Kirche
Kation, das; -s, Kationen [katio:n, kat|ion, auch
kation, PL kat|i|o:..] Phys. positiv geladenes Ion
eines Elektrolyten, das im elektrischen Feld zur
Katode wandert
Katode, die; -,
- n Phys. negative Elektrode
Katoden]strahlen, die fPl.f Phys. aus Elektronen
bestehende und durch Beschleunigung erzeugte
Teilchenstrahlung, die von der Katode ausgeht
Kattun, der; -s, -e 2Nessel aus feinen Fäden
634
katzbalgen — kaum
katz/Katz u m g , | -balgen, sich / hat sich gekatz-
balgt/ miteinander raufen (2): die Kinder katz
balgten sich, hatten sich gekatzbalgt; dazu -bal-
gerei, die; -buckelei, die ; -en unterwürfiges Ver
halten ; -buckeln /Vb.; hat gekatzbuckelt/ sich
unterwürfig verhalten: er hat vor ihm gekatz
buckelt
Kätzchen, das; -s, - fvorw. Pl.f Blutenstand von
Weide, Erle, Birke, Haselstrauch
Katze, die; -n 1, in zahlreichen Arten vorkommen
des Raubtier, das bes. gut springen kann, eme kurze
Schnauze, kräftig ausgebildete Reißzähne und ein
ziehbare K rallen hat\ Löwen, Tiger, Leoparden
sind Katzen — 2.1. in mehreren Rassen gezüchtete
kleine Katze (1) mit seidigem Fell, die als Haustier
gehalten wird, Hauskatze: eine graue, schwarze,
wildernde K .; die K . schnurrt, miaut, macht einen
Buckel, putzt sich; sie spielt mit ihm wie die K.
mit der Maus 2.2. weibliches Tier von 2.1
—
3. /von
einer weiblichen Person/: sie ist eine falsche K. (ist
falsch)
-f- umg. wie die K. um den heißen Brei herum
schleichen, -gehen (nicht wagen, über etw. Schwie
riges, Heikles zu sprechen, drum herumreden); die K.
aus dem Sack lassen (seine Absicht, wahre Meinung
zu erkennen geben); die K. im Sack kaufen (etw.
kaufen, annehmen, ohne es vorher geprüft zu haben);
Katz und Maus mit jmdm. spielen (jmdn. hin-
halten); da beißt sich die K. in den Schwanz
(beginnt etw. an derselben Stelle wieder von vorn); das
ist für die Katz (das ist vergebens; das ist zu wenig);
—
die beiden sind wie / Hund und K. (mitein
ander)
Katzen/katzen[ -äuge, das Rückstrahler bes. an
Fahrrädern; -feil, das; -freundlich jAdj.j über
trieben freundlich und dabei unaufrichtig: sie ist k.;
-gold, das verwitterter, goldgelb glänzender Glimmer;
-Jammer, der umg. Ernüchterung, Niedergeschla
genheit nach vorausgehender Hochstimmung; -köpf,
der 1. runder Pflasterstein — 2. landsch. Schlag
mit der Hand gegen jmds. K opf: einen K. kriegen;
jmdm. einen K. geben; -musik, die fo. Pl.j umg.
mißtönende M usik; -Sprung, der + umg. es ist
nur ein K. es ist nicht weit: bis zum Bäcker ist es nur
ein K.;
-tisch, der umg. kleiner, fü r sich stehender
Tisch, an den, wenn Gäste kommen, meist die Kinder
gesetzt werden, da am großen Tisch für das Ein
nehmen der Mahlzeit nicht für alle Platz ist; -wasche,
die -j- umg. scherzh. K . machen (sich eilig,
oberflächlich waschen); -zunge, die Stück Schokolade
in der Form einer langen, schmalen, dünnen Zunge
kauderwelsch fAdj.; vorw. adv.f: er spricht mir zu k.
(zu wirr und unverständlich)
Kauderwelsch, das; -/ -s, jo. Pl.f wirre und. un
verständliche, fehlerhafte Sprechweise, Sprache: er
spricht ein übles K .; der Inhalt des Briefes war ein
einziges K. (war unverständlich)
Kaue, die; -n Bergm. bestimmter Raum, in dem
sich die Bergleute umkleiden und waschen
kauen /sw., Vb.; hatf 1. feste Nahrung mit den Zäh
nen zerkleinern: du mußt gut k.; mit vollen Backen
k.
—
2. an etw. herumbeißen, beißen, nagen: an den
Fingernägeln, am Bleistift k.; O u m g. an einer
Aufgabe, einem Problem zu k. haben (Mühe mit
der Lösung einer Aufgabe, eines Problems haben)
kauern /sw. Vb.; hat/ 1. am Boden hocken: er
kauerte in seinem Versteck, vor seinem Motorrad
—
2. sich (irgendwohin) k. sich irgendwohin in die
Hocke setzen: sich auf den Boden k.
Kauf, der; -(e)s, Käufe 1. das Kaufen 1: der K.
eines Autos; ein K. auf Teilzahlung, Raten; einen
K. beschließen; etw. zum K. anbieten — 2. etw.,
das durch 1 erworben worden ist: dieses Buch war ein
guter, günstiger, vorteilhafter K .
+ etw. in K. nehmen (Unannehmlichkeiten son
stiger Vorteile wegen hinnehmen)
kaufen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. durch Zahlung einer
vereinbarten Geldsumme erwerben: Brot und Butter
k . ; sich etw. k .; das habe ich (mir) für drei Mark
gekauft; etw. aus dritter Hand, beim Bäcker k.
—
2. jmdn. bestechen, um ihn für seine Interessen ge
fügig zu machen: er war gekauft
+ umg. dafür kann ich mir nichts k. (das nützt
mir nichts); sich jmdn. k. (jmdn. zur Rede stellen;
jmdm. die Meinung sagen); — die / Katze im
Sack k.
Käufer, der; -s, - jmd., der etw. kauft, gekauft hat;
dazu Käuferin, die; -,
- nen
Käufer|wünsch, der: Käuferwünsche befriedigen
Kauf/kauf| -halle, die meist eingeschossige, große
Verkaufsstelle für das komplexe Angebot von Waren
des täglichen Bedarfs; -haus, das Warenhaus;
-kraft, die jo. Pl.j 1. die K. des Geldes (Wert des
Geldes im Verhältnis zu den Preisen) — 2. die K. der
Bevölkerung (Fähigkeit der Bevölkerung, Geld für
Konsumgüter und Dienstleistungen bei gegebenen
Preisen auszugeben); zu 2 -kräftig fAdj.f zahlungs
kräftig : ei ist k .; ein kaufkräftiger Kunde
käuflich /Adj.f 1. durch Kaufen (1) zu erwerben:
käufliche Waren; etw. k . erwerben; käufliche
Liebe (Prostitution); ein käufliches Mädchen
(Prostituierte) — 2. er, sie ist k. (ist zu kaufen 2);
dazu Käuflichkeit, die; jo. P l.f
Kauf/kauf| -lust, die jo. Pl.j Lust, Neigung etw. zu
kaufen (1); dazu -lustig /Adj.f; -mann, der jPl.
- leute, selten -männer/ 1. jmd., der nach Abschluß
einer kaufmännischen Ausbildung eine dementspre
chendeberufliche Tätigkeit ausübt — 2. veraltend
umg. Besitzer einen Gemischtwarenhandlung;
-männisch /Adj.; nicht präd.j bestimmte Bereiche,
Tätigkeiten im Handel, in der Zirkulationssphäre
betreffend: ein kaufmännischer Angestellter, Direk
tor; kaufmännisches (im Handel, Geschäftsverkehr
übliches) Rechnen; -mannsladen, der /PI.
- läden/
Spielzeug, das aus dem Zubehör einer Gemischt
warenhandlung besteht; -preis, der Preis einer
Ware; -summe, die Geldsumme, die beim K auf be
zahlt wird; -vertrag, der schriftlicher Vertrag zwi
schen Käufer und Verkäufer über einen größeren
Kauf (1)
Kaujgummi, der /PL -s/ aromatisierte, gesüßte,
gummiähnlich elastische und unlösliche Masse, die
gekaut wird
Kaulquappe, d ie; -,
-n Larve des Froschlurches mit
kugeligem Körper und Schwanz
kaum jAdv.f 1.1. fast nicht, so gut wie nicht: wir
konnten ihn k. hören, sehen, konnten es k. glauben
l. 2. wahrscheinlich nicht: da wirst du dich k. zu
rechtfinden; in der kurzen Zeit wird er k. fertig
geworden sein — 2. /kennzeichnet (vorw. in Korre
lation mit da, so, als) ein Geschehen, das gerade erst
eingetreten ist und dem unmittelbar ein zweites
folgtI: k. hatte sie ihn erblickt, (da) rannte sie auf
ihn zu; er hatte sich k. zu Bett gelegt, als er auch
Kaumuskel — Kehraus
635
schon einschlief; k. war er heimgekehrt, klingelte
schon das Telefon — 3. mit Mühe, gerade noch:
ich bin k. fertig geworden — 4. /in konjunktionaler
Verwendung in der Verbindung mit daß; unter
ordnend \ leitet einen vorw. nachgestellten Gliedsatz
ein/ 4.1* Itemporal; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne der Vorzeitigkeit und der unmittelbaren A uf-
einanderfolge) : k. daß er heimgekehrt war, erschien
schon sein Nachbar — 4 .2, /modal; kennzeichnet den
Umstand/: es war dunkel, k. daß man die Umrisse
erkennen konnte
Kaumuskel, der Muskel, durch den beim Kauen die
Kiefer gegeneinandergepreßt werden
kausal /Adj./ 1.1. auf dem Verhältnis von Ur
sache und Wirkung beruhend: zwischen beiden
Vorfällen besteht ein kausaler Zusammenhang;
ein Ereignis ist durch ein andres Ereignis k. be
dingt 1.2. Gramm, ein kausaler {die Ursache an
gebender) Satz; eine kausale Konjunktion
Kausalität, d ie; -,
- en Verkettung von Ereignissen,
bei denen das frühere, die Ursache für das spätere
bildet, Zusammenhang von Ursache und Wirkung
Kausalj -kette,diePhilos. Kette, Folge von Kausal
zusammenhängen; -reihe, die vgl.
- kette; -satz, der
Gram m, kausaler Gliedsatz; -Zusammenhang, der
auf dem Verhältnis von Ursache und Wirkung be-
ruhender Zusammenhang
Kau|tabak, der in einer würzigen Lösung getränkter
Tabak, der gekaut wird, Priem
Kaution, die; -,
-en Sicherheitsleistung durch Hinter
legung einer Geldsumme
Kautschuk, der, das; -s, -e {aus dem Saft bestimmter
tropischer Bäume gewonnener) Rohstoff für Gummi:
natürlicher, künstlicher, synthetischer K .
Kau|Werkzeuge, die /PL/ Zähne und Kiefer
Kauz, der; -es, Käuze 1. fBez. für verschiedene
kleinere Eulen von gedrungener Gestalt/ — 2. wun
derlicher, schrulliger Mensch, Sonderling: ein ko
mischer, liebenswerter K .; zu 2 kauzig fA d j.f: kau
ziger Humor; sich k. benehmen
Kavalier, der; -s, -e [..v . .] 1. gegenüber Frauen
höflicher, taktvoller M an n : er ist ein vollkommener
K.
—
2. noch scherzh. Liebhaber, Verehrer: sie
hat einen K.
Kavaliers| -delikt, das nicht als ehrenrührig an
gesehenes Delikt; -pflicht, die Verpflichtung eines
Mannes, sich gegenüber Frauen taktvoll, zuvorkom
mend zu verhalten
Kavalkade, die; -,
-n [..v . .] veraltend festlicher
Aufzug, Zug eines Trupps von Reitern
Kavallerie, auch Kavallerie, die; -, /o. PL! [..v . .]
aus Reitern bestehende ehemalige Waffengattung:
die leichte, schwere K .; dazu Kavallerist, au ch
Kavalierjst, der; -en, -en
Kavatine,die; -n Mus. [ . .v . .] liedartige Kompo
sition für Gesang od. ein Instrument, mehrere In
strumente
Kaverne, die; -,
-nMed.[..v..]durchZerfallvon
Gewebe im Körper entstandener Hohlraum, z. B .
in der Lunge durch Tuberkulose
Kaviar, der; -s, -e [..v . .] als Delikatesse geltender,
mit Salz konservierter Rogen bes. vom Stör, Hausen
Kaviar| -brot, das besonders langes und schmales
Weißbrot; -brotchen, das mit Kaviar belegtes Bröt
chen
keck fAdj.j 1. ohne Hemmung, unbefangen und
m un ter: er war ein kecker junger Bursche; er trat
vor und fragte k., was zu tun sei — 2.1. ohne Furcht,
verwegen (1.1): mit keckem Mut; k. Vorgehen
2.2 . die Mütze k. {verwegen 1.2) aufs Ohr schieben,
setzen — 3. dreist, respektlos: werdet mir nicht zu
k.!
keckem /sw. Vb.; hat/ Jägerspr. /von Fuchs,
Dachs, Marder, Iltis/ in der Erregung helle und kurze
Laute von sich geben: der Marder keckerte böse
Keckheit, die; -en /zu keck/
Kefir, der; -s, jo. PL! aus Milch hergestelltes, ver
gorenes, erfrischendes Getränk
Kegel, der; -s, - 1 . Math, spitz zulaufender Körper,
dessen Grundfläche einen Kreis od. eine Ellipse
bildet — 2. runde Figur mit kolbenförmig verdicktem
Fuß und kugeligem Kopf aus Holz od. Plast für das
Kegelspiel: die K. aufstellen — 3. Techn. Konus
4* mit /* Kind und K.
Kegel/kegel| -bahn, die die für das K egelspiel be
stimmte schmale ebene Fläche von 20 bis 30 Metern
Länge, an deren Ende die Kegel aufgestellt sind;
-bruder, der umg., oft scherzh. jmds. K . jmd., der
mit jmdm. das Kegeln betreibt; -förmig /Adj./ in der
Form eines Kegels (1); -halle, die; -junge, der
Junge, der die umgeworfenen Kegel (2) wieder auf
stellt; -kugel, die nach bestimmten Normen gefer
tigte Kugel für das Kegelspiel; -mantel, der Math.
Oberfläche eines K egels ohne die Grundfläche
kegeln /sw. Vb.; hat/ das Kegelspiel spielen; dazu
Kßgeln, das; -s, /o. PL; sportliche Disziplin/
Kegel| -schnitt, der M ath, gerader Schnitt durch
einen Kegel, dessen Grundfläche einen K reis bildet;
-spiel, das jo. Pl.f Spiel, bei dem eine Kegelkugel
mit Schwung über die Kegelbahn gerollt wird, um
mit ihr möglichst viele der neun od. zehn Kegel um
zuwerfen; -stumpf, der Math, unterer Teil eines
Kegels, dem durch einen Schnitt {parallel zur Grund
fläche) der obere Teil mit der Spitze abgeschnit
ten ist
Kggler, der; -s, - jmd., der das Kegeln betreibt
Kehle, die; -,
-n 1.1. vorderer Teil des Halses: die K.
des Menschen, Tieres; der W olf hat dem Hasen die
K. durchgebissen; jmdn. an, bei der K. packen; der
Hund sprang ihm an die K. 1.2. das Innere von 1.1,
bes. Schlund, K ehlkopf: eine trockene, entzündete
K. haben; er hat eine rauhe, heisere K. {hat eine
rauhe Stimme, ist heiser) — 2. fachspr. Hohlkehle:
die K . am Gesims, an einer Säule
4* aus voller K. singen {laut singen); umg. sich die
K. aus dem Hals(e), Leib(e) schreien {anhaltend
laut schreien); etw. in die falsche K. kriegen {einen
Bissen in die Luftröhre, nicht in die Speiseröhre
bekommen; etw. falsch, übel auffassen); salopp sich
die K. anfeuchten {alkoholische Getränke zu sich
nehmen); — / Gold in der K. haben; jmdm. sitzt
das Messer an der K.
kehlen/sw. Vb.; hat/ fachspr. etw. mit einer Hohl
kehle versehen
kehlig /Adj.f weit hinten im Mund, in der Kehle
artikuliert, guttural: k. reden, singen; kehlige Laute
Kehl| -köpf, der Med. knorpeliges Organ oberhalb
der Luftröhre des Menschen und der Säugetiere, das
bes. der Erzeugung der Laute dient; -laut, der
Phonet. in der Kehle gebildeter Laut, kehlig klin
gender Ton; -leiste, dieTischlerei Leiste mit einer
Hohlkehle
Kehr|-aus,der; -, jo. PL/veraltend 1.letzter Tanz
bei einer Tanzveranstaltung — 2 . um Mitternacht
636
Kehrbesen — keinerlei
machte der Wirt K. (schloß er das Lokal); -besen,
der Besen (1)
Kehre, die;
- n 1. Biegung einer Straße (um
180 Grad), bes. bei Serpentinen: die Straße führt in
steilen Kehren zum Gipfel —2.1. Turnen Sprung,
Abschwung vom Gerät mit einer Vierteldrehung
des Körpers, so daß der Rücken dem Gerät zuge-
wandt ist 2.2. Ski in die K. gehen (die Fahrtrichtung
um etwa 135 Grad ändern)
kehren /sw. Vb.; hat/ 1.1.1. sich, etw. irgendwohin,
zu jmdm. wenden (2.2): er kehrte sich, sein Gesicht
zur Sonne 1.2 . das Futter nach außen k. (wenden
1.2) 1.3 . die Waffe gegen sich selbst k. (die W affe
auf sich richten, um sich zu töten); O sein Zorn
kehrte sich gegen uns; er war ein in sich gekehrter
(ganz nach innen gewandter) Mensch — 2. sich an
etw. nicht zu k. brauchen: daran, an das Gerede
der Leute brauchst ’du dich nicht zu k. (das
Gerede der Leute braucht dich nicht zu kümmern) —
n .i .i . etw. fegen (1.1): das Zimmer, den Schorn
stein k. 1.2 . das Laub vom Wege k. (fegen 1.2)
4- jmdm., einer Sache den / Kücken k.; etw. un
ter den / Teppich k.
Kehricht, der, das; -(e)s, jo. Pl.f zusammengekehrter
Unrat, Müll
+ salopp etw. geht jmdn. einen feuchten K. (gar
nichts) an
Kehricht] -häufen, der; -schaufei, die breite, flach e
Schaufel mit kurzem Stiel, auf die der Kehricht ge
fegt wird
Kehr] -reim, der ein od. mehrere Verse, die jeweils
am Schluß der Strophen eines Liedes, Gedichtes
wiederkehren; -Schaufel, die 1and sch. Kehricht
schaufel; -Seite, die 1. die K. (Rückseite) einer
Münze; er wandte ihm die K. (den Rücken) zu —
2. das ist die K. (unangenehme Seite, Schattenseite)
des Ruhms; + das ist die K. der Medaille (das
ist der Schaden, Nachteil dabei)
kehrtmachen / Vb.; vom Menschen/ sich (um 180
Grad) umwenden, umdrehen (und Weggehen): kurz
entschlossen, auf dem Absatz k.
Kehrtwendung, die Drehung um 180 Grad, die ein
Mensch ausfilhrt: bei einer plötzlichen K. prallte
er mit ihm zusammen; O er hat weltanschaulich
eine K. vollzogen (eine völlig entgegengesetzte
Haltung 2.1 angenommen)
keifen /sw. V b hat/ umg. /emot.; bes. von Frauen/
in schrillen Tönen schimpfen, zanken: sie keifte vor
W ut; ein keifendes altes Weib
Keil, der; -(e)s, -e 1. Körper mit zwei, einen spitzen
Winkel, eine scharfe Kante bildenden Flächen, der
zum Spalten von Material od. als Hemmvorrichtung
dient: ein eiserner K. zum Spalten von Holz; er
legte Keile aus Holz vor, unter die Räder; O einen
K. zwischen zwei Freunde treiben (Zwietracht zwi
schen zwei Freunden stiften) — 2. Techn. Ma
schinenelement aus Stahl mit schräg zueinander
stehenden begrenzenden Flächen zur Herstellung
einer lösbaren Verbindung, zur Übertragung von
Kräften od. Bewegungen: ein Zahnrad, eine Rie
menscheibe mit einem K. auf der Achse, Welle
befestigen — 3 . ein Dreieck bildender Stoffteil
zur Verbreiterung von etw.: einen K. in den Hosen
boden einsetzen
Ke]l[absatz, der mit der Schuhsohle in einem Stück
gearbeiteter, mit ihr eine Ebene bildender keilför
miger Absatz
Keile, die/PI./landsch. umg. 1Prügel: K. kriegen
keilen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. mit einem Keil spalten i
einen Baumstamm k. +11. landsch. umg. sich
prügeln (1.2): die Jungen haben sich tüchtig ge
keilt
Keiler, der; -s,
-
Jägerspr. männliches Wild
schwein vom dritten Lebensjahr an
Keilerei, die; -,
- en landsch. umg. Schlägerei: in
der Kneipe hat es eine K. gegeben
keil/Keil] -förmig /Adj./ in der Form eines Keils (1);
-hose, die lange, sich zum Knöchel hin keilförmig
verengende Hose, die durch einen Steg unter der
Fußsohle straff gespannt ist; -kissen, das keilför
miges Teil der Auflegematratzen für die höhere Lage
rung des Kopfes; -riemen, der Techn. Treibriemen
mit trapezförmigem' Profil (2): den K. auf die
Riemenscheibe auflegen; der K . ist gerissen
Keim, der; -(e)s,
-e 1.1. Organismus im frühen
Stadium seiner Entwicklung: der K. wächst; der K.
nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein und
wächst zum Embryo heran; O die Keime ihres
Talents zeigten sich früh; er trug schon den K. des
Todes in sich 1.2 . die Kartoffeln haben schon Keime
(Triebe II, Sprossen 1) angesetzt — 2. Krankheits
erreger: die Keime durch Abkochen abtöten
+ etw. im K. ersticken (etw. im Entstehen, in sei
nen Anfangsstadien zunichte machen)
Ke|m] -blatt, das /PI.
- blätter/ 1. B ot. erstes sich
bildendes Blatt (1) an Keimen (1.2) von Pflanzen —
2. Zool. embryonale Schicht von Zellen (2), aus der
sich die Organe und Gewebe bilden; -drüse, die
Organ der Tiere und des Menschen, in dem die
Samen-,
Eizellen und Geschlechtshormone gebildet
werden: die männlichen Keimdrüsen (die Hoden);
die weiblichen Keimdrüsen (die Eierstöcke)
keimen /sw. Vb.; hat/ 1.1. aus einem Keim (1.1) zu
wachsen beginnen: der Samen keimt 1.2. Keime (1.2)
bilden: die Kartoffeln k. schon — 2 . in, bei ihm
keimte (entstand) ein neuer Gedanke, Plan, ein
Verdacht
keim] -fähig /Adj.; nicht adv./ imstande zu keimen
(1.1): keimfähiges Saatgut; -frei /Adj./ frei von
Krankheitserregern: die Milch, das Verbandsmate
rial ist k., wird k. gemacht
Keimling, der; -s, -e Keim (1)
keim/Keim] -tötend /Adj.; nicht adv.j Krankheits
erreger abtötend: eine keimtötende Lösung; -träger,
der Bakterienträger; -zelle, die Biol. der Fortpflan
zung dienende Zelle mehrzelliger Tiere und Pflan
zen
kein /Indef.pron.; Mask. u . Neutr.; Fern.: keine;
dient der Verneinung/ 1.1. /adj./ 1.1.1. nicht ein,
nicht ein e: k. Vogel sang; er hatte k. (einziges)
W ort (nichts) gesagt; er hatte keinen Blick für die
Schönheiten der Natur; jmdm. keine Schwierig
keiten machen 1.1 .2 . nichts a n : k. Geld, Mitleid
haben; keine Mühe scheuen 1.1 .3 . /vor Zahlwörtern/
sie ist noch keine (noch nicht) achtzehn Jahre alt
1.2 . jsubst./ keiner (niemand 1.2) wird das glauben;
ich will keins (nicht eins) von beiden (Büchern)
haben
+ auf keinen / Fall; um keinen / Preis; unter
(gar) keinen / Umständen; in keinster
Weise
kgine /Indef. pron.; Fern. u . Pl.f s. kein
keiner /Indef.pron.; Mask./ s. kein (1.2)
keinerlei, keinerlei /indekl. Indef. pron.; nur attr.f
keines — Kenntnis
637
keine A rt von: wir haben k. Beziehungen mitein
ander
keines s. keins
keines] -falls /Adv./ auf keinen Fall: so geht es k.
weiter; -wegs /Adv./ durchaus nicht: er nahm
ihm seine Offenheit k. übel; ich bin k. sicher,
daß ...
kein|mal fAdv.f nicht ein einziges M al: sie hat k.
angerufen
keins /Indef.pron.; Neutr.f s. kein (1.2)
Keks, der, das; -/ -es, -/ -e flaches Stück haltbaren
Kleingebäcks aus fetthaltigem Teig: ein mit Schoko
lade überzogener K.
+ salopp einen weichen K. haben (etwas be
schränkt, verrückt sein)
Kelch, der; -(e)s, -e 1. größeres, meist reich verziertes
Trinkgefäß in Form einer hohen Schale od. eines
Trichters mit breitem Fuß und einem Schaft mit
einem K nauf: ein kostbarer, geschliffener K.
—
2. Bot. Hülle von Blättern, die die übrige Blüte um
schließt
+ veraltend der K. ist an jmdm. vorüber
gegangen (jmdm. ist etw. Schweres, Unangenehmes
erspart geblieben)
Kelch/kelchj -Matt, das /PL -blätter/ B ot. Blatt
des Kelches; -förmig fAdj./ in der Form eines K el-
ehes (1); -glas, das /PI.
-gläser/ kelchförmiges
Trinkglas
Kelle, die; -n 1. Werkzeug aus einer Metallplatte
mit einem Griff zum Aufträgen des Mörtels beim
Mauern und Putzen — 2. löffelartiges Gerät mit
großem schalenförmigem Teil und langem Stiel,
mit dem bes. Nahrung aus einem Gefäß auf Teller
geschöpft wird — 8 . umg. Signalstab (1.2)
Keller, der; -s, - Kellergeschoß od. Raum des Keller
geschosses, der meist als Aufbewahrungs-,
Vorrats
raum dient: ein großer, in mehrere Bäume unter
teilter K .; Kohlen aus dem K. holen
-f- Skat. umg. im K. sein (Minuspunkte auf
Grund verlorener Spiele haben)
Keller| -assel, die Assel; -eingang, der
Kellerei, die; -en Betrieb mit Weinkeller, in dem
Wein in großen Mengen gelagert und behandelt wird
Keller| -falte, die Falte bes. in Kleidern, Röcken, bei
der der Stoff so gefaltet ist, daß die zwei oberen K an
ten aneinanderliegen; -fenster, das; -geschoß, das
unterstes, zum Teil unter dem Boden-, Straßenniveau
liegendes Geschoß eines Gebäudes; -meister, der
Fachmann, der die Aufsicht über einen Weinkeller
hat, den W ein sachgemäß behandelt, K üfer; -treppe,
die; -wohnung, die Wohnung im Kellergeschoß
Kellner, der; -s, - Angestellter in einer Gaststätte, der
die Gäste bedient; dazu Kellnerin, die; -nen
kellnern /sw. Vb.; hat/ umg. als Kellner arbeiten: er
hat während der Saison gekellnert
Kelter, die; -,
- n Fruchtpresse bes. für Weintrauben
Kelterei, die; -,
-en Betrieb, in dem gekeltert wird
keltern /sw. Vb.; hat/ Obst, bes. Weintrauben in der
Kelter auspressen: Trauben k.
Kelvin, das; -s, - [ . .v . .] /Abk. K ; heute offizielle
Maßeinheit der Temperatur/
Kemenate, die; -,
- n mit einer Feuerstätte versehenes
Wohngemach für Frauen in einer mittelalterlichen
Burg
kennen, kannte, hat gekannt 1.1 . etw., jmdn., sich
k. über etw., jmdn., sich selbst durch eigene Wahr
nehmung, Beobachtung und Erfahrung Bescheid
wissen, (hinreichende) Kenntnisse, gründliches Wissen
haben: eine Stadt, das Gebirge, seine Heimat k.;
er kennt die Gegend aus eigener Anschauung; ich
kenne ihn als zuverlässig; von dieser Seite kenne
ich ihn noch nicht; er kennt sich (selbst) sehr genau;
jmds. Schwächen, Stärken k.; etw., jmdn. gründ
lich k .; da kennst du mich aber schlecht (da irrst
du dich in mir); umg. das k. wir schon (diese Aus
flüchte sind nichts Neues) 1.2 . etw. k. durch Stu
dium, Lehre über ein gründliches Wissen von etw.
verfügen: Sehillers Balladen, Beethovens Sinfonien,
ein Buch k. 1.8. etw. k. von einer Sache (etw.) wis
sen, sie nennen können: ich kenne hier ein gutes
Geschäft, nettes Lokal; er kennt ein Mittel gegen
Rheuma; ich kenne nur seinen Namen 1.4 . jmd$.
k. wissen, wer jmd. ist: hier kennt jeder jeden; ihn
kennt jedes Kind 1.5 . /in Verbindungen mit ein
schränkenden od. verneinenden Wörtern/ etw. aus
schließlich od. nicht gelten lassen, haben: er kennt
nur seine vier Wände (er lebt völlig zurückgezogen),
nichts als, nur seine Arbeit (er geht in seiner A r
beit auf); keine Furcht k. (furchtlos sein); kein
Mitleid, keine Rücksicht, Gnade, Hemmungen k.
(mitleidlos, rücksichtslos, gnadenlos, ohne Hemmun
gen Vorgehen); kein Maß, Ziel k. (übertreiben); eine
Katastrophe nie gekannten (noch nicht vorgekom
menen) Ausmaßes — 2. jmdn., sich k. mit jmdm.,
miteinander bekannt sein, (näheren) Umgang, Ver
kehr haben, sich gegenseitig kennengelernt haben:
jmdn. gut, persönlich, schon lange, nur vom Sehen
k.; wir k. uns schon seit unserer Kindheit; ich
kenne hier niemanden — 8. jmdn., etw. an etw. er
kennen: jmdn. an der Stimme, ein Instrument am
Klang k.
+ sich (vor Zorn, Entrüstung) nicht mehr k.
(außer sich sein); — / da kennt er nichts; den
/ Laden, seine /* Pappenheimer k.
kennen]lernen /Vb./ 1. jmdn., sich k. jmds. Be
kanntschaft machen, miteinander bekannt werden:
wir haben einen bedeutenden Wissenschaftler,
haben uns an der See kennengelernt — 2. jmdn.,
etw. k. Kenntnisse über jmdn.,
etw. erlangen, be
kom m en: erst in der gemeinsamen Arbeit haben
wir ihn richtig kennengelernt; O umg. der soll
mich k. (soll erfahren, wozu ich imstande bin; dem
werde ich die, meine Meinung sagen)!
Kenner, der; -s, - jmd., der über etw., jmdn. sehr gut
Bescheid weiß, erfahrener Fachmann: ein K. der
modernen Literatur; dieser Wein ist etw. für K .
(Feinschmecker)
Kenner| -blick, der vgl.
- miene; -miene, die: die
Ware mit K. mustern
Kenn| -licht, das /PL -er/ Flugw. Leuchte an einem
Flugzeug, die seine Lage und Flugrichtung anzeigt;
-marke, die Marke (2.2) mit einer Kennzeichnung,
die Auskunft über ihren Träger gibt
kenntlich /Adj./: ein weithin kenntliches (erkenn
bares) Zeichen; der Extrakt war durch ein Etikett
als giftig k. gemacht (gekennzeichnet)
Kenntnis, die; -,
-se durch eigene Wahrnehmung, Be
obachtung, tätige Auseinandersetzung, durch Er
fahrung, Studium erworbenes Wissen, Gesamtheit
des Wissens von Dingen und Sachverhalten, von
Entwicklung, Gesetzmäßigkeiten, Zusammenhängen
in Natur und Gesellschaft: gute, gründliche, fach
liche Kenntnisse; die Verbreitung wissenschaft
licher Kenntnisse; eine eingehende K. der Materie;
638
Kenntnisnahme — Kernreaktion
seine Kenntnisse erweitern, auffrischen, vertiefen;
sich Kenntnisse aneignen; sich aus eigner K . der
Sachlage ein Bild machen können; über hervor
ragende Kenntnisse verfügen; von etw. K . ha
ben (von etw. wissen); /in den Verbindungen! etw.
entzieht sich jmds. K . (jmd. weiß über etw. nichts);
jmdn. von etw. in K. setzen (jmdn. mündlich od.
schriftlich etw. wissen lassen); etw. zur K. bringen
(etw. mitteilen); etw. zur K. nehmen (etw. als In
formation entgegennehmen, ohne sich dazu zu
äußern)
Kenntnis/kenntnisj -nähme, die; r, jo . P l.j das
Zurkenntnisnehmen: jmdm. ein Schreiben zur K.
vorlegen; -reich /Adj.; nicht adv./ reich an Kennt
nissen, sachkundig
Kenn/kenn| -wort, das jPl.
- Wörter/1. Wort, das als
Kennzeichen dient: die Vorschläge wurden unter
dem K. ,Berlin4eingereicht — 2 . Parole (1); -zahl,
die f achsp r. Verhältnis zweier gleichartiger Größen,
das physikalische Vorgänge maßgebend charakteri
siert; -Zeichen, das Merkmal, Zeichen, das eine
Sache od. Person von anderen unterscheidet, an dem
man etw., jmdn. erkennt: das ist ein K. für eine be
ginnende Erkältung; das polizeiliche K. eines
Kraftfahrzeuges (Kombination von Buchstaben
und Ziffern, unter denen ein Kraftfahrzeug registriert
ist); -zeichnen /Vb./1, etw., jmdn. mit einem K enn
zeichen versehen: ein Werkstück, eine Gefahren
stelle, Zugvögel k .; der W eg ist durch Schilder
gekennzeichnet — 2. etw. kennzeichnet etw., jmdn.
etw. ist charakteristisch, bezeichnend für etw., jmd n .:
die Automatisierung kennzeichnet die moderne
Technik; sein Verhalten kennzeichnet ihn als
einen besonnenen Menschen; ein kennzeichnendes
(charakteristisches, typisches) Merkmal; zu 1 -Zeich
nung, die; -Ziffer, die 1. W irt sch. Angabe, die das
Entwicklungsniveau eines bestimmten ökonomischen
od. technischen Zustands od. Prozesses charakterisiert
und ein Mittel der soz. Planung, Leitung und Kon
trolle ökonomischer Erscheinungen und Prozesse ist:
technische, statistische Kennziffern; die Kenn
ziffern des Bedarfs, der Kosten ermitteln — 2.
fachspr. Ziffer(ngruppe) als Kennzeichen auf Ver
packungen von Waren, die verschlüsselte Angaben
über Hersteller, Ort der Herstellung u. ä . enthält,
Chargennummer — 3. Math. Zahl, die im Logarith
mus vor dem Komma steht
kentern [sw. Vb.; ist/: ein Boot, Schiff kentert
neigt sich seitlich, so daß es auf der Seite od. kieloben
zu liegen kommt)
Keramik, die; -,
- en 1* Erzeugnis aus gebranntem
T o n : eine reizvolle chinesische K .; der Künstler
hat Keramiken ausgestellt — 2. jo. Pl.j Vielheit,
Gesam theit vo n 1: eine Ausstellung künstlerischer
K.; zu 1keramisch fAdj.f
Kerb, der; -(e)s, -e fachspr. Einschnitt in den
oberen Band von Karteikarten zur Kontrolle ihrer
Einordnung
Kerbe, die; -,
- n keilförmiger Einschnitt, bes. in
Holz: mit einem Messer Kerben in ein Brett
schneiden
4- um g. in dieselbe, die gleiche K. hauen (das
selbe Ziel verfolgen wie ein anderer; jmds. Worte,
Meinung unterstützen)
kerben /sw. Vb.; hat/ etw. mit einer Kerbe, mit
Kerben versehen: ein Brett k.
Kerb| -holz, das + umg. etw. auf dem K. haben
(ein Unrecht, eine Straftat begangen haben); -tier,
das Insekt
Kerker, der; -s, - 1. jemot. neg.j Gefängnis firn Zu
sammenhang mit ungesetzlich od. grausam ange
wandtem Freiheitsentzug, der Verfolgung fort
schrittlicher Kräfte durch die bürgerl. Klassenjustiz!:
die faschistischen K .; im K. schmachten — 2. /o.
Pl.j österr. schwere Freiheitsstrafe: er wurde zu
lebenslänglichem K . verurteilt
Kerl, der; -(e)s, -e/norddt.
-s f/i auch Kerlchen/
umg. 1. jemot.! erwachsene männliche Person: ein
großer, junger, hübscher K .; er war ein Bulle von
einem K . ; diese Aufgabe verlangt einen ganzen K.
(einen tüchtigen, mutigen und gewitzten M an n); ein
liederlicher, frecher K .; du blöder K .!
—
2. sie, er
war ein feiner, netter K. (eine liebenswerte Person)
Kerlchen, das; -s, - //* auch Kerl; emot. pos.j: ihr
Sohn, ihre Tochter ist ein nettes K. (ein netter
kleiner Junge, nettes kleines Mädchen)
Kern, der; -(e)s, -e 1. Samenkern: die Kerne des
Apfels; der K. der Pflaume, einer Nuß — 2. Biol.
Zellkern — B. Phys. Atomkern — 4. Gießerei
Teil, das in eine Gußform eingebracht wird, damit
es dort einen Hohlraum ausspart — 5. wichtigster
zentraler Teil von etw.: der K. der Stadt, des Hoch
druckgebietes — 6. das Wesentliche: zum K. des
Problems kommen
+ in jmdm. steckt ein guter K. (jmd. hat gute An
lagen)
Kern/kern| -brennstoff, der Bestandteil des R eak
tors, der spaltbare Hukleide enthält, in denen die
Kernspaltung stattfindet und Kernenergie gesteuert
freigesetzt wird; -Chemie, die Teilgebiet der K ern
physik, das sich mit den Kernreaktionen beschäftigt;
- energie, die jo. Pl.j Phys. Energie, die bei der
Spaltung schwerer od. bei der Verschmelzung leichter
Atomkerne frei wird, Atomenergie; -explosion, die
Phys. explosionsartige Umwandlung, Auflösung
von Kernen (3); -forschung,diejo. Pl.j Forschung auf
dem Gebiet der Kernphysik und Kerntechnik; -frage,
die wesentliche, entscheidende Frage; -fusion, die
Phys. Kernreaktion, Verschmelzung leichter Atom
kerne zu schwereren bei hohen Temperaturen unter
gleichzeitiger Abgabe von E nergie; -gehättse, das
innerer, aus Kammern bestehender Teil des Kern
obstes, der die Samenkerne umschließt; -gesund
IAdj.[ völlig gesund: er ist k.;
- holz, das jo. Pl.j
inneres, hartes, dunkles Holz mancher Bäume
kernig /Adj./ 1. /nicht adv.) (viele) Kerne (1) ent
halten d : die Johannisbeeren sind sehr k.
—
2.1 .
kerniges (hartes und festes) Holz, Leder 2.2 . kräftig
und gesund und nicht weichlich: ein kerniger Mann;
er hat eine kernige Natur — 3. ein wenig derb, ur
wüchsig: er gebraucht gern kernige Worte; ein
kerniger Fluch
Kern/kcrn| -kraft, die jo. PI .! Phys. 1. Kraft, die
die den Atomkern bildenden Teilchen zusammenhält —
2. Kernenergie; -kraftwerk, das industrielle Anlage
zur Nutzung der durch Kernspaltung freigesetzten
Wärme, Atomkraftwerk; -leder, das jo. PL! hartes,
festes Leder; -los /Adj.; nicht adv./ ohne Kerne (1):
kernlose Apfelsinen; -obst, das zum Obst gerechnete
Früchte, die ein Kerngehäuse haben; -physik, die
Teilgebiet der Physik, das sich mit Aufbau, Eigen
schaften und Verhalten der Atomkerne befaßt; «Pro
blem, das Kernfrage; -reaktion, die Phys. Ver
änderung eines Atomkernes durch Wechselwirkung
Kernreaktor — Kette
639
mit einem ihn treffenden Teilchen, einem anderen
Atomkern od. einem Quant; -reaktor, der Anlage, in
der eine gesteuerte Kettenreaktion der Kernspaltung
ablaufen kann, wodurch Energie frei wird; -schat
ten, der Teil des Schattens, der überhaupt kein
Licht enthält; -seife, die jo. PL/ aus einfachsten
Bestandteilen hergestellte, harte Seife bes. zur B e
seitigung grober Verschmutzungen: ein Stück K.;
- Spaltung, die Phys. Kernreaktion, die den Zerfall
schwerer Atomkerne bewirkt und Energie freisetzt;
- Strahlung, die Phys. ionisierende Strahlung, die bei
Kernumwandlung entsteht; -stück, das fPl.
- e/: das
K. (der wesentliche Teil) eines Planes; -technik, clie
fo. PL/ Technik, die sich mit der Nutzung der Kern
energiebefaßt; -teilung, die Biol. Teilung des Zell
kerns unmittelbar vor der Teilung der Zelle; -Um
wandlung, die P h ys. Umwandlung, Veränderung
eines Atomkerns durch eine Kernreaktion; -Ver
schmelzung, die Phys. Kernfusion; -waffe, die
Waffe, die auf dem Prinzip der Kernspaltung beruht
kernwaffen/ Kernwaffen! -frei /Adj.; nicht adv.f
von Atomwaffen frei; -sperrvertrag, der internatio
naler Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von
Kernwaffen; -test, der vgl.
- versuch; -versuch, der
Erprobung von Kernwaffen; -verzieht, der Verzicht
auf die Herstellung und Anwendung von Kernwaffen
Kerosin, das; -s, fo. Pl.f aus Erdöl gewonnener
Treibstoff für Dieselmotoren und Strahltriebwerke
Kerze, die; -n 1. aus Stearin, Paraffin, Wachs od.
Talg gefertigter zylindrischer, in der Mitte der Längs
achse mit einem Docht versehener Gegenstand, der,
aufrecht stehend, angezündet, als Lichtquelle dient:
eine lange, dicke, bunte K .; ein Leuchter mit drei
Kerzen; die Kerzen anzünden, herunterbrennen
lassen, auf den Leuchter aufstecken, (aus)löschen
—
2. Techn. Zündkerze: verölte, verrußte Kerzen;
die Kerzen auswechseln — 3. Turnen Turnübung,
bei der Beine und Rumpf aus der Rückenlage gerade
nach oben gestreckt werden — 4 . Fußball Schuß
steil in die Höhe: eine K. schießen
Kerzen/kerzen| -beleuchtung, die fo. Pl.f Beleuch
tung durch Kerzenlicht; -flamme, die; -gerade
fAdj.f bemerkenswerterweise senkrecht und ganz ge
rade: eine k. (gewachsene) Fichte; der Rauch stieg
k. in die Höhe; er saß, stand k. da, hielt sich k.;
- g lanz, der vgl.
- l icht; -halter, der Vorrichtung aus
Metall, mit deren Hilfe Kerzen (1) an etw. befestigt
werden; -leuchter, der Leuchter für eine od. mehrere
Kerzen (1); -licht, das fo. Pl.f von Kerzen ausge
hendes Licht; -schein, der fo. Pl.f vgl. - l icht; -Schlüs
sel, der Techn. Werkzeug, mit dem Zündkerzen
ein- und ausgeschraubt werden; -Ständer, der Unter
satz zum A ufstellen einer Kerze (1); -stumpf, der
Rest einer fast ganz niedergebrannten Kerze (1);
- Wechsel, der Techn.AuswechselungderZündkerzen
Kescher, der; -s, - Gerät zum Fangen von Wassor
tieren und Insekten, das aus einem Netz in Form
eines Säckchens besteht, dessen Öffnung einen festen
Rahmen hat, von dem ein langer Griff ausgeht; dazu
keschern jsw. V b.; hat/
keß fAdj.f 1.1* munter, unbefangen und unbeküm
mert und dabei meist etwas herausfordernd, etwas
frech: ein kesser Berliner Junge; sie ist recht k.; er
grüßte k .: „Guten Tag, meine Herren“ ; allmählich
wurde er uns zu k. {dreist) 1.2 . gewollt auffällig und
herausfordernd: eine kesse Frisur
Kessel, der; -s, ^ 1.1. metallener, bauchiger K och
topf mit einem Deckel, meist mit bügelförmigem
Henkel und einer Tülle, in dem Wasser zum Kochen
gebracht wird: der K. steht auf dem Herd; das
Wasser im K. kocht; der K. dampft; einen K. mit
Wasser füllen, aufsetzen; den K. vom Feuer neh
men 1.2. großes, oben offenes, rundes metallenes
Gefäß {mit einem Deckel), in dem in Betriebs
küchen Essen gekocht wird od. das zum Abkochen von
Wäsche dient: Essen, Wäsche in großen Kesseln
kochen — 2. größerer zylindrischer, geschlossener
metallener Behälter 2.1. als Teil einer Dampfmaschine
od. Anlage zur Dampferzeugung: der K. einer Loko
motive; der überhitzte K. ist geplatzt; das Feuer
unter dem K. schüren, löschen 2.2. für die Be
förderung von Flüssigkeiten, Gasen: öl, Teer, Che
mikalien in Kesseln auf Lastkraftwagen, Eisen
bahnwagen befördern — 3 . das Dorf liegt in einem
K. {Talkessel) — 4. Jägerspr. 4.1. erweiterter Teil,
Lager (6) im Bau von Dachs, Fuchs, Kaninchen
4.2. Lager (6) eines Wildschweins od. einer Rotte von
Wild — 5.1. Jägerspr. die von den Schützen und
Treibern beim Kesseltreiben umstellte Fläche: die
Jäger drängten die Hasen in den K. 5.2. Mil. Ge
biet, in dem Truppen des Gegners eingekreist sind:
aus einem K. auszubrechen versuchen
Kessel| -bau, der fo. PI f Bau von Kesseln (2);
-explosion, die Explosion eines Kessels (2); -haus,
das Gebäudeteil) eines Betriebes, in dem die Kessel
(2.1) untergebracht sind; -pauke, die Mus. Pauke in
Form eines Kessels (1.2); -schiacht, die Mil.
Schlacht, in der der Gegner eingekreist wird ;- Schmied,
der Handwerker, der Kessel (2) herstellt; -stein, der
fo. Pl.f feste Kruste aus im Wasser unlöslichen
Stoffen, die sich bei Verwendung von hartem Wasser
an der Innenseite von Kesseln bildet; -treiben, das
1. Jägerspr. Treibjagd auf Hasen, bei der Treiber
und Schützen eine kreisförmige Fläche umstellen
und nach der Mitte hin vorrücken —- 2 . von allen
Seiten gegen jmdn. systematisch betriebene Hetze und
Verleumdung: ein K. gegen jmdn. veranstalten;
-wagen, der Eisenbahnwagen mit aufgebautem
Kessel (2.2) zum Transport von Flüssigkeiten, Gas
Ketschup, das, der; -s, -s [kstjup, auch ..Jap] p i
kante, vorwiegend Tomatenmark enthaltende dicke,
breiige Soße zum Würzen
Kette, die; -n 1. aus einer Vielzahl hintereinander
geordneter beweglich miteinander verbundener und in
einandergreifender, gleichartiger, metallener Glieder
bestehendes Gebilde zur Kraftübertragung od. zum
Befestigen, zur Verbindung: eine stählerne K .; die
K. klirrt, rasselt; die Ketten {Raupen) des Raupen
schleppers, Panzers, Kranes; die K. des Fahrrads
spannen, ölen; die K . ist gerissen; das stärkste,
schwächste Glied der K .; die Wohnungstür mit
einer K . (Sicherheitskette) sichern; der Hofhund
liegt an der K . ; die Sträflinge wurden einst mit
Ketten aneinandergeschmiedet — 2. (um den Hals
getragenes) Schmuckstück in der Art von 1 od. aus
aufgereihten Perlen o. ä .: eine goldene K .; eine K.
(Halskette) aus Korallen, Holzkugeln; Glasperlen
zu einer K. auffädeln — 3. zusammenhängende
(Aufeinanderfolge von Personen, Sachen od. Er
eignissen: eine K. von Menschen, Fahrzeugen, Er
eignissen; die K . der Beweismittel war lückenlos;
jeder Mensch ist ein Glied in der langen K . der
Generationen; die Menschen bildeten eine K .
(standen in einer Reihe und faßten sich an den Hän-
640
ketten — Kies
den od. reichten mit den Händen etvj. weiter) —
4. T extil. Gesamtheit der Längsfäden eines Ge
webes*. die K. am Webstuhl aufziehen
-|- geh. seine Ketten abschütteln, abwerfen (sich
aus der Knechtschaft befreien)
ketten, kettete, hat gekettet ein Tier, etw., jmdn.
an etw., jmdn. k. ein Tier, etw., jmdn. mit einer
Kette an etw., jmdn. binden: den Hund an die
Hütte k.; das Boot an einen Pfahl k.; O sie
fühlte sieh an ihn gekettet
Ketten|-brücke, die von Ketten gehaltene Hänge
brücke; -fahrzeug, das geländegängiges Kraftfahr
zeug, das auf Raupen läuft; -glied, das Glied einer
Kette (1—3); -hund, der Hofhund, Wachhund, der
meist fest angekettet ist; -raucher, der jmd., der sehr
viel, fast ununterbrochen raucht; -reaktion, die
Phys. Chem. chemische od. physikalische Reak
tion, nach deren Auslösung ständig weitere Reak
tionen derselben Art bewirkt werden, bis die reagie
renden Stoffe erschöpft sind; O dieser Vorgang
löste eine K. (viele Vorgänge ähnlicher Art) aus
Kett|faden, der T extil, einer der die Kette (4) bilden
den Fäden
Ketzer, der; -s, - Rel. kath. jmd., der einen von der
offiziellen Kirchenlehre abweichenden Glauben ver
tritt; dazu Ketzerei, die; -,
- en u. ketzerisch /Adj.f:
ketzerische Meinungen, Gedanken
keuchen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. infolge starker B e
lastung mit Mühe, geräuschvoll bei offenem Munde
atm en (hat): der Läufer, Lastenträger keuchte
vor Anstrengung; der Kranke lag schwer keuchend
da; O das Keuchen der Dampfmaschine — 2 . sich
geräuschvoll und mit Mühe atmend in eine bestimmte
Richtung bewegen (ist): der alte Mann keuchte
mühevoll über die steile Treppe nach oben
Keuch|husten, der bes. im Kindesalter auftretende,
akute, mehrere Wochen dauernde Infektionskrankheit
der Atemwege, die durch häufiges, krampfartiges
Husten gekennzeichnet ist
Keule, die; -,
- n 1. runder, länglicher, massiver, nach
einem Ende an Dicke zunehmender, meist hölzerner
Gegenstand, der als Schlagwaffe od. als Sportgerät
für gymnastische Übungen dient: die K. schwingen;
er wurde mit einer K. erschlagen — 2* Oberschenkel
der Hinterbeine bei Schlachtvieh, Haarwild
Keulen]schlag, der Schlag mit einer K eule: ein K.
streckte ihn nieder
keusch IAdj.f geschlechtlich unberührt und enthalt
sam : ein keusches Mädchen; k. leben; dazu Keusch
heit, die; -, fo. Pl.f
Khaki, der; -, fo. Pl.f gelbbrauner Stoff aus Baum
wolle für leichte Bekleidung
kichern /sw. Vb.; hat/ in kurzen Tönen leise und mit
hoher Stimme lachen: die jungen Mädchen kicher
ten; verstohlen in sich hinein, vor sich hin k.;
verlegen, schadenfroh k.
kicken /sw. Vb.; hat/ Fußball den Ball mit dem
Fuß stoßen; dazu Kjcker, der; -s, - Fußballspieler
(als Berufssportler)
Kick]Starter, der Techn. Fußhebel, mit dem der
Motor eines Kraftrades angelassen wird
kidnappen /sw. Vb.; hat/ [kitnspon] einen M en
schen, bes. ein Kind, entführen, um Lösegeld od. die
Erfüllung von Forderungen zu erpressen: der Sohn
des Millionärs wurde von einer Gangsterbande ge-
kidnappt; dazu Kjdnapper, der; -s, - jmd. ,
der
jmdn. kidnappt, gekidnappt hat
Kiebitz, der; -es,
-e L Regenpfeifer mit einem
Schopf am Hinterkopf — n . umg. scherzh. den
Spielern in die Karten sehender, ungebetener, lästiger
Zuschauer beim Kartenspielen, bes. beim Skat
kiebitzen /sw. Vb.; hat/ umg. scherzh.: er hat
beim Skat gekiebitzt (war beim Skat ein ungebete
ner, lästiger Zuschauer, da er den Spielern in die
Karten sah)
1Kiefer, der; -s, - bei bestimmten Wirbeltieren und
dem Menschen halbrund geformte, oben und unten
um die Mundhöhle führende, durch ein Gelenk mit
einander verbundene Knochen (mit den Zähnen),
bei Wirbellosen hartes Gebilde an der Mundöffnung
zur Aufnahme und Zerkleinerung der Nahrung:
der obere, untere Teil des Kiefers
2Kiefer, die; -,
- n auf sandigen Böden wachsender,
immergrüner, harzreicher Nadelbaum mit holzigen
Zapfen und langen, dreikantigen Nadeln
Kiefer] -gelenk, das bewegliche Verbindung zwi
schen Ober- und Unterkiefer; -höhle, die Med.
beiderseits im K nochen des Oberkiefers gelegener,
mit der Nasenhöhle verbundener Hohlraum; -höhlen-
entzündung, die; -klemme, die Med. Behinderung
beim öffnen und Schließen des Mundes, die durch
Verrenkung od. Entzündung des Kiefergelenkes
bedingt ist
Kiefern zu 2Kiefer| -gewachs, das Baum od.
Strauch mit spiralig angeordneten Nadeln, dessen
weibliche Blüten in großen Zapfen angeordnet sind;
- holz, das /o. PI ./; -nadel, die; -zapfen, der
ki&ken /sw. Vb.; hat/ norddt. umg.: kiek (sieh)
mal!; können Sie nicht k. (hinsehen und aufpassen)?
Kieker, der
+ salopp jmdn. auf dem K. haben (jmdn. ständig
beobachten und ihm übelwollen)
Kiekindiewelt, der; -/-&, -s norddt. umg.: er ist
ein K. (ein junger, unerfahrener Mensch)
Kiel, der; -(e)s, -e L unterstes, von Bug bis Heck
reichendes wichtigstes tragendes Bauelement des
Rumpfes bei Wasserfahrzeugen — II . die Längsachse
bildender, mittlerer, harter Teil der Vogelfeder
+ ein / Schiff auf K. legen
Kiel/kigl zu Kiel I] -linie, die taktische Formation
eines Schiffsverbandes, bei der die Schiffe hinterein
ander im Kielwasser des vorhergehenden fahren: in
K. fahren; aus der K. ausscheren; -oben /Adv./ mit
dem Kiel nach oben: die Boote lagen k. auf dem
Strand; das Schiff trieb k. auf dem Wasser; -Was
ser, das fo. PI./ Spur, die hinter einem fahrenden
Schiff vom zusammenfließenden Wasser gebildet
wird: das Boot fuhr im K. des Dampfers
Kigme, die; -,
- n /vorw. Pl.j dünnhäutiges, stark
durchblutetes Organ, durch das die im Wasser leben
den Tiere, bes. die Fische, dem Wasser Sauerstoff
entnehmen: Fische atmen durch Kiemen
Kien, der; -(e)s, fo. Pl.j viel Harz enthaltendes Holz
bes. der Kiefer: K. brennt gut
+ berl. auf dem K. sein (scharf aufpassen, klug,
aufgeweckt, von rascher Auffassung sein)
K|en| -apfel, der Kiefernzapfen; -fackel, die dicker
Kienspan als Fackel; -holz, das /o. Pl.j Kien;
- span, der Span aus Kien
Kiepe, die; -,
-n
norddt. ostmdt. meist vier
eckiger hoher Korb, der mit Gurten auf dem Rücken
getragen wird: Holz, Äpfel in einer K. tragen
Kies, der; -es, -e 1.jo. Pl.j grobkörniger Sand, der
mit durch Wasser abgerundeten,Sternchen von be-
Kiesel — Kinderermäßigung
641
stimmtem Durchmesser durchsetzt ist: ans K., Was
ser und Zement Beton hersteilen; den Weg mit K.
beschichten; der K . knirschte unter seinen Füßen
—
2. Min. helles glänzendes Erz aus Verbindungen
von Metallen und bes. Schwefel —3.jo. Pl.f salopp,
oft scherzh. Geld (1): er hat viel K.
Kiesel, der; -s, - k leiner, durch fließendes Wasser
(rund) geschliffener Stein, meist aus Quarz: weiße,
bunte K .
Kiesel|stein, der K iesel
Kies zu Kies 1| -grübe, die Stelle, an der über Tage
Kies abgebaut wird; -weg, der mit Kies beschichteter
Weg
Kietz, der s. Kiez
Kiez, der; -es, -e norddt. kleiner, abgesonderter
Ortsteil, in dem früher meist Fischer wohnten
kikeriki jlautnachahmend für das Krähen des Hah
nes 1.1 .1/
killen jsw. Vb.; hat; aus dem Sprachgebrauch des
Gangstermilieus/ umg. jmdn. kaltblütig und vor
sätzlich töten, ermorden: die Gangster killten ihn;
dazu Killer, der; -s, -
Kilo, das; -s, -/ -s /Kurzw. für Kilogramm; bei M aß
angabePL Kilo;MaßeinheitderMassel1000 Gramm:
zwei Pfund sind ein K .; das Paket wiegt zwei K .;
Mehl in Kilos abwiegen
Kilogramm, das jAbk. kg; bei Maßangabe PL Kilo
gramm; Maßeinheit der M asse; / auch Kilo/
Kilohertz, das jAbk. kHz/ 1000 Hertz
Kilometer, der /Abk. km/ 1000 Meter: er fuhr mit
einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern in der
Stunde; von A nach B beträgt die Entfernung fünf
K.
Kilometer/kilometerl -geld, das /vorw. S g ./ 1. nach
den zurückgelegten Kilometern berechnete finanzielle
Entschädigung für die Benutzung privater Kraft
fahrzeuge für Dienstreisen — 2. nach den zurück
gelegten Kilometern berechnete, von Kunden für ein
Leihfahrzeug zu entrichtende Gebühr; -lang /Adj!
einige, viele Kilom eter lang: eine kilometerlange
Autoschlange; -stein, der einer von vielen Steinen,
die an einer Fahrstrecke in Abständen jeweils die
Weglänge in Kilometern angeben: der Unfall er
eignete sich am K. 70,5; -weit /Adj./ vgl, -lang:
vom Turm konnte man k. in die Landschaft
sehen; -Zähler, der Gerät an einem Fahrzeug, das
die gefahrenen Kilometer anzeigt
Kilopond, das jAbk. kp; Maßeinheit der K raftl; vgl.
Newton
Kilowatt, das fAbk. kW/ 1000 Watt
Kilowatt|stunde, die JAbk. kWh; Maßeinheit der
elektrischen Energie/
Kimm, die; -, jo. PL/ Seemannsspr. Linie der
scheinbaren Berührung von Himmel und Meer
in der Ferne, Horizont auf See: die Sonne taucht
unter die K. (geht unter)
K|mine, die; -,
- n dreieckiger Einschnitt am Visier
von Handfeuerwaffen: ein Ziel über K. und Korn
anvisieren
Kimono, Kimono, der; -s, -s japanisches, langes,
vorn übereinandergeschlagenes Gewand mit weiten,
angeschnittenen Ärmeln
Kimono|ärmel, Kimono|ärmel, der tief eingesetzter
od. angeschnittener, durchgehend weiter Ärm el
Kind, das; (e)s, -er 1.1. Mensch in der Zeit vom
Säuglingsalter bis zur Geschlechtsreife: ein kleines,
zehnjähriges, hübsches, artiges, schwieriges, ver
zogenes K .; der Schutz des Kindes durch das Ge
setz; der Internationale Tag des Kindes fl. Juni/;
ein K. von sechs Jahren; Kinder bis zu zehn Jahren
zahlen halbe Preise; das K. ist krank; die Kinder
wachsen heran, gehen zur Schule; ein K . nähren,
entwöhnen, trockenlegen; ein K. liebkosen, auf-
ziehen, erziehen, vernachlässigen; wir kennen ihn
von K. auf, an (seit seiner Kindheit); jmdn. wie
ein K. behandeln; umg. sich wie ein K. (sehr)
freuen1; O er ist ein großes K. (wirkt in seinem
Verhalten noch nicht erwachsen); umg. spött. du
bist ein kluges K. /wird zu jmdm. gesagt, der alles
besser wissen will/ 1.2. Mensch von der Zeugung bis
zur Geburt: ein neugeborenes K .; salopp einer
Frau ein K. machen (eine Frau schwängern)^; ein
K. erwarten (schwanger sein); verhüll, bei ihr
ist ein K. unterwegs (sie ist schwangerJ1; ein K. ge
bären; ein K. wird geboren; von einem K. ent
bunden werden — 2. Mensch in Beziehung zu den
Eltern, einem Elternteil, Sohn (1), Tochter (1): ein
eigenes, leibliches, (un)eheliches, angenommenes
K .; unsere Kinder sind schon groß, erwachsen; sie
ist das einzige K. ihrer Eltern; er ist das K. eines
Arbeiters, Bauern; sie verlebte ihren Geburtstag
im Kreise ihrer Kinder und Kindeskinder; O er
ist ein Berliner K. (stammt aus Berlin); sie war ein
K. ihrer Zeit (sie war durch die Zeit geprägt, in der
sie lebte)
4* ein K. zur W elt bringen, einem K . das Leben
schenken (ein Kind gebären); ein K., Kinder in die
Welt setzen (ein Kind, Kinder zeugen, gebären, oft
ohne sich der sich daraus ergebenden Verantwortung
bewußt zu sein); ein K. kommt zur Welt (wird ge
boren); etw. ist ein totgeborenes K. (eine Unter
nehmung ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt);
das K. beim rechten Namen nennen (etw. eindeutig,
ohne Beschönigung aussprechen, darlegen); das K.
mit dem Bade ausschütten (etw. ohne Berück
sichtigung seiner positiven Seiten verwerfen); umg.
kein K. von Traurigkeit (lebenslustig) sein; wir
werden das K. schon schaukeln (wir werden die
Sache schon schaffen, richtig erledigen); wie sag’ ich’s
meinem Kinde (wie sage ich jmdm. etw. Unange
nehmes am geschicktesten)?; sich bei jmdm. lieb K.
machen (sich bei jmdm. einschmeicheln); mit K.
und Kegel (mit der gesamten Fam ilie); —
.,. wes
/ Geistes K. jmd. ist; / Weib und K. haben
Kind| -bett, das jo. PL/ veraltend Wochenbett;
- bettfieber, das heute fast nicht mehr auftretende, mit
Fieber verbundene, in eine Blutvergiftung des ganzen
Körpers übergehende Infektion der Gebärmutter
während od. nach der Geburt: sie ist an K. gestorben
Kinder| -arbeit, die jo. PLj in der soz. Gesellschaft
gesetzlich verbotene, von Kindern gegen Lohn ge
leistete Arbeit; -arzt, der Facharzt für Kinder
krankheiten; -ballett, das aus Kindern bestehendes
Ballett; -beihilfe, die Geburtenbeihilfe; -bekleidung,
die für Kinder bestimmte Bekleidung; -bett, das
jPl.
- en/ für kleine Kinder bestimmtes Bett; -buch,
das Buch mit einer Kinder ansprechenden Thematik
(und Ausstattung); -chor, der vgl.
- ballett
Kinderei, die;
- en kindisches Betragen, alberne
Handlung: laß diese Kindereien!; jmdm. seine
Kindereien austreiben
Kinder/kinder| -ermäßigung, die Steuerermäßigung
für jedes zum Haushalt des Steuerpflichtigen ge
hörende od. von ihm überwiegend unterhaltene K ind;
41 Wörterbuch
642
Kindererziehung — kinematisch
- erziehung, die; -feriengestaltung, die alle von ge
sellschaftlichen K räften aufgebotenen Aktivitäten, die
dazu dienen, den Schulkindern während der Ferien
Erholung und Unterhaltung zu bieten; -fest, das;
- f i lm, der vgl. Kinderbuch; -freund, der jo. P I .; bes.
von einer erwachsenen männlichen Person/: er ist
ein K. {hat Kinder sehr gern); -funk, der für Kinder
bestimmte Sendungen des Rundfunks od. Fernsehens;
-garten, der Einrichtung für die Betreuung und Er
ziehung der Kinder von drei bis sechs Jahren; -gärt-
nerin, die Erzieherin im Kindergarten od. in einer
anderen vorschulischen Einrichtung; -geburtstag,
der Geburtstagsfeier eines Kindes mit Kindern als ge
ladenen Gästen; -geld, das jo. Pl.f Geldbetrag, der
vom Staat an Familien mit wirtschaftlich noch nicht
selbständigen Kindern gezahlt wird; -geschrei, das:
das K. auf dem Spielplatz, Schulhof; -gesicht, das
fPl.
- er/; -glaube(n), der vorw. spött. kindlicher
Glaube, einfältige Zuversicht: Gott erhalte dir dei
nen Kinderglauben, lieber Freund!; -heilkunde,
die jo. Pl.f Teilgebiet der Medizin, das sich mit der
Erkennung und Behandlung von Kinderkrankheiten
befaßt; -heim, das 1. Einrichtung für die Betreuung
und Erziehung von Kindern, die keine Eltern mehr
haben od. von ihren Eltern dauernd od. zeitweise ge
trennt leben — 2 . H eim fü r erholungsbedürftige
Kinder; -herz, das: das erfreut ein K. (ein Kind);
-jahre, die jPl./ die Jahre der Kindheit; -kaufhaus,
das Kaufhaus, das für Kinder bestimmte Artikel
führt; -kleid, das; -klinik, die Klinik für die Be
handlung von Kindern, Kinderkrankheiten; -krank-
heit, die 1. (Infektionskrankheit, die meist im Kin
desalter auftritt: er hat fast alle Kinderkrankheiten
gehabt — 2, diese Technologie leidet noch stark
unter Kinderkrankheiten (Schwierigkeiten, M än
geln, die am Anfang einer neuen, bes. technischen Ent
wicklung auftreten); -kriegen, das; -s, fo.Pl./umg.
das Gebären von Kindern; + salopp das ist ja
zuin K. (zum Verzweifeln)!; -krippe, die Einrich
tung für die Betreuung und Erziehung der Kinder
im Alter bis zu drei Jahren; -lachen,das; -s, /o. Pl.f:
frohes K. schallte durch das ganze Haus; -lähmung,
die fo. Pl.f Infektionskrankheit, die Kinder, aber
auch Jugendliche und Erwachsene befällt und schwere
Lähmungen hervorrufen kann; deicht, -leicht /Adj./
umg. /oft emot.j sehr leicht zu begreifen od. zu tun:
eine kinderleichte Aufgabe; das ist ja k .!; -lieb
/Adj.; vorw. präd./: er, sie ist sehr k. (hat Kinder
sehr gern); -lied, das Lied mit einem (kleine) Kinder
ansprechenden Text und einfacher Melodie; -lite-
ratur, die vgl. Kinderbuch; -los /Adj./ keine (leib
lichen) Kinder habend: ein kinderloses Ehepaar;
- narr, der jmd., der fast übertrieben kinderlieb ist;
-Psychologie, die Teilgebiet der Psychologie, das sich
mit der psychischen Entwicklung des Kindes und
seinem Verhalten befaßt; -reich /Adj.; nicht adv./
drei od. mehr Kinder habend: eine kinderreiche
Familie; -reim, der einfacher Reim, den Kinder
leicht lernen können; -Sachen, die /Pl.f Kinder
bekleidung; -Schokolade, die viel Milch, wenig
Kakao enthaltende Schokolade, die Kindern be
kömmlich ist; -schreck, der /o. Pl.f bes. M ensch,
Tier, vor dem Kinder wegen seiner Erscheinung er
schrecken: er hat sich zum K. gemacht; -schuh, der:
ein Paar Kinderschuhe; -f- etw. steckt noch in
den Kinderschuhen (etw. befindet sich noch in den
Anfängen seiner Entwicklung); den Kinderschuhen
entwachsen sein (kein Kind mehr sein); -Segen, der
/o. Pl.f umg. scherzh.: eine Ehe mit reichem K.
(mit vielen Kindern 2); -spiel, das Spiel für Kinder;
+ umg. etw. ist ein, kein K. (für jmdn.) (etw. ist
sehr einfach, schwer auszuführen); -Sterblichkeit, die
Sterblichkeit der Kinder, bes. im ersten Lebensjahr:
die K. ist gesunken; -stimme, die: eine hohe, helle
K.;
-Stube, die + jmd. hat keine, eine gute K.
(hat im Elternhaus schlechte, gute Umgangsformen
erworben); -tage, die /Pl.j vgl.
- jahre; -tagesstätte,
die Einrichtung, in der Kinder tagsüber unterge
bracht werden können; -theater, das Theater, Bühne
mit einem Repertoire für Kinder; -träum, der
Wunschvorstellung, die man als Kind hatte; -Vor
stellung, die für Kinder bestimmte Vorstellung in
einem Kino, Theater; -wagen, der mit einem Ver
deck versehener Wagen, in dem ein Kind während
seines ersten Lebensjahres ausgefahren wird; -zeit,
die jo. Pl.j Kindheit; -zimmer, das Zimmer inner
halb einer Wohnung, das für das Kind, die Kinder
eingerichtet ist
Kindes| -alter, das /o. Pl.f Altersstufe, in der man
Kind (l.i) ist; -entführung, die Jur. Entführung
eines Minderjährigen aus dem vom Erziehungs
berechtigten bestimmten Aufenthaltsbereich: er wur
de wegen K . verurteilt; -kinder, die /PL; in der
Verbindung/ Kinder und K. Kinder und Enkel: etw.
erbt sich fort bis zu den Kindern und Kindes
kindern; -liebe, die Liebe eines Kindes zu seinen
Eltern; -mutter, die /nur mit best. Art., o. Pl.j Jur.
Mutter des in Frage stehenden Kindes; -tÖtung, die
Jur. vorsätzliche Tötung eines Kindes während od.
unmittelbar nach der Geburt durch die Mutter;
-vater,der/nurmitbest.Art., o. PI./Jur. vgl. -mutter
kindhaft /Adj./ in der Art eines Kindes, wie ein
K ind (1.1): seine kindhafte Offenheit; sich k. be
nehmen
Kindheit, die; /o. Pl.j Lebenszeit eines Menschen
von der Geburt bis zur Geschlechtsreife: eine frohe,
freudlose, glückliche, unbeschwerte K. haben,
verleben; die Tage, Erlebnisse der K .; aus seiner
K. erzählen
Kfndheits| -erinnerung, die /vorw. PL/ Erin n e
rung an die Kindheit; -erlebnis, das Erlebnis in der
Kindheit
kindisch /A dj./ töricht, wie von einem Kind (1.1):
ein kindischer Einfall, Unfug, Trotz; sein kin
discher Eigensinn; er schämte sich seiner kin
dischen Angst; seid, benehmt euch nicht so k. (wie
Kinder)!
kindlich /Adj./ 1.1, in der Art eines Kindes (1.1),
einem Kinde entsprechend: ein! kindliches Gesicht,
Lachen, Spiel; die kindliche Zartheit, Unschuld,
Phantasie; kindliche Neugier; k. aussehen, lachen
1,2, einfältig, naiv wie bei einem Kind (1.1): seine
kindliche Vertrauensseligkeit; er hat ein kindliches
Gemüt; eine kindliche Freude an etw. haben
Kinds| -köpf, der umg. kindischer Mensch; -läge,
die Med. Lage des Kindes in der Gebärmutter, bes.
während der Geburt
Kind|taufe, die 1, Taufe eines Kindes — 2. zur K.
(Feier von 1) eingeladen sein
Kinematik, die; -, /o. Pl.j Teilgebiet der Physik, das
sich mit der Bewegung der Körper im Raum in Ab
hängigkeit von der Zeit, ohne Berücksichtigung der
bewegenden Kräfte befaßt; dazu kinematisch /Adj.;
nicht präd./
Kinetik — Kirschbaum
643
Kinetik, die; jo. Pl.j Teilgebiet der Physik, das
sich mit der Bewegung unter dem Einfluß innerer od.
äußerer Kräfte befaßt; dazu kinetisch /Adj.; nicht
präd.j
Kinkerlitzchen, die fPl.f umg. 1. niedliche Sachen
ohne rechten W ert: modische K.
—
2. Albernheiten:
mach keine K .!; laß diese K .!
Kinn, das; -(e)s, -e halbrunder, mehr oder weniger
vorspringender Teil des Gesichts unterhalb des
M u n d e s : ein rundes, breites, spitzes, fliehendes K .;
das K. in die Hand stützen
K|nn| -backe, die einer der zwei seitlichen Teile des
Unterkiefers: breite, starke Kinnbacken; -hart, der
Bart (1.1) am K inn; -haken, der von unten her ge
führter Faustschlag gegen das K in n : ein wuchtiger
K .; -lade, die vgl.
- backe
K|no, das; -s, -s 1. Baum, Gebäude, in dem gegen
Zahlung von Eintrittsgeld Filme vorgeführt werden:
im K. läuft ein neuer Film — 2. jo. Pl.j Vorführung
eines Films in 1 : das K. beginnt um 19.30 Uhr;
ins K . gehen
Kino] -besuch, der; -besucher, der jmd . ,
der ein
Kino besucht; -gänger, der; -s, - jmd., der häufig ins
Kino geht; -karte, die Eintrittskarte für den Besuch
eines Kinos; -saal, der Zuschauerraum des Kinos
Kintopp, der; -s, -s/Kintöppe umg. /oft emot.j Kino
(Ü2)
Kiosk, auch Kiosk, der; -(e)s, -e frei stehendes, leicht
gebautes Häuschen, an dem bes. Zeitungen, Er
frischungen verkauft werden: seine Zeitung am K.
kaufen; eine Bockwurst am K. essen
Kippe, die; -,
-n I. Turnen Übung, bei der sich der
Turner am Gerät aus dem Hang mit einem Schwung
in den Stütz hebt — II . Bergm. Stelle, an der Ab
raum aufgeschüttet wird — IH . umg. Stummel, Best
einer gerauchten Zigarette
+ etw. steht auf der K. (etw. droht herunterzufallen,
umzustürzen; etw. ist unsicher)
kippeln jsw. Vb.; hat/1.1 . etw. kippelt etw. wackelt
(1): der Tisch, die Vase kippelt 1,2. jmd. kippelt
(mit dem Stuhl) (jmd. schaukelt beim Sitzen auf den
beiden hinteren od. vorderen Stuhlbeinen)
kippen fsw. Vb.; ist, hat/ 1. /von Gegenständen, die
höher als breit sind/ das Übergewicht bekommen und
Umstürzen (ist): jvorw. mit Bichtungsangabej die
Leiter ist zur Seite, der Korb ist von der Bank, der
Wagen ist in den Graben gekippt — 2 . (hat) 2.1.
etw. aus dem Gleichgewicht in eine schräge Lage
bringen: eine Kiste (auf die Kante) k. 2 .2 . etw. da
durch ausschütten, daß man den Behälter in eine
schräge Lage bringt: Wasser aus dem Eimer, Sand
auf die Straße k.
4- einen hinter die / Binde k.; aus den / Lat
schen, / Pantinen k.
Kipper, der; -s, - 1. zum Transport von Schüttgut
verwendetes Fahrzeug, dessen Ladefläche durch
Kippen (2.1) entleert wird — 2. Einrichtung, auf
der Transportfahrzeuge mit Schüttgut zum Ent
leeren schräg gestellt werden können
Kipp] -fenster, das durch Kippen (2.1) zu öffnendes
Fenster; -Schalter, der elektrischer Schalter, der
durch Bewegen des Schalthebels nach oben od.
unten betätigt wird
Kirche, die; -,
-n 1. meist mit einem Turm und einer
Glocke, Glocken versehenes Bauwerk fü r den Gottes
dienst christlicher Gemeinden: eine romanische,
gotische, alte, moderne K .; eine K . besichtigen; in
der K . ist heute Gottesdienst, eine Abendandacht
—
2. (organisierte) Gemeinschaft von Christen eines
bestimmten Glaubensbekenntnisses: die katholische,
lutherische, reformierte K .; er ist aus der K. aus
getreten; die Trennung von K . und Staat —
8. umg. Gottesdienst: die K. beginnt um zehn Uhr;
zur K . gehen
4 umg. die K. im Dorf lassen (im Bereich des Ver
nünftigen, Möglichen bleiben; nicht übertreiben);
die K. ums Dorf tragen (unnötige Umwege machen);
—
etw. ist so sicher wie das / Amen in der K.
Kirchen | -älteste, der; -n,
-n Vertreter der Ge
meinde (2.2) im Kirchenvorstand; -besuch, der
jvorw. Sg .f Teilnahme am Gottesdienst; dazu -be
sucher, der; -buch, das vom Geistlichen einer Kirche
geführtes Buch, in dem Geburten, Taufen, kirchliche
Eheschließungen und Sterbefälle von Mitgliedern
dieser Kirche eingetragen werden; -chor, der Chor aus
Mitgliedern einer Gemeinde (1.2); -geschickte, die
jo. Pl.j Geschichte der Entwicklung der christlichen
Kirche (2); -glaube(n), der Glaube, der auf der Lehre
der Kirche (2) beruht; -glocke, die Glocke einer
Kirch e (1): das Geläut der Kirchenglocken; -jahr,
das durch die Kirche (2) im Hinblick auf die kirch
lichen Feste gegliederter Zeitraum eines Jahres, der
am 1. Advent beginnt; -konzert, das Aufführung
kirchlicher Musik, Konzert in einer Kirche (1); -licht,
das 4- umg. jmd. ist kein K. (jmd. ist nicht klug);
- lied, das für den Gottesdienst in christlichen K ir
chen bestimmtes, von der Gemeinde gesungenes Lied ;
- maus, die + umg. arm wie eine K. (sehr arm);
- musik, die jo. Pl.j für den christlichen Gottesdienst
bestimmte instrumentale od. vokale M u sik ; -raub,
der Diebstähl von Kunstgegenständen aus einer
Kirche (1); -recht, das jo. Pl.j Gesamtheit der recht
lichen Bestimmungen über Verfassung und Ver
waltung der Kirche (2) und die Beziehungen ihrer
Mitglieder untereinander; -schiff, das großer saal
artiger Hauptraum in einer Kirche für die Gemeinde
(1.2); -Staat, der Gebietsteil von Bom , in dem der
Papst die staatliche Souveränität ausübt; -Steuer,
die Steuer, die die Kirche (2) von ihren Mitgliedern
erhebt; -Tater, der berühmter Schriftsteller, Lehrer
der christlichen Kirche der ersten Jahrhunderte;
-Vorstand, der aus Vertretern einer evangelischen
Gemeinde (2 .2 ) und einem Geistlichen bestehendes
Gremium, das die kirchlichen Angelegenheiten ver
waltet und leitet
K|rch| -gang, der Besuch des christlichen Gottes
dienstes; -gänger, der; -s, - jmd., der (regelmäßig)
den christlichen Gottesdienst besucht; -hof, der
1and sch. Friedhof (neben einer Kirche)
kirchlich jAdj.j 1. /nicht präd.j zur Kirche (2) ge
hörend : ein kirchlicher Würdenträger; kirchliche
Angelegenheiten; ein kirchliches Amt — 2. nach
Brauch und Vorschrift der Kirche (2) vorgenommen:
eine kirchliche Trauung, Bestattung; ein kirch
licher (von der Kirche festgelegter) Feiertag —
3. im Sinne der Kirche (2) denkend, handelnd: ein
kirchlicher Mensch; sie denkt nicht mehr k.
Kirch zu Kirche 11-platz, der Platz vor der Kirch e;
-türm, der; -weih, die; -,
-en 1andsch. Fest an
läßlich des Jahrestages der Einweihung einer Kirche
Kfrmes, die; -sen 1and sch. Kirchweih
kirre jAdj.j
+ salopp jmdn. k. (gefügig) machen
Kirsch] -bäum, der 1. Obstbaum mit weißen Blüten
41*
644
Kirschblüte — Klagelied
und (roten) süßen od. sauren, kugeligen, weichen und
fleischigen saftigen Früchten, die einen harten Kern
haben — 2. /o. PI./ Holz von 1 als Material bes. für
M öbel: ein Schlafzimmer in, aus K .;
-Wüte, die
Kirsche, die;
- n Frucht des Kirschbaums: süße,
saure Kirschen
-f- mit jmdm. ist nicht gut Kirschen essen (mit
jmdm. ist schwer auszukommen)
Kirsch/kirschl -geist, der fo. PL/ aus Kirschen her
gestellter Branntwein; -kern, der; -kuchen, der;
•likör, der aus Kirschen hergestellter Likör; -rot
fAdj.j leuchtend rot; -saft, der aus Kirschen her-
gestellter Saft; -wasser, das /bei Mengenangabe PL
- wasser/ Kirschgeist
Kissen, das; -s, - mit weichem Material, bes. Federn,
gefüllte, zugenähte, viereckige od. runde Hülle aus
Stoff, Leder od. Plast, die als Unterlage beim Liegen
od. Sitzen dient: das K. ist mit Federn, Schaumstoff,
Roßhaar gefällt; ein K. auf die Couch, den Stuhl
legen; jmdm. ein K. unter den Kopf schieben;
auf einem K. sitzen
Kissenl -bezug, der Überzug über ein K issen ;
-schiacht, die scherzh.: eine K. machen (sich
gegenseitig aus Spaß mit Kissen bewerfen); -Über
zug, der vgl.
- bezug
Kiste, die; -,
- n 1. bes. für den Transport verwendeter
rechteckiger Behälter aus Holz (mit Deckel, der auf
genagelt werden kann): eine schwere K .; eine K. mit
Büchern; etw. in Kisten verpacken; eine K.
Apfelsinen /als Inhaltsmenge/ — 2 . /oft emot. neg./
Fahrzeug, bes. Auto, Flugzeug: diese alten Kisten
sind oft besser, als man denkt
+ salopp die K. ist völlig verfahren (eine Sache,
Angelegenheit ist völlig in Unordnung)
Kitsch, der; -(e)s, fo, PI./ formal und ideell meist
wertloses, häufig mit sentimentalen Effekten aus
gestattetes, einen ungebildeten Geschmack anspre
chendes Produkt der darstellenden Kunst, der Litera
tur, M u sik; dazu kitschig /Adj./
Kitt, der; -(e)s, /o. PI./, fachspr.
-e 1. teigige,
plastisch formbare Masse, die an der Luft erhärtet
und zum Kleben, Binden, Abdichten und Ausfüllen
von Fugen dient: der K. wird hart, bröckelt vom
Fensterrahmen; Ritzen mit K. verschmieren —
2* fo. PL/ salopp 2.1. Unsinn (1): laß mich mit
dem K. in Ruhe!; rede nicht solchen K .! 2.2 . der
ganze K. das ganze Zeug: was kostet denn der
ganze K .?
Kittchen, das; -s, - umg. scherzh.: dersitztim K.
(verbüßt eine Haftstrafe in einer Haftanstalt); er ist
ins K. gekommen, gewandert
Kittel, der; -s, - 1 . aus leichtem Stoff gefertigtes ein
faches, oft einfarbiges, einem Mantel ähnliches K lei
dungsstück, das über der Kleidung bei der Arbeit ge
tragen w ird : der weiße K. des Arztes, Chemikers —
2. lockere, hemdartige Bluse im Stil des Kasacks
Kittelschürze, die oft farbig gemusterter, kurz
ärmeliger Kittel, der von Frauen bes. bei der Haus
arbeit getragen wird
kitten, kittete, hat gekittet 1.1. etw. Zerbrochenes
mit einem bestimmten Klebstoff wieder zusammen
fügen: einen zerbrochenen Teller k. 1.2. etw. an,
au f etw. kleben (1.1): einen Henkel wieder an eine
Tasse k.
Kitz, d as; -es,
-e Junges von Reh, Gemse: eine
Ricke mit ihrem K.
Kitzel, der; -s, - /vorw. Sg./ 1. leichter Juckreiz:
er verspürte einen K. in der Nase — 2. mit Erre
gung verbundenes Verlangen, etw. zu tun, was
gefährlich, verboten ist: einen K. nach etw. ver
spüren; einem K . nachgeben
kitzelig /Adj./ s. kitzlig
kitzeln /sw. Vb.; hat/1.1. jmdn. k. bei jmdm. durch
absichtliches, wiederholtes Berühren der Haut einen
Juckreiz hervorrufen, der ein meist krampfhaftes
Lachen verursacht: jmdn. (an den Fußsohlen) k.;
jmdn. mit einem Grashalm an der Nase k. 1 .2 .
etw. kitzelt jmdn. etw. verursacht jmdm. einen
(unangenehmen) Juckreiz auf der Haut: sein Bart
kitzelte sie — 2. die Neugier kitzelte (reizte) sie,
den fremden Brief zu lesen; es kitzelte (gelüstete)
ihn danach (ihr das Geheimnis zu verraten)
Kjtzler, der; -s, - Klitoris
kitzlig /Adj./ 1. empfindlich gegen Kitzeln (1): seine
kitzlige Stelle sind die Fußsohlen; er ist sehr,
nicht k.
—
2. umg. 2 .1 . heikel (1): eine kitzlige
Frage; ein kitzliger Fall 2.2 . die Lage wurde all
mählich sehr k. (bedenklich, gefährlich)
Klabautermann, der jo. PL/ nach früherer aber
gläubischer Vorstellung der Seeleute ein Naturgeist,
der durch sein Erscheinen Gefahr für das Schiff
anzeigt
Klacks, der; -es,
-e norddt. umg. 1. geringe
Menge einer weichen Masse: ein K. Butter, Schlag
sahne — 2.das ist fürihn ein K. (eine Kleinigkeit)
Kladde, die; -,
- n 1.1. Kladdeheft 1.2. etw. erst
einmal in K. (ins Unreine) schreiben
Kladdejheft, das Heft für vorläufige Niederschriften
Kladderadatsch, der; -(e)s, /o. PL/ um g. all
gemeines, erregtes Durcheinander um etw.: es gab
einen ziemlichen K .; es entstand ein großer K.
klaffen /sw. V b.; hat/ etw. klafft 'ein breiter Spalt,
ein weiter und tiefer Zwischenraum besteht zwischen
sonst zusammenhängenden Teilen: breite Risse,
tiefe Spalten k. in der Mauer; vor uns klaffte ein
Abgrund; eine klaffende Wunde
kläffen /sw. Vb.; hat/ schrill bellen: der kleine
Hund kläffte wütend
Kläffer, der; -s, - 1 . fortwährend kläffender (kleiner)
Hund: ein kleiner K.
—
2. jmd.,
der eifernd,
kleinlich (und unberechtigt) kritisiert: er ließ sich
durch die K. nicht beeindrucken
Klage, die; -,
-n 1. lautliche, sprachliche Äußerung
des Schmerzes, Kummers: in laute, verzweifelte,
heftige Klagen ausbrechen; die K. um den Ver
storbenen, Verlust — 2. sprachliche Äußerung der
Unzufriedenheit über etw., jmdn., Beschwerde: über
ihn, seine Ungerechtigkeit, über die Mißstände er
hoben sich viele Klagen, wurden Klagen laut;
über etw. K . führen; sich in Klagen ergehen;
jmds. Verhalten gibt Grund zur K.; scherzh.
daß mir keine Klagen kommen! /als Ermahnung,
sich anständig zu benehmen/ — 3. Jur. das Geltend
machen eines Rechtsanspruches vor Gericht: eine
gerichtliche, zivilrechtliche K .; eine K. auf Schei
dung, Zahlung der Schulden; eine K . vor Gericht
bringen; K. gegen jmdn. erheben; einer K. statt
geben; eine K. (Klageschrift) abfassen, einreichen
Klage| -laut, der Schmerz ausdrückender Laut:
wilde, heftige Klagelaute ausstoßen; -lied, das
jmds. große Unzufriedenheit ausdrückende, meist
jammernd vorgetragene Äußerungen: ein K. über
jmdn., etw. anstimmen; der mit seinen ewigen
Klageliedern!
klagen jsw. Yb.; hat/ 1.1. seinen Schmerz, Kummer
lautlich, sprachlich äußern, ausdrücken, jammern:
heftig, laut, leise vor sich hin k .; er klagt um sein
verlorenes Glück, vor Schmerzen; über Schmerzen
k.; O eine klagende Melodie 1.2. jmdm. seinen
Kummer, sein Leid mitteilen: jmdm. sein Leid,
Mißgeschick, seinen Schmerz k .; um g. Gott sei’ s
geklagt (leider)! — 2 . über etw., jmdn. k. seine
Unzufriedenheit über etw*, jmdn. äußern, sich über
etw., jmdn. beschweren, beklagen: über den ständi
gen Lärm, unfreundliche Menschen k .; mir geht
es gut, ich kann nicht k.
—
3. Jur. vor Gericht
einen Rechtsanspruch geltend machen: vor, bei Ge
richt (gegen jmdn.) k .; auf Schadenersatz k .; die
klagende Partei; der klagende Teil; zu 3 Kläger*
der; -s,
Klage]Schrift* die Jur. schriftliche Abfassung einer
Klage
kläglich fAdj.f 1. großen Jammer (2) ausdrückend:
k. weinen, seufzen; ein klägliches Stöhlen; er
machte ein klägliches (hilfloses) Gesicht — 2.
jämmerlich (2): etw., jmd. bietet einen kläglichen
Anblick; ihm ist k. zumute (sehr elend durch Leid,
Unglück, Unwohlsein); er ist k. (unter jämmerlichen
Umständen) umgekommen — 3. allzu gering (2):
ein kläglicher Rest, Verdienst; die Ausbeute war
k.
—
4.1 . ziemlich minderwertig, enttäuschend: eine
klägliche Leistung; ein klägliches Ergebnis; es war
k., was er geboten hat 4.2 . unrühmlich: sein Ver
halten war k .; einen kläglichen Kompromiß
schließen; eine klägliche Niederlage; k. versagen
klag|los fAdj.; vorw. adv.f ohne zu klagen (1): ein
Unrecht' k. hinnehmen; eine Krankheit k. er
tragen
Klam&uk* der; -s, fo. Pl.j salopp 1. von Menschen
in übermütiger Ausgelassenheit verursachter Lärm :
seid still, macht nicht solchen K .; das Fest wurde
mit großem K. gefeiert — 2. dieser Film ist der
reinste K. (ein künstlerisch wertloses Stück mit auf
dringlich billiger und turbulenter Handlung)
klamm fAdj.; nicht adv.f 1. von der Luftfeuchtig
keit durchzogen, feuchtkalt: die Sachen, Decken,
Betten sind (noch) ganz k.
—
2. steif vor Kälte:
klamme Finger haben — 3. fvorw. präd.f umg.
wenig Geld habend: ich bin heute ein wenig k.
Klamm, die;
- en schmales Tal mit steilen hohen
Berghängen, dessen Sohle (4) von einem Fluß
eingenommen wird
Klammer* die;
-n 1. kleinerer Gegenstand aus
Holz, Metall od. Plast in verschiedenen Formen,
der zum Zusammenhalten, Befestigen dient: Wäsche
mit Klammern (Wäscheklammern) auf der Leine
befestigen; zwei Blätter mit einer K . (Büro
klammer) aneinanderheften — 2. K . , Klammern
Schriftzeichen verschiedener Form, die paarweise in
gegeneinander spiegelbildlicher Form verwendet
werden, um einen Textteil cd. in der Mathematik
eine zusammengesetzte Größe einzuschließen', runde,
spitze, eckige, geschweifte Klammern; die Be
merkung steht in Klammern; ein Wort, einen
Satz in Klammern setzen; bei einer Rechenauf
gabe zuerst die K., Klammern auflösen; vor der
K. steht ein Minuszeichen
Klammer|beutel* der Beutel für Wäscheklammern
+ salopp scherzh. du bist wohl mit dem K.
gepudert (du bist wohl verrückt)!
klammern jsw. Yb.; hat/ 1. sich an etw., jmdn. k.
sich an etw., jmdm. mit aller Kraft festhalten: sich
an ein Geländer k .; der Ertrinkende klammerte
sich an seinen Retter; O sich an einen Gedanken,
eine Hoffnung, Illusion, seinen Freund k. (dabei,
bei ihm Hilfe, Halt suchen) — 2. etw. an etw. k.
etw. mit Wäsche-, Büroklammern an etw. befestigen:
die Wäsche an die Leine, ein Blatt Papier an ein
anderes k.
—
3. eine Wunde k. (Wundränder mit
Klammern Zusammenhalten)
Klammerl sack* der f P l .
- s a cke/ vgl. Klammer
beutel
Klamotte* die; -,
-n salopp 1. /nur im Pl.f Klei
dung: sie sind Tag und Nacht nicht aus den
Klamotten gekommen; zieh die nassen Klamotten
aus!; in den Klamotten kannst du nicht ins
Theater gehen!; O pack deine Klamotten (deine
Sachen) und verschwinde! — 2. landsch.,
bes.
berl. (zerbrochener) Mauerstein: überall auf den
Straßen lagen Klamotten herum — 8 . künstlerisch
meist geringwertiges, veraltetes Stück der Unter
haltungskunst mit albernen Späßen und anspruchs
loser Handlung: das war vielleicht eine K .!; eine
billige K . spielen
Klampfe* die; -,
-n
veraltend Gitarre
Klang* der; -es, Klänge 1. Erscheinung von lTönen
(1.1, 1.3), bei der sich mehrere Frequenzen über
lagern k ö n n e n : ein heller, metallischer, lauter,
zarter, sanfter, lieblicher, reiner, melodischer K .;
der volle K. der Glocken; der feine K. der Gläser;
die Trommel gab einen dumpfen K. von sich;
ferne, abgerissene Klänge vernehmen; unter den
Klängen der Nationalhymne — 2. jo. PL/ die
Geige hat einen weichen, vollen K . ,
das Radio
hat einen reinen, guten K. (Klangfarbe); jmdn.
am K . seiner Stimme erkennen; wir hörten auf
dem Flur den K. (das Geräusch) seiner Schritte;
seine W orte hatten einen drohenden, schneidenden,
spöttischen K. (Unter on); O jmds. Name hat
einen guten K. (jmd. hat einen guten Ruf, gutes
Ansehen) — 3. fnur im Pl.j Musik (1.2): aus dem
Konzertsaal drangen bekannte Klänge; unter den
Klängen eines Marsches der Kapelle marschierten
die Sportler ins Stadion
+ mit, ohne / Sang und K.
Klang] -färbe* die fo. Pl.j Art und Weise, wie etw.
klingt; “fülle, die Fülle, Reichtum an Klang (1):
die herrliche K . der Orgel; -körper, der geh .
Orchester, Chor im Hinblick auf seinen Klang (2);
dieses Orchester ist ein K . von internationalem
Ruf
klanglich fAdj.; nicht präd.f den Klang (1, 2) be
treffend: ein Werk von großer klanglicher Schön
heit
klang/Klang] -los fAdj.f ohne Klang (1), tonlos:
eine klanglose (rauhe) Stimme; -malerei* die
musikalische Darstellung von etw. durch (harmo
nische) Klänge, Tone; -regier* der Vorrichtung zur
Einstellung der Klangfarbe bei Geräten zur Wieder
gabe von Tönen, Sprache und Musik; -voll fAdj.f
angenehm klingend, voll tönend: eine klangvolle
Stimme
Klapp| -bett* das fPl.
- en/ Wandklappbett; -deckel*
der an einer Seite eines Behältnisses befestigter
Deckel, der hochgeklappt werden kann: ein Bier
seidel, Mülleimer mit einem K .
Klappe* die; -n 1. horizontal od. vertikal beweglich
befestigte Scheibe, Platte zum Öffnen und Ver
klagen — Klappe
645
schließen einer Öffnung od. hei Leitungen (4.1) zum
Drosseln des hindurchfließenden Mediums: die K.
am Briefkasten, Ofenrohr; die Klappen der Klari
nette — 2. salopp /in der Verbindung/ in die K.
(ins Bett) gehen
+ salopp die K. aufreißen, die große K. haben
(großsprecherisch sein); die, seine K. halten (nicht
reden, still sein); jmdm. eins auf die K. geben
(jmdm. einen Schlag auf den Mund geben); — zwei
/ Fliegen mit einer K . schlagen
klappen /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1. etw. an einer Seite
Befestigtes in eine bestimmte Richtung bewegen
(hat): einen Deckel in die Höhe k.; den Kragen
nach oben k .; er klappte den Kragen seines Hem
des, den überstehenden Teil des Bucheinbandes
nach innen 1.2. etw. an einer Seite Befestigtes
bewegt sich in eine bestimmte Richtung (ist): die
Fensterläden klappten nach außen; der Deckel
klappte nach hinten — 2. (hat) auf dem Gang k.
die Türen (bringen die Türen beim Auf- und Zu
schlägen ein Geräusch hervor); man hörte ein
Fenster k.
—
3. umg. etw. verläuft wie gewünscht,
gelingt (hat): die Generalprobe hat geklappt; die
Sache muß, wird k.
Klappentext, der Buchw. über den Inhalt des
Buches informierender kurzer Text auf dem nach
innen geklappten Teil des Schutzumschlages: einen
K. entwerfen
Klapper, die; -,
-n Gegenstand, bes. Spielzeug für
Kleinstkinder, der aus einem viele Kügelchen enthal
tenden Hohlkörper und einem Griff besteht und mit
dem man durch Schütteln ein klapperndes Geräusch
hervorbringen kann: das Baby spielt mit der K.
klapper|dürr, auch klapperjdürr / Adj.; em o t.f sehr
mager: er war k. und sah elend aus
klapperig /Adj./ s . klapprig
Klapper s a lo p pl -kästen, der /PI.
- kästen/1. altes,
klappriges Fahrzeug — 2. altes, abgenutztes Klavier;
- k iste, die vgl.
- kästen 1
klappern jsw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1. /von harten,
aneinanderstoßenden Gegenständen/ etw. gibt eine
Folge von kurzen, harten, rasch aufeinanderfolgen
den Geräuschen von sich: die Eimer, Kastagnetten
k.; ihre Holzschuhe k. auf dem Pflaster 1.2. mit
etw. k. mit etw. Geräusche von 1.1 hervorbringen:
mit den Töpfen k.
—
2. sich mit dem Geräusch
von 1.1 in eine bestimmte Richtung bewegen (ist): er
klappert mit seinen Holzschuhen über die Straße
Klapperl -schlänge, die giftige Otter A m erikas mit
einem Schwanzende aus kapselförmigen Teilen aus
Horn, das sie in der Erregung unter lautem Zischen
rasselnd aufrichtet; -storch, der Kinderspr.
Storch
Klapp|-fahrrad, das kleines, zusammenklappbares
Fahrrad; -fenster, das durch Klappen in vertikaler
Stellung zu öffnendes Fenster; -messer, das Messer,
dessen Klinge seitlich in das Innere des Griffes ge
klappt werden kann
klapprig /Adj./ umg. 1. abgenutzt und klappernd:
eine klapprige Schreibmaschine; dieses klapprige
alte Auto — 2. alt (1.2), hinfällig und sehr mager:
er ist schon ziemlich k.
Klapp| -sitz, der hochklappbare Sitzfläche (eines
Sessels), bes. im Kino, Theater; -Stuhl, der vgl.
- tisch; -tisch, der mit Scharnieren versehener, zu
sammenklappbarer Tisch
Klaps, der; -es, -e leichter Schlag mit der flachen
646
klappen — klarieren
Hand: er gab dem Kind einen K. auf den Popo,
auf den Mund
-f- umg. einen K. haben (nicht ganz normal sein);
einen K. kriegen, bekommen (verrückt wer
den)
Klaps|mühle, die salopp Nervenklinik: wenn das
so weitergeht, bin ich bald reif für die K.
klar /Adj./ 1 .1 . durchsichtig, nicht trübe, sauber:
das klare Wasser des Gebirgsbaches; jetzt sind die
Fensterscheiben wieder k. 1.2. eine klare (nicht
angedickte) Brühe, Suppe; ein klarer (wolkenloser)
Himmel; klares (nicht dunstiges od. nebliges)
Wetter 1.3. in manchen Augenblicken war der
Kranke ganz k. (bei vollem Bewußtsein) — 2 .1 .
verständlich (2): eine klare Aussage; eine klare
Gliederung; sich k. ausdrücken 2.2. deutlich, ein
deutig: eine klare Stellungnahme; ein klares Be
kenntnis; er antwortete mit einem klaren Nein;
eine klare Vorstellung von etw. haben; das ist
eine klare Sache; klare (geordn ete) Verhältnisse
schaffen; der Läufer H liegt k. in Führung; „d a
hast du dich aber beeilt!“ „N a k. (selbstverständ
lich, natürlich), ich wollte ja möglichst schnell da
mit fertig werden“ — 3. fachspr. /in Verbindun
gen/ Schiff k. zum Gefecht (gefechtsbereit); k.
Schiff machen (das Deck säubern) — 4 . /nur attr./
lan dsch. klarer (feinkörniger, kristalliner) Zucker
-f- sich über etw. im klaren sein (etw. ganz genau
wissen, verstehen); — klarer
Fall!; etw. / klipp
und k. sagen; k. wie / Kloßbrühe, wie dicke
Tinte
Klar|anlage, die Anlage zur Reinigung von Ab
wässern
Klar/klar| -blick, der /o. PI./ Fähigkeit, etw. richtig,
genau zu beurteilen: der nötige K. fehlt ihm;
-denkend [Adj.; vorw. attr./ vernünftig und nüchtern
denkend: er ist ein klardenkender Mensch
Klare, der; -n, -n /bei Mengenangabe PI. Klare/
umg. wasserheller Branntwein ohne Zucker und
Geschmacksstoffe, bes. 2Korn, Wodka: er trinkt
nur Klaren; ein Klarer wäre mir lieber
klären /sw. Vb.; hat/ 1.1. eine Flüssigkeit z. B .
durch Filtrieren von trüben Bestandteilen frei
machen: Abwässer k.; Obstsaft k. (abschäumen)
1.2. sich k. von trüben Bestandteilen frei werden:
das Wasser hat sich geklärt — 2 .1 . etw. k. Un
klarheiten, Mißverständnisse, Zweifel über etw. be
seitigen : eine Angelegenheit, eine Frage k .; es ist
noch nicht geklärt, wer der Täter ist; ein klärendes
Gespräch 2.2. etw. klärt sich etw. wird klar (2.2):
in der Zwischenzeit hatte sich die Sachlage von
selbst geklärt — 3 . S p o r t der Verteidiger konnte
k. (die Gefahr vom Tor abwenden)
klar|gehen /Vb.[ um g. etw. geht klar etw. verläuft
wie gewünscht: das geht klar, wird schon k.!; ist
(mit der Prüfung) alles klargegangen?; das geht
klar (wird erledigt)
Klarheit, die; -, jo. PI./ 1. /zu klar 1 u. 2/; zu 1.1:
ein Kristall von großer K .; zu 2.2: sich K. über
etw. verschaffen (sich ein genaues Bild von etw.
machen und dadurch die Unklarheiten beseitigen);
umg. scherzh. jetzt ist alle K. restlos beseitigt
(jetzt ist alles verworren, gar nichts mehr zu ver
stehen) — 2 . akustische Reinheit: die K. seiner
Stimme
klarieren /sw. Vb.; hat/ Seemannsspr.: ein ein
laufendes, auslaufendes Schiff k. (die Fo rm alitäten
Klarierung — Klassenstandpunkt
647
für den Zoll, die Abfertigung erledigen); dazu
Klarierung, die; -,
-en
Klarinette, die;
-n Holzblasinstrument mit
zylindrisch gebohrter Röhre und schnabelförmigem
Mundstück und einfachem Rohrblatt; dazu Klari
nettist, der; -en, -en
klgr/Klar| -kommen /Vb./ umg. 1.1. mit etw. k.
etw. bewältigen: er ist mit der Aufgabe, dem Thema
gut klargekommen; kommst du da klar (begreifst,
verstehst du das)*! 1.2 . mit jmdm. auskommen, zu
rechtkommen, keine Schwierigkeiten haben: mit ihm
bin ich immer klargekommen; -legen jVb.f jmdm .
dtw. erklären (1.1); -machen /Vb./ 1. jmdm. etw.
verständlich, deutlich machen: du mußt ihm k., daß
es so nicht weitergehen kann — 2. fachspr. ein
Schiff, Flugzeug, eine Maschine k. (ein satzb ereit
machen); -sehen jVb.f umg. (in etw.) k. das Wesent
liche von etw. erkannt haben, etw. überblicken: jetzt
sehe ich endlich klar (in dieser Sache); -sieht, die
jo. Pl.j Klarblick; -sichtfolie, öde durchsichtige Folie;
-stellen jVb.f etw. (nachdrücklich) erklären und
richtigstellen: einen Sachverhalt k.; ich möchte
ein für allemal k., daß ...;
-text, der nichtchiffrier-
ter Text; <£>im K. (eigentlich) heißt das...
Klärung, die; -,
-enjvorw. Sg.; zuklären1u.2/;
zu 2.1: die K. der Begriffe; die K. einer An
gelegenheit fordern
klar [werden jV b.j jmdm. wird etw. klar, jmd. wird
sich über etw. klar jmd. erkennt (2.2) etw.: jetzt
wurde ihm erst klar, was er da angerichtet
hatte
Klasse, die; -,
-n 1. die Gesellschaft konstituierende
große Gruppe von Menschen, die sich in einem
geschichtlich bestimmten System der gesellschaftlichen
Produktion von anderen Gruppen der Gesellschaft
unterscheidet, bes. nach ihrem Verhältnis zu den
Produktionsmitteln, durch ihre Rolle in der gesell
schaftlichen Organisation der Arbeit sowie in der
Art der Erlangung und dem Umfang des Anteils
am gesellschaftlichen R eichtum : die K. der Arbeiter,
Genossenschaftsbauern im Sozialismus; antagoni
stische Klassen; die unterdrückte, herrschende K .
im Kapitalismus — 2.1. Gesamtheit gleichaltriger
Schüler als organisatorische Einheit in der Schule:
die K. besteht aus 20 Schülern 2.2. Raum, in
dem sich 2.1 befindet: als er die K. betrat, erhoben
sich alle Schüler von ihren Plätzen 2.3 . Schuljahr:
er hat den Abschluß der zehnten K .; er besucht
die gleiche Schule, ist aber zwei Klassen über mir
—
3. Gruppe von Sachen, Lebewesen, die durch
gemeinsame Merkmale gekennzeichnet sind: W is
sen sch. eine K. von Objekten, Begriffen; etw.
einer K. zuordnen1; er startet in der K. (Alters
klasse) der Junioren; dieser Boxer ist Meister
zweier Klassen (Gewichtsklassen) — 4 . Biol. Ein
heit im System der Lebewesen, die zwischen Stamm
und Ordnung steht — 5. er hat die Erlaubnis zum
Führen von Kraftfahrzeugen für alle Klassen (für
alle nach den Anforderungen der Führung unter
schiedenen Arten von Kraftfahrzeugen) — 6 . /Preis
stufe für die Beförderung bei Verkehrsmitteln, bes.
der Eisenbahnf: ein Abteil erster, zweiter K.
—
7. /Rangstufe bei Auszeichnungen/: der National
preis erster K .
—
8. er ist ein Geiger erster K.
(ein erstklassiger Geiger); ein Hotel erster K. (ein
erstklassiges Hotel)
+ umg. etw., jmd. ist K. (etw.,
jmd. ist groß
artig, hervorragend); etw. ist eine K. für sich (ist
etw. ganz Besonderes)
Klasse umg. /emot./ zu Klasse 8 | -fahrer, der;
- frau, die; -läufer, der
Klassement, das; -s, -s [..mag, auch ..mü] Sport
Rangliste
Klassen/klassenl -arbeit, die Kontrollarbeit, die die
Schüler in der Klasse (2.2) unter Aufsicht des
Lehrers ausführen müssen; -aufsatz, der vgl.
- arbeit; -bewußt /Adj./ mit Klassenbewußtsein: er
ist ein klassenbewußter Arbeiter; -bewußtsein, das
gesellschaftliches Bewußtsein (eines Menschen), das
bestimmt ist durch die Zugehörigkeit zu einer be
stimmten Klasse in deren Beziehung zu anderen
Klassen sowie das Eintreten für die Interessen dieser
Klasse jvorw. auf Vertreter der Interessen der
Arbeiterklasse, Angehörige der Arbeiterklasse an
gewandt/: das K . der Arbeiterklasse entwickelt
sich zum sozialistischen und kommunistischen Be
wußtsein der ganzen Gesellschaft; ein ausgeprägtes
K. haben; -buch, das vom Klassenleiter geführtes
Dokument für Eintragungen über die (Leistungen
der) Schüler und den erteilten Unterricht; -feind,
der jo. Pl.j Vertreter(gruppe), als Gesamtheit auf-
gefaßte Vertreter einer gegen das Klasseninteresse
der Arbeiterklasse und aller Werktätigen gerichteten
Politik und Ideologie: den K. schlagen; Stör
manöver des Klassenfeindes; -gebunden /Adj./ u n
abdingbar mit dem Charakter, dem Standpunkt, den
Interessen einer Klasse (1) verquickt, von daher
bestimmt: klassengebundenes Handeln; -gegen-
satz, der Gegensatz, Widerspruch zwischen antago
nistischen Klassen: der K. zwischen Bourgeoisie
und Proletariat; unüberbrückbare Klassengegen
sätze; -gegner, der jo. Pl.j Klassenfeind; -gesell-
schaft, die /o. PI./ die aus antagonistischen Klassen
bestehende(n) Gesellschaftsformationen); -interesse,
das jvorw. PI./ Gesamtheit der durch die geschicht
liche Stellung und Rolle sowie die sozialökonomi
schen Verhältnisse objektiv bestimmten materiellen od.
ideellen Motive, Bedürfnisse, Ziele einer Klasse (1):
für die Durchsetzung der Klasseninteressen kämp
fen; -Justiz, die Rechtsprechung im Interesse der
Ausbeuterklasse, oft unter Mißachtung der bestehen
den Gesetze: er wurde ein Opfer der K .;
- kamerad,
der Mitschüler aus derselben Klasse (zu dem ein
engeres Verhältnis besteht); dazu -kameradin, die;
- kampf, der /o. Pl.j auf ökonomischem, ideologi
schem und politischem Gebiet ausgetragener Kampf
zwischen den ausbeutenden und ausgebeuteten Klas
sen, der die gesetzmäßige Triebkraft der gesellschaft
lichen Entwicklung in jeder Klassengesellschaft dar
stellt und in einer revolutionären Umgestaltung der
jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse gipfelt: die
Formen, Methoden des Klassenkampfes; -kollek
tiv, das Gesamtheit der Schüler einer Klasse (2.1)
als K ollektiv; -lehrer, der Klassenleiter; -leiter, der
vom Direktor eingesetzter, für eine Klasse (2.1) ver
antwortlicher Lehrer; -los /Adj./: die klassenlose
(nicht in antagonistische Klassen gespaltene) Gesell
schaft; -lotterie, die Lotterie, bei der die Gewinne
nach einem Plan zu verschiedenen Terminen gezogen
werden und bei der für jede Ziehung Lose verkauft
werden; -raum, der einer bestimmten Klasse (2.1)
zugeordneter Raum; -Spiegel, der schematische Dar
stellung der Sitzordnung der Schüler einer Klasse;
-Standpunkt, der durch das Klassenbewußtsein he-
648
Klassenstärke — Klavierunterricht
stimmter Standpunkt; -stärke, die Anzahl der
Schüler einer Klasse; -treffen, das Treffen ehe
maliger Schüler einer Klasse; -unterschied, der
vgl.
- gegensatz; -ziel, das Ziel der Bildung und
Erziehung, das nach dem Lehrplan .in einem Schul
jahr erreicht werden soll; -zimmer, das veraltend
vgl.
- raum
Klassifikation, die; -en /zu klassifizieren/
klassifizieren /sw. Vb.; hat/ etw., eine M enge (1.1)
nach bestimmten Merkmalen einteilen, ordnen
Klassik, die; jo. PI./ bestimmte Epoche, die sich
durch hervorragende, über die Zeiten gültige bes.
künstlerische, aber auch wissenschaftliche Leistungen
humanistisch-realistischen Gehalts auszeichnet: die
griechische, römische, deutsche, Wiener K.
Klassiker, der; -s, - 1.1, Vertreter einer klassischen
(2.1) Epoche: die deutschen K. 1.2. Künstler,
Wissenschaftler, dessen Werk sich als wegweisend,
mustergültig erwiesen hat: die K. des Marxismus-
Leninismus
Klassikerlausgabe, die Edition eines Klassikers
klassisch /Adj./ 1. die Antike betreffend: das klas
sische Altertum; die klassischen Sprachen (Grie
chisch, Latein des Altertum s); klassische Philologie
studieren; er hat ein klassisches (dem Schönheits
ideal der Antike entsprechendes) Profil — 2.1. zur
Klassik gehörend, für sie charakteristisch: das klas
sische Erbe; ein klassisches Werk, Drama, Ge
mälde; die klassischen Dichter, Musiker; klassische
Musik spielen; eine Dichtung im klassischen Stil
2.2. wie ein Werk der Klassik von hervorragender,
über die Zeiten gültiger Qualität: die klassische
Form dieser Symphonie; ein Werk von klassischer
Schönheit 2.8 . vollendet, mustergültig: eine klas
sische Formulierung; ein klassischer Beweis; er
spricht ein klassisches Französisch 2.4 . zu se in er
Zeit und längere Zeit maßgeblich, weil mustergültig
ausgeformt, aber durch die Entwicklung heute über
holt: die klassische Physik, Nationalökonomie; die
Entwicklung vom klassischen zum modernen Fuß
ball; das klassische Weltbild — 8 . typisch, bezeich
n en d : das ist ein klassischer Fehler ausländischer
Studenten; ein klassischer Fall versuchten Be
truges
Klassizismus, der; -, jo. PI./ Kunststil in der Archi
tektur, Plastik und Malerei von 1780 bis 1840, der
sich die klaren, strengen, geradlinigen und ein
fachen Formen des griechischen Altertums zum Vor
bild nahm; dazu klassizistisch jA d j.j : ein Gebäude
im klassizistischen Stil
Klatsch, der; -(e)s, jo. Pl.j I. das Geräusch des
Klatschens (1.1); er schlug mit einem lauten K.
auf das Wasser auf — II . abfälliges Reden über
abwesende Personen : K. verbreiten, weitertragen;
sich nicht um den K. der Nachbarn kümmern
Klatsch|base, die umg. Person, bes. Frau, die gern
klatscht (II. 1)
klatschen fsw . V b. ; hat, ist/ 1.1. etw. klatscht /bes.
von etw. Nassem, von einem Schlag mit der flachen
Hand/ etw. verursacht ein kurzes, helles Geräusch
(beim Aufprall auf etw.) (hat): die nassen Segel k.
im Wind; er bekam eine Ohrfeige, daß es nur so
klatschte — 2 . mit dem Geräusch von 1 an, auf,
gegen etw. prallen, schlagen (hat, ist): der Regen
klatschte ans, gegen das Fenster, aufs Dach —
3. (hat) 8.1. die Handflächen zum Zeichen des Bei
falls wiederholt aufeinanderschlagen: die Zuschauer
klatschten begeistert (Beifall) 3.2 . m it der flachen
Hand auf etw. schlagen: er klatschte sich vor
Freude auf die Schenkel — 4 . umg. etw. Flaches
od. Nasses heftig auf, an, gegen etw. werfen (hat):
am liebsten hätte er das Buch an die Wand ge
klatscht — II . (hat) 1. über abwesende Personen
m eist abfällig reden, herziehen: sie klatscht oft über
ihre Nachbarn — 2. landsch. jmdm. etw. hinter-
bringen, verraten: er hat alles dem Lehrer ge
klatscht
+ salopp jmdm. eine k. (jmdm. eine Ohrfeige
geben)
Klatsch(geschickte, die: die neuesten Klatsch
geschichten (den neuesten Klatsch II) erzählen
klatschhaft /A d jn ich t adv./ gern klatschend (II.l):
sie ist k., ist eine klatschhafte Person
Klatsch/klatsch| -maul, das saloppem ?. , der gern
klatscht (II.l); -mohn, der /o. P l.j wildwachsender
Mohn; :naß, -naß /Adj.; emot./ triefend naß: er
wurde bei dem Regen k .; -sucht, die fo. Pl.j Sucht
zu klatschen (II.l); dazu -süchtig /Adj./; -weib,
das umg. Klatschbase: er ist ein altes K.
klauben /sw. Vb.; hat/ 1. landsch. etw. einzeln
aufheben, aufsammeln: Krümel vom Boden k,.
—
2.* landsch. umg. etw. aussortieren: Bohnen,
Erbsen k.
—
3. österr. Beeren k. (pflücken)
Klaue, die; -,
-n 1. Huf der Wiederkäuer und
Schweine — 2. Krallen des Fußes beim Haarraub
wild und bei Raubvögeln: die Klauen des Löwen,
Tigers, Adlers — 3. /vorw. Pl.j salopp Hand (1):
nimm deine (dreckigen) Klauen da weg!"1; <> in
jmds. Klauen (Gewalt) sein, geraten; jmdn. aus
den Klauen seiner Feinde befreien — 4 . salopp
sehr schlechte, unleserliche Handschrift: der hat viel
leicht eine K .!
klauen /sw. Vb.; hat/ salopp etw. stehlen (1): das
hat er geklaut; jmd. hat ihm sein Rad geklaut
Klause, die; -,
- n kleiner, meist abgeschiedener
Raum: er zog sich in seine K. zum Arbeiten zu
rück
Klausel, die; -,
-n zusätzliche, besondere vorbehalt-
liche Bestimmung, bes. in einem Vertrag
Klausur, die; -,
- en 1. Klausurarbeit: eine K.
schreiben — 2 . /o. PI./ die Verhandlungen fanden
in strenger K. (unter Ausschluß der Öffentlichkeit)
statt — 3. ReL kath. Teil eines Klosters, der für
Außenstehende nicht zugänglich ist
Klausuri -arbeit, die Kontroll- od. Prüfungsarbeit,
die unter Aufsicht geschrieben wird; -tagung, die
Tagung unter Ausschluß der Öffentlichkeit
Klaviatur, die; -en [..v . .] Gesamtheit der Tasten
eines Tasteninstrumentes
Klavier, das; -(e)s,
-e [..v . .] Tasteninstrument,
dessen Saiten durch Hämmerchen angeschlagen
werden, die mit Filz belegt sind: K. spielen; am K.
sitzen; das K. stimmen
Klavier) -auszug, der Bearbeitung einer Partitw
nur für Klavier und für Klavier und Solostimmen;
- begleitung, die jo. PI./ Begleitung einer musika
lischen, meist gesanglichen Darbietung auf dem Kla
vier; -konzert, das Konzert für Klavier und Orche
ster; -lehrer, der jmd., der Klavierunterricht erteilt;
dazu -lehrerin, die; -Stimmer, der; -s, - jmd., der
beruflich Klaviere stimmt; -stück,das/PL -e/ Musik
stück für Klavier; -stunde, die Unterricht im Kla
vierspielen von meist einer Stunde Dauer; -unter
richt, der Unterricht im Klavierspielen
kleben — klein
649
kleben /sw. Vb.; hat/ 1.1, etw. an eine Stelle k.
etw. mit Klebstoff an einer Stelle befestigen: Plakate
an eine Mauer, Fotos in ein Album, eine Marke
auf einen Brief k .; Tapeten mitKleister bestreichen
und an die Wand k. 1.2. etw. Klebriges gegen etw.
drücken, so daß es haftenbleibt: er hat seinen Kau
gummi unter die Tischplatte geklebt 1.3 . etw. mit
Klebstoff reparieren: einen Biß in der Tapete k.
—
2.1 . etw. klebt gut, schlecht 2.1 .1 . etw. ist ein
guter, schlechter Klebstoff: dieser Leim klebt aus
gezeichnet 2.1 .2 . etw. haftet, nachdem es durch 1.1
auf eine Unterlage gebracht worden ist: die Brief
marke klebt nicht; das Plakat, die Tapete klebt
noch nicht 2.2 . etw. klebt irgendwo etw. haftet
(infolge Feuchtigkeit) an einer Stelle: das Hemd
klebte ihm am'Körper; die Haare k. ihm im Ge
sicht ; die Marmelade klebt am Löffel —, 3. etw.,
jmd. klebt etw.,
jmd. ist klebrig und schmutzig:
der Tisch klebt vor Dreck; meine Hände k.; Vor
sicht, ich klebe (ich schwitze und bin schmutzig) !
+ salopp jmdm. eine k. (jmdm. eine Ohrfeige
geben)*, — an jmds. / Händen klebt Blut; jmdm.
klebt die / Zunge am Gaumen
kleben|bleiben fVb.f 1. an etw. Klebrigem haften
bleiben: die Fliege ist am Leim klebengeblieben
—
2. umg. länger als beabsichtigt verweilen: er ist
wieder einmal bei seinen Freunden klebengeblieben
(hat sich nicht rechtzeitig zum Aufbruch entschließen
können) — 3. salopp in der Schule k. (nicht ver
setzt werden)
Klgber, der; -s, - 1. fo. Pl.f fachspr. Eiweißstoffe
des Getreidekorns, deren Eigenschaften das aus ihnen
gewonnene Mehl zum 1Backen (1.1) geeignet machen
—
2. Klebstoff
klebrig fAdj.f durch Klebstoff, durch einen zäh
flüssigen Stoff mit bestimmter Zusammensetzung so
beschaffen, daß etw., man daran klebenbleibt: nach
dem Tapezieren war der Tisch ganz k .; ein kleb
riger Bonbon; klebrige Hände, Finger
Kleb|stoff, der nichtmetallischer W erkstoff, der
durch seine Bestandteile Gegenstände, Körper (2)
miteinander verbinden kann, so daß sie aneinander
haften: flüssige, pulverige, plastische Klebstoffe;
ein kalt, warm abbindender K.
kleckern jsw. Vb.; hat, ist/ umg. 1.1. dadurch
Flecke verursachen, daß man aus Versehen kleine
Mengen von etw. Flüssigem, Breiigem herabfallen
läßt (hat): das Kind hat gekleckert 1.2 .1 . etw.
auf etw. k. kleine Mengen von etw. Flüssigem,
Breiigem herabfallen lassen, so daß Flecke entstehen
(hat): Farbe auf den Boden k. 1 .2 .2 . etw. klek-
kert auf etw. etw. Flüssiges, Breiiges fällt in klei
nen Mengen herab, so daß Flecke entstehen (ist):
die Farbe kleckerte auf den Boden
kleckerjweise fAdv.f umg. in kleinen Mengen und
in unregelmäßigen Abständen: sie bekam das ge
borgte Geld nur k. zurück
Klecks, der; -es, -e 1. durch herabtropfende Flüssig
keit, bes. Tinte, entstandener, meist rundlicher Fleck
—
2. umg. ein K. (eine kleine Menge) Schlag
sahne, Marmelade
klecksen /sw. Vb.; hat/ Kleckse (1) machen: er hat
beim Schreiben gekleckst
klecksig /Adj./ voller Kleckse (1)
Kledage, die [.. a : 39] s. Kledasche
Kledasche, die; -, jo. Pl.f salopp Gesamtheit der
Stücke von jmds. Oberbekleidung: nimm deine K.
und verschwinde!; laß deine K. nicht überall her
umliegen !
Klee, der; -s, jo. PI./ Schmetterlingsblütler mit drei
teiligen Blättern und kugeligen, weißen, gelblichen
od. rötlichen Blüten, der als Futterpflanze angebaut
wird
- f jmdn., etw. über den grünen K. loben (außer
ordentlich loben)
Kleejblatt, das /PL -blätter/ meist aus drei Teilen
bestehendes Blatt des K lees: ein drei-, vierblättriges
K.
Kleid, das; -(e)s, -er 1. einteiliges Kleidungsstück
der Oberbekleidung für Frauen, Mädchen, das meist
von den Schultern bis zu den Knien reicht und un
mittelbar über der Unterwäsche getragen wird: ein
langärmeliges, ärmelloses, schulterfreies, sommer
liches, festliches, sportliches K .; ein K . nähen,
bügeln, waschen, ändern, an-, ausziehen, auf den
Bügel hängen; sie hat einen Schrank voller Kleider;
O das bunte K. des Herbstes — 2. /nur im PL/
seine Kleider (Kleidung) ablegen, wechseln
+ nicht aus den Kleidern kommen (aus bestimm
ten Gründen, meist wegen dringender, eiliger Arbeit
nicht dazu kommen, zu Bett zu gehen, zu schlafen)
kleiden, kleidete, hat gekleidet 1 . sich in bestimm
ter Weise k. bestimmte Kleidung tragen, sich in
bestimmter W eise anziehen: sie kleidet sich hübsch,
sportlich, modern; sie weiß sich geschickt zu k.;
er erschien immer sorgfältig und korrekt gekleidet;
sich nach der neuesten Mode k.; jmdn. k .: sie
kleidet ihre Kinder stets praktisch und geschmack
voll (sorgt dafür, daß ihre Kinder stets ‘praktische
und geschmackvolle Kleidung tragen) — 2. /von
Kleidungsstücken/ etw. kleidet jmdn. etw. ist so
beschaffen, daß es jmdn. vorteilhaft erscheinen läßt:
der Stoff, das Kostüm kleidet mich, sie; der Hut
kleidet sie nicht — 3 . seine Gedanken, Gefühle in
Worte k. (in Worten ausdrücken)
Kleider| -ablage, die Garderobe (3); -bügel, der m it
einem Haken zum Aufhängen versehener Gegenstand
in Form eines Bogens, über den Kleidungsstücke
gehängt werden; -bürste, die Bürste zum Reinigen
von Kleidungsstücken; -haken, der Haken, an dem
Kleidungsstücke aufgehängt werden; -schrank, der
Schrank, in dem Kleidungsstücke aufgehängt, auf
bewahrt werden; -Stoff, der Stofffür Kleider (1)
kleidsam /Adj./ so beschaffen, daß es jmdn. kleidet
(2 ): ein kleidsamer Mantel, Hut, Stoff
Kleidung, die; -,
-en /o. PL; nie auf Schmuck,
selten auf Schuhe bezogen/ Gesamtheit dessen, was
jmd. (an Oberbekleidung) auf dem Körper trägt, was
er davon besitzt: zweckmäßige, leichte, warme,
wetterfeste K .; die K. wechseln
Kleidungs|stück, das /PL -e/ einzelnes Stück der
Kleidung
Klgie, die; -,
- n beim Mahlen von Getreide zurück
bleibendes Produkt aus Schalen und Hülsen, das
mit Mehl vermischt als Futtermittel dient
klein /Adj./ 1. in räumlicher Ausdehnung unter
einem bestimmten (mittleren) Wert liegend, nicht
groß : ein kleiner Mann, Baum; ein kleines Grund
stück, Haus, Zimmer; ein kleines Paket, Format,
Stück; ein kleiner Apfel; sie hat kleine Hände; der
kleine Finger (Finger außen neben dem Ringfinger);
diese Schuhe sind mir zu k .; er ist fünf Zenti
meter kleiner als ich, der kleinste von uns; der
kleine Zeiger (Stundenzeiger); der Mantel ist mir
650
Kleinarbeit — kleinlich
um ein kleines (ein wenig) zu lang; die kleinen
Buchstaben (die Buchstaben des Alphabets, die sich
in der Form von den großen Buchstaben unter
scheiden und nicht deren Funktion haben); ein
Wort k. schreiben; k., aber fein (nicht groß, aber
sehr gut) — 2 . Inicht adv./ einen verhältnismäßig
kurzen Zeitraum umfassend: eine kleine Pause,
Weile — 3. /nicht adv./ aus einer verhältnismäßig
geringen Anzahl, Menge bestehend: eine kleine
Familie; etw. im kleinen Kreis (mit wenigen
Personen) besprechen; die kleinere Hälfte der Be
völkerung; ein kleines bißchen (ein wenig) — 4 .
/nicht adv.] von niedrigem (Zahlen)wert: eine kleine
Summe, Anzahlung; kleine Beträge; ein kleines
(geringes, niedriges) Gehalt; ein kleiner Gewinn;
nur kleines Geld (Kleingeld) haben; das kleine Ein
maleins (die M ultiplikation der Zahlen von 1 bis
10, mit den Zahlen von 1 bis10) —5.dieGas
flamme k. (auf niedrige Stärke) stellen; etw. auf
kleiner Flamme, kleinem Feuer kochen — 6 . /nicht
adv.f 6.1 . mein kleiner (jüngerer) Bruder; unser
Kleinster (jüngster Sohn) 6.2 . nicht erwachsen: sich
wie ein kleines Kind benehmen; die lieben Kleinen,
die kleinen Geister (die Kinder); umg. sie erwartet
etwas Kleines (ein Baby) — 7.1. unerheblich, gering
fügig: ein kleiner Irrtum, Fehler, Unterschied; das
ist eine kleine Mühe, ein kleines Mißgeschick;
jmdm. eine kleine Freude machen; das ist meine
kleinste Sorge; bei den kleinsten Schwierigkeiten
gibt er schon auf 7.2. scherzh. /nur attr.; mindert
die Schärfe eines mit klein verbundenen Ausdrucks!:
na, du kleiner Drückeberger, Schäker! — 8 . /nur
attr./ er war ein kleiner Angestellter (Angestellter
in untergeordneter sozialer Stellung); er war damals
nur ein kleiner (unbedeutender) Schauspieler — 9 .
dieser kleine (beschränkte) Geist sann stets auf
Rache
-f* k. beigeben (nachgeben)', von k. an, auf (von
Kindheit an); ein k. wenig (etwas, ein bißchen);
bis ins kleinste bis in jede Einzelheit: er hat mir
alles bis ins kleinste erzählt; umg. k. und häß
lich (kleinlaut, 2verlegen) sein, werden; einen klei
nen sitzen haben (leicht betrunken sein); /von und
zu Kindern gesagt/ k. machen (Wasser lassen); —
kleine / Fische; / groß und k.; alles / kurz und
k. schlagen; das kleinere / Übel wählen
Klein/kle|n| -arbeit, die jo. Pl.l mühevolle Arbeit
mit den Einzelheiten: etw. in mühevoller K. schaf
fen; -bahn, die schmalspurige Eisenbahn für Neben
strecken; -bauer, der Einzelbauer mit geringem
Grundbesitz und wenig Vieh; dazu -bäuerlich /Adj./;
- bekommen /Vb./ umg. etw. zerkleinern können:
ich bekomme das Holz nicht klein; -betrieb, der
kleiner Betrieb mit wenig Mitarbeitern
Kleinbild| -film, der Film für Aufnahmen im
Format 18:24 bis 24:36 mm; -kamera, die vgl.
-film
kle|n/Klein| -blättrig /Adj.; nicht adv./ mit kleinen
Blättern (1): eine kleinblättrige Pflanze; -bürger,
der Angehöriger des Kleinbürgertums; -bürgerlich
/Adj./ 1.1. zum Kleinbürgertum gehörend, das Klein
bürgertum betreffend: kleinbürgerliche Gewerbe
treibende 1.2. den für das Kleinbürgertum (poli
tisch) typischen Auffassungen und Verhaltensweisen
verhaftet: kleinbürgerliches Bewußtsein, Denken,
Verhalten; -bürgertum, das Mittelschicht in der
kap. Gesellschaft zwischen Proletariat und Bourgeoi
sie mit schwankender Interessenlage und Ideologie,
bestehend aus kleinen Warenproduzenten und Händ
lern, die keine od. nur im geringen Maße fremde
Arbeitskraft ausbeuten, zu denen unter bestimmten
(sozialen) Aspekten auch die Mehrheit der Intelligenz
sowie Teile der ökonomisch besser gestellten Werk
tätigen gehören; -bus, der; -darsteller, der Theate r
Film Schauspieler, der Nebenrollen, oft ohne Text,
bes. in Massenszenen darstellt; -druck, der /o. PL/
Druck in einem besonders kleinen Schriftgrad;
- format, das /o. PL/: eine Annonce im K .;
- garten,
der kleines Gartengrundstück (abseits der Wohnung);
-gartenanlage, die aus Kleingärten bestehende A n
lage; -gärtner, der Besitzer, Pächter eines Klein
gartens; -gärtnerisch /Adj.; nicht präd./; -gebäck,
das Gebäck von kleiner Größe; -geblümt /Adj.;
nicht adv.j mit einem Muster aus kleinen Blumen:
ein kleingeblümtes Kleid; -geld, das /o. Pl.j Hart
geld, Münzen bes. als Wechselgeld: ich kann nicht
wechseln, ich habe kein K .;
- gemustert /A dj.;
nicht adv./ mit einem kleinen Muster: ein klein
gemusterter Stoff; -gläubig /Adj./ ständig ängst
lich zw eifelnd : er ist ein kleingläubiger Mensch,
ist k.;
-hacken /Vb./ etw. durch Hacken zerkleinern:
das Holz k.;
-handel, der Einzelhandel; dazu
- händler, der
Kleinheit, die; -, /o. PI .; zu klein 1 u. 9/
Kleinj -hirn, das hinterer Teil des Gehirns, durch
den die Bewegungen koordiniert werden; -holz, das
jo. PI./ kleingehacktes Holz: K. machen (Holz hak-
ken); <C> etw. zu K. machen (etw. zertrümmern)
Kleinigkeit, die; -,
- en geringfügige Sache, A n
gelegenheit: ich muß nur noch ein paar Kleinig
keiten besorgen, einholen; auf die K.,
Kleinig
keiten kommt es an; die (tausend) Kleinigkeiten
des Alltags; sich um jede K. kümmern; jmdm.
eine K. schenken (ein kleines Geschenk machen);
eine K. (ein wenig) essen; iron. scherzh. das
kostet eine K. (sehr viel); etw. ist für jmdn. eine
K. (etw. fällt jmdm. leicht); das ist keine K. (das
ist schwer, schwierig)
KMnigkeits|krämer, der; -s, - jmd., der Kleinig
keiten übertrieben wichtig nimmt
Klein/klein| -kaliber, das jo. PI ./ Kaliber von 5,6
Millimeter; -kalib(e)rig /Adj.; nicht adv./ ein klei
nes Kaliber habend; -kariert /Adj./ 1. /nicht adv./
vgl. kleingemustert — 2 . kleinlich und engstirnig:
er ist ziemlich k.;
- k ind, das Kind vom vollendeten
ersten bis zum sechsten Lebensjahr; -kram, der
umg. Kleinigkeiten, kleine Dinge; -krieg, der 1.
Krieg im Rücken des Gegners mit kleinen Einheiten
—
2. andauernder Streit (um Kleinigkeiten),
ständige Reibereien : zwischen beiden Ehepartnern
herrscht K .;
-kriegen /Vb./ umg. 1. etw. klein
bekommen — 2. etw. durch unsachgemäßen Ge
brauch unbrauchbar machen: er hat das Spielzeug
schnell kleingekriegt; dieser Apparat ist nicht
kleinzukriegen (ist sehr stabil) — 3 . jmdn. unter
kriegen, gefügig machen: so leicht ist er nicht klein
zukriegen — 4 . etw. aufbrauchen, verbrauchen
(können): wir werden den Kuchen schon k.; er
hat den Gewinn in kurzer Zeit kleingekriegt; -laut
/Adj./ nicht mehr so großsprecherisch wie vorher:
vor Gericht wirkte war er ziemlich k.
kleinlich /Adj./ Kleinigkeiten übertrieben wichtig
nehmend, pedantisch, engherzig: ein kleinlicher
Mensch; kleinliche Rache, Verdächtigungen, Be-
Kleinlichkeit — Klimaschwankung
651
Stimmungen; in Geldsachen ist er k.; dazu Klein
lichkeit, d ie;
- en 1. /o. PL/ jmds. K . (kleinliche
Wesensart) — 2. jmds. Kleinlichkeiten (Handlun
gen, die von kleinlicher Wesensart zeugen)
kle|n/Klein| -machen /Vb.f 1. etw. zerkleinern:
Holz k.
—
2. umg. können sie 100 Mark k. (wech
seln 3.1)?; -maschig /Adj.; nicht adv./ mit kleinen
Maschen: ein kleinmaschiges Netz; -mut, der ver
altend Mangel an Mut und Entschlußkraft; dazu
- mütig /Adj./: ein kleinmütiger Mensch; sich als
k. erweisen
Kleinod, das;^(e)s, -e/Kleinodien [klainoit, . .n|o:t,
PL ..da, ..dian] geh. kostbares Schmuckstück
Klem/klein| -rechner, der kleiner elektronischer
R ech n er; -reparatur, die; -schneiden /Vb./ etw.
durch Schneiden zerkleinern: Brot, Fleisch k.;
-Schreibung, die jo. PL/ Schreibung mit kleinem
Anfangsbuchstaben; -Staat, der kleiner selbständiger
Staat; -Stadt, die Stadt mit weniger als 20000 Ein
wohnern; dazu -Städter, der u. -städtisch /Adj./
Kleinstj -format, das fo. PL/ sehr kleines Form at;
^kind, das Säugling, kleines Kind bis zu zwei
Jahren
Klein/klein| -tier, das kleines Haustier; -tierhalter,
der jmd.,
der Kleintiere hält; -vieh, das /o. PL/
kleines landwirtschaftliches Nutzvieh, bes. Geflügel,
Ziegen, Schafe, Kaninchen; -wagen, der Personen
kraftwagen mit einem Motor unter 1000 cm8 Hub
raum; -wüchsig /Adj.; nicht adv./ von kleinem
W u ch s : eine kleinwüchsige Hunderasse
Kleister, der; -s, - flüssiger Klebstoff aus Stärke
od. Mehl und Wasser
kleistern /sw. Vb.; hat/ etw. mit Kleister kleben
{1.1, 1.3)
Klematis, die;
-
zu den Hahnenfußgewächsen
gehörende Kletterpflanze mit duftenden blauen od.
weißen Blüten
Klemme, die;
-n 1. kleiner Gegenstand od. Vor
richtung an etw. mit einem od. zwei beweglichen
od. federnden hebelartigen Teilen zum Zusammen
drücken, Befestigen, Festklemmen von etw.: die
Haare mit einer K. zusammenstecken; Briefe mit
einer K. zusammenheften — 2. Elektrotechn.
lösbare Verbindung für die Herstellung elektrischer
Kontakte — 3. Med. Klammer (1) zum Zusammen
halten von Wundrändern
+ umg. in der K. sitzen (in einer unangenehmen
Lage, in großer Verlegenheit sein)
klemmen /sw. Vb.; h at/1. etw. irgendwie zwischen,
unter, auf etw. zwängen, so daß es dort festgehalten
w ird: ein Stück Holz unter die Tür k., damit sie
nicht zuschlägt; (sich) die Mappe unter den Arm k.
—
2, sich etw. k. mit einem Körperteil zwischen
etw. geraten und sich dabei weh tun, sich durch
Quetschen verletzen: ich habe mir den Finger in
der Schublade, in der Tür geklemmt — 3. etw.
klemmt etw. hat nicht genügend Spielraum, bleibt
hängen und läßt sich nicht, schwer öffnen, schließen:
das Fenster, die Tür klemmt — 4. salopp etw.
stehlen (1): das hat er (sich) geklemmt; das hat
er mir geklemmt
+ salopp sich hinter etw. k. (etw.,
bes. seine
Arbeit, mit Nachdruck, Eifer betreiben)
Klemmer, der; -s, - Brille ohne Bügel, meist auch
ohne Fassung der Gläser, die mit ihrem elastischen,
die Gläser verbindenden Metallteil auf die Nase ge
klemmt wird
Klempner, der; -s, - Handwerker, der Bleche be
arbeitet, Installationen ausführt und repariert: sich
vom K . ein neues Handwaschbecken installieren
lassen
Klempner| -meister, d e r ; -Werkstatt, die
Klepper, der; -s, - altes, entkräftetes, dürres Pferd :
ein alter K. zog den Wagen
Kleptomanie, die; /o. PL/ krankhafter Trieb zum
Stehlen: an K. leiden
klerikal /Adj.; vorw. attr./ den Klerus betreffend,
vom Klerus ausgehend: eine klerikale Partei, Poli
tik, Gesinnung
Kleriker, der; -s, - katholischer Geistlicher
Klerus, der; /o. PL/ Gesamtheit der katholischen
Geistlich en
Klette, die; -,
-n 1. krautiger Korbblütler mit kuge
ligen violetten Blüten, deren sie umhüllende Blätter
stachlige Spitzen tragen — 2. Fruchtstand von 1:
die Kinder bewarfen sich mit Kletten
+ sie hängen wie (die) Kletten an ihm (sie weichen
nicht von seiner Seite)
Kletterei, d ie; -,
- en (mühsames) längeres Klettern
Kletterer, der; -s, - /zu klettern/
Kletter| -gerüst, das Gerüst zum Klettern in Turn
hallen und auf Kinderspielplätzen; -maxe, der; -n,
- n umg. scherzh. jmd., der gern klettert
klettern /sw. Vb.; ist/ hinauf-,
hinabsteigen und
sich dabei mit Händen und Beinen festklammern:
er klettert gern, geschickt; /mit Richtungsangabe/
auf einen Baum, Berg k.; über den Zaun k.; der
Dachdecker ist über die Leiter auf das Dach ge
klettert; sch erzh. die Passagiere kletterten aus
dem Flugzeug"1; O die Beben k. (ranken sich) am
Spalier nach oben; das Barometer klettert in die
Hohe (steigt) ; die Preise, Löhne k. (steigen)
4-es,dasist,umaufdie/ Baumezuk.
Klotter| -partie, die umg. Ausflug in bergigem
Gelände, auf einen Berg; -pflanze, die Gewächs,
das sich an etw. Stützendem in die Höhe rankt;
- rose, die vgl.
-pflanze; -Stange, die Turngerät in
Form einer Stange, an der man emporklettert; -tour,
die umg. vgl.
- partie: eine K. im Elbsandstein
gebirge
klicken /sw. Vb.; hat/ etw. gibt einen leisen, kurzen,
hellen, metallischen Ton von sich: die Fotoapparate
klickten; es klickt beim Entsichern des Gewehrs
Klient, der; -en, -en [kli|snt] Mandant
klieren /sw. Vb.; hat/ landsch. salopp etw.
schlecht, unsauber schreiben: der hat (das) aber ge
kliert !
Kliff, das; -(e)s, -e durch die Wellen der Brandung
entstandener, oft felsiger Steilhang einer Küste: die
Wellen brachen sich an den Kliffen
Klima, das; -s, -s/Klimate 1. für ein bestimmtes Ge
biet od. eine geographische Zone charakteristischer,
alljährlich wiederkehrender Ablauf der Witterung:
dort herrscht ein warmes, kaltes, feuchtes, tro
pisches, polares K.
—
2. /o. PL/ Atmosphäre in den
zwischenmenschlichen Beziehungen: in dieser Fa
milie, bei den Verhandlungen herrschte ein gutes K.
Klimajanlage, die Anlage zur Regelung von Lüftung,
Temperatur und Feuchtigkeit in Gebäuden: das
Kino ist mit einer K . ausgestattet
Klimakterium, das; -s, jo. PL/ Med. Wechseljahre:
ins K. kommen; im K. sein
Klima[Schwankung, die (periodisch wiederkehrende)
Schwankung des Klimas in einem bestimmten Gebiet
652
klim atisch — Klischee
klimatisch /Adj.f das Klim a (1) betreffend: die kli
matischen Verhältnisse, Bedingungen, Einflüsse
klimatisieren /sw. V b. ; hat/ ein Gebäude, einen
Raum k. die Lüftung, Temperatur und Feuchtigkeit
eines Gebäudes, Raumes durch eine Klimaanlage
regeln: ein Hotel k.; in klimatisierten Räumen
leben, arbeiten
Klimajwechsel, der (befristeter) Aufenthalt unter
anderen als den gewohnten klimatischen Bedingungen
für einen Menschen: der Arzt hatte ihm einen K.
verordnet; der K . ist ihm nicht bekommen
Klimax, die; -e 1, fvorw. Sg./ 1.1. Höhepunkt eines
Geschehens: das war dieK. desFestes 1.2.fachspr.
Höhepunkt der Entwicklung — 2. \o. Pl.j Wechsel
jahre: in der K. sein
Klima|zone, die geographisches Gebiet mit ungefähr
gleichen klimatischen Bedingungen
Klimbfm, der, das; -s, fo. Pl.j salopp 1. unbedeu
tendes, meist unnützes Zeug, Beiwerk: in der Woh
nung lag eine Menge K. herum — 2 . mach nicht so
viel K. (so großen Aufwand)
klfmmen, klomm, ist geklommen v e r a lte n d
mühsam an, auf etw. hinaufklettern: auf einen Baum
k.
Klimm|zug, der Turnübung, bei der der frei hän
gende Körper mit der Muskelkraft der Arme senk
recht hochgezogen wird
Klimper|kasten, de r j P l .
- kästen/ salopp \vorw.
emot. neg.f Klavier
klimpern /sw. Vb.; hat/ 1. flüchtig, gedankenlos auf
einem Saiten- od. Tasteninstrument spielen: er hat
nur so ein bißchen auf dem Klavier geklimpert —
2. gedankenlos mit metallischen kleinen Gegenstän
den spielen, so daß ein hellklingendes Geräusch ent
steht: mit Geldstücken, dem Schlüsselbund k.
Klinge, die; -,
- n 1.1 . der (scharfgeschliffene) zum
Schneiden, Stechen dienende Teil eines Messers,
einer Stichwaffe: eine schmale, stumpfe, spitze K .;
die K. des Messers, Dolches 1.2. die K. (Rasier
klinge) wechseln
+ die Klingen (miteinander) kreuzen (ein W ort
gefecht mit jmdm. führen);salopp jmdn. überdieK.
springen lassen (jmdn. vorsätzlich töten; jmdn. zu
grunde richten)
Klingel, die; -,
-n Vorrichtung, bes. an Wohnungs
türen, am Fahrrad, mit der hellklingende Töne er
zeugt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen: eine
elektrische K .; auf die K. drücken; die K. be
tätigen; die K. schrillt
Klingel| -draht, der Leitungsdraht für eine elek
trische Klingel; -knöpf, der Knopf (2), mit dem
eine Klingel betätigt wird: auf den K. drücken
klingeln /sw. Vb.; hat/ 1.1. eine Klingel betätigen,
ertönen lassen: bei jmdm. (an der Wohnungstür)
k.; bei Meyer bitte dreimal k .!; der Radfahrer
klingelt, um einen Fußgänger zu warnen; jmdn.
aus dem Schlaf k. (jmds. Klingel betätigen, jmdn.
anrufen, um ihn zu wecken) 1.2. der Wecker klin
gelt (läßt seine Klingel ertönen); es klingelt zur
Pause (die Klingel ertönt zur Pause)
+ salopp bei jmdm. hat es geklingelt (jmd. ist
mit seiner Geduld am Ende); — / Sturm k.
Klingeil -Zeichen, das durch eine Klingel erzeugtes
akustisches Signal: auf ein K. öffnete sich der Vor
hang; -zug, der Schnur, Draht, mit dem eine nicht
elektrisch betriebene Klingel mechanisch betätigt w ird :
am K . ziehen, reißen
klingen, klang, hat geklungen 1.1. etw. klingt etw -
gibt einen (hellen, melodischen) Klang von sich, ist
als (heller) Klang, Schall zu hören: die Glocken k .;
eine Saite zum Klingen bringen; sie ließen die
Gläser k. (stießen mit den Gläsern a n ); von nebenan
klang seine Stimme; aus dem Wald klingt der Ruf
des Kuckucks 1.2 . etw. klingt in bestimmter Weise
1.2.1 . etw. wirkt durch seinen Klang in bestimmter
W eise: die Melodie klang fröhlich, schwermütig;
seine Worte klangen zärtlich, tröstlich, zynisch;
sein Name klingt gut 1.2.2. eine Äußerung mutet
in bestimmter Weise an: diese Erklärungen k. un
glaublich, wie Ausflüchte; es könnte unbeschei
den k., aber ...
Klinik, die;
- en Gebäude(komplex) mit Einrich
tungen zur vorwiegend stationären Behandlung von
Kranken: die chirurgische K .; eine K. für Herz
kranke, innere Krankheiten; jmdn. in die K. ein
liefern
Kliniker, der; -s, - 1. an einer Klinik tätiger Arzt
(und Hochschullehrer) — 2. in der klinischen Aus
bildung stehender Medizinstudent nach dem Physi
kum
Klinikum, das; -s, Kliniken 1. jo. Pl.j Hauptteil
der praktischen ärztlichen Ausbildung in der Klinik,
im Krankenhaus — 2. (zu einer Universität ge
hörender) Komplex mehrerer Kliniken
klinisch fAdj.; nicht präd./ 1.1. die Klinik be
treffend, in der K linik : in klinischer Behandlung
sein; eine klinische Ausbildung; klinische Tests
durchführen 1.2. zur Klinik gehörend: die klinische
Ausrüstung — 2. er war bereits k. tot (Herz- und
Atemtätigkeit hatten bereits aufgehört); der klinische
Tod
Klinke, die; -,
-n 1. Türklinke: dieK. niederdrücken
—
2. Techn. Hebel an Maschinen zum Schalten od.
zum Sperren einer Bewegung
+ einander die K. in die Hand geben (in großer
Zahl nacheinander zu jmdm.,
einer Institution
kommen)
klinken jsiv. Vb.; hat/die Türklinke niederdrücken:
an jmds. Tür k .; er klinkte, aber die Tür war ver
schlossen
Klinker, der; -s, - harter, scharf gebrannter Ziegel
Kljp(p), der; -s, -s 1. Modeschmuck, der mit einer
Klemme befestigt wird, bes. Ohrklipp: sie trug Klips
(Ohrklipps) zum Abendkleid — 2. Klemme (1) am
Füllfederhalter, Kugelschreiber — 3. schmales, bieg
sames Stück Aluminiumblech, das als Verschluß
für abgepackte Ware dient
klipp
+ umg. etw. k . und klar (unmißverständlich) sagen
Klippe, die; -,
-n 1. schroffer, steil hervortretender
Felsen (am, im Meer):dasSchiffist auf eine K. ge
laufen — 2. er verstand es, bei der Verhandlung
alle Klippen (Schwierigkeiten, Hindernisse 2) ge
schickt zu umgehen
Klips, der; -es, -e österr. 1. Klip(p) (1, 3) —
2. Büroklammer: Manuskriptseiten mit Klipsen
zusammenheften
klirren /sw. Vb.; hat/ etw. gibt ein helles, hartes,
vibrierendes Geräusch von sich: die Fenster klirr
ten von der Detonation; die Ketten k.; die Sporen
an seinen Stiefeln‘ klirrten; O klirrender (sehr
starker) Frost
Klischee, das; -s, -s 1.1. Nachahmung ohne Eigen
wert, Abklatsch: diese Gedichte sind billiges K .
klischeehaft — klug
653
1.2. in Klischees (in abgegriffenen Wendungen)
sprechen; in Klischees (erstarrten Vorstellungen)
denken — 2. Druckerei Druckstock; zu 1 kli
scheehaft fAdj.f
Klistier, das; -s, -e Einführung einer Flüssigkeits
menge in den Mastdarm zur Entleerung des Darms
(bei Verstopfung)
Klitoris, die; -,
- /Klitorides [..de:s] Med. Schwell-
körper des weiblichen Geschlechtsorgans, der den
Orgasmus auslöst
Klitsch, der; -es,
-e landsch. nmg. klitschiges
Gebäck: der Kuchen ist K. geworden
Klitsche, die; -n salopp 1. kleines dürftiges An
wesen —■2. armseliges, kleines (abgelegenes) Dorf
klitschig /Adj.; nicht adv./ landsch. umg. feucht
und klebrig, weil schlecht durchgebacken: der Ku
chen, das Brot ist k.
klitschnaß, klitschnaß fA d j.f umg. fem ot.f völlig,
triefend naß
klitzeklein, klitzeklein fAdj.f umg. scherzh. sehr
klein (1): ich möchte nur ein klitzekleines Stück
vom Kuchen
Klivie, die; -n [..vio] s. Clivia
Klo, das; -s, -s umg. fKurzw. für Klosett/ s. Klosett
K lo umg.| / Klosett|
Kloake, die;-,
-n 1.KanalfürAbwässer — 2.Zool.
gemeinsame Mündung von Darm, Harnblase und
Geschlechtsorganen bei bestimmten Tieren, z. B . Vö
geln
Kloben, der; -s, - 1. dicker Holzklotz — 2. Vor
richtung zum Einspannen eines Werkstücks in die
Hobelbank
klobig fAdj.f unförmig, massig: ein klobiger Tisch;
eine klobige Gestalt
klonen fsw. Vb.; hat/ landsch., bes. norddt. ge
mütlich mit jmdm. plaudern: mit jmdm. k ,; wir
haben den ganzen Abend geklönt
klopfen fsw. Vb.; hat/ 1. mehrere M ale (mit dem
Zeigefinger) leicht an, gegen, auf etw. schlagen,
pochen: an die, der Tür, ans Fenster k.; an das
Barometer, auf den Tisch k .; es hat geklopft (jmd.
hat angeklopft) — 2. den Takt k. (durch gleich
mäßiges Schlagen angeben) — 3* etw. k. auf, gegen
etw. schlagen 3.1. um etw. daraus zu entfernen: die
Betten, den Teppich k.; etw. aus, von etw. k .:
den Staub aus der Decke k. (auf, gegen die Decke
schlagen 1.1, um den Staub daraus zu entfernen);
den Schnee vom Mantel k. 3.2 . um es weich, mürbe
zu machen: die Koteletts vor dem Braten k.
3.3. um es zu zerkleinern: Steine k.
—
4. etw. in etw.
schlagen (2.1 .2): er klopfte den Nagel in die Wand
—
5. das Herz klopft (schlägt 5); der Motor klopft
(hat Nebengeräusche durch Fehlzündungen)
+ (bei jmdm.) auf den / Busch k.; jmdm. auf die
/ Finger k .; / Sprüche k.
Klopfer, der; -s, - umg. Teppichklopfer (1, 2)
klopf/Klopf| -fest fAdj.; nicht adv.f: ein klopf
fester (Fehlzündungen im M otor verhindernder)
Kraftstoff; dazu -festigkeit, die; -Stange, die T ep
pichstange; -Zeichen, das durch Klopfen gegebenes
Zeichen, Signal: sich durch K. verständigen; die
Verschütteten gaben K.
Klöppel, der; -s,
-
1.1. beweglich in der Glocke
hängendes, keulenförmiges Teil, das beim Bewegen
der Glocke innen anschlägt und sie dadurch zum
Klingen bringt 1.2. an einem Ende verdickter Stab
zum Anschlägen bestimmter Musikinstrumente —
2. keulenförmiges, kleines Holzteil, an dem das Garn
zum Klöppeln aufgespult ist
Klöppelei* die;
-en 1. fo. Pl.f das Klöppeln —
2. das Geklöppelte, bes. Klöppelspitze
klöppeln fsw. Vb.; hat/ etw. k. von Klöppeln (2)
ablaufendes Garn um festgesteckte Nadeln nach einem
bestimmten Muster legen, um Spitzen, Bänder, Lit
zen zu flechten: Spitzen k.
Klöppel]Spitze, die geklöppelte Spitze (II)
Klops, der; -es, -e gekochter Kloß aus Hackfleisch:
es gibt Klopse mit Kapemsoße
Klosett, das; -(e)s, -e/-s // a u ch Klo/ Toilette (II)
Klosett f / auch Klo|/| -becken, das Toiletten
becken; -papier, das fo. Pl.f Toilettenpapier: eine
Rolle K.
Kloß, der; -es, Klöße zu einer Kugel geformte, ge
kochte Speise bes. aus Kartoffeln, Mehl, Fleisch:
Klöße aus rohen, gekochten Kartoffeln;-Thüringer
Klöße
+ umg. einen K. im Hals(e) haben (vor Rührung,
Erregung nicht sprechen können)
Kloß| -brühe + umg. scherzh. klar wie K. (völlig
klar); -mehl, das fo. Pl.f kochfertige, alle Zutaten
enthaltende pulverige Masse zur Herstellung von
Klößen
Kloster, das; -s, Klöster 1. gegen die Außenwelt ab
geschlossener Komplex von Wohn- und Wirtschafts
gebäuden für Mönche od. Nonnen: sie ist ins K.
gegangen (ist Nonne geworden) — 2. in 1 lebende
Gemeinschaft; zu 1 klösterlich fAdj.f
Klotz, der; -es, Klötze / umg. Klötzer 1. massives,
grobbehauenes Stück Holz od. Stück eines Baum
stammes: der Fleischer zerhackte die Knochen auf
einem K .; einen K. spalten — 2. fPl. Klötze/ umg.
er war ein roher, mächtiger K. (ein ungeschlachter
Mensch)
- { -umg. jmdm. ein K. am Bein sein (jmdm. lästig,
eine Last sein); sich einen K. ans Bein binden (sich
mit einer lästigen Verpflichtung belasten)
klotzig fAdj.f 1. jplump, wuchtig: ein klotziger
Mann, Tisch, Schrank — 2. salopp das war ein
klotziges (sehr schweres) Stück Arbeit
Klub, der; -s, -s 1. Vereinigung der Anhänger be
stimmter Interessengebiete, bes. für kulturelle B e
tätigung, Sport: fDDRf der K. Junger Techniker,
Junger Künstler — 2. Gebäude, Raum für 1: in den
K. gehen
Klub| -gaststätte, die fin der D D R f Gaststätte, die
zugleich einen gesellschaftlichen Mittelpunkt eines
Wohnbereichs bildet; -haus, das Klub (2); -raum,
der; -sessel, der bequemer Polstersessel
Kluft, die; -, Klüfte/-en I. fPl. Klüfte/ 1.1. Riß,
Spalte in einem Felsen: das Gestein war von tiefen
Klüften durchfurcht 1.2. tiefer Einschnitt in einem
Berg, Gebirge: eine felsige K. teilte den Berg in
zwei Hälften; eine gähnende K. (Abgrund) tat sich
vor uns auf — 2. unüberbrückbarer Gegensatz: zwi
schen ihren Anschauungen bestand eine tiefe K .;
beide trennte eine tiefe K .
—
II. fPl.
- en/ umg.
Kleidung, meist kennzeichnend für einen bestimmten
Beruf, bes. Arbeits-, Dienstkleidung, Uniform: ich
muß erst mal aus meiner K . steigen und mich um
ziehen; er hat sich in seine neue K. geworfen (hat
seinen neuen Anzug angezogen)
klug fAdj.f 1.1. /nicht adv.f mit scharfem Verstand,
logischem Denkvermögen begabt, gescheit, intelligent:
ein kluger Mensch; er ist ein kluger K opf; sie ist
654
klugerweise — Knallerbse
die Klügste in der Klasse 1.2. von scharfem Verstand,
logischem Denkvermögen zeugend, vernünftig, um
sichtig: ein kluges Verhalten, Vorgehen; jmdm. ei
nen klugen Rat geben; etw. in kluger Voraussicht
planen; er hatte k. daran getan zu schweigen
4- aus etw. nicht k. werden (etw. nicht begreifen,
nicht durchschauen); aus jmdm. nicht k. werden
(nicht erkennen, was jmd. wirklich will, wie er wirk
lich ist); so k. sein wie zuvor (nichts begriffen haben,
genausowenig wissen wie zuvor)
klugerweise /Adv./ aus Klugheit, Vernunft: er hat
es k. vermieden, ihn zu reizen
Klugheit, die; -, jo. PL/ 1.1 . /zu klug 1.1/: ein
Mensch von ungewöhnlicher K . 1.2. /zu klug 1 .2/:
aus K. (Vernunft) schwieg er zunächst
klyglich /Adv./ veraltend klugerweise: er hat den
Zwist k. vermieden
klyg/Klug| -reden /Vb.; nur im Inf./ als. Besser
wisser reden: er kann immer nur k.; dazu -redner,
der; -Scheißer, der salopp jmd., der sich sehr klug
dünkt und großsprecherisch, als Besserwisser auftritt
Klump
+ umg. ein Fahrzeug in, zu K. fahren (durch einen
selbst verschuldeten Unfall stark beschädigen); etw.
in, zu K. schlagen (etw. zertrümmern)
Klumpatsch, der; ~(e)s, jo. PI j salopp Masse,
Haufen wertloser Dinge: der ganze K. gehört in den
Mülleimer
klumpen /sw. Vb.; hat/ sich zu Klumpen zusammen
ballen: das Mehl, der Schnee klumpt
Klumpen, der; -s, - unförmige, tusammengeballte
Masse: ein K. Erde, Teig; der Schnee hat sich zu
K. zusammengeballt; ein K. (großes, massives
Stück) Eisen, Gold
Klump|fuß, der schwere, meist angeborene M iß
bildung des Fußes, wobei dieser einwärts geknickt
ist, so daß die Körpermasse auf dem äußeren Fuß
ende ruht
klumpig /Adj.; nicht adv./ zu vielen Klumpen zu
sam m en geballt: ein klumpiger Brei; das Mehl ist k.
geworden
Klüngel, der; -s, - jemot./Gruppe von Menschen, die
sich gegenseitig fördern, andere aber mißachten od.
unterdrücken
Klunker, die; -n, auch der; -s, - 1 . kleiner Klum
pen aus K ot: das Schaffell ist voller Klunkern —
2. /nur im PI./ salopp jemot. neg.j (wertvoller)
Schmuck, bes. Perlen und Edelsteine (als Ohr
gehänge): ohne ihre Klunkern wäre sie mir sym
pathischer
knabbern /sw. Vb. ; hat/ 1. Süßigkeiten, Kekse k.
(essen, indem man immer wieder ein wenig davon
abbeißt) — 2 . an etw. k. an etw. nagen (1): die
Mäuse haben am Käse geknabbert
+ umg. an etw. zu k. haben (mit einem Problem
große Mühe haben)
Knabe, der; -n, -n 1. veraltend, noch süddt.
österr. Schweiz. 1Junge (1): ein frischer, be
scheidener K .; /allgemein noch üblich im musika
lischen Bereich, in der Mode/: die Oper sucht stimm-
begabte Knaben und Mädchen; der Chor besteht
je zur Hälfte aus Knaben und Mädchen — 2. umg.
scherzh. /von einer männlichen erwachsenen
Person/: der K. wird mir zu frech; ein alter K. (ein
älterer Mann); /als vertrauliche Anrede auch für
einen jungen Mann/: na, alter K .!
Knaben] -alter, das jo. Pl.f veraltend Alter eines
männlichen Kindes von etwa 6 bis 14 Jahren; -Chor*
der nur aus Jungen bestehender Chor
knabenhaft /Adj./ 1.1. in der äußeren Erscheinung
wie ein Junge: eine k. (schmal und schlank) ge
wachsene junge Dame 1.2. für einen Jungen ty
pisch : eine knabenhafte Schwärmerei
Knaben|liebe, die homosexuelle Liebe eines M annes
zu einem Jungen
knack ßautnachahmend für das Geräusch, das beim
(Zer)brechen eines trockenen Stückes Holz entstehtf
Knäckebrot, das jo. Pl.j knuspriges, hartes, leicht
verdauliches, in flachen Scheiben gebackenes Voll
kornbrot
knacken jsw. Vb.; hat/ 1. etw. gibt ein solches Ge
räusch von sich, wie es beim(Zer)brechen eines trok-
kenen Stückes Holz entsteht: das Bett, die Federung
knackt; bei jedem Schritt knackten die Stufen der
Treppe, die Zweige auf dem W aldboden; das nasse
Holz knackt im Feuer; es knackt im Radio; O
knackend frische (knusprige) Brötchen; der Raum
war knackend (brechend) voll — 2. Nüsse, Scho
ten k. (bewirken, daß sie mit einem Knacks 1 zer
brechen, sich öffnen) — 8 . umg. ein Schloß, einen
Safe k. (gewaltsam öffnen, aufbrechen)
Knacker, der; -s, -, auch die; -,
-
Knackwurst
2Knacker, der; -s, - s alopp jemot. neg.j alter Mann:
ein alter K.
Knacks, der; -es, -e 1. knackender (1) Laut: mit
einem leisen K. zersprang das Glas — 2. umg.
Sprung (2): das Glas, die Tasse hat einen K .; O die
Freundschaft hat einen K. bekommen; ein körper
licher, seelischer, geistiger K . (Sch ad en 1.2)
knacksen jsw. Vb.; hat/ knacken (1)
Knack]wurst, die kleine, leicht geräucherte Wurst aus
grob gehackten Fleisch- und Fettstückchen, die meist
heiß gegessen wird
Knall, der; -(e)s, -e jvorw. Sg./ kurzes Geräusch von
sehr großer Lautstärke, meist von einer Explosion:
ein lauter, scharfer K .; der K. der Explosion, eines
Schusses, Überschallflugzeuges; der Ballon platzte
mit einem K.
+ umg. K . und Fall (sehr plötzlich); einen K. ha
ben (verrückt 1.1 .2 sein)
Knall/knall| -bonbcn, der, das Scherzartikel, der
beim gewaltsamen Auseinanderreißen knallendplatzt;
-bunt /Adj./ grellbunt; -effekt, der überraschende,
verblüffende Wirkung, Pointe einer Sache: der K.
der Sache war, daß ... ,
knallen jsw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1.1. etw. gibt
einen K nall, K nalle von sich: Türen, Sektkorken,.
Schüsse k. 1.1.2. mit etw. k. mit etw. Geräusche von
1.1.1 hervorbringen: er knallte mit der Peitsche
1.2. salopp 1.2.1. /emot./ der Gangster knallte
(schoß 1.2 .1) ihm eine Kugel in den Bauch 1.2.2. der
Mittelstürmer knallte (sch oß 2 .1) den Ball an die
Latte — 2. umg. aus der Bewegung heraus heftig
gegen, auf etw. stoßen, fallen, so daß es einen Knall
gibt (ist): das Auto ist gegen den Baum, die Tasse
ist auf den Boden geknallt — 8 . umg. etw. heftig
gegen etw. werfen, so daß es einen Knall gibt (hat):
die Tür ins Schloß, die Akten auf den Tisch k . —
4. (hat) um g. die Mittagssonne knallte (schien sehr
heiß) auf die Dächer
- f salopp jmdm. eine k. (jmdm. eine Ohrfeige
geben); — jmdn. über den / Haufen k.; jmdm.
eins, eine vor den / Latz k.
Knall/knallj -erbse, die mit kleinen Steinen und
Knallfrosch — Knick
655
einem Zündstoff gefüllte Papierhülle, die beim A uf
schlagen knallend platzt; -frösch, der Feuerwerks
körper, der beim Abbrennen in verschiedenen Rich
tungen knallend umherfliegt; -gas, das jo. Pl.j ex
plosives Gemisch aus Wasser- und Sauerstoff;
- gelb jA dj.; emot.j grellgelb; -kopp, der; -s, -köppe
salopp Schimpfw. dumme, verrückte Person:
du blöder K .!; -körper, der kleiner Feuerwerks
körper; -rot jAdj.j grellrot; -tüte, die vgl.
- kopp
knapp /Adj.l 1* kaum ausreichend: ein knapper
Lohn; knappes Taschengeld; diese Waren sind k.
(sind nicht ausreichend im Angebot); wir sind k. mit
der Zeit (haben wenig, nicht ausreichend Zeit) —
2, eng an den Körper anschließend, kaum noch pas
send: das Kleid ist mir zu k. geworden; die Schuhe
sind mir zu k.; der Anzug sitzt recht k.; eine knap
pe Badehose — 3. ein knapper (auf das Notwendige
beschränkter) Überblick; eine knappe Information;
etw. k . zusammenfassen — 4. der Boxer hatte einen
knappen Punktsieg (einen Sieg durch eine gerade
noch ausreichende Punktzahl) errungen; das füllt k.
(gerade noch) eine Tasse — 5* jadv.j dicht (3.1): der
Weg führt k. am Rande des Baches entlang; der
Rock endet k. über dem Knie — 6 . /nicht präd.j k.,
knappe (nicht ganz) 15 Minuten dauerte die Fahrt;
das Baby ist k. drei Wochen alt; das wiegt k. ein
Kilo
+ k. bei / Kasse sein; mit knapper / Kot
Knappe, der; -n, -n 1. Bergm. Bergmann (nach
Abschluß der Lehre) — 2. junger Adliger, der einem
Ritter diente, um selbst Ritter zu werden
knapp|halten /Vb.j u m g.: jmdn. mit Essen, Geld
k. (jmdn. kurzhalten); er hält ihn mächtig knapp
Knappheit, die; jo. PL; zu knapp 1 u. 3/
knapsen /sw. Vb.; hat/ umg.: mit dem Geld k.
(knausern)
Knarre, die;
- n 1, salopp Gewehr — 2. Rassel
( 1.1)
knarren /sw. Vb.; hat/ etw. gibt ein aus einer Reihe
aufeinanderfolgender knackender Laute bestehendes
Geräusch von sich: die Bodentreppe, Haustür, das
Sofa, Bett knarrt; die Dielen k .; O seine knar
rende Stimme
Knast, der; -(e)s, /o. PI./ salopp 1. Haftstrafe:
zwei Jahre K. kriegen, hinter sich haben — 2* im
K. sitzen (eine Haftstrafe in einer Haftanstalt ver
büßen) ; jmd. wandert in den K.
Knaster, der; -s, - umg. minderwertiger Tabak: bil
ligen K . rauchen
Knatsch, der; -es, -e /vorw. Sg./ salopp Unan
nehmlichkeiten, Streit, Ä rger: es hat einen mäch
tigen, großen K. gegeben
knattern /sw. Vb.; hat/ etw. gibt eine schnelle Folge
knallender Geräusche von sich : das Motorrad knat
tert; die Segel k. im Wind
Knäuel, das, auch der; -s, - zu einer Kugel auf-
gewickelter Faden, bes. aus Garn, Wolle: ein K.
Wolle; ein unentwirrbares K .
Knauf, der; -(e)s, Knäufe runde, als Griff dienende
Verdickung: der K. des Spazierstockes, am Schalt
hebel, Türdrücker; der K. des Säbels
Knauser, der; -s,
-
umg. übertrieben sparsamer
Mensch, Geizhals: er ist ein alter K.
knauserig /Adj./ umg. geizig; dazu knausern jsw.
Vb.; hat/: mit dem Geld k. (knauserig sein); er
knausert nie
knausrig /Adj./ s. knauserig
knautschen /sw. Vb.; hat/ umg. 1.1. etw. so zu
sammendrücken, daß es knittrig wird: Papier k.
1.2. der Stoff knautscht (bildet leicht Knitter)
knautschig /Adj./ umg. knittrig: der Rock ist k.
Knautsch| -kommode, die salopp Akkordeon;
-partie, die vgl. - zone; -zone, die Techn. der Sicher
heit der Insassen bei frontalen Zusammenstößen die
nende Zone im Bug und Heck von Personenkraft
wagen, die beim Aufprall zusammengedrückt wird
und so den Stoß mildert: der Wagen ist mit einer K.
ausgerüstet
Kngbel, der; -s, - 1 . kugelig zusammengedrücktes
Stück Stoff, das einem Gefesselten in den Mund ge
steckt wird, um ihn am Schreien zu hindern —
2. kleiner walzenförmiger Gegenstand, bes. aus Holz,
der zum Tragen verschnürter Pakete, zum Drehen
und Spannen von Schnüren od. als Verschluß an
Kleidungsstücken dient
knebeln jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. k. jmdm. einen
Knebel in den Mund stecken: die Verbrecher hatten
ihre Opfer geknebelt — 2. ein Volk k. (unterdrük-
ken und mundtot machen); die reaktionäre Re
gierung versuchte, die Presse zu k.
Knecht, der; -(e)s, -e veraltend Landarbeiter in
langfristigem Arbeitsverhältnis in einer privaten
bäuerlichen Wirtschaft, auf einem privatwirtschaft
lichen Gut
knechten, knechtete, hat geknechtet geh.: ein
Volk k. (auf entwürdigende Weise unterdrücken 1)
knechtisch /Adj./ unterwürfig, servil: knechtischer
Gehorsam
Knechtschaft, die; -, jo. Pl.j Unterdrückung, als ent
würdigend empfundene Unfreiheit: in (der) K. le
ben; ein Volk aus der K. befreien
kneifen, kniff, hat gekniffen 1.1. jmdn. k ., jmdn.,
jmdm. in etw. k. jmds. Fleisch, Haut an einer
Stelle mit den Fingern fest zusammendrücken, so daß
es schmerzt, jmdn. zwicken: er kniff sie; er kniff sie,
ihr in den Arm 1.2. ein Gummiband kneift jmdn.
(drückt sich in jmds. Fleisch, Haut ein) — 2. die
Augen, Lippen k. (fest zusammendrücken) — 3. sa
lopp jmd. kneift jmd. entzieht sich feige einer Ver
pflichtung, drückt sich vor etw.: er kneift schon
wieder, hat gekniffen
Kneifer, der; -s, - Klemmer
Kneif|zange, die Zange mit zwei geschärften Schnei
den: Draht mit der K. durchtrennen; einen Nagel
mit der K . herausziehen
Kneipe, die; -,
-n umg. einfach eingerichtete, klei
nere Gaststätte, bes. Bierstube,
- lokal: in der K.
sitzen
Kneippkur, die Kur, bei der jmd. mit kaltem Was
ser, viel Bewegung an freier Luft und naturge
m äßer Diät behandelt wird
kneisten, kneistete, hat gekneistet lan d sch .:
wenn die Sonne blendet, muß ich immer k. (die
Augen zusammenkneifen, um sehen zu können)
Knete, die; -, /o. Pl.j umg. Plastilin: die Kinder
formen etw. aus K.
kneten, knetete, hat geknetet 1. etw. aus einer wei
chen, teigartigen Masse mit den Händen durch
Drücken formen: ein Modell aus Ton k.
—
2. etw.
mit den Händen durch Drücken bearbeiten: den
Teig k .; der Masseur hat seine Bauchmuskeln ganz
schön geknetet (massiert)
Knick, der; -(e)s, -e 1.1. scharfe Biegung: ein K. in
einem Rohr; der Weg macht einen K. 1.2. durch
656
Knickei — Knochen
scharfes Umbiegen entstandene Stelle bes. in Papier:
ein K. im Buchdeckel; das Ei hat einen K. (ist
eingedrückt)
Knick|ei, das eingedrücktes, angestoßenes Ei
knicken jsw. Vb.; hat, ist; / auch geknickt/ 1,1.
etw. an einer Stelle scharf umbiegen, ohne däß es ganz
durch-, abbricht (hat): den Stengel der Blume k.;
der Sturm hat viele Bäume geknickt 1.2 . etw. biegt
sich scharf um, ohne ganz durch-, abzubrechen (ist):
die Bäume knickten wie Strohhalme
Knicker, der; -s, - s a lopp übertrieben sparsamer
Mensch, Knauser; dazu knickerig lAdj.j
knickrig /Adj.j s. knickerig
Knicks, der; -es, -e leichte kurze Beugung eines
Knies, beider K nie als ehrerbietiger Gruß junger
weiblicher Personen: sie machte vor ihrem Lehrer
einen (tiefen) K .; dazu knicksen /sw. V b.; hat/
Knie, das; -s, - [kni:, PI. kni: (o)] 1. Gelenk zwischen
Ober- und Unterschenkel: ein rundes, spitzes K .;
ihm zitterten die K .; sich beim Sturz ein K . auf-
schlagen; auf die K. fallen; der R ock reicht bis zum
K.
—
2, Stelle von 1 im Hosenbein: die K. sind
durchgescheuert — 3. K rüm mung, gebogene Stelle
von etw.: das K. eines Rohres, Elusses
-j- jmdn. auf, in die K. zwingen (jmdn. besiegen,
unterwerfen); umg. (vor jmdm.) in die K. gehen
(Angst haben, seine Grundsätze aufgeben); jmdn.
übers K. legen (jmdn. durchhauen); etw. übers K.
brechen (etw. übereilen )
Knte/knie| -aufSchwung, der Turnen Hoch
schwingen des Körpers aus dem Kniehang am Bar
ren, Reck; -beuge, die Beugen der Knie bei gestreck
tem Oberkörper, ohne mit dem Gesäß die Hacken zu
berühren; -fall, der Niederfallen auf die Knie als
Zeichen der Unterwerfung od. als demütige Bitte:
(vor jmdm.) einen K. tun; -fällig jAdj.ji jmdn. k.
(demütig) um etw. bitten; -frei fAdj.f: ein knie
freies (die K nie nicht bedeckendes) Kleid; -gelenk,
das; -hang, der Turnen das Hängen im Kniegelenk
am Barren, Reck; -hoch fAdj.f von unten bis zu den
K nien reichend: kniehoher Schnee; -hose, die an
den Knien endende Hose; -kehle, die die Rückseite
des K nies bildende Höhlung; -lang jAdj./ so lang,
daß es bis zu den Knien reicht: eine knielange Hose
knien fsw. Vb.; hatf [kni: (o)n] 1.1. eine Körperhal
tung haben, bei der man die Unterschenkel anwinkelt,
so daß das Körpergewicht auf einem Knie od. auf
beiden K nien ruht: vor, neben jmdm. k .; eine
Arbeit kniend verrichten 1.2. sich k. sich a uf die,
beide Knie niederlassen: er kniete sich neben sie —
2. umg. sich in etw. hineinknien: sich in die Arbeit
k.
- f jmdm. auf den
Nähten k.
Knig/knie |-scheibe, die platter, dreiseitiger K n och en
vor dem K niegelenk; -Schützer, der; -s, - gepolstertes
Teil aus Stoff od. Leder, das bes. von Sportlern zum
Schutz über das K nie gezogen wird; -Strumpf, der
bis zum Knie reichender Strumpf; -tief fAdj.f knie
hoch
Kniff, der; -(e)s, -e 1. durch scharfes Umbiegen und
festes Zusammendrücken entstandene Stelle in Pa
pier, Stoff: ein K. in der Buchseite, im Rock — 2.
das Kneifen (1.1): ein K. in den Arm — 3. Trick
(1 .1 ): er kannte alle Kniffe seines Handwerks
kniffen /sw. Vb.; hat/ etw. k. in etw. einen K niff (1)
machen: Papier k.
knifflig jAdj.j umg. kompliziert, verzwickt: eine
knifflige Aufgabe; eine knifflige (heikle) Angelegen
heit
Knilch, der; -(e)s, -e s alopp Kerl (1): dieser blöde
K.!
knipsen jsw. Vb.; hat/ umg. 1. einen kurzen, hellen
Laut hervorbringen: mit den Fingern, der Schere k.
—
2. etw., jmdn. fotografieren — 3. die Fahrkartenk.
(lochen)
Knirps, der; -es, -e 1. umg. kleiner1 Junge (1) —
2. Taschenschirm
knirschen fsw. Vb.; hat/1.1 . etw. gibt durch Reibung
ein aus vielen hellen, leisen Lauten zusammen
gesetztes Geräusch von sich: der Schnee, Kies
knirscht unter den Schuhen 1.2. mit etw. k . mit
etw. ein Geräusch von 1.1 hervorbringen: mit den
Zähnen k.
knistern jsw. Vb.; hat; bes. von Papierj 1.1. etw.
gibt ein aus vielen leisen, hellen Lauten zusammen
gesetztes Geräusch von sich: das Papier knistert; das
Holz, Feuer knistert im Ofen; O es herrschte
knisternde Spannung (gespannte Erwartung) 1.2.
mit etw. k. mit etw. ein Geräusch von 1.1 hervor-
bringen: mit dem Papier k.
Kmttelvers, der V ersleh re vierhebiger, paarweise
gereimter Vers mit freien, unregelmäßigen Senkun
gen
Knitter, der; -s, - jvorw. Pl.f durch verformende
Einflüsse unbeabsichtigt entstandene unregelmäßig
verlaufende Linie bes. in Stoff: die K. ausbügeln
knitter/Knitter) -arm jA d j.j wenig knitternd (2):
der Stoff ist k.;
- falte, die Knitter; -fest fAdj.f nicht
knitternd (2); -frei fAdj.f knitterfest
knitterig jA d j.j s. knittrig
knittern jsw. Vb.; hat/ 1. etw. k. Knitter in etw.,
bes. in einem Kleidungsstück verursachen: paß auf,
daß du den Stoff nicht knitterst! — 2. etw. knittert
etw. wird (leicht) knittrig: der Stoff knittert, wird
leicht k.
knittrig jAdj.j voller K nitter: der Stoff ist im
Koffer ganz k. geworden
knobeln jsw. Vb.; hat/ 1. bes. durch Würfeln, spiele
rische Manipulation mit den Händen eine Ent
scheidung darüber treffen, wer zu etw. bestimmt wird :
wir haben geknobelt, wer die Zeche bezahlen soll —
2. angestrengt über die Lösung einer Aufgabe, eines
Problems nachdenken, an der Lösung einer Aufgabe,
eines Problems arbeiten: sie knobelten lange dar
über, wie sie das besser machen könnten; ich habe
eine Stunde lang an dem Rätsel geknobelt
Knoblauch, der; -(e)s, jo. Pl.j lauchartiges Lilien
gewächs, das scharf riechende Zwiebeln ausbildet und
als Gewürz und in der Heilkunde verwendet wird: das
Fleisch vor dem Braten mit K. einreiben
Knoblauchj -wurst, die mit Knoblauch gewürzte
Wurst; -zehe, die Teil der Knoblauchzwiebel;
- z wiobel, die
Knöchel, der; -s, - 1. innerer und äußerer vorsprin
gender Knochen am Fußgelenk: der Rock reichte
bis zu den Knöcheln — 2 . der hervortretende
Knochen des Fingergelenks: mit dem K. an die Tür
klopfen
knöchel zu Knöchel A\ -frei jAdj.j die Knöchel un
bedeckt lassend: ein knöchelfreies Kleid; -lang jAdj.j
so lang, daß es bis zu den Knöcheln reicht: der Rock,
das Kleid ist k.;
-tief jAdj./ von unten bis zu den
Knöcheln reichend: knöcheltiefer Schnee
Knochen, der; -s, - 1 . hartes, festes, aus Knochen
Knochenarbeit — Know-how
657
gewebe bestehendes Teil des Skeletts des Menschen
und der Wirbeltiere: ein langer, runder, flacher,
dünner, dicker K .; aus K. eine Brühe kochen;
Fleisch mit, ohne K.
—
2. /nur im Pl.f die Glied
maßen: umg. bei der Glätte kann man sich ja die
K. brechen; mit meinen alten, müden K. kann ich
nicht mehr so viel leisten; salopp nimm deine K.
hier weg
+ umg. etw. sitzt, steckt jmdm. in den K. (jmd.
spürt die Anzeichen einer Krankheit); etw. fährt
jmdm. in die K. (etw. 2erschreckt 1.1 jmdn. sehr);
bis auf die K. völlig, durch und durch: er war bis
auf die K. naß; jmdn., sich bis auf die K. {sehr)
blamieren; — nur noch / Haut und K. sein
Knochen/knochen) -arbeit, die jo. PL/ umg. körper
lich sehr anstrengende Arbeit; -bau, der jo. PL/ Bau
des Knochengerüstes: ein Mann mit kräftigem K.;
- bildend /Adj./ die Bildung des Knochengewebes
fördernd: Kalk ist k.;
- bruch, der 1Bruch (2.1) eines
Knochens, Fraktur; -brühe, die aus (Mark)knochen
gekochte Brühe; -fisch, der Fisch, dessen Skelett
weitgehend verknöchert ist; -gerüst, das Skelett (1.1);
- gewebe, das Med. sich durch besondere Festigkeit
auszeichnendes, dem Körper Halt gebendes Gewebe;
- hart /Adj.; emot.f sehr hart (1.1); -haut, die fo. PI .]
den Knochen umgebende Haut; -leim, der aus
Knochen hergestellter Leim; -mark, das zell- und
blutreiches weiches Gewebe in den Röhrenknochen;
- trocken /Adj.; emot.f umg. sehr trocken (1.1, 1.3,
1.6): der Erdboden, die Wäsche war k.
knöchern /Adj./1. \nur attr.f aus Knochen bestehend:
der knöcherne Brustkorb — 2 . knochig: ein knö
chernes Gesicht
knochig fAdj.f mit starken od. deutlich hervor
tretenden K nochen: ein knochiges Gesicht; seine
magere, knochige Gestalt
knockout /Adj.; nicht attr.; / auch k.o . 1/ [nokaut]
Boxen durch einen Schlag, Treffer zu Boden ge
gangen, kampfunfähig: nach dem ersten Schlag
abtausch war er schon k .; den Gegner k. schlagen;
dazu Knockout, der; -/-s, -s s. K .o .
Knödel, der; -s, - bes. süddt. österr. Kloß: K.
aus Semmeln, Kartoffeln
Knolle, die; -n der Speicherung von Nährstoffen,
der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienendes,
stark verdicktes, rundliches (unter der Erde befind
liches) Teil vieler Pflanzen: die Knollen der Dah
lien, Kartoffeln; landsch. umg. die Knollen
(Kartoffeln) abkeimen
Knollen |-blätterpilz, der giftiger, dem Champignon
ähnlicher Blätterpilz; -gewächs, das Knollen bil
dende Pflanze; -nase, die unförmig dicke, runde
Nase
Knopf, der; -(e)s, Knöpfe 1. kleiner scheibenförmi
ger, kugeliger od. eckiger Gegenstand, der bes. an
Kleidungsstücken angenäht wird und zum öffnen
und Verschließen od. zur Zierde dient: ein flacher,
blanker, mit Stoff bezogener K .; ein K. aus Perl
mutt, Glas, Leder, Metall, Kunstharz; einen K.
annähen, abschneiden, verlieren; mir ist ein
K. abgegangen — 2. kleine, meist runde Vor
richtung an elektrischen Geräten, Anlagen, die man
zum Ein - , Ausschalten niederdrückt od. dreht: der
K. der Klingel, am Radio; den Fahrstuhl durch
Druck auf den K. in Bewegung setzen
knöpfen /sw. Vb.; hat; vorw. im Inf. u . Part. Prät.f
1.1. etw., bes. ein Kleidungsstück, dadurch, daß man
Knöpfe durch Knopflöcher steckt, öffnen, verschlie
ßen : ein Kleid zum Knöpfen; die Bluse wird hinten
geknöpft 1.2. etw. an etw. k . etw., bes. ein Teil
eines Kleidungsstückes, dadurch mit etw. verbinden,
daß man K nöpfe durch Knopflöcher steckt
Knopf|loch, das (verfestigter) Einschnitt, durch den
beim Knöpfen der K nopf gesteckt wird
knorke /Adj.; vorw. präd.f veraltend umg. groß
artig, ausgezeichnet
Knorpel, der; -s, - festes, elastisches (Binde)gewebe,
das das Skelett stützt
Knorpelfisch, der Fisch, dessen Skelett nicht ver
knöchert, sondern knorpelig bleibt
knorp(e)lig /Adj.; zu Knorpel/: knorpeliges Gewebe
Knorren, der; -s, - A st (2): das Brett hat viele K.
knorrig fAdj.f 1. voller verdickter Auswüchse und
krumm gewachsen: knorrige Eichen; ein knorriger
Ast; O knorrige Hände, Finger — 2. mit vielen
Ästen, Knorren: ein knorriges Brett
Knospe, die; -n in feste Blätter eingehülltes un
entwickeltes Endstück eines Pflanzensprosses, aus
dem sich Blüten od. neue Sprosse entwickeln: die
Knospen entfalten sich, öffnen sich, treiben, sprie
ßen, brechen auf
knospen /sw. Vb.; hat; vorw. im Inf. u . Part. Präs./
Knospen treiben: die Bäume beginnen zu k.
Knötchen, das; -s, - / / auch Knoten/ durch Ent
zündung verursachte kleinere, rundliche, harte, rötliche
Verdickung der Hautoberfläche
knoten, knotete, hat geknotet 1. Fäden, Bänder od.
Draht zu einem Knoten schlingen: das Schuhband
k.; um den Hals hatte er ein Tuch geknotet —
2. Fäden, Bänder od. Draht durch einen Knoten
(1.1) verbinden: einen gerissenen Faden k.
Knoten, der; -s, - fauch Knötchen/ 1.1. durch
Verschlingen, Festziehen eines od. mehrerer Fäden
o. ä . sich ergebende Verdickung, Verbindung: einen
K. knüpfen, lösen; etw. zu einem K . schlingen;
einen K. in etw. machen; einen K. aufmachen,
nicht aufbekommen; ein Bindfaden mit vielen K .;
den K. der Krawatte zurechtrücken; O den dra
matischen K. schürzen (den Konflikt der drama
tischen Handlung anlegen) 1.2. in sich verschlunge
nes, am Hinterkopf aufgestecktes Haar einer Frau
als Haartracht: sie trägt einen K ; sie hat ihr Haar
zu einem K. aufgesteckt — 2. Anschwellung, Ver
dickung 2.1. als krankhafte Erscheinung bes. an
Gelenken, am Körper: die Gicht verursacht K. an
den Gelenken 2.2 . an Pflanzen, bes. als Versteifung
an Stengeln: die kleinen K. am Stengel, an Ästen —
8. fAbk. kn; Maßeinheit für die Geschwindigkeit
eines Schiffes/ eine Seemeile pro Stunde: das Schiff
fahrt mit einer Geschwindigkeit von 30 K.
+ den gordischen K. durchhauen (ein schwieriges
Problem verblüffend einfach lösen); umg. bei jmdm.
ist der K. gerissen, geplatzt (jmd. hat endlich etw.
begriffen)
Knoten|punkt, der /PI.
- e/ Schnittpunkt verschie
dener Verkehrswege
Knöterichgewächs, das in zahlreichen Arten vor
kommende krautige Pflanze mit einem knotig ge
gliederten Stengel
knotig /Adj./ voller K noten (2): von Gicht knotige
Hände
know-how, das; -/ -s, [o. PL/ [no:hau] auf For
schung, Erfahrung gegründetes Wissen, bes. tech
nischen Charakters, um diepraktische Verwirklichung,
42 Wörterbuch
658
knuddeln — Kock
Handhabung einer Aufgabenstellung: den Ent
wicklungsländern fehlt oft noch das technische K.
knuddeln /sw. Vb.; hat/ landsch. umg. jmdn., bes,
ein Kind, drücken (1.7)
Knuff, der; -(e)s, Knüffe umg. leichter Stoß mit der
Faust, dem Ellenbogen, P uff; c&zz'w- knuffen /sw.
F6.; hat/: jmdn. heimlich in die Seite k .; die
Jungen knufften sich
knülle /Adj.; nicht attr.f salopp 1. betrunken —
2. ermüdet, erschöpft: ich bin völlig k.
knüllen jsw. F6.; hat/ e£w. so zusammendrücken,
daß es Knitter bekommt: das Taschentuch, ein
Stück Papier in der Hand k.
Knüller, der; -s, - umg. femot.j Sache,
großen
Anklang findet: das Buch, der Film ist ein K.
knüpfen jsw. Vb.; hat/ 1. Fäden, Bänder od. Draht
durch Knoten verbinden, cm e£w. befestigen: zer
rissene Fäden, die Schnürsenkel k .; eine Schnur an
eine andere, am einen Haken k.
—
2. etw. ausFäden,
Bändern durch Verschlingen, durch Knoten her-
stellen: Netze, Teppiche, einen Wandbehang aus
Baumwollfäden k .; O Verbindungen, Kontakte k.
{hersteilen) — 8 . Hoffnungen, Forderungen, eine
Bedingung an etw. k . (mit etw. verbinden); an die
sen Besuch k. sich für uns schöne Erinnerungen
(dieser Besuch verbindet sich für uns mit schönen
Erinnerungen)
Knüpf|teppich, der Teppich, der geknüpft worden ist
Knüppel, der; -s, - 1, kurzer bis armlanger, dicker,
fester Stock (1.1.1): ein schwerer, dicker K .; jmdn.
mit einem K. schlagen; der Weg war mit Knüppeln
befestigt — 2. Steuerknüppel — 3 . Schaltknüppel
—
4. landsch. Brötchen in länglicher Form
+ jmdm. (einen) K. zwischen die Beine werfen
(jmdm. Schwierigkeiten machen)
Knüppel/knüppel| -dämm, der mit quer zur Rich
tung des Weges gelegten Holzstämmen, mit Knüppel
holz befestigter Weg (durch Sumpfland); -dick jAdj.;
in den Verbindungen/ salopp jetzt kommt es k.
(jetzt kommt alles, bes. Unerwünschtes, auf einmal);
die Bahn war k. (sehr) voll; -kolz, das jo. P l.f (auf
bestimmte Länge geschnittenes) armdickes Rundholz;
-sckaltung, die Gangschaltung in Kraftfahrzeugen
mit Hilfe eines Schaltknüppels
knurren /sw. Vb.; hat/ 1. dumpfrollende, kehlige
Laute von sich geben: der Hund knurrte, ließ nur
ein leises .Knurren hören — 2. etw. unfreundlich,
mürrisch ä uß ern : er knurrte etw. Unverständliches
(vor sich hin); er knurrte (beklagte sich, murrte)
über das schlechte W etter
+ jmdm. knurrt der / Magen
Knurrjkakn, der 1. im Meer lebender Knochenfisch
mit großem Kopf und breitem Maul, der knurrende
Laute von sich gibt, wenn er an die Oberfläche kommt
und seine Brustflossen so aufstellen kann, daß er auf
ihnen über den Meeresgrund laufen kann — 2, umg.
mürrischer Mensch
knurrig fAdj.j unfreundlich, verdrießlich: etw. in
knurrigem Ton sagen; er wirkte ziemlich k .; ein
knurriger alter Mann
knusp(e)rig jAdj./ 1* mit spröder harter Kruste ge
backen, gebraten, so daß es beim Abbeißen leicht
knackt: knusprige Brötchen, Bratkartoffeln; die
knusprige Haut des Gänsebratens — 2 . u m g.
scherzh. ein knuspriges (junges und frisches)
Mädel; jung und k.
Knute, die; -,
-n 1. Peitsche mit geflochtenen ledernen
Riemen: dieK. schwingen — 2. jo. Pl.f unter der K.
(grausamen Willkürherrschaft) der Aufseher, eines
Tyrannen stöhnen; unter jmds. K . stehen (von
jmdm. grausam beherrscht, unterdrückt werden)
knutschen /sw. Vb.; hat/ umg. eine Person des
anderen Geschlechts, sich gegenseitig lange und heftig
umarmen und küssen: jmdn. k .; sie knutschten sich
im Park, in der Haustür; dazu Knutschergi, die;
-,
-en
Knüttel, der; -s, - Knüppel, bes. als Stock zum
Schlagen
k. o. jAdj.; nicht attr.; Kurzw. für knockout/ [ka: |o:]
l. B oxen knockout: den Gegner k.o. schlagen —
2 . ich fühle mich heute, bin heute völlig k.o . (ab
geschlagen, müde)
K.o,, der; -/ -s, -/ -sjvorw. Sg .; Kurzw. für knockout/
[ka:|o:] Boxen: er siegte durch K.o . (siegte da
durch, daß er seinen Gegner knockout schlug); ein
technischer K.o . (Abbruch des Boxkampfes bes. we
gen Verletzung des Gegners)
Koagulation, die; -,
- en fachspr. Gerinnung,
flockige Ausfällung kolloid gelöster Stoffe
koal(is)ieren /sw. Vb.; hat/ mit einer anderen Partei
eine Koalition bilden
Koalition, die; -en Bündnis zwischen 1.1. zwei od.
mehreren Parteien in der bürgerl. - parlamentarischen
Demokratie, um eine Regierung zu bilden, wenn eine
Partei nicht die absolute Mehrheit errungen hat:
die K. zwischen SPD und FDP inderBRD 1.2. /sel
ten/ zwei od. mehreren Staaten zum Zwecke gemein
samen Auftretens und Handelns im politischen od.
militärischen Bereich
Koalition»|-freikeit, die j o . P l.j vgl.
- recht; -partei,
die Partei in der bürgerl.-parlamentarischen Demo
kratie, die mit einer anderen eine Koalition eingeht,
eingegangen ist; -partner, der; -reckt, das jo. PI j
Jur. (in der DDR soz. Grundrecht der Bürger, Ver
einigungen zu bilden; -regierung, die bürgert.
Regierung aus Vertretern verschiedener Koali
tionsparteien
koaxial /Adj.; nicht präd.j Elektrotechn.: ein
koaxiales Kabel (Kabel mit einer den od. die1Leiter
(2) umschließenden Abschirmung, Isolierung)
Koaxialkabel, das Elektrotechn. koaxiales Kabel
Koaxkabel, das s. Koaxialkabel
Kobalt, das; -(e)s, jo. Pl.j dem Nickel, Eisen ähn
liches, stahlgraues, glänzendes, zähes Metall von
großer Härte
kobalt/Kobalt| -blau /Adj.; bes. in der Porzellan
malerei/ leuchtend tiefblau : eine kobaltblaue Vase;
-bombe, die Wasserstoffbombe mit einem Mantel aus
Kobalt; -kanone, die medizinisches Gerät zur B e
strahlung von Geschwulsterkrankungen mit radio
aktivem Kobalt
Koben, der; -s, - Verschlag, kleiner Stall für Haus
tiere, bes. Schweine
Kobold, der; -(e)s, -e Schabernack treibende, zwer
genhafte Märchen-, Sagengestalt; dazu koboldhaft
/Adj./ in der Art eines Kobolds
Kobolz, der
-j- umg. (einen) K. schießen (einen Purzelbaum,
Purzelbäume machen)
Kobra, die;
-s sehr giftige Natter des tropischen
Asiens und Afrikas
Kock, der; -(e)s, Köche Fachmann, der in der Zu
bereitung von Speisen ausgebildet ist: er arbeitet als-
K. in einem Hotel, Restaurant
Kochbuch — Kohärenz
659
Koch/koch| -buch, das Buch mit Kochrezepten;
-e cht /Adj.; nicht adv.; von Textilien! beim Kochen
Farbe und Form beibehaltend: das Wäschestück
ist k.
kochen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. k . vorbereitete Nah
rungsmittel in einem mit Wasser gefüllten Topf auf
Siedetemperatur bringen und dadurch gar werden
lassen: Gemüse, Kartoffeln, Eier k .; das Fleisch
auf kleiner Flamme weich k. 1.2. eine Speise, ein
Getränk {durch 1.1) zubereiten, hersteilen: das Essen,
Kaffee k.; sie hat Kochen gelernt; er kocht gern,
gut 1.8. schmutzige Wäsche in Seifenlauge auf
Siedetemperatur bringen und dadurch den Schmutz
lösen 1.4. Teer, Leim k. {so lange erhitzen, bis er
flüssig wird) 2. etw. kocht etw. befindet sich in
Siedetemperatur: das Kaffeewasser, die Milch
kocht; die Kartoffeln, Eier k.; das Huhn muß zwei
Stunden k. ;<0> die See kocht {ist stark bewegt, auf
gewühlt); er kochte {war sehr erregt) (vor Wut)
+ das ist noch nicht in dem / Topf, wo’s kocht;
hier wird auch nur mit / Wasser gekocht
Kocher, der; -s, - k leines elektrisches od. mit Gas be
heiztes Gerät, auf dem Speisen, Getränke gekocht
werden können
Köcher, der; -s, - länglicher Behälter für Pfeile
koeh/Koch| -fertig /Adj./ so weit vorbereitet, d aß es
nur noch gekocht od. erwärmtzu werden braucht:koch
fertige Suppen, Gerichte; -fest jA d j.; nicht adv./
kochecht; -fleisch, das Fleisch, das durch Kochen
(1.1) zubereitet wird; -gelegenheit, die etw., das die
Möglichkeit bietet, an dieser Stelle zu kochen (1.1,
1.2); -geschirr, das hoher Topf mit nierenförmigem
Längsschnitt und tiefem Deckel, aus dem Soldaten
warmes, gekochtes Essen zu sich nehmen; -herd,
der Herd (1)
Köchin, die; -,
-nen jzu Koch/
Koch| -käse, der Käse aus erhitztem Quark; -kunst,
die 1.1. jo. Pl.j Fachgebiet, das sich mit der Her
stellung von Speisen befaßt 1.2. jmdm. seine Koch
künste vorführen {jmdm. zeigen, daß man sehr gut
kochen 1.2 kann); -lÖffel, der {hölzerner) großer
Löffel, der bei der Zubereitung von Speisen verwen
det wird; -nische, die kleiner, fürs Kochen (1.1, 1.2)
vorgesehener, von einem Wohnraum abgetrennter
Platz; -platte, die elektrisch beheizte, runde, metalle
ne Platte auf einem Elektroherd od. kleines elek
trisches Gerät mit einer Platte zum Kochen (1.1,1.2);
- rezept, das; -salz, das jo. Pl.f Salz (1); -topf, der:
ein emaillierter K .;
-Wäsche, die Wäsche, die ge
kocht (1.3) wird; -wurst, die jo. PI./ Wurst, die aus
vorgekochtem Fleisch hergestellt ist {und vor dem
Verzehr in Wasser heiß gemacht wird); -zeit, die
Zeit, die zum Kochen (1.1) einer Speise eingehalten
werden muß
kodd(e)rig /Adj./landsch. salopp 1.jmdm. ist k.
(zumute) {jmdm. ist es zum Erbrechen übel) —
2. er hat ein koddriges Mundwerk {ist frech, u n
verschämt und vorlaut)
Kode, der; -s, -s [ko:t] Schlüssel (3)
Kodein, das; -s, jo. Pl.f [..e|i:n] zu den Alkaloiden
gehörendes, den Hustenreiz linderndes Arzneimittel
Köder, der; -s, - Mittel, bes. Nahrung, zum A n
locken und Fangen von Fischen od. Wild: der Angler
benutzt Kegenwürmer als K .; einen K. auslegen;
dazu ködern jsw. Vb.; hat/: einen Fisch k.; O
umg. jmdn. mit einem Angebot zu k. suchen
Kodex, der; -es/-, -e/Kodizes [,.tse:s] 1. /PI. vorw.
- e/ ungeschriebene Verhaltensregeln, die in einer
bestimmten, bes. einem Standesdenken verhafteten
gesellschaftlichen Umgebung maßgebend sind: jmd.
verstößt gegen den K .
—
2. Sammlung von alten
Handschriften, bes. des Mittelalters
kodieren jsw. Vb.; hat/: etw. k. {einen Kode für
etw. aufstellen, Informationen verschlüsseln)
Kodifikation, die; - ,
- en Jur. das Kodifizieren:
die K. des sozialistischen Strafrechts
kodifizieren /sw. Vb.; hat/ Jur. rechtliche Vor
schriften eines Sachbereiches in einem einheitlichen
und maßgebenden Gesetzbuch systematisch zusam
menfassen
Koedukation [ko|e..], Koedukation [ko:|e..] , die;
- , jo. Pl.j gemeinschaftliche Erziehung von Jungen
und Mädchen in der Schule
Koeffizient, der; -en, -en [ko|e..] 1. M ath, all
gemeine od. bestimmte Zahl, die als Faktor einer
unbestimmten od. variablen Größe beigegeben ist: in
derGleichung3x+6=0ist3einK.
—
2.
Phys. Zahl, die bestimmte Eigenschaften von
Materialien bezeichnet, z. B . Ausdehnung, Reibung
Koexistenz [ko:|s..] , Koexistenz [ko|e..], die; -,
jo. Pl.j das Nebeneinanderbestehen verschiedener
Dinge, Erscheinungen, Systeme; fvorw. in der Ver
bindung/ die friedliche K. (Grundprinzip derAußen
politik der soz. Länder, das das friedliche N eben
einanderbestehen von Staaten mit unterschiedlicher
Gesellschaftsordnung in der Epoche des Übergangs
vom Kap. zum Soz. zum Inhalt hat)
Koffein, das; -s, /o. PL/ [..e|i:n] bes. im Kaffee
und Tee enthaltener, bitter schmeckender, anregender
Wirkstoff
koffein| -frei /Adj.; nicht adv./ kein K offein (mehr)
enthaltend: koffeinfreier Kaffee; -haltig /Adj.;
nicht adv./ K offein enthaltend: ein koffeinhaltiges
Getränk, Medikament
Koffer, der; -s,
-
größerer, rechteckiger, relativ
flacher, verschließbarer {lederner) Behälter mit
Deckel und Handgriff, der auf der Reise zum Trans
port bes. von Kleidung dient: ein großer, kleiner,
leichter, schwerer, handlicher K .; den K . (aus)-
packen, verschließen; jmdm. den K . tragen; seinen
K. bei der Gepäckaufbewahrung aufgeben
Koffer| -anhänger, der am Griff des Koffers an
gebrachtes Kärtchen mit Namen und Adresse des
Eigentüm ers; -nähmaschine, die Nähmaschine mit
einem für ihre Abmessungen konstruierten Koffer,
in dem man sie tragen kann; -radio, das tragbares,
mit Elektroenergie aus Batterien versorgtes Rund
funkgerät mit einem kofferähnlichen Gehäuse; -raum,
der Raum für das Gepäck in einem Personenkraft
wagen
Kogge, die; -,
-n Segelschiff der Hanse mit dick
bauchigem Rumpf und hohen Borden
Kognak, der; -s,
-e/-s /bei Mengenangabe PL
Kognak/ [konjak] (in Frankreich hergestellter)
Weinbrand: ein guter, alter K.
Kognak|-bohne, die mit Kognak gefüllte Praline
in Form einer Bohne; -Schwenker, der bauchiges,
nach oben sich verengendes Trinkglas für W ein
brand
kohärent /Adj./ 1. fachspr. zusammenhängend,
gleiche Eigenschaften habend: beide Erscheinungen
sind k.
—
2. Phys. von gleicher Wellenlänge,
Schwingungsart und -richtung: kohärente (Lieht)-
wellen; dazu Kohärenz, die; -, jo. PL/
42*
660
Kohäsion — kokettieren
Kohäsion, die; «, jo. PLj Phys. das Wirken von
Anziehungskräften zwischen Atomen od. Molekülen
eines Körpers
Kohl, der; -(e)s, jo. Pl.j 1. in zahlreichen Arten
vorkommende, zu den Kreuzblütlern gehörende
Gemüsepflanze: K. anpflanzen, anbauen, zu
bereiten, putzen, kochen — 2. salopp Unsinn
(1): rede nicht so viel K.; das ist alles K .!
salopp das macht den K. (auch) nicht fett
(das hilft, ändert nicht viel)
Kohljdampf, der
+ salopp K. haben, schieben (Hunger haben)
Kohle, die; -,
-n 1,1. fo. PL/ natürlich entstandenes,
brennbares Sediment pflanzlicher Herkunft mit
hohem Anteil an Kohlenstoff, das bergmännisch ab
gebaut wird: K. abbauen, fördern; aus K. Teer,
Farben, Benzin gewinnen 1.2 , au s 1.1 hergestelltes
Produkt zum Heizen, bes. Brikett: K., Kohlen (ab)la-
den, einkellern; einen Eimer K ,, Kohlen aus dem
Keller holen; mit Kohlen heizen; die Kohlen glü
hen noch 1.8. /o. Pl.j chemisch 1.1 ähnlicher Stoff,
der durch Einwirken von (schwelendem) Feuer ent
standen ist — 2. jo. Pl.j etw.. mit K. (einem Kohle
stift) zeichnen — 8 * jo. PL/ Aktivkohle — 4 . jvorw.
Pl.j Kohlenbürste, -stift: wir brauchen neue Koh
len für den Staubsauger — 5. jnur im PLj salopp
sch erzh . Geld (1): Hauptsache, die Kohlen stim
men!
- f veraltend feurige, glühende Kohlen auf jmds.
Haupt sammeln (jmdn. beschämen); umg. wie auf
(glühenden) Kohlen sitzen (in der Erwartung von
etw. Wichtigem, Entscheidendem sehr ungeduldig,
unruhig sein)
Kohle|: / Kohlen/kohlen|
kohlen jsw. Vb.; hat/ umg. Unsinn reden
Kohlen/kghlen (m it * a u c h Kohle|)| -anzünder,
der; -s, - meist in Platten gepreßter, leicht brenn
barer Stoff, der zum Anzünden von Kohlen in Öfen
dient; -bergbau, der; -bergwerk, das Bergwerk, in
dem Kohle gefördert wird; «-bürste, die Elektro-
techn. dem Kontakt dienendes Teil aus Kohlen
stoff in Elektromotoren; -dioxid, das; -s, jo. Pl.j
Chem. farbloses, nicht brennbares Gas, das bei der
Verbrennung organischer Stoffe und bei der Atmung
entsteht; -eimer, der; *-fiöz, das; -grübe, die vgl.
- bergwerk; *-handel, der Handel mit Kohlen (1.2);
«-händler, der; «-handlung, die; *-herd, der mit
Kohlen beheizter Herd; -hydrat, das Chem. Ver
treter einer Gruppe natürlicher od. synthetischer
organischer Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasser
stoff und Sauerstoff; -keller, der; -monoxid,
-monoxid, das /o. PLj Chem. bei unvollständiger
Verbrennung entstehendes, sehr giftiges, färb-,
geruch- und geschmackloses Gas, dessen Moleküle
aus je einem Atom Kohlenstoff und Sauerstoff be
stehen und das mit blauer Flamme zu Kohlendioxid
verbrennt; *-ofen, der vgl.
- herd; -oxid, das jo. Pl.j
Chem. Kohlenmonoxid; «-preis, der Preis für
Kohlen (1.2); «-revier, das Gebiet mit reichem
Kohlenvorkommen, Gebiet des Kohlenbergbaus;
-sauer jAdj.; nur attr.j Chem. den Säurerest der
Kohlensäure enthaltend: kohlensaures Natron;
kohlensaurer Kalk; -säure, die jo. P l.j schwache
Säure der wäßrigen Lösung des Kohlendioxids;
-schaufei} die; -staub, der Staub aus Kohle (1);
-Stift, der vgl.
- b ürste; -Stoff, der jo. PLj Chem.
chemisches nichtmetallisches Element, das wesent
licher Bestandteil aller lebenden Organismen ist und
in reiner Form als Graphit od. Diamant vorkommt;
- träger, der jmd., der beruflich die Kohlen vom Last
wagen in den Keller, die Wohnung des Verbrauchers
trägt; «-Vorkommen, das natürliches Vorkommen,
Lagerstätte von Kohle (1.1) in der Erdkruste;
«-Vorrat, der; -Wasserstoff, der Chem. chemische
Verbindung aus Kohlenstoff und Wasserstoff;
- zange, die Zange zur Handhabung von Kohle (1.2)
Kohle| -papier, das jo. Pl.j dünnes Papier, das auf
einer Seite mit einer Farbschicht versehen ist, die sich
beim (Maschineschreiben durch Druck auf den dar
unterliegenden Bogen überträgt, so daß man K opien
anfertigen kann; -präparat, das Aktivkohle ent
haltendes Arzneimittel
Köhler, der; -s, - jmd., der beruflich Holzkohle her-
stellt
Kohle| -stift, der Stift aus Holzkohle zum Zeichnen;
-Zeichnung, die mit einem Kohlestift hergestellte
Zeichnung
Kohl/kohl| -köpf, der einzelner K opf des K opf
kohls; -meise, die Singvogel, bei dem der K opf an
der Oberseite, die Kehle und ein Streifen an der
sonst schwefelgelben Unterseite schwarz gefiedert
sind; -rabenschwarz jAdj.; emot.j umg. tief-
schwarz; -rabi, der; -/ -s, - / -s Kohl (1), der an der
Stelle, wo der Stengel aus der Erde tritt, eine Knolle
ausbildet; -roulade, die aus zusammengerollten
Blättern des Weißkohls hergestellte, meist mit Hack
fleisch gefüllte Roulade, die gekocht od. gebraten
wird; -rübe, die Pflanze mit knollenartig verdickter
gelblicher od. weißlicher Wurzel (1), die als Futter-
und Gemüsepflanze angebaut wird; -schwarz jAdj.;
emot.j tiefschwarz; -Weißling, der; -s, -e weißer Tag
falter, dessen Raupe an den Blättern des Kohls
durch Fraß große Schäden anrichtet
Koinzidenz, die; jo. Pl.j [ko|i..] das Zusammen
treffen zweier od. mehrerer Ereignisse, (Entwick-
lungs)linien
koitieren jsw. Vb.; hat/ [ko|i..] den Koitus voll
ziehen
Koitus, der; -,
- / -se jvorw. Sg .j [koiitus, PZ ...tu:s,
. . tuso] Geschlechtsakt: den K. ausüben, vollziehen
Koje, die; -,
-n 1.1. fest eingebautes Bett auf Schif
fen: sich in die K. hauen 1.2, salopp scherzh.
marsch, in die Kojen (Betten), Kinder! — 2 . nach
oben und nach einer Seite offener abgeteilter kleiner
Raum, bes. auf Ausstellungen
Kokain, das; -s, jo. Pl.j [..a|i:n] als Betäubungs
mittel dienender, als Rauschgift mißbrauchter Stoff
Kokerei, die; -,
- en 1. Anlage zur Gewinnung von
Koks — 2. jvorw. Sg ./ Gewinnung von Koks: das
bei der K . anfallende Leuchtgas
kokett jAdj.; von einer weiblichen Personj darauf
bedacht, Männern zu gefallen und dies durch
Mienenspiel, Gebaren zeigend: ein kokettes junges
Mädchen; ihr kokettes Lächeln; die Augen k.
niederschlagen; dazu Koketterie, die; -n [ . .i:an ]
1. jo. PLj kokette Art, kokettes Wesen — 2. das
Kokettieren (2)
kokettieren jsw . V b.; hat/ 1. mit einem Mann k.
sich einem M ann gegenüber kokett benehmen: sie
versuchte, mit ihm zu k.
—
2 , mit einer seiner
Schwächen k. auf eine seiner Schwächen spielerisch
hinweisen, um Widerspruch, Nachsicht zu erreichen
und um sich interessant zu machen: er kokettiert
mit seinen grauen Schläfen — 8 . er kokettiert
Kokille — Kollektiverziehung
661
(iliebäugelt, spielt) schon lange mit dem Gedanken,
seine Stellung zu wechseln
Kokille, die; -,
- n Techn. dauernd verwendbare
Form aus Metall zum Gießen von Blöcken od. Form
stücken
Kokke, die; -n s. Kokkus
Kokkus, der; Kokken /vorw. PL/ Med., kugel
förmige Bakterie
Kokon, der; -s, -s [. .koi], auch ..ko] feste Hülle,
die manche Insektenlarven und bestimmte wirbellose
Tiere aus einem Sekret anfertigen, um sich darin zu
verpuppen od. ihr Eigelege damit zu umgeben: die
Kokons der Seidenspinnerraupe
Kokosfaser, die aus der Hülle der Kokosnuß ge
wonnene Faser
Kokosfett, das /o. Pl.j aus dem Fleisch der Kokos
nuß gewonnenes Fett
Kokosläufer, der Läufer aus Kokosfasern
Kokosmilch, die milchige Flüssigkeit im Innern der
Kokosnuß
Kokosnuß, die Frucht der Kokospalme
Kokospalme, die bis zu 30 Meter hohe Palme mit
gefiederten Blättern an ihrer Spitze und kopfgroßen,
hartschaligen braunen Früchten
Kokosraspeln, die jPl.f das geraspelte weiße Frucht
fleisch der Kokosnuß
Koks, der; -es, fo. PL/, fachspr.
-e I. durch die
Verschwelung von Stein- od. Braunkohle gewonnener,
nicht rußender, geruchlos brennender fester Brenn
stoff mit großer Heizkraft — DL /o. PL/ salopp
scherzh. Geld (1): der hat viel K.
Kola, die; -, jo. PL/ anregend wirkendes, koffein
haltiges Mittel, das aus dem Samen eines tropischen
Baumes gewonnen wird; / auch Cola
Kolben, der; -s, - 1* Techn. sich in einem hohlen
Zylinder auf und ab bewegendes Teil in Form einer
Scheibe od. eines massiven Zylinders 1.1. zur mecha
nischen Übertragung von Energie in Maschinen,
Motoren: der K. des Motors hat sich festgefressen
1.2. zum Ansaugen, Ausstößen von Flüssigkeit in
Pumpen, Injektionsspritzen — 2. Techn. Chem.
kegel-, kugel- od. zylinderartiges Gefäß aus Glas od.
Kunststoff, das in chemischen Laboratorien bes. zum
Erhitzen od. Destillieren von Flüssigkeiten dient:
der K. ist geplatzt; eine Lösung in K . verdampfen
—
3. Mil. Gewehrkolben — 4. Bot. walzenförmiger
Blüten-, Fruchtstand: die K. des Maises
Kolben Techn.|
- motor, der Verbrennungsmotor
mit einem od. mehreren Kolben (1.1); -ring, der
Metallteil zur Abdichtung zwischen Kolben und der
Zylinderwand
Kolchos [kolxos], Kolchos [kolgos], der, auch das;
-, Kolchose [. .9o: zq] s. Kolchose
Kolchos bauer, der
Kolchose, die; -,
- n [..9o:zo] landwirtschaftliche
Kollektivwirtschaft in der UdSSR
Kolibri, der; -s, -s im tropischen Amerika lebender
Segler mit langem dünnem Schnabel, der meist zier
lich und farbenprächtig ist, sich von Nektar und
kleinen Insekten ernährt und im Schwirrflug auf
der Stelle fliegen kann
Kolik, auch Kolik, die; -,
-en Med. durch krampf
artige Kontraktion od. den Verschluß eines Hohl
organs (z. B . des Nierenbeckens, der Galle, des Dick•»
darms) bewirkter heftiger anhaltender Schmerz: er
hat eine K.
Kolkrabe, der großer Rabe
kollabieren /sw. Vb.; hat/ Med. einen Kollaps er
leiden: der Patient hat kollabiert
Kollaborateur, der; -s, -e [. .to:r] jmd., der natio
nalen Verrat begeht, indem er mit (faschistischen)
Okkupanten zusammenarbeitet: er ist ein K., wurde
nach dem zweiten Weltkrieg als K . abgeurteilt;
dazu Kollaboration, die; -,
- en u . kollaborieren
/sw. Vb.; hat/: er hat mit den faschistischen Er
oberern kollaboriert
Kollaps, auch Kollaps, der; -es,
-e Med. Anfall
allgemeiner Körperschwäche durch plötzliches Ver
sagen des Blutkreislaufes: er hat einen K. erlit
ten
kollationieren /sw. V b.; hat/: Texte k. (die Über
einstimmung eines Textes mit der Vorlage, dem
Original überprüfen)
Kollege, der; -n, -n /Abk. Koll./ jmds. K . jmd., der
mit jmdm. in der gleichen Arbeitsstelle tätig ist od.
eine gleiche, ähnliche berufliche Tätigkeit ausübt
/vorw. als Anrede für Mitglieder der Gewerkschaft,
als Anrede der Werktätigen untereinander/: lieber
K. Meyer, liebe Kollegen und Kolleginnen /An
rede/; ein neuer, junger, erfahrener, beliebter K .;
der Arzt zog einen Kollegen zur Beratung hinzu
Kollegheft, das Heft zum Mitschreiben von Vor
lesungen
kollegial /A dj./ sich freundlich und hilfsbereit als
Kollege, wie ein Kollege verhaltend: k. denken,
handeln; kollegiales Verhalten; dazu Kollegialität,
die; -, }o. PL/ kollegiales Verhalten
Kollegin, die;
- nen /Abk. Koll.,
Kolln.; zu
Kollege/
Kollegium, das; -s, Kollegien [..Ion] 1.1 . die Ge
samtheit der Lehrer an einer Schule in ihrem Ver
hältnis zueinander 1.2. Jur. Rechtsanwaltskollegium
Kollekte, die; -,
- n 1. das Sammeln von Geldspenden,
bes. während und nach dem Gottesdienst, für kirch
liche Zwecke: die, eine K. durchführen — 2. durch
1gesammelte Geldspenden: die K. betrug 200 Mark;
die K. (Geldspenden) einsammeln
Kollektion, die; -,
-en 1.1. sortimentsgemäße Zu
sammenstellung von Warenmustern, die zum Kauf
anregen soll: die Modeschöpfer führten ihre neue
sten Kollektionen der Erühjahrsmode auf der
Messe vor 1.2. eine für einen bestimmten Zweck
zusammengestellte Auswahl (von Waren): eine K.
Krawatten, Schallplatten 1.3. er hatte uns einige
Glanzstücke seiner K. (Sammlung) gezeigt
kollektiv /Adj.j von allen Beteiligten durchgeführt,
gemeinschaftlich: eine kollektive Arbeit, Beratung,
Leitung, Aussprache; kollektives Selbststudium
Kollektiv, d as; -s,
- e/, auch -s [..vo,
. . fs] feste
Gemeinschaft, Gruppe von Menschen, die sich zu
gemeinschaftlicher Tätigkeit, bes. zur soz. Gemein
schaftsarbeit zusammengeschlossen hat und in der
sich jedes einzelne Mitglied allseitig entwickeln kann:
ein gutes, ausgezeichnetes K . ; ein sozialistisches
K .; ein K . junger Wissenschaftler; K. der / sozia
listischen Arbeit
Kollektiv|-arbeit, die /o. PL/ von einem Kollektiv
geleistete Arbeit (1.1); -ausstellung, die gemeinschaft
liche Ausstellung verschiedener Künstler, Hersteller,
Länder; -bewußtsein, das Bewußtsein der Zusam
men gehörigkeit, Verbundenheit im Kollektiv; -bil-
dung, die Entstehung eines Kollektivs; -erziehung,
die Erziehung im Kollektiv, Entwicklung der Bereit
schaft und der Fähigkeiten des Menschen, die Gesetze
662
Kollektivgeist — Kolorit
und Normen des soz. Gemeinschaftslebens zu achten
und am Leben des Kollektivs teilzunehmen; -geist,
der jo. PI./ vgl.
- bewußtsein
kollektivieren /sw. V b .; h at/
die Landwirt
schaft k. (die Landwirtschaft durch die Bildung von
Kollektivwirtschaften soz. umgestalten); dazu Kollek
tivierung, die; -,
-en
Kollektivität, die;
/o. Pl.f [..v . .]: die K. der
Leitung /allgemeines Prinzip der Leitung im Soz.,
das durch kollektive Beratung und Entscheidung ge
kennzeichnet ist/
Kollektiv| -leistung, die von einem Kollektiv er
brachte Leistung; -prämie, die Prämie für ein
Kollektiv; -schuld, die /o. Pl.j Schuld aller mittelbar
und unmittelbar Beteiligten
Kollektivum, das; -s, Kollektiva [..v . .] Sprach-
wiss. Begriff, der eine Gruppe gleichartiger Lebe
wesen, Dinge zusammenfaßt: das Wort ,Gebirge4
ist ein K.
Kollektiv]Wirtschaft, die la nd wirtschaftliche P r o
duktionsgenossenschaft, bes. in der UdSSR
Koller, der; -s, - I« umg. (krankhafter) heftiger
Ausbruch von Wut, Zorn: einen K. kriegen; der
hat wieder seinen K.
—
II, eingesetztes, die Schulter
bedeckendes Teil bei Kleidungsstücken, Passe
kollerig /Adj./ umg. leicht erregbar, aufbrausend,
jähzornig: er ist immer ein bißchen k.
kollern /sw. V b .; ist, hat/ L (ist, hat) s. kullern
(1, 2) — II . (hat) der Truthahn kollert (gibt eine
Folge von dumpfen Lauten von sich); <0>ein kollern
des Lachen
kollidieren /sw. V b.; ist, hat/ 1. /von Fahrzeugen/
Zusammenstößen, aufeinanderprallen (ist): zwei
Flugzeuge, Schiffe sind im Nebel (miteinander)
kollidiert; auf der Straße kollidierte ein Lastwagen
mit einem Motorrad — 2 . sich (zeitlich) über
schneiden (2) (hat): die beiden Veranstaltungen k.
—
3. (hat) ihre Absichten, Meinungen k. (steh en
miteinander in Widerstreit)
Kolligr, das; -s, -s [kolle:] 1, kostbarer, um den
Hals getragener Schmuck aus Edelsteinen,
- metall
—
2. um den Hals zu tragender Pelz aus einem od.
mehreren schmalen Fellen
Kollision, die; -,
- en /zu kollidieren/; zu 1: eine K.
zwischen zwei Autos, Schiffen; eine K. verur
sachen; zu 3: mit jmdm., etw. in KL. kommen,
geraten
Kollo, das; -s, -s/Kolli fach spr. einzelnes Stück
einer Ladung
kolloid /Adj.f [..o [i:t] s. kolloidal
Kolloid, das; -(e)s, -e [. ,o|i:t] Chem. löslicher Stoff,
der keine völlig klare Lösung bildet
kolloidal /Adj./ [..o|i..] Chem. in einer Flüssigkeit,
einem Gas fein verteilt, zerteilt
Kolloquium, Kolloquium, das; -s, Kolloquien [.. iah]
1. fachliche, wissenschaftliche Diskussion bes. zwi
schen Studierenden und Hochschullehrern — 2.
Zusammenkunft, Tagung zum Zwecke von 1
kolonial /Adj.; nur attr.f die Kolonien (1) be
treffendi die koloniale Frage, Unterdrückung
Kolonial zu Kolonie 1| -gebiet, das vgl. Kolonial
land; -herr, der /vorw. Pl.f Vertreter der herrschen
den ausländischen Macht in einer Kolonie; -herr-
schaft, die /o. Pl.f Herrschaft über ein zur Kolonie
gemachtes Gebiet
Kolonialismus, der;
fo. Pl.f System, Politik,
Ideologie der Unterdrückung, Versklavung und Aus
beutung abhängiger, unterworfener Völker, bes. in
Kolonien (1)
Kolonial zu Kolonie 1|-land, das Kolonie; -macht,
die Staat, der Kolonien besitzt; -politik, die /o. PI./;
- reich, das Gesamtheit der von einem Staat besessenen
Kolonien; -Volk, das einheimische Bevölkerung in
einer Kolonie
Kolonie, die; -,
- n [..i:an] 1. von einem Ausbeuter-
Staat, bes. einem imp. Staat, unterworfenes, an
geeignetes und ausgebeutetes Gebiet, bes. in Übersee,
das in vollständiger wirtschaftlicher und politischer
Abhängigkeit und gesellschaftlicher Rückständigkeit
gehalten wird: die nationale Befreiung der K olo
nien in aller Welt —* 2. in größeren Gruppen in
einem fremden Land lebende Angehörige eines
Staates, die gemeinsame Interessen verfolgen od.
Traditionen pflegen: die Emigranten bildeten in
der fremden Hauptstadt eine starke K.
—
3. ab-
geteiltes Gelände mit Kleingärten in und am Rande
von Städten: er hat einen Schrebergarten in der
K. ,Sommerfrieden4 — 4. Biol. 4.1. Ansammlung
von Tieren, Algen od. Bakterien der gleichen Art,
die gesellig, in enger Gemeinschaft leben: eine K.
Vögel, Bienen, Korallen 4.2 . au f festem Nährboden
aus der Nachkommenschaft einer Bakterie entstan
dene sichtbare Ansammlung von Bakterien
Kolonisation, die; -,
- en 1. gewaltsamemEroberung
und Aneignung von Gebieten, bes. in Übersee, um
sie zu Kolonien zu machen: die K. Afrikas im
19. Jahrhundert — 2 . in früheren Gesellschafts
ordnungen vorgenommene (Erschließung und) Be
siedlung nicht, wenig erschlossenen Landes im
Innern des eigenen Staatsgebietes: die K. des Oder
bruches im 18. Jahrhundert; dazu kolonisieren /sw.
Vb.; hat/
Kolonnade, die;
-n mit flacher Decke versehener
Säulengang, bes. in Bauten des Barock und des
Klassizismus
Kolonne, die; -,
- n 1. (größere) Gruppe l.T . von
Menschen, die mehr oder weniger geordnet gemeinsam
eine Straße entlangziehen: die Kolonnen derDemon
stranten; sich in Kolonnen ordnen, in eine K.
einreihen; lange, endlose Kolonnen 1.2. in Form a
tion marschierender od. auf Fahrzeugen fahrender
Soldaten: eine motorisierte K .; an der Spitze der
K. marschieren 1.3. von Menschen, die zu (zeit
weiliger) gemeinsamer Arbeit, zu operativem Ein
satz zusammengefaßt sind: Tag und Nacht sind
Kolonnen unterwegs, um die Frostschäden zu be
heben 1.4. von Kraftwagen, die über längere Zeit
hinweg in gleichem Tempo hintereinander fahren:
mein Wagen fuhr als letzter in der K .; wir sind
die ganze Strecke K. gefahren — 2. untereinander
stehende Zahlen: die Kolonnen addieren — 3 .
Techn. turmartige, säulenförmige Apparatur zur
Durchführung von Destillation, Gasreinigung: Erd
öl in einer K., in Kolonnen destillieren
Koloratur, die; -,
- en virtuose Verzierung der
Melodie im Sologesang, bes. im Sopran
Koloratur|-arie, die; -gesaug, der fo . P l.j
kolorieren /sw. Vb.; hat/ eine Zeichnung, Graphik
farbig ausmalen: kolorierte Radierungen, Feder
zeichnungen
Kolorit, auch Kolorit, das; -(e)s, -e 1. Farbgebung:
das Bild hat ein düsteres, freundliches K .
—
2.
besondere Eigenart, Atmosphäre von etw.: das beson
dere K. einer Stadt; ein Roman mit stark histo-
Koloß — Komma
663
rischem K .
—
3. Klangfarbe: ihre Stimme hat ein
bezauberndes K.
Koloß, der; Kolosses, Kolosse riesiges, massiges
Gebilde: der mächtige K. des Getreidesilos; das
Dröhnen der stählernen Kolosse (der Panzer);
umg. er ist ein K. (ein starker, riesenhafter Mann)
kolossal lAdj.f 1. gewaltig, groß und massig: die
kolossale Kuppel des Doms; eine Statue von kolos
salen (überlebensgroßen) Ausmaßen — 2. um g.
Idrückt emotional einen hohen Grad aus): das war
eine kolossale (sehr große) Schlamperei, Dumm
heit; kolossales Glück haben; das Problem inter
essierte ihn k. (außerordentlich, sehr); sich k.
freuen
Kolportage, die;
-n jvorw. Sg .j [. .ta:39] 1. das
Verbreiten von Klatsch, das Ausstreuen von Gerüch
ten — 2* minderwertige, mit billigen Mitteln bes.
auf Spannungseffekte gerichtete Literatur: dieser
Roman ist reinste K.
Kolportage|roman, der auf Spannungseffekte, Rühr
seligkeit gerichteter, literarisch wertloser Roman
kolportieren /sw. Vb.; hat/ etw. als Klatsch od. ein
Gerücht weiterverbreiten: jmds. Äußerungen k.;
diese Geschichte ist über Generationen hin kolpor
tiert worden
Kolumbus
4-das/ EidesK.
Kolumne, die; -,
-n Druckerei umbrochene Seite,
Schriftsatz
Köm, der; -(e)s,
-s norddt. umg. (Kümmel)-
schnaps: ein Glas K.
^ om a, das; -s, -s/-ta Med. tiefe, lang andauernde
Bewußtlosigkeit: im K. liegen
2Koma, die; -,
-s Astron. Gas- und Staubhülle um
den Kern eines Kometen
Kombi, der; -s,
-s /Kurzw. für Kombination,
Kombiwagen/ s. Kombination (2.4), Kombi
wagen
Kombinat, das; -(e)s, -e soz. Großbetrieb in Indu
strie und Landwirtschaft, in dem mehrere Betriebe
od. Teile von Betrieben vereint sind: ein elektro
chemisches K .; K. industrielle(r) Mast jAbk. KIM/
(Betrieb für die industriemäßige Mast von Nutz
tieren in der DDR)
Kombination, die;
- en 1. Verknüpfung gedank
licher Elemente zu einem Zusammenhang: eine
falsche, kühne, scharfsinnige K .; wir waren bei
der ganzen Angelegenheit auf Kombinationen (V er
mutungen, Folgerungen) angewiesen —* 2.1* Zu
sammenstellung verschiedener Dinge zu einem Gan
zen, einer Verbindung: eine gelungene K. ver
schiedener Farben, Stoffe zu einem Ensemble; wir
haben alle möglichen Kombinationen durchpro
biert; die K. (bestimmte Reihenfolge von Zahlen)
für diesen Safe kennt nur der Besitzer 2.2. Herren
anzug, zusammengesetzt aus Hose und Sakko in
unterschiedlichen Farben, Mustern, in unterschied
lichem Material: er trägt eine modische K. 2.8.
zwei- od. dreiteilige Garnitur Damenunterwäsche:
die Teile der K. sind aus dem gleichen Material
2.4. Kleidungsstück, bei dem Hose und Oberteil ein
Ganzes bilden: der Monteur, Pilot trug eine K.
—
8.1. Ski /o. PL/ die / nordische K. 8.2. Ball
spiele planvolles Zusammenwirken einzelner Spie
ler in Mannschaftsspielen: nach einer geglückten K.
wurde endlich der Siegestreffer erzielt
Kombinations zu Kombination 1| -gäbe, die jo.
PL/; -vermögen, das jo. PL/: er besitzt ein gutes
K.
kombinatorisch jAdj.; nicht präd.; zu Kom
bination 1/: seine kombinatorischen Fähigkei
ten
Kombine, die; -,
- s [..bain], auch Kombine, die;
-,
- n [..bi:na] Maschine, die verschiedene Arbeits
gänge ausführt: Kartoffeln, Getreide mit der K.
ernten
Kombine]fahrer, der
kombinieren jsw. Vb.; hat/ 1. gedankliche Elemente
miteinander zu einem Zusammenhang verknüpfen:
er kann gut, schnell, scharfsinnig k .; er kombi
nierte (folgerte) kühn, daß ...
—
2. Verschieden
artiges zusammenstellen, miteinander verbinden:
zwei Farben zu einem Muster k .; eine kombinierte
Reise mit Bahn und Flugzeug
Kombischrank, der für mehrere Zwecke gleichzeitig
verwendbarer Schrank: ein K. für Geschirr und
Wäsche
Kombiwagen, der //* auch Kombi/ Personenkraft
wagen mit Ladefläche hinter den Sitzen im Innen
raum
Kombizange, die zur Benutzung für verschiedene
Zwecke konstruierte Zange: diese K. dient zugleich
als Kneif-, Flach- und Rohrzange
Kombüse, die;
-n Seemannsspr. Küche auf
einem Schiff
Komet, der; -en, -en Astron. auf langgestreckter
Bahn sich um die Sonne bewegender Himmels
körper, der eine langgestreckte, leuchtende schweif-
artige Wolke ausbilden kann
kometenhaft jAdj.j: er hatte als Künstler einen
kometenhaften (unaufhaltsamen, sehr schnellen)
Aufstieg
Kometen]schweif, der schweifartige Wolke des
Kometen
Komfort, der; -s, jo. Pl.j [ . .fo:r] der Annehmlich
keit, behaglicher Bequemlichkeit dienende, mit einem
gewissen Luxus verbundene Einrichtung und tech
nische Ausstattung bes. von Wohn-,
Arbeits- und
Aufenthaltsräumen: eine Wohnung, ein Hotel,
Auto mit allem K .; sich ein wenig K. leisten; dazu
komfortabel /Adj.j: eine komfortable (mit K om
fort eingerichtete) Wohnung
Komik, die; -,
jo. Pl.j erheiternde, das Lachen
erregende W irkung: die Situation, sein Auftreten
entbehrte nicht der K .; Sinn für K. haben
Komiker, der; -s, - Künstler, bes. Darsteller, dessen
Darbietungen Heiterkeit, Lachen auslösen
komisch jAdj./ 1 . zum Lachen reizend, erheiternd,
lustig, spaßig (2): eine komische Geschichte,
Situation; etw. klingt k., wirkt k.
—
2. umg.
merkwürdig: er ist ein komischer Mensch, hat einen
komischen Geschmack; ein komisches (ungutes)
Gefühl haben; mir ist so k. (eigenartig, unerklärlich)
zumute; ich finde sein Benehmen k.
komischer!weise/Adv./ umg. seltsamerweise,sonder
barerweise : wir haben uns k. nie getroffen
Komitee, das; -s, -s zur Durchführung bestimmter
(befristeter) Aufgaben gebildeter Ausschuß: ein vor
bereitendes K .; das Internationale Olympische K .
jAbk. IOK/; das K. für Wandern und Touristik
der D D R ; das K. für Körperkultur und Sport der
DDR
Komma, das; -s,
- s/-ta Zeichen in Form eines
kleinen gebogenen Striches 1.1 . auf der Zeile, das
664
Kommandant — kommen
Satzteile od. Sätze voneinander trennt 1.2. bei Dezi-
malzahlen vor der Dezimalstelle
+ in / Null K. nichts
Kommandant, der; -en,
- en Befehlshaber einer
Stadt, Festung, eines Kriegsschiffs, Flugzeugs, Pan
zerfahrzeugs
Kommandantur, die; -,
-en Dienststelle eines Kom
mandanten einer Stadt
Kommandeur, der; -s,
- e [..do:r] mit Befehls
gewalt ausgestatteter Leiter einer (größeren) militä
rischen Einheit
kommandieren /sw. Vb.; hat/ 1. eine Truppe k.
(die militärische Befehlsgewalt über eine Truppe
haben) — 2 . jmdn. irgendwohin k. jmdn. ab
kommandieren: jmdn. zu einem Lehrgang, in eine
andere Einheit k.
—
3.1. ein Kommando geben:
er kommandierte: „Rechtsum!“ 3.2 . umg. jmdn.
k. jmdn. in befehlendem Ton anweisen: er versucht
uns immer zu k .; er kommandiert gern
Kommanditgesellschaft, die /Abk. KG/ W irts ch .
Unternehmen, bei dem die Teilhaber teils unbe
schränkt, teils nur mit ihren Einlagen haften *
Kommanditist, der; -en, -en W irts ch. Teilhaber
einer Kommanditgesellschaft, der nur mit seinen
Einlagen haftet
Kommando, das; -s,
-s 1. knapper militärischer
Befehl: ein K. geben; das K. ,Stillgestanden4; wie
auf K. rannten beide los — 2. /o. PLI Befehls
gewalt: das K. übernehmen; wer hat das K. über
diese Einheit? — 3 . das K. (militärisch führende
Organ) des Militärbezirks — 4. Abteilung, Einheit,
die zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe zu
sammengestellt und abkommandiert ist: ein K. zu
sammenstellen, führen; einem K . zugeteilt werden
Kommando|-brücke, die Baum, von dem aus ein
Seeschiff geführt, gesteuert wird; -gewalt, die /o. PL/
Befehlsgewalt; -ruf, der Kommando (1): ein K. er
sch allt
kommen, kam, ist gekommen 1 . /bezeichnet die
Bewegung einer Person od. Sache auf ein Ziel zu,
das meist mit dem Standort des Sprechers identisch
ist/: jmd. kommt: er kommt gleich (nach Hause);
er kommt gern, oft nach Berlin, zum Abendessen
(zu uns); ich konnte leider nicht k .; hier herrscht
ein ständiges Kommen und Gehen; er muß gleich
k.; er ist zur rechten Zeit, (un)gelegen, über
raschend gekommen; er kam mit der Bahn, zu
Fuß; (an)gelaufen, gefahren k .; zu Besuch k .; er
kam, um uns zu helfen; jmd. kommt von irgend
woher /das Ziel ist nicht betont/: er kommt gerade
von ihm, von der Arbeit, aus Berlin, aus der
Schule; jmd. kommt irgendwohin /das Ziel ist nicht
mit dem Standort des Sprechers identisch/: wie
komme ich (welcher Weg führt) zum Bahnhof?; er
kam ins Krankenhaus (wurde ins Krankenhaus
gebracht); etw. kommt: für dich ist ein Brief ge
kommen; der Zug kommt von, aus Berlin; jmdn.,
etw. k. lassen: den Arzt, ein Taxi k. lassen (be
stellen); O er kommt dieses Jahr in die Schule
(wird eingeschult), kommt zur Armee (nimmt seinen
Dienst in der Armee auf); die Straße, die von
Leipzig kommt (herführt); als der Abend kam
(nahte, anbrach) ...; jetzt kommt die Entscheidung
—
2. etw. tritt (irgendwo) hervor, erscheint: die
ersten Blüten k. schon; aus der Wunde kam etwas
Blut; über seine Lippen kam keine Klage; etw.
kommt / zutage; die Erbsen k. (keimen, gehen
au f); jmdm. kommt etw.: vor Schmerz, Freude
kamen ihm die Tränen; da k. mir (entstehen in
mir) Bedenken, Zweifel — 3. etw. geschieht, trifft
ein, ereignet sich: mag k., was da will; es kam
schlimmer, als wir gedacht hatten; so kam es,
daß ...; es kommt zu etw.: es kam zu einem
Streit (ein Streit brach aus) — 4 .1 . etw., jmd. folgt
(2.2) auf etw., jmdn.: hinter der Post kommt gleich
der Bahnhof; er kommt hinter, nach mir; die
Hauptsache kommt noch 4.2 . etw. folgt (2.1) auf
etw.: nach dem Walzer kam ein Tango; am kom
menden (nächsten) Sonntag; das bleibt kommen
den (künftigen, späteren) Geschlechtern Vorbehal
ten — 5. von etw. herrühren, seine UrSache in etw.
haben: sein Husten kommt vom vielen Rauchen;
woher, wie kommt es, daß ...?; das kommt daher,
davon, daß ...
—
6. zu etw. k. 6 .1 . etw. bekommen
(1.1 .1): zu Geld k. 6.2 . zu etw. gelangen: zu An
sehen k .; wie bist du denn dazu gekommen?; zur
Herrschaft, Geltung k .; zu einer Überzeugung,
einem Ergebnis k.
—
7. um etw. k. etw. einbüßen:
um seine Ersparnisse, Ruhe, seinen Schlaf k .; er
ist um das Beste gekommen (hat es versäumt) —
8.1 . jmd. kommt auf, hinter etw.: darauf wäre ich
nie gekommen (das wäre mir nie eingefallen); wie
kommst du auf diesen Verdacht (wie konnte bet
dir dieser Verdacht entstehen)?; ich komme nicht
auf seinen Namen (mir fällt sein Name nicht ein);
hinter jmds. Absichten, Pläne k. (sie heransfinäen)
8.2 . zufällig kam das Gespräch auf ihn, auf unseren
Ausflug (zufällig wurde er, der Ausflug während
der Unterhaltung zum Gegenstand des Gesprächs) —
3. umg. etw. kommt an eine bestimmte Stelle
etw. gehört an eine bestimmte Stelle, hat seinen
bestimmten Platz: das Geschirr kommt in den
Schrank; die Gläser k. in die Vitrine, die Bücher
ins Regal — 10. umg. jmdm. k. 10.1. sich jmdm.
gegenüber in bestimmter Weise verhalten: jmdm.
freundlich, unverschämt k.; bitte, komm mir nicht
so! 10.2 . mit einer Sache an jmdn. herantreten: er
kommt uns immer mit derselben Sache; jmdm.
mit einer Bitte k. (jmdn. um etw. bitten) — 11.1.
/drückt aus, daß für etw., jmdn. ein bestimmter Z u
stand beginnt/: in Bedrängnis, Verdacht, Ver
suchung, Stimmung k.; aus dem Takt k.; wieder
zur Besinnung k. (das Bewußtsein wiedererlangen);
ins Stocken k. (zu stocken beginnen); etw. ist in
Mode, aus der Mode gekommen (modern, unmodern
geworden); außer Atem k. (vor Anstrengung schwer
atmen); an die, zur Macht k. (die Macht erlangen)
11.2 . /in den Verbindungen/ jmd. kommt nach
jmdm.: er kommt nach dem Vater (ist, wird dem
Vater ähnlich); etw. kommt auf jmdn.: auf jeden
k. (jeder erhält anteilmäßig) fünf Mark; / ab
handen k.; etw. kommt jmdm. /t zugute, / zu
statten; sich etw. / zuschulden kommen lassen
11.3. /in Verbindung mit Subst. zur Umschreibung
eines Verbalbegriffs/: zum Ausbruch k. (aus
brechen) ; zu einem Entschluß k. (sich entschließen);
er kam zu der Erkenntnis (er erkannte), daß ...;
jmdm. zu Hilfe k. (jmdm. helfen); zur Anwendung
k. (angewendet werden)
+ auf jmdn. nichts k. lassen (jmdn. anderen gegen
über in Schutz nehmen); zu nichts k. (keine Zeit
für etw. haben); etw. k. sehen (ahnen, daß etw.
eintritt); (wieder) zu sich k. (das Bewußtsein
wiedererlangen)
Kommentar — kommunizieren
665
Kommentar, der; -s,
-e 1.1. ein journalistisches
Genre darstellende erklärende, erläuternde Betrach-
tung zu aktuellen Ereignissen in Presse, Funk und
Fernsehen: auf die Nachrichten folgt der K. 1.2.
ausführliche schriftliche wissenschaftliche Erklärung,
Auslegung: einen K. zu einem Gesetz, zum Werk
eines Dichters verfassen 1.3. erläuternde Bem erkun
gen'. eine Meldung ohne K. verlesen; sich jedes
Kommentars enthalten; um g. K . überflüssig (dar
über braucht man kein Wort mehr zu verlieren)!
kommentarlos /Adj./ ohne Kommentar (1.3)
Kommentator, der; -s, Kommentatoren Verfasser
(und Sprecher) eines Kommentars (1.1) in Rundfunk
und Fernsehen
kommentieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. in Form eines
Kommentars (1.1, 1 .2) behandeln: das Ereignis
wurde in Funk und Fernsehen kommentiert —
2. umg. er hat den Vortrag mit bissigen Be
merkungen kommentiert (hat ständig bissige B e
merkungen dazu gemacht)
kommerzialisieren jsw. V b.; hat/ etw. rein geschäft
lichen Interessen unterordnen, um Gewinn daraus
zu zieh en: alles wird im Kapitalismus kommerziali
siert, auch der Sport
kommerziell fA dj.f geschäftlich: ein kommerzielles
Unternehmen; eine Erfindung k. auswerten; kom
merzielle Interessen waren dabei maßgebend
Kommilitone, der; -n, -n /DDR veraltend/ jmds.
K. jmd., der mit jmdm. zusammen studiert /vorw.
als offizielle Anredej; dazu Kommilitonin, die; -,
- nen
Kommiß, der; Kommisses, fo. PLj umg. femot.;
auf die imperial, deutsche Arm ee bezogen/*, er war
beim K. (hat seinen Dienst in der Armee abgeleistet)
Kommissar, der; -s, -e 1. mit besonderen (staat
lichen) Aufgaben Beauftragter, der besondere Voll
machten besitzt — 2. Beamter bei der Kriminal
polizei der BRD mit einem bestimmten Dienstrang:
der K . leitete die Untersuchung des Mordfalls
kommissarisch /A dj.; nicht präd.\ vertretungsweise
mit der Wahrnehmung eines Amtes beauftragt: der
kommissarische Direktor, Leiter des Instituts
Kommission, die;
- en 1. gesellschaftliches, staat
liches od. betriebliches Gremium von Beauftragten
zur Wahrnehmung von Leitungs- od. Beratungsauf
gaben: er ist der Leiter einer K .; die K. tagt ein
mal im Monat; die ständigen, zeitweiligen K om
missionen der örtlichen Volksvertretungen in der
DDR — 2. Wirtsch. /in der Verbindung/ etw. in
K. nehmen (eine Ware von einem Besitzer an
nehmen, um sie für ihn zu verkaufen)
Kommissionär, d er; -s,
-e Wirts ch. jmd.,
der
berufsmäßig Geschäfte im eigenen Namen für fremde
Rechnung abschließt
Kommissionsl -gaststätte, die vgl.
- handel; -ge
schält, das v gl.
- handel; -handel, der W irts ch.
Handel, der im eigenen Namen für fremde Rechnung
betrieben wird, in der DDR als Form der Zusammen
arbeit des soz. Handels und des privaten Einzel
handels; -händler, der W irts ch. /in der DDR/
privater Einzelhändler, der Kommissionshandel be
treibt; -mitglied, das Mitglied einer Kommission;
-Sitzung, die Sitzung der Kommissionsmitglieder
Kommode, die; -n Möbelstück mit Schubkästen
kommunal /Adj./ zu einer Stadt, Gemeinde gehörend
od. sie betreffend: kommunale Einrichtungen, Be
triebe; der VEB Kommunale Wohnungsverwal
tung /Abk. KWV/ (örtlicher Betrieb in der D DR,
der für die Verwaltung von volkseigenem und treu
händerisch verwaltetem bebautem und unbebautem
Grundbesitz verantwortlich ist)
Kommunal| -wähl, die /vorw. PL/ in der D D R alle
vier Jahre stattfindende Wahl der Abgeordneten ört
licher Volksvertretungen; -Wirtschaft, die /o, PL/
Betriebe und Einrichtungen territorialen Charakters,
z. B . Dienstleistungen, Verkehrsbetriebe u, ä.
Kommune, die; -,
-n 1. /noch BRD/ Gemeinde (1.1):
die Beseitigung des Mülls, die Beleuchtung der
Straßen ist Aufgabe der K.
—
2. /in der BRD/
er lebt in einer K. (in einer Gemeinschaft meist
junger Menschen, die ihr Zusammenleben familien
ähnlich gestalten) — 8 . jo. PL/ [komy:n(9). auch
komu:n9] 3.1. Pariser Gemeinderat in der Franzö
sischen Revolution von 1789—1794 3.2. die Pariser
K. (die revolutionäre Herrschaft der Pariser Ge
meinderäte von März bis M ai 1871)
Kommunikation, die; /o. PL/ Verständigung im
zwischenmenschlichen Verkehr: K. durch Sprache,
Zeichen
Kommunikationsl -beziehungen, die /PL/ durch
Kommunikation hergestellte menschliche Beziehun
gen; -mittel, das /vorw. Pl.j der Kommunikation
dienendes Mittel, bes. Presse, Rundfunk, Fernsehen
Kommunion, die; -,
- en Rel. kath. 1.1. (erster)
Empfang des Altarssakraments 1.2. Altarssakra
ment
Kommunique, das; -s, -s [komynike:] 1. zusammen
fassende offizielle Mitteilung bes. über Verhand
lungen zwischen Staatsmännern: es wurde ein
gemeinsames K. veröffentlicht — 2 . amtliche D enk
schrift (einer Regierung)
Kommunismus, der;
jo. PI./ 1 . zweite, höhere
Phase der modernen, auf dem gesellschaftlichen
Eigentum an den Produktionsmitteln beruhenden
Gesellschaftsformation der klassenlosen Gesellschaft,
in der die Produktionsmittel einheitliches Volks
eigentum und alle Mitglieder der Gesellschaft sozial
gleich sein werden, in der auf der Grundlage einer
höchstentwickelten Produktionsweise und bei gesell
schaftlicher Selbstverwaltung eine optimale Überein
stimmung gesellschaftlicher und individueller Inter
essen auf hohem Bewußtseinsniveau erreicht sein
wird — 2 .1 . Politik, revolutionäre sozial-historische
Bewegung, die 1 anstrebt, in Ei?iheit mit ihrer
Theorie, dem Marxismus-Leninismus 2.2. der
wissenschaftliche K. (Marxismus-Leninismus, bes.
die Lehre vom Klassenkampf und vom Aufbau der
soz. u ., kommunistischen Gesellschaft)
Kommunist, der; -en. -en Anhänger des Marxismus-
Leninismus, Vertreter des Kommunismus (2), Mit
glied einer kommunistischen Partei, einer revolutio
nären Arbeiterpartei
kommunistisch /Adj./ 1.1. die kommunistische
Gesellschaftsordnung) (der Kom munism us 1) 1.2.
den Kommunismus (2) betreffend, vertretend: die
kommunistische Weltanschauung; eine kommuni
stische Partei; die kommunistische Weltbewegung;
das Kommunistische Manifest (programmatisches
Dokument des Marxismus von Marx und Engels,
1848 veröffentlicht); die Kommunistische Inter
nationale (von Lenin 1919 begründete, bis 1943
tätige Internationale der kommunistischen Parteien
und Organisationen)
kommunizieren fsw. Vb.; hat/ 1. Rel. kath. das
666
Komödiant — Komplexität
Altarssakrament empfangen — 2. Phys. kommuni
zierende Röhren {untereinander verbundene, oben
offene Röhren, in denen eine ruhende Flüssigkeit
stets gleich hoch steht)
Komödiant, der; -en,
- en 1. (ein im Ausdruck
starker) Schauspieler (1): er ist ein hervorragender
K.
—
!i2. u mg. Heuchler: er ist ein gewissenloser K.
komödiantisch /Adj.; zu Komödiant 1/ den A n
forderungen an die Schauspielkunst gemäß: das
Stück wurde mit viel komödiantischem Schwung
und Können aufgeführt
Komgdie, die; -n [..io] 1* Drama (1) mit heiterem,
humorvollem Inhalt und glücklichem Ausgang: die
Komödien Shakespeares; eine K. inszenieren;
O die Verhandlung war die reinste K . (war lächer
lich — 2. umg. Verstellung, Täuschung: diese K.
mache ich nicht länger mit; er spielt nur K. (täuscht
etw. vor)
Kompagnon [kompanjoq], auch Kompagnon
[. .panjö], der; -s,
-s Teilhaber, Mitinhaber einer
Firm a, Gesellschaft: ein Geschäft mit einem K.
betreiben
kompakt /Adj./ 1. eine dichte, fest zusammen
haltende M asse bildend: kompaktes Gestein, Eis;
die Menschenmenge bildete eine kompakte Masse
—
2. gedrungen, untersetzt: ein kompakter, k.
gebauter Mann
Kompanie, Kompanie; die; -n [..i:on] I. /Kom
panie/ Mil. taktische Einheit der Waffengattungen,
die aus etwa 100 bis 250 Mann besteht — II. ver
altend /Kpmpanie, auch Kompanie; o. P L; in
Firmennamen; Abk. Co/: die Firma Schulze und
K. (die Firma Schulze mit ihrem Teilhaber, ihren
Teilhabern)
Komparation; die; jo. Pl.f Gramm. Steigerung
KQmparatiV; der; -s, jo. PL/ Gramm, zweite Stufe
der Steigerung, durch die beim Vergleich mehreren
Größen ein unterschiedlicher Grad eines Merkmals
zugeschrieben wird
Komparse; der; -n, -nTheaterFilm Statist; dazu
Komparserie; d ie;
- n [..i:on] Gesamtheit der
Komparsen
Kompaß, der; Kompasses, Kompasse Gerät zum
Bestimmen der Himmelsrichtung
Kompaß|nadel; die frei drehbar, auf einer Spitze
gelagerter magnetischer Zeiger, der die magnetische
Nordrichtung anzeigt
kompatibel fAdj.f fachspr. vereinbar, zusammen
stimmend, zusammenpassend: kompatible Eigen
schaften, Merkmale; dazu Kompatibilität; die; -,
/*• PLI
Kompendium, das; -s, Kompendien [..Ion] H and
buch, A briß (II): ein K. der Mathematik, Chemie
Kompensation, die; -en fzu kompensieren/
Kompensations|geschäft, das W ir t s ch . G eschäft,
bei dem ohne Vermittlung durch Geld Ware gegen
Ware gehandelt wird
kompensieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. fachspr. etw. k.
die Wirkung von etw. durch eine Gegenwirkung aus-
gleichen: das Herz kann eine Überbelastung auf
längere Zeit k.; körperliche Mängel durch beruf
liche Erfolge k.; der Druck auf die Wand wird
durch eine Stütze kompensiert 1.2 . der Schaden
wird durch eine zusätzliche Warenlieferung k om
pensiert (verrechnet 1)
kompetent /Adj.; nicht adv.f 1.1. das notwendige
Sachverständnis für etw. besitzend: ein kompeten
ter Beurteiler; für dieses Sachgebiet bin ich nicht
k. 1 .2. befugt, zuständig: für diese Entscheidung
bin ich nicht k.
Kompetenz, die; -,
-en Zuständigkeit, Befugnis:
seine Kompetenzen überschreiten; das übersteigt
meine K ., liegt außerhalb meiner K .; sich nicht
in jmds. Kompetenzen mischen; etw. fällt in jmds.
K.
Kompetenz [Streitigkeit, die; -,
- en fvorw. PL/
Streit um die Kompetenz
Kompilation, die; -,
-en 1. das Kompilieren —
2. durch Kompilieren hergestelltes Werk: das Bueh
ist nichts als K .
kompilieren jsw. Vb.; hat/ etw. k. Teile aus
Werken anderer unschöpferisch zu einem neuen
Werk zusammenstellen: das Buch ist nur kompiliert
Komplementär, der; -s, -e W irtsch. Teilhaber einer
Kommanditgesellschaft, der unbeschränkt haftet
Komplementärfarbe, die fach sp r. eine von zwei
Farben, die im richtigen Mischungsverhältnis Weiß
ergeben
Komplementwinkel, der M ath. Winkel, der einen
anderen zu 90 Grad ergänzt
Komplet, das; -/ -s,
-s [komple:, auch kople:]
Ensemble der Damenoberbekleidung, das aus Rock
od. Kleid mit langer Jacke (und einem Mantel)
besteht
komplett fAdj.f 1. vollständig, mit allen dazu
gehörenden Einzelteilen: eine komplette Zimmer
einrichtung, Ausrüstung; ein Kaffee k. (mit Sahne
und Zucker); die Stereoanlage kostet k. 2000 Mark;
das Zimmer ist k. eingerichtet; die Mannschaft ist
k. (vollzählig) — 2. /nicht präd./ um g. /emot./
kompletter (völliger) Unsinn; er ist k. verrückt
komplettieren /sw. Vb.; hat/ etw. vervollständigen,
ergänzen (1.1): seine Sammlung, Garderobe, W oh
nung k .; dazu Komplettierung, die; -,
-en
komplex /Adj./ 1. vieles Verschiedene, alles um
fassen d: eine komplexe Planung, Rekonstruktion,
Modernisierung, Mechanisierung — 2 . a u f viel
fältige, komplizierte Art zusammengesetzt (1): der
komplexe Charakter einer Erscheinung — 8 .1 .
nicht allein auftretend, sondern mit anderem zusam
m engesetzt: in der Natur kommt dieser Stoff nur
k. vor 3.2 . Math, /nur attr./ eine komplexe Zahl
(Summe aus einer reellen Zahl und einer imaginären
Größe)
Komplex, der; -es, -e 1.1. aus mehreren, miteinander
zusammenhängenden Teilen bestehendes Ganzes: ein
einheitlicher K. von Maßnahmen, Problemen 1.2 .
zusammenhängende Gruppe von Gebäuden, Gebäude
teilen: ein im Bau befindlicher K. 1.3. /o. PI./ bei
den Erntearbeiten werden die Maschinen im K.
(gleichzeitig und aufeinander abgestimmt) eingesetzt
—
2. Psych. (ins Unterbewußtsein verdrängte) Ver
knüpfung von Vorstellungen, Gefühlen, die die
Persönlichkeit negativ beeinflussen: Komplexe
haben; an Komplexen leiden; ein unangenehmes
Erlebnis verdrängen und dadurch einen K. be
kommen; umg. da kann man jaKomplexe kriegen!
Komplex! -brigade, die aus Arbeitern unterschied
licher Berufe zusammengesetzte Brigade zur E r
füllung besonderer Aufgaben in der soz. Produktion;
- einsatz, der umfassender Einsatz (2): der K. von
Erntemaschinen
Komplexität, die; -, jo. PL/ komplexer (1, 2) Zu
stand
Komplexprogramm — Kondenswasser
667
Komplex|programm, das umfassendes wirtschaft
liches Programm
Komplikation, die; -,
- en 1.1. Verwicklung, Schwie
rigkeit : seine Absage führte zu weiteren Komplika
tionen 1.2. Med. Erschwerung einer bereits be
stehenden Erkrankung durch Hinzutreten einer
weiteren Schädigung, Krankheit: die Operation ver
lief ohne Komplikationen
komplikationslos fAdj.f ohne Komplikation
Kompliment, das; -(e)s,
- e an jmdn. gerichtete
Äußerung, mit der man ihm etw. Freundliches sagen
od. ihm schmeicheln will: jmdm. ein K. machen;
(mein) K. (meine Anerkennung, ich gratuliere)!
KompHze, der; -n,
- n Mittäter, Helfershelfer: er
wollte seine(n) Komplizen nicht verraten
komplizieren /sw. Vb.; hat; /f auch kompliziert/
etw. schwieriger machen: wir wollen das Problem
nicht noch k.; das kompliziert die Angelegenheit,
kompliziert sioh immer mehr
kompliziert fA dj.; / auch komplizieren/1. schwie
rig (1.1): das ist eine sehr komplizierte Aufgabe;
eine komplizierte Apparatur; ein komplizierter
Bruch (Knochenbruch mit offener Wunde) — 2.
jnicht adv./ ein komplizierter (schwer zu verstehender
und zu behandelnder) Mensch; sie ist sehr k.
Komplott, das; -(e)s, -e Verabredung, Verschwörung
zu einer Straftat, einem Anschlag gegen etw., jmdn.:
ein K. aufdecken; in ein K. verwickelt sein; ein
K. schmieden (einen Anschlag, eine Verschwörung
gegen jmdn. planen)
Komponente, die; -,
-n bestimmter, einzelner T eil
eines Ganzen, von dem eine (Kraft)wirkung aus
gehen kann: die einzelnen Komponenten der
Mischung, Lösung, Arznei wirken in verschiedene
Richtungen; der Schauspieler hat vor allem die
psychische K . seiner Rolle, des H elden heraus
gestellt; der Rhythmus als hervorstechende K.
des Jazz
komponieren /sw. Vb.; hat/ 1. ein M usikstück
sch affen : eine Oper, Sinfonie, ein Lied, einen
Schlager k .; er hat schon in seiner Jugend kompo
niert — 2. ein Kunstwerk nach durchdachtem Plan
gestalten: ein meisterhaft komponiertes Gemälde,
Drama — 3. etw. aus einzelnen Teilen zusammen
setzen,
- stellen: ein gut komponiertes Menü; aus
verschiedenen Geruchsstoffen ein neues Parfüm k.
Komponist, der; -en,
-en jmd.,
der (beruflich)
Musikstücke komponiert: ein bekannter, berühmter
K.
Koxnpositign, die; -,
-en 1.[vorw. Sg.jdasKompo
nieren (1): die K. der Oper zog sich drei Jahre
hin — 2. Musikstück: eine zeitgenössische K .; an
mehreren Kompositionen gleichzeitig arbeiten —
3. der nach durchdachtem Plan gestaltete Aufbau
eines Kunstwerkes: das Gemälde, der Roman zeich
net sich durch eine gelungene K. aus
—
4. Art
und Weise, wie ein Ganzes aus einzelnen Teilen
zusammengesetzt,
- gestellt ist: ein Parfüm von er
lesener K.
kompositorisch /Adj.; nicht präd.; zu Komposition
1 u. 3/; zu i : das kompositorische Schaffen
Mozarts; zu 3: ein k. gut durchgebildeter Roman
Kompositum, das; -s, Komposita Sprachwiss.
Wort, das aus zwei od. mehreren selbständigen
Wörtern entstanden ist
Kompost, auch Kompost, der; -es, -e fvorw. Sg./
1.1. zum Düngen verwendeter Humus, der aus auf
gehäuften organischen Stoffen entstanden ist: mit
K. düngen 1.2. Abfälle auf den K. (Kompost
haufen) werfen
Kompost, au ch Kompost| -erde, die; -häufen, der
kompostieren /sw. Vb.; hat/ Landw.: Müll,
Pflanzenreste k. (zu Kompost verarbeiten, auf
bereiten)
Kompott, das; -(e)s, -e mit Zucker gekochtes Obst,
bes. für den Nachtisch
Kompresse, die; -,
-n warmer od. kalter feuchter
Umschlag: jmdm. Kompressen machen, auflegen
Kompression, die; -,
-en Techn. das Kompri
mieren: die K. des Kraftstoff-Luft-Gemisches im
Zylinder von Verbrennungsmotoren
Kompressor, der; -s, Kompressoren T ech n . Gerät,
Maschine zum Verdichten (1.1)
komprimieren /sw. Vb.; hat/ Techn. etw. ver
dichten (1.1): Gase k.; O etw. in komprimierter
(gedrängter) Form darbieten
Kompromiß, der, seltener das; Kompromisses,
Kompromisse Übereinkunft in einer strittigen A n
gelegenheit durch beiderseitiges teilweises N ach
geben, Entgegenkommen: ein(en) K. schließen, aus
handeln, eingehen; er war zu keinem K. (Zu
geständnis) bereit
kompromiß/Kompromiß] -bereit /Adj./; -los /Adj./
unnachgiebig; -lösung, die; -Vorschlag, der
kompromittieren /sw. Vb.; hat/ jmdn., sich bloß
stellen, in einen schlechten R uf bringen: er wollte
sie, ihn, sich nicht k.
Komsomol, der; -, /o. PI .; Bez. für den kommuni
stischen Jugendverband der Sowjetunion/; dazu
Komsomolze, der; -n, -n u. Komsomolzin, die; -,
- nen
Kondensat, das; -(e)s, -e Phys. durch Kondensa
tion entstandene Flüssigkeit
Kondensation, die; -,
-en 1. Phys. Übergang eines
Stoffes aus dem gas- od. dampfförmigen in den
flüssigen Zustand: die K. von Wasserdampf —
2. Chem. Reaktion, bei der sich zwei Moleküle unter
Abspaltung eines einfachen Stoffes zu einem Molekül
vereinigen
Kondensations| -kern, der M eteor. Teilchen, an
dem die Kondensation (1) des Wasserdampfes der
Luft beginnt; -punkt, der /PL -e/ Phys. Tempera
tur, bei der ein Stoff kondensiert
Kondensator, der; -s, Kondensatoren 1. T echn .
Apparat, in dem Dämpfe zum Kondensieren (1.2)
gebracht werden, bes. bei Dampfmaschinen und
- turbinen — 2. Elektrotechn. aus zwei gegen
einander isolierten Leitern bestehendes Bauelement
zur Speicherung elektrischer Ladungen: der K. des
Fernsehgerätes
kondensieren /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1. Phys. durch
Abkühlung (und Verdichtung) einen gas-,
dampf
förmigen Stoff verflüssigen (hat) 1.2. Phys. aus
einem gas-, dampfförmigen in den flüssigen Zustand
übergehen, sich verdichten (hat, ist): der Wasser
dampf hat, ist kondensiert — 2. eine Flüssigkeit
durch Eindampfen konzentrieren (3), eindicken
(hat): kondensierte Milch
Kondens| -milch, die kondensierte M ilch ; -streifen,
der durch die Kondensation von Wasserdampf im
Bereich der Abgase hinter Flugzeugen entstehender,
am Himmel sichtbarer weißer Streifen; -wasser, das
/o. PL/ durch Kondensation entstandenes Was
ser
668
konditern — konform
konditern jsw. Vb.; hat/ umg. in einer Konditorei
einhehren: k. gehen
Kondition, die; -en 1. jo. PI ./ körperliche, psychi
sche Verfassung: die K. eines Patienten; jmds.
sportliche K. (Leistungsfähigkeit) — 2. /nur im
Pl.j Wirtsch. Bedingungen für Zahlung und
Lieferung von Waren: etw. zu günstigen Konditio
nen handeln
konditional jAdj.j Gramm, eine Bedingung (1) an
gehend: ,wenn‘ ist eine konditionale Konjunktion;
ein konditionaler Satz
Konditional, der; -s, jo. Pl.f Gramm. Um
schreibung eines Konjunktivs mit würde -\- Inf.
KonditionallSatz, der G ram m . Gliedsatz, der die
Handlung des Hauptsatzes durch eine Bedingung
(1) einschränkt
konditionell jAdj.; nicht präd.j die Kondition (1)
betreffend: die konditionelle Verfassung der Mann
schaft
Konditions/konditions zu Kondition 1| -mangel,
der; -schwach lAdj.f von geringer körperlicher
Leistungsfähigkeit; -stark jAdj.j von großer körper
licher Leistungsfähigkeit; -training, das Training
zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähig
keit
Konditor, der; -s, Konditoren Handwerker, der
feine Backwaren herstellt
Konditorei, die; -,
-en Handwerksbetrieb, der feine
Backwaren herstellt und (in einem dazugehörigen
Caf&) verkauft: eine kleine K .; Kuchen aus der
K. holen
Kondolenzbesuch, der Beileidsbesuch
Kondolenzkarte, die Beileidskarte
Kondolenzschreiben, das Beileidsschreiben
kondolieren /sw. Vb.; hat/ jmdm. sein Beileid aus
sprechen: alle kondolierten ihm zum Tode seines
Vaters
Kondom, der, das; -s, -s/-e eine Empfängnis od.
Infektion verhütender, elastischer Überzug für den
Penis beim Geschlechtsverkehr
Kondor, der; -s,
-e in den Anden lebender sehr
großer Geier
Kondukt, der; -(e)s,
-e feierliches Geleit, bes.
Trauergefolge bei Leichenbegängnissen
Konduktor, der; -s, Konduktoren Phys. auf einem
Nichtleiter aufgestellte Metallkugel, auf die elek
trische Ladungen aufgebracht werden
Konfekt, das; -(e)s,
-e jvorw. 8g ./ Süßware aus
wertvollen Rohstoffen, bes. Pralinen, Fondants: eine
Schachtel K .
Konfektion, die; -,
- en 1. fo. Pl.j industriemäßige,
serienmäßige Herstellung von Kleidungs-,
Wäsche
stücken: die K. von Mänteln — 2. jo. Pl.j das ist
K. (industriemäßig, serienmäßig hergestellte Klei
dung, Wäsche) — 3. fvorw. 8g .j umg. er arbeitet
in der K. (in der Bekleidungsindustrie)
konfektionieren jsw. Vb.; hat/ 1. T extil. Stoff zu
Konfektion (2) verarbeiten: Kleiderstoff k.
—
2.
etw. industriemäßig, serienmäßig hersteilen: konfek
tionierte Möbel, Fertigpräparate
Konferenz, die; -,
-en einen od. mehrere Tage
dauernde Zusammenkunft eines größeren Personen
kreises zur Erörterung bestimmter Themen: eine
wissenschaftliche, internationale K .; eine K . an
beraumen, durchführen, abbrechen; an einer K.
teilnehmen
Konferenz) -saal, der; -Schaltung, die fachspr.
Schaltung für Rundfunk, Fernsehen, bei der jeder
Teilnehmer einer Sendung telefonisch od. drahtlos
mit allen anderen verbunden ist und mit ihnen
sprechen kann; -teilnehmer, der; -Zimmer, das
konferieren jsw. Vb.; hat/ 1. mit jmdm. verhandeln^
beraten: sie k. schon seit drei Stunden; mit dem
Minister (über etw.) k.
—
2. die Conference haben:
er konferierte bei der Festveranstaltung
Konfession, die; -en eine Gemeinschaft zusammen
haltendes religiöses Glaubensbekenntnis: die evan
gelische, katholische, jüdische K .; er gehört keiner
K. an; dazu konfessionell jAdj.; nicht präd.j: jmd.
ist k. gebunden; jmds. konfessionelle Bindungen
konfessionslos jAdj.; nicht adv.) ohne Konfession
Konfetti, das; -/ -s, jo. Pl.j größere Menge kleiner
bunter Papierschnitzel, mit denen man sich bei Fest
lichkeiten, bes. im Karneval und zu Silvester, gegen
seitig zum Spaß bewirft
Konfirmand, der; -en, -en Rel. ev. Jugendlicher
während der Vorbereitungszeit auf die und am Tage
der Konfirmation
Konfirmanden |unterricht, der Unterricht zur Vor
bereitung auf die Konfirmation
Konfirmandin, die; -,
- nen jzu Konfirmand/
Konfirmation, die; -,
-en Rel. ev. im Rahmen
eines Gottesdienstes vollzogene Aufnahme eines
Jugendlichen als vollberechtigtes Mitglied seiner
Kirche; dazu konfirmieren jsw. Vb.; hat/: er wird
in diesem Jahr konfirmiert
Konfiskation, die; -,
- en Beschlagnahme, ent
schädigungslose Einziehung des Vermögens zu
gunsten des Staates: die K. des gesamten Ver
mögens; dazu konfiszieren jsw. Vb.; hat/: sein
Vermögen wurde konfisziert
Konfitüre, die; -,
-n Marmelade mit ganzen Früch
ten od, Stücken von Früchten einer bestimmten
Obstsorte
Konflikt, der; -(e)s, -e 1.1, Streit, Widerstreit ent
gegengesetzter Ansichten, Interessen, Bestrebungen,
Bedürfnisse: ein ständiger, ideologischer, sozialer
K . ; einen K . heraufbeschwören, austragen, schlich
ten; in einen K . eingreifen; ein militärischer, be
waffneter K. (eine kriegerische Auseinander
setzung); mit dem Gesetz in K. kommen (straf
fällig werden) 1.2. psychischer Widerstreit, Zustand,
in dem die Entscheidung gegenüber verschiedenen
Alternativen zu handeln, angesichts und infolge ent
gegengesetzter Antriebe, M otive, Ziele, Erfordernisse
besonders erschwert ist, erscheint: sich in einem
inneren, schweren K . befinden; der K . zwischen
Pflicht und Neigung; jmdn. in Konflikte bringen;
mit etw. in K . geraten
Konflikt| -herd, der K risenherd: die Beseitigung,
Eindämmung gefährlicher Konfliktherde in der
Welt; -kommission, die in der DDR in Betrieben,
staatlichen Organen und Einrichtungen und gesell
schaftlichen Organisationen durch Wahl gebildete
Kom m ission , die als gesellschaftliches Gericht über
bestimmte Streitfälle und Vergehen von Personen
ihres Wirkungsbereiches eigenverantwortlich ent
scheidet; -Situation, die Situation, die für jmdn.
einen Konflikt (1.2) bildet, jmdn. mit etw. in Kon
flikt bringt
Konföderation, die; -,
- en freiwilliger Zusammen
schluß souveräner Staaten zu einem Staatenbund'
konform jAdj./ : sie hatten konforme Ansichten,
waren in ihren Ansichten k. (stimmten in ihren
Ansichten überein); /in der Verbindung! mit jmdm.,
jmds. Ansicht k. gehen (mit jmdm. gleicher Meinung
sein)
Konformjsmus, der;
jo. PL; vorw. im bürgerl.
Sprachgebrauch! Einstellung und Verhaltensweise,
die sich einer herrschenden Meinung ohne eigene
Überzeugung, aus Opportunismus o. ä. anpaßt,
unterordnet; dazu Konformist, der; -en,
-en u.
konformistisch /Adj.l
Konfrontation, die;
- en 1. vorwiegend in Straf
sachen vorgenommene Gegenüberstellung von Perso
nen mit Personen, auch Sachen zur Klärung von
Widersprüchen vor Gericht, bes. im Ermittlungsver
fahren: es kam zu einer K. der Zeugen — 2. sich
als Auseinandersetzung äußernder (unversöhnlicher)
Gegensatz, bes. von Staaten (mit unterschiedlichen
Gesellschaftsordnungen): die K. zweier Welt
systeme; eine offene K .; der Abbau militärischer
Konfrontationen
konfrontieren /sw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. mit jmdm.
k. jmdn., etw. in eine Konfrontation (1) bringen:
der Richter konfrontierte die Zeugen mit den Ver
dächtigen 1.2 . jmdn. mit etw. k .: er sah sich mit
einer Situation konfrontiert (sah sich vor eine
Situation gestellt), die er nicht bewältigen konnte
konfus IAdj.l 1. verworren: konfuses Gerede; er
redet konfuses Zeug — 2. der Lärm macht mich
ganz k. (verwirrt mich)
Konfusion, die;
- en 1. Chaos, Durcheinander
(1.1, 1.2): es herrschte völlige K. im Saal — 2.
jo. PLI Verworrenheit, Zerstreutheit: seine K. war
schuld
kongenial, kongenial /Adj./ [kong..] auf hohem
Niveau geistig ebenbürtig: er hatte in ihm einen
kongenialen Partner; eine kongeniale Übersetzung
Konglomerat, das; -(e)s, -e [koqgl.., a u ch kongl..]
l. Gemisch aus verschiedenen Dingen, Sachverhalten:
der Vortrag war ein K. aus verschiedenen Ge
danken — 2. Geol. grobes Sedimentgestein, das
aus Trümmern von Gesteinen besteht, die fest mit
einander verbunden sind
Kongreß, der; Kongresses, Kongresse [koqgrss,
auch kongres) 1.1. richtungweisende, meist mehrere
Tage dauernde Zusammenkunft eines großen Kreises
von Fachleuten zur Erörterung bestimmter Themen:
ein wissenschaftlicher, medizinischer, internatio
naler K . ; die Teilnehmer des Kongresses 1.2 .
beratende und beschließende Versammlung von Ver
tretern bestimmter Massenorganisationen auf höherer
Ebene: der K. des FDGB wählt den Bundesvor
stand — 2. jo. PL! Pari. /in manchen nichtsoz.
Staaten Bez. für das Parlament, die gesetzgebende
Körperschaft/: der K. der USA ist in Senat und
Repräsentantenhaus gegliedert
Kongreß zu Kongreß 1.1| -halle, die; -teilnehmer,
der
kongruent jAdj-. / [koqgru|snt, kongr..] 1.1 . die
Meinungen beider Referenten waren nahezu k.
{stimmten nahezu völlig überein) 1.2 . Math, kon
gruente (in Größe und Form übereinstimmende)
geometrische Figuren
Kongruenz, die; -,
- en [koi]gru|snts, kongr..] 1.1.
jo. PLI eine K. (Übereinstimmung) der Ansichten
1.2. Math. Übereinstimmung geometrischer Figuren
in Größe und Form 1.8. jo. PL/ Gramm. Überein
stimmung syntaktisch verbundener Satzglieder in
Numerus, Genus, Kasus und Person
,
Konifere, die;
- n Bot. zu den Nadelhölzern
1 gehörender Baum, Strauch
König, der; -s, -e 1. Inhaber der höchsten monarchi-
.
sehen Würde od. der zweithöchsten in Monarchien
,
mit einem Kaiser: der K. von Dänemark, Sehwe-
2 den; O er ist der K. (der Beste) unter den Geigern;
,
K. Fußball (Fußball, die beliebteste Sportart) —
.
2. Figur im Schachspiel, die matt gesetzt werden
soll — 8 . Spielkarte mit einer Darstellung von 1
Königin, die; -nen 1.1. /zu König 1/: die K. von
England; O sie war die K. (die Schönste) des
i Festes 1.2. Gemahlin eines Königs (1) — 2. Dame
(II.1) — 3. das einzige fruchtbare Weibchen eines
i Bienenvolks, Weisel
) königlich /Adj./1. /nichtpräd.j 1.1. zu einem König
i (1) gehörend: der königliche H of; die königliche
Familie 1.2. ein königliches (von einem König 1
r ausgehendes) Dekret — 2 . jmdn. k. (großzügig 1.2)
belohnen, bewirten; ein königliches Geschenk —
.
3. umg. sich k. (außerordentlich 1) amüsieren; ein
:
königlicher Spaß
König|reich, das Reich, an dessen Spitze ein König
b steht
e königs/KÖnigsj »blau /A d j./ tiefblau; -kerze, die
Rachenblütler mit einem bis zu zwei Metern hohen,
r gerade gewachsenen Blütenstand; -kröne, die Krone
i eines Königs; -kuchen, der in einer Kastenform
gebackener Rührkuchen; -paar, das der König und
r
seine Gemahlin; -wasser, das jo. PL/ Chem. Edel-
•
metalle lösendes Gemisch aus Salz- und Salpetersäure
r Königtum, das; -s, jo. Pl.j monarchische Staatsform
mit einem König an der Spitze des Staates
i konisch /Adj./ in der Form eines Konus, Kegels:
i ein k. geformtes Maschinenteil
y Konjugation, die; -, jo. PL/ Gramm. Flexion des
Verbs: die starke K. (Flexion des Verbs mit
:
Wechsel des Stammvokals); die schwache K.
(Flexion des Verbs durch Abwandlung mit den
s
Endungen -te im Präteritum und -t im Partizip
Präteritum)
konjugieren /sw. Vb.; hat/ Gramm, ein Verb flek-
,
Heren
e Konjunktion, die; -,
-en 1. Gramm. Wort, das
$ Wörter, Sätze miteinander verbindet und ihre Be-
:
Ziehungen kennzeichnet: eine
koordinierende,
subordinierende K .
—
2. Astron. Stellung von
Planeten zur Sonne in der Art, daß vom Standpunkt
des Beobachters beide Gestirne hintereinander liegen
r
Konjunktiv, der; -s, -e Gramm. Modus des Verbs
zum Ausdruck der Nichtwirklichkeit, der Mög
lichkeit, des Wunsches, der Ungewißheit; dazukon-
e junktivisch /Adj./ [.. v . .]
1 Konjunktur, die; -,
- en (günstige) wirtschaftliche
Lage, Entwicklung, bes. die Phase des Aufschwungs
,
im Krisenzyklus des kap. Wirtschaftssystems: eine
steigende, fallende, rückläufige K .; das Auf und
e Ab der K .; die K. ausnutzen; die Schwankungen
:.
der K .; dazu konjunkturell /Adj./: die konjunktu
relle Entwicklung
) Konjunktur! -läge, die: eine schlechte K. (K o n
junktur); -politik, die jo. PL/ auf die Ausnutzung
der Konjunktur, die Verminderung von Konjunk-
i turSchwankungen gerichtete Wirtschaftspolitik im
% kap. Wirtschaftssystem; -ritter, der spött. jmd.,
der eine jeweils herrschende günstige Situation
skrupellos zu seinem Vorteil ausnutzt; -Schwankung,
die /vorw. Pl.j das Schwanken der Konjunktur
Konformismus — Konjunkturschwankung
669
zwischen Aufschwung und Depression; -spritze, die
umg. fvorw. im hürgerl. Sprachgebrauch! staatlich
gelenkte Maßnahme zur Belebung der Konjunktur
konkav fAdj.f [koqkaif, konk..] fachspr. nach
innen gewölbt: eine k. geschliffene Linse
Konklave, das; -s,
- n Rel. kath. [koqklaiva,
konkl..] unter strenger räumlicher Isolierung der
Teilnehmer stattfindende Versammlung der Kardi
nale zur Wahl eines neuen Papstes
Konklusion, die; -en [koijkl.., konkl..] W issen-
sch. Schluß, (logische) Folgerung
Konkordanz, die;
-en [koqkor.., konk..] W is
sens ch. alphabetisches Verzeichnis aller in einem
od. mehreren Büchern vorkommenden Wörter mit
Anführung {aller) ihrer Stellen, an denen sie im
Text Vorkommen: in der K. nachschlagen
Konkordat, das; -(e)s, -e [koqkor.., konk..] Jur.
Vertrag zwischen der Regierung eines Staates und
dem Vatikan zur Regelung des Verhältnisses zwi
schen katholischer Kirche und dem Staat: ein K.
schließen
konkret [koqkr.., konkr..] fAdj.f 1.1. objektiv, real
vorhanden und durch die sinnliche Erkenntnis zu
erfassen: konkrete Dinge; die konkrete Wirklich
keit; Pol. Ök. konkrete Arbeit {die Gebrauchswert
bildende menschliche Arbeit im Produktionsprozeß)
1.2. auf die Wirklichkeit bezogen, von ihr ausgehend:
etw. an einem konkreten Beispiel demonstrieren;
konkrete Vorstellungen von etw. haben; einen
konkreten {bestimmten) Fall behandeln; konkrete
{zweckdienliche) Vorschläge machen; du mußt dich
schon konkreter {genauer) ausdrücken
konkretisieren /sw. Vb.; hat/ [koqkr.., konkr..]
etw. genauer bestimmen, im einzelnen ausführen:
eine allgemeine Bestimmung k.
Konkretum, das; -s, Konkreta [koqkr.., konkr..]
Gramm. Substantiv, das einen Gegenstand (1) be
zeichnet
Konkurrent, der; -en,
-en [koqkur.., konk..] 1.
der mit {einem) anderen im Konkurrenzkampf
stehende private Warenproduzent: jmd. ist jmds.
K . ; er versuchte, seine Konkurrenten auszu
schalten, zu unterbieten — 2. jmd., der sich mit
anderen um die gleiche Sache bewirbt, die nur einer
von ihnen erlangen, erhalten kann
Konkurrenz, die; -,
- en [koqkur.., konk..] 1. fo.
Pl.f gesetzmäßiger, im Kap. am stärksten aus
geprägter Kampf der privaten Warenproduzenten
gegeneinander um die besten Produktions- und Ab
satzbedingungen: die Firmen, Konzerne, Unter
nehmer machen sich (gegenseitig) K .; die steigende
K.; gegeneinander in K. treten — 2. fachspr.
Wettkampf, (sportlicher) Wettstreit: er hat an mehre
ren internationalen, olympischen Konkurrenzen
teilgenommen; bei einer K. den ersten Preis er
halten; fin der Verbindung/ außer K .: dieser Ent
wurf wurde außer K. {nicht zur Bewertung in
einem Wettbewerb) eingereicht — 3. fo. Pl.f Gesamt
heit von Konkurrenten 3.1. auf wirtschaftlichem
Gebiet: die Firma, das Produkt hat eine starke K.
auf dem W eltmarkt; dieses Erzeugnis ist ohne K .
{zur Zeit unübertroffen gut); die K. ausschalten
3.2. bei einem sportlichen Wettbewerb: dieser junge
Sportler hat gegen eine starke K. den ersten Platz
errungen — 4. fo. Pl.f umg. Konkurrenzunter
nehmen, bes. im Handel: bei der K. kaufen; zur K.
gehen
670
Konjunkturspritze — können
konkurreuz/Konkurrenz[ -fähig fA d j.; nicht adv.f
fähig, zu konkurrieren (1): die Firma ist nicht
mehr k .;
-kampf, der fo. Pl.f Konkurrenz (1): ein
harter, scharfer K .; (mit anderen Firmen) im K .
stehen; -los /Adj./ ohne Konkurrenz (1, 3); -neid^
der Neid auf den Erfolg anderer {Konkurrenten);
-unternehmen, das kap. Unternehmen, das mit
(einem) anderen bes. durch Ähnlichkeit der (produ
zierten) Waren im Konkurrenzkampf steht
konkurrieren /sw. Vb.; hat/ [koqkur.., konk..] 1»
im Konkurrenzkampf stehen, bestehen: die Firma
konnte auf dem Weltmarkt mit ihren Produkten
nicht mehr k .; er konnte nicht mehr mit dem
großen Unternehmen, mit diesen Preisen k.
—
2. mit jmdm., etw. wetteifern, einen Wettkampf be
stehen : mit ihm, seiner Leistung kann ich nicht k .;
konkurrierende Sportler
Konkurs, der; -es, -e [koqkurs, konk..] 1. Zahlungs
unfähigkeit, bes. als Erscheinung im kap. Konkur
renzkampf: den K. anmelden; in K. geraten, gehen;.
K. machen (zahlungsunfähig werden) — 2. Jur.
Konkursverfahren: den K. eröffnen, abweisen
Konkurs Jur.|
-masse, die das gesamte pfändbare
Vermögen des Schuldners zum Zeitpunkt der Er
öffnung des Konkursverfahrens; -verfahren, das*
gerichtliches Verfahren zur anteilmäßigen Ver
teilung des Vermögens eines zahlungsunfähigen
Schuldners unter seine Gläubiger
können (er kann), konnte, hat gekonnt fbei voran
gehendem Inf. steht der Inf. von k, statt des Part.
Prät.; steht k. ohne folgenden Inf., so ergibt sich aus
Zusammenhang und Situation der zu ergänzende
Inf.; der zu ergänzende Inf. kann durch das, es
ersetzt werden; / auch gekonnt/ 1. /k. + Inf. od.
Akk. obj.f auf Grund eines voraufgehenden Lern
prozesses die geistige, körperliche Fähigkeit haben,
etw. zu tun, auszuführen: lesen, schreiben, schwei
gen, tanzen, Klavier spielen k .; hast du gehen
k.?; das kann ich nicht; nun zeig mal, was du
kannst; er kann (versteht und spricht) gut Russisch;
er kann alle Strophen (ist in der Lage, sie auswendig
herzusagen) — 2. /k. + Inf.f 2.1. jmd. kann etw.
tun jmdm. ist es auf Grund bestimmter Umstände,
Voraussetzungen, Bedingungen möglich, etw. zu tun:
ich konnte nicht schlafen, kommen; etw. nicht
ertragen, erwarten k .; sie hat sich vor Schmerzen
nicht bücken k.; jmdn. nicht leiden k .; vor jmdm.
bestehen k .; das konnte ich nicht wissen; das
hätte ich dir gleich sagen k .; da kann man nichts
machen; kann ich etwas für dich tun?; wie konn
test du das tun?; er rannte, so schnell er konnte;
er hat getan, was er konnte; umg. man tut, was
man kann; tu, was du nicht lassen kannst1; er
versuchte zu sprechen/konnte (es) aber nicht; wir
konnten nicht anders als Zusagen (m ußten Zu
sagen); umg. nun kann (muß) ich wieder eine zer
brochene Scheibe bezahlen1; darauf kannst du
dich verlassen; sie konnte sehr freundlich sein (sie
brachte es zuweilen fertig, sehr freundlich zu sein);
das kann mir gleich(gültig) sein (das ist mir gleich
gültig) ; man kann nie wissen (man weiß nie); dieser
Saal kann 500 Personen fassen (faßt 500 Personen)
2.2 . dürfen (1.1 .1): du kannst heute länger auf-
bleiben; das kannst du doch nicht tun, sagen!;
kann ich jetzt gehen, kann ich zu ihm?; du kannst
hier telefonieren, wenn du willst 2.3 . jmd. kann
etw. tun, etw. kann sein es ist möglich, daß jmd.
Können — konstatieren
671
etw. tut, daß etw. ist, eintritt: er kann schon heute
eintreffen; er kann sich geirrt haben; du könntest
recht haben; das kann doch nicht (wahr) sein!;
es k. 20 Leute gewesen sein; der Wagen konnte
nicht von der Stelle gerückt werden; es konnte
geschehen (es kam mitunter vor), daß...; umg.
wenn du damit nicht aufhörst, kannst du was er
leben !; was nicht ist, kann noch werden
+ für etw. nichts k. (unschuldig an etw. sein)
Können, das; -s, jo. PL; zu können 1/ Vermögen,
auf einem bestimmten Gebiet etw. Besonderes zu
leisten: jmd. gibt eine Probe seines Könnens; das
vielseitige K. eines Schauspielers; die Mannschaft
mußte ihr ganzes K . aufbieten, um das Spiel zu
gewinnen
Könner, der; -s,
-
jmd. mit einem bestimmten
Können
Konnex, der; -es, -e 1. menschlicher, gesellschaft
licher Kontakt, Verbindung: (zu jmdm.) K. finden,
haben; mit jmdm. in (engen) K. kommen — 2.
der K. (Zusammenhang) zwischen zwei Ereignissen
Konsekutivsatz, der G ram m . Gliedsatz, der eine
Folge ausdrückt
Konsens, der; -es, -e fvorw. 8g ./ Übereinstimmung
der Meinungen: K. erzielen; darüber besteht all
gemeiner K.
konsequent fAdj.f 1*1. ein k. (folgerichtig und
widerspruchsfrei) denkender, handelnder Mensch;
er, seine Entscheidung ist nicht k. 1.2. beharrlich,
nicht vom Vorsatz abweichend: sein aufrichtiges,
konsequentes Streben; einen Plan k. verfolgen
Konsequenz, die; -e n l. fo. Pl.f 1.1. Folgerichtig
keit: seiner Argumentation fehlte jegliche K .; mit
logischer K. Vorgehen 1.2 . Schlußfolgerung: daraus
ergibt sich die logische K ., daß . ausetw. die
Konsequenzen ziehen 1.3. konsequentes (1.2) Fest
halten am Vorsatz: etw. mit K. tun — 2. Aus
wirkung einer Handlung, Folge: er mußte die Kon
sequenzen seiner Taten auf sich nehmen; das wird
unangenehme Konsequenzen haben
konservativ, konservativ fAdj.f [..va..] 1. am H er
kömmlichen, Überlieferten festhaltend, bes. im p oli
tischen, weltanschaulichen Bereich starr an über
lebten gesellschaftlichen Vorstellungen, Zuständen,
Ordnungen hängend und gegen umwälzende (pro
gressive) gesellschaftliche Veränderungen eintretend:
eine konservative Erziehung, Lebensweise, Ge
sinnung; ein konservativer Politiker — 2. Med.
eine konservative Behandlung (eine Behandlung
zur Erhaltung verletzter od. erkrankter Körperteile
ohne chirurgische Eingriffe); zu 1 Konservativis
mus, der; fo. Pl.f [..va..vi..]
Konservator, der; -s, Konservatoren [..v . .] Fach
mann, der Kunstwerke und Museumsstücke, Bau-,
Kulturdenkmäler pflegt und instand hält
Konservatorium, das; -s, Konservatorien [ ..v . . ,
PI. . .ian, ..ian] Musikhochschule
Konserve, die; -,
-n fvorw. Pl.f [.. va] durch Sterili
sierung fü r lange Zeit haltbar gemachtes, in einem
luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahrtes Näh-
rungs- und Genußmittel: Konserven kaufen;
O Musik aus der K. (von Tonband od. Schall
platte)
Konserven] -büchse, die luftdicht abgeschlossene
Büchse (1.1.1) mit Konserven: eine K. mit Gemüse,
Fleisch, W urst; -dose, die vgl.
- b üchse; -fabrik,
die; -glas, das fP l.
- g laser/ vgl.
- b üchse
konservieren fsw. Vb.; hat/ [..v . .] 1. Lebensmittel
durch Sterilisieren, Räuchern, Trocknen od. Ge
frieren für längere Zeit haltbar machen: Gemüse,
Obst, Fleisch k.
—
2. Kunstwerke durch besondere
Pflege, Behandlung erhalten: ein Bauwerk, Ge
mälde k.
—
-
3. falsche, alte Vorstellungen k..
(weiterhin beibehälten)
Konsilium, das; -s, Konsilien [..Ion] 1. Beratung,
bes. mehrerer Ärzte über einen bestimmten Krank
heitsfall — 2. Gruppe von Ärzten, die über einen
bestimmten Krankheitsfall berät
konsistent fAdj.; nicht adv.j fachspr. feste Kon
sistenz aufweisend, zusammenhängend, zäh
Konsistenz, die; -,
-en fvorw. Sg .j fachspr. Be
schaffenheit eines Stoffes (3.2) hinsichtlich des Zusam
menhalts seiner einzelnen Teilchen: etw. ist von
zäher, fester K.
Konsistorium, das; -s, Konsistorien [..ian, ..ian]
Bel. 1. ev. zentrale, leitende kirchliche Verwaltung
(2.1) — 2. kath. Versammlung der Kardinale unter
dem Vorsitz des Papstes
Konsole, die; -,
-n 1.1. an der Wand befestigte Vor
richtung, auf die etw. gestellt wird: den Zahnputz
becher auf die K. stellen 1.2. Architekt, aus der
Mauer vorstehender (verzierter) Stein als Stütze für
Skulpturen, Bögen, Gesimse
konsolidieren fsw. Vb.; hat/ etw. Vorhandenes
festigen: durch erhöhten Export die Wirtschaft k .;
sich k .: die Republik hatte sich konsolidiert
Konsonant, der; -en,
-en Laut, der durch Ein
engung od. Unterbrechung des ausgeatmeten Luft
stromes an Gaumen, Lippen, Zähnen gebildet wird
Konsorten, die fPl.f umg. jemot. neg.f jmd. und
K. jmd. und ihm gleichgesinnte Personen: die Her
ren N und K . haben alle Mitschuld bestritten
Konsortium, das; -s, Konsortien [. .tsian] W irt-
sch. 1. in der soz. Volkswirtschaft für die einheit
liche Leitung bes. von Investitionsmaßnahmen od.
für eine zeitlich begrenzte Aufgabe gebildete zwischen
betriebliche juristische Person: ein K. von Außen
handelsbetrieben der DDR — 2. Vereinigung von
kap. Gesellschaften zur Währung zeitweiliger Inter
essen, zur Abwicklung eines Handels- od. Finanz
geschäfts
Konspekt, der; :(e)s, -e überblickartige schriftliche
Inhaltsangabe, Übersicht: von einem Buch einen
K, anfertigen
Konspiration, die; -,
- en l,politische Verschwörung:
eine K. gegen den Diktator; sich an einer K. be
teiligen — 2 . der Geheimhaltung unterliegende
Regeln und Formen des Kampfes gegen politische,
soziale, nationale Unterdrückung: die Einhaltung
der K .; die Regeln der K. beachten; dazu konspira
tiv fAdj.f
konspirieren fsw. Vb.; hat/: mit jmdm.,
gegen
jmdn., etw. k . (sich mit jmdm., gegen jmdn., etw.
verschwören)
konstant fAdj.; / auch Konstante/ unveränderlich,
gleichbleibend: die Temperatur eines Raumes k.
halten; Math. Phys. eine konstante Größe; Pol.
Ök. konstantes Kapital (in den Produktionsmitteln
steckender, seinem W ert nach beständig erscheinen
der Teil des Kapitals)
+ mit konstanter / Bosheit
Konstante, die; -n/- ,
- n f/ auch konstant/ Math.
mathematische Größe, deren Wert konstant ist
konstatieren fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. als tatsächlich,
672
Konstellation — Konsumtion
wirklich feststellen: der Arzt konstatierte den Tod
des Patienten 1.2, er konstatierte (bemerkte 2) mit
Freuden, Befremden, daß ...
Konstellation, d ie;
- en 1. Zusammentreffen von
Umständen in bezug auf etw.,
Stand der Dinge:
eine (un)günstige K .
—
2. Astron. von der Erde
aus gesehene Stellung der Sonne zu Mond od.
Planeten
konsternieren fsw. Vb.; hat/ etw. verwirrt, bestürzt
jm d n .: seine unverschämte Antwort hat mich
konsterniert; jvorw. im Part. Prät.j er wirkte, war
ziemlich konsterniert (verwirrt, betroffen)
konstituieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. bilden, grün
den, zur festen Einrichtung machen: eine neue
wissenschaftliche Disziplin k. 1 .2 . etw. konstituiert
etw. Teile, Aspekte, Faktoren bilden in ihrer Gesamt
heit die zusammengesetzte, komplexe Einheit einer
Sa ch e : die konstituierenden Eigenschaften des
menschlichen Charakters — 2 . sich k. sich zur
Gründung von etw. versammeln, zusammentreten'.
die Regierung hat sich am Montag konstituiert;
eine konstituierende (zur Gründung von etw. ein-
berufene) Sitzung
Konstitution, d ie;
- en I. die anatomische und
physiologische Verfassung (II) eines Menschen: er
hat eine eiserne, kräftige, empfindliche, robuste,
gesunde K .; die Dauer der Genesung hängt von
der K. des Patienten ab — II . fseltenf Verfassung
(I): die K. eines Staates — HI . Chem. Anordnung
der Atome im Molekül einer Verbindung: die K.
der Nukleinsäure; zu I. u . II . konstitutionell
fA d j.fi zu I I : die konstitutionelle / Monarchie
konstruieren fsw. Vb.; hat/ 1. ein technisches Gerät,
System, Bauwerk entwerfen (und gestalten, bauen):
eine Maschine, Brücke k .; ein neues Auto k.
—
2. etw. in einen bestimmten Zusammenhang bringen,
als gegeben hinstellen, was nicht den Tatsachen ent
spricht: einen Schuldbeweis k.; einen Zusammen
hang zwischen zwei Sachverhalten k .; das klingt
mir sehr konstruiert — 3 . M ath, ein Dreieck k.
(nach einigen vorgegebenen Angaben zeichnen) —
4. Gramm, entsprechend den Regeln der Syntax
Wörter (zu einem Satz) zusammenfügen: einen Satz
richtig k .; diese Fügung wird mit dem Dativ kon
struiert
Konstrukteur, der; -s, -e [..t0:r ] jzu konstruieren
1/
Konstruktion, d ie ;
- en 1. das Konstruieren von
technischen Geräten, Systemen, Bauwerken: die K.
eines neuartigen Fernsehgerätes, einer Taktstraße
—
2. etw. Konstruiertes, Gebautes, aus Teilen Zu
sammengefügtes, Errichtetes: das Gebäude ist eine
imponierende K .; ein Auto neuester K. (neuesten
Typs) — 8. gedankliche Fiktion: seine Anschuldi
gungen sind frei erfundene Konstruktionen — 4 .
Math, die geometrische K. (Zeichnung, Dar
stellung einer geometrischen Figur nach einigen vor
gegebenen Angaben) — 5. Gramm. Aufbau eines
Satzes, einer Wortgruppe: eine syntaktische K.
Konstruktionsj -büro, das T eil eines Betriebes,
Betrieb, in dem technische Entwürfe angefertigt
werden; -fehler, der Fehler in einem technischen
Entiourf; -Zeichnung, die Zeichnung zu einem tech
nischen Entwurf
konstruktiv, auch konstruktiv fAdj.f 1. die K on
struktion (1) eines technischen Gerätes betreffend:
Bauten mit großen konstruktiven Schwierigkeiten;
konstruktive Veränderungen an einem technischen
System vornehmen — 2. sachdienlich, aufbauend,
fördernd: ein konstruktiver Beitrag; konstruktive
Politik, Zusammenarbeit, Ideen, Vorschläge; eine
konstruktive (helfende) Kritik; k. (auf ein prak
tisches Ergebnis zielend) denken
Konsul, der; -s, -n 1. ständiger offizieller Vertreter
eines Staates in einem anderen Staat mit bestimmten
sachlich und örtlich begrenzten Aufgaben — 2.
höchster Staatsbeamter der altrömischen Republik;
zu 1konsularisch /Adj.; nicht präd.f: eine konsula
rische Vertretung
Konsular[vertrag, der zweiseitiger völkerrechtlicher
Vertrag über die Errichtung von Konsulaten auf
dem Territorium des jeweiligen Vertragspartners
und die daran geknüpften Bedingungen ihrer Tätig
keit u. ä.
Konsulat, das; -(e)s, -e Dienststelle, Amtssitz eines
Konsuls (1)
Konsultation, d ie ; -,
- en jzu konsultieren/; zu 1.1:
einen Arzt zur K. aufsuchen; zu 1.2 auf Aufgaben
des Selbststudiums bezogene Aussprache zwischen
Angehörigen des Lehrkörpers und Studenten: eine
K. ansetzen, durchführen; ich habe eine K.
Konsultativtreffen, das: ein K. (dem M einu ngs
austausch, der Beratung politischer Probleme dienen
des internationales Zusammentreffen) der kommuni
stischen und Arbeiterparteien
konsultieren fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. um ein
wissenschaftliches, bes. ärztliches Urteil bitten, jmdn.
zu Rate ziehen: einen Arzt, Rechtsanwalt k. 1.2. er
konsultierte (befragte) die ‘Studenten, ob sie ihn
richtig verstanden hätten 1.3. die Regierung kon
sultierte ihre Verbündeten (beriet sich mit ihren
Verbündeten)
Konsum, der; -s, -s I. /Konsum; o. Pl.f 1.1. das
Verbrauchen (1.1): der übermäßige K. von Alkohol
1.2. Verbrauch (1.2): der K. von Lebensmitteln,
Alkohol, an Kleidern ist hoch — II . /Konsum/ 1.
jvorw. Sg .j Konsumgenossenschaft: dem K. beitreten
—
2. Verkaufsstelle von II.1: im K. einkaufen
Konsument, der; -en, -en fachspr. Verbraucher,
Käufer: Waren direkt an den Konsumenten
liefern
Konsum| -genossenschaft, die in der D D R als soz.
Genossenschaft und Massenorganisation ausgebil
dete, ein großes Netz von Verkaufsstellen um
schließende Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaft
mit eingetragenen Mitgliedern, Verbrauchern, die
am Gewinn beteiligt sind; -güter, die jPl.j Konsum
tionsmittel für den individuellen Verbrauch
konsumieren fsw. Vb.; hat/ Konsumgüter, bes.
Lebens- und Genußmittel, verbrauchen, verzehren:
große Mengen (an) Zucker k .; was er täglich an
Zigaretten, Alkohol konsumiert!
Konsum! -kaufhaus, das Kaufhaus einer Konsum
genossenschaft; -marke, die Marke, die die Konsum
genossenschaft jedem Mitglied bei einem Kauf ent
sprechend dem Kaufpreis aushändigt und nach der
die Gewinnbeteiligung, die Rückvergütung berechnet
wird
Konsumtion, die; jo. Pl.f das Verbrauchen (1.1),
Nutzung von Produkten: die K. hat sich erhöht;
Pol. Ok . die gesellschaftliche K. (Verbrauch von
Gütern und Einrichtungen für produktive Zwecke);
die individuelle K. (Verbrauch von Gütern für den
individuellen, persönlichen Bedarf); die produktive
Konsumtionsfonds — Konto
673
K. (Verbrauch von Produktionsmitteln zur Schaffung
neuer Güter)
Konsumtigns P o l . Ök.|
-fonds, der Teil des Natio
naleinkommens für den nichtproduktiven individuel
len und gesellschaftlichen Verbrauch; -mittel; die
/Pl.f Produkte für die individuelle und gesellschaft
liche Konsumtion
Kontakt; der; -(e)s, -e 1. Verbindung (2.1, 2.4),
Be zieh u n g (1.1, 1 .2): menschliche, gesellschaft
liche, internationale, diplomatische K ontakte; der
K. zwischen Eltern und Kindern, Lehrern und
Schülern; persönlichen K. mit jmdm. bekommen,
finden; in K. mit jmdm. kommen; Kontakte auf
rechterhalten; den K. mit jmdm. verlieren; er hat
keinen K. mehr mit mir — 2, Elektrotechn.
Phys. 2.1. Berührung unter Strom stehender1Leiter
(2), durch die ein Stromkreis geschlossen w ird: die
Drähte haben keinen K. 2.2 . den Stromkreis
schließende Vorrichtung: die Kontakte der Steck
dose sind korrodiert; die Kontakte säubern
Kontakt/kontakt] -abzug, der F otog r. durch un
mittelbare Berührung der negativen und der licht
empfindlichen Schicht entstandener Abzug; -arm
jAdj.; nicht adv.f schwer menschlichen Kontakt zu
anderen findend, verschlossen: er ist sehr k., ist ein
kontaktarmer Mensch; -aufnahme, die fo. P l.j
Aufnahme von Beziehungen zu anderen; -freudig
jAdj.; nicht adv.f leicht menschlichen Kontakt zu
anderen findend; dazu -freudigkeit, die; jo. Pl.f;
-gilt, das Gift, das bereits bei Berührung wirksam
wird; -glas, das fPl.
- g läser; vorw. Pl.f Haftschale:
jmd. trägt Kontaktgläser; -Infektion, die M ed.
Infektion durch Berührung; -linse, die fvorw. Pl.f
vgl.
- g las; -los fAdj.f ohne menschlichen Kontakt
zu anderen; -mann, der /PI.
- inänner, -leute/ jmd.,
bes. ein Agent, der als Verbindungsmann tätig ist;
-nähme, die; jo. Pl.f Kontaktaufnahme; -person,
die Med. jmd., der mit einer (infektiös) erkrankten
Person Kontakt hatte; -schale, die fvorw. Pl.f Haft
schale; -Schwierigkeiten, die fPLf: jmd. hat K.
(hat Schwierigkeiten bei der Herstellung menschlicher
Kontakte); -Störung, die fachspr. die Kontaktauf
nahme behindernde psychische Störung
Kontamination, die; -,
-enl.Sprachwiss. (falsche)
Vermengung zweier formal, sinngemäß ähnlicher
Wörter od. Wortverbindungen: ,zumindestens* ist
eine K. aus ,mindestens* und ,zumindest* — 2.
Verunreinigung durch radioaktive Stoffe
Kontemplatign, die; -,
-en das Sichversenken in oft
mystische Gedankengänge, die nicht zu praktischer,
tätiger Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit
führen: in tiefe K. versunken; dazu kontemplativ
fAdj.f
Konten zu Konto] -rahmen, der W irtsch. Richt
linien für die Führung von Konten (1.2); -sperre, die
Sperrung eines Bankkontos
Konter, der; -s, - 1.1. Boxen harter, den Gegner
abwehrender Schlag aus der defensiven Haltung her
aus: den Gegner mit einem K. stoppen 1.2. B all-
spiele schndler, wirkungsvoller Gegenangriff aus der
defensiven Haltung heraus: ein überraschender K.
Konteradmiral, der Generäl der Seestreitkräfte,
dessen Dienstgrad dem des Generalmajors entspricht
Konterbande, die; -, fo. Pl.f 1. geschmuggelte W are:
K. mit sich führen — 2. Jur. Gegenstände für
Kriegszwecke, die einer kriegführenden Macht unter
Verletzung der Neutralität zugeführt werden
Konterfei, auch Konterfei, das; -s,
- ej-s noch
scherzh.: sein K. (das Bild von ihm) hing an der
Wand
kontern jsw. Vb.; hat/ 1.1. Boxen den Gegner,
den A ngriff des Gegners durch einen harten Schlag,
durch Schläge abwehren: jmdn., jmds. Angriff ge
schickt k. 1.2. Ballspiele aus der defensiven
Haltung heraus einen schnellen, wirkungsvollen
Gegenangriff vortragen 1.8. Skat Kontra geben —
2. jmdn., a u ch jmdm. k. (jmdm. scharf entgegen -
treten, schlagfertig antworten)
Konterrevolution, die gewaltsame Aktionen einer
reaktionären Klasse gegen eine zu erwartende, bes.
aber eine bereits siegreiche Revolution der unter
drückten Klasse mit dem Ziel der Erhaltung,
Restauration der alten gesellschaftlichen Verhält
n is se : die K . niederschlagen; dazu konterrevolu
tionär fA d j.f: konterrevolutionäre Kräfte, Um
triebe
Konterschlag, der B o x e n /zu kontern 1.1/
Kontext, auch Kontext, der; -es, -e 1. Sprach -
wiss. eine sprachliche Einheit umgebender Text,
umgebende Situation: die Bedeutung eines Wortes
aus dem K. erschließen — 2. etw. aus seinem
geschichtlichen K. (Zusammenhang) erklären
Kontinent, auch Kontinent, der; -(e)s, -e 1. Erd
teil: Sportler aus allen Kontinenten; die fünf
Kontinente — 2. fo. Pl.f Festland: von England
aus zum K. reisen; zu 2 kontinental fAdj.; vorw.
attr.f
Kontinental fachspr.]
- drift, die fo. Pl.f Konti
nentalverschiebung; -klima, das jo. Pl.j Klima im
Inneren eines großen Kontinentes, das durch geringe
Niederschläge und hohe Schwankungen der Tempe
ratur zwischen Sommer und Winter, Tag und Nacht
gekennzeichnet ist; -platte, die kontinentale Land-
m asse; -schelf, der Festlandsockel; -Verschiebung,
die Geol. horizontale Bewegung der einzelnen großen
kontinentalen Landmassen der Erdkruste
Kontingent, das; -(e)s, -e 1.1 . fvorw. auf Betriebe
bezogenf festgesetzte, zugeteilte begrenzte Menge von
etw .: dem Betrieb steht ein bestimmtes K. an
Brennstoffen zu; die Kontingente erhöhen; jede
einzelne Gruppe erhält ein K . an Eintrittskarten
1.2. der auf ein Land entfallende aufzubringende
Anteil, bes. an Truppen: das Land muß ein be
stimmtes K . stellen; ein Soldat des finnischen K on
tingents der UNO-Truppen; zu 1.1 kontingentieren
fsw. Vb.; hat/: bestimmte Waren k. (als Kontingent
zuteilen)
kontinuierlich fAdj.f zusammenhängend und ohne
Unterbrechungen vor sich gehend: eine kontinuier
liche Entwicklung; k. arbeiten; etw. verläuft k.;
dazu Kontinuität, die; -, fo. Pl.f
Kontinuum, das; -s, Kontinua [..u|um] W issen -
sch. ein lückenloser, ununterbrochener Zusammen
hang: ein zeitliches K .; die Menge der reellen Zahlen
bildet ein K. (eine lückenlos zusammenhängende
Menge mathematischer Elemente)
Konto, das; -s, Konten/-s schriftliche Übersicht 1.1.
bei einer Bank über Ein- und Auszahlungen eines
ihrer Kunden, Bankkonto: sich ein K. bei der Bank
einrichten, anlegen; er hat 1000 Mark auf seinem
K .; Geld auf ein K . einzahlen, überweisen; sein
K. überziehen; ein K. löschen 1.2. über ökono
mische Vorgänge, Ein- und Ausgaben, Forderungen
und Schulden in zeitlicher Reihenfolge, bes. bei der
4 3 Wörterbuch
674
Kontoauszug — Kontur
Buchführung: bei doppelter Buchführung werden
auf der linken Seite des Kontos die belastenden
Beträge, die Schulden, auf der rechten Seite die
Einnahmen, das Guthaben, verzeichnet
- f umg. etw. geht auf jmds. K . (jmd. ist für etw.
verantwortlich, hat etw. verschuldet)
Konto/konto| -auszug, der Beleg über den Stand
eines Bankkontos; -eröffnung, die das Einrichten
eines Bankkontos; -führend jAdj.; vorw. attr.j:
kontoführende Bank (Bank, bei der jmd. ein Konto
hat); -Inhaber, der Inhaber eines Bankkontos;
-korrent, das; -s, jo. Pl.f Wirtsch. der Buch
führung dienende Rechnung, bei der die gegen
seitigen Leistungen und Verpflichtungen zweier
Geschäftspartner einander gegenübergestellt und
laufend abgerechnet werden; -nummer, die Nummer
eines Bankkontos
KontQr, das; -s, -e 1. eine der nach Waren, Ländern
gegliederten organisatorischen Einheiten in Unter
nehmen des Außenhandels der D D R : das K. für
Import, Export — 2. zentrale Stelle im Binnen
handel der DDR , die als Mittler zwischen Industrie
und Einzelhandel und zur Versorgung der Betriebe
dient: Staatliches K. für Papier und Bürobedarf
+ ein / Schlag ins K.
kontra jPräp. mit Akk.; vor Subst. o . Art. vorw.
vor Eigennamen im Rechtsstreit befindlicher Par
teien! : der Prozeß Schulze k. (gegen) Meier
-f- das / Pro und Kontra einer Sache
Kontra, das; -s, -s Skat Ansage, daß man über
zeugt ist, gegen den, der das Spiel macht, zu gewinnen
und nach der das Spiel doppelt gezählt wird: K.
ansagen, geben
4- umg. jmdm. K . geben (jmdm. energisch wider
sprechen)
Kontra/kontra| 4baß, der geigenförmiges, größtes,
tiefstes Streichinstrument, Baß(geige); -diktorisch
/Adj./ fachspr. einander widersprechend, wider
sprü chlich : kontradiktorische Aussagen
Kontrahent, der; -en, -en 1. Gegner im Streit od.
bei sportlichem Wettkampf: er schlug seinen Kontra
henten nieder; er hatte als Europameister lange
Zeit keinen ernstzunehmenden Kontrahenten —
2. Jur. jmd., der einen Vertrag mit jmdm. schließt
kontrahieren /sw. Vb.; hat/ 1. Med. sich zusam
menziehen (1.2): der Herzmuskel wird bei jedem
Schlag kontrahiert — 2 . Jur. einen Vertrag ab
schließen: einen Verkaufsabschluß k.
Kontrakt, der; -(e)s, -e schriftlicher (geschäftlicher)
Vertrag: einen K . abschließen, unterschreiben
Kontrakt/kontrakt| -bruch, der N ichte rfü llu n g
eines Kontraktes; dazu -brüchig fAdj.f: k. wer
den
Kontraktion, die; -,
-en Med. fzu kontrahieren 1/
das Sichzusammenziehen: die K. des Herzmuskels
Kontra/kontra Mus.|
-punkt, der jo. Pl.f Kunst,
mehrere Stimmen nach spezifischen Regeln selb
ständig nebeneinander zu führen; dazu -punktisch
IAdj.1
konträr fAdj.f entgegengesetzt (2): konträre Ziele,
Meinungen; beide Charaktere sind k.
Kontrast, der; -(e)s, -e deutlich erkennbarer (opti
scher) Gegensatz, Unterschied: die farblichen K on
traste eines Stoffmusters; den K. beim Fernseh
bild schärfer einstellen; <> der K . zwischen seinen
Worten und seinen Handlungen
Kontrastbrei, der fo. Pl.f Med. für das Röntgen
des Magens, Darms eingeführtes breiartiges K on
trastmittel
kontrastieren /sw. Vb.; hat/ einen Kontrast zu etw.
bilden, sich deutlich unterscheiden: die beiden
Farbei^ k. angenehm miteinander
Kontrast/kontrast| -mittel, das M ed. Substanz, die
in Hohlräume des Körpers eingeführt wird, um sie
röntgenologisch sichtbar zu machen; -reich fAdj.f
reich an Kontrasten
Kontroll| -abschnitt, der zur Kontrolle dienender,
abtrennbarer Teil einer Eintritts-,
Fahrkarte;
-arbeit, die der Ermittlung des Leistungsstandes
dienende Klassenarbeit; -bcgehung, die: eine K. in
einem Betrieb durchführen
Kontrolle, die; -n 1. Prüfung zur Feststellung, ob
alles in Ordnung ist, den Aufgaben, VorSchriften o. ä.
entspricht, richtig, wie vorgesehen durchgeführt wird,
abläuft: eine straffe, scharfe, strenge K .; die K. der
Pässe, des Gepäcks an der Grenze, der Fahrkarten
im Zug; die K. (ständige Aufsicht, Überwachung)
über etw., jmdn. haben, ausüben; etw. unter K.
haben — 2. er hat die K. (Herrschaft, Gewalt) über
den Wagen verloren; einen Brand, eine Epidemie
unter K. bringen (eindämmen); er hatte die K. über
sich (die Selbstbeherrschung) verloren; zu 1 Kon
trolleur, der; -s, -e [..l0 :r]
Kontroll) -frage, die Frage zur Überprüfung des
Wissensstandes von Schülern; -gang, der Rundgang,
um etw. zu kontrollieren (1): der Wächter macht
seinen nächtlichen K.
kontrollieren fsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. k. K on
trolle (1) über etw.,
jmdn. ausüben: etw.,
jmdn.
scharf, streng k.; die Reisenden, jmds. Paß, Ge
päck an der Grenze k.; sein Körpergewicht, den
Reifendruck k .; die Hausaufgaben eines Schülers
k.; der Kranke, Produktionsablauf muß ständig
kontrolliert (überwacht, beobachtet) werden —
2. einen bestimmten Bereich maßgeblich beeinflussen,
beherrschen: der Konzern kontrolliert einen ganzen
Produktionszweig; das von den Partisanen kon
trollierte Gebiet
Kontrpll zu Kontrolle 1| -kommission, die ständige
od. zeitweilige Kommission, die die Einhaltung von
(gesetzlichen) Bestimmungen od. Aufgaben kon
trolliert; -lampe, die /Schreibg.: Kontrollampe/ in
einen Stromkreis eingeschaltete Lampe, die anzeigt,
ob die Leitung Strom führt; -möglichkeit, die;
-organ, das (staatliches) Organ mit kontrollierender
Fun ktion : die Revisionskommission ist ein K. der
Gewerkschaft; -pflicht, die fo. Pl.f Pflicht, etw.,
jmdn. zu kontrollieren: er hat die K. vernachlässigt;
-punkt, der fPl.
- ef Ort, Stelle zur Kontrolle von
Personen und Waren, die die Grenze passieren;
-stelle,dieKontrollpunkt; -türm,derF1ugw. Turm,
hohes Gebäude auf einem Flughafengelände, von dem
aus die Kontrolle von Starts und Landungen erfolgt;
-uhr, die Uhr, die zur Bestimmung der Zeitdauer
von Arbeitsgängen, zur Kontrolle der Arbeitszeit des
einzelnen Werktätigen, zur Überwachung der einem
Wächter vorgeschriebenen Rundgänge dient
Kontroverse, d ie; -,
- n [..v . .] Meinungsverschieden
heit, Streit, Auseinandersetzung: eine wissenschaft
liche, politische K . ; etw. löst eine heftige K. aus
Kontur, die; -,
- en (sich von einem Hintergrund
abhebender) U mriß (1): die Konturen der Berge,
Häuser; die Konturen von etw. (nach)zeichnen;
O etw. gewinnt Konturen (nim mt Gestalt an)
Konus — konzentrisch
675
Konus, der; -se/ fachspr. Konen schwach kegelig
geschliffenes Teil an Werkzeugen, Maschinen, das,
in einen Hohlkegel eingeführt, eine Verbindung
ergibt
Konvention, die; -en [..v . .] 1. fo. PL/ das Ver
halten in der Gesellschaft betreffende (überlieferte)
Sitte, R egel: sein Verhalten verletzt, verstößt ge
gen die K.
—
2. Völkerr. die Regelungen auf
einem Spezialgebiet betreffende internationale Über
einkunft zwischen mehreren Staaten, völkerrecht
liches Abkommen: eine K. über die Behandlung der
Kriegsgefangenen; die K. über das Verbot der
Entwicklung und Lagerung bakteriologischer und
toxischer Waffen
Konventionalstrafe, die [..v . .] Jur. Vertragsstrafe:
K. zahlen müssen
konventionell /Adj./ [..v .J 1. herkömmlich, an bis
her Üblichem festhaltend: konventionelle Redens
arten, literarische Auffassungen; ein Anzug im
konventionellen Schnitt; sich k. kleiden; die kon
ventionellen (nichtatomaren) Waffen — 2. förmlich,
steif, unpersönlich: er hat sich sehr k. verhalten,
gegeben
konvergent /Adj./ [..v . .]: konvergente (sich gegen
seitig annähernde) Linien, Meinungen; dazu Kon
vergenz, d ie; -,
-en
Konvergenz |theorie, die \o. PL/ bürgerl. G esell
schaftstheorie, die aus (formal) ähnlichen od. gleichen
Erscheinungen bes. der wissenschaftlich-technischen
Revolution im Kap. u . Soz. eine Aufhebung der
Gegensätze zwischen Kap. u . Soz. ableiten will und
eine Überführung beider Gesellschaftssysteme in eine
künftige, angeblich aus Elementen beider zusammen
gesetzte, tatsächlich aber mit allen Wesensmerkmalen
des Kap. ausgestattete Gesellschaft annimmt
konvergieren /sw. Vb.; hat/ [.. v . J : ihre Anschau
ungen, Meinungen k. (nähern sich einander an)
Konversation, die; -en [..v .J 1.1* gesellige, leichte
Unterhaltung: eine gepflegte, geistreiche K .; K.
machen (eine oberflächliche od. förmliche Unter
haltung führen) 1.2. Unterhaltung, die zum Erlernen
einer Fremdsprache dient: Unterricht in Gramma
tik und K.
Konversationslexikon, das alphabetisch geord netes
Nachschlagewerk über alle Wissensgebiete
Konverter, der; -s, - [ - . v .J 1. Hüttenw. großer,
kippbarer, feuerfest ausgekleideter Behälter, in dem
durch Durchblasen von Luft flüssiges Eisen von
unerwünschten Beimengungen gereinigt wird —
2. Fernsehen Gerät, das älteren Fernsehgeräten
vorgeschaltet wird, um die in Band IV und V aus-
gestrahlten Sendungen in den Bereich des Bandes III
umzusetzen — 3. Datenverarb. Gerät, das Daten
überträgt und gegebenenfalls in anderer Form dar
stellt — 4. Phys. Kernreaktor, in dem Spaltmaterial
erzeugt wird
konvertibel /Adj./ [..v .J Wirtsch. Bank kon
vertierbar
konvertierbar JAdj./ [..v .J Wirtsch. Bank /von
Papiergeld od. von einer Währung/ frei und un
beschränkt umwandelbar in Gold od. eine andere
Währung: eine (frei) konvertierbare Währung; da
zu Konvertierbarkeit, d ie; -,
- en /vorw. Sg./
konvertieren /sw. Vb.; ist, hat/ [..v .J 1. zu einer
anderen Konfession, Religion übertreten (ist, hat) —
2. Wirtsch. Bank eine inländische Währung in
eine ausländische Umtauschen (hat); zu 1 Konvertit,
der; -en, -en jmd., der zu einer anderen Konfession,
Religion übergetreten ist
konvex /Adj./ [..v .J fachspr. nach außen gewölbt:
eine konvexe, k. geschliffene Linse
Konvoi, auch Konvoi, der; -s, -s [. .voy] 1.1. Ver
band, Kolonne zusammengehöriger Fahrzeuge im
Straßenverkehr: im K. fahren; sich in einen K.
einordnen; einen K. überholen 1.2. Geleitzug — 2.
Rad sport die Radrennfahrer wurden von einem
K. (einer Gruppe von Begleitfahrzeugen, -personen)
betreut
Konvolut, das; -(e)s, -e [..v .J Bündel von, Sam
melmappe mit Schriftstücken, Drucksachen: ein K.
von Briefen, Koten; ein dickes, starkes K.
Konvulsion, die; - ,
- en [..v .J Med. durch Krämpfe
hervorgerufene, wiederholt auftretende Zuckung
eines Gliedes, des Körpers
konvulsiv(isch) /Adj./ [..v u l.. ,
..zi:vif] in Kon
vulsionen : konvulsiv(isch)e Zuckungen; k. lachen
konzedieren /sw. Vb.; hat/ geh. jmdm. etw. zu
gestehen, gewähren: ich will Ihnen gerne k., daß ...
Konzentrat, das; -(e)s, -e Stoff, Lösung, Gemisch
mit einem stark angereicherten, hochprozentigen
Bestandteil: Essigessenz ist ein K.
Konzentration, die; -,
- en 1. /o. PL/ 1.1. das Sich-
konzentrieren auf etw.,
angespannte Aufmerksam
keit: mit größter K. arbeiten, über etw. nachden-
ken; diese Arbeit erfordert große K. 1.2. Konzen
trationsfähigkeit: seine K. hat nachgelassen —
2.1. die K. (Zusammenziehung einer Menge) von
Truppen, wirtschaftlichen Kräften 2.2 . das K o n
zentrieren (2.2): eine straffe K. aller Mittel und
Möglichkeiten auf eine Aufgabe — 3. Chem. Gehalt
eines Stoffes, einer Lösung, eines Gemisches an einem
bestimmten Bestandteil: das Medikament wird in
hoher K. gespritzt; dieser Stoff kann auch bei
geringer K. festgestellt werden
Konzentrations| -fähigkeit, die /o. PL/ Fä h igk e it,
sich zu konzentrieren; -lager, das /PL -; / auch
KZ/ Lager zur Zwangsarbeit, grausamen Terrori
sierung und physischen Beseitigung vorwiegend poli
tischer Häftlinge od. rassisch Verfolgter, bes. im far
schistischen Deutschland: er ist im K. umgekommen,
ermordet worden; -mangel, der vgl.
- s chwäche;
-schwäche, die mangelnde Konzentrationsfähigkeit:
an K . leiden
konzentrieren /sw. V b .; hat/ 1. sich (auf etw.) k.
seine geistige Kraft, seine ganze Aufmerksamkeit
angespannt auf ein Problem, Ziel richten: sich auf
seine Arbeit, eine Aufgabe k .; ich brauche Ruhe,
denn ich muß mich k .; ruhig und konzentriert
arbeiten, zuhören — 2 .1 . Truppen an der Grenze k.
(viele Truppen für eine bestimmte Aktion an die
Grenze bringen) 2.2 . Kräfte, Mittel, Möglichkeiten
auf ein Ziel lenken: seine Energie auf ein Ziel k.;
alle Kapazitäten auf einen Schwerpunkt k . ; sich
auf etw. k .: er konzentriert sich jetzt (lenkt jetzt
seine ganze Energie) auf sein Examen 2.3 . etw. kon
zentriert sich auf etw., jmdn.: das Licht der Schein
werfer konzentriert sich (richtet sich) auf den
Hauptdarsteller; die Ermittlungen der Polizei k.
sich auf eine bestimmte Person — 3 . Chem. den
Gehalt an einem bestimmten Bestandteil in einer
Lösung, einem Gemisch erhöhen: Natronlauge k.;
konzentrierte Salzsäure; O konzentrierte (kräftige
2) Nahrung
konzentrisch /Adj.; vorw. attr./: M ath, konzen-
44 Wörterbuch
676
Konzept — Kopf
trische Kreise (Kreise mit einem gemeinsamen
M ittelpunkt); O die neuen Straßen verliefen in
konzentrischen Ringen um die Altstadt
Konzept,das; -(e)s, -e 1. skizzenhafter Entwurf (1.2):
ein K. ausarbeiten; die Arbeit liegt erst im K . vor
—
2. jvorw. B R D/ eine Partei mit einem klaren
politischen K. (Plan, Programm)
-f- jmdn. aus dem K. bringen (jmdn. durch Störung
aus der von ihm geplanten Darlegung seiner Oe
danken herausreißen, ihn verwirren); aus dem K.
kommen (den gedanklichen Zusammenhang seiner
Darlegungen verlieren); jmdm. das K. verderben
(jmds. Pläne, Absichten durchkreuzen); etw. paßt
jmdm. nicht ins K. (etw. stört, behindert jmds. A b
sichten, Pläne)
Konzeption; die; -en 1.1. Entwurf zu einer wissen
schaftlichen Arbeit, zu einem künstlerischen Werk:
die K . eines Wörterbuchs, Dramas ausarbeiten
1.2. die einem Werk, Programm zugrunde liegende
Auffassung, Idee: der Regisseur hat im Film seine
eigene K. verwirklicht; der Roman, das Bauwerk
entbehrt einer einheitlichen K .
—
2. Med. Emp
fängnis
Konzern, der; -s, -e durch finanzielle Verflechtung
entstandener monopolistischer Zusammenschluß kap.
Unternehmen zu einer zentral geleiteten wirtschaft
lichen Einheit, bei der die einzelnen Firmen teilweise
formal selbständig bleiben
Konzert, das; -(e)s, -e 1 . (öffentliche) Aufführung
von nicht für die Bühne bestimmten Musikwerken:
ein festliches K .; ins K. gehen; ein K. besuchen;
ein K. geben, absagen — 2. Komposition mit meh
reren Sätzen für Orchester und Soloinstrument(e) :
ein K. für VioÜne und Orchester
Konzert zu Konzert 1| -abend, der Konzert als
Abendveranstaltung; -agentur, die Agentur, die
Künstlern Konzerte vermittelt; -anrecht,dasAbonne
ment (1.2) für Konzerte
konzertant fAdj.f Mus. 1 . eine Oper k. (nicht sze
n isch) aufführen — 2 . eine konzertante Sinfonie
(Sinfonie mit solistisch hervortretenden Instru
menten)
KonzertIflügel, der großer Flügel (II)
konzertieren jsw. Vb.; hat/ ein Konzert geben: das
Orchester konzertierte in N
Konzert| -meister, der führender Streicher in einem
Orchester; -reise, die Gastspielreise, während der
Konzerte gegeben werden: eine K. antreten; er ist
auf K.
Konzession, die; -,
- en 1. fvorw. Pl.f Zugeständnis:
jmdm. Konzessionen machen; Konzessionen an
den Geschmack der Gäste — 2 . Jur. amtliche Ge
nehmigung für die Ausübung eines bestimmten Ge
werbes: die K. für eine Gaststätte — 8. Jur. Be
fugnis, die ein Staat einem anderen Staat od. aus
ländischen Unternehmen für die Nutzung von auf
seinem Gebiet liegenden Bodenschätzen, Verkehrs-
anlagen, Betrieben erteilt: eine K. für Erdölbohrun
gen; zu 2 konzessioniert fAdj.f mit Konzession
konzessiv fAdj.l Gram m .: eine konzessive (einen
Konzessivsatz einleitende) Konjunktion
Konzessiv!Satz, der G ram m . Gliedsatz, der eine
für die Handlung des Hauptsatzes nicht wirksam
werdende Einschränkung ausdrückt
Konzil, das; -s, -e/Konzilien [..ion] 1. Rel. kath.
Zusammenkunft hoher kirchlicher Würdenträger zur
Beratung und Beschlußfassung: das K. in Rom —
2. Versammlung der Delegierten von Wissenschaft
lern, Studenten, Arbeitern und Angestellten einer
Universität in der DDR zur Rechenschaftslegung
und Beratung über die Aufgaben im Hochschul
wesen
konziliant lAdj.f umgänglich, verbindlich, ent
gegenkommend: er wahr sehr k.; sich jmdm. gegen
über k. verhalten, zeigen; dazu Konzilianz, die; -,
Io. PI./
konzipieren fsw. Vb.; hat/ etw. k. ein Konzept (1)
für etw. verfassen, etw. entwerfen: einen Roman k.
Koog, der; -(e)s, Köge norddt. dem Meer ab
gewonnenes, durch Deiche geschütztes Neuland
Kooperation [ko|o..], Kooperation [ko:|o..] , die
auf ein gemeinsames Ziel gerichtete Tätigkeit meh
rerer Partner, bes. Menschen, Betriebe, von denen
jeder bestimmte Aufgaben übernimmt, Zusammen
a rb eit: innerbetriebliche, zwischenbetriebliche, in
ternationale K . ; die K . von Wissenschaftlern aus
verschiedenen Fachgebieten, Ländern; die so
zialistische K .; die K . zwischen sozialistischen B e
trieben, in der Landwirtschaft
Kooperation, Kooperation! -beziehung, die fvorw.
P l.f ; -gemeinschaft, die: der Zusammenschluß
zu einer K .;
- partner, der; -verband, der der K o
operation dienender Verband arbeitsteilig zusammen
wirkender od. auf eine bestimmte Produktion speziali
sierter soz. Betriebe, Kombinate
kooperativ [ko|o..], kooperativ [ko:|o..] fAdj.f in
Kooperation: eine kooperative Tätigkeit, Pro
duktion; eine Aufgabe k. lösen; kooperative Ab
teilung Pflanzenproduktion fAbk. KAP; organi
satorische Form der industriellen Pflanzenproduk
tion in der DDRf
Kooperative [ko|o..vo], Kooperative [ko:jo..v o]
die; -,
- n Genossenschaft: eine landwirtschaftliche K.
kooperieren /sw. Vb.; hat/ [ko|o.., ko|o..] für ein
gemeinsames Ziel Zusammenarbeiten: beide Be
triebe k. bei der Entwicklung eines neuen Motors
kooptieren fsw. Vb.; hat/ [koio..] jmdn. durch Wahl
nachträglich in einen gewählten Personenkreis auf-
nehmen: jmdn. in ein Gremium k.; er wurde als
Leitungsmitglied kooptiert
Koordinate, die; -,
-n [ko|o..] Math. Zahl, die die
Lage eines Punktes in einer Fläche od. einem Raum
kennzeichnet
Koordinaten M ath. | -achse, die in M eßeinheiten
gegliederte konstituierende Gerade eines Koordinaten
systems; -System, das System von (rechtwinklig auf
einander bezogenen) Geraden, das dazu dient, die
Lage eines Punktes in seinem Bezug auf dieses
System zu bestimmen
Koordination, die; -,
- en [ko|o..] /zu koordinieren.
1/: die K . verschiedener Arbeitsaufgaben
koordinieren fsw. Vb.; hat/[ko|o..] 1. verschiedene
Vorgänge, Aufgaben aufeinander abstimmen: ver
schiedene Arbeiten, Arbeitsgänge, Pläne k.
—
2. Gramm , eine koordinierende (Wörter, Sätze
gleichberechtigt reihende, verbindende) Konjunktion;
zu 1 Koordinierung, die; -,
-en
Kopf, der; -(e)s, Köpfe 1.1. oberster Körperteil des
Menschen und vorderer Körperteil der Tiere als
Sitz des Gehirns und Zentrum der Sinnesorgane: ein
runder, eckiger, schmaler, großer, kleiner K . ;
jmdm. schmerzt der K., tut der K. weh (jmd. hat
Kopfschmerzen); mit erhobenem, gesenktem, vor
gebeugtem K . dastehen; (vor Scham, Zorn) einen
Kopf-an-Kopf-Rennen — Kopfeslänge
677
roten K. bekommen (rot anlaufen); einen kahlen
K. (eine Glatze) haben; den K. in die Hand stützen;
den K. durch die Tür stecken; sich den K. kratzen;
sich, jmdm. den K. (das Haar, die Haare) waschen;
eine Verletzung am K. haben; sich am, an den K.
stoßen; den Hut auf den K. setzen; auf dem K.
stehen (eine Stellung einnehmen, bei der der Kopf
auf dem Boden aufliegt, der Körper, die Beine in die
Luft gestreckt sind); zum Zeichen der Zustimmung
mit dem K. nicken; den K. schütteln; sich ein
Hemd über den K . ziehen, streifen; jmdm. über
den K . streichen; sich ein Tuch um den K. binden;
er ist (um) einen K . größer als sie; die Hände unter,
hinter dem K . verschränken; der Sturm riß ihm
die Mütze vom K.; er schlug sich vor den K., als
er seinen Fehler erkannte; Wut und Scham ließen
ihm das Blut zu Kopfe steigen 1.2. [häufig in der
VorStellung auf 1.1 bezogenf Verstand, Denk- und
Urteilsvermögen: jetzt strenge deinen K. mal an
(überlege gut)\; er hat-einen klugen K. (ist klug);
etw. geht jmdm. durch den K . (jmdi beschäftigt sich
gedanklich mit etw .); er hat nur sein Vergnügen im
K. (denkt nur an sein Vergnügen) — 2.1. fsteht für
die ganze Personf Mensch (1.2): er war ein ge
scheiter, klarer, (auf)geweckter, geistreicher K .;
die führenden Köpfe (Persönlichkeiten 1.2) in Poli
tik und Wirtschaft 2.2. /in Verbindung mit Zahlen-
angabenf einzelne Person (1.1): eine Menge von
dreitausend Köpfen; eine Familie von acht Köpfen;
pro K. (auf jeden einzelnen umgerechnet,pro Person)
werden drei Mark Beitrag erhoben 2.8. jo. P l.j
leitende Persönlichkeit, leitendes Gremium: der K.
der Bewegung, des Unternehmens — 8.1. (oberer)
kugeliger Teil von etw.: ein K. Weißkohl, Salat; die
Blumen lassen schon die Köpfe (Blütenköpfe) hän
gen; der K. (das obere, kugelig verdickte Ende) der
Stecknadel; den Nagel auf den K. (das scheibchen
förmige obere Ende) treffen 8.2. der obere Teil von
etw.: am K. (oberen Ende) des Tisches sitzen; der K.
(obere T eil) des Briefes; der K. (auf der ersten
Seite oben aufgedruckte Titel) einer Zeitung
+ etw. aus dem K. (aus dem Gedächtnis) wissen; etw.
im K. (nicht schriftlich) rechnen; den K. voll
haben (sehr viel zu bedenken, viele Sorgen haben);
seinen K . für sich, seinen eigenen K . haben (dick
köpfig, eigenwillig sein); den K. hängenlassen (trau
rig, mutlos sein); den K. oben behalten (besonnen,
mutig bleiben); den K. verlieren (unbesonnen, kopf
los werden); den, seinen K. hinhalten (für etw. ein
stehen); den, seinen K. aus der Schlinge ziehen
(einer Gefahr geschickt ausweichen); den K. in den
Sand stecken (vor den Tatsachen die Augen ver
schließen); K. und Kragen jmds. Leben, Existenz:
K. und Kragen riskieren; etw. kostet jmdn. K . und
Kragen; K. an K. dicht gedrängt: die Leute standen
auf dem Platz K. an K.; von K. bis Fuß: jmdn.
von K. bis Fuß (völlig) neu einkleiden; jmdn. von
K. bis Fuß (von oben bis unten) mustern; jmdm.
etw. auf den K. Zusagen (jmdm. etw. direkt, ohne
Umschweife sagen); sich etw. durch den K. gehen
lassen (sich etw. überlegen); einen kühlen K. be
wahren (die Übersicht behalten, ruhig bleiben); etw.
ist jmdm. über den K. gewachsen (jmd. wird mit
etw. nicht mehr fertig); über die Köpfe hinweg
reden (beim Reden das Verständnis der Zuhörer über
forden und nicht verstanden werden); etw. über
jmds. K . hinweg (ohne den Betroffenen zu fragen)
entscheiden; bis über den K. (völlig) in Arbeit,
Schulden, Schwierigkeiten stecken; wie vor den K .
geschlagen (verblüfft, wie betäubt) sein; sich die
Köpfe heiß reden (leidenschaftlich diskutieren); sich
den K. zerbrechen, zermartern (angestrengt nach-
denken); umg. sich einen K. machen (sich wegen
etw. Sorgen machen; über etw. nachdenken, sich etw.
überlegen); nicht wissen, wo einem der K. steht
(sehr viel zu tun, zu bedenken haben); jmdm. den K.
verdrehen (jmdn. in sich verliebt machen); jmdm.
den K. zurechtrücken, -setzen (jmdn. zurechtweisen,
zur Vernunft bringen); sich etw. in den K. setzen
(etw. unbedingt tun wollen); etw. will jmdm. nicht
in den K. (jmd. kann etw. nicht glauben, nicht be
greifen); etw. geht jmdm. nicht aus dem K. (jmd.
kann etw. nicht vergessen); etw. auf den K. stellen:
die Wohnung auf den K. stellen (in Unordnung
bringen, weil man etw. sucht; gründlich sauber-
machen); die Wahrheit, Tatsachen auf den K. stel
len (verdrehend); jmdm. auf dem K. herumtanzen
(jmdm. nicht gehorchen, jmds. Gutmütigkeit miß
brauchen); jmdn. vor den K. stoßen (kränken, be
leidigen); jmdm. raucht der K. (jmd. muß an
gestrengt geistig arbeiten, viel bedenken); jmdm. den
K. waschen (jmdn. scharf zurechtweisen); jmdm.
etw. an den K. werfen (unverblümt, frech sagen);
nicht auf den K. gefallen sein (nicht dumm sein);
sich etw. aus dem K. schlagen (ein Vorhaben auf-
geben); etw. steigt jmdm. in den K.,
zu Kopfe
(macht ihn überheblich, eingebildet); seinen K. (W il
len) durchsetzen wollen; mit dem K. durch die
Wand (etw. aus Unvernunft erzwingen) wollen; mit
dem K. nicht durch die Wand können (etw. nicht
erzwingen kön nen); die Köpfe zusammenstecken
(mit jmdm. tuscheln); da faßt man sich doch an den
K. (das ist doch völlig widersinnig)!; salopp sich
nicht auf den K. spucken lassen (sich nichts ge
fallen lassen)-;
—
sich die / Augen aus dem K.
weinen; ein / Brett vor dem K. haben; die / Bude
auf den K. stellen; jmdm. fällt die / Bude auf den
K.; kein / Dach über dem K. haben; jmdm. fällt
die / Decke auf den K .; das ganze / Geld auf den
K. hauen; jmdm. die / Haare vom K. fressen;
/ Hals über K .; die / Hände überm K. zusam
menschlagen ; den / Nagel auf den K. treffen; /
Nägel mit Köpfen machen; (große) / Rosinen, /
Stroh im K . haben
Kopf| :san*KopfsRennen, das Sport Rennen, bei
dem zwei od. mehrere Bewerber sich fast gleichzeitig
dem Ziel nähern: vor dem Zielgab es ein K .; -arbeit,
die jo. Pl.j geistige Arbeit; -bahnhof, der Bahnhof,
in dem alle einlaufenden Gleise enden; -ball, der
Fußball Kopfstoß (1); -bedeckung, die Kleidungs
stück für den oberen Teil des Kopfes; -bewegung,
die; -bogen, der Briefbogen mit aufgedrucktem
Briefkopf
köpfen jsw. Vb.; hat/ 1,1. jmdn. enthaupten: die
zum Tode Verurteilten wurden geköpft 1.2. ein Ei
k. (den oberen Teil eines gekochten Eies mit dem
Messer abschlagen); umg. eine Flasche Wein k.
(öffnen und trinken) — 2. Fußball den Ball ins
Tor, Aus k. (durch Kopfstoß ins Tor, Aus befördern)
Kopf|ende, das 1. Ende einer Ruhestatt, an das der
Kopf zu liegen kommt — 2. er saß am K. (am oberen
Ende, an der oberen Schmalseite) der Tafel
Kopfeslänge, die: er überragte ihn um (eine) K. (er
war einen Kopf größer als er); Sport das Pferd
44*
678
siegte mit einer K. (mit einem Vorsprung von der
Länge seines Kopfes)
Kopf/köpf | -form, die: seine runde, schmale, auf
fällige K .;
-füßer, der; -s, - Zool. in zahlreichen
Arten vorkommendes, räuberisch im Meer lebendes,
hochentwickeltes Weichtier mit vier od. fünf Paaren
von Armen am Kopf, auf denen Saugnäpfe od. Ha
ken sitzen, und einem sackartigen, flachgedrückten od.
langgestreckten Körper; -geld, das veraltend für
die Ergreifung und Auslieferung einer (polizeilich)
gesuchten Person ausgesetzte Geldsumme; -grippe, die
umg. 1. Grippe mit heftigen Kopfschmerzen — 2.
Gehirnhautentzündung; -haar, das fo. Pl.j Ge
samtheit der auf dem K opf wachsenden Haare-, -haut,
die jo. PI .I die Schädeldecke bedeckende H aut; -hörer,
der Gerät, das aus zwei mit einem Bügel zusammenge
haltenen Hörmuscheln besteht und zum Empfang elek
tromagnetisch erzeugter Töne (1.1 ,1 .3) dient; -kissen,
das 1. mit Federn gefülltes Kissen, das im Bett als
Unterlage für den Kopf dient — 2. Bezug für 1: ein
Bettbezug mit zwei K .;
- kohl, der Kohl (1), dessen
Blätter sich zu einer kugeligen Form fest zusammen
schließen; -läge, die jo. Pl.f Med. bei der Geburt die
normale Lage des Kindes mit dem Kopf voran;
-länge, die Kopfeslänge; -lästig fAdj.j Flugw .:
das Flugzeug ist k. (hat vorn das Übergewicht);
-laus, die Laus, die bes. im Kopfhaar des Menschen
lebt; -los jAdj.f aus Verwirrung unbesonnen; dazu
-losigkeit, die; jo. PI ./; -massage, die M assage der
Kopfhaut; -nicken, das; -s, jo. Pl.j Nicken mit dem
Kopf zum Zeichen der Zustimmung: kurzes, leichtes
K . ; sein freundliches, anerkennendes K . ; mit
einem K. danken; -nuß, die salopp Schlag mit dem
Knöchel (2) gegen jmds. K opf: seine Mutter gab ihm
zur Strafe eine K . ;
-prämie, die vgl.
- geld; -rech
nen, das; -s, jo. Pl.j Rechnen von Aufgaben im
Kopf: er ist gut im K.;
-s alat, der jo. PI./ Salat,
dessen Blätter sich zu einer kugeligen Form fest zu
sammenschließen; -scheu /Adj.; in den Verbin
dungen/: jmdn. k. (ängstlich und verwirrt) machen;
k. werden; -schmerz, der jvorw. Pl.j Schmerz im
K o p f: unter heftigen Kopfschmerzen leiden; o
sich über, wegen etw. keine Kopfschmerzen machen
(sich wegen etw. nicht sorgen, bekümmern); etw. be
reitet, macht jmdm. Kopfschmerzen (etw. bereitet
jmdm. Sorgen); -schuß, der jPl.
- schüsse/ Schuß
in den K opf: als Todesursache wurde K. fest
gestellt; -schütteln, das; -s, jo. P l.j Schütteln des
Kopfes zum Zeichen der Ablehnung, Verwunderung;
-schüttelnd jAdj.; vorw. adv.j: er wandte sich k. ab;
-s chütz, der schützende Kopfbedeckung; -Sprung,
der Sprung mit gestrecktem Körper und nach vorn
gestreckten Armen kopfüber ins Wasser; -stand, der
das K opfstehen: einen K. machen; -stehen jVb.j auf
dem Kopf stehen: er kann k.; <0> die ganze Welt
schien ihm kopfzustehen (durcheinander zu sein);
-stein, der rundlicher Pflasterstein; -Steinpflaster,
das; -stimme, die jo. Pl.j Register (2.2), bei dem der
Resonanzraum oberhalb des Kehlkopfes liegt; -stoß,
der 1. Fußball das Weiterbefördern des heran
fliegenden Balles durch Stoßen mit dem K opf —
2, Billard Stoß mit dem Queue von oben gegen die
Billardkugel; -tuch, das /PL -tücher/ dreieckiges od.
zu einem Dreieck gelegtes Tuch, das sich weibliche
Personen als Kopfbedeckung um den Kopf binden;
-über /Adv.j mit dem Kopf voran: k. ins Wasser
springen; -Verletzung, die Verletzung am K op f;
Kopfform — Korb
-weh, das landsch. Kopfschmerz; -weite, die
Umfang des Kopfes als Maß für Kopfbedeckungen:
was haben Sie für eine K .?; -wunde, die vgl.
- Ver
letzung; -zerbrechen, das jin den Verbindungenj
etw. macht, bereitet jmdm. K . (angestrengtes Nach
denken, um eine Lösung dafür zu finden); sich kein
K. (keine Sorgen) über etw. machen
Kopie, die; -,
- n [..i:on] 1. genaue Nachbildung
eines Kunstwerkes: das ist nur eine K .; die K. eines
Geuiäldes — 2. Abschrift, Durchschrift od. Foto
kopie eines Schriftstückes
kopieren jsw. Vb.; hat/: ein Gemälde k. (von einem
Gemälde eine Kopie herstellen); O er hat ihn ja nur
kopiert (nachgeahmt, war nicht selbst schöpferisch
tätig)
Kopier| -gerät, das Gerät zur Herstellung von K o
pien (2); -Stift, der Bleistift, dessen Mine Farbstoff
enthält, den man nicht wegradieren kann
Kopilot, der der zweite Pilot in Verkehrsflugzeugen
Kopist, der; -en, -en Fachmann, der Kopien herstellt
1Koppel, das; -s, - zur Uniform gehörender Leder
gürtel
2Koppel, die; -,
-n I. eingezäuntes Stück Weideland:
Tiere auf die K. treiben — II, 1. Riemen, Leine zum
Zusammenbinden und Führen von Tieren —
2, eine K. (mehrere, durch Riemen, Leinen mitein
ander verbundene) Hunde, Pferde
koppeln /sw. V b.; hat/ 1.1. Hunde, Pferde k. (an
die 2Koppel II.1 legen) 1.2. einen Wagen an den
Zug, einen Hänger an den Lastwagen k. (an
kuppeln) 1.3 . die zwei Raumschiffe wurden mit
einander gekoppelt (zum Zusammenwirken ver
bunden); einen Motor mit einem Ventilator k.;
O er koppelte sein Versprechen mit bestimmten
Bedingungen; dazu Kopp(e)lung, die; -,
-en
Kopra, die; -, jo. Pl.j zerkleinertes und getrocknetes
Fleisch der Kokosnuß
Koproduktion, die 1. Produktion eines Film s durch
Filmschaffende, -gesellschaften aus zwei od. mehreren
Ländern: der Film entstand durch K.
—
2. Film
aus 1; zu 1 Koproduzent, der; -en, -en
Kopula, die;
-s 1. Gramm. Hilfsverb, das Sub
jekt und den nominalen Teil des Prädikats ver
bindet — 2 . Biol. geschlechtliche Vereinigung
Kopulation, d ie; -,
- en /zu kopulieren/
kopulieren jsw. Vb.; hat/ Landw.: einen Baum,
Strauch k. (ein schräg abgeschnittenes Edelreis auf
einem ebenso geschnittenen Trieb eines Baumes,
Strauches befestigen, um ihn zu veredeln)
Koralle, die; -,
- n jvorw. PI ./1. in wärmeren Meeren
lebender, Kolonien bildender Polyp, der durch Sekre
tion ein kalkiges, horniges blaßrotes od. weißes Stütz
gerüst entwickelt und am Aufbau von Kalkablage
rungen am Meeresboden beteiligt ist — 2. Schmuck
stein aus dem von 1 hervorgebrachten Material: eine
Halskette aus roten Korallen
Korallen/korallenl -bank, die jP L -bänke/ durch
Korallen gebildete langgestreckte Kalkablagerung im
M eer; -insei, die vgl.
- riff? -kette, die Kette aus
Korallen (2); -riff, das ein Riff bildende Kalkab
lagerung von Korallen; -rot jAdj.j; -schmuck, der
vgl.
- kette
Koran, der; -s, jo. Pl.j das heilige Buch des Islams
Korb, der; -(e)s, Körbe/- 1.1 . jPl. Körbe/ vorwie
gend aus Weidenruten, Bast od. Draht geflochtener
(oben offener) fester Behälter mit Griffen, Henkeln:
ein runder, rechteckiger, flacher K .; ein K. mit
Korbball — Korona
679
Äpfeln; ein K. Eier 1.2. /PL -/ Fischerei /alte
Maßeinheit für 50 kg Frischfisch/: der Trawler hat
1000K. angelandet — 2. fo. PL/ Korbgeflecht:
ein Sessel aus K.
—
8. /PL Körbe/ Sport in
bestimmter Höhe angebrachter Ring, an dem ein nach
unten offenes Netz befestigt ist, in das der Ball beim
Korbball, Basketball geworfen werden muß — 4 . /PL
Körbe/ gewölbter Handschutz am Griff von Degen,
Säbeln
+ jmdm. einen K. geben: sie hat ihm einen K. ge
geben (hat seine Werbungen abgewiesen); er hat
ihm einen K. gegeben (hat sein Angebot, seine Bitte
abgelehnt); sich einen K. holen, einen K. bekom
men (bei seiner Werbung um die Gunst einer Frau,
mit seinem Angebot abgewiesen werden); — / Hahn
im Korbe sein
Korb| -ball, der fo. PL/ Ballspiel zwischen zwei
Frauenmannschaften, bei dem der Ball nach be
stimmten Regeln in den Korb des Gegners geworfen
werden muß; -blütler, der; -s, - Bot. in zahlreichen
Arten als Kraut und Staude vorkommende Pflanze,
bei der eine Vielzahl einzelner Blüten jeweils dicht
beieinander auf einem korbförmigen, von einem
Kelch umhüllten Untergrund sitzt; -flasche, die mit
einem Korbgeflecht umhüllte dickbauchige W ein
flasche ; -geflecht, das Geflecht vorw. aus W eiden
ruten, Bast: ein. Sessel mit K.;
-möbel, die /PL/
(Sitz)mÖbel mit Korbgeflecht; -sessel, der vgl.
- möbel;
-Stuhl, der vgl.
- möbel; -wagen, der Kinderwagen
mit Seitenflächen aus Korbgeflecht; -weide, die
Weide, deren Ruten zur Herstellung von Korbgeflecht
geeignet sind
Kord, der; -(e)s, -e 1. jo. PL/ strapazierfähiges,
längsgeripptes Gewebe aus Baumwolle od. synthe
tischen Fasern: eine Hose, Jacke aus K.
—
2. star
ker Zwirn, der als Zwischenschicht in Reifen von
Kraftfahrzeugen verwendet wird
Kordel, die;
-n 1. dicke Schnur aus mehreren
umeinander gedrehten Fäden: den Bademantel
mit einer K . Zusammenhalten; die K. an der Uni
formmütze — 2. landsch. Bindfaden
Kord| -hose, die; -jacke, die
Kordon, der; -s, -s [..doq, auch . .do] Postenkette
zur Absperrung: die Polizisten bilden einen K. vor
der Botschaft; die Passanten durchbrachen den K.
kören /sw. Vb.; hat/ Tierzucht nach staatlich
vorgegebenen Normen ein männliches Tier als Zucht
tier auswählen: einen Bullen, Hengst k.
Koriander, der; -s, - /vorw. Sg./ krautiges Dolden
gewächs, dessen Früchte als Gewürz verwendet werden
Korinthe, die;
-n kleine, kernlose, sehr dunkle
Rosine
Korjnthen derb| -kacker, der; -s, - Ped ant: er ist
ein K.; :kackerei, -Packerei, die; -, jo. PL/ Pe
danterie
Kork, der; -(e)s, -e 1. /o. Pl.j, fachspr.
-e sehr
leichtes, elastisches, fü r Gase und Flüssigkeiten nahe
zu undurchlässiges Material, das vor allem aus der
Rinde der Korkeiche gewonnen wird: Hausschuhe
mit Sohlen aus K.
—
2. ostmdt. süddt. österr.
Korken
Kork|eiche, die immergrüne, in subtropischen Ge
bieten wachsende Eiche, deren Stamm von dicken
Schichten K ork umgeben ist, der technisch genutzt
wird
Korken, der; -s, - Flaschenverschluß, Pfropfen aus
K o rk : eine Flasche mit einem K. verschließen; die
K. der Sektflaschen knallen lassen; den K. (heraus) -
ziehen
Korken|zieher, der; -s,
-
Gerät mit einem quer
stehenden Griff und einem spiralförmigen, spitzen
Teil zum Herausziehen von Korken
Kork|sohle, die Schuhsohle aus K ork
xKorn, das; -(e)s, Körner/-e 1. jo. PL/ zu den Süß
gräsern gehörendes Getreide, bes. Brotgetreide: das K.
steht in diesem Jahre gut; das K. ernten — 2.1. jo.
PL/ die Früchte, Samenkörner des Getreides, bes. des
Brotgetreides: K. zu Menl mahlen 2.2 . /PL Körner/
rundliches, hartes Samenkorn bes. vom Getreide: die
Körner des Roggens, Weizens, vom Mais, Mohn;
den Vögeln Körner als Futter streuen — 8 .1. /PL
Körner/ einzelnes kleines Teilchen einer Menge
körnigen Stoffes: ein paar Körner Salz, Grieß
8.2. jo. Pl.j fachspr. strukturelle Beschaffenheit
eines Materials auf Grund typischer, in sich abgrenz-
barer, sehr kleiner Teilchen: das grobe, feine, eckige,
abgerundete K . dieses Materials; Bimsstein hat ein
kantiges K .; das rauhe K. (die rauhe Beschaffenheit
der Oberfläche) von Stoffen, Hölzern, Papier;
Fotogr. ein Film mit feinem, grobem K. (Zu
sammenballung von Silberteilchen in der licht
empfindlichen Schicht des Films); Druckerei auf-
gerauhte Oberfläche einer Druckplatte, die ein gutes
Haften für den Druck gewährleistet — 4. /PL -e/
spitz zulaufende Erhöhung vorn auf dem Lauf von
Handfeuerwaffen, die beim Visieren mit dem Ziel
und dem Einschnitt der Kimme eine Linie bilden
muß: Kimme und K.
+ jmdn. aufs K. nehmen (jmdn. zum Gegenstand
seiner Kritik machen); — die / Flinte ins K. wer
fen
2Korn, der; -(e)s, jo. PL; bei Mengenangabe PI.
Korn/ umg. Kornbranntwein: eine Flasche K.;
Herr Ober, bitte drei K.
Korn/korn| -blume, die blau blühender Korbblütler,
der oft in Getreidefeldern vorkommt; -blumen-
blau /A d j./: ein kornblumenblaues Kleid; -brannt-
wein, der jo. Pl.j aus Weizen od. Roggen hergestellter
Branntwein
körnen /sw. Vb.; hat; / auch gekörnt/ fachspr.
1. eine Masse so zerkleinern, formen, daß sie körnig
(1) wird: Schlacke, Pulver k.
—
2. mit dem Körner
Vertiefungen in ein Werkstück schlagen: Bohrlöcher
anreißen und k.
Körner, der; -s, - fachspr. gehärteter spitzer Stahl
stift zum Einschlagen von Vertiefungen in Werk
stücken
Körner zu 1Korn 2.21-frucht, die: Getreide ist eine
K .; -futter, das aus Körnern bestehendes Futter
Kornett, das; -(e)s, -e/-s Mus. kleinstes Blechblas
instrument
Korn|feld, das mit 1Korn (1) bewachsenes Feld
körnig /Adj./ 1. aus kleinen einzelnen Teilen etwa
in der Form eines1Kornes (2.2) bestehend: körniger
Sand; den Reis k. kochen (so kochen, daß die Körner
nicht zusammenkleben) — 2. mit rauher, wie mit
kleinen 1Körnern (3.1) übersät wirkender Oberfläche:
körniges Papier, Leder
Korn|schnaps, der jo. PL/ umg. Kornbranntwein
Korona, die; -, jo. PL/ 1. Astron. Sonnenkorona —
2. umg. /emot.; Bez. für eine bestimmte, beliebig
große Gruppe von Personen, der vom Sprecher glei
che Eigenschaften zugeschrieben werden/ : die ganze
K. lachte
680
Körper — Korrespondenz
Körper, der; -s, - 1. der Organismus des Menschen
od. Tieres als materielle Ganzheit, in seiner ma
teriellen Erscheinungsform: er hat einen gesunden,
kräftigen, gut trainierten, zarten, gebrechlichen
K .; der menschliche, tierische, männliche, weib
liche K .; er zitterte am ganzen K .; seinen K. ab
härten, massieren lassen; der Boxer hatte seinen
Gegner mehrfach am K. (Rum pf 1.1) getroffen —
2. etw. durch drei Dimensionen Bestimmbares, all
seitig Begrenztes als materielle Ganzheit, in seiner
materiellen Erscheinungsform, etw. Gegenständ-
Hohes, Figur (5.1): ein geometrischer K .; ein K.
mit ebenen, gekrümmten Flächen; den Raum
inhalt, die Oberfläche eines Körpers berechnen —
3. Phys. Chem. Stoff (3.2): die Mechanik fester K .;
flüssige, gasförmige, plastische K .
Körper/körper zu Körper 1| -bau, der fo. PL/: ein
Mann von kräftigem K .;
-beherrschung, die : ein
Artist mit einer bewundernswerten K .;
-behin
derte, der u. die jmd., der mit einem Körperschaden
belastet ist; -eigen /Adj.; vorw. attr./ Biol. Med.
von einem Organismus selbst hervorgebracht, ge
bildet: körpereigene Abwehrstoffe; -erziehung, die
Fachunterricht in Turnen, Gymnastik, Sport; -fremd
/Adj.; vorw. attr./ Biol. Med. nicht von dem je
weiligen Organismus selbst gebildet: beim Stoff
wechsel werden körperfremde Stoffe in körper
eigene umgewandelt; -freundlich /Adj.; vorw. attr./
fachspr. für den Organismus, bes. die Haut, gut
verträglich : körperfreundliche Kleiderstoffe; -fülle,
die Beleibtheit; -geruch, der: er verbreitet einen un
angenehmen K . ;
-gewicht, das; -große, die: ein
Mensch von geringer K.
körperhaft /Adj./ in der Form ,eines Körpers (2):
ein körperhaftes Gebilde
Körper zu Körper 1| -haltung, die Haltung (1);
-kraft, die physische Kraft des Menschen; -kultur,
die Gesamtheit der Bestrebungen zur Pflege und
Entwicklung des menschlichen Körpers, der körper
lichen Leistungsfähigkeit; -länge, die vgl. Körper
größe
körperlich /Adj.; nicht präd./ den Körper (1) be
treffend, leiblich, physisch : körperliche Arbeit,
Schönheit, Vorzüge, Leiden; in guter körperlicher
Verfassung sein; körperliche Bildung und Erzie
hung
Körper zu Körper 1| -maß, das /PL -e; vorw. PL/:
der Schneider stellt die Körpermaße fest; -pflege,
die Pflege des Körpers, um ihn sauber, gesund zu er
halten; -schaden, der bes. von einer Verletzung,
Krankheit zurückgebliebene körperliche Schädigung
Körperschaft, die; -en Jur. /noch BRD/ Vereini
gung von Personen mit den Rechten einer juristischen
Person
Körperschaft»|Steuer, die J u r . /noch B R D / Steuer
auf das Einkommen einer Körperschaft
Körper/körper zu Körper lj -schwäche, die jo . PL/;
-stärke, die /o. PI .] Körperkraft; -teil, der be
stimmter sichtbarer Teil des Körpers, bes. die am
Rumpf befindlichen Teile des Körpers und der
Rumpf selbst; -temperatur, die Temperatur im Inne
ren eines Körpers; -Verletzung, die Jur. vorsätzliche
od. fahrlässige Schädigung der Gesundheit, körper
liche Mißhandlung eines anderen Menschen; -warm
/Adj./ der Körpertemperatur entsprechend warm;
-wärme, die Körpertemperatur; -zone, die bestimmte
Partie des Körpers
Korps, das; -,
-
[ko:r, Gen. u . PI . ko:rs] 1. Mil.
größter operativ-taktischer Truppenverband, der
aus mehreren taktischen Verbänden der W affen
gattungen und aus selbständigen Truppenteilen zu
sammengesetzt ist — 2. das diplomatische K. (Ge
samtheit der bei einem Staat beglaubigten Leiter einer
Botschaft, Gesandtschaft; auch: die Gesamtheit der
Mitarbeiter der Botschaften, Gesandtschaften)
korpulent /Adj./ beleibt, fü llig: er ist k. geworden;
ein korpulenter, älterer Herr; dazu Korpulenz, die;
/o. PI./
1Korpus, das; -, Korpora W issen sch. (thematisch
bestimmte) Zusammenstellung, Sammlung von Tex
ten, Schriften: das K. der altdeutschen Urkunden
2Korpus, der; -,
-se
umg. scherzh. Körper (1): das
tut meinem K. gut
Korpuskel, d as; -s,
-n Phys. den Gesetzen der
Quantentheorie gehorchendes (Elementarteilchen,
Atom, Molekül
Korreferat, auch Korreferat, das ausführliche E r
gänzung, Stellungnahme zu einem Referat od. Re
ferat zum gleichen Thema
Korreferent, auch Korreferent, der jmd . , der das
Korreferat hält, zweiter Gutachter
korrekt /Adj./ 1.1. richtig (1.1, 1.2, 1.4), fehlerfrei,
einwandfrei: eine korrekte Ausdrucksweise 1.2. der
Situation od. einer gesellschaftlichen Norm in der
erwarteten Form genau entsprechend: er hat sich k.
verhalten, hat k. gehandelt; sich k. kleiden; dazu
Korrektheit, die; -, jo . PI./
Korrektiv, das; -s, -e [..vo] berichtigendes, aus
gleichendes Mittel: etw. bildet für etw. ein not
wendiges K .; konstruktive Kritik als gesellschaft
liches K.
Korrektor, der; -s, Korrektoren Facharbeiter in
einer Druckerei, einem Verlag, der die Korrektur-
abzüge liest und prüft, ob das Manuskript fehlerfrei
gesetzt ist, und der Fehler korrigiert
Korrektur, die;
-en 1. das Korrigieren (1), Be
richtigung: an einem Entwurf Korrekturen vor
nehmen; etw. bedarf einer K .; die K. des Aufsatzes
durch den Lehrer — 2.1. berichtigende Eintragung
in einem schriftlichen Text: eine K. an den Rand
schreiben 2.2. Druckerei /in der Verbindung/ K.
lesen (die Korrekturabzüge lesen und Druckfehler
korrigieren)
Korrektur Druckerei zu Korrektur 2|-abzug, der
Probeabzug zum Überprüfen des Satzes; -bogen, der
vgl.
- abzug; -fahne, die Fah n e (3); -Zeichen, das
Zeichen, durch das Art und Ort einer Korrektur im
schriftlichen Text angegeben werden
Korrelat, das; -(e)s, -e Begriff, Gegenstand, der zu
einem anderen in Wechselbeziehung steht, ihn er
gänzt: Pflichten sind das K. von Rechten
Korrelation, die Wechselbeziehung: etw. steht zu
etw. in K .; dazu korrelativ /Adj./
Korrepetitor, der Musiker, der vom Klavier aus mit
den Sängern die Gesangsrollen einübt
Korrespondent, d e r; -en,
-en Journalist, der als
Mitarbeiter der Presse, des Rundfunks, Fernsehens,
einer Nachrichtenagentur ständig od. in besonderem
Auftrag von bestimmten Orten aus od. zu bestimmten
Fragen Berichte gibt, Berichterstatter; dazu Korre
spondentin, die ; -,
- nen
Korrespondenz, die; -,
- en 1. Briefwechsel, ge
schäftlicher B riefverkehr: eine rege K. mit Freun
den haben, unterhalten — 2. /vorw. Sg./ ha rm o
korrespondieren — kosten
681
nische Übereinstimmung, Entsprechung: die K. von
Inhalt und Form; etw. steht mit einer Sache in K.
korrespondieren /sw. Vb.; hat/ 1, mit jmdm. in
Briefwechsel stehen:wir k. seitJahren miteinander —
2. etw. korrespondiert mit etw. etw. stimmt mit etw.
harmonisch überein: diese Maßnahmen k. mitein
ander
Korridor, der; -s, -e 1, (schmaler) Vorraum inner
halb einer Wohnung, eines Gebäudes, von dem aus die
einzelnen Zimmer zu erreichen sind: im K. liegt ein
Läufer; die langen Korridore des Hotels, der
Schule — 2« Streifen Land durch fremdes Staats
gebiet, der die Verbindung zu einer Exklave her-
stellt
korrigieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw., sich berichtigen,
etw., sich, jmdn. verbessern: einen Fehler k.; einen
Irrtum, überholte Ansichten k.; den Kurs eines
Schiffes k. 1.2. Schriftliches auf Fehler durchsehen,
sie anzeigen und berichtigen: der Lehrer korrigiert
die Aufsätze; die Druckfahnen k.
Korrosion, die ; -,
- en von der Oberfläche eines Werk
stoffes ausgehende chemische Zersetzung des M a
terials, bes. bei Metallen: Geräte, ein Schiff durch
einen Schutzanstrich vor K . schützen
korrosions/Korrosions| -beständig /Adj. ; nicht ad v.f
widerstandsfähig gegen Korrosion: diese Wasser
rohre sind k.;
-fest /Adj.; nicht adv./ korrosions
beständig; -schütz, der Verhinderung der Korrosion
durch Aufbringen eines Schutzmittels auf die Ober
fläche eines Werkstoffes
korrumpieren jsw. Vb.; hat/ jmdn. durch ungerecht
fertigte Vergünstigungen, durch Bestechung mora
lisch verderben: sie ließen sich nicht k.; ein korrum
pierter Beamtenapparat
korrupt jAdj.l zur Korruption neigend, bestechlich:
jmd. ist k.; korrupte Beamte
Korruption, die; -,
- en das Zukommenlassen, A n
nehmen ungerechtfertigter Vergünstigungen (und der
damit verbundene moralische Verfall), Bestechlich
keit: die K. bekämpfen, aufdecken
Korsett, das; -(e)s,
-s, auch -e enganliegendes,
schnürbares, durch Stäbe versteiftes Stück der Unter
wäsche bes. für Frauen, mit dem man dem Körper
die gewünschte Form geben kann: sie trägt ein K .;
O diese Vorschriften, Regeln dürfen nicht zu
einem K. werden (dürfen nicht als starrer Böhmen
wirksam werden, alles einengen)
Korso, der; -s, -s Umzug mit festlich geschmückten
Autos, Wagen: Autos mit Losungen fuhren in
einem langen K. durch die Stadt
Körung, die; -,
-en Tierzucht das Kören
Korvette, die;
-n [..v . .] Mil. kleines, wendiges
Schiff der Seestreitkräfte
Korvetten|kapitän, der Offizier der Seestreitkräfte
im Bange eines Majors
Koryphäe, d ie ;
- n [..ry..] hervorragender Fach
mann auf einem bestimmten Gebiet, Könner: er war
eine international bekannte, anerkannte K.
kQSCher /Adj.f 1. R el. jüd. den religiösen Vor
schriften gemäß den Juden zum Genuß erlaubt:
koscheres Fleisch; k. essen — 2 . umg. etw. ist,
scheint mir nicht ganz k. (ist, scheint mir bedenk
lich, nicht in Ordnung)
Kose|form, die aus Zuneigung, Zärtlichkeit ab
gewandelte, vertrauliche Form eines Namens: »Häns
chen4 und ,Hansi4 sind Koseformen von ,Hans4
kosen jsw. Vb.; hat/ mit jmdm. vertrauliche Zärt
lichkeiten und liebevolle Worte austauschen: mit
jmdm. k .; die beiden Verliebten kosten mitein
ander; die beiden küssen und k. den lieben langen
Tag
Kose] -name, der zärtliche Anrede od. Koseform des
Namens eines geliebten Menschen: er rief sie mit
ihrem Kosenamen; -wort, das jPl. -Wörter/ liebe
volles, zärtliches Wort
Kosinus, der; -s, - [ ..nu:s]/-se jAbk. cos/ Math.:
der K. eines Winkels (Funktion, die einem Winkel
im rechtwinkligen Dreieck eine Zahl zuordnet, die
sich aus dem Verhältnis der Ankathete mit der Hy
potenuse ergibt)
Kosmetik, die; -, jo. Pl.f Schönheitspflege; dazu
Kosmetikerin, d ie; -,
- nen u. kosmetisch /Adj.;
nicht präd./: kosmetische Mittel
kosmisch /Adj.; nur attr.; zu Kosmos/: die kosmi
sche Strahlung (äußerst energiereiche Strahlung,
die aus dem Weltraum auf die Erde trifft, Höhen
strahlung); kosmische Verhältnisse, Körper; kos
mischer Staub
Kosmodrom, das; -s, -e Startplatz für Baumflug
körper (in der UdSSB)
Kosmogonie, die; -n [. .i:on] Wissenschaft, Theorie
von der Entstehung und Entwicklung des Kosmos
Kosmonaut, der; -en, -en /vorw. auf die sowjetische
Baumfahrt bezogen/ Baumfahrer
Kosmonautik, die; -, jo. PL; vorw. auf die sowje
tische Baumfahrt bezogen/ Wissenschaft von der
Baumfahrt
Kosmopolit, auch Kosmopolit, der; -en, -en A n
hänger des Kosmopolitismus: er ist ein K.
kosmopolitisch, a u c h kosmopolitisch / A d j. ; zu
Kosmopolitismus/: kosmopolitische Ideologie
Kosmopolitismus, der; -, /o. PL/ heute reaktionäre
bürgerl. Ideologie, die, nach bestimmten inter
nationalen Zusammenschlüssen strebend, zum Ver
zicht auf nationale Selbstbestimmung und National
kultur aufruft und der Verschieierung des imperial.
Vormachtstrebens der Bourgeoisie dient
Kosmos, der; -, jo. PL/ Weltall: ein Flug in den K .;
die Erforschung des K.
Kost, die; -, fo. PL/ Nahrung: eine gesunde, kräf
tige, einfache, schwere, reichliche, schmackhafte,
fleischlose, vitaminreiche, flüssige K .; jmdm. ab
wechslungsreiche K. bieten; jmdn. auf schmale K.
setzen (jmdm. weniger als zuvor, zu wenig zu essen
geben); veraltend beijmdm. inK. und Logis sein
(Verpflegung und Unterkunft bei jmdm. habend; er
hat freie K. (wird unentgeltlich verpflegt und zahlt
keine M iete); O das war leichte, schwere K. für
ihn (das konnte er geistig leicht, schwer verarbeiten,
begreifen)
kostbar /Adj./ seh r w ertvoll (1.1): ein kostbarer
Ring, Teppich; das Gemälde ist k .; 0> viel kost
bare Zeit war ungenutzt verstrichen
Kostbarkeit, die; -,
- en 1. jo. Pl.f etw. wegen seiner
K. (wegen seines großen Wertes) gut aufbewahren —
2. etw. sehr Wertvolles: die Kostbarkeiten des
Museums; das ist eine literarische, musikalische K.
kosten, kostete, hat gekostet I. etw. probieren (2):
den Teig, die Wurst k.; willst du mal k.?; koste
einmal, ob der Wein richtig gekühlt ist; jmdm. etw.
zum Kosten geben; O jetzt hat er den Ernst des
Lebens zu k. (hat er eine Ahnung, einen Begriff
vom Ernst des Lebens) bekommen — II .l . etw. ko
stet (jmdn., auch\mdm.) etw. etw. hat einenbestimm
682
Kosten — krabbeln
ten Preis, für etw. muß (von jmdm.) ein bestimmter
Preis gezahlt werden: das Stück, Kilo kostet zehn
Mark; das kostet nichts, viel; wieviel kostet das
(wie teuer ist das)?; das hat uns eine Menge Geld
gekostet; das hat er sich etwas k. lassen (dafür hat er
großzügig, viel Geld ausgegeben) — 2 . etw. kostet
jmdn., auch jmdm. etw. etw. verlangt jmdm. etw. ab,
erfordert etw. von jmd m .: das hat mich viel Mühe,
Überwindung gekostet; das wird noch viel An
strengung, Arbeit, einen harten Kampf k .; es
kostet dich nur ein Wort (es bedarf nur eines Wortes
von dir), und die Sache ist geregelt — 3* etw. kostet
jmdn., auch jmdm. etw. jmd. muß (für etw.) etw.
hergeben, büßt etw. ein: das kostet viel Zeit, Kraft,
Nerven; das kann dich, dir das Leben k.
+ koste es, was es wolle (unter allen Umständen,
unter Einsatz aller K räfte); — das kostet nicht die
Welt
Kosten, die fPl.f der Aufwand an Geld für etw.:
die K . einer Reise, für eine Reise, für die Neu
anschaffung; etw. verursacht jmdm. K .; etw.
deckt die K. (die Ausgaben werden durch die Ein
nahmen ausgeglichen); die Rechnung geht auf
meine K., auf K. des Betriebes (bezahle ich, bezahlt
der Betrieb); für alle K. aufkommen (alles bezahlen);
O das geht auf K. (schadet) deiner Gesundheit, der
Genauigkeit; er macht seine Witze immer auf K.
(zum Schaden) anderer
+ auf seine K. kommen (zufriedengestellt werden)
Kpsten/kosten| -ansatz, der fachspr. Kosten
anschlag; -anschlag, der fachspr. Schätzung, Ver
anschlagung der zu erwartenden Kosten für etw.:
jmdm. vor dem Bau des Hauses einen K. machen;
-aufwand, der Kosten, Ausgaben: das Gebäude
wurde mit einem enormen K. errichtet; -berech-
nung, die; -einsparung, die; -erstattung, die; -ex-
plosion, die enorme, nicht mehr kontrollierbare
Kostensteigerung in der kap. Wirtschaft: etw. führt
zu einer K .;
-günstig fAdj.f fachspr. (verhältnis
mäßig) wenig Kosten verursachend: k. produzieren;
eine kostengünstige Produktion; -los fA dj.f ohne
Kosten, unentgeltlich: die Teilnahme ist k.; ein
kostenloser Ferienaufenthalt; -pflichtig fA d j.f Jur.
etw. ist k. für etw. müssen von jmdm. die Kosten
übernommen werden: die Klage wird k. abgewiesen;
-rückerstattung, die fach sp r.;
-Senkung, die:
in der Produktion eine K . erreichen; -Steigerung,
die : etw. bewirkt eine K .; -Verrechnung, die; -Vor
anschlag, der vgl.
- anschlag
Kost| -ganger, der; -s, - veraltend jmd., der von
jmdm. gegen Bezahlung beköstigt wird: sie hatte
mehrere K .;
-geld, das fo. Pl.f Geld für den Lebens
unterhalt, das jmd. jmdm. gilt, von dem er versorgt
w ird: er zahlte seinen Eltern reichlich K.
köstlich /Adj.; emot.f 1. sehr wohlschmeckend: ein
köstliches Menü; eine köstliche Erfrischung; das
hat k. (sehr gut) geschmeckt — 2, sehr komisch (1):
ein köstlicher Witz, Einfall — 3 . umg. wir haben
uns k. (sehr) amüsiert
Kost/kost| -probe, die ein wenig von einer Speise,
einem Getränk als Probe zum Kosten (I): eine K.
vom Braten, W ein; O der Künstler gab eine K.
seines Könnens; -spielig /Adj.; vorw. auf Extra
vagantes bezogenf viel Geld kostend, sehr teuer: ein
kostspieliges Vergnügen; kostspielige Geschenke
Kostüm, das; -s, -e 1. aus Rock und Jacke bestehen
des Ensemble der Damenoberbekleidung: ein sport
liches, sommerliches K.
—
2.1. Kleidung, die vor
wiegend von den besitzenden Klassen in früheren
Zeiten getragen wurde: Kostüme aus früheren Jahr
hunderten 2.2 . Kleidung fü r eine Theaterrolle od.
für einen Maskenball, ein Kostümfest: die Schau
spieler trugen Kostüme der Zeit, traten in grie
chischen Kostümen auf; er ging im K. eines Harle
kins, Toreros, eines Ungarn auf den Maskenball
Kostüm| -ball, der vgl.
- fest; -fest, das Tanz
veranstaltung, bei der die Teilnehmer kostümiert sind
kostümieren /sw. Vb.; hat/ sich, jmdn. k . sich,
jmdm. für einen Maskenball, ein Kostümfest ein
Kostüm (2.2) anziehen: sich als Page, Ritter,
Zauberer k .; er erschien kostümiert zum Ball;
dazu Kostümierung, die; -,
-en
Kostüm| -jacke, die Jacke eines Kostüms; -probe,
die Probe am Theater, bei der die Schauspieler die
für das jeweilige Stück notwendigen Kostüme tragen;
- rock, der vgl.
- jacke; -verleih, der geschäftliches
Unternehmen, das gewerbsmäßig Kostüme (2.2)
ausleiht
Kost|verächter, der
+ meist scherzh. kein K. sein die Freuden des
Lebens, der Liebe zu genießen wissen, sie nicht ver
achten : er war nie ein K.
Kot, der; -(e)s, jo. Pl.f 1. Ausscheidung des Darms
—
2. feuchter Straßenschmutz, Dreck: der Wagen
war mit K. bespritzt
Kotangens, der; -,
-
fAbk. cot/ Math.: der K. eines
Winkels (Funktion, die einem Winkel im recht
winkligen Dreieck eine Zahl zuordnet, die sich aus
dem. Verhältnis der Ankathete mit der Gegenkathete
ergibt)
Kotelett (kotist, au ch kotolet], auch Kotelett
[kotist], das; -(e)s, -s/-e (gebratenes) Stück Fleisch
mit Knochen aus dem Rücken des geschlachteten
Schweins, Kalbes, Hammels: ein K. braten; es gibt
heute mittag K.
Koteletten, die fPl.f [kotl.., a u ch kotel..] beider
seitig unterhalb der Schläfen ansetzender schmaler
Backenbart: er hat sich K. wachsen lassen
Köter, der; -s,
-
umg. femot. neg.f Hund (1.2):
dauernd kläfft dieser K .!
Kot|flügel, der Schutzblech über den Rädern eines.
Autos
kotig fAdj.f voll von Kot (2)
kotzen fsw. Vb.; hat/ derb sich übergeben, er
brechen: er hat gekotzt; das ist ja zum Kotzen!
/Ausruf der Verärgerung, des Widerwillensf
kotz derb] langweilig, -langweilig /Adj.; em ot.f:
der Vortrag war k. (überaus langweilig); :übel,
-übel fAdj.f: jmdm. ist, wird es k. (zum Erbrechen
übel)
Krabbe, die; -,
-n 1. in sehr zahlreichen Arten vor
kommender, im M eer lebender, als Nahrungsmittel
dienender zehnfüßiger Krebs mit verkümmertem, nach
vorn untergeschlagenem Hinterleib — 2 . umg.
scherzh. Heines Kind: er, sie ist eine muntere,
kesse, süße (kleine) K.
krabbeln fsw. Vb.; ist, hat/1 . /mit Richtungsangabef
(ist) 1.1. fvon bestimmten Insektenf sich (eilig) auf
den Beinen fortbewegen: Käfer, Spinnen k. 1.2. sich
auf Händen und Unterschenkeln tapsig fortbewegen
fbes. von Kindern, die noch nicht laufen könnenf: er
ist auf allen Vieren durch das Zimmer gekrabbelt,
auf den Stuhl gekrabbelt (geklettert) — 2 . umg.
(hat) 2.1 . jmdn. kitzeln (1.1): er krabbelte ihn (mit
Krach — kräftig
683
einem Strohhalm) an den nackten Fußsohlen
2.2 . etw. krabbelt (jmdn.) etw. hitzelt (1.2) jmdn.:
der neue Pullover krabbelt (mich); es krabbelte
{juckte) ihn am ganzen Körper
Krach, der; -(e)s, -e/-s, umg. Krache 1. /<?. PI ./
L ä r m : auf dem Spielplatz, im Maschinenraum
herrschte ein großer K .; ich kann diesen K. nicht
mehr hören!; die Tür schlug mit großem K. zu —
2. umg. Streit, Zerwürfnis, (laute) Auseinander
setzung: die Eheleute hatten oft K. miteinander;
K. mit jmdm. haben, bekommen, anfangen —
3. umg. Kursstürze an der Börse, die den Bankrott
vieler kap. Unternehmen u. Banken verursachen:
der große K. an der Börse
■fum g.K . machen, schlagen (sehr schimpfen; sich
lautstark od. nachdrücklich beschweren); — mit /*
Ach und K.
krachen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. etw. kracht (hat)
1.1. etw. gibt ein ohrenbetäubendes Geräusch von sich :
der Donner kracht; Schüsse, Explosionen k.;
der Holzstoß fiel krachend zusammen; umg.
gestern hat es auf der Straße wieder einmal ge
kracht (sind zwei Fahrzeuge zusammengestoßen)
1.2 . etw. knarrt, knackt relativ laut: die Dielen, Bett
federn krachten unter seinem Gewicht; er reckte
sich, daß seine Gelenke krachten — 2. um g. ir
gendwohin k. mit ohrenbetäubendem Geräusch gegen
etw. prallen (ist): die Tür krachte ins Schloß; das
Auto ist gegen einen Baum gekracht — 3. salopp
(hat) es kracht gleich (es gibt gleich Ohrfeigen,
Prügel)\ — 4 . umg. sich mit jmdm. k . sich laut
stark mit jmdm. streiten, zanken (hat): habt ihr
euch schon wieder gekracht?
-f* etw. kracht in allen / Fugen; arbeiten, daß, bis
die / Schwarte kracht
krächzen fsw. Vb.; hat/: Raben, Krähen k. (geben
durchdringende rauhe, heisere Laute von sich); <0 er
sprach, sang mit krächzender Stimme
Krad, auch Krad, das; -s, Kräder fKurzw. für
Kraftrad/
kraft fPräp. mit Gen.f veraltend auf Grund: k.
seines Amtes ist er weisungsberechtigt
Kraft, die; -, Kräfte 1.1. (große) körperliche, geistige
Leistungsfähigkeit des M enschen: körperliche, gei
stige, seelische, sittliche K . ,
Kräfte; die über
schäumende K. der Jugend; die schöpferische K.
eines Menschen, Volkes; die K. der Muskeln, des
Geistes, Willens; jmds. Kräfte lassen nach, liegen
brach; seine K. war gebrochen; in der Gefahr
wuchsen seine K räfte; unter Aufbietung aller,
der letzten Kräfte erreichte er sein Ziel; keine K.
in den Armen, Beinen haben; die schwierige Ar
beit übersteigt unsere Kräfte; die Vorbereitung
des Festes nahm ihre ganze K. in Anspruch; alle K.,
Kräfte anspannen, aufbieten, einsetzen; seine K . ,
Kräfte entfalten, vergeuden; im Urlaub neue K. ,
Kräfte sammeln; seine K. im Wettkampf er
proben; etw. aus eigener K. (ohne fremde Hilfe)
tun, erreichen, schaffen; ich will tun, was in
meiner K., meinen Kräften steht (was ich vermag);
mit aller K. schreien, zuschlagen, für etw. , jmdn.
eintreten; das ging über seine Kräfte (war zu
schwer, schwierig für ihn); vor K. strotzen (sehr
stark sein); wieder bei Kräften (wieder gesund und
stark) sein; wieder zu Kräften kommen (sich wieder
erholen, gesunden) 1.2. die einer Sache innewoh
nende starke Fähigkeit, in bestimmter W eise wirk
sam zu werden: die wirtschaftliche, militärische K.
eines Landes; die elementare, ungebändigte, un
genutzte K. der Natur; der Wind nahm an K.
(Stärke, Intensität) zu — 2. Phys. in bestimmter
Richtung wirkende Ursache für die Änderung des
(Bewegungs)zustandes, für die Beschleunigung od.
die Verformung von Körpern: elektromagnetische
Kräfte; K. ist gleich Masse mal Beschleunigung;
das Gleichgewicht, Parallelogramm der K räfte;
Kräfte, die bei der Deformation fester Körper auf-
treten; in gleicher Richtung wirkende Kräfte ad
dieren sich — 3.1. Arbeitskraft (2): der Fahrer, die
neue Sekretärin ist eine versierte, bewährte,
ausgezeichnete K .; männliche, weibliche, (u n g e
lernte Kräfte 3.2 . im gesellschaftlichen Leben wirk
same Person od. wirksamer Personenkreis: die für
die Wirtschaft verantwortlichen Kräfte; fort
schrittliche, demokratische K räfte; die Partei, die
führende K . der Arbeiterklasse; wer war die trei
bende K . in dieser Angelegenheit?
+ außer K. (nicht mehr rechtskräftig, gültig) sein; in
K. (rechtskräftig, gültig) sein; in K. treten (rechts
kräftig, gültig werden); — etw. ist ohne / Saft und
K.
Kraft| -akt, der Handlung, Tat, die viel Kraft (1.1),
große Anstrengung erfordert; -anspannung, die vgl.
- anstrengung; -anstrengung, die Anstrengung der
(körperlichen) Kräfte: etw. mit einer gewaltigen K.
fortbewegen; -arm, der Phys. Hebelarm, an dem
die Kraft angreift; -aufwand, der Aufwand an
körperlicher Kraft; -ausdruck, der derber Ausdruck
(1); -brühe, die nahrhafte, kräftigende Fleisch
brühe
Kräfte| -spiel, das /vorw. im bürgerl. Sprach
gebrauch/ das Gegen- und Miteinander politischer
K räfte: das politische, internationale K .;
-verfall,
der Verfall der körperlichen, geistigen Kräfte eines
Menschen; -Verhältnis, das Verhältnis, in dem die
Mittel und Möglichkeiten verschiedener sich gegen
überstehender (politischer) Gruppierungen stehen:
das internationale K . ; eine Veränderung des (mili
tärischen) Kräfteverhältnisses
Kraft|-fahrer, der jmd., der (beruflich) ein K raft
fahrzeug führt, führen darf; -fahrzeug, das jAbk.
KFZ, Kfz/ durch einen Motor angetriebenes, nicht
an Schienen gebundenes Fahrzeug für den Straßen
verkehr mit zwei, vier od. mehr gummibereiften Rä
dern zum Befördern von Personen, Lasten
Kraftfahrzeug! -brief, der Urkunde mit genauen
Angaben über ein zulassungspflichtiges Kraftfahr
zeug und dessen Eigentümer; -halter, der Besitzer
eines Kraftfahrzeuges; -Schlosser, der Facharbeiter
für die Reparatur, den Bau von Kraftfahrzeugen;
-Steuer, die vom Kraftfahrzeughalter zu entrichtende
2Steuer; -Versicherung, die Versicherung gegen
Schäden, die durch die Nutzung eines Kraftfahr
zeuges entstehen können
Kraft! -feld, das Phys. räumlicher Bereich um
einen Körper, zwischen Körpern, in dem an jedem
Punkt eine bestimmte von diesem Körper, diesen
Körpern ausgehende Wirkung ihrer Kraft gemessen
werden kann; -futter, das an Nährstoffen reiches
Futter
kräftig /Adj./ 1.1.1. von großer körperlicher K raft:
ein kräftiger Mann; eine kräftige Konstitution
haben; kräftige Arme, Fäuste; er ist kräftiger als
sie; das Mädchen ist recht k.; O die Pflanze hat
684
kräftigen — Kram
kräftige (gut entwickelte) Triebe angesetzt 1.1 .2 . von
großer Kraft (1.2): über der Ostsee hat sich ein
kräftiges Tief ausgebildet 1.2 . stark, heftig: ein kräf
tiger Händedruck, Hieb; k. Zuschlägen; vor Ge
brauch k. schütteln — 2* nahrhaft, kräftigend: eine
kräftige Fleischbrühe, Mahlzeit — 3. derb (2):
kräftige Ausdrücke, Flüche gebrauchen — 4. /d rü ckt
ein hohes M aß, einen hohen Grad aus/: er nahm
einen kräftigen (großen) Schluck aus der Flasche;
ein kräftiges (intensives) Rot; k. zulangen (viel
essen); jmdm. k. (sehr nachdrücklich, energisch) die
Meinung sagen
kräftigen fsw. Vb.; hat/ etw. kräftigt jmdn. etw.
gibt jmdm. Kraft (1.1), stärkt jmdn.: frische Luft
und Sport k. den Körper; kräftigende Nahrung;
sich k .: sein Organismus hat sich durch tägliche
Gymnastik gekräftigt (ist wieder zu K räften ge
kommen)
kraft/Kraft| -los fAdj.f ohne Kraft (1.1), schwach:
k. ließ sie die Arme sinken; -maschine, die M a
schine, die in der Natur vorkommende Energie in
nutzbare mechanische Energie umwandelt; -meier,
der; -s, - umg. jmd., der prahlerisch zeigt, daß er
große körperliche Kraft hat; dazu-meiere],die; -,
-en
u. -meierisch fA d j.f: sein kraftmeierisches Gehabe;
-messer, der; -s, - Techn. Gerät zur Messung von
Kräften (2); -Omnibus, der fAbk. KOM/ Autobus;
-probe, die das Messen, Ausprobieren von Kräften
(1.1) und Fähigkeiten: er ließ es auf eine K. an
kommen; -protz, der jemot.f jmd., der mit seiner
körperlichen Kraft protzt; -quell, der geh. etw.,
aus dem jmdm. Kraft (1.1) zufließt: die Berge sind
für ihn ein K.;
-rad, das zweirädriges Kraftfahr
zeug; -reserve, die: er zeigte bei dem Wettkampf
erstaunliche Kraftreserven (war ausdauernd stark);
-Stoff, der Brennstoff bes. zum Antrieb von Ver
brennungsmotoren, bes. Benzin
Kraftstoff|-pumpe, die Techn. Pumpe, die den
Kraftstoff aus dem Tank in den Motor befördert;
-verbrauch, der die pro Zeiteinheit od. Wegstrecke
von einem in Betrieb befindlichen M otor benötigte
Menge an Kraftstoff: der K. betrug acht Liter auf
100 Kilometer
Kra.ft/kraft| -ström, der elektrischer Strom für
höhere Leistungen; -strotzend fAdj.f umg. körper
lich überaus kräftig, stark; -verkehr, der Beförde
rung von Personen und Gütern mit Kraftfahrzeugen;
- voll fAdj.f 1.1 . kräftig (1.1 .1): ein kraftvoller
Mensch 1.2 . k räftig (1.2): ein kraftvoller Schlag,
Sprung; -wagen, der durch ein Lenkrad lenkbares
Kraftfahrzeug mit vier od. mehr Bädern, Personen
kraftwagen, Omnibus od. Lastkraftwagen; -werk,
das industrielle Anlage, in der aus Naturkräften
Elektroenergie hergestellt wird, Elektrizitätswerk;
- wort, das jPl.
-Wörter/ derbes Wort, Kraftausdruck
Kragen, der; -s,
-, auch Krägen den Hals um
schließender, meist umgeschlagener Teil von Klei
dungsstücken : der K. des Hemdes, Kleides, Jacketts,
Mantels; der K . an der Jacke, Bluse; ein enger,
weiter, halsferner, mit Pelz besetzter, verschmutz
ter, schmutziger K .; den K. des Mantels hochschla
gen; jmdn. am, beim K. (durch einen festen Griff
am Kragen, Genick, Hals) fassen, nehmen, packen;
jmdn. am K. haben (mit festem Griff gepackt halten)
+ umg. jmdm. platzt der K. (jmd. gerät vor Zorn,
Wut über etw., jmdn. außer sich); es geht jmdm. an
den K. (jmd. wird zur Verantwortung gezogen,
es wird gefährlich für jmdn.); — / Kopf und
K.
Kragen|-knöpf, der Knopf, mit dem der Kragen
eines Herrenoberhemds zugeknöpft wird; -weite, die
sich aus dem Umfang des Halses ergebende Weite des
Kragens eines Herrenoberhemds; 4* umg. jmd.
ist nicht jmds. K . (jmd. ist jmdm. unsympathisch,
sagt jmdm. nicht zu)
Krähe, die; -,
- n mittelgroßer Babenvogel: Krähen
krächzen
krähen fsw. Vb.; hat/ 1. der Hahn kräht (läßt
seine Stimme durchdringend hell und abgehackt er
tönen) — 2. /vom Menschenf (etw.) in hoher Tonlage
(mißtönend) sprechen: „das könnte dir so passen“ ,
krähte er; das Baby krähte vor Vergnügen (gab
freudige Laute von sich)
4- danach, nach jmdm., etw. kräht kein Hahn
Krähen|ftiße, die fPl.f vom äußeren Augenwinkel
strahlenförmig ausgehende kleine Falten
Krake, der; -n, -n Kopffüßer mit acht Fangarmen
Krakeel, der; -s, -e umg. 1.1. jo. Pl.f durch Bujen,
Schreien, Grölen hervorgerufener Lärm: großen K.
machen 1.2. fvorw. Sg .f lauter Streit: zwischen den
beiden gab es immer wieder K.
krakeelen, krakeelte, hat krakeelt umg. durch
Bufen, Schreien, Grölen großen störenden Lärm ver
ursachen: die Feiernden haben bis zum Morgen
krakeelt; auf der Straße krakeelt. ein Betrunkener
Krakeeler, der; -s, - umg. jmd., der oft und gern
krakeelt, streitet
Krakel, der; -s, - umg. schwer od. nicht zu ent
ziffernde\(s), krumm und eckig geschriebene(s)
Schriftzeichen: was sollen diese K .?; ich kann
deine K. nicht lesen
Krakele], die; -,
-en umg. jzu krakeln/
krakelig lAdj.; zu Krakel/ umg.: deine krakelige
Schrift kann niemand lesen
krakeln fsw. Vb.; hat/ umg. Krakel machen, etw.
unleserlich schreiben: du hast aber gekrakelt!;
schnell etw. auf einen Zettel k.
kraklig /Adj.f s. krakelig
Kralle, die; -,
- n meist spitzes, gebogenes Gebilde,
z. B . aus Horn, an den Zehen bestimmter Tiere: die
Krallen der Vögel; die scharfen Krallen der Katzen;
der Raubvogel schlägt seine Krallen in die Beute
4- umg. jmdm. die Krallen zeigen (jmdm. zeigen,
daß man sich nichts gefallen läßt); etw. nicht aus
den Krallen lassen (nicht hergeben)
krallen fsw. Vb.; hat/ 1.1. sich an etw., jmdn. k.
sich an etw., jmdm. mit den Krallen festhalten, mit
den wie zu Krallen gekrümmten Fingern krampfhaft
festhalten: die Katze krallte sich an den Baum
stamm, an mein Jackett; er krallte sich an seinen
Nachbarn; seine Finger krallten (klammerten)
sich um den Handgriff 1.2 . er krallte (bohrte) seine
gekrümmten Finger, Hände in den Sand, in das
Kissen, in ihren Arm
Kram, der; -s, jo. Pl.f umg. femot.j 1. eine unbe
stimmte Menge als wertlos betrachteter, nach Art
und Anzahl nicht näher bezeichnter Gegenstände,
Sachen: unnützer K. lag umher; wir haben
den ganzen K. billig erworben; pack deinen K.
(deine Sachen) zusammen und geh! — 2. als lästig,
unwichtig betrachtete Angelegenheiten): ich will mit
dem ganzen K . nichts zu tun haben, von dem
K. nichts mehr hören; bist du endlich fertig mit
deinem K. (deiner Arbeit)*!; mach doch deinen K.
kramen — krankfeiern
685
allein!; den ganzen K. hinschmeißen (ein e A rbeit
nicht fortführen)
+ etw. paßt jmdm. nicht in den K. (etw. kommt
jmdm. sehr ungelegen)
kramen jsw. Vb.; hat/ umg. irgendwo k. irgendwo
wühlen, um etw. zu suchen: in einer Kiste, Schub
lade, im Keller, auf dem Boden, in alten Papieren
k .; er kramte (suchte umständlich) nach einer alten
Fotografie; etw. aus etw. k .: endlich hatte er den
Schlüssel aus der Tasche gekramt (u m ständlich
herausgesucht)
Krämergeist, der fo. P l.f kleinliche (ausschließlich
auf Gewinn gerichtete) Gesinnung; schuld daran ist
sein K.
Krämerseele, die durch Krämergeist geprägter
Mensch: er ist eine K.
Kramjladen, der /PI.
- laden/ umg. kleiner Laden
mit einem bunten Sortiment meist billiger Waren
Krampe, die; -n U-förmig gebogener Eisenhaken
mit zwei spitzen Enden: eine K. in den Pfahl, in die
Wand schlagen, um einen Draht zu befestigen
Krampf, der; -(e)s, Krämpfe 1. unwillkürliche, oft
schmerzhafte Kontraktion eines Muskels, der M us
keln : einen K. (in der Wade) haben; der K. löste
sich nur allmählich; der Epileptiker wand sich in
Krämpfen — 2. /o. PL\ umg. verkrampftes, nutz
loses Bem ü hen: er versuchte, die Anwesenden auf
zuheitern, aber es wurde nur K .; das ist alles nur K.
Krampf/krampfl -ader, die krankhafte, knotige E r
weiterung an Venen, bes. der Beine; -artig /Adj.j:
krampfartige Schmerzen
krampfen /sw. Vb.; hat/ 1. sich an etw., jmdn. k.
sich mit gekrümmten Fingern wie in einem Krampf
(1) an etw., jmdm. festhalten: vor Angst krampfte er
sich, krampften sich seine Hände an das Geländer,
an mich; er krampfte seine Finger um den Ast (um
klammerte mit seinen Fingern den Ast) — 2. sa
lopp sich etw., jmdn. k. etw., jmdn. hastig und
plump packen: sich ein Buch k.; er krampfte sich
ein Mädchen und tanzte mit ihm
krampfhaft /Adj./,1.1. wie durch einen Krampf her
vorgerufen: krampfhafte Schmerzen; k. schluch
zen 1.2, unnatürlich und verkrampft: seine Heiter
keit wirkte k.; er lachte k. auf — 2. verbissen, an
gestren gt: er machte krampfhafte Versuche, sich an
den Namen zu erinnern, uns zu imponieren; k.
nachdenken
krampfig /Adj./ unnatürlich und verkrampft: sein
Benehmen wirkte k .; seine krampfige Heiterkeit
krampf|lösend jA dj.; nicht adv.f: ein krampflösen
des (einen K ram pf 1.1 lösendes) Medikament; die
krampflösende Wirkung eines Medikaments
Kran, der; -(e)s, -e, auch Kräne 1. technische Vor
richtung, mit der schwere Lasten angehoben, hori
zontalbewegt und abgesetzt werden: ein hoher, fahr
barer K . ; der Schwenkbereich eines Krans — 2 .
landsch. Wasser-, Gashahn
Kranführer, der jmd., der einen Kran (1) bedient
Kranich, der; -(e)s,
-e in Mooren und Sumpf-
gebieten lebender Vogel mit langem Hals, langen
Beinen und spitzem, geradem Schnabel
krank, kränker/kranker, kränkste/krankste /Adj.;
auch Kranke/ 1. mit einer Krankheit (1) be
haftet: jmd. ist k. (geworden); unser Hund ist k.;
dieser Baum ist k .; ein kranker Mensch; ein kran
kes Herz haben; sich k. fühlen; k. aussehen; Auf
regungen, Überanstengungen machen jmdn. k .;
der Arzt schreibt jmdn. k. (bescheinigt jmdm. seine
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit wegen K rankheit);
sich k. melden, schreiben lassen; k. / f spielen;
O k. (psychisch leidend) vor Sehnsucht, Heimweh,
Eifersucht — 2.fvorw. attr.fJäger spr. krankes(an
geschossenes) Wild
+ umg. sich k. lachen (sehr lachen)
Kranke, der u. die; -n, -n f/ auch krank/ jmd., der
krank ist: den Kranken, die K. pflegen; K. heilen;
der Zustand des Kranken ist bedenklich
kränkeln fsw. Vb.; hat/ häufig, ständig (ein wenig)
krank sein : solange ich sie kenne, kränkelt sie
kranken fsw. Vb.; hat/ etw., jmd, krankt an etw.
etw.,
jmd. leidet unter einem bestimmten Mangel,
Fehler: die Sache krankt daran, daß ...; das Pro
jekt krankt an einer ungenauen Bilanzierung, an
einer schlechten Organisation; jmd. krankt an
alten Vorurteilen
kränken fsw. Vb.; hat/ jmdn. k. etw. sagen, tun,
was jmds. Selbstgefühl angreift: er hat sie mit dieser
Bemerkung, Verdächtigung schwer, sehr gekränkt;
eine kränkende Äußerung; sich gekränkt fühlen:
er fühlte sich in seiner Ehre, Eitelkeit gekränkt
4- die gekränkte / Leberwurst spielen
Kranken| -auto, das Krankenwagen; -bericht, der
ärztlicher Bericht über den Krankheitszustand eines
Patienten; -besuch, der Besuch bei einem K ranken:
einen K. bei einem Kollegen machen; -bett, das
/o. Pl.j: anjmds.K .(amBett, indem jmd. alsKran
ker liegt) sitzen; -geld, das /o. Pl.j Geldbetrag, der von
der Sozialversicherung bei vorübergehender Arbeits
unfähigkeit durch Erkrankung od. Unfall als Ersatz
für ausfallende Einnahmen aus der beruflichen
Tätigkeit gezahlt wird; -gymnastik, die Teilgebiet
der Physiotherapie, das sich mit der Wiederherstel
lung der Gesundheit durch gymnastische Übungen
befaßt; -gymnastin, die; -,
-nen weibliche Fachkraft
für Krankengymnastik; -haus, das Gebäude(kom-
plex) mit speziellen Abteilungen zur stationären
Behandlung von Kranken: er muß ins K., liegt im
K .; jmdn. ins K. bringen; -kasse, die öffentliche
Einrichtung in der BRD, die Werktätige und deren
Familienangehörige für den Fall einer Krankheit
versichert; -kost, die spezielle Diät für einen K ran
ken: jmdm. K . verordnen; -lager, das /PL -lager/
1. Krankenbett: er trat an das K.
—
2. jo. Pl.j er
hat ein langes K. hinter sich (er war lange krank
und bettlägerig); -pflege, die Pflege, Betreuung
Kranker; -pfleger, der männliche Fachkraft für die
medizinisch-pflegerische Betreuung von (bettläge
rigen) Patienten; -schein, der ärztliche Bescheini
gung, die die Krankheit und Dauer der Arbeits
unfähigkeit eines Werktätigen ausweist; -Schwester,
die weibliche Fachkraft für die medizinisch-pflege
rische Betreuung von (bettlägerigen) Patienten;
- stand, der prozentuales Verhältnis der durch A r
beitsunfähigkeit von Werktätigen ausgefallenen A r
beitstage zu den gesamten Arbeitstagen aller B e
schäftigten in einem bestimmten Zeitraum: ein
hoher, niedriger K .; den K . senken; -trage, die
Trage (1); -transport, der Beförderung eines Kran
ken, Verunglückten ins Krankenhaus; -Versi
cherung, die zusätzliche Versicherung zur Versor
gung der Versicherten im Falle von Arbeitsunfähig
keit; -wagen, der für den Krankentransport ein
gerichtetes Kraftfahrzeug
kranktfeiern jVb.j umg. spött. wegen meist nur
686
krankhaft — Krause
vorgeblicher od. nur leichter Krankheit der Arbeit
fernbleiben und Krankengeld beziehen: vorige
Woche hat er krankgefeiert
krankhaft /Adj./1* von einer Krankheit herrührend,
zeugend: die krankhafte Veränderung eines Organs
—
2. übersteigert: krankhafter Ehrgeiz; krankhafte
Eifersucht; sie ist k. neugierig
Krankheit, die; -,
- en 1. (zeitweilige) Störung einer
od. mehrerer Funktionen eines Organismus, Or
gans: eine K. haben, überwinden; eine akute,
chronische, leichte, schwere, ansteckende, gefähr
liche, langwierige K .; an einer K. sterben; sich von
einer K . erholen; die Zimmerpflanze ist von einer
K. befallen — 2. Zeitspanne des Krankseins: wäh
rend meiner K . habe ich viel nachgedacht
Krankheits/krankheits| -bild, das M ed. Gesam theit
der Erscheinungen, die eine Krankheit, den Verlauf
einer Krankheit kennzeichnen; -erreger, der para
sitisches Lebewesen, meist Bakterium, das übertrag
bare Krankheiten (des Menschen) hervorruft: einen
K. entdecken; -fall; der 1.das durch eine Person re
präsentierte Auftreten einer Krankheit: ein schwerer,
leichter K .; er ist der erste K. dieser Art (ist die
erste Person, die von dieser Krankheit befallen ist) —
2. /in der Verbindung/ im K. für den Fall der Er
krankung : Lohnfortzahlung im K .; -halber /Adv./
wegen Krankheit: er trat k. zurück; -herd, der
Ausgangspunkt, Zentrum einer Krankheit: schlechte
Zähne können Krankheitsherde bilden; -Ursache,
die; -verlauf, der
kränklich /Adj./ kränkelnd, ständig leicht krank:
sie war von Kind auf schwach und k.; ein kränk
liches Kind
krank|machen /Vb.j umg. spött. krankfeiern: der
macht krank, will diese Woche k.
Kränkung, die; -,
- en Äußerung, Handlung, durch
die jmd. gekränkt wird: eine schwere K .; etw. als K.
empfinden; jmdm. eine K. zufügen
Kranz, der; -es, Kränze 1. in Form eines Ringes (1)
gewundene, geflochtene Blumen, Zweige: einen K.
winden, binden; ein K. aus Tannengrün, Gänse
blümchen; zur Trauerfeier einen K. bestellen,
schicken, spenden; einen K. am Ehrenmal nieder
legen; eine Braut in K. (Brautkranz) und Schleier;
dem Sieger wurde ein K. (Siegeskranz) umgehängt
—
2, Techn. Radkranz
Kranz| -gefäß, das Med. Herzkranzgefäß; -kuchen,
der ringförmiger Kuchen aus Hefeteig mit Rosinen
und Zuckerguß; -niederlegung, die; -,
- en feier
licher Akt an einer Gedenkstätte, bei dem ein Kranz,
Kränze niedergelegt werden: eine K. am Ehrenmal
Krapfen, der; -s, - süddt. österr. rundes, in sie
dendem Schmalz gebackenes Gebäck
kraß /Adj./ in extremer, meist negativer Weise deut
lich ausgeprägt: ein krasser Gegensatz, Fall, W i
derspruch; er ist ein krasser Außenseiter; jmdm.
etw. k . vor Augen führen
Krater, der; -s, - 1 .1, trichterförmige Öffnung eines
Vulkans: aus dem K. des Vulkans schoß glühende
Lava 1.2 . trichterförmige Vertiefung im Erdboden
als Folge des Einschlags eines Geschosses od. eines
Meteoriten
Krater| -landschaft, die Gebiet mit vielen K ratern :
die K. der Mondoberfläche; -see, der See in einem
Krater (1.1)
Kratz/kratzj -bürste, die umg. scherzh. wider
spenstige, streitlustige, junge weibliche Person; dazu
- b ürstig /Adj./ umg. scherzh.; sie ist ziem
lich k.
Krätze, die; -, jo. Pl.j durch tierische Parasiten
hervorgerufene, übertragbare, starken Juckreiz ver
ursachende Hautkrankheit: er hat die K.
+ salopp sich die K. an den Hals ärgern (sich sehr
ärgern)
kratzen /sw. Vb.; hat/ 1.1. sich, jmdn. k. sich,
jmdm. mit den Fingernägeln, Krallen die Haut
reiben und dadurch reizen: immer wenn es ihn
juckte, kratzte er sich; der Hund kratzt sich mit
der Pfote hinter dem Ohr; er hat sich blutig, wund
gekratzt; jmdn. zwischen den Schultern k. 1.2. die
Katze, das Mädchen hat ihn tüchtig gekratzt (hat
ihm mit den Krallen, Fingernägeln die Haut ver
letzt, geritzt); sie kratzte und biß, um sich zu
wehren 1.3. mit den Fingernägeln, Krallen, einem
spitzen Gegenstand auf der Oberfläche von etw. ent
langfahren und dadurch ein Geräusch hervorrufen:
der Hund kratzt an der Tür; die Schreibfeder
kratzt auf dem Papier — 2.1. etw. von etw. k.
etw. durch Hin- und Herbewegen mit einem scharfen
Gegenstand von der Oberfläche von etw. entfernen:
sie kratzte den Schmutz von den Schuhen 2.2 . etw.
in etw. k. etw. durch Ritzen in etw. eingraben: er
kratzte seinen Namen in die Bank — 3 . etw. kratzt
(jmdn.) etw. verursacht (bei jmdm.) einen Juckreiz
auf der Haut: der Pullover kratzt (mich); der
starke Bauch verursachte ein unangenehmes
Kratzen im Halse; sein Bart kratzte sie; <0> s a
lopp das kratzt (ärgert, stört) mich überhaupt nicht
+die/Kurvek.
Kratzer, der; -s,
-
Spur vom Kratzen (1.2),
Schramme: sie hatte mehrere K. im Gesicht; <>
ein K. auf der polierten Platte; das Auto war
noch ohne jeden K.
kratzig /Adj./ 1.1. kratzige (die Hautoberfläche
reizende) Wolle 1.2 . eine kratzige (rauhe) Stimme
Kratzjwunde, die durch Kratzen (1.2) verursachte
Wunde
krauchen /sw. Vb.; ist/ landsch. kriechen (1)
Kraul jo. Art., o. PI./ Sport Kraulschwimmen: er
wurde Sieger über 400 Meter K .
kraulen /sw. Vb.; hat, ist/ I. jmdn. irgendwo,
jmdm. etw. mit den Spitzen der bewegten Finger
sanft und liebkosend kratzen (1.1) (hat): jmdn. am
Hinterkopf k.; jmdm. den Bart, das Kinn k.
—
II. in Brustlage schwimmen, wobei die Arme ab
wechselnd über Wasser nach vorn gestreckt und unter
Wasser mit leicht gewölbten Handflächen und zu
sammengelegten Fingern zurückgezogen und die
Beine abwechselnd auf- und abwärts bewegt werden
(hat, ist): er hat gekrault, kann gut k.; er ist über
den See gekrault; zu II Krauler, der; -s, -
Kraul zu kraulen II| -schwimmen, das das K rau
len ; -Schwimmer, der
kraus /Adj./ 1. stark geringelt, gewellt, aus vielen
sehr kleinen Locken bestehend: er hat krauses Haar
—
2.1. faltig (2): die Stirn k. ziehen 2.2. landsch,
zerknittert, knittrig: der Bock ist im Koffer ganz
k. geworden — 3. verworren, ungeordnet: der redet
nur krauses Zeug, hat krause Gedanken
Krause, die; -,
- n 1. in enge regelmäßige Falten
gelegter Kragen, Saum od. Besatz: die Bluse hat
am Hals und an den Ärmeln eine K.
—
2. /o. Pl.f
welliger, lockiger Zustand'des Haares: eine starke,
schwache K .; ihr Haar hat keine K. mehr
kräuseln — Kreditbrief
687
kräuseln jsw. Vb.; hat/ 1. sich zu kleinen Locken,
Wellen ringeln, sich wellen: sein Haar, der Faden
kräuselt sich leicht — 2*1« Stoff in kleine, unregel
mäßige Falten legen: Stoff k. 2.2. die Lippen k.
(kraus ziehen); der Wind kräuselt die Oberfläche
des Sees (bewirkt sehr viele und sehr kleine Wellen)
—
8. umg. ich könnte mich k. (ich amüsiere mich
köstlich) !
krausen /sw. Vb.; hat/ etw., sich kräuseln (1, 2)
Kraus/kraus| -haar, das fo. Pl.f Haar mit vielen
kleinen Locken; dazu -haarig fAdj.f: ein kleiner
kraushaariger Junge; -köpf, der 1. kraushaariger
Kopf: dem K. mit Kamm und Bürste zu Leibe
rücken — 2. kraushaarige Person: er ist ein klei
ner K.
Kraut, das; -(e)s, Kräuter 1. jo. PL/ nicht zur
menschlichen Nahrung dienende Blätter mancher
Kulturpflanzen: das K. der Rüben, Kartoffeln;
das K. abschneiden — 2. fvorw. Pl.f meist zum
Würzen od. als Heilmittel verwendete Pflanze mit
fleischigem , grünem Stengel, deren oberirdische Teile
nicht od. nur wenig verholzen und am Ende der
Vegetationsperiode absterben: grüne, getrocknete,
heilsame, giftige Kräuter; eine Speise mit Kräutern
würzen; ein Tee aus Kräutern; am Feldrain
wachsen Blumen und Kräuter — 8 . fo. PL/
landsch., bes. süddt. 8.1. Kohl (1), bes. Weiß
kohl: K. anbauen; ein Eintopf aus K. und Kartof
feln 8.2. Sauerkraut: Würstchen mit K.
—
4. fo.
Pl.f umg. femot.f er raucht ein entsetzliches K.
(einen sehr schlechten Tabak)
+ umg. wie K. und Rüben unordentlich durchein
ander: etw. liegt wie K. und Rüben durchein
ander; dagegen ist kein K. gewachsen (gegen jmdn.,
etw. gibt es kein M ittel); etw. schießt ins K. (breitet
sich ungehemmt und stark aus, nimmt über
hand)
Kräuter1-käse, der mit Kräutern gewürzter Käse;
- l i kör, der mit Extrakten aus Kräutern gewürzter
Likör; -tee, der Tee aus Heilkräutern
krautig fAdj.f mit den botanischen Eigenschaften
von K rau t (1, 2): krautige Pflanzen, Gewächse
Kraut| -junker, der veraltend /emot. neg.f Groß
grundbesitzer; -roulade, die landsch. Kohlroulade;
- s alat, der Salat aus W eiß-, Rotkohl; -Wickel, der
landsch. Kohlroulade
Krawall, der; -s, -e 1. [o. Pl.f umg. turbulenter
Lärm : die Flugzeuge, Kinder machen einen ent
setzlichen K.
—
2. mit Provokationen, Zerstörungen
o. ä . verbundene massive Störung der öffentlichen
Ordnung, die meist politischen Charakter hat und
oft von anarchistischen, auch konterrevolutionären
Elementen ausgeht: ein blutiger K .; es entstand
ein K. im Saal; auf den Straßen kam es zu Kra
wallen
Krawall|Stimmung, die zu Provokationen neigende
Stim m un g: beim Fußballspiel herrschte K.
Krawatte, die;
-n 1. längliches, aus modisch
gestaltetem Stoff hergestelltes Zubehör bei der Herren
bekleidung, das unter dem Kragen des Oberhemdes
um den Hals geschlungen und vorn in der Mitte
zu einem Knoten gebunden wird: die K. binden;
eine einfarbige, farbig gemusterte K .
—
2. Ringen
verbotener, würgender Griff am Hals des Geg
ners
kraxeln jsw. Vb.; ist/ umg. (mühsam) klettern:
Jmit RichtungsangabeI auf einen Berg k.
Kreation, die; -,
-en geh. Modell (1.2 .2): auf der
Modenschau wurden die neuesten Kreationen vor
geführt
kreativ /Adj.f schöpferisch: kreative Fähigkeiten;
kreative wissenschaftliche Arbeit; er ist k. , ein
kreativer Mensch; dazu Kreativität, die; -, fo. P l.f
[, . v . .] kreative Fähigkeit
Kreatur, die; -,
-en 1.1. er, sein Hund ist eine
arme, geplagte K. (Lebewesen) 1.2. fo. Pl.f geh.
alle K. sehnt sich (alle Menschen, Tiere sehnen sich)
nach Regen, Sonne — 2. verachtenswerter Mensch:
eine nichtswürdige K .; der Diktator hatte seine
Kreaturen (seine willenlosen Gefolgsleute) um sich
versammelt
kreatürlich fAdj.f der Natur der Menschen, Tiere
entsprechend: die kreatürliche Angst vor dem
Schmerz
Krebs, der; -es,
-e I. in zahlreichen Arten vor
kommender, meist in Gewässern lebender, durch
Kiemen atmender Gliederfüßer, der an seinem oft
von einem Panzer bedeckten Leib zwei Paar Fühler,
mehr als vier Paar Beine, meist Scheren und einen
gefächerten Schwanz hat — II . fo. Pl.f bösartige
wuchernde Geschwulst des menschlichen, tierischen
Gewebes: jmd. hat K., ist an K. gestorben; K. im
Frühstadium
krebsen /sw. Vb.; hat/ umg. trotz Bemühungen
nicht recht vorankommen, sich erfolglos abmühen:
er krebst und krebst und kommt doch auf keinen
grünen Zweig; er hat mächtig zu k. (schwer zu
schuften), wenn er aus dem Boden Gartenland
machen will
krebs/Krebs| -erregend /Adj.; nicht adv./ das E nt
stehen von Krebs (II) bewirkend; -fleisch, das
schmackhaftes Fleisch des Krebses (I): K. essen;
- gang,der /o. Pl.f rückläufige Entwicklung:dieWirt
schaft dieses kapitalistischen Landes ist im K .
(verschlechtert sich); -geschwulst, die Krebs (II): eine
K. operieren, bestrahlen; -krank fAdj.f an K rebs
erkrankt; -rot \Adj.; vom Menschen/ sehr rot: er
lief (vor Wut) k. an; -schaden, der umg. Haupt
übel, größter Schaden: etw. ist, wird zum K. der
Gesellschaft; -schwänz, dei Hinterleib des K rebses;
- zelle, die durch Krebs (II) entartete Zelle
Kredenz, die; -,
-en veraltend Anrichte: auf der
K. standen Teller, Gläser
kredenzen, kredenzte, hat kredenzt geh. jmdm.
etw. zu trinken reichen: er hat mir ein Glas Wein
kredenzt
xKredit, auch Kredit, der; -(e)s,
-e 1. Werte in
materieller Form od. in Form von Geld, die jmdm.
(gegen Zinszahlung) befristet überlassen werden: ein
kurz- , langfristiger, staatlicher, zinsloser K .; einen
K. für den Bau eines Hauses aufnehmen; einen
K. gewähren, kündigen; etw. auf K. (ohne so
fortige Bezahlung) kaufen — 2. fo. Pl.f Vertrauen
in die Fähigkeit einer natürlichen od. juristischen
Person, ihren (geschäftlichen) Verpflichtungen nach
zukommen : sie hatten bei ihm K .; O er hat seinen
moralischen K. (seine moralische Glaubwürdigkeit)
verspielt, verloren
2Kredit, das; -s, -s veraltend Bank rechte Seite
eines Kontos, auf der das Guthaben verzeichnet ist,
das Haben
Kredit, auch Kredit W irtsch . zu 1Kredit 1| -brief,
der schriftliche Anweisung eines Geldinstitutes an
ein anderes, einem Dritten einen Kredit in einer
688
Kreditgeber — Kreißsaal
bestimmten Höhe zu gewähren; -geber, der; -s,
als K. fungierte ein Konsortium
kreditieren jsw. Vb.; hat/ Bank 1. jmdm. einen
1Kredit (1) gewähren: jmdm. einen Teil der Bau
summe k.
—
2. veraltend jmdm. einen Betrag
für das 2Kredit als Guthaben verzeichnen: jmdm.
einen Betrag k.
Kredit, auch Kredjt Wirtsch. zu Kredit 1|
Institut, das Öffentliche Einrichtung, die Geschäfte
einer Bank, Sparkasse ausführt; -kauf, der Kauf,
bei dem die Zahlung des Kaufpreises gestundet
wird; -nehmer, der; -s, -
Kreditor, der; -s, Kreditoren B ank Kreditgeber,
Gläubiger
kred|t|,.
auch kreditwürdig fAdj.; nicht adv.j
W irtsch.: jmd. ist nicht k. (jmdm. wird kein
Kredit gewährt, weil auf Grund seiner wirtschaft
lichen Schwierigkeiten die Rückzahlung unsicher
scheint)
Kredo, das; -s, -s 1. (formuliertes) Bekenntnis der
geistigen Leit-, Grundsätze einer Person: sein poli
tisches, künstlerisches K .
—
2. Bel. Glaubens
bekenntnis
Kreide, die;
- n 1. jo. Pl.f aus den Schalen,
Skeletten fossiler Tiere entstandener, erdiger, w eiß-
färbender Kalkstein: ein Felsen aus K .; er war
vor Schreck weiß, bleich wie K. (sehr bleich) —
2. aus 1 od. synthetisch hergestellte (und gefärbte),
feste, geformte Masse zum Schreiben, Zeichnen:
bunte, weiße K .; ein Stück K .; mit K. schreiben,
zeichnen — 3. jo. Pl.f Geol. jüngste Formation
des Mesozoikums
+ umg. bei jmdm. in der K. stehen (bei jmdm.
Schulden haben)
krelde/Kreide zu Kreide 1| -bleich, -bleich fA d j.;
emot.j sehr bleich, weiß wie Kreide: vor Schreck
wurde er k .; sein Gesicht war k.;
- felsen, der;
- küste, die: die K. der Insel Rügen; -weiß, -weiß
fA dj.; emot.j kreidebleich
kreieren, kreierte, hat kreiert [kre|i:..] etw. N eu e s,
bes. in der Mode, schaffen: das Modeinstitut hat
neue Formen und Farben für die Herbstmode
kreiert; einen neuen Schlager k.
Kreis, der; -es, -e 1.1. in sich geschlossene, gleich
mäßig gekrümmte Linie, Kurve, deren Punkte alle
den gleichen Abstand von einem bestimmten Punkt,
dem Mittelpunkt, haben: der Durchmesser, Radius
eines Kreises; mit dem Zirkel einen K . schlagen
1.2 . gleichmäßige, runde, in sich geschlossene F orm :
in einem K. sitzen, stehen; wir liefen im K . um
das Denkmal; das Flugzeug zog am Himmel seine
Kreise; sich im K. drehen — 2. Gruppe von
Menschen mit gleichen Interessen, bestimmten Be
ziehungen zueinander: er versammelte einen K.
künstlerisch interessierter Personen um sich; er
feierte seinen Geburtstag im K . der Familie; der
K. der Interessenten wächst ständig; maßgebliche
Kreise sind der Meinung, daß . . . ; O auf der
Sitzung wurde ein großer K. (eine große Anzahl)
von Fragen behandelt — 3 . bestimmtes Gebiet mit
genau festgelegten Grenzen, das eine Einheit in der
staatlichen Gliederung eines Landes darstellt /in der
DDR in der Größenordnung zwischen Bezirk und
Gemeinde/, Land- , Stadtkreis: der Rat des Kreises;
in mehreren Kreisen ist die Ernte bereits ab
geschlossen
+ etw. zieht Kreise (etw. nimmt in seinen Aus
wirkungen immer mehr zu); sich im Kreise drehen,
bewegen (immer wieder auf dasselbe zurückkommen)
Kreis|-bahn, die kreisförmige Bahn bes. eines Flug
körpers, Planeten: die Raumkapsel bewegt sich in
einer K. um die Erde; -bewegung, die kreisförmige
Bewegung
kreischen jsw. Vb.; hat/ schrille, mißtönende Laute
von sich geben: die Kinder kreischten vor Freude;
die Möwen flogen kreischend davon; <C> das alte
Tor kreischte in seinen Angeln
Kreis|ebene, die jo. P l.f: etw. wird auf K. (im
Bereich eines Kreises 3) durchgeführt
Kreisel, der; -s, - 1. Techn. gleichmäßig um eine
Achse gebauter, um sie rotierender, in einem Punkt
festgehaltener, starrer Körper: der symmetrische K.
—
2. als Spielzeug verwendeter 1, der nicht in einem
Punkt festgehalten wird und auf seiner Spitze
rotiert: mit dem K. spielen; er drehte sich wie ein
K.
Kreisel|kompaß, der T echn. von magnetischen E in
flüssen unabhängiger Kompaß, bei dem ein Kreisel
(1) eine ständig gleiche Richtung angibt
kreiseln jsw. Vb.; hat, ist/ 1. sich unregelmäßig
um die eigene Achse drehen (hat/ist): die Eis
schollen haben, sind auf dem Wasser gekreiselt —
2. einen Kreisel (2) durch Peitschenhiebe in drehende
Bewegung versetzen (hat): Kinder k. im Hof
Kreiselpumpe, die Techn. Pumpe mit einem
rotierenden Laufrad
kreisen jsw. Vb.; hat, istj sich im Kreis, auf einer
Kreisbahn bewegen, drehen: die Erde kreist um die
Sonne; der Adler kreist um seinen Horst; das
Flugzeug hat, ist über dem Flugplatz gekreist;
das Blut kreist (fließt im K reislauf) durch die
Adern; O die Flasche in der Runde k. lassen
(herumreichen); alle ihre Gedanken kreisten (be
wegten sich) um ihn, nur um die eine Frage
Kreis/krejs| -fläche, die Math, von einem Kreis
(1.1) umschlossene Fläche; -förmig jAdj.j in der
Form eines Kreises (1); -frei jAdj.; nur attr.j: eine
kreisfreie Stadt (nicht einem Landkreis angehörende,
einen Stadtkreis bildende größere Stadtgemeinde);
- gericht, das staatliches Gericht (II.1) der untersten
Instanz in Land-,
Stadtkreisen, Stadtbezirken der
DDR; -lauf, der jvorw. Sg .j 1. jeweils gleiche Zu
stände durchlaufender, sich wiederholender Prozeß
von etw .: der K. des Wassers, Stickstoffs, Geldes
—
2. Blutkreislauf: etw. bildet eine Belastung
für Herz und K., fördert den K.; der K. ist ge
stört
Kreislauf zu Kreislauf 21-kollaps, der; -mittel, das
Mittel (2.2) gegen Kreislaufstörungen; -Störung, die
latentes od. akutes Versagen des Blutkreislaufs: an
Kreislaufstörungen leiden; -tätigkeit, die
Kreis/kreis| -leitung, die: die K. (für einen K reis
3 zuständige Leitung) der SED; -meister, der
Sport bester Sportler eines Kreises (3) in einer
Disziplin; dazu -meisterschaft, die Sport; -rund
jAdj./ rund wie ein K reis (1.1): ein kreisrundes
Loch; -sage, die maschinell angetriebene, rotierende
Säge mit scheibenförmigem kreisrundem Sägeblatt:
Holzstämme mit der K . zerschneiden; -Sekretär,
der u m g.: ein Treffen der Kreissekretäre (der
Ersten Sekretäre der Kreisleitungen der SED)
kreißen jsw. Vb.; hat/ veraltend in Geburtswehen
liegen
Kreiß[saal, der Med. Saal, Raum in einem Kran
Kreisstadt — kreuzfidel
689
kenhaus, in dem die Frauen entbinden: im K. liegen
Kreis] -stadt, die Stadt eines Landkreises, in der
sich der Sitz des Rates des Kreises befindet: zur
Regelung wichtiger Angelegenheiten in die K . fah
ren; -tag, der oberstes gewähltes Organ der Staats
macht der DDR in einem Landkreis: der K. tagt;
- umfang, der Math. Umfang eines Kreises (1.1):
den K. berechnen; -YOrstand, der den gesamten K reis
(3) umfassender Vorstand einer Organisation, Partei
Krem, die s. Creme (1, 2)
Krematorium, das; -s, Krematorien [..ion, . .ion]
Gebäude mit einer Anlage zur Einäscherung Ver
storbener
Krempe, die; -,
- n Hutkrempe
Krempel, der; -s, jo. Pl.f salopp 1. Kram (1),
Plunder: er hebt jeden K. auf; was kostet der
ganze K .?
—
2. Kram (2)
krempeln /sw. Vb.; hat/: die Hemdsärmel, Hosen
nach oben, in die Höhe k. (umkrempeln 1.1)
Kremser, der; -s, - vielsitziger, offener, von Pferden
gezogener Mietwagen mit Verdeck für Ausflüge:
einen K . mieten
Kren, der; -s, jo. Pl.f landsch.,
bes. süddt.
österr. Meerrettich
krepieren jsw. Vb.; ist/ 1. /von einem Geschoß/
detonieren, zerplatzen — 2.1. /von einem Tier/ ver
enden: das Schwein ist an Rotlauf krepiert 2.2 .
derb /von Menschen/ {unter elenden Bedingungen)
sterben (1.1): ist er endlich krepiert?; Tausende
sind an Fleckfieber krepiert
Krepp, der; -s, -s/-e Stoff (1) mit einer unebenen,
welligen Oberfläche, die durch bestimmte Verfahren
hergestellt ist
Krepp| -papier, das /Schreibg.: Kreppapier; o. P l.j
in viele kleine, enge Fältchen gepreßtes, sich rauh
anfassendes Papier: eine Girlande aus K .;
- s ohle,
die Schuhsohle aus porigem, angerauhtem Kautschuk
Kresse, die; -,
-n Kreuzblütler, von dem einige Arten
für Salate od. zum Würzen verwendet werden
Krethi
+ veraltend K. und Plethi alle möglichen Leute
/wird in der Klassengesellschaft häufig benutzt, um
elitäre soziale Distanz auszudrücken/: da trifft man
ja K. und Plethi
Kretin, der; -s, -s [. .te] (mißgestalteter) Schwach
sinniger: er ist ein K.
kreuz
+ k. und quer planlos in allen möglichen Rich
tungen: er lief k. und quer durch die Stadt
Kreuz, das; -es,
- e 1.1.1. Zeichen aus zwei sich
rechtwinklig od. schräg schneidenden kurzen, geraden
Strichen: ein K. zeichnen, an den Rand einer Zeile
machen; Messer und Gabel über K. (unter einem
bestimmten Winkel, schräg übereinander) legen 1.2.
in vielerlei Ausführung vorkommendes Zeichen,
Symbol, bes. als Nachbildung von 2.1: ein rotes K.
ist das Kennzeichen des Deutschen Roten Kreuzes
der DDR 1.3. Mus. Zeichen aus je zwei parallelen,
sich nicht im rechten Winkel kreuzenden Linien,
das eine Note um einen Halbton erhöht: E-Dur hat
vier Kreuze 1.4. fo. Art., o. Pl.j Farbe der durch
Bilder in der Art von 1.2 gekennzeichneten franzö
sischen Spielkarte — 2.1. Gebilde aus einem senk
rechten Balken und einem in seinem oberen Drittel
waagerecht dazu angebrachten Querbalken, an dem
im Altertum Menschen hingerichtet wurden, indem
man sie daran annagelte od. aufknüpfte: dieses Bild
stellt Christus am K. dar 2.2 . Nachbildung von
2.1 als christliches Symbol (zum Gedenken an Tote
auf Gräbern, Denkmalen): er ließ ein K. aus
Marmor über dem Grabmal errichten; am Ein
gang des Friedhofes steht ein großes K.
—
3.
Stelle, an der sich zwei Autobahnlinien auf unter
schiedlichem Niveau kreuzen — H . unterer Teil des
Rückens: ein hohles, steifes K. haben; Schmerzen
im K. haben; umg. er hat es tüchtig im K. (hat
Kreuzschmerzen)
4- das K. schlagen (sich bekreuzigen); ein schweres
K. zu tragen haben (ein schweres Leben, Schweres
zu ertragen haben); veraltend sein K. auf sich
nehmen (sein Leid, schweres Leben geduldig tragenJ”1;
umg. es ist ein K. mit ihm (es ist sehr schwer, mit
ihm zurechtzukommen); mit jmdm., etw. sein K.
haben (seine Mühe und Not mit jmdm., etw. haben);
drei Kreuze hinter etw., jmdm. machen (froh sein,
daß man etw. hinter sich gebracht hat, daß man mit
jmdm. nichts mehr zu schaffen hat); zu Kreuze
kriechen (sich unter demütigenden Bedingungen
unterwerfen); salopp jmdn. aufs K. legen (jmdn.
betrügen); jmdm. etw. aus dem K. leiern (mit Mühe
und Geschick erreichen, daß einem jmd. etw. gibt,
schenkt)
Kreuz/kreuz] -bein, das Med. aus fünf Wirbeln
verschmolzener Knochen am unteren Teil der
menschlichen Wirbelsäule; -blütler, der; -s, - Bot.
/in zahlreichen Arten vorkommende, krautige Pflanze
mit Blüten aus je vier kreuzförmig gegenüberstehen
den Blütenblättern und ölhaltigen Früchten in
Schoten; -brav /Adj.f spött. sehr brav (1): ein
kreuzbraves Kind
kreuzen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. etw. über Kreuz,
schräg übereinander legen (hat): die Arme, Beine
(übereinander) k.; die Hände auf dem Rücken k.
—
2. (hat) 2.1. an dieser Stelle k. sich zwei Haupt
straßen (überschneiden sich zwei Hauptstraßen auf
gleichem Niveau) 2.2. etw. k. sich in Querrichtung
über etw. bewegen: die Straße k. 2 .3. ihre Blicke
kreuzten sich (trafen sich); unsere beiden Briefe
haben sich gekreuzt (mein Brief an dich war zur
gleichen Zeit unterwegs wie dein Brief an mich) —
3. Biol. /auf Tiere, Pflanzen bezogen/ weibliche und
männliche Exemplare verschiedener Rasse, Art, Gat
tung miteinander befruchten, paaren (hat):den Esel
mit dem Pferd k.; zwei Getreidearten, Hühner
rassen k.
—
4. (hat, ist) 4.1. Seemannsspr. im
Zickzack gegen den Wind segeln: vor der Bucht
kreuzte ein Segelboot 4.2 . beim Fahren, Fliegen
häufig den K urswechseln: der Ausflugsdampfer
kreuzte in der Ostsee; das Flugzeug hat, ist über
dem Gelände gekreuzt
-j- die / Klingen (miteinander) k.
Kreuzer, der; -s, - 1. sehr großes, schnelles, mit
Geschützen und Raketen ausgerüstetes Schiff der
Seestreitkräfte — 2. Segel- od. Motorboot mit Kajüte
Kreuz/kreuz | -fahrer, der Teilnehmer an einem
Kreuzzug; -fahrt, die 1. Fahrt mit einem Fahrgast
schiff, das in einem bestimmten Bereich kreuzt (4.2),
mehrere Häfen ansteuert: eine K. im Mittelmeer
unternehmen — 2. Kreuzzug; -feuer, das /o. PL/
Beschuß von verschiedenen Seiten: die Stellung lag
im K.; O der Autor geriet ins K. der Kritik; er
stand im K. der Journalisten (die Journalisten be
stürmten ihn mit Fragen); -fidel /Adj./ umg.
jemot.j sehr lustig, in sehr guter Laune: wir waren
690
kreuzförmig — kriegen
k.; eine kreuzfidele Gesellschaft; -förmig /Adj./
in der Form eines Kreuzes (1.1.1); -gang, der im
Viereck um den Hof bes. eines Klosters führender
und zum Hof hin offener Bogengang mit Brüstung:
der K. des Klosters; -gelenk, das
Kardan
gelenk; -gewölbe, das Gewölbe aus zwei rechtwinklig
sich schneidenden Tonnengewölben
kreuzigen /sw. Vb.; hat; / auch Gekreuzigte/
jmdn. an ein Kreuz (1.2.1) nageln, hängen und ihn
so hinrichten; dazu Kreuzigung, die; -en: die K.
Christi
kreuz/Kreuz| -lahm jAdj./ 1. hüftlahm — 2, um g.
von körperlicher Arbeit erschöpft, mit Schmerzen im
Kreuz: ich fühle mich, bin heute ziemlich k.;
- otter, die grau od. rotbraun gefärbte Otter Europas
mit kreuzförmig dunkler Zeichnung auf der Ober
seite; -ritter, der 1. an einem Kreuzzug teilnehmender
Ritter — 2. Angehöriger eines geistlichen Ritteror
dens; -schmerz, der fvorw. PL/ Schmerz in der
Gegend des Kreuzbeins: Kreuzschmerzen haben;
- spinne, die radförmige Netze bauende Spinne mit
weißer, kreuzförmiger Zeichnung auf dem Hinterleib
Kreuzung, die; -,
- en 1. Bereich, in dem sich zwei
od. mehrere Verkehrswege, Straßen kreuzen: an der
K. halten; an der K. hat Vorfahrt, wer von rechts
kommt — 2. Biol. 2.1. das Kreuzen (3): die K.
zweier Geflügelrassen 2.2 . Produkt aus 2.1: das
Tier ist eine K. zwischen ...
kreuzungsfrei fAdj./: diese Straße ist k. (darf nicht
gekreuzt werden)
Kreuz/kreuz| -verhör, das Jur. in der D D R nicht
angewandte Art der gerichtlichen Vernehmung einer
Person, bei der von mehreren Seiten abwechselnd,
oft überraschende Fragen gestellt werden; -weg, der
Kreuzung (1) od. Gabelung; O am K. stehen (vor
einer wichtigen, folgenschweren Entscheidung stehen);
- weis(e) /Adv.f über Kreuz, schräg übereinander:
er hatte die Arme, Beine k. übereinandergelegt;
-Worträtsel, das Rätsel, bei dem die zu erratenden
Wörter nach Buchstaben od. Silben in senkrecht und
waagerecht sich kreuzende Reihen von Vierecken
eingetragen werden: ein K. lösen; -Zeichen, das das
mit den Händen in der Luft beschriebene Zeichen
des Kreuzes (1.1.2) beim Segnen, (Sich)bekreuzigen:
das K. machen; -zug, der Kriegszug europäischer
Feudalstaaten im Mittelalter bes. zur Eroberung
Palästinas aus Machtstreben, religiösen, aber auch
ökonomischen Motiven unter dem christlichen Zei
chen des Kreuzes
knbbelig fAdj.f umg. ungeduldig, gereizt, nervös:
er war schon ganz k. vor Aufregung, Erwartung
kribbeln /sw. Vb.; hat/ 1. es kribbelt /von Insekten;
vorw. in Verbindung mit krabbeln/: es kribbelte
und krabbelte im Ameisenhaufen (die A m eisen
liefen in großer Anzahl im Ameisenhaufen lebhaft
hin und her) — 2. es kribbelt jmdm., jmdn. irgend
wo etw. kitzelt (1.2) jmdm.,
jmdn. irgendwo: es
kribbelte mir, mich in der Nase, daß ich niesen
mußte; O umg. es kribbelt jmdn. (in den Fingern,
Fingerspitzen, in allen Gliedern) (jmd. ist sehr u n
geduldig, nervös)
kribblig fA d j.f s. kribbelig
kriechen, kroch, ist/hat gekrochen 1. (ist) 1.1* sich
mit dem Leib auf dem Boden gleitend fortbewegen:
Regenwürmer, Schlangen, Schnecken k. 1 .2. sich
auf Knien und Händen irgendwohin bewegen: wir
krochen durch das Loch in der Mauer; er ist vor
Angst unter das Bett gekrochen; O umg. er kroch
(schlüpfte) zu ihr ins Bett 1.3. das Auto kroch
(fuhr langsam) wegen der Steigung — 2. umg.
/emot.f vor jmdm. k. sich (vor einem Vorgesetzten)
unterwürfig verhalten (ist, hat); er kroch vor seinem
Direktor; kriechende Unterwürfigkeit
-V jmdm. in den / Arsch, / Hintern k.; zu
/* Kreuze k.
Kriecher, der; -s, - umg. femot.; zu kriechen 2/
Kriecherei, die; -,
- en umg. /emot.; zu kriechen 2/
kriecherisch /Adj.j umg. \emot.; zu kriechen 2/:
kriecherisches Verhalten
Kriech| -gang, der /o. PL/ Techn. Gang für lang
sames Fahren bei Zugmaschinen: im K. den Berg
hinauffahren; -spur, die 1. durch das Kriechen
(1.1, 1.2) eines Lebewesens hervorgerufene Spur —
2. die äußerste rechte Fahrspur bei mehrspurigen
Straßen bes. auf Autobahnen für langsam fahrende
Fahrzeuge: auf der K. fahren; -ström, der Elek-
trotechn . infolge Verschmutzung od. Feuchtigkeit
zwischen zwei Anschlüssen od, Leitern an der Ober
fläche von Isolatoren fließender, unerwünschter
Strom; -tier, das wechselwarmes, sich durch Eier
fortpflanzendes Wirbeltier mit einer Haut aus
Schuppen od. Platten von Horn und teilweise od.
ganz reduzierten Gliedmaßen od. mit vier Glied
maßen, die den Körper bei der schlängelnden Fort
bewegung oft nur unvollkommen vom Boden ab-
heben, Reptil
Krieg, der; -(e)s, -e Auseinandersetzung vorwiegend
in der Form des organisierten bewaffneten Kampfes
der Streitkräfte zweier od. mehrerer Staaten, N atio
nen, Koalitionen, die in der antagonistischen Klas
sengesellschaft als gesetzmäßige Erscheinung auf-
tritt und zur gewaltsamen Durchsetzung politischer
und ökonomischer Interessen, zur nationalen und
kolonialen Unterdrückung od. aber zum Schutz, zur
Verteidigung progressiver Ordnungen, Befreiung aus
nationaler und kolonialer Unterdrückung geführt
wird, als Bürgerkrieg auch zwischen verschiedenen
Klassen einer Gesellschaft: ein blutiger, furcht
barer, langer, schwerer K .; ein imperialistischer,
atomarer K .; gerechte (mit den Interessen der fort
schrittlichen Klasse, des unterdrückten Volkes über
einstimmende) Kriege; der K. gegen die faschisti
schen Okkupanten; einen K . anfangen, gewinnen,
verlieren, beendigen; die Gefahr eines Krieges her
aufbeschwören; K. und Frieden; gegen den K. der
Aggressoren protestieren; er ist im K . gefallen;
mit einem Land K. führen, im K. stehen
-f- der kalte K. (auf die Verschärfung internatio
naler Spannungen zielende Politik imperial. Staaten,
insbesondere das Vorgehen, durch ständige Drohung
mit einem K rieg die soz. Staatengemeinschaft, sowie
antiimp. Staaten zu erpressen)
kriegen jsw. Vb.; hat/ umg. 1.1.1. etw. k. in den
Besitz von etw. kommen, etw. erhalten: Geld, eine
Belohnung, etw. zum Geburtstag k.; Platz k .; er
hat das Schreiben versehentlich in die Finger ge
kriegt; ein gutes Essen vorgesetzt k. 1 .1 .2 . etw.
bekommen (1.3): eine Ohrfeige k. (geohrfeigt werden)
1.2. jmdn. fassen, erwischen: die Polizei hat den
Täter bald gekriegt; mich kriegst du nicht! —*
2. etw. bekommen (2): wir werden schlechtes Wetter,
Streit miteinander k .; eine Gänsehaut, einen roten
Kopf k.; Zähne, graue Haare k.; einen Fleck aus
dem Anzug k. (einen Fleck herausbekommen)
kriegerisch — Krimskrams
691
+ eins aufs / Dach, auf den ^ Deckel k.; sein
/ Fettk.; etw. inden /f Griffk.; /f Kattun k.;
die /* Kurve k.; ach, du kriegst die Motten!;
die / Platze k.; Zunder k.
kriegerisch /Adj.j in der Form eines Krieges:
kriegerische Konflikte, Verwicklungen
Krieg/krieg|: / Kriegs/kriegs|
Kriegs/krjegs (mit * auch Krieg/krieg|)| -anleihe,
die von kap. Staaten erhobene Anleihe zur Finan
zierung eines K rieges; -ausbruch, der; -beginn, der;
- bell, das -f umg. scherzh. das K. begraben
(ein en Streit beilegen) ; -berichterstatter, der von der
Front berichtender Reporter; -beschädigt /Adj.;
nicht adv.j durch eine Kriegsverletzung dauernd
gesundheitlich geschädigt; -brandstifter, der jmd.,
der eine bewaffnete Aggression entfesselt hat, zu ent
fesseln sucht; -dienstverweigerung, die /in der B R D j
Ablehnung des Wehrdienstes (im K riegsfälle) aus
Gewissensgründen; -einWirkungen, die jPl.j: das
Gebäude wurde durch Kriegseinwirkungen (durch
Beschuß, durch Bomben während des Krieges) zer
stört; -ende, das: etw. geschah, ereignete sich gegen
K .; -erklärung, die den Beginn kriegerischer Hand
lungen ankündigende (ultimative) Benachrichtigung
der gegnerischen Seite; -flotte, die Gesamtheit der
Kriegsschiffe eines Staates; ^-führend fAdj.; nur
attr.j einen Krieg miteinander führend: die krieg(s)-
führenden Länder, Mächte; *-führung, die 1.1.
durch den Einsatz der entsprechenden K räfte und
Mittel bestimmte Durchführung des Krieges: die
moderne K. 1.2. jo. PL/ die psychologische K.
/ideologische Vorgehensweisen, bes. das psycholo
gische Einwirken, als Bestandteil des kalten K rieges,
auch der imperial. Kriegführung 1.1/; -fuß, der
+ scherzh. mit jmdm. auf dem K. stehen (mit
jmdm. in ständiger Spannung, ständigem Streit
leben); mit etw. auf dem K. stehen (etw. mangel
haft, nicht beherrschen, sich in etw. nicht gut aus
kennen); -gefahr, die jo. Pl.f die Gefahr, daß ein
Krieg ausbricht, heraufbeschworen wird: die K.
bannen; eine akute, drohende K .;
- gefangene, der
Angehöriger der Streitkräfte, der im K rieg in die
Hände des Gegners, in Gefangenschaft geraten ist;
- gefangenschaft, die Zustand des Nichtfreiseins,
in dem sich während eines Krieges in die Hände
des Gegners gelangte Angehörige der Streitkräfte be
finden : in K. geraten; aus der K. entlassen werden;
- gegner, der Gegner des (Aggressions)krieges;
- gewinn, der hoher Profit kap. Unternehmer durch
Lieferungen an die Armee während eines Krieges;
- gewinnler, der; -s, - jmd., der Kriegsgewinne macht,
am K riege verdient; -herd, der Gebiet, Territorium,
von dem ein K rieg ausgeht, auszugehen droht;
- hetze, die Hetze, Aufwiegelung zu bewaffneter
Aggression; dazu -hetzer, der; -s,
-
jmd.,
der
Kriegshetze betreibt; -invalide, der jmd., der durch
eine Kriegsverletzung invalid geworden ist; -mate
rial, das jo. Pl.f von den Streitkräften (im K rieg)
verwendete Gegenstände, bes. W affen und Au s
rüstungen' . große Mengen an K. wurden erbeutet;
- potential, das die militärischen, ökonomischen,
wissenschaftlich-technischen und politisch-morali
schen Potenzen der Kriegsführung (1.1), über die
ein Staat, eine Koalition verfügt; -Propaganda, die
Propaganda, die eine Bedrohung des Friedens dar
stellt, eine militärische Aggression herbeizuführen
geeignet ist: K . wird unter schwere Freiheitsstrafe
gestellt; -recht, das fo. Pl.f völkerrechtliche Normen
für das Verhalten kriegsführender Staaten; -Schau
platz, der Gebiet, in dem ein K rieg stattfindet;
- schiff, das bewaffnetes Schiff der Seestreitkräfte:
ein modernes K .; die Bewaffnung eines Kriegs
schiffes; -teilnehmer, der jmd., der als Angehöriger
der Streitkräfte einen K rieg mitgemacht hat; -treiber,
der Kriegshetzer; -verbrechen, das schwere Ver
letzung des Kriegsrechts; dazu -Verbrecher, der;
-Verletzung, die im K rieg beim Kam pf erlittene
Verletzung; -Verluste, die /Pl.f die Zahl der im
Krieg durch Tod (Verwundung, Gefangenschaft)
ausgefallenen Angehörigen der Streitkräfte: die K.
waren hoch, betrugen im zweiten Weltkrieg etwa
27 Millionen; -versehrt /Adj.; nicht adv.j kriegs
beschädigt; -wirren, die jP l.j : in den K. wurde die
Familie auseinandergerissen; -zustand, der jo. P l .j :
beide Staaten befinden sich im K. (stehen mitein
ander im Krieg)
Krill, der; -s, -e im (Polar)meer massenhaft auf-
tretendes Plankton aus kleinen Krebsen
Krimi, auch Krimi, der; -s, -s umg. jKurzw. für
Kriminalroman,
- f i lm/ s. Kriminalroman,
-film:
einen K. lesen; im Fernsehen läuft ein K.
Kriminalbeamte, der Beamter der Kriminalpolizei
in der BRD
Kriminalfall, der Verbrechen als Rechtsfall
Kriminalfilm, der / / auch Krimi/ Film um ein
Verbrechen und seine Aufklärung
Kriminalist, der; -en,
- en Angehöriger, Sachver
ständiger der K riminalpolizei: der Mord wird noch
von Kriminalisten untersucht
Kriminalistik, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft von der
Aufdeckung und Untersuchung von Verbrechen zum
Zwecke ihrer Bekämpfung und Verhütung; dazu
kriminalistisch jA d j.j : etw. k. untersuchen; krimi
nalistische Fähigkeiten
Kriminalität, die; -,
- en 1. jvorw. Sg .j das Straf-
fälligwerden: die Bekämpfung der K.
—
2. jo. Pl.j
Gesamtheit aller in einer gegebenen Gesellschaft auf-
tretenden Straftaten nach Zahl, Umfang und Art
Kriminalpolizei, die j / auch Kripo/ Teil der
Polizei, der Straftaten aufdeckt und untersucht und
durch Sicherung der Beweise für eine strafbare
Handlung die Voraussetzung für die Durchführung
eines gerichtlichen Verfahrens schafft
Kriminalroman, der //t auch Krimi/ Roman um
ein Verbrechen und seine Aufklärung
Kriminalstück, das /PI.
-e/ Theaterstück um ein
Verbrechen und seine Aufklärung
Kriminaltechnik, die jo. Pl.j Teilgebiet der K rimi
nalistik, das sich mit den naturwissenschaftlich
technischen Verfahren und Mitteln der Verbrechens
aufklärung befaßt; dazu kriminaltechnisch jAdj.;
nicht präd.j: das Kriminaltechnische Institut der
DDR
kriminell jAdj./ 1.1. verbrecherisch (1): kriminelle
Elemente; er ist k. (straffällig) geworden 1.2.
kriminelles (strafbares) Verhalten — 2. umg. seine
Fahrweise ist ja geradezu k. (unverantwortlich);
zu 1.1 Kriminelle, der u. die; -n, -n Verbrecher(in):
das sind K.
Kriminologie, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft von der
Erforschung der Kriminalität (1) und ihrer Ur
sachen und den Möglichkeiten ihrer Verhütung
Krimskrams, der; -/-es, jo. Pl.j umg. Kram (1):
sie hatte allerlei K. zusammengekauft
45 Wörterbuch
692
Krimmer — kritisch
Krimmer, der; -s, jo. Pl.j Imitation des Persianers
(1): eine Jacke aus K.
Kringel, der; -s, - 1. aus Langeweile K. (kreis
förmige Gebilde) malen — 2. ringförmiges Gebäck
kringeln, sich /sw. Vb.; hat/ sich kreis-,
spiral
förmig zusammenrollen: die Hobelspäne kringelten
sich
4- sich vor / Lachen k.
Kripo, die; /o. Pl.j umg. fKurzw. für Kriminal
polizei/ s. Kriminalpolizei
Krippe, die; -,
-n I. Kinderkrippe: das Kind ist
tagsüber in der K .; sein Kind in die K. geben —
n . an der Wand od. auf einem Gestell befestigter
Trog für Trockenfutter für größere Tiere: das
Futter in die K. schütten
Krippen zu Krippe I| -kind, das in einer K rippe
untergebrachtes K in d ; -leiterin, die; -platz, der
Platz (6) zur Unterbringung eines Kindes in einer
Kinderkrippe: sie hat als alleinstehende Mutter
sofort einen K. bekommen
Krise, die; -,
-n 1. Stadium einer Entwicklung, in
dem sich Schwierigkeiten, Probleme zu einem K on
flikt gesteigert haben, der zu einer Lösung drängt:
eine psychische, materielle K. durchstehen, über
winden; er hat als Schüler, in seinen Entwicklungs
jahren mehrere Krisen durchgemacht; eine K. in
den politischen Beziehungen zwischen zwei Staa
ten — 2. Pol. Ök. Phase des Zusammenbruchs im
Kreislauf der kap. Warenproduktion und -Zirkula
tion, die bes. durch Massenarbeitslosigkeit, Über
produktion, Überangebot von Waren bei gleich
zeitigem Mangel an Zahlungsmitteln und Bankrotte
gekennzeichnet ist: / zyklische Krisen; eine wirt
schaftliche K . ; die allgemeine K . des Kapitalismus
(in Etappen verlaufende Periode des Zusammen-
bruchs des kap. Weltsystems, der alle Seiten des
wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens
umfaßt) — 3. Med. entscheidender Wendepunkt im
Verlauf einer akuten Krankheit: die K. ist vorbei,
überstanden
kriseln fsw. Vb.; hat/ es kriselt eine Krise (1, 2)
droht, kündigt sich an: es kriselt in seiner Ehe,
im kapitalistischen Wirtschaftssystem
krisenhaft /Adj.f mit den für eine Krise typischen
Erscheinungen behaftet: ein krisenhafter Zustand
Krisen|-herd, der Ort, Bereich, in dem eine Krise
(1), ein militärischer K onflikt droht: das Land
droht zu einem politischen K. zu werden; -Zyklus,
der P ol. Ök. Gesamtheit der sich gesetzmäßig,
periodisch wiederholenden Phasen im Kreislauf der
kap. Wirtschaft, der durch ein A uf und Ab gekenn
zeichnet ist
Krisis, die; -, Krisen Med. Krise (B)
1Knstall, das; -(e)s, jo. Pl.f 1. Bleikristall: eine
Schale aus K.
—
-
2. Gebrauchsgegenstände aus 1:
sie besitzt schönes, altes K .
2Kristall, der; -(e)s, -e Festkörper, dessen Atome,
Ionen, Moleküle dicht beieinander dreidimensional
periodisch angeordnet sind: die Kristalle des Koch
salzes, Zuckers; der synthetische Aufbau, das
Wachstum eines Kristalls
kristallen /Adj.; nur attr.f aus 1Kristall (1): eine
kristallene Vase
Kristallgitter, das Phys. räumliche gitterartige
Anordnung der Atome, Moleküle od. Ionen in
kristallinen Stoffen
kristallin(isch) jAdj.; nicht adv.j fachspr. aus
2Kristallen bestehend: der kristallin(isch)e Zustand
eines Körpers
Kristallisation, die; -,
- en das Kristallisieren
kristallisieren /sw. V b . ; h at/ etw. kristallisiert etw.
wird, bildet sich um zu einem 2Kristall, bildet
2K rista lle : der Zucker kristallisiert; kristallisie
rende Salze
kristall/Kristall| -klar jA d j.f klar, durchsichtig wie
1K ristall: kristallklares Wasser; -zucker, der fo.
PI./ in Form von körnig kleinen 2Kristallen ge
handelter Zucker
Kriterium, das; -s, Kriterien [..ien, . . ion] 1. ent
scheidendes Kennzeichen, Merkmal: Kriterien für
die Einschätzung einer Leistung; objektive Krite
rien für eine Auswahl; etw. zum K. seiner Ent
scheidung machen; welche Kriterien gibt es da
für? — 2. Radsport über mehrere Bunden gehen
des Bennen ohne zusätzlich gewertete Spurts: der
Sieger des diesjährigen Kriteriums
Kritik, auch Kritik, die; -,
-en 1* jvorw. Sg .f
wertende Beurteilung einer Erscheinung, eines Vor
gangs od. des Verhaltens einer Person vorwiegend
mit der Absicht, Fehler, Schwächen, Mängel aufzu
decken : eine helfende, objektive, offene, sachliche
K .; sich der K . entziehen, unterwerfen, stellen;
K. unterdrücken; keine K. (negativ wertende B e
urteilung) vertragen; K. und Selbstkritik /metho
disches Prinzip des Marxismus-Leninismus zur
Aufdeckung von Widersprüchen/ — 2. wertende Be
urteilung einer künstlerischen, wissenschaftlichen
Produktion in der Presse, im Bundfunk, Fernsehen:
eine K . schreiben, veröffentlichen; eine gute,
schlechte K. bekommen — 8* jo. P l.j Gesamtheit
der K ritiker (2): im Kreuzfeuer der K. stehen
+ etw. ist unter aller K. (ist sehr schlecht, niveau
los)
Kritikaster, der; -s, - nörgelnder, kleinlicher K ritiker
Kritiker, au ch Kritiker, der; -s,
-
1. jmd.,
der
kritisiert, K ritik (1) übt: ein strenger, unerbittlicher
K.; er ist ein unnachgiebiger K. des neuen Pro
jekts — 2. jmd., der beruflich Kunstwerke kritisiert
(2), Kunstkritiker: die K. haben den neuen Film
sehr positiv bewertet
kritik, auch kritik) -los fAdj.j entgegen den E r
wartungen ohne K ritik (1): allem k. zustimmen;
-würdig \Adj.; nicht adv.f zu tadelnder K ritik (1)
Anlaß gebend: sein kritikwürdiges Verhalten
kritisch, auch kritisch jAdj.f 1. gewissenhaft
prüfend und streng beurteilend: etw., jmdn. k. beob
achten, einschätzen, werten; sich mit etw. k . aus
einandersetzen; eine kritische Analyse vornehmen;
die kritische Sichtung des Materials; kritische Be
merkungen machen; W issensch. der kritische
(nach bestimmten editorischen, den Text rechtfertigen
den M ethoden hergestellte) Apparat einer Textaus
gabe ; eine kritische (nach Überprüfung der überliefer
ten Lesarten hergestellte) Ausgabe der Werke Goe
thes; der kritische Realismus (Stilrichtung in der
Kunst, bes. in der zweiten Hälfte des 19. Jhs., die
Widersprüche aufdeckt, ohne eine positive Lösung
der Probleme zu zeigen) — 2, /nicht adv.j 2.1. den
entscheidenden M oment betreffend: im kritischen
Augenblick nicht versagen; die Verhandlungen
haben den kritischen Punkt erreicht 2.2 . eine kriti
sche (heikle) Situation; die kritischen Jahre
(Wechseljahre) einer Frau; der Kranke befindet
sich in einem kritischen (gefährlichen, bedrohlichen)
kritisieren — Krücke
693
Zustand; jetzt wird es k. 2.8. Phys. die kritische
Masse (diejenige M enge spaltbaren Materials, die
eine Kettenreaktion auslöst); der kritische Zustand
(thermodynamischer, nach Druck, Temperatur und
Volumen festliegender Zustand, in dem die flüssige
od. gasförmige Phase eines Stoffes beginnt)
kritisieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. tadelnd der
Kritik (1) unterwerfen: die Kollegen haben ihn
kritisiert; die schleppende Durchführung von Be
schlüssen k.
-
2. etw. k. (für etw. eine Kritik 2
verfassen)
Krittele], die; -en (fortwährendes) Kritteln : seine
ewige K. geht mir auf die Nerven
kritteln /sw. Vb.; hat/ kleinliche K ritik (1) üben,
mäkelnd kritisieren: er kann immer nur k.
Kritzelei, die; - ,
- en umg. 1. das (fortwährende)
Kritzeln — 2. etw. unleserlich, zu klein Geschriebe
nes : ich kann seine K. nicht lesen
kritzeln /sw. Vb.; hat/ umg. 1. etw. unleserlich,
mit zu kleinen Buchstaben schreiben: hastig krit
zelte er eine Notiz aufs Papier — 2. wahllos Striche,
Schnörkel machen: vor Langeweile kritzelte er auf
einem Zettel
Kroatzbeere, die landsch. Brombeere
Krokant, der; -s, /o. Pl.f knusprige Masse aus
karamelisiertem Zucker und gehackten Mandeln od.
Nüssen: mit K. gefüllte Pralinen
Krokette, die; -,
- n jvorw. Pl.f in Fett gebackenes
knuspriges längliches Gebilde: Kroketten aus
Fleisch, Fisch, Kartoffeln
Krokodil, das; -s, -e in zahlreichen Arten vorkom
mendes, in tropischen und subtropischen Gewässern
lebendes Kriechtier von echsenartiger Gestalt mit
zahlreichen Zähnen im relativ langen Kiefer, mit
Platten aus Horn vor allem auf dem Rücken und
einem Kamm auf einem seitlich abgeflachten
Schwanz
Krokodiljleder, das jo. PL/ aus der Haut des
Krokodils gewonnenes Leder: eine Handtasche aus
K.
Krokodils |tränen
+ K. weinen (durch Weinen Mitgefühl, Trauer
heucheln)
Krokus, der; -,
-se mit der Schwertlilie verwandte,
im Frühjahr in Gärten und auf Wiesen blühende
Pflanze mit gelben, weißen od. violetten trichter
förmigen Blüten
Kröne, die; -n 1. als Zeichen feudaler Herrscher
würde auf dem K opf getragener gezackter, meist
reichverzierter, breiter R eif (II) bes. aus Gold: die
K. des Kaisers, Königs, Grafen — 2. jo. Pl.f die
Vorrechte der K. (des Monarchen, Herrscherhauses)
—
8. Baumkrone: der Baum hat eine breite, aus
ladende K .
—
4.1. der über das Zahnfleisch heraus
ragende Teil des Zahnes 4.2 . auf den Stumpf von
4.1 aufgesetzter Zahnersatz: sich eine K. machen
lassen; eine K. aus Gold — 5. Bot. innerer Kreis
einer doppelten Blütenhülle aus meist lebhaft ge
färbten Blättern — 6. Jägerspr. oberster Teil am
Geweih des Rothirsches mit mindestens drei Enden
—
7. \o. PL/ dieses Blatt ist die K. (das beste
Stück) meiner Sammlung — 8. /Währungseinheit in
der GSSR, in Dänemark, Schweden und Norwgeen/
-f- etw. setzt einer Sache die K. auf (ist unerhört,
ist die Höhe); umg. einen in der K. haben (an
getrunken sein); — da fällt dir keine / Perle,
da brichst du dir keinen p Zacken aus der K .
krönen /sw. Vb.; h at/1. jmdn. in einem feierlichen
Akt zum feudalen Herrscher machen, indem man
ihm die Krone aufsetzt: jmdn. zum König k.; sich
zum König k. lassen; die gekrönten Häupter (die
Monarchen) — 2.1. etw. mitetw. k. einer Sache mit
etw. einen Höhepunkt und Abschluß geben: mit
diesem W erk krönte er seine Lebensarbeit; etw.
wird, ist von Erfolg gekrönt (ist erfolgreich) 2.2 .
etw. krönt etw .: ein Ball krönte das Fest (bildete
den glanzvollen Höhepunkt des Festes)
Kronen|Verschluß, der auf Flaschen aufgesetzter
Verschluß aus Weißblech mit einem um die Öff
nung der Flasche gepreßten Rand
Kronj -Juwelen, die /PL/ Juwelen des Kron-
schatzes; -kolonie, die der britischen Regierung
direkt unterstelltes Kolonialgebiet: die K. Hong
kong ; -korken, der Kronenverschluß; -leuckter, der
an der Decke angebrachter Leuchter mit mehreren
Armen (3); -prinz, der Sohn od. (Ur)enkel eines
regierenden Monarchen, der als Thronfolger be
stimmt ist; -prinzessin, die 1. Frau des Kronprinzen
—
2. vgl.
- prinz; -schätz, der die zum Besitz des
jeweils regierenden Herrscherhauses gehörenden
Kleinodien
Krönung, die; -,
-en 1. dasKrönen (1): die feierliche
K. vornehmen, vollziehen — 2. etw. ist, bildet
die K. (den glanzvollen Höhepunkt) von etw.
Krönungs zu K rön ung 1| -insignien, die /PL/
Insignien der Herrschaft eines regierenden M on
archen: Krone, Zepter und Schwert sind K.;
-Zeremonie, die
Krön[zeuge, der Hauptbelastungszeuge
Kropf, der; -(e)s, Kröpfe 1. als wulstige Ver
dickung am Hals sichtbare, krankhaft vergrößerte
menschliche Schilddrüse: sie hat einen K.
—
2. der
vorläufigen .Nahrungsaufnahme dienende sackartige
Erweiterung der Speiseröhre bei zahlreichen Vogel
arten: der Adler würgt die Nahrung aus dem K.
hervor
kröpfen /sw. Vb.; hat/ 1. Techn. stabförmige Teile
od. Profile so zweimal rechtwinklig biegen od.
schmieden, daß die zuvor in einer Achse liegenden
Enden parallel zueinander liegen: gekröpfte Pro
file — 2. Handw. (verzierende) Holzleisten auf
Gehrung zusammenfügen: Leisten k.
—
3. Bauw.
ein Gesims um ein Mauerwerk herumführen — 4.
Jägerspr. /von Greifvögeln/ fressen, (sich) den
Kropf füllen: der Bussard kröpft
Kroppzeug, das salopp für gering, (moralisch) tief-
stehend erachtete Personen, als minderwertig betrach
tete Tiere, Gegenstände: er hat sich nur mit K. (Ge
sindel) abgegeben; er hat eine Menge K. (als
minderwertig betrachtetes Kleinvieh) im Stall
kroß /Adj./ norddt. knusperig (1): die Brötchen
sind schön k.
Kröte, die; -,
-n 1. in zahlreichen Arten vorkommen
der, zahnloser Froschlurch mit plumpem Körper,
warziger, drüsenreicher Haut und kurzen Beinen,
durchweg nützlich als Schädlingsvertilger — 2 . umg.
scherzh. freches* naseweises Mädchen: so eine
freche K .!
—
3. /nur im PL/ salopp seine paar,
seine letzten Kröten (sein bißchen Geld) Zusammen
halten; sich ein paar Kröten (ein wenig Geld) ver
dienen
Krücke, die; -,
-n 1. Gerät für Gehbehinderte aus
einem Stab mit einem Griff und einer Vorrichtung
zum Stützen des Körpers unter der Achselhöhle
45*
694
Krückstock — Küche
od. auf dem Unterarm: sich mit Krücken fort
bewegen — 2 . G riff eines Stockes (1.1 .3) od.
Schirmes — 3. salopp femot.f minderwertiger,
schlecht funktionierender Gegenstand: das Radio,
Fahrrad ist mir noch eine alte.K .
Krückstock, der jP l.
- stocke/ Stock (1.1.3) mit
einem rechtwinklig angebrachten Griff, der Behin
derten zum A ufstützen dient
+ das sieht doch ein / Blinder mit K.
Krug, der; -(e)s, Krüge 1. für Flüssigkeiten be
stimmtes, zylindrisches od. bauchiges Gefäß mit
einem od. zwei Henkeln und meist ohne Deckel:
ein tönerner K .; Wein, Bier in einen K. füllen;
ein K. Wein, Bier /als Inhaltsmenge/ — 2. ver
altend landsch.,
bes. norddt. Schenke, Gast
stätte
Kruke, die; -n für Flüssigkeiten bestimmtes, dick
bauchiges Gefäß aus Ton mit einer flaschenähnlichen
Öffnung
Krume, die; -n 1. jo. P l.j oberste (lockere) mit dem
Pflug bearbeitete Schicht des Erdbodens, Acker
krume: die lockere, schwere K. des Ackers — 2.
fvorw. Sg./ das weiche Innere des Brotes: das Brot
hat eine lockere K.
—
3. fvorw. Pl.j kleines, von
einem Stück Backwerk abgebröckeltes T eil: die
Krumen vom Brot
Krümel, der; -s, - 1 , kleines, von einem Stück Back
werk abgebröckeltes T eil: der Tisch lag voller K .;
(> umg, wir haben keinen K. (gar keinen) Zucker
im Hause — 2. umg. scherzh. kleines Kind: na,
du K.!
krümelig fA dj.; nicht adv.f leicht in Krüm el zer
fallend: krümeliger Keks, Kuchen
krümeln jsw. Vb.; hat/ 1. leicht in Krümel zer
fallen: der Keks, Kuchen krümelt sehr — 2. (beim
Essen) Krümel machen: krümle nicht so!
krümlig fA d j.f s. krümelig
krumm fAdj.f 1. von der geraden Linie, Fläche
bogenförmig abweichend, gebogen, verbogen: eine
krumme Linie, Nase, Nadel; ein k. gewachsener
Baum; krumme Beine; k. (mit gekrümmtem
Rücken) sitzen, stehen, liegen; sich k. machen;
eine krumme (gewölbte) Fläche — 2. /nur attr.f
salopp krumme (unrechtmäßige, fragwürdige) Ge
schäfte machen
-f- umg. sich k. und schief (heftig) lachen; jmdn.
k. und lahm (heftig) schlagen; — ein krummes
/ Ding drehen, krumme Dinger machen; keinen
/ Finger k. machen; auf die krumme /* Tour
reisen
krumm|beinig fAdj.f mit krummen Beinen: ein
krummbeiniger alter Mann; er ist k.
krümmen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw.9 sich krumm
machen, beugen: die Finger, den Arm, Rücken k.;
sich vor Lachen, Schmerzen k .; etw. krümmt sich:
das Blech krümmte (bog) sich in der Hitze 1.2.
Math. Phys. eine gekrümmte (gewölbte) Fläche;
der gekrümmte Raum
-J
-
jmdm. kein / Haar, / Härchen k.
Krümmer, der; -s, - Techn. gebogenes Rohrstück:
der K. am Motor
krumm|-linig fAdj.f in krummer Linie verlaufend;
-nehmen fVb.f umg. (jmdm.) etw. übelnehmen: er
hat es ihm sehr krummgenommen, daß er ...
Krümmung, die; -,
- en bogenförmige Abweichung
von der geraden Linie od. Fläche: die K. der
Wirbelsäule; an dieser Stelle macht der Weg, Fluß
eine K .; Math, der Kreis ist eine Kurve mit
konstanter K.
krumpf Textil.|
-arm fAdj.; nicht adv.f kaum ein
laufend (4): krumpfarmer Baumwollstoff; -echt
fA dj.; nicht adv.f nicht einlaufend (4)
krumpfen fsw. Vb.; hat, ist/ Textil. 1. Gewebe,
Garn so behandeln, daß es einläuft (4) (hat): der
Stoff ist gekrumpft worden — 2. einlaufen (4)
(ist): Baumwolle krumpft beim Kochen
Kruppe, die; -,
- n Rücken des Pferdes von der
Lende bis zum Ansatz des Schweifes
Krüppel, der; -s, - durch Mißgestaltung, fehlende
Gliedmaßen od. schwere Verletzungen körperbehin
derter Mensch: er ist durch den Unfall, Krieg zum
K. geworden
krüpp(e)lig fA d j.f mißgestaltet: ein krüppliger
Mensch, Baum
Kruste, die; -,
-n (durch Trockenwerden) hart ge
wordene, spröde Oberfläche von etiv. Weichem : die
K. (Rinde) des Brotes, Bratens; der Schneematsch
hat sich mit einer dünnen K. aus Eis überzogen;
Weinbrandbohnen mit einer K. aus Zucker; dazu
krustig fAdj.f
Kruzifix, auch Kruziffx, das; -es, -e gemalte od.
plastische Darstellung Christi am Kreuz
Krypta, die; -, Krypten [, . y . .] unterirdischer, meist
gewölbter, von Säulen getragener Raum unter dem
östlichen Chor romanischer und gotischer Kirchen,
der als Gruft od. zur Aufbewahrung von Reliquien
dient
Kübel, der; -s, - größeres, meist rundes, oben weit
offenes Gefäß aus Holz od. Metall zum Tragen (mit
Henkeln): ein K. voll Wasser, Abfälle, Asche; den
K. leeren, auskippen, ausgießen
kübeln fsw. Vb.; hat/ salopp bes. Alkohol in reich
lichem M aße trinken: wir haben ganz schön ge
kübelt
Kübelwagen, der geländegängiger, offener Personen
kraftwagen, der meist für militärische Zwecke genutzt
wird
Kubikmeter, au ch Kubikmeter, der, fa ch s p r . das
fAbk. m3/ Volumen von einem Meter Länge, Breite,
Höhe: zwei K. Beton, Sand, Gas
Kubikwurzel, au ch Kubikwurzel, die M ath , dritte
Wurzel aus einer Zahl
Kubikzahl, auch Kubikzahl, die M ath. Zahl, die
die dritte Potenz einer ganzen Zahl darstellt
Kubikzentimeter, a u ch Kubikzentimeter, der,
fachspr. das fAbk. ein3/ Volumen von einem Zenti
meter Länge, Breite, Höhe: die Klasse der Motor
räder bis 125 K. (mit einem Hubraum von 125
Kubikzentimeter)
kubisch fAdj.f 1. mit der Form eines Würfels,
Kubus, würfelförmig: ein Gebäude mit kubischer
Form — 2 . /nicht adv.f Math, eine kubische
Gleichung (Gleichung in dritter Potenz)
Kubjsmus, der; -, /o. Pl.f formalistische Richtung
der spätbürgerl. Malerei und Plastik, bei der die
natürlichen Dinge in kubische, eckige Formen zer
legt und dekorativ nebeneinandergesetzt werden
Kubus, der; -,
-
[..u:s]/Kuben Würfel (1, 3): das
Haus gleicht einem K.
Küche, die; -,
-n 1. für die Herstellung, das Kochen
der Speisen bestimmter, eingerichteter Raum : eine
kleine, geräumige, helle, moderne, gekachelte K .;
eine Wohnung mit zwei Zimmern und K.
—
2.
Möbel für 1: eine neue K. kaufen — 3. fo. Pl.f Art
Kuchen — Kugelstoßen
695
der Zubereitung von Speisen: die Wiener, chinesi
sche K .; diese Gaststätte ist für ihre gute K. be
kannt — 4 . jo. Pl.f umg. Gesamtheit der in 1 einer
Gaststätte, eines Betriebes tätigen Mitarbeiter: die
K. macht heute einen Ausflug
+ warme, kalte K. warme, kalte Gerichte, Speisen:
das Restaurant hat warme und kalte K .;
—
in
Teufels K. kommen
Kuchen, der; -s, - etw. Gebackenes in großem, läng
lichem od. rundem Format, das aus Mehl, Eiern,
Fettigkeiten, Zucker und verschiedenen anderen Zu
taten in mannigfaltiger Weise bereitet wird: ein
frisch gebackener K .; einen K. auf einem Blech,
in einer Form backen; ein Stück (vom) K. ab
schneiden; zur Feier gab es Kaffee und K.
+ sich die Rosinen aus dem K . picken
Kuchen|blech, d«as flaches Blech (mit Rand), auf
dem Kuchen gebacken werden
Küchen|-chef, der Küchen leiter; -einrichtung, die
Einrichtung (3) einer Küche; -fee, die umg.
scherzh. weibliche Person, die in einer Küche bes.
als Köchin beschäftigt ist: sie ist unsere K.
Kuchen) -form, die Backform: etw. in einer K.
backen; -gabel, die kleine Gabel mit drei Zinken,
mit der Kuchen, Torten gegessen werden
Küchen zu Küche 1| -gerät, das (elektrisches)
Gerät, das in der Küche zur Zubereitung von Speisen
und Getränken verwendet wird; -herd, der; -kraut,
das Pflanze, die ganz od. in Teilen, frisch od. ge
trocknet zum Würzen von Speisen verwendet wird
Kuchen|krümel, der
Küchen zu Küche 1| -leiter, der Leiter der Küche
einer Gaststätte od. einer Betriebsküche; -maschine,
die elektrisches Gerät mit der Funktion verschiedener
Küchengeräte; -messer, das kleines spitzes Messer
für Arbeiten in der Küche: mit dem K. Kartoffeln
schälen; -möbel, die fPl.f Möbel für eine Küche;
-personal, das vgl.
- leiter; -schrank, der Schrank
für die Küche, in dem Geschirr, Küchengeräte u. ä.
untergebracht werden
Kuchen) -teig, der; -teller, der großer Teller, auf
dem die Kuchenstücke serviert werden
Küchen) -waage, die in der Küche verwendete kleine
Waage zum Abwiegen der Zutaten; -Zettel, der Zu
sammenstellung dessen, ivas an Speisen gekocht wer
den soll: der tägliche, wöchentliche K.
Kücken, das bes. österr. s. Küken
kuckuck /lautnachahmend für den R uf des
Kuckucksf
Kuckuck, der; -(e)s, -e 1. in zahlreichen Arten vor-
kommender, langschwänziger Vogel, von dem einige
Arten ihre Eier in die Nester artfremder Vögel legen
und von ihnen ausbrüten und die Jungtiere auf-
ziehen lassen: der K. ruft; zum K .! /Ausruf des
Unwillensf — 2. umg. scherzh. Siegel des Gerichts
vollziehers: jmdm. den K. auf die Möbel kleben
(die Möbel pfänden)
-f- jmdn. zum K. (weit fort) wünschen; weiß der
K. (niemand weiß), wann, wer, wie, wo, ob...:
weiß der K., wer das gemacht hat
Kuckucks| -ei, das Ei eines Kuckucks; + jmdm.
ein K. ins Nest legen (jmdm. hinterhältig etw.
Zweifelhaftes, Nachteiliges unterschieben); -ruf, der
Ruf eines Kuckucks; -uhr, die Wanduhr, die die
halben und vollen Stunden durch einen Kuckucks
ruf anzeigt, wobei aus einer Klappe ein kleiner,
nachgebildeter Kuckuck herauskommt
Kuddelmuddel, Kuddelmuddel, der, d as; -s, fo . P l.f
salopp Wirrwarr, Durcheinander: solch ein K .!;
es gab einen mächtigen K .
Kufe, die; -,
- n I. schmale, lange, glatte Vorrich
tung, auf deren unterer Fläche Schlittschuhe,
Schlitten gleiten — II . landsch. größerer Bottich,
bes. zum Keltern, Bierbrauen, in der Textilindustrie
zum Färben, Bleichen
Küfer, der; -s, - 1. Kellermeister — 2. süddt.
Schweiz. Böttcher
Kugel, die; -,
-n 1.1. runder, regelmäßiger Körper,
bei dem alle Punkte der Oberfläche den gleichen Ab
stand von einem bestimmten Punkt, dem Mittel
punkt, haben: eine eiserne, hölzerne, gläserne K .;
das Volumen einer K. berechnen 1.2. 1.1 aus
Metall von bestimmtem Gewicht für das Kugel
stoßen: sie stieß die K. 15 Meter weit 1.8. Gebilde,
das in seiner Form 1.1 annähernd gleichkommt:
eine K. aus Watte, zerknülltem Papier — 2. umg.
Geschoß von Handfeuerwaffen: eine verirrte K.
hatte ihn getroffen; die Kugeln pfiffen, sausten
ihnen um die Ohren; sich eine K. in, durch den
Kopf schießen — 8. Med. Gelenkkopf — 4. fach-
spr. aus der Keule vom geschlachteten Rind,
Schwein geschnittenes Stück Fleisch
- f - umg. eine ruhige K. schieben (sich bei der
Arbeit nicht sehr anstrengen)
Kugel/kugel| -blitz, der elektrisch geladenes, leuch
tendes, kugelförmiges Gebilde, das bei Gewitter auf-
treten kann; -fang, der Aufschüttung od. Mauer
hinter den Schießscheiben eines SchießStandes, die
durchschlagende od. fehlgehende Geschosse auffängt:
mehrere Geschosse schlugen in den K . ; Sandsäcke
als K. benutzen; -fest fAdj.f vgl. kugelsicher;
-förmig fAdj.f in der Form einer Kugel (1.1, 1.3);
-gelenk, das fachspr. Gelenk (1,2), das Drehbewe
gungen nach fast allen Richtungen ermöglicht;
-hagel, der Kugelregen
kugelig fAdj.f kugelförmig: k. zugestutzte Zier
bäume; eine kugelige Lampe
Kugellager, das fP l.
- lager/ Techn. Lager (5), bei
dem im Raum zwischen einem inneren, drehbaren,
meist auf einer Achse sitzenden und einem äußeren,
festen, ringförmigen Teil Stahlkugeln eingesetzt sind,
die die Reibung zwischen dem drehbaren und festen
Teil stark herabsetzen
kugeln fsw. Vb.; ist, hat/ 1. als Kugel (1.1), wie
eine Kugel irgendwohin rollen (ist): der Ball ist
ins Wasser gekugelt; er stürzte und kugelte mir
vor die Füße — 2. (hat) 2.1. etw. durch Schwung
in Bewegung setzen und rollen lassen: Murmeln
über den Boden k. 2.2. die Kinder kugelten
(wälzten) sich im Schnee
+ sich vor / Lachen k.
Kugel/kugel| -regen, der dichter, starker Beschuß;
- rund,
- rund fAdj.f rund wie eine Kugel (1);
-Schreiber, der Schreibgerät mit einer auswechsel
baren, mit einer farbigen Paste gefüllten Mine,
deren Spitze eine kleine, sich beim Schreiben dre
hende Stahlkugel bildet; -segment, das M ath. Seg
ment einer Kugel (1.1); -Sektor, der Math. Sektor
einer Kugel (1.1), bei dem die Schnittfläche den M it
telpunkt erreicht; -sicher fAdj.f sicher, fest gegen
das Durchschlagen von Kugeln (2): kugelsicheres
Glas; eine kugelsichere W este; -stoßen, das; -s,
jo. Pl.j leichtathletische Disziplin, bei der eine Kugel
(1.2) mü der Hand möglichst weitgestoßen werden muß
696
Kuh — kullern
Kuh, die; Kühe 1.1. geschlechtsreifes weibliches
Rindt bes. als M uttertier: eine braune, gescheckte,
schwarzbunte, tragende K .; die Kühe füttern,
melken, auf die Weide treiben; die K . brüllt, kaut
wieder, hat gekalbt; die K. steht trocken (gibt
keine Milch) 1.2. geschlechtsreifes weibliches Tier
bestimmter Großwildarten, bes. als Muttertier — 2.
salopp Schimpfw. dumme, begriffsstutzige weib
liche Person: du blöde K.!
+ salopp dastehen wie die K. vorm neuen Tor
(völlig verdutzt, ratlos sein)
Kuh] -dorf, das umg. jemot. neg.j kleines, ab
gelegenes Dorf; -Baden, der am Boden flach aus
gebreiteter (breiiger) K ot des Rindes; -fuß, der
fachspr. Brechstange, deren unteres Ende leicht
gebogen ist und in zwei kurze Enden ausläuft;
-glocke, die kleine Glocke am Hals weidender Rin
der; -handel, der umg. jemot. neg.l gegenseitiges
Aushandeln von Vorteilen: das war der reinste K .;
-haut, die + salopp das geht auf keine K. (das
ist zuviel, unerhört)!
kühl fAdj./ 1. /als angenehm od. unangenehm
empfunden! mäßig kalt: ein kühler Morgen, Abend,
Sommer; es weht ein kühler Wind; kühle Meeres
luft; ein kühler (angenehm frischer) Trunk; der
Schwimmer stürzte sich in die kühle Flut; kühle
Umschläge machen; im Mai sind die Nächte noch
k.; es ist zu k. für diese Jahreszeit; Speisen k.
aufbewahren; mir ist es k. (ich friere ein wenig) —
2. zurückhaltend und ohne Herzlichkeit: ihr kühles
Wesen stieß mich ab; ein kühler Empfang; sie
verhielt sich ihm gegenüber äußerst k .; jmdn. k.
grüßen — 3. nüchtern, nicht von Gefühlen beein
flußt, nur vom Verstand bestimmt: alles war bei
ihm kühle Berechnung; ihn leitet nur der kühle
Verstand; sachlich und k. urteilen
+ einen kühlen
Kopf bewahren
Kühl] -aggregat, das T ech n. Aggregat, das einem
Medium Wärme entzieht und dadurch Kälte hervor-
ruft; -anlage, die Anlage zum Kühlen, Einfrosten
von Nahrungs-, Genußmitteln
Kuhle, d ie;
-n
norddt. kleinere (grubenartige)
Vertiefung (2): eine tiefe K. graben
Kühle, die; -, jo. P L ; zu kühl/; zu 1: herbstliche
K.
kühlen jsw. Vb.; hat/ etw. k. die Temperatur von
etw. senken, etw. kühl (1) machen: den Wein k.;
gut gekühltes Bier; die Wunde, heiße Stirn (mit
Wasser) k.; <0 seinen Zorn, seine Rachsucht (an
jmdm.) k. (an jmdm. abreagieren)
4- sein / Mütchen an jmdm. k.
Kühler, der; -s, - 1 . Vorrichtung für bestimmte Ver
brennungsmotoren zur Abkühlung der erwärmten
Kühlflüssigkeit: der K. ist leck — 2. Chem.
Techn. bei der Destillation zur Abkühlung und
Kondensation heißer Dämpfe und Gase dienendes
Gerät
Kühler]haube, die Motorhaube
Kühl] -fBissigkeit, die flüssiges Kühlmittel zur
Kühlung bestimmter Verbrennungsmotoren; -haus,
das Gebäude, das mit Kühlanlagen ausgerüstet ist
und zur Lagerung leichtverderblicher Lebensmittel
dient; -kette, die fachspr. vom Einfrosten im
Kühlhaus über den Transport bis zum Verbraucher
reichende ununterbrochene Tiefkühlung bestimmter
Lebensmittel: die K. darf nicht unterbrochen
werden; -mittel, das (flüssiges) Mittel, das bes.
zum Kühlen (erhitzter Maschinenteile) dient; -rippe,
die T echn. lamellenartiges, die Oberfläche des
Motors vergrößerndes und somit zum Kühlen dienen
des Teil luftgekühlter Verbrennungsmotoren; -schiff,
das vgl. Kühlwagen; -schrank, der schrankähn
licher Behälter mit einem Kühlaggregat zum Kühlen,
Kühlhalten von Lebensmitteln, Getränken; -truhe,
die mit einem Kühlaggregat ausgerüsteter, großer,
truhenähnlicher Behälter in der Funktion eines
Kühlschranks
Kühlung, die; -en 1. jo. Pl.j das Kühlen: die K.
des Motors durch Wasser, Luft — 2. Vorrichtung
zum Kühlen, bes. Kühlaggregat: die K. ist aus
gefallen — 3. jo. PL/ er sucht K. (Kühle, um sich
zu erfrischen) im Schatten; der Regen hat etwas
K. (Abkühlung) gebracht
Kühl| -wagen, der mit einer Kühlanlage aus
gestatteter Eisenbahn- od. Lastwagen zum Transport
von Lebensmitteln; -wasser, das /o. PL/ vgl. Kühl
mittel
Kuh zu Kuh 1.11 -milch, die; -mist, der
kühn \Adj.\ 1.1. unerschrocken, voller M ut Riskan
tes wagend: kühne Forscher, Seefahrer, Entdecker;
k. und tatkräftig zu Werke gehen 1.2 . die gewöhn
lichen Schranken, Vorstellungen überschreitend (und
zukunftsweisend): er hatte kühne Ideen; eine
kühne Hypothese vertreten; seine dichterischen
Visionen weisen k. über ihre Zeit hinaus; der Neu
bau zeichnet sich durch eine k. entworfene Kon
struktion aus 1.3 . das ist eine recht kühne (ge
wagte) Behauptung; das hätte ich in meinen kühn
sten Träumen nicht für möglich gehalten; dazu
Kühnheit, die; -, jo. PL/; zu 1.1: K. zeigen, auf
bringen; zu 1.2: die K. seiner Ideen
Kuh/kuh zu Kuh 1.1] -stall, der; -warm /Adj.;
nicht adv. /: die Milch ist noch k, (frisch gemolken
und der Körpertemperatur der Kuh entsprechend
warm)
kujonieren jsw. Vb.; hat/ veraltend umg. jmdn.
schikanieren: wir lassen uns von ihm nicht k.
Küken, das; -s, - 1. Junges vom Geflügel, bes. vom
Huhn: das K. ist aus dem Ei geschlüpft — 2.
umg., vorw. spött. junges Mädchen
kulant /Adj./ entgegenkommend, gefällig, bes. in
geschäftlichen Angelegenheiten: er war k. und zu
vorkommend; dazu Kulanz, die; -, jo. PL/
Kuli, der; -s, -s rücksichtslos, aufs äußerste aus-
gebeuteter Arbeiter in den noch imp. beherrschten
Ländern Ostasiens und Ozeaniens
kulinarisch /Adj.; vorw. attr.j die besonders gute
Kochkunst betreffend: kulinarische Genüsse
Kulisse, die; -,
-n 1. (verschiebbares) flächiges be
maltes Teil der Ausstattung einer Bühne, mit der Ort
und Beschaffenheit einer Szene verdeutlicht werden:
Kulissen entwerfen, aufbauen, in der Pause aus
wechseln; O das ist doch alles nur K. (Vor
täuschung) — 2. etw.,
das den Hintergrund, den
Rahmen eines Vorgangs ausmacht: 60000 Zu
schauer bildeten bei dem Länderspiel eine laut
starke K.
-f- einen
Blick hinter die Kulissen werfen
Kuller, d ie ; -,
-n landsch. kleine Kugel (1.1),
Murmel
Kuller|augen, die jPl.f umg. scherzh. große runde
Augen: eine Puppe mit K.; seine K, aufreißen
kullern jsw. Vb.; ist, hat/ umg. 1. (geräuschvoll)
langsam irgendwohin rollen, kugeln (ist): Geld-
stücke, Äpfel sind auf den Boden, unter den Tisch
gekullert; Tränen kullerten ihr über das Gesicht
—
2. etw. mit Schwung in Bewegung setzen und
(geräuschvoll) rollen lassen (hat): Murmeln über
den Boden k.
—
3. (hat) mit den Augen k. (mit
den Augen rollen)
Kulmination, die; -en 1. das Kulminieren (1) —
2. Astron. Zeitpunkt, in dem ein Gestirn bei seiner
täglichen scheinbaren Bewegung am Himmel für den
Beobachter seine größte Höhe od. Tiefe hat
Kulminationsjpunkt, der /PL -e/ Astro n . Ort der
größten Höhe od. Tiefe eines Gestirns am Himmels
gewölbe
kulminieren jsw . Vb.; hat/ 1. etw. kulminiert in
etw. etw. gipfelt in etw.: die Untersuchungen kul
minierten in der Feststellung, daß ...
—
2.
Astron. ein Gestirn kulminiert (steht im Kulmi
nationspunkt)
Kult, der; -(e)s, -e 1. in bestimmter Form gemein
schaftlich vollzogene religiöse Verehrung vermeint
licher überirdischer Mächte, W esen: ein heidnischer
K.; der K. der christlichen Kirchen — 2. fin der
Verbindung! (einen) K. mit jmdm., etw. treiben
jmdn.,
etw. übertrieben verehren (1.1.1), wie eine
Art Abgott behandeln: mit ihrem Auto, diesem
Star treiben sie einen richtigen K .
Kulthandlung, die kultische Handlung
kultisch /Adj./ den Kult (1) betreffend, zum Kult
gehörend: kultische Verehrung, Handlungen, Ri
ten
kultivieren /sw. V b.; hat; / auch kultiviert/
[, . v . .] 1. Land urbar machen: den Boden, das
Moor, Sümpfe k.
—
2, Landw. Forstw. Pflanzen
züchten, anbauen und pflegen: Champignons k.;
Meerrettich wächst wild, wird aber auch kultiviert
—
3. etw. sorgsam pflegen und geistig, sittlich ver
fein e r n : eine Bekanntschaft, Freundschaft, sein
Benehmen k.
kultiviert /Adj.; / auch kultivieren 3/ [..v . .] von
einem hohen Niveau der Kultur (2) zeugend: eine
kultivierte Ausdrucksweise, Lebensart haben; ein
kultivierter Mensch; sich k. kleiden, benehmen
Kult|Stätte, die Stätte für Kulthandlungen: eine
antike K.
Kultur, die; -,
-en 1.1. /o. PI./ Gesamtheit der von
der Menschheit im Prozeß ihrer Auseinandersetzung
mit der Umwelt und ihrer Gestaltung, im Prozeß
ihrer Arbeit geschaffenen und ihrer Höherentwick
lung dienenden materiellen, bes. aber der geistigen,
künstlerischen und moralischen Werke und Werte,
die historisch den jeweils erreichten Grad der mensch
lichen Herrschaft über objektive Prozesse in N atur
und Gesellschaft widerspiegeln: die materielle,
geistige K .; die Geschichte, Grundlage der mensch
lichen K .; ein Land mit einer hochentwickelten
K . ; die K. fördern, weiterentwickeln, verbreiten
1.2 . der jeweils erreichte Grad von 1.1 bei bestimmten
Völkern, in bestimmten Epochen: eine alte K .; die
antiken, orientalischen Kulturen; verschollene,
versunkene Kulturen; die primitiven Kulturen
der Frühzeit; die sozialistische K .; die K . des
alten China, der Ägypter, der Goethezeit; /D D R /
das Ministerium, der Minister für K .
—
2. jo. PL/
Pflege einzelner Lebensgebiete im Sinne von 1.1:
die K. des Wohnens, Essens; er hat K., ist ein
Mensch von, mit K. (kultivierter Lebensart) — 3 .
Landw. Bebauung, Bearbeitung des Bodens: die
K. des Bodens muß verbessert werden; Ödland
in K. nehmen (urbar machen) — 4. Landw.
Forstw. 4.1. jo. PL/ Anbau und Pflege von Pflan
zen : dieser Boden ist zur K. von Erdbeeren ge
eignet; die K. (Zucht) von Rosen betreiben 4.2 .
angebaute Pflanzen : dieser Boden ist für anspruchs
volle Kulturen geeignet; eine K. Fichten (junger,
auf künstlichem Wege begründeter Bestand Fich
ten) — 5. Biol. in flüssigen od. auf festen Nähr
böden gezüchtete Mikroorganismen, Zellen od. ge
züchtetes Gewebe: eine K. ansetzen
Kultur|-abgabe, die /in der DDR/ minimaler A uf
preis auf Eintrittskarten für kulturelle Veranstal
tungen, der zur Förderung des kulturellen Lebens
verwendet wird; -abkommen, das zweiseitiges A b
kommen zwischen Staaten über den Kulturaus
tausch; -austausch, der zwischen Staaten verein
barter Austausch, vereinbarte Zusammenarbeit auf
kulturellem Gebiet; -beutel, der kleine Tasche für
die Toilettenartikel (des Reisegepäcks); -boden, der
fachspr. landwirtschaftlich nutzbar gemachter
Boden; -bund, der jo. PL/ Organisation der DDR
zur Förderung.und Pflege der (nationalen) Kultur:
der K. der DDR; -denkmal, das Zeugnis der
Kultur einer vergangenen Epoche, bes. Gebäude,
dem besondere Pflege und besonderer Schutz zu
gewandt wird
kulturell /Adj.; nicht präd./ die Kultur (1) be
treffend: das kulturelle Leben; der kulturelle Fort
schritt; eine kulturelle (der Pflege der geistigen
Kultur dienende) Veranstaltung; die kulturelle
Entwicklung; das kulturelle Erbe (Kulturerbe)
pflegen, erhalten; er ist k. interessiert
Kultur/kulturj -ensemble, das /in d er D D R /
Ensemble von Berufs- od. Laienkünstlern, das bes.
Volksmusik und -tanz pflegt; -erbe, das das über
lieferte Kulturgut (1), bes. soweit es in der Gegen
wart noch im Sinn des Fortschritts wirksam werden
kann; -flüchter, der; -s, - Biol. Tier- od. Pflanzen
art, die aus einer Kulturlandschaft verschwindet,
weil sie sich den veränderten Lebensbedingungen
nicht anpassen kann; -fonds, der /in der DDR/
Fonds zur Finanzierung von Maßnahmen, die der
Förderung des kulturellen Lebens dienen; -ge-
schichte, die 1. jo. PL/ Geschichte der Kultur (1):
die K. der Menschheit — 2. Werk über 1: eine
interessante K .; zu 1 -geschichtlich /Adj.; nicht
präd./; -gruppe, die /in der DDR/ Gruppe von
Laienkünstlern; -gut, das 1. jo. Pl.j Gesamtheit der
kulturellen Werke und Werte (eines Volkes, einer
Klasse, Epoche) — 2. einzelnes Werk von kultu
rellem Wert; -haus, das /in der DDR/ Gebäude zur
Pflege und Förderung des geistig-kulturellen Lebens
der Werktätigen in Betrieben und Wohngebieten;
-historisch /Adj.; nicht präd./ kulturgeschichtlich;
-land, das jo. PL/ fachspr. Kulturboden; -land-
schaft, die fachspr. durch menschliche Arbeit ver
änderte od. von menschlicher Arbeit geprägte Land
schaft; -los /Adj./ ohne kulturelle Interessen, kultu
rell niveaulos: er ist ein kulturloser Mensch; -ob-
mann, der /in der DDR/ gewählter Funktionär für
die kulturellen Belange in einer Gewerkschafts
gruppe ; -pflanze, die aus ursprünglich wildwachsen
den Formen gezüchtete, für die menschliche Nutzung
angebaute Pflanze; -politik, die /o. PL/ Gesamtheit
der die kulturellen Aktivitäten bestimmenden p oli
tischen Grundsätze, Maßnahmen und Zielstellungen
Kulmination — Kulturpolitik
697
698
kulturpolitisch — Kundenbuch
eines Staates, einer Klasse, ihrer Parteien), Organi
sationen: die sozialistische K .; die K. der Regie
rung; dazu -politisch /A d jn ich t präd.j: kultur
politische Ziele, Grundsätze; -raum, der jin der
DDR/ großer Raum in einem Betrieb für kulturelle
Veranstaltungen; -reyolution, die: die sozialistische
K. (als Bestandteil der soz. Revolution sich voll
ziehender Prozeß der Aneignung des für die Gestal
tung des Soz. notwendigen kulturellen Niveaus
durch die Werktätigen, der Umgestaltung der Lebens
weise und Entwicklung der Persönlichkeit als Revo
lution bes. auf den Gebieten von Ideologie, Bildung
und Kultur, Herausbildung einer soz. K ultur);
-schaffende, der; -n, -n fvorw. Pl.\ jmd., der auf
kulturellem, bes. künstlerischem Gebiet tätig ist;
-stufe, die Stufe, Grad der jeweils erreichten K ultur
(l.i) eines Volkes; -« und Sozialfonds, der Fonds
in soz. Betrieben zur Finanzierung kultureller Be
lange und sozialer Leistungen: für etw. Geld aus
dem K. zur Verfügung stellen, bekommen; -voll
/Adj./ reich an K ultur (1, 2): k. leben; kulturvolle
Freizeitgestaltung; -Wissenschaft, die W isse n
schaft, die sich mit den Gesetzmäßigkeiten, B e
dingungen und Formen der Kultur (1) befaßt
Kultus, der; -, Kulte s. Kult (1)
Kümmel, der; -s, - 1, \o. Pl.j Doldengewächs mit
weißen bis rosa Blüten und länglichen graubraunen,
ätherisches öl enthaltenden Samenkörnern — 2.
Io. Pl.j als Gewürz verwendete Samenkörner von 1:
Käse, Wurst mit K. würzen — 3. /bei Mengen
angabe PI. Kümmel/ mit 2 od. mit einem Zusatz
von Kümmelöl hergestellter Branntwein: Herr Ober,
bitte zwei K .!
Kümmel| -brot, das mit Kümmel gewürztes Brot;
-käse, der vgl.
-brot; -öl, dasjo. Pl.j aus Kümmel
(2) gewonnenes ätherisches Öl; -schnaps, der jo. PI./
Kümmel (3)
Kummer, der; -s, /o. Pl.j psychischer Schmerz,
Gram: ein nagender, großer K .; jmd. hat K .;
jmdm. K . bereiten, ersparen; jmds. Gesicht drückt
K. aus; vor K. (über etw., jmdn.) krank werden,
fast vergehen; das macht mir wenig K. (erregt
mich wenig); das ist mein geringster K. (macht
mir am wenigsten Sorge); umg. wir sind an K.
gewöhnt (das macht uns nicht viel aus, solchen
Ärger kennen wir); zu meinem größten K. (Be
dauern) kann ich nicht kommen
Kummer|falte, die jvorw. Pl.j tiefe Falte im Ge'
sicht, die ständigem Kummer zugeschrieben wird:
jmd. hat Kummerfalten
kümmerlich /Adj./ 1, armselig, dürftig: k.,
in
kümmerlichen Verhältnissen leben; er hatte nur
ein paar kümmerliche Habseligkeiten in der
Schublade; sein Leben k. fristen — 2 . gering,
kärglich, nicht ausreichend: sie arbeiteten für einen
kümmerlichen Lohn; eine kümmerliche Ausbeute;
ein kümmerliches Ergebnis; kümmerliche Reste
von einer Mahlzeit; seine Leistungen waren k.
(mangelhaft) — 3 . schwach entwickelt, schwächlich:
hier wachsen nur kümmerliche Sträucher; ein
Mann von kümmerlicher Gestalt
Kümmerling, der; -s, -e schwächlicher, kränklicher
(und in der Entwicklung zurückgebliebener) Mensch:
er ist ein K.
kümmern /sw. Vb.; hat/ LI. sich um jmdn., etw.
k. 1.1. das Nötige und Mögliche für jmdn.,
etiv.
tun. (aus Hilfsbereitschaft) für jmdn., etw. sorgen:
sich um die Gaste, einen Kranken, Verletzten,
den Haushalt k.; er kümmerte sich während der
Abwesenheit der Eltern um die Kinder seines
Freundes; sich um jmds. Gepäck k .; kümmere
dich darum, daß alles klappt; ich muß mich um
alles k.! 1.2. sich mit etw.,
jmdm. befassen, be
schäftigen: darum kümmert er sich nie; kümmere
dich um deine (eigenen) Angelegenheiten; ich
werde mich schon noch um ihn k.
—
2. /oft ver
neint od. fragend/ etw., jmd. berührt (3) jmdn.: was
kümmert mich der Klatsch?; das soll mich wenig
k.; was kümmert’s mich, d aß ...?; das braucht
dich nicht zu k.
—
II. /von Pflanzen, Tieren/ in
der Entwicklung Zurückbleiben, schlecht gedeihen:
die Pflanze kümmert in dem zu kleinen Topf;
seit seiner Verletzung kümmert das Tier
Kümmernis, d ie ; - ,
-se geh. etw., das jmdm. etwas
Kummer macht: jmdm. seine Kümmernisse er
zählen
Kummer/kummer| -speck, der umg. scherzh.
Fettleibigkeit durch gesteigerte Nahrungsaufnähme,
die ungemeisterten psychischen Belastungen zu
geschrieben w ird; -voll /Adj./: jmdn. k . ansehen
Kummet, das; -s, -e s. Kumt
Kümo, das; -s, -s /Kurzw. für Küstenmotorschiff/
s. Küstenmotorschiff
Kumpan, der; -s, -e veraltend umg.jvorw. emot.
neg./ 1. Gefährte: er zog mit seinen Kumpanen
von einer Kneipe zur anderen — 2 . Mittäter,
Helfershelfer: die Diebe hatten ihn zu ihrem K.
gemacht
Kumpanei, die; -, jo. Pl.j veraltend umg. jvorw.
emot. neg.j 1. Gruppe zusammenhaltender Gefährten:
die ganze K. war wieder beisammen — 2. du
mußt deine K. (deinen vertraulichen Umgang) mit
diesen Kerlen aufgeben
Kumpel, der; -s,
- /umg.
-s 1. Bergmann — 2.
umg. Arbeitskollege und’ Freund (1.1): das ist ein
alter K. von mir
Kumt, das; -(e)s, -e um den Hals des Pferdes ge
legter, gepolsterter Teil des Geschirrs
Kumulus, der; -, Kumuli Meteor. Haufenwolke
Kumulusjwolke, die K um ulus
kündbar /Adj./: ein kündbares Darlehen (D a r
lehen, das gekündigt werden kann); die Hypothek
ist nach drei Jahren k.
1Kunde, der; -n, -n 1. jmd.,
der (regelmäßig) in
einem Geschäft, einer Verkaufseinrichtung etw.
kauft, bei jmdm., einer Handelseinrichtung etw. in
Auftrag gibt od. eine Dienstleistung in Anspruch
nim mt: ein guter, alter, fester K .; die Kunden
bedienen; Dienst am Kunden (dem Kunden er
wiesene Aufmerksamkeit, Gefälligkeit); einen
Stamm, festen Kreis von Kunden haben — 2*
umg. /emot./ Bursche, Kerl: ein schlauer, übler»
windiger K .; wer hätte das diesem alten Kunden
zugetraut
2Kunde, die; -,
-n jvorw. Sg .j geh. Nachricht (1):
jmdm. K . von etw., jmdm. geben; K. von jmdm.,
etw. haben; sie brachte eine schlechte K .; die
K. von seinem Tod verbreitete sich schnell
künden, kündete, hat gekündet geh. etw. kündet
von etw.: die Ruinen k. (geben 2Kunde) von ver
gangener Pracht
Kunden zu 1Kunde 1| -beratung, die Beratung des
Kunden für den, beim Einkauf; -buch, das für
Kunden ausliegendes Buch zum Einträgen von
Kundendienst — Kunstgenuß
699
Wünschen, Beschwerden; -dienst, der 1. jo. PL/
Leistungen, die einem Kunden erwiesen werden,
um ihm den Einkauf zu erleichtern und die Waren
zur Nutzung bereitzumachen: Lieferung von Waren
frei Haus gehört zum K .
—
2. Einrichtung od.
Personen, die für die Montage, Wartung technischer
Geräte (für den Haushalt) zuständig sind; -kreis,
der Kundschaft (LI): ein kleiner, großer K .; den
K. zu erweitern suchen; -material, das fo. P l.j
vom Kunden geliefertes Material, aus dem etw. für
ihn hergestellt wird: der Goldring ist aus K. her
gestellt; -Werbung, die Werbung von Kunden;
- wünsch, der: Kundenwünsche berücksichtigen
kundgeben fVb.j geh. etw. mitteilen (1): er gab
seine Absicht kund, hat seine Absicht kund
gegeben
Kundgebung, d ie;
- en 1. als Zusammenkunft
vieler M enschen gestaltete große öffentliche politische
Veranstaltung, meist unter freiem Himmel, bei der
die Teilnehmer ihren Willen, ihre Meinung zum
Ausdruck bringen: eine K. auf dem Platz vor dem
Rathaus, für den Frieden; eine K. veranstalten;
zur K. gehen; an einer K. teilnehmen — 2. ver
altend geh. Äußerung, Mitteilung: daskann man
als die K . seines Willens, seiner Freude auffassen
kundig fAdj.l sachverständig, 2erfahren, etw. B e
stimmtes gut kennend: ein kundiger Bergführer;
davon wissen nur wenige Kundige; ve raltend
wir waren des Weges nicht k. (kannten den Weg
nidht)
kündigen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . sein Arbeitsrechtsver
hältnis od. j ein vertragliches Verhältnis lösen, als
beendet erklären: unsere Sekretärin hat, zum Jahres
ende gekündigt; der Untermieter hat gekündigt
1.2 . jmdm. k. jmds. Arbeitsrechtsverhältnis od. ein
vertragliches Verhältnis als beendet erklären: der
Betrieb mußte ihm unter diesen Umständen k.;
nach dem Vorfall wurde ihm gekündigt; der
Wohnungsinhaber kündigte seinem Untermieter;
(jmdm.) etw. k .: (jmdm.) einen Kredit k.; einen
Vertrag k.; O jmdm. die Freundschaft k.
Kündigung, die;
- en 1. Lösung eines Arbeits
rechtsverhältnisses od. eines vertraglichen Verhält
nisses durch einseitige Erklärung eines Vertrags
partners: jmdm. die K. aussprechen; eine frist
gemäße K .; die K. eines (Miet)vertrages, der
Wohnung — 2 . Kündigungsfrist: eine Anstellung,
ein Vertrag mit vierteljähriger K.
Kündigung» zu Kündigung 1| -frist, die Jur. ver
einbarter Zeitraum zwischen dem Aussprechen und
dem Wirksamwerden einer Kündigung; -schreiben,
das; -schütz, der Jur. durch gesetzliche Bestimmun
gen festgelegter Schutz vor Kündigung: Schwangere
haben K.
Kundin, die; -nen jzu xKunde 1/
kundmachen fVbJ iandsch.,
bes. österr. etw.
öffentlich bekanntmachen; dazu Kundmachung, die;
-,
-en
Kundschaft, die; -,
-en 1.1. fvorw. Sg .f Gesamtheit
von 1Kunden (1): die K. gut bedienen, zufrieden
stellen; es ist K. (es ist ein Kunde, sind Kunden)
da — 2. österr. Käufer, 1Kunde (1) — II. Er
kundung: jmdn. auf K. ausschicken, senden
Kundschafter, der; -s, - 1. fDDRf jmd., der zum
Schutz des soz. Staates politische, militärische Ge
heimnisse und Ziele des imperial. Gegners auskund
schaftet: er arbeitete im zweiten Weltkrieg als K .
für die Sowjetunion — 2. jmd., der etw. erkundet,
auskundschaftet: die Indianer sandten K. aus
kundtun fVb.f geh. (jmdm.) etw. bekanntgeben:
seine Absicht k.
künftig /Adj.; nicht präd.f 1.1. /nur attr./ in Zu
kunft eintretend od. vorhanden: mein künftiger
Beruf, Wohnort; künftige Generationen, Zeiten;
die künftige Entwicklung 1.2. fadv.f er versprach,
k. (in Zukunft, von nun an) besser aufzupassen;
er wird auch k. (fernerhin, weiterhin) mitarbeiten
künftighin /Adv.) in Zukunft: das wird k. anders
werden
Kunst, die; -, Künste 1. spezifische Art der prak
tischen schöpferischen Aneignung der objektiven
Wirklichkeit auf der Grundlage ihrer geistigen und
moralischen Durchdringung und Deutung durch den
Menschen in bestimmten Werken, bes. der Malerei,
Bildhauerei, Literatur und Musik und deren Wider
spiegelung auf spezifisch ästhetische Weise: die
antike, mittelalterliche, klassische, sozialistische
K .; die angewandte, darstellende, graphische,
bildende K .; die K. der Griechen, Gegenwart; K.
und Wissenschaft; ein Freund, Verehrer der K .;
die K. lieben, fördern; im Museum findet eine
Ausstellung orientalischer K. (K u n s tw er k e) statt
—
2. (meisterhaft entwickeltes) Können, erworbene
Fertigkeit, Geschicklichkeit auf einem bestimmten
Gebiet: hier kam alle ärztliche K . zu spät; die K.
des Fechtens, der Holzschnitzerei; die K. zu lesen,
schreiben; umg. zeig mal deine K. (zeig mal, was
du kannst)"*; sie wandte alle Künste der Überre
dung, Verführung, Intrige an; er ließ alle seine
Künste spielen (setzte alles ein, was er konnte),
um sie für sich zu gewinnen — 3. fo. Pl.j etw.
künstlich Geschaffenes, nicht natürlich Gewachsenes:
das ist nicht echt, das ist nur K.
+ umg. eine brotlose K. (Arbeit, bes. künstlerische
Tätigkeit, bei der man wenig verdient); das ist keine
K. (das ist einfach, kann jeder); was macht die K.
(wie geht es)?; mit seiner K. am Ende sein (nicht
weiter wissen); — nach allen / Regeln der K.
Kunst/kunst| -ausstellung, die Ausstellung von
Werken der bildenden Kunst; -begeistert /Adj.j sehr
an Kunst (1) interessiert: er, sie ist k.; kunst
begeisterte Zuschauer; -darm, der synthetisch her
gestellte Hülle für Wurst; -denkmal, das Bauwerk,
Plastik von künstlerischem und historischem W ert;
-dünger, der durch chemische Verfahren gewonnener
Dünger (aus Mineralien); -eis, das jo. Pl.j durch
Einfrieren von Wasser mit Hilfe von Kältemaschinen
hergestelltes Eis (1); -eisbahn, die aus Kunsteis be
stehende Eisbahn; -erzieher, der jDDBj Lehrer für
Kunsterziehung; -erziehung, die jDDBj Vermitt
lung von Grundwissen bes. über bildende Kunst (1),
bes. als Unterrichtsfach an Schulen; -faser, die
Chemiefaser: Textilien aus Kunstfasern; -fehler,
der umg. Fehler bes. eines Arztes, Apothekers, einer
Hebamme in Ausübung ihres Berufes; -fertigJAdj.)
handwerklich geschickt: etw. k. zusammensetzen,
gestalten; dazu -fertigkeit, die jo. P l.j: die K. des
Schnitzers, der Frau beim Sticken; -flug, der
jo. Pl.j sportliche Disziplin, bei der mit Motor- od.
Segelflugzeugen schwierige Bewegungen und Figuren
ausgeführt werden; -freund, der Kunstliebhaber;
-gattung, die; -gegenständ, der künstlerisch gestal
teter Gegenstand als Werk (1.3.2) der bildenden
K u n st; -genuß, der: die Kunstausstellung, das
700
kunstgerecht — Kunststück
Konzert war ein echter K. (war künstlerisch so
wertvoll, daß es für den Betrachter, Besucher ein
Genuß war); -gerecht /Adj.j nach den Regeln einer
Kunst (2), eines Handwerks, fachmännisch: eine
Arbeit k. ausführen; einen Gegenstand k. zu-
sammensetzen; „eine Wunde k. verbinden; eine
kunstgerechte Übersetzung; -geschichte, die 1.
jo. PLJ Geschichte der Entwicklung und der Epochen
der bildenden Kunst: das Werk dieses Malers
nimmt einen hervorragenden Platz in der K. ein
—
2. er hat eine K. (Werk über 1) geschrieben;
zu 1 -geschichtlich jAdj.; nicht präd.j: eine kunst
geschichtliche Betrachtung; -gewerbe, das jo, P L j
die (serienmäßige) Herstellung und der erwerbs
mäßige Vertrieb von schmückenden Gegenständen
und Gebrauchsgegenständen zur Befriedigung der
ästhetischen Bedürfnisse; dazu -gewerbler, der; -s,
-,
-gewerblerin, die;
- nen, -gewerblich /A d j.j :
kunstgewerbliche Artikel; kunstgewerblicher
Schmuck; -griff, der 1. fachmännischer, geschickter
Handgriff, bei dessen Beherrschung sich etw.
Schwieriges bewältigen läßt — 2. raffinierter T rick
(1.1): ein raffinierter, unerlaubter K .;
- handel, der
Handel mit Kunstgegenständen: der staatliche K.
der DDR.; dazu -händler, der u.
-handlung, die;
-handwerk, das jo. P l.f vorwiegend handwerkliche
Herstellung von Gegenständen fü r den Gebrauch, als
Schmuck, zur Ausstattung von Räumen, bei der vom
Entwurf bis zur endgültigen Ausführung alles in
einer Hand liegt; dazu -handwerker, der u.
-hand
werklich /Adj,; nicht präd./: kunsthandwerkliche
Erzeugnisse; -harz, das dem Harz ähnlicher Kunst
stoff: etw. ist aus K .; etw. aus K. herstellen;
-historiker, der Wissenschaftler, Kenner auf dem
Gebiet der Kunstgeschichte (1).; dazu -historisch
jAdj.; nicht präd.j; -honig, der gelb wie Honig
aussehendes Nahrungsmittel aus Zucker mit Zusatz
von Aroma und Farbstoffen; -kenner, der: er ist
ein K.;
-kritik, die jo. PL/ kritische Auseinander
setzung mit Werken bes. der zeitgenössischen bilden
den Kunst: ein Experte auf dem Gebiet der K .;
dazu -kritiker, der: ein bekannter K .;
- leder, das
chemisch hergestellter, dem Leder in Aussehen und
Eigenschaften ähnlicher W erkstoff: Schuhe, eine
Tasche aus K.
Künstler, der; -s, - 1.1. jmd., der (beruflich) Kunst
werke schafft, Schöpfer von Kunstwerken: ein bilden
der, freischaffender, ausübender K .; das Gemälde
eines unbekannten Künstlers 1.2. jmd., der beruf
lich Werke der darstellenden Kunst od. der Musik
künstlerisch interpretiert: ein darstellender K .; für
die Festaufführung konnte eine Reihe namhafter
K. aus der W elt der Oper und des Balletts ge
wonnen werden; der K. erhielt ein Engagement
beim Theater, Film; der Auftritt des Künstlers
war ein großer Erfolg — 2. jmd., der auf einem
bestimmten Gebiet außergewöhnliche Fertigkeit, Ge
schicklichkeit erlangt hat: er ist ein K. in seinem
Fach, seines Faches, im Kartenspielen; dazu
Künstlerin, die; -nen
künstlerisch /Adj.; nicht präd.j der Kunst (1) od.
dem Künstler gemäß, die Kunst od. den Künstler
betreffend: die künstlerische Arbeit, Verantwor
tung; künstlerische Gestaltungsmittel, Ausdrucks
form en; eine künstlerische Aussage, Eigenart;
seine künstlerische.Begabung, Fähigkeit; er steht
auf der Höhe seiner künstlerischen Reife; die
künstlerische Leitung des Theaters; er ist k. be
gabt; ein k. wertvoller Film
Künstler|-name, der Pseudonym eines Künstlers
(lj; -pech, das jo. Pl.f umg. scherzh. kleines
M ißgeschick: daß ihm der Teller dabei zerbrach
war K.
Künstlerschaft, die; -, jo. Pl.j 1. Gesamtheit der,
aller Künstler (1) — 2. Künstlertum
Künstlertum, das; -s, jo. Pl.j Wesen, Art, das
Können eines Künstlers (1): sein überragendes K.
künstlich jAdj.j 1. vom Menschen der Natur, dem
natürlichen Vorgang nachgeschaffen, nicht natürlich:
künstliche Blumen, Edelsteine; Stoffe, Gewebe
aus künstlichen Fasern; bei künstlichem Licht
arbeiten; ein künstliches Gebiß, Auge; die künst
liche Beatmung, Befruchtung; die künstliche
Niere (Gerät, das die Funktion der Niere ersetzt);
einen Kranken k. ernähren — 2.1. gekünstelt, un
natürlich, gezwungen: seine künstliche Heiterkeit;
sein Lächeln, seine Ruhe wirkte k. 2.2. einem
natürlichen Verlauf, Zustand absichtlich, bewußt
entgegenwirkend: ein Verfahren k. in die Länge
ziehen; sich k. (unnötig) aufregen
Kunst/kunst| -liebhaber, der Liebhaber der K unst
(1); -lied, das von einem namentlich bekannten
Komponisten komponiertes, meist strophig gebautes
od. durchkomponiertes Lied; -los jAdj./ schlicht und
einfach in der Ausführung, nicht künstlerisch ge
staltet; -maler, der Künstler (1.1) auf dem Gebiet
der Malerei; -pause, die (unbeabsichtigte Pause bei
einem Vortrag (zur Erzielung einer bestimmten
W irku n g): er wußte effektvolle Kunstpausen in
seinen Vortrag einzubauen; eine ungewollte K .;
-preis, der Preis (ii.i), der für ausgezeichnete
künstlerische Leistungen vergeben wird: der K. der
DDR, des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes;
-produkt, das 1. Produkt der Kunst (1) — 2. künst
liches (1) Produkt; -reiter, der Zirkus Reiter, der
akrobatische Kunststücke auf, mit dem Pferd vor
führt; -richtung, die Entwicklungsrichtung in der
Kunst (1); -Sammler, der Kunstliebhaber, der
Kunstgegenstände sammelt; -Sammlung, die Samm
lung von Kunstgegenständen; -schaffen, das künst
lerisches Schaffen: das zeitgenössische K .;
- s chätz,
der sehr wertvoller Kunstgegenstand: die Kunst
schätze des Museums; -Schmied, der K u n s th a n d
werker für Schmiedearbeiten; -schwimmen, das
sportliche Disziplin, bei der ausschließlich Schwim
merinnen in Gruppen zu Musik schwimmend be
stimmte Figuren darstellen; -Seide, die veraltend
chemisch hergestellte, der Naturseide ähnliche Seide;
-sinn, der jo. Pl.j Kunstverständnis; dazu -sinnig
jAdj.j kunstverständig; -springen, das; -s, /o. Pl.j
sportliche Disziplin, bei der kunstvolle Sprünge vom
Sprungbrett, Sprungturm in das Wasser ausgeführt
werden; -stein, der jo. Pl.j Bauw. bild. Kunst
aus zermahlenem Gestein und verschiedenen Binde
mitteln hergestellter künstlicher Stein, der in Aus«
sehen und Eigenschaften Naturstein sehr ähnlich
ist: eine Grabeinfassung aus K .;
-Stoff, der synthe
tischer W erkstoff: eine Schüssel, Tür, Folie aus K .;
organische, anorganische Kunststoffe; -stopfen
jVb.; vorw. im Inf. u . Part. Prät.j schadhaftes
Gewebe mit Fäden desselben Gewebes so stopfen, daß
die ausgebesserte Stelle nicht zu sehen ist; -stück,
das jPl.
- e/ Leistung, deren Ausführung eine
besondere Geschicklichkeit, ein besonderes Können
Kunstverstand — Kuratel
701
<erfordert, bes. Vorführung eines Akrobaten, Zauber
künstlers, einer Dressur: der Artist führte seine
akrobatischen, waghalsigen Kunststücke vo r; er
hatte den Hunden eine Menge Kunststücke bei
gebracht; O er brachte das K. fertig (besaß soviel
Geschicklichkeit), uns zu überreden; -f* um g. das
ist doch kein K. (das ist einfach, kann jeder)!;
- verstand, der Kunstverständnis; dazu -verständig
jAdj.f Kunstverständnis besitzend: ein kunstver
ständiger junger Mensch; -Verständnis, das W issen
von der Kunst (1), Verständnis, Sinn für die Kunst:
er hat, besitzt großes K .;
-voll /Adj.f mit großer
K u n s t (1, 2) gestaltet: kunstvolle Schnitzereien,
Keramiken; ein k. geschmiedetes Eisentor; eine
kunstvolle Frisur; eine k. garnierte Platte; -w erk,
das 1.1. Werk der Kunst (1): ein dichterisches,
dramatisches K .; die antiken Kunstwerke 1.2 . die
Torte zu seinem 50. Geburtstag war wirklich ein
K. (zeugte von großer Kunstfertigkeit); -wert, der
1. /o. PL/ künstlerischer Wert eines Werkes der
Kunst (1) — 2. fvorw. PL/ wertvoller Kunstgegen
stand: die Schatzkammer war mit Kunstwerten
angefüllt; -Wissenschaft, die fo. Pl.f Wissenschaft
von der Art und der geschichtlichen Entwicklung
der bildenden Kunst
kunterbunt /Adj.f umg. 1 .1 . ohne jede Ordnung,
regellos: ein kunterbuntes Durcheinander von
Büchern, Briefen, Zigarettenschachteln, Nägeln;
er aß, erzählte alles k. durcheinander; hier sieht
es recht k. (liederlich) aus 1.2 . aus vielerlei Ver
schiedenartigem bestehend, wenig einheitlich: ein
kunterbuntes Programm; auf dem Markt herrschte
ein kunterbuntes Treiben (ein W irrwarr von
Menschen, Dingen und Lärm)
Kunz
+ / HinzundK.
Kupfer, das; -s, fo. Pl.f rotbraunes, glänzendes,
relativ weiches Schwer- , Buntmetall, das Elektrizität
und Wärme sehr gut leitet: Rohre, Kessel, Draht,
eine Münze aus K .; K. mit Zinn legieren
Kupfer/kupfer| -blech, das; -dach, das m it K u p f e r
blech gedecktes Dach; -draht, der; -erz, das Kupfer
enthaltendes Erz; -färben /Adj.f von der Farbe des
Kupfers, rotbraun; -glanz, der Min. /wichtiges
Kupfererz/; -kessel, der; -kies, der jo. PI./ Min.
/wichtiges Kupfererz/; -legierung, die; -münze, die
kupfern /Adj.; nur attr.j 1. aus Kupfer: ein kupfer
ner Kessel — 2. von der Farbe, dem Glanz des
Kupfers: der kupferne Glanz ihrer Haare
kupfer/Kupfer| -rot /Adj./ rot wie K upfer, rot
braun : sie hat kupferrotes Haar; -platte, die: ein
Dach mit Kupferplatten decken; eine K. für einen
Kupferstich; -Schmied, der (Kunsthandwerker,
der Gegenstände aus Nichteisenmetallen, bes. aus
Kupfer, herstellt; -stich, der 1. im Tiefdruckver
fahren hergestelltes graphisches Blatt mit einem A b
druck von einer Kupferplatte, in die ein Bild od.
eine Zeichnung seitenverkehrt mit einem Stichel ein
gegraben ist und die zum Drucken eingefärbt od.
geätzt wird — 2. fo. Pl.f graphische Technik zur
Herstellung von 1
kupieren /sw. Vb.; hat/ fachspr. den Schwanz,
die Ohren eines Tieres, bes. Hundes, Pferdes, stutzen:
wir haben den Schwanz des Hundes k. lassen
Kupon, der; -s, -s [..poq, auch ..po] 1. als Beleg,
Gutschein dienender (abtrennbarer) Abschnitt, Zettel:
bei der Betriebsfeier wurden Kupons für Getränke
und Speisen ausgegeben — 2 •/in der kap. Wirtsch./
Abschnitt bei Aktien, Wertpapieren, der zum Bezug
der Dividende, Zinsen berechtigt
Kuppe, die; -,
-n 1. rundliches, gewölbtes oberes
Teil, Ende 1.1. eines Berges: von der K. des Berges
hat man einen schönen Rundblick 1.2. eines
Fingers, Fingerkuppe: mit der K. des Zeigefingers
auf etw. klopfen — 2. gewölbter, rundlicher Berg
Kuppel, d ie;
- n gewölbtes Dach, gewölbte Decke
über einem Raum, meist in Form einer Halbkugel:
die mächtige K. des Doms; die K. der Sternwarte
ist drehbar; unter der K . des Zirkuszeltes; der
Raum ist von einer K. überwölbt
Kuppelei, die; -en veralten d 1.1. mit anrüchigen
Methoden betriebene Vermittlung einer Ehe: sie
hatte mit ihrer K., ihren Kuppeleien Erfolg 1.2.
fo. Pl.f Jur. Handlung, die den nichtehelichen
Sexualverkehr zweier Personen begünstigt: sie wurde
der K . beschuldigt, wegen K . angeklagt
Kuppel|mutter, die /PI.
-mütter/ umg. Kupp
lerin
kuppeln /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. an etw. k. ein
Fahrzeug durch eine Kupplung mit einem anderen
Fahrzeug verbinden, einen Wagen, Anhänger an ein
Fahrzeug anhängen: er hat die beiden Triebwagen
gekuppelt; einen Waggon an den Zug, einen Hän
ger an den LKW k. 1.2. Techn. etw. mitetw. k.
zwei Teile, Geräte (durch eine lösbare Verbindung)
zum Zusammenwirken verbinden, koppeln: Diesel
motoren mit Elektromaschinen k.; der Entfer
nungsmesser ist mit der Kamera gekuppelt — 2.
die Kupplung eines Kraftfahrzeuges betätigen: erst
k., dann den Gang einlegen
Kuppelung, die s. Kupplung
kuppen /sw. Vb.; hat/ fachspr. etw., bes. Triebe,
Zweige einer Pflanze, abschneiden od. verkürzen
Kuppler, der; -s,
-
jmd.,
der Kuppelei betreibt;
dazu Kupplerin, die; -,
- nen
Kupplung, die; -,
-en Techn. 1.1. lösbare Vor
richtung zum Verbinden von zwei Fahrzeugen: die
K. zwischen zwei Eisenbahnwagen, zwischen
Triebwagen und Hänger 1.2 . lösbare Vorrichtung
zum Verbinden von sich bewegenden Maschinen
teilen, W ellen: feste, elastische Kupplungen; die
K. der Werkzeugmaschine ausrücken 1.8 . V or
richtung in Kraftfahrzeugen zum Herstellen od.
Trennen der Verbindung zwischen Motor und Ge
triebe: eine neue K. in ein Kraftfahrzeug ein
bauen; die K. (das Pedal für die Kupplung) treten
—
2. das Herstellen einer Verbindung mit Hilfe
von 1.1, 1.2: die K. dieser Waggons geht automa
tisch vor sich; die K. der zwei Wellen kann mit der
Hand vorgenommen werden
Kur, die; -,
- en 1. (vom Arzt verordnete) Heib
behandlung über längere Zeit unter Anwendung be
stimmter therapeutischer M ittel: eine K. machen;
eine K. mit bestimmten Medikamenten — 2. A u f
enthalt in einem Kurort, Sanatorium, der meist mit
einer Heilbehandlung verbunden ist: eine prophylak
tische K .; eine K. beantragen; jmd. fährt zur K.,
istzurK.inN
Kür, die; -,
- en Sport Abfolge frei gewählter und
zusammengestellter Übungen bei Wettkämpfen: die
K . beim Eiskunstlauf, Turnen; eine ausgefeilte,
schwierige K . turnen, laufen
Kuratel, auch Kuratel, die; -,
-en veraltend Vor
mundschaft (1.1) bes. bei einer entmündigten er
702
Kurator — Kursrückgang
wachsenen Person: /in den Verbindungen/ unter K.
stehen; jmdn. unter K. stellen
Kurator, der; -s, Kuratoren aufsichtführender B e
auftragter einer Körperschaft, Verwalter einer
Stiftung: der* K. der Stiftung
Kuratorium, das; -s, Kuratorien [ ..i9n, . .ion] A u s
schuß, Behörde für die (Beaufsichtigung der) Ver
waltung einer Körperschaft, einer Stiftung: die
Stiftung wurde von einem K . verwaltet
Kurjaufenthalt, der: er weilte zu einem K. in N
Kurbel, die;
- n einarmig wirkender, gerader od.
gekröpfter Hebel zum Drehen einer Welle: mit der K.
einen Motor anwerfen; die K. des Leierkastens;
die K . drehen
Kurbel Techn.|
-gehäuse, das Gehäuse, das we
sentliche Teile, bes. Getriebe und Zylinder eines Ver
brennungsmotors umschließt',
-getriebe, das Ge
triebe, das Kreisbewegungen in geradlinige hin- und
hergehende Bewegungen und umgekehrt umformt
kurbeln /sw. Vb.; hat/1,1 . eine Kurbel betätigen: er
kurbelt an der Winde; er kurbelte, bis der Motor
ansprang 1.2. etw. durch Drehen einer Kurbel {in die
Höhe) bewegen: er hat den Eimer aus dem Brunnen,
auf das Gerüst gekurbelt — 2. umg. ich habe den
ganzen Tag gekurbelt (die Wählerscheibe des Tele
fons gedreht) und doch keinen Anschluß bekommen;
die Radrennfahrer k. (fahren, die Pedale tretend) ihre
Runden
Kurbel|welle, die Techn. mehrfach gekröpfte Welle,
die durch Pleuelstangen in Bewegung versetzt wird
Kürbis, der; -ses, -se 1. Kürbisgewächs mit gelapp
ten Blättern, glockenförmigen Blüten und großen
kugeligen Früchten, das Ranken bildet und sich am
Boden ausbreitet — 2. Frucht von 1: ein großer, gel
ber K .; K. mit Essig und Zucker einkochen, als
Kompott verwenden — 3. salopp (großer) Kopf
(1.1): auf seinen K. paßt kein Hut
Kürbis| -gewächs, das kletterndes krautartiges
Rankengewächs mit meist gelben Blüten und flei
schigen runden od. länglichen Früchten mit zahl
reichen Samenkernen; -kern, der Samenkern des
Kübisses (2)
küren, kürte/kor, hat gekürt/gekoren v e r a lte n d
geh. jmdn.,
etw. auserwählen: auf einer öffent
lichen Veranstaltung haben die Frisöre die Meister
ihres Fachs gekürt, gekoren
Kur| -fürst, der einer der Fürsten, die berechtigt
waren, den deutschen König zu wählen; -gast, der
jmd., der sich zur Kur in einem Sanatorium, Kurort
aufhält; -haus, das 1. größeres Gebäude in einem
Kurort, in dem die medizinischen Einrichtungen für
eine K ur enthalten sind — 2. zentrale größere Gast
stätte in einemBadeortp*heim, das Sanatorium, Heim
für Kurgäste
Kurie, die; -n [..io, ..io] Rel. kath. Gesamtheit
der Behörden und Amtspersonen des Vatikans: ein
Erlaß, Beschluß der K.
Kurier, der; -s, -e Bote, der wichtige Nachrichten od.
Schriftstücke möglichst rasch überbringt: der K.
einer Gesandtschaft
kurieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 »jmdn., eine Krankheit
mit Erfolg ärztlich behandeln, heilen: veraltend
jmdn. von einem Leiden k/1; /drückt die Laienhaftig-
keit, Unzulänglichkeit der Heilmethode aus/ er ver
suchte, sich selbst zu k. 1.2 . umg. jmdn. von seinen
Vorurteilen k. (jmdn. dazu bringen, daß er seine Vor
urteile als Fehler erkennt und aufgibt); (von etw.)
kuriert sein (auf Grund schlechter Erfahrungen
genug von etw. haben)
kurios /Adj./ seltsam, sonderbar, merkwürdig: ein
kurioser Mensch, Einfall; das ist wirklich k.
Kuriosität, die; -,
- en 1. /o. PI./ das Kuriossein —
2. etw. Kurioses: etw. ist eine K.
Kuriosum, das; -s, Kuriosa etw. Kurioses, selt
samer Fall: etw. gilt als K .; ein medizinisches
K.
Kur|kapelle, die vgl. Kurorchester
Kür|lauf, der Sport Kür beim Eiskunstlauf, Roll-
schuhlaufen
Kur| -Orchester, das Orchester, das in Kur-, Bade
orten zur Unterhaltung der Kurgäste spielt; -ort^
der /PI.
- e/ wegen seiner Lage, seines Klimas, des
Vorkommens natürlicher Heilmittel für Kuren ge
nutzter Ort; -patient, der jmd., der durch eine Kur
Heilung sucht; -pfuscher, der jmd., der ohne ärzt
liche Approbation und mit zweifelhaften Mitteln
Kranke behandelt; dazu -pfuscherei, die
Kurs, der; -es, -e 1.1. die von einem Schiff, Flugzeug
nach dem Kompaß gesteuerte Fahrt-, Flugrichtung
Verlauf der Fahrt- , Flugrichtung: auf geradem, fal
schem K .; einen bestimmten K. wählen, ein-
schlagen, einhalten; den K . ändern; auf K. gehen;.
K. auf ein Ziel nehmen; K. auf die Küste halten;,
vom K. abkommen, abweichen — 2. Linie in der
Politik einer Regierung, Partei: der neue (außen
politische) K. der Regierung; den K. ändern —
3. Sport Rennstrecke: den K. für das Radrennen
festlegen; die Boote gehen auf K.
—
4. der sich
nach Angebot und Nachfrage regelnde Preis der an
der Börse gehandelten Wertpapiere, Devisen, Waren,
Börsenkurs: die Kurse ziehen an, steigen, fallen —
5. /von Zahlungsmitteln; in der Verbindung/ außer
K . : diese Münzen sind schon außer K. (sind nicht
mehr in Umlauf, nicht mehr gültig); Banknoten
außer K. setzen (für ungültig erklären) —II . 1. Lehr
gang (1): einen K. besuchen, leiten; an einem K .
teilnehmen; ein K . zur fachlichen Weiterbildung,
in Säuglingspflege — 2. Gesamtheit der Teilnehmer
von II . 1: der K . besichtigte die Ausstellung
-f- hoch im K. stehen (sehr gefragt sein)
Kurs| -abweichung, die vgl.
- änderung; - änderung,
die das Abweichen eines Schiffes, Flugzeugs von der
Fahrt-,
Flugrichtung; -anstieg, der das Ansteigen
des Börsenkurses; -buch, das Buch, Heft mit den in
einem bestimmten Zeitraum gültigen Fahrplänen fü r
den Personenverkehr der Eisenbahn, des Kraft
verkehrs
Kur|schatten, der umg. scherzh. Person des an
deren Geschlechts, zu der man während einer K ur (2}
ein vertrauliches, intimes Verhältnis hat: sie hatte
einen K.
Kürschner, der; -s, - Handwerker, der gegerbte Felle
zu Kleidung verarbeitet
kursieren /sw. Vb.; hat/ im Umlauf sein, zirku
lie ren : ein Rundschreiben unter den Mitarbeitern
k. lassen; Banknoten k.; O Gerüchte k. (gehen um ,
werden erzählt)
kursiv /Adj./ D ruckerei /von Schriftzeichen/ in
schräg nach rechts geneigter Druckschrift: einen Text
k. setzen, drucken
kursorisch /Adj./ 1. inhaltlich zusammengedrängt,
kurz und knapp: ein kursorischer Überblick —
2. etw. k. (schnell und flüchtig) lesen
Kurs zu Kurs L4| -rückgang, der: ein K. des
Kurssteigerung — kurzlebig
703
Dollars; -Steigerung, die; -stürz, der vgl.
- rück-
gang
Kursus, der; Kurse s. Kurs II
Kurs| -wagen, der Eisenbahnwagen, der jeweils an
den Anschlußzug gehängt wird, so daß dem Reisenden
das Umsteigen erspart wird; -Wechsel, der Wechsel
des Kurses (1.2); -wert, der nach dem jeweiligen
Kurs (1.4) errechneter Wert eines Wertpapiers
Kur|taxe, die in K u r- und Erholungsorten erhobene,
von den Gästen zu zahlende Abgabe, die zur Unter
haltung der Kuranlagen, der kulturellen Betreuung
der Gäste verwendet wird: K. zahlen
Kurve, die; -n [.. vo, auch..fo] 1. gekrümmte Linie
{durch die Zahlenwerte od. bestimmte Vorgänge gra
phisch dargestellt werden): eine K. zeichnen, be
rechnen; eine statistische K .; die K. des Kranken
standes kletterte in die Höhe — 2. Bahn (1.2) in
Form einer gekrümmten Linie: das Flugzeug be
schrieb eine steile K. ; die Skiläufer fahren in Kurven
zu Tal; eineballistischeK. — 3.Biegung, Krümmung
eines Weges, einer Straße: eine Straße mit vielen
Kurven; die K. durchfahren, schneiden; der
Wagen wurde beidem Tempo aus der K. getragen —
4. /nur im PL/ umg. scherzh. sie hat aufregende
Kurven (ausgeprägte Körperformen)
-f- umg. die K. kriegen (etw. im letzten Augenblick
noch bewältigen, erreichen); salopp die K. kratzen
(schnell von einem Ort Weggehen, sich drücken)
kurven /sw. Vb.; ist/ [..von,, auch ..fon] umg. in
einer kurvenförmigen Linie, Bahn fahren, fliegen,
sich bewegen: der Radfahrer kurvte um die Ecke;
das Flugzeug kurvte über der Stadt
kurven/Kurvenj -förmig fAdj.f in Form einer
Kurve (1); -lineal, das Lineal, dessen Ränder be
stimmte geometrische Kurven bilden; -reich /Adj.f
m it vielen K u rven (3): eine kurvenreiche Straße,
Wegstrecke; -Schreiber, der Gerät zur automatischen
graphischen Aufzeichnung von (statistischen) Kurven
Kurverwaltung, die Dienststelle in Kur-,
Bade
orten, die die Einrichtungen für Kuren und die
zur Betreuung der Urlauber verwaltet
kurz, kürzer, kürzeste /Adj./ 1 .1. von relativ ge
ringer räumlicher Ausdehnung der Länge: kurze
Arme, Beine, Haare; ein kurzer Rock, Faden; er
schlug den kürzesten Weg zum Bahnhof ein; S p o r t
kurze (über eine Distanz von 50 bis 400 Meter reichen
de) Strecken"1; am Mittag sind die Schatten k . ; der
Mantel ist ihr zu k. geworden, muß kürzer gemacht
werden 1.2. in, von geringem Abstand, geringer E nt
fernung: auf kurze Entfernung ist das gut zu er
kennen; k. vor der Ecke steht ein Gasthaus; der
Rock endet k. über dem Knie; er sprang zu k.
—
2.1. von relativ geringer zeitlicher Ausdehnung,
D au er: eine kurze Weile, Frist, Pause, Beratung;
ein kurzer Aufenthalt, Besuch, Urlaub; eine kurze
Rede; das war eine kurze Freude; das dauert nur
kurze Zeit; dafür ist die Zeit zu k. (bemessen); k.
nicken, grüßen; umg. er wollte uns k. (für einen
kleinen Zeitraum) besuchen 2.2. in, von geringem
Zeitabstand: etw. wiederholt sich in kurzer Folge,
kurzen Abständen; k. vor Weihnachten kommen
—
3.1 . gedrängt, nicht ausführlich: eine kurze Über
sicht, Geschichte; ein kurzer Brief; etw. k. andeu
ten, zusammenfassen; etw., sich k. fassen (sch nell
nu r das Wesentliche sagen) 3.2. /adv.; in elliptischer
Verwendung, faßt Voraufgehendes zusammen/ k. mit
einem Wort: er lehrte an der Universität, hielt Vor
träge, schrieb viele Bücher, k ., er war ein viel
seitig tätiger Wissenschaftler — 4. /vorw. adv./
rasch, ohne Umschweife: k. entschlossen packte er
seine Sachen; etw. k. abtun; umg. jmdn. k. ab-
fertigen; mach’s k. (halte dich nicht mehr lange da
mit auf)!
+ zu k. kommen (zu wenig bekommen, benachteiligt
werden); k. angebunden sein (schroff antworten);
k. und gut (mit einem W ort); vor kurzem (kürzlich);
seit kurzem (seit nicht langer Z eit); binnen kurzem
(sehr bald); über k. oder lang (früher oder später);
k. und bündig knapp, bestimmt und klar: etw. k.
und bündig sagen; k. und bündig antworten; den
kürzeren ziehen (benachteiligt werden, unterliegen,
verlieren); alles k. und klein schlagen (völlig zer
schlagen); scherzh. k. und schmerzlos (ohne Um
stände, Aufheben); — mit etw., jmdm. kurzen X
Prozeß machen; k. vor / Tor(es)schluß
Kurz/kurz| -arbeit, die /o. PI./ zwangsweise verfügte,
'gegenüber der tariflichen Vereinbarung verkürzte
Arbeitszeit, bes. bei einer Wirtschaftskrise; -ärm(e)-
lig /Adj.; nicht ad vj mit kurzen, oberhalb des
Ellbogens endenden Ä rm eln : eine kurzärmelige
Bluse; -atmig /Adj./ mühsam, stoßweise atmend,
unter Atemnot leidend: er wurde im Alter etwas k.;
- beinig /Adj./ mit relativ kurzen Beinen (1)
Kurze, der; -n, -n umg. Kurzschluß: wir hatten, es
gab einen Kurzen
Kürze, die; -,
-n jvorw. 8g .j 1. relativ geringe räum
liche Ausdehnung der Länge: die K. des Weges —
2. relativ geringe Zeitdauer: die K. seines Besuches,
der Sendung — 3 . er berichtete in aller K. (sehr
kurz 3.1, knapp 3) von seiner Reise
+ in K. (bald)
Kürzel, das; -s, - stark verkürzendes stenographi
sches Zeichen für ein Wort, eine Silbe, die häufig
verwendet werden
kürzen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. in seiner räumlichen
Ausdehnung (2), in der Länge verkleinern: die
Ärmel, das Kleid, die Haare, Fingernägel k.
—
2. etw. zeitlich abkürzen, verkürzen, verringern: die
Pause, jmds. Freizeit, ein Verfahren k.
—
3. etw.
quantitativ vermindern: jmdm. den Lohn k .; die
Rationen k. müssen — 4. etw. Sprachliches kürzer
fassen, in eine knappere Form bringen: einen Artikel,
Vortrag k.
—
5. Math, einen Bruch k. (Zähler und
Nenner eines Bruches durch die gleiche Zahl divi
dieren)
kurzerhand, kurzerhand /Adv./ ohne Umschweife,
kurz entschlossen: k. abreisen; etw. k. ablehnen
Kurz/kurz| -fassung, die knappe, verkürzte Fassung
eines Textes: von einem Vortrag, Aufsatz eine K.
hersteilen; -film, der Film von 10 bis 20 Minuten
Laufzeit; -form, die vgl.
- fassung; -fristig /Adj./
l. 1. für eine kurze Frist geltend: kurzfristige Ver
träge 1.2 . etw. k. (nicht lange vorher) absagen; jmdn.
k. bestellen; -gefaßt /Adj.; vorw. attr./ inhaltlich
und in der sprachlichen Form gedrängt, knapp (3):
eine kurzgefaßte Geschichte R o m s; -geschichte, die
kurze literarische Erzählung, die ein Thema in ge
drängter Form darstellt; -geschnitten /Adj.; vorw.
attr.f: kurzgeschnittenes Haar; -geschoren /Adj.;
vorw. attr./ vgl.
- geschnitten; -haarig /Adj./ m it
kurzem Haar; -halten /Vb./ umg.: jmdn. k. (jmdm.
immer zu wenig Geld, Essen geben); -lebig /Adj.;
nicht adv./ von Natur aus von kurzer Lebensdauer:
kurzlebige Pflanzen; <0 kurzlebige Modewörter;
704
Kurzlehrgang — Kute
- lehrgang, der Lehrgang mit einem komprimierten
Programm und geringer Zeitdauer: einen K. be
suchen, absolvieren
kürzlich /Adv./ vor kurzem, unlängst, neulich: ich
habe ihn k. getroffen
Kurz/kurz) -referat, das kurzgefaßtes Referat;
- s chließen fVb.f Elektroteehn. zwei elektrische
Spannung führende Leitungen unmittelbar mitein
ander verbinden: einen Stromkreis k .;
- Schluß, der
meist durch einen Schaden in der Isolierung od.
Schaltung hervorgerufene fehlerhafte unmittelbare
Verbindung zweier Spannung führender Leitungen
od. einer Leitung mit Teilen der Umgebung, die
leiten können: es gab einen K.; durch den K. ist
ein Brand entstanden; O umg. ein gedanklicher K.
(momentane falsche Schlußfolgerung); sein Ver
halten kann man sich nur als K. (Fehlreaktion)
erklären; -Schlußhandlung, die unbedachte H a n d
lung im Affekt; -Schrift, die fo. Pl.f Stenografie;
- sichtig fAdj.f 1 . an Kurzsichtigkeit leidend: jmd.
ist k .; ein kurzsichtiger alter Mann — 2. unüberlegt,
nur das Nächstliegende beachtend: das war sehr k.
von dir; sein kurzsichtiges Verhalten; -sichtigkeit,
die; /o. Pl.f 1. mangelhafte Funktion des Auges,
bei der nur auf kurze Entfernung noch deutlich und
klar gesehen werden kann — 2. /zu -sichtig 2/; -stie-
lig fA dj.; nicht adv.f mit kurzem Stiel: kurzstielige
Bosen
Kurzstrecken) -lauf, der fo. Pl.f das Laufen über
eine Distanz zwischen 100 wnd 400 Meter als leicht
athletische Disziplin; -rakete, die Rakete mit ge
ringer Reichweite
kurz) 7treten fVb.; hat/ umg. sich (in seiner Aktivi
tät) zurückhalten (3.2 ,3 .3): wir müssen k.; jetzt
heißt es erst einmal k.; -um, :Um /Adv.f kurz (3.2):
er liebte Bücher, Filme, Beisen, k ., er war vielseitig
interessiert
Kürzung, die; -,
- en fzu kürzen/das Kürzen; zu 2:
die K. der Pausen; zu 3: die K. der Bation; zu 4:
redaktionelle Kürzungen
Kurz/kurz | -Urlaub, der; -vortrag, der vgl. Kurz
referat; -waren, die fPl.f kleinere Artikel fü r die
Schneiderei, Handarbeit: ein Geschäft für K .; -weg,
;weg IAdv.f ohne Umschweife, rasch entschlossen;
- weil, die; /o. Pl.f veraltend Zeitvertreib: aller
lei K. treiben; dazu -weilig fAdj.f unterhaltend,
vergnüglich: eine kurzweilige Erzählung; -welle,
die Phys. Bundf. /Abk. KW/ 1. elektromagnetische
Welle mit einer Wellenlänge im Bereich von 10 bis
100 Meter — 2. fo. Pl.f Wellenbereich von 1: das
Programm wird über K. gesendet — 3. fo. Pl.f
Heilbehandlung durch Bestrahlen mit elektromagne
tischen Wellen mit Wellenlängen im Bereich von
1 bis -20 Meter: K. verordnen; etw. mit K. be
handeln; -wort, das /PL -Wörter/ verkürztes, meist
aus den ersten Buchstaben od. Silben eines od. meh
rerer Wörter gebildetes W ort: ,Akku‘ ist das K. für
,Akkumulator4; -zeitig fA dj.; vorw. attr.f: eine
kurzzeitige (sich über einen kürzeren Zeitraum er
streckende) Einwirkung, Behandlung
Kurzzeit) -gedächtnis, das fo. Pl.f Psych . Med.
bes. bei älteren Personen nachlassende Fähigkeit,
sich an kurze Zeit zurückliegende Ereignisse zu er
innern; -wecker, der für bestimmte Arbeitsgänge in
Küche, Labor genutzter Wecker für kurze Zeit
spannen (bis zu einer Stunde)
kuscheln fsw. Vb.; hat/ sich in etw., an jmdn. k.
sich mit dem Verlangen nach Geborgenheit in ettib*
schmiegen, an jmdn. anschmiegen: sich in das Bett,
die Decke, den Pelz k .; sie hat sich in den Sessel,
eng an die Mutter gekuschelt; etw. in etw. k .: das
Gesicht ins Kissen k.
kuschen fsw. Vb.; hat/1.1 . der Hund kuscht (sich)
der Hund (hört auf zu bellen und) legt sich auf Befehl
still nieder 1.2. umg. wenn man ihn hart anpackte,
kuschte er (sich) (widersetzte er sich nicht, fügte er
sich); er kuschte vor seinem Vorgesetzten
Kusine, die s. Cousine
Kuß, der; Kusses, Küsse (intensive) zärtliche, liebe
volle Berührung eines Menschen od. einer Sache mit
den (vorgewölbten) Lippen als Zeichen und Aus
druck von Liebe, Freundschaft, Verehrung: ein
flüchtiger, inniger, leidenschaftlicher, süßer K . ;
jmdm. einen K. aufdrücken, (auf. die Wange, den
Mund) geben, einen K. auf die Stirn drücken;
Küsse mit jmdm. tauschen; sich mit einem K. von
jmdm. verabschieden; jmdm. die Hand zum Kusse
darbieten; mit Gruß und K. , mit tausend Küssen
ISchlußformel in Briefenf
kuß|echt fAdj.; nicht adv.f: ein kußechter (beim
K üssen nicht abfärbender) Lippenstift; der Lippen
stift ist k.
küssen, küßte, hat geküßt jmdn., etw. k . jmdm.
einen Kuß, Küsse gehen, einen Kuß, Küsse auf etw.
drücken: jmdn. flüchtig, innig, leidenschaftlich k.;
sie umarmten und küßten sich; jmdn. auf den Mund
die Stirn, Wange k.; er küßte ihr die Hand; österr.
Küß die Hand! /mündlicher, höflicher Gruß, von
einem Mann an eine Frau gerichtet/
Kuß|hand, die Kuß auf die Fingerspitzen der eige
nen Hand, den man jmdm. durch eine bestimmte
Handbewegung symbolisch zuwirft: jmdm. eine K.
zuwerfen
+ umg. etw. mit K. (sehr gern) nehmen, tun; etw.
mit K. (sehr leicht) loswerden
Küste, die; -,
-n Ufer des Meeres: eine flache, steile
K .; in der Ferne tauchte die K. auf; die K. er
reichen; sich der K. nähern; der Badeort liegt an
der K .; er ist an der K. (im Küstengebiet) geboren,
kommt, stammt von der K.
Küsten| -befestigung, die 1. Anlage zum Schutz der
Küste vor Schädigungen durch Wind und Wasser —
2. militärische Anlage zur Verteidigung der Küste;
- bewohner, der Bewohner des Küstengebietes;
- fiseherei, die Fischfang im Küstengewässer; -ge
biet, das Gebiet im Bereich der Küste, an der Küste;
-gewässer, das Teil des Meeres in der Nähe der
Küste, vor der Küste; -motorschiff, das /Abk. Kümo/
kleines Frachtschiff für den Einsatz in Küsten
gewässern; -säum, der schmaler Küstenstreifen;
- Schiffahrt, die Schiffahrt in der Nähe der Küste,
zwischen nahegelegenen Küsten; -schütz, der Gesamt
heit der Maßnahmen zum Schutz der Küste vor Schä
digungen durch Wind und Wasser; -streifen, der
Landstrich, der sich an der Küste hinzieht
Küster, der; -s,
-
Angestellter einer Kirche (2),
der für Ordnung und Sauberkeit in einer Kirche (1)
sorgt: der K. führt die Kollekte durch, zündet die
Altarkerzen an
Kustos, der; Kustoden wissenschaftlicher Sach
bearbeiter, Abteilungsleiter an M useen : er arbeitet
als K . im Museum
Kute, die; -n berl. kleinere, (grubenartige) Ver
tiefung (2): eine K. graben
Kutsche — KZ
705
Kutsche, die; -n der Personenbeförderung dienen
der Pferdewagen mit festem od. zurückklappbarem
Verdeck: das Hochzeitspaar fuhr in einer K. vor
kutschen /sw. Vb.; ist/ umg. s. kutschieren (1)
Kutscher, der; -s, - jmd., der (beruflich) ein Fuhr
werk od. eine Kutsche lenkt
kutschieren /sw. Vb.; ist, hat/ 1.(ist) 1.1. mit einer
Kutschet einem Fuhrwerk (irgendwohin) fahren: er
ist durch das Dorf kutschiert 1.2 . umg. mit einem
nicht von Pferden gezogenen Fahrzeug fahren: er ist
mit seinem Auto durch die Gegend kutschiert —
2. (hat) 2.1. eine Kutsche, ein Fuhrwerk lenken: er
hat selbst kutschiert 2.2. jmdn. in einer Kutsche,
einem Fuhrwerk fahren: er hat das Hochzeitspaar
zum Standesamt kutschiert 2.3 . umg. jmdn., etw.
in einem nicht von Pferden gezogenen Fahrzeug
fahren: er hat die Reisenden, das Gepäck in seinem
Auto zum Bahnhof kutschiert
Kutte, die; -,
-n
1 . saloppe, dreiviertellange, sport
liche Jacke, oft gefüttert, meist mit Kapuze: eine
gesteppte K.
—
2. weites, bis zu den Füßen reichen
des Gewand (der Mönche), das meist mit einer K a
puze versehen ist und mit einer Schnur gegürtet
w ird : die Mönche tragen braune, schwarze K utten
Kutter, der; -s, - Seemannsspr. 1. kleines Motor
schiff für die Küstenfischerei und die kleine Hoch
seefischerei — 2. zum Rudern od. Segeln eingerich
tetes Beiboot, Sportboot
Kuvgrt, das; -s, -s [.,ve:r,
. . ve:r], auch Kuvert,
das; -(e)s, -s/-e [kuvert] Briefumschlag: den Brief
in das K. stecken; das K. zukleben
Kuvertüre, die; -,
-n [..v . .] fachspr. Überzug aus
Schokolade für Gebäck, Süßwaren
Kwaß, der; -/Kwasses, jo. Pl.f russisches, durch
Gären von Malz, Mehl, Brot gewonnenes, schwach
alkoholisches Getränk
Kybernetik, die; jo. Pl.f [ky..] Wissenschaft von
den allgemeine Eigenschaften wirklicher Systeme
widerspiegelnden abstrakten dynamischen Systemen
und von den Modellen solcher Systeme; dazu kyber
netisch fA dj.f: kybernetische (Informationen ver
arbeitende) Maschinen, Automaten; ein kyberneti
sches System
kyrillisch fAdj.; vorw. attr.j [ky..]: die kyrillische
Schrift (aus dem griechischen Alphabet hervorgegan
gene Schrift einiger slawischer Sprachen, Völker)
KZ, das; -f-s,
-s [kaitset] fKurzw. für Konzen
trationslager/ s. Konzentrationslager
Berichtigungen
S. 28 achtzigste /Ord.zahl zu achtzig/; S auch
dreißigste
S. 3G allerlei... a. Obst (eine Menge Obst ver
schiedener A rt); jsuhst.j
...
S. 103 aus/Atis/-bitten /Vb./ 1.1. sich von jmdm ....
S. 137 eines Bauwerks nötigen Arbeiten durch
führen; -holz, das /PI.
-hölzer/ im Bau
wesen verwendetes Schnittholz ...
S. 201 -bering, der gebratener Hering; ...
S. 208 BruderIpartei, die befreundete Arbeiterpartei
eines anderen soz. Landes
S. 228 darüber! -breiten / Vb./ etw. über das Ge
nannte ausbreiten (1.1.)
...
S. 237 Depot, das; -s, -s [depo:] ...
S. 256 Drainage, die ... 2. s. Dränage (1, 2)
S. 284 ^in- /betont; die Anzahl 1 bezeichnend ...
2ein- /trennbare, stets betonte Partikel ...
S. 353 etikettieren... jmdn.,
etw. zu jmdm., etw.
stempeln 2)
S. 384 Festigung ... das (Sich-) Festigen
S. 510 -ratsvorsitzcnde(r), der u. die
S.516 —7.h. + zu -f-Inf.7.1.vonjmdm.... 7.2.
jmd. ist zu etw. ...
Berichtigungen
genstand aus Metall, Holz, mit traditio
nellen erzgebirgischen Motiven, der zur
Weihnachtszeit, mit Kerzen versehen, ins
Fenster gestellt wird
S. 1053
oben rechts: Signalement — Silikose
S. 1081 Sprache . . .
4-
...
mitderS.her-...
S. 1116 Straße ... 1. planmäßig angelegter be
festigter Verkehrsweg, bes. fü r K raftfahr
zeuge, in od. zwischen Ortschaften. in
Ortschaften oft mit Gehweg od. Rand
streifen auf beiden Seiten 1.1.
...
S. 1165 Treppe ... eine T. / steigen; ...
S. 1214 linke Spalte, 10. Zeile von oben
1unter
4- u* uns, sich in unserem, ihrem ...
3unter /Adj.; nur attr.j
...
S. 576 —5. weit vorgeschritten: ... er ist h. in den
Sechzigern (ist Ende 60)
S. 586 -schwelle, die... vom (menschlichen) Gehör
wahrgenommen werden
S. 593 Hydrosphäre, die ... die Gewässer der Erde,
die Meere ...
S. 620 Ka|serj -reich ...
S. 657 Know-how, das; -/ -s . . .
S. 741 Lobbyismus, der ... Regierung auf den
Gesetzgeber, die Parlamentsmitglieder ...
S. 823 neun [zehn /Kard.zahl 19/
neunzig /Kard.zahl 90/; /* auch dreißig
S. 828 1noch ... er ist n. Leiter der Abteilung
S. 834 -vertrag, d er... von beweglichen und unbe
weglichen Sachen sowie von Rechten:...
S. 837 Öde, die ...zu 1.2: dieendlose Ö.der Wüste
S. 838 Odyssee, die . .. seine Reise war eine O.
S. 890 Praxis, die ... 3. Praktik (1.1): ...
S.936rein... 1.2 ....derreineKlang,Ton...
S. 941 Renaissance, die ... der Antike, bes. das des
weltzugewandten Menschen ...
S. 1034 Schwibbogen ... 2. halbbogenförmiger Ge
stellung befindlichen) Schichten der Be
völkerung
4- das Unterste zuoberst kehren (alles
durcheinanderbringen)
S. 1218 rechte Spalte, vierte Zeile von oben:
2. sich über etw., jmdn., sich über, von ...
S. 1285 Volt, das ... jAbk. V; Maßeinheit.../
S. 1332 -küste, die westliche (2.1) Küste eines
Landes
S. 1337 Widerwärtigkeit, die;
-en 1. jo. PL; zu
widerwärtig/ widerliche (1.1 —1.3) Be
schaffenheit von etw. : die W. des Anblicks,
Geruchs; die W. seines Benehmens; die
W.seinerLage—2 ....
S. 1372 zielen fsw. Vb.; hat; / auch gezielt
1.... auf ein Ziel (1.2) richten, um es zu
treffen: ...
zig jindekl.; attr.; gibt eine .../