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DUDEN
Das große Wörterbuch
der deutschen Sprache
in sechs Bänden
Herausgegeben und
bearbeitet vom Wissenschaftlichen Rat
und den Mitarbeitern der
Dudenredaktion unter Leitung von
Günther Drosdowski
Band4:Kam-N
Bibliographisches Institut Mannheim/Wien/Zürich
Dudenverlag
Schlußbearbeitung:
Dr. Günther Drosdowski
Bearbeitung:
Dr. Rudolf Köster, Dr. Wolfgang Müller
Mitarbeiter an diesem Band:
Dr. Gerda Berger, Ariane Braunbehrens M. A.,
Dr. Maria Dose, Regine Elsässer, Heidi Eschmann,
Jürgen Folz, Dr. Heribert Hartmann,
Dieter Mang, Karin Sattler,
Dr. Charlotte Schrupp
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Duden „Das große Wörterbuch der deutschen Sprache*
in 6 Bd. / hrsg. u. bearb. vom Wissenschaftl.
Rat u. d. Mitarb. d. Dudenred. unter Leitung von
Günther Drosdowski. Bearb.: Rudolf Köster;
Wolfgang Müller. - Mannheim, Wien, Zürich:
Bibliographisches Institut.
ISBN 3411-01354-0
NE: Drosdowski, Günther [Hrsg.]; Das große
Wörterbuch der deutschen Sprache
Bd. 4. Kam-N/ [Mitarb. an diesem Bd.: Gerda
Berger...].- 1978.
ISBN 3411-01358-3
NE: Berger, Gerda [Mitarb.]
Das Wort »DUDEN« ist für
Bücher aller Art für das Bibliographische Institut
als Warenzeichen geschützt
Alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, verboten
© Bibliographisches Institut AG, Mannheim 1978
Satz: Bibliographisches Institut AG und
Zechnersche Buchdruckerei, Speyer (Mono-Photo-System 600)
Druck: Klambt-Druck GmbH, Speyer
Einband: Großbuchbinderei Lachenmaier, Reutlingen
Printed in Germany
Gesamtwerk: ISBN 3411-01354-0
Band 4: ISBN 3411-01358-3
kameralistisch
kam [ka:m|: f kommen.
Kamaldulenser [kamaldu*lenze], der; -s. - (meist PI.) [nach
dem Kloster Camaldoli bei Arezzo (Italien)!: Angehöriger
eines auf der Grundlage der Benediktinerregel
Gemeinschafts- u. Einsiedlerlehen verbindenden katholischen
Ordens.
Kamaraderie [kamaracta'ri:]: fKameraderie.
Kamaresvasen [ka ma:rcs-| <P1.) [nach dem Fundort
Kamares auf der griech. Insel Kreta] (Archäol.): schwarz- od.
braungrundig glasierte, bunt, meist weiß u. rot mit Wirbel-
ii. Spiralmotiven bemalte Keramikgefäße aus minoischer
Zeit (um 2(XX) v.Chr.).
Kamarilla [kama'nlja, auch: ...nla]. die; -. ...llen [span. ca-
marilla = Privatkabinett des Königs, eigtl. = Kämmer-
clienl (abwertend): a) (geh.) zur engsten Umgebung einer
Regierung gehörende Clique, die ständig versucht, die Politik
dieser Regierung im eigenen Sinn zu beeinflussen; b)
(veraltet) Hofkamarilla.
Kambium [kambiom], das; -s. ...ien |...pn; mlat. cambium
= Tausch. Wechseil (Bot.): teilungsfähig bleibendes
Pflanzengewebe, das bei Nadelbäumen u. zweikeimblättrigen
Laubbäumen das Dickenwachstum bewirkt.
Kambrik ['kambnk, engl.: 'keimbrik], der; -s lengl. cambric.
nach der frz. Stadt Cambrai]: lockeres, feinfädiges Zellwoll-
od. Baumwollgewebe; <Zus.:> Kambrikbatist, der: svw.
f Kambrik; Kambrikpapier, das (Buchbinderei): zum
Kaschieren (3) verwendetes dickeres Papier mit Narbenmuster
u. einem schwarzen ixl. farbigen Überzug aus Kasein.
kambrisch ['kambnjl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.):
das Kambrium betreffend, zu ihm gehörend, von ihm
ausgehend; Kambrium [kambriom]. das; -s [zu mlat. Cambria
= Nordwales, nach den hier gemachten Gesteinsfunden]
(Geol.): älteste Stufe des Paläozoikums.
käme [kerna]: tkommen.
Kamee [ka'me:(3)l. die; -. -n [frz. camee < ital. cammeo.
H.u.J: [Edel/stein mit erhaben geschnittener figürlicher
Darstellung.
Kamel [käme:!], das; -[eis. -e [mhd. kamel. kem(m)el <
(m)griech. kämelos. aus dem Semit.]: l.a) in Wüsten- u.
Steppengebieten beheimatetes, langbeiniges Tier /mit einem
od. zwei Höckern/, das als Last- und Reittier verwendet
wird lu. dessen zottiges Haar für Wolle genutzt wird/:
das Dromedar ist ein einhöckriges K.; die -e beladen;
auf-en reiten; R eher geht ein K. durchs Nadelöhr [als
daß etw. geschieht) (etw. kann unmöglich, wird bestimmt
niemals geschehen; nach Matth. 19. 24); b) svw. f
Trampeltier. 2. (salopp) dummer Mensch, Trottel (meist
Schimpfwort): so ein K.!
Kamel-: Miorn.der [wohl nach dem starken Duft der Blüten):
(zu den Akazien gehörendes) in Afrika wachsendes, dorniges
Holzgewächs: -fohlen, das; -haar, das <o. Pl.>: zu Decken,
Mänteln u.a. verarbeitetes Gewebe aus den graugelben bis
dunkelbraunen, teils groben u. steifen, teils weichen u. feinen
Haaren der Kamele, dazu: -haardecke, die: eine weiche,
warme K.. -haarmantel. der; -hengst, der; -höcker, der;
-karawane, die; -milch, die; -stufe, die: -treiben der:
l.jmd.,derKcunelehältu. führt. 2. (ugs. abwertend) Araber;
-zie»e, die [vgl. Kämelgarn]: svw. f Angoraziege.
Kämeisarn [kc:ml-|, das: -[eis. -e [veraltet Kamel (mhd.
kemel) = Kamel; wegen ihres langen Halses heißt die
Angoraziege auch Kamelziege]: Garn aus dem Haar der
Angoraziege.
Kamelie [kame.Ud]. (auch:) Kamellie [ka'meljp], die; -. -n
[nach dem Brünner Jesuitenpater u. Missionar J. Camel
(1661-1706). der diese Pflanze aus Japan nach Europa
brachte]: a) Zimmerpflanze mit grünen, ledrigen Blättern
u. roten bis weißen, rosenähnlichen Blüten, die sehr leicht
abfallen; b) Blüte der Kamelie (a).
Kamelle [ka'mebl. die; -. -n Imundartl. entstellt aus
tKaramelle] (rhein.): Karatnelbonbon.
Kamellen [ka mcbn] <P1.> nur in der Verbindung alte/olle
K. (ugs.; alte Geschichten, Altbekanntes: niederd. Kamelle
= Kamille; durch langes Lagern verliert die Pflanze ihren
Geruch u. ihre Heilkraft u. wird wertlos): das sind olle
K.!: alte K. auftischen.
Kamellie: t Kamelie.
Kamelott [kairo'bt]. der; -s.-e [frz. camelot < afrz. chamelot
= Kamelhaar, zu: chameau = Kamel]: 1. feines
Kammgarngewebe. 2. / Halbjseidengewebe in Taftbindung.
Kamera [kamara], die; -. -s [Kurzf. von tCamera obscura]:
a) Aufnahmegerät für Filmaufnahmen; Fernsehkamera: die
Kamera läuft, surrt, schwenkt auf die Zuschauer; die K.
fängt eine Szene ein; die -s autbauen; mit verdeckter K.
filmen; * vor der K. stehen (als Schauspieler o. ä. bei Film-
od. Fernsehaufnahmen mitwirken); b) svw. tFotoapparat:
eine [halbautomatische K.: die K. schußbereit haben.
Kamera-: -assistent, der: Assistent des Kameramannes; -ein-
stelhing, die (Film): svw. tEinstellung (3); -fahrt, die
(Film): Aufnahme mit einer Filmkamera, die sich entlang
einer Achse bewegt; -film, der [als polemischer Begriff
1970 gepr. von dem dt. Fernsehredakteur E. Stein (geb.
1937) zur Abgrenzung dieser Art des Filmens von
Ausstattungsfilmen! (Fernsehen. Film): Film (3 a), der nur die
für eine Handlung od. ein Geschehen wesentlichen Elemente
hervorheben willu. dabei auf alles ablenkende Beiwerk einer
aufwendigen Ausstattung (Kostüme, Kulissen o. ä.)
verzichtet; -fUhrung, die (Film): eine virtuose K.; die K. haben;
-mann, der <P1. -männer. -leute>: jmd., der über eine
fotografische Ausbildung verfügt u. bei Film- u.
Fernsehaufnahmen die Kamera führt (Berufsbez.); -team, das: Team von
Kameraleuten; -Verschluß, der (Fot.): Teil des
Fotoapparats, der die Belichtungszeit regelt: den K. auslösen.
Kamerad [kamd'ra:t], der; -en. -en [frz. camerade (unter
Einfluß von span. camerada) < ital. camerata =
Kammergemeinschaft. Stubengenossenschaft; Genosse, Gefährte,
zu: camera < lat. camera; vgl. Kammer): jmd., mit dem
man durch die Gemeinsamkeit der Arbeit, des Schulbesuchs,
des Spiels, bes. auch des Militärdienstes verbunden ist: ein
guter, treuer, schlechter K.; Da geschah es. daß ein
verwundeter K. von Ambros' Kompanie ins Dorf auf Urlaub
kam (Penzoldt. Mombour 39); seine Frau war ihm ein
guter K. (Lebensgefährte): seinen -en im Stich lassen;
(als vertrauliche Anrede.) na. K., einsam?; (leicht
abwertend:) Fehlt noch, daß der K. (der Kerl) uns verpfeift
(Degener. Heimsuchung 69); *K. Schnürschuh (1. Solda-
tenspr.; österreichischer Soldat; Österreicher. 2. als
vertrauliche Anrede; Kamerad, Kumpel: na. K. Schnürschuh, wie
geht's?); <Zus.:> Kamer&dendiebstahl, der (bes. Milit.):
Diebstahl, der an einem Kameraden begangen wird;
Kameradenhilfe, die; Kameraderie Bcamarada'ri:], die; - [frz. cama-
raderie, urspr. nur = Freundschaft] (meist abwertend):
/gekünstelte, unechte, übertriebene, zur Schau getragene/
Kameradschaft (1); Cliquengeist: dümmliche K.; aus
falscher, falschverstandener K. lügen; Diebe und Mörder
kennen die K. nur auf dem Boden des Gefängnisses (Genet
[Übers.], Totenfest 189); Kameradin, die; -. -nen: w. Form
zutKamerad;Kameradschaft,die;-.-en: 1. <o. PI.)
vertrautes Verhältnis zwischen /guten] Kameraden: die beiden
verbindet eine gute K.; K. schließen, halten, beweisen;
bei ihnen herrscht eine Atmosphäre der K.; Wir wollen
einen Becher miteinander leeren, mein Junge, auf gute
K. (Hesse. Narziß 73); aus K. bei etw. mitmachen. L
Kreis, Gruppe von Kameraden: Lebensgruppen erster
Ordnung sind Familie und Sippe ... und - als neuere
Erscheinungen - K. und Kollektiv (Fraenkel. Staat 109); <Abi.:>
kameradschaftlich <Adj.): auf Kameradschaft (1) gegründet,
als Kamerad/ en] /handelnd]: ein -es Verhältnis. Gespräch;
die norwegischen Sportler sind sehr k. [zu den anderen
Läufern]; unsere Beziehungen sind rein k. (nicht erotischer
Art); jmdm. k. auf die Schulter klopfen; <Abl.:>
Kameradschaftlichkeit, die; -: kameradschaftliches Verhalten.
Kameradschafts- -abend, der: gesellige Abendveranstaltung
von Soldaten, Jugendgruppen o.a.; ^ehe, die: 1. Ehe, die
in erster Linie auf eine kameradschaftliche Partnerschaft
u. weniger auf Liebe gegründet ist. 2. (veraltet)
Lebensgemeinschaft von Mannu. Frau, die nicht offiziell miteinander
verheiratet sind: -seist, der <o. PL>: kameradschaftliche
Gesinnung, Haltung: K. beweisen; -sinn, der <o. PL): svw.
t-geist; -treffen, das (Milit).
Kameralia tkame'ra:lia], Kameralien [...Ipn] <PI.) [nlat. ca-
meralia.zumlat.cameralius = Kämmererl (veraltet): svw.
f Kameralwissenschaften; Kameralismus [...ra'hsmos], der;
-: Staats- n. Volkswirtschaftslehre in Deutschland vom 16.
bis 18. Jh.; Kameralist [...'listl. der; -en. -en: 1. Fachmann
auf dem Gebiet der Kameralistik (2). 2. (früher) Beamter
einer fürstlichen Kammer; Kameralistik, die; -: 1. (veraltet)
Finanzwissenschaft. 2. (Wirtsch.) auf den Nachweis von
Einnahmen u. Ausgaben sowie den Vergleich mit dem
Haushaltsplan ausgerichtete Rechnungsführung; kameraljstisch
<Adj.; o. Steig.): 1. (veraltet) staatswirtschaftlich: staatswis-
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Kameratwtssenschaften
senxßutitlKh. 2. iU irtsch.) die Kameralistik Kl) betreffend
eine -e Buchführung; Kämet»»* iswchaften <PI.)
(verallen: Politik-u H irtSchafts* itsenschaften.
Kamerun Ikairöru.n. auch:--' 1 (ugs. scherzh.): Bailestruml
für Anhänger der Freikörperkultur; Nacktbadestrand:
'Kameruner lkanroru:nB. auch: -—]. die; -. - lnach der
ehemaligen dt. Kolonie, der heutigen Republik Kameruni
(landsch.): Erdnuß: ^Kameruner 1-], der; -s. - [zu t
'Kameruner, wegen der erdnußähnlichen Form] (landsch.. bes. ber-
lin.): /// Fett gebackenes. mit Zucker bestreutes Hefegebäck
. in Form einer AchtJ.
Kames [ka:iros. eng].: kemnz] <PI.) [engl, (schott.) came
= kleiner Hügel. Bodenwelle; gepr. von dem amerik.
Geologen T. C. Chamberlin (1843-1928)] (Geol.): Hügelgelände
aus Sand u. Geröll von eiszeitlicher Herkunft.
Kami ['ka:mil. der; -. - <meist PI.) [jap. kami]: (im Schintois-
mus) Verehrungswürdiges. Göttliches.
kamieren[ka'mi:ren]. kaminieren [kami'ni:ren] <sw. V.; hat)
lital. camminare = gehen, laufen] (Fechten): die
gegnerische Klinge mit der eigenen umgehen.
Kamikaze [kami'ka:tßd], der; -. - [jap. kami-kaze, aus: kami
= (Schinto-)Gottu.kaze = Wind, also eigtl. = göttlicher
Wind]: japanischer Flieger im 2. Weltkrieg, der sich, sein
eigenes Leben opfernd, mit seinem Bomber auf das feindliche
Ziel stürzte: Ü ich neige nicht zum Märtyrertum oder
zum K. (Spiegel 26. 1977. 169); <Zus.:) Kamikazeflieaer.
der: svw. tKamikaze; Kamik&zeunternehmen, das (ugs.):
mit sehr hohen Risiken verbundenes Unternehmen.
Kamllavkion [kami'laflcpnl. das; -s. ...ien [...pn; ngriech.
kamilaükion u. kalymmaüchion. zu: kälymma < griech.
kälymma = (KopObedeckung]: von Geistlichen orthodoxer
Kirchen getragene Kopfbedeckung in Form eines sich nach
oben erweiternden schwarzen od. weißen Zylinders {mit
einem nach hinten herabfallenden Schleier],
Kamille [ka'mibl. die; -. -n [mhd. kamille. gamille < mlat.
camomilla < lat. chamaemelon < griech. chamaimelon.
zu: chamai = am Boden u. mSlon = Apfel, also eigtl.
= Erdapfel, wohl nach dem apfelähnlichen Duft der Blü-
tenl: würzig riechende krautige Pflanze mit kleinen,
strahlenförmig weißen, in der Mitte gelben Blüten, aus denen
medizinische u. kosmetische Mittel gewonnen werden.
Kamjllen-: ^bad, das: a) [bei Erkältungen genommenes]
aus einem Aufguß aus getrockneten Kamillenteeblüten
bereitetes Dampfbad (b); b) Bad mit Kamillenöl: -blute, die;
^extrakt, der: aus Kamillenblüten gewonnener, bes. für
medizinische Zwecke verwendeter Extrakt: --öl, das: aus
Kamillenblüten gewonnenes, in der Medizin u. für die Herstellung
kosmetischer Präparate verwendetes ätherisches Öl: ^tee,
der: Tee aus getrockneten Kamillenblüten mit
entzündungshemmender u. krampflösender Wirkung.
Kamillianer [kamriianc], der; -s. - [nach dem Vornamen
des Ordensgründers Camillo de Lellis (1550-1614)]:
Angehöriger des Kamillianerordens: Kamillianerin, die; -. -nen:
Angehörige einer 1892 gegründeten, von den Kamillianern
inspirierten Frauengemeinschaft, die sich der Krankenpflege
widmet: Kamlllignerorden, der. -s: 1582 gegründeter
katholischer Krankenpflegerorden: Abk. MI
Kamin [ka'mi:n]. der. Schweiz.: das; -s. -e [mhd. kam in.
kern In. ahd. kemin = Schornstein. Feuerstatte < lat.
caminus = Feuerstätte. Esse. Herd. Kamin < griech.
käminos = Schmelzofen; Bratofen]: 1. in die Wand eines
Wohnraums eingebaute offene Feuerstelle mit Rauchabzug:
am. um den. vor dem K. sitzen; sie hat die Briefe in
den K. geworfen; Auf dem Sims über dem K. stand altes
Zinngeschirr (Simmel. Affäre 16). 2. (landsch.. bes. südd.)
Schornstein: ein rauchender K.; den K. kehren; *etw. in
den K. schreiben [können/müssen] (ugs.; etw. als verloren
ansehen /können/müssen]: vgl. Schornstein). 3.
(Bergsteigen) schmaler Felsspalt zwischen zwei steilen Felswänden.
Kamin-: ~feger, der (landsch.): tSchornsteinfeger: -feuer,
das: sich am K. wärmen; -formstück, das: Formstein für
Hausschornsteine: ^kehrer.der; -s. - (landsch.):
Schornsteinfeger: ^kleid, das: /abends zum Sitzen vor dem offenen
Kamin getragenes/ bequemes, elegantes Kleid/aus warmem
Stoff] mit langem Rock: -kletterel, die (Bergsteigen): das
Klettern, die Klettertechnik im Kamin (3); -rock, der: vgl.
-kleid; -sims, der
1kaminieren [kami'ni:renl <sw. V.; hat) lzu tKamin (3)]
(Bergsteigen): im Kamin (3). zwischen überhängenden Felsen
klettern.
^kaminieren: fkamieren.
Kamisarde [kami zarxh], der; -n. -n (meist PI.) [frz. camisar-
des, zu: camiso (Dialektwort des Languedoc) =
(Unterhemd, nach dem unter der Oberbekleidung getragenen
weißen Hemd, das bei nächtlichen Aktionen zur
Kenntlichmachung der eigenen Leute diente] (hist.): Angehöriger
einer Gruppe von Hugenotten in den Cevennen u. im
Languedoc. die sich in bewaffneten Aufständen zu Beginn des 18. Jh.s
gegen Ludwig XIV. (1638-1715) erhoben: Kamisol [kami-
zo.l]. das; -s. -e [frz. camisole < provenz. camisola =
Vkl. von: camisa < ital. camicia < spätlat. camls(i)a
= langes Unterhemd] (veraltet): enganliegende Jacke (bei
Trachten]: Unterjacke: Mieder.
Kamm [kam], der; -lels. Kämme [mhd. kam[p] = Kamm,
auch: oberer Hals (bei Tieren). Mähne, ahd. kamb. eigtl.
= Zähne]: 1. <Vkl. tKämmchen) längliches, flaches, mit
Zinken versehenes, handliches Gerät zum Glätten u. Ordnen
(auch zum Fest stecken) des Haars: K. und Bürste: ein
K. aus Hom, Zelluloid; ein enger, feiner K. (ein Kamm
mit eng beieinanderstehenden Zinken): sich einen K. ins
Haar stecken; aul dem K. blasen (auf dem mit
Pergamentpapier belegten Kamm blasend Töne hervorbringen): aus
dem K. sind ein paar Zinken. Zähne herausgebrochen;
sich mit dem K. durchs Haar fahren; mit dem K. einen
Scheitel ziehen; R bei jmdm. liegt der K. neben/auf der
Butter (ugs. scherzh.; in jmds. Haushalt liegen Dinge
ungeordnet nebeneinander, die man eigentlich getrennt hallen
sollte): *alle[s] über einen K. scheren (allefsj gleich
behandeln u. dabei wichtige Unterschiede nicht beachten: wohl
nach der Gewohnheit früherer Bader, für alle Kunden
denselben Kamm zu benutzen). 2. a) roter, gezackter
fleischiger Auswuchs. Hautlappen auf dem Kopf von
Hühnervögeln: dem Truthahn schwillt der K.; der Hahn
hat einen roten K.; *imdm. schwillt der K. (ugs:: 1. jmd.
wird überheblich, bildet sich etwas ein. 2. jmd. gerät in
Zorn, wird wütend: nach dem Bild des beim Balzen u.
bei Erregungszuständen schwellenden Kammes beim Hahn
u. beim männlichen Tier verschiedener Vögel); b) (Zool.)
gezackte Auffaltung der Rückenhaut, hochstehende Hörn-
oder Knochenbildungen auf dem Rücken von Amphibien
u. Reptilien: der Leguan hat einen ausgeprägten K. 3.a)
Nackenstück, oberes Halsstück von Schlachtvieh: der K.
des Rinds; ich habe ein Pfund K. gekauft; ein Rippchen
vom K.. bitte; b) oberer, die Mähne tragender Teil des
Pferdehalses: c) (Jägerspr.) Nacken u. vorderer Rücken
mit den langen Borsten des Schwarzwildes. 4.a) oberster
(meist dachartig abfallender) Teil einer langgestreckten
Erhebung, einer Reihe von Hügeln od. Felsen: Bergrücken.
Gebirgskamm: ein langgestreckter K.; wir gingen die
Kämme der Dünen entlang; auf den Kämmen des Gebirges
liegt Schnee; b) oberster Teil einer Welle: Wellenkamm:
auf den Kämmen der Wellen. Wogen. 5. (Weberei) kurz
für t Weberkamm. 6. (Textilind.) einem Kamm (1) ähnliche
Vorrichtung an der Kämmaschine. 7. (Bauw.)
Querverbindung ungleich hoch liegender Hölzer. 8. (Winzerspr.) Stengel
mit seinen Verzweigungen, der vom Fruchtstand einer
Weintraube nach der Entfernung der Beeren übrigbleibt.
kpnm-, Kfinm-: -artig <Adj.; o. Steig.): in der Art eines
Kammes (1); ^etui, das; ^fett, das: Fett aus dem Kamm
(3 b) des Pferdes, das bes. zum Einfetten von Leder dient:
-garn, das: 1. feines, glattes Garn aus Wolle (auch
Baumwolle od. Chemiefasern), dessen gleichmäßige, glatte
Oberfläche dadurch entsteht, doli die kurzen Fasern (mit den
abstehenden Enden) durch Kämmen (2) entfernt werden.
2. festes, strapazierfähiges Gewebe aus Kammgarn (1).
dazu: -garngewebe, das: svw. t Kammgarn (2), -garn-
Industrie, die, -gamspiimerei, die; ^gebirae, das (Geogr.):
langgestrecktes Gebirge mit scharf hervortretender
Kammlinie: -»eschmack, der (Winzerspr.): unangenehmer,
herber Beigeschmack eines Weins, bei dem die Trauben
zusammen mit den Stielen fermentiert wurden: Miras, das:
in verschiedenen Arten bes. aufwiesen u. Grasplätzen
wachsendes Gras mit kammartigen Aixrchen (2); ~grifF, der
(Turnen): Griff beim Geräteturnen an Reck u. Barren, bei dem
die Handteller nach oben zeigen u. die kleinen Finger
einander zugewandt sind: MErind, der: bei Hühnern auftretender
Grind, bei dem vor allem der Kamm u. die Kehllappen
von weißen Flecken befallen werden: ^huhn, das: in Südasien
heimischer Hühnervogel mit bes. beim Männchen stark
entwickeltem Kamm (2 a); Wildhuhn: ^lage, die: Bereich eines
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kammer-, Kammer-
Gebirgskammes, höchster Bereich eines Gebirges, eines
Gebirgszuges: auf. in den -n der Mittelgebirge liegt Schnee;
-linie, die (Geogr.): ein Gebirge, einen Gebirgszug nach
oben abschließende Kante, Linie (von der aus die oberen
Teile des Gebirges beiderseits IdachartigI abfallen); ^ma-
dier (ungetrennt: Kammacher), der (früher): Handwerker,
der Kämme (1) herstellt; -minze (ungetrennt: Kamminze),
die: in China u. Indien heimische, aromatisch duftende
krautige Pflanze mit gezähnten Blättern u. Blüten in dichten,
ährenähnlichen Blütenständen, die in Europa als Gewürz-
u. gelegentlich auch als Zierpflanze kultiviert wird; -rookh
(ungetrennt: Kammolch), der: Molch mit braunschwarzer
Oberseite u. gelber, schwarz gefleckter Unterseite, bei dem
das Männchen, bes. zur Paarungszeit, eitlen hohen gezackten
Kamm auf'dem Rücken hat: -muschel (ungetrennt:
Kammuschel), die: im Meer lebende Muschel mit gerippten, an
die Zinken eines Kamms erinnernden Schalen; Pektenmu-
schel; -rad,das (früher): Zahnrad mit ] eingesetzten,
hölzernen/ Stiften als Zähnen; -stück, das: svw. TKamm (4 a);
^Wanderung, die: Wanderung auf dem Kamm (4 a) eines
Berges, Gebirges; -weg, der: auf dem Kamm (4 a) eines
Berges, Gebirges verlaufender Weg; -wolle, die (Textilind.):
durch Kämmen (2) von den kurzen Fasern befreite, wenig
gekräuselte, für die Herstellung von Kammgarn geeignete
Wolle; -»ig, der (Textilind.): durch Kämmen (2) zu einem
bandförmigen Strang verarbeitete glatte, lange Fasern, aus
denen das Kammgarn gesponnen wird.
Kämmaschine, die (Textilind.): Maschine, mit der durch
einem Kamm (1) ähnliche Vorrichtungen die kurzen Fasern
u. Verunreinigungen entfernt u. die verbleibenden langen
Fasern geglättet u. möglichst parallel geordnet werden;
Kämmchen [kernen], das; -s. -: TKamm (1).
Kämmelgarn [keml-l, das; -[eis. -e: svw. T Kämelgarn.
kümmeln l'kemlnj <sw. V.; hat) Izu t kämmen] (Textilind.):
(von Wolle. Baumwolle. Flachs o.a.) durch Kämmen (2)
glätten, ordnen; fein kämmen; kämmen ['koran] <sw. V.;
hat) Imhd. kemben. ahd. chempen. zu tKamml: l.a) bei
jmdm., sich die Haare mit einem Kamm (1). der durch
die Haare hindurchgezogen wird, ordnend glätten, in eine
gewünschte Form britigen: die Mutter kämmt das Kind;
er kämmt sich; b) mit einem Kaitim (1) ordnend glätten,
in eine gewünschte Form bringen: du mußt dir noch die
Haare k.; ihr weißes Haar war straff und ordentlich nach
hinten gekämmt (Simmel. Stoff 620); Ü sie kämmte mit
den Fingern die Fransen des Teppichs: c) mit einem Kamm
(1). durch Kämmen (1 a) aus den Haaren entfernen: zuerst
mußt du Idem Kind, dir] den Staub. Schmutz aus den
Haaren k.; d) mit einem Kamm (1), durch Kämmen (1 b)
hervorbringen: sie ließ sich von der Friseuse einen Pony
k. 2. (Textilind.) (von Wolle. Baumwolle. Flachs o.a.) mit
der Kämmaschine von den kurzen Fasern u.
Verunreinigungen befreien, glätten u. möglichst parallel ordnen.
Kanuner [käme], die; -. -n [mhd. kamerle). ahd. chamara
< lat. camera = gewölbte Decke; Raum mit gewölbter
Decke < griech. kamära): 1. <Vkl. fKämmerchen) a)
(veraltend) (meist außerhalb des eigentlichen Wohnbereichs
eines Hauses gelegener) kleinerer [einfach ausgestatteter]
Raum zum Schlafen: die K. des Dienstmädchens, der
Köchin; jeder sagt, seine K. sei kalt und der Schnee treibe
unter den Ziegeln herein (Frisch. Cruz 22); b) kleiner Raum
in einer Wohnung, einem Haus zum Aufbewahren von
Vorräten, zum Abstellen von Gerätschaften o.a.: die Wohnung
hat drei Zimmer. Küche. Bad und eine [kleine] K.; der
Staubsauger steht in der K. 2. (Seemannsspr.) Wohn- u.
Schlafraum eines Fahrgastes, eines Offiziers, eines
Mannschaftsmitgliedes an Bord eines Schiffes: Ein Matrose der
Wache sah in Mr. Macays K. nach, sie war leer (Schnabel.
Marmor 103). 3. (Milk.) Raum, Aufbewahrungsort für
Bekleidung u. Ausrüstungsgegenstände, für Uniform-.
Waffenbestände o. ä.: die Rekruten wurden auf der K. eingekleidet;
Urlauber hatten ihre Gewehre auf der K. abzugeben (Kirst.
08/15, 209); wegen der Ersatzteile mußte er zur K. gehen.
4.a) (Biol., Med.) /durch Scheidewände/ abgeteilter
Hohlraum in bestimmten Organen. Pflanzenteilen o.a.: die linke
K. des Herzens: Die Wiederkäuer haben ... den
merkwürdigsten Magen. Er hat verschiedene -n (Th. Mann. Krull
346); die Samenkapseln dieser Pflanze sind in -n eingeteilt;
b) (Technik) bestimmten Zwecken dienender, in sich
abgeschlossener [von einer Wandung umgebener] Raum in
verschiedenen technischen Anlagen, Geräten, in Motoren, Öfen
o.a.: der Druck in den -n der Anlage ist verschieden;
das Material wird in die K. des Brennofens gefüllt; c)
(Waflent.) a) zylindrisch geformter Teil bestimmter
Handfeuerwaffen, der das Schloß enthält; ß) svw. t
Patronenkammer. 5. (Bergbau) durch Abbau (6 a) entstehender,
regelmäßig geformter Raum von meist rechteckigem Grundriß
innerhalb einer Lagerstätte. 6. (Jägerspr.) erweiterter Raum nach
der Eingangsröhre in einem Bau (5 a); Kessel (6). 7. svw.
t Kessel (4 a). 8.a) (Verfassungsw.. Politik) Parlament od.
Teil des Parlaments als gesetzgebende Körperschaft der
Volksvertretung: die erste, zweite K., die beiden -n des
Parlaments; Dies Oberhaus war als beratende K. gedacht
(Rothfels. Opposition 130); b) (jur.) aus einem Gremium
von mehreren Richtern bestehendes Organ der
Rechtsprechung, das für bestimmte Bereiche bei Land- u.
Verwaltungsgerichten zuständig ist: er wurde in die K. für Strafsachen
des Oberlandesgerichts berufen; ... wie vor einer K. für
Handelssachen, die Meinungsverschiedenheiten zweier
Kaufleute zu beenden bemüht ist (Noack. Prozesse 17);
c) berufsständische Körperschaft. Vereinigung von
Vertretern bestimmter Berufszweige, bes. der gewerblichen
Wirtschaft: in der K. sein; Apotheker. Ärzte. Rechtsanwälte
sind meist in sogenannten -n organisiert (Dönhoff. Ära
36).
kfmmer-,Kammer-: ^bau, der <o. PI.) (Bergbau): Verfahren
des Abbaus (6a). bes. im Kali- u. Erzbergbau, meist bei
großen Lagerstätten, wobei innerhalb der Lagerstätte bei
der Förderung Kammern (5) hergestellt werden u. die Reste
dazwischen als Stütze stehenbleiben; -bulle, der (Solda-
tenspr.. oft abwertend): Soldat, meist Unteroffizier, der
die Kammer (3) verwaltet; -chor, der [vgl. Kammermusiki:
klehier, oft nur solistisch besetzter Chor, der Kammermusik
singt; -diener. der [zu t Kammer in der urspr. Bed.
..fürstliches Privatgemach"] (veraltend): Diener für die
persönlichen Dienste eines Fürsten, einer hochgestellten
Persönlichkeit; -flimmern, das; -s (Med.): Herzflimmern, bes. im
Bereich der Herzkammern; -frau. die [vgl. Kammerdiener!
(veraltend): Dienerin für die persönlichen Dienste, Zofe
einer Fürstin, einer hochgestellten Dame; -gericht, das
(hist.): (im MA.) höchstes Gericht eines Fürsten, des Königs;
-grab, das (Archäol.): aus Steinen gebautes od. in
natürlichem Felsgrund angelegtes Grab mit mindestens einer
Grabkammer; -gut, das [zu t Kammer in der urspr. Bed.
..Finanzbehörde"! (früher): land- u. forstwirtschaftlich
nutzbarer Grundbesitz eines Landesherrn; ^herr. der [vgl.
Kammerdiener! (früher): dem Kämmerer unterstellter
Adliger am Hof eines Fürsten, zu dessen Hofamt die Aufsicht
über die Räume des Fürsten u. den Dienst beim Fürsten
gehört; -iteer, der [vgl. Kammerdiener!: 1. (früher) im
persönlichen Dienst eines Fürsten stehender Jäger. 2.
(veraltend) jmd., der beruflich Ungeziefer innerhalb von Gebäuden
vernichtet; -iungfer, die [vgl. Kammerdiener! (veraltet):
/junge] unverheiratete Kammerfrau; -Junker, der [vgl.
Kammerdiener] (früher): dem Kammerherrn unterstellter
Junker (l)für die persönlichen Dienste eines Fürsten; ^käte-
chen, das Ivgl. Kammerdiener] (veraltet scherzh.): svw.
t Mnädchen; -knecht, der [zu tKammer in der Bed.
..Verwaltungsbehörde"] (früher): unter dem Schutz des Kaisers
od. Fürsten stehender Jude, der für den Schutz an die
Kammer (= Finanzbehörde) Geld zu zahlen hatte; -konzert,
das [vgl. Kammermusik]: Konzert, bei dem Kammermusik
gespielt wird; -lakai. der: vgl. -diener, -mädchen. das
[vgl. Kammerdiener] (veraltend): [der Kammerfrau
unterstelltes] junges Mädchen als Zofe einer Fürstin, einer
hochgestellten Dame; -metster, der [zu t Kammer in der urspr.
Bed. „Schatzkammer, fürstliches Privatgemach44] (früher):
Aufseher über die Jur st liehe Vorrats- u. Schatzkatnmer;
-musik, die <o. PI.) [eigtl. = .die in den fürstlichen
Gemächern dargebotene Musik, LÜ von ital. musica da camera;
zu t Kammer in der urspr. Bed. „fürstliches
Privatgemach"]: ernste Musik für eine kleine, in den einzelnen
Stimmen oft nur solistisch besetzte Gruppe von
Instrumentalmusikern od. Sängern, dazu: -musikalisch <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): die Kammermusik betreffend, zu ihr gehörend: eine
-e Darbietung; -musiker. der: 1. a) <o. PI. > an hervorragende
Musiker einer Oper, eines Konzertinstituts verliehener Titel:
er ist K.. wurde zum K. ernannt; b) Träger dieses Titels:
das Ensemble besteht nur aus -n. 2. Musiker, der
Kammermusik spielt; -ofen, der (Technik): (industriellen Zwecken
dienender) Ofen mit einer od. mehreren Kammern (4 b);
89'
1411
Kämmerchen
-Orchester, das [vgl. Kammermusik]: kleineres Orchester,
das vorwiegendKatnmermusikspielt; ^sänaer.der: vgl. -mu-
siker (1); -Sängerin, die: w. Form zu t-sanger: -säure,
die (Technik): nach dem Bleikammerverfatiren hergestellte
Schwefelsäure; -Schauspieler, der: vgl. ^musiker (1);
-sonnte, die: svw. Sonata da camera (T Sonate); ^spiel,
das [wohl geb. nach TKammermusiki: 1. Theaterstück mit
wenig handehuien Personen für eine Auffüftrutig in kleinerem,
intimem, wenig aufwendigem Rahmen, bei dem die Fü/irung
des Dialogs im Vordergrund steht. 2. <P1.> kleines, intim
wirkendes Theater mit nicht sehr vielen Sitzplätzen u.
geringem bühnentechnischem Aufwand, das vorwiegend für die
Aufführung von Kammerspielen (1) vorgesehen ist: er ist
an den -en engagiert; ^ton, der [zu tKammermusik, für
die der Kammerton zunächst galt, im Unterschied zu dem
Ton, der für die tiefere Stimmung bei der Oper od. für
die höhere Stimmung bei der Orgel ausschlaggebend war]
(Musik): auf eine durch eine ganz bestimmte
Schwingungszahl (von 440 Hz) erreichte Tonhöhe festgelegter Ton (das
eingestrichene A). nach dem heute im allgemeinen die
Musikinstrumente gestimmt werden; ^tudi. das: t Kammertuch;
-vermögen, das: vgl. -gut; -virtuose, der: vgl. -musiker
(1); -zofe. die (veraltet): vgl. ^mädchen.
Kämmerchen [kemrapnl. das; -s. -: t Kammer (1): * im stillen
K. (oft scherzh.; für sich allein, im stillen; wenn andere
es nicht bemerken, keine Notiz davon nehmen, keinen
Einblick nehmen können): im stillen K. Selbstkritik üben.
'Kämmerei [kemany], die; -, -en: kurz für tWollkämmerei.
dämmere! [-1. die; -. -en [zu tKammer in der urspr. Bed.
„Schatzkammer. Finanzverwaltung, -behörde"! (veraltet):
Finanzverwaltung einer städtischen Gemeinde; <Zus.:>
KämmeiEivermögen, das (veraltet): Vermögen einer
städtischen Gemeinde; Kämmerer ['kernen?], der; -s. - [mhd.
kamerare, kamerer, ahd. chamaräri = Aufseher über die
fürstliche Vorrats- u. Schatzkammerl (veraltend): Leiter
des Finanzwesens, der Finanzverwaltung einer städtischen
Gemeinde: Wie nie zuvor stehen K. angesichts sinkender
Einnahmen ... mit dem Rücken an der Wand (Spiegel
51,1974.29); -kammerig [-kamoru;] in Zusb.. z. B. einkam-
merig, zweikammerig. mehrkammerig: mit nur einer
Kammer (4 a. b), mit zwei, mehreren Kammern versehen;
Kammerlins [kamcl wl. der; -s. -e [zu Kammer 4 al: svw. T Fora-
minifere; Kämmerling ['kerrmlin]. der; -s. -e (veraltet): svw.
f Kammerdiener: kammerin [ kamcln] <sw. V.: hat) (südd..
österr. seltener): nachts zu einem Rendezvous in das Zimmer
eines Mädchens schleichen: Denn ... sie hätte keinen
anderen bei sich nicht ... k. lassen, und überhaupt wäre der
Loisl ihr erster gewesen (Mostar. Unschuldig 114).
Kymmertudi, das; -[e]s. -e [nach der frz. Stadt CambraL
fläm. Kamerijkl: svw. f Kambrik.
Kämmling['kemlinl. der: -s. -e [zu tkämmen (2)1 (Textilind.):
beim Kämmen mit der Kämmaschine ausgekämmte kurze
Fasern u. Verunreinigungen: aus dem K.. aus den -en wird
Streichgarn hergestellt.
Kamp [kamp], der; -s, Kämpe ['konpa; spätmhd. kamp.
mniederd. kamp < mlat. campus = Feldstück < lat.
campus = flaches Feld]: 1. (landsch.) eingehegtes Feld.
Stück Land; Grasplatz /beieinem Bauernhaus). 2. (Forstw.)
[eingezäunte/ kleinere Baumschule.
Kampagne [kam'panja], die; -. -n [frz. campagne = Ebene,
Feld; Feldzug < ital. campagna < spät lat. campänia
= flaches Land, Brachfeld, zu: campäneus = zum flachen
Land gehörig, zu lat. campus, TKamp]: 1.
gemeinschaftliche, großangelegte, aber zeitlich begrenzte Aktion für rx/.
gegen jmdn., etw. (bei der ideologische, politische Ziele
im Vordergrund stehen); Feldzug (2): eine breite K. für
die Wiedereinführung der Todesstrafe, gegen einen
Politiker; in der Presse läuft eine nationale K.; eine K.
einleiten, entfalten, beginnen, führen, fortsetzen. 2. Zeit,
während der in einem von der Saison abhängenden Unternehmen,
in einem landwirtschaftlichen Betrieb die meisten Arbeiten
anfallen, die Hauptarbeit erledigt werden muß: sie haben
während der K. in der Zuckerfabrik gearbeitet. 3. (Ar-
chäol.) Arbeitsabschnitt bei archäologischen Ausgrabungen:
bei der Jüngsten K.... kam auch ein gut erhaltener
Töpferofen zum Vorschein (MM 17. 9. 69. 12). 4. (landsch.)
durch die Entfaltung von Aktivitäten der Karnevalsvereine
geprägte Fastnachtszeit mit ihren Umzügen, Sitzungen,
Kostümfesten, Maskenbällen u.a. 5. (veraltet) Feldzug (1).
Kampanile,Campanile[kampa'ni:ld].der;-.-[ital.campani-
le. zu: campana = Glocke < spätlal. campäna]: (bes.
in Italien) frei stehender Ghxkenturm eitter Kirche.
Kämpe I'kempa], der; -n, -n [mniederd. kempe. kampe =
Kämpfer, Held, entspr. mhd. kempfe = Wettkämpfer.
Zweikämpfer; tKämpfer) (veraltet, noch scherzh. od.
iron.): Krieger; tapferer Streiter, Held: Die Bürgersfrauen
von Schorndorf... zwangen ... die müden -n unter
fürchterlichen Drohungen zum Ausharren vor dem Feind (Zeit
1.5.64,24).
Kampelei [kampa'ljyl. die; -, -en (landsch.): /dauerndes/
Zanken, Raufen: Streiterei. Balgerei; kampeln ['kamplnl
<sw. V.> [wohl zu spätmhd. kempel = Streitigkeit. Zank;
geb. unter Einfluß von Kampf. Kämpe; verw. mit t
kabbeln! (landsch.): sich zanken, streiten; sich raufen, balgen:
die beiden kampeln sich schon wieder; er kampelt sich
öfter mit den Nachbarn.
Kampescheholz [kampeja-]. (auch:) Campecheholz [kam-
petje-]. das; -es [nach dem mex. Bundesstaat Campcchel:
svw. t Blauholz.
Kämpevtse [kemp9vi:z3], die; -, -r <meist PI.) [dän. kaem-
pevisc. aus: kampe = Held. Recke u. vise = Gedicht.
Liedl (Literaturw.): skandinavische, bes. dänische Ballade
des MA. vorwiegend mit Stoffen aus der
germanisch-deutschen u. der nordischen Heldensage.
Kampf Qtam&n. der. -[eis. Kämpfe [kem&fd; mhd. kämpf
= Zweikampf. Kampfspiel; Kampf, ahd. champf. wohl
zu lat. campus = Feld; Schlachtfeld!: I. größere, mit
militärischen Mitteln gefüfirte Auseinandersetzung feindlicher
Truppen; ein heftiger, hartnäckiger, erbitterter, sinnloser
K.; schwere Kämpfe tobten an der Front, um die Stadt;
um den Brückenkopf entbrannte ein blutiger K.; einen
K. entfesseln; den K. gegen die Angreifer führen; er ist
im K. gefallen; die jungen Männer zogen alle unwissend
in diesen mörderischen K. 2.a) hatuigreiflieh,'auch mit
Waffen geführte, heftige Auseinamiersetzung zwischen zwei
od. mehreren / persönlichenj Gegnern; ein harter, zäher
K.; es war ein ungleicher K.; ein K. aller gegen alle.
Mann gegen Mann; es entspann sich ein K. auf Leben
und Tod; einen K. gegen einen wohlgerüsteten, mit einem
schwächeren Gegner führen; die Demonstranten gaben
den K. schließlich auf. verloren, konnten den K. für sich
entscheiden; ein Amerikaner ... wollte durchaus den K.
eines Leoparden mit einem Schwarzen aufnehmen (Grzi-
mek. Serengeti J4J); er hat sich dem K. gestellt; aus diesem
K. ging keiner als Sieger hervor; Es erschien unglaubhaft,
daß ein einziger Mensch den baumstarken Francesco in
oiTenemK. zur Strecke gebracht habe (Mostar, Unschuldig
77); er hat ihn zum K. herausgefordert; zwischen den
beiden Männern kam es zu einem erbitterten K.; U der
K. gegen die Naturgewalten, mit dem Sturm, mit der
See: sie beobachtete belustigt seinen K. gegen den Schlaf,
mit dem Schlaf (seine Versuche, Bemühungen, wach zu
bleiben); b) (mit den verschiedensten Mitteln geführte)
Auseinandersetzung, heftig ausgetragene Kontroverse zwischen
Gegnern mit gegensätzlichen Auffassungen,
unterschiedlichen Interessen, Zielen; ein ideologischer, moralischer K.;
der K. zwischen den Geschlechtem; der K. (der Streit)
zwischen den beiden Gelehrten ist noch nicht ausgefochten;
In dem gleichen Maße, in welchem das Proletariat mit
diesem Missionsbewußtsein in den politischen K. eintrat
(Fraenkel. Staat 139); c) (Sport) das sportliche Sichmessen
zweier Gegner, sportliche Begegnung, bei der ein Sieger
ermittelt wird; sportlicher Wettkampf: ein fairer, harter,
packender K. zweier gleichwertiger Gegner: die beiden
Boxer. Mannschaften lieferten sich einen spannenden K.;
er hat in diesem Jahr noch mehrere Kämpfe zu bestreiten;
Jeder vernünftige Trainer hätte ihn aus dem K. genommen
(Plenzdorf. Leiden 76). 3. Einsatz aller Mittel, fortgesetzte
angestrengte Bemühung zur Erlangung, Verwirklichung,
Erhaltung. Verteidigung, Verhinderung. Beseitigung von etw.:
der K. für eine bessere Zukunft, für einen gerechten
Frieden; der K. gegen den Hunger, gegen die Ausbeutung;
der K. um #die Freiheit, um höhere Löhne; der K. ums
Dasein (LÜ von engl, struggle for life, aus dem Titel
von Charles Darwins Schrift „On the origin of species
..." (859fT.); den K. gegen die Kriminalität aufnehmen,
nicht aufgeben, weiterführen; *imdm.. einer Sache den K.
ansagen (deutlich machen, daß gegen jmdn.. etw.
Maßnahmen ergriffen werden; sich in unmißverständlicher Weise
anschicken, gegen jmdn., etw. vorzugehen): der Inflation
1412
kämpf-, Kampf-
den K. ansagen; mehrere Parteien, die sich nun mit
schweigender Gehässigkeit den K. ansagten (Jaeger. Freudenhaus
236). 4. innerer Zwiespalt, inneres Ringen um etw.: seetische
Kämpfe durchstehen, bestehen; einen K. mit sich [selbst)
ausfechten.
kämpf-, Kampf- (vgl. auch: Kampfes-): -abschnitt, der: 1.
(Milit.) Abschnitt (2 a), in dem militärische Kämpfe
stattfinden; Frontabschnitt. 2. (Sport) Abschnitt (3) eines
sportlichen Kampfes von bestimmter zeitlicher Dauer; -abstim-
mung, die (Politik, Pari.): Abstimmung über eine Person
od. Sache, bei der sich zwei Gruppierungen mit etwa gleichen
Aussichten auf Annahme od. Ablehnung gegenüberstehen
u. bei der es oft zu scharfen Auseinandersetzungen kommt:
Darüber hinaus sorgte die Mehrheit der Delegierten in
-en... dafür, daß wesentliche Teile aus den Altemativthesen
... übernommen wurden (Stamokap 134); -abzeichen, das
(Milit.): (im Zweiten Weltkrieg) für besondere Leistungen
im Verlauf militärischer Auseinandersetzungen verliehene
Auszeichtuing; -ansage, die: unmißverständliches
Deutlichmachen einer Gegnerschaft; offene Herausforderung zu einer
Auseinandersetzung, einem Streit: das ist eine offene K.
an die Radikalen, gegen den Radikalismus; -anzug, der
(Milit.): bes. für die Gefecht sau sbildungu. den Einsatz
vorgesehene Uniform eines Soldaten; ^art, die (Milit.): Form
des Kampfes (1) (z.B. Angriff. Verteidigung. Verfolgung.
Rückzug); -auftrag, der (Milit.): in kurzer Form gegebener,
nur die notwendigsten Angaben enthaltender Gefechtsbefehl;
-ausbildung. die (Milit.): svw. tGefechtsausbildung;
-bahn, die (seltener). Arena, Wettkampfstätte: Ich ging
zurück in die K.. wo mir mein Stier zugeführt wurde
(Hagelstange. Spielball 113); -befehl, der (Milit): vgl.
Gefechtsbefehl; -bereich, der: vgl. -abschnitt (1); -bereit
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>: zum Kampfbereit: -e Truppen;
der Boxer stand k. in seiner Ecke, dazu: -bereitschaft,
die; -betont <Adj.> (Sport): von grolSem körperlichem
Einsatz zeugend, bestimmt: die beiden Mannschaften lieferten
sich eine sehr -e Partie; sie spielen sehr k.; -bund, der:
politische Vereinigung, Gruppierung, die für, gegen etw.
kämpft; -bündnis, das: svw. t -bund; -etnheit, die (Milit.):
ausgebildete Spezialeinheit, die bei bestimmten
Kampfhandlungen in vorderster Front eingesetzt wird; -entschlossen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: zum Kampf entschlossen, dazu:
-Entschlossenheit, die; -erfahren <Adj.; nicht adv.>: durch
häufige Teilnahme an Kämpfen mit den Gegebenheiten,
Situationen in einem Kampf (\, 2) vertraut: alte, -e Krieger,
Genossen; ein -er Boxer; -erfahrung, die: viel K. besitzen;
-erprobt <Adj.; nicht adv.>: im Kampferprobt, kampferfafi-
ren; -fähig <Adj.; nicht adv.>: fähig, imstande zu kämpfen
(Ggs.: -unfähig): Wir sollen da drüben den Wald nach
-en Leuten durchkämmen (Plievier. Stalingrad 173); der
Boxer ist nicht mehr k.. dazu: -fahtgkeit, die <o. PI.)
(Ggs.: -Unfähigkeit); -fahrzeug, das (Milit.): Fahrzeug,
das für den Einsatz im Kampfgebiet bestimmt u. dafür
besonders ausgerüstet ist; -fisch, der: in Gewässern Südostasiens
heimischer, als Zierfisch beliebter kleinerer Fisch mit langen
Flossen, dessen Männchen oft sehr farbenprächtig u. sehr
angriffslustig sind; -flieger, der: 1. (Milit.) Pilot eines
Kampfflugzeugs. 1. (ugs.) svw. T -flugzeug; -flugzeug, das
(Milit.): mit Bomben, Bordwaffen. Raketen ausgerüstetes
Flugzeug bes. zum Einsatz gegen Ziele am Boden; -freudig
<Adj.; nicht adv.): Freude am Kampf am Kämpfen habend,
zeigend; -front, die: vgl. -bund: sie treiben einen Keil
in eine einheitliche antifaschistische K. (Leonhard.
Revolution 193); -gas, das (Milit.): gasförmiger chemischer
Kampfstoff; -gebiet, das: vgl. -abschnitt (1); -gefiährte,
der: jmd., mit dem man gemeinsam für, gegen etw. kämpft;
-Befähltin, die: w. Form zu t-gefährte; -«eist, der <o.
Pl.>: Wille, unbedingte Bereitschaft zum Einsatz;
kämpferische Haltung: in jmdm. erwacht der K.; sie ( = die
Mannschaft) ... kam zehn Minuten später zu dem dank K.
völlig verdienten Ausgleich (Neues D. 1.6. 64. 3): -gemein-
schaft, die: die K. der Arbeiter und Bauern; die Gegner
von Kernkraftwerken bilden eine K. mit den Umweltschül-
zern: -genösse, der: vgl. -gefährte; -gericht, das (Sport):
Gremium von Kampfrichtern, Sachverständigen o.a., das
einen sportlichen Wettkampf leitet, beaufsichtigt [u. die
sportlichen Leistungen bewertetJ; Jury: ein objektives,
internationales K.; der dritte Platz .... den ihnen ( = Paar
beim Eiskunstlauf) das K. zubilligte (Maegerlein. Triumph
41); -geschehen, das: im Gange befindlicher Kampf (\. 2a.
c); Kampf in seinem Ablauj: Wir können nur versuchen,
die Menschen aus dem K. herauszuhalten (Spiegel 48,
1965. 48); in das K. eingreifen; -geschwader, das (Milit.):
Geschwader von Kampfflugzeugen; -getümmel, das: wäfi-
rend eines Kampfes (1, 2 a, c) entstehendes Getümmel;
-gewicht, das (Boxen. Ringen. Budo. Gewichtheben): Gewicht,
das ein Sportler zu Beginn eines Wettkampfs hat; -gewühl.
das: vgl. -getümmel; -gruppe.die: 1. (Milit.) für besondere
Aufgaben im Einsatz aus verschiedenen Truppenteilen
gebildeter militärischer Verband. 2, svw. t Betriebskampfgruppe:
im Fernsehen konnte man miterleben, wie die Panzer am
Potsdamer Platz und am Brandenburger Tor auffuhren,
wie die -n ausschwärmten (Dönhoff, Ära 76); -bahn, der:
1. Hahn, der für den Hahnenkampf abgerichtet ist. 2. <meist
PI.) (ugs.. oft scherzh.) jmd., der sich mit jmdm. streitet,
prügelt, der leicht mit jmdm. in Streit, in eine Prügelei
gerät: „Ein Jude geht auf den anderen los!" Diese
niederschmetternde Feststellung lähmte die Kampfhähne
(Hasenclever. Die Rechtlosen 441); die Kampfhähne trennen;
-handhing, die <meist PL): zu einem Kampf (1) gehörende,
während eines Kampfes stattfindende Aktion: Es finden
kaum noch -en statt (Kirst, 08/15, 852); die -en einstellen;
-kraft, die <o. PL): Gesamtheit der vorhandenen
Möglichkeiten (an Leistungsfähigkeil, Stärke, Kraft, Wille o.a.),
die zum Kampf befähigen: die K. der Truppen erhöhen;
die K. der Armee ist ungebrochen, dazu: -kräftig <Adj.;
nicht adv.>: Kampfkraft besitzend; von Kampfkraft zeugend:
-e Truppen; -lärm, der: wälirend eines Kampfes (1)
entstehender, durch ihn hervorgerufener Lärm; Käufer, der: (vor
allem auf feuchten Wiesen lebender) mittelgroßer
Schnepfenvogel, bei dem das Männchen in der Zeit der Balz ein
prächtiges Gefieder trägt u. Kämpfe austrägt; -lied, das:
kämpferisches, von Kampfgeist erfülltes Lied, das bes. den
politischen Kampf zum Inhalt hat: revolutionäre -er singen;
-linie, die: vgl. ^abschnitt; ^los <Adj.; o. Steig.): ohne
Kampf (1. 2); ohne daJS ein Kampf stattfindet, ohne zu
kämpfen, ohne sich zu wehren: die -e Übergabe der Stadt;
Darum hatte sie mir den Schlüsselbund so k. überlassen
(Fallada. Herr 215); (Sport:) die Mannschaft kam k. eine
Runde weiter; -lust, die <o. PI.): innere Bereitschaft zum
Kampf, zu einer Auseinandersetzung, dazu: -lustig <Adj.;
nicht adv.): bereit, sich mit jmdm. auseinanderzusetzen,
einen Streit zu beginnen: die Schwester ... blickte ihn k.
an (Langgässer. Siegel 342); -maßnähme, die (meist PI.):
vgl. ^mittel (2): die Gewerkschaft beschloß -n; -mittel,
das: 1. (meist PI.) (Milit.) zur Führung eines Kampfes
(1). einer kriegerischen Auseinandersetzung verwendetes
Mittel wie Waffe, Kampfstoff o. ä. 2. / taktisches] Mittel
in einem politischen Kampf; in einer politischen
Auseinandersetzung zur Erreichung bestimmter Ziele ergriffene
Maßnahme; -moral,die: vgl. -geist; -trat, der: vgl. -lust; -panzer,
der (Milit.): stark gepanzertes Vollkettenfatirzeug mit einem
in einen drelibaren Turm eingebauten Schnellfeuergeschütz,
das für alle Aufgaben der Panzertruppe bestimmt ist;
^Parole, die: zum Kampf, bes. zur politischen Auseinandersetzung
aufrufende, den Kampf rechtfertigende Parole: -n ausgeben;
-pause, die: Pause während eines Kampfes (1. 2 a.
c); -platz, der: Platz, auf dem ein Kampf stattfindet;
-preis, der (Wirtsch.): Preis für eine Ware, der unter dem
sonst aitfdem Markt üblichen Preis liegt u. der dem
Unternehmen, das ihn festsetzt, Vorteile im Wettbewerb bringen
soll: Repräsentative gemütliche Sitzgruppe ... K.: 998. -
(MM 23. 6. 73. 13. Anzeige); -richter, der (Sport): jmd.,
der [als Mitglied eines Kampfgerichts, mit andern
zusammen! einen sportlichen Wettkampf leitet, beaufsichtigt I u.
die sportlichen Leistungen bewertet], dazu: ^richterent-
scheidung, die; -schritt, die: Schrift, die dem politischen
Kampf dient, zum Kampf für od. gegen etw. aufruft;
-Schwimmer, der (Milit.): zur Marine gehörender Einzel-
kämpf er, der dazu ausgebildet u. ausgerüstet ist, unter
Wasser an gegnerische Ziele heranzuschwimmen, um sie zu
erkunden od. zu zerstören; -spiel, das (Sport): 1. mit
körperlichem Einsatz in unmittelbarem Kontakt mit dem Gegner
ausgetragenes Ballspiel zwischen zwei gegeneinander
kämpfenden Mannschaften: Fußball. Handball, Rugby. Hockey
sind -e. 2. durch hohen kämpferischen Einsatz der Spieler
gekennzeichnetes Spiel: in einem mitreißenden K. wurde
der Gegner schließlich bezwungen; -Staffel, die: vgl. ^ge-
schwader; -stark (Adj.; nicht adv.): vgl. ^kräftig: -e
Truppen; die gegnerische Mannschaft erwies sich als sehr k.;
1413
kämpfen
-stärke, die: vgl. -kraft; -statte, die (meist PL): Stätte,
an der ein Kampf stattfindet, gekämpft wird; Anlage für
sportliche Wettkämpfe; ^stier, der; bes. kräftig
gewachsener, in Spanien u. Südamerika nur Zur den Stierkampf
gezüchteter Stier, dessen Wildheit u. Reizbarkeit während
der Zucht ntfch gesteigert wird; ^stofT. der <meist PI.>:
radioaktives Material, giftige chemische od.
krankheitserregende biologische Substanz als Kmnpfmittel (1); -tag, der:
Heuer müssen wir am 1. Mai etwas Besonderes
zusammenbringen. Vor zehn Jahren .... da haben sie ... in Frankreich
einen großartigen K. der Arbeiterklasse daraus gemacht
(Kühn. Zeit 200); Tätigkeit, die <P1. selten): vgl.
Handlung; -truppe,die: 1. (Milit.)jför den Kampf (\) ausgebildete
u. ausgerüstete Truppe als Truppengattung eines Heeres.
2. kampfbereite, für eine tätliche Auseinandersetzung
gerüstete Gruppe von Personen; Für den offenen Aufstand sei
die Bildung von -n unerläßlich (MM 27.8. 69,11); -unfähig
<Adj.; nicht adv.>: nicht fähig, nicht imstande zu kämpfen
(Ggs.: ^fähig): -e Truppen; habe er auf den Zollbeamten
... einen Schuß abgegeben, um ihn k. zu machen (Mostar.
Unschuldig 112); der Boxer schlug seinen Gegner k.. dazu:
-Unfähigkeit, die <o. PI.) (Ggs.: -fahigkeit); -verband,
der(Milit,):/ßr <&yj Kampf (\) ausgebildeter u. ausgerüsteter
militärischer Verband; -wagen, der: 1. (im Altertum) von
Pferden gezogener, mit Kriegern besetzter Wagen für den
Kampf. 2. (veraltet) svw. t Panzer: Haufen zerschlagener
K. und Räder und Geschütze (Plievier. Stalingrad 349);
Mvebe, die: Art u. Weise, in der ein Kampf geführt wird,
in derjmd. kämpft: der Boxer, die Mannschaft zeigte sich
von der unorthodoxen K. des Gegners irritiert; -wille,
der: vgl. ^lust; ^ziel, das: Ziel, das durch einen Kampf,
bes. durch eine politische Auseinandersetzung erreicht
werden soll; -zone, die: vgl. ^abschnitt,
kämpfenlkem^fn] <sw. V.: hat) Imhd. kempfen. ahd. cham-
fan, zu TKampfl: 1. mit Waffen, unter Einsatz der
verschiedensten Kampfmittel gegen einen feindlichen Gegner
vorgehen, sich militärisch mit ihm auseinandersetzen; einen Kampf
(1), eine kriegerische Auseinandersetzung führen; erbittert,
hart, bis zum letzten Mann, bis zum letzten Blutstropfen
k.; Schulter an Schulter, mit der Waffe in der Hand k.;
sein Vater kämpfte an der vordersten Front, auf der
anderen Seite; für das Vaterland, um eine Stadt, um den Brük-
kenkopf k. 2. a) sich mit Heftigkeit handgreiflich mit jnuim.
auseinandersetzen; tätlich, auch mit Waffen gegen einen
{persönlichen] Gegner vorgehen, um ihn zu bezwingen: die
beiden Männer kämpften erbittert, bis zur Erschöpfung
[miteinander]; er kämpfte gegen die beiden, mit den beiden
wie ein Verzweifelter, wie ein Löwe, auf Leben und Tod;
Tarzan kämpft mit einem Löwen; kämpfende Rehböcke;
Ü der Schwimmer kämpfte gegen die Strömung, mit den
Wellen; der Alte kämpft mit dem Tod (liegt im Sterben);
er kämpfte gegen seine Tränen, mit den Tränen (suchte
sie zu unterdrücken); Der Onkel kämpfte mit der Rührung
(Klepper, Kahn 70); er kämpfte vergebens gegen den
Schlaf, mit dem Schlaf (versuchte vergebens gegen ihn
anzugehen, wach zu bleiben); Leopold schwieg, kämpfte mit
seinem Ärger (versuchte ihn niederzuhalten, zu bezwingen;
Jaeger, Freudenhaus 261); b) sich (mit den verschiedensten
Mitteln) heftig mit einem Gegner auseinandersetzen,
streiten; im Kampf (2 b) mit jmdm. stehen: gegen einen
politischen Widersacher, mit einem politischen Gegner k.; die
beiden Gelehrten kämpfen schon drei Jahre lang
gegeneinander (tragen eine Kontroverse, eine wissenschaftliche Fehde
aus); die Konzerne kämpfen miteinander (stehen in harter
Konkurrenz); <mit einem Subst. des gleichen Stammes
als Objekt:) der damals schon erbittert und verkannt seinen
aussichtslosen K. gegen die oberste Führung kämpfte (Gai-
ser. Jagd 146). 3. (Sport) a) sich in einem sportlichen
Wettkampf mit einem Konkurrenten. Gegner messen, mit ihn
um den Sieg wetteifern, ihn zu besiegen trachten: sehr
glücklos k.; die Mannschaft kämpft heute gegen einen sehr
starken Gegner, die Mannschaft kämpft morgen um den
Einzug ins Halbfinale; b) sich in einem sportlichen
Wettkampf, in eittem Spiel körperlich voll einsetzen: beide Ringer
kämpften verbissen, hart, zäh; die Mannschaft kämpft
bis zur totalen Erschöpfung, bis zum Umfallen; der
Tabellenführer versteht zu k.. kämpfte bis zum Ende. 4. sich
unter Einsatz aller Kräfte, der verschiedensten Mittel
fortgesetzt bemühen, etw. zu erreichen, zu verwirklichen, zu
erhalten, zu verteidigen, zu verhindern, zu beseitigen: für die
Freiheit, für eine bessere Zukunft, für die
Gleichberechtigung, für ein geeintes Europa k.; gegen den Krieg, gegen
die Unterdrückung, gegen die Ausbeutung, gegen den
Hunger k.; die Mannschaft kämpft gegen den Abstieg; um
mehr Selbständigkeit. Anerkennung, um sein Recht, seine
Rehabilitierung k. 5. einen inneren Zwiespalt zu überwinden,
sich innerlich zu etw. durchzuringen suchen: innerlich um
eine Entscheidung, einen Entschiuli ringen: er kämpfte noch,
ober hingehen solle oder nicht; Ich kämpfe mit mir selber
und entscheide mich dann (Grzimek. Serengeti 282). 6.
<k. + sich) einen Weg. eine Strecke i zu einem Ziel hin]
unter sehr widrigen Umständen, unter großer Mühe u.
Überwindung starker Widerstände zurücklegen: sie kämpften
sich [mühsam] durch Dornen und Gestrüpp; Ich kämpfte
mich über die Klippen, jetzt war ich an der Brandung
(Salomon. Boche 81); Ü er hat sich im Lauf der Jahre
in die Höhe, nach oben gekämpft (sich wirtschaftlich,
sozial hochgearbeitet).
Kampfer ['kämpft?], (ehem. fachspr.:) Campher ['kamfei.
der: -s Imhd. kampfer < mlat. camphora < arab. käfür
= Kampferbaum < aind. karpüra-l)]: aus dem
Kampferbaum gewonnene od. synthetisch hergestellte weiße,
durchscheinende, harzartige Masse mit durchdringendem
Geruch, die bes. in der Medizin u. in der chemischen Industrie
verwendet wird.
Kämpfer-: -bann, der: in China u. Japan heimischer, sehr
hoher Baum mit lederartigen, glänzemlen. an langen Stielen
sitzenden Blättern, aus dessen Holz Kampfer gewonnen wird:
M)L das: Kampfer enthaltendes öl. das als Mittel zum
Einreiben gegen Rheumatismus o. ä. verwendet wird; -salbe,
die: vgl. -öl; -spiritus. der: vgl. ^öl.
'Kämpfer [kemßfel, der; -s, - Ispätmhd. kempfer =
Zweikämpfer; Kämpfer, Streiter, mhd. kempfe, vgl. Kämpe]:
1. a) Soldat, der im Kampf (1), in der Schlacht steht: tapfere,
schlecht ausgerüstete, ermattete K.; die K. von Stalingrad;
b) (DDR) Mitglied einer Betriebskampfgruppe. 1. jmd..
der sich mit Heftigkeit handgreiflich mit jmdm.
auseinandersetzt, mit einem Gegner kämpft (2 a). um ihn zu bezwingen:
er versuchte vergeblich, die beiden K. von der Unsinnigkeit
ihres Tuns zu überzeugen. 3. (Sport) a) Sportler, der sich
in einem Zweikampf mit einem Gegner mißt, der mit seinem
Gegner um den Sieg kämpft: die Boxer dieser Staffel sind
alle talentierte, routinierte K.; der Ringrichter bat beide
K. zur Ringmitte; b) Sportler, der sich in einem Wettkampf,
in einem Spiel körperlich voll einsetzt, der in seinem Einsatz
nicht nachläßt: sein Gegenspieler ist ein richtiger, echter,
zäher K.; beim Endspurt zeigte sich, welch ein K. dieser
Läufer ist. 4. jmd.. der sich für die Verwirklichung.
Erhaltung. Verteidigung. Verhinderung. Beseitigung von etw.
einsetzt: ein K. für die Freiheit, gegen den Hunger in der
Welt; Sie alle waren gute Ärzte ... und zähe K. um den
Ruhm (Thorwald. Chirurgen 56).
Kämpfer [-]. der; -s. - [älter: Käpfer. mhd. kepfer. vidi,
zu lat. capreolus = Stützbalken]: l.a) (Archit.) oberste,
meist vorspringende Platte einer Säule od. eines Pfeilers,
auf dem der Ansatz eines von der Säule od. von dem Pfeiler
getragenen Bogens od. Gewölbes aufliegt: der K. ist ...
rein formal gesehen eine vereinfachte Wiederholung der
Kapiteliform (Bild. Kunst 3. 49); b) (Technik. Bauw.)
Stelle des Auflagers beim Bogen einer Brücke. 2. (Bauw.)
in einen Fensterrahmen fest eingebautes waagerechtes Ver-
bindungsstück aus Holz od. Metall, das die oberen u. die
unteren Flügel des Fensters voneinander trennt.
K$mpferin, die; -. -nen [spätmhd. kämpferinnel: w. Form
zu t'Kämpfer (bes. 4): kämpferisch <Adj.): 1. <o. Steig.:
nicht präd.) den Katnpf (\) betreffend, zu ihm gehörend,
für ihn notwendig, ihm dienend: die -en Mittel; die Truppen
haben sich k. bewährt, hervorgetan. 2. in einem sportlichen
Wettkampf, in einem Spiel hohen körperlichen Einsatz
zeigend; den hohen körperlichen Einsatz, die Einsatzfreude
betreffend, davon zeugend: er bot eine hervorragende -e
Leistung; in ihrem Spiel überwogen die -en Elemente;
die Mannschaft bot k. eine gute Leistung, war k. sehr
stark. 3. den Willen, die unbedingte Bereitschaft besitzend,
für od. um etw. zu kätnpfen (4). voller Kampfgeist; eine
-e Natur; der alte -e Atheist, der Verfolger des Christentums
(St. Zweig. Fouche 226); die Jugend müßte jetzt k. sein
(Schnurre. Bart 156); sich k. mit etw. auseinandersetzen:
K$mpfernatur, die; -. -en: jmd.. der die unbedingte
Bereitschaft besitzt zu kämpfen, sich voll einzusetzen.
1414
Kandelaber
k^mpfes-, Kampfes- (geh.): -freudig <Adj.>: svw. t
kampffreudig; -grüß, der <meist PI.) (bes. DDR): Gruß zur
Bekundung der Zusammengehörigkeit, der Solidarität im
politischen Kampf: Wir überbringen ihnen brüderliche
Kampfesgrüße der Werktätigen (Neues D. 2. 6. 64. 3); -lärm,
der: svw. t Kampflärm; ^hist. die: svw. t Kampflust; -mut,
der: svw. t Kampfmut; -wille, der: svw. t Kampfwille.
kampieren Ocampi:ren] <sw. V.; hat) [frz. camper. zu: camp
= Feldlager < ital. campo. tKamp]: a) sich an einem
bestimmten Ort (im Freien) für einige Zeit niederlassen,
sein Lager aufschlagen, lagern: auf freiem Feld k.; In den
Hügeln von Kurna kampierte eine Räuberbande (Ceram,
Götter 178); b) (ugs.) irgendwo behelfsmäßig untergebracht
sein, wohnen, eine notdürftige Unterkunft, Lagerstatt haben:
... wo ich zusammengepfercht mit Tausenden von anderen
Passagieren auf dem Steinboden des Bahnhofs k. mußte
(Leonhard, Revolution 141); du kannst heute bei uns auf
dem Sofa k. (übernachten, schlafen).
Kampong ['kampool, der od. das; -s. -s [malai. kampung]:
(in Südostasien) Dorf, dorfähnlicher Bezirk am Rande einer
Stadt.
Kamiflel [ka'mofj]. das; -s. - [zu älterem Kamuff =
Halunke. Schuft < ital. camuflb = Betrüger. Halunke, zu:
camuflare = betrügen, täuschen, tarnen] (Schimpfwort):
dummer, beschränkter Mensch: Dummkopf: so ein K.!
Kanadabalsam [kanada-]. der; -s: farbloses Harz nordame-
rikanischer, bes. kanadischer Tannen, das zum Verkitten
optischer Linsen u. zum Einbetten mikroskopischer
Präparate dient; Kanadier [ka'na:die]. der. -s. - [zu Kanada, als
Bez. für das Kanu der kanad. Indianer]: 1. offenes
Sportboot [mit gerundeten Steven], das l in halbkniender
Haltung) mit einem Stechpaddel vorwärts bewegt wird. 2.
(österr.) Polstersessel: Vor den Glaswänden ... lag Grete
in einem K. und sah hinaus (Doderer. Dämonen 1051).
Kanaille pcanalp. österr.: kanaja]. die; -. -n [frz. canaille
= Hundepack. Gesindel < ital. canaglia. zu lat. canis
= Hund] (abwertend): 1. bösartiger Mensch, der es darauf
abgesehen hat, anderen zu schaden, sie zu übervorteilen:
diese K. ist mit meinem Wagen davongefahren; du K.!
2. <o. Pl.> [Sorte von] Menschen, die es darauf abgesehen
haben, anderen zu schaden, sie zu übervorteilen: die
mordgierige K.; die K. Mensch. Vgl. en canaille.
Kanake [ka'naika], der; -n. -n [polynes. kanaka = Mensch]:
1. Eingeborener Polynesiens u. der Südseeinseln. 2. (ugs.
abwertend) ungebildeter, einfältiger Mensch. 3. (salopp)
ausländischer Arbeitnehmer, bes. Türke.
Kanal [ka'na:l]. der; -s. Kanäle [kane:b; ital. canale =
Leitungsröhre. Kanal < lat. canälis = Röhre. Rinne.
Wasserlauf. Kanal, zu: canna = kleines Rohr. Röhre
< griech. känna = Rohr. Rohrgeflecht]: 1. künstlicher
I gerader, verhältnismäßig schmaler) schiffbarer Wasserlauf
als Verbindung zwischen Meeren, Flüssen, Seen: Kanäle
durchziehen das Land; einen K. anlegen, bauen; die Stadt
ist durch einen K. mit dem Meer verbunden. 2. offener
Wasserlauf od. unterirdisch gefüfirte Rohrleitung für
Abwässer, Bewässerung od. Entwässerung: der K. ist verstopft;
infolge des anhaltenden Regens liefen die Kanäle über.
3. (Anat.) röhrenförmiger Durchgang im Körper: das
Zäpfchen im Halse war ... wund, die Luft ging ihm nicht
wie sonst durch den von der Natur hierzu vorgesehenen
K.CTh. Mann. Zauberberg 232); * denk, voll haben (salopp:
1. betrunken sein. 2. einer Sache gründlich überdrüssig sein:
daß die Menschheit ..die nächsten zwanzig Jahre vom
letzten Mal den K. noch voll habe"; Fr. Wolf. Menetekel
97). 4. (Rundf.. Fems.) bestimmter Frequenzbereich eines
Senders: einen anderen K. wählen, einschalten; eine
Sendung auf einem K. sehen: diesen Sender bekommt man
auf K. 10. 5. Weg, auf dem erw. (bes. Informationen)
weitergeleitet wird: geheime, diplomatische Kanäle;
Informationen sickern durch inoffizielle, dunkle Kanäle.
Kanal-: -abgaben <P1.>: svw. t-gebühr; -antenne. die
(Rundf.. Fems.); -arbeiter, der: 1. Arbeiter im Bereich
der Kanalisation. 2. (Politik Jargon) jind.. der für jmdn.,
etw. tätig ist, ohne dabei selbst besonders in Erscheinung
zu treten: Schmidt kann sich ... auf eine Truppe ... Helfer
stützen: auf die rechte Riege der K. unter Egon Franke
(Spiegel 26. 1974. 38); -bau, der <P1. -bauten); -bauer,
der; -s. -: jmd., der Kanäle baut, Rohre zur Bewässerung
u. Entwässerung verlegt (Berufsbez.); -bett, das <PI. -betten,
selten: -bette): Rinne, in der der Kanal (1) fließt: -deckel.
der: Deckel über einem Abflußrohr der Kanalisation:
Mkirchstidi, der: Durchstich (a. b) eines Kanals (1); ^gas,
das: übelriechendes Gasgemisch aus der Kanalisation: ^ae-
bfihr, die: Gebühr für die Bemtzung eines Kanals (1); ^gitter,
das: vgl. ^deckel: Gitter über einem Abflußrohr der
Kanalisation: -ratte, die: Ratte, die in der Kanalisation lebt:
^rfiumer, der: jmd., der die Kanalisation reinigt: uneiniger,
der: svw. Nräumer; -Schalter, der (Rundf.. Fems.):
Schalter, mit dem man einen Fernsehkanal einstellt: -schleuse,
die: Schleuse eines Kanals (1); -schwimmen, das; -s: das
Durchschwimmen eines größeren natürlichen Kanals (bes.
des Ärmelkanals) als sportliches Längs treckenschwimmen,
dazu: -Schwimmer, der; -System, das: System von Kanälen
(1) (bes. zur Bewässerung): -waage, die: aus zwei
kommunizierenden Röhren bestehendes Instrument, mit dem durch
gleich hohen Flüssigkeitsstand die Horizontale festgelegt
wird: ^Wähler, der (Rundf.. Fems.): svw. t^Schalter.
Kanalisation [kanaliza'tßio:n]. die; -. -en: l.a) System von
[unterirdischen] Rohrleitungen u. Kanälen (2) zum Ableiten
der Abwässer: die städtische K.; die Münze war in die
K. gefallen; b) Bau von [unterirdischen) Rohrleitungen u.
Kanälen (2) zum Ableiten der Abwässer. 2. Ausbau eines
Flusses zu einem schiffbaren Kanal.
Kanalisations-: -anlaae, die; -arbeiten <PI.): für eine
Kanalisationsanlage erforderliche Arbeiten: -netz, das: svw.
-System; -röhr, das. -röhre, die; -System, das.
kanalfeieren I...'zi:ran] <sw. V.; hat): 1. mit einer Kanalisation
(1 a) versehen: einen Ort. einen Betrieb k. 2. schiffbar
machen: einen Fluß k. 3. gezielt, in bestimmte Bahnen, in
eine bestimmte Richtung lenken u. dadurch das Problem
bewältigen: eine politische Bewegung. Vorstellungen, eine
Stimmung, einen Trieb k.; Der ... Warenstrom ... mußte
... kanalisiert und geregelt werden (Jacob. Kaffee 119);
die ( = die Polizei) die Marschzüge zu k. suchte (FAZ
2.11.61.1); <Abl.:> Kanaliskning, die; -. -en: das Kanalisie-
ren(\-3): <Zus.:)Karaliskningsaitoeiten <P1.>: svw. TKana-
lisationsarbeiten.
Kanalstrotter [ka'na:lstn)te]. der; -s. - [zu t trotten] (österr.
ugs.): Kanalräumer.
Kanapee [kanape]. das; -s. -s [1: frz. canapö < mlat. cano-
peum. conopeum = Mückenschleier; Himmelbett (mit
einem Mückenschleier) < lat. cönöpeum < griech. könö-
pelon; 2: frz. canapä (t Kanapee 1). eigtl. = Bedecktes!:
1. (veraltend, noch iron.) Sofa: Laß mich bloß auf dem
K. schlafen. Ich brauch auch keine Bettwäsche (Fallada.
Jeder 27). 2. <meist PI.) a) gefüllte Blätterteigschnitte: b)
mit Delikatessen belegtes u. garniertes /getoastetes)
Weißbrot schnittchen.
Kanari [ka'na:ri], der; -s. - [frz. canari. nach den Kanarischen
Inseln] (südd.. österr. ugs.): Kanarienvogel: Kangrie [...rjp].
die; -. -n [nach den Kanarischen Inseln, der Heimat dieser
Vogelart] (Fachspr.): Kanarienvogel als Zuchtform.
kanarien-, Kanarien-: -gelb <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
hellgelb: -gras, das: auf den Kanarischen Inseln u. im
Mittelmeerraum wachsendes Gras mit hohen Halmen u. kurzen,
dichten Ähren, das als Futter für [KanarienJvögel dient:
-hahn, der: männlicher Kanarienvogel: ^vouel, der: (aus
einer Wildform auf den Kanarischen Inseln gezüchteter)
kleiner, gelber od. orangefarbener Vogel, der wegen seines
schönen Gesangs im Käfig in Wohnräumen gehalten wird.
Kanaster [ka'naste], der; -s, - (veraltet): t 'Knaster.
Kandaharrennen [kandahar-]. das; -s. - [nach dem engl.
Feldmarschall Earl of Kandahar (1832-1914). dem Stifter
des Pokals]: aus Slalom, Riesenslalom u. Abfahrt
bestehendes alpines Skirennen.
Kandare [kan'da.re]. die; -. -n [ung. kantär = Zaum. Zügel]:
zum Zaumzeug des Pferdes gehörende Gebißstange mit
Hebelwirkung zum schärferen Zügeln des Pferdes: dem Pferd
die K. anlegen; die K. scharf anziehen; er ritt das Pferd
auf K.; „Farida" ist nämlich auf K. gezäumt (Dwinger.
Erde 191); *jmdn. an die K. nehmen/bekommen/bringen.
[bei] jmdm. die K. anziehen (jmdn. unter Kontrolle stellen
u. seine Freiheit einschränken): einen Schüler an die K,
nehmen; imdn. an der K. haben/halten (jmdn. unter Kontrolle
haben u. ihm keine Freiheit lassen): <Zus.:> Kandarenaebiß,
das: svw. TKandare.
Kandel [kandj]. der; -s, -n od. die; -. -n [mhd. kandel,
kanel.kenel.ahd.kanäli < lat. canälis. tKanalldandsch.):
Dachrinne, Regenrinne.
Kandelaber [kande'la:bpl. der; -s. - [frz. candelabre < lat.
1415
kandeln
candeläbrum = Leuchter]: a) mehrormiger. säulenartiger
Statuier für Kerzen. Lampen. Räucherschalen: vergoldete
K.; die K. anzünden; b) mehrormiger. säulenartiger Ständer
für die Straßenbeleuchtung: Laternenständer: auf dem
Opernplatz stehen riesige K.
kandeln [kandln] <sw. V.; hat) [zu TKandcl] (landsch.):
auskehlen, rinnenförmig aushöhlen: ich kand[e]le die
Balken; eine gekandelie Säule.
K^ndetzucker, der: -s (landsch.): Kandiszucker.
Kandidat[kandi'da:t],der; -en.-en [lat.candidätus =
Weißgekleideter (Amtsbewerber, der sich dem Volk in der toga
Candida, der glänzendweißen Toga, vorstellte), zu: candi-
dus = glänzend, weiß, zu: candere = glänzen, schimmern,
hell glühenl: l.a) jmd.. der sich für eine Wald aufstellen
läßt: der K. mußte die Mehrheit aller Stimmen auf sich
vereinigen; einen -en bezeichnen, wählen, durchbringen,
von der Liste streichen; jmdn. als -en aufstellen; seine
Stimme für einen -en abgeben; Ü Unsere drei -en ( =
Autos der Marken Peugeot. Opel. Ford) gingen mit
ziemlich gleichen Voraussetzungen ins Rennen
(Freizeitmagazin 10. 1978. 36); b) (in sozialistischen Ländern) Anwärter
auf die Mitgliedschuft in einer Partei. 2.a) Student höheren
Semesters, der sich (nach einer ZwischenprüfungI auf sein
Examen vorbereitet: die -en der Theologie; Abk.: cand.
(z. B. cand. med., cand. phil); b) Prüfling im Abschlußex-
amen an einer Universität: drei -en haben das Examen
nicht bestanden; dem -en eine Frage stellen; c) <o. PI.)
(in sozialistischen Ländern) akademischer Grad: K. der
physikalisch-mathematischen Wissenschaften der
Sowjetunion.
Kandidaten-: -antrag, der: (in sozialistischen Ländern)
Antrag auf Mitgliedschaft in einer Partei: -karte, die: (in
sozialistischen Lätidern) Ausweis eines Kandidaten (1 b);
-liste, die: Liste der Kandidaten (1 a): jmdn. auf die K.
setzen, in die K. aufnehmen, von der K. streichen; -turnier,
das: internatiomdes Schachturnier, dessen Sieger den
Schachweltmeister herausfordern kann.
Kandidatur [...datu:y]. die,-,-en [frz. candidature. zu: candi-
dat. TKandidatl: Aufstellung als Kamlidat für eine Wahl:
seine K. anmelden, zurückziehen; kandidel [kan'dhdl]
<Adj.; ...dler. -ste; nicht adv.) (wohl zu lat. candidus =
heiter. TKandidatl (nordd.): heiter, lustig: der Kranke war
schon wieder k.; kandidieren [...di'di.ren] <sw. V.; hat):
sich als Kandidat um etw. bewerben: für das Amt des
Präsidenten k.; Nixon kandidiert gegen Johnson (MM 2. 2.
68.2); bei den Bundestagswahlen Tür die Christdemokraten
k.; Mehrere Listen ( = der politischen Parteien) kandidieren
gegeneinander (Fraenkel. Staat 357).
kandieren [kan'di:rcn] <sw. V.; hat) [frz. candir = einzuk-
kern < ital. candire; vgl. Kandisl: mit einer Zuckerlösung
überziehen n. dailurch haltbar machen: Zitronenscheiben
k.; kandierte Früchte. Aprikosen. Birnen; Kandis I'kandis].
der; - [ital. zucchero candi(to) < arab. qandly = aus
Rohrzucker, zu: uand = Rohrzuckerl: svw. TKandiszuk-
ker; <Zus.:) Kandiszucker, der: in großen Stücken an Fäden
auskristallisierter weißer od. brauner Zucker: Tee mit K.
kanditel [kan di:t|l: T kandidel.
Kanditen [kandi:tn] <PI.) [ital. candito = kandierte Frucht,
zu: candire, T kandieren] (österr.): a) kandierte Früchte:
b) Süßigkeiten: <Zus.:> Kanditenfabrflc. die (österr.):
Süßwarenfabrik: Kanditengeschäft, das (österr): Süßwarenge-
schüft.
Kandschar [kan'(J3a:(?]: 11 landschar.
Kaneel [ka'ne:!]. der; -s. (Sorten:) -e [frz. cannelle = Zimt
< mlat. cannella = Röhrchen, zu lat. canna = Rohr
(nach der Form der Zimtstange)!: hochwertiger (Ceylon)-
zimt.
Känel [kc:n|]: TKännel.
Kanephore [kane'fo:re], die; -. -n [lat. canephoros < griech.
kanephöros, eigtl. = Korbträgerl: im antiken Griechenland
aus vornehmer Familie stammende Jungfrau, die bei
religiösen Festen u. Umzügen geweihtes Gerät im Korb auf dem
Kopf trägt.
Kanevas [kanavasl. der; -. auch: -ses. -. auch: -se [frz. cane-
vas, eigtl. = grobes Segeltuch, Sackleinwand < provenz.
canabas = Tuch aus Hanffasern, zu spätlat. cannabus
= Hanfl: 1. gitterartiges, stark appretiertes Gewebe in
Leinwandbindung, das als Grundstoff für Stickereien
verwendet wird: auf K. sticken. 2. Szenarium, das in der
italienischen Stegreifkomödie u. Commedia delTarte den
Handlungsablauf u. die Szenenfolge jestlegt: < Abi. zu 1 :> k^nevas-
sen [...sn] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Kanevas (1).
Kamt [kau], der od. das; -s. -s [chin. (Dialekt von Peking)
k'ang]: 1. gemauerte, von außen beheizbare Schlafbatik in
nordchinesischen Häusern. 2. mit einem Loch versehenes
viereckiges Holzbrett, das im alten China einem Verbrecher
zur Kennzeichnung u. Bestrafung um den Hals gelegt wurde.
Känguruh [kenguru]. das; -s. -s [engl, kangaroo. aus einer
Eingeborenenspr. Australiensl: bes. in Australien
vorkommendes, bis mannshohes Beuteltier mit kleinem, langschnau-
zigem Kopf, langem Schwanz, kurzen Vorderbeinen u.
langen, kräftigen Hinterbeinen, auf denen es sich hüpfend
fortbewegt.
Kaniden [ka'ni:dn] (PI.) [zu lat. canis = Hund] (Zool.):
Hunde u. hundeartige Tiere (z.B. Fuchs, Schakal. Wolf).
Kanin [ka'ni:n]. das; -s. -e (Fachspr.): Fell der Wild- u.
Hauskaninchen: eine Jacke aus K.: Kaninchen, das; -s. -
[Vkl. von veraltet Kanin = Kaninchen < mniederd. kanln
< afrz. conin < lat. cuniculusl: zusammen mit [vielen!
anderen in ausgedehnten Erdhölden lebendes, wegen seines
Felles u. Fleisches als Haustier gehaltenes hasenähnliches
Tier mit graubraunem, grauem, weißem od. schwarzem Fell:
das K. schnuppert: Wie das K. vor der Schlange waren
sie hilflos vor ihm erstarrt (Quick 47. 1958. 28); K. halten;
sie vermehren sich wie die K. (ugs. abwertend; sehr stark).
Kaninchen-: -bau, der <PI. -e): Bau (5 a) von Kaninchen:
-braten, der; -feil, das; -fleisch, das; -halter, der
(Amtsspr.): jmd.. der Kaninchen hält: -jagd, die: Jagd auf
, schadenverursachende! Kaninchen: -stall, der, dazu:
-stalknethode, die (scherzh.): Bauweise, bei der nach u.
nach etw. angebaut wird: Um ... mit dem Ansturm fertig
zu werden, vergrößerten die Flughafenverwaltungen ihre
Einrichtungen nach der sogenannten K. (Spiegel 52.1966.
62): -zucht, die, dazu: -Züchter, der.
Kanister [ka'mste], der: -s. - [urspr. = Korb, unter Einfluß
von engl, canister = tragbarer Behälter Tür Flüssigkeiten
< ital. canestro = Korb < lat. canistrum < griech.
känistron = rohrgeflochtener Korb, zu: känna = Rohrtge-
flecht); vgl. Kanall: tragbarer, flacher, verschließbarer
viereckiger Behälter aus Blech od. Kunststoff zur Aufbewahrung
von Flüssigkeiten: ein leerer, ausgelaufener K.; einen K.
öffnen, leeren, zuschrauben: öl. Benzin in K. Tüllen, gießen;
sich mit einem K. Trinkwasser versorgen.
Kanker I'kaokB], der; -s, - [spätmhd. (md.) kanker, eigtl.
= der Webendel (Zool.): svw. tWeberknecht.
kankrös [kankrös]: tkanzerös.
kann [kan]: t können.
Kfm- (mit Bindestrich): -Bestimmung, die: Regelung, nach
der im einzelnen Fall verfaixren werden kann (Ggs.:
Muß-Bestimmung); -Leistung, die: Sonderleistung, die
satzungsgemäß gewährt werden kann, aber nicht muß: ^Vorschrift,
die: vgl. ^Bestimmung (Ggs.: Muß-Vorschrift).
Kama I'kana]. die; -, -s [lat. canna < griech. känna, vgl.
Kanall: svw. tBlumenrohr.
Kannä [kane], das; -. - [nach dem Ort Cannae in Apulien
(Italien), bei dem Hannibal 216 v. Chr. ein Römerheer
völlig vernichtete] (bildungsspr. veraltend): katastrophale
Niederlage.
Kamabinol [kanabino.l], das; -s [zu lat. cannabis.
tCannabis] (Chemie): wichtiger Bestard teil des Haschischs.
Käimchen fkempn]. das; -s. -: tKanne (1): ein K. Milch;
im Restaurant ein K. Kaffee bestellen; k$imchenweise
<Adv.>: in Kännchen (als Portionen): Kaffee gibt es hier
nur k.; Käme I'kana]. die; -. -n [mhd. kanne. ahd. channa
< lat. canna = Schilf. Rohr; Röhre; in der römischen
Töpferei demnach Gefäß mit einer Ausguß röhre; vgl.
Kanal]: 1. <Vkl. tKännchen) a) /krugähnliches,
zylindrisches] Gefäß mit Henkel. Tülle, oft auch Deckel zum
Ausschenken von Kaffee. Tee. Milch o.a.: eine silberne K.;
eine K. aus Porzellan, Steingut. Zinn; eine K. Kaffee,
[mit] Wein; die K. ausgießen, [nachjfüllen. ausspülen; *in
die K. steigen (1. Studentenspr.; sein Bier austrinken
/müssen/. 2. ugs.; gehörig dem Alkohol zusprechen, ziemlich
viel Alkohol trinken): b) [großes] zylindrisches Gefäß aus
[emailliertem] Metall mit Deckel u. beweglichem Henkel
zum Transport von Flüssigkeiten (bes. Milch) o.a.: die
-n reinigen, scheuern; Milch in der K. holen; das Essen
aus der Gemeinschaftsküche wurde in großen -n
angefahren; es gießt wie aus/mit -n (ugs.; es regnet heftig, in
Strömen). 2. (Jazz Jargon) Saxophon: *eine heiße/stolze
1416
Kanoniker
K. blasen (Jugendspr.; hervorragend /in einer Jazzband/
Saxophon spielen): <Zus.:> Kannegießer, der; -s. - [nach
der Figur eines ohne Sachverstand politisierenden
Zinngießers aus der Komödie ..Der politische Kannegießer** (1722;
übersetzt 1869) des dän. Dichters u. Historikers L. v.
Holberg (1684-1754)] (veraltend iron.):
Stammtischpolitiker, /politischer] Schwätzer; Kannegießerei [...sa'rgj], die:
- (veraltend iron.): das Kannegießern; kannegießern
[...gi:sun] <sw. V.; hat) (veraltend iron.): ohne Sachverstand
politisieren, über etw. reden.
Kännel I'ken}]. der; -s, - [mhd. känel, tKanal] (landsch..
bes. Schweiz.): Dachrinne; kannelieren [kan3'li:ren] <sw.
V.; hat) [frz. canneler] (bild. Kunst): (von Säulen. Pfeilern)
mit senkrechten Rillen versehen: die Säulen wurden
kanneliert; kannelierte dorische Säulen eines griechischen
Tempels; <Abl.:> Kannelkrang. die; -. -en: I. (bild. Kunst)
Gestaltung der Oberfläche einer Säule od. eines Pfeilers
mit Kanneluren. 2. (Geol.) Rinnen- u. Furchenbildung auf
der Oberfläche von Kalk- u. Sandsteinen (verursacht durch
Wasser od. Wind).
Kännelkohle [kenl-]. die; - [engl, cannel coal. aus: cannel
= mundartl. für: candle = Kerze, Licht u. coal = Kohle,
da diese Kohle bes. in England zur Leuchtgasherstellung
verwendet wurde]: streifige, mattglänzende,
leichtentzündliche Steinkofile.
Kannehir [...'lu:£]( die; -. -en. Kanneüire [...ly.re]. die; -.
-n [frz. cannelure < ital. cannellatura. zu mlat. canella
= Röhrchen, zu lat. canna. tKanal] (bild. Kunst):
senkrechte Rille am Säulenschaft.
Ktrmenpflanze, die; -, -n: fleischfressende tropische, auch
als Zierpflanze gezüchtete Kletterpflanze mit Blättern, die
wie Kannen aussehen.
kannensisch [ka'ncnzij: nach dem Ort Cannae. TKannä]
in der Fügung -e Niederlage (bildungsspr. veraltend;
katastrophale Niederlage).
kfimenweise <Adv.): a) in Kannen abgefüllt: die Milch wurde
k. abgeliefert; b) in großer, in Kannen gemessener Menge:
die Milch wurde k. weggeschüttet.
Kannibale [kani'ba:b]. der: -n. -n [span. canibal. caribal.
nach dem Stammesnamen der Kariben]: l.jmd.. der
Menschenfleisch verzehrt; Angehöriger eines Naturvolkes, bei
dem der Kannibalismus herrscht: auf diesen Inseln lebten
damals noch -n. 2. (abwertend) roher, brutaler Mensch:
das ist ein richtiger K.!; <Abl.:) kannibalisch <Adj.): I.
<o. Steig.; nicht adv.) die Kannibalen, den Kannibalismus
betreffend: -e Riten. 2. (abwertend) roh. grausam u. brutal:
sich jmdm. gegenüber k. benehmen. 3. (intensivierend bei
Adj. u. Verben) (emotional scherzh.) überaus, sehr: sich
k. wohl fühlen; Kannibalismus [...ba'lismos]. der; -: 1.
Verzehr von Menschetxfleisch /als kultischer Brauch bei
bestimmten Naturvölkern]: in dieser Gegend gibt es noch
K. 2. (Zool.) das Auffressen von Art genossen bei
Nahrungsmangel o. ä.: Ü psychologischer K.
kannst franst], kannste [kansta]: t können.
kannte [kantol: t kennen.
'Kanon [ka.nDn], der:-s,-s[spätlat.canon = Glaubensregel;
kirchl. Disziplinargesetz < lat. canön = Regel. Norm.
Richtschnur. Meßstab < griech. kanon, wohl zu: känna
= Rohr. Stab]: I. (Musik) a) einfaches] Lied, bei dem
in einem bestimmten Abstand zwei od. mehrere Stimmen
nacheinander mit der Melodie einsetzen, so daß ein
mehrstimmiger Gesang entsteht; b) Musikstück od. Teil eines
Musikstücks mit einem Thema, das nacheinander in allen Stimmen
kontrapunktisch durchgeführt wird. 2. a) Richtschnur.
Leitfaden Jlirjmds. Verhalten:... dessen (= des Arztes)
Hilfsbereitschaft an der Tierähnlichkeit des Menschen ihren K.
hat (Adorno. Prismen 90); b) Gesamtheit der für einen
bestimmten Bereich geltenden Regeln u. Vereinbarungen:
diese Materie, bei deren Bearbeitung ich den K. des
Schicklichen keinen Augenblick durchbrochen zu haben glaube
(Th. Mann, Krull 64). 3. a) (bildungsspr.) Liste
mustergültiger Autoren, Werke, die man lesen soll (wie sie z.B. in
der Spätantike von alexandrinischen u. byzantinischen
Gelehrten zusammengestellt wurde); b) <o. PI.) (Theol.) Liste
der kirchlich für verbindlich erklärten biblischen Schriften,
der Bücher des Alten u. Neuen Testaments. 4. <fachspr.
PL: -es I'ka:none:sl) Einzelbestimmung des katholischen
Kirchenrechts, kirchenrechtliche Norm. 5. (kath. Kirche)
textlich festgelegtes, traditionelles, feierliches Gebet beim
Vollzug der Eucharistie. 6. <o. PI.) (kath. Kirche)
kirchenamtliches Verzeichnis der Heiligen. 7. (bild. Kunst. Archit.)
Regel für die Proportionierung /der menschlichen Figur/.
8. (MA.) jährlicher Grundzins; Abgabe des Lehnsmannes
an den Lehnsherrn. 9. (Math.) allgemeine Lösung einer
mathematischen Aufgabe, nach der dann besondere Probleme
gelöst werden können. 10. (Astron.) a) Tafel für die
Bewegungen der Himmelskörper; b) Zusammenstellung aller
Mond- u. Sonnenfinsternisse; ^anon I-]. die; - [nach dem
canon missae. dem häufig gedruckten Hauptteil des kath.
Meßbuches] (Druckw. veraltet): Schriftgrad von 36 Punkt
(-3 Cicero).
Kanonade [kano'na:cb]. die; -. -n [frz. canonnade, zu: canon
= Geschütz < ital. cannone. t Kanone]: anhaltender
Beschuß mit Geschützen, schweres Geschützfeuer: die K. von
Valmy; Sie führen ihren Angriff in eine wahre K. hinein
(Gaiser. Jagd 32): Ü der Torwart behielt bei der K. (Sport
Jargon) die Nerven; eine K. (ugs.: Flut) von Flüchen.
Schimpfwörtern loslassen, über jmdn. ergehen lassen;
Kanone pca'no.na], die; -. -n [ital. cannone = Geschütz,
eigtl. = großes Rohr. Vgr. von: canna = Rohr < lat.
canna; vgl. Kanall: 1. [schweres/ Geschütz mit langem
Rohr, das dem Geschoß eine flache Flugbahn gibt u. eine
große Reichweite hat: brüllende -n; die -n donnern, feuern;
-n gießen; eine K. auffahren; eine K. laden, richten,
abfeuern; * mit -n auf/nach Spatzen schießen ( viel zu scharf,
mit un verhältnismäßigen Maßnahmen gegen etw.. was
harmlos oder belanglos ist. vorgehen); unter aller K. (ugs.; sehr
schlecht in der Qualität, unter aller Kritik; eigtl. scherzh.
schülerspr. Übers, von lat. sub omni canone = [Leistung]
unter Jeglicher Richtschnur, zu lat. canön. t 'Kanon 2 a):
die Autostraßen sind dort unter alier K.; sie spielten unter
aller K. 2. (ugs.) Könner auf einem Gebiet, sportliche Größe:
er ist eine große K. auf diesem Gebiet; als Rennfahrer
ist er eine K. 3. (salopp scherzh.) Revolver: er schleppt
immer eine K. mit sich herum; nimm die K. weg!
Kanonen-: -aufschlag, der (Tennis): überaus wuchtiger
Aufschlag (bei dem der Ball nicht angeschnitten wird); -boot,
das: mit Kanonen bewaffnetes kleines Kriegsschiff für
Einsätze im Küstengebiet u. auf Binnengewässern; -domer,
der; -feuer, das; ^fieber, das (Soldatenspr. veraltend):
Angst, die den Neuling beim Angriff befällt: er ... sieht
mich gequält an. Ich verstehe sofort: K. (Remarque.
Westen 49); -fijtter, das [wohl nach der engl. Wendung ..food
for powder" in W. Shakespeares (1564-1616) Drama
..Heinrich IV." (1. Teil. 4. 2)] (salopp abwertend): jmd..
der nur dazu da ist. als Soldat sinnlos im Krieg geopfert
zu werden; -könig. der (veraltend): Großindustrieller,
der durch die Herstellung von Kriegswaffen großen
Reichtum u. eine Machtstellung erlangt hat; -kugel, die: Kugel,
die aus einer Kanone geschossen wird; M>fen, der:
kleinerer eiserner Ofen, dessen runde Form an ein
Kanonenrohr erinnert; ^rohr. das: I. Rohr einer Kanone:
*[ach du] heiliges K.! (ugs. Ausdruck der erstaunten
od. erschreckten Betroffenheit: /ach/ du meine Güte!;
scherzh. statt eines Heiligennamens, den man nicht
mißbrauchen will). 2. (ugs.) svw. t-Stiefel; -schlag, der: I.
mit kanonenartig lautem Knall explodierender
Feuerwerkskörper. 2. Knall nach einem Kanonenschuß: Ein K. ... wirft
uns fast auf die Erde (Grzimek. Serengeti 125); -schuß.
der: -Stiefel, der: langer Schaft-, Stulpenstiefel.
Kanones: PI. von t Kanon (4).
Kanonier [kano'ni:^]. der; -s. -e [frz. canonnierl: I. Soldat
der Artillerie, der ein Geschütz bedient. 2. (Ballspiele Jargon)
besonders erfolgreicher Torschütze, der über einen wuchtigen
Schuß. Wurf verfügt; <Zus.:> Kanonkrbkime. die: zu einer
tropischen Gattung der Nesselgewächse gehörende
Zimmerpflanze, deren Blütenknospen sich bei der Benetzung mit
Wasser öffnen, indem sich die Staubfäden zurückbiegen u.
dabei den Blütenstaub fortschleudern; kanonieren [...ni:ran]
<sw. V.; hat) [frz. canonner = beschießen]: 1. (veraltet)
a) mit Kanonen beschießen: eine Stadt k.; b) mit Kanonen
schießen: Gleich darauf kanonierte auch die Feuerwehr
mit den städtischen Salutgeschützen (Th. Mann. Hoheit
7); Ü Sie kanonierten die ... Schlußfeierstimmung ... zu
eitel Schall und Rauch (Enzensberger. Einzelheiten I. 83).
2. (Ballspiele Jargon) besonders wuchtig aufs Tor schießen,
werfen: er kanonierte aus vollem Lauf auf das Tor.
Kanonflt [ka'no.nik]. die; - (Philos.): Logik bei Epikur; Kano
nikat [kanoni'ka:t]. das; -[e]s. -e [zu tKanonikus]: Amt
eines Kanonikers in einem Stifts- od. Domkapitel; Kanoniker
1417
Kanonikus
[ka'no:nikB], der; -s. -. Kanonikus [...kos], der; -. ...ker
[kirchenlat. canonicus. zu lat. canön. t 'Kanon]: 1. Mitglied
eines Stifts- od. Domkapitels. 2. svw. t Chorherr (2); Kanoni-
sation[kanoniza't$io:n].die;-.-en [zu tkanonisieren] (kath.
Kirche): Aufnahme in den Kanon (6), Heiligsprechung;
kanonisch <Adj.; o. Steig.) [lat. canonicus = regelmäßig]: 1.
als Richtschnur, klassisches Muster dienend: ein -es Werk
der Bildhauerei; wie Goldmann lange Zeit die -en Texte
(die Klassiker) editorisch behandelt hat (Enzensberger.
Einzelheiten 1.148); Immerhin ist dessen ( = eines
theoretischen Konvoluts Kafkas) Inhalt nicht k. für die Dichtung
(Adorno. Prismen 250). 2.a) (kath. Kirche) den kirchlichen
! RechtsJbestimmungen gemäß: die Exemtion der Juden
vom -en Zinsverbot (Fraenkel. Staat 141); wie alle diese
Fragen nach -em Recht (katholischem Kirchenrecht) zu
entscheiden gewesen wären (Musil. Mann 1399); b) (Theol.)
zum Kanon (3 b) gehörend: die -en Schriften des Alten
und Neuen Testaments; kanonisieren [kanonizi:ran] <sw.
V.; hat) [kirchenlat. canonizäre < griech. kanönizein =
in den Kanon (6) aufnehmend in den Kanon (6) aufnehmen,
heiligsprechen: der Märtyrer wurde im 19. Jh. kanonisiert;
<Abl.:> Kanoniskrung, die; -. -en: das Kanonisieren: Kano-
ntsse [...'nisdl. die: -. -n. Kanonjssin, die; -. -nen [mlat.
canonissal: 1. svw. tStiftsdame. 2. svw. tChorfrau;
Kanonist [...'nist]. der: -en. -en: Lehrer. Wissenschaftler auf dem
Gebiet des kanonischen (2 a) Rechts; Kanonjstik, die; -:
Lehre vom kanonischen (2 a) Recht.
Kampe [ka'no:p3]. die; -. -n [nach dem Namen der altägypt.
Stadt Kanobosl (bild. Kunst): 1. altägypiischer Krug
mit Deckel in Form eines Menschen- od. Tierkopfes zur
Bestattung der Eingeweide von mumifizierten Toten. 2. etrus-
kische Urne mit Deckel in Form eines Menscherkopfes.
Känophytikum [kenofy.tikum], das; -s [zu griech. kainös
= neu u. phytön = Gewächs. Pflanzel (Geol.): durch
neuzeitliche Pflanzenentwicklung gekennzeichneter Ab-
schnitt der Erdgeschichte.
Kanossa [ka'rosa], das; -s. -s <PI. selten) [nach Canossa,
einer Burg in Norditalien, in der 1077 Papst Gregor VII.
(etwa 1020-1085) den dt. Kaiser Heinrich IV. (1050-1106)
auf dessen Bußgang hin vom Bann lossprach]: 1. jmdm.
schwerfallende, aber von der Situation geforderte tiefe
Selbsterniedrigung: ein K. durchmachen. 2. * nach K. gehen
(eine schwerfallende, aber von der Situation geforderte
Selbsterniedrigung auf sich nehmen); <Zus.:> Kangssagang,
der <P1. selten): einen K. antreten.
Känozoikum [keno'tßo:Lkum], das; -s [zu griech. kainös =
neu u. zöon = Lebewesen] (Geol.): erdgeschichtliche
Neuzeit, die Tertiär u. Quartär umfaßt; Erdneuzeit: kinozoisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.X
K«nt- (Kante): -beitel, der: svw. t Beitel; -haken, der:
Holzstange mit eisernem Haken zum Kanten u. Fortbewegen
von Lasten (z.B. Balken. Baumstämmen): *imdn. bein
K. nehmen kriegen haben (salopp; jmdn. in bezug auf etw.
zur Rede stellen, ihm ins Gewissen reden; für älteres jmdn.
beim Kamm [= Nacken. Genick] nehmen); etw. am K.
packen (salopp; etw. Schwieriges bewältigen, richtig anpak-
ken): ^holz, das: zugeschnittenes Holz von Quadratischem
od. rechteckigem Querschnitt; -stein, der (nordd.):
Bordstein.
kantabel [kan'ta:b|l <AdJ.: ...bler. -ste) [ital. cantabile <
spätlat. cantäbilis = besingenswert] (Musik): 1. gesanglich
vorgetragen, klingend: ... musizierten sie Mendelssohns
Andante und Variationen ... virtuos und zugleich gelöst
k. (Welt 13. 11. 65. 14). 2. svw. tsangbar: eine kantable
Komposition; k. gerührte Gesangsstimmen; Kantgbile
[...bile], das; -, - [ital. cantabile] (Musik): ernstes,
getragenes, kantables Musikstück; Kantabilität [kantabili't£:t],
die; - (Musik): 1. gesanglicher Vortrag. Ausdruck. 2.
Sangbarkeit, melodische Schönheit: die K. des Andante.
Kantala [kantala]. die: - [H.u.]: bes. in Indien u. auf Java
angepflanzte Sisalagave. aus der feine, glänzende Fasern
zur Herstellung von Taschen. Tauen u. Bindfäden gewonnen
werden; <Zus.:) K^ntalafaser, die.
'Kantate [kan'ta:td|. die; -. -n lital. cantata. zu: cantare
< lat. cantäre = singen, Intensivbildung von: canere =
singen]: Gesafigstück für Einzelstimmen u. Chor, das von
einem [kleinen] Orchester begleitet wird: die geistlichen
und weltlichen -n Bachs: eine K. singen; in einer K.
mitwirken, mitsingen, mitspielen; Kantate [-] <o. Art.: indekl.)
llat.cantate = singet! (nach dem ersten Wort des
Eingangsverses der Liturgie des Sonntags, Ps. 98. 1)] (ev. Kirche):
vierter Sonntag nach Ostern: das Evangelium zum Sonntag
K : <Zus. zu 'Kantate:) Kantatentext, der; Kantatenwerk,
das.
Kante [kante], die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
kant(e) = Ecke < afrz. cant = Ecke < lat. cantus =
eiserner Radreifen. Radfelge]: 1. scharfer, vorragender
Teil eines Gegenstandes, der durch zwei meist in einem
rechten Winkel aufeinandertreffende Flächen gebildet wird;
die durch zwei aneinanderstoßende Flächen gebildete Linie:
eine scharfe, harte, vorspringende, stumpfe, abgerundete
K.; ich habe mich an der K. der Anrichte gestoßen; das
Klavier beim Transport auf die K. setzen; neben den streng
auf K. geschichteten Hemden (Strittmatter. Wundertäter
340). 2. Rand, äußere Begrenzung einer Fläche: die K.
des Bettes; die K. an der Kufe des Schlittschuhs ist stumpf;
seine Ski haben -n aus Stahl; Ich schiebe das Tagebuch
jetzt an die Ecke, an die äußerste K. (= des Schreibtisches;
Langgässer. Siegel 89); sie setzte sich auf die K. [des Bettes,
des Sessels]; die Vase steht zu sehr auf der K. (so daß
sie leicht herunterfallen kann); *an allen Ecken und -n
(svw. an allen tEcken [und Enden]); es brennt an allen
Ecken und -n (svw. es brennt an allen t Ecken [und Enden]):
etw. auf die hoheK. legen (ugs.; einen bestimmten Geldbetrag
mit Bedacht, in vor sorgender Absicht beiseite legen, auf
die Sparkasse od. Bank bringen; wohl mit Bezug auf eine
in gewisser Höhe befindliche Konsole, Ablage, auf der
früher oft Geld beiseite gelegt wurde): etw. auf der hohen
K. haben (ugs.: einen bestimmten Geldbetrag gespart haben):
auf der K. (ugs.; mit einer gewissen Unsicherheit, Gefährdung
verbunden): Ich hatte ... immer gern auf der K. gelebt,
war immer daheim, wo es brenzlig roch (Seghers. Transit
11); es steht so auf der K. (es ist fraglich), ob er die
Prüfung besteht. 3. (Bergsteigen) mit sehr steilen Wänden
auf beiden Seiten abfallender Felsgrat: Der ... schönste
Zugang zu einem Berg verläuft ... über einen Grat oder
auf einer K. (Eidenschink. Fels 46). 4. (landsch.) Gegend:
in dieser K. Deutschlands; Daß die Sache aus der K.
(aus demjenigen Bereich, von derjenigen Stelle) kommt,
das hat er gleich gedacht (Spoerl, Maulkorb 98). 5.
(Sprachw.) die zwei Knoten verbindende Linie in einem
Diagramm.
'Kantel l'kantl], die; -. -n [zu tKante]: Holzstück mit
Quadratischem od. rechteckigem Querschnitt in unterschiedlicher
Länge; ^Kantel [-]. der od. das; -s. - [zu tKante] (veraltet):
kleines hölzernes Lineal mit viereckigem Querschnitt.
Kantete I'kunldb], die; -. -n [Ann. kantele]: finnische Zither
in Flügelform mit fünf bis dreißig Saiten.
kantein [kant|n] <sw. V.; hat) [1: zu tKante; 2: zu veraltet
kantein = mit Borten. Spitzen o.a. versehen, zu TKante]:
1. (landsch.) svw. tkanten: ich kantete die Kiste. 2.
(Handarb.) mit Schlingstich benähen: die Naht wird gekantelt.
3. (veraltet) mit dem lKantel Linien ziehen; kanten ['kantn]
<sw. V.; hat) [zu TKante]: 1. auf die Kante stellen: einen
Schrank, eine Kiste beim Transport k.; Fänä kantete das
Faß. der Wein floß (Degenhardt. Zündschnüre 129); Bei
Querungen wird der Fuß nicht gekantet, sondern quer
gestellt (Eidenschink. Fels 334); während er die Skier nach
innen kantet (auf die Innenkante stellt; Gast. Bretter 30);
<subst.:> das Kanten der Eisen ( = Steigeisen) ... ist falsch
(Eidenschink. Eis 42). 2. (Skisport) Stafilkanten der Skier
einsetzen;Kanten [-]. der; -s. - [aus dem Niederl.. zu t Kante]
(landsch., bes. nordd.): a) (nordd.) erstes od. letztes
[abgerundetes] Stück beim Aufschneiden eines Brotes: den K.
abschneiden, essen; b) unförmiges, dickes Stück Brot: Der
hat noch einen K. Brot, jener noch einen Schluck in der
Flasche (Fussenegger. Zeit 127).
kanten-, Konten- (Kante): -ball, der (Tischtennis): Ball,
der die obere Kante, die mit der Oberfläche des Tisches
gebildet wird, berührt; -band, das <P1. ...bänder): svw.
t Eggenband; -führung, die (Eiskunstlauf): Führung der
Schlittschuhkanten beim Figurenlaufen: eine saubere K.;
^rein <Adj.) (Eiskunstlauf): exakt in der Zeichnung der
Figuren, dazu: -reinheit, die (Eiskunstlauf); -Wechsel, der
(Eiskunstlauf): eine Richtungsänderung zur Folge habende
Verlagerung des Körperschwerpunkts von der Außenkante
auf die Innenkante der Kufe od. umgekehrt.
'Kanter [kante], der; -s, - [spätmhd. kanter < ital. cantiere.
frz. chantier. cantier = hölzerne Unterlage (für Fässer).
Lagerplatz; Werft < lat. cantherius = (Dach)balken. viell.
1418
Kanzelle
zu griech. kanthelios = Lasttier]: 1. Vorrichtung, die Fässer
0. ä. kantet, in die gewünschte Lage kippt. 2. Verschlag.
3. (veraltet) Kellerlager.
Kanter [-. auch: 'koite], der; -s, - [engl, canter, gek. aus
Canterbury gallop, nach der Gangart der nach der engl.
Stadt Canterbury reitenden Pilger] (Reiten): kurzer\ leichter
Galopp: kantern ['kanten, auch: kentrni] <sw. V.; ist; [engl,
to canterl (Reiten): kurz u. leicht galoppieren; Kantersieg«
der; -[e]s. -e (Sport): müheloser [hoher/ Sieg.
Kantharide [kantari.da]. der; -n. -n (meist PI.) [zu lat. can-
tharis < griech. kantharis = ein Insekt]: svw. f Weichkäfer.
<Abl.:> Kantharidin, (ehem. fachspr.:) Cantharidin [...ri-
di:n], das; -s: Drüsenabsonderung der Ölkäfer u. spanischen
Fliegen, die früher zur Herstellung von hautreizenden
Pflastern verwendet wurde.
Kantharos ['kantans], der: -. ...roi [...ray; lat. cantharus
< griech. kantharos]: altgriechischer Becher auf hohem
Fuß mit zwei hochgezogenen Henkeln.
Kantianer Ocantia:nBL der; -s. -: Anhänger der Philosophie
des dt. Philosophen Immanuel Kant (1724-1804).
kantig [kantig] <Adj.) [zu fKante]: a) Kanten aufweisend:
ein -es Gesicht; -e Quader; die schwarzen, aus großen
-en Gliedern bestehenden Ketten (Musil. Mann 965); Ü
Evelyn fiel schnell aus vielen bunten Himmeln zurück
in eine -e Wirklichkeit (Baum, Paris 115); wenn das Bett
in -er Weiße strahlt (Tucholsky, Werke II. 519); b) von,
in der Form einer Kante: ein -es Kinn; eine -e Nase; der
k. vorstehende Adamsapfel hob und senkte sich (Apitz.
Wölfe 328).
Kantilene Dcanti'le.na]. die; -. -n [ital. cantilena < spätlat.
cantilena = Singsang. Lied, zu: cantiläre = trillernd
singen] (Musik): getragene, gesangartige Melodie.
Kantille [kan'tiKjte],die; -,-n [frz. cannetille < span. cafiutil-
lo, Vkl. von: cafluto = kurze Röhre, zu: cana = Halm.
Rohr < lat. canna. vgl. Kanal]: schraubenförmig gedrehter,
vergoldeter od. versilberter Draht zur Herstellung von Borten
N. Tressen.
Kantine [kan'ti:nd|. die; -. -n [frz. cantine =
Soldatenschenke, eigtl. = Flaschenkeller < ital. cantina = Keller]:
Speiseraum in Betrieben, Kasernen o.a., wo auch Eßwaren
N. Getränke verkauft werden: in der K. essen; in die K.
gehen; die Feier. Versammlung fand in der K. statt.
Kantinen-: messen, das; -kost, die; -Pächter, der;
-Verpflegung, die; -wirt, der.
Kantinier [kanti'nie:], der; -s. -s [wohl geb. nach f Kneipier]
(ugs. scherzh.. auch Soldatenspr.): Kantinenwirt.
Kanton [kan'to:nl. den -s. -e [frz. canton = Ecke. Winkel.
Bezirk < ital. cantone. Vgr. von: canto = Winkel. Ecke]:
1. <schweiz. auch: das; Vkl. fKantönchen) Bundeslatul
der Schweiz (Abk.: Kt.). 2* Bezirk, Kreis in Frankreich
u.Belgien.3.(früher) Wehrverwalmngsbezirk (inPreußen):
kantonal [kanto na:ll <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. can-
tonal]: den Kanton betreffend: zu einem Kanton gehörend:
<Zus.:> Kantonalaktuar, der (Schweiz.): am Kantonsgericht
angestellter Schriftführer: Kantonalbank, die (Schweiz.):
Batik, die mit Kapital u. Garantie des Staates ausgestattet
ist u. die ihr Geschäftsgebiet auf den jeweiligen Kanton
beschränkt: Kantönchen [kan tomepn]. das; -s. -: f Kanton
(1); Kantonese [kanto ne:zo]. der; -n. -n (Schweiz.):
Partikularist: Kantoniere [kanto'nje:ro. auch: ... nie:ro], die; -. -n
[ital. (casa) cantoniera. zu: cantoniera = Streckenwärter]:
Straßenwärterhaus in den italienischen Alpen, kartonieren
lkantoni:ran]<sw.V.;hat)[frz.cantonner](veraltet):
Truppen unterbringen, in Standorte legen: <Abl.:> Kantonkrung,
die; -. -en (veraltet); Kantonist [kanto'nist]. der; -en. -en
[zu f Kanton (3)] (veraltet): ausgehobener Rekrut: * ein
unsicherer K. (ugs.: jmd., auf den man sich nicht verlassen
kann, der wankelmütig, unzuverlässig ist: eigtl. = Rekrut,
der sich der Aushebung zu entziehen versucht):
Kantönligeist [kan'to:nli-). der; -[e]s (Schweiz, abwertend):
engstirniges, provinzielles Denken: Kantonneroent flcantona'mä:.
Schweiz.: ...ment].das;-s.-su. (Schweiz.:)-e [frz. cantonne-
ment] (Schweiz., sonst veraltet): Bezirk, in dem Truppen
kantoniert werden, Truppenunterkunft.
Kantons-: -bürserredit, das (schweb..): Recht, das jmdm.
die Zugehörigkeit als Bürger zu einem Kanton sichert:
^Bericht, das (Schweiz.): höchstes ordentliches Gericht eines
Kantons: ^rat, der (Schweiz.): Parlament eines Kantons:
-regierung, die; -söckebneister, der (Schweiz.): Verwalter
der Staatskasse eines Kantons: -schule, die (Schweiz.): von
der Kantonsregierung verwaltete Schule: Spital, das
(Schweiz.): vgl. ^schule; -weibeL der (Schweiz.): Amtsbote
in einem Kanton: -Verfassung, die.
Kantonsystem, das; -s, -e [zu f Kanton (3)] (früher):
militärisches System in Preußen, das das Land in Kantone (3)
gliederte: Kantonverfassung, die; - [zu t Kanton (3)] (hist.):
svw. f Kantonsystem.
Kantor [kantor. auch: ...to:#. der; -s. -en [,..'to:ran; mlat.
cantor = Vorsänger. Chorsänger < lat. cantor = Sänger.
Schauspieler, zu: canere = singen]: 1. Organist u. Leiter
des Kirchenchors (Berufsbez.). 2. (im MA.) Vorsänger u.
Leiter des Chores im Gregorianischen Choral: Kantorat
Ocanto'ra:t], das; -[e]s. -e: a) Amt eines Kantors (1); b)
Amtszeit eines Kantors (1); Kantorei [kanto'r^j], die; -.
-en: I.Chor einer evangelischen Kirchengemeinde. 2. (selten)
kleine Singgemeinschaft: Schulchor. 3. (im MA.)
Singbruderschaft* Chor [mit nur geistlichen Mitgliedern ];
Kantorenamt [kan'to:ran-]. das; -[e]s. ...ämter: svw. tKantorat (a).
Kantschu ['kantjul. der: -s. -s [aus dem Slaw.. vgl. poln.
kariezuk. wohl ausdem Türk.l: aus Leder bestehende, kurze,
dicke Riemenpeitsche.
Kantus ['kantusl. der; -. -se [lat. cantus, zu: canere = singen]
(Studentenspr.): Gesang: vgl. Cantus.
Kanu [ka:nu. auch: ka'nu:]. das; -s. -s [engl, canoe <
frz. canot. span. canoa < karib. can(a)oa = Baumkahn]:
l.a) leichtes Boot der Indianer mit gerundeten,
hochgezogenen Steven,das mit einem Paddel (mit einem Blatt) vorwärts
bewegt wird: b) Einbaum. 2. (Sport) zusammenfassende
Bez. dir Kajak u. Kanadier.
Kanu- (Kanu 2): -fahrer, der; -polo, das: zwischen zwei
Mannschaften ausgetragenes Ballspiel, bei dem die Spieler
vom Kanu aus versuchen, eitlen Ball mit dem Paddel ins
gegnerische Tor zu treiben: -slalom, der; -sport, der.
Kanüle Oca'ny:b], die; -. -n [frz. canule < spätlat. cannula
= kleines Rohr. Vkl. von lat. canna. tKanal] (Med.):
1. Hohlnadel an einer Injektionsspritze. 2. Röhrchen zum
Einführen od. Ableiten von Luft od. Flüssigkeit aus einem
Körperbereich (bes. nach einem Luftröhrenschnitt).
Kanute [ka'nu:ta], der; -n. -n [zu tKanu] (Sport): Sportler,
der [mit einem] Kanu (2) [Rennen] fährt.
Kanzel [kant^j]. die; -. -n [mhd. kanzel. ahd. kancella <
lat. cancellus. häufiger: cancelli (PI.) = Einzäunung.
Schranken, zu: Cancer = Gitter]: Lauf einer Säule ruhende
od. erhöht an einem Pfeiler angebrachte, von einer Brüstung
umgebene kleine Plattform im vorderen Teil der Kirche,
von der aus der Geistliche seine Predigt hält: eine reich
mit Schnitzereien versehene K.; die K. besteigen; der
Pfarrer stand auf der K.; von der K. herab predigen; etw.
von der K. herab verkündigen. 2. svw. tCockpit (1): die
Besatzung klettert in die K. 3. (selten) einer Kanzel (1)
ähnlicher, erhöhter kleiner Pavillon auf einer Verkehrsinsel
für den Polizisten, der den Straßenverkehr regelt: auch
ein Verkehrspolizist, den man von seiner K. gerufen hatte,
konnte da nichts ausrichten (Frisch. Gantenbein 494). 4.
(veraltet) Rednerpult, Katheder: Wir ... saßen im Hörsaal
nebeneinander. Als der Redner seine K. bestieg und seine
Ansprache begann, enttäuschte er manche Zuhörer (Hesse.
Steppenwolf 13). 5. (Bergsteigen) Vorsprung mit einer
kleinen Plattform in einer Felswand: Ein gewagter Quergang
... bringt sie auf eine kleine K. (Trenker. Helden 171).
6. (Jägerspr.) svw. t Hochsitz.
Kanzel- (Kanzel 1): -beredsamkeit, die: mit großer
Überzeugungskraft verbundene Beredsamkeit [des Geistlichen]:
»dach, das. -deckel, der: svw. f Schalldeckel; -mißbrauch.
der: Mißbrauch eines geistlichen Amtes zu Äußerungen / von
der Kanzel herab], die das Ansehen des Staates schädigen
u. den inneren Frieden gefährden: ^rede, die (selten):
Predigt: -redner, der (selten): Prediger: -schwalbe, die
(abwertend): übertrieben eifrige Kirchgängerin: -sprung, der [wohl
nach der Vorstellung, dal} die Mitteilung überraschend
von der Kanzel zur Gemeinde hinunterspringt] (veraltet):
vom Pfarrer auf der Kanzel verlesenes Aufgebot eines
Brautpaares: den K. tun (aufgeboten werden): ^ton, der: 1.
typischer Stil u. (monotoner) Tonfall eines Predigers. 2.
<P1.> (von der Kanzel herab) verkündete Worte: wenig
erbauende Kanzeltöne; -Vortrag, der (veraltet): Predigt
im Kanzelton (1); »wort, das <P1. -e> (österr. geh.): Predigt.
Kanzelbuiat (kantßcla'ria:t]. das: -[e]s. -e [zu mlat. cancella-
ria = Amt des Kanzlers (4)] (veraltet): 1. <o. PI.)
Kanzlerwürde. 2. Kanzleistube: Kanzelle [kan'tßeb], die; -, -n [lat.
1419
caaxtt Ȁ l %e* KvuEfc I. tMusiu Kanal bei Harmo-
X. lAcafc' dm w i fr»' f b^ Jfato/ m der Windlade bei
J& Owrt if»i 4rs «irr L+itstrum zm den Pfeifen geleitet
•*r£ i C^r*»^t' ««i^- alichr ist liehen Kirche: kanzel-
hai fcanfcK krxx] sw V.: hat/ lspatmhd. kanzellieren
^uiia: caiyrUärel < >crallcl >: Geschriebenes durch Durch-
i^a» amaulUi muhen
kaswa IKantserogern] • Adj.; o, Steig.; nicht adv.) [zu
kc. canoer = Krebs. Krebstrschwür u. f-gen] (Med.):
krebserzeugend. KanxerolMe. den -n. -n lf-loge] (Med.):
Facharzt für Kanzerologie: Kanzerologk« die; - [f-logie]
iMcd): Lehre von der Erkennung u. Behandlung bösartiger
Tumoren: Kanzerophobie 1 ...ofobi:]. die; -. -n [...i:an; zu
Kriech, phöbos = Furcht] (Med.): Wahn, an Krebs erkrankt
zu sein: kanzerfo [...'re:s] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
spätlat. cancerösus = voller Krebsgeschwüre] (Med.):
krebsartig.
Kanzlei [kantß'l^jl. die; -,-en [mhd. kanzelie < lat. cancelli.
fKanzel] (südd., österr.. Schweiz., sonst veraltet): Büro
eines Rechtsanwalts od. einer Behörde.
kanzld-. Kanzlei- ^ausdruck. der (abwertend): gespreizter,
unanschaulicher Ausdruck, der oft in der Kanzleisprache
gebraucht wird: -beamte, der; -böte, der. -deutsch, das
(abwertend): svw. f Amtsdeutsch; Wiener, der; -dienst,
der; -direktor, der; -format, das (veraltet): bestimmtes
Format von Papierbogen. wie es in einer Kanzlei verwendet
wird: -aeschäfte <P1.): dienstliche Obliegenlieiten. die zur
Verwaltung einer Kanzlei gehören: -kraft, die:
Angestellte! rl in einer Kanzlei: -mäßig <Adj.; o. Steig.): wie in
einer Kanzlei: -oberoffizial [--' ], der (österr): vgl.
Obcroffizial; -offizial, der (österr.): Beamtentitel, z. B. im
Kanzleidienst des Verwaltungshilfsdienstes; vgl. Offizial;
-papier, das (veraltet): weißes, holzfreies Papier in
bestimmtem Format, wie es in einer Kanzlei verwendet wird: -schritt,
die: Frakturschrift, die früher in Kanzleien üblich war:
-spräche, die: 1. Form der deutschen Sprache im
geschäftlichen Schriftverkehr seit der I. Hälfte des U.Jh.s bes.
in Urkunden. Akten u. Rechtsvorschriften: die kursächsische
K. wurde durch Luthers Bibelübersetzung zur Grundlage
der deutschen Schriftsprache. 2. <o. PI.) svw. f Amtssprache
(2); -stil, der: vgl. -ausdruck; -stube, die (ugs.): Kanzlei:
-Vorsteher, der: svw. f Bürovorsteher.
Kanzler ['kantete], der; -s, - [mhd. kanzelaere. ahd. kanzelläri
< spätlat. cancellärius = hoher Beamter, der insbesondere
für die Ausfertigung von Staatsurkunden zuständig ist]:
1. a) kurz für t Bundeskanzler: der K. bestimmt die
Richtlinien der Politik; den K. wählen; welche Partei stellte den
K.?; b) kurz für f Reichskanzler. 2. Beamter einer
diplomatischen Vertretung, der für die Abwicklung administrativer
Angelegenheiten zuständig ist. 3. leitender Beamter in der
Verwaltung einer Hochschule. 4. (hist.) hoher geistlicher
Würdenträger, der mit der Ausfertigung öffentlicher
Urkunden eines Herrschers betraut war.
Kanzler-: -amt, das: 1. svw. f Bundeskanzleramt. 2. Amt
(\)desKanzlers(1 a); -demokratie,die (Politik):
parlamentarisches Regierungssystem, das durch die besonders starke
Stellung des Kanzlers (la) geprägt ist: -kandidat, der:
jmd.. der von einer Partei als Kandidat für das Amt (1 a)
des Kanzlers (1 a) nominiert ist: -Posten, der: vgl. ^amt
(2); -mirde, die.
Kanzlerschaft, die; -: das Kanzlersein: Kanzlist [kantßhst].
der; -en. -en (veraltet): Schreiber. Angestellter einer Kanzlei.
Kanzone [kan'l$o:nd]. die: -. -n [ital. canzone = Gesang.
Lied < lat. cantio (Gen.: cantiönis). zu: canere = singen]:
1. lyrische Gedichtform der provenzalischeti u.
nordfranzösischen Dichtung mit gleichgeformten Strophen. 2. liedhafte
Instrumentalkomposition (seit dem 16. Jh.) für Orgel.
Laute. Klavier od. kleine Streicherbesetzung. 3. kontrapunktisch
gesetzter A-cappella-Chorgesang (im 16. Jh. in Frankreich).
4. leichtes, heiteres, empfindungsvolles Lied: Kanzonetta
[kanlßo'neta], die; -. ...tten. Kanzonette (kantßo'neto]. die;
-. -n [ital. canzonetta = Liedchen. Vkl. von: canzone.
f Kanzone]: kleines Gesang- od. Instrumentalstück.
Kaolin [kao'lhn], das. (fachspr.:) der; -s, (Sorten.) -e [nach
demchines. Berg Kaoling. einem Fundort]: weicher,
formbarer Ton. der durch Zersetzung von Feldspaten entstanden
ist u. zur Herstellung von Porzellan verwendet wird:
Porzellanerde: Kaoljnerdc, die; -, (Sorten:) -n: svw. tKaolin;
kaolinisieren [...lini'zi:ranl <sw. V.; ist): Kaolin bilden: Kao-
Imh [kaoli'ni:t. auch: ...mtl. der; -s. -e: in reinem Zustand
als weiße, aus vielen kleinen Kristallen bestehende Masse
auftretetuier Hauptbestandteil des Kaolins.
Kap lkapl. das; -s. -s laus dem Niederd. < niederl. kaap
< frz. cap < ital. capo. zu lat. caput = Kopf. Spitze]:
vorspringender Teil einer Felsenküste: Vorgebirge.
kapabel[ka'pa:b|]<Adj.;...bIer.-ste)[frz. capable < spätlat.
capäbilis.zu lat. capere. t kapieren] (bildungsspr. veraltend):
befähigt: fähig: ein kapabler Germanist.
Kapaun [kapern], der. -s. -e [mhd. kappun (älter: kappe,
ahd. kappo) < frz. (mundartl.) capon. zu spätlat. cäpo
= verschnittener Hahn]: kastrierter, gemästeter Hahn:
<Abl.:) kapaunen [ka'P4nndn] <sw. V.; hat) [mhd. kappu-
nen]: einen Hahn kastrieren: Kapauner, der. -s. - (österr.
mundartl.): svw. fKapaun; kapaunisieren [...ni'zi.ran] <sw.
V.; hat): svw. f kapaunen.
Kapazitanz [kapatßi'tantß]. die; -, -en [zu f Kapazität] (Elek-
trot.): Wechselstromwiderstand einer Kapazität (1 b);
Kapazität [...t$i't£:t].die: -. -en [zu lat. capäcitäs (Gen.: capäcitä-
tis) = Fassungsvermögen, geistige Fassungskraft, zu: ca-
päx = vielfassend u. tauglich, zu: capere. f kapieren]: 1.
(Physik) a) Fähigkeit (eines Kondensators). /elektrische/
Ladung aufzunehmen u. zu speichern: b) Kondensator od.
cimlich wirkendes Element einer elektrischen Sclialtung. 2.
(Wirtsch.) a) <P1. selten) maximale Leistung in der
Produktion eines Unternehmens ffiir einen bestimmten Zeitraum]:
die K. der Fabrik ist erschöpft; die Firma hat eine K.
von ungefähr einer Million Wagen im Jahr; ein
umfangreiches Investitionsprogramm .... das die Verdoppelung der
K. zur Herstellung von Corfam zum Ziel hat (Welt 24.
9. 66. 18); b) <meist PI.) Produktionsstätte u. Gesamtheit
aller Einrichtungen, die zur Herstellung von Industriegütern
nötig sind: ausgelastete, nicht ausgenutzte -en; -en, die
zum Teil für den Export aufgebaut worden waren, erwiesen
sich als zu groß (Welt 15.7.75.9). 3. <PI. selten) a)
Fähigkeit, eine bestimmte Menge aufzunehmen: räumliches
Fassungsvermögen: der Kessel hat eine K. von 5 000 Litern;
K. (= des Ferienlagers): Je Durchgang 230 Kinder (Neues
D. 4.6.64,6); In Studienfächern mit beschränkter K. muß
eine Auswahl unter den Studienbewerbern getroffen
werden (Bundestag 189, 1968. 10193); b) Fähigkeit, erw. zu
begreifen: geistige Fähigkeit: diese komplizierten Formeln
übersteigen die K. der Schüler; Hauptmann, der schon
sehr berühmt war. hatte für meinen Geschmack eine zu
geringe geistige K. (Musil, Mann 1607). 4. hervorragender
Fachmann. Experte: eine K. [als Chirurg] sein; diese
Forscher sind -en in der Chemie, auf dem Gebiet der Chemie.
kapazitativ [kapat$ita'ti:fl. kapazitiv <Adj.; o. Steig.; meist
attr.) [engl, capacitative. capacitive]: die Kapazität (la)
eines Kondensators betreffend: -er Widerstand (Elektrot.;
Kapazitanz).
Kapazitits-: -auslastung, die: Auslastung der Kapazität (2 b);
^ausnutziin8«die: Ausnutzung der Kapazität (2 b);
Erweiterung, die: Erweiterung der Kapazität (2 a).
Kapeador: tCapeador.
Kapee [ka'pe:; mit französierender Endung geb. zu f
kapieren 1 in der Wendung schwer von K. sein (salopp;
begriffsstutzig sein).
Kapelan [kapo'la:n]. der; -s, -e [frz. capelan < provenz.
cap(e)lan < mlat. capellanus. tKaplan; wohl nach der
dunklen u. weißen Färbung, die an das Kleid eines Priesters
erinnert]: in grolien Schwärmen im nördlichen Atlantik
vorkommender kleiner Lachsjisch (der vor allem Kabeljauen
u. Walen als Nahrung dient): Lodde.
'Kapelle [ka'peb]. die; -. -n [1: mhd. kap(p)elle. ahd. kapella
< mlat. cap(p)ella = kleines Gotteshaus, eigtl. = kleiner
Mantel (zu spätlat. cappa = Mantel mit Kapuze. TKappe).
zuerst vom Aufbewahrungsort des Mantels des hl. Martin
(Bischof von Tours, etwa 316-397) im merowingischen
Frankenreich, später auf alle kleineren Gotteshäuser
übertr.l: 1. kleineres, eitifaches. meist nur für eine Andacht
u. nicht für regelmäßige Gottesdienste einer Gemeinde
bestimmtes Gotteshaus, das oft abgelegen ist: eine kleine K.
am Weg; die K. mit Blumen schmücken; sie betete in
der K. 2. abgeteilter Raum in einer größeren Kirche od.
einem größeren profanen Gebäude (z. B. Schloß.
Krankenhaus) für Gottesdienste od. besondere Zwecke (z.B.
Taujen): ein vereinheitlichter Saalraum mit
angeschlossenen -n (Bild. Kunst 1, 26); Kapelle I-]. die: -. -n [ital.
capella = Musikergesellschaft, eigtl. = Musiker- u. Sän-
1420
kapital-, Kapital-
gerchor in einer Schloßkapellel: 1. (im MAJ Sängerchor
in der Kirche, der die reine Gesangsmusik pflegt: vgl. a
cappella. 2. kleineres Orchester, das bes. Unterhaltung^
u. Tanzmusik spielt: es spielen -n zum Tanz; die K. spielt
einen Walzer; er spielt in dieser K. Trompete.
Stapelte [-1, die; -. -n fölter: Koupelle < frz. coupelle <
spätlat. cüpula = kleine Tonne; kleines Grabgewölbe]
(Fachspr.): Tiegel aus Knochenasche zum Untersuchen von
silberhaltigem Blei, in dem das Silber nach dem Schmelzen
des Bleis zurückbleibt; kapellieren (kapeli:ran] <sw. V.;
hat) [älter: koupellieren < frz. coupeller] (Fachspr.): Silber
mit Hilfe der ^Kapelle von Blei trennen.
Kapellmeister, der; -s. -: a) Leiter einer 2Kapelle (2); b)
nach dem [Generalmusikdirektor rangierender
Orchesterdirigent: erster, zweiter K.; vom zweiten zum ersten K.
aufrücken; c) (oft scherzh.. iron.) svw. t Dirigent (1); <Zus.:>
Kapcllmeistermusik, die (abwertend): uneigenständige
Musik, wie sie jmd. schreibt, der im Hauptberuf nicht
Komponist, sondern Dirigent ist.
"Kaper I'ka:pB]. die; -. -n <meist PI.) [frz. cäpre, ital. cappero
< lat. capparis < griech. käpparis = Kapernstrauch)]:
[in Essig eingelegte] Blütenknospe des Kapernstrauches.
2Kaper [-1. der; -s. - [niederl. kaper. zu: kapen = durch
Freibeuterei erwerben, kapern, wahrseh. zu afries. käp
= Kauf (verhüll. Air: Seeraub)] (hist.): \. privates
bewaffnetes Schiff, das (im Seekrieg) feindliche Handelsschiffe
erbeutet. 2. Freibeuter (a); Seeräuber.
Kgper- (*Kaper 1; hist): abrief, der: staatliche Vollmacht,
die private Unternehmer zur Erbeutung von feindlichen
Handelsschiffen (im Seekrieg) ermächtigt; -fahrt, die: Seefahrt
in der Absicht zu kapern; —gut, das: Ware, die auf einer
Kaperfahrt erbeutet wird; -krieg, der: Seekrieg, bei dem
die Schiffe des Gegners gekapert werden; -schiff, das: svw.
t^aperd).
Kaperei Dca:pd'r^)]. die: -. -en [zu t *Kaperl (hist.): das
Erbeuten feindlicher Handelsschiffe durch private Unternehmer
auf Grund des Kaperbriefs; kapern [ka.pgnl <sw. V.; hat):
1. (hist.) ein [Handels] schiff als Kaper nehmen, im Seekrieg
erbeuten: Es konnte kein französisches Schiff seinen Kurs
auf Hamburg richten, auf Bordeaux oder auf Ragusa.
das die Engländer nicht kaperten (Jacob. Kaffee 165).
2. (ugs.) jmdn. [wider seinen Willen] für etw. gewinnen;
sich jmds., einer Sache bemächtigen: mit diesen Vorschlägen
versuchten sie die Sozialisten für das Bündnis zu k.; aus
der Nähe besehen waren sie ( = die Geheimdienste) nur
dazu da. sich gegenseitig zu k.. zu hintergehen und zu
zerstören (Habe. Namen 238); sie hat sich einen Millionär
gekapert (hat es verstanden, einen Millionär als Mann zu
bekommen).
Kapernsoße, die; -. -n: helle Soße mit{Kapern; Kapernstrauch,
der; -[e]s, ...sträucher: dorniger, auf felsigem Boden
wachsender Strauch mit bläulichgrünen Blättern u. großen weißen
Blüten, dessen grüne Knospen die xKapern liefern.
Kgperung. die; -. -en: das Kapern (1, 2).
Kapfenster ['kap-1. das; -s, - [zu niederd.. md. kapen. nrinie-
derd. kapen = blicken, spähen, gaffen] (landsch. veraltet):
kleines Dachfenster.
kapieren ßca'pi:ran] <sw. V.; hat) [aus der Schülerspr.. zu
lat. capere = nehmen, fassen: begreifen; vgl. Kapee] (ugs.):
etw., was man geistig erfassen soll, in allen Einzelheiten
verstehen [u. geistig verarbeiten]: ich habe die Geschichte
nicht kapiert; kapierst du endlich?
kapillar Dcapi'la:g] <AdJ.; o. Steig.; meist attr.) (spätlat.
capiüäris = zum Haar gehörend, zu lat. caplllus = Haarig
1. (Med.) (bes. von feinsten Verzweigungen der Blut- u.
Lymphgefäße) haarfein. 2. (Fachspr.) durch Kapillarität
bewirkt: die -e Durchblutung.
Kapillar-: -analyse. die (Chemie): Analyse, bei der
Geschwindigkeiten u. Erscheinungen beim Aufsteigen von Lösungen
in senkrecht aufgehängten Filterpapierstreifen zur Trennung
u. Unterscheidung benutzt werden; -blutung* die (Med.):
Blutung aus einem Haargefäß: -geßB. das: 1. (Biol.. Med.)
svw. tKapillare (1). 2. (Physik) svw. t Kapillare (2); -ml-
kraskopie, die (Med.): mikroskopische Untersuchung der
Kapillaren (1) der Haut am lebenden Menschen; -Wirkung,
die (Physik): svw. tKapillarität.
Kapillare Ocapi la.re], die; -. -n [tkapillar]: 1. (Biol.. Med.)
feinste Verzweigung der Blut- u. Lymphgefäße; Haargefäß.
2. (Physik) Glasröhrchen mit sehr kleinem Durchmesser;
Haarröhrchen; Kapfllaritit [...lari'te*]. die; - (Physik):
durch Oberflächenspannung bestimmtes Verhalten von
Flüssigkeiten in Kapillaren (2); Kapillärsimp [...'l£:g-l. der; -s
[nach der Eigenschaft der Sirupmasse, sich zu feinen Fäden
ausziehen zu lassen]: aus Stärke hergestellter Sirup, der
besonders zur Herstellung billiger Zuckerwaren verwendet
wird; Kapillitum [...'li:t$jum]( das; -s. ...ien [...pn; spätlat.
capillitium = Haarwerk 1 (Bot.): lockeres, netzartiges
Gerüst aus Fäden u. Röhren im Inneren der Fruchtkörper
von Schleimpilzen.
kapisdio [ka'pi:j3; russiflziert nach ital. capito =
verstanden?, zu: capire < lat. capere. tkapieren] (österr.
veraltend): [hast du] verstanden?: du räumst dein Zimmer
gründlich auf. k.?
kapital Dcapi'ta:l] <Adj.; nur attr.) [lat. capitälis =
vorzüglich, hauptsächlich, zu: caput = Hauptl: a) von solcher
Art. daß die betreffende Person od. Sache alles Vergleichbare
übersteigt: ein -er Fehler; eine -e Schlamperei; ein -es
Vergnügen; ihm ist ein -er Irrtum. Fehler unterlaufen; Die
Ringerinnen erheben sich ... Willy sieht interessiert zu.
.Xapitale Weiber", flüstert er (Remarque. Obelisk 100);
b) (Jägerspr.) außerordentlich groß, stark: ein -er Bulle;
Was der Pastor Air ein Gesicht machte, als er beim
Erwachen statt eines Fisches einen -en Hahn an der Angel
fand, hat er wohlweislich verschwiegen (Winckler,
Bomberg 123); ein -er (ein besonders schönes w. großes Geweih
tragender) Hirsch; Kapital [-]. das; -s. -e. auch: -ien [...jpn;
ital. capitale < mlat. capitale = Grundsumme. Kapital,
zu lat. capitälis = hauptsächlich, vgl. kapital; 4: zu mlat.
capitale = Kopfende]: l.a) <o. Pl.> alle Geld- u. Sachwerte,
die zu einer Produktion verwendet werden, die Gewinn
abwirft: konstantes K. (marx.; Produktionsmittel): variables
K. (marx.; Arbeitskraft): fixes K. (marx.; Arbeitsmittel):
zirkulierendes K. (marx.; Gegenstände, die zur Produktion
notwendig sind. u. Arbeitskraft): Jenen Ländern fehlt es
nicht nur an K.. sondern auch an kaufmännischer,
technischer, organisatorischer Erfahrung (Dönhoff, Ära 173);
b) Vermögen eines Unternehmens; Grundkapital;
Anlagekapital: die Gesellschaft erhöht ihr K.; er ist an mehreren
Kapitalien. Kapitalen beteiligt. 2.a) verfügbare
Geldsumme, die bei entsprechendem Einsatz geeignet ist, dem Besitzer
od. Nutznießer nennenswerten Gewinn zu bringen: ein
bescheidenes, ausreichendes, sicheres K.; das K. verzinst
sich gut. fließt ins Ausland ab; sein K. [gut.
gewinnbringend] anlegen, einfrieren, flüssig machen; das K. angreifen,
in ein Geschäft stecken, aus dem Betrieb ziehen; wir müssen
K. (einen Kredit) aufnehmen, zurückzahlen; Ü sein ganzes
K. waren seine beiden Hände; geistiges K. (geistiges
Leistungsvermögen; Wissen, Kenntnisse); totes K. (erworbenes
Wissen, Können, das nicht genutzt wird); *K. aus etw.
schlagen (etw.. was man anderen voraushat, so einsetzen,
daß man für sich einen Nutzen daraus zieht); b) kleinerer
Betrag an Bargeld, den man für etw. verfügbar hat: Kommt
nun. ihr Leute, der Finkenbein hat zur Not noch ein
paar Kapitalien im Ziehamlederle (Hesse. Sonne 48). 3.
<o. Pl.> Gesamtheit aller Kapitalisten: Wissen will ich.
wem ihr angehört, dem Proletariat oder dem K. (Jahnn.
Geschichten 130). 4. (Buchw.) gewebtes [buntes] Band,
das vom Buchbinder an die Ober- u. Unterkante des
Buchblockrückens geklebt wird.
'Kapital- (kapital): -bock, der (Jägerspr.): vgl. -hirsch;
-buchstabe.der: svw. t Großbuchstabe; -fehler, der:
außerordentlich großer, schwerwiegender Fehler; -hirsch, der
(Jägerspr.): Hirsch mit außergewöhnlich schönem, kräftigem
Geweih mit sehr vielen Enden; -verbrechen, das: besonders
schwere Straftat wie Mord od. schwerer Raub; -Verbrecher,
der: jmd.. der ein Kapitalverbrechen begangen hat.
kapital-. ^Kapital- (Kapital 1.2a; Wirtsch.): -abwandern«,
die: vgl. -flucht: -anläge, die: Einsatz von Geldmitteln
in Beteiligungen, Sachwerten o.a.. um Gewinn zu erzielen;
-anteil. der: Anteil, mit dem ein Gesellschafter an einer
Handelsgesellschaft beteiligt ist. die auf die persönlichen
Fähigkeiten des Gesellschafters gegründet ist; -aufstockung,
die: Erhöhung des Kapitals einer Gesellschaft; -ausfuhr.
die: das Verbringen von Kapital ins Ausland; -bedarf, der:
Menge an Kapital, die ein Unternehmer braucht, um Anlage
u. Produktion zu finanzieren; -besitz, der: Verfügungsgewalt
über Kapital; -beteiligung, die: Beteiligung am Kapital eines
Unternehmens durch Erwerb von dessen Aktien; -bikking,
die: Vergrößerung des Kapitals durch Sparen od. Investieren;
-eigner. der: Eigentümer von Kapital [eines Unterneh-
1421
Kapital
mens): Erhöhung, die: a) Erhöhung des Grundkapitals einer
Aktiengesellschaft: b) Erhöhung des Stammkapitals einer
Gesellschaft mit beschränkter Haftung: ^ertrag, der
Zinsen. Dividenden. Gewinn aus Kapitalanlagen, dazu: ^er-
trag»lwiei.(Stcuerw.:)^tiagrtaKr.die: Steuer auf
Erträge aus Wertpapieren o. ä.: ^export, der svw. f -ausfuhr,
-flucht, die: das Verbringen von Kapital ins Ausland bei
politischer Instabilität, ungünstigen Steuergesetzen o.a.:
HEber. der: jmd.. der 4 Geld!mittel für ein Unternehmen
aufbringt: ^gesefechaft, die: Handelsgesellschaft, bei der
die Beteiligung der Gesellschafter mit einem bestimmten
Kapital im Vordergrund steht: -büfc, die: finanzielle
Unterstützung eines Staates zum Ausgleich seiner Zahlungsbilanz
durch einen anderen Staat, eine Staatengruppe od. eine
internationale Organisation: - intensiv <Adj.>: (in bezug auf die
Kostenstruktur eines Unternehmens) von Abschreibungen,
kalkulatorischen Zinsen o. ä. gekennzeichnet: ^konto. das:
Konto auf der Passivseite der Bilanz, das das Eigenkapital
eines Einzelhandelskaufmanns od. die Einlage (8 b) eitler
Handelsgesellschaft aufweist: -kräftig <Adj.; nicht adv.>:
mit großem Vermögen ausgestattet: -magnat, der:
Eigentümer großer Kapitalien: ^markt, der: Markt für langfristige
Kredite u. Kapitalanlagen: ^Verflechtung, die: Verbindung
zwischen Kapitalgesellschaften durch Beteiligungen:
^vermögen, das: Eigentum, das aus gewinnbringenden Anlagen
stammt, in Anteilen an einer Gesellschaft od. in Wertpapieren
besteht.
Kapital [kapi'te:!]: t Kapitell; Kapitalband, das; -[eis.
-bänden svw. tKapital (4); Kapitälchen [...t£:l<;an], das; -s.-
[zu tKapitallsl (Druckw.): Großbuchstabe in der Höhe der
kleinen Buchstaben: Kapitale [...'ta:b], die; -, -n [frz. capita-
le. vgl. kapital] (bildungsspr.): Hauptstadt eines Landes:
KapitaJis [...ta:lis], die; - [lat. capitalis. eigtl. =
Hauptschrift]: altrömische Monumentalschrift [auf Bauwerken];
Kapitalisation [...taliza'tßio:nl. die; -. -en [frz. capitalisation.
zu: capitaliser. t kapitalisieren] (Wirtsch.): Umwandlung
eines laufenden Ertrags od. einer Rente in einen einmaligen
Betrag: kapitalisieren [...'zi.renl <sw. V.; hat) [frz.
capitaliser] (Wirtsch.): in eine Geldsumtne umwandeln; <Abl.:>
Kapitalisierung, die; -. -en (Wirtsch.); Kapitalismus
[kapital ismos], der; -, ...men <P1. selten): Wirtschaftssystem,
das auf dem freien U nter nehmer tum basiert u. dessen
treibende Kraft das Gewinnstreben einzelner ist, während die
Arbeiter keinen Besitzanteil an den Produktionsmitteln haben:
Der K. macht soziale Fehler, der Sozialismus macht
kapitale Fehler (Hörzu 11.1976.18); ein selbständiges... Europa,
eine dritte Kraft, die zwischen dem Kommunismus des
Ostens und dem K. Amerikas eine eigene Lebensform
bietet (Dönhoff. Ära 128); Die zunehmende Integration
und Organisation bisher national getrennter Kapitalismen
(Stamokap 26); im K. werden die Arbeiter ausgebeutet;
Kapitalist [...list], der; -en, -en: l.a) jmd., der Kapital
(1) besitzt: K. sein; Es komme darauf an. einen -en Air
die technischen Erfindungen zu gewinnen, womöglich
einen Fabrikherrn (R. Walser.Gehülfe 30); Ü (ugs. scherzh.:)
am Letzten des Monats zahlt er mit einem
Hundertmarkschein, nun sieh dir mal diesen -en an!; b) Anhänger des
Kapitalismus. 2. (veraltet) jmd., dessen Einkommen
[überwiegend] aus Zinsen, Renten od. Gewinnen besteht;
kapitalistisch <Adj.>: auf dem Kapitalismus beruhend, den
Kapitalismus betreffend: ein -er Staat; ein -es Wirtschaftssystem;
die -e Gesellschaftsordnung; dieser Staat ist k.. wird k.
regiert; k. denken; Ü k. (ugs. scherzh.; in der Art eines
Kapitalisten, eines reichen Mannes) ausgehen, dinieren.
Kapitän [kapi'tein], der; -s. -e [älter: Capitan = SchifTsführer
< ital. capitano; schon mhd. kapitän < afrz. capitaine.
zu spätlat. capitäneus = durch Größe hervortretend, zu
lat. caput = Kopf, Spitze. Haupt]: 1. Kommandant eines
Schiffes: K. sein; K. zur See (Seeoffizier im Range eines
Obersts); Ü -e der Wirtschaft (mit Macht ausgestattete
führende Männer der Wirtschaft: Auto 8. 1965. 27); *K.
der Landstraße (ugs.; Fahrer eines Fernlastwagens, der sich
auf einer Fahrt befindet). 1. Kommandant eines Flugzeugs:
Flugkapitän: Die Mannschaft des Flugzeugs bestand aus
dem K., dem zweiten Piloten (Habe. Namen 310). 3. (Sport)
Mitglied einer Mannschaft, das die Mannschaft vertritt,
repräsentiert: Da kommt Heini Klopfer, der K. unserer
Springermannschaft .... auf mich zu (Maegerlein, Piste
33); Wolfgang Overath, neuer K. der Fußballnationalelf
(Hörzu 47. 1970. 26); Kapitänin, die; -. -nen (selten): w.
Form zu t Kapitän; Kaphjnleutnant, der; -s. -s, selten:
-e: Offizier der Marine im Rang eines Hauptmanns:
Kapfetmpatent, das; -[e]s. -e: amtliches Zeugnis, das jmdn.
zur Fuhrung eines Schiffes berechtigt.
Kapitel (kapitjl. das: -s. - [1: mlat. capituium =
Kapitelüberschrift) < lat. capituium = Köpfchen;
Hauptabschnitt, zu: caput = Kopf. Spitze. Hauptsache: 2: mhd.
kapitel = (feierliche) Hauptversammlung einer geistigen
Körperschaft < lat. capituium. TU: 1. Abschnitt eines
Textes in einem Schrift- od. Druckwerk: das erste, zweite
K.; ein langes, kurzes K.; ich habe erst ein K. des Romans
gelesen; im dritten K. befaßt sich der Autor mit dieser
Frage; Abk.: Kap.; Ü ein schmerzliches, trauriges, trübes
K. der deutschen Geschichte; ein dunkles K. seines Lebens,
in seinem Leben; das ist ein anderes K. (das hat damit
nichts zu tun. gehört nicht hierher, in diesen
Zusammenhang); * ein K. für sich sein (eine unerfreuliche, durch
mancherlei Schwierigkeiten gekennzeichnete Angelegenheit
[über die man hier besser schweigt]). 2.a) Körperschaft
der Geistlichen einer Dom- od. Stiftskirche od. eines
Kirchenbezirks; b) Versammlung eines geistlichen Ordens.
kap|tei-, Kapftel-: -fest <AdJ.; nicht adv.) [zu t Kapitel in
der Bed. .Abschnitt der bibl. Schriften"]: a) kenntnissicher
u. daher unerschütterlich:... daß er sogar -e Linke in
ökonomischen Grundsatzdebatten ganz schön ins Schleudern
bringen kann (Spiegel 41. 1974. 27); b) svw. t bibelfest;
^saal, der [zu t Kapitel (2 b)]: Sitzungssaal im Kloster;
-Überschrift, die: Überschrift über einem Kapitel (1).
Kapitell [kapi'tel]. das; -s. -e [lat. capitellum. eigtl. =
Köpfchen, zu: caput = Kopfl: oberer Abschluß einer Säule,
eines Pfeilers od. eines Pilasters: kapitebi [ka'prtfn] <sw.
V.; hat) [mhd. kapiteln = imdm. Kapitel aus der Bibel
vorlesen u. hieran ermahnende Reden anschließen]
(landsch.): jmdn. zurechtweisen; schelten.
Kapitulant [kapitu'lant], der: -en. -en [zu frz. capituler.
tkapitulieren]: 1. (veraltet) Soldat, der sich verpflichtet, über
die gesetzliche Dienstzeit hinaus zu dienen: Ungezügelte
Gewalt wird ausgeübt von ... Typen wie Unteroffizieren,
-en und Portiers (Adorno. Prismen 266). 2. (DDR) jmd..
der vor Argumenten [politischer Gegner] kapituliert; Kapi-
tular [...'la:g]. der. -s. -e [mlat. capitularisl: Mitglied eines
Kapitels (2) (z. B. Domherr); Kapitularien [...'la:rfc>n] <P1.)
[mlat. capitulare. PI.: capitularia. zu lat. capituium.
tKapitel] (hist.): Gesetze u. Verordnungen der karolingisehen
Könige: In den K. Karls des Großen werden schon forestarii
erwähnt (Mantel. Wald 113); Kapitulation [...la'tßio:n], die;
-. -en [frz. capitulation, zu: capituler. tkapitulieren]: l.a)
das Kapitulieren (1): eine bedingungslose K.; die K.
Deutschlands; b) Vertrag über die Kapitulation da):
die K. unterzeichnen. 2. resignierendes Nachgeben,
Aufgeben. 3. (veraltet) Vertrag, der den Dienst eines Soldaten
verlängert; kapitulieren [...li:ran] <sw. V.; hat) [frz.
capituler, eigtl. = bezüglich eines Vertrages verhandeln < mlat.
capitulare = verhandeln, zu: capituium = Vertrag.
Beschluß, Artikel, zu lat. capituium, tKapitel]: 1. sich dem
Feindergeben; sich für besiegt erklären und sich dem Gegner
unterwerfen: die Armee. Deutschland hat kapituliert; Das
zum Meer geführte Zarenreich kapitulierte vor der
Mannschaft der ..Morgenröte44 (Koeppen. Rußland 144). 2.
(angesichts einer Sache) resignierend aufgeben, nachgeben, die
Waffen strecken: vor einer Aufgabe, vor Schwierigkeiten
k.; ich habe an dieser Steife einfach kapituliert. 3. (veraltet)
eine Kapitulation (3) abschließen.
Kaplaken [kapla:kn], das; -s.- [ausdem Niederd. < mnie-
derl. kap(pe)laken. eigtl. = Stoff für eine neue Mützel
(Seemannsspr. veraltet): zusätzliches Geld für den. Schiffer
nach sicherer Ablieferung seiner Fracht.
Kaplan (ka'pla:n], der; -s, Kapläne Üca'ple:ra; mhd. kaplän,
ka(p)pellän < mlat. capellanus = Geistlicher, der den
Gottesdienst an einer (HoOkapelle hält, zu: cap(p)ella,
t ■Kapelle] (kath. Kirche): a) einem Pfarrer untergeordneter
Hilfsgeistlicher; b) Geistlicher mit besonderen Aufgaben.
Kaplanturbine ['kaplan-], die; -, -n [nach dem österr.
Ingenieur V. Kaplan (1876-1934)] (Technik): eine
Wasserturbine, bei der die Schaufeln des Laufrades sich im Winkel
verstellen lassen.
Kapo I'kapo], der; -s. -s [Kurzf. von frz. caporal =
Hauptmann. Anführer. Korporal]: 1. (Soldatenspr.)
Unteroffizier: Der Oberfeld, ein K. und ich. wir glaubten kein
Wort (Lynen. Kentaurenfährte 135). 2. (Lagerjargon)
1422
Kapsel
Häftling eines Straf- od. Konzentrationslagers, der als
Aufsicht über andere Häftlinge eingesetzt ist.
Kapodaster [kapo'dastel. der; -s. - [ital. capotasto =
Hauptbund (vgl. ■Bund 3)] (Musik): bei einer Gitarre od. Laute
beweglicher aufsetzbarer Sattel, mit dem die Grundstimmung
der Saiten verändert werden kann.
Kapok ['kapok. ka:pokl, der; -s [malai. kapuk]: ein sehr
leichtes, watteartiges weißgraues od. gelbliches Material
aus den Samenfasern des Kapokbaumes, das für
Polsterfüllungen, zum Isolieren u. in der Papierherstellung verwendet
wird: mit K. gefutterte Schwimmwesten; <Zus.:>
Kapokbaum, der: Baum der tropischen Regenwälder mit
hochreichenden, verzweigten Wurzeln und langen Samenkapseln;
Kapoköl, das: öl aus den Samen des Kapokbaumes.
kapores [ka'po.ros] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) [aus der
Gaunerspr.. zu hebr. kap^rot = Sühneopfer, weil am
Vorabend des Versöhnungsfestes Hühner ..kapores"
geschlagen, d. h. um den Kopf geschwungen wurden, wobei
Sühnegebete gesprochen wurden] (ugs.): entzwei, kaputt:
er hat das Fenster k. geschlagen: das ist total k.; etw.
k. machen: k. gehen (1. entzweigehen. 2. derb; sterben).
Kapotasto [kapotasto]: svw. t Kapodaster.
Kapotte [ka'potoh die; -. -n. KapQtthut. der; -[e]s. ...hüte.
(Vkl.:)KapQtthütcheiudas;-s.-[frz. capote = Damenhut]:
(um die Jahrhundertwende getragener) kleiner, hoch auf
dem Kopf sitzender, mit zwei Bändern unterm Kinn
festgehaltener Hut.
Kypp- [zu t kappen]: -beil. das (Seemannsspr. veraltend):
zum Kappen des Tauwerks in Notfällen bereitgehaltenes
Beil; -hahn, der: verschnittener Hahn; Kapaun; -hengst,
der: verschnittener Hengst; Wallach; Mitesser, das: scharfes
Messer zum Kappen von Tauen, Büschen u.a.; ^naht, die
(Schneiderei): doppelt gesteppte Naht, wobei die Kanten
der beiden zusammengenähten Stoff teile umgelegt u.
ineinander gesteckt werden.
Kappa [kapa]. das; -[sl. -s [griech. käppa. aus dem Semit.,
vgl. hebr. kafl: zehnter Buchstabe des griechischen Alphabets
(K.K).
Käppchen [ kcpipn]. das; -s. -: tKappe (1); Kappe ['kapa],
die; -, -n [mhd. kappe = Mantel mit Kapuze; Bauernkittel;
Mütze. Kappe, ahd. kappa = Mantel mit Kapuze <
spätlat. cappa = (Mantel mit) Kapuze]: 1. <Vkl.
tKäppchen) eng am Kopf anliegende Kopfbedeckung mit od. ohne
Schirm: eine bunte, sportliche, modische K.; beim Baden
muß eine K. (Badekappe) aufgesetzt werden; Ü der Berg
hat eine weiße K. (ist schneebedeckt); * jmdm. etwas auf
die K. aeben, jmdm. auf die K. kommen (landsch.. bes.
rhein.; jmdn. verprügeln): etw. auf seine [eigene] K. nehmen
(ugs.; für eventulle negative Folgen von etw. die
Verantwortung übernehmen; wahrscheinlich zurückgehend auf die
Bedeutung der Kappe als Teil der Amtstracht. z.B. des
Richters); etw. kommt, geht auf imds. K. (ugs.; jmd. muß
für eine Sache geradestehen, wird dafür verantwortlich
gemacht). 2.a) Abdeckung od. Schutzvorrichtung an
Maschinen u. Maschinenteilen (z. B. Radkappe); b) abnehmbarer,
aufdrehbarer od. aufklappbarer Verschluß von Schachteln,
Flaschen od. anderen Behältnissen; c) (Bergbau. Bauw..
Archit.) Abdeckung, deckender waagerechter Balken, dek-
kendes Gewölbe über einem Stollen, [KellerJraum o.a.:
Der Raum war von mittlerer Größe .... mit einer niedrigen
K. eingewölbt (Jahnn. Nacht 117; d) fester [aufgesetzter]
Teil vorn u. hinten am Schuh, der die Wölbung formt u.
versteift: ein StofTschuh mit -n aus Leder; e) (landsch.)
Brotkanten. 3. (Math.) svw. tKugelkappe. 4. (Tabakind.)
oberster, noch nicht eingerollter Teil des Deckblattes von
Zigarren, mit dem der Kopf der Zigarre fest verschlossen
wird; Kappel. Kappl fkap|]. das; -s. -n (österr. ugs.): svw.
tKappe (1); vgl. Amtskappel.
kappen fkapn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mniederd.
kappen < mniederl. cappen = abschneiden, abhauen,
zerschneiden, zerhacken]: 1. durchschneiden; ab-,
zerschneiden: (Seemannsspr.:) die Leinen k.; Eilig mit Kraft den
heruntersackenden Körper aufnehmend, kappte er die
Gurte (Gaiser. Jagd 28); Jmdm. das Telefon k.; Ü Drei
Westberliner Richter sind angetreten, die Bindungen
zwischen dem Bund und ihrer Stadt zu k. (Spiegel 22. 1974.
38). 2.a) (Bäume, Sträucher) an den Kronen beschneiden,
zurückschneiden: die Pappeln k.; eine gleichmäßig gekappte
Hecke; Ü die Finanzwünsche sind um einige tausend Mark
gekappt worden; b) (von Bäumen, Sträuchern) die Spitze,
überflüssige Triebe u.a. abschneiden: die Kronen der
Platanen wurden gekappt; Ü Die ... Schlußsequenz des
Beitrags ... wurde Air Deutschlands Femsehvolk gekappt
(Spiegel 44. 1967. 218). 3. (Geflügelzucht) a) beschneiden,
kastrieren: die zur Mast bestimmten Junghähne k.; b)
begatten: die Henne ist [vom Hahn] gekappt worden. 4.
(ugs.) (einen Schuldigen) fangen, fassen: der Dieb wurde
gekappt.
Kippen- [zu Kappe (1) als Kopfbedeckung der Narren im
Karneval] (landsch.): -abend, der: Abendveranstaltung, zu
der man in Verkleidung u. mit närrischen Kappen erscheint:
am Samstag ist K. im Gasthaus zur Sonne; -ball, den
vgl. Faschingsball; -fest, das.
Kappes ['kapas], Kappus fkapos], der; - [mhd. kabes, ahd.
kabu3 = (Weiß)kohl. Kohlkopf < mlat. caputia =
Kohlkopf, zu lat. caput = Kopf. Spitze] (landsch.. bes. westd.):
1. Weißkohl: heute gibt es K. 2. Unsinn, dummes Zeug:
red nicht solchen K.!; Viehmann meinte, diese ganze Musik
von denen. Mozart und wie sie alle hießen, wäre sowieso
K. (Degenhardt. Zündschnüre 31); <Zus. zu 1 :> Kyppesbau-
er, der (ugs. scherzh.): [GemüseJbauer, Landwirt.
Käppi fkepi]. das; -s, -s [im 19. Jh. aus dem Schweizerischen
übernommene Vkl. von tKappe]: kleine, längliche, als
„Schiffchen" geformte [Uniform]mutze: Bahn .... in der
Tulla Pokriefke ... als SchafTnerin mit schiefem K. saß
(Grass. Katz 157).
Kappl: t Kappel.
Kapplaken: tKaplaken.
Kfppung« die; -. -en: das Kappen.
Kappus: t Kappes.
Kappzaum fkap-]. der. -[e]s. ...zäume [...Jsayma; unter
Einfluß von frz. cave<;on zu ital. cavezzone, zu: cavezza =
Halfter, wahrsch. volksetym. angelehnt an Kappe u. Zaum]
(Reiten): Zaum ohne Mundstück, dessen seitliche Riemen
verstärkt u. mit Ösen versehen sind (zum Durchziehen einer
Longe bei der Dressur).
Kfppzieflel. der; -s. - [zu t Kappe] (Bauw.): luftdurchlässiger
Dachziegel, der an Stelle einer Luke od. Gaube eingebaut
wird.
Kapriocio: tCapriccio; Kaprice flca'pri:»]. die; -. -n [frz.
caprice < ital. Capriccio = Laune. Grille. tCapricciol
(geh.): verspielter Eigensinn, Laune, launischer Einfall: das
war nur eine K.; Seine intellektuellen -n und Intuitionen
gelten der ihm ergebenen Clique als Offenbarung (K.
Mann. Wendepunkt 209); voller -n stecken.
Kapriflkatkm [kaprifika'tßio.n]. die; - [lat. caprificätio. zu:
caper = Ziegenbock u. -ficätio. zu: facere = tun. machen]
(Bot.): Verfahren zur leichteren Bestäubung der (weiblichen)
Blüten des echten Feigenbaumes durch die Wespen, indem
blühende Zweige des wilden Feigenbaums (der Ziegenfeige)
in den echten hineingehängt werden; Kapriole [kapri'o.ta].
die; -. -n [urspr. = kunstvoller Sprung ital. Tänzer, zu
ital. capriola = Bocksprung, zu: capro < lat. caper =
Bock]: 1. [drolliger] Luftsprung: -n am Trapez; der Clown
schlug einige -n; Ü ... als die Kamera noch trickträumte
und die sonderbarsten optischen -n schlug (Welt 2. 2.
63, 7). 2. launenhafter, toller Einfall, übermütiger Streich:
das war wieder einmal eine K. des Wetters; Die Börse
hüpft, die Minister wackeln, der Reichstag vollfuhrt -n
(K. Mann. Wendepunkt 113). 3. (Reiten) Figur der Hohen
Schule, Sprung auf der Stelle, bei dem das Pferd fast
senkrecht emporschnellt u. mit der Hinterhand ausschlägt; ka-
priolen <sw. V.; hat) (selten): Kapriolen machen.
Kaprize [ka'pri:^]. die; -. -n (österr.): svw. tKaprice;
<Zus.:)Kaprizenschädelf der (österr. ugs.): Dickkopf;
kaprizieren [kapritßi:rDn], sich <sw. V.; hat) [zu t Kaprice]:
eigensinnig auf etw. bestehen, sich auf etw. festlegen: Man soll
sich nicht auf den einen ( = Partner) k. (Hörzu 44. 1972.
134); Archibaldo.ein noch kaum erwachsener Neurotiker.
kapriziert sich darauf. Junge Frauen umzubringen (Gregor.
Film 237); kapriziös [...'t$ip:s] <Adj.; -er. -este) [frz. capri-
cieux]: in launiger Weise eigenwillig: ein -es. kleines
Geschöpf; dieses Parfüm ist elegant, frisch, k.; warum sie
die Tournee abbrach, erklärt sie etwas -er als er (Hörzu
31. 1973. 7); <Zus. zu tKaprize:) Kaprizpolster, das [das
zusätzlich aufgelegte Kissen wird als launiger Einfall
aufgefaßt] (österr.. bes. wiener.): kleines, zusätzlich auf die Bett-
kissen gelegtes Kissen.
Kapsel [kapsl], die; -. -n [spätmhd. kapsei < lat. Capsula.
Vkl. von: capsa = Behältnisl: 1. <Vkl. TKäpselchen) klei-
1423
Käpselchen
ner% runder od. ovaler Behälter: die kleine K. enthielt ein
gefährliches Gift. 2. Arzneimittel, dessen feste od. flüssige
Bestandteile von einer Masse aus verdaulichem Stoff (z. B.
Gelatine) umschlossen werden: Medikamente in -n. 3. (Bot.)
aus zwei od. mehr miteinander »erwachsenen Fruchtblättern
gebildete Hülle, die nach der Reife aufspringt u. die
Samenkörner verstreut: Kapselfrucht: die reifen -n des
Mohns. 4. (Med.) durch körpereigene Abwehrstoffe
entstandene Umhüllung eines Fremdkörpers, fremden Gewebes o. ä..
die deren Ausbreitung verhindern soll: Die gutartigen
Geschwülste ... sind oft durch eine bindegewebige K. gegen
die gesunde Nachbarschaft abgegrenzt (Medizin II. 180);
Kfipsekhen fkepskpnl. das; -s. -: tKapsel (1); kfpseHormig
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (selten): in der Form einer
Kapsel: eine -e Frucht; Kfpselfrudit, die; -. -fruchte: svw.
tKapsel (3); kapselt* kapslig [kapsteMu;] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: wie eine Kapsel: ein -es Gebilde; kapaeki
fkapslnl <sw. V.; hat): mit einer Kapsel umschließen, in
eine Kapsel legen (meist im 2. Part.): Automatikmotor
mit gekapseltem Vergaser (MM 14. 6. 71. 15); KfpaehriB.
der; -risses. -risse (Med.): Infraktion einer Gelenkkapsel:
Kapselung. K$pslung. die; -. -en (Technik).
KapsQunn l'kapsikum], das; -s [nlat. capsicum. vidi, zu
griech. kaptein = gierig (fr)essen]: aus den Schoten des
mittelamerikanischen Paprikastrauches gewonnenes
scharfes Gewürz: spanischer Pfeffer.
kapslig: t kapselig; Kapshmg: t Kapselung.
Kaptal [kap'ta:ll.das; -s. -e: svw. tKapilalband; Kaptglband:
t Kapitalband.
Kaptation [kapta'tßio:n], die; -. -en [tat. captätio] (veraltet):
Erschleichung. Erbschleicherei: kaptatorisch [kapta'to.nj]
<Adj.; o. Steig.) (veraltet): erschleichend, in der Art einer
Kaptation.
Kaptein [kaptajnl. Käpten l'keptnl. der; -s. -s (PI. selten)
[mniederd. kapteyn. tKapitän! (niederd.): Kapitän.
Kaption flcap'tßio:n]. die; -. -en [lat. captio = Täuschung,
Betrug, zu: captäre = greifen; verlangen, erschleichen]
(veraltet): 1. verfängliche Frage. Fangfrage. 2. verfänglicher
Trugschluß. Fehlschluß: kaptiös [kap'y>i0:s] <Adj.; -er.
-este) Ifrz. captieux < lat. captiösusl (veraltet): verfänglich:
Kaptivation [kaptiva'tßio:n]. die; -. -en (veraltet):
Gefangennahme: kaptivieren [...vi:ran] <sw. V.; hat) [frz. captiver
< spätlat. captlväre] (veraltet): a) gefangennehmen: b)
(durch schöne Rede. Versprechungen o. ä.) für sich
einnehmen: Kaptivitit [...vite:t]. die; - Dat. captivitasl (veraltet):
Gefangenschaft: Kaptur l...'tu:?]. die; -. -en Dat. captüra]
(veraltet): Beschlagnahme.
Kapu [ka'pu'.l. das; -. -s [türk. kapu. kapi. eigtl. = Pforte.
Tür]: Amtsgebäude in der Türkei.
Kapusta flca'posta]. Kapuster [...tB], der. -s [aus dem Slaw..
vgl. poln.. tschech. kapusta = Kohl] (ostd.): Kohl.
Kaput [ka'put]. der; -s. -e [aus dem Roman.; vgl. frz. capot.
ital. capotto. zu: cappa = Mantel mit Kapuze < spätlat.
cappa. t Kappe] (Schweiz.): [SoldatenJmanteL
kaputt Dca'potl <AdJ.; -er. -este; nicht adv.) [zuerst in der
Wendung: caput (capot) machen < frz. (Kartenspiel) etre/
faire capot = ohne Stich sein]: 1. entzwei, defekt: nicht
mehr funktionierend: -es Spielzeug. Geschirr; (landsch. ugs.
mit erweiterter Endung:) mit kaputtenen Schuhen; was
macht dein -es (ugs. scherzh.; gebrochenes) Bein?, das -e
(ugs.; völlig zerstörte) Berlin; die Vase, der Motor, die
Uhr ist k.; die Birne ist k. (durchgebrannt): Ü -er Typ
(ugs.; außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft stehender
Mensch, dessen Persönlichkeit zu einem Teil zerstört ist):
er hat eine völlig -e (ugs.; kranke) Lunge; seine Ehe ist
k. (ugs.; völlig zerrüttet): der Geschäftsmann ist k. (ugs.;
geschäftlich ruiniert: pleite): R was ist denn jetzt k.? (salopp;
was ist denn passiert?): *bei tmdm. ist was k. (salopp;
jmd. ist leicht verrückt). 2. <selten attr.) (ugs.) müde,
erschöpft: er machte einen -en Eindruck; ich bin ganz
k.. fühle mich k.; und dann war er zu k.. um sich noch
anzuziehen (Schnurre. Bart 142); <Abl.:> Kapvttheit, die;-
(selten): das Kaputtsein.
kaputt- (ugs.): -arbeiten, sich <sw. V.; hat): mit großem
persönlichen Einsatz bis zur Erschöpfung arbeiten: -drücken
<sw. V.; hat): (etw.) so zusammendrücken, daß es zerbricht,
entzweigeht: Ü (scherzh.:) jmdn. vor Liebe. Freude k.;
-fahren <st. V.; hat): a) durch Überfahren töten: einen
Hasen k.; b) (ein Auto) während einer Fahrt durch Unfall
od. unsachgemäßes Fahren erheblich beschädigen: er hat
den Wagen seines Freundes kaputtgefahren; -freuen, sich
<sw. V.; hat): sich sehr freuen: -gehen <unr. V.; ist): 1.
schadhaft werden, entzweigehen: im Haushalt ist mit der
Zeit viel kaputtgegangen; der Pullover geht kaputt (hat
Locher): viele Pflanzen sind durch den Frost
kaputtgegangen (eingegangen) :Ü Viele Paarverhältnisse sind hier auch
kaputtgegangen (Wohngruppe 76). 2. [ wirtschaftlich]
ruiniert werden, zugrunde gehen: das Geschäft ging kaputt;
Wer dabei kaputtgeht, sind die Leute, die nicht auf Wechsel
kaufen können (Remarque. Obelisk 45); Ich geh kaputt,
wenn ich allein bin (Degener. Heimsuchung 149); -hauen
<sw. V.; hat): zerschlagen: -kriegen <sw. V.; hat): a)
entzweibrechen, auseinandernehmen: das Spielzeug kann noch
so stabil aussehen. Kinder kriegen es doch kaputt; b)
(meist verneint, scherzh.) jmdn. dazu bringen, daß er
ermüdet, von etw. genug hat: stundenlang bin ich mit ihm durch
die Museen gelaufen, aber er ist nicht kaputtzukriegen;
-lachen* sich <sw. V.; hat): übermäßig lachen: heute habe
ich mich im Kino kaputtgelacht; du lachst dich kaputt!
(Ausruf der [Schadenfreude); -machen <sw. V.; hat): 1.
zerbrechen, zerstören: es ist sehr viel Geschirr
kaputtgemacht worden; Ü er versucht, unsere Ehe kaputtzumachen
(Hörzu 52.1973.67). 2. a) [wirtschaftlich] ruinieren:
Supermärkte machen die kleinen Geschäfte kaputt; b) <k. +
sich) sich selbst, seine Gesundheit, seine Nerven ruinieren:
sie hat sich für andere abgerackert und sich dabei
kaputtgemacht; Zwei Flaschen am Tag. Bist du verrückt? Du machst
dich doch kaputt (v. d. Grün. Glatteis 231); c) (derb.
Gaunerspr.) niederschlagen u. umbringen: Ich schlage dich
tot. ich mach dich kaputt (Spiegel 18. 1976. 163); -reißen
<st. V.): a) zerreißen <hat>: ich habe mir das Kleid
kaputtgerissen; b) entzweigehen <ist>: die Gardine reißt immer mehr
kaputt; -schlagen <st. V.; hat): zerschlagen, kleinschlagen:
zusammenschlagen: er hat eine Fensterscheibe
kaputtgeschlagen; wer etwas gegen ihn sage, dem werde er die
Knochen k. (Mostar. Unschuldig 129); -schneiden <st.
V.; hat): [in zerstörerischer Absicht] zerschneiden:
-trampeln <sw. V.; hat): [in zerstörerischer Absicht] zertrampeln:
-treten <st. V.; hat): vgl. -trampeln.
Kapuze [kapu:{^l. die; -. -n [ital. cap[p]uccio. wahrsch.
Abi. von: cappa = Mantel mit Kapuze < spätlat. cappa.
t Kappe]: an einem Mantel. Anorak, einer Jacke o. ä.
angenähte % angeschnittene od. angeknöpfte [spitze]
Kopfbedeckung, die sich (als Regen- u. Kälteschutz) ganz über
den Kopf ziehen läßt: die K. hochziehen, über die Haare
ziehen, abnehmen; eine Mönchskutte mit K.
kapuzen-. Kapuzen-: -ausschnitt, der (Schneiderei): spitzer
Ausschnitt (an Kleidern. Blusen o.a.): -förmig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): in der Form einer Kapuze: -kleid, das:
Kleid mit [angeschnittener] Kapuze: -mann, der <PI.
...männer): Mann, [nicht zu identifizierende] Gestalt in
dunkler Kleidung mit hochgeschlagener Kapuze (meist als
Symbol von etwas Geheimnisvollem. Bedrohlichem): Die
schärfste Karikatur zeigt zwei Kapuzenmänner der OAS
(Welt 9. 6. 62. 3); -mantel. der: Mantel mit Kapuze.
Kapuzfmde [kapu|ßi'na:ddl. die; -. -n [frz. capucinade. zu:
capucin = Kapuziner (1)] (veraltet): Kapuziner predigt,
[derbe] Strafrede: Kapuziner [kapu'tßi.ne]. der. -s. - [ital.
cappuccino. zu: cappuccio. T Kapuze; 2: nach der durch
die Milch bewirkten Farbe des Kaffees, die dem Braun
der Kutten von Kapuzinern gleichen soll; 4: nach der
graubraunen Farbe des Pilzhutes, vgl. Kapuziner (2)]: 1.
Angehöriger des Kapuzinerordens. 2. (österr.) Kaffee mit
etwas Milch: einen K. bestellen. 3. svw. t Kapuzineraffe.
4. (landsch.) svw. tBirkenröhrling.
Kapuziner-: -afle, der [nach der schwarzen, einer Kapuze
ähnlichen Kopfbehaarung]: in Südamerika heimischer Affe
mit langem, am Ende einrollbarem Schwanz, dunklem Fell
u. hellem, fast weißlichem Gesicht: -kloster, das; -kresse.
die: [kletternde] Pflanze mit schildförmigen Blättern u.
goldgelben bis orangeroten, einzeln auf langen Stielen
stehenden Blüten mit einem Sporn, die vor allem als Zierpflanze
auf Rabatten u. in Blumenkästen gezogen wird: -mönch,
der: Mönch des Kapuzinerordens: -orden, der: im frühen
16. Jh. nach den Regeln des hl. Franz v. Assisi (etwa
1182-1226) neugegründeter kath. Orden: Abk.: O.F.M.
Cap. = Ordo Fratrum Minorum Capuc(c)inorum; vgl.
Franziskanerorden; -pik, der: vgl. Kapuziner (4);
-predigt, die [nach den Predigten der Kapuzinermönche in
der Zeit der Gegenreformation, bes. bekannt durch das
1424
Karawanserei
Beispiel in Schillers „Wallensteins Lager"]: bes. scharfe
iStraf]predigt od. Zurechtweisung; -rose, die [wohl wegen
der rotbraunen Farbe, vgl. Kapuziner 21: Rose mit außen
gelben, innen kupferroten Blütenblättern.
Kapwein I'kap-]. der; -Ie]s. (Sorten:) -e: aus der Kapprovinz
(Südafrika) kommender Wein.
Kar [ka:#. das; -[e]s. -e [mhd. kar = Schüssel. Geschirr.
Korb. ahd. char = Schüssel. Geschirr. Tonne]: Mulde,
Kessel zwischen Steilwänden im Hochgebirge, dessen Boden
mit Geröll bedeckt ist.
Kar- [ka:$-; mhd. kar. ahd. chara = Wehklage. Trauer,
eigtl. = (Jammcr)schrei]: -freitag, der [mhd. karvritac]:
Freitag vor Ostern, Tag der Kreuzigung Christi, dazu: ^frei-
tagsratsche, die (südd.. österr.): I. Ratsche, mit der in
kath. Gegenden bes. der Beginn der Messe lärmend angezeigt
wird, wenn die Glocken nicht geläutet werden: seine Stimme
schnarrt wie eine K.; R sein/ihr Mundwerk geht wie eine
K. (er/sie redet unentwegt). 2. (abwertend) schwatzhafte,
klatschsüchtige Frau; -s^mstag, der: Samstag der
Karwoche; Ostersonnabend; -woche, die: Woche vor Ostern von
Palmsonntag bis Karsatnstag.
Karabach.Karabatfi [kcra bax]. der; -[sl. -s: handgeknüpfter,
meist roh od. blaugrundiger, vieljach gemusterter
Orientteppich aus der gleichnapnigen Landschaft in der Sowjetunion.
Karabiner [kara'bi:ne], der; -s. - [frz. carabine = kurze
Reiterflinte, zu: carabin = Reiter]: I. Gewehr mit kurzem
Lauf: den K. schultern, laden. 2. (österr.) svw.
TKarabinerhaken: zur Befestigung des Seiles am Haken benötigen
wir einen K. (Eldenschink, Fels 20); <Zus.:>
Karabinerhaken, der: Haken, der durch einen Verschluß mit fest zu-
schnappender Feder (3) gesichert ist; Karabinier [karabi-
'nje:]. der; -s. -s (hist.): 1. / mit einem Karabiner (1)
ausgerüsteter] Reiter. 2. Jäger zu Fuß; Karabiniere [...nje:re], der;
-[s]. ...ri [ital. carabiniere < frz. carabinier]: ital. Polizist.
Karaburan [karabu ra:n]. der; -s [türk. karaburan, eigtl.
= schwarzer (Sturm)wind] (Met.): anhaltender
Sommersandsturm in Turkestan.
Karacho [ka'raxo]. das;-s[span.carajo = (zum)
Donnerwetter!, eigtl. = Penis (im Span, derber Fluch). H.u.] (ugs.):
große Geschwimiigkeit, Rasanz. Schwung meist in der
Fügung mit K. (mit großem Tempo): mit K. sausten sie
auf ihren Motorrädern durch die engen Straßen.
Karfier [ka'rc:e]. der; -s. - [hebr. qär^tm. eigtl. = die
Biblischen, zu: q$ra = lesen, zitieren, verkünden]: Angehöriger
einer (Atifang des8. Jh.s in Persien gegründeten) jüdischen
Sekte, die nur das A. T., nicht aber den Talmud anerkennt.
Karaffe [ka'rafa], die; -. -n [frz. carafe < ital. carafTa.
span.garrafa < arab. (maghrebinisch)garräfa = bauchige
Flasche, zu: garafa = schöpfen]: bauchiges, nach oben
hin dünner werdemies / geschliffenes j Gefäß aus Glas t mit
einem Glasstöpsel,, eine funkelnde K.: -n mit Wein standen
auf allen Tischen; eine K. Wein bestellen; Karaffine [kara-
'fi:nal. die: -. -n (ital. caraffina] (veraltet): kleine Karaffe.
Karagös ptarago.s]. der; - [türk. karagöz. eigtl. =
Schwarzäugiger]: a) Hauptfigur (meist siegreicher, gewitzter
Hanswurst) in einem türk. Volksschauspiel mit beweglichen,
farbig auf einen Schirm projizierten Figuren aus Pergament;
b) das nach dem Karagös (a) benannte Schauspiel.
Karakal [karakal]. der; -s. -s [türk. karakulak. eigtl. =
Schwarzohr]: in Afrika //. Südwestasien heimischer
Wüstenluchs mit graugelbem bis zimtjärbenem Fell u. großen Ohren
mit langen Haarbüscheln.
Karakulschaf [karakul-1. das; -[eis. -e [russ. karakul. nach
einem See im Hochland von Pamir]: Fettschwanzschaf,
von dessen Lämmern mit ihrem schwarzen, lockigen Fell
der wert volle Persianer gewonnen wird; vgl. auch
Breitschwanz.
Karaman [karaman]. der; -[sl. -s [nach der türk. Stadt Kara-
man]: a) Knüpfteppich mit großformatigen geometrischen
Mustern; b) aus mehreren schmalen Kelims
zusammengenähter Teppich.
Karambolage Ikarambo'la.^l. die; -. -n [urspr. =
Zusammenstoß der Kugeln im Billardspiel; frz. carambolage,
zu: caramboler = zusammenstoßen, zu: carambole =
rote Billardkugel]: I. a) (ugs.) Zusammenstoß / von
Fahrzeugen/: eine K. im Nebel; er hatte eine K. mit einer
Straßenbahn; in eine K. verwickelt sein: fast wäre es zu einer
K. gekommen: b) (veraltend) heftige Auseinandersetzung.
Streit: das wird eine K. mit dem Chef geben. 2. (Billard)
das Anstoßen des /roten] Spielballes an die beiden anderen
Bälle: eine K. ausführen; Karambole [...bo:b], die; -. -n
[frz. carambole] (Billard): Spielball, roter Ball: die
Resultate der wohlgezielten -n (Habe. Namen 27); karambolieren
[...bo'li:ran] <sw. V.) [frz. caramboler]: I. (selten)
zusammenstoßen, aufeinanderprallen <hat, ist): darauf
karambolierte noch ein zweites Fahrzeug mit dem umgestürzten
Wagen (Kronenzeitung 14. 10. 68. 5); Strahlen .... die
erst Wärme bilden, wenn sie mit einem Körper
karambolieren (Weiss. Marat 93). 2. (Billard) mit dem Spielball die
beiden anderen Bälle treffen <hat>.
karamel [karamel] <indekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.>:
bräunlichgelb; Karamel, der. Schweiz.: das; -s [frz. caramel
< span..port.caramelo = Zuckerrohr; gebrannter Zucker
< lat. calamellus = Röhrchen. Vkl. von: calamus. TKala-
mus]: durch starkes Erhitzen gebräunter, zu einer
dickflüssigen Masse zergangener Zucker von charakteristischem
Geschmack: K. mit abgekochter Milch ablöschen.
karamel-, Karamel-: ^bier, das: obergäriges [alkoholarmes]
Bier aus einem stark gedarrten Malz, das viel Karamel
enthält: ^bonbon, der od. das: aus Karamel u. Milch od.
Salme hergestellter Bonbon; Mrreme, die; -färben <Adj.:
o. Steig.; nicht adv.): svw. t karamel; -pudding, der; -softe,
die; -speise, die; -zucker, der: zu Karamel gewordener,
karcunelierter Zucker.
karamelieren Ocarame'li:ran] <sw. V.; hat): (von Zucker)
zu Karamel werden, sich bräunen: der Zucker beginnt zu
k.; karamelisieren [...li'zi.ran; frz. carameliser]: 1. Zucker
zu Karamel brennen. 2. (Speisen, bes. Früchte) mit
gebranntem Zucker übergießen od. in Zucker rösten; Karamelle
[karameb], die; -. -n (meist PI.): svw. tKaramelbonbon.
Karat [ka'ra:t], das; -[e]s, -e <aber: 5 Karat) [frz. carat
= Edelstein- u. Goldgewicht < mlat. carratus < arab.
qlrät < griech. kerätion = Hörnchen. Same des
Johannisbrotbaumes; diese Samenkörner wurden früher zum
Wiegen von Gold u. Edelsteinen benutzt]: I. Einheit für die
Gewichtsbestimmung von Edelsteinen: ein K. entspricht
einem Gewicht von 0,2 g; ein Diamant von 10 K. 2* Einheit
der (in 24 Stufen eingeteilten) Skala für den Goldgehalt
einer Legierung: reines Gold hat 24 K.; Ü Unter den
wenigen Überlebenden von staatsmännischem K. (Börsenblatt
1960.97).
Karate [kara:to], das; -[s] [jap. karate. eigtl. = leere Hand]:
sportliche Disziplin u. Methode der waffenlosen
Selbstverteidigung, die in erster Linie auf Techniken des Schiagens
u. Stoßens beruht, wobei die Angriffe beim sportlichen
Wettkampf nur angedeutet u. vor dem Auf treffen auf dem Körper
abgestoppt werden: auch Frauen lernen K.; Kurse für K.;
er ist Europameister in K.; <Abl,:> Karateka [kara'te:ka],
der; -[s], -[sl: jmd., der Karate betreibt; <Zus.:)
Karatemeister, der; Karateschlag, der.
-karäter [-kare.te; zu fKarat] in Zusb.. z.B. Zehnkaräter
(mit Ziffer: lOkaräter): Edelstein von 10 Karat (1); -karatig
[-karc:ti(;]. (österr. auch:) -karatig [-kara.tuj] in Zusb., z. B.
zehnkarätig (mit Ziffern: 1 Okarät ig): zehn Karat wiegend.
Karausche [ka'rajjfo], die; -. -n [lit. karösas]: karpfenartiger
Süßwasserfisch mit hofiem olivgrünem Rücken u.
goldbraunen Seiten.
Karavellefltara'velsl.die; -. -n [frz. caravelle < port. carave-
la. zu älterem caravo = KüstenschifT < spätlat. carabus
= geflochtener Kahnl: im MA. u. in der Zeit der /port.}
Entdeckungsfahrten benutztes leichtes Segelschiff mit
geringem Tiefgang u. hohen Aufhauten am Heck: zwei -n haben
Kolumbus begleitet.
Karawane [kara'va:nd], die; -, -n [mhd. (md.) karabane =
Heeresgepäck, auch: Ort der Aufbewahrung desselben <
ital. caravana < mlat. caravanna < pers. kärwän. kärwän
= Kamelzug, Reisegesellschaft]: I. durch unbewohnte
Gebiete Asiens od. Afrikas] ziehende Gruppe von Reisenden,
Kaufleuten, Forschern o.a. {mit Kamelen als Lastenträ-
#m//. eineK. zieht durch die Wüste; sich einer K.
anschließen; ... daß Petropawlowsk früher einmal Knotenpunkt
der -n war (Leonhand, Revolution 113). 2. größere Anzalil,
Kolonne von Personen od. Fahrzeugen, die sich in einem
langen Zughintereinander fortbewegen: -n von Autos setzen
sich mit Ferienbeginn in Richtung Süden in Bewegung.
Karawanen-: -führer, der: wegekundiger Anführer einer
Karawane (1); ^handel. der <o. PI.): Warenaustausch,
Geschäftsverkehr mit Karawanen (1); ^reise. die: --Straße, die.
^weg, der; -zug, der.
Karawanserei [karavanza'ny]. die; -. -en [pers. kärwänsäräi.
90 GDW
1425
karb-, Karb-
aus: kärwän (t Karawane) u. säriii = großes Haus. Hof;
vgl. Serail]: Rasthaus. Übernachtungsstation fu.
Warenumschlagplatz J an einer Karawanenstraße.
karb-, Karb-. (ehem. fachspr.:) carb-. Carb-: tkarbo-, Kar-
bo-.
Karhatsche [kar'ba:tjd]. die; -. -n [wahrsch. über tschech.
karabä£ u. ung. korbäcs aus türk. kirbac]: Riemenpeitsche:
<Abl.:) karbfttschen <sw. V.; hat) (selten): mit einer Karbat-
sche schlagen: ... dann wurde der Pächter ... bis zum
Liegenbleiben karbatscht (Bobrowski. Mühle 260).
Karbazol [karba'tpo.l], das; -s [fachspr. Bildung mit der
Vorsilbe Karb- (Carb-) zur Bez. von Kohlenstoff in
bestimmten ehem. Verbindungen, zu lat. carbo. tKarbid]
(Chemie): im Steinkohlenteer vorhandene, farblose
organische Verbindung, die einen wichtigen Ausgangsstoff für die
Herstellung verschiedener Kunststoffe darstellt: Karbid [kar-
bi:t], das; -[e]s. -e [zu lat. carbo = Kohle]: I. (ehem.
fachspr.: Carbid) chemische Verbindung aus Kohlenstoff
u. einem Metall od. Halbmetall. 2. <o. PI.) (Chemie) aus
in reinem Zustand weißen, durch Verunreinigungen mit
Kohlenstoff und anderen grauen Kristallen bestehende Masse
mit intensivem, stechendem Geruch, die mit Wasser unter
Zersetzung reagiert u. als Reduktionsmittel sowie zur
Gewinnung von Acetylen gebraucht wird: <Abl. zu 1:) karbidisch
<Adj.; o. Steig.) (Chemie): die Eigenschaften eines Karbids
aufweisend: <Zus. zu 2:) Karbidlampe, die. Karbidlicht«
das: Lampe, in der aus Karbid u. Wasser entstehendes
Acetylen mit heller Flamme verbrennt: Karbidschlacke, die.
karbo-,Karbo-,(chem. fachspr.:) carbo-. Carbo-. (vor
Vokalen auch:) karb-, Karb- (carb-. Carb-) [karb(o)-; zu lat.
carbo (Gen.: carbönis) = (Holz)kohle] <Best. in [fachspr.]
Zus. mit der Bed.): Kohle, Kohlenstoffe. B. Karbohydrase.
Karbolineum. karbonisieren).
Karbohydrase [...hydra:zd]. die; -. -n [zu griech. hydör =
Wasser (Biochemie): Enzym, das Kohlenhydrate aufspaltet.
Karbol fkar'bo:!). das; -s (aus lat. carbo = Kohle u. oleum
= öl]: früher als Desinfektionsmittel gebrauchter,
einfachster aromatischer Alkohol, der einen spezifischen,
durchdringenden Geruch verbreitet: Phenol. Karbolsäure: nach K.
riechen; du hast wohl lange nicht mehr K. gerochen?
(scherzhafte Drohung, jmdn. zu verprügeln: du bist wohl
lange nicht im Krankenhaus gewesen?).
Karbol-: ^flhnrich, der (Soldatenspr.): a)
Sanitätsoberfeldwebel: b) Unterarzt: ^feMwebel, der (ugs. abwertend):
herrschsüchtige, allzu streng kommandierende Stations- od.
Oberschwester: ^kaserne, die (Soldatenspr.): Lazarett;
hinaus, die. (Vkl.:) Mnäuschen, das (ugs. scherzh.): junge
hübsche] Krankenschwester: ^säure.die<o. PI.): svw.
IKarbol; ^seife, die: desinfizierende, Karbol enthaltende Seife:
-Vergiftung, die: Vergiftung durch Karbol: -wasser, das
<o. PI.): mit Wasser stark verdünntes Karbol: ^watte, die:
mit Karbol getränkte, desinfizierende Wundwatte.
Karbolineum, (fachspr.:) Carbolineum [karboli ne:um]. das:
-s [im 19. Jh. von einer Herstellerfirma geb. zu lat. carbo
= Kohle u. oleum = öl. also eigtl. = Kohlenöl]:
braunrotes, nach Teer riechendes Öl. das als fäulnishemmender
Schutzanstrich für Holz u. in verdünnter Form als Mittel
zur Schädlingsbekämpfung an Obstbäumen dient; Karbon
[karbo:n].das; -s [zu lat. carbo = Kohle] (Geol.): vorletzte
Formation des Erdaltertums: Zeit der Steinkohlenwälder
u. der Auffaltung der mitteleuropäischen Gebirge;
Karbonade [...bo'na.da], die; -. -n [frz. carbonnade = Rostbraten
< Mal. carbonata. zu: carbone < lat. carbo = Kohle]:
1. (landsch.. bes. österr.) Fleischstück aus dem
Rückenfleisch von Kalb. Schwein od. Hammel: Kotelett: gebratene
-n mit grünen Bohnen. 2. (österr. veraltet) Frikadelle;
<Zus.:)Karbongdenfisch,der: Seewolf, dessen Fleisch meist
in Portionsscheiben (Karbonaden) geräuchert od. zum
Braten in den Handel kommt; Karbongdo [...do]. der; -s. -s
[span. carbonado]: eine grauschwarze Abart des
Diamanten, die hauptsächlich in der Technik verwendet wird;
'Karbonat[...'na:!],der; -[eis. -e: svw. tKarbonade;
Karbonat [-]. das; -[e]s. -e: Salz der Kohlensäure; <Abl. zu
Karbonat:) karbongtisch <Adj.; o. Steig.): von einem Karbonat
abgeleitet, Karbonat enthaltend: -e Gesteine; Karbondruck.
der (Druckw,): Druckverfahren zur Beschichtung der
Rückseite von Vordrucken, Formularen o. ä. mit einer Spezialfw-
be, um ein Durchscltreiben(\) ohne Einlegen von Kohlepapier
zu ermöglichen; Karbonisation [...niza'tßio:n]. die: -. -en
[1: zu lat. carbo = Kohle; 2: frz. carbonisation]: 1. (Med.)
Verbrennung 4. Grades, schwerster Grad eines
Hitzeschadens. 2. (Chemie) das Karbonisieren (1); karbonisch <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.) (Geol.): das Karbon betreffend, im
Karbon entstanden: ein -es Gebirge: karbonisieren [...ni-
zi.ran] <sw. V.; hat) [frz. carboniser]: 1. (Chemie)
verkohlen, in Kohlenstoff od.2 Karbonat umwandeln. 2. (Textilind.)
Wollwaren. Reißwolle u. ä. mit Beimischung von
Pflanzenfasern mit einer Säure (Schwefelsäure) behandeln, wobei die
Zellulose im chemischen Prozeß verkohlt u. reine Wolle
übrigbleibt: karbonitrieren [...ni'tri:ren] <sw. V.; hat) [zu
f Nitrat] (Technik): (Stahl, ein Werkstück) härten in einem
chemischen Prozeß, in dem die Oberfläche gleichzeitig mit
Kohlenstoff u. Stickstoff angereichert wird; Karbonpapier.
das: -s. (Sorten:) -e (österr.): Kohlepapier: Karbonsäure,
die; -. -n (Chemie): in vielen Formen vorkommende Säure,
die eine bestimmte organische Gruppe mit einem leicht
abzuspaltenden Wasserstoffatom enthält; Karborund [...'ront],
das; -[e]s [eigtl. Carborundum (£>. zusgez. aus lat. carbo
= Kohle u. T Korund]: sehr hartes Schleifmittel aus Silicium
u. Kohlenstoff; karbozyklisch [auch: ...tßvk...] <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): svw. T isozyklisch.
Karbunkel (karbunkj]. der; -s. - [lat. carbunculus =
fressendes Geschwür, eigtl. = kleine Kohle; vgl. Karfunkel]
(Med.): Ansammlung mehrerer, dicht heieinanderliegender
u. ineinander übergehender, ineinanderfließender Furunkel:
karburieren [karburi.ren] <sw. V.; hat) [frz. carburer]
(Technik): die Heiz- u. Leuchtkraft von Gas durch Zusatz
von gasförmigen Kohlenwasserstoffen, Kohlenstaub (aus
Braunkohle) o.a. verbessern.
Kardamom [karda'mo.m]. der od. das; -s. -ein] [mhd. karda-
möm < lat. cardamömum < griech. kardämömon; H.u.J:
1. (zu den Ingwergewächsen gehörende) holie Staude mit
gelbweißen Blüten an tätigen Sprossen u. braunen
Kapselfrüchten. 2. a) Samen der Früchte von Kardamom (1); b)
aus dem getrockneten u. gemahlenen Samen gewonnenes
Gewürz von brennendem Geschmack, das bes. für Lebkuchen
u. Spekulatius verwendet wird; <Zus.:> Kardamomenöl. das.
Kardan [karda:n, auch: '—], der: -s, -e [nach dem ital.
Erfinder G. Cardano (1501-1576)] (Kfz.-T. Jargon): svw.
t Kardanwelle.
Kardan- (Technik): -antrieb,der: Antrieb über ein
Kardangelenk; MMifhfingung, die: svw. tkardanische Aufhängung;
-geienk. das: bewegliche Verbindung zweier Wellen, durch
die die Übertragung von Drehmomenten unter wechselnden
Winkeln ermöglicht wird; -tunnel, der (Kfz.-T.): (bei einem
Pkw mit vorn liegendem Motor u. Hinterradantrieb) gewöllh
ter. vom Getriebe zur Hinterachse über dem Bixien der
Karosserie verlaufender Tunnel, in dem die Kardanwelle
umläuft, -welle, die: zwischen Kardangelenken angebrachte
od. durch Kardangelenk > e] unterteilte Welle (bes. bei
Kraftfahrzeugen).
kardanisch tkar'da:nij] <Adj.) in der Fügung kardanische
Aufhängung (Technik; Vorrichtung zur Aufhängung von
Lampen. Schiffskompassen u.a. in einem System von drei
um ihre Achse drehbaren Ringen, wodurch der aufgehängte
Körper auch bei Schwankungen im Raum seine vorgegebene
l senkrechte j Lage beibehält).
Kardätsche [kar'd£:tjd|. die; -. -n [zu älter ital. cardeggiare
= Wolle kämmen, zu lat. Carduus = (Kardenkiistel]:
1. ovale Pferdebürste mit kurzen, dichten Borsten: Die K.
führe ich nun mit langem Arm ... über das Fell ...; auf
dem Rückweg ziehe ich sie reinigend über den Striegel
(Dwinger. Erde 43). 2. (Weberei veraltet) Wollkanun; vgl.
Karde (2); <Abl.:) kardätschen <sw. V.: hat): mit einer
Kardätsche (1) /beiarbeiten, bürsten; die Pferde k.; Karde
['kaitbl. die; -. -n [1. mhd. karte < ital. canda < mlat.
cardus < lat. Carduus = Kardendistel: 2: mhd. karte]:
I. hochgewachsenes, distelähnliches Unkraut mit spitzen,
stechenden Blättern u. stachligen, violetten cxl.
gelblichweißen Blütenköpfen. 2. (Spinnerei) Vorrichtung, mit der die
huscheligen Fasern des zu spinnenden Materials geglättet,
von Verunreinigungen befreit, parallel ausgerichtet u. zu
einem gleichmäßigen Flor ausgebreitet werden; 2 Krempel.
Kardeel [kar'de:l]. das; -s. -e [niederl. kardeel < afrz. cordel
= Tau, zu lat. chorda = Darmsaite] (Seemannsspr.):
Strang eines starken Taues, einer Trosse: ein aus drei -en
gedrehtes Tau; -kardeelig [-karde:li$] in Zusb.. z. B. dreikar-
deelig (mit Ziffern: 3kardeelig).
kanten[kardn]<sw. V.; hat) [spätmhd. karten] (Spinnerei):
mit der Karde (2) bearbeiten.
1426
kärglich
Konten-: -band, das <P1. ...bänder) (Spinnerei): flacher
Strang von parallel gelegten Fasern, der aus der Karde
(2) kommt; Mitstel, die: svw. t Karde (1); -gewöchs, das
(Bot.): Vertreter einer Pflanzenfamilie mit 10 Gattungen
krautiger Pflanzen (z. B. Karde u. Skabiose); -rauhmasdii-
ne, die (Weberei): Maschine, mit der auf der Oberfläche
von Geweben durch Aufrauhen ein 2Flor (2) erzeugt wird.
Kardiakum [kar'di:akom]. das; -s. ...ka [zu mlat. cardia
< griech. kardia = Herz; auch: Mageneingang] (Med.):
herzstärkendes Medikament; kardial [...'dia:l] <Adj.; o.
Steig.) [mlat. cardialis] (Med.): das Herz betreffend, von
ihm ausgehend: -e Beschwerden; k. nicht gesund sein; Kar-
diatgie [kardial'gi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. älgos =
Schmerz] (Med.): 1. Schmerzen im Bereich des Herzens.
2. Krampf der Muskulatur am Mageneingang.
kardieren [kar'dhron] <sw. V.; hat): svw. tkarden.
kardinal [kardina:l] <Adj.; o. Steig.) [(spät)lat. cardinalis
= vorzüglich, Haupt.... den Angelpunkt bildend, zu: cardo
= Türangel. Dreh-. Angelpunkt] (veraltet): wichtig,
hauptsächlich, grundlegend, Haupt..., Grund...: Die Wahl der
Stichwörter ist dabei ein -es Problem (Enzensberger.
Einzelheiten I. 157); Kardinal [-]. der; -s. ...näle [...'nc:b; 1:
mhd. kardinal < kirchenlat. cardinalisepiscopus =
wichtigster, der Hauptkirche in Rom am nächsten stehender
Geistlicher, zu (spät)lat. cardinälis. t kardinal; 2: nach der
dem Ornat eines Kardinals ähnlichen Farbenpracht des
Gefieders; 3: engl, cardinal; vgl. Bischof (2)]: 1. höchster
katholischer Würdenträger nach dem Papst, Mitglied des
Kardinalskollegiums: die Kardinäle wählen den Papst; er
wurde zum K. ernannt. 2. (zu den Tangaren gehörender)
farbenprächtiger Singvogel, der häufig als Stubenvogel
gehalten wird. 3. ein kaltes Getränk aus Weißwein, Zucker
u. der Schale von Pomeranzen.
Kardinal- (vgl. auch: Kardinals-): ^bfachof, der: Bischof
im Rang eines Kardinals; ^farbe, die: svw. tGrundfarbe
(1); ^fehler, der: schwerwiegender, grundsätzlicher Fehler:
sein K. ist. daß er nicht mit Geld umgehen kann; -frage,
die: Hauptfrage; -probten, das: Hauptproblem, wichtigstes
Problem; -punkt, der: Hauptpunkt, wichtigster Punkt;
-Staatssekretär, der: Leiter der wichtigsten politischen
Behörde der Kurie; erster Berater des Papstes; -tunend, die
<meist PI.) [LÜ von spätlat. virtutes cardinäles (PI.)]: jede
der vier wichtigsten Tugenden der christlichen Sittenlehre
u. der philosophischen Ethik (Klugheit, Gerechtigkeit,
Besonnenheit, Tapferkeit); Grundtugend; -vikar, der:
päpstlicher Generalvikar für die Diözese Rom; -zahl, die [LÜ
von spätlat. numerus cardinälis]: Zahlwort, mit dem etwas
Gezähltes ausgedrückt wird; natürliche Zahl; Grundzahl (1);
-zeichen, das: wichtiges Zeichen [innerhalb eines
bestimmten Zeichensystems]: Tierkreiszeichen wie Widder. Krebs.
Waage. Steinbock u.a. sind die K. der Astrologie.
Kardinalat [kardinala:tl. das; -[e]s. -e [mlat. cardinalatus.
zu t Kardinal (1)]: Amt u. Würde eines Kardinals: der Papst
hat ihm das K. verliehen; Kardinale [...na:bl. das; -[s].
...lia [...lial <meist PI.) [zu Tkardinal] svw. TKardinalzahl.
Kardinals- (Kardinal 1; vgl. auch: Kardinal-): -hut, der:
meist roter, flacher Hut mit breiter Krempe als Zeichen
der Kardinalswürde; -kollegium, das; -kongregation, die:
svw. t Kurienkongregation; -mantel, der: weiter Umßiang
eines Kardinals; -würde, die <o. PI.).
kardio-, Kardk> [kardio; zu griech. kardial (Best, in Zus.
mit der Bed.): Herz; auch: Magenfeingang] (z. B.
Kardiogramm. Kardioide. Kardiospasmus); Kardiogramm, das;
-s. -e [t-gramm] (Med.): a) svw. tElektrokardiogramm;
b) graphische Darstellung, Kurve der die Bewegung des
Herzens anzeigenden Schwingungen des Brustkorbs: das
K. zeigt keinen krankhaften Befund; die Küstenlinie
ausgezackt und unregelmäßig wie das K. eines sehr unruhigen
Herzens (Böll. Tagebuch 78); Kanüogrgph. der; -en. -en
[t-graph] (Med.): Gerät, das die Schwingungen des Herzens
(4ufzeichnet; Kardioide [kardio1 i:dd]. die; -. -n [zu griech.
-oeides = ähnlich] (Math.): Kurve, die herzförmig aussieht,
wenn fester u. abrollender Kreis gleichen Radius haben;
Herzkurve (Sonderfall der Epizykloide); Kardiolwe, der,
-n. -n [t-loge]: Facharzt u. Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Kardiologie; Herzspezialist; Kardiologie, die; - [t -logie]:
Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Funktion u. den
Erkrankungen des Herzens befaßt; kardiologisch <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): die Kardiologie betreffend; Kardiolyse,
die; -. -n [t Lysel (Med.): operative Ablösung der knöchernen
Brustwand zur Entfernung van Verwachsungen des
Herzbeutels; Kardiomegalie [-mega'li:]. die; -. -n [...i:an; zu griech.
megalo-.zu: m6gas = groß. hoch, weit] (Med.): übermäßige
Vergrößerung des Herzens; Kardiopathk [-pa'ti:]. die; -.
-n [...i.an; t-pathie] (Med.): Herzleiden, Herzkrankheit;
Kandioplegie [-ple'gi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. plege
= Schlag. Stoß] (Med.): 1. Herzschlag. 2. künstliche
Ruhigstellung des Herzens für bestimmte Herzoperationen; Kar-
dioptoee [op'to:z3], die; -. -n [tPtose] (Med.): svw. t
Herzsenkung; Kardiospasmus [-spasmos]. der. -... men (Med.):
Krampf der Muskulatur am Mageneingang; Kardiotoko-
graph [-toko'gra:f; zu griech. tokos = das Gebären u.
T-graph] (Med.): Gerät zum gleichzeitigen Registrieren der
kindlichen Herztöne u. der Wehen vor u. bei der Geburt;
kardiovaskulär [-vasku'le:?] <Adj.; o. Steig.) [vgl. vaskulär]
(Med.): Herz u. Gefäße betreffend.
Kardone [kardo:ndl. die; -. -n [ital. cardone < spätlat.
cardo (Gen.: cardönis) < lat. Carduus. tKardel: (als
Gemüse angebaute) der Artischocke ähnliche Pflanze, deren
Blattstiele u. Rippen gegessen werden.
Karenz [ka'rentß]. die; -. -en [spätlat. carentia = das
Nichthaben. das Entbehren, zu lat. carere = frei sein
(von), nicht haben, entbehrenl: 1. svw. tKarenzzeit. 2.
(Med.) Enthaltsamkeit, Verzicht.
Karenz-: -frist, die: Wartefrist; Frist, innerhalb deren etw.
Bestimmtes nicht getan (z. B. kein Ersatz geleistet) werden
darf; -jähr, das: zur Karenzzeit gehörendes Jahr; -tag,
der; ^zeit, die: Wartezeit, Sperrfrist (bes. in der
Krankenversicherung): die K. beträgt drei Monate.
karessieren [karEshren] <sw. V.; hat) [frz. caresser < ital.
carezzare = liebkosen, zu: caro < lat. cärus = lieb,
wert, teuer] (landsch.. sonst veraltet): a) jmdn. liebkosen;
b) mit jmdm. eine Liebschaft haben: er karessiert mit ihr.
Karette [ka'reto]. die; -. -n, KarettschiMkröte [ka'ret-1. die;
-.-nlfrz.canet < span.carey = Seeschildkröte. Schildpatt.
H. u.J: Meeresschildkröte mit braunem, dunkel geflammtem
Rückenpanzer in großen, schindelartig sich überdachenden
Schildern, die das Schildpatt liefern.
Karezza [ka'retßa], die; - [ital. carezza = Liebkosung,
tkaressieren]: Form des Beischlafs, bei dem Orgasmus u.
Samenerguß durch entsprechend langsame Bewegungen der koitie-
renden Partner absichtlich vermieden werden.
Karfiol [kar'Qo:!]. der; -s [zu ital. cavolfiore = Kohlblume,
zu: cavolo (< lat. caulis) = Kohl u. fiore (< lat. flös.
Gen.: flöris) = Blume] (südd.. österr.): Blumenkohl.
Karfreitag: tKar-.
Karfunkel [karfonkj]. der; -s. - [mhd. karfunkel. karvunkel
< lat. carbunculus = kleine Kohle, unter Anlehnung
an mhd. vunke = Funke; vgl. Karbunkell: 1. feuerroter
Edelstein (bes. Granat, Rubin), der im Märchen durch die
Kraft ausgezeichnet ist, den Träger unsichtbar zu machen.
2. (volkst.) svw. tKarbunkel; <Zus.:> karfynkelrot <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.); Karfynketstein, der (dichter.): svw.
t Karfunkel (1).
karg [kark] <Adj.; karger/Cseltener.) kärger.
kar«ste/(seltener:) kärgste) [mhd. karc. ahd. karag. urspr. = traurig,
bekümmert, besorgt; vgl. Kar-]: 1. (in bezug auf die Fülle,
die Menge, in der etw. Bestimmtes vorhanden ist o.a.)
nicht üppig od. reichlich; sehr gering bemessen: -e
Mahlzeiten; -er Lohn; die Zuteilung an Lebensmitteln war sehr
k. bemessen; Ü ein -es Lächeln; nur -es Echo finden. 2.
sehr schmucklos, ohne jeden äußeren Aufwand; ärmlich:
der Raum sieht sehr k. aus; Ü Wie unvergleichlich -er
(sparsatner mit Worten) ist demgegenüber die Sprache
der Bibel! (Thielicke. Ich glaube 131); *mit etw. k. sein
(sehr sparsam mit etw. sein; geizen, kargen): er ist immer
k. mit Anerkennung. 3. (in bezug auf eine Landschaft
u. ihren Boden) wenig fruchtbar: ein -er Boden; -e Erde.
Kargadeur [karga'do:?]. Kargador [...'do:g], der; -s. -e [frz.
cargadeur < span. cargador. zu: cargar. vgl. Kargo] (Kauf-
mannsspr.): Begleiter einer Schiffsladung, der den Transport
bis zur Übergabe an den Empfänger zu überwachen hat.
kargen [kargn] <sw. V.; hat) [mhd. kargen, zu tkarg] (geh.):
mit etw. sparsam sein; geizen: mit Geld, mit Worten, mit
weisen Lehren [nicht] k.; die vornehmen Fremden kargten
mit sich (ließen sich selten blicken) und verhielten sich
abweisend (Th. Mann. Krull 25); Leute, die ... um tausend
Mark kargen (Niekisch. Leben 57); Kargheit, die; - (geh.):
karge Beschaffenheit, karger Zustand, Ausdruck o.a.: die
K. der Landschaft; kärglich [kerklu;] <Adj.) [mhd. kerclich
90'
1427
Kärglichkeit
- listig, schlau; sparsam, knappj: in bedauerlicher Weise
wenig, gering, ärmlich; armselig: ein -es Leben führen;
das ist der -e Rest; der Lohn ist k.; sie hausen in k.
eingerichteten Quartieren; <Abl.:> K$rglichkeit. die; -.
Kargo [kargol. der; -s. -s [engl, cargo < span. cargo =
(Be)ladung. zu: cargar = (be)laden < vlat. carricäre, zu
lat. carrus. t'Karre] (Seemannsspr.): Schiffsladung: Ein
K. mit Waren für Fort de France und einem Dutzend
Beamte (Seghers. Transit 108): <Zus.:> K^rgoversicherung,
die (Kaufmannsspr.): Versicherung der Fracht
Karibu [kairibu. kar...]. der od. das: -s. -s [frz. caribou.
aus einer Indianerspr. Nordamerikas (Algonkin)l: (vor
allem in Kanada vorkommendes) Ren.
karieren [ka'ri:ran] <sw. V.: hat) [frz. carrer < lat. quadräre
= viereckig machenl (selten): mit Würfel Zeichnung
versehen, mustern: kästeln; kariert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
1. (von Gewehen) gewürfelt, mit Karos gemustert: eine
-e Bluse: ihre engen Hosen sind knallig k.; der StotT ist
k. 2. (von bestimmtem Papier) durch aufgedruckte
waagrechte u. senkrechte Linien in gleichmäßige Quadrate od.
Rechtecke. Karos aufgegliedert: -es Papier für
maßstabgetreue Zeichnungen. 3. (ugs. abwertend) wirr, ohne
erkennbaren Sinn: zwischen den -en Befehlen der verrückten
Deutschen (A. Zweig. Grischa 15); k. (verwirrt, verständnislos)
gucken; sind Sträflinge, sind wohl ausgerückt, quatschen
in einer Tour, quatschen k. (Döblin. Berlin 359).
Karies ['ka:rjes]. die; - [lat. caries = Morschheit, Fäulnis!:
1. (Med.) entzürulliche Erkrankung des Knttchens mit
Zerstörung von Knochengewebe, bes. bei Knochentuberkulose.
2. (Zahnmed.) akuter od. chronischer Zerfall der harten
Substanz der Zähne; Zahnkaries.
karikativ [karika'ti:fl (Adj.; o. Steig.) [zu f Karikatur]
(selten): in der Art einer Karikatur; verzerrt komisch: -e
Zeichnungen: er hat seine Eindrücke k. illustriert; Karikatur
[...'tu.'g], die; -. -en lital. caricatura. eigtl. = Überladung,
zu: caricare = übertrieben komisch darstellen, eigtl. =
be-. überladen < vlat. carricäre. tKargo]: l.a) komisch-
übertreibetide Zeichnung o. ä.. die durch satirische
Hervorhebung bestimmter charakteristischer Züge eine Person, eine
Sache od. ein Geschehen der Lächerlichkeit preisgibt:
politische -en; eine K. des M inisters; -en zeichnen; b) das
Karikieren; Kunst der Karikatur (1 a): diese Gestalt entzieht sich
der K. (läßt sich nicht karikieren): der Deutsche wird
in der K. meist mit einer Zipfelmütze dargestellt. 2.
(abwertend) Zerr-. Spottbild (b): das Bild des gütigen, gerechten
Vaters scheint zu einer höhnischen K. zu werden (Thielicke.
Ich glaube 41); Exzentrik ... ist eine K. der Originalität
(Dariaux [Übers.], Eleganz 82); <Zus.:> karikaturartig
<Adj.; o. Steig.): in der Art einer Karikatur;
Karikaturenzeichner, der: <Abl.:> karikaturesk |...u'resk] <Adj.; o.
Steig.): svw. tkarikaturartig: das Bild wirkt k.: Karikaturist
[...tunstl. der; -en. -en [ital. caricaturista]: jmd.. der
Karikaturen zeichnet: der meisterhafte K. ist Moralist (Marek.
Notizen 96); karikaturistisch <Adj.>: in der Art einer
Karikatur, karikierend: eine -e Übertreibung; karikieren [kari-
'ki:ran] <sw. V.; hat) [ital. caricare. t Karikatur]: in
bezeichnender, entlarveniler. übercharakterisierender Weise, als
Karikatur zeichnen, darstellen: bekannte Persönlichkeiten
werden häufig karikiert; karikierende Nachahmung; etw.
verzerrt und karikiert wiedergeben.
Karinth [ka'rmt]. das; -s [nach dem nlat. Namen Carinthia
für Kärnten]: svw. t2Karn.
kariogen[kario'ge:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tKaries
u. f-gen] (Med.. Zahnmed.): Karies (1. 2) verursachend,
hervorrufend; kariös [ka'rjois] <Adj.: -er. -este) [lat. cariösus
= morsch, faul] (Med.. Zahnmed.): von Karies (1. 2)
befallen, angefault.
Karitas [ka:ritas], die; - [lat. cäritäs = Wert, Wertschätzung,
Liebe, zu: cärus = lieb, wert, teuer; vgl. Caritas] (bil-
dungsspr. selten): christliche Nächstenliebe. Wohltätigkeit:
K. üben; <Abl.:) karitativ [karita'ti.f] <Adj.; o. Steig.):
von Nächstenliebe bestimmt, wohltätig: die Sammlung dient
-en Zwecken; sich k. betätigen.
kariolen: svw. t karriolen.
karjyckeln [kar-] <sw. V.; ist) [wohl unter Einfluß von t juk-
keln geb. zu tkarriolen] (landsch.): gemächlich iholpernd'/
umherfahren: sie karjuckelten durch die Gegend.
Karkasse [kar'kasa], die; -, -n [frz. carcasse = Gerippe,
Rumpf. H.u.]: 1. (früher) Geschoß mit einem Gerippe aus
Eisenringen u. brennbarer Füllung, mit dem Häuser in Brand
geschossen wurden. Brandkugel. 2. (Technik) fester !
Metall 1 unterbau eines Gummireifens: Der neue ... Gürtelreifen
besitzt einen 4fachen Textilgürtel und eine gekreuzte K.
(Auto 6, 1965. 19). 3. (Kochk.) nach dem Loslösen des
Fleisches übriggebliebenes Gerippe von Geflügel. Wild od.
Fisch.
Karline [karlLna], die; -. -n [nach der Kurzf. des w. Vom.
Karoline] (landsch. abwertend): dumme, ungeschickte o.a.
weibliche Person (meist als Schimpfwort): da kommt die
dumme K. schon wieder an!
Karling ['ka:£lin]. der; -s, -e [zu tKar] (Geol.): Berg, der
durch die Bildung von zwei od. mehreren Karen an seinen
Flanken eine pyramidenälmliche Gestalt erhalten hat.
Karma[n] f'karma(n)], das; -s [sanskr. karma(n)]
(Buddhismus, Dschainismus. Hinduismus): das die Form der
Wiedergeburt eines Menschen bestimmende Handeln bzw. das
durch ein früheres Handeln bedingte gegenwärtige Schicksal.
Karmelit [karmeii:t], der; -en, -en, Karmeliter [...te], der,
-s. - [nach dem Berg Karmel im btbl. Palästina]:
Angehöriger eines katholischen, teils streng kontemplativ lebenden,
teils seelsorgerisch u. missionarisch tätigen Bettelordens;
<Zus.:)Karmeliteraeist.der<o. PI.): Destillat aus
Heilkräutern, das als Hausmittel für Einreibungen bei rheumatischen
Schmerzen verwendet u. auch als Anregungsmittel getrunken
wird; Karmeljterorden. der: <Abl.:) Karmeliterin. Karmeli-
tin, die; -. -nen: Angehörige des weiblichen Zweiges der
Karmeliten.
Karinen [karman], das; -s. ...mina [lat. Carmen = Gesang.
Lied. Gedicht] (bildungsspr. veraltend): [Fest-. Gelegen-
heits/gedieht: zum Jubiläum trug er ein selbst verfaßtes
K. vor.
Karmesin [karme'zi:n], das; -s [ital. carmesino = Hochrot
< arab.qirmiziy = (roter Farbstoff der) Schildlaus]: T
Karmin: <Zus.:) karmesinrot <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): f
karminrot; Karmin [kar'mi:n], das; -s: a) ein aus getrockneten
weiblichen Schildläusen gewonnener natürlicher Farbstoff
von kräftigem Rot; b) die rote Farbe des Karmins (a).
karminativ [karmina'ti.fl (Adj.; o. Steig.) [zu TKarminati-
vum] (Med.): blähungstreibend; Karminativum [...ti:vum],
das: -s. ...va [zu spätlat. carminäre = reinigen] (Med.):
blähungstreibendes Mittel aus pflanzlichen Stoffen.
karminrot <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tKarmin]: kräftig,
leuchtend rot in einem mittelhellen, funkelnden Ton;
Karminsäure, die: rötlichbraunes od. leuchtend rotes Kristallpulver
als der färbende Bestandteil des Karmins.
karmosieren [karmozi.ron] <sw. V.; hat) [wohl aus dem
Arab.. vgl. arab. karim = Edelstein] (Fachspr.): (einen
Edelstein) mit weiteren kleinen Steinen umratulen.
'Kam [kam], die; -. -en [mniederd. kam = Sahne. Rahm,
eigtl. = .Xern" (der Butter), zu: kamen, t kirnen] (nordd.):
Butterfaß.
^arn H. das; -s [nach den Kamischen Alpen] (Geol.):
eine zum Keuper gehörende Formation. Stufe der alpinen
Trias.
Karnallit [kamali:t. auch: ...lit], der. -s [nach dem dt.
Berghauptmann u. Geologen R. v. Carnall (1804-1874)]: ein
farbloses, vor allem zur Herstellung von Kalidüngemitteln
verwendetes Mineral.
Karnat ßcarna:tj. das: -[eis. (veraltend:) Karnation [karna-
tsio:n]. die; - [zu spätlat. carnätus = fleischigj (Kunst-
wiss.): svw. T Inkarnat.
Karnaubapalrae [kar'napba-]. die; -, -n [port. carnauba. aus
einer südamerik. Indianerspr.]: südamerikanische
Fächerpalme, deren Blätter mit einer aus Schüppchen bestehenden
Wachsschicht bedeckt sind; Karnaubawachs, das; -es: von
den Blättern der Karnaubapalme gewonnenes Wachs, das
für Kerzen. Bohnerwachs u. a. verwendet wird.
Karneol Dcame'o.i). der, -s. -e [ital. comiola. zu lat. comeolus
= hornartig]: ein durch Eisenoxyde blutrot bis gelblich
gefärbter Schmuckstein.
Karner ['karne]. der; -s. - [mhd. karner = Beinhaus <
mlat. carnarium. zu lat. carnis = Fleisch]: 1. (Kunstwiss.)
/Kapelle mit Altar für Totenmessen u.j Beinhaus (bes.
in Süddeutschlandu. Österreich), 2. (landsch. veraltet)
Raucher-. Fleischkammer.
Karneval [karnaval]. der; -s. -e u. -s [ital. carnevale, H.u.;
viell. volksetym. Umdeutung von mlat. carnelevale (-leva-
re) = Fleischwegnahme (während der Fastenzeit), zu lat.
leväre = heben, die Tafel auflieben, wegnehmen od. von
mlat. carrus navalis = Schiffskarren, SchifT auf Rädern
1428
karrarisch
(bei Festumzügen im Frühjahr zur Wiedereröffnung der
Schiffahrt) unter Anlehnung an lat. carne vale = Fleisch,
lebe wohl!]: Zeit des Narrentreibens, der Kostüm- u. Mas-
kenfeste, der Büttenreden u. der großen Umzüge;
Fastnacht [szeit]: der rheinische K.; K. in Rio; der K. beginnt
in den Vereinen am II. 11. um II11 Uhr; Prinz K. zieht
ein; K. feiern; Hochburgen des -s; [an. zu] K. gibt es
schulfrei; auf den K. (zu einem Karnevalsvergnügen) gehen;
im K. hat er seine Frau kennengelernt; <Abl.:> karnevalesk
[karnava'lesk] <Adj.> (bildungsspr.): aus dem Karneval
stammetul. dem Karneval verwandt, in der Art des Karnevals:
die dionysische und -e Tradition des Altertums (Deutsche
Literaturzeitung 2. 1972. Sp. 118); eine k. komische
Verkleidung; Karnevalist [... list), der; -en. -en: jmd.. der sich
aktiv am Karneval, bes. als Vortragender (Büttenredner.
Sänger) bei Karnevalssitzungen, beteiligt; Fastnachter:
bekannte -en wirken mit; kamevalistisch <Adj.; o. Steig.):
den Karneval betreffend, zum Karneval gehörend.
Karnevals-: -fest, das; -flitter, der: bunter, glänzender I
billiger/ Schmuck o. ä. für karnevalistische Verkleidungen: -ge-
sellschaft, die: svw. t-verein; -kampagne, die: svw. T
^Session; -kostüm, das: svw. t Fastnachtskostüm; -lied. das:
karnevalistisches (Schunkel)lied; -prinz, der: von einem
Karnevalsverein für eine Saison gewählter, in einem Prinzen-
kostüm auftretender Repräsentant des närrischen Treibens:
-Prinzessin, die: von einem Karnevalsverein für eine Saison
gewählte I u. mit dem Karnevalsprinzen zusammen
auftretende/ weibliche Repräsentantin des närrischen Treibens:
-Schlager, der: während der Karnevalszeit häufig gespieltes
u. gesungenes Karnevalslied; -Session, die: Zeitspanne der
Karnevalsveranstaltungen in einem Jahr (bis
Aschermittwoch); -sitzung, die: von einem Karnevalsverein ausgehende
i öffentliche! Veranstaltung mit Büttenreden. Liedern.
Tanzgruppen u. anderen Vorführungen; -Stimmung, die <o. PI.);
-treiben, das <o. PI.): fröhliches Umherziehen kostümierter
Gestalten auf den Straßen; -trubel, der; -umzug, der: svw.
t Fastnachtsumzug; -Veranstaltung, die: öffentliche
Veranstaltung im Zeichen des Karnevals; -verein, der: Verein
zur Pflege karnevalistisehen Brauchtums; -zeit, die: svw.
t Fastnachtszeit; -zug, der: svw. I Fastnachtszug.
Karnickel [kar'nikl], das; -s. - [I: niederd.. md.; älter: Ka(r)-
nickelgen. zu mnlederd. kanineken. Vkl. von: kanin.
tKaninchen; 2: nach einer Anekdote, in der ein von einem
Hund getötetes Kaninchen angeblich den ungleichen
Kampf angefangen hatte]: 1. (landsch.) Kaninchen. 2. (ugs.)
der Unterlegene. Schwächere, der auch noch für schuldig
erklärt wird; Süttdenbock: immer bin ich das K.!
Kamjckel- -futter, das [zu t'Futter] (landsch. scherzh.):
vegetarische Nahrung, bes. rohes I Blatt jgemüse; -schein,
der [wegen der großen Fruchtbarkeit von Kaninchen]
(landsch. scherzh.): Ausweis für Fahrpreisermäßigung in
kimlerreichen Familien; -stall, der.
Karnies [kar'ni:s], das; -es. -e [span. cornisa < ital. cornioe
< lat. corönis < griech. korönis. vgl. Koronis] (Archit.):
Leiste od. Gesims mit S-förmigem Querschnitt; Karnkse,
die; -. -n [zu f Karnies] (österr.): Gardinenleiste. / verdeckte,
umkleidete! Vorhangstange.
karnisch ['karnUl <Adj.; o. Steig.) (Geol.): zum 2Karn
gehörend, im 2Karn entstanden: die -e Stufe.
karnivor [karni'vo:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. car-
nivorus. zu: caro (Gen.: carnis) = Fleisch u. voräre =
verschlingen] (Biol.): (von bestimmten Tieren u. Pflanzen)
fleischfressend; sich hauptsächlich von Fleisch ernährend:
der Sonnentau ist eine -e Pflanze; <subst.:) Karnivore,
der (in bezug auf Tiere) u. die (in bezug auf Pflanzen);
-n.-n: fleischfressendes Tier, vor allem Raubtier; fleischjres-
setide Pflanze; Fleischfresser.
KamölTel [kar'noefi], KamüfTel [...nYll]. das; -s [spätmhd.
(md.) carnuflel. eigtl. = Hodenbruch, vidi, aus dem
Französ.]: a) ein altes Kartenspiel; b) wichtige Karte im
Karnöffel (a) mit dem Bild eines Landsknechts o. ä.
Karo [ka:ro]. das; -s. -s [frz. carreau. zu spätlat. quadrum
= Viereck, zu lat. quadrus. TQuader]: 1. lauf der Spitze
stehendes j Viereck; Raute: eine silberne K rawatte mit
blauen -s; sie trägt gern K. (mit Karos gemusterte Kleidung);
ein Anzug in feinem braunem K. (Karomuster). 2.a)
<o. Art.; o. PI.) / niedrigste/ Farbe im Kartenspiel; Eckstein;
b) <P1. Karo) Spiel mit Karten, bei dem Karo (2 a) Trumpf
ist; c) <P1. Karo) Spielkarte mit Karo (2 a) als Färbe.
3. *K. trocken; K. einfach (salopp; trockenes Brot; wohl
urspr. Soldatenspr.. in Anspielung auf die eckige Form
des Kommißbrotes).
Karo-: -acht [auch: --'-]. die. -as [auch: - -'-]. das. -bube
[auch: —'—]. der, -dame [auch: - -'—]. die. -könig lauch:
- -'--]. der: Spielkarten mit der Farbe Karo (2 a); -muster,
das; -musterung, die.
Karosse Oca'rosa]. die; -. -n [frz. carrosse < ital. carrozza.
zu:carro < lat. carrus = Wagen]: 1. von Pferden gezogener
Prunkwagen. Staatskarosse: die K. der Königin; Ü über
die Rheinbrücke drängelten die -n (scherzh.. iron.; Autos)
in Zweierreihen im Schritt (MM 2. 6. 66. 4). 2. (ugs.)
Karosserie: Wir finden den Wagen in einem Graben mit
zerbeulter K. (Quick 17. 1958, 29); Karosserie [kanvö'ri:].
die; -. -n [...i.an; frz. carrosserie]: Oberbau. Aufbau von
Kraftwagen (oberhalb des Fahrgestells): eine schnittige K.
Karosserie-: -bau, der <o. PI.); -bauer, der: für den
Karosseriebau ausgebildeter Facharbeiter (Berufsbez.); -form, die;
-linie, die: Linie, die die Obergrenze der Karosserie gegen
den Hintergrund bildet: die beiden Modelle ähneln sich
in den -n; -schaden, der: svw. f Blechschaden; -Schneider.
der (Jargon scherzh.): Designer. Entwerfer von Karosserien.
Karossier [kan>'sie:], der; -s. -s [frz. carrossier]: 1. Entwerfer
von Karosserien. 2. (veraltet) Kutschpferd; karossieren
|...si:ran] <sw. V.; hat) [mit französierender Endung zu
tKarosse]: (ein Auto) mit einer Karosserie versehen: diese
Wagen werden in Osnabrück karossiert; ein sehr
geschmackvoll karossiertes Modell; Karosskrer, der; -s, -:
svw. tKarossier (1).
Karotide: f Karotis.
Karotin, (ehem. fachspr.:) Carotin [karoti:n]. das; -s [zu
lat. caröta. f Karotte]: rote Kristalle bildende Substanz, die
eine wichtige Vorstufe von Vitaminen darstellt; Karotinoide.
(ehem. fachspr.:) Carotinoide [...tino'hda] <P1.) [aus t
Karotin u. griech. -oeides = ähnlich] (Biochemie): im Pflanzen-
u. Tierreich weitverbreitete, meist gelbe bis rote
Naturfarbstoffe pflanzlicher Herkunft.
Karotis [ka'ro:tis], die; -, ...tiden [karo'ti.dn], Karotide
[karothda]. die; -. -n [griech. karötis] (Med.): Halsschlag-
ader.
Karotte [ka'nrta]. die; -. -n [1: niederl. karote < frz. carotte
< lat. caröta < griech. karötön = Möhre. Karotte; 3:
frz. carotte (de tabac). wohl wegen der Ähnlichkeit der
zusammengerollten Tabakblätter mit Karotten (1)]: 1.
/zarte, junge/ Mohrrübe leiner kleinen, runden Art/. 2.
(rhein.) rote Rübe, rote Bete. 3. (Tabakind.) Bündel von
ausgerippten, gebeizten Tabakblättern; <Zus. zu 1:> KarQt-
tenbeet, das; Karpttensaft, der: <Abl. zu 3:) karottieren
[kan>'ti:ran] <sw. V.; hat) (Tabakind.): aus Tabakblättern
die Rippen entfernen; aus-, entrippen.
KarpelHum] [karpel(um)]. das; -s. ...pelle u. ...pella [nlat.
carpellum. zu griech. karpös = Frucht] (Bot.): svw.
t Fruchtblatt.
Karpenterbremse ['karpantiM, die; -. -n [nach dem amerik.
Erfinder J. Carpenter (1852-1901)] (Technik veraltend):
Druckluftbremse für Eisenbahnzüge.
Karpf [kamfi. der; -es. -en [zu tKarpfen, wohl nach dem
vorgewölbten Maul des Fisches, das mit dem geöffneten
Mund eines verständnislos dreinblickenden Menschen
verglichen wird] (österr. ugs. Schimpfwort): Dummkopf;
Karpfen [kan^fn], der; -s. - [mhd. karpfe, ahd. karpho]: großer
Süßwasserfisch mit hohem, blauem bis blaugrünem
/beschupptem] Rücken, helleren, oft goldgelb glänzenden Seiten
u. einem vorgestülpten Maul mit vier Barteln, der als
Speisefisch häufig in Teichen gezüchtet wird: Silvester essen wir
K.; K. blau (vgl. Aal blau).
Karpfen-: -fisch, der (Zool.): Vertreter einer artenreichen
Familie von Süßwasserfischen (z.B. Elritze. Karausche,
Karpfen. Schleie); -maul, das: vorgewölbtes Maul des
Karpfens mit kleiner, rundlicher Öffnung; -teidi, der: Teich,
in dem Karpfen gezüchtet werden: -zucht, die: planmäßige
Aufzucht von Karpfen unter wirtschaftlichem Aspekt.
Karpologfe, die; - [zu griech. karpös = Frucht u. t-logie]:
Teilgebiet der Botanik, das sich mit der Erforschung der
Pflanzenfrüchte befaßt; <Abl.:> karpologisch <Adj.; o.
Steig.).
Karrag[h]een [kara'ge:n]. das; -[s] [nach dem irischen Ort
Carragheen] (Biol.. Med.): getrocktwte Rotalgen
nördlicher Meere, die u. a. als Heilmittel bei Husten u.
Darmkatarrhen verwendet werden; Irländisches Moos.
karrarisch: tearrarisch.
1429
Kärrchen
Kärrchen ['kenpnl. das: -s, -: f Karre; 'Karre fkare], die:
-. -n (bes. nordd.). Karren, der; -s. - (bes. südd. u. österr.)
<Vkl. tKärrchen) [mhd. karre, ahd. karro < lat. carrus
= vierrädriger Wagen. Karre; wohl aus dem Kelt.]: l.a)
kleines zwei- bis vierrädriges Falxrzeug mit Griff od. Deichsel
I zum Befördern von Lasten]: die Karre/den Karren
beladen, schieben, ziehen; wir holten drei Karren [voll] Sand;
neben einem zweiräderigen eisernen Karren, wie er zur
Ausrüstungeines Bautrupps gehörte (Kuby. Sieg 36); *die
Kaire/denKan^n in den l>eck führen/fahren/schieben (ugs.;
eine Sache gründlich verderben): die Karre/den Karren [für
jmdn.] aus dem Dreck ziehen (ugs.; etw. wieder in Ordnung
bringen; eine verfafirene Angelegenheit /die ein anderer
verschuldet hat] bereinigen): die Karre/den Karren [einfach]
laufen lassen (ugs.; sich um eine Sache nicht (mehr weiter]
kümmern): seine Karre/seinen Karren ins trockene schieben
(ugs.; aus einer allgemein verfahrenen Luge für sich selbst
Nutzen ziehen): jmdm. an die Karre/den Karren fahren/
(ugs.:) pinkeln/(derb:) pissen (ugs.; grob, massiv gegen jmdn.
vorgehen, scharfe Kritik an jmdm. üben): Leute, laßt euch
nicht einschüchtern. ... die wollen uns jetzt an die Karre
pissen (v. d. Grün. Glatteis 142); b) <meist Karren) /mit
einem Zugtier bespannter] hölzerner Wagen: ein Pferd zieht
den Karren; Ochsen vor die Karren spannen; Auf einem
elenden Karren brachte man die Nonnen und den Pater
nach Madrid (Schneider. Erdbeben 87); *mit jmdm. an
einem Karren ziehen (mit jmdm. zusammen die gleichen
Interessen u. Ziele verfolgen, das gleiche Schicksal haben):
aus dem Karren in den Wagen gespannt werden (ein Übel
gegen ein anderes I grölieres] eintauschen); unter den Karren
kommen (ugs.; svw. unter die t Räder kommen); jmdn.
vor seinen Karren spannen (jmdn. für seine eigenen
Interessen, für persönliche Zwecke einsetzen): sich nicht vor jmds.
Karren spannen lassen (sich nicht für Ziele u. Zwecke eines
andern /mit denen man nicht einverstanden ist] benutzen,
einsetzen lassen); vom Karren gefallen sein (ugs.; unehelich
geboren sein; schon frühnhd.). 2. (abwertend) / altes]
Fahrzeug (bes. Auto od. Fahrrad): die Karre/der Karren Springt
nicht an; die Karre/den Karren wieder flottkriegen; Wir
radelten los. und er mußte seine Karre schieben (Walter.
Spiele 72); *die Karre/der Karren ist total verfahren (ugs.;
etw. läßt sich nicht mehr in Ordnung bringen; die Situation
ist ausweglos).
^aireH. die; -.-n<meist PI.) [landsch. Karre = napfartiges
Gefäß.zu t Kar] (Geol.): durch Verwitterung, Schmelzwasser
o.a. entstandene Rinnen u. Furchen in Kalkgestein; <Zus.:>
KgrrenfeM, das: von vielen2Karren durchzogenes,
zerklüftetes Gelände.
Karree [ka're.l. das; -s. -s [frz. carre. eigtl. = viereckig
< lat. quadrätus]: 1. Viereck, Geviert: ein K. bilden: sich
im K. aufstellen; U eine Runde ums K. (den Wohfiblock.
das Geviert von Straßen) gehen; das K. der Jungen (die
im Karree angetretene Formation) setzte sich in Bewegung
(Fries. Weg 61). 2. (österr.) Rippenstück (vom Schwein,
Kalb od. Lamm). 3. eine Schlifform für Diamanten.
karren [karan] <sw. V.) [zu t'Karre]: 1. auf einer Karre,
einem Karren befördern <hat>: Steine k.; sie hat die
Kartoffeln nach Hause gekarrt; ein Taxifahrer... fährt sein Lebtag
Ehekräche .... und zur Entbindung hat er schon tausend
Frauen gekarrt (Kant. Impressum 284). 2. (ugs.) mit einem
Gefährt fahren <ist>: im Auto durch die Gegend k.
Karren: f 'Karre.
Karren-('Karre.Karren): -gaul.der: a) (abwertend) [altes,
klappriges] Zugpferd; b) (ugs. abwertend) jmd.. der sich
in eingefa/irenen Geleisen bewegt: als alter K. habe ich
wieder den täglichen Weg genommen, obwohl ich doch
vorher abbiegen wollte; ^rad, das; -spur, die; ^weg, der.
Karrer Ckare], der; -s. - [zu t'Karre] (Schweiz,): Kärrner,
Fuhrknecht: K. zu zwei Pferden gesucht; Karrete [ka're:ta].
die; -. -n [mhd. (md.) karrethe = Wagen(ladung). wohl
zu mlat. carrada = kleine Wagenladung] (bes. ostmd.):
/schlechter, alter] Wagen: eine windige, offene K. mit
drei Pferden davor (Hauptmann. Schuß 12); Karette
[ka'reta], die; -. -n [ital. carretta. zu mlat. carra < lat.
carrus. t'Karre] (Schweiz.): a) Schubkarren; zweirädriger
Karren; b) zweirädriger kleiner Einkaufswagen, der an einem
Griff gezogen od. geschoben wird; c) (Milit.) (bei den Ge-
birgstruppen verwendeter) schmalspuriger Transportwagen.
Karriere [ka'rjp-.re. ...rie:ral.die; -. -n [frz. carriere =
Rennbahn, Laufbahn, zu spätlat. (via) carräria = Fahrweg.
zu lat. carrus. t 'Karre]: 1. erfolgreicher Aufstieg im Beruf:
erfolgreiche berufliche Laufbahn: eine steile K.; seine K.
verfolgen, aufgeben; am Anfang einer großen K. stehen;
das schadet seiner beruflichen K.; er träumt von einer
K. als Rennfahrer; ehedem junger Architekt, heute ein
Mann von K. (der Karriere gemacht hat; Frisch. Stiller
285); *K. machen (/rasch] zu beruflichem Erfolg, zu Ehre
u. Anerkennung gelangen): er hat im Showgeschäft K.
gemacht. 2. (Reiten) schnellste Gangart des Pferdes,
gestreckter Galopp: K. reiten; Aus der vollen K. muß der
Husar auf dem Fleck halten können (B. Frank. Tage
102); <Zus. zu 1:) Karrierefrau. die: Frau, die konsequent
dabei ist, Karriere zu fnachen, die eine wichtige berufliche
Stellung errungen hat: Karrieremacher, der (abwertend):
jmd., der in rücksichtsloser Weise seinen Aufstieg erkämpft
[hat/; <Abl. zu l:> Karrierismus [karip'nsmos]. der; -
(abwertend): rücksichtsloses Streben nach Erfolg, nach einer
schnellen Karriere; Karrierist, der; -en. -en: svw. t
Karrieremacher; karrieristisch <Adj.) (abwertend): nach Art eines
Karrieristen, auf eine Karriere ausgerichtet: -es Verhalten.
Karriol [ka rio.l], das; -s. -s. Karriole [...tel. die; -. -n [frz.
carriole = zweirädriges Fahrzeug < ital. carriola. Vkl.
von: carro < lat. carrus. t 'Karre]: 1. leichtes, zweirädriges
Fuhrwerk mit Kasten. 2. (veraltet) Postwagen; <Abl.:)
karriolen <sw. V.; ist) (ugs.): umherfahren, durch die Gegend
fahren: sie karriolten über die Landstraßen; In ...
Dreiergruppen streunten sie über die Schnellbahnhöfe, karriolten
mit U- und S-Zügen kreuz und quer durch die Stadt
(Spiegel 8. 1975.46).
Kärrner ['kerne], der; -s. - [zu t'Karre] (veraltet): Arbeiter,
der harte körperliche Arbeit verrichten muß.
Kärrner-: -arbeit,die (abwertend): harte / Kleinjarbeit / ohne
sichtbaren Erfolg]; -dienst, der (abwertend):
untergeordneter Dienst; Dienst als Zuträger: zur rechten Zeit zu sterben
statt -e zu leisten und kläglich zu altern (Jens. Mann
1%); -fleiß, der: aufopfernder, nur der Sache dienender
Fleiß: mit K. hat er Stück Tür Stück zusammengetragen.
Karsarostag: tKar-.
'Karst [karst]. der; -|e]s, -e [mhd. (md.) karst] (landsch):
/ zweizinkigej Hacke zum Aufbrechen des Bodens.
Ttarst [-]. den -[e]s. -e [nach der jugoslaw. Landschaft,
einem Teil der Dinarischen Alpen; slowen. u. serbokroat.
Kras. ital. Carso] (Geol.): durch Wasser ausgelaugte, an
der Oberfläche meist kahle Gebirgslandschaft aus Kalkstein
od. Gips.
K^rst- (^arst): -boden, der: durchlässiger Boden, in dem
alles Wasser sofort versickert; -gebiet, das; -hohle, die:
[unterirdische] Höhle im Karst; -landschaft, die.
kfrstig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): zum 2Karst gehörend,
von ihm geprägt: ein -er Weg; das Land ist kahl u. k.
Kart [kart], der; -s. -s [engl, cart = 'Karre]: kurz für
t Go-Kart.
Kartätsche [kar't£:tja]. die; -. -n [unter Einfluß von älter
engl, cartage < ital. cartaccia = grobes Papier, cartoccio
= Tüte. Flintenpatrone; vgl. Kartusche]: 1. (früher) mit
Bleikugeln gefülltes (auf kurze Entfernungen verwendetes)
Artilleriegeschoß. 2. (Bauw.) [schmales] Brett mit
Handgriff zum Verreiben des Putzes; <Abl,:> kartitschen <sw.
V.; hat): 1. (früher) mit der Kartätsche (1) schießen. 2.
(Bauw.) den Putz mit der Kartätsche (2) verreiben; <Zus.
zu Kartätsche (I ):> Kartätschenfeuer, das <o. PI.): Beschuß
mit der Kartätsche; KartfttschenkufleL die.
Kartaune [kartend], die; -. -n [älter ital. cortana. zu: corto
= kurz, wegen des kurzen Laufes; vermischt mit älter:
quartana = ..Viertelkanone". Bez. für eine Kanone, die
nur Kugeln von einem Viertel des sonst üblichen Gewichts
verschießt, zu: quattro = vier]: schweres Vorderladerge-
schütz des 16.117. Jahrhunderts.
Kartause [kar't^yza]. die; -. -n [spätmhd. karthüs (unter
Anlehnung an: hüs = Haus), älter: chartusey < mlat.
Cartusia. nach dem südfrz. Kloster Chartreuse bei Greno-
blej: /aus Einzelhäusern bestehendes] Kloster der
Kartäusermönche: Kartäuser [kar'tQyzB]. der; -s. -: 1.
Angehöriger des Kartäuser ordens. 1. ein Kräuterlikör; vgl.
'Chartreuse.
Kartäuser-: -gericht, das: svw. t^hartreuse; -likör, der:
Kräuterlikör in der Art des lChartreuse; -mönch, der; ^ncl-
ke, die [entweder weil sie mit Vorliebe in Klostergärten
gezogen wurde od. weil man den botanischen Studien
des Ordens ein Denkmal setzen wollte]: Pflanze mit roten
1430
Karten -
Blüten in büscheligen Köpfen, die als Wildform der Nelke
auf trockenen, kalkreichen Böden wächst: -orden, der:
(1084 in der Grande Chartreuse bei Grenoble gegründeter)
kontemplativer katholischer Orden: Abk.: O. Cart,
Kartäuserin. die; -, -nen [w. Form zu t Kartäuser]:
Angehörige eines (seit 1145 bestehenden) katholischen Frauenordens.
Kärtchen I'kcrUpn]. das; -s. -: tKarte (1.2); Karte [karte].
die:|-, -n [spätmhd. karte = steifes Blatt Papier < frz.
carte < lat. Charta < griech. chärtes = Blatt der ägypt.
Papyrusstaude, daraus zubereitetes Papier, diinnes Blatt
usw.; wohl aus dem Ägypt): I. <Vkl. Kärtchen)
rechteckiges I im Format mit anderen, dem gleichen Zweck dienenden
übereinstimmendes] Blatt aus dünnem Karton, das
verschiedene Funktionen erfüllt, z. B. für handschriftliche od.
maschinelle Eintragungen, Lochungen o. ü. verwendet wird: gelbe,
weiße -n; ein winziges Kärtchen; -n [im Format] DIN
A6. eine K. aus der Kartei ziehen; die ausgefüllten -n
alphabetisieren; *die gelbe K. (Fußball; Karte in gelber
Farbe, die vom Schiedsrichter während eines Spiels nach
einem Foul als optisches Zeichen für die Verwarnung eines
Spielers in die Höhe gehalten wird); die rote K. (Fußball;
Karte in roter Farbe, die vom Schiedsrichter während eines
Spiels nach einem groben Foul, einer grob unsportlichen
Handlung o. ä. als optisches Zeichen für das Verweisen eines
Spielers vom Spielfeld in die Höhe gehalten wird): Ü rote
K. Platzverweis (der Anfuhrer der Gruppe war verhaftet
worden; Degener. Heimsuchung 75); die grüne K. (Ver-
kehrsw.; vom Versicherungsverband ausgestellter Ausweis
in grüner Farbe, mit dem ein Kraftfahrer z. B. beim Grenz-
ühertritt nachweist, daß er ordnungsgemäß
haftpflichtversichert ist). 2. <Vkl. Kärtchen) kurz für Ansichtskarte,
Postkarte: eine K. schreiben; -n aus dem Urlaub schicken.
3.a) kurz für Visitenkarte: sie tauschten ihre -n aus; Ein
Herr hat nach Ihnen gefragt... Er hat seine K.
zurückgelassen (Seghers. Transit 197); b) kurz für Einladungskarte,
Verlobungskarte o.a.: mit einer schön gedruckten K.
zeigten sie ihre Verlobung an; c) kurz für Speisekarte: Herr
über, bitte die K.!; nach der K. essen (nicht das angebotene
Menü nehmen, sondern Einzelgerichte aus der Speisekarte
bestellen). 4.a) kurz für Fahrkarte, Flugkarte: b) kurz
für Eintrittskarte: -n für die Oper bestellen; die -n sind
ausverkauft; c) kurz für Lebensmittelkarte: auch Brot gab
es nur auf-n; herumlaufen, ob ich ein Stück Wurst ohne
-n linde (Seghers. Transit 185); Wir können doch nicht
noch einen Menschen von unseren beiden -n ernähren!
(Fallada. Jeder 312). S.a) Blatt aus einem Kartenspiel:
Spielkarte: ein Spiel. Satz -n; die -n mischen, verteilen,
ausgeben, ordnen; eine K. ziehen, ausspielen; eine neue
K. vom Haufen nehmen; gute -n in/( Jargon.) auf der Hand
haben; -n spielen (ein Kartenspiel spielen): mit dieser K.
kann ich stechen; er spielte öfter mit gezinkten -n; Sie
glich einer Wahrsagerin, die über -n brütet (Seghers.
Transit 261); R diese K. sticht nicht [mehr] (dieses Vorhaben,
diese Androhung hat keine Wirkung, das Argument
überzeugt nicht Imehr]): *wissen, wie die -n fallen (kommende
Ereignisse vorausahnen): die/seine -n aufdecken/[offen] auf
den Tisch legen/offenlegen (seine wahren Absichten, Pläne
enthüllen [u. dabei die vorhandenen eigenen Mittel u.
Möglichkeiten offenbaren/): alle -n in der Hand haben (über
alle ! Macht/mittel u. Möglichkeiten verfügen): die letzte
K. ausspielen (mit dem letzten Mittel noch einmal den
Versuch machen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen od. etwas
durchzusetzen): imdm. die -n lesen/(landsch.:) schlagen
(I imdm. / aus den Karten sein angebliches Schicksal
voraussagen u. deuten): ich habe mir auf dem Jahrmarkt die
-n legen lassen; alles auf eine K. setzen (bei einer einzigen
Chance alles riskieren): auf die falsche K. setzen (eine
Sache unterstützen, die sich als falsch <xl. erfolglos erweist):
imdm. in die -n sehen/schauen/(ugs.:) gucken (heimlich in
jmds. Pläne Einblick nehmen): sich nicht in die -n sehen/
schauenAugs.:)gucken lassen (seine Absichten
geheimzuhalten wissen): mit gezinkten -n spielen (seine Pläne, Ziele
mit unlauteren Mitteln verfolgen): mit offenen/verdeckten
-n spielen (etw. offen u. ohne Hintergedanken/mit
heimlichen Nebenabsichten tun): b) <o. PI.) vollständiges,
zusammengehörendes Spiel von Spielkarten: Kartenspiel (2):
die französische K. (Kartenspiel mit den Farben Treff
Pik. Ceur. Karo). d ie deu tsche K. (Kartenspiel mit Eicheln,
Schippen, Herzu. Schellen): eine K. besteht aus 32 oder
52 Blättern; U griff ... den außenpolitischen Kurs an: Die
französische K. werde nicht richtig gespielt (Welt 21. 10.
65. 2); c) <o. PI.) Stoß, bestimmte Anzahl von Spielkarten,
die zu einem Kartenspiel gehören od. die an die einzelnen
Spieler ausgegeben wurden: die K. ist gut gemischt; eine
gute, schlechte K. haben; ich habe heute keine K. (Jargon;
ganz schlechte Karten). 6. kurz für Landkarte,
Himmelskarte, Sternkarte: eine physikalische (die natürlichen Formen,
Ebenen, Gebirge usw. in der Farbgebung herausarbeitende).
eine politische (viele Ortschaften sowie die Staaten u. ihre
Grenzen verzeichnende), eine historische (historische,
ehemalige Verhältnisse, Gegebetiheiten verzeichnende) K.; die
K. von Europa; -n der näheren Umgebung; -n zeichnen;
eine K. ausbreiten, zusammenfalten; ich finde den Ort
nicht auf meiner K.; etwas in die K. eintragen.
Kartei [kar't^j], die; -. -en [zu TKarte, geb. nach t
Auskunftei]: Sammlung von Karten gleicher Größe u. gleichen
Formats für einheitliche Aufzeichnungen, die nach bestimmten
Ordnungsprinzipien wie Sachgruppen, Alphabet o. ä. sortiert
sind u. in I Schub /kästen zur Einsichtna/ime aufbewahrt
werden: eine K. anlegen, aufbauen; -en führen; in der
K. nachsehen; in einer K. blättern.
Kartei-: -karte, die: Karte, die zu einer Kartei gehört: -ka-
sten, der; bleiche, die (scherzh.): Karteikarte, deren
Stichwort keiner wirklichen Person od. Sache, keinem
tatsächlichen Vorgang mehr entspricht; -zettel. der: vgl. -karte.
Kartell [kar tel], das; -s. -e [urspr. = schriftl. Vereinbarung
der Kampfbedingungen im Turnier, später = schriftl.
Vertrag (zwischen Kriegführenden) < frz. cartel = Vertrag.
Zusammenschluß < ital. cartello = (Anschlag)zettel.
kleines Schreiben, zu: carta = Papier < lat. Charta, tKartei:
I. (Wirtsch.) Zusammenschluß von Unternehmen, die
rechtlich u. wirtschaftlich weitgehend selbständig bleiben, aber
durch Preisabsprachen o.a. den Wettbewerb ausschalten:
ein K. bilden; jede ... durch Monopole und -e erzwungene
Warenpreiserhöhung (Rittershausen. Wirtschaft 18). 2.
loser Zusammenschlu/J von studentischen Verbindungen mit
gleicher Zielsetzung. 3. (Politik) befristetes Bündnis
mehrerer Parteien lim Wahlkampf/.
kart$ll-, Kartell-: -amt, das: Behörde, die die Einhaltung
der kartellrechtlichen Bestimmungen überwacht u. gegen
ungesetzliche Preisabsprachen einschreitet: Die
Benzinpreissenkungen sind ein Sieg des -es in Berlin (Welt 4.
II. 67. 2); -artig <Adj.; o. Steig.): einem Kartell ähnlich:
wie ein Kartell: -behörde, die; -bildung, die: Zusammen-
schluß zu einem Kartell: -ge9etz, das: Gesetz zur
Verhinderung von Kartellbildungen in Industrie u. Wirtschaft; -recht,
das: Rechtsbestimmungen zur Vereinbarung der Bildung von
wirtschaftlichen Kartellen, dazu: -rechtlich <Adj.; o.
Steig.): das Kartellrecht betreffend: -e Bestimmungen;
-träger, der (früher): Überbringer einer Herausforderung zum
Duell mit Waffen; -verband, der: loser Zusammenschluß
verschiedener studentischer Kartelle mit verwandten Zielen;
-vertrag, der; -wesen, das: alles mit der Bildung u. dem
Vorhandensein von Kartellen Zusammenhängende.
kartellieren [karte'li:ren] <sw. V.; hat) (Wirtsch.): in
Kartellen (1) zusammenfassen (Ggs.: dekartell[is]ieren): die
Arbeitnehmer sind in Gewerkschaften kartelliert, die andere
Seite in den Arbeitgeberverbänden ebenso (Rittershausen.
Wirtschaft 12); kartellierte (durch ein Kartell festgelegte)
Preise; <Abl.:> Kartellkning, die; -. -en.
karten [kartnl <sw. V.; hat) [spätmhd. karten] (ugs.): Karten
spielen: sie haben den ganzen Abend gekartet.
Karten-: -abreiOer, der: jmd.. der damit beauftragt ist,
Eintrittskarten durch Abreißen (1 a) zu entwerten; -bestelking,
die: das Bestellen von Eintritts- od. Fahrkarten; -biM, das:
Gesatntbild, Übersicht auf einer geographischen Karte: ein
gutes, klares, [unübersichtliches K.; -blatt, das: einzelne
I SpielJkarte; -block, der <P1. ...blocks):
zusammengeheftetes Bündel, von dem einzelne / Eintritts Jkarten abgerissen
werden können; -brief, der: Brief, der nicht aus einem
(gefalteten) Briefbogen, sondern aus einer Karte besteht; -gitter,
das (Kartographie): svw. tGitternetz; -grüß, der: Gruß,
kurze Mitteilung auf einer [ Ansichts]postkarte: ein K. aus
dem Urlaub; -haus, das: 1. aus Spielkarten aufgebautes
Gebilde, das beim kleinsten Anstoß od. Luftzug in sich
zusammenfällt: einstürzen wie ein K.; Ü die Leute bauen sich
ihre Kartenhäuser (Phantasiegebilde, Luftschlösser; K.
Mann. Memoiren 123). 2. (Seew.) Raum auf der
Kommandobrücke eines Schiffes, in dem die Seekarten u. nautischen
Instrumente aufbewahrt u. benutzt werden; -künde, die:
1431
kartesianisch
I. svw. TKartographie. 2. Lehre. Unterricht über das Lesen
u. Verstehen rem Landkarten u. das Sichorientieren iwch
der Karte, ^künstter. der: mit Spielkarten arbeitender
Zauberkünstler, -ktmststück. das: Zauberkunststück mit
Spielkarten, -lesen, das; -s: Kunst des angeblichen Waixrsagens
aus Spielkarten: ^legerm [...le.gann]. die: Wafirsagerin,
die aus den Karten prophezeit: -lesen, das; -s: das Erfassen
des (Ulf einer Landkarte Dargestellten u. Umsetzen des Bildes
auf die Wirkliclikeit: Locher, der (Daten verarb.):
Maschine, die die entsprechenden Zeichen in die Lochkarten stanzt:
-netz, das (Geogr.): System der Längen- u. Breitenkreise
auf einer geographischen Karte, dazu: -netzentwurf, der
(Geogr.): Projektion des Systems von Längen- u. Breitefh
kreisenaid diel lache einer Karte: -partie«die: Spielrunde mit
Karten: -Projektion, die: svw. t ^netzentwurf; -räum, der:
a) svw. f -haus (2): b) Raum in Schulen, in dem Landkarten,
historische Karten o. ä. aufbewaixrt werden: -schlagen, das;
-s (landsch.): svw. I-legen; -schlauer, der (Textilind.):
auf das maschinelle Lochen von Jacauard- od. Schaftkarten,
das Lesen der Muster. Anfertigen von Kopierschablonen
o.a. spezialisierte Fachkraft (Berufsbez.); -sdiläaerki
[...Jle-.garin], die: 1. w. Form zu t-schlagen 2. (landsch.)
svw. I -legerin: den Rat einer K. einholen; -skizze, die:
skizzenhaft hingeworfener / Wege 1 plan. Plan einer
Landschaft; -spiel, das: 1. Spiel mit Spielkarten: ein K. machen;
beim K. sitzen. 2. Gesamtheit der zu einem Spiel nötigen
Spielkarten: ein K. mit 32 Karten; zu dieser Patience
braucht man zwei -e; -spieler, der: jmd., der Kartenspiele
macht: ein guter, schlechter, leidenschaftlicher,
passionierter K.; -Ständer, der: Gestell zum Aufhängen von
Landkarten: ^stelle, die (früher): Ausgabestelle für
Lebensmittelmarken wälirend einer Notzeit: -stock, der: svw. t Talon
(2 b); -tasche. die: a) umzuhängendes od. am Gürtel zu
befestigendes flaches f Leder/behältnis mit durchsichtigem
Deckblatt für die {auf Touren od. in der militärischen
Ausrüstung) griffbereit mitgeführte Landkarte: er ... behängte
sich mit Gasmaske. K. und Stahlhelm (Kirst. 08/15. 449);
b) in Kraftwagen an Türen, Sonnenblenden o. ä. angebrachte
Vorrichtung zur Aujbewafirung von Straßenkarten: -tisch,
der: I. (bes. Milit.. Seew.) großer Tisch, auf dem die (Land-
od. See)karten emsgebreitet werden. 2. Spieltisch für
Kartenspiele: -verkauf, der <o. Pl.>: das Verkaufen von Eintritt s-
od. Fahrkarten: -Vorverkauf, der: Kartenverkauf einige
Tage vorder Veranstaltung od. Reise: -werk, das: svw. f 'Atlas
(1); -zeichen, das: kartographisches Zeichen. Symbol für
die Darstellung bestimmter Gegebenheiten auf einer
Landkarte: -Zeichner, der: Graphiker, der geographische Karten
aus den Entwürfen für den Druck ins reine zeichnet:
-Zimmer, das: a) svw, t -haus (2); b) svw. T ^raum (b).
kartesianisch [karte zia.nij]. kartesisch [...'te.ziJI <Adj.; o.
Steig.) [nach Cartesius, dem latinisierten Namen des frz.
Philosophen R. Descartes (15%-1650)): von Cartesius
eingeführt u. nach ihm betmnnt: -e Koordinaten (Math.;
rechtwinklige Koordimiten): -er Teufel. Taucher (Physik; im
Wasser schwimmende holde , Glasjfigur mit einer kleinen
Öffnung, mit der das Sinken u. Wiederauftauchen durch
Erhöhung bzw. Vermimlerung des äußeren Luftdrucks
demonstriert werden kann): Kartesianismus [kartezia'msmos],
der; -: die Philosophie Descartes' u. seiner Schüler, die
von der Selbstgewißheit des Bewußtseins ausgeht u. durch
die Vorstellung eines Leib-Seele-Dualismus sowie durch
mathematischen Rationalismus gekennzeichnet ist: kartesisch:
f kartesianisch.
kartieren [kar'ti:n>n| <sw. V.; hat) II: zu tKarte; 2: zu
f Kartei]: 1. (Geogr.) (ein Gebiet, eine Landschaft)
vermessen u> auf einer Karte (6) darstellen. 2. / auf einer Karteikarte
vermerken u.J in eine Kartei einordnen: <Abl.:> Kartknmg.
die; -. -en: das Kartieren.
Karting l'kartmJ. das; -s lengl.-amerik. karting] (Sport):
das Fahren mit dem Go-Kart: Wettbewerb im Go-Kart-Fah-
ren: Golf. K.. Reiten. Angein (Motorweit 2. 1972. 64);
Kartler ['kartta], der: -s. - (Sport Jargon): Go-Kart-Fatirer.
KartofTel [kar'tofjj. die: -. -n [dissimiliert aus älterem Tartuf-
fel.Tartüflel < älter ital. tartufo. tartufolo.eigtl. = Trüffel
< spätlat. terrae tüber = Trüflel. Erdknolle; das Wort
wurde zur Bez. für die (zuerst von den Spaniern aus
Amerika nach Europa gebrachte) Kartoffel durch eine
Verwechslung ihrer Wurzelknollen mit den unterirdisch wachsenden
knollenartigen Fruchtkörpern der Trüflel]: I. (zu den
Nachtschattengewächsen gehörende' knmtige Pflanze mit
gefiederten Blättern u. weißen, rosa od. violetten Blüten,
die wegen der eßbaren Knollen, die sich an unterirdischen
Sprossen befinden, angebaut wird: frühe, späte -n (früh,
spät zu erntende Pflanzensorten): die -n stehen gut. sind
stark ins Kraut geschossen; -n pflanzen. |an)bauen, hacken,
häufeln; in die -n (ugs.; auf den Kartoffelacker) gehen:
R rein in die -n. raus aus den -n (ugs.; erst lautet die
Anordnung so. dann genau umgekehrt: bald dies bald
das Gegenteil: 19.Jh.; urspr. milit.; bezieht sich darauf,
daß Truppen, die beim Manöver durch Kartoffeläcker
vorrücken sollten, zur Vermeidung von Flurschäden
wieder zurückbeordert wurden). 2. <Vkl. !Kartöflelchen>
eßbare Knolle der Kartoffel(1): gelbe, runde, mehlige, glasige,
feste -n; es war nicht eine einzige faule K. dazwischen;
neue -n (aus neuer Ernte stammende Frühkartoffeln), rohe,
gekochte, gedämpfte, gedünstete -n; gequellte -n (westd..
südwestd.; Pellkartoffeln): gesottene -n (bayr.;
Pellkartoffeln): -n ernten, sammeln, [verllesen. (landsch.:) buddeln,
einkellern, einmieten; -n schälen, pellen, abgießen; Spargel
mit -n; R wenn wir dich nicht hätten und keine kleinen
-n, dann müßten wir dauernd große essen (scherzh.
Bemerkung zu jmdm.. der glaubt, eine große Hilfe geleistet od.
einen hervorragenden Einfall gehabt zu haben); *-n
abgießen (salopp; urinieren. Wasser lassen): die -n von unten
ansehen/betrachten/wachsen sehen (ugs. verhüll.: tot sein,
im Grab liegen). 3. (ugs, scherzh.) knollige Nase: Mann,
hat der eine K.! 4. (ugs. scherzh.) / Taschen iuhr: meine
K. ist stehengeblieben; wie spät ist es denn auf deiner
K.? 5. (ugs. scherzh.) mimlerwertiger. weicher FujiIball:
die K. springt nicht mehr. 6. (ugs. scherzh.) großes Loch
im Strumpf od. in der Kleidung: eine K. im Strumpf haben.
Kartoffel- -aeker, den -bauch, der (salopp): dicker,
aufgedunsener Leib: -bofist, -bovist, der: runder Bofist, der
in Farbe u. Form einer Kartoffel älmlich istu. übelriechenden,
grünlichen, im Alter fast schwarzen Sporenstaub besitzt:
-braroitwetn, der: einfacher, auf der Grundlage von
Kartoffelstärke gewonnener Branntwein: ^brei. der <o. Pl.>: aus
weichgekochten, zerquetschten Kartoffeln mit Milch
hergestellter Brei: -chips <PL>: svw. IChips (2); Kämpfer, der:
a) Kochtopf mit siebartigem Einsatz u. fest schließendem
Deckel zum Dämpfen von Kartoffeln: b) Vorrichtung zum
Dämpfen größerer Mengen von Futterkartoffeln: -einkelle-
rung, die; -ernte, die: -feW, das; -ferien <PI.> (ugs.):
Herbstferien, die auf dem Lande so liegen, daß die
Schulkinder bei der Kartoffelernte mithelfen können: -feuer, das:
Feuer zum Verbrennen von trockenem Kartoffelkraut u.
anderen pflanzlichen Abfällen auf dem Acker: -flinse, die:
svw. tFlinse (b); -flocken <PI.>: a) Trockenkartoffeln in
dünnen Flinken, aus denen unter Zusatz von Flüssigkeit
schnell Gerichte wie Kartoffelbrei, -klöße, -puffer bereitet
werden können: b) (Landw.) gekochte, zwischen erhitzten
Walzen getrocknete u. zu Flocken zerkleinerte Kartoffeln
als stärkehaltiges Futtermittel: -hacke, die: Gerät zum
Hakken von Kartoffeln: -horde, die: svw. t 'Horde (b); -hurde,
die (südwestd., Schweiz.): svw. t'Horde (b); -käfer, der:
kleiner, gelbschwarz gestreifter Käfer, der (zusammen mit
seinen rötlichen Larven) Kartoffelpflanzen völlig kahl
fressen kann u. großen Schaden anrichtet: Koloradokäfer:
^kloß, der: aus einem Teig von geriebenen rohen od.
gekochten Kartoffeln geformter u. in Salzwasser gegarter Kloß:
-knödel (südd.): svw. f ^kloß; ^knolle, die: svw. tKartofTel
(2); -kombine, die (DDR Landw.): bei der Kartoffelernte
eingesetzte Kombine: ^korb. der: / Draht jkorb, in dem
Kartoffeln gesammelt werden: ^krankheit, die:
Pflanzenkrankheit, von der die ganzen Kartoffelpflanzen od. nur die Knollen
befallen werden: -kraut, das: der krautige obere Teil der
Kartoffelpflanze (der nach der Ernte liegenbleibt u.
verdorrt): -krokette, die (meist Pl.>: Krokette aus
Kartoffelbrei: -kugeln <PI.>: kleine ixt zu kleinen Kugeln
geschnittene, in Salzwasser gekochte Kartoffeln: -lege-
masdiine.die (Landw.): halb- od. vollautomatisch arbeitende
Maschine zum Pflanzen von Kartoffeln: -mehl, das <o. Pl.>:
Stärkemehl aus Kartoffeln: -miete, die: Grube mit einem
zum Überwintern eingelagerten, mit Strofi o.a.
bedeckten Vorrat an Kartoffeln: -mus, das <o. Pl.>: svw. t ^brei:
^nase.die: svw. TKartoffel (3); -pflanze,die: einzelne
Pflanze der Kaitoffel (1); -Pocken <PI.) (Landw.):
Kartoffelkrankheit, bei der die Knollen von schwarzen Pocken befallen
werden: ^presse, die: Küchengerät, mit dem durch
Zusammendrücken von zwei siebartigen Teilen gekochte Kartoffeln
1432
Karzinom
zerquetscht werden; - puffe r, der: dünner, in heißem Fett
von beiden Seiten knusprig braun Gebackener Kuchen aus
einem Teig von geriebenen rohen Kartoffeln; -püree, das
<o. Pl.>: svw. f-brei; -quetsche, die: svw. t -presse; -rode-
maschine, die. -roder [-ro:dB]. der: landwirtschaftliches
Gerät, mit dem die Kartoffelpflanzen gerodet i u. die Kartoffeln
eingesammelt ] werden; -sack, der; -salat, der: Salat aus
gekochten, in Scheiben geschnittenen Kartoffeln: -schale,
die; -schäler, der: kleines, wie ein Messer zu handhabendes
Küchengerät mit einer beweglichen Schneide an einer
Längsrille zum Schälen roher Kat toffeln; -Schälmaschine,
die: , elektrische; Maschine zum Schälen größerer Mengen
von rohen Kartoffeln: -schälmesser, das: kleines
Küchenmesser zum Schälen von Kartoffeln; -schnaps, der: vgl.
-branntwein; -schnee,der (Kochk.): sehr feiner, schaumig
geschlagener Kartoffelbrei; -schorf,der(Landw.): schorfige
Auswüchse auf'den Kartoffelknollen als Krankheitszeichen;
-sorte, die; -Spiritus, der: vgl. -branntwein; -sprit, der
(salopp): vgl. -branntwein; -stärke, die: in der Form von
Stärkekörnern in der Kartoffel enthaltenes Kohlehydrat:
-stock, der <o. PI.) (Schweiz.): svw. T-brei; -suppe, die:
aus zerquetschten Kartoffeln bereitete kräftige Suppe; -teig,
der: aus geriebenen rohen od. gekochten zerquetschten Kar-
löffeln hergestellte weiche Masse als Grumilage für
Kartoffelklöße. -puffer o. ä.; -wasser. das <o. Pl.>: Wasser,
in dem Kartoffeln gekocht wurden: das K. abgießen; *sein
K. abgießen (salopp; urinieren. Wasser lassen).
Kartöffekhen [kartceflipn], das; -s. -: f Kartoffel (2).
Kartogramm Ikarto'gräm],das; -s. -e [zu TKarte u. T-gramm]
(Geogr.): Darstellung statistischer Daten auf Landkarten;
Kartograph, der; -en. -en [t-graph]: I. Graphiker, der nach
gegebenen Vorlagen u. atuleren Angaben topographische u.
thematische Karten (als Druck vor lagen! zeichnet (Berufs-
bcz.). 2. Ingenieur der Landkartentechnik mit
Fachhochschulausbildung, der Inlialt u. Aufbau von / geographischen '
Karten festlegt: Kartographie« die; - [T-graphie]:
Wissenschaft. Technik der Herstellung von Land karten; karto-
graphkren <sw. V.; hat): auf Karten aufnehmen,
kartographisch darstellen: Aus der Luft photographierten und kar-
lographierten sie alte Maya-lnseln (Ceram. Götter 421);
kartographisch <Adj.; o. Steig.): die Kartographie
betreffend, zu ihr gehörend, mit den Mitteln der Kartographie:
die Verbreitung von Mundartformen k. darstellen; Kar-
tomantie [kartoman'ti:]. die; - [zu tKarte u. griech. manteia
= das Weissagen): Kunst des Kartenlegens, des Wahrsagern
aus den Karten: Kart ometer, das; _St. [zu f Karte u. T -meterj:
Kurvenmesser; Kartometrie [...me'tri:], die; - [T-metrie]: das
Üb ertragen geometrischer Größen (z. B. Längen. Flächen.
Winkel) auf Karten; kartometrisch [...mertnj] <Adj.; o.
Steig.): die Kartometrie betreffeml. zu ihr gehöremi; Karton
[kar'ton. südd.. österr.. Schweiz.: kar'to:n]. der; -s. -s u.
(selten:) -e <als Maßangabe auch: -) Ifrz. carton < ital.
cartone. Vgr. von: carta. TKarte]: 1. /leichte] Pappe, steifes
Papier: das Material ist glatter, weißer K.; ein Bogen
leichter K. (geh..) leichten -s; ein Bild auf K. aufkleben;
Packmaterial aus K. 2. Behälter aus Pappe: ein
zusammenlegbarer K.; feste -s für den Versand; den K. auspacken;
Ware in -s verpacken; fünf K./'-s Seife; R es knallt im
K. (salopp: es gibt eine gehörige Zurechtweisung): *etw.
im K. haben (ugs.; klug sein): nicht alle im K. haben (ugs.;
nicht recht bei Verstand sein): imdm. einen vor den K.
hauen (derb; jmdn. ins Gesicht schlagen): bei dem rappelt's
im K. (salopp; der ist nicht recht bei Versland). 3. (Kunst-
wiss.) letzter Entwurf für Wand-. Glasmalereien.
Bildteppiche o.a. in Originalgröße auf starkem Papier (mit Kohle.
Kreide od. Bleistift); Kartonage [karto'na:»]. die; -.
-n [frz. cartonnage = Papparbeit. Pappband]: I. Verpak-
kungj smaterial! aus Pappe. Karton. Schutzhülle. 2.
Einband, bei dem Deckel u. Rücken eines Buches aus starkem
Karton bestehen; Kartonager [...3*1. der. -s. -: svw. T
Kartonagenmacher.
Kartonagen-: -arbeiten der: Arbeiter in einer
Kartonagenfabrik: -fabrik, die: Fabrik, in der Verpackungsmaterial
hergestellt wird; -hersteiler, der. -machen der: Facharbeiter
für die Herstellung von Kartonagen (Berufsbez.).
kartonieren [karto'ni:ren] <sw. V.; hat) [frz. cartonner]
(Buchbinderei): (ein Buch) mit einem Pappeinband
versehen, in Karton (1) einbitiden: der Verlag will einen Teil
der Auflage k., die meisten Bücher sollen in Leinen
gebunden werden; (meist im 2. Part.:) kartonierte Bücher; der
Roman kostet kartoniert zwanzig Mark; Kartonstich, der;
-[e]s.-e(Kunstwiss.): Kupferstich, bei dem nur die
Bildumrisse wiedergegeben werden.
Kartothek [karto'te:k]. die; -. -en [zu TKarte u. griech. theke
= Behältnis; geb. nach Bibliothek]: svw. T Kartei.
Kartusche [kartofe], die; -. -n [frz. cartouche < ital. cartoc-
cio = Papprolle, zylindrischer Behälter. Tüte zur
Aufnahme einer Pulverladung, zu: carta = Papier (TKarte); vgl.
Kartätsche]: I. Metallhülse für Pulver. Hülse mit Pulver
als Treibladung von Artilleriegeschossen: ein Aschenbecher
aus einer K. gemacht (Küpper. Simplicius 182). 2. (Kunst-
wiss.) (bes. in der Architektur, der Graphik, dem
Kunstgewerbe der Retuiissance u. des Barocks) aus einer
schildartigen Fläche (zur Aufnahme von Inschriften. Wappen.
Initialen o. ä.) u. einem ornamental geschmückten Rahmen
bestehemies Ziermotiv.
Kamnkel [karonkl]. die; -. -n [lat. caruncula = kleines
Stück Fleisch] (Med.): von der Haut od. Schleimhaut
ausgehende kleine Warze aus gefäßreichem Bindegewebe.
Karussell Ikarosd]. das; -s. -s u. -e [frz. carrousel < ital.
carosello, eigtl. = Reiterspiel mit Ringelstechen]: aufJaiu-
märkten od. Volksfesten aufgestellte, sich im Kreis drehende
große, runde Scheibe (od. Drehgestell mit aufgehängten
Sitzen), auf der Pferde. Autos. Fahrräder u.a. (aus Holz.
Metall o.a.) für Fahrgäste, bes. Kinder, angebracht sind:
die -s sind schon aufgebaut; [mit dem] K. fahren; sich
im K. drehen; Ü im K. der Tarifverhandlungen; *mit
imdm. K. fahren (1. Soldatenspr.; jmdn. um den
Exerzierplatz jagen. 2. ugs.; jmdn. heftig tadeln, heruntermachen).
karweel-, Karweel- [kar've:!-]: f kraweel-, Kraweel-.
Karwoche: TKar-.
Karyatide [karya'ti:dd], die; -. -n [lat. Caryätides < griech.
Karyätides. zum Ortsnamen Karyai (Peloponnes)] (bild.
Kunst): (in der Architektur der Antike) weibliche Statue
mit langem Gewand, die an Stelle einer Säule das Gebälk
eines Bauwerks trägt.
karyo-, Karyo- [karito-; zu griech. käryon = Nuß. Kern]
<Best. in Zus. mit der Bed.): Kern. Zellkern (z. B.
Karyogamie, karyophag); Karyogamie [...ga'mi:], die; -, -n [...i:on;
zu Tkaryo-, Karyo- u. griech. gamos = Ehe, Vereinigung]
(Bio!.): Verschmelzung zweier Zellkerne (als eigentlicher
Vorgang der Befruchtung): Karyokinese [...kine.za], die;
-. -n [zu griech. kinesis = Bewegung] (Biol.): svw. T Mitose;
<Abl.:) karyokinetisch [...'ne:tij] <Adj.; o. Steig.): svw.
Tmitotisch; Karyologk.die; - [T-logie] (Biol.): Wissenschaft
vom Zellkern u. den in ihm enthaltenen Chromosomen; Ka-
ryotymphe, die; -, -n (Biol.): Grundsubstanz des Zellkerns.
Kernsaft; Karyoiyse, die; - [TLyse] (Biol.): I. scheinbares
Verschwinden des Zellkerns bei der Kernteilung. 2.
Auflösung des Zellkerns (z. B. nach dem Absterben der Zelle);
karyophag <Adj.; o. Steig.) [zu griech. phageTn = essen,
fressen] (Med.): den Zellkern zerstöre tut; Karyopfysma, das;
-s (Biol.): gesamter Inlialt eines Zellkerns; Kernplasma;
Karyopse [kaiibpsa], die; -. -n [zu griech. öpsis =
Aussehen] (Biol.): nußähnliche Frucht der Gräser, deren
Fruchtwand mit der Samenschale verwachsen ist.
Karzer ['kartsB]. der; -s. - [lat. carcer = Umfriedung.
Schranken; TCerker; vgl. Kerker] (früher): 1. Arrestraum
in Universitäten u. Gymnasien: Im Turm war noch der
K.. in dem er einst einige Tage verbracht hatte (Niekisch,
Leben 19); er kam in den K. 2. <o. PI.) (veraltet) Haftstrafe
an Schulen u. Universitäten; Arrest: drei Tage K.
bekommen, absitzen.
karzinogen [kart^ino'gem] <Adj.; o. Steig.) [zu TKarzinom
u. T -gen] (Med.): krebserzeugend. Krebsgeschwülste
verursachend, auslosend -e Faktoren; TeerstofTe sind k.; <subst.:>
Karzinogen [-]. das; -s. -e (Med.): Substanz. Stoff. Strahlung
o.a.. von der eine krebserzeugende Wirkung ausgeht;
Karzinoid [...i:t]. das; -[e]s. -e [zu TKarzinom u. griech. -oeides
= ähnlich] (Med.): 1. langsam wachsende Form von
Hautkrebs, bes. der Gesichtshaut. 2. gutartige Geschwulst im
Magen-Darm-Bereich; Karzinologe. der; -n. -n [zu T
Karzinom u. T-loge]: Spezialist auf dem Gebiet der Karzinologie;
Karzinologie, die; - [zu TKarzinom u. t-logiej: 1.
wissenschaftliche Erforschung der Krebserkrankungen u. der Mög-
liclikeiten ihrer Heilung als Teilgebiet der Medizin. 2. Lehre
von den Krebsen (la); karzinologisch <Adj.; o. Steig.):
die Karzinologie (1.2) betreffend: Karzinom [...no:m].
das; -s. -e Hat. Carcinoma < griech. karkinöma. zu:
karkinos = Krebs] (Med.): bösartige Geschwulst. Tumor.
1433
karzinomatös
Krebs (Abk.: Ca.): -e sind Wucherungen epithelialer
Gewebe. Sarkome solche der Bindegewebe (Medizin II,
99); <Abl.:> karzinomatös [...noma't0:sj <Adj.; o. Steig.)
(Med.): ein Karzinom betreffend, wie ein Karzinom l
aussehend L Karzinophobfe.die; -. -n [...i:an; TKarzinom] (Med.):
krankhafte Angst, an Krebs zu erkranken, erkrankt zu sein;
Karzinose [...'no:za], die; -. -n [tKarzinom] (Med.):
über den ganzen Körper ixi. bestimmte Organe verbreitete
Häufung von metastatischen Krebsgeschwülsten.
Kasach [kazax], Kasak [ka'zak], der; -[s], -s [nach dem
mittelasiatischen Nomadenvolk der Kasachen]:
handgeknüpfter, meist rot- od. blaugrundiger kaukasischer Teppich
mit geometrischen Mustern für Gebrauchszwecke.
Kasack ['ka:zak], der; -s. -s. österr.: die: -. -s [frz. casaQue
= Reiserock, Damenmantel; H. u.]: dreiviertellange
Damenbluse, die über Rock od. langer Hose getragen wird.
Kasak: tKasach.
Kasatschok [kaza'tjbk]. der; -s, -s [russ. kasatschok. zu:
kasak = Kosake]: russischer Volkstanz, bei dem mit
verschränkten Armen aus der Hocke die Beine abwechselnd
in immer schneller werdendem Rhythmus nach vorn geworfen
werden.
KasbaDi] ['kasbal.die: -. -su. Ksabi [ksa.bi; arab. qa§aba]:
I. (über der höchsten Stelle der Stadtmauer gelegene) Burg.
Schloß in arabischen Städten. 2. Altstadt, arabisches Viertel
in nordafrikanischen Städten.
Kasch [kajl. der; -s. Kascha Ckaja], die; - [russ. kascha]
(Soldatenspr. im 2. Weltkrieg): [Buchweizen]grütze; Brei.
Käsch [kell, das; -[s], -[s] od. -e [engl. cash. wohl zu tamil.
käsu = kleine Münze, viel), zu sanskr. karsha = Gold-
u. Silbergewicht]: ostasiatische, bes. chinesische Münze aus
einem Nichtedelmetall.
Kascha: f Kasch.
Kaschan: tKeschan.
kascheln l'kaj'|n] <sw. V.; hat) [ostmd., bes. schles.; H.
u.] (landsch.): au/ Eis, auf vereistem Untergrund schlittern.
Kaschelott [kaJVfotl, der; -s. -e [frz. cachalot < port., span.
cachalote. wohl eigtl. = Großköpfiger]: svw. tPottwal.
Kaschemme [ka'Jema], die: -. -n [gaunerspr.. zu zigeunerisch
katSima = Wirtshaus] (abwertend): übel beleumdetes,
schlechtes Lokal in dem sich mit Vorliebe Angehörige der
Unterwelt u. Verbrecher außialtenj.
kaschen l'kajn] <sw. V.; hat) (salopp): l.jmdn.
gefangennehmen, verhaften: Wie sie mit Familiennamen heißt, weiß
ich nicht. ... Das tun wir, damit, wenn einer gekascht
wird, er nichts sagen kann über die anderen (Spiegel 39.
1966. 78). 2. sich widerrechtlich etw. aneignen: du hast
[dir] einfach das Fahrrad gekascht und bist abgehauen.
Käschen l'ke:s<pn]. das; -s. -: fKäse (1).
Käscher: t Kescher.
Kascheur [ka'Jo.?], der; -s. -e [zu T kaschieren] (Theater):
jmd.. der plastische Teile der Bühnendekoration (mit Hilfe
von Holz, Leinwand. Pappe. Gips o.a.) herstellt (Berufs-
bez.); kaschieren [ka'fi:ran] <sw. V.; hat) [frz. cacher. zu
einer galloroman. Intensivbildung zu lat. coäctärc = mit
Gewalt zwingen, zusammendrücken]: 1. so darstellen,
verändern, daß eine positivere Wirkung erzielt wird, bestimmte
Mängel nicht erkennbar, nicht sichtbar werden: verhüllen,
verbergen, verheimlichen: seine Unkenntnis. Verlegenheit
k.; Übrigens hat sie große Ohren. Das mußt du ein bißchen
k.. wenn du sie portraitierst (Bieter. Bonifaz 150); Ich
tue auch nicht allzuviel, um mich zu k. (Fichte. Versuch
127). 2. (Theater) plastische Teile der Bühnemlekoration
(mit Hilfe von Holz, Leinwatid. Pappe. Gips o. ä.) herstellen.
3. (Fachspr.) Pappe o. ä. bes. für Bucheinbände mit buntem
od. bedrucktem Papier bekleben. 4. (Textilind.) zwei Gewebe
miteinander verbinden, indem man einen Klebstoff als
Bindemittel dazwischen einlagert; <Zus.:) Kaschfcrmaschme. die:
Maschine, die auf Pappe od. andere Unterlagen bedrucktes
Papier. Folien o.a. aufzieht; <Abl. zu 1.4:) Kasdtkrung,
die; -. -en.
Kaschiri [kaJTri:]. das; - [aus dem Indian.]: aus den
Wurzelknollen des Manioks gewonnenes berauschendes Getränk
südamerikanischer Indianer.
Kaschmir [kajmi:^]. der: -s. -e [nach dem gleichnamigen
Himalajaland]: 1. feines, weiches, bes. glattes, glänzendes
Kcunmganigewebe. 2. svw. tKaschmirwolle.
Kaschmir-: -garn, das: aus den Haaren der Kaschmirziege
hergestelltes Garn; -schal, der: Schal aus Kaschmirwolle;
-wolle, die: vgl. ^garn; -ziege, die: Ziege mit sehr weichem.
feinem, flaumartigem Fell, deren Haare zur Herstellung
von Garn u. Wolle genutzt werden.
Kascholong [kajbbo], der; -s. -s [frz. cacholong, aus dem
Tatar.; eigtl. = schöner Stein] (Mineral.): weißes,
undurchsichtiges Mineral (Abart des Opals).
Kaschube tka'Ju:bo]. der; -n. -n [nach dem in Pommern
u. Westpreußen lebenden slaw. Volksstamm] (berlin.):
bäurischer Mensch; Hinterwäldler.
Kaschurpapier [ka'Ju:?-]. das; -s [zu t kaschieren]: buntes,
bedrucktes Papier zum überkleben von Pappe. Karton o. ä.
Käse [ke:zd], der; -s, - [mhd. kaese. ahd. chäsi, käsi <
lat. cäseus]: 1. <Vkl. tKäschen) schnittfestes od. streichfälii-
ges Nahrungsmittel, das aus dem geronnenen Teil der Milch
durch Pressen, Formen u. weitere Behandlung gewonnen
wird: frischer, scharfer, weicher, vollfetter K.; weißer K.
(landsch.: Quark): der K. ist [noch nicht] gut durchgezo-
gen/(ugs.:) durch; er ißt am liebsten Schweizer K.; etw.
mit K. überbacken; R K. schließt den Magen (scherzh,;
nun noch Käse zum Abschluß des Essens). 2. (ugs.
abwertend) Unsinn, dummes Zeug. Uttjüg: das ist doch alles
K.: so ein [verdammter] K.! (Ausruf der Verärgerung.
Enttäuschung; so etwas Dummes. Blödes. Ärgerlichesf): er
redet doch nur K. [daher].
kfce-. Kose-: -auflauf, der: mit Käse zubereiteter Auflauf
(2); -aufschnitt, der: Aufschnitt verschiedener Sorten Käse;
-bereitung, die: svw. t Herstellung; -blatt, das (salopp
abwertend): 1. kleine, unbedeutende, anspruchslose Zeitung;
Zeitschrift von geringem Niveau: diese Zeitung ist doch
ein richtiges K. 2. (Schülerspr.) Zeugnis; -brot, das: mit
Käse belegtes od. bestrichenes Brot (1 b); -brötchen, das:
vgl. ^brot; --ecke, die: in Form eines Dreiecks verpackter
Weichkäse; -fliege, die: große, metallisch schwarz od. blau
schimmernde Fliege, die sich gern in der Nähe von Käse
aufhält u. dort ihre Eier ablegt: -fondue, das: svw. t Fondue
(a); ^fuß. der (meist PI.) (salopp abwertend): Fuß mit
starker, übelriechemler Schweißabsonderung; -geböck, das:
Kleingebäck, zu dessen Herstellung Käse verwendet wird;
-glocke, die: Teller aus Holz. Glas. Porzellan o.a. mit
einem dazu passenden, gut abschließenden glockenförmigen
Deckel aus Glas. Porzellan od. / durchsichtigem) Kunststoff
zum Aufbewahren od. Servieren von Käse; -Herstellung,
die: Herstellung von Käse; -kästchen, das. -kästen, der
(volksetym. zu ,JCäse*\ aber wohl pleonastische Bildung
zu frz. caisse = Kasten]: Schreibspiel, das meist zwei Kinder
(im Alter von ungefähr 5 bis 8 Jahren) spielen, wobei sie
auf einem karierten Blatt Papier abwechselnd eine Linie
der Karos nachzeichnen u. jeder bestrebt ist. recht viele
Kästchen zu schließen, denn wer die meisten geschlossen
hat. ist der Gewinner: Dann spielten wir Käsekasten oder
Schiffe versenken (Kempowski. Tadelloser 295): -käul-
chen.das: vgl. Quarkkäulchen; -kremtorte, die: vgl.
^Sahnetorte; -kuchen, der: Kuchen mit einer Auflage von süß
angerührtem Quark; - laib, der; -made, die: Made der
Käsefliege; -magen, der [nach dem in diesem Magen
entstehenden Labferment, das in der Käseherstellung verwendet
wird]: Labmagen der Wiederkäuer; -matte, die (westmd.):
Quark; -messer, das: 1. zum Abschneiden von Käse
bestimmtes Messer. 2. (landsch. abwertend) schlecht
schneidendes Messer. 3. (Soldatenspr.) Seitengewehr; -milbe, die:
weiße, ovale Milbe, die an Käseu. geräucherten Fleischwaren
frißt; - pappe I, die: svw. fWegmalve; -platte, die: Platte,
auf der verschiedene Sorten Käse / aufgeschnitten ]
angerichtet sind; -rinde, die: -rösti, die (Schweiz.): Auflauf mit
Kartoffeln od. Brot u. Käse; -Sahnetorte, die: Torte aus
Biskuitteig, die mit einer süßen Creme aus Quark u. Sahne
gefüllt ist; -schmiere, die (Biol.. Med.): gelblicher, talgiger,
schmieriger Belag auf der Haut Neugeborener; -Stange,
die: vgl. ^gebäck; ^stofT, der: Kasein; -torte, die: 1. svw.
Nkuchen. 2. svw. t ^Sahnetorte; -wasser, das: svw. t
Molke; ^wfiiß <Adj.: o. Steig.: nicht adv.) (ugs.): sehr bleich:
er wurde plötzlich k. [im Gesicht].
Kasein, (ehem. fachspr.:) Casein [kaze'i:n]. das: -s [zu lat.
cäseus = Käse]: wichtigster Bestandteil des Eiweißes in
der Milch; <Zus.:> Kaseinfarbe, die: Farbe, die Kasein als
Biwlemittel enthält; Kaxitwmkreud'ie: Malerei mit
Kaseinfarben.
Kasel [ka:zl]. die; -. -n Imlat. casula = Mönchskutte,
Meßgewand < spätlat. casula = Kapuzenmantel]: seidenes
Meßgewand, das der Priester über anderen Gewändern trägt.
Kasematte Dtazs'mata], die; -. -n [frz. casemate < ital. casa-
1434
Kassa-
matta = Wallgewölbe, zu griech. chäsma (PI. chäsmata)
= Spalte. Erdklufl] (Milit.): 1. durch starkes Mauerwerk
[u. Aufschüttung von Erde] gegen feindlichen Beschuß
gesicherter Raum (Gewölbe) in Festungen (1). 2. durch
Panzerwände gesicherter Raum zur Aufstellung von Geschützen
in einem Kriegsschiff; kasemattieren [kazsma'ti.ran] <sw.
V.; hat) (Milit. veraltet): (eine Festung, ein Schijfj mit
Kasematten versehen, ausrüsten.
käsen [ke:zn] <sw. V.) [zu t Käse]: 1. Käse bereiten, herstellen
<hat>. 2. (von Milch o.a.) gerinnen, zu Käse werden <hat/
ist); Käser [ka:zR]. der; -s. - (österr. mundartl): 1. svw.
f Käser (1). 2. Senn, der auf einer Alm für Milch u. Käse
zuständig ist. 3. Almhütte; Käser [ke.ze]. der; -s. -: 1.
Molkereifachmann, der mit der Herstellung von Käse
beschäftigt ist (Berufsbez.). 2. (landsch.) jmd.. der mit Käse
handelt. 3. (salopp) svw. fKäsefuß: zieh mal deine K.
ein!; Käserei fce:z3'ny]. die; -. -en: 1. <o. PI.) das Herstellen
von Käse. 2. Betrieb, in dem Käse hergestellt wird.
Kaserne [ka'zema].die; -,-n [frz. caserne < provenz. cazerna
= Wachhaus für vier Soldaten, zu lat. quaterni = je
vier, zu: quattuor = vier]: Gebäude. Gebäudekomplex für
die dauernde Unterkunft von Truppen; die K. bewachen;
in die K. einrücken; die Kompanie marschierte zur K.
zurück; Kasernement [kazerna'mä:]. das; -s. -s [frz. caserne-
ment]: 1. (selten) Gesamtheit der zum Bereich einer Kaserne
gehörenden Gebäude; sechs Baracken stehen leer ... und
der ganze siebte Flügel des -s. wo die
Infanteriegeschützkompanie liegt (Böll. Haus 30). 2. (veraltet) das
Kasernieren, die Kasernierung.
Kasernen-: -block.der <PI. -s): Flügel(4). Trakt einer
Kaserne; -hof, der: unmittelbar bei od. innerhalb einer Kaserne
liegender, zu ihr gehörender Platz. Hof. dazu: -hofblüte,
die: Ausspruch. Redensart o. ä. eines militärischen
Vorgesetzten [auf dem KasernenhofI von unfreiwillig komischer
Wirkung, -hofdrill, der: Drill während des Exerzierens auf
dem Kasernenhof. -hofton, der: lauter, grober, herrischer,
befehlender Ton. in dem jmd. redet: mit jmdm. im K.
sprechen; -spräche, die (abwertend): Jargon, den die
Soldaten in der Kaserne miteinander sprechen; -tor, das.
kasernieren [kazer'ni:ran] <sw. V,: hat) [frz. caserner]: in
Kasernen unterbringen: die Polizei, Soldaten. Truppen k.;
<AbI.:> Kasernjerung, die; -, -en: das Kasernieren: die K.
der Truppen; Ü Hat die K. (das abgekapselte, nach einem
strengen Reglement ausgerichtete Leben) der ...
Nationalmannschaft den Erwartungsdruck auf die Spieler
verstärkt? (Spiegel 26. 1974,52).
Käsete fke:z3to]. das; -. - [1: zu TKäse; 2: wohl nach dem
Vergleich eines Menschengedränges mit einer gemischten,
zusammengepreßten (Käsehrmssel (Schweiz.): 1. das
Herstellen von Käse in einer Setvnerei. 2. Gedränge.
Kashac**) [kajal. der; -[sl. -s [wahrsch. eine verstümmelte
Wortbildung aus t Kaschmir]: leichtes, flanellartiges, häufig
meliertes Gewebe in Leinwand- od. Köperbindung, das als
Kleider-. Kostüm- u. Mantelstoff verwefidet wird.
käsig [ke:zi(jl <Adj.; nicht adv.): 1. von einer dem Käse
ähnlichen Beschaffenheit: ein -er Belag; eine -e Masse; die
Milch wird durch den Zusatz von Labferment k. (gerinnt
dadurch). 2. (ugs.) (von der Hautfarbe) auffallend blaß,
unnatürlich gelblich: ein -es Gesicht; er blieb draußen auf
dem Hof stehen, klein, k. und qualvoll unentschlossen
(Kirst, 08/15.300). 3. (landsch.) frech: werde bloß nicht k.!
Kasino [ka'zi.no], das; -s. -s [ital. casino =
Gesellschaftshaus. Vkl. von: casa = Haus. Hütte < lat. casa]: I.
(veraltend) Gebäude mit Räumen Jür gesellige Zusatnmen-
künfte. 2.a) Speiseraum für Offiziere; b) Speiseraum in
einem Betrieb. Bürohaus. 3. kurz für T Spielkasino; <Zus.
zu 2 a:) Kasinoordonnanz, die.
Kaskade [kas'ka:cfo], die; -. -n [frz. cascade < ital. cascata
= Wasserfall, zu: cascare = fallen]: I. in Form von Stufen
[künstlich] angelegter Wasserfall: der Park mit seinen
berühmten -n; Ü Es ist die überstürzte K. eines Jazzpianos
(Fries. Weg 33); Abendkleid aus schwarzem Tüll ... in
-n angesetzt (MM 31. 10. 70. 45); eine K. (geh.; Flut.
Unzahl) von Verwünschungen, Flüchen. 2. wagemutiger
Sprung, bei dem der Artist einen Absturz vortäuscht. 3.
(ehem. Technik) Anordnung hintereinandergeschalteter,
gleichartiger Gefä/Je. 4. (Elektrot.) svw.
fKaskadenschaltung.
kask&den-, Kaskaden-: -batterie,die (Elektrot.):
hintereinandergeschaltete Batterien, die bes. für Kondensatoren
verwendet werden; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in Form
einer Kaskade (1); -generator, der (Elektrot.): Gerät zur
Erzeugung elektrischer Hochspannung durch eine
Reihenschaltung von Kondensatoren u. Gleichrichtern; -Schaltung,
die (Elektrot.): Reihenschaltung gleichartiger Teile.
Kaskadeur [kaska'do:?]. der; -s. -e [frz. cascadeur. zu:
cascade. t Kaskade]: Artist, der eine Kaskade (2) ausführt.
Kaskarillrinde [kaska'nl-l. die; -. -n [span. cascarilla. zu:
casca = (Gerber)rindeJ: ein (angenehm riechendes)
westindisches Gewürz.
Kaskett [kas'ket], das; -s. -e [frz. casquette, Vkl. von: casque
= Helm < span. casco. TKasko] (früher): einfacher
Visierhelm; leichter Lederhelm; Kasko [kasko], der; -s. -s [I:
span. casco = eigtl. Scherbe, abgebrochenes Stück, auch:
Schädel. Kopf. Helm, zu: cascar = zerbrechen; 2: span.
casco = Oberteil, da nach dem Umdrehen der obersten
Karte des Kartenstocks die Trumpffarbe bestimmt wird]:
l.a) (Seemannsspr.) Schiffsrumpf. Schiff im Unterschied
zur Ladung; vgl. Kargo; b) Fahrzeug im Unterschied zur
Lailung. 2. Spielart des Lombers. bei der man alle acht
od. neun Karten ablegt u. dafür die gleiche Anzahl kauft.
3. (meist o. Art.) kurz für f Kaskoversicherung; Kaskoscha-
den, der; -s. -schaden: am eigenen Fahrzeug [vom Fahrer]
verursachter Schaden, der von der Kaskoversicherung
übernommen wird; k^skoversichern <sw. V.; hat; nur im
Inf. u. 2. Part.): gegen [vom Fahrer] am eigenen Fahrzeug
verursachte Schällen versichern: Sie können Ihren VW ...
schon für DM 395.- für ein ganzes Jahr k. (Gute Fahrt
4.1974.61); der Fahrschullehrer, das Auto ist kaskoversi-
chert; Kaskoversicherung« die; -. -en.
Kaspar-Hauser-Komplex [kaspar h&izg -]. der; -es. -e [gepr.
von dem dt. Mediziner u. Psychologen A. Mitscherlich
(geb. 1908); nach der hist. Gestalt des K. Hauser (wohl
um 1812-1833)] (Psych.): sich in Gefühlsannut u.
Kontaktschwierigkeiten äuliernde Entwicklungsstörung, die durch
Isolierung u. fehlende soziale Bindung hervorgerufen wird.
Kasper [kaspe], der; -s. - [nach dem Vornamen Kaspar
(mlat. Casparus). dem Namen eines der drei Könige aus
dem Morgenland in den ma. Dreikönigsspielen, dessen
Gestalt sich später zum lustigen, schmeichlerisch
gewandten u. schlauen Schelm, aber auch dauernd gehänselten,
tölpelhaften Narren weiterentwickelte]: X.eine / lange/
Zipfelmütze tragende, im Kasperletheater auftretende
Hauptfigur mit groben Gesichtszügen, frischer, gesunder
Gesichtsfarbe, gebogener Nase. gro/Jem. lachendem Mund u.
fröhlichen Augen. 2. (ugs. scherzh.) jmd.. der gern albert.
Kysper-: -kram, der (ostniederd.): wertloses, dummes Zeug;
-puppe, die: 1. Handpuppe, die bei einem Kasperlespiel
als Kasper (1) auftritt. 2. Handpuppe, die bei einem
Kasperlespiel auftritt; -theater, das: t Kasperletheater.
Kasperei [kasparaj], die; -, -en: das Kaspern; Kasperl
[kaspel], der. -s. -(n] (österr.): svw. TKasper; Kasperle
[kaspub], das. auch: der; -: svw. tKasper (1).
Kasperle-: -puppe, die: svw. t Kasperpuppe; -spiel, das:
Stück. Puppenspiel, das in einem Kasperletheater aufgeführt
wird; -theater, das: Puppenbühne, die mit Handpuppen
Stücke aufführt, in denen der Held Kasper das Gute
verkörpert, mit unermüdlicher Fröhlichkeit, tapfer u. mutig das
Böse bekämpft u. besiegt.
Kasperli [kaspüli]. das; -s. - (Schweiz.): svw. tKasper (I);
<Zus.:>K$sperlitheater. das (Schweiz.): svw. t
Kasperletheater; K^sperlpuppe, die; -, -n (österr.): svw. f Kasperpuppe;
Kasperltheater, das; -s. - (österr.): svw. TKasperletheater;
kaspern [kaspsn] <sw. V.; hat) (ugs.): ^albern.
Kassa [kasa]. die; -. Kassen [ital. cassa. eigtl. = Behältnis
< lat. capsa = Behältnis. Kasten (für Bücherrollen)]
(österr.): Kasse; vgl. per cassa.
Kfssa-: -bericht, der (österr.): svw. TKassenbericht; -block,
der (österr.): svw. tKassenblock; -buch, das (österr.): svw.
T Kassenbuch; -gebarung, die (österr.): Buchführung über
die Kasse; -seschäft, das: 1. (Börsenw.) Abschluli (4 b)
an der Börse, der sofort od. kurzfristig erfüllt werden midi.
2. (Wirtsch.) Bargeschäft im Handelsverkehr, das Zug um
Zug abgewickelt wird; -kurs, der (Börsenw.): Börsenkurs
für die Umsätze im Kassageschäft (1); -markt, der
(Börsenw.): Markt der Wertpapiere, die nur im Kassageschalt
(1) gehandelt werden (Ggs.: Terminmarkt); -preis, der
(österr.): an der Kasse. Börse o. ä. gezahlter Preis; -stand.
der (österr.): svw. tKassen[be]stand; -Zahlung, die:
Barzahlung; -zettel, der (österr.): svw. tKassenzettel.
1435
Kassandra
Kassandra [ka'sandra], die; -, ...drcn [nach der Seherin
Kassandra (griech. Kassandra) in der griech. Sage] (bil-
dungsspr. veraltend): jmd., der gegenüber etw.
Bevorstehendem eine pessimistische Grundhaltung zeigt u. davor warnt:
Warum aber sollten wir diesen modernen Kassandren
Glauben schenken? (MM 13. 6. 72. 3); <Zus.:>
Kassandraruf, der (bildungsspr): Warnung vor kommendem Unheil.
'Kassation [kasa'tßjp:n]. die; -. -en [ital. cassazione. Hu.)
(Musik): dem Divertimento //. der Serenade älmliche mehr-
sätzige Kompositum für mehrere Instrumente in der Musik
des 18Jh. s.
Cassation [-1, die: -. -en [zu spätlat. cassäre, ! ^kassieren]:
I. Ungültigkeitserklärung (von Urkunden}. 2. (jur.)
Aufhebung eines Gerichtsurteils durch die nächsthöhere Instanz.
3. (veraltet) unehrenhafte Entlassung aus dem Militärdienst
od. aus dem Beamtenverhältnis.
Kassation»- ^Kassation 2): -beschwerde, die (Schweiz, jur.):
Rechtsmittel, mit dem Berufung gegen gerichtliche
Entscheidungen eingelegt werden kann: - Bericht, das (Schweiz, jur.):
oberster kantonaler Gerichtshof, der in Zivil- u. Strafsachen
über Kassationsbeschwerden entscheidet: -gerichtshof, der:
svw. f-hof (1); -hof, der (jur.): 1. höheres Gericht, das
die Entscheidungen anderer Gerichte bestätigen od.
auflieben, aber nicht durch eigene Urteile ersetzen kann. 2.
(Schweiz.) Abteilung des Bundesgerichts, die bei
Kassationsbeschwerde über die Verletzung des Bundesrechts durch
kantonale Gerichte entscheidet.
kassatorisch lkasa'to:rtf] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: die
'Kassation betreffend.
Kassawa [ka'sa:val. die: -, -s [Taino (Indianerspr. der
Karibik) ca<;äbi]: svw. f Maniok.
Kasse fkasal, die; -, -n [fKassal: l.a) kastetiförmiger.
verschließbarer Behälter aus Stahl, in dem Geld aufbewafirt
wird: die K. öffnen, verschließen; er legte einen Geldschein
in die K.; Das Geld wurde zusammengetan, und Rabbi
David hielt die K. (verwaltete das Geld: Buber. Gog 175);
Ü meine K. ist leer, in meiner K. ist/herrscht Ebbe (ugs.;
ich habe kein Geld): * in die K. greifen/einen Griff in die
K. tun (ugs. verhüll.; Geld entwenden, stehlen): b)
Ladenkasse. Registrierkasse: die K. befindet sich im Erdgeschoß;
der Ausverkauf brachte gefüllte -n; K. bitte! (Ruf nach
jmdm., der befugt ist, Geld für eine Ware
entgegenzunehmen); Waren bitte an der K. zahlen; die Chefin selbst
sitzt hinter der K.; *K. machen (Kaufmannsspr.; die über
einen bestimmten Zeitraum eingegangenen u. ausgezahlten
Beträge abrechnen): tondn. zur K. bitten (ugs.: von jmdm.
Geld fordern). 2.a) Bestami an Bargeld: die K. stimmt
bei ihm immer; gemeinsameK. führen, machen (Ausgaben
gemeinschaftlich bestreiten): wir haben getrennte K.
(bezahlen jeder für sich): Und wie steht's da ( = ohne Arbeit)
mit der K.? (Fallada, Jeder 146); Schmitz, welcher die
Stücke nach der .JCasse" (nach dem Gewinn, den Barein-
nalimen) beurteilen mußte, die sie voraussichtlich machen
würden (K. Mann. Mephisto 167): * [gut schlecht knapp]
bei K. sein (ugs.; ' reichlich!wenigI Geld zur Verfügung
haben): Heute nacht wart ihr nicht gerade bei K. (Fallada.
Herr 79); etw. reißt ein [großes, gewaltiges, tiefes] Loch
in jmds. K. (ugs.; für etw. muH jmd. sehr viel zalden): b)
(Kaufmannsspr.) Barzahlung: Austin-Princess ... ftir DM
11 750.- K. zu verkaufen (Auto 7. 1%5, 70); zahlbar rein
netto K. (in bar ohne Abzug): wir liefern gegen K., bitten
um K. 3. a) Abteilung einer Behörde od. eines Unternehmens,
die Zahlungen entgegennimmt od. leistet: die Gehälter
werden nicht mehr von der K. ausbezahlt, sondern auf Konten
überwiesen; K. der gegenseitigen Hilfe (DDR; von der
Gewerkschaft geschaffene u. durch monatliclie Beiträge
freiwilliger Mitglieder finanzierte Einrichtung, die den
Mitgliedern in Notfällen u. ähnlichen Situationen mit zinslosen
Darlehen kurzfristig hilft: LÜ aus dem Russ.); b) Raum,
in dem sich die Kasse (3 a) befindet: Schalter! räum I: die
K. ist schon geschlossen; Geld an der K. einzahlen,
abholen; c) (in einem Theater. Kino. Stadion. Schwimmbado. ä.)
kleiner Raum in der Vorhalle od. am Eingang, in dem
Eintrittskarten verkauft werden: die reservierten Karten
können an der K. abgeholt werden. 4.a) Sparkasse. Bank.
Kreditinstitut: die K. hat den Kredit bewilligt; Geld auf
der K. haben, von der K. holen, zur K. bringen: b) Kratiken-
kasse: die Kasse zahlt nur wenig, hat alle Kosten
übernommen; die Kur geht auf K. (ugs.; wird von der Krankenkasse
bezahlt): in keiner K. sein.
Kasseler ['kasdlt?]. Kaßler l'kasln). das; -s [H.u.: vielleicht
nach der Stadt Kassel]: gepökeltes u. geräuchertes
Schweinefleisch von Rippe, Kamm. Schulter od. Bauch: vgl.
Rippenspeer.
küssen-. Kassen-: -anweisung.die: Anweisung für den
Kassierer einer Bank. Sparkasse o.a.. eine bestimmte Summe
auszuzafden: -arzt, der: Arzt, der das Recht u. damit auch
die Verpflichtung hat. Mitglieder einer gesetzlichen Kran-
kenkasse gegen Vorlage eines Krankenscheim zu behandeln.
dazu: -ärztlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.>; -beamte. der:
Kassierer der Kasse (3 a) des Finanzamts od. einer ähnlichen
öffentlichen Einrichtung: -bericht, der (Wirtsch.):
schriftliche Aufzeichnung über Kassenbestand. Einnalvnen u.
Ausgaben: -bestand, der: augenblicklicher Bestand an Bargeld
in einer Kasse (1 a. b); -block, der <P1. -s>: zu einem Block
zusammengeheftete Kassenzettel (1); -bon, der: von einer
Registrierkasse mit Datum u. Preis bedruckter u. quittierter
Papierstreifen, der dem Kunden beim Bezalden ausgehändigt
wird: ^bote, der: jmd., der Geld. Wertgegenstämie o.a.
an Empfänger innerhalb od. außerhalb von Betrieben od.
Dienststellen überbringt (Berufsbez.); -brille, die (ugs.. oft
abwertend): Brille eitdacher Ausführung, die von der
Krankenkassebezahlt wird: -buch, das: dickes Heft mit
bestimmter Seiteneinteilung, in das Bareinnahmen u. -ausgaben
eingetragen werden: -erfolg, der: Film od. Bühnenwerk, dessen
Aufführung viel Geld einbringt: -fiihrer, der: svw. T
Kassierer; -fiiller, der (ugs.): a) svw. T-erfolg; b) Künstler, der
durch seine Beliebtheit beim Publikwn dem Veranstalter zu
großen Einnahmen verhilft: -gesteil, das (ugs.): vgl. -brille:
-knacker, der (ugs.): jmd., der eine Kasse (1 a, b)
aufgebrochen u. ausgeraubt hat: -kredit, der (Bankw.): von einer
öffentlichen Stelle aufgemmxmener kurzfristiger Kredit, um
Fehlbeträge vorübergehend zu überbrücken: -magnet, der
(ugs.): a) vgl. -erfolg; b) vgl. -füller (b): Der K. der
fünfziger Jahre (= Elvis Presley) hat seine Anziehungskraft
behalten (Hörzu 10. 1973. 135); -Obligation, die (Bankw..
Börsenw.): I. Schuldverschreibung, die fest zu verzinsen
u. nach drei bis fütif Jahren fällig ist. 2. Wertpapier des
Geldmarktes mit besonderen Bedingungen zu Anlagen (2)
in größerem Umfang: -patient, der: jmd.. der bei einer
gesetzlichen Krankenkasse versichert ist u. von einem
Kassenarzt gegen Vorlage eines Krankenscheins behandelt wird:
-räum, der: Raum, in dem sich die / Kassenischalter
befinden: Schalterhalle: -reißer, der (salopp): vgl. -erfolg;
-Schalter, der: Schalter, an dem Geld ein- u. ausgezahlt
wird: -Scheck, der (selten): Barscheck: -schein, der: I.
vgl. Anweisung. 2. (österr.) Wertpapier des Geldmarktes,
das bereits nach kurzer Zeit samt Zinsen einzulösen ist:
-schlagen der (ugs.): a) svw. t-erfolg: Der Film wurde
zum K. auch in den USA (Gregor. Film 292); b) Ware.
Artikel mit überdurchschnittlich gutem Absatz: -Schlüssel,
der: Schlüssel zum öffnen u. Verschließen einer Kasse (1 a.
b); -schrank, der: Panzerschrank, in dem die Kasse (1 a)
aufbewafirt wird: -schränker, der (Gaunerspr.): jmd.. der
sich darauf spezialisiert hat, Kassenschränke aufzubrechen
u. auszurauben: -stand, der: vgl. -bestand; -stürz, der
(ugs.): das Feststellen des vorhandenen Bargeldes: beim
K. stellte sich heraus, daß wir eine zu hohe Summe
vorausgesetzt hatten; K. machen (prüfen, wieviel Bargeld man
zur Verfügung hat): ^Verwalter, der: svw. t-wart: -wart.
der: jmd., der die Finanzen eines Vereins o.a. verwaltet:
Kassierer: -zettel, der: a) als Quittung dienender Zettel,
auf den der Verkäufer alle notwendigen Angaben zu einer
Ware schreibt: b) svw. f-bon; -zwang« der <o. PI.) (selten):
Verpflichtung für Arbeitnehmer einer bestimmten Lohn- od.
Gehaltsklasse, Mitglied einer gesetzlichen
Krankenversicherung zu sein.
Kasserol [kasa'ro:!], das; -s. -e (landsch.). Kasserolle
[kasa'rotej. die; -, -n [frz. casserolle. zu mundartl. cassc
= Pfanne < provenz. casa < vlat. cattia = Kelle.
Schöpflöffel]: [flacher / Topf mit Stiel, der bes. zum Braten
u. Schmoren verwendet wird.
Kassette [ka'seto], die: -. -n [frz. cassette. ital. cassetta =
Kästchen, Vkl. von: cassa,TKassal: I. kleiner,
verschließbarer Kasten aus Metall, Holz od. Leder zur Aufbewahrung
von Geld od. Wertsachen: Man findet bei ihr (= Maria
Stuart) eine K. mit acht Briefen, die ... ihre Mitschuld
an der Ermordung Darnleys erweisen mußten (Gold-
schmit, Genius 92). 2. feste Schutzhülle um mehrere in
einer Ausgabe zusammengefaßte Bücher eines Autors (xl.
1436
Kastellanei
um Schallplatten: eine K. mit Werken von Carl Zuckmayer:
9 Bände in K. 3. Magnetband u. zwei kleine Spulen, die
fest in ein kleines, flaches, rechteckiges Gehäuse aus
Kunststoff eingebaut sind: Musik auf K. aufnehmen. 4. (Fol.)
lichtundurchlässiges, flaches kleines Gehäuse für Filme od.
Platten. 5. (Archit.) vertieftes viereckiges Feld in einer Dek-
ke (3): Die Umgänge zwischen Cella und Ringhalle ...
waren ... mit steinernen -n gedeckt (Bild. Kunst I. 216).
Kassetten-: -decke, die (Archit.): Decke (3) mit vertieften,
meist verzierten Feldern; -fernsehen, das: Wiedergabe einer
Aufzeichnung über ein Fernsehgerät, die auf Magnetband
in Kassetten (3) gespeichert ist; ^fibn, der: Film (2) in
einer Kassette (4). der zusammen mit dieser in eine Kamera
eingelegt wird; -gerät, das: svw. Nrecorder; -recorder,
der: meist tragbares Ibatterielyetriebenes / Tonbandgerät,
bei dem das Band (2) in einsetzbaren Kassetten (3) liegt.
kassettieren [kase'ti:ron] <sw. V.; hat) (Archit.): die Decke
eines Raumes mit Kassetten (5) versehen, täfeln.
Kassia t'kasia]. die: -. ...ien [...pn]: f Kassie.
Kassia-: -bäum, der: svw. tKassicnbaum; -öl, das: aus
den Blättern u. Abfällen der Rinde des Zimtbaumes
hergestelltes ätherisches öl. das als Gewürz u. zur
SeifenlwrStellung verwendet wird; -rinde, die: Rinde des Zimtbaumes,
die als Gewürz verwendet wird; -zimt, der: svw. Nrinde.
Kassiber [ka'si:bB]. der; -s. - [über gaunerspr. kassiwe =
Brief, Ausweis < jidd. kessaw (PI. kessowim) = Brief.
Geschriebenes < hebr. keLavim = Schriftstücke]
(Gaunerspr.): heimliches Schreiben od. unerlaubte schriftliche
Mitteilung eines Häftlings an einen anderen (xi. an
Außenstehende: einen K. schreiben, auf den Weg bringen, aus der
Zelle schmuggeln: kassibern [ka si:btm] <sw. V.: hat)
(Gaunerspr.): einen Kassiber abfassen u. verschicken: Sie ...
kassibern kreuz und quer, empfangen Besuche (Spiegel
4,1975,52).
Kasside [ka'srda], die: -, -n [arab. qa§ida] (Literaturw.):
dreiteiliges arabisches Gedicht von bestimmter Form mit
einem Loblied, einem Schmähgedicht od. einer Totenklage
als Hauptteil.
Kassie [kasp]. die: -. -n [lat. cas(s)ia < griech. kasia. aus
dem Semit.]: als Baum. Strauch txf. Kraut wachsende / Heill-
pflanze mit kleinen, meist gelben Blüten u. rölirenförmigen
od. flachen Hülsen als Früchten; <Zus.:> K^ssienbaum, der.
Kassier [kasi:?]. der; -s. -e [ital. cassiere. zu: cassa. T Kassa]
(südd.. österr.. Schweiz.): svw. IKassierer; 'kassieren [ka-
shron] <sw. V.: hat) [für älter: einkassieren. LÜ von ital.
incassare. vgl. Inkasso]: l.a) einen zur Zafdung fälligen
Betrag einziehen: den [Monatslbeitrag. die Miete, [das Zci-
tungsjgeld k.: er hat zwei Mark kassiert; der Gasmann
kommt morgen k.; b) (ugs.) jmdm. einen fälligen Betrag
abverlangen: ein Organisationsfeind wurde einige Wochen
nicht kassiert und darauf automatisch aus der
Mitgliederliste gestrichen (Bredel. Väter 149). 2. (ugs.) a) als Ertrag
(xi. Verdienst einnehmen, für sich in Anspruch nehmen: hohe
Prämien. Zinsen k.; er kassiert ein ansehnliches Honorar:
mein Chef kommt einmal in der Woche ... für die Stunden
zu k.. die ich geschrieben hab' (Aberle, Siehkneipen 120);
Ü Lob. Anerkennung k.; Parteifanatiker, die
Prestigeerfolge k. wollen (FAZ 115,1958.1); b) auf Grund eines
bestimmten Verhaltens, einer bestimmten Leistung etw.
Unangenehmes nicht ganz unverdient hinnehmen müssen: Strafpunkte,
ein Tor k.; während einer Prügelei einen Schlag, einen
Tritt, ein blaues Auge k.; unsere Mannschaft kassierte
Kritik, eine Niederlage; der Junge entkommt, und der
Polizist kassiert seinen Spott (Lenz, Brot 35). 3. (ugs.)
a) jmdm. eh\>. wegnehmen; beschlagna/imen: sich aneignen:
die Polizei kassierte seinen Führerschein: der Konzern
versucht die kleineren Betriebe zu k. (macht sie
konkurrenzunfähig, um sie aufkaufen zu können); b)
gefangennehmender letzte der Bankräuber wurde gestern kassiert; falls
der Ami uns doch k. sollte ... (Küpper. Simplicius 141).
kassieren [-] <sw. V.; hat) [spätlat. cassäre = aufheben,
annullieren, zu lat. cassus = leer, nichtig]: 1. jmdn. seines
Amtes entheben, unehrenvoll aus dem Dienst entlassen: du
bist verworfen worden und kassiert wegen Maßlosigkeit
(Th. Mann. Krull 349). 2. (jur.) für ungültig erklären;
ein Gerichtsurteil aufheben: ... fordere ich Sie auf. das
Urteil zu k. (M. Walser. Eiche 57).
Kassierer [ka'si:re]. der; -s, - [t Kassier]: a) Angestellter eines
Unternehmens, der die Kasse führt: B. ... riß in der Bank
dem K. das Geld aus der Hand (Johnson. Ansichten 30):
b) jmd., der die Finanzen eines Vereins o. ä. / ehrenamtlich /
verwaltet; Kassiererin, die, -. -en: w. Form zu f Kassierer;
Kasskrin. die; -. -en: w. Form zu tKassier; 'Kassierung.
die; -. -en: das l Kassieren.
Kassierung, die; -, -en: das 2Kassieren; Kassation.
Kassiterit [kasite'ri.t. auch: ...rit]. der; -s, -e [zu griech.
kassiteros = Zinn]: svw. t Zinnerz.
Kafller: tKasseler.
Kastagnette [kastan'jetd]. die; -. -n [span. castaneta. Vkl.
von: castana = Kastanie (nach der Ähnlichkeit)]:
gewöhnlich paarweise geschlagenes kleines Musikinstrument aus
zwei ausgehöhlten Schälchen aus hartem Holz, die durch
ein über den Daumen od. die Mittelhand gestreiftes Band
gehalten u. mit den Fingern gegeneinander geschlagen
werden, so doli ein rhythmisches Klappern entsteht.
Kastanie [kas'ta.nia]. die; -. -n [1. 2: spätmhd. kastanie
< lat. castanea < griech. kastäneia = Frucht des
Kastanienbaums, zu: kästanon = Kastanienbaum; älter
mhd. kesten(e). ahd. chestin(na); 3: wohl nach der Form]:
l.a)svw. tEdelkastanie: b) svw. T Roßkastanie. 1.*) flache,
runde bis ovale, in einer Spitze auslaufende, eßbare Frucht
der Edelkastanie, die von einer braunen Schale umgeben
ist u. mit zwei bis drei aiuleren in einer bräunlichgelben
Hülle mit vielen langen Stacheln reift; Eßkastanie: eine
Tüte heiße -n kaufen; -n rösten; ein Gemüse aus -n bereiten;
die Ente zum Braten mit -n füllen; *[für jmdn.] die -n
aus dem Feuer holen (ugs.; für einen anderen eine
unangenehme Sache erledigen u. sich dabei selbst in Gefahr bringen;
nach einer Fabel von La Fontaine, in derein Affe geröstete
Kastanien fressen will u. sich einer Katze bedient, um
die Kastanien aus der Glut zu holen); b) rundliche Frucht
der Roßkastanie, die von einer harten, braunen, glänzenden
Schale umgeben ist u. in einer festen, grünen, stachligen
Hülle reift: das Wild im Winter mit -n füttern. 3. (Jägerspr.)
dunkel gefärbter Wulst von Haaren an den Hinterläufen
des Wildes.
kastunien-, Kastanien-: -allee. die: Allee mit
Kastanienbäumen; -bäum, der: svw. t Kastanie (1); -braun <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): mittel- bis dunkelbraun mit rötlichem
Schimmer; -holz, das: Holz des Kastanienbaums; ^pilz,
der [nach der braunen u. weißen Färbung]: eßbarer Pilz
mit samtartigem, zimtfarbenem Hut u. weißem Fleisch;
-schale, die: Hülle, die die Kastanie (2) umgibt; -zweig,
der: Zweig eines Kastanienhaums.
Kästchen [kcsUpn], das; -s. -: 1. IKasten (I). 2. (meist
PI.) kleines, aid i Rechen ipupier gedrucktes Quadrat od.
Rechteck: Sie ... schrieb Buchstaben in die
vorgeschriebenen K. (Jägersberg. Leute 12).
Kaste ['kasto]. die; -. -n [frz. caste < port. casta = Bez.
für die abgeschlossenen Stände Indiens, zu: casto < lat.
castus = keusch, rein]: I. (bes. inmrhalb der hinduistischen
Gesellschajtsordnung) sich streng abschließende
Gesellschaft sschicht mit besottderen Sitten u. Heiratsverbot aufier-
halb ihrer selbst. 2. sich gegenüber anderen streng
absondernde Gruppierung. Gesellschaftsschicht /deren Angehörige ein
übertriebenes Statulesbewußtsein pflegen j: Wies die
Vorgesetztenschaft auch vielerlei Abstufungen auf. so schied
sich doch das ganze Volk deutlich in zwei -n: in
Mannschaften und in Offiziere (Tucholsky. Werke II. 359).
kasteien [kästln], sich <sw. V.; hat) [spätmhd. kastyen.
kesteyen. mhd. kastigen, kestigen. kestin. ahd. chestigön
< mlat. castigare. lat. castigäre = strafen, zurechtweisen,
züchtigen]: a) sich als Bußübung Schmerzen. Entbehrungen
auferlegen: als Mönch hatte sich Luther kasteit; b) aus
einem bestimmten Grund enthaltsam leben, sich bestimmte
Entbehrungen auferlegen: Er schwankte im Stehen, obwohl
er sich seit jener Nacht, was den Whisky anbetraf, streng
kasteit hatte (Werfel. Himmel 80); <Abl.:) Kastejung, die;
-. -en: das Sichkasteien.
Kastell [kastei], das; -s. -e [spätmhd. kastell < lat. caste II um
= Festung, Vkl. von: castrum = befestigtes Lager): I.
(hist.) von den Römern angelegtes kleines, befestigtes
Truppenlager an der Grenze. 2. Burg. Schloß (bes. in Südeuropa):
Und plötzlich stand ein rundes, verfallenes K. vor Wolken
und Himmel (Musil. Mann 1511); Kastellan [kastela.n].
der;-s, -e [mhd. kastellän < mlat. caslellanus = Burgvogt,
zu lat. castellänus = zum Kastell gehörig]: 1. (hist.)
Kommandant einer Burg im MA. 2. Verwalter. Aufsichts-
beamter von Schlössern u. anderen öffentlichen Gebäuden;
Kastellanei [kastr.la najl. die: -. -en: Schloßverwaltung.
1437
kasteln
kasteln [kastln] <sw. V.: hat) [zu tKasten] (südd.): svw.
T kästeln: ein schwarzweiß gekästeltes Feld mit einer Rose
mitten innen (Fussenegger. Haus 329); kästeln [kcstjn] <sw.
V.; hat) [zu tKasten]: mit Kästchen (2) versehen: karieren;
Kasten [kastn]. der: -s, Kästen [kestn]. selten auch: -
[mhd. käste, ahd. kasto]: 1. <Vkl. t Kästchen) viereckiger,
aus Holz od. einem anderen festen Material in verschiedenen
Größen hergestellter, oft verschließbarer Behälter zum
Aufnehmen od. Aufbewahren von etw.: ein hölzerner K.: ein
K. aus Blech. Pur die Asche; der K. steht offen, ist
verschlossen; das Kästchen war mit Samt ausgeschlagen. 2.a) zum
Transport von Flaschen vorgesehener, in einzelne Fächer
unterteilter offener Behälter: im Regal stehen Kästen mit
Bier und Limonade; b) als Ma/Jeinheit für bestimmte, in
Kästen (2a) transportierte [u. im ganzen verkaufte! Waren:
ein K. Bier, Limonade, Milch. 3. kurz für Aushängekasten,
Schaukasten: Vor dem Filmpalast sah sich Jenny Bilder
an ... Wir schauten Bilder in einem anderen K. an (Grass.
Hundejahre 276); im K. hängen (landsch.; [vom Aufgebot
(2)] im Aushängekasten hängen, um öffentlich
bekanntgemacht zu werden). 4. (ugs.) kurz für Briefkasten: der K.
wird morgen früh geleert; einen Brief in den K. stecken,
werfen, zum K. bringen. 5. (landsch.) kurz für Schubkasten:
Schublade: den K. herausziehen. 6. (ugs. abwertend) a)
großes, unschönes Gebäude: Das Hotel, in dem wir
frühstückten, war ein pompöser alter K. (Koeppen, Rußland
121): b) großes, unförmiges, meist altes Verkehrsmittel:
zwei Fahrzeuge, von denen das eine ... ein schwerfälliger
alter K. aus Reichswehrzeiten ... war (Kuby, Sieg 20);
Die Tirpitz war das Gespött der Stralsunder ... Es roch
ziemlich muffig in diesem alten K. (Fallada. Herr 51).
7. kastenförmiger Aufsatz auf dem Fahrgestell bestimmter
Kraftfalirzeuge it. Pferdewagen. 8. (ugs. abwertend)
kastenförmiges meist größeres Gerät (z. B. Radio.
Fernsehapparat. Kamera o.a.): mach doch endlich den K. aus!:
Mein Klavier habe ich verkauft... Der alte K. hat hundert
Mark eingebracht (Remarque. Obelisk 343): Wir haben
die Aufnahmen ja schon im K. (Hörzu 9. 1973. 124).
9. (südd.. österr.. Schweiz.) Schrank: hohe K. mit vielen
flachen Schubfächern ... standen in seinem Zimmer (Musil.
Mann 342); Waltner macht Ihnen alle Kästen .... denn
Waltner ist nicht nur Möbelhändler, sondern auch
Möbelerzeuger (Voralberger Nachr. 22. 11. 68, 3). 10. (Solda-
tenspr.) Arrest: der Schütze kriegte vier Tage K.; Ein
Gefreiter fragt erregt, ob sie alle verrückt seien. ... ob
sie vielleicht alle in den K. wollten (A. Zweig. Grischa
285). II. (Turnen) rechteckiges, kastenförmiges Turngerät
mit gepolsterter Oberfläche aus Leder, an dem verschiedene
Sprungübungen durchgeführt werden: Sprungkasten: eine
Grätsche. Hocke über den K. springen. 12. (Ballspiele
Jargon) Tor: Der Torwart sauste heraus, der K. war leer
(Walter. Spiele 50). 13 * etw. auf dem K. haben (ugs.;
intelligent, befähigt sein: wohl in Anspielung auf den Kopf als
Kasten, in dem der Versland sitzt, vgl. Gehirnkasten).
'Kosten- (Kaste; abwertend): Mfcinkel. der: svw. f
Standesdünkel; -gest. der [LÜ von frz. esprit de caste] <o. Pl.>:
vorurteilsvolle, engstirnige Haltung dessen, der sich einer
bestimmten gehobenen Gesellschaftsschicht zugehörig fühlt:
Mvesenf das <o. PL): Gesamtheit dessen, was mit Kasten
od. der Gliederung in Kasten zusammenhängt.
kosten-, ^fsten- (Kasten): -altar, der (bild. Kunst): Altar
mit einem Hohlraum im Innern zur Aufbewahrung von Reli-
müen: ^harren, der (Turnen): einem Barren ähnliches
Übungsgerät, das aus zwei gleich holten, in schulterbreitem
Abstand nebeneinanderstehenden Kästen (11) besteht: -brot,
das: in einer Kastenform gebackenes Brot: ^decket, der;
-falle, die (Jägerspr): länglicher, hölzerner Kasten (1) mit
Falltüren, in dem kleines Haarraubwild (z. B. Marder.
Wiesel o.a.) lebend gefangen werden kann: ~form,die: / kleine!
rechteckige Backform mit hohen Seitenwänden: -formig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: in, von der Form eines Kastens
(1); -formverfahren, das; -s (Gießerei): Gießverfahren, bei
dem die Form in einen Kasten (1) gebettet ist: ^guß, der:
svw. t^formverfahren; ^kuchen, der: in einer Kastenform
gebackener Kuchen: -laufen, das; -s (Leichtathletik): Form
des Trainings beim Dreisprung, bei der mehrere Kästen
(11) in bestimmten Abständen hintereinanderstehen u. man
von einem Kasten zum atuleren springt, ohne die Ferse
aufzusetzen, -möbel <PI.>: kastenförmige Möbel: -schloß, das:
Schloß, dessen Mechanismus sich in einem Gehäuse aus
Metall befindet, das auf der Innenseite einer Tür befestigt
ist: ^springen, das; -s (Turnen): Sprungübungen am Kasten
(11); ^teufel, der: Schachtel in Form eines Würfels, aus
der beim Öffnen eine an einer Spiralfeder befestigte, meist
mit einem Teufelskopf versehene Figur hochspringt: -wagen,
der: 1. (bes. in der Landwirtschaft gebräuchlicher)
Pferdewagen mit Kasten (7). 2. kastenförmiger Lieferwagen.
Kastigation [kastiga'tßio:n], die; -, -en [lat. castlgätio, zu:
castlgäre. t kasteien] (veraltet): Züchtigung: Kastigator flcas-
ti'ga:br. auch: ...to:?],der; -s, -en [...ga'to:ran; lat. castigä-
tor = Züchtiger. Tadler]: Korrektor in der Frühzeit des
Buchdrucks: kastigieren [kastigiirsn] <sw. V.; hat) [lat.
castlgäre. f kasteien] (veraltet): züchtigen.
Kastize [kas'thtßd]. der; -n. -n [span. (mex.) castizo = von
reinem Blut, zu: casto = rein < lat. castus, tKaste]:
Mischling aus Indianer u. Mestize in Lateinamerika.
Kastor[kastar,auch ...o:g].der;-[s] (zulat.castor < griech.
kästör = Biber, wohl wegen der Ähnlichkeit mit 'Biber
(2)] (Textilind.): weiches, kinghaariges, aus hochwertiger
Wolle gewebtes 7wrA;<Zus.:>K#storiiut, der: (im I8.ll9.Jh.
von Männern getragener) ! Zylinder/hut aus Biberhaar:
K^storöl, das [LÜ von engl, castor oil, nach dem in der
Heilkunde oft verwendeten Duftstoff der Duftdrüsen des
Bibers] (Fachspr.): Rizinusöl.
Kgstor und Pollux [- ont paluks; nach den Zwillingsbrüdern
der griech. Sage. lat. Castor, Pollux] in der Wendung
wie K. und P. sein (bildungsspr. veraltet; / von MännernJ
eng befreundet, unzertrennlich sein).
Kastrat [kas tra.t). der; -en. -en [ital. castrato. zu: castrare
< lat. castrare = entmannen]: 1. (veraltet) durch Kastration
zeugungsunfäliig gemachter Mann. 2. (Musik früher) Sänger
mit Kastratenstimme (a): Während die Musiker, außer den
an den Höfen besonders attachierten Maestri.
Primadonnen und -en. gering geschätzt waren (Adorno. Prismen
32); <Zus.:> Kastratenstimme, die: a) (Musik) sehr hohe,
dabei umfangreiche Alt- od. Sopranstimme eines Sängers,
der in der Jugend kastriert wurde: b) (abwertend)
ungewöhnlich hohe Männerstimme: Kastration [kastra'£ßio:n], die;
-. -en [lat. casträtio]: 1. (Med.) Entfernung od. Ausschaltung
der Keimdrüsen (Hoden od. Eierstöcke) beim Menschen.
2. (Fachspr.) Entfernung der Fortpflanzungsorgane bei
Tieren u. Pflanzen aus züchterischen od. wirtschaftlichen
Gründen: (Zus. zu 1:> Kastrationsangst, die [gepr. von dem
österr. Arzt u. Psychologen S. Freud (1856-1939)] (Psych.):
in der Kindheit durch den Vergleich zwischen Jungen u.
Mädchen auftretende Angst, das Geschlechtsorgan zu
verlieren. Kastrationskomplex, der [vgl. Kastrationsangst)
(Psych.): 1. Gesamtheit der Phantasien u. Ängste, die sich
um den Begriff der Kastration gruppieren (z. B. die Angst
des Jungen, durch Eifersucht des Vaters als Strafe das Glied
zu verlieren, al. die Empfindung des Mädchens, durch das
nicht vorhandene Glied einen Nachteil erlitten zu haben):
kastrieren [kas'tri:ran] <sw. V.; hat) [lat. castrare]: 1. eine
Kastration vornehmen: einen Kater k. lassen; die jungen
Sänger wurden kastriert. 2. (ugs. scherzh.) bestimmter
gefährlicher, unerwünschter o.a. [Bestand]teile. Wirkstoffe
berauben u. damit harmlos od. wirkungslos machen <meist
im 2. Part.): eine kastrierte Zigarette (Filterzigarette):
kastrierter (koffeinfreier) Kaffee; eine kastrierte (von
anstößigen Stellen gereinigte) Ausgabe von Ovid; Kastrj&r-
te.die;-n.-n<DekLTAbgeordnete)(ugs. scherzh.):
Filterzigarette: er raucht nur K.; Kastrkning. die; -. -en (selten).
kasual [ka'zya.i] <Adj.; o. Steig.) [spätlat. cäsuälis] (veraltet):
zufällig: nicht vorhersehbar: Kasualien [ka'zya:lpn] <PI.)
[zu t kasual]: 1. (bildungsspr. selten) nicht vorhersehbare
Ereignisse: Zufälligkeiten. 2. (Christi. Kirche) geistliche
Amtshandlungen aus besonderem Anlaß.
Kasuar [ka'zya:^]. der; -s. -e [nieder!, casuaris < malai.
kasuwari, kesuari]: bes. in Australien heimischer, großer,
flugunfähiger, dem Strauß ähnlicher Laufvogel: Kasuarina
[kazua'ri:na],Kasuarine[kazua'ri:n3].die;-. ...nen (zu indo-
nes. (pohon) kesuari = Kasuar(baum). nach der
Ähnlichkeit der Zweige mit den Federn des Kasuars]: bes. in
Australien wachsender Baum mit schuppenförmigen
Blättern: Keulenbaum.
Kasuist Ika zyist], der; -en. -en [zu lat. casus = Fall,
Vorkommnis]: 1. Vertreter der Kasuistik (1). 2. (bildungsspr.)
jmd.. der spitzfindig argumentiert: Wortverdreher. Haar-
spalter: Kasuistik, die; -: 1. (in der philosophischen Ethik
u. in der katholischen Moraltheorie) Teil der Sittenlehre.
1438
Kataplexie
der für mögliche Fälle des praktischen Lebens im voraus
an Hand eines Systems von Geboten das rechte Verhalten
bestimmt. 2. (jur.) Versuch u. Methode einer Rechtsfindung,
die nicht von allgemeinen, umfassenden, sondern
spezifischen, für möglichst viele Einzelfälle gesetzlich geregelten
Tatbeständen ausgeht. 3. (Med.) Beschreibung von
Krankheitsfällen. 4. (bildungsspr.) spitzfindige Argumentation;
Haarspalterei; Wortverdreherei: Hinter der K. der Briefe
stehen Fragen des Prestiges (Adorno. Prismen 212);
kasuistisch <Adj.; o. Steig.): 1. Grundsätze bzw. Methoden der
Kasuistik (1.2) befolgend. 2. (bildungsspr.) spitzfindig
argumentierend, haarspalterisch; Kasus I'ka:zus]. der; -. -
I*. auch: ka:zu:s; 1: lat. casus, zu: cadere = fallen; 2:
lat. casus. Lehnbedeutung von griech. ptösis = Kasus.
Fall, zu: piptein = fallen]: I. (bildungsspr. selten) xFall
(2 b); Vorkommnis. 2. (Grammatik) 'Fall (5).
Kasus- (Grammatik): -blkhin«, die; ^endung, die;
-Synkretismus, der: Verschmelzung verschiedener Beugungsfälle in
einem Fall.
'Kat Ikatl. das; -s. -s [engl, cat) (Seemannsspr.): svw. t
Kattakelung.
*Kat [-]. der; -s. -s (Seemannsspr.): Kurzf. von ! Katamaran.
k$t-,Kqt- (t 'Kat) (Seemannsspr.): -boot, das: eingedeutscht
für TCatboot; -getakelt [-gata:kltl <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): mit Kattakelung ausgerüstet; eine -e Jolle; ^takehing,
die: Takelungsart ohne Vorsegel mit nur einem, weit vorn
stehendem Mast.
Kata l'kata] (Budo): stilisierte Form der Vorfüfirungstechnik
von Übungen mit u. ohne Partner.
katabatisch [kataba-.tlf] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
griech. katabatös = abschüssig] (Met.): absteigend,
abfallend: -er Wind {Abwind 1).
katabol[kata'bo:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Med.. Biol):
die Katabolie betreffend; Katabolie [kataboli:]. die; -
[griech. katabole = das Niederlegen] (Med.. Biol.): Abbau
von Substanzen im Körper durch den Stoffwechsel; Katabo»
Ijsmus, der; - (Med.. Biol.): svw. f Katabolie.
Katachrese [kata'^re.zp]. Katachrests [ka'tacrezis]. die; -.
...sen [griech. katächresis = Mißbrauch] (Rhet.. Stilk.):
1. verblaßte Bildlichkeit, gelöschte Metapher (z.B. Bein
des Tisches). 2. Vermengung von nicht zusammengehörigen
Metaphern; Bildbruch (z. B. das schlägt dem Faß die Krone
ins Gesicht); katachrestisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Rhet.. Stilk.): in Form einer Katachrese.
Katafalk [kata'falk]. der; -s. < [frz. catafalque < ital. cata-
falco. über das Vlat. zu lat. catasta = Schaugerüst u.
fala = hohes Gerüst]: schwarz verhängtes Gerüst, auf dem
der Sarg während der Trauerfeierlichkeiten steht.
Katakana [kata'ka:na]. das; -[s|. auch: die; - [jap. kata-kana.
aus: kata = Form. Gestalt u. kana = Silbenschrift]: aus
chinesischen Schriftzeichen durch Vereinfachung
hervorgegangene, eckige japanische Silbenschrift.
Katakaustik [kata'kaustik]. die; - [zu griech. katakaiein =
verbrennen, vgl. kaustisch] (Optik): die beim Einfall von
parallelen Lichtstrafden auf einen Hotdspiegel entstehende
Brennfläche, die im Idealfall ein Brennpunkt ist; katakjui-
stisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Optik): -e Fläche (Optik;
Brennfläche des Hohlspiegels).
Kataklase [kata'kla:z3]. die: -. -n [griech. katäklasis = das
Zerbrechen, der Bruch] (Geol.): das Zerbrechen u.
Zerreiben einzelner Minerale eines Gesteins durch Erdbewegungen;
(Zus.:) Kataklasstruktur, die; - (Geol.): Trümmergefüge
eines Gesteins; kataklastisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Geol.): die Kataklase betreffeml.
Kataklysmenthcorie [kata'klYsmon-]. die; - [nach einer
Theorie des frz. Naturforschers G. de Cuvier (1769-1832). f Ka-
taklysmus] (Geol.): Theorie, die den Unterschied der Tier-
u. Pflanzenwelt der verschiedenen Erdzeitalter als Folge
von Vernichtung u. Neuschöpfung erklärt;
Katastrophentheorie: Kataklysmus [kata'klYsmosl. der: -, ...men [spätlat.
cataclysmus < griech. kataklysmös = Überschwemmung]
(Geol.): erdgeschichtliche Katastrophe; <Abl.:) katakly-
stisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.).
Katakombe [kata'kDmba], die: -, -n <meist PI.) [ital. catacom-
be (PI.) < spätlat. calacumbae (Fl.)]: (in frühchristlicher
Zeit) unterirdische Anlage zur Beisetzung von Toten.
Katalase [kata'la:zd]. die; -. -n [griech. katälysis =
Auflösung. Zerstörung] (Biol.. Med.): Enzym, das das Zellgift
Wasserstoffsuperoxyd im Organismus durch Aufspaltung
in Wasser u. Sauerstoff abbaut.
Katalekten [katalektn] <PI.) [zu Ikatalektisch] (veraltet):
gesammelte Bruchstücke antiker Werke; katal^ktisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) [spätlat. catalecticus < griech. kata-
lektikös]: Katalexe zeigend.
Katalepsie [katatepsi:]. die; -. -n [...i:an; spätlat. catalepsis
< griech. katälepsis = das Fassen. Ergreifen;
Krankheitsanfall] (Med.): bei bestimmten Krankheiten auftretende
Muskelverkrampfung; kataleptisdi [kata'leptijl <Adj.; o.
Steig.: nicht adv.) [spätlat. catalepticus = zur Starrsucht
gehörig < griech. kataleptikös = zum Erfassen fähig]
(Med.): die Katalepsie betreffend; von Muskelverkrampfung
befallen.
Katalexe [kata'leksa]. Katalexis [ka'ta:leksis]. die; -. ...lexen
[lat. catalexis < griech. katälexis = Kürzung. Verschluß]
(Verslehre): (in der antiken Metrik) Unvollständigkeit des
letzten Versfußes.
Katalog [kata* lo:k]. der:-[e]s,-e [spätlat. catalogus < griech.
katälogos = Aufzählung. Verzeichnis]: 1. ein nach einem
bestimmten System angelegtes Verzeichnis aller Bücher einer
Bibliothek: einen K. aufstellen. 2. gebundenes, numeriertes
Verzeichnis von Ausstellungsstücken od. Sammelobjekten:
etw. in den K. aufnehmen; Bayardi hatte ... die Erlaubnis
erhalten, den ersten K. der Funde aufzustellen (Ceram.
Götter 28). 3. kurz für Versandhauskatalog: den farbigen
K. eines großen Versandhauses durchblättern. 4. lange
Reihe, große Anzahl, zusammenfassende Aufzäfdung (z. B.
von Fragen. Forderungen, die in einem bestimmten
Zusammenhang anstehen, sich angesammelt haben): ein K.
wirtschaftspolitischer Maßnahmen.
Katalog-: immuner • die: Nummer, mit der etw. im Katalog
(2) ausgezeichnet ist; -preis, der: Preis, zu dem etw. im
Katalog (3) angeboten wird; Mvert, der: der im Katalog
(2) angegebene Wert eines Sammelobjektes.
katalogisieren [katalogi'ziiran] <sw. V.; hat): etw. nach
bestimmten Regeln in einen Katalog (1.2) aufnehmen; <Abl.:)
Katalogisierung, die; -. -en: das Katalogisieren.
Katalpa [katalpa], Katalpe [katalpa]. die: -. ...pen [indian.]:
svw. T Trompetenbaum.
Katalysator [kataly za:tor. auch: ...to;g]. der; -s. -en [...za-
'to:ran; zu t Katalyse] (Chemie): Stoff, der durch seine An-
wesentieit chemische Reaktionen herbeiführt od. in ihrem
Verlauf beeinflußt, selbst aber unverändert bleibt;
Katalyse [kata'ly:z3]. die; -. -n [griech. katälysis = Auflösung]
(Chemie): Herbeiführung, Beschleunigung od.
Verlangsamung einer Stoffumsetzung durch einen Katalysator;
katalysieren [kataly'zkran] <sw. V.; hat) (Chemie): eine chemische
Reaktion durch einen Katalysator herbeiführen,
beschleunigen od. verlangsamen; katalytisch [kata'ly:tij] <Adj.; o.
Steig.) (Chemie): durch eine Katalyse od. einen Katalysator
bewirkt.
Katamaran [katama ra:n], der. auch: das; -s. -e [engl, cata-
maran = Auslegerboot. Floß < tamil.
(Eingeborenensprache des südlichen Indien) kattumaram. zu: ka{tu = binden
u. maram = Baumstamm]: 1. schnelles (offenes Segellboot
mit zwei Rümpfen (die durch Decks [aufbauten! verbunden
sind). 2. Doppelrumpfboot.
Katamenien [kata'me:npn] <PI.) [griech. katamenia. eigtl.
= das Monatliche, zu: katamenios = monatlich] (Med.
selten): Menstruation.
Katamnese [katam'ne:z3]. die; -. -n [geb. nach t Anamnese,
zu griech. katä = gänzlich u. mnesis = das Erinnern]
(Med.): abschließender u. urnfassender Krankenbericht des
behandelnden Arztes über einen Patienten.
Kataphorese [katafo're:za]. die; -. -n [zu griech. kataphoreln
= herabbewegen] (Physik): Bewegung positiv elektrisch
geladener Teilchen auf Trägermaterial bei Anlegung
elektrischer Spannung in Richtung der Kathode; kataphorisdi
<AdJ.; o.Steig.; nicht adv.) (Rhet.. Stilk.): (von sprachlichen
Formen) vorausweisend (Ggs.: anaphorisch).
Kataphrakt [kata'frakt]. der; -en. -en [lat. cataphractes <
griech. kataphräktes = Panzer]: schwer gepanzerter Reiter
auf gepanzertem Pferd in den Reiterheeren der Antike.
Kataplasma [kataplasma]. das; -s. ...men [lat. cataplasma
< griech. kataplasma = Aufgestrichenes; Salbe: Pflaster]
(Med.): besonders bei Koliken verwendeter heißer
Breiumschlag zur Linderung von Schmerzen.
kataplektisdi [kataplcktij] <Adj.: o. Steig.; nicht adv.)
(Med.): vor Schreck starr, gelähmt; auf Kataplexie
beruhend; Kataplexie [kataple'ksi:], die: -. -n [...i:an; griech.
katäplexis = Niedergeschlagenheit. Verwunderung. Be-
1439
Katapult
stürzung. zu: kataplesscin = bestürzt machen] (Med.):
durch unvermittelt amftretende freudige Erregung. durch
Erschrecken o.a. ausgelöste Lähmung. Starre, die oft mit
körperlichem Zusammensinken verbunden ist.
Katapult [katapolt], das. auch: der; -[e]s. -e [lat. catapulta
= Wurfmaschine mit Bogensehne < griech. kalapöltes]:
1. gabelförmige Schleuder mit zwei Gummibändern, mit
der Kinder Steine o.a. schießen: Vater ... machte ihm
sogar ein K. aus echtem Vierkantgummi (Schnurre, Bart
150). 2. (Technik) Vorrichtung zum Starten von Flugzeugen
o. ä. (bei zu kurzer Startbahn), die mittels der Schnellkraft
weggeschleudert werden. 3. (im Mittelalter besonders bei
Belagerungen verwendete) Wurfmaschine, mit der Geschosse
geschleudert wurden.
Katapglt-: -flieger, der (ugs.): a) svw. f -flugzeug; b) kleines,
als Spielzeug gebautes Flugzeug, das mit einem Katapult
(1) geschleudert wird: ^flug, der: Schleuderflug: ^flugzeug,
das (Technik): Flugzeug, das zum Katapultstart geeignet
ist: -schuh, der (Leichtathletik): zum Hochsprung
geeigneter Schuh mit dicker, stark gewölbter Sohle: ^sitz, der:
Schleudersitz: -Start, der (Technik): Start eines Flugkörpers
mit Hilfe eines Katapults (2).
katapultieren Dcatapol'ti:ranl <sw. V.; hat) [tKatapult]: etw.,
sich [mit Hilfe eines Katapults (1,2). eines Katapultsitzes
wegschleudern, wegschnellen [ lassen): sich aus dem
brennenden Flugzeug k.; Wir katapultierten die Stücke mit
dem Löffel in die Gegend (Kempowski. Uns 63); Ü sie
hat sich ins Showgeschäft katapultiert.
'Katarakt [kata'raki]. der: -[e]s. -e [lat. Cataracta. Cataracten
= Wasserfall. Schleuse < griech. katarrhaktes, zu: ka-
tarrhättein = herabstürzen): 1. Stromschnelle: er hat in
stürmischer Nacht durch die tückischen -e den Nachen
gerudert (Kisch, Reporter 102). 2. Wasserfall: Auf einer
Reise bis zum zweiten K. des Nils (Ceram. Götter 46);
Ü ein K. nervöser Reaktionen; Dreieinhalb Stunden fällt
der K. aus Eisen und Rauch und Feuer aus dem Himmel
(Plievier. Stalingrad 181); Katarakt [-1. die: -. -e. Katarakta
[kata'rakta], die; -, ...ten [zu t'Katarakt, wohl weil die
graue Trübung der Augenlinse einer über das Auge
herunterfließenden Schicht ähnlich ist) (Med.): Trübung der
Augenlinse: grauer Star.
Katarrh [ka'tarl. der: -s. -e [lat. catarrhus = Schnupfen
< griech. katärrhous. eigtl. = Herabfluß. da nach antiker
Vorstellung ein aus dem Gehirn herabfließender Schleim
die Ursache dieser Krankheit war) (Med.):
Schleimhautentzündung (bes. der Atmungsorgane) mit meist reichlichen
schleimigen, eitrigen od. serösen Absonderungen: <Abl.:>
katarrhalisch [kata'ra:!^] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Med.): zum Erscheinungsbild eines Katarrrhs gehörend:
mit einem Katarrh verbunden; <Zus.:> katyrrhartig <Adj.;
o. Steig.): wie bei einem Katarrh, wie ein Katarrh.
Katastase [kata'sta:za]. Katastasb [katastazis], die: -. ...sen
[griech. katästasis = das Anhalten, das Aufhalten] (Litera-
turw.): Höliepunkt. Vollendung der Verwicklung vor der
Katastrophe (2) im antiken Drama.
Kataster [ka'lastn]. der (österr. nur so), auch: das [ital.
catastro = Zins-, Steuerregister. H.u.J: amtliches
Grundstücksverzeichnis, das beim Vermessungsamt geführt wird.
Kataster-: -amt, das: amtliche Stelle, die die Register über
alle Grundstücke eines bestimmten Bezirks führt;
Vermessungsamt; ^auszug, der: Teil der Katasterkarte mit allen
notwendigen Angaben; ^karte, die: Karte, die den Grundriß
einer Gemarkung in großem Malistab wiedergibt u. die
Grenzen u. Nummern der Flurstücke u. andere Angaben enthält;
^nummer, die: Nummer, die ein Flurstück innerhalb einer
Gemarkung bezeichnet; ^parzelle.die: vermessene
Bodenfläche, die in den Kataster eingetragen ist; -plan, der: besondere
Art der Katasterkarte; ^Schätzung, die (Schweiz.): amtliche
Schätzung der Flurstücke einer Gemarkung; -Steuer, die:
Steuer, die auf Grund der Vermessung erhoben wird.
Katasterismus [katasterismös], der; - [griech. katasterismös
= das Versetztwerden unter die Sterne, zu: aster = Stern]:
alter Glaube, bes. aus hellenistischer Zeit, nach dem Tiere
u. Menschen /nach dem Tixiei in Sterne verwandelt werden
können u. als neues Sternbild am Himmel erscheinen.
Katastralgemeinde [katas'tra:!-]. die; -. -n Izu t Kataster]
(österr.): Teil einer Gemeinde; Ortschaft innerhalb einer
Gemeinde; Katastrgljoch, das; -[e]s. -e (österr. Amtsspr.):
Joch (4): katastrieren [katas'tri:ran] <sw. V.: hat): in ein
Kataster eintragen.
katastrophal [katastro'fa.I] <Adj.>: einer Katastrophe
gleichkommend, ülinelnd; verhängnisvoll, entsetzlich: eine -e
Wirkung. Niederlage; dort herrschen -e Zustände; die Folgen
der Krise waren k.; der Streik hat sich k. ausgewirkt;
Katastrophe [katas troifo). die; -. -n [lat. catastropha <
griech. katastrophe = Umkehr, Wendung]: I. schweres
Unglück größeren Ausmaßes: eine furchtbare,
unvorhergesehene, wirtschaftliche K.; das ist eine K. für uns; eine
K. unvorstellbaren Ausmaßes trat ein: eine K. abwenden,
vermeiden; einer K. zutreiben, entgehen; diese Entwicklung
führt zu einer K.; es kam zu einer politischen K. 2. (Litera-
turw.) entscheidende Wendung [zum Schlimmen i als
Schlußhandlung im / antiken] Drama.
katastrophal-, Katastrophen- (Katastrophe 1): ^alarm, der:
Alarm, der bei einer sich ankündigenden! Katastrophe
ausgelöst wird; ^ artig <Adj.; o. Steig.): äfmlich wie eine
Katastrophe; in der Art einer Katastrophe; ^ausriistung,
die: Ausrüstung für den Fall, daß eine Katastrophe eintrifft;
Mlienst, der: Gruppe, Organisation, die im Katastrophenfall
einsatzbereit ist; ^einsäte, der: hiljeleistender Dienst im
Falle einer Katastrophe; -»fall, der: das System der ...
Versorgung ... im K. hat sich ... bewährt (Welt 3. 3. 62,
Forum); ^gebiet, das: Gebiet, in dem sich eine Katastrophe
ereignet hat; MHt. der: vgl. ^gebiet; ^Politik, die: Politik,
die auch Katastrophen einkalkuliert: die K. eines Hitler;
-schütz, der: a) Organisation, die bei der Gefälirdung durch
eine Katastrophe zur Hilfeleistung angefordert u. eingesetzt
wird; b) vorbeugende Maßnahme, um eine Katastrophe zu
verhindern; ^theorie.die: X.eine Theorie über die Entstehung
der Planeten. 2. svw. tKataklysmentheorie.
katastrophisch [katas'lro:fiJl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.
[zu f Katastrophe]: unheilvoll, verhängnisvoll.
Katasyllosjsmus [kata-]. der: -. ...men [zu griech. katasyllo-
gizesthai = eine Schlußfolgerung ziehen] (Logik):
Widerlegung eines Schlusses. Gegenbeweis.
Katathermometer [kata-], das: -s. - [zu griech. kata = herab,
abwärts] (Technik): Thermometer zur Messung des Katu-
wertes einer Raumtemperatur.
katathym [kata'ty:m] <Adj.; o. Steig.) [griech. katathymios
= am Herzen liegend, erwünscht] (Psych.. Med.):
affektbedingt, wunschbedingt, durch Wahnvorstellungen entstanden.
Katatonie[katatoni:].die; -. -n [...i.dn; zu griech. katätonos
= heruntergespannt, abwärts gespanntl (Med.): eine Form
der Schizophrenie mit Krampfzuständen der Muskulatur
u. Wahnideen: Spannungsirresein; Katatoniker [kata'to:-
niku], der; -s. - (Med.): von Katatonie Befallener;
katatonisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Med.): die Katatonie
betreffend.
Katawert [kata-]. der: -[e]s. -e Izu griech. kata = herab,
abwärts] (Technik): Maß für die in der Temperatur eines
Ratwies auftretende Kühlwirkung, die sich aus
Raumlufttemperatur u. Luftgeschwindigkeit ergibt.
Katazone [kata-], die: -. Izu griech. kata = herab,
abwärts] (Geol.): unterste Tiefenstufe bei der Metamorphose
der Gesteine.
Kate ['ka'.o], die; -. -n [aus dem Niederd., Nebenf. von:
Kote < mniederd. Kote, urspr. = Höhle. Loch, mit
Flechtwerk abgedeckte Wohngrube] (landsch.): kleines,
einjaches, ärmliches Haus [aus HolzJ: geduckte -n.
bemoost, strohgedeckt (Grass. Blechtrommel 28).
Katechese [kat£'<^:z3], die; -. -n [kirchenjat. catechesis =
Katechumenenunterricht < griech. katechesis =
mündlicher Unterricht, zu: katechizein. Tkatechisieren] (christl.
Kirche): a) die Vermittlung der christlichen Botschaft an
Ungetuidtej; b) Religionsunterricht; Katechet [katc'^.t].
der; -en, -en (christl. K irche): Religionslehrer, bes. für
kirchliche Christenlehre außerhalb der Schule (Berufsbcz.); Kate-
dietDt [katc'9e:tik|.die; - (christl. Kirche): wissenschaftliche
Theorie der Katechese; Katechetin. die; -. -nen: w. Form
zu t Katechet (Berufsbez.); katedietisch <Adj.; o. Steig.:
nicht adv.): die Katechese betreffend; Katechisation [kateg-
za't>io:n].die; -. -en: svw. t Katechese; katechisieren [kate^i-
'zi:ren] <sw. V.; hat) [kirchenlat. catechizäre < griech.
katechizein = unterrichten, lehren] (christl. Kirche): / Reli-
gions unterrieht erteilen; Katechismus [kau-gsmos], der;
-. ...men [kirchenlat. catechismus = Buch für den ersten
Religionsunterricht < griech. katechismös = Unterricht,
Lehre] (christl. Kirche): 1. Lehrbuch für den christlichen
Glaubensunterricht. das in Fragen u. Antworten angelegt
ist: Sie würde ihn hereinrufen,... würde ihn den K. abfragen
1440
Kathetometer
(Böl 1. Haus 46). 2. Glaubensunterricht für die Katechumenen
(1); Katechist [kate'cist]. der; -en. -en [kirchenlat. catechista
< griech. katechistes = Lehrer]: einheimischer Laienhelfer
in der katholischen Heidenmission.
Katechu ['kate^u], das; -s. -s [port. cachu. wohl zu malai.
katju]: svw. TGambir.
Katechumenat [kate^me'na.t], das od. (Theol.:) der; -[e]s
[tKatechumene] (christl. Kirche): a) Vorbereitung der
/erwachsenen] Taufbewerber; b) kirchlicher
Glaubensunterricht in Gemeinde, Schule u. Elternhaus; Katechumene
[kat£cu'me:nd,auch: kat£'9u:mena]. der: -n, -n [kirchenlat.
catecnümenus = jmd.. der In der christl. Religion
unterrichtet wird < griech. katechoumenos = jmd.. der
unterrichtet wird; Part. Perf. von: katecheln = unterrichten,
belehren, eigtl. = entgegentönen] (christl. Kirche): 1. der
[erwachsene] Taufbewerber im Vorbereitungsunterricht. 2.
Konfirmand* bes. im ersten Jahr des
Konfirmandenunterrichts; <Zus.:> Katechumenenunterricht, der.
kategorial [katego'ria:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[tKategorie] (bildungsspr.): Kategorien betreffend; in, nach
Kategorien; Kategorie [katego'ri:].die; -. -n [...i:sn; lat. categoria
< griech. kategoria = Grundaussage]: 1. (Philos.) (nach
Aristoteles) eine der zehn möglichen Arten von Aussagen
über einen realen Gegenstand: Aussageweise. 2. (Philos.)
eines der Prädikainente der scholastischen Logik u.
Ontotogie. 3. (Philos.) einer der zwölf reinen Verstandesbegriffe
Kants, die die Erkenntnis u. die Erfassung von
Wahrnehmungsinhalten durch das Defiken erst ermöglichen. 4.
Gruppe, in die jmd. od. etw. eingeordnet wird; Klasse, Gattung;
einer K. angehören; jmdn. in eine K. einreihen. In. unter
eine K. einordnen; das gehört nicht in diese K.. zu dieser
K.; das fällt unter eine andere K.; er gehört nicht zu
dieser K. von Menschen, die Angst vor der eigenen
Courage bekommen; (auch abwertend:) diese K. Mensch war
mir schon immer zuwider; kategoriell [katego'rjjel] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (bildungsspr.): svw. t kategorial:
kategorisch [katego:riJ1 <Adj.; o. Steig.) [spätlat. categoricus
= zur Aussage gehörend]: keinen Widerspruch duldend;
mit Nachdruck u. bestimmt: eine -e Feststellung; -e
Behauptungen; er hat meinem Vorschlag ein -es Nein
entgegengesetzt; etw. k. fordern, ablehnen; -es Urteil (einfache, nicht
an Bedingungen geknüpfte Behauptung, z. B. A ist B); kate-
gorisieren [kategori'zi:ran] <sw. V.; hat) (bildungsspr.): etw.
nach Kategorien (4) ordnen, einordnen: Bei der Auswertung
dieses Tests wurden die Antworten kategorisiert in
aggressive und zurückhaltende Äußerungen (Noelle, Umfragen
77); <Abl.:> Kategorisjgnmg. die; -. -en.
Katen [ka:tn]. der; -s. - [aus dem Niederd.. Nebenf. von:
Kot(t)en. TKate] (landsch.): svw. TKate: Die Decke der
Wohnstube ist wie in allen Katen so auch im K. von
Wilhelm Stresow niedrig (Nachbar. Mond 6).
Katen-: ^brot, das: dunkles, grobes, kräftig schmeckendes,
flach einem besonderen Verfahren hergestelltes Brot;
^rauchmettwurst, -[rauch)wurst,die: grobe, nach einem
bestimmten Verfaliren geräucherte Dauerwurst; ^Schinken«
der: vgl. ^rauchmettwurst.
Katene [ka'te:nd], die; -, -n [lat. catena = Kette. Reihe]
<me/st PI.): Sammlung von Auslegungen der Kirchenväter
zu Bibelstellen; KatenoU [kateno'i.t]. das; -[eis. -e [zu lat.
catena = Kette u. griech. -oeides = ähnlich] (Math.):
Rotationsfläche, deren Meridiane Kettenlinien
(parabelähnliche Kurven) sind.
'Kater ['ka:t&]. der. -s. - [mhd. Katerte). ahd. kataro]: 1.
männliche Katze (la): ein schwarzer K.; er streicht um
sie herum wie ein verliebter K.; * dreimal schwarzer K.
(scherzh. Zauberformel; nach altem Volksglauben gehört
die Drei zu den sog. magischen Zahlen, ebenso gelten
Kater u. Katze, bes. mit schwarzem Fell, als Begleiter
von Teufel u. Hexen). 2. (Jägerspr.) männliches Tier von
Wildkatze u. Luchs.
*Kater [-], der; -s. - [aus der Studentenspr.. wohl volksetym.
Eindeutschung von t Katarrh] (ugs.): schlechte seelische
u. körperliche Verfassung nach [über]reichlichem Alkohol-
genuli: einen K. haben; ich wachte, stand mit einem
fürchterlichen K. auf; seinen K. spazierenführen (scherzh.;
versuchen, durch einen Spaziergang in frischer Luft das Befinden
zu bessern): Ü sein K. (durch ein schlechtes Gewissen
bewirkte Niedergeschlagenheit) darüber, daß er derselbe geblieben
ist (Frisch. Gantenbein 243).
Kgter- (^ater) (ugs.): -bummel, der: Morgenspaziergang
direkt im Anschluß an eine durchzechte Nacht, um wieder
etwas frisch zu werden; ^frühstück, das: kräftig gewürzte,
kleine Mahlzeit meist mit saurem Hering u. sauren Gurken
/als Frühstück], die nach reichlichem Alkoholgenuli den
Kater vertreiben soll; ^idee, die: nicht durchzuführende,
unsinnige, törichte Idee [die in einem nicht ganz nüchternen
Zustand entstanden ist]; ^Stimmung, die: svw. T2J(ater.
katexochen[kat|eksD'xe:n] <Adv.) [griech. kat* exochen. zu:
exoche = das Hervorragen]: schlechthin, im eigentlichen
Sinne: ... kann man mit Fug und Recht von einem
Lehrbuch k. sprechen (Eidenschink, Eis 8 [Vorwort]).
Katfisch l'kat-L der; -[e]s. -e [engl, catfish. zu: cat = Katze,
wegen der Kopfform od. wegen der Ähnlichkeit der
Rückgratknochen mit Katzenkrallen]: svw. tSeewolf; Katgut
[katgut].das; -s [engl, catgut = Darmsaite.eigtl. =
Katzendarm, aus: cat = Katze u. gut = Eingeweide] (Med.):
Faden für chirurgisches Nähen aus tierischem Darm
(ursprünglich aus Katzendarm) od. synthetischen Fasern, der
sich während des Heilungsprozesses im Körper auflöst.
Katharer ['ka:tare. auch: katare], der; -s. - Imlat. cathari
(PL), eigtl. = die Reinen, zu: catharus < griech. katharös
= rein] (meist PI.): Angehöriger einer streng asketischen
Sekte des Mittelalters; katharob [kata'ro:p] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [vgl. Katharobie] (Biol.): (z. B. von Gewässern)
nicht von Abfallstoffen verunreinigt; Katharobie [kata'ro:-
bfc]. die; -. -n <meist PI.) [zu giech. katharös = rein
u. bios = Leben]; Katharobiont [...robjpnt]. der; -en. -en
(meist PI.) [2. Bestandteil zu griech. biÖn (Gen.: bioüntos),
1. Part, von: biofln = leben] (Biol.): in sauberem, nicht
schlammigem Wasser lebender Organismus (Ggs.: Sapro-
bie); Katharsis [ka(:)tarzis. auch: ka'tarzis]. die; - [griech.
kätharsis = (kultische) Reinigung]: 1. (Literaturw.)
Läuterung der Seele von Leidenschaften als Wirkung des [ antiken]
Trauerspiels. 2. (Psych.) das Sichbefreien von seelischen
Konflikten u. inneren Spannungen durch emotionales
Abreagieren; kathartbch [ka'tartij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
die Katharsis betreffend: eine -e Wirkung [aus]üben.
Katheder [ka'te:dB]. das. auch: der; -s, - [mlat. cathedra
= Lehrstuhl. Bischofssitz < lat. cathedra < griech. kathe-
dra = Stuhl. Sessel]: [Lehrer[pult, Podium.
Katheder-: -blute, die (scherzh.): Stilblüte, ungewollt
komische Äußerung eines Lehrers; -Sozialismus, der: (Ende des
19.Jh.s auftretende) Richtung innerhalb der deutschen
Volkswirtschaftslehre mit sozialreformerischen Zügen, die
das Eingreifen des Staates in das soziale Leben forderte,
um die Klassengegensätze abzubauen; -Sozialist, der:
Vertreter des Kathedersozialismus; -Weisheit, die: nur aus
Büchern angelerntes theoretisches Wissen.
Kathedrale [kate'dra:b], die; -. -n[zu mlat. ecclesia cathedra-
lis = zum Bischofssitz gehörende Kirche, zu: cathedra.
tKatheder]: a) [erz]bischöfliche Hauptkirche (bes. in
England % Frankreich u. Spanien); b) große u. alte, künstlerisch
gestaltete Kirche: Ü Der dicke Wasserturm ist die K. für
das Stadtbild von Neu-Spuhl (Gaiser. Schlußball 30);
<Zus.:> Kathedralentscheklung. die: verbbidliche
Entscheidung des Papstes in Fragen der Glaubens- u. Sittenlehre
der katholischen Kirche. Kathedralglas, das: [buntes]
gegossenes, lichtdurchlässiges Glas mit unebener Oberfläche.
Kathepsin Dcat£'psi:n]. das;-s [zu griech. kathöpsein = (aus)-
kochen] (Biol.. Med.): Enzym, das Eiweißkörper spaltet.
Kathete [kate:td], die; -. -n [lat., cathetus = senkrechte
Linie < griech. käthetos (gramme). zu: kathienai =
hinablassen] (Math.): eine der beiden Seiten eines Dreiecks, die
die Schenkeides rechten Winkels bilden; vgl. Hypotenuse;
Katheter [ka'te:tB]. der; -s. - [lat. catheter < griech. kathe-
ter] (Med.): Röhrchen aus Metall, Glas, Kunststoff od. Gutn-
mi zur Einführung in Körperorgane (z. B. in die Harnblase),
um sie zu entleeren, zu füllen, zu spülen od. zu untersuchen:
einen K. durch die Harnröhre in die Blase einführen;
einen K. anlegen; katheterisieren [kateteri zi:ran] <sw. V.;
hat) (Med.): l.a) bei imdm. einen Katheter einführen: der
Arzt hat ihn sofort katheterisiert; b) einen Katheter in
ein Körperorgan einführen: die Harnblase k. 2. durch einen
Katheter Flüssigkeit (z.B. Urin) ableiten; Katheterismus
[katete'nsmus]. der; -. ...men (Med.): ungenaue Bez. für
Einführung eines Katheters; kathetern [ka'te:ten] <sw. V.;
hat): svw. tkatheterisieren; <Abl.:> Katheterung. die; -.
-en: das Kathetern; Kathetometer [kateto'me:tB], das; -s.
- [zu t Kathete u. t -meter]: Gerät zur Messung von
Höhenunterschieden od. vertikalen Verschiebungen.
91 GDW
1441
Kathode
Kaftode, (fachspr. auch:) Katode [ka to:do]. die; -, -n [engl.
kathode < griech. käthodos = Hinabweg, zu: katä =
herab.abwärts u. hodös = Weg; von Faraday (vgl. Farad)
1834 eingeführt! (Physik): negative Elektrode. Minuspol
(Ggs.: Anode).
Kathoden-, (fachspr. auch:) Katoden- (Physik): -fall, der:
SpannwiKsabjall an der Kathode; -strahl, der (meist Pl.>:
Elektronenstrahl, der von der Kathode ausseht, dazu:
-Strahloszillograph, der: Gerät, das auf einem Bildschirm
Formen von elektrischen Schwingungen anzeigt;
-Zerstäubung, die: Bildung feinster Schichten von Metall auf der
Anode durch Atome, die sich von der Kathode im
Hochvakuum gelöst haben.
kathodisch, (fachspr. auch:) katodisch <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.> (Physik): die Kathode betreffend; an der Kathode
erfolgend; Kathodophon [katodoTo:n], das; -s. -e [zu t
Kathode u. t-phon] (früher): Gerät zur Umwandlung von Schall
in elektrischen Strom.
Kathole [ka'to:b].der; -n. -n [zu t katholisch (2)] (ugs.
abwertend): Katholik; vgl. Evangele; Katholik [kato'li:k, auch
...likl. der; -en. -en [zu t katholisch (2)1: Angehöriger der
katholischen Kirche u. ihrer Lehre; <Zus.:> Katholikentag,
der: Generalversammlung der Katholiken eines Landes;
Katholikin, die; -. -nen: w. Form zu tKatholik; Katholikos
flcatolikos], der; - [griech. katholikos]: Oberhaupt einer
unabhängigen orientalischen (z. B. der armenischen)
Nationalkirche; katholisch [kato:liJ] <Adj.; o. Steig.) [kirchenlat.
catholicus < griech. katholikos = das Ganze, alle
betreffend; allgemein] (christl. Rel.): 1. (von der Kirche Christi)
allgemein, [die ganze Erde/ umfassend: -e Briefe (an die
Allgemeinheit, nicht an bestimmte Empfänger gerichtete neu-
testamentliche Briefe der Apostel). 2. sich zu einer
christlichen Kirche u. ihrem Glauben bekennend, die beansprucht,
alleinseligmachend zu sein. u. die das Dogma der
Unfehlbarkeit des Papstes, ihres als Stellvertreter Christi eingesetzten
Oberhauptes, vertritt: ein -er Geistlicher; die -e Kirche;
er ist k.; Katholische Aktion (Laienbewegung in
kirchlichem Auftrag, die katholisches (2) Gedankengut im
weltanschaulichen, sozialen u. politischen Bereich verbreitet);
<subst.:> die Katholischen (ugs.; Katholiken)', Abk.: kath.;
katholisch-apostolisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Rel.):
der Sekte der Irvingianer angehörend; katholisieren flcatoli-
zi:ron] <sw. V.; hat): für die katholische (2) Kirche
gewinnen; Katholizismus [katoli'&ismos], der; -: Geist u. Lehre
des katholischen (2) Glaubens; Katholizitit [katolitßi'te:t].
die; -: Rechtgläubigkeit im Sinne der katholischen Kirche.
Kathoiyt, (fachspr. auch.) Katolyt [katoly:t], der; -s u. -en.
-ein] Kurzwort aus 1 Kathode u. ]E\cktwlyt] (Physik): der
bei Verwendung von zwei getrennten Elektrolyten im Raum
der Kathode befbidliche Elektrolyt.
katilinarisch [katilina:rif; nach dem röm. Verschwörer Cati-
lina (etwa 108-62 v.Chr.)] in der Fügung -e Existenz
(bildungsspr. veraltend; heruntergekommener, zu
verzweifelten Schritten neigender Mensch, der nichts mehr zu
verlieren hat).
Kation [katioin], das; -s. -en [ka'üoinan; zu griech. katä
= herab, entlang u. tlon] (Physik): positiv geladenes Ion.
das bei der Elektrolyse zur Kathode wandert.
Kätner CkeitnB], der; -s. - [TKate]: Bewohner einer Kate.
Katode usw.: t Kathode usw.
katogen [kato'ge:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
kätö = nach unten u. t-gen] (Geol.): (von der Ablagerung
der Sedimentgesteine) von oben nach unten entstanden; kato-
halin [katoha'li:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
kätö = nach unten u. hals (Gen.: halös) = Salz] (Geogr.):
(von Meeren) im Salzgehalt nach der Tiefe zunehmend.
Katolyt: tKathoiyt.
katonisch [ka'to:niJ; nach dem für seine Sittenstrenge
bekannten röm. Zensor Cato (t46 v.Chr.)] in der Fügung
-e Strenge (bildungsspr. veraltend; hart strafende Unnach-
giebigkeit).
Katoptrflc [katoptrik]. die; - [griech. katoptrike (episteme)
= im Spiegel zurückgeworfene Strahlen betreffende
Lehre)] (veraltet): Lehre von der Reflexion des Lichts; <Abl.:>
katgptrisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (veraltet).
katotherm [kato'term] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) Izu griech.
kätö = nach unten u. thermös = warm] (Geogr.): (von
der Wärmeschichtung der Seen u. Meere) in der Temperatur
nach der Tiefe zunehmend; Katothermie [...ter'mi:], die;
-: nach der Tiefe zunehmende Temperatur.
katschen ['katjn]. katschen ['ket/ni <sw. V.: hat) [wohl
lautm.] (landsch.): schmatzend kauen.
Kitscher ['keÜBl: tKescher.
Kattanker [kat-]. der; -s. - [aus dem Niederd.. zu: Katt
= kleiner, mit mehreren scharfen Haken versehener
Anker, eigtl. = Katze, wohl nach den an die Krallen von
Katzenpfoten erinnernden Haken] (Seemannsspr.): der
vordere der beiden Anker beim Ankern mit zwei hintereinamler-
liegenden Ankern an einer Kette; karten [kata] <sw. V.;
hat) [aus dem Niederd.. zu: Katt. vgl. Kattanker]
(Seemannsspr.): [den Anker] hochziehen.
Kattun Dca'tu.n]. der; -s. -e [niederl. kattoen < arab. qu(un
= Baumwolle; vgl. Cotton]: 1. Gewebe aus Baumwolle,
das sehr fest gewebt ist. 2. *K. kriegen (Soldatenspr.; unter
schwerem Beschuß stehen; erw. abbekommen; H.u.):
Allmählich merken wir. daß wir K. kriegen (Remarque.
Westen 165); es gibt K. (Soldatenspr.; es gibt schweres
Artilleriefeuer i u. es wird massiv angegriffen]; H.u.).
Kattun- (Kattun 1): -druck, der: Kattun mit aufgedruckten
Mustern; -kleki, das; -vorhang, der.
kattunen <Adj.: o. Steig.; nur attr.): aus Kattun: eine -e
Tischdecke.
Katz [kaj^]. die: svw. tKatze in den Wendungen K. und
Maus [mit imdm., miteinander] spielen (ugs.; jmdn. hinhalten
u. über eine [letztlich doch für ihn negativ ausfallende]
Entscheidung im unklaren lassen; nach dem Spiel, das die
Katze mit der gefangenen Maus zu treiben scheint, bevor
sie sie frißt); für die K. sein (salopp; umsonst, vergebens
sein, nichts nützen; der Katze warf man das hin, was nichts
wert war. was nichts taugte): alle Mühe war für die K.
katz-, Katz-: >bateen <sw. V.: hat) [wohl nach dem Spiel
der Katzenmutter mit ihren Jungen] (ugs.): sich raufen:
Sie katzbalgten sich wie kleine Jungen, aber mit der
Verzweiflung erwachsener Männer (Th. Mann. Zauberberg
951). dazu: -batoerei, die (ugs.); -buckelei [-bokd'l^i]. die;
- (abwertend): das Katzbuckeln; -buckeln <sw. V.; hat)
[der dienstfertig gekrümmte Rücken wurde mit dem Buk-
kel. den Katzen häufig machen, verglichen u. galt als
Zeichen von Unterwürfigkeit u. Schmeichelei] (abwertend):
sich unterwürfig zeigen.
Kätzchen [ketß^n], das; -s. - [4: spätmhd. ketzgin. nach
den weichen u. wolligen Blütenhaaren, die mit jungen
Katzen verglichen werden]: 1. tKatze da. 2). 2. (ugs.)
weibliche Person (in ihrer Eigenschaft als Partnerin.
Freundin o.a.): auf der Nonnenstraße, wo uns die K. kannten,
hatte eine Freundin ... mir für fünf Minuten ihren Platz
in der Haustür abgetreten (Lynen. Kentaurenfährte 158);
entlaufenes K. (salopp; ehemalige Freundin)', gestiefeltes
K. (salopp; Prostituierte, die sich auf Schuhfetischisten
spezialisiert hat). 3. (salopp) Vulva. 4. (meist PI.) Blütenstand
der Birke, der Erle, des Haselstrauches u. a.
Kftzdien- (Kätzchen 4): -bäum, der: Baum, der Kätzchen
als Blüten hat; -blute, die; -blütler, der (Bot.): Kätzchen
tragender Baum od. Strauch; -zweig* der: Zweig eines
Kätzchenbaumes.
Katze l'katßs], die; -. -n [mhd. katze. ahd. kazza; viell.
aus dem Nordgerm, (urspr. Lockruf) od. aus einer nord-
afrik. Sprache, vgl. nubisch kadls = Katze; 4: viell. wegen
der länglichen Form, die einem sich anschmiegenden
Katzenkörper ähnelt od. nach der in der Mythologie
häufigen Darstellung der Katze als Hüterin von Schätzen]:
l.a) <Vkl. tKätzchen) sich geschmeidig u. lautlos
bewegendes, vor allem Mäuse fangendes kleines Haustier mit
schlankem Körper, gedrungenem Kopf mit kurzen, spitzen,
stehenden Ohren, seidigem, weichem Fell, scharfen Zähnen,
einziehbaren Krallen u. Augen, die auch in der Dunkelheit
hervorragend sehen: eine graue, getigerte, wildernde,
herumstreunende, zugelaufene K.; die K. putzt sich, leckt
sich, schnurrt, spielt, kratzt, faucht, miaut, macht einen
Buckel; die K. hat einen Vogel gefangen; jmd. ist falsch,
zäh wie eine K.; sie spielt mit ihm wie die K. mit der
Maus; R das hat die K. gefressen (salopp; das ist spurlos
verschwunden, u. niemand weiß, wann u. wie)\ da beißt
sich die K. in den Schwanz (das ist ein Fall, bei dem
sich Ursache u. Wirkung wechselseitig bedingen); das trägt
die K. auf dem Schwanz fort (das ist eine unbedeutende
Kleinigkeit): Spr die K. läßt das Mausen nicht (alte
Gewohnheiten kann man sich nicht abgewöhnen); in der Nacht
sind alle -n grau (in der Dunkelheit kann man kaum
Einzelheiten unterscheiden, deshalb fallen Besonderheiten nicht
1442
Kauauf); wenn die K. aus dem Haus ist. tanzen die Mäuse
[auf dem Tisch] (jmd.. der gewöhnt ist. beaufsichtigt zu
werden, nützt die Freiheit voll aus, wenn er einmal ohne
Aufsichtsperson ist); *der K. die Schelle umhängen (ugs.;
einen gefährlichen od. unangenehmen Auftrag ausführen,
aus dem auch noch andere einen Nutzen ziehen; nach einer
Tierfabel, in der die Mäuse beschließen, der Katze eine
Schelle umzuhängen, damit sie sie rechtzeitig hören
können); imdm. die K. den Buckel hinauflasen (Schweiz.; jmdm.
angst fnachen; wohl nach der Vorstellung, daß es äußerst
unangenehm ist. wenn einem eine Katze auf den Rücken
springt); [die beiden folgenden Wendungen beziehen sich
wohl auf den im Volksbuch von Till Eulenspiegel erzählten
Schwank von der Katze im Sack, die einem Gutgläubigen
als Hase verkauft wird:] die K. aus dem Sack lassen (ugs.;
eine Absicht, einen Plan, den maßt bisher absichtlich
verschwiegen hat, durch eine Äußerung [unbeabsichtigt]
anderen zur Kenntnis bringen): die K. im Sack kaufen (ugs.;
etw. kaufen, ohne sich vorher von dessen Güte od.
Zweckmäßigkeit überzeugt zu haben): K. und Maus [mit jmdm.,
miteinander] spielen (ugs.; TKatz); um etw. herumgehen wie die
K. um den heißen Brei (ugs.; sich nicht trauen, über eine
als unangenehm empfundene Sache mit jmdm. zu sprechen):
b) weibliche Katze da); c) (Jägerspr.) weibliches Tier
von Wildkatze, Luchs u. Murmeltier. 2. <Vkl. TKätzchen)
Mädchen, Frau, die bestimmte Eigenschaften, bes. das
Schmeichlerische u. Anschmiegsame einer Katze (1 a) hat:
sie ist eine kleine, gefährliche K.; Die Thibaut (= ein
Dienstmädchen)! Die kleine K. mit ihren Schlitzaugen
und dem galligen Teint (Fallada. Herr 15). 3. (derb) Vulva:
Angesichts des frischen Grabes ... ließ sie es geschehen,
daß man ihren Rock öffnete und ihre arme, teilnahmslose
K. anfaßte und drückte (Genet [Übers.). Totenfest 153).
4. (landsch.. sonst veraltet) Geldbeutel: vgl. Geldkatze.
5. (landsch.. sonst veraltet) Rammbock. 6. 'neunsdiwfinzise
K. (Seemannsspr.; Peitsche aus neun Tauenden od. neun
ledernen Riemen, die jeweils einen Knoten haben):
Unbarmherzig klatscht die ..neunschwänzige Katze'* auf den
nackten Rücken des Seemanns (Hörzu 20. 1973. 20).
Katzeimacher ['katßl-1. der; -s. - [urspr. Bez. für
eingewanderte ital. Handwerker, die Küchengeräte, bes. Löffel,
herstellten, zu mundartl. Gatz(el) = Schöpfkelle < venez. cazza
= Zinnlöflel < spätlat. cattia] (österr. ugs. abwertend):
Italiener: Ei nichts, antwortete sie. Gar nichts. Redensarten
wie sie bei den -n üblich sind (Dessauer. Herkun 159).
kotzen-, Kftzen-: -auae, das: I. Auge einer Katze: Ü Sie
ist ... auch schön oder doch attraktiv, mit üppig stolzem
Mund und weiten, goldgrün phosphoreszierenden -n (K.
Mann. Wendepunkt 424). 2. (ugs.) Rückstrahler am
Fahrrad od. Auto. 3. (Mineral.) bräunliches od. graugrünes
Mineral, das durch parallel eingelagerte Fasern aus Asbest Licht
reflektiert; ^bär, der [nach der Ähnlichkeit mit einer
Katze]: svw. t Panda; -blick, der [die Katze gilt oft (irrtümlich)
als falsch! (ugs. abwertend): Blick voll Falschheit; -brut,
die (derb abwertend): die Jungen einer Katze; - bücke I,
der: 1. leicht vorwärts gebeugter Rumpf mit nach oben
durchgedrücktem Rücken, ähnlich dem der Katze, bevor
sie sich streckt: einen K. machen. 2. (Gymnastik) Übung,
bei der man im Hockstütz die Hände dicht vor od. neben
die Fußspitzen stützt u. die Knie streckt, so daß der Rumpf
einen nach oben gewölbten Bogen bildet; -dreck, der: 1.
(ugs.) Kot der Katze. 2. etw. Wertloses; eine Kleinigkeit
ohne besonderen Wert: so eine Anschaffung ist kein K.;
^fell, das: Fell der Katze: ein K. soll gut gegen Rheuma
sein; -ficken (vulg.): f ^machen; -floh, der: Floh, der auf
Katzen lebt; ^frett, das [weil das Tier früher zum
Mäusefang verwendet wurde): geschickt kletternder Kleinbär der
Wähler Nordamerikas u. Mexikos mit einem dem Fuchs
ähnlichen Gesicht, großen Ohren u. buschigem Schwanz;
-freundlich <Adj.; o. Steig.): nach außen hin betont
liebenswürdig, seine wahren Gedanken aber verbergend; von
besonderer, aber nicht echter Freundlichkeil: meine Wirtin ist
mir zu k.. dazu: -freundlichkeit, die: -Besicht, das: U Das
... K. des Obersten Carras mit den grünen Augen drehte
sich im Kreise (Plievier. Stalingrad 219); -gleich <Adj.;
o. Steig,): einer Katze entsprechend, wie eine Katze; -gold,
das [eigtl. = falsches Gold. vgl. Katzenblick] (ugs.): 1.
rötlichgelbe, metallisch glänzende Verwitterungsprodukte
verschiedener Mineralien. 2. goldgelber Pyrit; ^hai, der
[nach dereinem gefleckten Katzenfell ähnlichen Zeichnung
der Haut): kleiner, schlanker Hai mit gefleckter Haut, der
als Speisefisch geschätzt wird; -iammer, der [aus der Stu-
dentenspr.. anspielend auf die an Wehklagen erinnernden
Laute der Katze, bes. in der Paarungszeit] (ugs.): 1. mit
der Ernüchterung einhergehende Niedergeschlagenheit nach
einem Rausch, nach Ausschweifungen: am nächsten Morgen
kam der große K.; Ü der K. (die depressive, niedergedrückte
Stimmung nach einem Versagen, Mißerfolg o. ä.) der
Opposition nach der verlorenen Wahl; -konzert, das: vgl. ^mu-
sik; -köpf, der [1: viell. wegen der Härte des Schlages
auf Katzenkopf 2 anspielend; 2: das Gestein ist so hart,
daß beim Brechen die Stücke nicht kleiner als ein
Katzenkopf sind] (ugs.): 1. kurzer, kräftiger Schlag mit der Hand
auf den / Hinter Jkopf. 2. einzelner Stein des
Kopfsteinpflasters, dazu, -koplpflaster, das (ugs.): Kopfsteinpflaster;
-kraut, das [1: weil Katzen dem Geruch des Krautes gerne
nachlaufen sollen; 2: zur Kennzeichnung der
minderwertigeren Art beim Vorkommen verwandter Pflanzen, vgl.
Hundskamille]: 1. svw. f Baldrian (1). 2. svw. Nminze;
-machen in der Wendung etw. geht wie's K. (derb; etw.
läßt sich schnell u. ohne große Mühe durc/iführen,
beansprucht nicht viel Zeit): -minze, die: gelblich- od. rötlichweiß
blühemies Kraut, das auch als Zierpflanze kultiviert wird;
-musik, die [aus der Studentenspr.] (ugs. abwertend):
mißtönende Musik mit Disharmonien u. jaulenden Tönen;
-pfötchen, das [3: nach der Ähnlichkeit der Behaarung
der Blätter mit dem weichen Fell der Katzenpfote]: 1.
Vkl. von Npfote (1). 2. (Seemannsspr.) svw. Npfote (2).
3. niedrige, auf der Heide u. in trockenen Wäldern wachsende
strauchartige Pflanze mit silbrig behaarten Blättchen u.
rosafarbenen (xl. gelblichweißen, Dolden bildenden Blüten; ^pfo-
te, die [2: viell. weil die weißen Schaumkronen auf dem
graugrünen od. blauen Wasser an die oftmals helleren
Zehen der Pfoten von dunklen Katzen erinnern]: 1. Pfote
der Katze. 2. (Seemannsspr.) leichte, flüchtige Kräuselung,
die sich auf glattem Wasser zeigt, sobald eine Brise
aufkommt; -silber, das [vgl. Katzengold]: silbrig verwitternder
Glimmer; -sprung, der: I. geringe Entfernung: das war
nur ein K.; bis zu ihm. [bis] nach Frankfurt ist es von
uns nur ein K.; sie wohnen einen K. von hier. 2. (Turnen)
Grätsche am Langpferd, bei der die Beine um die stützenden
Arme herum zum anschließenden Hockstand od.
Niedersprung gegrätscht werden; -tisch, der [urspr. scherzh. Bez.
für den Fußboden, erst später Bez. für einen (niedrigen)
Tisch, an dem geringere Gäste sitzen, dann Kindertisch]
(ugs. scherzh.): kleiner, etw. abseits einer / Festjtafel
stehender Tisch, an dem die Kinder sitzen: Ü Unter dem Druck
des Ultimatums kam 1959 die Außenministerkonferenz
in Genf zustande, an der beide Deutschlands, am K.
sitzend, teilnahmen (Dönhoff. Ära 101); -wasche, die [die
Katze säubert sich scheinbar nur durch schnelles Ablecken
ihrer Pfoten u. ihres Felles] (ugs.): kurzes, oberflächliches
Sichwaschen; K. machen; Noch völlig verdöst, torkelte
ich nach einer K. die Treppen hinunter (Kantorowlcz,
Tagebuch I. 367); -zunge. die: 1. Zunge der Katze. 2.
aus Schokolade hergestellte kleine Süßigkeit, die flach,
länglich u. an beiden Enden, ähnlich der Zunge einer Katze,
breiter werdend abgerundet ist.
k^tzenhaft <Adj.; o. Steig.): wie eine Katze; einer Katze
ähnlich: Jede der -en Bewegungen ihres geschmeidigen
Körpers zeugte von unbändiger Wildheit (Cotton. Silver-
Jet 6); Kätzin [ketßin]. die; -. -en (selten): weibliche Katze.
Katzoff l'katpf). KatzufT [katsofl. der; -s. -s [gaunerspr..
zu jidd. kazöwe. katzew < hebr, qzzzqv = jüd. Fleischer.
Schächter] (landsch.): Fleischer.
Kau-: Mikt, der: Vorgang des Kauens; -apparat. der (Med.):
alle beim Kauen beteiligten Organe u. Gewebe; -bewegung.
die; -fläche, die: breite Oberseite eines Backenzahns; -aim-
mi. der, auch: das; -s. -s: beim Kauen weich u. gummiartig
werdende Masse mit erfrischendem Frucht- oder
Pfefferminzgeschmack: K. kauen, dazu: -gummiblase, die;
-knochen, der: meist aus Tierhaut bestehende
Nachbildung eines Knochens, eines Hausschuhs o.a. für
den Hund zum Herumkauen u. Spielen; -maaen,
der: Teil des Verdauungsapparates bei manchen Tieren, in
dem die Nalirung zerkleinert wird; -muskel, der (Med.):
Muskel, mit dem beim Kauen der Kiefer bewegt wird; *»ta-
bak.der: rollen-. Stangen- od. würfelförmig gepreßter, stark
gesoßter Tabak zum Kauen; Priem: Er zog an seinem K.
und spie den braunen Saft energisch zwischen seine Füße
91 •
1443
kaubar
(Marchwitza. Kumiaks 11); -Werkzeug <PI.) (Biol.): zum
Kauen dienende Organe. Beißwerkzeuge.
kaubar ['k^barg] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich kauen
lassend: eine -e Masse.
kaudal [k^i'da:!] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. cauda = Schwanz.
Schweif): 1. (Med.) nach dem unteren Körperende od. nach
dem unteren Ernte eines Organs zu gelegen. 2. (Biol.) in
der Schwanzregion gelegen.
Kauder ['k«id«]. der; -s. - [H. u.l (südd.): 1. Werg. 2.
(veraltet) Abfall.
kaudern [k^idcnl <sw. V.; hat) [urspr. = wie ein Truthahn
kollern, wohl lautm.] (veraltet, noch landsch.):
unverständlich sprechen: ... wenn er ... von ihm nur als von einem
alten Esel und kaudernden Trunkenbold gesprochen hätte
(Th. Mann. Zauberberg 797); kauderwelsch < Adj.; o. Steig.)
[unter Einfluß von mundartl. kaudern = plappern aus
kaurerwelsch. d.h. welsch ( = romanisch,d. h.
unverständlich), wie in Kauer (= tirol. für Chur in Graubünden)
gesprochen wirdl: (vom Sprechen) aus mehreren Sprachen
gemischt u. daher unverständlich: -es Zeug reden; k. reden;
denn ich spreche ihnen zu rasch und sie mir zu k. (Th.
Mann. Buddenbrooks 210); Kauderwelsch, das; -[s]: a) aus
mehreren Sprachen gemischte, unverständliche Sprache.
Sprechweise: ein fürchterliches, unverständliches K.; er
sprach ein K. aus Deutsch und Englisch: b) auf Grund
von zu vielen Fremdwörtern. Fachausdrücken o.a.
unverständliche od. schwerverständliche Ausdrucksweise: sein
juristisches K. kann niemand verstehen: kauderwelschen <sw.
V.; hat): kauderwelsch reden: er kauderwelschte
fürchterlich; kauderwelschende Ausländer.
kaudinisch Ikap dl:nij]: tJoch (1).
Kaue ['k^psl. die: -. -n [mhd. kouwe = Schachthäuschen
< lat. cavea. tKäfig] (Bergmannsspr.): 1. Gebäude über
der Schacht Öffnung eines Bergwerks. 2. Wasch-u.
Umkleideraum der Bergleute: Waschkaue.
kauen [k^pdn] <sw. V.; hat) [mhd. (md.) küwen; mhd.
kiuwen. ahd. kiuwan. erhalten in ..wiederkäuen'1!: l.a)
[Eßbares] mit den Zähnen o. ä. zerkleinern: gut. gründlich,
langsam k.; man soll jeden Bissen dreißigmal k.: mit.
auf vollen, beiden Backen k. (ugs.; den Mund sehr voll
haben u. kauen): sie kaute das Brot, das Fleisch; die Kinder
kauten Kaugummi: den Wein k. (den Geschmack unter
Kaubewegungen prüfen): kauende Mundwerkzeuge
(Fachspr.; zum Kauen bestimmte Mundwerkzeuge): R gut
gekaut ist halb verdaut; Ü die Worte k. (langsam,
schwerfällig sprechen); *hoch k. (ugs.; mit Widerwillen essen): b)
etw. lange u. mühevoll mit den Zähnen zu zerkleinern suchen:
ewig an einem zähen Stück Fleisch k.; U an einem Problem,
an einer Aufgabe k. (ugs.; Schwierigkeiten mit der
Bewältigunghaben): Und da kündige ich Ihnen vorsorglich, wissen
Sie. da haben Sie zu k. dran während der Fahrt (Fallada.
Mann 63). 2. an etw. nagen, knabbern: am. auf dem Bleistift,
an den Fingernägeln k.; er kaute nervös auf den. an den
Lippen; Er schwieg und kaute verbissen an seinem Halm
(Schnurre. Bart 101); *[die] Nägel k. (gewohnheitsmäßig
die Fingernägel abkauen). 3. (vulg.) svw. tabkauen (3).
kauern fk^JBn] <sw. V.: hat) [aus dem Niederd. < mnie-
derd. küren = lauern, urspr. = sich bücken, sich ducken,
gekrümmt dasitzen]: 1. in gekrümmter Haltung mit
angezogenen Knien sitzen: reglos am Boden, hinter einem Busch
k.; Bettler kauerten auf den Treppenstufen; sie kauerte
Jetzt ganz still (Hagelstange. Spielball 152); U das Dorf
kauert in der Talsenke. 2. <k. -h sich) sich niederhocken,
ducken [um sich zu verstecken]: sich hinter einen Busch
k.; der Hase kauert sich in die Ackerfurche; Hortense.
in einen Sessel gekauert, zog den Zettel zu sich herüber
(Langgässer. Siegel 416); Ü ein windschiefer Schuppen
kauerte sich an die Hauswand; <Zus.:> Kauerstart, der
(Leichtathletik): Start aus einer kauernden Haltung;
Kauerstellung, die: kauernde Körperstellung.
Kauf [kayf). der; -[eis. Käufe ['k^yfe; mhd.. ahd. kouf;
urspr. = Handel. Vertrag. Geschäft): 1. das Kaufen: ein
guter, günstiger, vorteilhafter K.: der K. eines Autos: ein
K. auf Raten. Kredit; ein K. auf. zur Probe; einen K.
abschließen, tätigen, rückgängig machen; von einem K.
zurücktreten: jmdn. zum K. ermuntern, veranlassen; das
Grundstück steht zum K. [aus]; Jmdm. etw. zum K.
anbieten; *etw. in K. nehmen (sich mit Unannehmlichkeiten,
Nachteilen im Hinblick auf andere Vorteile abfinden):
materielle Einbußen in K. nehmen; die mit der Sache
verbundenen Risiken in K. nehmen; (ugs. auch:) Jmdn. in K. nehmen
(sich mit der als unangenehm, lästig empfundenen
Anwesenheit von jmdm. abfinden): leichten -s (geh.. veraltend; mit
nur geringem Schaden): diesmal ist er leichten -s
davongekommen. 2. etw.. was man gekauft hat: das Kleid war
ein günstiger K.: den gestrigen K. wieder umtauschen.
kauf-« Kauf-: -anreiz, der. -auftrage der: Auftrag an jmdn..
etw. zu kaufen: der Bank einen K. geben; -betrag, der:
vgl. -summe; -baykott, der: das Boykottieren des Kaufs
einer Ware; abrief, der: Urkunde über den Kaufeiner Sache;
-ehe, die (Völkerk.): svw. t-heirat; Entscheidung, die
(Werbespr.): jmdm. die K. erleichtern; Entschluß, der
(Werbespr.): der Preis ist ein Kriterium für den K.; -fahrer,
der (veraltet): Handelsschiff; -fahrteischiff, das [niederd.
koopvaardijschip] (veraltet): Handelsschiff; -frau, die:
Frau, die im Hatulelsregister als selbständige
Handeltreibende eingetragen ist; -freude, die: vgl. -lust; -gegenständ,
der: svw. t^objekt; -geW, das (veraltet): svw. t^summe;
-sesuch, das: Annonce. Anzeige o.a.. mit der man eine
bestimmte Sache zu kaufen sucht; -halle, die:
eingeschossiges Kaufliaus; -handlung, die (DDR): Musterausstellung
von Herstellerbetrieben, auf der Aufträge
entgegengenommen werden; -haus, das: großes, oft mehrstöckiges Geschäft
des Einzelhandels, in dem Waren aller Art verkauft werden:
im K. einkaufen, dazu: -hausdetektiv, der: von einem
Kaufhaus angestellter Detektiv, der die Kunden beobachtet u.
Diebstähle verhindern od. anzeigen soll; -heirat, die
(Völkerk.): Form der Heirat, bei der der Bräutigam eine
bestimmte Summe an den Vater der Braut zahlen muß; ^hen\ der
(veraltet): Handelsherr; -Interesse, das: für diese Ware
besteht nur geringes K.: -kraft, die (Wirtsch.): 1. Wert
des Geldes, einer Währung in bezug auf die Menge der
Waren, die man dafür kaufen kann: die K. der D-Mark
ist gestiegen. 2. jmds. Vermögen. Waren. Dienstleistungen
o.a. zu bezahlen; Zahlungsfähigkeit: eine Steigerung der
Löhne erhöht die K. der Arbeitnehmer, dazu: -kräftig
<Adj.; nicht adv.): über [ viel] Geld verfügend;
zahlungskräftig: -e Kunden, -kraftparität, die (Wirtsch.): Verhältnis
zwischen zwei Währungen, gemessen an ihrer Kaufkraft
(1); -laden, der: 1. (veraltend) (kleiner] Laden. Geschäft:
Am Straßenende spiegelten sich Felder im Schaufenster
eines -s (Strittmatter. Wundertäter 222). 2. kleine
Nachbildung eines [ Lebensmittel]ladens als Kinderspielzeug: die
Kinder bekamen zu Weihnachten einen K.: -kist, die:
Neigung. Bereitschaft, etw. zu kaufen (Ggs.: ^unlust):
Sonderangebote wecken die K.. dazu: -lustig <Adj.; nicht
adv.) (Ggs.: ^unlustig): Vor so viel Pracht werden viele
Erwachsene k. (DM 49.1965. 69); <subst.:> zur EröfTnung
des neuen Geschäftes kamen viele Kauflustige; -mann,
der <P1. -leute): 1. jmd.. der (eine kaufmännische Lehre
abgeschlossen hat u.J beruflich Handel, Kauf u. Verkauf
betreibt: ein guter, schlechter, geschäftstüchtiger K.; seine
Vorfahren waren alle Kaufleute; er lernt K. (macht eine
kaufmännische Lehre); er verdient sein Geld als
selbständiger K. 2. (veraltend, noch landsch.) Besitzer eines
Kaufladens (1): zum K. gehen und Mehl holen, dazu: -männisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. den Beruf des Kaufmanns
betreffend: -es Rechnen; -e Buchführung; er ist -er
Angestellter; sie macht eine -e Lehre. 2. in der Art eines Kauf-
niqnns; das Kaufen u. Verkaufen betreffend: -es Geschick;
er hat große -e Erfahrung; der -e Leiter eines Betriebes;
k. begabt sein, -mannschaft, die [mhd. koufmanschaft.
augh = Handelsware]: Gesamtheit der Kaufleute: ...
worüber sich die einheimische K. ehrlich freute (Kirst. 08/15.
27). -mannsdeutsch, das: vgl. -mannssprache. -mannsge-
hilfe. der: jmd.. der nach abgeschlossener kaufmännischer
Lehre eine Prüfung abgelegt hat; Handlungsgehilfe, -mams-
gebt, der: für Kaufleute typische od. notwendige geistige
Fähigkeiten. Gesinnung: hanseatischer K.. -mannsgiMe, die
(hist.): Gilde der Kauf leute. -maimsladen, der: svw.
t-laden, -maimssprache, die: Fachsprache der Kaufleute.
-manrastand, der (veraltend): Berufsstand der Kaufleute;
-neigung. die: Neigung, etw. zu kaufen; -Objekt, das;
Gegenstand. Sache, die gekauft werden kann; -order, die <P1.
-s> (Bankw.): Order, eine Aktie o. ä. zu kaufen:
Investmentfonds waren mit größeren -s im Markt (Welt 1. 11. 74.
1); -preis, der: Preis, den man für eine Ware bezqhlpn
muß; -Schilling, der (veraltet): a) svw. Ksumme; b) Aftzqh-
lung; -stein,der: svw. tTalon (2c); -summe, die:
Geldsumme, die man für eine Sache bezahlen muß; Minlust, die:
1444
Kausalis
mangelnde Neigung, etw. zu kaufen (Ggs.: ^lust). dazu:
Minlustig <Adj.: nicht adv.) (Ggs.: -lustig); -verhalten,
das: Bei normalem K. hätten die Eier im 1. Quartal 1974
wesentlich teurer sein müssen (MM 26. 4. 74.6); -vertrag,
der: Vertrag, der zwischen Verkäufer u. Käufer geschlossen
wird; ^wert, der: Wert einer Sache beim Kauf; ^zwang,
der: Zwang, eine Sache zu kaufen; dieses Buch kann man
sich ohne K. zwei Wochen zur Ansicht schicken lassen.
kaufen [k&ifnl <sw. V.; hat) [mhd. koufen. ahd. koufon.
zu lat. caupo = Wirt. Händler od. zu spätlat. cauponäri
= verhökern, verschachern]: l.a) etw. gegen Bezahlung
erwerben; etw. billig, günstig, zu teuer, fast umsonst k.:
ein Auto, ein Haus. Lebensmittel k.; sich. jmdm. einen
Mantel k.; ich muß noch ein Geschenk für meine Freundin
k.; auf Raten. Abzahlung, (ugs.:) Stottern. Pump k.: etw.
aus zweiter Hand (gebraucht) k.: etw. für viel, teures
Geld k.; (veraltend:) etw. um viel Geld, um zehn Pfennig
k.; diese Marke wird viel, gern gekauft (ist beliebt); R
dafür kaufe ich mir nichts, kann ich mir nichts k. (ugs.;
damit kann ich nicht viel atifangen, das nützt mir nichts):
was kaufe ich mir dafür? (ugs.: was nützt mir das?): Ü
auch für die Bewunderer des Schattenreiches, die ihre
Lebensvorstellungen im Kino kaufen (Koeppen, Rußland
191): Sich (Dativ) jmdn. k. (ugs.; jmdn. bei nächster
Gelegenheit zur Rede stellen, zurechtweisen): Und Jetzt wollen
wir uns mal den Heini von der Infanterie kaufen (Kirst.
08/15. 455); den Burschen kaufe ich mir schon noch!;
b) einkaufen: im Supermarkt, nur im Fachgeschäft k.;
in diesem Laden kaufe ich nicht mehr. 2. (ugs.) bestechen;
einen Beamten k.; die Zeugen waren alle gekauft: Keiner
gestand sich ein. daß es hier nur darauf abgesehen sei,
die ganze deutsche nationalgesinnte Intelligenz zu k. (Nie-
kisch. Leben 211): kjufcnswert <Adj.; nicht adv.): (als
Ware) so beschaffen, daß sich ein Kauf lohnt; Käufer
['kjyfel. der: -s. - [mhd. koufer. keufer. ahd. choufari]:
jmd.. der etw. kauft, gekauft hat: ein kritischer, scharf
rechnender K.; als K. auftreten; er sucht einen K. für
sein Haus: das Auto hat einen/seinen K. gefunden: einen
K. an der Hand haben.
KJufer-: -andrang,der der K. am ersten Schlußverkaufstag;
-ansturm, der: vgl. -andrang; -fang, der (abwertend):
Versuch, jmdn. mit unlauteren Mitteln zum Kaufen zu
bewegen; -gruppe,die: vgl. -seh ich t; -krefe, der: vgl. - seh ich t;
-schiebt, die: Schicht. Gruppe von Menschen, die eine
bestimmte Ware kauft: neue -en erschließen; -wünsch, der:
dem K. nach besserer Qualität entsprechen.
Käuferin, die; -. -nen (mhd. kouferinne]: w. Form zu t
Käufer: käuflich fkayflu;] <Adj.>: 1. durch Kauf zu erwerben;
gegen Bezahlung erhältlich: diese Gegenstände sind [nicht]
k.; etw. k. erwerben; Ü -e Liebe (Prostitution); ein -es
Mädchen (Prostituierte). 2. bestechlich: der Minister ist
k.; wenn Jemand ... ihr vorhält, der Mensch sei k.. kann
sie nurdie Augenbrauen hochziehen (Chr. Wolf.
Nachdenken 167); <Abl.:> K&jflidikeit. die: -.
Kaukamm, der: -[eis. ...kämme [H. u.; viell. westfäl.. eigtl.
= Kuhnacken] (Bergmannsspr.): leichte Axt der
Zimmerleute im Grubenbau.
Kaukasht[k^ikazist].der -en. -en [nachdemGebirgsland
Kaukasien in der südwestlichen UdSSR (Armenische u.
Aserbaidschanische SSR): Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Kaukasistik: Kaukasjstik, die: -: Wissenschaft von den
Sprachen u. Literaturen Kaukasiens.
Kaulbarsch ['k^pl-l. der: -[e]s. -e [zu t Kaule, wegen der
gedrungenen Gestalt des Fisches]: mittelgroßer, schlanker
Barsch; Käulchen I'kQykpn]. das; -s. - [zu tKaule] (ostmd.):
rundes Küchlein, meist aus Kartoffeln u. Quark; vgl. Käse-.
Quarkkäulchen: Kaule I'kQyb], die: -. -n [mhd. küle =
KugeKförmiges), zusgez. aus mhd. kugelte), tKugel]
(mundartl.): X.Kugel. 2, Grube. Loch; rwxdliche Vertiefung.
kauliflor (k^pliflo:^] <Adj.: o. Steig.) [zu griech. kaulös
= Stengel. Stiel u. lat. flös (Gen.: flöris) = Blume. Blüte]
(Bot.): (von Blüten) unmittelbar am Stamm der Pflanze
ansetzend; Kauliflorie [k^lifio'ri:]. die: - (Bot.): das
Ansetzen der Blüten unmittelbar am Stamm.
Kaultopf, der; -[e]s, ...köpfe [vgl. Kaulbarsch]: 1. svw.
tGroppe. 2. svw. t Kaulbarsch.
Kaulom [k^plo:m]. das; -s. -e [zu griech. kaulös = Stengel.
Stiel] (Bot. veraltet): Sproßachse bei Pflanzen.
Kaulquappe, die: -. -n [zu tKaule u. tQuappe]: im Wasser
lebende, schwarze, kugelige Larve des Frosches* die einen
Schwanz hat. der sich bei der Entwicklung zum Frosch
zurückbildet.
kaum [k^im] <Adv.) [mhd. küm(e). ahd. kümo. zu: küma
= (Weh)klage. eigtl. lautm.]: l.*) fast gar nicht: ich habe
k. geschlafen; ich kenne sie k.; es war k. jemand (fast
niemand) da; er ist k. älter (nur wenig) als ich; die Mauer
ist k. (nicht ganz) drei Meter hoch; das spielt k. [noch]
eine Rolle; b) nur mit Mühe; unter Anstrengungen: das
ist ja Je zu glauben; die Kinder konnten es k. erwarten;
ich bin mit der Arbeit k. fertig geworden; c) vermutlich
nicht, wohl nicht: sie wird jetzt k. noch kommen; „Glaubst
du. daß er diesem Vorschlag zustimmt?" - ..[Wohl] k.";
ohne seine Hilfe hätten wir den Weg [wohl] k. gefunden.
2. gerade [erst]; in dem Augenblick [als]: er war k. aus
der Tür. als das Telefon klingelte: er war k. gekommen,
da wollte er schon wieder gehen: k. hatte er Platz
genommen, da bestürmte man ihn mit Fragen. 3. <in der
Verbindung mit ..daß4*) (veraltend) a) nicht lange nachdem: k.
daß die Mutter aus dem Haus war. begannen die Kinder
zu streiten: der Regen war. k. daß er angefangen hatte,
auch schon wieder vorüber; b) mit knapper Mühe noch;
gerade noch: ich habe alle Namen vergessen, k. daß ich
mich [noch] an die Landschaft erinnere.
Kaumazit [kQuma'tßi:t. auch: ...Ißit]. der; -s. (Sorten:) -e
[zu griech. kaüma = Brand, Hitze]: Koks aus Braunkohle.
Kaupelei Oc%ppd'l%j]. die: -. -en [zu tkaupeln] (ostmd.):
/ heimlicher] Handel. Tauschhandel; kaupeln ['kftpPN <sw.
V.; hat) [wohl verw. mit t kaufen] (ostmd.): Iheimlich]
Tauschhandel treiben: mit Briefmarken k.
Kauri [k^jari]. der; -s, -s od. die; -. -s [engl, cowrie <
Hindi kauri]: (im Indischen Ozean vorkommende) kleine
Schnecke mit porzellanartig glänzendem Gehäuse, das früher
als Geld od. Schtnuck verwendet wurde.
KaurHkhte. die: -. -n [Maori (Eingeborenenspr. der östlichen
Südsee) kauri]: svw. tKopalfichte.
KaurkreischeI, die; -. -n (voUcst.): Gehäuse der Kaurischnecke:
Kaurischnecke, die: -. -n: svw. t Kauri.
Kauritleim [k^'nt-]. der; -[e]s, (Sorten:) -e [Kaurit<S>: die
Harze der t Kaurifichte werden bei der Herstellung
verwendet] (Holzverarb.): synthetischer Leim zum Verleimen von
Sperrholz. Furnieren o. ä.
kausal [k^iza.I] <Adj.; o. Steig.) [spätlat. causälis. zu: causa
= Grund, Ursache. Sache] (bildungsspr.): on/Vtem
Verhältnis zwischen Ursache u. Wirkung beruhend; ursächlich: ein
-er Zusammenhang; -e Beziehungen, Abhängigkeiten; -e
Konjunktion (Sprachw.; svw. tKausalkonjunktion); etwas
hängt k. mit etwas zusammen.
kausgl-. Kausal-: -adverb, das (Sprachw.): Adverb, das eine
Begründung bezeichnet (z. B. ..deshalb**): -analyse,die (bes.
Philos.. Logik): Analyse, die die kausalen Zusammenhänge
erforscht; -behandking, die (Med.): svw. Ntherapie; ^be-
stimmung, die (Sprachw.): Umstandsangabe des Grundes;
Begründungsangabe (z. B. ..aus Eifersucht4*): -beziehung,
die (bes. Philos.. Logik); -genetbch <Adj.; o. Steig.) (bes.
Philos.. Logik): die Entstehungsursache betreffend; -gesetz,
das <o. PI.) (bes. Philos.. Logik): aus dem Kausalprinzip
abgeleitetes Gesetz, wonach jedes Ereignis eine Ursache
hat u. selbst wiederum Ursache für andere Ereignisse ist
u. wonach gleiche Ursachen gleiche Wirkungen haben;
^Haftung, die (Schweiz, jur.): svw. tGeFährdungshaftung;
-kette, die (bes. Philos.. Logik): Kette von
Kausalzusammenhängen; -konjunktion, die (Sprachw.): begründende
Konjunktion (z. B. ..weil44); -nexus, der: svw. t -Zusammenhang;
-Prinzip, das <o. PI.) (bes. Philos.. Logik): philosophisches
Prinzip, wonach jedes Geschehen eine Ursache hat; ^rehe.
die: vgl. ^kette; -satz, der (Sprachw.): Umstandssatz, der
eine Ursache, einen Grund angibt; Begründungssatz; -thera-
ple, die (Med.): Behandlung der eigentlichen Ursache einer
Krankheit u. nicht nur der Symptome; -Zusammenhang,
der (bes. Philos.. Logik): ein auf dem Prinzip von Ursache
u. Wirkung beruhender Zusammenhang von Ereignissen:
zwischen diesen politischen Ereignissen besteht ein K.
Kausatgie [kapzaJ'gi:], die: -. -n [...i:an; zu griech. kaflsis
= das Brennen u. älgos = Schmerz] (Med.): durch
mechanische Verletzung (z. B. eine Schußver letzung) eines
peripheren Nervs hervorgerufene brennende Schmerzen.
Kausalis [k^iza:lis], der, -, ...les [...le:s; zu spätlat. causälis
= zur Ursache gehörig] (Sprachw.): 1. <o. PI.) Kasus
in bestimmten Sprachen, der die Ursache od. den Grund
einer Handlung angibt. 2. Wort, das im Kausalis (1) steht;
1445
Kausalität
Kausalität [kapzali te:tj. die: -. -en [mlat. causalitas]: Zu-
sammenliang zwischen Ursache u. Wirkung; ursächlicher
Zusammenliang. Ursächlichkeit: zwischen dem Verhalten
des Angeklagten und dem entstandenen Schaden besteht
K. (jur.: das Verhalten des Angeklagten hat zu dem Schaden
geführt).
Kausalitfitsgesetz, das: -es: svw. tKausalgesetz;
Kausalitätsprinzip, das; -s: svw. tKausalprinzip; Kausativ ['kajjzati:f.
auch: --'-]. das; -s. -e [...i:va; zu lat. causativus =
ursächlich] (Sprachw.): Verb des Veranlassens (z.B. ..tränken*'
= trinken machen); Kausativbildung, die: svw. tKausativ;
Kausativum [kapza'thvuml. das: -s. ...va (Sprachw.
veraltet): svw. tKausativ.
Kausch, Kausche l'kajjKa)]. die: -. Kauschen [aus dem
Niedere!. < niederl.kous < mniederl. couse.eigtl. = Strumpf;
Hosel (Seemannsspr,): Ring mit rinnenförmigem Rand zur
Verstärkung von Tau- u. Seilschlingen.
kaustifizierenfkaystifi'^i:ran] <sw. V.; hat) [zu lat. causticus
(t kaustisch) u.facere (in Zus.-ficere) = machen, bewirken!
(Chemie): nur schwach basisch reagierende Alkalien durch
Umsetzen ihrer wä/Jrigen Lösungen mit gelöschtem Kalk
in stark ätzende Alkalien überführen; <Abl.:> Kaust iflzje-
rung, die: -. -en; KaustDc ['kajastikh die; - [vgl. kaustisch]:
1. (Optik) Brennfläche einer Linse. 2. (Med.) svw. TKauteri-
sation; Kaustikum [k^istikum]. das; -s, ...ka [lat. causti-
cum, vgl. kaustisch] (Med.): ätzendes Mittel, mit dem
schlecht heiletide Narben, Wunden o.a. behandelt werden
(z. B. Höllenstein); kaustisch [kajjstij] <Adj.) [lat. causticus
= brennend, beißend, ätzend < griech. kaustikös =
brennend, zu: kaiein = brennen, verbrennen]: a) (Chemie)
scharf, ätzend; -e Alkalien; -e Soda (Natriumhydroxyd);
b) (bildungsspr.) sarkastisch, spöttisch: sein -er Witz; Ich
verstand, daß der eigene Vater dieses -e Gesicht nicht
hatte ansehen können (Werfei. Himmel 74); Kaustobiolith
[k^Mstobio'li:t. auch: ...lit], der; -s od. -en. -e[n] (meist
PI.) [zu griech. kaustös = gebrannt (zu: kaiein. t kaustisch),
bios = Leben u. t-lith] (Fachspr.): aus fossilen Organismen
bestehendes, brennbares Produkt (z. B. Torf. Kohle).
Kautel Dt3p'te:l]. die; -. -en (meist PI.) [spätlat. cautela
= Schutz. Sicherstellung, eigtl. = Vorsicht] (jur.): /
vertraglicher] Vorbehalt: Absicherung, Sicherheitsvorkehrung:
Kautelen. eine K. in einen Vertrag einbauen.
Käufer [k^jjtB]. der: -s. - [lat. cauter < griech. kauter
= Brenneisen, tkaustisch] (Med.): chirurgisches Instrument
zum Ausbrennen von Gewebsteilen; Kauterisation flcaji-
teriza'tßio:n]. die; -. -en (Med.): Zersükung von krankem
Gewebe durch Brennen od. Ätzen; kauterisieren [kapteri-
zi:ran] <sw. V.; hat) (Med.): eine Kauterisation durchfüh-
ren; Kauterhm [ka*i'te:riom], das; -s. ...ien [...jfcwi; lat. caute-
rium = Beizmittel; Brenneisen < griech. kauterion]: 1.
(Chemie) ätzendes Mittel. 2. (Med.) Brenneisen (2).
Kaution [k^i't$io:n], die; -. -en [lat. cautio (Gen.: cautiönis).
eigtl. = Behutsamheit. Vorsicht, zu: cavere = sich hüten;
Bürgschaft leisten]: a) gröllere / vom Gericht festgelegte}
Geldsumtne, die als Bürgschaft, Sicherheitsleistung für die
Freilassung eines / Untersuchungs]gefangenen hinterlegt
werden muß: eine K. für jmdn. stellen; eine K. festsetzen,
zahlen: er kam gegen eine K. von tausend Mark frei;
b) Geldsumme, die man als Sicherheit beim Mieten einer
Wohnung o.a. zahlen muß: zwei Monatsmieten K. zahlen;
der Vermieter hat die K. einbehalten, weil Flecke auf
dem Fußboden waren; <Zus.:> Kautionssumme, die.
Kautsch: tCouch.
kautschieren [kqp'Lfrran]: tkautschutieren; Kautschuk
[koptjük]. der; -s, (Sorten.) -e [frz. caoutchouc < span.
caucho, älter: cauchuc, aus einer peruanischen In-
dianerspr.]: aus dem milchigen Saft verschiedener tropischer
Pflanzen gewonnene, zä/ie, elastische Masse, die den
Rohstoff für die Herstellung von Gummi darstellt: natürlicher,
synthetischer K.; K. vulkanisieren, zu Gummi verarbeiten.
Kautschuk-: -bäum, der: Baum, aus dessen eingeritzter Rinde
ein milchiger Saft fließt, der zu Kautschuk verarbeitet wird;
-milch, die: milchiger Saft aus der Rinde des
Kautschukbaumes; -Paragraph, der (ugs.): svw. tGummiparagraph;
-Pflaster, das (veraltet): Heftpflaster; -plantage,die;
-Produktion, die; -wäre, die.
kautschutieren [k4MÜu'ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. caoutchou-
ter]: a) mit Kautschuk überziehen; b) aus Kautschuk
herstellen.
Kauz [kaylßl. der; -es, Käuze [k^y^; I: spätmhd. küz(e).
lautm.; 2: da der Kauz ein Nachtvogel ist. scheint er
sich von anderen Vögeln abzusondern u. wirkt wie ein
Einzelgänger: 3: wohl nach der äußeren Ähnlichkeit]: I.
<Vkl. tKäuzchen) kleine Eule mit dickem, rundem Kopf:
der nächtliche Ruf eines -es; aus dem Wald hörte man
einen K. schreien. 2. auf liebenswerte Weise sonderbarer,
eigenbrötlerischer Mann: ein komischer, wunderlicher K.;
ein völlig närrischer K.. aber ich hatte ihn von der ersten
Minute an gern gemocht (Fallada. Herr 89). 3. (landsch.)
Haarknoten: das Haar zu einem K. aufgesteckt tragen;
Käuzchen fk^yt^n], das: -s. -: I. TKauz (1). 2. svw.
tSteinkauz: das K. ruft; kauzig [k^utßi^] <Adj.): in der
Art eines Kauzes (2); wunderlich, sonderbar: ein -er Alter;
Ein bißchen k.. aber eine Seele von Mensch (Bunte 49,
1974. 124); Kauzigkeit, die;-.
Kaval[kaval].der;-s.-s[zuital.cavallo = Pferd, t Kavalier]:
Spielkarte im Tanx-kspiel; Ritter; Kavalier flcava'li:?]. der;
-s. -e [frz. cavalier < ital. cavaliere = Reiter. Ritter,
zu: cavallo = Pferd < lat. caballus]: 1. Mann, der bes.
Frauen gegenüber taktvoll, hilfsbereit u. höflich ist u. dadurch
angenehm auffällt: ein eleganter, vollendeter K.; ein K.
vom Scheitel bis zur Sohle: den K. spielen: ich gebe Ihnen
mein Ehrenwort als K.; ein K. am Steuer, der Straße
(rücksichtsvoller, hilfsbereiter Autofahrer); R der K.
genießt und schweigt (ein Kavalier kompromittiert eine Datne,
mit der er ein Liebesabenteuer hatte, nicht, indem er darüber
redet); *ein K. der alten Schule (ein Mann, der sich durch
bes. höfliches, taktvolles, rücksichtsvolles Benehmen
auszeichnet). 2. (veraltet, noch scherzh.) Freund, Begleiter
eines Mädchens: sie hat einen flotten K.; ihr K. holte
sie zu Hause ab. 3. (hist.) Edelmann.
kavalkr-, Kavalkr- (vgl. auch: kavaliers-. Kavaliers-):
^mäßig: t kavaliersmäßig; -spitz, der [das Fleisch ist von so
guter Qualität, daß man es sogar einem .JCavalier" (=
einem vornehmen Herrn) vorsetzen kann] (österr.):
bestimmtes, zum Kochen geeignetes Rindfleisch; -Start, der:
t Kavaliersstart; -taschentudi.das: f Kavalierstaschentuch;
-tuch, das: tKavalierstuch.
kavalkrs-. Kavalkrs- (vgl. auch: kavalier-, Kavalier-): -de-
likt, das: / strafbare/ Handlung, die von der Gesellschaft,
von der Umwelt als nicht ehrenrührig, als nicht sehr schlimm
angesehen wird: Steuerbetrug wird als K. angesehen;
Trunkenheit am Steuer ist kein K.; -haus, das (hist.): kleines,
zu einem Schloß gehörendes Haus, in dem die Hofleute
wohnten; -krankheit (veraltet verhüll.):
Geschlechtskrankheit; -mäßig, (auch:) kavaliermäßig <Adj.>: in der Art
eines Kavaliers (1); höflich, zuvorkommend: -es Benehmen;
-Pflicht, die: mit dem Wesen, dem Benehmen eines Kavaliers
(1) zusammenhängende Pflicht; -schnupfen, der (scherzh.
verhüll.): Tripper (beim Mann); -Start, (auch:) Kavaljcr-
start. der [wohl unter Anspielung auf die Anfangszeit der
Motorisierung, in der sich nur jmd. aus höheren
Gesellschaftskreisen einen schnellen Wagen leisten konnte u.
beim Start durch geräuschvolles, schnelles Anfahren auf
sich u. sein Fahrzeug aufmerksam machte]: schnelles,
geräuschvolles Anfahren mit einem Auto [um zu imponieren 1:
Wer vorausschauend fährt und Kavalierstarts vermeidet,
erreicht automatisch eine gleichmäßige Geschwindigkeit
(MM 3. 7. 73.13); -taschentuch, (auch:) Kavalifirtaschen-
tuch. das: als Schmuck in der äußeren Brusttasche des
Herrenjacketts getragenes Taschentuch, das so gefaltet u.
eingesteckt ist, daß nur einige Spitzen davon zu sehen sind;
^tudMauch:) Kavaljfirtuch. das <P1. ...tücher): svw.
t-taschentuch.
Kavalkade Ocaval'ka:da]. die; -. -n [frz. cavalcade < ital.
cavalcata. zu: cavalcare < spätlat. caballicäre = reiten,
zu lat. caballus = Pferd] (veraltend): /bei einem festlichen
Anlaß auftretendeJ Gruppe von Reitern: Die K. ... setzt
sich in leichten Trab und hält auf einen Waldweg zu
(Fr. Wolf. Menetekel 75); U Dann kam der Hofrat mit
seiner K. von Assistenten und Volontärinnen hereingefegt
(Musil. Mann 978); Kavallerie [kavab'ri:. auch: ' ].
die;-.-n [...i:an; frz. cavalerie < ital. cavalleria. zu:
cavaliere. t Kavalier] (Milit. früher): a) zu Pferd kämpfende
Truppe: Reiterei: schwere, leichte (schwer-, leichtbewaffnete)
K.; er war bei der K.; b) Soldaten der Kavallerie (a):
Auch uns stand nur K. gegenüber. Petersburger
Gardedragoner (Dwinger. Erde 28).
Kavallerie-: -abteihing, die; -diviston, die; -manöver, das;
-pferd, das; -regünent, das.
1446
Kegel
Kavallerist flcavabrist. auch: ' 1. der; -en. -en (Miiit.
früher): Soldat der Kavallerie (a): er nahm als K. am
Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil; Kavalett [ka-
va'let]. das; -s. -s u. -en Izu ital. cavalletto = Gestell.
Vkl. von: cavallo = Pferd, f Kavalierl (österr. Soldatenspr.
veraltet): einfaches Bettgestell.
Kavatine [kavati:nd|. die; -. -n [ital. cavatina. Vkl. von:
cavata = gedanklich zusammenfassender Schluß eines
Rezitativs, zu: cavare = herausholen] (Musik): *) Sologesang-
stück in der Oper von einfachem, liedmäßigem Charakter;
b) liedartiger Instrumentalsatz.
Kavelins [ka:v3hnl. die; -. -en [niederl. kaveling. eigtl. =
Los. zu: kavelen = losen, durch ein Los zuweisen: vgl.
^abell (Wirtsch.): Mindestmenge, die ein Käufer auf'einer
Auktion erwerben muH.
Kavent flca'ventl. der. -en. -en Izu lat. cavens (Gen.: caventis).
1. Part, von: cavere = bürgenl (veraltet): Gewährsmann.
Bürge; <Zus.:> Kav^ntsmaim, der; -[e]s. ...manner: 1.
(landsch.) a) sehr großer, beleibter Mensch: dein Freund
ist ja ein schöner K.; b) durch seine Größe. Dicke beeindruk-
kendes Exemplar von etw.: der Hecht, den ich heute
gefangen habe, war ein richtiger, so ein K. 2. (Seemannsspr.)
Wellenberg, der aus zwei aus verschiedenen Richtungen
anbrandenden Wellen besteht.
Kaverne flca'verndl. die; -. -n [lat. caverna = Höhle]: 1.
'künstlich angelegter] unterirdischer Hohlraum zur
Unterbringung technischer od. militärischer Anlagen od. zur
Müllablagerung: eine K. zur Lagerung von Atommüll.
2. (Med.) durch einen krankhaften Vorgang entstandener
Hohlraum im Körpergewebe: -n in tuberkulösen Lungen;
<Zus. zu 1:> Kavernenkraftwerk, das: in einer Kaverne
gebautes Kraftwerk; kavernBcol [kaverni'ko.i] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.> [frz. cavernicole. zu: caverne = Höhte
(Kaverne) u. -cole. zu lat. colere = bewohnen] (Zool.): (von
Tieren) in Höhlen lebend; Kavernom Ücaver'no:ml. das;
-s. -e [zu f Kaverne] (Med.): Geschwulst aus Blutgefäßen;
Blutschwamm; kavernös [kavernös <Adj.; -er. -este) [lat.
cavernosus]: 1. (Geol.) (von Gesteinsarten) reich an
Hohlräumen. 2. (Med.) a) Kavernen (2) aufweisend, schwammig:
-es Gewebe; b) (von Organen) zu einem Holilraum gehörend.
Kaviar [ka:viar]. der: -s. (Sorten.) -e [viell. unter Einfluß
von älter ital. caviaro < türk. havyar (älter: chavijar)]:
mit Salz konservierter Rogen verschiedener Störarten, der
als besondere Delikatesse gilt: schwarzer, russischer K.;
auf dem Empfang gab es K. und Sekt: <Zus.:> Kaviarbrot,
das: langes, rundes, stangenförmiges Weißbrot;
Stangenbrot; Kaviarbrötchen, das: mit Kaviar belegtes Brötchen.
Kavitit [kavi't€:t], die; -. -en [spätlat. cavitäs = Höhlung.
Hohlraum]: 1. (Anat.) Höhlung. Hohlraum in einem
Körperorgan od. im Gewebe. 2. (Zahnmed.) durch Karies
entstandener Hohlraum in einem Zahn; Kavitation [kavita'tßio.n],
die; -. -en [frz. cavitation. engl, cavitation] (Technik):
Bildung eines Hohlraums [in stark fließenden Flüssigkeiten].
Kawa [ka:va]. die; - [polynes. kava. eigtl. = bitter]:
säuerlich-erfrischendes, berauschetides Getränk der Polynesier.
Kawafl, Kawasse flca'vaste)]. der: Kawassen. Kawassen
[türk.kavas < arab. qawwäs. eigtl. = Bogenschütze]
(früher): 1. Ehrenwächter (für Diplomaten) in der Türkei. 2.
Wächter u. Bote in Gesandtschaften im Vorderen Orient.
Kayemepfeffer: f Cayennepfeffer.
Kayseri ['kajsefi]. der; -[s]. -s [nach der gleichnamigen
türkischen Stadt]: einfacher, kleinformatiger Orientteppich.
Kazike Dca't$i:kd]. der; -n. -n [span. cacique. aus dem In-
dian.]: 1. (früher) Häuptling bei den Indianern Süd- u.
Mittelamerikas. 2. a) <o. Pl.> Titeleines indianischen
Ortsvorstehers in Mexiko u. Guatemala; b) Träger dieses Titels.
Kazoo [kd'zu:]. das: -[s], -s [amerik. kazoo, viell. lautm..
H. u.J: primitives Rohrblasinstrument in der Volksmusik
der amerikanischen Neger.
Kea fke.al. der; -s. -s [Maori (Eingeborenenspr.
Neuseelands) kea]: in den Hochgebirgen Neuseelands lebender,
olivgrüner u. bräunlicher Papagei.
Kebab [ke'ba:p], der; -[s] [türk. kebap < arab. kabäb]
(Kochk.): [südjosteurop. u. oriental. Gericht aus kleinen,
am Spieß gebratenen / HammelJfleischstückchen; türkische
Spießchen.
kebbeln [kebln] (alemann.): svw. tkibbeln.
Kete-: ^«he, die (früher): Ehe. die {mit einer nicht
Ebenbürtigen od. einer Sklavin] neben der eigentlichen Ehe bestand;
-freu, die. -wett), das: svw. f Kebse.
Kebse [ke:ps3]. die; -. -n [mhd. keb(e)se, ahd. kebis(a).
eigtl. = Sklavin. Dienerin] (früher): Nebenfrau. Konkubine:
orientalische Würdenträger machten die Sklavinnen zu
ihren -n; Denn was die -n betraf .... so kam es auf ihre
Meinung nicht an (Th. Mann. Joseph 360).
keck [kek] <Adj.> [mhd. kec. quec = lebendig, munter,
stark, mutig, ahd. chec(h). quec(h) = lebendig, lebhaft;
vgl. erquicken]: unbekümmert, respektlos, ein bißchen frech
od. vorlaut, aber in einer charmanten Weise, so daß man
es nicht ernstlich übelnehmen kann: er ist ein -er Bursche:
-e Antworten geben; er trägt ein -es (Unternehmungslust
erkennen lassendes, ein wenig verwegenes, flottes) Bärtchen.
Hütchen: das war ein bißdien zu k. von ihm: ein wenig
außer sich. ... setzte er sich ... k. (unbekümmert) über
Form und Vorschrift hinweg (Th. Mann. Hoheit 15); seine
Augen blitzten k. und herausfordernd; er bereue, sich
so k. (so wenig respektvoll) gegen Frau Tobler benommen
zu haben (R. Walser. Gehülfe 96).
keckem [kekcn] <sw. V.: hat) [lautm.. zu älter, kecken
(Jägerspr.)l: (bes. von Fuchs. Dachs. Marder. Iltis) in der
Erregung. Gereiztheit einige kurz abgehackte Laute in
rascher Folge ausstoßen: Er lacht keckemd wie ein Fuchs
(Remarque. Obelisk 58); Ü ein feindliches MG keckerte;
im Schilf keckerte eine Rohrdommel.
Keckheit, die; -. -en [zu fkeck]: 1. <o. PI.) das Kecksein,
keckes Auftreten: ... begrüßte er sie beiläufig, fand nicht
seine gewohnte K. (Feuchtwanger. Erfolg 486). 2. kecke
Tat od. Äußerung: sich allerhand -en erlauben.
Keder ['ke:di?]. der; -s. - [niederd. auch: Quarder. mhd.
ke(r)der. querder = Flickstück aus Leder oder Tuch. ahd.
querda(r)] (Handw.. bes. Schuhmacherei. Polsterei):
schnurartige Randverstärkung aus Leder od. Kunststoff,
aufgesetzter Streifen: die Polsternähte mit -n verdecken.
Keep [ke:pl, die; -. -en [aus dem Niederd. < mniederd.
kep] (Seemannsspr.): Rille. Kerbe (in einer Boje, einem
Block. Mast o.a.). die einem darumgelegten Tau Halt gibt.
Keeper [ki:pB]. der; -s. - [engl, keeper = Hüter. Wächter,
zu: to keep = (be)hüten. bewachen] (Fußball, bes. österr.):
Tormann. Torhüter: Nach einem Eckball... köpfte er über
Tormann Stachowitz hinweg, der K. versuchte
nachzusetzen, berührte den Ball ... (Presse 9. 12. 68); keep aniling
['ki:p 'smQjlro; engl.]: nimm's leicht; immer nur lächeln
(u. nicht zeigen, wie einem wirklich zumute ist)!; <subst.:>
Keep-smiling, das; -: bejahende Lebenseinstellung, zur Schau
getragener Optimismus.
Kees [ke:s]. das: -es, -e [mhd. nicht belegt, ahd. ches =
Eis. Frost. H. u.l (bayr.. österr.): Gletscher: Gletscher.
Fim. K. - Die örtlich verschiedene Benennung der
Eisströme (Eidenschink. Eis 55); <Zus.:> Kf&wasser, das
<P1. ^wasser) (bayr.. österr.): Gletscherbach.
Kefe [ke.fd]. die: -. -n [mhd. nicht belegt, ahd. cheva =
Fruchthülse. Schote. H. u.] (Schweiz.): Schote. Zuckererbse
(die mit der Schote gegessen wird).
Kefir [ke:fir]. der; -s [russ. kefir (kaukas. Wort)]: ein aus
l Stuten]milch durch Gärung gewonnenes Getränk mit
säuerlichem, prickelndem Geschmack u. geringem Alkoholgehalt.
Kegel [ke:g|], der; -s. - [mhd. kegel = Knüppel. Stock;
Holzfigur im Kegelspiel; Eiszapfen; uneheliches Kind: ahd.
chegil = Pflock. Pfahl; eigtl. = Ästchen. Stämmchen,
kleiner Pfahl]: 1. (Geom.) geometrischer Körper, dessen
Oberfläche von einer in einer Spitze endenden, gleichmäßig
gekrümmten Fläche über einer kreisförmigen od. elliptischen
Grundfläche gebildet wird: ein spitzer, stumpfer K.; die
Größe eines -s berechnen. 2.a) kegelförmiges Gebilde;
etwas, was sich über einer runden Grundfläche nach oben
mehr od. weniger steil verjüngt: der K. des Vulkans; der
K. (Lichtkegel) der Taschenlampe, der Scheinwerfer; ...
auch das Gebäude der Ortskommandantur hüllte sich in
Qualm ein. ein weites Feld spitz aufragender weißer K.
und Ruinenfetzen und Schuttgebäude (Plievier, Stalingrad
275); b) (Technik) Bauelement im Maschinenbau in Form
eines stumpfen Kegels; c) (Jägerspr.) Hase od. Kaninchen
in aufgerichteter Haltung (wobei die Vorder laufe den Boden
nicht mehr berühren). 3. zum Kegelspiel gehörende,
flaschenartig geformte Figur aus Holz od. Kunststoff: wie viele
K. sind gefallen?; die K. aufsetzen, aufstellen, (ugs.:)
abräumen, umwerfen; er spielt K. 4. (Druckw.) Ausdehnung
einer Drucktype, durch die die Größe der gedruckten Schrift
bestimmt wird: die Größe des -s wird in typographischen
Punkten angegeben. Vgl. Kind (1 b).
1447
kegel-, Kegel-
kesek Kegel-: ^abend, der: Abend, an dem man sich
/regelmäßig an einem bestimmten Wochentag] zum Kegeln trifft;
^aufsetzen der: svw. Njunge: ^aufstellet-, der: svw.
Kjunge; ^bahn, die: a) Anlage zum Kegeln; die Gaststätte hat
eine K.; auf die K. gehen; b) Bahn, auf der beim Kegeln
die Kugel rollt; -berg, der: kegelförmiger Berg; ^biuder,
der: 1. (ugs.) jmd.. der viel u. gern kegelt. 2. jmd.. der
im gleichen Kegelklub ist wie man selbst; ^form, die;
^förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: die Form eines Kegels
(1) aufweisend; Ich sah auf seinen -en kahlen Schädel
(Seghers. Transit 269); ^junge. der (veraltend): Junge, der
beim Kegelspiel die umgeworfenen Kegel wieder aufstellt;
vgl. Balljunge; -khib, der: a) organisatorischer
Zusammenschluß von Keglern [mit vereinseigener Kegelbahn]; in einen
K. eintreten; b) Gesamtheit der Mitglieder eines Kegelklubs
(a): der K. macht einen Ausflug; ^kuael, die: Kugel aus
Holz od. Kunststoff zum Kegeln; -mantel, der (Geom.):
Oberfläche eines Kegels ohne die Grundfläche; ^Partie,
die: Wettkampf im Kegeln; ^Protektion, die (Kartographie):
Projektion der Erdoberfläche od. des darzustellenden Erdab-
Schnitts auf einen Kegelmantel, der dann auf einer Fläche
ausgebreitet wird; ^rad, das (Technik): kegelförmiges
Zahnrad, dazu: -radgetriebe, das; -9cheibe, die: svw. Kkugel;
^Scheiben <st. V; Zusschr. nur im Inf.; scheibt Kegel,
schob Kegel, hat Kegel geschoben) (bayr.. österr.): svw.
t-schieben; <subst.:> -Scheiben, das; -s; ^schieben <st. V.;
Zusschr. nur im Inf.; schiebt Kegel, schob Kegel, hat
Kegel geschoben) (volkst.): svw. tkegeln (1 a): wir gehen
heut k.. treffen uns heute abend, um Kegel zu schieben;
R Petrus schiebt Kegel lim Himmel] (scherzh.; es donnert):
<subst.:> -schieben, das; -s; -schnitt, der (Geom.): ebene
Schnittfigur, die bei einem beliebigen, glatten Schnitt durch
einen [geraden KreisJkegelentsteht; Ellipse. Parabel.
Hyperbel sind wichtige -e: ^spiel. das: a) das Kegeln. Sportart
des Kegeins; b) svw. N Partie: ein K. machen; c) einzelner
Abschnitt einer Kegelpartie; -Spieler, der; -sport, der;
-statt, die; -. -statten (österr.): svw. t-bahn (a); -stumpf,
der (Geom.): durch einen parallel zur Grundfläche geführten
Schnitt entstandener Teil eines Kegels ohne Spitze; -ventil,
das (Technik): Ventil in der Form eines Kegels, das bes.
gut abdichtet.
kegelig, keglig [ke:g(3)li<;] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): wie
ein Kegel geformt, kegelförmig; kegeln I'ke:gjn] <sw. V.)
Imhd. kegeln]: 1. <hat) a) (beim Kegelspiel) eine Kugel
mit gezieltem Schwung so werfen, daß sie über die
vorgeschriebene Bahn rollt u. von den am Ende der Bahn
aufgestellten neun (bzw. zehn) Kegeln möglichst viele umwirft; eine
Kegelpartie machen; den Kegelsport ausüben; er kegelt gut.
nur mit seiner eigenen Kugel; ich keg[e]le Jeden Freitag;
wir wollen k. gehen; b) (ein bestimmtes Spiel) durch Kegeln
(1 a) ausfuhren; eine Partie k.; was. welches Spiel wollen
wir jetzt k.?; c) (ein bestimmtes Ergebnis) durch Kegeln
da) erzielen; er hat eine Neun, einen Kranz gekegelt.
2. (ugs.) umfallen, hinfallen (wie ein Kegel), purzeln <ist>:
beinahe wärst du [vom Stuhl] gekegelt! 3. (Jägerspr.) einen
Kegel (2c) machen <hat>: dort kegelt ein Hase; <auch
k. + sich:) die Kaninchen kegeln sich; Kegler, der; -s.
-: jmd.. der [gern] Kegel spielt; keglig: Tkegelig.
Kehl- [ke:l-] (Kehle): -deckel, der (Anat.): knorpelige,
bewegliche Klappe, die beim Schlucken den Kehlkopf
verschließt u. gegen das Eindringen von Nahrung od. sonstigen
Fremdkörpern schützt; -bobel, der (Tischlerei): Hobel zum
Herausarbeiten von Kehlleisten; -köpf, der (Anat.): vor
allem der Erzeugung von Lauten, der Stimmbildung
dienendes knorpeliges Organ, das als oberster Teil der Luftröhre
zu den Atemwegen gehört: man sah seinen K. arbeiten,
aber niemand hörte etwas (H. Mann. Stadt 377), dazu:
-kopfeingang, der (Anat.). -köpfentriindung. die. -kopflca-
tarrh, der. -kopfknunpf, der: svw. t Stimmritzenkrampf.
-kopfkrebs, der (Med.), -kopflaut, der (Phon.): im
Kehlkopf mit Hilfe der Stimmlippen erzeugter Laut (z. B. h).
-kopfmikrophon, das: kleines, am Kehlkopf anzulegendes
Mikrophon, das die Stimme unmittelbar aufnimmt u.
störende Geräusche ausschaltet, -kopfschnitt, der (Med.).
-kopfschwindsucht, die. -kopfspatel, der od. die (Med.):
Endoskop zur indirekten Betrachtung des
Kehlkopfes, -kopfspiegel, der (Med.): kleiner, ebener Spiegel mit
einem im Winkel angesetzten Stiel zur indirekten
Betrachtung des Kehlkopfs; -läppen, der: (bei Hühnern)
Hautlappen vorn am Hals; -laut, der: a) (Phon.) svw. t-kopdaut;
b) tief in der Kehle gebildeter, entstehender, kehlig klingender
Laut: Von allen Seiten gurgelten dumpfe -e. die in
pfeifendes Schnauben übergingen (Hasenclever. Die Rechtlosen
469); -leiste, die (Tischlerei): mit einer Hohlkehle
versehene l Zier Jleiste; -riemen, der: zum Zaum gehörender
Riemen, der locker unter dem Kopf eines Pferdes durchgezogen
wird u. ein Abrutschen des Zaums verhindern soll; -sack,
der (Zool.): 1. Ausstülpung zwischen den Knorpeln des
Kehlkopfs bei einigen Säugetieren (z.B. dem Orang-Utan), die
der Resonanz, der Verstärkung hervorgebrachter Laute
dient. 2. sackartige Ausstülpung zur Mitnahme von
Nahrungsvorräten bei vielen Vögeln; ^ton, der <P1. ...töne):
kehlig klingender Ton.
Kehle fke.b], die; -. -n [mhd. kel(e). ahd. kela]: 1. vorderer
(Kehlkopf u. Schlund umschließender), äußerer Teil des
Halses unter dem Kinn: Gurgel (a): Jmdm. die K.
durchschneiden, abdrücken, zusammenpressen; der Hund wäre
ihm fast an die K. gefahren, gesprungen; Ein großer
Bursche mit Pickeln hat mich an der K. (Remarque. Obelisk
329); * etwas schnürt imdm. die K. zu/zusammen (etwas
macht jmdm. Angst od. großen Kummer, verursacht ein
Gefühl der Beklemmung I so daß er glaubt, keine Luft mehr
zu bekommen, keinen Laut mehr hervorbringen zu können]);
es geht imdm. an die K. (jmdm. droht große Gefahr); imdm.
das Messer an die K. setzen (jmdn. durch ernste Drohung
zu etw. zwingen, erpressen). 2. Luft- u. Speiseröhre.
Kehlkopf: eine trockene, ausgedörrte, empfindliche, entzündete,
heisere K.; in dem ungeheuren Schluchzen, das ihr die
K. sprengte (H. Mann. Stadt 305); sie brüllten sich die
-n heiser; eine rauhe K. haben (heiser sein); aus tausend
-n (tausendfach) erklang der Ruf; eine Gräte blieb ihr
in der K. stecken; ein Krümel war ihm in die falsche
K. (in die Luftröhre statt in die Speiseröhre) geraten, und
er bekam einen Hustenanfail; *eine trockene K. haben
(ugs.; gerne, viel Alkohol trinken)', eine ausgepichte K. haben
(salopp; viel Alkohol vertragen)', sich <Dativ) die K.
sdnüeren/ölen/anfeuditen (tGurgel b); sich (Dativ) die
K. aus dem Hals schreien (ugs.; anhaltend laut schreien
[müssen])', aus voller K. (T Hals 2); etw. durch die K. lagen
(t Gurgel b); etw. bleibt imdm. in der K. stecken (jmd.
kann vor Schreck. Überraschung nicht weiterreden); etw.
in die falsche K. bekommen (ugs.; etwas gründlich
mißverstehen u. übelnehmen). 3. (Archit.) abgerundetes, ausgehöhltes
Übergangsstück beim [senkrechten] Zusammentreffen
zweier Flächen (z. B. Wand u. Zimmerdecke); Hohlkehle. 4.
(Milit. früher) Rück-. Hinterseite eines Forts od. einer
Schanze; <Abl.:> kehlen I'ke:bn] <sw. V.; hat): I. (Bauw..
Tischlerei) eine Hohlkehle herstellen: mit dieser Kreissage
kann man auch fräsen, bohren, k. und schleifen; ferner
gab es einige ( = Fenstersimse), die in sich eine gekehlte
oder gekerbte Struktur aufwiesen (Augustin. Kopf 12).
2. (Fische) an der Kehle aufschneiden u. ausnehmen;
Heringe werden oft schon auf hoher See gekehlt und in Fässern
eingesalzen; kehlig I'ke.iw;] <Adj.): (vom Sprechen od.
Singen) in der Kehle gebildet, mit tief aus der Kehle kommender
Resonanz; -e Laute; mit -er Stimme sprechen; ein -er Alu
hier... klang-es (viele Kehlkopflaute enthaltendes) Keltisch
aus Zwischendeck und Bar (Böll. Tagebuch 7); k. sprechen;
Kehkmg. die; -. -en: rinnenartige Aushöhlung. Einbuchtung.
Hohlkehle: eine K. anbringen; die faltige K. zwischen Lippe
und Kinn (Jens. Mann 25); Weiße Gischtfahnen, darunter
Grau und Grün, in den -en böses Schwarz (Rehn.
Zuckerfresser 73).
'Kehr [ke:?]. die; -. -en (südd.): svw. t Kehre; fcehr [-].
der. -s (Schweiz, ugs.): / tägliche] Runde. Tour: die Hausfrau
macht den K. durch die Wohnung.
'Kehr- (fcehr. 'kehren): Ordnung, die (Schweiz.): beste
Reihenfolgefür die Benützung u* die Pflege gemeinschaftlicher
Einrichtungen: die K. festlegen; Das Nachtdienstsystem
( = der Apotheken) basiert auf der K. (Zürcher Zeitung
2. 4. 76. 23); -platz, der (Schweiz.): Wendeplatz (für
Fahrzeuge); -reim, der [für frz. refrain]: (bei Gedichten u.
Liedern) regelmäßig zum Ende einer Strophe
wiederkehrende Folge von Lauten od. Worten; -schleife, die: a)
Wendeplatz. Wendeschleife (z. B. für Straßenbahnen); b) in einem
Kreisbogen zu einer Schleife ausgebaute Kehre (1); -seite,
die [Lü von niederl. keerzüde. zuerst für die Rückseite
von Münzen gebraucht]: l.a) /unansehnlicheJ Rückseite
von etwas, die sichtbar wird, wenn man es umdreht (Ggs.:
Schauseite): die K. eines Bildes; Die Einhängekästchen
1448
Keile
... haben keine K. und wirken auch von der Rückseite
dekorativ (St. Galler Tagblatt 570. 1968); R das ist die
K. der Medaille (das ist der negative Aspekt, der mit berück-
sichtigt werden muß); b) (scherzh.) Rücken. Gesöff: Jmdm.
seine K. zudrehen; sie ist ausgerutscht und auf die K.
gefallen. 2, unangenehme Nebenerscheinung, nachteiliger
Aspekt bei einer sonst positiven Angelegenheit;
Schattenseite: Absatzschwierigkeiten sind die K. der Expansion;
Zweifel ist die K. des Glaubens (Remarque, Obelisk 81); Min
nur in der Fügung im K. (Schweiz.; svw. im t Handkehrum):
-wert, der (Math.): Wert eines Bruches, bei dem Zähler
u. Nenner vertauscht wurden; reziproker Wert: 3 ist der
K. von i den K. bilden.
^tehr- (kehren): -aus, der. - [zu t auskehren, da die
Tänzerinnen des letzten Tanzes gewissermaßen mit ihren (langen)
Kleidern den Tanzboden auskehren]: 1. letzter Tanz einer
Tanzveranstaltung: den K. tanzen; ein Walzer bildete den
K. 2. Schluß (einer Veranstaltung), das große Aufräumen
(nach einem Fest): der K.. der all diese Erinnerungen
heraulbeschwört (Hörzu 4. 1974. 59); [den] K. machen,
feiern; -besen, der (regional); -blech, das (regional): kleine
Handschaufel, mit der der zusammengekehrte Staub u.
Schmutz aufgenommen wird; -flaumer. der (Schweiz.):
Staubbesen. Mop; -maschine, die: [fahrbares] Gerät mit
rotierenden Besen, das den Schmutz / von der Straße]
zusammenkehrt u. aufnimmt; -wisch, der (südd.): Handbesen.
Kehre fke.ra]. die; -. -n [mhd. kerte). ahd. kerta). rückgeb.
aus T'kehren]: 1. Wendung, scharfe Kurve feiner Straße 1
(so daß nach deren Passieren [fast] die Gegenrichtung
erreicht wird): eine flach ansteigende K.; der Wagen schoß
aus der K. heraus über die Straße (Remarque. Triomphe
212); die Straße führt in 14 -n zur Paßhöhe. 2. (Turnen)
(an Barren. Reck od. Pferd) Schwung über das Gerät od.
vom Gerät herunter, wobei die Beine vorwärts schwingen:
'kehren fke:ran] <sw. V.) [mhd. keren. ahd. keran]: 1.
<hat> a) in eine bestimmte Richtung drehen, wenden: die
Handflächen, das Futter der Taschen nach außen k.; das
Gesicht nach Osten, zur Sonne k.; Die Winkelhaken (= der
Keilschrift), aus zwei Keilen gebildet, kehren ihre
Öffnungen stets nach rechts (Ceram. Götter 245): U daß nur
der Schwankende, der noch Erschütterbare seine
Intoleranz nach außen k. muß (Werfel. Bernadette 139); *
etw./alles zum besten k. (glücklich enden lassen); b) <k. + sich)
sich in eine bestimmte Richtung wenden, gegen jmdn.. etw.
richten: das Segel kehrt sich nach dem Wind; Ü ... hatte
sich Zenos Politik am Ende doch gegen das Reich gekehrt
(Thieß. Reich 582); *etw./alks kehrt sich zum besten (endet
glücklich); sich an etw. nicht kehren (sich um etwas nicht
[bejkümmern. sich nichts daraus machen): laß die Leute
reden, wir kehren uns nicht daran! 2. (selten) umdrehen,
kehrtmachen, die Gegenrichtung einschlagen <hat>: der Zug
fährt nur bis Frankfurt und kehrt dort; Die Angeklagten
kehrten auf der Stelle (Strittmatter. Wundertäter 376);
[ganze] Abteilung kehrt!; rechtsum, linksum kehrt! (milit.
Kommandos). 3. (geh.) zurückkehren, einkehren <ist>: mit
leeren Händen nach Hause k.; Ü Dann kehrte er jäh zu
sich selbst und sah alle drei Pulks fast auf einen Schlag
(Gaiser. Jagd 93); Bleib, kehr ein. kehr in dich (Fries.
Weg 62); * in sich gekehrt (versunken, nach innen gewandt
u. kaum etwas wahrnehmend von dem. was um einen herum
getan od. gesagt wird): in sich gekehrte Augen (Broch.
Versucher 58); er saß [ganz] in sich gekehrt in einer Ecke.
4. (Turnen) eine Kehre (2) machen, mit den Beinen nach
vorn über das Gerät schwingen <hat/ist>: er ist/hat in den
Stand gekehrt.
beehren [-] <sw. V.; hat) [mhd. ker[e]n. ahd. kerian. cherren]
(regional, bes. südd.): a) mit einem Besen. Handfeger o.a.
von Staub. Schmutz u. a. befreien, säubern: den Fußboden,
die Straße, den Hof k.; die Stube (den Fußboden der Stube)
k.; <auch ohne Akk.:> er war im Hinterhof und kehrte;
b) mit dem Besen. Handfeger o. ä. von etw. entfernen,
anderswohin bringen: den Staub vom Teppich k.; den Schmutz
auf die Schaufel k.; c) durch Betätigung eines Besens. Hanii-
fegers o. ä. entstehen lassen, hervorbringen: mit dem Besen
kehrten die Kinder eine Bahn zum Schlittern: <Abl.:>
Kehricht [ke:nct]. der. auch: das; -s [älter: kerecht. keracht.
spätmhd. kerachj: 1. (geh.) mit dem Besen
zusammengekehrter Schmutz. Unrat: den K. auf die Schaufel nehmen,
in den Mülleimer schütten; *etw. geht kndn. einen feuchten
K. an (als saloppe, stark emotionelle Äußerung od.
Erwiderung; etw. geht jmdn. überhaupt nichts an): was ich vorhabe,
[das] geht dich einen feuchten K. an! 2. (Schweiz.) Müll.
Abfall: den K. abfahren.
Kehricht-: -einer, der: Mülleimer; -häufen, der:
Abfallhaufen; -schaufei, die.
kehrt! [ke:?t]: t 'kehren (2); <Zus.:> kehrtmachen <sw. V.;
hat) (ugs.): sich [rasch] umdrehen, [spontan] umkehren:
bei dem Anblick machte er voller Schrecken kehrt; Wenn
Sie mir nur was über die Persickes erzählen wollen, können
Sie gleich wieder k. (gehen; Fallada. Jeder 149); Ü es
wäre feige, jetzt kehrtzumachen, wir müssen die Sache
durchstehen; Kehrtwendung, die (bes. Milit.): vollständige
Drehung um sich selbst: eine K. machen; Ü Das
Telegramm deutet eine völlige K. in der sowjetischen Haltung
... an(FAZ2. 9. 61.4).
Keib [k$jp]. der: -en. -en [mhd. keibe. auch: Viehseuche,
aus dem Alemann.. H. u.] (schwäb.. Schweiz, mundartl.
Schimpfwort): Lump, gemeiner Kerl.
keifen I'k^jfn] <sw. V.; hat) [in niederd. Lautung (< mnie-
derd. kiven) zu mhd. klben, H. u.] (abwertend): laut u.
grob, mit schriller, sich überschlagender Stimme /mit
jmdm.] schimpfen: sie keift den ganzen Tag;
Frauenstimmen kreischten und keiften (Maass. GoufTö 258); Der
Kaplan ... hatte ... von schwerer Sünde gekeift (Kühn.
Zeit 77); <subst.:> das Keifen der Marktfrauen; <Abl.:>
Keiferei Oc^jfs'rfcj]. die; -. -en (abwertend): anhaltendes
Keifen; Gekeife: die -en der Portiersfrau; daß ich ihn ein
wenig hatte foppen wollen wegen seiner früheren K. (seines
Geschimpfes) gegen alles in diesem Land (Frisch. Stiller
489); keifig [k%jfi<;]. kdfisch <Adj.) [mniederd. kivich; vgl.
keifen] (veraltet): zänkisch: mit -er Stimme; sie ist allzu
k. [veranlagt].
Keil [k^Jl]. der: -[e]s. -e [mhd.. ahd. kill: l.a) nach hinten
breiter werdendes Stück od. Werkzeug aus Holz od. Metall
mit einer zugespitzten Kante, das zum Spalten von Holz
benutzt wird: der K. dringt in das Holz ein; einen K.
in den Stamm treiben; den Spalt mit einem K. erweitern:
Ü Die Armee hat hier einen stumpfen K. in den Gegner
hineingetrieben, und so ziemlich in der Spitze dieses -es
liegen wir (Kirst. 08/15. 385); Etwas entzweit uns. treibt
-e zwischen uns (Wohmann. Absicht 251); b) keilförmiges
Stück [Holz], das als Hemmschuh dient: -e unter die Räder
legen; er versuchte, den K. wegzuschlagen. 2.a) (bes. Milit.)
keilförmige Formation (von Menschen. Tieren. Fahrzeugen.
Flugzeugen): Die Kolonne marschiert ... ein dunkler K.
schiebt sich nach vom (Plievier, Stalingrad 46); Wildgänse
zogen schon in langen -en über das Moor (Wiechert. Jero-
min-K Inder 93); b) (Schneiderei) dreieckiges, spitz
zulaufendes Stoffstück: ein Rock mit eingesetzten bunten -en.
kfiiK Kfiil-: ^absatz, der: keilförmiger Absatz eines Schuhs,
der mit der Sohle in einem Stück gearbeitet ist; -bein,
das (Anat.): mittlerer, aus keilförmigen Teilen bestehender
Knochen der Schädelbasis; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: die Form eines Keils habend, in eine zugespitzte
Kante auslaufend; spitzwinklig: -e Schriftzeichen: -haue,
die (Bergmannsspr.): keilförmige, etwas gebogene Hacke
zum Loshauen des Gesteins; -hose, die: lSki]hose, mit
keilförmig geschnittenen, am Knöchel engen Beinlingen;
-kissen, das: kleine, an der vorderen Längsseite flache,
hinten dickere Matratze, mit deren Hilfe Kopf od. Beine
höher gelagert werden können; -mit, die (Technik): schräge,
nach innen enger werdende Nut; -polster, das (österr.):
svw. T-kissen; -rahmen, der: mit Keilen ineinandergefügter
Iprovisorischer] Rahmen (z. B. um eine Leinwand);
Blendrahmen (1); -riemen, der (Technik): zur Kraftübertragung
bei Antriebsmaschinen gebrauchter, fester Riemen aus
Gummi o. ä.. der mit seinen abgeschrägten Flanken wie ein Keil
in die Rinnen der Riemenscheibe greift: der K. ist gerissen;
den K. spannen; -schritt, die: aus einer Bilderschrift entwik-
kelte Schrift bes. der Babylonier u. Assyrer. die aus
keilförmig aussehenden, in Tontafeln eingegrabenen Zeichen
besteht, dazu: -schriftforachung. die: Zweig der Archäologie,
der sich mit dem Entziffern von Keilschriften befaßt; -welle,
die (Technik): mit keilförmig eingehauenen Längsnuten
versehene Welle, in die eine andere gleichartige eingreifen kann
(zur Übertragung von Drehmomenten).
Keile [k<üb]. die: - [zu t keilen (4); vgl. Haue (2)] (landsch.
salopp): Prügel. Schläge: K. bekommen, kriegen; es gab
K.; Der KunoDieter sollte nun ... die K. beziehen, um
die der Kleine sich gedrückt hatte (Fallada. Jeder 199);
1449
keilen
keilen l'kiybn] <sw. V.: hat) [spätmhd. kilen = Keile
eintreiben (um zu spalten od. zu befestigen); 4. 5: in der
übertr. Bed. aus der Gaunerspr. in die Studentenspr.
übernommen]: La) (Fachspr.) mit einem Keil spalten: Bäume,
Stämme k; U unaufhaltsam keilte Arlecqs schmales Boot
die ebene Fläche (Fries. Weg 248); b) als Keil
hineinschlagen: einen Pflock in den Boden k. 2.*) <k. + sich) sich
durch eine dichtgedrängte Menge (Personen od. Dinge)
hindurchschieben, hindurchdrängen: sich durch eine
Menschenmenge k.; täglich muß ich mich durch den
Berufsverkehr k.; b) gewaltsam schieben, drängen: die Leute keilten
ihn beiseite (Bieter. Bonifaz 107). 3. (von bestimmten
Tieren) plötzlich mit dem Bein, dem Huf 7 aus Jschlagen,
zustoßen: Vorsicht, das Pferd keilt gern!; aber er (= ein
Grislybär) ist nicht gleich tot und keilt nach dir mit der Tatze
(Lentz. Muckefuck 129). 4. <k. + sich) (ugs.) sich prügeln:
die Brüder haben sich schon wieder gekeilt; sie keilten
sich um die Bonbons. 5. (ugs.) für eine bestimmte Gruppe,
Partei, studentische Verbindung o. ä. anwerben, zu gewinnen
versuchen: Jugendliche für den Klub k.; er ließ sich als
Mitglied k.; (Studentenspr.:) die Verbindung hat drei neue
Füch9e gekeilt; Ü die Abgeordneten .... die Wähler mit
Zusagen sicherer Renten für die Wahl gekeilt hatten (Spie*
gel 51. 1976. 25); Keiler ['kajle], der; -s. - [zu fkeilen
(3). wegen der mächtigen Hauer des Wildebers] (Jägerspr.):
männliches Wildschwein, Wildeber; Keilerei [kajbr^j]. die;
-. -en [zu tkeilen (4)1 (ugs.): heftige Schlägerei, Prügelei:
eine K. im Wirtshaus; -en zwischen Rivalen; An Jenem
Samstag lag eine wüste K. in der Luft (Kirst, 08/15, 46);
es kam zu einer K.; keilig ['k^lu;] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): wie ein Keil / geformt J, in der Art eines Keils, als
Keil: ein -es Stück Holz; den Stoff k. einsetzen.
Keim [k^jm]. der; -[eis. -e [mhd. klm[e], ahd. klmo]: 1.
(Bio\.)*) erster, aus dem Samen od. der Wurzel einer Pflanze
sich entwickelnder Trieb, aus dem eine neue Pflanze entsteht:
die Bohnen. Erbsen. Kartoffeln haben -e gebildet,
getrieben; b) befruchtete Eizelle u. Embryo vor allem während
der ersten Entwicklungsstufe: der menschliche K.; die
Ernährung des -s durch die Plazenta. 2. Ursprung,
Ausgangspunkt, erstes erkennbares Anzeichen, Ursache von etw.:
ein K. der Hoffnung, der Liebe, der Zwietracht; Dekadenz
....dieden K. des Untergangs in sich trägt (Ceram. Götter
78); man vermutete in den Märchen einen K. Wirklichkeit;
diese Erkältung legte den K. zu langer Krankheit; *etw.
im K. ersticken (etw. schon im Entstehen unterdrücken,
nicht zur Entfaltung kommen lassen): der Aufstand wurde
im K. erstickt. 3. <meist PI.) (Biol., Med.)
Krankheitserreger, Krankheitskeim: resistente, virulente -e; die -e durch
Sterilisation abtöten; der Organismus bildet Antikörper
gegen die Gifte des -es: Impfung mit abgeschwächten -en.
4. (Physik) meist mikroskopisch kleines Teilchen in einem
Gas od. in einer Flüssigkeit, an dem die Kondensation bzw.
die Erstarrung einsetzt.
kekn-'Kfiim-: -achse.die (Bot.): Mittelachse des pflanzlichen
Keims, in der sich durch Streckung das Längenwachstum
vollzieht; ^bahn, die (Biol.): die direkte Entwicklung von
der befruchteten Eizelle bis zur Keimzelle des neuen, ge-
schlechtsreifen Organismus; ^befall, der: Befall mit
Krankheitskeimen; ^biMung, die; -Wäschen, das (Zool.): Kern
der Eizelle (bei Tier u. Mensch): -blatt, das: I. (Bot.)
erstes hervortretendes, aber schon im pflanzlichen Keimling
angelegtes Blatt; bei den zweikeimblättrigen Pflanzen eines
der beiden paarig entwickelten Blätter. 2. (Biol.. Med.)
Gewebsschicht im Keim (1 b) (vgl. Ektoderm. Entoderm.
Mesoderm): Mlrüae. die (Zool.. Med.): Organ im
männlichen u. weiblichen Körper (Hoden bzw. Eierstöcke), in
dem sich die Keimzellen (Samen bzw. Ei) bilden;
Geschlechtsdrüse, Gonade, dazu: MJrüsenhormon, das; -fähig
<Adj.; nicht adv.) (Bot.): fähig, geeignet. Keime zu entwik-
keln, zu keimen: -e Samen, dazu: -fähigkeit, die <o. PL);
-fleck, der (Biol.. Med.): im Kern einer reifen Eizelle
eingeschlossenes Kernkörperchen; ^frei <Adj.; o. Steig.): frei
von Krankheitskeimen; steril: -er Verbandmull; die
Instrumente müssen durch Auskochen k. gemacht werden;
Lebensmittel k. verpacken, dazu: -freiheit, die <o. PL); -plas-
ma, das (Biol.): die Erbsubstanz enthaltendes Protoplasma
der Keimzellen; ^reife. die (Bot.): volle Reife eines Samens,
Zustand der Keimfähigkeit; -ruhe, die (Bot.): bei vielen
Pflanzensamen nötige Ruhezeit mit Schrumpfung u.
Zurückgehen der Lebensfunktionen vor dem Beginn der Keimung;
-Schädigung, die (Biol.. Med.); durch Medikamente,
radioaktive od. RöntgenstraJilen, Alkohol o.a. verursachte,
nicht erbbedingte Schädigung der Keimzellen od. des
Embryos; -Scheibe, die (Biol.): scheibenförmige Plasmaschicht
auf dem Eidotter, die den /befruchteten) Zellkern enthält;
-schiebt, die (Zool.. Med.): (bei den Wirbeltieren u. beim
Menschen) die lebende Hautschicht unmittelbar unter den
abgestorbenen Zellen der Hornschicht, aber noch über der
Lederhaut: die Haut verjüngt sich selbst, sie verjüngt sich
aus der Tiefe der K. (Quick 47. 1958. 8); -Stimmung,
die <o. PI.) (Bot.): Vorbehandlung von Samen für die
Keimung [in geeigneter Temperatur]; -tötend <Adj.; o. Steig.;
nur attr.); -träger, der (Med.): jmd., der Krankheitskeime
(Bakterien, Viren) in sich trägt /u. ausscheidet j, ohne selbst
krank zu sein; -wurael, die (Bot.): die schon vor der Samen-
reife im Ansatz vorhandene Wurzeides künftigen Keimlings;
-zelle, die: l.a) svw. tGamet; b) (Biol.) einzelliger, durch
Abschnürung aus vegetativen Zellen der Mutterpflanze
entstandener Keim. 2. Ausgangspunkt, allererster Anfang von
etw., aus dem sich etw. entwickelt, das zu einem größeren
Ganzen wird: die Familie ist die K. des Staates; Dieser
(= Vereinstag) wurde... eine der -n der ...
Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (Fraenkel, Staat 28).
keimen [k^man] <sw. V.; hat) [mhd. kirnen, zu TKeim]:
I. Keime ausbilden, zu sprießen beginnen: die Kartoffeln.
Bohnen keimen; die Saat beginnt zu k.; keimendes (neu
entstehendes) Leben. 2. sich [innerlich, geistig-seelisch]
zu bilden beginnen, entstehen: in ihm keimte die Hoffnung
auf eine bessere Zukunft; Das Blut der Märtyrer war
das Saatgut, aus dem seine Kraft und sein Entschluß
gekeimt waren (Schaper. Kirche 23); keimende Liebe.
Sehnsucht; Kgjmesentwickking, die; -. -en (Biol.): svw.
Embryonalentwicklung; keimhaft <Adj.; o. Steig.) (geh.): als Keim,
erste Andeutung: -e Zeichen einer Besserung; hier ruft Gott
etwas ins Dasein, das vorher nicht da und auch nicht
k. oder als ..geprägte Form" vorbereitet war (Thielicke.
Ich glaube 119); Keimling ['kjymlm]. den -s. -e: 1. (Bot.)
junge, eben aus dem Keim sich entwickelnde Pflanze: die
-e vor Frost schützen. 2. (Biol.. Med.) svw. tEmbryo (1):
Vergleichung der Formen ... des menschlichen (wie
tierischen) -s mit denen des erwachsenen Menschen (Medizin
II. 28); (Abi. zu 1:) Kdmling&rairitheit. die (meist PI.):
Pflanzenkrank hei t (z. B. Pilzerkrankung), die nur die
Keimlinge befällt; Keimung, die; -. -en: das Keimen (1); Inach
einer Entwicklungs- //. Ruhezeit einsetzender] Vorgang des
Keimens: die K. hat schon begonnen.
kein [k^jn] <Indeflnitpron.) [mhd. kein, vermischt aus: de-
(c)hein = irgendeiner (ahd. dehein) u. älter: ne(c)hein
= (auch) nicht einer (ahd. nihein)]: 1. <attr.) a) verneint
ein Subst.; nicht [irgendjein: k. Wort sagen; -e Arbeit
finden; das ist k. Vergnügen; k. Mensch, k. einziger
(niemand) kümmerte sich darum; k. Ort ist so schön wie
dieser: es gab k. Haus, das nicht beschädigt gewesen wäre:
er verträgt -e Aufregung[enl; sich -e Sorgen machen: -e
[großen] Ansprüche stellen: auf-en Fall; in -er/(salopp.)
keinster Weise; unter-en Umständen; zu -er Zeit; b) bezieht
sich auf ein Singularetantum, meist ein Abstraktum od.
einen Sammelbegriff; nichts davon, nichts an .... k. Geld,
-e Zeit, -e Lust haben: -en Schlaf finden; -e Angst, k.
Mitgefühl kennen (Angst, Mitgefühl nicht kennen); Nur
-e Rosenthal (alle anderen, aber nicht die gesuchte Frau
Rosenthal) haben sie gefunden (Fallada. Jeder 44); c) kehrt
das zugehörige Adj. ins Gegenteil: k. dummer (ein kluger)
Gedanke; er ist k. schlechter (ein relativ guter) Schüler:
das ist k. großer (kaum ein) Unterschied: k. anderer als
er (nur er) kann es gewesen 9ein; d) vor Zahlwörtern;
(ugs.) nicht ganz, (noch] nicht einmal: sie ist noch -e zehn
Jahre alt; es dauert -e fünf Minuten: es ist noch k. halbes
Jahr her. daß ...; ich habe ihn ... -e zwanzigmal bei Tage
gesehen (Fallada. Jeder 49). 2. (alleinstehend) a) niemand,
nichts aus einer nicht ausdrücklich bestimmten Menge: -er
rührte sich: ich kenne -en. der das tut; keins von beiden;
-e weiß das besser als sie; Ihrer -em wäre eingefallen,
von dem Logos ... ein Bild entwerfen zu wollen (Carossa.
Aufzeichnungen 60): mir kann -er! (salopp; ich nehme
es mit allen auf, niemand kann mir etwas anhaben)', b)
durch hervorhebende Umstellung aus eigtl. attributivem
Gebrauch verselbständigt; / überhaupt / nicht: Geld hat er
keins: Post ist -e da; Mücken waren nämlich -e in der
Luft (H. Kolb. Wilzenbach 5): Lust hab' ich -e; keinerlei
1450
Keller-
<unbest. Gattungsz.; indekl.; nur attr.) [mhd. keiner
(deheiner) lei(e). T-lei]: nicht der. die. das geringste: keine
Art von: k. Anstrengungen machen; das hat k. Wirkung;
k. Reue zeigen; k. Verlangen nach etwas haben: keinerseits
<Adv.> It-seits] (selten): von keiner Seite: k. erhob sich
Widerspruch; keinesfalls <Adv.>: gewiß nicht, auf keinen
Fall: es darf k. später als sechs Uhr werden: das habe
ich k. gesagt: die Aufgabe ist schwer, aber k. unlösbar;
keineswegs <Adv.) [mhd. keins (deheines) wegs]: durchaus
nicht, nicht im geringsten: er ist k. dumm: das ist k. besser;
sein Einfluß darf k. unterschätzt werden; das war k. böse
Absicht; Er haßte die bürgerliche Gesellschaftsordnung
k. (Niekisch. Leben 46): ..War alles vergebens?"
-..Keineswegs!"; keinmal <Adv.>: nicht ein einziges Mal: in diesem
Turnier konnte er k. besiegt werden; sie hat noch k. gefehlt.
Keks [ke:ksl. der. seltener: das: - u. -es. - u. -e. österr.:
das: -. -[e] [engl, cakes. PI. von: cake = Kuchen]: l.a)
<o. PI.) trockenes, haltbares Kleingebäck: K. backen; K.
essen; eine Dose K.; b) einzelner Keks (a): -e backen:
einen K. essen: eine Dose -e. 2. (salopp) Kopf: sich den
K. stoßen: mir ist das Buch auf den K. gefallen: * einen
weichen K. haben (nicht recht bei Verstand, verrückt sein):
du hast wohl einen weichen K.?; <Zus.:> Keksdose, die:
{Metall}dose zum Aufbewahren von Keksen.
Kelch [kel<;]. der. -[e]s. -e [mhd. kelch. ahd. kelich < lat.
calix (Gen.: calicis)]: l.a) kostbares, glockenförmiges
Trink ]gefaß mit schlankem Stielu. breiterem, kreisrundem
Fuß: ein bauchiger K.; geschliffene -e; Wein aus spitzen
-en trinken; Sekt schäumte in den schlanken -en; Ü der
K. derTränen war gefüllt und lief über (Plievier. Stalingrad
92): *den [bitteren] K. bis auf den Gnmd/bis zur Neige
leeren [müssen] (geh.: alles Erdenkliche an Not u. Leiden
durchzustehen haben): der K. ist an jmdm. vorübergegangen
(geh.; ein drohendes schweres Schicksal. Leiden konnte
abgewendet werden; nach Matth. 26. 39 u. 42); b) (Rel.) kurz
für T Abendmahlskelch. 2. (Bot.) svw. f Blütenkelch.
kclch-.K$lch-: -Watt, das (Bot.): einzelnes Blatt eines
Blütenkelchs; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; -glas, das:
kelchförmiges Glasgefäß; -kapitell (Kunstw.): kelchform ig
aus der Säule sich entfaltendes Kapitell in der Gotik.
Kelek [kelek]. Kelik [kelik]. das; -s. -s [türk. kelek. aus
dem Pers.]: aus aufgeblasenen Tierhäuten hergestelltes Floß,
das in waldarmen Gebieten Vorder- u. Zetxtralasiens sowie
Vorderindiens verwendet wird.
Kelim [ke:lim]. der; -s. -s [türk. kilim]: gewebter
orientalischer I Wand! teppich mit einem auf Vorder- u. Rückseite
gleichen Webmuster tu. Stickerei].
Kelim-: -rand.der: (bei manchen Orientteppichen) gewebter,
nicht geknüpfter /gemusterter] Randstreifen; -stich, der
(Handarb.): flacher Zierstich, bei dem Faden an Faden
in schräger Richtung dicht nebeneinandergesetzt wird; ^stik-
kerei, die (Handarb.): a) <o. PI.) Technik, bei der Kelimsti-
che so dicht gesetzt werden, daß vom Untergrund nichts
mehr zu erkennen ist; b) in dieser Technik gearbeitetes
Stück (Decke. Kissenbezug o.a.).
Kelle [keldl. die: -. -n [mhd. kelle, ahd. kella. H. u.]: 1.
großer Schöpflöffel. Schöpfgerät in der Form einer
Halbkugel od. einer labgeflachten] Kugelkappe mit langem Stiel;
Schöpfkelle: SuppemitderK. ausgeben; wie klares Wasser,
das K. um K. aus dem gleichen Teiche geschöpft wird
(Jahnn. Geschichten 71); *mit der großen K. anrichten
(Schweiz.; mit etw. verschwenderisch umgehen, vergeuden).
2. aus einer flachen, runden Scheibe an einem Stiel
bestehendes Gerät, mit dem bestimmte, auf größere Entfernung
sichtbare I amtliche/ Signale gegeben werden können: der Polizist
hebt die K. (gibt ein Stoppzeichen); auf dem Schießstand
die Treffer mit der K. anzeigen; mit der K. das
Abfahrtszeichen geben: Der Bahnhofsvorstand ... tippte mit der K.
auf den Sarg und fragte: ..Expreßgut?4' (Bieter. Bonifaz
102). 3. Werkzeug des Maurers aus einem etwa handgroßen,
flachen, trapezförmigen od. dreieckigen Stück Stahlblech
mit S-förmig gekrümmtem Stiel u. Griff, das zum Auftragen
des Mörtels u. zum Glätten dient; Maurerkelle: Gert, der
... sein ganzes Handwerkszeug in einem Marmeladeneimer
mit sich trug, -n und Spachteln und die Fugenmesser
(Böll. Haus 63). 4. (Jägerspr.) Schwanz des Bibers; <Zus.:>
K<>llenknirps, der [1: zu t Kelle (1): 2: zu t Kelle (2)] (ugs.
scherzh.): 1. Kochlehrling. 2. Schülerlotse.
Keller [kete].der; -s. - [mhd. keller. ahd. kellari < spätlat.
cellärium = Speise-, Vorratskammer, zu lat. cella = enger
Wohnraum; vgl. Zellel: l.a) teilweise ixi. ganz unter der
Erde liegendes Geschoß eines Gebäudes: ein dunkler, tiefer,
feuchter, kühler K.; den K. ausbauen; ... saß Walter
Matern im K. des Polizeipräsidiums ... in
Untersuchungshaft (Grass. Hundejahre 293): Ü der Außenhandel im K.
(ugs.; in miserablem Zustand)', die Kurse sind in den K.
(ugs.; sehr tief) gefallen:... fuhr den Favoriten
erbarmungslos ..in den K." (ugs.; schlug, besiegte ihn vernichtend).
wie Sechstagefahrer das nennen würden (Maegerlein.
Triumph 97); ein Theaterstück in den K. spielen (ugs.;
durch schlechte Schauspielerleistungen ruinieren)'. *im K.
sein (Skat Jargon: Minuspunkte haben)', b) abgeteilter Raum
im Keller (1 a). Keller räum bes. als Aufbewahrungs- od.
Vorratsraum: jede Mietpartei hat Anspruch auf einen K.;
seinen K. als Hobby räum einrichten; in den K. gehen,
hinabsteigen, um Bier. Kohlen zu holen: die Kartoffeln
im K. einlagern. 2. (ugs.) im Keller (1) lagernder Vorrat
an Wein: einen guten K. haben (gute Weine besitzen);
Vielleicht habt Ihr meinen K. gelobt, da jetzt ein Gespräch
über Weine folgt (Frisch. Gantenbein 417). 3. kurz für
tLuftschutzkeller: ein splittersicherer K.: den K.
aufsuchen: jede Nacht heulten die Sirenen, und man mußte
den K. aufsuchen. 4. (meist in Verbindung mit einem
Namen) Lokal. Diskothek. Klubraum o. ä. in einem hierfür
hergerichteten Keller [räum]: am „Butler-Keller** vorbei-
August Kühn hatte schon mitbekommen, daß der K. ein
Ausflugslokal war (Kühn. Zeit 23).
Keller-: -abfiillung, die. -abzug, der: beim Winzer, der ihn
angebaut u. in seinem Keller zur Reife gebracht hat. original
in Flaschen abgefüllter Wein; -assel, die: anfeuchten,
dunklen Stellen in Gebäuden. Gärten. Gewächshäusern o. ä.
lebende Assel; Ü er ist eine richtige K. (ugs. scherzh.; jmd..
der gern bis spät in die Nacht in Kellerlokalen sitzt;
Nachtschwärmer): ^bar, die: Bar in einem Keller; -behausung,
die (abwertend): vgl. ^wohnung; -bewohner, der; -bühne,
die: in einem Keller eingerichtetes Zimmertheater; -decke,
die: /stützende] Decke (3) über dem Kellerlgeschoß];
-durchbrach, der: [mit einer leicht wegzunehmenden Platte
bedeckte] Öffnung, durch die die Kellergeschosse von
Häuserreihen verbunden werden, um im Katastrophenfall einen
Fluchtweg zu sichern; -eingang, der; -falte, die
(Schneiderei): tiefe Falte in einem Kleidungsstück, bei der zwei Brüche
so gegeneinanderstoßen, daß eine relativ breite Stoffhahn
bedeckt ist: ein Mantel mit langer K. hinten: -fenster,
das: meist dicht unter der Kellerdecke liegendes, gerade
noch über od. in einem kleinen Schacht unter dem Niveau
des Erdbodens befindliches / vergittertes] Fenster; -geschoß,
das: Keller da). Souterrain; -gewölbe, das: -hals, der
[2: 1. Bestandteil zu mniederd. kellen = schmerzen, weh
tun (vgl. mhd. quelen. t quälen), wohl nach dem Brennen
im Hals, das der Genuß der Beeren des Strauches
verursacht; volksetym. an Keller angelehnt]: 1. eingewölbter,
von außen her kommender / Treppen]Zugang zum Keller.
2. (landsch.) svw. tSeidelbast; -kind, das (ugs): sozial
benachteiligtes Kind. jmd.. der in ärmlichen Verhältnissen
aufwächst od. aufgewachsen ist; Ü Das Duell der . JCeller-
kinder" (= der Tabellenletzten) zwischen Kempten und
dem Gast Kaufbeuren fällt wegen schlechter
Platzverhältnisse aus (Augsburger Allgemeine 11.2. 78. 24); -khib,
der: -kneipe, die: -küche, die: -laden, der: in einem Keller
eingerichtetes Einzelhandelsgeschäft; -loch, das: 1. (selten)
kleine, von außen in einen Keller führende Öffnung (z. B.
zum Einschütten von Kohlen). 2. (abwertend) kleiner,
dunkler, muffiger Kellerraum, in dem jmd. leben muß;
-lokal, das: vgl. Keller (4); -kift, die: -luke, die: svw. t -loch
(1): Mneister, der: Weinbauer od. Weinküfer, der als
Fachmann für die Entwicklung der Weine in der Kellerei bis
zu ihrer Abfüllung in Flaschen sorgt (Berufsbez.): -mief,
der (abwertend): schlechte, abgestandene Luft im Keller;
-räum, der; -schacht, der: vgl. -fenster; -Schnecke, die:
gelbliche bis orangefarbene, netzartig gezeichnete
Egelschnecke, die in Kellern lebt u. durch Fraß an Kartoffeln.
Wurzeln. Blumenzwiebeln u.a. Schaden anrichten kann;
-schwamm, der: Pilz. der. bes. in feuchten Kellern,
krustenartig Holz überzieht u. dadurch zerstört; -stiege, die
(südd.. österr.). -treppe, die: -tür, die: -Wechsel, der [wohl
scherzh. darauf anspielend, daß diese Wechsel meist in
dunklen Kellern od. Kaschemmen ausgestellt werden]
(Bankw.): betrügerisch auf einen fingierten Namen
gezogener Wechsel; -Wirtschaft, die: vgl. ^lokal; -wohnung, die.
1451
Kellerei
Kellerei [keb'ny]. die: -, -en [spätmhd. kellerie =
Gesamtheit der Kellerräume]: Wirtschaftsbetrieb. Weingut mit
großen Kellern, in denen Wein od. Sekt [in Fässern] entwickelt,
behandelt u. gelagert wird; kellerig ['kebnc] <AdJ.; o.
Steig.): vom Keller (1) kommend, wie im Keller: Eine *
Fliesenkühle, nach Feuchtigkeit dunstend und sogleich
Fühlbar auf der Haut (Maass. Goufft 24): es riecht k.:
kellern Ckcten] <sw. V.; hat) (veraltet): svw. teinkellern.
Kellion ['keljpn]. das; -s. Kellien [(n)griech. källion. eigtl.
= Zelle]: kleines Kloster der orthodoxen Kirche.
Kellner ['keim?], der: -s. - [mhd. kelnsere. ahd. kelnäri =
Kellermeister. Verwalter des (Weinlkellers < mlat. cellena-
rius < kirchenlat. cellärärius = Kellermeister, zu spätlat.
cellärium. tKeller]: Angestellter in einer Gaststätte, der
die Gäste bedient (Berufsbez.; in der Anrede nicht
gebräuchlich [s. Ober]): ein höflicher, aufmerksamer K.: der K.
notiert die Bestellungen: den K./nach dem K. rufen: den
K. um die Rechnung bitten: <Abl.:> Kellnere! [...na'r%j],
die; - (selten): das Kellnern, die Arbeit als Kellner: die
K. ist ein Handwerk. Marquis zu sein aber eine Existenz
(Th. Mann. Krall 263); <Zus.:> Kflherfrack. der: als
Berufskleidung getragener Frack der Kellner: kelhnerieren
[...ri:ran] <sw. V.: hat) (selten): als Kellner/in] tätig sein:
sie kellneriert schon seit Jahren; <subst.:> Hilfe zum Kellne-
rieren gesucht (Anzeige); Kellnerin, die; -. -nen [mhd. kel-
naerinne = Hausmagd. Wirtschafterin]: w. Form zu
tKellner (Berufsbez.): Kfllneri&cke. die: -. -n: anstelle eines
Fracks von Kellnern getragene weiße Jacke; kellnern <sw.
V.; hatXugs.): [aushilfsweise] als Kellner arbeiten;
Kennerschaft, die; -, -en (selten): Gesamtheit der Kellner [eines
Lokals].
Kelokt [kelo'i:t]. das; -[e]s. -e [zu griech. kele = Geschwulst
u. -oeides = ähnlich] (Med.): gutartige Wucherung im
Bindegewebe. Wulstnarbe; Keloidose [keloi'do:»], die; -.
-n (Med.): angeborene Neigung des Bindegewebes der Haut
zur Bildung von Keloiden.
Keif [kelt]. der; -s lengl. kelt < gäl. cealt = StofT. Kleidung]
(Textilind.): grober, schwarzer Wollstoff aus Schottland.
Kelter ['kein?], die; -. -n [mhd. kelter. ahd. calcture <
lat. calcätüra. zu: calcäre = mit den Füßen stampfen,
zu: cabc = Ferse. Fuß (weil der Saft aus den Trauben
mit den Füßen herausgestampft wurde)]: Presse zur
Gewinnung von Traubensaft od. anderen Obstsäften: Trauben in
der K. pressen; Kelterei [kelter^j]. die; -. -en: Betrieb,
in dem gekeltert wird; keltern <sw. V.; hat) [spätmhd.
keltern]: (Obst. bes. Weintrauben) in der Kelter
[aus/pressen: diese ausgelesenen Trauben werden gesondert
gekeltert; aus Riesling und Silvaner gekelterter Wein.
Keltokw 0celtolo:g3].der; -n. -n [zu dem Namen der Kelten
(idg. Volk in Westeuropa) u. t-loge]: Wissenschaftler auf
dem Gebiet der Keltologie; Keltokwk» die; - [t-logie]:
Wissenschaft von den keltischen Sprachen u. Kulturen; kekolo-
gbch <AdJ.; o. Steig.): die Keltologie betreffend.
Kelvin [kelvm], das; -s, - [nach dem engl. Physiker Lord
Kelvin (1824-1907)]: physikalische Einheit der Temperatur
nach der Kelvinskala; Zeichen: K; <Zus.:> Kelvinskala, die:
thermodynamische Temperaturskala, die am absoluten
Nullpunkt beginnt.
Kemaltsmus Ocema'lismos]. der. - [nach dem türk.
Präsidenten Kemal Atatürk (1888-1938), dem Gninder dieser
Bewegung]: Bewegung in der Türkei, die die politische u.
kulturelle Anlehnung an Europa u. allgemeine
Modernisierung (unter Ablehnung islamischer Ideologien) anstrebt;
Kemalbt [...list]. der; -en. -en: Anhänger des Kemaltsmus
Kemantsche Oce'manjja], die; -. -n [pers. kemänte]:
arabisches Streichinstrument mit langem Hals ohne Griffbrett,
kleinem, meist rundem Klangkörper u. zwei bis vier Saiten.
Kemenate Oceme'narta]. die; -. -n [mhd. kem(e)näte. ahd.
eherninäta < mlat. caminata = heizbares Zimmer, zu
lat. camlnätus. 2. Part, von: camlnäre = mit einem Kamin
versehen, zu: caminus. t Kamin]: 1. mit einem Kamin
ausgestattetes Wohngemach. bes. Frauengemach in Burgen des
Mittelalters. 2. (ugs. scherzh.) intimer kleiner Raum, den
jmd. als seinen eigenen persönlichen Bereich hat: sich in
seine K. zurückziehen.
Kempo['kempo],das;-[s][Jap.kempö](Sport):als Vorläufer
des Karate geltende, traditionelle Art des chinesischen
Boxens, bei dem Fußtritte erlaubt waren.
Ken [ken]. das; -. - [Jap. ken]: Verwaltungsbezirk in Japan.
Kenaf [ke:nafl. das; -s [pers. kanafl: svw. TGambohanf.
Kendo [kendo]. das; -[s] (Jap. ken-do = Weg des Schwertes]
(Fechten): japanische Form des Schwertkampfs, die als
Kampfsport mit zusammengebundenen, elastischen
Bambusstäben ausgeführt wird, wobei nur die geschützten Körper
stellen des Gegners getroffen werden dürfen; <Abl.:> Kendoka
Ocendo:ka]. der. -s. -s [zu tKendou. Jap. ka = können]:
jmd.. der Kendo betreibt.
Kenem Oce'ne:m]. das; -s. -e [zu griech. kenös = leer, von
allem entblößtl (Sprachw.): in der Glossematik die kleinste
Einheit auf der Ebene der Form des Ausdrucks.
kfiVK KcniK -budistabe. der: Buchstabe als Kennzeichen
od. Teil eines Kennzeichens; -daten <P1.) (Fachspr.):
kennzeichnende Daten; -faden, der (Fachspr.): eingearbeiteter
durchlaufender Faden von bestimmter Färbung (z.B. bei
Kabeln) als Kennzeichen, das auf den Hersteller, die (
vorschriftsmäßige ] Beschaffenheit o. ä. hinweist; -färbe, die:
ab Kennzeichen dienende Farbe da. 2); -Teuer, das
(Flugw.): Leuchtfeuer, das ein charakteristisches
Lichtzeichen (Kennung 2) ausstrahlt u. als fester Orientierungs-
u. Bezugspunkt dient; -karte, die (früher): Personalausweis:
-kurve,die: vgl. -llnie; -leuchte, die: 1. (Verkehrsw.)
kennzeichnende Warnleuchte mit farbigem (blinkendem od.
rotierendem) Licht an einem Fahrzeug (der Polizei. Unfall-.
Pannenhilfe usw.). 2. (Flugw.) blinkende Leuchte (seitlich
u. hinten) an einem Luftfahrzeug, die Position u.
Bewegungsrichtung erkennen lassen soll; -licht, das: vgl. ^leuchte;
-Ifciie, die (Fachspr.): Linie. Kurve, die Veränderung u.
Abhängigkeitszusammenhang wichtiger technischer Größen
graphisch darstellt; -mal, das <P1. -e> (selten):
kennzeichnendes Merkmal; -marke, die: Erkennungsmarke: Ü der
Name dieses Autors ist eine K. Tür literarische Qualität:
-melodie. die (Rundf.): Melodie als Erkennungszeichen für
einen bestimmten Sender, ein bestimmtes Programm o. ä.;
-nummer.die (nicht getrennt: Kennummer):
kennzeichnende Nummer; ^wert, der (Fachspr.): charakteristischer
[Zahlen/wert; --wort, das <P1. ...Wörter): 1. Wort als
Erkennungszeichen für etw. Bestimmtes: Entwürfe können unter
dem K. ..Starnberg" eingesandt werden: daß dein Name
auch künftigen Generationen zum K.. zum Inbegriff fur-
Ja. Air was eigentlich?-werden könnte (Hagelstange.
Spielball 318). 2.a) nur Eingeweihten bekanntes Wort, durch
das sich jmd. ausweist, daß er zu einem bestimmten
Personenkreis gehört: das K. nennen und eingelassen werden; das
K. verlangen; das K. (Milit.; die Losung, die Parole) hieß
..Löwenzahn*'; b) nur Eingeweihten bekanntes Wort, das
den Gebrauch einer Sache, den Zugang zu ihr ermöglicht
u. sie gegen den Mißbrauch durch Außenstehende schützen
soll: ein Sparbuch mit K.; -zahl, die: 1. vgl. ^Ziffer (1).
2. (Fernspr.) Vorwählnummer. 3. (Fachspr.)
charakteristischer Zahlenwert, insbes. charakteristische Verhältniszahl:
die K. der Rentabilität eines Betriebes; -zeichen, das: 1.
charakteristisches Merkmal; Zeichen, an dem man jmdn..
etw. erkennt: ein auffälliges, sicheres K.; die Krankheit
hat untrügliche K.; besondere K. des Gesuchten: Narbe
am linken Unterarm; ein K. des Genies ist es. daß ...
2. a) beigegebenes, zugeteiltes, an etw. angebrachtes Zeichen,
das dazu dient, etw. kenntlich zu machen u. von
Gleichartigem zu unterscheiden: #ein auffallendes K.; er trug das
K. seiner Gruppe am Ärmelaufschlag; einen Behälter mit
einem K. versehen; b) an einem Land- od. Wasserfahrzeug
angebrachtes, amtlich zugeteiltes Zeichen (aus Buchstaben
u.lod. Ziffern), das seine Identifizierung ermöglicht u. seine
Herkunft erkennen läßt: das polizeiliche K. des Wagens;
M ist das K. Münchens: ein Fahrzeug mit ausländischem
K.; das internationale K. eines Kraftfahrzeugs
(Kennzeichen, das das Herkunftsland angibt); <Zus. zu 2 b.) ^zei-
chenleuchte, die (Kfz.-W.): Leuchte, die das Kennzeichen
(2 b) bei Dunkelheit sichtbar macht, -zeicherachild. das
<P1. -er): Schild mit dem Kennzeichen (2 b); -zeichnen <sw.
V.; hat): 1. mit einem Kennzeichen (2a) versehen: Waren.
Tiere k.; einen Weg durch Schilder/mit Schildern k.; etw.
durch eine Aufschrift [als etw.] k. 2.a) jmdn.. etw. durch
Aufzeigen seiner Kennzeichen (1) in seiner Eigenart
beschreiben, darstellen; charakterisieren: Jmdn. als fleißig, mutig
k.; der Redner kennzeichnete den Jubilar als einen
arbeitsfreudigen und pflichtbewußten Kollegen; dieses Wort ist
als umgangssprachlich zu k.; So ist das 19. Jahrhundert
gekennzeichnet durch das Ringen der katholischen Kirche
um Freiheit... (Fraenkel. Staat 157); der Dichter hat diese
Figuren scharf gekennzeichnet; b) ein Kennzeichen sein.
1452
Kenntnis
das jmdn.. etw. in seiner Eigenart zeigt, erkennen läßt:
sein Verhalten kennzeichnet Ihn als guterzogenen, als
Helgen Menschen: diese Tat kennzeichnet seinen Charakter;
(auch k. + sich.) sein Denken kennzeichnet sich durch
logische Schärfe; eine Handlung, die sich selbst
kennzeichnet (für sich selbst spricht); <1. Part, zu: kennzeichnen
(2b):> -zeichnend: charakteristisch, typisch: -e
Eigenschaften. Unterschiede. Merkmale; Härte ist für diese
Mannschaft k.; k. da für ist ein Vorfall ... dazu: -zeichnenderwßfee
<Adv.>: charakteristischerweise, typischerweise:
-Zeichnung, die: 1. das Kennzeichnen (1. 2 a). 2.*) etw.. wodurch
etw. gekennzeichnet (1) wird: Die Glassteine bilden eine
auffällige K. von Fußgängerüberwegen (Auto 6. 1965.
17); b) etw.. wodurch jmd.. etw. gekennzeichnet (2 a).
charakterisiert wird; Charakterisierung: Eigenwilligkeit und
Anschaulichkeit sind -en. die Air den Stil vieler Autoren
zutreffen. 3. (math. Logik) a) eindeutige Festlegung eines
Gegenstandes durch eine Aussageform, die gesichertermaßen
auf einen u. nur einen Gegenstand zutrifft: die Methode
der K.; b) durch Kennzeichnung (3a) gebildeter Ausdruck
für einen bestimmten einzelnen Gegenstand: -Ziffer, die:
I. einer Sache als Unterscheidungszeichen u.lod.
Charakteristik zugeteilte Ziffer[ngruppe]. Zahl. 2. (Math.) Zahl, die
im Logarithmus vor dem Komma steht. 3. (DDR Wirtsch.)
Zahl, die für wichtige Elemente der Planung. Durchführung
u. Fertigung im Produktionsprozeß steht: ökonomische,
statistische -n; die -n des Bedarfs, der Kosten.
kennbar ['kenba.g] <Adj.; o. Steig.) (Schweiz.): erkennbar,
kenntlich.
Kennet [kenl]. der; -s. - [engl, kennel < afrz. chenil. zu:
chen < lat. canis = Hund] (Jagdw.): Hundezwinger [für
die zur Parforcejagd dressierte Meute].
Kemelly-Heavtside-Schicht ['kenh-]. die; - [nach dem ame-
rik. Ingenieur brit. Herkunft X. E. Kennelly (1861-1939).
der 1902 die Existenz dieser Schicht unabhängig von O.
Heaviside postulierte]: svw. f Heavisideschicht.
kennen[kenan] <unr. V.; hat) [mhd. kennen = (er)kennen.
ahd. (in Zus.) -chennan. eigtl. = wissen lassen, verstehen
machen]: 1. a) jmdn.. etw. in seinen charakteristischen Eigett-
Schäften. Einzelheiten kennengelernt u. im Bewußtsein
[behalten] haben; jmdm. bekannt sein; über jmdn.. sich. etw.
Bescheid wissen: etw. gut. genau, gründlich, oberflächlich,
flüchtig, nur vom Hörensagen, nur vom Sehen, aus eigener
Anschauung, bis ins kleinste, von Grund auf k.; die Welt,
das Leben, seine Heimat k.; wir kennen ihre Not: ich
kenne ihn, seine Vorzüge und Schwächen genau; ich kenne
mich [selbst] gut genug; da kennst du mich aber schlecht
(ugs.; schätzt du mich falsch ein): von diesem Schriftsteller
kenne ich nichts (habe ich nichts gelesen); R das kennen
wir [schon] (ugs. abwertend: 1. das haben wir schon öfter
gehört, erlebt; diese schlechte Erfahrung haben wir schon
Öfter gemacht; das ist uns fleiaerj nichts Neues. 2. diese
Ausrede kennen wir [ schon])', b) jmdm. In bestimmter Weise,
durch bestimmte Eigenschaften, als ein Bestimmter bekannt
sein: wie ich ihn kenne, tut er genau das Gegenteil; wir
kannten ihn bisher nur als Schriftsteller, nicht als
Komponisten; von dieser Seite kannten wir ihn noch nicht; wir
kennen ihn nur als zuverlässigen Menschen (haben bisher
nur die Erfahrung gemacht, daß er ein zuverlässiger Mensch
ist); *sidi nicht mehr k. [vor ...] (außer sich sein [vor
...]): sich vor Wut nicht mehr k.; c) mit jmdm. bekannt
sein: wir kennen uns schon lange: jmdn. nur flüchtig k.;
er kennt mich persönlich; ich kenne ihn von früher, von
der Schule, vom Dienst her; woher kennen wir uns?: wir
kennen uns schon! (wir sind miteinander bekannt (gemacht
worden]); die beiden kennen sich nicht mehr
(sindmiteinander verfeindet u. beachten sich bewußt nicht mehr, wenn
sie sich begegnen); nach dem Vorfall will er ihn nicht
mehr k. (verleugnet er die Bekanntschaft mit ihm. tut er
so. als kenne er ihn nicht). 2. etw. verstehen, beherrschen:
sein Handwerk k.: das Schachspiel k. 3. [wieder/erkennen
[können]: ich kenne ihn am Gang, an der Stimme: (bayr..
österr. ugs.:) er hat sie in ihrer Maske nicht gekannt.
4. anzugeben, zu bezeichnen wissen: jmds. Namen, Alter
k.; kennst du den Grund für sein Verhalten?; ich kenne
ein gutes Mittel gegen Schnupfen; kennst du einen Arzt,
der mir helfen könnte?: kennst du ein gutes Restaurant?;
er allein kannte die Stelle, an der der Schatz vergraben
war; jeder kennt seinen Platz (weiß, wo sein Platz ist).
5.a) mit etw. in Berührung gekommen sein u. daher [wissen
u.j Erfahrung darin haben, was u. wie etw. ist: in diesem
Land kennt man keinen Winter: die Eingeborenen kennen
keine festen Behausungen; eine Katastrophe von nie
gekanntem (erlebtem) Ausmaß: b) in etw. vorkommen, üblich,
nicht unbekannt sein; enthalten, aufweisen: dieses Land
kennt (hat) lange, harte Winter; Die kretisch-mykenische
... Baukunst... kennt aber bereits differenzierte
Säulenbildungen (Bild. Kunst 3. 15). 6.a) sich einer Sache, die
Berücksichtigung od. Verwirklichung nahelegt, bewußt sein;
seine Pflichten k.: b) etw. (was Berücksichtigung od.
Verwirklichung nahelegt in seinem Verhalten. Handeln) gelten
lassen u. entsprechend handeln; anerkennen (meist verneint):
kein Maß, kein Ziel, keine Grenzen, keine Unterschiede
k.; kein Mitleid, keine Rücksicht, keine Gnade k.; keine
Hemmungen k.; er kennt nicht seine Grenzen; *da
kennt imd. nichts (ugs.; da ist jmdm. alles [andere]
gleichgültig, da nimmt er keine Rücksicht, setzt er sich über alles
hinweg): donnerstags gehe ich kegeln, da kenne ich nichts;
kennenlernen <sw. V.; hat): l.a) [Erfahrungsfwissen.
Kenntnisfse] erlangen in bezug auf jmdn.. etw.; mit etw.
bekannt werden; durch unmittelbaren Kontakt wissen, wie
etw. ist: etw. näher, gründlich k.; ich wollte seine Ansicht
k.; ein Buch, eine fremde Stadt k.; das Leben, seine Heimat
k.; jmds. Vorzüge. Schwächen. Art k.; jmdn. von einer
anderen Seite k.; jmdn. als etw. k.; b) mit jmdtn. bekannt
werden: jmds. Bekanntschaft machen: jmdn. persönlich k.;
wir haben uns auf der Schule, im Urlaub kennengelernt;
[es] freut mich. Sie kennenzulernen! (Formel bei der
Vorstellung); jmdn. kennen- und liebenlernen: <subst.:) sie
gewinnt bei näherem Kennenlernen. 2. mit etw. in
Berührung gebracht werden, damit konfrontiert werden; jmdm.
als Erfahrung zuteil werden: die Eingeborenen lernten erst
im vorigen Jahrhundert feste Behausungen kennen: jmds.
Großzügigkeit, Brutalität k. (zu spüren bekommen); R
du wirst mich noch k.! (du wirst noch merken, daß mit
mir nicht zu spaßen ist; als Warnung); kpmeiBwert <Adj.;
-er. -este; nicht adv.): wert, daß man es kennt (1 a); K$mer,
der; -s. -: a) jmd.. der etw. Bestimmtes gut kennt (1 a):
ein gründlicher, hervorragender K. der Antike; Der Autor
... gilt als ein intimer K. der Hitler-Ära (Spiegel 50. 1977.
86); b)jmd.. der auf einem bestimmten Sach- od.
Wissensgebiet überdurchschnittliche Kenntnisse besitzt: K. bevorzugen
diese Weinsorte: das Urteil des -s respektieren.
Kenner-: -äuge, das: ein K. für etw. haben: etw. mit -n
betrachten; -blick, der: -e auf etw. werfen; ein Bild mit
K. betrachten: Kurt Bach verschlingt Lisas nackte, braune
Schultern mit -en (Remarque. Obelisk 276); -miene, die:
eine K. aufsetzen: mit K.; -mund, der in der Verbindung
aus Kemennund[e] (aus dem Mund desleines Kenners):
ein Urteil, ein Lob aus Kennermund[e]: -urteil, das.
kemerhaft <Adj.; -er. -este) (oft abwertend): nach Art. in
der Art eines Kenners: k. lächeln, nicken, reden; k$nneri9ch
<Adj.; nicht präd.): 1. svw. f kennerhaft. 2. (Schweiz., sonst
selten) sachverständig: ein -es Publikum; Kennerschaft, die:
-: Erfahrung. Wissen u. Urteils-. Einschätzungsvermögen
eines Kenners; Qualifikation in bezug auf entsprechende
Erfahrung. Kenntnis: Die Frankenweine ... verlangen eine
gewisse K. (Hörn. Gäste 88): seine K. unter Beweis stehen;
etw. mit [großer] K. (Sachkenntnis) prüfen, auswählen.
Kenning [kenml. die: -. -ar u. -e [...ngar; anord. kenning.
eigtl. = Erkennung] (Literaturw.): (in der altgermanischen
Dichtung) bildliche Umschreibung eines Begriffes durch eine
mehrgliedrige Benennung (z. B. ..das Tosen der Pfeile** für
„Kampf*). Vgl. HeitL
kenntlich ['kentlu;] <Adj.: o. Steig.) [spätmhd. (md.) kentlich.
mhd. ken(ne)lich = erkennbar, bekannt, zu f kennen] in
den Verbindungen k. sein (walirnehmbar. unterscheidbar
[u. als das. was er. sie. es ist], erkennbar sein): ihre
Gesichter waren in der Dunkelheit kaum noch k.; er war an
seiner Stimme k.; <auch attr.:> ein weithin -es Zeichen;
imdn., etw. k. machen (jmdn.. etw. wahrnehmbar,
unterscheidbar [u. als das. was er. sie. es ist], erkennbar machen):
ein Hindernis durch Leuchtfarbe k. machen; das Strychnin
war durch ein rotes Etikett als Gift k. gemacht
(gekennzeichnet); sich [als jmd., als etw.] k. machen, dazu: K^mt-
licWceit, die; -.Kenntlichmachung [-maxunl. die: -: Kenntnis
[kentnis],die; -. -se [mhd. kentnisse = (Er)kenntnis. geb.
zum 2. Part, von mhd. kennen, f kennen]: I. <o. PI.) das
Kennen einer [ Tatjsache. das Wissen von etw.: eine ganz
genaue K. der Gegend mitbringen; K. von allen Vorfäl-
1453
kenntnis-, Kenntnis-
len haben; die eingehende K. von etw. voraussetzen; die
K. der Beweggründe fehlte noch; wir konnten uns aus
eigener K. ein Bild machen; nach meiner K. der Gesetze
ist dieses Vorgehen nicht rechtswidrig; ohne K. der
Sachlage handeln; von etw. K. haben (von etw. wissen); von
etw. K. bekommen, erhalten, erlangen ([van] etw.
erfahren); das entzieht sich meiner K. (geh.; davon weiß ich
nichts): *von etw. K. nehmen (von etw. Notiz nehmen);
jmdn. von etw. in K. setzen (jmdn. über etw. unterrichten);
[jmdm.] etw. zur K. bringen (/jmdm.J etw. mitteilen,
bekanntgeben); etw. zur K. nehmen (etw. als Mitteilung,
Wahrnehmung aufnehmen, beachten, vermerken); Ihre
Mitteilung vom 9. Juli 1977 haben wir zur K. genommen;
er nahm diese Anordnung nicht zur K. (kümmerte sich
nicht darum); jmdn. zur K. nehmen (jmdn. nur das
Mindestmali an Beachtung, Aufmerksamkeit schenken). 2. <P1.>
[Fach[wissen, Sach- u. Erfahrungswissen: umfassende,
gründliche, gediegene, besondere, ausreichende, begrenzte,
oberflächliche, mangelhafte, lückenhafte -se haben; etw.
erfordert fachliche, sprachliche, technische, medizinische
-se; -se anhäufen, sammeln, gewinnen, vermitteln; seine
-se erweitern, vertiefen, auffrischen; über hervorragende
-se verfugen; er hat sich gute -se auf dem Gebiet der
Mathematik/in der Mathematik erworben, angeeignet.
kenntnis-. Kenntnis-: -arm <Adj.: nicht adv.) (selten): nur
über wenig Kenntnisse verfügend; ^fönlening, die <o. PI.)
(selten): Förderung der Kenntnisse: K. durch erfahrene
Lehrer; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ohne Kenntnisse:
^nahme [-nama], die; - (Amtsdt.): das Zur-Kenntnis-Neh-
men: nach K. der Akten; um gefällige K. [der Akten]
wird gebeten; jmdm. ein Schreiben zur K. vorlegen; -reich
<Adj.; nicht adv.): über umfangreiche Kenntnisse auf einem
bestimmten Gebiet verfügend; sachkundig: ein gescheiter,
... auch literarisch -er Gesprächspartner (Kantorowicz,
Tagebuch I. 162); ein Thema tiefschürfend und k.
abhandeln; -stand, der <o. PL): Stand der [Er]kenntnisse: diese
Darstellung entspricht dem neuesten K.
Kennung fkenoo], die; -, -en [mhd. kennunge = Erkennung.
Erkenntnis]: 1. (Fachspr.) charakteristisches Merkmal od.
Gesamtheit charakteristischer Merkmale; Charakteristik.
2. (Seew.. Flugw.)der Identifizierung dienende
charakteristische Folge der Lichtsignale bei einem Leucht- od. Kennfeuer.
3. (Funkw. u.a.) charakteristische Buchstabengruppe,
Rufzeichen, Stationsangabe eines Senders, einer Station als
Kennzeichen, das der Identifizierung dient. 4. (Seew..
Geogr.) Landmarke; <Zus. zu 1:) Kffinungswandler, der
(Kfz.-T.): Vorrichtung, die die Leistungscharakteristik
(Kennung), insbes. die Drehzahl, eines Fahrzeugmotors in
die für die erforderliche Leistung günstigste Charakteristik
umwandelt.
Kenosis [ke(:)nozis]. die; - [griech. könösis = Entleerung]:
theologische Auffassung, daß Christus bei der Mensch wer-
düng auf die Ausübung seiner göttlichen Eigenschaften
verzichtet habe (nach Philipper 2. 5-11); Kenotaph flceno'ta:f).
(auch:) Zenotaph [tße...]. das; -s. -e [lat. cenotaphium <
griech. kenotaphion, zu: kenös = leer u. taphos = Grab]:
an einen Toten erinnerndes Gedächtnismal in Form eines
leeren, die sterblichen Überreste nicht enthaltenden
Grabmals; Kenotiker [keno:tike], der; -s. - [zu t Kenosis]:
theologischer Vertreter der Lehre von der Kenosis.
Kentaur Qcen'mjje]: f Zentaur.
kentern I'kentBn] <sw. V.) Iniederd. kenteren, kanteren.
eigtl. = auf die (andere) Seite legen, umwälzen, zu t Kante]:
1. (von Wasserfahrzeugen) sich seitwärts neigend aus der
normalen Lage geraten u. auf die Seite od. kieloben zu
liegen kommen <ist>: das Schiff ist gekentert; wir sind
mit unserem Segelboot gekentert; <subst.:> der Sturm hat
das Segelboot fast zum Kentern gebracht. 2. (See-
mannsspr.) (von Strömungen o.a.) anfangen, sich in
umgekehrter Richtung zu bewegen; umschlagen <hat): der Wind
kenterte; die Flut kentert (die Ebbe setzt ein): mit
kenterndem Wasser (bei einsetzender Ebbe) auslaufen; <Zus. zu
1:) K^nten-olle, die: svw. t Eskimorolle; (Abi. zu 1:) Kpite-
rung, die: -. -en.
Kentumspradie [kentum-]. die; -. -n [nach der Aussprache
des anlautenden c in lat. centum ( = hundert) als k]
(Sprachw.): Sprache aus der Gruppe der
westindogermanischen Sprachen, in denen sich bestimmte Verschlußlaute
(insbes. gu.k. z.B. in lat. centum) zunächst als
Verschlußlaute erhalten haben (Ggs.: Satemsprache).
kephal-. Kephal-: tzephal-, Zephal-; kephalo-. Kephalo-: t ze-
phalo-, Zephalo-.
keppeln [kepjn] <sw. V.; hat) [vgl. kibbeln] (österr. ugs.):
dauernd schimpfen, keifen; <Zus.:) K^ppehveib, das (österr.
salopp abwertend): dauernd keifende Frau; <Abl.:> Kepple-
rm [kepbrm], die; -. -nen (österr. ugs. abwertend): dauernd
keifende weibliche Person.
Kerabau [kerab^i], der; -s. -s [engl, carabao < span.
carabao, aus einem Dialekt der Philippinen]: indischer
Wasserbüffel.
Keralogie® [keralogi:],die; - [zu griech. k£ras = (Horn)-
kamm u. t-logie] (Friseurhandw.): besondere
Haarbehandlung zur Behebung von Haar- u. Kopfhaut schaden.
Keramik [ke'ra:mik]. die; -. -en [frz. cöramique < griech.
keramike (techne) = Töpfertkunst). zu: köramos =
Töpferton. -wäre]: 1. a) <o. PI.) Erzeugnisse aus gebranntem
Ton (z. B. Ton-, Töpferwaren. Erzeugnisse aus Steingut.
Steinzeug) od. seltener auch Erzeugnisse aus Porzellan:
K. herstellen, kaufen; die Ausstellung zeigt K.
(künstlerische, kunstgewerbliche Keramik) des Barock; b)
künstlerisch, kunsthandwerklich gestalteter Gegenstand aus
Keramik (2): eine wertvolle chinesische K. 2. gebrannter Ton.
aus dem Keramik (1 a) hergestellt ist: die Vase ist aus
K.; ist das K.? 3. <o. PI.) Technik der Herstellung von
Keramik (1) u. das entsprechende [ Kunst jhandwerk. die
entsprechende Industrie: die minoische K.;
<Abl.:) Keramiker [ke'ra:mikB], der. -s. -: Angehöriger eines
der Berufe, die sich mit der Herstellung u. Bearbeitung
keramischer Erzeugnisse befassen; Keramiker in, die; -. -nen:
w. Form zu t Keramiken keramisch <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): die Keramik betreffend, zur Keratnik gehörend; der
Keramik eigentümlich, gemäß: das -e Gewerbe; die -e
Technik. Industrie; eine Ausstellung -er Vasen. Arbeiten,
Erzeugnisse; eine -e Sammlung (Sammlung künstlerischer,
kunstgewerblicher Keramik); -er Ofen (Fachspr.; bei der
Herstellung u. Bearbeitung von Keramik benutzter
Brennofen): -e Farben (Fachspr.; in Keramik eingebrannte,
hitzebeständige Farben): -er Druck (Fachspr.;
Steindruckverfahren zur Übertragung von Ornamenten u. Bildern auf
Porzellan u. Steingut).
Keratin [kerati:n], das; -s. (Arten:) -e [zu griech. keras
(Gen.: köratos) = Hörn] (Chemie. Biol.): Hornsubstanz
(schwefelhaltiger Eiweißkörper in Haaren. Hörnern.
Geweihen. Nägeln. Hufen o.a.); Keratitis [...ti:tis], die; -. ...iden
[...ti'ti:dn] (Med.): Hornhautentzündung des Auges; Kerato-
[kerato-; griech. k£ras (Gen.: köratos)] (Best, in Zus. mit
der Bed.): Hörn... (z. B. Keratoplastik); Keratom [...'to.m],
das; -s. -e (Med.): geschwulstartiger Auswuchs der Horn-
schicht der Haut; Horngeschwulst; Keratomalazk, die; -.
-n (Med.): Entzündung der Hornhaut des Auges mit
allmählicher Hornhauterweichung; Keratometer, das; -s. - [t -meter]
(Med.): optisches Meßinstrument zur exakten Bestimmung
des Durchmessers (auch des Krümmungsgrades) der
Hornhaut des Auges; Keratophyr [...Ty:?]. der; -s. -e [zu griech.
phyrein = (ver)mischen] (Geol.): grünlichgraues
Ergußgestein des Erdaltertums, das in einigen deutschen
Mittelgebirgen in Lagern (4) u. Gängen (8) vorkommt; Keratoplastik.
die; -, -en (Med.): operative Hornhautüberpflanzung zum
Ersatz erkrankter Hornhaut; Keratose [...to:z3], die; -. -n
(Med.): krankhafte Verhornung der Haut; Keratoskop
[...'sko:p], das; -s. -e [zu griech. skopein = betrachten,
schauen] (Med.): optisches Instrument zur Untersuchung
der Hornhautkrümmung des Auges.
'Kerb Dcerp], die; -. -en. Kerwe fkerva], die; -. -n [zu t K irmes]
(hess.. pfälz.): svw. t Kirch weih.
^terb [-]. der; -[e]s, -e [spätmhd. (md.) kerb. mhd. (md.)
kerp. Nebenf. von tKerbe] (Technik): Kerbe, bes. bei der
Materialprüfung (z. B. beim Kerbschlagbiegeversuch).
Kerb-: -hob, das in der Wendung *etw. auf dem K. haben
(ugs.;e/u\ Unerlaubtes. Unrechtes [ein Vergehen, eine
Straftat J begangen haben; eigtl. = Schulden haben; nach dem
Holzstab, in den Kerben als Nachweis für
Arbeitsleistungen, Lieferungen, Schulden usw. eingeschnitten wurden):
-«-karte, die (DDR Wirtsch.): sehr schnell sortierbare
Karte mit Angaben, die nach einem bestimmten Schlüssel
auf dem Rand eingekerbt werden; -nagel, der (Technik):
Nagel mit drei längs verlaufenden Kerben (bes. zur
Befestigung von Metallteilen): -schlagbkgeprüfung, die
(Technik): vgl. -schlagbiegeversuch; ^schlagbjtfeversuch, der
(Technik): Versuch, bei dem durch schlagartige Beanspru-
1454
kern-, Kern-
chung einer mit einer Kerbe versehenen Materialprobe deren
Bruchfestigkeit (fachspr.: Kerbschlagzähigkeit) ermittelt
wird; -Schlagzähigkeit, die (Technik): beim
Kerbschlagbiegeversuch die zur Erzielung des Materialbruchs verbrauchte
Arbeit im Verhältnis zum Querschnitt der Materialprobe
an der Kerbstelle; -schnitt, der (Kunst]handw.): / Technik
der] l Holz] Verzierung durch eingekerbte Muster;
--Schnitzer, der: [ Kunst] Handwerker % der Kerbschnitzereien
ausführt; -Schnitzerei, die (flCunst]handw.): 1. eingekerbte
Holzverzierung. 2. <o. PI.) Kunst u. Technik des
Kerbschnitts; ^stift, der (Technik): vgl. ^nagel; ^tier, das
leindeutschend für t Insekt] (Zool. seltener): svw. t Insekt;
-zange, die (Fachspr.): Zange zum (Einjkerben [u.
Kennzeichnen].
Kerbe [kerbo], die; -. -n lmhd. kerbe, zu t kerben]: 1. schmale,
nach innen (unten) spitz zulaufende Vertiefung: eine K.
im Holz; mit dem Messer eine K. in einen Stock schneiden;
U Eine tiefe K. (Falte) grub sich zwischen den farblosen
Brauen des Barons ein (Schnurre. Bart 179); * in dieselbe/die
gleiche K. hauen/schlagen (ugs.; inhaltlich dasselbe sagen,
was zuvor schon ein anderer gesagt hat u. damit dasselbe
Ziel o.a. wie dieser verfolgen, was der Betroffene aber
nicht gern hört, weil sich für ihn daraus unliebsame Konse-
ouenzen ergäben; beim Holzfällen wird ein Baum durch
das Einschlagen der Axt immer in die gleiche Kerbe am
schnellsten gefallt). 2. (salopp) Vertiefung zwischen den
beiden Gesäßhälften: jmdn. in die K. treten; *{mdm. die
K. aus dem Arsch bügeln (vulg.; jmdn. brutal verprügeln;
als Drohung). 3. (Rugby) in den Rasen geschlagene Kerbe
(1), in die der Ball bei der Ausführung eines Straf- od.
Freitritts gelegt wird.
Kerbel I'kerb|], der; -s [mhd. kervel(e). ahd. kervola <
lat. caerefolium < griech. chairephyllon]: zu den
Doldengewächsen gehörendes, als Gewürz verwendetes Kraut mit
gelblich- od. grünlichweißen Blüten.
Kerbel-: -kraut, das <o. PI.): in Gärten angebaute
Gewürzpflanze der Gattung Kerbel; -rübchen, das: t ^rübe; -rübe,
die: Gemüsepflanze mit rübenfönnigen, graubraunen, innen
weißen bis gelblichen Knallen.
kerben ['kerbn] <sw. V.; hat) [mhd. kerben]: l.a) mit einer
Kerbe, mit Kerben versehen: eine Kerbe, Kerben anbringen:
eine Leiste k.; Diese Kinderwaden. Pausbacken, gekerbten
Hintern (Jahnn. Geschichten 190); b) (DDR Wirtsch.)
(eine Kerbkarte) durch eine od. mehrere Kerben mit einem
Vermerk versehen. 2. in etw. erzeugen, indem man Kerben
darin anbringt, eingräbt, einritzt od. hervorruft: ein Muster
in Holz k.; eine gekerbte Struktur, kerbig [kerbif] <Adj.):
mit zahlreichen Kerben / versehen]; K^rbung, die; -, -en:
1. das Kerben. 2. Kerbe, gekerbte Stelle; Kerf Dcerf). der;
-[eis. -e [eigtl. niederd. Nebenf. von tKerbe, mniederd.
kerf. kerve] (Zool. seltener): svw. t Insekt.
Kerker [kerkB], den -s, - [mhd. kerker. karkaere. ahd. karkä-
ri < lat. carcerl: 1. (früher) sehr festes [unterirdisches]
Gefängnis: jmdn. in den K. werfen, aus dem K. befreien;
im K. liegen, schmachten (geh.; emotional verstärkend;
eine Freiheitsstrafe verbüßen)', Ü das Haus wird ihr, der
Leib wird der Seele zum K. (geh.: umgibt sie wie ein
Gefängnis, raubt ihr die /Bewegungsfreiheit). 2. (österr.
früher) Freiheitsstrafe: er wurde zu lebenslänglichem K.,
zu zwei Jahren [einfachem, schwerem] K. verurteilt.
Kerker-: -gewölbe, das; -haft, die (früher): Haft im Kerker
(1); Miiauer, die (meist PI.): hinter -n; -metster, der
(früher): Gefangenenaufseher im Kerker (1); -strafe, die: 1.
(früher) in Kerkerhaft bestehende Strafe. 2. (österr. früher)
svw. TKerker (2),
kerkern [kerkcn] <sw. V.; hat) [mhd. kerkernl (veraltet,
geh.): in etw. einsperren, einschließen: Piaton behauptete,
die Seele sei in den Leib gekerkert.
Kerl [kerl], der: -s. -e. nordd.. md. auch: -s [aus dem Niederd.
< mniederd. kerle = freier Mann nicht ritterlichen
Standes; grobschlächtiger Mann: im Ablaut zu mhd. karl(e),
ahd. karal = (Ehe)mann; Geliebter, bewahrt im m. Vom.
Karl, eigtl. = alter Mann]: 1. <Vkl. T Kerlchen) (ugs.)
männliche Person, Mann: ein Junger, großer, langer,
kräftiger, hübscher K.; ein tüchtiger, anständiger, ehrlicher,
forscher, tapferer K.; er ist der [richtige] K. dazu; das
ist ein K.! (drückt wohlwollendes Erstaunen aus): wir
brauchen ganze -e (Männer, die sich in entsprechenden
Situationen bewähren); er hat gezeigt, was für ein K. in ihm
steckt (was er machen, leisten kann); (abwertend.) ein
gemeiner, widerlicher, frecher, unverschämter, grober,
langweiliger, dummer, komischer K.; ich kann den K.
nicht leiden!; schmeißt die KerleAnordd.. md.:) Kerls
hinaus!; (als saloppe Anrede, auch als Ausruf der
Überraschung o.a.:) K., wie siehst du denn aus!; sie hat sich
mit -en eingelassen; einen K. haben, sich einen K.
(Liebhaber) nehmen; sie lag mit ihrem K. (Liebhaber.
Beischläfer) im Bett; *die langen Kerb (hist.; von Friedrich
Wilhelm 1. von Preußen geschaffene Leibgarde, in die nur
besonders Große aufgenommen wurden). 2. < Vkl. t Kerlchen)
(fam.) liebenswerter, sympathischer Mensch: ein guter,
prächtiger, patenter K.; sie ist ein feiner, netter K.; ein
lieber, goldiger, tapferer kleiner K. (Junge). 3. (veraltet)
Diener. 4. (ugs.) bes. großes Exemplar, Prachtexemplar:
wir haben Äpfel gepflückt, solche -e!; Kerlchen [kerlcpn].
das; -s. -: 1. TKerl (1, 2). 2. kleiner Junge: ein goldiges
K.; so ein freches K.!
Kerman [ker'ma:n], Kirman [kirma:n]. der; -[s], -s lnach
der Iran. Stadt u. Provinz Kerman]: handgeknüpfter, meist
elfenbeingrundiger persischer Teppich, oft mit einer
rautenförmig gegliederten Ranken- od. Blumenmusterung.
Keimes [kermasl. der: -. - [span. carmesi < arab. qirmizly.
vgl. Karmesin]: 1. <o. PI.) roter Farbstoff, den die Kermes-
schildläuse liefern. 2. svw. TKermesschildlaus.
Kinnes-: -bäum, der: svw. t Scharlacheiche. Kermeseiche;
^beere, die: l.a) tropische u. subtropische [Holz]pflanze
mit kerzenartigem Blütenstand u. meist saftigen,
beerenähnlichen, dunkelroten bis schwarzen Früchten; b) Beerenfrucht
der Kermesbeere da). 2. svw. TKermesschildlaus. zu 1:
-beerenbaum, der; -eiche, die: svw. t Scharlacheiche;
-farbstoff, der: svw. t Keimes (1); -schildlaus, die: bes.
ander Kermeseiche vorkonunende Schildlaus, die einen roten
Farbstoff liefert.
Kern [kern], der; -[eis, -e [mhd. kerne, ahd. kerno]: l.a)
fester innerer Teil einer Frucht; [hart schal iger] Samen [in]
einer Frucht: der K. der Pflaume, des Pfirsichs; die
schwarzen -e des Apfels; b) das Innere des hartschaligen
Fruchtkerns od. der festen Fruchthülle: der K. einer Nuß. einer
Mandel; Spr Wer den K. essen will, muß die Nuß knacken
(wer in den Genuß einer schwer erreichbaren Sache kommen
will, muß erst die entsprechenden Hindernisse aus dem Weg
räumen); Ü das ist der K. (das Wesentliche) des Problems,
seines Vorschlags; es steckt ein guter K. (Wesenskern,
Charakter) in ihm; sie hat einen guten K.; in Jmdm. den
guten K. sehen; diese Behauptung hat. birgt einen wahren
K.; mit dieser Behauptung hat er den K. der Sache
getroffen; zum K. [eines Anliegens, einer Sache, seiner
Ausführungen] kommen; c) (südd.) Getreide, bes. Dinkel in
enthülstem Zustand; vgl. Grünkern. 2. (Biol.) kurz für t Zellkern.
3. (Physik) kurz für t Atomkern: leichte -e (mit wenigen
Protonen u. Neutronen): schwere -e (mit vielen Protonen
u. Neutronen); den K. eines Atoms spalten; -e
verschmelzen. 4.a) (Elektrot.) kurz für tEisenkern; b) (Gießerei)
in eine Gießform eingebrachtes Teil, durch das im Gußstück
eine Aussparung von bestimmter Form erzeugt werden soll;
c) (Fachspr.) inneres, in das Mundstück (den Kopf) der
Blockflöte eingelegtes, rundes [Holz]teil; Block; d)
(Fachspr.) inneres Teil (zwischen Körper u. Fuß) in bestimmten
Orgelpfeifen; e) (Technik) kurz für tReaktorkern. tCore:
fMBauw.) (bei Staudämmen) innerer Teil aus abdichtendem
MateriaL 5. a) (Holzverarb.) innerer, härterer (u.
wertvollerer) Teil des Stamms (bei bestimmten Bäumen); b) (Gewer-
bespr.) feste, gleichmäßige Struktur aufweisendes,
wertvollstes Stück. Kernstück (insbes. Rückenteil) einer gegerbten
[ Rinds]haut; c) (Jägerspr.) (beim Raubwild) der
Fleischkörper ohne Balg. 6. a) wichtigster, zentraler Teil [als Basis,
Ausgangspunkt für Erweiterung, weitere Entwicklung];
Zentrum: der K. einer Stadt (Stadtkern); Die Kirche. ... ein
dreischifllger gotischer Bau ... mit romanischem K. (Bieler.
Mädchenkrieg 374); (Met.:) ein mit seinem K. über
Schottland liegendes Hoch. Tief; der K. des Mondschattens
(Astron.; Kernschatten des Mondes) bei einer
Sonnenfinsternis; der K. (Ausgangspunkt) einer Kristallisation; der
K. eines Kondensationsprozesses; b) (Med.. Biol.) kurz
für t Nervenkern. 7. wichtigster, aktivster Teil einer Gruppe:
der K. der Truppe, der Gruppe; *der harte K. (derjenige
Teil einer aggressiven, insbes. kriminellen Gruppe, der sich
mit ihren Zielen u. Handlungen unbedingt identifiziert u.
sich an ihren Aktionen voll beteiligt).
kcrn-.K$rn-: -antrieb, der: svw. t Atomantrieb; -arbeitszeit.
1455
kern-, Kern-
die: svw. t Fixzeit; -ausschneide!*, der: Gerät zum
Herausschneiden der Kerne u. des Kerngehäuses (bes. bei Äpfeln);
-baustein, der (Physik): eines der Elementarteilchen, aus
denen sich ein Atotnkern aufbaut; -beißer, der: von Kernen
lebender, dunkel' u. hellbrauner Vogel (aus der Familie
der Finken) mit dickem, kegelförmigem Schnabel, mit dem
er hart schalige Früchte od. Samen (bes. Kirsch- u.
Pflaumenkerne) aufhackt; -bereich, der: vgl. ^zone; -bohren, das;
-s (Technik): das Bohren mit dem Kernbolirer zur Gewinnung
von Bohrkernen; vgl. ^bohren -bohrer, der (Technik):
hohler Bohrer, der beim ringförmigen Eindringen in das Gestein
den inneren Teil als Kern (Gesteinskern, Boltrkern)
stehenläßt; -bohrung, die (Technik): das Kernbohren; -bombe,
die: svw. f Atombombe; -brennstoflf, der (Technik): Stoff
der spaltbares Material enthält, durch das in einem
Kernreaktor eine gesteuerte Kernkettenreaktion aufrechterhalten
wird; -chemie, die (Physik): Teilgebiet der Kernphysik,
auf dem man sich insbes. mit den Kernumwandlungen u.
den Eigenschaften ihrer Produkte befaßt; ^Chemiker, der:
auf Kernchemie spezialisierter (Kern) physiker;
-Durchmesser, der: 1. (Physik) Durchmesser eines Atomkerns. 2.
(Technik) Innendurchmesser eines Gewindes; -«isen, das
(Gießerei): in einen Kern (4 b) eingelegte Verstärkung aus Gußeisen
od. Stahl; -Energie, die: 1. svw. t Atomenergie. 2. (Physik)
zur Auflösung der Bindung (4 b) der Kernbausteine
erforderliche Energie, dazu: -energteantrieb, der: svw. f
Atomantrieb, ^energierisiko. das; -explosion, die: 1. Explosion
eines atomaren Sprengkörpers. 2. (Physik) durch Auf treffen
eines sehr energiereichen Teilchens verursachtes plötzliches
Zerfallen eines Atomkerns in kleinere od. kleinste
Bruchstücke; -fach, das (Schulw.): wichtiges Unterrichtsfach,
das für Schüler aller höheren Schulen verbindlich ist; -fami-
lie. die (Soziol.): Familie (1 a) (bes. im Unterschied zur
Großfamilie. Kommune o. ä.); -faule, die (Fachspr.):
Fäule, Zersetzung des Kernholzes lebender Bäume, die eine
Aushöhlung bewirkt; -fehler, der (selten): wesentlicher
Fehler (1 b. 2a). Hauptfehler; ^f$st <Adj * o. Steig.): kernig,
stark u. fest; ein -er Bursche; eine -e Überzeugung; ^for-
schung, die: Forschung auf dem Gebiet der Kernphysik;
-Traue, die: wesentliche Frage. Hauptfrage; -frucht, die
(Bot.): Frucht mit Samenkernen (z. B. Apfel. Birne. Quitte);
-fusion, die: 1. (Physik) Fusion (4) von Atomkernen. 2.
(Biol.) vgl. -Verschmelzung (2) <Zus.:> -fusionsreaktor,
der: svw. f Fusionsreaktor; -gebiet, das: 1. Gebiet (1). das
den Kern (6 a) bildet. 2. wichtiges Gebiet (1.2). Hauptgebiet;
-Bedanke, der: wesentlicher, wichtig[ st]er Gedanke in einem
bestimmten gedanklichen Zusammenhang; -gehäuse, das:
die Samenkerne enthaltender innerer Teil beim Kernobst;
-gesund <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): durch u. durch gesund
da): er ist k.; -haus, das: svw. t-gehäuse; -holz, das
(Holzverarb.): Holz des Kerns (5 a); -Induktion, die
(Physik): durch die magnetischen Momente von Atomkernen
auslösbarer Induktionseffekt, der die genaue Messung
solcher magnetischen Momente ermöglicht; -Industrie, die:
kerntechnische Industrie; - innen ieur, der: Ingenieur auf dem
Gebiet der Kerntechnik; -kettenreaktton, die (Physik):
Kette, Folge von Kernspaltungen, bei der die freiwerdenden
Neutronen jeweils weitere Kernspaltungen bewirken; ^kär-
perchen, das (Biol.): innerhalb des Zellkerns einzeln od.
in größerer Anzahl vorkommendes, kleines, abgerundetes
Körperchen% das vorwiegend Ribosenukleinsäure enthält u.
sich bei der Zellteilung auflöst; -kraft, die: 1. svw. f ^ener-
gie. Atomenergie. 2. <P1.> (Physik) Kräfte, die den
Zusammenhalt der Bausteine des Atomkerns bewirken; zu 1:
^kraftsegner, der; -kraftwerk, das: svw. f Atomkraftwerk;
Abk.: KKW, dazu: -kraftwerkgegner, der; -Kadung, die
(Physik): die (durch die Zahl der Protonen bestimmte)
positive elektrische Ladung des Atomkerns, dazu: -ladungs-
zahl, die: (der Protonenzahl entsprechende) Anzahl der
Elementarladungen, die ein Atomkern trägt; -leder, das (Ge-
werbespr.): Leder vom Kern (5 b); ^k» <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: ohne Kerne (1 b) [gezüchtet]: -e Orangen.
Weintrauben; -mannschaft, die (Sport): Kern einer
Mannschaft (bestehend aus den besten Spielern, die nach
Möglichkeit nicht ersetzt werden): zur K. des Klubs gehören; -mas-
se. die (Physik): Masse eines Atomkerns; -membran, die
(Biol.): Membran, die den Zellkern gegen das ihn umgebende
(Proto)plasma abgrenzt; -modell, das (Physik):
anschauliche Modellvorstellung vom Atomkern u. seinem inneren
Aufbau, die die an Atomkernen beobachteten Eigenschaften
weitgehend wiedergibt u. zu denken bzw. zu berechnen
erlaubt; -moment, das (Physik): magnetisches Moment eines
Atomkerns; -obst, das: Obst mit Kernen da);
-Pflichtfach, das (Schulw.): Pflichtfach, das für Schüler aller
höheren Schulen verbindlich ist; -photoeffekt, der (Physik):
durch harte Röntgen- od. Gammastrahlung ausgelöste
Kernreaktion, bei der ein od. mehrere Nukleonen ausgesendet
werden u. in der Regel ein radioaktiver Kern zurückbleibt;
-physik, die: Physik der Atomkerne u. ihres Aufbaus, dazu:
-physikalisch <Adj.; o. Steig.): physikalisch auf dem Gebiet
der Kernphysik, -physiker, der: auf Kernphysik
spezialisierter Physiker; -plasma, das: svw. f Karyoplasma; ^Problem,
das: wesentliches, wichtigfstjes Problem, Hauptproblem;
-Punkt, der: wesentlicher, wichtigfstjer Punkt.
Hauptpunkt: zum K. des Problems kommen; -reaktion, die
(Physik): natürlicher od. künstlicher, zur Umwandlung eines
Atomkerns führender kernphysikalischer Prozeß; -reaktor,
der: Anlage, in der die geregelte Kernkettenreaktion zur
Gewinnung von Energie od. von bestimmten radioaktiven
Stoffen genutzt wird: Energieerzeugung durch -en; -saft,
der: svw. fKaryolymphe; -satz, der: 1. wesentlicher,
wichtigfstjer Satz; Satz, der den Kern, das Wesentliche od.
erw. in einem bestimmten Gedankenzusammenhang sehr
Wesentliches zum Inhalt hat: der K.. die Kernsätze einer Lehre;
etw. in wenigen Kernsatzen zusammenfassen. 2. (Sprachw.)
Satz, dessen besonders einfache Struktur Grundlage für die
Ableitung anderer (insbes. komplexerer) Satzstrukturen u.
Sätze ist. 3. (Sprachw. selten) Satz mit der Personalform
des Verbs in Zweitstellung; vgl. Stirnsatz. Spannsatz;
-schatten, der (Optik. Astron.): völliger Schatten; Schatten,
in dessen Bereich die schattenwerfende Lichtquelle völlig
verdeckt ist (Ggs.: Halbschatten a); -schlag, der
(Faustball): mit der Innenseite der Faust in Kopfhöhe od. darüber
ausgeführter wuchtiger Schlag; -schleife, die (meist Pl.>:
svw. f Chromosom; -schuß, der: svw. f Fleckschuß; ^seife,
die [zunächst ..beste Seife", dann ..feste Seife" im Ggs.
zur Schmierseifel: einfache Seife ohne Zusätze wie
Farbstoff. Parfümöl (im Unterschied zur Feinseife); -spalte.
die (Fachspr.): in das Mundstück der Blockflöte
eingearbeitete, auf einer Seite vom Kern (4 c) begrenzte Spalte, in
die der Spieler hineinbläst; -Spaltung, die (Physik): (insbes.
durch äußere Einwirkung, z. B. durch schnelle Neutronen,
durch energiereiche Gammastrahlen, [künstlich]
verursachte) Zerlegung von Atomkernen in je zwei leichtere [u. zwei
bis drei Neutronen] unter Freisetzung extrem hoher
Energiemengen: die K. des Urans; die Gewinnung radioaktiver
Elemente durch K.; spontane K. (ohne äußere
Einwirkung); -Spektroskopie, die (Physik): Spektroskopie zur Un-
tersuc/wng der Atomkerne, ihrer Energiezustände.
Strahlungen u. Zerfallsprodukte; -Spin, der (Physik): Drehimpuls
des Atomkerns; -Spruch, der: [markiger] Spruch, der den
Kern, das Wesentliche treffen soll; -Sprung, der (Geol.):
durch starke Temperaturschwankungen hervorgerufener,
radial verlaufender Sprung, durch den ein Gesteinsblock
gespalten wird; -Strahlung, die (Physik): bei Kernreaktionen
entstehende Strahlung; -stück, das: 1. Stück, das den Kern
ausmacht; wesentliches, wichtig]st]es Stück: die
Konjunkturpolitik ... dasK. der Wirtschaftspolitik (Fraenkel. Staat
376). 2. svw. fKem (5 b); -technik, die: Technik auf dem
Gebiet der Gewinnung. Nutzbarmachung u. Anwendung von
Kernenergieu. radioaktiven Stoffen, dazu: -technisch <Adj.;
o. Steig.): die Kerntechnik betreffend, zu ihr gehörend, auf
ihr beruhend, ihr eigentümlich, gemäß: die -e Industrie;
-teiking« die (Biol.): Teilung des Zellkerns [die zu einer
Zellteilung führt]; -truppe, die: Teil der Truppe, der die
beste Ausbildung u. die meiste militärische Erfahrung hat;
-Umwandlung, die (Physik): Umwandlung eines Atomkerns,
insbes. durch äußere Einwirkung (durch Kernspaltung, im
weiteren Sinne auch durch Kernzerfall); ^Verschmelzung*
die: 1. (Physik) Kernfusion (1). 2. (Biol.) Verschmelzung.
Vereinigung von Zellkernen (z. B. von Ei- u. Samenzellkern
bei der Befruchtung od. von Kernen vegetativer Zellen
[im Experimentl); -waffe, die (meist Pl>. svw. t
Atomwaffe: taktische, strategische -n. dazu: -waflenfrei <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): svw. t atomwaffenfrei, -waffengegner,
der. -waffentest, der. -Waffenträger, der (WafTent.):
Flugkörper, der Kernwaffen trägt, mit sich führt, ^waflfen-
versuch, der: Versuch zur Erprobung von Kernwaffen, ^waf-
fenversuchsstopp, der. -waffenverzicht, der: verbindlich
erklärter Verzicht eines Staates auf Kernwaffen; ^wort, das
1456
Kessel-
<P\. -e>: vgl. ^spruch: -wuchs, der (Fachspr.): Bäume aus
Samen; -wurf.der: 1. (Handball) hinter dem Kopf
angesetzter u. aus gewinkelter Armstellung ausgeführter Wurf, hei
Jem der Handteller genau hinter dem Ball liegt, 2.
(Leichtathletik) (beim Speerwerfen) Wurf mit voller Kraft u. im
bestmöglichen Winkel; -Zähler, der (Fachspr.): Gerät zur
Messimg der Menge der in der Luft schwebenden
Kondensationskerne; -zeit, die: kurz für t Kernarbeitszeit: svw. t Fix-
zeit: -zerfall, der (Physik): spontaner Zerfall der Atomkerne
eines radioaktiven Elements in Kerne eines anderen
radioaktiven od. stabilen Elements; -Zertrümmerung, die (Physik):
vgl. ^explosion (2): -zone, die: Zone, die den Kern (6a)
bildet; Hauptzone: die K. der Zerstörung.
'kernen [kernan] <sw. V.: hat) [1: mhd. kernen, kirnen,
ahd. kirnan. zu tKernl: 1. veraltend für Tauskernen. 2.
•elektrisch k. (Technik: bei Tiefbohrungen bestimmte Ge-
sieinseigenschaften durch elektrische Meßverfahren ermit-
rein); fernen [-] <sw. V.: hat> (landsch.): svw. tkirnen:
'Kernen [-1, das: -s (Technik): svw. tKernbohren: fernen
1-1. der: -s. -: Nebenf. von tKern (1 c).
'kerner ['kerne], der; -s, - [nach dem dt. Dichter J. Kerner
i|786 1862)]: I. <o. PI.) aus blauem Trollinger u. weißem
Riesling gezüchtete Rebsorte. 2. Wein aus 'Kerner (I).
\erner H, der; -s. - [mhd. kernerl: svw. f Kamer.
kernhaft <Adj.; -er. -este) [zu TKeml: I. (geh.) wesenhaft.
2. (veraltet) kernig, markig; kernig [kerniqj <Adj.) [zu
'Kern]: La) fest u. kraftvoll; urwüchsig, markig: ein -er
Mann: eine -e Sprache. Rede; -e Sprüche; ein -er (derber)
Fluch; eine -c (starke, robuste) Natur. Gesundheit haben;
b) von kräftigem Geschmack: Zuerst wird- ein billigerer
Wein serviert, dann eine -e Mittelsorte (Hörn. Gäste 99).
2. bis in den Kern fest u. stark; derb: -es Holz. Leder.
3. (ugs.) voll sportlich-frischer Spannkraft u. attraktiv: sie
schwärmt für -e Typen; dann müßte der Freier schon
ganz gut aussehen, k. aussehen (Schmidt.
Strichjungengespräche 197). 4. (ugs.) (in besonderer Weise) vortrefflich,
hervorragend: die hat alles mitgemacht, jeden Dreck, wenn
man so sagen will, das war schonk. (Schmidt, Strichjungen-
öcspräche 94); jmdm. k. gefallen. 5. mit Kernen, voller
Kerne: -e Orangen, zu 1-4: Kernigkeit, die; -.
Kernit [ker'ni.t. auch: ...nit], der; -s [nach dem Ort Kern
in Kalifornien (USA)l (Mineral.): weißes od. auch wasser-
klares, ziemlich weiches, borhaltiges Mineral.
kernling [kemlirj]. der; -s, -e [zu fKern 1 a] (Gartenbau):
aus einem Kern gezogener Baum. Strauch, insbes. als
Unterlage für eine Veredlung.
kerooen [kero'ge:n], das; -s. -e [zu griech. kerös = Wachs
u. f-gen] (Chemie): bituminöse, aus Mineralöl u. dunklen,
festen organischen Stoffen bestehende, fette Substanz der
Ölschiefer; KeropIgstDt: tZeroplastik; Kerosin [kero'zi:n].
das; -s [engl, kerosine. kerosenel: im Erdöl enthaltenes
Petroleum, das besonders als Treibstoff für Flugzeug- u.
Raketentriebwerke verwendet wird; LeuchtöL
Kerreflekt ['ker-J. der: -[eis [nach dem engl. Physiker J.
Kerr (I824-19Ü7)J (Physik): unter der Einwirkung eines
elektrischen Feldes auftretende Doppelbrechung von
Lichtstrahlen.
Kerrie I'keris]. die; -, -n [nach dem engl. Botaniker W.
Kerr (gest. 1814)]: (zu den Rosengewächsen gehörender)
Zierstrauch mit goldgelben Blüten an grünen, rutenförmigen
Zweigen; Ranunkelstrauch, Goldröschen.
Kerub: tCherub.
Kerne: t 'Kerb.
kerygma [ke:rYgmal. das; -s [griech. kerygma = das durch
den Herold (griech. keryx) Ausgerufene! (Theol.):
Verkündigung (bes. des Evangeliums); <Abl.:) kerygmatisch
[Ken gma:tij] <Adj.; o. Steig.): zur Verkündigung gehörend;
verkündigend, predigend: -e Theologie.
Kerze ['kertßa). die. -. -n [mhd. kerze. ahd. charza, kerza;
H. u.J: L in meist zylindrische Form gegossenes Wachs.
Stearin, Paraffin o. ä. mit einem Docht in der Mitte, der
mit offener Flamme brennend Licht gibt: eine dicke,
wächserne K.; eine elektrische K. (Glühlampe in Form einer
Kerze); die K. brennt, blakt, flackert, tropft; die K. brennt
hell, unruhig, (geh.:) verzehrt sich, brennt herunter; eine
K. anzünden, anstecken, auslöschen, (ugs.:) auspusten,
ausmachen; -n gießen, ziehen; einem Heiligen eine K.
stiften; (geh.:) ihr Leben verlosch still wie eine Kerze; Ü
die -n (Blutenstände) der Kastanien leuchten. 2. kurz für
?Zündkerze: die -n sind verölt, verrußt, total verdreckt:
die -n auswechseln, reinigen. 3. (Turnen Jargon) svw. tNak-
kenstand: eine K. machen. 4. (Fußball Jargon) steil in
die Höhe geschossener Ball: eine K. schießen. 5. (Physik
veraltet) svw. fCandela: eine Lampe von 100 -n.
kurzen-. Kurzen- -beleuchtung, die: bei K. zu Abend essen:
-dämmer, der (geh.): sie saßen im K.; -docht, der;
^flamme, die; -gerade <Adj.; o. Steig.): (meist von etwas
Aufrechtem) lauf steife, starre Weise] (erstaunlicherweise)
vollkommen gerade: ein -er Baum; k. auf dem Stuhl sitzen;
sich k. aufrichten: er hält sich noch immer k.: der Rauch
stieg k. in die Höhe; -gießer, der: Handwerker, der Kerzen
gießt (Berufsbez.); ^glanz,der(geh.): von Kerzenlicht
ausgehender Glanz: der Raum war erfüllt vom K.; -grade: t
^gerade; -halter, der: kleine metallene Vorrichtung, mit der
Kerzen am Weihnachtsbaum befestigt werden; ^hell <Adj.>:
ein -er Raum; -kuchter, der: Gegenstand, der dazu dient,
eine od. mehrere Kerzen festzuhalten; -licht, das: bei K.
lesen; -machender svw. Ngießer; -schein,der: vgl. -licht;
-Schimmer, der (geh.): -Schlüssel, der (Kfz.-T.): spezieller
Schraubenschlüssel zum Aus- u. Eindrehen von
Zündkerzen; -Ständer, der: svw. t -leuchten -Stecker, der (Kfz.-T.
Jargon): Stecker am Zündkabel, der auf die Zündkerze
gesteckt wird; -stummel, der; -stumpf, der; -wachs, das;
-weihe, die (kath. Kirche): zeremonielle Weihe von
Kerzen; -ziehender: svw. Ngießer.
Keschan [kejan]. Kaschan [kajan]. der: -[sj. -s [nach der
iran. Stadt Kaschan]: meist eljenbeinfarbiger,
feingeknüpfter persischer Teppich mit reicher Musterung.
Kescher [kejBl, der. -s. - [aus dem Niederd. (ostniederd.)
< mniederd. kesser. viell. verw. mit engl, catcher. H.
u.J: um einen Ring mit Griff gespanntes Netz zum Fangen
von Fischen, Krebsen, Insekten o.a.; <Abl.:> keschern
[kejnnj <sw. V.; hat): mit einem Kescher fangen.
keß [kesj <Adj.; kesser. kesseste) [aus der Gaunerspr.. eigtl.
= diebeserfahren, urspr. jidd. Bez. fürden Laut eh. verhüll,
für: chöchem. t kochemj: *)jung u. hübsch u. dabei
unbekümmert: ein kesses Mädchen; (salopp:) eine kesse Biene; k.
aussehen; b) / auf nicht verletzende Weisel frech, respektlos,
ein bifkhen vorlaut: kesse Antworten; sei nicht so k.!;
c) auf freche Weise modisch, flott: ein kesser Pullover;
sie trug ein k. ins Gesicht gedrücktes Hütchen.
Kessel ['keslj. der; -s. - [mhd. ke33el. ahd. kerail < lat.
catlllus = Schüsselchen. Vkl. von: catinus = Napf, flache
Schüssel]: La) kurz Tür TWasserkessel: ein eiserner,
emaillierter K.; der K. summt, pfeift; einen K. mit Wasser
aufsetzen; b) sehr großer Topf, großes Metallgefäß zum
Kochen: ein kupferner K.; Bier wird in riesigen -n gebraut;
in der Kantine wird Suppe in großen -n gekocht: die
Masse wird in einem K. unter Umrühren erhitzt; Wäsche
im K. (Wascfikessel) kochen. 2.a) kurz für t Dampfkessel:
der K. der Lokomotive steht unter Dampf; b) kurz für
tHeizkessel: der K. der Zentralheizung muß nachgesehen
werden; c) kurz für tGaskessel. 3. von Bergen ringsum
eingeschlossenes Tal: die Stadt liegt in einem K. 4.a) (Jä-
gerspr.) bei der Treibjagd von Jägern u. Treibern gebildeter
Kreis, in den das Wild getrieben wird; Kammer (7): einige
Hasen sind dem K. entkommen; b) Gebiet, in dem im
Krieg Truppen eingeschlossen sind: einen K. bilden; gehörte
er zu denen, die ... aus dem todgeweihten K. ausgeflogen
werden sollten (Thielicke, Ich glaube 136); den Feind im
K. einschließen, vernichten. 5. (Jägerspr.) a) Lager von
Wildschweinen; b) ausgeweiteter Raum nach der
Eingangsröhre im Fuchs- od. Dachsbau; c) Stelle, an der
Rebhühner od. Fasanen im Sand gebadet haben.
Kassel-: -anläge, die (Technik): Anlage mit mehreren
Dampfkesseln; -bau, der <o. PL); -blech, das: für Dampjkessel
verwendetes Stahlblech; -boden, der: Boden eines Kessels
(1, 2); -druck, der: Druck in einem Dampfkessel: der K.
war zu hoch: -explosion, die; -fletsch, das (landsch.): svw.
T Wellfleisch; -dicker [- fliknl, der (veraltet): jmd., der
Kessel ( 1) repariert: -haus, das: Gebäude, in dem ein
Dampfkessel steht: -jagd, die: vgl. ^treiben (1); -machen der: svw.
t-schmied; -pauke, die: svw. TPauke; -räum, der: vgl.
^haus; --Schlacht, die: Schlacht, bei der der Gegner
eingekesselt wird; -schlacke, die: Schlacke aus der Feuerung von
Kesseln (2); -schmied, der: Handwerker, der Kessel herstellt
(Berufsbez.); ^stein, der: harte, steinartige Ablagerung, die
sich allmählich in Gefäßen bildet, in denen Wasser erhitzt
wird: den K. im Wassertopf entfernen, dazu: -steinentfer-
ner, der: chemisches Mittel, das Kesselstein entfernt; ^trei-
92 GDW
1457
kesseln
ben, das: 1. (Jägerspr.) Treibjagd auf Hasen, bei der die
Hasen in einen Kessel (4 a) getrieben werden. 2.
systematische Hetz- u. Verleumdungskampagne gegen jmdn.: ein
erbittertes K. begann, wurde in Gang gesetzt; reaktionäre
Kreise veranstalteten ein regelrechtes K. gegen den
Politiker; -wagen, der: Eisenbahnwagen mit einem großen
Metallbehälter zum Transport von Flüssigkeiten; -wärter, der:
jmd., der einen Dampfkessel bedient.
kesseln I'kesln] <sw. V.; hat) (Jägerspr.): 1. ein Kesseltreiben
(1) veranstalten. 2. (von Wildschweinen) im Kessel (5a)
liegen. 3. svw. thudern (b); vgl. Kessel (5c).
K^Qheit, die; -: kesses Wesen, Aussehen, Auftreten.
Keßler [keslc], der; -s. - [mhd. kesseler] (landsch.): a) svw.
tKessel-. Kupferschmied; b) Kesselflicker, Zigeuner.
Ketchup [ketjap, engl.: ketjap]. der od. das; -[s]. -s [engl,
ketchup < malai. kechap = gewürzte Fischsoße]: pikante
dickflüssige I TomatenJsöffe zum Würzen von Speisen.
Keton Dce'to:n]. das; -s. -e [von tAceton hergeleitetl
(Chemie): in ätherischen Ölen, Pflanzenwurzeln u. Rinde
vorkommende organische Verbindung (z. B. Kampfer).
Ketsch [ketjl die; -. -en [engl, ketch] (Sport): zweimastige
Segeljacht mit einem größeren Mast vorne u. einem kleinen
am Heck vor dem Ruder.
ketschen ['ketjn]: tkätschen.
K^tt- (Kette 3; Weberei): -bäum, der: Walze am Webstuhl,
auf dem die Kettfäden aufgewickelt sind; -faden, der: in
Längsrichtung laufender Faden in einem Gewebe (Ggs.:
Schußfaden); -garn, das: svw. Kfaden.
Kettcar© I'kelka:?]. der; -s. -s [wohl zu tKette (1) u.
engl, car = Fahrzeug): mit Pedalen über eine Kette
angetriebenes Kinderjahr zeug.
Kettchen [keUpm]: tKette (1 b).
Kette Cketd], die; -. -n [1-3: mhd. keten(e). ahd. ketina
< lat. catena; 4: mhd. kütti. ahd. kutti: heute als identisch
mit Kette (1-3) empfunden; H.u.]: l.a) Reihe aus beweglich
ineinandergefügten od. mit Gelenken verbundenen / Metall j-
gliedern; eine eiserne, stählerne K.; die K. klirrt; die K.
ölen; die K. (Sicherungskette) an der Haustür vorlegen;
der Hofhund liegt an der K.; (früher:) einen Gefangenen
in -n legen; der Anker ist mit einer K. befestigt; das Fahrrad
wird mit einer K. angetrieben; Ü die -n abwerfen, sprengen,
zerreißen (geh.; sich f von Unterdrückung] befreien): * jmdn.
an die K. legen (jmdn. in seiner f Bewegungsjfreiheit
einschränken; jmds. Tätigkeits-, Wirkungsbereich einengen):
der Ehemann legt seine Frau an die K.; (Sport:) den
gegnerischen Spieler an die K. legen; b) <Vkl. tKettchen) l HalsJ-
schmuck aus beweglich ineinandergefügten Metallgliedern,
miteinander verbundenen Plättchen, auf eine Schnur
aufgereihten Perlen, Schmucksteinen o. ä.; eine goldene K.; eine
K. aus Perlen und Diamanten; sie trug eine K. aus Korallen
um den Hals; der Anhänger hängt an einer silbernen K.;
der Bürgermeister hatte die K. (Amtskette) umgehängt.
2.a) Reihe von Menschen, die sich an den Händen fassen,
unterhaken o.a., die etw. von einem zum anderen geben:
die Leute bildeten an der Brandstelle eine K.; die Soldaten
bildeten eine K. und räumten die Regale aus (Kuby, Sieg
281); die Polizisten standen in einer K. und drängten die
Demonstranten zurück; die Kinder rannten in einer langen
K. über den Schulhof; b) ununterbrochene Reihe von
Gleichartigem: eine K. von Autos; eine K. von Molekülen; die
K. der Beweise war lückenlos; die K. von Ursache und
Wirkung läßt sich kaum überblicken; Das Knarren der
Maschinengewehre wird eine ununterbrochene K. (Remar-
que. Westen 153); im Dunst konnte man die K. der Berge
sehen: er ist ein Glied in der K. der Generationen; c)
Aufeinanderfolge von gleichartigen Ereignissen,
Geschehnissen, Handlungen: eine K. von Unfällen; die K. der
Enttäuschungen wollte nicht abreißen; die Geschichte dieses
Kampfes zeigt alles andere als eine lückenlose K. von
Siegen (Thieß. Reich 174); d) mehrere, an verschiedenen
Orten befindliche Betriebe, die zu einem Unternehmen
gehören:eine K. von Läden. Kinos. Hotels; Ein Interessent
Tür die Übernahme der K. hat sich ... noch nicht gefunden
(MM 11.11.70,26); e) (Sprachw.) syntaktisch
zusammengehörende Wortgruppe. 3. in Längsrichtung verlaufende Fäden
in einem Gewebe ixi. in Längsrichtung aufgespannte Fäden
auf einem Webstuhl (Ggs.: Schuß 8): bei diesem StofT ist
die K. aus Baumwolle; die K. am Webstuhl aufziehen.
4. a) (Jägerspr.) Familie von Rebhühnern: eine K.
aufscheuchen; b) (Milit.) drei in Formation fliegende Flugzeuge.
Kettel I'keU]. der; -s. - od. die: -. -n [ostmd.. wohl Vkl.
von tKette (1 -3)] (landsch.): Krampe; Kettelmaschine, die:
-. -n (Textilind.): / Nähjmaschine zum Ketteln von Strick-
u. Wirkwaren: ketteln I'ketln] <sw. V.; hat) [zu tketten]
(Textilind.): a) Teile von Strick- od. Wirkwaren mit einer
elastischen Naht verbinden; b) die letzte Maschenreihe bei
Strick- od. Wirkwaren befestigen: ein gekettelter Rand;
ketten [ketn] <sw. V.; hat) [mhd. ketenen = an die Kette,
in Ketten legen]: 1. mit einer Kette anbinden, an etw.
befestigen: den Hund an einen Pflock k.: das Boot ist an einen
Pfahl gekettet; der Gefangene war an die Gefängnismauer
gekettet. 2. sehr fest, unauflöslich binden: er hat sie an
sich gekettet; die Erinnerung kettet ihn an diesen Ort;
<k. + sich:) ich will mich nicht ganz und gar an ihn.
an dieses Unternehmen k.
ketten-, Ketten-: ^antrieb, der: Antrieb eines Fahrzeugs über
Ketten (1 a); -arbeitsvertrag, der: Abschluß von mehreren
befristeten Arbeitsverträgen hintereinander; -armband, das:
Armband aus Kettengliedern: ein goldenes K.; -artig <Adj.;
o. Steig.): in der Art einer Kette (2 b). hintereinander gereiht;
-bäum, der: svw. tKettbaum; -bkime, die [aus den
biegsamen Stengeln des Löwenzahns flochten sich Kinder früher
oft Ketten]: svw. t Löwenzahn; abrief, der: Brief der vom
Empfänger mehrmals abgeschrieben u. an andere weiter
geschickt wird; -bruch, der (Math.): Bruch, dessen Nenner
die Summe aus einer ganzen Zahl u. einem Bruch ist, dessen
Nenner wiederum die Summe aus einer ganzen Zahl u.
einem Bruch ist usw.; -brücke, die: Hängebrücke, die an
Ketten (1 a) aufgehängt ist; -dampfen der: vgl. -schifT;
-faden, der: svw. tKettfaden; -fähre, die: vgl. -schifT;
-fahrzeug, das: svw. t Gleiskettenfahrzeug; -fläche, die
(Math.): svw. tKatenoid; -garn,das: svw. tKettgarn, -ge-
birge, das: langgestrecktes, durch Längstäler gegliedertes
Gebirge, dessen Berggipfel kettenartig hintereinanderliegen;
-flelenk, das: Gelenk, das die Glieder einer Kette (1)
verbindet; -geklirr, das; -«erassel, das; -aeschäft, das: svw.
Nladen; -getriebe, das (Kfz.-T.): Getriebe, bei dem die
Kraftübertragung über eine in Zahnkränze greifende Kette
(1 a) geschieht; -gJied, das: Glied einer Kette (1): ein K.
ist gebrochen; -handel, der (Wirtsch.): wirtschaftlich nicht
gerechtfertigter Zwischenhandel, der den Endpreis unnötig
erhöht; -hemd, das (früher): aus ineinandergefügten
Eisenringen od. geflochtenem Eisendraht bestehender hemdartiger
Schutz des Oberkörpers als Teil der Rüstung eines Kriegers;
-hund, der [3: nach der um den Hals getragenen Kette
(1 b) mit einem Schild mit der Darstellung des
Reichsadlers]: 1. Hofhund, Wachhund, der an einer Kette (1 a)
gehalten wird. 2. (Fliegerspr.) Flugzeug, das einer Kette (4 b).
einem Verband von Kampfflugzeugen Geleitschutz gibt. 3.
(abwertend) Angehöriger der Feldgendarmerie: der
Beifahrer vorn in dem Gehäuse aber sagte: -e. verdammt! (H.
Kolb. Wilzenbach 180); -karussell, das: Karussell, bei dem
die Sitze an langen Ketten (1 a) hängen; -laden, der:
einzelner Laden einer Ladenkette; -linie, die (Math.):
parabelähnliche Kurve, die entsteht, wenn man eine schwere Kette
da) an zwei Punkten befestigt; -panzer, der: vgl. ^hemd;
-rad, das (Technik): Zahnrad, in dessen Zähne die Glieder
einer Kette (1 a) greifen; -rauchen, das; -s: das Rauchen
vieler Zigaretten nacheinander; -raucher, der: jmd., der
viel Zigaretten raucht, oft, indem er die neue an der noch
brennenden anzündet: er ist K.; -raucherin, die: w. Form
zu Kraucher; -reaktion, die: 1. (Physik. Chemie)
chemischer, physikalischer od. biologischer Vorgang, der sich nach
einmaliger Einleitung von selbst fortsetzt: eine K. von
Kernspaltungen. 2. Folge von [sich steigernden] Ereignissen,
die durch ein gleichartiges Ereignis ausgelöst wird: auf die
Demonstration folgte eine K. von Gewalttätigkeiten; die
kühne Flucht löste eine K. aus. Vier, fünf, zehn schlüpften
durch (Apitz. Wölfe 320); -reael, die <o. PI.) (Math.):
Regel bei der Bildung des Differentialquotienten einer
Funktion, deren Veränderliche ebenfalls eine Funktion ist; -reim,
der: Reim bei dreizeiligen Strophen, bei dem sich jeweils
die mittlere Zeile einer Strophe mit der ersten u. dritten
der folgenden reimt; -restaurant, das: eines von vielen
gleichartigen, unter einer Oberleitung stehenden Restaurants in
verschiedenen Städten; ^säge, die: Motorsäge, bei der auf
einer endlosen Kette (1 a) Säge zahne angebracht sind;
-Schäkel, der (Seew.): Schäkel für die Ankerkette: -schiff, das:
Schiff das sich mit Hilfe einer Vorrichtung an einer im
Fluß liegenden Kette (1 a) entlang vorwärts bewegt, dazu:
1458
Khanat
-Schiffahrt, die: Schiffahrt mit Kettenschiffen; -Schlepper,
der: Zugmaschine. Traktor mit Kettenantrieb; -Schluß, der
(Logik): logische Schlußkette, bei der nach der ersten
Prämisse die folgenden nicht wiederholt werden u. nur die
Schlußfolgerung genannt wird; -schütz, der: Schutzblech bei
Fahrrädern, Motorrädern o. ä.; -stich, der (Handarb.): Zierstich
mit kettenartig aneinandergereihten Schlaufen; -Stickerei,
die: Stickerei mit Kettenstichen; -Stopper, der (Seew.):
Vorrichtung, die die Ankerkette abbremst; -strafe, die (früher):
Gefängnisstrafe, bei der der Gefangene angekettet war;
niemand begreift, daß die Gnadeninstanz den störrischen
Busse zu lebenslänglicher K. verurteilt (Mostar.
Unschuldig 50), dazu: -Sträfling, der: -stuhl, der (Textilind.): svw.
T-Wirkmaschine; -vertrag, der: svw. t ^arbeitsvertrag;
-wäre, die: auf der Kettenwirkmaschine hergestellte
Wirkware; -Wirkmaschine, die (Textilind.): Maschine, auf der
man Stoffe aus ineinander verschlungenen u. verknüpften
Längsfäden herstellt.
Ketzer fkf.ksR], der; -s. - [mhd. ketzer. kether < mlat.
catharus. tKatharer]: 1. (kaih. Kirche) Häretiker (1): K.
verfolgen; die Inauisition ließ Tausende von -n verbrennen;
der Papst ist selbst den -n heilig (Hochhuth. Stellvertreter
204). l.jmd., der öffentlich eine andere als die in bestimmten
Atigelegenheiten für gültig erklärte Meinung vertritt; die
Partei ging scharf gegen die K. in ihren Reihen vor.
Ketzer- (hist.): -gericht, das: von der Kirche einberufenes
Gericht zur Verurteilung von Ketzern; -taufe, die: bes. im
3. u. 4. Jh. von einem Ketzer (1) vorgenommene Taufe;
-Verbrennung, die; -Verfolgung, die.
Ketzerei [ket^raj]. die; -. -en [mhd. ketzerte, ketherie]:
I. (kath. Kirche): Häresie (1): der Priester wurde der K.
verdächtigt. 2. das Abweichen von einer allgemein als gültig
erklärten Meinung; Ketzerin, die; -. -nen: w. Form zu
f Ketzer; ketzerisch <Adj.> [spätmhd. ketzerisch, mhd.
ketzerlich): 1. (kath. Kirche) häretisch (I): eine -e Lehre
verbreiten. 2. von einer allgemein als gültig erklärten Meinung,
Verhaltensnorm abweichend [u. andere dadurch in
Verlegenheit, in eine unangenehme Situation bringend]; für einen
Ketzer (2) typisch; eine -e Meinung haben; -e Gedanken;
ketzern [ket$En] <sw. V.; hat) (abwertend): ketzerisch
reden, schreiben.
keuchen [k^n] <sw. V.) [Vermischung aus mhd. kuchen
(= hauchen) u. klchen (= schwer atmen), lautm.l: I. <hat>
a) schwer, mit Mühe u. geräuschvoll atmen; vor
Anstrengung k.; er keuchte unter der Last: Der Stabsarzt keuchte,
japste nach Luft und schrie dann gurgelnd ... (Kirst. 08/15.
263): mit keuchendem Atem; sie rannte keuchend auf das
Haus zu; Ü das alte Auto, die Lokomotive keucht (macht
ein keuchendes Geräusch); b) erw. schweratmend, mit Mühe
sagen: ..Ich werde dir beibringen, mit meiner Frau zu
schlafen!" keucht Watzek (Remarque. Obelisk 315). 2.
sich schwer, geräuschvoll atmend fortbewegen <ist>: Aber
der Kerl dort.... der in wilden Sprüngen durch den Schnee
keuchte (Kirst. 08/15.454); <Zus.:> Kßjchhusten, der: L im
Kindesalter auftretende! Infektionskrankheit der
Schleimhäute mit schweren, krampfartigen Hustenanfällen;
Pertussis: die Kinder haben K.
Keulchen: tKäulchen.
Keule ['k^ybl. die; -. -n [mhd. kiule. eigtl. = Gebogenes.
Gekrümmtes]: l.a) / hölzerne j Schlagwaffe mit einem
verdickten Ende: eine mit Eisen beschlagene K.; die
Eingeborenen schlugen den Forscher mit -n tot; Spr große -n schlagen
große Beulen; * chemische K. {van der Polizei [gegen
Demonstranten] eingesetztes Gerät, mit dem Tränengas od.
ein anderes, auf die Augen wirkendes chemisches Mittel
versprüht wird; LÜ von engl, chemical mace); b)
(Gymnastik) hölzernes, flaschenförmiges Sportgerät, das in der
Hand gehalten wird: Übungen mit der K. machen. 2.
Oberschenkel beim größeren Geflügel, Wild u.
kleinerem Schlachtvieh: eine dicke, fleischige, gebratene, gegrillte
K.; die K. von Gans. Hammel. Hase. Reh. Huhn; ein
saftiges Stück Fleisch aus der K.; Ich ... ziehe ihm nur
so spielerisch einen kleinen Schlag über seine mageren
•n (ugs. scherzh.; Oberschenkel; Remarque. Obelisk 189);
keulen fk^yln] <sw. V.; hat> [eigtl. = mit der Keule
niederschlagen] (Tiermed.): seuchenkranke Tiere töten, um die
Seuche einzudämmen; <Abl.:> Kajhing, die; -. -en.
keulen-, Kisylen-: -ärmel, der: Ärmel an Kleidern, Blusen
o. ä.. der oben sehr weit ist u. nach unten eng wird; ^baum,
der [wohl nach den keulenförmigen weibl. Fruchtständen]:
svw. t Kasuarina; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
eine -e Frucht; -gymnastik, die: Gymnastikübungen mit
Keulen (1 b); —lilie, die: auch als Zimmerpflanze gehaltene
Tropenpflanze mit keulenförmigen Blättern u. Blüten in
verzweigten Rispen; ^pilz, der: Pilz mit keulenförmigem od.
korallenartig verzweigtem Fruchtkörper; -schlag, der:
Schlag mit einer Keule (\ a): miteinem wuchtigen K.
streckte er den Gegner nieder. Wie Keulenschläge sausten nun
seine Anordnungen auf uns hernieder (Leonhard.
Revolution 4 g); Ü die Nachricht war ein K. (schwerer,
vernichtender /Schicksals/schlag) für ihn: ^schwamm, der: svw.
f^pilz; -schwingen, das; -s (Gymnastik): Übung, bei der
man in beiden Händen eine Keule (1 b) hält u. die Arme
in kreisenden Bewegungen schwingt.
Keuper [k^ypn]. der; -s [von dem dt. Geologen L. v. Buch
(1774-1853) nach der oberfränk. Bez. für Sandstein (vgl.
bayr. Kiefer = Sand. Kies) in die wissenschaftl.
Terminologie eingef.] (Geol.): I. oberste Abteilung der geologischen
Formation Trias. 2. (landsch.) roter, sandiger Ton.
keusch [kay.fi <Adj.; -er. -este> [mhd. kiusch(e). ahd. küski.
urspr. wohl = (der christlichen Lehre) bewußt < lat.
cönscius = eingeweiht, bewußt]: a) sexuell enthaltsafn;
frei von sexuellen Bedürfnissen, die nach bestimmten
moralischen Grundsätzen verboten sind: eine -e Nonne; Mönche
müssen k. leben; b) (geh.. veraltend) schamhaft
zurückhaltend; bestimmten, einschränkenden sexuellen u. moralischen
Normen entsprechend; sittsam: ein -es Mädchen; er ist
ein -er Joseph, k. wie Joseph (ugs. scherzh.; lehnt sexuelle
Angebote ab; nach 1. Mose 39); Zuletzt Nausikaa.
mädchenhaft und k.. die vor dem Manne erschrickt (Bodamer.
Mann 118); sie schlug k. die Augen nieder; c) (geh..
veraltend) von großer sittlicher u. moralischer Reinheit: von
Reinheit des Herzens und einer -en Seele (Böll. Haus
60).
Keusche fk^yja], die; -. -n [aus dem Slaw.. vgl. slowen.
kajia = Hütte] (österr. ugs.): a) kleines Bauenthaus; Kate;
b) baufälliges Haus: die Leute lebten in einer elenden K.
im Böhmerwald (Fussenegger. Haus 210).
Keuschheit, die; - [mhd. kiusch(e)heit): a) sexuelle
Enthaltsamkeit; das Keuschsein (zu t keusch a): ein Priester muß
K. geloben; ... wird das dazugehörige Ideal unbedingter
außerehelicher K. ebensowenig außer Krall zu setzen sein
(Schelsky. Soziologie 37); b) das Keuschsein (zu t keusch
b): Die raffinierte und wunderliche K. der großen
Schauspielerin (K. Mann. Mephisto 196); c) das Keuschsein (zu
t keusch c): die K. der Seele; <Zus.:> Kfijdiheitsaelübde,
das: von Priestern. Mönchen. Nonnen abzulegendes
Versprechen, sexuell enthaltsam zu leben; Kfljschheitsgürtel. der
(früher): mit einem Schloß u. einem das Geschlechtsteil
bedeckenden Steg versehener, metallener Gürtel, den die
Frauen bei längerer Abwesenheit des Ehemannes tragen
mußten u. der gewährleisten sollte, daß sie ihren Ehemann nicht
betrogen; Kfiuschfaunmstrauch, der; -[e]s. ...sträucher
[spätmhd. käusch lamp. LÜ von mlat. agnus castus =
Keuschlammstrauch, zu lat. agnus = Lamm u. castus
= keusch, rein, falsche LÜ des griech. Pflanzennamens
ägnos durch irrtümliche Abi. von griech. ägnos =
jungfräulich, rein]: im Mittelmeergebiet u. in Asien wachsender
Strauch, aus dessen Früchten Mönchspfeffer gewonnen wird.
Keuschler I'k^yflB]. der; -s. - [zu tKeusche] (österr.): jmd.,
der in einer Keusche (a) lebt: Die armen K. waren zufrieden
und lobten Gott (Fussenegger. Haus 210).
K-Gruppe, die; -. -n <meist Pl.>: vom politischen Gegner
gebrauchte Bez. für (antisowjetische) kommunistische
Organisation, die den Marxismus-Leninismus /-Maoismus/
vertritt (z. B. KBW. KPD/ML. KB. KABD).
'Khaki |'ka:ki]. das; -[s] [engl, khaki (Adj.) < pers.-hindust.
khäkl = staub-, erdfarben, zu pers. khäk = Staub. Erde]:
schmutziges, stumpfes, ins Gelbliche übergehendes
Erdbraun; 2Khaki [-], der; -[s]: gelbbrauner Stoff für leichte
u. strapazierfähige Tropenkleidung, bes. Uniformen.
khaki-, Khgkk Minzug, der: -färben, -farbig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: von der Farbe des Khakis; ^hose, die;
-jacke, die: kurzärmelige, khakifarbene / Uniformjjacke;
-uniform, die.
Khan [ka:n]. der: -s. -e [türk. hän. älter: hak an. aus dem
Mong.] (hist.): l.a) <o. Pl.> Titel mong.-türk. Herrscher;
b) Träger des Titels (dem Namen nachgestellt). 2. hoher
staatlicher Würdenträger in Persien; <Abl.:> Khanat
[ka'na:t], das; -[e]s. -e: a) als Nachfolgestaat des Mongolen-
92*
1459
Khedive
reiches entstandenes zentralasiatisches Fürstentum; b) Amt
eines Khans.
Khedive [ke'dr.va]. der; -s u. -n, -n [türk. hediw. eigtl. =
kleiner König, aus,dem Pers.l (hist.): a) <o. PI.) Titel
des Vizekönigs von Ägypten (bis 1914); b) Träger des Titels.
Kib[kip].der; -s [mhd. kip] (landsch.): a) Zorn; b)
Unmutsäußerung, Gezänk; <Abl.:> kibbein ['kibjnj <sw. V.; hat) [mhd.
kibelen] (landsch.): zornig sein; seinen Unmut äußern*
schimpfen.'
Kibbuz [ki'bu.tßl. der. -. -im [kibu't$i:m] u. -e [hebr. qibüz.
eigtl. = Versammlung. Gemeinschaft): ländliche Siedlung
mit kollektiver Wirtschaft u. Lebensweise in Israel; im K..
in einem K. leben; in den Ferien arbeiten viele Jugendliche
in Israel in den -im; <Abl.:> KibbuznBc [ki'bu:&nik]. der.
-s. -s [hebr. qibüzniyq. aus tKibbuz u. der jidd. Nachsilbe
-nik, die die Zugehörigkeit zu einer Gruppe kennzeichnet]:
Mitglied eines Kibbuz.
Kiberer [ki:bore]. den -s. - [aus der Gaunerspr.l (österr.
ugs. abwertend): Kriminalpolizist.
Kibitka [kibitka]. die; -. -s. Kibitke [...kd]. die; -. -n [russ.
kibitkaj: 1. svw. f Jurte. 2. a) überdachter russischer / Reise j-
wagen; b) überdachter russischer Schlitten.
Kibla [kiblal. die; - [arab. qibla]: Richtung nach Mekka,
die die Mo/iammedaner beim Gebet einnehmen.
Kicher I'kKjB], die; -. -n [mhd. kicher. ahd. kichera < lat.
cicer]: svw. t Kichererbse.
Kichere! [kiqaraj]. die; -. -en (abwertend): dauerndes
Kichern, Gekicher.
Kichererbse, die; -. -n [zu TKicher]: bes. im Mittelmeergebiet
u. im Orient angebaute Pflanze mit gefiederten Blättern,
weißen bis violetten Blüten u. Hülsetifrüchten, deren Samen
wie Erbsen gegessen werden; Kicherlina l'ki^elu)]. der; -s.
-e: svw. tKichererbse.
kichern ['kic^n] <sw. V.; hat) [lautm.; vgl. ahd. kichazzan
für den hellen Lachlaut]: leise, gedämpft, unterdrückt u.
mit hoher Stimme [ vor sich hin /lachen; verlegen k.;
Backfische lachen nicht. Backfische kichern (Bamm. Weltlaterne
28); R daß ich nicht kichere! (Ausdruck höhnischen,
überlegenen Zweifels; das ist völlig unglaubhaft* widersinnig
u. dumm): Bewässerungsspezialist... - daß ich nicht kichere
(Quick 32. 1958. 16); <subst.:) man hörte unterdrücktes
Kichern; ich finde das zum Kichern (sehr komisch).
Kick [kik]. der; -[sl. -s [engl, kick, zu: to kick = stoßen,
treten]: 1. (Fußball Jargon) Tritt, Stoß mit dem Fuß: der
Torhüter klärte mit einem K.; Ü Aktiviert wenden sie
(= Mikroben) durch die Änderung ihres biologischen
Milieus - und die verbreitetste Methode, dem Milieu einen
keimweckenden K. zu geben, ist der Koitus (Spiegel 17.
1975. 76). 2. (Jargon) durch Einnehmen od. Spritzen von
Drogen hervorgerufener Zustand der Ekstase. Schwung.
K)ck-: ^aufschlagt der (Tennis): besondere Art des
Aufschlags, durch die der Ball neben der Vorwärtsbewegung
noch einen Drall zur Seite bekommt; -bewegung, die
(Hoch-. Weitsprung): Schwung, mit dem die Unterschenkel
im Sprung nach vorn gestreckt werden; Mlown [kik'dapn],
das; -s. -s [engl, kickdown. zu: to kick down = niedertreten]
(Kfz.-W.): plötzliches kräftiges Durchtreten des Gaspedals,
um bei automatischem Getriebe durch spätes Herauf- od.
frühes Herunterschalten schnelle Beschleunigung zu
erreichen; Das Heraufschalten geschieht bei K. in der Nähe
der zulässigen Motorhöchstdrehzahlen („Schlag nach!"
für Autofahrer, 1974.43); -off (mit Bindestrich) [kik'lDfl.
der; -s. -s [engl. kickoff. zu: to kick off = wegstoßen,
wegschlagen] (Schweiz.): Anstoß beim Fußballspiel,
Spielbeginn; -platz, der (ugs.): Bolzplatz; -schuß, der (Eishockey):
(verbotener) indirekter Schlag durch einen Tritt gegen den
unmittelbar am Puck gehaltenen Schläger; -service, der
(Tennis): svw. f-aufschlag; -Starter, der (Kfz.-T.):
[schwenkbarer] Fußhebel bei Motorrädern, der zum
Anwerfen des Motors kräftig heruntergetreten wird.
kicken [kikn] <sw. V.: hat) [engl, to kick. tKick] (ugs.):
1. Fußball spielen: die Kinder gehen k.; er hat schon
seit frühester Jugend gekickt; er kickt für den HSV
2. (einen Ball) mit dem Fuß stoßen, schießen: er hat
den Ball ins Tor gekickt; ich ... begnügte mich damit,
nur mal eine Konservenbüchse oder einen Stein vor mir
her zu k. (Schnurre. Bart 102); Kjcker, der; -s. -[s] (ugs.):
Fußballspieler: die besten K. der Welt; ein vielseitiger K..
der als Verteidiger wie als Stürmer eingesetzt werden kann.
kicksen fkiksn]: fgicksen; Kickser. der; -s. - (ugs.): hoher.
halb unterdrückter Laut des Kicherns, des Überschlagens
der Stirmne.
Kickxia ['kiksjal. die: -. ...ien [.. jpn: nach dem belg.
Botaniker J. Kickx (1775-1831)]: eine Kautschuk liefernde
[afrikanische] Pflanze.
Kid [kid]. das: -s. -s [engl, kid, eigtl. = Kitz. Zicklein]:
I. [fein gegerbtes! Fell einer jungen Ziege, eines Schafs
od. Kalbs; [Glaceleder. 2. <P1.) aus diesem Leder gefertigte
Handschuhe; kidnappen [kitnEpn] <sw. V.: hat) [engl, to
kidnap. eigtl. = Kinder stehlen]: (einen Menschen, bes.
ein Kind) entführen [um Lösegeld zu erpressen od. politische
Forderungen zu stellen]: ein Kind auf dem Schulweg k.;
... meldete sich der Vater der gekidnappten Jungen Frau
bei der Polizei (MM 29. 7. 66. 11); Kidnapper [...pe], der.
-s. - [engl. kidnap(p)er]: jmd., der einen Menschen kidnappt.
Metischenräuber: die K. fordern Lösegeld; Sie wurde in
der väterlichen Villa von dem K. überfallen, gefesselt und
betäubt (MM 27. 8. 66. 10); Kidnapping [...pinl. das: -s.
-s: Entführung eines Menschen, Menschen-, Kindesraub;
Fälle von K.; Kids <PI.>: fKid (2).
kiebtg [ki.bkj] <Adj.) [mhd. (md.) kibic = zänkisch]
(landsch.. bes. nordd.): a) vorlaut, frech, herausfordernd:
-e Bemerkungen über die Zuschauer machen; der Junge
ist ganz schön k.; b) gereizt, aufgebracht: sei nicht so
k.!: Ü Auf der himmelhohen Süddünung steht eine -e
Windsee aus Nordost (Rehn. Zuckerfresser 73).
Kiebitz [ki.bitß]. der. -es. -e [1: nach dem mit „kiwil"
wiederzugebenden Lockruf des Vogels; urspr. ostmd.
Vogelname mit slaw. Endung; 2: zu t kiebitzen mit volksetym.
Anlehnung an den Vogelnamen]: 1. Vogel mit auffallendem
schwarzem Federbusch am Hinterkopf, schwarzen,
metallisch grün u. violett schimmernden, an Bauch u. Brust weißen
Federn, der auf [ sumpfigenJ Wiesen und Weiden lebt u.
dessen Ruf bes. während der Bah im Frühjahr zu hören
ist: Lerchen stiegen ... in die Höhe, -e flatterten schreiend
umher (Schröder. Wanderer 100). 2. (ugs.) neugieriger,
oft mit unerwünschten Ratschlägen sich einmischender
Zuschauer beim Kartenspiel, Schach o.a.: nichts stört mehr
beim Skat als ein K.; er mußte mal wieder den K. machen;
Ü Welch ein Triumph für den Neuling Tschu En-lai ....
den amerikanischen Vertreter wie einen mürrischen K.
am Rande der Konferenz umhergeistem zu sehen
(Augstein. Spiegelungen 33); <Zus. zu l:> Kkbitzei, das: Ei
des Kiebitzes mit olivgrüner, schwarz gesprenkelter Schale,
das hartgekocht als Delikatesse gilt.
kiebitzen [*ki:bitßn] <sw. V.; hat) [gaunerspr. kiebitschen
= untersuchen, durchsuchen] (ugs. scherzh.): a) als
lästiger] Zuschauer beim Spiel (z. B. Skat, auch Schach)
dabeistehen [den andern in die Karten sehen u. Ratschläge geben/:
er kiebitzte die ganze Zeit, aber mitspielen wollte er nicht;
b) jmdn., etw. bei etw. neugierig beobachten: Die Kinder
... gehen bei Nachbars k. (Hörzu 11. 1976. 18).
kiefetn ['kiiflnl <sw. V.: hat) [wohl zu südd. Kiefel (mhd.
kivel), veraltete Nebenf. von t 'Kiefer] (österr. ugs.): nagen;
an etw. kauen: sie kiefelten ihre Vesperbrote.
Kiefenftiß [ki:fn-h der; -es. ...fuße [zu veraltet Kiefe (mnie-
derd. kewe, keiwe) = Kieme; wohl nach dem Vergleich
der Bewegungen der Krebsfuße mit denen von
Fischkiemen]: vielbeiniger, ziemlich großer Krebs mit flachem, weit
nach hinten reichendem Rückenschild.
'Kiefer [ki:fe], der; -s. - [mhd. kiver, auch: kivel. niederd.
keve. kiefe]: zangenartig cutsgebildeter Schädelknochen, in
dem die Zähne sitzen u. dessen oberer Teil mit dem Ge-
sichtsschädel fest verwachsen ist, wä/ire/id der untere sich
über ein Gelenk auf u. ab bewegen u. den Zugang zur
Mundliöhle öffnen u. schließen kann; Ober- u. Unterkiefer:
ein kräftiger, zahnloser, vorspringenderK.; seine K.
knackten; die K. zusammenbeißen; auf seinem kantigen
Robotergesicht traten die Muskeln der K. hervor (Kirst. 08/15,
337); mit schlaff herabhängendem K. (Unterkiefer).
^Kiefer [-]. die; -, -n Iwahrsch. verdunkelte Zus. aus tKien
u. TFöhre; vgl. ahd. kienforha = Kiefer]: 1. auf sandigem
Btxlen wachsender, harzreicher Nadelbaum mit
pyramidenförmiger, im Alter schirmartig ausgebreiteter
Krone mit langen, kantigen, in Bündeln wachsettden Nadeln
u. kugeligen bis walzenförmigen, meist hängenden Zapfen:
die -n bogen sich und rieben unheimlich knarrend und
quietschend ihre Zweige aneinander (Hauptmann. Thiel
26); einzelne -n standen zwischen Heidekraut. 2. <o. PI.)
; vielseitig als Bauholz verwendbares / Holz der Kiefer.
1460
Kieme
Kkfer- ('Kiefer): -abdnick. der: vgl. Gebißabdruck;
-anomal ie, die (Med.); -brach, der (Med.): Bruch des
Oberin!. Unterkieferknochens; -fühler, der <meist PI.) (Zool.):
(bei verschiedenen Glieder• füßern. z.B. Spinnen. Milben)
paarig auftretende, mehrteilige Gliedmaße, deren auch nach
innen zu bewegendes oberstes Glied zum Festhalten u.
Zerzupfen der Beute wie eine Sichel od. ein Stilett ausgebildet
ist; -fuß,der<metstPI.)(Zool.): (bei verschiedenen Glieder-
.füßern. z.B. Krebsen) in mehreren Paaren vorkommende,
für die Nahrungsaufnahme ausgebildete Gliedmaße; ^ge-
lenk, das (Anal.): Gelenk, durch das der Unterkiefer gegen
den Oberkiefer bewegt werden kann; -höhle, die (Anat..
Med.): im Bogen des Oberkiefers gelegene, in die Nase
mündende Nebenhöhle, die anfällig ist für Entzündungen
u. die Bildung von Polypen, dazu: -htihfenentzündung. die;
-klemme,die (Med.): (durch Verwachsungen nach Brüchen.
Entzündung. Krampfzuständeo. ä. hervorgerufene)
Unfähigkeit zum öffnen des Mundes u. Auseinanderbringen der
Zähne; -knochen, der; -krampf.der (Med.): vgl. -klemme
u. -sperre: -Orthopädie, die (Zahnmed.): Teilgebiet der
Zahnheilkunde, das sich mit der Behandlung von Gebiß-
od. Kieferanomalien befaßt; -spalte, die (Med.): angeborene
Mißbildung des Oberkiefers, die oft zusammen mit einer
Hasenscharte od. Gaumenspalte vorkommt; -sperre, die
(Med.): (durch Verrenkung des Kiefergelenks
hervorgerufene) Unfähigkeit zum Schließen des Mundes u. Zusatnmen-
bei/Jen der Zä/me.
kiefern ['ki:fen] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [zu f tiefer]:
aus Kiefernholz.
Kkfern-(tiefer): -bestand,der; -blasenrost,dcr(Forstw.):
durch Rostpilze hervorgerufene Pflanzenk rankheil, bei der
an den Zweigen u. am Stamm der befallenen Kiefer blasenför-
mige. gelbrote Gebilde hervorbrechen u. die Borke durch
starken Ausfluß von Harz verkient u. keine Feuchtigkeit
u. Nährstoffe mehr durchläßt, so daß der obere Teil des
Baumes abstirbt; Kienzopf; -etile, die: svw. f Forleule;
^forst. der; -gewächs. das (Bot.): Vertreter der größten
Familie der Nadelhölzer, zu der z. B. Fichte. Kiefer. Lärche
u. Tanne gehören; -harz, das: svw. f Terpentin; -holz, das;
-kreuzschnabel. der: sich vom Fichtenkreuzschnabel bes.
durch einen kraft igen Schnabel unter scheidetuler, zur Familie
der Finken gehöremler Vogel, der sich vorwiegend von
Kiefernsamen ernährt; -markkäfer, der: ein als gefä/trlicher
Forstschädling gelteniler Borkenkäfer, der das Mark aus
den jungen Trieben der Kiefern saugt, so daß sie abbrechen;
-nadel, die; -samen, der: -Schädling, der; -Schonung, die:
Anpflanzung von jungen Kiefern; -Schwärmer, der:
braungrauer Nachtschmetterling, dessen Raupe an Nadelbäumen,
bes. Kiefern, sitzt; Tannenpfeil; -Spanner, der: gelb und
dunkelbraun gefleckter Schmetterling, dessen Raupe durch
Fraß an Kiefernnadeln Schaden anrichten kann; -Spinner,
der: grauer bis braunroter, mit breiter Querbinde u. einem
weißen Punkt gezeichneter Nachtfalter, dessen Raupe durch
Fraß an Kiefernnadeln Schaden anrichten kann; -stamm,
der; -trieb, der: junger Trieb an Kiefernzweigen, dazu:
-triebwickler. der: kleiner Schmetterling mit ziegelroten
Vorderflügeln, dessen Rattpe im Frühjahr die jungen
Kieferntriebe frißt; -waM, der: Wald aus hochstämmigen Kiefern;
Kiefernwälder, harzig und leergefegt, hielten ihre
Junggesellenhälse hoch (Bieler. Bonifaz 205); -zapfen, der:
verholzter Fruchtstand der Kiefer, bei dem die Samen
schuppenartig rund um eine Achse angeordnet sind; -zweig, der.
Kiek flcirkj, die: -. -en. Kieke [ki.ko]. die. -. -n [mniederd.
klke. H. u.J (nordd.): Kohlenhecken zum Wärmen der Füße.
kieken [ki:kn] <sw. V.; hat) [mniederd. kiken; H. u.l
(nordd.): nach etw. schauen, /neugierig/ Ausschau halten:
Er kiekt Über seinen grauweißen Schnauzbart dem Chef
grell in die Visage (Fallada, Mann 53); da kickste, wat?
(berlin. salopp; da staunst du. nicht wahr?): R ich kieke
einmal, ich kieke zweimal (Ausdruck der Verwunderung);
<Abl.:> Kieker ['ki:ke]. der; -s. -: I. (nordd., bes. See-
mannsspr.) Fernglas. Fernrohr. 2. *jmdn., etw. auf dem
K. haben (ugs.: 1. mißtrauisch /längere Zeit] beobachten.
2. jmdn. dauernd kritisieren, ihn für alles verantwortlich
machen, an ihm herumnörgeln. 3. großes Interesse an jmdm.
haben): Kiekindiewelt [ki:k-l. der; -s. -s [Satzwort zu t
kieken) (ugs. scherzh.): kleines Kind, unerfahrener Mensch.
kieksen [ki:ksn|: tgicksen.
Kfekser. der; -s. -: hoher, halb unterdrückter Laut: ein K.
auf einer zerbeulten ... Trompete (BM 25. 9. 76, 1).
'Kiel [ki:ll. der; -[eis. -e Imhd. kil. H. u.l: l.a) mittlerer,
harter Teil der Vogelfeder: die -e sind zuerst weich und
verhornen dann: (die jungen Dohlen) begannen wegen
der unter der Haut sprossenden -e oberseits dunkel
auszusehen (Lorenz, Verhalten I, 60); b) (veraltet)
Pflanzenstengel, holdes / Schilf/röhr. 2. (früher) Gänsefeder zum
Schreiben: der K. kratzt über das Papier: -e zuschneiden.
*Kiel [-1, der; -[eis. -e [aus dem Niederd. (Seemannsspr.)
< mniederd. kil. kel; wahrsch. verw. mit tKehle in dem
Sinne ..halsförmig Geschwungenes"!: I. Munterster, in der
Mitte des Schiffsrumpfs liegender Balken od. verstärkter
Boden aus Stahlplatten: der K. berührte den Grund; mit
dem Wasser trimmte er das Boot aus und brachte es
auf ebenen K. (Seemannsspr.; in Normallage; Ott. Haie
226); *(ein Schiff) auf K. legen (Schiflbau; mit dem Bau
beginnen, den Anfang machen): ein neuer Tanker wurde
auf K. gelegt; b) trapezflossenförmig o.a. nach unten
gezogener Teil des Schiffsrumpfs, der dem Schiff Stabilität gibt,
es besser auf Kurs hält u. nicht (so leicht) kentern läßt.
2. (dichter, veraltend) Boot. Schuf
'Kfcl- ('Kiel): -feder, die: größere Vogelfeder, die einen
festen Kiel hat (im Gegensatz zur weichen Flaumfeder):
-flügel, der (Musik): altes, in der Form eines kleinen Flügels
gebautes Tasteninstrument, bei dem durch Niederdrücken
einer Taste jeweils ein Kiel (aus einer Rabenfeder od. aus
Kunststoff) die betreffende Saite anreißt; Cembalo;
-Instrument, das: Musikinstrument, bei dem die Saiten durch
mechanisch bewegte Kiele angerissen werden (z. B. Spinett).
kkk^kMt^iel): ^bo8en,der(Archit.): gotischer
Spitzbogen mit geschweiften Seitenlinien; -boot, das: Segelboot
mit einem 2Kiel (1 b); -gang, der (Schiflbau): unterste
Schicht von Stahlplatten unter dem Rumpf; -holen <st.
V.; hat) [niederd. kilhalen; weil der Kiel teilweise aus
dem Wasser ragtl (Seemannsspr.): 1. ein Schiff zu Reini-
gungs- u. Reparaturarbeiten auf die Seite legen: die Jacht
wurde gekielholt. 2. jmdn. /zur Strafe/ über Bord werfen
u. mit Hilfe eines langen Taus unter dem Schiff himiurchzie-
hen: drei Mann der Besatzung wurden gekielholt; -linie.
die: 1. Linie, die von genau hintereinander- (eines im
Kielwasser des anderen) fahrenden Schiffen gebildet wird: [in]
K. fahren; das SchifThielt sich in der K. 2. (selten)
Begrenzung des 2Kiels, Linie, bis zu der ein Schiff üblicherweise
im Wasser liegt; -oben [-'--1 <Adv.>: mit dem Kiel nach
oben, umgedreht: das Boot treibt k. im Wasser; -planke.
die <meist PI.) (Schiflbau): unmittelbar neben dem 2Kiel
liegende Planke: -räum, der: tief unten, unmittelbar über
dem 2Kielgelegener Raum im Schiff; -schwein, das [niederd.
kilswin < schwed. kölsvin, älter: kölsvill = Kielschwelle,
-bohle] (Seemannsspr.): ein innerhalb des Schiffskörpers
angebrachter Holz- od. Eisenträger zur Verstärkung des
2Kiels; -sdiwert, das (Schiflbau): Holz- od. Stahlplatte,
die durch einen in Längsrichtung laufenden Schlitz im 2Kiel
eines Segelbootes hinuntergelassen u. hochgezogen werden
kann: im seichten Wasser muß das K. heraufgezogen
werden, dazu: -Schwertboot, das, -schwertjacht, die: -wasser,
das <PI. -wasser): Fahrspur, die sich hinter einem fatiretuten
Schuf auf dem Wasser bildet: schäumendes K.: das Boot
schaukelte im K. des Dampfers; Ü wobei der Hofrat
beinahe an jedem ( = Tisch) ein gemütliches Witzwort fallen
ließ, so daß ein K. heiterer Bewegung seinen Weg
bezeichnete (Th. Mann. Zauberberg 159); *in Jmds. K. segeln,
schwimmen/sich in imds. K. halten (/aus Unentschlossenheit
od. SchwächeJ sich jmd/n. in seinem Vorgehen u. seinen
Ansichten anschließen u. davon profitieren): Daß meine
Freunde ... in hohe Stellungen aufrückten, habe ich bereits
erwähnt. Ich hielt mich bescheiden in ihrem K. (Jünger.
Bienen 59); K. haben (salopp selten; starken Parfümduft
ausströmen): hat die aber ein K.. das riecht man drei
Meilen gegen den Wind.
'kielen ['ki:bn] <sw. V.; hat) [zu t 'Kiel] (veraltet): I.
Kielfedern bekommen. 2. xKiele (2) zurechtschneiden.
fielen [-] <sw. V.; hat) [zu t fciell (veraltet): svw. tkielholen.
Kklkropf. der; -[e]s. ...kröpfe [1. Bestandteil wahrsch. zu
älter (md.) quil = Quelle, viel!, nach dem alten
Volksglauben, solche Kinder seien aus Wasser od. Wellen
hervorgegangen. 2. Bestandteil zu tKropf, wohl wegen der
angeblichen Dickhalsigkeit od. Gefräßigkeit] (Schimpfwort
veraltet): Mißgeburt. Wechselbalg.
Kieme ['ki:md]. die; -. -n (meist PI.) [md.. niederd. Form
von tKimme, also eigtl. = Einschnitt. Kerbe]: dünnhäuti-
1461
Kiemen -
fies, mit Blut od. Körperflüssigkeit gefülltes Atmungsorgan
vieler Wassertiere, durch das Sauerstoff dem Wasser
entnommen u. Kohlendioxyd abgegeben werden kann: Fische,
Kaulquappen atmen durch -n; er steckte sich eine zwischen
die -n (salopp: zündete sich eine Zigwette an).
Kjgnen-: -atroer [...|a:tnre]. der: -s. - (ZooL): Tier, das
durch Kiemen atmet; -atmung, die: -bogen, der (meist
Pl.> (ZooL): jeweils paarig in bestimmter Anzahl
vorkommende knorpelige od. knöcherne Spange, die die Kiemen
stützt; Miaim, der (ZooL): vorderer Teil des Darmtrakts,
der zugleich eine embryonale Entwicklungsstufe auch bei
den Säugetieren darstellt; Mleckel, der (ZooL): die Kiemen
als Schutz überdeckende, bewegliche Haut/falte/; -spalte,
die <meist Pl.XZooL): Spalte, Öffnung zwischen den Kiemen
im Kiemendarm, durch die das für die Atmung
aufgenommene Wasser wieder abströmen kann.
Kien [ki:n], der;-[ejslmhd.kien, ahd. chien = abgespaltenes
Holzstück, Kienspan. Fackel]: harzreiches [Kiefern [holz:
das Feuer im Kamin verbreitete einen würzigen Duft nach
K.: * auf dem K. sein (landsch., bes. berlin.: wachsam sein,
scharJ aufpassen; immer vornean sein u. Bescheid wissen;
H. u.. vidi, weil man auf das leicht entzündbare harzreiche
Holz besonders achtgeben mußte): so ein richtiger Hans
Dampf in allen Gassen, immer auf dem K. (Zwerenz,
Quadriga 22).
KJ&k ^apfel.der: svw. tKiefernzapfen; -fackel,die: Fackel
aus Kiefernholz: ^holz, das <o. PL>: [ harziges 1 Kiefernholz;
-*öl. das: durch Destillation von Kienteer gewonnenes ÖL
das besonders reich an Terpentinöl ist u. in der Lack- u.
Farbenindustrie verwendet wird; -ruß, der: Ruß von Kiefern-
holz; -scheit, das: I größeres] Stück Kiefernholz; -span,
der: Span aus Kiefernholz; ^teer, der: Holzteer aus
Kiefernholz; -zapfen, der: svw. t Kiefernzapfen: -zopf, der: svw.
fKiefernblasenrost.
kknig <Adj.) [spätmhd. kinig. zu fKien]: harzreich.
Kientopp: tKintopp.
Kiepe [kLpa], die; -. -n [mniederd. kipe. küpe. viell. unter
Einfluß von lat. cupa = Tonne. Faß; Getreidemaß]
(nordd., md.): hoher Tragkorb,der auf dem Rücken getragen
u. mit Schulterriemen befestigt wird: eine K. voll Reisig.
Torf; Zwei alte Frauen schleppten die -n heran, ein Greis
sah zu (Kempowski. Uns 64); <Zus.:> Kkpenhut, der:
breitrandiger, oft wie eine Haube geformter [ Stroh Jhut für
Frauen, dessen Krempe das Gesicht umrahmt: Schutenhut.
Kies [ki:s], der; -es. (Arten:) -e II: mhd. kis = grobkörniger
od. steiniger Sand; H. u.; 3: aus der Gaunerspr.. eigtl.
= [Silber]geld. wahrsch. als Umdeutung von 1 über die
Studentenspr. in die Ugs. gelangt]: 1. kleine, meist runde
Steine, die in großer Zahl als Ablagerungen (vor allem
an Flüssen, im Erdboden) auftreten: weißer K.; der K.
knirschte unter seinen Schritten; K. auf die Gartenwege
streuen; die Art und Farbe des -es. mit welchem der
Hauptweg bestreut war (Langgässer. Siegel 10). 2. (Fachspr.)
schwefel- od. arsenhaltiges, hartes u. schwer zu spaltendes
Erz in hellen Farben mit starkem Metallglanz: Eisenkies
gehört zu den häufigsten -en. 3. (salopp) Geld [in großer
Menge]: ein Haufen K.; Wir wollen wissen, ob K. in
der Kasse ist. wo wir jahrelang eingezahlt haben (Fr.
Wolf. Zwei 275); hast du was gehabt vom K.?
kjes-, Kks-: -abbrand, der: svw. TAbbrand (3b); -bestreut
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: ein -er Weg; -beton, der:
Beton mit Kies als Zuschlagstoff; -boden, der: Boden, der
aus Kies besteht, viel Kies enthält; -fang, der (Technik):
Becken, in dem vom Wasser mitgeführter Kies u. Sand
aufgefangen werden kann; -grübe, die: Grube, Abbaustelle,
aus der Kies geholt wird; -grund, der: svw. t ^boden; -hai-
tig, (östenr.:) -bäittg <Adj.; nicht adv.>: Kies enthaltend,
mit Beimischung von Kies; -häufen, der; -sand, der: mit
Kies vermischter Sand; ^weg.dcr: mit Kies hvstrvntvr Wev.
kiesätig [ki:ze:tH}], kieset ig [...ze:tic] <Adj.> Izu t:kiesen
u. niederd. eten = essen] (nordostd): wählerisch i im Es-
senj.er war sodickfellig.... daß ermit dem -sten Mitschüler
fertig wurde (Rasselbande 23. 3. 63.47).
Kiesel [ki:zl]. der; -s. - [mhd. kisel, ahd. kisil. zu fKiesl:
I. kleiner, durch Strömungen im Wasser [ rund/
abgeschliffener Stein: bunte K. schimmern im Bachbett; einen K.
über die Wasseroberfläche schnellen lassen; der Junge hatte
die Hosentasche voller K. 2. (landsch.) Hagelt körn].
kjgsel-. Kiesel- [in der alten ehem. fachspr. Bed.: Silicium
enthaltend]: -al»e, die (meist PL): svw. tDiatomee; -erde.
die: quarzreiche. bes. zur Glasherstellung geeignete
Mineralien; -fluorwasserstoflsäure, -fkißsäure, die (Chemie): nur
in wäßriger Lösung vorkommende Säure, die als gutes
Desinfektionsmittel gilt sowie zum Konservieren von Holz u. zum
Gerben verwendet wird; -gahnei,der: svw. Nzinkerz; ^ael,
das: reine, nichtkristalline Kieselsäure, die als Adsorhens
für Gase, Dämpfe u. Flüssigkeiten verwendet wird; -glas,
das: svw. TQuarzglas; ^gur, die (GeoL. Chemie): aus den
Panzern von Kieselalgen entstandene, meist helle, poröse
Ablagerung ehemaliger Binnenseen; Diatomeenerde;
Infusorienerde; -pflanze, die (Bot.): Pflanze, die in ihren
Zellwänden Kieselsäure speichert (z.B. Schachtelhalm): -sauer
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (Chemie): (von Salzen) von
Kieselsäure abgeleitet, aus Kieselsäure entstanden; -saure,
die (Chemie): Sauerstoffsäure des Siliciums; -stein, der:
svw. t Kiesel (1): ein Mosaik aus bunten -en; -zinkerz,
das: farbloses, grünes od. braunes Mineral (ein Zinksilikat).
kiesein [ki:z|n] <sw. V.: hat) [zu fKiesel (2)] (landsch.):
hageln; 'kiesen [ki:zn] <sw. V.; hat) (selten): mit Kies
bestreuen, belegen: wir wollen die Gartenwege k. lassen:
<meist im 2. Part.:) der frisch gekieste Vorplatz.
diesen [-] <st. V.; hat) [mhd. kiesen.ahd. kiosan; die Formen
dieses st. Verbs haben sich mit denen des eigtl. schwachen
Verbs tküren vermischt; vgl. erkiesen] (dichter, veraltet):
prüfend wählen: du kor[e]st dir etwas Gutes.
Kieserit [kiza'rht, auch: ...nt], der. -s, (Arten:) -e [nach
dem dt. Naturforscher u. Arzt D. G. Kieser (1779 -1862)1:
in farblosen, weißen od. gelblichen pyramidenförmigen
Kristallen in natürlichen Salzlagerstätten vorkommemtes
wichtiges Magnesiumsalz (ein Magnesiumsulfat).
kiesetig: Tkiesätig.
kiesig <Adj.: nicht adv.> [zu fKies (1)]: mit Kies bedeckt:
-e Ufer; zu einem kleinen.-en. von... Unkraut bewachsenen
Platz (Kuby. Sieg 400); der Strand ist sehr k.
Kiez 0ci:tß]. der; -es. -e [urspr. = Ortsteil, wo die Fischer
wohnen, wohl aus dem Slaw.]: I. (nordostd.. bes. berlin.)
Stadtteil, [abgelegener! Ort: anders als die Mädels, die
ich kenne, bist ja auch aus einem anderen K. (Brentano.
Chindler 405); Reinhard Mey „zwischen K. und
Kudamm" (Hörzu 16. 1976. 59). 2. (Jargon) Stadtviertel,
indem Strichjungen u. Prostituierte ihrem Gewerbe
nachgehen; Strich: Ernst .... 17 Jahre. Gelegenheitsstrichjunge
.... Einführung durch einen Gleichaltrigen auf dem K.
(Schmidt. Strichjungengespräche 11)
Kif [kifl. der; -[s] [engl. kif. kef < arab. kayf, eigtl. =
Wohlbefinden]: tabakähnliche Mischung von getrockneten
Hanfblättern; Haschisch, Marihuana; <Abl.:> kiflen [krfnl
<sw. V.; hat) (Jargon): Haschisch od. Marihuana rauchen:
Er hatte stark gekillt und meinte, daß es keine
Schwierigkeit sei. im Knast an das Zeug ranzukommen (Ossowski,
Bewährung 74); <Abl.:> Kiffer, der; -s, - (Jargon): jmd.,
der Haschisch od. Marihuana raucht.
kikeriki! [kikari'ki:] <lnterj.) (Kinderspr.): lautm. für den
Ruf des Hahns: k. machen; <subst.:> 'Kikeriki, das; -s.
-s: Ruf des Hahns: das morgendliche K. hatte sie geweckt;
Kikeriki, der; -s. -s (Kinderspr.): Hahn: guck mal, ein
K.!; Er war ein edler, ein herrlicher, ein echt männlicher
K. (Molo. Frieden 104).
Kiki I'kiki], den -s (Jugendspr. abwertend): 1. überflüssiges
oil. wertloses Zeug: an der Bluse ist mir zu viel K. 2.
Unsinn; törichtes Gerede: so ein K.!; ist doch alles K.!
Kilbi [kilbi], die; -. Kilbenen [kilbonan; zu alemann. Kilche
= Kirche] (Schweiz, mundartl.): svw. f Kirchweih.
Kildi Dcil<;]. der, -s, -e [alemann., eigtl. = Kropf, mhd.
kelch. ahd. chelch; durch das schnelle Emporziehen des
gefangenen Fisches aus großer Tiefe wird seine Luftblase
kropfartig aufgetrieben]: (zu den Felchen gehörender) con
Grunde der süddeutschen Seen lebender, kleiner Fisch mit
bläulichgrünem bis olivfarbenem Rücken u. silbrigweißer
Bauch- u. Seitenfärbung, dessen Fleisch schmackhaft ist.
kilim [ki:lim]: TKelim.
killekille [kib'kib] <Interj.) (Kinderspr.): als scherzender
Ausdruck, wenn man ein Kind [unterm Kinn] kitzelt: k..
wo ist das Baby am kitzeligsten?; bei einem Kind k. machen
(es [unterm Kinn] kitzeln).
'killen f'kitan] <sw. V.; hat) [engl, to kill] (salopp): kaltblütig,
ohne Skrupel gewaltsam töten, umbringen: der Gangsterboß
wurde von den eigenen Leuten gekillt.
Tillen [-] <sw. V.; hat) [mniederd. kllen] (Seemannsspr.):
( vom Segel, vom Teil eines Segels) im Wind flattern.
1462
Kind
Kjller, der; -s. - [engl, killer. zu t'killen] (salopp): jmd..
der einen anderen kaltblütig, ohne Skrupel [gegen
Bezahlung] umbringt: gedungener, bezahlter Mörder: Laut
..Time"-Magazin heuerte CIA Anfang 1960 professionelle
K. der Mafia dafür an (Zwerenz. Quadriga 106); Ü Nicht
Wehner oder Genscher haben den gekippt, der K. war
Brandt selber (Spiegel 38. 1974. 22); Kjllersatellit. der.
-en. -en (Jargon): Satellit, mit dem Satelliten eines Gegners
(die der Aufklärung, der Übermittlung von Nachrichten
o. ä. dienen) auf ihrer Umlaufbahn durch Sprengung
vernichtet werden können: Jägersatellit.
Kiln [kilnj. der. -[eis. -e [engl, kiln < mengl. kilne. kulne
< lat. culina = Herd] (Hüttenw.): rechteckiger
Schachtofen ohne Rost zur Metallgewinnung aus Schwefelerzen.
Kilo [ki:lol. das; -s. -[s]: kurz für tKilogramm: das Baby
wiegt genau vier K.; Farah Diba kam im Leopard mit
... 1 200 K. Gepäck (Olymp. Spiele 9); Kilo- [kilo-; frz.
kilo- zu griech. chilioi = tausend] (Best, in Zus. mit der
Bed.>: das Tausendjache einer Einheit, tausend (z. B.
Kilogramm. Kilowatt); Kilogramm, das; -[eis. -e (aber: 5
Kilogramm): tausend Gramm (Maßeinheit: Einheit der Masse):
ein zehn K. schweres Gepäckstück; zwei K. Mehl; zwei
Pfund sind ein K.; ein K. hat zwei Pfund; sie wiegt, (ugs.:)
hat ein paar K. zuviel; Zeichen: kg; KHogr^nmkalorie.
die; -. -n (Physik): svw. fKilokalorie; Kilohertz, das; -.
- (Physik): tausend Hertz (das Tausendfache der Einheit
Hertz): Zeichen: kHz; Kilojoule [- -'-]. das; -[s]. - (Physik):
tausend Joule (das Tausendfache der Einheit Joule):
Zeichen: kJ; Kilokalork. die; -. -n (Physik veraltend): tausend
Kalorien (das Tausendfache der Einheit Kalorie): Zeichen:
kcal; Kilometer, der; -s. -: tausend Meter (das Tausendfache
der Einfielt Meter): bis zum nächsten Dorf sind es. die
Entfernung beträgt zehn K.; Man fährt enorm billig mit
dieser Kunststoftkutsche. der K. (die Fahrt pro Kilometer)
kostet maximal einen Pfennig (MM 20. 3. 74. 31); er
läuft jeden Tag einige, ein paar, fünf K.; das bedeutete
etwa 75 K. in der Stunde, das bedeutete ein schnelles
Rennen (Olymp. Spiele 12); auf dieser Strecke sind nur
80 K. (Kilometer pro Stunde) erlaubt; Zeichen: km
kilometer-, Kilometer-: -fresser, der (ugs. scherzh. od.
abwertend): jmd.. der mit dem Auto durch schnelles
/rücksichtsloses/ Fahren ohne Pause viele Kilometer, lange Strek-
ken zurücklegt: ^aeld, das: Geldbetrag, der für einen in
dienstlichem Auftrag im eigenen Fahrzeug zurückgelegten
Weg pro gefahrenen Kilometer erstattet wird: ^kosten
<P1.>: aus den Gesamtkosten für Anschaffung. Haltung.
Versicherung u. a. eines Kraftfahrzeugs sich anteilig für jeden
gefahrenen Kilometer ergebende Kosten: je mehr Kilometer
jemand mit seinem Auto im Jahr zurücklegt, desto
niedriger sind die K.; ^lang <Adj.; o. Steig.;): mehrere Kilometer
lang: eine -e Autoschlange; der Weg führte uns k. durch
ödes Gebirge; -marke, die: vgl. -stein; -pauschale, die
(Steuerw.): Betrag, den jmd.. der täglich mit dem eigenen
Kraftfahrzeug zu seiner Arbeitsstätte fährt, steuerlich
absetzen kann: -stand, der: auf dem Kilometerzähler gerade
angezeigte Anzahl der Kilometer, die ein Fahrzeug bereits
zurückgelegt hat: den K. prüfen, ablesen; -stein, der: am
Rand einer Straße, auch am Ufer eines Flusses aufgestellter
Stein, auf dem die Entfernung, die Weglänge in Kilometern
angegeben wird: ^weit <Adj.; o. Steig.: nicht präd.): mehrere
Kilometer weit: in -er Entfernung; k. laufen; der Knall
war k. zu hören; -zählender: Gerät, das bei einem Fahrzeug
die Anzahl der zurückgelegten Kilometer anzeigt.
kilometrieren [kilome trtren] <sw. V.; hat) [zu f Kilometer]
(Fachspr.): an Strafjen. Flüssen o. ä. Kilometersteine
aufstellen: mit Kilometer marken versehen: eine neue Straße k.:
kilometrisch <Adj.; o. Steig.): die Kilometer betreffend,
auf dem Kilometer als Maßeinheit beruhend: in Kilometern:
-e Vermessung; Kilopond, das; -[eis. - (Physik): tausend
Pond (Maßeinheit: Einheit der Kraft): Zeichen: kp;
Kilopondmeter, das; -s. - (Physik): Arbeit (5). die erforderlich
ist. um ein Kilopond einen Meter hoch zu heben (Maßeinheit:
Einheit der Energie): Zeichen: kpm; Kilovolt, das; - u.
-[eis. - (Physik): tausend Volt (das Tausetuifache der Einheit
Volt): Zeichen: kV; Kilovoltampere, das; -s. - (Physik):
tausend Voltampere (das Tausendfache der Einheit
Voltampere): Zeichen: kVA; Kilowatt, das; -s. - (Physik. Technik):
tausend Watt (das Tausendfache der Einheit Watt):
Zeichen: kW; Kilowattstunde, die; -. -n (Physik, bes. Elektrot.):
Leistung an elektrischer Energie von einem Kilowatt wahrem!
einer Stunde (Maßeinheit: Einfielt der elektrischen
Energie): Zeichen kWh
'Kilt [kilt].der; -[eis. -s [engl, kilt.zu: tokilt = aufschürzen]:
I. zur schottischen Tracht der Männer gehörender,
buntkarierter, bis zu den Knien reichender Faltenrock aus festem
Wollstoff: ein Schotte mit K. und Dudelsack. 2. karierter
Faltenrock für Damen.
'Kilt [-]. der; -[eis [alemann.; mhd. nicht belegt, vgl. ahd.
chviltiwerch = Arbeit bis zur Nachtzeit] (südwestd.,
Schweiz.): Rendezvous eines jungen Mannes mit einem
Mädchen, bes. abendlicher Besuch eines jungen Mannes bei
seinem Mädchen: <Zus.:) Kjltgang, der: svw. f ^ilt.
Kimberlit [kimberliit, auch: ...lit], der; -s. (Arten:) -e [nach
der Stadt Kimberley in Südafrika] (Geol.): diamantenhalti-
ges vulkanisches Tiefengestein.
Kimm [kirn], die; - [zu fKimme] (Seemannsspr.): I. von
Himmel u. Meer gebildete Linie des Horizonts: Die K.
war nur streckenweise klar auszumachen (Rehn. Nichts
58); Zwei Strich an Steuerbord kam Tür einen Augenblick
das Feuer von Vestmanna über die K. (Rehn. Zuckerfresser
80). 2. (bei einem Schiff) gekrümmter, auch kantiger
Übergang vom Boden in die Wand (zu beiden Seiten): Kimme
fkimal. die; -. -n [urspr. = Kimme (3); verw. mit fKamm,
da der scharfzackige Rand mit den Zähnen eines Kammes
verglichen werden kann]: I. Einschnitt im Visier einer
Handfeuerwaffe, durch den man beim Zielen über das Korn nach
dem Zielpunkt sieht: er nahm K. und Korn (visierte, zielte
genau) und schoß; durch die K. sehen; über K. und Kom
zielen: * jmdn. auf der K. haben (ugs.; mit jmdm. etw.
vorhaben: es auf jmdn. abgesehen haben): Ich hatte sie ( = ein
Mädchen) schon lange unauffällig auf der K. (Winckler.
Bomberg 238). 2. (Böttcherei) Kerbe. Einschnitt in den
Dauben, in dem der Boden eines Fasses gehalten wird. 3.
(salopp) Gesäßspalte: Weil der Arsch eines Scharführers
noch immer der sicherste Verschlußdeckel ist. Wenn sie
uns zwischen die -n gucken, hier suchen sie nicht. Klar?
(Apitz. Wölfe 197).
kimmerbch [ki'me:nJ1 <Adj.: o. Steig.) [nach dem früher
im südl. Rußland ansässigen Stamm der Kimmerier]
(Geol.): die beiden ältesten Faltungsphasen der Alpen u.
anderer Hochgebirge betreffend.
Kjmmtiefe, die; -. -n (Seew.): svw. f Depression (6); Kjm-
mung, die; - [zu f Kimm] (Seemannsspr.): I. svw. f Kimm
(1): eine endlose Prickenreihe ... verlor sich im Dunst
der südlichen K. (Hausmann. Abel 133). 2. Luftspiegelung
über dem Horizont auf dem Meer.
Kimono [ki'mo:no. auch: ki:mono. kirn...], der; -s. -s [jap.
kimono = Gewand]: langes, einem Kaftan ähnliches
japanisches Kleidungsstück mit weiten, angeschnittenen Ärmeln
für Männer u. Frauen: Ihr K. umfaltete sie majestätisch
(Remarque. Triomphe 134); in einen K. gehüllt, gekleidet;
<Zus.:> Kinonoärmel, der: weiter, angeschnittener Ärmel:
Kimonobluse, die: wie ein Kimono geschnittene Bluse.
Kin [km], das; -. - [chines. ch'in]: einer Zither ähnliches
Saiteninstrument mit 5-7 seidenen Saiten.
Kinide Dci'ne.dd]. der; -n. -n [zu griech. kinaidos =
männliche Hetäre] (bildungsspr. selten): Päderast.
Kinästhesie [kineste'zi:]. die; - [zu griech. kineln = bewegen
u. aisthesis = Sinneswahrnehmung] (Med.. Zool.):
Fähigkeit. Lage u. Richtung von Bewegungen der Körperteile
unbewußt zu kontrollieren u. zu steuern: Kinästhetik
Deines'te:tik]. die; - (Med.. Zool.): Lehre von der
Kinästhesie: kinästhetisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Med., Zool.).
Kind Dcmt]. das; -[e]s. -er [mhd. kint. ahd. kind]: 1. <Vkl.
f Kindchen) a) noch nicht geborenes, gerade od. vor noch
nicht langer Zeit zur Welt gekommenes menschliches
Lebewesen: Neugeborenes. Säugling. Kleinkind: ein gesundes,
neugeborenes, totgeborenes K.; ein ungewolltes,
unerwünschtes, langersehntes K.; ein K. wird geboren, kommt
zur Welt; bei ihnen ist endlich ein K. angekommen
(geboren worden): das K. ist sehr kräftig, hat schon Haare,
kann schon bald sitzen; das K. schreit, strampelt; wie
soll das K. heißen?; das K. ist ein Mädchen, ein Junge;
ein K. haben wollen, zeugen, erwarten, gebären,
bekommen, (ugs.:) kriegen, (ugs.:) in die Welt setzen, (geh.:)
zur Welt bringen, austragen, abtreiben; das K. im
Mutterleib untersuchen; ein K. unter dem Herzen tragen (dichter.;
ein Kind erwarten, schwanger sein): das K. füttern, nähren,
stillen, entwöhnen, wickeln, trockenlegen: einem K. das
Leben schenken (geh.; ein Kind gebären): er ist der Vater
1463
kind-, Kind-
ihres -es; Kommst du mir mit einem K. nach Hause,
fliegst du auf der Stelle hinaus (Ruthe, Partnerwahl 81);
sie wurde von einem gesunden K. entbunden; R das K.
muß [doch] einen Namen haben (die Sache bedarf einer
Motivierung, Begründung; für die Sache muß eine
Rechtfertigung, ein Vorwand gefunden werden); wir werden das K.
schon [richtig] schaukeln (ugs.; wir werden die Sache schon
in Ordnung bringen, bewältigen; wir werden es schon
schaffen): *ein totgeborenes K. sein (von Anfang an, schon bei
seiner Entstehung zum Scheitern, Mißlingen verurteilt sein*
keine Aussicht auf Erfolg haben, aussichtslos sein); dieses
Unternehmen war ein totgeborenes K.; unschuldig wie ein
neugeborenes K. sein (völlig, ganz u. gar unschuldig sein);
jmdm. ein K. machen/andrehen (ugs.; eine Frau schwüngern):
jmdm. einK. in den Bauch reden (ugs.; jmdm. etw. einreden,
ihn mit großer Überredungskunst von etw. überzeugen): ein
K. von Lumpen kriegen (landsch.; sich über efiv. sehr
wundern, ärgern; zum Verzweifeln sein): das K. mit dem Bade
ausschütten (etw. ganz u. gar, ohne Rücksicht auf die auch
vorhandenen positiven Seiten verurteilen; übereilt, im Über-
elf er das Gute mit dem Schlechten verwerfen); b) Mensch,
der sich noch im Lebensabschnitt der Kindheit befindet (etwa
bis zum Eintritt der Geschlechtsreife), noch kein
Jugendlicher ist; noch nicht erwachsener Mensch; ein kleines,
elfjähriges, halbwüchsiges, minderjähriges, unmündiges K.;
ein munteres, aufgewecktes, begabtes, frühreifes,
verwöhntes, verzogenes, schwieriges, zurückgebliebenes,
verwahrlostes, verwaistes K.; -er bis zu zwölf Jahren; ein K. von
vier Jahren; die -er spielen, toben, laufen umher, gehen
zur Schule; die -er wachsen allmählich heran, sind groß
geworden; damals, als wir noch -er waren; sie ist kein
K. mehr (ist erwachsen); das weiß, kann doch jedes K.
(ist doch ganz einfach, kann doch jeder); der junge Ehemann
ist selbst noch ein großes K. (hat ein kindliches Gemüt,
die Naivität eines Kindes); er war schon als K. sehr still;
er freut sich wie ein K.; ein K. erziehen, großziehen,
ernähren, vernachlässigen, verwöhnen; das K. an die Hand
nehmen; er behandelt sie wie ein [kleines] K. (er bevormundet
sie, läßt sie nicht selbständig handeln); den -ern etwas
beibringen; der Lehrer ist bei seinen -ern sehr beliebt;
ein Spiel für -er und Erwachsene; er kennt sie von K.
an/von K. auf (seit ihrer KimUieit); R wenn das K. in
den Brunnen gefallen ist. deckt man ihn zu (erst wenn
es zu spät ist. wird etwas unternommen); du bist als K.
[wohl] zu heiß gebadet worden (du bist nicht recht gescheit,
du bist verrückt, hast einen Tick); wie sag1 ich's meinem
-e (wie bringe ich ihm, ihr das am geschicktesten bei)?;
aus -ern werden Leute (die Kinder werden erwachsen);
das ist nichts für kleine -er (ugs.; das geht dich nichts
an, ist nichts für dich): Spr -er und Narren sagen die
Wahrheit; [ein] gebranntes K. scheut das Feuer, *das K. im
Manne (meist scherzh.; die Freude am Spiel, der Spieltrieb
beim Mann; wohl nach einer Stelle in dem Werk „Also
sprach Zarathustra" von dem dt. Philosophen Fr.
Nietzsche, 1844 1900); Kind [er] und Kindeskinder (die
Nachkommen, die gesamte Nachkommenschaft); bei jmdm. lieb K.
sein (ugs.; bei jmdm. in gutem Ansehen stehen /u. dadurch
Vorteile haben/): sich bei jmdm. lieb K. machen (ugs.; sich
bei jmdm. einschmeicheln, sich bei jmdm. ein gutes Ansehen
i u. dadurch VorteileJ verschaffen): das K. beim rechten
Namen nennen (ugs.; etw. ganz offen, deutlich, ohne
Beschönigung aussprechen; etw. [Negatives! ganz klar als
das bezeichnen, was es ist): mit K. und Kegel (mit der
gesamten Familie; mhd. kegel. kekel = uneheliches Kind;
H. u.). 2. vonjmdin. leiblich abstarmnende Person;
unmittelbarer Nachkomme (Sohn od. Tochter): ein eheliches,
uneheliches, sein eigenes, leibliches K.; sein erstes, zweites K.;
ihr drittes K. ist auch schon verheiratet; sie ist das einzige
K. [ihrer Eltern]; er ist das K. eines Künstlers; er ist
armer, einfacher, ordentlicher Leute K.; sie waren drei
-er zu Hause; wir haben drei -er; (ugs.:) sie wollen sich
keine -er. nur ein K. anschaffen; er hat das K. verleugnet,
nicht anerkannt; jedes seiner -er bekommt bei der Heirat
ein Haus; er hat für seine -er gesorgt (ihre Zukunft
gesichert); R -er können nichts für ihre Eltern; Spr kleine -er.
kleine Sorgen große -er, große Sorgen; U er ist ein K. des
19. Jahrhunderts (ist von dieser Zeit geprägt); wir sind
alle -er Gottes; ein K, des Todes (geh.; ein äußerst gefäfir-
detpr, dem Tode nafier, geweihter Mensch): er ist ein
[echtes] Berliner K. (er stammt aus Berlin, ist ein richtiger
Berliner); * ein K. der Liebe (geh. verhüll.; uneheliches Kind):
kein K. von Traurigkeit sein (ugs.; ein lebenslustiger Mensch
sein): Ich bin gar kein K. von Traurigkeit, aber Kneipen
hasse ich (Hörzu 16. 1973. 137); jmds. liebstes K. sein
(jmds. besondere Vorliebe genießen, von jmdm. bevorzugt
werden); ... ist die Oper immer noch des deutschen
Theaterabonnenten liebstesK. (Herrenjournal 3.1966.2); jmdn.
an -es Statt annehmen (jmdn. vermittels eines notariell
beglaubigten Vertrags als eigenes Kind annehmen, adoptieren).
3.(fam.)a) <Vkl. t Kindchen; o. PI.) Anrede an eine
[jüngere] weibliche Person: mein K.. besuche mich bald wieder:
..Nun. liebes K/\ so unterbrach ich sie denn doch (Th.
Mann. Krull 205); b) <P1.> Anrede an mehrere Personen:
-er. hört mal alle her!
kjnd-, kjnd- (vgl. auch: kinder-, Kinder-; Kindes-; kinds-,
Kinds-): -bett, das [mhd. k int bette, ahd. chintpette]
(veraltend): svw. tWochenbett. dazu: ^betterin [-beterm], die:
-. -nen (veraltet): svw. f Wöchnerin, -bettfieber, das
(veraltend): svw. fWochenbettfieber; -frau, die: 1. Mädchen,
das seinem Alter nach mx-h fast ein Kind, körperlich aber
schon entwickelt ist u. zugleich unschuldig u. raffiniert, naiv
u. verführerisch wirkt; Ist Lolita, das Nymphchen, der
InbegrifTderK..die sich ihr Verführen unschuldig vorstellt
(Spiegel 22, 1977. 178). 2. junge, jüngere Frau, die in ihrem
Wesen u. in ihrem Aussehen noch sehr k hui lieh wirkt,
kindhafte Züge hat, in Denken u. Handeln unselbständig ist
u. im Grad der Abhängigkeit von ihrer Umgebung, bes.
von ihrem Mann, einem Kind ähnelt; ^ gemäß <Adj.>: einem
Kind gerecht werdend, entsprechend; für ein Kind passenil;
dem Alter, der Entwicklungsstufe von Kindern angemessen;
ein -e Erziehung. Umgebung; -gerecht <Adj.>: vgl.
^gemäß: Die -e Wohnung (Hörzu 39. 1975. 46); -sein, das;
-s: Dasein als Kind: Kinder also, die mit dem K. nicht
fertig werden (Kaschnitz. Wohin 199); -taufe, die: 1. Taufe
eines kleinen, meist eines neugeborenen Kindes: nach dem
Gottesdienst fanden noch zwei -n statt. 2. am Tag der
Taufe eines Kindes stattfindende I FamilienJfeier: bei der
K. gab es am Abend ein kaltes Büfett.
Kindchen I'kinujan]. das; -s, - u. Kinderchen: TKind (1.
3 a); <Zus.:> Kjndchenschema, das <o. PI.) (Verhaltensf..
Psych.): Gesamtheit der körperlichen od. verhaltensmäßigen
Merkmale beim Kind, beim kindlichen Organismus (z.B.
große Augen, runde Wangen, rundliche Körperformen,
tolpatschige Bewegungen), die beim Erwachsenen eine
emotionale Zuwendung, das Bedürfnis zu helfen, den Trieb zur
Pflege o.a. auslösen; Kindel [kindl], das; -s. - [landsch.
Vkl. von fKind. mhd. kindel, ahd. chindili] (Bot.): Trieb,
Seitensprosse bei bestimmten Pflanzen; <Zus.:> Kjndelbier,
das (nordd.): Bewirtung der Gäste bei der Kindtaufe (2).
kjnder-, Kjnder- (vgl. auch: kind-, Kind-; Kindes-; kinds-.
Kinds-): -alkoholismus, der: vgl. Jugendalkoholismus;
^arbeit, die <o. PI.): von Kindern zu Erwerbszwecken
verrichtete Arbeit: K. ist verboten; Jetzt rückt Spanien ...
dem in allen Mittelmeerländern akuten Problem der K.
zu Leibe (MM 1. 9. 72.33): ^armut. die (Ggs.: ^reichtum);
-arzt. der: Facharzt für Krankheiten, die im Säuglings-
u. Kindesalter auftreten; ^irztin. die: w. Form zu t^arzt;
-äuge, das: große, staunende -n sahen ihn an; U sie bekam
große -n (staunte, war sehr verwundert), als sie das alles
sah; ^auto, das: kleines Auto als Spielzeug für Kiniler;
-ballett.das: Ballett (2). indem nur Kinder tanzen; -beihilfe,
die: Beihilfe (1), die jmdm. für den Unterhalt eines Kindes
gezahlt wird; ^bekleidung, die: für Kinder hergestellte, in
Größe u. Ausfüftrung den Bedürfnissen von Kindern
angepaßte, für Kinder geeignete, passende Bekleidung; ^besteck.
das: kleineres, für Kinder geeignetes Besteck (1 a): ^bett.
das: kleines Bett für Kinder, bes. für Kleinkinder; ^be-
wahranstalt, die (veraltet): Einrichtung in einem Gebäude,
Heim zur Betreuung u. Erziehung von / Klein /k indem sozial
schwacher, notleidender Bevölkerungsschichten; ^bibel, die:
vgl. Lexikon; ^bild. das: Bild, das jmdn. als Kind zeigt,
auf dem ein Kind dargestellt ist: er betrachtete ein K.
seiner Mutter; am liebsten malt er -er; ^boutique, die:
vgl. ^laden (1); ^buch, das: für Kinder geschriebenes,
geeignetes Buch; ^chor, der: aus Kindern iu. Jugendlichen]
bestehender Chor: Mlorf, das: Einrichtung zur ständigen
Betreuung. Erziehung u. Ausbildung elternloserod. nicht
ausreichend versorgter Kinder in einer aus familienähnlichen
Hausgemeinschaften bestehefuien kleitwren Siedlung: Nur etwa
6000 Kinder haben die Chance, in einem der fünfzig
1464
kinder-, Kinder-
Kinderdörfer bei £ltern auf Zeit* aufgenommen zu werden
(Hörzu 52. 1970. 41); -ehe. die: 1. (bes bei Naturvölkern
u. in Indien) Elte zwischen Kitufern od. zwischen einem
Mann u. einem Madchen, das noch im Kindesalter ist. 2.
Ehe zwischen sehr jungen noch nicht volljährigen!
Menschen: Ein Kind sollte ... kein Grund für eine K. sein
(Hörzu 40, 1970. III); -ermfißigung. die: von der Anzahl
der Kinder in einer Fiunilie abhänget ufe Ermäßigung.
Vergünstigung bei Steuern. Fa/irpreisen o.a.; -erziehung. die:
vgl. Erziehung (1); -fahrrad. das: kleines Fahrrad für
Kinder; -Fasching, der: für Kinder verunstaltetes Faschingsjest;
-feindlich <Adj.>: Kindern gegenüber nicht positiv, nicht
wo/dwollend eingestellt; für Kinder, für ihre Entwicklung
schädlich, nicht förderlich (Ggs.: ^freundlich): eine -e
Gesellschaft. Politik; der Vermieter des Hauses hat sich k.
verhalten; Ist die Großstadt k.? (MM 30. 10. 65. 4). dam:
-feindlichkeit. die <o. PI): -Ferienlager, das vgl.
Ferienlager; -fernsehen, das: vgl. -funk (I); -fest, das: für Kinder
verunstaltetes Fest; -film, der: für Kinder gedrehter Film;
-frau. die: vgl. -mädchen; -fraulein, das: svw. TGou-
vernante (a); -freibetrag, der (Stcuerw. früher): Familien
mit Kitidern gewälirter Freibetrag; -freund, der: jmd.. der
sich gerne mit Kindern befaßt, der Kinder gerne hat: R
ich bin [ja] K. (scherzh.-herablassend gesagt, wenn man
jmdm.. mit dem man vertraut ist. einen kleinen Gefallen
erweist); -freundlich <Adj.>: Kindern gegenüber positiv,
wohlwollend eingestellt; für Kinderförderlich, ihrer
Entwicklung dienlich (Ggs.: ^feindlich): -e Nachbarn; er hat sich
nicht gerade k. verhalten; dieser Urlaubsort ist nicht gerade
k.. dazu: -freundlichkeit. die <o. PI.); -funk, der. 1. für
Kinder produzierte Sendung; für Kinder gestaltetes
Programm im Rundfunk, im Fernsehen: im K. gibt es heute
ein Märchen, ein Ratespiel. 2. Abteilung einer Rundfunk-.
Fernsehanstalt, in der die Sendungen für Kinder pnxluziert
werden: er sei beim Radio beschäftigt, als Sprecher beim
K. (Grass. Hundejahre 292): -fürsorge, die: vgl. Fürsorge
(2); -garten, der [1840 eingef. von dem dt. Pädagogen
F. Fröbel (1782-1852)1: öffentliche Einrichtung (in einem
Raum, einem Gebäude) zur Betreuung u. zur Förderung
der Entwicklung von Kindern im Vorschulalter: ein Kind
in den K. aufnehmen; der Kleine besucht schon den K..
geht schon in den K.; bitte Ruhe, wir sind hier
doch nicht in einem K.!; Als er drei Jahre alt ist. gibt
sie ihn in einen K. (Chotjewitz. Friede II): -gärtnerin.
die: Betreuerin u. Erzieherin von Kleinkindern in
Kindergärten, -horten, -tagesstätten u. -krippen (Berufsbez.); -gebet,
das: einfaches, leicht fafJliches Gebet für Kinder; -geburts-
tag. der: für Kitufer veranstaltete Geburtstagsfeier anläßlich
des Geburtstags eines Kindes; -geld. das: finanzielle
Unterstützung, die der Staat Fatnilien mit Kindern (in je nach
Anzalil der Kinder gestaffelten Beträgen) zahlt; -gemüt.
das: kindliches Gemüt (1); Gemüt eines Kindes: ein Mann,
der sich für klug ... hält, der aber beinahe ein K. hat
(Kirst, 08/15. 115); -geschidite, die: I. Geschichte für
Kinder: ein Buch mit vielen schönen -n. 2. von Kindern
handelnde, ausjmds. Kinderzeit berichtende Geschichte: bei den
Familienfesten wurden immer wieder die allen -n erzählt;
-geschrei, das (oft abwertend): Geschrei eines Kindes; von
Kindern herrührendes Geschrei; -gesicht, das: 1. Gesicht
eines Kindes: ein liebes, rundes, pausbackiges K.; drei
-er schauten ihn erwartungsvoll an. 2. noch sehr jung
wirkendes, in der Form, im Ausdruck an das Gesicht eines
Kindes erinnerndes Gesicht: der Leutnant lachte, dann
wurde sein K. ernst (Böll, Adam 63): -glaube, der: naive
Vorstellung von jmdm.. etw.; kindlich-naives Vertrauen in
jmdn.. etw.; kritiklose Haltung jmdm.. einer Sache
gegenüber: das ist doch nur ein [naiver, frommer] K.: sie hat
ihm seinen Kinderglauben an das Gute und Edle im
Menschen gründlich zerstört: -gottesdienst. der: Gottesdienst
für Kinder (in dem die Kinder in einer kindgemäßen Form
das Evangelium erfahren u. religiös unterwiesen werden):
-grieß. der: vgl. -mehl; -band, die: Hand eines Kindes;
-heilkunde. die: Teilgebiet der Medizin, das sich mit der
Erkennung. Behandlung. Vorbeugung der bes. im Säuglings-
u. Kindesalter aidtretenden Krankheiten beschäftigt;
Pädiatrie; -heilstatte, die: vgl. -krankenhaus; -heim, das: I.
Erholungsheim für Kinder zum vorübergehenden Aufenthalt:
während der Ferien dürft ihr für vier Wochen in ein K.
2. Heim zum ständigen Aufenthalt, zur Unterbringung u.
Betreuung von Waisenkitulem. von geistig od. körperlich
behitulerten Kindern, von Kindern in Fürsorgeerziehung: die
beiden Geschwister leben schon seit zwei Jahren in einem
K.; -herz, das: Gefühlswelt. Empfindungen. Gemüt eines
Kitides: er weiß was -en erfreut; der Anblick solcher
Herrlichkeiten läßt ein K.. läßt die -en höher schlagen (versetzt
ein Kind in freudige Erregung, löst bei Kindern Freude.
Begeisterung aus); -hört, der: Einrichtung in einem
Gebäude. Heim zur ganztägigen Betreuung schulpflichtiger Kinder
(die sich tagsüber nicht zu Hause aufhalten können); -Jahre
<PI.>: vgl. Jugendjahre; -kaufhaus, das: vgl. -laden (1);
-kirche, die: seltener für f -gottesdienst; -kleid, das: vgl.
-bekleidung; -klekhing, die: vgl. -bekleidung; -klinik.
die: vgl. -krankenhaus; -köpf, der. dazu: -kopfgroß
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: etwa so groß wie der Kopf
eines kleinen Kindes; -krankenhaus, das:
Krankenhaus, in das nur Kinder abgenommen, in dem nur Kinder
behandelt werden; -krankenschwester. die: svw. t
^Schwester; ^krankheit.die: I.Krankheit.bes. Infektionskrankheit,
die vorwiegend (xf. ausschließlich hei Kitufern vorkommt
(z.B. Masern. Keuchhusten): er hat alle bekannten -en
bereits gehabt. 2. anfänglich bei etw. auftretender Mangel,
der mit der Zeit verschwindet, später behoben wird;
Schwierigkeit am Beginn einer Entwicklung, die sich nach u. nach
von selbst legt; Atifangsschwierigkeit: All diese störenden
Züge und Tendenzen ließen sich als -en eines jungen
Staatswesens ... verstehen (K. Mann. Wendepunkt 2%); ... daß
Neukonstruktionen durchaus keine -en zu haben brauchen
(Auto 7. 1965. 31); -kreuzzug. der (hist): Kreuzzug. an
dem Tausende von Kindern teilnahmen; -kriegen, das; -s
(ugs.): das Gebären von Kindern: * das/es ist [ja] zum K.
(ugs.; dasles ist zum Verzweifeln, zum Verrücktwerden)'.
-krippe. die: Einrichtung in einem Gebäude. Tagesstätte
zur halb- od. ganztägigen Betreuung von Säuglingen lu.
Kleinkindern/ berufstätiger Eltern, alleinstehender Mütter
o.a.: -lachen, das; -s: man hörte vergnügtes K.; -laden.
der 12: nach der anfänglichen Unterbringung in ehemaligen
Lädenl: 1. Laden. Geschäft, in dem Artikel für Kitufer,
bes. Kleidung u. Spielwaren, verkauft werden. 2. aus privater
Initiative entstatuJener. nicht autoritär geleiteter
Kindergarten: die Eltern des Viertels beschlossen, einen K.
einzurichten; -lihmung. die: sehr gefährliche htfektionskrankheit.
die bes. Kinder befällt u. schwere Lähmungen verursachen
kann: eine Schutzimpfung gegen die [spinale] K.
durchführen; -lärm, der: vgl. ^geschrei; -lätzchen, das: svw. t
Lätzchen; -leicht <Adj.; o. Steig.) (läm.): sehr leicht, ganz
einfach; völlig mühelos: ein -es Rätsel; das Gerät ist k.
zu bedienen; Das Fliegen selbst ist k. (Grzimek. Serengeti
15); -lexikon. das: für Kinder herausgegebenes, dem
Verständnis von Kirutemangepaßtes, illustriertes Lexikon; -lieb
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: Kindern sehr zugetan, sich
gerne mit Kitidern befassend: -e Nachbarn; sie sind beide
sehr k.; -liebe, die: Liehe. Zuneigung zu Kindern; -lied.
das: vgl. ^reim: -literatur, die: vgl. -buch; -los <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: kein Kind habend, ohne Kitufer /
geblieben/: ein -es Ehepaar; die Ehe ist k. geblieben; Ich bin
k. und Herr meiner Handlungen (Th. Mann. Krull 256).
dazu: -losigkeit. die; -; -mädchen. das: /jüngere/ weibliche
Person, die in einer Familie zur Betreuung der Kinder
angestellt ist: sie arbeitet als K. bei einer wohlhabenden Familie;
-mantel. der: vgl. -bekleidung; -märchen, das: leicht
faßliches, für Kinder bes. geeignetes, bei Khufern beliebtes
Märchen; -mehl, das: für die Ernährung von Kleitikitufern aus
Weizen od. Hafer hergestelltes, bes. bekömmliches Mehl;
-möbel <PL>: kleinere, in Ausjührung u. Größe den
Bedürfnissen von Kindern angepaßte Möbel; -mode. die: vgl.
-bekleidung: -mord. der: Mord an einem Kitul: der K. von
Bethlehem; -mörder. der: jmd.. der einen Mord an einem
Kind begangen hat; -mund. der: Mund eines Kindes: ein
lachender, schmollender K.; das war eine typische
Äußerung aus K. (einekäufliche, durch Altklugheit.
Unmittelbarkeit. Unverstelltheit verblüffende u. erheitenufe Äußerung);
Spr K. tut Wahrheit kund (Kinder äußern sich in ihrem
noch nicht nach Konventionen ausgerichteten Denken in
aller Harmlosigkeit viel unverstellter, offener, direkter als
Erwachsene); -narr, der: jmd.. der sich ausgesprochen gerne
mit Kindern befaßt. Kinder besotufers gern hat; -paradies.
das: Ort. an dem es für Kitufer vielerlei Möglichkeiten zur
Unterhaltung, zum Spiel o. ä. gibt, an dem sich Kitufer woltl
.fühlen; -Pflegerin, die: weibliche Person, die in einer Familie,
in einem Kindergarten. Kituferkrankenhaus o. ä. für die Pfle-
1465
Kinderchen
ge. Betreuung von Kindern verantwortlich ist (Berufsbez.);
-popo, der (ugs.): ein kleiner, rosiger, blanker K.; sein
Gesicht, das ebenso glatt war wie ein ... K. (Baldwin
[Übers.l. Welt. 375); -porträt, das: vgl. -bild; -post. die:
Kinderspiel mit Briefpapier. Briefumschlägen. Briefmarken,
Stempeln u.a.; -Psychologie, die: Teilgebiet der
Psychologie, das sich bes. mit dem Verhalten, der Entwicklung, der
geistig-seelischen Verfassung von Kindern befaßt; -puder,
der: bes. verträglicher, keimtötender Puder für die Pflege
von Säuglingen u. Kleinkindern; -reich <Adj.; nicht adv.):
verhältnismäßig viele Kinder habend: -e Familien. Mütter;
Sechs Geschwister, alle k. verheiratet (Fallada. Jeder 208);
-reichtum, der <o. PI.) (Ggs.: -armut); -reim, der:
einfacher, leicht faßlicher, einprägsamer Reim. Vers für Kinder;
-sachen <P1.> (ugs.): vgl. -bekleidung; -schar, die:
Vielzahl. Gruppe. Schar von Kindern; -schreck, der <o. PI.):
erdachte unheimliche Gestalt, un/ieimlich wirkende Person,
vor der sich Kinder fürchten: Er war ein wirklicher K.
... und so hatte er sich auch immer benommen (Fallada.
Herr 18); -schritt, die.\/ür ein Kind charakteristische,
unausgeprägte Schrift; -schuh, der: für Kinder hergestellter, in
Grölieu. Ausführung den Bedürfnissen von Kindern
angepaßter Schuh: das Geschäft führt keine -e; *die -e ausgetreten/
ausgezogen abgestreift, sich die -e abgelaufen haben, den
-en entwachsen sein (herangewachsen, erwachsen, kein Kind
mehr sein, die kindlichen Gewohnheiten abgelegt haben);
noch in den -en stecken (noch am Anfang seiner Entwicklung
stehen, nwh in der Entwicklung begriffen sein; n<Kh im
Anfangsstadium, noch nicht ausgereift sein); -schule,
die (landsch.): svw. t-garten; -schütz, der: vgl.
Jugendschutz, dazu: -Schutzgesetz, das; -Schwester, die:
Krankenschwester, die bes. auf die Pflege von Säuglingen u.
Kleinkindern spezialisiert ist; -segen, der <o. PI.) (oft scherzh.):
das Bekommen. Vorhandensein von zahlreichen Kindern:
Mit ihm ( = dem dritten Kind) schnitt der K. einstweilen
ab (Hauptmann, Schuß 25); eine Familie mit reichem K.
(mit vielen Kitutern); -sehe, die: Seite in einer Illustrierten,
einer Zeitung, die Kindern gewidmet ist. die speziell Jur
Kinder zusammengestellte Beiträge enthält; -Sendung, die:
vgl. Jugendsendung; -sex, der: der Film befaßt sich mit
dem K.; -spiel, das: für Kinder erdachtes, den Ansprüchen.
Bedürfnissen von Kindern entgegenkommendes Spiel:
lustige, unterhaltsame -e: ..Räuber und Gendarm" ist ein
beliebtes K.; * [für jmdn.] ein K. sein (/ für jmdn. / ganz leicht,
ganz einfach, gar nicht schwierig sein, kein Problem
darstellen): das ist doch für ihn ein K.; Die weitere Rekrutierung
ist fast ein K. (Degenhardt. Zündschnüre 118); -Spielplatz,
der; -Spielzeug, das; -spräche, die <o. PL): a) dem Stand
der Entwicklung kleiner Kinder entsprechende, gratnmatisch
noch fehlerhafte Sprache; b) vereinfachte, oft von
lautmalenden Wörtern durchsetzte, vermeintlich kindertümliche
Sprechweise Erwachsener gegenüber kleinen Kindern:
sobald er mit den kleinen Jungen sprach, verfiel er in eine
alberne K.; -star, der: Kind, das im Showgeschäft, bes.
beim Film zu großer Berühmtheit gekommen ist; -Station,
die: Station für Kinder in einem Krankenhaus;
-Sterblichkeit, die: Anzahl der Sterbefälle von Kindern (in einem
Gebiet. Land während eines bestimmten Zeitraums): eine
große, erschreckend hohe, eine niedrige K.; es wurde
vergeblich versucht, die K. in dieser Region zu verringern,
zu senken; -stimme, die: Stimme eines Kindes, wie sie
Kinder haben: aus dem Garten drangen helle, laute -n;
sie sang mit hohem, dünnem Kinders timmchen; -stube,
die 12: urspr. = Schule]: 1. (veraltet, noch landsch.) svw.
t-zimmer (1). 2. <o. PI.) im Elternhaus genossene
Erziehung, die sich bes. in jmds. Benehmen. Umgangsformen
erkennen läßt: seine K. war nicht die beste: eine gute,
schlechte K. gehabt haben (gut. schlecht erzogen worden
sein); hast du denn keine K.? -stuhl, der: vgl. -möbet
-tag, der: 1. Tag. der den Kindern in besonderer Weise
gewidmet ist. an dem die Kinder bei bestimmten
Veranstaltungen o. ä. im Mittelpunkt stehen: im Stadtpark ist heute
K. 2. <PI.) Zeit der Kindheit /die hinter jmdm. liegt]:
eine Erinnerung an ferne, längst vergangene -e; ein Bild
aus -en; -tagesheim, das. -tagesstätte, die: Kindergarten,
in dem die Kinder ganztägig betreut werden; Kurzwort:
Kita; steiler, der. auf einem Teller angerichtete kleinere
Portion eines für Kinder geeigneten Gerichts, das in
Gaststätten für Kinder serviert wird; -theater, das: Theater, in
dem für Kinder gespielt wird: -träum, der: vgl. Jugend-
traum; -trommel,die: vgl. -trompete; -trompete, die:
kleinere Nachbildung einer Trompete für Kinder; -uhr, die;
-vers,der: vgl. -reim; -Vorstellung, die: vgl. Jugend
Vorstellung; -wagen, der: kleiner vierrädriger Wagen zum
Schieben, in dem ein Säugling od. ein Kleinkind ausgeföftren
wird; -Warenhaus, das: vgl. -laden (1); -wüsche, die: vgl.
-bekleidung; -weinen, das: -s: in der Nacht war oft ein
leises, klägliches K. aus der Nachbarwohnung zu hören;
-weit, die <o. PI.): 1. (selten) Gesamtheit der [irgendwo
anwesenden] Kinder: ein Spielplatz so recht zum Vergnügen
der K. 2. Dasein, Lebensbereich eines Kindes; Umwelt,
wie ein Kind sie sieht, erlebt, empfindet: der kleinste seiner
Söhne lebt noch ganz in der. in seiner K.; -zahl, die:
Anzahl der Kinder in einer Familie: in dieser
Bevölkerungsschicht schwankt die K. zwischen zwei und drei; -zeit,
die: Zeit, in der jmd. noch ein Kind ist; Kindheit: Sie ist
nie die Tauschlust der K. losgeworden (Handke, Brief
13); an die K. zurückdenken; ein Bild aus seiner K.;
plötzlich war es wieder wie in-en: -Zeitschrift, die: vgl. -zeitung;
-zeitung, die: [mit Beiträgen von Kindern] für Kinder
geschaffene Zeitung; -zimmer, das: 1. in der Ausgestaltung.
Möblierung o. ä. den Bedürfnissen von Kindern
entsprechendes Zimmer, in dem die Kinder einer Familie spielen,
arbeiten, schlafen. 2. Einrichtung eines Kinderzimmers (1): ein
neues K. kaufen; -zutage, die. -Zuschlag, der: vgl. -geld.
Kinderchen: PI. von tKindchen; Kinderei [kmda'r^j], die;
-. -en [zu tKindl: albernes, kindisches Benehmen; kindischer
Spaß: Natürlich ist das. was wir da tun. nicht vernünftig,
es ist eine K. (Hesse. Steppenwolf 223); laß doch diese
-en!; kjndertümlidi [-ty:mh<;l <Adj.>: dem Alter, der
Entwicklungsstufe eines Kindes entsprechend, angemessen u.
deshalb für Kinder verständlich: eine -e Ausdrucksweise.
Sprache; -e Erzählungen. Geschichten; sein Stil ist nicht
k. genug: k. schreiben: sich k. ausdrücken: <Abl.:> Kinder-
tümlichkeit, die; -.
Kjndes- (vgl. auch: kind-, Kind-; kinder-, Kinder-; kinds-.
Kinds-): -abtreibung,die (seltener): svw. T Abtreibung;
-alter, das <o. PL): Altersstufe eines Menschen bis zur
Geschlechtsreife; Alter, in dem jmd. ein Kind ist: seine Töchter
haben das K. jetzt hinter sich; Deutschland hatten wir
bereits im K. (in kindlichem Alter, als wir noch Kinder
waren) verlassen (Leonhard. Revolution 197); -annähme.
die: svw. f Adoption; -aussetzung, die: das Aussetzen (1 a)
eines kleinen Kindes; -beine <Pl.) nur in der Fügung von
-n an (von früfiester Jugend, von Kindheit an): wir kennen
uns von -n an; Das Opium hat diese Leute zerstört ...
sie rauchen es von -n an (Hörzu 18.1973. 30); -entfuhrung,
die: Entführung eines Kindes / in erpresserischer Absicht];
-Entziehung, die (jur.): Entführung eines Kindes (durch ein
Elternteil), um es der Obhut des anderen Elternteils, des
Vormunds o.a. zu entziehen; -kind, das (veraltet): Enkel,
Enkelin, Enkelkind: *Kindler] und Kindeskinder üKind
1 b); -liebe, die (geh.): Liebe eines Kindes zu seinen Eltern;
-raißhandking, die (jur.): Mißhandlung, böswillige
Vernachlässigung, das Quälen eines Kindes durch die Eltern, den
Vormund o.a.; -mord, der: Mord an einem, bes. an seinem
eigenen Kind: der K. erregte die Bevölkerung; -mörderin.
die: Frau, die ihr Kind während od. nach der Geburt getötet
hat; -mutter, die (Amtsspr.): Mutter (in bezug auf ein
bestimmtes Kind). Wir ... halten es für zweckmäßiger,
wenn die K. ... in der Betreuung ihres Kindes unterwiesen
wird (MM 26. 3. 69, 4); -nöte <P1.) (veraltet): Wehen;
Schmerzen während des Geburtsvorgangs (meist in
Verbindung mit ..in"): in -n liegen, sein; nun möge er auch
... beistehen der Magd in -n (Th. Mann. Joseph 347);
-Pflicht, die: / rechtlich festgelegte] Pflicht der Kinder ihren
Eltern gegenüber; -raub, der: svw. t -entfiihrung; -tötung,
die (jur.): Tötung eines Kindes durch die Mutter während
od. nach der Geburt; -Unterschiebung, die (jur.): absichtliche
Vertauschung zweier Kinder gleich nach der Geburt; -vater,
der: vgl. -mutter; -vermögen, das (jur.).
kjndhaft <Adj.; -er. -este; Steig, ungebr.): in Art, Wesen.
Ausdruck, Aussehen einem Kind ähnlich; wie ein Kind
wirkend, wie von einem Kind kommend: sie war von -er
Unschuld. Naivität; ein -es Lächeln; ihr Gesicht ist. wirkt
noch immer k.; sich k. ausdrücken; Kjndheit. die; - [mhd.
kintheit. ahd. kindheitl: Zeit, in der jmd. noch ein Kind
ist, in der jmd. aufwächst, heranwächst; Lebensabschnitt
eines Menschen als Kind; Altersstufe von der Geburt bis
zur Geschlechtsreife: eine fröhliche, sorglose, unbeschwer-
1466
Kinn-
te, wohlbehütete, schwere, freudlose K.; sie hatte, verlebte
eine glückliche K.; er verbrachte, verlebte seine K. auf
dem Lande; aus seiner K. erzählen; er kennt sie seit
frühester Kindheit; sie hatten sich seit ihrer K. nicht mehr
gesehen; er ist von K. an (schon als er noch ein Kind
war) daran gewöhnt worden.
Rjndheits-: Erinnerung, die: Erinnerung an Personen,
Ereignisse. Geschehnisse, die mit der eigenen Kindheit verbunden
sirni: eine schöne K.; gemeinsame -en haben: -erlebnis,
das: Erlebnis, das mit der eigenen Kindheit verbunden ist:
ein K.. das er nie vergessen konnte; ^taae <P1.> (geh.):
svw. tKindertage: unser täglicher Spaziergang und
Spielplatz in mythisch fernen -n (K. Mann. Wendepunkt 431).
kjndisch <Adj.) [mhd. kindisch, ahd. kindisc = jung,
kindhaft, kindlich) (meist abwertend): sich in unangemessener
Weise wie ein Kind benehmend, für einen Erwachsenen
unpassend: töricht, albern, unreif: ein -es Benehmen.
Verhalten; -e Pläne. Träume; ein -es Vergnügen an etw. haben;
er hatte eine -e Freude an diesem Spiel; ihr Scheckbuch,
dessen sie sich mit einem -en Stolz (Stolz, wie ihn Kinder
haben) bediente (Böll. Haus 88); sei nicht so k.!; er ist
im Alter k. (in seinen Verhaltensweisen wieder wie ein
Kind) geworden; wie kann man sich nur so k. aufrühren,
benehmen; kjndlich <Adj.> [mhd. kintlich. ahd. chindlih]:
in Art. Wesen. Ausdruck. Aussehen einem Kind gemäß,
entsprechend: für ein Kind passend, ihm zukommend,
zugehörend: ein -es Gesicht. Aussehen, Gemüt; -e Neugier.
Naivität. Unschuld. Natürlichkeit; eine -e Handschrift,
Stimme; Probleme der -en Erfahrung (Erfalirung eines
Kindes, wie sie ein Kitulmacht: Meyer. Unterrichtsvorbereitung
13); der -e Gehorsam (Gehorsatn des Kindes gegenüber
den Eltern): er hat bereits in -em Alter (als Kind) damit
begonnen: er ist. wirkt noch ein wenig k.. sieht noch
k. aus; sich k. benehmen, über etw. freuen; seine Stimme
klingt noch k.; <subst.:> in ihrem Gesicht, in ihren
Bewegungen ist noch etwas Kindliches; <Abl.:> Kindlichkeit.
die; - (selten).
kjnds-, Kinds- (vgl. auch: kind-. Kind-; kinder-, Kinder-;
Kindes-): -bewegung, die (Med.): Bewegung eines Kindes
im Mutterleib: -köpf, der: jmd., der sich kindisch, albern
benimmt, der zu Albernheiten. Kindereien neigt, aufgelegt
ist: Das hieß nicht wie ein Mann wählen und handeln,
sondern wie ein K. (Th. Mann. Krull 441); er ist doch
ein richtiger, rechter, großer K.; -köpfgroß svw. tkinder-
kopfgroß; -köpfig <Adj.>: zu Albernfieiten. Kindereien
neigend, aufgelegt: albern, kindisch: Er hatte seine -e Redart
noch nicht abgelegt (Strittmatter. Wundertäter 383); wie
kann man sich nur so k. benehmen, aufführen; -läge,
die (Med.): Lage eines Kindes. Fetus im Mutterleib während
Schwangerschaftu. Geburt: Geburtslage: ^mord.der: f
Kindesmord; -mörderin, die: f Kindesmörderin; -mutter, die:
TKindesmutter; -nöte, die: fKindesnöte; -pech, das
(Med.): schon vorder ersten Aufnahme von Nahrung
erfolgender schwärzlicher Stuhlgang eines neugeborenen Kindes:
-taufe, die (bes. südd., österr.. Schweiz.): svw. t Kind Laute;
^teil, der: a) (Med.) bestimmter Körperteil eines Fetus,
der in der Geburtshilfe (z. B. bei der Kennzeichnung der
Kindslage) eine Rolle spielt: b) (jur.) gesetzlicher Anteil
eines Kindes an der von der Mutter od. dem Vater hinter lasse-
nen Erbschaft: ^vater, der: tKindesvater; -wasser, das:
svw. t Fruchtwasser.
Kindschaft, die; - (geh.): Dasein als Kind im Verhältnis zu
den Eltern: auch als ihr Vater im Gefängnis saß. hat sie
ihre K. nie verleugnet; U So ist die Himmelfahrt das Fest
der Herrschaft Jesu ... Es ist das Fest meiner K. (meines
Daseins, Status als Kind Gottes: Thielicke, Ich glaube 251);
kindischen fkinLfn] <sw. V.; hat) (landsch.): sich kindisch
benehmen, auffüfnen, albern sein.
Kinemathek [kinema'te:k], die; -. -en [zu f Kinematographie
u. griech. theke = Behä\in'\s\:tt) filmgeschichtliches Archiv,
das wissenschaftliche, künstlerisch wertvolle Filme,
technische Apparate. Drehbücher. Anschauungsmaterial o. ä.
enthält: b) Raum. Gebäude mit einer Kinemathek (a); Kinematik
[kine'ma:tik]. die; - [zu griech. kinema = Bewegung, zu:
kinem = bewegen] (Physik): Lehre von den Bewegungen
im Raum in Abhängigkeit von der Zeit: <Abl.:> Kinematiker.
der; -s. - (Physik): Fachmann auf dem Gebiet der Kinematik:
kinematisch <Adj.; o. Steig.) (Physik): die Kinematik
betreffend, auf ihr beruheml. zu ihr gehörend: die Bewegung im
Bereich der Kinematik betreffetul, sich aus ihr ergebend:
Kinema tograph [kinematogra:f|. der; -en, -en [frz. cinema-
tographe. zu griech. kinema = Bewegung u. f-graph]
(früher): Apparat zur Aufnahme u. Wiedergabe bewegter Bilder:
vgl. Kino; Kinematographie» die; - [t-graphie]: 1. (früher)
Verfahren zur Aufnahme u. Wiedergabe bewegter Bilder.
2. Gebiet, das die Gesamtheit der Grundlagen u. Verfahren
bei Aufnahme u. Wiedergabe von Filmen umfaßt: Filmtech-
nik. -Wissenschaft, -kunst: <Abl.:> kinema tograph isch <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): die Kinematographie betreffend, auf
ihr beruhend, zu ihr gehörend: filmisch: Seit der Untergang
der „Titanic" sich k. mehrfach in Szene setzen ließ (Hörzu
7, 1973, 36); Kinesik [ki'ne.zik]. die; - [zu griech. kinesis
= Bewegung!: Wissenschaft, die sich mit der Erforschung
der Verständigung ohne Sprache (Mimik. Gestik.
Körpersprache) befaßt: Kinesiotherapk [kinezio-]. die; -. -n [zu
griech. kinesis = Bewegung]: svw. t Bewegungstherapie;
Kinetik [kine:tik], die; - [zu griech. kinetikös = die
Bewegung betreffend]: 1. (Physik) Teilgebiet der Mechanik, das
die Lehre von den Bewegungen unter dem Einfluß innerer
od. äußerer Kräfte umfaßt (Ggs.: Statik). 2. (bild. Kunst)
Richtung der mixiernen Kunst, in der mit beweglichen
Objekten. Bewegungen u. Spiegelungen von Licht o.a. optisch
variable Erscheinungsbilder erzeugt werden: Lichtkunst:
<Abl.:) Kinetiker, der; -s, -: Künstler, der die Kunstrichtung
der Kinetik (2) vertritt, der vorwiegend kinetische Arbeiten
anfertigt: K inet in [kine'ti:nl. das; -s. (Arten.) -e Izu griech.
kinesis = Bewegung! (Biochemie): Umwandlungsprodukt
von Desoxyribol sejnukleinsäuren bei Tieren, das starken
Einfluß auf die Zellteilung hat: kinetisch <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): 1. (Physik) die Kinetik (1) betreffend, zu ihr
gehörend, auf den Gesetzen der Kinetik beruhend: -e
Theorien, Gesetzmäßigkeiten; -e Energie (Bewegungsenergie). 2.
(bild. Kunst) die Kinetik (2) betreffend, zu ihr gehörend:
mit den Mitteln der Kinetik geschaffen: mit der Bewegung
als Kunstmittel: -e Objekte. Plastiken. Apparaturen; die
-e Kunst (svw. tKinetik 2); Jesus Raphael Soto stellt im
Pavillon des Kunstvereins ... -e Arbeiten aus (MM 25.
4. 70,5);Kinetose[kine'to:z3].die;-.-n(Med.):
beibestimmten Arten des Reisern (z.B. mit dem Schiff) antretender,
mit Brechreiz u. Schwindelgefühl einfiergehender
Krankheitszustand infolge längerer, starker Reizung der
Gleichgewichtsorgane: Reisekrankheit.
'King [kii)l. der od. das; -[sl. - [chines. ch'ingl: chinesisches
Schlaginstrument von der Form eines stumpfen Winkels,
an dessen kürzerem Schenkel in 2wei Reihen meist 16
klingende Steine aufgehängt sind, die mit Klöppeln
angeschlagen werden.
^ing [-1. der; -[sj. -s [engl, king = König) (ugs.): jmd.,
der in einer Gruppe, in seiner Umgebung als Anfuhrer gilt,
bei den anileren das größte Ansehen genießt: Der K. im
Knast, vor dem sie alle kuschten (Spiegel 39, 1976. 102);
er kommt daher und meint, er wäre der K.!; King-size
[kinsaizj. die. auch: das; - [engl, king-size. eigtl. =
Königsformat]: (vonbestimmten Waren.bes. Filterzigaretten)
besondere Größe. Länge, besonders großes Format.
Kinin [ki'ni:n]f das; -s. (Arten:) -e <meist PI.) [zu griech.
kineln = bewegen] (Biochemie): aus Aminosäuren
zusammengesetzte biogene Substanz im pflanzlichen, tierischen
u. menschlichen Organismus.
Kink Dcink], der; -. -en [aus dem Niederd. < mniederd.
kinke = gewundene Schnecke] (Seemannsspr.): a) Knoten,
der sich in einem Tau gebildet hat: b) Knick in einer
Stahltrosse.
Kinkerlitzchen [kinkRlit^n. auch:--'--] <P1.) [H. u.. viel!,
umgestaltet aus frz. cinquaille = Flitterkram od. quincail-
leries = Sachen von geringem Wert] (ugs.): Kleinigkeiten.
Nichtigkeiten: mach dir nichts daraus, das sind doch alles
K.; mit solchen K. gibt er sich gar nicht erst ab.
Kinn [km], das; -[eis. -e [mhd. kinne. ahd. kinni]: halbrunder,
mehr od. wenigerstark nach vorn gewölbter Teil des Gesichts
unterhalb des Mundes beim Menschen: ein rundliches,
spitzes, breites, kräftiges, vorspringendes, fliehendes K.; ein
energisches (stark ausgebildetes) K.; ein bärtiges,
stoppeliges, glattes, glattrasiertes K.; das K. hochrecken. anziehen;
das K. aufstützen, in die Hand stützen; er rieb sich
nachdenklich das K.; er traf ihn genau am K.; sie griff dem
Jungen unter das K.
Kjim-: -backe, die. (südd.:) -backen, der: seitlich ans Kinn
anschließender, die Wange nach unten begrenzender Teil
des Gesichts: Er ... kaute mit mahlenden Kinnbacken auf
1467
Kino
seinem Tabakpriem rum (Schnurre. Bart 174): -hart, der:
das Kinn bedeckeruier Bart; -haken, der: gegen die
Kinnspitze geführter Schlag mit der Faust: jmdm. einen K. geben,
versetzen; -lade, die [zu TLade = Behältnis, also eigtl.
= Behältnis der Zähnel: Unterkiefer: Der eine ließ die
K. fallen vor Schrecken (Brecht, Geschichten 114); er hatte
sich beim Fall die K. ausgerenkt (Kant. Impressum 182);
-riemen, der: Riemen, mit dem ein Helm unter dem Kinn
befestigt wird: den K. enger schnallen, lösen; -spitze,
die: unterer Teil des Kinns: er traf ihn genau auf die K.
Kino [ki:no], das; -s. -s [Kurzwort für tKinematographl:
1. Raum. Gebäude, in dem vor einem Publikum Filme gezeigt
werden, in dem Filmvorführungen stattfinden: Filmtheater,
Lichtspielhaus, -theater: ein kleines, modernes,
klimatisiertes K.; das größte K. der Stadt; ein gutes K. (Kino, in
dem gute Filme gezeigt werden); das K. war heute leer,
gut besetzt, füllt sich allmählich: das K. an der Ecke
wechselt morgen das Programm: jmdn. ins Kino einladen;
dieser Film kommt jetzt in die -s; was wird heute im
K. gespielt, gegeben? (wie ist das heutige Kinoprogrammß):
wir treffen uns vorm K. 2. <PI. selten) Vorstellung,
Vorführung eines Films im Kino (1); Filmvorstellung.
-Veranstaltung: das K. ist ausverkauft, beginnt etwas später, dauert
länger als gewöhnlich; das K. ist aus. zu Ende; er war
schon lange nicht mehr im Kino, geht gerne, oft ins K.;
wie in einem billigen K. (Film) geht alles zu (Dürrenmatt.
Grieche 73); wir treffen uns nach dem K. 3. <o. PI.)
(seltener) Film als Medium, als gesamte Einrichtung: das
K. der dreißiger Jahre, in Frankreich; Im Neorealismus,
im K. ... der dokumentarischen Kamera (Gregor, Film
21).
Kino-: -arbeit, die: fürs Kino gedrehter Film: Frauenarzt
Dr. Prätorius ... erste K. von Curt Goetz (Spiegel 25.
1975, 102); -besitzender; -besuch, der: Besuch einer
Filmvorführung; -besuchen der; -erfolg, der: Film, der in den
Kinos sehr erfolgreich war. von vielen Leuten besucht wurde:
dieser Film war der größte, sein größter K. nach dem
Krieg; -film, der: für die Aujjütirung im Kino pnxluzierter
Film (im Unterschied etwa zum Fernsehfilm od. zum
Schmalfilm); -ganger, der: jmd., der öfter] ins Kino geht: er
ist ein eifriger K.; wir sind alle keine [großen] K.; -karte,
die: Eintrittskarte, die zum Besuch einer Filmvorstellung
im Kino berechtigt; -kasse, die: die K. war geschlossen:
-köpf, der: bei einer Filmkamera zwischen Stativ u. Kamera
eingebautes, in hiprizontaler u. vertikaler Richtung
schwenkbares Teil mit einem Handgriff; -leinwand, die: svw.
t Filmleinwand; -maschine, die: svw. t Filmvorführgerät;
^orgel. die: (früher in Filmtheatern verwemlete) Orgel,
bei der die Töne meist elektromechanisch erzeugt werden:
-Programm, das: a) Prografnm zu einem bestimmten Film:
b) Programm der in einer bestimmten Zeit zur Vorfidxrung
gelangenden Filme; -Publikum, das: ein anspruchsvolles
K.; -reklame, die: 1. Reklame (wie Plakat.
Zeitungsanzeige) für einen lin einem bestimmten Kino laufenden! Film.
2. bei einer Filmvorstellung vor dem Hauptfilm gezeigte
Werbung (wie Kurzfilm, Dia) für die verschiedensten
Produkte: -saal, der: Saal für Filmvorführungen: das
Gemeindehaus hat auch einen K.: -technik, die <o. PL): Bereich
der Technik, der sich mit den technischen Einrichtungen
für die Auj'nahme u. bes. die Wiedergabe von Filmen befaßt:
-techniker, der: -Vorführer, der: svw. t Filmvorführer;
-Vorstellung, die: svw. f Filmvorstellung.
Kinonglas [ki'no:n-l, das; -es [Kunstwort!: nichtsplitterndes
Sicherheitsglas.
Kintopp [ki:ntDpl. der. auch: das; -s. -s. auch: ...löppe
[...toepa; scherzh. Bildung aus der berlin. Ugs. lürlKinema-
tograph] (ugs., meist abwertend): svw. TKino.
Kinzigit [kmtßi'gkt. auch: ...gitl. der; -s [nach dem Kinzigtal
im Schwarzwaldl: graphithaltiger, granatreicher Gneis.
Kiosk [kpsk. auch: ki.Dskl, der; -[eis, -e [frz. kiosque <
türk. kösk = Gartenpavillon, aus dem Pers.l: leicht
gebautes Häuschen, in dem Zeitschriften. Getränke. Süßigkeiten.
Zigaretten o.a. verkauft werden: Verkaufsbude: sie besitzt
einen K. am Bahnhof; Die erste Nummer der Zeitung
erschien ... an den -en (Enzensberger. Einzelheiten I. 75).
Kipf[kißf|.der;-[els,-e[mhd.kipf(e),ahd.kipfl(a) =
Wagenrunge < lat. cippus = Pfahl: nach der länglichen Form]
(südd.): längliches Brot; Kipfel [kipfl], das; -s. -. Kipferl
['ki&fel]. das; -s. -n (bayr., österr.): svw. f Hörnchen (2):
mürbes K. (Hörnchen aus Mürbeteig).
kjpp-, Kjpp-: -achse, die: Achse, um die etw. gekippt werden
kann, sich etw. kippen läßt: die K. eines Fensterflügels;
-[flügellfenster. das: Fenster, dessen Flügel um eine
waagrechte Achse am unteren Rand od. in der Mitte gekippt
werden kann; -karre, die. -karren, der: zweirädriger
Schubkarren mit einer Vorrichtung zum Kippen (beim Entleeren):
-lore. die: kleinerer, auf Schienen laufender, kippbarer
Wagen; -pflüg, der: Pflug mit zwei wechselseitig
einsetzbaren Pflugscharen: -reael, die (Vermessungsw.): für
die Geländeaufnahme u. Kartierung verwendetes Gerät mit
einem um eine Achse drehbaren Femroltr; -Schalter, der:
/ LichtjSchalter, bei dessen Betätigung ein kleiner Hebel
gekippt wird; -Schaltung, die (Elektrot.): elektrische txL
elektronische Schaltung, die eine angelegte Spannung
sprunghaft ixt. nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten zwischen
zwei Werten ändert. Kippschwingungen erzeugt;
-Schwingung, die (Elektrot.): Schwingung mit sägezahtdörmigem
Verlauf; -sicher <Adj.; nicht adv.): so aufgestellt %
angebracht, gebaut, daß ein unvorhergesehenes Kippen nicht
möglich ist: ein -er Behälter; -wagen, der: vgl. -lore.
kippbar [kipba:gl <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): sich kippen
lassend; so beschaffen, daß ein Kippen möglich ist: ein -er
Wagen. Anhänger; 'Kippe ['kipol. die; -. -n [niederd.-md.
Kippe = Spitze. Kante. Eckel (ugs.): Rest einer Zigarette.
Zigarettenstummel: eine glimmende K. setzte die Decke
in Brand: die K. wegwerfen, auf dem Boden austreten;
-n aufheben, sammeln, in der Pfeife rauchen; der
Aschenbecher ist voller -n; *Kippe [-1. die; -. -n [zu T'kippen: 2:
gepr. von dem dt. Erzieher F. L. Jahn (1778-1852)1: l.a)
(Bergmannsspr.) Stelle für die Lagerung von Abraum;
Abraumkippe, -halde; b) kurz für f Müllkippe. 2. (Turnen)
Übung an Reck, Barren, Ringen u. im Bodenturnen, bei
der durch einen Schwung mit in der Hüfte abgeknicktem
Körper u. gestreckten Armen eine Stellung im Stütz od.
im Stand erreicht wird. 3. *auf der K. stehen (ugs.: I.
zukippenu. herunterzustürzen, umzufallen drohen: Vorsicht,
die Tasse steht [fast] auf der K. 2. gefährdet sein, sich
in einer kritischen Lage. Situation befinden: die Firma steht
auf der K. kurz vor dem Bankrott/; drei Schüler der
Klasse stehen auf der K. /werden vermutlich nicht versetzt/;
der Kranke steht, mit dem Kranken steht es auf der K.
. er hat die Krise noch nicht überstandenJ. 3. ntßch unsicher,
noch nicht entschieden sein; an einem Punkt sein, wo eine
Entscheidung nach der einen od. der anderen Seite , noch
nicht möglich ist: ob wir mitkommen oder nicht, steht
noch auf der K.: es steht noch auf der K., ob er sich
beteiligt: seine Wiederwahl steht noch auf der K.
*Kippe [-: gaunerspr. Kippe = Gemeinschaft, auch: Anteil,
viell. aus dem Jidd.l in der Wendung K. machen (I.
gemeinsame Sache machen: ... wenn drei zusammen sind, muß
man immer damit rechnen, daß zwei K. machen [Spiegel
20/21, 1976, 941. 2. svw. [mit jmdm.l Thalbpart machen).
kippelig, kipplig [kip(D)li(;; zu ? 'kippen] <Adj.) (ugs.): nicht
ganz fest stehend, leicht wackelnd: ein -er Stuhl; der Schrank
steht etwas k.: kippeln [kipln] <sw. V.: hat) (ugs.): 1.
nicht ganz fest stehen, leicht wackeln: der Tisch kippelt,
wir müssen etwas unterlegen. 2. mit dem Stuhl, auf den
beiden hinteren Stuhlbeinen schaukeln, wippen: wenn du
weiter so kippelst, fällst du noch mal um!; 'kippen [kipn]
<sw. V.) [aus dem Niederd.-Md.. viell. zu f'Kippe]: 1.
sich neigen, das Übergewicht bekommen i u. umfallen,
herunterfallen, stürzen] <ist>: Vorsicht, der Schrank, die Kiste
kippt!; Im selben Augenblick kippte das Boot (Schnabel,
Marmor 85); der Wagen kippt auf die Seite, seitwärts;
das Boot kippte nach vorn (Ott. Haie 226); er ist vom
Stuhl, vom Pferd gekippt; Dann kippte sein Kopf zur
Seite (Martin. Henker 64); Ü dann kippte ihr Lachen
(es schlug um) und wurde zu einem Weinen (Jaeger.
Freudenhaus 316). 2. aus seiner ruhenden Lage in eine schräge
Stellung bringen, zur Seite heben <hat): wir müssen die
Kiste, den Schrank k.. die Tür ist zu niedrig. 3. (den
Inhalt von etw.) durch Neigen. Schräghalten des Behältnisses
ausschütten, an eine bestimmte Stelle schütten (hat): den
Sand auf die Straße, den Müll in die Grube, das Wasser
in den Abguß k.; er hat die Steine vom Lastwagen gekippt
4. (ugs.) (ein /scharfes/ alkoholisches Getränk) meist
schnell, mit einem Zug trinken <hat>: einen Schnaps. Korn.
Kirsch k.; er hat ein Glas nach dem anderen, ein paar
Gläschen gekippt; sicher hat er heute schon ein paar
gekippt (Fallada. Mann 57); * einen k. (ugs.; ein alkoholisches
1468
kirchen-, Kirchen -
Getränk zu sich nehmen. etw. Alkofiolisches trinken) gehen
wir noch einen k.? 5. (Jargon) (etw. Vorgesehenes) nicht
bringen, absetzen <hat>: Der NDR-Hörfunk kippte das
Lach-und-Schieß''-Programm „Im Namen der
Direktion" (Spiegel 42. 1977. 274). kippen [-] <sw. V.; hat)
[zu t1 Kippe] (ugs.): (eine Zigarette) nicht bis zu Ende
rauchen, sondern vorher ausdrücken, halbgeraucht
ausmachen (hat): schon nach einigen Zügen kippt sie ihre
Zigaretten; Sie ... rauchten die gekippte Zigarette vom Mittag
auf (Rehn. Nichts 18): 'Kipper ['kipi?]. der; -s. - [zu f 'kippen
(3)]: 1. FaJirzeug zum Transport bestimmter Güter auf der
Straße od. auf Schienen, dessen Laderaum beim Entladen
schräggestellt, gekippt werden kann; die Kohlen, die Steine
werden aufKippern. miteinemK. transportiert. 2.
Vorrichtung, Anlage, mit deren Hilfe Güterwagen o. ä. zum Entladen
schräggestellt, gekippt werden können.
Kipper [-]. der: -[sl. -ls] [engl, kipper. eigtl. = männl. Lachsl
(Kochk.): auseinandergeklappter, leicht gepökelter u. kalt j
geräucherter großer Hering (beim englischen Frühstück).
kipplig: t kippelig.
Kips [kips], das; -es. -e <meist PI.) [engl, kips (PI.) = unge-
gerbte Felle): / getrocknete ', Haut eines Zebus, die der
Herstellung von Leder dient: <Zus.:) Kjpshaut, die.
Kirbe ['kirbol. die; -. -n (bayr.): svw. TKirchweih.
Kjrch- (vgl. auch: kirchen-, Kirchen-): Miorf. das: Dorf
mit Kirche u. Pfarrei / in das Leute aus umliegenden Dörfern
(xl. Höfen zum Kirchgang kommen!: -gang, der: Gang
zur Kirche, um den Gottesdienst zu besuchen: der
sonntägliche K.; sie trafen sich beim K.; sich zum K. fertigmachen,
dazu: -ganger, der: jmd., der / regelmäjiigj den Gottesdienst
besucht; ein fleißiger, eifriger K.; ich bin kein K. (ich
besuche normalerweise nicht den Gottesdienst); -geld, das:
freiwillige, von der Kirchensteuer unabhängige Abgabe von
Gemeindemitgliedern; -gemeinde, die: svw.
fKirchengemeinde: der lauschenden K. sollte der Atem stocken
(Strittmatter. Wundertäter 160); -glocke, die: seltener für
tKirchenglocke; -hof, der (veraltend): Friedhof bei einer
Kirche, dazu: -hofsfrieden, der: vgl. -hofsruhe, -hofsmau-
er, die,-hofsruhe, die:dieK. stören, -hofsstille,die: -platz,
der: Platz vor der Kirche: die Hochzeitsgäste versammelten
sich auf dem K.: -spiel, das [mhd. kir(ch)spil. -spei, eigtl.
= Kirchenpredigt(bezirk). zu: spei = Rede. Erzählung;
vgl. Beispiel] (veraltend): zu einer Pfarrei gehöretuier
Bezirk; -sprenael.der: svw. t ^ spiel; -tag, der (österr.): Kirch-
weihj'est; -türm, der: Turm einer Kirche: ein hoher,
schlanker K.: man konnte von weit her die Kirchtürme der
Stadt sehen, dazu: -turmpolitik, die [von dem dt.
Reichskanzler O. v. Bismarck (1815-1898) gepr. BegrifT
zur Charakterisierung der Voranstellung persönlicher
Belange vor die wichtigeren Interessen des Reiches durch
einige Reichstagsabgeordnete]: auf einen engen
Gesichtskreis beschränkte, konservative Politik: Wenn wir diese
..Kirchturmpolitik" der christlichen Politiker auf höherer
Ebene mit der vor der Tür stehenden Gemeinderatswahl
in engsten Zusammenhang bringen (Kurpfalz-Spiegel 5.
II. 65. 7). Sturmspitze, die. -turmuhr, die: -vater, der
(landsch.): svw. t Kirchenältester; -weg, der; -weih, die;
-. -en: jä/irlich gefeiertes/ Fest /aujf dem Land! mit
Jahrmarkt //. anderen Vergnügungen, das zur Erinnerung an
die Einweihung der Kirche gefeiert wird: nächsten Sonntag
ist K.; zur K. ins Nachbardorf gehen: *jmdn. zur/auf
die K. laden (landsch. verhüll.; jmdm. mit den Worten
„leck mich am Arsch" eine derbe Abfidir erteilen): -weihe,
die: feierliche Einweihung einer Kirche; -weihfest, das: svw.
t -weih; -zeit, die: Zeit des Gottesdienstes.
Kirche L'kinp], die; -. -n [mhd. kirche. ahd. kiricha <
spätgriech. kyrikön = Gotteshaus, zu älter: kyriakön,
eigtl. = das zum Herrn gehörende (Haus), zu: kyrios
= Herrl: 1. <Vkl. f Kirchlein) geweihtes Gebäude mit einem
od. mehreren / Glocken jtürmen, in dem die Mitglieder einer
christlichen Glaubensgemeinschaft Gottesdienst abhalten,
beten, liturgische Handlungen vollziehen u.a.: eine kleine,
moderne, katholische, evangelische, romanische, berühmte
K.; diese K ist sehr alt: eine K. bauen, einweihen,
besichtigen, in der K. riecht es nach Weihrauch; * [in den folgenden
Wendungen steht „Kirche" für ..Kirchengemeinde" u.
bezeichnet den längeren Weg. der meist bei ländl.
Bittprozessionen um das Dorf eingeschlagen wurde] die K. im Dorf
lassen (eine Sache in einem vernünftigen Rahmen betrachten,
nicht übertreiben): man kann die Dinge ruhig beim Namen
nennen, aber man sollte doch die K. im Dorf lassen;
die K. ums Dorf tragen (unnötig umständlich, kompliziert
vorgehen); mit der K. ums Dorf laufen/fahren
(unnötige Umstände machen, die Abwicklung, das Verfahren einer
Angelegenheit unnötig kompliziert machen): warum hast
du mich nicht gleich gefragt und bist erst mit der K.
ums Dorf gefahren? 2. o.<PL> Gottesdienst: die K. fängt
um 10 Uhr an: die K. ist zu Ende, (ugs.:) aus; sonntags
in die K. gehen; ich war schon lange nicht mehr in der
K. 3. einer bestimmten Konfession angehörende, in einer
festen Organisationsform zusammengeschlossene christliche
Glaubensgemeinschaft: die katholische, evangelische,
orthodoxe K.; (kath. Rel.:) die alleinseligmachende, heilige
K.; der Zusammenschluß aller -n in der Ökumene; aus
derK. austreten; wieder in den Schoß der K. zurückkehren
(geh.; wieder in die Kirche eintreten). 4. die durch die
Geistlichen, den Klerus repräsentierte, auj bestimmte Weise
organisierte u. verwaltete Institution der christlichen
Glaubensgemeinschaft: die K. hat sich zu dieser Frage nicht geäußert;
die Macht der K. im Mittelalter; Spannungen zwischen
K. und Kommunismus in Polen (Dönhoff, Ära 225); die
Trennung von K. und Staat.
kjrchen-. Kirchen- (vgl. auch: Kirch-): -abgäbe, die: vgl.
-Steuer; -älteste, der (ev. Kirche): Vertreter der Gemeinde
im Kirchenvorstand, Presbyter; -amt.das: 1. Stellung, Amt
innerhalb der kirchlichen Hierarchie: ein K. innehaben.
2. Amt zur Durchführung bestimmter kirchlicher Aufgaben;
-austritt, der: die Zahl der -e steigt, geht zurück, stagniert;
-bank. die: Sitzbank in der Kirche; -bann, der (kath.
Kirche): in der Exkommunikation bestehende Strafe, Anathema
(1); -bau, der: 1. <o. PI.) das Bauen von Kirchen: Die
mittelalterliche Synagoge lehnt sich stark an den
christlichen K. an (Bild. Kunst 3. 39). 2. <P1. ...bauten) Kirche
(1): neuzeitliche Kirchenbauten, dazu: -baumeister, der:
die mittelalterlichen K.; -behörde, die; -besuch, der: Teil-
nattme am Gottesdienst, dazu: -besucher, der: -blatt, das:
von der Kirche herausgegebene Zeitung; -buch, das: von
der Pfarrgemeinde geführtes Buch über Taufe. Konfirmation,
Eheschließung u. Tod von Gemeindemitgliedern: in alten
Kirchenbüchern forschen; -bund, der: Zusammenschluß
von einzelnen / Landes]kirchen: -bürg, die (MA.):
burgähnlich befestigte Kirche, Wehrkirche; -büße, die: von der
Kirche auferlegte Buße; Pönitenz; -chor, der: aus
Gemeindemitgliedern gebildeter Chor, der während des Gottesdienstes
singt: im K. sein, singen; -chronik, die: vgl. -buch: -dach,
das; -diebstahl, der: Diebstahl von /geweihten!
Gegenständen aus einer Kirche; -dienen der: jmd., der von der Kirche
angestellt ist u. der für Instandfialtung, Reinigung u. ä. der
Kirche (I) //. für den üulteren Ablaid des Gottesdienstes
u.a. verantwortlich ist; Küster, Mesner, Sakristan (Berufs-
bez.): der K. läutet die Glocken; -disziplin, die: svw.
t-zucht; -dogma, das: Dogma (I); -fabrik, die [LÜ von
mial. fabrica ecclesiae = Kirchenvermögen, urspr. =
Kirchenbau-. Domhütte, die für die Erhaltung der
Kirchengebäude zuständig war]: svw. f -Stiftung; -fahne, die: Fahne,
die bei Prozessionen mitgeführt wird od. mit der bei
feierlichen Anlässen die Kirche, der Altar o. ä. geschmückt wird;
-feindlich <Adj.): antiklerikal (Ggs.: -freundlich): ihr
Vater ... galt ... als -er Freidenker (Mostar. Unschuldig 68);
-fenster, das; -fest, das: kirchlicher Festtag; -'freundlich
<Adj.) (Ggs.: -feindlich): eine -e Einstellung; -fromm
<Adj.) (abwertend): [äufierlichj die Lehre u. die Gebote
einer Kirche beachtend; Frömmigkeit im Sinne der Kirche
zur Schau stellend; -fiihrer, der; 1. jmd., der eine füfwende
Rolle in der Kirche spielt. 2. Reiseführer, in dem
hauptsächlich Kirchen beschrieben sind; -flink, der: von den Kirchen
gestaltete Rundfunksendung; -fürst, der (geh.): hoher
geistlicher Würdenträger (bes. Bischof. Erzbischof. Kardinal);
-gänser, der: seltener für TKirchgänger: man hüte sich
vor einem fleißigen K. (Hochhulh. Stellvertreter 66);
^gebet, das (kath. Kirche veraltet): vom Priester gesprochenes
Gebet als Teil der Messe; -gebot, das (kath. Kirche): von
der Kirche erlassenes Gebot: das Einhalten der Fasttage
ist ein K.; -gegner, der; -gemeinde, die: svw. tGemeinde
(1 b, 2 b); -gerät, das: für liturgische Handlungen benutzter
Gegenstand; -gesang, der: Gesang in der Kirche;
-geschalte, die: a) Geschichte der christlichen Kirche: b)
Wissenschaft, die sich mit Kirchengeschichte (a) befaßt: er hat
vier Semester K. studiert, dazu: -geschichtsschreibung, die:
-gesetz, das: von der Kirche erlassenes, die innere Ordnung
1469
Kirchlein
der Kirche betreffendes Gesetz; -gestühl, das; -gewalt, die
(christl. Kirche): das dem Klerus zukommefule Recht, die
Kirche zu führen u, Sakramente zu neben; -glaube, der:
Glaube an die von der Kirche verbreitete Lehre; -glocke,
die: Glwke in einem Kirchturm; die -n läuten (zur Messe);
-gut, das: Vermögen der Kirche an Grundbesitz, Gebäuden,
Kirchensteuer u.a.; -heilige, der u. die (kath. Kirche):
jmd., der von der Kirche heiliggesprochen wurde; -hoheit,
die: Recht des Staates, sich in bestimmte, äu/Jere Angelegen-
heiten einer Kirche einzumischen; -jähr, das: das am I.
Advent beginnende Jahr mit allen Sonn- u. Feiertagen u.
kirchlichen Festen; -kämpf, der: Auseinandersetzung
zwischen Kirche u. Staat; -kantate,die; -konferenz,die: -kon-
zert. das: Konzert mit geistlicher Musik in einer Kirche;
-kunst, die <o. PI); -ländereien <P1.>: im Besitz der Kirche
befindliche Ländereien; -lehen, das (MA.): der Kirche
gegebenes Lehen; ^lehre. die: von der Kirche verbreitete Lehre;
-lehrer. der (kath. Kirche): frommer, heiligmäßiger
u. gelehrter Theologe, der die christliche Lehre weiterentwik-
kelt: die K. des frühen Mittelalters; -lehrerin, die: w.
Form zu t ^lehren Papst Paul VI. ernannte erstmals Frauen
zu -nen: Theresia von Ävila und Katharina von Siena;
-leitung,die: die K. hat sich zu dieser Frage nicht geäußert:
-licht, das <P1. -er> meist in verneinten Wendungen wie
kein/nicht gerade ein [großes] K. sein (ugs. scherzh.; nicht
sehr klug, gescheit sein; LÜ von kirchenlat. lümen ecclesiae.
urspr. = hervorragender Mann der Kirche, dann
hauptsächlich in iron. Sinn gebraucht); -lied, das: von der
Gemeinde, den Gläubigen gesungenes geistliches Lied; Choral;
-maierei, die; -mann, der: Mann in einer hohen kirchlichen
Position; -maus, die in der Wendung arm sein wie eine
K. (ugs. scherzh.; sehr arm sein; weil eine Maus in einer
Kirche nur schwer etw. Eßbares findet): sie ist arm wie
eine K.; -musik, die: für den Gottesdienst bestimmte Musik,
dazu: -musikalisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.);
-Oberhaupt, das; -Ordnung, die: Sammlung von Anweisungen u.
Regeln, die die Aufgaben u. Verwaltung einer Kirche
betreffen; -orgel, die; -patron, der (kath. Kirche): Schutzheiliger
einer Kirche; -pfleaer, der: Verwaltungsangestellter in der
evangelischen Kirche; -Politik, die: Gesamtheit der
Maßnahmen eines Staates in bezug auf die Kirche, dazu: -politisch
<AdJ.; o. Steig.); -portal, das; -Präsident, der: Leiter einer
evangelischen Landeskirche; -provinz, die:
Verwaltungseinheit aus Bistümern, die unter der Leitung eines Erzbischofs
steht; -rat. der: l.a) svw. N vorstand; b) Mitglied des
Kirchenrats (1 a). 2.a) überregionales
Selbstverwaltungsorgan einer evangelischen Landeskirche; b) Mitglied des
Kirchenrats (2 a); c) <o. PI.) Titel für einen evangelischen
Pfarrer, der hauptamtlich im Dienst der Landeskirche tätig ist.
3. svw. T Weltkirchenrat; -raub, der: svw. t -Diebstahl,
dazu: -röuber, der; -recht, das: Gesamtheit der
Rechtsvorschriften, die das kirchliche Gemeinschaftsleben regeln,
dazu: -rechtlich <Adj.; o. Steig.); -reform, die; -regiment,
das: geistliche Leitung der Kirche, später svw. T-hoheit;
-register, das: vgl. -buch; -Schändung, die: das Entweihen
einer Kirche durch mutwillige Zerstörung od. Begehen von
unsittlichen Handlungen; -schätz, der (kath. Kirche): die
Verdienste u. Wohltaten Christi u. der Heiligen, die der
Kirche die Möglichkeit geben, Ablaß zu erteilen; -schiff,
das (Archit.): mittlerer Längsbau in einer Kirche;
Hauptschiff. Mittelschiff; -schriftsteiler, der: Verfasser
kirchlicher Schriften aus der Anfattgszeit der christlichen Kirche;
-sonate. die (Musik): svw. Sonata da chiesa (tSonate);
-Spaltung, die: Spaltung der kirchlichen Einheit; Schisma;
-spräche, die: von der Kirche im Gottesdienst u. a.
verwendete Sondersprache; -sprenael, der: svw. TKirchspiel; -Staat,
der (hist.): unter der Oberhoheit des Papstes stehendes Gebiet
in Italien; -Steuer, die: von den Kirchen von ihren
Mitgliedern erhobene Steuer, die vom Staat eingezogen wird;
-Stiftung, die: das einer Kirche gehörende materielle Vermögen;
-stjll <Adj.; o. Steig.) (geh.): sehr, andächtig still: es wurde
plötzlich k. [im Saal]; -stjlle, die (geh.): große, andächtige
Stille; ^strafe, die (kath. Kirche): von der Kirche verhängte
Strafe für Verstöße gegen kirchliche Verhaltensnormen;
-streit, der: Auseinandersetzung innerhalb einer Kirche od.
zwischen verschiedenen Kirchen; -stuhl, der; -tag. der:
Großveranstaltung, beider sich die Angehörigen einer Kirche
treffen; -ton, der. -tonart, die (Musik): in der
mittelalterlichen Musik verwendete Tonleiter ohne Erhaltungen u.
Erniedrigungen von Tönen, dazu: -tonal <Adj.; o. Steig.); -treu
<Adj.>; -tür. die; -übertritt, der: das Wechseln der
Konfession; Mihr, die: vgl. Kirchturmuhr; -vater, der [nach
kirchenlat. patres ecclesiae = Väter der Kirche]: Verfasser
einer grundlegenden kirchlichen Schrift in der Anfangszeit
der christlichen Kirche; -Verfolgung, die: Unterdrückung
der Kirche durch den Staat; -vermögen, das; -Versammlung.
die: Versammlung von kirchlichen Würdenträgern; -vertrag,
der: vertragliche Abmachung zwischen Kirche u. Staat;
-Verwaltung, die: -Visitation, die: Besuch eines vorgesetzten
Geistlichen in der ihm unterstellten Gemeinde; -vorstand.
der: aus gewählten Mitgliedern einer evangelischen
Gemeinde u. einem Pfarrer bestehendes Gremium, das die kirchlichen
Angelegenheiten verwaltet; Presbyteriutn; -Zeitung, die: vgl.
^blatt; -nicht, die: Maßnahmen, die die kirchliche Ordnung
schützen u. gewährleisten sollen.
Kirch lein [kir^lainK das; -s. -: t Kirche (1); kirchlich <Adj.):
1. die Kirche betreffend, zur Kirche gehörend, von der Kirche
ausgehend: ein -es Amt; ein -er Würdenträger; -e Bauten;
ein -er Feiertag (Feiertag mit religiöser Grundlage); der
Karfreitag wurde k. aufgewertet. 2. a) den Bräuchen. Riten
der Kirche entsprecheml: eine -e Trauung; k. begraben
werden; b) svw. f kirchenfromm: Dabei war der Alte Herr
nie sehr k. gewesen (Kempowski. Tadelloser 103); Kjrdt-
lidikeit, die; -: kirchliches Wesen; Kirchner [kinjnB]. der;
-s, - (veraltet): svw. f Kirchendiener.
Kirke [kirka]: fCirce.
Kirman: tKerman.
Kinnes [kirmas. kirmes]. die; -. ...messen [kirmesn; mhd.
kirmesse. eigtl. = die zur Einweihung der Kirche gelesene
Messe] (bes. md.. niederd.): svw. tKirchweih; <Zus.:)
Kirmeskuchen, der: besonderer, zur Kirmes gebackener Kuchen.
Kirne [kirns]. die; -. -n: 1. (Fachspr.) großer Kessel, in
dem Margarine hergestellt wird. 2. (landsch.) Butterfaß:
kirnen [kirnan] <sw. V.; hat) [md. kimen. mniederd.
kernen, kamen = buttern (1).zu t'Karn]: I.(Fachspr.)
(Margarine) durch Verrühren u. Vermengen von tierischen,
pflanzlichen Fetten u. Ölen herstellen. 2. (landsch.) buttern
(1); 2kernen; <Abl.:) Kjrnung. die; -. -en.
kirre I'kira] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) mhd. (md.) kirre,
mhd. kürrc] (ugs.): gefügig, zahm jmdn. k. machen,
kriegen; denkst du. daß ich k. werde und dich heirate (Böll.
Haus 79); kirren [kiran] <sw. V.; hat) (veraltend): kirre
machen: Aber auch durch den Kuß ließ sich der Alte
nicht k. (Th. Mann. Joseph 612); Kjrrung. die; -. -en
(Jage rspr.): an bestimmter Stelle ausgelegtes Futter, um Wild
anzulocken.
Kirsch [kirJl. der; -[e]s. -: kurz für tKirschwasser.
kjrsch-, Kjrsch- (vgl. auch: Kirschen-): -auflauf, der
(Kochk.): Auflauf aus eingeweichtem Wei/ibrot, Eiern u.
Süßkirschen; -bäum, der: I. weiß blühender Obstbaum mit
Kirschen als Früchten. 2. <o. PI.) Holz des Kirschbaums
(1): ein Schrank aus poliertem K.. dazu: -baumfurnier,
das. -baumholz, das; -Mute, die: a) Blüte des Kirschbaums.
b) Zeit, in der die Kirschbäume blühen; -fliege, die: Fliege,
deren Larven im Fruchtfleisch von Kirschen lehen; -geist,
der: durch Zufügen von in Alko/wl eingelegten frischen
Früchten zu den gemaischten Kirschen u. Destillation
hergestellter Branntwein: -groß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
so groß wie eine Kirsche: eine -e Geschwulst; -e
Hagelkörner; -holz, das: svw. t -baumholz; -kern, der: die -e
ausspucken: er hat einen K. verschluckt, dazu: -kernbeifler,
der: svw. tKernbeißer: -knödel, der: svw.
tKirschenknödel; -kuchen, der; -likör, der; -lorbeer, der:
Zierstrauch mit glänzenden, lederartigen Früchten; -mar-
melade, die; -pflaume, die: Zierstrauch od. kleiner Baum
mit weißen Blüten u. saftigen, süßen roten oii. gelben
Früchten; ^rot <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): leuchtend rot: ein
-er Mund; ^saft,der: aus ausgepreßten Kirschen gewonnener
Saft: -schnaps, der: vgl. -wasser; -sorte. die; -stein, der:
svw. t-kern; -torte. die: Schwarzwälder K.: -wasser, das:
aus Kirschen hergestellter Branntwein.
Kirsche ['kirjdl. die: -. -n [mhd. kirse. ahd. chirsa < vlat.
ceresia. zu Tat. cerasus = Kirschbaum < griech. körasos
= Süßkirschbaum]: l.a) kleine, fast rumle, meist rote,
saftige, süß od. säuerlich schmeckende Frucht mit langem
Stiel u. hartem, rundlichem Kern; Frucht des Kirschbaums:
saftige, rote, reife, saure, wilde, wurmige, madige -n; die
-n sind reif, schmecken süß; -n ernten, pflücken, entsteinen,
einkochen; R mit jmdm. ist nicht gut -n essen (ugs.; mit
jtrubn. ist nicht gut auskommen, er wird leicht ärgerlich;
1470
Kitzel
gek. aus älterem: mit hohen Herren ist nicht gut K. essen,
sie spucken (werfen) einem die Kerne (Stiele) ins Gesicht;
warnt vor zu vertraulichem Umgang mit den ..hohen'*
Herren); b) (Fachspr.) svw. f KafTeekirsche: Der
.Bergkaffee' kam meistens später als der Kaffee in der Talsohle,
und auf den Trockenhöfen mußten die -n verschieden
sortiert werden (Jacob. Kaffee 245). 2. svw. f Kirschbaum
(1): die -n blühen schon.
Kjrsdien- (vgl. auch: kirsch-, Kirsch-): -äugen <P1.>: große,
dunkle Augen; -bäum, der: svw. fKirschbaum; -ernte,
die; -knödel, der (österr.): Knödel mit Kirschen in der
Teigmasse; -michel, der (landsch.): svw. fKirschauflauf;
Miund, der (dichter.): leuchtendroter Mund; -zeit, die:
Zeit, in der die Kirschen rei] sind.
Kirtag [kir-1, der; -[e]s. -e (österr.): svw. fKirchweih.
Kismet ['kismet]. das; -s [türk. kismet < arab. quisma =
Zugeteiltes] (isiam. Rel.): das dem Menschen von Allah
zugeteilte Los, dem er nicht entgehen kann; unabänderliches
Schicksal, in das sich der Muslim fügt: Ü K.! (fügen wir
uns!; das ist unabänderlich, da ist nichts zu machen).
KiOchen [kisqanl. das; -s, -: tKissen.
Kissen l'kisn], das; -s. - (Vkl. tKißchen) [mhd. küssen.
küssi(n). ahd. kussi(n) < afrz. coissin. cussin. aus dem
Galloroman.]: mit weichem Material (Federn,
Schaumgummi o. ä.) gefüllte Stoffhülle, die als weiche Unterlage, als
Polster für etwas dient: ein rundes, flaches, hartes, weiches,
gesticktes K.; zerwühlte K.; das K. ist zu hart: ein K.
mit Federn. Roßhaar füllen; die K. aufschütteln; dem
Kranken ein K. unter den Kopf schieben; die Orden liegen
auf einem schwarzen K. aus Samt; in die K. zurücksinken.
Kjssen-: -bezug, der: Bezug, Überzug laus Stoff] für ein
K.; -fiillung, die: weiches Material, womit ein Kissen gefüllt
ist; -hülle, die: vgl. -bezug; -platte, die: verzierte, schön
anzusehende Vorderseite eines Kissenbezugs: Immerzu
stickt sie -n für ihre Mutter (Keun. Mädchen 132);
-schlacht, die (ugs.): spaßhaftes, lustiges Hinundherwerfen
von l Kopf jkissen, wobei man sich gegenseitig zu treffen
versucht: die Kinder machten, lieferten sich eine K.;
-Überzug, der: vgl. -bezug.
Kistchen [kisupn]. das; -s. -: fKiste (1 a. b); Kiste [kista],
die; -, -n [mhd. kiste. ahd. kista < lat. cista < griech.
kiste = Korb; Kiste]: l.a) <Vkl. fKistchen) größerer,
rechteckiger, meist aus Holz bestehender, tragbarer [oben
verschließbarer/ Behälter, in dem man Waren o.ä.
aufbewahren od, transportieren kann: eine stabile, leere, schwere
K.; die K. zunageln, öffnen, die Treppe hochtragen; Bücher
in -n packen; sie bewahrt ihre Aussteuer in einer alten
K. auf; Ü ich gehe jetzt in die K. (ugs.; ins Bett); ...
liegt schon halb inne K. (salopp; im Sarg), aber hat nichts
anderes im Kopp wie Sauigeln (Degenhardt. Zündschnüre
125); b) <Vkl. fKistchen) als Maßeinheit für bestimmte,
in Kisten da) verpackte, transportierte Waren: eine K.
Wein, Sekt bestellen; er hat drei -n Äpfel. Orangen gekauft;
ein Kistchen Zigarren geschenkt bekommen; c) (ugs.)
Gesäß; seine zweite Frau hat eine ganz schöne K. 2. (salopp)
Fahrzeug, in das man sich setzen kann: meine K. (Auto)
springt mal wieder nicht an; die K. (Boot) ist beinahe
abgesoffen; Laß deine K. (Flugzeug) aus 2000 Fuß Höhe
abfallen und dann fang sie auf (Brecht. Mensch 45). 3.
(ugs.. bes. berlin.) Sache, Angelegenheit: das ist eine tolle,
schwierige K.; eine völlig verfahrene, faule K.
kjsten-, Kjsten-: -brett, das: die Kinder bauten sich ein
Häuschen aus-ern; -decket, der: den K. aufbrechen; -grab,
das (Völkerk.): vorgeschichtliches Grab aus Steinplatten
in Form einer Kiste; -Öffner, der: Werkzeug, mit dem man
Kisten öffnen kann; -weise <Adv.>: a) in einer Kiste
verpackt: diese Ware wird k. geliefert; b) in großer, in Kisten
gemessener Menge: die Apfelsinen wurden k. ins Meer
geschüttet.
Kita ['ki:tal, die; -. -s: kurz für fKindertagesstätte.
Kitchenette [kitJVnet], die; -. -s [engl, kitchenette. zu: kitchen
= Küchel: KtKhnische: eine Ferienwohnung mit K.
Kitfuchs: f Kittfuchs.
Kithara [ki:tara]. die; -. -s u. ...taren [ki'ta:ran; lat. cithara
< griech. kithäral (Musik): altgriechisches Zupfinstrument
mit kastenförmigem Resonanzkörper; Kitharistik [ki-
ta'nstik], die; - [griech. kitharlstike (techne) = Kunst des
Kitharaspiels] (Musik): Lehre des Kitharaspiels; KHharöde
[kita'r0:d9l, der; -n, -n [lat. citharoedus < griech. kitharö-
dös] (Musik): Musiker, der Kithara spielte od. Sänger,
der sich mit der Kithara begleitete; Kitharodie [...ro'di:],
die; -.-n [...i:an: griech. kitharödial (Musik): vonder Kithara
begleiteter Sologesang.
'Kitsch [kitjl. die; -. -en [eigtl. = Körnchen. Kleinigkeit,
mhd. (md.) klt = Keim, ahd. kldi] (rhein.): Kerngehäuse.
Witsch [-]. der; -[e]s [wohl zu mundartl. veraltend kitschen
= streichen, schmieren, eigtl. = Geschmiertesl: aus einem
bestimmten Kunstverständnis heraus als geschmacklos
empfundenes Produkt der darstellenden Kunst, der Musik od.
Literatur; geschmacklos gestalteter, aufgemachter
Gebrauchsgegenstand: literarischer, sentimentaler, religiöser
K.; der Film, das Bild ist reiner, fürchterlicher K.; er
hat in seiner Wohnung allen möglichen K. herumstehen;
die Grenze zwischen Kunst und K. ist oft fließend; kitschig
I'kitjK;] <Adj.> [zu f 2K Uschi: a) auf geschmacklos
empfundene Weise gestaltet, einen künstlerischen Wert vortäuschend:
eine -e Vase, Lampe; die Zusammenstellung der Farben
ist k.; etw. k. kopieren: b) rührselig-sentimental; auf unechte
Weise gefühlvoll: Ich ... spürte ihre Tränen auf meiner
linken Hand, ich fand mich k. (Frisch. Homo 87).
Kitt [kit], der; -[e]s. (Arten.) -e [mhd. küte. ahd. kuti. quiti.
urspr. = Harz]: 1. zum Kleben, Dichten od. Ausfüllen von
Fugen verwendete, knetbare od. zähflüssige Masse, die an
der Luft erhärtet: der K. ist hart; der K. bröckelt vom
Fenster; die Risse mit K. ausfüllen; Ü ein Kind ist kein
K. (Bindemittel; etw., was den Zusammenhalt erhält) für
eine Ehe. 2. (ugs. abwertend) Zeug, Kram: was soll ich
mit dem blöden K.?; was kostet der ganze K.?; *K. reden
(Unsinn reden).
Kittchen [kit^n], das; -s. - [aus der Gaunerspr.. zu älterem
KitUe), Kutte = Haus. Herberge; Gefängnis, zu mundartl.
Kaute = Grube. Loch od. verw. mit f Kate] (ugs.):
Gefängnis; er kam erst gestern aus dem K.; ins K. gehen, kommen,
müssen: im K. landen, sitzen.
Kittel ['kitjl. der. -s. - [mhd. kit(t)el. H. u.]: 1. mantelartiges
Kleidungsstück aus leichtem Stoff, das zum Schutz od. aus
hygienischen Gründen wä/irend der Arbeit getragen wird:
ein blauer, schmutziger K.; der K. ist frisch gestärkt: der
Arzt, die Schwester trägt einen weißen K. 2. weite,
hemdartige Bluse, die über Rock od. Hose getragen wird: ein
bestickter K.; zur Tracht der Männer gehört ein blauer K. 3.
(südd.) Jackett: derK. paßt nicht zur Hose; den K.
ausziehen, aufhängen: *jmdm. brennt der K. (südd.: jmd. ist
nicht ganz gescheit). 4. (österr.) Damenrock.
kittel-, Kjttel- (Kittel 1): -artig <Adj.; o. Steig.): ein -es
Kleidungsstück; -kleid, das: einfaches, vorne geknöpftes
Kleid: -schürze, die: ärmelloser, vorne geknöpfter Kittel,
der anstelle einer Schürze getragen wird: -tasche, die.
kitten I'kitn] <sw. V.; hat) [zu fKitt]: 1. mit Kitt kleben,
wieder verbinden: die zerbrochene Vase k.; die Tasse ist
gekittet; Ü der Bruch in ihrer Beziehung läßt sich nicht
mehr k.; ihre Ehe ließ sich nicht mehr k. 2. etw. mit Kitt
an etw. befestigen: den Henkel an die Kanne k.; eine
neue Scheibe ins Fenster k.; kjttfarben <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): von der Farbe des Fensterkitts; graubeige; kjtt-
grau <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): svw. fkittfarben.
Kittfuchs [kit-]. der; -es. ...fuchse [engl, kitfox. zu: kitten
= Tierjunges u. fox = Fuchs]: kleiner, in den Wüsten
Nordamerikas lebender Fuchs mit großen Ohren.
Kitz [krtß]. das; -es. -e, Kitze [kit^s], die; -. -n [mhd. kiz.
kitze. ahd. chizzi(n). urspr. wohl Lockrufl: Junges von
Reh. Gemse, Ziege.
Kitzel ['kitßl], der; -s. - [zu f kitzeln]: 1. <P1. selten) durch
leichte Berührung auf der Haut od. den Schleimhäuten
hervorgerufene, dem Juckreiz ähnliche Reizempfindung: einen
unangenehmen K. im Hals verspüren: Staub in der Nase
verursacht K. 2. mit angenehmen Gefühlen verbundenes
Verlangen, etw. zu tun, was man eigentlich nicht tun sollte,
was gefährlich, verboten o. ä. ist: einen K. nach etw.
verspüren; Und welch einen K. mußte es ihr bereiten, die
Münchner Hofkreise hineinzulegen (A. Kolb. Daphne 105);
kitzelig: fkitzlig; kitzeln [kitzln] <sw. V.; hat) [mhd. kitzeln,
ahd. kizzilön]: l.a) bei jmdm. durch wiederholtes Berühren
an bestimmten, empfindlichen Körperstellen eine
Empfindung auslösen, die meist zum Lachen reizt: jmdn. k.; Jmds.
Fußsohlen k.; jmdn. an den Zehen, unter den Armen
k.; sie kitzelte ihn mit einem Grashalm in der Nase: er
hat ihn mit dem Messer zwischen den Rippen gekitzelt
(salopp; ihn mit Messerstichen verletzt); b) durch leichtes
I unabsichtliches J Berühren eine leicht juckende Empfindung
1471
Kitzler
hervorrufen, verursachen: die Wolle kitzelt; die Haare
kitzeln im Nacken: ein kitzelnder Schnurrbart. 2.a) einen
angenehmen Sinnesreiz hervorrufen: gutes Essen kitzelt den
Gaumen; der Duft aus der Küche kitzelte ihn in der Nase,
kitzelte seine Nase; Hortenses pralle Brüste unter dem
dünnen Nachthemd kitzelten seine Augen (Apitz. Wölfe
100); jmds. Eitelkeit k. (jnuhn. schmeicheln): b) einen Kitzel
(2)hervorrufen, verursachen: es kitzelt mich (reizt, gelüstet
mich), ihm zu widersprechen; der Gedanke an das
Abenteuer kitzelt ihn; Er sagte es mit einer Art fürchterlichen
Flehens.... das sie grausig kitzelte (H. Mann. Unrat 142);
Kitzler ['kiißlrc]. der;-s.-[eigtl. = Organ, das bei Berührung
einen Sinnesreiz auslöst]: am oberen Etule der kleinen
Scheunlippen gelegenes weihliches Geschlechtsorgan, das sich
hei sexueller Erregung aufrichtet u. den Orgasmus auslöst:
Klitoris: kitzlig, (auch:) kitzelig I'kitstoMu;] <Adj.; nicht
adv.>: l.a) empfindlich gegen Kitzeln (1): eine -e Stelle;
er ist überhaupt nicht k. [an den Füßen]; b) empfindlich
reagierend: in diesem Punkt, in Ehrensachen ist er sehr
k. 2. behutsame Behandlung erfordernd: schwierig, heikel:
eine kitzlige Frage. Angelegenheit; da haben wir doch
schon kitzligere Sachen gehabt mitunter (H. Kolb. Wilzen-
bach 87); die Situation wurde für Ihn k. (unangenehm,
bedenklich).
'Kiwi |ki:vi]. der. -s, -s [aus einer ozeanischen Eingebore-
nenspr. (Maori). lautm.]: aufNeuseelandbeheimateter.flug-
unjä/iiger Laufvogel.
HCiwi [-]. die; -. -s [engl. kiwi. H. u.|: kugelige od. eiförmige,
behaarte Frucht mit saftigem, säuerlichem, glasigem
Fruchtfleisch;^ chinesische Stachelbeere; <Zus.:> KjwHTrudit, die:
svw. f2Kiwi.
Kjökkenmöddinger l'kjoeknmcediric; norw. kjokkenmoddin-
ger]: TKökkenmöddinger.
klabastem [klabastBn] <sw. V.> [H. u.] (landsch.): 1.
schwerfällig laufen, einher trotten u. dabei Lärm verursachen <ist>.
2. (Menschen od. Tiere) schlagen, prügeln <hat>. 3. (mit
den Händen) sich zu schaffen machen <hat>.
Klabautermann fkla'baute-], der: -[eis. ...männer [niederd.
mundartl. auch: Klafatersmann. wahrsch. zu tkalfatern,
da nach dem Volksglauben der Geist gegen die hölzernen
Schiflswände klopft, um zur Ausbesserung zu mahnen
od. den Untergang des Schiffes anzukündigen] (nordd.):
a) guter Geist, der in schwierigen Lagen hilft: b) Kobold,
der dem Schiff, auf dem er erscheint. Unglück ankündigt.
Klaberiasch [klabnjajl. das; -s. KlaberjaO [...jas]. das; ..Jas-
ses. Klabrias ['klabrias]. das: - [vidi, über das Jidd. zu
niederl. klaverjas. zu: klaveren = TreiT. Kreuz (Farbe
im Kartenspiel, eigtl. = Dreiblatt, nach dem Symbol auf
der Spielkarte) u. jas. tJaß]: dem Schafskopf ähnliches
Kartenspiel.
Klabusterbeere [klabostiH. die; -. -n Itklabusternl
(landsch.): (meist bei Tieren) in den Haaren am After
klebendes getrocknetes Klümpchen Kot: Ü jmdm. die -n
aus dem Arsch fliegen lassen (Soldatenspr.; jmdn.
rücksichtslosdrillen)', Kbbustermarech [-], der; in der Wendung
jmdm. den K. orgeln (salopp; jmdn. schikanieren): klabustern
[kla'bostün] <sw. V.; hat) [bes. md. Nebenf. von Tklaba-
stern] (landsch.): beschmutzen, verunreinigen.
klack! [klak] <Intcrj.>: a) lautm. für einen kurzen, hellen
Ton. wenn zwei harte Gegenstände aufeinandertreffen:
WieGoebbelsbeim Einmarsch der Russen den Gullideckel
aufreißt und ruft: „Wir haben doch gesiegt!" k. wieder
zu (Kempowski. Uns 168); b) lautm. für das Auftreflen
breiiger od. dickflüssiger Tropfen auf Festem; Klack [-],
der; -s. Kläcke [kleka: mhd. klac. wohl zu: klecken =
sich spalten, platzen]: 1. (alemann.) Spalt. Ritze (im Buden*
in Türen). 2. (ugs.) a) kleines Häufchen. Klecks: b)
Schandfleck. Makel; klacken [klakn] <sw. V.; hat) [lautm. für
einen dunkleren Klang (im Ggs. zu f klicken)]: 1. (ugs.)
einen kurzen, metallischen, harten Ton von sich geben: ich
hörte ihr Feuerzeug k. (Böll. Und sagte 121); auf den
Schultern, manchmal an die Helme stoßend, klacken ...
die Gewehre (A. Zweig. Grischa); <subst.:> ein Klacken.
der Hörer war aufgelegt worden (Quick 12. 1958. 28).
2. (landsch.) klatschend zu Boden fallen: klackern [klaken]
<sw. V.; hat) (landsch.): l.a) kleckern; b) gluckern. 2.
mehrmals nacheinander einen kurzen, harten Ton von sich
geben; b) mehrmals nacheinander mit einem kurzen, harten
Ton auf treffen; klacks! [klaks] <Interj.>: svw. f klack: Klacks
[-]. der; -es. -e (ugs.): 1. svw. tKlecks (2): ein K. Senf.
Marmelade; Ü für uns ist so was nK.( eine leichte Aufgabe,
über die man gar nicht lange diskutiert); klacksen [klaksn]
<sw. V.; hat) (ugs.): svw. f klacken (2).
Kladde [klada]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
kladde = Schmutz. Unredlichkeit, also eigtl. =
Schmiererei, viell. gek. aus niederd. kladbök = Konzeptbuch]:
l.a) /'Schmier iheft. in das man den ersten Entwurf
niederschreibt: etw. in eine K. schreiben; einen Aufsatz in die
K. vorschreiben; b) Geschäftsbuch für vorläufige
Eintragungen. 2. vorläufiger Entwurf. Konzept: der Arikel liegt bisher
nur als K. vor.
kladderadatsch! [kladara'da.y. auch: ...datjl <Interj.):
lautm. für das Krachen u. Klirren, das man hört, wenn
etw. Festes. Hartes [zu Boden] lallt; Kladderadatsch [-].
der; -[e]s. -e [weitere Verbreitung des Wortes durch das
1848 gegr. gleichnamige polit.-satirische Wochenblatt]
(ugs.): X.Chaos, heilloses Durcheinander nach einem
vorausgegangenen Zusammenbruch: seine Geschäfte endeten mit
einem großen K. 2. Skatulal. Aufregung: es gab einen
ganz großen K. in unserem Ort wegen dieser Sache.
Kladozere [klado't>e:ro|. die: -. -n [zu griech, klädos =
Sproß u. keras = Hörn. Fühler] <meist PL): Wasserfloh.
klaff tklilT, klaff.
klaffen f'klafn] <sw. V.; hat) [mhd. klaffen = schallen,
klappern.schwatzen.eigtl. = mit Krachen bersten, öffnen;
ahd. klaflon = zusammenschlagen, krachen, schallen]:
1. einen auffallend großen Zwischenraum, eine tiefere Spalte
0. ä. in einer sonst üblicherweise geschlossenen Decke. Fläche
bilden: Risse. Löcher klaffen in der Mauer, im Boden:
vor uns klafft ein Abgrund (tut sich ein Abgrund auf);
eine klaffende Wunde. 2. (niederd.) kmt u. viel schwatzen,
plappern: Ja. und dann sind es richtige Schnitzen, die
gar nicht wirklich kaufen wollen, die nur schnitzen und
k. wollten (Fallada. Mann 99): kläffen [klefn] <sw. V.;
hat) [Tklaffen] (abwertend): 1. (vom Hund) mit hellen,
kurzen, abgehackten Tönen bellen: der Dackel kläffte
wütend, als ich eintrat: ein kläffender Köter; Ü ein Geschütz
kläffte sinnlos (Gaiser. Jagd 31). 2. (ugs.) mit hoher Stimme
schimpfen: Der Fettsack duckte sich blitzschnell, während
er kläffte: ..Ich verbitte mir das!" (Simmel. Stoff 66);
Kläffer, der; -s. - (ugs. abwertend): (kleiner! Hund, der viel
kläfft:0 Ich möchte beinahe die beiden Kerle laufen lassen.
... es sind doch bloß kleine K. (Fallada. Jeder 52); Ktyffrau-
schel, die; -. -n: in nördlichen Meeren lebende, eßbare
Muschel mit eiförmigen, auseinanderklaffenden Schalen.
Klafter ['klaftol. der. auch: das: -s. -. veraltet, selten: die;
-. -n [mhd. kläfter: ahd. kläftra, eigtl. = Armvoll,
Amispanne, zu einem untergegangenen Verb mit der Bed.
„umfassen, umarmen"]: 1.a) frühere lüingeneinheit (von
ungefähr der Länge, die ein Erwachsener mit
ausgebreiteten Armen greifen kann): drei K. tief; b) Raummaß für
Holz (entspricht einem Klafter [I a] Höhe und Breite):
drei K. Holz; Anmachholz für unsere Zentralheizung, das
wir in -n auf der Försterei gekauft hatten (Fallada. Trinker
103). 1. (landsch.. Seemannsspr.) Faden. Leine.
kltfter-, Kfyfter- (Klafter 1): -hoch <Adj.; o. Steig.): so
hoch wie ein Klafter; sehr hoch; -holz, das: Holz, das
gespaltet u. in Klafter gestapelt ist; -lang <Adj.; o. Steig.):
vgl. -hoch; -tief <Adj.; o. Steig.): vgl. -hoch.
klaftern [klaften] <sw. V.; hat): 1. (Holz) in Klafter auf-
schichten. 2. (Jägerspr.) (von Flügeln großer Vögel) eine
bestimmte Spannweite haben: als ich autblickte, siehe, da
war's ein Adler, der über mir klafterte ungeheuer (Th.
Mann. Joseph 460).
klag-. Klag-: -erhebung, die: svw. tKlageerhebung; -ge-
schrei.das: svw. t Klagegeschrei: -gesang.der: svw. ?
Klagegesang; ^k» <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): 1. ohne Klage;
olme zu klagen: Er kippte k. um und gab keinen Ton
mehr von sich (Cotton. Silver-Jet 63). 2. (bes. österr.)
ohne Anlaß zur Klage; olme Schwierigkeiten: Außer diesen
kleinen Zwischenfällen verläuft das Weltraumexperimenl
völlig k. (Express 15. 10. 68. 2).
klagbar [kla.kba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. klage-
biere = beklagenswert; klagend] (jur.): so beschaffen, daß
man vor Gericht darauf klagen kann: eine -e
Angelegenheit; k. sein, werden (vor Gericht klagen); <Abl.:> Klgg-
barkeit. die; - (jur.): das Geltendmachen einer Klage vor
Gericht; Klane ['kla:g3], die: -. -n [mhd. klage, ahd. klaga]:
1. (geh.) Imit entsprechenden Gesten verbundene]
Worte od. Laute, durch die man Schmerz. Kutnmer. Trauer
1472
Klammer
zum Ausdruck bringt: eine verzweifelte K.; unsere K. um
den Verstorbenen; bittere -n ausstoßen; in laute -n
ausbrechen; sich in endlosen -n ergehen; die stille, stumme (sich
nicht laut äußernde) K. der Mutter über den Tod ihres
Kindes; Ü die süße K. (dichter.; der wie eine Klaue klingende
Gesang) der Nachtigall. 2. Worte od. Äußerungen, durch
die man Mißmut, Unmut, Ärger, Beschwerden zum Ausdruck
bringt: die -n über die Jugendlichen werden immer häufiger;
in letzter Zeit kamen mehrmals -n über die schlechte
Bedienung, wegen dauernder Störungen; es wurden keine neuen
-n laut; über etw. K. führen; -n vorbringen; [keinen] Anlaß.
Grund zur K. geben, haben; Und der gnädige Herr hat
gesagt .... daß ich keine -n höre (scherzh.; er mahnte das
Mädchen, sich gut zu benehmen: Lederer. Liebe 19). 3.
(jur.) bei Gericht vorgebrachte Beschwerde u. das Geltend-
machen dieses Anspruchs durch ein gerichtliches Verfahren:
eine verfassungsrechtliche K.; K. auf Zahlung der
Schulden, auf Feststellung eines Rechtsverhältnisses; die K. ist
zulässig; eine K. [überprüfen, entscheiden, abweisen,
zurückweisen; er hat die K. zurückgenommen,
zurückgezogen; das Gericht hat der K. stattgegeben; die K. (das
Verfahren) läuft [noch]; eine K. (Klageschrift) abfassen,
einreichen; eine K. (einen Prozeß) [gegen jmdn.]
anstrengen, führen; [gegen jmdn.] K. erheben (ein Verfahren
einleiten).
'Klage- (Klage 1): ^frau, die: svw. Nweib; ^gesang. der:
vgl. ^lied; -gesdirei. das: mit lautem Geschrei verbundene
Klage: ^but, der: Laut, Ton, mit dem man einem Schmerz,
Kummer Ausdruck gibt: ^lied. das: melancholisches,
wehmütiges Lied: Gedicht, mit dem man einem Schmerz Ausdruck
verleiht: *ein K. [über Jmdn., etw.] anstimmen, singen o.a.
(seine Unzufriedenheit mit jmdm., etw., seinen Unmut über
jmdn., etw. zum Ausdruck bringen, indem man über jmds.
Verhalten o.a. klagt, sich beklagt): Auch Monsieur
Alphand ... kann da ein K. singen, das über viele Oktaven
reicht (Dönhoff. Ära 196): -litanei.dic: vgl. ^lied; -mauer.
die [nach den Gebeten, die die Zerstörung des
Herodianischen Tempels durch die Römer 70 n.Chr. beklagen]:
Teil der Westmauer des Tempels in Jerusalem, der den
Juden als Gebetsstätte dient: Ü Bin ich nicht Kaderleiterin,
K. (jmd., bei dem man Klagen vorbringen kann) und
Klärbecken (Kant. Impressum 141); ^nif, der: Ausruf, mit
dem man einem Schmerz Ausdruck gibt: ^schrei, der: vgl.
^ruf; ^weib. das: Frau, die dafür bezahlt wird, daß sie
einen Toten laut beweint, solange er aufgebahrt ist.
^Igge- (jur.; Klage 3): ^abweisung. die: Zurückweisung
der vom Kläger erhobenen Klage durch gerichtliche
Entscheidung: -antra«, der: Antrag, der das Begehren des Klägers
enthält: -begehren, das: in Form einer Klage erhobenes,
durch den Klageantrag inhaltlich bestimmtes Verlangen nach
Rechtsschutz: -erhebung, die: Einreichung der Klage beim
Prozeßgericht (durch den Rechtsanwalt]: -punkt, der:
Gegenstand der Klage: ^recht, das: Recht, eine Klage bei
Gericht vorzubringen: -sache, die: svw. Npunkt; -schritt,
die: förmlicher, bei Gericht einzureichender Schriftsatz, der
die Bezeichnung der Parteien u. des Gerichts, alle zur
Begründung der Klage erforderlichen Tatsachen u. das Begehren
des Klägers enthält: ^weg, der: das Klagen (3 a) als Mittel,
Möglichkeit: die Miete auf dem K. (durch eine Klage)
eintreiben; seine Forderungen im K. durchsetzen.
klagen fkla:gn] <sw. V.; hat) [mhd. klagen, ahd. klagön]:
l.a) (geh.) jammernd [mit entsprechenden Gebärden] den
Schmerz, die Trauer laut äußern /um Mitleid zu erregen]:
schon von weitem hörte man die alten Frauen k.; sich
klagend die Haare raufen; b) äußern, daß man an etw.
(Schmerzen, Beschwerden) leidet: über Rückenschmerzen
k.; er klagte den ganzen Tag über Kopfschmerzen;
<fachspr. u. in bestimmten Verbindungen auch tr.:> die
geklagten Beschwerden (Deutsche Literaturzeitschrift 12.
1972. Spalte 1033); c) Unmut, Ärger äußern, sich
beschweren: über die unwürdige Behandlung, über den
unverschämten Hausverwalter k.; sie hatte nie darüber geklagt,
daß der Lärm von Tag zu Tag stärker wurde; d)
Unzufriedenheit in bekümmertem Tonfall äußern: er klagt, wann
immer ich ihn treffe; die Geschäftsleute klagen über die
schlechten Abschlüsse; <subst.:> sein ständiges Klagen regt
uns auf; wie geht's?- Ich kann nicht k. (mir geht es ganz
gut, ich habe keinen Grund, mich zu beschweren): e) etw.,
was einem Sorgen macht, was einen bedrückt, jmdm.
erzählen: jmdm. sein Leid, sein Mißgeschick, seine Not k.;
„So klagte mein Bruder Jehuda mir Jüngst vertraulich,
daß ..." (Th. Mann. Joseph 517); 0 (geh.) den Verlust
von jmdm., etw. stark empfinden u. bedauern, jmdm., einer
Sache nachtrauern: sie klagt über den Tod ihres Kindes,
um ihr verlorenes Glück. 2.a) (von Vögeln) in klagendem
Tordali rufen, schreien: am Wasser .... wo ... die Kiebitze
über den Wiesen klagten (Wiechert. Jeromin-Kinder 699);
..Ich bin so müde44, klagt sie wie ein Vogel (Remarque.
Obelisk 252); b) (Jägerspr.) aus Angst od. Schmerz kläglich-
schwache Laute von sich geben: das angeschossene Reh
klagt im Dickicht. 3.a) bei Gericht Klage (3) fuhren: er
will [gegen die Firma] k., wenn der Vertrag nicht erfüllt
wird; auf Schadenersatz, Pfändung k.; die klagende Partei.
Seite; b) (österr.) verklagen: Schnappschüsse aus dem
Intimbereich der Königsfamilie schockieren England. Klagt
die Queen den ..Daily Express44? (Kronen-Zeitung 2996.
6); Kläger ['kleige], der; -s. - [mhd. kleger. klager. spätahd.
ciagare]: jmd., der (im Zivilprozeß) Klage (3) führt (Ggs.:
Beklagter): K. sein; er tritt als K. auf; den K. vor Gericht
vertreten; mit dem K. einen Vergleich schließen; Spr wo
kein K. ist. ist auch kein Richter (wenn niemand an eines
anderen nicht korrekter Handlungsweise Anstoß nimmt, sie
nicht beanstandet, wird der Betreffende auch nicht zur
Verantwortung gezogen, hat er nichts zu befürchten /u.
kann in seinem Tun fortfahren]): Klägerin, die; -. -nen:
w. Form zu TKläger; klägerisch <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.) (Schweiz.): [gerichtliche] Klage führend:
klägerischerseits <Adv.>: von seiten des Klägers: Klftgerschaft,
die; -. -en (Schweiz.): 1. alle Kläger. 2. Anklage [vor
Gericht]: klüglich ['kle-.klu;] <Adj.> [mhd. klagelich; ahd. cla-
galih = klagend; beklagenswert, jämmerlich): 1. hilflosen
Jammer, hilflose Angst od. Niedergeschlagenheit ausdrük-
kend: das -e Geblöke der verirrten Tiere; eine -e Miene
zeigen; ..Das habe ich ja auch schon gesagt44, wandte
die Puck k. ein (Sebastian. Krankenhaus 151); er lächelte
k. (unglücklich u. hilflos). 2.a) mitleiderregend,
beklagenswert: einen -en Anblick bieten; er befand sich in einem
recht -en Zustand; er nahm ein -es Ende; k. umkommen;
b) (oft abwertend) /durch das Unvermögen Beteiligter]
o/me besondere Bedeutung, mittderwertig: geringwertig: ein
-es Ergebnis: das war eine -e Leistung; was bei der Sache
herauskam, war [ziemlich] k.; es blieb nichts als ein -er
(spärlicher) Rest; c) (oft abwertend) in beschämender Weise
Ierbärmlich, jämmerlich]: eine -e Rolle spielen; er hat
k. versagt; trotz des guten Willens der Beteiligten
scheiterten die Verhandlungen k.; <Abl.:> Kläglichkeit, die; -. -en
<P1. selten).
Klamauk [kla'm^uk], der; -s [aus dem Berlin., vermutl.
aus einer lautm. Interjektion entwickelt, vgl. das lautlich
ähnliche „pardauz44] (ugs. abwertend): [mit viel Bewegung,
ausgelassenem Herumtollen verbundener] Lärm, Krach: ein
fürchterlicher K.; die Schüler machen in der Klasse K.;
macht nicht so einen K.! (schreit nicht so laut [u. tobt
nicht so laut herum]): um den Film wird viel K.
(Reklamewirbel) gemacht; schon war der Schuh in der Tiefe
des Wasserlochs verschwunden. Zu Hause K. Haute
Auseinandersetzung, Krach: Lynen. Kentaurenfährte 10).
klamm [klam] <Adj.; nicht adv.) [mhd., mniederd. klam,
zu tklemmen]: l./noch] leicht feucht fu. daher auch
unangenehm kühl]: -e Wäsche; die Betten waren k.. fühlten sich
k. an; die Bücher waren k. von Kälte und Feuchtigkeit
(Kuby, Sieg 180); Auch ohne einen Tropfen Regen wird
der Park am Abend k. (Wohmann. Absicht 1%);
Fußbodentrocken sei der Raum, sagte er, wenn auch etwas k.
(Grass, Katz 71). 2. durch Kälte steif, in der Beweglicheit
beeinträchtigt: -e Finger haben; Ich bin ganz k. vor Kälte
(Andersch. Sansibar 142). 3. meist in der Verbindung *k.
sein (salopp; leine gewisse Zeit lang] über kein od. nur
wenig Geld verfügen); Klamm [-]. die; -. -en [mhd. klam,
zu tklemmen]: enge, tiefe Schlucht in Felsen [mit einem
Wildbach]: Klammer ['klamel. die; -, -n [mhd. klam-
[m]er; tklemmen]: 1. <Vkl. tKlämmerchen) Gegenstand,
der dem Zweck dient, zwei Sachen zusammenzuhalten od.
etw. an etw. zu befestigen: die Wäsche auf der Leine mit
-n (= Wäscheklammern) befestigen; die Balken
werden durch eiserne -n ( = Bauklammern)
zusammengehalten; wenn die Wunde geheilt ist. werden die -n (= Wund-
klammern) entfernt; Ü eine eiserne K. legte sich um seinen
Hals; Berlin ist die K., die an der Nahtstelle beide Teile
Deutschlands zusammenheftet (Dönhoff, Ära 72). 2.a)
93 GDW
1473
Klammer-
paarweise angeordnetes Schriftzeichen, das am Anfang u.
am Ende eines eingeschobenen Textes steht u. den Text
einschließt, od. nur dessen einer Teil: runde, eckige, spitze,
geschweifte -In]; K. auf... K. zu (beim Diktieren: vordere
Klammer ... hintere Klatnmer): etw, in K./in -n setzen;
Erklärungen stehen in -n; ich löse zuerst die K. auf (Math.;
rechne zuerst das. was in der Klammer steht): b) in Klammern
eingeschlossener Text: lesen Sie die K. mit! 3. Griff zum
Festhalten des Gegners, indem man ihn mit beiden Armen
umfaßt: ... bekam ich ihn in den Griff, hielt ihn geraume
Zeit fest in der K. (Hagelstange. Spielball 110).
Klammer-: -äflchen, das (ugs. scherzh.): die auf dem
Soziussitz eines Motorrades sitzende Person (meist ein Mädchen):
-äffe, der: I. in Mittel- u. Südamerika heimischer Affe,
der sich mit seinem Greifschwanz allein od. mit seinen langen,
dünnen Gliedmaßen festklammern kann. 2. (ugs. scherzh.)
jmd., der sich mit Armen u. Beinen an einem Halt
festklammert: durch Ihre verkrampften Versuche, die Bügel um
jeden Preis halten zu wollen ... geht der ganze Sitz zum
Teufel, wird aus dem Mehlsack ein K. (Dwinger. Erde
86); -ausdruck, der (Math.): lAusdruck (5). der in
Klammern gesetzt ist: ^beutel, der: Beutel zum Aufbewahren
von Wäscheklammern: *mit dem K. gepudert 9em (berlin.
salopp; nicht recht bei Verstand, verrückt geworden
sein)', -braut, die (scherzh.): svw. Käffchen; -form, die
(Sprachw.): um ihr Mittelglied gekürzte, mehrgliedrige
Zusammensetzung (z.B. ..Fernamt" aus ..Fernsprechamt");
-fügung, die (Sprachw.): kopulative Wortgruppe mit
gemeinsamem, nur eimnal genanntem Glied (z.B. Brot- und
Feinbäckerei): -griff, der: 1. Griff, mit dem sich jmd. an
jmdm., etw. festklammert: Er befreite sich aus ihrem K..
um neu eintreffende Gäste zu begrüßen (Bunte 49, 1974.
121). 2. (Gewichtheben) Umfassen der Hantelstange, indem
man den Daumen mit dem Zeige- u. Mittelfinger
einklammert. 3. (Turnen) Griff während der Hilfestellung, bei dem
man den Oberarm des Übenden mit beiden Händen umgreift:
-katze, die: svw. T-äffchen; -sack, der: svw. t-beutel;
-schürze, die: Schürze mit einer größeren Tasche für
Wäscheklammem: -tasche, die: vgl. -beutel.
Klämnerchen fklemwpn], das; -s, -: TKlammer (1).
klammern [klamm] <sw. V.; hat) [zu tKlammert, l.a) <k.
+ sich) sich festzuhalten suchen, indem man jmdn.. etw.
mit den Fingern od. Armen fu. Beinen/ fest umschließt:
sich an das Geländer, an ein Boot k.; sie klammerte sich
weinend an die Freundin; eine Hand klammert sich um
meine Schulter (Remarque. Westen 53); Ü sich an eine
Hoffnung, einen Gedanken k.; sich ans Leben k. (am
Leben hängen): er klammert sich an sein Elternhaus (sucht
bei seinen Eltern Halt): b) (die Finger, die Hand) wie
eine Klammer (1) um etw. legen: Ich klammere die Hände
um die Tischkanten (Bieler. Bonilaz 122). 2. mit einer
Klammer (1) zusammenhalten: eine Wunde k.; der Arzt
mußte den Schnitt k. 3. an etw. mit einer Klammer (1)
befestigen: einen Zettel, eine Notiz an das Buch k. 4.
(Boxen) die Arme um den Gegner legen u. ihn an sich
ziehen.
klammheimlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [aus dem Nord-
ostd.,H.u.;wahrsch.zulat.clam = heimlich, tau tologische
Bildung] (fam.): auf ganz heimliche, geschickt-unauffällige
Weise [geschehend, etw. ausführendI, so daß niemand weiß,
wie es zugegangen ist: sein -es Verschwinden wurde erst
nach Stunden entdeckt; k. abhauen.
Klamotte [kla'moDJ. die; -. -n [gaunerspr.. eigtl. =
zerbrochener Mauer-, Ziegelstein, dann übertr. zur Bez. eines
wertlosen Gegenstandes; H. u.]: 1. (salopp) a) <P1.)
Kleidung: alte, schäbige -n; „Was trägst denn du für -n? Prima
Kluft.4' (Dürrenmatt. Grieche 65); „Dem Jungen können
wir nicht an die -n" (Jargon; können ihn nicht überfuhren,
das Verbrechen begangen zu haben; Baum. Paris 73); zwei
Tage bin ich nicht aus den -n herausgekommen (war ich
ununterbrochen im Einsatz, im Dienst); b) <PI.) / wertloses]
Zeug. Kram: Öfen. Bettstellen. Schränke ... Die alten -n.
sagte der Fahrer ... das Zeug ist wertlos (Kuby, Sieg 52);
c) (selten) [alter] Gegenstand. Gerät: „In fünf Minuten
hast du die K. (= das Radio) in Ordnung gebracht"
(Apitz, Wölfe 114). 2.a) (ugs. abwertend) derber Schwank
mit groben Spaßen u. ohne besonderes geistiges Niveau:
Erniedrigt zur K.. war die Aufführung ohne Schwung
und ohne Humor (Hörzu 12. 1971, 58); b) (Jargon) altes,
unbekanntes Theaterstück, an das man keine hohen
Erwartungen knüpft. 3. (landsch., bes. berlin.) Gesteinsbrocken;
herumliegender Stein: die K inder warfen mit -n; Laut
Reiseprospekt befindet sich bei Porto/Korsika ein
Kiesel-Sandstrand. Was wir vorfanden, waren ... -n (BM I. 9. 74.
35); <Zus. zu 3:>Klam9ttenberg,Klam9ttenhüael, der (ugs.):
Berg aus (durch Kriegseinwirkungen verursachten)
Trümmern u. Schutt; <Zus. zu 1.) KlamQttenkkte. die (ugs.):
Kiste, in der Klamotten (1) aufbewahrt werden: aus Groß-
mutters K. (altmodisch u. verstaubt).
Klampel'klampal.die; -,-n [mniederd. klampe = Klammer.
Haken] (Seemannsspr.): 1. Vorrichtung aus Holz od. Metall
tneist in Form eines kleinen Ambosses zum Belegen
(Festmachen) von Tauen. 2. aus zwei Klötzen bestehender Unterbau
auf dem Schiffsdeck zum Abstützen des Bei- oder
Rettungsbootes: Das Rettungsboot, bisher frei auf den -n ruhend,
wurde mit Ketten seefest gemacht (Kisch. Reporter 32).
Klampfe [klamgjb], die; -, -n [südd., zu mhd. kl impfen
= fest zusammendrucken, -ziehen od. zu südd. Klampfe
= Klammer. Hakenl: 1. (volkst.) einfache Gitarre: die
K. zupfen; auf der K. spielen; sie zogen mit K. und
Rucksack in die Natur. 2. (österr.) Bauklammer; <Abl. zu 2:>
Klampferer, der. -s. - (österr.): Klempner.
klamüsern [klamy:zpnl <s\v. V.; hat) lzu TKalmäuserl
(nordd.): einer Sache [in der Stille, ruhig] nachforschen,
nachsinnen; studieren: Diese Einzelheiten mußte ich nicht
k., das alles stand ... auf einer Ansichtspostkarte (Grass,
Hundejahre 293).
Klan lkla:n], der; -s, < [engl. clan. TClan]: a) (Völkerkunde)
Gruppe eines Stammes, die sich von gleichen Vorfahren
herleitet; b) eindeutschend für tClan (2).
klandestin [klandes'tl.n] <Adj.; o. Steig.) [frz. clandestin
< lat. clandestlnus] (veraltet): heimlich: -e Ehe (veraltet;
Ehe, die nicht nach kanonischer Vorschrift geschlossen u.
daher für die Kirche ungültig ist).
klang [klanl: I. Tklingen. 2. T kling, klang: Klang [-]. der:
-[e]s. Klänge ['kleoa: mhd. klanc, zu tklingenl: l.a) etw..
was akustisch in reiner, dem Ohr wohlgefälliger Weise wahr-
genommen wirdu. über eine kürzere Zeit hin. aber allmählich
schwächer werdend, atidauert; Ton. der durch das
harmonische Zusammenklingen meist heller, reiner Töne entsteht:
ein heller, tiefer, metallischer, lieblicher K.; der K. der
Glocken weckte mich; b) bestimmte Eigenheit der Töne
einer Stimme, eines Instrumentes o. ä.; Klangfarbe: der
weiche, warme K. ihrer Stimme; das Orchester hat einen
vollen.dunklen K.; jmdn. am K. der Stimme, des Lachens
erkennen; Ü Sein Name hat keinen schlechten K. (er ist
ein recht angesehener Mann; Kirst. Aufruhr 90); seine
Worte hatten einen bitteren K. (es schwang ein bitterer Unterton
mit). 2. <P1.) Folge harmonisch aneinandergereihter Töne,
die eine Melodie ergeben; Musik: aus dem Saal drangen
altbekannte, moderne Klänge, drangen die Klänge
Wagners. Mozarts; nach den Klängen eines Walzers tanzen.
klQHg-,KI$ng-: -analyse, die (Fachspr.): Analyse eines
Klanges (1 a). um Frequenz u. Stärke der einzelnen Töne zu
ermitteln; -assoziation, die (Fachspr.): Assoziation, die
durch das Hören eines Klanges (1 a) entsteht; -biM, das
(Fachspr.): Gesamteindruck eines Klanges da); -blende,
die (Technik): svw. tTonblende; -boden, der (Musik): svw.
TResonanzboden; -effekt, der: durch /bestimmte] Klänge
(1 a) bewirkter Effekt; -färbe, die (Musik): die für einen
bestimmten Klang (1 a) charakteristische Art u. Weise, dazu:
-farberegier, der (Technik): svw. tTonblende: -figur, die:
I. (Musik. Physik) Figur, die entsteht, wenn man einen
Klangkörper (1) mit einem Pulver o. ä. bestreut. 2. mehrere
aufeinanderfolgende, melodisch od. rhythmisch
zusammengehörende Klänge (1 a); -fülle, die: Intensität. Fülle an
Klängen (1 a); -«schlecht, das (Musik): svw. tTongeschlecht;
-körper, der: 1. (Fachspr.) Hohlkörper, der durch
Einwirkung von Schwingungen einen Klang (1 a) erzeugt. 2. (geh.)
Gesamtheit der Musiker eines Orchesters; Orchester: Der
70 Mitglieder zählende K. ( = des Studentenorchesters;
Neues D. 20. 6. 64, 4); Das „Gürzenich'-Orchester ist
einer der besten deutschen K. (Zeit 20.11.64.56); -kulkse,
die: Die Weltraummelodien ... waren -n bei den meisten
Shows (Spiegel 45. 1977. 270); -los <Adj.; o. Steig.): ohne
Klang (lb); tonlos: Edith ... sprach mit einer Stimme,
die nun seltsam flach und k. geworden war (Simmel. Stoff
168); vgl. sang- und klanglos, dazu: -losigkeit, die; -;
-maierei, die (Sprachw.): svw. t Lautmalerei; -regier, der
(Technik): svw. tTonblende: -rein <Adj.>: einen reinen
1474
klapper-, Klapper-
Klang (1 a) habend, dazu: -reinheit, die; -schön <Adj.>:
vgl. ^rein, dazu: -Schönheit, die: ^voll <Adj.>: I. einen
vollen, reichen Klang (I b) habend. 2. (nicht adv.) durch
Renommee, guten Ruf bekannt, berühmt: er hatte als
Kritiker einen -en Namen; -Wirkung, die.
klanglich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): den Klang (1)
betreffend: die -e Schönheit einer Komposition: k. gut
aufeinander abgestimmt sein.
Klapf [klaofl, der: -s. Kläpfe ['kleofa; südd. Nebenf. von
veraltet Klapp = Knall. Krach; Schlag, zu tklappen]
(südd.. Schweiz, mundartl.): 1. Knall. Schlag. Krach. 2.
Ohrfeige: kläpfen fklep/n] <sw. V.; hat) (südd.. Schweiz,
mundartl.): 1. knallen, schlagen, krachen. 2. ohrfeigen:
klapp! [klap] <lnterj.): lautm. für einen kurzen, stumpfen
Ton. der durch einen leichten Schlag auf einen festen
Gegenstand erzeugt wird. od. für einen leichten Knall.
Kl^pp-: ^altar, der: svw. f Flügelaltar; -bank, die: Bank,
die man hoch- od. herunterklappen kann: ^bett, das: Bett,
das man (tagsüber) hochklappen kann: ^brot. das: svw.
Nstulle: -brücke, die: Brücke, die in der Mitte geteilt
ist u. hochgeklappt werden kann, damit Schiffe mit holten
Aufbauten passieren können: —deckel, der: mit einer Seite
am Gefäß befestigter Deckel, der aufgeklappt werden kann:
-fahrrad, das: svw. T ^rad: -fenster, das: Fenster, das
hochgeklappt werden kann: --hörn, das: svw. fKlappenhorn;
-hornvers, der [nach den ersten. 1878 von dem Göttinger
Universitätsnotar Daniel gedichteten Versen dieser Art,
in denen von einem Klappenhorn die Rede ist]: Scherzvers
in Form eines Vierzeilers (beginnend mit den Worten: Zwei
Knaben ...); -hut.der: vgl. ^zylinder; -leiten die: [ Feuer ]-
leiter. die man hoch-, zusammenklappen kann: fliege, die:
Liege, die man vom Kopf- u. Fußende her zusammenklappen
kann: -messer, das: Messer, dessen Klinge man in eine
Fuge des ^Heftes klappen kann: -meter, der (Schweiz.):
Zollstock: -mutze, die: große Mützenrobbe, die bei
Erregung einen einer Mütze ähnlichen Aufsatz auf dem Kopf
aufbläst: -nase, die: kleine Fledermaus mit rüsselähnlicher
Schnauze u. verschließbaren Nasenlöchern: -pult, das: Pult,
dessen Schreibfläche man nach unten klappen kann: -rad,
das: Fahrrad, das man zusammenklappen kann: -schute,
die: zum Ausbaggern von Wasserstraßen verwendete Schute
mit Klappen im Boden des Rumpfes, durch die das Baggergut
nach unten entladen werden kann: -sessel. der: Sessel, der
zusammengeklappt werden kann: -sitz, der: Sitz, der nach
oben od. nach unten geklappt werden kann: -stuhl, der:
vgl. ^sessel; -stulle, die (landsch.): /belegtesj Brot, auf
dem eine zweite Scheibe liegt: -tisch, der: Tisch, den man
zusammenklappen kann: -verdeck, das: Verdeck eines
Wagens. Autos, das man zurückklappen kann: -Zylinder, der:
svw. tChapeau claque.
Klappe ['klaps], die: -, -n [aus dem Niederd. < mniederd.
klappe = Klapper, eigtl. = Gegenstand, der mit einem
Geräusch auf etw. auftriflft]: 1. bewegliche Vorrichtung zum
Schließen einer Öffnung: Gegenstand, mit dem sich etw.
verdecken, auf- u. zumachen läßt: die K. ist, steht offen;
die K. am Ofen fiel herunter, schlug zu; die K. öffnen,
schließen, herunterlassen; die K, am Fenster, am
Briefkasten, an der Manteltasche: die K. einer Klarinette.
Trompete; Er stöpselte den Röster wieder ein. legte Brot in die
-n (Böll. Haus 125); das Herz hat -n. die sich nur in
Richtung des Blutstroms öffnen: er trägt eine schwarze
K. ( = Augenklappe) über einem Auge: Deswegen fährt
er alle -n (= Landeklappen) des Flugzeugs aus (Grzimek,
Serengeti 88): jmdm. die -n (= Achselstücke) von der
Uniform reißen; die K. fällt (Film Jargon; die Filmaufnahmen
beginnen), nach der letzten K. (Film Jargon: nach Abschluß
der Dreharbeiten); R K. zu. Affe tot (salopp; das ist
abgeschlossen, die Sache ist erledigt): Ü bei mir ist die/eine
K. runtergegangen (ugs.; ich sperre mich dagegen, will
damit nichts mehr zu tun haben tu. höre nicht mehr zu]).
2. (ugs.) Bett (in bestimmten Fügungen): in die K. gehen;
sich früh in die K. legen, hauen. 3. (salopp, meist
abwertend): Mund (in bezug auf ungehemmtes, lautes
Reden), Mundwerk: du mußt die K. aufreißen und nicht
alles so hinnehmen; Schöne Grüße an Ihren Professor
von einem ..Piefke" mit einer ..übergroßen K.,k (Spiegel
22. 1975. 7); «eine große, freche K. haben; die große K.
schwingen (salopp abwertend; großsprecherisch, frech sein);
die/seine K. halten (salopp; zu reden au/hören,
stillschweigen). 4. (österr.) Nebenstelle. Anschluß. Apparat (einer
zentralen Telefonanlage): Die Presse Anzeigenabteilung
365250, -n 256. 258 oder 261, bitte durchwählen (Presse
23. 1. 1969). 5. (Jargon) Bedürfnisanstalt. Pissoir (als Ort
für homosexuelle Kontakte): In einer „Klappe4* am Zoo.
Der war selber schwul (Bruder. Der Homosexuelle 69);
klappen fklapn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. (Md.)
< mniederd. klappen = klatschen; schallen: plappern
(vgl. mhd. klapfen. ahd. klap fön = klappen, schlagen);
lautm.; 3: nach der Vorstellung, daß ein Vorgang mit
einem klappenden (2 a) Geräusch beendet wird]: 1. etw..
was mit etw. auf einer Seite verbunden ist. in eine bestimmte
Richtung bewegen: den Deckel nach oben, nach unten
k.; den Mantelkragen in die Höhe k.; Beaujean klappte
mit den Augenlidern (bewegte die Augenlider heftig auf
und ab: Maass. Goufle 98). 2.a) ein kurzes, meist dumpfes
Geräusch, wie es bei einem Schlag entsteht, verursachen:
seine Stiefel klappten auf dem Steinboden: man hörte
die Fensterläden k.; die Kinder klappen mit den Türen;
Ganz zahme Dohlen schnarren nicht .... sondern klappen
nur mit dem Schnabel (Lorenz. Verhalten 1. 81); Schulz
... klappte erneut mit den Hacken (schlug erneut die Hacken
zusammen: Kirst. 08/15.770); b) mit einem kurzen, dumpfen
Geräusch gegen etw. schlagen, stoßen: die Fensterläden
klappen gegen die Wand, an die Mauer. 3. (ugs.)
durchgeführt werden können, glücken, gelingen / wie es geplant war]:
alles hat [großartig] geklappt; etw. klappt wie am
Schnürchen (läuft reibungslos ab): wir hoffen, daß es mit dem
Termin klappt (daß der Termin allen paßt, nicht geändert
werden muß); das Zusammenspiel klappt noch nicht (ist
noch nicht gut); <unpers.:> mit dem Holländischen will
es bis heute noch nicht recht k. (Schnabel. Anne 32);
<subst.:> *etw. kommt zum Klappen (etw. kommt zu einer
/positiven] Entscheidung); zum Klappen bringen (zu einer
1 positiven] Entscheidung bringen). 4. (landsch. salopp)
[jmdn. während eines Vergehens, nach einem Vergehen]
[er]greifen: ..Ist doch egal. Heini4', bitte sie; ..wenn sie
dich klappen, dann kommt auch das mit mir heraus!"
(Fr. Wolf Zwei 348); er sucht auf einem sonnigen Streifen
... Fliegen zu k. (fangen; ebd. 51).
Klappen- (Klappe 1): -fehler, der: kurz für t
Herzklappenfehler, -hom, das (Musik): Blechblasinstrument. Hörn mit
mehreren Klappen (1); -schrank, der (früher): Anlage für
Handvermittlung von Telefongesprächen, bei der bei Anruf
[u. bei Beendigung des Telefonats] eine Klappe (1) fällt:
den K. bedienen (Böll. Tagebuch 106); ^text, der (Buchw.):
auf der vorderen u. hinteren Klappe (1) des Schutzumschlags
gedruckter Werbetext für das entsprechende Buch.
Klapper [klapp], die; -. -n [zu t klappern]: a) kleiner
Gegenstand mit zwei od. mehreren beweglichen Teilen, die ein
Geräusch verursachen, wenn sie aneinanderschlagen: auf
der Jagd das Wild mit -n aufstöbern; b) mit einem Stiel
versehener, kugelähnlicher Gegenstand, in dem sich kleine
Kugeln o. ä. befinden, die beim Hinundherbewegen
Geräusche verursachen (als Spielzeug für Babys).
kfypper-. Klapper-: -dijrr <Adj.: o. Steig.: nicht adv.) (ugs.
emotional): besonders hager; so dünn, daß Knochen u.
Rippen deutlich zu sehen sind; -gesteil, das (ugs.): I.
(emotional) sehr hagerer Mensch. 2. (scherzh.) altes, klapperndes
Falirzeug; -iagd, die (Jägerspr.): Jagd, bei der Klappern
(a) verwendet werden; ^kästen, der (ugs.): altes, [durch
KlappernJ lästige Geräusche verursachendes,
kastenförmiges Gerät. Behältnis o. ä.: a) Klavier; b) Auto: Ohne Pause
war sie durchgefahren: Berlin-Paris. Und der alte K. hatte
durchgehalten (Bild 4. 6. 64, 3); c) Schreibmaschine; d)
Radio. Fernsehgerät: stell doch bitte mal den K. ab!; -kiste,
die (ugs.): svw. Nkasten (b-d); -latschen <P1.> (salopp):
Holzpantoffeln; Schuhe mit Holzsohlen: Schnürstiefel und
K. in einer Reihe (Kempowski. Tadelloser 234); -nuß,
die: svw. f Pimpernuß; -schlänge, die: gefährliche
Giftschlange mit harten, lose miteinander verbundenen Hornrin-
gen atn Schwanzende, mit denen sie ein durchdringendes
klapperndes Geräusch erzeugt; Ü er hat eine K. (ugs.
scherzh.; eine bösartige Frau) geheiratet; für den Vertrieb
sollte noch eine K. (ugs. scherzh.; Stenotypistin) eingestellt
werden; -storch, der [nach dem Klappern, das Störche
in der Paarungszeit mit dem Schnabel hervorbringen] (Kin-
derspr): Storch: zur Nachbarsfamilie ist der K. gekommen
(fam.; die Nachbarsfamilie hat ein Baby bekommen; nach
der Erklärung, die man früher kleinen Kindern gegenüber
gebrauchte. Neugeborene bringe der [Klapperlstorch);
93#
1475
Klapperei
^topf, der: an Wurzeln von Wiesenpflanzen schmarotzende
Pflanze, deren Samen lose in den reifen Früchten liegen
u. beim Schütteln klappern.
Klapperei [klapa'rtül. die: -. -en <PI. selten): dauerndes
Klappern; klapperig [klaponcl: tklapprig; klappern [klapen]
<sw. V.) Imhd. klappern, lautm.]: 1. <hat> a) immer wieder
ein helles, hartes Geräusch durch Anemanderschlagen zweier
od. mehrerer fester Gegenstände von sich geben: die Tür,
das Fenster klappert; die Ventile klappern am Auto: ihre
Absätze klappern auf der Treppe; seine Zähne klappern
vor Kälte: ihm klappern die Zähne vor Angst: Er klapperte
(zitterte am ganzen Körper) vor Frost (Seghers. Transit
109); b) ein Klappern da) erzeugen: mit Geschirr, mit
Tellern in der Küche k.; die Störche klappern mit den
Schnäbeln; vor Angst, Kälte klapperte sie erbärmlich mit
den Zähnen; die Sekretärin klappert (ugs.; schreibt) auf
der Schreibmaschine; mit den AugenldeckelnJ k. (ugs.; oft
hintereinander die Augenlider auf und ab bewegen). 2. sich
mit klapperndem < 1 a) Geräusch irgendwann bewegen (ist):
der Wagen klappert durch die holprige Gasse; die Häftlinge
klapperten wieder in ihre Zellen; klappern [klepen] <sw.
V.; hat) Itklappern] (landsch.): 1. svw. f klappern. 2. mit
dem Rührlöffel o.a. / zer] quirlen. /zer]schlagen: Eigelb in
Rotwein geklappert. 3. svw. t klimpern. Münzen in der
Tasche k. hören. 4. schnell, viel u. laut reden: wenn sie
bloß aufhören würde zu k.; klapprig [klapn<;| <Adj.; nicht
adv.): I.a) alt, durch längeren Gebrauch abgenutzt u. nicht
mehr sehr stabil, intakt: ein -er Wagen; mein Klavier ist
schon recht k.; der Bus sieht ziemlich k. aus; b) (fam.)
körperlich hinfällig u. kraftlos: ein -er Gaul; nach der
Krankheit ist er noch etwas k.; er ist recht k. geworden.
2. wenig stabil u. wenig solide hergestellt: Sucher und
Rückwand (= der Kamera) sind freilich etwas k. (DM 45. 1965,
19); <Abl.:) Klfppriskeit. die: -.
klaps! [klaps] (Interj.): lautm. für ein leises klatschendes
Geräusch: Klaps [-1, der; -es, -e <Vkl. f Kläpschen) [wohl
zu t klappen]: 1. (ugs.) leichter Schlag auf einen Körperteil:
ein freundschaftlicher, aufmunternder, kräftiger K.; jmdm.
einen K. geben; das Kind bekam einen K. auf den Po.
2. (salopp) etw.. was sich anderen als Verrücktheit.
Unvernünftigkeit darstellt: einen K. haben (nicht ganz normal,
leicht verrückt sein): einen K. bekommen, kriegen; Du
hast ja 'nen Klaps (Hausmann. Abel 20).
Kfyps- (salopp): -bude, die: svw. Nmühle; -doktor, der:
Arzt für seelische, geistige u.a. Krankheiten; Nervenarzt;
-kästen, der: svw. Nmühle; -kiste, die: svw. t^mühle:
-mann, der: a) leicht Verrückter; b) Patient einer
Nervenheilanstalt; Mimihle, die: Nervenheilanstalt: die Arbeit hier
bringt mich noch in die K.
Kläpschen ['klepsin), das; -s. -: tKlaps; klapsen [klapsn]
<sw. V.; hat) [urspr. = klatschen, knallen: lautm.]: einen
Klaps geben: jmdm. auf die Hand k.; ktapstg [klapsiq]
<Adj.) (salopp): leicht verrückt.
klar [kla:5l<Adj.)[mhd. klär < lat.clärus= laut schallend;
hell, leuchtend: klar, deutlich: berühmt]: l.a) (nicht adv.)
durchsichtig! -sauber j. nicht trübe: -es Wasser; ein -er Ge-
birgsbach; etw. ist k. wie Kristall: eine -e (nicht gebundene)
Ochsenschwanzsuppe bestellen; -e (nicht gemischte)
Farben; sie schaute ihn mit -en (nicht müden, nicht trüben)
Augen an; b) nicht durch Nebel, Wolken o. ä. getrübt: -e
Sicht haben; ein -er Sternenhimmel; die Nacht, die Luft,
der Himmel ist k.; das Wetter scheint k. zu werden, zu
bleiben; der Mond scheint k.; Ü die übrigen vier jedoch
hielten es für möglich, daß die Sterbende in -en Momenten
(Momenten, in denen sie bei vollem Bewußtsein war) auch
richtige Antworten gegeben hätte (Mostar. Unschuldig
62); c) deutlich, genau erkennbar, unterscheidbar: -e
Umrisse; einen -en Vorsprung haben; die Silhouette hebt sich
k. vom Hintergrund ab; jmdn. k. besiegen; er war seinem
Gegner k. überlegen; mit einem -en Ergebnis (mit großem
Punkte-, Torvorsprung) gewinnen. 2. nicht heiser, rauh,
belegt, sondern wohlklingend u. deutlich vernehnbar: ihre
-e Stimme; ein -er Ton; die Endungen k. [und deutlich]
aussprechen. 3. sachlich-nüchtern, überlegt; von Einsicht
u. Vernunft zeugend u. zu scharfem Urteilsvermögen
befähigt: einen -en Blick für etw. haben; ein -er Verstand;
keinen -en Gedanken fassen können; heute kann ich
einfach nicht mehr k. denken: nach Alkoholgenuß nicht mehr
k. [im Kopf) sein. 4. fest umrissen, eindeutig, für jedermann
übersichtlich u. verständlich: eine -e Frage, Antwort.
Auskunft; -e Entscheidungen treffen; seiner Arbeit fehlt die
-e Linie; er schreibt einen -en Stil: sich ein -es Bild von
etw. machen; -e Vorstellungen von etw. haben; ein -es
(bestimmtes, festes) Ziel vor Augen haben; für -e
(geordnete, sauber abgegrenzte) Verhältnisse sorgen; [ist] alles k.?
(wurde alles verstanden?); ihm ist noch nicht k. (er hat
nicht begriffen, verstanden), worauf es ankommt: das ist
[doch ganz] k. (ugs.; darüber brauchen wir nicht erst Worte
zu verlieren, das versteht sich von selbst): [na] k.! (sicher,
selbstverständlich!); etw. k. und deutlich
(umnißverständlich) sagen; * das ist k. wie Klareben/wie KloßbrUhe/wie
dicke Tinte (ugs.: das versteht sich von selbst, darüber
braucht man gar nicht zu reden; Klärchen. ugs. scherzh.
= die Sonne, Vkl. von Klara = w. Vorn., zu lat. clarus
= hell, leuchtend); sich über etw. k. im -en sein (genau
wissen, welche Folgen sich [aus einer Entscheidimg. aus
einer Tätigkeit) ergeben werden). 5. <nur präd.) in
vorschriftsmäßigem Zustand u. bereit, fertig (zum Einsatz);
alle Boote sind k.; ist alles k. zum Gefecht?: das Schiff.
Flugzeug ist k. zum Auslaufen, zum Start. 6. <nicht adv.)
(landsch.) fein, stark zerkleinert, nicht grob: -er Zucker.
Sand: Klar [-]. das; -s. -: kurz für t Eiklar.
klar-. Klar-: -apfel, der: saftiger, mäßig süßer Frühapfel
mit glatter, fettiger, hellgrüner bis hellgelber Schale: -blick,
der: das Erkennen des großen Zusammenhangs: es fehlte
ihm am K.; -blickend <Adj.; nicht adv.>: sachlich-nüchtern:
ein -er Mensch; -denkend <Adj.; nicht adv\>: nüchtern,
vernünftig abwägend, denkend; ^eis% das: Kunsteis ohne
jede Trübung: -gehen <unr. V.; ist) (ugs.): ohne
Schwierigkeiten verlaufen; in Ordnung gehen: ist alles klargegangen?;
-kommen <st. V.; ist) (ugs.): / mit jmdm.. etw.] gut
zurechtkommen; etw. ohne Schwierigkeiten bewältigen: kommst
du [damit, mit ihm] klar1?; der Junge kommt nun nach
dieser Zeit raus, er kann ja gar nicht k.. und er muß
praktisch immer gegängelt werden (Eppendorfer.
Ledermann 23); -lesen <sw. V.; hat) (ugs.): durch ausjuhrliche
Darlegung näfter erklären, dazu: -legung, die: -. -en;
-machen <sw. V.: hat) (ugs.): 1. jnuhn.. sich Sachverhalte od.
bestimmte Zusammenhänge [die bisher nicht verstanden
wurden) deutlich vor Augen führen: jmdm.. sich die
Ausmaße, die Folgen einer Explosion im Atomkraftwerk k.;
jmdm. seinen Standpunkt k. (jmdm. recht deutlich seine
Ansichten über etw. sagen). 2. (Seemannsspr.) zu einem
bestimmten Zweck fertig-, einsatzbereit machen: die Fender.
Leinen k.!; k. zum Aussteigen!; Machen Sie die
Geheimsachen klar zur Vernichtung (Ott. Haie 276): -schiff [-'-].
das <o. PI.) (Seemannsspr.): Gefechtsbereitschaft; -schlag,
der (selten): Ansammlung kleingehauener Steine; -schriftle-
ser, der (Datenverarb.): Gerät, das die Daten für eine
Datenverarbeitungsanlage in einer für den Menschen direkt
lesbaren, aber trotzdem abtastbaren Form verarbeitet;
-sehen <st. V.; hat) (ugs.): die Zusammenhänge erkennen u.
Bescheid wissen, verstehen: endlich sah er klar; Er ist
zu diesem Otto Quangel auch nur deswegen gegangen,
um wegen Trudeis Sicherheit klarzusehen (Fallada. Jeder
81); -sieht.die: vgl. -blick; -sichtdose, die: Dose aus
durchsichtigem Material; -sichtfolie, die: durchsichtige Folie:
-sichthülle, die: vgl. -sichtfolie; -sichtig <Adj.): vgl.
^blickend; -Sichtpackung, die: Verpackung aus
Klarsichtfolie od. einem anderen durchsichtigen Material; -sidituro-
schlag*der: durchsichtiger / Schutz]Umschlag; -spülen <sw.
V.; hat): (Wäsche in der Waschmaschine) spülen, bis das
Wasser nicht mehr getrübt ist; -stellen <sw. V.; hat):
nachdrücklich ein Mißverständnis beseitigen* einer falschen
Darstellung entgegentreten; klären: Die Delegiertenkonferenz
hat ... unmißverständlich auch klargestellt, daß die Zeit
vorüber sein muß, in der die Partei alles entscheidet (Neues
D. 5. 6. 64. 6). dazu: -Stellung, die; ^text, der: 1. nicht
verschlüsselter, jedermann verstätidlicher Text (Ggs.:
Geheimtext): Vor Gericht verlas Watschounek den K.
sämtlicher Funkgespräche, die Günter Guillaume ... über Radio
empfangen hat (Welt 16. 7. 75. 1); Ü Im K. zielte der
Angriff auf (gemeint war) die Senatorin für Familie,
Jugend und Sport (Spiegel 42, 1974. 145). 2. (Datenverarb.)
nicht verschlüsselte, in normaler Schrift gegebene
Information: Lochstreifen im K. ausdrucken; -werden <unr.
V.; ist; nur im Inf. u. Part, zusammengeschrieben): Klarheit
über bestimmte Zusammenhänge gewinnen: .... so daß ihm
sein falsches Handeln zu spät klar wurde: ich bin mir
über meine Fehler inzwischen klargeworden.
1476
Klassem
Kljr- (Technik): ^anläse, die: Anlage zur Reinigung von
Abwasser; ^bassin, das: svw. t ^becken; -becken, das: Bek-
ken. in das das Abwasser, das geklärt werden soll, geleitet
wird; ^grube. die: Grube zur behelfsmäßigen Reinigung
kleiner Abwassermengen; ^mittel, das: Mittel, das in einer
Kläranlage Abwässern zugesetzt wird, um sie zu reinigen;
^schlämm, der: Schlamm, der in Kläranlagen durch die
Reinigung der Abwässer anfällt; ^teich. der: Klärbecken,
aus dem der Klärschlamm nicht entfernt wird.
Klare [kla:ra]. der; -n. -n [zu fklar da)): Schnaps, bes.
Korn; einen -n bestellen, trinken.
klären [kle:ran] <sw. V.; hat) [mhd. klaren, auch: verklären]:
l.a) durch Untersuchungen o.a. feststellen, wie etw.. was
bisher unklar war. ist. wie es sich verhält; eine Frage,
einen Tatbestand k.; die Unfallursache muß noch geklärt
werden; ein einwandfrei geklärter Fall; b) <k. + sich)
klarwerden; sich herausstellen, wie etw.. was bisher nicht
klar, deutlich war. ist; die strittigen Fragen haben sich
geklärt: schließlich hat sich alles doch noch geklärt. 2.a)
von Schmutz befreien, reinigen; Abwässer k.; das Gewitter
klärt die Luft; b) <k. + sich) klar (1 a) werden; das Wasser,
die Flüssigkeit klärt sich. 3. (Ballspiele) den Ball vor dem
eigenen Tor wegschlagen u. eine gefährliche Situation
bereinigen; der Verteidiger konnte auf der Linie k.; er
klärte zur Ecke (schlug den Ball so vor dem eigenen Tor
weg. daß die gegnerische Mannschaft einen Eckball bekam).
Klarett [klaret], der; -s. -s u. -e [frz. clairet = blaßroter
Wein.zu:clair = hell < lat.clärus.T klar]: ein mit Gewürzen
versetzter Rotwein.
Klarheit, die: -. -en <PI. selten) [mhd. klärheit = Helligkeit.
Reinheit.Glanz; Deutlichkeit]: 1. <o. PL>*) das Ungetrübt-
sein; die K. des Wassers, des Gebirgsbaches; der Wein
ist von einer wunderbaren K.; b) durch Nebel. Wolken
o.a. nicht getrübter Zustand; die K. der Nacht, des
Himmels; c) Deutlichkeit. Unterscheidbarkeit: die K. der
Umrisse, einer Silhouette. 2. <o. PL) deutliche Vernehmbarkeit:
die K. der Töne, ihrer Stimme. 3. <o. PI.) ungetrübte,
zu scharfem Urteilsvermögen befähigende Auffassungsgabe:
er bestach durch die K. seines Geistes. Verstandes. 4.
<o. PI.) durch Einiieutigkcit u. Übersichtlichkeit bewirkte
Verständlichkeit: die K. seiner Rede, seiner Ausfuhrungen,
seiner Formulierungen beeindruckte. 5. <o. PI.) mit der
Klärung einer Sache verbundene Gewißheit: sich über etw.
K. verschaffen; für K. sorgen; völlige K. (vollständige
Aufklärung) suchen, verlangen; wir müssen hier K. (klare
Verhältnisse) schaffen; darüber besteht K. (darüber ist
man sich einig). 6. klare Vorstellung: alle -en restlos
beseitigt (ugs. scherzh.; nun herrscht totale Verwirrung).
klarieren pcla'ri:ron] <sw. V.; hat) [zu lat. cläräre = deutlich
machen; zeigen] (Seemannsspr.): I. svw. t klarmachen (2).
2. beim Ein- u. Auslaufen eines Schiffes die Zollformalitäten
erledigen; <Abl.:) Klarierung, die; -. -en.
Klarinettbläserfldari'net-].der; -s,- (österr.): svw. tKlarinet-
tist; Klarinette [klari'neta]. die: -. -n [frz. clarinette <
ital. clarinetto. Vkl. von: clarino = hohe Trompete, zu:
claro = hell tönend < lat. clärus. tklar]: Blasinstrument
in Form einer langen, schlanken, zylindrischen Röhre aus
Holz, dessen Tonlöcher mit Klappen od. mit den Fingern
geschlossen werden u. dessen schnabelförmiges Mundstück
mit einem Rohrblatt versehen ist; <Zus.:) Klarinettenbauer.
der: -s. -; Klarinettist [klarine'tist], der; -en. -en: jmd..
der I berufsmäßig ] Klarinette spielt.
Klarisse [kla'nsa], die: -. -n [nach der Gründerin, der hl.
K lara von Assisi (1194-1253)]: Angehörige des
Klarissenordens; <Zus.:> Klarjssenorden, der: ein (im Jahre 1212
gegründeter, zweiter weiblicher) Orden der Franziskaner: Kla-
rissin [kla'nsm]. die; -. -nen: svw. tKlarisse.
klärlich [kle:?h<;] <Adv.) [zu tklar] (veraltend): klar,
deutlich: es liegt k. keine Übertragung der Bezeichnung vor
(Forschungen u. Fortschritte 4. 1966. 121); Klärung, die;
-. -en: 1. Beseitigung einer Unsicherheit, einer Ungewißheit:
eine sofortige, schnelle K., eine K. des Problems wünschen,
verlangen; die Aussprache ergab, brachte noch keine K..
hat zur K. der Mißverständnisse beigetragen. 2. Reinigung.
Säuberung von sichtbarem Schmutz: die K. der Abwässer.
klaO [klas] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu tKlasse (8)]
(österr. Ugs.): svw. tklasse: ein klasser Typ; das ist k.!
KI9O- (südd.. österr.): -lehrer, der: svw. TKlassenlehrer.
^leiter.der: svw. t Klassenleiter; -räum, der: svw. TKlassen-
raum; ^zimmer, das: svw. t Klassenzimmer.
klasse ['klasa] (indekl. Adj.; o. Steig.) [zu tKlasse (8)]
(ugs.): so großartig, hervorragend, daß das od. der
Betreffende (beim Sprecher) begeisterte Bewunderung
hervorruft: Jeans in spezieller Paßform für junge Damen. Eine
.klasse' Idee aus USA (Medaillon-Mode. Prospekt Juni
1967); diese neue Mode ist k.; der Film war einfach k.;
die Musik paßt k. zu den Bildern; Klasse [-], die; -. -n
[älter = (geordnete) Abteilung < lat. classis. eigtl. =
herbeigerufene Volksmasse; unter Einfluß von frz. classe
erw. zur Bed. ..Gruppe mit besonderen Merkmalen"]: l.a)
Gruppe von / ungefähr gleichaltrigen] Schülern, die zu
gemeinsamem Unterricht zusammengefaßt sind: eine große,
ruhige, wilde K.; die K. hat 30 Schüler, besteht aus 30
Schülern; die K. macht einen Ausflug; die Schule hat
zur Zeit 200 -n; eine K. übernehmen, [zum Abitur] führen,
[in Deutsch] unterrichten; er leitet eine gemischte (aus
Jungen u. Mädchen zusammengesetzte) K.; b) eine ein Jahr
umfassende Stufe innerhalb des Schulaufbaus: er besucht
die vierte K.. geht in die vierte K.; eine K. wiederholen,
überspringen; er ist zwei -n über mir (ugs.; gehört zu der
Gruppe von Schülern, die im Lehrstoff zwei Jahre weiter
sind)', in den höheren, oberen Klassen (in den Gruppen
von Schülern, die kurz vor dem Schulabschluß, dem Abitur
stehen) die Fächer wählen können; c) Klassenzimmer: der
Lehrer betritt die K.; nach der Pause gehen die Schüler
wieder in die -n; d) (Fachspr.) Abteilung. Fakultät (einer
Universität); die philologisch-historische K. der
Akademie; er leitet die K. für Medizin. 2. Gruppe der Bevölkerung,
deren Angehörige sich in der gleichen ökonomischen u.
sozialen Lage befinden / u. die damit verbundenen sozialen od.
politischen Interessen vertreten!: die arbeitende,
unterdrückte, herrschende, ausbeutende, ausgebeutete,
besitzende, bürgerliche, kapitalistische K.; die K. der Arbeiter,
der Werktätigen: der K. der Besitzlosen angehören; die
oberen -n (Schichten) der Gesellschaft. 3. (bes. Biol.)
Gruppe. Einheit mit gemeinsamen, sich von anderen
unterscheidenden Merkmalen [im System der Lebewesen (zwischen
Stamm u. Ordnung)]: die K. der Wirbeltiere, der
Edelhölzer; die Lebewesen in -n einteilen; der Wal gehört in die
K.. zur K. der Säugetiere. 4. (Sport) Gruppe von Sportlern
od. Mannschaften, die nach Alter. Gewicht od. Leistung
zusammengefaßt sind: in der K. der Junioren. Senioren
starten; er ist Meister aller -n; in den höchsten -n spielen.
5.a) Gruppe von Fahrzeugen, die nach bestimmten
Anforderungen an den Motor u. a. zusammengefaßt ist: beim großen
Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. bei dem
die große K. (über 3000ccm) von den drei Mercedes-
Werksfahrern ... gewonnen wurde (Frankenberg, Fahren
139); ein Rennwagen der mittleren, der gehobenen K.;
der Führerschein K. III (Führerschein, der berechtigt, eine
bestimmte Art Autos zu fahren. z.B. PKWs); b) Gruppe
von Segelbooten, die nach Bau Vorschrift. Verbreitung. Alter
od. Zulassung zu internationalen Regatten eingeteilt sind:
der Flying Dutchman gehört der olympischen K. an. 6.
Einteilung der Ziehungen in der Klassenlotterie. 7. a) eine
Qualitätsstufe (bei [Dienst jleistungen): er fährt [in einem
Abteil] erster, zweiter K.; der Zug führt nur Wagen erster
K.; der Patient liegt nur dritter K. (im Krankenhaus);
b) Teil einer Rang-, Wertskala: Legationsrat erster K.;
der Verdienstorden erster K. 8. (ugs.) Güte. Qualität (in
bezugaufbes. hervorragende. Begeisterung od. Bewunderung
hervorrufende Leistungen): ein Künstler, eine Mannschaft
erster K.; Sich die Schwächen des Gegners zunutze machen
.... darin liegt die K. eines Boxers (MM 10. 9. 66. 17);
die Sängerin bewies erneut ihre K., war eine K. für sich,
war internationale K.; ..Morgen gehen wir in den Zirkus."
- ,JC.!" (hervorragend, ausgezeichnet!); das ist [einsame,
ganz große] K.!
Klasse- (Klasse 8; ugs. emotional in der Bed. in Begeisterung
od. Bewunderung hervorrufender Weise, gut. hervorragend):
-frau. die; -fußball, der (Jargon): -mann, der (Ballspiele
Jargon); -mannschaft. die (Sport Jargon); -Spieler, der
(Ballspiele Jargon); -weib, das.
Klassem [kla'se:m]. das; -s, -e [zu tKlasse, analog zu
Glossem. Lexem u.a.] (Sprachw.): a) semantisches Merkmal,
durch das eine ganze Gruppe von Wörtern erfaßt wird (z. B.
bei Substantiven ..Lebewesen" od. „Sachen"); b) die
entsprechende Wortklasse bestimmendes gemeinseunes
Merkmal aller derjenigen Wörter, die in einem Satz eine bestimmte
Stelle einnehmen können (z. B. Wörter der Wortklasse Ad-
1477
Klassement
Jektivals Attribut in: Das... Bauwerk stürzt ein): Klassement
[klaso'mä:, Schweiz, auch: ...mentl. das; -s, -s u. (Schweiz.:)
-e [frz. classement, zu: classe = Ordnung, Klasse < lat.
classis. f Klasse]: I. Ordnung, Einteilung. 2. (Sport)
Rangliste, Reihenfolge: sich im K. um einige Plätze verbessern.
kfyssen-. Ktyssen-: -älteste, der u. die (selten): svw.
t-Sprecher; ^analyse. die (Sozio!.): Versuch, die Gliederung einer
Gesellschaft in Gruppen mit unterschiedlichen Interessen
u. mit unterschiedlichem Status analytisch festzustellen;
^antagonismus. der: svw. Ngegensatz; -arbeit, die:
/umfangreiche] schriftliche Arbeit, die von der ganzen Klasse
(1 a) währenddes Unterrichts selbständig als
Leistungsnachweis angefertigt wird (Ggs.: Hausarbeit 2); -aufsatz. der:
vgl. -arbeit (Ggs.: Hausaufsatz); -au9einandersetzung, die:
Auseinandersetzung zwischen einzelnen Klassen (2);
-ausflog, der: Autflug, den eine Klasse (1 a) gemeinsam
unternimmt; -beste, der u. die; -n, -n <Dekl. t Abgeordnete):
bester Schüler, beste Schülerin einer Klasse (1 a); -bewußt
<Adj.>: (von Angehörigen der Arbeiterklasse) sich der
materiellen Bedingungen, der Interessen u. der Beziehungen seiner
Klasse (2) zu anderen Klassen (2) od. Gesellschaftsschichten
bewußt; -e Arbeiter, dazu: -bewußtsein, das; -bild, das:
svw. Nfoto; ^bildend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Sprachw.): eine Klasse (3) bildend; -bruder, der (kommu-
nist.): (von Angehörigen der Arbeiterklasse) jmd., der der
gleichen Klasse (2) angehört; -buch, das: vom Klassenleiter
angelegtes Buch mit allen Daten der Klasse (1 a), in das
jeder Lehrer das Thema seiner Unterrichtsstundefnj u.
sonstige Dinge, die die Klasse (1 a) betreffen, einträgt u.
abzeichnet; -ctown, der: svw. Kkasper; -erhalt, der (Sport): das
Verbleiben in der betreffenden Spielklasse: um den K. hart
kämpfen; ^erste. der u. die: svw. Nbeste; -fahrt, die:
vgl. ^ausflug; -feind, der (kommunist.): Feind der
Arbeiterklasse; -foto, das: Foto einer Klasse da) [mit dem
Klassenleiter]; ^gegensatz, der: Gegensatz zwischen den
verschiedenen Klassen (2) der Gesellschaft; -«egner, der
(kommunist.): Gegner der Arbeiterklasse; -geist, der:
geistige Haltung einer Klasse (1 a) in bezug auf Kameradschaft
u. Zusammenhalt; -genösse, der (selten): 1. svw. t ^bruder.
2. svw. Nkamerad; -gesellschaft, die: Gesellschaft mit
verschiedenen Klassen (2); ^haß, der: Haß verschiedener
sozialer Klassen (2) gegeneinander; ^Herrschaft, die
(kommunist.): Herrschaft einer Klasse (2) in einer
Klassengesellschaft; -WMier <Adj.; o. Steig.; meist attr.) (Ballspiele):
in einer höheren Spielklasse spielend: eine -e Mannschaft;
hinteresse, das (marx.): Interesse der Angehörigen einer
bestimmten sozialen Klasse (2), das durch ihre Bedürfnisse
u. Ziele bestimmt wird; ^Justiz, die (marx.): Rechtssystem
einer Klassengesellschaft; -kamerad, der: Mitschüler; ^ka-
meradin, die: w. Form zu f -kamerad; -kämpf, der (marx.):
Kampf zwischen den gegensätzlichen Klassen (der
herrschenden bzw. ausbeutenden u. der unterdrückten bzw.
ausgebeuteten Klasse) um die Entscheidungsgewalt in der Gesellschaft:
R das ist Aufreizung zum K.! (ugs. scherzh.; so eine
Ungerechtigkeit!): -kasper. der: Schüler, der zur Belustigung
seiner Mitschüler viel albert; -keile, die (Schülerspr.):
Prügel, die ein Schüler wegen unfairen, unkameradschaftlichen
Verhaltens von seinen Mitschülern bekommt; -konflikt. der:
svw. f ^auseinandersetzung; -lehrer. der: Lehrer, der für
die pädagogische Betreuung u. die organisatorische Leitung
einer Klasse (1 a) verantwortlich ist; -lehrerin. die: w. Form
zu Klehrer; -leiter. der: svw. t ^lehren -leiterin, die: w.
Form zu T^leiter; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): nicht
in Klassen (2. 7a) /ein]geteilt: die -e Gesellschaft (marx.;
der in der Theorie von Marx nicht näher beschriebene
endgültige Zustand der Gesellschaft): man strebt das -e
Krankenhaus an; -lotterie. die [zu tKlasse (6)1: Lotterie, deren
Gewinne an verschiedenen Tagen gezogen werden u. bei der für
jede Ziehung neue Lose verkauft werden; -mäßig <Adj.;
präd. ungebr.): hinsichtlich der Interessen einer Klasse (2):
-e Erziehung; -räum, der: svw. Nzimmer; -reise, die:
vgl. ^ausflug; -schrank, der: Schrank, der in einem
Klassenzimmer steht u. in dem die Unterrichtsmaterialien
aufbewahrt werden; -sieger. der (Sport): jmd., der den Sieg
innerhalb einer Klasse (4) errungen hat; -Spiegel, der:
Darstellung der Sitzordnung der Schüler einer Klasse da);
-Sprecher, der: von der Klasse (1 a) gewählter Mitschüler,
der die Interessen der Klasse vertritt; -Sprecherin, die: w.
Form zu t ^Sprecher; -Staat, der (marx.): Staat, in dem
eine Klasse (2) der Gesellschaft die Führung innehat;
-Standpunkt, der: Art u. Weise des Denkens u. Handelns der
Angehörigen einer Klasse (2); -stärke, die: Gesatnt zahl der
Schüler einer Klasse da); ^tiefer <Adj.; o. Steig.; meist
attr.) (Sport): in einer tieferen Spielklasse spielend; eine
-e Mannschaft; -treffen, das: arrangiertes
Zusammentreffen der Schüler einer Klasse da)/ nach dem Schulabschluß];
-unterschied, der: 1. Unterschied auf Grund der
Zugehörigkeit zu verschiedenen sozialen Klassen (2). 2. (Sport)
Unterschied in bezug auf die Leistung zwischen Angehörigen
verschiedener Spielklassen; -verbleib, der (Sport): svw. t
^erhalt; ^Vertreter, der (selten): svw. t ^sprechen -Vertreterin,
die (selten): w. Form zu t ^Vertreter; -vorstand, der
(österr.): svw. f sichrer; -Wahlrecht, das: vgl.
Dreiklassenwahlrecht; -Wahlsystem, das: vgl. -Wahlrecht; -weise
<AdJ.; o. Steig.; nicht präd.): in Klassen; ^ziel, das: 1.
vom Lehrplan vorgeschlagener, bis zum Ende eines
Schuljahres angestrebter Umfang an Wissen einer Klasse da). 2.
(Sport Jargon) Leistung, die den Verbleib in einer
Spielklasse sichert; -zknmer, das: Zimmer, Raum, in dem eine Klasse
(1 a) unterrichtet wird; -Zusammenkunft, die (selten).
klassieren [kla'si:ran] <sw. V.; hat) [frz. classer = in Klassen
einteilen, ordnen, zu: classe. tKlasse]: 1. nach bestimmten
Merkmalen einer Klasse (bes. 3. 4) zuordnen: Wenn er
( = bei einem Frühstart) ... mit 15 Sekunden Vorsprung
das Rennen gewinnen sollte, wird er 45 Sekunden hinter
dem Zweiten klassiert (Frankenberg. Fahren 50). 2.
(Technik) körniges Gut nach Korngröße zerlegen; <Abl.:)
Klassierung, die; -. -en; Klassifikation [klasiflka't$io:n], die; -.
-en [frz. Classification]: I. das Klassifizieren; das Einordnen,
die Einteilung / in aufgestellte Klassen]. 2. das Klassifizierte;
klassifikatorfach [klasifika'to:riJ1 <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): die Klassifikation betreffend; in der Art u. Weise
der Klassifikation; klassifizieren pclasifi'tßi:ran] <sw. V.;
hat) (zu lat. classis (tKlasse) u. facere (in Zus. -ficäre)
= machen]: (eine gegebene Menge) nach aufgestellten
Klassen (3) einteilen: Tiere. Pflanzen nach der Gattung, der
Art. nach Stämmen k.; Ü einen Menschen als Feigling,
als dumm, als vermögend k.; <Abl.:) Klassifizierung, die;
-. -en: svw. fKlassifikation; -klassig [-klasig; zu tKlasse
(1 a)] in Zusb., z. B. mehrklassig (mit mehreren Klassen).
Klassik ['kiasik], die; - [zu tklassisch (1. 2)]: 1. Kultur u.
Kunst der griechisch-römischen Antike. 2. Epoche, der durch
das griechisch-römische Vorbild eine weitgehende Aufhebung
u. Ausgewogenheit der Gegensätze gelungen ist u. die deshalb
eine überzeitliche Vollkommenheit erreicht hat, 3. Epoche
kultureller Höchstleistung: die mittelhochdeutsche K. 4.
klassische (3) Ausführung, Art: in zwei Ausfuhrungen ...
K.. Eiche rustikal ... (Augsburger Allgemeine 29./30. 4.
78.46); Klassikaner [klasi'ka:mß]. der. -s. - (österr. salopp
veraltet): svw. t Mordskerl; Klassiker, der; -s. - [nach lat.
classicus scrrptor = Schriftsteller von höchstem Rang
(= frz. auteur classique). urspr. nur fiir die antiken
Schriftsteller gebr.]: 1. Vertreter der Klassik d. 2). 2. Künstler
od. Wissenschaftler, dessen Werke, Arbeiten als
mustergültig u. bleibend angesehen werden: die K. der Malerei; Sir
Arthur Conan Doyle, der große K. des Kriminalromans;
<Zus.:) Kfyssikeraiisgabe, die: ediertes [ Gesamt /werk eines
Klassikers; klassisch CklasiJ] <Adj.; o. Steig.) [lat. classicus
= die (ersten) Bürgerklassen betreffend; ersten Ranges,
mustergültig, zu: classis. tKlasse]: 1. die antike Klassik
betreffend: das -e Altertum; -e Sprachen lernen; -e
Philologie (Griechisch u. Latein) studieren; ein -es Profil (ein
Profil, das dem der griechischen Plastik od. auf griechischen
Malereien der Antike entspricht). 2, im Sinne der
Klassik (2); die Merkmale der Klassik (2) tragend; die Klassik
(2) betreffend: -e Dichter. Dichtung; -es Ballett
(europäischer Kumttanz, besonders seit dem 18. Jahrhundert,
im Gegensatz zum moderneren [ Ausdrucksjtanz); -e Musik
vorziehen, spielen; ein Drama im -en Stil. 3. (in bezug
auf Aussehen od. Formen) in [ althergebrachter j
mustergültiger Weise lausgeführt], vollendet, zeitlos; eine -e
Formulierung; sie spricht ein -es Französisch; ein -es Kostüm;
dieser Fall ist geradezu k. (ist ganz typisch), etw. k.
formulieren. 4. herkömmlich, in bestimmter Weise traditionell
festgelegt u. so als Maßstab geltend: die -e
Nationalökonomie; die -e Lehre der Gewaltenteilung; ein -es Beispiel;
Sie sind es nicht, insofern sie gerade die -en Merkmale
der Automaten nicht besitzen (Marek. Notizen 53). 5.
(ugs.) svw. tklasse: das ist ja k.!; der Film war einfach
k.; Klassizismus [klasi't$ismus], der; -.... men: 1. <o. PI.)
1478
klauen
Stiljorm. die im Anschluß an antike, besonders römische
Vorbilder Klarheit u. Strenge der Gliederung. Geradlinigkeit
u. die Gesetzmäßigkeit der Verhältnisse betont. 2.
klassizistisches Stilmerkmal; klassizistisch <Adj.; o. Steig.): den
Klassizismus betreffend; zum Klassizismus gehörend; Klassizität
[klasitßi'te:t], die; -: klassische Mustergültigkeit, klassische
Merkmale aufweisende Beschaffenheit (einer Sache).
-kUDIer [-klesluj. der; -s. - in Zusb.. z. B. Erst-, Zweitkläßler
i Schüler der ersten, zweiten Klasse).
klastisch ['klastül <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
klän = (ab)brechen] (Geol.): (von Sedimentgestein) aus
den Trümmern anderer Gesteine stammend.
Kbter ['kla:te], der; -s, -n [wohl zu mniederd. klatte =
Schmutzfleck; vgl. KladdeJ (nordd. veraltend): 1. <P1.>
zerlumpte Kleidung; Lumpen. 2. <o. PI.) Schmutz. Dreck;
kbterig, klatrig ['kla:tte)n<;] <Adj.) (nordd. veraltend): 1.
heruntergekommen, zerlumpt, zerfetzt. 2. schmutzig. 3.
jämmerlich, elend. 4. schlimm, bedenklich.
klatsch! [klatjl <Interj.) [zu ? klatschen]: lautm. fiir ein
Geräusch, das entsteht, wenn man die Hände
zusammenschlägt od. wenn etw. [weiches] Schweres flach auf etw.
Hartes fällt; Klatsch [-], der; -[e]s, -e: 1. Geräusch, das
entsteht, wenn etw. [feuchtes, weiches] Schweres flach aid
etw. Hartes schlägt; es gab einen K.; er gab ihr einen
K. auf den Hintern. 2. <o. PI.) (ugs.) a) (abwertend) / übles,
gehässiges/ Gerede [hinter jmds. Rücken]; der Neugier
entgegenkommende Neuigkeiten aus dem Bereich anderer:
das ist doch alles nur K.; sich nicht um den K. kümmern:
jmdm. Anlaß zum K. geben; b) Plauderei. Gespräch über
weniger wichtige] private Dinge; ein gemütlicher K. bei
einer Tasse Kaffee.
kfytsch-. Klatsch-: -base. die (ugs. abwertend): Frau, die
gern klatscht (4 a), die Klatsch (2a) verbreitet; -blatt, das
(ugs. abwertend): Zeitung, die gesellschaftlichen Klatsch
(2 a) verbreitet; ^geschichte, die (abwertend): Geschichte,
die auf Klatsch (2 a) basiert; -kokimnist, der (abwertend):
jmd.. der regelmä/Jig für eine bestimmte Zeitung Artikel
schreibt, die gesellschaftlichen Klatsch (2 a) zum Inhalt
haben; Miiaul, das (ugs. abwertend): vgl. ^base; -mohn, der:
scharlachrot blühende, auf Feldern u. Brachland wachsende
Blume mit dünnem Stiel u. gefiederten Blättern; Feldmohn;
^n^ß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (ugs. emotional): völlig,
durch u. durch naß: ^nest, das (ugs. abwertend): kleiner
Ort. in dem viel geklatscht (4a) wird: ^rose, die: svw.
I Pfingstrose; -spalte, die (ugs. abwertend): Teil der
Zeitung, in dem der gesellschaftliche Klatsch (2 a) steht; -sucht.
die <o. PI.) (abwertend): Sucht, zu klatschen (4a). Klatsch
(2 a) zu verbreiten, dazu: -süchtig <Adj.; nicht adv.).
-süchtigkeit, die: svw. Nsucht; -tante, die (ugs. abwertend):
svw. Nbase; -trine, die (ugs. abwertend): svw. T^base;
^weib. das (ugs. abwertend): svw. T^base.
Klatsche ['klaLW. die; -. -n: 1. dünne Stange aus Metall od.
Kunststoff an der ein elastisches Blatt (5) [beweglich
angebracht ist u. die bes. zum Schlagen nach Fliegen
benutzt wird: ich versuche, die Fliegen mit der K. zu
erwischen. 2. (ugs. abwertend) Klatschbase. 3. (landsch.
abwertend) jmd.. der jmdn. verrät; Petze. 4. (Schülerspr
landsch.) Übersetzung eines fremdsprachlichen Textes (als
Hilfsmittel); klatschen fklatTn] <sw. V.; hat) [lautm.|:
l.a) ein helles] scliallewies Geräusch durch das
Aufschlagen von etw. i weichem] Schwerem auf etw. Hartem von
sich geben: der Regen klatscht gegen die Fensterscheiben,
auf das Dach: die nassen Segel klatschten gegen den
Mast; <unpers.:) er bekam eine Ohrfeige, daß es nur so
klatschte; wir hörten es mächtig k.. als er ins Wasser
sprang: b) (ugs.) (etw. Feuchtes o.a.) durch Werfen
klatschend ( 1 a) aujetw. auf treffen lassen: die Schüler klatschten
mit Begeisterung den nassen Schwamm an die Tafel; den
Mörtel an die Wand k.; Ü Betonstädte in die Landschaft
k. 2. a) die Innenflächen der Hände [ wiederholt! gegeneinan-
derschlagen: das Kind klatschte vor Freude in die Hände;
er klatschte [in die Händel, um sich Ruhe. Gehör zu
verschaffen; b) durch Klatschen (2a) angeben: den Takt,
den Rhythmus k.; c) durch Klatschen (2 a) seine
Zustimmung. Begeisterung ausdrücken; applaudieren:
zurückhaltend, lange, stürmisch, im Takt k.; einige Abgeordnete
der Opposition klatschten; (auch mit Obj.:) sie klatschten
[dem Solisten] begeistert Beifall. 3. mit der flachen Hand
klatschend i\ a)schlagen: ich klatschte ihm. mir vor
Begeisterung auf die Schenkel. 4. a) (ugs. abwertend) in
geschwätziger Weise [über nicht Anwesende] reden: mit jmdm. k.;
über die neuen Nachbarn k.; b) (landsch.) etw. verraten,
petzen: er lief sofort zum Lehrer, um zu k.; klitschenaß:
t klatschnaß; Kfytscher, der; -s. -: jmd.. der Beifall klatscht
[u. dazu engagiert ist]; Klatscherei fclakfd'r^J], die; -. -en
(ugs. abwertend): dauerndes Klatschen (4 a); Kfytscherin,
die; -, -nen: w. Form zu tKlatscher; klatschhaft <Adj.;
-er.-este; nichtadv.): gerne klatschend (4 a); <Abl.:)Kl^tsch-
haftigkeit, die; -; klatschte <Adj.; nicht adv.) (selten): svw.
t klatschsüchtig; Ktytschung.die;-. -en (Fachspr.):day Sc/i/a-
gen des Masseurs mit der flachen Hand (beim Massieren).
Klau [klay]. die. -. -en [niederd. Klau = Klaue] (See-
mannsspr.): unteres Endstück der Gaffel, das den Mast
gabelförmig (klauenartig) umgreift. Vgl. Klaufall.
-klau [-klay], der; -s [zu f klauen]: ugs. scherzh. gebrauchtes
Grundwort von Zus. mit der Bed. (gedachtes) Wesen als
Verkörperung der in größerem Umfang geschehenden
Verschwendung. Entziehung. Entwendung von etw. (z. B.
Kohlenklau. Bücherklau): [der] Kohlenklau geht [wieder] um
(ns.; Hinweis, der dazu auffordern soll, sparsam mit [dem
wertvollen Rohstoff) Kohle umzugehen); An der Philipps-
Universität Marburg geht der Bücherklau um {werden
Bücher gestohlen; MM 15. 6. 1973. 31).
Klaubarbeit [klapp-], die; -. -en (Bergmannsspr.): Arbeit
des Klaubens (1 b); klauben [kl^pbn] <sw. V.; hat) [mhd.
klüben. ahd. klübön]: l.a) (landsch.) etw. mühsam u.
einzeln, eins nach dem anderen (indem man es - mehr mit
den Fingerspitzen faßt, greift, herauslöst, herausholt) aus
od. von etw. entfernen: die Rosinen aus dem Kuchen k.;
die Krümel von der Tischdecke k.; Ü den eigentlichen
Sinn aus einer Rede k.; b) (Bergmannsspr.) (brauchbare
Stücke) aussondern: Kohle aus dem Geförderten k. 2.a)
(bes. südd., österr. ugs.) Stück für Stück. einst%nach dem
anderen sammebuJatif-. wegnehmen: Kartoffeln, Äpfel,
Beeren k.; Holz, Reisig k.; b) (landsch.) durch Klauben (1 a)
laus]sortieren, [aus]lesen: Erbsen, Bohnen k.; <Abl.:>
Klauber, der; -s. -: vgl. Wortklauber; Klauberei [klauto'raj],
die: -. -en (ugs. abwertend): 1. dauerndes Klauben. 2. vgl.
Wortklauberei; <Zus.:) Klaubholz [kl^pp-]. das <o. PI.)
(südd.. österr.): im Wald frei am Boden liegendes Holz-
[stück], das gesammelt u. als Brennholz verwendet wird.
kläuchen [kbj/<^nl. das; -s, -: t'Klaue (la. b); 'Klaue
['klvidl. die; -. -n [mhd. klä(we). ahd. kläwa = Kralle;
Pfote, Tatze, eigtl.: die Packende; die Geballte]: l.a) <Vkl.
tKläuchen) (bei Haarraubwild u. Raubvögeln) [Fuß mit]
Krallen: die scharfen -n des Löwen, des Tigers; der Adler
packte sein Opfer mit den -n; die -n (Jägerspr.; Pfoten)
des Hundes; Ü in jmds. -n, (auch:) jmdm. in die -n geraten;
jmdn. in seine -n bekommen; jmdn. aus jmds. -n befreien;
jmdn. den -n des Todes entreißen (geh.; aus Todesgefahr
retten); b) <Vkl. tKläuchen) (salopp, oft abwertend) Hand:
nimm deine schmutzigen -n da weg!; Plötzlich hatte ich
die Luftbüchse in den -n (Plenzdorf, Leiden 125); c) <o.
PI.) (salopp abwertend) (schlechte, unleserliche) Hatid-
schrift: er hat eine fürchterliche K.; jmds. K. nicht lesen
können. 2. (hei Paarhufern) eine der beiden Hälften des
hufartigen Fußes. 3. (bes. bei Insekten) scheren-,
zangenähnlicher Fortsatz des Fußes. 4. (bes. Handw.. Technik) a)
(bei verschiedenen Werkzeugen. Geräten. Vorrichtungen)
Teil von klauenartiger od, hakenartiger Form, insbes. mit
dem Zweck des Fassens. [Hinein]greifens: die -n eines
Greifers; die K. einer Sperrklinke; b) dreiecksförmige
Aussparung an der Verbindungsstelle zweier Balken; c) Ansatz
an einem Maschinenteil, der bei Einrücken od. Eingreifen
in eine entsprechend geformte Aussparung in einem anderen
Maschinenteil mit diesem eine lösbare Verbindung herstellt;
blatte [-] in der Wendung auf K. sehen (salopp: stehlen
gehen; zu t klauen): Nach der Schule gingen wir auf K.
Wir sagten Selbstbedienung dazu (Spiegel 25. 1977. 97);
klauen f'kl^uan] <sw. V.; hat) [eigtl. (noch mundartl.) =
mit den Klauen fassen, kratzen, vgl. mniederd. klouwen,
ahd. kläwen = krallen, kratzen; zu t'Klaue] (salopp):
ikleinere Dinge ] stehlen: beim Nachbar Kirschen k.; jmdm.
die Uhr k.; Im Lokal klauen sie Bierdeckel und Ascher,
Ü Scherzkonserven ... Zeugs, bei dem man meilenweit
riecht, daß es aus irgendeinem Buch geklaut ist (Rocco
[Übers.]. Schweine 139); wer ... nichts Besseres zu
sagen hat .... der soll ... nicht ... 5000 Zuschauern den
Abend k. (ihnen nicht das Vergnügen an dem Abend nehmen;
Kinski, Erdbeermund 10).
1479
klauen-, Klauen-
klauen-,Klauen- ('Klaue 1 a): -artig <Adj.; o. Steig.):
^förmig <Adj.; o. Steig.: nicht adv.>: ^feft, das: vgl. mJI; ^ftiß,
der: I. (an Möbeln usw.) klauenförmig gestalteter Fuß.
2. (Med.) Hohlfuli mit Krallenstellung der Zehen: ^los
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.) (Zool.): o/me Klauen; ^öl,
das (Handw.. Technik): bes. aus Rinderklauen gewonnenes
feines Schmieröl; -pfleger, der (Landw.): männl. Fachkraft
zur Pflege der Klauen (2) des Viehs (Berufsbez.): -seuche,
die: kurz für tMaul- und Klauenseuche; -zange, die
(Med.): chirurgische Zange mit klauenförmigen Backen.
Klaufall, das; -[e]s. -en [zu t2Fall]: Tau zum Aufziehen der
Klau.
klaufen fkl^jfn] <sw. V.; hat) [zusgez. aus tklauen u.
tkaufen] (ugs.. bes. Jugendspr.. scherzh. verhüll.): stehlen
(insbes. im Kaufhaus).
Klaus [klaps], der: -. -e od. Klause ['klQyzs; nach dem
m. Vorn. Klaus. Kurzf. von Nikolaus: 3: scherzh.
Übertragung des Namens auf den Nachschlüssel]: 1. (landsch.)
svw. tNikolaus. 2. (schweiz. ugs.) Dummkopf. 3. <Vkl.
fK läuschen) (Gaunerspr.) Dietrich; Klauschen ['klQys<pn].
das; -s, -: f Klaus (3).
Klausdamm ['kl^ps-l. der: -[e]s. ...dämme [zu tKlause (4. 5)]
(Flößerei): Damm zum Aufstauen von Bach-, Fhißwasser.
das bei Bedarf abgelassen wird u. dadurch die Holzflößerei
ermöglicht; Klause [klapzaj. die; -, -n Imhd. klüse, ahd.
klüsa < mlat. clusa = (Kloster)zelle, Hinsiedelei;
Behausung, zu lat. cl(a)üsum. 2. Part, von: claudere = (ver)-
schließen]: 1. Behausung eines Einsiedlers. Einsiedelei. 2.
Klosterzelle. 3. kleinere Wohnung, Zimmer (als Ort der
Ruhe, des Ungestörtseins für den darin Wohnetulen): eine
gemütliche K. haben; in seiner stillen K. lesen, arbeiten.
4. svw. tKlus. 5. (Flößerei) svw. tKlausdamm; Klausel
['klajjzl], die; -. -n [lat. clausula = Schluß(satz). Schluß-.
Gesetzesformel, zu: claudere, tKlause]: 1. [als
Einschränkung] eingefügte ml. hinzugesetzte Nebenbestimmung, -be-
dingung. bes. in einem Vertrag: eine einschränkende,
aufhebende K.; eine K. in einen Vertrag einsetzen, einfügen;
eine K. anwenden. 2. (Rhet.) (in der antiken Kunstprosa)
rhythmischer Satzschluß in einer der festliegenden
metrischen Fonnen. 3. (in der mittelalterlichen Musik)
formelhafte melodische Schlußwendung; Klausner [kl^psne], der, -s.
- [mhd. klüsensre. zu tKlause]: Bewohner einer Klause
(I). Einsiedler; Klaustrophilie [klaMstrofi'li:], die; -. -n.
[...i:an; zu lat. claustrum = Schloß; Gewahrsam u. griech.
philia = (Vor)liebe, (Zu)neigung] (Psych.): krankhafter
Drang, sich einzuschließen, abzusottdern; Hang zur
Einsamkeit; Klaustrophobie [...fo'bi:]. die; -, -n [...i:an; tPhobie]
(Psych.): krankhafte Angst vordem Aufenthalt in
geschlossenen Räumen; klausulieren [kla*izu'li:ren] <sw. V.; hat) [zu
T Klausel] (selten): in Klauseln fassen, bringen;
verklausulieren; Klausur [kl^i'zu:?]. die; -. -en [spätlat. clausuni =
Einschließung, zu lat. claudere = (ab-, verschließen]: 1.
<o. PI.) Abgeschlossenheit / gemäß der Ordensregel od.
Vorschrift}: jmdm. K. auferlegen; in strenger K. leben; in
K. verhandeln, tagen. 2. Klosterbereich (Wohnbereich),
für den Abgeschlossenheit vorgeschrieben ist: Fremde haben
keinen Zutritt zur K. 3. svw. t Klausurarbeit: eine K.
schreiben; während der K. kam es zu Störungen; <Zus.:)
Klausurarbeit, die: eine unter Aufsicht in einer bestimmten Zeit
zu schreibende [wissenschaftliche] Arbeit, die mit einer
Leistungsnote bewertet wird; Klausurtagung, die: Tagung unter
Ausschluß der Öffentlichkeit.
Klavi: PI. von tKlavus.
Klaviatur [klavia'tu:?]. die: -. -en [latinisierend zu t Klavier
in der alten Bed. „Tastatur"]: 1. (bei Tasteninstrumenten)
Gesamtheit der Tasten: Läufe, die über die ganze K. gehen.
2. (ein gewisses Staunen hervorrufende) Vielfalt, breite
Skala der [benutzbaren] Möglichkeiten. Spielarten. Formen:
die ganze K. des Menschlich-Allzumenschlichen bleibt mir
unverändert vertraut (Thielicke. Ich glaube 49); die K.
der demagogischen Rhetorik, des differenzierten
Gefühlsausdrucks, der diplomatischen Kniffe und Tricks virtuos
beherrschen; Klavichord [klavikort], das; -[eis. -e [mlat;
clavic(h)ordium. zu mlat. clavis = Taste u. griech. chordc
= Saite, tKlavier]: altes Tasteninstrument, dessen Tasten
am Ende Metallstifte od. -plättchen tragen, mit denen die
fast parallel zur Tastatur angeordneten, waagerecht
liegenden Saiten angeschlagen werden; Klavier [kla'vi:g], das;
-s, -e [frz. clavier = Tastenreihe. Tastenbrett, zu mlat.
clavis = Taste < lat. clävis = Schlüssel, zu: claudere
= schließen]: 1. (wie ein Möbelstück in Räumen
aufzustellendes) Musikinstrument von gewisser Breite u. Holte mit
Tasten zum Amchlagen der senkrecht zur Tastatur
gespannten Saiten: ein verstimmtes K.; ein mechanisches K. (elek-
tromechanisches Klavier. Pianola); ein elektrisches K. (1.
elektromechanisches Klavier. Pianola. 2. ugs.; elektronisches
Klavier; Klavier, bei dem die angeschlagenen Töne elektro-
akustisch erzeugt werden): das K. stimmen; K. spielen
(auf einem Klavier ixi. Flügelspielen); es singt Fischer-Dies-
kau, am K. (^ Flügel begleitet): Gerald Moore; am
K. sitzen [und spielen]; etw. auf dem K. spielen: jmdn..
jmds. Vortrag auf dem/am K. begleiten; ein Konzert für
K. und Orchester; R ich kann nur auf einem schwarzen,
weißen, braunen usw. K. spielen (scherzhafte Antwort
auf eine Aufforderung zum Klavierspielen, wenn der
Betreffende nicht Klavier spielen kann od. will, wobei immer
eine Farbe genannt wird, die das vorhandene Klavier nicht
hat): Ü auf jmds. Nerven K. spielen (ugs.; jmdm. mit
einer Tätigkeit, mit einem bestimmten Verhalten stark auf
die Nerven fallen): *kein K. spielen (veraltend scherzh.;
keine Rolle spielen, nicht wichtig sein): auf zwei -en spielen
(ugs.: zwei ganz verschiedene i eigentlich unvereinbare]
Angelegenheiten zugleich betreiben): mit K. und Geige (ugs.;
großartig, mit allem, was dazugehört): ganz groß, K. und
Geige! (ugs.; als spontane, emotional geäußerte
Anerkennung). 2. (berlin. salopp) breites Gesäß (meist in bezug
auf Frauen): Mensch, hat die ein K!
Klavkr (Klavier 1): -abend, der: Abenilveranstaltung. die
in einem Klavierkonzert (2) besteht; -auszug, der: svw.
T Auszug (4 c); -bauer, der: -s. -: Instrumentenbauer, der
auf Klaviereo. ä. spezialisiert ist (Berufsbez.): -bearbeitung,
die: Bearbeitung eines Musikstücks zur Wiedergabe auf
dem Klavier; -begleitender: vgl. ^begleitung; -hegleiüing,
die: Begleitung auf dem Klavier; -deckel, der: aufklappbarer
Deckel für die Klaviatur eines Klaviers od. Flügels; -hocker,
der: vgl. ^schemel; -konzert,das: I. für Klavier u. Orchester
komponiertes Konzert. 2. Konzertveranstaltung, beider
Klaviermusik vorgetragen, aufgejührt wird; -lehrer, der:
Lehrer, der das Klavier spiel lehrt; -lehrerin, die: w. Form
zu N lehrer; -literatur, die: Gescuntheit der in Form von
Notentexten vorliegenden Werke. Stücke usw. für Klavier;
-löwe, der (ugs.): vgl. Tastenlöwe; -mechanik, die: innerer,
mechanischer Teil des Klaviers, durch den der Tastenart-
schlag auf die Saiten übertragen wird; -musik. die: Musik
für Klavier; -part, der: -pedal, das; -quartett, das: 1.
Quartett für Klavier u. drei Streichinstrumente (bes. Violine.
Bratsche u. Cello). 2. Ensemble, das ein KlavierQuartett
(1) od. ein Stück gleicher Besetzung aufführt; -quintett,
das: 1. Quintett für Klavier u. vier Streichinstrumente (bes.
2 Violinen. Bratsche u. Cello). 2. Ensemble, das ein Klavier-
ouintett (\)od. ein Stück gleicher Besetzung aufführt; -saite.
die; -satz, der: I. Tonsatz für Klavier. 2. das für Klavier
Gesetzte, bes. in seiner Form. Eigenart; ^schemel, der:
/ drehbarer u. in der Höhe verstellbarer] Schemel für den
Klavierspieler; -schule, die: Lehr- u. Übungsbuch für das
Klavierspiel; -sessel,der: vgl. ^schemel; -sonate, die:
Sonate für Klavier; -spiel, das: das Spielen auf dem Klavier;
-spieler, der: jmd.. der Klavier spielt od. spielen kann;
-Stimmer, der; -stockerl, das (österr. ugs.): svw. t
^Schemel; ^stück, das: Musikstück für Klavier; -stuhl, der: vgl.
^schemel; -stunde, die: Unterrichtsstunde, in der jmd. im
Klavierspiel unterrichtet wird: K. haben, nehmen,
bekommen, (ugs.:) kriegen; -suite, die: Suite für Klavier; -taste.
die; ^frio, das: 1. Trio für Klavier u. zwei Streichinstrumente
(bes. Violine u. Cello). 2. Ensemble, das ein Klaviertrio
(1) od. ein Stück gleicher Besetzung aufführt; -Unterricht,
der: Unterricht im Klavierspiel; -virtuose, der: Virtuose
auf dem Klavier; ^Vortrag, der: 1. Vortrag auf dem Klavier.
2. Vortragsweise beim Spielen auf dem Klavier.
klavieren [kla'vi:ron] <sw. V.; hat) [nach den Bewegungen
der Finger beim Klavierspiclen. urspr. = Klavier spielen,
auch: mit Klaviatur versehen] (landsch.): herumfingern;
klavieristisdi [klavi'ristij] <Adj.; o. Steig.) (Musik): die
Technik des Klavierspiels betreffend, ihr entsprechend, ihr
gemäß; Klavikel [klavi:kj]. das; -s. -: veraltet für TKlaviku-
la; Klavikula [..Jcula], die; -. ...lä: eindeutschend für IClavi-
cula;<Abl.:)klavikular[klavikula:?]<Adj.;o.Steig.: nicht
adv.) (Med.): das Schlüsselbein betreffend, dazu gehörend;
Klavizimbel [...'&anb}].das; -s. - (veraltet): svw. I Clavicem-
balo; Kbvus: eindeutschend für TCIavus (2).
1480
Klecks
kleb-. Kleb- (vgl. auch: Klebe-): ^Festigkeit, die (Fachspr.):
-fläche, die: (mit einem Klebemittel versehene bzw.
präparierte) klebende Fläche: ^folie.die: svw. t Klebefolie; -harz.
das: als Klebemittel dienendes Harz: ^kitt. der: als
Klebemittel dienetuler Kitt: -fcraft. die <o. Pl.>; -kraut, das:
(zur Gattung Labkraut gehörende) Unkrautpflanze mit
empört/eifernden Stengelnu. Kletten: -mittel, das: svw.
TKlebemittel; -papter. (auch:) Klebepapier, das: Papier mit
Klebstoff schuht: -pflaster, das: svw. t Klebepflaster;
^rolle, (auch:) Kleberolle, die: als Rolle hergestellter
Klebstreifen: ^stelle, (auch:) Klebestelle, die: Stelle, an der etw.
geklebt, ani einander] geklebt ist ixt. wird: -Stoff, der:
Haftung bewirkender i zähflüssiger I Stoff, der dazu dient, etw.
mit etw. an der Oberfläche mehr ixi. weniger fest zu
vereinigen, zu verkleben, etw. an etw. zu kleben, dazu: -stoffschidit,
die: Schicht, Beschichtung aus Klebstoff: -streifen, (auch:)
Klebestreifen, der: Papier-, Kunststoff streifen mit
Klebstoffschicht.
Klebe ['kle:tol. die; - [1: zu tkleben (1); 2: zu t kleben (7)]:
1. (ugs.) Klebstoff. 2. (Fußball Jargon) Fuß, Bein, in dem
sehr viel Schußkraft steckt.
Klebe- (vgl. auch: Kleb-): -band, das: / Kunst jstoff-,
Papierband, -streifen mit Klebstoffschicht: -bindung.die (Buchw.):
Bindeverfahren, bei dem die einzelnen Blätter an der Kante
zum BuchbliKk zusammengeklebt werden: -etikett, das;
-folie, (auch:) Klebfolie, die: Kunststoffolie mit
Klebstoffschicht: -gürtel,der: svw. I Leimring; -mittel,(auch:)
Klebmittel, das: zum Anleinander/kleben dienetules Mittel:
Klebstoff: -papier, das: svw. t Klebpapier; -pflaster,
(auch:) Klebpflaster, das: Heftpflaster ohne Mullauflage:
trolle, die: svw. 1 Klebrolle; -schiebt, die: Klebstoffschicht:
-stelle, die: svw. f Klebstelle; -streifen, der: svw.
TKlebstreifen; -verband, der (Med.): mit Heftpflaster od.
Klebstoff hergestellter bzw. befestigter Wundverband: -zettel,
der: auf der Rückseite mit Klebstoffschicht versehener Zettel.
kleben [kle:bn] <sw. V.: hat) [mhd. kleben, ahd. kleben
= kleben, anhaften]: I. durch die Wirkung eines
(Kleb)Stoffes od. auf Grund eigner Klebkraft fest an etw. hängen,
an, auf etw. haften: am Fenster klebt ein nasses Blatt;
an der Litfaßsäule kleben Plakate; an seiner Backe, auf
der Tischplatte klebt Marmelade; die feuchten Haare
kleben ihr im Gesicht; das Hemd klebt ihm am Körper;
etw. an den Fingern k. haben; Ü an den Hängen kleben
die primitiven Hütten der Eingeborenen; jmdm. am
Auspuff k. (salopp; / in einer Kolonne] dicht hinter einem
anderen herfahren): drei Wochen kleben wir nun schon in dieser
Hafenstadt (ugs.; sitzen wir fest); die Unterschrift klebt
in der rechten unteren Ecke; (Sport Jargon:) Müller
bombte, und der Ball klebte im Netz; Ein Samstagnachmittag
und das Pokalspiel; alle klebten an ihrem Radio (Brand
[Übers.]. Gangster 31); am Mann, am Gegner k. (Sport;
den Gegenspieler ganz nah. eng decken): jmds. Blicke kleben
an jmdm.. an etw. (sind unablässig auf jmdn., auf etw.
gerichtet, geheftet): (Sport:) häufiger Fehler des Torwarts
ist. daß er zu sehr an der Linie klebt: sie klebt an ihm
(salopp; hängt an ihm u. kann sich nicht von ihm trennen):
* einen k. haben (landsch.; angetrunken sein): jmdm. eine
k. (salopp; jmdm. mit der flachen Hand einen Schlag ins
Gesicht, eine Ohrfeige geben): sie hatte ihm eine geklebt.
2. Klebkrall haben: gut k.; sehr fest k.; das Ptlaster klebt
nicht mehr. 3. (ugs.) a) (an der Oberfläche) in einem
Zustand sein, der das Klebenbleiben von etw. od. an etw.
bewirkt: klebrig sein: die Bonbons kleben; meine Hände
kleben [vor Dreck]; mein Hemd klebt (ist feucht u. klebt
mir am Körper): ich klebe (meine Hände situl klebrig):
sie klebte [am ganzen Körper] (schwitzte, u. ihre Kleider
klebten ihr am Körper fest): b) etw. (Atiklebendes) an
sich hängen haben: der Fliegenfänger klebt voller Fliegen.
4. (ugs.) sich nicht überwinden, entschliefien können, etw.
aufzugeben, sich von etw. zu trennen, zu lösen, loszureißen:
im Wirtshaus k.; die Besucher klebten an ihren Stühlen;
U an seinem Posten k.: der Minister klebt an seinem Sessel;
am Geld, an Äußerlichkeiten, an Einzelheiten k. 5. mit
etw. verbunden sein: an dieser Arbeit klebt viel Schweiß:
an dieser Bronzeplastik kleben viele Erinnerungen; an ihm
klebt die Schande eines schlechten, unehrlichen Lebens
(Zuckmayer. Fastnachtsbeichte 140). 6.a) so an, in. an)
usw. etw. anbringen, befestigen, daß es daran, darin, darauf
usw. klebt: Plakate. Tapeten an die Wand k.; eine Marke
auf den Brief k.: Fotos ins Album k.;
[Versicherungsmarken] k. (früher ugs.; Sozialversicherungsbeiträge entrichten,
indem man Sozialversicherungsmarken kaufte u. sie als Beleg
in ein entsprechendes Heft klebte): b) mit Klebstoff o. ä.
reparieren, wieder zuseunmenfügen: Teichmann steckte sich
eine Zigarre an. Sie war etwas zermanscht, er mußte sie
mit Spucke k. (Ott. Haie 347); einen gerissenen Film k.;
einen Riß k. (mit Klebstoff schließen). 1. (bes. Fußball)
wuchtig schießen, werfen: den Ball in die linke obere Ecke
k.; klebenbleiben <st. V.; ist): I. /'anklebend, festklebendj
haftenbleiben: die Fliege ist am. auf dem Leim
klebengeblieben. 2.a) (ugs.) gezwungenermaßen dicht, fest an, in, auf
usw. etw. bleiben, sich immer wieder an, in, auf usw. etw.
auflialten: mit seinem Sportwagen hinter einem langsamen
Auto k.; Ich rang nach Atem. Ich wollte nicht auf dem
Meeresgrund k.. ich wollte dort oben zugrunde gehen mit
meinesgleichen (Seghers. Transit 102); Das schwarze
Sturmtief bleibt über Italien kleben (Grzimek. Serengeti
25); wegen eines Maschinenschadens blieben wir drei
Wochen in dem Hafen kleben; b) (salopp) in der Schule
sitzenbleiben (I); c) (ugs.) vgl. kleben (4): an den Stühlen k.: er
ist bis zum späten Nachmittag bei seinen Verwandten
klebengeblieben; Ü an Einzelheiten k.; d) vgl. kleben (5):
die Schande wird an ihm. an seinem Namen k.; Kleber,
der: -s. - [1: mhd. kleber = Gummi; Baumharz. Schleim]:
1. (bes. ugs.. Gewerbespr.) Klebstoff. 2. (Fachspr.) die
Backfäliigkeii des Mehls bedingende klebrige, zähe
Eiweißmasse im Getreidekorn: Gluten. 3. (Jugendspr.)
sitzengebliebener Schüler. 4. (Sport Jargon) Reitpferd, das sich im
Rennen an ein atuleres drängt u. nicht an diesem
vorbeizubringen ist: klebrig ['kle:bru}]<Adj.> [zu mhd. kleber = klebend,
klebrig]: 1. <nicht adv.> klebend: mit Klebstoff, mit etwas
Zähflüssigem behaftet: -e Hände haben; die Bonbons sind
k.; seine Hände sind k. von Schweiß; etw. fühlt sich k.
an; Ü -e (zälie u. aiddringliche) Distanzlosigkeit (Acta
Paedopsychiatrica 3, 1966. 69). 2. (abwertend) schmierig,
aufdringlich-widerlich, zweideutig u. gemein: ein -er
Mensen; ein -es Benehmen; k. lachen; <Abl.:> Klebrigkeit,
die; -: 1. klebrige (1) Beschaffenheit. 2. klebriges (2) Wesen:
Klebung, die; -. -en (Fachspr.): Geklebtes, Klebstelle: die
-en halten Belastungen bis zu 300 kg/cm2 aus.
klecken [klekn] <sw. V.> [mhd., ahd. klecken = klatschen;
ausreichen, zu Tklack] (veraltet, noch mundartl.): I. (von
Flüssigkeiten) geräuschvoll fallen <ist>. 2. <hat> a)! schnell I
vonstatten gehen: b) ausreichen.
kecker-, Kicker- (ugs. abwertend): -fritze, der [t-fritze]:
jmd. (meist ein kleiner Junge), der beim Essen kleckert
(1 a); -kram, der: aus vielen unbedeutenden, kleinen Teilen
nach u. nach] Zuswnmenkommendes. das kein richtiges
bzw. kein ins Gewicht fallendes Ganzes ergibt: diese
gelegentlichen Aufträge sind doch nur K ; -liese, die [zum
2. Bestandteil vgl. Heulliese]: jmd. (meist ein kleines
Mädchen), das beim Essen kleckert (1 a); Mvebe <Adv.>: in
vielen kleinen, < zögerndj aufeinanderfolgenden Teilen.
Schriften: in /zögernder] off unterbrochener Folge: seine
Schulden k. bezahlen; die Teilnehmer trafen k. (nicht alle
auf einmal, sondern meistens einzeln in unregelmäßigen
Abständen) ein; <auch attr.:> k. Erledigung.
Kleckerei (klckd'nyl. die; -. -en (ugs. abwertend):
[dauerndes] Kleckernd a,2); kleckern [kicken] <sw. V.)
[Iterativbildung zu t klecken] (ugs.): 1. <hat> a) mit herunter
tropfender, -laufender Flüssigkeit o. ä. Flecken machen: beim Essen,
beim Malen k.; kleckere nicht so!; aufs Tischtuch k.; b)
kleckenid verschütten, laufen, tropfen lassen: Suppe über
das Tischtuch, auf den Boden k.; <unpers.> Ich ... schrieb
ganz gerne Aufsätze, aber es kleckerte (es stellten sich
ein) ununterbrochen Rechtschreibfehler (Kempowski,
Immer 106). 2. (von Flüssigkeiten o.a.) heruntertropfen,
-laufen u. Flecken machen <ist>: etwas Farbe. Soße ist
auf die Decke gekleckert. 3. <hat> a) zögernd, mit vielen
Unterbrechungen verlaiden. vorangehen: die Arbeit kleckert
nur; Wie gehen die Geschäfte? Es kleckert [so]; die
Bestellungen kleckern (kommen nur zögernd herein): b) [immer
wieder / nur geringe Mittel für etw. aufwenden (Ggs.: klotzen
1 a): die erfolgversprechende Devise ... nicht k.. sondern
klotzen!... Keimtötende Medizin wird häufig unterdosiert
(Spiegel 17,1975.74); Klecks [kleks], der; -es, -e [zu veraltet
Kleck = Fleck. Klümpchen. rückgeb. aus 1 klecken]: 1.
Färb-. Tintenfleck: da ist ein K, auf der Leinwand; -e
ins Heft machen; Ü die Sonne scheint durch das Laub
und malt gelbe -e auf den Boden. 2. (ugs.) kleine Menge
1481
Klecksbild
einer weichen Masse; wie man sie zum Gebrauch. Genuß
usw. irgendwohin befördert: ein K. Marmelade, Butter.
Senf: Kl^cksbild. das: -lels. -er: svw. TKIecksographie:
klecksen l'kleksn] <sw. V.: hat) [zu tKlecks od.
Iterativ-Intensivbildung zu tklecken]: l.a) Kleckse (1) machen: ins
Heft k.; paß auf. daß du nicht kleckst!: der Füllfederhalter
kleckst; b) (ugs. abwertend) schlecht malen; schlecht (mit
Tinte) schreiben: das ist nicht gemalt, das ist gekleckst.
2. (ugs.) [nach u. nach jeweils] eine kleine
zusammenhängende Menge einer weichen od. / dick 1 flüssigen Masse mit einem
gewissen Schwung irgendwohin fallen lassen: Farbe auf die
Leinwand, Marmelade aufs Brot k.; die Butter aufs Brot
k.: <Abl.:> Kleckser, der; -s. - (ugs.): I. (abwertend) jmd..
der kleckst (1). 2. svw. tKlecks (1); Kleckserei [kleksa'nyj.
die; -. -en (ugs. abwertend): 1. <o. PI.) dauerndes Klecksen
(1.2). 2.a) • Hin] gekleckstes,! -1 geschmiertes.
'-1gesudeltes; b) schlecht gemaltes Bild; klecksig <Adj.) (abwertend):
voller Kleckse. Flecken: eine -e Tischdecke; k. schreiben:
Klecksographie [kleksogra'fi:]. die; -. -n [...i:an; zu tKlecks
u. T-graphie] (Psych.): eines von mehreren aus Klecksen
erzeugten, keinen Sinn enthaltenden Bildern einer Reihe,
die bei bestimmten Persönlichkeitstests von der Testperson
gedeutet werden müssen.
Kledaae [kle'da:s>]. Kledasche [...a:fc], die: -. (selten:) -n
[scherzh. französierende Bildung zu Kleid u. der frz.
Nachsilbe -age] (nordd.. nid. salopp, oft abwertend): Kleidung,
Kleider: was trägst du denn für eine seltsame K.
Klee [kle:]. der. -s [mhd. kle. ahd. chleo]: (zu den
Schmetterlingsblütlern gehörende) krautige i Futter] pflanze! nj mit
dreiteiligen Blättern u. kugeligen weißen, gelblichen od.
rötlich-violetten Blüten, bes. Rot-, Wiesenklee: der K. blüht;
den K. schneiden; K. säen: *imdn., etw. über den grünen
K. loben (ugs.; übertrieben. übermäßig loben; eigtl. = noch
mehr loben als der Dichter den grünen Klee, die blumige
[Klee]wiese o. ä.; nach der häufigen Verwendung des Klees
[als Inbegriff des Frischen. Frühlingshaften] in Vergleichen
bei mhd. Dichtern).
k|££-.K|££-: -Matt, das: I.Blatt des Klees ein vierblättriges
(sehr seltenes vierteiliges, nach altem Volksglauben
glückbringendes) K. suchen, finden. 2. (ugs.) Gruppe von drei
Personen, die als zusammengehörig angesehen werden u.
gemeinsam auftreten, hamleln. 3. (Verkehrsw.)
Straßenkreuz, bei dem zwei quer zueinander in verschiedenen Ebenen
geführte Straßen durch Rampen verbunden sind (was von
oben wie ein vierblättriges Kleeblatt aussieht), dazu:
-blattbogen, der (Archit.): Bogen inFormdes (kleehlattäftnlichen)
Dreipasses, -blattförmig <Adj.; o. Steig.), -blattkreuz, das
(christl. Rel.): Kreuz mit kleeblattförmigen Enden; -Einsaat,
die (mit Bindestrich); -Ernte, die (mit Bindestrich); -farn,
der: Wasserfarn mit kleeblattförmigen Blättern: -feld, das:
Feld mit Klee; -gras, das (Landw.): Gemengesaat von Klee
u. Gras; -reiter, der (südd., österr.): Gestell zum Trocknen
von Klee; -salz, das: sehr giftiges, im Sauerklee
vorkommendes Salz der Kleesäure, das zum Entfernen von Rost- u.
Tintenflecken dient; -säure, die: svw. tOxalsäure; -seide.
die (Bot.): Windengewächs in zahlreichen Arten.
Klei Mqj), der: -[eis [mniederd , asächs. klei] (bes. nordd.):
fette, zülie Tonerde; schwerer Lehmboden.
kleiben fkl^jbnl <sw. V.; hat) [mhd., ahd. kleiben, eigtl.
= kleben machen. Kausativbildung zu 1 kleben]: landsch.
für t kleben; Kleiber l'klajbt?], der; -s. - [viell. zu tkleiben
(mhd. kleiber = jmd.. der eine Lehmwand herstellt), weil
der Vogel den Eingang zu seiner Bruthöhle mit Lehm
enger macht]: kleiner, ober sei ts blaugrauer Klettervogel mit
einem dem Specht ähnlichen Verhalten: Spechtmeise.
Kfeiboden, der; -s. -böden: vgl. Klei.
Kleid [klait], das; -[e]s. -er [mhd. kleit. wohl eigtl. = das
mit Klei gewalkte (Tuch)]: 1. <Vkl. t Kleidchen) zur
Oberbekleidung von Frauen u. Mädchen gehörendes, einteiliges
Kleidungsstück, das [ größtenteils] den Rumpf / sowie die
Arme] bedeckt u. meist bis über das Knie reicht: ein
hochgeschlossenes, schulterfreies, trägerloses, ärmelloses,
kurzes, langes, enganliegendes, leichtes, warmes, sportliches,
festliches K.; ein K. zum Durchknöpfen; das K. steht
dir gut; ein K. zuschneiden, nähen, ändern; ein K. arbeiten
lassen; [sich] ein K. machen lassen; ein rotes K. tragen;
das K. anziehen, ausziehen, ablegen, überstreifen,
überziehen, auf-, zuknöpfen, auf den Bügel hängen; beim
Hinuntergehen das Kleid raffen, hochnehmen; in einem blauen
K. zur Arbeit gehen; Ü (geh.:) die Natur trägt ein grünes.
weißes K. (eine grüne, weiße Hülle, ist begrünt, ist mit
Schnee bedeckt); das bunte K. (Laub) des Herbstes; die
Stadt hat ein festliches K. angelegt (ist festlich
geschmückt); (bes. Werbespr.:) * erstes K. t Korsett bzw.
Mieder u. Büstenhalter); zweitesK. (Unterkleid. Untenväscfie).
2. <P1.) Kleidung[sstücke]. insbes. obere, über der Wäsche
getragene Bekleidung: die -er kleben mir am Körper; seine
-er ablegen; jmdm. die -er vom Leib reißen: in die -er
fahren, schlüpfen: in den -ern schlafen; den Staub aus
den -ern bürsten; an seinen -em ist, klebt Blut; Spr -er
machen Leute (gepflegte, gute Kleidung fördert das
Ansehen); * nicht aus den -ern kommen (nicht ins Bett kommen,
keine Zeit finden, ins Bett zu gehen); aus den -ern fallen
(salopp; sehr mager, abgemagert sein): das ist ihm nicht
in den -ern hängen geblieben (landsch.; hat ihn
innerlich, seelisch sehr mitgenommen): sich <Dativ> tüchtig in
die -er tun müssen (landsch.; tüchtig essen müssen, um
wieder zuzunehmen). 3.a) (veraltet, geh.) Uniform, Tracht;
b) (Schweiz.) [Herrenjanzug. 4. (bes. Jägerspr.. Zool.) a)
Gefieder; b) Fell (z. B. des Hasen. Hermelins). 5. (See-
mannsspr.) a) Schutzbezug. Hülle; b) Beim. Streifen des
Segels; Kleidchen ['klajupn], das; -s, - u. (ugs.:) Kleider-
chen: 1.1Kleid (1). 2. Kinder-. Puppenkleid. 3. (ugs.)
einfaches, leichtes Kleid; kleiden fkl^jdn] <sw. V.: hat) [mhd.
kleiden, zu tKleid]: l.a) jmdn.. sich mit Kleidung versehen,
in bestimmter Weise anziehen: ein Kind zweckmäßg k.;
sich modern, sportlich, jugendlich. auffällig, nach der
neuesten Mode k.; sich richtig zu k. verstehen; sich in Schwarz,
in Trauer, (geh.. veraltend:) in Samt und Seide k.; immer
korrekt gekleidet sein; U die Natur kleidet sich in neues
Grün (geh.; wird wieder grün): b) (bes. als Teil. Zubehör
der Kleidung) jmdm. stehen, zu jmdm. passen: der Mantel,
diese Farbe, dieser Hut kleidet dich gut; <ugs.. bes. nordd.
mit Dativ:)etw. kleidet jmdm. gut. 2, etw. in eine bestimmte
Mitteilungs-. Ausdrucksjörm bringen: seine Gefühle.
Gedanken. Probleme in Worte, in eine gute sprachliche Form
k.; <seltener k. + sich.) die politische Theorie kleidet
sich (wird gekleidet) ... in die Form der Fürstenspiegcl
(Fraenkel. Staat 264).
Kleider-: -abläge, die: Garderobe (2); -bad, das: weniger
aufwendige chemische Reinigung nur leicht verschmutzter
Kleidungsstücke u. ariderer Textilien; -bügel, der: mit nach
oben greifendem Haken versehenes /gebogenes! schmales
i Holz!teil, über das Kleidungsstücke gehängt werden
können; Bügel (1); -bürste, die: Bürste zum Reinigen der
Kleider; -geschäft; das: Geschäft, in dem hauptsächlich
Kleidungsstücke verkauft werden; -große, die: vgl. Größe (I d);
-haken, der: / Wand]haken zum Aufhängen von
Kleidungsstücken, insbes. Mänteln. Jacken: den Mantel an den K.
hängen, dazu: -hakenbrett. das: Brett mit mehreren
Kleiderhaken, das an der Wand befest igt wird; -holz, das (landsch.):
svw. ?-bügel; -kammer. die (bes. Milit.):
Aufbewahrungsraum, -ort für /vorrätige! Kleidungsstücke o.a. (z. B.
Uniformteile): In der K. (des Gefängnisses) nahm man mir
meine persönlichen Effekten ab (Ziegler. Konsequenz 27):
-karte, die (ns.): amtlich ausgegebene Karte, die zum Bezug
rationierter Textilien berechtigte; -kästen, der (südd..
österr., Schweiz.): svw. t-schrank; -laden, der: vgl. -ge-
schäft; -laus, die: blutsaugende weißlichgraue Laus am
menschlichen Körper, die ihre Eier (Nissen i bes. in
Kleidernähten ablegt; -machender(österr.. sonst veraltet):
Schneider, dazu: -machergewerbe, das <o. PI.); -maider, der
(ugs. emotional): Dieb, der Kleider stiehlt; -mode, die:
Mode, die Art. Schnitt. Beschaffenheit der Kleider (1. 2).
der I Oberbejkleidung bestbmnt; -motte, die: Motte, deren
Raupe Kleider. Wollwaren. Pelze. Federn durch Fraß
beschädigt; -netz, das: netzartiger Schutz am Damenfalirrad. der
verhindern soll, daß Teileder Kleidung zwischen die Speichen
geraten; -Ordnung, die (früher): Gesamtheit von amtlichen7
Vorschriften u. Verboten, die sich auf Art u. Beschaffenheit
der Kleidung bezogen; -puppe, die: der Ausstellung von
Konfektion dienende, lebensgroße Gliederpuppe; -rechen.
der (österr. veraltend): svw. t -hakenbrett; -rock, der:
ärmelloses, ausgeschnittenes Kleid, zu dem eine Bluse getragen
wird; -sack, der (bes. Milit.): als Gepäck mitgejührter Sack
für Kleider o.a.; -schalt, der (Schweiz.): svw. t-schrank:
-schrank, der: Schrank zum Aufliängen u. Aufbewaiuen
von Kleidungsstücken: Ü ihr Mann ist ein K. (ugs.; ein
großer, breitschultriger, kräftiger Mann): -Schutzhülle, die:
Schutzhülle für ein Kleidungsstück (Anzug. Mantel u,ä.);
1482
Klein
^schwimmen, das: in Kleidern auszuführende Schwimm- u.
Tauchübungen beim Rettungsschwimmen: ^spind, der od.
das: vgl. ^schrank -Ständer, der: Ständer mit Haken zum
Aufliängen von Kleidungsstücken: -Stange, die: Stange (bes.
im Kleiderschrank), an der Kleidungsstücke mit Hilfe von
Kleiderbügeln aufgehängt werden können: ^stoff, der: Stoff
für Kleider (1,2). Kleidungsstücke: ein bunter, [baum]wolle-
nerK.
kleidsam <Adj.> [zu tKleid]: so beschaffen, doli es jmdn.
gut kleidet Jmdm. gut steht: ein -er Hut. Mantel; die Frisur
ist sehr k.; <Abl.:> Kfejdsamkeit, die; -: kleidsame
Beschaffenheit: Kleidung, die: -. -en <P1. selten) [spätmhd. kleidun-
ge, zu tkleiden]: Gesamtheit dessen, was der Mensch an
Bedeckendem u. zugleich Schützendem od. Schmückendem
auf dem Körper trägt tu. was Teilseiner äußeren Erscheinung
ist]: leichte, warme, zweckmäßige K. tragen; die K.
ablegen; sich neue K. für den Winter kaufen; für K. viel
Geld ausgeben: für jmds. Nahrung und K. sorgen: <Zus.:>
Kleidungsstück, das: einzelnes zur Kleidung gehörendes
Stück, Teil: ein leichtes, ein warmes K.
Kleie [kl^ia]. die; -. (Arten:) -n [mhd. kli(w)e, ahd. kli(w)a.
eigtl. = klebrige Masse]: beim Maiden von Getreide
entstehendes Abfallprodukt aus Schalen. Spelzen, Kleber (Du.
Mehl: <Zus.:> kfeiehaltig <Adj.; nicht adv.>: mit einem
bestimmten Gehalt an Kleie.
Kleien-: -flechte, die (Med.): durch Kleinsporen
hervorgerufene, schuppende, gelbbraune od. rötlichgelbe Hautflechte:
-futter, das: Futter, dem Kleie beigemischt ist: ^grind.
der: svw. t ^flechte.
'kfeiig <Adj.> [zu t Kleie]: a) kleiehalt ig: b) kleieartig.
^feiiß <Adj.) [zu fKlei] (bes. nordd.): a) Klei enthaltend:
b) von der Beschaffenlieit. Art des Kleis.
klein [kl^in] <Adj.) [mhd. kleine, ahd. kleini, wohl urspr. =
(mit Fett) bestrichen od. verschmiert]: 1. in Ausdehnung od.
Umjäng unter dem Durchschnitt od. einem Vergleichswert
bleibend (Ggs.: groß): ein [winzig, verschwindend,
mikroskopisch] -es Loch; ein -es Format; etw. auf -stem Raum
unterbringen; eine Karte in -em Maßstab zeichnen; Kleider
in -en Größen; Münstereifel ist eine -e[re] Stadt; ein Haus
mit -en Fenstern; er fährt ein -es Auto; ein -es Lexikon
der deutschen Vornamen; sie hat -e Hände. Augen; -e
Augen machen (vor Müdigkeit); -e Eier. Kartoffeln; die
Schuhe sind ihm zu k. geworden (weil er gewachsen ist):
das Kleid ist [dir] [zwei Nummern] zu k.; die Wohnung
ist k.; er ist k. [von Gestalt] (ist von geringer Körpergröße,
-länge): in dem Kleid wirkst du k.; das Kleid macht dich
k.; ein -es Bier (Glas mit etwa einem viertel Liter Bier):
ein -es Intervall (Musik; Intervall, dessen beide Töne nur
geringen Abstand haben. z.B. Sekunde. Terz); -e (kurze)
Schritte machen; eine -e (kurze, niedrige) Leiter; -e
(schmale) Straßen; -e Gebiete (von geringer Ausdehnung): etw.
auf-er Flamme (mit geringer Hitze) kochen; der -e Zeiger
(Stundenzeiger): die -en Buchstaben (Kleinbuchstaben) des
Alphabets; ein -es Geschäft machen [müssen] (fam.; Wasser
lassen [müssen])', der Junge ist sehr k. (hat eine
verhältnismäßig sehr geringe Körpergröße* -länge) für sein Alter;
ich bin [einen Kopf) -er als er; du mußt dich k. machen
(bücken, ducken), um hineinzukommen; das Schiff wurde
klein[er] und -er (seine Größe nahm scheinbar stetig ab).
bis es unter dem Horizont verschwand; die Gasflamme
auf k. stellen, drehen {auf geringe Sutrke einstellen: vgl.
aber kleinstellen, -drehen); ihre Stimme ist zu k. (schwach,
hat zu wenig Volumen) für den großen Saal; die Bemerkung
stand [winzig] k. in der linken unteren Ecke des Blattes;
ein Wort k. (mit kleinem Anfangsbuchstaben) schreiben;
k. machen (fam.; Wasser lassen)', <subst.:> Pippin der
Kleine; er ist von uns allen der Kleinste: der Rock ist
um ein -es (geh.: ein Stückchen) zu kurz: eine
Routenbeschreibung gibt also ein klares Bild der Felsgliederung
im -en (in ihren Einzellteiten: Eidenschink. Fels 74); eine
Welt im -en (von kleineren Abmessungen, aber sonst
entsprechend od. vergleichbar): *k.f aber oho (ugs.; klein, aber
beachtlich, energisch, selbstbewußt, leistungsfähig usw.): k.,
aber fein (nicht sehr groß, aber sehr gut). 2. (nicht adv.>
a) (von Kindern) eine niedrigere Anzahl von Lebensjahren
habend, jünger (Ggs.: groß 2 a): sein -er Bruder; ihre -ere
Schwester; als du noch -er warst, mußtest du früher ins
Bett: <subst.:> unsere Kleine (jüngere Tochter): mein
Kleinster (jüngster Sohn): b) (bes. von Kindern, Tieren)
sehr jung /u. noch klein von Gestalt!: -e Kinder, Hunde;
er benimmt sich wie ein -er Junge; Klein Franz (der kleine
Franz): Klein Susi (die kleine Susi): er gibt sich gern
mit -en (ugs.; jungen) Mädchen ab; seine Kinder sind
alle noch k.; <subst.:> Spielzeug für die KIeln[st]en; Kleine
und Große (Kinder u. Erwachsene): sie hat [etjwas Kleines
(ugs.: ein Baby) bekommen; *von k. auf (von Kbtdheit
an). 3. <nicht adv.) verhältnismäjiig wenig Zeit
beanspruchend, von verhältnismäßig kurzer Dauer (Ggs. oft: groß
3): eine -c Weile; ein -er Augenblick: eine -e Pause machen:
die Schüler durften in der -en Pause in der Klasse bleiben;
nach einer-eren Verzögerung; eine -e (kurze) Rede halten;
in einer -en (knappen) Stunde: *bei -em (nordd.; nach
u. nach, allmählich): über ein -es (veraltet; nach kurzer
Zeit). 4. <nicht adv.> von verhältnismäßig geringer Menge,
Anzahl: sich aus wenigen einzelnen Bestandteilen od. Werten
zusammensetzend (Ggs.: groß 4): nur eine -e[re]
Zuhörerschaft haben; wir sind eine -e Familie; -e Zahlen. Summen;
-e (niedrige) Beträge. Kosten. Preise; eine -e Auswahl
an Schuhen; nur ein -es Gehalt beziehen; nur der -ere
Teil des gestohlenen Geldes wurde gefunden; kein -es Geld
(Kleingeld) haben; -e Münzen (von geringem Geldwert):
eine -e Koalition (Politik; im Verhältnis insbes. zur
Opposition nicht übermächtige Koalition von Parteien im
Parlament): sag mir Bescheid, wenn du das Holz k. hast (ugs.;
kleingemacht hast, wenn du fertig bist mit Holzhacken):
haben Sie es k. (ugs.; in abgezähltem Geld, passend), -er
(ugs.; m kleineren Geldscheinen od. Münzen)'}: im -en (en
detail) verkaufen, handeln; im -en (in kleinem Umfang,
in kleinem Maßstab,bei geringen Mengen) war die Methode
erfolgreich. 5. von geringerem Ausmaß, Umfang, Grad: von
geringerer Bedeutung, nicht ganz so erheblich: es wurden
-e Erfrischungen gereicht; eine -e Feier veranstalten; -e
Tricks und Kniffe: -e Begebenheiten am Rande: die -sten
Hinweise beachten: die tausend -en Dinge des täglichen
Bedarfs; -e Verbrauchssteuern wie Getränke-, Vergnü-
gungs- und Hundesteuer; eine -e (leichte) Erkältung;
jmdm. einen -en Schreck einjagen; mir ist ein -es
Mißgeschick passiert: das -ere von zwei Übeln, das -ere Übel
wählen: beim -sten Geräusch erschrecken: das ist meine
-ste Sorge (macht mir von allem am wenigsten Sorge):
jmdm. eine -e Freude machen (jmdn. mit einer Kleinigkeit
erfreuen): das ist kein -es (ein großes) Verdienst; -es (kein
hochelegantes) Abendkleid; das Haus ist eine -e (auf
I seine! bescheidenere, einfachere Weise so etwas wie eine)
Villa; er ist ein -er (in seinem unbedeutenderen,
bescheideneren Bereich so etwas wie ein) König; (fam. abschwächend.)
na, du -er Schwindler!; wie wär's mit einem -en Spielchen?:
jetzt brauche ich nur noch eine -e Unterschrift von Ihnen;
der Unterschied ist k. (gering): warum sollte mein Recht
-er sein als seines?; ein klein[es] bißchen (ein wenig): ein
k. wenig (etwas): <subst.:> im Kleinen wie im Großen
(in allen Dingen) korrekt sein; er ist im Kleinen, bis ins
Kleinste (bis ins Detail) genau; es wäre ihm ein Kleines
(geh.; es wäre für ihn eine geringe Mühe, fiele ihm nicht
schwer, würde ihm nichts ausmachen): um ein -es (geh.:
ein wenig, ein bißchen) zu bunt; um ein -es (geh.; fast,
beinahe) wäre es mißlungen. 6.a) unbedeutend, bescheiden,
einfach: ein -er Angestellter; er ist noch ein -er Student;
die Ansichten des -en Mannes (des einfachen, nicht
vermögenden Bürgers); er ist ein Kind -er (nicht
vermögender) Eltern; in -en (beschränkten) Verhältnissen leben;
einen -en (untergeordneten) Posten beim Ministerium
haben; <subst.:> die Kleinen (die weniger bedeutenden Firmen)
der Autoindustrie; Spr Die Kleinen hängt man. die Großen
läßt man laufen (die Unbedeutenden, die Mitläufer werden
bestraft, zur Rechenschaft gezogen, während man die
Bedeutenden u. Einflußreichen, die Hauptschuldigen unbehelligt
läßt): *k. anfangen (ugs.: von der untersten Stufe, insbes.
ohne Vermögen, beginnen): b) (ugs.) /niedergeschlagen,
kleinlaut u.j bereit nachzugeben, sich zu beugen: [ganz]
k. [und häßlich] werden; als man ihn an seine
Vergangenheit erinnerte, wurde er (mit einer entsprechenden Geste
von Daumen u. Zeigefinger.) so k.!; da wurde er so k.
mit Hut! (verstärkend; ganz klein: d.h. ohne Hut noch
einmal ein Stück kleiner); *k. beigeben (t beigeben c). 7.
kleinlich, eng! stirnig], beschränkt: ein -er Geist; k. und
niedrig [von jmdm.] denken; <subst.:> Klein [-]. das: -s
[mhd. klein(e)]: I. (Kochk.) kleine Teile wie Innereien.
Hals, Flügel bzw. Vorder laufe von Hasen. 2.(Bergmannsspr.)
kleine u. kleinste Bruckstücke von Kohlen, Gestein.
1483
klein-, Klein-
klein-. Klein-: -aktie, die (Wirtsch.): Akne mit dem
niedrigsten zugelassenen Nennwert (von 50DM): -aktionär. der
(Wirtsch.): Aktionär, dem nur ein utibedeutender Teil des
Grundkapitals einer Aktiengesellschaft gehört: -anzeige,
die (Zeitungsw.): im Inseratenteil einer Zeitung
erscheinende, einspaltige Anzeige, deren genaue Plazierung nicht
festgelegt ist u. deren Preis nach Buchstaben oii. Worten
berechnet wird: -arbeit, die <o. Pl.>: mühevolle Arbeit, die ins
einzelne geht: kriminalistische K. leisten; etw. in
mühevoller, sorgfaltiger K. herstellen, ermitteln; die K. des
Wissenschaftlers; -äugte <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: mit kleinen
Augen: -auto, das: vgl. -wagen; -bahn, die: I
schmalspurige / Eisenba/in von nur lokaler. verkehrsmä/Jig
untergeordneter Bedeutung: -bär.der: Vertreter einer Familie von
baumbewohnenden, teils marder-, teils bärenähnlichen Raubtieren:
-bauer. der: l nebenberuflicher; Bauer, dessen
landwirtschaftlicher Betrieb sehr klein ist. dazu: -bäuerlich <Adj.;
o. Steig.); -bekommen <st. V.; hat): vgl. -kriegen (1.
2); -besitz, der: jeweils nur] kleiner Grutulbesitz: (der)
K. wurde nicht enteignet; -beirieb, der: a) kleiner Gewerbe-
od. Industriebetrieb: b) kleiner landwirtschaftlicher Betrieb
(mit weniger als 5 ha Land); -bild. das (Fot.):
kleinformatiges Bild (Ggs.: Großbild a), dazu: -bildfilm, der (Fot.):
für die Verwendung in der Kleinlnldkamera bestimmter Film
(2), -bildkamera. die (Fot.): Kamera für Aufnahmen im
Kleinformat (Ggs.: Großbildkamera), -bildprojektor. der
(Fot.): Projektor für Bilder im Kleinformat: -blätt[e]rig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): kleine Blätter (I) habend,
mit kleinen Blättern: -blumig <Adj.: o. Steig.: nicht adv.):
a) kleine Blumen (1 b) hervorbringend: b) mit kleinen
Blumen: -blutig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit kleinen Blüten
(1); -buchstabe. der: Buchstabe aus der Reihe der kleinen
Buchstaben eines Alphabets: das Wort „besser" beginnt
mit einem -n; -bühne, die: kleines Theater: -bürger, der
[urspr. (landsch.) = Arbeiterl: 1. Angehöriger des unteren
Mittelstandes. 2. (abwertend) Spießbürger, dazu:
-bürgerlich <Adj.>: 1. <o. Steig.) das Kleinbürgertum betreffend,
zu ihm gehörend, von ihm ausgehen!. 2. (abwertend)
spießbürgerlich: k. denken, zu 2: -bürgerlichkeit, die
(abwertend): Spießbürger licltkeit. -bürgertum, das: unterer
Mittelstand: -bus.der: kleiner Omnibus: -darsteiler, der:
Darsteller. Schauspieler mit nur kleineren Aufgaben: -denkend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): A/*'/>///W/. unedel denkend:
ein -er Mensch; -deutsch <Adj.; o. Steig.) (hist.): im 19. Jh.
ein deutsches Reich ohne Österreich durch den
Zusammenschluß der deutschen Staaten unter Führung Preußens
anstrebend: die -e Lösung; <subst.) -deutsche, der u. die (hist.):
Anhänger'inl der kleindeutschen Bewegung: -drehen <sw.
V.; hat) (ugs.): durch Drehen an einem Schalter.
Schaltknopf o.a. auf kleine Stärke einstellen: kleinstellen: die
Gasflamme k.; -druck, der: kleiner :Druck (1 c): eine
Fußnote in K.; -eigentum. das: vgl. -besitz; -empfangen der
(Elektrot.):kleiner Rundfunkempfänger: -erzeugender:
Erzeuger (2 a), der etw. nur in klein1 stjem Umfang produziert:
Obst. Gemüse und andere Produkte der K.; -familie. die
(Soziol.): kleine Familie (1 a). in der nur das Elternpaar
mit seinen Kindern zusammenlebt (Ggs.: Großfamilie);
-feld. das (Handball. Hockey): kleineres Spielfeld, wie
es für das Spiel in der Halle vorgeschrieben ist. dazu:
-feldhandball. der <o. PI.) (Sport): nach den Hallenliand-
ballregeln auf dem Kleinfeld im Freien gespielter Handball:
K. spielen; -fenstrig<Adj.; o.Steig.; nichtadv.>:milkleinen
Fenstern: -flugzeug. das: kleines Flugzeug: -format. das:
kleines Format: eine Aufnahme im K., dazu: -formatig
[-forma:tw;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von kleinem Format
(1): -e Fotos. Gemälde. Klassikerausgaben; -fruchtig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) kleine Früchte (1 a)
hervorbringend: b) mit kleinen Früchten: -garten, der: kleiner,
/zusammen mit gleichartigen Gärten] für sich liegender,
insbes. aus Liebhaberei bearbeiteter u. gepflegter Garten.
dazu: -gartenanlage. die; -gärtner. der: jmd.. der einen
Kleingarten besitzt, gepachtet hat i u. bearbeitet, pflegt j:
* geistiger K. (salopp abwertend; vgl. -rentner); -geböck,
das: kleines Gebäck. Gebäck in kleinen Stücken: -geblümt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit kleinen Blumen gemustert:
-gedruckt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in kleiner Schrift
gedruckt: -e Anmerkungen, allgemeine
Geschäftsbedingungen; <subst.:) -gedruckte.das; -n: (leicht zu
übersehende u. zu unterschätzende, scheinbar beiläufige)
kleingedruckte Zusätze, hinzugesetzte Bestimmungen. Bedingungen, bes.
in Verträgen: auf das K. achten; Ärger mit dem -n haben;
-geist. der (abwertend): beschränkter, engstirniger,
bornierter Mensch, dazu: -geistig <AdJ.): beschränkt, engstirnig,
borniert: -geld. das <o. PI.): Geld. bes. in Münzen, zum
Bezalilen kleinerer Beträge, zum Herausgeben od. zum
Wechseln: ich habe kein K. [bei mir); bitte K. bereithalten!;
ich hatte mir genügend K. eingesteckt; für einen Wagen
fehlt ihm das nötige K. (iron.; die nötige größere
Geldsumme)', ihm ist das K. (scherzh.; Geld) ausgegangen; R das
kannst du machen, wie du K. hast (ugs.: wie du willst,
wie es dir beliebt): -gemustert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
mit kleinem Muster (Ggs.: großgemustert): ein -er
Kleiderstoff; -geschrieben: t -schreiben; -gewachsen <Adj.: o.
Steig.; nicht adv.): von kleinem Wuchs: -e Menschen; -ge-
werbe. das: kleines, mittelständisches Gewerbe: -gläubig
<Adj.) (abwertend): unfäliig zu festem Glauben:
ängstlichzweifelnd u. olme festes Vertrauen in etw.. jmdn.: ein -er
Mensch; -er Pessimismus; <subst.:) die Kleingläubigen
ließen ihn bald im Stich, dazu: -gläubigkeit, die: kleingläubige
Wesens!ort: MSolf. das: svw. tMinigolf; -hacken <sw.
V.; hat): durch Hacken zerkleinern: Holz k.; -handel. der:
Handel im kleinen: Einzelhandel: -händler. der: svw. t
Einzelhändler; -hausier, der (österr.): svw. t -bauen -herzig
<Adj.) (selten): svw. t-mutig; -hirn. das (Med.):
Hirnabschnitt zwischen Großhirn u. Nachhirn: -holz, das <o. PI.):
kleingehacktes Holz: K. machen (Holz kleinmachen): R
es gibt K. (ugs.; etw.. jmd. wird angegriffen o.a. u.
entsprechend zugerichtet, zerstört): *K. machen (1. die Einrichtung
zertrümmern: in dem Lokal haben Randalierer K. gemacht.
2. Fliegerspr.; eine Bruchlandung machen: der Pilot hat
K. gemacht); K. aus etw. machen etw. zu K. machen,
verarbeiten usw.; etw. in K. verwandeln (etw. zertrümmern,
zerstören): aus der Einrichtung K. machen; K. aus jmdm.
machen imdn. zu K. machen usw. (1. jmdn.
zusammenschlagen, brutal schlagen, verprügeln, übel zurichten (meist als
Drohung]. 2. svw. T heruntermachen (a): den hat der
Spieß zu K. gemacht!); zu K. gehen (zertrümmert werden,
zu Bruch gehen, zerstört werden): -Industrie, die: Industrie
der kleinen Betriebe, -kaliber. das: kleines Kaliber (von
5.6mm). bes. bei Sport- u. Jagdwaffen, dazu: -kaliberge-
wehr, das: Gewehr mit Kleinkaliber, -kaliberschießen. das:
einer der sportlichen Wettbewerbe für kleinkalibrige Waffen.
-kalib[e]rig [-kali:b(3)ru;] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) Izu
1 Kaliber]: von kleinem Kaliher (Ggs.: großkaliberig): ein
-es Gewehr; Ü Es liegen noch einige Kilo ( = Aprikosen)
im Korb, halbfaul und k. (Blick 16. 8. 68. 9); -kapitalist.
der (Politik): mittelständischer Kapitalist: -kariert <Adj.)
[2: nach dem Vergleich eines kleinlichen Menschen mit
dem Linienmuster auf Millimeterpapier]: l.<o. Steig.: nicht
adv.) mit kleinem Karomuster (Ggs.: großkariert 1): ein
-er Stoff, Anzug. 2. (ugs. abwertend) kleinlich, engstirnig,
ohne jede Großzügigkeit, insbes. provinziell wl.
spießbürgerlich: -e Kritik; -e Leute, dazu: -kariertheit, die; -,
-en: 1. <o. PI.) kleinkarierte / WesensJart. Eigenart: jmdm.
K. vorwerfen. 2. kleinkarierte Eigenheit. Äußerung.
Handlung: -katze. die: kleineres, fast weltweit verbreitetes
katzenartiges Raubtier, das nur schnurren kann (z.B.
Luchs. Ozelot. Wildkatze): -kind. das (bes. Amtsspr.):
kleines Kind / vom drittem bis zum sechsten
Lebensjahr, dazu: ^kjnderbetystigungswasser. das (Jugendspr.
scherzh.): Limonade o. ä.. -kinderbewahranstalt. die
(veraltet): vgl. Kinderbewahranstalt: R wir sind doch hier keine
K.! (ugs. veraltend; als Vorwurf im Hinblick auf jmds.
Benehmen o.a.); -klavier. das: niedriges (etwas über
I Meter hohes) Klavier: -kleckersdorf [-klekcs-] <o. PI.;
o. Art. außer mit attributiver Bestimmung) [erfundener
Ortsn.] (ugs. spött.): irgendein kleiner, unbedeutender Ort:
-klein (mit Bindestrich) <Adv.) in der Wendung k. spielen
(Sport Jargon; sich den Ball immer wieder auf zu engem
Raum zuspielen): <subst.:> -Klein (mit Bindestrich), das;
-s (Sport Jargon): zu kurzes Zuspiel. Zuspiel auf zu engem
Raum: Ü die Hoffnungen auf den großen Durchbruch
... waren im K. des politischen Alltags längst versandet
(Spiegel 19. 1978. 23); -klima. das (Meteor.): örtlich u.
stellenweise stark unterschiedliches, btxlennahes Klima:
Mikroklima: vgl. Großklima; -knecht. der (früher): junger
Knecht: vgl. Großknecht; -kraftrad. das (Verkehrsw.): füh-
rerschein- u. versicherungspflichtiges Kraftrad mit kleinem
Hubraum: -kraftwagen. der (Verkehrsw.): Kraftwagen mit
kleinem Hubraum: -kram, der (ugs.. meist abwertend):
1484
Kleinigkeit
a) kleine Dinge. Sachen: altvaterisch nette Möbel,
gemütvoller K. aller Art (Feuchtwanger, Erfolg 515); b)
Kleinigkeiten.kleine Angelegenheiten: der tägliche K.; dieser ewige
K.! -krämer, der: vgl. Krämer (2); -krämerei [ '-],
die (ugs. abwertend): Beschäftigung mit Kleinkram (b);
-kredit, der (Finanzw.): kleiner (für höchstem zwei Jahre
gewährter) Personalkredit .der in bar ausgezahlt wirdiGgs.:
Großkredit); -kreis, der (Geom.): Kreis auf einer Kugel,
der nicht Grolikreis ist (dessen Mittelpunkt nicht mit dem
Kugelmittelpunkt zusammenfällt): Nebenkreis: -krieg: 1.
Krieg im Rücken des Feindes mit kleinen Einheiten. Guerilla-
krieg. 2. dauernder Streit um Kleinigkeiten, ständige
Reibereien: ihre Ehe war ein ständiger K.; -kriegen <sw. V.;
hat) (ugs.): I.a) es fertigbringen, etw. zu zerkleinern: den
Knochen nicht k.; b) etw. so behandeln, doli es entzweigeht
od. unbrauchbar wird: der Junge kriegt jedes Spielzeug
klein; der Teppich ist nicht kleinzukriegen (ist sehr
strapazierfähig .haltbar). 2. auf-, verbrauchen: er hat den Kuchen,
das Erbteil schnell kleingekriegt. 3. unterwerfen,
unterkriegen, gefügig machen, entmutigen: er sagte, ich solle mich
nicht k. lassen; Aber jetzt hat mich das Leben doch
kleingekriegt (Geissler. Wunschhütlein 105). 4. (landsch.)
ergründen, verstehen können: ich kriege immer noch nicht klein,
wie du das gemacht hast: er kann es nicht k. (verwinden).
daß nun alles aussein soll; -kirnst, die <o. Pl.>: 1. in kleinen
künstlerischen Darbietungen od. Schöpfungen, inshes. in
kaberetfistischen Darbietungen, bestehende Kunst. 2.
Kunsthandwerk, zu 1: -kunstbühne. die: Buixne, die
Kleinkunst (1) darbietet: Kabarett: -laut <Adj.>: in
Ausdruck u. Verhalten plötzlich sehr gedämpft, sehr bescheiden
(im Vergleich zum vorherigen / vor j lauten od. / selbst!
sicheren Verhalten des Betreffenden selbst): eine -e Antwort;
als man ihm diesen Widerspruch nachwies, wurde er k.;
k. antworten; -lebewesen. das: /sehr/ kleines Lebewesen,
(auch:) Kleinstlebewesen: -machen <sw. V.; hat): I.
zerkleinern: Holz k. 2. (ugs.) aufbrauchen, durchbringen:
eine Erbschaft k.; Sie (=die Gelieble) wird dir die fünf
Taler schon k. helfen (Strittmatter. Wundertäter 201). 3.
(ugs.) (Geld) wechseln: können Sie [mir] den Schein k.?
4. (ugs.) (durch Zurechtweisungen. Schikanen) erniedrigen:
laß dich von deinem Chef nicht k.!: aber getrennt: klein
machen, vgl. klein (1); -maierei: I. svw. tMiniaturmalerei.
2. ausmalende Schilderung. / literarischej Darstellung
kleiner u. kleinster Einzelheiten: liebevolle K.; -maschig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): mit engen Maschen: ein -es Netz;
-maßstäbig: t-maßstäblich; -maßstäblich, (selten)
-maßstäbig [-ma:sjte:bic] <Adj.; o. Steig.; nur attr): in kleinem
Maßstab: eine «e Landkarte; -messe, die: kleine Messe,
Ausstellung: -möbel, das (Gewerbespr.): kleines Möbel,
möhelartiges Einrichtungsstück: -motor, der: Motor von
kleinen Abmessungen: -mit. der [zu tkleinmütig] (geh.):
Mangel an Selbstvertrauen u. Entschlußkraft: Verzagtheit:
Die ersten brachen zusammen. K. wurde laut (Müthel,
Bauern 177); -mutig <Adj.> [mhd. kleinmuotic] (geh.):
voll Kleinmut: ein -er Mensch; k. werden; k. aufgeben,
dazu: -mütigkeit. die; - (geh.): kleinmütige , Wesens]art,
Kleinmut: -Nationale, das (mit Bindestrich; österr.
Amtsspr.): einfacher Fragebogen zur Feststellung der
Personaldaten: -od. das: T Kleinod; -oktav, das (Buchw.):
Buchformat in der Gröfie eines achtel Bogens mit einer Holte
bis zu I8jcm (Abk.: Kl.-8°); -omnibus. der: kleiner
Omnibus: -pflaster, das: Straßenpflaster aus kleinen, harten
Steinen: -plastik, die (bild. Kunst): kleine Plastik (Ggs.:
Großplastik); -plastteil, das (DDR): kleines Plastikteil: -preis-
gesdiäft. das (Wirtsch.): Geschäft, das (bei reduziertem
Service) gängige Artikel zu niedrigen Preisen anbietet:
-Produktion, die: Produktion in kleinem Maßstab:
landwirtschaftliche, industrielle K.; -rentner, der: Rentner, der von
einer kleinen Rente lebt: * geistiger K. (salopp abwertend;
beschränkter, geistig anspruchsloser Mensch): -reparatur,
die (Gewerbespr.): kleine Reparatur: -schlag, der <o. PI.)
(Straßen bau): Schotter von k leiner Korngröße (bis zu 4 cm) :
-Schmetterling, der (Zool.): kleiner Schmetterling (z.B.
Motte. Wickler); -schmied, der (veraltet): Schlosser:
-schneiden <unr. V.: hat): in kleine Stücke schneiden:
-schnippeln <sw. V.; hat): vgl. -schneiden: -schreiben <st.
V.; hat) meist in der Verbindung kleingeschrieben werden
(ugs.; keine Rolle spielen, für unwichtig erachtet werden:
Ggs.: großgeschrieben werden 1): Rücksichtnahme wird
bei diesen Leuten kleingeschrieben; -Schreibung, die: das
Schreiben mit kleinen Anfangsbuchstaben (Ggs.:
Großschreibung): gemäßigte, radikale K.; -serie, die: kleine
Serie (in der etw. hergestellt wird): ein Modell in K.
fertigen; -Siedlung, die (Amtsspr.): Stadtrandsiedlung, die aus
Siedlerstellen mit Wohnhaus u. kleinerem Landanteil
besteht: -Sparer, der (Finanzw.): Sparer kleiner Beträge:
-spore, die: svw. tMikrospore; -sporenflechte, die: svw.
t Mikrosporie; -Staat, der: kleiner, zwar souveräner, aber
außenpolitisch weitgehend einflußloser od. abhängiger Staat,
dazu: -staaterei [-Jta:t3'r^j], die; - (bes. hist.): politische
Zerrissenheit durch Aufspaltung in Kleinstaaten: die
deutsche K. im 19. Jahrhundert; -Stadt, die kleinere Stadt
(amtlich von 5 (XX) bis 20 (XX) Einwohnern) mit
überschaubaren, aber auch beschränkteren Verhältnissen, dazu: -Städter,
der (oft abwertend): jmd., der in einer Kleinstadt wohnt
u. von ihr geprägt ist, -städtisch <Adj.) (oft abwertend):
zu einer Kleinstadt gehörend, einer Kleinstadt, dem Leben
in einer Kleinstadt entsprechend: -e Enge. Beschränktheit:
-stellen <sw. V.; hat): auf kleine Stärke einstellen: die
Flamme, das Gas k., dazu: -steller. der: / Spar]Vorrichtung
(an Ölöfen, Gaskixhern usw.) zum Einstellen auj(kleinere
Stärke: -super, der (Elektrot.): kleiner *Super: -teilig
<Adj.) (Fachspr.): in viele kleine Teile, Abschnitte, Felder
usw. gegliedert: ein -es Relief; -e Landschaft; -tier. das:
kleineres Haustier (z.B. Hund. Katze, Papagei), dazu:
-tierhalter, der. -tierhaltung, die. -tierzucht, die:
^Verdiener, der: jmd.. der wenig Geld verdient, der nur ein kleines
Einkommen hat: -verkauf, der: Verkauf im kleinen, en
detail: -vieh, das: Sammelbez. für Schafe, Ziegen,
Schweine, Kaninchen, Geflügel (Ggs.: Großvieh): R K.
macht auch Mist (ugs.; /mehrere] auch kleinere Leistungen
/zusammengenommen/ lohnen sich: besser wenig als gar
nichts), dazu: -Viehzucht, die; -vogel, der; -wagen.
der: kleiner [Kraft/wagen, kleines Auto (mit kleinem
Hubraum): ^weis [-vais] <Adv.) (bayr.. österr. ugs.): Stück
für Stück, in kleinen Schritten, ganz allmählich: -weise:
gelegtl. für t -weis; -weit, die: Welt im kleinen: -wild,
das (selten); -wjnzig <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) (fam):
winzig klein: ein -es Häuschen; -wohnung, die: kleine
Einzimmerwohnung (mit Kochnische, Bad od. Dusche):
-wuchs, der (Med.): krankhaftes Zurückbleiben des
Körperwachstums hinter dem Normalmaß (Ggs.: Großwuchs),
dazu: -wüchsig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von kleinem
Wuchs (Ggs.: großwüchsig): -e Exemplare einer Pflanze,
eines Tieres; -e (Med.; an Kleinwuchs leidende) Menschen;
-wuzig [-'vu:t£i<;] <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) [zu t Wuzerl]
(österr. fam.): svw. t-winzig; -zeug, das <o. PI.) (ugs.
abwertend): svw. t-kram.
Kleinchen ['kkün^n], das; -s. - <P1. selten): TL1Kleine (I),
-"Kleinen,2); 'Kleine ['kl^ins], der;-n,-n <Dekl. t
Abgeordnete) [zu tklein 2b]: 1. <Vkl. tKleinchen) kleiner Junge:
der K. läuft schon; unser -r (unser kleiner Sohn). 2. <Vkl.
tKleinerchen) (ugs. scherzh., meist in vertraulicher Anrede
von seilen eines Mädchens) junger Mann na. -r!; kleine
[-1, die; -n. -n <DekI. t Abgeordnete) [zu tklein 2 b] <Vkl.
t Kleinchen): 1. kleines Mädchen: dieK. läuft schon; unsere
K. (unsere kleine Tochter). 2. (ugs.) a) junges Mädchen:
eine hübsche K.; b) junge Freundin: er ist bei seiner -n;
^k leine [-]. das; -n. -n [zu tklein (2b)]: 1. <ugs. scherzh.
Vkl. tKleinchen) kleines Kind: das K. weinte jämmerlich;
unser -s; die -n sind schon im Bett; die Großen und die
-n; (iron.:) ja, ja. die lieben -n! 2. svw. t:Junge (1): Kleine-
taltemilicu. das; -s. -s: Milieu der kleinen, einfachen Leute:
Kfeinerchen <o. Art.): als umgangssprachliche scherzhafte
Anrede für t'Kleine (2): K.. nun sei man nicht böse!;
kteiner(e]nteils <Adv.): zum kleineren Teil: Kleinheit, die:
- [mhd. kleinheit = Kleinheit, Feinheit]: 1. geringe Größe,
geringes Ausmaß, geringer Umfang: ein Partikelchen von
unvorstellbarer K.; seine K. (geringe Körpergröße) war
kein Handikap: Betriebe, die wegen ihrer K. unrentabel
arbeiten. 2. (selten) Beschränktheit. Begrenztheit. Enge:
Enge und K. der Verhältnisse; Kleinigkeit, die; -. -en [mhd.
kleinecheit = Kleines. Kleinheit]: a) kleine, unbedeutende
Sache: ich muß noch einige -en kaufen, besorgen; jmdm.
eine K. schenken (ein kleines Geschenk machen): ich muß
noch eine K. (ugs.; ein bißchen) essen; sich eine K. (ugs.;
etwas Geld) nebenher verdienen; das kostet eine K. (ugs.
iron.; ziemlich viel): (ugs. iron.:) das kostet die K. von
3000 Mark; den Schrank um eine K. (ugs.; ein Stückchen)
zur Seite schieben: Im vorigen Krieg ein Bein verloren.
1485
Kleinigkeitskrämer
auch keine K. (ugs.; sehr belastend: Kempowski, Tadelloser
198); das ist keine K. (ugs.: I. das ist wichtig. 2. das
ist nicht so einfach): sich an -en (unwichtigen Dingen)
stoßen; sich nicht mit -en (unwichtigen Einzelheiten)
abgeben; sich um jede K. (Einzelheit) selbst kümmern müssen;
b) wenig Mühe verursachende Aufgabe. Angelegenheit: das
ist für dich eine K. (ugs.; fällt dir leicht): „Schaffst du
das?" - „K.!" (ugs.; ohne weiteres, ohne Mühe): etw. ist
für Jmdn. keine K. (ugs.; fordert jmds. Kräfte, Fähigkeiten):
<Zus.:> Kleinigkeitskrämer, der (abwertend): jmd., der
Kleinigkeiten übertrieben wichtig nimmt: Kleinigkeitskrämerei,
die (abwertend); kleinlich <Adj.) [mhd. kleinlich = fein:
genau, ahd. kleinlihho (Adv.)] (abwertend): den
eigenen Vorstellungen zuwiderlaufende od. dem eigenen Vorteil
abträgliche Kleinigkeiten übertrieben wichtig nehmend,
engstirnig od. engherzig, ohne jede Großzügigkeit: ein -er
Mensch; -e Verdächtigungen. Bestimmungen: in
Geldsachen k. sein; sich k. zeigen; sei doch nicht so k.!: k. handeln,
denken; <AbI.:> Kleinlichkeit, die; -. -en (abwertend): I.
<o. PI.) kleinliche I Wesens!ort: die K. eines Menschen,
einer Handlung tadeln. 2. kleinliche Handlung, kleinlicher
Einwand usw.: ärgerliche -en; Kleinod [kl^jno.tj. das; -[eis.
-e u. -ien ßd<U'no:dpn; 1: mhd. kleinöt. zu tklein mit
dem Suffix -öti; 2: übertr. von: Kleinod (I)] (geh.): 1.
<P1. -ien> kostbares Schmuckstück: ein K. aus Brillanten;
etw. hüten, bewahren wie ein K.; Ü -ien der
mittelalterlichen Baukunst. 2. <Pl. -e> Kostbarkeit, Juwel: diese Werke
sind -e der Barockmusik; du bist ein K.!
kleinst-. Kleinst-: -betrag, der: sehr kleiner Betrag: -biWka-
mera, die: Kamera für Aufnahmen im Kleinstfonnat: ^for-
mat, das: sehr kleines Format: ^garage, die: / aus Bauteilen j
vorgefertigte Garage von sehr kleinen Abmessungen: --haus,
das: I Serien]haus von sehr kleinen Abmessungen: ^kind,
das (bes. Amtsspr.): kleines Kind bis zum zweiten
Lebensjahr: ^lebewesen, das: mikroskopisch kleines Lebewesen.
Mikroorganismus: -maß, das: kleinstes zulässiges Mali:
-möglich <Adj.: o. Steig.; nur attr.): so klein wie möglich:
das -c Format; -Packung, die: sehr kleine Packung: -serie.
die: sehr kleine Serie (in der etw. hergestellt wird): ein
Modell in einer K. anfertigen; -super, der (Elektrot.):
sehr kleiner ]Super: -wohnung, die: bes. kleine Einzimmer-
wohnung (mit Kochnische. Bad od. Dusche).
Kleinste ['klainsta], der, die u. das; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete): tklein; vgl. 'Kleine (1). kleine (1). ^Kleine.
Kleister [klajste]. der; -s. (Arten:) - [mhd. kfister. eigtl.
= klebrige Masse]: 1. Klebstoff aus Stärke (od. Mehl)
u. Wasser: K. anrühren; die Tapete mit K. bestreichen;
Ü diesen K. (ugs. abwertend: dicken, zäfien Brei) esse ich
nicht; in dieser Ehe fehlt der K. (ugs.; etw. was die Ehepart-
tier zusatnmenhält. die Bindung). 2. (ugs. abwertend)
wertloses Zeug. Kram: stell mal den ganzen K. hierher.
Kleister- (Kleister I): -papier, das: mit farbigem Kleister
überzogenes [ Bunt j papier: -pinsel, der; -topf, der.
kleisterig,kleistrig Ckl4Jst(3)nqJ<Adj.; nicht adv.) [zu
tKleister (1)]: 1. voll Kleister: -es Papier. 2. (ugs.) in der
Beschaffenheit ähnlich wie Kleister: -es Brot; kleistern ['kosten)
<sw. V.; hat) [mniederd. klisteren] (ugs.): l.a) mit
Kleister ] an. auf. in usw. erw. kleben: ein Plakat an die Wand
k.; Ü Ihr ... Haar haben sie sich mit Hilfe von Pomade
... an den Kopf gekleistert (Wolfe [Übers.]. Radical 82):
b) /mit Kleister/ kleben, reparieren: eine schadhafte Stelle
k. 2. *Jmdm. eine k. (svw. t kleben 4c). 3. dick auf. an. in
etw. schmieren, dick auftragen: die Butler aufs Brot k.
klebtogam [kl$isto'ga:m] <Adj.; o. Steig.) (Bot.): Kleistoga-
mie zeigend, darauf bendtend, dazu gehörend, der Kleistoga-
mie eigentümlich: Kleistogamie [...ga'mi:]. die; - [zu griech.
kleistös = verschlossen u. gamös = Befruchtung] (Bot.):
Selbstbestäubung bei geschlossener Blüte.
kleistrig: t kleisterig.
Klematis [kle'ma:üs. selten: kle:matis). die: -. - [lat. clematis
< griech. klematfs = biegsame Ranke, zu: klema = Zweig
der Weinrebe. Schößling. Weinranke]: rankende
Zierpflanze mit sternartigen blauen od. weißen Blüten: Waldrebe.
Klementine [k lernen'ti.na], die; -. -n [wohl nach dem ersten
Züchter, dem franz. Trappistenmönch P6re Clement]: süße
{kernloseJ mandarinenäJmliche Frucht.
Kl^mm-: -backe, die: 'Backe (2) an Maschinen od. Geräten
zum Festklemmen von Gegenständen: -bügel, der: Bügel,
mit dem etw. festgeklemmt wird: -mappe (nicht getrennt:
Klemmappe), die: eine Art Schnellhefter mit steifen, durch
ein entsprechendes Material im Rücken fest aufeinander-
drückenden Deckeln, die auseinandergedrückt werden
können, um dazwischen einzelne Blätter, Bogen klemmen zu
können: -schraube, die: Schraube, mit der etw. festgeklemmt
wird: -Spannung, (auch:) Klemmenspannung, die:
Spannung an den Polen einer Stromquelle, dort, wo die Klemmen
angebracht sind.
Klemme ['klema], die; -. -n [mhd. klemme, klemde =
Klemmung, Einengung]: l.a) /kleinerer] Gegenstand mit zwei
elastischen parallelen Teilen zum Fest- txl. Abklemmen von
etw.: b) Hülse (1) mit einer Klemmschraube: c) (Med.)
Klammer (I). 2. (ugs.) peinliche od. schwierige Stituation.
Lage, in der sich jmd. befbidet u. aus der er herauskommen
möchte, ohne daß jedoch schon eine entsprechende
Möglichkeit zu erkennen ist: in einer furchtbaren K. sein, sitzen,
stecken: in die K. geraten, kommen; jmdn. aus der K.
ziehen; jmdm. aus der K. helfen. 3. (Jargon) Strafanstalt:
klemmen ['kloran] <sw. V.; hat) [mhd. klemmen, eigtl.
= mit den Klauen packen: 4: wahrsch. aus der Studen-
tenspr., zur urspr. Bed. „etw. mit der Faust packen"]:
1. durch Drücken bewirken, daß etw. zwischen, auf. an.
unter etw. festsitzt, festgehalten wird: die Aktentasche.
Bücher. Handtücher unter den Arm k.; der Hund klemmt
seinen Schwanz zwischen die Hinterbeine; den Kneifer
auf die Nase, die Klips an die Ohren, das Monokel ins
Auge k.; Die dritte ... hatte sich ein Gitarrenfutteral vor
die ... Brust geklemmt (Kirst. 08/15. 312): *sk* hinter
etw. k. (ugs.; sich um der Erreichung eines bestimmten
Zieles willen sehr mit etw. anstrengen, erw. mit Nachdruck
betreiben: sich hinter die Bücher k. (eifrig, mehr, besser
lernen): sich hinter Jmdn, k. (ugs.; bei jmdm. für eine
bestimmte Absicht. Forderung. Bitte Unterstützung, Hilfe zu
erhalten suchen). 2.a) [in etw. [hinleinzwängen,
zwischen etw. zwängen: den Fuß zwischen die Tür k.; Wir
klemmen uns in die Masse auf der Tanzfläche (Remarque.
Obelisk 55); b) sich Quetschen: ich habe mir den Finger,
den Fuß geklemmt. 3. beim Öffnen. Schließen. Ziehen.
Schieben nur mit Midie zu bewegen sein, durch zu wenig
Spielraum an einer Stelle das Bewegen hemmen: die Tür,
Schublade, das Fenster klemmt; Ü wo klemmt es denn?
(ugs.; was macht denn Schwierigkeiten'/). 4. (salopp) bei
günstiger Gelegenheit meist kleinere Dinge, die sich leicht
mitnehmen lassen, stehlen: gibfs bei dem nichts zu
k.T' ..Nichts Großartiges. Er hat eine goldene Uhr (Genet
[Übers.],Tagebuch 258); Klemmenspannung: t
Klemmspannung; Klammer, der; -s. - [gek. aus: Nasenklemmer. LÜ
von frz. pince-nez] (landsch.): Kneifer. Zwicker: klemmig
rklcmi<;j <Adj.; nicht adv.) [älter: klämmig. klammig. zu
veraltet klamm = dicht] (Bergmannsspr.):/^/:-es Gestein.
klempern [klempen] <sw. V.; hat) [lautm.l (niederd.): a)
Blech hämmern: b) ein klapperndes Geräusch von sich geben:
c) ein klapperndes Geräusch verursachen: Klempner
[klempm?]. der; -s. - [älter: Klemperer,zu tklempern.
entsprechend bayr.. österr. Klampferer = Blechschmied, zu
mhd.. ahd. klampfer = Spange, zu: klampfern = fest
zusammenfügen] (regional.bes. md.. nordd.): Handwerker,
der Gegenstände aus Metall, insbesondere aus Blech
bearbeitet od. herstellt (Berufsbez.).
Klempner-: ^arbeit, die; ^handwerk, das; -laden, der (ugs.
scherzh.): auffallend viele Orden u. E/irenzeichen. die jmd.
(auf seinem Uniformrock) trägt: -meister, der: Meister
im Klempnerhandwerk: ^waren <P1.>; ^Werkstatt, die.
Klempnerei [klanpna'rajL die; -. -en [zu tKlempner]: a)
<o. PI.) Klempnerhandwerk: die K. erlernen; b)
Klempnerwerkstatt: klempnern [klempnpn] <sw. V.; hat): nicht be-
njsmäßig Klempnerarbeiten verrichten.
Klenganstalt ['klen-1. die; -. -en [zu fklengen] (Forstw.):
Darre zur Gewinnung des Samens aus den Zapfen von
Nadelbäumen: Klenge [klena], die; -.-n (Forstw.): svw. I
Klenganstalt; klengen fklenan] <sw. V.; hat) [eigtl. = „kling"
machen, nach dem Geräusch aufplatzender Samenhülsen]
(Forstw.): svw. tausklengen.
'Klepper [klept?]. der: -s. - [spälmhd. (md.) klepper =
Reitpferd, zu: kleppe[r]n, mhd. kiepfern = klappern, wohl
nach dem klappernden Geräusch der Hufe] (abwertend):
ausgemergeltes, schlechtes Pferd: Klepper [-], die; -. -n
(landsch.): svw. tKlapper.
Kipper-© [nach dem Gründer einer Fabrik. J. Klepper
(1868-1949)]: ^boot, das: ein bestimmtes Faltboot: -mantel,
der: wetterfester Gummimantel.
1486
Klima-
kleppern: tklappern.
Kleptomane [klr.pto*ma:n3], der; -n, -n (Psych.): jmd.. der
an Kleptomanie leidet: Kleptomanie [kk-ptoma'ni:], die; -
[zu griech. kleptein = stehlen u. tManie) (Psych.): zwang-
hafter. vom Willen nicht kontrollierbarer Trieb zum Stehlen
ohne Bereicherungsabsicht: Kleptomanin, die; -, -ncn: w.
Form zu tKleptomane; kleptomanisch <Adj.; o. Steig.)
(Psych.): a) an Kleptomanie leidetuL von Kleptomanie
befallen: Wonach grapschen denn deine -en Finger jetzt schon
wieder (Wohmann, Absicht 269); b) die Kleptomanie
betreffend: Kleptophobfc, die; -, -n [...i.an] (Psych.): krankhafte
Angst, zu stehlen od. besfohlen zu werden.
klerikal [kleri'ka:!] <Adj.> [kirchenlat. clericälis =
priesterlich]: a) <o. Steig.) dem Stand der katholischen Geistlichen
angehörend, zu ihm gehörend: b) in der Gesinnung
unbeirrbar, konsequent den Standpunkt des katholischen
Priesterstandes vertretend: Ansprüche des Klerus fördernd,
unterstützend: Es liest sich wie ein -es Pamphlet aus den
Tagen der Reformation (Zeit 7, 2. 1975. 2); <subst.:>
Klerikale, der u. die; -n, -n <Dekl. f Abgeordnete): jmd., der
zur AnJtängerschaft der katholischen Geistlichkeit gehört:
Klerikaltsmus [...kalismos]. der; -: / politischej Richtung,
Bestrebung, die den Eittfluß der katholischen Kirche auf
das gesamte öffentliche Leben ausdehnen, stärken will:
Unterstützung durch einen in Italien besonders ausgeprägten
K. (Fraenkel. Staat 85); klerikaljstisch <Adj.; o. Steig.)
(abwertend): ausgeprägt klerikale (b) Tendenzen vertretend,
zeigend: Kleriker ['kle:rikv], der; -s, - [mhd. cleric, klerke
< kirchenlat. dcricus]: Angehöriger des Klerus (Ggs.: Laie):
ein konservativer K.; Klerisei [kleri'z^j], die; - (veraltet):
svw. tKlerus; Klerus [kle:ros], der; - (kirchenlat. clerus
< griech. klerös = Geistlichkeit, urspr. = Los, eigtl. =
Stand der Ausgelosten. AuserwähltenJ: katholische
Geistlichkeit: Priesterstaml, Priesterschaft: niederer, hoher
K.
Klette fkleto], die; -, -n [mhd. klette, ahd. clethal: a) an
Wegrändern u. auf Schuttplätzen wachsende Pflanze mit
kugeligen, meist rötlichen u. mit hakigen Stacheln versehenen
Blütenköpfen, die leicht an Tierfellen u. Kleidern haften:
b) einzelner Blütenkopf der Klette (a): die Jungen warfen
dem Mädchen -n ins Haar; du hast dich wie eine K.
an ihn gehängt (ugs.; / in lästiger Weise] an ihn
geklammert)', die Kinder hängen sich wie die -n an ihn (mögen
ihn gern): obwohl sie ihn ständig auslacht, hängt er an
ihr wie eine K. (läßt er nicht von ihr ab): sie halten,
hängen, kleben zusammen wie [diel -n (ugs.; sind
unzertrennlich). <Zus.:> Kl$ttenwurzel, die; Klettenwurzelöl, das:
aus der Klettenwurzel hergestelltes Haarwuchsmittel.
Kutter-: -fisch, der: graubrauner bis olivgrüner Speisefisch,
der Luftsauerstoff atmen u. längere Strecken über Land
zurücklegen kann: -garten, der (Bergsteigen):
Trainingsgelände für Bergsteiger: -gerät, das (Turnen): Gerät zum
Klettern: -»erüst, das: /für Kinder vorgesehenes] Gerüst
zum Klettern: -hammer. der (Bergsteigen): Hammer zum
Einschlagen von Felshaken: -kurs, der: Kurs für Bergsteiger
zum Erlernen bestimmter Klettertechniken: -mast, der:
*Mast zum Klettern: -maxe. der (ugs. scherzh.): a) Kind,
das gern u. bei jeder Gelegenheit aufetw. klettert: b) svw.
t Fassadenkletterer; -Partie, die: a) (Bergsteigen) schwierige
Strecke an einem steilen Hang, b) (ugs.) Watiderung. auf
der viel geklettert wird: ^pflanze, die: Pflanze, die an etw.
in die Höhe wächst: ^sdihiß, der (Tumen): geschlossene
Haltung der Füße u. Beine beim Klettern am Tau: ^schuh,
der: svw. t Bergschuh; ^seil, das: a) (Turnen) svw. Ktau;
b) (Bergsteigen) Seil, mit dem sich Bergsteiger gegen Absturz
sichern: ^Stange, die (Tumen): befestigte Stange aus
Stahl] zum Klettern: ^tau, das (Turnen): herabhängendes
starkes Seil zum Klettern: - technik, die (Bergsteigen):
Technik beim Klettern: -tour, die: svw. Kpartie; Mvand, die
(Turnen): Turngerät mit Sprossen zum Klettern.
Kletterei [kleto'rajl. die; -. -en (ugs.): a) (oft abwertend)
Idauerndes! Herumklettern: b) (Bergsteigen) das Klettern:
Der Übergang ... in die freie, äußerst schwere K. wird
durch das Gewicht des Seiles erschwert (Eidenschink. Eis
65); Kletterer ['kletare], der; -s. -: a) jmd., der (ein Tier,
das) [beim Bergsteigen! gut klettert: er. die Gemse ist
ein vorzüglicher K.; b) (Sport Jargon) Radrennfahrer, der
gut steile, bergige Strecken fälirt: klettern ['klctFnJ <sw.
V.; ist) [spätmhd. klettern urspr. = sich anklammern;
verw. mit..Klette"]: a) nach oben, über ein Hitidernis
gelangen, wobei man Hände. Füße o. ä. zum Festhalten benutzt:
an den Seilen k.; über den Zaun k.; wie ein Affe auf
den Baum k.: an Deck k.; Ü eine kletternde Pflanze (Bot.;
Pflanze, die an etw. in die Höhe wächst: Kletterpflanze)'.
Nun kam ... der Liebhaber zu der Popentochter ... und
wollte auf sie k. (derb; wollte sich auf sie legen, um mit
ihr zu koitieren: Afanasjew [Übers.], Märchen 126); die
Ladenpreise kletterten (stiegen) um zwei Prozent; der
Tachometer kletterte (stieg) auf neunzig; b) (ugs.) ein wenig
mühsam / über etw. steigend, sich stützendJ in etw. hinein-
od. aus etw. herausgelangen: in das, aus dem Auto k.;
diese faule Kröte, die erst mittags aus dem Bett klettert
(aufsteht: Remarque. Obelisk 8); Anschließend kletterten
die Chemiker aus ihren Schutzanzügen (Natur 38); c) das
Klettern als Sport betreiben: er ist in seiner Jugend viel
geklettert.
K^ttfrucht, die: svw. tKlette (b).
Kietze [klelßdl. die; -. -n fbayr. auch: Klötze, wohl zu
bayr.. österr. kleuzen = spalten (mhd. kloezen). da die
größeren Birnen zum Dörren gespalten werden] (österr.):
getrocknete Birne: <Zus.:) KI?tzenbrot, das (österr.):
dunkles Brot mit gedörrten Birnen u. verschiedenen Gewürzen.
klever: t clever.
klick [klik] <Interj.): lautm. für ein klickendes Geräusch:
als er auf den Auslöserdrückte, machte es k.; Ü da machte
es bei ihm k. (ugs.; er begriff endlich)'. Klick [-1, der; -s,
-s <meist PI.) [engl, click. lautm.] (Sprachw.): Schnalzlaut:
klicken ['klikn] <sw. V.; hat) [lautm. Tür einen hellen Klang
(im Unterschied zu tklacken)]: a) einen kurzen, feinen,
metallisch klingenden Ton von sich geben: die Kamera
klickte; b) ein klickendes (a) Geräusch verursachen: mit dem
Kugelschreiber k.; die Fotografen klickten (fotografierten)
ununterbrochen.
Klicker [klikc], der; -s, - [zu tklickem] (landseh.): svw.
tMurmel: 'klickern [kliknn] <sw. V.; hat): (landsch.): mit
Klickern spielen: die Kinder klickerten den ganzen
Nachmittag.
Kickern [-] <sw. V.; hat) [lautm.] (landsch.): einen hellen,
metallischen Ton von sich geben od. erzeugen: sie klickerte
mit dem Schlüsselbund (Borchert. Geranien 12).
klieben [kli:bn] <unr. V.; kliebte/klob. gekliebt/gekloben)
[mhd. klieben (st. V.), ahd. chliubanl (südd.. österr.):
spalten: Holz k.
Klient [kli'entl, der; -en, -en [lat. cliens (Gen.: clientis)
= der Hörige, eigtl. = Schutzbefohlener]: jmd. in bezug
auf seinen Rechtsanwalt, als ein von seinem Rechtsanwalt
Beratener. Vertretener: .Munde" des Rechtsanwalts: der
Verteidiger hatte die bedrohliche Lage seines -en erkannt;
Klientel« die; -. -en [lat. clientela = Schutzverwandtschaft,
dann: Gesamtheit der Hörigen]: Gesamtheit der Klienten:
das Spektrum seiner K. reicht von der Hausfrau bis zum
Großunternehmer; Klientgle. die; -. -n (Schweiz.): svw.
tKlientel; Klientin, die: -. -nen: w. Form zu f Klient.
klieren ['kli:ren] <sw. V.; hat) (landsch.): schlecht, unleserlich
schreiben: klier nicht so!; schnell ein paar Zeilen k.
Klietsch fkliitjl. der; -[eis (bes. berlin. abwertend): svw.
f Klinsch; klktschig <Adj.; nicht adv.) (bes. berlin.
abwertend): svw. t klinsch ig; Klktschkuchen. der; -s. -
(abwertend): klietschiger Kuchen.
Kliff [klif], das; -[e]s, -e [mniederd. klif = schroffer Felsen]
(niederd.): steiler Abfall einer [felsigen! Küste.
kliff. klaff! [klif klafl (Interi.): lautm. für Hundegebell.
Klima [kli:ma], das; -s. -s u. ...mate [...'ma:to; spätlat. clima
< griech. klima (Gen.: klimatos) = Abhang;
Himmelsgegend, (geographische) Zone]: l.a) (Met.) der für ein
bestimmtes geographisches Gebiet typische jährliche
Ablauf der Witterung: ein mildes, rauhes, tropisches,
gemäßigtes K.; das K. an der Ostsee bekommt ihm gut; b) künstlich
geschaffenes Verhältnis mischen Temperatur u.
Luftfeuchtigkeit in einem geschlossenen Raum. 2. durch bestimmte
Ereignisse od. Umstände hervorgerufene Atmosphäre od.
Beziehungen zwischen Personen. Gruppen, Staaten o. ä.:
unter den Kollegen herrscht ein angenehmes K.; das
politische, wirtschaftliche, geistige K. hat sich verändert; das
K. zwischen den beiden Staaten ist keineswegs gut.
Klima-: -änderung, die: (tiefgreifende I Veränderung des
Klimas in einem bestimmten geographischen Gebiet: ^anläge,
die: Anlage (4) zur Klimatisierung von größeren
Räumlichkeiten: die K. fiel aus; das Kino hat eine K.; -behandhing,
die: Behandlung von bestimmten Erkrankungen in Gegenden
1487
klimakterisch
mit einem besonderen Heilklima: -Clement, das (meist PI.)
(Met): das Klima bestimmende Witterungsbedingung (z. B.
Luftfeuchtigkeit); -faktor.der (Geogr.): die Klimaelemente
bedingende geographische Beschaffenheit eines Ortes (z. B.
Höhenlage); -geographie, die: Wissenschaft u. Lehre von
den klimatischen Erscheinungen unter geograj)hischen
Gesichtspunkten: -gerät, das: Gerät zur Klimatisierung von
, kleineren J Räumlichkeiten: das Auto kann mit K. geliefert
werden; -giirtel, der (Geogr.): svw. t-zone; -kammer,
die: Raum, in dem zu Versuchs- u. Heilzwecken künstliche
klimatische Verhältnisse geschaffen werden können: -karte,
die: kartographische Darstellung der verschiedenen Klimate
in verschiedenen geographischen Gebieten: -künde, die: svw.
tKlimatologie; -kur, die: svw. f-behandlung. dazu: -kur-
ort, der: Kurort mit einem besonderen Heilklima: -scheide
die (Geogr.): Gebirge, das Gebiete mit unterschiedlichem
Klima trennt: -Schwankung, die; -Station, die:
meteorologische Beobachtungsstation: -technik, die <o. PI.): Teilgebiet
der Technik, das sich damit befaßt, in Räumlichkeiten eitten
bestimmten Luft zustand unabhängig von äußeren Einflüssen
herzustellen u. aufrechtzuerhalten: -therapie, die: svw.
tkbehandlung; -Veränderung, die: svw. t-änderung;
-Verschlechterung, die; -Wechsel, der: das Aufsuchen
einer Gegend mit einem anderen Klima: -zone, die:
Gesamtheit der Gebiete mit gleichartigem Klima.
klimakterisch [klimak'te:nf] <Adj.; o. Steig.) [lat. cITmacteri-
cus < griech. klimakterikös] (Med.): a) durch die
Wechseljahrebedingt: ein -er Zustand; b) sich in den Wechseljahren
befindend: eine -e Frau: Klimakterium [klimak'te:riom],
das; -s [zu lat. cITmacter = Stufenleiter; kritischer Punkt
im menschlichen Leben < griech. klimakter] (Med.): svw.
t Wechseljahre Ider Frau]: ins K. kommen; im K. sein.
Klimate: PI. von tKlima: klimatisch [kli'ma:td1 <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): a) das Klima betreffend: durch das
Klima bedingt: die -en Verhältnisse eines Landes; sich k.
unterscheiden; b) (nur attr.) ein besomlers günstiges / Heil]-
klima aufweisend: ein -er Kurort; klimatisieren [klimati-
zi:ran] <sw. V.; hat): a) eine Klimaanlage od. ein Klimagerät
einbauen: b) Temperatur u. Luftfeuchtigkeit in geschlossenen
Räumen in ein bestimmtes Verhältnis bringen: <Abl.:)
Klimatisierung, die: -, -en: Klimatographie [klimatogra'fi:].
die; - [t-graphie]: Beschreibung der klimatischen
Verhältnisse auf der Erde: Klimatologie [...lo'gi:], die; * [t-logie]:
Wissenschaft u. Lehre vom Klima (1 a).
Klimax [kli:maks], die; -. -e <PI. ungebr.) [lat. climax =
Steigerung des Ausdrucks < griech. kfimax, eigtl. =
Leiter, Treppe, zu: klinein = neigen]: l.a) Höhepunkt: unter
Orgasmus versteht man die K. der sexuellen Lust; b) (Stilk.)
Übergang vom schwächeren zum stärkeren Ausdruck, vom
weniger Wichtigen zum Wichtigeren (Ggs.: Antiklimax).
2. (Med.) svw. tKlimakterium.
Klimbim [klim* bim], der; -s[lautm.,urspr. bes. berlin.
abwertend f. Musik, dann für alles Unwesentliche] (ugs.): a)
überflüssiger, unnützer Kram: unwichtiges Beiwerk: in der
Schublade ist lauter K.; sie hat schrecklich viel K. an
den Ohren hängen; Ich weiß schon, die große Liebe und
lauter so romantischer K. (Kranz, Märchenhochzeit 12);
rede nicht so'nen K. (dummes Zeug, Unsinn): b) lautes,
ausgelassenes Treiben: Klatnauk: am Samstag war bei uns
großer K,; c) Auflieben, überflüssige Aufregung: er macht
um jede Kleinigkeit einen fürchterlichen K.
Klimme ['klima], die; -, -n [zu tklimmen]: als Zimmerpflanze
kultivierte tropische Kletterpflanze.
klimmen [klirren] <st. V.; ist) [mhd. klimmen = klettern,
steigen]: a) (geh.) mit / großem i Kraftmdwand in die Höhe,
nach oben klettern, hinaufsteigen: auf den Gipfel, aufwärts,
höher k.; Bevor wir in die Bäume klommen ... (Lentz,
Muckefuck 60); U klomm die Verbrauchsziffer... zu nicht
dagewesenen Höhen (Jacob. Kaffee 289); b) (veraltend)
klettern: ...daßer... keuchend ans Ufer k. konnte (Dorpat.
Ellenbogenspiele MI); sie klimmen abwärts (Fallada,
Mann 143); <Zus.:> kljmmziehen <st. V.; nur im Inf. gebr.)
(Turnen): sich [an einer StangeJ bei gestrecktem Körper
mit den Armen hochziehen: vor einem Unterschwung am
Reck sollte man stark k.; Kljmmzug, der; -le]s. ...züge
(Turnen): Übung, bei der der gestreckte Körper mit den
Armen an einer horizontal angebrachten Stange htxhgezogen
wird: einen K. machen: Ü mit mächtigen Klimmzügen
(großer Anstrengung) sucht er sich auf ein höheres
Sprachniveau zu schwingen (Bausinger. Dialekte 46).
Klimperei ßclimpo'rai],die; -, -en [zu t klimpern] (ugs.
abwertend): svw. TGeklimper: hör endlich mit der K. auf!;
Klimperer rklmipdre]. der; -s, - (ugs. abwertend): imd., der
schlecht Klavier spielt: Klimperkasten, der; -s, ...kästen:
a) (ugs. abwertend) Klavier: die sitzt ja schon wieder vor
dem K., statt Schularbeiten zu machen; b) (ugs. emotional)
altes, abgenutztes Klavier: auf diesem K. soll man spielen
können!: kljroperklgin <Adj.; o. Steig.) (ugs. emotional):
winzig klein: klimpern fklimpBn] <sw. V.; hat) [lautm.,
eigtl. = stümperhaft Klavier spielenl: l.a) (von kleinen
metallischen Gegenständen) aufeinander-, durcheinatulerfal-
lend ein helles Geräusch von sich geben: die Münzen
klimperten im Klingelbeutel; b) mit mehreren kleinen
metallischen Gegenständen ein helles Geräusch verursachen: mit
Kleingeld, den Hausschlüsseln in der Hosentasche k. 2.
(ugs.) a) nur einzelne, zusammenhanglose (hohe/ Töne
hervorbringen, sie anschlagen: auf dem Klavier, der Gitarre
k.: b) (abwertend) ietw.j ausdruckslos, stümperhaft,
schlecht spielen: eine Etüde, einen Schlager auf dem Klavier
k.; Er ergriff die Gitarre ... und klimperte darauf (Lynen,
Kentaurenfährte 129); Ü er klimperte ihr an den Brüsten.
kling! [klin] <Interj.>: lau im. für einen feinen, hell klingenden
Ton. Vgl. kling, klang.
Klinge f'klup], die; -. -n [mhd. klinge = Schwertschneide,
Schwert, zu: klingen = hell tönen, erschallen, nach dem
hellen Klang, der beim Auftreffen des Schwertes auf Helm
od. Panzer verursacht wurde]: l.a) der flache, aus Stahl,
Eisen bestehende, scharf geschliffene, zum Schneiden,
Siechendienende Teileines Werkzeugs od. Geräts, einer Waffe:
eine scharfe, stumpfe, blanke, verrostete K.; das Messer
hat eine große und eine kleine K.: eine neue K. in den
Rasierapparat einlegen; b) (geh., veraltend): Waffe mit
einer Klinge (z.B. Degen. Säbel): Beim Militär galt die
... aus Italien stammende ... leichte K. (Bergengruen.
Rittmeisterin 206); *mit jmdm. die -n, (auch:) die K. kreuzen
(geh.: 1. mit jmdm. fechten. 2. mit jmdm. ein Streitgespräch
jWxren, eine Kontroverse austragen)', eine [gute] K. schlagen
(1. geh.; gut fechten. 2. geh.; sich entschieden für erw.
einserzen: Endlich muß für die Gerechtigkeit eine K.
geschlagen werden [Fr. Wolf, Zwei 274]. 3. ugs. scherzh.;
ausgiebig, viel essen): eine scharfe K. fuhren (geh.; in Aus-
einanderserzungen, Diskussionen scharf auftreten, ein ge-
fälxrlieber Gegner sein): jmdn. über die K. springen lassen
(1. Milit.; ! wehrlose Feinde. Gefangene. Zivilisten/ töten:
Ich befehle euch. ... alles über die K. springen zu lassen,
was ihr an Bewohnern ... antrefft [Sieburg. Blick 34; nach
der Vorstellung, daß bei der Hinrichtung durch das
Schwert der Kopf des Delinquenten gleichsam über die
Klinge springt]. 2. ugs.; wirtschaftlich, beruflich vernichten,
zugrunde richten. 3. Sport Jargon; / einen Gegenspieler!
foulen). 2. (landsch.) riefe, enge Schluchr [ohne Talbodenj.
Klingel [kluij], die: -. -n [rückgeb. aus t klingeln]: 1. Vorrich-
rung zum Klingeln: eine laute, gedämpfte, kleine, elektrische
K.; dieK. funktioniert nicht, ging viermal; die K. abstellen;
an der K. ziehen; auf die K. (ugs.; den Klingelknopf) drük-
ken. 2. kleine Gl<Kke (1 a) zum Klingeln: der Vorsitzende
griff zur K.
Klingel-: -anläge, die: elektische Anlage, mir der ein
Klingelzeichen ausgelöst werden kann: -beutet der: ein I an einem
langen Stiel befestigter] Beutel / mir die Aufmerksamkeit
der Kirchenbesucher erweckendem GlöckchenJ, mit dem in
Kirchen Geld eingesammelt wird, indem man ihn durch die
Bankreihen reicht: -draht, der: Kabel, Leitungsdraht für
eine elektrische Klingel: -fahrer. der (ugs.): jmd.. der an
einer Wohnungstür klingelt (um herauszufinden, ob der
Betreffende vielleicht nicht zu Hause ist. um dann dort
einbrechen zu können): -fee, die (scherzh.): a) Telefonistin: b)
Zimmermädchen: -iagd, die (landsch.): svw. t-putzen;
-knöpf, der: Knopf zur Betätigung einer elektrischen
Klingel: auf den K. drücken; -putzen, das; -s (ugs.):
übermütiger Streich, bei dem die Kinder auf alle Klingelknöpfe eines
Hauses drücken u. sich dann möglichst rasch entfernen:
-schnür, die: a) Schnur zur Betätigung einer Klingel: b)
(ugs.) svw. f-draht; -zeichen, das: Klingeln als ein ganz
bestimmtes Zeichen für erw.: -aig, der: Vorrichtung zur
Betätigung einer Klingel durch Ziehen.
Klingelei [klinalail. die; -. -en: svw. tGeklingel.
klingeling[eling]: t klingling.
klingeln [klcnln] <sw. V.; hat) Imhd. klingelen. ahd. klingi-
lönl: a) metallisch. helU meist schrill klingende Töne sehr
1488
Klippschnell hintereinander von sich geben: das Telefon, der Wek-
ker klingelt; <unpers.:> geh an die Tür. es hat geklingelt;
es klingelt (ein Klingelzeichen ertönt) im Automaten; R
jetzt/gleich hat es geklingelt (ugs.; jetzt/gleich ist meine
Geduld zu Ende)', Ü wenn ... für das Fernsehen gespielt
wird, klingelt mehr Geld im Kasten (ugs.; wird mehr
eingenommen; Bild und Funk 11, 1966. 29); Es ist ganz ruhig -
meine Nerven haben geklingelt (ugs.; waren in einem
Zustand äu/ierster Anspannung; Keun. Das kunstseidene
Mädchen 59); <unpers.:> *es klingelt (Sport Jargon; es ist ein
Tor geschossen worden): Es klingelte nur so in Bernards
Kasten. 3:1 durch Fäders Mordsschuß (Bild 16. 4. 64,
7); es klingelt bei jmdm. (ugs.; jmd. begreift, bekommt
endlich einen Einfall): b) die Klingel betätigen: stürmisch,
kurz, laut an der Tür k.; der Radfahrer klingelte
ununterbrochen; c) durch Klingeln (a. b) bewirken [wollen], daß
sich jmd. zu einer Reaktion (z.B. sich [zum Klingelnden
hin] in Bewegung zu setzen) aufgefordert fühlt: nach dem
Zimmerkellner, der Sekretärin k.; es hat zum Unterricht
geklingelt; jmdn. aus dem Schlaf, dem Bett, nachts aus
der Wohnung k.; d) (Kfz.-W. Jargon) metallisch klingend
klopfen (2): der Motor klingelt.
klinaen [klman] <st. V.; hat) [mhd. klingen, ahd. klingan]:
l.a) kürzere Zeit anhaltende, meist helle, reine, dem Ohr
wohlgefällige Töne von sich geben, hervorbringen: die
Gläser. Glocken klingen: die Stimmen klingen durch das ganze
Haus (sind im ganzen Haus zu hören); eine klingende
(wohltönende) Stimme haben; Ü Hilfe ist für ihn erst dann
interessant, wenn sie ihm klingenden Lohn. Gewinn (Geld)
einbringt; <subst.:> in jmdm. eine Saite zum Klingen
bringen (geh.; ein bestimmtes Gefühl in jmdm. wecken)',
* klingende Münze (f Münze); b) einen bestimmten Klang
haben: das Klavier klingt verstimmt; die Wand klang hohl,
dumpf; das Instrument klingt nicht (hat keinen schönen
Ton); ihre Stimme klingt ungehalten (Becker. Irreführung
205). 2. sich in bestimmter Weise anhören, einen bestimmten
Beiklang, Unterton haben: seine Stimme klingt ernst, ruhig;
die Geschichte klingt unglaublich: die Nachricht hatte
nicht gut geklungen; seine Worte haben spöttisch, nach
Groll, wie wütendes Gebell geklungen; das Gedicht klingt
nach Hesse (kann, könnte von Hesse sein); der Schlager
klingt nach nichts (ist nichts Besonderes); aus seiner
Stimme klang Angst (war Angst herauszuhören); <unpers.:>
es klang, als ob geschossen würde; sie sprach ein ulkig
klingendes Deutsch-
Klinsen- (Klinge 1 b. Fechten): -angriff, der: Angriff, der
mit dem Wegschlagen der Klinge des Gegners eröffnet wird;
-fuhrung, die: Art u. Weise, wie die Klinge bewegt, geführt
wird: eine geradlinige K.; -läse, die: bestinunte Stellung
der Klinge im Hinblick auf den Gegner; -spiel, das: das
Abtasten durch leichte, spielerische Berührung der Klingen
[bei Eröffnung des Kampfes].
kljngend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Verslehre): zweisilbig:
ein -er Reim; der Versschluß ist k.
kling,klang! [klirj klanl <Interj.>: lautm. für hellere Töne,
die in der Tonhöhe wechseln; <subst.:> *mit K. und Klang
(ugs.; mit fröhlicher [ Blas I musik): die Feuerwehr zog mit
K. und Klang durch das Dorf; mit K., Klang und Gloria
(ugs.: 1. mit schmetternder [Blas]musik. 2. mit großem
Aufwandt: Kljngklang, der; -s: klingling flclrolro]. klinge-
ling[eling]! [khna'lm(a'lro)] <Interj.>. lautm. Tür den Klang
einer Klingel od. eines Glöckchens; kling. Glöckchen.
klingelingeling (aus dem Weihnachtslied ..Christkindchens
Ankunft" nach B. Widmann. 1820-1910).
Klinik [kli:nik], die; -. -en [lat. clinice ■= Heilkunst für
bettlägerig Kranke < griech. klinike (töchne). zu: kline
= Bett]: 1. [großes] Krankenhaus [das auf die Behandlung
bestimmter Erkrankungen spezialisiert ist]: eine
chirurgische, orthopädische K ; eine K. für Herzkrankheiten;
jmdn. in die K. einliefern, in der K. besuchen, aus der
K. entlassen. 2. <o. PI.) (Med.) praktischer Unterricht im
Krankenhaus [für Medizinstudenten], dazu: Kliniker [kli:-
nikü], der; -s, - (Med.): 1. in einer [Universitätsjklinik
tätiger Arzt, der auch unterrichtet, lehrt. 2. Medizinstudent
während seiner [praktischen] Ausbildung in der Klinik;
Klinikum [kli:nikom], das; -. Klinika, auch: Kliniken: 1. <o.
PI.) (Med.) praktische Ausbildung für Medizinstudenten
in einem Krankenhaus. 2. Zusammenschluß mehrerer / Uni-
versitätsjkliniken unter einheitlicher Leitung u. Verwaltung;
klinisch ['kli.niJJ <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (Med.): 1.
in der Klinik stattfindend: ein -es Semester; ein -er Fall
(Fall, der in der Klinik behandelt werden muß); einen
Patienten k. behandeln. 2. durch ärztliche Untersuchung
feststellbar od. festgestellt: -e Erscheinungen. Symptome; eine -e
Diagnose; der Patient ist k. tot (Herzschlag, Atmung u.
Kreislauf haben ausgesetzt).
Klinke [klmkal. die; -. -en [mhd. (md.) klinke = Türriegel,
zu: klinken = klingen, nach dem klingenden Geräusch
des Türriegels beim Schließen der Tür]: 1. beweglicher,
hebelartiger Griff zum Schließen od. Öffnen einer Tür: die
K. nieder-, herunterdrücken: die Bewerber gaben sich die
K. in die Hand (ugs.; es war ein ständiges Kommen u.
Gehen der Bewerber): * -n putzen (ugs. abwertend; von Tür
zu Tür gehen u. etw. zum Verkauf anbieten od. betteln):
jmdm. dieK. in die Hand drücken (ugs.; jmdn. hinauswerfen).
2. (Fachspr.) Hebel an einer technischen Vorrichtung,
Maschine; Sperrhebel, Schalthebel o. ä. 3. (Postw.) Hülse,
Buchse, in die ein Stöpsel zur Herstellung von elek frischen
Verbindungen in Fernmeldeanlagen gesteckt wird; <Abl.:) klinken
[klinkn] <sw. V.; hat): a) die [Türjklinke bewegen: an
der Tür k.; b) einen Hebel od. eine entsprechende
Haltevorrichtung betätigen, um etw. festzumachen od. zu lösen:
Stunden später klinkte ... Armstrong die Nase der Raumkapsel
in die ... HecköfTnung des ... Zielsatelliten (Spiegel 13.
1966. 166); <Zus,:> Kljnkenputzer, der: jmd., der von Tür
zu Tür geht u. etw. zum Kauf anbietet od. bettelt.
Klinker [klinke], der; -s. - [aus dem Niederd. < niederl.
klinker(t). zu: klinken = klingen, nach dem hellen Klang,
der beim Schlagen gegen den Klinker entsteht]: kleiner,
sehr scharf gebrannter Ziegelstein.
Kl|nker-: -bau, der: 1. <Pl. -ten) Gebäude aus Klinkern.
2. <o. PI.) (SchifTbau) dachziegelartige Anordnung der
äußeren Planken bei Holzbooten; vgl. Kraweelbau; -bauweise,
die (SchifTbau); -beplankung, die (SchifTbau); -boot, das
(SchifTbau): Boot mit Klinkerbeplankung; -gebaut <Adj.;
o. Steig.; nur attr.) (SchifTbau): in Klinkerbauweise
hergestellt: ein -es Boot; -stein, der: svw. t Klinker.
klinkern [klmkcn] <sw. V.; hat): 1. (Seew.) ein Boot mit
Klinkerbeplankung versehen <meist im 2. Part.): eine geklin-
kerte Jolle. 2. (Hüttenw.) feines Material durch Erhitzen
in einem Ofen mit sehr hoher Temperatur agglomerieren.
Klinochlor [klino'klo:^]. das; -s. (Arten:) -e [zu griech. kl ine in
= sich neigen (wegen der monoklinen Kristallform) u.
tChlor] (Mineral.): lichtgrünes bis gelbliches Mineral; Kli-
nograph [...'gra:fl. der; -en, -en [t-graph] (Geogr.):
Meßinstrument, das Veränderungen der Neigungswinkel an Hängen
ermittelt; Klinometer, das; -s. - [t-meterj (Fachspr.): svw.
tGefällemesser: Klinomobil [...mo'bi:l], das; -s, -e
[Kurzwort aus tKlinik u. t Automobil]: Rettungswagen, in dem
Operationen ausgeführt werden können; Klinostat [,..'sta:t],
der; -[eis u. -en. -e[nl [zu griech. klinein = sich neigen
u. statös = feststehend] (Biol.): Apparatur, die den
Geotropismus von Pflanzen untersucht.
Klinsch [klinj]. der; -s (nordd. abwertend): unausgebackener
Teig von Brot, Kuchen o. ä.; teigiger, nicht recht
aufgegangener Teil eines Gebäcks (z. B. ein Wasserstreifen im Brot);
<Abl.:> kljnschig <Adj.; nicht adv.) (nordd. abwertend):
glitschig (2); nicht ganz ausgebacken, noch teigig, halb roh.
Klinse [klmzsl. (auch:) Klinze l'klmtjö], die; -. -n [älter:
Klimmse. spätmhd. klims(e). klummse] (landsch.): sehr
schmale Spalte, Ritze.
klipp [klipl nur in der Wendung k. und klar (ugs.; völlig
klar; unmißverständlich; urspr. niederd.; vgl. tklippen): ich
habe ihm k. und klar die Meinung gesagt.
Klipp [klip], der; -s. -s [engl. clip. zu: to clip = festhalten,
befestigen, anklammern]: 1. Klemme: der K. am
Kugelschreiber ist abgebrochen. 2. [modisches] Schmuckstück,
das I am Ohr] festgeklemmt wird: sie trug rote -s.
'Kljpp- (Klippe): -dachs, der: Schliefer (2): -fisch, der:
aufgeschlitzter, urspr. auf Klippen luftgetrockneter Dorsch;
-Springer, der: leicht gedrungene, hochbeinige Antilope in
felsigen Landschaften Afrikas.
^Ijpp- [zu tklippen; das kurze, helle Geräusch wird mit
der Vorstellung von etwas Kleinem. Geringem verbundene
-kram, der (nordd.): Kleinkram; -krämer, der (nordd.):
Kolonialwarenhändler; -schenke, die (nordd.): sehr einfache
Schenke; -schule, die: a) (nordd.) Grundschule; b)
(abwertend) Schule, Lehranstalt ohne hohes Niveau, mit
ungenügend qualifizierten Kräften, von der keine besonderen
Leistungen zu erwarten sind, dazu: -schüler. der (nordd.).
94 GDW
1489
Klippe
Klippe Cklipa], die; -. -n [mniederl. cllppe]: großer [aus
dem Wasser herausragender j Felsblock im Meer in der
Nähe der Küste: die K. ragt aus dem Meer heraus; an den
-n zerschellen; auf -n auflaufen; ein Schiff durch tückische
-n steuern; U in der Prüfung. Verhandlung alle -n
(Schwierigkeiten) geschickt umgehen, überwinden, umschiffen.
klippen l'klrpn] <sw. V.; hat) [lautm.I (landsch.): hell tönen,
ein helles Geräusch verursachen.
kljppen-, Kljppen- (Klippe): ^fisch, der: svw. tKlippfisch;
-küste, die: klippenreiche Küste; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>; -rand, der; -reich <Adj.; nicht adv.>,
Klipper ['khpe]. der; -s. - [engl, clipper. zu: to clip. eigtl.
= schneiden, also eigtl. = schnittig gebautes Schiff)
(früher): schnelles Segelschiff; vgl. Clipper.
klippig [klipi(;) <Adj.; nicht adv.) (selten): mit Klippen
durchsetzt; klippenreich; eine «e Küste.
klipp, klapp! [klrp kiapKlnterj.): lautm. für ein klapperndes
Geräusch; Kljppklqpp, das; -s.
Klips flclips). der; -es. -e: svw. tKlipp (2).
klirr! [klir] <Interj.>: lautm. für ein klirrendes Geräusch;
klirren ['klircn] <sw. V.; hat) [urspr. ostmd.. lautm.|: l.a)
(von zerbrechlichen od. metallischen Gegenständen) durch
Aneinandersto/Jen. Bewegung od. Zerschellen einen hellen,
vibrierenden Ton von sich geben; die Ketten, Säbel klirren;
von der Explosion haben die Scheiben geklirrt; Aber gleich
wird der Schlüssel im Schloß k. (Fallada. Trinker 89);
die Gläser fielen klirrend zu Boden; <subst.:> das Klirren
der Eiswürfel im Glas; b) ein klirrendes Geräusch
verursachen: der Wärter klirrte mit seinem Schlüsselbund; Ü die
Kälte klirrte (es war eisig kalt); <unpers.:> es klirrte vor
Kälte; <oft 1. Part.:>es war klirrend (eisig) kalt; klirrender
(sehr strenger) Frost; Klirrfaktor, der; -s. -en (Elektrot.):
Maß für die Verzerrung bei akustischen Übertragungen.
Klischee [kli'Je:]. das; -s. -s [frz. cliche = Abklatsch, billige
Nachahmung, subst. 2. Part, von: clicher = abklatschen]:
1. (Druckw. Jargon) svw. tDruckstock. 2. (bildungsspr.
abwertend) a) unschöpferische Nachbildung; Abklatsch:
dieser Roman enthält eine Unzahl literarischer -s; b)
eingefahrene, überkommene Vorstellung: das K. einer
gutbürgerlichen Ehe; in -s denken; c) etw».. was durch häufigen
Gebrauch abgegriffen wirkt; abgedroschene Redewemiung: in
-s reden; <Abl. zu 2:> klischeehaft <Adj.; -er. -este>
(bildungsspr. abwertend): in der Art eines Klischees; <Zus.
zu 2:> Kltschfifivorstellung, die (bilddungsspr. abwertend):
svw. t Klischee (2 b); Klischeewort, das (bildungsspr.
abwertend): abgegriffenes Wort; klischieren [kli'Ji:ren] <sw. V.;
hat) [zu frz. clicher. tKlischee]: 1. (Druckw.) ein Klischee
(1) herstellen. 2. (bildungsspr. abwertend) a) etw.
unschöpferisch, talentlos nachahmen* nachbilden: die Zeichnung ist
schlecht klischiert; b) etw. in ein Klischee (2) zwängen,
klischeehaft darstellen: Operettenmacher und
Filmfabrikanten haben sein Bild zu sehr klischiert (Trenker.
Helden 22); Klbchogr&ph [klijo...]. der; -en. -en [f-graph]
(Druckw.): elektrische Graviermaschine für Druckstöcke.
Klister ['klistB]. der; -s [Kunstwort]: weiches Skiwachs, das
zum Fahren im Firnschnee aufgetragen wird; <Zus.: > Kljster-
wachs, das: svw. tKüster.
Klistier[klis'ti:B].das;-s.-e[mhd.klistier. klystier < spätlat.
clysterium < griech. klysterion = Spülung] (Med.): svw.
tEinlauf (2): jmdm. ein K. geben; bei Verabreichung von
-en (Medizin II, 189); <Abl.:> klistieren [khs'ti:ren] <sw.
V.; hat) [mhd. klistieren] (Med.): ein Klistier geben; <Zus.:>
Klfetkrsdilauch, der (Med.): Schlauch für Klistiere;
Klistierspritze, die (Med): Spritze aus Gummi für Klistiere.
klitoral [klito'ra:l] <Adj.; o. Steig.): die Klitoris betreffend:
ein -er (durch Reizung der Klitoris ausgelöster) Orgasmus;
Klitoris ['kli:tons. auch: 'kli...]. die; -. - u. ...ides [kli'to:ri-
de:s] [griech. kleitoris, eigtl. = kleiner Hügel] (Med.):
svw. tKltzler; <Abl.:> Klitorismus [klito'rismus], der; -
(Med.): übermäßige Entwicklung der Klitoris.
klitsch! [khtj] <lnterj.) lzu f klitschen]: lautm. für ein helleres
klatschendes Geräusch; vgl. klitsch, klatsch; Klitsch [-].
der; -[e]s, «e: 1. (landsch.) a) breiige, weiche Masse; b)
(ugs.:) nicht durchgebackenes Gebäck. 2. (landsch.) leichter
Schlag; Klitsche ['klitJdl. die; -. -n: 1. (ugs.) a) ärmlicher
Bauern/wf; b) armseliges Dorf; c) kleiner Betrieb (1). 2.
(ugs.). Schmierentheater. 3. (landsch. Schülerspr.) svw.
tKlatsche (4); klitschen ['klijn] <sw. V.; hat) [lautm.]
(landsch.): X.eine klebrige Masse bilden: die Erde klitscht.
2.a) jmdn. (mit der flachen Hand) schlagen: sie hat ihm
eine geklitscht; b) mit hell klatschendem Geräusch
aufschlagen: der nasse Lappen klitschte ihr ins Gesicht; klitschenaß;
t klitschnaß; kljtschig <Adj.; nicht adv.) (landsch.
abwertend): tglitschig(2); klitsch.klatsch! [klilj'klatj] <Interj.):
lautm. für ein klatschendes Geräusch; kljtschiqB <Adj.:
0. Steig.; nicht adv.) (ugs. emotional): völlig, ganz u. gar
durchnäßt.
klittern lkliten] <sw. V.; hat) [wahrsch. lautm.; bildungsspr.
gebr. wohl in Anlehnung an das von dem dt. Satiriker
u. Publizisten J. Fischart (etwa 1546bisetwa 1590) geb. t
Geschichtsklitterung]: 1. (bildungsspr. abwertend) a) (ein
Werk) [ausden verschiedensten Teilen] zusammenstückeln;
b) etw. aus dem Zusammenhang reißen u. dadurch fälschlich
wiedergeben. 2. (landsch.. sonst veraltet) a) zerkleinern;
b) schlecht schreiben; schmieren; <Abl. zu 1:> Kljtterung,
die; -, -en (bildungsspr. abwertend): a)
zusammengestückeltes Werk [mit wissenschaftlichem AnspruchJ; b) nicht den
Tatsachen entsprechende, verfälschende Wiedergabe von etw.
klitzeklein ['klit^'kl^n] <Adj.; o. Steig.) (ugs.): winzig.
Klivie: tClivia.
Klo Iklo:], das; -s. -s (Kurzf. für f Klosett] (ugs. fam.): a)
Toilettenraum: er ist auf dem K.; aufs K. gehen, müssen:
er ist im K.; b) Toilettenbecken: keine Abfälle ins K.
werfen.
Kk>-: checken, das (ugs.): svw. tKlosettbecken; -deckel,
der (ugs.): svw. tToilettendeckel; -frau, die (ugs.): svw.
tToilettenfrau; -papier, das (ugs.): svw. tToilettenpapier.
Kloake [klo'a:kd]. die; -. -n [lat. cloäca = Abzugskanal,
zu: cluere = reinigen]: 1. [unterirdischer] Abzugskanal
für Abwässer; Senkgrube: Ü Die Atmosphäre der geistigen
K. (Zwerenz. Kopf 212). 2. (Zool.) gemeinsamer Ausgang
für Darm. Harnblase u. Geschlechtsorgane bei verschiedenen
[niederen] Tieren; <Zus.:> Kloakentier, das (meist PL):
primitives Säugetier mit einer Kloake (2).
Klobasse fklcxbasa]. (auch:) Klobassi [ klo:basi], die; -.
...ssen [aus dem Slaw.. vgl. slowen.. slowak. klobäsa =
Wurst] (österr.): grobe, gewürzte Wurst.
Kloben ['klo:bn]. der. -s. - [mhd. klobe. ahd. klobo =
gespaltenes Holz]: l.a) grober Holzklotz: den K. mit der
Axt spalten; b) (ugs.) ungehobelter, unhöflicher Mensch.
2. (Handw.) kleiner Schraubstock: etw. in den K. spannen.
3. (landsch.) a) Eisenhaken; b) svw. tAngel (2). 4. (ugs.
landsch.) [alte] Pfeife: er zieht bedächtig an seinem K.;
Kloben ['kloibn], der; -s, - [zu niederd. kloben = spalten,
vgl. klieben. Kluft; der Teig wird so umgeklappt, daß
in der Mitte ein Längsspalt entsteht] (niederd.):
kuchenartiges Weizenbrot (mit Rosinen); klobig ['klo:bi<;] <Adj.):
a) eine grobe, kantige Form habend, unförmig wie ein Klotz;
ein -er Tisch; -e Quadern; -e Stiefel. Hände; Er kann
gegen den etwas helleren Himmel die -e Gestalt von Krym-
na erkennen (Fallada. Mann 222); b) plump u. unbeholfen:
ein «er Mensch; eine «e Ausdrucksweise.
Klock Dcbk]. die; -. -s [tGlocke] (niederd.): l.a) Uhr: Jantje
aus Arnheim. der nach seiner K. ... um 21 Uhr bei der
ARD den Krimi einschaltet ... (Hörzu 19. 1977. 5); b)
Ulvrzeit. 2. tGlock.
Klon [klo:nI.der: -s. -e [engl, clon < griech. klon =
Sprößling] (Biol.): der durch ungeschlechtliche Vermehrung aus
einem pflanzlichen od. tierischen Individuum entstandene
erbgleiche Stamm; klonen ['klo:nan] <sw. V.; hat) (Biol.):
1. die durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandenen
Nachkommen auslesen. 2. durch künstlich herbeigeführte
ungeschlechtliche Vermehrung genetisch identische Kopien
von Pflanzen od. Tieren herstellen; klonieren.
klönen ['kl0:nan] <sw. V.; hat) [wahrsch. lautm.. älter
niederd. klönen = tönen; durchdringend od. weltschweifend
reden] (nordd.): gemütlich plaudern: Im Krug von Martin
Bisch sitzen die Fischer und klönen (Nachbar. Mond 70):
über alte Zeiten k.
klonieren [klo:'ni:ren] <sw. V.; hat) [zu f Klon] (Biol.): svw.
t klonen (2).
Klijnschnack.der [zu f klönen] (nordd.): gemütliche Plauderei:
einen K. halten.
klonisch [klo:n tfl < Adj.) (Med.): krampfartig zuckend (Ggs.:
tonisch): ein -er Muskel; Kkmus [klo:nus], der; -. ...ni
[griech. klönos = heftige, verworrene Bewegung] (Med.):
krankhafte Zuckungen infolge eines raschen Wechsels von
Muskelzusanvnenziehungen und -erschlaffungen in
unregelmäßiger Folge-. Schüttelkrampf
Kloot [klo:t], der. -[e]s. -en [mniederd. klöt] (niederd.): a)
1490
Kloster-
Holzkugel: den K. schießen; vgl. boßeln; b) Kloß; <Zus.:>
Ktotsdiieüen, das; -s (lrics): Eisschießen, Boßeln.
klopfe) Ckteofl]. der; -s. - (veraltet): svw. tKlöppel.
klgpr-.Ktypf». -fechter, der; a) (früher) berufsmäßiger
Fechter; b) (abwertend) jmd.. der sich für Geld schlägt; c)
(abwertend) bissiger Publizist; -fest <Adj.; nicht adv.> (Fachspr.):
das Klopfen (2) von Motoren verhindernd: -es Benzin, dazu:
-Festigkeit, die; -seist, der: Spukwesen des Volksglaubens,
das sich durch Klopfzeichen bemerkbar macht; -holz, das:
hölzernes Werkzeug zum Klopfen; -Jagd, die (Jagdw.):
Treibjagd, bei der durch Klopfen gegen Bäume das Wild
zusammengetrieben wird; -kSfer, der (nach dem als Signal
für den Geschlechtspartner dienenden, durch Aufschlagen
des Kopfes an die Wand des Bohrganges erzeugten
Klopfen): kleiner brauner ixi. schwarzer Käfer mit langen gesägten
Fühlern, der in trockenem Holz (z.B. auch an Möbeln
o.a.) bolirt; -massage. die: Massage durch Klopfen mit
den Fingerspitzen od. Händen; -peitsche, die (landsch.):
kurze Peitsche mit mehreren Riemen zum Ausklopfen von
Teppichen, Matratzen u.a.; etw. mit der K. bekommen
i eine tüchtige Tracht Prügel beziehen); -spräche, die:
Verständigung durchbestimmte Klopf zeichen; -Stange, die: svw.
•Teppichstange; -zeichen, das: Zeichen, das durch Klopfen
keuchen wird: K. geben; sich durch K. verständigen.
klopfen ['kbßfn] <sw. V.; hat) [mhd. klopfen, ahd. clophön,
urspr. lautm.j; l.a) mehrnuils leicht gegen, auf, an etw.
schlagen: an die Wand k.; mit dem Finger leicht an das
Barometer k.; er klopfte an das Glas (um sich Gehör
für eine Rede bei Tisch zu verschaffen); Regentropfen
klopfen ans Fenster; auf die Matte k. (Ringen [Jargon);
zum Zeichen der Aufgabe mehrmals mit der Hand auf die
Matte schlagen): jmdm./(auch:) jmdn. auf die Schulter,
den Rücken k.; der Reiter klopfte seinem Pferd [liebevoll,
anerkennend] den Hals; der Specht klopft (schlägt mit
dem Schnabel gegen den Baumstatnm); b) durch Klopfen
kumltun. ausdrücken: die Studenten klopften Beifall; mit
dem Fuß den Takt der Musik k.; c) svw. tanklopfen:
bitte k.!: jmdn. aus dem Bett k. (durch Anklopfen wecken
u. zum Aufstehen zwingen); <unpers.:> es klopft (jmd. klopft
an); U der Winter klopft an die Tür (geh.: kündigt sich
an. naht): d) durch Klopfen weich, mürbe machen: ein
Schnitzel k.; Flachs k.; e) durch Klopfen zerkleinern: Steine k.
< für den Straßenbau); 0 durch Klopfen entfernen: den Staub
von den Schultern k.; Asche aus der Pfeife k.; er klopfte
ihm den Schnee vom Mantel: g) durch Klopfen vom Schmutz
befreien, reinigen: den Teppich, die Malratzen k.; h) durch
Klopfen in etw. treiben: einen Nagel in die Wand k.: die
Scheibe ins Tor k. (Eishockey Jargon; aus kurzer Entfer-
*wng ins Tor schlagen). 2. in > pulsieretider j Bewegung sein
. u. dabei ein schlagendes Geräusch von sich geben j: der
Puls des Patienten klopfte unregelmäßig; sein Herz klopfte
vor Freude. Schrecken bis zum Hals; mit klopfendem
Herzen in die Prüfung gehen; der Motor klopft (Fachspr.;
gibt infolge ungleichmäßiger, schlagartiger Verbrennung des
Kraftstoff-Luft-Gemisches klopfende (1 a) Geräusche von
sich): <Abl.:> Klopfer, den -s, -: 1. svw. tTeppichklopfer.
2. svw. tTürklopfer. 3. * einen K. haben (südd.. österr.:
verrückt sein).
Kloppe fkbpa], die; - [zu tkloppen) (nordd.. md.): Prügel:
K. kriegen; wenn du das tust, gibt es K.; Klöppel [kloep}).
der; -s.- [ausdem (Ost)md.. zu Tkloppen.eigtl. = Klopfer):
I. a) Schwengel einer Glocke; b) / an einem Ende verdickter]
Stab zum Anschlagen von etw.: sie bearbeitete den großen
Gong kräftig mit dem K.; Ü Mit spitzen -n hämmerte
die Sonne auf meinen Kopf (Roehler. Würde 155). 2.
Spule aus Holz für Klöppelarbeiten.
Klippel- (Klöppel 2): -arbeit, die: a) <o. PI.) das Klöppeln;
b) ein bestimmtes geklöppeltes Erzeugnis; -brief, der:
vorgezeichnetes Muster für Klöppelarbeiten; -decke, die; -kissen,
das: I.Kissen, auf dem die Klöppelnadeln stecken. 2. Kissen
mit geklöppelter Kissenplatte: -maschine, die: Maschine
zum Klöppeln; -nadeln <PI.>: Nadeln, um die die Fäden
beim Klöppeln geschlungen werden; -sack, der: svw. f
-kissen (1); -spitze, die: geklöppelte Spitze.
Klöppelei [kloepa'laj]. die; -. -en: svw. tKlöppelarbeit (2);
klöppeln f kloeplnl <sw. V.; hat): I. Spitzen herstellen durch
Kreuzen, Drehen o. ä. von Fäden, die auf Klöppel gewickelt
sind: Bänder k.; ein geklöppeltes Deckchen. 2. (landsch.)
a) wie ein Klöppel (1) auf etw. wiederholt auf treffen: dann
aber warf er den Bleistift auf den Tisch, der klöppelte
über die Platte bis an das Bild (Kempowski. Tadelloser
399); b) schnell hintereinander wie mit einem Klöppel (1)
auf etw. klopfen u. dadurch ein Geräusch o.a. hervorrufen;
trommeln: Ich klöppelte einen mühsam erlernten
Rumbaschlagauf den den Deckel der Schreibmaschine
(Kempowski, Tadelloser 303); <Abl. zu 1:> Klöpplerin, die; -. -nen:
Frau, die berufsmäßig Klöppelarbeit verrichtet; kloppen
fkbpn) <sw. V.; hat) [mniederd. kloppen, zu tklopfenj
(nordd.. md.): 1. klopfen, schlagen: Als der ( = Vater) die
( = Tätowierungen) sah. da hat der mich fast in Stücke
gekloppt (Degener. Heimsuchung 159). 2. <k. + sich)
sich prügeln; <Abl.:> Klopperei flcbpa'rajl. die: -. -en: 1.
dauerndes Klopfen. Schlagen. 2. Prügelei; Klops [kbps),
der; -es, -e (nordostd.): kleiner Kloß aus Hackfleisch:
gekochter, gebratener K.; Königsberger Klopslel (Kochk.;
gekochte Fleischklößchen in Kapernsoße).
Klosett [klo'zct], das; -s, -s. auch: -e [gek. aus älterem
Wasserklosett. Watercloset < engl, water-closet, zu: water
= Wasser u. doset = abgeschlossener Raum < afrz.
closet = Gehege, zu lat. clausus, tKlausel (wird heute
hochsprachlich gemieden): a) Toilettenraum: das K. ist
besetzt; b) svw. TToilettenbecken: das K. ist verstopft;
etw. in das K. hineinschütten. Vgl. Klo.
Klosett- (hochsprachlich dafür Toiletten-): -becken, das:
/ trichterförmiges / schüsselartiges Becken zur Aufnafime der
menschlichen Fäkalien; -brille, die: svw. Nsitz; -bürste,
die: Bürste zum Reinigen des Toilettenbeckens; -decket,
der: Deckeides Toilettenbeckens; -frau, die: svw.
tToilettenfrau; -papa, der (ugs.): svw. tToilettenmann; -papier.
das: svw. tToilettenpapier; -rolle, die: eine Rolle
Toilettenpapier; -sitz, der: auf dem Toilettenbecken befestigter
l hochklappbarer}, ringförmiger Sitz aus Plastik od. Holz;
-tür. die; -Umrahmung, -Umrandung, die: textile
Umrandung um den Fuß des Toilettenbeckens.
Kloß [klo:s], der; -es. Klöße l'kloisa] [mhd.. ahd. klÖ3 =
Klumpen; Knäuel; Kugel] (regional, bes. nord- u. md):
l.aXVkl. tK lößchen) aus einer Teigmasse bestehende
Speise, die zu einer Kugel geformt ist: Klöße aus Grieß. Fleisch.
Semmeln: Ü als ich zwölf war, war ich ein [richtiger) K.
(ugs.; war ich dick u. unbeholfen): *jmdm. sitzt ein K.
im Hals/jmd. hat einen K. im Hals, in der Stimme (ugs.:
jmd. verspürt [vor Erregung] ein würgendes Gefüld fit.
kann kaum sprechen/): einen K. im Munde haben (undeutlich
sprechen); b) (veraltend) Klumpen: ein K. aus Lehm.
Kloß- (Kloß I a): -brühe, die: Brühe, die beim Kochen von
Klößen entsteht: *klar wie K. (t klar 4 a); -mehl. das: Teig
aus Mehl, aus dem Klöße gemacht werden; -wasser, das:
svw. Nbrühe.
Klößchen ['kl0:s<pn). das; -s. -: fKloß (1 a).
Kloster ['kIo:stej. das; -s. Klöster ['kl0:stn; mhd. klöster.
ahd. klöstar < mlat. clostrum < (kirchen)lat. claustrum
= (abgeschlossener) Raum (für Mönche u. Nonnen), zu
lat. claudere = verschließen; 4: scherzh. auch in Anlehnung
an tKlosett): l.a) <Vkl. tKlösterchen) ummauertes festes
Gebäude, Gebäudekomplex, in dem Mönche od. Nonnen
wo/menu. von der Welt abgesondert leben: ein altes,
katholisches, lamaistisches K.; ein K. gründen; sie verließ das
K. (gab das Leben als Nonne auf); er beschloß, ins K.
zu gehen (Mönch zu werden): sie steckten, sperrten das
Mädchen ins K.; b) Gesamtheit der in einem Kloster (1 a)
lebenden Personen: das ganze K. lief zusammen. 2. (hist.)
svw. tKabinett da). 3. (Schülerspr.) Mädchenschule. 4.
(fam. verhüll.) Toilette.
Kloster- (Kloster 1): -anläge, die; -bau, der; -bibliothek,
die: Bibliothek, die zu einem Kloster gehört; -bruder. der:
svw. t Laienbruder: -frau,die (geh., veraltet): svw. t Nonne;
-fräulein, das: a) junges [adliges/ Mädchen, das in einem
Kloster erzogen wurde; b) svw. t Stiftsdame; -garten, der:
Garten, der zu einem Kloster gehöft; -gelübde, das: Gelübde,
nach den Regeln des Klosters, des Ordens zu leben; -gemein-
schaft, die; -gut, das: a) Besitzstand eines Klosters; b)
zu einem Kloster gehörende Landwirtschaft; -hof, der; -kel-
ler, der: [Weinjkeller eines Klosters; -kipferl, das [1.
Bestandteil dient als aufwertender Zusatz, da Erzeugnisse
aus Klöstern von hoher Qualität waren) (österr.): mit
Schokolade überzogenes Gebäck in Form eines Hörnchens; -kir-
die, die; -mauer, die; -pforte, die; -regel, die: Ordnung,
nach der die Mönche od. Nonnen eines bestimtnten Klosters
leben; -schenke, die: zu einer Klosteranlage gehörendes
öffentliches Gasthaus; -schule, die: Schule, die einem Kloster
94-
1491
Klösterchen
untersteht: an einer K. erzogen worden sein, dazu: -schüler,
der; ^Schwester, die: Bedienstete in einem Kloster; ^zelle.
die: kleines, sehr einfaches Zimmer in einem Kloster.
Klösterchen [kl0:stft^n]. das. -s, -: t Kloster (1 a); klösterlich
<Adj.; meist attr.) [mhd. klösterlich): a) dem Kloster
entsprechend: -e Ruhe. Stille; ein -es Leben; b) zu einem Kloster
gehörend: der -e Grundbesitz; c) (selten) in einer Klosterge-
meinsehaft lebend: ein nicht -er Mönch.
Klöten ['kl0:tnl <P1.> [zu mniederd. klöt = Hoden, eigtl.
= Klumpen. Kloß; vgl. Klut. Klüten] (derb nordd.. auch
md.): Hoden: jmdm. in die K. treten.
klöterig, klötrig [kl0.t(3)n<;J <Adj.:> (nordd.): a) klapprig:
kümmerlich: ein -es Fuhrwerk; b) schwach, zitterig: ich
fühle mich heute ganz k.; kUMern l'kl0:tenl <sw. V ; hat)
lvgl. (m)niederl. kloteren = klappern; schlagen 1 (nordd):
1. a) klappernde, rasselnde Geräusche von sich geben: das
klötert ja richtig; klöternde Blechbüchsen (Fichte. Versuch
193); b) klappernde, rasselnde Geräusche verursachen: er
klöterte mit der leeren Konservendose gegen die Steine.
2. Wasser lassen: <subst.:> Beim Klötern gehe immer was
daneben (Kempowski. Tadelloser 428).
Klotti [kbt], der; -[eis. -e (österr.): tCloth; <Zus.:> Klpthhose,
die (österr.): Turnhose (aus schwarzem Kloth).
Klothoide [kloto'ixtol.die;-, -n [zu griedi. klöthein = einen
Faden spinnen u. -oeides = ähnlich! (Math.. Technik):
ebene Kurve aus zwei gleichen Spiralen, die bei der
Trassierung von Straßen zur Gestaltung des Übergangs von einer
geraden Strecke in eine kreisbogenförmige Kurve
herangezogen wird.
klötrig: t klöterig.
Klotz [kbt£], der; -es. Klötze ['kloetsa] u. (ugs.:) Klötzer
fkloetßBl [mhd. kloz = Klumpen; Kugel; Baumstumpf):
l.a) großes, dickes, unbearbeitetes Stück aus Holz o.a.;
Stück eines Baumstammes: Klötze spalten; Spr auf einen
groben K. gehört ein grober Keil (Grobheit muß mit
Grobheit beantwortet werden); er stand, lag da wie ein K. (steif,
unbeweglich, hölzern); wie ein K. (sehr tief) schlafen; Ü
ein K. von [eineml Mann (ugs.; ein großer, kräftiger Mann):
ein K. (ugs.; großes [unförmiges] Gebäude) aus Glas und
Beton; *[in den folgenden Wendungen ist wahrsch. an
den Klotz gedacht, der Tieren auf der Weide ans Bein
gebunden wurde, damit sie nicht weglaufen können] jmdm.
ein K. am Bein sein (ugs.; jmdm. hinderlich, jürjmdn. eine
Last sein): er ist ihr nur noch ein K. am Bein; sich <Dativ>
mit imdm.. etw. einen K. ans Bein binden/hangen (ugs.;
sich mit jmdm., etw. belasten): einen K. am Bein haben
(ugs.; eine Last zu tragen haben): b) <Vkl. tKlötzchen)
kleiner, eckiger Gegenstand aus Holz; c) kurz für t Bauklotz:
das Kind baute mit Klötzen eine Burg. 2. <P1. Klötze)
(salopp abwertend) Mensch, dessen Benehmen, Verhalten
man als rüpelhaft, unbeholfen o. ä. empfindet; grober, roher,
dümmlicher Mensch: er ist ein ungehobelter K. 3. <o. PI.)
(Schweiz, salopp): Geld: Mann, hat der K.!
klQtz-, Klptz-: -beute, die (Imkerspr.): zBeute (2) aus Holz;
-köpf, der (salopp abwertend): blöder Mensch: du K.!.
dazu: -köpflg <Adj.) (salopp abwertend): sehr dumm: das
ist doch ein -er Kerl!: -lied, das [zu t klotzen (2 b)] (Ju-
gendspr. früher): Wander-, Marschlied; Mnasdiine. die [zu
t klotzen (4)] (Textilind.): Maschine zum Färben.
Appretieren u. Imprägnieren von Gewehen; ^ schuh, der (landsch.):
Schuh mit Holzsohle.
Klötzchen ['kkt^n]. das; -s. -: tKlotz (3).
klotzen fkbtßn] <sw. V.) [1: zu tKlotz; 2: zu tKlotzen;
4: nach dem iirspr. Klotz = Holzblock, von dem durch
Schlagen die Farbe übertragen wurdel: 1. (landsch.) a)
/ gleich auf einmal] etw. von großem Maßstab, in
beeindruckenden Ausmaßen mit den entsprechenden Mitteln
ausfuhren, ins Werk setzen (Ggs.: kleckern 3 b) <hat):
Hoflmeister hat bei seinem EröfTnungsball ... geklotzt:
Über 7000 Gladiolen (MM 21. 4. 75. 14); Münchmeyer
... empfiehlt, mit ... der Kreditpolitik ... "zu klotzen und
nicht zu kleckern" (nicht zurückhaltend zu sein; MM 19.
1.71.14); b) hart arbeiten <hat>: jetzt muß kräftig geklotzt
werden; c) laut, massiv auftreten <hat>: Aber warum sollte
er noch k. - und vor allem gegen wen? (Spiegel 40, 1974,
30). 2. (landsch.) schwerfällig gehen, sich mühsam
fortbewegen <ist>: Wir klotzten ... über die ausgestorbenen
Landstraßen (Lentz. Muckefuck 288). 3. (Sport Jargon)
dem Gegner gegen das / Schien Ibein treten <hat>. 4.
(Textilind.) mit der Klotzmaschine Gewebe färben; Klotzen [-1,
der: -s. - (landsch.): svw. tKlotzschuh; klQtzig <Adj.) a)
<nicht adv.) (abwertend) unförmig wie ein Klotz, eine grobe,
kantige Form habend: ein -es Gebäude; ein -er Schreibtisch;
Die südlichen Kalkberge bestehen zum Teil aus -em
Dolomit (Eidenschink. Fels 81); Sie landeten an der Insel, die
... dunkel, k. und drohend vor ihnen gelegen hatte
(Strittmatter, Wundertäter 495); b) (ugs. emotional) gewaltig,
enorm; sehr: eine -e Villa; er verdient k. [viel Geldl.
Klub, (auch. bes. in Vereinsnamen:) Club [klopl, der: -s,
-s [engl, club < mengl. clubbe, eigtl. = Keule, Knüppel,
wohl zu aisl. khibba = Knüppel, (Kerb)stock; nach dem
alten Brauch. Einladungen zu Zusammenkünften durch
Herumsenden eines Kerbstocks od. einer Keule zu
übermitteln]: l.a) IgeschlosseneI Vereinigung von Menschen
mit bestimmten gemeinsamen Interessen u. Zielen (z. B. auf
sportlichem, geschäftlichem, politischem, kulturellem
Gebiet): K. der Langen; ein K. von Fotofreunden; Besonders
rege beteiligen sich -s Junger Techniker an Neuerungen
(Neues D., 9. 6. 64, 3); einen K. gründen; Mitglieder
eines deutsch-englischen -s; er hat den K. gewechselt (ist
einem anderen Sportverein beigetreten); er holte zehn
Punkte für seinen K.; b) <Vkl. fKlübchen) Gruppe [junger
Leute), die sich amüsieren Iu. Unsinn machen!; Clique:
da hat sich ja der richtige K. zusammengefunden! 2. Haus
od. Raum, in dem Mitglieder eines Klubs (1 a)
zusammenkommen; Klubhaus. Vereinslokal: wir essen heute im K.
khjb-, Ktyb-: ^beitrag, der: von den Mitgliedern eines
I SportJklubs regelmäßig zu zahlender Beitrag; -eigen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) einem Klub gehörend: der
-e Fußballplatz; b) von einem Klub auf seinem eigenen
Gelände veranstaltet; ein -es Turnier; -garnitur. die: Gruppe
von [gepolsterten] Sitzmöbeln; -haus, das: svw. TKlub
(2); -jacke, die: sportliches (manchmal von Mitgliedern
eines Klubs in gleicher Farbe u. Ausfuhrung getragenes)
Jacket. meist mit gemusterten Metallknöpfen; vgl. Blazer
^kamerad. der; -kämpf der (Sport): Wettkampf zwischen
den Mannschaften zweier Vereine; -mitglied, das; -räum,
der; -sessel, der: tiefer, sehr bequemer Polstersessel in
repräsentativer Ausstattung.
Kkibchen ['klvp^nl. das; -s. -: TKlub (1 b).
kkick! [klok]: tgluck!; khicken [kloknj: tglucken.
Khicker fkloküj. der; -s. - [spätmhd. klucker = Globusl
(alemann.): svw. tKlicker.
kkickern ['klokenl: t gluckern.
'Kluft Okluft], die; -. -en [aus dem Rotwelschen in die
Studenten- u. Soldatenspr. übernommen, viell. zu hebr. qilluf
= das Schälen, zu: qelipah = Schale. Rinde] (ugs.): a)
uniformartige, die Zugehörigkeit zu einer bestinunten
Gruppe kennzeichnende Kleidung: die K. der Pfadfinder; Die
K. kannste erst mal behalten. Rückgabe nach dem Endsieg
(Lentz, Muckefuck 265); b) Kleidung für einen bestimmten
Zweck (z.B. Arbeits-. Festkleidung): er zog seine beste
k. an: Proleten ... beide in ... verschwitzter K. (Tucholsky.
Zwischen 97); *sidi in K. werfen/schmeißen (salopp; sich
ijur einen offiziellen Anlaß] fein herausputzen).
fchift [-J, die; -. Klüfte ['klvfto; mhd.. ahd. kluft. zu tklie-
ben]: 1. (veraltend) [Fels]spalte, tiefer Riß: Klüfte und
Schrunden: er war in eine tiefe K. gestürzt. 2. scharfer
Gegensatz: die K. zwischen Ost und West; zwischen den
beiden Parteien tat sich eine K. auf. besteht eine tiefe
K.; eine K. überbrücken, überwinden; über alle Klüfte
der Fremdheit hinweg (Th. Mann, Krull 101); <Abl.:>
klüftig [klYfti^]. (auch:) kluftig fkloftic] <Adj.; nicht adv.)
[spätmhd. kluftig = gespalten] (veraltet, noch Bergbau.
Geol.): rissig, zerklüftet: -e Gesteine.
klug [klu:k] <Adj.; klüger, klügste) [mhd. kluoc. aus dem
Niederrhein.. H. u.J: a) mit scharfem Verstand, logischem
Denkvermögen begabt, intelligent: ein -er Mensch: er ist
ein -er Kopf; -e Schüler; eine -e (von Klugheit zeugende,
durchdachte) Antwort; er hat -e (Klugheit verratende)
Augen; Weil du k. redest, k. daherkommst (Seghers. Transit
74); b) gebildet, gelehrt, lebenserfahren, weise: ein -er Alter;
die -en (/ Fach] wissen vermittelnden) Bücher hatten ihm
sehr geholfen; Vom Lesen wirste nicht klüger (Ott. Haie
202); so k. wie vorher/zuvor sein (etw. nicht verstanden,
nichts IdarausJ gelernt haben); R hinterher ist man immer
klüger (erst am Ende sieht nwn. wie man etwas besser,
geschickter hätte anfangen können); * aus einer Sache nicht
k. werden (etw. nicht verstehen); aus imdm. nicht k. werden
(jmdn. nicht durchschauen, nicht richtig einschätzen kön-
1492
Klystron
nen); c) vernünftig, sinnvoll; i taktisch 1 geschickt u.
diplomatisch ! vorgehend); schlau: ein -er Rat; -e Politiker; Sie
ist beide Male ein sehr -es. sehr beherrschtes Rennen
gelaufen (Maegerlein. Piste 94); er war k. genug, einzusehen,
daß es so nicht ging; ich halle es für das klügste, erst
einmal abzuwarten: das hat er k. angefangen: <subst.:>
er tat das Klügste, was hier möglich war - abwarten;
Spr der Klügere gibt nach.
klug-. Klug-: -reden <sw. V.; hat) (ugs.): alles besser wissen
wollen: mit diesem Mann ist schwer auszukommen, weil
er dauernd klugredet, dazu: -redner, der (ugs.): -scheißen
•st. V.; hat) (salopp abwertend): svw. Nreden: Quasselt,
klugscheißt und macht, was Ihr wollt! (Grass. Hundejahre
611). dazu: ^scheiQer, der (salopp abwertend):
aufdringlicher Besserwisser, der überall mitredet, aber nichts davon
versteht; -schieter [-Ji:te]. der; -s. - (nordd.): svw.
T -scheißen -schnacken <sw. V.; hat) (nordd.): svw. T
-reden, dazu: -schnacker [-Jnakü], der; -s. -; -Schwätzer, der
(ugs. abwertend): Besserwisser.
Klügelei [klyiga'laj], die: -. -en [zu tklügeln] (abwertend):
allzu scharfes, spitzfindiges Nachdenken: das sind doch
nur-en!; klügeln [kly:glnj <sw. V.; hat): nachsinnen; scharf,
grübelnd nachdenken: ich klüg[e]le schon lange an diesem
Problem; klüger [kly:gt?]: tklug; klugerweise <Adv.>: aus
Klugheit. Vernunft: er hat k. geschwiegen; Klugheit, die;
-. -en [mhd. kluocheit = Feinheil. Zierlichkeit; höfisches
Benehmen; List]: 1. <o. PI.) a) scharfer Verstand,
Intelligenz: sich durch ungewöhnliche K. auszeichnen; ein Mann
von großer K.; b) kluges Verhalten. Umsicht. Vernutxft:
praktische K.; Es galt nun mit höchster K., Umsicht,
Zurückhaltung den neuen Lebensplan aufzubauen (Werfel.
Himmel 200). 2. <PI.) (meist iron.) /angeblich! kluge
Bemerkungen, weise Sprüche: deine -en kannst du dir sparen;
K lügler [kly.gte]. der; -s, - (abwertend): jmd.. der klügelt:
der alte leisetreterische K. Metternich mußte verschwinden
(Fussenegger. Haus 37); klüglich ['kly:klicj <Adv.) Imhd.
kluoelich (md. clüclich. Adv.) = zart, fein: auf kluge,
geschickte Weise] (geh.): aus Vernunft: nach sorgfältiger
Überlegung: wohlweislich: So tat ich. wie ich tat. und
handelte k. wider deine Unvernunft (Th. Mann. Joseph 313);
klügste ['kly:kstd]: tklug.
Klump [klump], der; -s. -e u. Klumpe ['klympo; mniederd.
klumpe, vgl. Klumpen] (nordd.): 1. [gekochter] Kloß,
Klumpen: gute, feste Klumpe mit Rosinen. 2. * einen Wagen
oi/inK. fahren (salopp; /durch einen Unfall/ zu Schrott
faftren. völlig zerstören): in K. schlagen, schmeißen, werfen
(salopp; mutwillig u. im Zorn zerschlagen, zerstören)', in
K. gehen (ugs.; zerstört werden),
kh,pnp-.Klump- -ftiß.der (Med.): /angeborene! Mißbildung
mit klumpig verformtem Fuß, bei dem die Fußsohle nach
innen u. oben gedreht ist: Klumpfüße müssen rechtzeitig
behandelt werden; Da habe Goebbels immer so schön
mifm K. den Takt schlagen können (Kempowski. Uns
198). dazu: -füßig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -hand.
die (Med.): durch Fehlen eines Unterarmknochens
verursachte I angeborene] Veränderung der Handstellung.
Klumpatsch I'klompatJ], der; -[e]s [wohl zusgez. aus
tKlumpen (Du. nordd. Quatsch = breiartige Masse] (salopp
abwertend): Menge, Haufen, wertloses Zeug, unerquickliche
Dinge: du kannst den ganzen K. wegschmeißen; ich will
von dem K. nichts mehr wissen; Klümpchen [khmp^n].
das; -s. -: t Klumpen (1); klumpen [klumpn] <sw. V.; hat):
a) Klumpen bilden, sich zu Klümpchen. Flocken
zusammenziehen, gerinnen: Mehl klumpt leicht beim Anrühren;
klumpendes Blut: b) in Klumpen an etw. hängenbleiben, kleben:
der Schlick klumpte an ihm (Gaiser. Jagd 198): Klumpen
[-]. der;-s.-[l: aus dem Niederd. (vgl. Klump) < mniederd.
klumpe; 2: mniederd. klumpe, mniederl. klompe =
abgehauenes Stück Holz. Holzklotz, also wohl eigtl. = Schuh,
der aus einem Stück Holz gefertigt wird]: I. <Vkl.
tKlümpchen) meist feuchte, formbare Masse ohne bestimmte Form:
ein K. Lehm, Teig, Butter; ein unförmiger K. rohen
Fleisches; ein K. Gold. Blei. 2. (rhein.) Holzschuh, -pantoffel;
kkimperig. klümprig ['klYmp(3)n<;] <Adj.; nicht adv.)
(landsch.): Klümpchen bildend, enthaltend: in Klumpen: -er
Pudding; die Soße ist k. geworden; Kkimpersuppe Iklvm-
PB-]. die; -. -n (landsch.): Milchsuppe mit Grießklößchen.
Khimpert ['klumpet], Glumpert [glumpet].das: -s [zu
fGelump] (österr. mundartl.): wertloses Zeug.
klympig <Adj.; nicht adv.): a) in Klumpen, voller Klumpen:
das Mehl ist k. geworden; b) unförmig wie ein Klumpen:
eine -e Gestalt; klümprig: Tklümperig.
Klüngel l'klYi)}]. der: -s. - [spätmhd. klüngel. klungel =
kleines Knäuel, mhd. klungelin. ahd. clungilln. Vkl. von:
clunga = Knäuel; die übertr. Bed. (a) im 19. Jh. aus dem
Rhein.]: a) (abwertend) Gruppe von Personen, die sich
gegenseitig Vorteile verschaffen; [um eine einflußreiche
Persönlichkeit geschürte] Clique: der Diktator und sein K.;
einen K. bilden; gegen diesen K. einflußreicher
Geschäftsleute ist ein Außenstehender wehrlos: b) (landsch.)
traubiger Blütenstand, Rispe: ein K. Trauben. Johannisbeeren;
KKingelei[klYoa'lai], die; -. -en (abwertend): I. [dauerndes]
Klüngeln (1), Partei-. Vetternwirtschaft. 2. <o. PI.)
(landsch.) langsames Arbeiten. Trödeln; kHingeln ['klYnJn]
<sw. V.: hat): 1. (ugs.) einen Klüngel bilden, sich zu einer
ganz auf die Vorteile ihrer Mitglieder eingestellten
Interessengruppe zusammenschließen: sie klüngelten und teilten
die Pöstchen unter sich auf. 2. (landsch.) langsam sein
beim Arbeiten. Vorwärtsgehen: /schwätzendJ dastehen u.
nicht weitermachen.
Kluniazenser[klunia'tßenzi?],der;-s,- [nachdem frz. Kloster
Cluny] (MA.): der Kongregation von Cluny. einer auf der
Benediktinerregel fußenden klösterlichen
Erneuerungsbewegung, angehörender Mönch: <Abl.:) khiniaz^nsisch
<Adj.; o. Steig.).
Klunker ['klunkBl. die; -. -n od. der: -s. - [mniederd.. md..
verw. mit TKlüngel] (landsch.): a) Klümpchen: die -n in
der Soße zerdrücken; b) Quaste. Troddel; an einer Schnur.
Kette o. ä. angebrachtes beschwerendes Ende aus Metall,
Porzellan od. Glas: vor dem Ladeneingang hing ein
Vorhang aus Bändern mit bunten -n; Ü Mensch, hat die -n
(ugs.; /ungewöhnlich/ große Schmucksteine. Brillanten): sie
legte ihre -n (ugs.; ihre Schmucksteine, ihren Schmuck)
auf den Nachttisch; <Abl.:) klunkerig, klunkrig
['klunk(d)ri^| <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (landsch.): mit
Klunkern versehen: khjnkern <sw. V.: hat) (landsch):
herabhängen, baumeln: sieht den Rubin... k an einer Goldkette
(Gaiser. Jagd 125); klunkrig: f klunkerig.
Khinse [kluna]: TKlinse.
Kluppe ['klupa], die;-,-n [mhd. kluppe = Zange;
abgespaltenes Stück (Holz)]: a) mit Backen od. Klammern versehenes,
auch als Spannrahmen arbeitendes Werkzeug zum Messen
(z.B. der Stärke von Baumstämmen), zum Festhalten u.
zum Gewindeschneiden; b) (bayr.. österr.) Wäscheklammer:
Plastikbügel mit angehängten -n für Strümpfe und
Kleinwäsche (Presse 21. 6. 69); <Abl.:> ktyppen <sw. V.; hat)
(veraltet): einzwängen, einspannen.
Khis [klu:s]. die; -. -en [mhd. klus(e). TKlause] (Schweiz.):
enger Taldurchbruch, Engpaß, Schlucht: im Jura hat es
viel -en; Klüse [kly.zs]. die; -. -n [wohl zu niederl. kluis
= engeöflhung < mniederl. clüse < mlat. clusa. TKlause]
(Seemannsspr.): Öfftmng im Schiffsbug für die Ankerkette
od. für Taue: der Anker ... hing etwas aus der K. (Kisch,
Reporter 353).
Kkisil [klu'zi.l]. der; -s. -e [zu lat. clüsilis = sich leicht
schließend, zu: clüdere( = claudere, TKlause) = schließen!
(Sprachw.): Verschlußlaut: p. b, l.d. k, g sind -e.
Kkit [klu:t]. Klüten [kly:tn]. der; -s. Klüten. auch: Kluten
(meist PI.) [mniederd. klüt(e) = Kloß; vgl. Klöten]
(nordd.): I.Erdscholle. Erdklumpen. 2.a) Kloß (aus Grieß.
Mehlo. ä.):zu der gewöhnlichen Kost, wie sie die einfachen
Leute noch heute an der Küste zu sich nehmen, als da
ist Speck und Klüten (Leip. Klabauterflagge 9); b) kleines
zusammengeballtes Stück [im Essen]. Klümpchen: die Soße
hat Klüten; <Abl.:> küjtlelrig [...(d)ri^] <Adj.; nicht adv.)
(nordd.): klumpig; Klumpen bildend; klütern ['kly:tim] <sw.
V.; hat) [mniederd. klüteren = zimmern] (nordd.):
[herum /basteln; kleine / nicht unbedingt nötige] Arbeiten
verrichten: er klütert den ganzen Tag.
Klüver l'klyrvEl. der; -s. - [niederl. kluver (heute: kluiver).
zu: kluif = Klaue od. zu: kluiven = von etw. abtrennen,
also wohl = Keilförmiges (eigtl. = Spalter)]
(Seemannsspr.): dreieckiges, zwischen Fockmast u. Klüverbaum
gesetztes Vorsegel; <Zus.:> Klüverbaum, der: den Bugspriet
verlängernder {umklappbarer] Mastbaum.
Klysma l'klYsma], das; -s. ...men [griech. klysma =
Spülflüssigkeit; Klistier] (Med.): svw. TEinlauf (2). Klistier.
Klystron fklYstrenl. das; -s. ...one [...'tro-.naj, auch: -s [engl,
klystron. zu griech. klyzein = anbranden, u. -tron =
Suffix zur Bez. eines Gerätes. Werkzeugs] (Rundfunkt.):
1493
knabbern
eine hauptsächlich als SendenVtre verwendete
Elektronenröhre zur Erzeugung u. Verstärkung von Mikrowellen.
knabbern ['knahnnl <sw. V.; hat) [aus dem Niederd., zu:
knappen = nagen, fressen, schnappen (vgl. knappen.
Knappsack). lautm.J: a) etwas Hartes od. Knuspriges essen,
indem man hin u. wieder kleine Stückchen davon nimmt
od. abbeißt: Nüsse. Kekse. Salzstangen. Konfekt k.: beim
Wein etwas zu k. haben: <subst.:> wir holten etwas zum
Knabbern: * nichts mehr zu k. haben (ugs. verhüll.: kein
Geld mehr für die täglichen Bedürfnisse haben: finanziell
am Ende sein): b) (von Menschen u. Tieren, bes. Nagetieren)
an etwas I Größerem. Festsitzendem] nagen, in spielerischer
Absicht od. um von der Oberfläche kleine Stückchen
abzulösen: die Hasen knabbern an den Rüben, die
Eichhörnchen an den Nüssen: an den Fingernägeln k.; *an
ctw. [noch lange] m k. haben (I. sich mit etw. lange u.
schwer plagen, sich anstrengen müssen. 2. unter den Folgen
des [eigenen] Fehlverhaltens od. eines plötzlichen
Schicksalsschlages noch lange leiden müssen).
Knabe[kna:bd].der. -n,-n [mhd. knabe = Junge. Jüngling;
Bursche. Kerl; Junggeselle: Diener. Page: Geselle, ahd.
knabo = kleiner Junge. Kind: eigtl. = Pflock. Knüppel.
Klotz; zum Bedeutungsübergang vgl. Bengel. Flegel]: I.
<Vkl. TKnäblein) a) (geh.. veraltend, südd.. österr. u.
Schweiz, auch Amts- u. Geschäftsspr.) Kind männlichen
Geschlechts, [größerer] Junge: ein blonder, aufgeweckter,
verschlossener K.: -n und Mädchen: schon der K....
erlebte, was später der Mann zu beschreiben suchte (Jens.
Mann 54); er hatte ausschließlich -n zu unterrichten;
Anzüge für -n; b) (geh.. veraltend) Sohn: die Geburt eines
gesunden -n zeigen an ... 2. (ugs.. oft scherzh.) Bursche. Kerl.
Mann: er ist ein lustiger K.; Der K. säuft Ja wie ein
gefleckter Waldesel (Remarque, Obelisk 51); (burschikos-
vertrauliche Anrede:) hallo, alter K!
Knaben-: ^alt.der: Altstimme eines Knaben (vordem
Stimmbruch): -alter, das (geh.); -anzug.der; -chor.der; ^gesteht,
das (geh.); -Jahre <PI.> (geh.): Jugendzeit. Zeitspanne des
Heranwachsens bis zum Mannesalter: -kraut, das [nach
dem hodenformigen Wurzelknollen]: (zu den Orchideen
gehörende) Wiesenpflanze mit länglichen [gefleckten]
Blättern u. meist rosafarbenen Blüten in einer dichten, fast
zylindrischen Traube: -liebe, die (geh.): homosexuelle Beziehung
von Männern zu Knaben: -Schänder, der (geh. abwertend):
Homosexueller, der Minderjährige mißbraucht: ^schule, die;
-sopran. der: Sopranstimme eines Knaben (vor dem
Stimmbruch): ^stimme, die: -streich, der (geh.): in der Jugend
verübter Streich, -zeit, die (geh.): vgl. ^jahre.
knabenhaft <Adj.; -er. -este>: a) einem Knaben ähnlich, wie
ein Knabe aussehend: ein -es. fast k. wirkendes junges
Mädchen: b) für einen Knaben charakteristisch, sich wie
ein Knabe benehmend: Nach einigem fast -em Geschrei
wegen der plötzlichen Kälte des Wassers (Frisch, Stiller
38); <Abl.:> Knabertaftigkeit. die; -; knSbfech (knr.biJl
<Adj.: Steig, ungebr.) (selten): svw. t knabenhaft: das -e
Mädchen Johanna (K. Mann. Wendepunkt 298); Pläne
von -er Rachsucht gingen Ihm durch den Kopf (Frisch.
Stiller 238); Knäblein ['knc:plajn]. das; -s. -: TKnabe (1).
knack!: T knacks! Knack [knakj.der; -[eis, -e [spätmhd. knak-
ke. Rückbildung zu f knacken od. subst. zu f knack]: kurzer
knackender Laut: es gab einen leichten K.. und das Glas
hatte einen Sprung; der Taxameter ... warf die Zahlen
mit einem leichten K. hoch (Böll. Haus 31).
kngek-, Knack-: -arsch, der (bes. südd.): derbes
Schimpfwort für einen Mann; ^ng <Adj.; o. Steig.) (salopp):
übermäßig eng: warf sich ... in ein -es, bodenlanges Futteral
{Kleid: Hörzu 23.1976,18); -frjsch <Adj.: o. Steig.) (ugs.):
ganz frisch: ^latit. der: I. kurzer, knackender Laut. 2.
(Sprachw.) harter Ansatz beim Sprechen: Glottisschlag:
-mandel, die: Mandel mit leicht zerbrechlicher Schale:
Mvurst, die: Fleischwurst (mit Speckstückchen] zum
Heißmachen, die prall in eine dünne Haut gefüllt ist, so daß beim
Hineinbeißen ein knackender Laut entsteht.
Knäckebrot f'kneka-]. das; -[e]s, -e [schwed. knäckebröd,
eigtl. - Knackbrot, wegen des knackenden Geräusches
beim Hineinbeißen]: a) aus Roggen- od. Weizenschrot ge-
backenes, sehr knuspriges Dauergebäck mit geringem
Wassergehalt in rechteckigen, dünnen. Luftblasen enthaltenden
Scheiben: K. ist leicht verdaulich und sehr nahrhaft; b)
einzelne Scheibe dieses Brotes: ein K. mit Butter; knacken
[knakn] <sw. V.) [mhd. knacken = krachen, platzen;
einen Riß, einen Sprung bekommen: lautm.J: I. <hat> a)
einen kurzen, harten, hellen Ton von sich geben: das Bett,
der Fußboden knackt; seine Schritte knacken; der Boden
knackt unter seinen Schritten: das Radio, das Telefon,
das Gebälk knackt/<unpers.:) es knackt im Radio, im
Telefon, im Gebälk: er ... zog an den Fingern, daß die
Knöchel knackten (Fallada, Trinker 73); ... die ersten
Radieschen, rot und frisch. Sie knacken, wenn man
hineinbeißt (Lentz. Muckefuck 8): b) mit etw. einen kurzen, harten,
hellen Ton erzeugen: er knackt mit den Knochen, mit
den Zähnen. 2. (ugs.) mit einem kurzen, harten, hellen
Ton zerbrechen od. zerspringen (ist): der Ast. die
Fensterscheibe ist geknackt; dies Material ist sehr spröde und
knackt leicht. 3. <hat> a) / mit einem geeigneten Werkzeug/
so zusammenpressen, daß es mit einem kurzen, harten, hellen
Ton zerspringt u. sei tum Mialt freigibt: Nüsse. Mandeln
k.; dieweil man Hummerbeine knackt (Frisch. Gantenbein
287); ü an dieser Sache wird er noch lange zu k. haben
(sich abmühen müssen, die Folgen zu spüren bekommen):
Rätsel k. (lösen): b) (salopp) zerdrücken w. damit
vernichten, unschädlich machen: Läuse. Wanzen k.; An meinem
Hof werden die Charaktere geknackt wie die Flöhe (Hacks.
Stücke 132); c) (salopp) gewaltsatn aufbrechen (um den
Inhalt od. die Sache selbst zu zerstören, zu stehlen,
unberechtigt zu benutzen): das Schloß, einen Geldschrank. Bunker.
Automaten k.; er versteht sich darauf. Autos zu k. und
kurzzuschließen; Wir haben ... eine Dose Essiggemüse
geknackt, gegessen (Rocco [Übers.]. Schweine 91); Ü einen
Geheimkode k. (entschlüsseln u. zu Spionagezwecken 1
weitergeben): d) (Jugendspr. Jargon) zu sexuellem Verkehr
überreden: diese Klassefrauen müssen wir k. (Bravo 29.
1976. 39); Knacken, der; -s. - (landsch.): großes, klobiges
Stück von etwas: ein K. Brot. Holz; Es waren ... ein paar
hölzerne K. über die Fläche der rohgezimmerten Bohlen
verteilt (Jahnn, Nacht 115): knackend <Adv.) [1. Part,
von tknacken] (ugs.): sehr, übermäßig: der Raum ist k.
voll; es ist k. heiß hier; Knacker, der; -s. -: 1. (meist
in der Fügung) alter K. (salopp; älterer / mürrischer,
geiziger j. der Jugend u. dem modernen Leben gegenüber wenig
aui geschlossener Mann)', da kommen wir alten K. nicht
mehr mit (Baum. Paris 126); Politisch? ... Ist was für
alte K. oder Spinner (Degener, Heimsuchung 91). 2. (ugs.)
svw. t Geldschrankknacker: Wie der Geburtshelfer Zange.
Nabelschere und Gummihandschuhe mit sich fuhrt, so
hat der K. das Gebläse in seinem Ränzel (Beheim-Schwarz-
bach. Freuden 57). 3. <meist PI.) (landsch.) Knackwurst:
sie kaufte drei Paar K. 4. kurz für f Nußknacker. 5. (ugs.)
einen knackenden Ton verursachende, schadhafte Stelle aui
einer Schallplatte: Wieviel K. gibt es auf fabrikneuen
Platten? (Funkschau 19, 1971, 1927); kn^ckevpll <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (salopp): sehr, brechend voll: Stimmung
gab es nun mal nur. wenn der Schuppen k. war (BM
24. 9. 76. 14); Knacki [knaki], der. -s, -s Izu gaunerspr.
knacken = jmdn. verhaften, unschädlich machen; vgl.
verknacken] (Jargon): Gefängnisinsasse: jmd.. der wegen
krimineller Delikte im Gefängnis eine Strafe verbüßt /hat j:
KeinK.dabei. Keiner vorbestraft (Degener. Heimsuchung
28); die oft zwangsläufige Entwicklung von Heimkindern
zu .Xnackis" (Spiegel 1.1977.96): knackig [knakw;] <Adj.)
(ugs.): a) beim Hineinbeißen od. Eindrücken einen kurzen,
harten, hellen Ton hervorbingend: fest u. knusprig: -e
Brötchen, Möhren; k. frisches Gemüse; Ü es ist k. (sehr)
kalt; b) von sinnlich-prallen, elastisch wirkenden
Körperformen u. dadurch anziehend u. erotisieremi: -e Mädchen;
Die -sten und verführerischsten Pin-up-Girls (Fackclbuch-
prospekt 1975); Knapp, k. (ein knackiges Aussehen
verleihend), knallig ... Die neuen Einteiler machen dem Bikini
Konkurrenz (Hörzu 28.1976. 174); c) brillant, vortrefflich,
hervorragend -e Rockmusik: ein -es Angebot; Das war
in der Erstfassung des Katalogs „ursprünglich viel
pointierter und -er ausgedrückt" (Spiegel 50, 1975. 181); <Abl.:)
Kn^ckigkeit, die. -: knackige Beschaffenheit: knacks!«
knack! [knak(s)] <Interj.>: lautm. für einen kurzen, harten,
hellen Ton. wenn etwas bricht od. springt: k.. da hat
das Glas einen Sprung!: der Ast machte k. und brach
herunter; knicks, k.; Knacks [-]. der; -es. -e (ugs.): l.knak-
kender Ton: man hörte einen kurzen K. 2.a) Riß. Sprung:
die Fensterscheibe, die Vase hat einen K.; b) physischer
od. psychischer Defekt: ein K. am Herzen; Bei vielen ist
ein K. im Leben zu bemerken (FAZ 104. 1958. 4); sie
1494
knapp
hat einen seelischen K. abbekommen; diese Ehe hat einen
K.: knacksen [knaksn] <sw. V.) [Intensivbildung zu t knak-
ken) (ugs.): 1. ein knackendes Geräusch von sich geben
<hat>: es knistert und knackst. 2. mit einem Knacklaut
brechen, zerspringen <ist>: der Ast ist geknackst.
Knagge [knaga]. die; -. -n. Knaggen [...gn]. der; -s. - [aus
dem Niederd. < mniederd. knagge = knorren. Pflock]:
1. (Bautechnik) [dreieckiges] Kantholz als Stütze.
Verstärkung in Holz- u. Stahlkonstruktionen: ein Fachwerkhaus
mit mächtigen Knaggen. 2. (Maschinenbau) a)
Winkelstück aus Holz od, Blech zum Spannen od. Zusammenpressen
von Werkstücken: b) [angeschweißter/ als Anschlag
dienender Vorsprung an Maschinenteilen.
Knäkente ['kne:k-J. die; -. -n Ilaulm. nach dem Ruf bes.
des Männchens]: als Zugvogel im Sommer auf Seen u.
Teichen lebende Schwimmente mit rotbraunem Kopfu. (beim
Männchen) breitem weißen Streifen über den Augen.
Knall [knal]. der; -[e]s. -e [zu dem untergegangenen st. mhd.
Verb (er-. zerMcnellen = schallen, hallen, krachen,
wahrsch. lautm.]: plötzlicher, sehr harter, heftiger Laut
von einem Schuß, einer Explosion o. ä.: ein heller, dumpfer,
scharfer, furchtbarer K.; Der K. peitschte durchs
Treppenhaus (Roehler, Würde 7); der K. des Donners; mit einem
K. fiel die Tür ins Schloß; ein Düsenflugzeug durchstößt
die Schallmauer mit ohrenbetäubendem K.; Ü es gab einen
großen K. (Krach. Skandal): die Ehe endete mit einem
K.; wenn es zum K. kommt, dann treten einem die besten
Freunde in den Hintern (v. d. Grün. Glatteis 112); *K.
und Fall (ugs.; plötzlich, unvermittelt: auf der Stelle: urspr.
Jägerspr. in der Bed. ..so schnell, wie das Wild nach dem
Knall der Büchse umfällt"): jmdn. K. und Fall entlassen;
er hat K. und Fall sein Haus verkauft; einen K. haben
(salopp; verrückt sein: ein knallender Schlag an den Kopf
erschüttert das Gehirn so. daß der Betreffende seines
Verstandes nicht mehr mächtig ist).
kn^ll-, Kn^JI-: -artig <Adj.; o. Steig.): wie ein Knall: ein
-es Geräusch; -blau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (ugs.):
kräftig, eindeutig, knallig blau: grellblau: ein -er Himmel:
-bonbon« der od. das: 1. bunte Papierrolle mit zwei
Griffenden u. eingelegtem, beim Auseinanderreißen der Rolle einen
Knall auslösendem Zündstreifen, in der sich ein Bonbon,
ein lustiger Spruch, ein Papiermützchen o.a. befindet
(Scherzartikel). 2. (salopp) svw. t Lockenwickler; -büchse,
die (ugs. scherzh.): Gewehr: ich brauche eine möglichst
alte Flinte.... eine antike K. (Kant. Impressum 96); -bynt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: knallig bunt: grellbunt: ein
Boot mit -en Segeln* ^eflekt, der [urspr. vom Feuerwerk]
(ugs.): das völlig Überraschende, verblüffende Wirkung.
Pointe: dann kam der K. der Geschichte; der K. war,
daß ...; für den K. sorgen; ~$ng <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (ugs.): sehr eng: -e Hosen: Jeans. ... oben k.. unten
ausgestellt (MM 14. 4. 76. 20); -erbse die (meist PL):
kleine, mit einem Explosionsstoff gefüllte u. beim Aufprall
mit einem lauten Knall zerspringende Kugel (Scherzartikel):
die Kinder werfen mit -n; ^frosch, der: unter
Springbewegungen in kurz aufeinanderfolgenden Schlägen
explodierender kleiner Feuerwerkskörper: Natur, die Frühling spielte u.
programmgemäß Knospen wie Knallfrösche springen ließ
(Grass. Blechtrommel 543); ^gas. das (Chemie):
Gasgemisch aus zwei Teilen Wasserstoff mit [einem Teil/
Sauerstoff od. Luft, das schon bei niedrigen Temperaturen
explosionsartig verbrennt: ^»^lb<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (ugs.):
kräftig, kruillig gelb: grellgelb: ein -er Wagen; ^h^rt <Adj.;
o. Steig.) (ugs.; emotional verstärkend): a) unerbittlich
die ganze Kraft eines Menschen beanspruchend: den ganzen
persönlichen Einsatz erfordernd, so daß einem nichts
geschenkt wird: die Showbranche ist ein -es Geschäft; b)
unerbittlich hart, rücksichtslos bis zur Brutalität: ein -er
Bursche; im Krimi geht es k. zu; c) überaus, in
schonungsloser Weise hart: er hat sein Urteil über ihn k. formuliert;
d) unmißverständlich, ganz ungeschminkt und an
Deutlichkeit nicht zu übertreffen: -e Werbung; „Du willst doch
sicher etwas von mir", fragte sie k.; e) besonders hart,
stark, kraftvoll: sein -er Vorhandschlag (beim Tennis);
k. aufschlagen, einschießen (beim Fußball); -heiß <Adj.;
o. Steig.) (ugs.): sehr heiß: -hjtze, die (ugs.): sehr große
Hitze: ^kopf, -kopp [-kopj. der, -s. -köppe (Schimpfwort):
Dummkopf: verrückter Kerl: -körper, der:
Scherzartikel, der bei Temperaturerhöhung. Druck. Aufprall o. ä. mit
heftigem Knall explodiert (z. B. Knallfrosch); Mjiecksilber.
das (Chemie): mit Quecksilber gebildetes, giftiges, in Wasser
nicht lösliches Fulminat. das früher bes. für Zündhütchen
verwendet wurde: ^protz, der (salopp abwertend): Prahler,
protziger [ungebildeter] Neureicher: ^rot <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (ugs.): kräftig, auffallend, knallig rot: grellrot:
k. lackierte Fingernägel; er war k. vor Wut; -säure, die
(Chemie): eine bei Normaltemperatur gasjörmige. sich leicht
zersetzende Säure, die mit Metallen explosive Salze (Fulmi-
nate) bildet: -schärf <AdJ.; o. Steig.) (ugs.): sehr scharf:
eine -e Abbildung; -schleppe die (Flugw. Jargon): der
Knall vom Durchbrechen der Schallmauer, der scheinbar
hinter einem mit Überschallgeschwindigkeit fliegenden
Düsenflugzeug herzieht: -schote, die: 1. (landsch. salopp)
Ohrfeige. 2. (salopp) Mensch, der durch derbe Komik od.
groteske Darbietungen andere zum Lachen bringt: -silber, das
(Chemie): mit Silber gebildetes, hochexplosives Fulminat:
-teppich.der: svw. t ^schleppe; -tüte, die: 1. (Schimpfwort)
Dummkopf: verrück terKerl.l.vgl ^schote(2); ^vpll < Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): a) (ugs.) prall gefüllt: b) (salopp) stark
betrunken.
knallen ['knabn] <sw. V.) [zu tKnall): 1. <hat) a) einen
Knall von sich geben: die Peitsche knallt; Sektkorken,
Schüsse knallen; ich höre eine Tür k.; die Schritte knallen
laut auf dem Pflaster; <unpers.:) irgendwo hat es geknallt
(hat es einen Zusammenstoß gegeben): Ü in der Familie
hat es mal wieder geknallt (ugs.; Krach gegeben): Mein
Onkel schreit, ich solle mich sofort benehmen, sonst würde
es k. (würde ich Ohrfeigen. Prügel bekommen: Imog. Wur-
liblume 171); b) mit etw. einen Knall erzeugen, verursachen:
mit der Peitsche k.; sie knallen mit den Türen: der Soldat
knallte mit den Hacken (standstramm, indem er die Hacken
zusammenschlug). 2. (ugs.) <hat> a) [mit lautem Knall]
schießen: er knallte in die Luft; wild um sich k.; auf Spatzen
k.: er hat sich eine Kugel in den Kopf geknallt: <subst.:)
*das ist zum Knallen (ugs.; das ist sehr komisch: vgl. das
ist zum t Schießen); b) (Ballspiele) mit Wucht in eine
bestimmte Richtung schießen: aufs Tor k.; die Scheibe ins
Tor k.: ... nahm ihn ( = den Ball) auf und knallte ihn
... in die lange Ecke (Walter. Spiele 61): zweimal hat
er heute das Leder ins Netz geknallt; c) /mit einem Knall/
schlagen: er hat ihm die Faust ins Gesicht geknallt; Als
er zuschlagen wollte, knallte sie nicht dem andern, sondern
ihm eine Ohrfeige (Johnson. Ansichten 99); *imdm. eine
k. (salopp; jmdm. eine Ohrfeige geben): halt den Mund,
oder ich knall' dir eine!; d) mit Wucht irgendwohin
befördern, werfen, irgendwo hart aufsetzen: die Schuhe in die
Ecke k.; wenn Marco mich anriefe, würde ich den Hörer
auf die Gabel k. (Rocco [Übers.]. Schweine 145); als
Teichmann ihm den Kartoflelpott vor die Füße knallte (Ott.
Haie 114); <k. + sich:) sich aufs Bett, in den Sessel
k.; ein Farmer ... knallt sich neben mich (Stricker. Trip
20). 3. (ugs.) I mit einem Knall/ gegen etw. prallen, lauf
u. heftig anstoßen <ist): er knallte [mit dem Kopf} gegen
die Windschutzscheibe; der Wagen ist an die Leitplanke
geknallt; der schwere Krug fiel ihr aus der Hand und
knallte auf den Steinfußboden: die Tür ist ins Schloß
geknallt (gefallen). 4. (selten) mit einem Knall zerspringen,
platzen <ist): der Luftballon, ein Reifen ist geknallt. 5.
(ugs.) heiß, brennend scheinen <hat>: die Sonne knallt vom
Himmel, hat ihm auf den Kopf geknallt. 6. (ugs.) greli
auffallend sein u. in die Augen stechen: grelle Farben knallen
uns in die Augen; eine schöne Kirche, darin knallt das
Gold des alten Barock auf weißgetünchten Mauern
(Tucholsky. Werke I. 450); knallende Farben.
Leuchtreklamen: Kn$ller. der: -s. -: a) (salopp) Pistole. Gewehr: Also
Mensch, was soll der K. kosten? (Kant, Impressum 98):
b) (ugs.) Knallkörper: bastelte er aus allerlei Chemikalien
lautstarke ..Knaller", mit denen er auf dem Heimweg
von der Schule experimentierte (TV 18.1976.71); Knallerei
[knab'r^j], die; -. -en (ugs.): dauerndes, lästiges Knallen
(1.2a); knallern [knalnn] <sw. V.; hat) (landsch.):
anhaltend, aus bloßer Freude am Lärm, schießen, knallen: knollig
<Adj.) (ugs.): I. (von Farben u. Tönen) grell, auffallend,
schreiend: ein -es Gelb; -e Musik; die Farben sind mir
zu k.; Ü ein -er (aufregender, mit Sensationen arbeitender)
Film; die Meldung war k. aufgemacht. 2. (intensivierend
bei Adj. u. Verben) sehr, übermäßig: es ist k. heiß hier;
sich k. amüsieren. 3. sehr eng anliegend: -e Jeans.
knapp [knap] <Adj.) [niederd. knap(p) = kurz. eng. gering;
hurtig; schlank, hübsch. H. u.]: 1. in so geringen Mengen
1495
Knappe
vorkommend, doli es bald verbraucht ist; kaum ausreichet:
-er Lohn; die Mahlzeiten waren zu k. [bemessen]; Kaffee
ist k. und teuer geworden; ich bin k. mit der Zeit; er
bekam k. Luft; die Mittel reichen nur ganz k.; die
Reparatur wird. k. gerechnet, fünfzig Mark kosten; im Urlaub
wollen wir wandern, und das nicht zu k. (reichlich*
ausgiebig). 2. gerade ausreichend, eben noch [erreichtI: ein -er
Sieg, eine -e Entscheidung; der Wahlausgang war sehr
k.; seine Leistungen wurden mit ..k. befriedigend*' benotet;
er unterlag k. nach Punkten; zur Selbstsicherung muß
die Schlinge k. zum Standhaken hinaufreichen (Eiden-
schink. Fels 53); k.. daß er die Schularbeiten fertigkriegte
(Kempowski. Tadelloser 293). 3. etwas weniger (als die
genannte Zahl. Zeitspanne o.a.): nicht ganz% kaum: vor
einer -en Stunde/vor k. einer Stunde; es dauert -e zehn
Minuten/k. 10 Minuten; sie wird k. fünfzig [Jahre alt]
sein; starrt genau in die Augen eines großen Löwen, der
k. drei Meter vor der Tür auf der Erde liegt (Grzimek.
Serengeti 70); k. mannshohes Gras. 4. sehr nahe, dicht:
das Flugzeug fliegt k. unter der Schallgrenze; k. vor Mittag;
k. nach der Abfahrt des Zuges; die neue Straße fuhrt
k. an seinem Haus vorbei; Die Hängezöpfe der Hedwig
Lau hängen frei und schwingen k. überm aufgeschlagenen
Englischbuch (Grass. Hundejahre 86). 5. (von Kleidung) eng.
fest anliegend: ein -er Pullover; k. sitzende Hosen;
ihr oben -es. unten weites Sommerfähnchen (Grass.
Hundejahre 542); das Kostüm ist sehr k. [geschnitten]; die
Schuhe sitzen zu k. 6. kurz, gerafft, auf das Wesentliche
beschränkt, konzentriert: eine -e Auskunft; etw. mit -en
Worten schildern; die Begrüßung war k.; sich k. vor jmdm.
verbeugen; etwas kurz und k. mitteilen.
Knappe ['knaps], der; -n. -n [mhd. knappe, ahd. knappo
= Nebenf. von T Knabe, später mhd. knappe = Edelknabe]:
1. Bergmann mit abgeschlossener Lehre. Facharbeiter im
I SteinkohlenJbergbau (früher Berufsbez.): es werden noch
einige -n eingestellt; die verschütteten -n wurden tot
geborgen. 2. (MA.) zur höfischen u. Waffenousbildung im Dienst
eines Ritters stehender junger [Edel]mann.
knappen [knapn] <sw. V.; hat) [vgl. knabbern] (landsch.):
a) klappern, ein wenig knallen, knacken: die Peitsche
knappt; mit Geschirr k.; Die Uhus ... plusterten sich ...
in Imponierstellung auf und knappten (klappten) ärgerlich
mit den Schnäbeln (Kosmos 2. 1965. 34); b) schnappend
[zu]beißen: der Hund knappte [nach meiner Hand];
knappern l'knapHn]: t knabbern.
knapphalten <st. V.; hat) [zu tknapp] (ugs.): jmdm. nur
wenig, nur das Nötigste (von etw.) zur Verfügung stellen;
dafür sorgen, doli (bei jmdm.) nur kleine Bestände vorhanden
sind: er hielt seine Kinder knapp [mit Geld]; Kartelle
bemühen sich oft. eine Ware künstlich knappzuhalten;
<Abl.:> Kn^pphaltung, die; -: das Knapphalten:
Großraubwild ... sorgte für K. des Wildbestandes (Mantel. Wald
126); Knappheit, die; -: a) Mangel. Vorhandensein nur
kleiner Mengen: K. an Lebensmitteln, an Devisen; b) Kürze.
Gedrängtheit [u. Prägnanz]: sich um K. des Ausdrucks,
im Ausdruck bemühen.
Knappsack, der; -s. ...sacke [zu tknappen (b)| (veraltet):
Proviantbeutel. Reisetasche, -sack.
Knappschaft [knap-Jaft], die; -. -en [zu t Knappe (1)] (Berg-
mannsspr.): a) Gesamtheit der Knappen eines Reviers, einer
Grube; b) Organisation. zunftmäJSiger Zusammenschluß der
Knappen; <Abl.:> kn^ppschaftlich <Adj.; o. Steig.): die
-e Rentenversicherung; die Zechen sind k. organisiert.
Kiqppsdiafts-: -älteste, der: [meist im Ruhestand
befindlicher! Bergmann, der im Auftrag der Knappschaft (b)
Bergleute eines bestimmten Reviers in Angelegenheiten der
Rentenversicherung berät u. über die Leistungen der
Knappschaftskasse informiert; Mirzt. der; ^kasse, die:
Organisation der Kranken- u. Rentenversicherung für Bergleute; ^ren-
te, die: bei Berufs- od. Erwerbsunfähigkeit eines Bergmanns
gezahlte Rente; -Versicherung, die: svw. t ^kasse.
knaps! [knaps]: t knips!; knapsen l'knapsn] <sw. V.; hat)
[zu t knappen im Sinne von t abknappen, abknapsen, volks-
etym. beeinflußt von t knapp] (ugs.): knausern, sehr sparsam
sein: zum Monatsende hin mußte er immer k.; Sie wollte
... k. und knausern (Werfe]. Himmel 32).
Knarre fknare], die; -. -n [zu t knarren]: 1. kleines Gerät,
mit dem [durch Drehbewegungen! ein lautes Knarren erzeugt
werden kann; Lärminstrument [für Kinder]. Rassel: die
Kinder zogen mit ihren -n von Tür zu Tür. 2. (Soldatenspr.)
Gewehr: die K. schultern, laden; wenn ich eine K. hätte,
ich würde rücksichtslos in eine Bank reingehen und würde
rücksichtslos mir das Geld holen (Aberle. Stehkneipen
67); knarren [knarenj <sw. V.; hat) [spätmhd. knarren,
mhd. (md.) gnarren. lautm.; vgl. knurren]: ein ächzendes,
mit Knacken verbundenes Geräusch ohne eigentlichen Klang
von sich geben: das Bett, die Treppe knarrt; die
Fensterläden, die Ruder knarren; die Gartenpforte knarrte in den
Angeln; die Bäume knarren u. ächzen im Wind; mit
knarrender Stimme sprechen; ..Schweig!" knarrte er bitterböse
(sagte er mit knarrender Stimme; Th. Mann. Hoheit 163);
<Abl.:> knarrig [knanc] <Adj.) (selten): knarrend; knarzen
['knart^n] <sw. V.; hat) [gek. aus älterem knarrezen (vgl.
spätmhd. knarssen = knarren), zu tknarren] (landsch..
bes. südwestd.): a) svw. t knarren: Heino schreitet ernst
und gemessen ... über die knarrenden Bretter (Hörzu 45,
1977. 20); b) svw. ?quengeln; knarzig ['knartßw;] <Adj.)
(selten): schnarrend, knarrend, grob: Plötzlich sagte der
Lehrer mit -em Barraston (Kempowski. Immer 153).
'Knast [knastl. der; -[e]s. Knaste ['knesta] (niederd.): a)
Knorren. Aststück. Astansatz; b) dickes Stück Brot.
'Knast [-]. der; -[e]s. Knaste, auch: -e [aus der Gaunerspr.;
vgl. jidd. knas = Geldstrafe] (ugs.): a) <o. PI.) Haftstrafe:
er bekam fünf Jahre K. [aufgebrummt]; daß er bei einer
Aufrechnung auf ungefähr acht Jahre K. käme (Genet
[Übers.]. Miracle 111); *K. schieben (salopp; eine
Gefängnisstrafe verbüßen): b) Gefängnis: im K. sitzen; was kann
einer anfangen, wenn er aus dem K. kommt?; Hunger-
und Durststreik in den Knasten (Courage 2. 1978. 55).
Kraust- (^nast; ugs.): -arbeit, die: Arbeitsleistung im
Gefängnis; -aufenthalt, der; -bruder, der: 1. Strafgefangener;
jmd.. der (zur Zeit od. besonders häufig) im Gefängnis
sitzt: ein polizeibekannter K. 2. jmd.. der mit jmdm.
zusammen im Gefängnis sitzt od. saß: sein einstiger K.; nach
der Entlassung Briefe an die Knastbrüder schreiben; -bürg,
die: svw. *Knast (b): Meisenhof. Mathildenhof. So heißen
die -en (Degener, Heimsuchung 147); -iargon, der:
besondere Ausdrucksweise. Sondersprache im Gefängnis; -kum-
pel, der: svw. t^bruder (2); ^»it, die; -zeitung, die: von
Gefangenen für Gefangene herausgegebene Zeitung.
'Knaster [knastel. der; -s. - [gek. ausCanastertobac.
Knastertobak; urspr. = edler, würziger Tabak, der in
..Rohrkörben" gehandelt wird, zu niederl. knaster < span.
canasto < griech. känastron = Korb]: 1. (veraltet) guter
Tabak: Der Rauch des schwarzen, würzigen -s ging mir
nach dem Frühstück recht wohlig ein (Th. Mann. Krull
164). 2. (ugs. abwertend) billiger, übelriechender Tabak:
was Tür einen K. rauchst du denn da?; Geruch nach billigem
K.(Musil.Törleß79).
Knaster [-]. der; -s. - [zu tknastern. wohl auch unter
Einwirkung von t3Knast] (landsch. abwertend): verdrießlicher,
mürrischer [alter] Mann: der alte K. hat dauernd etwas
zu meckern!; Seltsam, daß der altmodische K. (=ein
General) mit so großem Erfolge ... sich seine Teilsiege geholt
hatte (A. Zweig. Grischa 106); Knasterbart, der; -[e]s. -bärte
[heute oft auf den Geruch nach T'Knaster bezogen]
(landsch.. bes. österr. abwertend): svw. tKnaster;
Knasterer. Knastrer ['knast(a)re], der; -s. - (landsch.
abwertend): svw. t Knaster; knastern [knastenl <sw. V.; hat)
[1: lautm. für einen dunkleren Klang (im Ggs. zu tknistern);
2: Verbindung des lautm. Wortes mit der
Geruchsvorstellung von T'Knaster]: 1. (landsch.) verdrießlich brummen,
mürrisch sein: sie knastert den ganzen Tag. 2. a)
genießerisch ii. Tabaksdunst erzeugend seine Pfeife rauchen: sie
berichten und knastern, und der Pfeifenrauch ... hängt
wolkig in den niedrigen Zimmern (Tucholsky. Werke I,
160); b) (vom Tabak) qualmen u. puffen: wenn ... der
bräunliche Tabak knastert (Tucholsky. Werke II. 190).
Knasti ['knastil. der; -s. -s [zu t^Knast] (Jargon): jmd.. der
im Gefängnis sitzt; Knastoloee [knasto...]. der. -n. -n [zu
t^nast in scherzh. Verbindung mit t-loge] (ugs. scherzh.):
jmd..der schon oft im Gefängnis war u. sich mit den
Verhältnissen dort bestens auskennt: Rainer .... ein alter K. (BM
10. 4. 76. 5); Knastotogfc, die: - [t-logie] (ugs. scherzh.):
gesammelte Kenntnisse u. Erfahrungen aus dem
Gefängnisleben.
Knastrer: t Knasterer.
Knatsch [kna:tjl der: -[e]s [zu t knatschen] (landsch.): Ärger.
Streit. Aufregung u. Unannehmlichkeiten: das wird einen
schönen K. geben; die beiden haben K. miteinander; Selbst
1496
Knecht
bei Theaterproben... ging es meist nicht ohne K. ab (Hörzu
20.1977.24); knatschen[kna:tjn] <sw. V.; hat) [vgl. knut-
schenl (landsch.): nörgeln, weinerlich sein, mit weinerlicher
Stimme reden: die Kinder sind müde und knatschen
dauernd; <Abi.:> knatschig fkna:tj\1. knätschig [kneitji^]
<Adj.> (landsch.): weinerlich. Quengelig: mürrisch.
knattern [knatEnJ <sw. V.) [lautm. für einen dunkleren
Klang (im Ggs. zu tknittern), heute bes. auf Motoren
u. Schußwaffen bezogen]: l.kurz aufeinanderfolgende
harte, hmllende Laute von sich geben <hat>: Maschinengewehre
knattern; die nassen Fahnen knattern im Wind; das
Transistorradio knattert. 2. sich mit knatterndem Geräusch
fortbewegen <ist>: sie knattern mit ihren Motorrädern durch
die Straßen; <Zus.:> Kngtterprotz. der (ugs. abwertend):
jugendlicher Motorrad- od. Mopedfahrer, der absichtlich
laut knatternd durch die Gegend fährt, um anzugeben.
Knäuel [knoydl].derod. das; -s. - Imhd. kniuwel(in).
dissimiliert aus: kliuweldn), Vkl. von: kliuwe = Kugel,
kugelförmige Masse, ahd. kliuwal: zu einer Kugel aufgewickelter
Faden (Garn. Wolle u.a.): ein K. Wolle; ein
unentwirrbarer/unentwirrbares K.; einfen] K. aufrollen; ein locker
gewickelter K.. der [sich] beim Stricken leicht abrollen
kann; Papier zu einem K. zusammenknüllen; U an der
Unfallstelle bildete sich schnell ein K. (eine
zusammengeballte Masse, ein Durcheinander auf engstem Raum) von
Menschen; das K. (unentwirrbare Durcheinander) der
mannigfachen Tendenzen und Widersprüche (Becher. Prosa
97); <Zus.:> Knäuelgras, das: wertvolles Wiesen- u. Futter-
gras mit kleinen, knäuelig gehäuften Ähren: <Abl.:> knälielig
<Adj.; o. Steig.) (selten): in der Art. Form eines Knäuels:
knäueln f'knDyaln]. knäulen [knQyten] <sw. V.; hat): sich
zusammenballen u. ein unentwirrbares Durcheinander bilden:
auf diesem Platz knäu[e]lt sich der Verkehr; die Wartenden
knäucln/knäulen sich an den Haltestellen.
Knauf Iknapf). der; -[eis. Knäufe ['knDyfal <Vkl. tKnäuf-
chen) [mhd. knouf; ablautend zu tKnopf): [verziertes!
Ende, etwa in der Form einer Kugel gearbeiteter Griff an
einem Gegenstand: der K. einer WafTe; das Bett hatte
Messingknäufe; ein feiner Spazierstock mit geschnitztem
K.; Knäufchen [knoyf^n]. das; -s. -: tKnauf.
Knaul [kn^pl], der od. das; -s. -e u. Knäule [knQyte; zu
tKnäuel] (landsch.): svw. tKnäuel; <Vkl.:> Knäulchen
['knoylqan], das; -s, -: kleines Knäuel: das Malteser
Schoßhündchen meiner Mama, ein K. weißer Seide (Th. Mann,
Krull 389); knäulen: tknäueln; Knaulgras [kn^il-]. das;
-es. ...gräser: svw. tKnäuelgras.
Knaupelei [knappa'lai]. die; -. -en [zu tknaupeln] (landsch..
bes. md.): schwierige, mühsame Arbeit: knaupelig: tknaup-
lig; Knaupelknochen ['knapp)-], der; -s. - (md.): Knochen
zum Abnagen: knaupeln [kn^ppjn] <sw. V.; hat) [(ost)md.,
eigtl. = an etw. nagen, auch: mit spitzen Fingern an
etw. herumarbeiten] (landsch.. bes. md.): a) fabjnagen.
knabbern: Knochen k.; knauple nicht an deinen
Fingernägeln!; b) mühsam etw. zu lösen versuchen, sich mit etw.
abmühen: sie mußte lange k.. bis der Knoten aufging;
U ich knaup[e]le schon lange an diesem Problem; c) mit
etw. innerlich sehr beschäftigt sein: an etw. lange zu tragen
haben: sie knaupelt noch immer an diesem Unglück;
<Abl.:)knauplig< knaupelig Ckngppte)!^] <Adj.) (landsch..
bes. md.): schwierig, mühsam, knifflig: eine -e Arbeit.
Knauser ['knapzr?l. der; -s. - [aus dem Ostmd. (Schles.).
wahr seh. zu frühnhd. knaus = hochfahrend, mhd. knÜ3.
also eigtl. = Mensch, der hochfahrend gegenüber den
Armen ist] (ugs. abwertend): übertrieben sparsamer,
geiziger Mensch: ein alter K.; Knauserei [knajiza'r^i], die; -.
-en (ugs. abwertend): 1. <o. PI.) knauseriges Wirtschaften:
Schwerfälligkeit. Mangel an Koordinierung. K. in den
notwendigen Dingen (Presse 12. 10. 68, 7). 2. einzelner
Fall von Knauserei (1).
knauserig, knausrig [knapz(d)ri<;] <Adj.) (ugs. abwertend):
geizig, kleinlich sparend auch in allen Dingen des täglichen
Haushalts: ein -er Verwalter; ob denn genug Kuchen und
genug Kakao da wären, es sollte bloß nicht knauserig
sein (Schnurre, Bart 18); mit etwas k. umgehen; <Abl.:>
Knauserigkeit, Knausrigkeit, die; -. -en: svw. f Knauserei;
knausern [knapzen] <sw. V.; hat) (ugs. abwertend):
übertrieben sparsam, kleinlich sein: wir sparen jetzt, damit wir
im Urlaub nicht zu k. brauchen; mit dem Geld k.
Knaus-Ogmo-Methode [kn$ps|o'gi:no-]. die; - [nach den
Gynäkologen H. Knaus (1892-1970. Österreicher) u. K.
Ogino (1882-1975, Japaner), die gemeinsam die Methode
erarbeiteten] (Med.): für Empfängnisverhütung u.
Familienplanung anwendbare Methode zur Bestimmung der
fruchtbaren u. unfruchtbaren Tage einer Frau.
knausrig usw.: tknauserig usw.
Knautie [knautßp. auch: knaptpl. die; -. -n [nach dem
dt. Botaniker Ch. Knaut (1654-1716)]: (ein zu den
Kardengewächsen gehörende) krautige Pflanze mit gefiederten
Blättern u. blau- bis rotvioletten Blüten in flachen Köpfchen
über einem becherförmigen Kelch.
Knautsch-: -falte, die: durch Zuscunmendrücken entstandene
Falte. Knitter: -kommode, die (salopp scherzh.):
Ziehharmonika: -lack, der. -lackleder, nieder, das: [Nappajleder
mit durch Walken hervorgerufenen Knautschfalten,
überzogen mit einer elastischen, wetterbeständigen Schicht aus
Kunststofflack, dazu: -ledermantel, der; -zone, die (Kfz.-
T.): der jeweils am vorderen u. hinteren Ende eines Wagens
befindliche Teil der Karosserie, der verformbar gestaltet
ist u. bei einem Unfall die Kräfte des Zusammenpralls
abfangen soll.
'knautschen [kn^itjn] <sw. V.; hat) [verhochdeutschte
Form von tknutschenl: I. (ugs.) a) zusammendrücken,
knüllen: dasPapier.die Zeitung, das Kopfkissen k.; ich habe
[mir] mein Kleid arg geknautscht; <auch ohne Akk.-Obj.:>
sie knautschten mit sandigen Fingern in einer Zeitung
(Spoerl. Maulkorb 6); b) Falten bilden, knittern: der Stoff
knautscht leicht. 2. (Sport Jargon) trainieren: Beim
Abschlußtraining der Gladbacher wurde noch einmal mit
voller Konzentration „geknautscht" (BM 25. 5. 77, 7).
2knautschen [-] <sw. V.; hat) [landsch. Nebenf. von
tknatschen] (landsch.): Leinen gequetschten. Quietschenden Laut
von sich geben: dann knautschte das Gartentörchen
(Fussenegger. Haus 268); Einmal knautschte das Saxophon
sein Mißbehagen in die Nacht CWerfel. Himmel 54). 2.
svw. t knatschen: mußt du den ganzen Tag k.? 3. mäkeln,
langsam u. unlustig essen,
'knautschig <Adj.; nicht adv.) [zu f 'knautschenl (ugs.):
verknittert, zerknautscht: leicht zu knautschen (1): -er
Stoff.
2kittUtsdiig <Adj.) [zu f 2knautsehen] (landsch.): svw.
tknatschig. knätschig: ein -es Kind.
Knebel [kne:bj]. der; -s. - [mhd. knebel. ahd. knebil =
Holzstück, Querholz]: 1. zusammengedrehtes od.
-gedrücktes Tuch, das jmdm. /bei einem Überfall/ in den Mund
gesteckt wird, um ihn am Schreien zu hindern: jmdm. einen
K. in den Mund stecken; einen K. im Mund haben. 2.
Querholz, mit dem etw. gehalten, verspannt od. festgezogen
werden kann: Griff zum Drehen: ein K. verspannt die Säge;
den Druckverband mit einem K. befestigen; er hielt das
Paket an einem durch die Schnur gezogenen K.
Knebel- (Knebel 2): -bart, der [wohl weil die beiden
gedrehten Schnurrbartseiten mit Knebeln vergleichbar sind]:
gedrehter Bart an Kinn od. Oberlippe: mit einem dichten
K. am Kinn seine revolutionäre Gesinnung unterstreichend
(Kühn. Zeit 38); -holz, das: als Knebel dienendes Holzstück:
-kette, die: mit einem Knebel befestigte Kette, -schraube,
die: svw. t Flügelschraube; -Verschluß, der
knebeln [kne:bjn] <sw. V.; hat) [zu tKnebel]: a) jmdm.
etw. in den Mund stecken u. ihn dadurch am Sprechen
u. Schreien hindern: der Überfallene wurde gefesselt und
geknebelt; Ü seine Unfähigkeit. ... einen gehobenen
Ausdruck für seine Gefühle zu finden, knebelte ihm den Mund
(Langgässer, Siegel 183); b) jmdn. j'estbifiden. an Armen
u. Beinen fesseln, so doli er sich nicht bewegen kann: die
Jungen haben ihren M itschüler geknebelt; Ü das öffentliche
Leben, den Fortschritt k. (behindern, unterdrücken):
<Abl.:) Knebelung, (seltener:) Kneblung, die; -, -en: das
Knebeln. Geknebeltwerden.
Knecht [kne<;t]. der; -[e]s, -e [mhd., ahd. kneht = Knabe.
Jüngling; Diener; urspr. Bed. wahrsch. = Stock. Knüppel,
Klotz; vgl. Knabe]: 1. (veraltend) imd. (Mann), der für
einen Bauern arbeitet, der auf einem Bauernhof die niederen
Arbeiten verrichtet fu. dort auch ißt u. schläft! (Ggs.:
Magd): ein alter, abgeschaffter K.; der große Hof
beschäftigte drei -e; sich alsK. verdingen; Ü ein K. Gottes (dichter.;
ein gläubiger Mensch, der sich in seinem gesamten Denken
u. Handeln Gott unterwirft). 2. (meist abwertend) jmd..
der /willenlos] Befehlen ixl. Zwängen zu gehorchen hat:
Diener. Utifreier. Unterdrückter: Herr und K.; ein K. der
Reichen, der Herrschenden sein; die Polizisten werden
1497
knechten
oft als -e der Staatsgewalt angesehen; Er war ein K. seines
Ehrgeizes und hat erbärmlich wenig geliebt (Thielicke.
Ich glaube 156); <Abl.:> knechten [knebln] <sw. V.; hat)
(geh. abwertend): unterdrücken, versklaven: willenlos u.
gefügig machen: ein Land k.; die Weißen haben andere Völker
lange geknechtet: daß die Frauen ... dazu erzogen werden
sollen .... sich weder körperlich noch geistig k. zu lassen
(Spiegel 13.1975. 162); <oft im 2. Part.:) ein geknechtetes
Volk; geknebelt und geknechtet; <subst.:> Geknechtete und
Unterjochte; knechtisch <Adj.> (geh. abwertend): sich als
Knecht verhaltend, keinen eigenen Willen, keine eigene
Meinung habend, unterwürfig, kriecherisch: -e Subjekte; -er
Gehorsam; eine -e Gesinnung. Unterwürfigkeit; sich jmdm.
k. unterordnen; Knechtsarbeit, die; -. -en (geh. abwertend):
niedrige, schmutzige Arbeit: Knechtschaft, die; -. -en <P1.
selten) (geh. abwertend): Unfreiheit: Leben in Unterdrük-
kung. Gefangenschaft: die K. dauert schon lange; jmdn.
aus der K. befreien; ein Volk in die K. führen, stürzen;
Knechtsgestalt, die; -. -en (bes. Rel.): äußere Gestalt eines
Knechtes (1): K. annehmen: Christus kam auf die Welt
in K.; Knechtung, die; -. -en (geh. abwertend): das Knechten.
Geknechtetsein: die K. der arbeitenden Massen.
Kneif [kn^ifl. der; -[eis. -e [spätmhd. knif = (gebogenes)
Messer. Taschenmesser. Schustermesser, zu T kneifen; vgl.
engl, knife = Messerl (Handw. veraltend, noch landsch.):
Messer (des Schuhmachers. Gärtners. Buchbinders u.a.);
kneifen f'knajfn] <st. V.; hat) [verhochdeutschte Form von
T 'kneipen; 4: Übertragung von studentenspr. kneifen =
bei der Mensur den Kopf vor dem Hieb einklemmen od.
wegstecken]: 1. jmdm. ein Stückchen Haut u. Fleisch so
I zwischen den Fingern] zusatnmenpressen. daß es schmerzt,
zwicken: hör auf. mich dauernd zu k.!; er kniff mir/mich
in den Arm; Ein Zebrahengst kneift mit den Zähnen eine
Stute unten in die Vorderbeine (Grzimek. Serengeti 207);
sich ins Bein k. (salopp scherzh.; über erw. so erstaunt
sein, daß man am körperlichen Schmerz nachprüfen will,
ob man nicht träumt). 2. a) (von Sachen, bes. Kleidungsstük-
ken) sich schmerzhat t in die Haut eindrücken, weil es zu
eng ist: die Hose, das Gummiband kneift; b) (ugs.
veraltend) Schmerzen machen, weh tun: er hat zuviel gegessen,
nun kneift sein/kneift ihn der Bauch. 3. zusammenpressen,
-drücken, zukneifen: die Augen, die Lippen k.; der nächste
Herr... kniff sein linkes Auge, um zu zielen (Frisch. Stiller
86). 4. (ugs. abwertend) sich jmdm. od. einer Sache nicht
stellen: sich I vor etw.] drücken: vor einem Vorgesetzten,
vor einer Aufgabe k.; hier wird nicht gekniffen!; <Abl.:>
Kneifer, der; -s. - [Lehnübertragung von franz. pince-
nezj: Brille ohne Bügel, die auf die Nase geklemmt wird:
den K. auf die Nase klemmen: Die Schweinsäuglein hinter
dem K. blinzeln tückisch und suffentzündet (Zwerenz.
Kopf 25); <Zus.:> Kneifzange, die: svw. t Beißzange (1);
Kneip [knajp]. der; -[eis. -e (landsch.): svw. tKneif.
KneiP- (2kneipen). -abend, der: f studentischer] Trinkabend:
^bruder, der: jmd.. mit dem man gemeinsam trinkt:
Zechkumpan: ^lied, das; ^tour, die (salopp): das Umherziehen
von einem Wirtshaus zum andern.
Kneipe [knajpal, die; -. -n [zuerst als ,JCneipschenke"
studentenspr. für eine schlechte, kleine Schenke u. das dort
abgehaltene Trinkgelage, auch: (enges) Zimmer des
Studenten; wahrsch. im Sinne von ..enger Raum" zu t'knei-
pen]: 1. (ugs.. meist abwertend) kleines, sehr einfaches,
wenig ansprechendes, aber für die Stammgäste auch
vertrautes u. gemütliches Lokal / mit billigem Essen], in dem
alkoholische Getränke ausgeschert werden: eine dunkle, rauchige,
anrüchige, altmodische, gemütliche K.; die K. an der Ecke:
in einer K. einkehren; dauernd in der K. sitzen; sie blieben
in einer K. hängen, zogen von K. zu K. 2. (Studentenspr.)
a) in einer studentischen Verbindung fester, nach einem
bestimmten Komment ablaufender Abend mit Trinken u.
Singen: b) der für solche Veranstaltungen vorgesehene Raum
I in einem Verbindungshaus j.
'kneipen [kn^jpnl <unr. V.; knipp/kneipte. hat geknippen/
gekneipt) [mniederd. knipen = (ab)klemmen. zwicken;
wahrsch. lautm.l (landsch.): svw. tkneifen (1-3): Der Baron
kneipte ihr die Backe (Winckler. Bomberg 35); Fritz hat
Bauchweh ... Es kneipt (Bredel. Väter 44).
2kneipen [-J <sw. V.; hat) [zu tKneipel: a) (salopp) Iin
einer Kneipe (1) sitzen u.j Bier. Wein cxl. Schnaps trinken:
b) an einer Kneipe (2a) teilnehmen.
Kneipen- (Kneipe 1): -besitzer, der; -lizenz, die: amtliche
Genehmigung, ein Lokal mit Alkoholausschank zu fuhren:
^tür. die; Minwesen, das (Amtsspr.): Häufung von Lärm.
Zwischenfällen u. Straftaten in Stadtbezirken mit vielen
Wirtshäusern: ^whrt. der.
Kneiperei ptn^jpa'raj]. die; -. -en (ugs. abwertend): allzu
ausgiebiges u. häufiges 2Kneipen: Kneipier [kn^j'pie:]. der:
-s. -s [zu tKneipel (salopp): Kneipenwirt.
kneippen [knaipnl <sw. V.; hat) [fKneippkur] (ugs.): eine
Kneippkur machen: sie gehen jedes Jahr k.; er hat wieder
in Bad Wörishofen gekneippt; Kneippkur, die [nach dem
kath. Geistlichen u. Naturheilkundigen S. Kneipp
(1821-1897)]: Kur. die vor allem in gezielten Behandlungen
(Güssen) mit kaltem Wasser in Verbindung mit Diät u.
Bewegungstherapie besteht.
Kneipzange, die; -. -n [zu tkneipenl (landsch.): svw.
t Kneifzange.
kneteten ['kn^istnKsw. V.; hat) (landsch.): die Augen
zusammenziehen, mit zusammengepreßten Augen scharf hinsehen,
um etw. zu erkennen: kneiste mal!; die Verteidiger ...
krampften die Zehen, kneisteten die Augen und
rannten ... (Bieler. Bonifaz 10).
Kneppchen [knepqan] in der Wendung weeB K. (landsch.;
Ausdruck der Verwunderung; wohl entstellt aus: weiß
Göttchen = weiß Gott).
Knesseth [kneset], die; - [hebr. kn?s$t. eigtl. =
Versammlung]: das Parlament in Israel: Neuwahlen zur K.
Knet [kne:t]. der; -s (landsch.): svw. tKnete (1).
Kngt-: -gummi, der od. das: svw. Tomasse; Mnaschine.
die: Maschine zum / Teigjkneten: Mitassage, die: Form
der Massage, bei der die Muskeln gründlich durchgeknetet
werden: Mnasse. die: [in warmem Zustand] weiche,
wachsartige Masse in verschiedenen Färbungen, aus der sich
Figuren formen lassen: Plastilin: Mnesser, das: zum Bearbeiten
einer Knetmasse verwendetes Messer.
knetbar [kne:tba:g] <Adj.; nicht adv.): so beschaffen, daß
es geknetet werden kann: eine -e Masse; der Teig muß
gut k. sein; Knete ['kne:ta], die; -: 1. (ugs.) weiche, formbare
Substanz. Knetmasse; *in der K. sein (DDR ugs.: 1. im
Gedränge sein. 2. sehr viel zu tun haben, vor Arbeit nicht
aus u. ein wissen): nicht aus der K. kommen (DDR ugs.;
den ganzen Tag nicht munter werden). 2. (salopp) Geld:
hat die wieder einen Haufen K.KBM 14. 1.77. 10); kneten
[kne.tn] <sw. V.; hat) [mhd. kneten, ahd. knetan]: a) eine
weiche Masse drückend I mit den Händen] bearbeiten: Ku-
chenteigk.; der Masseur knetet die verkrampften Muskeln;
die kalten Finger k.; Ü der knetet und massiert jetzt den
Betrieb (Chr. Wolf. Himmel 90); b) aus einer weichen
Masse formen: Figuren aus Lehm, aus Plastilin k.
Knick [knikl. der; -[e]s. -e u. -s [aus dem Niederd. <
mniederd. knick, zu Tknicken; 3: mniederd. knick, zu: knicken
= die Zweige einer Wallhecke abknicken]: I. <PI. -e>
a) Stelle, an der etw. [aus einem geraden Verlauf] stark
abgewinkelt, abgebogen ist: das Rohr hat einen K.; die
Straße macht einen K.; die Unfallstatistik hat hier einen
K. (die gezeichnete Kurve macht eine scharfe Wettdung):
* einen K. im Auge/in der Linse/in der Optik haben (ugs.
scherzh.: 1. schielen. 2. nicht richtig sehen)', b) (von Eiern)
angeschlagene Stelle. 2. <P1. -e) / unbeabsichtigter] scharfer
Falz. Bruch: ein K. im Papier; der Rock bekam beim
Sitzen viele -e; Hose mit K. auf dem Schuh (Kempowski.
Tadelloser 329). 3. <PI. -s> (nordd.) mit einer Hecke
bewachsener Erdwall: Es war eine Landschaft voller -s (Gaiser.
Jagd 169).
knjck-, Kn|ck-: -beinig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
krummen, abgeknickten Beinen: Ein Bettelmann erschien
k.. an einer Krücke hängend (Th. Mann. Zauberberg 454);
Ü und hier ... liegt unter altmodisch -em Förderturm ...
jene Zeche Pluto (Grass. Hundejahre 441); ^ei, das:
angeschlagenes Ei: -er sind billiger als andere Eier; ^fuß, der
(Med.): Fuß mit nach außen abgeknickter Ferse.
Knickebein [knika-l, der; -s [viell. nach der Wirkung des
urspr. aus verschiedenen Schnäpsen u. Eigelb gemischten
Getränks auf den Jen igen, der zuviel davon trinkt]: Eierlikör
[als cremige Füllung in Pralinen. Ostereiern u.a.]: knik-
kebeinig: tknickbeinig; knicken [knikn] <sw. V.; hat) /vgl.
geknickt (2)/ [aus dem Niederd. < mniederd. knicken;
lautm. für einen hellen Klang (im Ggs. zu tknacken);
älter = eine Verbeugung machen; auch = knausern 1:
l.a) etw. Steifes. Sprödes so brechen, daß die noch
zusammenhängenden Teile einen scharfen Winkel bilden: ein
1498
knien
Sireichholz. Zweige k.; die Last des Schnees hat viele
Bäume geknickt; b) unabsichtlich] falten, falzen: einen
Papierbogen, die Seiten im Buch k.; in diesem Umschlag
sind Fotos, bitte nicht k. 2.a) sich scharf utnbiegen ohne
ab- od. auseinanderzubreehen: im Sturm knickten die
Bäume wie Streichhölzer; b) ruckartig eine Bewegung in
eine andere [falsche! Richtung machen: beim Klettern
kannst du dir den Fuß k.; Brünhilde hing sich ein. aber
der hier knickte nicht in den Hüften (Küpper. Simplicius
152). 3. in seiner bisherigen Kraft. Stärke o. ä. entscheidend
schwächen: brechen: jmds. Stolz k.
'Knjcker, der; -s, - [zu veraltet knicken = geizig sein] (ugs.):
geiziger, kleinlicher Mensch: Geizhals: du bist ein alter,
elender K.
*Knjcker, der; -s, - Izu älter u. landsch. Knick = Genick.
Nacken] (Jägerspr.): svw. TGenickfänger.
\njcker, der; -s. - [lautm. für den hellen Klang
aneinanderstoßender Murmeln] (niederd.): Klicker. Murmel.
Knickerbocker ['kniketoke. auch: nikatokB], (auch:) Knik-
kerbockers <PI> [engl, knickerbockers (PL), nach der
Romangestalt D. Knickerbocker im Roman ..History of
New York" von W. Irving (1783-1859)]: weite Überfallhose
mit einem Bündchen unterhalb des Knies.
Knickerei [knika'rai]. die; -. -en (ugs. abwertend): svw.
!Knauserei; knickerig, knickrig ['knik(d)n<;] <Adj.> (ugs.
abwertend): svw. Tknauserig: ein -er Mensch; Vater Staat
beliebt bei Krankheitskosten knickerig zu sein (DM I.
1966.46); sich k. verhalten; <Abl.:> Knjckerigkeit,
Knickrigkeit, die; -: svw. tKnickerei; knickern [knikim] <sw.
V.; hat) [eigtl. = etw. von einem bestimmten Betrag,
der gezahlt werden soll, abzweigen u. für sich zurückhalten]
(ugs. abwertend): svw. tknausern: er knickert mit den
Ausgaben fürs Essen; knickrig usw.: tknickerig usw.
knicks! [kniks] (Interj.) lautm. für ein Geräusch, das beim
Knicken von Holz o.a. entsteht: k. machen; k.. knacks;
Knicks [-], der; -es, -e [zu veraltet knicken = eine
Verbeugung (durch Kniebeuge) machen]: das Zurücksetzen eines
Fidles u. das Beugen der Knie als Zeichen der Begrü/Jung
txl. Ehrerbietung von Mculchen od. Frauen: sie machte einen
tiefen K. vor der Fürstin; knicksen [kniksn] <sw. V.; hat):
einen K. machen: die Mädchen knicksten tief.
Knickstiebel ['knikjti:bl]. der; -s. - [zu tknickern u. landsch.
Stiebel = Stiefel] (landsch. abwertend): Geizhals.
Knjckung. die; -. -en: das Geknicktsein.
Knie [kni:j. das; -s, - ['kni:3, auch: kni:; mhd. knie, ahd.
kneo]: l.a) Gelenk zwischen Oberschenkel u. Unterschenkel:
spitze, runde, knochige, zitternde, schlotternde K.; das
K. ist geschwollen; ihm zittern die K.; die K. durchdrücken;
sich das K. aufschlagen; sie standen bis an die K. im
Wasser; auf das/auf die K. fallen (niederknien): er warf
sich vor ihm auf die K.; sie säuberte auf den -n rutschend
den Boden; das Kind saß auf seinen -n; sich eine Decke
auf die. über die K. legen; du kannst Gott auf [den] -n
danken, daß dir nichts passiert ist; der Rock reicht bis
ans. bis zum K.; * weiche K. (ugs.; mit einem Gefiihl
körperlicher Schwäche verbundene große Angst): weiche K.
bekommen haben; mit weichen -n ging er zum Chef; in
den -n weich werden (ugs.; große Angst bekommen): Jmdn.
auf/in die K. zwingen (geh.; jmdn. unterwerfen: jmds. Wider-
stand brechen): in die K. brechen/fallen/sacken u. ä.
(umfallen .hinfallen, indem man in den Knien einknickt:
zusammenbrechen): brach mit einem Aufschrei in die K., von einem
Flaschenstöpsel getroffen (H. Mann. Stadt 277); in die
K. gehen (1. langsam mit einknickenden Knien umfallen:
der Boxer ging in die K. 2. eine Kniebeuge machen. 3.
sich einer Übermacht beugen: vor Ehrfurcht in die K. gehen;
die bloße Bereitschaft, vor den Über-Gaben eines anderen
in die K. zu gehen [Chr. Wolf. Nachdenken 100]); jmdn.
übers K. legen (ugs.; jmdn. verhauen): der Sohn wurde
vom Vater übers K. gelegt; etw. übers K. brechen (ugs.:
etw. übereilt erledigen, entscheiden: dünneres Holz, das
rasch zerkleinert werden soll, zerbricht man über dem
gebeugten Knie, statt es zu zersägen, wobei allerdings
eine genaue Teilung des Holzes nicht möglich ist u. so
der Eindruck von Ungenauigkeit. Flüchtigkeit entstehen
kann): b) (ugs.) Stelle des Knies (1 a) in einem
Hosenbein od. Strumpf: das K. ist durchgewetzt; Flicken auf
die K. set/jen. 2. / rechtwinklig] gebogenes Stück: Biegung:
die Rohrleitung hat ein K.: ein K. ins Ofenrohr einsetzen:
westlich des -s .... welches der Rhein bei Mainz beschreibt
(Th. Mann, Krull 10). 3. (Technik) mechanisches Gelenk,
das sich wie ein menschliches Knie bewegen läßt.
knie-, Knk-: -abschwung, der (Turnen): Übung, bei der
man in den Hang schwingt, wobei man das eine Knie zwischen
od. nebenden Händen einhängt: -aufschwung, der (Turnen):
Aufschwung, bei dem ein Knie zwischen od. neben den
Händen eingehängt ist: -bank. die: niedrige 'Batik (1), auj
der man bequem knien kann: -beuge, die (bes. Turnen)
Bewegung, bei der man mit geradem Oberkörper in die
Hocke geht u. wieder aufsteht: zehn -n machen; in die
K. gehen; -breche, die (landsch.): steiler Weg. steile Höhe:
-buckel. der: in Form eines Buckels (5) gearbeiteter Teil
der Ritterrüstung, der die Knie schützen sollte: -bund, der:
1 Bund (2) einer Hose unterhalb des Knies, dazu: -bundhose,
die: bequeme Hose für bestimmte Sportarten, die mit einem
Kniebund abschließt: -fall, der [zu mhd. knievallen =
auf die Knie stürzen]: das Fallen auf beide Knie als Zeichen
der Verehrung od. Unterwerfung: einen K. tun; er machte
einen K. vordem Altar; U In Japan wurde das Nachgeben
Tokios gegenüber den Terroristen als schmachvoller K.
vor dem internationalen Terrorismus gewertet (Welt 7.
8. 75. 1). dazu: -lallig <Adj.; o. Steig.): a) (veraltet) mit
einem Kniefall: im dm. k. die Hände küssen; *k. werden
(veraltet; einen Kniefall tun): b) (nicht präd.) demütig,
flehentlich: und kein -es Bedanken ereignet sich (Kaiser.
Villa 185); jmdn. k. [um etw.] bitten; daß sie mich noch
k. zurückholen werden, damit ich mein Referat wieder
selbst übernehme (Musil. Mann 1268): -frei <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): (von Kleidungsstücken) die Knie frei
lassend: ein -er Rock; -seine, die: svw. TGambe; -aelenk.
das: das K. ist entzündet, dazu: -gelenkentzündung, die;
-hang, der (Turnen): Hang, bei dem man in den Kniekehlen
am Gerät hängt: -hebel, der: 1. (Technik) Mechanismus
aus zwei mit einem Knie (3) verbundenen Hebeln. 2. (Musik)
Schweller am Harmonium, der mit den Knien bedient wird:
--hoch <Adj.; o. Steig.): von unten her bis ans Knie reichend:
kniehohe Stiefel; eine kniehohe Mauer; das Gras, der
Schnee ist k.; -höhe, die: in K.; -holz, das <o. PI.): in
hohen Bergregionen wachsendes, von Natur aus gebogenes
Holz: Krummholz: -hose, die: bis kurz übers Knie reichende
Hose: -kehle, d ie [zu t Kehle (3)]: Höhlung auf der Rückseite
des Knies: jmdn. in den -n kitzeln; -kurz <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): von oben her [nur] bis ans Knie reichend:
ein -es Kleid; -läge, die (Med.): Lage eines Kindes bei
der Geburt, bei der ein od. beide Knie vorangehen: -lang
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von oben her bis ans Knie
reichend: ein -er Mantel; -liegestütz, der (Turnen):
Liegestütz vorlings, bei dem Füße u. Knie am Boden sind:
-Prellung, die; -riemen, der: Riemen, mit dem der Schuhmacher
einen Schuh auf dem Knie festspannt: -röhr, das:
rechtwinklig gebogenes Rohr: -9cheibe, die: rundlicher, flacher
Knochen vor dem Kniegelenk: -Schützer, der (Sport): Bandage.
Lederstück o. ä. zum Schutz der Knie: -sehnenreflex, der
(Med.): Reflex, bei dem sich der Unterschenkel ruckartig
nach oben bewegt, wenn man einer Sehne unterhalb der
Kniescheibe einen kurzen Schlag versetzt; -sprang, der
(Turnen): Sprung aus kniender Haltung auf die Füße; -stand,
der (Turnen): Übung, bei der man bei gestrecktem
Oberkörper kniet; -Stiefel, der: bis zum Knie reichender Stiefel;
-stock, der: svw. tDrempel (1); -strumpf, der: Strumpf,
der bis ans Knie reicht; -stück, das: vgl. -röhr; -tief <Adj.;
o. Steig.): bis zum Knie: -es Wasser; er stand k. im Morast;
-Umschwung, der (Turnen): Umschwung, bei dem man mit
einem Knie zwischen od. neben den Händen am Gerät hängt;
-Verletzung, die; -wärmer, der: aus Wolle gestricktes,
schlauchartiges Kleidungsstück, das über die Knie gezogen
wird; -weich <Adj.; o. Steig.): a) geschmeidig, weich in
den Knien: ein -er Gang. Schritt; b) auj Grund von großer
Angst erschöpft* unsicher auf den Beinen: Er sei noch k.
davon (= von einer Prüfung; Werfel, Himmel 261); -welle.
die (Turnen): svw. I-Umschwung.
knien [kni:n. auch: knhan] <sw. V.) [mhd. knie(we)n, ahd.
kniuwen]: l.a) eine Haltung einnehmen, bei der das
Körpergewicht bei abgewinkelten Beinen aujreinem od. beiden Knien
ruht <hat/(südd.:) ist): auf dem Boden k.; sie kniete vor
dem Altar, um zu beten; diese Arbeit muß man kniend
verrichten; b) <k. + sich) sich auf die Knie niederlassen
(hat): ich mußte mich k.: er kniete sich neben mich. 2.
<k. + sich) (ugs.) sich intensiv mit einer Sache beschäftigen
<hat): sich in die Arbeit, die Akten k.
1499
Kniepaugen
Kniepausen [kni:p-] <PI.> [zu niederd. kniepen = (zusam-
men)kneifen] (landsch.): kleine, lebhatte Augen; knieptg
['kni:pi<;] <Adj.) (zu niederd. kniepen in der Bed. geizen]
(ugs.): geizig: sei nicht so k.; <Abl.:> Knkpigkeit. die;-.
Knies [kni:s], der; -es (ugs). Kniest [kni:st]. der; -[e]s
(landsch.): 1. alte, off klebrige Schmutzschicht. 2.
verhaltener, nicht offen ausgetragener Streit.
Meinungsverschiedenheit, Unstimmigkeit in der Beziehung zu jmdm.. K. mit
jmdm. haben; Den Knies im Knast, das Pro und
Contra um den humanen Strafvollzug hat jetzt das ZDF
... aufwendig in Szene gesetzt (Spiegel 30. 1976. 101).
knietschen,knitschen ['kniitjn] <sw. V.; hat) [vgl. knutschen]
(landsch.): 1. zerdrücken, ausquetschen. 2. knatschen.
Kniff [knifl. der. -le]s. -e [zu t kneifen; 3: nach der
betrügerischen Kennzeichnung einer Spielkarte durch Einkneifen
am Rande]: I. das Kneifen: der übliche K. in den Po
der Serviererin; er ärgerte sie mit -en und Püffen. 2. scharf
umgebogene Stelle in Papier od. Stoff: Falte. Knick: einen
K. in das Papier machen; vom Sitzen hat der Rock lauter
-e; die -e herausbügeln. 3,a) bestimmte, praktische
Methode. Handhabung von etw. zur Erleichterung od. geschickten
Ausführung einer Arbeit: -e für den Heimwerker; alle
-e kennen; wenn man die -e mal heraushat, geht es
ganz leicht; b) kleiner /unerlaubter/ Kunstgriff, kleines
Täuschungsmanöver. Manipulation o. ä. zur Erreichung
eines Vorteils: Trick: ein raffinierter, advokatischer K.; er
kennt jede Menge -e und Tricks; es mit allen -en versuchen;
Kniffelei [knifs'lqj], die; -. -en (ugs.): knifflige, viel Geschick
erfordernde Arbeit; kniffelig: t knifflig; kniffen [knifn] <sw.
V.; hat) [zu tKnifll: Papier. Stoff o. ä. scharf falten, falzen:
den Zettel zweimal k.; den Rocksaum k.; knifflig, kniffelig
[kniffo)li<;] <Adj.; nicht adv.) [zu landsch. kniffein =
mühselige Arbeit verrichten]: a) Geduld. Geschicklichkeit.
Intelligenz bei der Ausführung. Beantwortung o. ä. erfordernd:
schwierig: eine -e Arbeit. Aufgabe. Frage; das Rätsel ist
k.; b) Vorsicht. Fingerspitzengefühl in der Behandlung
erfordernd; heikel: eine -e Situation. Angelegenheit.
Knigge [kniga], der; -[s], - [nach der Sammlung von
Verhaltensregeln für den tägl. Gebrauch „Über den Umgang
mit Menschen" des dt. Schriftstellers A. Freiherr v. Knigge
(1752-17%)): Buch mit Verhaltensregeln in einem
bestimmten Bereich: ein K. für Studenten, Wohnungssuchende;
Kleiner K. für Taucher (Kosmos 8.1969, 319).
Knight [nait]. der; -s. -s [engl, knight < mengl. knight
= Knabe, verw. mit t Knecht] engl. Bez. für Ritter (als
nicht erbliche, unterste Stufe des englischen Adels).
Kniich [knilc], Knülch [knyl?]. der; -s, -e [wahrsch. aus
dem Rotwelschen, zu: knollig (veraltet knollicht) =
bäuerisch, grob, zu f Knolle, also eigtl. = grober,
ungeschliffener Kerl] (salopp abwertend): unangenehmer Mann, Kerl:
mach, daß du verschwindest, du K.!; ich kann mir ja
jeden Abend irgendeinen anderen K. aufreißen, nicht?
(Rechy [Übers.]. Nacht 31).
knille ['knib]: tknülle; Kniller [knilc]: !Knüller.
knips! [knips] <Interj.> lautm. für ein Geräusch, das beim
Knipsen entsteht: k., knaps!; Knips [-]. der; -es. -e: knipsen-
desGeräusch, knipsen['knipsnKsw. V.: hat) [lautm.] (ugs.):
l.a) etw. /mit den FingernJ tun. wobei ein kurzer, heller
Laut entsteht: mit den Fingernägeln k.; b) einen Schalter
[mit einem knipsenden (la) Geräusch! betätigen u.
dadurch etw. einschalten, in Betrieb nehmen: den
Schalter, das Blinklicht k.; (auch ohne Akk.-Obj.:> am
Lichtschalter k.; c) mit den Fingern wegschnellen:
Krümel vom Tisch k.; der Pastor knipste ein
Marienkäferchen von seinem Rock (Strittmatter, Wundertäter
18). 2. eine Fahrkarte. Eintrittskarte o.a. lochen tu.
dadurch entwerten): der Schaffner knipst die
Fahrkarten. 3. /als AmateurJ fotografieren: ich habe im Urlaub
viel geknipst; jmdn. k.; er knipst die Kirche, das Schloß;
ein Bild, eine Aufnahme k. (machen); <Abl.:> Knjpser.
der; -s. - (ugs.): l.a) kleine Klammer, kleines Gerät o.a..
das beim Betätigen ein knipsendes (1) Geräusch macht:
Jedenfalls beiße ich meine Zigarre ab. als sähe ich den
silbernen K. nicht (Frisch. Gantenbein 319); b) kurz für
tKnipsschalter: Den Finger hatte ich ...ständig auf dem
K. (Kempowski. Tadelloser 12); c) kurz für tKnipszange.
2. jmd.. der /viel/ knipst (3). 3. jmd.. der Fahrkarten o.a.
knipst (2); <Zus :>Knjpsschfllter.der (ugs.): i Licht] Schalter,
der beim Betätigen ein knipsendes (I) Geräusch macht;
Knjpszange, die (ugs.): Zange zum Knipsen (2).
Knirps [knirps], der; -es. -e [aus dem Ostmd.. H. u.l: I.
(ugs.) a) kleiner Junge. Dreikäsehoch: ein drolliger, netter
K.; als zweijähriger K. durfte ich schon in den Zirkus;
b) (abwertend) kleiner, unscheinbarer, unbedeutender Mann:
Nichtige -e haben es leicht, Freidenker zu sein (Werfel.
Bernadette 352). 2. © ein zusammenschiebbarer
Regenschirm. Taschenschirm: Fräulein Luise spannte ihren K.
auf (Simmel, Stoff 448); <Abl. zu 1:> knjrpsig <Adj.; nicht
adv.) (ugs.): klein fu. schwächlich].
knirschen ['knirjnl <sw. V.; hat) llautm., zu mundartl.. sonst
veraltet knirren, lautm. für einen helleren Klang (im Ggs.
zu t knarren)]: a) ein hartes, malilendes. reibendes Geräusch
von sich geben der Schnee knirscht unter den Schuhen;
die Autoräder knirschen auf dem Kiesweg; b) ein hartes,
mahlendes Geräusch verursachen, hervorbringen: im Schlaf
mit den Zähnen k.; „Was kommt nun noch?" knirschte
Bochow durch die Zähne {preßte Bochow zälmeknirschend
hervor; Apitz. Wölfe 168).
Knispel [knispj].der; -s. - [urspr. = kleinwüchsiger Junge]
(landsch. abwertend): Mann, der einem lästig ist: dauernd
kommt irgendein K. und will etwas von mir.
knispetai [knispjn] <sw. V.; hat) [lautm] (landsch.): durch
Nesteln mit den Fingern. Befingern o.a./ ein leises, helles
Geräusch verursachen: Dufte knispelte am Nagel seines
rechten Zeigefingers (Strittmatter. Wundertäter 363).
Knjstergoid, das; -[e]s: svw. t Rauschgold; knistern ['knistenl
<sw. V.; hat) [lautm. für einen helleren Klang (im Ggs.
zu t knastern)]: a) ein / durch Bewegung verursachtes f helles,
kurzes, leise raschelndes Geräusch von sich geben; Papier,
Seide knistert; das Feuer knistert im Ofen; in meiner
Brusttasche knistert ein Scheck; das Haar knistert beim Bürsten;
ein knisternder Taftrock; <auch unpers.:) Eine Wolke aus
Schweiß und Duft, in der es elektrisch knistert (Koeppen,
Rußland 22); Ü es herrschte eine knisternde (erregte, prik-
kelnde) Spannung. Atmosphäre; R es knistert im Gebälk
(die bestehende Ordnung. Gemeinschaft, Gesellschaft weist
bedrohliche Spannungen auf); b) ein helles, kurzes, leise
raschelndes Geräusch hervorrufen, verursachen: er knistert
mit Bonbonpapier.
knitschen: tknietschen.
Kntttel [knitlj: TKnüttel; <Zus.:) Knittelvers, der; -es. -e
[Knittel. Knüttel = Reim (vgl. engl, staff = Stock. Stab,
auch: Vers. Stanze)] (Metrik): vierhebiger. paarweise
gereimter Vers mit unregelmäßigen Senkungen.
Knitter [knitc], der; -s, - (meist PI.) [zu t knittern]:
unregelmäßige, unbeabsichtigte, durch Sitzen od. Drücken
entstandene kleine Falte bes. in einem Stoff: die Tischdecke ist
voller K.; die K. im Rock ausbügeln.
knjtter-, Knjtter-: -arm <Adj.; nicht adv.): nur wenig, nicht
leicht knitternd: ein -es Gewebe; eine Bluse aus -er
Baumwolle; -falte, die; ^fest <Adj.; nicht adv.): nicht knitternd;
-frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv): nicht knitternd.
knitterig: tknittrig; knittern [knitBn] <sw. V.; hat) [urspr.
lautm.. vgl. knattern]: I. Knitter bilden: der Stoff knittert
[leicht]. 2. Knitter in etw. machen: ein Seidenpapier k.;
paß auf. daß du beim Nähen den Stoff nicht knitterst;
knittrig, knitterig ['knit(a)n<;] <Adj.; nicht adv.): viele
Knitter aufweisend: ein -er Zettel; das Leintuch ist ganz k.;
U ein -es Gesicht (ein Gesicht mit vielen kleinen Falten).
knitz [knit£] <Adj.; -er, -este) [zusgez. aus keinnütz(ig),
eigtl. = nichtsnutzig] (südd): auf liebenswerte Weise
raffiniert, schlau, gewitzt: ein -es Bürschchen; dem Kollegen
..scharfe Intelligenz und -e Schläue" bescheinigen (Spiegel
21. 1975, 46); der Kleine guckt ganz k.
Knobel [kno:bj], der; -s, - [mhd. knübel (md. knubel) =
(Finger)knöchel. (aus Knöcheln geschnittener) Würfel]
(landsch.): 1. svw. TKnöchel. 2. Würfel; <Zus. zu 2:>
Knobelbecher, der: 1. Würfelbecher. 2. (Soldatenspr.)
Militärstiefel mit kurzem Schaft: Ich mußte mich mit meinen
zivilen Schnürstiefeln zufriedengeben und bekam keine
K. (Grass. Blechtrommel 402); knobeln [kno:bln] <sw.
V.; hat) [aus der Saidentenspr.. zu fKnobel]: l.a) mit
Hilfe von Würfeln. Streichhölzern. Handzeichen o.a. eine
Entscheidung herbeiführen, wer von zweien od. mehreren
etw. Bestimmtes tun soll od. darf: wir knobeln mit
Streichhölzern, wer das Bier bezahlen muß; mit jmdm.
um eine Runde Schnaps k.; die Kinder knobelten um
das letzte Stück Kuchen; b) zum Zeitvertreib bestimmte,
beim Knobeln (1 a) verwendete Spiele machen: während
einer langen Bahnfahrt k.; wir knobeln abends gerne.
1500
knochen-, Knochen-
2. (ugs.) angestrengt über die Lösung eines Problems
nachdenken: wir knobelten, wie man es machen könnte; an
Verbesserungen, an einer neuen Methode k.: an diesem
Kätsel habe ich lange geknobelt.
Knoblauch ['kno.p-, knap-, auch: kno:b-, knab-], der; -[ejs
(mhd. knobelou(c)h. spätahd. cnufloch. dissimiliert aus:
chlobi-. chlofalouh, eigtl. = gespaltener Lauch, zu
tKloben u. t Lauch): a) lauchähnliche Pflanze mit Doldenblüten
u. einer aus mehreren länglichen Zwiebeln bestehenden
Wurzelknolle: K. anbauen; b) als Gewürzu. Heilmittel
verwendete Wurzelknolle des Knoblauchs (a) mit scharfem,
durchdringendem Geruch u. Geschmack: K. an den Salat geben;
er mag keinen K.; den Braten mit K. würzen.
Knoblauch-: -butter, die (Kochk.): mit Knoblauch gewürzte
Butter: -aeruch, der; -kröte, die: hellbraune od. hellgraue
Kröte, die. wenn sie bedro/u ml. gereizt wird, ein nach
Knoblauch riechendes Sekret absondert: -öl. das: aus
Knoblauch gewonnenes, als Heilmittel verwendetes Öl; -pille,
die: Knoblauch enthaltendes Arzneimittel; -salz, das
(Kochk.): mit Knoblauch gewürztes Salz; -soße, die
(Kochk.): mit Knoblauch gewürzte So/Je; -pulver, das: als
Gewürz verwendetes Pulver aus getrtKknetem Knoblauch;
-wurst. die: mit Knoblauch gewürzte Wurst; -zehe, die:
einzelne kleine Zwiebel des Knoblauchs (b); -zwiebel, die:
Wurzelknolle des Knoblauchs (a).
Knobler [kno:bln]. der; -s, - (ugs.): jmd.. der gerne knobelt (2).
Knöchel [knccql]. der; -s. - [spätmhd. knöchel. knochel.
Vkl. von tKnöchen]: 1. svw. tFußknöchel: sich den K.
verstauchen, verknacksen, brechen; das Kleid reicht bis
zum K.; bis an. über die K. im Schlamm versinken. 2.
svw. tFingerknöchel: zarte, spitze K.; mit dem K. auf
den Tisch, an die Tür klopfen.
knöchel-* Kntfchel- (Knöchel 1): -brach, der: Bruch des
Fußknöchels; -frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von
Kleidungsstücken) die Knöchel frei lassend; -lang <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): von oben her bis an die Knöchel reichend:
ein -es Kleid; -tief <Adj.; o. Steig.): bis zum Knöchel:
-e Wasserlachen; der Sand ist k.; mit den Füßen, die
k. im Herbstlaub versinken (Becker, Irreführung 235).
Knöchelchen [kncafjcpn]. das, -s. -: 1 Knochen da. b);
knöcheln ['knoe^n] <sw. V.; hat) (selten): mit dem Knöchel
(2) an etw. schlagen: die Fräuleins ... knöchelten mit dem
Mittelfinger ans Kunstglas (FAZ 2. 9. 61. 50); Knochen
[kn^n], der. -s, - [mhd. knoche.zu: knochen = drücken,
pressen.eigtl. = das. womit man gegen etw. schlägt; urspr.
lautm.J: l.a) <Vkl. Knöchelchen. Knöchlein) einzelner,
harter, hauptsächlich aus Kalk bestehender Teil des Skeletts:
schwere, feste, zierliche, kräftige K.; der K. ist gebrochen,
ist wieder gut zusammengewachsen; Tiger streckt sich,
daß die K. knacken (Degener. Heimsuchung 138); sich
einen K. brechen: jmdm. die K. zusammen-,
kaputtschlagen (salopp; jmdn. verprügeln)', die Wunde geht bis auf
den K.; R du kannst dir die K. numerieren lassen (Drohung,
jmdn. heftig zu verprügeln); * bis auf die K. (bis ins Innerste,
durch u. durch): wir wurden naß bis auf die K.; Da stehe
ich, blamiert bis auf die K. (Remarque, Obelisk 72): er
war ein Nazi bis auf die K.;b)<Vkl. t Knöchelchen.
Knöchlein) Knochen (1 a) von Schlachttieren: der Fleischer löst
den K. aus der Keule; aus den K. eine Suppe kochen;
der Hund nagt an einem K.; ein Pfund Fleisch mit. ohne
K.; das Fleisch fällt vom K. (ist sehr weich u. zart);
Ü das ist ein harter K. (ein schweres, hartes Stück Arbeit);
c) <o. PI.) Kiuxhensubstanz: eine aus K. geschnitzte Figur;
das Ohr besteht aus Knorpel, nicht aus K. 2. <PI.) (ugs.)
Glieder. Gliedmaßen: mir tun sämtliche K. weh; die alten
K. (der alte Körper) wollen nicht mehr; in dem großen
Park ... sich die K. (Beine) ein wenig zu vertreten (A.
Zweig. Grischa 227); die K. zusammennehmen, -reißen
(Soldatenspr.; strammstehen)', seine K. hinhalten [müssen]
(unter körperlichem Einsatz für Jmdn.. etw. einstehen
[müssen/); Schon die zwei Trainingsabende ... gehen auf die
K. (strengen an; Chotjewltz; Friede 124); ich hau' dir
auf die K.! (Finger. Hände); der Schreck, die Angst sitzt
mir noch in den K. (wirkt noch in mir nach); ich habe
eine Grippe. Erkältung in den K. (spüre Anzeichen einer
kommenden Grippe. Erkältung); die Drohung, die
Nachricht fuhr ihm mächtig in die K. (löste plötzlich große
Angst in ihm aus); hoffentlich hast du dir nicht die K.
gebrochen; mit heilen K. (unversehrt) davonkommen. 3.
(ugs. abwertend) männliche Person. Kerl: er ist ein elender.
fauler, zäher K.; Glauben Sie denn wirklich, den alten
K. durch ein bißchen Kellerhaft mürbe zu kriegen? (Fallada,
Herr 144). 4. (ugs.) Schraubenschlüssel in Form eines
Knochens mit zwei verdickten Enden.
kngchen-, Kngchen-: -abszeß. dei iMed.): Eiterbildung in
einem Ktuxhen (1 a); -arbeit, die (ugs.): sehr anstrengende
körperliche Arbeit: Straßenbau ist K.; -asche, die
(Chemie): durch Glühen von Knochen (1 b) gewonnene grauweiße,
mineralhaltige Substanz; -atrophie, die (Med.): svw.
T-schwund; -bank.die <PI. -banken) (Med.): Einrichtung,
in der Knochen (1 a) zur Transplantation präpariert u.
aufbewahrt werden; -bau, der <o. PL): Beschaffenheit des
Knochengerüsts (1): ein kräftiger, zarter K.; -bildend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): die Knochenbildung fördernd: Kalk
wirkt k.; -bikhmg, die: falsche Ernährung beeinträchtigt
die K.: -bolzung. die (Med.): Behandlung eines
Knochenbruchs durch Einsetzen eines Bolzetis ins Knochenmark;
-brand, der (Med.): Eiterung od. Entzündung eines
Knochens da); -brecher, der (ugs.): gewalttätiger Mensch.
Schläger; -brecherisch <Adj.; nicht adv.) (ugs.): in einer
Weise gefährlich, daß man sich verletzen, sich einen
Knochenbruch zuziehen kann: eine -e Turnübung, Skiabfahrt;
-bruch, der: 'Bruch (2 a) eines Knochens (1 a): ein
komplizierter, zweifacher K.; er zog sich mehrere Knochenbrüche
zu; -brüchigkeit, die (Med.): Anfälligkeit für
Knochenbrüche; -brühe, die: Brühe aus Knochen (1 b); -dijrr <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.) (ugs.): sehr dürr: eine -e Hand fingerte
am Riegel herum (Jens. Mann 183): -entzündung, die
(Med.); -Erweichung, die (Med.): Erkrankung des Knochens
(1 a) infolge Kalkverlusts; -fett, das: durch Auskochen von
Knochen (1 b) gewonnenes Fett, das u.a. als Schmiermittel
verwendet wird; -fisch, der (Zool.): Vertreter einer Klasse
von Fischen mit verknöchertem Skelett u. meist mit Schuppen
bedeckter Haut; -Fortsatz, der (Med.): Fortsatz an einem
Knochen (1 a); -fraß, der: svw. t -brand; -gerät, das <meist
PI.) (Anthrop.): Gerät (Werkzeuge od. Waffen) aus
Knochen (la. b) [bei Naturvölkern]; -gerüst, das: 1. svw.
t Skelett. 2. (ugs. abwertend) sehr magerer Mensch:
^Beschwurt, die (Med.): Geschwulst im od. am Knochen (1 a);
-gewebe, das (Med.): Gewebe, aus dem ein Knochen (1 a)
besteht; -hfrt <AdJ.; o. Steig.) (ugs.): (von etwas, was
weich sein sollte) sehr hart: ein -er Kuchen; die Piste ist
heute k.; -hauer, der (nordd. veraltet): svw. tFleischer:
-haut, die (Med.): die den Knochen (1 a) umgebende Haut.
dazu: -hautentzündung, die (Med.); -kohle, die (Chemie):
durch Erhitzen von Knochen (1 b) unter Luftabschluß
gewonnenes Produkt, das zum Filtern. Entfärben von Flüssigkeiten
u. als Arzneimittel bei Darmkatarrh verwendet wird;
^kotzen in der Wendung es ist zum K. (derb; es ist zum
Verzweifeln; verstärkend für: es ist zum Kotzen): -krebs, der:
bösartige Knochengeschwulst; -leim, der: aus
Rinderknochen gewonnener Leim; -los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(selten): ohne Knochen (1 a, b): -es Fleisch; Ü ein -er Mensch
(ohne innere Festigkeit); deren -er Charakter an einen
Thorax ohne Rippen erinnerte (Th. Mann. Zauberberg
319); -mann, der <P1. -männer): 1. (bildungsspr.)
personifizierter Tod in Gestalt eines Skeletts: Der K.. der ihm
den Platz auf der Planke anwies, auch das andere Gespenst
... waren Sanitätsgehilfen (Plievier, Stalingrad 222). 2.
(ugs.) menschliches Skelett /für LehrzweckeJ:
Knochenmänner aus Kunststoff finden ... reißend Absatz (Spiegel
7.1966.49); -mark, das: weiches Gewebe in den Hohlräumen
von Röhrenknochen, dazu: -markentzündung, die (Med.);
-mehl, das: aus gemahlenen Knochen (1 b) gewonnenes
Produkt, das als Dünge- u. Futtermittel dient; -mühle, die:
1. Mühle, in der Knochen (1 b) gemahlen werden. 2. (ugs.)
Ort. an dem körperlich sehr anstrengende Arbeit geleistet
werden muß: morgen muß ich wieder in den Betrieb,
in die alte K.; -naseking, die (Med.): Behandlung
eines Knochenbruchs durch Einsetzen eines Nagels in den
Knochen (I a); -öl, das: vgl. -fett; -plastik, die (Med.):
plastische Operation mit Teilen von Knochen (la); -riß,
der (Med.): svw. t Infraktion; -säge, die: Säge zum
Zersägen von Knochen (1 b); -Schinken, der: Schinken, der mit
dem Knochen (1 b) gekocht od. geräuchert wird; -Schwund,
der (Med.): verminderte Neubildung od. Abbau von
Knochensubstanz; Knochenatrophie; -spiel, das (Sport Jargon):
besonders rohes, unfaires Spiel; -splitter, der; -Substanz, die
(Med.): kalkhaltige Substanz, aus der ein Knochen (1 a)
besteht: -transplantation, die (Med.): Transplantation von
1501
knöcherig
Knochengewebe; ^trgcken <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(ugs.): (von etwas, was normalerweise feucht ist) sehr trok-
ken: der Kuchen, der Schwamm ist k.: -tuberkulöse, die
(Med.): tuberkulöse Erkrankung von Knochengewebe: ^tu-
moor.der (Med.); -Verletzung,die; -Wachstum,das;
-Werkzeug, das: vgl. -gerät; -zelle, die (Med.).
knöcherig: tknöchrig; knöchern ['knoecsnl <Adj.; o. Steig.):
1. <nur attr.) aus Knochen: ein -es Skelett; -e Werkzeuge.
2. (selten) svw. tknochig: -e Hände, Finger; klopfte sie
k. hart an seine Stubentür und trat ein (Th. Mann.
Zauberberg 233); knochig ['knaxif ] <Adj.; nicht adv.): mit starken*
deutlich hervortretenden Knochen: ein -es Gesicht; ein -er
Körper; er ist ein k. gebauter Typ; <Abl.:) Knochigkeit.
die; -; Knöchlein [knoe^lain], das; -s. -: tKnochen da.
b); knöchrig, knöcherig [know;(3)ri<;] <Adj.; nicht adv.)
(veraltend): 1. aus Knochen; knöchern. 2. einem Knochen
ähnlich.
knockdown [nak'daiin] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) [zu engl,
to knock down = niederschlagen) (Boxen):
niedergeschlagen, aber nicht kampfunfähig; Knockdown l-J, der; -[s], -s
(Boxen): Niederschlag; knockout [nDkl'^it] <Adj.; o. Steig.;
nur präd.) Izu engl, to knock out (of üme) = jmdn.
beim Boxen so trelTen. daß der Gegner unfähig ist.
weiterzukämpfen, wenn der Schiedsrichter „time!" (= Aus!)
ruftl: svw. Tk.o. (1): er hat seinen Gegner k. geschlagen;
Knockout [-]. der; -[s], -s: svw. tK. o.; <Abl.:) Knockouter
[nDkf^ptB]. der; -s. - (Boxen): Boxer, der seine Gegner
meist durch K.o. besiegt [u. deswegen gefürchtet ist/;
<Zus.:> Knockoutschlag, der: svw. tK.-o.-Schlag.;
Knockoutsieg«der: svw. tK.-o.-Sieg.
knoddebi [knod|n] <sw. V.; hat) [wohl zu tKnoten]
(landsch.): sich lange u. umständlich an etw. zu schaffen
machen.
Knödel ['knoidl], der; -s. - [spätmhd. knödel. Vkl. von mhd.
knode, knote = Knoten) (regional, bes. südd.. österr.):
Kloß: Schweinshaxe mit -n; * einen K. im Hab haben
(TKloß); knödeln [kn0:d|n] <sw. V.; hat) (ugs.): undeutlich,
wie mit einem Knödel im Hals singen od. sprechen: der
Tenor knödelte entsetzlich.
Knofel [kno:fl]. der; -s (landsch.): svw. tKnoblauch.
Knöllchen ['kricehpn], das; -s. -: TKnolle, Knollen; <Zus.:)
Kngllchenbakterie, die (meist PI.) (Biol.): in den Wurzeln
mancher Pflanzen lebender Mikroorganismus, der kleine
Knöllchen bildet; Knolle [knob], die; -. -n <Vkl. TKnöll-
chen) Imhd. knolle = Klumpen. Erdscholle; plumper
Mensch, urspr. = zusammengeballte Masse; 3: entstellt
aus t ProtokollI: 1. dickes, rundliches, unter der Erde
wachsendes Gebilde bei fnanchen Pflanzen, in dem Näfirstaffe
gespeichert werden: die K. der Dahlie; die -n müssen im
Herbst in den Keller. 2. (ugs.) rundlicher Auswuchs an
etw., Verdickung: der Baum hat eine K. am Stamm; was
hat er für eine K. (Knollennase) im Gesicht! 3. (ugs.)
svw. tKnollen (2); Knollen [knobn], der; -s. - <Vkl. TKnöll-
chen) (landsch.): 1. rundliches, dickes, knolliges Gebilde,
Klumpen: ein K. Lehm. Erde; Dazu frisches Landbrot
und einen gewaltigen K. gelber Grasbutter (Fallada. Herr
102); im Pudding sind Knöllchen. 2. polizeilicher Strafzeh
tel: wo auch nur ein Vorderrad auf den Gehweg ragte,
prangte später ein K. (MM 12. 5. 77, 13).
knpllen-, Knpllen-: -begonie, die: Begonienart. die Knollen
bildet; -blätterpilz, der: dem Champignon ähnlicher gefäfir-
lieber Giftpilz mit weifiem ikI. grünlichem Hut u. einer
knolligen Verdickung am unteren Stielende; ^blatterschwamm,
der (veraltet, noch landsch.): svw. Nblätterpilz; -faule,
die (Bot.): bei Kartoffeln auftretende. Fäulnis verursachende
Krankheit; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -es
Gebilde; -frucht, die: als Knolle (1) ausgebildete Frucht
einer Pflanze; ^aewadis, das: Pflanze, die Knollen bildet;
-nase, die: große, dicke, knollige Nase, dazu: -nasig <Adj.:
0. Steig.; nicht adv.>.
knollig [knalicl <AdJ.; nicht adv.): 1. in der Form einer
Knolle; rundlich / verdickt): eine -e Nase; standen alte
Korbweiden ... mit ihren -en Köpfen (Simmel. Stoff 83).
2. (landsch.) klumpig: -e Erde.
Knopf [knaofl. der; -[ejs. Knöpfe ['knoeofa; mhd. knöpf,
ahd. knöpf = Knoten, urspr. = Zusammengeballtes]:
1. <Vkl. t Knöpfchen) kleiner, meist runder, flacher,
kugeliger od. halbkugeliger Gegenstand aus festem Material an
Kleidungsstücken, der zusammen mit dem Knopfloch, durch
das er hindurchgesteckt wird, als Verschluß dient od. zur
Zierde angebracht ist: ein runder, flacher, bezogener,
glänzender, blanker K.; ein K. aus Perlmutter. Hörn; ein Knopf
ist ab. auf. zu; alle Knöpfe sind abgerissen; mir ist ein
K. [am Mantell abgegangen; einen K. annähen, verlieren;
vor der Wäsche alle Knöpfe abtrennen; den Knopf auf-,
zumachen, öffnen, schließen; * Knöpfe auf den Augen haben
(ugs.; nicht gut sehen (wollen!)', Knöpfe auf den Ohren
haben (ugs.; nicht gut hören [wollen])', [sich <Dativ)l etw.
an den Knöpfen abzählen (ugs. scherzh.; die Entscheidung
über etw. Unwesentliches dem Zufall überlassen, urspr.
dadurch herbeiführen, daß man die Knöpfe eines
Kleidungsstücks abwechselnd mit Ja od. Nein belegt u. den letzten
entscheidend sein läßt). 2. <Vkl. t Knöpfchen) meist runder
Teil eines [ elektrischen/ Geräts, das auf Druck od. durch
Drehen etw. ein- od. ausschaltet, in Gang setzt, mit dem
man etw. betätigt: der K. an der Klingel, am Radio, für
das Licht; den/auf den K. drücken; er betätigte viele weiße
Knöpfe; durch einen Druck auf einen K. etw. in Bewegung
setzen. 3. kugelig verdicktes Ende von etw.; rundlicher Griff-
Knauf: der K. am Spazierstock. Degen, an der Stecknadel;
neue Knöpfe an die Schubladen machen. 4. a) (ugs.. häufig
abwertend) {kleiner] Mann: ein geiziger, komischer,
reicher K.; Ein häßlicher K., mit Boxernase (Kempowski,
Immer 183); b) (ugs.) niedliches, kleines Kind: dein
Töchterchen ist ja ein süßer K. 5. (südd.. Schweiz., österr.) Knoten:
einen K. in den Faden machen. 6. (südd., Schweiz., österr.)
Knospe: die Rosen haben schon dicke Knöpfe; *jmdm.
geht der K. auf (landsch.; jmd. begreift plötzlich). 7. (südd.,
Schweiz., österr.) Kloß: heute gibt es Knöpfe. 8. (Jägerspr.)
nur sehr kümmerlich ausgebildetes Geweih bei Rehböcken.
9. <P1.) (ugs.) Geld in kleineren Mengen: für die paar
Knöpfe, die man hier kriegt, strenge ich mich nicht an.
KnQpf-: ^ÄUge, das <meist PI.): rumles. glänzendes Auge:
lustige, schwarze -n; ein kleiner alter Mann mit -n; die
Maus guckte mich mit ihren blanken -n an; -druck, der:
das Drücken auf einen Knopf (2): ein K. genügt, und die
Maschine läuft; auf einen K. hin öffnete sich die Tür;
-kraut, das [nach den kleinen, rundlichen Blüten]: svw.
t Franzosenkraut; -leiste, die: verstärkter Stoffstreifen an
einem Kleidungsstück], auf dem Knöpfe aufgenäht sind;
ein Mantel mit verdeckter K.; die K. in den Bettbezug
einknöpfen; -loch, das: an den Rändern eingefa/Jter Schlitz.
Einschnitt, durch den der Knopf (1) gesteckt wird: ein ge-
sticktesK.;dasK. ist ausgerissen; Knopflöcher [auslnähen;
er trägt eine Nelke im Knopfloch (auf dem Revers des
Jacketts od. Mantels); (scherzh.:) ein Ausflug in die
Nostalgie mit einer Träne im K. (Hörzu 28. 1978, 110); *aus
allen/sämtlichen Knopflöchern platzen (ugs.; zu dick
geworden sein): aus allen/sämtlichen Knopflöchern schießen (Sol-
datenspr.: aus allen Rohren. Luken schießen): aus allen/
sämtlichen Knopflöchern schwitzen, stinken o. ä. (ugs.: sehr
schwitzen, stinken): Stinkst wieder aus allen Knopflöchern
nach Fusel (Marchwitza. Kumiaks 59); etw. guckt, scheint
imdm. aus allen/samtlichen Knopflöchern (ugs.; man sieht
etw. jmdm. schon von weitem an): die Freude, die Neugier,
der Reichtum guckt ihm aus allen Knopflöchern, dazu:
-lochgarn,das: svw. t ^lochscide. -lochschere,die: spezielle
Schere, mit der man Einschnitte für Knopflöcher schneiden
kann, -lochseide, die: Seidengarn zum Umnä/ien von
Knopflöchern, -lochstich, der (Handarb.): Stickstich, mit
dem Knopflöcher eingefaßt werden; -reihe, die: Jackett mit
doppelter K.; ^streifen,der: vgl. ^leiste; ^taste, die: Taste
in Form eines Ktwpfes (2); -verschhiß, der: eine Hose mit
K.; -zelle, die: kleine flache u. runde Batterie.
Knöpfchen ['knoeofcan], das. -s. -: f Knopf (1. 2); knöpfen
[knoeßfn] <sw. V.; hat): a) mit Knöpfen (1) öffnen od.
schließen: das Kleid k.; die Bluse wird vorn, hinten, seitlich
geknöpft; die Jacke ist falsch geknöpft; b) etw. mit Knöpfen
(1) befestigen: das Futter in den Mantel k.; den Bezug
an die Bettdecke k.; Knöpfli ['knoeßflij <PI.) (Schweiz.):
den Spätzle ähnliche Mehlspeise; Knöpfschuh, der; -[ejs.
-e: Schuh, der mit Knöpfen geschlossen wird; Knöpfstiefel,
der; -s. -: vgl. Knöpfschuh; Knopp [knop], der: -s, Knöppe
['knoepa] (ugs.): svw. tKnopf (4); Knopper ['knaps), die;
-. -n: svw. t ^alle: aus Pfundleder, das man mit Weißbeize
schwellt und mit -n gerbt (Lentz. Muckefuck 20).
knören ['kn0:n>n| <sw. V.; hat) [lautm.J (Jägerspr.): (von
Hirschen) leise röhren.
knorke fknorka) <Adj.; o. Steig.; meist präd.) [H. u.. viell.
gepr. von der dt. Kabarettistin Cl. WaldofT( 1884 1957) als
1502
Knottenerz
scherzh. Reimwort auf tLorke) (berlin. veraltend):
fabelhaft, prima: eine k. Sache; mein Onkel ist einfach k.
Knorpel [knDrp[]. der; -s.- Ispätmhd. in der Zus. knorpelbein
= Knorpel (beim Tier)]: festes, elastisches Bindegewebe,
das das Skelett stützt, Knochen od. Gelenke verbindet:
der K. zwischen Rippe und Brustbein; die Ohrmuschel
ist aus K.
knQrpel-, Knorpel-: -artig <Adj.; o. Steig): -es Gewebe;
-fisch, der (Zool.): Vertreter einer Klasse von Fischen,
deren Skelett aus Knorpel besteht: -hart <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: ein -es Gebilde; -haut, die (Med.): den Knorpel
umgebendes Bindegewebe: -kirsche, die: rote od. gelbe
Kirsche mit festem Fruchtfleisch: -leim, der: durch Kochen
von Knorpel gewonnener Leim: ^werk, das (Kunstwiss.):
Ornament aus unregelmäßig geformten Gebilden: -zelle,
die (Med.).
knorpelig, (häufiger:) knorplig [kn^rpio)!^] <Adj.; nicht
adv.>: a) aus Knorpel bestehend, Knorpel enthaltend: -es
Fleisch; die Grundsubstanz ist k.; b) / aus elastischem
Material u. I unregelmäßig geformt.
Knorrenfknaran],der; -s. - [mhd. knorre = knotenförmige
Verdickung] (landsch.): I. krummer Teil eines Astes od.
Baumstammes mit vielen Verdickungen. 2. Baumstumpf,
Holzklotz: knorrig ['knarif] <Adj.>: 1. (von Bäumen)
krumm gewachsen u. mit vielen Verdickungen u. Asten:
eine -e Eiche; Der Wuchs der Bäume ist vorwiegend niedrig
und k. (Mantel, Wald 25). 2. [alt u. zäh u. / wenig
umgänglich, spröde: ein -er Alter; in seiner -en. holzschnitthaften
Art (Eppendorfer. Ledermann 131); doch im Alter hatte
er sich zum Gentleman geläutert, k.. aber lieb (Spiegel
33. 1967, 83); Knorz [knortß], der; -es. -e [mhd. knorz.
ahd. chnorz] (südd.. Schweiz, mundartl.): svw. tKnorren;
Kntirzel ['knoer&ll. das; -s. - (südd.): Brotkanten: knorzen
rkror&n] <sw. V.; hat) (Schweiz, mundartl.): 1. sich
abmühen, plagen: an dieser Baumwurzel knorzten wir einen
ganzen Tag lang. 2. übertrieben sparsam sein: knausern:
<Abl.:> Kngrzer, der; -s. - (schweiz. mundartl.): jmd., der
übertrieben sparsam ist: Knauser: knorzig <Adj.> (Schweiz,
mundartl.): übertrieben sparsatn.
Knösel [kn0:z|]. der; -s. - [urspr. = Bez. für jmdn.. etw..
was nicht ganz ausgewachsen ist] (niederd.. md.): kurze,
kleine Pfeife: er immer einen völlig schwarz geschmauchten
K. im Mund (Fallada. Trinker 150).
Knöspchen ['knoesppn], das; -s. -: tKnospe (1); Knospe
[knaspa]. die; -. -n [spätmhd. knospe = Knorren;
wahrsch. (aus mhd. knobze) zu: knöpf = Knospe]:
I. <Vkl. IKnöspchen) Teil einer Pflanze, aus dem sich
eine Blüte od. Blätter entwickeln: dicke, feste, schwellende
-n; die -n sprießen, platzen, brechen auf. blühen auf; der
Baum setzt -n an. treibt -n; Ü die zarte K. (geh.; Anfang)
ihrer Liebe; sie ist noch eine K. (geh.; junges Mädchen,
das noch nicht voll zur Frau entwickelt ist): er betrachtete
ihre -n (geh.; ihre kleinen, noch nicht voll entwickelten
Brüste): Wülste mal riechen an der K.. du dämlicher Hund?
(Drohung, jmdn. zu schlagen, indem man ihm die geballte
Faust vor die Nase hält; Fallada. Jeder 181). 2. (Biol.)
bei der Knospung (2) abgeschnürter Teil eines Organismus:
knospen ['knaspn] <sw. V.; hat): Knospen treiben,
ausschlagen: die Bäume fangen an zu k.; knospende Zweige; Ü
das schon welke Leben begann ... wieder zu k. (Lenz.
Suleyken 113); die knospenden Brüste des Mädchens.
knospen-, Knospen-: -artig <Adj.; o. Steig.); -bildung, die;
-hülle, die: die eine Knospe (1) umgebende Hülle, -kaprtell,
das (Kunstw.): Kapitell mit knospenartigen Verzierungen.
knospig [knospig] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): Knospen
aufweisend: noch nicht aufgeblüht: Ein ganzer Arm voll
Rosen ... Knospig oder voll aufgeblüht (Petra 11. 1966.
125); KnQspung, die; -, -en: 1. das Knospen. 2. (Biol.)
ungeschlechtliche Vermehrung bei verschiedenen niederen
Lebewesen, beider sich Auswüchse abschnüren u. ein neues
Lebewesen bilden.
Knötchen [kno.u^n], das; -s, -: tKnoten (I. 2); <Zus.:>
Knötchenau&schlag, der (Med.): Hautausschlag, bei dem
sich kleine Knoten (2 c) bilden: Liehen: Knötdtenflechte,
die (Med.): svw. tKnötchenausschlag.
Knote f'kno'.to]. der; -n, -n [aus der Studentenspr.; entw.
in übertr. Bed. zu tKnoten od. (mit Übernahme des K
von Knoten) zu ostniederd. gnote = Kaufmannsgehilfe
< mniederd. genöt = Genosse] (veraltet): grober,
ungebildeter Mensch.
knöteln ['kno.tjnl <sw. V.; hat) (Handarb.): kleine Knoten
sticken.
knoten [kno.tn] <sw. V.; hat): a) (ein Band, einen Faden,
eine Schnur o. ä.) um etw. legen u. zu einem Knoten
schlingen: die Krawatte k.; sich ein Tuch um den Hals, um
den Arm k.; der Mann hatte ... ihr ... die Leine um die
Brust geknotet (Hausmann. Abel 55); eine neue Schnur
an den Schlitten k.; ich knotete mir eine Schleife ins Haar;
b) die beiden Enden eines Bandes, eines Fadens, einer Schnur
0. ä. durch einen Knoten miteinander verbinden, verknüpfen:
die Schnürsenkel [fester] k.; die Schnur ist geknotet; Knoten
[-]. der; -s. - [mhd. knote, ahd. knoto = knotenförmige
Verdickung; 3: engl, knot = Knoten in der Logleine]:
1. <Vkl. tKnötchen) a) festgezogene Verschlingung von
Bändern, Fäden. Schnüren o.a.: ein fester, loser, doppelter
K.; der K. lockert sich, geht auf; einen K. machen,
schlingen, lösen, [nicht] aufbekommen; einen K. in die Schnur
machen; [sich <Dativ)] einen K. ins Taschentuch machen
(um sich an etw. zu erinnern); Im K. seiner Krawatte
trug er stets eine schöne, große Perle (Simmel. Stoff 108);
Ü den K. des Dramas schürzen (es zu dramatischen
Verwicklungen kommen lassen): * bei jmdm. ist der K. geplatzt/
gerissen (ugs.; jmd. hat endlich etw. verstanden): den
[gordischen] K. durchhauen (eine Schwierigkeit auf verblüffend
einfache Weise lösen: nach dem makedonischen König
Alexanderd. Gr. [356-323 v.Chr.]. der den als
unentwirrbar geltenden Gordischen Knoten [nach der antiken Stadt
Gordion] mit dem Schwert durchschlug); b) langes,
geschlungenes, am I Hinter]köpf festgestecktes Haar [als
Haartracht]: sie trägt einen K.; die Haare zu einem K.
aufstecken.2« <Vkl. tKnötchen) a) (Bot.) rundliche Verdik-
kungan Pflanzenteilen: die K. am Weinstock, an
Grashalmen; b) svw. t Ast (2); c) (Med.) /krankhafte] Verdickung
von Gewebe: die Gicht verursacht K. an den Fingern;
sie hat ein Knötchen in der Brust. 3. Maßeinheit für die
Geschwindigkeit bei Schiffen (eine Seemeile pro Stunde):
das Schiff fährt, macht 20 K.. fährt mit 15 K.. hat eine
Höchstgeschwindigkeit von 35 K. 4. (Fachspr.) Punkt,
Stelle, ander sich Linien, Kurven [eines Diagramms] treffen
od. von wo aus sie sich verzweigen. 5. svw. t Knotenpunkt.
knoten-, Knoten-: Mimt, das (Fernspr.): Vermittlungsstelle
an einem Knotenpunkt (b) von Fernsprechleitungen: ^artig
<Adj.; o. Steig.): eine -e Verdickung; -bkime, die [nach
dem grünen Fruchtknoten, der sich deutlich von den
weißen Blüten abhebt] (Bot.): Vertreter einer zu den Amaryllis-
gewächsen gehörenden Pflanzengattung: ^förmig <Adj.; o.
Steig.): ein -es Gebilde; -punkt, der: a) Ort, Stadt, in
der wichtige Verkehrswege zusammentreffen: die Stadt ist
K. wichtiger Eisenbahnlinien; b) (Fachspr.) Punkt,
Stelle, an der Linien, Leitungen o. ä. zusammentreffen od. sich
verzweigen: ein K. im Fernsprechnetz; Ü Eine Handlung
wird nicht in allen Zusammenhängen, sondern nur in ihren
wichtigsten -en vermittelt (MM 29. 11. 72. 44); -schritt,
die: den Inkas als Verständigungsmittel dienende Vorform
einer Schrift, bei der verschiedene Schnüre mit bestimmten
Knoten Zahlen u. Zeichen ausdrückten: Quipu: ^seil, das:
Kletterseil mit Knoten: -stich, der (Handarb.): svw.
tKnopflochstich: -stock, der: Stock mit Verdickungen,
Knorren: seinen K. nehmen und sich auf den Weg machen;
-strick, der: vgl. ^seil.
Knöterich ['kiraten?]. der. -s. -e [zu I Knoten mit der in
bot. Namen häufigen Endung -rieh zur Bez. eines
bestimmten Aussehens od. Standortes, vgl. Wegerich. Weiderich]:
krautige Pflanze mit knotigem Stengel u. unscheinbaren
Blüten.
knotern ['kno.tun], knötern ['kn0:U?n] <sw. V.; hat) [wohl
lautm. für ein unverständliches, dumpfes Sprechen;
gemeingerm. Wort. vgl. mniederl. cnöteren. schwed. knota]
(landsch.): brummig nörgeln: Bis zu dem Zeitpunkt hat
er immer wieder geknötert, der Arzt sei ein Pfuscher (Chot-
jewitz. Friede 278).
knotig [kno:ti<;] <Adj.): a) /viele/ Knoten aufi\feisend: ein
-er Stock; -es Gewebe; Kriwe streckte langsam den linken
Arm mit -em lederbraunem Finger (Grass. Hundejahre
47); Ü Es ( = das Lachen) ist verkrampft. Er wirkt k.
(Eppendorfer. Ledermann 121); b) knotenförmig: eine -e
Geschwulst; Knottenerz [knatn-]. das; -es. -e [zu Knotten
= landsch. (bes. ostmd.) Nebenf. von tKnoten. wegen
der knotenförmigen Einlagerungen]: Buntsandstein mit
eingesprengtem Bleiglanz.
1503
knottern
knottern [knrttmvl <sw. V.; hat) (landsch.): svw. tknotern.
Know-how [noo'hap.engl.: 'nouhaul. das; -[sl [engl.-amerik.
know-how. eigtl. = wissen, wie: das Wissen, wie man
eine Sache praktisch verwirklicht, anwendet o. ä.: das
technische K.; mit den Maschinen auch das K. verkauten; Rund
die Hälfte ihrer ölfelder müssen die Libyer heute allein
verwalten - ohne ausreichendes K. (Spiegel 44, 1974. 114);
<Zus.:> Know-how-Vertrag, der (jur.).
Knubbe [knutel. die; -. -n [mniederd. knubbe = Verdik-
kung, Knorren. Baumstumpf) (niederd.): 1. svw. tKnorren.
2. svw. tKnospe (1). 3. Geschwulst: Knubbel [knub|]. der.
-s. - [zu tknubbeln] (landsch.): 1. knotenäfmliche Verdik-
kung: ich habe einen K. am Arm; die Nase war ein
kugelartiger K. (Augustin. Kopf 268). 2. kleine dicke, dickliche
Person: <Abl.:) knubbelig, knubblig [knub(3)li<;l <Adj.)
(landsch.): rundlich dick, mit Knubbeln: eine kleine, -e Nase;
-e Hände. Knie; ein -es Kind: <Zus.:) Kn^bbelknie, das
(landsch.): knubbeliges. rundes Knie: und schob den Fund
solange vor seinen -n hin und her (Grass. Katz 20);
knubbeln ['knubln] <sw. V.; hat) (landsch.): a) <k. + sich)
sich drängen: Fast zwanzigtausend Zuschauer .Jcnubbel-
ten" sich auf der Rennbahn (MM 22. 9. 69. 11); <auch
unpers.;) auf der Autobahn knubbelt es sich (kommt es
zu Stauungen. Stockungen): b) an etw. herumfingern: an
einem Knoten k.; Kn^bbelnase. die; -. -n (landsch.):
Knollennase: Knubben fknubn], der; -s. - (landsch.): 1. svw.
tKnubbe. 2. kleiner Mensch: Dieser kleine dicke,
semmelblonde K. (Fallada. Mann 43); knubblig: tknubbelig.
Knuddel [knudl], der; -s. - (landsch.): Knäuel: ein K.
Seidenpapier; knuddeln [knudln] <sw. V; hat) (landsch.): a) in
der Hand zusatnmendrücken, zerknüllen: b) (bes. ein Kind)
umarmen, drücken u. küssen: die Kleine ist ja süß, man
möchte sie k.; knudeln [knu:dln|: tknuddeln.
Knuff [knufl. der; -[e]s. Knüffe ['knvfö] (ugs.): leichter Stoß
mit der Faust od. dem Ellbogen: jmdm. einen
freundschaftlichen, auffordernden K. geben, versetzen; er teilte Knüffe
und Fußtritte aus; es setzte Knüffe und Püffe; knuffen
I'knufn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd.. viell. lautm.]
(ugs.): jmdm. einen od. mehrere Knüffe geben: jmdn.
heimlich k.; jmdm./(auch.) jmdn. in den Arm. die Rippen,
den Rücken k.; knuff« [knufiq] <Adj.; o. Steig.) (ugs.
selten): a) toll, phänomenal: ein -es Mädchen; b) gehörig,
tüchtig: es ist k. warm hier.
Knülch: tKniich.
knüll, knülle ['knYl(d)] <Adj.; o. Steig.; nur präd.) [aus der
Studentenspr.. viell. zu t knüllen] (ugs.): 1. betrunken: er
war völlig, ganz schön k. 2. erschöpft: diese Arbeit hat
mich k. gemacht; knüllen CknYbn] <sw. V.; hat) [mhd.
knüllen = stoßen, (er)schlagenj: 1. in der Hand
zusammendrücken: zerknittern, zerknüllen: ein Stück Papier, das
Taschentuch k. 2. knittern (1): der Stoff knüllt leicht; tagsüber
ist er Geschäftsmann, in kaum knüllende Stoffe gehüllt
(Grass. Hundejahre 555); Krajller, der; -s. - [wahrsch. aus
der Journalistenspr.. zu mundartl. knüllen = schlagen
(vgl. engl, striker. zu: to strike = schlagen; verblüffen)]
(ugs.): Sache, die großes Aufsehen erregt: sensationelle
Neuheit: dieser Film, das Buch ist ein K.; diese Meldung
war ein K.; der Ausverkauf hält viele K. bereit.
Kngpf-: ^arbeit, die: Handarbeit aus /kunstvoll/ miteinander
verknüpften Fäden. Schnüren o.a.: ^kunst, die: Kunst des
Knüpfens (2 b): dieser Teppich ist ein Beispiel orientalischer
K.; -spitze, die: geknüpfte Spitze: -tedinik, die: Technik
des [kunstvollen] Knüpfens (2b); -teppich, der: geknüpfter
Teppich: ^werk. das: vgl. -^arbeit.
knüpfen CknYQfn] <sw. V.; hat) [mhd. knüpfen, ahd.
knüpfen, zu tKnopf): l.a) svw. tknoten (a): Ich zog meine
braune Jacke an und knüpfte meine Krawatte (Simmel.
Affäre 118); b) svw. tknoten (b): das Schuhband k.; Ü
Bande der Freundschaft k.; Er hoffte, dadurch die
Verwandschaftsbeziehungen fester zu k. (Thieß. Reich
269); c) svw. t knoten (c); einen neuen Faden an den
abgerissenen k.; Es war eine Schweinerei, sich lose Kragen ans
Hemd zu k. (Th. Mann. Hoheit 54). 2.a) (selten) durch
Verknoten. Verknüpfen von Bändern. Fäden. Schnüren o. ä.
entstehen lassen: eine Schleife, einen besonderen Knoten
k.; b) etw. in einer bestimmten Knüpftechnik herstellen:
Netze k.; Teppiche k. (in gespannte Kettfäden kurze
l Wolljfäden in verschiedenen Farben so einknüpfen, daß
ein Muster entsteht): Ü Isabel, die daraus ein Wortspiel
knüpft (Fries. Weg 18). 3.a) /gedanklich/ aus etw. folgen
lassen, an etw. anschließen: / gedanklich J mit etw. verbinden:
sie knüpften große Hoffnungen. Erwartungen an den
Frieden; Bedingungen an etw. k.; Hans Castrop ... knüpfte
unbeholfene, wenn auch scharfköpfige Betrachtungen
daran (Th. Mann. Zauberberg 740); b) <k. + sich) mit etw.
verbunden sein: / notwendigerweise) zu gleicher Zeit
auftreten, erscheinen: an dieses Haus knüpfen sich nette
Erinnerungen für mich; ... daß sich die Entstehung einer neuen
Kultur an bestimmte Voraussetzungen knüpft (Thieß,
Reich 23); <Abl.:) Kntypfung. die; -. -en <PI. ungebr.):
Art. in der etw. geknüpft ist: ein Teppich mit feiner K.
Knüppel [kmpj], der; -s. - [aus dem Niederd.. (Ost)md..
zu tKnopf (mniederd. knöp); in niederd. Lautung ins
Hochdeutsche übernommen unter Vermischung mit
älterem Klüppel = Gerät zum Klopfen (mhd. [md.] klüppel,
zu tklopfen. kloppen); vgl. Klöppel]: l.a) kurzer, dicker
Stock [zum Schlagen]: ein K. aus Hartgummi; die Polizei
trieb die Demonstranten mit -n auseinander, da möchte
man doch gleich/am liebsten mit dem K. dreinschlagen.
den K. nehmen (ugs.; mit Gewalt Ordnung schaffen): *da
liegt der K. beim Hund (das ist die notwendige unangenehme
Folge): jmdm. ein K. am Bein sein (tKlotz); sich (Dativ)
einen K. ans Bein binden, bansen (tKlotz); einen K. am
Bein haben (tKlotz): hndm. [einen] K. zwischen die Beine
werfen (ugs.: jmdm. Schwierigkeiten bereiten): b) etwa
armdickes Rundholz in bestimmter Länge: c) (Metallbearb.)
vierkantiger gewalzter Stahl. 2. a) kurz für t Steuerknüppel:
Wer getroffen war. sackte über dem K. zusammen. ...
und seine Maschine legte sich auch schräg (Gaiser. Jagd
190); b) kurz für tSchaltknüppel. 3. (landsch.) längliches
Brötchen. 4. (derb) Penis: vgl. knüppeln (3).
kngppel-, Kngppek -brücke, die: aus Knüppeln (1 b) gebaute
Brücke: Miamm, der: aus Knüppeln (1 b) gebauter Weg
über einen Sumpf: Mljck <Adv.) (ugs.); sehr schlimm: es
kam k.; die Straßenbahn, der Saal war k. (übermäßig)
voll; -djckevpll <Adj.; nicht adv.) (ugs.): unangenehm voll
/mit Menschen]: -h$rt <Adj.; o. Steig.) (ugs.): svw.
tknochenhart; -hieb, der: Hieb mit einem Polizeiknüppel: -holz,
das: svw. tKnüppel (1 b); -Schaltung, die: Gangschaltung
in einem Auto mit einem am Boden angebrachten Schalthebel
in Form eines Knüppels (Schaltknüppels): das Auto hat
K.; ^vqII <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (ugs.): vgl. ^dickevoll.
KnüppeUuisdemsack [auch: '-] meist in der Verbindung
K. spielen (ugs.; prügeln: nach dem Grimmschen Märchen
„Tischlein, deck dich!"): wir werden gleich K. spielen;
knüppeln I'knYpln] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. <
mniederd. knüppelen. knuppelen, zu tKnüppel]: 1.
[brutal] mit einem K. schlagen: die Polizisten knüppelten die
Demonstranten;... Da kommen sie an. da wird geknüppelt
bis zum letzten (Aberle. Stehkneipen 39); die rauhbeinige
Verteidigung begann sofort zu k. (Sport Jargon; unfair,
hart zu spielen): Ü der Fischdampfer bockt und knüppelt
gegen die See (schlägt bei Sturm auf die Wellen auf: Rehn.
Zuckerfresser 73). 2. <unpers.) (ugs.) gehäuft auftreten:
am Anfang machte er nicht viele Fehler, aber dann
knüppelte es. 3. (derb) svw. tkoitieren (vgl. Knüppel 4).
Knypperkirsche, die; -. -n (landsch.): svw. tKnorpelkirsche;
knuppern ['knupBn] <sw. V.; hat) [lautm.I (landsch.): svw.
t knabbern.
knurren [knuren] <sw. V.; hat) [lautm. für einen dunklen
Klang (im Ggs. zu Tknarren u. zu veraltet knirren.
Tknirschen)): 1. (von Tieren) brummende, rollende Laute von
sich geben: der Hund knurrte böse; Der Löwe knurrt
mir scheußlich in die Ohren (Grzimek. Serengeti 75);
<subst.:) ein wütendes Knurren war zu hören; U der Magen
knurrt [mir]; mit knurrendem Magen (sehr hungrig): samt
ihren großen, hustenden, böse knurrenden ... Automobilen
(Hesse. Steppenwolf 213). 2.a) seiner Unzufriedenheit über
etw. Ausdruck geben: murren: er knurrte über die neue
Anordnung, über das Essen; knurrend ging er davon; b)
brummend, aus ärgerlicher Stimmung heraus sagen: „Bist
du fertig mit dem Rechtsverdreher?*' knurrte er (Fallada.
Herr 208); Krajrrhahn, der; -s, ...hähne: im Meer lebender
Raubfisch mit großem Kopf u. großen Brustflossen, der
hei Erregung knurrende Laute von sich gibt: Ü er ist ein
richtiger K. (mürrischer, verdrießlicher Mensch): knurrig
[knuru;] <Adj.): mürrisch, verdrießlich: ein -er Alter; K.
und mißgelaunt zogen die Blockältesten in ihre Blocks
(Apitz. Wölfe 209); (Abi.:/ Knyrrigkeit, die; -; Knyrrtaut,
der; -[e]s, -e: knurrender Laut: -e von sich «eben.
1504
kobalt-, Kobalt-
kimiselig [kny:z3lu;J <Adj.> (landsch.): unsauber, schmutzig:
kiiiseln [kny:zjn] <sw. V.; hat) (landsch.): beschmutzen.
Knipper-: ^brot. das: knuspriges Brot: -flocken <PL>: durch
Rösten kmisprig gewordene Mais-, Haferflocken o.a.:
-Häuschen, das: aus Lebkuchen gebautes / Hexen i bauschen.
Knusperchen, das: -s. -: knuspriges Kleingebäck: knusperig:
tknusprig; knuspern ['knospen] <sw. V.; hat) [lautm.]
(landsch.): a) geräuschvoll knabbern: Nüsse k.; b)
geräuschvoll an etw. knabbern: an einem Keks k.; knusprig,
knusperig [knusp(o)n<j] <Adj.: nicht adv.): I. angenehm hart
gebacken, gebraten u. mit leicht platzender Kruste: -es Brot.
Gebäck; die Brötchen sind k.; eine k. gebratene Gans.
2. (ugs.) jung .frisch u. adrett, knackig (b): ein -es Mädchen;
Ich sehe sie an, sie sieht k. und jung aus (Remarque.
Westen 173); als wir noch jung und k. waren (früher).
Knust [knu:st]. der; -[eis. -e u. Knüste ['kny:sta] <Vkl.
1 Knüstchen) Imniederd. knust = Knorren] (landsch.):
Anfangs- bzw. Endstück eines Brotlaibs: ich mag am liebsten
den K.; Knüstchen [kny.sUpn], das; -s. -: TKnusl.
Knute ['knu:to], die; -. -n [I: russ. knut < anord. knütr
= Knoten, Knorren, verw. mit tKnoten]: I. Peitsche mit
kurzem Griff u. angehängten Lederriemen: im zaristischen
Rußland wurden Verbrecher mit der K. gestraft. 2.
unterdrückende Verhaltensweise: brutale / Gewalt]herrschalt:
Zweimal ist sie ausgerissen, der K. des Vaters entwischt
(Ruthe, Partnerwahl 81); unter jmds. K. stehen, leben,
seufzen; sich unter die K. des Herrschers ducken; <Abl.:>
knuten ['knu:tn] <sw. V.: hat): I. a) [mit der Knute j prügeln:
die Leibeigenen wurden geknutet; b) durch Prügel zu etw.
veratüassen. irgendwann treiben: der seine Leibeigenen ...
von Tschekisten zur Fron aufs Feld k. ließ (Fühmann.
Judenauto 98). L brutal unterdrücken, knechten.
Knutsche ['knu:tje]. die; -. -n: 1. (Jugendspr.) Mädchen,
das /bereitwilligj knutscht. 2. (schles.) Beule. Geschwulst:
Knutschecke, die; -. -n (ugs.): dunkle Ecke in einem Lokal,
einer Diskothek o. ä.. in der man knutschen kann: knutschen
['knu:tjn] <sw. V.; hat) [urspr. = (zusammendrücken,
pressen] (ugs.): über einen längeren Zeitraum heftig
umarmen, küssen u. sexuell berühren o.a.: sich gern k. lassen;
Die Dicke knutscht er so. daß sie ... glührot ablatscht
(Döblin. Berlin 91); im Hausflur mit jmdm. k.; sie saßen
in einer dunklen Ecke und knutschten [sich]; Knutscherei
Dtnu:tj3'rai], die; -. -en (ugs.): das Knutschen:
Knutschfleck, der; -[e]s. -e (ugs.). durch Saugen [beim Knutschenj
entstandene blutunterlaufene Stelle auf der Haut.
Knüttel ['knvtj], der; -s, - [mhd. knüt(t)el, ahd. chnutil.
zu t Knoten]: svw. t Knüppel; vgl. Knittel; <Zus.:)
Knüttelvers: t Knittelvers.
k. o. [ka:' |o:: t knockout]: 1. (Boxen) nach einem Niederschlag
kampfunfähigu. besiegt: k. o. sein; stehend k.o. sein (k. o.
sein, ohne am Boden zu liegen): den Gegner k. o. schlagen;
der Boxer ging k.o. (wurde k.o. geschlagen): Ü (salopp)
der Politiker ging in der Haushaltsdebatte k.o. 2. (ugs.)
(nach einer großen Anstrengung o.a.) körperlich völlig
erschöpft, übermüdet: nach der zehnstündigen Reise waren
sie völlig k.o; die Kinder sanken k.o. in die Betten;
K.o. [-]. der; -, - [tKnockout] (Boxen): Niederschlag, nach
dem der Gegner kämpfunfcifiig ist. ausgezählt wird u. den
Kampf verliert: technischer K.o. (Abbruch des Kampfes
durch den Ringrichter wegen sportlicher Unterlegenheit. Ver-
teidigungsunfähigkeit od. Verletzung eines Boxers): er
wurde Sieger durch K.o.; durch K.o gewinnen, verlieren.
K.-o.- (mit Bindestrichen): -Abbruch, der (Boxen):
vorzeitiges Beenden des Kampfes durch den Ringrichter wegen der
Kampfunfähigkeit eines der Boxer: -Niederlage, die
(Boxen): der Weltmeister mußte eine K. hinnehmen; -Schlag,
der (Boxen); -Sieg, der (Boxen); -Sieger, der (Boxen);
-Sperre, die (Boxen): Sperre für einen Boxer nach erlittener
K.-o.-Niederlage. während der er keinen Kampf austragen
darf: -System, das <o. PI.) (Sport): Modus der Austragung
eines Wettbewerbs, an dem mehrere Mannschaften od.
Spieler teilnehmen, bei dem der Verlierer eines Spiels aus dem
weiteren Wettbewerb ausscheidet.
Readaptation [auch: '-]. die; -. -en [engl, coadaptation,
zu lat. con- = mit- u. engl, adaptation. f Adaptation]:
1. (Genetik) gesteigerte körperliche Anpassung eines
Lebewesens an abgeänderte Umweltbedingungen aufGrutut einer
günstigen Kombination von Genen. 2. (Psych.) Mit
Veränderung von nicht unmittelbar betroffenen Organen bei der
Veränderung von Umweltbedingungen.
Koadjutor [auch: --'--]. der; -s. -en [spätlat. coadiütor
= Mitgehilfe; vgl. Adjutor] (kath. Kirche): Vikar, der
den durch Alter od. Krankheit in seiner Arbeit behinderten
Inhaber des Amtes mit dem Recht der Nachfolge vertritt.
Koagulans[ko'|a:gulans],das;-, ...lantia[...lant$ia]u. ...lan-
tien [...lant^pn; lat. coäguläns. 1. Part, von: coäguläre
= gerinnen machen] <meisl PL) (Med.): die Blutgerinnung
förderndes od. beschleunigendes Mittel: Koagulase [...'la.za].
die; -, -n (Med.): Enzym, das die Blutgerinnung beschleunigt:
Koa8ulat[...'la:t].das;-[e]s.-e[lat.coägulätum =
Geronnenes] (Chemie): aus einer kolloidalen Lösung ausgeflockter
Stoff (z. B. Eiweißgerinnsel); Koagulation [...la'tßio.n]. die;
-. -en [lat. coägulälio = das Gerinnen] (Chemie): das
KiKigulieren: koagulieren <sw. V.; hat/ist) (Chemie):
ausflocken, gerinnen ! lassen I: Koagukim [ko'la.gulom]. das;
-s, ...la [lat. coägulum = das Gerinnen. Geronnenes]
(Med.): svw. t Blutgerinnsel.
Koala [ko'a.la]. der; -s. -s [aus einer australischen Eingebore-
nenspr.]: in Australien vorkommendes, zu den Beuteltieren
gehörendes, großes, nachtaktives Säugetier, das auf Bäumen
lebt u. in der Gestalt einem Bären ähnlich ist.
koalieren [kola'Ii.ran]. koalisieren [...li'zi.ran] <sw. V.; hat)
[zu frz. coaliser. zu: coalition. t Koalition] (meist Politik):
(von Bündnispartnern, bes. Parteien) sich zu einer Koalition
zusammenschließen, -geschlossen haben, eine Koalition
bilden: die beiden Parteien koalieren in verschiedenen
Ländern; mit einer Partei k.; Koalition [...li'tsio:n]. die: -. -en
[frz. coalition < engl, coalition < mlat. coalitio. eigtl.
= das Zusammenwachsen, zu lat. coalescere = sich
vereinigen, zusammenwachsen]: (zum Zweck der Durchsetzung
gemeinsamer Ziele geschlossenes) Bündnis bes. von
politischen Parteien: eine große, kleine K.; die sozialliberale
K. (Koalition zwischen der SPD u. F.D.P.): eine K. mit
den Sozialdemokraten bilden, eingehen.
koalitions-« Koalitions-: -abkommen, das; -abspräche, die:
Absprache. Vere'mbarung unter Koalitionspartnern:
^aussage, die: Erklärung einer Partei, ob sie mit einer
anderen koalieren will: -bikiting, die; -fähig <Adj.; nicht
adv.); -fraktion, die; -freiheit, die <o. PL): das Recht.
Vereine u. Gesellschaften zu gründen, bes. im Rahmen des
Arbeitslebens das Recht der Arbeitnehmer u. Arbeitgeber,
sich zur Vertretung ihrer sozialen Interessen in
Vereinigungen zusammenzuschließen: Vereinigungsfreiheit: -krieg,
der: I. gemeinsame Kriegführung mehrerer Staaten mit
einem od. mehreren anderen. 2. <nur PI.) die Kriege der
verbündeten europäischen Monarchien gegen das
revolutionäre Frankreich von J792-1807: -partei, die; -partner,
der; -Politiker, den credit, das <o. PI.): vgl. ^Freiheit;
-regierung,die; -Vereinbarung, die; -Wechsel, der: Wechsel
im Bündnis von Koalitionsparteien.
Koautor, (seltener.) KQnautor. der: -s. -en [zu lat. con-
= mit- u. t Autor]: Mitautor: er hatte bei seiner
Untersuchung einen K.; Koautorin. (seltener:) KQnautorin, die;
-, -nen: w. Form zu tKoautor.
koaxial <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) Izu lat. con- = mit-
u.] axial] (Technik): eine gemeinsame Achse habend: <Zus.:>
Koaxialkabel, das (Technik): aus einem zylindrischen
inneren u. einem rohrförmigen äu/Jeren Leiter (mit gemeinsamer
Achse) bestehendes elektrisches Kabel.
Koazervat [ko|atßer'va:t], das; -[e]s, -e [engl, coacervate.
rückgeb. aus: coacervation = Vorgang der Bildung eines
Koazervats. zu lat. coacervätio = Auf-. Anhäufung]
(Biochemie): ein im Schwebezustand zwischen kolloidaler Lösung
u. Ausfällung befindlicher Stoff, der im Innern von Zellen
od. in den Zwischenräumen der Zellen auftritt.
Kob [kop], der; -s. -s (ugsJ: Kontaktbereichsbeamter: Heute
nehmen die ersten 18 Kontaktbereichsbeamten (Kobs) ...
Ihre Tätigkeit auf (BM 1. 4. 76, 6); -s sind mindestens
40 Jahre alt,... durch einen Lehrgang mit Psychologischem
vertraut (Spiegel 40. 1977. 52).
Kobalt ['ko.baltl. das; -s [Umbildung von tKobold; urspr.
glaubte man. das Mineral sei wertlos u. ein Berggeist
habe es böswillig unter die wertvolleren Erze gemischt]:
dem Nickel ähnliches, stahlgraues, glänzendes, magnetisches
Metall (chemischer Grundstoff): Zeichen Co (tCobaltum).
kobalt-. Kobalt-: -bestrahhing. die (Med.): Bestrahlung mit
einer Kobaltkanone: -blau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
von der Farbe des Kobaltblaus: leuchtendblau: das Dekor
des Porzellans ist k.; ^blau. das: leuchtendblaues, aus einer
Kobaltverbindung bestehendes Pigment, das bes. in der Öl-.
95 GDW
1505
KoBe
Glas- u. Porzellanmalerei verwendet wird; -blute, die <o.
Pl.>: Mineral von der Farbe roter Pfirsichblüten; Erythrin;
-bombe, die: Wasserstoffbombe mit einem Mantel aus
Kobalt, das eine langanhaltende radioaktive Verseuchung
verursacht: -glänz, der: silberweißes bis stahlgraues
undurchsichtiges u. sprödes Mineral; -glas, das <o. Pl.>: durch
Kobaltoxyd tiefblau gefärbtes Glas; -kanone, die (Med.): Gerät
zur Bestrahlung bösartiger Tumoren mit radioaktivem
Kobalt; -legierung. die; -oxyd. das (Chemie):
Sauerstoffverbindung des Kobalts; -Verbindung, die.
KoBe Oco'be:). der: -[s]. -[s]: Kontaktbereichsbeamter: Die
KoBe kommen nach Mannheim! (Rhein-Neckar-Revue
1. 1978.8).
Kobel ['ko.blj. der; -s. - Imhd. (md.) kobe(l)]: 1. (südd..
österr.) Verschlag; kleiner Stall für Haustiere. 2. Nest des
Eichhörnchens: Eichhörnchen ... verbringen ... mehrere
Tage schlafend in ihrem K. (Kosmos 1. 1965. 46); Koben
['ko:bn]. den -s. - [t Kobel]: Verschlag; Stall für Haustiere,
bes. für Schweine: In einem K. ... wimmelten fast ein
Dutzend Ferkel (Lentz. Muckefuck 316): Kober fko:bi?l.
der; -s. - [spätmhd. kober] (landsch.): Korb, in dem bes.
Eßwaren transportiert werden; Tragekorb.
Köbes fko'.bds]. der; -. - [nach der landsch. Kurzf. des
m. Vorn. Jakob] (rhein.): Kellner (mit besonderer Berufs-
kleidung) in einem altkölnischen Bierlokal.
Kobold fko.'tolt]. der; -[e]s. -e (mhd. kobolt, 1. Bestandteil
wahr seh. mhd. kobe (t Koben). 2. Bestandteil mhd. holt
(fhold) od. fwalten (vgl. -walt in Zus.). also eigtl. =
Stall-, Hausverwalter]: (im Volksglauben existierender)
sich in Haus u. Hof aufhaltender, zwergenhafter Geist, der
zu lustigen Streichen aufgelegt, zuweilen auch böse u. tük-
kisch ist; Wichtel: -e treiben ihr Wesen im Haus; Ü das
Kind ist ein kleiner K. (ein lebhaftes, wildes Kind); Kobold-
äffchen, das; -s. -: svw. tKoboldmaki; koboidhaft <Adj.;
o. Steig.): einem Kobold ähnlich: er sprang k. umher. Ko-
boldmaki, der; -s, -s: zu den Nachttieren gehörender, sehr
kleiner Halbaffe mit sehr großen Augen u. der Fähigkeit,
sich springend von Baum zu Baum fortzubewegen; Kobolz
[ko'holl>]. der nur in den Wendungen [einen] K. schießen/
schlagen (landsch.. bes. nordd.; Purzelbaum schlagen; zu
t Kobold; wohl nach dem neckischen, quirligen Gebaren
eines Kobolds): die Kinder schießen K.; Ü Die Moral des
christlichen Abendlandes schlägt K. (Augstein.
Spiegelungen 76); <Abl.:> kobQlzen <sw. V.; hat) (landsch.. bes.
nordd.): Purzelbaum schlagen.
Kobra [ko.bra], die: -. -s [port. cobra (de capelo) = (Kap-
pen)schlange < lat. colubra = Schlange], svw. t
Brillenschlange (a).
'Koch[kox],der: -[e]s.Köche [kcap; mhd.koch.ahd.choch
< lat. coquus (vlat. cocus) = Koch]: jmd.. der im Kochen.
Zubereiten von Speisen ausgebildet ist. der berufsmäßig
kocht (Berufsbez.): ein junger, chinesischer K.; K. sein,
werden; K. lernen; als K. in einem Hotel arbeiten; Spr
viele Köche verderben den Brei (aus einer Sache, bei der
zu viele Leute mitreden u. mitentscheiden, wird nichts
Gutes); ihr Mann ist ein guter, begeisterter K. (kocht gerne
u. gut); *Koch [-]. das; -s (bayr.. österr.): Brei. Mus.
kpch-, Kgch-: -abitur, das (scherzh.): Abitur an einer
Frauenoberschule; -anleitung, die. -anweisung, die: auf der
Verpackung eines Lebensmittels aufgedruckte Anweisung für
die Zubereitung; -apfel. der: zum Kochen geeignete, meist
nicht bes. hochwertige Apfelsorte; -apparat, der: svw. f
Kocher (1); -banane, die: große Bananenart. die nur gekocht
od. gebraten genießbar ist; -beständig <Adj.; o. Steig., nicht
adv.): vgl. -echt; -birne. die: vgl. -apfel; -buch, das:
Buch, das eine Zusammenstellung von Rezepten u.
Anleitungen für die Zubereitung von Speisen verschiedener Art
enthält; zu einem Buch zuseunmengefaßte od. handschriftlich
in einem dafür vorgesehenen Heft [ von der Hausfrau ]
zusammengetragene Sammlung von Kochrezepten: ein K. für
Reisgerichte; ein Rezept aus dem K. der Großmutter; nach
dem K. kochen; -butter, die: nur zum Kochen verwendbare
Butter: -dampf, der: beim Kochen entstehender Dampf:
flauer, die: svw. t-zeit; -dunst, der: vgl. t -dampf: -echt
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.): (von Textilien im Hifiblick
auf ihre Zusammensetzung. Farbe o. ä.) beim Waschen eine
Wassertemperatur von 90° u. mehr zulassend, sich kochen
lassend; kochfest, kochbeständig: -e Wäsche; das Gewebe
ist nicht k.. dazu: -echtheit, die; -ecke, die: Ecke eines
[Wohnjraumes. die. an Stelle einer Küche, zum Kochen
eingerichtet ist; -fertig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von
einem Lebensmittel) soweit bearbeitet, vorbereitet, daß es
nur noch gekocht zu werden braucht: -e (bereits geschälte)
Kartoffeln; -es Gemüse: -e Suppen (aus trockenen,
pulverförmigen u.a. Bestandteilen zusammengesetzt, die
ttach Zugabe von Wasser nur noch eine bestimmte Zeit
gekocht zu werden brauchen); -fest <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): vgl. t-echt; -fett, das: Speisefett, das zum Kochen
verwendet wird; -flasche, die: (bes. im chemischen Labor
gebrauchtes) einer Flasche ähnliches Gefä/J aus dünnem
Glas: -fleisch, das (landsch.): a) Rindfleisch, das zum
Kochen geeignet ist; Suppenfleisch; b) gekochtes Rindfleisch
als Speise: heute gibt es K. mit Meerrettichspße: -Trau.
die (landsch.): im Kochen erfahrene Frau, die bei Fcunitienfe-
sten o. ä. zum Zubereiten des Essens engagiert wird; -gele-
genheit, die: Möglichkeit zum Kochen, die an einem
bestimmten Ort gegeben ist od. jmdm. gewä/irt wird: sie hatten
an ihrem Uriaubsort keine K.; ein Zimmer mit K.: -gerät.
das: einfaches Gerät, auf dem gekocht werden kann: -ge-
schirr. das: 1. kleinerer ovaler Aluminiumbehälter mit Dek-
kel zur Aufnahme u. zum Transport von Essensportionen
o. ä. bes. als Teil der soldatischen Ausrüstung. 2. (selten)
Gesamtheit des Geschirrs, das beim Kochen gebraucht wird;
-gut, das <o. PI.) (Fachspr.): bestimmtes zum Kochen
vorbereitetes Lebensmittel: dasK. wird mit kaltem Wasser
aufgesetzt; -herd, der: svw. t Herd (1); -käse, der: durch Erhitzen
aus Quark. Salz u. Gewürzen hergestellter Käse; -keimtnisse
<P1.): Kenntnisse. Fertigkeiten im Kochen von Speisen: gute
K. haben; K. erwerben; -kessel, der: svw. tKessel (1 b);
-kiste. die: mit wärmeisolierenden Stoffen ausgekleideter
Behälter, in dem angekochte Speisen im Kochtopf
fertiggegart od. warmgehalten werden; -kunst, die: a) <o. PI.)
die Kunst des Zubereitens von Speisen. Gastronomie (2):
eine hochentwickelte K.; b) (scherzh.) jmds. Fertigkeit im
Kochen: sie bot ihre ganze Kochkunst auf. dazu: -künstler.
der. -kiinstlerin, die (scherzh.): jmd.. der bes. gut kochen
kann; -kurs, -kursus.der: Kurs, der allgemeine od. spezielle
Kenntnisseim Kochen vermittelt; -lehre, die <o. PI.): Lehre,
in der jmd. zum Koch ausgebildet wird; -lehrling, der:
Lehrling, der zum Koch, zur Köchin ausgebildet wird; -loch,
das: a) rundes Loch in der Herdplatte, in das der Topf
beim Kochen hineingesetzt wird: der Herd war der kleinste
Herd von der Welt mit nur einem K. (Fallada, Mann
225); b) Loch in der Erde, über dem der Kochkessel beim
Abkochen aufgehängt wird; -löfTel. der: Holzlöffel mit
langem Stiel, der bes. zum Umrühren der Speisen beim Kochen
verwendet wird;* den K. schwingen (scherzh.; Essen
zubereiten; kochen): sie steht in der Küche und schwingt den
K.; -margarine.die: vgl. -butter; -mulde, die (Fachspr.):
(bei einer Einbaidcüche/ in die Arbeitsplatte eingelassetie
Kochplatten; -mutze, die: hohe weiße Mütze aus Stoff,
die Teil der Berufskleidung des Kochs ist; -nische. die:
meist von einem Wohnraum abgetrennte, durch einen
Vorhang verdeckte Nische, in der sich auf engem Raum
zusammengedrängt, die notwendigste Kücheneinrichtung befitulet:
eine Einzimmerwohnung mit K.; -platte, die: a) einzelne
Platte eines Elektro/ierdes: den Topf von der K, nehmen;
b) kleines elektrisches Koch gerät mit einer ixl. zwei
Heizplatten; -pott. der (landsch.): svw. t-topf: -punkt. der <o.
PL): svw. tSiedepunkt; -rezept. das: Rezept, nach dem
eine Speise zubereitet werden kann; -salat, der: Kopfsalat,
der gekocht als Gemüse gegessen wird; -salz, das: im
Bergbau u. durch Eindampfen von Meerwasser gewonnenes\ als
Speise salz u.a. verwendetes weißes Salz; Natriumchlorid.
dazu: -salzarm <Adj.): nur wenig Kochsalz enthaltend; mit
nur wenig KiKhsalz: -e Speisen; k. kochen, -salzfrei <Adj.;
o. Steig.): frei von Kochsalz; kein Kochsalz enthaltend:
eine -e Diät: k. kochen, essen, -Salzgehalt, der: Gehalt
an Kochsalz, -salzhaltig <Adj.; nicht adv.): KiKhsalz
enthaltend: eine -e Quelle. -Salzlösung, die: Lösung von KiKhsalz
in Wasser: eine physiologische K. (Med.: wäßrige Lösung
von Kochsalz, die dem Körper vorübergehend als Ersatz
von Blut zugeführt werden kann). -Salzquelle, die: Quelle,
deren Wasser mehr als 19 gelöste Bestandteile an Salz,
hauptsächlich Kochsalz pro Liter aufweist, -salzrcich
<Adj.): reich an Kochsalz. -salzverhist,der: mit bestimmten
Krankheiten einhergehender Verlust an KiKhsalz im Körper.
-Salzwasser, das: vgl. -Salzquelle: -schinken, der: aus den
Hinter schenkein bes. des Schweines hergestellter gepökelter,
geräucherter u. gekochter Schinken; -Schokolade, die: svw.
1506
ködern
tBlockschokolade; ^schrank, der: Schrank, in den vom
Krxhherd bis zu einem Spülbecken u. Kühlschrank alles
zum Kochen Notwendige eingebaut ist u. der auf kleinstem
Raum eine Küche ersetzt; ^stelle, die: a) Stelle im Freien,
an der abgekocht wird; b) svw. t ^platte (a); ^temperatur,
die: a) Temperatur, bei der etw. zu kochen (3 a) beginnt;
b) Temperatur, beider Kochwäsche [ in der WaschmaschineI
gekocht (4) wird; ^topf, der: beim Kochen verwendeter Topf
(aus Metall) mit Henkeln fu. Deckel/: ein emaillierter
K.; Kochtöpfe aus Aluminium; das Huhn wird bald in
den K. wandern (scherzh.; wird bald geschlachtet u. gekiKht
werden)\ ^Vorgang, der: Vorgang des Kochens von etw.;
^Vorschrift, die; -wasche, die <o. PI.): a) Wäsche, die sich
kochen läßt: K. wird in der Waschmaschine bei 90°
gewaschen; b) durch Kochen gesäuberte Wäsche; ^wasser, das
<o. PI.): Wasser, in dem etw.. bes. ein Na/irungsmittel,
gekocht worden ist: das K. abgießen; ^wurst. die: Wurst,
deren Masse vor dem Einfüllen in den Darm gekiKht wurde
u. die vor dem Verzehr nochmals erhitzt wird; -Würstchen,
das: Würstchen, das vor dem Verzehr in Wasser erhitzt
werden muß; ^aeit, die: vgl. Garzeit.
Köche: PI. von l'Koch; köcheln [kaajjn] <sw. V.; hat): I.
(von einer Speise) auf schwachem Feuer leicht kochen:
die Soße muß zwei Stunden k.; <subst.:> Unter ständigem
Rühren auf einer nicht zu großen Spiritusflamme bringt
man alles bis zum Köcheln (Hom. Gäste 178). 2. (scherzh.;
in bezug aufjmdn.. der sich gerne mit Kochen beschäftigt)
kochen: sonntags steht er gern in der Küche und köchelt.
kochem fksxip) <Adj.; o. Steig.) Üidd. chöchem] (Gau-
nerspr.): klug, gescheit; eingeweiht (in alles Gaunerische):
„Bist du k.? ... Scheinst dich auszukennen in
Kundenzinken" (Lynen. Kentauren fährte 189); Kqchemer, der; -s,
- (Gaunerspr.): Vertrauter, eingeweihter Gauner: Der alte
K. saß lesend in der Ecke (Lynen. Kentaurenfährte 191).
kochen ['kaxn] <sw. V.; hat) [mhd. kochen, ahd. kochön
< lat. coquere (vlat. cocere) = kochen, sieden]: l.a) (ein
festes Nahrungsmittel) auf dem Herd o. ä. durch Hitze
in einer od. unter Zusatz einer Flüssigkeit gar u. zugleich
genießbar machen: Fleisch, Gemüse, Kartoffeln k.; diese
Früchte müssen gekocht werden (sind nur in gekochtem
Zustand genießbar); etw. lange, auf kleiner Flamme, bei
mittlerer Hitze k.; gekochtes Rinderherz; gekochte Eier;
U die Sonne kocht die Trauben (geh.; die heiße
Sommersonne bringt die Trauben zur Reife)', b) eine Speise durch Kochen
(1 a) zubereiten: eine Suppe k.; Pudding k.; für das Kind
einen Brei k.; heute kochen wir nichts (essen wir kern
warmes Essen); das Mittagessen ist schon fertig gekocht;
Marmelade k.; Tee. Kaffee k. (durch Übergießen mit
kochendem Wasser zubereiten); ich koche mir noch schnell
eine Tasse Kaffee; Ü Ich halte die Versuche . ... aus dem
Klassenkampf eine neue Ästhetik zu k.. für gründlich
verfehlt (Tucholsky. Werke 303); c) (einem Nalirungsmit-
tel) durch Kochen (1 a) eine bestimmte Beschaffenheit
verleihen: etw. gar. weich k.; die Eier hart k.; der Reis soll
körnig gekocht werden. 2.a) Speisen durch Kochen (1 a)
zubereiten: zehn Köche kochen in der Hotelküche; die
Mutter steht in der Küche und kocht (bereitet das Essen
zu); für eine große Familie k.; sie hat bei ihrer Mutter
k. gelernt; <subst.:> das Kochen macht ihr Spaß; sie versteht
sich aufs Kochen; sie verwendet nur öl zum Kochen;
b) in bestimmter Weise kochen (2a): gut. vorzüglich k.;
er kocht gerne; wir essen sehr scharf, ich koche viel mit
Paprika (Kirsch. Pantherfrau 21); sie hat mit Liebe (mit
großer Sorgfalt) gekocht; sie kocht zu fett; ein schmackhaft
gekochter Eintopf. 3.a) (in bezug auf eine Flüssigkeit od.
einen mit einer Flüssigkeit vermischten Stoff) bis zum
Siedepunkt erhitzt u. unter Dampfentwicklung in wallender
Bewegung sein: das [Kaffee]wasser. die Milch, der Brei, die
Suppe kocht; kochendes Wasser; sie hat sich mit kochend
heißem Wasser < mit Wasser, das am Kochen war) verbrüht;
(subst.:) am Kochen sein; die Milch zum Kochen kommen
lassen, zum Kochen bringen; Ü das Blut kochte in seinen
Adem (geh.; er befand sich in einem Zustand höchster
Erregung): die See kochte (war wild bewegt); Sie lagen
... nahe genug, um die dunklen Wände noch im kochenden
(dicht wallenden) Nebel sehen zu können (Remarque.
Funke 183); <subst.:> Sie will nur noch mal kucken, ..was
hier so am Kochen is" (worum es hier geht; Hörzu 29.
1977. 20); b) (in bezug auf ein Nahrungsmittel in fester
Form) zum Zweck des Garwerdens in kochendem Wasser
liegen: die Kartoffeln kochen; der Reis muß 20 Minuten
k.; U die Beeren kochen in der Sonne (geh.; werden von
der heißen Sonne zur Reife gebracht)', (subst.:> die Äpfel
eignen sich zum Kochen. 4. (Textilien) bei Kochtemperatur
(b) waschen: die Wäsche kann, muß gekocht werden. 5.
durch starkes Erhitzen verflüssigen: Teer, Leim k. 6. (ugs.)
innerlich sehr erregt, wütend sein: Zweimal hat die
Volksseele gekocht (war sie in Aufruhr; Tucholsky. Werke 126);
er kochte innerlich [vor Wut oder Zorn]: kochendheiß <Adj.;
0. Steig.; nur attr.): (von flüssigen Stoffen) mit Kwhtempe-
rutur: -es Wasser; -e Fleischbrühe; Kpchendw^ssergerät,
das; -[eis, -e: Gerät, das kochendes Wasser bereitet; Kgcher,
der; -s. -: 1. einfaches kleines Gerät, auf dem gekocht werden
kann: ein elektrischer K.; Am Morgen klopfte sie bei
mir an um etwas Spiritus für den K. (Seghers, Transit
255). 2. (salopp) kurz für tRotzkocher.
Köcher [kce^B], der; -s. - [mhd. kodier, kochsere. ahd. ko-
char. chochäri; H. u.l: 1. auf dem Rücken getragenes
längliches Behältnis zum Aufbewahren u. Tragen der Pfeile.
2. Behälter. Futteral für ein Fernglas.
Kocherei [kDxa'r^j], die; - (ugs., meist abwertend):
/dauerndes j Kochen/müssenJ: die K. macht ihr keinen Spaß.
KQcherflieae, die; -. -n [nach dem einem Köcher ähnlichen
Gehäuse der Larven) (Zool.): Vertreter einer Ordnung
kleiner, den Motten ähnlicher im bzw. am Wasser lebender
Insekten mit dichtbehaarten Flügeln.
Kochete [kaxats]. die; -. -n [zu f kochen] (1 and seh., bes.
Schweiz.): Menge (von Lebensmitteln), die für eine Mahlzeit
ausreicht; Mahlzeit.
Kochie t'kDxjp], die; -. -n [nach dem dt. Botaniker W. O.
J. Koch. gest. 1849] (Bot.): svw. t Radmelde.
Köchin ['koafin], die; -. -nen: w. Form zu tKoch.
Koda, (auch:) Coda ['ko:da], die; -. -s [ital. coda. eigtl.
= Schwanz < lat. cauda = Schwanz] (Musik): Schlußteil
eines musikalischen Satzes.
Kodder fkode]. der; -s. -n [1: viell. zu t 'Kotze; 2: mniederd.
kod(d)er = Schleim] (nordd.): l.a) alter Lappen. Lumpen:
braun verschlissenes Zeug: ... Teer- und Schweißflecke
machten ihm die -n wertvoll (Grass. Hundejahre 227);
Ü die dreckigen -n (abwertend; Kleidungsstücke) ausziehen;
b) Scheuertuch. 2. Schleim, schleimiger Auswurf; kodderig,
koddrig [kodfelru;] <Adj.) [zu tKodder (2)1 (landsch.
salopp): 1. *jmdm. ist k. (jmdm. ist zum Erbrechen übel):
als er schoß, war mir wirklich ganz kodderig im Leibe
(Fallada. Herr 125). 2. (nicht präd.) frech, unverschämt,
vorlaut: Gottverflucht, der kann doch seine koddrige
Schnauze nicht halten (Bredel. Väter 226); kgddern <sw.
V.; hat) [1: wohl zu tKodder (1); 2: mniederd. köd(d)eren|:
1. (nordd. veraltend) Wäsche waschen. 2. (landsch.) a)
sich übergeben, erbrechen; b) ausspucken; <Zus.:> Kgdder-
sdmauze, die (landsch. salopp): [ unbekümmert- jfreches
Mundwerk: er hat eine K.; koddrig: tkodderig.
Kode, (häufig, bes. in der Technik, auch:) Code [ko:t],
der; -s. -s [engl. code. frz. code < lat. codex. tKodexj:
I. (Informationst.) System von Regeln u. Obereinkünften,
das die Zuordnung von Zeichen od. auch Zeichenfolgen
zweier verschiedener Alphabete erlaubt; Schlüssel, mit
dessen Hilfe ein chiffrierter Text in Klartext übertragen werden
kann. 2. (Sprachw.) vereinbartes Inventar sprachlicher
Zeichen u. Regeln zu ihrer Verknüpfung. 3. (Soziolinguistik)
durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht
vorgegebene Weise der Verwendung von Sprache: elaborier-
terK. (Sprechweiseder Ober- u. Mittelschicht);
restringierter K. (Sprechweise der Unterschicht).
Kodein [kode'i.n]. das; -s [zu griech. kodeia = Mohn(kopf)]
(Pharm.): aus Opium gewonnener, als hustenstillendes Mittel
verwendeter Stoff; <Zus.:) Kodeintropfen <P1.>: Kodein
enthaltendes Medikament in Form von Tropfen.
Köder[k0:dB],der;-s.- [mhd. kö[r]der,querder,ahd. quer-
dar]: zum Fangen bestimmter Tiere benutzte Lockspeise,
die entweder in einer Falle o. ä. ausgelegt od. beim Angeln
am Angelhaken befestigt wird: ein lebender K.; einen K.
auslegen; die Fische beißen auf den K. nicht an; ein Tier
mit einem K. anlocken, fangen; sie legte das Wort
Scheidung wieeinenK. aus(MusiI. Mann 1073); Ü es ist wirklich
ein von der Mutter aufgegebenes Inserat, oder es ist ein
K. (ugs. abwertend; etw.. was als Lockmittel benutzt wird,
worauf jmd. hereinfallen soll; Simmel. Stoff 694); <Zus.:>
Köderfleisdi, das: Fleisch, das als Köder dient; ködern
['k0:dmi] <sw. V.; hat) [mhd. kettlern, querdern]: a) mit ei-
95*
1507
Köderwurm
nem Köder anlocken, fangen: Fische mit Würmern k.;
Haferflocken ... sollten, über die Türschwelle gestreut. Ratten
k. (Grass, Hundejahre 363); b) (ugs.)jmdn. durch
Versprechungen. Zuwendungen o. ä. verlocken, etw. Bestimmtes zu
tun. sich in bestimmter Weise zu verhalten; sich [mit Geldl
nicht k. lassen; Erdal. die ... Jungkunden mit blechernen
Knackfröschen zu k. suchten (Lentz. Muckefuck 10);
Kgderwurm, der; -[e]s. -würmer: (als Angelköder
verwendeter) bräunlich bis grünlicher Ringelwurm, der im Schlick
der europäischen Küsten lebt; (Sandjpier, Sandwurm.
Kodex ['ko:deks]( der; -es u. -. -e u. ...dizes [...ditße.s; lat.
codex = Schreibtafel (aus gespaltenem Holz). Verzeichnis]:
l.a) (in der Antike) zu mehreren zusanunengebundene. mit
Wachs überzogene, hölzerne Schreibtäfelchen; b) (im MA.)
Sammlung von Handschriften (3). zwischen Holzdeckeln
zu einer Art Buch zusammengefügt. 2. (im römischen Recht)
Gesetzbuch. Gesetzessammlung. 3. Sammlung von Normen.
Regeln eines Sachbereichs: ein K. der Normen, Begriffe.
4. ungeschriebene Regeln des Verhaltens, des Handelns,
an denen sich eine / gesellschaftliche] Gruppe orientiert:
nach diesem K. müssen Sie sich richten.
Kodiakbär ['ko.diak-). der; -s. -en [nach Kodlak Island,
einer Insel im Golf von Alaska]: (zu den Braunbären
gehörender) in Alaska vorkommender großer Bär.
kodieren, (häufig, bes. in der Technik, auch:) codieren [ko-
'di:ren] <sw. V.; hat) [zu IKode; vgl. engl, to code. frz.
coder] (Ggs.: dekodieren): 1. (Informationst.) eine
Nachricht mit Hilfe eines Kodes (1) verschlüsseln. 2. (Sprachw.)
etw. Mitzuteilendes mir Hilfe des Kodes (2) in eine
sprachliche Form bringen; <Abl.:> Kodierung, die; -. -en.
Kodifikation [kodifikat^io.n]. die; -. -en [zu t kodifizieren]:
1. das Kodifizieren (1. 2): die K. von Gesetzen. Normen;
Der Beginn der Gesetzgebung ... scheint immer eine K.
gewesen zu sein. d. h. eine Aufzeichnung des bereits
bestehenden Rechts (Fraenkel, Staat 114). 2. Gesetzessammlung,
die das gesamte Recht od. einzelne Gebiete des Rechts
systematisch erfaßt; kodifizieren [kodifi'tßi.ran] <sw. V.; hat)
[zu tKodex u. lat. facere = machen, tun. bewirken]: I.
(jur.) Gesetze. Rechtsnormen in einem Gesetzeswerk
zusammenfassen: Gesetze k.; kodifiziertes Recht. 2. (Normen
u.a.) zu einem Kodex (3) zusammenfassen, in einem Kodex
(3) festlegen: Normen k.; die von Vitruv kodifizierten
Begriffe der Komposition und Proportion (Bild. Kunst 3.
16); <AbI.:> Kodifizkning, die; -. -en: svw. t Kodifikation
(1); Kodizes: PI. von tKodex; Kodizill flcodi'tsil]. das; -s,
-e [(m)lat. codicilus. Vkl. von lat. codex, tKodex]: I.
Handschreiben eines römischen Kaisers. 2.a) (im römischen
Recht) letztwillige Verfügung; b) Zusatz zu einem
Testament.
Koedition [auch: '-], die; -. -en [zu lat. con- = mit-
u. tEdition] (Fachspr.): a) Edition eines Werkes von znei
od. mehreren Herausgebern; b) gleichzeitige Edition eines
Werkes von zwei od. mehreren Verlagen.
Koedukation [auch: '-]. die; - [engl, coeducation]
(Päd.): svw. tGemeinschaftserziehung (b): koedukativ
[ko|eduka'ti:fl <Adj.; o. Steig.) (Päd.): mit Koedukation:
in der Form der Koedukation: ein -es Gymnasium; die
Erziehung ist k.
Koeffizient [kolefi'tßient], der; -en. -en [zu lat. con- = mit-
u.efficienstGen.: efficientis). 1. Part, von: efficere. teffizie-
ren; in der nlat. Form coefficiens geb. von dem frz.
Mathematiker F. Victc U540- 1603)]: 1. (Math.) konstanter
Faktor vor einer veränderlichen Größe, z. B. vor einer Potenz (3)
od. Funktion(2). 2. (Physik,Technik) kennzeichnende Größe
für bestimmte p/iysikalische od. technische Vorgänge.
Koenzym [auch: - '-]. das; -s. -e [zu lat. con- = mit-
u. t Enzym] (Biochemie): nichteiweißartige Gruppe, die mehr
od. weniger fest mit vielen Enzymen verbunden ist u. aus
den Reaktionen dieser Enzyme verändert hervorgeht.
KoerzitivfeWstärke [koiertsi'ti:f-]. die; - [zu lat. coercere
(2. Part.: coercitum) = zusammenhalten, einschließen]
(Physik): diejenige magnetische Feldstärke, die an einem
Magneten anzulegen ist. um seine Magnetisierung
aufziehen; Koerzitivkraft, die; -: svw. tKoerzitivfeldstärke.
koexistent [auch: '-] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (bil-
dungsspr. selten): nebeneinander bestehend; Koexistenz
[auch: '-]. die; -. -en <PI. selten) [mlat. coexistentia
= gleichzeitiges Bestehen, zu kirchenlat. coexistere =
zugleich vorhanden sein] (bildungsspr.): das gleichzeitige Vor-
handensein, Existieren; das Nebeneinamlerhestehen / von
Verschiedenartigem/: die ... zur Regel werdende K. von
Ehe und Beruf (Bodamer, Mann 99); friedliche K. (Politik;
das friedliche Nebeneinanderbestehen von Staaten mit
unterschiedlichen Gesellschaftsordmmgen; gepr. von dem Sowjet.
Staatsmann N. Chruschtschow [1894-1971] auf dem 20.
Parteitag der KPdSU 1956); koexistieren [auch: '--]
<sw. V.; hat) (bildungsspr.): nebeneinander, miteinander
vorhanden sein, bestehen, existieren: mit den Kommunisten
zu leben, mit ihnen zu k. (Dönhoff. Ära 139).
Kofel fko-.fl], der; -s. - [mhd. kofel] (bayr.. westösterr.):
Bergkuppe.
Kofen [ko:fn], der; -s, - [mniederd. koven] (veraltet): svw.
t Koben.
Koferment [auch: - -'-]. das: -[e]s. -e [zu lat. con- = mit-
u. tFerment]: svw. tKoenzym.
Koffein [k:>fe'i:n], Kaffein [kaf...]. das; -s [fachspr. Bildung
zu engl, coffee = Kaffee]: vor allem in Kaffee. Tee u.
Kolanüssen enthaltener, bitter schmeckender Stoff mit
anregender Wirkung; koffeinfrei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
kein Koffein [mehr] enthaltend: -er Kaffee; koffeinhaltig
<Adj.; nicht adv.): Koffein enthaltend; Koffeintsmus
flofeinismos], der; - (Med.): Vergiftung durch Koffein.
Koffer ['kafe], der; -s. - [1: spätmhd. coffer, über das Niederl.
< frz.coffre = Kasten.Truhe; Koffer.wahrsch. < spätlat.
cophinus = Weidenkorb; 2: frz. coffre; vgl. auskoffern]:
I. <Vkl. tKöfferchen) größeres rechteckiges Behältnis mit
aufklappbarem Deckel u. Handgriff zum Tragen an einer
Schmalseite, das dazu bestimmt ist. Kleider u. andere für
die Reise notwendige Dinge aufzunehmen; Reisekoffer: ein
großer, schwerer, handlicher K.; die K. [aus]packen; einen
K. mitnehmen, aufgeben; etw. in den K. packen, tun;
mit mehreren -n reisen; *die K. packen (verärgert jmdn.,
einen Ort verlassen, abreisen): wenn es weiter so regnet,
packen wir die K.; die K. packen müssen/komen/dürfen
(ugs.; entlassen werden; häufig als Mahnung od. Drohung);
einen K. stehenlassen (ugs. scherzh.; eine Blähung abgehen
lassen): aus dem K. leben (/ aus beruflichen Gründen/ viel,
dauernd unterwegs sein): wenn man ... fast ein ganzes
Leben lang ... aus dem K. gelebt hat (Hörzu 6. 1976.
10). 2. (Straßenbau) für den Unterbau einer Straße
ausgehobene Vertiefung im Boden, die mit Schotter, Kies o. ä.
aufgefüllt H7>rf(vgl. auskoffern). 3. (Soldatenspr.) schweres
Geschoß: Es schoß ... aus den legendären
Eisenbahngeschützen, die ... ihre großen K. auf die Reise schicken sollten
(Kuby. Sieg 236). 5. (Jargon) Päckchen Tabak (als
Zahlungsmittel unter Straf gefangenen): Die Währung im Knast
ist Tabak ... Ein Päckchen Batavia = 1 K. (Ossowski.
Bewährung 20). 4. (ugs.) etw. besonders Großes. Ungefüges.
Ungewöhnliches o.a.: das ist ja ein K.!
kflffer-, Kpffer-: -anhänger, der: kleines, am Hamigriff des
Reisekoffers angebrachtes Schildchen mit Name u. Adresse
des Eigentümers; -apparat. der: svw. t-radio; -bock, der:
Gestell zum Darauflegen des Reisekoffers bes. beim Aus-
od. Einpacken; -dämm, der [engl, cofferdam; vgl. Koffer
(2)] (Schiffbau): leerer Raum bestimmter Breite (im Inneren
eines Schiffs), der Tanks u. Maschinen- bzw. Besatzungs-
räume voneinander trennt: -decket, der: Deckel eines
Koffers (1); -empfttnser, der: svw. Kradio; -fisch, der: (zu
den KruKhenfischen gehörender, in mehreren Familien
vorkommender) kleinerer Fisch mit plumpem, eckigem, von
einem knöchernen Panzer fast völlig umschlossenen Körper;
-form, die <o. PL>: Form eines Koffers (1): die K. des
Gerätes; ein Apparat in K.. dazu: -förmig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: von. in der Form eines Koffers (1); -«erat,
das: svw. T-radio; -geschaft, das (Bankw. Jargon):
unerlaubte Transaktion von Wertpapieren durch Verschieben
ins Ausland im Koffer (1); -grammophon. das (früher):
tragbares Grammophon; -griff, der: Handgriff an einem
Koffer (1); -kleid, das: Kleid aus leichtem, knitterfreiem
Stoffs das sich gut eignet, im Koffer (1) mitgenommen zu
werden; -kuli, der: (für die Reisenden am Bahnhof, bes.
auf den Bahnsteigen bereitstehender) kleiner Wagen zum
Transportierendes Reisegepäcks; -radio, das: kleines Radio
mir flachem Gehäuse u. Bügel zum Tragen: -räum, der:
von außen zugänglicher Bereich, meisr im Heck des PKWs.
in dem größeres Gepäck (Koffer o. ä.) verstaut werden kann;
-schloß, das: Schloß an einem Koffer (1); -Schlüssel, der;
-Schreibmaschine, die: vgl. -radio.
Köfferchen ['kafapn], das; -s. -: t Koffer (1).
Kofftmaael: tCoffeynagel.
1508
Kohle
Kog: t Koog; Köge: PI. von tKoog.
'Koeel ['ko:gl], der; -s, - [zu t-fcogel, nach der
kapuzenähnlichen Form! (südd.. österr.): kegelförmiger Berg, Bergkup-
pe; ^Kogel [-J, die; -. -n [mhd. kogelj: svw. tGugel.
Kogge ['kagsl, die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
kogge. wohl eigtl. = kugelförmiges Schill]: vom 13. bis
IS. Jh. als Handels- u. Kriegsschiff verwendetes, bauchiges
Segelschiff mit hohen Aufbauten md Bug u. Heck.
Kognak l'kanjak]. der; -s. -s [nach der frz. Stadt Cognac]
(volkst.): Weinbrand, Schnaps: eine Flasche K.; ein
doppelstöckigerK.; er trank fünfK. (fünf Gläser Kognak):
Herbert gießt zwei -s ein (Döblin, Berlin 260): vgl. Cognac.
Kognak-: -bohne.die: mit Kognak gefüllte Pralitw von
länglicher, bolmenförmiger Form: -flasche, die: -glas, das <PI.
-gläser>; -kirsche: vgl. -bohne; -pumpe, die (salopp
scherzh.): jmds. Herz: -Schwenker, der: bauchiges, sich
nach oben verengendes Glas mit kurzem Stiel.
Kognat [kDgna:t|. der; -en. -en [lat. cögnäiusl (jur.):
Blutsverwandter (von männlicher od. weiblicher Seite her): vgl.
Agnat; kognatisch <Adj.; o. Steig.): den od. die Kognaten
betreffend: -e Erbfolge (Gleichberechtigung der
Geschlechter bei der Thronfolge).
Kognition flogni'tßio.n],die; -,-en [lat. cögnitio =
Kennenlernen, Erkennen] (selten): Erkenntnis; kognitiv [...'ti:f)
<AdJ.; o. Steig.; nicht präd.) (bes. Psych., Päd.): das
Wahrnehmen. Denken. Erkennen betreffend; erkenntnismäliig:
-e Fähigkeiten; -es Lernen; kognitivistisch [...nitivistij]
<Adj.; o. Steig.) (Psych., Päd.): kognitive Theorien
betreffend: -e Entwicklungspsychologie.
Kognomen[kDgno:mdn],das;-s.-u. ...mina [lat. cögnömen]:
(im antiken Rom) ursprünglich nur von Patriziern geführter,
der Unterscheidung dienender dritter Neune (z. B. Gajus
Julius Caesar).
Kogo ['ko:go], das; -[s], -s [jap. kö-gö): kunstvoll gestaltete
kleine japanische Dose, die bei der Teezeremonie als Behälter
für Räucherwerk dient.
Rohabitation [kohabita tßio:n], die; -. -en [kirchenlat.
cohabitätio = das BeisammenwohnenJ (Med.):
Geschlechtsverkehr: Der Umkehrschluß, daß ... frühzeitige,
häufige und intensive -en dem Krebs Paroli bieten, ist
umstritten (Spiegel 45. 1977. 110); kohabitieren l...'ti:ren]
<sw. V.; hat) [lat. cohabitäre = beisammenwohnenl (bil-
dungsspr. selten): mitjmdm. Geschlechtsverkehr haben: mit
jmdm. k.; wenn er seiner eigenen Tochter ... kohabitierte
(Wohmann, Absicht 385).
kohärent [kohe'rent] <Adj.; o. Steig.) [lat. cohaerens (Gen.:
cohaerentis). 1. Part, von: cohaerere, tkohärierenl (Ggs.:
inkohärent): 1. (bildungsspr. selten) zusamtnenhängend:
..Billard um halbzehn" ... ist in Stil und Sprache ... k.
(Deschner. Talente 42). 2. (Physik) Kohärenz (2) zeigend:
-es Licht; ein -es Strahlenbündel; Kohärenz [...l^l. die; -
(Ggs.: Inkohärenz): 1. (bildungsspr.) Zusammenhang. 2.
(Physik) Eigenschaft zweier Wellen gleicher Frequenz, in
ihren Phasen übereinzustimmen od. eine konstante Differenz
ihrer Phasen zu haben; <Zus. zu l:> Kohärenzfaktor, der
(Psych.): Faktor, der die Verknüpfung von einzelnen
Wahrnehmungen zu einem Gestalizusammenhang begünstigt (z. B.
räumliche Nachbarschaft. Ähnlichkeit. Symmetrie,
Kontur); Kohärenzprinzip, das <o. PI.) (Philos.): Grundsatz vom
Zusammenliang alles Seienden; Kohärer [kohe:re], der; -s.
- (Physik): früher verwendeter Detektor (1) zum Nachweis
elektrischer Wellen; Fritter; kohärieren [kohe'rLren] <sw.
V.; hat) [lat. cohaerere = zusammenhängen]: 1.
(bildungsspr.) zusammenhängen. 2. (Physik) der Kohärenz (2)
unterliegen; Kohäsion [kohe'zio:n], die; - [zu lat. cohaesum.
2. Part, von: cohaerere. tkohärierenl: I. (bildungsspr.)
innerer Zusammenlialt: der Beamtenkörper ergänzt sich
... durch Kooptation, und seine K. ist so groß, daß er
jeden... Eindringling sofort ausscheidet (Tucholsky, Werke
127). 2. (Physik) der durch die Kraft der Anziehung bewirkte
innere Zusammenhalt der Atome. Ionen od. Moleküle in
einem festen od. flüssigen Stoff; <Zus. zu 2:) Kohäsionskraft.
die <meist PI.) (Physik): zwischen den Molekülen ein und
desselben Stoffes wirketide Kraft der Kohäsion; kohäsiv
[kohe'zi.l] <Adj.; o. Steig.): auf Kohäsion beruhend.
kohibieren [kohi'bi:ran] <sw. V.; hat) [lat. cohibere =
zusammenhalten, bezähmen! (veraltet): zurückhalten, mäßigen.
Kohl [ko:l]. der. -[e]s. (Arten:) -e [I: mhd. köl. koel(e).
ahd. kol(i) < lat. caulis = Kohl, eigtl. = Strunk, Stiel;
2: aus der Studentcnspr.. zu hebr. qöl = Gerücht, eigtl.
= Stimme, Rede; schon früh an Kohl (1) angelehnt):
l.a) in vielen Arten vorkommende, zu den Kreuzblütlern
gehörende Gemüsepflanze; Gemüsekohl; K. anpflanzen,
anbauen; * (seinen) K. anbauen/bauen (zurückgezogen leben);
b) (regional) kurz für TWeißkohl: auf dem Markt K.
kaufen; K. kochen; er ißt nicht gerne K.; heute gibt es
K. (ein Gericht aus K.); R das macht den K. [auch] nicht
fett (ugs.; das nützt auch nichts, macht etwas nicht besser)'.
* [das ist doch] aufgewärmter K. (ugs.; eine alte, längst
abgetane Sache; etwas, was niemand mehr interessiert)', den
[alten] K. wieder aufwärmen (ugs.; etw.. was erledigt, abgetan
ist. niemand mehr interessiert, noch einmal zur Sprache
bringen). 2. (ugs. abwertend) <o. PI.) ungereimtes Zeug.
Unsinn: das ist doch alles K.. was er da gesagt hat; rede
keinen [solchen], mach keinen K.!
'kohl-, Kohl- (Kohl 1): Murtf die: einzelne Art des
Gemüsekohls; -blatt, das: einzelnes Blatt eines Kohlkopfs, einer
Kohlpflanze; -dampf, der <o. PI.) [urspr. Soldatenspr..
aus dem Rotwelschen, zu: Kohler. Koller = Hunger u.
Dampf = Hunger; tautologische Zusammensetzung]
(salopp): [durch die fehlende Möglichkeit, seinen Hunger
unmittelbar zu stillen, gesteigertes I starkes Hungergefühl;
großer Hunger, von dem jmd. befallen ist: unser K. wurde
immer unerträglicher; gewaltigen K. haben; *K.
schieben (über eine gewisse Zeit nichts zu essen haben. Hunger
leiden); -gemüse, das: Gemüse, das zu den Kohlarten gehört;
-hernie. die: svw. tHernie (2); ^kopf. der: einzelner Kopf
einer Kofdpflanze; -pflanze, die; -räbchen [-'- -], das:
zarter, junger Kohlrabi, -rabe [-'--], die; -, -n (landsch.):
svw. Nrabi; ^rabi [-ra:bi]. der; -[s], -[s] [älter: Kaulirabi.
zu ital. cavoli rape (PI.; mundartl.: cauliravi), aus: cavolo
= Kohl u. rapa = Rübe]: Kohlart. bei der der Stengel
zu einer rundlichen, als Gemüse gegessenen Knolle verdickt
ist; -raupe, die: Raupe des Kohlweißlings; -roulade, die:
Gericht aus mit Hackfleisch gefüllten zusanunengerollten
Weißkohlblättern, die in einer Soße geschmort werden; -rü-
bef die: I. Rübe mit gelbfleischiger Wurzel, aus der ein
Gemüse zubereitet wird; Steckrübe. 2. österr. auch für
t ^rabi. 3. (salopp scherzh.) Kopf (eines Menschen); ^«proe-
se, die (österr.): a) einzelnes Röschen des Rosenkohls; b)
<PI.) svw. t Rosenkohl; -Strunk der: a) entblätterter Strunk
einer Kohlpflanze, bes. des Rosenkohls od. Winterkohls;
b) (ugs. abwertend) kümmerliche Kohlpflanze; -suppe, die:
Gemüsesuppe, die vorwiegetui aus Kohl besteht: -Weißling,
der: gelblichweißer Schmetterling mit schwarzer Zeichnung
an den Spitzen der Flügel, dessen gelbgrüne Raupen in großer
Zahl als Schädlinge an Kohlpflanzen auftreten; vgl. ^raupe.
\&\V. Kohl- (Kohle 1): -meise, die [mhd. kolemeise]: in
Wäldern u. Gärten lebende Meise mit blauschwarzem Hals
u. Kopf, olivgrüner Oberseite u. gelber, in Längsrichtung
von einem schwarzen Streifen unterteilter Unterseite;
-[pechrabenschwarz <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) a)
tiefschwarz: -es Haar; b) so dunkel, daß man nichts sieht:
eine -e Nacht; -rabe, der: TKolkrabe; -röschen, das [nach
den meist sehr dunklen Blüten]: auf Bergwiesen
vorkommende Orchidee mit kugeliger [ schwarz Iroter od. rosa Blüte;
-schwere <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) (ugs. emotional):
a) tiefschwarz: -e Augen; -es Haar; b) schwarz von Schmutz:
-e Hände; sein Gesicht war k.
Kohle [ko:bl. die; -. -n [mhd. kol, ahd. kol(o): H. u.]:
l.aXPl. nur für Sorten) im Bergbau gewonnener brauner
bis schwarzglänzender, fester Brennstoffe Braun-. Steinkohle
u.a.): K. abbauen, fördern, auf Halde legen; Teer aus
K. gewinnen; Diese Rohstoffe ... sind auf dem besten
Weg, der K. ihren Rang abzulaufen (Kosmos 3. 1965.
113); ihre Augen sind schwarz wie K.; Ü weiße K. (
Wasserkraft); b) <häufig PI.) als Heiz-. Brentimaterial für Öfen.
Herde, technische Anlagen u.a. verwendete Kohle (1 a): -[n]
feuern, einkellern; die ... -n aus dem Bunker schallen
(Ott, Haie 87); mit -[n] heizen; * feurige -n auf jmds. Haupt
sammeln (geh.; jmdn. durch sein Verhalten, durch Großmut
o.a. beschämen; nach Sprüche Salomonis 25. 22 u. Rom.
12,21; nach einem für Ägypten im 3. Jh. v. Chr. bezeugten
Ritus, der Reue od. Beschämung ausdrücken sollte); [wie]
auf [gKihenden] -n sitzen (in einer bestimmten Situation
in Erwartung von etw.. durch eine Verzögerung. Behinderung
o.a. voller Unruhe sein; wohl nach dem Verfahren bei
einem Gottesurteil od. nach einer derartigen Folter). 2.
<o. PI.) a) kurz für t Aktivkohle; b) kurz für t Zeichenkohle:
in, mit K. zeichnen; c) kurz für t Kohlebürste. 3. <PI.)
1509
kohle-, Kohle -
(salopp) Geld: Hauptsache, die -n stimmen (die Bezahlung
ist zufriedenstellend}; die -n verdienen müssen.
kohle-. Kohle- (vgl. auch: kohle[n]-. Kohleln]-; kohlen-.
Kohlen-): -bürste, die (Elektrot.): svw. t Bürste (2):
-Chemie, die: Bereich der Chemie, der sich mit der Veredelung
der Kohle befalit. mit Kohle als Ausgangsstoff arbeitet;
-druck, der: Pigmentdruck (2); -führend <Adj.: o. Steig.;
nicht adv.): ein -es Flöz; -haltig. (österr.:) -hältig <Adj.:
nicht adv.): Kohle enthaltend: -e Schichten; -hydrierung,
die (Chemie): Verfahren zur Gewinnung von synthetischem
Benzin u. Dieselkraftstoff; -lagen das: vgl. ^vorkommen;
-lagerstatte, die: vgl. -vorkommen; -papier.das: auf einer
Seite mit einer Farbschicht versehenes Papier, mit dessen
Hilfe Durchschriften hergestellt werden können; -Präparat,
das: Aktivkohle enthaltenes Medikament; -stift, der:
Zeichenstift aus Holzkohle; -Veredelung, die (Chemie):
Gesamtheit der Verfahren, durch die Kohle aufbereitet u. in
andere Formen von Energie umgewandelt wird;
-Verflüssigung, die (Chemie): Verfa/iren. bei dem Kohle in
Kohlenwasserstoffe umgewandelt wird; -vorkommen, das; -Zeichnung,
die: künstlerische Zeichnung mit dem Kohlestift.
kohleln]-, Kohleln]- (vgl. auch: kohle-, Kohle-; kohlen-.
Kohlen-): -abbau, der <o. PL>; -faden, der: Glühfaden aus
Kohle in einer Glühlampe, dazu: -fadenlampe. die; -förderung,
die; -herd. der: Küchenherd, der mit Kohle beheizt wird;
-hydrat, das (Chemie): aus Kohlenstoff. Sauerstoff u.
Wasserstoffbestehende organische Verbindung, die in Form von
Stärke. Zellulose od. Zucker zu den wichtigsten Nä/irstoffen
des Menschen gehört, dazu: -hydratarm <Adj.> (Ggs.:
-hydratreich), -hydratreich <Adj.> (Ggs.: ^hydratarm);
-Industrie, die; -ofen, der; ^revier. das: größeres Gebiet,
in dem Kohle gefördert wird; ^Vorrat, der: 1. <PL> Vorrat
von Kohlevorkommen in einem bestimmten Gebiet. 2. (im
Keller gelagerter) Vorrat an Kohlen (1 b).
'kohlen l'ko:l3n] <sw. V.; hat) [1: spätmhd. kolen. zu 1
Kohle]: I. schwelend brennen u. dabei verkohlen, zu Kohle
werden: das Holz im Kamin kohlt: ein kohlender Docht.
2. (Seemannsspr.) Kohle übernehmen, laden.
fahlen [-] <sw. V.: hat) [zu tKohl (2)] (fam.): (bes. in
bezug auf Kinder) aufschneidend od. übertreibend von etw.
erzäfden. nicht ganz bei der Wahrheit bleiben, schwindeln:
da kohlst du doch wieder; das ist doch alles bloß
gekohlt.
kohlen-, Kohlen- (vgl. auch: kohle-. Kohle-; kohleln]-.
Kohleln]-): -anzündcr. der: mit leicht brennbarem Stoff
getränkte, gepreßte Sägespäne u.a.. die das Anzünden von Kohlen
erleichtern; -asche. die; -baron. der (veraltend abwertend):
Eigentümer von Kohlengruben; -becken, das: 1. (Geol.)
Becken (2 b) mit Kohlevorkommen. 2. offenes Metallgefäli.
in dem Kohlen zum Glühen gebracht werden (als
Wärmequelle /für einen Raum/); -bergbau, der: Bergbau, der Kohle
fördert; -bergwerk. das; -brenner, der: Köhler, dazu:
-brennerei, die: Köhlerei (1); -bunker, der: Lagerstätte
für Kohlen lauf einem Schiff/; -dampfer, der: Frachtschiff,
das Kohle befördert; -dioxid, (ehem. fachspr. für:) -dioxyd
[—' ]. das (Chemie): färb-, geruch- u. geschmackloses
Gas. das bei der vollständigen Verbrennung
kohlenstoffhaltiger Brennstoffe u. bei der Atmung tierischer u. pflanzlicher
Organismen entsteht, dazu: -dioxydschnee [--' ]. der:
svw. tTrockeneis; -eimer, der; -feuer. das: Feuer, das
mit Kohlen unterhalten wird; -Teuerung, die: 1. <o. PI.) das
Heizen mit KolUe: eine Heizung für. mit K. 2. Vorrichtung
zum Heizen mit Kohle; -fläz, das (Bergbau):
kohleführendes Flöz; -gebiet, das: er kam aus dem westfälischen K.;
-grübe, die: Grube (3 a). in der Kohle gefördert wird; -grus.
der: svw. TGrus(2); -haWe, die: svw. tHalde (2b); -handel,
der, dazu: -händler, der. -handhing, die: -heizung. die;
-kästen, der: Kasten, in dem Kohlen für Herd u. Öfen
aufbewalirt werden; -keller. der: Kellerraum, in dem
Kohlen für den Bedarf im Haus gelagert werden; -kraft-
werk, das; -magnat. der: vgl. -baron; -melier, der:
mit Erde u. Rasenstücken abgedeckter, rund
aufgeschichteter, großer Stapel von Holzscheiten, aus denen durch
langsames Verbrennen Holzko/de gewonnen wird; -monoxid,
(ehem. fachspr. für:) -monoxyd [—' ]. das (Chemie):
färb-, geruch- u. geschmackloses, sehr giftiges Gas. das
bei der Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe
entsteht, dazu: -monoxydvergiftung l—' ],
die: Vergiftung durch Einatmen von Kohlemnonoxyd
in Form von Leuchtgas od. Auspuffgasen: -oxid, (ehem.
fachspr. für:) -oxyd. das (Chemie): svw. t-monoxyd; -re-
vier, das: vgl. -gebieu -sauer <Adj.: o. Steig.; nicht adv.)
(Chemie): den Säurerest der Kohlensäure enthaltend:
kohlensaures Natron. Kalzium; -säure, die: schwache Säure,
die eine Lösung von Kohlendioxyd in Wasser darstellt:
Mineralwasser mit. ohneK.,dazu: -Säurebad,das: medizinisches
Bad. dem Kohlensäure zugesetzt ist. -säurehaltig <Adj.:
nicht adv.); -schaufei. die; -schlacke, die: Rückstand aus
der Verbrennung von Kohle; -Station, die (Seew.): Hafen,
in dem ein Schiff Kohle übernehmen kann; -staub, der:
zu Staub zermaldene Kohle, dazu: -Staubexplosion, die
(Bergbau): plötzliche, explosionsartige Entzündung von in
der Luft schwebendem Kohlenstaub: -stift, der (Elektrot.):
Kohlestück in Form eines Stifts als Elekmxie in
Bogenlampen u. Elektromotoren; -stofT, der <o. PL): in vielen
Verbindungen enthaltenes nichtmetallisches Element, das als
Diamant u. Graphit vorkommt; Zeichen: C (tCarboneum).
dazu: -stoffarm <Adj.; nicht adv.) (Ggs.: -stoffreich).
-stoflgehalt, der. -stoflhaltig, (österr.:) -stoflhfiitig
<Adj.; nicht adv.). -stofTreich <Adj.; nicht adv.) (Ggs.:
-stoffarm). -stoffVerbindung, die; -träger, der; -trknmer,
der (Seew. früher): jmiL. der auf einem Dampfschiff die
Kohlen aus den Bunkern zur Feuerung trägt: -wagen, der
(Eisenb.): a) svw. T-waggon: b) Tender; -waggon, der (Ei-
senb.): Waggon der Eisenbahn, der für den Transport von
Kohle bestimmt ist; -Wasserstoff, der (Chemie): organische
Verbindung, die ausschließlich aus Kohlenstoff u. Wasserstoff
besteht, dazu: -wasserstoffradikal, das (Chemie): Radikal
(1) eines Kohlenwasserstoffs. -wfsserstofTverbindung, die;
-; -zange, die; -zeche, die: svw. t-bergwerk; -zug, der:
Eisenbatmzug. der Kohle befördert.
Kohler l'k0:lp]. der;-s.-ll:mhd. koler. köler =
Kohlenbrenner; 2: nach der schwärzlichen Färbung des Rückens, die
an einen am Meiler arbeitenden, rußbedeckten Köhler
erinnert]: \.jmd.. der im Kohlenmeiler Holzkohle herstellt;
Kolilenbrenner. 2. zu den Dorschen gehörender, im
Nordatlantik vorkommender Fisch mit dunkelgrünem bis
schwärzlichem Rücken u. grauen bis weißen Seiten; Seelachs; Kähle-
rei flc0:b'r^i], die; -. -en: 1. Ort. an dem der Köhler (1)
sein Handwerk ausübt. 2. <o. PL) die Gewinnung von
Holzkohle aus Kohlenmeilern: Die ... K. als ... Grundlage der
Metallerzeugung kam auf (Mantel. Wald 35);
Köhlerglaube, der. -ns [nach älteren Erzählungen soll ein Köhler
auf die Frage nach seinem Glauben eine in ihrer Einfalt
sehr klare Antwort gegeben haben] (bildungsspr. veraltend
abwertend): blitvder Glaube, der nicht durch Einsicht od.
bessere Erkenntnis erschüttert wird.
Kohortation pcohorta't>jio:n]. die; -. -en [lat. cohortätio]
(veraltet): Ermalinung; kohortativ l...'ti:f) <Adj.; o. Steig.)
(veraltet): ermahnend; Kohortativ [-1. der; -s. -e [...i:va]
(Sprachw.): Gebrauchsweise des Konjunktivs zum Ausdruck
einer Anforderung an die eigene Person (z. B. lat. eamus!
= gehen wir!).
Kohorte [ko'hoita]. die; -. -n [1: lat. cohors (Gen.: cohortis),
eigtl. = Hof: eingeschlossener Haufe. Schar; 3: engl, co-
hort]: I. den zehnten Teil einer Legion umfassende Einheit
desaltrötnischen Heeres. 2. (bildungsspr. abwertend) Schar.
Gruppe (von gemeinsam auftretenden, agierenden
Personen): K. böser Gassenjungen, die uns auf dem Spaziergang
zu belästigen pflegten (K. Mann. Wendepunkt 32). 3. (So-
ziol.) eitie nach bestimmten Kriterien ausgewählte
Personengruppe, die in einem bestimmten Zeitablauf soziologisch
untersucht wird: die K. der 18-29jährigen (Noelle,
Umfragen 270); <Zus. zu 3:) Kohgrtenarailyse, die.
Kohyponym [auch: '-]. das; -s. -e (Sprachw.): Hyponym.
das mit amleren (auf einer hierarchischen Stufe) zusatnmen-
steht (z. B. Rose. Nelke, Aster).
Koine Dc^yne:]. die; -. Koinai [...'nai; griech. koine (diälek-
tos) = gemeinschaftlichte Sprache)]: 1. <o. PI.) die
griechische Umgangssprache im Zeitalter des Hellenismus. 2.
(Sprachw.) eine durch Einebnung von Dialektunterschieden
entstandene Sprache; Koinon [kgy'non], das; -s. Koina
[...'na: griech. koinon, zu: koinös = gemeinschaftlich]:
politische o. ä. Vereinigung im alten Griechenland, bes.
Bundesstaat in hellenistischer Zeit.
koinzident [ko|intßi'd£nt] <Adj.; o. Steig.) [mlat. eoineidens.
1. Part, von: eoineidere = (in eins) zusammenfallen]
(bildungsspr. selten): zusatnmenfallend. in eins fallend;
Koinzidenz [...ntß], die; -: 1. (bildungsspr.) das Zusammenfallen.
Zusammentreffen zweier Ereignisse u. ä.: die K. der Ereig-
1510
Kokosette
nisse; eine sehr merkwürdige K. 2. (Med.) gleichzeitiges
Auftreten mehrerer Krankheiten bei eitler Person. 3. (Biol.)
gleichzeitiges Auftreten zweier verschiedenartiger
Organismen, die in einer ökologischen od. ethologischen Beziehung
zueinander stehen (z.B. bei einer Symbiose); koinzidieren
(...dirranl <sw. V.; hat) (bildungsspr. selten):
zusammenfallen, zusammentreffen; sich decken.
koitieren flcoi'thron] <sw. V.; hat) [zu tKoitus]
(bildungsspr.): a) Geschlechtsverkehr ausüben: im Liegen, im
Stehen k.; mit jmdm. k.; Sie priesen die Keuschheit und
koitierten wie jedermann (Spiegel 44. 1974. 166); b) jmdn.
als Objekt für sein sexuelles Begehren benutzen, an jmdm.
sein sexuelles Begehren befriedigen, mit jmdm. den
Geschlechtsverkehr vollziehen: Er versuchte ... die Jüngste,
die nur ein Jahr älter war als er. zu k. (Graber. Psychologie
des Mannes 188); Koitus, (in medizinischen Fügungen:)
Coitus ['ko:itos]. der; -. Koitus [...tu:s] u. -se [lat. coitus.
zu: coire = zusammengehen] (bildungsspr.): einzelner
Geschlechtsakt, der in der genitalen Vereinigung der Partner
besteht: Beischlaf: ehelicher, außerehelicher K.; beim K.
zwischen Ehepartnern; Coitus a tergo [- a 'tergo] (Form
des Koitus, bei der die Frau dem Mann den Rücken zuwendet.
Geschlechtsverkehr „von hinten"); Coitus interruptus
(Form des Koitus, hei der der Penis vor dem Samenerguß
aus der Scheide herausgezogen wird); Coitus per anum
l- per 'a:nom] (Geschlechtsverkehr durch Einführen des
Gliedes in den After des Geschlechtspartners); Coitus per
os [- per o:s] (svw. tFellatio); Coitus reservatus [- rezer-
va:tos] (Form des Koitus, bei der der Samenerguß
absichtlich über längere Zeit hin od. gänzlich unterdrückt wird).
Koje ['ko:jd]B die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd..
mnieder!, koye < lat. cavea = Käfig. Behältnis]: 1. (See-
mannsspr.) schmales, fest eingebautes Bett in der Kajüte
eines Schiffs. 2. (ugs. scherzh.) Bett: sich in seiner K.
ausstrecken: noch in der K. liegen. 3.a) Nische in einem
Raum; b) nach oben u. nach der Vorderseite hin offener,
durch provisorische Wätuie abgeteilter Bereich in einem
größeren Raum, der I vorübergehend'/ für einen bestimmten
Zweck eingerichter ist; Ausstellungsstand: die Hallen auf
dem Ausstellungsgelände sind in -n eingeteilt.
Kojote [ko'jo:t5], der; -n. -n [span. (mex.) coyote < aztek.
coyotlj: 1. svw. t Präriewolf. 2. amerik. Bez. Tür
verächtlicher Mensch. Schuft. Hund (2b).
Koka ['ko:kal. die; -. - [span. coca < indian. (Ketschua)
cuca. coca < indian. (Aimara) koka = ein Baum]: kurz
für tKokastrauch; Kokain [koka'i.n]. das; -s: als Mittel
zur örtlichen Betäubung u. als Rauschgift gebrauchtes Alka-
loid. das aus den Blättern des Kokastrauchs gewonnen od.
auch synthetisch hergestellt wird: K. schnupfen; Vor der
Premiere gibt Otto mirK.. weil ich so aufgeregt bin (Kinski.
Erdbeermund 122); Kokainismus [kokai'nismus], der; -
(Med.): a) süchtige Gewöhnung an Kokain; b) chronische
Vergiftung durch Kokain; Kokainist [...nist], der: -en. -en:
jmd.. der an Kokainismus leidet.
Kokain-: -sucht, die; -: krankhafte Sucht nach dem
Rauschgift Kokain; -süchtig <Adj.; nicht adv.): von einer
krankhaften Sucht nach Kokain befallen; -Vergiftung, die.
Kokarde [ko'kards], die; -. -n [frz. cocarde, eigtl. =
Bandschleife, zu afrz. coquard = eitel, zu: coq = Hahn]:
rosette\{förmiges od. rundes Hoheitszeichen in den Landes-
od. Stadtfarben an Kopfbedeckungen von Uniformen od.
au Militärflugzeugen: die beiden Polizisten mit der
städtischen K. am Helm ... (Frisch, Gantenbein 492): <Zus.:>
Kokardenblume, die: (zu den Korbblütlern gehörende)
Blume mit großen, gelben od. purpurroten Blütenköpfen u.
zungenförmigen. zweifarbigen Blütenblättern; Gaillardia.
kokarzinogen [ko>], das; -s, -e [zu lat. con- = mit- u.
tKarzinogen] (Med.): Stoff, der im Zusammenwirken mit
Karzinogenen ein Karzinom entstehen läßt.
Kokastrauch, der; -[e]s, -sträucher [tKoka]: in Peru. u.
Bolivien vorkommender immergrüner Strauch mit kleinen,
gelblichen od. grünlich-weißen Blüten u. kleinen, ovalen. Kokain
enthaltenden Blättern.
kokein fko:k!n] <sw. V.; hat) (landsch.): svw. tgokeln.
koken [ko:kn] <sw. V.; hat/ [zu tKoks]: Koks herstellen;
'Koker, der; -s. -: jmd.. der in einer Kokerei arbeitet.
*Koker [-]. der; -s, - [niederd. Form von TKöcher. mniederd.
köker. köker] (Seemannsspr.): Öffnung im Schiffsdeck für
den Ruderschaft, die Ankerkette txl. für Masten.
Kokerei [ko:k3'raJ], die: -, -en: 1. Betrieb, in dem Steink<thle
zu Koks verarbeitet wird. 2. <o. PI.) (selten) svw. t
Verkokung.
kokett [koket, auch: ko...] <Adj.; -er. -este) [frz. coquet.
eigtl. = hahnenhaft. zu: coq = Hahn]: [von
eitel-selbstgefälligem Wesen u.j bestrebt, die Aufmerksamkeit anderer
zu erregen u. ihnen zu gefallen, od. entsprechend wirkend:
ein -es Mädchen; ein -er Blick; jmdm. k. zulächeln; seine
Wandlungsfähigkeit... solcherart k. zu betonen (K. Mann.
Mephisto 85): <Abl.:> Koketterie (koketd'rl:. auch: ko...].
die; - [frz. coauetterie]: I. kokette Art: eine naive K.;
Dem Mädchen ... war K. bei seinem Tun fremd (Kuby.
Rosemarie 18). 2. das Kokettieren (3): Die K. mit dem
eigenen Alter wirkte zusätzlich peinlich (MM 15. 7. 74.
16); kokettieren [...'ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. coquetter]:
1. (von einer weiblichen Person) sich einem Mann gegenüber
kokett benehmen u. sein Gefallen, erotisches Interesse zu
erregen suchen: sie kokettierte mit ihm; Ü gern kokettierte
der Minister mit dem Chaos ... in seiner Behörde (Spiegel
52. 1977. 85). 2. mit etw. nur spielen, sich nicht wirklich
auf etw. einlassen: mit der Gefahr k.; kühn wollten sie
einmal ... mit der Sünde k. (Jaeger. Freudenhaus 280).
3. auf etw. im Zusammenhang mit der eigenen Person
hinweisen, um sich damit interessant zu machen, eine bestimmte
Reaktion zu erreichen: sie kokettiert ständigmit ihrem Alter.
Kokille [ko'kito], die; -. -n [frz. coquille. eigtl. = Muschel]
(Hüttenw.): metallische, wiederholt verwendbare Gußform;
<Zus.) Kokillenguß, der.
Kokke ['kskaj. die; -. -n. Kokkus ['kakos], der; -, Kokken
[spätlat. coecus < griech. kökkos = Kugel]: kugelförmige
Bakterie: Ü die Kokken der Reaktion.
Kokkelskörner ['kakls-l <PI.) [mlat. coeculae orientales od.
coeculi indici = orientalische (indische) Körnchen]: Samen
eines südostasiatischen Schlingstrauchs, die (von
Eingeborenen) zum Betäuben von Fischen u. als Mittel gegen Läuse
u. Krätzmilben verwendet werden.
Kökkenmöddinger [koeknmoedinE] <P1.) [dän. kokkenmod-
dinger = Küchenabfälle]: Abfallhaufen der
Steinzeitmenschen in Dänemark, die bes. Muschelschalen u. Kohlenreste
enthalten; vgl. Kjökkenmöddinger.
Kokkolith [koko'lr.t. auch: ...ht]. der; -s u. -en. -e[n] [zu
griech. kökkos = Kugel. Körnchen u. t-lith. nach der
kugel- od. scheibenförmigen Gestalt]: aus Kalkalgen
entstandenes Sedimentgestein der Tiefsee; Kokkus: tKokke.
Kokolores [koko'lo.res,... ras], der; - [viell. zu einer früheren
Form von tGaukler] (ugs.): a) Unsinn. Unfug: das ist doch
alles K., was ihr da sagt, macht; b) Getue. Aufheben:
mach doch keinen solchen K.!
Kokon [ko'kö:. auch: ko'kon. österr.: ko'ko.n]. der; -s. -s
[frz. cocon = Seidenraupengespinst < provenz. coueon
= Eierschale]: aus einem Sekret gebildete Hülle um die
Eier verschiedener Tiere od. um Insektenpuppen (aus der
beim Seidenspinner die Seide gewonnen wird).
Kokos- [ko:kDS-: zu span. nuez de coco = Kokosnuß,
eigtl. = Butzemann (weil man aus der Schale Gesichter
schneiden kann)]: -busserl, das (österr.): in Häufchenform
gebackene Kokosflocken; ^butter, die: svw. Nfett; Mlieb.
der: svw. t Palmendieb; -faser, dte.für Seile. Netze. Matten.
Bürsten o.a. verwendete elastische Faser der KokosnulS;
^fett, das: als Speisefett, für Kerzen. Seife o. ä. verwendetes
Fett aus dem getrockneten, festen, obeichen Fleisch der
Kokosnuß; pflocken <PL>: mit geraspelter Kokosnuß
vermischte Fondantmasse; -läufer, der: Läufer aus Kokosfa-
sern; ^makrone, die: aus Kokosjlwken hergestellte
Makrone; -matte, die: vgl. Käufer; -milch, die: trinkbare weiße
Flüssigkeit im Innern der Kokosnuß; -nuß, die: Frucht der
Kokospalme, dazu: -nußräuber, der: svw. t Palmendieb;
M>l. das <o. PI. >: aus dem getrockneten Fleisch der Kokosnuß
ausgepreßtes öl. das für Glyzerin u. Kunstharze verwendet
wird; ^pahne, die: an tropischen Meeresküsten wachsende,
schlanke Palme mit einer Krone aus langen Fiederblättern
u. etwa kinderkopfgroßen. braunen Früchten mit sehr harter,
mit einer Faserschicht bedeckten Schale, in denen sich eine
milchige Flüssigkeit u. eine weiße, fleischige Schicht
befinden; -raspel <PI.): geraspeltes Fleisch der Kokosnuß: ^tep-
pich, der: vgl. -läufer.
Kokosette [kokozet]. das: -s [geb. nach fNoisette (1) zu
frz. cocos = Kokosnuß] (österr.): geraspelte Kokosnuß:
Sehr steifen Schnee. K. und Zucker auf ganz dünner
Flamme zu einer dickflüssigen Masse verrühren (Das neue Thea-
Kochbuch. Wien 1%4. 147).
1511
Kokotte
Kokotte [ko'kotd], auch: kD...], die; -. -n [frz. cocotte. eigtl.
kindcrspr. lautm. = Henne, Hühnchen] (bildungsspr.
veraltend): gutaussehemfe Frau von einer gewissen Eleganz u.
mit guten Umgangsformen, die zu Erwerbszwecken mit
Männern sexuell verkehrt: stolze -n im Pelz (K. Mann.
Wendepunkt 115); sie hatte, obwohl sie im Rufe einer halben
K. stand, in zehn Jahren nicht einmal wirklich mit einem
anderen Mann geschlafen (Böll. Haus 21).
'Koks [ko:ks]. der; -es. (Sorten:) -e [engl, cokes (PI.) <
mengl.colk = Mark.Kern(gehäuse)!: 1. <P1. selten) durch
Erhitzen unter Luftabschluß gewonnener Brennstoff aus
Stein- ixl. Braunkohle: K. feuern; mit K. heizen. 2. <o.
PI.) (salopp scherzh.) zur Verfügung stehendes Bargeld:
vgl. Kohle (3).
^oks [-), der; -es [urspr. gaunerspr.l (Jargon): Kokain: Ihre
nächste Etappe waren vielleicht noch die billigen Bordelle
... Dann die Straße. Dann K. (Remarque, Triomphe 53).
\oks [-], der; -[es), -e [viell. jidd.] (ugs.): steifer Hut.
iCoks [-], der; -es [viell. zu TKohl (2) unter scherzh.
Anlehnung an Kohle) (salopp): Unsinn. Unfug.
Koks- ('Koks 1): -gewinnung, die; -grus, der: fein zerbrök-
kelter Koks: -Hochofen, der: Hochofen, der die erforderliche
Hitze durch Verbrenming von Hochofetikoks erzeugt;
^kohle, die: zur Verkokung geeignete Steinkohle; -ofen, der:
I. mit Koks geheizter Ofen. 2. Ofen fiir die Kokstierstellung
in einer Kokerei.
Kokse ['ko:kso). die: -. -n (Jargon): kokainsüchtige weibliche
Person.
'koksen [ko:ksn] <sw. V.; hat) [H. u.] (salopp): /fest/
schlafen.
koksen [-J <sw. V.; hat) Izu t^KoksJ (Jargon): Kokain
nehmen: sie hat früher einmal gekokst: Kokser, der; -s. -
(Jargon): jmd.% der kokainsüchtig ist.
Kokzidie [k:>k't£i:di3l. die; -. -n (meist PI.) [zu griech. kök-
kos. tKokkeJ: kleines Sporentierchen, das bes. in
Verdauungsorganen. Leber u. Nieren von Haustieren schmarotzt
u. die Kokzidiose hervorruft; <Abl.:> Kokzidiose [koktßi-
dio:z3l. die; -. -n: durch Kokzidien hervorgerufene, oft
seuchenartig antretende Darm-. Leber- u. Nierenerkrankung
bes. bei Haustieren.
Kola: PI. von tKolon.
Kolabaum [ko:la-]. der; -[eis, ...bäume [westafrik. (Temne.
Mandingo) kola. kolo]: im tropischen Afrika vorkommender
Baum mit ledrigen Blättern, der zur Gewinnung der Samen,
der Kolanüsse, kultiviert wird.
Kolani flo'la.nij. der; -s. -s [H. u.J: (beider Marine
getragenes) hüftlanges Jackett at4S dickem, dutikelhlauem Wollstoff
mit Messingknöpfen für Matrosen u. Unteroffiziere ofxne
Portepee.
Kolanuß, die; -. ...nüsse: für Genuß-, auch Nahrungsmittel,
bes. für Erfrischungsgetränke u. Anregungsmittel
verwendeter, harter, gelbbrauner bis rötlicher Samenkern des
Kolabaums.
Kolatsche [ko'la:tJa]. die; -, -n [tschech. koläfi] (österr.):
kleines, ursprünglich rundes, heute meist Quadratisches,
gefülltes Hefegebäckstück: Eine böhmische Bauernhochzeit:
da gab es Gänsebraten... und -n und Kuchen (Fussenegger.
Haus 73).
Kolatur [kola'tu:?], die: ~. -en [zu tkolieren] (Chemie.
Pharm.): /durch ein Tuch) durchgeseihte Flüssigkeit.
Kolbe ['kalte], die; -, -n [ältere Form von t Kolben]:
scheitellose, die halbe Stirn bedeckende, in Ohrenflöhe rund
geschnittene Männerfrisur der Reformationszeit; Kolben ['kolbn].
der: -s, - [mhd. kolbe. ahd. kolbo = Stock od. Stiel mit
dickem Ende, klunipenförmiger Gegenstand): I. (Technik)
a) zylittdrisches Maschinenteil, das sich im Zylinder hin
u. her bewegt u. Druck- in Bewegungsenergie umsetzt: der
K. einer Pumpe; (ugs.:) im Motor hat sich der K.
festgefressen; b) bewegliches Teil im Zylinder einer Injektionsspritze,
eines Füllhalters o.a. 2. (Chemie) hitzebeständiges,
flaschenjörmiges. bauchiges Glasgefäß mit längerem Hals,
das zum Destillieren od. Erhitzen von Flüssigkeiten
verwendet wird; Glaskolben. 3. verstärkter hinterer Teil des
Gewehrschafts: Gewehrkolben: der K. eines Karabiners; Er ...
riß sich den K. an das Kinn, drückte den Abzug durch,
und der Lauf... spuckte Feuer (K irst. 08/15.923);
Gefangene mit dem K. schlagen, stoßen. 4. unverzweigter, ährenför-
miger Blüten- od. Fruchtstand mit fleischig verdichteter
Achse, an der dichtgedrängt die einzelnen Blüten od. Früchte
stehen: K. von Mais. 5. (Jägerspr.) Geweih od. Gehörn bei
Hirschen u. Rehen, das im Wachsen noch mit Bast (2)
überzogen ist. 6. (salopp) dicke Nase: vom Saufen einen
roten K. haben; sich den K. anfrieren. 7. (derb) Penis.
Kplben-: -blitz, der (Fot.): elektrisch gezütulete Blitzlampe:
Bei der für -e besonders geeigneten indirekten Blitzerei
(Fotomagazin 8. 1967. 12); -geweih. das (Jägerspr.): svw.
t Kolben (5): -fresser. der (Kfz.-T. Jargon): durch längeres
Fa/iren mit zu wenig Motorenöl, falsche Schmierstoffe,
undichte Kolbenringe u.a. hervorgerufene Reibung eines
Kolbens (1 a) an der Zylinderwand, die schließlich zum völligen
Festsitzen des Kolbens (1 a) fülirt; -hieb, der: Hieb mit
dem Kolben (3): die Nachricht traf ihn wie ein K.; -hirsch,
der (Jägerspr.): Hirsch mit einem Kolben (5); -hirse. die:
a) in Indien u. Ostasien als Getreide angebaute, grasartige
Pflanze mit Ährenrispen u. hirsekomgrofien Früchten; b)
als Nahrungsmittel u. Vogelfutter verwertete Früchte der
Kolbenhirse (a); ^hub, der (Technik): Weg. den ein Kolben
(1 a) in einer Kolbenmaschine zwischen dem oberen u. unteren
od. dem unteren u. oberen Totpunkt zurücklegt; -maschine.
die (Technik): Maschine mit einem in einem Zylinder hin
u. her gehenden od. in einem entsprechenden Gehäuse
rotierenden Kolben da); -motor, der (Technik): Motor, bei
dem ein Kolben (\ a) von Druckluft od. von einem
verbrennenden Lujt-Krafisioff-Gemisch in einem Zylituler hin u. her
bewegt wird od. in einem entsprechenden Gehäuse rotiert;
-ring, der (Technik): Dichtungsring zwischen Kolben (I a)
//. Zylinderwand; -Schieber, der (Technik): Schieber, durch
den bei Dampfmaschinen die Dampfs teuerung erfolgt;
-schlag,der: svw. Nhieb; -stanze, die (Technik): am
Kolben (I a) einer Dampfmaschine befestigte Stange zur
Übertragung der auf (Jen Kolben wirkenden Kräfte; ^zeit* die
(Jägerspr.): Zeit, in der Hirsche u. Rehe Kolben (5) tragen.
Kolchizin,(chem. fachspr. auch:) Co Ich ic in Üol<;i'l>i:n].das;
-s [zu griech. kolchikön = Herbstzeitlose] (Med.. Biol.):
sehr giftiges Alkaloidder Herbstzeitlose, das zur Behandlung
bei Gichtatifällen sowie wegen seiner die Zellkernteilung
hemmemlen Wirkung in der Pflanzenzucht verwendet wird.
Kolchos l'kokps]. der. selten: das; -. -e [...'«^y.za; russ. kol-
chos. gek. aus: kollektiwnoje chosjaistwo =
Kollektivwirtschaft]: t Kolchose: die Kommissare, die dem Dorf den
K. aufgezwungen hatten (Fühmann, Judenauto 98).
Kpldios-: -bauer, der: einer Kolchose angehöretuler Bauer:
-mitglied. das: -Vorsitzender, der; -Wirtschaft, die:
Landwirtschaft in der Form des Kolchos.
Kolchose [k:>r(;o:z3], die; -. -n [tKolchos]:
landwinschaftlicher Großbetrieb, landwirtschaftliche
Produktionsgenossenschaft in der Sowjetunion: sie halten eine K. besucht,
eine Farm ohne Eigentümer (Koeppen. Rußland 106);
auf der K. arbeiten; U Wieder auf meiner K. (scherzh.:
in meiner Wohnlaube in der Laubenkolonie), hatte ich ...
die beste Idee meines Lebens (Plenzdorf. Leiden 51).
Kolder ['kokte], der; -s [alemann. Nebenf. von t2Koller]
(Schweiz.): /krankhafte/ Reizbarkeit: Hypochondrie;
<Abl.:> koUem I'kolden] <sw. V.; hat) (südd.. Schweiz.):
schelten, poltern; zanken.
Koleda [koleda]. die; -. -s, Kolende [kolendd], die; -, -n
[tschech. koleda. poln. koleda. russ. koljada. zu lat. calen-
dae. t Kaienden]: in den slawischen Sprachen Bez. für das
Weihnachtsfest u. das dazugehörende Brauchtum.
Koleopter tColeopter; Koleoptere [koleop'te:n>]. die; -. -n
(meist PI.) [zu griech. koleöpteros = mit Flügeldecken
versehen, zu: koleös = (Schwert Jscheide u. pterön =
Flügel, also eigtl. = Scheidenflügler]: svw. t Käfer (1); Koleo-
ptile [...ti.b], die; -. -n [zu griech. ptilon = Feder (1)]
(Bot.): scheidenförmige, schützende Hülle um das
aufgehende erste Blatt eines Grases, die bei der Keimung mit ihrer
harten Spitze die Bodenoberfläche durchbricht.
KolibakterJe ['ko.li-l. die; -. -n (meist PI.) [zu griech. kölon
= Glied des Körpers, Darm u. t Bakterie]: Bakterie im
Dick- u. unteren Dünmiarm. die Kohlehydrate zersetzt u.
außerhalb des Darms auch als Krankheitserreger
auftritt.
Kolibri [ko:libril. der; -s. -s [frz. colibri (wohl karib. Wort)]:
in Amerika vorkommender, sich von Insekten u. Nektar
ernährender, sehr kleiner Vogel mit metallisch
schimmerndem Gefieder, langen, spitzen Flügeln u. langer, gespaltener
Zunge in einem röhrenförmigen Schnabel.
kolleren [ko'lhran] (sw. V.; hat) [lat. coläre] (Chemie.
Pharm.): IdurchIseihen.
Kolik [ko:hk.auch: koli:k].die: -.-en [griech. kölike (nösos)
1512
Kollege
= Darmleiden, zu: kölon = Glied, Darm]: Anfall von
krampfartigenI Leibschmerzen: der Nieren-,
Gallenkranke litt an -en; das Pferd wälzte sich bei der K. am Boden;
Kolitis [ko'li:tis]. die; -. ...itiden [koli'ti:dn] (Med.): meist
durch Bakterien verursachte, mit Diarrhö einlier gehende
Entzündung des Dickdarms: Koliurie [koliu'ri:]. die; -, -n
[...i:an; zugriech, kölon = Darmu.oüron = Harn] (Med.):
Ausscheidung von Kolibakterien im Urin.
Kolk [kolk], der; -[e]s, -e [aus dem Niederd. < mniederd.
kolk = Vertiefung] (Geol.): a) durch strudelndes Geröll
entstandene Vertiefung in einem Flußbett* an Küsten od.
am Untergrund von Gletschern: b) durch Humussäuren
verursachte braune Wasserstelle an Vertiefungen von
Hochmooren.
Kolkothar [k3lkota:g], der: -s. -e [span. colcotar < arab.
qulqutär < griech. chälkanthos]: rotes Eisenoxyd.
Kolkrabe, der; -n. -n [lautm.. nach dem dunklen Ruflaut]:
schwarzglänzetuler Rabe mit keilförmigem Schwanz u.
großem, gebogenem Schnabel.
kullabeszieren[k3lab£s'tßi:r3n] <sw. V. hat/ist) [lat. colabes-
cere. Intensivbildung zu: colläbi, t kollabieren] (Med.):
körperlich verfallen: kollabieren [...'bi:ren] <sw. V.; ist) [lat.
colläbi = zusammensinken]: 1. (Med.) einen Kollaps (1)
erleiden: während einer Wahlrede k.; einige Läufer
kollabierten, nachdem sie ins Ziel gekommen waren.
2. (Aslron.) (von Sternen in der Endphase ihrer
Entwicklung) einen Kollaps (3) erleiden, in sich zusammenlallen:
kollabierende Sterne.
Kollaborateur [kDlabora'to:^]. der; -s. -e [frz. collaborateur,
eigtl. = Mitarbeiter]: jnul.. der gegen die Interessen des
eigenen Landes mit dem Gegner, der Besatzungsmacht zu-
sammetwrbeitet: jmdn. als K. anklagen;
Kollaboration [...'t$io:n], die; -, -en <P1. ungebr.) [frz. collabora-
lion]: 1. das Kollahorieren (1): Der ... Priester ... war nach
dem Krieg in Belgien wegen K. in Abwesenheit zum Tode
verurteilt worden (MM 20.6. 73,5). 2. (bildungsspr. selten)
das Kollahorieren (2): ... beklagten die CDU-Protestanten
ungenügende K. katholischer Autoritäten (Spiegel 30,
1966. 18); Kollaborator [...'ra:tor, auch: ...to:?], der; -s.
-en [...ra'to:ran] (veraltet): Hilfslehrer, -geistlicher: Kollabo-
ratur [...ra'tu:?], die; -. -en (veraltet): Stelle. Amt eines
Kollaborators: kollaborieren [...ri:ren] <sw. V.; hat) [frz.
collaborer, eigtl. = mitarbeiten < spätlat. collaböräre]:
I. mit dem Gegner, der Besatzungsmacht gegen die Interessen
des eigenen Landes zusammenarbeiten: während des
Zweiten Weltkrieges kollaborierte der Jesuitengeneral ... sogar
mit der Gestapo (Deschner. Talente 333). 2. (bildungsspr.
selten) zusammenarbeiten.
kollagen [kola'ge:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
kölla = Leim u. t-gen] (Med., Biol.): aus Kollagenen
bestehend: leimgebend: -e Fasern; Kollagen [-]. das; -s. -e (Med.,
Biol.): leimartiger, in Wasser stark Quellender Eiweißstoff
in Bitidegewebe. Sehnen. Knorpeln. Knochen: <Abl.:>
Kollagenase [...ge'na:z3], die; - (Med.. Biol.): Enzym, das Kollage-
neu. deren Abbauprodukte angreift: Kollagenose [...'no.za],
die; -. -n (Med.): mit krankhalten Veränderungen des kolla-
genlialtigen Gewebes einhergehettde Erkrankung (z. B.
Rheumatismus).
Kollani: TKolani.
Kollaps ['kalaps. auch: -'-]. der; -es. -c Im lat. collapsus.
zu lat. colläbi, tkollabieren]: 1. (Med.) plötzlicher Schwä-
cheanfall infolge Versagens des peripheren Kreislaufs u.
verminderter Hirndurchblutung: K. (oder Schock) tritt
immer dann ein, wenn ein Mißverhältnis zwischen
vorhandener Blutmenge und Fassungsvermögen des Gefäßsystems
besteht (Medizin II. 297); einen K. bekommen, erleiden;
Ü der kriegt einen K. (ugs.; gerät aus der Fassung), wenn
er das hört. 2. /wirtschaftlicher] Zusammenbruch; Wenn
die Wehrmacht vor Stalingrad ... einen
moralisch-militärischen K. erlitten hat (K. Mann, Wendepunkt 427); Die
Anleihe ... soll das Pfund vor einem K. der Abwertung
bewahren (Welt 18. II. 67. 17). 3. (Astron.) Endphase
der Sternentwicklung, hei der der Stern durch die eigene
Gravitation in sich zusammenfällt. 4. (Holztechnik) starkes
Schwinden des Holzes senkrecht zur Faserrichtung während
der Tnxknung; <Zus.:> KQllapszustand, der <meist PI.)
(Med.): svw. tKoIlaps.
Kollar (ka'la.gl. das; -s. -e [mlat. collaris = Halstuch <
lat. colläre = Halsband für Tiere. Halsfessel]: steifer
Halskragen (a). bes. des katholischen Geistlichen.
kollateral flolate'ra.l] <Adj.; o. Steig.) [mlat. collateralis
= seitlich, zu lat. collateräre = zur Seite nehmen]
(Fachspr.): seitlich angeordnet: Kollaterale, die; -n. -n
(Med.): svw. tKollateralgefäß; <Zus.:)Kollateralaef?iß.das:
-es, -c (Med.): Querverbindung zwischen Blutgefäßen:
Umgehungsgefäß: Kollateralverwandte, der u. die; -n. -n (veraltet):
Verwandte'^) einer Seitenlinie.
Kollation [kr>la'lMo:n], die; -. -en [lat. collätio = das
Zusammenbringen, die Vergleichung, zu: collätum, 2. Part, von:
cönferre = zusammentragen; 4: mlat. collätio =
abendliche Lesung im Kloster u. das Essen od. der Trunk
danach]: 1. das Kollationieren (I). 2. das Kollationieren
(2). 3. (kath. Kirche) Übertragung eines freigewordenen
kirchlichen Amts. 4,a) (kath. Kirche) kleine erlaubte
Stärkung an Fasttagen od. für einen Gast im Kloster: b) (landsch..
sonst veraltet) kleine Zwischenmaldzeit; Imbiß. 5. (jur.
veraltet) Hinzufügung der Vorausleistungen des Erblassers (an
einen Erben) zu dem Gesamtnachlaß: kollationieren [...io-
ni:ran] <sw. V.; hat) [1: mlat. collationare]: I. eine
Abschrift, einen Text mit der Urschrift* Textvorlage zur
Prüfung der Richtigkeit vergleichen: Druckfahnen [mit dem
Manusk ript] k. 2. (bes. Buchbinderei) Druckbogen od. Seiten
eines Buches auf Vollzähligkeit prüfen. 3. (veraltet) eine
Kollation (4 b) einnehmen: Kollator tko'la.tor, auch: ...to:^].
der; -s. -en [...la'to:ran; mlat. collator]: Inhaber der Kollatur;
Kollatur (kola' tu:?].die; - (kath. Kirche): Recht zur Kollation
(3).
Kollaudation Oolayda'tßioin], die; -, -en [lat. collaudätio]
(Schweiz.):tKollaudierung;kollaudieren[...'di:r3n]<sw. V.;
hat) [lat. collaudäre = belobigen. Lob erteilen] (Schweiz..
österr. Amtsspr.): einen Bau nach der Fertigstellung
abnehmen u. die Übergabe an seine Bestimmung baubehördlich
genehmigen: <Abl.:) Kollaudjerung. die; -. -en (Schweiz.,
österr. Amtsspr.): das Kollaudieren.
Kolleg [k3'le:k]. das: -s. -s. selten: -ien l...e:gjpn; lat. colle-
gium = (Amts)genossenschafl]: 1. akademische Vorlesung:
ein vierstündiges (vier WiKhenstunden umfassendes)
germanistisches K.; Wir gingen zusammen auf die Universität
... Wenn die -ien vorbei waren ... (Katia Mann, Memoiren
16); ein K. belegen, besuchen; ein K. über etw. halten,
lesen; sie hörte die -s verschiedener Professoren; -s schinden
(Studentenspr. veraltend; Vorlesungen ohne pflichtgemäße
Entrichtung von Kolleggeldern besuchen). 2. Institut zur
Erlangung der Hochschulreife im Rahmen des zweiten
Bildungsweges: Für diese -s gibt es keine festen Lehrpläne.
Sie werden vielmehr von dem jeweiligen Leiter des Hauses
selbst festgelegt (DM 45. 1965. 9). 3. kirchliche
Studienanstalt für katholische Theologen; Gymnasium der Jesuiten
/mit InternatJ. 4. (veraltet) svw. tKollegium.
Kolleg-: -geld.das <meist PI.) (Hochschulw.): für eine
belegte Vorlesung entrichtete Gebü/ir: die -er wurden an die
Professoren abgeführt; ^heft. das: Heft zum Mitschreiben
einer Vorlesung; ^mappe, die: mit Reißverschluß zu
schließende, leichte, flache /griffloseJ Tasche im Aktenformat;
^stufe, die: Schulform mit Kurssystem, in der alle Schüler
der Klassen 11 bis 13 in einer gemeinsamen Schule mit
berufs- u. studienorientierter Abteilung unterrichtet werden;
-tasche, die (selten): svw. t^mappe.
Kollega [k3'le:ga], der; -[s]. -s (meist ohne Artikel als
scherzh. Anrede): svw. t Kollege: Ausgezeichnet, meine
Anerkennung. Herr K. (Kuby. Sieg 87); sie hatte von
nichts anderem reden gehört, daheim und bei den
Nachbarn und bei den -s ihres Vaters (Fussenegger. Haus 137);
Kollege [...gd], der; -n. -n [lat. collega = Amtsgehilfe.
Amtsgenosse, eigtl. = Mitabgeordneter]: a) jmd.. der mit
anderen zusammen im gleichen Beruf tätig ist. die gleiche
Stellung hat; Fachkollege: der Herr K. vom Zivil (Th.
Mann, Krull 124); (mündliche Anrede:) Herr K.!; die
Herren -n (Abgeordneten) von der Opposition; der Arzt,
Pfarrer, Physiker, Studienrat, Diplomat beriet sich mit seinen
-n: Ü (scherzh.:) Der eine der Spatzen (= der Feldsperling)
hat an dieser Stelle einen dunklen Fleck, der seinem -n
(= dem Haussperling) fehlt (Kosmos 2, 1965. 86); b) jmd..
der mit anderen zusammen im gleichen Betrieb tätig ist;
Arbeitskollege: ein junger, netter K.; sie sind -n; er ist
ein früherer K. von mir; das ist unter -n nicht üblich;
K. kommt gleich (warten Sie bitte, der [für Ihren Tisch/
zuständige Kollege / Kellner J wird Ihre Bestellung
aufnehmen); (Anrede:) Liebe -n!; c) jmd.. der mit anderen
zusammen der gleichen Einrichtung. Organisation (z. B. der Ge-
1513
Kollegenkreis
werkschaft) angehört: bei seinen -n in der Schule galt
er als Streber; einige -n im Internat (Eppendorfer,
Ledermann 192); K. Meyer; d) (DDR) Genosse (2), Werktätiger:
K.. im Wettbewerb kann einer nur gewinnen (Hacks. Slük-
ke 305); e) saloppe Anrede an einen Unbekannten: komm
mal her. K.!; <Zus:> Kollegenkreis, der: etw. Im K.
besprechen; Kollesenrabatt, der: von Verlagen untereinander
gewährter Rabatt: kollegial [kale'gia:!] <Adj.) [lat. collegiälis
= das Kollegium betrelTendl: 1. dem (guten) Verhältnis
zn'ischen Kollegen entsprechend: -er Geist, -es Mitgefühl;
(Briefschluß:) mit -em Gruß (einem Gruß von Kollege zu
Kollege): das war nicht sehr k. von ihm; sich k. [gegenüber
jmdm.] verhalten; jmdm. etw. k. überlassen. 2.a) einem
Kollegium entsprechend, darauf bezogen: durch ein
Kollegium erfolgend: nach Art eines Kollegiums: ein -er Beschluß;
Zwar handelte der Papst in den letzten Konzilswochen
k. (Spiegel 5.1965,84); b) nach Art eines Kollegiums
zusammengesetzt: eine -e Exekutivbehörde.
Kollegial-: ^Bericht, das (jur.): mit mehreren gemeinsam
entscheidenden Richtern besetztes Gericht: -prinzip, das <o.
Pl.>: gemeinsame Beschlußfassung von gleichberechtigten
Personen: Das K. in der Leitung von Wirtschaftsbetrieben
(Börsenblatt i960. 101); -System, das <o. PL>: 1. svw.
t ^prinzip. 2. frühere Theorie im evangelischen Kirchenrecht,
nach der die oberste kirchliche Gewalt nicht dem
Landesherrn, sondern der gesamten Kirchengemeinde einschließlich
des Landesherrn zukommt.
Kollegialität [koIcgiali'ü;:t], die; -: 1. gutes Einvernehmen
unter Kollegen, kollegiales Verhalfen, kollegiale Einstellung:
im Betrieb herrscht eine nette, wirkliche K.; wenig K.
zeigen; sein Verhalten zeugt nicht von K. 2. kollegiales
(2) Prinzip, kollegiale (1) Stellung als Grundlage des
Handelns: in der Kirchen Führung ist von nun an das Prinzip
der K. zwischen Papst und Bischöfen eingeführt (Zeit
10. 12. 65, 9); Kollegiat [...'gia:tl. der. -en. -en: 1. jmd..
der ein Kolleg (2) besucht: Teilnehmer an einem Funk-
od. Telekolleg. 2. Stiftsgenosse: Kollegin« die; -. -nen: w.
Form zu TKollege (a-d); Kollegium [ko'le:gium], das; -s.
...ien [...pn; lat. collegium. tKolleg]: 1. a) Gruppe von
Personen mit gleichem Amt od. Beruf: ein K. von Ärzten
behandelte das Staatsoberhaupt; b) Gesamtheit der Lehrer einer
Schule: das K. versammelte sich im Lehrerzimmer; etw.
im K. besprechen; c) (DDR) Gruppe von Anwälten, die
gemeinsam Rechtsfälle bearbeiten. 2. Körperschaft* deren
Mitglieder gemeinsam etw. beschließen: er ist Mitglied des
-s des sowjetischen Außenministeriums.
Kollektaneen [kotek'tainean. auch: ...ta'ne:anl <P1.) [spätlat.
collectänea.zu lat. collectäneus = durch Sammeln
zusammengebracht] (bildungsspr. veraltet): Sammlung von
Auszügen. Zitaten aus literarischen, wissenschaftlichen Werken;
Kollekte ßcD'lektal. die: -. -n [lat. collecta = Beisteuer.
Geldsammlung, zu: colligere = (ein)sammeln]: 1.
Sammlung von Geldspenden im od. nach dem Gottesdienst: die
K. erbrachte über 100 Mark; die K. am heutigen Sonntag
ist für ein Altenpflegeheim, für eine neue Orgel bestimmt.
2. (kath. Kirche veraltet) zur Liturgie /der Messe] gehören-
des Altargebet. Kollekteur[...'t0:E).der;-s.-e [frz. collecteur
< afrz. collecteur = Steuereinnehmer, zu lat. colligere.
tKollekte] (veraltet): a) Lotterieeinnehmer; b) jmd.. der
für wohltätige Zwecke sammelt; Kollektion [...'tßio:n]t die;
-. -en [frz. collection < lat. collectio = das Aufsammeln]:
a) Mustersammlung von Waren, bes. von neuesten Modellen
der Textilbranche: eine K. von Lederwaren. Sportkleidung;
Pariser Couturiers zeigten ihre -en für Frühling und
Sommer; b) für einen bestimmten Zweck zusammengestellte
Sammlung. Auswald: eine K. von Briefmarken, Gemälden;
Bolls Analekten sind -en platter Allenveltsgedanken
(Deschner. Talente 45): c) aus privater Neigung gesammelte
Dinge: der Leuchter, die Spieluhr stammt aus der K. meiner
Mutter; Ü diese Frau fehlt noch in meiner K. (scherzh.;
diese Frau möchte ich haben)', kollektiv [...'ti:fl <Adj.; o.
Steig.) [lat. collectlvus = angesammelt]: a)
gemeinschaftlich: eine -e Lebens-. Wohnform, Wirtschaft. Zielsetzung;
eine -e Führung; -es Handeln. Mißtrauen; Buchmalereien
als Produkte -er handwerklicher Arbeit (Bild. Kunst 3.
63); seine Interessen k. vertreten; die Kinder k. erziehen;
b) alle Beteiligten betreffend, erfassend; umfassend: sie
würden sich auf das von Rußland gewünschte -e
Sicherheitssystem ... einlassen (Dönhoff. Ära 217); Kollektiv [-]. das;
-s, -e. auch: -s [2: russ. kollektiw]: l.a) Gruppe, in der
Menschen zusammen leben , u. in der die Persönlichkeit
des einzelnen von untergeordneter Bedeutung ist]: Den
Behörden gegenüber tritt die Gruppe ( = Jugendliche u.
Bewährungshelfer) als K. auf (Ossowski, Bewährung 10);
Er wollte einer sein unter vielen, zum Ganzen gehören,
zum K.; nicht mehr aufTallen. nicht mehr herausfallen
(K. Mann. Vulkan 272); b) Gruppe, in der Menschen
zusammenarbeiten; Team: wurde ein offizielles K. von Beratern
einberufen (Dönhoff. Ära 190); Doch geht es hier ... um
die Methoden des -s (= der Gruppe 47; Deschner. Talente
336). 2. in den sozialistischen Staaten von gemeinsamen
Zielvorstellungen u. Überzeugungen getragene [Arbeits- u.
Produktions 1 gemeinschaft: -e des Stahlwerkes, der
Walzenstraßen, der Schmiedemaschine und der Glüherei (Neues
D. 8. 11. 76. 3); das K. der Klasse 8 b in der
Goethe-Oberschule (Neues D. 10. 6. 64. 8); Wir kämpfen in unserer
Brigade um den Titel .Xollekliv der sozialistischen Arbeit"
(Neues D. 12.6. 64,1). 3. (Statistik) beliebig große
Gesamtheit von Meßwerten. Zälddaten. die an eindeutig
gegeneinander abgrenzbaren Exemplaren einer statistischen Menge zu
beobachten sind. 4. (Physik) Gesamtheit von Teilchen, deren
Bewegungen infolge ihrer gegenseitigen Wechselwirkung
mehr od. weniger stark korreliert sind.
kollektiv-.Kollektiv-: -arbeit, die: kollektiv (a), im Kollektiv
(1 b. 2) geleistete Arbeit; -ausstelhing, die: Ausstellung von
Werken. Erzeugnissen eines Kollektivst b. 2): -bauer, der:
in sozialistischen Ländern, bes. in der Sowjetunion, einer
latuiwirtschßftliehen Produktionsgenossenschaft
angehörender Bauer; -bedürfnis, das <meist Pl.> (Sozio!.): Bedürfnis,
das erst aus dem sozialen Zusammenleben erwächst; ^be-
wußtsein, das: Gesamtheit der Anschauungen u. Gefühle,
die der Durchschnitt der Mitglieder einer Gesellschaft
hegt; das K. stärken; -bildung, die (Sprachw.): als Kol-
lektivum gebildetes Wort; -eigentum, das: Eigentum, das
einem Kollektiv (1 a. 2) u. nicht jmdm. privat gehört;
Erziehung, die (Päd.): überwiegende od. ausschließliche Erziehung
durch das Kollektiv (1); -familie, die: in einem Kollektiv
(1 a) lebende Großfamilie (b); -«eist, der <o. PL>: starkes
Gefühl des Integriertseins in ein Kollektiv (1 a, 2); -gruppe,
die: vgl. -familie; -haftung, die: vgl. -schuld;
^Improvisation, die: gemeinsames Stegreifspiel im Jazz; -iagd, die
(DDR): von einem Jagdkollektiv durchgeführte Jagd;
-Jäger, der (DDR); -letstung, die: vgl. -arbeit; -leiter, der:
Leiter eines Kollektivs (2); -mitgiied, das: 1« Mitglied eines
Kollektivs (1.2). 2. Kollektiv (2) als Mitglied einer
Organisation. Institution; -schäm, die: vgl. -schuld; -schau, die:
svw. t ^ausstelhing: -schuld, die <o. Pl.>: moralische Schuld
einer Personengemeinschaft als Gesamtheit: die Frage der
K. des deutschen Volkes im Hinblick auf die Verbrechen
des Nationalsozialismus; Suffix, das (Sprachw.): Suffix,
das ein Kollektivum bildet (z.B. -schart in Gesellschaft);
-urteil, das: generalisierende, grob vereinfachende
Vorstellung. Meitutng in bezug auf eine Gruppe; -Verpflichtung,
die (DDR): das Sichverpflichten eines Kollektivs (2) zu
bestimmten [Produktionsleistungen (Ggs.:
Einzelverpflichtung); -vertrag, der: 1. arbeitsrechtlicher Vertrag
zwischen einer od. mehreren Gewerkschatten einerseits u. einem
od. mehreren Arbeitgeberverbänden andererseits;
Tarifvertrag. 2. (DDR) kurz für t Betriebskollektivvertrag;
^Vertreter, der (DDR): vgl. -leiter; -Wirtschaft, die:
landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in sozialistischen
Staaten, bes. in der Sowjetunion: Kolchose: In der
Sowjetunion folgte ... die Zusammenfassung der rd. 24 Millionen
bäuerlicher Betriebe in -en ab 1929 (Fraenkel. Staat 24).
kollektivieren Dcolekti'vi:ran] <sw. V.; hat): in Kollektive
(2) überführen: in den sozialistischen Staaten ist die
Landwirtschaft kollektiviert; Ü die Verantwortung der Eltern
für die Kinder zu verteilen und zu k. (Wohngruppe 58):
<Abl.:> Kollektivierung, die: -. -en: das Kollektivieren;
Kollektivismus [...'vismos], der: -: 1. Anschauung, die dem
Kollektiv da, 2) unbedingten Vorrang gegenüber dem
Individuum einräumt, so daß das Kollektiv u. seine
Notwendigkeiten den Entfaltungsspielraum des Individuums bestimmen;
Obwohl die letzten Jahrzehnte fast überall zum Vormarsch
des K. auf Kosten des Individualismus geführt haben
(Fraenkel, Staat 307). 2. kollektive Wirtschaftslenkung mit
Vergesellschaftung des Privateigentums; Kollektivist
[...'vistj. der; -en. -en: Anhänger des Kollektivismus; kollek-
tivjsti§ch <Adj.>: den Kollektivismus betreffend: im Sinne
des;Kollektivismus:Kollektivität!...vi'ts.t],die;-: I. Gemein-
1514
kollokieren
schajtlichkeit: ... daß die gemeinsamen Erfolge auf K.
in der Arbeit beruhen (Volk 10. 7. 64. 1). 2. Gemeinschaft
(2): Es geht ja nicht um den Stand - Angriffe gegen eine
K. sind immer ungerecht (Tucholsky, Werke II. 147); Kol-
ftckttvum [...'ti:vumj. das; -s. ...va [lat. nömen collect/vum]
(Sprachw.): Bezeichnung, die mehrere gleichartige Gegen-
stände, Lebewesen od. Sachverhalte zusammenfallt;
Sammelbezeichnung,-nameiz. B. Herde.Gebirge.Knappschaft);
Kollektor [ks'lektor. auch: ...to:£l. der; -s, -en [...'to:ren;
zu lat. colligere. fKollektJ: 1. (Elektrot.) auf der Welle
einer elektrischen Maschine aufsitzender Bauteil für die
Stromzufuhr od. -aufnaJime. 2. (Physik) Vorrichtung, in
der> unter Ausnutzung der Sonnenstrahlung]
Strahlungsenergie gesammelt wird; <Zus. zu 1:> Kollektorbürste, die; -.
-n (Elektrot.): Bürste aus Kupferdralugewebe od. Kohle,
die zur Stromzufuhr od. -aufnähme auf dem Kollektor (1)
schleift; Kollektiv [...'tu?], die; -, -en (österr.): kurz für
ILottokollektur.
Kollenchym Dt3lenty:ml. das; -s. -e Izu griech. kölla =
Leim u. egchyma = Aufguß] (Bot.): dehnungs- u. wachs-
tumsjähiges pflanzliches Festigungsgewebe I in krautigen,
2. T. noch wachsenden Pflanzenteilen ]'.
'Koller ['kalel. das; -s, - [spätmhd. koller, goller. mhd. kol-
lier. gollier < frz. collier. tKollier): 1. (früher) a) großer,
vorn geschlossener Kragen; b) enges, die Oberarme bedek-
kendes. capeartiges Jäckchen. 2. a) (früher) ärmelloses Le-
derwanis; b) lose aufliegendes, passenartiges Schulterstück
(z. B. am Trenchcoat).
Voller [-). der. -s. - [mhd. kolre. ahd. kolero = Wut <
mlat. cholera = galliges Temperament. Zornausbruch <
lat. cholera < griech. cholera = Gallenbrechdurchfall;
vgl. Choleral: 1. (ugs.) Zornausbruch; anfallartiger Zustand,
in dem sich Emotionen entladen, die sich im Zusammenhang
mit etw. Unangenehmem angestaut haben: jmdn. packt der
K.; Dann überfällt sie der K. des Alleinseins (Fussenegger.
Zeit 286); einen K. haben, kriegen. 2. (Tiermed.) kurz
für t Dummkoller.
Kpllergang,der; -[eis. ...gange [zu landsch. Koller = Kugel;
Rolle. Walze, vgl. Rollern]: svw. t Brecher (2).
kQllerig<Adj.; nicht adv.> [tTCollerJ (ugs.): in Wut geratend:
Grob wie ein Hauklotz, k. wie ein Hahn (Fr. Wolf. Zwei
163).
Kpllennühle, die; -. -n [vgl. Kollergang]: svw. 7 Brecher (2).
'kollern ['kahm] <sw. V.; hat) [wohl lautm.. nach dem Laut
des Truthahns u. den Balztönen einiger Vogelarten]: 1.
(bes. vom Truthahn) rollende .kullernde, gurgelnde
[kräftige] Laute ausstoßen: der Truthahn kollert; Ü dumpfe
Trommeln kollern (Kaiser. Villa 54); kollernd auflachen;
in meinem Bauch kollert es; <subst.:> das Kollern in den
Gedärmen.
\ollern [-1 <sw. V.; hat) [zu t Voller]: 1. (ugs. veraltend)
einen ^Koller (1) haben. 2. (vom Pferd) den 2Koller (2).
Dummkoller haben.
\ollern [-] <sw. V.) [zu (ost)md. Koller = Kugel, (bes.
schles.:) Rolle. Walze; Weiterbildung von: Kulle < mhd.
kugele = Kugel] (landsch.): a)purzeln, rollen; kullern <ist>:
Steine, Früchte kollern zu Boden; ... kollerten sogar dicke
Tränen aus ihren blauen Augen auf die rosigen Wangen
(Habe. Namen 183); b) <k. + sich) sich irgendwohin wälzen
<hat>: „Nicht so'4, sagte das Auto, kollerte sich auf die
rechte Seite (Reinig, Schiffe 56).
Koliett Oo'letl, das; -s. -e [frz. collet. eigtl. Vkl. von: col
= Hals < lat. Collum] (veraltet): Reitjacke.
!Kolli ['kalil: PI. von t Kollo; ^olll [-]. das; -s. -[s] [ital.
colli (PI.), tKollo] (österr.): Frachtstück, großes Paket.
kollidieren [kDli'di.ran] <sw. V.) [lat. collldere =
zusammenstoßen, aufeinanderprallen, zu: laedere = verletzen,
beschädigen, t lädieren]: 1. (von Fahrzeugen) zusammenstoßen
<ist>: mehrere Fahrzeuge kollidierten [miteinander] in
dichtem Nebel; die beiden Flugzeuge wären um ein Haar
kollidiert; das Schiff ist mit einem Eisberg kollidiert; Ü Ein
kleines Mädchen, das einen Pappbecher voll Fresca vor
sich her trägt, ist drauf und dran, mit einem Dreikäsehoch
zu k. (Wolfe [Übers.]. Radical 105). 2. auf Grund seiner
Geartetheit mit anderen [ebenso berechtigten] Interessen,
Ansprüchen o. ä. zusammenprallen / u. nicht zu vereinen sein,
im Widerspruch zueinander stehen] <hat>: diese
Forderungen kollidieren [miteinander!; die Interessen des eigenen
Landes kollidierten mit denen der anderen Staaten; in
denen ( = den 70er Jahren) man. wenn man schon in den
60er Jahren ständig kollidiert hat... (Bundestag 190.1968.
10304); die beiden Veranstaltungen, Vorträge kollidieren
miteinander (überschneiden sich, finden [etwa] zur gleichen
Zeit statt, so daß man nicht beide besuchen kann).
Kollier Oo'Ue:!. das; -s. -s [frz. collier = Halsband, -kette
< mlat. collarium < lat. colläre (fKollar). zu: Collum
= Hals]: 1. wertvolle, aus mehreren Reihen Edelsteinen
od. Perlen bestehende Halskette. 2. schmaler Pelz, der um
den Hals getragen wird: ein K. aus Nerz.
Kollimation flolima'tsio:nl. die; -. -en [zu nlat. collimare.
verderbte Form von lat. collineäre = in eine gerade Linie
bringen]: das Zusammenfallen zweier Linien an einem
Meßgerät (z.B. beim Einstellen eines Fernrohrs); Kollimator
[...'ma.tor. auch: ...to:g], der; -s. -en [...ma'to:ran]: 1.
Vorrichtung in optischen Geräten, mit der ein unendlich
entferntes Ziel in endlichem Abstand dargestellt wird. 2.
(Kernphysik) Vorrichtung, mit der aus einem / 7 eilchen/strahl ein
Bündel mit bestimmtem Raum winkel ausgeblendet wird; kol-
linear [kalinea:?] <Adj.; o. Steig.) [vgl. Kollimationl
(Math.): eindeutig aufeinander abbildbar; Kollineation
[...ea'tßio:n]. die; -. -en (Math.): eindeutige Abbildung zweier
geometrischer Figuren aufeinander.
Kolliquation [k:>likva'tßjp:n]. die; -. -en [zu lat. con- = mit-
u. spätlat. liquätio = das Schmelzenl (Med.): Abbau von
Körpergewebe durch Einschmelzung, Verflüssigung.
Kollision Doli'zjpm]. die; -. -en [lat. colllsio = das
Zusammenstoßen, zu: collldere. tkollidieren]: 1. das Kollidieren
(1); Zusammenstoß von Fahrzeugen: eine K. zwischen einem
Lastwagen und einem Touristenbus; die K. eines
Vergnügungsdampfers mit einem Frachtschiff; auf der Autobahn
kam es wegen Glatteis zu zahlreichen -en. 2. das Kollidieren
(2) mit jnubn.. etw.; / Widerjstreit: die ersten .... die mit
dem ebenfalls nationalbewußten de Gaulle in K. und
Rivalität geraten würden (Dönhoff. Ära 202); <Zus, zu 2:>
Kollisionskurs, der <o. Pl.>: eingeschlagene
Verhaltensrichtung, bei der man es auf Kollisionen (2) mit jmdm., etw.
ankommen läßt: auf K. zwischen privaten und öffentlichen
Interessen steuern; mit dem Regime, mit den Machthabern
auf K. gehen (sich mit ihnen anlegen).
Kollo flolo], das; -s. -s u. Kolli [ital. collo, auch: Hals.
Nacken < lat. Collum, also eigtl. = das. was auf dem
Nacken getragen wird]: Frachtstück (z.B. Ballen. Kiste).
Kollodium flo'kxdiom], das; -s [zu griech. kollodes =
leimartig, klebrig]: zum Verschluß kleiner Wunden, zur Lack-
u. Filmfabrikation verwendete zähflüssige Lösung schwach
nitrierter Zellulose in einem Gemisch aus einem Teil Alkohol
u. zwei Teilen Äther; <Zus.:> Kollodiumwolle, die: niedrig
nitrierte Zellulose, die u. a. zur Herstellung von Kollodium,
Zelluloid u. Lacken verwendet wird; kolloid [k:>lo'i:tl: t
kolloidal; Kolloid [-1. das; -[e]s, -e [engl, collo id. zu griech.
kölla = Leim u. -oeides = ähnlich, wahrsch. gepr. von
dem engl. Chemiker u. Physiker Th. Graham (1805-1869)]
(Chemie): Stoff, der sich in feinster, mikroskopisch nicht
mehr erkennbarer Verteilung in einer Flüssigkeit od. einem
Gas befindet; kolloidal floloi'da:ll <Adj.; o. Steig.) [engl,
colloidal] (Chemie): a) in einer Flüssigkeit od. einem Gas
sehr fein verteilt: -er Schwefel; k. gelöste Stoffe; b) Stoffe
in feinster Verteilung enthaltend: eine -e Lösung;
Kolloidchemie, die; -: physikalische Chemie, die sich mit den besonderen
Eigenschaften der Kolloide befaßt; Kolloidreaktion, die; -.
-en (Med.): zur Diagnostik (z. B. von Syphilis.
Hirnhautentzündung) herbeigeführte chemische Reaktion, die auf dem
verschiedenen Verhalten der einzelnen Eiweißarten in Blut
u. Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit beruht.
Kollokation Ooloka'tßio:n], die; -. -en [lat. collocätio =
Anordnung, zu: collocäre. tkollokieren]: 1. (veraltet)
Anordnung der Reihenfolge [zu berücksichtigender Gläubiger 1;
Anweisung des Platzes. 2. (Sprachw.) a) inhaltliche Kombi-
nierbarkeit sprachlicher Einheiten (z. B. dick + Buch, aber
nicht: dick + Haus); b) Zusammenfall verschiedener Inhalte
in einer lexikalischen Einheit (z.B. engl, to swim u. to
float in dt. schwimmen); <Zus. zu 1:> Kollokationsplan,
der: (im schweizerischen Recht) von der Konkursverwaltung
angefertigtes Verzeichnis der Konkursforderungen;
kollokieren [...'ki:ranl <sw. V.; hat) [lat. collocäre = unterbringen.
(an)ordnenl: a) inhaltlich zusammenfassende, sprachliche
Einheiten miteinander verbinden:... werden in diesen
poesiesprachlichen Diskursen Lexeme kollokiert. die semantisch
inkompatibel sind (Henne. Semantik 51); b) zusammen
mit einem anderen sprachlichen Inhalt in einer lexikalischen
1515
kolloquial
Einheit enthalten sein: mit dem Verbum ..schwimmen"
kollokieren sowohl bewegte als auch unbewegte Objekte.
kolloquial [lolo'kvia:!] <Adj.; o. Steig.) [viell. unter Einfluß
von engl, colloquial, zu tKolloqium] (Sprachw.): wie im
Gespräch üblich, hinsichtlich der Ausdrucksweise nicht
förmlich od. literarisch; für die Redeweise im Gespräch
charakteristisch; Die in -em Ton gehaltene „Einleitung" des ...
Ordinarius ... ist eine nachgelassene Vorlesungsschrift
(Deutsche Literaturzeitung 10/11, 1972. Sp. 834); Kollo-
quialismus [...ahsmos]. der: -, ...men (Sprachw.): der
Redeweise im Gespräch od. in einer bestimmten Landschaft
angehörender Ausdruck: Neue Mitarbeiter ( =am
Wörterbuch) bringen neue Kolloquialismen mit (FAZ 13. 10.
73): Kolloquium (ko'bkviom, auch: k;Vlo:...). das: -s. ...ien
[...pn; lat. colloquium = Unterredung. Gespräch!: a)
zeitlich festgesetztes wissenschaftliches Gespräch zwischen
Hochschullehrern u. Studenten]: ein K. abhalten; gewann
das Aufnahmegespräch allmählich den Charakter eines
militärischen-s (Kant. Impressum 352); b) Zusammenkunit
von Wissenschaftlern od. Politikern zur Erörterung
bestimmter Probleme: ein internationales K. über Völkerrecht;
c) (österr.) kleinere mündliche od. schriftliche Prüfung an
einer Hochschule, bes. über eine einzelne Vorlesung.
kollrig: t kollerig.
kolludieren [kDludi:ren] <sw. V.: hat) [lat. collüdere = mit
jmdm. unter einer Decke stecken! (jur.): zum Nachteil
eines Dritten mit jmdm. zusammenwirken; sich zur
Täuschung eines Driften mit jmdm. absprechen.
Kollumkarzinom [kalom-]. das; -s. -e [zu lat. Collum =
Hals (3c) u. tKarzinom! (Med.): Krebs im Bereich des
Gebärnmtterhalses.
Kollusion [kolu'zio:n). die; -. -en [lat. collüsio = geheimes
Einverständnis, zu: collüdere. tkolludieren] (jur.): a) das
Kolludieren; b) Verdunkelung, Verschleierung einer Straftat
(z. B. durch Vernichtung wichtigen Beweismaterials):
(Zus.:)Kolhisionshandlung,die (jur.): Handlung zum Zwek-
ke der Verdunkelung einer Straftat.
kotmatteren [kDlma'ti:ran! <sw. V.; hat) [frz. colmater, zu:
colmate < ital. colmata = aufgeworfener Damm, zu:
coimare = aufhäufen.zu: colmo < lat.culmen = höchster
Punkt. Gipfel. Kuppe!: eine Kolmation durchführen: Kohna-
tion [...'tßio:nJ. die; -. -en: svw. tAuflandung (a).
Kölnischwasser [koelnif vas^l, das: -s. -. Kölnisch Wysser.
das; - -s. - - [vgl. Eau de Colognel: (ursprünglich tmr
in Köln hergestelltes) Dujrwasser (a) unter Verwemlung
ätherischer öle aus Zitrone. Bergamotte u. a.: mit
Kölnischwasser getränkte Erfrischungstücher; sich gegen
Kopfschmerzen die Schläfen mit Kölnisch Wasser einreiben.
Kok) ['ko:lo!, der; -s.-s [serb. kolo, eigtl. = Rad): Volkstanz
aicf dem Balkan, bei dem sich die Teilnehmer mit
wechselndem Schritt im Kreis bewegen.
Kolobom [kolo'bo:mJ. das; -s, -e [zu griech. kolöböma =
das Verstümmelte! (Med.): angeborene cxi. erworbene
Spaltbildung, bes. im Bereich des Auges od. des Gaumens.
Kolombine [kobm'biins], Kolumbine [kolom...]. die; -. -n
[ital. Colombina, eigtl. = Täubchenj / in buntgeflecktem
Kleid, mit schwarzer Halbmaske] als listige, kokette Zofe
u. Partnerin des Harlekins auftretende weibliche Hauptfigur
der Commedia deir arte.
Kotombowurzel [ko'bmbo-]. die; -. -n [wohl zu südostafri-
kan. (Bantu) kalumb (Pflanzenname) unter fälschlicher
Anlehnung an den Städtenamen Colombo (Hauptstadt
von Sri Lanka)]: als Magenmittelu. Adstringens verwendete
getrocknete Wurzel einer in Ostafrika wachsenden holzigen
Schlingpflanze mit bandförmig gelappten Blättern.
Kokmetrie [kolome'tri:]. die; - [zu tKolon (1) u. t-metrie!
(Literaturw.): Gliederung bzw. Aufteilung der in antiken
u. mittelalterlichen Handschriften fortlaufend geschriebenen
Verse in Kola (tKolon 1): Kolon [ko:bnl. das; -s. -s u.
Kola [lat. cölon < griech. kölon = (Körper)glied;
gliedartiges Gebilde; Satzglied!: I. (antike Metrik, Rhet.) auf
der Atempause beruhende rhythmische Sprecheinheit in Vers
u. Prosa. 2. (veraltet) Doppelpunkt. 3. (Med.) Grimmdarm.
Kolonat [kolo'na.tj. das. auch: der: -[e]s. -e [spätlat. colönä-
tus = Bauernstand!: (in der römischen Kaiserzeit)
Gebundenheit der Pächter an ihr Land; Kolone [ko'lo:nal, der:
-n. -n [lat. colönus!: (in der römischen Kaiserzeit) freier,
aber [erblich! an seinen Landbesitz gebundener Pächter.
Koionel [kolo'ncl], die: - [ital. colonello = kleine Säule]
(Druckw.): Schriftgrad von 7 Pimkt.
Koloniakübel: fColoniakübel.
kolonial [kolonia:l] <Adj.; o. Steig.) [frz. colonial. zu: colo-
nie < lat. colönia. t Kolonie]: 1. <nur attr.) die Kolonien
betreffend, kennzeichnend: -e Streitigkeiten; -e Unterdrük-
kung. Ausbeutung; -e Eroberungen (Eroberungen von
Kolonien); in den -en ... Ländern (in den Ländern mit dem
Status von Kolonien; Fraenkel. Staat 51). 2. (Biol.) eine
Kolonie (4) darstellend; in der Form einer Kolonie: die
-e Lebensweise von Algen; Möwen brüten k.
Kolonial- (Kolonie I): -beamte, der: in eimr Kolonie
eingesetzter Beamter; Mlienst. der: dienstliche Tätigkeit in einer
Kolonie; -gebiet, das: svw. tKolonie (1); -handel, der
(veraltend): Handel mit den Kolonien; ^herr, der: Vertreter
der in einer Kolonie herrschenden ausländischen
Staatsmacht; -herrschaft, die <o. PL): Herrschaft einer
ausländischen Staatsmacht in einer Kolonie; -Joch, das <o. PI.)
(geh. emotional): svw. Kherrschaft; -krieg, der: um den
Enverh od. die Sicherung von Kolonien geführter Krieg;
^land, das <P1. -länder): vgl. ^gebiet; -macht, die: durch
den Besitz von Kolonien einflußreiche Großmacht; -metho-
den <PI.) (abwertend): inhumane Verhaltensweise, wie sie
in den Kolonien üblich war; -Politik, die <o. PL): auf den
Erwerb u. die Sicherung von Kolonien gerichtete Politik;
-Produkt, das: vgl. -waren: -regime, das (abwertend):
vgl. -macht; -reich, das: großes Kolonialgebiet; ^stil. der
<o. PL): vom / englischen! Mutterland geprägter, durch eine
vornehm-klassizistische Note gekennzeichneter Baustil in
den ehemaligen Kolonialländern; -truppe, die: Truppe der
in einer Kolonie herrschenden ausländischen Staatsmacht;
-volk.das: einheimische Bevölkerung einer Kolonie; -waren
<PI.) (veraltend): Lebens- u. Genußmittel laus Übersee],
dazu: -Warengeschäft, das (veraltend):
Lebensmittelgeschäft, ^warenhandel. der (veraltend): Lebensmittelhandel,
-warenhändler, der (veraltend): Lebensmittelhändler, -wa-
renladen, der (veraltend): Lebensmittelladen; -zeit, die <o.
PL): Zeit, in der bestimmte Länder Kolonien waren.
kolonialisieren Ocolonializhran] <sw. V.; hat): jmdn. in
koloniale Abhängigkeit bringen; <Abl.:> Kotoniahsjening, die;
-. -en: das Kolonialisieren; Kolonialismus [...'lismosl. der;
-: auf Erwerb u. Ausbau von Kolonien (1) gerichtete Politik
unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftlichen, militärischen
u. machtpolitischen Nutzens für das Mutterland bei
gleichzeitiger politischer Unterdrückung u. wirtschaftlicher
Ausbeutung der i unterentwickelten] abhängigen Völker; Kolonialist
[...'Iistl. der; -en. -en: Anhänger des Kolonialismus: In der
Resolution wird ... der Kampf gegen die „Quisünge der
Kolonialisten" ... gefordert (Welt 17. 2. 62. 5); kolonialj-
stisch <Adj.; Steig, ungebr.): dem Kolonialismus
entsprechend, nach seinen Prinzipien vorgehend: den Bruch
zwischen der Dritten Welt und dem -en Westen (MM 17.
4. 72. 26); Kolonie [kolo'ni:]. die; -. -n [...ton; lat. colönia
= Länderei; Ansiedlung. Kolonie, zu: colere = bebauen.
(be)wohnen bzw. zu: colönus = Bebauer. Bauer.
Ansiedler!: 1. auswärtige Besitzung eines Staates, die politisch
u. wirtschaftlich von ihm abhängig ist: die ehemaligen
französischen -n in Afrika; eine alte britische K.; -n ausr
beuten, erwerben; daß in den -n die Entwicklungs- und
Erziehungsaufgabe ernst genommen wurde (Fraenkel.
Staat 154). 2. Gruppe von Personen gleicher Nationalität,
die im Ausland (tun gleichen Ort ] lebt u. dort die Traditionen
des eigenen Landes pflegt: die deutsche K. in Rom. Paris;
Ü Die Hannoveraner gingen -unterstützt von ihrer
mächtigen K. (Sport; ihren beieinandersitzenden
Schlachtenbummlern) - zu massiven Gegenangriffen über (Walter. Spiele
163). 3. Siedlung: Diese K. war in den Elendsjahren nach
dem Weltkriege aus einem Barackenlager entstanden
(Fallada. Trinker 52); eine kleine Laube in der K. Grüne
Weide (Baum. Paris83). 4. (Biol.) mehr od. weniger lockerer
Verband ein- od. mehrzelliger pflanzlicher od. tierischer
Individuen einer Art: -n von Bakterien; Möwen brüten
in -n; Ü wie die ... Tabak teile erst in dichter K.. dann
sich auflösend, auf der Oberfläche schwammen (Böll. Haus
75). 5. a) kurz für t Ferienkolonie; b) kurz für t Strafkolonie:
Kolonisation [koloniza't$io:n]. die; -. -en [frz. colonisation.
engl, colonisation; vgl. kolonisieren]: 1. Grürulung u.
Entwicklung von Kolonien (1) (Ggs.: Dekolonisation). 2.a)
das Kolonisieren (2); die K. des Ostens; b) wirtschaftliche
Entwicklung rückstätuiiger Gebiete des eigenen Staates: die
innere K.; Kolonisator [...'za:tnr. auch: ...to:g]. der: -s.
-en l...za'to:ran; zu Tkolonisieren): 1. jmd., der fiihrend
1516
kolossalisch
an der Gründunis u. Entwicklung von Kolonien (1) beteiligt
ist: Einer der größten -en (Grzimek. Serengeti 105). 2.
jmd., der kolonisiert (2); kolonisatorisch [...za'to:nJl <Adj.:
o. Steig.): die Kolonisation betreffend: kolonisieren
[...'zi:ren] <sw. V.; hat) [frz. coloniser (engl, to colonize).
zu frz. colonie. tKolonie]: 1. aus einem Gebiet eine Kolonie
(1) machen (Ggs.: dekolonisieren): wo die Römer
kolonisierten (Kolonien gründeten; Jacob. Kaffee 53). 2. urbar
machen, besiedeln u. wirtschaftlich erschließen: durch
geraubte Negersklaven Amerika k. zu lassen (Jacob, KafTee
160); KoJontskrung, die; -. -en: das Kolonisieren; Kolonist
[...'nist],der; -en.-en [engl, colonistj: 1. europäischer Siedler
in einer Kolonie (1): deutsche, englische -en. 2. jmd.. der
kolonisiert (2). 3. jmd., der in einer Kolonie (3) wohnt:
Ein modernes Altersheim, das der Kolonie angegliedert
ist. nimmt sich der arbeitsunfähigen -en an (FAZ 25. II.
67, Bilder und Zeiten). 4. (Bot.) svw. tAdventivpflanze.
Kolonnade [kob'na:dd]. die; -. -n [frz. colonnade < ital.
colonnato. zu: colonna = Säule < lat. columna): als
Teil eines Gebäudes (xl. als selbständige Platzumgrenzung
o. ä. errichteter Säulengang, bei dem das die Säulen
verbindende Gebälk im Unterschied zu Arkaden gerade ist: die
-n Berninis am Petersplatz in Rom; unter den -n; Kolonne
[ko'bnal.die; -. -n [frz. colonne = Säule; senkrechte Reihe:
Marschformation < lat. columna = Säule): l.a) in langer
Formation marschierende Truppe: vorbeimarschierende, im
Marsch befindliche -n; *die fünfte K. (ein Spionage- u.
Sabotagetrupp; nach der Antwort des Generals Mola im
spanischen Bürgerkrieg auf die Frage, welche seiner vier
Kolonnen Madrid einnehmen werde, wobei er mit der
fünften Kolonne die in der Stadt befindlichen Nationalen
meinte): die ferngesteuerte fünfte K. Moskaus; b) lange
Formation in gleichmäßigen Abständen hintere inander
fahrender Imilitärischer / Fahrzeuge: eine K. vorrückender
Panzer; eine lange K. von Kraftfahrzeugen, Lastwagen;
„Verkehrsstauungen und Kolonne fahren" haben erlebt
oft 13% (Spiegel 53. 1971. 49); c) in langer Formation
sich fortbewegende Gruppe von Menschen: eine K. von
Demonstranten. Gefangenen, treckenden Flüchtlingen; die
K. löste sich auf: eine K. bilden; sich in eine K. einordnen;
d) für bestimmte Arbeiten im Freien zusammengestellter
Trupp: Es bedurfte vieler... -n Arbeitsloser .... um Straßen
... wieder deutlich zu machen (Grass. Hundejahre 242);
Ich habe solche Idioten in der K. gehabt (Aberle.
Stehkneipen 81). 2. senkrechte Reihe untereinandergeschriebener
Zahlen, Zeichen od. Wörter Ieiner Tabelle): wir ...
schrieben die Würfe zu -n untereinander (Kaschnitz. Wohin
210). 3. (Druckw.) svw. tDruckspalte. Kolumne (1). 4.
(Chemie) zur Destillation von Stoffen verwendeter säulen-
od. turmartiger Apparat.
KolQnnen-: -Schrift, die: Schrift, deren Zeichen nicht
nebeneinander stehen, sondern in Kolonnen (2) untereinander
geschrieben werden (z. B. die chinesische Schrift); -Springer,
der (ugs.): in einer Kolonne (1 b) fahrender Autofahrer,
der ständig überholt u. dabei die Lücken zwischen den
Fahrzeugen zum Ein- bzw. Ausscheren nutzt; ^verkehr, der:
Fahren im K. erfordert erhöhte Aufmerksamkeit.
Kolophon [kolo'fo:nJ. der: -s, -e [griech. kolophon = Gipfel,
Abschluß): 1. in Handschriften u. Frühdrucken des MA.
am Schluß stehende Angaben über Autor. Titel, Schreiber
bzw. Drucker. Erscheinungsort u. -jaixr: vgl. Impressum.
2. (veraltet) Schlußstein (2); Kolophonium [...njom], das;
-s [griech. (he) Kolophönia (rhetine] = kolophonisch(es
Harz), nach der griech. Stadt Kolophon in Kleinasienl:
gelbes bis schwarzbraunes Harz, das bei der Destillation
von Kiefernharz entsteht u. für Lacke u. Seifen sowie zum
Bestreichen von Geigenbögen verwendet wird.
Koloradokäfer [kolo'ra.do-], der: -s. - [das Insekt wurde
im 19. Jh. aus Colorado (USA) nach Mitteleuropa
eingeschleppt]: svw. t Kartoffelkäfer.
Koloratur [kolora'tu:y], die; -. -en [ital. coloratura =
Farbgebung; Ausmalung. Verzierung. Ausschmückung; vgl.
kolorieren] (Musik): stimmliche Virtuosität erfordernde, mit
Läufen u. Sprüngen versehene Passage einer Arie: die Partie
der .»Königin der Nacht" enthält viele -en; sie singt K.
(führt im Gesang Koloraturen aus).
Koloratur-: -alt. der: 1. vgl. -sopran (1): die Partie der
Rosina im „Barbier von Sevilla" hat Rossini für K.
geschrieben. 2. vgl. ^sopran (2); -arie, die: stark durch
Koloraturen gekennzeichnete Arie; -gesang, der <o. Pl.>: das
Singen von Koloraturen; -Sängerin, die: im Koloraturgesang
ausgebildete Sängerin; ^sopran, der: 1. für Koloraturen
besonders geeignete hohe Sopranstimme; sie hat einen K.;
sie singt K. (in hoher, für Koloraturen geeigneter
Sopranlage) . 2. Sängerin mit einer für Koloraturen besonders
geeigneten hohen Sopranstimme.
kolorieren [kolo'ri:ran] <sw. V.; hat) [ital. colorare (auch:
colorire) < lat. colöräre = färben, zu: color = Farbe]:
1. eine Zeichnung od. Druckgraphik [mit WasserfarbenI
ausmalen: Stiche, Federzeichnungen k.; eine kolorierte
Stadtansicht. 2. (Musik; 15./16. Jh.) eine Komposition durch
Umspielung der Melodie verzieren; <Abl.:> Kolorjerung,
die; -. -en: das Kolorieren; Kolorimeter [kolori-]. das; -s,
- [t-meter] (Chemie): Gerät zur Bestimmung der
Konzentration farbiger Lösungen: Kolorimetrk. die; - [t-metrie]: 1.
(Chemie) Bestimmung der Konzentration einer Lösung durch
Messung ihrer Farbintensität. 2. (Astron.)
Temperaturbestimmung der Gestirne durch Vergleich von künstlich
gefärbten Lichtquellen mit der Farbe der Gestirne; kolorimetrtsdi
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (Chemie. Astron.): die Kolori-
metrie betreffend; Kolorismus [...'nsmos]. der; - (Kunst-
wiss.): Betonung der Farbgebung bei Bildern, die vowiegend
von der Farbe her konzipiert sind (z. B. im Impressionismus);
Kolortst [...'rist]. der; -en, -en: l.a) jmd., der eine Zeichnung
od. Druckgraphik koloriert; b) Maler, der den Schwerpunkt
auf das Kolorit da) legt. 2. einer der deutschen Organisten
des 16. Jh.s. die durch Kolorieren (2) Lieder. Tänze u.
Vokalsätze für ihr Instrument bearbeiteten; kolorjstisch <Adj.;
0. Steig.): das Kolorit betreffend; Kolorit [kolo'rht. auch:
...nt], das; -[e]s. -e, auch: -s [ital. colorito, zu: colorire.
Nebenf. von: colorare. vgl. kolorieren]: l.a) Farbgebung
in der Malerei; ein tiefbraunes, warmes, blasses, heiteres
K.; das K. eines Malers; b) (Med.) Farbe, Pigmentierung
der Haut; c) Farbe. Farbmuster: Deshalb ließ man Spezial-
dessins und -s entwickeln (Herrenjournal 3, 1966. 14).
2. (Musik) durch Instrumentation u. Harmonik bedingte
Klangfarbe: die ... Melancholie dieser Dichtungen sind
durch den Komponisten in ein schillerndes,
atmosphärisches K. (instrumental) ... gehüllt worden (MM 26. 11.
65.47). 3. eigentümliche Atmosphäre; ausgeprägter
besonderer Charakter: das K. einer Stadt, eines Dialekts.
Koloß [ko'bs.auch: ka...l, der; Kolosses. Kolosse [lat. colos-
sus < griech. kolossös]: a) Riesenstandbild: der K. von
Rhodos; Ü war Deutschland nicht wieder zu einer echten
Großmacht geworden. Es war ein K. auf tönernen Füßen
(konnte jeden Augenblick zusammenbrechen; nach Daniel
2, 31-35; Niekisch. Leben 236): b) (ugs. scherzh.) große,
schwergewichtige Person, von der man sich fast erdrückt
fühlt; sie ist ein K.; typisches Selbstgespräch eines vitalen
Kolosses (Andersch, Rote 224); c) Gebilde von gewaltigem
Ausmaß: Der K. aus Stahl ( = Panzer) .. blieb vor ihnen
stehen (Kirst. 08/15, 733); Dem gefährlichen russischen
„Koloß" Gebiete abzunehmen (Welt 7. 7. 62. Forum);
(Abi.:)kolossal [kob'sa:l, auch: k^...] <Adj.> [frz. colossal]:
1. (nicht adv.) in seiner Art von riesenhafter Größe ///.
beeindruckender WuchtJ: -e Bauten; eine -e Plastik; eine
-e Hornbrille; ein hinreichend -er Schinken (Lenz, Suleyken
35). 2. (ugs. emotional) a) (nicht adv.> sehr groß, stark
in bezug auf Ausma/S. Grad, Intensität. Wirkung: ein -es
Gehalt; ein -er Irrsinn: -es Glück haben; einen -en Schrek-
ken bekommen; Die ... Herren ... lauschten dem festlichen
Lärm. .XolossaP\ sagte ... einer von den ... jungen Leuten
leise (K. Mann. Mephisto 10); b) (intensivierend bei Adj.
u. Verben) sehr, in beeindruckendem Mali: es gab k. viel
Schnee; als ob Atheismus etwas k. Katholisches sei (Th.
Mann. Zauberberg 649); die Polizei hat k. durchgegriffen;
das erleichtert die Sache k.
Kolossal-: -biW, das: vgl. ^gemälde; ^film, der. Film /mit
OberlängeJ. der große historische, biblische o.a. Themen
hauptsächlich in Massenszenen darstellt; Monsterfilm; ^ge-
malde, das: Gemälde von kolossalen Ausmaßen; ^Ordnung,
die (Archit.): in der späten Renaissance u. im Barock übliche
Gestaltung von Fassasien, wobei Säulen od. Pilaster zwei
od. mehrere Geschosse übergreifen: -Schinken, der (salopp):
a) svw. Nfilm; b) svw. Ngemälde: -statue. die: vgl. ^ge-
mälde.
kolossglisch (Adj.; nicht adv.) (geh.. veraltet): svw. t kolossal
(1): -e Frauengestalten; Die -e Größe und Breite seiner
monströsen Figur waren geeignet. Schrecken und
Ehrfurcht um sich zu verbreiten (K. Mann. Mephisto 26);
1517
Kolossalitat
Kolossalität [...sali'teit], die; - (selten): das Kolossale einer
Person od. Sache: riesenhafte Ausmaße.
Kolostralmilch [kobs'tra:!-], die; -. Kolostmm [ko'bstrum],
das; -s [lat. Colostrum = Biestmilch] (Med.): milchartiges
Sekret der weiblichen Brustdrüsen, das bereits vor u. noch
einige Tage nach der Geburt abgesondert wird.
Kolotomie [koloto'mi:], die; -. :n [...i:dn; zu griech. kölon
= Körperglied. Darm u. tome = das Schneiden] (Med.):
operative Öffnung des Dickdarms [zur Anlegung eines
künstlichen Afters].
Kolpak: t Kaipak
Kolpinghaus l'kolp/o-l. das; -es. -häuser [nach dem dt. kath.
Theologen A. Kolping (1813-1865), dem Gründer des
Kolpingwerks, einer internationalen Bildungs- u.
Aktionsgemeinschaft von kath. Angehörigen aller Lehrberufe):
dem Kolpingwerk angeschlossenes Jugendwohnheim.
Kolpitis [kDl'pi.tisl. die; -. ...itiden [...pi'ti:dn; zu griech.
kölpos = Vertiefung] (Med.): Entzündung der weiblichen
Scheide.
Kolportage frolpor ta:33. österr.: ...a.3].die; -,-n [frz. colpor-
tage, vgl. kolportieren): 1. literarisch minderwertiger, auf
billige Wirkung abzielender Bericht: ein Stoff, der nahe
bei der K. liegt; Verbrechen, wenn nur das Verbrechen
gezeigt wird, ist theatralisch öde, kommt über K. nicht
hinaus (Welt 26. 7. 65. 5). 2. Verbreitung von Gerüchten.
3. (veraltet) i'Hausierer/Handel mit Kolportageliteratur.
Kolportage-: ^Handel, der <o. PI.) (veraltet): svw.
tKolportage (3); ^literatur. die: literarisch wertlose / SensationsJUte-
ratur: ^roman. der: literarisch wertloser Roman [ in
Fortsetzungen]; Schundroman.
kolportagehaft <Adj.; -er. -este>: in der Art der Kolportage
(1): eine -e Handlung; der Schluß des Stückes wirkt k.;
Kolporteur [...'t0:p|, der; -s. -e [frz. colporteur =
Hausierer): l.jnul.. der Gerüchte verbreitet. 2. (veraltet) fliegender
Händler für Zeitungen, Zeitschriften. Bücher: Vom
volkstümlichen Flugblatt bis zum medizinischen Hausfreund
ging der große Teil jener frühen Stapelliteratur durch die
Hand der -e (Enzensberger, Einzelheiten I. 138);
kolportieren [...'tirranl <sw. V.; hat) [frz. colporter = hausieren,
älter: comporter < lat. comportäre =. zusammentragen]:
1. (bildungsspr.) eine ungesicherte, unzutreffende
Information verbreiten, weitererzählen, ohne sich darum zu
kümmern, ob die betreffemle Sache überhaupt stimmt: ein
Gerücht, eine Anekdote k.; es wird kolportiert, daß ...; ob
diese Äußerung, die er selber nie getan habe, wirklich
in München kolportiert worden sei (Dönhoff, Ära 135);
der Kardinal kolportiert so gern (Hochhuth. Stellvertreter
87). 2. (veraltet) mit Zeitschriften o.a. hausieren.
Kolpos ['kulpos], der; - [griech. kölpos = (busenartige)
Vertiefung]: beim griechischen u. römischen Gewarnt durch die
Gürtung entstehemier. mitunter als kleine Tasche genutzter
Bausch; Kolposkop polpo'sko:p]. das; -s. -e [zu griech.
kölpos (tKolpos) u. skopein = betrachten, schauen!
(Med.): Gerät mit vergrößerndem Spiegel zur Untersuchung
des Scheideninneren; Kolposkopie l...ko'pi:]. die; - (Med.):
Untersuchung der Scheidenschleimhaut mit dem Kolposkop.
'Kölsch Qcceljl. das; -[s| [rhein. kölsch = kölnisch, aus Köln,
spätmhd. (altkölnisch) coelsch]: in Köln gebrautes kolden-
säurearmes, obergäriges Weißbier mit starkem
Hopfengehalt; kölsch [-1, der; -[eis [spätmhd. kölsch, eigtl. = Stoff
aus Köln] (Schweiz.): zweifarbiger Baumwollstoff mit
Würfelmuster.
'Kolter [kDlißl, der; -s. - od. die; -. -n [mhd. kolter, über
das Afrz. wohl zu lat. culcit(r)a = Polster. Matratze]
(südwestd.): a) Wolldecke; b) Steppdecke.
Wolter [-]. das; -s. - Ispätmhd. kolter < afrz. coltre <
lat. culter] (bes. nordwestd.): Messer vor der Pflugschar.
Kolumbarium [kolum'ba:rium], das; -s. ...ien [...Jon; lat.
columbärium. eigtl. = Taubenschlag, wegen der
taubenschlagartig angeordneten Nischen, zu: columba =
Taubel: l.a) bes. im I. u. 2. Jh. übliche Urnennische
römischer Grabkainmern; b) Anlage mit Kolumbarien da). 2.
Urnenhalle eines Friediwfs; Kokonbine: t Kolombine.
Kolumne [koiumnal. die; -. -n [lat. columna = Säule):
1. (Druckw.) svw. t Druckspalte: auf jeder Seite ein
Herrscher in einer K. stehend (Kirsch. Pantherfrau 47). 2.
von stets demselben / prominenten / Journalisten verfaßter,
regelmäßig an best immter Stelle einer Zeitung od. Zeitschrift
veröffentlichter Meinungsbeitrag. 3. svw. t Kolonne (2): von
den Eigenschaften der Elemente, die in den -n darüber
und darunter lagen (Haber, Welten 39); eine ... Menge
von Buchstaben, die links von einer senkrechten K. Zehner
flankiert wurden (Thieß. Frühling 43); <Zus. zu 1 :>
Kolumnentitel, der (Druckw.): am Kopf od. Fuß einer Kolumne
od. Seite angebrachter Hinweis: der tote K. (die
Seitenzahl); der lebende K. (Hinweis auf den Inhalt des
betreffenden Kapitels (xi. der Seite): Kolumnist [...'nistl, der; -en,
-en: f prominenter ] Journalist, der Kolumnen (2) schreibt:
Mittlerweile schlachteten die -en allerorten die Affäre
gründlich aus (Wolfe [Übers.]. Radical 60).
Kam [k0:m].der; -s. (Sorten:) -s [mniederd. körne, kömmel]
(nordd.): svw. tKümmel (3): ein. zwei K. (ein. zwei Glas
Kümmel).
'Koma [ko:mal, das; -s. -s u. -la [griech. köma = tiefer
Schlaf! (Med.): tiefe /durch keine äußeren Reize zu
unterbrechende/ Bewußtlosigkeit: im K. liegen.
'Koma [-1. die; -. -s [lat. coma < griech. körne = Haarl:
1. (Astron.) langgestreckte, schweifartige Nebelhülle um
den Kern eines Kometen. 2. (Optik) Linsenfehler, durch
den auf der Bildfläche eine kometenschweifähnliche
Abbildung statt eines Punktes entsteht.
komatös [komatö.sl <Adj.; o. Steig.) (Med.): ein lKoma
aufweisend; -e Zustande.
kombattant flomba'tant] <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.
selten ): kämpferisch: Stiller war... im Spanischen Bürgerkrieg
gewesen, Freiwilliger bei der Internationalen Brigade ...
Es ist etwas unklar, was ihn zu dieser -en Geste getrieben
hatte (Frisch. Stiller 164); <subst.:) Kombattant [-]. der;
-en, -en [frz. combattant. 1. Part, von: combattre =
kämpfen < spätlat.combatt(u)ere, eigtl. = zusammenschlagen]:
a) (Völkerr.) Angehöriger der Kampftruppen, die nach dem
Völkerrecht zur Durchführung von Kampfhandlungen allein
berechtigt sind; b) (bildungsspr. veraltet) Kriegsteilnehmer.
Mitkämpfer; <Zus. zu a:> Kombattantenstatus, der <o. PI.)
(Völkerr.): Status einer Kampftruppe. Status von
Kombattanten (a): die Terroristen beanspruchten den K.; Die
Bundesregierung will den K. des Bundesgrenzschutzes
erhalten (MM 13.2. 75.4).
Kombi [kambi], der. -[s], -s: kurz für tKombiwagen.
Kgmbi- (Best, in Zus. mit der Bed. „kombiniert"): -möbel,
das: für mehrere Zwecke verwendbares Möbel; ^schiff, das
(Seemannsspr.): 1. kombiniertes Fracht- u. Fa/irgastschiff
2. Frachtschiff, das flüssige od. trockene Ladung befördern
kann; ^sdiütssel, der: a) mehreren Zwecken dienender
Schraubenschlüssel: b) mehreren Zwecken dienemler
Schlüssel, bes. Zündschlüssel, mit dem auch das Schloß an der
Wagentür u. am Kofferraum betätigt werden kann;
-schrank, der: Schrank, bei dem Büfett u. Kleiderschrank
kombiniert sind: -waaen, der: kombinierter Personen- u.
Lieferwagen; Kurzf: tKombi; -zanae, die: kombinierte
Zange, die als Kneif-. Flach- u. Rohrzange benutzt werden
kann.
Kombinat flombi'na.t], das; -[eis. -e [russ. kombinat <
spätlat.comblnätum. 2. Part, von: comblnäre. tkombinie-
ren]: in sozialistischen Ländern Großbetrieb, in dem Betriebe
produk tionsmäßig eng zusammengehörender Industriezweige
zusammengeschlossen sind:... wird in Ust-Ilim ein weiteres
holzverarbeitendes K. entstehen (Jugend u. Technik 11.
1973,982); Der Tagebau Welzow-Süd wird als
Hauptlieferant für das K. „Schwarze Pumpe" jährlich 20 Millionen
Tonnen Kohle fördern (Neues D. 4.6.64.3); 'Kombination
[...na't$io:n]. die; -, -en [spällat. combinätio =
Vereinigung]: l.a) I zweck gerichtete j Verbindung zu einer Einheit:
eineK. verschiedener Eigenschaften, von Wörtern im Satz,
von Stärke und Verhandlungsbereitschaft: die K. des
Arbeitsplatzes mit dem Gästezimmer oder dem Schlafzimmer
(Wohnfibel 7); weil... ich Mutler und Tochter in reizender
K. vor mir sah (Th. Mann. Krull 364); Gabel und Löffel
in geschickter K. nur mit der Rechten handhabend (Th.
Mann. Krull 239): b) zu einer bestimmten Mutmaßung.
Vorstellung. Ansicht führende gedankliche Verbindung: eine
scharfsinnige, kühne K.; in seinem Kopf jagten sich die
-en; -en anstellen; etw. durch K. erschließen. 2. in der
Farbe aufeinander abgestimmte u. zusammen zu tragende
Kleidungsstücke: eine K. aus Hose und andersfarbigem
Sakko, aus Kleid und Jacke. 3. a) (Schach) Folge von Zügen
mit häutig überraschenden Effekten zur Erreichung eines
bestimmten Ziels; b) (Ballspiele) Aktion, bei der mehrere
Spieler planvoll zusammenspielen: geradlinige, flüssige -en;
fliegende -en (Zusammenspiel, bei dem die Spieler dauernd
1518
komisch
mit dem Ball in Bewegung sind); c) (Ski) aus mehreren
Disziplinen bestehender Wettkampf: alpine K.
(Abfahrtslauf u. Slalom): nordische K. (Sprunglauf u. 15-km-Lang-
lauf): d) (Boxen) Schlagfolge, bei der beide Fäuste eingesetzt
werden: e) (Turnen) Aufbau einer Kür aus aufeinander
abgestimmten Übungen. 4. (Math.) willkürliche
Zusammenstellung einer bestimmten Anzahl aus gegebenen Dingen; vgl.
Kombinatorik (b); ^Kombination [-. auch: kombineifen],
die; -, -en. bei engl. Ausspr.: -s [engl, combination]: 1.
einteiliger Arbeitsanzug [der Flieger]: Zwei Männer in
dunklen -en (Kirst. 08/15. 299). 2. (veraltend) Damen-
od. Kinderwäschegarnitur, bei der Hemd u. Schlüpfer in
einem Stück gearbeitet sind: Damenwäsche, -s. seidene
Strümpfe (Tucholsky. Werke 1.454).
Kombinations-: ^fähigkeit, die <o. PL): vgl. -gäbe; -gäbe.
die <o. Pl.>: besondere Fähigkeit zu kombinieren (2); -mög-
lichkeit, die: Möglichkeit zu kombinieren (1); -Präparat.
das (Pharm.): Arzneimittel, das zwei od. mehrere Wirkstoffe
enthält; -schloß, das: Schloß, das durch von außen
verstellbare, nebeneinander angeordnete Ringe mit Zollten- od.
Buchstabenreihen, die sich in bestimmter ! Kombination (1 a)
befinden müssen, geöffnet od. verschlossen wird; ^ski, der:
Ski. der sowohl zum Skiwandern als auch für Abfahrten
geeignet ist; -spiel, das (Ballspiele): 1. <o. PI.) Spielweise
des planvollen, harmonischen Zusammenspiels: Ihr ergänzt
euch in Schnelligkeit. Technik und K. (Walter. Spiele 52).
2. Mannschaftsspiele, bei dem es ein Zusammenspiel, ein
Zuspielen des Balles gibt: Fußball ist ein K.; -ton, der
(Musik. Physik): schwach hörbarer Ton, der durch das
gleichzeitige Erklingen zweier kräftiger Töne entsteht, deren
Tonhöhen nicht zu nahe beisammenliegen; -vermögen, das
<o. PI.): vgl. ^gabe; -zug, der (Ballspiele): Spielzug. bei
dem kombiniert (3) wird.
kombinativ Oombina'tr.fl <Adj.; o. Steig.) [engl, combina-
tivej: mit * Kombinationen (1 b) arbeitend: * Kombinationen
herstellend: die erstaunliche Verbindung von
frührealistischer Erzählergabe mit einer -en Phantasie (Börsenblatt
79. 1959, 3969); Kombinatorik [...to.nk], die; - [b: für
älteres Kombinationslehre, kombinatorische Analysis]: a)
Aufbau I eines Begriffssystems j nach bestimmten Regeln:
die K. dieser Metamorphosen (MM 28. 6. 69. 67); Diese
Theorie ... arbeitet mit Hilfsmitteln der K. (Gehlen.
Zeitalter 32); b) Teilgebiet der Mathematik, das sich mit den
möglichen Kombinationen (4) gegebener Dinge (Elemente)
befaßt: kombinatorisch <Adj.; o. Steig.): das Kombinieren
(2) betreffend; durch Kombinieren; -e Begabung,
Fähigkeiten; die -e Leistung des Gehirns; -er Lautwandel (Phon.;
von einem Nachbarlaut abhängiger Wandel eines Lauts [z. B.
beim Umlaut]); was ein kluger Politiker nicht längst k.
gefunden hätte (Habe. Namen 383); Kombine [kombajn.
auch: ...bi.na], die; -. -n [...'birnanl. auch: -s (...'bQjns],
Combine [kombain], die; -. -s [(russ. kombain <) engl,
combine, zu: to combine = kombinieren (1 a)]: latutwirt-
schaftliche Maschine, die verschiedene Arbeitsgänge
gleichzeitig ausführt (z. B. Mähdrescher); kombinierbar [kombi-
'ni:tfba:5l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich kombinieren
da) lassend: vielfältig -e Kleidungsstücke; kombinieren
|...'ni:ran] <sw. V.; hat) [spätlal. combinäre = vereinigen,
eigtl. = je zwei zusammenbringen!: l.a) für bestimmte
'Gebrauchsjznecke zu einer Einheit zusammenordnen,
zusammenstellen: verschiedene Kleidungsstücke, Farben,
Entwürfe. Systeme Imiteinanderl k.; Häufig werden
Kupferstich und Radierung kombiniert (Bild. Kunst 3. 81);
Das kombinierte Wohn-Schlafzimmer (Wohnfibel 15); ein
kombinierter Schrank (Kombischrank); Aber Soeft
kombiniert (zusammen) mit Kowalski wäre ein Imperium (Kirst.
08/15, 306); an einem Doppelmord die Schuld zu tragen,
kombiniert (in Verbindung) mit einem Selbstmord (Th.
Mann. Krull 263); b) <k. + sich) sich zu einer Einheit
verbinden: In den biologischen Funktionen wirken die
beiden Grund triebe gegeneinander oder kombinieren sich
miteinander (Freud, Abriß 11). 2. gedankliche Beziehungen
zwischen verschiedenen Dingen herstellen; etw. mit etw. in
Zusammenliang bringen u. Schlußfolgerungen daraus ziehen,
zu einer bestimmten Vorstellung. Ansicht gelangen:
blitzschnell, richtig, falsch k.; Ich kombinierte lediglich, worauf
die Voruntersuchung hinzielte ("Niekisch. Leben 318); Er
... kombiniert aus diesen Schatten (= hinter den Eisblumen
am Fenster) die reale Welt (macht sich aus ihnen ein Bild
von der Welt), der er nicht angehört (Reinig, Schiffe 119).
3. (Ballspiele)planvoll, harmonisch zusammenspielen: Unser
linker Flügel ... kombinierte sicher (Walter. Spiele 211);
<subst. 2. Part.:) Kombinierte, der u. die; -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete) (Ski): jmd.. der die nordische 1Kombination
(3 c) läuft.
Kombüse Oombyiza], die; -. -n [niederd. kambüse < mnie-
derd. kabüse = Bretterverschlag auf dem SchifTsdeck.
der zum Kochen u. Schlafen dient; H. u.] (Seemannsspr.):
Schiffsküche: Achter, in der K leben der Lotse, der
Bootsmann ... und ich (Kisch. Reporter 45).
kombustibel [kDmbus'ti:bj] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz.
combustible.zu: combustion. tKombustion] (bildungsspr.
veraltet): [verjbrennbar; Kombustion [...tio:n], die; -, -en
[spätlat. combüstio] (Med.): Verbrennung.
Komedo[ko:medo.auch: ko...].der; -s.-nen [kome'do:nan.
auch: kn...; lat. comedo. zu: comedere = aufessen,
verzehren): 1. (bildungsspr. veraltet) Schlemmer. 2. (meist PL)
Mitesser; komestibel [komes'ti:bl] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [frz. comestible < spätlat. comestibilis. zu lat. come-
stum = 2. Part, von: comedere. tKomedo] (bildungsspr.
veraltet): genießbar, eßbar; <Abl.:) Komestibilien [...ti'bi:-
Ipn] <P1.) (bildungsspr. veraltet): Eßwaren. Lebensmittel.
Komet [ko'me:t], der; -en. ^n [mhd. komete < lat. cometa.
cometes < griech. kometes = Haarstern, zu: körne =
(Haupt)haarj: nebliger, nicht scharf konturierter
Himmelskörper, der aus einem scheibchen- od. sternartigen Kern.
2Koma (Du. Schweif besteht u. sich auf langgestreckter
BaJw um die Sonne bewegt: ein Komet zerschellt, verlischt;
<Abl.:) kometar fleometa:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[engl, cometary]: von [einem] Kometen stammend; durch
l einen J Kometen bedingt: -es Gestein; -e Materie.
konnten-. Kometen-: -artig <Adj.; o. Steig.): von der Art
eines Kometen; ^bahn, die: Bahn (2) eines Kometen;
schweif, der: 1. leuchtende Schweifbildung eines Kometen.
2. Zuchtform des Goldfischs mit stark verlängerten Flossen.
kometenhaft <Adj.; -er. -este): (in bezug auf die Schnelligkeit
einer Entwicklung o. ä.) sich wie bei einem Kometen
vollziehend: der -e Aufstieg eines Politikers. Autors, Künstlers.
Komfort (kamfo^l. der; -s [engl, comfort = Behaglichkeit.
Bequemlichkeit; eigtl. = Trost, Stärkung; Zufriedenheit
< frz., afrz. confort, zu afrz. conforter = stärken, trösten
< spätlat. cönfortäre, zu lat. fortis = stark, kräftig, fest]:
auf technisch ausgereiften Einrichtungen beruhemle
Bequemlichkeit. Behaglichkeit, luxuriöse Ausstattung: der K. eines
Hotels, einer Wohnung; den K. genießen; das Ferienhaus
bietet allen K.; die Räume sind mit allem K. ausgestattet;
<Abi.:) komfortabel [k:>mfDr'ta:b!] <Adj.; ...bler.-ste) [engl,
comfortable < afrz. confortable = Trost. Stärkung
bringend]: mit allem durch technischen Fortschritt möglichen
Komfort ausgestaltet: ein komfortables Hotel; eine
komfortable Polsterung. Schreibmaschine; ein Erfolg der sehr
weichen Laufflächenmischung, die ... ein komfortables
Fahren bietet (Auto 6,1965,19); Die Pißbude am
Hopfenmarkt war komfortabler (Kempowski. Tadelloser 331);
k. eingerichtete Zimmer.
Komik [ko:mik], die; - [frz. le comique = das Komische]:
von Worten. Gesten, einer Situation. Handlung o. ä. durch
einen starken Kontrast ausgehemle erheiternde. Lachen
erregende Wirkung: eine unfreiwillige, theatralische K.; die
K. einer Situation; eine Szene voller K.. von
zwerchfellerschütternder K.; eine Miene von unvergeßlicher K.; die
Begegnung war nicht frei von K.; <Abl.:> Komiker, der;
-s. -: a) in Variete od. Kabarett auf witzige Art unterhaltender
Vortragskünstler: Ü der Junge unseres Nachbarn ist ein K.
(reizt durch seine Art zum Schmunzeln. Lachen);
(Schimpfwort:) so kannst du das doch nicht lassen. K.!; b) Darsteller
komischer Rollen auf der Bühne.
Kominform [komm'form, auch: ko...]. das; -s: Kommunist.
Informationsbüro (zum Zwecke des Erfahrungsaustausches
unter den kommunistischen Parteien u. zu deren
Koordinierung eingerichtetes Informationsbüro in den Jahren
1947-1956); Komintern [komm'tern, auch: ks...J. die; -:
Kommunistische Internationale ( Vereinigung aller
kommunistischen Parteien in den Jahren 1919-1943).
komisch ['ko:miJ] <Adj.) [frz. comique < lat. cömicus <
griech. kömikös = zur Komödie gehörend, possenhaft,
lächerlich, zu: kömos. TKomödie]: 1. durch eigenartige
Wesenszüge belustigend wirkend, zum Lachen reizend: ein
-es Aussehen; er macht eine -e Figur, ein -es Gesicht;
Bist schon 'ne -e Nummer; 'n richtiger Clown bist du
1519
komischerweise
(Molsner, Harakiri 12): Jeder kennt sie nur als -e Nudel
vom Dienst (Hörzu 20. 1973, 48): eine Grimasse -er
Ratlosigkeit (Th. Mann. Tod 54): er konnte sehr k. sein:
ihr Aufzug wirkte unvorstellbar k.: jmdn., etw. irrsinnig
k. finden: Sein Lächeln zeigte an. daß er sich bemühte,
die Sache k. zu finden (Frisch. Stiller 348). 2. sonderbar,
eigenartig anmutend, weil die betreffende Person od. Sache
mit jmds. Vorstellungen. Erwartungen nicht in Einklang
zu bringen ist: ein -er Mensch, (ugs.:) Kauz. Vogel: ein
-es Benehmen; -e Ansichten, ein -es Gefühl haben; k..
was?; sei doch nicht immer so k.!: k. [ist nur], daß ...;
Kann einer eine Zigarette abgeben? Mir ist verdammt
k. {flau; Gaiser. Jagd 141); das kommt mir doch [allmählich]
k. vor; <Zus.:> komischerweise <Adv.> (ugs.): obwohl die
betreffende Sache eigentlich unverständlich ist;
seltsamerweise: er ist k. wieder nicht befördert worden.
Komitat [komi ta.tl.das, auch: der: -(e)s. -e [mlat. comitatus.
zu: comes = Graf, Vorsieher eines weltl. od. kirchl.
Verwaltungsbezirks < lat. comes = Begleiter. Gefolgsmann]:
1. (hist.) von einem lGespan geleiteter Verwaltungsbezirk
in Ungarn (bis 1949). 2. (früher) feierliches Geleit für einen
die Universität verlassewlen Studenten; KomitatK [komita-
'ti:f. auch: 'ko:...J. der; -s. -e [...i:va; zu lat. comitatus
= Begleitung] (Sprachw.): Kasus in den finnougrischen
Sprachen, der die Begleitung durch eine Person od. Sache
bezeichnet.
Komitee [komi'te:. auch: ko...). das; -s, -s [frz. comitc <
engl.committee. zu: tocommit = anvertrauen, übertragen
< frz. commettre < lat. committere. tKommission]:
leitender J Ausschult, der / von den Mitgliedern einer Gruppe:
mit einer bestimmten Aufgabe betraut ist: ein leitendes,
vorbereitendes K.: ein K. gegen Berufsverbote; K. für
Frieden und Abrüstung; dasK. setzte sich aus den
Honoratioren der Stadt zusammen; ein K. gründen; mit einem
K. zusammenarbeiten.
Komitien [ko mi.tßpn] <P1.> [lat. comitia (PI.), zu: com(m)irc
= zusammenkommen]: Bürgerschaftsversammlungen im
alten Rotn.
Komma fkoma], das; -s, -s u. -la [lat. comma < griech.
kömma = Schlag; Abschnitt. Einschnitt, zu: köptein =
stoßen, schlagen, hauen]: l.a) Satzzeichen, das den Ablauf
der Rede u. bes. den Satzbau kennzeichnet, indem es u. a.
Haupt- u. Gliedsatz trennt, Einschübe u. Zusätze kenntlich
macht u. Aufzählungen von Wörtern u. Wortgruppen
unterteilt: an dieser Stelle muß ein K. stehen; ein K. setzen:
eine Apposition in -s einschließen; b) Zeichen, das bei
der Ziffernschreibung die Dezimalstellen abtrennt: die
Differenz bis auf zwei Stellen nach dem K. berechnen,
ausrechnen. 2. (antike Metrik. Rhet.) Untergliederung des Kolons
(1). 3. (Musik) über der obersten Notenlinie stehendes Phra-
sierungszeichen für eine Singstimme od. ein Blasinstrument
als Hinweis auf eine günstige Stelle zum Atmen. 4. (Musik)
sehr kleines Intervall (2), Unterschied zwischen den Schwin-
gungszalden beinalie gleich holier Töne.
Komma-: -bazilbs, der (Med.): Bazillus von der Form eines
Kommas (la). Erreger der Cholera; -fehler, der: Fehler
in der Zeichensetzung inbezug auf ein Komma (1 a): -stelle.
die (Math.): Dezimalstelle nach dem Komma (I b).
Kommandant (koman'dantj, der; -en, -en [frz. commandant.
zu: Commander. Tkommandieren]: I. militärischer
Befehlshaber eines Truppenübungsplatzes. Standorts, einer
Festung, eines Schiffs. Flugzeugs od. Panzers: war der
Flottillenchef der eigentliche K. des Albatros (Ott. Haie 119).
2. (Schweiz.) svw. (Kommandeur; Kommandantur [...dan-
tu:^], die: -. -en: vom Kommandanten eines
Truppenübungsplatzes. Standorts, einer Festung geleitete Behörde.
Dienststelle: sich auf/in der K. erkundigen, melden, eine
Genehmigung holen; seit dem Auszug der sowjetischen Vertreter
aus der Alliierten K.. dem obersten Verwaltungsgremium
Berlins, am 16. Juni 1948 (Dönhoff. Ära 99); Kommandeur
[...do:?]. der; -s, -e [frz. commandeur = Vorsteher,
Komtur]: Befehlshaber eitles größeren Truppenteils ( vom
Bataillon bis zur Division): als einzig überlebender K. einer
ganzen untergegangenen Armee (Plievier. Sialingrad 280);
Kommandeuse [...'doiza], die: -. -n: 1. w. Form zu
tKommandeur: die (= die Kronprinzessin Cecilie) hatte
auch ein Regiment gehabt als K. (Kempowski. Uns 179).
2. Frau eines Kommandeurs: ..Ich amtiere also als
Kommandeur." ..Dann bin ich die K.!" (Kirst. 08/15. 422). 3.
(ugs.) weibliche Person, die andere gern kommandiert;
kommandieren [...di.ran] <sw. V.: hat) [frz. Commander
< lat. commendäre = anvertrauen, übergeben; Weisung
geben, zu: mandäre. fMandant]: l.a) die Befehlsgewalt
in bezug auf jmdn.. etw. ausüben; befehligen: eine
Kompanie, eine Flotte k.: Der Neger .... der den Abstand
kommandierte (Jacob, Kaffee 161); Ich dachte ... an die
Bessy von Schalenberg, die meine Fuhrwerke
kommandierte (Fallada. Herr 64); (militär.:) hatte er seinem
Kommandierenden General ... zugesagt, seinen Gefechtsstand zu
verteidigen (Plievier, Stalingrad 328); Ü Tante Marketa
kommandierte (regelte) den Tagesablauf in so
unmerklicher Weise (Bieter. Mädchenkrieg 228); b) zur Erfüllung
einer Aufgabe an einen Ort entsenden; abkommandieren:
jmdn. an die Front, zu einer anderen Abteilung k.: daß
wir für die nächsten drei Tage in die Küche zum KartofTel-
und Steckrübenschälen kommandiert werden (Remarque.
Westen 101): Ü Prall war ... eher ein bißchen zweiflerisch,
eben nur ..kommandiert" (kein überzeugter Anhänger).
wie er mal gesagt hatte (Fallada. Jeder 154); c) einen
bestimmten / militärischen J Auftrag erteilen; eine bestimmte
I militärischeJ Anordnung geben: den Rückzug k.: „Rük-
kendeckung!" kommandiert Georg (Remarque. Obelisk
328): Ü Dem Arbeiter wird kommandiert (vorgeschrieben).
welche Züge sein sozialistisches Weltbild anzunehmen hat
fNiekisch. Leben 136); zwei Stunden kommandierter
(durch den Anlaß aufgezwungener u. zur Schau getragener)
Würde (Kant. Impressum 178). 2. (ugs.)jmdm. im
Befehlston Anweisungen geben: seine Angehörigen, seine
Umgebung k.; ich lasse mich [von dir] nicht k.: seine Frau
kommandiert gern, den ganzen Tag ([ist herrschsüchtig
u.l beschäftigt ihre Umgebung mit irgendwelchen Arbeiten);
<Abl.:> Kommandierung, die; -: das Kommandieren (1 b):
eine K. an die Front; Kommanditär [...di'te:g]. den -s.
-elfrz. commanditaire. zu: commandite = Geschäftsanteil
< ital. aecomandita. zu lat. commendäre = anvertrauen!
(Schweiz.): svw. tKommanditist; Kommandite [...*di:to].
die; -. -n: 1. (veraltet) Kommanditgesellschaft. 2.
Zweiggeschäft. Niederlassung; Kommanditgesellschaft, die: -. -en:
Handelsgesellschaft, die unter gemeinschaftlicher Firma ein
Handelsgewerbe betreibt u. bei der mindestens ein
Gesellschafter unbeschränkt u. mituiestens einer nur mit seiner
Einlage haftet; Abk.: KG: Kommanditist [...di'tist]. der;
-en, -en: Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft, dessen
Hoftung auf seine Einlage beschränkt ist: ... sind an ihrem
( =der MEDUG-GeschäAsleitung) Unternehmen zu etwa
50 Prozent Ärzte als -en beteiligt (Hörzu 41, 1971. 143);
Kommando [ka'mando], das; -s. -s. österr. auch: ...den
[ital.comando.zu:comandare = befehlen < lat.
commendäre. tkommandieren]: l.a) kurzer [in seinem Wortlaut
festgelegter, militärischer} Befehl: ein kurzes, scharfes,
militärisches K.; -s ertönen in einer fremden Sprache; ein
K. geben: Mehrmals drückten die Astronauten das K.
„vier null null" (.Agena-Steuersystcm aus!') - vergebens
(Spiegel 14, 1966, 153): der Kanarienvogel fing wie auf
K. an zu singen: b) durch einen Befehl erteilter
/militärischer] Auftrag: -s hierher waren begehrt (Gaiser, Jagd
20); Großalarm bis runter zum Korps und dann im letzten
Augenblick wieder K. zurück (Kuby, Sieg 89); Offiziere
mit einem K. beauftragen. 2. <o. PI.) Befehlsgewalt bei
der Durchführung einer / militärischen] Aufgabe: das K.
über eine Einheit haben, übernehmen, an jmdn. übergeben;
keine Gefahr, daß er das K. ergreift über das Cafe „Zum
heiligen Agapitus" (H. Mann. Stadt 275); die Division
steht unter dem K. von ... 3.a) zur Übeniafime festgelegter
Dienstpflichten od. bestimmter Aufgaben zusammengestellte
Einfielt. Abteilung. Gruppe: ein K. der Staffel erwies die
militärischen Ehren; das letzte noch ausstehende K.. die
Ziegelbrenner, rückten ein (Fühmann. Judenauto 171);
einem K. angehören; zu einem K. gehören; b) höhere
militärische Dienststelle: militärische -s mit den ihnen zugeteilten
Stäben.
Kommando-: -behörde, die: militärische Behörde, der
Verbände unterstellt sind; -brücke, die: auf Schiffen meist in
der Mitte befindliche Deckaufbauten für die Schiffsführung;
-flagge, die: Flagge, durch die eine Kommandobehörde.
Befehlsstelle od. ein Gefecht sstatid gekennzeichnet wird;
-führung, die: / bestimmte Art der] Ausübung der
militärischen Befehlsgewalt: Das wird ... durch Einheitlichkeit
und Unabhängigkeit der K. erreicht (Fraenkel. Staat 369);
-gerät, das: 1. Rechen- u. Steuergerät bei Geschützen, das
1520
kommen
selbsttätig Richtung u. Zeitpunkt des Abschusses bestimmt.
2. elektrischer Zeigertelegraf, der die jeweils zuletzt
gegebene Nachricht anzeigt: -gewalt, die: svw. t Befehlsgewalt:
die K. des Kaisers; die K. haben, ausüben; -höhe, die
bes. in der Fügung -n der Volkswirtschaft (kommunist.;
entscheidende Grundlagen. Schlüsselpositionen [zur
Entwicklung der sozialistischen Planwirtschaft] wie
Schwerindustrie, staatliche Landwirtschaftsunternehmen. Bank- u.
Postwesen u.a., russ. komandnyje wysoty narodnowo
chosjaistwa); ^nif, der: Ruf, der ein Kommando beinhaltet:
-sadie, die in der Fügung geheime K. (bes. Milit.; etw.%
was geheimgehalten werden muß): An sich sollte die
Nachricht eine ..geheime Kommandosache" bleiben (Bild 16.
6. 64. 5); Ü Ihr Privatleben war schon immer eine geheime
K. (Hörzu 31. 1976. 17); -stab, der: Hilfspersonal des
Führers einer Truppe od. des Leiters einer militärischen
Dienststelle: -stelle, die: örtlich bestimmter Sitz des Stabes:
untergeordnete, höhere -n; ^stimme.die: Stimme im
Befehlston: etw. mit K. verkünden, rufen; ~ton, der <o. Pl.>:
svw. tBefehlston: Die despotische Vermieterin ...
terrorisiert das Mädchen im K. (Spiegel 18.1977.234);
-unternehmen, das: Unternehmen eines Kommandos (3 a): Speer
mußte ihn ... über den ... Ausgang des -s Bleibtreustraße
informieren (Prodöhl. Tod 53); -zentrale, die.
Kommassation Qc3masa'tßjo:n]. die; -. -en [zu lat. con- =
mit- u. trassieren] (Fachspr.): Flurbereinigung durch
Zusammenlegung von Grundstücken: kommassieren |...'si:ren]
<sw. V.; hat) (Fachspr.): (Grundstücke) zusammenlegen:
Kommasskning. die; -. -en (bes. österr.).
Kommata: PI. von f Komma.
Kommemoration [ksmemora'tßiornl. die; -. -en [lat. comme-
morätio]: 1. (bildungsspr. veraltet) Erwähnung. Gedächtnis.
Andenken. 2. (kath. Kirche) a) Gedächtnis. Fürbitte in der
Messe: b) Gedächtnisfeier in der Liturgie (z. B. zu
Allerseelen); kommemorieren [...ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. comme-
moräreKbildun gsspr. V.etw. erwähnen, einer Sache gedenken.
kommen ['kamanl <st. V.; ist) [mhd. komen. ahd. koman;
17: vgl. engl. (Slang) to comep. l.a) eintreffen, anlangen:
wir sind vor einer Stunde gekommen; rechtzeitig, pünktlich
k.; ich komme gleich; da kommen sie (ich sehe sie
herankommen): dort kommt der Omnibus; ich komme
unangemeldet, nicht allein, zu Fuß. mit dem Fahrrad, mit der
Bahn; der nächste Zug kommt in einer halben Stunde;
Kollege kommt gleich (f Kollege): der Monteur ist
gekommen, um die Heizung zu reparieren, kommt wegen der
Heizung; ich komme, um zu helfen; R komm' ich heut
nicht, komm' ich morgen (spött. zu jmdm.. der allzu
langsam in seinen Bewegungen u. in seiner Arbeit ist); <subst.:)
ein ständiges Kommen und Gehen; b) sich in eine Richtung,
auf einen Ort. ein Ziel hin bewegen und dorthin gelangen:
ins Zimmer, nach Hause k.; ans Ufer, ans Ziel k.; komme
ich hier zum Bahnhof?; wie komme ich am schnellsten
auf die Autobahn, nach Kiel? <in Verbindung mit einem
Verb der Bewegung im 2. Part.:) angebraust, angekrochen
k,; da kommt er angefahren; Ü auf etwas zu sprechen
k.; ich komme zum Schluß meiner Ausführungen; c) von
einem Ausgangspunkt her. aus einer bestimmten Richtung
eintreffen: aus Berlin, aus dem Theater, von der Arbeit,
vom Spaziergang k.; die Zuschauer kamen von allen Seiten;
der Zug kommt aus [Richtung] Mailand; der Wagen kam
von rechts; der Wind kommt von Ider] See (weht von
der See her): von den Zuschauerbänken kamen Buhrufe;
d) einen bestimmten Weg nehmen: der Zug kommt durch,
über Frankfurt; wir kamen durch schöne Gegenden. 2.a)
erscheinen, teilnehmen: zu einer Tagung k.; ich weiß nicht,
ob ich k. kann; bestellt schon Karten, wir kommen
bestimmt; er kommt regelmäßig zum Training; b) jmdn.
besuchen: kannst du morgen zum Abendbrot k.?; ich komme
nur schnell für eine halbe Stunde; wir kommen gern einmal
zu euch; morgen wird ein Vertreter. Sachverständiger zu
Ihnen k. 3. a) gebracht werden, eintreffen: für dich ist keine
Post gekommen; Doch dann kam genau zu Weihnachten
die gerichtliche Vorladung (Gerlach. Demission 224); das
Essen kommt gleich auf den Tisch; Ü die Streitigkeiten
kamen vor den Richter; b) <k. + lassen) veranlassen,
daß jmd. kommt od. etw. gebracht wird: bestellen: einen
Arzt, die Handwerker k. lassen; die Firma läßt das Essen
aus einer Großküche k.; ich habe [mir] einen Kasten Bier,
ein Taxi k. lassen. 4.a) sich jmdm. in bestimmter Weise
darstellen: das kommt mir sehr gelegen; mein Besuch
kommt dir wohl überraschend, unpassend?; b) (ugs.) sich
in bestimmter Weise gegen jmdn. benehmen, ihm
entgegentreten: er kam seinem Vater frech; so/in diesem Ton lasse
ich mir nicht k.!; die Theorie, mit der ich ihnen kam.
... die gefiel ihnen nicht (Kant, Impressum 434); c) (ugs.)
sich [in belästigender Weise] an jmdn. wenden: komm mir
doch nicht immer mit Ausreden!; mit plumpen
Anbiederungsversuchen darf man ihm nicht k.; d) * auf jmdn. nichts
k. lassen (jmdn. anderen gegenüber in Schutz nehmen: nicht
dulden, daß Schlechtes über jmdn. gesagt wird). 5. [bei
jmdm.] auftauchen, hervortreten, in Erscheinung treten: die
ersten Blüten kommen; die Saat ist nicht gekommen (nicht
aufgegangen): dort hinten kommt es ganz schwarz (ziehen
drohend schwarze Wolken auf): bei unserer Kleinen kommt
das erste Zähnchen; der Gedanke kam ihm. daß ...; ihr
sind schon viele gute Ideen gekommen; es kam ihr (ugs.;
fiel ihr ein), daß sie noch etwas besorgen wollte; ihm/bei
ihm kommen immer so schnell die Tränen: die Antwort
kam spontan, wie aus der Pistole geschossen; seine Reue
kam zu spät: meine Glückwünsche kommen aus vollem
Herzen; von ihm kommt keine Hilfe. 6. irgendwo
aufgenommen, untergebracht, eingestellt o. ä. werden: er kommt zur
Schule; aufs Gymnasium, in die Lehre k.; ins Krankenhaus,
ins Gefängnis k.; Ü in den Himmel, in die Hölle k. 7.a)
seinen bestimmten Platz haben: das Buch kommt ins Regal;
diese Löffel kommen (gehören) rechts ins Fach; b) an
einer bestimmten Stelle seinen Platz erhalten: der Aufsatz
kommt in die nächste Nummer der Zeitschrift; er kommt
auf den ersten Platz in der Rangliste. 8. in einen Zustand,
eine bestimmte Lage geraten: er kam unter ein Auto; in
große Gefahr. Not. Verlegenheit k.; es ist alles ins Stocken,
zum Erliegen gekommen; das Auto kommt in Gang;
plötzlich kam ich ins Rutschen; <k. + Infinitiv mit zu:) sie
kam neben den Minister zu sitzen; der Wagen überschlug
sich, kam aber wieder auf die Räder zu stehen. 9.a) in
einen geistigen Zustand, eine Stimmung geraten: sie kamen
endlich in Schwung; jetzt ist er richtig in Zorn. Wut
gekommen; b) (von Stimmungen, geistigen Zuständen) jmdn.
erfassen, zu beherrschen beginnen: Zorn. Ärger, ein Gefühl tiefer
Zufriedenheit kam über ihn; Verzweiflung kam über die
Eingeschlossenen. 10. Zeit. Gelegenheit für etw. haben,
können: endlich komme ich dazu, dir zu schreiben: ich
bin noch nicht dazu gekommen; ich komme kaum aus
dem Haus, oft ins Theater; die Pflege war so anstrengend,
daß sie drei Tage nicht zum Schlafen, nicht aus den
Kleidern gekommen ist. 11. [langsam herankommen u.J
eintreten, eintreffen, sich ereignen: ein Gewitter, die Flut kommt;
er hielt den Zeitpunkt zum Eingreifen für gekommen;
das Ende wird bald k.; der nächste Winter kommt bestimmt
(Werbeslogan des Kohlenhandels); der Tag, die Nacht
kommt (geh.; bricht an): es kam alles ganz anders; das
kam für mich völlig überraschend; es kommt noch so
weit, daß ...; ich sehe |es] schon k.. daß ...; dieses Unglück
habe ich schon lange k. sehen; was auch immer k. mag.
ich bleibe bei dir; es kommt zum Streit, zum Krieg;
zwischen den Parteien ist es zu einem Vergleich gekommen;
in diesem Betrieb kommt es schon wieder zur Kurzarbeit,
zu Entlassungen; R wie's kommt, so kommt's/wie's kommt,
so wird's genommen (ugs.; man soll dem Schicksal ruhig
entgegensehen): das durfte Jetzt nicht k. (ugs. spött.; es
war sehr töricht, das jetzt zu sagen): so weit kommt es
noch! (ugs. iron.; dazu darf es auf keinen Fall kommen!):
<subst.:) *im Kommen sein (l wiederJ modern werden):
Spitzen und Rüschen sind [wieder! im K. 12. etw. gewinnen,
erreichen, [wieder]erlangen: zu Geld. Erfolg, großen Ehren
k.; nach der langen Krankheit ist sie langsam wieder zu
Kräften gekommen; zur Besinnung, zur Ruhe k.; wenn
du dich nicht anstrengst, wirst du nie zu etwas k. (ugs.;
nie Erfolg haben, nichts erreichen): * wieder zu sich k. ([nach
einer Ohnmacht o. ä.j das Bewußtsein wiedererlangen). 13.
etw. verlieren, nicht mehr haben, nicht mehr genießen: um
sein Geld, seine Ersparnisse k.; er ist um sein Gehör,
seinen Verstand gekommen; warum mußte er auf so
tragische Weise ums Leben k.? 14. auf etwas stoßen, etwas
entdecken: jmdm. auf die Spur k.; hinter jmds. Pläne.
Schliche k.; endlich bin ich hinter das Geheimnis
gekommen; wie kommst du darauf? 15. a) an der Reihe sein,
folgen: wenn Sie diese Straße entlanggehen, kommt erst
eine Schule, dann das Rathaus; erst komme ich an die
Reihe; R das Beste kommt zuletzt; b) <1. Part.) folgend.
96 GDW
1521
Kommende
nächst...: am kommenden Sonntag; in der kommenden
Saison; er ist der kommende (der im Aufstieg befindliche,
später für das in Rede stehende Amt am besten geeignete)
Mann; diese Aufgabe bleibt kommenden Generationen
vorbehalten; c) entfallen, in einem bestimmten
Zahlenverhältnis stehen: auf hundert Berufstätige kommen vier
Arbeitslose; bald wird auf jeden zweiten Einwohner ein Auto
k. 16. a) von etw. herrüftren. herstammen: seinen Ursprung.
Ausgangspunkt, Grund in etw. haben: woher kommt das
viele Geld, diese Nachricht?; wie kommt es. daß du noch
nichts unternommen hast (warum hast du ...)?; sein Husten
kommt vom vielen Rauchen; aus einfachen Verhältnissen
k.; ..Kunst" kommt von ..können"; R das kommt davon!
(das ist die Folge [deiner Handlungsweise]); b) (veraltet)
von einer Generation zur anderen weitergegeben, vererbt
werden: das Schmuckstück ist von der Großmutter auf
sie gekommen. 17. (salopp) den Orgasmus haben: Als
Bennett gekommen war und noch keuchend auf mir lag (Jong
[Übers.]. Angst 185); Ich komm nur mit meinem Mann
(Extra. Sept. 1976.47); (auch unpers.:) mir kommt's; Als
es ihm kommt, schneidet er entsetzliche Grimassen (Chot-
jewitz. Friede 29). 18. (ugs.) einen bestimmten Preis haben,
kosten: die Reparatur kommt auf etwa 500 Mark; wie
hoch kommt der Stoff?; die Sache kommt [mich] einen
glatten Hunderten deine Ansprüche kommen aber teuer!
19, verblaßt in festen Wendungen mit
Verbalsubstantiven a) zur Umschreibung des Vollverbs: zu tFall k.
(fallen): zum t Ausbruch k. (ausbrechen): zur tEntfaltung
k. (sich entfalten): in tWegfall k. (Papierdt.; wegfallen,
entfallen)', b) als Ersatz für ein Passiv: zum t Einsatz
k. (eingesetzt werden): zur TAnwendung k. (Papierdt.;
angewendet werden)', zur t Verteilung k. (Papierdt.; verteilt
werden)', zur tDurchführung k. (Papierdt.; durchgeführt
werden): jmdm. zu t Gesicht, tGehör k. (von jmdm. gesehen,
gehört werden).
KommendetkomEnddl.die^.-ntmlat.commenda =
Lehnsherrschaft. Pacht, zu lat. commendäre = anvertrauen]
(hist.): 1. (kath. Kirche früher) kirchliche Pfründe ohne
Amtsverpflichtung. 2. Ordenshaus der Jofianniter od. des
Deutschherrenordens im MA.; Kofnturei.
Kommensale [k:>mcn'za:b]. der; -n. -n (meist PI.) [zu lat.
con- = mit- u. mensa = Tisch] (Biol.): mit einem anderen
von der gleichen Nahrung lebender Organismus (Tier od.
Pflanze). der. im Ggs. zum Parasiten, dem Wirtsorganismus
nicht schadet: dieser Einsiedlerkrebs beherbergt in seinem
Schneckengehäuse einen Borstenwurm als -n; < Abi.:>
Kommensalismus [...zalismos], der; - (Biol.): das
Zusammenleben von Tieren u. Pflanzen mit gemeinsamer Ernährung.
kommensurabel Öomenzu'raibl] <Adj.; ...abier. -sie; nicht
adv.> [spätlat.commensuräbilis.zu lat. commetlri (2. Part.:
commensum) = ausmessen] (bildungsspr.): mit gleichem
Maß meßbar: vergleichbar (Ggs.: inkommensurabel):
kommensurable Verhaltnisse, Werte; soU das Gebotene ... ihm
zuvor k. gemacht, aufbereitet ... werden (Enzensberger,
Einzelheiten 1.150); kommensurable Größen (Math.;
Größen. Zalilen. die einen gemeinsamen Teiler haben)'. <Abl.:>
Kommensurabilität [...rabili'teit]. die; - (Math.. Physik,
bildungsspr.): Meßbarkeit mit gleichem Maß: Vergleichbar-
keit (Ggs.: Inkommensurabilität).
Komment Qo'mä:l, der; -s. -s [zu frz. comment = wie.
also eigtl. = das Wie. die Art u. Weise, etw. zu tun]
(Studentenspr.): Brauch, Sitte. Regel [des Student. Lebens]:
es herrschte strenger K.; dem K. folgen; ... trank gegen
jeden K.. ohne zu warten, bis ihm die Runde folgte (Kuby.
Sieg 71); (auch Verhaltensf. u. allg.:) der K. (die
angeborenen bestinvnten Töne u. Gesten) der Paarung bei diesen
Vögeln; ganz nach [dem] K. gekleidet sein.
kontinent-, Komment- [-]: -gemäß <Adj.>: einem Komment
entsprechend, folgend: -handhing. die (Verhaltensf.):
angeborenen Trieben entsprechende Handlung: wie eine
erworbene Gewohnheit ... die Auslösung gewisser, zur Paarbildung
... notwendiger -en ... verhinderte (Lorenz. Verhalten I.
95); -kämpf, der (Verhaltensf.): (bei bestimmten Tierarten)
nach festen Regeln ablaufende Art des Kampfes unter
Artgenossen, die ernsthafte Verletzungen der Kampfpartner
ausschließt: -mäßig <Adj.>; -widrig <Adj.>: gegen Brauch u.
Sitte [geschehend!, nicht dem Komment entsprechend.
Kommentar [komen ta:£], der; -s. -e [lat. (über) commentä-
rius = Notizbuch, Niederschrift, zu: commentäri. t
kommentieren]: 1. Zusatz/ werk] mit Erläuterungen u. kritischen
Anmerkungen zu einem Gesetzeswerk, einer Dichtung,
wissenschaftliche Ausgabe u. ä.: ein K. zur Bibel, zum
Grundgesetz; zu diesem Werk ist noch kein K. erschienen; einen
K. verfassen, herausgeben; im K. nachschlagen; die
kritische Ausgabe des Dichters ist mit einem ausfuhrlichen
K. versehen worden. 2. kritische Stellungnahme zu einem
aktuellen Ereignis od. Thema (in Zeitung. Rundfunk,
Fernsehen u.a.): ein politischer, militärischer, wirtschaftlicher
K.; nach den Nachrichten folgt der K.^die -e der
Auslandspresse waren größtenteils zustimmend; kein K.! (ich lehne
eine [offizielle] Stellungnahme ab: vgl. engl, no comment!);
die Presse reagierte mit unfreundlichen -en. 3. (oft
abwertend) persönliche Anmerkung. Zwischenbemerkung,
Stellungnahme: ein boshafter K.; mußt du zu allem deinen
K. geben?; er würdigte diese Bemerkung keines -s, enthielt
sich aller -e; <Abl.:> kommentarisch <Adj.; o. Steig.): in
der Art. Form eines Kommentars (2). als Kommentar: daß
der dokumentarischen Bestandsaufnahme keine -e Analyse
folgte (MM 19. 3. 70. 13); <Zus.:> kommentarlos <Adj.;
o. Steig.): ohne Stellungnahme: die -e Wiedergabe; etwas
k. zur Kenntnis nehmen; Kommentator [...'tator, auch:
...to.'Bl.der; -s.-en [...ta'to:ran; lat. commentätor =
Erfinder. Erklärer. Ausleger]: 1. Verfasser eines
[wissenschaftlichen! Kommentars (D.I. Journalist. Mitarbeiter an
Rundfunk. Fernsehen usw.. der [regelmäßig] aktuelle Ereignisse
kommentiert (2): ein politischer K.; er wurde als K. für
die Olympischen Spiele verpflichtet; die Meinungen der
-en; kommentieren Domen'thren] <sw. V.; hat) Dat.
commentäri = überdenken, erläutern, auslegen]: 1. ein
Druckwerk (Gesetzestext, wissenschaftliche Abhandlung u. ä.) mit
erläuternden u. kritischen Anmerkungen versehen: das
Gesetz wurde so kommentiert: ...; eine Faksimileausgabe des
erst 1956 wieder aufgetauchten Autographs. kommentiert
von W. Virneisel (Welt 28. 6. 65. 7). 2. zu Tagesereignissen
(in Presse. Rundfunk.Fernsehen) kritisch Stellung nehmen:
die Regierungserklärung wurde ausfuhrlich, vielfach,
unterschiedlich kommentiert; man kommentierte dieses
Vorgehen als ..taktisches Ablenkungsmanöver". 3. (ugs.)
Anmerkungen zu etwas machen, seine Meinung sagen: wie
soll man dieses Benehmen k.?; sie pflegte alles und jedes
auf ihre Art zu k.: <Abl.:> Kommentkning, die; -. -en:
das Kommentieren.
Kommers Dco mers], der; -es. -e [zu frz. commerce, t
Kommerz; urspr. Bezeichnung für jede Art von geräuschvoller
Veranstaltung] (Studentenspr.): aus besonderem Anlaß
abgehaltene feierliche Kneipe (2 a); <Zus.:> Kommersbuch, das:
Sammlung festlicher u. geselliger Studentenlieder: Kommerz
flo'mertß]. der; -es [frz. commerce < lat. commercium
= Handelu. Verkehr] (heute meist abwertend): Wirtschaft.
Handel u. Geschäftsverkehr: K. und Kultur; Musik als
Spiegel des Zeitgeschehens - und der K. ist immer dabei
(MM 11. 10. 72. 44); Brecht wollte den Zusammenhang
zwischen Krieg und K. aufzeigen; kommerzialisieren
[komErlßiali'zi.ran] <sw. V.; hat) [frz. commercialiser =
handelsfähig machen, zu: commerce = Handel.
?Kommerz]: 1. (Dinge, ideelle Werte, die eigentlich nicht zum
Bereich der Wirtschaft gehören) wirtschaftlichen Interessen
unterordnen, dem Streben nach Gewinn dienstbar machen:
das Vergnügen, die Kultur k.; altes Brauchtum wurde
kommerzialisiert; Man muß das Genie k. (Hacks. Stücke
131); (häufig im 2. Part.:) der kommerzialisierte Sport;
die Klischees kommerzialisierter Gefühle. 2. (Finanzw.)
öffentliche Schulden in privatwirtschaftliche umwandeln:
<Abl.:> Kommerzialiskning, die; -. -en; Kommerzialismus
[...'lismos]. der; - (Wirtsch.): nur auf das Erzielen möglichst
hoher Gewinne gerichtetes Handeln: Kommerziglrat. der.
-[e]s. ...rate [zu veraltet kommerzial < lat. commercialis
= den Kommerz betrefTendl (österr.): svw. tKommerzien-
rat; kommerziell Domer'tßiel] <Adj.; o. Steig.) [mit
französierender Endung]: a) den Handel betreffend,
geschäftlich: -e Betriebe; das -e Risiko; diese. Einrichtung
ist gemeinnützig, nicht k.; eine Erfindung k. nutzen; k.
recht erfolgreiche Filme (Ziegler. Labyrinth 125); b)
Geschäftsinteressen wahrnehmend, auf Gewinn bedacht: -es
Fernsehen. Denken; Dir -er Sinn war außerordentlich, ihre
Habgier einzigartig (Kuby. Rosemarie 76); Kommerzienrat
[ko'mErtjpn-]. der; -[e]s. ...rate (früher): Titel für einen
Wirtschaftsfachmann u. Träger dieses Titels.
Kommilitone [kamilitoma]. der; -n. -n [lat. commilito (Gen.:
commllitönis) = Mitsoldat. Waffenbruder] (Studen-
1522
Kommune
icnspr): jmd.. mit dem man zusammen studiert [hat],
Studienkollege: er diskutierte mit einigen seiner -en;
Kommilitonin, die; -, -nen: w. Form zu tKommilitone.
kommis [ko'mi:], der; - [ko mi:(s)]. - (ko'mi.s; frz. commis.
zu: commettre = beauftragen < lat. committere. t
kommittieren] (veraltet): Handlungsgehilfe, kleiner kaufmännischer
Angestellter: ein K. lieferte die Lebensmittel ins Haus;
U emsig probieren auf allen Seiten die K. des Krieges
neue Apparate (Tucholsky, Werke I. 332). Vgl. Commis
voyageur.
Kommiß [kamis], der; ...mjsses [urspr. = Heeresvorräte;
wohl zu lat. commissa (PI. von: commissum) =
anvertrautes Gut. subst. 2. Part, von: committere. tkommittieren]
(Soldatenspr.): Militär, Militärdienst: er muß zum K.; beim
K. werden Griffe gekloppt (Kreuder. Gesellschaft 139).
Kommjß-: ^brot, das: rechteckiges, dunkles Brot aus grob
gemahlenem Mehl: -»eist, der <o. PI.) (abwertend): innere
Einstellung, die nur Drill u. Gehorsam kennt: -hengst, der
(salopp abwertend): in sturem Militärdienst aufgehender,
in seinem ganzen Wesen zum Militär gehörender [
Unter]Offizier: ein sturer K.; -Stiefel, der: beim Militär üblicher
hoher Schaftstiefel: ^ton, der (abwertend): Befehlston: im
K. sprechen; ^zeit, die: Zeit des Militärdienstes.
Kommissar [kami'sa.'g]. den -s, -e [spätmhd. commissari
(PL) < mlat. commissarius = Beauftragter; zu lat.
committere, t kommittieren]: 1. jmd., der von einem Staat mit
einem besonderen Aujtrag ausgestattet ist u. spezielle
Vollmachten hat: das Gebiet wird von einem K. verwaltet.
2.a) <o. PL> Dienstgrad, Dienstrang, bes. bei der Polizei:
er wurde zum K. ernannt; b) Träger dieses Amtes: ein
K. verhörte den Festgenommenen; Kommissär [kami'se:?].
der; -s. -e (südd.. Schweiz., österr.): svw. tKommissar.
<Abl.:> Kommissariat [ksmisa'ria.t]. das; -s. -e: 1.
Amtszimmer] eines Kommissars. 2. (österr.) Polizeidienststelle,
-revier: kommissarisch <Adj.; o. Steig.): vorübergehend, in
Vertretung / ein Amt verwaltend]: der -e Leiter der
Dienststelle; er hat das Amt k. übernommen; Kommission
[komisio.nl.die; -. -en [mlat. commissio = Auftrag.
Vorladung < lat. commissio = Vereinigung, Verbindung, zu:
committere. t kommittieren]: 1. a) mit einer bestimmten
Aufgabe offiziell betrautes Gremium: eine ständige K.; die
K. tagt, tritt in regelmäßigen Abständen zusammen; eine
K. einsetzen; man bildete eine gemischte K. [aus Vertretern
aller Parteien]; er ist Mitglied einer K. für Fragen des
Umweltschutzes; b) Gremium von Sachverständigen,
Fachleuten: eine K. von Fachärzten prüfte den Fall. 2. (Kauf-
mannsspr.. veraltend) Bestellung, Auftrag, auszuliefernde
Ware: der Kaufmann hat noch verschiedene -en
auszufahren; Ihre K. kann leider erst morgen geliefert werden;
-en machen (Schweiz.; einkaufen gehen): *etw. in K. geben/
nehmen/haben (Wirtsch.; etwas in Auftrag geben/neh-
men!haben, damit es für den Besitzer verkauft werden kann).
3. (veraltet) Einkau), Besorgung: -en machen; <Abl. zu
2: > Kommissionär fcomisionc^]. der; -s. -e [frz. commissio
naire] (Wirtsch.): a) Kaufmann, der Waren od. Wertpapiere
in eigenem Namen für fremde Rechnung an- od. verkauft:
b) svw. t Kommissionsbuchhändler; kommfissionieren
[...ni:ran] <sw. V.; hat) (österr. Amtsspr.): als staatliche
Kommission einen Neubau o.a. abnehmen (5).
Kommissions-: -aaent, der (Wirtsch.): für einen bestimmten
Unternehmer arbeitender Kommissionär: ^budihandel, der
(Wirtsch.): Gewerbezweig, der den Verkehr zwischen Verlag
u. Sortimentsbuchhandel im Auftrag u. für Rechnung der
Verleger vermittelt: -buchhändler, der (Wirtsch.): im
Auftrag u. für Rechnung der Verleger Bücher an die Sortimenter
liefernder Buchhändler: ^aeschaft, das (Wirtsch.): im
eigenen Namen für fremde Rechnung abgeschlossenes Geschäft:
^8Ut. das (Wirtsch.): Ware, bes. Bücher, für die sich der
Besteller für den Fall, doli er sie nicht weiterverkaufen kann,
ein Rückgaberecht innerhalb einer bestimmten Frist
vorbehalten hat: Bedingtgut: -Handel, der: vgl. ^geschäft;
Kläger, das (Wirtsch.): Lager für Kommissionsware: ^mit-
glied, das: Mitglied einer Kommission (1); -Sendung, die
(Wirtsch.): Sendung mit Kommissionsgut: Bedingtsendung:
-sitzung, die: Sitzung einer Kommission (1); -vertrag, der
(Wirtsch.): Vertrag zwischen einem Kommissionär u. seinem
Auftraggeber: -wäre, die (Wirtsch.): in Kommission (2)
gegebene od. genommene Ware.
Kommissur [komi'su:?]. die; -, -en [lat. commissüra =
Zusammenlegung. Verbindung, zu: committere = verbinden]
(Med.): 1. Querverbimlung zwischen symmetrischen Teilen
des Zentralnervensystems, bes. den beiden Hemisphären des
Großhirns. 2. Verbindung zwischen Weichteilen im Bereich
der Organe: Kommittent flcomitent]. der. -en. -en [lat. com-
mittens (Gen.: committentis). 1. Part, von: committere.
t kommittieren] (Wirtsch.): Auftraggeber, Unternehmer, für
dessen Rechnung ein Kommissionär tätig ist: kommittieren
[,..'ti:ren] <sw. V.; hat) [lat. committere = ausüben;
anvertrauen] (Wirtsch.): einen Kommissionär beauftragen.
kommod flcD'mo:t] <Adj.; -er. -este> [frz. commode < lat,
commodus = angemessen, zweckmäßig, bequem] (bes.
österr.): bequem, angenehm: ein -er Sessel, eine -e
Limousine; machen Sie sich's k.!; Der Beifahrer hat es weitaus
-er und kann das müde Haupt... sogar auf eine Kopfstütze
betten (Auto 7. 1968. 56); diese Arbeit läßt sich ganz
k. von daheim aus erledigen; Kommode [ka'morid]. die;
-. -en [frz. commode. subst. w. Form von: commode (t
kommod), also eigtl. = bequemte Truhe)]: Möbelstück [in
der Form eines liegenden Quaders od. eines Kastens] mit
mehreren Schubladen: eine breite, alte, wacklige K.; die
unterste Lade der K. aufziehen; Haushaltswäsche in einer
K. verstauen; Ü die alte K. (das Klavier) ist verstimmt;
<Zus.:> Kommodenschublade, die; Kommodität [komo-
di'te.t]. die; -en. -en [frz. commoditö < lat. commoditäs,
zu: commodus. tkommod] (landsch.. sonst veraltet):
Bequemlichkeit, Annehmlichkeit.
Kommodore Dcomo'do:rd].der; -s. -n u. -s [engl, commodore,
älter: commandore < frz. commandeur, tKommandeur]:
1. Geschwaderführer bei Kriegsmarine od. Luftwaffe
(Dienststellenbez.). 1. erprobter, verdienter älterer Kapitän
der Handelsmarine (von Reedereien verliehener Ehrentitel).
Kommotio Dc3'mo:tßio]. die; -. -nen Dt3mo'tßio:ndn]. Kom-
motion [...'tßio.n]. die; -. -en [lat. commötio = Erregung.
Bewegung] (Med.): 1. durch stumpfe Gewalteinwirkung,
Erschütterung hervorgerufene Funktionsstörung von Organen.
2. svw. tGehirnerschütterung.
kommun [ko'mu:n] <Adj.; o. Steig.) [lat. communis = allen
od. mehreren gemeinsam, allgemein] (bildungsspr.
veraltend): gemeinschaftlich, allgemein, gewöhnlich, alltäglich:
das sind ganz -e Geschichten; ziemlich gewöhnliche Briefe
von -en Weibern (Fallada. Jeder 144); Der obszöne
Wortschatz ist bes. in den intellektuellen Zirkeln der Gesellschaft
nach dem letzten Weltkrieg k. (zum Allgemeingut)
geworden (Marek. Notizen 134); sich mit jmdm. k. machen;
kommunal Dcamu'na.l] <Adj.; o. Steig.) [lat. commünälis;
vgl. Kommune]: die Kommune, die Gemeinde/ n / betreffend:
gemeindeeigen: Gemeinde...: die -e Verwaltung; -e
Angelegenheiten; das wird auf -er Ebene geregelt; ein Teil dieser
Wälder ist staatlich, die meisten sind k.; etwas k. verwalten.
kommunal-. Kommunal-: -abgaben <PL): Steuern u.
Gebühren, die von der Gemeinde erhoben werden: ^anleihe, die:
von einer Gemeinde aufgelegte öffentliche Anleihe: ^beamte,
der: von einer Gemeinde eingestellter u. besoldeter Beamter:
-behörde, die: örtliche Verwaltung, Ortsbehörde:
-Obligation, die: svw. Kanleihe; -Parlament, das: Gremium der
gewählten Gemeinde- od. Stadträte: -Politik,die; -Politiker,
der; -politisch <Adj.; o. Steig.); ^redit, das: rechtliche
Vorschriften, die die Zuständigkeit der Gemeinden betreffen:
-verband, der: verwaltungsmäßiger Zusammenschluß
mehrerer Gemeinden: -Verfassung, die; -Verwaltung, die; -wähl,
die: Wahl der Gemeinde- od. Stadträte: Gemeindewahl:
-Wirtschaft, die.
kommunalisieren Dcomunali'zi:ren] <sw. V.; hat):
(Privatbesitz, private Unternehmen) in Gemeindebesitz u.
gemeindliche Verwaltung überführen: Verkehrs- und
Versorgungsbetriebe sind fast überall kommunalisiert worden; <Abl.:>
Kommunaliskning, die; -. -en; Kommunalität [komuna-
li'tertl. die; -; Kommunarde [komu'nardd], der; -n. -n [frz.
communard = Anhänger der Kommune (2)]: 1. Mitglied ei-
nerKommune(3).2.(h'\si.)Anhängerder (Pariser) Kommune
(2): Kommune [ka'mu.nd]. die; -. -n [1: mhd. com(m)üne
= Gemeinde < (a)frz. commune < (v)lat.commünia. eigtl.
Neutr. PI. von: communis = allen gemeinsam, allgemein;
2: frz. Commune de Paris!: 1. (Verwaltungssprache)
politische Gemeinde (Dorf. Stadt o.a. als unterste
Verwaltungseinheit): Bund, Länder und -n; typisch für die
Planungsmisere in vielen westdeutschen -n (Spiegel 22,
1977. 193). 2. * Pariser K. (hist.: 1. der Gemeinderat von
Paris während der Franz. Revolution. 2. Pariser Gemeinderat
u. seine Anhänger von März bis Mai 1871). 3. Zusammen-
96*
1523
Kommunikant
schluß mehrerer Personen in einer Wohn- u.
Wirtschaftsgemeinschaft, die bewußt u. oft provozierend gegen die
bürgerlichen Lebensformen angeht, um der durch die bisherigen
Formen der Familie u. des gesellschaftlichen
Zusammenlebenshervorgerufenen Isolierung des einzelnen
entgegenzutreten: eine K. gründen; er trat einer K. bei; in einer K.
leben. 4. <o. PL; (veraltend abwertend) kurz für
[Gesamtheit der] Kommunisten: Kommunikant flomuni'kant],
der; -en. -en [1: kirchenlat. commünicäns (Gen.: commü-
nicantis) = Teilnehmer am Abendmahl, zu lat. commüni-
cäre. tkommunizieren]: 1. (kath. Kirche) jmd., der [zum
ersten Mall kommuniziert (3). 2. (Sprachw.. Soziol.)
Gesprächsteilnehmer. Teilhaber an einer Kommunikation (1);
Komraunikyntin, die; -. -nen: w. Form zu t Kommunikant;
Kommunikation [...ka'tßjo:n].die; -. -en [lat. commünicätio
= Mitteilung. Unterredungl: 1. <o. PL> Verständigung
untereinander: Umgang. Verkehr: K. durch Sprache; alle
K. verläuft prozeßhaft über mindestens drei Stationen:
Verschlüsselung. Übermittlung. Entschlüsselung; Die K.
zwischen den Beteiligten ist... blockiert (Habermas.
Spätkapitalismus 44). 2. Verbindung. Zusammenhang: seelische
-en unter den einzelnen Gruppen; eine K. zwischen Traum
und Wirklichkeit.
Kommunikations- (Kommunikation 1): -fähigkeit. die:
Fähigkeit, innere Bereitschaft, mit anderen in Kommunikation
zu treten: - Forschung, die (Soziol.. Sprachw.. Technik u. a.):
wissenschaftliche Erforschung des Wesens f menschIicherJ
Kommunikation u. der dazu benötigten Mittel: ^Instrument,
das; -mittel, das: / technisches] Hilfsmittel, das der
allgemeinen Kommunikation dient: Medium: Presse. Rundfunk,
Fernsehen sind die wichtigsten K.; K.: Musik. Bier. Cola
und ..allgemeine44 Gespräche (Ossowski. Bewährung 44);
-modeil, das: / schematische] Darstellung der Bestandteile,
die zu einer Kommunikation gehören: -Satellit, der: der
Nachrichtenübermittlung dienender Satellit:
Nachrichtensatellit: -Schwierigkeit, die (meist Pl.>: [seelisch bedingte]
Unfähigkeit zur Kommunikation: leidet ... an den -en eines
frustrierenden Ehelebens (Wohngruppe 20); -Zentrum, das:
zentraler Ort der Begegnung von Menschen u. Gruppen.
kommunikativ [...'ti:fl <Adj.; o. Steig.): a) die
Kommunikation (1). das Mitteilen. Kommunizieren (2) betreffend: -e
Beziehungen; daß der Spracherwerb der Kinder -er Hilfen
bedarf (Bausinger. Dialekte 63); viele Störungen im -en
Verhalten Jugendlicher beruhen auf Konflikten im
Elternhaus; b) mitteilsam: er verhielt sich sehr k.; Kommunion
Ocamu'njpin]. die: -. -en [kirchenlat. commünio = das
heilige Abendmahl < lat. commünio = Gemeinschaft,
zu: communis, t kommun] (kath. Kirche): 1. das Abendmahl
als Gemeinschaftsmahl der Gläubigen mit Christus: die
heilige K. empfangen; zur K. gehen. 2. der /erste] Empfang
des Abendmahls: Erstkammunion.
Kommunion-(kath. Kirche): -bank.die: Bank vordem
Altarraum, auf der die Gläubigen zum Empfang des Sakraments
niederknien: -gespan, der (Schweiz.): Gefäftrte. mit dem
zusammen jmd. zur Erstkommunion geht od. gegangen ist:
-kind, das; -Sonntag, der. -Unterricht, der: Unterricht zur
Vorbereitung auf die Erstkotnmunion.
Kommunique [ksmyni ke:. auch: kamu...]. das; -s. -s [frz.
communique. zu: communiquer < lat. commünieäre.
t kommunizieren]: a) [regierungsjamtliche Mitteilung (z. B.
über Sitzungen, internationale Verhandlungen.
Vertragsabschlüsse): zum Abschluß des Staatsbesuches wurde ein
gemeinsames K. herausgegeben; die Staatsmänner
bekräftigten in ihrem K. die Ansicht, daß ...; b) /amtliche]
Denkschrift: ein K. über die Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Kommunismus flomu'nismos], der; - [frz. communisme <
engl, communism. zu lat. communis = allen gemeinsaml:
1. nach Karl Marx die auf den Sozialismus folgende
Entwicklungsstufe, in der alle Produktionsmittel u. Erzeugnisse in
das gemeinsame Eigentum der Staatsbürger übergehen u.
alle Klassengegensätze überwunden sind: der K. wird als
die höchste Stufe und Erscheinungsform des Sozialismus
angesehen; In zwanzig Jahren, in der Zeit, in der wir
zum K. übergehen, werden weit mehr Frauen noch als
heute arbeiten (Wochenpost 27. 6. 64. 21). 2. politische
Richtung. Bewegung, die sich gegen den Kapitalismus wendet
u. sozialistische Ziele in Wirtschaft u. Gesellschaft verficht:
der internationale K.; das religiös-dogmatische Zentrum
desK. (Dönhoff. Ära 212); unter dem K. leben; wie
schwierig es für den K. (das kommunistische Lager* ist. mit
den divergierenden nationalen Interessen der
Mitgliedstaaten fertig zu werden (Dönhoff. Ära 198); im K.
(kommunistisch regierten Staat) leben; Kommunist [...'nistj. der. -en.
-en: a) Anhänger, Verfechter des Kommunismus: Da war
auch mal ein K. in der Klasse, den mochte ich gern (Kem-
powski. Immer 94); jmdn. als -en abstempeln; b) Mitglied
einer kommunistischen Partei: er ist eingeschriebener K.;
In diesem Gebäude wurden koreanische -en geschult
(Leonhard. Revolution 159); die -en riefen zu einer
Protestversammlung auf; die -en (das kommunistische Lager, die
kommunistisch regierten Länder) haben ihre Propaganda
gegen den Westen verstärkt; mit den -en ( Vertretern
kommunistisch regierter Länder) verhandeln; <Zus.:> Kommunj-
stenangst, die: {übertriebene] Furcht vor kommunistischem
Einfluß: Kommunistin, die; -. -nen: w. Form zu
tKommunist; kommunistisch <Adj.; o. Steig.): a) den Kommunismus
anstrebend, zum Kommunismus gehörend: die -e
Gesellschaft; -e Ideale: b) den Anschauungen des Kommunismus
(2) folgend, für sie eintretend, kämpfend: die -e
Weltrevolution; die -en Parteien Europas; eine -e Infiltration; Die
Pariser Kommune von 1871 war nicht k. - zudem blieb
sie Episode (Fraenkel. Staat 167); der k. beeinflußte
Weltgewerkschaftsbund; c) unter der Herrschaft des
Kommunismus stehend: die -en Staaten; große Teile Asiens sind k.
geworden; k. regierte Länder. Kommunitat [...ite.t]. die;
-. -en [1; lat. commünitäs = Gemeinschaft; 2: frz. commu-
nautej: 1. (veraltet) a) Gemeinschaft: b) Gemeindegut: c)
Ort. an dem sich bes. Studenten zum Speisen versammelten.
2. (ev. Kirche) ordensähnliche Bruderschaft mit besonderen
religiösen od. missionarischen Aufgaben: die -en der
abendländischen Christenheit; kommunizieren [...ni'tßi:ren] <sw.
V.; hat) [lat. commünieäre = gemeinschaftlich tun.
mitteilen, zu: communis = allen gemeinsaml: 1. in Verbindung
stehen, zusammenhängen: Unsere Dienste kooperieren
nicht nur nicht, sie kommunizieren nicht mal miteinander
(Zwerenz. Quadriga 174); kommunizierende Röhren
(t Röhre 1). 2. sich verständigen, miteinander sprechen: Diese
Jungen nehmen ... die Gelegenheit wahr, mit einem
Menschen, der sich ihnen intensiv zuwendet, zu k. (Schmidt.
Strichjungengespräche 167); wie differenziert man
demzufolge über einzelne Schneearten kommuniziert
(Sprachpflege 10.1974.209). 3. (kath. Kirche) das Abendmahl
empfangen, zur Kommunion gehen: k. gehen; sie kommunizieren
jeden Sonntag.
kommutabel [komu'ta:b)l<Adj.; o. Steig.) [lat. commütäbilis
= veränderlich, wandelbar, zu: commütäre. tkommutie-
renp. veränderlich, vertauschbar: kommutable Objekte;
Kommutation [...ta*t$io:n], die; -. -en [lat. commütätio =
Veränderung. Wechsel, zu: commütäre. tkommutierenl:
l.a) (bes. Math.) Umstellbarkeit. Vertauschbarkeit von
Größen: b) (Sprachw.) Ersetzen einer sprachlichen Einheit
(z. B. eines Buchstabens) durch eine andere u. Untersuchung
der dadurch bewirkten Veränderung (z.B. der Bedeutung).
2. svw. tKommutierung; <Zus.:> Kommutationsprobe, die
(Sprachw.): svw. tKommutation (1 b); Kommutationste§t.
der: svw. tKommutation (1 b); kommutativ [...'ti:fl <Adj.;
o. Steig.): 1. (von math. Größen u. spracht. Einheiten)
umstellbar, vertauschbar. Ljdie Kommutierung betreffend:
Kommutativitat l...tivite:t|. die; - (bes. Math.. Sprachw.):
Mengenlehre ... Da gibt es das Axiom der K. (Spiegel
36. 1974. 32); Kommutator [...'ta:tor. auch: ...to:$). der;
-s. -en |...ta'to:ran] (Elektrot.): Kollektor (1). Stromwender:
kommutieren [...'ti.ran] <sw. V.; hat) [lat. commütäre =
umbewegen, verwandeln, verändern!: 1. (bes. Math..
Sprachw.) a) Größen umstellen, miteituinder vertauschen:
nach Aufzählung aller falschen Züge kommutiert Böll
abermals die Begriffe (Deschner. Talente 42); b) sich miteinander
vertauschen lassen: Im Satz ..Der Kanzler wittert ein
Scheingefecht" kommutiert ..wittert" z. B. mit ..eröffnet" (Lewan-
dowski. Linguistisches Wörterbuch 1.1973. 332). 2.
(Elektrot.) die Richtung des Stromes ändern: <Abl.:>
Kommutierung, die; -. -en.
Komödiant [komo'diant]. der; -en. -en [über das Engl. <
ital. commediante = Schauspieler, zu: commedia =
Komödie]: 1. (veraltend, meist abwertend) Schauspieler:
armselige -en; die -en einer Wanderbühne. 2. (abwertend)
jmd.. der anderen etwas vormacht, Heuchler: Er griff mit
einer tragischen Bewegung nach seinem Herzen und
taumelte. Verdammter K. .dachte R avic (Remarque. Triomphe
457): <Abl.:> komödiantenhaft <Adj.; -er. -este>: wie ein
1524
Kompatibilität
Komödiant [redend, agierend]: die -e Rednergabe eines
Staatsanwalts (Mostar. Unschuldig 10); <Zus.:>Komodi$i>-
tentruppe, die; Koraödiantentum, das; -s: a) Art, Wesen
des Komödianten: b) Heuchelei: Komödüpitik, die; -: Geist.
Wesensart des Schauspiels, des Theaters: ... konnte ... der
Regisseur nach der Pause einen Hauch von K. über die
frustrierte Bühne blasen (MM 19. 2. 69. 22): Komödiantin,
die: -. -nen: w. Form zu t Komödiant; komödiantisch
• Adj.X' schauspielerisch / begabt ]; dem Wesen des Theaters
gemäß: ein -es Spiel; Polly ... unterstrich seine Suada mit
großen ... -en Gesten (Ziegler. Labyrinth 215); Komödie
fco'moidp], die; -, -n [lat. cömoedia < griech. kömöidia,
eigtl. = Gesang bei einem frohen Gelage, zu: kömos =
Festumzug mit Gelage u. Gesang für den Gott Dionysos):
I. a) <o. PI. > dramatische Gattung, in der menschliche
Schwächen dargestellt u. [scheinbare] Konflikte heiter überlegen
xelöst werden: b) Bühnenstück mit heiterem Inhalt: eine
K. aus den 20er Jahren; John Cassavetes bittere K.
... über drei amerikanische Mittdreißiger, die kurze Zeit
aus ihrem Ehetrott ausbrechen (Spiegel 20. 1976, 223);
U die Sitzung des Ausschusses war eine einzige K.
(erheiternd wie ein Lustspiel). 2. kleines Theater, in dem fast
nur Lustspiele aufgeführt werden: eine Platzmiete in der
K. 3. unechtes, theatralisches Gebaren. Heuchelei: das ist
doch alles nur K.!; ich habe die K. gleich durchschaut;
•K. spielen (etw. vortäuschen: jmdm. erw. vormachen).
Komödien-: Mlichter, der; -film, der; -haus, das: svw. t
Komödie (2); -Schreiber, der; -Stoff, der: Stoff der sich für
eine Komödie eignet.
Kompagnie Dompa'ni:]. die; -. -n [...'ni:3nj (Schweiz.): svw.
TKompanie; Kompagnon Dcampanjo:. kampanjö. auch:
'kompanjanl, der; -s. -s [frz. compagnon = Geselle.
Genosse < spätlat. companio. f Kumpan] (Wirtsch.): Teilhaber.
Mitinhaber eines Geschäfts. Handelsunternehmens o. ä.:
einen kapitalkräftigen K. suchen; sich als K. in der Firma
eintragen lassen; er betrieb das Geschäft mit zwei -s.
kompakt flcampakt) <Adj.; -er. -este> [frz. compact = dicht,
derb, fest < lat. compäctus = gedrungen. 2. Part, von:
compingere = zusammenschlagen, -fugen]: a) eng. dicht
zusammen: massiv, festgefügt: ein -es Mauerwerk; -e
Werkstoffe; die sinkende Nachfrage nach -en Lebensmitteln
wie Brot und Kartoffeln (Herrenjournal 2, 1966. 117);
dieser Wagen ist sehr kompakt gebaut; Ü -e (starke,
sichere) Mehrheiten im Parlament; b) (ugs.) gedrungen, massig:
der -e breitschultrige Kupferschmied (Apitz. Wölfe 32);
Die Lehrerin, so *ne junge, -e (Kempowski. Immer 23).
Kompakt-: -anlaae, die (Funkt.): fest zusammengebaute
Stereoanlage mit dem nötigen Zubehör: -auto, das (Werbespr.):
fest gebautes, wenig Raum beanspruchendes Auto: -bau,
der <PI. -ten): fester Bau feiner Fabrikationsanlage]. bei
dem alle Teile unter einem Dach vereinigt sind, dazu: -hflu-
weise, die; -motor. der: vgl. ^auto; -ski, der (Werbespr.):
Kürzere, sogenannte K. entwickelten sich zum Bestseller
der Saison (Spiegel 6,1977.122); -wagen, der: svw. Nauto.
Kompaktheit, die; -: kompaktes Aussehen, kompakte
Beschaffenheit.
Kompanie[kompani:].die;-.-n [...'ni.en; 1: frz. compagnie.
eigtl. = Gesellschaft < afrz. compaignie < mlat. compag-
n(i)a; 2: ital. compagnia < mlat. compagn(i)a; schon in
der Kaufmannsspr. der Hanse, mniederd. companie. cum-
penie. kumpenige = (befristete) Handelsgemeinschaft;
auch schon mhd. kompänle = Gesellschaft.
Genossenschaft; alle Formen über das Mlat. u. Vlat. zu lat. con-
= mit- u. pänis = Brot, also eigtl. = BrotgemeinschaftJ:
1. (Milit.) aus mehreren Zügen bestehende untere Einheit
von etwa J(K) bis 250 Mann (Abk.: Komp.): die K. ist
angetreten; aufmarschierte -n; er kehrte zu seiner K.
zurück; Ü Wein stand dort, einige -n von Flaschen (Fallada.
Herr 135). 2. (veraltet) Handelsgesellschaft (Abk.: Co..
Comp.. Cie.): eine K. bilden; das Geschäft mit jmdm.
in K. fuhren; (noch in Firmennamen.) Müller & Co..
Schulze & Cie.; Ü die seraphische Liebe ... in K. mit
der Grausamkeit des heutigen Lebens (Musil. Mann 878).
Kompank-: -chef, der (Milit.): / im Range eines Hauptmanns
od. Majors stehetider] Führer einer Kompanie (1); ^feldwe-
beL der (M ilit.): der für den inneren Dienst in einer Kompanie
(1) verantwortliche Feldwebel: ^fiihrer, der: svw. t^:hef;
-gesdiäft, das: Geschäft von mehreren Personen: ich mach
meine Geschäfte alleene. mach keine -e (Döblin. Berlin
181); -spieß, der: svw. t-feldwebel; -stärke, die (Milit.):
Mannschaftsstärke, etwa einer Kompanie (1) entsprechende
Anzahl: in K. antreten; Ü du wolltest ein paar Freunde
mitbringen, und jetzt kommt ihr gleich in K.!
komparabel Otompa'ra.bl) <Adj.; ...bler. -sie) [lat. com-
paräbilis.zu.comparäre = gleichmachen, vergleichen! (bil-
dungsspr. selten): vergleichbar (Ggs.: inkomparabel a):
komparable Größen; <Abl :> Komparabilität [...rabili'te:t],
die; - (bildungsspr. selten): Vergleichbarkeit: Komparation
[...ra'tßio:nJ. die; -. -en: 1. (bildungsspr. selten) das
Vergleichen. 2. (Sprachw.) Steigerung des Adjektivs: Komparatist
[...ra'tistj. der; -en. -en: Vertreter der Komparatistik: Die
dem Germanisten wie dem -en gleich willkommenen
Untersuchungen von Goethes Verhältnis zur französischen
Sprache und Literatur (Deutsche Literaturzeitung 5, 1969. Sp.
413); Komparatjstflt [...tik], die: -: a) vergleichet
Literaturwissenschaft: b) (veraltend) svw. tKomparativistik;
komparatjsttsch <Adj.; o. Steig.): a) die Komparatistik
betreffend: b) mit den Methoden der Komparatistik.
vergleichend: eine-e Betrachtung; komparativ ['komparativ, auch:
-1 <Adj.; o. Steig.) [lat. comparätlvusj (Sprachw.
selten): a) (zwei od. mehrere Sprachen) vergleichend: die -e
Methode; b) steigernd: Komparativ [-1. der; -s, -e [...i:va;
lat. (gradus) comparätlvus = zum Vergleichen
geeigneter Steigerungsgrad)! (Sprachw.): Steigerungsstufe beim
Adjektiv: Höherstufe. Mehrstufe: ..schöner" ist der K. von
..schön"; wie heißt der K. zu ..gut"?; Komparativistik
[...ti'vistücj. die; - (selten): vergleichende
Sprachwissenschaft: Komparativsatz [auch: '--J. der; -es. -sätze
(Sprachw.): Gliedsatz, der einen Vergleich enthält:
Vergleichssatz: Komparator [kDmpa'ra:tor. auch: ...to:ß]. der;
-s. -en [...ra'to:renJ: 1. Gerät zum Vergleich u. zur genauen
Messung von Längenmaßen. 2. (Astron.) Gerät zur
Feststellung von Lage- u. Helligkeitsveränderungen bestimmter
Sterne. 3. (Elektrot.) ein elektrischer Kompensator (1); kompa-
rierbar [...ri:?ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Sprachw.):
(von Adjektiven) so beschaffen, daß es gesteigert werden
kann, sich steigern lassend: komparieren [...'ri:ran] <sw.
V.; hat) [lat. comparärej: a) (veraltet) vergleichen: b)
(Sprachw.) steigern.
Komparse[kamparaj.der; -n. -n [ital. comparsa.zu: com-
parire < lat. comparere = erscheinen, also eigtl. =
Darsteller, der nur stumm auf der Bühne „in Erscheinung"
tritt) (Theater. Film): [in Massenszenen auftretende]
Nebenperson ohne Sprechrolle: für den Film wurden einige
hundert -n gebraucht; er hat schon oft als K. im Theater
mitgewirkt; <Ab!.:)Komparserie [...za'ri:]. die; -. -n [...i:an;
ital. comparseria]: Gesamtheit der Komparsen: ein ...
Heimatroman mit internationaler K. (Geist. Welt 14. 12. 63.
3): in der K. mitwirken; Komp^rsin, die: -. -nen: w. Form
zu t Komparse.
Kompaß ['kampasj. der; ...asses. ...asse [spätmhd. compas
< ital. compasso. zu: compassare = ringsum abschreiten,
abmessen, über das Vlat. zu lat. passus = Schrittl: Gerät
zum Bestimmen der Himmelsrichtung [mit Hilfe eines
Magneten]: die Nadel des Kompasses zeigt nach Norden;
nach dem K. marschieren; Ü sie ( = die Heilige Schrift)
war ihm der K. in allen Wirrnissen des Lebens CNigg.
Wiederkehr 82).
Kompaß-: -haus, -häuschen, das (Seew. früher):
Schutzgehäusejurden Schiffskompaß, bes. auf Segelschiffen: Miadel,
die: Magnetnadel, zum magnetischen Nordpol hin sich
einpendelnder Zeiger des Kompasses: -pflanze, die: Pflanze,
die ihre Blätter nach der Sonne ausrichtet (meist senkrecht
gestellt in Nord-Süd-Richtung, um bei der stärksten
[mittäglichen] Sonneneinstrahlung nicht auszutrocknen);
^rose, die: Windrose auf dem Kompaß.
kompatibel [kompa'tiibl] <Adj.; ...bler. -ste) [engl, compa-
tible < frz. compatible. zu: compatir = übereinstimmen
< spätlat. compati = mitfühlen!: 1. (Med.) (von
Medikamenten od. Blutgruppen) miteinander vereinbar: verträglich
(Ggs.: inkompatibel 1). 2. fNachrichtent.) (von
verschiedenen Wiedergabesystemen) austauschbar, vereinbar. 3.
(Sprachw.) (von einzelnen Lexemen im Satz)
syntaktischsemantisch anschließbar.kombinierbar (z. B. der blaue H im-
mel; Ggs.: inkompatibel 3); <Abl.:) Kompatibilität [...tibi-
li't£:tj. die; -. -en: 1. (Med.) Verträglichkeit verschiedener
Medikamente od. Blutgruppen (Ggs.: Inkompatibilität 1).
2. (Nachrichtent.) Austauschbarkeit. Vereinbarkeit
verschiedener Systeme (z.B. Schwarzweißempfang von
Farbfernsehsendungen). 3. (Sprachw.) Anschließbarkeit.
1525
Kompatriot
Kombinierborkeit von Lexemen im Satz (Ggs.:
Inkompatibilität 3). 4. Vereinbarkeit der Ausübung öffentlicher Ämter
durch eine Person (Ggs.: Inkompatibilität 2).
Kompatriot flcDmpatri*o:tl. der; -en. -en [zu lat. con- =
mit- u.t Patriot] (veraltet): Landsmann: Brian ... haßt Hitler
im Gegensatz zu der Mehrzahl seiner -en (K. Mann.
Wendepunkt 342).
kompendiarisch flcrxnpen'dja-.nj]. kompendiös [kom-
P£n'di0:sJ <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr. veraltet): in der
Art eines Kompendiums I abgefaßt], gedrängt,
zusammengefaßt: Kompendium [k^m'pendiom], das; -s. ...ien [...pn;
lat. compendium = Ersparnis. Abkürzung, eigtl. = das
Mitgewogene. Zuwaage, zu: compendere = zusammen-,
mitwiegen) (bildungsspr.): Abriß (3). kurzgefaßtes
Lehrbuch: ein K. der französischen Grammatik, der
Nachrichtentechnik.
Kompensation fcrunpenza t£io:n], die; -. -en [lat.
compensatio = Ausgleichung. Gegenzählung, zu: compensäre.
tkompensieren]: a) (bildungsspr.) Ausgleich eines Fehlers,
Schadens, des Fehlens von etw. durch erw., was das Fehlende,
Fehlerhafte ersetzen, verdecken soll: Die nächtlichen
Heldentaten erweisen sich als -en zur furchtsamen Haltung
des wachen Lebens (Graber, Psychologie 74); b) (Wirtsch.)
Ausgleich durch Verrechnung od. Entschädigung: c) (Physik)
Ausgleich einer Wirkung durch eine Gegenwirkung / gleicher
Art]: d) (Med.) Ausgleich einer gestörten Organfunktion
durch das Organ selbst od. durch Medikamente.
Kompensations-: -betrieb, der (Wirtsch.): Betrieb (1). der
eine saisonabhängige Produktion durch Herstellung einer
anderen Warenart kompensiert: -geachäft, das (Wirtsch.):
a) Tauschgeschäft: b) Ausgleichsgeschäft, bes. zur
Aufrechnung von Kauf- u. Verkaufsaufträgen bei Wertpapieren:
-Objekt, das: Sache, mit der eine andere vergleichbare
kompensiert wird: landwirtschaftliche Produkte dienen im
Außenhandel oft als -e für Industriewaren; ^pendel, das
(Technik): Pendel für sehr genau gehende Uhren, bei dem sich
(durch Ineinanderfügen von einander kompensierenden
Metallen) auch bei größeren Temperaturschwankungen die
Länge nicht verändert: ^Politik, die: Politik gegenseitiger
Zugeständnisse.
KompensatorlkDnipen'za:tor,auch: ...to:g], der: -s. -en [...za-
to.ran; zu lat. compensäre. tkompensieren): 1. (Elektrot.)
Meßeinrichtung zum Bestimmen einer unbekannten
Spannung durch Vergleich mit einer bekannten. 2. (Optik)
Vorrichtung, mit der der Polarisationszustand polarisierten
Lichts wieder rückgängig gemacht werden kann. 3. (Technik)
Vorrichtung zum Ausgleich von durch wechselnde
Temperaturen hervorgerufenen Längenänderungen (z. B. gebogenes
od. mit Faltungen versehenes elastisches Zwischenstück
an Rohren);Kompensatorik [...za*to:nkl. die; - (Päd.):
kompensatorische Spracherziehung: kompensatorisch <Adj.; o.
Steig.) (bildungsspr.): ausgleichend: -e Reaktionen; k. für
etw. eintreten; -e [Sprachlerziehung (Päd.. Psych.: im
Vorschulalter einsetzende Förderungsmaßfwhmen. um / sozial
bedingte] Rückstände in der Entwicklung der sprachlichen
Ausdrucksfähigkeit von Kindern auszugleichen u.
Chancengleichheit herzustellen): kompensieren [...'zi:ran] <sw. V.;
hat) [lat. compensäre = gegeneinander abwägen,
ausgleichen): 1. ausgleichen, durch Gegenwirkung aufheben: Angst
durch/mit Forschheit k.; Kleinwüchsigkeit kann durch
besondere geistige Leistungen kompensiert werden (Heiliger.
Angst 121); Papiergeld .... das den Goldmangel
kompensierte (Fraenkel.Staat 362); (Elektrot.:) kompensierte
Spannungen. Frequenzen. 2. (WirtsCh.) gegeneinander
aufrechnen: die Banken kompensieren diese Beträge intern; Jetzt
handelte er ... mit giftfreier Speisefarbe und mit Aromen,
damit konnte man auch k. (abwertend; auf nicht ganz
saubere Weise Handel treiben: Kempowski. Uns 323);
<Abl.:> Kompensknmg, die; -, -en.
kompetent [kompetent] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [lat.
competens (Gen.: competentis). zu: competere =
zusammentreffen, entsprechen): 1. (Ggs.: inkompetent 1) a)
sachverständig, fähig: Diskussionen zwischen politisch
erfahrenen und -en Leuten (DönhofT. Ära 142); ein -es Urteil;
auf diesem Gebiet ist er k.; sich für k. halten; -er Sprecher
(Sprachw.; Sprecher,der über die Fähigkeit verfugt, in seiner
Muttersprache beliebig viele Sätze zu bilden u. zu verstehen)',
b) <o. Steig.) (bes. jur.) zuständig, befugt: sich an die
füreine Angelegenheit -e Behörde wenden; für solche Fälle
sind die ordentlichen Gerichte k. 2. (Geol.) (von Gesteinen)
tektonisch nicht verformbar (Ggs.: inkompetent 2): -e
Gesteinsbänke können gerichteten Druck weiterleiten, ohne
sich zu verformen; Kompetenz [...'tentsh die: -. -en [1:
lat. competentia = Zusammentreffen; 2: engl.-amerik.
competence. nach dem amerik. Sprachwissenschaftler N.
Chomsky, geb. 1928): 1. (Ggs.: Inkompetenz) a)
Sachverstand, Fähigkeit: seine K. in Fragen der Phonetik ist
unbestritten; man ... verlieh seinen Aussagen eine K. (durch
Sachverstand legitimierte Gültigkeit), die durch nichts
gerechtfertigt wurde (Hasenclever. Die Rechtlosen 419); b)
(bes. jur.) Zuständigkeit: bestimmte -en haben, erhalten;
-en ausscheiden (Schweiz.; unterscheiden, trennen)', das
übersteigt meine K.; seine -en überschreiten; das liegt
außerhalb meiner K.; das fällt in die K. der Behörden; die
Verteilung der-en. 2. (Sprachw.) (idealisierte) Fähigkeiten
eines Sprechers od. Hörers in bezug auf seine Muttersprache,
die es ihm ermöglichen, beliebig viele Sätze zu bilden u.
zu verstehen u. wireflektiert z. B. über die Zugehörigkeit
eines Ausdrucks zur eigenen Sprache zu entscheiden:
Beherrschung eines Sprachsystems: vgl. Performanz.
Kompetenz-(Kompetenz 1 b): ^aussehekking, die (Schweiz.):
Trennung von Kompetenzen: ^bereich, der: Bereich von
Zuständigkeiten: -frage, die; -kompetenz, die <o. PI.)
(jur.): l.das Recht eines Bundesstaates, seine
Zuständigkeiten durch Verfassungsänderung auf Kosten der Gliedstaaten
zu erweitern. 2. Befugnis eines staatlichen Organs, msbes.
eines Gerichts, über den Umfang seiner eigenen Kompetenzen
verbindlich zu entscheiden: -konflikt, der. ^streit, der,
-Streitigkeit.die (meist PI.): Konflikt, Streit um die
Kompetenz, die Zuordnung bestimmter Aufgabenbereiche: Miber-
schreitung, die; -Verlust, der. -Verteilung, die.
kompetitiv [kompeti'ti:fl <Adj.; o. Steig.) [zu lat. competere
= gemeinsam erstreben): 1. (Chemie) eine notwendige
Ergänzung fordernd (z. B. von Reaktionen, die zu ihrem
Ablaufein weiteres Reagens erfordern): k. wirksam werden.
2. (veraltet) sich mitbewerbend: konkurrierend.
Kompilation [kompilat$io:n]. die; -. -en [lat. compllätio =
Plünderung, zu: compüäre. tkompilieren) (bildungsspr..
meist abwertend): a) /unschöpferisches] Zusammentraten
u. Zusammenstellen von Quellen u. Auszügen aus anderen
Schriften: Ihre Stile werden einfühlsam reproduziert, wobei
es nicht selten zu M ischungen kommt: fingerfertiger
Eklektizismus, gewitzte K. (Deschner. Talente 281); b) durch
Kompilation (a) entstandene Schrift lohne
wissenschaftlichen Wert]: Kompilator [...la.tor. auch: ...to:?]. der; -s,
-en [...la'to:ran; spätlat. compÜätor) (bildungsspr.. meist
abwertend): Verfasser einer Kompilation: kompilatorisch
[...SatoTiD <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.. meist
abwertend): unschöpferisch aus anderen Werken
zusammengetragen, auf Kompilation beruhend: ein -es Werk; Plinius ...
hatte in mehrjähriger -er Arbeit das damalige Wissen ...
in seiner „Naturalis Historia" zusammengetragen (Bild.
Kunst 1. 149); kompilieren [...li:ran] <sw. V.; hat) [lat.
compTläre = ausplündern, berauben, eigtl. = der Haare
berauben, zu: pilus = Haar) (bildungsspr.. meist
abwertend): unschöpferisch aus anderen Werken zusammensuchen
u. zusammenstellen, zusammentragen: ein Wörterbuch (aus
bereits vorliegenden Wörterbüchern) k.; Aus Aufnahmen
der Wochenschauberichte wurden abendfüllende
Reportagen kompiliert (Gregor. Film 65).
komplanar [kompla'na:?] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. complänä-
re = dem Boden gleichmachen] (Math.): in der gleichen
Ebene liegend: Komplanation [...na't$jo:n]. die; -. -en
[spätlat. complänätio = das Ebnen) (Math.): Berechnung des
Flächenintialts von /gekrümmten] Oberflächen.
Komplement flcomple'ment), das; -[e]s. -e [lat. complemen-
tum = Vervollständigung(smiUel). Ergänzung, zu: com-
plere = ausfüllen, vervollständigen, vollenden]: 1.
(bildungsspr.) Ergänzung!sstück]: ein logisches K.: Kultur
... als K. des Grauens (Adorno. Prismen 18). 2. (Math.)
Menge, die eine Differenz wieder zur ursprünglichen Menge
hin ergänzt: Komplementärmenge. 3. (Med.)
Serumbestandteil, der die spezifische Wirkung eines Antikörpers ergänzt
u. aktiviert: Alexin: komplementär flcamplemente:?] <Adj.;
o. Steig.) [frz. complementaire) (bildungsspr.): sich gegett-
seitig ergänzend: Huxley erkennt das -e Verhältnis von
Kollektivierungund Atomisierung (Adorno. Prismen 100);
etw. als k. zueinander bezeichnen; sich k. verhalten:
Komplementär [-]. der; -s. -e (Wirtsch): persönlich hottender
Gesellscliafter einer Kommanditgesellschaft.
1526
Komplize
komplementär-: ^begriff, der (bildungsspr.): zur leichten
Aufklärung gehörte als notwendiger K. das ..finstere
Mittelalter44 (Greiner. Trivialroman 101); Erscheinung, die
ibildungsspr.); -färbe, die (Optik): Farbe, die eine andere
Farbe, mit der sie gemischt wird, je nach Mischungsverhältnis
zu Weiß od. fast zu Schwarz ergänzt; Ergänzung*)färbe;
die K. von Blau ist Gelb; -gene <PI.> (Genetik): Gene,
die voneinander abhängen u. nur gemeinsam wirken; ^ große,
die (bildungsspr.); -menge, die: svw.: f Komplement (2);
-wfakel. der: svw. tKomplementwinkel.
Komplementarität[...tari't£:t].die;-.-en [zu fkomplementär]
(bildungsspr.): wechselseitige Entsprechung, Ergänzung: die
K. zweier Begriffe; K. von Bürgerinitiativen und Parteien
(Die Unabhängigen 13. 4. 74. 5): Komplementation [...ta-
Uio:n]. die; -. -en [zu t Komplement] (Genetik): Ausgleich
von Schäden im Erbgut durch Kombination von Genomen;
komplementieren [...'ti:ran| <sw. V.; hat) (bildungsspr.):
ergänzen; zu einer bestimmten Grö/Je od. Form
vervollständigen: Kleider mit Accessoires k.; <Abl.:> Komplementjgning,
die; -. -en; Komplementwinkel, der; -s. - (Math.): Winkel,
der einen anderen zu 90° ergänzt: im rechtwinkligen Dreieck
sind die beiden anderen Winkel K.; Komplenym [...'ny:m|.
das: -s. -e [zu tKomplement u. griech. önyma = Namel
(Sprachw.): Gegensatzwort eines bestimmten Wortes, das
durch Hinzusetzen einer Negation zu diesem synonym wird
(z. B. ledig-nicht verheiratet); 'Komplet [kö'ple:,k3m'ple:].
das; -s. -s [frz. complet = vollständiger Anzug, eigtl. =
Vollständigkeit, zu: complet. t komplett]: Kleid mit Mantel
od. Jacke aus gleichem Stoff: sie trug ein elegantes, weißes
K.; Komplet [kam'pleu]. die; -. -e [kirchenlat. completa.
compi£tum. zu lat. completus. f komplett] (kath. Kirche):
letzter, abendlicher Teil des Stundengebets; kompletiv
(kample'thf) <Adj.; o. Steig.) [spätlat. completlvus =
ausfüllend] (Sprachw.): ergänzend; komplett [kom'plEt] <Adj.;
-er. -este> [frz. complet < lat. completus = vollständig,
zu: complere. tKomplementl: l.a) vollständig,
abgeschlossen, vollendet (Ggs.: inkomplett): eine -e Sammlung.
Einrichtung; meine Ausrüstung ist k.; die Beweisstücke sind
k.; ich bin jetzt k. (ugs.: ausgestattet mit allem Nötigen):
ein k. möbliertes Apartment; b) ganz, gesamt, vollzählig:
die -e Bücherei verkaufen; das Werk kann nur k. abgegeben
werden; der Wagen ist k. (mit allem Zubehör) ausgerüstet,
muß k. (in allen Teilen) überholt werden; das Schlafzimmer
kostet k. 1498 DM; heute sind wir k. (ugs.; es sind alle
da, die dazugehören)', c) <nicht präd.) (ugs.. oft emotional
übertreibend od. scherzh.) ganz u. gar, absolut, völlig: ein
-er Blödsinn. Wahnsinn; das ist doch -e Dummheit!; er
hat k. versagt; du spinnst ja k. (Sommer. Und keiner
65). 2. <nicht adv.) (österr.) voll, besetzt: -e Hotels; die
Straßenbahn ist k.; Wir mußten ... Anwärter abweisen,
da der Lehrgang bereits k. ist (Leonhard. Revolution 50);
komplettieren [...'thranl <sw. V.; hat) [frz. Computer, zu:
complet. t komplett] (bildungsspr.): vervollständigen,
ergänzen: seine Briefmarkensammlung k.; <Abl.:> Komplettfc-
rong. die; -. -en.
komplex [kom'plfiks] <Adj.; -er. -este> [lat. complexus. 2.
Part, von: complecti = umschlingen, umfassen,
zusammenfassen; b: LÜ von russ. kompleksny] (bildungsspr.):
a) vielschichtig, viele, sehr verschiedene Dinge umfassend:
die Medizin ist ein sehr -es Gebiet; ... eine -e
gesellschaftliche Wirklichkeit ... differenziert darzustellen (Stamokap
106); die Frage ist -er Natur; b) (bes. DDR) allseitig,
alles umfassend: eine -e Automatisierung; -e Reparaturen;
Ganze Straßenzüge wurden k. renoviert (Neues D. 17.
6. 64. 8); er ( = der Vorschlag) ist nicht k. durchdacht
(Wochenpost 6. 8. 76. 32): c) zusammengesetzt; nicht allein
für sich auftretend, ineinandergreifend, nicht auflösbar: -e
Moleküle: Erforschung der -en Lebensgemeinschaft von
Mensch. Tier und Virus (Welt 22. 10. 65. 9); eine -e Zahl
(Math.; nur noch als Summe aus einer reellen u. einer
imaginären Zahl darstellbare Zahl): Komplex [-1. der; -es.
-e [lat. complexus = das Umfassen, die Verknüpfung]:
1. a) / zusanvnengefaßterj Bereich, Gebiet; Verknüpfung von
verschiedenen Teilen zu einem geschlossenen Ganzen: ein
K. von Fragen; der große K. der Naturwissenschaften;
ein wirtschaftspolitischer K.; Ohne dieses formale Element
zu kennen, läßt sich ... aus den Teilen auch der ganze
K. nicht mehr aufbauen (Wieser. Organismen 18); *im
K. (DDR; umfassend, allseitig)', b) Gebäudeblock, in
sich geschlossene, einheitliche Häusergruppe: der K. des
Schlosses; das Krankenhaus ist ein weiträumiger K.;
Früherwar in diesem K. eine landwirtschaftliche Schule (Böll.
Adam 29). 2. (Psych.) seelisch bedrückende, negative
Vorstellung in bezug auf sich selbst: verdrängte -e; -e haben,
bekommen; einen K. abreagieren; an -en leiden: er steckt
voller -e.
komplex-, Komplex-: -äuge, das: svw. t Facettenauge; muis-
bildung. die (DDR): umfassende Ausbildung; -beladen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von Komplexen (2) belastet,
voller Komplexe; ^brigade.die [LÜ von russ. kompleksnaja
brigada] (DDR): für bestimmte gemeinsame Aufgaben
zusammengestellte Arbeitsgruppe von Angehörigen der
verschiedensten Berufe; -chemle. die: Teilgebiet der Chemie,
das sich bes. mit der Darstellung von Komplexverbindungen
befaßt; Mieckung, die (Basketball): Deckung des jeweils
den Ball spielenden Gegners; -leiter, der (DDR): Leiter
einer Komplexbrigade; -methode, die (Päd.): in der
Sowjetunion entwickelte Unterrichtsmethode, die den gesamten
Unterricht um bestimmte Sachgebiete (Arbeit, Natur usw.)
zu ordnen sucht; -Programm, das (DDR): gemeinsame,
mehrere Länder umfassende Wirtschaftsplanung;
^Verbindung, die (Chemie): Verbindung, in der ein zentrales Atom
od. Ion von mehreren anderen Atomen, Ionen od. Molekülen
in räumlich regelmäßiger Anordnung umgeben ist.
Komplexheit« die; - (bildungsspr.): svw. t Komplexität: die
K. der Waldnatur, die Verknüpfung von biologischen,
technischen, wirtschaftlichen u. verwaltungsmäßigen
Gesichtspunkten (Mantel. Wald 115); Komplexion [kam-
ple'ksio:n), die; -. -en: 1. (bildungsspr.) Zusammenfassung:
daß dabei die allgemeine Gesetzmäßigkeit der Kausalität
in einer K. mit Faktoren von niedrigerem
Abstraktionsgrad ..wirkte" (Adorno, Prismen 37). 2. (Anthrop.)
Gesamteindruck der Färbung von Augen, Haaren, Haut: helle,
dunkle K.; das erbbedingte Vorkommen hellerund dunkler
Merkmale im Erscheinungsbild eines einzelnen
Individuums nennt man verschränkte K.; Komplexität [...ksite:t].
die; - (bildungsspr.): Vielschichtigkeit, das Ineinander vieler
Merkmale, Vielgesichtigkeit: die K. der Ideen, der
gesellschaftlichen Verhältnisse, der Welt; Komplexometrfc
[...kso...]. die; - [zu tKomplexone u. t-metrie] (Chemie):
Verfahren der Malianalyse zum Nachweis von Metallionen;
Komplexone [...kso:nd] <PI.> (Chemie): Verbindungen, die
mit Metallionen Koordinationsverbindungen bilden.
Komplice: t Komplize.
Komplikation [kamplika't^om]. die; -. -en [spätlat.
complicata = das Zusammenwickeln. Verwickeln, zu lat.compli-
cäre. t komplizieren]: 1. Schwierigkeit, [plötzlich
eintretende] Erschwerung, Verwicklung: es gab -en; jede K.
vermeiden. 2. (Med.) Verschlimmerung eines Krankheitszustandes,
unvorhergesehene Schwierigkeit bei einem chirurgischen
Eingriff od. in einem biologischen Verlauf: wenn keine K.
eintritt, kann er übermorgen aufstehen; die Geburt verlief
ohne -en; <Zus.:> komplikationslos <Adj.; o. Steig.): ohne
Komplikationen [verlaufend]: ein -er Eingriff; k. verlaufen.
Kompliment [komplimentl. das; -[eis. -e [frz. compliment
< älter span.complimiento. eigtl. = Fülle; Übertreibung.
zu:complir < lat. complere = ausfüllen): I.Schmeichelei,
höfliche Redensart; lobende, schmeichelhafte Äußerung, die
mananjmdn. richtet: ein nettes, geistreiches K.;
übertriebene -e; ein K. aussprechen; jmdm. [für etw.l -e machen;
ein K. erwidern; ich möchte [Ihnen] das K. zurückgeben
und...; eine Frau mit -en [über ihr Aussehen] überschütten;
Sie wollen einander mit -en überzeugen (Geist. Welt 14.
7. 62. 1); mein K.! (meine Hochachtung!); Ü diese Arbeit
ist kein K. für ihn (ist schlecht, zeigt ihn von der negativen
Seite); *nach -en fischen (die eigene Tüchtigkeit deutlich
zeigen, um andere zum Aussprechen von Komplimenten zu
veranlassen; LÜ von engl, to fish for compliments). 2.
(veraltet) Gruß: richten Sie bitte meine -e aus!; <Abl.:>
komplimentieren [...'thron] <sw. V.; hat) (geh.): jmdn. mit
höflichen Gesten u. Redensarten irgendwohin geleiten: jmdn.
in den Sessel k.; der Wirt komplimentierte seine Gäste
ins Lokal; jmdn. aus dem Zimmer k. (verhüll.; höflich
aus dem Zimmer weisen): einige der ... in den Ruhestand
komplimentierten Beamten (MM 31. 8. 74.43).
Komplize Ocom'plr.t^]. (auch:) Komplice [kam'plrtßö. auch:
...i:sa]. der; -n. -n [frz. complice < spätlat. complex (Gen.:
complicis) = eng verbunden; Verbündeter] (abwertend):
Mittäter. Helfershelfer bei einer Straftat: ich bin nicht
sein K.; Sein Komplice Franz Lorbach beginnt zu ..singen"
1527
Komplizenschaft
(Noack. Prozesse 108); er muß -n gehabt haben, will seine
-n nicht nennen; jmdn. zu seinem -n machen; <Abl.:>
Komplizenschaft, die; -. Komplizentum, das; -s: dos Dasein als
Komplize; kriminelle Gemeinsamkeit.
komplizieren [kDmpli'tßi:ran] <sw. V.; hat) [wohl rückgeb.
aus tkompliziert!: erschweren, verwickeln; das kompliziert
die Sache außerordentlich; Ich will Ihre Pflichten nicht
unnötig k. (Kirst. Aufruhr 65); (auch k. + sich:) die
politische Lage kompliziert sich immer mehr; kompliziert
<Adj.; -er. -este) [wohl zu frz. compliQue od. lat. complici-
tus. Nebenf. von. complicatus. 2. Part, von compllcäre
= zusammenfalten, verwickeln, verwirrcnl: schwierig,
verwickelt; [aus vielen Einzelheiten bestehend u. daher] schwer
zu durchschauen, zu begreifen; ein -er Charakter. Mensch;
-e Apparate. Mechanismen. Berechnungen. Gesetze; das
-e. k. gebaute Eiweißmolekül; ein -er (Med.; mit einer
offenen Wunde in Zusammenhang stehender) Bruch; die
Lage wird immer -er; Ungemein k. sind Sehorgan und
Gleichgewichts-Hörorgan aufgebaut (Medizin II. 23); sich
k. ausdrücken; R (spött.:) warum einfach, wenn es auch
k (umständlich) geht; <Abl.:> Kompliziertheit,die. •; Kom-
plizkning,die; -,-en: das Schwierigerwerden. Verwickeltheit;
Die ... mit der Industrialisierung ... weitergetriebene K.
des sozialen Aufbaus (Gehlen. Zeitalter 39).
Komplizin, die: -. -nen: w. Form zu t Komplize.
Komplizität flcDmplltßi'te:tl. die; - (selten): svw.
tKompliziertheit.
Komplott flcam'pbt], das. ugs. auch: der; -[e]s, -e [frz. com-
plot. urspr. = Gedränge; H. u.l: Verabredung zu einer
gemeinsamen [strafbaren] Tat; Atischlag. Verschwörung;
ein K. gegen den Diktator; es sah aus wie ein K.; ein
K. aufdecken, durchschauen; an einem K. beteiligt sein;
[mit] im K. stehen, sein (an einer Verschwörung beteiligt
sein); *ein K. schmieden (sich heimlich gegen jmdn.
verschwören; gemeinsam einen Anschlag vorbereiten); <Abl.:)
komplettieren [...ti:ren] <sw. V.; hat) [frz. comploter]
(veraltet): ein Komplott anzetteln, sich verschwören.
Komponente [kDmpo'nentd].die; -. -n [lat. compönens (Gen.:
compönentis), 1. Part, von: compönere, tkomponieren|:
a) Bestandteileines Ganzen; die chemischen -n eines Stoffes;
hat der heutige Anästhesist bei großchirurgischen
Eingriffen die einzelnen -n getrennt steuerbar in der Hand
(Medizin II. 12); Die syntaktische K. ... erzeugt Formalobjekte,
die von der phonologischen K. und der semantischen K.
interpretiert werden (Lewandowsky. Linguistisches
Wörterbuch 1. 339); b) innerhalb eines Ganzen wirkende [für
sich betrachtete] Teilkraft; die horizontale und die vertikale
K. in der Baukunst; die historische K.; Zurückdrängung
der repräsentativen durch die plebiszitäre K. des
Regierungssystems (Fraenkel. Staat 253); <Zus.:> Kompon^n-
tenanatyse.die; -, -n (Sprachw.): Analyse einer sprachlichen
Einheit nach ihren semantischen Merkmalen sowie die
Beschreibung ihrer Bedeutungsstruktur; komponieren
[...'nhran] <sw. V.; hat) [lat. compönere =
zusammenstellen]: X.ein Musikwerk schaffen, mit Noten-. Stimm-.
Instrumenten- u. Vortragsanweisungen niederschreiben; eine
Symphonie, eine Oper, einen Schlager k.; es gibt einige sehr
vielseitige Künstler, die dichten, malen und k.; gern, schon
seit vielen Jahren k.; <subst.:) Schönberg und die Wiener
Schule des Komponierens (Adorno. Prismen 155). 2. (bil-
dungsspr.) nach bestimmten Gesichtspunkten /kunstvoll/
aufbauen, gestalten, zusammenstellen; Farbwirkungen
harmonisch k.: dem Intarsientisch, der aus verschiedenen
Hölzern ... komponiert wurde (Fr. Wolf. Zwei 161); dem
vortrefflichen Menü .... das der geniale Gastgeber für uns
komponiert hatte (Th. Mann. Erzählungen 7); einen neuen
Werkstoff k.; (häufig im 2. Part.:) ein geschickt
komponierter Roman. Bildband; Komponist [...nist], der; -en.
-en: jmd.. der ein musikalisches Werk komponiert;
Tonsetzer, -dichter.
Komposit- Dompo zi:t-; zu tKompositumI: -bauweise, die
(Technik): Konstruktion unter Verwendung verschiedener
Werkstoffe (z.B. Stahl u. Holz im Bootsbau); -kapitell,
das (Archit.): römisches Kapitell, in dem zwei verschiedene
Kapitellformen (vierseitiges Volutenkapitell über dem
Korbteil eines korinthischen Kapitells) miteinander verbunden
wurden; ^Werkstoff, der (Technik): aus verschiedenen,
miteinander fest verbundenen Materialien hergestellter
Werkstoff; Verbundwerkstoff.
Komposite [kompo'ziito], die; -. -n [vgl. Kompositum] (meist
PL): svw. tKorbblütler; Kompositeur [...zi'to:?]. der; -s.
-e [frz. compositeur. zu: composer = komponieren]
(veraltet, noch scherzh.): Komponist; Es gibt den K.. der über
das Notenblatt hinweg seinen Füller ausspritzt, und da.
wo die Kleckse thronen, sitzen die Noten seines Oeuvre
(Reinig. Schifle 53); Komposition [...'t$io:n]. die; -. -en
[lat. compositio = Zusammenstellung. -Setzung]: l.a) (o.
PI.) das Komponieren (1): er wurde mit der K. einer neuen
Oper betraut; ein Lehrstuhl für K. (Kompositionslehre);
b) Musikwerk; dieser Band enthält die nachgelassenen -en
des Meisters. 2. (bildungsspr.) a) nach bestimmten
Gesichtspunkten erfolgter [kunstvoller] Aufbau, [künstlerische]
Gestaltung. Zusammenstellung; eine kleine Stadtansicht ....
die. obwohl wahrscheinlich Fragment einer größeren Tafel,
den Eindruck einer selbständigen K. erweckt (Bild. Kunst
3. 35); ein Roman in einer hervorragenden K.; das Parfüm
ist eine K. kostbarer Essenzen; b) das nach bestimmten
Gesichtspunkten [kunstvoll] Aufgebaute, Gestaltete.
Zusammengestellte; eine K. aus Beton und Glas; Der
organische Befund spielte in dieser K. (= ein Trainingsprogramm)
eine Rolle (Lenz. Brot 71). 3. (Sprachw.) Zusammensetzung
eines Wortes aus zwei od. mehreren selbständig
vorkommenden Wörtern (als Art od. Vorgang der Wortbildung)
Kompositions-: -fuge, die (Sprachw.): svw. f'Fuge (2);
^glied, das (Sprachw.): jedes der Einzelglieder einer
Zusammensetzung (z. B. Grund- od. Bestimmungswort); -lehre,
die (Musik): Lehre vom Aufbau eines Musikstückes, von
der Harmonik. Rhythmik, den musikalischen Formen.
Möglichkeiten der Instrumentierung u.a.; ~stil, der; ^tedmik,
die (Musik): Gesetzmäßigkeit, nach der eine Musik
komponiert wurde; die Zwölftonmusik ist eine moderne K.
kompositioneil flcompozilßio'nel] (Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): die Komposition (2). die künstlerische Gestaltung
betreffend; Die eigentliche Mitte aber zeigt einen k. wie
geistig gleich großartig gestuften Aufbau (Bild. Kunst I.
40); kompositorisch [...zi'to:riJ] (Adj.; o. Steig.): 1. die
Komposition (I a) eines Musikwerks betreffend; der -e
Aufbau einer Sonate. 2. die Komposition (2), den Bau eines
Kunstwerks betreffetxd; gestalterisch, kompositionell:
erweiterte Schiller ... den Bericht zu dem philosophischen
Gespräch, das er später aus -en Gründen wieder herausnahm
(Greiner.Trivialroman 138); Kompositum flcDm'po:zitum],
das; -s. ...ta, seltener: ...ten [...po'zi:ton; lat. compositum.
2. Part, von: compönere. t komponieren] (Sprachw.):
zusammengesetztes Wort. Zusammensetzung.
kompossibel [kDmpo'si:b|] (Adj.; o. Steig.) [mlat. compossi-
bilis.zu lat.con- = mit-u. possibilis = möglich] (Philos.):
zusammensetzbar; vereinbar; Kompossibilitfit [...sibili'te:t],
die; - [mlat. compossibilitas] (Philos.):
Zusammensetzbarkeit; mögliche Vereinbarkeit zweier Dinge.
Kompost Oom'postl. der; -[e]s. -e [frz. compost < mlat.
com postum, zu lat. compositum = Zusammengesetztes.
t Kompositum]: als Dünger verwendetes Produkt aus
pflanzlichen u. tierischen Abfällen [mit Erde]; K. ausbreiten,
untergraben; Papierabfälle gehören nicht auf den K.
(Komposthaufen)!; mit K. düngen.
KompQst-: ^-bereitung, die; --erde, die: Erde, die viel Kompost
enthält; -häufen, der: mit Erde gemischter Haufen, auf
den organische / Garten]abfalle. Laub usw. geworfen werden,
die albnählich zu Humus werden.
kompostieren [kompDs'ti:ren] (sw. V.; hat) [frz. composter.
zu: compost. tKompost] (Landw.): 1. zu Kompost
verarbeiten. 2. mit Kompost düngen; das Erdbeerbeet k.; (Abi.:)
Kompostkning, die; -. -en: Gewinnung von Humus aus
organischen Abfällen; (Zus.;) Kompostkrungsanlaae, die.
Kompott flcom'pDt], das; -[e]s. -e [frz. compote =
Eingemachtes, über das Vlat. < lat. compositum, tKompositumI:
gekochtes Obst, das als Nachtisch gegessen wird.
KompQtt-: -schale, die; -schüssel, die; -teller (nicht
getrennt: Kompotteller). der.
Komprehension [komprehenzj^n], die; - [lat. comprehensio]
(Philos.): Erfassen. Begreifen durch Vereinigung von
Mannigfaltigem zu einer Einheit.
kompreB flcompresl (Adj.; o. Steig.) [lat. compressus. 2.
Part, von: comprimere. tkomprimieren]: 1. (veraltet) eng.
dicht, zusammengedrängt. 2. (Druckw.) ohne Durchschuß
(2), in engem Zeilenabstand; einen Text k. setzen;
Kompresse, die; -, -n [frz. compresse = Umschlag, kleiner Bausch,
zu älter: compresser < spätlat. compressäre.
Intensivbildung von lat. comprimere. tkomprimieren] (Med.): 1.
1528
Kondensationsfeuchter Umschlag: heiße od. kalte -n sind bewährte
Hausmittel bei Erkältung: Jmdm. eine K. lauf/um die Stirn]
machen. 2. zusammengelegtes Mullstück als Unterlage für
einen Druckverband; kompressibel [... si:b|] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) [mlat. compressibilis. zu spätlat. compressäre.
* Kompresse] (Physik): (bes. von Gasen) zusammendrück'
bar: sich verdichten lassend (Ggs.: inkompressibel); <Abl.:>
Kompressibilität [...sibili'te:t]. die; - (Physik): die
Eigenschaft von bestimmten Stoffen, bes. Gasen, sich
zusammenpressen* verdichten zu lassen (Ggs.: Inkompressibilität);
Kompression [...sio:n]. die; -. -en [lat. compressio = das
Zusammendrücken, zu: comprimere. tkomprimieren]: I.
* Physik. Technik) Zusconmenpressung (z.B. von Gasen u.
Dämpfen) mit Erhöhung des Drucks u. Verkleinerung des
Volumens; Verdichtung: die K. verringern; die K. des
Motors prüfen. 2. (Med.) a) Quetschung eines Organs od.
einer Körperstelle durch mechanische Einwirkung; b)
mechanisches Abdrücken eines blutenden Gefäßes.
Kompressions-: Mtiagramm, das (Kfz.-T.): graphische
Wiedergabe der in den einzelnen Zylindern eines Motors
gemessenen Kompression (1); ^strumpf, der (Med.): elastischer
Stützstrumpf (od. schlauchartiges Teilstück. z.B. für ein
Knie) mit Gummifäden od. Kräuselkrepp; ^verband, der
<Mcd.): svw. t Druck verband; -wärme, die (Physik): durch
Konipression (1) entstehende Wärme.
Kompressor [kom'presor.auch: ...so:^].der; -s. -en [...'so:ran;
TKompression] (Technik): Apparat zum Verdichten von
Gasen u. Dämpfen (z. B. für Kühlmaschinen); Kompressorium
|...'so:rjpm]. das; -s. ...ien [jpn; zu tKompression] (Med.):
Gerät zur indirekten Ausübung eines schonenden Drucks
auf Gefäße u. Organe, bes. zur Blutstillung; komprimierbar
(k.Tmpri'mi:?ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: zum
Zusammendrücken geeignet; komprimieren [...'mi:ran] <sw. V.;
hat) [lat. comprimere = zusammendrücken]: a)
zusammenpressen: die beiden Halsschlagadern k.; Ü einen Text
auf das Wesentlichste k.; b) (Physik. Technik) (Gase.
Dämpfe o.a.) zusammenpressen, verdichten: im
Verbrennungsmotorwird das Luft-KraftstofT-Gemisch durch den
Kolben komprimiert; <2. Part.:> komprimiert <Adj.>: in
gedrängter Kürze [dargestellt], nur das Wesentliche
enthaltend: eine -e Wiedergabe. Gestaltung; sich k. ausdrücken;
< Abl.:> Komprimierung, die; -. -en.
Kompromiß [kompro'mis], der. selten: das; ...misses. ...misse
[spätmhd. (Rechtsspr.) compromiss = gegenseitige
Übereinkunft vor Gericht, sich einem Schiedsspruch zu
unterwerfen < lat. compromissum. zu: compromittere. t
kompromittieren]: Übereinkunft durch gegenseitige
Zugeständnisse: ein annehmbarer, guter, fairer, (ugs.:) fauler K.;
keine Kompromisse!; bei den Verhandlungen zeichnet sich
endlich ein K. ab; einen K. aushandeln, annehmen, suchen;
mit Jmdm. einen K. schließen: in diesem Punkt darf es
keinen K. geben; der Streit endete mit einem K.; es kam
zu einem K.; zu Kompromissen bereit sein; es wären Recht
und Unrecht... ein für Millionen von Menschen
angerichtetes K. (Musil. Mann 795); dieses Modell ist ein K.
/ Mittelding) zwischen Sportwagen und Limousine.
kompromjß-, Kompromiß-: -bereit <Adj.; -er. -este; nicht
adv.>: bereit, zu verhandeln u. Kompromisse zu schließen:
sich k. zeigen, dazu: -berei tschaft, die <o. PI.); - forme I,
die: Text. Formel, auf die sich zwei od. mehrere
Verhandlungspartner nach längerem Ringen schließlich einigen; ^los
<Adj.; o. Steig.): ohne Nachgeben, ohne [Bereitschaft zu
einem] K.: ein -er Kämpfer; Dieser Kirchenfürst war ...
gewillt, k. seine Herrscherabsichten zu verwirklichen
(Goldschmit. Genius 52). dazu: -losigkeit, die; -; -läsung,
die: Lösung eines Streits durch einen alle Seiten
befriedigenden Kompromiß: nach -en suchen; -Politik, die; -versuch.
der; -Vorschlag, der.
Kompromißler, der; -s. - (abwertend): jmd.. der immer gleich
Kompromisse schließt u. nicht fähig ist, einen als richtig
erkannten Standpunkt zu vertreten: <Abl.:>
kompromißlerisch <Adj.>: zu Kompromissen neigend: eine -e Haltung;
kompromittieren flcDmpromi'ti-.ren] <sw. V.; hat) [frz. com-
promettre = bloßstellen, jmdn. in eine kritische Lage
bringen (indem man ihn dem Urteil eines Dritten aussetzt)
< lat. compromittere = sich das gegenseitige Versprechen
geben, einen Schiedsspruch abzuwarten!: durch eine
Äußerung od. ein Verhalten dem Ansehen einer Person schaden;
bloßstellen: durch die unüberlegten Äußerungen hat er
seinen Freund erheblich kompromittiert; er war zu
vorsichtig, um sich zu k. (Niekisch. Leben 111); diese Äußerung
ist noch weit kompromittierender; einer Redeweise, die
den aufs äußerste kompromittierten Terminus
..Integration" beschwört (Adomo. Prismen 28); <Abl.:> Kompro-
mittkrung, die; -. -en: das Kompromittieren. Bloßstellung.
Kompulsion [kDmpol'zj^n], die; -. -en [lat. compulsio]
(Rechtsspr. veraltet): Nötigung. Zwang.
Komputer: tComputer.
Komsomol Oomzo'mol], der; - [russ. komsomol, gek. aus:
kommunistitscheski so jus molodjoschi]: kommunistische
Jugendorganisation in der UdSSR: ein Bericht des K.; dem
K. beitreten; er wurde aus dem K. ausgeschlossen; <Zus.:>
KomsomQbekretär. der; <Abl.:> Komsomolze, der; -n. -n
[russ. komsomolez]: Mitglied des Komsomol; Komsomolzin,
die; -, ...nen: w. Form zu tKomsomolze.
Komteß, Komtesse [kom'tesO), auch: kö'tes], die; -. ...essen
[frz. comtesse. zu: comte. tComte]: unverheiratete Tochter
eines Grafen.
Komtur flcam'tu^h der; -s. -e [mhd. kumtür. kommentiur
< afrz. commendeor < mlat.commendator.zu:commen-
da = Lehnsherrschaft. Verwaltungsbezirk, zu lat. com-
mendäre = anvertrauen]: 1. (hist.) Ordensritter als Leiter
einer Komturei. 2. Inhaber eines Komturkreuzes; <Abl.:>
Komturei [...tu'r^j]. die; -. -en: svw. tKommende (2);
<Zus.:> Komturkreuz, das: Halskreuz eines höheren
Verdienstordens.
Konak [ko'nak], der; -s. -e [türk. konak]: (in der Türkei)
palastartiges Amtsgebäude, prunkvoller Amtssitz.
Konautor: t Koautor; Konautorin: t Koautorin.
konaxial: f koaxial.
Koncha ['kon^a], die; -. -s u. ...chen [lat. concha = Muschel
< griech. kögche]: 1. (Archit.) (infrühchristlichenu.
mittelalterlichen Kirchen) halbkreisförmige Apsis; Halbkuppel
einer Apsis. 2. (Med.) muschelähnlicher Teil eines Organs;
Kgnche [,..<pl. die; -, -n: 1. svw. tKoncha (1). 2. bei der
Herstellung von Schokolade verwendeter muschelförmiger
Trog; kondiieren flcDn'<;i:ren] <sw. V.; hat):
Schokoladenmasse in der Konche (2) zum Zweck der aromatischen
Veredelung einer Wärmebehandlung aussetzen; Konchifere
[kDn(ji'fe:ra]. die; -. -n [zu tKoncha u. lat. ferre = tragen]:
svw. t Schalenweichtier; konchifprm <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (bes. Kunstwiss.): muschelförmig; Konchoide
[korojo'Kda], die; -. -n [zu tKoncha u. griech. -oeides =
ähnlich] (Math.): ebene Kurve (vierter Ordnung), die dem
Querschnitt einer Muschel ähnelt; Konchylie Ocanty'.ljp],
die; -. -n <meist PI.) [zu tKoncha u. griech. hyle = Stoff.
Materie] (Zool.): Schale der Weichtiere.
Kondemnation Oondemna'tßlo.n]. die; -. -en [1: lat. condem-
nätiol: 1. (bildungsspr. veraltet) Verdammung.
Verurteilung. 2. (Seew.) Erklärung eines Experten, durch die
festgestellt wird, daß ein durch Kollision. Brand. Strandung o. ä.
beschädigtes Schiff nicht mehr repariert werden kann, sich
eine Reparatur nicht mehr lohnt; kondemnieren [...'ni:ren]
<sw. V.; hat) [1: lat. condemnärej: 1. (bildungsspr. veraltet)
verdammen, verurteilen. 2. (Seew.) als Experte feststellen,
daß ein beschädigtes Schiff nicht mehr zu reparieren ist.
Kondens- [kon'dens-; zu t kondensieren]: -milch, die: durch
Entzug von Wasser eingedickte, in Dosen abgefüllte sterile
Milch; -streifen, der: 1. schmaler, weißer, wolkenähnlicher
Streifen am Himmel, der sich durch Kondensation (1) von
Wasserdampf in den Abgasen eines Flugzeugs bildet (wenn
die Luft ausreichend kalt u. feucht ist): der K. wird
allmählich breiter, löst sich auf. verschwindet. 2. (ugs. veraltend)
Laufmasche; -wasser. das <o. PI.): durch Kondensation
(1) entstehendes Wasser, das sich an etw. niederschlägt.
Kondensat [k:>nden'za:t]. das; -le]s. -e [lat. condensätum.
2. Part, von: condensäre. t kondensieren] (Physik): durch
den Übergang eines Stoffes vom gas-, dampfförmigen in
den flüssigen Zustand bei der Kondensation (1) entstandene
Flüssigkeit; Kondensation [...za'tßio:n]. die; -. -en [spätlat.
condensätio = Verdichtung]: 1. (bes. Physik) Übergang
eines Stoffes vom gas-, dampfförmigen in den flüssigen
Zustand; Verdichtung von Gas. Dampf zu Flüssigkeit (durch
Abkühlung od. Druck): die K. des Wasserdampfs der
Atmosphäre führt zur Bildung von Nebel. Wolken oder Tau.
2. (Chemie) Reaktion, bei der sich zwei Moleküle (des
gleichen od. verschiedener Stoffe) zu einem größeren
Molekül vereinigen, wobei ein Molekül einer chemisch einfachen
Substanz (z.B. Wasser) abgespalten wird.
Kondensations-: Miampfinaschine, die: Dampfmaschine, bei
1529
Kondensator
der der verarbeitete Dampf in einem Kondensator (2) durch
Kühlen zu Wasser verdichtet wird; -kern, der (bes. Met.):
in der Luft schwebendes, mikroskopisch kleines Teilchen,
an dem die Kondensation (1) des Wasserdampfs in der
Atmosphäre (durch Anlagerung von Wassermolekülen) beginnt:
-maschine.die: svw. Ndampfmaschine; -punkt, der
(Physik): Temperatur, bei der (abhängig vom herrschenden
Druck) ein Stoff vom gas-, dampfförmigen in den flüssigen
Zustand übergeht: der K. der Luft.
Kondensator [konden'za:tor. auch: ...to:g]. der; -s. -en [...za-
to:ran; zu tkondensieren): 1. (Eiektrot.) Gerät, elektrisches
Bauelement, das zum Speichern von elektrischen Ladungen,
elektrischer Energie dient u. im Prinzip aus zwei sich
gegenüberliegenden, aber voneinander isolierten, plattenförmigen
elektrischen Leitern besteht: bei dem Fernsehgerät mußte
ein K. ausgetauscht werden. 2. (Technik) Vorrichtung.
Anlage, die zur Kondensation (1) von Dämpfen dient (z.B.
bei Dampf- od. Kältemaschinen); kondensieren [...zi:ran]
<sw. V.)[lat.condensäre = verdichten, zusammenpressen]:
1. (bes. Physik) a) (von gas-, dampfförmigen Stoffen) durch
Abkühlung od. Druck in einen flüssigen Zustand bringen,
zu einer Flüssigkeit verdichten, verflüssigen <hat>: der
Abdampfmuß kondensiert werden; b) aus dem gas-,
dampfförmigen in einen flüssigen Zustand übergehen; sich zu einer
Flüssigkeit verdichten; sich verflüssigen <hat/ist>. 2. durch
Eindampfen dickflüssig/ erj machen, durch Verdampfen
eindicken [u. dadurch haltbar machen] <hat>: Fruchtsaft k.;
kondensierte Milch (Kondensmilch); <Abl.:> Kondensje-
rung, die; -. -en; Kondensor Oon'denzDr. auch: ...zo:g].
der; -s. -en [...'zo:ran; zu tkondensieren] (Optik. Technik):
System von Linsen in optischen Apparaten, mit dem eine
helle u. gleichmä/Jige Ausleuchtung erreicht wird.
Kondiktion [kDndik'tßj[o:n]. die; -. -en [lat. condictio, zu:
condlcere (Rechtsspr.) = kondizieren] üur.): Anspruch auf
Herausgabe einer nicht rechtmäßig erworbenen Sache.
konditern pc3n'di:ten. auch: kanditen] <sw. V.; hat) [zu
t Konditor]: 1. (ugs.) Konditorwaren herstellen. 2. (landsch.)
/häufig] ein Cafe, eine Konditorei besuchen: k. gehen.
Kondition Oondi't$io:n|. die; -. -en [mlat. conditio < viat.
conditio. Nebenf. von lat. condicio = Beschaffenheit.
Zustand: Bedingung, zu: condlcere = verabreden,
übereinkommen]: 1. <meist PI.) (bes. Kaufmannsspr.. Bankw.)
ein Geschäft (bes. hinsichtlich der Lieferungen. Zahlungen),
die Ausgabe von Wertpapieren o. ä. betreffende Bedingung:
vor einem solchen Kauf muß man die -en genau prüfen;
nennen Sie mir Ihre -en; die Sparkassen hielten dagegen
ihre -en ... konstant (MM 7. 12. 65. 11). 2. <o. PI.) a)
körperlich-seelische Verfassung eines Menschen: die K. des
Kranken bessert sich allmählich; Einer der Gefangenen
... wird trotz schwacher K.... zum Strafexerzieren zugeteilt
(Hörzu 5. 1974. 49); b) [gute] körperliche
Leistungsfähigkeit (bes. eines Sportlers): eine gute, ausgezeichnete,
schlechte K. haben; die beiden alten Leute zeigten bei
den Wanderungen eine bewundernswerte K.; er versuchte,
seine K. zu halten, zu steigern, zu verbessern; keine K.
haben; im Sommer hatte sie sich K. geholt (Maegerlein.
Piste 77); eine Mannschaft in K. bringen; sich in
hervorragender K. befinden; über eine erstaunliche K. verfügen;
konditional [kandi&o'na:!] <Adj.; o. Steig.) [lat.
(Rechtsspr.) condiciönälis = bedingungsweise angenommen] (bes.
Sprachw.): eine Bedingung kennzeichnend, angebend:
bedingend: ein -er Satz; -e Konjunktionen: die Aussageform
ist k.; einen Gedanken k. ausdrücken, formulieren;
Konditional [-]. der; -s. -e (seltener:) Konditionalis [...'na:hs]. der;
-. ...les [...ie.s] (Sprachw.): Modus des Verbs, der die
Bedingungausdrückt (z. B. ich würde kommen, älter: ich käme,
wenn ...); Konditionalismus [...na'hsmus]. Konditionismus
[...nismus], der; - (Philos.): erkenntnistheoretische Lehre.
Richtung, bei der nicht von einer selbständigen Ursache
eines Ereignisses ausgegangen wird, sondern von der
Gesamtheit der Bedingungen, die ein Ereignis ausmachen:
Konditionalsatz, der; -es. -sätze: svw. t Bedingungssatz; konditioneil
[...'nel] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. conditionnel]:
die Kondition (2 b), die körperliche Leistungsfähigkeit
betreffend: Er hat mir eine Mannschaft übergeben, die k.,
technisch und taktisch hervorragend präpariert war (Hörzu
8.1976.26); er ist k. nicht ganz auf der Höhe:
Konditionenkartell, das; -s, -e (Wirtsch.): Kartell (1). bei dem sich
die Abmachungen zwischen den tednehmenden
Unternehmern auf die Verpflichtung zur Einhaltung gleicher Liefer-
u. Zahlungsbedingungen beziehen: konditionieren [...ni:ran]
<sw. V.; hat) [1: frz. conditionner; 2: nach engl, to condl-
tion]: 1. (Fachspr.) Werkstoffe o.a. vor der Verarbeitung
an die erforderlichen Bedingungen anpassen (z. B. in der
Druckerei das Papier vor dem Drucken an Feuchtigkeit
u. Temperatur des Raumes anpassen). 2. (Psych.) bewirken,
daß eine Reaktion auch dann eintritt, wenn an die Stelle
des ursprünglich die Reaktion auslösenden Reizes ein anderer
Reiz tritt: Um zu verleugnen, daß Menschen
angeborenermaßen verschieden sind, wurde angenommen, daß man
alles k. könne (Hacker, Aggression 155); ein
konditionierter (bedingter) Reflex; <Abl.:) Konditionierung, die; -. -en;
Konditionismus: t Konditionalismus.
konditions-, Kondition»- (Kondition 2 b): -arbeit, die <o.
PI.): vgl. Training; Mnanael, der: vgl. ^schwäche: Die
Spandauer zeigten ... deutliche Konditionsmängel (Welt
19. 5. 65.6); -schwach <Adj.; nicht adv.): schwache
Kondition besitzend.konditioneil schwach (Ggs.: ^stark): -e
Spieler, die Mannschaft war zu k. für diesen Gegner;
-schwäche, die: Mangel an Kondition, konditioneile Schwäche
(Ggs.: ^stärke); -stark <Adj.; nicht adv.): eine sehr gute
Kondition besitzend, konditionell stark (Ggs.: ^schwach):
eine -e Mannschaft; die Spieler sind sehr k.; -stärke, die:
konditionelle Stärke (Ggs.: -schwäche); ^training, das: auf
die Verbesserung. Förderung der Kondition ausgerichtetes,
meist allgemeines Training.
Konditor [kon'drtor, auch: kan'ditor. auch: ...to:;]. der; -s.
-en [...di'to.ren; lat. conditor = Hersteller würziger
Speisen, zu: condlre = lecker zubereiten]: Handwerker, der
Feingebäck herstellt: Feinbäcker (Berufsbez.); <Abl.:)
Konditorei PcDndlto'ny], die; -. -en: 1. Betrieb, in dem
Feingebäck hergestellt u. verkauft wird u. zu dem oft ein Cafe
gehört. 2. <o. Pi.> das Herstellen von Feingebäck: er versteht
etwas von der K.; <Zus.:) Konditormeister, der;
Konditorwaren <PI.): Feingebäck. Feinbackwaren.
kondizieren pcDndi't£i:ran] <sw. V.; hat) [lat. condlcere]
(jur.): (eine nicht rechtmäßig erworbene Sache)
zurückfordern. Vgl. Kondiktion.
Kondolenz [kondo'lent^]. die; -. -en [zu t kondolieren]
(selten): a) <o. PI.) Beileid: b) Beileidsbezeigung.
Kondolenz-: -besuch, der: Beileidsbesuch: -brief, der: vgl.
-schreiben; -buch, das: Buch, das beim Tod einer bekannten
Person ausgelegt wird u. in das sich die Kondolierenden
eintragen können: -karte, die: vgl. ^schreiben; -liste, die:
vgl. -buch; -schreiben, das: Schreiben, in dem jmd. bei
einem Todesfall seine Anteilnahme ausdrückt.
kondolieren Oondo'Ihren] <sw. V.; hat) [lat. condolere =
Mitgefühl haben]: bei einem Todesfall jmdm. seine
Anteilnahme ausdrücken, sein Beileid aussprechen: sie hat Ihm
[zum Tode seines Vaters] kondoliert.
Kondom flon'do:m], das od. der; -s. -e. selten: -s [engl.
Condom. H.u.Kbildungsspr.): svw. tPräservativ.
Kondominat [kDndomi'na:tj. das od. der. -[e]s. -e [zu lat.
con- = mit-u.dominätus = Herrschaft]: svw. TKondomi-
nlum; Kondominium DcDndo'mi nj[um]. das; -s. ...len [...pn;
aus lat. con- = mit- u. dominium = Herrschaft. Eigentum.
Besitz] (Völkerr.): 1. Herrschaft mehrerer Staaten über ein
Gebiet: der Vorschlag eines .deutsch-polnischen -s* über
die Ostgebiete (Dönhoff. Ära 106). 2. Gebiet, das unter
der gemeinsamen Herrschaft mehrerer Staaten steht: die
USA und Frankreich verwalten die Inseln als K.
Kondor ['kandor. auch: 'kando.'gl. der; -s. -e [span. condor
< indian. (Ketschua) cuntur]: in Südamerika heimischer,
sehr großer Geier mit überwiegend schwarzem Gefieder,
nacktem fleischfarbenem Kopf u. Hals u. einer weißen
Halskrause.
Kondottiere [k3ncb'tje:r3l. der; -s. ...ri [ital. condottiere.
zu: condotta = das Führen. Führung]: (im 14. u. 15. Jh.
in Italien) Söldnerfuhrer mit verhältnismäßig unabhängiger
Stellung u. teilweise auch politischen Machtbefugnissen:
Konduite [kan'dijhtd. auch: kö'dyi:to]. die; - [frz. conduite.
zu: conduire = fiihrenl (veraltet): Haltung. Führung:
<Zus.:)KonduJtenliste,die; -. -n (österr. veraltet):
Führungszeugnis (2) bes. von Beamten u. Offizieren: Der Oberst
Kovacs liebte ihn dennoch. Und er hatte sicher eine
ausgezeichnete K. (Roth. Radetzkymarsch SO); Kondukt
[kan'dukt], der. -[eis. -e Imlat. conductus = Schutz. Geleit,
zu lat. condücere = zusammenfuhren, geleiten; mieten,
pachten] (bildungsspr. veraltend): I feierliches] Geleit.
Gefolge bes. bei Begräbnissen: Kondukteur [ksnduk'to:?]. der;
1530
Konfidenz
-s. -e [frz. conducteur. eigtl. = Leiter. Aufseher < lat.
conductor = Mieter. Pächter, zu: condücere. tKondukt]
(Schweiz., sonst veraltet): Schaffner in Eisenbahnu.
Straßenbahn: der K. schob sie aus dem Wagen (Baum, Paris
?0);Konduktometrk(k3ndokto...l. die; - [zu lat. conduetus.
2. Part, von: condücere (tKondukt) u. t-metriej (Chemie):
Verfahren {der Maßanalyse) zur Bestimmung der
Zusammensetzung. Konzentration einer Lösung, bei dem die
Änderung der elektrischen Leitfälugkeit dieser Lösung (während
einer Titration) verfolgt u. zur Bestimmung benutzt wird;
konduktometractKAdj.; o. Steig.) (Chemie): die Kondukto-
metrie betreffend, zu ihr gehörend; mit Hilfe der Kondukto-
w/r/>. eine -e Maßanalyse; etw. k. bestimmen; Konduktor
[kondoktor.auch: ...to:gl.der; -s, -en [...'to-.ranl: 1.
(Elektro!.) elektrischer Leiter, bes. in form einer isoliert
aufgestellten Kugel aus Metall als Speicher für elektrische
Ladungen. 2. (Med.) jmd.. der eine Erbkrankheit von der
vorausgehenden Generation auf die nächste überträgt u. dabei selbst
gesund bleibt.
Konduktus: t Conductus.
Kondylom [kondy'lo'.m], das; -s. -e [zu griech. köndylos
Verhärtung. Geschwulstl (Med): svw. t Feigwarze.
Konen: PI. von tKonus.
Konfabulation [k3nfabula't$jo:n]. die; -. -en [spätlat. cön-
läbulätio = Gespräch. Unterredung) (Psych.): auf
Erinnerungstäuschung beruhender Bericht über vermeintlich erlebte
Vorgänge; konfabulieren [...li:ran] <sw. V.; hat) [lat.
cönfabuläri = reden, plaudern) (Psych.): Konfabulationen
vorbringen.
Konfekt (kan'fekt], das; -[e]s, (Sorten:) -e [spätmhd. confect
= (zu Heilzwecken) eingemachtes Obst < mlat. confectum
= mit Zucker eingemachtes Obst < lat. confectum, 2.
Part, von: cönficere = fertigmachen, zubereitenl: 1. feine
Süßigkeiten (Pralinen. Fondant u. ä.). 2. (bes. südd.. österr..
Schweiz.) Teegebäck, feines Gebäck (Kekse. Plätzchen
o.a.); Konfektion [...'tßj[o:nJ. die; -, -en <P1. selten) [frz.
(vetement de) confection < lat. cönfectio = Herstellung.
Anfertigung]: 1. fabrikmäßige Anfertigung von
Kleidungsstücken in Serien: die K. von Schürzen; dieses Kleid wurde
nicht in der K. hergestellt. 2. in fabrikmäßiger Anfertigung,
in Serien hergestellte Kleidung; Fertig/ bejkleidung: mit der
frohen Begründung, daß eine auch nur leidliche K, sich
an mir ausnehme wie teuerstes Maßwerk (Th. Mann. Krull
297); sie trägt nur K. 3. kurz für tKonfektionsindustrie:
Das gilt auch für den Einzelhandel, nicht nur Tür die
K. (Herrenjournal 2. 1966. 38); er arbeitet in der K.;
Konfektionär [...tßio'ne:?J.der; -s. -e: jmd. der Konfektions-
kleidung herstellt, entwirft, der Angestellter. Leiter eines
Konfektionsbetriebes ist: er ist K. in einem großen Betrieb;
die -e stellen ihre Winterkollektion vor; Konfektioneuse
[...'iw.zal. die: -. -n: w. Form zu tKonfektionär;
konfektionieren [...ni:ren] <sw. V.; hat) [frz. confectionner]:
fabrikmäßig, in Serien herstellen: 90 v. H. der im Lande
konfektionierten Koleston-Haarfarben (MM 10. 1. 73. 8); <Abl.:>
Konfektionkning, die; -. -en: 1. das Konfektionieren: Die
K. des Hemdes wurde exklusiv an eine Reihe von
Hemdenkonfektionären ... vergeben (HerrenjournaJ 1. 1966. 65).
2. etw.. was fabrikmäßig, in Serien hergestellt wurde: Neben
den beiden Super-8-Universalfarbfilmen ... gibt es
inzwischen noch eine ganze Reihe anderer Filmfabrikate und
-en (Fotomagazin 8. 1968. 75).
konfektions-. Konfektions-: Minzug, der: in der Konfektion
(1) hergestellter Anzug; -artikel, der: vgl. ^ware; -betrieb,
der: Betrieb, in dem Konfektion (2) hergestellt wird; ^ge-
schäft, das: Geschäft, in dem Konfektion (2) verkauft wird;
-große, die: Normalgröße in der Bekleidungsindustrie (z. B.
40.48.52); ^Industrie,die: vgl. ^betrieb; -wäre, die:
fabrikmäßig, in Serie hergestellte Ware.
Konf^ktmadier, der; -s. -: Fachmann für die Herstellung
von Konfekt (1) (Berufsbez.).
Konferenz [kanfe'rentß. auch: konfo...]. die; -. -en [mlat.
conferentia = Besprechung, zu lat. cönferrc. tkonferieren;
3:engl.Conference]: I.Besprechung.Beratung. Unterredung
mehrerer Personen über fachliche, organisatorische o. ä.
Fragen: lange -en abhalten; er hat heute nachmittag eine K..
mußte die K. [mit seinen Kollegen] absagen, ist in einer
K. 2. Zusammenkunft eines Kreises von Experten zur
Beratung bes. politischer, wirtschaftlicher o. ä. Fragen, beratende
Versammlung: eine internationale, wissenschaftliche K.;
eine K. der Außenminister; Darum eben wäre eine K.
mit den Sowjets zum jetzigen Zeitpunkt so nutzbringend
gewesen (Augstein. Spiegelungen 60); eine K. anberaumen,
durchfuhren, abbrechen; an einer K. von
Arbeitsmedizinern teilnehmen; dieK. (die Konferenzteilnehmer) hat
beschlossen ... 3. kartellartiger Zusammenschluß von
Reedereien im Überseegeschäft.
Konferenz-: -beschkiß. der: von einer Konferenz gefaßter
Beschluß; -pause, die; -räum, der: Raum, der für
Konferenzen vorgesehen ist. in dem eine Konferenz stattfindet; ^repor-
tage, die (bes. Rund f.): vgl. -sendung; -saal, der: vgl.
^raum; -Schaltung, die (Rundf.. Ferns., Fernspr.):
drahtlose od. telefonische Zusammenschaltung verschiedener
Teilnehmer (an verschiedenen Orten), bei der jeder der
Teilnehmer mit allen sprechen, in Kontakt treten kann;
-Sendung, die (Rundf.. Ferns.): Rundfunk- od. Fernsehsendung,
beider in einer Konferenzschaltung von verschiedenen Orten
gesendet, berichtet wird; -teilnehmer, der; -tisch, der:
großer Tisch, an dem die Konferenzteilnehmer sitzen: der K.
war mit Akten bedeckt; die Frage muß am K. (in einer
Konferenz) entschieden werden; -znrrener, das: vgl. ^raum.
konferieren [kanferhren. auch: kanfa...] <sw. V.; hat) [frz.
conförer < lat. cönferre = zusammentragen, sich
besprechen^ 1. sich mit jmdm. besprechen; mit jmdm. verhandeln;
mit jmdm. bei einer Konferenz über etw. beraten; eine
Konferenz abhalten: er hat über diese Sache, wegen dieser Sache
schon mehrmals [telefonisch] mit seinem Vorgesetzten
konferiert; Ministerpräsidenten konferieren in Berlin (Welt
24. 9. 66. 1). 2. als Conferencier sprechen, ansagen; die
Conference bei einer Veranstaltung haben: einen bunten
Abend, eine Modenschau k.; wer konferiert diese Sendung,
bei dieser Sendung?; er konferiert zum ersten Mal.
Konfession [kante'sp:n]. die; -, -en [lat. cönfessio =
Geständnis. Bekenntnis, zu: cönftteri = eingestehen,
bekennen]: 1. [Gesamtheit der Angehörigen einerJ
Glaubensgemeinschaft: die christlichen -en; Sie ... hatten die
unterschiedlichsten Berufe, gehörten den verschiedenartigsten
-en an (Kirst. 08/15. 671). 2. (Theol.) Zusammenfassung
von Glaubenssätzen; Bekenntnisbuch, -schrift. 3. (geh.)
Bekenntnis. Geständnis: dieses Buch ist mehr als eine
Autobiographie, es ist die K. eines Schriftstellers (K. Mann.
Wendepunkt. Vorwort); Die Wirksamkeit scheinbarer -en auf
den Mitteilungstrieb des anderen (Nossack. Begegnung
69); <Abl.:> konfessionalisieren [kDnfesionali'zi:ran] <sw.
V.; hat) (bildungsspr.): die Besonderheiten einer Konfession
(1) in allen Bereichen des Lebens, der Kirche, der Theologie
durchsetzen; <Abl.:> Konfessionaüsknmg, die; -, -en
(bildungsspr.): das Konfessionalisieren: ... welche die
Hauptaufgabe ihrer Schulpolitik in der K. der Volksschulen,
der Lehrerbildung und ... der Hochschulen sehen (Fraen-
kel. Staat 177); Konfessionalismus [...hsmos]. der; -
(bildungsspr.): einseitige Überbewertung einer der christlichen
Konfessionen (gegenüber dem allgemeinen Erbe der
gesamten Kirche); konfessionalistisch [...listiX] <Adj.; o. Steig.)
(bildungsspr.): den Konfessionalismus betreffend, auf ihm
beruhend; konfessionell [...'rel] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
eine Konfession (1) betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr
gehörend: -e Fragen. Unterschiede; er ist k. nicht gebunden.
konfessions-, Konfessions-: -k»<Adj.; o. Steig.: nicht adv.):
keiner Konfession (1) angehörend; -schule, die: svw. t
Bekenntnisschule; -Wechsel, der: svw. tKonversion (1).
Konfetti [kon'feti], das: -[s] [ital. confetti. PI. von: confetto
= Bonbon; nach den beim Karneval unter die Menge
geworfenen Bonbons, die später durch GipsklUmpchen.
dann durch bunte Papierschnitzel ersetzt wurden]: 1. kleine
bunte Blättchen. Schnitzel aus Papier, die in Mengen bei
ausgelassenen Festen, bes. im Karneval u. an Silvester,
geworfen werden: sich gegenseitig mit K. bewerfen; nach
dem Umzug war der Boden mit K. bedeckt. 2. (österr.
veraltet) Süßigkeiten. Konfekt (1); <Zus. zu 1:) Konf$ttipa-
rade,die: (bes. in Amerika) Umzug, bei dem eine
Persönlichkeit des öffentlichen Lebens gefeiert wird u. bei dem große
Mengen von Konfetti geworfen werden.
Konfident [konfi'dent]. der; -en, -en [frz. confldent =
Vertrauter; vertraut, zu lat. cönfidere = vertrauen]: 1.
(veraltet) Vertrauter. Freund. 2. (österr.) / PolizeiJspitzel: Er war
immer der K. ihres Vaters gewesen, unweigerlich bereit,
ihm jedes Geheimnis seiner Kinder auszuliefern (Musil,
Mann 862); konfidentiell [...'tßiel] <Adj.) [frz. confidentiel]
(veraltet): vertraidich (bes. von Briefen. Mitteilungen);
Konfidenz [...'dEntß],die;-.-en[frz.confidence < lat.cönfiden-
1531
Konfiguration
tiaj (veraltet): 1. <o. PI.) Vertrauen. Zutrauen. 2.
vertrauliche Mitteilung, Vertraulichkeit.
Konfiguration, die; -. -en [lat. cönfigürätio. zu: cönfigüräre
= gleichförmig bilden]: 1. (bildungsspr. veraltend)
Gestaltung. Formung. Bildung; Gestalt. Form: die Musik ... muß.
indem sie sich ihm ( = dem Text) anschmiegt, dieselben
Gesten und -en stets wiederholen (Adorno. Prismen 164).
2. (Chemie. Physik) räumliche Anordnung der Atome eines
Moleküls, der Elementarteilchen eines Atoms. 3. (Astron..
Astrol.) Stellung. Anordnung. Gruppierung von Gestirnen;
Aspekt (2). 4. (Med.) a) Form. Gestalt. Aufbau eines Organs.
Körperteils; b) Verformung eines Organs. Körperteils: die
K. des kindlichen Schädels bei der Geburt; als er diese
merkwürdige K. der Haut (= Zellulitis) ein
Matratzenphänomen nannte (MM 24. 3. 72. 14). 5. (Sprachw.) Gruppe
syntaktisch verbundener Wörter: konfigurieren <sw. V.; hat)
[lat. cönfigürärel (bildungsspr. veraltend): formen, bilden.
Konfirmand [kanfirmant], der; -en. -en [lat. cönfirmandus
= der zu Bestärkende, zu: cönfirmäre. ? konfirmieren]:
Jugendlicher, der den Konfirmandenunterricht besucht, der
konfirmiert wird, gerade kofifirmiert worden ist.
Konfirmanden-: -Wase, die (scherzh.): svw. ? Sextaner blase;
^stunde, die: vgl. -Unterricht; -Unterricht, der: meist vom
Pfarrer erteilter Unterricht für Jugendliche zur Vorbereitung
auf die Konfirmation.
Konfirmandin, die; -, -nen: w. Form zu f Konfirmand;
Konfirmation [...ma't&io.n], die; -. -en [kirchenlat. cönfirmätio
= Bestätigung des Taufversprechens < lat. cönfirmätio
= Bestärkung. Ermutigung; in der kath. Kirche im 16. Jh.
durch t Firmung ersetzt]: im Rahmen einer
gottesdienstlichen Feier vollzogene Aufnahme. Einfuhrung jugendlicher
evangelischer Christen in die Gemeinde der Erwachsenen:
[diel K. feiern; jmdm. etw. zur Konfirmation schenken;
die Verwandten zur K. einladen; konfirmieren [...'mi:renj
<sw.V;hat)[lat.cönfirmäre = (be)stärkenj:
(einenjugendlichen evangelischen Christen) mit der Feier der
Konfirmation in die Gemeinde der Erwachsenen aufnehmen, einführen.
Konfiserie [kanfizari:. auch: kö...]. die; -. -n [...i:an; frz.
confiserie.zu.confire = zubereiten <
lat.cönficere.tKonfekt] (schweiz.): svw. tKonditorei, Konfiseur [...'z0:g]. der;
-s. -e [frz. confiseur] (Schweiz.): svw. tKonditor (Berufs-
bez.).
Konfiskation [kanfiska'tßiom]. die; -. -en [lat. cönfiscätio]
(Jur.): a) das Konfiszieren, das Einziehen (8 b);
Beschlagnahme: die K. ihres Vermögens; b) entschädigungslose
staatliche Enteignung einer Person od. Gruppe: die Zulässigkeit
von -en ist nach Völkerrecht auch im Kriegsfall strittig;
konfiskatorisch [...'to:riJ] <Adj.; o. Steig.) (Jur.): eine
Konfiskation betreffend, auf ihr beruhend; in der Art einer
Konfiskation: -e Steuererhöhungen; konfiszieren [...'{ßi:ran]
<sw. V.; hat) [lat. cönfiseäre = in der Kasse aufheben]
(bes. jur.): gerichtlich, von Staats wegen einziehen,
beschlagnahmen: jmds. Vermögen, gestohlene Waren k.; die
verbotenen Bücher wurden von der Polizei konfisziert; Ü er
konfiszierte eine von seines Vaters Renommierzigarren
(scherzh.; nahm sie an sich; Kirst, 08/15. 38).
Konfltent [kanfitent], der; -en. -en [zu lat. cönfiteri =
eingestehen] (veraltet): jmd.. der beichtet; Beichtkind.
Konfitüre [kDnfi'ty:ra], die; -. -n [frz. confiture =
Eingemachtes, erw. aus afrz. confit = Brühe zum Einmachen von
Früchten, zu: confire < lat. cönficere. tKonfekt]: aus
nur einer Obstsorte hergestellte Marmelade [mit ganzen
Früchten od. Frachtstücken].
Konflikt [kanflikt], der; -[e]s. -e [lat. cönfiletus =
Zusammenstoß, zu: cönfilgere = zusammenschlagen, -prallen]:
l.a) Zustand des Zerstrittenseins, des Zerwürfnisses; durch
unterschiedliche Auffassungen od. Meinungen über etw..
durch Streitigkeiten entstandene schwierige Lage. Situation:
ein ständiger, schwelender, schwerer, ideologischer,
politischer, sozialer, innerbetrieblicher K.; einen K.
heraufbeschwören, auslösen, schlichten, beilegen, beenden;
die Ausweitung eines -s vermeiden; in einen K. eingreifen;
in der Parteiführung kam es zum offenen K.; *mit etw.
inK. geraten/kommen (gegen etw. verstoßen.
Schwierigkeiten mit etw. bekommen); b) [mit kriegerischen Mitteln
ausgetrageneJ Auseinandersetzung, heftiger Streit zwischen
Gegnern: ein bewaffneter, militärischer K.; der K. zwischen
den beiden Staaten brach offen aus. spitzte sich zu;
Während des -s mit Japan im Sommer 1938. als es mehrere
Tage zu örtlichen Grenzkämpfen... kam (Leonhard.
Revolution 96); sich aus einem K. zwischen zwei Staaten
heraushalten. 2. (bes. Psychoanalyse) innerer Zwiespalt.
Widerstreit; inneres Problem, innere Schwierigkeiten: ein
persönlicher, manifester, latenter, seelischer K.; Unbewältigte
-e und nicht vollzogene Reifungsschritte fuhren ... zu
Störungen in der Weiterentwicklung des Kindes (Heiliger.
Angst 110); aus einem [inneren] K. wieder herauskommen;
das bringt mich in -e. in einen ernsthaften K. mit meinem
Gewissen; über einen K. hinwegzukommen suchen.
konfljkt-, Konflikt-: -bewäJtigung, die (bes. Psych): -for-
schung, die: vgl. Friedensforschung; ^frei <Adj.>: frei von
Konflikten (1. 2). ohne jeden Konflikt: -e Beziehungen;
^geladen <Adj.; nicht adv.>: viele Konflikte (1.2) bergend,
voller Konflikte: die anderen -en Begegnungen, die von
Anfang an als unversöhnbare Feindschaft erscheinen
(Goldschmit. Genius 10); -kommission, die (DDR): in
Betrieben. Heimen, staatlichen Verwaltungen o. ä.
eingesetzte Kommission, die bei bestimmten Streitfällen u. kleineren
Vergehen zuständig ist; ^k» <Adj.>: vgl. ^frei; -reich <Adj.;
nicht adv.>: vgl. ^geladen; -Situation, die: durch einen
Konflikt gekennzeichnete, entstandene Situation od. Lage,
in der sich jmd. befindet; schwierige Situation, die jmdn.
in innere Konflikte bringt: eine immer wieder neu
auftretende K. zwischen Ehepartnern; wenn er in eine echte K.
geriet, war ein eigentlich fester Verlaß nicht auf ihn (Nie-
kisch. Leben 138); -Stoff, der: etw.. wodurch sehr leicht
ein Konflikt entstehen, was Anlaß zu Konflikten sein kann:
K. in sich bergen; -Strategie, die (Psych.): Methode der
Konfliktbewältigung; -theorie, die (Soziol.): Theorie, die
die Konfik te einer Gesellschaft zur Erk lärung sozialer
Prozesse heranzieht; -Unterdrückung, die; -Vermeidung, die.
konfliktär Ocanflik' ie:b] (Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): einen
Konflikt enthaltend, voller Konflikte: eine -e Situation.
Konfluenz [kanflu'entß], die; -. -en [spätlat. cönfluentia =
Zusammenfluß] (Geol): Zusammenfluß zweier Gletscher
(Ggs.: Diffluenz); konfluieren [...'i:ranj <sw. V.; ist) [lat.
cönfluere = (von Flüssen) zusammenfließen] (Med.): (von
Blutgefäßen) zusammenfließen, sich vereinigen; Konfhix
[konfluks], der; -es. -e: svw. t Konfluenz.
Konföderation, die; -. -en [spätlat. cönfoederätio =
Bündnis]: auf Dauer bestimmter Zusammenschluß von Staaten,
bei dem diese gleichberechtigt nebeneinander
bestehenbleiben; Staatenbund: eine K. bilden, auflösen; konföde-
rkren <sw. V.; hat) [spätlat. cönfoederäre = sich
verbünden] (bildungsspr.): sich verbünden, zusammenschließen:
Beide deutschen Teilstaaten sollten k. (Spiegel 29. 1966.
58); (auch k. + sich:) die Staaten wollen sich k.; Konfbde-
rferte, der u. die; -n, -n (meist PL; Dekl. t Abgeordnete):
Verbündeter: auf Seiten der -n (bist.; der von den USA
abgefallenen verbündeten Südstaaten, der Truppen der
Südstaaten im Sezessionskrieg) kämpfen.
konfokal (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. con- = mit-
u. t fokal] (Physik): denselben Brennpunkt, zwei gemeinsame
Brennpunkte besitzend: -e Kegelschnitte.
konform [kanTarm] (Adj.) [spätlat. cönförmis =
gleichförmig, ähnlichl: übereinstimmend: ein -es Verhalten; -e
Ansichten; -e Abbildung (Math.; [durch eine differenzierbare
Funktion mit komplexem Argument darstellbareJ
winkeltreue Abbildung): k. flehen/sein (völlig übereinstimmen):
darin gehe ich mit Ihnen k.; Wir sind also da mit der
Vorstellung unserer Kollegen ... k. (Bundestag 189, 1968.
10226); unsere Ansichten gehen, sind nicht k.; -konform
[-kanfarm] (Suflfixoid): (mit dem im 1. Bestatulteil
Genannten) übereinstimmend, in Übereinstimmung:
marktkonforme Planung; verfassungskonformes Verhalten;
Konformation, die; -. -en [engl, conformation < lat. cönförmätio
= entsprechende Form. Gestalt, zu: cönförmäre =
entsprechend formen, gestalten] (Chemie): eine der
verschiedenen räumlichen Anordnungsmöglichkeiten der Atome eines
Moleküls, die sich durch Drehung um eine einfache Achse
ergeben; Konformismus [...mismos], der; - [engl, confor-
mism] (bildungsspr.): Haltung, die dadurch gekennzeichnet
ist. daß jmd. seine Einstellung zu etw.. seine Auffassung
von etw. der herrschenden Meinung angleicht, daß jmd.
sich den bestehenden Verhältnissen anzupassen bemüht ist
(Ggs.: Nonkonformismus): politischer, gesellschaftlicher
K.; der K. eines Künstlers. Schriftstellers; eine
Gesellschaft, die zum K. neigt; Konformist, der. -en, -en [2:
engl, conformists (PI.)]: 1. (bildungsspr.) jmd.. der seine
Einstellung zu etw.. seine Auffassung von etw. der herrschen-
1532
kongruent
den Meinung angleicht, der sich den bestehenden
Verhältnissen anzupassen bemüht ist (Ggs.: Nonkonformist 1): Wir
Realisten sind Kompromißler, -en - nun ja. wir machen
Zugeständnisse (Hochhuth, Stellvertreter 93). 2. Anhänger
der anglikanischen Staatskirche (Ggs.: Nonkonformist 2);
konformistisch <Adj.) (Ggs.: nonkonformistisch): I.
(bildungsspr.) a) den Konformismus betreffend, auf ihm
beruhend, zu ihm gehörend: -e Politik; b) als Konformist (1)
denkend, handelnd: -c Politiker. Schriftsteller, sich k.
verhalten. 2. a) im Sinne der britischen (anglikanischen)
Staatskirche: -e Schriften; b) als Konformist (2) denkend,
handelnd: -e Geistliche; Konformität [...mi'te:t|. die; - (bil-
dungsspr.): Angleichung. Anpassung: Angeglichensein. An-
nevaßtheit; Übereinstimmung (Ggs.: Nonkonformität):
die Forderung nach Freiheit und Entfaltungsmöglichkeiten
mit der Forderung nach K. vereinbaren.
Konfrgter, der; -s. ...fratres [mlat. confrater = Mitbruderl:
Amtsbruder innerhalb der katholischen Geistlichkeit (bes.
als Anrede): Mitbruder: Konfraternitit, die; - [mlat. con-
fraiernitas]: 1. (veraltet) Bruderschaft katholischer
Geistlicher. 2. svw. TErbverbrüderung.
Konfrontation [kanfronta' tßio.nl. die; -. -en [mlat. confronta-
tk) = Gegenüberstellung): l.das Gegenüberstellen.
Gegenüberstellung (einander widersprechender, nicht übereinstim-
mender Personen, Meinungen. Sachverhalte): die
unerwartete K. des Angeklagten und der Hauptzeugen, des
Angeklagten mit dem HaupLzeugen verfehlte nicht ihre
Wirkung; Wie gut täte uns die ständige K. mit den Problemen
unserer Landsleute (Dönhoff. Ära 67); die K. von
Gegenwart und Vergangenheit mit den Mitteln der Fotografie
(Fotomagazin 8. 1968. 52). 2. Auseinandersetzung.
Aufeinandertreffen von Gegnern: im Verlauf dramatischer -en
zwischen West und Ost (Welt 7. 3. 64, 3); es ist zu einer
K. zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen;
konfrontativ[...'ti:fl<Adj.;o.Steig.)(Sprachw.): svw. tkon-
trastiv: -e Sprachwissenschaft. Grammatik; konfrontieren
[...ti:ron] <sw. V.; hat) [mlat. confrontare = (Stirn gegen
Stirn) gegenüberstellen, zu lat. fröns (Gen.: frontis) =
Stirn]: a) jmdn. jmdm. gegenüberstellen, mit jmdm.
zusammenbringen, bes. in der Absicht, einen Widerspruch, eine
Unstimmigkeit auszuräumen, Unklarheiten zu beseitigen:
der Angeklagte wird dem/mit dem Zeugen konfrontiert;
er sah sich plötzlich einem/mit einem seiner politischen
Gegner konfrontiert (begegnete ihm unversehens, sah sich
ihm gegenübergestellt): b) in eine Lage versetzen, in eine
Situation bringen, die zur Auseinandersetzung, bes. mit etw.
Unangenehmem, zwingt: er wurde einem/mit einem
Problem konfrontiert, das ihm bis dahin unbekannt war; er
sah sich plötzlich [mitj der rauhen Wirklichkeit
konfrontiert; c) als Kontrast, zum Vergleich einander
gegenüberstellen: auf den Fotos der Ausstellung werden Vergangenheit
und Zukunft [miteinander! konfrontiert; <Abl.:) Konfron-
tferung, die; -, -en.
konfundieren Oonfon'di:ron] <sw. V.; hat) [lat. cönfundere
= zusammengießen, vermengenl (veraltet): verwirren,
vermengen: konfus [kDn'fu.sJ <Adj.; -er. -este) [lat. cönfusus
= verwirrt, eigtl. = ineinandergegossen. 2. Part, von:
cönfundere. tkonfundieren]: a) nicht klar, nicht einfach
durchschaubar: verworren, unklar: -e Sätze. Worte: das
-este Zeug reden; -e Vorstellungen von etw. haben; der
Aufsatz ist ziemlich k.; b) verwirrt, durcheinander: er war.
das machte ihn ganz k.; er antwortete etwas k.; Konfusion
[kr)nfii'zio:n], die; -. -en [lat. cönfusio]: a) Verwirrung.
Durcheinander: nach seinen Worten herrschte, gab es eine
große K ; die allgemeine K. vergrößerte sich noch; das
Ereignis hat sie in eine ziemliche K. gestürzt; b)
Verworrenheit, Unklarheit: seine Rede war von einiger K.; <Zus.:)
Konfusionsrat, der (veraltend scherzh.): jmd., der konfus
ist, handelt: sehr zerstreuter Mensch. Wirrkopf: Konfusität
[konfuzi'tcit]. die; - (bildungsspr.).
konfuzianisch fcDnfu'tßja:niJ10\dj.;o.Steig.)[nach dem chin.
Philosophen Konfuzius (etwa 551 bis etwa 470 v.Chr.)]:
nach Art des Konfuzius: die -e Philosophie; Konfuzianismus
[...tßia'nismus], der: -: auf der Lehre des Konjüzius u. seiner
Schüler beruhende philosophische Richtung u. ethische,
weltanschauliche, staatspolitische Geisteshaltung (in China u.
Ostasien): konfuzianjstisch <Adj.; o. Steig.): den
Konfuzianismus betreffeml. auf ihm beruhend, zu ihm gehörend.
kongenial [auch: ' . auch: kan-. 'kon-l <Adj.) [zu lat.
con- = mit- u. tgeniall (bildungsspr.): auf Kongenialität
beruhend, ihr entspringend: geistig ebenbürtig: Selten hat
ein Autor einen so -en Interpreten gefunden (Deschner.
Talente 325); die -e Übersetzung eines Gedichtes; der
Pianist spielt, interpretiert die Werke des Komponisten
k.; Kongenialst, die; - (bildungsspr.): Gleichrangigkeit.
Entsprechung der Begabung eines (die Werke eines andern)
nachempfindenden, interpretierenden, ausführenden
Menschen (gegenüber dem schöpferischen, genialen Menschen):
geistige Ebenbürtigkeit.
kongenital [auch: kan-l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
lat. con- = mit- u. genitum. 2. Part, von: gignere =
zeugen, gebären] (bes. Med.): auf Grund einer Erbanlage
bei der Geburt vorhanden: angeboren: -e Mißbildungen.
Kongestion [kanggs'tjo.'n. auch: kan-l. die; -. -en [zu lat.
congestum. 2. Part, von: congerere = zusammentragen,
anhäufen] (Med.): bes. die Arterien betreffende Hyperämie;
konaestiv [...'ti:f, auch: kon..] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Med.): die Kongestion betreffend, auf ihr beruhend, mit
ihr verbunden, sie hervorrufend.
Konglobation [kongloba'tßio:n. auch: kan...]. die; -. -en [lat.
conglobätio = das Zusammenballen. Häufung] (Zool.):
Anhäufung von Individuen einer Art auf Grund bestimmter
örtlicher Gegebenheiten.
Konglomerat [konglome'ra:t. auch: k9n...]. das; -[e]s. -e [frz.
conglomörat. zu: conglomörer = zusammenrollen, -ballen
< lat. conglomeräre]: 1. (bildungsspr.) Gemisch. Gemenge
aus verschiedenartigen Dingen; Zusammenballung;
zusammengewürfeltes Durcheinander: Los Angeles ist... ein
enormes K. von Straßen. Gebäuden. Fahrzeugen, wimmelnden
Menschenmassen (K. Mann. Wendepunkt 169); Ü Märker
und Emigranten - dieses K. (diese Mischung) hat der
Mark Brandenburg schon manchen guten Mann geschenkt
(Tucholsky. Werke II. 357). 2. (Geol.) grobkörniges
Sedimentgestein aus rundlichen Gerollen, die durch kalkige,
kieselige o.a. Bindemittel verschmolzen sind; <Abl.: zu 2.)
kongkmer&tisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.): das
Gefüge eines Konglomerats (2) betreffend, ihm ähnlich.
Kongkitinatkm [konglutina'tßio:n. auch: kan.], die; -. -en
Dat. conglütinätio = das Zusammenleimen; enge
Verbindung] (Med.): Verklebung [von roten Blutkörperchen];
kongkitinieren [...'ni:rcn] <sw. V.; hat) [lat. conglütinäre]
(Med.): verkleben: sich zusammenballen.
Kongregation [kongrega'tßio'.n. auch: kdo—l. die; -. -en [lat.
congregätio = Versammlung. Vereinigung, zu: congregäre
= sich versammeln] (kath. Kirche): 1. (in den alten
Mönchsorden) Zusammenschluß mehrerer selbständiger
Klöster unter einem Oberen. 2. Ordensgemeinschaft, deren
Mitglieder nur einfache Gelübde abgelegt haben. 3. svw.
t Kardinalskongregation; Kongregationalismus [...tßjona-
'lismusj. der; - lengl.-amerik. congregationalism: nach der
Selbstverwaltung durch die ..Versammlung" der Kirchen-
gemeindemitglieder]: reformiert-kalvinistische religiöse
Bewegung in England u. Amerika, die eine übergeordnete
Kirchenstruktur ablehnt; Kongregationaljst. der; -en. -en [engl.-
amerik. congregationalist]: Vertreter des
Kongregationalismus; kongregational|stisch <Adj.: o. Steig.): den
Kongregationalismus betreffend, zu ihm gehörig, von ihm ausgehend.
Kongreß Dcangres, auch: kan ..]. der; ...esses. ...esse [lat.
congressus = Zusammenkunft; Gesellschaft; 2: amerik.
Congress]: 1. größere fachliche od. politische Versammlung;
Tagung von Vertretern fachlicher Verbände, politischer
Gruppierungen, Parteien o. ä.: ein internationaler,
medizinischer, naturwissenschaftlicher, kirchlicher K.; einen
K. besuchen; auf einem K. sprechen; zu einem K. fahren;
der K. (die Kongreßteilnehmer) hat beschlossen ... 2. <o.
PI.) (aus Senat u. Repräsentantenhaus bestehendes)
Parlament in den USA.
Kongreß-: -abgeordnete, der: Abgeordneter des Kongresses
(2); -halle, die: für Kongresse (1) vorgesehene, geeignete
Halle; Halle, in der ein Kongreß abgehalten wird; -mitglied,
das: vgl. -abgeordnete; -saal.der: vgl. -halle; -teilnehmen
der: Teilnehmer an einem Kongreß (1).
kongruent [kongruent, auch: kan...] <Adj.; o. Steig.) [lat.
congruens (Gen.: congruentis) = übereinstimmend,
entsprechend. 1. Part, von: congruere. tkongruieren]: 1.
(bildungsspr.) in allen Punkten übereinstimmend, völlig gleich
(Ggs.: disgment): -e Ansichten. Begriffe; da es in der
Medizin überhaupt keine -en Fälle gibt, sondern nur ähnliche
(Thieß. Frühling 16). 2. (nicht adv.) (Math.) a) (von
geometrischen Figuren) völlig übereinstimmend, deckungsgleich
1533
Kongruenz
(Ggs.: inkongruent 2a); b) (von zwei Zahlen, die, durch
eine dritte geteilt, gleiche Reste liefern) übereinstimmend
(Ggs.: inkongruent 2b); Kongruenz L.'entß], die; -. -en:
1. <o. PL> (bildungsspr.) Übereinstimmung in allen Punkten,
völlige Gleichheit: Sein auffallend eifriges Einverständnis
... gründet sich allerdings nicht auf eine K. unserer
Gesinnungen (Frisch. Stiller 291). 2. (Math.) a) Deckungsgleich-
heit geometrischer Figuren (Ggs.: Inkongruenz 2a); b)
Übereinstimmung von zwei Zahlen, die, durch eine dritte
geteilt, gleiche Reste liefern (Ggs.: Inkongruenz 2 b). 3«
<o. PI.) (Sprachw.) a) formale Übereinstimmung
zusammengehörender Teile im Satz (in Kasus, Numerus. Genus u.
Person): b) inhaltlich sinnvolle Vereinbarkeit des Verbs
mit anderen Satzgliedern: (Zus. zu 2a:) Kongruenzsatz,
der (Math.): Lehrsatz, nach dem Dreiecke, die bestimmte
Bedingungen erfüllen, kongruent sind: kongruieren [...i:ren]
<sw. V.; hat) [lat. congruere = zusammentreffen,
übereinstimmen]: 1. (bildungsspr.) in allen Punkten
übereinstimmen, völlig gleich sein: ihre Meinungen kongruieren
keineswegs. 2. (Math.) kongruent (2a), deckungsgleich sein. 3.
(Sprachw.) Kongruenz (3) aufweisen.
Konidie [ko'ni:djp], die; -, -n <meist PI.) Izu griech. könis
= Staub) (Bot.): ungeschlechtlich entstehende Keimzelle
von Pilzen, die der Verbreitung dient.
Konifere flconi'fe:ro]. die; -. -n <meist PI.) [zu lat. cönifer
= Zapfen tragend! (Bot.): Nadelhölzer (2).
König ['k0:ni<;]. der; -s, -e [mhd. künic. ahd. kuning. eigtl.
= aus vornehmem Geschlecht stammender Mann]: l.a)
<o. PI.) Titel, Würde des höchsten (od. in Monarchien
mit einem Kaiser zweithöchsten) weltlichen Herrschers od.
des höchsten Repräsentanten in bestimmten Monarchien:
Georg III., K. von Großbritannien und Irland; Murat.
von Napoleons Gnaden K. von Neapel (Dönhoff. Ära
31); b) höchster weltlicher Herrscher, höchster Repräsentant
in bestimmten Monarchien: Inhaber, Träger des Titels König
(1 a). der Würde eines Königs: die preußischen -e: der K.
regiert sein Land, dankte ab; U der K. der Wüste (dichter.;
der Löwe); der K. der Vögel, der Lüfte (dichter.; der Adler)',
Der Amerikaner gilt als K. (als tonangebende, dominierende
Person) der Modefotografen (Fotomagazin 8, 1968, 6);
er ist der [ungekrönte] K. (der beste) unter den Spielern;
hier ist der Kunde K. (die Person, nach der man sich
richtet). 2.a) wichtigste Figur im Schachspiel (auf deren
Matt setzen eine Schachpartie angelegt ist): b) in der
Rangfolge an zweiter Stelle stehende Spielkarte: den K.
ausspielen; mit dem K. stechen; c) in der Mitte stehender Kegel
beim Kegelspiel: Königin [ko:nigm]. die; -. -nen [mhd.
küniginne. ahd. kuningin(na)]: l.a) w. Form zu tKönig
(1): die K. von England; Ü die K. der Blumen (geh.;
die Rose): die K. der Instrumente (geh.; die Orgel): sie
war die K. (geh.; die schönste, umschwärm teste, begehrteste
Frau) des Festes; K. der Nacht (in Mittel- u. Südamerika
heimische, als Zierpflanze beliebte, zu den Kakteen gehören-
de Pflanze mit Dornen tragenden, rankenden Trieben, deren
große, weiße, stark duftende Blüten sich nur für eine einzige
Nacht öffnen): b) Gemahlin, Ehefrau eines Königs. 2. kurz
für t Bienenkönigin. 3. svw. t Dame (2 a).
Königin-: -rautter* die: Mutter eines Königs, einer Königin:
-pastete, die [LÜ von frz. bouchee ä la reine] (Kochk.):
Pastete (1 a) mit einer in einer weißen Soße gebundenen
Füllung aus gewürfeltem Hidxnerfleisch, Champignons u.
anderen Zutaten: -witwe. die: Witwe eines Königs.
königlich ['luainiklk;] <Adj.) [mhd. küniciich. ahd. kuni(n)-
glih]: l.a) <o. Steig.; nur attr.): einen König, den Titel,
die Würde eines Königs betreffend, zu einem König gehörend,
ihm zustehend: -e Beamte; die -e Familie; die -en
Gemächer; am -en Hof; ein -er (vom König ausgehender) Erlaß:
b) einem König gemäß, entsprechend: sehr vornehm,
hoheitsvoll: wie ein König: ein -er Gang; -e Gebärden; er schritt
in -er Haltung, mit -er Würde durch den Saal; Königin
Elisabeth ... ist ... sehr k. in ihrer Art, sich zu kleiden
(Dariaux [Übers.]. Eleganz 102). 2. sehr großzügig,
reichlich: eine -e Bewirtung; Ihm würde sie schreiben, -e
Geschenke senden (Benrath. Konstanze 158); jmdn. k.
belohnen, beschenken. 3. <präd. ungebr.) (ugs.) außerordentlich
(groß]: ein -er Spaß; ein -es Vergnügen; sich k. freuen,
amüsieren; Er ist k. belustigt (Hochhuth. Stellvertreter
199); Königreich [k0:nik-l. das; -[e]s. -e [mhd. künicriche.
ahd. kunningrichi]: 1. Reich, das von einem König regiert
wird: Herrschaftsbereich eines Königs: einem Vertrag
zwischen dem K. Bayern und dem K. Preußen (Dönhoff.
Ära 128). 2. Monarchie mit einem König an der Spitze.
königs-, Königs- ['ko.ni^s-; in Zus. oft zur Bez. von
Außergewöhnlichem. Besonderem, des Besten, Größten
seiner Art. z.B. Königsfarn. Königskobra]: -adler. der
(volkst.): svw. TSteinadler; -blau <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [die Farbe wurde unter König Ludwig XIV. von
Frankreich (1638-1715) eingeführt]: kräftig, leuchtend
i helljblau; vgl. kobaltblau; -bürg, die: vgl. -schloß; -farn.
der: (in feuchten Wäldern wachsender) hoher Farn mit
doppelt gefiederten Wedeln, der als Zierpflanze in mehreren
Sorten kultiviert wird: -fasan. der: (in China heimischer)
gelbbrauner Fasan mit (beim Männchen) sehr langen
Schwanzfedern, der häufig in Zoos u. Fasanerien gehalten
wtrd: -galerie. die (bild. Kunst): Galerie (l a) an
französischen u. englischen Kathedralen mit Statuen von Königen
in Nischen od. unter Baldachinen: -geier, der: (in den
tropischen Wäldern Mittel- u. Südamerikas lebender) Geier mit
gelblich- u. grauweißem Gefieder, schwarzen Flügeln u.
leuchtend gelb u. rot gefärbtem Kopf u. Hals: -haus, das:
vgl. Kaiserhaus; -hof. der: Sitz, Residenz eines Königs:
-kerze. die: meist wollig behaarte, krautige Pflanze mit
flachen bis becherförmigen gelben, weißen od.
purpurfarbenen Blüten in hoch aufragenden Rispen od. Trauben: Verbas-
kurti; -kind. das: (bes. in Märchen, Sagen o. ä.) Kind eines
Königs: -kobra, die: als größte Giftschlange in den
Dschungeln Asiens lebende, dunkelbraune bis olivfarbene, hell
geringelte Kobra, die sich überwiegend von anderen Schlangen
ernährt: -kröne, die: Krone eines Königs ah Zeichen seiner
Würde: -kuchen, der: feiner Rührkuchen, der in einer
Kastenform gebacken wird: -madier. der (Jargon): jmd., der
(dank seiner eigenen einflußreichen Position) in der Lage
ist. jnulm., einer politischen Gruppierung o.a. zur Macht
zu verhelfen: Heinz Kühn, im Herbst 1969 K. der Brandt/
Scheel-Koalition (Spiegel 22. 1971. 22); -paar, das: König
u. Königin: -palast. der: vgl. -schloß; -pilz. der: svw.
t-röhrling; -pokal, der <o. PI.) [nach dem Stifter König
Gustav V. von Schweden (1858-1950)]: 1. (1936
gestifteter) Pokal für den Sieger in einem in der Halle ausgetragenen
Tennisturnier für europäische Nationalmannschaften: den
K. überreichen. 2. Tennisturnier, bei dem der Sieger den
Königspokal (1) erhält: im K. eine Runde weiterkommen;
-rährling, der: in Laubwäldern wachsender eßbarer Pilz
mit rosarotem Hut, gelblichem Fleisch u. kräftig gelbem
Stengel: -schießen, das: Wettbewerb im Schießen, bei dem
ein Schützenkönig ermittelt wird: -schlänge, die: (im
tropischen Amerika atn Boden u. auf Bäumen lebende)
Riesenschlange mit dreieckigem Kopfu. meist dunkelbraunen
eckigen Flecken auf gelblichbraunem Grund, Abgottschlange:
-schloß, das: Schloß, in dem ein König wohnt, residiert:
-söhn, der: vgl. -kind; -thron, der; -tiger. der. in hidien
lebender, sehr großer Tiger mit kurzhaarigem, glänzendem,
rötlich- bis gelblichbraunem Fell mit tief schwarzen Streifen:
-titel.der; -toditer.die: vgl. -kind; -treu <Adj.; o. Steig.):
dem König ergeben, zum König stehend: monarchistisch,
royalistisch gesinnt: -wasser, das [das Gemisch löst sogar
Gold, den „König" der Metalle] (Chemie. Technik):
Gemisch aus Salzsäure u. Salpetersäure, in dem (neben den
anderen Edelmetallen) auch Gold löslich ist: ^weg. der
(geh.): idealer Weg, beste Methode, Möglicltkeit, ein
angestrebtes Ziel zu erreichen, -weihe, die: svw. tGabelweihe;
-würde, die.
Königtum, das; -s. -tümer Ry:me; 1: LÜ von frz. royaute]:
1. <o. PI.) monarchische Staats-, Regierungsform mit einem
König an der Spitze. 2. (veraltet) svw. tKönigreich (1).
Koniin [konii.n], das; -s [zu griech. koneion = Schierling]
(Chemie): sehr giftiges Alkaloiddes Schierlings.
Konimeter [koni-]. das; -s. - [zu griech. könis = Staub
u. t-meiert (Bergbau. Klimatechnik, Umweltschutz): Gerät
zur Messung des Staubgehalts der Luft: Koniose [ko'nio:z3],
die; -. -n (Med.): durch das Einatmen von Staub
hervorgerufene Lungenerkrankung.
konisch I'ko:niJ] <Adj.; o. Steig.) [zu tKonus]: die Form
eines Kegels (1), eines Kegelstumpfs aufweisend:
kegelförmig: die Feder ist k.; ein k. zugespitzter Stift; Konizität
tko:nitsi'te:t]. die; -. -en <PI. selten) (Fachspr. selten): das
Konischsein: Kegelform.
Koniektaneen [kanjek ta:nean, auch: ...ta'nean] <PI.) [lat.
conieetänea = Notizbuch, eigtl. = inetw.
Aufgenommenes] (bildungsspr. veraltet): /gesammelte/ Gedanken, Ein-
1534
Konkordanz
fälle, Bemerkungen; Konjektur [kanjEk'tu:?]. die; -. -en [lat.
coniectüra = Vermutung, zu: conicere. tkonjizierenj (Lite-
raturw.): meist auf Vermutung beruhende Verbesserung,
verbessernder Eingriff eines Herausgebers in einem nicht
einwandfrei überlieferten Text; mutmaßlich richtige Lesart;
koniektural [...tu'ra:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Litera-
turw.): eine Konjektur betreffend, auf ihr beruliend: <Zus.:>
Koniekturglkritik, die <o. PI.) (Literaturw.): philologische
Kritik, die Konjekturen anbringt u. prüft; konjizieren flonji-
t^i.TDnJ <sw. V.; hat) [Jat. conicere = vermuten)
(Literatunv.): bei einem Text Konjekturen anbringen.
konjugal Oonju ga:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. coniugälis. zu:
coniünx = Gatte] (veraltet): ehelich; Konjugation [...ga-
£io:n). die; -. -en [lat. coniugätio. eigtl. = Verbindung,
zu: coniugäre. tkonjugieren): 1. (Sprachw.) Abwandlung,
Beugung, Flexion eines Verbs in seinen grammatischen
Formen. 2. (Biol.) a) Vereinigung der Keimzellen bei der
Befruchtung; b) Vorgang der Paarung von Chromosomen; c)
bei den Wimpertierchen vorkommende Art der Befruchtung
durch Austausch der Zellkerne: konjugierbar [...'grgbaigl
(Sprachw.): sich konjugieren lassend, beugbar, flektierbar;
konjugieren [...'gi:ran] <sw. V.; hat) [lat. coniugäre =
verbinden; verheiraten] (Sprachw.): ein Verb in seinen
grammatischen Formen abwandeln, beugen, flektieren; konjugiert
<Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Math.): (von Zahlen, Punkten,
Geraden o.a.) einander zugeordnet, zusammengehörend;
Konjunktion Donjonk'tsio:n). die; -. -en [lat. coniünctio
- Verbindung; Bindewort): 1. (Sprachw.) Bindewort. 2.
(Astron.) Stellung zweier Gestirne in einer Linie mit der
Erde. 3. (Astrol.) das Zusammentreffen mehrerer Planeten
im gleichen Tierkreiszeichen. 4. (Logik) Verknüpfung zweier
od. mehrerer Aussagen durch (die logische Partikel) ,Mnd%;
<Abl.:) konjunktional [...&o'na:l] <Adj.; o. Steig.)
(Sprachw.): die Konjunktion (1) betreffend, durch sie
ausgedrückt; <Zus.:> Konhinktionaladverb, das (Sprachw.):
Adverb, das dazu geeignet ist, die Funktion einer
Konjunktion (1) zu übernehmen (z. B. außerdem, dagegen, deshalb,
trotzdem); Konjunktionalsatz, der (Sprachw.):
Bindewortsatz; konduktiv ['kanjuokti'.f. auch: —'-] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (bes. Philos.): verbindend, abhängend, auf einer
Verbindung beruhend (Ggs.: disjunktiv 1); Konjunktiv
Ckanjuokti:!]. der; -s. -e [...i:va; spätlat. (modus) coniünc-
tivus = verbindender Modus)) (Sprachw.): Modus des
Verbs, mit dem etw. nur mittelbar u. ohne Gewähr
wiedergegeben, als möglich, als nicht gegeben, als nur vorgestellt,
als irreal dargestellt od. angenofmnen wird;
Möglichkeitsform (z.B. sie sagte, sie sei krank; wenn er Zeit hätte,
käme er noch); Abk.: Konj. (Ggs.: Indikativ 1); Konjunktiva
[...'ti:val. die; -. ...vä [zu spätlat. coniünctfvus =
verbindend] (Med.): Bindehaut des Auges; konjunktivisch [...i:vj.
auch: ----) <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (Sprachw.):
im Konjunktiv /stehend], mit dem Konjunktiv [gebildet]:
eine -e Verbform; etw. k. ausdrücken; Konjunktivitis [...ti-
vi:tis).die; -. ...itiden [...vi'ti:dn; zu tKonjunktival (Med.):
Entzündung der Bindehaut des Auges: Konjunktor
[kDn'Jonktor. auch: ...to:g]. der; -s [zu lat. coniungere =
verbinden] (Logik): die logische Partikel ,Mnct" zur
Herstellung einer Konjunktion (4); Konjunktur [...tu:?], die; -, -en
[urspr. = sich aus der Verbindung verschiedener
Erscheinungen ergebende Lage < mlat. coniunctura =
Verbindung, zu lat. coniungere = verbinden) (Wirtsch.): a)
gesamtwirtschaftliche Lage (mit bestimmter
Entwicklungstendenz): eine stabile, steigende, überhitzte, rückläufige K.;
die K. beleben, fördern, in Gang bringen, (ugs.:) anheizen,
(ugs.:) ankurbeln, dämpfen, bremsen; die Verbesserung.
Entspannung, der Rückgang der K.; b) gute wirtschaftliche
Lage; wirtschaftlicher Aufschwung; Hochkonjunktur: die
K. setzt ein. setzt sich fort; die K. nützen, herbeizuführen
versuchen; Ü die augenblickliche politische K. (günstige
Lage, Situation) ausnützen; solche Artikel haben im
Augenblick K. (werden viel gekauft); diese Handwerker haben
jetzt wieder K. (sind wieder sehr beschäftigt).
konjunktur-.Konjunktur- (Wirtsch.. außer: -ritter):
^abhängig <Adj.): von der Konjunktur abhängig; auf eine günstige
Konjunktur angewiesen: -e Betriebe; ^abschlag, der: für
begrenzte Zeit gewährte Steuererleichterung zur Belebung
der Konjunktur; ^absdiwichung, die; ^ankurbeking, die;
^anstieg, den -aufschwung, der; -barometer, das: 1.
graphische Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung in
bestimmten für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung
wichtigen, charakteristischen Bereichen. 2. etw., was als
Anhaltspunkt, als Kennzeichen für die Entwicklung der
wirtschaftlichen Lage dient, gelten kann: der Auftragseingang in
diesem Industriezweig ist ein K. für die gesamte Wirtschaft
des Landes; -bedingt <Adj.; o. Steig.): vgl. -abhängig;
-belebung. die; Entwicklung, die; -flaute, die; -forsdming,
die: Erforschung, Beobachtung, Analyse der Konjunktur,
der konjunkturellen Schwankungen; -gerecht <Adj.>: die
Opposition warf der Bundesregierung vor. der Haushalt
1973 sei nicht k. (MM 20. 6. 1973. 1); -Beschichte, die:
Beschreibung u. Analyse historisch beobachteter
Konjunkturen; -Politik, die: Gesamtheit der Maßnahmen (im Rahmen
der Wirtschaftspolitik), durch die übermäßige
Schwankungen der Konjunktur vermieden werden sollen; -politisch
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die Konjunkturpolitik
betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr gehörend: ein -es
Instrumentarium; sich k. falsch verhalten; die ... k. passiven Länder
(Fraenkel. Staat 379); dritter, der (abwertend): jmd., der
eine günstige Situation rasch zu seinem Vorteil nutzt, der
sich um seines Vorteils willen sehr schnell den jeweiligen
Gegebenheiten anpaßt: Ich wußte, daß es Generale gab.
die ... Arschkriecher waren oder K. und Feiglinge (Kirst.
08/15. 925); -ruckgang, der; -Schwankung, die; -spritze,
die: finanzielle Maßnahme (im Rahmender
Wirtschaftspolitik) zur Belebung der Konjunktur; -theorie, die: Teilgebiet
der Volkswirtschaftslehre, das die Ursachen u. Verläufe
konjunktureller Bewegungen untersucht; -Zuschlag, der: für
begrenzte Zeit zusätzlich erhobene Steuer zur Dämpfung
der Konjunktur: -Zyklus, der: zyklischer Wechsel von
Perioden des Aufschwungs u. des Nachlassens der Konjunktur.
konjunkturell [...tu'rel] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.)
(Wirtsch.): die Konjunktur betreffend, auf ihr beruhend:
die -e Situation eines Landes; die Wirtschaft k. beleben.
konkav flon'ka:f. auch: Ion...] <Adj.; o. Steig.) [lat. concavus
= gewölbt] (Optik): nach innen gewölbt (Ggs.: konvex):
-e Spiegel. Gläser; die Linse ist k.; die Fläche ist k.
gekrümmt, geformt; Ü Die Stirnbeine traten unterhalb der
-en. auffallenden Schläfenflächen stark hervor (Kuby. Sieg
405); <Abl.:> Konkavität [krmkavi'te:t. auch: Ion ..]. die;
- [spätlat. concavitäs = Höhlung! (Optik): das Nach-innen-
Gewölbtsein; Eigenschaft des Konkavseins (Ggs.:
Konvexität); <Zus.:> Konkftvlmse, die (Optik): Linse, die konkav
gekrümmt ist; Linse, die in der Mitte dünner ist als am
Rande (Ggs.: Konvexlinse); Konkavspiegel, der (Optik):
svw. t Hohlspiegel (Ggs.: Konvexspiegel).
Konklave flon'kla:vd, auch: kor)...], das; -s. -n [lat. conciäve
= verschließbares Gemach! (kath. Kirche): 1. streng
abgeschlossener Raum, Versammlungsort, meist im Vatikan, für
die Kardinäle bei der Wahl eines Papstes. 1, Versammlung
der Kardinäle zur Wahl des Papstes.
konkludent [konkludent, auch: Ion...] <Adj.; o. Steig.) (bes.
Philos.): eine Konklusion, eine Schlußfolgerung zulassend;
schlüssig, schließend: eine -e Äußerung; -es Handeln.
Verhalten (jur.; Handeln, Verhalten, das auf einen bestimmten
Willen schließen läßt u. eine ausdrückliche Willenserklärung
rechtlich ersetzt)', konkhidieren [...di:ren] <sw. V.; hat) [lat.
conclüderej (bes. Philos.): aus etw. folgern, einen Schluß
ziehen, schließen; Konklusion [...zio:n], die; -. -en [lat. con-
clüsioj (bes. Philos.): Schlußfolgerung; Satz, der im / syllogi-
stischenj Schluß (2 b) die Folgerung enthält; konklusiv
[...'zi:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. (bes. Philos.) eine
Konklusion betreffend, auf ihr beruhend; folgernd. 2.
(Sprachw.) (von Verben) den allmählichen Abschluß eines
Geschehens kennzeichnend (z.B. verklingen, verblühen).
Konkomitanz[ksnkomi'tantß.auch: Ion...].die; - [zu spätlat.
concomitäri = begleiten! (Sprachw.): das gemeinsame
Vorkommen von sprachlichen Elementen aus verschiedenen
Klassen, das obligatorisch (z.B. etw. bekommen), fakultativ
(z.B. [etw.J rauchen) oder nie (z.B. kommen) stattfindet.
konkordant flemkardant. auch: kon.J <Adj.; o. Steig.) [lat.
concordäns (Gen.: concordantis). 1. Part, von: concordärc
= übereinstimmen]: 1. (bildungsspr.) übereinstimmend. 2.
(Geol.) (von Gesteinsschichten) gleichlaufend übereinander
gelagert; Konkordanz [...'dantßl. die; -. -en [mlat. con-
cordantia = Übereinstimmung. Register): 1. (Wissensch.)
a) alphabetisches Verzeichnis der in einem Buch
vorkommenden Wörter u. Begriffe (mit Seitenzahlen od. Angabe der
Stellen) zum Vergleich ihres Vorkommens u. Sinngehaltes
(bes. als Bibelkonkordanz); b) Tabelle mit den Zählungen
der Seiten verschiedener Ausgaben eines Werkes. 2. (Geol.)
1535
Konkordat
gleichlaufende Lagerung mehrerer Gesteinsschichten über-
einander. 3. (Genetik) Übereinstimmung der Merkmale bei
eineiigen Zwillingen. 4. <o. PI.) (Druckw.) Schriftgrad von
48 Punkt od. 4 Cicero. 5. (Sprachw.) (in bestirmnten
Sprachen) Ausdruck grammatischer Zusammenhänge im Satz
durch formalgleiche Elemente, bes.durch Präfixe: Konkordat
l...'da:t].das; -[e|s.-e [rnlat. concordatum. zu lat. concordä-
re. tkonkordant]: 1. Vertrag zwischen einem Staat u. dem
Vatikan. 2. (Schweiz) Vertrag zwischen Kantonen.
Konkrement [kankrement. auch: kDn.]. das; -[eis. -e [lat.
concrementum = An-. Zusammenhäufung] (Med.): Aok/>/-
sächlich aus Salzen bestehendes festes Gebilde, das im Körper
durch Abscheidung entsteht (z.B. Gallen-. Nierenstein);
konkret DcDn'kre:t. auch: kon.J <Adj.; -er. -este) [lat. con-
cretus. 2. Part, von: concrescere = zusammenwachsen):
1. <o. Steig.; nicht adv.) a) etw. Wirkliches, real
Vorhandenes betreffend: in der Realität vorhanden: dinglich, wirklich
(Ggs.: abstrakt): die -en Dinge des Alltags; die -e
Wirklichkeit. Welt; an der -en Erscheinung des modernen Staates
(Fraenkel, Staat 266); -e Kunst (Richtung der modernen
Kunst, bes. der Malerei, deren bildnerische Mittel u.
Elemente, z. B. geometrische Formen, reine Farben, nicht
symbolisch, nicht als Vermittlung von Stimmung o.a. gemeint
sind, sondern nur sich selbst bedeuten wollen): -e Literatur
(Richtung der modernen Literatur, die versucht, mit
sprachlichen Mitteln, losgelöst von syntaktischen
Zusammenhängen, rein visuell od. akustisch eine Aussage zu gestalten):
-e Musik (Richtung der modernen Musik, bei der reale,
in der Wirklichkeit vorhandene Klänge wie Straßenlärm,
Geräusche von Maschinen, Vogelgesang o. ä.. meist in
elektronischer Verarbeitung, im Vordergrund stehen): der See
ist keine Fata Morgana, sondern er ist k. vorhanden;
b) tatsächlich in der genannten, in der in Frage stehenden
Weise: wirklich gegeben, vorhanden: wie ist deine -e
Meinung dazu?; sag mir bitte, wie soll man das k. verstehen?;
Bist du k. dafür, daß man Gefangenenbefreiung ... begeht?
(Eppendorfer. Ledermann 93); c) gerade anstehend, im
Augenblick so gegeben: ein -er Anlaß, eine -e Situation;
2. sachlich, bestimmt u. dabei präzise, genau: anschaulich,
fest umrissen, greifbar, deutlich: ein -es Beispiel; -e Pläne
haben; -e Anhaltspunkte geben; -e Angaben machen; deine
Vorschläge sind nicht k. genug, könnten -er sein; du solltest
etwas -er werden, dich -er ausdrücken; Konkretheit, die;
-. -en: das Konkretsein (Ggs.: Abstraktheit); Konkretion
[...kre't£|o:nl, die; -. -en [lat. concretio = Verdichtung]:
1. (bildungsspr. selten) Vergegenständlichung,
Verwirklichung: daß ... die bisherigen Aussagen der Jusos ... eine
begrüßenswerte K. erfahren haben (Stamokap 172). 2.
(Geol.)knolliger, kugeliger, nieren- od. linsenförmiger
mineralischer Körper in Gesteinen: Geode (2). 3. (Med.)
Verwachsung. Verklebung (bes. von serösen Häuten): konkretisieren
[...ti'zi:ran| <sw. V.; hat): im einzelnen ausführen, näher
bestimmen, deutlich machen: seine Vorstellungen, seinen
Standpunkt. Vorschläge k.; ... müssen die Jungsozialisten
ihren Standpunkt k. (Stamokap 77); <Abl.:>
Konkretisierung* die; -. -en: das Konkretisieren: Konkretum.
das; -s. ...ta (Sprachw.): konkretes (1) Substantiv:
Hauptwort, das etw. Gegenständliches benennt (Ggs.: Abstraktum
2): ..Tisch44 ist ein K.
Konkubinat flonkubi'na:t. auch: kan...]. das; -[eis. -e [lat.
concubinätus; urspr. = gesetzlich erlaubte außereheliche
Gemeinschaft für Personen, die nach röm. Recht eine
bürgerliche Ehe nicht eingehen konnten, z. B.
Freigelassene! (jur.): eheähnliche Gemeinschaft, Zusammenleben zweier
Personen über längere Zeit hinweg ohne förmliche
Eheschließung: außereheliche Verbindung: In 13 weiteren Kantonen
ist das K. sogar noch strafbar (MM 15. 10. 75. 15); im
K. leben; Konkubine [...ku'bira], die; -. -n [lat. concubina
= Beischläferin, zu lat. con- = mit- u. cubäre = liegen,
schlafen]: 1. (hist.) im Konkubinat lebende Frau: Hendrickje
Stoffels, die K. Rembrandts; der seiner K. ledige Argiver
... verlangte als Ersatz die Schöne seines Waffenbruders
(Hagelstange. Spielball 85). 2. (abwertend) 2Geliebte (1 a).
Konkupiszens lkrmkupis't^ents. auch: kan...]. die; - [spätlat.
concupiscentia = heftiges Verlangen. Begierde] (TheoL
Philos.): sinnliche Begierde. Begehrlichkeit des Menschen.
Konkurrent Donko'rent], der: -en. -en [zu tkonkurrieren]:
jmd.. der auf einem bestimmten Gebiet mit jmdm.
konkurriert: Mitbewerber (um ein Amt. einen Preis): Rivale (im
geschäftlichen Bereich, in einer sportlichen Disziplin o.a.):
ein gefährlicher K.; der schärfste K. eines
Geschäftsmannes; sein größter K. in diesem Lauf startete auf der
Innenbahn; Der Arzt ... war ... von schuftigen -en angezeigt
worden (Feuchtwanger. Erfolg 600); Konkurrenten <P1.)
Dcirchenlat. concurrentes. zu lat. concurrere.
tkonkurrieren] (kath. Liturgie): zwei Feste, die auf aufeinanderfolgende
Tage fallen: Konkurrentin, die; -. -nen: w. Form zu t
Konkurrent; Konkurrenz [...'rent$]. die; -. -en [mlat. concurren-
tia = Mitbewerbung, zu lat. concurrere, tkonkurrieren]:
1. <o. PI.) das Konkurrieren, freier Wettbewerb, bes. im
wirtschaftlichen Bereich: Rivalität: eine große, scharfe,
starke, unerbittliche K.; auf diesem Gebiet, in dieser Branche
herrscht eine ziemliche K.; die beiden Firmen machen
sich, (geh.:) einander K. (konkurrieren miteinander, sind
Konkurrenten): mit jmdm. in K. treten, stehen, liegen.
2. auf einem bestimmten Gebiet, bes. in einer Sportart,
einer sportlichen Disziplin stattfindender Wettkampf.
Wettbewerb: die ersten -en der Sportveranstaltung sind bereits
im Gange; Finnen, die mit Rennwagen der Formel I -en
bestreiten (Frankenberg. Fahren 11); sie hat schon an
mehreren Schlagerwettbewerben und anderen -en
teilgenommen; er startet in verschiedenen -en; * außer K. ([als
Teilnehmer an einem Wettbewerb, Wettkampf J außerhalb
der offiziellen Wertung): er startet, läuft bei dem Rennen
außer K.: Die hier genannten Musiktitel werden außer
K. zusätzlich gewählt (Hörzu 25. 1975. 28). 3. <o. PI.)
Gesamtheit von Konkurrenten, von Teilnehmern an einem
Wettbewerb, von Personen. Firmen. Unternehmen o.a.. die
auf einem bestimmten Gebiet konkurrieren: die in- und
ausländische K. eines chemischen Werks; der Arzt, das
Uhrengeschäft hat in dem Ort keine, kaum K.; er versuchte
vergebens, die K. auszuschalten, auszustechen; sie kaufen
Jetzt bei der K. [ein] (bei einem Konkurrenten, beim
Konkurrenzunternehmen): er hat den Wettbewerb gegen starke
internationale K. gewonnen; die Firma ist hier ohne K.
konkurrpiz-, Konkurrenz-: -betrieb, der: vgl.
^unternehmen; Mlruck, der <o. PL): durch starke Konkurrenz (1)
entstehender Zwang. Druck: -fähig <Adj.; nicht adv.):
geeignet, mit andern zu konkurrieren: wettbewerbsfähig: -e
Produkte. Preise; der Betrieb ist nicht mehr k.. dazu: ^f&-
higkeit, die <o. PI.): -ftnna, die: vgl. -unternehmen;
-kämpf, der: die verschiedensten Maßnahmen. Bemühungen.
Anstrengungen, die notwendig sind, um im Wettbewerb mit
andern (bes. im wirtschaftlichen Bereich) konkurrieren zu
können: Kampf, konkurrenzfä/iig zu sein: ein harter,
heftiger, unerbittlicher K.; der K. der Industrie, in der Industrie:
der K. der Parteien vor der Wahl; im K. stehen, liegen;
-klausel, die <o. PI.) (Wirtsch.. jur.): vertraglich
vereinbartes Wettbewerbs verbot: ^los <Adj.; o. Steig.): keine
Konkurrenz (3) habend: ohne Konkurrenz: ein -es Unternehmen;
-e Produkte; er steht k. da; Seine Nachrichten übermittelte
er k. schnell (so schnell wie kein anderer: Kirst. 08/15,
519); -nek). der: Neid auf den Erfolg eines Konkurrenten.
dazu: -neidisch <Adj.); -unternehmen, das: wirtschaftliches
Unternehmen, das mit andern der gleichen od. einer ähnlichen
Branche in Konkurrenz steht.
konkurrenzieren l...ren'tßi:ren, auch: kan.] <sw. V.; hat)
(südd.. österr.. Schweiz.): jmdm. Konkurrenz machen, jmds.
Konkurrent sein: mit jmdm. konkurrieren: Man befürchtet
deshalb, daß die neuen Modelle letzten Endes die eigenen
größeren Modelle am schärfsten k. könnten (Zeit 7, 1959,
14);konkurrieren [...ku'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. concurrere
= zusammenlaufen, -treffen, aufeinanderstoßen, im
Wettstreit stehen]: mit jmdm.. einer Sache in Konkurrenz stehen,
wetteifern: mit andern in Wettbewerb treten: sich gleichzeitig
mit andern um etw.'bewerben: auf dem Weltmarkt
konkurrieren viele Produkte dieser Art; Hier konkurrieren zwei
Machtansprüche (Musil. Mann 1344); mit diesen großen
Finnen, mit solchen Preisen können wir nicht k.; er
konkurriert mit ihm. die beiden konkurrieren um diesen
Posten; die Rallye Monte Carlo, in der die besten Rallyeautos
der Welt konkurrieren (gegeneinander um den Sieg fahren:
Auto 7. 1965. 36); Konkurs ßonkors. auch: kr>n ..]. der;
-es. -e Hat. concursus = das Zusammenlaufen (der
Gläubiger); das Zusammentreffen zweier Rechtsansprüche]
(Wirtsch., Jur.): 1. Einstellung aller Zahlungen einer Firma,
eines Unternehmens wegen Zahlungsunfähigkeit: Bankrott:
das hat den K. des Werks verursacht, herbeigeführt; er
muß [den. seinen] K. anmelden; die Firma hat K. gemacht,
ist in K. geraten, gegangen, steht vor dem K.; Ü Allein
1536
Konnexität
deshalb müßte ö(Tentliehe Erziehung... heute K. anmelden
i sich für gescheitert erklären; Spiegel4.1973.81). 2.
gerichtliches Verfahren, bei dem das Vermögen eines
Unternehmens, das die Zahlungen eingestellt hat. möglichst
anteilmäßig an die Gläubiger verteilt wird: den K. eröffnen.
durchführen, abwickeln.
Konkurs- (Wirtsch., jur.): -eröflnung, die: Eröffnung eines
Konkurses (2); ^gläubiger, der: Gläubiger, der bei einem
KiHtkursverfahren Anspruch auf einen Teil des Vermögens
des zahlungsunfähigen Unternehmens hat; Mnasse, die:
getarntes bei der Eröffnung eines Konkurses (2) vorhandenes
Vermögen des zahlungsunfähigen Unternehmens:
Arbeitnehmer ... haben ... einen Anspruch ... auf Befriedigung
aus der K. (MM 5. 8. 67. 38): -Ordnung, die: Smnmlung
der gesetzlichen Vorschriften zur Durchführung von
Konkursverfahren; -verfahren, das: svw. t Konkurs (2);
-Verwalter, der: gerichtlich Bevollmächtigter für die
Durchführung eines Konkursverfahrens.
konnatal ßona'ta:l] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) [zu lat.
connätum. 2. Part, von: connäsci = zusammen entstehen]
(Med.): (von Krankheiten od. Schädigungen) während der
intrauterinen Entwicklung od. bei der Geburt erworben.
Konnektiv [kondOLfl. das; -s. -e [...i:vd; zu lat. cö(n)nectum.
2. Part, von: cö(n)nectere. tKonnex] (Biol.): a)
Verbindungsglied zwischen den beiden Hälften des Staubbeutels
einer Blüte; b) Verbindungsglied im Nervensystem der
niederen Tiere; Konnektor [ka'nektor. auch: ...to:^]. der; -s^ -en
|...'to:ren;engl.-amerik.connector.connecter.zu lat. cö(n)-
nectere. t Konnex] (Datenverarb.): Symbol in Flußdiagram-
men. das auf die Stelle verweist, an der der Programmablauf
fortgesetzt werden soll.
können[keenan]<unr. V.; hat) /vgl. gekonnt/ [mhd. künnen,
kunnen.ahd.kunnan = (geistig) vermögen, wissen,
verstehen]: 1. <mit Inf. als Modalverb: konnte, hat ... können;
ohne Inf. als Vollverb: konnte, hat gekonnt) a) imstande
sein, vermögen: er kann gut reden, turnen, Auto fahren;
wer kann mir das erklären, hätte mir das erklären k.?;
ich konnte vor Schmerzen nicht aufstehen, nicht schlafen;
ich konnte das nicht mehr aushalten, mit ansehen; sie
wollte sich beherrschen, konnte [es] aber nicht; ich kann
hier nicht bleiben (sehe mich nicht dazu imstande); ich
kann das nicht mehr hören (ugs.; es ist mir zuwider, das
noch weiter. mx:h öfter zu hören)\: ich kann mir vorstellen,
wie es war; ich könnte mir [gut] vorstellen (ich bin [sehr]
geneigt, mir vorzustellen, halte die Vermutung für / sehr]
naheliegend), daß er es getan hat: R [erst einmal] k. vor
Lachen (sonst gerne, aber in dieser Situation kann ich
nicht); (ugs.: emotional bekräftigend:) ich kann dir sagen!
das war ein Tag, ich kann dir sagen!; *es mit imdm. k.,
[es] mit imdm. gut k. (ugs.; mit jmdm. beim persönlichen
Verkehr. Kontakt gut zurechtkommen): sie kann [es] gut
mit ihm; er kann mit allen; für etw. nichts k. (ugs.; nicht
schuld an etw. sein): für diesen Fehler kann er nichts;
(mit ..etwas". ..was*' o.a.:) kann er etwas, was kann er
für unsere Versäumnisse?; b) (auf Grund entsprechender
Beschaffenheit. Verhältnisse. Umstände usw.) die
Möglichkeit haben: das Flugzeug kann bis zu 300 Passagiere
aufnehmen; kann hier Wasser eindringen? Nein, es kann nicht;
er möchte kommen, aber er kann nicht: ich habe nicht
kommen k.; Vorsicht kann nicht[sl. nie schaden; da kann
man nichts machen!; es kann sich nicht darum handeln
(das liegt nicht in der Absicht). hier eine lückenlose
Darstellung zu bringen; man kann nie wissen (weiß nie), was
noch kommt; ich konnte sehen (sah), wie er in das Haus
eindrang; wenn du das nicht läßt, kannst du was erleben
(ugs. als Drohung); man konnte noch so laut rufen (wenn
man auch noch so laut rief), niemand gab Antwort; es
konnte geschehen (geschah mitunter), daß ...: (in einer
höflichen [Anteil nehmenden] Frage:) kann ich Ihnen
[aussuchen] helfen?; kann ich etwas für Sie tun?; (in einer
höflichen Frage, in die eine Bitte. Aufforderung gekleidet
ist:) können Sie mal einen Augenblick zur Seite gehen?;
können Sie mir bitte sagen, wie spät es ist?; (in einer
Frage, in die ein deutlicher Tadel. Vorwurf gekleidet ist:)
kannst du nicht aufpassen? (paß doch auf!); können Sie
nicht anklopfen? (ich möchte, daß Sie anklopfen!);
(elliptisch:) wo kann man hier mal (ugs. verhüll.; wo kann
man hier sein Bedürfnis verrichten; wo ist hier die Toilette)!:
R mir, uns kann keiner (ugs.; mir. uns kann keiner etwas
anhaben; ich lasse mich, wir lassen uns durch nichts
beeindrucken)]: (elliptisch in Verbindung mit einer
Richtungsangabe bei Auslassung von gelangen, gehen, kommen
o.a..) die Tür war verriegelt, niemand konnte ins Freie;
jedenfalls haben wir... den Verbindungsmann. Durch den
können wir an weitere (Bredel. Prüfung 61); c) auf Grund
bestimmter Umstände zu etw. berechtigt sein, die
Berechtigung zu etw. haben; in bestimmten Gegebenheiten die
Voraussetzungenfür ein Verhalten o. ä. finden: du kannst ohne
Sorge sein; du kannst ruhig die Wahrheit sagen, ich
schimpfe nicht: wir können uns freuen, daß es so verlaufen
ist; in diesem Kontext kann man beide Wörter gebrauchen;
wir können Ihnen heute mitteilen, daß ...; darauf kannst
du dich verlassen (verlaßdich darauf)!; du kannst nachher
noch abtrocknen (trockne doch bitte nachher noch ab);
nun kann ich mich auch noch entschuldigen (ugs.: bleibt
mir auch noch die unangenehme Aufgabe. Pflicht, mich
zu entschuldigen): er kann einem leid tun (ugs.: ist zu
bedauern): darin kann ich Ihnen nur (muß ich Ihnen)
zustimmen; (elliptisch, mit Auslassungeines Verbs:) Sie
können mich [mal] (salopp verhüll, für: Sie können mich mal
am Arsch lecken); der kann mir [mal] (salopp verhüll,
für: der kann mir den Buckel [he]runterrutschen o.a.);
können wir (ugs.; können wir gehen, anfangen usw.Yt: d)
(schwächer als „dürfen**) (insofern es freisteht, zugelassen
ist od. wird) die Möglichkeit haben, etw. zu tun: Sie können
hier telefonieren; kann ich jetzt gehen?; kann ich (ugs..
eine entsprechende Handlung begleitend: darf ich das.
gestatten Sie)'?: das kannst du [meinetwegen] tun (es steht
dir [soweit ich das zu bestimmen habe] frei, das zu tun);
so etwas kannst du doch nicht machen (es geht nicht
an, daß du so etwas tust)!; (elliptisch in Verbindung mit
einer Richtungsangabe bei Auslassung von gehen, kommen
o. ä.r) Mutti, kann ich auf den Speicher?; e) möglicherweise
... + entsprechendes Verb: das Paket kann
verlorengegangen sein; der Arzt kann jeden Augenblick kommen; die
Verhältnisse hätten sich schnell ändern k.; er kann es
gewesen sein; dieser Einfall könnte von dir sein (er ist
nicht von dir. aber seiner Art. Qualität nach, könnte er
es sein); 2. <Vollverb> a) fähig, in der Lage sein. etw.
auszuführen, zu leisten; etw. beherrschen: er kann etwas,
viel, alles, gar nichts; was kann er eigentlich?; der Schüler
kann das Gedicht immer noch nicht [auswendig]; er kann
[gutl Russisch, kein Russisch; diese Übungen habe ich
früher alle gekonnt; b) in bestimmter Weise zu etw. fähig,
in der Lage sein: er lief so schnell, wie er konnte/so schnell
er konnte, er lief, was er konnte; ich kann nicht anders
(ich kann mich nicht anders verhalten, ich sehe mich, bin
zu etw. anderem nicht imstande); ich kann nicht anders
als ablehnen (muß ablehnen); (elliptisch.) ein Ekelgefühl
... wie konnte er (als Vorwurf; das ist nicht zu verstehen!;
Eppendorfer, Ledermann 62); c) (ugs.) (noch) Kraft haben:
kannst du noch?; der Läufer konnte nicht mehr und gab
auf; (übertreibend:) wir konnten nicht mehr vor Lachen;
er aß. bis er nicht mehr konnte (völlig satt, übersatt war);
<subst.:>Kfinnen[-].das; -s: erworbenes Vermögen.auf einem
bestimmten Gebiet mit Sachverstand, Kunstfertigkeit J o. ä.
etwas / BesonderesJ zu leisten: sportliches, handwerkliches,
schriftstellerisches K.; sein K. zeigen: sein ganzes K.
aufbieten; ein Mann von großem K.; Kpnner, der; -s. -: jmd.
mit bestimmtem Können: er ist ein [großer] K. auf seinem
Gebiet; diese Skiabfahrt ist nur etwas für K.. dazu:
Kennerschaft, die; -: Qualifikation in bezug auf entsprechendes
Können; aus der entsprechenden Beschaffenheit ersichtliches
besonderes Können.
Konnetabel pcane'tarbj]. der; -s. -s [frz. connetable < mlat.
con(n)estabilis. constabulari(u)s < spätlat. comes stabuli
= für die Pferdeställe zuständiger Hofbeamter] (hist.):
Oberfeldherr des französischen Königs.
Konnex pcD'neks], der. -es, -e [lat. cö(n)nexus =
Verflechtung. Verknüpfung, zu: co(n)nectere = verbinden] (bil-
dungsspr.): 1. Zusammenhang* Verbindung: der enge K.
zwischen Naturwissenschaft und Philosophie. 2.
persönlicher Kontakt; Verbindung: K. [zu jmdm.] finden, haben;
mit jmdm. in lengen. näheren] K. kommen; Konnexion
|...'ksio:n], die: -. -en [frz. connexion < lat. cö(n)nexio
= Verbindung]: 1. (geh. selten) <meist PI.) vorteilhafte,
fördernde Beziehung. Verbindung: -en haben, anknüpfen.
2. (Sprachw.) (in der Dependenzgrammatik) die Beziehung
zwischen dem regierenden u. dem regierten (abhängigen)
Element eines Satzes; Konnexität |...ksi'te:tl. die; - [mlat.
97 GDW
1537
konnivent
connexitasl (Jur): 1. innerer Zusammenhang mehrerer
[ Straf] rechtsfälle als Voraussetzung für die
Zusammenfassung in einem Gerichtsverfahren. 2. innere Abhängigkeit
auf demselben Rechtsverhältnis beruhender wechselseitiger
Ansprüche von Gläubiger u. Schuldner.
konnivent [kDni'vent] <Adj.; -er. -este> [zu tkonnivierenl:
1. (bildungsspr. selten) nachsichtig, duldsam. 2. <o. Steig.)
(jur.) (von Vorgesetzten, Aufsichtsbeamten) Amtsdelikte
untergebener od. beaufsichtigter Personen bewußt duldend
od. dazu verleitend: -es Verhalten; Konnivenz [...ntßl. die;
-. -en [lat. cö(n)nivential: 1. <o. PI.) (bildungsspr. selten)
Nachsichtigkeit, Duldsamkeit. 2. (jur.) konniventes
Verhalten, konniventf Handlung; konmvieren [kDni'virranl <sw.
V.; hat) Dat. cö(n)niverel (veraltet): dulden, Nachsicht üben.
Konnossement [k^nDö'ment], das; -[eis. -e [Mischbildung
aus ital. conoscimento = Erkenntnis u. frz. connaissement
= Frachtbrief, zu: connaitre. ital. conoscere < lat.cögnös-
cere = erkennen! (Seew.): Frachtbrief
Komotat [kDno'ta:t], das; -le]s. -e (Sprachw.): 1. vom
Sprecher bezeichneter Begriffsinhalt (im Gegensatz zu den
entsprechenden Gegenständen in der außersprachlichen
Wirklichkeit). 2. konnotative / NebenJbedeutung (Ggs.: Denotat
2); Konnotation [...tat$io:n]. die; -. -en [1: zu lat. con-
= mit- u. notätio. tNotation; 2: engl, connotationl: 1.
(Logik) Begriffsinhalt (im Gegensatz zum Umfang). 2.
(Sprachw.) a) assoziative, emotionale, stilistische, wertende
[NebenJbedeutung, Begleitvorstellung (Ggs.: Denotation
2 a); b) die Beziehung zwischen Zeichen u. Zeichenbenutzer:
komotativ [...'ti.f.auch ' J <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[engl, connotativel (Sprachw.): die assoziative, emotionale,
stilistische, wertende [NebenJbedeutung, Begleitvorstellung
eines sprachlichen Zeichens betreffend (Ggs.: denotativ).
konnte [kantal, kannte fkcentaj: tkönnen.
Konnubium [k3'nu:biuml. das; -s. ...ien [...jpn; lat. cö(n)nü-
biuml (Rechtsspr. veraltet): Ehe/ gemeinschaft/.
Konoid [kono'r.tl. das; -[eis. -e [zu giiech. könoeides =
kegelförmig) (Geom.): kegelähnlicher Körper (der z.B.
durch Rotation einer Kurve um ihre Achse entsteht).
Konquistador lkonk(v)ista'do:s!. der: -en. -en [span. conqui-
stador = Eroberer, zu: conquistar = erobern < lat. con-
quirere (2. Part.: conquisitum) = zusammensuchen,
einsammeln! (hist.): Teilnehmer an der spanischen Eroberung
Süd- u. Mittelamerikas im 16. Jh.
Konrektor, der; -s. -en [konrek toiren. auch: ' ; aus
lat. con- = mit- u. tRektor! (Schulw.): Stellvertreter des
Rektors [einer Grund-, Haupt- od. Sonderschule].
KonsanBuinitit [konzaouini'te.'t]. die; - [lat. cönsanguinitäsl
(veraltet): Blutsverwandtschaft.
Konseil [kö'sej). der; -s. -s [frz. conseil = Ratschlag;
Ratgeber < lat. cönsilium. tKonsilium! (veraltet): Staats-,
Ministerrat, Ratsversammlung.
Konsekration [konzekra tßio:n], die; -. -en [lat. cönsecrätio
= Weihe, zu: cönsecräre. tkonsekrierenl (kath. Kirche):
1. liturgische Weihe einer Person od. Sache (z. B. Bischofs-.
Priester-. Altarweihe): die K. einer Kirche vollziehen. 2.
liturgische Weihe von Brot u. Wein durch Verwandlung
in Leib u. Blut Christi (entsprechenddem christlichen
Glauben): die K. der Hostie; konsekrieren [...'kri:ronl <sw. V.;
hat) [lat. cönsecräre = weihen! (kath. Kirche): (durch
Konsekration \, 2) liturgisch weihen: eine Kirche k.; die
Hostie k.; <Abl.:> Konsekrjgrung, die; -. -en.
konsekutiv [konzeku'ti-.f. Sprachw. oft: ' J <Adj.; o.
Steig.) [zu lat. cönsecütio = Folge. Wirkung, zu: consequi,
tkonsequent!: 1. (Fachspr.) zeitlich folgend: -es
Dolmetschen (zeitlich nachgetragenes Dolmetschen: Ggs.:
simultanes Dolmetschen). 2. (Sprachw.) die Folge betreffend,
bezeichnend, kennzeichnend: -e Konjunktion (die Folge
angebetete Konjunktion): ..so daß4* ist eine -e Konjunktion.
3. (Philos.) aus einem konstitutiven Begriffsmerkmal [mit]-
folgend, abgeleitet: ein -es Merkmal; <Zus. zu 1 :>
Konsekutivdolmetschen, das: -s (Fachspr.): konsekutives
Dolmetschen; Konsekutivdoknetscher, der (Fachspr.):
Dolmetscher, der konsekutiv übersetzt, <Zus. zu 2:) Konsekutivsatz,
der (Sprachw.): Nebensatz, der die Folge (Wirkung) des
im übergeordneten Satz genannten Sachverhalts angibt;
Umstandssatz der Folge, Folgesatz.
Kpnsemester, das; -s. - [aus lat. con- = mit- u. f Semester]
(bildungsspr.) svw. tKommilitone. Kommilitonin.
Konsens pcan'zens]. der; -es. -e [lat. cönsensus. zu: cönsentiri.
tkonsentierenl (bildungsspr.): 1. Übereinstimmung der
Meinungen, Einigkeit (Ggs.: Dissens): es gab einen K.
in der Frage des §218; im Volk besteht [ein! K. darüber,
daß dieses Recht garantiert ist. 2. (veraltend) Zustimmung,
Einwilligung: seinen K. [zu etw.l geben; etw. mit [deml
K. des Vorgesetzten tun; Konsensualkontrakt [kan-
zsn'zya:!-]. der; -[eis. -e (jur): der (allgemein übliche)
durch übereinstinvnende Willenserklärungen der
Vertragspartner zustandekommetide Vertrag (Ggs.: Realkontrakt);
konsensuell [...'zyEll <Adj.; o. Steig.) [zu lat. cönsensus.
tKonsens! (Med., sonst veraltet): übereinstiminend,
gleichsinnig; im gleichen Sinn wirkend; Konsensus [kon'zßnzusj.
der. -.- [...nzu.sl <PI. selten) (bildungsspr.): svw. tKonsens:
es besteht ein K. darüber, daß ...; konsentieren [...'ti:ronl
<sw. V.; hat) [lat. cönsentiri = übereinstimmen! (veraltet):
1. übereinstimmen, einig sein. 2. genehmigen: etw. k.
konsequent [konze'kvent] <Adj.: -er. -este) [lat. cönsequens
(Gen.: cönsequentis) = folgerichtig, zu: consequi =
nachfolgen!: I. (in bezug auf jmds. Vorgehen o.a.) folgerichtig;
[sachlich uj logisch zwingend (Ggs.: inkonsequent): -es
Denken; die -e Weiterentwicklung eines Modells; ein -er
Denker; seine Entscheidung ist nicht k.; k. denken,
handeln; Hier war die geometrische Malweise ... am ... -esten
durchgebildet (Bild. Kunst [. 22); 2. unbeirrbar, /fest/
entschlossen: ein -er Gegner des Regimes; -es Eintreten
für eine Sache; sein Ziel k. verfolgen; k. für etw. eintreten;
du mußt k. bleiben! (du darfst dich nicht beirren, von
deinem Entschluß abbringen lassen) k. (beharrlich)
schweigen; einen Stürmer k. (Sport; scharf, genau) decken; <Zus.:>
konsequentermgBen, konsequ^nterwfijse <Adv.): so wie es
einem konsequenten (1) Verhalten auch entspricht: k. mußt
du ihm jetzt auch den Apparat zur Verfugung stellen;
Konsequenz [...ntßl. die; -. -en [lat. cönsequentia. zu:
consequi. tkonsequent!: I. <o. PL; a) Folgerichtigkeit,
Schlüssigkeil (Ggs.: Inkonsequenz): seiner Argumentation fehlt
noch die letzte K.; etw. entwickelt sich mit logischer,
geschichtlicher K.; b) Ufibeirrbarkeit, [feste/
Entschlossenheit: ein Ziel mit äußerster, eiserner, aller K. verfolgen;
er ist aus K. (aus Prinzip; weil es sein Grundsatz ist)
sparsam. 2. Folge, Auswirkung: die Wahlniederlage war
die natürliche K. einer verfehlten Parteipolitik, die
praktische K. für den Rücktritt des Vorsitzenden; aus diesem
Ereignis ergeben sich wichtige militärische -en; die -en
sind noch nicht abzusehen; etw. hat unangenehme,
weitreichende -en [für jmdn.l; alle -en [einer Tatl tragen müssen,
auf sich nehmen; etw. führt zu überraschenden -en; ihr
Liebesverhältnis blieb nicht ohne -en (verhüll.; führte zur
Schwangerschaft): den Kampf bis zur letzten K.. bis in
die letzte K. (bis zum äußersten) führen; etw. liegt m
der K. von etw. (ist als Folge rung 1 darin beschlossen);
aus diesem Satz ergibt sich die logische K. ({Schluß /folge-
rung), daß ...; als letzte K. (zu ziehende Folgerung) bleibt
lihm] nur der Rücktritt; Maus etw.l die -en ziehen (aus
etw. die Folgerungen /für künftiges Handeln] ziehen [u.
sich entsprechend verhalten}): der Minister zog die -en
[und trat zurück!.
Konseiratkm [tonzErva'tsip:nl. die; -. -en [lat. cönservätio.
zu: cönserväre. tkonservieren! (veraltet): Erhaltung,
Instandhaltung (z. B. von Kunstgegenstanden);
Konservatismus [...tismusl.der;-[engl.conservatismel (bes. Politik):
svw. f Konservativismus; konservativ [,..'ti:f. auch: ' 1
<Adj.) [engl, conservative < mlat. conservativusl: l.a)
am Hergebrachten festhaltend, auf Überliefertem beharrend:
eine -e Erziehung. Haltung. Gesinnung; er ist in seinen
Ansichten sehr k.; k. eingestellt sein; sich k. (nicht modisch,
nicht modern) kleiden; b) althergebracht, bisher üblich: die
-en Methoden. Techniken. Bauweisen. 2. politisch dem
Konservatil vi]smus zugehörend, nahestehend, eigentümlich:
-e Kräfte. Politiker, eine -e Partei; der -e Flügel einer
Partei; -es Gedankengut; k. bis auf die Knochen, aber
doch kein Nazi (Kempowski. Tadelloser 231). 3. (Med.)
nicht mit den Mitteln der Chirurgie erhaltend, bewahrend
(meist in Verbindung mit ..behandeln" o.a.): -e
Behandlung; jmdn.. ein Organ k. behandeln; <subst. bes. zu 2:)
Konservative [auch: ' 1. der u. die; -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete): Anhänger {inj des Konservati [ vi Ismus, ins-
bes. AithängerI inj eifter / bestimmten I konservativen Partei:
die -en verloren (die konservative Partei verlor) bei der
letzten Wahl mehrere Parlamentssitze; <Abl.:>
Konservativismus [...ti'vismusl. der. -: l.a)am Hergebrachten,
überlieferten orientierte Einstellung: der K. in der Mode ist über-
1538
Konsolidierungsphase
wunden; b) politische Anschauung. Grundhaltung, die auf
weitgehende Erhaltung der bestehenden Ordnung gerichtet
ist: sein K. ist allgemein bekannt. 2. konservative [auf
weitgehende Erhaltung der bestehenden Ordnung gerichtete]
politische Bewegung. Gesamtheit der einzelnen konservativen
Bewegungen. Bestrebungen. Parteien u. Organisationen: der
englische K.; Konservativst [...tivi'tc:t], die: - (bil-
dungsspr.): konservative (1 a) Haltung. Art. Beschaffenheit,
konservativer Charakter: Konservator [...'va:br. auch:
...to:?].der; -s. -en [...va'to:ran; lat. cönservätor =
Bewahrer. Erhalter]: mit der Bewahrung u. Erhaltung von
Kunstwerken. Kunst- u. Kulturdenkmälern. Museumsstücken o. ä.
betrauter Beamter, insbes. beamteter Kunsthistoriker (Be-
rufsbez.); 'konservatorisch [...va'to:riJ1 <Adj.; o. Steig.)
(Fachspr.): die Bewahrung u. Erhaltung (z. B. von
Kunstwerken) bezweckend, betreffend: ^onservatorisch [-]. (auch:)
konservatoristisch [...vato'nsttf] <Adj.; o. Steig.): das
Konservatorium betreffend: Konservatorist [...to'nst]. der; -en,
<t\: Schüler eines Konservatoriums: Konservatorfstin, die;
-. -nen: w. Form zu tKonservatorist; konservatorjstisch:
f^onservatorisch; Konservatorium [...'to'.rjpm], das; -s.
...ien [...jpn; ital. conservatorio. eigtl. = Stätte zur Pflege u.
Erhaltung (musikalischer Tradition), urspr. = Pflegeheim
für musikalisch begabte Waisenkinder, zu: conscrvare <
lat. cönserväre, tkonservieren!: hochschulartige
Musikschule: dasK. besuchen; am K. studieren; Konserve [kDn'zervaJ.
die; -. -n [mlat. conservaj: l.a) Konservenbüchse od. -glas
mit Lebensmitteln. Genulimitteln o.a.: -n herstellen; eine
K. öffnen; Ü Musik aus der K. (ugs.; vom Tonband, von
der Schallplatte)', b) in einer Konservenbüchse od. einem
-glas enthaltenes konserviertes Lebens-. Genußmittel: von
-n leben. 2. (Med.) kurz für T Blutkonserve.
Konserven-: -büchse, -dose, die: Blechdose, in der Lebens-,
Genußmittel luftdicht verschlossen konserviert werden:
^Fabrik, die: Fabrik, die Konserven (1 b) produziert: ^fleisch,
das: in Dose od. Glas konserviertes Fleisch: -neschmack,
der: charakteristischer Geschmack, den Lebens- u. Genuß-
mittel durch Konservierung gelegentlich erhalten: ^glas, das:
Glas (2 b) mit / Blech /decket, in dem Lebens-, Genußmittel
konserviert werden: ^nahrung, die: aus Konserven (1 b)
bestehende Nahrung: -Öffner, der: Dosenöffner:
Büchsenöffner: -Vergiftung, die (Med.): bakterielle
Lebensmittelvergiftung nach dem Genuß von Konserven (1 b).
konservierbar [k:>nz£r'vi:?ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
sich konservieren lassen: konservieren [...'vi:ran| <sw. V.;
hat) Dat. cönserväre = bewahren, erhalten!: 1. (bes.
Lebensmittel) durch spezielle Behandlung haltbar machen:
Fleisch. Gemüse k.; (Med.:) Blutplasma. Sperma k.; Obst
in Gläsern k.; Gurken in Essig k.; einen Leichnam, einen
Tierkörper k.; <subst. 2. Part.:) Konserviertes (Konserven
od. Eingemachtes) essen; Ü (ugs.:) Musik auf Tonband
k. 2. durch besondere Behandlung. Pflege erhalten,
bewahren: ein Gemälde, ein Gebäude k.; konservierende (Med.;
konservative 3) Behandlung; Ü seine Jugend [gut]
konserviert haben; ältere Sprachzustände k. (bewahren,
beibehalten, daran festhalten): <Abl.:> Konservierung, die; -. -en.
Konservierung^-: -methode, die; -mittel, das: svw. t-stofT;
^stoff, der: bei Konservierungsverfahren verwendete Chemi-
kalie: -verfahren, das.
Kons! ['kanzil. der; -s. -s (Schweiz.): kurz für T Konsumladen.
konsiderabel (konzide'ra.bjj <Adj.; ...bler. -ste) [frz. consi-
derable. zu: considerer = (prüfend) betrachten! (bil-
dungsspr. veraltet): beachtlich, ansehnlich.
Konsignant [kanzignantj. der; -en. -en [zu fkonsignieren]
(Wirtsch.): (bes. im Überseehandel) Auftraggeber eines
Kommissionärs: Versender von Konsignationsgut:
Konsignatar [...gna'ta:?]. Konsignatär [...'te:?]. der. -s. -e [frz. consi-
gnataire. zu: consignation. fKonsignation] (Wirtsch):
(bes. im Überseehandel) Kommissionär Empfänger von
Kommissionsgut:Konsignation [...gna'tßio:n]. die; -. -en [frz.
consignation < lat. cönslgnätio = Dokument]: 1.
(Wirtsch.) (bes. im Überseehandel) Kommissionsgeschäft:
Warenübergabe. -Übersendung an einen Kommissionär. 2.
(bildungsspr. veraltet) Niederschrift. Aufzeichnung.
Konsignation»- (Wirtsch.. bes. Überseehandel): -geschärt,
das: svw. tKommissionsgeschäft; ^aut, das: svw.
tKommissionsgut; -lager, das: Lager für Konsignationsgut:
^wane, die: svw. f Kommissionsware.
konsignieren [...gni:ran] <sw. V.; hat) [lat. cönslgnäre =
schriftlich niederlegen, beglaubigen] (Wirtsch.): (bes. im
Überseehandel) als Auftraggeber Waren an einen
Kommissionär (Konsignatär) übergeben, übersenden.
Konsiliararzt [konzi'Ua:^]. der; -es. ...ärzte: svw. tKonsilia-
rius; Konsiliarius [...a:rjius]. der; -, ...rii [lat. cönsiliärius
= Berater] (Med.): vom behandelnden Arzt zur Beratung
hinzugezogener zweiter Arzt: Konsilium [kanzhlium]. das;
-s. ...ien [..Jpn; lat. cönsilium = Beratung. Rat(schlag)]
(bes. Med.): 1. Beratung / mehrerer Ärzte über einen
Krankheitsfall]: ein K. abhalten; jmdn. zu einem K. hinzuziehen.
2. Gruppe von Beratenden: ein K. bilden.
konsistent [kanzistent] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [lat.
cönsistens (Gen.: cönsistentis). 1. Part, von: cönsistere
= stillstehen; dicht werden] (bildungsspr.): l.a) dicht, fest
od. zäh zusammenhängend; fest: -es Material; b) (z. B. in
Form. Aufbau) von festem Zusammenhalt: in sich stabil,
beständig (Ggs.: inkonsistent [a]): die Ehe als k. bleibende
Form des Zusammenlebens. 2. (bes. Logik) im ganzen
widerspruchsfrei: zusammenhängend in der
Gedankenführung (Ggs.: inkonsistent [b]): -e Theorien. Begriffe; eine
-e Argumentation;Konsistenz[...ntß].die; -: 1 a) (bes.
Fachspr.) / Grad der I Festigkeit, Gradu. Art des Zusammenhalts
eines Stoffes: etw. ist von fester, flüssiger, hoher K.; b)
(bildungsspr.) konsistente (1 b) Beschaffenheit, innere
Festigkeit. Stabilität, Beständigkeit (Ggs.: Inkonsistenz [a]):
die K. einer Gesellschaftsordnung. 2. (bes. Logik)
Widerspruchsfreiheit im ganzen; strenger gedanklicher
Zusammenhang (Ggs.: Inkonsistenz b).
konsjstoriaKk^nzisto'rla:!] <Adj.; o. Steig.) (christl. Kirche):
zum Konsistorium gehörend, es betreffend; nach Art. in
Form eines Konsistoriums; Konsistorialrat, der; -[e]s. -rate
(ev. Kirche): / AmtstitelZur ein J Mitglied des Konsistoriums
(2) einer konsistorial verfaßten Landeskirche; Konsistorium
[...'to.Tium]. das; -s. ...ien [...pn; lat. cönsistörium =
Versammlungsort]: I. (kath. Kirche) a) Plenarversammlung
der Kardinäle unter Vorsitz des Papstes; b) (selten)
bischöfliches Gericht; c) (in Österreich) Verwaltungsbehörde einer
Diözese. 2. (bei bestimmten ev. Landeskirchen) oberste
Verwaltungsbehörde.
konskribieren [konskri'biiran] <sw. V.; hat) [lat. cönscribere.
eigtl. = in Listen eintragen] (früher): zum Wehrdienst einbe-
rufen, Konskription[...rip'|$io:n].die; -.-en [lat.cönscriptio
= Liste] (früher): Einberufung zum Wehrdienst.
'Konsol [kan'zo:!]. der; -s. -s (meist PI.) [engl, consols (PI.),
kurz für: Consolidated Annuities. Bez. f. engl.
Staatsanleihen im 18. Jh.] (Finanzw.): englischer Staatsschuldschein.
konsol [-], das; -s. -e (landsch.): svw. tKonsole (2).
Konsol- [-]: -kran.der: svw. t-Schwenkkran; ^Schwenkkran,
der (Technik): an einer Wand angebrachter Schwenkkran;
^spieael, der; -tischchen, das; -s. -: vgl. Konsole (2).
Konsole [...b]. die; -. -n [frz. console. H. u.]: 1. (Archit.)
aus der Mauer hervortretendes tragendes Element;
Vorsprung (als Teil einer Wand. Mauer), der etw. trägt od.
auf dem etw. aufgestellt werden kann; Kragträger. 2.
Wandbrett, an der Wand angebrachtes tischartiges Möbel mit
zwei Beinen [zum Aufstellen von KunstgegenständenJ.
Konsolidation flonzolida £ßio:n], die; -. -en [frz. consolida-
tion < lat.cönsolidätio = Festigung. Sicherung des
Eigentumsrechts, zu: cönsoiidäre. t konsolidieren]: I.
(bildungsspr.. Fachspr.) svw. tKonsolidierung. 2. (Wirtsch.)
a) Umwandlung kurzfristiger Staatsschulden in Anleihen;
b) Vereinigung unterschiedlicher Staatsanleihen zu einer
einheitlichen Anleihe. 3. (jur.) feste Bindung eines dinglichen
Rechtes (z. B. einer Hypothek) anein Grundstück. 4. (Geol.)
Versteifung eines Teils der Erdkruste (durch Faltung,
Eindringen von Magma), die keine [weitere] Faltung mehr
zuläßt; konsolidieren [...di:ran] <sw. V.; hat) [frz. consolider
< lat. cönsoiidäre = festmachen, das Eigentumsrecht
sichern]: 1. (bildungsspr.) a) in seinem Bestand festigen,
sichern: der Staat konsolidiert seine Wirtschaft, seine
Position, sein Ansehen; b) <k. + sich) sich in seinem Bestand
festigen: die Wirtschaft hat sich konsolidiert. 2. (Wirtsch.)
durch Konsolidation (2) umwandeln od. zusammenlegen:
konsolidierte Schuld, konsolidierte Staatsanleihen: <Abl.:>
Konsolidierung, die: -. -en (bildungsspr.. Fachspr.): l.a)
das [SichJkonsoUdieren; b) das Konsolidiertwerden. 2.
(Wirtsch.) a) svw. TKonsolidation (2 a); b) svw.
tKonsolidation (2 b). 3. (Med.) a) Verknöcherung des Gewebes,
das sich nach einem Knochenbruch neu gebildet hat; b)
Stillstand eines Krankheitsprozesses (z. B. bei der
Lungentuberkulose); <Zus.:> Konsolidkningsphase, die.
97-
1539
Konsomee
Konsomee: tConsommö.
konsonant [krmzo'nantl <Adj.; o. Steig.) [lat. cönsonäns
(Gen.: cönsonantis) = übereinstimmend, mitlautend, zu:
cönsonäre = zusammen-, mittönenl: I. (Musik)
harmonisch zusammenklingend (Ggs.: dissonant 1). 2. (Akustik)
mitklingend, -schwingend; Konsonant [-1. der; -en, -en [lat.
(littera) cönsonäns. eigtl. = mittönend(er Buchstaben
(Sprachw.): Laut, bei dessen Artikulation der Atemstrom
gehemmt od. eingeengt wird; Mitlaut (Ggs.: Vokal).
Konsonanten- (Sprachw): ^einschub, der: Einschuh eines
Konsonanten (z. B. als Gleitlaut); ^Häufung, die: gehäuftes
Auftreten von Konsonanten an einer Stelle; ^Schwund, der:
sprach geschichtlicher Schwund von Konsonanten;
^Verbindung, die; ^verdopp[e]hins« die.
konsonantisch <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): leinen/
Konsonanten betreffemi, darauf beruhend, dadurch
gekennzeichnet, damit gebildet: -e Endung; Konsonantismus [...'tismusj.
der; - (Sprachw.): System, Funktion der Konsonanten;
Konsonanz [...'nantßl. die; -. -en [lat. cönsonantia. zu:
cönsonäre. tkonsonant]: I. (Musik) Zusammenklang von Tönen,
der als Wohlklang empfunden wirdu. nach der überlieferten
Harmonielehre keine Auflösung erfordert. 2. (Sprachw.)
Konsimantenverbindung, -häufung; konsonieren [...ni:ranj
<sw. V.; hat) [lat. cönsonäre. tkonsonant! (selten):
zusammenklingen; mitklingen, -schwingen.
Konsorte [kon'zartaj. der; -n. -n [1: lat. cönsories. PI. von:
cönsors = Genosse. Gefährte; eigtl. = des gleichen Loses
Teilhaftiger; 2: zu tKonsortium): I. <PI.)(abwertend) Leute
solcher Art; diejenigen, die mit Leuten solcher Art
gemeinsame Sache machen; die Mitbeteiligten (bei Streichen, nicht
einwandfreien Geschäften o.a.): [die Herren] Kromzack
und -n haben das in die Hand genommen; was wollt
ihr -n (frechen Burschen)? 2. (Wirtsch.) Mitglied eines
Konsortiums.
Konsortial- [kDnzDr*tßia:l-l (Wirtsch.): -bank,die:
Mitgliedsbank eines Bankenkonsortiums: ^geschäft, das:
gemeinsames [ Börsen- od. Kredit Jgeschäft eines Konsortiums; Mnit-
glied, das: Mitglied eines Konsortiums.
Konsortium [kon'zDrj^iom). das; -s. ...ien [...jpn; lat. cön-
sortium = Teilhaberschaft, zu: cönsors. tKonsorteJ
(Wirtsch.): vorübergehender Zusammenschluß von
Unternehmen, bes. Banken, zur Durchführung eines /Börsen- od.
Kredit ]geschäftes. das mit großem Kapitaleinsatz u. hohem
Risiko verbunden ist: ein internationales K. von elf
Großbanken; ein K. bilden, gründen; sich zu einem K.
zusammenschließen; Ü ein K. begabter junger Solisten
(Welt 14.8.1968.9).
Konsoziation [k3nzot$ia't$io:n]. die; -. -en [lat. cönsociätio
= enge Verbindung] (Sprachw.): sprachlicher u. sachlicher
Zusammenhang, in dem ein Wort üblicherweise erscheint.
Konspekt Qcan'spekt]. der; -[ejs. -e [lat. cönspectus =
Betrachtung, zu: cönspicere = betrachten] (DDR):
schriftliche, gegliederte Inhaltsangabe. Übersicht. Verzeichnis: von
einem Aufsatz, einem Buch einen K. anfertigen; <Abl.:>
konspektieren [.. .ti:ran] <sw. V.: hat) (DDR): einen
Konspekt von etw. anfertigen.
konspezifisdi <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [aus lat. con-
= mit- u. tspezifisch] (Biol.): derselben Art angehörend.
KonspOuiitit fkonspikyi'teit]. die; - [zu lat. cönspicuus =
sichtbar] (veraltet): Anschaulichkeit. Klarheit.
Konspirant [konspi'rant], der; -en. -en [lat. cönspiräns (Gen.:
cönspirantis). 1. Part, von: cönspiräre. tkonspirieren] (bil-
dungsspr. selten): [politischer] Verschwörer; Konspirateur
[...ra'to:?]. der; -s. -e [frz. conspirateurl (bildungsspr.
selten): [politischer] Verschwörer; Konspiration [...ra't$lo:n].
die: -. -en [lat. cönspirätiol (bildungsspr.): [politische]
Verschwörung; konspirativ [...ra'ti:f] <Adj.; o. Steig.): a)
[politisch] eine Verschwörung bezweckend, anstrebend: -e
Tätigkeit; in -er Absicht zusammenkommen; Ü ein Arzt wird
von der -en Umwelt (von einer Umwelt, die sich gegen
ihn verschworen hat) an die Wand gedrückt (Börsenblatt
73, 1967. 5087); b) zu einer Verschwörung, in den Rahmen.
Zusammenhang einer Verschwörung gehörend: eine -e
Wohnung mieten, observieren, durchsuchen; Konspirator
[...'ra:t3r. auch: ...to:g]. der; -s, -en [...ra'to:ran; mlai. con-
spirator = Eidbrüchigerl (bildungsspr. selten):
[politischer! Verschwörer; konspirieren [...'rr.ran] <sw. V.; hat)
[lat. cönspiräre]: sich verschwören (bes. zur Erreichung
politischer Ziele).eine Verschwörung anzetteln: mit dem Feind,
gegen die Regierung k.
Konstabier (kan'sta.blel. der; -s. - [1: engl, constable.
tKonstabler (2); 2: tKonnetabel]: 1. (veraltet) Polizist.
2. (früher) Soldat in gehobenem Dienstrang (etwa dem
Unteroffizier entsprechend) im Geschützwesen der Marine od.
bei der Artillerie; Geschützmeister; Feuerwerker.
konstant [kon'stant] <AdJ.; -er. -este) [lat. cönstäns (Gen.:
cönstantis), 1. Part, von: cönstäre = feststehen]: a)
gleichbleibend, unveränderlich (Ggs.: inkonstant): -eTemperatur;
-er Druck; der Sportler zeigt seit Monaten eine -e Form:
eine -e (Math.; feste; Ggs.: variable) Größe; die Thematik
in seinen Büchern ist k. [geblieben]; b) <präd. ungebr.)
beharrlich, von etw. nicht ablassend: mit -er Hartnäckigkeit;
er hat sich k. geweigert zu unterschreiben; c) ständig,
dauernd: -e Wiederholung; das ist eine -e Gefährdung des
Programms; wir hatten k. schlechtes Wetter; k. lügen.
Konstantan® flonstan'ta:n|. das: -s [zu tkonstant] (Elek-
trot.): Legierung aus Kupfer u. Nickel mit weitgehend
temperaturunabhängigem elektrischem Widerstand; Konstante
[kDn'stanlal. die; -[n], -n. fachspr. o. Art. meist: - <Dekl.
als subst. Adj. t Abgeordnete) (Math.. Physik), konstante
(a). feste Größe (Ggs.: Variable): eine physikalische K.;
in dieser Form ist a eine K.; mit der Planckschen -[n];
Ü die Verankerung im westlichen Verteidigungsbündnis
ist eine K. der deutschen Außenpolitik; Konstanz [...nt$I.
die; - [lat. cönstantia] (bildungsspr.; Fachspr.): Unveränder-
lichkeit. Beständigkeit; das Gleichbleiben. Konstantbleiben
(Ggs.: Inkonstanz): Die große K. der ererbten
Triebhandlungen (Lorenz. Verhalten I. 109); konstatieren [...*ti:ranl
<sw. V.; hat) [frz. constater. zu lat. cönstat = es steht
fest (.daJß)] (bildungsspr.): 1. (selten) svw. t feststellen (1 a):
die Herkunft eines Wortes k. 2. svw. t feststellen (1 a. c).
der Arzt konnte nur noch den Tod k.; <Abl.:)Konstatkning,
die: -. -en (bildungsspr.).
Konstellation [konstda'tßio:n], die; -. -en [spätlat. cönstellä-
tio = Stellung der Gestirne, zu lat. Stella = Stern]: I.
(bildungsspr.) das gleichzeitige Bestehen besonderer
Umstände. Verhältnisse. Tatsachen. Dinge usw. im Rahmen
einer Gesamtsituation od. eines [räumlichen] Gesamt
Zusammenhangs; Gesamt läge, wie sie sich aus dem
Zusammentreffen besonderer Umstände. Verhältnisse ergibt: eine neue,
[univeränderte, [unigünstige, politische K.; etw. vollzieht
sich immer wieder unter gleichen -en. 2. (Astron.. Astrol.)
von der Erde aus gesehene, durch den Winkelabstand
bestimmte Stellung der Planeten u. des Mondes zur Sonne
u. zueinander / in ihrer astrologischen Bedeutung J: die
Planeten erscheinen in einer seltenen K.; (Astrol.:) jmd. hat
gerade eine günstige K.; die K. ist günstig für
Unternehmungen aller Art.
Konsternation [kansterna'tßioml. die; -. -en [lat. cönsternä-
tio. zu: cönsternäre. t konsternieren] (bildungsspr. veraltet):
Bestürzung: Die K. in der Berner Deckung übertrug sich
auf deren Angriff (Bund 283. 1968. 17); konsternieren
[...ni:ran] <sw. V.; hat) [frz. consterner < lat. cönsternäre
= außer Fassung bringen] (bildungsspr.): bestürzt,
fassungslosmachen: die Zuschauer k.; diese Frage konsterniert
mich; <2. Part.:) konsterniert: bestürzt, fassungslos.
Konstipation Qonstipatßio:n]. die; -. -en [spätlat. cönstipätio
= das Zusammenstopfen] (Med.): [Stuhl[Verstopfung.
Konstituante: tConstituante; Konstituens [kon'stiityens],
das; -. ...nzien [konsti'tgentßpn: zu lat. cönstituere. t
konstituieren] (bildungsspr.): konstitutiver, wesentlicher
[Bestand] teil. Zug: die Sprache als K. des Menschen;
Konstituente Oonsti'tuento], die; -. -n Dat. cönstituens (Gen.:
cönstituentis). 1. Part, von: cönstituere. t konstituieren]
(Sprachw.): sprachliche Einheit, die Teil einer grammatisch
komplexen höheren Einheit (Konstruktion) ist.
Konstituenten- (Sprachw.): Minatyse. die: Zerlegung in
Konstituenten; -satz, der: Satz, der unmittelbare Konstituente
eines komplexen Satzes ist (Ggs.: Matrixsatz); ^struktur,
die: gestufter Aufbau aus Konstituenten, dazu: ^struktur-
grammatik, die: Grammatik, die die Konstituentenstruktur
von Sätzen u. Wörtern mit den Mitteln der
Konstituentenanalyse beschreibt; KS-Grammatik.
konstituieren [kanstituhran] <sw. V.; hat) [frz. constituer
< lat. cönstituere = aufstellen, einsetzen] (bildungsspr.):
l.a) gründen; ins Leben rufen: eine Republik, eine neue
wissenschaftliche Disziplin k.; eine konstituierende (die
Organisationsform, Geschäftsordnung festlegende) Sitzung;
die konstituierende (Politik; verfassunggebende)
Versammlung; b) für etw. konstitutiv, grundlegend sein; etw. begrün-
1540
Konsulent
den die Sprache konstituiert das Denken; konstituierende
konstitutive) Bedingungen. Grundsätze. 2. <k. + sich)
zur Gründung zusammentreten u.J die eigene Organisa-
tumsform. Geschäftsordnung o. ä. festlegen: sich bilden,
zusammenschließen und festen Bestand gewinnen: eine neue
Regierung hat sich konstituiert; sich als Körperschart k.;
Abl.:> Konstituierung, die; -. -en: das lSich]konstituieren:
Konstitut [...'tu:t], das; -[e]s. -e Dat. constitutum = das
Festgesetzte) (veraltet, jur.): fortgesetzter, erneuerter
Vertrag; Konstitution [...tu'tßio:n], die; -. -en [lat. cönstitütio,
zu: cönstituerc. tkonstituieren]: l.a) allgemeine, insbes.
körperliche Verfassung: Gesamterscheinungsbild: eine
kräftige, zähe, eiserne, gute, schlechte, zarte, empfindliche K.
haben; von schwacher K. sein; b) (bes. Med.) Körperbau.
2. (Chemie) Anordnung der Atome im Molekül: Aufbau.
Struktur eines Moleküls. 3. (Politik) Verfassung: Satzung.
4. (kath. Kirche) a) Erla/J eines Papstes bzw. Konzils; b)
Statut. Satzung (eines klösterlichen Verbandes);
Konstitutionalismus [...tßiona'lismus], der; - (Politik): 1. Staatsform,
bet der Rechte u. Pflichten der Staatsgewalt (insbes. des
Monarchen) u. der Bürger in einer Verfassung festgelegt
suid. 2. für den Konstitutionalismus (1) eintretende Lehre;
konstitutionell [...'nelj <Adj.; o. Steig.) [frz. constitution-
nel): I. (Politik) verfassungsmäßig; an die Verfassung
gebunden: -e Monarchie (durch eine Staatsverfassung in ihren
Machtbefugnissen eingeschränkte Monarchie). 2. (bes.
Med.) die Konstitution (1) betreffend, dazu gehörend, darauf
beruhend: -e Krankheiten; bei k. nicht vollwertigen Tieren
(Lorenz. Verhalten 1.48); Ü eine -e Schwäche der heutigen
Familie (Wohngruppe 8).
Koostitutions-: -formet, die (Chemie): svw. t Strukturformel;
-training, das (Sport): Training zur Verbesserung der
körperlichen Konstitution (1 a): -typ, der (Med.. Psych.): eine
der Grundformen des menschlichen Körperbaus [u. die ihm
zuzuordnenden seelischen Eigenheiten/: der leptosome K.
konstitutiv [konstitutiv <Adj.; o. Steig.) [zu lat. cönstituere.
f konstituieren] (bildungsspr.): als wesentliche Bedingung
Jen Bestand von etw. ermöglichend, das Bild der
Gesamterscheinung bestimmend: -e Bedingungen, Merkmale; diese
Bedingungen sind für die Möglichkeit von Sprache k.
Konstriktion [konstnk tßio:n], die; -. -en [spätlat. cönstric-
tioj: 1. (Med.) Zusammenziehung (eines Muskels). 2.
<Med.. Biol.) Einschnürung. Abschnürung; konstringieren
[kDnstnn'gi:ran] <sw. V.; hat) [lat. constringere] (Med.):
von Muskeln o.a.) zusammenziehen.
konstruieren [konstru'rren] <sw. V.; hat) [lat. cönstruere
= zusammenschichten; erbauen, errichten]: l.a) Form u.
Zusammen /bau eines technischen Objektes durch
Ausarbeitung des Entwurfs, durch technische Berechnungen.
Überlegungen usw. maßgebend gestalten: ein Auto, eine Brücke
k.; ich habe mir ein kleines Wasserrad, eine Windmühle
konstruiert; b) (bes. Math.. Logik) mit Hilfe
vorgeschriebener Operationen (aus bestimmten mathematischen,
logischen Ausgangsobjekten) herleiten: c) (Geom.) mit Hilfe
bestimmter Zeichengeräte (z. B. Zirkel u. Lineal) aus
vorgesehenen Größen (z.B. Winkeln. Strecken) zeichnen: aus
zwei Strecken und einem Winkel ein Dreieck k.; d)
fSprachw.) (Satzglieder. Wortgruppen. Wörter usw.) nach
den Regeln der Grammatik zusammenfügen: einen Satz
[richtig] k.; das Verb wird mit dem Dativ konstruiert.
2. (bildungsspr.) a) gedanklich, begrifflich, logisch aufbauen,
herstellen: ein Begriffssystem k.; [zu einem Fall] einen
Parallelfall k.; c) (abwertend) weitgehend gedanklich,
theoretisch mit Hilfe von Annahmen u. daher künstlich, in
gezwungener Weise aufbauen, herstellen: [aus schwachen
Indizienleine Anklage k.; einen Gegensatz k.; eine konstruierte
Romanhandlung; die Aussage. Begründung klingt, wirkt
konstruiert (gekünstelt, gezwungen): Konstnikt [kan-
strokt], das; -[e]s. -e. selten: -s [lat. cönstrüctum. 2.
Part, von: cönstruere, tkonstruieren] (Wissensch.):
Arbeitshypothese (xJ. gedankliche Hilfskonstruktion für die
Beschreibung erschlossener Phänomene: das Sprachsystem,
der Begriff des Sprachsystems ist ein K. der Linguistik;
Konstrukteur [...'to:*]. der: -s, -e [frz. constructeur]: Fach-
tnann (bes. Ingenieur. Techniker), der technische Objekte
konstruiert: der K. dieses Automodells; Konstrukteurin,
die; -. -nen: w. Form zu fKonstrukteur; Konstruktion
[...tßio:n], die; -. -en [lat. cönstrüctio]: 1. das Konstruieren
(1 a): die K. einer Brücke; sie planen die K. eines
Senkrechtstarters; b) das Ergebnis des Konstruierens (1 a); das [als
Mixlell] Konstruierte, bes. bezüglich der Form, in der es
konstruiert ist; eine gelungene, ausgereifte, verbesserte,
veraltete K.; freitragende -en; Streben und Balken bilden
die tragende K. des Daches; eine Konstruktion (einen
Entwurf) prüfen; in dieser K. (in diesem Entwurf) muß
ein Fehler sein. 2. a) (bes. Math.. Logik) durch Konstruieren
(1 b) aus bestimmten mathematischen txl. logischen
Ausgangsobjekten hergeleitete Formel. Theorieo. ä.; b) (Geom.)
das Konstruieren (1c). das Zeichnen einer geometrischen
Figur: die K. eines Dreiecks, einer Ellipse; c) (Sprachwiss.)
das Zusammenfügen von Satzgliedern. Wortgruppen.
Wörtern nach den Regeln der Grammatik; in Konstituenten
zerlegbare, komplexe sprachliche Einheit. 3.a) (bildungsspr.)
gedanklicher Aufbau: die K. eines philosophischen Systems;
er ... freute sich über die klare K. seiner Gedankensätze
(Rehn. Nichts 46); Juristische, philosophische -en
(gedanklich-abstrakte Gebilde. Gedankengebäude): b) weitgehend
auf Theorien gestützte, mit Hilfe von [unbewiesenen]
Annahmen konstruierte (2 b) Aussage. Gedankenfolge: diese
Anschuldigung ist eine phantasievolle, eine kühne K.;
Gegenüber dieser utopischen K. ... nähern sich die späteren
Werke ... der Wirklichkeit ... an (Fraenkel. Staat 262).
Konstruktions-: -aufgäbe, die (Geom.); -büro, das: Büro,
in dem technische Entwürfe u. Berechnungen angefertigt
werden; Clement, das; -fehler, der: die eingestürzte Brücke
hatte einen K.: -klasse, die (Sport): Bootsklasse (beim
Segeln); -merkmal, das; -plan, der; -prinzip, das; -teil,
das: -Zeichnung, die.
konstruktiv [konstnuk'tLfl <Adj.> [spätlat. cönstrüctivus, zu
lat. cönstruere, t konstruieren]: 1. (bildungsspr.)
[folgerichtig] aufbauend, den sinnvollen Aufbau (2) fördernd, entwik-
kelnd: -e Politik. Kritik; ein -er Beitrag, Vorschlag; -es
Denken; k. sein, mitarbeiten; -es Mißtrauensvotum (Pari.;
Mißtrauensvotum gegen den Bundeskanzler, das nur durch
die Wahl eines Nachfolgers wirksam wird). 2. <o. Steig.;
nicht präd.) a) (bes. Technik) die Konstruktion (1, 2a.
b) betreffend, darauf beruhend: -e Probleme,
Eigentümlichkeiten. Elemente; b)(bes. Math.,Logik)konstruierend(\ b);
operativ herleitend, begründend; in methodisch
grundlegender Weise konstruierend (1 b). operativ verfahrend: -e
Mathematik. Logik; Konstruktivismus [...ti'vismos], der; -: 1.
(bild. Kunst) Kunst/ richtungj. bei der die
geometrisch-technische Konstruktion wichtigstes Gestaltungsprinzip ist. 2.
(Wissensch.. Philos.) Lehre, die den konstruktiven (2b)
Aufbau insbes. der Mathematik u. der Logik vertritt;
Konstruktivist [...'vist], der; -en. -en: Vertreter. Anhänger des
Konstruktivismus (1. 2): Miro, einer der bedeutendsten
-en der Gegenwart (MM 3. 9. 77. 1); konstruktivistisch
<Adj.>: den Konstruktivismus (1,2) vertretend,
verwirklichend, zu ihm gehörend, ihm eigentümlich.
Konsubstantiatkm [konzup-stantßia'tßio:n]. die; -. -en [mlat.
consubstantiatio = Wesensverbindung, aus lat. con- =
mit- u. substantia, tSubstanz] (ev. Rel.): (nach Luther)
die Verbindung der realen Gegenwart Christi mit den un-
verwandelten Substanzen Brot u. Wein beim Abendmahl.
Konsul[konzol],der; -s.-n[spätmhd.consul =
Handlungsbevollmächtigter einer Regierung < lat. cönsul = Konsul
(1). zu: cönsulere = sich beraten]: 1. (hist.) einer der beiden
auf Zeit gewählten obersten Beamten der römischen
Republik . 2. mit der Wahrnehmung bestimmter [ wirtschaftlicher /
Interessen u. der Interessen von Staatsbürgern des
Heimatstaatesbeauftragter (halbdiplomatischer) offizieller
Vertreter eines Staates in einem anderen Staat; zu 1: konsular
Dc3nzu'la:g] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [lat. cönsuläris]
(hist.): den Konsul (1) betreffend, zu ihm gehörend, von
ihm ausgehend: die -e Lautbahn Caesars.
Konsular- (Dipl.): -agent, der: Bevollmächtigter eines
Konsuls (2): -beamteter: Beamter eines Konsulats (2); -bezirk,
der: konsularischer Bezirk. Zuständigkeitsbereich; ^recht,
das (jur.): konsularisches Recht.
konsularisch <Adj.; o. Steig.) [lat. cönsuläris. tkonsular]
(Dipl.): den Konsul (2). das Konsulat (2) betreffend, zu
ihm gehörend, von ihm ausgehend: -e Vertretungen; Konsulat
DcDnzu'la:t]. das; -[e]s. -e [1: lat. cönsulätus = Konsulamt.
-würde]: 1. (hist.) Amt/szeit/ eines Konsuls (1). 2.
Dienststelle eines Konsuls (2): die deutschen -e in Spanien.
Konsulats-: -dienst, der (Dipl.): konsularischer (Staats)-
dienst; -gebäude, das; -gebühren <PL>: Gebühren für
Amtshandlungen konsularischer Vertreter.
Konsulent [kanzu'lent].der: -en. -en [zu lat. cönsulere. tKon-
1541
Konsult
sulj (veraltet): / RechtsJberater. Anwalt; Konsult [kon'zoltj,
das; -[eis. -e [lat. cönsultumj (veraltet): 1. Beschluß. 2.
Gutachten. Konsultant [...'tant],der; -en.-en [lat. cönsultäns
(Gen.: cönsultantis). 1. Part, von: cönsultäre. tkonsultie-
ren| (Fachspr.): fachmännischer Berater. Gutachter;
Konsultation [...ta'Lsio.nl, die;-.-en [lat. cönsultätio =
Beratschlagung, zu: cönsultäre. fkonsultieren]: 1. Beratung durch
einen Fachmann, insbes. Untersuchung u. Beratung durch
einen Arzt: eine ärztliche K.; für seine -en berechnete
der Arzt 386 Mark: jmdn. zur K. heranziehen. 2. (bes.
Politik) gemeinsame Beratung. Besprechung, bes. zwischen
Regierungen. Vertragspartnern: eine K. zwischen den
verbündeten Staaten; Keine K. mit irgendeinem Verbündeten
hatte vorher stattgefunden (Augstein. Spiegelungen 128);
in ständigen -en mit Frankreich stehen; sich zu politischen
-en in wichtigen Fragen treffen. 3. (DDR) Beratung durch
einen Fachmann, bes. einen / Hochschullehrer, der Fragen
stellt u. auf Fragen antwortet: -en für [Fernstudenten
durchfuhren. 4. svw. t Konsultierung; konsultativ [...tati.fl
<Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.. Fachspr.): Konsultationen
(1-3) bzw. die Konsultation durchführend, sie betreffend,
dazu gehörend, darauf beruhend: -e Funktion. Tätigkeit;
(Zus.:) Konsultativpakt, der (Politik): Vereinbarung mehre-
rer Staaten, in bestimmten Fällen eine Entscheidung erst
nach gemeinsamer Beratung zu treffen; konsultieren
[...ti:ren] <sw, V.; hat) [lat. cönsultäre = um Rat fragen,
überlegen. Intensivbildung von: cönsulere. fKonsul]: 1.
(bildungsspr.) zu Rate ziehen, um fachmännische Auskunft
fu. Hilfe] zu bekommen: einen Arzt, einen Anwalt, einen
Experten k.; Ü ein Wörterbuch, ein Lexikon k. (darin
nachschlagen, nachsehen). 2. (bes. Politik) (insbes. mit
einem Vertrags-. Bündnispartner) beratende Gespräche
fuhren, sich besprechen, beratschlagen; <Abl.:)
Konsumierung, die; -. -en: das Konsultieren. Konsultiertwerden;
Konsultor [...zoltor. auch: ...to:g]. der; -s. -en [...'to:ran: lat.
cönsultor = Ratgeber] (kath. Kirche): 1. wissenschaftlicher
Berater der Behörden u. Organe der römischen Kurie. 2.
Mitglied eines Kollegiums beratender Geistlicher, die in
Diözesen ohne Domkapitel dessen Funktion übernehmen.
'Konsum [k:>n'zu:m]. den -s [ital. consumo = Verbrauch,
zu: consumere < lat. cönsümere. t konsumieren]: 1.
(bildungsspr.) Verbrauch (bes. von Nahrungs-. Genußmitteln);
Verzehr. GenulS (der Menge nach): der übermäßige, starke
K. von Alkohol ist schädlich; unser K. an Bier war gestern
wieder beachtlich; der K. an Zigaretten steigt, ist hoch,
muß eingeschränkt werden; Ü literarischer K.; Literatur
für den täglichen K. 2. (Wirtsch.) svw. tKonsumtion (1).
^Konsum ['lonzu:m, ...zom. österr. nur: kon'zu.m], den
-s. -s [urspr. kurz für tKonsumverein.
Konsumgenossenschaft] (Bundesrepublik Deutschland veraltet): 1. <o. PI.)
svw. tKonsumverein, -genossenschaft: die Mitglieder des
-s. 2. svw. tKonsumladen: Sie hatten ... zwei Kästen Bier
im K. geholt (Gerlach. Demission 68).
'Konsum- ('Konsum): -artikel, der (Wirtsch.); -forschung,
die (Wirtsch.): svw. tVerbrauchsforschung;
-genossenschaft« die (Wirtsch.): Genossenschaft von Verbrauchern
mit dem Zweck des möglichst günstigen Großeinkaufs u.
preiswerten Einzelverkaufs von Konsumgütern: -gesell-
schaft. die (oft abwertend): auf Massenproduktion u. -kon-
sum von Verbrauchs- u. Gebrauchsgütern aufbauende u. in
ihrem ganzen Lebensstil vorwiegend auf die Sicherung u.
Steigerung des Konsums ausgerichtete Gesellschaft mit
relativ hohem Wohlstand breiter Bevölkerungskreise: ^gewohn-
heiten (PI.) (Wirtsch.): svw. tVerbrauchsgewohnheiten;
--gut, das (meist PI.) (Wirtsch.): für den Konsum bestitnmtes
Gut; Verbrauchs- od. Gebrauchsgut; -güterindustrie, die
(Wirtsch.): Konsumgüter produzierende Industrie; -güter-
produktion, die (Wirtsch.); ^idiot, der (salopp abwertend):
kritikloser, leicht zum Kauf irgendwelcher Waren u. zur
sinnlosen Steigerung seines Konsums verführbarer
Verbraucher; -kraft, die (Wirtsch): Kaufkraft des Verbrauchers;
Mnüll, der (oft abwertend): im Zusammenhang mit dem
IholtenJ privaten Verbrauch von Konsumgütern (verstärkt!
anfallender Müll; -Pädagogik, die: das Fachgebiet
Pädagogik/Schwerpunkt Freizeit-und K. (Die deutsche
Universitätszeitung. Hochschuldienst 7. 1977. 206); -Steuer, die:
svw. t Verbrauchssteuer; ^terror, der (emotional
abwertend) durch mehr oder weniger bewußten u. direkten Anreiz
zum Kaufu. zum Verbrauch ausgeübter Zwang zum Kaufen;
durch die Werbung ausgeübter Druck, der den Verbraucher
zur fortgesetzten sinnlosen Steigerung seines Konsums
antreibt; ^verein, der: vgl. ^genossenschaft; -verhalten, das
(Wirtsch.): svw. tVerbraucherverhalten; -verzieht, der
(Wirtsch.): Verzicht des Verbrauchers auf Fortsetzung des
Konsums in dem gewohnten Umfang; ^ware, die (Wirtsch.):
zu den Konsumgütern gehörende [ Massen]wäre; ^wut, die
(abwertend): übermäßiger, hemmungsloser Konsum (der
Verbraucher); -zwang, der (o. PL): vgl. ^terror.
^Konsum- (Konsum): -kaufhaus, das: Kaufhaus einer
Konsumgenossenschaft; ^ laden, der; -marke, die: Wertmarke
einer Konsumgenossenschaft, die das Mitglied bei Einkäufen
erhält u. nach der die jährliche Rückvergütung berechnet
wird; -verkaufssteile, die.
Konsumtion Dt3nzuma'tßio:n].die; -. -en [zu lat. cönsümere.
tkonsumieren] (österr.. Schweiz.): Verzehr. Essen u.
Trinken (in der Gastwirtschaft): die K. hat der Vater bezahlt,
dazu: Konsumationszwang, der (o. PL): Verpflichtung für
den Gast (z. B. bei einer Veranstaltung in einer Gaststätte)
zum Essen od. Trinken: Konsument [...'man], der; -en.
-en [lat. cönsümens (Gen.: cönsümentis). 1. Part, von:
cönsümere. t konsumieren]: 1. (bildungsspr.): Verbraucher.
Käufer (Ggs.: Produzent): Menschen dieser Gruppe sind
die stärksten -en von Bier. 2. (Biol.) (in der Nahrungskette)
ein Lebewesen, das organische Nahrung verbraucht (vgl.
Produzent. Reduzent): Pflanzen-, Fleisch- und Allesfresser
sind -en. zu 1: Konsumpitenpreis, der (Wirtsch.): svw. f
Verbraucherpreis; Konsumerismus [...imnsmus]. der; -
[amerik. consumerism] (Wirtsch.): organisierter Schutz der
Interessen des Verbrauchers; konsumieren [...'mi:ran| (sw.
V.; hat) [lat. cönsümere = aufnehmen; verwenden,
verbrauchen, verzehren]: Konsumgüter verbrauchen, insbes.
verzehren, in sich aufnehmen: Lebensmittel k.; Es wurde
45mal mehr Kaffee konsumiert als Tee (Jacob. KafTee
184); reichlich Bier. Alkohol. Tabletten. Drogen k.; U der
Motor konsumiert 1 Liter öl auf 1 000 km; Die
Öffentlichkeit, soweit sie Kunst konsumiert ... (Zwercnz. Kopf 13);
(Abi.:) Konsumierung, die; -: das Konsumieren; Konsumpti-
bilien [...umpti'bi:ljpn]: tKonsumtibilien; Konsumption
[...ptßio:n]:fKonsumtion;konsumptiv[...plti:f):t konsumtiv
(b): Die anderen -en Bevölkerungsteile können es (=
Kapitalsummen beschaffen) ebenfalls nicht (Rittershausen.
Wirtschaft 99); Konsumtibilien [...mti'bi.ljpn] (PI.) [zu frz.
consumptible.zu lat. cönsümptio. tKonsumtion] (veraltet):
Verbrauchsgüter; Konsumtion [...m'tßjo:n]. die; -. -en [lat.
cönsümptio = Aufzehrung]: 1. (Wirtsch.) Verbrauch od.
Gebrauch von Wirtschaftsgütern. 2. (jur.) das Aufgehen eines
einfachen [strafrechtlichen] Tatbestandes in einem
übergeordneten, umfassenderen (z.B. Diebstahl u. Nötigung
in Raub). 3. (Med.) körperliche Auszehrung, dazu:
Konsumtionskrankheit« die (Med.): mit körperlicher
Auszehrung u. allgemeinem Kräfteverfall einhergehende Krankheit;
Konsumtionsmittel (PI.) (Wirtsch.): Konsumgüter;
konsumtiv [...m'ti:f] (Adj.; o. Steig.) (Wirtsch.): a) den Konsum,
die Konsumtion betreffend, dazu gehörend: -e Ausgaben;
b) am Konsum beteiligt, verbrauchend.
Konszientialbmus [k3ns$i£n$ia'lismusl. der. - [zu lat. cön-
scientia = Bewußtsein] (Philos.): L*Ar*. nach der die Gegen-
stätule der Erkenntnis twr als Bewußtseinsinhalte existieren.
Kontagion fleantagiom], die; -. -en [lat. contägio. zu: contin-
gere. tKoniakt] (Med.): Ansteckung. Infektion des Körpers
mit Krankheitserregern; kontagiös [...'gjp.'s] (Adj.; -er.
-este)[spätlat.contägiösus] (Med.): ansteckend, Ansteckung
hervorrufend; (Abi.:) Kontagiositfit [...giozite:t]. die; -:
kontagiöse Beschaffenheit; Kontagium [k:>n'ta:gium], das;
-s. ...ien [...Jen: 2: lat. contägium] (Med.): 1. der bei der
Ansteckung durch Krankheitserreger wirksame Anstek-
kungsstoff 2. (veraltet) Ansteckung.
Kontakt Oon'takt], der; -[e]s. -e [lat. contäctus. zu: continge-
re = berühren]: 1. das In-Verbindung-Treten. Verbindung,
die man (einmal od. in bestimmten Abständen wieder) für
eine kurze Dauer herstellt; Fühlungnahme: persönlicher,
gesellschaftlicher, direkter K.: berufliche, geschäftliche,
politische, menschliche, -e; das Mädchen hatte bereits
sexuelle -e; es kam zwischen uns bald ein K. zustande;
der enge K. zwischen Kindern und Eltern. Lehrer und
Schüler. Wissenschaft und Praxis; es fehlte der K. zwischen
Schauspielern und Publikum; der K. zwischen ihm und
uns war bald hergestellt, wieder abgebrochen; er hat den
K. zu seinen Freunden verloren; er hatte -e zum
Geheimdienst; keinen K. (kein inneres Verhältnis) zu jmdm.. etw.
1542
kontaminieren
haben.gewinnen: mit jmdm. K. haben, halten; -e zu jmdm..
etw. herstellen, pflegen; [den] K. mit jmdm.. etw. suchen,
finden; mit einer Firma K.. -e aufnehmen; ich habe keinen
K. mehr, wenig, kaum K. mit ihm; mit jmdm. keinen
K. (kein persönliches Verhältnis) bekommen; wir sind,
stehen, bleiben in K., in ständigem, engem, persönlichem
K [miteinander]; mit jmdm. in K. kommen, treten; einmal
nahm er mich mit zu einem weniger würdelosen K.
(Treffen: Küpper. Simplicius 178). 2. (bildungsspr.. Fachspr.)
Berülirung: körperlicher K.; der Reifen hat einen guten
K. mit der Straße (eine gute Bodenfiaftung): persönlicher
K. (Basketball; das körperliche Berü/iren eines
Gegenspielers). 3. (EIek trot.) a) Berührung, durch die eine
stromführende Verbindung hergestellt wird: die Drähte haben [keinen]
K , der Bügel hat [keinen] K mit der Oberleitung; b)
Übergangsstelle. Kontaktstelle Jür den Strom,
Verbindungsteil zur Herstellung des elektrischen Kontakts (3 a): die
-c des Steckers sind verrostet; einen K. (eine Vorrichtung
zum Schließen eines Stromkreises) betätigen, öffnen,
schließen. 4. (ehem. Technik) aus einem Festkörper bestehender
Katalysator.
kontykt-, Kontakt-: -abzug, der (Fot.): durch unmittelbare
Berührung der negativen u. der lichtempfindlichen Schicht
entstandener Abzug: -anzeige, die: Anzeige, durch die jmd.
einen persönlichen Kontakt, eine Bekanntschaft usw. sucht:
-arm <Adj.; nicht adv.) (bildungsspr.): a) ohne die als
normal empfundene Fähigkeit, mit anderen Menschen leicht
und von sich aus in /engere/ Verbindung zu treten (Ggs.:
-freudig); b) zwangsläufig wenig Kontakte habend:
Sprachschwierigkeiten -er Gastarbeiterkinder; -armut, die
(bildungsspr.): a) kontaktarme Wesensart: b) Mangel an
Kontakt,-aufnähme, die; -beamte, der: svw. t-bereichsbeam-
te; -bedürfnis, das <o. PI.): Bedürfnis nach menschlichem
Kontakt: -bereidisbeamte, der: Beamter der Polizei.
Polizist, der täglich sein Revier zu Fu/J durchstreift u. Kontakte
zu den Bürgern aufnimmt die ersten Aufgaben, die Berlins
erste -n ... 1973 zu erledigen hatten (Spiegel 40. 1977.
52); Kurzwort: TKob. fKoBe; -fähig <Adj.; nicht adv.)
(bildungsspr.): fähig, o/tne Schwierigkeiten menschlichen
Kontakt zu finden (Ggs.: -unfähig), dazu: -filhigkeit, die
' o. PI.) (bildungsspr.); -feder, die (Elektrot.): Feder als
Kontakt (3 b) bzw. Träger eines Kontakts (3 b); -fläche,
die (Fachspr.): berührende Fläche: Fläche, die Kontakt (2.
3a)hat.herstellt: -frage,die (Fachspr.. z. B. Psych.):
einleitende Frage, die erst einmal einen zwischenmenschlichen
Kontakt herstellen soll: -freudig <Adj.) (bildungsspr.): die
Fähigkeit sowie Bereitschalt habend, zu anderen Menschen
leicht u. schnell Beziehungen aufzunehmen: (Ggs.: -arm
la). -scheu), dazu: -Freudigkeit, die <o. PI.) (bildungsspr.);
-gefährdet <Adj.; nicht adv.) (Med.): gesundheitlich gefähr-
ilet wegen Kontakts mit einer erkrankten Person: -gespräch,
das: Gespräch zur Kontaktaufnahme: -gestein, das (Geol.):
durch Kontaktmetamorphose umgewandeltes Gestein: -ge-
störtheit, die <o. PI.) (Psych.): Gestörtsein des
Kontaktbedürfnisses bzw. der Kontaktfähigkeit: -gift, das: (im
Pflanzen- u. Vorratsschutz) einer der chemischen Stoffe, die auf
Organismen bei Berührung tlxilich wirken: -glas, das <meist
Pl>: svw. t Hartglas; -he bei, der (Technik): Kontakt (3 a)
herstellender, verbindender Hebel: -hof, der: 1. / InnenJhof
in einem Eros-Center o.a.. in dem die Prostituierten auf
Kunden warten. 2. vgl. -räum (1); -Infektion, die (Med.):
Ansteckung durch Berührung: -Insektizid, das (Fachspr.):
als Kontaktgift wirkendes Insektizid: -knöpf, der: Knopf,
durch den ein Kontakt (3 b) geschlossen od. geöffnet wird:
-kopie,die (Fot.): svw. t-abzug; -lagerstätte, die (Geol.):
Lugerstätte mit Kontaktmineralen: -linse, die: svw. t
Haftglas; -los <Adj.; -er. -este; Steig, ungebr.): 1. ohne näfieren
menschlichen Kontakt. 2. (Elektrot.) ohne Kontakt (3 b),
ohne Kontaktstelle. -Vorrichtung, zu 1: -losigkeit, die <o.
Pl.>: kontaktlose / Wesens]ort. Verhaltensweise: -mangel,
der: an K. leiden; -mann, der <P1. -männer u. -leute):
1. (Jargon) jmd.. bes. Agent (1). der als Verbindungsmann
tätig ist: der K. der Abwehr, der K. des Agenten wurde
verhaftet. 2. jmd. mit der Aufgabe. (z.B. geschäftliche,
wirtschaftliche, politische) Kontakte zu knüpfen u. zu
unterhalten u. dabei Erkundigungen einzuziehen. Verhandlungen
o.a. anzubahnen usw.: er ist K. unserer Firma in der
Schweiz. 3. svw. TKontakter: -metamorphose. die (Geol.):
durch Berührung mit aufsteigendem Magma hervorgerufene
Gesteinsumwandlung: -mine, die (Waffent.): Mine, deren
Zündung durch Berührung bzw. Druck ausgelöst wird (z. B.
Tretmine); -mineral, das: vgl. -gestein; -nähme [-na:ma].
die; -, -n: svw. t -aufnähme; -papier, das (Fot.): Fotopapier
für Kontaktabzüge: -person, die: 1. (Med.) jmd.. der mit
dem Träger od. der Quelle einer Infektion direkten od.
indirekten Kontakt hatteu. daher selbst
ansteckungsverdächtig ist: eine K. ersten, zweiten, dritten Grades (Person,
die direkten od. indirekten über eine zweite bzw. dritte Person
vermittelten Kontakt fiatte); die -en wurden isoliert. 2.
(selten) jmd.. zu dem man Kontakt aufnehmen kann: Leder-
bar ... die einzige Bar .... wo man -en findet (Eppendorfer.
Ledermann 98); -pflege, die; -räum, der: I. / zentraler]
Raum für Kontaktaufnahme. Gespräche usw. 2. vgl. — hof
(1); -rolle, die (Elektrot.. Verkehrsw.): Rolle, über die
der Stromabnehmer Kontakt mit der Oberleitung hat:
—schale, die <meist PI.): svw. tHaftglas; -scheu <Adj.; -er. -[e]ste>
(bildungsspr.): menschliche Kontakte scheuend (Ggs.:
-freudig); -scheu, die (bildungsspr.): Scheu vor
menschlichen Kontakten: -schiene, die (Elektrot., Verkehrsw.):
svw. tStromschiene; -schwach <Adj.>: vgl. -arm (a);
-schwäche, die <o. PL): vgl. -armut (a); -schwelle, die
(Fachspr.): vor Verkehrsampeln auf der Fahrbahn
angebrachte Vorrichtung, die beim Überfahrenwerden einen
Kontakt (3 a) auslöst u. so die Ampelanlage steuert:
-Schwierigkeiten <Pl.) (bes. Psych.): persönliche Umstände. Züge,
die es jmdm. schwermachen, menschlichen Kontakt zu finden:
-sperre, die (jur.): zeitlich begrenzte Unterbindung aller
Kontakte bestimmter Häftlinge insbes. mit der Außenwelt,
solange von solchen Kontakten eine akute Gefahr für Leib
u. Leben anderer Menschen ausgeht, dazu: -Sperregesetz,
das; -Stecker, der (Elektrot.): Stecker als Kontakt (3 b);
-stillt, der (Elektrot.): Stift als Kontakt (3 b): -Stöpsel,
der (Elektrot.): Stöpsel als Kontakt (3 b); -Störung, die
(bes. Psych.): Störung des Kontaktbedürfnisses bzw. der
Kontaktfähigkeit: -Studium, das (Hochschulw.): weiterbil-
dettdes zusätzliches Studium, durch das insbes. der Kontakt
mit der stämJigen Entwicklung der Wissenschaften
hergestellt bzw. aufrechterhalten werden soll: -suchend <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.) (bildungsspr.); -unfähig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (bildungsspr.; Ggs.: -fähig), dazu:
-Unfähigkeit, die (bildungsspr.); -verfahren, das: 1. (Chemie)
Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure aus
schwefelhaltigen Erzen unter Verwendung eines Kontakts (4). 2.
(Fot.) Verfahren zur Herstellung von Kontaktabzügen:
-Wirkung, die (Chemie): katalytische Wirkung: -zäun, der
(Technik. Milit.): elektrisch geladener Zaun, durch dessen
Berüfirung Warnsignale ausgelöst werden.
kontykten <sw. V.; hat) [engl.-amerik. to contact]: 1. (bes.
Wirtsch.) (insbes. im Ralimen beruflicher Tätigkeit)
Kontakte aufnehmen bzw. unterhalten: einen Gesprächspartner
für eine Fernsehsendung k.; er ist ein Journalist, der gut
zu k. versteht. 2. (Wirtsch.) als Kontakter tätig sein, dazu:
Kontykter, der; -s. - [engl.-amerik. contacterj (Wirtsch.):
Fachmann für Werbeberatung, der als Angestellter einer
Werbeagentur den Kontakt zu den Auftraggebern der
Agentur unterhält: kontaktieren [...'ihren] <sw. V.; hat) (bes.
Politik. Wirtsch., bildungsspr.): mit jmdm. Kontakte
aufnehmen, unterhalten: jmdn., (auch:) mit jmdm. k.
Kontamination [kDntamina'tßio:n], die: -. -en [lat. contämi-
nätio = Berührung, zu: conlaminare, tkontaminieren]:
1. (Sprachw.) a) Vermengung von Wörtern, Wendungen,
die zu einer Kontaminationsform führt (z. B. „Gebäulichkei-
ten" aus „Gebäude" u. „Baulichkeiten"): die K. zweier
Wörter ähnlichen Inhalts; die K. einer Wendung mit einer
anderen: b) das durch Kontamination (1 a) entstandene
Wort: „Gebäulichkeiten" ist eine K. 2. (bes. Med., Biol..
Milit.) i radioaktive] Verunreinigung. Verschmutzung.
Verseuchung (Ggs.: Dekontamination 2): die K. der Luft,
der Flüsse, der Tiere und Pflanzen. 3. (Physik)
Verunreinigung von Kernbrennstoff mit Neutronen absorbierenden
Spaltprodukten. 4. Ergebnis der Kontamination (2. 3); zu
1: Kontaminationsform. die (Sprachw.): Ausdruck, dessen
Form Ergebnis einer Kontamination (1 a) ist: kontaminieren
[...'ni:ranl<sw. V.;hat)[lat.contäminäre = mit
Fremdartigem in Verbindung bringen; verderben]: 1. (Sprachw.) im
Rahmen einer Kontamination (1 a) vermengen: zwei
Ausdrücke [miteinander] k.; Ü in dieser Aussage werden zwei
verschiedene Sachverhalte [miteinander] kontaminiert. 2.
(bes. Med.. Biol.. Milit.) [radioaktiv] verunreinigen,
verschmutzen, verseuchen: alle Lebewesen werden mit Rück-
1543
kontant
ständen von Pestiziden kontaminiert; kontaminiertes
Grundwasser. 3. (Physik) (Kernbrennstoff mit Neutronen
absorbierenden Spaltprodukten) verunreinigen.
kontant [kontant] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [ital. contan-
te. zu: contare < lat. computäre, fKonto] (Kauf-
mannsspr.): bar (1); Konterten <P1.) [ital. contanti]
(Geldw.): 1. Bargeld. 2. ausländische Münzen, die nicht
als Zahlungsmittel, sondern als Ware gehandelt werden.
Kontemplation [kDntempla'tßio:n], die; -. -en [lat. contemplä-
tio. zu: contempläri. Tkontemplieren]: 1. (bildungsspr.)
konzentriert-beschauliches Nachdenken u. geistiges Sichver-
senken in etw. 2. (Rel.) innere Sammlung u. religiöse
Betrachtung (unter Ausschaltung des Wolfens u. der äußeren
Aktivität); Versenkung; kontemplativ [...'ti:fl <Adj.> [lat.
contemplätlvus] (bildungsspr.): auf Kontemplation (1. 2)
gerichtet, durch Kontemplation bestimmt, gekennzeichnet;
betrachtend; beschaulich, besinnlich; -es Leben; eine -e
Natur; kontemplieren [...pli:ran] <sw. V.; hat) [lat. contempläri
= betrachten, bedenken] (bildungsspr.): sich der
Kontemplation (1) hingeben.
kontemporir <Adj.; o. Steig.) [aus lat. con- = mit- u. t
temporär] (bildungsspr.): (geschlechtlich) gleichzeitig;
zeitgenössisch.
Konten [kontn]: PI. von tKonto.
Konten-: -bewegung. die (Bankw.): Buchung, die den Konto-
stand verändert; -blatt, das (Buchf.): Blatt im Kontobuch
mit einer Aufteilung in entsprechende Spalten zur Verbu-
chung von Geschäftsvorgängen als Belastung od. Gutschrift
bzw. als Aus- od. Eingang; ^Inhaber, der (Bankw.): Inhaber
eines od. mehrerer Konten; -plan, der (Wirtsch.):
systematische Gliederung der Konten der Buchführung eines
Unternehmens; -rahmen, der (Wirtsch.): Schema zur Einordmmg
der Konten der Buchführung; -sparen, das; -s (Bankw.):
Sparen durch Ansammeln von Geld auf Sparkonten.
Kontenance: fContenance; Kontenten fron tentn] (PI.;
[älter ital. contento (PI. contenti) = Inhalt;
Fassungsvermögen] (Seew.): Verzeichnis der Ladung; Kontentivverband
[kont£n'ti:f-], der; -[e]s. ...bände [zu lat. contentum. 2. Part.
von:continere = zusammenhalten] (Med.): ruhigstellender,
steifer Stützverband.
Konter ['kante], der; -s. - [engl, counter, zu frz. contre
= gegen < lat. contra]: 1. (Boxen) svw. tKonterschlag:
einen K.einstecken, kassieren [müssen].einfangen; ümdm.]
in einen K. laufen; er wehrte den Angriff mit einem K.
ab. 2. (Ringen) svw. tKontergriff. 3. (Ballspiele, z. B.
Fußball) svw. t Konterangriff. 4. (Turnen) svw.
tKonterschwung. 5. (Reiten) svw. t Kontergalopp. 6. (ugs.) Aktion,
insbes. Äußerung, mit der jmd. etw. kontert: er liebt den
,XampPk am Mikrofon u. harte K. (Hörzu 14, 1973,
100).
'Kanter- (Konter 1-6. kontern: bes. Sport): -angriff, der
(Ballspiele, z. B. Fußball): schneller Gegenangriff, nachdem
ein Angriff des Gegners abgewehrt werden konnte; -boxer,
der: Boxer, dessen Stärke im Kontern (1 a) liegt; -salopp,
der (Reiten): beim Rechtsgalopp u. Linksgalopp jeweils die
andere Ausführungsart. in die gewechselt wird; -griff, der
(Ringen): Griff, mit dem der Ringer einen gegnerischen
Angriff unterbindet u. seinerseits angreift; -mutter, die <PI.
-n> [zu kontern 3] (Technik): Mutter, die auf einem
Schraubgewinde [gegen]über einer anderen Mutter sitzt und.
gegensinnig angezogen, das Festsitzen sichert; Gegenmutter;
-schlag, der: 1. (Boxen) abwehrender Schlag. 2. (Ballspiele)
svw. T -angriff. 3. (bildungsspr.) schneller (rhetorischer)
Gegenangriff: zu einem K. ausholen; -schwung. der
(Turnen): Pendelschwung zur Verlagerung des
Körperschwerpunkts bei Griff- u. Positionswechsel am Stufenbarren;
-stoß, der: 1. (Boxen) mit gestrecktem Arm gerade nach
vorn ausgeführter Schlag in den gegnerischen Angriff hinein.
2. (Ballspiele) svw. t-angriff; -technik. die
(Hammerwerfen): Technik des Konterns (2 a).
kQnter-, ^pnter- [frz. contre < lat. contra] <feste Vorsilbe
mit der Bed.): gegen (z. B. Konterrevolution,
konterrevolutionär); Konteradmiral, der; -s. -e. auch: ...räle [...'re:ta;
frz.contre-amiral] (Milit.): Admiralmittleren (früher:
unteren) Dienstranges (dem Generalmajor entsprechend); Kgn-
terattacke, die; -. -n (österr.): svw. t Konterangriff;
Konterbande [-banddl.die; - [frz. contrebande =
Schmuggelware < ital. contrabbando. zusgez. aus: contra bando =
gegen die Verordnung]: 1. (Völkerrecht) für eine
kriegführende Macht bestimmte kriegswichtige Güter, die
verbotenerweise von neutralen Schiffen mitgeführt werden. 2.
(veraltet) Schmuggelware: Ü geistige K.; Konterfei [...faj. auch:
--'-].das;-s,-s.auch:-e [zu frz. contrefait = nachgebildet,
zu: contrefaire = nachmachen, nachbilden < spätlat. con-
träfacere] (veraltet, noch altertümelnd od. scherzh.): Bild-
fnisj. Abbild: jmds. K. betrachten; an den Wänden hingen
die -s seiner Ahnen; konterfeien [auch: --'--] <sw. V.;
hat) [spätmhd. conterfeyten] (veraltet, noch altertümelnd
od. scherzh.): abbilden, porträtieren: sich k. lassen; das
alte Männlein hatte ihn vortrefflich konterfeit;
Kontergewicht, das; -[e]s. -e (selten): Gegengewicht: konterkarieren
[...ka'ri:ran] <sw. V.; hat) [frz. contrecarrer] (bildungsspr.):
hintertreiben, durchkreuzen; einer Sache entgegenarbeiten:
eine Politik, jmds. Maßnahmen k.; Kontermarke, die; -.
-en [frz. contremarque] (Münzw.): als amtliche Markierung
nachträglich aufgeprägter kleiner Münzstempel, der insbes.
eine Änderung im Geltungsbereich txl. -wert anzeigt;
Kontermine, die; -. -n [frz. contremine]: l.a) (bildungsspr. selten)
durchkreuzende, hintertreibende Maßnahme;
Gegenmaßnahme: b) (Börsenw.) Spekulation, bei der das Fallen der Kurse
erwartet wird. 2. (Milit. früher) Mine der Belagerten zur
Abwehr der feindlichen Minen; konterminieren <sw. V.; hat)
[2: frz. conterminer]: l.a) (bildungsspr. selten): vgl.
konterkarieren; b) (Börsenw.) auf das Fallen der Kurse spekulieren.
2. (früher) eine Kontermine (2) legen; kontern I'kDntHn]
<sw. V.; hat) [engl, to counter. tKonter]: l.a) (Boxen.
Ringen; Ballspiele) den Gegner im) Angriff abfangen u.
aus der Verteidigung heraus selbst angreifen: den Gegner,
den Schlag [mit einem linken Haken] k.; einen Angriff
k.; hart, geschickt k.; b) durch eine Gegenaktion od. eine
entgegnende, insbes. schlagfertige Äußerung entschieden
abwehren, zurückweisen; sich entschieden zur Wehr setzen;
die Firma konterte [die Konkurrenz] mit einem abermals
verbesserten Modell: jmds. Maßnahmen k.: Weißbuch soll
Untersuchungsbcrichi k. (Well 15. 6. 1973. 3); ..Das
wissen Sie selbst am besten!" konterte er. 2.a)
(Hammerwerfen) beim Drehen durch entgegengerichtete Bewegung
des Beckens dem Zug des Hammers entgegenwirken: mit
Rumpfvorlage k.; b) (Turnen) einen Konterschwung
ausführen. 3. (Technik) (eine Mutter auf einem Schraubengewinde)
durch gegensinniges Aufschrauben einer Kontermutter fest
anziehen. 4. (Druckw.) (ein Druckbild) durch Herstellung
eines Utndrucks spiegelbildlich umkehren: Konterrevolution,
die;-.-en [frz.contrer6volution.zu: contre, tkonter-,
Konter-]: 1. svw. TGegenrevolution. 2. (marx.) a)
antikommunistische Revolution od. Opposition: die K. im Keim
ersticken; b) <o. PI.) Gesamtheit von Kräften. Personen, die die
Konterrevolution (2 a) anstreben, dazu: konterrevolutionär
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die Konterrevolution betreffetid.
bezweckend, anstrebetui: -e Umtriebe, Elemente;
Konterrevolutionär, der; -s. -e: jmd. der auf / eine] Konterrevolution
hinarbeitet od. an ihr beteiligt ist; Kontertanz, (heute meist.)
Contretanz[kontra-].Kontretanz[-],der; -es, ...tanze [frz.
contredanse. eigtl. = Gegentanz, nach dem laut). Anklang
an: contre = gegen (tkonter-. Konter-) < engl, country-
dance = ländlicher Tanz]: alter Gesellschaftstanz, bei dem
jeweils vier Paare bestimmte Figuren miteinander ausführen
(z. B. Fran^aise. Quadrille).
kontestabel flontes ta:b|) <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) [zu
lat. contestäri, tkontesiiercn] (bes. Rechtsspr. veraltet):
strittig, umstritten, anfechtbar: Kontestation [...ta'ttfp'.n].
die; -, -en [lat. contestätio]: 1. (bildungsspr.) das Infragestel-
len bestehender Herr Schafts- u. Gesellschaftsstrukturen. 2.
(Rechtsspr. veraltet) das Kontestieren (1. 2); kontestieren
[.. .ti:ran] <sw. V.; hat) [1: lat. contestäri = zum Zeugen
nehmen, als Zeugen anrufen; 2: frz. contester < lat.
contestäri (Rechtsspr.) = in einem Prozeß durch
Zeugenaussagen ein Urteil bewirken! (Rechtsspr. veraltet): I. (durch
Zeugen, durch Zeugnis) bestätigen. 2. bestreiten, anfechten.
Kontext [auch: -'-], der: -le]s, -e [lat. contextus = enge
Verknüpfung, Zusammenhang (der Rede), zu: contexere
= eng verknüpfen]: 1. (Sprachw.) a) der umgebende Text
einer gesprochenen od. geschriebenen spraihlichen Einfieit;
b) (relativ selbständiges) Text- od. Redestück; c) der umge-
bemie inhaltliche (Gedanken-. Sinn)Zusammenhang, in dem
eine Äußerung steht, u. der Sach- u. Situatumszusammen-
hang. aus dem heraus sie verstanden werden mu/J: situativer
K. 2. (bildungsspr.) umgebender Zusammenhang: etw.
gehört in einen politischen, geschichtlichen K.; Der
Mensch als Handelnder und Leidender kann aber nur
1544
Kontor
aus seinem sozialen K. verstanden werden (Ruthe.
Partnerwahl 17); <Zus.:> Kpitextglosse, die (Sprachw., Litera-
turw.): in den Text [einer HandschriftJ eingefügte Glosse.
kgntextsensitiv [auch: -I <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.):
i in bezug auf das Vorkommen einer sprachlichen Einheit)
vom Kontext (1) abhängig, auf einen Kontext beschränkt;
Kontextualismus [...tya'lismus], der; - [engl, contextualism]
(Sprachw.): Richtung innerhalb des Strukturalismus, die
beim Beschreiben der Sprachverwendung außer dem
sprachlichen insbes. den situativen Kontext berücksichtigt; ftontex-
tual [...'tya:l]. kontextucll [...tyel] <Adj.; o. Steig.) [engl,
contextual] (Sprachw.): den Kontext (1) betreffend, dazu
<ehörend. darauf beruhend; Kontextur [...'tu:;], die; -. -en
[frz. contexture] (veraltet): Verbindung. Zusammenhang.
konti: PI. von tKonto; kontieren [kDn'ti:ran] <sw. V.; hat)
[zu f Konto] (Buchf): für die Verbuchung eines Belegs das
entsprechende Konto bestimmen [u. ihn verbuchen/; einen
Beleg k.; <Abl.:) Kontjfining, die; -. -en: das Kontieren.
Kontiguität flcontigyi'te:!], die; - [frz. contiguite, zu: contigu
< lat. contiguus = angrenzend, benachbart]: 1. (bil-
dungsspr. veraltet) Angrenzung. Berührung. 2. (Psych.) zeih
liches ZusanxmetiflielSen (z. B. von Reiz u. Reaktion).
Kontinent [kontinent, auch: ' ]. der; -[e]s. -e [lat. (terra)
continens = zusammenhängendes Land). Festland, zu:
continere = zusammenhalten, -hängen]: 1. Erdteil; die
fünf-e; der Schwarze K. (Afrika). 2. <o. PL; mit
bestimmtem Art.) Festland; der europäische, asiatische K.; den
K. betreten; von England zum K. hinüberfahren, -fliegen;
' Abl.:> kontinental [...ta:l] <Adj.; o. Steig.) [frz.
Continental]: den Kontinent betreffend, zu ihm gehörend, ihm
eigentümlich; festländisch; die -en Länder {Länder des
europäischen Festlands); -es Klima (Geogr.; Kontinentalklima).
kontinent«!-: -drift, die: vgl. -Verschiebung; -europa <Ei-
genn.; o. Art.; Gen.: -s>: kontinentales Europa; ^grilT.
der (Tennis): Griff für Vor- u. Rückhand, bei dem der
Schläger wie der Stiel eines Hammers gefaßt wird; Hanimer-
wüfibY. -kloma, das (Geogr.): typisches Klima im Innern
großer Landmassen (im Gegensatz zum Seeklima
charakterisiert durch größere Jahres- u. tageszeitliche
Temperaturschwankungen u. weniger Niederschläge); -macht, die
'meist PI.) (Politik): militärisch bedeutender Staat auf dem
europäischen Festland; -scbelf, der od. das. -sockel. der:
svw. TFestlandssockel; ^sperre, die <o. PI.) [LÜ von frz.
blocusContinental] (hist.): durch Napoleon 1806 eingeleitete
Wirtschaftsblockade des europäischen Kontinents gegen
Großbritannien; -System, das <o. PL): vgl. ^sperre;
^Verschiebung, die (Geol.): sehr langsame gegenseitige
Verschiebung der Kontinente im Laufe der Erdgeschichte.
Kontinenz Oonti'nentß], die; - [lat. continentia]: 1. (bil-
dungsspr. selten) Enthaltsamkeit. 2. (Med.): Fähigkeit,
Harn od. Stuhl zurückzuhalten (Ggs.: Inkontinenz).
kontingent [kontrogent] <Adj.: o. Steig.) (PhUos.): zufällig;
wirklich od. möglich, aber nicht / wesens]notwendig; Kontin-
genz (1) aufweisend, beinfialtend; -e Eigenschaften; -e
Urteile (Urteile, deren Verneinung als möglich behauptet werden
kann); das bestehende politische System als k. ansehen;
Kontingent [-]. das; -[e]s. -e [frz. contingent < lat. contin-
ö£ns(Gen.: contingentis). 1. Part, von: contingere =
berühren; treffen, zuteil werden, zustehen]: 1. anteilmäßig zu
erbringende od. zu erwartende Leistung. Menge. Anzahl;
von dieser Ware steht nur ein begrenztes K. zur Verfügung;
sein K. erfüllen; -e festsetzen; sein K. ausschöpfen; Ü
US-Bürger stellen das größte K. der Luftreisenden (Spiegel
48. 1965, 144). 2. svw. tTruppenkontingent;
kontingentieren [...ti:ran] <sw. V.; hat) (bes. Wirtsch.): durch
Beschränkung auf Kontingente (1) einteilen, in Umfang od. Menge
begrenzen; Lebensmittel. Vorräte. Trinkwasser. Benzin,
Waren, den Export, den Import k.; <Abl.:) Kontingentje-
rang. die; -, -en: 1. das Kontingentieren. 1. das Konümen-
tiertsein; die K. [einer Ware], alle -en (kontingentierenden
Beschränkungen) autheben; Kontin0?nt[s]zuweisiing, die; -.
-en; Kontingen/ [...'gent?]. die; -, -en [spätlat. contingentia]:
1. <o. PL) a) (Philos.) das Kontingentsein; kontingente
Beschaffenheit; b) (Logik) Möglichkeit u. gleichzeitige Nicht-
notwendigkeit (einer Aussage). 2. (Statistik. Psych.)
Häufigkeit bzw. Grad der Wahrscheinlichkeit des gemeinsamen
Auftretens zweier Sachverhalte. Merkmale usw.
kontinua: PI. von tKontinuum; Kontinuation Oontinya-
tßio:n], die; -. -en [lat. continuätio]: 1. (Buchw.) laufende
Fortsetzung (einer Lieferung): feste -en; Überprüfen
Sie ihre K. (Börsenblatt 34. 1966, 2536). 2. (veraltet)
Fortsetzung; Konfinien: PI. von tKontinuum; kontinuieren
[...nu'i:ran] <sw. V.; hat) [lat. continuäre = (ohne
Unterbrechung) fortsetzen, zu: continuus. tKontinuum] (bil-
dungsspr. veraltet): 1. a) fortsetzen; b) fortfahren. 2.
fortdauern; <Abl.:> kontinuierlich <Adj.; Steig, selten: nicht
präd.) (bildungsspr.): stetig, ununterbrochen; lückenlos
zusammenhängend; im gleichen Maße wie bisher, ohne
Unterbrechung, gleichmäßig [sich fortsetzend] (Ggs.:
diskontinuierlich): eine -e Entwicklung; -e Vorgänge. Prozesse;
eine -e Außenpolitik; k. verlaufen; sich k. bessern; k. hohes
Fieber; Kontinuität tkontinyi'teit], die; - [lat. continuitäs]
(bildungsspr.): kontinuierlicher, lückenloser
Zusammenhang; Stetigkeit; ununterbrochener, gleichmäßiger Fortgang
von etw. (Ggs.: Diskontinuität 1): historische, politische
K.; die K. [in] der Entwicklung; die K. von Vorgängen.
Prozessen; die K. [einer Politik] wahren, sichern; Kontinuo:
tContinuo; Kontinuum Dcan'ti.nuum]. das; -s. ...ua u. ...uen
[...ipn; zu lat. continuus = zusammenhängend, zu:
continere, t Kontinent] (Wissensch.): kontinuierlich, lückenlos
Zusammenhängendes: ein zeitliches, räumliches K.
Konto ['kanto], das; -s. ...ten. auch: -s u. ...ti [ital. conto
= Rechnung < spätlat. computus = Berechnung, zu
lat. computäre = (be)rechnen): von einem Unternehmen,
bes. einer Bank, für einen Kunden im Rahmen längerer
gegenseitiger Geschäftsbeziehungen geführte laufende
Gegenüberstellung u. Abrechnung von Ein- u. Ausgängen bzw.
Gut- u. Lastschriften sowie das entsprechende Guthaben
(od. die entsprechende Schuld) des Kunden bei dem
Unternehmen; ein laufendes K. (Bankkonto für laufende Ein-
u. Auszahlungen; im Gegensatz z.B. zum Sparkonto); bei
einer Bank ein K. eröffnen, unterhalten, haben, besitzen;
ein K. für jmdn. einrichten, führen; ein K. abrechnen;
das K. aufheben, löschen, auflösen, schließen; wir haben
Ihr K. mit 200 DM belastet; ich habe mein K. ausgeglichen,
überzogen, sperren lassen; wir haben den Betrag Ihrem
K. gutgeschrieben, von Ihrem K. abgeschrieben,
abgebucht; Geld von einem K. abheben; einen Betrag [von
einem auf ein anderes K.] überweisen, auf ein K. einzahlen;
der Betrag ist auf dem K. eingegangen; ich habe nichts,
es ist nichts mehr auf meinem K.; lebendes K. ( = fiir
Personen. Gesellschaften); totes K. (= für Anlagen. Waren
usw.); Ü Europas Rolle als Kolonialherr bleibt eine Last
auf seinem K.; *auf Umds.] K. (ugs.; auffjmds.J Rechnung):
Anschaffungen auf K. des Betriebes; diese Runde geht
auf mein K. (diese Runde bezahle ich); etw. geht/kommt
auf jmds. K„ auf das K. einer Sache (ugs.; etw. ist jmdm.,
eitler Sache zuzuschreiben): die Niederlage geht auf das
K. des Trainers: Jmdn.. etw. auf dem K. haben (ugs.; jmdn.,
etw. auf dem Gewissen haben; etw. verschuldet haben, sich
zuschulden haben kommen lassen): er hat eine ganze Reihe
von Straftaten auf dem K.
kQnto-, Konto-: -absdikiß, der (Buchf.); -ausgieich, der
(Bankw., Wirtsch.): das Ausgleichen (4 b).
Ausgeglichenwerden, der Ausgleich (2) des Kontos; -auszug. der (Bankw..
Wirtsch.): Mitteilung über Kontenbewegung u. Kontostand;
-buch, das (Buchf.): Buch, in das die Konten der Kunden
u. Lieferanten eingetragen werden; -führend <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.) (Bankw.. Wirtsch.): das Konto führend; den
Scheck bei der -en Bank einlösen; -Führung, die (Bankw..
Wirtsch). dazu: -führungsgebühr, die; Inhaber, der
(Bankw.); -karte, die (Bankw.. Wirtsch.): Karteiblatt mit
dem Konto; -korrent flontokarent], das; -s. -e [ital.
conto corrente = laufende Rechnung]: 1. (Wirtsch.) im
Rahmen einer dauernden Geschäftsverbindung vereinbarte
periodische Abrechnung/ sweise J. bei der die beiderseitigen
Leistungen laufend in Form eines Kontos verbucht werden.
2. <o. PI.) (Buchf.) der die Personenkonten, d. h. die Konten
der Debitoren u. der Kreditoren umfassende Bereich der
Buchführung. 3. (Buchf.) HUfsbuch der doppelten Buclifüh-
rung mit den Konten der Kunden u. Lieferanten, dazu: ^kor-
r^ntkonto.das (Wirtsch.): ein im Rahmen des Kontokorrents
(1) geführtes Personenkonto, -korr^ntkredit, der (Bankw):
Bankkredit in laufender Rechnung, den ein Kreditinstitut
seinem Kunden auf Grund eines Kontokorrentvertrags bis
zu einer bestimmten Höhe einräumt, -kornjntvertrag. der
(Wirtsch.): Vertrag, in dem Kontokorrent (1) vereinbart
wird; -nummer, die (Bankw.); -stand, der (Bankw..
Wirtsch.): Stand des Kontos zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Kontor [kDn'to:^]. das;-s,-e [aus dem Niederd. < mniederl.
1545
Kontorist
contoor < frz. comptoir. eigtl. = Zahltisch): 1.
Niederlassung eines Handelsunternehmens od. einer Reederei im
Ausland. 2. (DDR) Handelszentrale, die als Mittler zwischen
der Industrie u. dem Einzelhawiel u. zur Versorgung der
Betriebe dient. 3. (veraltet) Geschäftszimmer. Büro eines
Kaufmanns, einer Firma; *[das war) ein Schlag ins K.
(tSchlag I a);<Abl.:>Kontorist[konto'nstf.der: -en, -en
(selten): vgl. Kontoristin; Kontoristin, die; -, -nen:
kaufmännische Angestellte, die einfachere Verwaltungsarbeiten (z.B.
Registraturarbeiten) erledigt (Berufsbez.).
Kontorsion flcDntor'zj^n). die; -. -en [zu lat. contorauere
= (herumkirehen; wohl zu dem seltenen (spätlat.) Supi-
num contorsum) (Med.): gefährliche Verdrehung eines
Gliedes od. Gelenks, die zu einer Zerrung od. Verstauchung
fidiren kann; Kontorsionist [..zjo'nist). der; -en. -en. als
Schlangenmensch auftretender Artist; kontort flon tortl
<Adj.; o. Steig.) [lat. contortum. 2. Part, von: contorquere)
(Bot.): (von Blumenblättern) gedreht, geschraubt.
kontra ['kontra; lat. contra): I. <Präp. mit Akk.) (jur.):
(in der Gegenüberstellung von zwei streitenden Parteien)
gegen, wider: in Sachen Müller k. Meyer; Ü Fortschritt
k. Umweltschutz. II. <Adv.> dagegen, entgegengesetzt, in
Opposition (Ggs.: pro): er ist immer k. [eingestellt); mußt
du immer k. sein?; <subst.:> Kontra [-]. das; -s. -s (Skat.
Bridge. Tarock): Aussage, nach der das Spiel doppelt gezählt
wird; jmdm. K. sagen; [ein] K. geben; *jmdm. K. aeben
(ugs.; jmdm. heftig widersprechen; gegen jmds.
Behauptungen o. ä. energisch Stellung nehmen).
Kpntraatt. der. -[e)s, -e (Musik, selten): a) tiefe Altstimme;
b) Sängerin mit tiefer Altsihnme: Kontrabaß, der [ital.
contrabasso): svw. TBaß (4a). Baßgeige; Kpntrabassist,
der: svw. t Bassist (2).
Kontradiktion, die; -. -en [lat. conträdictio = Widerspruch)
(Philos.): Widerspruch (der durch einander
widersprechende Behauptungen über ein u. dieselbe Sache entsteht);
kontradiktorisch [...dik'to:nf] <Adj.> (bes. PhDos.): (von zwei
Aussagen) einander widersprechend, sich gegenseitig
aufhebend; widersprüchlich; -e Steuerungsprinzipien des
Wirtschaftssystems.
Kpntrafagott, das (Musik): tiefes Fagott.
Kontrafaktur, die; -. -en [mlat. contrafactura =
Nachahmung) (Literaturw.): (seit dem MA. übliche) Umdichtung
eines weltlichen Liedes in ein geistliches Lied od. die
Ersetzung eines weltlichen Liedtextes durch einen geistlichen unter
Beibehaltung der Melodie.
Kontrahage [...'ha:»), die; -. -n [französierend zu t
kontrahieren (3)) (Studentenspr. früher): Verabredung eines Duells;
Kontrahent [...hcnt], der; -en. -en [lat. contrahens (Gen.:
contrahentis) I. Part, von: contrahere. tkontrahieren): I.
(bildungsspr.): a) Gegner. Gegenpart in einer geistigen
Auseinandersetzung, in einem Streit o.a.: Ost und West als
-en in der dritten Welt; b) Gegner in einem sportlichen
Wettkampf, in einer kämpferischen Auseinandersetzung
o.a.: Real Madrid, unseren nächsten -en im Europacup
(Hörzu 8.1976.26). 2. (Jur.. Kaufmannsspr.)
Vertragspartner: Der Handel nach Dänemark und Schweden (um nur
zwei der wichtigsten -en Brasiliens zu nennen) (Jacob.
Kaffee 250); kontrahieren [...'hi:ran) <sw. V.; hat) [lat.
contrahere = zusammenziehen; übereinkommen, eine
geschäftliche Verbindung eingehen): l.a) (BioL Med.) (von
Muskeln, Muskelfasern) sich (auf einen bestimmten Reiz
hin) zusammenziehen: der Muskel, kontrahiert; (auch k.
+ sich:) bestimmte gymnastische Übungen bewirken, daß
sich die Bauchmuskulatur stärker kontrahiert; b) das
Zusammenziehen von Muskeln bewirken: diese Übung
kontrahiert die Armmuskeln; durch dieses Mittel wird der
Herzmuskel kontrahiert. 2. (Jur.. Kaufmannsspr.) (einen
Vertrag o.a.) abschließen: ein Abkommen k.; Da ... die ...
Werften... Aufträge im Werte von 80 Millionen k. konnten
(FAZ 21. 7. 61. 7). 3. (Studentenspr. früher) jmdn. zum
Duell fordern. 4. (Fechten) einen gegnerischen Stoß, Angriff
parieren u. seinerseits angreifen; Kontrahknins&zwang, der.
-[e)s. ...zwänge <Pl. selten) (jur.): die besonders Jur gewisse
Monopolgesellschaften (wie Post, Eisenbahn usw.)
bestehende gesetzliche Verpflichtung zum Abschluß eines
Vertrages wegen ihrer gemeinnützigen Zweckbestimnmng.
Kgntraindikation, die; -. -en [aus lat. contra = gegen u.
t Indikation) (Med.): bei einem Kranken gegebene spezielle
Umstände, die die Anwendung eines bestimmten
Medikamentes od. einer bestimmten anderen, an sich zweckmäßigen
ärztlichen Maßnahme verbieten; Gegenanzeige;
Gegenindikation; (Ggs.: Indikation (1)]; kgntraindiziert <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Med.): (von bestimmten Medikamenten
u. anderen ärztlichen Maßnahmen) nicht anwendbar.
Kontrakt Denn' trakt). der: -[e)s.-e [lat. contractus = Vertrag,
zu: contrahere. tkontrahieren): a) Vertrag zwischen zwei
od. mehreren Partnern, in dem Verbindlichkeiten u. Rechte
in bezug auf etw. Vereinbartes fixiert shui: die Künstlerin
hat einen K. für 2 Jahre; einen K, Unit Jmdm.) [abschließen,
machen; seinen K. erfüllen: einen K. brechen (nicht
einhalten); jmds. K. verlängern; jmdn. in K. nehmen
(engagieren); b) Schriftstück, in dem der Kontrakt (a) niedergelegt
ist: als er ... den K. in die Hände bekam, den er ...
abgeschlossen hatte (Baum. Paris 139); <Zus.:>
Kontraktabschluß, der: das Abschließen eines Kontraktes (a); Kontrakt-
brach, der: das Nichteinhalten eines Kontraktes (a); <Abl.:>
kontraktbrüchig<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einen Kontrakt
nicht einhaltend: der -e Partner k. werden.
kontraktil [kontrak'ti:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat.
contractum, 2. Part, von: contrahere. tkontrahieren)
(Med.): fähig, sich zusammenzuziehen: -es Gewebe: <Ab[.:>
Kontraktilitit [...tili'tc.t]. die; - (Med.): Fähigkeit, sich
zusammenzuziehen; Kontraktion [...t$io:n). die: -. -en [lat.
contractio = Zusammenziehung): 1. (Med.) (bes. von
Muskeln) das Sichzusammenziehen: die -en des Herzmuskels,
der Gebärmutter. 2. (Wirtsch.) Verminderung der in einer
Volkswirtschaft vorhandenen Geld- u. Kreditmenge. 3.
(Sprachw.) Zusammenziehung zweier od. mehrerer Vokale
zu einem Vokal od. Diphthong, oft unter Ausfall eines dazwi-
schenstehenden Konsonanten (z.B. nein aus ni-ein). 4.
(Geol.) Schrumpfung der Erdkruste durch Abkühlung od.
Austrocknung. 5. (Physik) Zusammenziehung. Verringerung
des Volumens, der Länge od. des Querschnitts eines Körpers
(z. B. durch Abkühlung). 6. (Fechten) svw. t Sperrdeckung;
<Zus. zu 4:) Kontraktionstheorie, die: geotektonische
Hypothese, nach der die Bewegungen der Erdkruste auf eine
Verminderung des Volumens der Erdkruste durch Abgabe
von Wärme od. durch Verdichtung des Erdinnern
zurückzuführen ist (Ggs.: Expansionstheorie): kontraktiv [...'ti:fl
<Adj.; o. Steig.) (Wirtsch.): die Kontraktion (2) betreffend,
auf ihr beruhend o.a.: -e Maßnahmen; kontraktlich <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): durch Kontrakt (a) festgelegt:
vertraglich: eine -e Festlegung; etw. k. zusichern, vereinbaren;
Kontraktur,die; -. -en [lat. contraetüra = das
Schmalerwerden) (Med.): 1. bleibende Einschränkung der Beweglichkeit
eines Gelenks. 2. dauernde Verkürzung u. Schrumpfung von
Weichteilen (z. B. der Haut nach Verbrennungen).
KQntraposition,die; -. -en [mlat. contrapositio. zu lat. contra-
pönere. t Kontrapost) (Logik): 1. Ableitung einer negativen
Aussage aus einer positiven. 2. Formel der traditionellen
Logik (alle A sind B. folglich: kein Nicht-B ist A).
KontrapQst,der; -[eis. -e [ital. contrapposto. zu lat. conträpo-
situm, 2. Part, von: conträpönere = entgegensetzen,
-stellen) (Kunstwiss.): der harmonische Ausgleich in der
künstlerischen Gestaltung des stehenden menschlichen Körpers
durch Unterscheidung von Stand- u. Spielbein u.
entsprechend Hebung u. Senkung der Schulter: die Figur zeigt
einen ausgeglichenen K.
Kgntrapunkt.der; -[e)s [mlat. contrapunetum. eigtl. = punc-
tus contra punctum = Note gegen Note, zu lat. pünetus
(mlat. = Note) = Gestochenes; Punkt1:1. (Musik) Technik
des musikalischen Satzes, in der mehrere Stimmen
gleichberechtigt nebeneinanderher geführt werden: K. studieren. 2.
(bildungsspr.) etw., was einen Gegenpol zu etw. anderem
bildet: daß sie aus einer sehr langen, dünnen Glasspitze
zu rauchen pflegt, vielleicht als K. zu ihrer fülligen Form
(Fr. Wolf. Menetekel 44): kontrapunktkren <sw. V.: hat)
(bildungsspr. selten): eine Handlung begleiten; etw. parallel
zu etw. anderem tun o.a.: Das leichte Niederklatschen
der Spielkarten kontrapunktiert ihre Rede (Welt 17. 3.
62. Geist. Welt 1); <l. Part.:) kontrapunktkrend (Musik):
den gegenüber anderen Stimmen selbständigen Stimm verlauf
betreffend. Kontrapunktik [...'ponktik).die; -(Musik): l.a)
Lehre vom Kontrapunkt (1): b) Kunst der kontrapunktischen
Stimmführung; Kontrapynktiker, der; -s. -: Komponist, der
die Technik des Kontrapunkts (1) verwendet; kontrapynk-
theh <Adj.; o. Steig.): 1. (Musik) in der Weise des
Kontrapunkts (1): k. gesetzte Musik. 2. (bildungsspr.) einen
Kontrapunkt (2) zu etw. bildend: als Kontrapunkt (2): Vielleicht
hat er gerade k, zu so viel Freiheit so viel Gebundenheit
1546
kontrollieren
gebraucht (FAZ 9. 9. 61. 48); kontrapunktjstbdi: svw.
Tkontrapunktisch (1).
konträr [kon'tre:?] <Adj.> [frz. contraire < lat. contrarius]
(bildungsspr.): völlig entgegengesetzt, gegensätzlich. /
einander] widersprechend: sie waren in vielen Dingen -er
Meinung. Auffassung; -e Ziele verfolgen; ihre Einstellung zu
dieser Frage ist heute -er (unterschiedlicher) denn je.
KQntrasignatur, die; -. -en [aus lat. contra = gegen u. f
Signatur] (bildungsspr. selten): svw. tGegenzeichnung; kontrasi-
gnkren <sw. V.; hat) (bildungsspr. selten): svw. f
gegenzeichnen.
Kontrast Don'trastl, der; -[e]s. -e [ital. contrasto. zu: contra-
stare = entgegenstellen < mlat. contrastare < lat. contra
stäre]: 1. starker, ins Auge springender Gegensatz. Unter-
schied (zwischen Personen. Dingen. Sachverhalten): der
K. zwischen Alt und Neu, Hell und Dunkel, Arm u.
Reich; seine Reden bilden einen ausgesprochenen,
schroffen K. zu seinen Handlungen; etw. steht im/in K. zu
etw. anderem; Gerade im K. zur blutrünstigen Düsterkeit
... wirkte das Milieu ... besonders hell (K. Mann.
Wendepunkt 313). 2. (Fol., Film, Fernsehen) der Unterschied
in der Helligkeit der hellen u. dunklen Partien eines Bildes:
der K. ist zu groß; den K. beim Fernsehbild regulieren.
kontrfst-, Kontrast-: -brei, der (Med.): vgl. -mittel;
^einlauft der (Med.): Kontrastmittel, das dem Körper als Einlauf
(2) vor einer röntgenologischen Untersuchung des Dickdarms
zugeführt wird: -färbe, die: Farbe, die zu einer anderen
einen Kontrast bildet: -figur. die: Person [in einer
Dichtung], die in ihrem Denken u. Handeln o. ä. einen Kontrast
bildet zu einer od. mehreren anderen: -fllter. der (Fot.):
in der Fotografie verwendeter Filter zur Verstärkung der
Farbkontraste: -mittel, das (Med.): vor einer
röntgenologischen Untersuchung von Hohlorganen dem Körper
zugeführtes Mittel, das. für Röntgenstrahlen undurchlässig, auf dem
Röntgenbild bestimmte Rückschlüsse ermöglicht:
—Programm, das: Rundfunk- od. Fernsehprogramm, das eine
Alternative zu einem od. mehreren anderen bietet: -reich
<Adj>: starke Kontraste aufweisend: ein -es Bild; sie sind
k. schwarz und weiß gefärbt (Kosmos 3,1965,124);
-verfahren, das (Med.): Verfahren, mit Hilfe von Kontrastmitteln
Röntgenbilder herzustellen.
kontrastieren [kantras1 ti:ran] <sw. V.; hat) [frz. contraster]
(bildungsspr.): einen augenfälligen Kontrast zu etw. bilden:
sich von etw. abheben, unterscheiden: etw. kontrastiert mit
etw., zu etw.; erschienen sie ( = die Lippen) ... von einem
dunklen Violett, gegen dessen trüben Ton das gesunde
Rot des Zahnfleisches ... heftig kontrastierte (K. Mann.
Mephisto 72); kontrastierende Farben; kontrastiv [...'ti:fl
<Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): vergleichend,
gegenüberstellend: -e Linguistik; -e Grammatik (Teilgebiet der modernen
Sprachwissenschaft, das mehrere Sprachsysteme auf
verschiedenen Ebenen miteinander vergleicht, um
Gemeinsamkeiten od. Unterschiede zwischen ihnen aufzudecken).
Kgntrasubiekt, das; -[e]s. -e (Musik): svw. f Gegensatz (5).
Kontratenor: tContratenor.
Kontravenient [...ve'njent], der; -en. -en [zu spätlat. conträ-
venire. t kontravenierenl (jur. veraltet): jmd.. der einer
Verordnung od. Abmachung zuwiderhandelt: kontravenieren
l...ve'ni:ran]<sw. V.; hat) [spätlat. conträvenire =
polemisierend, entgegentreten] (jur. veraltet): ordnungs-. gesetz-.
vertragswidrig handeln: Kontravention [...ven'tßio:n]. die;
-, -en (jur. veraltet): Gesetzes-. Vertragsbruch.
Kontrazeption [...t$ep'tßio:n]. die; - [zusgez. aus lat. contra
= gegen u. tKonzeption (2)l(Med.): Empfängnisverhütung:
kontrazeptiv [...'ti:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Med.):
empfängnisverhütend: eine -e Pille; dieses Mittel ist k.;
Kontrazeptiv [-]. das; -s. -e [...i:vd], Kontrazeptivum
[...ti:vum], das; -s, ...va (Med.): empfängnisverhütendes
Mittel.
Kontrektationstrieb [kDntrekta'tßio:ns-]. der; -[e]s [zu lat.
contrectätio = das Betasten. Berührung] (Med.): sexuelle
Triebkomponente, die vor allem nach der körperlichen
Berührung mit dem Partner strebt.
Kontretanz: t Kontertanz.
Kontribution DcDntribu'lßio:n], die; -, -en [lat. contribütio]
(veraltet): von einem besiegten Land geforderte Geldzahlung:
einem Land -en auferlegen.
kontrieren flcDn'trhron] <sw. V.; hat) [tKontra]
(Kartenspiel): Kontra geben.
KontritionDcDntri'tßiomJ.diei-.-enllat.contritio =
Zerknirschung, eigtl. = Zerreibung] (kath. Rel.): vollständige Reue
als Voraussetzung für die Absolution.
kontrQll-, Kontrpll-: -abschnitt, der: abzutrennefider
Abschnitt an einer Eintrittskarte u. ä.: -aktion, die; -apparat,
der: 1. Apparat (1). der eine Kontrollfunktion hat. 2. größere
Behörde. Institution, die Kontrollaufgaben wahrnimmt:
-aufgäbe, die; -behörde, die: vgl. -apparat (2); -buch,
das: Buch, in das Kontrollen eingetragen werden: -datum,
das; -frage, die; -frau, die: svw. f-mädchen; -funktton,
die: eine K. ausüben; -gang, der: einen K. machen; -gerät,
das: vgl. -apparat (1); -gruppe, die (bes. Med.. Psych.):
Gruppe I von Personen/, an der etw. (eine Krankheit, eine
Entwicklungo. ä.) kontrolliert wird: ^instanz, die: vgl.
-apparat (2); -Instrument, das: das Budget... als K. gegenüber
der Verwaltung (Fraenkel. Staat 92); -karte, die: vgl.
Stechkarte; -kommission, die; -lampe, die (nicht getrennt:
Kontrollampe) (Technik): a) (bei verschiedenen Apparaten
u. ä.) kleines Licht, das solange aufleuchtet, wie der Apparat
läuft od. unter Strom steht: b) (bes. in Kraftfahrzeugen)
kleines Licht, das aufleuchtet, wenn eine Störung den
einwandfreien Betrieb des Antriebssystems gefährdet (z. B.
Ladekontrollampe); -lauf, der (nicht getrennt: Kontrollaui)
(Leichtathletik): Lauf, in dem das Gefühl für Strecke u.
Tempo überprüft werden soll; -leuchte, die (nicht getrennt:
Kontrolleuchte): svw. t^lampe; -liste, die (nicht getrennt:
Kontrolliste): Liste, mit deren Hilfe eine Kontrolle über
etw. möglich ist: -mädchen, das (Jargon): polizeilich erfaßte
Prostituierte: -marke, die; -organ, das: vgl. -apparat (2);
-Pflicht, die; -punkt, der: a) Ort. Stelle an einer Grenze,
an der eine Kontrolle der die Grenze passierenden Personen
u. Fahrzeuge vorgenommen wird; Grenzkontrollpunkt; b)
(allg.) Stelle, an der eine Kontrolle ausgeübt wird; -recht,
das (meist PL); -runde, die: vgl. -gang; -Station, die:
Station, an der. Ort. an dem bestimmte Kontrollen
vorgenommen werden: -stelle, die: vgl. -punkt, -Station; -Stempel,
der; -System, das: ein lückenloses K.; -türm, der: svw.
tTower; -uhr, die: vgl. Stechuhr; -Ziffern <Pi.> [LÜ von
russ. kontrolnye zifry] (DDR Wirtsch.): die Planung
betreffende Kennzahlen aller Bereiche der Volkswirtschaft.
Kontrolle [kon'trete], die; -. -n [frz. contröle. zusgez. aus:
contre-role = Gegen-, Zweitregister, aus: contre = gegen
u. röle = Rolle, Liste]: l.a) dauernde Überwachung.
Aufsicht, der jmd.. etw. untersteht, unterstellt wird: die K.
der Regierung durch das Parlament; eine gegenseitige,
wirksame K. ausüben; einer laufenden, polizeilichen K.
unterliegen; jmdn.. etw. unter K. haben, stellen; unter
ständiger K. stehen; b) Überprüfung, der jmd.. etw.
unterzogen wird: eine strenge, gründliche K.; die -n verschärfen;
-n durchführen; eine K. über sich ergehen lassen müssen;
die K. durch die Mark (DDR Wirtsch.; Prüfung der
Planerfüllung am finanziellen Ergebnis; entspr. russ. kontrol ru-
blem = Kontrolle durch den Rubel); jmdn., etw. einer
K. unterziehen; Ich ... komme doch nicht durch die K.
ohne Ausweis (Reinig, Schiffe 111); etw. bei einer K.
entdecken. 2. Herrschaft. Gewalt, die man über jmdn.. sich,
etw. hat: der Fahrer hat die K. über sein Fahrzeug verloren;
er verliert leicht die K. über sich (ist sehr leicht
unbeherrscht); jmds. K. entgleiten; außer K. geraten; einen
Brand unter K. bringen, halten können. 3. (Motorsport)
Kontrollpunkt (b), -Station: eine K. anfahren.
Kontroller Don'trolB], der; -s. - [engl. Controller] (Technik):
Steuerschalter an Elektromotoren (z.B. bei der
Straßenbahn); Kontrolleur [kontrD'ta^], der; -s, -e [frz. controleurj:
jmd., der / in amtlichem Auftrag] eine Kontrollfunktion
ausübt: ein K. verlangte die Fahrscheine zu sehen;
kontrollierbar [...'li:?ba:?J <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: so geartet,
beschaffen o.a.. daß es kontrolliert, nachgeprüft werden
kann (Ggs.: unkontrollierbar): etw. ist schwer, kaum k.;
<Abl.:> Kontrollkrbailceit, die; -; kontrollieren [... li:rcm]
<sw. V.; hat) [1: frz. contröler; 2: engl, to controll: 1.
jmdn.. etw. überwachen, einer Kontrolle (1 a) unterziehen:
die Regierung, jmds. Arbeit, Amtsführung k.; sein Gewicht
k.; die Lebensmittel werden ständig, chemisch kontrolliert;
eine kontrollierte Abrüstung anstreben. 2,a) Kontrollen
(1 b) ausüben: in der Bahn wurde scharf kontrolliert; sie
konnten, wenn die Polizei kontrollierte. ... auf die
gegenüberliegende Straße entkommen (Remarque, Triomphe
53); b) überprüfen, ob jmd. der Ordnung o.a. Genüge tut.
etw. den Vorschriften o.a. entspricht: die Ausweise, das
Gepäck k.; etw. auf etw. hin. nach etw. k.; ich kontrollierte
1547
Kontrollor
mit meiner Zunge, ob mir wirklich meine Zähne wackelten
(Frisch, Homo 22); alle Reisenden wurden kontrolliert.
3. in einem bestimmten Bereich o. ä. beherrschenden Einfluß
haben: den Marki k.; durch seine Aktienmehrheit einen
Konzern k.; in England wird die Labour Party weitgehend
von den Gewerkschaften kontrolliert (Fraenkel, Staat 274).
4. die Kontrolle (2) über etw. haben: der Wagen .... der
... vom Fahrer nicht mehr exakt kontrolliert werden kann
(Frankenberg, Fahren 86). 5. (Sport Jargon) sich in einem
Feld von Wettkämpfern durch Kontrolle des Gegners an
der Spitze halten: Kontrollor [...'lo:^l. der; -s, -e (österr.):
svw. t Kontrolleur.
kontrovers [kontrovers] <Adj.; -er. -este> [lat. contröversus
= entgegengewandt, -stehend] (bildungsspr.): / einander]
entgegengesetzt, widersprüchlich: -e Meinungen, Aussagen.
Standpunkte; sich zu etw. k. äußern; Kontroverse, die;
-, -n [lat. contröversia] (bildungsspr.): heftige
Meinungsverschiedenheit. Auseinandersetzung (um eine
Sachfrage): es gab eine heftige, scharfe, harte K.; eine K.
über, um etw. austragen; Kontrov^rstheologie. die; - (christl.
Kirche): theologische Auseinandersetzung über die als
trennend angesehenen gegensätzlichen Lehren der christlichen
Kirchen.
Kontumaz Oontu'ma.tßl. die; - [lat. contumäcia =
Widerspenstigkeit]: 1. (jur. veraltet) das Nichterscheinen (einer
Partei, eines Beschuldigten) vor Gericht; vgl. in
contumaciam. 2. (österr. veraltend) svw. tQuarantäne; <zu 1:>
Kontumazialbescheid [...ma'tßja:l-]< der Our. veraltet): in
Abwesenheit des Beklagten ergangener Bescheid; Kontuma-
ziglverfahren, das (jur): Gerichtsverfahren in Abwesenheit
einer Partei od. des Beschuldigten; kontumazieren [...tßi.ran]
<sw. V.; hat) (jur. veraltet): gegen jmdn. ein Versäumnisur-
teil fällen.
kontundieren [knnion di.ranj <sw. V.; hat) [lat. contundere.
tKontusion] (Med.): Quetschen (z.B. Gewebe).
Kontur [kDn'tu:^]. die; -. -en. fachspr. auch: der; -s. -en
<meist PI.) [frz. contour < ital. contorno. zu: contornare
= einfassen, Konturen ziehen]: a) Linie, die den Umriß
von etw. vor einem dank leren od. helleren Hintergrund
erkennen läßt: die scharfen, klaren -en der Berge zeichnen sich
gegen den hellen Nachthimmel ab; Ü wer sehnte sich nicht
manchmal nach den leicht verschwimmenden -en der
Kindheit (Chr. Wolf. Himmel 154); b) festumrissene Züge, die
etw. hat; klare Linien, durch die etw. begrenzt ist: Der
Mund war voll.... die -en verwischt (Remarque. Triomphe
9); die weichliche, den K. unterdrückende Punktmanier
(Bild. Kunst 3, 87); Ü etw. gewinnt K., verliert an K.
kontur-, Kontur- (vgl. auch: konturen-, Konturen-):
^buchstabe. der (Fachspr.): nur im Umriß gezeichneter od.
gedruckter Buchstabe; ^feder, die (meist PI.) (Zool.): eine
der Federn, die das Erscheinungsbild eines Vogels
bestimmen; ^los <Adj.; o. Steig.): svw. tkonturenlos; -schritt,
die (Fachspr.): Zierschrift mit Konturbuchstaben.
konturen-, Konturen- (vgl. auch: kontur-, Kontur-): -los
<Adj.; o. Steig.): ohne klare, feste Konturen (b): zwei
Gesichter ... brutal das eine; das andere kalt. k. (Kirst, 08/15.
798); Ü Bemühungen eines ... Einzelgängers, aus seiner
-en Umwelt auszubrechen (Bild u. Funk 17, 1966. 40);
-reich <Adj.; nicht adv.): reich an Konturen: U in einer
Zeit, die arm ist an-en Köpfen (Welt 2. 12. 61, 3); -schärfe,
die (Fot.): Meßgröße, die die Streuung des Lichts in einer
fotografischen Schicht festlegt u. damit die Schärfe der
Abbildung bestimmt; -Stift, der: Lippenstift in Form eines
Bleistifts zum Nachzeichnen der Kontur der Lippen.
konturieren [k:>ntu'ri:ren] <sw. V.; hat) [zu tKontur]
(bildungsspr.): etw. in seinen äußeren Umrissen zeichnen: eine
Figur k.; Ü hier ist endlich einmal ein Chef für hundert
gesehen, ohne deshalb ein Atom weniger konturiert.
weniger klar geschildert zu sein (Tucholsky. Werke I, 275);
<Abl.:) Konturknmg. die; -. -en.
Kontusion [kontu'zio:n]. die: -. -en [lat. contüsio. zu: contü-
sum. 2. Part, von: contundere = quetschen] (Med.):
Quetschung. Verletzung I eines inneren Organs / durch
Gewalteinwirkung mit einem stumpfen Gegenstand; Quetschung.
Komirbation: IConurbation.
Konus ['ko:nos]. der; -. -se u. ...nen [lat. cönus < griech.
könos = Kegel]: I. (Math.) Körper von der Form eines
Kegels od. Kegelstumpfs. 2. (Technik) Teil an technischen
Geräten o. ä. in der Form eines Kegels od. Kegelstumpfs.
Konvaleszent flcanvalcs'tpent]. der; -en. -en [lat. convalescens
(Gen.: convalescentis). 1. Part, von: convalescere =
erstarken, zu Kräften kommen] (selten): svw. tRekonvaleszent;
Konvaleszenz [...'t$ent$]. die; -: 1. (Jur.) das nachträgliche
Gültigwerden von schwebend unwirksamen Rechtsgeschäften
durch Wegfall eines Hindernisses. 2. (Med. selten:) svw.
1 Rekonvaleszenz; konvaleszieren [...'t$i:ren] <sw. V.; hat)
(selten): wieder gesund werden: als er ( = J. Conrad) in
Singapurs Missionshospital konvaleszierte (MM 14. 1.71, 3).
Konvalidation, die; -. -en [aus lat. con- = mit- u. f
Validation]: Gültigmachung einer [noch! nicht gültigen Sie nach
dem katholischen Kirchenrecht.
Konvariet4t. die: -, -en [aus lat. con- = mit- u. t Varietät]
(BioL): Gruppe von Vertretern einer Tier-. Pflanzenart mit
sehr ähnlichen, für die Züchtung bedeutsamen Merkmalen.
Korrektion [konvek tMo:n], die: -. -en [spätlat. convectio
= das Zusammenfahren, -bringen]: I. (Met.) vertikale
Luftbewegung, die durch Sonneneinstrahlung u. Erwärmung
der Erdoberfläche zustande kommt (Ggs.: Advektion). 2.
(Geogr.) Bewegung von tVassermassen der Weltmeere in
senkrechter Richtung. 3. (Physik) das Mitführen von
Energie, elektrischer Ladung o.a. durch die kleinsten Teilchen
einer Strömung; konvektiv [...'ti:Q <Adj.; o. Steig.) (Met.):
durch Konvektion (1) bewirkt, auf die Konvektion bezogen;
Konvektor OcDn'vEktDr. auch: ...to:g].der; -s.-en [...to.ron]:
Heizkörper, der die Luft durch Bewegung erwärmt.
konvenabel [konve'na:bl] <Adj.; ...bler. -ste) [frz. convenable.
zu.convenir < lat. cohvenlre. tkonvenieren] (bildungsspr.
veraltet; Ggs.: inkonvenabel): I. gelegen, passend, bequem.
2. schicklich; Konveniat Oonve:niat], das; -s. -s [zu lat.
convenlre. tkonvenieren] (kath. Kirche): Zusamtnenkunft
der katholischen Geistlichen eines Dechanats; Konvenienz
OtDnve'nienlßhdiei-.-enNat. convenientia =
Übereinstimmung. Harmonie] (bildungsspr. veraltend; Ggs.: Inkonve-
nlenz): 1. das Schickliche, Erlaubte. 2. Bequemlichkeit,
Annehmlichkeit; konvenieren [...ni:ran] <sw. V.; hat) [lat.
convenlre. eigtl. = zusammenkommen] (österr.. sonst
bildungsspr. veraltend): so geartet, beschaffen o.a.. daß es
jmdm. zusagt, angenehm ist, jmdn. zufriedenstellt: sagen
Sie offen, ob Ihnen ein solches Angebot konveniert (Bieler.
Mädchenkrieg 46); Konvent Don vent], der; -[e]s, -e [mhd.
convent = Versammlung. Brüderschaft < mlat.conventus
= Konvent (1 a) < lat. conventus = Zusammenkunft.
Versammlung, zu: convenlre, Tkonvenieren]: 1. (kath.
Kirche) a) Versammlung der stimmberechtigten Mitglieder eines
Klosters; b) Gesamtheit der Mitglieder eines Klosters;
Klostert gemeinschaft]. 2. (ev. Kirche) Zusammenkunft von
Pfarrern zum Zweck der Weiterbildung, der Beratung u. ä.
3. a) (von Studentenverbindungen) wöchentliche
Zusammenkunft der Mitglieder; b) (Hochschulw.) Gesamtheit der
Habilitierten einer Universität; Konventikel [...'ti:k|J. das;
-s. - [lat. conventicuhim = kleine Zusammenkunft]
(abwertend): a) i heimliche] Vereinigung weniger Gleichgesinnter:
einem K. angehören; b) Zusammenkunft von Angehörigen
aulierkirchlicher religiöser Gemeinschaften, die sich häufig
durch sektiererische Züge auszeichnen: ein K. abhalten;
zu einem K. gehen; Konvention [...tßio:n]. die: -. -^n [frz.
Convention < lat. conventio = Zusammenkunft.
Übereinkunft]: I. (bes. Völkerrecht) Abkommen,
/völkerrechtlicher] Vertrag: eine K. zum Schutz der Menschenrechte;
die Haager K. verletzen: etwas verstößt gegen die Genfer
K. 2. (häufig PI.) Regeln des Umgangs, des sozialen
Verhaltens, die für die Gesellschaft als Verhaltensnorm gelten [u.
deren Nichtbeachtung als Verstoß angesehen wird]: die
gesellschaftliche K. verlangt, den -en zu genügen; die -en
durchbrechen, mißachten; sich über die -en hinwegsetzen;
der Strom dieser Leidenschaften ... durch K. und Etikette
unterdrückt (Goldschmit, Genius 74). 3. (Fechten) Regel
(beim Fechten mit Florett od. Säbel); konventkmal [...tßio-
na:l] <Adj.; o. Steig.) (selten): ein Abkommen betreffend;
konventionalisieren <sw. V.; hat) (selten): zur Konvention
(2) erheben; Konventionalismus [...na'hsmus], der; -: 1. (Phi-
los.) im 19. Jh. begründete wissenschaftstheoretische
Auffassung, nach der sogenannte Naturgesetze eigentlich nur
Konventionen, also Übereinkünfte der Wissenschaftler sind. 2.
(Sprachw. selten) Auffassung, die den arbiträren Charakter
des sprachlichen Zeichens vertritt; Konventionalitat
[...li'te:t]. die; - (Sprachw.): der arbiträre Charakter des
sprachlichen Zeichens. Arbitrarität; Konventionalstrafe, die
(Jur.): (bei Vertragsschluß vereinbarte) Geldsumme od.
anderweitige Leistung, die ein Vertragspartner erbringen muß.
1548
Konvoi
wenn er die vertraglich vereinbarte Leistung nicht zum
festgelegten Zeitpunkt od. in der festgelegten Weise erfüllt hat:
eine [hohe] K. zahlen müssen; konventionell [...'nel] <Adj.)
[frz. conventionnel]: I. (bildungsspr.; Ggs.:
unkonventionell) a) den gesellschaftlichen Konventionen entsprechend:
-e Ansichten; -e Kleidung; sie sind sehr k. eingerichtet;
er denkt ganz k.; die Methoden sind k. (herkömmlich*
nicht modern); b) förmlich, unpersönlich, steif: -e
Redensarten. Phrasen; in dieser Gesellschaft geht es sehr k. zu.
2. (Milit.) mit den herkömmlichen Kampfmitteln geführt
o. ä.; nicht atomar, nicht biologisch: ein -er K rieg; -e Wallen;
-e Streitkräfte; eine k. geführte Auseinandersetzung; Kon-
v^ntsmesse, die; -. -n (kath. Kirche): meist als Hochamt
gehaltene Feier der Messe mit Chorgebet in einem Kloster
od. Stift; Konventuale [...'tya:b], der; -n. -n [mlat. conven-
tualis]: 1. (kath. Kirche) stimmberechtigtes Mitglied eines
Konvents (1 b). 2. Angehöriger des gleichnamigen Zweiges
des Franziskanerordens: Konventuglin, die; -, -nen:
Angehörige des gleichnamigen Zweiges des Franziskanerordens.
konvergent [konvergent] <Adj.; o. Steig.) [spätlat. conver-
gens (Gen.: convergentis), I. Part, von: convergere.
tkonvergieren] (Ggs.: divergent): I. (bildungsspr.) sich einander
annähernd, übereinstimmend: -e Ziele; -e Linien (Linien,
die auf einen gemeinsamen Schnittpunkt zulaufen). 2.
(Math.) einem endlichen Grenzwert zustrebend: -e Reihen
(unendliche Reihen, deren Teilsummen einem Grenzwert
zustreben); Konvergenz [...nt$]. die; -. -en: I. (bildungsspr.)
Annäherung, Übereinstimmung von Meinungen. Zielen u. ä.:
eine K. der politischen Ziele anstreben (Ggs.: Divergenz
2). 2. (Math.) konvergentes (2) Verhalten. Verlaufen (Ggs.;
Divergenz 3): die K. einer unendlichen Reihe. 3. (Physik)
das Sichschneiden von Lichtstrahlen (Ggs.: Divergenz 1).
4. (Biol.) Ausbildung ähnlicher Merkmale hinsichtlich
Gestalt u. Organen bei genetisch verschiedenen Lebewesen,
meist durch Anpassung an gleiche Umweltbedingungen (z. B.
die fischförmige Gestalt von Säugetieren, die im Wasser
leben). 5. (Med.) gleichsinnige Bewegung der Augen nach
innen beim Sehen in unmittelbarer Nähe. 6. (Psych.) das
Zusammenwirken von Anlage u. Umwelt als Prinzip der
psychischen Entwicklung. 7. (Meeresk.) Zusatnment reffen
von verschiedenen Strömungen des Meerwassers. 8. (Geol.)
das Auftreten von gleichen od. ähnlichen Oberflächenformen
in unterschiedlichen Klimazonen; <Zus.:)
Konvergenztheorie, die (Politik): Theorie, die eine allmähliche Annäherung
kapitalistischer u. sozialistischer Industriestaaten auf Grund
des Umstandes annimmt, daß beide, unabhängig von ihren
verschiedenen politischen Systemen, mit den gleichen
wirtschaftlichen Problemen konfrontiert sind; konversieren
[...gi:ren] <sw. V.; hat) [spätlat. convergere = sich
hinneigen] (Ggs.: divergieren): 1. (bildungsspr.) sich einander
nähern; übereinstimmen. 2. (Math.) konvergent (2) verlaufen.
konvers flon'vErs] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [engl, conver-
se. zu lat. conversum. 2. Part, von: convertere. f
konvertieren] (Sprachw.): Konversion (2 b) zeigend; vgl. Konverse.
Konversation BkDnverza'tßio:n]. die; -. -en <P1. selten) [frz.
conversation < lat. conversätio = Umgang]
(bildungsspr.): häuf ig konventionelles, oberflächliches u.
unverbindliches Geplauder; Gespräch, das in Gesellschaft nur um
der Unterhaltung willen, geführt wird: eine geistreiche K.
über etw.; eine K. entspann sich; eine K. mit jmdm.
beginnen; K. machen (sich in unverbindlicher Form plaudernd
unterhalten); sie treiben K. in Französisch (lernen
Französisch durch Übungen in Form von Konversation).
Konversations-: -lexikon, das [nach dem zu Beginn des
18. Jh.serschienenen „Staats-. Zeitungs- u. Conversations-
lexikon" von J. Hübner. das bevorzugt dasjenige Wissen
vermitteln wollte, das zur Konversation unerläßlich war]
(früher): alphabetisch gegliederte Enzyklopädie; ^stück. das
(Theater): leichtes, der Unterhaltung dienendes
Theaterstück, das auf dem witzigen Dialog aufgebaut ist; ^ton,
der <o. PI.): leichter, unverbindlicher Plauderton.
Konverse [kanvErzs], die; -. -n <Dekl. im PI. t Abgeordnete)
(Sprachw.): Begriff. Satz, der zu einem anderen konvers
ist (z.B. der Lehrer gibt dem Schüler ein Buch - der
Schüler erhält vom Lehrer ein Buch).
konversieren flcDnver'zi:ran] <sw. V.; hat) [frz. converser
< lat. conversäri = verkehren. Umgang haben]
(bildungsspr.): Konversation machen: mit jmdm. k.; hielt er
... den Kopf in Bewegung, indem er nach rechts und
links konversierte (Th. Mann. Zauberberg 189).
Konversion [kDnver'zio:n]. die; -. -en [lat. conversio =
Umkehrung. Umwandlung. Übertritt, zu: convertere, T
konvertieren]: 1. das Konvertieren (1); bes. der Übertritt zur
römisch-katholischen Kirche; Konfessionswechsel: jmdn.
zur K. bewegen. 2. (Sprachw.) a) Übertritt eines Wortes
in eine andere Wortart ohne formale Änderung (z. B. Dank
- dank); b) zwischen z*>ei Konversen bestehendes
Bedeutungsverhältnis. 3. (Logik) Umformung einer Aussage durch
Vertauschung von Subjekt u. Prädikat. 4. (jur.) Umdeutung
eines [aus FormgründenJ wichtigen Rechtsgeschäfts in ein
anderes. 5. (Kerntechnik) Erzeugung neuer spaltbarer
Substanz in einem Kernreaktor. 6. (Psych.) Umsetzung seelischer
Erregung in körperliche Symptome, hauptsächlich hei der
Hysterie. 7. (Börsenw.) Umwandlung einer Anleihe in eine
neue zur Anpassung an veränderte Bedingungen auf dem
Kapitalmarkt; <Zus.:) Konversionsfilter, der. fachspr.
meist: das (Fot.): Farbfilter, durch den ein Umkehrfarbfilm
auf eine andere Art von Licht umgestimmt wird als die.
auf die er eingestellt ist; Konverter Qcan'verte]. der; -s.
- [engl. Converter, zu: to convert = umwenden, wechseln
< frz. convertir. t konvertieren]: I. (Hüttenw.) um die
Horizontale drehbares, großes zylindrisches Gefäß mit
feuerfester Auskleidung, das bei der Erzeugung von Kupfer u.
Stahl verwendet wird. 2. (Fot.) Linsensystem, das zwischen
Objektiv u. Kamera geschaltet wird, wodurch sich die
Brennweite vergrößert. 3. (Kerntechnik) Kernreaktor, in dem eine
Konversion (5) statWindet. 4. (Rundfunk) Zusatzgerät, mit
dem bestimmte Frequenzen so umgeformt werden können,
daß hierfür nicht eingerichtete Rundfunkgeräte sie
empfangen können; konvertibel [...'ti:b|] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [frz. convertible]: svw. tkonvertierbar (Ggs.:
inkonvertibel 1): eine Währung k. machen; Ü Jeder hat doch
seine Pflichten, und diese ... sind ... nicht k. (nicht
austauschbar; Bundestag 189. 1968, 10237); Konnertibilität
[...libili't£:t].die; -: svw. TKonvertierbarkeit; konvertierbar
[...'ti:^ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Wirtsch.): (von
den Währungen verschiedener Länder) frei austauschbar
zum jeweiligen Wechselkurs: eine frei -e Währung; die
Deutsche Mark ist frei k.; <Abl.:> Konvertierbarkeit, die;
- (Wirtsch.): das Konvertierbarsein; konvertieren [...'ti:renj
<sw. V.) [frz. convertir < lat. convertere = umkehren,
umwenden]: 1. (Rel.) zu einem anderen Glauben, bes. zur
römisch-katholischen Kirche, übertreten <hat/ist): er hat/ist
vor einiger Zeit konvertiert; vom Judentum zum
Christentum k. 2. <hat) (Wirtsch.): eine Währung gegen eine andere
tauschen, umtauschen. 3. <hat) (Datenverarb.)
Informationen von einem Datenträger auf einen anderen übertragen:
Daten von Lochstreifen auf Lochkarten k.; <Abl.:)
Konvertierung, die; -, -en: l.das Konvertieren (3). 2. svw.
tKonversion (7); Konvertit, l...'ti:t]. der; -en. -en [engl, convertite,
zu: to convert < frz. convertir, tkonvertieren]: jmd.. der
zu einem anderen Glauben, bes. zur römisch-katholischen
Kirche, übergetreten ist; Konvertitentum, das; -s: Art u.
Weise. Verhalten von Konvertiten; Konvertitin, die: -. -nen:
w. Form zu t Konvertit.
konvex [kanveks] <Adj.; o. Steig.) [lat. convexus = nach
oben od. unten gewölbt] (Optik): nach außen gewölbt (Ggs.:
konkav): -e Gläser. Linsen: der Spiegel ist k.; die Fläche
ist k. gekrümmt; <Abl.:> Konvexität [...ksi't€:t], die; - [lat.
convexitäs] (Optik): das Nach-außen-Gewölbtsein; die
Eigenschaft des Konvexseins (Ggs.: Konkavität); <Zus.:)Kon-
v^xlinse, die (Optik): Linse, die konvex gekrümmt ist. die
in der Mitte dicker ist als am Rande (Ggs.: Konkavlinse);
Konvexspiegel, der (Optik): Spiegel mit konvexer, nach
außen gewölbter Oberfläche, der das Spiegelbild verkleinert
wiedergibt (Ggs.: Konkavspiegel).
Konvflct[k:>n'vikt],das;-[e]s.-e[lat. convictus = das
Zusammenleben, die Tischgemeinschaft, zu: convictum. 2. Part,
von: convivere = zusammenleben]: 1. Stift. Wohnheim
für Theologiestudenten. 2. (österr.) katholisches Internat.
Schülerheim; Konviktuale [...tya:b], der; -n. -n: Bewohner
eines Konvikts; KonvMum [...'vi:viom], das; -s, ...ien l...jpn;
lat. convivium] (bildungsspr. veraltet): Gasunahl.
Konvoi Ikon vqy. auch: '- ]. der; -s. -s [engl, convoy <
frz. convoi = Geleit, zu: convoyer = begleiten; schon
frühnhd. Convoi (< frz. convoi) = Geleit]: 1. (bes. Milit.)
Schiffe od. Kraftfahrzeuge, die in einem Verband mit sie
zu ihrem Schutz begleitenden Fahrzeugen fahren. 2. Kolonne
von zusammengehörenden hintereinanderfahrenden
Fahrzeugen: ein K. von PKWs; sie fuhren in einem K.
1549
Konvokation
Konvokation [konvoka'tßio:n], die; -. -en [lat. convocätio]
(bildungsspr. selten): (von Körperschaften) das Einberufen.
Zusammenrufen der Mitglieder.
Konvohit [konvo'lu:t]. das; -Ie]s. -e [zu lat. convolütum,
2. Part, von: convolvere = zusammenrollen]: 1.
(bildungsspr.) a) Bündel von Schriftstücken. Drucksachen o. ä.:
einen ... Brief.... dem ein dickes K. von Broschüren und
Separatdrucken beigeschlossen war (Musil, Mann 316);
b) Sammelband, Sammelmappe: ein K. mit alten Briefen.
2. (Med.) einem Knäuel ähnliche Ansammlung (z.B. von
Darmschlingen od. Krampfadern); Konvolute, die; -, -n:
svw. tVolute; Konvulsion [kanvolziom], die; -. -en [lat.
convulsio] (Med.): mit schüttelnden od. zuckenden
Bewegungen eines Gliedes od. des ganzen Körpers einhergehender
Krampf: von -en ergriffen, geschüttelt werden; Ü in der
von ideologischen Kämpfen und Konvulsionen
zerklüfteten Welt unserer Tage (Kantorowicz, Tagebuch I. 323);
konvulsiv [...'zi:fl (Med.), (allg. häufiger.) konvulsivisch
[...'zr.viJl <Adj.; o. Steig.): krampfartig zuckend, von
Konvulsionen geschüttelt: -e Zuckungen; er warf seinen Körper
k. hin und her.
Konya [konja], der. -[s], -s [nach der türk. Stadt Konya]:
rot grundiger türkischer Teppich mit dichtem Flor, zwei od.
drei Medaillons (2) u. mehreren Bordüren.
konzedieren [k:>nt$e'di:r3n] <sw. V.; hat) Dat. concedere.
eigtl. = beiseite treten] (bildungsspr.): (jmdm. der
Einstellung, Überzeugung o. ä. eines anderen entgegenkommend)
etw. einräumen, zugestehen: zugeben: man konzedierte
[Ihnen], daß ihre Arbeit sehr schwierig war, jmdm. bestimmte
Verhaltensweisen k.
KonzelebrQnt. der; -en, -en [aus lat. con- = mit- u. tZele-
brant] (kath. Kirche): Geistlicher, der mit anderen
Geistlichen die Eucharistie in Konzelebration feiert:
Konzelebration, die; -. -en. Concelebratio [kon£ßele'bra:tßio]. die; -.
...ones [...a'tßio:ne:s; aus lat. con- = mit- u. tZelebration]
(kath. Kirche): Feier der Eucharistie durch mehrere
Geistliche: eine Messe in K. mit vier weiteren Geistlichen feiern;
konzelebrkren <sw. V.; hat) (kath. Kirche): die Eucharistie
in Konzelebration feiern.
Konzentrat ßontߣn'tra:t]. das; -[e]s. -e [zu tkonzentrieren]
(bes. Chemie): Stoff, bes. Flüssigkeit, in der ein besthnmter
Bestandteil in hochkonzentrierter Form enthalten ist: ein
K. aus Heublumen. PflanzensäAen; Ü Ein K. (eine
Sammlung der wichtigsten Teile) aus den früher erschienenen
Bänden von Jürgen Thorwald (B + Z-Berater 9, 1965. 4);
Konzentration [...tra'tpio.n], die; -, -en [frz. concentration.
zu: concentrer, Tkonzentrieren]: I. (von Kräften, Mächten
bes. politischer od. wirtschaftlicher Art) Vereinigung,
Zusammenstellung, Verdichtung an einer Stelle, in einer Hand
o. ä. (Ggs.: Dekonzentration): eine K. der Macht, des
Kapitals; die zunehmende K. in der Wirtschaft. 2. <o. PI.)
das Konzentrieren, bewußte, gezielte Hinlenken von etw.
auf ein bestimmtes Ziel: die K. aller Kräfte. Gedanken
auf das Finden einer Lösung [der Probleme]. 3. <o. PI.)
hoher Grad der Aufmerksamkeit u. der geistigen
Anspannung, die auf eitte bestimmte Tätigkeit o. ä. gerichtet ist:
jmds. K. läßt nach; die Arbeit fordert höchste, äußerste
K.; er zeigt einen Mangel an, keine Fähigkeit zur K.
4. (Chemie) Gehalt einer Lösung an gelöstem Stoff: die
K. einer Säure feststellen; etw. in hoher, schwacher K.
(stark, schwach konzentriert 3) verwenden.
konzentrations-, Konzentrations-: -fähig <Adj.; nicht adv.):
fähig, in der Lage, sich zu konzentrieren (2 a); dazu: ^fähtg-
keit.die <o. PI.): -lager, das [wohl LÜ von engl,
concentration camp. Bez. fiir die erstmals 1901 vom brit.
Feldmarschall H. H. K itchener (1850-1916) eingerichteten Internie-
rungslager im Burenkrieg (1899-1902)] (bes. ns.): Lager,
in das Menschen aus politischen, religiösen od. rassischen
Gründen u. Gegner eines Regimes verbracht u. unter
menschenunwürdigen Bedingungen gefangengehalten [bzw. einer
Massenvernichtung ausgeliefert] werden: ins K. kommen;
jmdn. in ein K. einweisen, (ugs.:) stecken; jmdm. mit K.
drohen: Abk.: KZ. (ns. offiziell:) KL: Mnanael. der (Med.,
Psych.): (bes. umweltbedingter) Mangel an Konzentration
(3); -schwäche, die (Med.. Psych.): (bes. anlagebedingte)
Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit: ^vermögen,
das <o. PI.).
konzentrativ flonl$entra'ti:fl <Adj.; o. Steig.; nicht präd.)
(Fachspr.): die Konzentration (3) betreffend, auf ihr
beruhend: eine ... -e Dauerbelastung (Mensch im Verkehr 24);
-e Selbstentspannung; sich k. entspannen; konzentrieren
[...'ttr.ran] <sw. V.; hat) /vgl. konzentriert/ [frz. concentrer
= in einem (Mittel)punkt vereinigen, zu: con- (< lat.
con-) = mit- u. centre = Zentrum]: 1. eine Konzentration
(1) herbeiführen (Ggs.: dekonzentrieren): Arbeitskräfte.
Truppen an einer bestimmten Stelle k. 2.a) sich, seine
Aufmerksamkeit, seine Gedanken, Überlegungen,
Bemühungen u.a. vollständig auf Jmdn.. etw. ausrichten, hinlenken:
seine Bemühungen, Überlegungen, Beobachtungen auf
Jmdn., etw. k.; Er konzentriert seine Interessen nur auf
sein Hobby; <auch k. + sich:) sich auf eine Arbeit, sein
Examen k.; Ich wollte mich auf irgend etwas k., auf die
Schritte, die ... zu hören waren (Jens. Mann 55); b) <k.
+ sich) sich in hohem Mali auf jmdn.. etw. richten, jmdn..
etw. zum Ziel haben: Bis hierher hat sich ... alle Antipathie
auf die Bardame konzentriert (Mostar, Liebe 84); kein
einzelner Punkt, auf den das Feuer sich konzentrierte,
war lange zu halten (Plievier, Stalingrad 189). 3. <k. +
sich) sich sammeln: die geistig-seelischen Kräfte nach innen
richten. Störendes, Ablenkendes nicht beachten: er kann
sich nicht, nur schlecht k.; bei dieser Arbeit muß man
sich k. (muß man konzentriert sein): Ich suchte mich zu
k. und... meine Gedanken zusammenzufassen (Jens, Mann
131). 4. (Chemie) feine Lösung) auf einen höheren
Sättigungsgradbringen: eine Lauge, Säure k.; Die Narkosemittel
... lassen sich ... nicht so stark k. (Grzimek. Serengeti
199); konzentriert <Adj.; -er, -este): 1. in großer Menge,
Intensität u.a. an einem Platz (vorhanden): ein -es Angebot
von Waren aller Art. 2. innere Konzentration (3) aufweisend,
erkennen lassend: gesammelt (Ggs.: unkonzentriert): mit
-er Aufmerksamkeit; k. zuhören, arbeiten; er ist, wirkt
sehr k. bei allem, was er tut. 3. (nicht adv.) (Chemie)
die Konzentration (4) betreffend: -e (hochprozentige)
Schwefelsäure; -e (gehaltreiche) Nahrung; eine Lösung
ist stark k.; <Abl. zu 2:> Konzentrkrtheit, die; -: das
Konzentriertsein (Ggs.: Unkonzentriertheit); Konzentrierung, die;
-, -en: svw. tKonzentration (4): eine Säure. Alkohol in
hoher K.; konzentrisch [kon'tßentnJl <Adj.; o. Steig.) [mlat.
concentricus] (Math.): (in bezug auf Kreise) einen getnein-
samen Mittelpunkt habend (Ggs.: exzentrisch I): -e Kreise;
Ü etw. ist k. (um einen gemeinsamen Mittelpunkt herum)
angeordnet; <Abl.:> Konzentrizhfit [...tritßit£:tl. die; -.
Konzept Ocon'tßept], das; -[e]s. -e [lat. conceptus = das
Zusammenfassen, zu: concipere, t konzipieren)
(bildungsspr.): 1. skizzenhafter, stichwortartiger Entwurf,
Rohfassung eines Textes, einer Rede o. ä.: das K. eines Briefes;
[sich] ein K. machen; ein K. haben; er hielt seine Rede
ohne K.; der Aufsatz ist im K. fertig; * aus dem K. kommen/
geraten (bei einer Tätigkeit, heim Reden plötzlich durch
eine Störung o.a. verwirrt werden, den Faden verlieren):
jmdn. aus dem K. bringen (jmdn. in einer Tätigkeit, beim
Reden o. ä. [durch eine bestimmte Handlung, einen Einwurf
o. äj verwirren, durcheinanderbringen): sich [nicht] aus dem
K. bringen lassen (sich durch jmdn.. etw. fnichtJ beirren
od. verwirren lassen). 2. klar umrissener Plan, Programm
für ein Vorhaben: ein klares, vernünftiges,
bildungspolitisches K. haben, entwickeln; nach einem K. verfahren:
*imdm. das/sein K. verderben/versauen (ugs.; jmds. Pläne.
Vorhaben durchkreuzen); jmdm. nicht in sein/nicht ins K.
passen (mit jmds. Plänen o.a. nicht zusammenstimmen).
Konzept- (Konzept 1): -bogen, der: einzelner Bogen
Konzeptpapier: -halter, der: Haltevorrichtung für das Konzept an
einer Schreibmaschine: -kunst, die <o. PI.): svw. tConcept-
art; -papier, das <o. PL): einfaches Schreibpapier, das für
Konzepte verwendet wird.
Konzeption [kon^ept$io:n], die; -, -en Dat. conceptio =
das Zusammenfassen, Abfassen, zu: concipere. t
konzipieren]: 1. (bildungsspr.) die einer Lehre, einem Programm,
[künstlerischen) Werk zugrundeliegende Anschauung,
Leitidee: geistiger Gesamtentwurf eitler bestimmten Sache, einer
Entwicklung o.a.: der Mensch in der Aristotelischen K.;
England gehört nicht in seine K. von Europa (Dönhoff,
Ära 129); die Kraft und Größe seiner dramatischen K.
(Welt 29. 7. 65, 7). 2. (Med.) svw. TEmpfängnis; <Abl.
zu 1 b:> konzeptionell [...tßio'nel] <AdJ.; o. Steig.; nicht
präd.) (bildungsspr.): die Konzeption betreffend, in bezug
auf die Konzeption: <Zus. zu 1:) konzeptionslos <Adj.; o.
Steig.) (bildungsspr.): ohne Konzeption, dazu: Konzeptions-
losigkeit, die; -; Konzeptbeamte, der: -n. -n (österr.
Amtsspr.): Beamter, der ein Konzept entwirft: konzeptuali-
1550
konzipieren
sicren [...tyali'zi:ran] <sw. V.; hat) [engl, conoeptualize]
(bildungsspr.): ein Konzept (2) entwerfen, als Konzept (2)
gestalten; <Abl :> Konzeptualisknmg, die: -. -en: Konzep»
tualismus [...tya'lismos]. der; - [zu mlat. conoeptus =
Allgemeinbegriff < lat. conoeptus. TKonzept] (Philos):
Anschauung der Scholastik, wonach das in den Begriffen erfaßte
Allgemeine eine ..geistige Wirklichkeit" besitzt: konzeptuell
[...tyel] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [engl, conceptual]
(bildungsspr.): ein Konzept (2) aufweisend.
Konzern [kon'tßern]. der. -[e]s. -e [engl, concern = (Ge-
schäfts)beziehung. Unternehmung, zu: to concern =
beireffen, angehen < frz. concerner < mlat. concernerel
(Wirtsch.): Zusammenschluß von Unternehmen zu einer
wirtschaftlichen Einheit, beider die jeweilige rechtliche
Selbständigkeit nicht aufgegeben wird: ein multinationaler K.; einen
K. gründen, bilden; sich zu einem K. zusammenschließen.
Konzern- (Wirtsch.): -bilanz, die; ^herr. der <meist PI.):
einer der Männer, die an der Spitze eines Konzerns stehen:
monopolistische -en; -leitung, die; -spitze, die:
Konzernunternehmen, von dem aus die übrigen Konzernunternehmen
beherrscht u. gelenkt werden: -unternehmen, das:
Unternehmen, das mit anderen zusanunen einen Konzern bildet: Min-
ternehmung. die: svw. t^unternehmen.
konzernieren [...ni:ranl <sw. V.; hat) (Wirtsch.): zu einem
Konzern zusammenschließen: <Abl.:> Konzenikning, die;
-. -en.
Konzert [kontßert]. das; -[eis, -e [ital. concerto. eigtl. =
Wettstreit (der Stimmen), zu lat. concertäre = wetteifern):
l.a) aus mehreren Sätzen bestehende Komposition für / ein
od. mehrere Soloinstrumente u.J Orchester: ein K. für
Klavier und Orchester; ein K. aufführen, dirigieren; b)
Aufführung eines od. meist mehrerer Musikwerke in einer
öffentlichen Veranstaltung: ein festliches, öffentliches, geistliches
K.; das K. findet morgen statt; ein K. besuchen; ein K.
geben; ins K. gehen; wir waren gestern abend im K. 2.
<o. PI.) (geh.) das Zusammenspiel od. Zusammenwirken
mehrerer Faktoren. Kräfte. Mächte o. ä.: ein K. von Düften,
Gerüchen; die Bundesrepublik ... im K. der
westeuropäischen Staaten (MM 31. 12. 73, 2).
konz^rt-.Konzert-: -abend, der: Abend (2) mit einer
Konzertveranstaltung: -abonnement, das; -aaentur, die: Agentur,
die Künstlern Konzerte vermittelt: -anrocht, das: Anrecht
(2) für Konzerte: -besucher, der; --direktkm, die:
Unternehmen, das Konzerte organisiert u. veranstaltet: -flügel, der:
großer Flügel: -führer, der: Buch, das kurzgefaßte
Beschreibungen der Werke der konzertanten Musik enthält, die als
Vorbereitung für die Konzertbesucher gedacht sind: -halle,
die: Gebäude mit einem großen, für die Veranstaltung von
Konzerten vorgesehenen Raum: -laaer, das (ns. Jargon
verhüll.): svw. tKonzentrationslager; -leben, das <o. PI.):
Gesamtheit der Konzertveranstaltungen in einer Stadt, die
auf Grund des vorhandenen öffentlichen Musikinteresses
zustande kommen: -literatur, die <o. PI.): Gesamtheit der
Werke konzertanter Musik: -mäßig <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): in der Weise. Form eines Konzerts (1 a); -meisten
der: erster Geiger eines Orchesters (Berufsbez.); -meisterin,
die: w. Form zu t^meister, -musik, die <o. PL): vgl.
-literatur; -pavillon. der: Pavillon in einem Park o.a..
in dem ein Orchester für Konzerte im Freien Platz findet:
-Pianist, der; -podiura, das; -Programm, das: a)
Programmabfolge eines Konzerts: b) gesamtes Progrconm für
eine Konzertsaison: c) Heft. Zettel mit dem
Konzertprogramm (a); -publiken, das: Gesamtheit der Konzertbesu-
cher: ~reif <Adj.; o. Steig.): Konzertreife aufweisend: ein
-es Spiel; der Schüler ist, spielt k.; -reife, die:
Ausbildungsgrad eines Musikers, der ihn zu einem Auftreten in
öffentlichen Konzerten befälligt: jmdm. K. bescheinigen; ein
Pianist mit K.; -rebe, die: Reise eines Solisten od. eines
Orchesters, bei der in einem kürzeren Zeitraum mehrere
Orte auigesucht u. dort Konzerte gegeben werden: -«aal,
der; -raison, die; -sänger, der: Sänger, der in Konzerten
u. Liederabenden solistisch auftritt: -Sängerin, die: w. Form
zu I-Sänger; -stück, das: svw. tConcertino (1); -toumee,
die: vgl. ~reise; -Veranstalter, der: vgl. -direktion;
-Veranstaltung, die: svw. t Konzert (1 b).
konzertant [...tant] <Adj.; o. Steig.) [ital. concertante. 1.
Part, von: concertäre = in harmonischen Einklang
bringen! (Musik): konzertmäßig: in der Form des Konzerts (1 a):
die -e Aufführung einer Oper; eine -e Sinfonie (svw. t
Concertante); k. spielen; eine Oper k. einstudieren, aufführen;
<subst.:> Konzertante, die: tConcertante; konzertieren
[...'ti:ran] <sw. V.; hat) [2: frz. (se) concerter = (sich)
verabreden): 1. (bildungsspr.) ein Konzert geben,
musizieren: Ein kleines Orchester konzertierte nahe dem Eingang
zum Saal (Th. Mann. Krull 250); der besondere Beifall
galt den beiden konzertierenden (solistisch spielenden)
Celli. 2. (bildungsspr. veraltet) übereinkommen, verabreden:
miteinander übereinstimmen: (noch im 2. Part.:) konzertiert
<nur attr.): verabredet, aufeinander abgestimmt,
übereinstimmend: -e Aktion (t Aktion 1); die Frage wurde in -em
Schweigen übergangen; Konzertina [...ti.na], die; -. -s [ital.
concertinal: Handharmonika mit vollständiger
chromatischer Skala.
Konzession [kontßesiom]. die; -. -en [lat. concessio =
Zugeständnis, zu: concedere. t konzedieren): 1. (Amtsspr.)
befristete behördliche Genehmigung zur Ausübung eines konzes-
sionspflichtigen Gewerbes: eine K. erwerben, erteilen;
jmdm. die K. entziehen; eine K. für ein Taxiunternehmen.
2. <meist PI.) (bildungsspr.) Zugeständnis, durch das man
ein Entgegenkonvnen von der Gegenseite für sich erreicht:
-en an den Geschmack des Publikums; -en anbieten; jmdm.
eine K.. -en machen; zu -en bereit sein, genötigt werden;
Konzessionär [...io'ne:?], der; -s. -e (Amtsspr.): büiaber
einer Konzession (1); konzessionieren [...ni:ran] <sw. V.;
hat) (Amtsspr.): behördlich genehmigen, mit einer
Konzession (1) versehen: einen Gaststättenbetrieb k.
konzessions-, Konzession»-: -bereit <Adj.; nicht adv.): zu
einer Konzession (2) bereit: ein -er Unterhändler, dazu:
-bereitschaft, die <o. PL): keine K. zeigen; -Inhaber, der
(Amtsspr.): svw. tKonzessionär; ~los <Adj.; o. Steig.):
keine Zugeständnisse, Einschränkungen machend: ^pflichtig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Amtsspr.): eine Konzession
(1) erfordernd, dazu: -pflichttgkeit, die; -.
konzessiv [kontßE'sirfl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) Dat. con-
cessivus, zu: concessum, 2. Part, von: concedere. t
konzedieren] (Sprachw.): einräumend: eine -e Konjunktion;
<Zus.:> Konzessivsatz, der (Sprachw.): Umstandssatz der
Einräumung: Einräumungssatz.
Konzetti [kont^etil <PL> [ital. concetti, PI. von: concetto
= (geistreicher) Einfall, < lat. conoeptus, tKonzept] (Lite-
raturw.): geistreich-witzige Redewendungen, kunstvolle
Wortspiele, die dem literarischen Stil etwas Preziöses geben
(charakteristisch für bestimmte Epochen [z. B. das deutsche
Barock] od. einzelne Dichter [z.B. Petrarcal).
Konzil [kon'tsi:ll. das; -s, -e u. -ien [.. pn; lat. concilium
= Zusammenkunft, Versammlung]: 1. (kath. Kirche)
Versammlung von Bischöfen u. anderen hohen Klerikern zum
Zwecke der Erörterung u. Entscheidung theologischer u.
kirchlicher Fragen: ein K. einberufen. 2. (Hochschulw.)
aus Professoren, Vertretern von Studenten u.
nichtakademischen Bediensteten einer Hochschule gebildetes Gremium,
das bestimmte Entscheidungsbefugnisse hat: konziliant fleon-
tßi'Uant] <Adj.; -er. -este) [frz. conciliant. 1. Part, von:
concilier = aussöhnen < lat. conciliäre = geneigt machen,
eigtl. = zusammenbringen, zu: concilium, tKonzil]
(bildungsspr.): umgänglich, verbindlich, zu Zugeständnissen
bereit (Ggs.: inkonziliant): ein -er Mensch; sein Verhalten
war nicht sehr k. (nicht sehr entgegenkommend): <Abl.:>
Konzilifnz [...nts], die; - (bildungsspr.): Umgänglichkeit,
Verbindlichkeit, Entgegenkommen: konziliar[isch] [...'Ua.g,
...a:nj] <Adj.; o. Steig.): zu einem Konzil gehörend, ihm
entsprechend u.a.: Konziliarismus [...lja'nsmus], der; -
(kath. Kirche): Auffassung, nach der das Konzil (1) als
höchste kirchliche Instanz dem Papst übergeordnet sein solle:
Konzibvaterv der; -s. ...väter <meist PI.) (kath. Kirche):
stimmberechtigter Teilnehmer an einem Konzil (1).
konziim [kontßin] <Adj.; o. Steig.) [lat. concinnusl: 1. (Reth..
Stilk.) syntaktisch gleich gebaut: ebenmäßig, harmonisch
zusammengefügt (Ggs.: inkonzinn 1). 2. (bildungsspr.
veraltet) ansprechend, gefällig (Ggs.: inkonzinn 2); <Abl.:> Kon-
zinnität [...ni't£:t], die; - [lat. concinnitäs]: 1. (Rhet.. Stilk.)
Ebenmäßigkeit im Satzbau (Ggs.: Inkonzinnität 1). 2.
(bildungsspr. veraltet) das Ansprechend-. Gefälligsein (Ggs.:
Inkonzinnität 2).
Konzipient [kon&i'picnt]. der; -en. -en [t konzipieren]: 1.
(veraltet) Verfasser eines Schriftstücks. 2. (österr. Amtsspr.)
Angestellter in einem Anwaltsbüro; konzipieren [...pi:ran]
<sw. V.; hat) [spätmhd. coneipieren < lat. coneipere. eigtl.
= zusammenfassen, aufnehmen]: 1. ein schriftliches
Konzept (1) für etw. machen: eine Rede, einen Aufsatz k.
1551
Konzipierung
2. etw. (von einer bestimmten Vorstellung, Idee ausgehend)
planen, entwerfen, entwickeln: ein Projekt, ein Gerät k.;
der Bau ist als Altenheim, für 10 Wohnungen konzipiert;
eine vernünftig konzipierte Limousine. 3. (Med.) schwanger
werden: <Abl.:> Konzipierung, die; -. -en; Konzipist [...pist].
der; -en. -en (österr. veraltet): niederer Beamter.
konzts DcDntßi:s] <Adj.; -er. -este> [lat. concisus. zu: concide-
re = zusammenhauen] (Rhet.. Stilk.): kurz, gedrängt: eine
-e Sprache; ein k. geschriebener Text.
Koofmich [ko:fmi(;]. der; -s. -s u. -e [zu bcriin. koofen
= kaufen u. -mich(el) = abwertende Umgestaltung des
Grundwortes -mann) (berlln. salopp): Kaufmann,
Geschäftsmann: sowas mag Tür einen K. bei der Einstellung
in einen Krämerladen ... genügen (Zwerenz. Quadriga 247).
Koog Qco:k]. den -[e]s. Köge [ko.ga; mniederd. koch <
mniederl. cooch, H. u.) (niederd.): dem Meer abgewonnenes,
durch Deiche geschütztes Land: Polder.
Kookkurenz [koiaku'rcntß]. die; -. -en [zu lat. con- = mit-
u. occurere = begegnen) (Sprachw.): das gemeinsame
Auftreten von sprachlichen Einheiten in einem Satz.
Kooperateur [koj -1. den -s. -e [frz. cooperateur < kir-
chenlat. cooperätor. tKooperator] (bes. Wirtsch.): Partner
bei einem wirtschaftlichen Unternehmen: beteiligen sich die
schwäbischen -e ... an der ... Firma, die Kassetten-Filme
produzieren soll (MM 6.3.70,22); Kooperation [ko| '-].
die; -. -en [kirchenlat. cooperätio = Mitwirkung, zu:
cooperäri. t kooperieren): 1. Zusammenarbeit bes. auf
politischem od. wirtschaftlichem Gebiet, bei der jeder der
Beteiligten seinen Beitrag leistet zur Erreichung eines gemeinsamen
Ziels u. bei der ein bestimmtes Maß von Gemeinsamkeit
erreicht wird: eine K. auf dem Gebiet der Wirtschaft,
mit anderen Ländern, zwischen Ost und West: es gibt
keine K.; etwas durch K. erreichen; für die Wissenschaft
neue Formen der K. entwickeln. 2. (Wettbewerbsrecht)
zwischenbetriebliche Zusammenarbeit, die eine Vorstufe der
Unternehmenskonzentration darstellt.
kooperations-, Kooperation»-: -bereit <Adj.; -er. -este; nicht
adv.>: -e Firmen, dazu: -bereitschaft, die <o. Pl.>; -bezie-
hung, die <meist Pl.> (DDR); -partner, der; -vertrag, der.
kooperativ [ko| -1 <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): zur
Kooperation (1) bereit: ein -es Verhalten; seine Haltung
ist wenig k.; die Aufgabe ist nur k. (gemeinsam, in
Zusammenarbeit) zu lösen; er ist [nicht) k. (ist /nicht sehr] bereit
zur Zusammenarbeit, ist [nicht sehr] hilfsbereit): <subst.:>
Kooperativ [-], das; -s. -e [...i:va]. auch: -s. Kooperative
[...'ti:v3],die;-,-n[russ.kooperatiw.wohl < frz. cooperati-
ve) (DDR): Genossenschaft: eine landwirtschaftliche K.;
Kooperator [koi--'--]. den -s, -en [kirchenlat. cooperätor
= Mitarbeiter, zu: cooperäri. tkooperieren): 1. (veraltet)
Mitarbeiter. 2. (landsch.. bes. österr.) kath. HiUsgeistlicher:
kooperieren [koi—- -) <sw. V.; hat) [kirchenlat. cooperäri
= mitwirken): bes. auf politischem od. wirtschaftlichem
Gebiet zusammenarbeiten: auf einem bestimmten Gebiet,
mit einer anderen Firma k.; Bereits seit einem Jahr wird
zwischen Schwarzkopf und Hoechst kooperiert (MM 29.
4. 69. 18); Du mußt einer sein, der nicht kooperiert (nicht
mitmacht: Zwerenz. Kopf 171).
Kooptation [ko|Dpta'tßio:n], die; -. -en [lat. cooptätio. zu:
cooptäre. t kooptieren) (bildungsspr.): nachträgliche
Hinzuwahl neuer Mitglieder in eine Körperschaft durch die dieser
Körperschaft bereits angehörenden Mitglieder: kooptieren
[...'ti:ranl <sw. V.; hat) [lat. cooptäre) (bildungsspr.): durch
Kooptation hinzuwählen: mehrere Kandidaten .... von
denen die ... Arbeitnehmerseite zu ihren ... Vertretern jeweils
einen .Jcooptierr (MM 4. 12. 73, 1); Kooption Üco|--].
die; -. -en: svw. TKooptation.
Koordinate [ko—]f die; -. -n [zu lat. co(n)- u. T Ordinate):
1. <meist PI.) (Math.. Geogr.) Zahl, die die Lage eines
Punktes in der Ebene u. im Raum angibt. 2. <PI.) (Math.)
Abszisse u. Ordinate zusammen.
Koordinaten- (Math.): -achse, die: eine der Achsen des
Koordinatensystems: ^kreuz. das: das aus Abszisse w. Ordinate
gebildete Achsenkreuz: -netz, das (Geogr.): svw. TGrad-
netz; ^System, das (Math.): mathematisches System, in
dem mit Hilfe von Koordinaten die Lage eines Punktes
in der Ebene od. im Raum festgelegt wird.
Koordination [ko| '-], die; -. -en [zu t koordinieren): 1.
(bildungsspr.) das Koordinieren: eine mangelnde K.; die
K. von Abläufen. Tätigkeiten. 2. (Sprachw.) Neben-.
Beiordnung von Satzgliedern od. Sätzen. 3. (Chemie) (von
chemischen Verbindungen höherer Ordnung)
Zusammensetzung u. Aufhau.
Koordinations-: -Störung, die (Med.): svw. t Ataxie;
-Verbindung, die (Chemie): chemische Verbindung höherer
Ordnung, die sich aus Verbindungen erster Ordnung zusatnmen-
setzt: -zahl, die (Chemie): 1. Zahl, die angibt, wieviele
Atome einem Atom in einem Kristallgitter benachbart sind.
2. Anzahl der um ein zentrales Atom bzw. Ion gelagerten
Liganden.
Koordinator fko|Drdina:tor. auch: ...to:g). der; -s. -en [...na-
'to:ran; zu t koordinieren): a) jmd.. der Teilbereiche eines
Sachgebietes miteinander koordiniert: b) Mitarbeiter der
Rundfunk- u. Fernsehanstalten, der die verschiedenen Pro-
gramme aufeinander abstimmt: koordinieren |...ni:ren] <sw.
V.; hat) [mlat. coordinare) (bildungsspr.): (verschiedene
Dinge, Vorgänge o.a.) aufeinatuier abstimmen, miteinander
in Einklang bringen: Pläne. Projekte. Rundfunkprogramme
[miteinander! k.; verschiedene Meßdaten k.;
koordinierende Konjunktion (Sprachw.; nebenordnende Konjunktion.
z. B. ..und'); <Abl.:) Koordinierung, die; -. -en.
Kopaivabakam [kopa'i:va-]. der; -s [port. copaiba. aus einer
Indianerspr. des östl. Südamerika): Harz des tropischen
Kopaivabaumes. das in der Lackindustrie u. als Heilmittel
verwendet wird: Kopafrabaum, der; -[e]s. ...bäume:
tropischer Baum, dessen Holz den Kopaivabalsam liefert.
Kopal [ko'pa:!]. der; -s. -e [span. copal. aus einer mittelame-
rik. Indianerspr.]: Harz verschiedener tropischer Bäume,
das für die Herstellung von Lacken verwendet wird.
Kopal-: ^flehte, die: hoher Baum mit schmalen, blattartigen
Nadeln u. harzreichem, duftendem Holz, das als Bauholz
verwendet wird: Kaurifichte: -harz, das: svw. t Kopal;
-lack, der: unter Verwendung von Kopal hergestellter Lack.
Kopeke [ko'pe:kd], die; -. -n [russ. kopeika. zu: kopjo =
Lanze. Speer, da die Münze früher den Zaren zu Pferde
mit einer Lanze zeigte): Untereinheit der Währung der
UdSSR (1 Kopeke = 0.01 Rubel); Abk.: Kop.
Köpenickiade [k0:pani'kia:dd]. die; -, -n [nach der Besetzung
des Rathauses in Berlin-Köpenick 1906 durch den
Schuhmacher Wilhelm Voigt, der in Hauptmannsuniform mit
Hilfe einiger Soldaten, die ihm zufällig begegneten, den
Bürgermeister verhaftete u. die Stadtkasse
beschlagnahmte): Streich. Täuschungsmanöver. das durch die
Uniformverehrung der Menschen ermöglicht wird.
Kopepode[kope'po:dd],der; -n. -n [zu griech. kope = Ruder
u. poüs (Gen.: podös) = Fuß] (Zool.): Ruderfulikrebs.
Köper [k0:pB], der. -s. - [aus dem Niederd. < mniederd.
keper. eigtl. = Dachsparren. Querbalken, nach dem
diagonal verlaufenden Grat (4))(Textilind.): 1. <o. PI.) svw.
t Köperbindung. 2. Gewebe. Stoff in Köperbindung: <Zus.:>
köperbindig <Adj.; o. Steig.) (Textilind.): in Köperbindung
gewebt: <Zus.:) Köperbindung, die (Textilind.):
Bindungsart, bei der die Kreuzungspunkte von Kett- u. Schußjäden
so liegen, daß eine diagonale Streifung entsteht.
kopernikanisch [koperni'ka:niD <AdJ.; o. Steig.; nur attr.)
[nach dem dt. Astronomen N. Kopernikus (1473-1543)]:
nach Kopernikus benannt: das -e (heliozentrische)
Weltsystem; Ü eine -e (tiefgreifende) Umwälzung in der
Sprachwissenschaft.
Kopf [kaßfl. der; -[eis. Köpfe [koeßfe; mhd., ahd. köpf,
urspr. = Becher. Trinkschale; vermutlich nach dem
scherzh. Vergleich der Trinkschale mit der „Hirnschale";
wohl zu spätlat. cuppa < lat. cüpa. t2Kufe): 1. (Vkl.
t Köpfchen) oft rundlicher [durch den Hals mit dem Rumpf
verbundener] Körperteil des Menschen u. vieler Tiere, zu
dem Gehirn. Augen. Nase. Mund u. Ohren gehören: ein
dicker, großer, kahler, ausdrucksvoller K.; der K. einer
Katze, eines Vogels; mein K. ist schwer (fühlt sich schwer
an): sein K. sank auf die Brust; die Zuschauer standen
K. an K. (dicht gedrängt): K. oder Zahl (entweder die
Seite der Münze mit dem aufgeprägten [Fürstenlkopf od.
die Seite mit dem Zahlenwert, benutzt als Hilfe bei
Entscheidungsfragen: Es wird die Entscheidung getroffen, die
vordem Hinwerfen der Münze mit der nach oben liegenden
Seite verbunden wurde; vgl. auf den K. hauen); den K.
drehen, abwenden, hochheben, (geh.:) neigen; den K. aus
dem Fenster strecken, durch die Tür stecken; sie schüttelte
verneinend den K.; Als er sich die beiden Prinzen ... einlud
.... schüttelte man am Hofe den K. (hatte man kein
Verständnis: Benrath. Konstanze 17); sich den K. (die Haare)
waschen; sich den K. anstoßen (mit dem Kopf an etw.
1552
Kopf
stoßen); er ist einen ganzen, halben K. größer als ich;
ich steck4 dir gleich den K. zwischen die Ohren (ugs.
drohend); die Mädchen steckten die Köpfe zusammen
> berieten sich tuschelnd); sich die Köpfe heiß reden (sehr
lebhaft diskutieren); der Schuß traf ihn am K.; einen Hut
auf dem K. tragen; der Turner steht auf dem K.; das
Buch steht auf dem K. (umgekehrt) im Regal; auf den
K. des Mörders steht eine Belohnung; ich tu das nicht,
und wenn du dich auf den K. stellst (scherzhafte
Versicherung, etwas Gefordertes auf keinen Fall tun zu wollen);
sich eine Kugel durch den K. schießen, jagen (Selbstmord
durch Erschienen begehen); sich die Decke über den K.
ziehen; jmdm. das Haus über dem K. anzünden (während
er im Haus ist); er überragte mich um einen halben K.;
dem Kranken ein Kissen unter den K. schieben; der Wind
riß ihm den Hut vom K.; das Blut stieg ihm zu K.: R
jmdm. nicht gleich den K. abreißen (ugs.; jmdn. nicht
so schlimm behandeln, wie er erwartet hat): das kann den
K. nicht kosten (daskann so gefährlich nicht sein); * jmdm.
brummt der K. (uns: jmd. hat heftige Kopfschmerzen): jmdm.
schwirrt der K. (jmd. ist auf Grund sehr vieler Eindrücke
verwirrt); jmdm. raucht der K. (ugs.; jmd. denkt längere
Zeit angestrengt nach): Jmdm. wächst der K. durch die
Haare (ugs. scherzh.; jmd. bekommt eine kahle Stelle auf
dem Kopf): nicht wissen, wo einem der K. steht (so viel
Arbeit haben, daß man verwirrt ist, nicht weiß, wo man
atifangen soll); einen dicken/schweren K. haben
(Kopfschmerzen, einen Kater haben); K. hoch! (nur nicht den
Mut verlieren!); jmds. K. fordern (1. jmds. Enthauptung
verlangen. 2. die strenge Bestrafung von jmdm., der sich in
höherer Stellung befindet, fordern): etw. kostet jmdm./imdn.
den K. (1. etw. ist schuld daran, da/S jmil. enthauptet wird.
2. etw. kostet jmdm. die Stellung, das Amt): den K. einziehen
(sich einschüchtern lassen); den K. hängen lassen (mutlos
sein); den K. unterm Arm tragen (ugs.; sehr krank sein):
jmdm. den K. waschen (ugs.; jmdn. scharf zurechtweisen):
seinen K. riskieren; K. und Kragen riskieren/wagen/aufs
Spiel setzen/verlieren (das Leben, die Existenz aufs Spiel
setzen, verlieren); den K. hinhalten müssen (ugs.; für etw.
geradestehen müssen): sich <Dativ> [an etw.] den K.
einrennen (bei einem Vorhaben auf Widerstand stoßen, nicht zum
Ziel kommen); den K. aus der Schlinge ziehen (durch
geschicktes Verhalten einer Bestrafung entgehen); den K. in
den Sand stecken (eine Gefahr nicht sehen wollen; der
Realität ausweichen; nach der [irrigenl Annahme, daß der Vogel
Strauß bei Gefahr den Kopf in den Sand steckt); den
K. hoch tragen (stolz sein); den K. oben behalten (den
Mut nicht verlieren); jmdm. den K.
zurechtsetzen/zurechtrücken (ugs.; jmdn. durch Kritik zur Vernunft bringen): sich
[gegenseitig] einander die Köpfe einschlagen (sich heftig
streiten); jmdn. [uml einen K. kürzer/kleiner machen (ugs.;
jmdn. köpfen): sich (Dativ/ an den K. fassen/greifen (ugs.;
kein Verständnis für etw. haben): wenn ich so einen Unsinn
höre, kann ich mir nur an den K. greifen; jmdm. etw.
an den K. werfen (jmdm. etw. [Freches! direkt sagen):
er warf ihm Unverschämtheiten. Beleidigungen an den
K; eins auf denk, bekommen/kriegen (THut); (einen
Geldbetrag) auf den K. hauen (ugs.; einen bestimmten Geldbetrag
auf einmal für eine Vergnügung o.a. ausgeben; H.u.. viell.
in bezug auf die Münze, die man auf den Kopf. d.h.
auf die Seite mit dem aufgeprägten [Fürstenjkopf. wirft,
damit die Seite mit der Zahl sichtbar ist): heute habe
ich hundert Mark auf den K. gehauen; jmdm. auf den
K. kommen (ugs.; jmdn. ausschimpfen, zurechtweisen,
tadeln)', der Chef wird uns auf den Kopf kommen; ich komm'
dir gleich auf den K.! (Drohung); etw. auf den K. stellen
(ugs.: 1. das Unterste zuoberst kehren, etw. völlig
durcheinanderbringen: die Kinder haben beim Spielen das ganze
Haus. Zimmer auf den K. gestellt. 2. sehr gründlich suchen:
ich habe das ganze Haus auf den K. gestellt und trotzdem
meine Brille nicht gefunden. 3. etw. unrichtig darstellen):
jmdm. auf dem K. herumtanzen/herumtrampeln (ugs.; jmds.
Gutherzigkeit mißbrauchen, indem man ihn respektlos
behandelt u. sich von ihm nichts sagen läßt): sich <Dativ> nicht auf
den K. spucken lassen (salopp; sich nichts gefallen lassen):
jmdm. auf den K. spucken können (salopp scherzh.; größer
sein als ein anderer): nicht auf den K. gefallen sein (ugs.;
gewitzt, nicht dumm sein): jmdm. etw. auf den K. zusagen
(jmdm. erw. unverblümt, ohne Umschweife sagen); etw.
steigt jmdm. in den/zu K. (1. etw. macht jmdn. betrunken.
benommen: der Wein ist mir zu K. gestiegen. 2. erw. macht
jmdn. eingebildet, überheblich: der Ruhm ist ihm zu K.
gestiegen); mit dem K. durch die Wand wollen (ugs.;
Unmögliches erzwingen wollen): mit seinem K. für etw. einstehen
(mit seinem Leben, seiner Existenz für etw. einstehen);
etw. über jmds. K. [hinlweg entscheiden (eine Entscheidung
treffen, ohne den Betroffenen zu fragen, zu informieren);
über die Köpfe hinwegreden (reden, ohne Rücksicht auf
das Verständnis der Zuhörer zu nehmen); jmdm. über den
K. wachsen (ugs.: 1. jmdm. nicht mehr gehorchen: der Sohn
ist seinem Vater längst über den K. gewachsen. 2. von
jmdm. nicht mehr bewältigt werden: die Arbeit ist mir über
den K. gewachsen); bis über den K. in etw. stecken (ugs.;
völlig von etw. beansprucht, belastet sein): bis über den
K. in Sorgen, Arbeit stecken; es geht um K. und Kragen
(ugs.; es geht um das Leben, die Existenz): von K. bis
Fuß (von oben bis unten; ganz u. gar): sich von K. bis
Fuß neu einkleiden, waschen; jmdn. vor den K. stoßen
(ugs.; jmdn. in plumper Weise kränken, verletzen): wie vor
den K. geschlagen sein (ugs.; vor Überraschung, Schreck
wie gelähmt sein). 2. a) Person mit bestimmten
[intellektuellen] Fähigkeiten; Person von bestimmter Intelligenz: er ist
ein kluger, aufgeweckter, heller, fähiger K.; ein
theoretischer K. muß her. ein Mensch mit Bewußtsein (Kant.
Impressum 234); seine Mitarbeiter sind hervorragende
Köpfe; b) geistige Leitung, geistiges Zentrum: der K. des
Unternehmens; die führenden, maßgeblichen Köpfe der
Partei. 3. Denk-, Willenskraft: er hat einen eigensinnigen,
dicken K. (ist dickköpfig); seinen K. zusammennehmen,
anstrengen; du mußt nicht immer deinen K. (Willen)
durchsetzen; etw. [noch] frisch im K. haben (ugs.; sich
[noch] gut an etw. erinnern): etw. im K. behalten (sich
etw. merken); ich weiß nicht, was in den Köpfen der
Leute vorgeht (was sie denken); er hat nur Mädchen und
Autos im K. (denkt nur an Mädchen u. Autos); du bist
wohl nicht ganz richtig im K. (ugs.; bist verrückt): R was
man nicht im K. hat. Idasl muß man in den Beinen haben
(wenn man etwas vergißt, muß man einen Weg zweimal
machen); * jmdm. steht der K. nicht nach etw. (tSinn 3 a);
einen klaren/kühlen K.bewahren/behalten (nicht nervös
werden, die Übersicht behalten); seinen K. aufsetzen
(widerspenstig sein, [trotzig] seinen Willen durchsetzen wollen); den
K. voll haben (an vieles zu denken haben, sich mit vielen
Dingen gedanklich beschäftigen müssen); den K. verlieren
(die Übersicht, die Ruhe, die Fassung verlieren); jmdm.
den K. verdrehen (ugs.; sich so verhalten, daß sich jmd.
in eitlen verliebt): sie hat ihm ganz schön den K. verdreht:
sich (Dativ) den K. zerbrechen (ugs.; sehr angestrengt über
etw. nachdenken): ich zerbreche mir den K.. was ich ihr
schenken soll: aus dem K. (auswendig; ohne nachzusehen);
etw. geht/will jmdm. nicht aus dem K. (etw. beschäftigt
jmdn. dauernd); sich (Dativ) etw. aus dem K. schlagen
(einen Plan o.a. aufgeben, nicht länger darüber
nachdenken); sich (Dativ) etw. durch den K. gehen lassen (über
eine Sache /in Ruhe] nachdenken); etw. schießt jmdm.
[plötzlichl durch den K. (etw. fällt jmdm. plötzlich ein);
etw. geht jmdm. im K. herum (ugs.; etw. beschäftigt jmdn.
sehr): sich <Dativ> etw. in den K. setzen (fest entschlossen
sein, etw. zu tun): du hast dir in den K. gesetzt, sie zu
heiraten; im K. (auslrechnen (rechnen, ohne
aufzuschreiben): die Kosten im K. ausrechnen; etw. geht/will jmdm.
nicht in den K. (hinein] (ugs.: jmd. kann etw. nicht verstehen).
4. Einzelperson innerhalb einer größeren Menge von
Menschen: die Menge war etwa tausend Köpfe stark; Drei
Wasserhahnen, auf dreihundert Köpfe ein Wasserhahn
(Gaiser. Schlußball 67): das Einkommen pro K. der
Bevölkerung; der Eintritt kostet fünf Mark pro K. (für jeden).
5.a) <Vkl. TKöpfchen) rundlicher, oberer Teil von etw.:
der K. der Stecknadel, des Streichholzes, einer Pfeife; Er
schlug die Köpfe von zwei Ampullen ab (Remarque.
Triomphe 410); Disteln mit blauen Köpfchen; Nägel.
Schrauben mit flachen Köpfen; die Blumen lassen die Köpfe
hängen (werden welk); b) eßbarer, rundlicher Teil
bestimmter Gemüse- u. Salatpflanzen, der etwa die Größe eines
Menschenkopfes hat: ein K. Salat. Blumenkohl: c) oberer Teil
od. Vorderende von etw., dem eine bestimmte Wichtigkeit
zukommt: der K. eines Briefbogens, einer Zeitung, einer
Buchseite: den K. des Zuges bildet die Musikgruppe; der
Hausherr sitzt am K. der Tafel; Er spazierte bis auf den
K. der langen Landungsbrücke (Rehn, Nichts 87).
98 GDW
1553
köpf-, Kopf-
kQpf-, KQpf-: -ab [-'-] <Adv.> (selten): svw. T-abwärts;
-abwärts [-'—] <Adv.>: mit dem Kopf nach unten: er stürzte
k. aus dem Fenster; -an-KQpf-Remen (mit Bindestrichen),
das (Sport): Lauf. Rennen, bei dem zwei od. mehrere
Konkurrenten [fast] gleichauf sich dem Ziel nähern: an der Spitze
des Feldes kam es zu einem K.; Ü Die Sozialdemokraten
erlitten in einem harten K. mit den Christlichen
Demokraten ... geringe Einbußen (Express 1. 10. 68. 2); -arbeit,
die: geistige Arbeit (Ggs.: Handarbeit 1 a). dazu: -arbeiten
der: jmd.. der vorwiegend geistig arbeitet (Ggs.:
Handarbeiter); -bahnhof, der: Bahnhof ohne durchgehende Gleise
(Ggs.: DurchgangsbahnhoO; ^ball, der (Fußball): mit dem
Kopf gestoßener Bali dazu: -ballabwehr, die: Abwehr des
Balles durch einen Kopfball, -ballpendel, das (Fußball):
Gerät mit einem an einer Schnur frei hängenden Ball zum
Trainieren von Kopfbällen. -ballspeziaJist. der: aufKopjbäl-
le spezialisierter Spieler. -balispiel, das <o. Pl.> (Fußball):
das Spielen von Kopfbällen, -ballstark <Adj.; nicht adv.)
(Fußball): im Kopfballspiel gut. stark: der Libero ist sehr
k.. -balltor, das (Fußball): durch einen Kopfball erzieltes
Tor: -bedeckung, die: etw.. womit man zum Schutz od.
zum Schmuck den Kopf, die Haare bedeckt: mit. ohne
K.; -bewenung, die: Bewegung mit dem Kopf: eine rasche,
ablehnende K. machen; ^bonen, der (selten): Briefbogen
mit Briefkopf: -dünaer, der: Dünger, mit dem eine wachsen-
de Pflanze gedüngt wird: MÜinaung, die: das Düngen von
Pflanzen während der Wachstumszeit: —ende, das: a) Seite
eines Bettes o.a.. an der der Kopf liegt: am K. des Bettes
steht ein Nachttisch; b) oberes Ende: am K. des Tisches
sitzen; -fessekmg, die (Ringen): Griff, bei dem der Kopf
des Gegners umklammert wird: -form, die: Form eines
Kopfes: eine runde, charakteristische K.; -filßer, der <meist
Pl.> (Biol.): Vertreter einer Klasse von Weichtieren mit
Fangarmen am Kopf: Zephalopode: ^geld, das: 1.
Geldprämie, die für die Ergreifung eines Verbrechers o. ä. gezahlt
wird. 2. (selten) pro Person ausgezahlter Betrag: wenn alle
nur über 40 Mark K. verfügten, die man heute eintauschen
konnte (Kuhn. Zeit 411); -geschwutet, die (Med.): bei
der Geburt entstandene Geschwulst am Kopf eines
Neugeborenen: -grind.der: Hautausschlag auf dem Kopf mit Bildung
von Schorf: -grippe,die (volkst.): a) epidemische
Gehirnentzündung: Enzephalitis: b) Erkältung mit starken
Kopfschmerzen: -haar, das: Gesamtheit der auf dem Kopf
wachsenden Haare: -haken, der (Boxen): zum Kopf geschlagener
Haken (3); -hälfte, die: die linke, rechte K.; -haltung,
die: Art u. Weise, den Kopf zu halten: -hänoer. der (ugs.):
mutloser, trübsinniger Mensch, dazu: -hängerei [-hena'r^j],
die; - (ugs.): Mutlosigkeit, -hängerisch <Adj.>. mutlos,
trübsinnig: -haube, die (selten): eng am Kopf anliegende Haube:
-haut, die: Haut, die die Oberseite des Kopfes bedeckt:
Haarboden: die K. massieren; -hohe, die: das Regal in
K. anbringen; -hörer, der: Gerät mit meist zwei kleinen
Lautsprechern, die mit einem Bügel auf die Ohren gedrückt
werden u. mit dem Töne txi. Gesprochenes direkt ans Ohr
übertragen werden: Musik überK. hören; -jagd, die:
Erbeutung von Köpfen getöteter Gegner bei bestimmten
Naturvölkern: ^iäger, der: Angehöriger eines Volkes, das Kopfjagd
betreibt: -jucken, das: das Jucken der Kopfhaut: -keil,
der: keilförmiges Matratzenteil am Kopfetule des Bettes,
-kis§en, das: zum Bettzeug gehörendes Kissen, auf dem
der Kopf liegt, dazu: -kissenbezug, der; -kohl, der: Kohl,
dessen Blätter einen Kopf (5 b) bilden: -läge, die: (Med.):
Lage des Kindes bei der Geburt, bei der der Kopf zuerst
austritt: -länge, die: die Stute gewann mit einer K.
Vorsprung; er ist eine K. größer als ich; vgl. Kopfeslänge;
-last, die: Last, die auf dem Kopf getragen wird: -lastig
[-lasticl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. (von Flugzeugen.
Schiffen o.a.) vonte zu stark belastet: das Boot. Flugzeug
ist k.; Ü wenn Investitionen k. (nicht gleichgewichtig, nicht
angeglichen) werden (Zeit 15.5.64,37); eine -e
Administration (mit zu vielen Leuten an der Spitze): der Regisseur
hat den Film k. gemacht (zu sehr intellektualisiert). 2.
(ugs.) sehr stark betrunken, dazu: -lastigkeit, die; -: Ü
Auf dem Weg, die K. des Bildungssystems zu entzerren
(MM 22. 11. 74. 1): -laus, die: Laus, die sich im Kopfhaar
des Menschen ansiedelt: -leiste, die: Leiste im Kopf (5 c)
einer Zeitung, in der das Impressum steht: -los <Adj.>:
1. ohne Kopf: -e Lebewesen. 2. auf Grund von Verwirrung.
Überraschung o. ä. unfähig, einenklaren Gedanken zufassen,
sinnvoll zu handeln: ein -er Mensch; Er konnte sich an
einen ähnlich -en Entschluß nicht erinnern (im Zustand
der Verwirrung gefaßter Entschluß: Johnson, Ansichten
20); die Leute waren ganz k.: k. umherlaufen: sich k.
benehmen, dazu: -losigkeit, die; -; -mas&age, die; -nicken,
das; -s: das Nicken mit dem Kopf als Zeichen der
Zustimmung od. des Grußes: ein freundliches, kurzes, stummes
K.; er verabschiedete sich mit einem K.; -miß, die [1:
zu TNuß (3)1 (ugs.): 1. leichter Schlag mit den
Fingerknöcheln gegen den Kopf: der Lehrer verteilte
Kopfnüsse. 2, bes. schwierige Denkaufgabe: -Dein, die (landsch.):
svw. t -schmerz; -pflaster, das: svw. t-Steinpflaster;
-Polster, das (österr.): svw. t-kissen; -prämie, die: vgl. -geld:
-preis, der: vgl. -geld (1); -putz, der (veraltet): Schmuck
für den Kopf: -quote, die: auf den einzelnen entfallende
Quote: -rechnen <sw. V.; nur im Inf. gebr.): rechnen, ohne
aufzuschreiben: er kann gut k.; -rechnen, das: im K. bin
ich schwach; -salat, der: Salatpflanze mit hellgrünen,
welligen Blättern, die einen Kopf (5 b) bilden: -scheu <Adj.)
[urspr. von Pferden gesagt, die scheuen, wenn sie am Kopf
gepackt werden] in den Wendungen jmdn. k. machen (ugs.;
jmdn. verwirren u. ängstlich, unsicher machen); k. werden
(verwirrt, unsicher, ängstlich werden): -Schlagader, die:
svw. t Halsschlagader. Karotis; -schmerz« der (meist PL):
Schmerz im Kopf: der K. ist weg; die -en gehen nicht
weg; heftige, rasende, wahnsinnige -en haben; eine Tablette
gegen -en nehmen; *sich (Dativ) über etw./weaen etw.
keine -en machen (ugs.; sich keine Sorgen um. über etw.
machen); etw. bereitet/macht imdm. -en (ugs.; etw. bereitet
jmdm. Sorgen), dazu: -Schmerztablette, die; -schmuck, der:
schmückende Kopfbedeckung: -schuppe, die <meist PL):
kleines Hautteilchen, das von der Kopßiaut abgestoßen wird:
Schuppe: -schuß, der: Schußverletzung am Kopf:
-schütteln* das; -s: (das Schütteln des Kopfes als] Ausdruck der
Verneinung od. der Verwunderung, des Unverständnisses:
sein Verhalten löste allgemeines K. aus; und betrachte
nun mit ungläubigem K. all das Haarsträubende
(Hauptmann. Thiel 24); -schüttelnd <Adj.; o. Steig.; in Verbindung
mit Vollverben): verwundert, nicht verstehend: k. sah er
zu; (seltener auch attr.:> die -en Zuhörer; -schütz, der:
Schutz des Kopfes (z. B. Kunststonhelm der
Eishockeyspieler, eine Art Lederkappe der Boxer); -Schützer, der: bei
großer Kälte getragene wollene Kopfbedeckung, die nur
Augen. Naseu. Mund frei läßt: Ein dicker grauer K. umrahmte
wulstartig sein Knollengesicht (Kirst. 08/15.484); -sprang,
der: Sprung ins Wasser, bei dem die über den Kopf
gestreckten Arme vorangehen: einen K. machen; Ü K. ins Glück;
-stand, der: Turnübung, bei der man mit gestrecktem Körper
auf dem Kopfsteht u. sich mit den Händen abstützt: -stehen
<sw. V.; hat/: 1. (selten) auf dem Kopfstehen: der Turner
steht köpf. 2. (ugs.) völlig überrascht, durcheinander,
verwirrt, bestürzt sein: als sie die Nachricht bekamen, standen
sie köpf; das ganze Haus hat kopfgestanden; -stein, der
(selten): wenig behauener. oben rundlicher Pflasterstein,
dazu: -Steinpflaster, das; -Steuer, die: Steuer, die von jedem
in gleicher Höhe erhoben wird, -stimme, die: holte
Stimmlage, beider hauptsächlich der Kopf Resonanzraum ist: Falsett:
-stoß, der: 1. (Fußball) svw. t-ball. 2. (Boxen) unerlaubter
Stoß mit dem Kopf ins Gesicht des Gegners (beim
Nahkampf) : -stoßen, das; -s (Boxen): das Stoßen mit dem Kopf:
jmdn. wegen -s verwarnen; -stück, das: 1. (Kochk.)
vorderer Teil eines Fisches (Ggs.: Schwanzstück). 2. (landsch.)
svw. tKopfnuß (1); -stütze, die: Stütze für den Köpf
[an Autositzenl: ^teil, der od. das: a) svw. t-ende (a);
b) Teil eines Sitzes. Sessels o.a.. der für den Kopf
bestimmt ist: -trefler, der (Boxen): Treffer am Kopf: -tuch,
das: Tuch, das von Frauen um den Kopf gebutiden getragen
wird: -über [-'--] <Adv.>: mit dem Kopf voran: er fiel
k. ins Wasser; er stürzte sich k. aus dem Fenster; U sich
k. (voller Tatendrang) in die Arbeit stürzen; -unter [ ' -]
<Adv.> (selten): mit dem Kopf nach unten: k. am Reck
hängen; -verband, der: Verband um den Kopf: -Verletzung,
die; -vor [-'-] <Adv.> (landsch.): mit dem Kopf voran,
zuerst: er ist k. aus dem Fenster gefallen; U so daß beide
Schifte .Jcopfvor" (Bug an Bug) zusammenstießen (MM
15. 10. 71. 5); -wackelnd <Adj.; o. Steig.; in Verbindung
mit Vollverben): sie saß k. da; (seltener auch attr.:>
-e Greise; -wasche, die: 1. das Waschen der Haare: bei
jeder K. ein Pflegemittel verwenden. 2. (ugs.) scharfer
Tadel. Zurechtweisung: eine ordentliche K.; -wasser, das:
svw. t Haarwasser; -weh, das <o. PI.) (ugs.): svw.
1554
koppeln
T ^schmerz: K. haben; ^welde, die: Weidenbaum mit einer
rundlichen Verdickung am oberen Ende des Stammes:
-Wendung, die; -wunde, die; -wurf, der (Budo): Wurf über
den Kopf; -zahl, die: Anzahl von Personen, Tieren: die
K. hat sich verdreifacht; -zerbrechen, das; -s: angestrengtes
.Machdenken, um eine Lösung, einen Ausweg aus einer
schwierigen Situation zu finden: dieses Problem macht,
bereitet Ltmdm.] K.; 'sich (Dativ) über etw. (kein] K.
machen (sich über etw. /keine] Sorgen machen); ^zier, die
(geh.): svw. T ^schmuck.
Köpfchen ['koegfcm]. das; -s. -: I. TKopf (1. Sa). 2. (ugs.)
pfiffiger Verstand, Findigkeit, Ideenreichtum:
Rationalisierung. Automation ... da ist das K. entscheidender als
Muskelkraft (Spiegel 16. 1966. 156); er hat K.; K. muß
man haben; mit K. arbeiten, spielen; ein Problem mit
K. lösen; *K.. K.! (Ideen. Verstand, Intelligenz muß man
haben). 3. (Bot.) Blütenstand, bei dem viele Blüten in
kugeliger Form dicht beieinanderstehen: das K. des Klees; Köpfe:
PI. von TKopf; köpfein [koofln] <sw. V.; hat) (südd..
österr.. Schweiz.): 1. svw. Tköpfen (2). 2. einen Kopfsprung
machen; köpfen ['koß/n] <sw. V.; hat) (landsch.): (von
Salat) einen Kopf bilden: der Salat köpft; köpfen ['koeßfnl
<sw. V.; hat) [1: spätmhd. köpfen): I. jmdn. hinrichten,
indem man ihm den Kopf vom Rumpf trennt, (zur Vollstrek-
kung der Todesstrafe) jmdm. den Kopf abschlagen: der
Verbrecher wurde geköpft; <subst.:) jmdin. zum Tod durch
Köpfen verurteilen; Ü das Frühstücksei k.; eine Flasche
k. (öffnen, um sie zu leeren); Tabakpflanzen k. (die Herz-
triebe ausbrechen). 2. (Fußball) a) einen Ball mit dem Kopf
wohin] sto/ien: den Ball [ins Aus) k.; b) durch Köpfen
(2a) erzielen: ein Tor k. 3. (Fachspr.) mit eitlem Kopf
(5 c) versehen: Karteikarten k. 4. (landsch.) svw. Tköpfen;
Kopfeslänge, die; -. -n (geh.): svw. tKopflänge: jmdn. um
K. überragen; köpfig ['kcegfu;] <Adj.) (Schweiz.):
dickköpfig; -köpfig [-1 in Zusb.. z. B. großköpflg (mit gro-
liem Kopf), dreiköpfig (aus drei Personen bestehend, mit
Ziffer: 3köpflg); Köpfler [koecflB]. der; -s. - (südd.. österr.):
Kopfball; köpflmgs [kceo/lros]. (auch:) kopflings <Adv.):
a) mit dem Kopf zuerst: k. die Treppe hinunterstürzen;
b) auf dem Kopf: an einem Auto vorbei, das kopflings
vor der Oper lag (Kant, Impressum 453).
Kophosis [ko'fo:zis], die; - [zu griech. köphös = taub]
(Med.): [völlige] Taubheit.
Kophta [kofta]. der; -s, -s IH.u.) (hisl.): geheimnisvoller
ägyptischer Magier; <Abl.:> kophtisch <Adj.; o. Steig.)
<hist.): den Kophta betreffend.
fcopblbuch [ko'pia:l-].das; -[e]s, ...bücher [zu T Kopie] (hist.):
vom Empfänger angefertigte] Sammlung von Abschriften
von Urkutiden, Rechtsfällen o.a.; Kopialien [ko'pia:ljpn]
• PI.) (veraltet): Abschreibgebühren; Kopiatur [kopia'tu:?].
die; -, -en (veraltet): das Abschreiben: Kopie [ko'pi:. österr.:
ko:pjp]. die; -. -n [...'pi:an. österr.: ko:pjpn; spätmhd.
copi < mlat. copia = (den Bestand an Exemplaren
vermehrende) Abschrift < lat.cöpia = Vorrat. Menge]: l.a)
mit dem Original übereinstimmende Abschrift, Durchschrift
eines Schriftstücks: eine beglaubigte K. des Zeugnisses;
die K. eines Vertrages, eine K. anfertigen, ausfertigen;
b) kurz Tür TFotokopie: eine gute, schlechte, scharfe K.;
von einer Buchseite fünf -n machen. 2. (Fot.) a) durch
Belichten hergestelltes Bild von einem Negativ; Abzug (2 a):
eine K.. mehrere -n machen; b) fotografisch hergestelltes
Doppel eines Films, der vorgeführt wird: die K. des Films
hat Kratzer, ist gerissen. 3. genaue, originalgetreue
Nachbildung eines Gegenstands, meist eines Kunstwerks o. ä.: eine
ausgezeichnete, dilettantische K.; eine K. des Gemäldes,
des Haustürschlüssels: dies ist eine K. von. nach einem
berühmten Gemälde; -n herstellen, verkaufen. 4. (häufig
abwertend) Nachahmung, Abklatsch: er ist nur eine [blasse]
K. seines Chefs; ihre Paarlaufkür ist eine schwache K.
der Olympiakür.
Kopkr-. ^anstalt, die (Fot.): Betrieb, in dem Kopien (2)
hergestellt werden; -buch, das (Wirtsch. veraltet): Buch,
in dem Kopien u. Abschriften gesammelt sind; -gerat, das:
a) (Fot.) Gerät, mit dem Kopien (2 a) gemacht werden;
b) Gerät, mit dem Fotokopien gemacht werden; -papier,
das: a) (Fot.) lichtempfindliches Papier für Kopien (2 a);
b) / spezielles] Papier für Fotokopien; c) svw. T Kohlepapier;
^presse, die (veraltet): Gerät zum Herstellen von Kopien;
^rahmen, der (Fot.): Rahmen, in den das Negativ u. das
Papier beim Kopieren (2 a) eingespannt wird; ^stift. der:
Bleistift mit einer Mine, die wasserlösliche Farbstoffe enthält
u. nicht wegradiert werden kann; -verfahren, das; ^werk.
das: vgl. ^anstatt.
kopieren [ko'pi.ren] <sw. V.; hat) [mlat. copiare =
vervielfältigen, zu: copia. TKopie]: l.a) eine Kopie (1 a). eine
Abschrift. Zweitschrift, Durchschrift von einem Schriftstück
machen: die Urkunde, das Zeugnis k.; b) eine Fotokopie
von etw. machen: Buchseiten k. 2. (Fot.) a) eine Kopie
(2 a) herstellen; b) von einem Negativfilm einen Positivfilm
herstellen: einen Film k. und vertonen lassen. 3. ein
Kunstwerk o.a. nachbilden, ein zweites Exemplar nach einem
Original herstellen: ein Gemälde k.; Die Pariser Couture-
Moden werden in der ganzen Welt mit bemerkenswerter
Genauigkeit kopiert (Dariaux [Übers.]. Eleganz 66). 4.
jmd., etw. nachahmen, als Vorbild nehmen, imitieren: die
Schüler kopierten den Lehrer; Geschäftspraktiken k.; die
Schauspielerin kopierte die Gestik und Redeweise ihres
Vorbilds; Kopkrer, der; -s. - (ugs.): Fötokopierautomat.
Kopilot, der; -en. -en [engl, copilotl: zweiter Pilot in einem
Flugzeug; Kopilotin. die: w. Form zu T Kopilot.
kopiös [ko'pi0:s] <Adj.; o. Steig.) [frz. copieux < lat. cöpiö-
sus. zu: cöpia. TKopie] (veraltet, noch Med.): reichlich.
Kopist [ko'pistl. der; -en. -en [mlat. copista]: jmd., der etw.
kopiert (1-3).
Koppa [kapa]. das; -[s]. -s [griech. köppa]: Buchstabe im
ältesten griechischen Alphabet (9).
Koppe [kapa], die; -. -n [1: zu TKopf od. TKuppel: I. svw.
TGroppe. 2. (landsch.) svw. TKuppe.
'Koppel ['kopl], das; -s. -. österr.: die; -. -n [mhd. koppel.
kuppel = Band. Verbindung; mit einem Seil
zusammengebundene Tiere (bes. Hunde. Zugtiere) < afrz. co(u)ple
= Band < lat. cöpula = Band; Zug-. Hundeleine]: a)
zu einer Uniform gehörender [breiter] Ledergürtel: ein
breites, glänzendes K.; das K. enger schnallen, umschnallen,
festziehen, öffnen, aufmachen, putzen; Der dicke
Kuhlmann mit seiner Nullacht am K. (Degenhardt.
Zündschnüre 8); b) (Jägerspr.) Gurt, an dem der Hirschfänger getragen
wird; Goppel [-]. die; -. -n [1: aus dem Niederd. < mnie-
derd. koppel = Umzäunung: eingezäuntes Landstück,
eigtl. = Band; vgl. 'Koppel; 2: mhd. koppei. kuppel.
T'Koppel]: I. eingezäuntes Weideland: die Pferde weiden
auf der K.. in der K.; aus der K. ausbrechen. 2. mehrere,
mit Riemen zusammengebundene Tiere, bes. Hunde: eine
K. Jagdhunde; eine K. von Meute- und Vorstehhunden
(Th. Mann. Krull 388). 3. Riemen. Leine, mit der mehrere
Tiere zusammengebunden werden: die Hunde an der K.
führen. 4. (Musik) Vorrichtung an der Orgel, mit der
Register eines Manuals auf ein anderes umgeschaltet werden
können od. die höhere od. tiefere Oktave eines Tons zum
Mitklingen gebracht werden kann.
'Koppel- ('Koppel a): -rtemen,der: svw. T 'Koppel; -schloß,
das: Verschluß des Koppels; -zeug, das: Koppel mit daran
befestigten anderen Ausrüstungsgegenständen: als er ... sich
vom Haken das K. griff (H. Kolb. Wilzenbach 150).
koppel-, Goppel- (2Koppel): -gängig <Adj.: nicht adv.)
(Jägerspr.): leicht in der 2Koppel (3) zu führen; -rick. das:
a) Zaun, mit dem eine 2Koppel (1) eingezäunt ist; b) (Reiten)
Hindernis beim Springreiten aus zwei Stangen; -weide, die:
svw. TGoppel (1); -Wirtschaft, die (Landw.):
Wirtschaftsform, bei der ein Stück Land im Wechsel als Weide- od.
Ackerland genutzt wird.
^tgppel- (koppeln): -flug.der: Flug von aneinandergekoppel-
ten Raumschiffen; -manöver, das: Manöver, bei dem zwei
Raumschiffe aneinandergekoppelt werden; -navigation, die
(Seew.): Navigation, bei der der Standort des Schiffes durch
Koppeln (4)bestimmt wird; ^ort, der (Seew.): durch Koppeln
(4) bestimmter Standort eines Schiffes; Mvort. das
(Sprachw.): gekoppeltes (3) Wort.
koppeln [kapjn] <sw. V.; hat) [mhd. kuppeln, koppeln =
an die ^Koppel (3) legen, verbinden]: I. a) Tiere mit Riemen
o. ä. aneinanderbifiden; b) ein Fahrzeug an ein anderes
hängen; Fahrzeuge miteinander verbinden: die Astronauten
koppelten die Raumschiffe; c) zwei Dinge durch technische
Vorrichtungen zum Zusammenwirken bringen: Stromkreise
k.; das Telefon ist an ein Tonbandgerät gekoppelt; ein
Gerät mit einem anderen k. 2. a) mit etw. in Zusammenhang
bringen; eine Abhängigkeit zwischen etw. herstellen: ich
koppelte meine Zustimmung an zwei Voraussetzungen;
er wußte seinen Vorteil mit dem ihrigen ... so eng zu
k. (Brod. Annerl 30); b) <meist im Perfekt) mit etw. im
98*
1555
Koppelung
Zusammenhang stehen; gleichzeitig stattfinden, auftreten
o. ä.: die medikamentöse Behandlung ist mit
psychologischer Betreuung gekoppelt; Fragen wie die. ob
Geisteskrankheiten und Körperbaumerkmale gekoppelt sind
(Gehlen. Zeitalter 24). 3. (Sprachw.) (einzelne Wörter)
durch Bindestriche verbinden. 4. (Seew.) den Standort eines
Schiffes berechnen, indem man auf einer Seekarte die zurück-
gelegte Distanz einträgt; <Abl.>: Koppelung: tKopplung.
koppen ['kapn] <sw. V.; hat) [spätmhd. koppen = speien]
(Fachspr.): (von Pferden) geräuschvoll Luft schlucken.
Köpper [kcepcl. der. -s. - (landsch.): svw. tKopfsprung;
koppheister [kop hajstßl <Adv> [1. Bestandteil: niederd.
Kopp = Kopf. 2. Bestandteil viell. zu mhd. heistieren
(< afrz. haster) = eilen) (nordd.): kopfüber: k. ins Wasser
springen; k. schießen (einen Purzelbaum schlagen); Auf
einer Chaussee, neben dereine der langbeinigen Maschinen
an einem Hindernis k. gegangen war (draufgegangen war;
Spiegel 11. 1978. 148).
Kopplung, Koppelung [koptaHunh die; -. -en: das Koppeln
(1-4); das Gekoppeltsein; <Zus.:> Kopplungsgeschäft, das
(Wirtsch.): Geschäft, bei dem der Käufer eine Ware nur
bekommt, wenn er gleichzeitig noch eine andere kauft;
Kopplungsmanöver, das: svw. t Koppelmanöver.
Kopra [ko:pral. die; - [port. copra < tamil. (Eingebore-
nenspr. des südl. Indiens) khopra): zerkleinertesu.
getrocknetes Mark der Kokosnuß.
Koprämie [kopre'mi:]. die; -. -n [...i.an: zu griech. köpros
= Kot.Schmutzu.halma = Blut) (Med.): Selbstvergiftung
des Körpers durch langdauernde Verstopfung.
Koprfisenz.die; - [engl, copresence] (Sprachw.): gemeinsames,
gleichzeitiges Auftreten sprachlicher Elemente.
Koproduktion, die; -, -en [engl, coproduction]: a) in Gemein-
schaftsarbeit produzierter Film od. Fernsehsendung: eine
deutsch-italienische K.; b) svw. tGemeinschaftsproduktion
(a): der neue Wankelmotor ist eine K. von Peugeot und
Citroen; Koproduzent, der; -en. -en: jmd,. der mit jmd.
anderem zusammen einen Film, eine Fernsehsendung o.a.
produziert; koproduzieren <sw. V.; hat): einen Film, eine
Fernsehsendung in Gemeinschaftsarbeit produzieren.
koprogen [kopro'ge.n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
köpros = Kot, Schmutz u. t-gen) (Med.): vom Kot
stammend, durch Kot verursacht (z. B. Infektionen); Koprolalie
[...la'li:]. die; - [zu griech. laliä = Geschwätz. Rede]
(Psych.): abartige Neigung zum Aussprechen unanständiger,
obszöner Wörter (meist aus dem analen Bereich); Koprolith
[.. ii:t. auch: ...litl. der; -s od. -en. -e[n] [t-lith]: 1. (Med.)
svw. tEnterolith. 2. (Geol.) versteinerter Kot von urwelh
liehen Tieren; Koprom [ko'prorm]. das; -s. -e [zu griech.
köpros = Kot. Schmutz) (Med.): scheinbare Geschwulst
im Darm in Form von verhärtetem Kot; koprophag fkopro-
fa:k] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech. phageln =
essen, fressen). 1. (Biol.) sich von Mist. Kot ernährend.
2. (Psych.) kotessend (aus einer krankhaften Neigung her-
aus); Koprophage [...Ta:ga]: 1. der; -n. -n (Biol.): Tier,
das sich von Exkrementen ernährt. 2. der u. die; -n. -n
(Med., Psych.): jmd.. der aus einer krankhaften Neigung
heraus Kot ißt; Koprophagie [...fa'gi:]. die; - (Med.. Psych.):
Kotessen (aus krankhafter Neigung); Koprophilie [...fi'li:].
die; - [zu griech. philia = Liebe. (Zu)neigung): (Med..
Psych.) starkes Ikrankhaftes 1 Interesse an /den eigenen]
Exkrementen; Koorootidbiz.d\e\ - [tPhobie]: (Med., Psych.)
[krankhafte] Angst vor der Berührung von Fäkalien, oft
auch Angst vor Schmutz od. Ansteckung; Koprostsse, die;
-, -n [tStase] (Med.): schwere Verstopfung.
Kops [kops]. der; -es. -e [engl. cop. eigtl. = Spitze, oberer
Teil) (Textilw.): Spule. Spindel mit aufgewickeltem Garn.
Kopte ['kDptal. der; -n. -n [arab. Qubjly. qibjiy < griech.
Aigyptios = Ägypter): Angehöriger der christlichen Kirche
Ägyptens; koptisch ['koptiÜ <Adj.; o. Steig.); Koptologe
[kopto...]. der; -n. -n IT-löge): Wissenschaftler auf dem
Gebiet der Koptologie; Koptologfc,die; - [t -logie): Wissenschaft
von der koptischen Sprache u. Literatur.
Kopula [ko:pula], die; -. -s u. ...lae [...Je; lat. cöpula =
Band]: 1. (Biol.) svw. tKopulation (1). 2.a) (Logik) das
Glied, das Subjekt u. Prädikat zu einer Aussage verbindet;
b) (Sprachw.) Verbform, die die Verbindung zwischen
Subjekt u. Prädikativ (Prädikatsnomen) herstellt; Kopulation
[kopula'tßio:n]. die; -. -en [lat. cöpulätio. zu: cöpuläre.
tkopulieren]: 1. (Biol.) svw. tBegattung. 2. (Gartenbau)
Veredlung von Pflanzen, bei der ein schräggeschnittenes
Edelreis genau auf die Unterlage gepaßt wird. 3. svw. t
Koitus. 4. (veraltet, noch landsch.) Trauung; kopulativ [...'ti:fl
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [spätlat. cöpuläfivus]
(Sprachw.): verbindend, aneinanderreihend: „und" ist eine
-e Konjunktion; <Zus.:)Kopulativkonipo6itunivdas. <Abl.:)
Kopulativuni [...ti.vom]. das; -s. ...va (Sprachw.):
Kompositum aus zwei gleichwertigen Wörtern; Additionswort (z. B.
taubstumm); kopulieren [...li:ren] <sw. V.; hat) [lat.
cöpuläre = eng verbinden]: 1. (Biol.) svw. tbegatten (b). 2.
(Gartenbau) Pflanzen durch Kopulation (2) veredeln. 3.
svw. tkoitieren: so wird auf der ganzen Welt in jedem
Augenblick des Tages hundertmillionenfach kopuliert
(Chotjewitz. Friede 25). 4. (veraltet, noch landsch.) trauen,
ehelich verbinden. 5. (Sprachw.) [mit einem Bindewort/
verbinden: Jeder sprachliche Effekt aber geht verloren,
kopuliert man wie Gaiser: „und ich merkte schnell ..."
(Deschner. Talente 61); <Abl.:> Kopulkrung. die: -. -en:
seltener für tKopulation (4): Weil niemand zugegen war.
der sie hätte trauen können, besorgte der Bräutigam selbst
die K. (Fussenegger. Haus 14).
kor [ko:g]: tküren, kiesen.
Kör- (kören): -bestmmung, die: Bestimmung für das Kören
von Zuchttieren; -gesetz, das: vgl. ^bestimmung; -hengst,
der: zur Zucht ausgewählter Hengst; -kommission. die;
-Ordnung, die: Zusammenfassung aller Körbestimmungen;
-zeit, die: Zeit, in der gekört wird.
Korah [ko:ra; nach dem in 4. Mos. 16. 1 ff. genannten
Enkel des Levi Korah (hebr. qorar)). der sich mit anderen
gegen Moses stellte] in der Fügung eine Rotte K. (bil-
dungsspr. veraltet: zügellose Horde).
Koralle [ko'rato]. die; -. -n [mhd. koral(le) < afrz. coral
< lat. coralKDum < griech. korällionl: 1. in tropischen
Meeren meist in Kolonien lebendes, festsitzendes Hohltier
mit einem verzweigten Kalkgerüst: -n fischen; aus den
Skeletten der -n bilden sich Riffe. 2. Schmuck aus dem
Kalkgerüst der Koralle (1): eine Kette. Brosche aus [geschliffenen]
-n; korkten <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1. (nur attr.)
aus Korallen (2) bestehend. 2. svw. t korallenrot.
kor^Jlen-, Korallen-:-bank, die < PI ...bänke):]Bank (3 b)aus
versteinerten Skeletten von Korallen; -bäumchen, das: als
Topfpflanze kultivierter, baumartig wachsender Strauch mit
weißen Blüten u. kirschgroßen, roten od. orangefarbenen
Beeren; -bauten <PI.>: aus versteinerten Korallenkolonien
entstandene wallartige Gebilde; -farbig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): vgl. ^rot; -fisch, der: in Korallenriffen lebender,
sehr farbenprächtiger kleiner Fisch, der auch in Aauarien
gehalten wird; -fischer, der: jmd.. der die versteinerten
Kalkgerüste von Korallen für die Verarbeitung zu Schmuck
aus dem Meer holt, dazu: -fischerei, die; -; -Insel, die:
große, eine Insel bildende Korallenbank; -kette, die:
Halskette aus Korallen (2); -kirsche, die: svw. Nbäumchen;
-mund, der (dichter, veraltet): korallenroter Mund; Mrtter,
die: Giftschlange mit schwarzgelbroter Zeichnung; -pilz,
der: svw. tZiegenbart; M-iffT, das: vgl. ^bank; ^rot <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): von matter, gelbroter Farbe;
-schlänge, die: vgl. ^otter; -schmück, der: Schmuck aus Korallen
(2); -Strauch, der: vgl. -bäumchen; -tier, das (Biol.): im
Meer lebendes, in vielen Arten vorkommendes Hohltier.
Korallin [korali:n], das; -s: roter Farbstoff für Lackfarben.
koram [ko:ram] in der Wendung jmdn. k. nehmen (veraltet;
jmdn. scharf tadeln; lat. cöram = vor aller Augen,
öffentlich; vgl. coram publico); koramieren [kora'mi.ran] <sw.
V.; hat) (veraltet): zur Rede stellen, zurechtweisen.
Koran [ko'ra:n. auch: ko:ra(:)n]. der; -s. -e [arab. qur'än
= Lesung]: 1. <o. PI.) Gesamtheit der Offenbarungen des
Propheten Mohammed, das heilige Buch des Islams: den
K. auslegen, übersetzen. 2. Buch. Exemplar, das die heiligen
Schriften des Islams enthält: ein alter, kostbarer K.
Koran-: -auslegung, die: svw. tTefsir; -kapitel, das: svw.
tSure; -§chule, die: Schule, in der der Koran gelesen u.
ausgelegt wird.
Korb Oorp], der; -[e]s. Körbe [karte; 1 a. mhd. korp. ahd.
chorp.wahrsch. < lat.corbis = Korb.urspr. =
Geflochtenes; 4: nimmt darauf Bezug, daß in früheren Zeiten Frauen
gelegentlich ihren Liebhaber zu sich in einem Korb
hochziehen ließen; war der Liebhaber ungebeten oder nicht
genehm, bekam er einen Korb mit brüchigem Boden, durch
den er auf die Erde zurückfiel, oder man ließ den Korb
in halber Höhe hängen, um den Liebhaber dem Gespött
preiszugeben; 5: LÜ von engl, basket]: l.a) <Vkl. tKörb-
1556
Kork-
eben) aus biegsamem / von Pflanzen stammendem J Material
geflochtener, meist offener Behälter (mit Griffen, Henkeln
o.a.): ein großer, bemalter K.; ein K. aus Weide. Draht;
Körbe flechten; zwei Körbe mit Eiern; ein ganzer K. Äpfel;
ein K. volller] Kartoffeln; die Wäsche in einen K. legen;
das Baby liegt in seinem Körbchen; der Hund hat im
Flur einen K. (als Schlafplatz); R husch, husch ins
Körbchen (fam.; schnell ins Bett); b) einem Korb (1 a) ähnlicher
Behälter als Malieinheit für gefangenen Fisch: der
Fischdampfer löschte 9000 K. Fisch. 4000 K. Seelachs und
5000 K. Kabeljau; c) <o. PI.) svw. TKorbgeflecht:
Gartenmöbel aus K.; d) (Fachspr.) svw. tFaschine. 2.a)
kurz für t Förderkorb; b) Gondel an einem Fesselballon
o.a. 3. (Sport) a) (Basketball) am Spielbrett aufgehängter
Eisenring mit einem Netz: auf den K. schießen, werfen;
b) (Korbball) an einem Ständer befestigter Eisenring mit
einem Netz: c) (Basketball, Korbball) Treffer, bei dem
der Ball durch den Ring des Korbes (3 a, b) geworfen werden
muß: einen K. schießen, erzielen; er schoß drei Körbe
hintereinander; d) (Fechten) a) Gesichtsschutz; ß)
Handschutz am Degen u. ä.; Glocke (6). 4. ablehnende Antwort
auf ein Angebot, einen [Heirats jantrag: einen K.
bekommen; als er sie zum Tanzen aufforderte, holte er sich
einen K.; die F.D.P. gab der CDU in den
Koalitionsverhandlungen einen K. 5. (bes. Dipl.) Gruppe, Kategorie,
Reihe: K. 3 der KSZE-Konferenz von Helsinki enthält
die Zusammenarbeit im humanitären Bereich.
korb-, KQrb-: -ball, der <o. PL): nur von Frauen zwischen
zwei Mannschaften ausgetragenes Ballspiel, bei dem der
Ball nach bestimmten Regeln in den gegnerischen Korb (3 b)
geworfen werden muß: K. spielen, dazu: -ballspiel, das;
-bkitler, der (Bot.): Vertreter einer Pflanzenfamilie mit
vielen als Kräuter od. Stauden wachsenden Arten, deren
Blütenstände als Köpfchen (3) od. Körbchen (3) ausgebildet
sind; Komposite; -deckel, der; -(lasche, die: von einem
Korbgeflecht umhüllte Flasche; -flechter, der: svw. t
^machen ^flechterei [-fUxjto'r^j]. die: svw. t^macherei; ^ae-
flecht, das: Flechtwerk, Geflecht aus Weidenzweigen,
Binsen, Rohr, Holzspänen o. ä.; -kindenvagen, der:
Kinderwagen aus Korbgeflecht; -leger, der (Basketball): in
unmittelbarer Nähe des Korbes (3 a) aus dem Lauf heraus
ausgeführter Wurf auf den Korb; -macher, der: Handwerker, der
Korbwaren herstellt (Berufsbez.); -macherei [-maxa'raj].
die; -. -en: Betrieb, in dem Korbwaren hergestellt werden;
-möbel, das <meist Pl.>: Möbelstück aus Korbgeflecht;
-räum, der (Korbball): um den Korb (3 b) gezogener Kreis;
-säbel, der: Säbel mit Korb (2 d.ß; z. B. Pallasch); -sessel,
der: vgl. ^möbel; -stuhl, der: vgl. ^möbel; -tisch, der:
vgl. MTiöbel; -wächterin, die (Korbball): Spielerin, die im
Korbraum steht u. den auf den Korb (3 b) geworfenen Ball
abzuwehren versucht; -wagen, der: svw. T^k inderwagen;
^ware. die (meist Pl.>: Gegenstand aus Korbgeflecht;
Flechtware; ^weide. die: Weide, deren biegsame Zweige zu
Korbwaren verarbeitet werden; -weise <Adv.>: in Körben
[verpackt]: die Erdbeeren werden k. verkauft; (seltener auch
attr.:> -r Verkauf; ^wurf. der (Basketball. Korbball): das
Werfen des Balles auf den Korb (3 a. b).
Körbchen [koenxpm], das; -s, -: 1. TKorb (1 a). 2. Cup (2).
3. (Bot.) Blütenstand, bei dem viele Blüten auf einer Scheibe
nebeneinandersitzen: Korber [korbe], der; -s, - (Schweiz.):
Korbmacher; körbeweise ['karte-] <Adv.>: in großer, in
Körben gemessener Menge: wir haben k. Pilze ge(linden.
Kord frort], der; -[e]s. (Arten:) -e [engl, cord = Schnur;
gerippter Stoff < frz. corde. t Kordel]: l.a)
strapazierfähiges, geripptes [Baumwolljgewebe: den Sessel mit K.
beziehen; b) kurz für t Kordsamt: eine Hose aus K. 2. (Fachspr.)
loses Gewebe aus sehr reißfestem Garn, das als Einlage
in [ Auto [reifen, Keilriemen o.a. verwendet wird.
KQrd-: -anzug, der: Anzug aus Kord (1); -beziig, der: Bezug
aus Kord (1); -einläse, die: Einlage aus Kord (2); -hemd,
das; -hose, die; Macke, die; -ieans <P1.>; -rock, der;
-samt, der: Kordstoff, bei dem die aufgeschnittenen Rippen
eine samtige Oberfläche bilden; -schuh, der; -stofT, der:
svw.TKord(l).
Korde [karda], die; -. -n [mhd. korde = Seil. Schnur <
lat. corda. chorda. tChorda] (veraltet): schnurartiger Be-
satz; Kordel [kordl], die; -. -n [spätmhd. kordel (mniederd.
kordeel) < frz. cordeile = kurzes Seil. Vkl. von: corde
= Seil. Schnur < lat. corda. chorda. TChorda]: 1. <Vkl.
tKördeichen) a) aus mehreren Fäden zusammengedrehte.
dicke, runde Schnur: Es gab hohe Mützen, welche mit
... -n. Sternen oder sonstwas (Zwerenz. Kopf 62); er ist
über die K. seines Hausmantels gestolpert (Brand.
Gangster 69); b) (landsch.) Bindfaden, Schnur: hast du mal
ein Stück K.? 2. (österr.) svw. tKorde; Kördeichen
[kcerdJ9dn]. das; -s. -: tKordel (1); KQrdelpatent, das; -s.
-e (ugs.): behelfsmäßige Reparatur [mit einer Kordel/.
kordial Oor'dia.l] <Adj.) [frz. cordial < mlat. cordialis.
zu lat. cor (Gen.: cordis) = Herz] (veraltet): herzlich,
freundlich: auf -em Fuß mit jmdm. stehen; unsere
Beziehungen ... waren nie sehr k. (Habe. Namen 12); Kordialität
DcDrdiali'te:t]. die; - (veraltet): Herzlicfikeit. Freundlichkeit.
kontieren Oor'di:rdn] <sw. V.; hat) [zu tKorde] (Fachspr.):
zur besseren Handhabung vertiefte Muster in glatte Griffe
von Werkzeugen einarbeiten; <Zus.:> Kordfcrmaschine. die;
Kordit Oor'di:t. auch: ...dit]. der; -s [engl, cordite, zu:
cord = Schnur < frz. corde. t Kordel] (Chemie):
Treibmittel für Geschosse in Form einer Schnur; Kordon ÜCDr'dö:.
österr.: kordom], der; -s. -s. österr.: -e [...do:nd; frz.
cordon. eigtl. = Seil; Reihe, zu: corde, t Kordel]: 1. (bil-
dungsspr.) polizeiliche od. militärische Absperrung,
Postenkette: ein K. drängte die Demonstranten ab; Und so schirmt
ein K. von Flugzeugen. Zerstörern und Minensuchern
... die Stelle im weiten Umkreis ab (MM 20. 2. 66. 3);
einen K. bilden, ziehen; den K. durchbrechen. 2. Ordensband
für höchste Orden. 3. (Gartenbau) svw. t Schnurbaum; Kor-
donettseide Oordo'net-], die; - [zu frz. cordonnet. Vkl.
von: cordon. tKordon] (Handarb.): schnurartig gedrehtes
Handarbeitsgarn.
Korduan [kardijan]. das; -s. Kijrduanleder, das; -s [mhd.
corduwän, kurdewän < afrz. corduan = Leder.
Schuhwerk, zu: Cordouel = frz. Name der span. Stadt Cördoba]:
feines, weiches Ziegen- od. Schafleder (früher bes. als
Bucheinband verwendet).
Köre [ko.ral. die; -, -n [griech. köre = Mädchen] (Kunst-
wiss.): bekleidete Mädchenstatue in der altgriechischen
Kunst. Vgl. Koros.
Koreferat usw.: tKorreferat usw.
Koregisseur, der; -s, -e: jmd.,der mit einem anderen zusammen
Regie führt.
kören [ko.ren] <sw. V.; hat) [niederd. Form von tkürenl
(Fachspr.): männliche Haustiere nach bestimmten Kriterien
zur Zucht auswählen. Vgl. Kör-.
Koriander [ko'riandß]. der; -s, - [lat. coriandrum < griech.
koriandron. zu: köris = Wanze (nach dem Geruch)]: a)
in den Mittelmeerländern wachsende, krautige Pflanze mit
weißen Doldenblüten u. kugeligen Samen; b) als Gewürz
u. Heilmittel verwendeter Samen des Korianders (a); <Zus.:>
Korfynderöl. das: aus den Samen des Korianders gewonnenes
Öl; Korlandoli Dcoriandoli]. das; -[s]. - [ital. coriandoli.
eigtl. = Korianderkörner] (österr.): svw. TKonfetti.
Korinthe [konnte], die; -. -n [frz. raisin de Corinthe. nach
der griechischen Stadt Korinth]: kleine, dunkle, kernlose
Rosine: ein Kuchen mit -n.
Korjnthen-: ^brot. das: feines Hefebrot mit Korinthen; -kak-
ker, der (derb abwertend): kleinlicher, pedantischer Mensch,
dazu: -kackerei [...kakd'raj]. die; -.
korjnihisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [nach der griech.
Stadt Korinth] (Kunstwiss.): die [Kunst der] Korinther
betreffend: -e Säule (altgriechische, sehr schlanke Säule
mit einem aus Akanthusblättern gebildeten Kapitell).
Kork [kork], der; - [e]s. -e [niederl. kurk < span. corcho
< lat.cortex = Baumrinde]: 1. aus der Rinde der Korkeiche
gewonnenes, [hell[braunes, sehr leichtes, auf Wasser
schwimmendes Material, das zum Verschließen von Flaschen
o. ä. u. als Isoliermaterial verwendet wird: ein
Flaschenverschluß. Schuhsohlen aus K.; etw. mit K. isolieren. 2.
(landsch.) svw. tKorken: Ich werde den K. ziehen und
die Flasche heraulbringen (Remarque. Triomphe 69); nach
Entfernung des -es (Hauptmann. Thiel 9).
Kork- (vgl. auch: Korken-): -bäum,der: vgl. -eiche; -brand,
der: eingebrannter Stempel auf dem Korken einer
Weinflasche; -clog,der: vgl. - schuh; -eiche, die: im
Mittelmeergebiet wachsende immergrüne Eiche, deren dicke Rinde Kork
(1) liefert; -geld, das: svw. t Korkengeld; -gürtel, der:
Schwimmgürtel aus Kork (1); -holz, das: leichtes, ähnliche
Eigenschaften wie Kork (1) besitzendes Holz; -mehl, das:
als Isoliermaterial verwendeter, gemahlener Kork (1);
^platte, die: die Decke mit -n isolieren; -rinde, die: Rinde der
Korkeiche; -schuh, der: Schuh mit einer Korksohle; -sohle.
1557
korken
die: Schuhsohle aus Kork (1); --stein, der: leichtes
Baumaterialaus Korkmehl u. Bindemitteln: ^weste.die: vgl. ^gürtel;
^zieher. der (landsch.): svw. tKorkenzieher, dazu: -zieher-
hose, die: svw. tKorkenzieherhose, -zieherlocke, die: svw.
t Korkenzieherlocke.
'korken [korkn] <sw. V.; hat) (selten): a) mit einem Korken
verschließen: b) entkorken: ^korken [-] <Adj.; o. Steig.;
nurattr.): aus Kork: Korken [-], der; -s, -: Flaschenverschluß
aus Kork [od. Plastik]: der K. sitzt fest, ist in der Rasche
steckengeblieben; die K. der Sektflaschen knallen lassen;
den K. herausziehen, abbrechen; der Wein schmeckt nach
[dem] K.; * einen K. abschieBen/steigen lassen (etw.
Unpassendes sagen, tun: einen Fauxpas begehen: nach dem Sekt-
korken, den man üblicherweise aus Rücksicht auf seine
Umgebung nicht knallen läßt).
Korken- (vgl. auch: Kork-): -geld, das (veraltend): Geld,
Gebühr, die man dem Wirt zahlen muß, wenn man im
Gasthaus seinen eigenen Wein trinkt: ^zieher, der: Gerät zum
Herausziehen des Korkens aus einer Flasche mit einem
spitzen, spiralig geformten Teil, das in den Korken hineingedreht
wird, dazu: ^zieherhose, die (ugs.): Hose mit zu langen
Beinen, die sich in Querfalten legen, ^zieherlocke, die: eng
gedrehte Locke aus einer langen Haarsträhne, ^zieher-
schwanz, der: ein Schwein mit K.
kQrkig <Adj.; Steig, ungebr.): nach Kork schmeckend: der
Wein ist, schmeckt k.
Kormophyt De>rmofy:t]. der; -en. -en (meist PI.) [zu griech.
kormös = Stamm u. phytön = Pflanze) (Biol.): in Wurzel.
Stengelu. Blätter gegliederte Farn- od. Samenpflanze (Ggs.:
Thallophyt). Vgl. Kormus.
Kormoran Üe>rmo'ra:n], der; -s, -e [frz. cormoran < afrz.
cormare(n)g, corp mareng. eigtl. = Meerrabe < spätlat.
corvus marinus): dem Pelikan ähnlicher, meist
schwarzgrüner Schwimmvogel mit metallisch glänzenden Federn.
Kormus [kormusl. der; - [zu griech. kormös = Stamm)
(Biol.): Organismus der Kormophyten (Ggs.: Thallus).
'Korn [kornl,das; -[eis, Körner I'kcemB] u. (Getreidearten:)
-e [mhd., ahd. kom, urspr. = samenartige Frucht von
Pflanzen, dann die des Getreides): 1. <P1. Kömer; Vkl.
t Kömchen) kleine, rundliche Frucht mit fester Schale:
Samenkorn: die Kömer des Weizens; das K. vom Mais;
Kömer mahlen, aufschütten; den Tauben Körner in den
Schlag streuen. 2. <P1. -e. selten) [Brotjgetreide, bes.
Roggen: reifes, halbhohes, goldenes K.; das K. steht gut.
schlecht, hoch, wächst aus; K. anbauen; das K. mähen,
binden, einfahren, einbringen, dreschen; quer durch das
K. (Getreidefeld) gehen. 3. <P1. Körner; Vkl. tKömchen)
[sehr/ kleines, festes Teilchen in Form eines Korns: einige
Kömer Salz; der Hagel fiel in dicken Körnern. 4.a) (Fot.)
a) <o. PI.) Struktur einer fotografischen Schicht, die durch
ihre [bei Vergrößerung eines fotografischen Bildes sichtbar
werdenden I Teilchen aus metallischem Silber von
unterschiedlicher Größe bestimmt wird: ß) <P1. Kömer) einzelnes
Teilchen des Korns (4 a, a); b) (Geol.) Struktur des Gesteins
auf Grund der Größe u. Anordnung der einzelnen
Gesteinsteilchen: Kalkstein .... so mannigfaltig im K.. wie ihn kein
anderes Land der Erde bringt (Bild. Kunst I, 71); Marmor
von feinem K.; c) (Fachspr.) Oberflächenbeschaffenheit
eines bestimmten Materials: das feine K. des Papiers fühlen.
5. <P1. -e> als Teil des Visiers auf dem Laufeiner
Handfeuerwaffe kurz vor der Mündung befindliche, kleinere Erhöhung,
die man beim Zielen mit der Kimme optisch in eine Linie
bringt: Kimme und K.; ein Wild aufs K. nehmen
(anvisieren: zielen): gestrichenfes) K. nehmen (Fachspr.; Kimme
u. Korn beim Zielen optisch exakt genau auf eine Linie
bringen)', mit gestrichenem K.; über Kimme und K.
visieren; *etw. aufsK. nehmen (ugs.; etw. angriffslustig, kritisch
analysieren: gegen etw. polemisieren): Mißstände in der
Fabrik aufs K. nehmen; imdn. aufs K. nehmen (ugs.; jmdn.
mit bestimmter [feindlicher] Absicht ständig beobachten).
6. <P1. -e> (Münzk. veraltend) Feingewicht einer Münze:
vgl. Schrot (3); ^Kom [-). der; -[e)s, - (ugs.): kurz für
tKombranntwein: Fräulein, drei K. (drei Gläschen Korn)
bitte!; einen K. trinken.
kprn-, Korn- (vgl. auch: Kömer-): -Öhre, die: Ähre
bestimmter Getreidearten, dazu: -ährenverband, der (Med.):
Verband, dessen kreuzförmig übereinander gelegte Lagen an das
Aussehen einer Kornähre erinnern: ^bkime, die: Blume mit
azurblauen Bluten, die vor allem auf Getreidefeldern u.
Feldrainen wächst, dazu: ^bknmenblau <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): leuchtendblau (wie die Kornblume): ein -es Kleid;
U k. (salopp; sehr betrunken) sein; ^brand, der: Brand
(5 b), der das Getreide befällt: ^branntwein, der: klarer
Schnaps, der aus Getreide gewonnen wird: -brot, das (südd..
Osten-.): Roggenbrot, -ernte,die;-faule,die: svw. t^brand;
-feW, das: svw. t Getreidefeld; -große, die: Größe der in
einem bestimmten Material vorhandenen Teilchen: -haus,
das (veraltet): svw. tGetreidesilo; -käfer, der: winziger
schwarzbrauner Käfer, der in Getreidesilos lebt u. dessen
Larven Getreidekörner von innen ausfressen: -kammer, die:
svw. tGetreidekammer; -krebs, der (landsch.): svw. Nkä-
fer; -motte, die: svw. t Getreidemotte; -rade, die:
meterhohe Blume mit violetten Blüten u. giftigen schwarzen Samen,
die vor allem auj Getreidefeldern u. Feldrainen wächst: ^reu-
ter, der (landsch.): svw. t-käier, -rose, die (landsch.):
svw. tKlatschmohn; -rüfller, der (landsch.): svw. t^käfer;
-schnaps, der svw. Nbranntwein; ^silo, der, auch: das:
svw. tGetreidesilo; -Speicher, der: svw. tGetreidesilo;
-wurm, der: Schwarzer K. (svw. Nkäfer); Weißer K. (svw.
t^motte).
Körnchen [koern<pn]. das; -s. -: TKom (1. 3); Körndlbauer
[koemdj-l.der; -n (selten: -s). -n (österr.): Bauer, der
vorwiegend Getreide anbaut: vgl. Hörndlbauer.
Kornea: tCornea; korneal Dornea:l] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Med.): die Cornea betreffend, zu ihr gehörend: Kor-
neglkontaktschale, die; -v -n (DDR): durchsichtiges,
schalenartiges Plättchen aus Plastik, das auf dem vorderen
Augapfel aufliegt. Jedoch nur die Hornhaut bedeckt.
Korneikirsche Oor'ne:l-], die; -. -n [mhd. churnilobaum.
ahd. cumilbaum < mlat. comiola. zu lat. comum. cornus
= Kömelkirschbaum): wertvolles Holz liefernder Strauch
od. Baum, der gelb blüht u. rote, leicht säuerliche, eßbare
Steinfrüchte trägt: Herlitze: Kornelle [kor'neb], die; -. -n
[frz. Corneille < mlat. comiola): svw. tKorneikirsche.
körnen [kcerran] <sw. V.; hat) [2: mhd. körnen): l.a) in
Körner zerkleinern: Schlacke k.; b) <meist 2. Part.) körnig
machen: gekörnte Fleischbrühe (körniger Extrakt aus
Fleischbrühe): die gekörnte (rauhe) Seite der Pappe. 2.
svw. tankörnen (1). 3. svw. tankörnen (2).
Korner: t Corner (2).
'Körner [koemB], der, -s, - [zu tkörnen (3)): spitzer Stift
aus Stahl, mit dem man auf Metallflächen kleine
Markierungspunkte für zu bohrende Löcher einschlägt: Körner:
PI. von tKom.
Körner- (vgl. auch: kom-, Kom-): -fresser, der: Vogel,
der sich hauptsächlich von Körnern ernährt: -frudit, die:
a) einzelne Frucht von Getreide, Hülsen- u. Ölfrüchten:
b) Getreide, Hülsen- u. Ölfrucht: -ftitter, das: aus Körnern
bestehendes Futter für Tiere.
'Kornett [körnet], der; -[e]s, -e u. -s [frz. (le) corneae, zu:
(la) comette = Standarte, zu: corne = Horn; wohl nach
der Form] (bist.): svw. tFähnrich (1 b); ^Kornett [-), das;
-[eis. -e u. -s [frz. cornet. zu: come < lat. comu = Horn):
kleines Horn (3) [in Sopranlage] mit Ventilen: <Abl.:>
Kornettist [körne' tist). der; -en. -en: jmd.. der [berufsmäßig]
Kornett spielt.
körnig ['kcernKj] <Adj.) [zu t'Kom): a) (nicht adv.) aus
kleinen Teilchen. Körnern bestehend, zusammengesetzt: -er
Sand; Reis k. (nicht breiig) kochen; b) eine rauhe
Oberfläche aufweisend: das Gestein fühlt sich k. an; die Emulsion
dieses Filmes ist stark k.; -körnig [-kcemic] in Zusb.. z. B.
feinkörnig; Kernigkeit, die (Fot.): Beschaffenheit des Korns
(4a. ü); Körnung, die: a) (Geol.) svw. tKom (4b); b)
(Fachspr.) das Körnen (1); c) (Jägerspr.) a) svw. tKirrung;
ß) Futterplatz mit Körnerfutter.
Koroi: PI. von tKoros.
Korolla [ko'rola], Korolle [...b], die; -. ...Uen [lat. corölla.
Vkl. von: coröna. tKorona) (Bot): Gesamtheit der
Blütenblätter einer Blüte: Korollar [koro'la:?]. das; -s. -e. Korolla-
rium [...la:riom]. das: -s. ...ien [...Jan; lat. coröllärium =
Zusatz, eigtl. = Kränzchen] (Logik): Satz, der
selbstverständlich aus einem bewiesenen Satz folgt: aus einem anderen
Satz abgeleiteter, gefolgerter Satz: Korolle: t Korolla.
Koromandeholz [koro'mandl-l.das; -es. ...hölzer [nach dem
Küstenstrich an der Ostküste Vorderindiens]:
glänzendschwarzes, ebenholzartiges Holz der Dattelpflaume.
Korona [ko'ro:na]. die:-....nen [lat. coröna = Kranz. Krone
< griech. korone = Ring]: 1. (Astron.) (bei totaler
Sonnenfinsternis sichtbarer) Strahlenkranz der Sonne. 2. (ugs.)
a) Gruppe, Ansammlung von [jüngeren] Menschen, die ge-
1558
Körperschaft
meinsam erw. unternehmen; fröhliche Schar: die ganze K.
zog von einer Wirtschaft in die andere; in der K. macht
das viel mehr Spaß: Ü eine ständig zeternde K. von
Kleinvögeln (Lorenz. Verhalten 1.250): b) (abwertend
veraltend) Gruppe randalierender o.a. Jugendlicher. Horde:
diese K. machte sich überall breit; koronar [koro'na:?]
<Adj.; o. Steig.) Hat. coronähus = zum Kranz gehörende
214 den Herzkranzgefälien gehörend, sie betreffend.
Koronar- (Med.): -gefäß, das (meist Pl.>: svw. tHerzkranz-
gefäß: seine -e sind schlecht durchblutet; -Infarkt, der:
svw. tHerzinfarkt; -Insuffizienz, die: svw.
tHerzinsuffizienz; -Sklerose, die: Verkalkung der Herzkranzgefä/Je.
Koronis [ko'ro:nisl. die; -. ...ides [...nide.s; griech. korönis.
eigtl. = das Gekriimmtel (Sprachw.): Zeichen in Form
eines Häkchens, das im Altgriechischen die
Zusammenziehung zweier Wörter anzeigt: Koronograph [korono'gra:f|.
der; -en. -en [zu tKorona (1) u. t-graphl (Astron.):
Instrument zur Beobachtung der Korona (1) außerhalb einer
Sonnenfinsternis (bei vollem Sonnenlicht).
Kon» ['ko:n>sl. der: -. Koroi (ko:n2y; griech. köros =
Knabe. Jüngling] (Kunstwiss.): nackte Jünglingsstatue in
der altgriechischen Kunst. Vgl. Köre.
Körper ['kcerpcl. der; -s. - [mhd. körper, korper < lat.
corpus (Gen.: corporis) = Körper. Leib; Masse.
Gesamtheit. Körperschaft]: 1. a)das. was (die Substanz) die Gestalt
eines Menschen od. Tieres ausmacht: sein bewegungsloser
K. lag auf der Straße: die Einheit von K. und Geist:
b) äußere Erscheinung eines Menschen od. Tieres, Gestalt:
ein schlanker, gedrungener, ausgemergelter, schöner,
athletischer K.; der K. des Kranken war mit Geschwüren
bedeckt; seinen K. pflegen, massieren lassen; eng am K.
anliegende Kleider; sie bebte, flog. fror, zitterte am ganzen
K.; sich am ganzen K. waschen; sie hatte nichts auf dem
K. (war nackt): c) Organismus eines Lebewesens: der
menschliche, tierische K. paßt sich den klimatischen
Gegebenheiten an; ihr K. hat sich schnell auf die andere
Nahrungumgestellt; sein K. befindet sich noch im Wachstum;
seinen K. stählen, abhärten, durchtrainieren; d) Rumpf:
Er hat lange Arme an seinem gedrungenen K. (Remarque,
Obelisk 126); auf dem breiten K. saß ein viel zu kleiner
Kopf (v. d. Grün. Irrlicht 20); ein Treffer auf dem K.
(beim Fechten. Boxen). 2.a) (bildungsspr.) Gegenstand,
den man sehen od. fühlen kann: ruhende, bewegte K.; denn
Zeit sei nur eine durch das Vorhandensein von -n
ermöglichte Ordnung (Th. Mann. Krull 313); b) (selten) größter,
zusammenhängender, meist mittlerer Teil eines
Gegenstandes, ohne die dazugehörigen dickeren od. dünneren
Einzelteile: derK. dieser Geige hat keine gute Resonanz; die Kanne-
lierung. die den K. der Säule ... aufteilt (Bild. Kunst I,
212). 3.a) (Chemie. Physik) begrenzte Menge eines
bestimmten Stoffes: flüssige, feste K.; Luft ist ein gasförmiger
K.; b) (Geom.) von allen Seiten durch gekrümmte od. ebene
Flächen begrenztes Gebilde: Kugel. Kegel. Zylinder und
andere K.; die Oberfläche, den Inhalt eines -s berechnen.
4. (Fachspr.) Dichte (2) eines bestimmten Stoffes: der Wein
hat K. (ist nicht wäßrig): einer Farbe mehr K. geben
(eine Farbe verdicken). 5. svw. tKörperschaft.
körper-, Körper- ^au9dünstung, die: svw. t^geruch; -bau,
der <o. PL>: Beschaffen/ieit des Körpers (1 b), dazu:
-bautyp, der: svw. t Konstitutionstyp; -behaarung.die: alle
Haare, die auf dem Körper (1 a) des Menschen mit Ausnahme
des Kopfes wachsen; -beherrschung, die (bes. Sport. Tanz):
Fähigkeit, den Körper {\a)bei bestimmten
Bewegungsabläufen od. Figuren (6) mühelos / in harmonisch wirkender
Weise] zu beherrschen; -behindert <Adj.; nicht adv.>
(Amtsspr.): mit dauerndem körperlichem (a) Schaden,
infolge eines Gebrechens, einer Verwundung od. Verletzung in
seiner Fortbewegung, in der Erwerbstätigkeit behindert;
<subst.:> -behinderte,der u. die (Amtsspr.); -behoiderung,
die: (angeborener] dauernder körperlicher (a) Schaden; ~be-
malung,die (Volkerk.); -beschädigte, dem. die (Amtsspr.):
jmd.. der einen ldurch Verletzung o. ä. zugezogenen J
körperlichen (a) Schaden hat; -beschaflenheit.die: svw. t
Konstitution (1 b): -betont <Adj.; -er. -este>: die Figur (\) betonend:
ein k. geschnittenes Kleid; -bewegung, die: a) svw. t
Bewegung (1 a); b) bestimmter Bewegungsablauf; -bildung,
die: svw. t Bodybuilding; -check, der (Eishockey): svw.
t Bodycheck; -eigen <Adj.; o. Steig.; meist attr.) (Bioi.):
im Körper (1c) selbst entstanden (Ggs.: körperfremd):
-e Stoffe; -erzieher, der (bes. DDR): svw. t Sportlehrer.
-erziehung, die (bes. DDR): svw. t Leibeserziehung;
-färbe, die (Fachspr.): a) Farbe, in der ein Körper (2a) bei
Beleuchtung erscheint; b) svw. t Deckfarbe; ^forrn, die:
-fremd <Adj.; o. Steig.; meist attr.) (Bioi.): vom Körper
(1 c) von außen aufgenommen (Ggs.: körpereigen): eine -e
Substanz; -frische, die: körperliche (a) Sauberkeit; -fülle.
die: ein Mann von gewaltiger K.; -funktion, die: gewisse
Genußmittel beeinträchtigen die -en; -gerecht <Adj.; -er.
-este>: den besonderen Formen u. Eigenarten des
menschlichen Körpers (1 a) angepaßt: Die Form der Polster ...
gewährleistet ein -es Sitzen (Wohnfibel 62); -geruch, der:
[unangenehmer] Geruch des menschlichen Körpers da);
-gewebe, das (Med.. Bioi.); -gewicht, das, dazu: - gewich ts-
klasse, die (Sport): svw. tGewichtsklasse; -große, die;
-haare <P1.>: svw. t-behaarung; -hälfte, die: seine linke
K. war gelähmt; -haltung, die: Art u. Weise, wie jmd.
sich bewegt, steht, geht od. sitzt: eine gelockerte K.
annehmen; -hygiene, die: svw. t-pflege; -kontakt, der (Psych.):
körperliche (a) Berührung [als Ausdruck einer besonderen
Beziehung]: Säuglinge sind auf K. angewiesen; -kraft,
die: svw. t Muskelkraft; -kreislauf, der (Med.): svw. t
Blutkreislauf; -kultur, die: a) (veraltend) svw. Npflege; b)
(bes. DDR) Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erhaltung
u. Förderung der Leibeserziehung; -kulturistüc, die (bes.
DDR): svw. t Kulturistik; -länge, die; -los<Adj.; o. Steig.):
a) ohne Körper (1 a, 2 a); immateriell; b) (Sport) ohne
körperlichen (a) Einsatz spielend; -massage, die: -maße <P1.>:
Maße des menschlichen Körpers; ^nah <Adj.>: eng am
Körper (1 a) anliegend: Alle Anzeichen ... deuten darauf hin.
daß die -e Linie ... modegültig bleiben wird (Hemenjoumal
2.1966. 52); -organ, das; -parade, die (Fechten):
Körperbewegungen, durch die der Fechter Angriffen des Gegners
ausweicht; -pflege, die: Pflege, insbes. Reinigung des
menschlichen Körpers (1 a): moderne K.. dazu:
-Pflegemittel, das <meist PI.): /kosmetisches] Mittel zur Pflege des
Körpers (1 a); -puder, der: Puder, der zur Körperpflege
verwendet wird; -reich <Adj.) (Fachspr.): (von Wein) viel
Körper (4) besitzend; -saft, der <meist Pl.>: Flüssigkeit,
die im Körper (1 c) enthalten ist; -schaden, der;
-Schädigung, die; -Schlagader, die (Med.): svw. t Aorta; -schule,
die (veraltet): Gymnastik; Freiübungen; -schwäche, die <o.
Pl.>: körperliche Schwäche; -seife, die: milde Seife, die
bes. für die Pflege des menschlichen Körpers (1 a) geeignet
ist; -spiel, das (Sport): [bis an Regelwidrigkeiten
grenzender] Einsatz des Körpers (1 a); -spräche, die: in
Körperhaltung, -bewegung. Gestik, Mimik sich ausdrückende
psychische Konstitution, Gestimmtheit; -spray, der od. das: svw.
t Deodorantspray; -starke, die <o. Pl.>: körperliche (a)
Stärke; -stelle, die: bestimmte Stelle od. Bereich des
Körpers da); -Stellung, die: Stellung des Körpers da) bei
sportlichen Übungen o.a.; -strafe, die: svw. tZüchtigung;
-täuschung, die (Sport): eine Art Täuschungsmanöver, bei
dem mit dem Körper eine bestimmte Laufrichtung angedeutet
wird, um beim Gegner eine falsche Reaktion zu bewirken;
^teil, der: bestimmter Teil des Körpers (1 a); -temperatur,
die: Temperatur im u. am Körper (1 c) bei Mensch u. Tier;
-Verletzung, die (jur.): zu körperlichem Schaden führende
Tätlichkeiten: schwere K.; Widerstand gegen die
Staatsgewalt in Tateinheit mit K.; -Verstümmelung, die; -wärme,
die: Wärme des Körpers (1 a. c); -zelle, die (Bioi.).
körperhaft <Adj.; -er. -este>: real, gegenständlich
[vorhanden]; greifbar: seine Gedanken erschienen ihm im Traum
als -e Gebilde; körperlich <Adj.; o. Steig.) den Körper
(1) betreffend; auf den Körper (1) bezogen: -e Ertüchtigung;
-e Anstrengungen; schwere -e Arbeiten verrichten müssen;
über -e Reize verfugen; in guter -er Verfassung sein; -e
Gebrechen. Schäden; das Recht auf -e Unversehrtheit:
eine geradezu -e Angst empfinden; die -e (geschlechtliche)
Liebe. Vereinigung: die Beleidigung tat ihr k. weh; der
alte Mann ist k. sehr schwach; k. (vorwiegend unter
Aufwendung von Muskelkraft) hart arbeiten; jmdm. k. (im
Hinblick auf die Körperkraft) unterlegen sein; jmdn. k.
angreifen; sich k. gut entwickeln; <Abl.:> Körperlichkeit, die;
-: a) das Körperhafte: Im Barock gewinnt die Architektur
plastische" K. (Bild. Kunst I. 56); b) das Körperliche.
das Sinnliche des Körpers: Obwohl er ... gesagt hat. daß
für ihn Freundschaft nicht ohne K. existieren kann (Rocco
[Übers.l. Schweine 45); die K. wurde neu entdeckt (Spiegel
37, 1977. 94); Körperschaft, die; -. -en (jur.): a) einem
bestimmten Zweck dienender Zusammenschlu/J von Perso-
1559
körperschaftlich
nen. der rechtspflichtig ist: eine gemeinnützige, religiöse,
gewerkschaftliche K.; b) rechtsfähiger Verband, der
hoheitliche Befugnisse hat: gesetzgebende -en; Gemeinden sind
-en des öffentlichen Rechts; <Abl.:> körperschaftlich <Adj.;
o. Steig.): a) eine Körperschaft betreffend: b) in Form einer
Körperschaft: k. organisiert; <Zus.:> Kprpersdiaftesteuer,
(Steuerw.:) KQrpersdiaftsteuer. die; -. -n: Steuer auf das
Einkommen von Unternehmen u. [Kapitalgesellschaften.
Korpora: PI. von f Corpus.
Korporal [kDrpo'ra:l], der; -s. -e u. ...äle [älter frz. corporal.
geb. nach: corps = Körper, zu: caporal < ital. caporale
= Gefreiter, (älter:) (An)fiihrer, zu: capo = Haupt. Kopf,
zu lat. caput = Kopf): 1. (veraltet) Unteroffizier. 2.
(Schweiz.) niedrigster Unteroffiziersgrad: <Abl.:>
Korporalschaft, die; -. -en (früher): kleinste Einfielt einer Kompanie
für den inneren Dienst: <Zus.:> Korporalstock, der <P1.
-stocke) (früher): Prügelstock des Korporals.
Korporale [korpo'ra:te], das; -s. ...lien [...ljpn; kirchenlat.
corporate, eigtl. = Leibtuch, zu lat corpus, t Körper) (kath.
Kirche): weißes Tuch als Unterlage für Hostie u. Kelch
in der Messe.
Korporation [korpora'tßio:n). die; -. -en [frz. Corporation,
engl. Corporation, zu lat. corporätum. 2. Part, von: corpo-
räre = zum Körper machen, zu: corpus, tKörper)
(bildungsspr.): 1. Körperschaft: städtische -en. 2.
Studentenverbindung: <Zus. zu 1:> Korporationsrecht« das (jur.): das
einer Körperschaft verliehene juristische Recht: korporativ
[...'ti:fl <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): 1. a) die Korporation
(1) betreffend, körperschaftlich: b) einheitlich: k. handeln.
2. die Korporation (2) betreffend: korporiert [...'ri:;t] <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.) (bildungsspr.): einer Korporation (2)
angehörend: er sprach vor -en Studenten; <subst.:> Korpo-
rjerte, der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) (bildungsspr.):
jmd.. der korporiert ist.
Korps [ko:?l. das; - [ko:^(s)l. - Dco.^s; frz. corps < lat.
corpus. tKörper): 1. (Milit.) größerer Truppenverband. 2.
(bildungsspr.) eine [schlagende] studentische Verbindung.
Vgl. diplomatisches Korps (tdiplomatisch).
Korps-: -bmder, der (Studentenspr.): Mitglied des gleichen
Korps (2); ^geist. der: a) (geh.) Gemeinschaftsgeist, wie
er in einem Korps (2) herrscht: Hier verlangt der K. das
offeneWortdesKameraden (Spiegel.6.1966.101); b)(geh..
meist abwertend) [elitäres] Standesbewußtsein [das den
unbedingten Zusammenhalt von Mitgliedern höherer
gesellschaftlicher Kreise fordert ]; -Student, der: Student, der
Mitglied eines Korps (2) ist.
korpulent [korpulent] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [lat. cor-
pulentife. zu: corpus, tKörper): von rundlicher,
vollschlanker Gestalt: wohlgenährt, füllig: ein -er Mann; sie ist
ziemlich k.; Korpulenz [...lentß], die; -[lat. corpulentia):
Beleibtheit: Wohlgenährtheit: er neigt zur K.; 'Korpus ['korpus).
der; -, -se [lat. corpus, tKörper): 1. (ugs. scherzh.)
menschlicher Körper: er legte seinen K. in die Sonne. 2. (bild.
Kunst) Christusjigur am Kruzifix: Das steinerne Kreuz
wurde zerschlagen, der wertvolle K. gestohlen (MM 6.
5. 75, 22). 3. <o. PI.) (Fachspr.) (bei Möbeln) das massive,
hinsichtlich Holz od. Farbe einheitliche, die eigentliche
Gestalt ausmachende Teil ohne die Einsatz teile (z. B. ohne
Türen, Schubfächer). 4. (Schweiz.) Ladentisch: [Büro]möbel
mit Fächern od. Schubladen, dessen Deckfläche als Ablage
od. Arbeitstisch dient: ^Korpus [-). das; -. Korpora [korpora]
[lat. corpus = Gesamtwerk, Sammlung, eigtl. = Körper):
1. (Sprachw.) Sammlung einer begrenzten Anzahl von
Texten, Äußerungen o. ä. als Grundlage für
sprachwissenschaftliche Untersuchungen: Auch diese Sprache wäre in einem
K. zu dokumentieren (Deutsche Sprache 2, 1974. 77).
2. <o. PI.) (Musik) Klangkörper eines Musikinstruments,
insbes. eines Saiteninstruments: ^Corpus [-), die; - (Druckw.
veraltet): Schriftgrad von 10 Punkt: Garmond.
Korpuskel [korposkl]. das; -s. -n, fachspr. auch: die; -,
-n Dat. corpusculum. zu: corpus, tKörper) (Physik):
kleinstes {atomares] Teilchen: korpuskular (korpuskular)
<Adj.; o. Steig.) (Physik): 1. das Korpuskel, die Korpuskeln
betreffend. 2. aus kleinsten Teilchen bestehend: <Zus.:>
Korpuskularstrahlen <P1.) (Physik): Strahlung, die aus bewegten
Korpuskeln besteht: Teilchenstrahlen (Ggs.:
Wellenstrahlen); Korpuskulartheorie, die <o. PI.): Theorie, die davon
ausgeht, daß das Licht aus Korpuskeln besteht.
Korral Bora:!), der; -s, -e [span. corral): tFang]gehege für
wilde Tiere. Pferch.
Korrasion [kara'zio:n]. die; -. -en [zu lat. corräsum. 2. Part,
von: corrädere = zusammenkratzenKGeol.): Abschiebung
von Gesteinen durch Flugsand: Sandschliff.
korreal Ekorea:!] <Adj.: o. Steig.; nicht adv.; [zu spätlat.
correus = Mitschuldiger! (jur.): zusammen mit einem
anderen Schuldner zu einer Leistung verpflichtet.
Korreferat [auch: '-]. das: -le)s. -e [zu lat. con- = mit-
u. t Referat) (bildungsspr.): Referat, das sich [als
Ergänzung/ auf das Thema eines Hauptreferats bezieht: zweiter
Bericht (z. B. als Stellungnahne zum vorausgegangenen
Referat): Kgrreferent [auch: -1, der; -en, -en
(bildungsspr.): a) jmd.. der ein Korreferat hält: b) zweiter
Gutachter [bei der Beurteilung einer wissenschaftlichen
Arbeit]: korreferieren [auch: '—) (bildungsspr.): a) ein
Korreferat halten: b) als zweiter Gutachter berichten.
Korregidor: tCorregedor. Corregidor.
korrekt [ko'rektl <Adj.; -er. -este) [lat. correctus =
zurechtgebracht, berichtigt, zu: corrigerc. t korrigieren): a) richtig:
einwandfrei (Ggs.: inkorrekt a): eine -e Auskunft geben;
er spricht -es Deutsch; die Bilanzen sind immer k.; ein
Wort k. aussprechen; b) angemessen: bestimmten Normen.
Vorschriften od. / moralischenj Grundsätzen entsprechend
(Ggs.: inkorrekt b): ein -er Beamter; die Herren erscheinen
in -em Abendanzug; sich k. benehmen, verhalten; jmdn.
k. behandeln, dazu: kon^kterwejse <Adv.): (in hezug auf
ein Verhalten o.a.) wie es richtig ist u. auch erwartet wird:
sie benutzte k. den Zebrastreifen; er mußte die Frage
k. bejahen; <Abl.:) Korrektheit, die; -: a) korrekte (a) Art:
Genauigkeit (Ggs.: Inkorrektheit la): der Buchhalter
zeichnete sich durch unbedingte K. aus; b) korrektes (b)
Verhalten. Benehmen: Aufrichtigkeit (Ggs.: Inkorrektheit 1b): er
war ihr gegenüber um letzte K. bemüht; die K. seiner
Gedankenführung überraschte; Korrektion Ocorek'tßio:n).
die; -. -en [lat. correctio, zu: corrigere. tkorrigieren)
(veraltet): 1. Berichtigung: Verbesserung. 2. Besserung (2). 3.
Regulierung: <Abl.:> korrektionieren [...tßio'ni:ren] <sw. V.;
hat) (Schweiz.): svw. t korrigieren, regulieren; <Zus.:>
Korrektionsanstalt, die (früher): svw. t Besserungsanstalt;
korrektiv [...'tirfi <Adj.) (veraltet): a) richtigstellend:
ausgleichend: b) zurechtweisend: Korrektiv [-). das; -s. -e [...i:vd]
(bildungsspr.): etw.. was dazu dienen kann. Fehlhaltungen.
Mängel o. ä. auszugleichen: Mittel. Maßnahme zur
Milderung von Mißständen. Gegetisätzlichkeiten od.
Ungleichheiten: als K. wirken; Meinungs- und Pressefreiheit sind das
wirksamste K. gegen staatlichen Totalitarismus (Fraenkel.
Staat 129); Korrektor, der; -s. -en [lat. comector =
Verbesserer): 1. jmd.. der in einer Druckerei od. einem Verlag
Schriftsätze auf [Satzjfehler überprüft (Bcrufsbez.). 2.
(bist.) Aufsichtsbeanuer der römischen Kaiserzeit: Korrekto-
rgt, das; -[e)s, -e: Abteilung, in der Korrektoren (1) arbeiten:
Korrektur Dcorektu:?]. die; -, -en: l.a) (bildungsspr.)
Verbesserung: Berichtigung: Richtigstellung: notwendige,
kleine, unzureichende-en; die K. einer schriftlichen Arbeit,
eines Textes; b) (Druckw.) svw. tKorrekturfahne: K.. -en
lesen (einen Schriftsatz auf Fehler überprüfen). 1.
(bildungsspr.) / Verjänderung: Niemals kam für ihn geistiger
Umsturz ... in Frage, sondern stets nur sanfte K. (Musil,
Mann 388); eine K. in der Einschätzung der Lage
vornehmen; einen Vertrag mit allen -en vorlegen.
Korrektur- (Druckw.): -abzug, der: svw. Nfahne; -bogen,
der: svw. Nfahne; -fahne, die: Fahne (3): -n lesen; -lesen,
das; -s; -Vorschriften <P1.>: Gesamtheil von Vorschriften
über Funktion. Art w. Form von Korrekturzeichen, die für
den Korrektor (1) verbindlich sind: -zeichen, das: Zeichen,
das Art u. Stelle einer Korrektur (la) angibt.
korrekt [kore'la:t] <Adj.; o. Steig.): seltener für tkorrelativ;
Korrelat [-), das; -[e)s. -e: 1, (bildungsspr.) erw.. was etw.
anderem als Ergänzung, ergänzende Entsprechung zugeord-
tiet ist: McDougall lehrt, daß bestimmten instinktiven
Verhaltensweisen bestimmte Affekte als... -e zugeordnet seien
(Lorenz, Verhallen I, 275). 2. (Sprachw.) Wort, das
grammatisch od. bedeutungsmäßig auf ein anderes Wort bezogen
ist (z. B. das. was); Korrelation, die; -. -en [mlat. correlatio
= Wechselbeziehung): 1. (bildungsspr., Fachspr.)
wechselseitige Beziehung: [allgemeiner] Zusammenhang: die K.
zwischen Angebot u. Nachfrage; etw. in eine K. zu/mit
etw. bringen. 2. (Math.) nur statistisch, mit Hilfe der
Wahrscheinlichkeitsrechnung zu erfassender [loser, zufälligerI
Zusammenhang zwischen bestimmten Vorkommnissen.
Ereignissen. Erscheinungen o, ä. 3. (Med.) funktionelle Wech-
1560
Korsage
selbeziehung zwischen verschiedenen Körperorganen; <Zus.
zu 2:> Korrelationsrechnung, die (Math.): svw.
tWahrscheinlichkeitsrechnung; korrelativ <Adj.; o. Steig.) (bil-
dungsspr.): wechselseitig; aufeinander bezogen; Korrelati-
vjsmus, den - (Philos.): Erkenntnistheorie, nach der Subjekt
u. Objekt des Erkennens in Wechselbeziehung stehen;
korrelieren Dcore'li'.ranl <sw. V.; hat) (bildungsspr.): in
wechselseitiger Beziehung stehen; einander bedingen: mit etw. k.;
Sexuelle Zurückhaltung und Brustkrebs ... sind positiv
korreliert (Spiegel 45. 1977. 108).
korrepetfcren <sw. V.: hat) [zu lat. con- = mit- u. t
repetieren) (Musik. Theater): mit I Opern Jsängern od. -Sängerinnen
[Solojpartien ohtie Orchester, nur mit Klavierbegleitung
einstudieren; Korrepetition. die: -. -en (Musik. Theater):
das Korrepetieren; Korrepetitor, der. -s, -en (Musik.
Theater): Musiker, der korrepetiert (Berufsbez.).
korrespektiv <Adj.: o. Steig.) [zu lat. con- = mit- u.
t respektive) (jur.): gegenseitig bedingt; gemeinschaftlich:
-es Testament (gemeinschaftliches, an bestimmte
gegenseitige Bedingungen gektiüpftes Testament eines Ehepaares);
<Abl.:> Korrespektivität OcorEspEktivi'te.t). die: - (veraltet):
gegenseitige Bedingtheit: Gemeinschaftlichkeit.
Korrespondent [korcspondent]. der; -en. -en [zu t
korrespondieren): 1. (Zeitungsw.)ymt/.. der im Auftrag einer
Nachrichtenagentur od. von Presse. Funk od. Fernsehen über etw.
von einem bestimmten Ort aus berichtet; auswärtiger
Berichterstatter: er ist K. einer großen amerikanischen Zeitung;
unser K. berichtet aus London: ... 2.a) (Wirtsch.) jmd..
der den /kaufmännischen] Schriftwechsel eines Betriebes
führt (Berufsbez.); b) (Kaufmannsspr.) Geschäftspartner
ixi. -freund; c) (veraltet) Briefpartner; Korrespondffitenbe-
richt. der; -[e]s. -e: Korrespondentenreeder, der; -s. -:
Geschäftsführer einer Reederei (Berufsbez.); Korrespond$ntin,
die; -. -nen: w. Form zu tKorrespondent; Korrespondenz
[...'deniß).die; -. -en [mlat. correspondentia. zu: correspon-
dere. tkorrespondieren) (bildungsspr.): l.a) Briefwechsel.
Schriftverkehr: eine rege K. fuhren; jmds. K. erledigen;
die K. mit jmdm. abbrechen; mit jmdm. in K. stehen;
b) Brief: alle Briefe, die jmd. erhalten hat: die K. öffnen;
er unterschrieb zahlreiche -en. 2. (veraltend)
Übereinstimmimg: in K. mit etw. stehen.
Korrespondenz-: -buch, das: [kaufmännischer] Briefsteller
(2): ^biiro, das: Agentur, die Material für die Presse
sammelt; -karte, die (österr.. Schweiz.): Postkarte mit
eingedrucktem Wertzeichen; -priraip, das <o. PL) (Physik):
heuristisches Prinzip, das eine bestimmte Ähnlichkeit zwischen
den Gesetzen der klassischen Mechanik u. denen der
Quantenmechanik behauptet; ^schach, das: svw. t Femschach.
korrespondieren OcDrEspon'di.ren] <sw. V.; hat) [frz. corres-
pondre < mlat. correspondere = übereinstimmen; in
(geschäftlicher) Verbindung stehen. Briefe wechseln): 1. mit
jmdm. im Briefwechsel stehen, brieflich mit jmdm. in
Verbindung stehen: seit vielen Jahren miteinander k.; wir haben
über die Angelegenheit ausführlich korrespondiert. 2.
(bildungsspr.) mit etw. übereinstimmen; einer Sache
entsprechen: Sein leuchtendes Blau korrespondiert mit dem
Vorhang (Wohnfibel 108); Dieser Tendenz korrespondiert die
weitgehende politische Ohnmacht des Individuums (Fraen-
kel. Staat 256).
Korridor [korido:?), der; -s, -e [ital. corridore = Läufer.
Laufgang, zu: correre = laufen < lat. currere): 1. {Flur
da): ein langer, enger, finsterer K.; etw. auf den K. stellen;
durch den K. gehen: vom K. aus führt eine Tür in die
Küche. 2. (Politik) schmaler Streifen Land, der durch das
Hoheitsgebiet eines fremden Staates fuhrt u. die Verbindung
zu einer Exklave od. zum Meer herstellt; <Zus. zu 1:>
KQrridorschlussel, der; Korridortür, die.
Korrigend [kori'gent]. der: -en. -en [zu lat. corrigere.
tkorrigieren] (veraltet): Sträfling: Führung und Geleit, um mit
Hans Carossa zu reden, fehlen beim -en (MM 24. 1. 70.
21); Korrigenda [korigenda] <P1.) [lat. corrigenda = das
zu Verbessernde, Gerundivum von: corrigere. t korrigieren)
(Schrift- u. Druckw.): a) (veraltet) Druckfehler <P1.>; b)
Verzeichnis der Druckfehler (bes. in wissenschaftlichen Ze/7-
u7/r///^;.Korrigens['kDng£ns].das; -. ...gentia [...' gent&a]
u. ..gentien [...gEntßjpn] (meist PI.) [lat. corrigens. 1. Part,
von: corrigere. tkorrigieren) (Pharm.):
geschmacksverbessernder Zusatz in Arzneien; korrigierbar OcDri'gi:£ba:$]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so beschaffen, daß es zu
korrigieren, zu verbessern, zu ändern ist: das Urteil ist nicht
mehr k.; korrigieren Pcori'gi:ren]<sw. V.; hat) [lat. corrigere
= verbessern, berichtigen): a) auf Fehler hin durchlesen
[u. verbessern]; einen Fehler berichtigen, beseitigen: einen
Text, Druckfehler k.; der Lehrer hat die Hefte. Aufsätze
noch nicht korrigiert; er brachte die korrigierten Seiten
in die Druckerei; b) (bildungsspr.) etw. Fehlerhaftes.
Ungenügendes durch das Richtige. Bessere ersetzen, positiv
verändern; etw. richtigstellen: überholte Ansichten k.; haben
wir also eine Dummheit gemacht. Aber das läßt sich k.
(Kirst, 08/15, 458); den Kurs, die Abweichung von etw.
k.; c) etw. (bei sich selbst od. einem anderen) richtigstellen;
jtndn..sich selbst verbessern: jmds. Aussage k.; den Schüler,
seine Aussprache k.; Was fällt Ihnen ein. mich k. zu wollen
(Sebastian, Krankenhaus 10).
korrodieren Ocoro'dr.ren] <sw. V.) [lat. corrödere =
zernagen) (Fachspr.): a) (durch Ätzen) angreifen, zerstören;
zerfressen <hat>: die Elektrode wird dadurch korrodiert; b)
angegriffen, zerstört, zerfressen werden <ist>: Das Material
verschleißt und korrodiert, vor allem die Metalle (Gruhl.
Planet 116); Korrosion Dcoro'4o:n). die; -, -en [mlat. corro-
sio = Zerstörung): 1. (Fachspr.) zerstörende Veränderung
an der Oberfläche von festen Körpern durch Einwirkung
von Wasser. Sauerstoff o.a.: etw. gegen K. schützen; in
K. übergehen. 2. (Geol.) Zersetzung od. Zerstörung von
Gesteinen durch Eitrwirkung von Wasser. 3. (Med.) durch
Entzündung od. ätzende Mittel hervorgerufene Zerstörung
von Körpergewebe.
korrosions-, Korrosions-: -beständig <Adj.; nicht adv.):
widerstandsfähig gegen Korrosion, dazu: -bestandigkeit, die:
-foule, die: Fäulnis von Holz; ^fest <Adj.; nicht adv.):
svw. t-beständig: -er Stahl, dazu: -festigkeit, die;
-hemmend <Adj.; nicht adv.): -c Wirkung zeigen; -schütz, der:
Schutz! schiebt] gegen Korrosion: -verhütend <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.).
korrosiv Dcoro'zi.f] <Adj.) [frz. corrosif. zu: corroder <
lat. corrödere, t korrodieren): a) zerfressend, zerstörend:
k. wirken; b) durch Korrosion hervorgerufen: -e
Zerstörungen.
korrumpieren Otorum'pi:ren] <sw. V.; hat) /vgl. korrumpiert/
[lat. corrumpere) (bildungsspr. abwertend): [durch
Bestechung] für zweifelhafte Interessen. Ziele gewinnen; in
negativer Weise beeinflussen; zu verachtenswerten Handlungen
verleiten: er ließ sich nicht k.; Grundbesitzer und
eigentumsfanatische Bürger versuchen die geistige Elite zu k.
CNiekisch. Leben 151); (häufig im 2. Partizip:)
korrumpierte Politiker; Ü Das Gift kulturfeindlicher Reaktion
korrumpierte nicht nur das politische Leben {verpestete es;
K. Mann. Wendepunkt 223); <auch k. + sich:)ein
sowjetischer Künstler muß sich entweder geistig k. ... oder ...
den offenen Bruch wagen (Spiegel 42, 1977. 169);
korrumpiert <Adj.; nicht adv.): (vonalten Textenu. Handschriften)
verderbt: eine -e Stelle; <Abl.:> Korrumpknmg, die: -. -en:
das Korrumpieren; korrupt [ko'rupt] <Adj.; -er, -este; nicht
adv.) [lat. corruptus. zu: corrumpere. t korrumpieren)
(abwertend): a) um des eigenen Vorteils willen käuflich; bereit,
für zweifelhafte Personen od. Interessengruppen [ mit äußerst
fragwürdigen Methoden] tätig zu werden: ein -er
Geschäftsmann, Minister. Beamter; er war durch und durch k.;
b) auf Grund von Abhängigkeiten. Vetternwirtschaft.
Bestechung. Erpressung o. ä. so beschaffen, daß bestimmte
gesellschaftliche Normen od. moralische Grundsätze nicht mehr
wirksam sind: sie führte eine -e Existenz; ein Mann mit.
von völlig -er Gesinnung; die Demokratie geriet in den
Ruf. die ... -en Systeme zu schützen (Dönhoff, Ära 164);
Korniptel DcDrup'te.l]. die: -, -e [lat. corruptela = der
Verderb): (von alten Texten u. Handschriften) verderbte
Textstelle: Korruption (korup'tßio:n), die; -. -en [lat. corrup-
tio, zu: corrumpere. t korrumpieren) (abwertend): a)
korruptes Handeln; korrupte Geschäfte: K. greift um sich,
war im Spiel; jmdn. der K. beschuldigen: b) Verhältnisse,
in denen korrupte Machenschaften das gesellschaftliche
Leben bestimmen u. damit den moralischen Verfall bewirken:
staatlich sanktionierte K.; Auch die Monarchien des Nahen
Ostens, die wie die ägyptische auf K. beruhten (Dönhoff,
Ära 167); c) das Korrumpieren: die K. der öffentlichen
Meinung.
Korsage 0or'za:39]. die; -, -n [frz. corsage = Mieder, eigtl.
= Oberleib, zu: corps (< afrz. cors) < lat. corpus,
tKörper): trägerloses, sehr eng auf Figur gearbeitetes Oberteil
eines Kleides, das durch Stäbchen ixt. Schnürung hält.
1561
Korsak
Korsak ['korzak], der; -s. -s [russ. korsak]: kleiner
Steppenfuchs mit kurzen Ohren u. sehr dichtem Fell.
Korsar [kDr'za:g]. der; -en. -en [1: ital. corsaro = Seeräuber
< mlat. cursahus. zu lat. cursus = Fahrt zur See): 1.
(früher) a) Seeräuber; b) Seeräuberschiff 2. (Segeln)
Zweimannjolle der nationalen Klasse des
Rennsegelsports mit Vor- u. Großsegel (Kennzeichen: rotes
Krummschwert).
Korselett [koraict], das; -s, -s (auch: -e) [zu tKorsett):
leichteres Korsett; Korsett [kor'zet]. das; -s. -s (auch: -e)
[frz. corset, zu: corps. t Korsage]: a) Mieder, das mit festen
Stäbchen versehen istu. durch Gummieinsätze od. Schnürung
den Körper in eine bestimmte Form bringt: Die Warze
... war überpudert, das K. saß stramm (Jaeger.
Freudenhaus 18); ein K. tragen, aufschnüren; das K. [zu eng]
schnüren; Ü Man betrachtet die Institution der Ehe als
starres K. (Ruthe. Partnerwahl 180); b) (Med.) meist um
den ganzen Rumpf bis unter die Schultern getragener
Verband aus festem Material als Stütze für verletzte, insbes.
gebrochene Körperteile; vgl. Gipskorsett; <Zus. zu a:>
Korsettstab, der: in das Korsett eingenähtes Stäbchen; Kor-
s^ttstanse. die: svw. t Korsettstab.
Korso [korzo], der; -s. -s [ital. corso = Lauf. Umzug <
lat. cursus = Lauf. Fahrt]: l.a. festlicher Umzug mit
Wagen; Schaufahrt schöner Gespanne: der K. bewegt sich
langsam durch die Innenstadt; einen K. veranstalten: sich
an einem K. beteiligen; b) Demonstrationszug in Form
einer Fahrzeugkolonne. 2. (selten) Prachtstraße. 3. (früher)
Wettrennen von Pferden ohne Reiter in Italien; <Zus.:>
KQrsofahrt, die: svw. tKorso da).
Kortege [karte:;*), auch: karte:»], das: -s. -s [frz. cortege
< ital. corteggio. zu: corteggiare = den Hof machen,
aufwarten.zu: corte = Hof < lat. co(ho)rs (Gen.: co(ho)r-
tis) I Kohorte] (veraltet): Gefolge. Ehrengeleit.
Kortex ['korteks]. der; -[es], -e u. ...tizes [...titße:s] [lat. cortex
(Gen.: corticis) = Rinde] (Med.. Biol.): 1. Rinde eines
Organs. 2. Hirnrinde; kortikal [kortikal] <Adj.; o. Steig.;
nurattr.) (Med.. Biol.): a) den Kortex (1) betreffetui; vom
Kortex (1) ausgehend; b) vom Kortex (2) ausgehend; im
Kortex (2) befindlich; Kortikosteron [...koste'ro:n], das; -s
[zu TKortex u. griech. Stereos = starr, hart, fest] (Med..
Biol.): Hormon der Nebennierenrinde; Kortine [kDr'ti.nal
<PL> (Med.. Biol.): Gesamtheit der in der Nebennierenrinde
gebildeten Hormone; Kortison, (fachspr.:) Cortison [korti-
'zo:nl. das; -s (Med.): aus dem Hormon der Nebennierenrinde
gewonnenes Mittel, das u.a. entzündungshemmend wirkt.
Korund [ko'runt], der; -[e]s. -e [engl, corundum < tamil.
(Eingeborenenspr. des südl. Indiens) korund = Rubin]:
sehr hartes Mineral, das als Schleifmittel od. Edelstein
verwendet wird: blauer K. (Saphir); roter K. (Rubin).
Körung, die; -. -en [zu tkören] (Fachspr.): das Kören.
Korvette [korvcta]. die; -. -n [frz. corvette = Rennschiff.
H. u.l: l.a) Kriegsschiff mittlerer Größe bes. zum
Geleitschutz; b) (früher) bewaffnetes Segelschiff 2. (Turnen)
Sprung in den Handstand: <Zus. zu la:> Korvettenkapitän,
der; -s. -e: Offizier der Marine im Rang eines Majors.
Korybant [korybant]. der: -en. -en [lat. Corybäs (Gen.:
Corybantls) < griech. Korybas]: Priester der phrygischen
Vegetationsgöttin Kybele. der im Kult dieser Göttin orgiasti-
sche Tänze aufführte; <Abl.:> korytqnttach <Adj.> (bil-
dungsspr.): wild begeistert; ausgelassen tobend.
Korydalk [ko'ry:dalis]. die; -. - [griech. korydallis =
Haubenlerche, nach dem Sporn der Blüte]: svw. t Lerchensporn.
Koryphäe [kory'fe:3], die; -. -n. veraltet: der; -n. -n [frz.
coryphäe < lat. coryphaeus < griech. koryphalos =
Anführer, Chorführer, zu: koryphe = Gipfel. Scheitel]: 1.
(bildungsspr.) jmd.. der auf einem bestimmten Gebiet
außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt: eine wissenschaftliche,
mathematische, sprachliche K.; er soll auf seinem Gebiet
eine K. sein. 2. (Ballett [bes. österr.]) erste Solotänzerin.
Koryza ['ko:rylßa]t die; - [griech. köryza] (Med.): svw.
t Schnupfen.
Kosak [ko'zak]. der. -en. -en [poln. kozak < ukrain. kosak
< russ. kasak]: 1. (hist.) Angehöriger einer militärisch
organisierten u. oft bei der Grenzsicherung eingesetzten
Bevölkerungsgruppe im zaristischen Rußland. 2. bewaffneter
leichter Reiter im zaristischen Rußland. 3. kurz für
tKosakenpferd; <Zus.:> Kosakenmütze, die: runde /Pelzjmütze
mit hochgeschlagener Krempe; Kos^kenpferd, das: kleines,
zähes, sehr genügsames Pferd.
Koschenille [koJVnilk]. die; -. -n [frz. Cochenille < span
cochinilla]: a) <ohne PI.) aus einer Schildlaus gewonnener
roter Farbstoff; b) Weibchen einer hestinunten Art der
Schildlaus; <Zus.:> Koschenjllerot. das: roter Farbstoff der
aus getrockneten Koschenillen (b) gewonnen wird; Koschenjl-
leschildlaus. die: Schildlaus, deren Körperflüssigkeit einen
roten Farbstoff enthält.
koscher ['ko:JB] <Adj.; nicht adv.> [jidd. koscher < hebr.
k^Ser = einwandfrei]: 1. den jüdischen Speisegesetzen
gemäß [erlaubt] (Ggs.: treife): meine Mutter kaufte mit
Vorliebe beim jüdischen Metzger -es Fleisch (Spiegel 15,1966.
26); Es gab ... Einsprüche der Rabbiner, und nun sind
beide Küchen k. (Zeit 17. 4. 64. 52). 2. (ugs.) einwandfrei,
unbedenklich: in Ordnung: die Sache, der Kerl ist [mirl
nicht ganz k. (geheuer); immerhin ist es seine Mutter,
aber k.. k. ist der Laden nicht (Fallada. Mann 90).
Kose-: ^form.die: zärtlich, liebevoll abgewandelte Form ei fies
! Vor]namens; ^name, der: Name, der eine liebevolle,
vertrauliche Beziehung zu jmdm. ausdrücken soll; Hypokonsti-
kum: ,.Na, was ist los. Puschel?" fragte Marianne und
holte den alten -n hervor (Baum, Paris 30); Mvort, das.
1. <P1. ...Wörter) Wort, das Zärtlichkeit ausdrückt. 2. <nur
PL: Koseworte) (an jmdn. gerichtete} zärtliche Worte
Ich mußte mit anhören, wenn ihr ... Koseworte gegrunzt
habt (Fels. Sünden 12).
Kosekans [ ko:zekans], der; -. -. auch: ...nten [gek. aus nlat.
complementi secans. zu lat. complementum = Ergänzung
u. t Sekans] (Math.): Kehrwert des Sinus(\) im rechtwinkligen
Dreieck; Zeichen: cosec
Kosel [ko:zl], die; -. -n [H. u.] (schwäb.): Schwein.
kosen[ko:zn] <sw. V.; hat) [rückgeb. aus tliebkosen; mhd.
kosen = plaudern, ahd. köson. eigtl. = eine Rechtssache
flihren, verhandeln, zu: kösa = Rechtssache < lat. causa]
(dichter, veraltet): zärtlich zueinander od. zu jmdm. sein,
liebevoll streicheln: sie standen da und kosten; Jmdn./mii
jmdm. k.; Ü Während sie sich wusch, koste die Morgenluft
... ihre Haut (Zuckmayer. Herr 152).
Kosinus ['ko:zinosl. der. -. - u. -se [gek. aus nlat. complementi
sinus. zu lat. complementum = Ergänzung u. tSinus]
(Math.): im rechtwinkligen Dreieck das Verhältnis von
Ankathete zu Hypotetmse; Zeichen: cos
Kosmetik pcos'meUik]. die; - [frz. cosmdtique < griech
kosmetike (techne) = Kunst des Schmückens; vgl.
kosmetisch]: 1. Gesichts-. Haut- u. Körperpflege als
Schönheitspflege: medizinische K. (chirurgische Beseitigung von
Schönheitsfehlern od. Mißbildungen); dekorative, pflegende K.
(tdekorativ 1); K. betreiben; sie brauchte jeweils einige
Stunden fürK. 2. nur vordergründig vorgenommene
Korrektur eines Tatbestandes zum Zweck der Manipulation; mani-
pulatives Verhalten, mit dem ein äußerlich günstiger,
gewünschter Eindruck erweckt werden soll: Um den Mißstand
zu kaschieren, übten sich Bonns Regierung und Parlament
... in der Kunst der K. (Spiegel 38. 1976. 57): -kosmetik.
die; -: als Kritik u. Ironie ausdrückendes Grundwort von
Zusammensetzungen gebraucht, z. B. Geschichtskosmetik.
Firmenkosmetik.
Kosmetik-: Mibteilung, die: Abteilung in einem Geschäft,
in der Kosmetika verkauft werden: ^artikel.der: svw. TKos-
metikum; -Industrie, die: Industrie, die Kosmetik (1)
herstellt; -kofler, der: vgl. wasche; ^salon, der: Geschäft,
in dem Kosmetikerinnen an anderen Personen
Schönheitspflege betreiben; ^tusche, die: Tasche für Kosmetika.
Kosmetiker [k3s'me:tike]. der: -s. -: [rückgeb. aus
tKosmetikerin]: 1. Chemielaborant für kosmetische Erzeugnisse. 2.
(verhüll.) junger Mann, der sich sexuell prostituiert (in
Zeitungsanzeigen); Kosmetikerin, die; -. -nen: 1. weibliche
Fachkraft für Kosmetik (Berufsbez.). 2. (verhüll.) svw.
t Prostituierte (in Zeitungsanzeigen); Kosmetikum [kos'me:-
tikum]. das; -s. ...ka [zu tKosmetik] <meist PL): Mittel
zur Schönheitspflege: Kosmetika benutzen; sie gab viel
Geld für Kosmetika aus; kosmetisch <Adj.; o. Steig.) [frz.
cosm6tique < griech. kosmetik6s = zum Schmücken
gehörend, zu: kösmos. t Kosmos]: 1. a die Kosmetik (1)
betreffend, im Hinblick auf die Kosmetik (1): die -e Industrie;
jmdn. k. beraten; b) mit Hilfe der Kosmetik /gepflegt,:
-e Behandlung; sich k. behandeln lassen: Auch die
Augenpartie war k. bearbeitet (K. Mann. Mephisto 72); c) der
Verschönerung dienend, sie bewirkend: -e Mittel anwenden:
-e Eingriffe. 2. nur an der Oberfläche, äußerlich,
vordergründig [vorgenommen]. ohne den eigentlichen Mißstand o.a.
1562
kostbar
zu beheben bzw. ohne etwas von Grund auf wirklich zu
verämlern, wie es nötig wäre: das sind nur -e Maßnahmen
der Regierung; Kosmetologe pcasmetoio.gd]. der; -n, -n
[t-loge]: Fachmann auf dem Gebiet der Kosmetologie: Kos-
metologje, die; - [t -logie]: Anleitung zur Entwicklung
kosmetischer Präparate: kosmisch I'kDsmiJl <Adj.; o. Steig.) flat.
cosmicus < griech. kosmikös = zur Weit gehörend, zu:
kösmos. tKosmos): l.a) im Weltall [herrschend,
stattfinden/: -e Größenordnungen. Verhältnisse; b) aus dem
Weltall stammend: -e Strahlung; -es Eisen (Fachspr.; nickelhalti-
ges Eisen eines Meteoriten): c) zum Weltall gehörend: Die
Astronomie bemächtigte sich durch die verbesserten
Fernrohre immer weiterer -er Räume (Heisenberg. Naturbild
9); d) auf den Weltraum gerichtet, die Weltraumfahrt
betreffend: die Astronomie im -en Zeitalter; -e Besatzung; -e
Station; -e Forschung; -es Programm; -e Flugkörper.
Dieser erste .Ausflug ins Weltall^ ... ist nach einem -en
Fahrplan vorbereitet worden (Welt 20. 3.65,4). 2. (bildungsspr.)
den ganzen Kosmos erfüllend, sich auf den ganzen Kosmos
ausdehnend: den Größenordnungen des Kosmos
entsprechend: weltumfassend, unermeßlich, unendlich: Er hatte ein
unglaubliches, -es Gelächter (Wolfe [Übers.], Radical 37);
du setzt ... die Liebe als eine -e Größe an (Wohngruppe
112); gesteinigt und gefesselt ... mitsamt allen -en
(bildungsspr.; unerfüllbaren, unerreichbaren) Hoffnungen und
Plänen (Wohmann. Absicht 286).
kosmo-, Kosmo- [kosmo-; tKosmos] (Best, in Zus. mit der
Bed.): weitall-, Weltall-, Weltraum-, Weltraum-: Kosmobio-
toe.der; -n, -n (Fachspr.): Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Kosmobiologie: Kosmobiologie, die; - (Fachspr.): als
Teilgebiet der Biologie die Wissenschaft von den Einflüssen
des Weltraums auf alle Erscheinungen des Lebens auf der
Erde u. von den Lebensbedingungen im Weltraum: kosmobio-
tabch <Adj.; o. Steig) (Fachspr.): die Kosmobiologie
betreffend: -e Untersuchungen; Kosmochenue. die; -
(Fachspr.): als Teilgebiet der Chemie die Wissenschaft von
der chemischen Zusammensetzung u. den chemischen
Veränderungen der Materie sowie der Verteilung u. Häufigkeit
der chemischen Elemente im Weltraum: Kosmodrom
[...'dro:m], das; -s. -e [russ. kosmodrom. zu griech. kösmos
= Welt(raum)u.drömos = Laufplatz, Rennbahn]:
sowjetischer Raketenstartplatz, Raumfahrtstartgelände: Das ...
bemannte Raumschiff... ist... vom K. Baikonur...
gestartet worden (Welt 15. 6. 63. 1); Kosmogonte. die; -. -n
[...ton; griech. kosmogonia] (Fachspr.): Lehre von der
Entstehung u. der Entwicklung des Weltalls sowie der
Himmelskörperu, aller anderen kosmischen Objekte in ihm: kosmogp»
nbch <Adj.; o. Steig.) (Fachspr.): die Kosmogonie
betreffend: Kosmogrymm, das; -s. -e [t-gramm] (bildungsspr.
selten): svw. tHoroskop; Kosmogrgph, der; -en. -en
[? -graph]: Verfasser einer Kosmographie: Kosmographk. die;
-.-n [...ton;T-graphie] (Fachspr.): 1. (veraltet) Beschreibung
der Welt, bei der Geschichtliches u. Naturkundliches
miteinander verbunden sind. 2. im MA. gebräuchliche Bez. für
Geographie: kosmogr&phbch <Adj.; o. Steig.) (Fachspr.):
die Kosmographie betreffend: Kosmologk. die; -. -n [...ton;
t -logie] (Fachspr.): Lehre von der Entstehung u. Entwicklung
des Weltalls: kosmologisdi <Adj.; o. Steig.) (Fachspr.):
die Kosmologie betreffend: der -e Gottesbeweis
(Gottesbeweis, bei dem von der [erfahrenen] Existenz irgendeines
Dinges auf die Existenz eines notwendigen Wesens
geschlossen wird): Kosmomedizjn, die; - (Fachspr.): als Teilgebiet
der Medizin die Forschung über die Auswirkung eines
Raumflugs auf den menschlichen Organismus: Kosmonaut
I...'n4jit], der; -en, -en [russ. kosmonawt. zu griech.
kösmos = Welt(raum) u. t-naut] (bes. DDR. sonst häufig mit
der Nebenvorstellung, daß es sich um einen
Weltraumfahrer aus der Sowjetunion od. einem anderen sozialistischen
Land handelt): svw. t Astronaut; Kosmonautik, die; - [russ.
kosmonawtUta]: svw. TAstronautik; Kosmonautin, die; -,
-nen: w. Form zu tKosmonaut; kosmonautisch <Adj.; o.
Steig.): svw. tastronautisch; Kosmopolit [...poli:t], der;
-en. -en [griech. kosmopolftes = Weltbürger]: 1.
(bildungsspr.) a) Weltbürger: b) Anhänger des Kosmopolitismus
(b, c). 2. (Biol.) Tier- od. Pflanzenart, die über die ganze
Welt verbreitet ist: die Wanderratte ist ein K.;
kosmopolitisch <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): den Kosmopoliten
(1) betreffend, die Anschauung des Kosmopolitismus
vertretend: weltbürgerlich: Es war eine k. bunte Gesellschaft,
die Paul Geheeb ... um sich versammelte (K. Mann.
Wendepunkt 93); Er ist hochintelligent, liebenswürdig, k.,
amüsant (Dönhoff, Ära 195); Kosmopolitismus [...poli'tismos],
der; - [c: russ. kosmopolitism]: a) (bildungsspr.) Weltbür-
gertwn: b) (bildungsspr. selten) Weltanschauung, die davon
ausgeht, daß es keinen wertmäßigen Unterschied zwischen
den Menschen der verschiedenen Nationen u. Völker gibt:
c) (kommunist. abwertend) Weltanschauung, die das
Streben der imperialistischen Großmächte nach Weltherrschaft
mit dem Vorwand begründet, der Nationalstaat, der
Patriotismus usw. sei in der gegenwärtigen Epoche historisch
überholt: Kosmos ['kösmos], der; - [griech. kösmos = Weltall.
Weltordnung, eigtl. = Ordnung. Schmuck] (bildungsspr.):
a) Weltraum, Weltall: der weite, endlose K.; den K.
erforschen; die Räume des K. durchmessen; in den K.
vorstoßen; b) fdiej Welt / als geordnetes Ganzes J: K. und Chaos;
Wie Bauer und Edelmann zueinander stehen, ist im
mittelalterlichen K. (in der mittelalterlichen
[Gesellschafts]Ordnung) völlig klar (Hofstätter. Gruppendynamik 126); Ü
Die industrielle Entwicklung hat die Welt mit einem K.
von Organisationen überzogen (Gehlen. Zeitalter 52); Kos-
mothejsmus, der; - (Philos.): philosophische Anschauung,
die Gott u. Welt als Einheit begreift: kosmothejstisch <Adj..
o. Steig.): den Kosmotheismus betreffend: auf dem Kosmo-
theismus beruhend: Kosmotron [kosmotro:n]. das; -s. ...tro-
ne u. -s [zu TKosmos u. griech. -tron = Suffix zur Bez.
eines Werkzeugs] (Physik): Teilchenbeschleuniger.
Kossat [ko'sa:t], Kossäte Dco'sa.to]. Jtossäte [ko'seitej, der;
...ten. ...ten [mniederd. kossät(e), kötsate. zu: köte (TTtote)
u. säte (tSaß)] (früher): svw. tHäusler.
Kost [kost], die; - Imhd. kost[e] = Aufwand an od. für
Nahrung, Futter, eigtl. = Auftvand. Preis]: *)[ zubereitete I
Nahrung, Lebensmittel: Ernährung: gesunde, derbe,
kräftige, nahrhafte, fette K.; schmale K. (einfaches,
mengenmäßig nicht ausreichendes Essen: unzureichende Ernährung):
er kann nur leichte K. vertragen; sich mit salzarmer,
fettloser, flüssigerK. ernähren müssen; Ü geistige, ideologische
K.; b) Verpflegung, Beköstigung: K. und Logis
(Verpflegung u. Unterkunft): er hat freie K. (braucht für das Essen
nicht zu bezahlen): Die K. hatte er in einer Pension (R.
Walser, Gehülfe 15); *jmdn. in K. aeben/nehmen (veraltend;
jmdn. beauftragen, / gegen Bezahlung] für jmds. Verpflegung
zu sorgen: / gegen Bezafdung] für jmds. Verpflegung sorgen):
Da hat ein Mädchen ein ... Kind geboren und mußte
es in K. geben (Werfel. Himmel 139).
'Kqst- (Kost): -ganger, der (veraltend): jmd., der bei jnulm.
[zur Untermiete wohnt u.) regelmäßig [gegen Bezahlung/
ißt: einen K. [auflnehmen; (J Die Bundesbahn ... ist zu
einem ... K. des Staates geworden (Spiegel 4. 1977. 38);
Hieber, der (veraltend): jmd., der /einen] Kostgänger
versorgt: -geld, das: Geld für den Lebensunterhalt: das K.
reicht einfach nicht; -probe, die: TKostprobe;
-schmälerung, die: verfügte Rusterholz für ihn ... Arrest mit K.
(Ziegler. Konsequenz 203); -Verächter,der in der Wendung
keinK. sein (scherzh.; ein sehr genießerischer Mensch sein).
^gst-, Kgst- (2kosten; vgl. auch: Kosten-): -fracht, die
(Kaufmannsspr.): Kosten einschließlich Fracht: -geschäft,
das (Wirtsch.): svw. TProlongationsgeschäft; -preis, der
(Wirtsch.): svw. tSelbstkostenpreis; -spielig [-Jpi:li<;]
<Adj.> ß. Bestandteil zu mhd. spildec = verschwenderisch,
volksetym. Umdeutung unter Anlehnung an „spielen'']:
große Kosten verursachend: teuer: ein -er Prozeß; das ist
eine relativ -e Angelegenheit. Maßnahme; niemand wußte,
wie er sein -es Leben finanzierte (K. Mann, Wendepunkt
167); <Abl.:> Kostspieligkeit, die; -.
kostal DcDsta:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. costa
= Rippe] (Med.): a) zu den Rippen gehörend: b) die Rippen
betreffend: <Zus.:> Kostglatmung. die (Med.): Atmung, bei
der sich beim Ein- u. Ausatmen der Brustkorb hebt u. senkt.
kostbar ['kostba:g] <Adj.> [mhd. kostbare, eigtl. = hohe
Kosten verursachend]: a) sehr wertvoll: erlesen u. deshalb
teuer: -e Bilder. Möbel, Pelze; -er Schmuck; eine Bibliothek
mit -en Erstausgaben; Ü Eine Frau, die ein anderer begehrt
.... wird sofort -er als vorher (Remarque. Obelisk 117);
Sich k. machen (ugs.; 1. sich unentbehrlich machen. 2.
sich nicht blicken lassen: selten erscheinen): b) (emotional)
für etw. so wichtig u. wertvoll, daß man es nicht unnütz
od. gedankenlos vertun darf, daß man sparsam damit
umgehen muß: er stolperte kurz vor dem Ziel und verlor -e
Sekunden: durstig griff er nach dem -en Naß (dem
Wasser): die Gesundheit ist zu k., um sie aufs Spiel zu setzen;
1563
Kostbarkeit
schnell, die Zeit ist k.; <Abl.:> Kostbarkeit, die; -. -en:
a) sehr wertvoller Gegenstand: architektonische,
archäologische -en; die alte Uhr galt als K.; b) <o. PI.) Wert;
Erlesenheit: Teppiche. Gemälde von großer K.
'kosten [kastn] <sw. V.; hat) [mhd. kosten, ahd. kostön]:
a) (etw. Eß- od. Trinkbares) auf seinen Geschmack prüfen,
schmeckend probieren: eine Speise, ein Getränk k.: jmdm.
etw. zu k. geben; wollen Sie vom neuen Wein, von dem
Käse k.?; <subst.:> jmdm. einen Schluck zum K. geben;
b) (geh.) etw. I genießendI empfinden, wahrnehmen: alle
Freuden des Lebens k.; du kannst gleich eine Tracht Prügel
zu k. (iron.: spüren) bekommen; die Reize des Inkognitos,
die ich jetzt kostete (Th. Mann. Krull 292).
hosten [-] <sw. V.; hat) [mhd. kosten = aufwenden,
ausgeben; hosten < afrz. coster, über das Vlat. zu lat. cönsläre
= (im Preis) feststehen]: 1. a) einen bestimmten Preis haben
(von): das Buch kostet zehn Mark; was kostet ein Pfund
Butter?; das kostet gar nichts; wieviel kosten die Äpfel?;
das Bild kostete ihn 5 000 Mark (für das Bild mußte er
5000 Mark bezahlen): das hat ihn einen schönen Batzen
Geld, ein Vermögen gekostet; <ugs. auch mit Dativ:) Das
kostet dem Staatsapparat unnötig Geld und der Anstalt
Zeit (Ossowski. Flauer 201); 'koste es/es koste, was es
wolle (unbedingt: um jeden Preis): das Ziel muß erreicht
werden, koste es. was es wolle; sich <Akk. od. Dativ)
eine Sache etw. k. lassen (ugs.; für eine Sache eine größere
Summe ausgeben): ich habe mich/mir das [Geschenk] etwas
k. lassen; b) /von jmdm.J etw. erfordern, verlangen: das
kostet mich nicht mehr als ein Wort, einen Anruf, ein
Lächeln; es kostete sie Überwindung. Mühe, unbefangen
mit ihm zu sprechen; der Krieg hat viele Menschenleben
gekostet; der Aufenthalt hatte Zeit gekostet; Die (= weißen
Pfeffernüsse) kosteten soviel Fett (Kempowski. Tadelloser
281). 2. für jmdn. einen Verlust von etw. nach sich ziehen:
dieser Fehler kann dich /(seltener:) dir die Stellung k.;
die Schließung der Zechen kostet etwa 60000 Kumpelln]
die Arbeitsplätze; das kostet den/(seltener:) dem Minister
den Posten; Das kostete die Mannschaft den Sieg (Thieß.
Reich 286); Die Affären haben dem Fußball viele Fans
gekostet (Hörzu 10. 1973. 145); Kosten <P1.>: finanzielle
Ausgaben: erhebliche, steigende, geringe K.: die K. einer
Neuanschaffung, für die Reise; Der Angeklagten fallen
die K. zur Last (Noack. Prozesse 168); K. sparen,
verursachen; man scheut keine K.; er kommt für alle K. auf;
* auf seine K. kommen (in seinen Erwartungen
zufriedengestellt werden): Das blutgierige Publikum ist auf seine K.
gekommen (Thieß. Legende 198); auf jmds. K./auf K. von
jmdm.. etw. (1. von. mit jmds. Geld: er lebt auf K. seiner
Eltern. 2. zum Nachteil. Schaden von jmdm., von etw.:
er macht seine Witze immer auf K. anderer; das geht
auf K. der Gesundheit).
kosten-, Kgsten- (2kosten; vgl. auch: Kost-): Minsatz, der
(jur.): [Entscheidung über die] Höhe der Kosten, die in
einem [GerichtsJverfahren entstanden sind; -an9chlag, der:
svw. t-Voranschlag; Minteil, der: Anteil an bestimmten
Kosten; -aufwand, der; -beredinung, die; -dampfend <Adj.)
(Wirtsch.): die Einsparung von Kosten bewirkend: -e
Maßnahmen; k. wirken; -dämpfting, die (Wirtsch.). dazu.
-dämpfiingsgesetz, das: Gesetz zur Kostendämpfung in den
Sozialversicherufigen durch Senkung der Leistung für die
Versicherten; -deckend <Adj.; o. Steig.) (Wirtsch.): so
berechnet, daß die Kosten für etw. wieder eingebracht werden:
-e Preise. Mieten. Pflegesätze; die Gebühren sind nicht
k.; -deckung, die; -druck, der <o. PI.) (Wirtsch.): durch
steigende Kosten verursachte Verminderung der
Gewinnspanne: der zunehmende K. bei den Sparkassen (Welt
20. 8. 65. 11); -entscheklung, die (Jur.): gerichtliche
Entscheidung darüber, wer die Kosten eines Verfahrens zu tragen
hat; -entwickking, die (Wirtsch.): die K. macht dem
Wirtschaftsminister Sorge; Verstattung, die; -exptosion, die
(Wirtsch. Jargon): schnellesu. starkes Ansteigen der Kosten;
-frage, die: ob wir uns ein neues Auto leisten können,
ist eine reine K.; ^frei <Adj.; o. Steig.) (jur.): nicht mit
Kosten verbunden: das Verfahren ist k.; -»erecht <Adj.;
o. Steig.) (Wirtsch.): den [notwendigen] Kosten
entsprechend: er hat k. kalkuliert; -günstig <Adj.) (Wirtsch.):
nicht so hohe Kosten verursachend u. daher vorteilhaft: k.
produzieren; -intensiv <Adj.) (Wirtsch.): in bes. hohem
Maße Kosten verursachend; -Iflwine, die (Wirtsch. Jargon):
eine Unmenge von sich aneinanderreihenden
Preissteigerungen: ^los <Adj.; o. Steig.): unentgeltlich, gratis: -er
Unterricht; etw. k. reparieren, dazu: -lostgkeit, die; -miete.
die (jur.): Miete [für Sozialwohnungen]. die sich aus dem
eigentlichen Mietpreis u. Zuschlägen o. ä.. die die laufenden
Kosten des Vermieters decken sollen, zusammensetzt; Mnin-
derung. die; -neutral <Adj.; o. Steig.) (Wirtsch.): nicht
mit zusätzlichen Kosten verbunden; -pflichtig <Adj.; o.
Steig.) (jur.): mit der Zahlung der entstandenen Kosten
verbunden: eine -e Verwarnung; das Auto wird k.
abgeschleppt; -punkt. der (ugs.): Preis. Höhe der Kosten von
etw.. was gekauft od. in Auftrag gegeben werden soll: ein
... Mann ... möchte einen Ulster: .JC. höchstens
fünfundzwanzig Mark ..." (Fallada. Mann 180); -rechnung.
die (Wirtsch.): Erfassung u. Verrechnung der bei der
Produktion anfallenden Kosten als Teil des betrieblichen
Rechnungswesens; -senkend <Adj.; Steig, ungebr.) (Wirtsch.);
-Senkung, die; -sparend <Adj.) (Wirtsch.): die alten
Straßenbahnen wurden durch -e Gelenkwagen ersetzt; -Steigerung,
die (Wirtsch.); -stelle, die (Wirtsch.): [betriebliche o.a./
Organisationseinheit, die in der Kostenrechnung selbständig
abgerechnet wird; -träger, der (Wirtsch.): Produkte u.
Leistungen eines Betriebs, deren Kosten in der Kostenrechnung
pro Stück, Einheit o. ä. ermittelt werden; -Überschlag, der.
grobe Schätzung von [anstehenden] Kosten: einen
vorläufigen K. machen; -Vergütung, die; -Voranschlag, der
(Wirtsch.): Berechnung von [anstehenden] Kosten im
voraus; Veranschlagung; Kalkulation: einen K. aufstellen.
köstlich [kastln;] <Adj.) [mhd. kost(e)lich, eigtl. = viel
kostend, wertvoll): a) (emotional) (bes. von Speisen,
Getränken u. anderen Genüssen) besonders gut. herrlich, schön:
-e Leckerbissen; uns wurden die -sten Speisen gebracht;
die -e Abendkühle genießen; das Essen war einfach k..
hat k. geschmeckt; b) (emotional) unterhaltsam, amüsant
od. so komisch, daß man dabei großes Vergnügen empfindet:
ein -er Einfall; du mußt unbedingt diese -e Geschichte
erzählen; dieser Clown war k.!; das ist einfach k.. zu k.;
wir haben uns k. (über alle Maßen) amüsiert; c) (geh..
veraltet) sehr wertvoll (u. als besonders schön empfunden):
-es Geschmeide; ein Junimorgen auf dem Pester
Donaukorso gehört ... zu ihrem -sten Besitz (Härtung. Junitag 6);
<Abl.:> Köstlichkeit, die; -. -en: a) <o. PI.) (geh.) das
Köstlichsein, Vortrefflichkeit: ein Mahl von großer K.; b)
köstliches Ding; köstliche Sache: kulinarische, literarische -en.
Kostprobe, die; -. -n [zu t1 kosten): ein wenig von etw. Eß-
od. Trinkbarem, das auf seinen Geschmack hin geprüft
werden soll: eine K. nehmen, reichen; Ü das war nur eine
K.. er gab damit eine K. (ein kleines Beispiel) seines
Könnens.
Kostüm [kos'ty:ml. das; -s. -e [frz. costume < ital. costume
= Tracht. Kleidung, eigtl. = Brauch. Gewohnheit <
lat. cönsuetüdo; vgl. mniederd. kostüm = Gewohnheit.
Brauch): 1. zweiteiliges, aus Rock u. dazugehöriger Jacke
bestehendes Kleidungsstück für weibliche Personen: ein
sommerliches K.; sie trug ein maßgeschneidertes K. 2.a)
Kleidung, die in einer bestimmen historischen Epoche od, für
einen gesellschaftlichen Stand der Vergangenheit typisch
war: mittelalterliche -e; ein K. aus der Zeit des Rokoko;
b) (veraltet) Tracht: sie trug... ein K leid, das an ein
nationales K. erinnerte. 3.a) Kleidung für Schauspieler, Artisten
o.a. bei Aufführungen (zur Darstellung od.
Charakterisierung einer bestimmten Person. Rolle od. Funktion): das
K. des Clowns; die nächste Theaterprobe ist in -en; b)
Verkleidung, bei der mit Hilfe von typischen Attributen
eine bestimmte Figur (Berufsgruppe. Volksgruppe o. ä.)
dargestellt wird: in welchem K. gehst du zum Fasching?
Kostüm-: -ball, der: Ball, beidemdie Teilnehmer in Kostümen
(2. 3) erscheinen; -bildner, der (Theater. Film): jmd.. der
Kostüme(3a)entwirft (Berufsbez.); -biHnerin.die: w. Form
zu t-bildner; ^fest.das: vgl. -ball; -füm, der: svw. t
Ausstattungsfilm; -fundus. der: svw. t Fundus (1); -geschichte,
die: a) Geschichte des Kostüms (3) als Teilgebiet der
Theatergeschichte; b) Geschichte des Kostüms (2); -Jacke, die:
Jacke eines Kostüms (1); -künde, die: Lehre vom Kostüm
(2) in seiner historischen Wandlung; -probe, die (Theater):
Probe in Kostümen (3a): die erste K.; -rock, der: Rock
eines Kostüms (1); -stück, das (Theater): svw. t
Ausstattungsstück; ^verleih, der: Geschäft od. Unternehmen, das
Kostüme (2. 3) ausleiht.
kostümieren [kosty'mi:ran] <sw. V.; hat) [frz. costumerl:
a) verkleiden: sie hat ihre Kinder zum Fasching als Cow-
1564
Koxalgie
boys kostümiert; sie kostümierten sich für den Ball; alle
kamen kostümiert; b) (ugs. abwertend) unpassend,
merkwürdig od. ausgefallen anziehen: o Gott, wie hast du dich
denn kostümiert!; <Abl.:> Kostiimkning. die; -. -en.
Kot [ko:t]. der; -[e]s, -e u. -s <P1. selten) [md. köt. mhd.
kwöt. kät. quät, ahd. quät = Ausscheidung von Tier
u. Mensch] (geh.): 1. Ausscheidung des Darms: Exkrement:
Fäkalien: Fäzes: K. ausscheiden; Fast alle Singvögel ...
tragen den von den Jungen abgesetzten K. vom Nest fort
(Lorenz, Verhalten I, 194); in K. treten; sich mit K.
beschmieren. 2. (veraltend) aufgeweichte Erde, schlammiger
Schmutz auf einem Weg od. einer Straße: seine Stiefel
waren von, mit K. bespritzt; *etw. in durch den K. ziehen
(geh. abwertend; etw. verunglimpfen, sehr herabwürdigen):
etw.« jmdn. mit K. bewerfen/besudeln (geh. abwertend; in
übelster Weise verleumden, mit üblen Methoden angreifen).
Kot-: -Mech, das (selten): svw. t-Hügel; -erbrechen, das
(Med.): Erbrechen von Kot (\)bei Darmverschluß: Miserere:
-flügel, der: Teil der Karosserie über den Rädern von
Kraftfahrzeugen (der den Kot [2] abhalten soll): die K. waren
leicht eingebeult; -fresser, der (Biol.): svw. TKoprophage
(1); -geruch, der; -geschwulst, die (Med.): svw. TKoprom;
-käfer.der: mittelgroßer, metallisch schwarzglänzender
Käfer, der von Kot (1) lebt: -stein, der (meist PI.) (Med.):
svw. TEnterolith. Koprolith.
Kotangens, der; -. - [gek. aus nlat. complementi tangens.
zulat.complementum = Ergänzung u. TTangens] (Math.):
Kehrwert des Tangens im rechtwinkligen Dreieck: Zeichen:
cot. cotg. ctg
Kotau [ko'tap], der; -s. -s [chin. ketöu. eigtl. = Schlagen
mit dem Kopfl: (in China früher übliche) tiefe Verbeugung
vor Respektspersonen u. im Kultus, die im Niederknien u.
Neigen des Kopfes bis zur Erde bestand: der K. war in
China bis ins 20. Jh. üblich; *[vor imdm.l einen/seinen
K. machen (bildungsspr.; sich unterwürfig-demütig jmdm.
gegenüber verhalten).
'Kote [ko:tal. die; -. -n [frz. cote = Buchstabe. Kennziffer
< afrz. quote < lat. quota (pars) = der wievielte (Teil)]
(Geogr.): Höhenangabe auf einer topographischen Karte.
*Kote [-1. die; -. -n (landsch.. bes. nordd.): svw. TKate.
^tpte [-]. die; -. -n [finn. kotal: kegelförmiges Zelt mit einer
Öffnung an der Spitze, durch die der Rauch abziehen kann.
Kote ['k0:tdl. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
köte] (Fachspr): hintere Seite der Zehe bei Rindern u.
Pferden.
Kötel [ko.tjl. der; -s. - [zu tKot] (nordd.): a) kleines Klümp-
chen Kot: b) kleines, freches Kind.
Kotelett [katlct. auch kotlet, kota'kt], das; -s. -s. selten:
-e [frz. cötelette. eigtl. = Rippchen. Vkl. von: cöte <
afrz. coste < lat. costa = Rippe]: Rippenstück vom Kalb.
Schwein. Lamm od. Hammel, das als beliebte Speise
gebraten wird: ein paniertes K.; Kotel^tten <P1.) [nach der
Ähnlichkeit mit einem Kotelett (1)1: stehengelassene Haare
an beiden Seiten des Gesichts neben den Ohren: lange K.;
K. tragen; er ließ sich die K. kürzen.
koten [ko:tnl <sw. V.; hat) [zu tKotl (Zool.): (von höheren
Tieren) Kot ausscheiden.
Kötenaelenk. das; -[eis. -e [zu tKötel: svw. t Fesselgelenk.
Kotenlaser.das; -s. - [zu t ^ote]: Zeltlager /der Pfadfinder].
Kotentafel, die; -. -n [zu t 'Kote] (Geogr.): topographische
Karte mit Höhettangaben.
Köter [ko.te]. der; -s, - [aus dem Niederd.; urspr. laulm.l
(abwertend): Hund: ein räudiger K.; das Gekläff eines
-s; Passen Sie doch besser auf Ihren K. auf!
Koterie [koto'ri:]. die; -. -n [...i:anl [frz. coterie. urspr. =
Vereinigung von Kotsassen, zu: cotier =
lehenszinspflichtig; verw. mit ^otel (veraltet abwertend): Kaste: Clique.
Kotext, der; -[eis, -e (Sprachwiss): svw. tKontext (1) (in
der sprachwiss. Terminologie zur Unterscheidung von
einem Kontext 2).
Kothurn [ko'torn]. der; -s. -e [lat. cothurnus < ghech. kcV
thornos]: (im antiken Trauerspiel) von den Schauspielern
getragener Schuh mit hoher Sohle: *auf hohem K. [einher]-
schreiten. -flehen (bildungsspr. veraltend; erhaben,
pathetisch, hochtrabend reden).
kotieren [ko'ti:ranl <sw. V.; hat) [frz. coter = notieren,
zu: cote. t 'Kote): 1. (Börsenw.) ein Wertpapier zur
Notierung an der Börse zulassen. 2. (Geogr. veraltet) (Höhen)
messen: <Abl.:> Kotierung, die; -, -en: 1. (Börsenw.) das
Kotieren (1). 2. (Geogr. veraltet) das Kotieren (2).
kotig ['ko:ti?] <Adj.; nicht adv.) [zu tKot]: a) mit. voller
Kot(l): -e Unterhosen; b) von Kot (2) bedeckt, sehr
schmutzig: -esGelände; Leinenhose... deren Säume in -en
Knobelbechern steckten (Fels. Sünden 16).
Kotillon ['kotiljö, auch: kotil'jö:], der; -s. -s [frz. cotilIon.
eigtl. = Unterrock, Vkl. von: cotte = Rock; H. u.l: alter
Gesellschaftstanz, der einen 2Ball beschloß u. mit dem
Freiheit der Wahl, allerlei Neckereien u. kleine Geschenke
verbunden waren.
Kotinga [ko'troga], die; -. -s [span. cotinga. aus dem Tupi
(Indianerspr. des östl. Südamerika)]: in Mittel- u.
Südamerika beheimateter, farbenprächtiger Vogel.
Kodier [k0:tni2]. der; -s. - [zu t^ote] (niederd.): Kätner.
Koto['ko:to].das; -s. -s. auch: die; -. -s [jap. kotol:
zitherähnliches japanisches Saiteninstrument.
Koton[ko'tö:l.der;-s.-s[frz.coton < arab.qutun.tKattun]:
selten für Baumwolle: vgl. Cotton; kotonisieren [kotoni-
zi:ran], (auch:) cottonisieren fltDtoni'zi.ran] <sw. V.; hat)
(Chemie): Bastfasern die Beschaffenheit von Baumwolle
geben: <Abl.:)KotonisJ£iung, die; -, -en (Chemie).
Kotsaß [ko:t-l. der; ...sassen. ...sassen. Kotsasse, der; -n.
-n [zu t^ote u. tSaß. Sassel (niederd.): svw. tKossat.
Kotschinchinahuhn [kotjin'^na-]. das; -[e]s. ...hühner [nach
der alten Bez. des südlichsten Teils von Vietnam. Kotschin-
chinal: Vertreter einer / in England gezüchteten] Rasse
großer u. kräftiger Haushühner.
Kotten [katn]. der; -s. - (niederd.): svw. t^ote; Kotier
[kots], der; -s. -: 1. (nordd. veraltend) svw. t^ote. 2.
(österr. veraltend) Arrest: Gefängnis: Kötter [kcete], der;
-s, - (niederd. veraltet): Inhaber einer 2Kote.
Kotyledone [kotyle'do'.nal. die; -. -n [griech. kotyledon =
Vertiefung; (Saug)napfl: 1. (Biol.) <meist PI.) Keimblatt
der Samenpflanze. 2. (Biol., Med.) Zotte der
Embryonalhülle: Kotylosaurier [kotylo-]. der; -s, - [zu griech. kötylos
= kleine Schale, nach der flachen Schädelform]:
ausgestorbenes Kriechtier von eidechsenähnlichem Körperbau.
kQtz-, Kotz- (t kotzen; derb): -brocken, der: jmd.. den man
als äußerst abstoßend, widerwärtig empfindet: -elend <Adj.;
o. Steig.): äußerst elend, erbärmlich: er fühlte sich k.; mir
war k. [zumute]; -Jämmerlich <Adj.; o. Steig.): äußerst
jämmerlich: -langweilig <Adj.; o. Steig.) (abwertend):
äußerst langweilig: ein -er Vortrag. Film; -übel <Adj.; o.
Steig.): äußerst übel: bei dem Gedanken wurde mir k.;
ihm ist k. (Chotjewitz. Friede 35).
'Kotze ['katsdl. die; -. -n Imhd. kotze, ahd. chozzo. chozza]
(südd.. ösFerr.): 1. grobe Wolldecke: sollen sie sich doch
in der Portiersloge unter braunen -n verkriechen (Fischer.
Wohnungen 6). 2. Umhang.
*Kotze [-1. die; - [zu t kotzen] (derb): Erbrochenes: er erstickte
fast an seiner K.; *die K. kriegen (angewidert sein).
Kötze [kcey»]. die; -. -n [spätmhd. kötz(e)] (md.): Korb,
der auf dem Rücken getragen wird.
kotzen ['katßn] <sw. V.; hat) [wohl zusgez. aus älter: koppe-
zen. Intensivbildung zu spätmhd. koppen = speien] (derb):
[sich/ erbrechen: ich mußte k.; er kotzte auf den Boden,
wie ein Reiher (erbrach sich heftig): bis er den letzten
Brocken in den Kommandoraum gekotzt hatte (Ott. Haie
329); <subst.:> ich fühle mich zum Kotzen (sehr schlecht):
R das ist gekotzt wie geschissen (derb; das ist gleichgültig,
einerlei); Ü ..Raus aus der Mühle, der Motor kotzt!44 (ugs.;
hat einen Schaden: Küpper. Simplicius 34); ich kotze
(verzichteangewidert) auf die Ehre; sie sah wie gekotzt
(leichenblaß) aus; <subst.:> *zum Kotzen (äußerst abstoßend,
unerträglich): das. es ist einfach zum K.! (drückt Ärgerlichkeit
u. Unmut aus); ich finde ihn zum K.; er findet das Ganze
zum K.; Immer diese feinen Sitten, zum Kotzen (Dorpat.
Ellenbogenspiele 101); zum K. schön (iron.; scheußlich):
das [große] Kotzen kriegen/bekommen (angewidert sein).
Kotzen [-]. der; -s. - (südd.. österr.): svw. t 'Kotze; kptzengrob
<Adj.; o. Steig.) (südd.. österr.): äußerst grob.
Kötzer [koe^B]. der; -s. - [md.] (Textilw.): svw. tKops.
kotzerig [kDtßaru;]. kotzig [kot^ic] <Adj.) (derb): übel: mir
ist k.; Ü die Passanten hätte ich ankotzen mögen, so ...
kotzig glotzten sie mich an (v. d. Grün. Irrlicht 14).
Kovarfyntenphänomen, das; -s [tKovarianzl (Psych.):
Täuschung in der Wahrnehmung von Raum u. Tiefe: Kovarianz
[auch: —-1. die; -. -en [zu lat. con- = mit- u. t Varianz]
(Physik): die Unveränderlichkeit der Form bestimmter
physikalischer Gleichungen bei bestimmten Rechenvorgängen.
Koxalgie [kaksalgi:]. die; -. -n [...i:an] [lat. coxa = Hüfte.
1565
Koxitis
Hüftgelenk] (Med.): Schmerz im Hüftgelenk od. im Bereich
der Hüfte; Koxitis pCD'ksi:tis]. die; -, ...itiden |...si'ti;dn]
(Med.): Entzündung des Hüftgelenks.
Kraal: tKral.
Krabbe ['krabo], die; -, -n [aus dem Niederd. < mniederd.
krabbe = kleiner Meerkrebs; eigtl. = krabbelndes Tier):
1. (zur Gattung der Krebse gehörendes) vor allem im Meer
lebendes, meist seitwärts laufendes, eßbares Tier mit
gedrungenem Körper u. umgeschlagenem Hinterleib. 2. (ugs.
scherzh.) in Art u. Wesen munteres, drolliges, niedliches
o.a. Kind. Mädchen: deine kleine Schwester ist ja eine
muntere K.; Fräulein Terhoven ... Eine hübsche K. ist
sie ja (Remarque. Obelisk 284). 3. (bild. Kunst) Blume.
Blatt aus Stein an Kanten von Giebeln. Türmen o.a. als
Verzierung; Kriechblume.
Krabbel- (ugs.): -alter, das: Alter, in dem ein Kleinkind
anfängt zu krabbeln; ^kind, das: Kleinkind im Krabbelalter;
-sack, der (landsch.): tGrabbelsack; -stube, die: Raum
als Kindergarten für Krabbelkinder; -wasser, das: svw.
t Kribbelwasser.
Krabbelei Berate'l^j]. die; -, -en <P1. selten) (ugs.):
[dauerndes] Krabbeln; krabbelig: t krabblig; krabbeln [krabin] <sw.
V.) [aus dem Niederd. < mniederd. krabbelen; mhd. krap-
pelen): 1. <ist> a) (von Käfern u.a.) sich fortbewegen: der
Käfer krabbelt an der Wand, am Baumstamm: b) (meist
von Kleinkindern) auf Händen u. Füßen kriechen: das Kind
fängt an zu k.. krabbelt schon, krabbelt auf allen vieren
durchs Zimmer; Ich krabbele ins Bett und decke mich
zu (Remarque. Westen 173). 2. <hat> (ugs.) a) ein Kitzeln.
Jucken verursachen, erzeugen: der neue Pullover krabbelt
[auf der Haut]; b) die Spitzen der leicht gebeugten Finger
auf od. in etw. ofwe Druck hin u. her bewegen: er krabbelt
sie an den Zehen, im Nacken.
krabben[krabnKsw. V.: hat)Ilandsch. Nebenf. von
tkreppen 1 (Textilind.): ( von gewebten, noch nicht
weiterbehandelten Wollstoffen) mit kochendem Wasser unter Druck von
Walzen die Formbeständigkeit erhöhen.
krtbben-. Krabben- (Krabbe 1): -artig <Adj.: o. Steig.):
in der Art einer Krabbe; wie eine Krabbe; -fang, der <o.
PL): auf K. gehen; -fänger, der: für den Krabbenfang
ausgerüstetes Schiff; -fischer, der; -Fischerei, die; -kutter,
der: vgl. ^fangen -spinne, die: kleine, oft bunt gefärbte
Spinne, die keine Netze webt u. wie eine Krabbe (1) seitwärts
läuft; -taucher. der: nicht sehr großer Meeresvogel mit
schwarzgrauer Oberseite, weißer Unterseite u. kurzem
Schnabel, der nach kleinen Krebsen taucht; -zucht, die.
Krabbler ['krablel. der; -s, - (ugs.): svw. tKrabbelkind:
krabblig, krabbelig ['krab(d)li<;l <Adj.) (ugs.): a) einen
unangenehmen Reiz wie von kurzen stechenden Haaren
verursachend; der Pullover ist k.; b) kitzlig: sie ist sehr k.
krach! Btrax] <Interj.) lautm. für plötzliches, meist nur
kurzes, hartes, lautes Geräusch, das bes. dann entsteht, wenn
ein fester Gegenstand mit Wucht getroffen wird od. auf
den Boden fällt |u. dabei zerbricht]; Krach H, der; -[eis.
-e u. -s. ugs. scherzh. auch: Krache [mhd. krach, ahd.
chrac, zu tkrachenl: l.a) <o. PI.) etw.. was in unangenehm
lauter, unartikulierter Weise zu hören ist / u. als störend
empfunden wird]: hier ist. herrscht ein unerträglicher K.;
die Maschine macht leinen 1 fürchterlichen K.; die Kinder
machen solch einen K., daß es kaum noch auszuhalten
ist; vor lauter K , vom vielen K. nicht schlafen können;
*K. machen/schlagen (ugs.; beijmdm. laut schimpfend gegen
etw. Einspruch erheben): wenn er nach 22 Uhr Platten
hört, schlagen die Nachbarn K.; b) <P1. -e u. -s> plötzliches,
hartes, lautes Geräusch, das durch einen Aufprall o. ä.
verursacht wird: als das Haus zusammenstürzte, gab es einen
lauten K.; mit einem fürchterlichen K. saß ich plötzlich
auf dem Fußboden: unter lautem K. einstürzen. 2. <PI.
-e u. -s, scherzh.: Krache) (ugs.) heftiges, lautes Schimpfen;
laute Auseinandersetzung: in der Familie gibt es oft K.;
mit jmdm. K. anfangen, kriegen; Nun sollen zwischen
den Geistlichen der beiden Kirchen ununterbrochen
Krache sein (Streitigkeiten; Bemdorff. Himmelbett 157);
wegen des Geldes kam es zwischen ihnen zum K. 3. <PI.
-e u. -s> (ugs.) a) plötzlicher wirtschaftlicher
Zusammenbruch; b) plötzlicher militärischer Zusammenstoß: wenn
es zum großen K. zwischen Ost und West kommen sollte.
krych-, Knjch-: -eisen, das (soldatenspr. veraltet): Gewehr;
-ledern <Adj.; o. Steig.) (südd.): von derb-heftiger Art:
-e Musik: Ü Bayerns -e Polit-Köche essen ihr Süppchen
eben weit weniger heiß, als sie es gekocht haben (Hörzu
46. 1972. 18); -lederne, die; -n. -n <Dekl. f Abgeordnete)
(südd.): kurze Lederhose (a); Mnacher, der (ugs.): jmd..
etw.. was Krach (la) macht; -mandel, die (landsch.): svw.
t Knackmandel; -saiat, der [nach dem ..krachenden"
Geräusch beim Kauen 1: Salat mit festen, kräftigen grünen
Blättern; Eissalat.
kridielig [krapln;] <Adj.; nicht adv.) (Schweiz.):
gebrechlich, altersschwach; krachen [kraxnl <sw. V.) [mhd.
krachen; ahd. krahhön. lautm.): l.a) einen Krach (lb)
verursachen, auslösen <hat): die Dielen krachten unter seinen
Schritten; ein gewaltiger Donnerschlag krachte: in allen
Fugen k.; in der Ferne hörte man Bomben, Schüsse k.;
bei jeder Bewegung kracht es im Gelenk; <unpers.) der
Blitz schlug ein - es krachte und splitterte; auf dieser
Kreuzung kracht es dauernd (ugs.; gibt es dauernd Unfälle.
Zusammenstöße): R (etw. tun), daß es nur so kracht (ugs.;
etw. sehr intensiv, mit großer Leidenschaft tun): Diesem
Witterer ziehe ich noch einmal das Fell über die Ohren,
daß es nur so kracht (Kirst, 08/15. 535); Ü der Winter
brachte krachende Kälte, krachenden Frost (große Kälte,
heftigen, starken Frost); <unpers.:> wenn du noch lange
meckerst, kracht's (ugs.; setzt es Schläge): bald kracht's,
es wind bald k. (ugs.; ich sehe mir das nicht länger tatenlos,
duldend mit an): <subst.:> es kam zum Krachen (ugs.:
zu Auseinandersetzungen): b) mit einem Krach (1 b)
zusammenbrechen, bersten, reißen, zerreißen <ist): das Eis kracht;
Vorsicht, sonst kracht das Brett; jetzt ist mir auch noch
die Hose, die Naht gekracht. 2.a) mit einem Krach (lb)
auftreffen <ist>: das Auto kracht gegen die Leitplanke;
b) auf. gegen etw. hart, heftig schlagen, stoßen, werfen
<hat): den Koffer in die Ecke k.; dann springt er auf
dich los. kracht dir den Kolben ins Kreuz (Apitz. Wölfe
228). 3. (ugs.) <k. + sich; hat) miteinander Krach (2).
Streit haben; sich streiten: ich habe mich mit ihm gekracht;
wir k. uns oft; habt ihr euch gekracht? 4. (ugs.) einen
Krach (3a) erleiden. Bankrott machen: Täglich krachen
neue Banken (Quick 27. 1958. 20); in der großen Krise
krachte ... auch der (= Betrieb), in dem er arbeitete (Fr.
Wolf, Menetekel 227); Krachen [-1. der; -s. - [viell. =
Stelle, wo die Erdrinde geborsten ist od. nach dem tosenden
Geräusch der Wasserfälle in diesen Tälernl (Schweiz.):
kleines, unwirtliches Tal; Schlucht; Kracher ['kraxcl, der; -s,
- (ugs): 1. (abwertend) älterer Mann. 2. Knallkörper,
der kracht (la); Kracherl [kraxFl]. das; -s. -n [wohl nach
dem Geräusch der sprudelnden Kohlensäure] (südd..
österr): Limonade mit Kohlensäure; Brause (1); krachig
[kraxwjl <Adj.; nicht adv.): von frischer Festigkeit: frische,
-e Brötchen; der Salat ist k.; Ü -e Robustheit.
krächzen [kraj^nl <sw. V.; hat) [spätmhd. krachitzen.
Weiterbildung zu tkrachenl: I. (vongrößeren Vögeln) heisere,
rauhe Töne von sich geben: die Raben. Krähen krächzten;
der Papagei spricht nicht, er krächzt nur; Ü er war erkältet
und konnte nur noch k.; der Lautsprecher krächzte; ..Was
hast du hier zu suchen?', krächzte (sagte mit krächzender
Stinutie) die Alte. 2. (ugs.) husten: ich konnte nicht
schlafen, da er die ganze Nacht gekrächzt hat; Krächzer, den
-s, - (ugs.): a) gekrächzter Laut. Ton; b) jmd., der mit
heiserer, rauher Stimme spricht: jmd.. der krächzt.
Krackbenzin, das; -s. -e (Chemie): im Krackverfahren
hergestelltes Benzin.
Kracke [krakd]. die; -. -n [wohl zu einer urspr. Bed.
„schwach, hinfällig"; vgl. anord. kraki = magere Person]
(md., nordd.): altes, schwaches Pferd.
kracken l'krakn. auch: kreknl <sw. V.: hat) [engl, to crack.
eigtl. = spalten, brechen) (Chemie): Schweröle spalten,
in Leichtöle (Benzin) umwandeln.
Kricker [krekel.der; -s. -: eindeutschend für tCracker(1).
Krtckung, die; -. -en. Krackverfahren, das: -s, - (Chemie):
chemisches Verfahren zum Kracken.
Krad Qcra:t. auch: krat], das; -[eis. Kräder [kre:dB] (bes.
Milit.): Kurzwort für tKraftrad.
Krad-: -fahrer, der; -melder, der (Milit.): mit einem Krad
ausgerüsteter Melder; -schütze, der (Milit.): vgl. ^melder.
kraft [kraft] <Präp. mit Gen.) [aus: durch, in usw. Kraft]
(Papierdt.): durch den Einfluß, das Gewicht, die Autorität
von .... auf Grund: k. [eines] Gesetzes: k. [meines] Amtes
konnte ich sofort eingreifen; es liegt ein Beschluß vor,
k. dessen Zuschüsse gewährt werden; Kraft [-], die; -, K räfte
[krefto; mhd.. ahd. kraft; urspr. = Zusammenziehung
1566
krähe-, Kräfte-
(der Muskeln)]: I.Energie, Vermögen. Fähigkeit zu wirken:
körperliche, seelische, sittliche, moralische, geistige,
jugendliche K.; ihm fehlt die K.; seine Kräfte versagen,
erlahmen, lassen nach; die K. des Geistes; in ihm steckt
eine ungeheure K.; seine K. erproben; er hat seine K
./Kräfte überschätzt; im Urlaub neue Kräfte sammeln: bei dieser
Arbeit kannst du deine überschüssige K. abreagieren; seine
ganze K. für etw. aufbieten; alle Kräfte anspannen; ich
hatte nicht mehr die K. aufzustehen; dieser Posten nimmt
seine ganze K. in Anspruch, übersteigt seine K.: die Sorge
um das Kind verlieh ihr ungeahnte Kräfte, verbrauchte
ihre K.; ungeahnte K. in sich fühlen; unter Aufbietung
aller Kräfte wurde das Projekt zu Ende geführt; an K.
zunehmen; bei Kräften sein, bleiben; mit letzter K.; mit
seinen Kräften haushalten, sparsam umgehen; mit neuen
Kräften an die Arbeit gehen: über ungeheure K.. über
geheimnisvolle, schöpferische Kräfte verfügen; er strotzt
vor. (auch:) von K.; K. haben (stark sein, über Körperkraft
verfügen): die Sonne hat im Herbst noch viel K. (scheint
noch sehr warm): aus eigener K. (ohtw fremde Hilfe) schafft
er das nicht mehr; keine K. mehr in den Knochen haben
(ugs.; schwach sein): ich werde alles tun, was in meinen
Kräften steht (ich werde tun, was ich kann): mit vereinten
Kräften (durch gemeinsame Anstrengung) etw. erreichen;
jmdm. nach [besten] Kräften (soweit es irgend möglich
ist) helfen: das geht über meine K. (das ist zu viel für
mich: das kann ich umnöglich leisten): Ü die militärische,
wirtschaftliche K. eines Landes. 1. etw., was einer Sache
als Ursache einer Wirkung od. als Möglichkeit, in
bestimmter Weise zu wirken, innewohnt: die K. der Kräuter, der
Medikamente; die ungebändigten Kräfte der Natur; selbst
ein Gift besitzt heilende K./Kräfte; *die treibende K. sein
(derjenige sein, der etw. anregt u. eifrig dafür tätig ist,
doli es auch durchgeführt wird): er war die treibende K.
bei diesen Neuerungen. 3. Arbeitskraft (2): eine neue,
zuverlässige K.; sie, er ist eine tüchtige K.; mehrere weibliche
Kräfte einstellen. 4. <PL> in besonderer Weise Einfluß
ausübende, ideologisch ausgerichtete Gruppe von Menschen:
fortschrittliche, liberale, konservative, reaktionäre,
bürgerliche Kräfte; hier sind KräAe am Werk, die ...; die
Regierung will die revolutionären Kräfte ausschalten. 5. (Physik)
physikalische Größe, die Ursache von Bewegungsänderungen
frei beweglicher Körper od. die Ursache von Formänderungen
ist: K. ist Masse mal Beschleunigung; K. mal Weg ist
Arbeit; elektrische, magnetische Kräfte; mit voller/halber
K. (Seemannsspr.; [von Schiffen mit Motor o.ä.j mit
Hikhstgeschwindigkeitlmit geringer Geschwindigkeit)
fahren. 6. * außer K. setzen (ungültig.unwirksam werden lassen):
eine Verordnung außer K. setzen: außer K. sein/treten
(keine Wirkung, Gültigkeit . mehr] haben): der Befehl ist
außer K.; Das Instrument of Government trat nach kurzer
ZeitaußerK. (Fraenkel. Staat 332); inK.gesetzt werden
treten/sein/befindlich sein bleiben (wirksam, gültig werden/sein/
bleiben), die bis zum Jahre 1918 in K. befindliche ständische
Verfassung (Fraenkel, Staat 334).
kr^ft-, Krgft-: ^akt. der: außerordentliche Kraft (1)
erfordernde Leistung: das Anschieben des Autos war ein
ziemlicher K.; im Zirkus einen K. vorführen; U verbale -e;
Hin- und hergerissen... entschlossen sich die Bundesrichter
zu einem Juristischen K. (Spiegel 44. 1976. 111); -anspan-
nung, die: das Anspannen (3a) aller Kräfte (1); -anstrengung,
die: vgl. -anspannun& -antrieb, der: Antrieb durch
Maschinenkraft: -arbeit, die: svw. t^training; -arm, der
(Physik): derjenige Hebelarm, an dem die Kraft (5) ansetzt:
-aufwand, der: Aufwand an Kraft (1) für eine bestimmte
Arbeit o. ä.. -ausdruck, der: derber, vulgärer Ausdruck als
Äußerung von Ärger, Erstaunen o. ä.: mit Kraftausdrücken
um sich werfen; -brühe, die: kräftige Fleischbrühe: -droscb-
ke, die (veraltend): svw. tTaxi: -drücken, das (Ringen):
Drücken ohne einleitende Bewegung, nur durch Einsatz von
Kraft: ^eck,das(Math.): bei der geometrischen
Vektoraddition durch , aneinandcrgehängteJ Vektoren gebildete Figur,
Kräftepolygon: -Entfaltung, die; -erfüllt <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: von Kraft erfüllt: die Höchstleistungen -er
Sportler: -erspamis, die <o. PI.): Einsparung von
körperlicher Kraft (I): etw. bedeutet, stellt eine K. dar; -erzeugung,
die; ^fahrer, der (Amtsspr.): svw. t Fahrer, dazu: -fahrer-
gruß, der: svw. t Autofahrergruß; -fahrzeug, das:
TKraftfahrzeug u. Kraftfahrzeug-: -feld, das (Physik): Feld (7).
in dem an jeder Stelle auf einen Körper eine Kraft (5)
ausgeübt wird: -fiißball, der (Sport Jargon): mit
übertriebenem Einsatz von Körperkraft, mehr mit Kraft als mit Eleganz
gespielter Fußball: ^futter, das: besonders gehaltvolles
^Futter; -aefiihl. das <o. PI.) (selten): Gefühl der Kraft: -lackel.
der (österr. ugs. abwertend): vgl. -protz; -le istung, die:
vgl. -akt; -linien <P1.) (Physik): Linien, durch die ein
Kraftfeld graphisch dargestellt wird: ^los <Adj.; -er. -este; nicht
adv.): schwach: kaum Kraft habend: ein -er kranker
Mensch; er war so k., daß es ihm nicht gelang, sich zu
erheben; ein Arm ist halb gebeugt, der Kopf drückt k.
darauf (Remarque. Westen 154); Ü Ende März schien
eine -e Sonne, schmolz ein -er Schnee (Kaschnitz. Wohin
204). dazu: -loserklärung, die: / offizielle] Mitteilung, daß
eine Bestimmung, ein Gesetz o. ä. nicht mehr in Kraft (6)
ist. -losigkeit, die; -; -maschine, die (Technik): Maschine,
die mechanisch Energie erzeugt (z. B. Dampfmaschine,
Turbine o. ä.); Mneier, der: -s, - [2. Bestandteil der als
Gattungsname gebrauchte häufige Familienn. Meier] (ugs.
abwertend): Mann,der mit seiner Körperkraft protzt, dazu: Miieie-
rei, die (ugs. abwertend): Protzen mit der Körperkraft,
-meierisch, -meierlich <Adj.) (ugs. abwertend): von der
Art eines Kraftmeiers: sich wie ein Kraftmeier benehmend,
Mittlertum, das; -s (ugs. abwertend): svw. t^meierei;
-mensch,der: jmd.,der über /außergewöhnlich] große
Körperkraft verfügt: Mitesser, der: svw. t Dynamometer (1);
-nahrung. die: vgl. -futter; -paket, das (Jargon scherzh.):
schnelles Auto mit starkem Motor: -post, die: von der
Post betriebenes Unternehmen zur Beförderung von
Personen mit Omnibussen: -probe, die: Anstrengungen
Rivalisierender, aus denen hervorgeht, wer der Stärkere, Bessere
ist: eine militärische K.; -protz, der (abwertend): jmd..
der seine Körperkraft protzend herausstellt, dazu: -protze-
rßi, die (abwertend), -protzig <Adj.) (abwertend): /sich/
wie ein Kraftprotz / benehmend): -quell, der (geh.). --quelle,
die: etw., was Ineue] Lebenskraft gibt: -rad, das
(Amtsspr.): zweirädriges Kraftfahrzeug (z.B. Motorrad);
Kurzwort: TKrad; -räum, der (Sport): besonderer Raum
für Geräte zum Krafttraining: -reserve, die <meist PL):
über genügend -n verfügen; -Speicher, der (Technik): Gerät
zum Speichern von Energie: Akkumulator: -spendend <Adj.;
nur attr.): die -en Strahlen der Sonne; -sport, der: svw.
t Schwerathletik; -spruch, der (selten): svw. Kausdruck;
-Stoff, der (Kfz.-W.): Stoff, durch dessen Verbrennung ein
Motor angetrieben wird (z. B. Benzin), dazu: -stoffleitung,
die (Kfz.-T.): kleines Röhrchen aus Metall zur Leitung
des Kraftstoffs, -stoff-Luft-Gemisch, das (Kfz.-T.): svw.
tGemisch (2a). -stoflanzeiger. -stoflmengenanzetger,
-Stoffmesser, der (Kfz.-T.): Einrichtung zum Anzeigen bzw.
Messender im Tank vorhandenen Menge Kraftstoff:
Benzinuhr, -stoffpumpe, die (Kfz.-T): Aggregat zur Förderung
des Kraftstoffs vom Tank zum Vergaser od. zur
Einspritzpumpe, -stoflVerbrauch, der: der Wagen hat einen extrem
niedrigen K.. -stofTvorrat, der: sobald die Kraftstoflvorrä-
te knapp zu werden drohten, brach Panik aus. -stoffzufuhr,
die; -ström, der: elektrischer Strom, der vom Verbraucher
vorwiegend zum Betrieb elektrischer Motoren verwendet
u. deshalb nach einem anderen TarU bezahlt wird: -strotzend
<Adj.; nicht adv.): überaus stark u. kräftig /aussehend]:
voll von deutlich sichtbarer körperlicher Kraft (1); so atdsse-
hend, als ob man vor Kraft (1) birst: -teil, der (Turnen):
Teil einer Übung, bei der der Einsatz von Körperkraft
vorherrscht: -trainlng, das (Sport): Training, das dazu dient,
die Körperkraft zu verbessern, zu steigern: -Überschuß, der:
Überschuß an [Körper/kraft: -Übertragung, die: das
Übertragen von Kraft (5); -Übung, die (Sport): 1. Übung innerhalb
des Krafttrainings. 2. svw. t-teil; -Vergeudung, die. das
ist reine K.; -verkehr, der (Amtsspr.): Gesamtheit aller
am Verkehr teilnehmenden Kraftfahrzeuge: -vertust, den
-Verschwendung, die: vgl. -Vergeudung; -voll <Adj.>: a)
viel Kraft besitzend: voll Kraft: ein -er Menschenschlag;
k. wirken; b) mit viel Kraft durch-, ausgeführt: ein -er
Endspurt; sich k. hinaufschwingen; -Vorrat, der: -wagen,
der (Amtsspr.): svw. TAuto. dazu: -wagengetriebe, das.
-wagensport, der: Autorennsport: -werk, das: Anlage zur
Gewinnung elektrischer od. atomarer Energie, dazu: —wer-
ker.dcr (ugs.): jmd.. der in einem Kraftwerk arbeitet: -wort,
das <P1. -e u. -Wörter): vgl. -ausdruck.
krffte-, Kräfte-: -ausgleich, der: -bedarf, der: Bedarf an
Arbeitskräften: Gleichgewicht, das: dasK. stören: -mäßig
<AdJ.; o. Steig.; nicht präd.) (ugs.): k. war er mir überlegen;
1567
Kraftfahrzeug
-messen, das; -s: svw. tKraftprobe; -paar, das (Physik):
zwei gleich große, entgegengesetzt wirkende Kräfte (5);
-^Parallelogramm, das (Physik): Parallelogramm, das durch die
graphische Darstellung der Addition zweier, am selben Punkt
angreifender Kräfte (5) entsteht; -polygon, das (Math.):
svw. t Krafteck; -Potential, das: Potential an Kräften (1);
-spiel, das: Zusammenwirken verschiedener Kräfte (1);
-verfall, der: Nachlassen der körperlichen Kräfte (1);
-vergleich, der (bes. österr.): svw. t Kraftprobe; -Verhältnis,
das (bes. Politik): das militärische K. zwischen Ost und
West; -verschleiß, der; -Verteilung, die; -Zerlegung, die
(Physik): Aufspaltung einer Kraft (5) in zwei od. mehrere
Komponenten (z. B. in ein Kräfteparallelogramm).
Kraftfahrzeug, das; -[eis. -e (bes. Amtsspr.): durch einen
Motor angetriebenes, nicht an Schienen gebundenes
Fahrzeug; Abk.: Kfz.
Kraftfahrzeug-: -bau, der <o. PL): im K. beschäftigt sein;
abrief, der: Urkunde, die als Nachweis für den rechtmäßigen
Besitz eines Kraftfahrzeugs dient (u. in der der Name des
jeweiligen Besitzers, die Zulassungsnummer u. die
technischen Daten des Kraftfahrzeugs eingetragen sind);
Fahrzeugbrief; -Elektrik, die: svw. t Autoelektrik; -Elektriker,
der: Elektriker, der elektrische Anlagen in Kraftfahrzeugen
wartet u. repariert (Berufsbez.): -fiihrer, der (Amtsspr.):
svw. tKraftfahrcr; -Haftpflichtversicherung, die (mit
Bindestrich): Versicherung, die Schäden deckt, die einem
Dritten durch ein Kraftfahrzeug entstehen; -halter, der
(Amtsspr.): svw. t Fahrzeughalter; -Industrie, die: bidu-
striezweig. der Kraftfahrzeuge herstellt; -Instandsetzung,
die; -kenraeichen, das: svw. t Autonummer; -mechanfker,
der: Mechaniker, der Kraftfahrzeuge u.lod. Motoren wartet
u. repariert (Berufsbez.); -nummer, die: svw. t
Autonummer; -papiere <PI.>: Kraftfahrzeugbrief u. Kraftfahrzeug-
schein; -reparatur, die; -reparaturwerkstatt, die:
Werkstatt, in der Kraftfahrzeuge repariert werden; -schein, der:
amtliches Papier, das als Nachweis für die ordnungsgemäße
Zulassung eines Kraftfahrzeugs dient (u.in dem die
Personalien des Fahrzeughalters u. die technischen Daten des
Kraftfahrzeugs eingetragen sind); Zulassung; -Schlosser, der:
vgl. Mtiechaniker (Berufsbez.); -Steuer, die: Steuer für
das Halten eines Kraftfahrzeugs zum Fahren auf öffentlichen
Straßen; -technik, die <o. PL); -Versicherung, die: svw.
t^Haftpflichtversicherung; Mverk, das: Werk, in dem
Kraftfahrzeuge hergestellt werden; -Werkstatt, die: svw.
t ^reparaturwerkstatt; -wesen, das <o. Pl.>: Gesamtheit
aller für die Herstellung u. Instandhaltung von
Kraftfahrzeugen nötigen Einrichtungen; -Zubehör, das: Teile, die zur
t Grund jausstattung eines Kraftfa/irzeugs gehören;
-Zulassung, die: 1. mit der Betriebserlaubnis u. der Zuteilung
eines Kraftfahrzeugkennzeichens verbundene Erlaubnis der
Zulassungsstelle, ein Kraftfahrzeug zufahren. 2. (ugs.) svw.
t ^schein.
kräftig [kreftK;] <Adj.> [mhd. kreftic. ahd. chrefti): La)
über Körperkraft verfugend; voller Kraft, stark: sehr k.
sein; der Alte war erstaunlich k. und setzte sich zur Wehr.
Sie hatte sich k. genug gefühlt, aufzustehen (Benrath.
Konstanze 165); b) Körperkraft erkennen lassend; stabil
gebaut: ein -er junger Mann; sie hat -e Arme; sein Körper
ist k. und durchtrainiert; c) mit Kraft ausgeführt: nach
einem -en Schlag sprang die Haustür auf: jmdm.
einen -en Tritt in den Hintern geben; k. zuschlagen; d)
[körperlich] äußerst gut entwickelt: ein -es Baby;
-e Stauden. Pflanzen; die Sträucher sind schon recht k.;
Seine Oberlippe, obwohl sie k. entwickelt war (Gaiser.
Jagd40). 2.a) <nur attr.) stark [aus]geprägt: ein -es Hoch
liegt über Deutschland; -en (starken, großen) Hunger
haben; einen -en {großen) Schluck nehmen; ein -er (dicker)
Strahl; es weht eine -e (heftige) Brise; b) <nur adv.> in
gro/Jem Maße, stark, sehr: es regnete, schneite k.; mit
Wasser k. nachspülen; Nach 1948 begann der Holzpreis
k. aufzuholen (Mantel. Wald 68); Trudel Hergesell, die
ebenso k. hassen wie lieben konnte (Fallada. Jeder 347);
den Boden k. düngen; der Flasche, dem Alkohol k.
zusprechen (ugs.; viel / von etw.J trinken): c) von besonders
ausgeprägter Intensität: -e Farben; ein ^es Muster; ein -er
(deutlich wahrnehmbarer) Geruch, Geschmack; dieses Rot ist
für deinen blassen Teint zu k.; d) <nur adv.> mit Nachdruck
u. Entschiedenheit: für jmdn.. für eine Sache k. eintreten;
Jmdm. k. die/seine Meinung sagen; wir werden ihn k.
anscheißen (Gaiser. Jagd 52). 3. (nicht adv.) reich an
Nährstoffen; gehaltvoll (in bezug auf enthaltene
Nährstoffe); Kraft gebend: eine -e Suppe. Mahlzeit zu sich nehmen;
ein -es Brot. Futter; Sehr vernünftig, daß Sie sich ein
-es (würziges, stärkendes) Bier zum Abendessen bestellen
(Th. Mann. Krull 300); <subst.:> etw. Kräftiges essen.
4. in derb-deutlicher Weise geäußert; ziemlich grob: ein
-er Ausdruck, Fluch; eine -e Sprache fuhren; <Abl.:>
kräftigen ['kreftignl <sw. V.; hat) [mhd. kreftigen. ahd. chrefti-
gön): bewirken, daßjmd.. etw. kräftig da. c. d) wird. Kraft
(1) bekommt: der Urlaub hat ihn sichtlich gekräftigt; Sport
kräftigt den Körper; nach dieser Operation mußt du dich
zunächst k.; <Abl.:> Kr$ftigkeit. die; - (selten): kräftige
da) Beschaffenheit; kräftiglich [kreftiklu;] <Adv.>
(veraltet): svw. tkräftig (2c); Kräftigung, die; -. -en <P1. selten):
das i Sich]kräftigen; <Zus.:> Kräftigungsmittel, das.
Krag-[kra.k-; tKrage)(Archit.): -dach,das: fast waagrecht
verlaufendes Dach (meist über Freitreppen. Rampen o.a.).
das nur an einer Seite mit dem Gebäude fest verbunden
ist; -platte, die: / aus der Mauer] herausragende, nicht
abgestützte I Stein Iplatte als Boden eines Balkons o. ä.; -stein,
der: [aus der Mauer] herausragender Stein, als Stütze,
Träger für Gebälk; -träger, der: svw. t Konsole (1).
Krage [kra:g3]. die; -. -n [zu tKragen in der fachspr. Bed.
..vorspringender (Mauer)teil") (selten): svw. t Konsole (1);
vgl. Krag-;Krägelchen [kre:gl^n].das; -. -: tKragen da);
Kragen [kra.gn]. der; -s. -. südd.. österr.. Schweiz, auch:
Kragen [kre:gn; mhd. kragel: l.a) <Vkl. Krügelchen) den
Hals teilweise od. ganz umschließender Teil der Kleidung;
ein hoher, enger, steifer, halsferner, weißer, schmutziger
K.; der K. des Hemdes, der Bluse ist [mir] zu weit; der
K. des Mantels ist mit Pelz besetzt; den K. offen tragen,
hochschlagen; jmdn. am K. packen; b) einzelner, nicht
fest an ein Kleidungsstück genähter Kragen da): der K.
läßt sich anknöpfen, abnehmen; Im Kaufhaus ... erstand
ich ... drei, vier Kragen (Th. Mann. Krull 190); den K.
stärken. 2. (landsch.) a) (meist von Geflügel) Hals: beim
Hühnerklein fehlt der K.; einen langen K. machen
(Jage rspr.; [von Federwild] mißtrauisch um sich blicken)', b)
Hals einer Flasche: der Flasche den K. abschlagen. 3.
(Jägerspr.) gegen das übrige Fell od. Gefieder usw.
abstechender Streifen um den/am Hals von Tieren. 4. (veraltet)
Hals, noch in den Wendungen * jmdm. platzt der K. (salopp;
jmd. wird über etw. so wütend, daß er es nicht länger
hinnehmen kann; nach den anschwellenden Zomesadem); etw.
kostet imdm./jmdn. den K. (ugs.; tKopf): diese Aktion
kann dich/dir den K. kosten; dem kömte/möchte ich den
K. umdrehen (ugs.; Drohung, wenn man auf jmdn. sehr
wütend ist); imdn. am K. kriegen/packen; imdn. beim K.
packen/nehmen (ugs.; jmdn. ergreifen [weil er etw.
Unerlaubtes o.a. getan hat]): es geht jmdm. an den Kragen
(ugs.. jmd. wird für etw. zur Verantwortung gezogen): imdm.
an den K. wollen (ugs.; jmdn. zur Verantwortung ziehen
wollen).
kragen-.Kragen- ^bar. der: großer, schwarzer Bär mit
aufgestellten, wie ein Kragen wirkenden Halshaaren u. einer
weißen Zeichnung auf der Brust; ^ecke, die: runde -n;
Hochstehende Kragen mit abgewinkelten -n (Simmel, Stoff 107);
-knöpf, der: 1. Knopf, mit dem ein Kragen db) an einem
Hemd, einer Bluse o. ä. festgemacht wird. 2. oberster Knopf
eitler Knopfleiste (an Hemd. Bluse o.a.). mit dem man
den Kragen zuknöpft; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
ohne Kragen da, b): eine -e Jacke; -nummer, die: Nummer,
die die Kragenweite näher bestimmt; -Spiegel, der (Milit.):
Abzeichen auf den Kragenecken der Uniformjacke, fl/i denen
man die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Truppe o.a.
erkennt; -Stäbchen, das: kleines flaches Stäbchen aus
Plastik in den Kragenecken von Hemden od. Blusen, damit
sich die Ecken nicht umbiegen; ^weite. die: Länge des
Kragens da) eines Hemdes, gemessen von der einen Seite des
Verschlusses zur gegenüberliegenden: ein Hemd mit K. 38;
welche K. brauchtst du?; Ü Ich hab' nie ein Mädchen
von der K. gehabt (Baldwin [Übers.]. Welt 80); *[nicht]
imds. K. sein (salopp; [nicht] genau so sein, wie es jmd.
gerne hat), diese Frau ist genau meine K.
Krähe ['krcdl. die; -. -n [mhd. krä(e). kraja. ahd. krä(wa.
-ja. -ha) = Krächzerin; zu tkrähen): (mit den Raben
verwandter) großer Vogel mit schwarzem, metallisch
schimmerndem Gefieder, der krächzende Laute ausstößt: auf den
Feldern saßen Scharen von -n;Spreine K. hackt der anderen
kein Auge aus (Jmd.. der einen anderen od. die Tätigkeit
1568
Krambambuli
eines anderen beurteilen soll, mit dem er durch gleichen
Beruf, gleiche Herkunft, gleiche Absichten o. ä. verbunden
ist. wird aus eigenem Interesse nichts sagen, was den
anderen belastet od. ihm schadet); krähen [kre:3n] <sw. V.;
hat) [mhd. kra(je)n. ahd. kräen. lautm.l: 1. (vom Hahn)
heiser-durchdringende Schreie in verschieden langer Dauer
von sich gebeti; kikeriki machen: wir saßen zusammen,
bis die Hähne krähten (bis Tagesanbruch): Ü das Baby
krähte vor Wonne. 2. [vor Erregung. Begeisterung o.a.]
mit hoher, heller Stimme sprechen: ..Hab' ich dich doch
reingelegt", krähte er schadenfroh.
Krähen-: -äuge, das (landsch.): a) Warze: b) Hühnerauge:
^beere, die: immergrüner, dem Heidekraut ähnlicher kleiner
Strauch mit unscheinbaren Blüten u. Beerenfrüchten: -fuße
<P1.>: 1. (ugs.) feine Hautfalten, die aus dem Bereich der
äußeren Augenwinkel strahlenförmig nach den Seiten
verlaufen. 2. (ugs.) unleserliche, krakelige Schrift. 3. (ugs.)
kleine, spitze Eisenstücke, die bei eitler Verfolgung aus dem
Auto auf die Straße gestreut werden, um die Reifen des
hinterherfahrenden [ Polizei]fahrzeugs zu beschädigen u. es
dadurch zu zwingen, die Verfolgung aufzugeben. 4. (Jä-
gerspr.) drei schmale Schneisen, die bei der Treibjagd vom
Standort des Schützen aus gehauen werden, damit er das
Wild früh genug sehen kann: -geschrei, das; -hütte, die
(Jägerspr.): Hütte, vor der auf einem Pfalil die Attrappe
eines Uhus als Lockvogel angebracht ist u. von der aus
der Jäger Krähen u. Raubvögel schießt: -nest, das: I. Nest
einer Krä/ie. 2. (Seemannsspr.) Ausguck am vordersten Mast
eines großen Segelschiffes: Mastkorb.
Krähl [kre:l]. der; -[eis. -e[r] [zu landsch. krallen, krellen.
Tkrellenl: 1. (Hüttenw.) Schaufel od. Rechen zum Umrütiren
u. Weiter transportieren des Röstguts im Ofen. 2. (landsch.)
svw. tKraue 1; krähten [kre:bnl <sw. V.; hat) (Hüttenw.):
das Röstgut im Ofen mit einem Krähl (1) bearbeiten.
Krähwinkel [kre:vu)kjl <o. Art.; Gen.: -s> [nach dem Ort
Krähwinkel in dem Lustspiel ..Die deutschen
Kleinstädter" des dt. Dramatikers A. v. Kotzebue (1761-1819)1
(spött.): spießbürgerliche Kleinstadt: Krähwinkelei
[...vmka'l^jl. die; -. -en (abwertend): Tat. Handlungsweise,
die von kleinstädtischer, spießbürgerlicher Beschränktheit
zeugt: Krüiwinkler [...klßl. der; -s, - (abwertend):
spießbürgerlicher Mensch aus der Provinz: krähwinklig <Adj.; nicht
adv.> (abwertend): von spießbürgerlicher, kleinstädtischer
Beschränktheit, provinziellen Ansichten [zeugend].
Krakauer ['kra:kajje], die; -. - [nach der poln. Stadt Krakow
(dt. Krakau)!: kräftig gewürzte u. geräucherte Brühwurst
aus Rind- u. Schweinefleisch.
Krake [kra:kd]. der; -n. -n [norw. mundartl. krake(n)]: 1.
großer Tintenfisch mit sackförmigem Körper u. acht
kräftigen Fangarmen mit Saugtiäpfen. 2. sagenhaftes
Meerungeheuer in Gestalt eines Kraken (1).
Krakeel [kra'ke:l]. der; -s [H. u.] (ugs. abwertend): lautes
u. heftiges Schreien, lautstarkes Schimpfen, um Streit
anzufangen: Streit: K. anfangen, machen; krakeelen
[kra'ke: tan] <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): laut schreien [um
Streit anzufangen]: lautstark schimpfen: sich lautstark
streiten: die Betrunkenen krakeelen auf dem Heimweg; in einer
Versammlung k.; Bevor er verschwand, krakeelte er zwar
noch: „Das werde ich Euch eintränken" (Remarque.
Westen 24); Krakeeler, der; -s. - (ugs. abwertend): jmd., der
krakeelt: Die hitzigen K. hinter ihm fluchen lauthals
(Degener. Heimsuchung 177); Krakeelerei [krake:ta'raj], die; -.
-en (ugs. abwertend): [dauerndes! Krakeelen: krakeelig
[kra'ke:!^] <Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.) (ugs.
abwertend): wie ein Krakeeler: wenn er trinkt, wird er k.
Krakel ['kra:kl], der; -s. - [(ost)md. krakel = dürrer Ast;
viell. venv. mit TKrackel (ugs. abwertend): dünner, utiregel-
mäßig verlaufender Strich: von wem ist denn dieser K.
auf dem Block?; [einenl K. machen; deine K.
(Schriftzeichen) kann kein Mensch lesen.
Krakelee fCraqueie.
Krakelei [kra:kd'l^i].die; -. -en [zu t Krakel] (ugs. abwertend):
1. <o. PI.) das Krakeln. 2. das Gekrakelte: KrgkeWuß, der;
-es. ...fuße <meist PI.) (ugs.): krakeliges Schriftzeichen.
krakelieren [kraka'lkran] <sw. V.; hat) [frz. craqueler. TCra-
quele]: die Glasur von Keramiken od. die Oberfläche von
Gläsern mit Craqueles (2) versehen.
krakelig: tkraklig; krakeln [kra:k|n] <sw. V.; hat) (ugs.
abwertend): schlecht u. ungleichmäßig, zittrig schreiben:
Krgkebchrift, die; -. -en: kraklige Schrift.
Krakekire, (auch:) Craquelure [krakd'ly:ra]. die; -. -n [frz.
craquelure. zu: craqueler = rissig machen, zu: craquer
= krachen] <meist PI.): feiner Riß, der durch Austrocknung
der Farben u. des Firnisses auf Gemälden entsteht.
kraklig, krakelig [kra:kdli(;] <Adj.) [zu f Krakel] (ugs.
abwertend): zittrig, ungelenk u. kaum leserlich [geschrieben].
Krakowiak [kra'kDvjakl. der; -s, -s [poln. krakowiak =
Krakauer (Tanz)]: polnischer Nationaltanz im 2lrTakt, bei
dem tiach abwechselndem Aufsetzen von Ferse u. Fußspitze
drei Zwischenschritte getanzt werden. Vgl. Cracovienne.
Kral [kra:l]. der; -s, -e. auch: -s [afrikaans kraal < port.
curral = Hürde. Zwinger; vgl. Korral]: 1. kreisförmig
angelegtes Dorf bei afrikanischen Stämmen. 2. kreisförmig
angelegter Pferch bei afrikanischen Stämmen.
Krällchen ['krclfanl. das; -s. -: tKralle; Kralle [krata], die;
-. -n [eigtl. = die Gekrümmte] <Vkl. TKrällchen): (bei
Vögeln sowie manchen Reptilien u. Säugetieren) langes,
gebogenes, an den Enden spitz zulaufendes Gebilde aus Hörn
an den letzten Gliedern der Zehen: stumpfe, spitze, scharfe,
starke -n; die -n des Adlers; die Katze zeigt die -n. zieht
die -n ein. hielt eine Maus in den Krallen; Ü (geh.:) die
-n der Eifersucht packten sie; das Mißtrauen Robespierres
hat eiserne -n (St. Zweig. Fouchö 50); Jmdn. aus den
-n des Todes retten; *jmdm. die -n zeigen (ugs.; zeigen,
daß man nicht gewillt ist. sich etw. gefallen zu lassen/daß
man sich einem Ansinnen widersetzen wird): etw. in die
-n bekommen/kriegen (ugs.; etw. in seine Gewalt bekommen/
kriegen): etw. [nicht] aus den -n lassen (ugs.; etw.. was
man hat. [nicht mehr] hergeben): krallen fkraln] <sw. V.;
hat) [zu !Kralle; vgl. mhd. krellen. spätahd. bichrellen
= kratzen]: l.a) <k. + sich) sich mit den Krallen od.
wie mit Krallen an jmdm.. etw. festhalten: die Katze krallte
sich an den Baumstamm; sich an jmds. Kleid, an das
Geländer k.; sich in den Boden k.; ich kralle mich mit
Zehen und Füßen tief in den Salzteig (Grzimek. Serengeti
332); b) wie mit Krallen fest um etw. greifen: ich krallte
meine Finger um das Rohr, um das Seil; c) <k. + sich)
[wie eine Kralle] fest umschließen, umklammern: seine
Hand krallte sich um den Revolver; d) wie Krallen in
etw. schlagen, bohren: sie krallte ihre Finger in das Kissen.
2. wie eine Kralle krümmen: er krallte seine Finger; die
armselig gekrallten Hände (Remarque. Westen %). 3.
(salopp) a) bei günstiger Gelegenheit kleinere Dinge, die sich
leicht bewegen lassen, schnell u. unauffällig an sich nehmen
od. stehlen: er hat [sich] das Fahrrad gestern im Stadtpark
gekrallt; b) jmdn.. etw. in seine Gewalt bringen: [sich]
jmdn.. etw. greifen: Gekrallt haben die mich dann, als
ich das Fahrradöl stibitzt hab' (Degener. Heimsuchung
50); den werde ich mir noch k. (mir vornehmen).
krallen-. Krallen-: ^affe, der: in Südamerika heimischer,
sehr kleiner, einem Eichhörnchen ähnlicher Affe mit Krallen
an Fingern u. Zehen: -artig <Adj.; Steig, ungebr); -förmig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -fro9ch, der: in Afrika
heimischer, meist im Wasser lebender Frosch mit Krallen an
den drei inneren Zehen der Hinterfüße.
krallig ['krallt;] <Adj.) a) wie eine Kralle: krallenartig:
krallenförmig; b) mit Krallen: c) von Krallen herrührend:
bis zu den Lenden rauf wiesen die Beine -e Kratzer ...
auf (Schnurre. Bart 181).
Kram [kra:m], der; -[e]s [mhd., ahd. kräm = Zeltdecke;
Bedachung einer Krambude; Laden; Kaufmannsware]
(ugs. abwertend): 1. <Vkl. TKrämchen) nicht näher
bezeichnete [unnütze, wertlose] Gegenstände. Sachen, Zeug: das
ist alles alter, unnützer K.; was liegt denn hier für K.
herum?; räum doch endlich deinen K. auf! Ü den ganzen
K.. all den K. hinschmeißen (ugs.; keine Lust mehr haben,
etw. weiterzufuhren, bis zum Ende durchzuführen). 2. nicht
näher bezeichnete Angelegenheiten, die [zur Erledigung/
anstehen: ich will den K. noch schnell erledigen; mach
doch deinen K. alleine, wenn es dir nicht paßt!; *jmdm.
[nicht] in den K./[nicht] in jmds. K. passen (ugs.; [als
Forderung, Aufgabe o. ä.J meinem für den Betroffenen [unjgünsti-
gen Zeitpunkt kommen): nicht viel K./keinen K. machen
(ugs.; keine Umstände, kein Aufhebens von etw. machen).
3. (landsch.) Innereien geschlachteter Tiere.
Kram- (Kram 1; ugs. abwertend): -bude, die: vgl. -laden;
-handel. der: Handel mit vielerlei kleinen Waren; -laden,
der: Laden, in dem Kramwaren angeboten werden; -markt,
der: vgl. -laden; -waren <P1.>: vielerlei kleine Waren.
Krambambuli [krambambuli], der; -[s]. -[s] [urspr. = Danzi-
99 GDW
1569
Krämchen
ger Wacholderschnaps; wohl scherzh. umgebildet aus
TKrammet) (Studentenspr.): alkoholisches Getränk.
Krämchen [kre:m<pn]. das: -s. -: fKram (1); kramen
['kraiiran] <sw. V.; hat) [mhd. kramen = Kramhandel
treiben): 1. (ugs.) a) (aus Neugier od. um die weitere
Brauchbarkeit o. ä. von etw. zu prüfen) in einem unübersichtlichen,
unordentlichen Raum, in einer Ansammlung ungeordneter
Dinge herumwühlen (u. nach etw. suchen]: im Keller, auf
dem Boden, in den Akten k.; ich habe [im Archiv] nach
alten Photographien gekramt; Er... kramte in seinen
Taschen nach Streichhölzern (Remarque. Triomphe 6); Ü
in seiner Erinnerung k.; b) durch Kramen da) hervorholen.
den Schlüssel. Geld. Zigaretten aus der Tasche k.; sie
kramte die vergilbten Fotos aus der Schublade. 2.
(landsch.) ein Verhältnis, eine Liebesbeziehung haben: mit
jmdm. k.; die beiden kramen schon lange miteinander.
3. (Schweiz.) a) Kleinhandel treiben; b) kleimre Geschenke
einkaufen; Kramer, der. -s, - (landsch.): svw. TKrämer.
Krimer [kre:mi?]. der; -s. • [mhd. kramsere, ahd. kramäri
= Kleinhändler): 1. (landsch.. sonst veraltet) a) jmd.. der
einen kleinen Laden mit Lebensmitteln hat; b) (früher) jmd..
der Handel treibt; Handelsherr. 2. (abwertend) svw.
tKrämerseele: Sieh dir diesen erbärmlichen K. an (Remarque.
Obelisk 152).
Krimer- (abwertend): -seist, der <o. PL): von Kleinlichkeit
u. Engstirnigkeit zeugende Geisteshaltung; -laden, der: svw.
tKramladen; -latein, das (landsch., sonst veraltet): den
Leuten unverständliche Sprache. Jargon der Händler;
^-Seele, die: kleinlicher, nicht großzügig handelnder (Geben u.
Nehmen peinlich genau aufrechnender) Mensch; -waren
<P1.): svw. tKramwaren.
Kramerei [krama'raj], die; -. -en: 1. (abwertend) / dauerndes]
Kramen (1). 2. (landsch.. sonst veraltet) svw. tKrämerei;
Kramerei [kreim^raj], die: -. -en (landsch.. sonst veraltet):
svw. tKramladen; krimerhaft <Adj.; -er. -este)
(abwertend): einem Krämer (2) entsprechend, gemäß: Kr&merin,
die; -,-nen (veraltet): w. Form zu tKrämer(la); krimerisch
<Adj.) (abwertend): wie ein Krämer (2): -e Sparsamkeit.
Kramme ['kramal. die; -. -n [mniederd. kramme, zu tKram-
pe) (niederd.): svw. tKrampe; krammen [kraman] <sw.
V.; hat) (niederd.): svw. tkrampen.
Krammet [kramst], der; -s. -s [mhd. kranewite, ahd. krana-
witu. tKranewit) (landsch. veraltet): Wacholder; <Zus.:)
Krammetsbeere, die (landsch.): Wacholderbeere. Kr^m-
metsvogel, der [mhd. kran[e]witvogel; der Vogel frißt gerne
Wacholderbeeren) (landsch.): Wacholderdrossel.
Krampe [krampa], die; -, -n [aus dem Niederd. < mniederd.
krampe, asächs. krampo = Haken: vgl. ahd. chramph
= krumm): Haken in Form eines U mit spitzen Enden,
mit dem man Dra/it o. ä. an Brettern, hölzernen Pflöcken
o.a. festmachen kann; krampen fkrampn] <sw. V.; hat):
mit einer Krampe befestigen; Krampen [-). der; -s. -: 1.
svw. tKrampe. 2. (bayr., österr.) eiserne Hacke.
Spitzhacke.
Krampf Dcramßf). der; -[eis. Krämpfe [kremßjb; mhd.
krampf. ahd. kramph(o). im Ablaut zu: krumphan =
krümmen): 1. unwillkürliches, schmerzhaftes
Zusammenziehen eines od. mehrerer Muskeln; Spasmus: ein heftiger,
furchtbarer K ; der K. löste sich allmählich; einen K.
bekommen, (ugs.:) kriegen, im Bein haben; er wand sich
in Krämpfen; jmd. wird von Krämpfen befallen, gepackt,
geschüttelt. 2. (ugs. abwertend) krampfhaft-gequält es Tun;
Bemühen, um jeden Preis etw. zu erreichen: das ist doch
alles K.; er brachte diese Fähigkeit zur Liebe auf. ohne
daß sie K. wurde (Thielicke. Ich glaube 124); hör doch
endlich mit diesem K. auf!. 3. (Schweiz.) Straftat.
Verbrechen: * einen K. drehen (salopp: etw. Unrechtmäßiges tun).
krumpf-, Krampf- (Krampf 1): -ader, die: krankhaft
erweiterte Vene, die als sich schlängelnder od. knotiger Strang
hervortritt; Varize.dazu: -aderbikhing,die. -aderverödung.
die (Med.): svw. t Varizenverödung; ^artig<Adj.; o. Steig.):
in der Art eines Krampfes: wie in Krampf; spasmisch, spas-
modisch; -husten, der: Keuchhusten; -lindernd <Adj.; nicht
adv.); -lösend <Adj.; nicht adv.): -e Medikamente;
-stillend <Adj.; nicht adv.): vgl. ^lösend: diese Tropfen wirken
k.; -zustand, der: durch einen Krampf verursachter Zustand.
krampfen ['kramcjn] <sw. V.; hat) [zu tKrampf): l.a) sich
im Krampf zusammenziehen: Sein Herz stockte einen
Augenblick, krampfte dann plötzlich (Molsner. Harakiri 12);
<auch k. + sich:) ich fühlte, wie sich mein Magen krampfte;
b) (selten) wie im K. zusammenziehen: die Verteidiger ...
krampften die Zehen, kneisteten die Augen (Bieter. Bonifa2
10). 2.a) etw. ergreifen u. mit allen Kräften festhalten;
ich krampfe die Fäuste um die Eisenstäbe meines Bettes
(Remarque. Westen 133); b) <k. + sich) krampfhaft
umschließen, umklammern: die Finger krampften sich um die
Lehne, um den Revolver; c)<k. + sich) sich in etw. bohren
u. darin verkrampfen: Seine Hände krampften sich in das
Kissen (Ott. Haie 300). 3. (landsch.) / bei günstiger
Gelegenheit! nehmen, an sich bringen: er hatte sich die Unterlagen
gekrumpft und war damit verschwunden; sich eine Frau
k. 4. (Schweiz.) sich [in der falschen WeiseJ anstrengen,
verrenken: er krampfte und schuftete (Frisch, Stiller 474);
<Abl. zu 4:> Krgmpfer, der. -s, - (Schweiz.): verbissener
Arbeiter. Streber: seine Kameraden stempelten ihn zum
K.; Krfmpfertum, das; -s (Schweiz.): Lebensweise eines
Krampfers; Hang zum Krampfen (4); krampfhaft <Adj.;
-er. -este): 1. in der Art eines Krampfes sich vollziehend;
wie im Krampf -e Zuckungen. Verrenkungen; sie brach
in -es Lachen aus. 2. alle Kräfte aufbietend; verbissen:
er machte -e Anstrengungen, sie einzuholen; sich k. um
etw. bemühen: ich hielt mich k. wach; er hielt sich k. am
Geländer fest; k. über ein Problem nachdenken;
krumpfte <Adj.>: gequält u. unnatürlich / wirkend]: -es Auftreten.
Benehmen; sein Lächeln ist etw. k. (Frisch. Stiller 431).
2. svw. t krampfartig: eine -e Verengung der
Herzkranzgefäße; krämpfig ['krcmofif] <Adj.) (veraltet): svw.
tkrampfig; 'Krampus [krampusj. der; -. ...pi [latinisiert aus dt.
Krampf) (Med.): svw. tKrampf (1).
Itrampus [-]. der; -[ses], -se [viell. zu tKrampen (2). nach
der eisernen Hacke, die er mit sich führt] (bes. österr.):
Begleiter des Nikolaus; Knecht Ruprecht.
Krams [kra:ms], der, auch: das; - (landsch.. bes. nordd.):
svw. tKram (1): Meint ihr. ich wollte das kalte K. an
meinem Hintern haben? (Hausmann, Abel 42).
Kramuri [kra'mu:ri], die; -. ...ren <P1. selten) [aus tKram
u. der rumän. Pluralendung -uri] (österr. ugs.): Kram (1);
Gerumpel: Spitzhütel zeigte ihm eine mit verstaubten Kra-
muren gefüllte Kammer (Fussenegger. Haus 333).
Kran [kra:n].der; -[e]s, Kräne [kre:nd], fachspr.: -e. landsch.
auch: -en [spätmhd. kran(e). eigtl. = Kranich; nach der
Ähnlichkeit der Hebevorrichtung mit dem Hals eines
Kranichs, zu mhd. krane. tKranich] <Vkl. tKränchen):
1. Vorrichtung, die aus einer einem Gerüst ähnlichen,
fahrbaren Konstruktion mit Führerhaus fu. einem (beweglichen)
Ausleger (2)7 besteht, die zum Versetzen od. Heben von
Lasten od. sperrigen Gegenständen benutzt wird: ein hoher,
schwerer K.; der K. stürzte um; einen K. aufstellen,
einsetzen; der Schwenkbereich des -s. 2. <P1. Kräne, -en) a)
(südwestd.) Wasserhahn: den K. auf-, zudrehen: In
zahlreichen deutschen Gemeinden sprudelt nur recht kalkhaltiges
Wasser aus den Kränen (MM 21. 10. 72.47); b) (landsch.)
Gashahn; c) (landsch.) Zapfhahn.
Krgn-: -beere, die: tKranbeere; -brücke, die (Technik):
brückenähnliche Konstruktion, auf der ein Laufkran hin-
u. herfährt: -fahrer, der: vgl. ^führer: ^führer. der: jmd..
der einen Kran (1) bedient (Berufsbez.). dazu: -fiihrerhaus,
das; -wanen, der (Technik): unterer, mit Rädern versehener
Teil eines fahrbaren Krans (1); -winde, die: Winde, die
das Tragseil eines Krans (1) bewegt.
Kranawett [kramavet], der; -s (österr. mundartl.): svw.
tKranewit; kranbar [kra:nba:?)<Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Technik): mit dem Kran (1) transportierbar: -e Güter;
diese Behälter sind k.; Kranbeere [kra:n-]. Kränbeere
[kre:n-l.die;-.-n[eigtl. = Kranichsbeere; vgl.Kronsbeere]
(veraltet): svw. tPreiselbeere; Kränchen [kre:n<pn], das;
-s. -: tKran; Kranebenjer [kra.ndbergB]: tKranenberger;
kranen ['kra:nan] <sw. V.; hat) [zu tKran] (Technik): mit
dem Kran (1) transportieren: kann man diese Kisten k.?;
Kranenberger [kramanbergu], Kmnenheimer [...hajme].
der; -s [zu tKran (2a)] (südwestdt. scherzh.): trinkbares
Leitungswasser; Kranewit [kramavit], Kranewitter
[kra:ndvitB], der; -s [mhd. kranewite, ahd. kranawitu, eigtl.
= Kranichholz, zu: krano = Kranich u. witu = Holz,
Wald; Kraniche fressen gern Wacholderbeeren] (bayr..
österr.): Wacholderschnaps.
Krangel ['krai)|], der; -s. -n [mhd. krangel = Kreis. Kranz.
Nebenf. von: kringel. tKringel] (Bergsteigen. Schweiz.):
spiralenförmiges. knotenähnliches Gebilde, das durch
Verdrehungen eines Seiles o. ä. um die Längsachse entsteht; Ver-
1570
kranken-, Kranken-
ichlmgung: Beim Aufhängen (= eines nassen Seils) alle
-n entfernen (Eidenschink. Fels 26); kranaelig, k ran gl ig
[ krdn(3)lu;l <Adj.) [zu tkrangeln (2)1 (landsch.): weinerlich.
Quengelig;krangeln[krangln]<sw. V.;hat)[1: zutKrangel;
2: zu landsch. Krangel = Verwirrung; Ärgernis, mhd.
krangel.eigtl. = Kreiselbewegung),tKrangell:
l.(Bergsteigen. Schweiz.): Krungeln bilden. 2. (landsch.) (bes. von
Kindern) nörgeln; weinerlich sein.
lurin0en['kn:ndn]<sw.V.;hat)[ausdemNiederd. < nieder!
krengen. eigtl. = sich abwenden] (Seemannsspr.): (von
Schiffen) sich seitlich neigen; sich seitlich um die
(waagerechte) Längsachse drehen.
knuiglig: tkrangelig.
krfnsung, die; -. -en <P1. selten): das Krängen.
kranial [kra'nia:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech,
kranion = Schädel! (Med.): I. zum Kopf gehörend. 2.
(veraltend) kopfwärts .i gelegenJ.
Kranich ['kra:ni<;]. der; -s. -e [mhd. kranech. ahd. chranih.
cranuh. Weiterbildung zu ahd. krano; eigtl. = heiserer
Rufer): großer Vogel mit meist grauem Gefieder u. langem,
kräftigem Schnabel, der den langen Hals u. die langen Beine
während des Fluges ausgestreckt hält (u. der sein Nest
auf dem Boden in sumpfigem Gelände baut); <Zus.:>
Krgnichvogel,der(Zool): zu einer Ordnung
verschiedenartiger Familien von Vögeln ohne Kropf gehörender Vogel.
kranio-, Kranio- [kranjp-; zu griech. kranion] (Best, in Zus.
mit der Bed.X Schädel (z.B. kraniofazial, Kraniotomie);
kranioklast [...'klastl. der; -en. -en [zu griech. klastös. zu:
klän = (zer)brechenj (Med.): einer Zange ähnliches
Instrument zur Zertrümmerung des Schädels bei der Embryotomie;
Kraniologk. die; - [t-logie] (Med.): Lehre vom Bau des
Schädels; <Abl.:) kraniologisch <Adj.; o. Steig.) (Med.):
zur Kraniologie gehörend; Kraniometer, das; -s. - [t-meterl
(Med.): Gerät zur Vermessung des Schädels; Kraniometrje,
die; -. -n [t-metrie] (Med.): Messung des Schädels;
Bestimmung des Schädeldurchmessers mit einem Kraniometer;
kraniometrisch <Adj.; o. Steig.) (Med.): zur Kraniometrie
gehörend; Kraniotabes, die; - [tTabesl (Med.): Erweichung
der Schädelknochen beim Säugling (Frühzeichen der
Rachitis}; Kraniotomie l...to'mi:l. die; -. -n [...i:an; zu griech.
lome = das Schneiden] (Med.): operative Öffnung u.
Zerkleinerung des Schädels eines toten Kindes bei der
Embryotomie; Kranium I'kra:niom]. das; -[s]. ...ia u. ...ien
[,..j[3n;mlat.cranium < griech. kranion = Schädel] (Anat.):
bei Mensch u. Wirbeltier der knöcherne Schädel.
krank [krank] <Adj.; kränker, kränkste; nicht adv.) [mhd.
kranc = schwach; schmal, schlank; leidend, urspr. =
gebeugt, gekrümmt, hinfällig]: 1. im körperlichen u./od.
geistigen Wohlbefinden beeinträchtigt, gestört (weil in den
normalen physischen u. psychischen Funktionen eine [vor-
übergehende 1 Störung eingetreten ist); physisch od.
psychisch leidend (Ggs.: gesund la): ein -er Mann; -e Tiere;
ein -es Herz, einen -en Zahn haben; das Kind ist [seit
einem Monat] k.; auf den Tod k. sein; (geh..) er ist k.
an Leib und Seele; er wurde schwer k.; er sieht k. aus;
er fühlt, stellt sich k.; (ugs.:) er spielt k.; sich k. melden;
k. zu/im Bett liegen; (geh.:) k. darniederliegen; der
dauernde Ärger, die vielen Sorgen haben ihn k. gemacht; vor
Heimweh, vor Liebe k. sein (sich elend fühlen, darunter
leiden); nach jmdm. k. sein (veraltend; sich heftig nach
jmdm. sehnen): Der Junge machte mich k. (ging mir sehr
auf die Nerven) (Frisch. Homo 266); sich k. ärgern (sich
sehr ärgern}; Jmdn. k. schreiben (bestätigen, daß jmd. auf
Grund einer Krankheit, eines Leidens vorübergehendarbeit s-
utxfähig ist); (auch von Pflanzen:) ein -er Baum; Ü ein
-es Staatswesen; eine -e Währung. 2. (Jägerspr.) durch
einen Schuß verwundet u. daher Blut verlierend (Ggs.: gesund
4): der Bock ist k.; eine -e Fährte (Fährte mit Blutspuren
eines durch Schuß verletzten Wildes).
kr^nk-, Kr^nk- -feiern <sw. V.; hat): a) (ugs. scherzh.)
für einige Zeit der Arbeit fernbleiben, ohne wirklich so
krank zu sein, daß es ein Zuixausebleiben rechtfertigt; b)
(landsch). arbeitsunfähig sein; -lachen, sich <sw. V.; hat)
(ugs.): sehr lachen; es war alles so komisch, ich habe mich
krankgelacht; -machen <sw. V.; hat) : svw. tkrankfeiern;
-mekiung, die: jmds. Mitteilung an den Arbeitgeber,
vorgesetzte Stelle o.a.. daß er krattk ist; -schießen <st. V.; hat)
(Jägerspr.): (Schalenwild) durch Schuß verletzen.
Kranke [kranke], der u. die; -n. -n <Dekl. tAbgeordnete):
intd. der krank (1). nicht gesundist (Ggs.: Gesunde); Kränke
[krenka], die; - [mhd. krenke = Schwäche, Schwachheit]
(landsch.): krampfartiges Zucken. Epilepsie; daß dich die
K.! (Ausruf, mit dem man seinem Zorn Luft macht, wenn
man sich über Jmdn. sehr ärgert); hier ärgere ich. mir
noch die K. an den Hals (durch den dauernden Ärger
hier werde ich noch krank); Krinkelei [krEoka'l^j], die;
-, -en <P1. selten): [dauerndes/ Kränkeln; kränkeln
['kreokjn] <sw. V.; hat): nie so recht gesund u. leistungsfähig,
sondern über längere Zeit hin immer ein wenig krank sein;
das Kind kränkelt, seit es seine Mutter verloren hat;
kranken [krankn] <sw. V.; hat) [mhd. kranken = schwach,
leidend werden od. sein]: 1. (veraltet, noch landsch.) sich
wegen erw. über längere Zeit hin in einem Zustand des
Krankseins befinden: an Asthma k.; Ü Ihr Herz krankte
(sehnte sich leidend) nach ihrem kleinen Sohn .... den
sie verlassen hatte (Baum, Bali 245). 2. unter etw. (einem
Mangel auf einem bestimmten Gebiet) leiden u. daher für
etw. von Nachteil sein: dieses Auto krankt mehr als Autos
anderer Typen an Defekten; das Projekt krankte daran,
daß nicht genug Geld zur Verfügung stand; kränken
[kreokn] <sw. V.; hat) [mhd. k renken = schwächen,
schädigen; erniedrigen]: l.jmdn. [demman nahesteht] mit einer
Äußerung od. einer Tat. durch die er sich zurückgesetzt,
gedemütigt od. in seiner guten Absicht verkannt fühlt, in
seinem Selbstgefühl treffen: ich wollte ihn damit nicht k.;
jmdn. in seiner Ehre k.; das ist für mich sehr kränkend;
er fühlt sich [in seiner Eitelkeit] schwer, tief gekränkt;
er zog sich gekränkt zurück; sein gekränkter Stolz, seine
gekränkte Ehre läßt den ersten Schritt nicht zu. 2. <k.
+ sich) (geh.. veraltend) Gram empfinden.
kranken-. Kranken-: -anstalten <PI.) (Amtsspr.): großes
Krankenhaus mit mehreren Gebäuden für verschiedene
medizinische Fachbereiche; -auto, das: svw. t-wagen; -beridit,
der: (für einen Facharzt geschriebener) Bericht des
behandelnden Arztes über den Zustand eines Patienten; -besuch,
der: Besuch, den man bei einem Kranken macht; ^bett,
das: 1. Bett, in dem ein Kranker liegt: Beobachtungen,
Studien am K.; sie... unterrichtete den Jungen vier Wochen
lang am K. (Wolf. Menetekel 45). 2. für die besonderen
Belange eines Kranken konstruiertes Bett (im
Kranketthaus) . 3. (selten) svw. t -lager (2); -blatt, das: schriftlicher
Bericht, in dem die Vorgeschichte der Krankheit nach
Angabe des Patienten, die Bestimmung der Krankheit durch
den Arzt u. die Maßnaftmen zur Heilung der Krankheit
stehen; -fahrstuhl, der (Amtsspr.): Fortbewegungsmittel in
der Form eines Stuhls mit drei od. vier Rädern für
gehunfähige Kranke od. Körperbehinderte; Rollstuhl; -geld, das: Geld,
das die [gesetzliche/ Krankenversicherung dem Versicherten
zahlt, wenn er durch Krankheit einen Verdienstausfall hat.
dazu: -geldanzug. der [zu t Anzug (6)] (Schweiz.): Antrag
auf Krankengeld; -aesdiichte, die: 1. a) schriftlicher Bericht
des behandelnden Arztes, der die Vorgeschichte der
Krankheit, den Befund bei Beginn der Behandlung, fortlaufende
Beobachtungen. Untersuchungen. Behandlungen u. erzielte
Ergebnisse enthält; b) Akte, die die Krankengeschichte (la)
enthält: er blätterte in der K. des Patienten. 2. svw. t ^blatt;
-gut, das: alle Kranken (in einem bestimmten Bereich.
Zustand od. unter einem bestimmten Gesichtspunkt o.a.):
so errechnet sich bei einem K. von rund 2 300 Patienten
eine Heil- bzw. Besserungsquote, die weniger über ein
Prozent liegt (Noack. Prozesse 224); -gymnast, der:
männliche Fachkraft für Krankengymnastik (Berufsbez.);
-gymnast It, die: nach einem bestimmten Plan durchgeführte
Gymnastik zur Besserung von Haltungs- u. Körperschäden od.
zur Kräftigung nach Operationen o.a.; -gymnastin, die:
weibliche Fachkraft für Krankengymnastik (Berufsbez.);
-gymnastisch <Adj.; o. Steig.); -haus, das: Gebäude, in dem
sich Kranke [über längere Zeit] zur Untersuchung u.
Behandlungaufhalten: ein modern eingerichtetes, städtisches,
konfessionelles K.; das K. ist [überlbelegt; jmdn. aus dem
K. entlassen; im K. operiert werden; im K. liegen; jmdn.
ins K. bringen, einliefern, dazu: -hausarzt, der: Arzt, der
im Krankenhaus arbeitet, -hausaufenthalt, der, -hausbau,
der <P1. -ten). -Jiausbehandhing, die: Behandlung eines
Leidens o. ä. im Krankenhaus, -hausbett. das; -hauseinweisung,
die. -hausreif <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in einem solchen
Zustand [ befindlich J. daß man ins Krankenhaus
aufgenommen werden müßte: k. aussehen; jmdn. k. schlagen; -kassa,
die (österr.): svw. t^kasse; -kasse, die: Institution, bei
der man sich gegen die Kosten, die durch eine Krankheit
99*
1571
krankhaft
entstehen, versichert, dazu -kas9enbeitrag, der; -kost, die:
leichtverdauliche, speziell für Kranke geeignete Kost; ^ lager.
das (geh.): 1. svw. tKrankenbett (I): Der Mann erhob
sich sofort von seinem K. (Brecht, Geschichten 67). 2.
Zeit des Krankseins, die im Bett verbracht werden muH;
-pflege, die: Gesamtheit aller Malinahmen, die zur Pflege
u. Betreuung Kranker nötig sind; -pfleger, der: männliche
Fachkraft für Krankenpflege (Berufsbez.); -pflegerin, die
(selten): svw. tKrankenschwester; -saal, der: großer Raum
in einem Krankenhaus mit vielen Betten; -salbung, die (kath.
Kirche): Salbung eines Schwerkranken durch einen od.
mehrere Priester; -schein, der: Schein, der die Mitgliedschaft
des Patienten in einer Krankenkasse bestätigt u. bei dessen
Vorlage der Arzt die Behandlungskosten mit der
Krankenkasse abrechnet; -Schwester, die: weibliche Fachkraft für
Krankenpflege (Berufsbez.); -stand, der: / augenblicklicheJ
Anzahl von Kranken in einem Betrieb o.a.: ein hoher K.;
im K. sein (österr.; wegen Krankheit nicht zur Arbeit
kommen): ~stuhlf der: svw. t^fahrstuhl; -suppe, die vgl. ^kost;
-tagegeld. das: svw. t-geld; -trage, die: Trage zum
Transport gehunfähiger Kranker; -träger, der: -transport, der:
Beförderung gehunfähiger Kranker (mit einem
Krankenwagen); -Unterstützung, die (selten): vgl. -geld; -versichert
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: eine Krankenversicherung ha-
hend; -Versicherung, die: a) Versicherung gegen Kosten,
die durch Krankheit auftreten; b) Unternehmen, das
Krankenversicherungen (a) abschließt, dazu:
-versicherungspflichtig <Adj.;o. Steig.; nicht adv); Mvache.die: [ Nacht I-
wache bei einem Kranken; -wa»n, der: speziell für den
Krankentransport ausgestattetes Auto; Ambulanz (b);
-wärter, der: Kratikenpfleger (meist in einer
Nervenheilanstalt o.a.); ^revier,das: svw. tRevier (6b); -Zimmer, das.
krankhaft <Adj.; -er, -este>: 1. von einer Krankheit
herrührend; pathologisch: -e Veränderungen. Wucherungen des
Gewebes; -e Prozesse; k. bedingte Appetitlosigkeit;
k. veränderte Knochensubstanz. 2. vom Normal-Gesunden
abweichend; wie eine Krankheit sich äußernd: -e Eifersucht
zeigen: sein Ehrgeiz, seine Neugier ist geradezu k.; er
ist k. eitel; <Abl.:> Krankhaftigkeit, die; -; Krankheit, die;
-, -en [mhd. krancheit, krankeit = Schwäche; Dürftigkeit,
Not; Leiden): a) körperliche, geistige od. seelische Störung
mehr od. weniger schwerwiegender Art. die an bestimmten
Symptomen erkennbar ist: eine bösartige, schleichende,
akute, chronische K.; psychische od. körperliche -en; die
Flucht in die neurotische K. (Freud. Abriß 116); die K.
klingt ab. ist im Abklingen; einer K. vorbeugen; an einer
K. leiden, sterben; Jmdn. von einer K. heilen; von einer
schweren K. genesen; englische K. (t 'englisch a); [hinjfal-
lende K. (volkst.: Epilepsie): Ü eine K. unserer Zeit; (ugs.
scherzh.:) das ist doch kein Auto, das ist eine K.; diese
K. von (diese schlechte) Torte willst du deinen Gästen
anbieten?; b) <o. PI.) Zeit des Krankseins: während meiner
K. hat mich meine Freundin oft besucht.
kr^nkheits-, Kr^nkheits-: -anzeichen, das: vgl. -Symptom:
-biW, das: Gesamtheit aller für eine Krankheit
charakteristischen Erscheinungen; Syndrom; -dauer, die; —erregend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -erreger, der; -Erscheinung,
die: wahrnehmbares Zeichen einer Krankheit; ^fall, der:
zahlreiche Krankheitsfälle; Lohnfortzahlung im K.; -ge-
schichte, die: svw. tKrankengeschichte; -halber <Adv.>:
wegen einer Krankheit: (an Ladentüren o. ä.) k. geschlossen;
-herd, der: Ausgangsstelle einer Krankheit; Fokus (2);
-keim, der: Ursache einer Krankheit; -Symptom, das:
Symptom, an dem man eine Krankheit erkennt; -Überträger,
der: jmd.. erw.. wodurch eine Krankheit übertragen wird;
-Ursache,die; -verlauf, der; -zeichen, das: vgl. -Symptom.
kränklich [krcnklicj] <Adj.:>: nicht richtig gesund; stets ein
wenig leidend u. anfällig für Krankheiten: der Alte ist
neuerdings ziemlich k.. sieht k. aus; <Abl.:> Kränklichkeit, die;
-; Kränkung, die; -, -en: Verletzung der Gefühle od. des
Selbstgefühls eines anderen: eine schwere K.; jmdm. eine
K. zufügen; etw. als K. empfinden.
Kranz [krantß], der: -es. Kränze [krcnt^o; mhd.. spätahd.
kränz]: 1. <VkL tKränzchen) in der Form eines Rings
geflochtene od. gebundene Blumen. Zweige o.a.: ein K.
aus Tannenzweigen und Blumen; einen K. binden, (geh.:)
winden, flechten; einen großen K. mit Schleife aufs Grab
legen; einen K. am Ehrenmal niederlegen; dem Sieger
den K. (Siegerkranz) umhängen; die Braut trug K.
(Brautkranz) und Schleier. 2.a) (Schweiz.) IEhren]preis; erster.
zweiter od. dritter Platz sich kurz nach den Kränzen auf
der Rangliste plazieren; in die Kränze kommen (erfolgreich
sein; ausgezeichnet werden); b) kurz für tKranzkuchen:
die Torte ist vom Konditor, aber K. und Gugelhupf habe
ich selbst gebacken; c) kurz für t Haarkranz: sie hatte
die Zöpfe zum K. aufgesteckt. 3.a) einem Ring ähnliche
Form, in der etw. erscheint: ein K. von Feigen; ein K.
von Haaren wuchs auf seinem sonst kahlen Schädel; b)
Anzahl von Personen od. Sachen, die um eine Art
Mittelpunkt gruppiert sind: Ein K. von Pulver türmen umgab
jede größere Stadt (Musil, Mann 1232); im K. seiner Lieben
(geh.; seiner Familie)', die Stadt ist von einem K. Seen
umgeben; ein K. von Anekdoten umgibt ihn. 4. <Vkl.
tKränzchen) (Jägerspr.) Fährte des Rotwildes auf
trockenem Boden, auf dem nur ein düntier Abdruck der äußeren
Kante des Hufs sichtbar ist. 5. (Kegeln) Figur, die dadurch
entsteht, daß außer dem König (2 c) alle Kegel fallen.
kr^nz-, Krfnz-: -abzeichen, das (Schweiz): Abzeichen für
den Sieger; -ader, die: vgl. ^gefäß; -binder, der (selten):
vgl. Blumenbinder; -binderin, die (selten): w. Form zu
t-binder; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -gefäß,
das: svw. t Herzkranzgefäß; -geW, das [nach dem Kranz,
der früher bes. der Jungfrau als Schmuck zukam! (jur.):
Geldsumme, die ein Mann seiner Verlobten bei Auflösung
der Verlobung für die Defloration zahlen muß. dazu: ^geld-
anspruch. der; -gesims, das (Archit.): Gesims, das einen
Bau unter dem Dachfuß abschließt; -geweil, das (Jägerspr.):
stark geschwungenes Geweih eines Hirsches, dessen Enden
sich fast berühren; -gewinnend <Adj.; o. Steig.; nur attr.>
(Schweiz.): siegend; den ersten Preis gewinnend; -Jungfer,
die (landsch.): svw. t Brautjungfer; -kuchen, der: Kuchen,
der die Form eines Kranzes (1) hat; -naht, die: Quer durch
das Schädeldach von Säugetieren u. Menschen verlaufende
Linie, die durch die Verwachsung des Stirnbeins mit den
beiden Scheitelbeinen entstanden ist; -niederlegung, die:
Gedenkfeier, beider an einem Grab od. Ehrenmal ein Kranz
(I) niedergelegt wird; -schleife, die: langes breites Band
an einem Kranz (1) für einen letzten Gruß o.a. an einen
Verstorbenen; -schwinger, der (Schweiz.): Ringer, der
wiederholt einen Preis errungen hat; -spende, die: Kranz (1),
der von jmdm. zu jmds. Beerdigung gesandt wird; -turner,
der (Schweiz.): vgl. ^schwingen
Kränzchen [krentß<pn]. das; -s. -: 1. tKranz (1. 4). 2.a)
verschiedene Per soften (meist Damen), die sich regelmäßig
(meist nachmittags) zum Unterhalten. Kaffeetrinken.
Handarbeiten o.a. treffen: sie gehört auch zu diesem K.; unser
K. trifft sich wöchentlich; b) Zusammenkunft des
Kränzchens (2a): zum K. gehen; <Zus zu 2a. > Kr^nzchensdme-
ster, die: Dame, die zu einem Kränzchen gehört; Kranzel-
jungfer: tKranzljungfer; kränzen [krcntßn] <sw. V; hat)
[mhd. krenzen]: 1. (geh.. selten) bekränzen. 2. (Jägerspr.)
(vom Rotwild) einen Kranz (4) hinterlassen: Kranzljungfer:
[krantßj-]. die; -. -n (südd.. österr.): Kranzjungfer.
Kräpel [kre:pl], der; -s. - [zu md. kräpeln = sich mühsam
vorwärts bewegen] (landsch.): svw. tKrüppel (b).
Kräpfchen ['kregj^an]. das; -s, -: tKrapfen (2).
Kräpfel l'kreR/1], der; -s. - (südd.): svw. tKrapfen (2); vgl.
Kräppel; Krapfen [kraßfnl. der; -s. - [mhd. kräpfe =
hakenförmiges Gebäck, eigtl. = Haken. Klammer, ahd.
kräpho = Haken. Kralle. Klaue]: 1. (Kochkunst) kleine
Stücke Fleisch. Gemüse. Früchte o.a. in Teig getaucht u.
in Fett schwimmend gebacken. 2. (landsch.) <Vkl. t
Kräpfchen) kleines, rundes, meist mit Marmelade gefülltes, in
schwimmendem Fett gebackenes Gebäckstück aus Hefeteig.
Krapp [krap]. der; -[e]s [niederl. krap < mniederl. crappe.
eigtl. = Haken, vgl. Krapfen; nach den hakenförmigen
Stacheln der Pflanzel: svw. t Färberröte.
Kr^pp-: -farbstoff, der: roter Farbstoff, der in der Wurzel
der Färberröte vorkommt: -lack,der: roter Lack.der
lichtbeständig ist; ^rot, das: vgl. ^farbstolT.
Kräppel [krepl], Kräppelchen, das; -s. - (md): svw. t Krapfen
(2). Vgl. Kräpfel.
krappen [krapnl: tkrabben.
Krase [kra:zal! die; -. -n. Krasis [kra.zisl. die; -. ...sen
[griech. kräsis = Mischung]: (inderaltgriech. Grammatik)
Zusammenziehung zweier aufeinanderfolgender Wörter,
deren erstes auf einen Vokal endet u. deren zweites mit einem
Vokal beginnt, in ein einziges Wort.
krasmen [krasman] <sw. V.; ist) [Nebenf. von Schweiz,
kresen; mhd. kresen = kriechen! (Schweiz.): klettern.
1572
Kraue/
kraß [kras] <Adj.; krasser, krasseste) [zu tat. crassus =
dick, grob: wohl unter Einfluß von älter graß. mhd. gras.
f gräßlich): in seiner Art besonders extrem: ein krasser Fall
von Korruption; er ist ein krasser Egoist: er ging als krasser
Außenseiter ins Rennen; in krassem Gegensatz zu etw.
stehen; die Unterschiede sind sehr k.; er drückt sich immer
recht k. aus; <Abl.:> Kraßheit, die; -, -en.
'Krater [krate^l. der; -s. -e [lat. cräter < griech. krater]:
im alten Griechenland üblicher Krug, in dem Wein mit
Wasser gemischt wurde; Krater [kratH). der; -s. - [lat. cräter
< griech. krater. eigtl. = 'Krater, nach der Form der
ErdöfTnung): bes. durch eitlen Vulkanausbruch
hervorgerufene trichter- od. kesseiförmige Öffnung. Vertiefung im Boden;
der K. des Ätna; tiefe K.. die Bomben in den Boden
gerissen haben; U das Meer war ein K. von geschmolzenem
Blei und Silber (Zuckmayer. Herr 113); <Zus. zu 2:>
Kraterlandschaft, die: so gut wie keine Vegetation, nur viele
'Krater aufweisendes u. daher trostlos, öde aussehendes
Gebiet; die K. des Mondes; die Insel wurde durch das
Bombardement in eine K. verwandelt; Kratersee, der: See im 2Kra-
ter eines /erloschenen] Vulkans.
kratOculieren [kratiku'li:ran] <sw. V.; hat) [zu lat. craticula
= kleiner Gitterrost] (Math.): eine Figur mit Hilfe eines
darübergelegten Gitters ausmessen, übertragen, verkleinern
od. vergrößern.
Kraton['kra:ton].das;-s [zu griech. krateTn = stark, mächtig
sein] (Geol.): verfestigter Teil der Erdkruste, bei dem keine
Faltung (2) mehr möglich ist. sondern bei dem sich nur
noch Brüche (6) bilden können.
Kratt [krat], der u. das; -s. -e [mniederd. krat(t)] (nordd):
(bes. von Eichen gebildeter) Buschwald. Unterholz.
Kratten fkratn] (Schweiz, nur so). Krätten [kretn]. der: -s.
- (südd.. Schweiz, mundartl.) [mhd. kratte. ahd. cratto]:
großer Handkorb aus ungeschälten Weidengerten; Krattler
['kratte]. der; -s. - [eigtl. = mit einem Handkarren
umherziehender Händler (aus Tirol), zu bayr. Kratte = kleiner
Handkarren (mit einem geflochtenen Aufbau), wohl zu
tKrattenl (südd.): Mensch, der nicht viel taugt; Tagedieb.
Kratz [kratßl. der: -es. -e [mhd. kraz. zu tkratzen] (landsch.):
Schramme.
kr?tz-. Kratz-: -band, das (Bergmannsspr.): svw.
T Kratzerförderer: ^beere.die [vgl. Kroatzbeere] (landsch.):
svw. t Brombeere; -bürste, die (ugs. scherzh.):
kratzbürstiger Ijunger] Mensch, bes. junges Mädchen, dazu: -bürstig
1-bYrstu;] <Adj.>: sich spröde, widerspenstig gebend, dazu:
-bürstigkeit. die; -. -en: a) <o. PI.) kratzbürstiges Wesen.
Benehmen; b) kratzbürstige Äußerung. Handlung; -distel,
die: Distel mit purpurnen, gelblichen od. weißen Blüten;
-eisen, das: kleine, flache, senkrecht stehende Metallplatte
(vor der Haustür), an der man sich den Schmutz von den
Schuhsohlen kratzt; ^fest <Adj.; nicht adv.>: so beschaffen,
daß es keine Kratzer bekommt; -er Lack; -förderen der:
svw. tKratzerförderer, ^fiiß. der (scherzh.): tiefe
Verbeugung (eines Herrn). hei der ein Fuß in weitem Bogen
(scharrend) hinter den anderen gezogen wird; -putz, der (Bauw.):
Verputz, dessen Oberfläche durch Kratzen (4) mit
verschiedenen Instrumenten aufgerauht wird; -spur, die: deutlich
sichtbares Zeichen, das durch Kratzen (1 a) [auf erw. I entstanden
ist; -wunde, die; -wurm, der: svw. TKratzer (3).
Krätzchen [kret^n], das: -s. - [scherzh. Vkl. von t ■Krätze,
weil die Kopibedeckung mit einem Körbchen verglichen
wird] (Soldatenspr.): 1. (früher) runde Feldmütze ohne
Schirm. 2. svw. t Schiffchen.
Kratze [kratßd]. die; -. -n [mhd. kratze, zu tkratzen]: (bes.
bn Bergbau) Werkzeug zum Kratzen od. Scharren.
^Krätze [kret^], die; -. -n [mhd. kretze. zu tKratten]
(landsch.): Rückentragekorb.
^Krätze [-]. die: - [mhd. kretze. zu tkratzen]: 1. durch die
Krätzmilbe hervorgerufene Hautkrankheit, die durch rötlich-
bräunlichen Ausschlag u. heftigen Juckreiz gekennzeichnet
ist: Skabies: die K. haben; *sich die K. an den Hals ärgern
(ugs.; sich sehr ärgern). 2. svw. tGekrätz; <Zus. zu 1:>
Kr$tzemittel, das: Medikament gegen die 2Krätze.
kritzeln <sw. V.; hat) (Schweiz.): svw. tkritzeln: kratzen
[kratßn] <sw. V ; hat) [mhd. kratzen, ahd. chrazzön]: l.a)
mit etw. Spitzem. Scharfem. Rauhem, bes. mit Nägeln od.
Krallen, ritzen <xi. schaben; jmdn. im Gesicht k.; die Katze
hat ihn gekratzt; die Katze hat ihn blutig gekratzt, hat
ihm den Arm blutig gekratzt (hat ihn so gekratzt, daß
er blutete, sein Arm blutete); Ü die Geige k. (ugs.; scherzh.;
auf der Geige kratzen [t kratzen 1 c]); sich den Bart k.
(ugs. scherzh.; sich rasieren)', b) die Nägel od. Krallen
gebrauchen; Vorsicht, die Katze kratzt; das Mädchen wehrte
sich, kratzte und biß; Ü [hart] zu k. haben (ugs.; sich
einschränken u. sich abplagen müssen, um etw.. bes. die
Mittel für den Lebensunterhalt, zu beschaffen); c)a) mit
der Spitze, mit der scharfen, rauhen Seite [von etw.] auf
etw. reiben, scheuern u./od. ein entsprechendes Geräusch
von sich geben; die Feder kratzt; die Nadel kratzte auf
der Grammophonplatte; <subst.:> das dauernde Kratzen
im Radio ärgerte ihn: ß) mit etw. Spitzem. Scharfem,
Rauhem, bes. mit Nägeln od. Krallen, an od. auf etw. reiben,
scheuern / u.lW. ein entsprechendes Geräusch verursachen];
mit dem Messer [im Topf) k.; etw. blank k. (so kratzen,
daß es blank wird); das Huhn kratzt (scharrt) im Sand:
der Hund kratzte an der Tür und wollte herein; er kratzt
(scherzh.; spielt [dilettantisch, insbes. mit falscher u. rauher
Tongebung]) auf seiner Geige; Ü an Jmds. Ehre.
Vormachtstellung k. (sie durch gezieltes Handeln an einer Stelle,
in bestimmter Hinsicht in Umfang u. Grad beeinträchtigen);
d) (Spinnerei) mit der Kratze in einzelne Fasern auflösen:
Wolle k. 2* wegen eines Juckreizes [leicht] kratzen (1 a).
an einer Körperstelle reiben, scheuern: kratz mich bitte
mal [auf dem Rücken]!; sich hinter dem Ohr, sich den
Kopf k. (als Ausdruck von Verlegenheit. Ratlosigkeit);
sich blutig, wund k. (sich an einer Körper stelle kratzen,
bis man blutig, wund ist); sich die Haut rot kratzen (kratzen,
bis sie rot wird); Ü das Lob hat ihn mächtig gekratzt
(landsch.; hat ihm wohlgetan). 3.a) auf Grund seiner hart-
rauhen o.a. Beschaffenheit bei jmdm. eine Art Juckreiz
verursachen: der neue Pullover kratzt fürchterlich [auf der
Haut]; die Wolle kratzt mich [an den Armen]; Ü das kratzt
(stört, beunruhigt) mich [nicht]; wen kratzt das schon?;
b) auf Grund seiner Beschaffenheit, seiner [schlechteren]
Qualität eine Empfindung von Wundsein, Brennen im Rachen
hervorrufen: der Wein kratzt [im Hals]; der Tabak, Rauch
kratzt in der Kehle; <unpers.:) es kratzt [mir/mich] im
Hals (bei einer Erkältung). 4. durch Scharren. Ritzen.
Kratzen (1 a) in, auf etw. erzeugen: der Hund hat ein Loch
in den Boden gekratzt; seinen Namen, ein Zeichen in
die Wand k. (einritzen). 5. a) kratzend entfernen: die Asche
aus dem Ofen k.; mit dem Schaber das Eis von der Scheibe
k.; den Ball, die Scheibe von der Linie k. (Sport Jargon;
ganz knapp vor Überschreiten der Torlinie abwehren); b)
kratzend wohin bringen: die Butter aufs Brot k. (mit dem
Messer kratzend, nur dünn auftragen). 6. (landsch.) durch
Wegnehmen. Ansichnehmen beschaffen, stehlen.
Krätzenkraut [kretßn-], das; -[e]s [das Kraut wurde als
Heilmittel gegen Krätze verwendet]: svw. tSkabiose; Kratzer
[kratßB]. der; -s. - [zu tkratzen]: 1. (ugs.) Kratzspur: sich
die K. auf dem Kotflügel besehen; ein paar K. im Gesicht
haben. 2. Gerät zum Kratzen (1 c). Schaben. 3.
Eingeweidewurm (Schlauchwurm) mit hakenbesetzem. einstülpbarem
Rüssel zur Verankerung in der Darmwand; Krätzer ['kretßB].
der; -s. - [zu tkratzen] (landsch.): 1. (abwertend) [im Hals
kratzender] saurer Wein. 2. svw. t Federweiße;
Kratzerförderer, der; -s. - (Technik): Rinne aus Stahlblech, in der
an Ketten umlaufende Querbleche das Fördergut weiter
schieben; Kiqtzerwurm, der; -[e]s. -würmer: svw. TKratzer (3);
kratzig fkratßu;] <Adj.): nicht weich, rauh [u. daher auf
der Haut eine unangenehm kratzende Empfindung
hervorrufe^]: -e Wolle; ein -er Pullover: der Wein ist k. (sauer,
kratzt im Hals); Ü eine -e Stimme; k. lachen; sie ist immer
sehr k. (ugs.; kratzbürstig)', k. antworten; krätzig [kre^n;]
<Adj.; nicht adv.) [zu t^rätze]: von 2Krätze befallen; auf
der Haut die Erscheinungen der 2Krätze zeigend: -e
(Veränderung der] Haut; Krgtzkraut: tKrätzenkraut; Krätzmilbe.
die; -, -n: kleine, kugelige Milbe, die Menschen, Säugetiere.
Vögel befällt u. 2Krätze verursacht.
krauchen ['kn&ixn] <sw. V.; meist im Präs.) Imd. Neben f.
von tkriechen]: 1.(landsch..bes. md.) svw. tkriechen (1-4).
2. (ugs.): tmr mit gewisser Mühe, Anstrengung sich wie
kriechend fortbewegen: Ich kann zwar noch keine Bäume
ausreißen, aber ich krauche durch den Garten (Hörzu
14. 1976, 32); Der Arm ist ab ... Erst mal k. (wieder sich
bewegen, laufen) können (Döblin. Berlin 202); Ü während
die beiden anderen Frauenfilme wirklich „liefen", krauchte
die ..Frau unter Einfluß44 eher (Spiegel 26. 1977, 162).
Kräuel [kr^ol], der; -s. - [mhd. kröuwel] (landsch.): Hacke
mit gebogenem Zinken (zum Lockern des Bodens); Krähl.
1573
kraueln
kraueln fkragaln] <sw. V.; hat) [zu tkrauenl: landsch. selten
dir tkraulen; krauen [kr&ian] <sw. V.; hat) [mhd. krou-
wen. ahd. krouwön]: svw. t2kraulen: Jmdm. das Haar,
jmdn. hinter den Ohren k.; der Hund ließ sich [das Fell] k.
Kraul [kr^il]. das; -s (meist o. Art. u. ungebeugt) [engl.-
amerik. crawl. t 'kraulen] (Sport): Kraulschwimmen. Kraul-
stil: nächster Wettbewerb: 100m K.
Kraul- (Sport): -schlag, der: für das Kraulschwimmen
typischer Armschlag; -schwimmen, das: dasl Kraulen;
^Schwimmer, der; -Sprint, der: Kurzstreckenschwimmen im
Kraulstil; -Staffel, die: Mannschaft beim Staffelschwimmen im
Kraulstil; ^stil. der: Schwimmstil des {Kraulens.
'kraulen [krapbn] <sw. V.) [engl.-amerik. to crawl. eigtl.
= kriechen, krabbeln]: a) mit schnellem, lockerem
Beinschlag (2) schwimmen, wobei man die Arme, rechts u. links
abwechselnd, über Wasser fuhrt u. unter Wasser zurückzieht
<hat): er hat [eine halbe Stunde] gekrault; b) kraulend
sich irgendwohin bewegen <ist>: er ist über den See [ans
westliche Ufer] gekrault; „Wie bist du
hinübergekommen?' - ..Ich bin gekrault."; c) kraulend zurücklegen
<hat/ist): er hat/ist die Strecke in Rekordzeit gekrault.
kraulen [-] <sw. V.; hat) [zu tkrauen]: mit den sich leicht
l zart lieh J hin u. her bewegenden Fingerkuppen der
gekrümmten Finger liebkosen od. in entsprechender Weise
berühren: jmdm. das Kinn. jmdn. unter dem Kinn k.;
den Hund zwischen den Ohren k.; nachdenklich seinen
Bart k.; einem Tier das Feil k.
Krauler, der; -s. - (Sport): svw. tKraulschwimmer.
kraus [kr^ps] <Adj.; -er. -este) [mhd. krüs]: l.a) (von
kürzerem Haar) sehr stark, in widerspenstig-spröder Weise
gelockt, geringelt: -es Haar; b) voller unregelmäßiger enger
Linien. Falten: -e See; -e Stellen glattbügeln; Ulla hob
den Rock, damit er nicht k. werde, und setzte sich (Kem-
powski. Tadelloser 71); die Nase k. ziehen (rümpfen);
[unmutig] die Stim k. (in Falten) ziehen. 2. (abwertend)
/absonderlich uj wirr, verworren, ungeordnet: -e
Gedanken. Reden; seine Ausrührungen klangen ziemlich k. 3.
<o. Steig.) (Handarb. nordd.) svw. tlink... (1 b) u. Tlinks
(I 1 d; Ggs.: schlicht 4) k. stricken.
kraus-. Kraus-: -beere, die [zu (landsch.. sonst veraltet)
kraus = rauh, widerspenstig] (landsch.): Stachelbeere;
-blätt[e]rtg <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.); -haar, das: krauses
(1 a) Haar; -haarig <Adj.; nicht adv.); -kohl, der: svw.
t Grünkohl; -köpf, der: 1. Kopf mit krausem (1 a) Haar.
2. a) Person mit krausem (1 a) Haar; b) (abwertend) Person
mit dem Hang zu krausen (2) Gedanken. 3. (Technik) Senker
mit kegelförmigem, gefurchtem Kopf; Spitzsenker; -köpfig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Krauskopf (\).
Krause [ki^izd]. die; -. -n [zu t kraus]: 1. gefältelter Kragen.
Saum. Besatz; gefältelte Manschette: Ü eine K. (einen
Bart) ums Kinn haben. 2. [künstliche] krause (1) od.
stark wellige Beschaffenheit des Haares: eine starke,
schwache K.; in dem Haar ist keine K. mehr; Kriusel [kr^yzl].
die; -, -n od. der; -s. - [zu tkräuseln]: Gekräuseltes,
gekräuselte Stelle; Kräuself alte: der Rock fällt in lockeren -n.
Kriusel- (bes. Textilind., Handarb.): -arbeit, die: in
Kräuseln genähtes Stück; -band, das <PI. -bänder): Band als
[Rand]besätz (z.B. für Gardinen), das (bes. durch eine
eingezogene Schtwr) gekräuselt werden kann; -falte, die:
durch Kräuselung erzeugte Falte: -garn, das: sehr
dehnbarer, gekräuselter Zwirn aus verschieden gedrehten od. bei
der Herstellung ungleich zugeführten Garnen; -krankheit,
die (Bot.): Pflanzenkrankheit, die sich zuerst in einer
Kräuselung der Blätter zeigt; -krepp, der: 1. mittelfeines
Baumwollgewebe mit kreppartig gekräuselter Oberfläche. 2. Krepp
aus gekräuseltem Zwirn.
krausein [kr^yzlnl <sw. V.; hat) [zu tkrausen]: 1. durch
entsprechende Einwirkung od. Behandlung. Bearbeitung ein
wenig kraus (1) nutchen: jmds. Haar k.; der Wind kräuselte
die Wasseroberfläche; Stoff k. (locker fälteln); die Nase
k. (ein wenig kraus ziehen); spöttisch gekräuselte Lippen.
2. <k. + sich) eine leicht krause (1) Form annehmen, zeigen:
sein Haar kräuselt sich von Natur aus leicht; die See
kräuselt sich im Wind; der Rauch kräuselt sich über den
Dächern (schwebt gekräuselt, steigt gekräuselt hoch); R
ich könnte mich k. [vor Lachen]. 3. (bes. von Textilien
o.a.) sich /leichtJ kräuseln: der Stoff, die Naht kräuselt
[leicht]; <Abl.:) Kräuselung, die; -. -en: 1. das Kräuseln.
2. das Gekräuselte; Krauseminze, die; -. -n: Pfefferminze
einer krausblättrigen Art; krausen [kr^izn] <sw. V.; hat)
[spätmhd. krüsen. zu tkraus]: 1. durch entsprechende
Entwicklung od. Behandlung. Bearbeitung kraus (1) machen:
das Haar k.; den Stoff k. (in lockere Falten legen,
ankrausen); die Stirn, die Nase k. (kraus ziehen); ein Kleid
mit leicht gekraustem Rock. 2. <k. + sich) sich furchen,
sich in Falten legen: seine Stim krauste (runzelte) sich.
3. (von Textilien o. ä.) / leicht / kraus (1 b) werden.
'Kraut [kr^jjt], das; -[e]s. Kräuter [knjytB; mhd.. ahd. krüt;
4: zu Kraut in der Bed. ..Wurzkraut". also eigtl. wohl
= mit Gewürzen zubereitete Speise; 5: zu veraltet Kraut
= Schießpulver, schon mhd.. viell. nach der Verwendung
von Heilkräutern als Zaubermittel, wobei dem
Schießpulver dann ebenfalls eine geheimnisvolle Kraft beigemessen
wurde]: 1. <meist PL; Vkl. tKräutchen. Kräutlein) grüne
Pflanze mit mehr od. weniger dichtem Blatrwerk. insbes.
Heilkraut. Würzkraut: Kräuter sammeln, trocknen; er
raucht nicht jedes K. (ugs.. oft abwertend: Tabak): * gegen
jmdn.. etw. ist kein K. gewachsen (ugs.; gegen jmdn.. etw.
gibt es kein Mittel, kommt man nicht an). 2. <o. PI.) das
Grüne, Stengel u. Blätter (bei Kräutern u. Halbsträuchern.
insbes. bei bestimmten Nutzpflanzen im Unterschied zu dem
für die menschliche Ernährung verwertbaren Teil): das K.
der Rüben. Kartoffeln; das K. abschneiden, verbrennen,
verfüttern; * ins K. schießen (üppig wucherml wachsen,
insbes. zuviele große Blätter bekommen): die Tomaten, die
Rüben sind [zu sehr] ins K. geschossen; Ü der Aberglaube,
der Tourismus, jmds. Ehrgeiz schießt [üppig] ins K.; wie
K. und Rüben (ugs.; unordentlich; wohl nach dem Bild
eines Rübenackers, auf dem nach der Ernte die
[abgeschnittenen] Blätter der Pflanze u. die Rüben durcheinander
liegen): es lag alles wie K. und Rüben herum,
durcheinander; in seinem Aufsatz geht alles wie K. und Rüben
durcheinander. 3. <o. PI.) (bes. südd.. österr.) / Wei/JJkohl:
K.anbauen, schneiden,einlegen; gern K. essen; Würstchen
mit K. (Sauerkraut); R das macht das K. [auch] nicht
fett (ugs.; tKohl 1 b). 4. <o. PI.) (bes. nordwestd.) aus
gekiKhten od. gedämpften Zuckerrüben. Äpfeln u. Birnen
o.a. Obst durch Auspressen u. Eindicken gewonnener zäti-
flüssiger Sirup. 5. *K. und Lot (Jägerspr.; Pulver u. Blei):
^raut [-]. der; -s. -s [amerik. (bes. Soldatenspr. im 2.
Weltkrieg) kraut, gek. aus: Sauerkraut; Sauerkraut gilt
im Ausland als eine typisch deutsche Beilage]: amerik.
ugs. abwertende Bez. für Deutscher.
^Craut [-]. der; -s [mniederd. krevet < mniederl. crevet.
verw. mit tKrebs] (dithmarsisch): Krabben. Garnelen.
kraut-, Kraut- ('Kraut): -artig <Adj.; o. Steig); -baron,
der (früher salopp abwertend): Großgrundbesitzer; ^faß.
das (südd.. österr.): Sauerkraut faß; -faule, die: (durch
Pilzbefall verursachte) Blattfäule bes. der Kartoffelpflanze; ^fi-
scher: tKrautfischer; ^fresser, der (salopp abwertend; im
Ausland): Deutscher; vgl. *Kraut; -garten, der (landsch.):
Gemüse-. Küchengarten; -gärtner, der (südd.. österr.):
Gemüsegärtner; -hacke, die (Landw.): Hacke zum
Unkrautjäten; -häuptel, das (südd.. österr.): Kolilkopf; ^hobel, der
(südd.. österr.): Küchengerät zum Hobeln von Kohl;
^Junker, der (früher abwertend): I. / bäurischer / Landedelmann.
2. Großgrundbesitzer von Adel;: -köpf, der (südd..
österr.): Kohlkopf: ^netz: tKrautnetz; -rock, der [zu
t^raut]: tKrautrock; -roulade, die (südd.. österr.):
Kohlroulade; -salat, der: Salat aus Ko/il. bes. aus Weiß- ixl.
Rotkohl; -scheuche, die [urspr. im Krautfeld, zu t'Kraut
(3)] (ostmd.): svw. t Vogelscheuche; -Schneider, der (südd..
österr.): Gerät zum Schneiden von Kohl; -stiele <PI.)
(schweiz.): Mangokirippen [als GemüseJ: -wickel. der
(südd., österr.): svw. Nroulade.
Kiüutchen [knjytcpnl. (auch:) Kräutlein [...lajn], das; -s.
-. T 'Kraut (1); Kräutchen Rührmichnichtan, Kräutlein
Rührmichnichtan [- ry.^mi^nKjtlan]. das; -s -. -
[tRührmichnichtan] (veraltend): leicht verletzlicher,
überempfindlicher Mensch: sie ist ein K. R.; krauten [kraptn] <sw.
V.; hat) [mhd. krüten. zu T'Kraut] (landsch.): Unkraut
jäten; Krauter, der; -s. - [zu T'Kraut (3)1: 1. (scherzh.)
> alter} Sonderling: ein alter K. 2. (salopp abwertend)
kleiner, unbedeutender in seinen Leistungen mäßiger/
Geschäftsmann. Handwerksmeister o. ä.: er ist bloß ein kleiner
K. 3. (veraltet,noch salopp abwertend) svw. t Krautgärtner;
Kräuter: PI. von t'Kraut (1).
krauter-. Kräuter- -aufguß. der: vgl. -tee; -bad, das: Beul
(1) mit Wasser, das Heilkräuter bz*>. einen aus Heilkräutern
gewonnenen Zusatz enthält; -bewohnend <Adj.; o. Steig.;
1574
Krebs
nurattr.) (Zool.): -e Tiere; -buch, das: / bebildertes] Buch
über Heilkräuter u. ihre Anwendung; ^butter. die: mit
Kräutern gewürzte Butter; Mloktor, der <PI. ungebr.) (ugs.):
.Arzt. Heilpraktiker.der hauptsächlich Heilkräuter anwendet
u. verschreibt; ^essigtder: milden Würzstoffen von Kräutern
aromatisierter Essig; Gewürzessig; ^frau, die: Frau, die
Heilkräuter sammelt u. sich auf deren Anwendung
versteht; -fressend <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Zool.): -e Tiere;
^heilkunde, die; -hexe, die (salopp; scherzh. abwertend):
alte Kräuterfrau; -käse, der: vgl. ^butter. -kissen, das:
1. Duftkissen (z.B. für Wäsche- u. Kleiderschrank), das
den Geruch getrockneter Kräuter verbreitet. 2. (Gastr.)
'z.B. zum Würzen von Suppen benutzter) durchlässiger
Beutel o. ä. mit Gewürzkräutern; -likör, der: Likör, dem
die Würzstoffe von Kräutern zugesetzt sind; Mgiark, der:
vgl. ^butter; ^salbe.die: Salbe mit Zusatz von Heilkräutern;
Sammler, der; -Sammlerin, die: w. Form zu -sammler,
-Sammlung, die: aus getrockneten Kräutern bestehende
botanischeJ Sammlung; -schnap6, der: vgl. ^likör; ^tee.
der: Tee aus Heilkräutern; Mveib, das (veraltet): svw.
f^frau; -wehe, die (kath. Kirche): Segnung der von den
Gläubigen mitgebrachten Pflanzen; ^wein, der: vgl. ^likör.
-werk, das <o. Pl.> (veraltet): Küchenkräuter.
Krauterer [kr^itorel. der; -s, -: 1. svw. TKrauter. 2. (bes.
Schweiz.) jmd.. der kr auter t, knttltern <sw. V.; hat) [zu
'Kräuter! (landsch. abwertend): Stümperarbeit machen.
Kiautfischer. der. -s. - [zu t fcraut] (dithmarsisch):
Krabbenfischer.
Krftuticht [kr^ytiqt], das: -s. -e [spätmhd. krüteht] (veraltet):
1 Kraut (2) als Blätterabfall nach der Ernte; krautig [kraptiql
<Adj.; o. Steig.): krautartig, wie lKraut (1): -e Gewächse;
Krautlein: tKräutchen; Kräutler [kr^ytlß], der; -s. - [zu
TKraut (3)1 (österr. veraltend): Gemüsehändler.
Krautnetz das; -es. -e [zu f3Kraut] (dithmarsisch): Netz
zum Krabbenfang.
Krautrock, der; -[sl [zu t^rautl (Jargon): deutscher RcKk.
deutsche Rockmusik.
Krawall [kra'vall.der; -s.-e[H.u..wahrsch. zu älter crawal-
len = das Lärmen < mlat. charavallium = Katzenmusik.
Straßenlärml. 1. Tumult mit Tätlichkeiten;
Gewalttätigkeiten; Aufruhr; politische -e; nach der Kundgebung brach
ein K. aus. kam es zu blutigen -en. 2. <o. PI.) (ugs.)
äußerst lebhaftes od. erregtes Lärmen u. Treiben (bes. einer
größeren Anzahl von Menschen): [großen! K. machen; *K.
§chbgen (sich Ilaut uj energisch beschweren).
Krawall- (ugs.): -blatt, das (ugs. abwertend): Zeitung, die
die Massen aufputscht od. in reißerischer Weise über
Skandale. Verbrechen u. ä. berichtet; -bruder, -macher, der (ugs.
abwertend): jmd.. der Krawall (2) macht.
Kraw^ller, der; -s. -: seltener für tKrawallmacher.
Krawatte flcra'vatol. die; -. -n [frz. cravate. zu dt. (mundartl.)
Krawat = Kroate: also eigtl. = die Kroatische
(Halsbinde)!: l.a) aus Stoff hergestelltes, etwa streifenförmiges,
schmückendes Teil bes. der Herrenkleidung, das unter dem
Hemdkragen um den Hals gelegt u. vorne zu einem
Zierknoten gebunden wird, so daß das breitere Ende sichtbar
herunterhängt: eine seidene, gestreifte K.; [sich! die K. [umjbin-
den; die K. knüpfen, zuziehen, festziehen, zurechtrücken,
lockern, lösen, ablegen; eine K. tragen, (ugs.:) umhaben;
die K. auf halbmast (ugs.; stark gelwkert. mit
herunterhängendem Knoten) tragen; * eiserne K. (ugs. scherzh.;
vorgeformte Krawatte, die vorgesteckt wird): jmdm. die K.
zuziehen (salopp; jmdn. /er]würgen, erhängen): Jmdn. an/bei
der K. nehmen/packen (ugs.; jmdn. bei der Gurgel nehmen!
packen): einen hinter die K. gießen (ugs. scherzh.; f Binde
3); b) kurz für ? Pelzkrawatte. 2. (bes. Catchen) zangen-.
scherenartiger Würgegriff, bei dem sich Arme od. Beine
um den Hals des Gegners schließen. 3. (Med.) kurz für
f Gipskrawatte.
Krawatten- -halter, der: Klemme, mit der der untere Teil
der Krawatte am Hemd befestigt werden kann; -knoten,
der; -macher, der [gaunerspr. Krawatte = Strick des
Henkers, dereinem die Luft abschnürt! (ugs. verhüll.):
Wucherer. Halsabschneider; -rauffei, der (Werbespr. abwertend):
jmd.. der dem Tragen von Krawatten völlig gleichgültig
gegenübersteht, keinen besonderen Wert auf Krawatten an
sich od. auf eine entsprechende Auswahl legt; -nadel, die:
für die Krawatte gedachte Schmucknadel, die meist im
Knoten getragen wird; -schleife, die (früher): vorn am Hals
gebutidene schmale Schleife mit herunterhängenden Enden
(als Teil der Herrenkleidung); -zwang, der <o. PL): Zwang.
Vorschrift, eine Krawatte zu tragen.
kraweekKraweel-[kra've:l-;ausdemNiederd. < mniederd.
kravel. karavel(e) < span. carabele < port. caravela. ?Ka-
ravelle; die Bauweise war bei den Karavellen üblich]
(Schiffbau): -bau, der <o. PL): Bauweise, bei der die
Holzplanken eng aneinander gesetzt werden; vgl. Klinkerbau
(2); -boot, das: kraweelgebautes Boot; -gebaut <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): im Kraweelbau hergestellt.
Kraxe [krakssl. die; -, -n [1: mhd. kräxe. krechse] (österr.
ugs.): 1. (auch bayr.) a) Traggestell. Rückentrage für Steine.
Ziegel o.a.; b) Kiepe; {Krätze. 2. (derb) häßliche Frau.
3. unleserlicher Schriftzug; Kraxelei [krakss'l^jl. die; -. -en
(ugs.. bes. südd.. österr., oft abwertend): [dauerndes]
Kraxeln; kraxeln [kraksjnl <sw. V.; ist) [österr. kragein. bayr.
krachsein = auf dem Rücken tragen, wohl eigtl. = mit
der Kraxe (1) einen Berg hinaufsteigen] (ugs., bes. südd..
österr.): Imühsam] steigen, klettern: auf einen Berg k.;
ob man da k. könne... Sie wolle mal so richtig k. (Kempow-
ski.Tadelloser 74); <Abl.:)Kr»xlertder. -s. - (südd.. österr..
oft abwertend): jmd.. der [dauernd] auf Berge, im Gebirge
klettert; Bergsteiger.
Krayon flcre'jö:!. der; -s. -s [frz. crayon. zu: craie = Kreide!
(veraltet): 1. Bleistift. 2. Kreide]stift]; <Zus.:> Krayon-
manier, die <o. PI.) (bild. Kunst): zur Nachahmung des
Bleistift- od. Kreidestrichs beim Kupferstich verwendete
Technik.
Kräze [kre:tß3l. die; -, -n (Schweiz, mundartl.): {Krätze.
Kitas [kre:asl. das; - [gek. aus Kreasleinen. älter: Crea
< span. crea < afrz. cr& < bret. kr6s = Hemd! (früher):
ungebleichte, sehr dichte Leinwand.
Kreatin [krea'ti:nl. das; -s [zu griech. kröas (Gen.: kreatos)
= Fleisch! (Biol., Med.): chemische Verbindung, die als
Stoffwechselprodukt des Eiweißes im Muskelsaft der
Wirbeltiere u. des Menschen vorkommt.
Kreation [krea'tßio:n], die; -, -en [1: frz. creation < lat.
creätio. zu: creäre. t kreieren; 2: lat. creätiol: 1. (Mode)
Mode Schöpfung. Modell (4 a): die neuesten -en aus Paris
wurden vorgeführt. 2. (veraltend) a) künstlerische
Schöpfung. Erschaffenes: der junge Hofmannsthal war
derart kunstreicher -en noch nicht mächtig (Adorno. Prismen
199); b) <o. PI.) Schöpfung. Erschaffung: daß es zur K.
von Helden nur der Schaffung möglichst unmöglicher
Situationen bedarf (Habe. Namen 95); kreativ [...'U:fl <Adj.)
[engl, creativel (bildungsspr.): schöpferisch; Ideen habend
u. diese gestalterisch verwirklichend: ein -er Mensch, Texter;
-e Phantasie, Begabung; -es Spiel; sie ist sehr k.; k. veranlagt
sein; <Abl.:> Kreativität [...tivi'te:tl. die; -: 1. (bildungsspr.)
schöpferische Kraft, kreatives Vermögen: die K. des
Menschen, einer Leistung; ein Künstler von großer K. 2.
(Sprachw.) mit der sprachlichen Kompetenz verbundene
Fähigkeit, neue, nie gehörte Sätze zu bilden u. zu verstehen.
Kreativit&ts- (Psych.): -forschung, die: Forschung, die
Erkenntnisse über die Kreativität (1) sammelt; ^test. der;
-training. das.
Kreatur [krea'tu:g]. die; -, -en [kirchenlat. creätüra. zu lat.
creäre. t kreieren!: 1. (bildungsspr.) a) Geschöpf. [ Lebe] we-
sen: wir sind alle Gottes -en; b) <o. PI.) das als Lebewesen
Geschaffene: Mitleid haben mit der hungernden, frierenden
K. 2.a) bedauernswerter od. verachtenswerter Mensch: eine
arme, armselige, elende, unglückselige, erbärmliche,
gemeine, widerliche K.; b) (bildungsspr. abwertend)
willenloses, gehorsames Werkzeug eines atidem: er ist doch nur
die/eine [willenlose] K. seines Chefs; <Abl.:> kreatürlich
[...'ty.'gligl <Adj.) (bildungsspr.): der Kreatur (1) eigen: -e
Liebe; -er Schmerz, dazu: KNatürlichkeit• die; -.
Krebs [kre:psl. der; -es -e [mhd. krebi3. ahd. crebi3. eigtl.
= krabbelndes Tier; 2,3: LÜ von lat. Cancer = Krebs(tier);
Sternbild des Krebses; Krebsgeschwür (es zerstört
gleichsam wie ein heimtückisch fressender Krebs das Gewebe
od. nach der Feststellung, daß sich beim Krebs der
Brustdrüsen, der zuerst beobachtet wurde, die Blutgefäße wie
Krebsscheren od. -fuße ausbreiten]: l.a)
wasserbewohnendes, vielfüßiges Tier (Krebstier. Krustentier) mit bräuntich-
bis olivgrünem Panzer (der [ Krebs [schale), zwei Paar Füli-
lern. starken Scheren u. kräftig entwickeltem, breitem
Schwanz: Flußkrebs: die Scheren des -es; -e fangen, kochen,
essen; nach dem Sonnenbad war er rot wie ein K.;
rückwärts gehen wie ein K. (nach der unzutreffenden
Vorstellung, daß der Krebs sich rückwärts fortbewegt); * einen
1575
krebs-, Krebs-
K. fangen (Rudern Jargon; das Ruderblatt falsch
durchziehen, so daß es kein Wasser faßt od. im Wasser hängenbleibt).
b) <meist Pl.> (Zool.) svw. tKrebstier: höhere, niedere
-c; c) (Musik) rückläufige Form (eines Themas, einer
Passage usw.); d) <PI> tBuchw. Jargon) Remittenden; e) (Gau-
nerspr.) Taschettdieb. 2. (Astrol.) a) Tierkreis zeichen für
die Zeit vom 22. 6. bis 22. 7.: im Zeichen K.. des -es
geboren sein; b) jmd.. der im Zeichen Krebs (2 a) geboren
ist: er ist [ein] K.. sie sind -e. 3.a) Krankheit, die in einer
bösartigen, wuchernden Geschwulstbildung besteht: K. der
Luftwege, der inneren Organe; der K. wurde bei ihm zu
spät erkannt; K. haben; an K. leiden, sterben; Ü die
Rüstung verschlingt Geld, ist ... ein schrecklich wuchernder
K. (Koeppen. Rußland 59); b) kurz für tPflanzenkrebs.
'krebs-, 'Krebs- (Krebs 1): -äuge,das (volkst.): svw. t -stein.
-gang, der [vgl. 'Krebs (1 a)l: 1. <o. Pl.> rückläufige, sich
verschlechternde Entwicklung: seine Geschäfte gehen den
K. (verschlechtern sich) .2. (Musik) rückläufige Bewegung.
Ablauf in umgekehrter Reihenfolge; ^otter, der: Nerz (1);
^rol [auch: --I <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: stark gerötet
(wie ein gekochter Krebs): nach dem Sonnenbad hatte
er ein -es Gesicht; k. anlaufen; -schere, die: 1. Schere
des Krebses. 2. Wasserschere. Wasseraloe; -schwänz, der:
Hinterleib des Krebses (als Ware): Krebsschwänze
verkaufen, essen; -stein, der (volkst.): hartes, kalkspeicherndes
Gebilde im Magen des Krebses; -suppe, die; ^tier. das
<meist PI.) (Zool.): kiemenatmender Gliederfüßer mit
Chitinpanzer, zwei Paar Fühlern (sowie Scheren! u. mindestens
vier Paar Schreit-. Schwimm- od. Springfüßen; Krustentier.
2krebs-, Strebs- (Krebs 3a; meist Med.): -angst, die <o.
Pl.:> [krankhafte] Angst vor einer Krebserkrankung; Karzi-
no-. Kanzerophobie; -artig <Adj.; o. Steig.): kanzerös;
karzinomatös; Mirzt. der: auf die Behandlung von Krebs
spezialisierter Arzt; Karzino-, Kanzerologe: -behandking,
die; -bekömpfung, die; -diagnostik, die; -Erkrankung« die:
Erkrankung an Krebs; -erregend, -erzeugend <Adj.: o.
Steig.): karzino-. kanzerogen; -e Stoffe. Faktoren.
Wirkungen; k. wirken; -form, die: eine besonders bösartige K.;
-forscher, der: Forscher auf dem Gebiet der
Krebskrankheiten; -forschung. die: -früherkennung, die; -geschwukt, die:
Karzinom; -gesdrwür, das: Geschwür, wie es beim Krebs
auftritt: ein K. wegschneiden; Ü Der Nationalsozialismus
... war ein politisches K. (geh.; äußerst gefährliches Übel,
das sich festgesetzt hatte u. um sich griff; Niekisch. Leben
382); -gewebe, das: krebsartig entartetes, aus Krebszellen
bestehendes Gewebe: -hemmend <Adj.; o. Steig.): -e
Substanzen; -klinik, die: Klinik für Krebskranke; -knoten,
der: Knoten in od. unter der Haut im ersten Stadium bes.
des Brustkrebses; -krank <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
an Krebs erkrankt; <subst.:) -kranke, der u. die; ^krank-
heil, die: svw. t Krebs(3 a); -leiden,das: durch
Krebserkrankung verursachtes Leiden; -schaden, der (geh.): größtes
Übel; Hauptübel, das der Ausgangspunkt für bestimmte,
negative Erscheinungen o.a. ist: Die Industrie sollte ...
zugleich den K. Frankreichs, die öffentliche Armut, töten
(Jacob. Kaffee 121); -Spezialist, der: vgl. -arzt; -therapie,
die: Therapie bei Krebserkrankungen; ^lod, der: die Opfer
des -es; ^tote. der <meist PL); -übel, das: vgl. -schaden;
-verdacht, der: Verdacht auf Krebst erkrankung]:
-verdächtig <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): Krebsverdacht
nahelegend; so beschaffen, daß Verdacht auf Krebs besteht: -e
Symptome. Hautveränderungen; -e Patienten;
^Vorbeugung, die: Vorbeugung gegen Krebs; -Vorsorge, die: 1. svw.
t ^Vorbeugung. 2. (bes. Amtsspr.) Maßnahmen, insbes.
regelmäßige Untersuchungen, zur Früherkennung von
Krebserkrankungen, dazu: -Vorsorgeuntersuchung, die; -zelle,
die: krebsig entartete Körperzelle.
krebsen [kre:psn] <sw. V.) [1: mhd. kreb(e)3en. zu tKrebs
(1)1: 1. Krebse fangen <hat>: Es gab da ... weder einen
Fuchsbau noch einen Wiesenbach, in dem man k. gehen
konnte (Strittmatter. Wundertäter 75); *mit etw. k. gehen
(I and seh.; durch Berufung auf erw. einen Vorteil für sich
zu erlangen suchen). 2. (ugs.) sich ohne rechten Erfolg
abmühen <hat>: mit etw. zu k. haben; Ja. wir haben dies Jahr
auch schwer zu k. (Aberle. Stehkneipen 35). 3. <ist) a)
(ugs.) sich schleppen, sich mühsam dahinbewegen. mühsam
dahinkriechen: über das Geröll weg zur Mauer k.; Ü das
Unternehmen krebst immer noch am Rande des Defizits;
b) (Schweiz.) zurückweichen; krebsig <Adj.; o. Steig.) [zu
t Krebs (3)]: in Form von Krebs (3). krebsartig.
Kredenz [kre'dentjl. die; -. -en [ital. credenza. eigtl. =
Glaube, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, aus der Wendung: far
la credenza = (als Mundschenk an einem Seitentischchen)
Speisen u. Getränke vorkosten, damit auf deren
Unschädlichkeit vertraut werden kann < mlat. credentia. zu lat.
credere. tKredo] (veraltet): Anrichtet schrank] (bes. als
Teil der Eß- od. Wohnzimmereinrichtung); <Abl.:>
kredenzen [-tßn] <sw. V.; hat) (geh.): (ein Getränk) feierlich
anbieten: jmdn. ein Glas Sekt k.: 'Kredit [kredi:t. auch: ...dit].
der; -[eis, -e [frz. credit < ital. credito < lat. creditum
= auf Treu u. Glauben Anvertrautes. Darlehen, subst.
2. Part, von: credere, tKredo]: l.a) (bes. Wirtsch.) (im
Rahmen eines Geschäfts) befristet zur Verfügung gestellter
Geldwert. Betrag; Darlehen. Darlehensbetrag.
Darlehensgeld: ein zinsloser, [univerzinslicher, [unikündbarer,
[unigedeckter, privater, öffentlicher K.; langfristige -e an
Entwicklungsländer; ein K. [in Höhe] von 10000 Mark; einen
K. sichern, in Anspruch nehmen, überschreiten,
überziehen, kündigen, sperren, abdecken (zurückzahlen, tilgen);
er hat bei seiner Bank einen K. erhalten, aufgenommen;
jmdm./für jmdn. einen K. eröffnen; jmdm. einen K. zu
einem günstigen Zinssatz geben, gewähren, einräumen;
b) <o. PI.) (gewährter) Zahlungsaufschub, zugestandener
Spielraum für Zahlungsaufschub. Stundung: jmdm. K.
geben, gewähren; bei jmdm. K. haben; * auf K. (mit
Zahlungsaufschub, ohne sofortige Bezahlung): auf K. kaufen, leben;
jmdm. Waren auf K. überlassen. 2. <o. PI.) (Kaufmanns-
spr.) einer Person od. einem Unternehmen
entgegengebrachtes Vertrauen in die Kreditwürdigkeit; finanzielle
Vertrauenswürdigkeit: [bei jmdm.] K. haben, genießen; das
hat ihm im Ausland großen politischen K. verschafft:
Kredit [kre:dit]. das; -s. -s [lat. credit = er glaubt (er
ist Gläubiger), zu: credere. tKredo] (Bankw.): rechte Seite
{Habenseite) eines Kontos (Ggs.: Debet).
kredit-, Kredit- (Bankw.. Wirtsch.): -abteiking, die: für das
Kreditgeschäft zuständige Abteilung; -antrag, der: Antrag
auf Gewährung eines Kredits (1 a); -auftrag, der: Auftrag,
einem Dritten einen Kredit (1 a) zu gewähren; -bank, die
<P1. -banken): [private] Bank (die das Kreditgeschäft
betreibt); -betrag, der; -betrug, der: Betrug zur
Erschleichung von Krediten (1 a); abrief, der [LÜ von frz. lettre
de credit]: Anweisung einer Bank an eine andere Bank,
einem Dritten einen bestimmten Kredit zu gewähren; -büro,
das: vgl. -abteilung; ^empfönaer, der; -fähig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): vgl. -würdig, dazu: -fähigkeit, die
<o. PL); -fazilttit, die: svw. tFazilität (2); -geber, der.
-gefährdung, die: Gefährdung des Kredits (2) eines anderen
durch Verbreitung unwahrer Behauptungen; -genossen-
schaft, die: Genossenschaft! sbank] zur Versorgung der
Mitglieder mit Krediten (1 a); -geschäft, das: Geschäft (1).
das in der entgeltlichen Gewährung von Kredit [en] (la)
besteht od. damit verbunden ist; -gewährung, die; ^hai.
der (ugs. abwertend): wucherischer od. mit unsauberen
Mitteln arbeitender Kreditgeber; -hilfe, die; -Institut, das:
Bank, die auch Kreditgeschäfte betreibt; -kauf, der: Kauf
auf Kredit (I b); -linie, die: die für einen Kreditnehmer
festgelegte obere Grenze für einen Kredit (la); -markt,
der: Markt für kurz-, mittel- u. langfristige Geldforderungen;
-nachfrage, die: -nehmer, der; -plafond, der: [staatlich
festgelegte! Kreditlinie od. obere Grenze für das
Kreditvolumen der Kreditinstitute; -Politik, die: alle Maßnahmen
der Notenbank zur Lenkung des Kreditwesens; -politisch
<Adj.; o. Steig.); -restriktion, die: Einschränkung der
Kreditgewährung; -schütz, der: Schutz gegen Kreditbetrug;
^Sicherung, die; -unwürdig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.:
kreditwürdig), dazu: -unwürdigkeit, die; -Versicherung.
die: Versicherung des Risikos bei Kreditgewährung;
^Volumen, das; -wesen, das <o. PI.): Bankwesen bes. hinsichtlich
der Kreditgeschäfte; -Wirtschaft, die; -würdig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): (als etwaiger Kreditempfänger)
finanziell vertrauenswürdig (Ggs.: kreditunwürdig): ein -es
Unternehmen; er ist k.. dazu: -Würdigkeit, die; -zins, der.
kreditär [kredi'u-:?] <Adj.; o. Steig.) (Bankw.. Wirtsch.):
das Kreditwesen. Kredite (1) betreffend: -e Maßnahmen
der Notenbank; kreditieren [krediti:renl <sw. V.; hat) [frz.
cr&iiter = gutschreiben] (Kaufmannsspr.): l.a) [als bzw.
auf] Kredit (la) gewähren: jmdm. großzügig k.; [einem
Schuldner] einen Betrag k.; kreditierte Warenlieferungen;
b) für etw. Kredit (1 a) gewähren. Kredite bereitstellen:
Bauaufträge, eine Finanzhilfe k. 2. gutschreiben: [jmdm.] einen
1576
kreis-, Kreis-
Betragk.; jmdn. für etw.. mit etw. k.; <Abi.:> Kreditierung,
die: -. -en: das Kreditieren; Kreditiv [...'ti:fl. das; -s. -e
(...i:va; gek. aus Kreditivschreiben. zu mlat. creditivus =
Glauben erweckend! (selten): Vollmacht,
Beglaubigungsschreiben; Kreditor ['kre:ditor. auch: ...to.g; österr.: kre-
di:...].der; -s. -en [kredi'to:ren; ital. creditore < lat. credi-
lorl (Kaufmannsspr.): Gläubiger; <Zus.:> Kreditorenkonto,
das (Bankw.. Buchf): Konto, auf dem die Verbindlichkeiten
m bezug auf Lieferungen u. Leistungen verbucht werden;
krcditseite, die; -. -n (Buchf.): Habenseite; Kredo [kre:do],
das; -s. -s [mhd. crcdö < lat. credo = ich glaube, nach
dem Anfang des Kredo (1 a): Credo in unum deum =
Ich glaube an den einen Gott ...]: l.a) (christl., bes. kath.
Rel.) Apostolisches Glaubensbekenntnis; b) (kath. Kirche)
Teil der Messe, der das Glaubensbekenntnis enthält. 2. (bil-
dungsspr.) Glaubensbekenntnis (c).
kregel [kre:gj]<Adj.; ...gier. -ste>[mniederd. kregel =
streitsüchtig, eigensinnig] (nordd.. md.): körperlich u. geistig
beweglich; munter u. gesund.
Kreide l'krajda], die: -. -n [mhd. krlde. spätahd. krida <
vlai. (galloroman.) creda < lat. creta. viell. gek. aus: terra
acta = gesiebte Erde, zu: cretum. 2. Part, von: cernere
= scheiden, sichten]: 1. <o. PI.) [fossiler] in unvermischter
Form weißer u. weiß färbender, erdiger, weicher Kalkstein;
K. abbauen; Felsen aus K.; bleich, weiß wie K. werden
erbleichen). 2. [als Stift. Mine od. anderswie geformtes
Stück I feste Kreide (1). feinkörniger fester Gips o. ä. zum
Schreiben, Zeichnen. Markieren: weiße, rote, grüne K.;
ein Stück K.; etw. mit K. an die (Wandjtafel schreiben;
mit K. zeichnen; *[die folgenden Wendungen beziehen
sich auf das früher bes. in Gasthäusern übliche
.Ankreiden4* von Schulden]: bei jmdm. [tief] in der K. stehen sein sit-
«n (ugs.; bei jmdm. [viele} Schulden haben): bei jmdm.
mit 100 Mark in der K. stehen; bei jmdm. [immer tiefer]
in die K. geraten/kommen (ugs.; [immer mehr] Schulden
machen): auf K. leben (ugs.; auf Kredit leben); mit doppelter
K. [anschreiben (in unlauterer Absicht geschuldete Beträge
überhöht anschreiben, ansetzen; eigtl. = mit doppelter
Kreidespitze schreiben, damit unbemerkt zwei Zählstriche
zugleich entstehen). 3. <o. Pl.> (Geol.) jüngste Formation des
Mesozoikums (zwischen Jura u. Tertiär): obere, untere K.
kreide-,Kreide- -bleich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(emotional verstärkend): durch einen besonders großen Schreck,
durch Zorn od. große Furcht sehr bleich; von weißlicher
Gesichtsfarbe, sehr blaß; -feben, der: Felsen aus Kreide
(1); Formation, die (Geol.): vgl. Kreide (3); -haltig <Adj.;
nicht adv.>: Kreide (1) enthaltend; -küste. die: aus
Kreidelelsen bestehende Küste; -manier, die (bild. Kunst): svw.
• Krayonmanier; -papier.das: glattes Kunstdruckpapier mit
aufgebrachter Schicht aus Schlämmkreide u. Leim; --Stift,
der: Stift [mit Mine] aus Kreide (2) od. anderer, z.B.
tonerdehaltiger, gefärbter Substanz; —strich, der: 1. mit
Kreide (2) ausgeführter Strich: einen K. wegwischen. 2.
Strichart, mit der die Kreide (bei Kreidezeichnungen)
geführt wird; -Wfiiß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): weiß wie
Kreide; auffallend, überaus blaß: -e Zähne; der Lehrer
... wurde k. und zitterte am ganzen Körper (Leonhard,
Revolution 24); -Zeichnung, die: mit Kreidestift!en]
ausgerührte Handzeichnung; -zeit, die <o. PI.) (Geol.):
erdgeschichtliches Zeitalter der Kreide (3).
kreiden [kr^idn] <sw. V.; hat) [2. 3: spätmhd. kriden]
(selten): 1. mit Kreide (1) bestreichen od. vermischen. 2. mit
Kreide (2) bezeichnen, markieren: Gegen 19.55 Uhr wurde
der Endstand auf großen Tafeln im Sitzungssaal...
gekreidet (Bergsträßer Anzeiger 23. 10. 72, 3). 3. mit Kreide
Kl) auf, an etw. zeichnen, schreiben: Georg ... kreidet
Heiligenbilder auf das Trottoir (Spiegel 39, 1966. 70); kreidig
[kr^jdKj] <Adj.): 1. voller Kreide* spuren]; mit Kreide
bedeckt, befleckt: -e Hände. 2. (bes. Geol.) kreidehaltig: -es
Gestein. 3. (geh.) wie Kreide beschaffen, [weiß] wie Kreide
aussehetid]: -es Licht; -e (kreideweiße) Gesichter.
kreieren [kre'i:ren] <sw. V.; hat) [nach frz. cröer = schaffen,
erfinden < lat. creäre = erschaffen]: 1. (bildungsspr.)
a) (eine neue Mode) schaffen: diese Modeschöpferin hat
den Minirock kreiert; b) als Eigenes, eigene, persönliche
Prägung o.a. hervorbringen: einen neuen Stil, ein neues
Wort k. 2. (Theater o.a.) eine Rolle als erste[r] spielen:
er hat die Titelrolle, den Titelhelden des neuen
Bühnenstücks kreiert. 3. (kath. Kirche) zum Kardinal ernennen;
• Abl.:> Kreferung, die; -, -en <P1. selten): das Kreieren.
Kreis [knys], der; -es. -e [mhd.. ahd. krei3 = Kreislinie;
Zauberkreis; abgegrenzter Kampfplatz; Gebiet, Bezirk;
Umkreis]: 1. a) gleichmäßig runde, in sich geschlossene Linie
mit gleichbleibendem Abstand von einem Punkt (Mittel-
putikt) I u. eingeschlossener ebener Fläche j: der
Durchmesser, der Radius, die Peripherie eines -es; den Inhalt, den
Umfang eines -es berechnen; einen K. zeichnen; mit dem
Zirkel einen K. schlagen, beschreiben; die Gerade berührt
den K. im Punkt A. schneidet den K. in den Punkten
C und D; ein magischer K. (Zauberkreis); * jmds. -e stören
(geh.; jmdn. in seinem persönlichen Bereich, in seinem
Wirken stören; nach den Worten: ..Noli turbare circulos meos!
= Zerstöre mir meine Kreise [= geometrische Figuren]
nicht!" des Archimedes [etwa 278-212 v. Chr.]); b)
(Handball) kurz für tWurflkreis: die deutschen Spieler waren
amK. zu unbeweglich; in den K. hineinspringen,
hineinfallen. 2.a) Gruppe, Anordnung, [ Bewegungsjfigur mit der
zugrundeliegenden Form einer runden, in sich geschlossenen
Linie; Ring: der K. der Berge. Gesichter; den K. der
neugierigen Zuschauer sprengen; hier schließt sich der K. [unserer
Wanderung]; die Kinder bildeten, schlössen einen K. [um
die Lehrerin]; der Raubvogel zieht seine -e; in einem K.
[um jmdn.] stehen, sitzen; im K. sitzen; sich im K. drehen,
bewegen; es drehte sich ihm alles im K. (ihm war
schwindlig); sich im -e (rings) umsehen; R der K. (die Beweiskette)
schließt sich; Ü der K. (die in sich geschlossene Kette
der Abschnitte, Monate) des Jahres; *-e ziehen (breite
Auswirkung haben u. sich auf immer mehr Personen,
Gruppen ausdehnen; nach der ringförmigen Ausbreitung von
Wasserwellen): die AfFäre zog [weite] -e, immer weitere
-e; seine -e ziehen (geh.; nach eigenen Gesetzen, Regeln
o.a. stetig wirken): eines Lebens, das über der banalen,
jedermann sichtbaren Welt seine -e zog (Fries, Weg 152);
sich im K. bewegen/drehen (immer wieder auf dasselbe
zurückkommen, nicht von der Stelle kommen): die
Argumentation dreht sich im K.; wir bewegen uns mit unseren
Überlegungen im K.; b) (Elektrot.) kurz für tStromkreis,
Schaltkreis, Schwingkreis. 3.a) Gruppe von Personen, die
sich getroffen, zusammengefunden, eingefunden usw. haben,
zusammen sind; Runde: der K. der Gäste; einen K.
andächtiger Zuhörer um sich [verlsammeln; etw. in kleinem, im
familiären -e, im [engsten] K. der Familie feiern; b) mehr
od. weniger lockere Gemeinschaft von Personen mit gleichen
Interessen od. persönlichen Beziehungen: ein geselliger,
exklusiver K.; der K. der Bastler trifft sich donnerstags
um 20 Uhr; einen K. Gleichgesinnter um sich sammeln;
im engsten K. (unter Vertrauten); c) <P1.) Gruppen, Teile
der Bevölkerung, der Gesellschaft usw.; gesellschaftliche
Gruppen: kirchliche, militärische -e; einflußreiche,
maßgebliche -e; die besseren -e (die bessere Gesellschaft); aus
gut unterrichteten -en verlautet: ...; in politischen,
fachlichen -en gilt er als Experte; in seinen -en (in den Kreisen,
in denen er verkehrt) ist das verpönt; das kommt in den
besten -en vor (das braucht einem also gar nicht so peinlich
o. ä. zu sein); in den besten/ersten -en einer Stadt verkehren;
in weiten/breiten -en der Bevölkerung beliebt sein; er hat
Verbindung zu -en der Unterwelt. 4. Gruppe, Reihe, Kette
von [locker zusammenhängenden] Dingen, Sachverhalten
usw.; [ Teiljgruppe von Personen, Dingen usw. mit
bestimmten gemeinsamen Kennzeichen: ein breiter K. von
Problemen; der K. der in Frage kommenden Personen, Dinge.
Lösungen; den K. der Verdächtigen einengen; aus dem
K. seiner Leser erhielt der Dichter begeisterte Zuschriften.
5. umgrenzter Bereich: jmd., etw. ist auf den [engen] K.
eines Staatswesens, einer Wissenschaft, einer Begabung
beschränkt. 6. (insbes. der den Gemeinden unmittelbar
übergeordnete) Verwaltungsbezirk: die Gemeinden des -es; der
Ort gehört zum K. Malzstadt; * schwarzer, weißer K.
(Verwaltungssprache früher; Kreis mit, ohne
Wohnraumbewirtschaftung); Abk.: Kr., auch: Krs.
'kreis-. 'Kifcfc- (Kreis 1-5): -abschnitt, der (Geom.): durch
eine gerade Linie von einem Kreis (1) abgeschnittenes
Teilstück: Kreissegment; ^ausschnitt, der (Geom.): durch zwei
Halbmesser aus einem Kreis (1) herausgeschnittenes Stück;
Kreissektor; -bahn, die: kreisförmige Bahn; -bewegung,
die: kreisförmige Bewegung; Bewegung im KreisXI); -bogen,
der (Geom.): Stück der Kreislinie; -bücke, die (Turnen):
Übung, bei der man aus dem Rückschwung im Stütz eine
halbe Drehung um einen Arm mit gestreckten Beinen u.
vorübergehend in den Hüften stark gewinkeltem Körper aus-
1577
kreis-,
Kreisführt; -durchmessen der; -flache, die: von einem Kreis
(1) eingeschlossen Fläche; -flanke, die (Turnen): Übung
am Barren, bei der man aus dem Ruckschwung im Stütz
eine viertel Drehung um einen Arm ausfuhrt, wobei eine
Seite des Körpers zum Gerät zeigt; -förmig <Adj.; o. Steig. >:
eine -e Bahn. öflhung; sich k. aufstellen: -frequenz, die
(Physik): die mit der doppelten Kreiszahl multiplizierte
Frequenz (2a); -funktion, die (Math.): trigonometrische
Funktion; -grätsche, die (Turnen): Übung, bei der man aus
dem Rückschwung mit gegrätschten Beinen eine viertel od.
halbe Drehung um einen Arm ausführt: eine K. am Barren.
Reck; -hocke, die (Turnen): Übung, bei der man aus dem
Stütz mit angehockten Beinen eine halbe Drehung um einen
Arm ausführt: eine K. am Barren. Seitpferd; -inhalt, der
(Geom.): Flächeninhalt eines Kreises (1); -kesel. der
(Geom.): Kegel mit kreisförmiger Grundfläche (im Ggs. zu
anderen Kegelformen); -kehre, die (Turnen): Übung, bei
der man aus dem Schwung im Stütz eine halbe Drehung
um einen Arm ausführt: eine K. am Seitpferd; -kolbenmo-
tor. der: svw. t Wankelmotor; -körn, das fWaflent.): Korn
mit Fadenkreuz (z.B. bei Geschützen); -lauf, der: 1. in
sich zurückverlaufende Bewegung: der ewige K. (die in
sich geschlossene Reihe der Veränderungen) des Lebens,
der Natur; der K. (der in sich zurückkehrende Wechsel)
der Staatsformen; (Met.. Technik:) der K. des Wassers;
(Bot.:) der K. der Säfte; (Wirtsch.:) der K. des Geldes.
2. kurz für tBlutkreislauf: sein K.. der K. hat versagt;
einen schwachen K. haben; den K. anregen, (ugs.:)
ankurbeln; etw. belastet den K.; ein Zusammenbruch des -s;
ein Mittel für den K.; großer K. (Med.; Körperkreislauf)'.
kleiner K. (Med.: Kreislauf zwischen Herz u. Lunge;
Lungenkreislauf): ^läufer, der (Hallenhandball): Spieler,
der sich beim Angriff unmittelbar am Wurfkreis bewegt,
um in Wurfposition zu gelangen od. Raum für Weitwürfe
zu schaffen; -lauflunktion, die (Med.); -laufkollaps. der
(Med.): Kollaps infolge Kreislaufversagens; -laufmittel, das
(Med.): Mittel gegen Kreislaufschwäche bzw. -Störungen;
-laufstillstand, der; -laufstörung, die (meist PI.) (Med.):
-en haben; an -en leiden; -laufversagen, das; -»nie, die:
in Form eines Kreises (1) verlaufende Linie; -mittelpunkt,
der; -prozefi, der: 1. (bildungsspr.) in sich zurückkehrender
Prozeß. 2. (Physik) in sich zurückkehrende Folge von Zu-
standsänderungen eines Systems; -regner, der (Gartenbau):
Regner mit rotierendem Teil zur kreisenden Beregnung;
-ring, der (Geom.): von zwei konzentrischen Kreisen (1)
begrenzte Fläche; -rund <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: so
rund wie ein Kreis: ein -es Loch; -säge, die: 1. Sägemaschine
mit kreisförmigem Sägeblatt. 2. (ugs. scherzh.) kreisrunder,
flacher Strohhut; -schere, die (Technik): zum Schneiden
von Pappe usw. dienende Maschine mit kreisenden, runden
Messern; -schlag, der: 1. (Fechten) Schlag, bei dem die
Klingenspitze einen ganzen Kreis beschreibt. 2. (bes.
Faustball) Schlag, bei dem der Ball aus einer nach hinten
gerichteten Kreisbewegung des Armes heraus geschlagen wird;
-schhiß. der (Philos): svw. t Zirkelschluß; -schreiben, das
(Schweiz.): Rundschreiben; Umlauf; -schwung,der: 1.
(Turnen) Übung, bei der man aus dem Schwung im Stütz mit
beiden Beinen kreisförmige Bewegungen ausfuhrt. 2.
(Gymnastik) mit Schwung ausgeführte kreisförmige Bewegung:
Kreisschwünge mit der Keule, mit den Armen; -segment,
das: svw. t ^abschnitt; -sektor, der: svw. t ^ausschnitt;
-spieler, der: svw. Nläufer; -stoß, der (Fechten): svw.
tZirkulation; -ström, der (Elektrot.): in einem
geschlossenen elektrischen Leiter fließender Strom; -traming. das:
svw. tCircuittraining; -umfang, der; ^verkehr, der (Ver-
kehrsw.): besonders geregelter kreisförmiger Verkehr um
einen Platz herum: -wende, die (Turnen): Übung am Barren,
bei der man aus dem Rückschwung eine halbe Drehung
um einen Arm ausführt; -wulst, der (Geom.): svw. TTorus;
^zahl.die(Math.): svw. tPi; -zylinder, der (Geom.):
Zylinder mit kreisförmiger Grundfläche.
^rejs-, ^Krefc- (Kreis 6): -amt, das: Landratsamt;
-angehörig <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Amtsspr.): einem
Kreis angehörend (Ggs.: kreisfrei): -e Städte: -arzt, der:
Amtsarzt eines Stadt- od. Latidkreises; -aussehekl, der
(DDR): Ausscheid innerhalb eines Kreises; -ausschuß. der:
vom Kreistag bestellter ständiger Ausschuß zur Verwaltung
eines Landkreises; -bauernfiihrer, der (ns); -behörde, die;
^frei <Adj.; o. Steig.; meist attr.) (Amtsspr.): keinem
Landkreis angehörend, sondern einen eigenen Stadtkreis bildend
(Ggs.: kreisangehörig): -e Städte; -gebiet, das: -gericht,
das (früher, noch DDR u. österr.): Gericht eines Kreises;
-grenze, die; -hauptmam, der (früher in Sachsen): Leiter
einer Kreishauptmarinschaft; -hauptmanrachaft, die (früher
in Sachsen): einer der großen Verwaltungsbezirke; -karte,
die: Landkarte eines Kreises; -klasse, die (Sport):
Spielklasse, die aus den Vereinen eines bestimmten Kreises gebildet
wird: in der K. spielen; in die K. ab-, aufsteigen; -komitee,
das (DDR): ^krankenhaus. das: -kulturhaus, das (DDR);
^leitender (ns.); -lertung,die(DDR): Leitung eines Kreises
der SED; -liga, die: vgl. -klasse; -meisterschaft, die
(Sport): Meisterschaft auf Kreisebene; -physfkus, der
(veraltet): svw. Narzt; ^rat, der: 1. (Baden-Württemberg.
Saarland) svw. Nausschuß. 2. Mitglied des Kreisrates (1);
-richter, der: Richter beim Kreisgericht; -schulrat, der
(DDR): Leiter der Abteilung Volksbildung in einem Kreis;
-sekretär, der (DDR): der bedeutsamen Rede von Erich
Honecker vor den 1. -en der SED (Neues D. 25. 3. 78.
8); -Sparkasse, die; -Stadt, die: Stadt, in der die Verwaltung
eines Landkreises ihren Sitz hat; * Große K. (Amtsspr.;
kreisangehörige Gemeinde, die Aufgaben der
Kreisverwaltung wahrnimmt): -synode, die (ev. Kirche): Synode eines
Kirchenkreises; -tag, der: politische Vertretung des Volkes
in einem Landkreis: er ist Mitglied des -es: in den K.
gewählt werden, dazu: -tagsabgeordnete, der u. die. -tag&-
raitglied. das; -Verwaltung* die; -wehrersatzamt, das: der
Wehrbereichsverwaltung unterstehende militärische Behörde
zur Erfassung* Musterung u. Einberufung der
Wehrpflichtigen eines Kreises; Abk.: KWEA; -zeitung, die.
kreischen [krajjnl <sw.. veraltet: st. V.; hat) [mhd. krischen,
lautm.]: 1. schrill, mißtönend schreien: vor Schreck, vor
Wut k.; die Kinder kreischten vor Vergnügen; ..Hör auf!"
kreischt sie; die Möwen. Papageien kreischen. 2. helle,
mißtönende, schrille Geräusche machen: die Säge kreischt:
die Tür kreischte in den Angeln; der Wagen hält mit
kreischenden Bremsen, bremst kreischend.
Kreisel [kraizj]. der; -s, - [unter Anlehnung an ..Kreis,
kreisen" aus älterem Kräusel. wahrsch. Vkl. von mundartl.
Krause = Krug. Topf < mhd. krüsel: 1. (insbes.
rundgebauter, als technische Vorrichtung od. Spielzeug dienender)
Körper, der eine Drehbewegung um die eigene, in einem
Punkt feste Achse ausführt: sich wie ein K. drehen. 2.
(Jargon) Kreisverkehr. 3. (Fußball) Spielweise, bei der der
Ball in direktem Zuspiel zwischen mehreren Spielern
kreisend durch die Reihen des Gegners gebracht wird.
krejsel-, Kreisel- (Kreisel 1. kreiseln): -formig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: von der Form eines Kreisels; -horizont,
der (Technik): Gerät bes. in eitlem Fahrzeug (Schiff.
Flugzeug), das dessen Lage gegenüber der horizontalen Ebene
anzeigt; -kompaß. der (Schiffahrt): an der Drehachse eines
Kreisels orientierter Kompaß; -lüftender svw. TTurboven-
tilator. -magnetisch <Adj.; o. Steig.): svw. fgyromagne-
tisch; -pumpe, die (Technik): Pumpe, deren Saugwirkung
durch ein rotierendes Laufrad zustande kommt: ^rad. das
(Technik): Laufrad, bes. der Kreiselpumpe, dazu: -radpunv
pe, die: svw. T ^pumpe; -Verdichter, der (Technik):
Maschine mit rotierendem Laufrad zum Fördern od. Verdichten
von Luft. Dämpfen od. Gasen.
kreiseln [kraizln] <sw. V.) [zu tKreisel]: l.a) sich wie ein
Kreisel drehen <ist/hat>: Die Kunstläufer ... zogen Figuren,
sprangen und kreiselten (Th. Mann. Zauberberg 438): b)
sich wie ein Kreisel drehen u. sich dabei in eine bestimmte
Richtung bewegen <ist>: Er (= der Wind) ... ist von Nord
nach Nordost, von Nordost auf Nordwest ... gekreiselt
(Nachbar. Mond 29/30). 2. mit dem Kinderkreisel spielen,
indem man ihn mit der Peitsche schlägt u. dadurch od.
auf andere Weise in Bewegung hält <hat>. 3. (Fußball)
den Ball in direktem Zuspiel zwischen mehreren Spielern
kreisen lassen, um ihn durch die Reihen des Gegners zu
bringen <hat>: die Schalker kreiselten wie in alten Tagen;
kreisen [krajzn] <sw. V.> [mhd. kreisen = sich kreisförmig
bewegen, zu TKreis]: 1. <hat/ist> a) sich im Kreis bewegen:
die Erde kreist um die Sonne; das Flugzeug hat/ist 30
Minuten über der Stadt gekreist; die Geier kreisen in
der Luft; der Hund kreist um die Herde (läuft immer
um die Herde herum); das Blut kreist (fließt, strömt) in
den Adern; Ü die Flasche [in der Runde] k. (herumgehen)
lassen; die Gespräche, seine Gedanken kreisten (bewegten
sich) immer um dasselbe Thema; b) (Turnen) mit
geschlossenen u. gestreckten Beinen kreisförmige Schwünge ausfüh-
1578
kretazisch
ren: am Seitpferd, aus dem Hockstand mit Stütz der Hände
auf dem Boden k. 2. <hat> a) mit etw. kreisförmige
Bewegungen machen: bei der Gymnastik mit den Armen, mit den
Füßen k.; b) (Gymnastik) kreisförmig bewegen: die Arme.
Füße k. 3. (Jägerspr.) (WildlStandorte) insbes. bei
Neuschnee) durch einkreisende Spuren-, Fährtensuche
ausmachen <hat>; <Abl. zu 3:> Kreiser, der; -s, - (Jägerspr.):
jmd.. der zum Kreisen eingesetzt ist.
kreißen [kr^jsn] <sw. V.; hat) [eigtl. = beim Gebären
schreien; mhd. kri3en = gellend schreien, kreischen (lautm.)]
(veraltet): in Geburtswehen liegen, gebären: <noch im subst.
I. Part.:) die Kreißende (Med.; die Gebärende): <Zus.:>
Krdßbett. das (Med.): bes. konstruiertes Bett zum Entbinden:
Krejflsaal. der (Med.): Entbindungsraum (im Krankenhaus).
tollen fkrebn] <sw. V.; hat) [zu landsch. krellen. krallen
= kratzen (1 a). zu TKralle] (Jägerspr.): ( Wild) mit einem
Schuß streifen u. für Augenblicke läftmen; <Zus.:> Ki^ll-
schuB. der (Jägerspr.): Streifschuß, der das Wild kr eilt.
Krem [kre:ml. die; -. -s: 1. ugs. auch: der; -s. -e u. -s:
eindeutschend für tCreme (2 a, b). 2. (selten)
eindeutschende Schreibung für TCreme (1).
Kremation [krema'i$io:n]. die; -, -en [lat. cremätio = das
Verbrennen, zu: cremäre. tkremieren): Einäscherung (2);
Krematorium [krema to:rjiom]. das; -s, ...ien [...jpn; zu lat.
cremäre = kremieren): Anstalt für Feuerbestattung:
Einäscherungshalle: kremieren [kre'mi:ran] <sw. V.; hat) [lat.
cremäre) (Schweiz., sonst veraltet): einäschern (2).
kremig: t cremig.
Krempe [krempa]. die; -. -n [aus dem Niederd.. eigtl. =
die Krumme, die Gekrümmte): Hutrand: die K.
herunterdrücken, -biegen, hochschlagen; ein Hut mit breiter K.;
R du hast wohl keine K. am Hut? (du bist wohl nicht
recht bei Verstand?).
'Krempel [krcmpjl. der. -s [älter: grempel. wohl zu mhd.
grempeln = Kleinhandel treiben) (ugs. abwertend):
Sachen, die nicht viel wert sind od. als solche angesehen werden:
Zeug: den alten K. wegwerfen; was kostet der K. (das
alles)?; Ü den [ganzen) K. hinwerfen (z.B. aus Ärger.
Überdruß an einer Arbeit nicht mehr weitermachen); jmdm.
den K. vor die Füße werfen
Krempel [-). die; -. -n [spätmhd. krempel = Häkchen.
Vkl. von tKrampe): svw. tKarde (2).
Krempel- (Krempel; Textilind.): ^band, das: bandförmiges
Zwischenprodukt, wie es die Krempelmaschine liefert; mII-
stel, die [nach der Verwendung der Blütenköpfe als
Krempel): svw. tKarde (1); Mnaschine.die: vgl. Krempel; ^satz,
der: Kette der Krempelmaschinen, die das Krempelband
herstellen.
Krpnpeknarkt.der; -[e]s. -markte [zu t 'Krempel] (landsch.):
Trödelmarkt.
1krempein [krempln] <sw. V.; hat> [zu tkrempen): 1. (in
einer bestimmten Richtung, bes. nach oben) umschlagen:
die Hemdsärmel nach oben, in die Höhe k. 2, (Schweiz.)
auf-, hochkrempeln: die Ärmel k.; das Mädchen mußte
... ihre Bluse k. (Frisch, Homo 103).
Htrempeln [-1 <sw. V.; hat) [zu tKrempel] (Textilind.): mit
der 2Krempel bearbeiten, auflockern.
Krempler ['kremple], der; -s. - [mhd. grempler. vgl.
'Krempel] (südd.): Kleinhändler. Vgl. Krempelmarkt.
Krempling [kremplinl. der. -s, -e [zu tKrempe): Hutpilz
mit umgebogenem Rand.
Kremser ['kränze], der; -s, - [nach dem Berliner
Fuhrunternehmer M. Kremser, der die ersten Wagen dieser Art
1825 in Betrieb nahm] (früher): von Pferden gezogener,
vielsitziger. an den Seiten offener Mietwagen mit Verdeck.
Kremser Weiß, das; - -les] [nach der österr. Stadt Krems]:
svw. T Blauweiß.
Kren [kre:nl. der; -[eis [mhd. kren. ehren; aus dem Slaw..
vgl. russ. ehren, tschech. kfen] (südd.. bes. österr.):
Meerrettich: *zu etw. seinen K. geben (österr. ugs.; tSenf).
krenelieren [krena'li:ran] <sw. V.; hat) [frz. creneler. zu:
cr&ieau = Zinne < vlat. crena = Kerbe) (veraltet): mit
Zinnen versehen.
Krenfleisch, das; -[e]s [das Fleisch wird meist mit viel
Meerrettich (= Kren) angerichtet] (südd., bes. österr.): gekochtes
Schweinefleisch vom Kopf od. Bauch.
Krengel [kren[l. der; -s. -: Nebenf. von tKringel.
krengen ['kreipn]: Tkrängen.
Krenotherapk [kreno-]. die; - [zu griech. krene = Quelle]
(Med.): svw. TBalneotherapie.
Kreodonten [kreo'dantn] <PI.) [zusgez. aus griech. kreas
= Fleisch u.odoüs (Gen.: odöntos) = Zahn]:
ausgestorbene Urraubtiere.
Kreole [kre'o:ta]. der; -n. -n [frz. creole < span. criollo.
zu: criar = nähren, erziehen < lat. creäre = erzeugen]:
1. Nachkomme weißer romanischer Einwanderer (in Süd-
u. Mittelamerika): weißer K. 2. Nacfikomme von
Negersklaven (in Brasilien); schwarzer K.; Kreolin, die; -, -nen:
w. Form zu tKreole; kreolisch <Adj.; o. Steig.).
Kreophage [kreo'fa.gs]. der; -n, -n [zu griech. kreophägos
= von Fleisch lebend] (Biol.): svw. TKarnivore; Kreosot
[kreo'zo:t], das; -[e]s [zu griech. kräas = Fleisch u. sözein
= retten, schützen] (Chemie. Med.. Pharm.): aus Holzteer
destilliertes öl mit antiseptischer Wirkung.
Krepeline [kre'pli:n], (auch:) Crepeline [kreps'lr.n]. die; -.
-s tu frz. crepe, tKrepp] (Textilind.): leichtes, wollenes
Kreppgewebe.
Krepidoma [kre'pi:doma]. das; -[s]. Krepis [krepis]. die;
- [griech. krepidoma]: stufenförmiger Unterbau u.
Fundament bes. des altgriechischen Tempels.
krepieren [kre'pi:ran] <sw. V.; ist) [urspr. Soldatenspr. im
30jährigen Krieg < ital.crepare < lat. crepäre = knattern,
krachen (lautm.)]: 1. (von Sprenggeschossen) durch
Zündung eines Sprengstoffs zerplatzen, zersprengt werden, daß
Teile od. Splitter durch die Luft fliegen: krepierende
Bomben. Schrapnelle; Die Granate war im Rohr krepiert (Ott,
Haie 287). 2. (salopp) verenden, elend sterben: das Schwein
ist an Rotlauf krepiert; (derb auch vom Menschen.)
Tausende sind in den Bombennächten krepiert; soll er
doch k.!
Krepis: f Krepidoma.
Krepitation flcrepita'tßio:n]. die; -. -en [spätlat. crepitätio
= das Knarren, zu lat. crepitäre. Intensivbildung von:
crepäre, tkrepieren] (Med.): 1. Reiben u. Knirschen (bei
Knochenbriichen). 2. knisterndes, rasselndes
Atmungsgeräusch (bei Lungenentzündung).
Krepon [kre'pö:]. der; -s, -s [frz. eräpon. zu: crepe. tKrepp]
(Textilind.): Gewebe mit blasenähnlichen Erhöhungen; kne-
ponieren: tkrepponieren; Krepp [krep], der; -s. -s u. -e
[t^repe]: weich fallendes, genarbtes od. fein gekräuseltes
Gewebe mit sandig rauher Oberfläche.
kr^pp-, Kr^pp-: -artig <Adj.; o. Steig.); ^flor [t2Flor], der:
schwarzer Krepp; ^aimmi. der: poriger Kautschuk; ^papier
(nicht getrennt: Kreppapier), das: fein gefälteltes,
elastischweiches Papier; -schuh, der: Schuh mit Kreppsohle; -sohle,
die: Schuhsohle aus Kreppgummi.
kreppen ['krepn] <sw. V.; hat) [frz. creper. zu t^Crepe]
(Fachspr.): 1. (Textilfasergewebe) durch spezielle
Behandlung (bes. mit Natron- od. Kalilauge u. durch Kochen)
zu Krepp verarbeiten. 2. (Papier) durch feine Fältelung
zu Kreppapier verarbeiten. 3. svw. tkrabben; kr^ppig <Adj.;
0. Steig.): kreppartig; aus Krepp; krepponieren [krepo-
ni:ran] <sw. V.; hat): svw. tkreppen (1).
Krescendo: t Crescendo.
Kresol [kre'zo.l], das; -s. (Arten:) -e [zusgez. aus tKreosot
u. tPhenol] (Chemie): u.a. im Steinkohlen- u.
Buchenholzteer enthaltene (zu den aromatischen Kohlenwasserstoffen
gehörende) Substanz, die bes. als Desinfektionsmittel u.
zum Imprägnieren von Holz verwendet wird; <Zus.:) Kresol-
seife, die <o. PL): Kresol enthaltende, desinfizierende Seife.
kreß[kresl<Adj.; kresser. kresseste; Steig, selten; nicht adv.)
[zu T'Kresse, nach der Farbe der Kapuzinerkresse; von
dem dt. Naturwissenschaftler u. Philosophen W. Ostwald
(1853-1932) eingef. dt. Name für den Farbton Orange]:
orange! färben]; <subst.: > Kreß [-]. das; -: das Orange;
'Kresse ['kresol. die; -. -n [mhd. kresse. ahd. kresso. kressa]:
1. svw. t Brunnen-, Gänse-. Garten-, Kapuzinerkresse. 2.
(Bot.) Pflanze einer Kreuzblütlergattung mit verschiedenen
Salat- u. Gewürzpflanzen (niedrige Kräuter mit kleinen,
weißlichen od. grünlichen Blüten in Trauben sowie eiförmigen
bis rundlichen Schäfchen).
Stresse [-], die; -. -n [mhd. kresse. ahd. chresso. eigtl. =
Kriecher] (landsch.): Gründling; Kreßling fkreslu)], der;
-s. -e: Gründling.
Kreszenz [kres'tßentß], die; -. -en [lat. crescentia =
Wachstum, zu: crescere = wachsen]: 1. (Fachspr.) a) Herkufift
(edler Weifie). Wachstum; b) Rebsorte; c) (früher)
Qualitätsbezeichnungfür naturreine, ungezuckerte Weine. 2.
(veraltet) Ertrag.
kretazeisdi [kreta'tße:iJl kretazisch [kre'ta.tßtf] <Adj.; o.
1579
Krete
Steig.; nicht adv > [lat. cretäceus = kreideartig, zu: creta
= Kreide] (Geol.): die Kreide[formationl betreffend, zu
ihr gehörend: -e Formation.
Krete fkre:t3]. die; -, -n [frz. crete < lat. cristal (Schweiz.):
i Gelände Ikomm, Grat: die steile K. schreckte uns ab.
Krethiund Plethi [kre:ti ont ple:ti] <PI.. auch Sg.; o. Art.;
o. Gen.) [nach der Lutherschen Übersetzung von 2. Sam.
8. 18 (u.a.) Bez. für die Kreter u. Philister in der
Söldnertruppe des biblischen Königs David) (abwertend): svw.
Hinz und Kunz (THinz): K. u. P. warfen! da: Kretikus
[kre:tikos].der; -. ...izi [lat.Creticus(pes) < griech. Kreti-
kös (jxnis) = kretisch(er Versfuß)] (Verslehre): antiker
Versfuß (-^-).
Kretin [kre't?:]. der; -s. -s [frz. cretin. in der Mundart des
Wallis für afrz. crestien < lat. christiänus. eigtl. = (armer)
Christenmensch]: 1. (Med.) an Kretinismus leidender
Mensch, hochgradig Schwachshmiger. 2. (salopp abwer-
tend) jmd.. dessen Handeln. Benehmen man für unvorstellbar
dumm o.a. hält: Ja. ja. dich schau ich an. gerade dich,
du K. (Rocco [Übers.]. Schweine 21); <Abl.:> Kretinismus
ptreti'nismusl. der; - (Med.): mit körperlicher
Mißgestaltung verbundener hochgradiger Schwachsinn: kretinoid [kre-
tino'i:t] <Adj.; o. Steig.) [zu TKretin u. griech. -oeides
= ähnlich) (Med.): kretinartig, wie ein Kretin.
Kretizi: PI. von tKretikus.
Kreton [kre'to:n]. der; -s. -e (österr.): svw. tCretonne;
Kretonne: tCretonne.
Kretscham [kretjam], Kretschem [kretjm]. der: -s. -e [aus
dem Slaw.; vgl. tschech. kröma] (ostmd.): Wirtshaus: So
habe er vor fünf Jahren einen harmlosen Bauern
angeschossen, der betrunken aus dem K. kam (Hauptmann. Schuß
43); <Abl.:>Kretschmer [kretJmB]. der; -s.^- (ostmd.): Wirt.
kreucht [kroy<;t; ältere Form von (er. sie. es) ..kriecht",
tkriechen) in: alles, was da k. und fleucht: t fleucht.
Kreude ['kraydal. die; - [zu t 'Kraut (4)] (landsch.):
Pflaumenmus.
kreuz frr^ytß) in der Verbindung k. und quer ((regellos,
ohne Plan] in den verschiedensten Richtungen): k. und
quer durch die Stadt fahren; Einige Wagen ... standen
k. und quer ... auf den Gleisen (Grass. Blechtrommel
711); <subst.:> in die Kreuz und [in die] Quere: die ... Pfade
.... welche in die Kreuz und Quere zwischen den hohen
Gestellen hinführten (Th. Mann. Krull 11); Kreuz [-]. das:
-es. -e [mhd. kriuz(e) = Kreuz Christi. Mühsal. Leid,
Qual. ahd. krüzi = Kreuz Christi < lat. crux (Gen.:
crucis); 9: nach dem Kreuzbein (t^reuz-, Kreuz-)]: l.a)
aus zwei sich rechtwinklig, seltener schräg schneidenden
Linien bestehendes graphisches Zeichen: an Stelle seines
Namens, seiner Unterschrift hat er ein K. gemacht; drei
-e (als Ersatz für den Namen) unter ein Schriftstück setzen;
ein K. an den Rand des Textes machen; elw. durch ein,
mit einem K. kennzeichnen; b) graphisches Zeichen in der
Form des christlichen Kreuzes mit der Bedeutung
..gestorben" (Zeichen: t): Johann Meyer t; Johann Meyer 110.
11. 1899; c) Anordnung von sich [rechtwinklig]
überschneidenden Dingen: ein K. bilden: *etw. über[s] K. legen, falten
o.a. (so legen, falten o,ä„ daß die einzelnen Lagen im
rechten Winkel zueinander zu liegen o.a. kommen): mit
jmdm.. untereinander überls] K. sein/stehen (mit jmdm.
Streit haben. Differenzen haben). 2. aus zwei od.
mehr sich rechtwinklig bzw. schräg schneidenden,
verschieden ausgestalteten Balken od. Armen gebildeter Gegenstand,
der häufig Zeichen od. Symbol für etw. ist: ein griechisches,
russisches, lothringisches K.; ein liegendes K. (Kreuz mit
sich schräg schneidenden Balken): ein stehendes K. (Kreuz
mit sich rechtwinklig kreuzenden Balken): das Eiserne K.
(als Kriegsauszeichnung verliehener Orden in Form eines
silberumrandeten schwarzen Kreuzes: Abk.: E. K.); das
Rote K. (I inter Inationale Organisation zur Versorgung der
Verwundeten u. Gefangenen im Kriege, zur Leistung Erster
Hilfe, von Rettungsdiensten. Krankenpflege o. ä.. deren
Symbol u. Erkennungszeichen ein rotes Balkenkreuz auf weißem
Grund ist): das Blaue K. (Name u. Symbol einer
Vereinigung zur Betreuung von Alkoholikern): *K. des Südens;
Südliches K. (Sternbild des südlichen Himmels): K. des
Nordens; Nördliches K. (Sternbild des nördlichen Himmels).
3. (hist.) aus einem senkrecht aufgerichteten u. einem am
oberen Ende waagerecht darüber liegenden Balken
bestehendes Gerüst, an das im Altertum ein zum Tode Verurteilter
mit ausgebreiteten Armen angenagelt wurde: Jesu Tod am
K.; am K. hängen; die Mörder wurden ans K. geschlagen,
genageil. 4. (christl. Rel.) a) bes. in der Kunst dargestelltes,
von der Form des Kreuzes (2) abgeleitetes christliches
Symbol ! in gegenständlicher Form]: ein vergoldetes,
edelsteinverziertes K. auf dem Altar (Altarkreuz): ein an der Wand
hängendes K.; ein K. als Anhänger; ein K. aus Moos,
Tannengrün; ein K. mit dem gekreuzigten Christus
(Kruzifix): der Grabstein hat die Form eines Kreuzes
(Grabkreuz): Ü das K. predigen (hist.; zur Teilnalime an einem
Kreuzzug aufrufen): das K. nehmen (hist.; sich an einem
Kreuzzug beteiligen): *ai -e kriechen (unter demütigenden
Umständen in einer bestimmten Lage einem anderen
gegenüber nachgeben, seine Position aufgeben / müssen I: nach
dem Brauch bei der Liturgie des Karfreitags, sich dem
Kreuz Christi auf den Knien zu nähern); b) svw. t
Kreuzzeichen: das, ein K. schlagen (sich bekreuzigen): das K.
über Jmdm., über Stirn und Brust machen; *ein K./drei
-e hinter imdm.. etw. machen; drei -e machen, wenn ...
(ugs.; froh, erleichtert sein, mit jmdm.. etw. nichts mehr
zu tun zu haben). 5. <o. PI.) Leid, schwere Bürde, die
jmd. zu tragen hat: sein K. haben (ugs.; seine Sorgen haben):
sein K. auf sich nehmen, geduldig tragen: Gott hat ihm
ein schweres K. auferlegt; mit jmdm.. etw. sein K. haben
(ugs.; mit jmdm.. etw. große Last. Midie haben, schwer
fertig werden): es ist ein K. mit jmdm., etw. (ugs.; jmd..
etw. bereitet jmdm. dauernd große Schwierigkeiten, macht
jmdm. das lieben schwer): R jeder hat sein K. [zu tragen].
6.a) <o. Art.; o. PI.) höchste/ Farbe im Kartenspiel: K.
sticht, ist Trumpf; K. ziehen, spielen müssen; b) <PI. Kreuz)
Spiel mit Karten, bei dem Kreuz (6a) Trumpf ist: er hat
[ein] K. ohne zwei gespielt; dieses K. wirst du verlieren;
c) <P1. Kreuz) Spielkarte mit Kreuz (6a) als Farbe: er
hat sein einziges K. abgeworfen; er hat noch mindestens
drei K. auf der Hand. 7. (Musik) Zeichen, das die Erhöhung
eines Tones um einen Halb ton vorschreibt (Zeichen: Jt ).
8. <o. PL; in Verbindung mit Ableitungen von Ortsnamen)
kurz für t Autobahnkreuz: das Frankfurter K. 9. Teil des
Rückens im Bereich des Kreuzbeins: ein steifes, hohles K.;
wer nimmt mich schon mit meinem kaputten K. (v. d.
Grün. Glatteis 187); jmdm. tut das K. weh: er hat sich
bei der Arbeit das K. ausgehängt (ugs.; verrenkt): aufs
K. fallen; jmdn. aufs K. legen (salopp; [bei einer tätlichen
Auseinandersetzung o. ä. I auf den Rücken werfen):
Schmerzen im K. haben; er hat es im K. (ugs.; hat Kreuzschmerzen):
er geht, als hätte er einen Stecken im K. (hält sich
übertrieben gerade): * jtndm. das K. aushängen (salopp: jmdm.
übel mitspielen): jmdn. aufs K. legen (salopp: 1. jmdn.
übertölpeln, hereinlegen. 2. mit einer Frau schlafen):
fast/beinahe aufs K. fallen (salopp; über etw. sehr erstaunt,
entsetzt o.a. sein): imdm. etw. aus dem K. leiern (salopp:
jmdn. mit Mühe durch Reden. Bitten o.a. dazu bringen,
einem e(n\ Bestimmtes zu geben, zu überlassen). 10.
(Jägerspr.) (beim Haarwild) der Teil des hinteren Rückens,
andern die Keulen sitzen. 11. (Jägerspr.) svw. t Parierstange.
'kreuz-, Kroiz- (Kreuz 1 c. 2. 3. 6a; vgl. auch: Kreuzes-):
-abnähme, die (bild. Kunst): Darstellung der Abnahme
Christi vom Kreuz (3): eine K. von Rubens; ^altar. der:
(bes. in mittelalterlichen Kirchen) für den
Gemeindegottesdienst bestimmter, dem hl. Kreuz (3) geweihter Altar in
der Mitte des Langhauses bzw. vor dem Lettner: Laienaltar:
-arm, der (Archit.): einer der über das Langhaus zur Seite
hin vorspringenden Teile des Querhauses bei einem
Kirchenbau; mis [auch: -'-]. das: As (1) der Farbe Kreuz (6a);
-band, das [2: lat. ligamentum cruciatum: vorderes u.
hinteres Kreuzband liegen über Kreuz]: 1. svw.
TStreifband. 2. (Anat.) das Kniegelenk stabilisierendes lBand
(I 2 g); ^biB, der (Anat.): Anomalie der Zahnstellung, bei
der die Zähne des Oberkiefers nicht einheitlich diejenigen
des Unterkiefers übergreifen; -bkime, die [1: viell. weil
sich die Pflanze in der Karwoche am besten entfalten
soll; 2: nach der rechtwinkligen Stellung der einzelnen
Blätter zueinander]: 1. in zahlreichen Arten vorkommende
krautige od. strauchartige Pflanze mit weißen, rosa bis roten
od. blauen Blüten. 2. (Archit.) aus Blattwerk bestehendes
Ornament an gotischen Türmen. Giebeln u.a.; -blütler. der
[nach der rechtwinkligen Stellung der Kelchblätter] (Bot.):
Vertreter einer Pflanzenfamilie mit vielen, als Kräuter od.
Stauden wachsenden Arten, deren Blüten in Trauben wachsen
u. deren Früchte meist als Schoten ausgebildet sind; -bock,
der (Jägerspr.): Rehbock, dessen Gehörn an einer bzw. an
1580
kreuz-, Kreuz-
beiden Stangen eine Kreuzform aufweist; -bube, der: Bube
»2> der Farbe Kreuz (6a): -dpnnerwetter <o. Art., o. PI.)
«salopp): Ausruf der Verwünschung, des Zorns; -dorn,
der [nach den gegenständigen Zweigen]: 1. <o. PI.) Gattung
der Kreuzdorngewächse. 1. Baum od. Strauch mit dornigen
Zweigen* gesägten Blättern u. schwarzen Beeren, dazu:
Mtornbeere. die <meist PI.): zur Herstellung eines Abfuhr-
mittels verwendete Beere des Purgierkreuzdorns; Gelbbeere;
Miomteewächs, das: Vertreter einer Pflanzenfamilie mit
mehreren Gattungen u. Arten, zu denen der Kreuzdorn
gehört; -erhöhung, die <o. PL): am 14. September gefeiertes
Fest bes. der Ostkirche; -fahne, die (bild. Kunst): Stab,
an dem ein Wimpel mit dem Kreuzzeichen befestigt ist,
den der auferstehende Christus in der Hand trägt; -fahren
st. V.; ist; nur im Inf. u. 1. Part, gebr.) (ugs.): eine
Kreuzfahrt unternehtnen; einen dieser kreuzfahrenden
Abenteurer (Hildesheimer.Tynset 106); -fahrer, der (hist.):
Teilnehmer an einem Kreuzzug (1). dazu: -fahrerlied, das
«Literaturw.): a) <o. PI.) mittelhochdeutsche höfische Lyrik,
die zum Kreuzzug aufruft; b) einzelne, zu den
Kreuzfahrerliedern (a) gehörende Dichtung; -fahrt, die: 1. (hist.) svw.
f ^zug. 2. Seereise auf einem Luxusschiff, das ein Meer
od. größeres Binnengewässer durchkreuzt, befährt u. dabei
verschiedene Häfen anläuft, von denen aus die Touristen
für Besichtigungen, Ausflüge u. ä. an Land gehen können,
dazu: -fahrtschiff, das; -feuer, das <PI. selten) (Milit.
Neraltet): Beschuß von mehreren Seiten zugleich; das K.
eröffnen; ein Ziel unter K. nehmen: *im K. [der Kritik
o.W stehen (heftiger Kritik o.a. von mehreren Seiten
zugleich ausgesetzt sein); ins K. [der Kritik o.a.] geraten
(öffentlich scharf kritisiert o.a. werden); er. sein Verhalten
geriet ins K. der Kritik, der Öffentlichkeit; -fMigel, der:
svw. t -arm; -form, die: ein Grabmal in K.. dazu: -förmig
• Adj.; o. Steig.; nicht adv.): ein -er Grundriß; -gang«
der [wahrsch, nach den Prozessionen mit dem Kreuz, die
hier abgehalten wurden! (Archit.): um den Innenhof eines
Klosters laufender, offener Bogengang; -gebiß, das: vgl.
^biß; -gelenk, das: svw. t Kardangelenk; -gewölbe,
-gratgewölbe, das (Archit.): aus zwei sich rechtwinklig
überschneidenden Tonnengewölben bestehendes Gewölbe; -griff,
der: 1. (Tumen) Griff, bei dem die Arme gekreuzt sind.
2. (Golf) Griff, bei dem beide Hände den Schaft des Schlägers
ganz umfassen; -hacke, die: große Hacke mit zwei Armen,
von denen einer mit einer Spitze, der andere mit einer
Schneide versehen ist; -hang, der (Tumen): Stütz an den ruhig
hängenden Ringen mit zur Seite gestreckten Armen; -beer,
das (hist.): Heer von Kreuzfahrern; -heiren <P1.) (kath.
Kirche): Natne verschiedener Ordensgemeinschaften, die in
der Zeit der Kreuzzüge entstanden; -hob. das: 1. (Bot.)
volkst. Bez. für T-dorn u. tMistel. 2. (Holzt.) vierkmxtiger
Balken, der zusammen mit drei weiteren gleichartigen Balken
aus der Mitte eines Stammes herausgeschnitten wurde;
^kappe, die (Archit.): Kappe (2c) eines Kreuzgewölbes,
dazu: -kappengewölbe, das: svw. t-gewölbe; -knoten, der
(Seemannsspr.): Knoten, durch den zwei gleichartige, gleich
dicke Taue miteinander verbunden werden können; -könig,
der. König (2b) der Farbe Kreuz (6a); -kröte, die [H.u.]:
Kröte mit olivbrauner bis -grüner Oberseite mit bräunlicher
Fleckung u. längs über den Rücken verlaufendem gelbem
Streifen; -kümmel, der [H. u.]: dem Kümmel ähnliche, zum
Würzen verwendete Pflanze; -kuppelkirche.die: Kirchenbau
mit dem Grundriß eines griechischen Kreuzes u. einer Kuppel
über der Vierung bzw. weiteren Kuppeln über den vier
Kreuzarmen; -läge, die (bild. Kunst): svw. T-schraflur; -Med.
das: svw. T-fahrerlied; -meißel, der [nach der
kreuzförmigen Schneide]: Meißel, dessen Schneide nach vorn spitz
zuläuft; -nimbus.dcr (bild. Kunst): Heiligenschein mit
eingezeichnetem Kreuz (3), mit dem allein Christus dargestellt
wird; -otter, die [nach dem dunklen Rückenband, das
aus vielen, hintereinanderliegenden kreuzförmigen Teilen
besteht]: giftige, graugefärbte Viper mit dunkelbrauner bis
schwarzer Musterung; -peihing. die (Seemannsspr.):
Standortbestimmung eines Schiffes durch gleichzeitige Peilung
zweier Punkte der Küste; -probe, die (Med.): vor einer
Blutübertragung durchgeführte Überprüfung der
Verträglichkeit des Blutes von Spender u. Empfänger; ^rebe, die
[H.u.]: svw. fBignonie; -reim, der (Verslehre): Reimform,
bei der die erste u. dritte, zweite u. vierte Zeile miteinander
reimen; -rippengewölbe, das (Archit.): Kreuzgewölbe, bei
dem die Schnittstellen mit Rippen unterlegt sind; dritter.
der: (hist.) I. dem Ritterstand angehörender Teilnehmer
an einem Kreuzzug. 2. Angehöriger eines geistlichen
Ritterordens . bes. des Deutschen Ordens; eine Burg der K.;
-Schlitzschraube, die: Schraube, die eine kreuzförmige
Einkerbung im Kopf (5 a) hat; -Schlüssel, der:
Werkzeug von der Form eines gleichschenkligen Kreuzes (2) zum
Lösen der Radmuttern (bei Autos); -Schnabel, der: Gattung
der Finken mit kräftigem, gekreuztem Schnabel; vgl.
Fichtenkreuzschnabel. Kiefernkreuzschnabel; -sch<?cksdiwere-
not <o. Art.. o. PI.) (veraltet, derb): Ausruf der
Verwünschung, des Zorns; -schraffur. die (bild. Kunst):
Schraffierung aus zwei einander kreuzenden Lagen von Schraffurstri-
chen; -schraube, die (ugs.): kurz für t
^Schlitzschraube; -schritt, der (Tanzen): Schritt, hei dem das eine
Bein seitlich vor das andere gesetzt wird; -see, die
(Seemannsspr.): durch das Zusammentreffen verschiedengerich-
teter Meereswellen entstehender starker Seegang; -sitz, der:
svw. T Schneidersitz; -spinne, die: große, ein Radnetz
bauende Spinne mit weißer, kreuzförmiger Zeichnung auf dem
Hinterleib; -standig<Adj.; o. Steig.)(Bot.): (von Blättern)
so am Stiel angewachsen, daß je zwei einander
gegenüberstehen u. die darüber- od. darunter sitzenden Blätter im rechten
Winkel dazu angeordnet sind; -stich, der (Handarb.):
Zierstich aus zwei sich schräg kreuzenden einzelnen Stichen,
dazu: -Stichstickerei, die: a) <o. PI.) das Sticken mit
Kreuzstichen; b) mit Kreuzstichen verzierte Handarbeit;
-stock, der (Archit.): steinerne Einfassung einer
Fensteröffnung; -verhör, das [LÜ von engl, crossexamination] (jur.):
Form der Vernehmung, bei der Zeuge od. Sachverständiger
allein durch den Staatsanwalt u. den Verteidiger u. nicht
durch den Richter verhört werden; Den Schluß der
Vernehmung bildet ein detailliertes K. des Angeklagten (Noack,
Prozesse 55); Ü jmdn. ins K. nehmen, einem K. unterziehen
(jmdn. mit vielen Fragen in bezug auf etw. hart bedrängen
mit der Absicht, etw. Bestimmtes zu erfahren); -weg, der:
1. Stelle, an der sich zwei Wege kreuzen; der Chauffeur
... sei zu Fuß auf dem anderen Arm des -s in das nächste
Dorf gegangen (Seghers. Transit 18); *am K. stehen; an
einen K. gekommen sein (geh.: in seinem Leben, in seiner
Entwicklung o. ä. an einen Punkt gekommen sein, an dem
eine für die Zukunft wichtige Entscheidung zwischen
mehreren Möglichkeiten zu treffen ist). 2. (kath. Kirche) a)
bildliche od. plastische Darstellung des Leidenswegs Christi
(vom Haus des Pilatus bis nach Golgatha) in 14 einzelnen
Darstellungen (= Stationen) in einer Kirche od. im Freien,
die von den Gläubigen betend abgeschritten werden; b) Folge
von Gebeten, die bes. in der Fastenzeit (beim Abschreiten
des Kreuzwegs 2 a) gesprochen werden; den, einen K. beten;
<Zus. zu 2a.) -wegstation, die: einzelne Darstellung aus
der Zahl der 14 Darstellungen ( = Stationen) des Kreuzwegs
(2 a); -weise, (ugs.:) ^weis <Adv.>: über Kreuz; gekreuzt;
in Form eines Kreuzes verschränkt; etw. k.
übereinanderlegen, einschneiden; zwei Patronengürtel kreuzweise über
der Brust (Oegenhardt. Zündschnüre 15); du kannst
mich/er kann mich k.!. leck mich k.! (derbe Ausdrücke der
Zurückweisung, mit denen jmd. das Ansinnen o. ä. eines
anderen zurückweist); -Worträtsel, das: Rätsel, bei dem
zu ratende Wörter buchstabenweise in ein System von über-
u. nebeneinanderliegenden Quadratischen Kästchen
eingetragen werden müssen, dazu: -wortrfitseheft, das; -zeichen,
das (bes. kath. Kirche): Zeichen des Kreuzes, das mit einer
das Kreuz (4) nachzeichnenden Gebärde der Hand ausgeführt
wird: das große, kleine K.; ein K. über jmdm., jmdn.
machen; ein K. über der, über die Stirn machen; -zug,
der: 1. (hist.) a) im MA. von der Kirche propagierter od.
unterstützter Krieg gegen Ungläubige u. Häretiker; b) bes.
im Hochmittelalter unternommener Kriegszug (christlicher
Ritter) in den Vorderen Orient zur Befreiung heiliger Stätten
von islamischer Herrschaft; zum K. aufrufen. 2. mit
missionarischem Eifer geführte Kampagne für od. gegen etw.;
einen K. für, gegen etw. starten, führen; um auf diese
Weise einen antikommunistischen K. zu entfachen (Spiegel
42. 1977. 282). zu 1 b: -zugsdichtung, die (Literaturw.).
^roiz-, Kreuz- (Kreuz 9): -bein, das [H.u.] (Anat.): aus
fünf miteinander verschmolzenen Wirbeln gebildeter,
keilförmiger Teil der unteren Wirbelsäule, der zusammen mit dem
Hüftbein den Knochengürtel des Beckens bildet; ^geeeüd,
die <o. PI.) (ugs.): Körperregion, die das Kreuz umgibt;
-lahm <AdJ.; nicht adv.) (ugs.): (von Menschen u.
bestimmten Säugetieren) [durch schwere körperliche Arbeit! von
1581
kreuz-
Schmerzen in der Kreuzgegend befallen: ein -es Pferd; ^läh-
mung, die <o. PI.) (Tiemned.): vorübergehende Lätimung
der Muskeln im Bereich der Hinterhand bes. bei Pferden;
-schmerz, der (meist PI.), -weh, das (ugs.): Schmerz in
der Kreuzgegend; ^Wirbel, der (Anat.): einer der fünf zunt
Kreuzbein verschmolzenen Wirbel.
•^kröjz- (als Verstärkung od. Steigerung des folgenden Adj.;
urspr. bezogen auf das Kreuz der christl. Religion. z.B.
kreuzgut = so gut wie das Kreuz des Christentums): -brav
<Adj.; o. Steig.) (ugs.. leicht spött.): von großer Redlichkeit,
Biederkeit. Bescheidenheit o.a.: er ist ein -er Mensch;
Mfyran <Adj.; o. Steig.) (ugs.): sehr dumm: er ist einfach
k.; ehrlich <AdJ.; o. Steig.) (ugs): unbedingt ehrlich:
-elend <Adj.; o. Steig.) (ugs.): sehr elend; -fidel <Adj.;
o. Steig.) (ugs.): sehr fidel, sehr lustig: ^unglücklich <AdJ.;
o. Steig.) (ugs.): sehr unglücklich, verzweifelt.
kreuzbar ['kr^ytßba'.gl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Biol.):
sich kreuzen lassend: -e Sorten, Rassen; kreuzen [knjytßn]
<sw. V.) Imhd. kriuzen = kreuzigen, bekreuzigen, ahd.
krüzön = kreuzigen): 1. verschränken, schräg
übereinanderlegen o. ä. <hat): die Arme, die Beine k.; er hielt die Hände
auf dem Rücken, hinterm Kopf, vor der Brust gekreuzt;
das Symbol besteht aus zwei gekreuzten Balken. 2. sich
in Querrichtung über etw.. eine Fläche bewegen, überqueren
<hat): Fußgänger kreuzen die Straße, den Platz; einen
Fluß k. 3. sich überschneiden, (in seinem Verlauf) schneiden
<hat>: wo die Jägerstraße die Friedrichstraße kreuzt
(Fallada. Mann 240); die Straße kreuzt eine Bahnlinie; (auch
k. + sich:) die Straßen. Linien kreuzen sich; Ü hätten
sich Bebras und meine Wege im Herbst... schon gekreuzt
(wären wir uns schon im Herbst begegnet: Grass.
Blechtrommel 38Ü); Da kreuzten sich ihre Blicke mit denen Gregors
(begegneten ihre Blicke denjenigen Gregors; Kafka,
Erzählungen 71); unsere Briefe haben sich gekreuzt (waren
gleichzeitig in jeweils entgegengesetzter Richtung unten\>egs). 4.
<k. + sich) / einander] entgegenstehen, zuwiderlaufen <hat>:
ihre Interessen. Meinungen. Pläne, kreuzten sich; seine
Ansicht kreuzte sich mit der seiner Parteifreunde. 5. (von
Fahrzeugen, bes. von Schiffen) in einem bestimmten Bereich
ohne angesteuertes Ziel hin u. her fahren <hat/ist): Da
... allenthalben Dampfschiflehen kreuzen, müssen wir uns
anziehen (Frisch. Stiller 204); das Schiff kreuzt auf dem
Atlantik, im Mittelmeer, vorder Küste; Aber die
Flugzeuge, nachdem sie einige Male über dem Gelände gekreuzt
hatten, flogen wieder ab (Apitz, Wölfe 354). 6. (See-
mannsspr.) im Zickzackkurs gegen den Witid ansegeln, ein
Ziel zu erreichen suchen, das in der Richtung liegt, aus
der der Wind weht <hat/ist): die Boote mußten k. 7. (Biol.)
(zum Zwecke der Züchtung neuer Arten. Rassen o. ä.)
Pflanzen bzw. Tiere verschiedener Arten. Rassen od. Sorten
miteinander paaren <hat>: Weizensorten k.; Pferde mit Eseln
k.; Kreuzer, der; -s. - II. 2: nieder! kruiser. eigtl. = hin
u. her fahrendes Schiff; 3: mhd. kriuzer): 1. (Milit.) für
Aufklärung, Sicherung von Geleitzügen w. ähnliche Aufgaben
verwendetes Kriegsschiff. 2. (Segelsport) Segelschiff, das
für größere Reisen ausgerüstet u. geeignet ist (z. B.
Jollenkreuzer. Kiclkreuzer). 3. (bist.) vom 13. bis 19. Jh. in
Süddeutschland. Österreich u. der Schweiz verbreitete Münze
aus unedlem MvtaU mit einem aufgeprägten Kreuz.
Kreuzes- (vgl. auch: 'kreuz-. Kreuz-): ^tod. der: Tod
/Christi] am Kreuz (3); -weg, der <o. PI.): der Leidensweg
des sein Kreuz tragenden Jesus (vom Haus des Pilatus
bis nach Golgatha); -zeichen, das (selten): Kreuzzeichen.
kreuzigen [krQytßign] <sw. V.; hat) [mhd. kriuzigen. ahd.
crüzigön] (hist.): einen zum Tode Verurteilten durch
Annageln od. Festbinden an eitlem Kreuz G) zu Tode bringen,
hinrichten: Christus wurde gekreuzigt; ich bin bereit, mich
k. zu lassen (man kann mit mir machen, was man will).
wenn das nicht stimmt; <subst. 2. Part.:) der Gekreuzigte
(Christus); <Abl.:) Kreuzigung, die; -. -en [mhd. kriuzigun-
gs. ahd. chrüzigunga]: I. das Kreuzigen. 2. (bild. Kunst)
Darstellung der Kreuzigung Christi; <Zus.:> Kroiziguiro-
biM, das: bildnerische Darstellung der Kreuzigung Christi;
Kroiztaungsgruppe, die (bild. Kunst): Kreuzigung (2).
Kraizung. die; -. -en [zu tkreuzen): 1. (bes. Verkehrsw.)
Stelle. an der sich zwei od. mehrere Verkehrswege kreuzen,
überschneiden: eine niveaugleiche, niveauverschiedene,
beampelte K.; eine K. überqueren; die K. räumen; ein
Wirtshaus, das an der K. zweier Landstraßen lag (Bieter.
Bonifaz 178); bei Rückstau nicht in die K. einfahren:
bei Rot über die K. fahren. 2. (Biol.) a) das Kreuzen
(7): eine K. vornehmen, versuchen; b) züchterisches
Ergebnis des Kreuzens (7): diese Tulpen sind eine gelungene
K.;U sein Gesicht... Eine K. aus Essiggurke und
Blindgänger (Remarque. Westen 125).
kraizungs-, Krcuzungs-: ^frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Verkehrsw.): (von bestimmten Verkehrswegen) nicht durch
Kreuzungen unterbrochen; -punkt, der: Punkt. Stelle, an
der sich Wege. Straßen u.a. kreuzen; -stelle, die: vgl.
Mrnnkt; ^verkehr, der (Verkehrsw.): der auf einer Kreuzung
(1) herrschende Verkehr.
Krevette, (auch:) Crevette [kre'veto]. die; -, -n [frz. crevette.
norm. Form von: chevrette = kleine Ziege, wohl nach
dem Hüpfen der gefangenen Tiere im Netz): (an der
südeuropäischen Atlantikküste u. im Mittelmeer vorkommende)
Garnele mit durchsichtigem, mit blauen w. rotbraunen bis
gelben Linien u. Flecken gezeichnetem Körper.
Kribbe [kntel. die; -. -n [zu tKrippe, wohl nach der einer
Futterkrippe ähnelnden Form) (nordd): Buhne.
Kribbel- [ knbl-; zu t kribbeln): ^krankheit. die <o. PI.)
(Med.): svw. tErgotismus; Mnücke.die: svw. tKriebelmük-
ke; -wasser, das (Kinderspr.): Sprudel.
kribbelig, kribblig [knbteMu;] <Adj.) (ugs.): a) (meist präd.)
(durch eitieBefürchtung. Erwartung o. ä. in innere Spannung
versetzt u. dadurch) unruhig, nervös, gereizt: jmd. ist. wird
k.: diese Arbeit macht mich ganz k.; b) (nur attr.) (seltener)
svw. tkribbelnd: ein -es Gefühl in den Händen; <Abl.:>
Kr}bbeligkeit. Kribbligkeit, die; - (ugs.): Zustand des
Kribbeligseins; kribbein [knbjn] <sw. V.) [mhd. kribeln): 1.
von einem prickelnden Gefühl befallen sein, jucken (la)
<hat): mein Rücken juckt und kribbelt (Strittmatter.
Wundertäter 78); <auch unpers.:) es kribbelt mir/mich in der
Nase, in den Fingerspitzen, unter der Haut; Es kribbelte
in ihrem ganzen Körper, als durchflute sie ein Strom (Sim-
mel, Stoff 391); Ü es kribbelt mir in den Fingern (es
reizt mich, die Sache zu tun; ich bin schon ganz ungeduldig).
2. (von einer großen Zahl von Insekten o.a.) eilig, kreuz
u. quer durcheinanderlaufen <ist): überall kribbelt [und
krabbeltl eine Unzahl von Ameisen; kribblig: Tkribbelig;
Kribbliskeit: t Kribbeligkeit.
Kritakrabs [knpskraps]. der od. das; - [wohl zu f kribbeln
u. t krabbeln; vgl. Krimskrams] (1 and seh. veraltend): a)
svw. tKrimskrams; b) unleserlich Geschriebenes; c)
unverständliches Gerede. Durcheinander von Stimmen.
Krickel [knkll. das; -s. -[n] [mundartl. Vkl. von tKnickei
(Jägerspr.): svw. tKnicke.
krickelte, kricklig [knk(d)ii<;] <Adj.) (landsch.): unzufrieden,
nörglerisch: er ist immer so k.; Krickelkrakel [knkfkrakl].
das; -s [zu I krickeln u. tkrakeln] (läm.): unleserliche Schrift:
unleserlich Geschriebenes; krickeln ['knkjn] <sw. V.; hat)
[md. Nebenf. von tkritzeln]: 1. (ugs.) unleserlich schreiben,
kritzeln. 2. (landsch.) nörgeln, streiten.
Krfckelwild, das; -[e]s: svw. tGamswild.
Krickente [krik-]. die; -. -n [lautm.. nach dem Balzruf des
Männchens]: kleine, graugetüpfelte Wildente.
Kricket [knkat]. das; -s [engl, cricket]: englisches
Schlagballspiel, das auf einer Rasenfläche von zwei Mannschaften
ausgetragen wird u. bei dem die Partei der Werfer den
Ball nach bestimmten Regeln ins gegnerische Tor zu bringen
sucht; <Zus.:> Krjckethall. der. Krjcketspieler. der.
kricklig: f krickelig.
Krida [krirda], die; - [älter ital. crida < mlat. crida =
Zusammenrufung der Gläubiger; Konkurs, eigtl. =
öffentliche Bekanntmachung] (österr. Jur.): fahrlässiges od.
betrügerisches Herbeiführen der Zahlungunfähigkeit: wegen
fahrlässiger K. verurteilt werden; Kridar [kri'da.g],
Kridatar [krida'ta:^!. der; -s. -e (österr. jur.): Gemeinschuldner.
Knebelkrankheit ['kri:bl-]. die; - [zu: knebeln = landsch..
sonst veraltete Nebenf von t kribbeln]: t Kribbelkrankheit;
Kriebelmücke, die: kleine, gedrungene Mücke mit breiten
Flügeln, die als Blutsauger u. Krankheitsüberträger bes.
bei Weidetieren auftritt.
kriech-. Kriech-: -band, das <PI. ...bänder) (Bergsteigen):
Band (I 2 m). das so stark von überhängendem Gestein
überwölbt ist. daß es nur kriechend überwunden werden
kann; -blurae.die: svw. t Krabbe (3); -gang, der (Kfz.-T.):
Gang, der durch extreme Untersetzung die Überwindung
großer Steigungen ermöglicht; -gewächs. das: svw. t
^pflanze; -pflanze, die (selten): Pflanze, die nicht in die Höhe
wächst, sondern sich am Boden ausbreitet; kriechende Pflan-
1582
kriegen
ze: ^rose. die: svw. t Feldrose; -sohle, die: svw. TFuß
(1 d); -spur, die: 1. durch Kriechen (2 a) eines Tieres od.
Menschen bewirkte Spur auf dem Boden o. ä. 2. (Verkehrsw.)
(auf Autobahnen) für langsamfahrende Fahrzeuge
vorgesehene Fahrspur auf der Außenseite der Fahrbahn: -ström,
der (Elektrot.): bei mangelhafter Isolation, Feuchtigkeit,
Rissen im Material o. ä. auftretender elektrischer Strom,
dazu: -stromfest <Adj.; nicht adv.> (Elektrot.): so
isoliert, daß kein Kriechstrom auftreten kann: -tempo, das
(abwertend): sehr langsames Tempo, in dem sich ein
Fahrzeug od. eine Fahrzeugschlange fortbewegt: ^ller, das: (zu
einer Klasse der Wirbeltiere gehörendes) wechselwarmes
Tier, dessen Körper mit verhornten Schuppen bedeckt ist
u. das voll ausgebildete od. auch ganz zurückgebildete
Gliedmaßen hat: Reptil (z. B. Echse. Schlange).
Krieche ['kri.cp]. die; -. -n [mhd. krieche, wohl zu: Krieche
= Grieche, nach mlat. prunum graecum = Pflaume aus
Griechenland] (landsch.): svw. THaferpflaume.
kriechen ['kri:$n] <st. V.> /vgl, kreucht/ [mhd, kriechen,
ahd. kriochan]: 1. (von bestimmten Tieren) sich mit dem
ganzen Körper dicht am Boden od. unmittelbar über dem
Boden gleitend, meist nicht schnell fortbewegen <ist>:
Würmer. Schnecken, Raupen kriechen; eine Kreuzotter kroch
über den Weg; Ü jetzt geht alles gut, aber ... wenn Sie
einmal nicht mehr k. können (nicht tnehr gehen können,
alt u. gebrechlich sind: Werfel. Tod 19). 2. <ist> a) (von
Tieren u. Menschen) sich mit an den Boden gedrücktem
Körper fortbewegen: auf dem Bauch, auf allen vieren durchs
Zimmer k.; der Dachs kriecht aus seinem, in seinen Bau;
sie krochen durch einen Tunnel, in eine Höhle; Eine junge
Tsetsefliege kriecht aus der Puppe {schlüpft aus: Grzimek.
Serengeti 2%); Ü Der Rauch kroch (zog langsam) in
dichten Schwaden über die Tische (Kirst. 08/15, 345); b) sich
schutzsuchend] an einen bestimmten Ort begeben, in eine
bestimmte Stelle hineinkriechen, sich verkriechen: der Hund
kroch hinter den Ofen, in die Ecke, unter den Tisch;
todmüde krochen sie ins Bett (ugs.; gingen sie zu Bett):
fröstelnd kroch er unter die Decke. 3. (von Pflanzen, die
nicht in die Höhe wachsen) sich mit ihren Trieben,
Ausläufern o.a. am Boden ausbreiten <ist>: die Ausläufer des
Efeus kriechen am Boden, über die Mauer; Sandwege,
die nur schütter die kriechenden Wurzeln der Sandkiefern
bedeckten (Grass, Hundejahre 33); kriechende Pflanzen.
4. (bes. von Fahrzeugen. Kolonnen o.a.) sich auf Grund
einer Behinderung o. ä. besonders langsam fortbewegen <ist>:
langsam ... kroch ein Zug ... bergwärts (L. Frank. Wagen
22); der Verkehr bewegt sich nur noch kriechend vorwärts;
U die Zeit kriecht; der Zeiger kroch (rückte langsam)
über das Zifferblatt. 5. (abwertend) sich unterwürfig
verhalten: allzu dienstfertig sein gegenüber einem Höher gestellten
<ist/hat>: er kriecht vor jedem Vorgesetzten; eine
kriechende Unterwürfigkeit zeigen. 6. (Technik) (von festen
Werkstoffen) sich bei bestimmter Temperatur u. Beanspruchung
plastisch verformen, dehnen <ist>; <Abl.:> Kriecher, den
-s, - [t kriechen (5)1 (abwertend): jmd.. der sich unterwürfig
verhält, allzu dienstfertig gegenüber einem
Höhergestellten ist: er ist ein widerlicher K.. das Musterbeispiel eines
-s; Kriecherei [krixpr^j], die; -. -en (abwertend): 1. <o.
PI.) die Verhaltensweise des Kriechens (5): die übliche K.
und das heuchlerische Verhalten.... mit dem man ...
Vorgesetzte zu düpieren versucht (Ossowski, Bewährung 19).
2. einzelne kriecherische Handlung: seine -en sind
widerwärtig; kriecherisch <Adj.) (abwertend): in der Weise eines
Kriechers: ein -er Mensch; Baumann kam herüber, k. ihn
zum Bier einladend (Jaeger. Freudenhaus 65).
Kriecherl ['kri^ll. das; -s. -n (österr.): svw. TKrieche;
<Zus.:> Krfccherlbaum. der (österr.).
Krieg [kri:k], der. -[e]s. -e [mhd. kriec. auch: Anstrengung,
Streben; ahd. chreg = Hartnäckigkeit!: mit Waffengewalt
ausgetragener Konflikt zwischen Staaten, Völkern: größere
militärische Auseinandersetzung, die sich über einen längeren
Zeitraum erstreckt (Ggs.: Frieden 1 a): ein konventioneller,
atomarerK.; ein verlorener K.; der totale K.; ein
schmutziger K. (nicht offiziell erklärter Krieg einer Groß- od.
Kolonialmacht gegen eine nationale Befreiungsbewegung, der
unter Mißachtung der Bestimmungen des Völkerrechts bes.
grausam geführt wird: viel), nach frz. guerre sale); ein
gerechter K. [LÜ von lat. bellum iustum]; ein heiliger
(religiös motivierter) K.; ein K. zu Wasser, zu Lande
und in der Luft; der K. [zwischen den beiden Staaten]
ist aus; einen K. anfangen, beginnen, abwenden,
vermeiden, verhindern; den K. beenden, überstehen, überleben,
gewinnen, verlieren; K. führen; einen K. entfesseln; einem
Land den K. erklären; er hat den K. von Anfang bis
Ende mitgemacht; am K. teilnehmen; er ist nicht aus dem
K. heimgekehrt; im K. umkommen, bleiben, fallen; das
Land steht im K.. befindet sich im K. [mit einem anderen
Landl; in den K. ziehen; Die Holländer wollen das Land
mit K. überziehen (geh.; einen Krieg in das Land
hineintragen: Baum. Bali 256); nach, vor dem K.; zum. für den
K. rüsten; zum K. hetzen; Ü der häusliche, eheliche K.
zermürbte sie; die beiden leben, liegen ständig im K,
miteinander; *der kalte K. (ohne Waffengewalt, bes. auj
psychologischer Ebene ausgetragener Konflikt zwischen Staaten,
die verschiedenen ideologischen Machtblöcken angehören:
LÜ von frz. guerre froide); jmdm., einer Sache den K.
ansagen(tKampf); <Abl.:> 'kriegen [kri:gn] <sw, V.; hat)
[mhd. kriegen, auch: sich anstrengen, nach etw. streben]
(veraltet): Krieg führen: Luther machte sich weniger vor:
Nicht der Mensch, sagte er. sondern Gott hänget, rädert,
würget und krieget (Hochhuth. Stellvertreter 200); Kriegen
[-1 <sw. V,; hat) [zu t 'kriegen, ausgehend von der mhd.
(md.) Präfixbildung erkrigen (gek. zu mhd. krigen) =
strebend erlangen, erringen) (ugs.): l.a) bekommen,
erhalten: mit etw. bedacht, versehen werden: zum Geburtstag
ein Buch. Spielzeug k.; er hat für sein gutes Zeugnis von
seinen Eltern ein Fahrrad gekriegt; er hat 50 DM
Finderlohn gekriegt; eine Belohnung, einen Orden, einen Preis
k.; b) jmdm. (als Äquivalent, als Bezahlung o.a.) zuteil
werden: (etwas, worauf man Anspruch hat) bekommen,
erhalten: Gehalt, Arbeitslosenunterstützung k.; keine
Verpflegung, keinen Urlaub k.; ich kriege noch 5 Mark von
dir (du schuldest mir noch 5 Mark): was kriegen Sie
(verlangen Sie) für Ihre Arbeit?; er kriegt 20 Mark für die Stunde
(verdient 20 Mark in der Stunde): für das Auto wirst
du nicht mehr viel k. (wird dir niemand mehr viel bezahlen):
c) jmdm. zugestellt, übermittelt o. ä. werden: Post, einen
Brief, eine Nachricht k.; er hat Bescheid gekriegt, daß
er sofort zurückkommen soll; d) (als Strafe o.a.)
hinnehmenmüssen: bekommen, erhalten: eine Ohrfeige, einen
Rüffel. Schelte. Schläge k.; er hat eine Strafe gekriegt; für
den Einbruch hat er [ein Jahr] Gefängnis gekriegt (ist
er mit [einem Jahr] Gefängnis bestraft worden): e) (an
einer bestimmten Körperstelle) plötzlich von etw. getroffen
werden: einen Stoß, einen Tritt k.; er kriegte einen Schlag
auf den Kopf, in den Bauch; f) von etw. befallen werden:
als Folge einer physischen od. psychischen Veränderung
haben: Wut, Angst, Heimweh k.; allmählich Hunger k.;
er hat einen furchtbaren Schrecken gekriegt; einen roten
Kopf. Falten, eine Glatze k.; g) sich etw. zuziehen: erleiden:
eine schwere Krankheit. Fieber. Schnupfen, einen
Herzinfarkt k.; er kriegte einen Krampf im Bein und mußte
das Rennen aufgeben; h) zu erwarten hohen: mit etw.
rechnen müssen: Besuch. Gäste k.; Unannehmlichkeiten. Ärger
k.; Schnee. Regen k.; wir kriegen heute noch schönes
Wetter; i) in einen bestimmten Zustand geraten: Löcher.
Risse k. (löcherig, rissig werden): J) jnubn. erteilt werden:
einen Auftrag. Befehl k.; du kriegst keine Erlaubnis; er
kriegt immer seinen Willen (man gibt immer seinen
Wünschen nach ).!.*)( durch eigenes Bemühen) zu etw. kommen:
sich verschaffen: keine Arbeit, eine [neue] Stellung k.; es
ist schwer. Personal zu k.; er hat noch einen Platz gekriegt;
keinen Anschluß, keine Verbindung (beim Telefonieren)
k.; einen Einblick in etw.. einen Eindruck von etw. k.
(gewinnen, erlangen): einen Mann, eine Frau k. (finden):
er hat sie. sie haben sich endlich gekriegt (geheiratet):
b) kaufen können, (gegen Geld) erhalten: das Buch ist
nicht mehr zu k.; er hat die Sachen billig gekriegt; was
kriegen Sie? (was wünschen Sie. was möchten Sie liaben?):
c) hervorbringen, entstehen lassen: der Baum hat Knospen.
Blüten gekriegt; sie kriegt ein Baby, ein Kind (ist
schwanger): der Hund hat Junge gekriegt (geworfen): d) zu einem
bestimmten Verhalten o. ä. bringen: er hat ihn nicht dazu
gekriegt, mitzugehen; ob ich ihn dazu k. kann, mir einen
Pelzmantel zu kaufen?; er war bei dem Wetter nicht aus
dem Haus zu k.; e) erreichen, doli jmd., etw. in einen
bestimmten Zustand versetzt wird: das Fleisch weich k.;
sie kriegt ihre Kinder nicht satt; wir haben die Gefangenen
frei gekriegt; 0 erreichen, daß etw. irgendwohin gelangt:
das Klavier durch die Tür k.; der Mittelstürmer kriegte
1583
Krieger
den Ball nicht ins Tor; g) hinkriegen, schaffen, bewältigen:
die Sache ist nicht ganz einfach, aber wir werden es schon
k.; h) (noch zum richtigen Zeitpunkt) erreichen: den Zug,
die Straßenbahn [noch, nicht mehrl k.; \)jmds.. einer Sache
habhaft werden: fangen, fassen: den Dieb, den Ausbrecher,
den Flüchtigen k, 3. <k. + Inf. mit „zu") a) in den Stand
gesetzt werden, die Möglichkeit haben, etw. [zu seinem
Nutzen! zu tun: ctw. zu kaufen, zu essen, zu sehen k.:
er kriegte den Ast zu fassen; b) ertragen müssen: jmds.
Haß zu spüren k.; wenn er das tut. kriegt er von mir
etw. zu hören (werde ich ihm die Meinung sagen). 4. <k.
+ 2. Part.; als Umschreibung des Passivs:) etw. geschenkt,
geschickt, gesagt k. 5. *es nicht über sich k. (ugs.; sich
nicht zu einer / für die eigene od. eine andere Person]
unangenehmen Handlung entschließen können): ich habe es nicht
über mich gekriegt, ihn abzuweisen; <Abl. zu 'kriegen:;
Krieger, der. -s, - [mhd. krieger]: 1. (hist.) Angehöriger
eines Heeres, einer Truppe: die K, der Antike; das Bildnis
eines sterbenden -s. 2. (Völkerk.) zum Kampf ausziehender
männlicher Stconmesangehöriger: mit Pfeil und Bogen
bewehrte K. 3. (geh.. veraltend od. scherzh.) Soldat: Ober,
bringen Sie unseim jungen K. auch ein Bier (Remarque.
Westen 120); er gehört zu den alten -n (Veteranen); Ü
die müden K. kehren heim; *ein kalter K. (Politiker,
der die Methoden des kalten Krieges / in einem bestimmten
Fall] befürwortet, unterstützt).
Krieger-: -adel, der (hist.): adliger Stand, dessen Angehörige
berufsmäßig Krieger (1) sind; -bund. der <PI. -bünde):
svw. t-verein: -denkmal, das (veraltend): Ehretunal zum
Gedenken an die Gefallenen eines Krieges; -friedhof, der
(selten): svw. t Soldatenfriedhof; -grab, das (selten): svw.
t Soldatengrab: -käste, die (meist abwertend): Kaste (2)
von Berufssoldaten; -verein, der (veraltend): Verein, in dem
sich Soldaten nach einem Krieg zusammengeschlossen haben;
-witwe, die: Witwe eines im Krieg gefallenen Soldaten.
kriegerisch <Adj.: meist attr.): a) zu kämpferischen Aktionen
geneigt, bereit; kämpf, angriffs-. kriegslustig: ein -es Volk;
ein -es Auftreten, Aussehen; Militärs und Beamte aus
Mischblut -er Rassen (A. Zweig. Grischa 74); b) <nur
attr.) in der Form von Krieg; militärisch: -e
Auseinandersetzungen. Aktionen, Ereignisse; sich k. auseinandersetzen:
Knegertum, das; -s (selten): svw. f Soldatentum.
kriegführend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): einen Krieg füJxrend,
in einen Krieg verwickelt: die -en Staaten, Länder. Mächte;
Kriegführung, die; -. -en <PI. selten): das Führen eines
Krieges (im Hinblick aid Strategie u. Taktik). eine moderne
K; Ü psychologische K. (Beeinflussung von Menschen in
Kriegszeiten mit psychologischen Mitteln, um bestimmte
Haltungen. Einstellungen. Denkweisen zu erzeugen; nach
engl.-amerik. psychological warfare).
krkgs-,Krk&-: -abenteuer.das; -abitur.das: svw. t
Notabitur: -abdeichen, das: vgl. Kampfabzeichen; -ähnlich (Adj.;
o. Steig.): ein -er Zustand; -akademie, die (früher):
Akademie für militärische Führungskräfte; -anleihe, die:
langfristige Anleihe, durch die ein Land, das sich im Krieg befindet.
• die Mittel zur Kriegführung aufzubringen sucht; -ausbrach,
der <o. PL): /plötzlicher, unerwarteter; Beginn eines
Krieges: am Tag des -s; bei. kurz vor. nach [deml K.; -auszeich-
nung, die: im Krieg erworbene Auszeichnung (3); -bedingt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): durch die Kriegsverhältnisse
bedingt, verursacht: eine -e Verknappung der Rohstoffe;
-beginn, der <o. PI.): vgl. -ausbruch; -bell, das: Streitaxt
der Indianer; Tomahawk; *das K. ausgraben/begraben
(scherzh.; einen Streit beginnen/beenden; nach den
Kriegsbräuchen der Indianer); -bemahmg, die (Völkerk.):
Bemalung des Gesichts u. der Brust bes. bei indianischen Kriegern
(2); *in [voller! K. (scherzh.; 1. [von Soldaten/ mit allen
Orden u. E/irenzeichen geschmückt. 2. I von Frauen i sehr
stark geschminkt): -bericht, der: Bericht über
Kriegsereignisse, dazu: - berieh ter. (kurz für:) -berichterstatter, der.
-berichterstattung, die; -beschädigt <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): durch eine im Krieg erlittene körperliche Schädigung
dauernd gesumiheitlich beeinträchtigt: er ist k.; <subst.:)
-beschädigte, der u. die. dazu: -beschädigtenfürsorge, die:
vgl. ^opferversorgung; -beute, die: im Krieg von der Truppe
Erbeutetes (bes. Waffen u. anderes Kriegsmaterial);
^blinde, der u. die: jmd.. der infolge kriegerischer Ereignisse
erblindet ist; -braut, die: Mädchen, junge Frau, die sich
während des Krieges verlobt od. verheiratet hat u. deren
Schicksal durch die Kriegsereignisse beeinflußt ist; -dich-
tung. die: Dichtung, die den Krieg zum Thema hat. die
aus dem Erlebnis des Krieges entstanden ist; -dienst, der:
I.Dienst als Soldat im Krieg: K. leisten; zum K. einberufen
werden; sich zum K. melden. 2. svw. t Wehrdienst: den
K. verweigern, zu 2: -dienstgegner, der. svw. t-dien st
Verweigerer, -dienstverweigerer, der: Wehrdienstpflichtiger,
der sich unter Berufung auf Gewissensgründe weigert. Kriegs-
od. Militärdienst zu leisten, -dienstverwetgerung, die; -dro-
hung, die: Drohung mit Krieg: den Gegner mit -en
einschüchtern; -eintritt, der; -einwirkung, die: die Gebäude
waren durch K. zerstört worden; --ende, das; -entschädi-
gung, die: vom Sieger dem besiegten Land abgeforderte
Entschädigung; -entscheidend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
den Krieg entscheidend: die Konstruktion neuer, -er
Waffen; -ereignis, das (meist PI.): ein Bericht über die ersten
-se; -erklärung, die [LÜ von frz. declaration de guerrel:
formelle Ankündigung der Kriegsabsichten; -erlebnis, das;
-fall, der: sich auf den K. vorbereiten; im -lel (im Falle
eines Krieges); -film, der; -flagge, die: von einem
Kriegsschiffgeführte Flagge; -flotte, die; Gesamtheit der
Kriegsschiffe eines Landes: -folge, die (meist PL): Schaden, der
als Folge eines Krieges entstanden ist. dazu: -folgelasten
(PI. >: finanzielle Lasten eines Landes, die durch KriegsJ'olgen
verursacht sind; -freiwillige, der: (bes. im l. Weltkrieg)
jmd., der sich freiwillig zum Kriegsdienst (1) meldet; -fiih-
rung, die: svw. tKriegführung; -fuß, der [nach frz. sur
le pied de guerrel nur in den Wendungen mit jmdm. auf
[deml K. stehen/leben (scherzh.; mit jmdm. im Streit liegen)'.
mit etw. auf [dem] K. stehen (scherzh.; etw. [eine bestimmte
Fertigkeit] nur unzureichend beherrschen)', mit der
Rechtschreibung auf [deml K. stehen; -gebiet, das; -gefahr,
die <o. PI.): es bestand höchste K.; -gefangen <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (selten): -e Soldaten; [nicht] lange k.
bleiben; (subst.:) -gefangene, der u. die: Soldat, der im
Krieg vom Feind gefangengenommen wird, in die Hand des
Gegners gerät, dazu: -gefangenenlager. das. -gefangen-
schaft. die: -gegner, der: I. (in einem Krieg) Angehöriger
der gegnerischen Seite: ihre damaligen K. waren die
Russen . 2, jmd.. der den Krieg als Mittel der Auseinandersetzung
zwischen Staaten verneint; -generation, die: a) Altersgruppe
von Menschen, die im Krieg geboren od. aufgewachsen sind;
b) Altersgruppe derjenigen, die den Krieg aktiv mitgemacht
od. bewußt miterlebt haben: -gerät, das <o. PI.) (veraltend):
svw. t-material; -gericht, das: (bis zu/n Ende des 2.
Weltkriegs) Organ der militärischen StraJgerichtsbarkeit [im
Krieg], dazu: -gerichtsbarkeit, die; -geschädigt <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): durch Kriegseinwirkung materiell
geschädigt; (subst.:) -geschädigte, der u. die; -geschehen, das;
-gesdiidite, die: I. Geschichte (1 a) der kriegerischen
Auseinandersetzungen. 2. Geschichteil), deren Inhalt von
Kriegsereignissen handelt; -geschrei, das: I. das laute Schreien
der Kämpfenden vor u. während des Kampfes. 2. (veraltet)
Gerüchte über das vermeintliche Bevorstehen eines Krieges:
überall erhob sich [ein] K.; -gewinn, der (selten): Profit
eines Heereslieferanten im Krieg, dazu: -gewinnler
[...gavmlB], der; -s. - (abwertend): jmd.. der am Krieg
verdient. Kriegsgewinne macht; -glück, das (geh.); -gott, der
(Myth.): Mars war der K. der Römer; -grab, das (meist
PL): Grab eines gefallenen Soldaten; -hafen, der: Hafen
der Kriegsmarine; -handhing, die (meist PI.): kriegerische
Handlung. Aktion; -handwerk, das (o. PI.) (geh..
veraltend): [Kunst der) Kriegführung: das K. erlernen,
betreiben; -held, der (geh.): Soldat, der sich durch große
Tapferkeit ausgezeichnet hat; -herr, der (geh.. veraltend): oberster
militärischer Führer: der König als oberster K.; -hetze,
die (o. PI.) (abwertend): das Hetzen zum Krieg, dazu:
-hetzer, der (abwertend), dazu: -hetzerisch (Adj.; nicht
adv.): -es Auftreten. Gerede; -{unterbliebene, der u. die;
-Industrie, die: Kriegsmaterial her stelletide Industrie;
-invalide, den ^iahr, das: er fiel schon im ersten K.; während
der -e (während der Zeit des Krieges); -Jahrgang, der:
Jahrgang von im Krieg Geborenen; -kamerad, der; -kasse,
die in den Wendungen eine K. mit sich tragen/die K. auf
dem Rücken wegtragen (scherzh.; einen Buckel haben,
bucklig sein): Er war ... besonders kurz geraten und trug
eine K.... mit sich (Degenhardt, Zündschnüre 59); -kind,
das: jmd.. der im Krieg geboren ist; -knecht, der (veraltet):
Soldat; -kosten (PI.); -krüppel, der (emotional): svw.
t -beschädigter, -Versehrter; -kunst, die (geh.. veraltend):
vgl. -handwerk; -läge, die: Stand der Kriegsereignisse:
1584
Kriminalität
die K. hat sich verschlechtert; -laufte [...Igyfto] <PL> (geh.,
veraltend): Kriegszeiten: Erinnerung ... an harte K.
(Tucholsky. Werke I. 169); -list. die: im Krieg angewendete
List, mit der man den Gegner zu täuschen versucht: Ü
(scherzh.:)mit Hilfeeiner K. hatte sie ihm das Geld
herausgelockt; -hist, die <o. Pl.>: rasche Bereitschaft zu einer
kriegerischen Auseinandersetzung: -lüstern <Adj.; nicht
adv.>: erpicht auf eine kriegerische Auseinandersetzung:
-lustig <Adj.; nicht adv.>: rasch bereit zu einer kriegerischen
Auseinandersetzung: -e Völkerschaften; -marine, die:
Seestreitkräfte eines Landes: -maschine, die: 1. (hist.) bei der
Belagerung einer Stadt od. Burg verwendetes Kriegsgerät.
2. (abwertend) das gesamte militärische Potential eines
Staates: -mäßig <Adj.; o. Steig.): den Gegebenheiten
des Krieges entsprechend: eine -e Ausrüstung; -material,
das: jede Art Waffen u, Ausrüstung, die für einen Krieg
bestimmt sind: -minister, der (früher): svw. t
Verteidigungsminister, dazu: -ministerium, das (früher); -müde <Adj.>:
Ich war schon k.. ehe der Krieg überhaupt losging (Kirst.
08/15. 684); -opfer, das (Amtsspr.): jmd.. der durch die
Kriegsereignisse Schaden erleidet od. einen Angehörigen
verliert, dazu: -opferrente, die. -opferversorgung, die; -pfad,
der [LÜ von engl, warpath] in der Wendung auf dem
K. sein (im Begriff eine Attacke gegen etw. zu führen):
-plan, der <meist PI.): Vorhaben eines Krieges: die
Kriegspläne des Gegners aufdecken; Ü Wir haben einen wahren
K. ausgeheckt (scherzh.: für unser Vorhabeneine regelrechte
Strategie entworfen: Grzimek. Serengeti 328);
-Propaganda, die; -psychose, die: in der Bevölkerung herrschende
Angst vor einem vermeintlich bevorstehenden Krieg, -rat,
der in der WendungK. [ablhalten(scherzh.; über ein
gemeinsames Vorhaben (xl. Vorgehen berat schlagen)', -recht, das
<o. PL): völkerrechtliche Vorschriften, die kriegführenden
Staaten in ihren Handlungen bestimmte rechtliche Grenzen
setzen: -roman, der: vgl. -dichtung; -rühm, der: im Krieg
erworbener Rulim; -schaden, der (bes. Amtsspr.): durch
Kriegseinwirkung entstandener tnaterieller Schaden od.
Schaden an Leib u. Leben: -Schauplatz, der [LÜ von frz.
theätre de guerre]: Gebiet, in dem sich ein Krieg abspielt:
-schiff, das: Schiff mit besonderer Waffenausrüstung, das
Kampfhandlungen auf See durcfiführt: -Schluß, der: vgl.
>*ende; -schuld, die: Schuld am Ausbruch eines Krieges:
-schulden (PI.): Schulden des Staates, die durch eine
Kriegführung entstehen: -schuldfrage, die <o. PL): Frage nach
den Urhebern //. den Ursachen eines Krieges: -spiel, das:
1. (Milit.) svw. tPlanspiel. 2. Spiel von Kitidern im Freien,
hei dem sie Kämpfe gegeneinander ausführen: -Spielzeug,
das: Kinderspielzeug, das Waffen u. anderes Kriegsgerät
darstellt: -stärke, die <o. PL): Stärke einer Armee, wie
sie der Kriegsfall vorsieht: -tagebuch, das; -tanz, der: bei
Naturvölkern von bewaffneten Kriegern ausgefü/irtes
tänzerisches Zeremoniell: -tauglich <Adj.>: tauglich zum
Kriegsdienst (Ggs.: -untauglich); -teilnehmen der: jmd.. der aktiv
am Krieg teilnimmt: -tote, der <meist PL): jmd.. der durch
die Kriegsereignisse sein Leben verloren hat: -trauen <sw.
V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part, gebr.): svw. t ferntrauen,
dazu: -trauung,die; -treibender (abwertend): vgl. -hetzen
-trophae, die; -tüchtig <Adj.; nicht adv.); -untauglich
<Adj.) (Ggs.: -tauglich); -verbrechen, das (jur.): gegen
das Völkerrecht versto/Setides Verbrechen in einem Krieg:
-Verbrecher, der: jmd.. der ein Kriegsverbrechen begangen
hat. dazu: -verbrecherprozeß, der; -verdienstkreuz, das:
für Verdienste im Krieg verliehene Auszeichnung von der
Form eines Kreuzes (2); -Verhältnisse <P1.): durch die K.
bedingt; -verletzt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl.
-beschädigt; (subst.:) -verletzte, der u. die: vgl. -beschädigte:
-Verletzung, die: im Krieg erlittene Verletzung.
Verwundung: -versehrt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl.
-beschädigt, -verletzt; <subst.:> -Versehrte, der u. die: vgl.
-beschädigte, -verletzte; -verwendungsßhig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (Amtsspr.): für den Kriegsdienst tauglich: k.
sein; jmdn. k. schreiben; Abk.: kv.; -veteran, der; -volk,
das (veraltet): Krieger. Soldaten: -Vorbereitung, die <meist
PI.); -wafle, die (meist PI.) (veraltend): im Krieg
einzusetzende Waffe: -wagen, der: svw. t Streitwagen; -waise, die:
Kind eines im Krieg gefallenen Soldaten: -wichtig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): militärisch, strategisch wichtig:
-e Anlagen; ein -er Wirtschaftszweig; -wirren <PI.): sie
hatten sich in den K. aus den Augen verloren; -Wirtschaft,
die: auf die Erfordernisse des Krieges hin ausgerichtete
Volkswirtschaft eines Landes (Ggs.: Friedenswirtschaft);
-Wissenschaft, die: svw. t Wehrwissenschaft; ^zeit, die: in
-en; während der K. war er dienstverpflichtet; -zerstört
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): im Krieg zerstört: ein -es
Gebäude; -ziel, das; -zug, der (früher): Feldzug: Zug eines
Heeres in einen .Krieg: -zustand, der <P1. selten):
Zustand des Krieges, in dem sich ein Land mit einem od.
mehreren anderen befindet: ein dreißig Jahre währender
K.; das Land befindet sich [mit einem anderen Land]
imK. (imKrieg):-zweck,der <meistPL).
Kriekente [kri:k-]: fKrickente.
Krikotomie flcrikoto'mi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech, krikos
= Ringu. tome = das Schneiden. Schnitt] (Med.):
operative Spaltung des Knorpels der Luftröhre bei drohender Erstik-
kung (z. B. bei Diphtherie).
Krill [knll, der; -[e]s [engl, krill < norw. (mundartl.) kril
= Fischbrut]: (bes. in den Polarmeeren aultretendes) oft
orangerot gefärbtes, sehr eiweißreiches tierisches Plankton,
das vor allem aus winzigen Krebsen u. Schtwcken besteht.
Krimi [kri:mi. knmi], der; -[s]. -[s] [gek. aus
Kriminalroman] (ugs.): 1. Kurzf. von T Kriminalfilm: sich einen K.
[im Fernsehen] anschauen; Ü die Quizsendung war diesmal
der reinste, ein richtiger K. (es ging dabei sehr spannend
zu). 2. Kurzf. von fKriminalroman: sie liest, verschlingt
einen K. nach dem andern. 3. Kurzf. von IKriminalstück:
das Theater hat einen K. auf dem Spielplan; kriminal
[krimina:!] <Adj.; o. Steig.) [lat. criminälis = ein
Verbrechen betreffend, zu: crimen = Vergehen. Verbrechen]
(veraltet): strafrechtlich: Kriminal [-]. das; -s. -e (österr.
veraltend): Strafanstalt. Zuchthaus.
Kriminal-: -beamte, der: [nicht uniformierter] Beamter der
Kriminalpolizei: -fall,der: lFall(3). bei dem eine Strafsache
untersucht, verhandelt wird, aufgeklärt werden soll: -film,
der: Film, bei dem ein Verbrechen u. seine Aufklärung im
Mittelpunkt stehen: -Bericht, das (veraltet): Strafgericht:
-aeriditsbarkeit, die (veraltet); -geschichte, die: 1. vgl.
-film. 2. <o. PL) Geschichte der Kriminalistik, der
Kriminalität: ein einmaliger Fall in der K.; ^Hörspiel, das: vgl.
-film; -kommissar,der: vgl. -beamte; -komodie, die: vgl.
-film; ^museum, das: vorwiegend polizeilichen Zwecken
dieneniie. museumsähnliche Einrichtung mit einer Sammlung
von Gegenständen, die als Hilfsmittel für Straftaten
verwendet wurden: -Pädagogik,die: Pädagogik, die im Strafvollzug
den Gedanken der Resozialisierung in den Vordergrund stellt:
forensische (2) Pädagogik: -polizei, die: Zweig der Polizei,
dessen Aufgabe in der Verhütung. Aufdeckung u. Bekiunp-
fung von Straftaten besteht: Kurzwort: Kripo; -prozeß.
der (veraltet): Strafprozeli: -Psychologie, die: forensische
(2) Psychologie: -recht, das (veraltet): Strafrecht: -roman.
der: vgl. -film; -Soziologie, die: Teilgebiet der Soziologie,
das die Kriminalität als Ergebnis gesellschaftlicher
Verhältnisse untersucht: -Statistik, die: amtliche Statistik über
Kriminalität, -stück, das: vgl. -film; -technik, die: Teilgebiet
der Kriminologie, das alle mit technischen Mitteln
durchführbaren Untersuchungen (z.B. Spurensicherung) zur
Aufklärung einer Straftat umfaßt: -Zeitschrift, die.
Kriminale, der; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete). Kriminaler.
der: -s. - (ugs.): svw. tKriminalbeamter: Sofort spurteten
die beiden-n zu dem Fahrzeug (MM 28. 3.69.12);
kriminalisieren [...nali'zi:ran] <sw. V.; hat): 1. beijmdm. kriminelle
Neigungen wecken: kriminell machen, in die Kriminalität
treiben: die sozialen Mißstände haben dazu beigetragen,
die Jugend zu k. 2. als kriminell erscheinen lassen, hinstellen:
eine Erklärung .... in der das Vorgehen ... als Versuch
bezeichnet wird, die demokratischen Bestrebungen der
Schülerschaft zu k. (MM 18.1.72.10); Abi / Kriminalist
rung. die; -. -en: das Kriminalisieren, das
Kriminalisiertwerden: Kriminalist [...hst]. der; -en, -en: 1. (veraltend) Lehrer.
Professor des Kriminalrechts: Strafrechtler. 2. Beamter.
Sachverständiger. Mitarbeiter der Kriminalpolizei: einige
-en der Mordkommission; Kriminalistik, die; -: (als
Teilbereich der Kriminologie) Wissenschaft* Lehre von der
Aufklärung u. Verhinderung des Verbrechens: kriminalistisch
<Adj.; o. Steig.): die Kriminalistik betreffend, auf ihr
beruhend, zu ihr gehörend: die Mittel der Kriminalistik
anwendend: -e Fähigkeiten; -er Spürsinn; seine Kombinationen
waren geradezu k.; k. vorgehen; etw. k. untersuchen;
Kriminalität [...lite:t], die; -: 1. das Sich-strafbar-Machen.
Straffälligwerden: Straffälligkeit: mit der Boheme verbindet ihn
die Möglichkeit der K. (Adorno, Prismen 203). 2. Gesamt-
100 GDW
1585
kriminell
heit. Umfang der in einem bestimmten Gebiet / innerhalb
eines bestimmten Zeitraums] vorkommenden Straftaten:
eine hohe, erschreckende K.; die K. ist in dieser Stadt im
letzten Jahr beachtlich zurückgegangen, gesunken, greift
immer mehr um sich; die K. bekämpfen; gegen die K.
angehen; kriminell [kriminell <Adj.) [frz. criminel =
verbrecherisch; strafrechtlich < lat. crlminälis. t kriminal]:
l.a) strafbare, verbrecherische Handlungen, Straftaten
begehend, begangen habend; zu strafbaren, verbrecherischen
Handlungen neigend: -e Jugendliche; -e Elemente: sie sind
in einem -en Milieu (in einem Milieu, in dem strafbare,
verbrecherische Handlungen üblich sind) aufgewachsen; er
wird gesucht wegen Unterstützung einer -en Vereinigung;
er ist k. (straffällig) geworden; Ich bin nicht k.. ich bin
homosexuell. Das ist wesentlich schlimmer (Ziegler.
Konsequenz 57); k. handeln (eine strafbare, verbrecherische
Handlung begehen); b) <nicht adv.) eine strafbare,
verbrecherische Handlung darstellend: ein -es Verhalten,
Vergehen; eine solche Tat ist k. (ist strafbar, verbrecherisch).
2. (ugs.) sich an der Grenze des Erlaubten bewegend;
unverantwortlich, schlimm; rücksichtslos, unverschämt: das
sind ja [geradezu] -e Methoden!; er fährt k.; was er mit
seinem Gegenspieler macht, ist schlichtweg k.; <subst.:>
Kriminelle, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd.
der straffällig geworden ist, eine Straftat, ein Verbrechen
begangen hat; kriminogen [...no'ge:n] <Adj> [t-gen] (bil-
dungsspr.): das Verbrechen begünstigend; die Bereitschaft.
Neigung zu kriminellen Handlungen fördernd: Kriminologe
[...no'kv.gd]. der; -n. -n [t-loge]: Wissenschaftler, Fachmann
auf dem Gebiet der Kriminologie; Kriminologie [...nolo'gi:].
die; - [t-logie]: Wissenschaft, die Ursachen u.
Erscheinungsformen des Verbrechens unter suclu u. sich mit der
Verhinderung, Aufklärung u. Bekämpfung des Verbrechens befaßt;
kriminologisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die
Kriminologie betreffend, zu ihr gehörend; mit den Methoden, Mitteln
der Kriminologie arbeitend.
Krimmer [krimc], der; -s. - [nach einer erstmals auf der
Halbinsel Krim (älter: Krimm) in der Sowjetunion
gezüchteten Rasse von Schafen]: 1. dem Persianer ähnliches, meist
graues Lammfell. 2. dem Persianer ähnliches* bes. als Stoff
für Jacken, Mäntel u. Besätze verwendetes Gewebe.
krimpen [krimpn] <sw. V.; hat) [mniederd. krimpen, verw.
mit tKrampf): 1. (landsch.) a) einschrumpfen, eingehen,
einlaufen: der StofT krimpt in der Wäsche; b) einschrumpfen
lassen. 2. (Seemannsspr.) (vom Wind) sich (auf der nördl.
Halbkugel) entgegen dem Uhrzeigersinn od. (auf der südl.
Halbkugel) in Richtung des Uhrzeigersinm drehen.
Krimsekt [knm-]. der; -[e]s: aus Weinen der Halbinsel Krim
{Sowjetunion) hergestellter Schaumwein.
Krimskrams ['krimskramsl. der; -[es] [verdoppelnde Bildung
mit Ablaut zu tKram. viel], unter Anlehnung an nordd.
krimmein = kribbeln] (ugs.): wertloses /durcheifumderlie-
gendesj Zeug, Kram: da sind sie noch, die fast vergessenen
Schätze seiner Kindheit; Spielsachen. K.. Kartons (Bild
u. Funk 21. 1966. 41); K. (dieses u. jenes, Kleinigkeiten)
kaufen: mit solchem K. (mit solchen Belanglosigkeiten)
gebe ich mich doch nicht ab.
Kring [knnl. der; -[eis. -e. Kringe [krwa]. die; -. -n [spätmhd.
kringe. zu tKringel] (landsch.): ringförmiges Kissen, Polster
für Lasten, die auf dem Kopf getragen werden; Kringel
['krroj]. der; -s. - [mhd. kringel = Kreis, ringförmiges
Gebilde. Brezel. Vkl. von: krine = Kreis. Ring. Bezirk]:
1. kleiner, nicht exakt gezeichneter Kreis, kleitier Ring;
Kreisförmiges; er malte ein paar K.; Wie die Dogge gelb
wurde und braune K. bekam (Reinig. Schiffe 37). 2. kleines
ringförmiges Gebäck; kringelig ['krmdli^l <Adj.; o. Steig.):
wie Kringel, Schnörkel geformt; in Kringeln; sich kringelnd;
schnörkelig: lauter schöne nackte Mädchen mit gelben
-en Haaren (Keun. Mädchen 171); *sich k. lachen (ugs.;
sehr, herzhaft lachen); kringeln [krmlnl <sw. V.; hat):
a) zu einem Kringel (\),zu Kringeln formen; Kringel, kleine
Kreise, Ringe. Bogen, Schnörkel tnachen, bilden: das
Schwein kringelte wieder seinen Schwanz; Wind und
Feuchtigkeit kringelten ihr Haar; b) <k. + sich) sich zu
einem Kringeld ), zu Kringeln formen; die Form von Kringeln
annehmen: die Hobelspäne kringeln sich; Die schwarzen
Strümpfe kringeln sich (werfen Falten) über ihren Füßen
(Imog. Wurliblume 346); *sich [vor Lachenl k. (ugs.;
herzhaft, heftig, unbändig lachen; sehr lachen müssen): zum
Kringeln sein (ugs.; zu heftigem Lachen reizen).
Krinoline [krinoilmal. die; -. -n [frz. crinoline. eigtl. =
Roßhaargewebe < ital. crinolino. aus: crino = Pferdehaar
(<lat. crlnis = Haar) u. lino = Leinen (<lat. llnum)]
(früher): (im 19.Jh. in der Damenmode üblicher) unter
einem Kleid mit weitem Rock getragener langer, durch
Fischbeinstäbchen versteifter <xf. über ein Gestell
gearbeiteter, ringsum weit abstehender Rock.
Kripo ['kri:po]f die; -: Kurzwort für tKriminalpolizei;
<Zus.:> Kripochef, der (ugs.).
Krippe ['knpdl. die; -, -n [mhd. krippe. ahd. krippa. eigtl.
= Flechtwerk. Geflochtenes]: 1. auf einem Gestell od. an
einer Wand befestigter Trog für das Futter von Vieh od.
Wild: die K. reinigen, mit Futter füllen; im Winter werden
auf einem Futterplatz -n für Rehe und Hirsche aufgestellt;
das Jesuskind lag in einer K.; U zur Krippe (zum Essen)
kommen, eilen: * an die K. kommen/an der K. sitzen (t
Futterkrippe). 2. bildliche Darstellung einer Szenerie aus der
Weihnachtsgeschichte mit figürlichen Nachbildungen von
Josef u. Maria mit dem Jesuskind in der Krippe, von Hirten,
Engeln u.a.: eine K. unter dem Christbaum aufbauen.
3. kurz für tKinderkrippe, die Kinder in die K. bringen.
4. (veraltet) aus Holz, Flechtwerk o. ä. hergestellter Schutz
an Deichen od. bestimmten Stellen eines Ufers; <Abl. zu
4:> krippen [kripn] <sw. V.; hat) (veraltet): mit Flechtwerk
o.a. befestigen, schützen: einen Deich k.
Krjppen-: -beißer, der (Fachspr.): Pferd, das die Unart hat,
die Zähne auf den Rand der Krippe (1) aufzusetzen u. dabei
Luft zu schlucken; ^figur, die: Figur, die zu einer Krippe
(2) gehört; -setzer, der: svw. t ^beißen -spiel, das: meist
von Laien aufgeführtes Spiel, das in szenischer Abfolge
das Geschehen um die Geburt Christi darstellt.
Kris [kri:s]. der; -es. -e [malai. kris]: malaiischer Dolch mit
zweischneidiger, gewellter Klinge u. verziertem Griff
Krise f kri:za], die; -. -n [frz. crise < lat. crisis < griech.
krisis = Entscheidung, entscheidende Wendung]: I.
schwierige Lage, Situation, Zeit /die den Höhe- u.
Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstelltJ;
Schwierigkeit, kritische Situation: Zeit der Gefährdung, des
Gefährdetseins: eine wirtschaftliche, politische, materielle,
finanzielle K. steht bevor, droht, deutet sich an. wird sichtbar,
die K. flaut ab; eine schwere, seelische, geistige, moralische
K. durchmachen, überwinden; eine drohende K.
voraussehen: aus einer gefährlichen K. wieder herauskommen: in
eine K. geraten; das Unternehmen, die Wirtschaft, die
Partei steckt in einer handfesten K.; ich glaube, daß diese
Frau sich in einer K. befindet (H. Mann. Stadt 114).
2. (Med.) svw. tKrisis (2); kriseln [kri.zln] <sw. V.; hat;
unpers.): (von einer Krise, einem knsenhaften Zustand)
irgendwo bevorstehen, drohen, vorhanden sein, herrschen:
bei einer Firma, in einer Ehe. einer Partei, einem Verein
kriselt es; es kriselt zwischen den Ehepartnern.
krjsen-, Krisen- (Krise 1): -anfällig <Adj.; nicht adv.): zu
Krisen neigend, leicht in eine Krise geratend: ein -es
Unternehmen. Land, dazu: -anfälligkeit, die; -Erscheinung, die:
eine Krise kennzeichnende Erscheinung; ^fest <Adj.; nicht
adv.): gegen Krisen gesichert, nicht anfällig für Krisen:
ein -es Wirtschaftssystem. Unternehmen; dazu: ^Festigkeit.
die; -gebiet, das: Gebiet, das sich in einer politischen, auch
wirtschaftlichen Krise befindet, in dem es leicht zu politischen
Krisen, zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommen
kann; -herd, der: vgl. -gebiet; Management, das: die
Gesamtheit der Maßnahmen zur Lösung politischer,
wirtschaftlicher o. ä. Krisen u. Konflikte; -sicher <Adj.; nicht
adv.): vgl.-fest: -e Arbeitsplätze: -Situation, die; -Stab.
der. offizielles Gremium sachverständiger Persönlichkeiten,
das zur Behebung politischer, wirtschaftlicher o. ä. Krisen,
Konflikte od. bestimmter Notsituationen gebildet wird;
-zeit, die: Zeit, in der eine Krise herrscht.
krisenhaft <Adj.; o. Steig.): eine Krise kennzeichnetuie
Erscheinungen aufweisend; mit den für Krisen typischen
Kennzeichen: -e Zustande, Zeiten; eine -e Zuspitzung der
weltpolitischen Lage (Welt 27. 10. 62. 10); sich k. entwickeln,
zuspitzen, dazu: Krisenhaftigkeit, die; -; Krisis [kri:zis],
die; -. Krisen: 1. (veraltend) svw. tKrise (1). 2. (Med.)
kritischer Wendepunkt im Verlauf einer akuten Krankheit.
krispeln [knsplnl <sw. V.; hat) [wohl zu md. krispeln =
rascheln, knistern, lautm.] (Gerberei): (Leder) mit einem
entsprechenden Holz od. einer Maschine weich u.
geschmeidig machen u. dabei die Narbung hervortreten lassen.
'Kristall [kns'tal], der; -s. -e [mhd. cristalle. ahd. cristalla
1586
Kritiker
< mlat. cryslallum < lat. crystallus < griech. krystallos
-Eis; Bergkristall]: chemisch einheitlich
zusammengesetzter fester Körper, der von gleichmäßig angeordneten ebenen
Flächen begrenzt ist: die Struktur, der Aufbau, das
Wachsten, die Bildung eines -s; Kristall [-]. das; -s: 1. stark
Hmzendes. meist geschliffenes Glas (von bestimmter chemi-
xher Zusammensetzung); Bleikristall; Kristallglas: eine
Schale. KarafYe, Vase aus K.: der Wein funkelte im
geschliffnen Kristall der Gläser. 2. Gegenstände aus Kristall (1):
Ae Vitrine, in der sie ihr K. aufbewahrt.
krät*U~. Kristall-: -bildung. die: Entstehung von 'Kristallen;
^tktmk. die: (als Teilgebiet der Chemie) Wissenschaft
•am der chemischen Zusammensetzung der Kristalle, ihren
mm dieser Zusammensetzung abhängenden physikalischen
Eigenschaften, ihrem inneren Aufbau u. ihren äußeren
Formen; -diode, die (Elektrot.): elektrisches Schaltelement.
das vor allem zur Gleichrichtung von Wechselspannungen
±ent; -*eis, das: aus destilliertem Wasser hergestelltes, ganz
klares u. keimfreies Eis; -gitter, das (Chemie): räumlich
atterartige Anordnung der Ionen. Atome od. Moleküle in
Kristallen; -glas, das: 1. <o. PI.) svw. f Kristall (1). 2.
Trsnkgefäß aus 1Kristall (1); -hell <AdJ.; o. Steig.; nicht
aiO: vgl. -klar; -klar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: klar
« durchsichtig wie 2Kristall: -es [Brunnenjwasser; ein -er
See; U war er bereit.... mit -er Logik genau das Gegenteil
/u vertreten (Leonhard. Revolution 161); -leuchter (un-
trtrennt: Kristalleuchter), der: Leuchter, der überwiegend
»5 geschliffenem ^Kristall (1) gefertigt ist; -hister (unge-
txnnl: Kristalluster). der (österr.): svw. t-lüster; -Kister
funtfetrcnnt: Kristallüster), der: vgl. -leuchten -optik.die:
Lthre vom Verhalten der Kristalle gegenüber dem Licht
ab Teilgebiet der Kristallphysik; -physik, die: (als Teilge-
S*7 der Physik bzw. der Kristallographie) Wissenschaft.
Jx sich bes. mit den physikalischen Eigenschaften der
Kristalle u. den in ihnen auftretenden physikalischen
Erscheinungen befaßt; -schale, die: Schale aus geschliffenem 2Kristall
<l); -struktur, die: vgl. -gitter; -vase. die: vgl. -schale;
-tiolett, das: violetter Farbstoff, der sich in Wasser u.
öl löst u. der zur Herstellung von Minen für Kopierstifte
ml Kugelschreiber, von Farbe für Stempelkissen. Farbbänder
u ä. verwendet wird; -wasser, das <o. PI.) (Chemie): Was-
irr. das am Aufbau von Kristallen beteiligt, an kristallisierte
Verbindungen chemisch gebunden ist; -zucken der (bes.
Fachspr.): gereinigter, veredelter, aus farblos glänzenden
Körnern bestehender weißer Zucker.
krittelten <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [spätmhd. kristallen,
mhd. kristallin < lat. crystallina < griech. kryställinos]:
jus ^Kristall (1) bestehend: eine -e Vase; Ü ein -er (geh.;
kristallklarer) See; kristallin [knsta'li:n]. (veraltend.) kri-
«mMinLsch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (bes. Mineral.):
m^ Kristallen bestehend, zusammengesetzt: -er Schiefer;
ein -es Pulver. Kristallisation [...liza'tßio.n], die; -. -en [frz.
crisiallisation.zu:cristalliser = Kristalle bilden] (bes.
Chemie): das Kristallisieren; Prozeß. Zeitpunkt der Kristallbil-
Jking: die K. eines Stoffes; U Dieser geschichtliche
Augenblick ... ist die K. seiner Metaphysik (Adorno. Prismen
263): <Zus.:)Kristallisationsprozeß,der (Chemie): Kristalli-
«ttonspunkt, der (Chemie): Punkt, an dem ein Stoff
kristallisiert. Kristalle bildet: der K. einer übersättigten Lösung;
JdiePolis...K. (Zentrum. Ausgangs- u. Kernpunkt.
Grundlage) griechischer Kultur und politischer Aktivität (Fraen-
kcl. Staat 257); kristallisch <Adj.): I. <o. Steig.; nicht adv.)
isehener) aus Kristallen bestehend; die Form, das Aussehen
mvi Kristallen aufweisend: -es Gestein; langsam schweben
d* -en Flocken (K. Mann. Vulkan 270). 2. (geh.) hell.
*4r. durchsichtig wie 2Kristall (1); kristallklar: ein -es
Funkeln; der See schimmerte k.; kristallisieren [...tali'zi:ren]
s*. V.; hat) [frz. cristalliser] (bes. Chemie): a) Kristalle
bilden, entstehen lassen: Diamant kristallisiert kubisch; in
Würfeln kristallisierende StofTe; b) <k. + sich) sich zu
Kristallen umformen, sich in Kristalle verwandeln, zu
Kristallen werden: Der Zuqker kristallisiert sich braun (Hörn.
Gäste 252); Ü Die Reise hinterließ Eindrücke, die sich
n der Folgezeit kristallisierten (geh.; deutliche Konturen
gewannen. Gestalt annahmen) und weiterwirkten (Kantoro-
hkz, Tagebuch I. 469): <Abl.:) Kristallisierung, die; -.
<n; Kristallit [...tali:t. auch: ... lit], der; -s. -e: kleiner
Kristall mit unregelmäßiger, nicht deutlich ausgeprägter
OArr/7or/i^-Kristallo8raphk«die; - [t-graphie]: (als
Teilgebiet der Physik u. der Mineralogie) Wissenschaft vom
Aufbau u. der Bildung der Kristalle u. von ihren chemischen
u. physikalischen Eigenschaften; kristallographfoch <Adj.;
o. Steig.): die Kristallographie betreffend, zu ihr gehörend;
mit den Mitteln der Kristallographie; Kristalloid [...talo'i:t],
das; -[e]s, -e [zu griech. -oeides = ähnlichl: einem xKristall
ähnlicher Körper; Stoff mit einer den Kristallen ähnlichen
Struktur; Krfetallomantjgt die; - [zu griech. manteia =
das Weissagen] (Parapsych.): seit dem späten Mittelalter,
insbes. im 17. Jh.. geübte Kunst des Wahrsagern mittels
eines' Kristalls, in dessen spiegelnde Flächen visionäre
Inhalte hineingesehen werden.
Kristiania [kns'tja.'nia]. der; -s. -s [nach dem ehemaligen
Namen der norw. Hauptstadt Oslo] (Ski veraltet): Schwung
quer zum Hang.
Kriterium [kri'te:riumhdas; -s. ...ien [...jpn; griech. kriterion.
zu: krinein. tkritisch]: 1. (bildungsspr.) kennzeichnendes,
unterscheidendes Merkmal; entscheidendes Kennzeichen: ein
objektives, hinreichendes, brauchbares K.; Kriterien fiir
etw.. aufstellen, geltend machen, finden; den Kriterien
nicht genügen: etw. zum K. für eine Auswahl machen.
2. (Sport) a) in verschiedenen Sportarten meist mit einer
großen Zahl von Teilnehmern ausgetragenes Wettrennen,
bei dem keine Meisterschaft ausgetragen, sondern nur ein
Sieger ermittelt wird: die junge Skiläuferin hat das erste
K. dieses Jahres, das K. des ersten Schnees gewonnen;
b) (Radsport) Straßenrennen auf einem Rundkurs, bei dem
der Sieger durch die Ergebnisse einzelner Wertungen nach
Punkten ermittelt wird: Kritik [kri'ti:k. auch: kri'tik]. die;
-. -en [frz. critique < griech. kritike (techne) = Kunst
der Beurteilung, t kritisch]: 1. <PI. selten) a) [fachmännisch]
prüfendes Beurteilen. Begutachten; Bewertung.
Einschätzung; beurteilende Äußerung: eine objektive, gerechte,
offene, sachliche, helfende, kameradschaftliche, harte, negative
K.; Am völlig freien Gestalten verhinderte ihn seine stets
wache K. (seine kritische Haltung, sein wacher Verstand;
Friedell, Aufklärung 49); etw. einer, der K. unterziehen
(es prüfend beurteilen, begutachten); er legte Wert auf
die K.. war stets dankbar für die K. seines Freundes;
b) das Beanstanden. Bemängeln; Tadel: seine K. [an den
Zustanden] störte sie nicht; er kann keine K. vertragen;
an jmdm.. etw. K. üben (etwas auszusetzen, zu beanstanden
haben); diese Maßnahmen stießen auf heftige K.; '"unter
aller/jeder K. (ugs.; sehr schlecht): die Mannschaft war.
spielte heute unter aller K.; c) (DDR) Fehler u.
Versäumnisse beanstandende [öffentliche] kritische Stellungnahme als
Mittel zur politischen u. gesellschaftlichen
Weiterentwicklung. 2.a) kritische da) Beurteilung. Besprechung einer
künstlerischen Leistung, eines wissenschaftlichen,
literarischen, künstlerischen Werkes (in einer Zeitung, im
Rundfunk o. ä.J: die K. in der Zeitung über sein letztes Konzert
war wohlwollend, schonungslos, scharf, vernichtend, nicht
gerade positiv; das ist keine gute (keine gut geschriebene,
sachverständige) K.; er hat nur gute (positiv wertende,
wohlwollende) -en bekommen; die Zeitschrift bringt öfter
-en (Rezensionen); -en schreiben, lesen, sammeln; der
Film kam in der K. noch gut weg (ugs.; wurde noch recht
positiv kritisiert); b) Gesamtheit. Gruppe von Kritikern
(2): die K. war einhellig der Meinung, daß die
Aufführung gelungen sei; die K. nahm die Neuinszenierung
unterschiedlich auf; das Buch kam bei der K. nicht an.
kriük-, Kritik-: -fähig <Adj.; nicht adv.): imstande, fähig.
Kritik zu üben, dazu: -fähigkeit, die <o. PL); -fest <Adj.):
durch Wissen, unanfechtbare Richtigkeit u. ä. gegen Kritik
geschützt, gefeit: Ein derart versachlichtes ... Denken ist
k. (Gehlen. Zeitalter 105). dazu: -Festigkeit, die; -los (oft
abwertend): kein kritisches Urteil habend; ohne prüfende
Beurteilung. Begutachtung: eine -e Haltung, ein -es
Hinnehmen der Dinge; er ist einfach zu k.. läßt alles k. über
sich ergehen, dazu: -losigkeit, die; -: Die wohlpräparierte
Schaufenster-Darstellung einer sozialistischen Brigade ...
war oft von entwaffnender K. (Hörzu 16, 1973. 181);
^punkt, der: einzelner Punkt einer Kritik; -würdig <Adj.;
nicht adv.): wert, kritisiert zu werden, dazu: ^Würdigkeit,
die.
Kritikaster [kritikaste], der; -s. - [zu t Kritiker nach spät lat.
Philosophaster = Scheinphilosoph] (bildungsspr.
abwertend): kleinlicher, nörgelnder Kritiker; Kritteler: die
Staustufen selbst sind so flach und unauffällig .... daß sie
nur noch ein paar ganz besonders voreingenommene K.
zu stören vermögen (Zeit 29. 5. 64, 24); Kritiker [kri:tikB.
•CO'
1587
Kritikerin
auch: 'kn...]. der; -s, - [lat. criticus < griech. kritikös]:
1. jmd., der jmdn., etw. prüfend beurteilt, kritisiert: er ist
ein wohlwollender, unbestechlicher, strenger,
schonungsloser K. des Präsidenten, der neuen Politik; diese
Eigenschaft wurde ihm weder von seinen Bewunderern noch
von seinen -n zuerkannt. 2. jmd., der in einer Zeitung,
Zeitschrift [berufsmäßig! Kritiken (2a) schreibt, die bes.
den Bereich der Kunst betreffen: prominente K.
verschiedener Zeitungen waren bei der Premiere zugegen; sein neues
Stück wurde von den -n zerrissen, durchweg gelobt;
Kritikerin, die; -. -nen: w. Form zu t Kritiker; Kritikus [kri:tikus,
auch: kn...], der; -, -se (veraltet, noch scherzh. od.
abwertend): svw. tKritiker, kritisch [kri:tif, auch: 'kn...] <Adj.>
[frz. critique < lat. criticus < griech. kritikös = zur
entscheidenden Beurteilung gehörend, zu: krinein =
scheiden, trennen; entscheiden, urteilen]: l.a) nach präzisen
wissenschaftlichen, künstlerischen o. ä. Maßstäben
gewissenhaft, streng prüfend u. beurteilend: genau abwägend: ein
-er Kommentar, Bericht. Beitrag; er ist ein sehr -er Leser;
ein Kunstwerk mit -en Augen betrachten; der -e Apparat
(Wissensch.; Gesamtheit der Lesarten, textkritischen
Anmerkungen u. Verbesserungen) eines Textes; eine -e Ausgabe
(Wissensch.; textkritisch bearbeitete Ausgabe mit Angabe
von Lesarten, Verbesserungen o. ä.) eines literarischen
Werkes; seine Bemerkungen zu diesem Problem hätten etwas
-er sein können; etw. k. betrachten; einer Sache k.
gegenüberstehen; b) negativ beurteilend: eine negative Beurteilung
enthaltend: mißbilligend, tadelnd: seine -en Bemerkungen.
Worte verletzten sie; er fürchtete ihre -en Blicke; sie sah
ihn k. an und schüttelte den Kopf. 2. <nicht adv.) a)
<o. Steig.) einen Wendepunkt bedeutend, eine Wende
bringend: den Höhe- u. Wendepunkt einer [gefährlichen]
Entwicklung darstellend: entscheidend: jetzt kommt ein -er
Augenblick, eine -e Phase; die Verhandlungen haben einen
-en Punkt erreicht; der Prozeß nimmt eine -e Wendung;
die -en Jahre (Wechseljahre) der Frau; Wenn Männer
in die -en Jahre kommen (Hörzu 39. 1970. 132); der -e
Punkt einer Sprungschanze (Skisport; Weite, bis zu der
auf einer Schanze unter normalen Bedingungen ohne
zusätzliche Gefährdung gesprungen werden kann)', die -e
Temperatur (Chemie; Temperatur, oberhalb deren ein Gas auch bei
stärkstem Druck nicht mehr verflüssigt werden kann)', der
Reaktor wird k. (Kernphysik; kommt in einen Zustand,
in dem ebensoviel Neutronen erzeugt werden wie aus dem
Reaktor ausfließen u. in dem eine Kettenreaktion ermöglicht
u. aufrechterhalten werden kann): b) eine Gefahr, große
Schwierigkeiten bergend: bedrohlich, gefährlich, schwierig:
der Fahrer kam in eine -e Lage, Situation: der Kranke
ist in einer -en Phase; sein Zustand ist sehr k.. wird als
sehr k. bezeichnet; kritisieren [kriti'zi.ran] <sw. V.; hat):
1. [als Kritiker (2)7 fachlich beurteilen, besprechen: eine
Aufführung, ein Konzert positiv, gut. abfällig, scharf k.;
ein Buch, eine Neuerscheinung k. (rezensieren). 2. an
jmdm., erw. Kritik (1 b) üben: beanstanden, bemängeln:
tadeln: jmdn.. jmds. Handlungsweise scharf, heftig,
öffentlich, ohne Rücksicht k.; er hat immer, an jmdm.. an allem
etwas zu k.; die Regierung, die Maßnahmen der Polizei
in der Presse k.; Kritizismus [...tßismus]. der; - (Philos.):
( von Kant eingeführte) wissenschaftlich-philosophische
Methode, vor der Aufstellung eines philosophischen,
ideologischen Systems die methodischen Prinzipien u. Mittel
festzustellen u. die Möglichkeit, Gültigkeit u. Gesetzmäßigkeit
sowie die Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens
zu kennzeichnen: Kritizjst [...tßist]. der; -en. -en (Philos.):
Vertreter des Kritizismus.
Krittelei [kntal^i]. die; -. -en (abwertend): dauerndes, als
lästig empfundenes Kritteln: kleinliche, als ungerechtfertigt
erscheinende Kritik (1 b); Nörgelei: Was soll denn die K.!
Die Preise waren ... nie stabiler als im gegenwärtigen Jahr
(Bundestag 189.1968.10229); Kritteler. Krittler [kntO)te].
der; -s. - (abwertend): jmd., der in lästiger, als
ungerechtfertigt erscheinender Weise kleinliche Kritik (1 b) übt: Nörgler:
Kritikaster: krittelig, krittlig ['knt(3)li<;] <Adj.>
(abwertend): zur Krittelei neigend: in lästiger, als ungerechtfertigt
erscheinender Weise kleinliche Kritik (1 b) übend: nörgelig:
er ist ein -er alter Mann geworden; sich k. äußern; kritteln
fkntln] <sw. V.; hat) [unter Einfluß von Kritik, kritisch,
kritisieren zu älter: grittelen = mäkeln, unzufrieden sein,
zanken] (abwertend): kleinliche, als ungerechtfertigt
erscheinende Kritik (1 b) üben: nörgeln: er hat immer etwas
zu k.; an seiner Arbeit gibt es nichts zu k.; Krittler: f
Kritteler, krittlig: t krittelig.
Kritzelei [kritpal^)]. die; -. -en (ugs. abwertend): 1. <o.
PI.) / dauerndes J Kritzeln: hör endlich auf mit deiner
[ewigen] K.! 2. etw. Gekritzeltes: Gekritzel: diese -en kann
kein Mensch lesen; Ü bis sich die Pirouetten, die -en
(Schnörkel, Kreise, Linien) auf dem Eis in der Dunkelheit
verloren (Fries, Weg 276); kritzelig, kritzlig ['kntßü)li(j]
<Adj.) (ugs. abwertend): (von etw. Geschriebenem, einer
Schrift) klein, eng u. schlecht leserlich: nicht flüssig, sondern
unregelmäßig, unkontrolliert wirkend: eine -e Schrift; die
Schriftzüge waren klein und k.; er schreibt ganz k.; kritzeln
[kntßjn]<sw. V.; hat)(Vkl. vonmhd. kritzen.ahd.kri33Ön
= (ein)ritzen]: 1. wahllos Schnörkel, Striche o.a. zeichnen:
das Kind kritzelt Unit seinen Stiften] auf ein/auf einem
Blatt Papier. 2.a) flüchtig, schlecht leserlich, oft klein u.
eng, in unregelmäßigen Schriftzügen schreiben: was kritzelst
du denn da?; rasch ein paar Zeilen k.: b) flüchtig, schlecht
leserlich irgendwohin schreiben, zeichnen: ein paar Worte,
Bemerkungen an den Rand k.; er kritzelte eine
Telefonnummer in sein Notizbuch; kritzlig: t kritzelig.
Kroatzbeere [kro'atß-]. die; -. -n [zu ostmd. kr(o)atzen =
kratzen, nach dem dornigen Strauch] (landsch.): svw.
t Brombeere.
kroch Ocrox], kröche fkrowp]: tkriechen.
Krocket [krekot], auch: kro'ket]. das; -s [engl, croquet <
afrz. crochet. Vkl. von: croc = Haken]: auf Rasen
ausgeübtes Spiel, bei dem Kugeln mit hammerähnlichen Schlägern
aus Holz durch kleine Tore bis zu einem Pflock, der das
Ziel darstellt, getrieben werden: krockettieren [krskEthron].
(auch:) krockieren [kn>'ki:ren] <sw. V.; hat): (beim Krok-
ket) die Kugel eines Gegners (mit Hilfe der eigenen Kugel)
wegschlagen u. in eine ungünstige Position bringen.
Krokant [kro'kant], den -s [frz. croquante =
Knusperkuchen, zu: croquer = knabbern, zu: croc = Krach; lautm.]:
a) aus zerkleinerten Mandeln od. Nüssen u. karamelisiertem
Zucker hergestellte knusprige Masse: Pralinen aus K.; der
Kuchen ist mit K. bedeckt; b) Konfekt, Pralinen,
Feingebäck aus Krokant (I): eine Schachtel mit kandierten
Früchten und K.; Krokette [kroketo]. die; -. -n (meist PI.) [frz.
croquette. zu: croquer = knabbern, f Krokant]: in Fett
knusprig gebackenes, meist längliches Klößchen aus
Kartoffelbrei, auch aus zerkleinertem Fleisch, Fisch o. ä.
Kroki [kro'ki:], das; -s. -s [frz. croquis. zu: croquer =
skizzieren] (Fachspr.): einfach ausgeführte Skizze eines
Geländes (bes. für militärische Zwecke): künstlerische Skizze,
künstlerischer Entwurf: krokieren [kroki.ranl <sw. V.; hat)
(Fachspr.): ein Kroki zeichnen: skizzieren, entwerfen.
Kroko ['kro:ko]t das: -[s], -s: Kurzf. von TKrokodilledcr:
Krokodil [kroko'di:l]. das; -s, -e [lat. crocodilus < griech.
kroködeilos]: (in verschiedenen Arten vorkommendes) in
tropischen u. subtropischen Gewässern lebendes, großes,
räuberisches Reptil mit einer aus meist höckerigen Schuppen
od. Platten aus Hörn bestehenden Panzerung,
langgestrecktem Kopfu. großem Maul mit vielen scharfen,
unregelmäßigen Zähnen u. eitiem langen, kräftigen, seitlich abgeplatteten
Schwanz: <Zus.:> Krokodilleder, das: aus der Haut von
Krokodilen gefertigtes Leder, das bes. zur Herstellung von
Handtaschen, Schuhen, Gürteln o. ä. verwenilet wird:
krokodilledern <Adj.; o. Steig.; nur attr.): ein -es Köfferchen;
Krokodilsträne, die (meist PI.) [nach der Legende, daß
Krokodile, um ihre Opfer anzulocken, wie Kinder weinen
u. viel), im Hinblick auf die Beobachtung, daß Krokodile
tränenähnliche Sekrete absondern] (ugs.): Rührung,
Mitgefühl heuchelnde Träne: vorgespieltes, geheucheltes Weinen,
Jammern, bes. mit der Absicht, Mitgefüfd, Mitleid
vorzutäuschen (xl. bei andern zu erwecken: deine -n kannst du
dir sparen; Krokodilwächter, der: in Afrika heimischer,
graubrauner Vogel mit schwarzem Kopf u. weißen, über
den Augen zum Rücken hin verlaufenden Streifen, der sich
meist in der Nähe von Krokodilen aufhält.
Krokus [kro:küs], der; -. - u. -se [lat. crocus < griech.
krökos = Safran; schon ahd. cruogo = Safran]: (zu den
Schwertliliengewächsen gehörende) anj feuchten Wiesen
wachsende, auch als Gartenblume beliebte, im Vorfrühling
blühende Blume mit trichterförmigen violetten, gelben od.
weißlichen Blüten, die ohne Stengel aus der Erde wachsen.
kroll [kroll <Adj.; nicht adv.) [mhd. (md.) krol] (landsch.):
kraus, geliKkt, Iwkig: -e Haare; Krolle ['krotel. die; -.
-n (landsch.): Locke: er hat den Kopf voll -n.
1588
Kropf
kranlech [ knmlek, auch: kro:m.... auch: ...le<;]. der; -s.
< u. -s [engl., frz. cromlech. zu walisisch crom =
Krümmung. Kreis u. Ilech = flacher Stein]: als Anlage von
Kren- od. halbkreisförmig aufgestellten Steinen erhaltene
Jungsteinzeit liehe Kultstätte.
kioo- [kro:n-] (vgl. auch: krönen-, Kronen-): -anwalt, der
*jur.): (in England) oberster Staatsanwalt; -bein, das [zu
• Krone (6 c)] (Zool.): Knochen des zweiten Gliedes der Zehe
•Sr/ Huftieren; -blatt, das (Bot.): meist kräftig gefärbtes,
mr Krone (5) gehörendes Blütenblatt; -domäne, die: vgl.
^gut; ^erbe, der: svw. tThronerbe; -gelenk. das (Zool.):
mjw Kronbein u. dem ersten Glied der Zehe gebildetes Gelenk
b*( Huftieren; -glas, das [LÜ von engl, crown glass; früher
wurde bei der Herstellung das noch flüssige Glas über
eine Kugel geblasen u. erhielt die Form einer Krone (1 a)):
ipnielles Glas für Linsen u. andere optische Geräte; -gut.
das: einem Landesherrn. Herrscher gehörende, zur freien
Verfügung stehende Ländereien; -juwel, das. auch: der
meist Pl.>: Juwel, wertvolles Schmuckstück im Besitz eines
Herrscherhauses; die -en der Königin; Ü ist das Pergamon-
Museum wieder ein K. (eine besondere Kostbarkeit) der
Museumsinsel (FAZ 29. 4. 61, 57); -kolonie. die [nach
engl, royal od. crown colony]: durch einen Gouverneur
verwaltete auswärtige Besitzung Großbritanniens; die K.
Hongkong; -korken, der: svw. ?Kronenkorken; ^feuchter,
der: von der Decke frei herabhängender, großer, oft reich
*rrzierter Leuchter mit mehreren Armen od. einem Reifen,
auf dem die einzelnen Lampen angebracht sitid: ein K.
aus Kristall; * Jmdm. geht ein K. auf (ugs. scherzh.. t Licht):
plötzlich ging ihm ein K. auf. und er begann zu begreifen,
daß ... (Kirst, 08/15, 386); -Prätendent, der. svw. tThron-
pratendent; -prinz, der: Sohn. Enkel eities regierenden
Kaisers od. Königs als Thronfolger: der K. eines Königreichs;
ü Verteidigungsminister Lin Piao. der als Kr (Nachfolger)
Maos gilt (MM 19. 11. 66); -Prinzessin, die: 1. Gemahlin.
Ehefrau eines Kronprinzen. 2. w. Form zu t^prinz; ^rat,
der: Ministerrat unter dem Vorsitz eines Monarchen;
-schätz,der: vgl. -juwel; -wicke, die [wegen der
kronenartig gestellten Blüten]: (zu den Schmetterlingsblütlern
gehörende) in vielen Arten als Strauch od. Staude an sonnigen
Plätzen wachsende Pflanze mit meist in Dolden wachsenden,
hangenden Blüten in verschiedenen Farben, die auch als
Zierpflanze gezogen wird; -zeuge, der [nach engl. King's
evidence] (jur.): (in englischen u. amerikanischen
Strafverfahren) jmd.. der (gegen Zusicherung der Befreiung von
der zu erwartenden Strafe) als /Haupt!zeuge der Anklage
in einem Prozeß um eine Straftat auftritt, an der er selbst
beteiligt war; als K. benannt werden, auftreten; Ü Nach
der Musik ist nämlich die Poesie ... der erwählte K.
spartanischer Kultur (Hagelstange. Spielball 212).
kronchen [kr0:n<pn], das; -s. -: tKrone (la, 2a); Krone
(kro:na|. die; -, -n [mhd. kröne, ahd. Corona < lat. Corona
= Kranz. Krone < griech. koröne = Ring, gekrümmtes
Ende des Bogens. zu: korönös = gekrümmt; 11: dän..
norw. kröne; isl.. schwed. krona; tschech. koruna]: l.a)
.Vkl. TKrönchen) (als Zeichen der Macht u. Würde eines
Herrschers auf dem Kopf getragener) breiter, oft mit
Edelsteinen reich verzierter goldener Reif mit Zacken, sich
kreuzenden Bügeln o. ä.: eine schwere, goldene, mit Edelsteinen
besetzte, achtzackige K.; die K. der deutschen Kaiser;
sich die K. aufsetzen, aufs Haupt setzen: der Kaiser legte
dieK.nieder (dankteab), ertrugdieK.
(regierte.herrschte) zehn Jahre lang; Ü ihr Haar ist eine geflochtene K.
(Faller, Frauen 39); * einer Sache die K. aufsetzen (alles
an Unverschämtheit. Gemeinheit o. ä. überbieten, das Maß
an Frechheit o.a. vollmachen); mit dieser Bemerkung hat
er allem die K. aufgesetzt; das setzt seiner Frechheit noch
die K. auf; [in den folgenden Wendungen steht
.Xrone" scherzh. für ..Kopf:] jmdm. in die K. fahren
(ugs.; jmdn. ärgern, verstimmen): was ist dir denn in
die K. gefahren?; imdm. in die K. steiaen (ugs.; jmdn.
eingebildet, hochmütig machen)', einen in der K. haben
(ugs.; betrunken sein): b) durch einen Kaiser. König
repräsentiertes Herrscherhaus; die englische K.; Die oktroyierte
Verfassung Tür Preußen vom 31. Januar 1850 hält deutlich
dm Vorrang der K. gegenüber der Volksvertretung fest
< Fraenkel. Staat 201). 2. a) < Vkl. t K rönchen > Spitze, oberer
Teil von etw.; bei etw. oben aufgesetzter [in der Form
an eine Krone erinnernder/ Teil; die Wellen hatten alle
eine weiße K. aus Schaum; Die staubigen -en des
Löwenzahns flogen auf (Remarque. Triomphe 197); Er stand
in der engen K. des Turmes (H. Mann, Stadt 440); b)
kurz für t Baumkrone: alte und wohlgeformte Bäume mit
tief herabreichenden -n (Th. Mann. Herr 17). 3. <o. PI.)
das höchste denkbare Maß von etw.; das Höchste. Äußerste;
etw.. was den Höhepunkt, die Vollendung einer Sache
darstellt; die K. des Glücks, des Lebens; der Mensch ist,
hält sich für die K. der Schöpfung; Als K. des Widersinns
aber will uns erscheinen, daß ... (Thieß. Reich 332). 4.
(meist einfacherer) Kronleuchter; eine K. mit sechs Armen.
5, (Bot.) innere, meist kräftig gefärbte, von einem äußeren
grünen Kelch umgebene Blütenblätter einer Blüte:
Gesamtheit der Kronblätter. 6.a) (Jägerspr.) oberster, mindestens
drei Sprossen umfassender Teil des Geweihs bei Hirschen;
b) (Jägerspr.) Geweih des Rehbocks; c) (Zool.) wulstartiger
Rand oberhalb des Hufes od. der Klaue. 7. (Zahnmed.)
a) kurz für tZahnkrone. 8. aus Metall. Porzellan o.a.
gefertigter Ersatz für eine Zahnkrone. 9, geriffeltes Rädchen,
geriffelter Knopf an Armband- od. Taschenuhren zum
Aufziehen des Uhrwerks od. zum Richten der Zeiger. 10, kurz
für t Dammkrone. 11. Währungseinheit in Dänemark (100
Ore; Abk.: dkr). Island (100 Aurar; Abk.: ikr). Norwegen
(100 Ore; Abk.: nkr). Schweden (100 Ore; Abk.: skr) u.
in der Tschechoslowakei (100 Halefu; Abk.: KCs).
krönen-,Kronen (vgl. auch: Krön-): -artig <Adj.; o. Steig.):
wie eine Krone (1 a) gestaltet, an eine Krone erinnernd;
ein -er Kopfputz; ^hirsch, der (Jägerspr.): Hirsch, dessen
Geweih in einer Krone (6 a) endet; ^korken, der: flacher,
metallener Verschluß mit gewelltem Rand, mit dem Flaschen
maschinell verschlossen werden, indem der Rand von außen
gegen den Flaschetihals gepreßt wird; ^kranich, der: (in
Afrika heimischer) seh warzweißer Kranich mit einem großen
kronartigen Büschel feiner, gelber Federn auf dem Kopf;
Miaitter, die <PI. -n>: Schraubenmutter mit einem kleinen,
mehrfach eingekerbten, kronenartigen Aufsatz, durch den
sie mit Hilfe eines Stifts. Splints o. ä. in einer bestimmten
Stellung festgehalten werden kann; ^Verschluß, der: svw.
? ^korken.
krönen [kro:nan] <sw. V.; hat) (mhd. kroenen = (be)krän-
zen; krönen; auszeichnen]: 1. durch Aufsetzen der Krone
(1 a) zum Herrscher machen, in Amt u. Würde eines Königs
od. Kaiserseinsetzen; der Papst krönte die deutschen Kaiser
in Rom; er hat sich selbst zum Kaiser. König gekrönt;
Ü der Sieger wurde mit einem Lorbeerkranz gekrönt. 2.
als oberster, aufgesetzter Teil wirkungsvoll abschließen; den
oberen wirkungsvollen Abschluß von etw. bilden: eine
gewaltige Kuppel krönt den Dom. 3. den abschließenden
Höhepunkt von etw. bilden; der eindrucksvolle Abschluß von etw.
sein: diese Arbeit krönt das Lebenswerk des Künstlers;
seine Bemühungen waren schließlich von Erfolg gekrönt
(waren schließlich erfolgreich, wurden erfolgreich
abgeschlossen); b) mit einer eindrucksvollen Leistung, mit einem
großen Erfolg, der den Höhepunkt darstellt, beenden,
abschließen: er krönte seine sportliche Laufbahn mit dem
Olympiasieg; es gelang, die Verhandlungen mit einem
Friedensvertrag zu k.
Kronsbeere [kro.ns-]. die; -. -n [zu mniederd. krön =
Kranich, da die Beere gern von Kranichen gefressen wird]
(landsch.): svw. tPreiselbeere.
Krönung, die; -. -en (mhd. kitenunge. zu tkrönen]: 1. das
Krönen (1); feierlicher Akt der Einsetzung als Herrscher:
die K, zum deutschen Kaiser fand im Lateran statt; die
K. vollziehen, vornehmen. 2. eindrucksvoller, erfolgreicher
Abschluß. Höhepunkt: der Olympiasieg ist. bildet die K.
einer sportlichen Laufbahn; dieser Wahlsieg stellt die K.
seiner politischen Laufbahn dar.
Krönungs- (Krönung 1): ^Feierlichkeit, die <meist Pl.>:
Feierlichkeit anläßlich einer Krönung (1); -insignien <P1.>: Insi-
gnien. die dem Herrscher in einem symbolischen Akt bei
der Krönung übergeben werden; ^ornat, der: Ornat, den
der Herrscher während der Krönung trägt; ^saal, der;
^Zeremonie, die. -zeremoniell, das.
Kropf [kroo/l. der; -[e)s. Kröpfe ['kroeß/a; mhd.. ahd. kröpf,
urspr. = Rundung]: 1. (durch eine krankhafte
Vergrößerung der Schilddrüse bewirkte) nach außen meist sichtbare,
oft sehr auffällige Verdickung des Halses an der Vorderseite:
sein K. ist bei der Behandlung schon zurückgegangen;
sie hat einen K.. läßt ihren K. operieren;
♦überflüssig/unnötig sein wie ein K. (ugs.. oft scherzh.; völlig
überflüssig, ganz und gar nicht notwendig): diese Bemer-
1589
kröpf-, Kropf-
kung war wirklich überflüssig wie ein K. 2. <Vkl. TKröpf-
chen) bei vielen Vogelarten vorhandene Erweiterung der
Speiseröhre, in der die Nahrung vorübergehend aufbewahrt,
für die Verdauung aufbereitet wird: das Futter für die Brut
aus dem K. würgen.
krQpf-, Ki-Qpf-: ^ artig <Adj.; o. Steig.): wie ein Kropf (\)
aussehend, wirketid; an einen Kropf erinnernd: eine -e
Verdickung; -felchen, der: svw. tKilch; -milch, die (Bot.):
bei Tauben während der Brutzeit im Kropf (2) entstehende
Masse, die als Nahrung für die Jungen dient: staube, die:
Taubenrasse, bei der der Kropf (2) sehr stark entwickelt
u. weit flach au/Jen gewölbt ist.
Kröpfchen ['kroeoJqanl. das; -s. -: tKropf (2); kröpfen
['kreßfnKsw. V.: hat) [mhd. krüpfen = den Kropf füllenp.
1. (Jägerspr.) (von Raubvögeln) Nahrung in den Kropf {2)
aufnehmen: fressen. 2. (landsch.) durch zwangsweise
Fütterung mästen: Gänse k. 3.a) (Archit.. Bauw.) (von Gesims,
Gebälk o.a.) um einen Vorsprung der Mauer (z.B. einen
Pf eiler, eine Säule) herumführen: b) (Handw.) (von
Holzleisten o.a.) an Ecken von Möbeln o.a. durch schrägen
Zuschnitt genau aneinanderfügen, auf Gehrung (a)
zusammenfügen: c) (Technik) (von Stäben, Wellen, Rohren o.a.) an
mindestens zwei Stellen so biegen, daß die nicht gebogenen
Teile danach parallel verlaufen: Profilstäbe k.; ein
gekröpfter Schraubenschlüssel; eine mehrfach gekröpfte Welle;
Kröpfer [kroeo/gl. der; -s. -: svw. tKropftaube; kropfig
<Adj.; nicht adv.): 1. <o. Steig.) einen Kropf (1) habend.
2. (Bot.) verkrüppelt, verwachsen, im Wuchs
zurückgeblieben: Kröpfung, dte; -, -en: 1. <o. PI.) (Jägerspr.) das Kröpfen
(1). 2. (Technik) Stelle, an der ein Stab, eine Welle, ein
Rohr o. ä. gekröpft (3 c) ist.
Kroppe ['krapo]. die; -, -n: landsch. Nebenf. von tGroppe.
Kroppzeug ['krop-l. das; -s [niederd. kröptüg. zu: kröp =
(Klein)viehl: 1. (landsch.. oft scherzh.) kleine Kinder,
Kittderschar: Die Kinder ... dieses blonde, gesunde K.!
(Schnurre. Fall 55). 2. (ugs. abwertend) Gesindel, Pack:
Hier verkehrte und schlief nur das letzte an Hefe und
Ausgestoßenen. K.. viele Stromer (Lynen.
Kentaurenfährte 29). 3. (ugs. abwertend) unnützes Zeug: wertlose,
minderwertige Dinge: nutzloser Kram: Abfall: wirf doch das ganze
K. endlich in den Müll!
Kröse Ckraza],die; -, -n [1: zu t Krause; 2: wohl zu mniederd.
krüs (tkraus) = ornamentiert): 1. (früher) zu bestimmten
Trachten, Amtsroben o.a. gehörende große, steife
Halskrause. 2. (Böttcherei) svw. t Gargel; <Zus. zu 2:> Krfee-
eben, das (Böttcherei): Werkzeug, mit dem die Krösen (2)
eingeschnitten, gezogen werden: krfeebi [...zjn] <sw. V.; hat):
1. (Böttcherei) Krösen (2) mit dem Kröseeisen einschneiden,
ziehen. 2. (Glaserei) mit Hilfe eines Glasschneiders, einer
Kröselzange Glas schneiden, ab-, wegbrechen: <Zus. zu 2:>
Krfeelzanae, die (Glaserei). Zange, mit deren Hilfe Glas
[das bereits geschnitten ist] ab-, weggebrochen wird.
kroß [kresl <Adj.: krosser. krasseste; nicht adv.) [niederd..
eigtl. = brüchig, spröde, lautm.] (landsch.): knusprig: -e
Brötchen; das Brot ist ganz k.; die Kartoffeln k. mit Speck
braten.
Krösus [kre:zusl, der; - u. -ses. -se [nach lat. Croesus.
griech. KroTsos. dem letzten, unermeßlich reichen König
von Lydien im 6. Jh. v.Chr.) (oft scherzh.): jmd., der über
große Reichtümer verfügt, der im Verhältnis zu andern sehr
reich ist: sich als K. fühlen, aufspielen; er ist ein [wahrerl
K.; wir sind alle keine -se.
Krotalin [krota'lhn], das; -s [nach der nlat. zool. Bez. crotu-
lus (< lat. crotulum = Klapper) für die Klapperschlange):
Gift bestimmter Klapperschlangen, das in der Medizin
Anwendung findet.
Kröte fkroito], die; -. -n [mhd. kröte. krot(te). ahd. krota;
3: viell. zu niederd. Groschen (PI.) = Groschen od. nach
einer alten Bez. für eine bestimmte Münze]: 1. (zu den
Froschlurchen gehörendes) dem Frosch ähnliches, plumpes,
kurzbeiniges Tier mit warziger, viele Drüsen aufweisender,
Giftstoffe absondernder Haut, das vorwiegend am u. im
Wasser lebt u. sich vor allem von Schnecken u. Insekten
ernährt: eine häßliche, widerwärtige, giftige K.; *etne K.
schlucken (landsch.; etw. Unangenehmes f stillschweigend]
hinnehmen: sich mit einer lästigen Sache [ohne Sträuben]
abfinden): Über die Kunst, in der Ehe -n zu schlucken
(Bergsträßer Anzeiger 25. 11. 69. Frauenseite). 2.a) (ugs.
scherzh.) kleines Kind, bes. Mädchen: so eine kleine, freche
K.!; wo sind denn eure -n?; b) (ugs. abwertend) dumme.
bequeme, widerwärtige, bösanige Person: das würde ich
mir von dieser [unverschämten] K. nicht sagen lassen;
trotzdem reizt er mich, weil diese faule K.... ihrer Wirkung
so unverschämt sicher ist (Remarque, Triomphe 8); (auch
als Schimpfwort:) du blöde, dumme, widerliche K.! 3.
<P1.) (salopp) a) Geld: eine Menge -n verdienen; b) Mark:
sich ein paar -n hinzuverdienen; die letzten -n für etwas
ausgeben; daß er dem Jungen Strammin mit fünfhundert
-n aus der Klemme geholfen hatte (Fallada. Herr 72).
krtften-, Kröten- (Kröte 1): -artig <Adj.; o. Steig.): wie
eine Kröte gestaltet, aussehend: an eine Kröte erinnernd:
^frosch.der: (zu den Froschlurchen gehörendes) krötenartig
plumpes Tier mit kurzen Beinen u. glatter Haut: -maul,
das: bei Pferden, bes. bei Schimmeln, helles od. weißes
Maul mit dunklen Flecken: -fest, der: vgl. Froschtest.
krötig [kre.ti«;] <Adj.) (nordd. veraltend): frech,
unverschämt: sei nicht so k.!
Kroton [kro.ton], der; -s, -e [griech. krötön]: (zu den Wolfs-
miIchgewächsen gehörende} in vielen Arten als Kraut,
Strauch od. Baum bes. in den Tropen wachsende Pflanze:
<Zus.:> Krotonöl, das <o. PI.): aus den Sa/nen einer Art
des Krotons gewonnenes, braungelbes Öl, das (bes. in der
Tiermedizin) als starkes Abführmittel dient.
Krazetin pcrot$e'ti:n]. das; -s [zu tKrozin]: aus dem Krozin
gewonnener ziegelroter Farbstoff: Krozin [kro tsi:n], das;
-s [zu lat. crocus, tKrokus]: der in Teilen der Sojranblüte
enüxaltene gelbe Farbstoff.
Knicke [kruka], die; -. -n (meist PI.) [zu tKrücke]
(Jägerspr.): Hörn der Gemse: Krücke [krYka], die; -. -n [mhd.
krücke. ahd. krucka): 1. Stock (für Gehbehituierte) mit
gebogenen Querhölzern zum Stützen in den Achselhöhlen
od. an den Unterarmen: seit seinem Unfall muß er
an/(auch:) auf -n gehen: Wie ich zum erstenmal aufstand
auf meinen -n (Seghers, Transit 152); er kann sich nur
noch mit -n fortbewegen. 2. Griff an einem Stock, Schirm
o.a.: die silberne K. eines Spazierstocks; Klaus Heinrich
in langen Stiefeln, die K. der Reitpeitsche zwischen die
Knöpfe seines grauen Mantels gehängt (Th. Mann. Hoheit
210). 3. (ugs. abwertend) a) unfähiger, nicht besonders
tüchtiger Mensch: Versager: so eine K.!; der Schiedsrichter
war eine richtige, unheimliche K.; b) etw., was nur [noch!
schlecht funktioniert: alter, minderwertiger Gegenstand: er
selbst hatte noch einen Pkw. eine ..alte K.*4. aber immerhin
(Plievier. Stalingrad 249); mit der K. [von Radiol bekommt
er nur noch zwei Sender; <Zus.:> Knjckenkreuz. Ki^pcken-
kreuz. das (bes. Heraldik): Kreuz mit Querbalken an den
vier Enden: Krückstock, der: beim Gehen als Stütze
dienender Stock mit handlichem Griff.
krud [kru:t]. knide ['kru:cbl <Adj.; krüder, krüdeste) [lat.
crüdusl: 1. (nicht adv.) (veraltet) a) roh, ungekocht: ein
-es Stück Fleisch; b) unverdaulich. 2. (bildungsspr.) grob,
derb, plump: ohne Feinheit: ein -es Benehmen; -e Sitten;
Skandale und betont -er Wortschatz (MM 23. 4. 68, 20);
sich krud[e] ausdrücken, benehmen; <Abl.:) Kruditit Peru-
di't£:tl, die; -. -en [lat. erüditäs = Unverdaulichkeitl
(bildungsspr.): a) <o. PI.) das Grob-, Derb-, Plumpsein:
Rohheit: die K. seines Benehmens. Handelns, seiner
Ausdrucksweise; b) grober, derber Ausdruck: rohe,
rücksichtslose Handlung: Grobheit: die Härten und -en des
unbedachten Lebens (Th. Mann. Zauberberg 280).
Krug [kru.k]. der. -[e]s. Krüge [kry:ga; 1: mhd. kruoc,
ahd. kruog; 2: mnd. kroch, krüch; im heutigen
Sprachgefühl als identisch mit Krug (1) empfunden!: l.<Vkl.
tKrügelchen. Krüglein) zylindrisches od. bauchig geformtes
Gefäß aus Steingut, Glas, Porzellan o. ä. mit einem od. auch
zwei Henkeln, das der Aufnahme, der (nur vorübergehenden)
Aufbewahrung, dem Ausschenken einer Flüssigkeit dient:
ein irdener, gläserner K.; ein K. aus Ton; ein K. [mit]
Milch. Bier, Wasser, ein K. voll Wein; die Blumen in
einen K. mit Wasser stellen; Spr der K. geht so lange
zum Brunnen, bis er bricht (jedes fortgesetzt begangene
Unrecht, jede fragwürdige, unrechtmäßig fortgesetzte
Handlungsweise nimmt einmal ein böses Ende, wird eines Tages
doch bestraft: jede Geduld, Langmut erschöpft sich einmal,
wenn sie zu sehr in Anspruch genommen, ausgenutzt wird).
2. (landsch.. bes. nordd.) Wirtshaus, Schenke: im -e von
Dorf Schalenberg habe ich gesessen und habe mir tüchtig
die Nase begossen (Fallada, Herr 220); Krügelchen
[kry.gl^n]. das; -s. -: tKrug (1); Kriiaer ['kry:gB|. der.
-s. - [zu tKrug (2)] (nordd. veraltend): Wirt, Gastwirt.
1590
Krümper
Kitaer-Klappe, die: -. -n [nach dem Namen des
Konstrukteurs] (Flugw.): an der Unterseite der Tragflächen von
Flugzeugen anliegender klappenähnlicher Teil, der zur Erhöhung
des Auftriebs nach vorn geklappt wird; Flap.
Kriigfein ['kry:klajrt]. das; -s. -: TKrug (1).
Kruke [kru:kd]. die; -. -n [mnd. krüke. wohl verw. mit
Krug (1)1 (bes. nordd.): 1. größerer Krug, größeres krug-.
flaschenähnliches Gefäß aus Ton. Steingut o.a.: eine K.
mit Salbe; eine K. Schnaps; In solche -n legt man Eier
ein (Kempowski. Uns 121). 2. (bes. nordd.. berlin. salopp)
drollige, liebenswert-schrullige, sonderbare, kauzige Person:
eine komische, ulkige, putzige K.; Heimine ... nannte
sich eine ungeschickte K. (Bredel. Väter 352).
Krolle ['krula], die; -. -n [zu Tkroll] (früher): (in den
Niederlanden) mit Spitzen besetzte Halskrause; Kröse; Krüllschnitt
[ krvl-1, der; -[eis. -e <PI. selten) [zu niederd. Krull =
Locke(nkopf). mniederd. kruel. zu: krullen = kräuseln]:
mittelfein bis grob geschnittener Pfeifentabak; Krtylltabak,
der. -s. -e <PL selten): svw. TKrüllschnitt.
Krümchen [kry:m<j3nl, das; -s -: tKrume (1); Krume
['kru:ma].die; -.-n [mhd. (md.) krume. mnd. krume. krome
= (innerer) weicher Teil; Bröckchen]: l.<Vkl. tKrümchen,
Krümelchen) kleines [abgebröckeltes] Stück. Bröckchen
xo9i etw. Eßbarem, bes. von Backwerk wie Brot. Kuchen
o.a.: nach dem Essen lagen viele -n auf dem Tisch, auf
dem Boden: er hat den großen Kuchen bis auf die letzte
K. (ganz u. gar) aufgegessen; bei einer K. (ein wenig,
einem kleinen Stück) Brot und einer dünnen Pferdesuppe
iPlievier. Stalingrad 241); ich ... verhandelte sie gegen
ein paar-n (ein wenig, eine geringe Menge) Tabak (Fallada.
Trinker 184). 2. <PI. selten) weiches Inneres von Brot,
auch Brötchen o.a.: er ißt am liebsten die K.. die Kruste
schneidet er ab. 3. kurz für t Ackerkrume: die K. wird
aufgebrochen beim Pflügen, der Same fällt tief und weich
(Hacks. Stücke 32); Krümel [kry:mj|. der; -s. - [Vkl. von
tKrümel: 1. <Vkl. tKrümelchen) sehr kleines, winziges
abgebröckeltes Stück. Bröckchen von etw. Eßbarem, bes.
von Backwerk: laß nicht so viele K. auf den Boden lallen!;
ich wisch die K. mit dem Handrücken von den Lippen
(Imog. Wurliblume 108); In euren Waggons ... haben wir
wieder keine Briketts gefunden, nur K. und Grus (Hacks,
Stücke 304); wir haben keinen K. (ugs.; überhaupt kein)
Brot, Salz mehr im Haus. 2, (fam., meist scherzh.) kleines
Kind: sieh mal. was der K. schon alles kann!
Krümel-: ^besen, der: kleiner Besen mit oft verziertem Griff,
mitdem Krümelauf dem Eßtisch zusammengekehrt werden;
^kacker, der (derb): unangenehm kleinlicher, pedantischer
Mensch; -kuchen, der: 1. (meist abwertend) trockener,
leicht krümelnder Kuchen. 2. (landsch.) svw.
tStreuselkuchen; -struktur, die (Landw.): Struktur des Bodens, der
Erde, bei der die einzelnen Teilchen (Krümel) eine gewisse
Beständigkeit aufweisen.
Kiümekhen [kry:mkpnl, das; -s. -: tKrume (1). Krümel
(1): krümelig, krümlig ['kry:m(d)li<;] <Adj.; nicht adv.):
1. leicht in Krümel zerfallend; aus Krümeln bestehend: eine
-e Masse; -e Erde; der Kuchen, das Brot war ganz k.
2. mit Krümeln bedeckt; voller Krümel: um den Teller
herum war das Tischtuch ganz k.; krümeln [kry:mln] <sw.
V.; hat): 1. leicht in Krümel zerfallen; krümelig (1) sein:
das Brot krümelt sehr; kalkiger Möwenmist krümelte und
tanzte bei jedem Schlag mit (Grass. Katz 175). 2. / viele]
Krümel machen, entstehen lassen: iß den Kuchen vorsichtig,
und krümele nicht so sehr!; krümlig: t krümelig.
krumm [krum] <Adj.; -er. -ste. landsch.: krümmer [krvmp].
krümmste ['krvmstdl: nicht adv.) [mhd. krump. ahd.
chrump]: 1. in seinem Wuchs, seiner Form nicht gerade,
sondern eine od. mehrere bogenförmige Abweichungen
aufweisend: eine -e Linie. Nase; ein -er Schnabel. Nagel: -e
Beine; mit -en Knien den Berg hinuntergehen; das ( =
ein Tal) ein -es (unregelmäßiges) Dreieck bildete (Musil.
Mann 287): er. sein Rücken ist mit den Jahren ganz k.
geworden; ein k. gewachsener Baum; k. dasitzen, gehen;
einen Draht k. biegen; er konnte das Knie nicht k. machen;
jmdn. k. und lahm schlagen (zusammenschlagen, heftig
schlagen); R der ist auch k., wenn er sich bückt (berlin.;
er gibt nicht gern, ist geizig): *sich k. und 9chief lachen
(ugs.; über etw. sehr Komisches. Lustiges überaus heftig
lachen /müssen/). 2. <nur attr.) (ugs.) unrechtmäßig, unter
Anwendung utierlauhter Mittel: -e Sachen. Geschäfte: -e
Wege gehen; etw. auf die -e Tour versuchen.
knpnm-.Krymm-: -beinig <Adj.; nicht adv.): durch krumme
Beine gekennzeichnet; mit krummen Beinen: ein -er Dackel;
Miarm, der: svw. tlleum; -gehen <unr. V.; ist) (ugs.):
mit einem Mißerfolg enden; ^holz, das: 1. <o. PI.) svw.
t Knieholz. 2. im Schiffbau, für Schlittenkufen.
Kummethölzer verwendetes, natürlich gekrümmtes Stück Holz, zu 1:
-holzkiefer, die: niedrige Bergkiefer mit kugeligen Zapfen,
die auch als Zierpflanze kultiviert wird; -hörn, das: 1. a)
bes. im 16.117. Jh. verwendetes Holzblasinstrument in Form
einer zylindrischen, am Ende kegelförmig gebohrten Röhre
mit doppeltem Rohrblatt: b) zart klingendes Zungenregister
der Orgel mit zylindrischem Aufsatz. 2. ausgestorbener,
aus dem Silur bekannter, meerbewohnender Kopffüßer mit
kegelförmigem, gekrümmtem Gehäuse; -lachen, sich <sw.
V.; hat) (ugs. emotional): über etw. Komisches. Lustiges
überaus heftig lachen Imüssen]: Der Bursche lacht sich
halb krumm (Becker. Irreführung 24); -legen, sich <sw.
V.; hat) (ugs.): sich bei seinen Ausgaben für den
Lebensunterhalt sehr einschränken, um einen Teil seines Einkommens
für einen bestimmten anderen Zweck zu erübrigen: sich
ein Pferd zu halten, sich dafür krummzulegen (Böll. Adam
22); -liegen <st. V.; hat) (ugs.): sehr eingeschränkt leben
[müssen]; -lintg [-li:ni(jl <Adj.>: in krummer (1) Linie
verlaufend: eine -e Straße: -messer (ungetrennt: Krummesser),
das: Messer mit gekrümmter Klinge; -nase, die
(abwertend): Mensch mit krummer, gebogener Nase, dazu: -nasig
<Adj.; nicht adv.): durch eine krumme, gebogene Nase
gekennzeichnet; mit krummer, gebogener Nase; -nehmen <st.
V.; hat) (ugs.): svw. tübelnehmen: er hat meine Bemerkung
nicht krummgenommen; -säbel.der Säbel mit gekrümmter
Klinge (z. B. Jatagan); -schere, die: Schere, deren Schenkel
in eitler Richtung gekrümmt sind; -schließen <st. V.; hat):
im Gefängnis in Fesseln legen: er hat halb wahnsinnig,
krummgeschlossen im Bunker vielleicht irgendeine winzige
Sache zugegeben (Fr. Wolf. Zwei 147); -schwert, das:
vgl. -säbel: -stab, der: svw. t Bischofsstab.
Krumme [krumal. der; -n, -n <Dekl. TAbgeordnete) (Jä-
gerspr. scherzh.): Feldliase; Krümme [krYirol. die; -. -n
(veraltet): / Wegjbiegung; krümmen ['krymanl <sw. V.; hat)
[mhd. krümben. ahd. chrumbenl: 1. krumm machen:
ein Bein, einen Finger k.: die Jahre hatten seinen/
ihm den Rücken gekrümmt (allmählich krumm werden
lassen); Ein ... Lächeln krümmte die Lippen des ...
Konsulatskanzlers (Seghers. Transit 217); Wind krümmt seine
(= des Balles) Bahn (lenkt ihn ab; Frisch. Gantenbein 379);
in gekrümmter Haltung, gekrümmt (krumm) sitzen. 2.
<k. -I- sich)a) eine krumme Haltung annehmen; sich winden:
sich in Krämpfen, vor Schmerzen. Wut. Lachen k.; sich
wie ein Wunm k.; Die Blätter krümmten sich in den
Flammen (Geissler. Nacht 191); b) krummlinig, in Form eines
Bogens verlaufen: die Straße krümmt sich [wie eine
Schlange] zwischen den Häusern; Waldbuckel, die sich gegen
den Himmel krümmten (Musil. Mann 1192); (Geom.:)
eine gekrümmte Linie. Fläche; krümmer: t krumm;
Krümmer, der; -s. -: 1. gebogenes Rohrstück in einer Rohrleitung.
2. svw. tGrubber; krümmste: tkrumm; Krümmung, die;
-. -en: 1. (selten) das Krümmen (1): Da sein (= des Ostereis)
Durchmesser ganz andere -en des Halses verlangte als
ein Gänseei (Lorenz. Verhalten I, 369). 2.a) bogenförmige
Abweichung von einer geraden Richtung, einem geraden
Verlauf: die K. der Wirbelsäule, eines Weges; ihre Nase
zeigte eine leichte K.; b) (Geom.) Abweichung einer Kurve
od. Fläche von einer Geraden bzw. Ebene.
Krümmungs- (Krümmung 2 b): -kreis, der: Kreis, der eine
ebene Kurve in einem bestimmten Punkt berührt u. dessen
Krümmung an dieser Stelle gleich der der Kurve selbst ist;
Mittelpunkt, der: Mittelpunkt des Krümmungskreises; ^ra-
dius, der: Radius des Krümmungskreises.
Krumpel [krump)]. (seltener:) Krümpel ['kramp)], die; -.
-n [verw. mit tKrampe, Krampf! (landsch.): Knitterfalte;
<Abl.:> krumpelig, krumplig ['krompteMu;]. (seltener:)
krumpelig [krYmpalicl <Adj.; nicht adv.) (landsch.):
zerknittert, faltig: Als dem Kleberand warm wurde, warf
er sich krumpelig auf (Johnson. Mutmaßungen 21);
krumpeln ['krumpln], (seltener.) krumpeln [kirmplnl <sw. V.;
hat) [verw. mit f krimpenl (landsch.): knittern: das
Manchesterzeug krumpelt um seine Beine (Johnson.
Mutmaßungen 8); Kriimperl'krYmpPl. der; -s.-[wohl eigtl. = Krüppel,
zu mhd. krump. tkrumm; viell. urspr. scherzh. Bez. für
ausgediente Soldaten im preuß. Heerl (hist.): 1808-12 nach
1591
Krümperpferd
dem Krümpersystem kurzfristig ausgebildeter preußischer
Wehrpflichtiger; <Zus.:)Kiymperpfeni.das (Milit. früher):
zu Wirtschaftszwecken verwendetes Pferd der Reserve;
Krijmpersystem, das <o. Pl.> (hist.): im preußischen Heer
1808-12 praktiziertes System, Rekruten kurzfristig
auszubilden u. unter Umgehung des Pariser Vertrags dem kleinen
stehenden Heer eine starke Reserve zu schaffen.
knjmpf-, Krympf- (krumpfen): -arm <Adj.; Steig, ungebr.;
nicht adv.) (Textilind.): kaum einlaufend: -e Gewebe; -echt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Textilind.): nicht einlaufend:
Diolen ist k.; ^frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Textilind.):
svw. t^echt; -maß, das <o. PI.) (Landw. früher): beim
Einlagern von Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchten o.a.
durch Gärung, Schädlingsfraß, Austrocktien o. ä.
entstehender Gewichtsverlust; ^wert. der (Textilind.): in Prozent
ausgedrücktes Maß des geringen Einlaufens von Geweben.
krumpfen [kromßjh] <sw. V.; hat) [eigtl. = einlaufen (von
Stoffen), verw. mit t krimpen] (Textilind.): ein Gewebe so
präparieren, daß es beim Naßwerden nicht einläuft.
krumplig: t krumpelig.
krunkeltg. kiunklig ['krunk(3)li<j] <Adj.; nicht adv.) [zu
mniederd. krunkelen = zerknittern] (landsch.): zerknittert,
faltig: Erst sind sie ( = die chinesischen Wunderblumen)
ganz klein und krunkelig (Keun. Mädchen 16).
Krupp [krup]. der; -s [engl, croup = heiseres Sprechen
od. Schreien] (Med.): mit heiserem, tonlosem Husten u.
Einengung des Kehlkopfes einixergehende, entzündliche
Schwellung der Kehlkopf Schleimhaut.
Kruppade fltru'pa.da]. (auch:) Croupade [kru...]. die; -. -n
[frz. croupade. zu: Croupe, tKruppe] (Reiten): Sprung des
Pferdes in die Hohe mit eingezogenen Hinterbeinen als eine
Figur der Hohen Schule; Kruppe [krupo]. die; -. -n [frz.
Croupe; verw. mit tKropf): Kreuz (9) des Pferdes: die K.
abklopfen;aufderK. sitzen; Ü Grischa wußte von Luchsen
gar nichts. Daß das kein Hund sei mit seiner buckligen
K.. sah er sofort (A. Zweig. Grischa 45).
Krüppel ['knrpj]. der; -s. - [mhd. (md.) krüp(p)el. mniederd.
krop(p)el. kröpel. eigtl. = der Gekrümmte] (emotional):
a) in seiner Bewegungsfähigkeit auf die Dauer behinderter
Mensch mit Mißbildungen od. fehlenden Gliedmaßen; er
ist nur noch ein K.; jmdn. zum Krüppel schlagen, schießen;
der Unfall machte ihn zeitlebens zum K.; Ü daß ich einmal
als geistiger K. diese Stätte verlasse (Ossowski, Bewährung
27); b) (Schimpfwort) du elender K.!; krgppetoaft <Adj.;
-er. -este): durch Behinderungen im Wachstum Mißbildungen
aufweisend: ein -er Wuchs; <Abl.:> Krtyppeliaftigkeit, die;
-: krüppelhafte Art; Krüppelholz, das; -es: Holz von
krüppelig gewachsenen Bäumen; kriipp[e]lis ['knrpta)!«;] <Adj.;
nicht adv.): durch behindertes Wachstum mißgestaltet;
verkrüppelt: zwei Mann, krüppelig und zerlumpt
(Tucholsky. Werke II. 98); Die Finken hämmerten in den
krüppligen Stadtlindenbäumen (Strittmatter. Wundertäter
98).
kruppös [kru'poisl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. crou-
peux. zu: croup = Krupp] (Med.): den Krupp betreffend,
auf Krupp beruhend.
krural [kru'ra:l] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [lat. crürälis,
zu: erüs (Gen.: erüris) = Unterschenkel] (Med.): zum /
Unter] Schenkel gehörend, ihn betreffend: -c Neuralgien.
krilsch [kry:J] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [mit Umstellung
des r aus kürsch. zu: küren = (aushvählen] (nordd):
wählerisch im Essen: bist du k.?; Ü wenn es sich um Zahlen
handelt, wind er (= der Verleger) k. wie eine
Klavierlehrerin im Biedermeier. (Börsenblatt 20, 1971. 585).
Kruse ftaar |'kru:zj-]. das; -[e]s [zu tkräuseln] (Schweiz.):
Kraushaar: ich greife nach seinem K. (Frisch. Homo 249);
'kniselig ['kru:z3li<;] <Adj.; nicht adv.) (Schweiz.): (vom
Haar) kraus, gekräuselt: sein Haar. ... wie Roßhaar fühlt
es sich an. aber k. und kurz (Frisch, Homo 249).
Gruselig [-) <Adj.; nicht adv.) [niederd.; auch: krüsel ig]
(landsch.): würzig: ein Korb mit Schwarzbrot, k. und
duftend (Bieter, Bonifaz 125).
krüseln['kry:z)n]<sw. V.; hat) [zu niederd. krüsel = Kreisel]
(nordd.): kreiseln, sich drehen: dann fing er ( = der Wind)
an zu k., das Segel flappte (Fallada. Herr 67); <Zus.:>
Krtfselwind, der (nordd.): kreiselnder, sich drehender Wind.
Kruska® [kruska]. die; - [schwed. kruska]: aus
verschiedenen Getreidesorten bestehende Grütze (Diätmittel).
kruspeln [krospfn] <sw. V.; hat) [südd. Nebenf. von tkris-
peln; lautm.] (österr.): knistern; knusprig zerbröseln: Der
frische Toast kruspelte ihnen zwischen den Zähnen
(Fussenegger. Haus 324); <Zus.:)Ktvspebpitz,der (österr.):
Fleisch vom Rind unter dem Kamm; Kavalierspitz.
Krustade [krus'ta.dd]. die; -. -n (meist PI.) [frz. croustade.
zu:croüte < lat.crüsta.tKruste] (Kochk.): zylinderförmige
(xi. viereckige Teigpastete, die scharf gebacken u. gefüllt
i u. dann nochmals überbacken/ wird; Krustazee [krosta-
't?e:a]. die; -. -n <meist PI.) [zu lat. erüsta. tKruste] (Zool.):
Krebstier, Krustentier; Kruste [krusta]. die; -. -n [mhd.
kruste. ahd. krusta < lat. erüsta = Rinde. Schale]: a)
hart gewordene Außenschicht, Oberfläche: die K. (Rinde)
des Brotes, der Erde; der Braten hat eine gleichmäßige
K.; Ü alles Harte und die vermännlichende K. ihrer Seele
(A. Zweig. Grischa 69); b) harter Überzug aus einer
bestimmten Schicht: eine K. aus/von Blut und Dreck;
Weinbrandbohnen mit K. (harter Zuckerschicht); Nachts
tastete ich mit prüfenden Fingern nach der rauhen K.
der Farbe (Kaiser. Villa 76); Krustel [krustj]. die; -, -n
(meist PI.) (landsch.): svw. tKrokette; Krystenechse. die:
-. -n [nach den teilweise verknorpelten Schuppen]: in
Nordamerika vorkommende, giftige Echse; Knjstentier, das; -[e]s.
-e: svw. tKrebstier; krustig ['krustig] <Adj.; nicht adv.):
mit einer Kruste (b) bedeckt: Glieder k. von Blut.
Krux: tCrux; Kruzifere [krutßi'fe:ra]. die; -. -n <meist PI.)
[zu lat. crux (Gen.: crucis) = Kreuz u. ferne = tragen]
(Bot.): svw. t Kreuzblütler; Kruzifix [kru.tßifiks. auch: kru-
tßifiks]. das; -es. -e [mlat. crueifixum (Signum) = ans
Kreuz gehefteUes Zeichen), zu lat. crucifigere =
kreuzigen]: Nachbildung, plastische Darstellung des gekreuzigten
Christus: an der Wand, über der Tür hängt ein K.; ein
K. vor sich her tragen; ein K. an einer Kette um den
Hals tragen; ein Altar mit einem K.; Kruzifixus [krutpi-
fiksos]. der; - (Kunstwiss.): Figur des Gekreuzigten;
Kruzitürken! [...hrrkn; wohl zusgez. aus Kruzifix u. Türken,
viell. gepr. zur Zeit der Türkeneinfälle (16./17. Jh.) in das
Gebiet des heutigen Österreich] (salopp): a) Ausruf der
Verwünschung, des Zorns; b) Ausruf des Erstaunens: K..
ein Kater mit Sommersprossen! (Faller. Frauen 100).
Kry-: tKryo-; Kryästhesie [kryleste'zi:], die; - [zu tKryo-
u. griech. aisthesis = Wahrnehmung] (Med.): ( Überjemp-
findlichkeit der Haut gegen Kälte; Kryo-, (vor Vokalen:)
Kry-. [kry(o)-; zu griech. kryos] <Best, in Zus. mit der
Bed.): Kälte, Frost (z. B. Kryästhesie, Kryobiologie); Kryo-
biologje [kryo-]. die; -: Teilgebiet der Biologie, das sich
mit der Einwirkung sehr tiefer Temperaturen auf
Organismen o.a. befaßt; Kryochirurgk, die; - (Med.):
Kältechirurgie; Kryonenflt [...ge.nik]. die; - [engl, cryogenic] (Physik).
Wissenschaft vom Verhalten der Stoffe bei extrem niedrigen
Temperaturen; Kryolith [...Ü:t. auch: ...lit]. der; -s od. -en.
-ein] [t-lith. urspr.. weil das Mineral so leicht schmelze
wie Eis. später nach dem eisähnlichen Aussehen]: weißes,
auch rötliches bis bräunliches, sehr leicht schmelzbares
Mineral, das bei der Herstellung von Aluminium, Milchglas,
Emaille u.a. verwendet wird; Kryomagnet, der; -en u. -[e]s.
-e. seltener: -en (Physik): mit flüssigem Wasserstoff
gekühlter Elektromagnet; Kryometer, das; -s. - [t -meter] (Physik):
Thermometer für tiefe Temperaturen: Kryoskatoell, das;
-s. -e (Med.): in der Kältechirurgie verwendetes Skalpell;
Kryoskopk« die; - [zu griech. skopein = betrachten]
(Chemie): Analyseverfahren, bei dem durch Messung des
Erstarrungsverhaltens von chemischen Verbindungen deren
Reinheit bestimmt wird; Kryostat [...sta:t]. der; -[e]s u. -en.
-e[n] [zu griech. statös = feststehend] (Physik): Thermostat
für tiefe Temperaturen; Kryotherapie* die; - (Med.):
Anwendung von Kälte zur Zerstörung von krankem Gewehe durch
Erfrieren; Kryotron [kryotron], das; -s. -e [kryo'tro:na].
(auch:) -s [engl, cryotron] (Datenverarb.): Tieftemperatur-
Schaltelement aus zwei verschiedenen Supraleitern.
krypt-, Krypt-: tkrypto-. Krypto-;, Krypta [krypta]. die;
-. ...ten [lat. crypta < griech. krypte = verdeckter,
unterirdischer Gang; Gewölbe, zu: kryptein = verbergen,
verstekken]: meist unter dem Chor einer [ romanischen I Kirche
liegender, /halb/ unterirdischer gewölbter Raum, der als
Aufbewahrungsort für Reliquien, als Grabstätte geistlicher
u. weltlicher Würdenträger u. zu kultischen Zwecken diente;
Krypte ['krypto], die; -, -n (meist PI.) [zu griech. kryptös
= versteckt, verborgen] (Med.. Anat.): Einbuchtung, Ein-
senkung, Zerklüftung (z.B. der Schleimhaut); kryptisch
<Adj.)[spätlat.crypticus < griech. kryptikös = verborgenl
(bildungsspr.): unklar in seiner Ausdrucksweise od. Darstel-
1592
Kuchen
lungu. daher schwer zu deuten, dem Verstiindnis
Schwierigkeiten bereitend: ein -er Redestil; Bei den ... Zitaten sind
die Quellenangaben meist k. oder unvollständig (Zeit IS.
10. 71. LIT 1); sich k. ausdrücken; krypto-, Krypto-, (vor
Vokalen auch:) krypt-. Krypt- [krypt(o)-; zu griech. kryp-
tös] <Best. in Zus. mit der Bed.>: verhornen, versteckt,
geheim (z. B. Kryptogame. kryptogen. Kryptonym); Kryp-
togame (...'garmal. die: -. -n (meist PI.) lzu griech. gamos
= Befruchtungl (Bot.): blütenlose Pflanze (z.B. Farn,
Moos): Sporenpflanze; kryptogen, kryptogenetisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) [t-genl (Med): von unbekanntem,
verborgenem Ursprung hinsichtlich einer Krankheit ixt. eines
Krankheitsherdes; Kryptogramm, das; -s. -e [t-gramm]: 1.
in einem Text nach einem bestimmten System versteckte
Buchstaben mit einer über den Text hinausgehetiden
Information (z. B. Verfassername. Widmung). 2. (veraltet)
Geheimtext; Kryptogr&ph.der; -en. -en [t-graph] (veraltet): Apparat
zur Herstellung von Geheimschriften [für den telegrafischen
Verkehr}; Kryptographie« die; -. -n [t-graphie]: 1. (Psych.)
absichtslos entstandene Kritzelzeichnung eines Erwachsenen.
2. (veraltet) Geheimschrift; kryptokristalljn, kryptokristalli-
nisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (Geol.): erst bei
mikroskopischer Untersuchung als kristallinisch erkennbar; krypto-
roer L.'me:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> [zu griech. meros
= (An)teill (Geol.. Genetik): mit bloßem Auge nicht
erkennbar; verborgen; 'Kryptomerie [...me'ri:]. die; -. -n [...i:an;
zu griech. meros = (An)teil] (Genetik): Verborgenbleiben
einer Erbanlage bis zum Zusammentreffen mit einem ganz
bestimmten anderen Faktor; Htryptomerie [...'me:ri3], die;
-. -n [nlat. cryptomeria, zu griech. meros = (An)teil; die
Zapfen des Baumes sind teilweise von Deckblättern
umhüllt]: in Japan u. China vorkommetuier. hoher Nadelbaum
von pyramidenförmigem Wuchs; Krypton 1'knrpDn. auch:
krYp'to:nl. das; -s [zu griech. kryptös = verborgen; 1897
gepr. von dem brit. Chemiker W. Ramsey (1852-1916)1:
färb- u. geruchloses Edelgas, das u. a. zur Füllung von
Glühlampen verwendet wird (chemischer Grundstoff); Zeichen:
Kr; <Zus.:> Kryptonlampe, die: mit Krypton gefüllte
Glühlampe von starker Leuchtkraft; Kryptonym l...'ny:m], das:
-s. -e [zu griech. önyma = Name]: Verfassername, dessen
Buchstaben in Wörtern bzw. Sätzen verborgen sind od. der
nur aus den Anfangsbuchstaben od. -silben besteht; Kryptor-
chismus l...Dr'(jismos]. der; -. ...men [zu t'Orchisl (Med.):
krankhaftes Zurückbleiben eines od. beider Hoden in der
Bauchhöhle od. im Leistenkanal; Hodenhochstand.
Ksabi: PI. von tKasbafli].
KS-Grammatik [ka: l'ES-J.die; -(Sprachw.): Abk. fürt Konsti-
tuentenstrukturgrammatik.
Ktenoidschuppe [kteno'rt-]. die; -. -n [zu griech. ktenoeides
= kammähnlich] (Zool.): bei Knochenfischen Schuppe,
deren freier Hinterrand mit vielen Zähnchen besetzt ist.
Kubatur [kuba'tu:?]. die; -. -en [zu tKubus] (Math.): 1.
Erhebung zur dritten Potenz. 2. Berechnung des Rauminhalts
dreidimensionaler Gebilde.
Kubba I'koba], die; -, -s od. Kubben [arab. (al-)qubba.
I Alkoven] (islam. Archit.): a) Kuppel einer Moschee od.
eines Grabbaus; b) kleiner gewölbter Grabbau od. Kenotaph.
Kübbung [kYbünl. die; -. -en [niederd. kübbe < mniederd.
kübbe = Anbau am Bauernhaus] (Archit.): als Stall
genutzter Seitenbau des niedersächsischen Bauernhauses.
Kubebe [ku'be:to], die; -. -n [mhd. kübebe < mlat. cubeba
< arab. kubäba. kabäba]: Frucht eines indonesischen
Pfefferstrauchs.
Kübel ['ky:b|l. der; -s. - [mhd. kübel. ahd. kubelen (PI.)
< mlat. cupellus = kleines Trinkgefäß. Vkl. von lat.
cüpa, t^ufe]: a) größeres, nach oben hin etwas weiteres
Gefäß aus Holz. Metall. Ton o. ä. mit einem od. zwei
Henkeln; ein K. mit Abfällen; als würden K. eisigen Wassers
über sie ausgeschüttet (Kirst. 08/15.441); den K.
[ausleeren; Oleander. Palmen in -n; Essen in -n transportieren;
Sekt in den K. stellen; Ü K. voll/von Bosheit. Schmutz,
Verleumdung über jmdn./(selten:) jmdm. ausgießen (ugs.;
sehr schlecht über jmdn. reden): *es gießt [wie] mit/[wie]
aus/in -n (ugs.; es regnet heftig): b) im Gefängnis an Stelle
eines WC benutztes Gefäß; auf dem K. sitzen.
Kübel- (Kübel I): -mann, der <PI. -en> (Schweiz, ugs.):
jmd.. der im Auftrag der Müllabfuhr die Mülltonnen ausleert;
-pflanze, die: im Kübel wachsende, für einen Kübel geeignete
lgrößere] Pflanze; -wagen, der [1: nach der offenen,
eckigen Form des Fahrzeugs]: 1. offenes Militärauto; Man
... stieg gegen Mitternacht in ausgekühlte K. ... (Bieler.
Mädchenkrieg 348). 2. (Eisenb.) Güterwagen mit
abnehmbaren Kübeln; ^weise <Adv.>: in großen Mengen (wie aus
Sektkübeln]; Sekt gleich k. trinken.
kübeln ['ky:bjn] <sw. V.; hat): 1. (ugs.) (aus Kübeln)
ausgießen, ausleeren; Rabumm ... kübelte ins Feuer, was wir
ihm hinaufreichten (Lentz. Muckefuck 201). 2. aui den
Kübel (b) gehen; Morgens, wenn ich k. ging, blieb seine
Zelle immer geschlossen (Fallada. Trinker 116). 3.a)
(salopp) in großen Mengen [Alkohol] trinken; sie haben
gestern abend mächtig gekübelt; b) (salopp) / sich / erbrechen.
Kuben: PI. von tKubus; kubieren [ku'bi:ren] <sw. V.; hat)
[zu IKubus] (Math.): in die dritte Potenz erheben; Kubik
[ku'bi:k. auch: ...bik] <o. Art.) [kurz für
tKubikzentimeter; der Hubraum eines Pkw wird meist in cm3
angegeben] (Jargon): svw. t Hubraum: mein Mazda hat 1263 K.
Kubik- [frz. cubique < lat. cubicus < griech. kybikös
tkubisch]: Mlezimeter, der. auch: das: Raummaß von je 1 dm
Länge. Breite u. Höhe; Zeichen: cdm. fachspr. nur noch:
dm3: ^fiiß, der <PI. ...fuß): vgl. ^dezimeter: jüngeres Holz
... kann auch in K. gemessen werden (Mantel. Wald 76);
-inhalt.der: svw. t Rauminhalt; -kilometer.der: vgl. ^dezi-
meter; Zeichen: cbkm. fachspr. nur noch: km3; -maß,
das: svw. t Raummaß; -meter,der.auch: das: vgl. ^dezime-
ter; Zeichen: cbm. fachspr. nur noch: m3; -millimeter,
der. auch: das: vgl. ^dezimeter; Zeichen: cmm. fachspr.
nur noch: mm3; -wurzel, die (Math.): dritte Wurzel aus
einer Zahl; -zahl, die (Math.): Zafd. die als dritte Potenz
einer anderen darstellbar ist; -Zentimeter, der. auch: das:
vgl. ^dezimeter; Zeichen: ccm. fachspr. nur noch: cm!
kubisch l'ku.bij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. cubicus
< griech. kybikös, zu: k£bos, tKubusl: 1. (Fachspr., bil-
dungsspr.) würfelförmig; -e Architekturformen; k. einfache
Kapitelle; Kubische Keksbüchsen aus Zinnblech (Kuby.
Sieg 222). 2. (Math.) in der dritten Potenz vorliegend; eine
-e Gleichung (Gleichung dritten Grades); Kubismus
[ku'bismos]. der; - (Kunstwiss.): Kunstrichtung des frühen
20.Jh.s. die durch Auflösung des Organischen in
geometrische Formen. Betonung des Kubischen u.
Simultandarstellung als Folge der zerlegenden Strukturprinzipien
charakterisiert ist; Kubist (ku'bist], der; -en. -en (Kunstwiss.):
Vertreter des Kubismus; <Abl.:> kubjsti9ch <Adj.) (Kunstwiss.):
im Stil des Kubismus / dargestellt]; den Kubismus betreffend.
Kubier [ky:blB]. der; -s. - [zu tKübel] (südwestd.): Böttcher.
Kubus[ku:bos],der:-.Kuben [lat.cubus < griech. kybos]:
1. (Fachspr.) Würfel; Das Haus selbst - ein länglicher
heller K. (würfelähnlicher Block; Fr. Wolf. Zwei 36). 2.
(Math.) dritte Potenz einer Zalii
Küche [kY9d]. die; -. -n [mhd. küchen. ahd. chuhhina <
spätlat. coquina (vlat. cocina) = Küche, zu: coquere. t
kochen]: 1. Raum zum Kochen. Backen. Zubereiten der
Speisen; eine geräumige, kleine, enge, verräucherte, modern
eingerichtete K.; die K. liegt im Erdgeschoß, im Keller,
in der K. essen, hantieren; in der K. helfen; Das Rote
Kreuz hatte Kaffee und Tee gekocht in einer fahrbaren
K. (v. d. Grün. Glatteis 217); den ganzen Tag in der
K. stehen [müssen] (ugs.; in der Küche arbeiten [müssen]):
eine Zweizimmerwohnung mit K. und Bad; *was K. und
Keller zu bieten haben (das Beste, was an Eß- u. Trinkbarem
im Haus ist). 2. Kücheneinrichtung: eine K. mit allen
technischen Neuerungen; eine K. kaufen, anschaffen. 3.a) das
Kochen. Backen, die Zubereitung von Speisen als
Arbeitsbereich: als er... die K. zu schlampig geführt fand (Augustin.
Kopf 75); b) Art der Speise, des Zubereitens: eine gute,
gut bürgerliche, feine, vorzügliche K.; die heimische,
französische, chinesische, Wiener K.; eine K. für
Diabetiker; es gibt warme und kalte K. bis 22 Uhr. 4.
Küchenpersonal: die Küche hat heute ihren freien Tag.
Küchel [ky:(f|]. das; -s. - [zu tKuchen] (südd.):
Schmalzgebackenes. Krapfen; <Abl.:> kücheln [ky:(j|n] <sw. V.; hat)
(südd., Schweiz.): Küchel, Schmalzgebackenes bereiten;
Kuchen [ku:xn], der; -s. - [mhd. kuoche. ahd. kuocho. urspr.
wohl Kinderspr. = Speise. Brei]: l.a) größeres [in einer
Backform gebackenes] Gebäck aus Mehl. Fett. Zucker.
Eiern u. anderen Zutaten: ein frischer, alter, trockener,
Rächer K.; ein K. mit Schokoladenüberzug, mit Rosinen;
derK. ist nicht durchgebacken; einen K. anrühren, backen,
anschneiden; ein Stück K. essen; in der Sandkiste K. bak-
ken (Sand in Förmchen pressen u. so auskippen, daß die
Form erhalten bleibt); ein Tablett mit K.; jmdn. zu Kaffee
1593
Kuchen-
und K. einladen; R [ja] K. (ugs.; Pustekuchen; damit ist
es nichts): Ich dachte, ich würde schön mit ihm
Spazierengehen können ... K.. Möbel polieren (Fallada. Mann 30);
kleiner K. <meist PI.) (landsch.; Plätzchen. Kleingebäck):
Man bietet mir Kaflee und kleine K. an (Hörzu 44, 1974,
10); Ü daß sie ( = die Gewerkschaft) den Autoarbeitern
ein großes Stück aus dem K. sichern will (Zeit 15. 5.
64. 37); b) (landsch.) <o. PI.) svw. tGebäck. 2. Rückstand
von ausgepreßten Trauben od. Ölfrüchten.
Kuchen-: -böckcr, der: svw. t Feinbäcker, -berg, der (ugs.):
große Mengen übereinandergelegter. gleichsam zu einem
Berg aufgetürmter Kuchenstücke; ^Mech, das: Backblech
für Kuchen: ein K. einfetten, mit Plätzchen belegen, in
den Backofen schieben; -boden, der: unterste Schicht eines
Kuchens; ^brett. das: Platte aus Holz, auf die aus dem
Backofen kommender / Blech Jkuchen gelegt wird; ^brot.
das (landsch.): brotartiges Gebäck aus Kuchenteig; ^büfett,
das: Büfett, an dem man Kuchen auswählen, kaufen kann;
^form, die: metallene od. irdene Form, in der ein Kuchen
gebacken wird; ^gabel, die: kleine Gabel mit drei Zinken,
mit der Kuchen, bes. Torte, gegessen wird; ^kriimel. der.
-platte, die: vgl. -teilen -rad, -ridchen, das: kleines Rad
an einem Stiel zum Ausradeln (1) von ausgerolltem Kücheft-
teig; -Schlacht, die (ugs.): das Essen von viel Kuchen in
Gesellschaft; -stuck, das; -tetg. der; -teller, der: a) Teller
mit Kuchen; b) Teller für Kuchen; -zahn, der (scherzh.):
einzelner verbliebetier. gerade noch zum Kuchenessen
geeigneter Zahn: Tante Basta. die gute Alte ... Ragte in die
neue Zeit wie so ein alter K. (Kempowski. Uns 49).
Kychen-: -abfall, der (meist PL); -arbeit, die <o. PL):
-bank. die; -benutzung, die; -bufett, das: Büfett (1) in
der Küche; -bulle, der (salopp, bes. Soldatenspr.): Koch
in einer Großküche. Kantine: Miief. der: Chef der Küche
(4); -dienst, der <P1. selten): (bes. beim Militari Dienst
in der Küche, für den man für bestimmte Zeit eingeteilt
wird: K. haben: -dragoner, der [urspr. amtliche Bez. für
bestimmte Regimenter, die im 17./18. Jh. am preuß. Hof
den Dienst beim Hofstaat versahen] (salopp scherzh.):
energische, derbe Köchin; -fahrplan, der (ugs. scherzh.):
svw. t^zettel; ^fee. die (ugs. scherzh.): Köchin; -fenster,
das; -garten, der: kleiner Garten für Küchenkräuter u. etwas
Gemüse; -gerät, das: für die Arbeit in der Küche verwendetes
Gerät; -geschirr, das: einfaches, in der Küche verwendetes
/ Eßjgeschirr; -handtuch, das: in der Küche verwendetes,
schmaleres, kleineres Handtuch; -herd, der; -hiHe, die:
weibliche Person, die in einer fGroß/küche hilft; -kinge,
der (veraltet): Lehrjunge in einer Küche; -kästen, der
(österr.): svw. t ^schrank; -kraut, das: im Garten angebaute
Gewürzpflanze; -lampe, die; -latein, das [gepr. von dem
ital. Humanisten L. Valla( 1407-57). der dem ital.
Humanisten G. F. Poggio Bracciolini (1380-1459) vorwarf, er
habe sein Latein bei einem Koch gelernt u. zerschlage
das grammatisch richtige Latein, wie jener Töpfe
zerbreche] (iron.): schlechtes Latein, bes. der Universitäten u.
Klöster im späten MA.; -leiter, der: svw. t ^chef; -raädchen,
das: vgl. ^ hilfe; -mamsell, die: mit gewisser Selbständigkeit
arbeitende Küchenhilfe in einem Speiselokal; -masdiine.
die: 1. elektrisches Küchengerät zur Erleichterung der
Arbeiten in der Küche. 2. (landsch. veraltet) Küchenherd f
besonderer Bauart]; meisten der: [als Küchenchef tätigerJ Koch,
der die Meisterprüfung abgelegt hat: ^messer. das: bei
Arbeiten in der Küche verwendetes, kleineres spitzes Messer
mit Holz- od. Kunststoffgriff; -möbel, das <meist PI);
-nische, die (selten): svw. tKochnische; -personal, das:
Personal einer Großküche; -schabe, die: dunkelbraune bis
schwarze Schabe mit unangenehmem Geruch, die
Nahrungsmittel schädigt; -schelle, die: t Küchenschelle; -schrank,
der: zur Küche gehörender Schrank für Geschirr u. bestimmte
Lebensmittel; -schürze, die: bei der Arbeit in der Küche
getragene Schürze; -spind, das (landsch.): svw. ? ^schrank;
-stuhl, der; -technik, die <o. PL): technische Einrichtungen
für die Küche; -tisch, der: / viereckiger i Tisch zum Essen
u. Arbeiten in der Küche; -tuch, das: svw. tGeschirrtuch;
-tür, die; -uhr. die; -waage, die: beim Backen u. Kochen
verwendete kleinere Waage; -wagen, der: Gerätewagen der
Feldküche; ^Wecker, der: beim Kochen u. Backen
verwendeter Wecker; -zeile, die: an einer Wand nebeneinander
aufgestellte technische Einrichtungen einer Küche; -zettel, der:
für eine bestimmte Zeit im voraus festgelegte
Zusammenstellung von Speisen: den K. [mit etw.] aufbessern.
Küchenschelle, die; -. -n [wahrsch. aus mundartl. Gucke.
Kucke = halbe Eierschale (volksetym. an Küche
angelehnt) u. Schelle, nach der glockenförmigen, im Wind
hin u. her schaukelnden Blüte]: svw. tKuhschelle.
Küchlein [ky.^lajn]. das; -s. - [spätmhd. kuchelln. Vkl. von:
kuchen = Kükenl (veraltet, noch geh.): Küken.
kucken [kukn] (nordd.): t gucken: man kuckte so weit über
die Berge (Kempowski, Immer 202).
Kücken [kvkn] (österr.): tKüken.
kuckuck [kukuk]: 1. lautm. für das Rufen des Kuckucks.
2. (ugs.) Ruf beim Versteckspiel, mit dem die betreffende
Person sich kurz bemerkbar macht, um sich / leichter ] suchen
zu lassen; Kuckuck [-]. der; -s. -e [1: aus dem Niederd.-Md.
< mniederd. kukuk. lautm.; 2: iron. Bez. für den früher
auf das Siegel aufgedruckten Wappenadler]: 1.
weitverbreiteter, bes. in Wäldern o. ä. vorkommender, seine Eier zum
Ausbrüten in Nester von Singvögeln legetider. braun u. grau
gezeichneter Vogel mit langem Schwanz u. leicht
gekrümmtem Schnabel: der K. ruft; R der/die hört den K. nicht
mehr rufen/schreien (ugs. veraltend; der/die erlebt den
nächsten Frühling nicht mehr); *etai K. unter Nachtigallen
(scherzh.; ein Laie unter Fachleuten): an einem Ort/bei
imdm. ist der K. los (ugs.; an einem Ort. bei Jmdm. geht
es drunter u. drüber); [das] weiß der K. (salopp: 1. wer
weiß.... es ist unbekannt; wohl weil der Vogelname verhüll,
für ..Teufel" gebraucht wurde. 2. wahrhaftig;
überraschenderweise ist es so); hol dich der K.; der K. soll dich holen
(salopp; Ausruf der Verwünschung); zum K. [noch mal]
(salopp; Ausruf der Verärgerung, der Ungeduld); etw. ist
zum K. (salopp; erw. ist verloren); imdn. zum K. wünschen
(verhüll.; imdn. zum Teufel wünschen); sich zum K. scheren
(salopp; verschwitiden). 2. (scherzh.) Siegel, das der
Gerichtsvollzieher bei der Pfändung an Einrichtungsgegenstände
klebt: bei ihm klebt der K. an/auf allen Möbeln.
Kuckucks-: -blume, die [die an diesen Pflanzen oft zu
findenden Absonderungen der Schaumzikade wurden für
Speichel des Kuckucks ( = des Teufels) gehalten]: volkst. Bez.
für verschiedene Pflanzen (Sumpfdotterblume.
Schaumkraut. Frauenschuh u.a.); --ei, das: 1. Ei eines Kuckucks.
2.a) (ugs.) erw. Untergeschobenes, was sich für den
Betreffenden als etw. von zweifelhaftem Wert od. als unangenehme
Aufgabe „herausstellt: sich als K. erweisen: als schmuggle
sie der Anne doch mit Enno Kluge ein rechtes K. ein.
(Fallada. Jeder 197); b) (salopp) Kind eines anderen Vaters,
das in einer Familie großgezogen wird; -lichtnelke, die
[vgl. ^blume]: auf feuchten Wiesen u. in Mooren wachsende
Nelke mit rosavioletten aufgeschlitzten Blüten in lockeren
Trugdolden; ^nif. der. -uhr, die: kleinere Wanduhr mit
der Nachbildung eines Kuckucks, der aus einer
aufspringenden Tür hervorguckt, wenn die halben u. vollen Stunden
mit einem Kuckucksruf angezeigt werden.
Kuddelmuddel [kodlmodl. auch: '—'—]. der od. das; -s
[wahrsch. zu niederd. koddeln = unsorgfältig, nicht sauber
waschen u. t Modder] (ugs.): Durcheinander. Wirrwarr: ein
K. unzusammenhängender Vorfälle; Überfülle ist ein
Schönwort für knäueliges K. (Kant. Impressum 216).
Kudelkraut [ku:d|-]: tKuttelkraut.
Kuder [ku:dB]. der; -s. - [alemann. Nebenf. von tKater.
auch: Kuter, Käuter] (Jägerspr.): männliche Wildkatze.
Kudu [ku:du]. der; -s. -s [afrikaans koedoe (afrik. Wort)]:
graue, grau- od. rötlichbraune Antilope in Afrika.
'Kufe [ku:fd]t die; -. -n [dissimiliert aus älter: Kueche. ahd.
nur in slitochöho = Schlittenkufe; eigtl. = Stange. Ast
(als Laufholz)]: a) schmale, vorn hochgebogene Schiene unter
einem Schlitten. Schlittschuh zum Gleiten über Schnee. Eis:
b) gebogenes Brett, auf dem ein Segelflugzeug landet; c)
Gestell, auf dem sich ein leichter Hubschrauber bei der
Landung vom Boden abstützt.
*Kufe [-], die; -. -n [mhd. kuofe. ahd. kuofa < mlat. copa.
Nebenf. von lat. cüpa = Tonne]: I. (landsch.) Bottich.
Kübel. 2. altes deutsches Hohlmaß unterschiedlicher Größe
(z. B. 4.85 hl in Preußen. 7.85 hl in Sachsen); Küfer [ky:ft?].
der; -s, - [mhd. küefer]: 1. (südwestd.. Schweiz.) Böttcher,
der bes. Weinfässer herstellt. 2. svw. tWeinküfer: Kuff
Pcofl. die; -. -e [fries. kuRschip). nieder!, kof. verw. mit
? ^ufe] (früher): breites, flaches Segelschiff zur Beförderung
von Frachten vor der ostfriesischen u. niederländischen
Küste.
kufisch [ku'.fiT] <Adj.; o. Steig.) [nach der Stadt Al-Kufa
(Irak)] in der Fügung -e Schrift (in Koranhatukchriften
1594
Kuh
u auf Münzen bis ins 10. Jh., später noch in Inschriften
verwendete arabische Schrift, die durch gerade Strichführung
u. das Fehlen differenzierender Punkte gekennzeichnet ist).
Kugel [ku:gj], die;-,-n [mhd. kugelte), urspr. = Rundung]:
I. <Vkl. TKügelchen) völlig runder [geometrischer] Körper,
bei dem alle Punkte seiner Oberfläche gleich weit vom
Mittelpunkt entfernt sind: eine schwere, durchsichtige K.; eine
K aus Metall. Holz. Glas; die K. hat einen Durchmesser
von 20cm; wohin rollt die K. (beim Roulette)?; die Sonne
ging als leuchtende K. unter; die Erde ist eine K. (hat
anna/iernd die Form einer Kugel): (Kegeln:) die K. werfen,
schieben; (Kugelstoßen:) er stieß die K. über 18 m; den
Weihnachtsbaum, das Schaufenster mit -n (Weihnachtsku-
gelm und Lametta schmücken; wenn sie nicht aufhört,
sich mit Süßigkeiten vollzustopfen, wird sie noch eine
K.isodicku. rund wie eine Kugel. Rocco [Übers.], Schweine
74); *eine ruhige K. schieben (ugs.; sich bei der Arbeit
nicht sehr anstrengen: keine anstrengende Arbeit haben:
wohl nach dem scheinbar ohne Kraftaufwand bewirkten
Dahinrollen der Kugel auf der Kegelbahn). 2. (ugs.)
kugelförmiges] Geschoß: Gewehr-, Pistolen-,
Kanonenkugel: eine feindliche K.; die K. verfehlte ihr Ziel, traf ins
Schwarze; die -n pfiffen uns um die Ohren; die K. streifte
ihn am Arm, drang ihm in die Brust; eine K. im Leib
haben; sich eine K. durch/in den Kopf schießen, (ugs.:)
jagen; -n (aus Blei) gießen; Man könnte ihm von hier
aus die K. geben (veraltend; ihn erschießen: A. Zweig,
Grischa47); ein von -n durchbohrter Körper. 3. (Ballspiele
Jargon) Ball: die K. ging am Kasten vorbei, flog ins Tor.
kmei-« Kugel-: -abschnitt, der (Geom.): svw. Nsegment;
^amarant, der: Zierpflanze mit runden od. eiförmigen
Blütenständen, silberweißen, gelb, braun od. rot glänzetiden
Blüten: ^ausschnitt, der (Geom.): svw. t^sektor; -Witz,
der: Blitz in Form einer etwa köpf großen, leuchtenden Kugel,
die durch die Luft schwebt, spurlos verschwindet od. sich
unter starkem Krach u. Funkenbildung entlädt: -Mume,
die: krautige od. strauchartige Pflanze mit kugeligen
Blutenständen: Globularia, -distel. die: als Zierpflanze kultivierte
Distel mit meist blauen kugeligen Blütettständen: Mlreieck,
das (Geom.): Dreieck auf der Oberfläche einer Kugel; -fang,
der Vorrichtung, bes. Erdwall, der bei einem Schießstand
hinter den Schießscheiben die durchschlagenden od.
fehlgehenden Geschosse auffängt: etwa hundert Meter vor dem
Hang, der als K. dient (Fr. Wolf. Menetekel 67); Ü Er
schob den alten Mann als K. (Person, die man als Schutz
vor feindlichen Kugeln benutzt) vor sich her (MM 24. 1.
67. 8); ^fest <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: nicht verwundbar
durch, gefeit gegen Gewehrkugeln: -fisch, der: bes. in
tropischen u. subtropischen Meeren vorkommender, auch in
Aquarien mit Warmwasser gehaltener i bunter] Korallenfisch,
der sich durch Luft- od. Wasseraufnahme kugelig aufbläst:
-form, die <o. PI.): einer Kugel gleichende, ähnliche Form,
dazu: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in der Form
einer Kugel ähnlich: -aelenk. das: 1. (Anat.) Gelenk, das
freie Bewegungen nach allen Richtungen ermöglicht: das
Schultergelenk des Menschen ist ein K. 2. (Technik)
Gelenkverbindung zweier Maschinenteile, bei der sich eine
Kugel in einer Hohlkugel nach allen Richtungen drehen läßt:
-hagel, der (emotional): starkes Gewehr- od. Geschützfeuer:
Der Fluchtversuch scheiterte ... im K. der Grenzsoldaten
(MM 12. 11. 65. 15); -haube, -kalotte, die (Geom.): svw.
T -kappe; -kappe, die (Geom.): zur Kugeloberfläche
gehörender Teil eines Kugelabschnitts: -köpf, der: kugelförmiger
Typenträger einer elektrischen Schreibmaschine, der mit
Hilfe der Tastatur so gestellt werden kann, daß er mit
der jeweils gewünschten Type das Farbband gegen das
Schreibpapier schlägt, dazu: -kopfinaschine. die:
Schreibmaschine mit Kugelkopf: -lager, das (Kfz.-T..
Fahrzeugbau): / Achsjlager, bei dem sich zwischen Achse u. dem
Gehäuse des Lagers Kugeln befinden, die die Reibung stark
herabsetzen: -lauf, der: (bei einem kombinierten
Jagdgewehr im Unterschied zum Schrot lauf) Gewehrlauf für
Kutteln: -mühle, die (Technik): gepanzerte Trommel, in der
bei der Rotation Stahlkugeln Erz, Kohle o. ä. zerkleinern:
-Oberfläche, die (Geom.); -regen, der (emotional): svw.
*-hagel; -njnd <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) rutid wie
eine Kugel: in seiner Rundheit geradezu einer Kugel
gleichend: ein -er Apfel, Kopf; b) (scherzh.) wohlgetüihrt u.
entsprechend dick [als Ausdruck bester GesundheitI: ein
-es Baby; -schale, die (Geom.): zwischen den Oberflächen
zweier konzentrischer Kreise liegender Raumteil: U Eine
K. voll Sterne stand ... über dem Hochland (Jahnn.
Geschichten 225); -schaufler, der (Technik): auch als Bagger
betmtztes Raupenfahrzeug für Schüttgüter, dessen Schaufeln
am Etide eines Auslegers (2) ein kugelförmiges Teil bilden:
-Scheiben <scheibt Kugel, schob Kugel, hat
kugelgeschoben) (österr): Murmeln spielen: -schiebt, die (Geom.):
Schicht, die entsteht, wenn eine Kugel von zwei parallelen
Ebenen geschnitten wird: -schlag, der (Jägerspr.): dumpfer
Ton, der durch das Einschlagen der Kugel / in den Körper
eines Wildes] verursacht wird: Er hörte K. und sah durch
das Feuer, daß der Hirsch stark zeichnete (Löns, Gesicht
143); -schocken, das; -s: Trainingsform des Kugelstoßens,
bei der man die Kugel mit einer Hand seitlich am Körper
vorbeischwingt u. wirft: ^Schreiber, der: Schreibstift, bei
dem eine kleine rollende Kugel in der Spitze der [zum
Schreibenein wenig herausgedrückten] Mine eine
Farbmasse auf das Schreibpapier überträgt: Als ich den K.
zurückschnappen ließ (Simmel, Stoff 108); vgl. fculi, dazu:
-schreibermine, die; -segment, das (Geom.): Segment, das
zu beiden Seiten einer Ebene entsteht, die eine Kugel
durchschneidet: -sektor, der (Geom.): Kreiskegel mit der Spitze
im Mittelpunkt einer Kugel: -sessel, der: Sessel, der in
seiner Form einer Kugel ähnelt: Wie in einer Höhle, nur
sehr viel weicher kommt man sich in diesem K. vor (Gut
wohnen 9. 1974. 22); -sicher <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
a) von Gewehrkugeln nicht zu durchdringen u. gegen sie
Schutz bietend: mit -en Westen geschützte Polizisten; -e
Trennwände für Taxis; b) gegen Gewehrkugeln gefeit: Du
warst ja mit Hilfe der Jungfrau k. (Grass. Katz 147);
Ü in immer neuen, keineswegs -en Existenzen ein
schwächeres Ich zu bewahren (Kaschnitz. Wohin 107); -spiel, das;
-stoß, der: a) <o. PI.) svw. tKugelstoßen; b) Stoß beim
Kugelstoßen: ein K. über 20m, dazu: -Stoßbalken, der:
im Boden befestigter, in der Mitte der vorderen Kreishälfte
außen am Kugelstoßring angebrachter Holzbalken, der beim
Kugelstoßen nicht betreten werden darf, -stoßen, das; -s:
leichtathletische Disziplin, bei der eine massive Metallkugel
(von bestimmtem Gewicht) aus einem Kreis mit der Hand
möglichst weit gestoßen wird, -stoßer, (Schweiz.:) -Stößer,
der; -s, -: jtnd., der das Kugelstoßen als sportliche Disziplin
betreibt, -Stoßkreis, -stoßring, der: Kreis aus in den Boden
eingelassenen Bandeisen, aus dem heraus die Kugel gestoßen
wird: ^venlil, das: durch eine Kugel od. eine kugelig gewölbte
Fläche geschlossenes Ventil: -Wechsel, der <o. PI.):
Schußwechsel [zwischen Duellanten].
Kügekhen [ky:g}<pn]. das; -s. -: tKugel (1); kugelig, kuglig
[ku:gte)h(j] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. kugeleht):
in seiner Art einer Kugel gleichend: wie eine Kugel geformt,
gestaltet, aussehend: einer Kugel ähnlich: ein -es Gefäß;
eine Brille mit -en Gläsern (Spoerl. Maulkorb 36); eine
graugrobe Kochschürze vor dem -en Bauch (Johnson.
Ansichten 217); die Spatzen ... saßen k. aufgeblasen in den
Sparren (A. Zweig. Grischa 352); Ü eine -e (scherz.;
kugelrunde) kleine Person; sich k. lachen (ugs. emotional; über
etw. Lustiges sehr lachen [müssen])', kugeln ['ku:g|n] <sw.
V.) [spätmhd. kugelen): 1. wie eine Kugel sich um sich
selbst drehend rollen Ost): der Ball kugelt unter die Bank;
über ihr Gesicht kugelten dicke Tränen; ... so daß er
auf den Rücken kugelte (Winckler. Bomberg 101). 2. rollen
lassen <hat): einen Ball über die Dielen k.; sie ( = die
Winker auf den Gefecht stürmen) kugelten (drehten) sich
fast ihre schwarz-weißen Arme aus den Gelenken
(Tucholsky, Werke II, 124); <auch k. + sich:) Belotti kugelte
sich (drehte sich um sich selbst), vom Apotheker
hingestreckt, im Staube (H. Mann, Stadt 240); Ü sich k. vor
Lachen (ugs. emotional; über etw. Lustiges sehr lachen
[müssen])', <subst.:> das ist zum Kugeln (so lustig, daß
man darüber sehr lachen muß): KUaerl ['ky:gpl], das; -s,
- (österr.): Stück Kochfleisch von der Rinderbrust: (meist
in der Fügung:) dickes K.; kuglig: tkugelig.
Kuguar [ku:gyar], der; -s, -e [frz. couguar. nach indian.
Tupi (Indianerspr. des östl. Südamerika) susuaranal: svw.
tPuma.
Kuh [ku:], die; -. Kühe ['ky:a; mhd., ahd. kuo = (weibliches)
Rind; viell. lautm.]: l.a) weibliches Hausrind (nach dem
ersten Kalben): eine braune, schwarzbunte, gescheckte,
störrische, tragende K.; die K. kalbt, blökt, gibt [keine]
Milch, käut wieder; die Kühe melken, auf die Weide
treiben; R (salopp) man wird so alt wie 'ne Kuh und lernt
1595
kuh-, Kuh-
immer noch dazu; * melkende K. (ugs.; einträgliches
Unternehmen, einträgliche Quelle für jmdn.; zu veraltet intr.
melken = Milch geben); heilige K. (ugs.; etw. Unantastbares:
etw.% was nicht angegriffen, woran nicht gerüttelt werden
darf: nach der indischen Vorstellung von der Kuh als
heiligem Tier); dastehen wie die K./der Ochs vorm neuen
Tor/vorm Scheunentor/vorm Berg (salopp; angesichts einer
neuen Situation o. ä. völlig ratlos sein): von etw. soviel
verstehen wie die K. vom Sonntag/Brezelbacken (salopp; gar nichts
von einer Sache verstehen): b) weibliches Tier von Rindern,
Hirschen, Elefanten. Giraffen. Flußpferdenu. a. 2.
(Schimpfwort) weibliche Person, über die man sich ärgert: sie ist
eine dumme, blöde, alte, langweilige K.
kuh-,Kuh-: -antilope.die: in Afrika vorkommende
hochbeinige Antilope mit schmalem Körperu, langem, horntragendem
Kopf: -äuge, das <meisi PI.) (salopp): großes, rundes, meist
braunes Auge [das vor sich hin blickt, scheinbar ohne etw.
zu erfassen]: Mutti hatte ... seelenvolle, blöde -n (Simmel,
StqfT 249). dazu: -äugi« <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[LÜ von griech. boöpis]: Kuhaugen habend: die -e Hera
in der llias; Ü Machtmißbrauch ... mit einer k. (dumm)
gemachten Konsumanhängerschaft (Spiegel 47.1976.227);
-bauer, der (abwertend): a) Bauer: diese -n in nach Stall
riechenden Kleidern; b) (Schimpfwort) ungehobelter
Mensch: dieser K.!; -bäum, der: im tropischen Amerika
vorkommender Maulbeerbaum, dessen trinkbarer Milchsaft
früher zu Kaugummi verarbeitet wurde: -blume, die [wohl
nach dem häufigen Vorkommen auf Weideflächen]: volkst.
Bez. für t Sumpfdotterblume, t Löwenzahn; -dorf, das
(salopp abwertend): kleines, abgelegenes Dorf, das keine
Anregungen o. ä. bietet: sie wollte endlich aus diesem K.
herauskommen; -dreck, der (ugs.): Kuhfladen: --düng, der: Dung
aus den Exkrementen von Rindern: -dünget*, der: vgl.
-düng; -euter, das; -fladen, der: Kot von Rindern als
flache, breiige Masse: ^ftifl, der: 1. (Fachspr.) Brechstange
mit gebogenem u. geteiltem Ende. 2. (Soldatenspr.) Gewehr:
-glocke, die: Glocke am Hals der im Gebirge weidenden
Ritider (durch die sie gegebenenfalls leichter gefunden
werden köntwn): -handel, der (ugs. abwertend): Feilschen,
kleinliches Aushandeln bei etw.. wo es sich eigentlich
verbietet: sich auf keinen K. einlassen; K. bei der
Kabinettsbildung (Dönhoff, Ära 43). dazu: -handeln <sw. V.; hat):
Kuhhandel treiben: ein Haupteinwand gegen die Parteien,
daß sie zuviel ..kuhhandelten" (Niekisch. Leben 165);
-haut die: Haut. Fell der Kuh: * das/etw. geht auf keine
K. (salopp; das übersteigt jedes Maß u. ist unerträglich:
nach der Verarbeitung von Kuhhäuten zu Pergament, eigtl.
= das läßt sich schwerlich alles aufschreiben): deine
Dummheit geht auf keine K.; -hessig [-hesw;] <Adj.; o.
Steig.) [zu landsch. Hesse = unteres Bein von Rind od.
Pferd] .fehlerhaft in der Beinstellung, wobei die
Sprunggelenke eng zusammenstehen: Steht (= der Hund) nicht faßbeinig
und nicht k. (Grass. Hundejahre 438); ^hirt. der: Hirt,
der Kühe hütet: ^iunae.der: vgl. ^hirt; -kaff, das (salopp):
svw. t ^dorf; -kalb, das: weibliches Kalb: -köpf, der
(salopp): svw. t Dummkopf: Wie je ein Halbgebildeter immer
gefährlicher ist als ein K. (Tucholsky, Werke II. 223);
-leder, das: Leder aus Kuhhaut: -magd, die (veraltend):
Magd, die die Kühe melkt u. versorgt: -milch, die: Milch
von der Kuh: ^mist, der: vgl. -düng; ^pilz, der [viell.
weil der Pilz gerne von Kühen gefressen wird od. weil
der bei feuchtem Wetter schmierige Pilz mit einem
Kuhfladen verglichen wird): eßbarer, gelblichbrauner Röhrling:
-Pocken <PI.>: a) schwächere Form der Pocken bei Rindern:
b) zur Impfung von Menschen verwendeter Virus der Kuhpok-
ken (a); -reisen, -reihen, der: (in den Alpenländern, bes.
in der Schweiz) alter Gesang der Kuhhirten mit einem
Mittelteil, in dem die Namen der Rinder aufgezählt werden:
-röhrling, der: svw. t -pilz; -scheiße, die (derb): Kot von Rindern:
R wie kommt K. aufs Dach? (als Entgegnung auf eine
dumme Frage); Ü Das wollen nun Kanoniere sein! ...
K. seid ihr! (Kirst. 08/15. 557); -schelle, die [vgl.
Küchenschelle]: (zu den Hahnenfußgewächsen gehörende) giftige
Pflanze mit glockigen, hellvioletten Blüten: -stall, der: Stall
für die Rinder: -warm <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die
Wärme der Kuh habend: frisch von der Kuh u. daher nixh
warm: -e Milch; Ü in -er Güte umfängt sie ( = die Nacht)
alles, was in ihr geschieht (Th. Mann. Joseph 289).
Küher ['ky:«]. der; -s. - [zu Kuh) (Schweiz.): a) Kuhhirt:
b) Senn: früher brachte uns ein K. die Milch ins Haus.
Kühl [ku:l], die; -. -en (Seew. veraltet): svw. tMitteldeck
kühl fkyrl] <Adj.) [mhd. küele. ahd. kuoli]: I. ein wenig
kalt: mehr kalt als warm (oft mit der Nebenvorstellung
des Unbehaglichen od. des Erfrischenden): ein -er Abend.
Herbst; -e Meeresluft; -es Wetter; ein -es Bier, (ugs.:)
Blondes; (dichter.:) das -e Grab; (dichter.:) sich in die -en
Fluten stürzen; im Zimmer. Hof ist es k.; für die Jahreszeit
ist es zu k.: es kam k. von draußen herein; hier ist es
mir zu k.; Man fuhr dorthinauf ... und hatte es k. (Th.
Mann. Krull 267); mir ist k. (ich friere ein wenig): der
Wein dürfte etwas -er (mehr gekühlt) sein; das Kunstleder
fühlt sich k. an; Lebensmittel k. lagern; der Traubenzucker
schmeckt k. 2.a) leicht abweisend u. auf andere distanziert
u. frostig wirketid: ein -er Blick. Empfang; der -e Ton
seiner Rede; mit -er Eleganz. Gemessenheit; sie ist ein
-er Typ; unsere Beziehungen blieben k.; er war zuersi
recht k. [zu mir]; sie gab sich k. bis ans Herz hinan {äußerst
kühl: nach Goethes Formulierung in der Ballade „Der
Fischer"); etw. k. erwidern; jmdn. k. mustern; eine
Nachricht k. aufnehmen; sich k. von jmdm. verabschieden:
b)frei von Gefühlen: nur vom Verstand. Intellekt bestimmt
eine -e Nüchternheit. Vernunft. Logik, Systematik; -es.
wissenschaftliches Interesse; eine -e. klassizistische
Architektur. Fassade; ein -er Rechner. Realist; -en Sinnes; aus
einem -en Grunde (ugs.; aus einem einfachen Grund:
scherzh. nach dem Volksliedanfang ..In einem kühlen
Grunde [ = Wiesengrund]%1); k. kalkulieren; er sprach
sachlich und k.
Kühl-: -aggregat, das (Technik): Aggregat (l)zur Erzeugum
von Kälte: -anläge, die: größere Anlage zum Kühlen von
Lebensmitteln u.a.: -auto, das: vgl. -wagen; -box, die:
vgl. -schrank; -fktssigkeit. die: vgl. -mittel; -halle, die:
vgl. -haus; -haus, das: mit Küfilanlagen ausgestattetes
Gebäude, in dem Lebensmittel o. ä. aufbewafirt werden: -kette,
die (Wirtsch.): svw. tGefrierkette: Legen Findus-Jopa und
Langnese-lglo nun ihre -n zusammen (MM 5. 11. 69.
18); -mittel, das (Technik): Gas od. Flüssigkeit als Mittel
zum Kühlen: K. für Kernreaktoren,
Hochspannungsanlagen, dazu: -mitteltemperatur, die (Technik); -möbel, das
<meist Pl.>: Behälter zum Kühlen (wie z.B. Kühlschrank.
Kü/dtruhe). der hauptsächlich im Haushalt u. im
Einzelhandel verwendet wird: -räum, der: vgl. -haus; -rippe, die
(Technik): zur Vergrößerung der Oberfläche z. B. an Kühlern
angebrachter rippenförmiger Teil zum Kühlen: ^rohr, das
(Technik): Rohr, durch das ein Kühlmittel geleitet wird,
-schiff, das: 1. vgl. -wagen. 2. (Brauereiwesen) flache,
eiserne Wanne zum Abkühlen heißer Bierwürze: -schlänge.
die (Technik): gewundenes Kühlrohr (z.B. als Teil einer
Gefrieranlage); -schrank, der: mit einer Kältemaschine
ausgestatteter schrankartiger Behälter bes. zum Küiden od.
Frischhalten von Lebensmitteln: -System, das: bestimmtes
System der Kühlung: -tasche, die: gegen Wärme isolierte
Tasche zum Frischhalten von Proviant: -truhe, die: mit
einer Kältemaschine ausgestatteter, größerer, trutienähti-
licher Behälter zum [TiefIkühlen von Lebensmitteln auf
längere Zeit: Obst. Gemüse. Fleisch in der K. einfrieren;
-türm, der (Technik): turmartige Kühlanlage, in der das
in Kraftwerken u. Fabriken anfallende Kühlwasser durch
Berührung mit Luft wieder gekühlt wird: ^wagen, der: mit
einer Kühlanlage ausgestatteter Eisenbahnwagen od.
Lastwagen, in dem Lebensmittel transportiert werden: -waggon,
der: vgl. ^wagen; -wasser, das <P1. -wässer): vgl. ^mittel:
das K. aus dem Kühler ablassen, dazu: -Wassertank, der.
Kuhle,Kule [ku:b],die; -. -n [aus dem Niederd. < mnie-
derd. kule] (ugs.): muldenartige Vertiefung, [flache] Grube:
eine [tiefe] K. in der Matratze; eine [große] K. in den
Dünen, im Wald; die Hühner scharrten sich -n in den
Sand; ob du selber sang- und klanglos in die K. geschippt
(begraben) werden möchtest? (Kant. Impressum 355).
Kühle ['ky:ldl. die; - [mhd. küele. ahd. chuolT]: 1. das
Kühlsein: Frische: eine feuchte, morgendliche K.; die K. der
Nacht, eines Raumes; die Steinfliesen des Fußbodens
strömten K. aus. 2. a)kühle (2 a) Art: jmdm. mit
zurückhaltender K. begegnen; ein Blick voll K.; allmählich etwas
von seiner K. verlieren; b) kühle (2 b) Haltung. Wirkung:
Nüchternheit: so zeigen auch die englischen Bauten eine
fast akademische K. (Bild. Kunst 3. 29); kühlen [ky.bn]
<sw. V.; hat) [mhd. küelen. ahd. chuolen = kühl machen]:
a) kühl machen: einer Sache die unerwünschte Hitze nehmen,
ihre Temperatur wieder auf die normale Stufe reduzieren
1596
Kulisse
icin Gesicht an der Fensterscheibe k.; jmdm. die Stirn
knit Wasser] k.; einen Motor mit Wasser. Luft k.; Ü seinen
Zorn, seine Rache k.; b) Kühle verbreiten, ausströmen:
Jas Lederpolster kühlt; jmdm. kühlende Umschläge
machen; c) für bestimmte / Verbrauchs /zwecke eigens einer
k'älteeinwirkung aussetzen, damit die betreffende Sache aus-
rtichendkalt wird: Sekt, Wein, Bier, Milch k.; Wir müssen
die Leiche k., wenn sie sich ... unverändert erhalten soll
•Jahnn, Geschichten 205); [gut] gekühlte Getränke; Kühler,
der -s, -: a) Vorrichtung zur Kühlung von Kraftfahrzeugmo-
toren: ein lecker K.; der K. war eisfrei, und der Motor
liefe Dürrenmatt, Grieche 87); b) (Chemie) bei der
Destillation zum Abkühlen u. Verdichten von Dämpfen verwendetes
Gerät: c) Gefäß. Kübel, in dem durch Eisstücke Sekt. Wein
o. ä. kühl gehalten werden: eine Flasche Champagner nature
m einem K. (Remarque, Triomphe 317); d) (salopp
«cherzh.) kurz für t Spitzkühler.
Mhler-: -figur, die: kleine, auf der Kühlerhaube angebrachte
Figur: Ü Polizist als K. ( = bei Jagd auf Autodieb; MM
26. 3. 69,12); -grill, der: gitterartige Verkleidung des
Kühlers eines Kraftfahrzeugs: -haube, die: Schutzhaube über
dem Kühler (a) bzw. dem Motor eines Kraftwagens: die
K. aufklappen; -Jalousie, die (selten): svw. t-grill.
kohlte ['ky:lto], die; - (Seemannsspr.): leichte, mäßige Brise:
Kühlung, die; -. -en: 1. das Kühlen (a, c). 2. Vorrichtung
zum Kühlen. 3. <o. PI.) kühlende Frische der Luft: der
Abend, die Nacht brachte [keine] K.
kühn [ky:n] <Adj.) [mhd. küene, ahd. kuoni = mutig, stark;
im Kampf erfahren, tüchtig; urspr. = weise; verw. mit
'können]: a) trotz des Bewußtseins der Gefa/ir diese voll
Selbstvertrauen verachtend u. mutig etw. wagerul: von
Kühnheit (a) zeugend: ein -er Bergsteiger, Taucher; einer der
-sten Förderer unserer Sache; eine -e Tat; sich durch einen
<n Sprung, eine -e Flucht retten; k. zum Mond streben;
b) eigenwillig in seiner Art weit über das Übliche
hinausgehend: -e Konstruktionen: eine -e Idee, Anschauung.
Kombination, Zusammenstellung. Deutung; meine -sten
Träume (höchsten Erwartungen) wurden übertreffen; dein
Plan erscheint mir sehr k.; eine k. gebogene Nase; ein
k. geschnittenes Kleid; c) von wagemutiger Dreistigkeit u.
Verwegenheit in einer Äußerung od. seinem Verhalten
gegenüber amiern. dreist: eine -e Frage; Ein -er Kniff sollte
die deutsche Jugend düpieren (Niekisch. Leben 135); eine
-e (unter Umständen eine Kränkung, eine starke
Herausforderung o.a. darstellende) Behauptung; Sie sind sehr k.;
k. etw. antworten, sagen; <Abl.:> Kühnheit, die; -. -en
[mhd. kuonheit. ahd. chuonheit]: 1. <o. PI.) a) kühne (a)
Art: eine bewundernswerte, verwegene K.; die K. eines
Entschlusses, einer Tat. der Verzweiflung; Er hatte die
selbstlose K., noch ... 1933 ... den ... Kongreß ..Das freie
Wort" einzuberufen (A. Kantorowicz. Tagebuch 1. 393);
bei aller K. war er doch umsichtig; b) küline (b) Art:
jmds. geistige K.; die K. eines Gedankens; Der Wortlaut
des Briefes ... ist... nicht... ohne K. der Einsichten (Frisch,
Gantenbein 373); c) kühne (c) Art: eine herausfordernde
K.; Und mit jener blitzhaften K.. mit jener Frechstimigkeit
... wartet er diese Empörung gar nicht ab (St. Zweig.
Fouche 21). 2. kühne (c) Hatidlung: der Geruch ... seines
Mundes könnte mich zu den wahnwitzigsten -en verleiten
(Genet [Übers.]. Tagebuch 56); kühnlich <Adv.> [mhd.
küenlich] (veraltet): kühn, aus einer kü/inen Haltung heraus.
kujawiak [ku'javiakj, der; -s, -s [poln. kujawiak, nach der
Landschaft Kujawien im nordwestl. Polen): langsamer
polnischer Volkstanz im V od. J!s-Takt.
kujiehnen [ku'ji.'nan] <sw. V.; hat) (preuß.): (von jungen
Hunden) winseln: ein kujiehnender Hund.
Kujon |ku'jo:n], der; -s. -e lälter frz. coion, couillon =
Schuft, Memme, eigtl. = Entmannter < ital. coglione.
über das Vlat. zu lat. coleus = Hodensack] (veraltend
abwertend): Schuft: Anteilnahme ist Anteilnahme - ein
K.. der gar keine Dankbarkeit dafür aufbringt (Th. Mann.
Krull 256); <Abl.:> kujonieren [kujo'ni:ran] <sw. V.; hat)
(älter frz. cöinner = als Kujon behandeln] (ugs.
abwertend): [bei der Arbeit] unwürdig behandeln, schikanieren,
unnötig u. böswtig bedrängen: Widerstandslos ließ er sich
... bis zur Demütigung k. (Spiegel 43. 1966. 44).
k.u.k. ['ka:|unt'ka:J: kaiserlich undköniglich (im ehemaligen
Österreich-Ungarn beide Reich st eile betreffend): die k. u.
k. Monarchie, das k. u. k. Postwesen.
Koken [ky:kn]. das; -s. - laus dem Niederd. < mniederd.
küken. urspr. lautm. Vkl.]: 1. Junges von Geflügel (bes.
des Huhns): die K. sind ausgeschlüpft, piepsen, laufen
hinter der Glucke her, K. aufziehen. 2. (ugs.) kleines Kind;
junges, unerfahrenes Mädchen: die K. in den Kindergarten
bringen; Ich war ein K. von etwa 13 Jahren (Hörzu 14,
1976,40). 3. (Technik) in einen Hahn (3) eingebauter,
drehbarer, kegelförmiger Teil zum Öffnen u. Schließen.
Ku-Klux-Klan [kukluks'klam. engl, (selten): kju.kUks-
klaai], der; -[s] [engl.-amerik. Ku Klux Klan, umgebildet
aus: cyclos. dem urspr. Namen des Bundes < griech.
kyklos = Kreis u. tClan]: 1865 gegründeter, amerikanischer
terroristischer Geheimbund, der gegen die
Gleichberechtigung der Neger u. gegen Minderheiten u. Ausländer kämpft.
Kukulle [ku'kold], die; -, -n [mlat. cuculla < spätlat. cuculla
= Kapuze]: Teil der Mönchskleidung, der früher aus einem
kleinen SchulHerumhang mit Kapuze bestand, heute aus
einem nur bei bestimmten Anlässen getragenen, faltenreichen
Übergewand.
Kukumer Dcukumn], die; -. -n [lat. cueumer, tGummer]
(südwestd.): Gurke.
Kukuruz ['kokurut£. auch: ku:...]. der; -[e]s [serb. kukuruz.
tschech. kukufice] (landsch.. bes. österr.): Mais: <Zus.:)
Kukuruzkolben, der (landsch.. bes. österr.): Maiskolben.
Kulak Dcu'Iak], der; -en, -en [russ. kulak]: Großbauer im
zaristischen Rußland.
Kulan [ku'la(:)n], der; -s. -e [russ. kulan]: in Turkmenien
vorkommender, auf der Oberseite Jaßilbrauner Wildesel.
Kulani [ku'la.ni]: tKolani.
kulant [kulant] <Adj.; -er. -este) [frz. coulant, eigtl. =
fließend, flüssig, zu: couler = durchseihen; fließen < lat.
cöläre = durchseihen]: (bes. im Geschäftsverkehr als
Geschäftsmann) entgegenkommend, gewisse Erleichterungen
gewährend (Ggs.: inkulant): ein -er Geschäftspartner; -e
(annehmbare) Preise; die Polen machten die Gegend dort
unsicher, die Russen seien gewiß -er (Kempowski. Uns
190); jmdm. k. entgegengekommen; <Abl.:> Kulanz [ku-
lant^J.die; -.kulantes Verhalten {Ggs.: Inkulanz): K. zeigen;
eine Reparatur auf K.; jmdm. etw. aus K. überlassen.
Kule: tKuhle.
'Kuli [ku:li]. der: -s. -s [engl, cooly, coolie < Hindi küli
= Lastträger (urspr. Name eines Volksstammes)]: a) jmd.
(in Süd- u. Ostasien). der gegen schlechte Bezahlung schwere
körperliche Arbeiten verrichtet: für einen Hungerlohn
arbeitender ostasiatischer Tagelöhner. Lastenschlepper: Die
Inder sind meistens als -s ... zum Bahnbau herübergeholt
worden (Grzimek, Serengeti 115); wie ein K. (abwertend;
/körperlich/ sehr schwer) arbeiten müssen; b) jmd., dessen
Arbeitskraft von einem anderen ausgenutzt wird: du bist
nur sein K.; jmdn. als K. behandeln.
^Kull [-]. der; -s. -s (ugs.): kurz für TKugelschreiber.
ITintenkuli.
Kulierware [ku'lhg-l. die; -. -n [wohl zu frz. cueillir = (einen
Faden) aufrollen]: Wirk- lkI. Strickware mit Maschen, die
in der Querrichtung gebildet .v/W.
kulinarisch [kuli'na:nJT] <Adj.) [lat. cullnärius = zur Küche
gehörend, zu: culina = Küche]: a) die Kochkunst, feine
Küche, den Bereich der Küche betreffend: -e Genüsse: der
-c Rufeines Hotels; in Manhattan läßt eine -e Weltreise
sich ohne jede Schwierigkeit durchfuhren (K. Mann,
Wendepunkt 164); b) (leicht abwertend) ohne Anstrengung
geistigen Genuß verschaffend, ausschließlich dem Genuß
dienend: die träge Gewohnheit des -en Hörens (Adorno,
Prismen 153); weg von der strengen Dokumentation, hin zum
-en Feuilleton (Hörzu 11, 1976, 72).
Kulisse [ku'hsdl. die; -. -n [frz. coulisse = Schiebewand,
eigtl. = Rinne, zu: couler = fließen, tkulant]: 1. Teil
der Bühnendekoration, bes. zusammen mit mehreren andern
parallel <xi. schräg zur Rampe angeordnete, verschiebbare,
bemalte Seitenwand, die (zusammen mit anderen) einen
Schauplatz darstellt: -n malen; die -n auf-, abbauen; -n
schieben (ugs.; auswechseln): der Darsteller kam beim
Auftritt meist aus der rechten K. (aus einem Gang zwischen
den Kulissen der rechten Bühnenseite): Ü das ist doch alles
nur K. (ugs. abwertend; vorgetäuscht): die vollbesetzten
Ränge, die 80(XX) Zuschauer bildeten eine großartige K.
(einen großartigen, äußeren Rahmen) für das Spiel; daß
ich über die Vorgänge hinter den -n (Vorgänge, die der
Öffentlichkeit verborgen blieben) ... gut im Bilde sei
(Niekisch. Leben 117); wer einmal hinter die -n des
Eiskunstlaufs geschaut (die wirklichen Verhältnisse im Bereich des
1597
Kulissen-
Eiskunstlaufs kennengelernt) hat (Maegerlein. Triumph
36): Die erbaulichen Seiten des Lebens spielen in den
-n (Fries, Weg 313). 2. Börsenbesucher, die sich berufsmäßig
auf eigene Rechnung am Börsenhandel beteiligen: Da die
K. ... sehr vorsichtig disponierte .... verlief die
Kursentwicklung ... nicht hektisch (Welt 24.9.66.18). 3. (Technik)
Hebel mit verschiebbarem Drehpunkt.
Kulissen-: -bühne, die: Bühne mit Kulissen (1) als Seitenbe-
grenzung u. mit abschließendem Hintergrund od.
Bühnenhimmel; ^Schieber, der (ugs. scherzh.): Bühnenarbeiter;
-Steuerung, die (Technik): Steuerung von Dampfmaschinen durch
eine Kulisse (3); -Wechsel, der: Auswechseln von Kulissen.
kuljssenhaft <Adj.; -er. -este; nicht adv.>: in der Art einer
Kulisse; wie eine Kulisse u. nicht echt wirkend.
Kullani [kula:ni|: tKolani.
Kuller [kole], die; -, -n [zu mundartl. Kulle. zusgez. aus
mhd. kugele, t Kugel] (1 and seh.): kleine Kugel: Murmel.
Kyller-: ^augen <P1.> (ugs. scherzh.): große Augen: ein
kleines Kind, eine Puppe mit [dunklen] K.; K. machen (er-
staunt mit den Augen rollen), dazu: -äugig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): eine -e Schöne; ^ball. der (Kinderspr.): Ball:
-Pfirsich, der (ugs.): in einem unten bauchigen Glas
servierter, sehr reifer, mehrfach durchstochener Pfirsich, der sich,
mit Sekt übergössen, durch die aufsteigende Kohlensäure
dreht; -tränchen, das. -träne, die <meist PI.) (fam.): Träne
(die einem kleinen Kind über die Wange läuft).
'kullern [kulun] <sw. V.) [zu tKullerl (ugs.): 1. wie eine
Kugel, Kuller sich um sich selbst drehend rollen <ist>: die
Äpfel kullerten auf die Erde, über die Dielen, vom Tisch;
er ließ sich in den Graben k.: langsam kullerten die Tränen
[über ihre Wangen]; In meinem Magen kullert unangenehm
das warme Kohlwasser (Fallada. Trinker 129). 2. rollen
lassen <hat>: Steine in die Tiefe k.; ... kullere ich dem
... Minister die Klöße auf den Teller (Hörzu 47, 1975,
21); Ü <k. + sich:) sich k. vor Lachen (emotional; über
etw. Lustiges sehr lachen [müssen]). 3. etw. im Kreis
bewegen; rollen <hat>: mit den Augen k.
tallern [|. t'kollernd).
'Kulm [kulml. der od. das; -[e]s. -e [älter: chulm. aus dem
Slaw.. vgl. tschech. chlum = Hügel, verw. mit t^olml:
abgerundete lBerg]kuppe.
^uhn [-]. das; -s [engl. eulm. mengl. eulme. wohl verw.
mit engl, coal = Kohle] (Geol.): sandig-schiefrige
Ausbildung des unteren Karbons.
Kulmination Oculmina t^io:nL die; -. -en [frz. eulmination.
zu: culminer < lat. eulminäre = gipfeln, zu: eulmen =
Gipfel]: 1. Erreichung des Höhe-, Gipfelpunktes einer
Laufbahn. Entwicklung: die K. einer Karriere. 2, (Astron.)
Durchgang eines Gestirns durch den höchsten od. tiefsten
Punkt seiner Bahn in bezug auf den Beobachter; <Zus.:>
Kulminationspunkt, der: 1. Höhe-. Gipfelpunkt einer
Laufbahn, Entwicklung: der Künstler hat seinen K. bereits
überschritten; Die Sportkombination hat auch jetzt noch nicht
ihren K. erreicht (HerrenJournal 1. 1966, 69). 2. (Astron.)
höchster od. tiefster Stand eines Gestirns in bezug auf den
Beobachter: der Stern befindet sich im oberen, unteren
K.; kulminieren [...ni:ran] <sw. V.; hat) [frz. culminer.
t Kulmination]: 1. seinen Höhepunkt erreichen: die
Begeisterung kulminierte in Bravorufen; Die Handlung kulminiert
(Fries. Weg 172); ein kulminierendes (einen Höhepunkt
darstellettdes. herausragendes) Ereignis (Welt 1. 9. 62, 1).
kulmisch [kulmij] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Geol.): das
2Kulm betreffend.
Kult fruit], der; -[e]s. -c [lat. eultus = Pflege; Bildung;
Verehrung (einer Gottheit), zu: eultum, 2. Part, von: colere
= bebauen, pflegenl: 1. an feste Formen, Riten, Orte,
Zeiten gebundene religiöse Verehrung einer Gottheit durch
eine Gemeinschaft: ein heidnischer, der christliche K.;
nichtchristliche -e: der K. des Dionysos; jmdn. in einen
K. einweihen; die Verbindung von K. und Politik im
römischen Staat; Ü die Qual des Zöpfe Hechtens ... erschien
mir nötig, war ein Opfer, gehörte zum K. (Rinser. Jan
Lobel 4). 2. übertriebene Verehrung, die manjmdm. angedei-
hen läßt; auf einer starken inneren Beziehung beruhende
Form des Umgangs mit jmdm., einer Sache: der K. mit
dem Star, ein K. der Schönheit; Der K. mit Krawatten.
Hemden (Hörzu 20.1973. 6); mit einem Filmschauspieler,
mit dem Andenken. Bild eines Menschen einen K. treiben.
Kylt-: -bau, der <PI. -ten): kultischen Zwecken dienender
Bau; -bild, das: kultischen Zwecken dienende bildliche
Darstellung; -form, die; -gemeinschaft, die: 1. religiöse Ge-
meifischojt, die an einem Kult teilnimmt. 2. (christl. Rel.)
Teilnahme von Angehörigen verschiedener Konfessionen am
Kult; -aeritt, das (meist PI.): kultisches Gerät; ^handking*
die: kultische Handlung; -statte, die.
kultisch <Adj.; o. Steig.): den Kult betreffend, zum Kult
gehörend: -e Geräte. Handlungen. Feiern; Ü Sie gestaltete
den Beischlaf zu einer -en Handlung (Jaeger. Freudenhaus
221); Kultismus frul'tismus], der; - [span. eultismo, wegen
der zahlreichen Anspielungen auf die antike Mythologie
in Werken dieser Stilart]: svw. TGongorismus; Kultivator
[kulti'va:t3r.auch: ...to:?]f der; -s, -en [...vato:ran; zu mlat.
cultivare. t kultivieren!: svw. tGrubber: kultivierbar
[...'vi:^ba:5l <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich kultivieren
(1) lassend: -er Boden; kultivieren [...'vi:ranl <sw. V.; hat)
[frz. cultiver < mlat. cultivare = (be)bauen. pflegen, zu
lat. eultus. tKult]: 1. urbar machen: Moore. Brachland
k. 2. als Kulturpflanze züchten, anpflanzen, anbauen: in
einem Gebiet Reis zu k, versuchen; als er (= Napoleon)
... die Zichorie kultivierte (Jacob. Kaffee 172). 3.a)
sorgsam, besonders pflegen: eine Bekanntschaft, eine
Freundschaft, seine äußere Erscheinung k.; er hat seinen Stil
kultiviert; b) verfeinern, besser ausbilden: daß er ihn
( = seinen Humor) auf eine unverwechselbare Weise
kultiviert hat (Welt 14. 7. 62. Geist. Welt 1); wie der ... Sinn
deutscher Fußballstars fürs Toreschießen kultiviert werden
könne (Welt 8. 10. 66. 8); kultiviert <Adj.; -er. -este):
a) durch Übung, Ausbildung, Behandlung o.a. gepflegt,
verfeinert: einen -en Geschmack, eine -e Sprache haben;
seine Stimme klingt sehr k.; in diesem Restaurant kann
man k. speisen; Ü ihr Kummer war k. (Lenz. Brot 81):
b) von vornehmer, gebildeter, zivilisierter Art / die auf einem
über Generationen hin erworbenen Grad geistiger u. sittlicher
Verfeinerung beruht]: ein -er Herr; eine -e Umgebung.
Gesellschaft; sie ist, benimmt sich sehr k.; <Abl.:>
Kultiviertheit, die; -; Kultivierung, die: -. -en <PI. ungebr.): das
Kultivieren; Kultur [kultu:?]. die; -. -en [lat. cultüra =
Landbau; Pflege (des Körpers u. Geistes)]: l.a) <o. PI.)
Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden
Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher
Höherentwicklung: die menschliche K.; das Ressort K.,
die Abteilung für K. (Kunst u. Wissenschaft); K. ist für
Bunyan lediglich Götzendienst (Nigg. Wiederkehr 76); ein
durch Sprache und K. verbundenes Volk; führende Kräfte
im Bereich von Politik und K.; von der K. [unjbeleckt
sein (ugs.; / unjzivilisiert, kulturell! nichtj entwickelt sein):
b) Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf
einem bestimmten Gebiet wälirend einer bestimmten Epoche
geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen,
gestaltenden Leistungen: die abendländische, bürgerliche
K.; primitive, frühe, verschollene, versunkene -en; die K.
der Griechen, der Renaissance in Italien: aus der
Arbeiterbewegung werde von selbst eine neue K. entstehen (Musil.
Mann 1339); eine neue K. schaffen; die Sumerer brachten
eine überlegene ... K. mit. die sie den ... Semiten
aufzwangen (Ceram, Götter 334); die weitere Entwicklung einer
ausgeprägten klösterlichen K. (Bild. Kunst 3.18); ein Land
mit alter K. 2. <o. PL) a) Verfeinerung, Kultiviertheit einer
menschlichen Betätigung. Äußerung. Hervorbringung: außer
Dienst hat man Ekarte gespielt oder ist auf die Jagd
gefahren, und bei dem allen war eine gewisse K. (Musil. Mann
1235); seine Stimme hat K. (klingt / auf Grund sorgfältiger
Ausbildung] ausgewogen); worauf bei Tienappels mit aller
K. zu Mittag gegessen wurde (Th. Mann. Zauberberg
46); b) Kultiviertheit einer Person: sie besitzen [keine] K.;
er ist ein Mensch ohne jede K.; Was nun die persönliche
K.... des byzantinischen Menschen angeht (Thieß.
Dämonen 400). 3. <o. PI.) (Landw.. Gartenbau) a) das Kultivieren
(1) des Bodens: die K. des Bodens verbessern; ein Stück
Land in K. nehmen (kultivieren); der Boden ist in K.
(ist kultiviert); b) das Kultivieren (2): die K. von Erdbeeren.
Rosen betreiben; das Klima läßt hier die K. bestimmter
Getreidesorten nicht zu. 4. (Landw.. Gartenbau. Forstw.)
auf größeren Flächen kultivierte junge Pflanzen; -en von
Zuckerrüben. Rosen. Birken, Buchen; die -en stehen gut.
5. (Biol.. Med.)a) <o. P\.>die Anzucht von Mikroorganismen
od. Gewebszellen auf geeigneten Nährböden; b) auf
geeigneten Nährböden in besonderen Gefäßen gezüchtete
Mikroorganismen od. Gewebszellen: bakteriologische -en:
eine K. anlegen, in frisches Nährmedium bringen.
1598
kultur-, Kultur-
fcafcgr-. Kultur-: -abgäbe, die (DDR): beim Kaufeiner Ein-
snttskarte für eine kulturelle Veranstaltung zu zahlender
Zuschlag, der zur Finanzierung kultureller Projekte be-
utmntt ist: -abkommen, das: gegenseitiges staatliches
Abkommen über den Kulturaustausch: -abteihing, die: Abtei-
kmg für kulturelle Angelegenheiten: -anthropologie, die:
Anthropologie, die bes. den Aspekt der Kultur (1 b) berück-
uchtigt. dazu: -anthropologisch <Adj.; o. Steig.): -arbeit,
de <o. PI.) [nach russ. kultrabota) (bes. DDR): Arbeit
als Beitrag zur Förderung der Kultur: K. im Ausland, in
den Betrieben; -attache, der: für kulturelle Belange
zuständiger Attache (2) einer Auslandsvertretung: -anstansch, der:
auf Grund eines Abkommens zwischen zwei Staaten
stattfindender kultureller Austausch: -autonomle, die: kulturelle
Autonomie: -hanause, der (abwertend, oft scherzh.): jmd.
ebne Kunstverständnis: Ü Du K.! Wie kannst du das (= das
ode Drecknest) hier mit Frankreich ( = in bezug auf die
Mädchen) vergleichen (Kirst. 08/15. 333); -barbar. der
«abwertend): svw. T Barbar(2). dazu: -barbarei, die
(abwertend): svw. t Barbarei (2); -bau, der <P1. -ten): kulturellen
Zwecken dienender Bau: -beilage, die: kulturelle Themen
behandelnde Beilage einer Zeitung: -beitrag, der: svw.
•-abgäbe; -betrieb, der <o. PI.) (ugs.): Kulturleben, das
mehr geschäftiger Betriebsamkeit als echtem
Kulturbewußtsem entspringt: eine höhnische Parodie auf den Wiener
K. (Spiegel 24. 1975. 116); der herkömmliche K„ wie
er sich in Theatern. Konzertsälen und Museen abspielt
«MM 20. 6. 73, 17); -beutet, der: Beutel od. Tasche /mit
Fächern] zur Aufbewahrung von Toilettensachen während
einer Reise: Toilettentasche: -boden, der: a) kultivierter,
bearbeiteter Boden: hie autochthoner Waldboden, hie K.
(Mantel. Wald 105); b) Gebiet, auf dem sich eine bedeutende
Kultur (1 b) entwickelt hat: -bolschewismus, der: 1. (hist.)
Bestrebungen, auf marxistischer Grundlage eine
revolutionär-proletarische Kultur u. Kunst zu schaffen. Kultur u.
Kunst in den Dienst des Aufbaus von Sozialismus u.
Kommunismus zu stellen (bes. in der ns. Zeit häufig benutztes
Schlagwort zur Diffamierung der als artfremd
empfundenen darstellenden u. bildenden Kunst der 20er Jahre).
2. (veraltend scherzh.) Verhaltensweise, die von wenig
Kunstverständnis zeugt: Banausen tum. dazu: -bobehewist,
der (veraltend, scherzh.): svw. t Banause, -bolschewistisch
kAdj.) (veraltet abwertend): den Kulturbolschewisnms (1)
betreffend, dazu gehörend: -bringer, der; -s. -: svw. t -heros;
-denkmal, das: etw. (bes. künstlerisches Werk), was als
Zeugnis einer Kultur erhaltenswert ist: Bautechnische
Maßnahmen zum Schutz von -en gegen Erdbebenwirkungen
(Buchtitel); -dünger. der (bes. ns.): die erste Schicht der
bei der Kolonisation untergehenden Siedler, die den Grumt
für die Ausbildung einer Kultur legt: -ensemWe, das [nach
russ. chudoschestwenny ansambl] (DDR): Ensemble für
Folklore(2a)u. Schauspielaufführungen: -epoche, die:
Epoche einer bestimmten Kultur (1 b); -erbe, das [LÜ von
russ. kultumoje nasledijel (bes. DDR): überliefertes
Kulturgut einer Gemeinschaft, eines Volkes: das nationale K.;
-flhig <Adj.; nicht adv.): svw. t kultivierbar; -feindlich
•:Adj.; nicht adv.). dazu: -feindlichkeit, die <o. PL); -film.
der: der Allgemeinbildung dienender. / kürzerer]
dokumentarischer od. künstlerischer Film über ein Thema von
allgemeinem Interesse: -flüchter, der (Biol.): Pflanzen od.
Tierart, die nur aulierhalb der Kulturlandschaft gedeiht u.
deshalb allmählich daraus verschwindet (Ggs.: ^folger);
-föderalismus, der; -folger, der (Biol.): Pflanzen- od.
Tierart, die auf Grund der günstigen Lebensbedingungen die
Kulturlandschaft bevorzugt u. ihre Verbreitung weitgehend
dem Menschen verdankt (Ggs.: -flüchter); -fonds, der [LÜ
von russ. kultfond] (DDR): Fonds zur Finanzierung
kultureller Projekte: -form, die: spezielle Ausprägung der
erreichten Kultur (1 a) einer Gemeinschaft, eines Volkes:
-funktional", der (DDR): Funktionär im kulturpolitischen Bereich:
-Geographie, die: Geographie, die sich bes. mit den
Auswirkungen der Umgestaltung der Naturlandschaft durch den
Menschen beschäftigt: -Beschichte, die: a) <o. PI.) Ablauf
u. Wandlung des gesellschaftlichen, geistigen, künstlerischen
u. wirtschaftlichen Lebens in der Vergangenheit: die K.
des Menschen; b) <o. PI.) Wissenschaft von der
Kulturgeschichte (a): c) Werk über die Kulturgeschichte (a): der
Verfasser einer bedeutenden K., dazu: -geschichtlich <Adj.;
o. Steig.); -gruppe, die (DDR): Gruppe von Laien, die
singen, tanzen, spielen: -gut, das: etw.. was als kultureller
Wert Bestand hat u. bewahr^ wird: mittelalterliches K.
bewahren; -haus, das [1: LÜ von russ. dorn kultury]:
1. (bes. in den sozialistischen Ländern) Gebäude für
kulturelle od. politische Veranstaltungen. 2. svw. l-institut; -heros,
der: Gestalt, der die Menschen nach mythischem Verständnis
wichtige kulturelle Errungenschaften (wie z.B. das Feuer)
verdanken: -historie, die (veraltend): svw. Ngeschichte;
-historisch <Adj.; o. Steig.): svw. t -geschichtlich; -hoheit,
die <o. PI. >: oberste Staatsgewalt. Souveränität in kulturellen
Angelegenheiten: die K. liegt bei den Bundesländern;
-Industrie, die (bes. neomarx.): spätkapitalistische
Industriezweige, die den kulturellen Bereich als Mittel zur Steigerung
des Warenabsatzes einbeziehen: eine... Figur (= der
Durchschnittsleser), die in allen Sparten der K. anzutreffen ist
(Enzensberger. Einzelheiten I. 81); -institut, das: Institut,
das ein Staat im Ausland zum Zwecke kultureller Arbeit
u. zur Förderung der eigenen Kultur unterhält: -kämpf,
der <o. PL) [durch den dt. Pathologen u. (Sozial)politiker
R. Virchow (1821-1902) seit 1873 zum polit. Schlagwort
geworden] (hist.): Auseinandersetzungen zwischen dem
(protestantischen) preußischen Staat u* der katholischen Kirche
von etwa 1871-1887: -kommission, die [LÜ von russ. kul-
turnaja komissijal (DDR): Igewerkschaftliche]
Kommission für kulturelle Angelegenheiten: -kreis, der: Gebiet,
in dem bestimmte Wohnformen. Waffen. Geräte, religiöse
u. soziale Ordnungen charakteristisch sind: ein
prähistorischer K.; -kritik, die <o. PI.): Kritik an den
Folgeerscheinungen der zeitgenössischen Kultur (als
philosophische Haltung), dazu: -kritiker, der. -kritisch <Adj.; o.
Steig.): ein -er Aufsatz; ein -es Programm entwerfen; -land,
das: 1. <o. PI.) svw. t-boden (a). 2. Land mit einer
bedeutenden Kultur: -landschaft, die: vom Menschen umgestaltete
Naturlandschaft (Ggs.: Naturlandschaft); -leben, das <o.
PI.): kulturelles Geschehen in einem bestimmten Bereich:
eine Stadt mit einem regen K.; -los <Adj.; -er. -este):
ohne Kultur (2 b); unkultiviert, dazu: -losigkeit.die; -; -ma-
gazin, das: svw. t-Zeitschrift; -mensch, der: Mensch, der
eine Kultur (1 a) ausgebildet hat. dazu: -menschheit, die;
-minister, der (bes. DDR): svw. tKultusminister, dazu:
-ministerium, das (bes. DDR); -morphologie, die:
völkerkundliche Richtung, die die eigengesetzliche Entwicklung
der Kulturen der Völker erforscht: -nachriditen <P1.>:
Meldungen i im Rundfunk] über kulturelle Ereignisse: -nation,
die: Nation mit Kulturbewußtsein: -notiz, die <meist PL):
vgl. -nachrichten; -obmarai, der (DDR): Obmann für
kulturelle Angelegen/ieiten in einer Gewerkschaftsgruppe: -pa-
last, der [LÜ von russ. dworez kultury]: (in den
sozialistischen Ländern) großes, prächtiges Kulturhaus (1); -park.
der [LÜ von russ. park kultury]: (in den sozialistischen
Ländern) Parkanlage mit kulturellen Einrichtungen:
-Periode, die (Paläont.); -Pessimismus, der: Abwendung vom
zivilisatorischen Fortschritt, der als Zerfalls- od.
Zerstörungsprozeß einer Kultur kritisiert wird: -Pessimist, der: jmd.
mit kulturpessimistischer Einstellung, dazu: -pessimistisch
<AdJ.; nicht adv.): den Kulturpessimismus vertretend, zum
Ausdruck bringetid: -pflanze, die: aus entsprechenden
wildwachsenden Arten gezüchtete Pflanze, die als Nutz- (xi.
Zierpflanze angebaut wird: -Philosoph, der: Wissenschaftler
auf dem Gebiet der Kultur Philosophie: -Philosophie, die
<o. PI.): Philosophie, die sich mit den allgemeinen
Erscheinungen der Kultur u. den in ihr wirksamen Entwicklungs-
u. Ordnungsgesetzen befaßt: -Politik, die <o. PL): Politik,
die sich mit Förderung u. Erhaltung der Kultur (1 b) befaßt.
dazu: -politisch <Adj.; o. Steig.): die Kulturpolitik
betreffend: -preis, der: für Leistungen auf kulturellem Gebiet
verliehener Preis: -Programm, das: Progratnm kultureller
u. künstlerischer Darbietungen: ein reichhaltiges K.
darbieten; -Propaganda, die: Propaganda auf kulturellem Gebiet.
dazu: -Propagandist, der. -propagandistisch <Adj.; o.
Steig.); -Psychologie, die: Teilgebiet der Psychologie, das
sich mit den seelischen Kräften befaßt, die der Entwicklung
von Kulturen u. Kulturkreisen zugrunde liegen: -rasse, die:
(bei Haustieren) durch Züchtung u. bestimmte Pflege o. ä.
verbesserte Rasse: -räum, der: 1. Gebiet einer einheitlichen
Kultur. 2. (DDR) Raum für kulturelle Veranstaltungen in
einem Betrieb o. ä.: -referat, das: Referat für kulturelle
Angelegenheiten: -referent, der: Referent für kulturelle
Angelegenheiten: -revokition, die [LÜ von russ. (sozialisti-
tscheskaja) kulturnaja rewoljuzija] (marx.): sozialistische
Revolution im kulturellen Bereich mit dem Ziel der Heraus-
1599
kultural
bildung einer sozialistischen Kultur: Seit der K. (= in China)
sind alle Zeitungen. Zeitschriften ... und Verlage in der
Hand der Radikalen (Spiegel 38. 1976. 121); -«aal. der
(DDR): vgl. -räum; -schaffende, der u. die; -n. -n <meist
PI.) [urspr. ns. Bez. für die in der Reichskulturkammer
zusammengefaßten Angehörigen der freien Berufe]
(DDR): jmd.. der auf geistigem, kulturellem Gebiet
produktiv tätig ist: Künstler: Intellektueller: der Club der -n
.Johannes R. Becher" (National-Zeitung 5. 11. 76, 6);
-schände, die (abwertend): Schande angesichts der vom
Menschen erreichten Kulturstufe: Die neue Haltung der
Hühner in Drahtkäfigen, sprich Batterien, ist eine K. (Hör-
zu 27, 1971. 42); -schätz, der <meist PL): svw. Kgut;
-Schicht, die (Archäol., Prähistorie): Bodenablagerung mit
Hinterlassenschaften des Menschen: -schock, der (Soziol.):
(beim unmittelbaren Kontakt mit einer fremden Kultur)
schreckhaftes Erleben der Andersartigkeil der durch die
fremde Kultur erlebbaren Realität: -Schöpfer, der: Urheber.
Hervorbringer von Kultur da), als der der Mensch sich
darstellt, dazu: -schöpferisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv>;
-soziolooe, der: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Kultursoziologie; -Soziologie, die: Teilgebiet der Soziologie, das
sich mit einer soziologischen Untersuchung u. Betrachtung
der Geschichte u. der Phänomene der Kultur (1) befaßt.
dazu: -soziologisch <Adj.; o. Steig.); -Sphäre, die:
kulturelle Sphäre; -spräche, die: Sprache eines Kulturvolks; -spuren
<PL>: Reste früherer / Landlbebauung: K. im Watt entdek-
ken; -Staat, der: svw. T -land (2); -statte, die (geh.): Stätte
mit Zeugnissen einer bestimmten Kultur (1 b): -steppe, die:
Landstrich, in dem durch menschlichen Eingriff die
natürliche Vegetation (bes. der Wald) u. der Tierbestand stark
reduziert sind, -strick, der (ugs. scherzh.): Krawatte;
-stufe, die: Stufe der erreichten Kultur (1 a). der kulturellen
Entwicklung: die K. eines Volkes; -szene. die <o. PI.)
(ugs.): kultureller Bereich; -technik, die: Maßnahmen.
Verfahren, die der Gewinnung u. Erhaltung landwirtschaftlicher
Nutz/lachen, der Verbesserung des Bodens u. der Steigerung
der Erträge dienen; -träger, der: Person od. Sache, die
der Vermittlung kultureller Werte dient; -trägerin, die:
w. Form zu I-träger; -Veranstaltung, die; -verfall, den
-volk. das: Volk mit hochentwickelter Kultur (1): das K.
der Azteken; -voll <Adj.) [nach russ. kulturny] (bes. DDR):
niveauvoll: ein -es Gemeinschaftsleben (Neues Leben 10,
1975, 9); -wert, der <meist PL): svw. f-gut;
-Wissenschaften <P1.>: svw. tGeisteswissenschaften; -Zentrum, das: a)
Mittelpunkt, wichtiger Ort des kulturellen Lebens: der
europäische Kontinent - nur ein K. unter anderen (K. Mann.
Wendepunkt 186); b) größere Anlage mit verschiedenen
kulturellen Einrichtungen: neues deutsches K. in Tokio.
kultural [koltu'ra:l] <Adj.; o. Steig.) [engl, cultural] (selten):
die Kultur (1) in ihrem Vorhandensein an sich betreffetui
die -e Funktion der Vereine (Bausinger, Dialekte 133);
kulturalistisch [...ra'listij] <Adj.; o. Steig.) (selten): auf die
Kultur (1) ausgerichtet, abgestellt: die ( = psychische
Mechanismen) dem -en Relativismus mancher
ethnologischer Forscher verborgen bleiben (Börsenblatt 89, 1974.
5391); kulturell [..,'rel] <Adj.; o. Steig.): die Kultur (1)
betreffend: der -e Bereich. Hintergrund, Austausch; das
-eErbe, Leben; -e Werte, Beziehungen, Aufgaben,
Leistungen, Veranstaltungen; ein -er Verfall. Niedergang; auf-em
Gebiet; k. führend sein; historisch und k. zum
abendländischen Bereich gehören; Die Gewerkschaft hob sie (= die
Arbeiter) moralisch und k. auf einen höheren Status
(Fraenkel.Staat 273); Kulturistik [...nstik], die; - [wahrsch.
zu engl, cultuhst = Anhänger der Körperkultur] (bes.
DDR): sportliche Disziplin mit einem besonderen
Muskeltraining zur Ausbildung einer möglichst vollkommenen
Muskulatur; Kraftsport; kultürlich [korty:^li<;l <Adj.; o. Steig.)
(selten): der Kultur (1) entsprechend, gemäß: die ... stete
Hörigkeit eines Mannes aber läuft dem -en Bild zuwider
(PsychologischeRundschau2.1966,140);Kultus [koltusl.
der; - [TKult]: 1. (bildungsspr.) svw. TKult (I): Die Legende
ist also nicht als „Unterart der Sage" Bestandteil eines
K. (Curschmann, Oswald 69). 2. (bildungsspr.) a) svw.
t Kult (2 a); b) svw. t Kult (2 b): derK. des Leidens (Adorno.
Prismen 105): daß er ... einen sehnsüchtig närrischen K.
damit ( = mit dem Sonnenbild) trieb (Hesse, Sonne 51)
3. (Amtsspr.) kultureller Bereich, kulturelle
Angelegenheiten: dafür ist das Ministerium für Unterricht und K.
zuständig.
Kultus-: -freiheit, die <o. PI.) (Jur.): Freiheit der
Religionsausübung; -gemeinde, die: religiöse Gemeinschaft [in der
Diaspora]; -kongregation, die (kath. Kirche):
Kurienkongregation für die liturgische Ordnung in der
römisch-katholischen Kirche; -minister, der (Bundesrepublik
Deutschland): Leiter des Kultusministeriums. -ministeriim, das
(Bundesrepublik Deutschland): oberste Behörde eines
Bundeslandes für das Bildungs- u. Erziehungswesen, die Pflege
von Wissenschaft u. Kunst sowie für sonstige kulturelle
Angelegenheiten; -ministerkonferenz.die: Kurzbez. Tür die
Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der
Bundesrepublik Deutschland; -Senator, der: vgl. -minister:
der Berliner, Hamburger K.; -Verwaltung, die: städtische
Behörde für kulturelle Angelegenfieiten.
Kumarin [kuma'ri:nl. das; -s [frz. coumarin. zu: coumaru
< Tupi (Indianerspr. d. östl. Südamerika) cumaru =
Tonkabohnel: ein bes. aus der Tonkabohne gewonnener
Duftstoff, der u.a. für Parfüms u. zur Aromatisierung von
Tabak verwendet wird; Kumaron [...'ro:nl, das; -s (Chemie):
ein aus dem Steinkohlenteer gewonnenes aromatisches öl;
<Zus.:> Kumaronharz, das: als Binde- u. Klebemittel, auch
bei der Herstellung von Schallplatten verwendetes, aus der
Polymerisation von Kumaron gewonnenes Produkt.
Kummv der; -s. -e. Kumme ['kom(d)], die; -, -n [mniederd.
kumme, verw. mit TKumpen, Kumpfl (nordd.): tiefe, runde
Schüssel, f Trink /schale; eine K. mit Salat; Der Junge hatte
verwundert seinen eingeseiften Kopf aus der Kumme
gehoben (Bredel. Väter 16).
Kümmel [kYmj], der; -s. - [mhd. kümel. ahd. kumil. kumin
< lat.cumeniim < griech. kyminon. wohl aus dem Semit.l:
1. eine Arznei- u. Gewürzpflanze mit doppelt od. dreifach
gefiederten Blättern u. kleinen, weißen bis rötlichen Blüten
in doppelten Dolden. 2. aus den kleinen, dunklen,
sichelförmig gebogenen Samenkörnern dieser Pflanze bestehendes
Gewürz: K. auf den Quark tun; mit K. bestreute Kartoffeln.
3. Branntwein mit Kümmel (2) od. Kümmelöl als
Geschmacksstoff; einen K. trinken; Herr Ober, zwei K.!
Kgmmel-: -branntwein, der <o. PI.); -brot, das; -brötchen,
das; -geruch, der <o. PL); -8esdunack,der<o. PI.); -käse,
der; -körn, das: einzelnes, längliches, sichelförmig
gebogenes Samenkorn der Kümmelpflanze; -öl, das: aus
Kümmelkörnern gewonnenes würziges Öl; -schnaps, der;
-spalter, der: svw. t Haarspalter, -tiirke, der [urspr. Name
für einen Studenten aus dem Umkreis von Halle, weil
dort viel Kümmel angebaut u. die Gegend scherzh. als
.JCümmeltürker bezeichnet wurde („Türkei", weil
Gewürze sonst meist aus dem Orient kamen): dann Bez.
für einen langweiligen, spießbürgerlichen Menschen]: 1.
(salopp abwertend) Türke; türkischer Gastarbeiter. 2.
(salopp abwertend; veraltend: Schimpfwort): hau ab. du alter
K.! * arbeiten wie ein K. (ugs.; schwer arbeiten, schuften).
kymmebi <sw. V.; hat): mit Kümmel (2) bestreuen: ich küm-
m[e)le den Käse; <meist im 2. Part.:) gekümmeltes Brot.
2. (ugs.) Alkohol, bes. Schnaps, trinken: laß uns einen k.!
Kummer [komn). der; -s [mhd. kumber = Schutt, Müll:
Mühsal; Not, Gram; Beschlagnahme, Verhaftung < mlat.
cumbrus, combrus = Verhau, Sperre, Wehrl: a) Gram.
Schmerz über ein schweres Geschick <xl. ein Leid, das einen
betroffen hat; trauriger, niedergedrückter Gemütszustand:
großer, schwerer, herber K.; der Kummer um/über ihren
Sohn hat sie überwältigt; Der K. frißt an der besten Kraft,
aber die Arbeit frißt den K. auf (Waggerl. Brot 60); viel
K. haben, tragen müssen; sie hat ihm großen K. zugefügt;
aus K.; er vergräbt sich ganz in seinen K.; man muß
allein mit seinem K. fertig werden; von K. gebeugt; vor
K. nicht schlafen können; seinen K. herunterspülen (ugs.;
viel Alko/iol trinken, um sich aus ehiem traurigen
Gemütszustand zu befreien): R ich bin K. gewöhnt (ugs.: ich habe
schon viele böse Überraschungen erlebt, mich kann nichts
mehr erschüttern): b) (ugs.) Niedergeschlagenheit. Arger
über einen Mißerfolg od. eine Schwierigkeit, mit der man
nicht fertig wird: Der Herd war Lämmchens größter K.
(Fallada, Mann 225); was hast du denn für K.?
kymmer-, Kummer-: -bund. T Kummerbund; -falte, die
<meist Pl.>: durch vieles Leid /verfrüht/ hervorgetretene
Falte im Gesicht: -n haben; -kästen, der (scherzh.): von
Behörden. Kirchen. Organisationen o.a. eingerichteter
Hausbriefkasten für Anregungen u. Beschwerden; -miene.
die (ugs.): kummervolle Miene; -speck, der (ugs.): durch
unbewältigte seelische Probleme u. (aus Trostbedürfnis)
1600
kund-, Kund-
neles Essen hervorgerufene Fettleibigkeit: K. ansetzen;
^%oll <Adj.>: voller Kummer, großen Kummer ausdrückend:
ein -es Gesicht: jmdn. k. ansehen; ... sagte er k.
Kqpmmerbund, der; -[e]s. -e [engl, cummerbund < Hindi
kamarband. wohl aus dem Pers.]: (statt einer Weste) zum
Smoking od. Frack getragenes breites, gefaltetes Seiden-
band: alle Accessoires vom Hemd bis zum K. in exquisiter
Auswahl (MM 19. 12. 72,5).
Kämmerer ['kraians], der; -s. - [zu tkümmern (3)]: a) (Jä-
•crspr.) Wild mit einem schlecht entwickelten Geweih: b)
(Landw.) in der Entwicklung zurückgebliebenes /Jung/tier
ad. verkümmernde Pflanze: Ki^imerform, die (Bot., Zool.):
**rkümmerte /degenerierte] Form einer Pflanzen- od. Tier-
<v7. die Legföhre ist die im Hochgebirge wachsende K.
der Kiefer; kümmerlich ['kvmBli^] <Adj.> [mhd. kumberlich
= bedrückend; gramvoll): 1. (von Menschen. Tieren.
Pflanzen) klein u. schwächlich, in der Entwicklung
zurückgeblieben: eine -e Gestalt; ehemaliges Waldland .... das Jetzt
kahl liegt oder -es Buschland trägt (Mantel, Wald 76);
Jizchak .... bevor er blind und k. wurde (Th. Mann. Joseph
421). 2, ärmlich, armselig, dürftig: eine -e Behausung; in
-en Verhältnissen leben; sich k. ernähren, durchbringen.
3. (abwertend) hinter den Erwartungen. Ansprüchen,
gesetzten Zielen weit zurückbleibend: bestehenden Bedürfnissen
nicht genügend: ein -es Ergebnis; -e Erträge; ein -er Rest;
obwohl ich damals nur ein -es Französisch konnte (Roth.
Beichte %); sie lebt von einer -en (sehr niedrigen) Rente;
der Bestand der Bibliothek ist k.; <Abl.:> Kümmerlichkeit.
die: -: Dazu hören wir einen in seiner K. rührenden Gesang
zwischen den Steinen (Kosmos 3. 1965. 126); Kümmerling
[...lml.der. -s.-e (abwertend): schwaches, zurückgebliebenes
Geschöpf: Kümmerer: zwei -e sind eingegangen; Ü
Gemessen an der Fülle schöner und nutzbringender K inderbücher
»t das Jugendbuch immer noch ein echter K. (Berliner
Morgenpost 9. 6. 77. 20): kümmern <sw. V.; hat) [mhd.
kümmern, kumbem = belästigen, bedrücken. Quälen]: 1.
k. 4- sich) a) sich einer Person od. Sache annehmen:
iich helfend, sorgend um jmdn.. etw. bemühen: sich um
die Kinder, die Gäste, das Gepäck, den Haushalt k.; sich
um nichts k.; kümmere dich doch bitte mal um diese
Sache (sorge dafür, doli etwas geschieht)!: (seltener mit
Gliedsatz als Obj.:> ..Kümmern Sie sich gefalligst, daß
die Kerle aufmarschieren!" (Apitz. Wölfe 316): (seltener
o. Obj.:> Er singt vom unehelichen ..Kind einer Nacht**,
das kriminell wird, weil sich keiner kümmert (Hörzu II.
1977, 8); b)jmdm.. einer Sache Aufmerksamkeit schenken:
beachten: sich mitjmdm.. etw. beschäftigen, befassen (meist
>emeint>: um dies Geschwätz habe ich mich niemals
gekümmert; sie kümmert sich nicht um (interessiert sich
nicht für) Politik; kümmere dich um deine eigenen
Angelegenheiten!; (Fußball u.a. Jargon:) er hatte die Aufgabe,
sich um den gefährlichen Linksaußen zu k. (ihn zu decken,
seine Absichten zu durchkreuzen). 2. betreffen, angehen:
wen soll das k.?; was kümmert dich das?; wie ich das
Geld beschalle, braucht dich nicht zu k.; In Amerika
aber hatte mich die Geburtshilfe ... wenig gekümmert
(Thorwald.Chirurgen 184). 3. (von Lebewesen u. Pflanzen)
schlecht gedeihen, sich flicht weiterentwickeln, verkümmern:
Auch Pflanzen können krank werden ... Emährungsschä-
den lassen sie k. (Kosmos 3. 1965. 97); Anita muß zu
Hause das Kind versorgen ... und kümmert als „steinerne
Witwe** vor sich hin (MM 25. 8. 1971. 22); kümmerndes
Wild; Kümmernis [kYmBnisl. die; -, -se [mhd. kumbernisse]
(geh.): /kleiner] Kummer. Schwierigkeit, die jmdn.
bedrückt: eheliche -se. allerlei -se haben; sein Schicksal erfüllte
sie mit K.
Kummet ['komat]. das. Schweiz.: der; -s. -e. Kumt [komtl.
das: -[eis, -e [mhd. komat < poln. chom^t(o)]: gepolsterter
Bügel, der um den Hals von Zugtieren gelegt wird: dem
Pferd das K. anlegen: (Zus.:> Kipnmetgeschirr, das.
Kümo [(ky:mo]. das; -s. -s: Küstenmotorschiff.
Kumpan [kumpa:n]. der; -s. -e [mhd. kompän < afrz.
compain < spätlat. companio = Gefährte, über das Vlat.
zu lat. con- = mit- u. pänis = Brot; c: erstmals gebraucht
von dem dt. Biologen J. J. von Uexküll (1864-1944)] (ugs.):
m) Kamerad, mit dem man bestimmte Dinge gemeinsam
erlebt od, unternimmt: mit seinen -en [vom Stammtisch!
Ächen; er teilt die Wohnung mit sieben -en; ein etwas
verrückter K.. aber immer ein K. (Seghers. Transit 16);
b> (abwertend) Mittäter. Helfershelfer bei einer strafbaren
Handlung: er wollte seine -e nicht nennen; er trat gegen
seine -e als Kronzeuge auf; c) (Verhaltensf.) Partner in
einem bestimmten Funktionskreis (z. B. Geschwister.
Geschlechtspartner); (Abl.:> Kumpanei [...pa'n^J]. die; -. -en
(ugs.. oft abwertend): a) Gruppe. Zusammenschluß von
Kumpanen: eine lustige K.; die Angehörigen der braunen
K. (der ehemaligen Nazis: Volk 11. 7. 64. 2); b) (o. PI.)
kameradschaftliches Zusammengehörigkeitsgefühl.
Freundschaft unter Kumpanen: aus falschverstandener K. hat er
ihn gewarnt; mit jmdm. K. machen; Kumpel ['kompj].
der; -s. -. ugs. auch: -s. österr. auch: -n [volkst. Vkl. von
t Kumpan]: 1. (Bergmannsspr.) Arbeitskamerad unter Tage:
die K. fahren ein; Schicksale aus dem deutschen
Kohlenbergbau, dargestellt an zweimal umgeschulten und wieder
arbeitslosen -n (Spiegel 7, 1977. 159). 2. (salopp, bes. Ju-
gendspr.) / Arbeits Jkamerad. Mitarbeiter: jmd..auf den man
sich bei allen gemeinsamen Unternehmen unbedingt verlassen
kann: ein dufter K.; ein K. von mir; sie sind -s geworden;
einen alten K. wiedersehen: zusammen mit einem K.
räumte er den Laden aus; (auch als Anrede:) grüß dich. K.!;
(Abl.:> kympelhaft (Adj.; -er. -este>: kameradschaftlich:
in einem bewußt saloppen, vertrauten Ton mitjmdm.
verkehrend: ein -er Umgangston. dazu: Kympelhaftigkeit, die; -.
kümpeln ['kvmplnl (sw. V.; hat) [zu tKumpenl (Technik):
(Bleche. Schiffsplatten.Kesselbödenu. ä.) wölben u. formen:
Kumpen [kumpnl. der; -s. - [mniederd. kump] (nordd.):
Gefäß, große Schüssel: Kumpf Ocomitfl. der; -[e]s. -e u.
Kümpfe [kYmßfa; mhd. kumpfl (südd.. österr.): Schüssel.
Behälter, bes. für den Wetzstein.
Kumquat fkomkvat]. die; -. -s [engl, kumquat < chin.
kam kwat): aus Ostasien stammende, kleine Orange.
Kumst [kumst]. der; -[eis [mhd.. spätahd. kumpost =
Eingemachtes, eingemachtes Sauerkraut < lat. compositum,
vgl. Kompost. Kompott] (nordostd.): [SauerJkohl.
Kumt: t Kummet.
Kumulation [kumula'tßiom]. die; -, -en [spätlat. cumulätio.
zu lat. cumuläre. tkumulieren] (Fachspr.): Anhäufung.
Sammlung u. Speicherung: die K. von Immissionen in
Ballungsgebieten; innere K. einer reaktionsspezifischen
Erregung (Lorenz. Verhalten I, 347); Computer fertigen
Register und deren -en an; kumulativ [...a'ti.fl (Adj.; o. Steig.)
(Fachspr.): [sich] anhäufend, steigernd: ein -es Defizit im
Staatshaushalt; diese Zahl ist k. (Enzensberger,
Einzelheiten 1.139); kumulieren [...li:ran] (sw. V.; hat) [lat.
cumuläre. zu: cumulus. tKumulus] (bildungsspr.. Fachspr.):
anhäufen: ansammeln fu. steigern, verstärken/: bei Wahlen
mehrere Stimmen auf einen Kandidaten k.; ... als würde
irgendeine reaktionsspezifische Energie kumuliert (Lorenz.
Verhalten I. 334); kumulierende/kumulierte Bibliographie
(regelmäßig erscheinende Bibliographie, deren neueste
Ausgabe jeweils die Titel aus den vorhergehenden mit enthält):
R das Leben ist ein kumulierendes Gift; (auch k. 4- sich:)
Mit der Zeit könnten sich diese ( = Schadstoffe) aber im
menschlichen Körper k. (MM 29. 11. 71. 10): (subst.:)
bei diesem Taschenrechner läßt der Speicher ein direktes
Kumulieren von Zwischenergebnissen zu; (Abi.:) Kumulk-
rung, die; -. -en; Kumukmimbus [...lo'nimbos], der; -. -se
[zu tKumulus u. lat. nimbus = (Regen)wolkel (Met.):
dichte, schwarze, wie ein Berg aufgetürmte u. von oben
her nach allen Seiten sich ausbreitende Gewitterwolke: Abk.:
Cb; Kumulus [ku.mulos], der; -. ...li [lat. cumulus =
Haufen] (Met.): scharf begrenzte, sich zusammenballende
od. auftürmende Wolke (die nach oben hin heller wird u.
deren weiße Wolkenränder von der Sonne durchleuchtet
werden): Haujenwolke: Quellwolke: Über der Kimm lagen
schwache Kumuli (Rehn. Nichts 7); Abk.: Cu; (Zus.:)
Kumuluswolke, die.
Kumys.Kumyß[ku:mYs.auch: ku'mYs]. der; - [russ. kumys
< tat. kumyz]: alkoholhaltiges Getränk aus vergorener
Stutenmilch.
kund [kont] (Adj.: o. Steig.; nur präd.) [mhd. kunt. ahd.
kund = kennengelernt, bekanntgeworden; alte Partizipial-
bildung zu tkönnen] nur noch in der Verbindung jmdm.
etw. k. und zu wissen tun (altertümelnd; jmdm. etw.
bekanntgeben, in aller Deutlichkeit mitteilen).
k^nd-, Kynd-: -fahrt, die (österr.): [wissenschaftliche]
Exkursion: -gäbe, die (PI. selten) (geh.): das Kundgeben.
Sichäußern: -geben (st. V.; hat) (geh.): 1. bekanntgeben,
mitteilen: limdm.] seine Meinung, seine Ansichten k.; Den
Schöpfer, so gibt er kund, den könne er noch verstehen
101 GDW
1601
kundbar
(Thielicke. Ich glaube 53). 2. <k. + sich) sich zeigen,
sich äußern: in seiner Aggressivität gibt sich die innere
Unsicherheit kund; -gebung, die; -. -en: I. öffentliche,
politische Massenveranstaltung (zu der sich die Massen
auf einem freien Platz od. in einem großen Saal versammeln):
eine machtvolle K.; eine K. für die Freiheit, gegen den
Krieg; am. zum 1. Mai finden überall -en statt; eine K.
[auf dem Marktplatz] veranstalten, mitmachen, verbieten,
stören; auf einer K. sprechen; zu einer K. aufrufen. 2.
(veraltend) das Kundgeben. [ öffentliche] Äußerung.
Bekanntgabe: die K. seines Willens; Dies Streichen Ihrer
bloßen Hand über des Kindes Lausehaar ... ist vielleicht
eine erstaunlichere K. der Liebe als ... (Th. Mann. Krull
421); -machen <sw. V.; hat) (österr. Amtsspr.. sonst
veraltend): bekanntmachen: Das Gesetz ... wird neu
kundgemacht (Vorarlb. Nachrichten 20.11.68); Hirten erst
kundgemacht durch der Engel Halleluja (J. Mohr. Stille Nacht);
Mnachung [-maxunl. die; -. -en (südd.. österr.. Schweiz.):
[amtliche] Bekanntmachung: ^tun <unr. V.; hat) (geh.):
a) ausdrücken, äußern: kundgeben: seine Meinung, seinen
Willen k.; Während ihm die Botschaft kundgetan wurde
(Buber. Gog 200); b) <k. + sich) sich ausdrücken, sich
zeigen: es ( = das Gefühl) trachtet, sich zu bekennen, sich
kundzutun (Th. Mann. Joseph 84); -werden <unr. V.;
ist) (veraltet): a) bekanntwerden: bald wurde die Nachricht
kund, daß ...; b) innewerden, etw. erkennen: so daß man
... im Schlafe kund wird der Anschläge des Rates (Th.
Mann. Joseph 115).
kündbar [kontba.g] in der Verbindung k. werden (veraltet;
bekanntwerden, zu jmds. Kenntnis gelangen): davon war
ihm noch nichts k. geworden; kündbar [kYntba.g] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.X* die Möglichkeit einer Kündigung
enthaltend: -e Anleihen; ein nach Ablauf von 3 Jahren
-er Vertrag; 68 Prozent der Bevölkerung ... sind der
Meinung, daß auch Staatsdiener k. sein sollten (Welt 11.2.
76.1); <Abl.:) Ktjndbarkeit, die; -: Möglichkeit der
Kündigung: 'Kunde [konda]. der, -n. -n [1: älter = Bekannter.
Einheimischer, mhd. künde, ahd. kundo; 2 a: eigtl. =
Kundiger. Eingeweihter): 1. jmd.. der [regelmäßig! eine
Ware kauft od. eine Dienstleistung in Anspruch nimmt (u.
daher in dem Geschäft, in der Firma bekannt ist]: ein alter,
guter, langjähriger, anspruchsvoller K.; faule -n (Kunden,
die erst nach Mahnungen od. überhaupt nicht bezahlen);
hier ist der K. König (alles hat sich nach den Wünschen
der Kunden zu richten): [die] -n bedienen, beliefern; [neue]
-n werben; das ist Dienst am -n (das wird als zusätzliche
Leistung kostenlos erledigt): er zählt zu unseren besten
-n. 2.a) (Gaunerspr.) Landstreicher: Bei ihm aber trafen
sie sich alle: -n. Monarchen. Palmbrüder, vereinzelt auch
Schwere (Lynen. Kentaurenfährte 187); b) (ugs., oft
abwertend) Kerl. Bursche: ein übler K.; diesem -n traue ich
nicht über den Weg; Servus, Ihrig, wie geht's, alter K.!
(K. Mann, Mephisto 279); Stande [-1, die; -. -n <P1. selten)
[mhd. künde, ahd. chundi]: 1. (geh.. veraltend) Nachricht.
Botschaft: eine frohe, traurige K.; Die K. von seiner
Ankunft verbreitete sich wie ein Lauffeuer; von/über etw.
K. (Kenntnis) erhalten; jmdm. von etw. K. geben; jmdm.
die K. bringen, daß ... 2. (meist in Zus.. z.B. Erdkunde.
Naturkunde) Ijehre. Wissenszweig: die K. vom Lauf der
Gestirne; der Ausdruck .JCunde" für die Darlegung eines
Wissensgebietes (Mantel. Wald 85); Stunde [-]. die; -. -n
(österr.): svw. t Kundschaft: die K. bedienen; künden
[kyndn] <sw. V.; hat) [mhd. künden, künden, ahd. kundan
= bekanntmachen, (an)zeigen): 1. (geh.) a) öffentlich
mitteilen, verbreiten: Die Wahrheit zu wissen, die Wahrheit
zu k sind Sie zu Richtern berufen (Maass, Goufle
319); diese Zeichen künden Unglück (kündigen es an.
deuten darauf hin): b) von etw. Kunde. Nachricht geben: die
Inschriften künden von vergangenen Zeiten. 2. (bes.
Schweiz.) kündigen: ihre Wohnung haben sie gekündet.
Kunden- ('Kunde): -beratung, die: 1. Beratung von Kunden.
2. Beratungsstelle für Kunden: -besuch, der: -e erledigt
er nach Feierabend (Chotjewitz. Friede 18); -buch, das:
Beschwerdebuch für Kunden: -dienst,der: 1. <o. PI.)
[unentgeltliche] Dienstleistungen, die dem Kunden Kaufu. Nut zum
von Waren angenehmer machen sollen: Service: als K. bietet
das Kaufhaus eine große Parkfläche und einen
Kindergarten an. 2. Einrichtung, Stelle in einem Geschäft, einer Firma
für Kundendienst (1): den K. anrufen; das Werk hat -e
in allen größeren Städten; Reparaturen werden von
unserem K. fachmännisch und preiswert durchgeführt, dazu:
-dienstbüro, das. -dienstleistung, die, -dienstwerkstatt, die;
-fang, der <o. PI.) (abwertend): das / in grober u.
aufdringlicher Weise erfolgende] Werben neuer Kunden: er geht
auf K. [aus]; -kartei, die: (von einem Geschäft, einer Firma
geführte) Kartei mit den Anschriften der Kunden; -kredit,
der (Wirtsch.): 1. Kredit, den eine Firma einem Kunden
einräumt. 2. Kredit, den ein Lieferant (als Sicherheit od.
zum Vorfinanzieren) vom Kunden nimmt, dazu: -kredit-
bank. die <P1. ...banken); -kreis, der: Gesamtheit der
Kunden einer Firma, eines Gewerbetreibenden o. ä.: -Produktion.
die (Wirtsch.): Fertigung von Gütern auf Bestellung u. nach
den persönlichen Wünschen des Kunden (Ggs.:
Marktproduktion 1); -spräche, die (zu 'Kunde 2 a) (veraltet):
Gaunersprache: -stamm, der: fester Kutidetikreis: -stock, der
(österr.): svw. t ^kreis; ^werber.der: Akquisiteur; -Werbung,
die: Akquisition (2); -wünsch, der.
Künder [kyndc], der; -s. - (geh.): jmd.. der (von) etw. kündet:
ein K. der Wahrheit; kundig [kündig] <Adj.) [mhd. kündec.
ahd. chundig = bekannt, klug, schlau]: erfahren,
kenntnisreich: von großer Erfahrung. Kenntnisreichtum zeugend: ein
-er Bergführer; das muß von einem -en Fachmann geprüft
werden; -er Rat; mit -em Blick; er hat sich als sehr k.
erwiesen; diesen Schatz von Wasser verteilte man k. in
viele Terrassen und Schleusenwerke (Jacob, Kaffee 112);
<subst.:> der Kundige, ein Kundiger weiß diese Zeichen
zu deuten; * einer Sache k. sein (geh.; etw. gut können,
mit etw. vertraut sein): einer Sprache [nicht] k. sein; fühlte
sich Heydenreich als ein Teil dieses Balls, k. seines
Geheimnisses, einbezogen, wissend und glücklich (Jens. Mann
164);kündigen ['kvndign] <sw. V.; hat) [(uralter:
aufkündigen = die Auflösung eines Vertrages kundtun: mhd.
kündigen = kundtun]: a) eine vertragliche Vereinbarung, etwas,
was auf einer vertraglichen Vereinbarung beruht, zu einem
bestimmten Termin nicht weiterbestehen lassen, für beendet
erklären: eine Hypothek, einen Kredit, Gelder bei der
Bank k.; die Tarifverträge sind von den Gewerkschaften
gekündigt worden; einen [Mietvertrag [zum Quartalsende]
k.; die Wohnung wurde mir auf Ende 1978 gekündigt;
Ü jmdm. die Freundschaft k. (aufsagen), jmdm. den
Gehorsam k. (Jmdm. nicht mehr gehorchen): b)jmds. Mietver-
hälinis zu einem bestimmten Termin für beendet erklären:
meine Wirtin hat mir gekündigt; der Hausbesitzer hat
ihm zum 30. Juni gekündigt; c) jmds. Arbeits-.
Dienstverhältnis zu einem bestimmten Termin für beendet erklären;
jmdn. entlassen: die Firma hat wegen schlechter
Auftragslage 100 Mitarbeitern gekündigt; seinem Vater war gekündigt
worden; <österr. immer, sonst ugs. mit Akk.:> wenn er
einen von uns kündigt, kündigen die beiden anderen auch
(Fallada. Mann 55); er ist gekündigt worden; Der vor
mehr als einem Jahr fristlos gekündigte Oberarzt (MM
26. 7. 74. 8); d) sein Arbeits-, Dienstverhältnis zu einem
bestimmten Zeitpunkt für beendet erklären, lösen: ich habe
heute [schriftlich], mündlich, bei der Geschäftsleitung
gekündigt; er will zum 1. April k.; <Abl.:) Kündigung, die:
-, -en: das Kündigen (a-d), Lösung eines Vertrages. Miet-
od. Arbeitsverhältnisses: eine fristlose, ordnungsgemäße K.;
meine K. war etwas voreilig; -en aussprechen; die K.
annehmen, zurücknehmen, anfechten; eine K. für ungesetzlich
erklären; die Firma verzichtete für diesmal auf eine K.,
nahm von einer K. Abstand; die K. (das
Kündigungsschreiben) wurde ihm per Einschreiben geschickt; halbjährige
K. (eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr).
Kündigung»-: abrief,der: vgl. -schreiben; -frist.die:
vertraglich od. gesetzlich festgelegte Zeitspanne vom Eintreffen
einer Kündigung beim Empfänger bis zu ihrem Inkrafttreten:
die K. beträgt drei Monate; -grund, der: Grund (S) für
eine Kündigung; -rate, die; -schreiben, das: Schreiben,
mit dem eine Kündigung ausgesprochen wird; -schütz, der:
durch Gesetz od. Tarifvereinbarungen gesicherter Schutz
der Arbeitnehmer vor ungerechtfertigten od. sozial nicht
tragbaren Kündigungen: werdende Mütter genießen K.;
K. für ältere Angestellte; -termin, der: vertraglich od.
gesetzlich festgelegter Zeitpunkt, bis zu dem eine Kündigung
ausgesprochen werden kann.
Kundin [kondin], die; -. -nen: w. Form zu t'Kunde (1);
Kundschaft [kuntjaft], die; -. -en [1: zu f'Kunde (1); 2:
mhd. kuntschaft = Nachricht; Bekanntschaft, zu t
Bündel: La) <o. PI.) Gesamtheit der Kunden. Kundenkreis:
eine zahlreiche K.; die K. bleibt weg. ist unzufrieden;
1602
kunst-, Kunst-
alles für die K. tun; zur festen K. gehören; auf K. gehen
•Jargon; Kunden besuchen); b) (landsch.. bes. österr.)
Kunde, Interessent: ich bin es. eine alte K.. treu ergeben (Kafka.
Erzählungen 276); gerade die betuchteren -en liebten das
Moderne. Neue (Kühn. Zeit 199); c) (veraltend) <o. Pl.>
Jas Kundesein: jmds. K. schätzen; Die Herzogin, die ...
einige... Pariser Modehäuser mit ihrer K. beehrte (Sieburg.
Blick 130). 2. (veraltet) a) Erkundung: auf K. ausgehen;
<n einziehen; b) Nachricht. Botschaft: K. traf von hier
und dort ein. daß deutsche Abteilungen sich sammeln
«Kaiser. Villa 49); kundschaften <sw. V.; hat) (veraltet):
auf Erkundung ausgehen: Kundschafter, der; -s. -: jmd.,
der etw. auskundschaftet: Späher: K. aussenden.
ftaneiform [kunei'fbrm] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat.
oineus = Keil u. forma. tForml (Med.): keilförmig,
zugespitzt (z. B. Knochen).
Känttte (ky'neUl. die; -. -n [frz. eunette < ital. eunetta
= (Straßen)grabenl (früher): Abzugsgraben auf der Sohle
eines Festungsgrabens.
kinftig [kYnftu;; mhd. kümftic. ahd. kumftig. eigtl. = im
BegrifTzu kommen, zu: kumft = das Kommen!: 1. <Adj.;
o. Sieig.; nur attr.) der kommenden Zeit angehörig, in
Ar eintretend: zukünftig: -e Zeiten, Generationen; mein
-er Arbeitsplatz; sie kam mit ihrem -en Mann, ihrer -en
Schwiegertochter. II <Adv.> in Zukunft, von nun an: das
soll k. anders werden; k. fange ich früher an; <Abl.:>
konftighin <Adv.) (geh.): svw. tkünftig (II): k. soll dies
nicht mehr geschehen.
lUnsefei [kurp'kjl. die; -. -en (abwertend): geheime
Absprache : zwischen Einfluß ausübenden Personen], die bestimmte
Entscheidungen vorwegzunehmen versucht: -en um Minister-
amter und Koalitionen (MM 23.9. 72.2); kungeln [kunfn]
sv» V.; hat) [landsch. auch: kunkeln = heimlich schwatzen
u. dabei Pläne schmieden] (abwertend): etw. in geheimer
Absprache entscheiden, abschließen: die Gewerkschaften
kungeln mit den Bossen (FAZ 19. 5. 72. 32); sie kungeln
um Ministerämter.
Kinkel [konklj. die; -. -n [mhd. kunkel. ahd. chuncla <
mlat. conueula. zu lat. colus = Spinnrocken] (landsch.):
Spinnrocken, Spindel: <Zus.:> Kynkellehen, das [weil die
Kunkel als Symbol für die Frau galt! (hist): auch auf
eine Frau, auf die weibliche Linie einer Familie vererbbares
Lehen: Kynkelstube, die (landsch.): Spinnstube.
Kaonilfaiflys: tCunnilingus.
Kanst [kunst], die; -. Künste ['kvnste; mhd.. ahd. kunst.
urspr. = Wissen(schaft). auch: Fertigkeit, zu tkönnenl:
l.a) die schöpferische, gestalterische Tätigkeit des
Menschen: das Formen, Bilden, Gestalten aus den verschiedensten
Materialien od. mit den Mitteln der Sprache bzw. der Töne
m .Auseinandersetzung mit Natur u. Welt: die bildende
K. (t bilden 1 b); die darstellende K. (tdarstellen 2);
angewandte K. (t angewandt); abstrakte K. (t abstrakt); Natur
und K.; K. und Wissenschaft; Alle K. ... wurzle in dem
Bedürfnis, sich auszudrücken (Feuchtwanger. Erfolg 577);
die K. fördern; die Akademie der Künste in Berlin; sich
der K. widmen; er ist in allen Künsten bewandert,
beschäftigt sich viel mit K.; von [der] K. allein kann man nicht
ieben; *die Schwarze K. (1. die Zauberkunst, Magie: wohl
Verdeutschung des spätlat. necromantia [TNekromantiel.
das fälschlich mit lat. niger = schwarz in Verbindung
Gebracht wurde. 2. die Kunst des Buchdrucks: wohl nach
der Druckerschwärze); die Sieben Freien Künste (vgl. Artes
liberales; LÜ von lat. Septem artes liberales, nach einer
philos. Allegorie des spätlat. Schriftstellers Martianus
Capeila [4. Jh. n. Chr.], urspr. die Künste, die von ..freien"
Bürgern gepflegt wurden); was macht die K.? (ugs.; wie
teht es dir?: in bezug auf jmds. Betätigung, den Fortgang
von etw.): b) <o. PI.) einzelnes Werk od, Gesamtheit der
Werke eines Kütistlers, einer Epoche o.a.: künstlerisches
Schöffen: die antike, moderne, mittelalterliche,
europäische K.; die K. der Ägypter, der Romantik; die Kunst
Rembrandts. Bachs; in dieser Wohnung steht viel K.; dies
Bild ist keine K.. sondern Kitsch; K. sammeln; diese K.
khne ich ab; etwas, nichts von K. verstehen. 2. das Können,
besonderes Geschick, [erworbene] Fertigkeit auf einem be-
uimmten Gebiet: die ärztliche K.; die K. des Lesens und
Schreibens; hier kann keine K. mehr helfen; Politik ist
die K. des Möglichen (nach verschiedenen ähnlichen
Äußerungen Bismarcks); Bachs K. der Fuge (Klavierwerk mit
exemplarischen Fugen- u. Kanonkompositionen, die auf das-
selbe Thema zurückgehen): die K. des Reitens; die K.
des Schweigens beherrschen nur wenige; er will seine K.
an dieser Aufgabe erproben; hier kannst du deine Künste
zeigen, beweisen; man muß all seine Künste aufwenden,
wenn man etwas erreichen will; seiner diplomatischen K.
ist schon vieles gelungen; sie ist in den Künsten der Liebe
bewandert (verhüll.; versteht sich auf sexuelle Praktiken),
R K. kommt von können (meist iron. gesagt, wenn Jmds.
[künstlerische! Fähigkeiten nicht ausreichen); *eine
brotlose K. (t brotlos); das ist keine K.! (ugs.; das ist leicht,
erfordert keine besonderen Fähigkeiten)', alle seine Künste
spielen lassen (ugs.; alle möglichen psychologischen Tricks
anwenden), mit seiner K. am Ende sein (nich t mehr
weiterwissen, sich od. anderen nicht mehr helfen können). 3. <meist
als Best, im Zus.. z. B. Kunstleder. Kunststoff künstlich
Geschaffenes: Produkt, das ein anderes, natürliches ersetzen
od. übertreffen soll (Ggs.: Natur 5).
kynst-, Kynst-: -akademie. die: svw. Nhochschule; -an-
schauung, die: Theorie, Ansicht vom Wesen der Kunst (1 a);
-auktion, die: Versteigerung von Kunstwerken: -ausstel-
hing, die; -banause, der; -band, der: gut ausgestatteter
Bildband mit Wiedergaben von Werken der bildenden Kunst:
-bau, der <P1. -ten. meist PI.) (Bauw.): vgl. Ingenieurbau
(2); -beflissen <Adj.) (veraltet); (meist subst.:) -beflissene,
der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) a): (veraltet)
Künstler in der Ausbildung: b) (scherzh.) jmd., der sich mit Eifer
der Kunst (1 a) widmet: -begeistert <Adj.; nicht adv.); ^be-
geisterung.die; -beilage.die: Zeitungs- od.
Zeitschriftenbeilage mit Wiedergaben von Werken der bildenden Kunst:
-bein.das: vgl. -glied; -besitz, der: Besitz an Kunstwerken;
-betrachtung, die: erläuternde u. wertende Würdigung eines
Kunstwerks: -betrieb, der <o. PI.) (abwertend):
hauptsächlich geschäftlichen Zwecken dienende Betriebsamkeit,
Rummel im Bereich der Kunst: -blatt, das: einzelnes Blatt aus
Kunstdruckpapier mit der Wiedergabe eines Gemäldes, einer
Graphik o. ä.: -bkime, die: künstliche Blume: -buch, das:
Buch mit Abbildungen u. Beschreibungen von Kunstwerken:
-darm, der: Wursthülle aus einem künstlich hergestellten
Material (Ggs.: Naturdarm); Mienkmal, das: Bauwerk,
Plastik o. ä. von künstlerischem u. historischem Wert: -dieb,
der: jmd., der Gemälde u. Kunstgegenstände stiehlt: -dieb-
stahl, der; -druck, der <P1. -e): a) <o. PI.) Herstellung
von künstlerisch hochwertigen I Färb] drucken [für die
Wiedergabe von Kunstwerken J: b) nach diesem Verfahren
hergestelltes Kunstblatt, dazu: -druckpapier, das: bes.
hochwertiges Papier mit glatter Oberfläche, -druckverfahren, das;
-dünger, der: industriell erzeugtes, anorganisches
Düngemittel: ^eis, das: künstlich, durch Kältemaschinen hergestelltes
Eis, dazu: ^eisbahn, die: Bahn zum Eislaufen mit Kunsteis,
-eisstadion, das; Enthusiast, der; -erlebnis, das; -erzeug-
nis, das: Erzeugnis künstlerischen Schaffens, künstlerisch
gestalteter /Gebrauchs]gegenständ; ^erzieher, der:
Fachlehrer für Kunsterziehung (Berufsbez.); -erziehung, die: 1.
Erziehung zum Erkennen u. Verstehen von Werken der
bildenden Kunst u. zur eigenen Ausdrucksfähigkeit. 2.
Schulfach, das Zeichnen [, WerkenJ u. Kunstgeschichte umfaßt;
-fahren, das. -s: Radfahren mit artistischen Kunststücken;
-föbehung. die: Fälschung von Kunstwerken; -fan, der;
-faser, die: svw. tChemiefaser, dazu: -faserstoff, der:
Gewebe aus Kunstfasern; -fehler, der: ärztlicher Fehlgriff,
falsche Maßnahme im medizinischen Bereich: ärztliche K.;
In den Gesetzestexten kommt der Begriff .J(." gar nicht
vor (Spiegel 17. 1977. 49); Ü dem Protokollchef ist ein
K. unterlaufen (scherzh.; ein Versehen passiert): -feindlich
<Adj.): gegen alles Künstlerische eingestellt; -fertig <Adj.>:
handwerklich besonders geschickt: -e Handwerker, dazu:
-fertigkeit, die; -fliegen der: Pilot, der Kunstflüge ausführt;
-flug, der: kunstvoller (zur Schulung od. als Sport
ausgeführter) Flug mit vielerlei Figuren, Drehungen,
Geschwindigkeitsänderungen usw.; -form, die: der Film ist eine moderne
K.; -freund, der; -freundin. die: w. Form zu t-freund;
-fUhrer, der: Handbuch, in dem die Kunstdenkmäler eines
bestimmten Gebietes beschrieben sind; -galerie, die: svw.
tGalerie (3 b); -gattung, die; -gegenständ, der: svw. t
^Erzeugnis (1); -gelehrte, der u. die; -gemäß <Adj.) (veraltet):
nach den Regeln der Kunst; kunstgerecht; -genuß, der;
-gerecht <Adj.; Steig, ungebr): fachmännisch, genau in
der richtigen Weise: ein -er Verband; suchte ... eine dieser
dicken, behäbigen Flaschen, köpfte sie k. (Fallada. Herr
132); -geschichte, die: 1. <o. PI.) Geschichte der Entwick-
*or
1603
kunst-, Kunst-
lung u. der Epochen der bildenden Kunst. 2. (ugs.) Buch
über die Kunstgeschichte (1): in einer K. nachschlagen,
dazu: -geschichtlich <Adj.; nicht präd.; o. Steig.): die
Kunstgeschichte (1) betreffend, sie behandelnd: ein -es Werk;
das ist k. sehr bedeutsam; -»schmiedet <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): als künstlerische Schmiedearbeit gefertigt: ein
-es Geländer. -Bewerbe, das: Gebiet der bildenden Kunst,
das Entwurf u. Herstellung von künstlerisch gestalteten
Gebrauchsgegenständen u. von Schmucksachen umfaßt, dazu:
-gewerbemuseum, das. -gewerbler [-gaverple]. der; -s. -:
jmd.. der kunstgewerbliche Erzeugnisse entwirft od. herstellt,
-gewerblerin, die; -. -nen: w. Form zu T-gewerbler.
-gewerblich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): das Kunstgewerbe
betreffend, zu ihm gehörend: -e Arbeiten, Erzeugnisse.
Gegenstände; -glas, das: künstlerisch verziertes [geschliffenes,
farbiges/ lGlas: -glied.das: Ersatz für ein fehlendes
Körperglied: Prothese: -gömer, der: vgl. -mäzen; -griff, der
[urspr. wohl = geschickter Griff beim Ringen]:
geschickter, schneller Handgriff, durch den sich etw. plötzlich
bewerkstelligen läßt: /kleiner] Trick: ein technischer
K.; Ü wenn nicht stets der fatale K. angewandt würde,
mit Berufung auf irrationale Größen Rationales zu
verlangen (Tucholsky. Werke II. 166); -haar, das: künstliches
Haar: -halle, die [gepr. von dem dt. Sprachforscher J.
H. Campe (1746-1818) für Museuml (veraltet, noch
erhalten in Namen): öffentliches Gebäude, in dem Werke der
bildenden Kunst ausgestellt werden: -hand, die: vgl. -glied;
-handel, der: An- u. Verkauf von Werken der bildenden
Kunst: -händler, der; -handking, die: Geschäft, in dem
Kunsterzeugnisse gehandelt werden: -handwerk, das:
Handwerk, bei dem man sich bemüht. Gebrauchsgegenstände,
Schmuckwaren u. dgl. künstlerisch zu gestalten:
^Handwerker, der: jmd.. der ein Kunsthandwerk ausübt: -harz, das
(Chemie): vgl. -leder; -herz, das (Med.): Ergänzung der
Herz-Lungen-Maschine, die außerhalb des Körpers den
Blutumlauf ersetzt: -Historie, die <o. PL) (selten): svw. T-ge-
schichte (1); -Historiker, der: Wissenschaftler. Forscher.
Kenner auf dem Gebiet der Kunstgeschichte (1); -historisch
<Adj.; o. Steig.; nicht präd): svw. t-geschichtlich;
-Hochschule, die: Hochschule für bildende Kunst: -honig, der:
auf chemischem Weg aus Zucker. Färb- u.
Geschmacksstoffen hergestellter Honig (Ggs.: Bienenhonig); -hörn, das:
synthetisch hergestellter, dem Hörn (2) ähnlicher Kunststoff:
-ideal, das; -interessiert <Adj.; nicht adv.): interessiert
für die Kunst, an der Kunst: -jünger, der (scherzh.):
Kunststudent, junger Maler <xi. Bildhauer in der Ausbildung: -ka-
lender, der: Wandkalender mit Wiedergaben von Werken
der bildenden Kunst: -kautschuk.der: vgl. -leder; -kenner,
der; -kniff, der: Kunstgriff: Kniff (3 a): der neueste K.
französischer Chirurgen (Quick 12. 1958, 33); -köpf, der
(Rundfunkt.): Aufnahmegerät in Form eines menschlichen
Kopfes mit Mikrophonen im Abstand der Ohren, wodurch
eine dem natürlichen Höreindruck entsprechende
Wiedergabe ermöglicht werden soll, dazu: -kopfstereophonie,
die (Rundfunkt.): Schallübertragung mit Hilfe eines
Kunstkopfes u, entsprechende Wiedergabe: -kraftsport, der: zur
Schwerathletik gehörende Sportart, bei der akrobatische
u. artistische Übungen ausgeführt werden: -kritBt, die:
kritische Auseinandersetzung mit / neuen / Werken der bildenden
Kunst: -kritiker, der; -lauf, der usw.: tEiskunstlauf usw.;
Rollkunstlauf usw.; -leder, das: synthetisch hergestelltes
Material, das in Eigenschaften u. Aussehen dem Leder
ähnlich ist: ein Bucheinband aus flexiblem K.; -licht, das
<o. PI.): künstliches Licht. Lampenlicht (Ggs.: Tageslicht),
dazu: -lichtaufnahme, die: fotografische Aufnahme bei
Kunstlicht: -liebend <Adj.; nicht adv.): -liebhaber, der;
-lied.das: (von einem Komponisten) künstlerisch vertontes
Lied (Ggs.: Volkslied); -los <Adj.; -er. -este): einfach,
schlicht, ohne künstlerische Ausformung od. Verzierung
hergestellt (Ggs.: kunstvoll [a]): ein -er. nüchterner Bau; der
Faden war k. vernäht, dazu: -losigkeit, die; -: -maier,
der: Künstler, der Gemälde u. Graphiken herstellt (im
Gegensatz zum Maler als Handwerker. Anstreicher; Berufs-
bez.); -mappe, die: aufklappbare Mappe, in der Kunstdrucke
gesammelt sind: -märchen, das: von einem bestimmten
Autor erfundenes u. gestaltetes Märchen (im Ggs. zum
überlieferten Volksmärchen); -markt, der: Markt mit
Kunsterzeugnissen: -marmor, der: vgl. -stein (a); -mäßig
<Adj.; o. Steig.: nicht präd.) (selten): der Kunst
entsprechend.künstlerischen Gesetzen folgend: von der -en
Anwendung der Sprache (Seidler. Stilistik 62); -mäzen, der:
Mäzen, der Künstler unterstützt: -obiekt, das: etwas
künstlerisch Gestaltetes. Kunstwerk: -pause, die [urspr. im Theater
eine vom Schauspieler beabsichtigte, wirkungsvolle Pause]:
kurze [gewollte] Unterbrechung im Ablauf eines Vortrags,
einer Rede o. ä.: eine K. machen, einlegen, eintreten lassen;
es folgte eine längere K; es gab eine peinliche K.; nach
einer K. fuhr er fort: ...; -postkarte, die: Postkarte mit
einer Abbildung in Kunstdruck (a); -preis, der: Preis für
eine bedeutende künstlerische Leistung: der K. der Stadt
Köln; -produkt, das: svw. t-erzeugnis; -prosa, die:
künstlerisch gestaltete Prosa: -radfahren, das: svw. t-fahren;
-rasen, der: svw. t-stoffrasen; -reich <Adj.): a) svw.
t-voll: eine -e Handarbeit; b) geschickt: -e Weber folgten
seinen Plänen (Jahnn. Geschichten 58); -reiter, der:
Zirkusreiter, der akrobatische Kunststücke auf dem Pferd
vollfuhrt: -reiterin, die: w. Form zu t-reiter; -richter, der
(veraltet, selten): Sachverständiger in Fragen der Kunst:
-richtung, die: bevorzugter Stil. Geschmacksrichtung in der
Kunst: -Sammler, der: jmd.. der Kunstgegenstände sammelt.
dazu: -Sammlung, die: eine wertvolle K.; -schaffen, das:
das künstlerische Schaffen: -schaffende, der u. die:
Künstler: -schätz, der: a) wertvoller Kunstgegenstand: b) reiche
Sammlung von Kunst: nationale Kunstschätze; -Schlosser,
der (früher): Handwerker, der kunstvoll Beschläge.
Schlösser. Türklopfer. Schlüssel u.a. herstellt: -schmied, der:
Handwerker, der künstlerische Schmiedearbeiten
durchführt: -schreiner, der: (landsch.) svw. t-tischler; -schritt,
die: künstlerisch gestaltete Schriftl ort]: -schule, die: allg.
Bez. für [Privat]schule, in der bildende Kunst. Kunsthand
werk. Gebrauchsgraphik u. ä. gelehrt werden: -schwimmen,
das; -s: in Gruppen durchgeführtes rhythmisches Schwimmen
nach Musik mit Darstellung von Figuren: -seide, die: der
Naturseide ähnliches, aus chemisch behandeltem Zellstoff
hergestelltes Gewebe, dazu: -seiden <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): aus Kunstseide: ein -es Kleid; -siim, der <o. PI.):
sicheres Empfinden. Verständnis für Kunst: -sinnig <Adj.>:
die Kunst verstehend, liebend u. fördernd (geh.): ein -er
Fürst; Blumen k. arrangieren; -spräche, die: künstlich
geschaffene Sprache: -springen, das: -s: Disziplin (des
Schwimmsports), in der kunstvolle Sprünge (z.B. Salti.
Schrauben) von einem federnden Sprungbrett ins Wasser
ausgeführt werden: er gewann das K.. wurde Meister im
K.; -Stadt, die: Stadt, in der die Kunst bes. gepflegt wird
[u. die wertvolle Kunstdenkmäler u. -Sammlungen hat]:
München ist als K. weltbekannt; -stein, der: a) (bildende
Kunst) Stein aus zermahlenen Brocken von Natursteinen
u. einem Bindemittel, der in Aussehen u. Eigenschaften dem
betreffenden Naturstein sehr ähnlich ist (z. B. der
Kunstmarmor im Barock); b) (Baut, veraltet) künstlicher Baustein
aus Beton: -Stoff, der: vollsynthetisch od. durch Umwand
lung von Naturprodukten hergestellter Werkstoff, der in
vielen verschiedenen Arten u. für die verschiedensten Zwecke
gebraucht wird: Plast. Plastik: das Zeitalter der -e; Tüten.
Geschirr. Platten. Kleidung. Spielzeug. Karosserien aus
K.. dazu: -Stoffbahn, die (Sport): Laufbahn (2) aus
Kunststoff, die haltbarer u. weniger witterungsempfindlich sein
soll als eine Aschenbahn, -stoffbkime, die. -stoflboot, das:
Boot, dessen Wände aus Kunststoff sind, -stoffeimer, der,
-Stoffindustrie, die. -stoflkarosserie, die. -stoffolle
(getrennt: -stoff-folie), die: vgl. 'Folie (1). -stoffplatte, die.
-stoffrasen, der (Sport): Rasen aus Kunststoff, auf dem
Ballspiele u. a. ausgetragen werden, -stoffschale, die, -stoff-
sdilosser, der: jmd.. der Teile aus Kunststoff miteinander
verschweißt (Berufsbez.). -stoffski, der; -stoffVerarbeitend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): -e Industrie; -stopfen <sw.
V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part, gebr.): / mit einem Faden] aus
demselben Stoff (ein Loch) so stopfen, daß die Webart
nachgemacht wirdu. die Stelle nachher kaum noch zu erkennen ist:
du mußt die Hose k. lassen; das Loch ist kunstgestopft
worden; <subst.:)eine Decke zum Kunststopfen bringen, dazu:
-stopferei, die: 1. <o. PI.) (selten) das Kunststopfen: die
K. erlernen. 2. Gewerbebetrieb, in dem kunstgestopft wird:
-stück, das [urspr. auch = Kunstwerk]: Übung.
Darbietung, die Geschicklichkeit u. Können verlangt: akrobatische
-e; -e zeigen, vorführen; jmdm. ein K. beibringen; eine
risikoreiche Kür ... fehlerlos zu laufen, ist ... ein K. (MM
1. 2. 68. 17); Ü er brachte das K. fertig, den Betrieb
aus der Verlustzone zu fuhren; R das ist kein K. (ugs.;
das ist ganz einfach)\K.\ (ugs. iron.; unter diesen Umständen
1604
kupfer-, Kupfer-
lsi das Kar nicht verwunderlich, nicht schwer zu verstehen):
\*tknt, der: a) Student an einer Kunstakademie od. -hoch-
schult: b) Student der Kunstgeschichte u. -Wissenschaft:
-«udentin. die: w. Form zu !-Student; -tanz, der: Art des
Tanzes, bei dem in virtuos-artistischer Form Gedanken.
Gefühle o.a. durch rhythmische Bewegung u. Gebärden
abgedrückt werden (z.B. Ballett); -theorie, die: Theo-
ne über Wesen. Formen u. Gesetze der Kunst; -tischler,
äen Handwerker, der Möbel nach künstlerischen Gesichts-
tmnkten herstellt, verziert od. renoviert; -töpfer, der:
Handwerker, der künstlerische Töpferwaren herstellt; -turnen,
das: wettkampfmäßiges Geräte- u. Bodenturnen, dazu: ^tur-
an^der. -turnerin, die: w. Form zu: Nturner; Minterricht,
der. Unterricht in Kunst (1 a); ^verein, der: Verein zur
Förderung der Kunst; -vertag, der: Verlag, der Kunstbücher,
-kaknder. -drucke herausgibt; -verstand, der: auf Einfüh-
hng u. Kenntnis beruhende Fähigkeit. Kunstwerke zu
erkennen u. zu beurteilen: [viel, keinen] K. haben; -verständig
Adj.>: Kunstverstand besitzend, mit Kunstverstand [urtei-
knd : ein -es Publikum; -Verständnis, das: Verständnis
Sr Kunst (la). Kunstsinn; ^voll <Adj.>: a) künstlerisch
mksneformt u. gestaltet (Ggs.: kunstlos): -e Schnitzereien;
etw k. [ausjgestalten; b) mit großem Geschick hergestellt,
technisch) kompliziert: eine -e Maschine; c) sehr geschickt:
dieses k. ausbalancierte innenpolitische Gebäude (Nie-
kach. Leben 199); ^werk. das: a) schöpferisch gestaltetes
Werk. Erzeugnis künstlerischen Schaffens: ein literarisches
K.; von diesem Maler stammen bedeutende -e; b) I
technisch] kompliziertes, kunstvolles (b) Gebilde: der Computer
ki ein K. der Technik; die Frisur ist ja ein wahres K.;
^wert. der: 1. künstlerischer, ideeller Wert einer Sache:
an altes Möbel von hohem K. 2. <meist Pl.> Kunstgegen-
aand: sein Haus war voller -e; -Wissenschaft, die:
Wissenschaft vom Wesen der Kunst, ihren Formen u. Gesetzen
wwie ihrer Geschichte, dazu: -Wissenschaftler, der; ~wort,
das <P1. -Wörter) (Sprachw.): künstlich gebildetes Wort
das als wissenschaftlicher od. technischer Terminus dient);
-arttschrift, die: reich bebilderte Zeitschrift, in der
hauptsächlich Themen der bildenden Kunst behandelt werden.
Unstelei [kynstplaj], die; -. -en (selten; abwertend): a) <o.
P!.> gekünsteltes Wesen, gekünstelte Art; Manier: das ist
Joch alles bloß K.; b) etw. gewollt, gekünstelt
Hervorgebrachtes: was er als Dichtungen bezeichnet, sind -en; kün-
rtefci[kYnstjnl:tgekünstelt;Künstler[...ttel.der;-s,- [urspr.
m älter: künsteln = (ver)bessern. dann an „Kunst" an-
ieschlossen]: 1. jmd.. der künstlerisch (produzierend od.
reproduzierend) tätig ist: ein großer, begabter, eigenwilliger
K^ er ist freier, freischaffender, darstellender K.; bildende
K. 'Maler. Graphiker. Bildhauer u.a.); ein K. der Farbe;
die K. verneigten sich vor dem Vorhang, erhielten viel
Beifall; einen namhaften K. für ein Gastspiel gewinnen;
das (Deckengemälde ist das Werk eines unbekannten -s;
jum K. geboren sein. 2. jmd.. der auf einem Gebiet bes.
geschickt ist; Könner: er ist ein K. der Improvisation,
erweist sich als K. der Verstellung; er ist ein K. im Sparen.
lipMfler-: -allüre, die (meist PI.) (abwertend); -atelier,
das; -beruf, der; -dasein, das; -gruppe, die; -hand, die:
er hat schmale, wohlgeformte Künstlerhände; die
Postkarle ist von K. (von einem Künstler) entworfen; -kalender,
der. a) Kalender mit Reproduktionen von Gemälden u.
anderen Kunstwerken; b) Kalender mit den Porträts namhafter
Künstler (1); -kneipe, die: kleines, intimes Lokal, in dem
for allem Künstler (1) verkehren; -kollektiv, das (DDR);
-kolonie, die: Stadtteil, Wohnbezirk, in dem hauptsächlich
Künstler (1) wohnen; -kreis, der: der Münchner K.; in
-en verkehren; -laune, die; -leben, das <o. PI.); -locke,
die (oft scherzh.): Locke, die jmdm. ins Gesicht fällt u.
tun den Ausdruck eines Künstlers früherer Zeiten verleiht;
-mihne. die (ugs. veraltend scherzh.): üppiges, langes
Haar, das jmdm. das Aussehen eines Künstlers früherer
Zeiten verleiht; -monogramm, das: Monogramm.
Namenszeichen des Künstlers (1) auf einem Gemälde o.a.; -name,
der: angenommener Name eines Künstlers (1); Pseudonym;
-natur. die: a) Künstler (1). Künstlerpersönlichkeit: er ist
eine K.; b) Wesensart des Künstlers: Empfindsamkeit
tehört zur K.; -pech, das (ugs. scherzh.): kleines
Mißgeschick [das jmdm. bei der Ausübung einer Sache widerfährt 1:
-jiersönlichkeit, die: -Porträt, das; -postkarte, die:
Postkarte mit einer von einem Künstler (1) entworfenen bildlichen
Darstellung; -zknmer, das: Raum hinter der Bühne, in dem
sich die Künstler (\)in den Pausen zwischen ihren Auftritten
aufhalten können.
Künstlerei [...ta'rajl. die: - (Schweiz.): svw. tKünstlertum:
Ganz im Anfang meiner K. ... war ich allein (Frisch.
Stiller 397); Künstlerin, die; -. -nen: w. Form zu tKünstler;
künstlerisch <Adj.>: im Sinne, nach der Art der Kunst od.
eines Künstlers; die Kunst, das Wesen von Kunst od.
Künstlern betreffend: -e Kraft. Aussage; eine -e Veranlagung
haben; um -e Anerkennung ringen; die -e Leitung hatte
...; -e Freiheit (die Freiheit des Künstlers, von der Realität
u. von engstirnigen Normen abzuweichen); die Gestaltung
war wenig k.; etwas k. darstellen; Kynstlerschaft, die; -:
1. die Eigenart, das Sein als Künstler; Künstlertum: niemand
zweifelt an seiner K. 2. Gesamtheit der Künstler: die gesamte
K. der Stadt protestierte gegen den Beschluß: Künstlertum,
das; -s: svw. f Künstlerschaft (1); künstlich [kYnstl«;] <Adj.)
[mhd. künstlich, urspr. = klug, geschickt]: a) (nur attr.)
nicht natürlich; von Menschen (mit chemischen u.
technischen Mitteln) nachgebildet; nach einem natürlichen Vorbild
angelegt, gefertigt, geschaffen: -e Blumen; ein -er See; -e
Schluchten. Tropfsteinhöhlen; ein -es Auge^Gebiß; -e
Haare, Glieder; die -e Niere; -es Licht, -e Beleuchtung; -e
Sprachen; b) natürliche Vorgänge nachahmend, nicht auf
die natürliche Weise vor sich gehend: -e Ernährung
(Ernährung durch eine Sonde. Infusion o. ä.); -e Besamung,
Düngung; Jmdn. k. beatmen; das Land k. bewässern; Ü mein
Leben war falsch und k. (A. Zweig, Claudia 135); c)
gekünstelt, unnatürlich: ein -es Lachen; -e (gewollte, gezwungene)
Heiterkeit; ihre Anteilnahme war nur k. (geheuchelt, nicht
echt); ein Verfahren k. (mit voller Absicht) in die Länge
ziehen; sich k. (mehr als nötig, übertrieben) aufregen;
<Abl.:> Köstlichkeit, die; -. -en <P1. selten): künstliche
Beschaffenlieit; Unechtheit.
kunterbunt [kunte-1 <Adj.; -er (Komp. ungebr.), -este)
[spätmhd. contrabund = vielstimmig, zu tKontrapunkt;
die heutige Bed. unter Anlehnung an ..bunt"]: a) bunt,
vielfarbig: -e Sonnenschirme; k. bemalte Ostereier; b)
abwechslungsreich, bunt gemischt: ein -es Programm; sein
Leben verlief recht k.; c) ungeordnet: ein -es Durcheinander.
<subst.:) Kunterbunt, das; -s: hier herrscht ja ein
unbeschreibliches K.; <Abl.:) Kynterbuntheit, die; -.
Kunz [kuntß]: tHinz.
Küpe [ky:pd]. die; -. -n [1: nach fKüpe (2); 2: aus dem
Niederd. < mniederd. küpe = Bottich; vgl. ^ufe): 1.
mit bestimmten chemischen Mitteln umgewandelte, wäßrige
Lösung eines Küpenfarbstoffs, in der Textilien gefärbt
werden. 2. (früher) in der Färberei verwendeter Holzbottich.
Kupee: eindeutschend für tCoupe (1. 2).
Kupelle [ku'peld] usw.: t^Kapelle usw.
Küpenfarbstoff.der; -[eis, -e [zu Küpe (1)]: wasch- u.
lichtechter, auf Gewebefasern gut haftender Farbstoff {z. B. Indigo);
Küper. der [mniederd. küper] (nordd.): 1. Böttcher. 2.
Warenkontrolleur. Sachverständiger in Häfen, bes. in Bremen
(Berufsbez); <Abl. zu 2:> Küperei [ky:pa'raj], die; -, -en:
Büro für Warenempfang u. -Prüfung in Häfen; <Zus.:> Kü-
perlehre, die; Küpermeister, der.
Kupfer ['küQf*]. das; -s, - [mhd. kupfer, ahd. kupfar <
spätlat. cuprum < lat. aes cyprium = Erz von der Insel
Zypern): 1. <o. PI.) ein rötlich glänzendes, weiches,
dehnbares u. sehr gut leitendes Schwermetall (chemischer
Grundstoff): Zeichen: Cu (tCuprum): reines K.; K. ist ein guter
Stromleiter; das K. hat Grünspan angesetzt; K.
enthaltendes Erz; K. abbauen, fördern; Töpfe, Pfannen aus K.;
in K. gestochen; ein Dach mit K. decken. 2. <o. PI.)
aus Kupfer Hergestelltes; kupfernes Geld. Geschirr o.a.:
auf den Regalen stand blankgeputztes K.; ich habe nur
noch K. (Kupferpfennige, d.h. fast gar nichts mehr) im
Geldbeutel. 3. <auch: der) kurz für tKupferstich (2): der
Band enthält wertvolle K.; ein gerahmter K.
kypfer-, Kypfer-: -bahn, die (Fechten): mit Kupfer (1) (für
die elektrische Anzeige) belegte Fechtbahn; -bergwerk, das:
Bergwerk zum Abbau von Kupfer[erzJ; -beschlagen <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): mit Kupfer beschlagen: eine -e Truhe;
-blech, das: dünn ausgewalztes Kupfer; -blute, die <o. PI.)
(Mineral.): Ausblühung von rotem Kupfer in haarfeinen
Aggregaten (3); -brand, der <o. PI.) (Landw.): Krankheit
beim Hopfen, durch die die Blätter sich rötlichbraun
verfärben u. abfallen; -braun <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): braun
mit einem etwas rötlichen Schimmer: -es Haar; -bronze,
die <o. PI.): Bronze mit bes. hohem Anteil an Kupfer; -dach.
1605
kupferig
das: mit Kupferplatten gedecktes Dach; -draht, der: Draht
aus Kupfer; -druck, der <P1. -e>: I. <o. PL) Verfahren,
bei dem der Druck manuell von einer (geritzten od. geätzten)
mit Kupfer beschichteten Tiefdruckplatte unter einer Presse
erfolgt. 2. in diesem Verfahren bedrucktes Blatt; ^erz, das:
kupferhaltiges Erz; -färben, -farbig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.); -fiime, die [t'Finne (2)]: vgl. ^rose; -geld, das:
Münzen aus Kupfer; -geschirr, das: Küchengeschirr aus
Kupfer; -glänz, der: dunkelgraues od. blaues,
schwefelhaltiges Kupfererz; -ghicke, die: kupferbrauner Nachtfalter,
dessen Raupe Schallen an Obstkulturen anrichtet; vgl. Glucke
(2); -hahig, (Osten*.:) -hältig <Adj.; nicht adv.): -e
Minerale; -hammer, der (veraltet): Werkstatt, in der Kupfer
aus Erzen gewonnen u. verarbeitet wird; -flaut, die (Bauw.):
Dachhaut aus Kupfer; -bütte, die: Industriebetrieb zur
Gewinnung von Kupfer aus Erzen; -kalkbriihe, die: svw. t Bor-
delaiser Brühe; -kaime, die; -kessel, der; -kies, der
(Mineral.): gold- bis grünlichgelb anlaufendes, eisenhaltiges
Kupfererz; -legierung.die; -mine.die: svw. Nbergwerk;
-münze, die; -nase, die (ugs. scherzh.): rote Nase; -oxid,
(ehem. fachspr. für:) -oxyd, das (Chemie): Verbindung
von Kupfer mit Sauerstoff; -pfanne, die; -Pfennig, der:
Pfennigstück aus Kupfer; -platte, die: eine Wand mit -n
belegen; -presse, die: beim Kupferdruck (1) verwendete
Presse; ^ro§e, die (Med.): Hautkrankheit mit Rötung.
Schuppen- u. Knötchenbildung im Gesicht; Rosazea: ^rot
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einen roten Farbton besitzend,
der ins Braune spielt; kupferfarben; -schale, die; -schiefer,
der (Geol.): schwärzlicher, bituminöser Schiefer, der in
geringen Mengen Kupfer enthält, dazu: -Schieferbergwerk,
das; -sdwnied, der: l.a) Facharbeiter für die Fertigung
von Rohren. Platten. Leitungen aus Kupfer. Messing u.
anderen nicht eisenhaltigen Metallen u. Legierungen (Berufs-
bez.); b) Kunsthandwerker, der kleinere
/Gebrauchs]gegenstände aus Kupfer. Messing u.a. herstellt; --Stecher, der:
1. Künstler, der Kupferstiche herstellt: Dürer war einer
der hervorragendsten K.; R alter/mein lieber Freund und
K.l (ugs. scherzh., etwas erstaunt u. meist auch ein wenig
drohend gesagt; Hu.); Mein lieber Freund und K.. dachte
er ... meine Frau geht dich doch einen Dreck an (Kirst.
08/15. 16). 2. ein braunrot glänzender Borkenkäfer, der
bes. Fichten befällt; -stich, der (Graphik): I. <o. PI.)
Verfahren, bei dem mit dem Grabstichel eine Zeichnung in
eine polierte Kupferplatte eingeritzt u. diese dann zur
Herstellung von Abzügen in den Vertiefungen eingefärbt wird:
Häufig werden K. und.Radierung kombiniert (Bild. Kunst
3. 81). 2. nach diesem Verfahren hergestelltes Blatt: eine
Sammlung von -en, dazu: -Stichkabinett, das: Museums-.
Ausstellungsraum, in dem Kupferstiche gezeigt werden.
-stichverfahren, das: svw. - stich (1); -stück, das: a)
einzelnes lutibearbeitetes] Stück Kupfer; b) svw. Kmünze; -«il-
fat, das (Chemie): Salz aus Kupfer u. Schwefelsäure; -teller,
der; -tiefdruck.der svw. f Rakeltiefdruck; -topf, der; ^va-
se. die; -Verbindung, die: Kupfer enthaltende chemische
Verbindung; -Vergiftung, die: svw. fKuprismus; -vitriol,
das: technisch wichtigstes, bes. in der Form blauer Minerale
auftretendes Kupfersulfat, das bei der Herstellung von
Kupferfaserstoffen u. zur Schädlingsbekämpfung gebraucht
wird; ^aeit, die <o. PL): svw. tChalkolithikum.
kupferig, kupfrig [kojj/teJru;] <Adj.; nicht adv.): wie Kupfer
wirkend, kupferfarben; kupfern [köpfen! <Adj.; o. Steig.)
Imhd. kupferin]: 1. <nur attr.) aus Kupfer: eine -e Kanne.
2. <nicht adv.) wie Kupfer schimmernd, kupferfarben: k.
leuchteten die Bergspitzen in der Abendsonne; kupfrig.
t kupferig.
Kupidität [kupidi t£:t], die; - [lat. cupiditäs. zu: cupidus
= begierig! (veraltet). Begierde. Lüsternheit; Kupido [ku'pi:-
dol. die; - [lat. cupidol (veraltet): sinnliche Begierde, sexuelles
Verlangen.
kupieren [ku'pi:n>nl <sw. V.; hat) [frz. couper = abschneiden
< afrz. coper, eigtl. wohl = die Spitze abschlagen, zu
spätlat. cuppa. 1'Kuppel (Fachspr.. sonst veraltet): l.a)
durch Schneiden kürzen, stutzen: einem Hund den Schwanz,
dem Vogel die Flügel k.: Georg bohrte sich den kupierten
Daumen in die Nase (Bieter. Mädchenkrieg 477); b) (ein
Lebewesen, eine Pflanze) durch Beschneiden an bestimmten
Teilen im Aussehen verändern: das Pferd am Schwanz,
den Hund an den Ohren k.; Rosenstöcke, eine Hecke
k.; ein kupierter (nach den Merkmalen seiner Rasse
gestutzter) Hund; dieser Pinscher ist schlecht kupiert: * kupiertes
Terrain/Gelände (veraltet; von Gräben. Hecken o. ä.
durchzogenes Gelände). 2. (Med.) (einen Krankheitsprozeil [in
seinem Beginn]) auflialten od. unterdrücken: eine Grippe
k.; Die Pillen haben den Anfall kupiert (Molsner. Harakiri
20).
Kupolofen [ku'po:!-]. Kuppelofen. der. -s, ...Öfen [ital. cupola
< spätlat. cüpula. Vkl. von: cuppa. t 'Kuppel: Schmelzofen
zum Umschmelzen von Schrott u. Gußeisen.
Kupon: tCupon.
'Kuppe ['kupol. die; -. -n [mhd. (md.) kuppe = (Berg)spitze.
wahrsch. < spätlat. cuppa, tKopf): I. abgerundeter
oberster Teil eines Berges o.a.: die kahle, bewaldete K. des
Berges; Schnee bedeckt die -n; auf der bemoosten K. eines
Hünengrabes (Fischer, Wohnungen 65). 2. Fingerkuppe:
die -n ihrer Finger sind vom vielen Nähen zerstochen.
*Kiippe [-1. die; -, -n [Hu.] (Jargon): Einnahmen einer
Prostituierten: der kriegt mein ganzes Geld, ich muß die K.
... abgeben (Aberle. Stehkneipen 110).
Kuppel ['kop}]. die; -, -n [ital. cupola < lat. cüpula. Vkl.
von: cüpa. t^Kufe]: Wölbung [in Form einer Halbkugel]
über einem Raum: eine mächtige K.; die K. des Domes;
eine K. über der Vierung; eine kleine K. krönt das
Mittelschiff; U unter der mächtigen K. von Lärm (Johnson,
Achim 17).
'Kuppel- (Kuppel): ^bau. der <P1. -ten): Gebäude mit einer
Kuppel; -dach, das: gewölbtes Dach; -aewölbe, das; -grab.
das; Grabmal in Form einer Kuppel; -kirdie, die; -rooschee,
die; -ofen, der: svw. t Kupolofen.
^yppel- (kuppeln): -lohn, der (abwertend): Lohn für eine
Kuppelei; -omitter, die (abwertend): svw. f Kupplerin;
-pelz, der in der Wendung sich (Dativ) den/einen K.
verdienen (abwertend; eine Heirat vermitteln; der
Heiratsvermittler wurde früher für seine Tätigkeit mit einem Pelz bezahlt);
-Produktion, die (Wirtsch.): gemeinsame Herstellung von
zwei od. mehreren Produkten, die durch das
Ausgangsmaterial od. das angewandte Verfahren bedingt ist (z.B. die
Herstellung von Koks u. Gas aus Kohle).
Kuppelei [kupa'lai], die; -, -en (abwertend): a) (veraltend)
Vermittlung einer Heirat durch Anwendung bestimmter
[unlauterer] Mittel; b) (jur.) Duldung od. [eigennützige]
Vermittlung außerehelichen Sexualverkehrs: wegen K. bestraft
werden; kuppein [kupjn] <sw. V.; hat) [mhd. kuppeln,
koppeln = an die Goppel (3) legen; verbinden, zu: kuppel.
koppel. tGoppel]: l.a) (Verkehrsw.) mehrere Wagen od.
ein ziehendes u. ein gezogenes Fahrzeug miteinander
verbinden, koppeln (1 b): drei Wagen zu einem Straßenbahnzug
k.; an den LKW wurde ein Anhänger gekuppelt; <auch
ohne Akk.:) Rangierer, k.!; b) (Technik) svw. f koppeln
(lc): eine Kamera mit gekuppeltem Entfernungsmesser;
Blendenregelung mit Bildfrequenzen gekuppelt
(Fotomagazin 8. 8.67.62). 2. svw. t koppeln (2 b): Sukamos Aufstieg
... war gekuppelt mit dem Anfang eines wirtschaftlichen
Niedergangs (MM 19. 2. 66,15). 3. die Kupplung in einem
Kraftfahrzeug betätigen: erst einmal muß der Fahrschüler
lernen, richtig zu k. und zu schalten; weil man auf dem
Motorrad doch praktisch alles mit den Händen tut. man
kuppelt mit der Hand (Frankenberg. Fahrer 187). 4.
(veraltend) (andere Menschen. Paare) zu verkuppeln suchen;
sich als Kuppler betätigen; Kuppelung: f Kupplung.
kuppen [kupnl <sw. V.; hat) [zu t'Kuppe]: (bes. bei
Pflanzen) die Kuppe. Spitze abhauen: die Platanen müssen
gekuppt werden; kuppig [kupi<;l <Adj.; nicht adv.): viele
1Kuppen aufweisend: eine -e Landschaft.
Kuppler [kuplel. der; -s. - [mhd. kuppeler] (abwertend):
jmd.. der / gewerbsmäßig] Kuppelei betreibt: Wer ist Nata-
scha. du K.? Doch nicht etwa eine von deinen
Küchenmädchen (Kirst. 08/15. 340); Kgpplerin, die: -. -nen [mhd.
kuppterinne]: w. Form zu tKuppler; kypplerisdi <Adj.; o.
Steig.) (abwertend): wie ein Kuppler, als Kuppler
[auftretend]: in -er Absicht;Kgppking,Koppelung.die; -.-en: l.<o.
PI.) das An- od. Einkuppeln. Verbinden: die K. der
Eisenbahnwagen erfolgt heute meist automatisch; Ü Die
Kuppelung von Weltanschauung mit Tätigkeiten, die nur wenig
von ihr vertragen, wie die Politik (Musil. Mann 594).
2.a) (Verkehrsw.) lösbare Vorrichtung zum Verbinden.
Aneinanderkoppeln von Fahrzeugen od. Wagen: die
Kupplungen einhängen, die Bremsschläuche verbinden
(Johnson. Mutmaßungen 166); b) (Technik) [bewegliche}
Verbindung zwischen Maschinen- u. Geräteteilen, durch die
Kräfte. Drehmomente übertragen werden u. ein synchrones
1606
Kurbel-
Funktionieren ermöglicht wird: die K. aus-, einrücken; In
r*ies Objektiv wird ein Zentralverschluß eingebaut und
»mit Kupplungen versehen, daß er mit dem Filmtransport
topannt wird und die Blende mit dem Auslösen einspringt
•Kosmos 2. 1965. 44). 3. (nur Kupplung) a) Einrichtung
^m Unterbrechen der Verbindung zwischen Motor u.
Getriebe bei Fahrzeugen: die K. lösen, nachstellen; mit
schleifender 'absichtlich noch nicht voll eingerückter) K. fahren;
fci Pedal, mit dessen Hilfe die Kupplung (3 a) betätigt wird:
je K. treten, zu schnell loslassen.
i'jpphüm'j (Kfz.-T.): -automat, der: automatisch, ohne Pe-
Jüi funktionierende Kupplung (3 a); -belag, der: Belag auf
4en Kupplungsscheiben; -hebel, der: Hebel, mit dem eine
Kupplung (3 a) bedient wird (z. B. beim Motorrad); -pedal,
das: svw. t Kupplung (3 b): das K. voll durchtreten;
-schade*, der, -Scheibe, die: axial verschiebbare, mit dem
Getriebe verbundene Scheibe, die durch Federkraft mehr od.
weniger stark gegen das Schwungrad des Motors gepreßt wird;
-9ieJ. das: Abstand innerhalb der Teile der Kupplung bei
**cht niedergedrücktem Kupplungspedal: das K. prüfen.
Kapramus [ku'pnsmos]. der: Izu spätlat. cuprum. tKupfer]
1 Med.): a) akute Verätzung des Magen-Darm-Kanals durch
KupfersuUat od. ein anderes Salz des Kupfers; Kupfer
vergiftung; b) allergische Reaktion auf das Einatmen kupferhalti-
ter Dämpfe.
\km Iku:?]. die; -. -en [lat. cüra = Sorge. Fürsorge. Pflege]:
bestimmtes, unter ärztlicher Aufsicht u. Betreuung
durchgeführtes Heilverfahren: Heilbehandlung: eine anstrengende,
wirkungsvolle K.; offene K. (nicht an einen bestimmten
Kurort u. an die normale Dauer einer Kur gebundener
Kuraufenthalt); die K. dauert 3 Wochen; eine K. machen,
beantragen, abbrechen, fortsetzen; jmdm. eine K.
verordnen; sich einer K. unterziehen; in K. gehen; jmdn. zur
K schicken; er fuhr nach Bad Ems zur K.; Ü nur eine
strenge K. konnte die Währungsstabilität retten; *jmdn.
m die K. nehmen (ugs.; eindringlich auf jmdn. einreden;
jmdm. Vorhaltungen machen).
km [ky:g]. die; -. -en [mhd. kür(e). ahd. kuri = Wahl.
zuT kiesenl (Sport): Übung, deren einzelne Teile der Sportler
nach freier Wald zusammenstellen kann: eine
ausgezeichnete, schwierige K.; die K. der Damen im Kunstturnen.
W-. 'Kur- ('Kur): -anläse, die: Kurpark mit Kurhaus,
Badehäusern o.a.; -anstalt, die (veraltet): Sanatorium;
-arzt, der: Arzt, der / in einem Kurort] in Kur befindliche
Patienten betreut; -aufenthalt, der: mit einer Kur
verbundener Aufenthalt in einem Kurort; -bad, das: svw. tBad (3);
Direktion, die: vgl. -Verwaltung; -direkter, der: Direktor
der Kurverwaltung; ^einriditung, die (meist Pl.>: Haus,
Einrichtung, in der man eine Kur machen kann; --erfolg,
der ^gast, der: Gast in einem Kurort; -haus, das: größeres
Gebäude in einem Kurort mit Kursaal u. anderen Räumen
für die Kurgäste; -heim, das: Heim (2 b) für Kurgäste;
-fcotel, das: vgl. -heim; -kapeile, die: Kapelle, die in einem
Kurort zur Unterhaltung der Kurgäste spielt; -karte, die:
Karte, die man bekommt, wenn man die Kurtaxe bezahlt
katu. die zur Teilnahme an Veranstaltungen od. zum
Benutzen bestimmter Entrichtungen berechtigt; -klinik, die:
Klinik, die darauf spezialisiert ist, Kuren durchzuführen;
-kodiert, das: Konzert in einem Kurort zur Unterhaltung der
Kurgäste; -kosten <P1>: die K. übernimmt die
Krankenkasse; -laub: t Kurlaub; -mittel, das: Mittel, das bei einer
Kur verabreicht, angewendet wird: Bäder. Massagen,
Inhalationen sind K.. dazu: -mittefoaus, das: Gebäude, in dem
Kurmittel verabreicht werden; -musik, die: vgl. -kapeile;
-Orchester, das: vgl. ^kapelle; mmI. der: Ort, der / wegen
»eines günstigen Klimas oder seiner Heilquellen] die
Möglichkeiten zur Kur bietet; -Packung, die: 1. größere Packung
*on Medikamenten, die über einen längeren Zeitraum
eingenommen werden sollen. 2. Haarpflegemittel in Form einer
Packung; -park, der: Park in einem Kurort; -patient, der;
-pfuschen <sw. V.; hat) (selten): als Kurpfuscher arbeiten:
er ist bestraft worden, weil er gekurpfuscht hat: -pfuscher,
der: a) (jur.) jmd., der ohne medizinische Ausbildung u.
behördliche Genehmigung Kranke behandelt; b) (ugs.
abwertend) schlechter [betrügerischer] Arzt: der Arzt, der mich
operiert hat. ist ein elender K.. dazu: -pfuscherei, die.
-pfuschertum, das; -s; -platz, der: Möglichkeit der
Unterbringungfür einen Kurgast: im November sind noch einige
Kurplätze frei; -Promenade, die: Promenade in einem
Kurart, Kurpark; -saal, der: Saal für gesellschaftliche
Veranstaltungen in einem Kurort (bes. im Kurhaus); raison,
die; -schatten, der (ugs. scherzh.): jmd., der sich mit einer
Person des anderen Geschlechts während einer Kur
anfreundet u. häufig mit ihr zusammen ist: einen K. haben; er
ging mit seinem, sie ging mit ihrem K. tanzen; -taxe,
die: Gebühr, die ein Gast in einem Kur- od.
Fremdenverkehrsort bezahlen muß; -Verschickung, die: Verschickung in einen
Kurort; -Verwaltung, die: Dienststelle, die die
Kureinrichtungen verwaltet.
%&-. ^Kur- [veraltet Kur = Wahl. mhd. kürte). tKür]
(hist.): -fürst, der: Fürst, der zusammen mit anderen
berechtigt war. den deutschen König zu wählen, dazu: -fürstenhut,
der: roter, mit Hermelin besetzter Hut als Zeichen des
Kurfürsten, -fiirstentum, das: Herrschaftsbereich eines
Kurfürsten, -fürstlich <Adj.; o. Steig.; nurattr.); ^hut, der: svw.
t ^fürstenhut; -prinz, der: Erbe eines Kurfürsten, dazu:
-prinzlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.); -würde, die.
Kür- (Sport): -lauf, der: Kür beim Eis- u. Rollkunstlauf;
-laufen, das; -s:*Sieger im K. der Paare; -läufer, der;
-läuferin, die: w. Form zu !-laufen -sprung, der: Sprung
bei der Kür; -tanz, der: Kür beim Eistanz; -turnen, das:
Kür beim Turnen; -Übung, die: Übung in einer Kür.
kurabel [ku'ra.bl] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) Dat. cüräbilis.
zu: curare, tkurieren] (Med.): (von Krankheiten) heilbar
(Ggs.: inkurabel); Kurand [ku'rant]. der; -en, -en (Med.
veraltet): Pflegling.
kurant [ku'rant] <Adj.; o. Steig.) [frz. courant, 1. Part,
von: courir = laufen < lat. currere] (veraltet): im Umlauf
befindlich: -e Münzen; Abk.: crt.; 'Kurant [-]. das; -[e]s,
-e (veraltet): Münze, deren Materialwert dem aufgeprägten
Geldwert entspricht.
^Kurant (-]. der; -en.-en [zu tKur] (Schweiz.): svw. t Kurgast.
kuranzen [ku'rantßn] <sw. V.; hat) [bayr.. ostmd. auch:
karanzen; Hu., viell. zu mlat. carentia = Buße, unter
Einfluß von veraltet kumentzen = prügeln] (veraltet): svw.
t kujonieren: von den verlorenen Mädchen der Straße ließ
ich mich k. (Fallada. Herr 250).
Kurare [kura.ra], das; -[s] [span. curare < indian. (Tupi)
urari. eigtl. = auf wen es kommt, der fällt] (Med., Pharm.):
zu [tödlichen] Lähmungen führendes indianisches Pfeilgift,
das in niedrigen Dosen als Narkosemittel verwendet wird;
Kurarin: tCurarin.
Küraß [ky:ras], der; ...asses, ...asse [frz. cuirasse. eigtl. =
Lederpanzer, zu spätlat. coriäceus = ledern]: (vom 15.
bis 19.Jh.) Brustharnisch; Kürassier [kyra'si:g], der; -s.
-e [frz. cuirassier]: (vom 15. bis 19. Jh.) Soldat der schweren
Reiterei, der einen Küraß trug; <Zus.:) Kürasskrhehn. der.
Kurat [ku'ra:t], der; -en, -en [mlat. curatus, zu lat. cüra,
t !Kur] (kath. Kirche): a) Hilfsgeistlicher mit eigenem Seel-
sorgbezirk; b) geistlicher Betreuer von Pfadfindergruppen
o.a.; Kuratel [kura'te:l], die: -. -en [mlat. curatela, zu lat.
curare, t kurieren] (jur. veraltend): Vormundschaft: eine
K. beantragen; unter K. stehen: man ließ ihn unter K.
stellen; Ü ... nimmt die Partei ihre Künstler Jetzt wieder stärker
unter K. (kontrolliert sie stärker, bevormundet sie; Spiegel
47.1973. 102); Kuratie [kura'ti:]. die; -. -n [...ti:an] (kath.
Kirche): mit einer Pfarrei lose verbundener Außenbezirk
eines Kuraten; kurativ [kura'ti:fl <Adj.) [mlat. curativus,
zu lat. curare, tkurieren] (Med.): heilend: -e Behandlung;
Kurator [ku'ra:lDr. auch: ...toigl. der; -s, -en [...ra'to:ran;
lat. cürätor = Wärter; Bevollmächtigter. Vormund]: 1.
(veraltet) Vormund. 2. Verwalter. Treuhänder einer Stiftung
o.a.: Als er noch K. für Reptilien im Zoo von St. Louis
war. biß ihn eine afrikanische Gabun-Viper (Grzimek.
Serengeti 182). 3. Beamter an einer Universität, der das
Vermögen verwaltet u. Rechtsgeschäfte wahrnimmt;
Kuratorium [kura'to:rjum], das; -s, ...ien [...jpn; zu lat. cürätörius
= zum Amt eines Kurators (1) gehörend]: 1. Gremium,
das die Auf sieht über eine öffentliche Körperschaft, eine
Stiftung o. ä. hat. 2. Dienststelle eines Kurators (3).
Kurbel I'kurbJ], die; -. -n [zu älter Kurbe = Winde am
Ziehbrunnen, mhd. kurbe. ahd. churba. über das Vlat.
zu lat. curvus = gekrümmt]: im [rechten] Winkel
angebrachte od. anzusetzende, mit einem Griff versehene Stange
o.a., mit der eine Kreisbewegung ausgeführt u. dadurch
eine Welle, ein Zahnrad o.a. in Drehbewegung versetzt
wird: die K. der Kaffeemühle, der Spieldose, des
Autofensters: die K. drehen; den Motor mit der K. anwerfen.
Kyrbel-: -gehäuse. das (Kfz.-T.): Gehäuse der Kurbelwelle
bei einem Verbrennungsmotor, dazu: -gehäusespühmg. die
1607
kurbeln
(Kfz.-T.); -Betriebe, das (Technik): Getriebe, bei dem eine
Hinundherbewegung mit Hilfe einer Kurbel in eine
Drehbewegung verwandelt wird; -induktor, der (Elektrot.): kleiner
Generator, der von Hand mit Hilfe einer Kurbel angetrieben
wird; -kästen, der (Kfz.-T.): svw. Ngehäuse; -lager, das
(Technik): Lager, in dem sich die Kurbelwelle dreht;
^Stickerei, die: maschinell ausgeführte Kettenstickerei; ^trieb, der
(Technik): svw. Ngetriebe; ^welle. die (Technik):
[mehrfach] abgewinkelte Welle, mit deren Hilfe Auf- und Ab-
bewegungen von Kolben. Pleuelstange o. ä. in eine
Drehbewegung der Welle verwandelt werden od. umgekehrt.
kurbeln ['kurbln] <sw. V.>: 1. <hat> a) an einer Kurbel drehen:
du mußt schneller k.: er kurbelte, bis ihm der Arm weh
tat: Ü in den Kurven mußte er ganz schön k. (ugs.; das
Lenkrad drehen, hin- und herbewegen): b) durch Drehen
an einer Kurbel bewegen: das Autofenster in die Höhe
k.: Eugenie kurbelte mit dem Fuß den Tisch wieder
horizontal (Remarque. Triomphe 101). 2. <hat> (Jargon, ugs.)
filmen, drehen: Im Jahre 1895 stellten die Brüder Lumtere
ihre Filmkamera mitten auf die Straße und kurbelten eine
Reportage (Enzensberger. Einzelheiten I. 124). 3. <hat>
a) (ugs.) durch Drehbewegungen [maschinellJ herstellen:
wie sie sich Zigaretten aus Kippenresten kurbelten (Fels.
Sünden 45): b) mit einer Maschine für Kurbelstickerei
anfertigen: gekurbelte Muster. 4. Ost (auch:) hat) (ugs.) kreis-,
schleifenförmige Bewegungen ausführen: draußen kurbelten
die Tiefflieger (Lentz. Muckefuck 252): die Fahrer beim
Sechstagerennen kurbeln schon (fahren schon ihre Runden)
seit 48 Stunden.
Kurbette [kor'teto], die: -. -n [frz. courbette, zu: courber
= krümmen < lat. curväre. zu: curvus = gekrümmtl
(Pferdesport): Sprung der Hohen Schule, bei der das Pferd
auf den Hinterbeinen mit angezogenen Vorderbeinen mehrere
kleine Sprünge macht; kurbettieren [korbe'ti.ran] <sw. V.:
hat) (Pferdesport): eine Kurbette ausführen.
Kürbis [kYrbtsl. der: -ses. -se Imhd. kürbis. ahd. kurbis,
über das Vlat. < lat. Cucurbita]: l.a) lam Boden
entlang]rankende Gemüsepflanze mit meist sehr großen,
runden, gelben Früchten: K. anpflanzen: b) Frucht des Kürbisses
(1 a): ein K. wog 10 kg: süß-sauer eingelegte -se. 2. (salopp)
Kopf: Sie stehen alle mit der Axt hinter der Tür. um
mir eins über den K. zu hauen (Erich Kästner. Fabian
122).
Kürbis- -Hasche, die: svw. tKalebasse; -gewächs, das:
-kern, der <meist PI.): Samen des Kürbisses; -kompott,
das.
kuren [ku:ran] <sw. V.: hat) (ugs.): eine Kur machen: Immer
mehr Leute kuren im Urlaub (MM 7. 9. 72. 13).
küren [ky:ran] <sw. u. (veraltet): st. V.; hat) [zu TKür]
(geh.): jmdn. [aus einer größeren Gruppe von Anwärtern]
für einen Ehrenposten. Ehrentitel ausersehen, auserwählen:
Jmdn. zum Sportler des Jahres k.: die Faschingsprinzessin
k.: Ü hat sich Lübke am Montag großzügig bereit erklärt,
sich für weitere fünf Jahre zum Bundespräsidenten k. zu
lassen (scherzh.; wählen; Neues D. 10. 6. 1964. 7).
Kürettage [kyrc'ta:3s], die: -. -n [frz. curettage] (Med.):
Ausschabung der Gebärmutterhöhle: nach einer Fehlgeburt muß
eine K. gemacht werden; Kürette Qty'reto], die: -. -n [frz.
curette. zu: eurer = reinigen < lat. curare, eigtl. = pflegen]
(Med.): löffelartiges Instrument zur Ausschabung der Gebär-
mutter; kürettieren [kyre'ti:ran] <sw. V.: hat) (Med.): eine
Kürettage vornehmen; ausschaben (c).
Kursan [kurgan], der; -s. -e [russ. kurgan < türk. kurgan
= Festung]: / vorgeschichtliches] Hügelgrab in Osteuropa.
kurial [ku'rla:l] <Adj.: o. Steig.; meist attr.) [mlat. curialis
< spätlat. cüriälis = zum kaiserlichen Hof gehörend,
zu lat. curia, t Kurie] (bildungsspr.): zur päpstlichen Kurie
(1 a) gehörend: Pünktlich kam der Monsignore. ein ...
Mann ... mit Wesen und Formen eines -en Diplomaten
(Niekisch. Leben 265); 'Kuriale [ku'ria:b]. die; - [mlat.
curiale]: Schreibschrift der Kurie (1 a) im frühen Mittelalter;
^uriale [-1. der; -n. -n <meist PI.; Dekl. t Abgeordnete)
[mlat. curialis < spätlat. cüriäles (PI.) = Bedienstete am
Kaiserhofl: (geistlicher od. weltlicher) Beamter der
päpstlichen Kurie (1 a); Kurialien [ku'ria.lpn] <P1.>: im Kurialstil
überlieferte Formeln von Titel. Anrede u. Schluß in den
Briefen der ehemaligen Kanzleien: Ü Die ... Absender
nämlich suchten einander schon auf den Umschlägen in K.
und Wohldienerei zu überbieten (Th. Mann, Hoheit 188);
Kurialismus [kurja'lismos], der. - (kath. Kirche):
kirchenrechtliche Richtung, die der päpstlichen Kurie (1 a) die
oberste Gewalt zuspricht (Ggs.: Episkopalismus); Kurialist [ku-
ria'list], der; -en. -en: Vertreter des Kurialismus; Kurialstil.
der; -[e]s (veraltet): svw. tKanzleistil; Kuriatstimme [ku-
ria:t-]. die; - [zu lat. cüriätus = zur Kurie (2) gehörend|:
(bis ins 19. Jh.) Stimme in einem Kollegium, die von einem
Stimmberechtigten nur mit anderen zusammen als
Gesamtstimme abgegeben werden konnte (z. B. im Reichstag des
Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation); Kurie
[ku:rp], die; -. -n [(1: mlat. curia <) lat. curia = Kurie
(2)]: l.a) Gesamtheit der päpstlichen Behörden; päpstlicher
Hof: die römische K.; die K. hat einen Beschluß gefaßt:
b) Sitz der Kurie (1). 2. (hist.) eine der Körperschaften,
in die die altrömische Bürgerschaft aufgeteilt war; <Zus.
zu 1:) Kurienkardinal, der (kath. Kirche): in der Kurie
da) tätiger Kardinal; Kurienkongregation, die <o. PL):
oberste Behörde der Kurie (1 a).
Kurier [ku'ri:?]. der; -s. -e [frz. courrier < ital. corriere.
zu: correre < lat. currere = laufen, rennen|: jmd.. der
im Auftrag. Dienst des Staates, beim Militär o. ä. wichtige
Nachrichten. Infonnationen überbringt: ein diplomatischer
K.; eine Nachricht durch einen K. überbringen lassen:
er wurde als K. an die Front geflogen.
Kurier-: --dienst, der: einen K. einrichten; -e leisten: -flug-
zeug, das: Flugzeug, mit dem wichtige, eilige Nachrichten
überbracht werden; -gepäck, das: Reisegepäck eines
Kuriers: K. darf vom Zoll nicht kontrolliert werden; -masdii-
ne, die: svw. Kflugzeug; -post, die: durch einen Kurier
beförderte Post; -mg. der (veraltet): Schnellzug.
kurieren[ku'ri:ran]<sw.V.; hat) llat. curare = Sorge tragen,
pflegen; heilen, zu: cüra. IKur]: jmdn. erfolgreich behandeln,
von einer Krankheit befreien, heilen: der Heilpraktiker hat
ihn Ivon seinem Ausschlag] kuriert; Arme Patienten kuriert
er um Gotteslohn (Jünger. Bienen 112): seine Grippe mit
Schnaps k.; Ihr seid hier, um eure Schüsse zu k.. nicht
eure Plattfüße! (Remarque. Westen 182); U jmdn. von
seinen Illusionen k.; ich bin ldavon] gründlich kuriert (bin
klüger geworden u. habe genug davon).
kurios lku'rio:s] <Adj.; -er. -este) [unter Einfluß von frz.
curieux < lat.cüriösus,auch = pedantisch, zu: cüra. ^Kurl
(bildungsspr.): auf unverständliche, ungereimte, fast spaßig
anmutende Weise sonderbar, merkwürdig: ein -er Vorfall
auf [eine] ganz -e Art: eine -e Situation. Geschichte. Idee,
er ist ein -er Kauz: das ist Ja wirklich k.; dieses Vergnügen
durfte man schon als k. bezeichnen (R. Walser. Gehülfe
98); die Unterredung ist k. verlaufen; kurioserwfijse <Adv.;
merkwürdiger-. seltsamerweise; Kuriosität [kurjpzi't£:tl.
die; -. -en [frz. curiositö < lat. cüriösitäs = Wißbegierde.
Neugierde]: 1. <o. PI.) dos Kuriossein; Sonderbarkeit.
Merkwürdigkeit: etwas nur der K. wegen erzählen; 2. kuriose
Sache; etw.. was merkwürdig ist. vom Normalen abweicht
[u. deshalb selten ist u. besonderes Aufsehen erregt]: diese
Pflanze ist eine K.; er hatte in seiner Briefmarkensammlung
einige -en: <Zus.:> Kuriositätenhändler, der: jmd.. der
mit Kuriositäten (2) handelt; Kuriositätenkabinett, das:
Museums l räum], in dem Kuriositäten (2) zu sehen sind; Kurio»
sum [ku'rlo:zom], das; -s, ...sa (bildungsspr.): kuriose
Sache % Angelegenheit. Situation: ein literarisches,
medizinisches K.; denn Berendsohn hat, und das ist das K.. ..
niemals farbig gemalt (Jens. Mann 82).
Kurkuma [korkuma], die; -. ...men [...ku:mdn; ital.. span
curcuma < arab. kurkum = Safran]: l.svw. tGelbwurzel
2. aus den Wurzeln der Gelbwurzel gewonnenes, u.a. zw
Herstellung von Curry (1) verwendetes, gelbes Gewürz.
Kurkuma-: -gelb, das: svw. tKurkumin; -papier, das
(Chemie): mit Kurkumin getränktes Papier zum Nachweis vim
Laugen; -pulver, das: svw. t Kurkuma (2); -wurzel. die
Kurkumin flcorku'mi:n], das; -s: aus der Kurkumawurztt
gewonnener, gelber Farbstoff.
Kurlaub [ku^l^ip], der; -|e]s. -e [aus Kur u. Urlaub]: tms
einer Kur verbutidener Ferietiaufenthalt: K. machen.
'Kurre fkura], die; -. -n [niederd. (ostfries.) kur(r)e < afries
koer = Korb, wohl nach dem urspr. verwendeten korbähnr
liehen Weidengeflecht] (Fischereiw.): Grundnetz, bes. zum
Fischen von Krabben. Garnelen o. ä.
'Kurre [-]. die; -. -n [zu veraltet, noch landsch. kurren =
schnurren, gurren, mhd. kurren = grunzen, lautm.
(landsch.): Truthenne.
Kurrendaner [koren'da:nB], der; -s. -: Sänger in einer Kurren
<fc; Kurrende[korEnda],die; -. -n [zu lat. currere = laufen]
1608
Kurve
a) (früher) Schülerchor, der vor Häusern, bei Begrabnissen
o ä. gegen Geld geistliche Lieder sang; b) evangelischer
Jugend- od. Studentenchor; kument flco'rent] <Adj.; o.
Steig.) [lat. currens (Gen.: currcntis). 1. Part, von: currcre
= laufenl (österr.): indeutscher, gotischer Schrift: k.
schreiben; Kurrentschrift, die; -, -en: 1. (veraltet) fortlaufend
Geschriebene Schreibschrift im Unterschied zur
Druckschrift. 2. (österr.) deutsche Schreibschrift.
Korrtiahn [kor-], der; -[e]s. ...hähne [vgl. *Kurre] (landsch.):
Truthahn; kurrig ['konc;] <Adj.) (landsch.): mürrisch.
kurrfleukum: tCurriculum.
Kars [kursl. der; -es. -e [I: frz. cours(e). niederl. koers
< lat. cursus; 2: mlat. cursus = Reihe von Gebeten <
la( cursus = Verlauf. Reihenfolge; 3: ital. corso. frz.
cours < mlat. cursus < lat. cursus = Umlauf; das lat.
Grundwort zu: cursum. 2. Part, von: currere = laufenl:
1. eingeschlagene od. einzuschlagende Fahrtrichtung eines
Schiffes od. Flugzeuges: ein gerader, falscher K.; einen
K. steuern, einschlagen; den K. wechseln, beibehalten,
halten; den K. auf der Seekarte eintragen; K. auf Hamburg
nehmen; auf K. bleiben; das Flugzeug geht auf K.. fliegt
auf dem/den vorgeschriebenen K.; vom K. abkommen,
abweichen; Ü einen härteren politischen K. einschlagen,
verfolgen; außenpolitisch auf einen anderen K. gehen. 2.
(Sport) Rennstrecke: ein einfacher, gefährlicher, schneller
K.; fehlerfrei über den K. kommen. 3. a)
zusammengehörende Folge von Unterrichtsstunden. Vorträgen o. ä.; Lehrgang:
einen K. besuchen, mitmachen, einen K. abhalten,
absetzen, leiten; -e für Sprachen; die Betriebe selbst unterhalten
< und Schulen (Niekisch. Leben 223); am Ende des -es
findet eine Prüftmg statt; b) Gesamtheit der Teilnehmer
eines Kurses (3 a): er lud seinen K. zu sich nach Hause
ein: der ganze K. bestand die Prüfung. 4. Marktpreis von
Wertpapieren. Devisen o.a.: hohe, stabile -e; der amtliche
K. des Dollar; wie ist der K. der Mark?: die -e steigen,
fallen, bleiben stabil; jmdm. eine Währung zu einem
bestimmten Kurs überlassen; *etw. außer K. setzen (1. etw.
für ungültig erklären: Briefmarken außer K. setzen. 2.
einer f wichtigenJ Funktion entheben: der Parteichef wurde
außer K. gesetzt: außer K. kommen/sein (unbeliebt werden,
sein): hoch im K. stehen (hohe Wertschätzung genießen).
kyrs-: ^abschlag, der (Börsenw.): svw. t Deport;
-Abweichung, die: Abweichung vom Kurs (1 a); -abzug, der
(Börsenw.): svw. t Deport; Minderung, die: Änderung des Kurses
da); ^angäbe, die (Börsenw.); ^angleichung. die
(Börsenw.): Angleichung der Wechselkurse; -anstieg, der
(Börsenw.); ^aufschlagt der (Börsenw.): svw. t Report (2);
-beginn, der: Beginn eines Kurses (2 a); -beridit, der
(Börsenw.): svw. t ^zettel; -bewegung, die (Börsenw.): -buch.
das: Verzeichnis von Fahrplänen der Eisepibahn; -differenz,
die (Börsenw.): Differenz zwischen Wechselkursen; --ein-
bmch. der (Börsenw.): starker Kursrückgang; -einbüße,
die (Börsenw.); -entwickhing, die (Börsenw.); -festigung.
die (Börsenw.); ^Festsetzung, die (Börsenw.): Festsetzung
der Wechselkurse; ^Feststellung, die (Börsenw.):
Feststellung der Börsenkurse; -gefiiae. das (Börsenw.); -gewinn,
der (Börsenw.): Unterschied zwischen einem niedrigen
Ankaufspreis u. höherem Verkaufspreis bei Wertpapieren.
Devisen o.a. (Ggs.: Kursverlust): -korrektur, die: Korrektur
des Kurses (1 a): die Bodenstation leitete eine K. des
Raumschiffes ein; Ü ... hält die baden-württembergische
Landesregierungeine K. in der Landespolitik für notwendig (MM
23. 1. 1975.2); -leiter. der: Leiter eines Kurses (2 a); -mak-
ler, der (Börsenw.): amtlich bestellter Vermittler bei
Wertpapierkäufen, der auch bei der Kursfeststellung mitwirkt;
-notierung, die (Börsenw.); -Parität, die (Börsenw.):
Parität der Devisetikurse; -pflege, die (Börsenw.): von Banken
vorgenommener Kauf u. Verkauf von Wertpapieren zum
Ausgleich größerer Kursschwankungen; -regulierung, die
(Börsenw.): vgl. ^pflege; -rückgang, der (Börsenw.);
-Schwankung, die (Börsenw.); -Sicherung, die (Börsenw.);
-Stabilität, die (Börsenw.); -Steigerung, die (Börsenw.);
-stürz, der (Börsenw.): plötzliches Sinken der Börsefikurse;
-stutzung, die (Börsenw.): vgl. -pflege; -System, das
(Päd.): Unterrichtssystem, bei dem der Unterricht in den
einzelnen Fächern in Form von Kursen (3 a) erteilt wird;
-tabelle. die (Börsenw.): Tabelle mit den Devisenkursen;
-teilnehmen der: Teilnehmer an einem Kurs (3 a); -unter-
licht, der: vgl. ^System; -verfall, der (Börsenw.); -Verlust,
der (Börsenw.): Unterschied zwischen einem hohen
Ankaufspreis u. einem niedrigen Verkaufspreis bei Wertpapieren.
Devisen o.a. (Ggs.: Kursgewinn); -wagen, der:
Eisenbahnwagen, der auf dem Weg zum Zielort an verschiedene Züge
angehängt wird: der K. befindet sich am Ende des Zuges;
ein D-Zug mit K. nach Rom; -Wechsel, der: vgl.
Wanderung: Ü einen K. in der Außenpolitik vornehmen; -wert,
der (Börsenw.): Wert eines Wertpapiers, der sich aus dem
Börsenkurs ergibt; -Zettel, der (Börsenw.): regelmäßig
erscheinende Liste aller Börsenkurse.
Kursant [kor'zant]. der; -en. -en [russ. kursant] (DDR):
Teilnehmer an einem Kurs (3 a).
Kürsdi [kYrJl. das; -[eis (Her.): Pelzwerk auf Wappen;
Kürschner [kYrfnB]. der; -s. - [mhd. kürsensre. zu: kürsen.
ahd. kursin(n)a = Pelzrock, aus dem Slaw.. vgl. russ.
korsno = Mantel mit Pelzbesatz!: Handwerker, der
Tierfelle zu Pelzkleidung verarbeitet (Berufsbez.); <Abl.:>
Kürschnerei DcYrJna'r^il. die; -. -en: a) <o. PI.) Handwerk des
Kürschners; b) Betrieb eines Kürschners.
kursieren [kor'zi:ren] <sw. V.; hat/(seltener.) ist) [lat. cursärc
= umherlaufen, -rennen]: in Umlauf sein; zirkulieren:
falsche Banknoten kursieren in der Stadt; Aktbilder von
dir kursierten (Dürrenmatt. Meteor 33); Ü über ihn
kursierten Gerüchte (wurden weitererzählt, machten die Runde);
Kursist [kor'zistl. der; -en, -en (DDR): Kursteilnehmer;
kursiv [kur'zi'.n <Adj.: o. Steig.) [rückgeb. aus tKursive]
(Druckw.): (von Druckschriften) schräg, nach rechts
geneigt: eine -e Schrift; ein Wort k. setzen; Kursivdruck,
der; -[e]s:2Druck (1 a) mit Kursivschrift; Kursive [kor'zi:v3].
die; -. -n [mlat. cursiva (littera). eigtl. = laufendte Schrift)]
(Druckw.): Kursivschrift; Kursivschrift die; -. -en
(Druckw.): nach rechts geneigte Druckschrift; kursorisch
Dcor'zo:nJl <Adj.; o. Steig.) [zu spätlat. cursörius = zum
Laufen gehörend] (bildungsspr.): ohne Unterbrechung
fortlaufend, rasch hintereinander: die -e Behandlung eines
Themas; -e Lektüre (schnelles Lesen eines Textes, das einen
raschen Überblick verschaffen soll); Kursus fkurzos]. der;
-. Kurse [mlat. cursus. TKurs]: svw. tKurs (3).
Kurtage: tCourtage.
Kurtine [kur'ti:nd], die:-.-n [frz. courtine < spätlat. cortlna
= Vorhang]: 1. (früher) Teil des Hauptwalls einer Festung.
2. (österr.. sonst veraltend): mittlerer Vorhang auf der
Bühne; Kurtisane [korti'za:nd]. die; -. -n [frz. courtisane <
ital. cortigiana. w. Form zu: cortigiano = Höfling, zu:
corte = [Fürstenjhof < mlat. cortis. curtis < lat. cörs.
tCourt] (früher): [adlige] Geliebte eines Fürsten o.a.
Kurtschatovium [kurtja'to.vium], das; -s [von der UdSSR
vorgeschlagene Bez.. nach dem Sowjet. Atomphysiker J.
W. Kurtschatow (1903-1960)] (Chemie): das Transuran
104; Zeichen: Ku; vgl. Rutherfordium.
Kuru$ [kuruJI. der; -. - [türk. kuru$. älter, ghrush. nach
ital. grossi. dt. Groschenl: Untereinheit des türk. Pfundes.
Kurvatur [korva'tu:!?]. die; -. -en [lat. curvätüra =
Krümmung. Wölbung, zu: curvus. tKurve] (Med.): Krümmung
eines Organs, bes. des Magens; Kurve ['korva, 'korfal. die;
-. -n [lat. curva (llnea) = gekrümmUe Linie), zu: curvus
= gekrümmt]: l.a) (Geom.) gekrümmte Linie als
Darstellung mathematischer od. statistischer Größen u.
Berechnungen: eine K. zeichnen; diese K. veranschaulicht ...; der
Plan zeigt die K. der Stahlproduktion (Koeppen. Rußland
136); Ü die K. seines Erfolgs fiel jäh ab; b) Bogenlinie.
Bogen: sie zeichnete ihre Augenbrauen in einer
schwungvollen K. nach. 2. Biegung. Krümmung, die eine Straße,
ein Verkehrsweg beschreibt: eine scharfe, enge,
unübersichtliche, überhöhte K.; die Straße windet sich in vielen -n
den Berg hinauf; eine K. schneiden, ausfahren, [zu schnell]
nehmen; das Auto wurde aus der K. getragen, geschleudert;
der Zug fährt langsam in die K.; der Motorradfahrer
legte sich in die K.; Ü das Gespräch war in eine gefährliche
Kurve hineingesaust (Geissler. Wunschhütlein 150); *die
K. kratzen (ugs.; sich schnell u. möglichst unbemerkt
entfernen; eigtl. = so scharf um eine Ecke biegen, daß man
die Mauerkante berührt): als es brenzlig wurde, kratzte
sie die K.; die K. kriegen/bekommen, schaffen (ugs.; etw.
[schließlich doch noch] schaffen, erreichen): der ist raus,
einer von denen, die die K. noch bekommen haben (Kuby,
Sieg 88); die K. [noch nicht] heraushaben (ugs.: den richtigen
Weg zur Lösung I noch nicht] wissen). 3. Linie, die ein
Körper. Gegenstand beschreibt, der sich in einer nicht gerade
verlaufenden Bewegung befindet: eine flache, weite K.
fliegen; die Skiläufer fuhren in großen -n ins Tal: Der Ballon
1609
kurven
stieg in steiler K. empor (Hausmann. Abel 112). 4. <P1.>
(ugs.) als erotisierend empfundene weibliche Körperformen:
sie hat aufregende -n; Die Tore der Haute Couture öffneten
sich Tür das Mädchen ohne -n (Spiegel 16. 1967, 140);
kurven l'kurvn. korfn] <sw. V.; ist): l.a) in Kurven fahren,
fliegen: Panzer kurvten im Gelände; Flugzeuge .... die
... waagerecht hereinglitten, schräg kurvten (Johnson.
Ansichten 144); der Radfahrer kurvte um die Ecke; b) (ugs.)
/ ziellos] umherfahren: im Urlaub wollen wir durch Spanien
k.: ich bin den ganzen Tag durch die Stadt gekurvt. 2.
(selten)kurvetxlörmig biegen: gekurvte Ornamente. 3. (ugs.)
sich mit etw. innerlich beschäftigen, über etw. nachdenken:
er kurvt schon eine ganze Weile darüber.
kyrven-, Kgrven-: -außenseite, die: äußere Seite einer Kurve
(2); -dfekussion.die (analytische Geom.): rechnerische
Untersuchung mit graphischer Darstellung einer Kurve (1 a)
u. ihrer Eigenschaften; MÜva, die: vgl. ^star; -fahren, das;
-s: K. will gelernt sein; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>; -Betriebe, das (Technik): Getriebe, bei dem
Bewegungen durch eine Scheibe mit kurvenförmigem Umriß
übertragen werden; - innenseite, die: innere Seite einer Kurve (2);
-läge, die: Lage, die ein Fahrzeug in einer Kurve (2)
einnimmt; -lineaJ, das: schablonenartiges, gebogenes
Zeichengerät, mit dem man Kurven (1 a) zeichnen kann; -messen
der (Fachspr.): svw. TKurvimeter (1 b); ^reldi <Adj.; nicht
adv.>: a) mit vielen Kurven (2): eine -e Straße, Strecke;
b) (ugs. scherzh.) mit üppigen Kurven (4): ein -er Filmstar.
-schar, die (Math.): mehrere Kurven, die in einer
bestimmten, durch einen Parameter festgelegten Beziehung
zueinander stehen; -schneiden, das; -s: K. ist oft sehr gefährlich;
-Schreiber, der (Technik): Meßgerät mit einer
Schreibeinrichtung, mit dem Meßgrößen eingetragen werden, deren
zeitlicher Verlauf festgehalten werden soll; -stabil <Adj.;
nicht adv.> (Kfz.-T.): (von Reifen) in Kurven (2) gut auf
der Straße haftend; -star, der: vgl. Busenstar; -technik,
die: bestimmte Methode. Kurven (2. 3) zu fahren, zu fliegen;
-verhalten, das (Kfz.-T.): Verhalten beim Kurvenfahren:
der Reifen hat ein gutes K.; -vorgäbe, die (Leichtathletik):
Vorgabe bei Wettkämpfen, die durch eine od. mehrere
Kurven führen, die die Läufer von der Innenbahn nach außen
gestaffelt erhalten, um den längeren Weg der Außenkurven
auszugleichen.
Kurverei flcurva'r^j. kürf...]. die; -. -en: dauerndes Fahren,
Fliegen in Kurven (2. 3); kurvig ['kurvuj. kurfu;] <Adj.;
nicht adv.>: a) bogenförmig, gekrümmt: -e Linien; b) svw.
T kurvenreich (a): eine -e Straße; Kurvimeter [kurvi-], das;
-s. - [T-meter]: a) (Math.) Gerät zum Messen der Bogenlänge
einer Kurve (1 a); b) (Geogr.) Gerät zur Entfernungsmessung
auf Landkarten; Kurvenmesser;Kun/tmetrj&,dte; - [T-metrie]
(Geogr.): Entfernungsmessung mit Hilfe eines Kurvimeters
(b); kurvimetrisch <Adj.; o. Steig.).
kurz flcurtß] <Adj.; kürzer, kürzeste) Imhd.. ahd. kurz <
lat. curtis = verkürzt, gestutzt, verstümmelt]: l.a) (nicht
adv.) von [vergleichsweise] geringer räumlicher
Ausdehnung. Länge in einer Richtung (Ggs.: lang 1 a): ein -er
Mantel, Ärmel; ein -es Seil; sie trägt sehr -e Röcke; eine
-e Straße; er hat eine -e Telefonnummer (mit wenigen
Ziffern); ein -er Zug (mit wenigen Wagen); es ist nur
noch ein -es Stück zu laufen; (Sport:) er läuft am liebsten
-e Strecken; der Faden ist zu k.; das ist der kürzeste
Weg zum Bahnhof; ich muß einige Kleider kürzer machen;
sie trägt das Haar k. [geschnitten]; *etw., alles k. und
klein schlagen (ugs.; zerschlagen, zertrümmern)', zu k.
kommen (benachteiligt werden, zu wenig bekommen; wohl aus
der Soldatenspr. mit Bezug auf nicht weit genug tragendes
Feuer 4): im Leben zu k. kommen; Wir trinken weniger,
damit du nicht zu k. kommst (Ott, Haie 200); den kürzeren
ziehen (auf Grund einer ungleichen Ausgangslage bei einer
Auseinandersetzung, einem Streit o. ä. unterlegen sein; nach
dem Losen mit Zündhölzern o. ä., wobei derjenige verliert,
der das kürzere Hölzchen zieht): Straßenkämpfe, bei denen
die Polizei den kürzeren zog (Thieß, Reich 314); b) (nur
adv.; in Verbindung mit Adverbien od.
Adverbialbestimmungen des Ortes) in / vergleichsweise] geringer Entfernung
von etw.: mit geringem Abstand (Ggs.: weit): k. davor,
vor der Mauer kam das Auto zum Stehen; k. hinter dem
Bahnhof zweigt die Straße ab. 2.a) von [vergleichsweise]
geringer zeitlicher Ausdehnung. Dauer (Ggs.: lang 2 a, lange
1): ein -er Besuch, Urlaub; wir machen eine -e Pause;
eine sehr -e Frist; ein Vertrag mit -er Laufzeit; er warf
ihr einen -en Blick zu; eine -e. k. gesprochene Silbe; er
hat ein -es Gedächtnis (ugs.; vergißt Dinge schnell wieder):
die Zeit ist zu k.; sein Leben war k. (er ist früh gestorben);
die Freude währte nur k.. -e Zeit; die Arbeit k.
unterbrechen; * binnen -em (innerhalb kurzer Zeit): er muß binnen
-em hier sein; Suzanna wird ..., wahrscheinlich binnen
-em. die Gattin von Dom Miguels (Th. Mann. Krull 441);
über k. oder lang (ziemlich bald; irgendwann in nicht zu
ferner Zukunft): über k. oder lang wird es Krach geben;
vor/seit -em (vor. seit nicht langer Zeit): ich habe ihn
vor -em getroffen; sie wohnt seit -em in einer anderen
Stadt; b) (nur adv.; in Verbindung mit Adverbien od.
Adverbialbestimmungen der Zeit) mit geringem zeitlichem
Abstand: k. nach Mitternacht, der Zug fährt k. vor 3
Uhr; ich kam k. vor ihm nach Hause; k. zuvor hatte
ich ihn noch gesehen. 3. a) nicht ausführlich; auf das
Wesentliche beschränkt; knapp: ein -er Brief; eine -e Mitteilung.
Rede: ich erwarte einen -en Anruf von Ihnen; etw. in
-en Worten sagen; das Protokoll ist k. abgefaßt; sie war
heute sehr k. (unfreundlich); etw. nur k. andeuten; Kurz
(um es zusammenzufassen). ich war ein Stück
weitergekommen (Jens. Mann 51); *sich k. fassen (nicht viele Worte
machen): am Telefon sollst du dich k. fassen; k. und
bündig/knapp (präzis u. bestimmt): die Antwort war k. und
bündig; „Du bist also der Neffe", sagte Teta k. und bündig
(Werfet, Himmel 131); k. und gut/(scherzh. auch:) k. u.
klein (zusammenfassend kann man sagen): Kurz und gut,
der Mann wußte seinen Vorgänger Zug um Zug zu
vertreten (Musil. Mann 1154); b) rasch; ohne Umschweife: einen
-en Entschluß fassen; er ist k. entschlossen abgereist; eine
Sache k. abtun; ich komme morgen k. (mal eben) vorbei;
sich k. zusammensetzen, um ein Problem zu klären; *es
k. machen (nicht viel Aufhebens von etw. machen): ich
will es k. machen; k. und schmerzlos (ugs.; rasch u. ohne
große Umstände; offen u, direkt).
kyrz-, Ktyrz-: -arbeit, die: verkürzte Arbeitszeit, die [bei
efit sprechender Kürzung des Lohnes] vom Unternehmer
wegen Auftragsmangels o.a. angeordnet wird: K. machen,
anordnen; Weniger bekannt ist, daß ... zahlreiche Betriebe
K. einführen mußten (Fr. Wolf. Menetekel 424). dazu:
-arbeiten <sw. V.; hat): Kurzarbeit machen [müssen]: in
dieser Firma wird kurzgearbeitet, -arbeiter. der: Arbeiter,
der Kurzarbeit macht, -arbeitergeld, das: unter bestimmten
Voraussetzungen vom Arbeitsamt an Kurzarbeiter gezahlter
Betrag, der einem Teil des Stundenlohnes der nicht
gearbeiteten Stunden entspricht; -ärm[e]lig l-|erm(a)lis) <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): mit kurzen Armein / versehen] (Ggs.:
langärm[e]lig): ein -es Kleid. Hemd; -atmig <AdJ.>: unter
Atemnot leidend, stoßweise atmemi: ein -er alter Mann;
k. sprechen; Ü eine -e Lokomotive; daß der allzu -e
(abgehackte) Rhythmus der Sätze... in vielem noch anfängerhaft
anmutet (Jens, Mann 89), dazu: -atmigkeit, die; -; -beinig
<Adj.; nichtadv.): kurze Beine besitzend (Ggs.: langbeinig):
ein -er Dackel, Mensch; -beridit.der: kurzgefaßter Bericht.
-biographie, die: kurzgefaßte Biographie (1); -fassung, die:
gekürzte Fassung eines Textes o. ä.: die K. eines Aufsatzes;
man würde sich ... mit einer K. der Rede begnügen können
(Kant. Impressum 348): -film, der: kurzer Film (3 a; Ggs.:
Langfilm): dieser Regisseur dreht hauptsächlich -e; ^fin-
g[e]rig <Adj.; nicht adv.): mit kurzen Fingern [versehen
(Ggs.: langfing[e]rig 1); -duselig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Zool.): kurze Flügel besitzend: ein -es Insekt;
-flügler, der: -s. - (Zool.): Vertreter einer Familie von Käfern
mit langem Hinterleib u. sehr kurzen Flügeldecken; ^form.
die (Sprachw.): Wort, das aus einem Teil eines längeren
Wortes gebildet ist (z. B. „Auto" aus „Automobil**): ^fri-
stig [-fristiq] <Adj.>: a) (meist adv.) plötzlich, überraschend,
ohne lange Vorbereitung: bei -en Absagen muß das Konzert
ausfallen; eine Sendung k. vom Programm absetzen; jmdm
etw. k. mitteilen; b) nur kurze Zeit dauernd: für kurze
Zeit geltend. Geltung habend (Ggs.: langfristig): -e Verträge.
Kredite (mit kurzer Laufzeit); Der meist -e Erwerbsausfail
durch Krankheit (Fraenkel. Staat 314): in einigen Bereichen
kann es k. noch schlimmer werden; c) in kurzer Zeit
[stattfindend/; man muß -e Losungen finden; die bestehenden
Möglichkeiten einer aktiven Beschäftigungspolitik sollten
k. verbessert werden (MM 29.12.66,2); k. (rasch
entschlossen) eine Entscheidung treffen; -gebraten <Adj.; o. Steige
nur attr.): -es Fleisch; -gefaßt <Adj.; o. Steig.; nur attr.>:
ein -er Bericht; -geschichte, die [LÜ von engl, short storyl
1610
kurz-, Kurz-
*Literaturw.): Form der erzählenden Dichtung, bei der eine
alltägliche] Begebenheit knapp berichtet wird, die Personen
mr skizziert werden u. der Schluß meist eine Pointe enthält;
-•»chnitten <Adj.; kürzer, am kürzesten geschnitten; nur
ittr.>: sie trägt -e Haare; -geschoren <Adj.; kürzer, am
kürzesten geschoren; nur attr.): -e Hunde; -geschwänzt
Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: einen kurzen Schwanz besitzend
•Ggs.: langgeschwänzt); -haar, das <o. Pl.>: 1. (bei Hunden
m. Katzen) kurzes.dichtes Fell (Ggs.: Langhaar 1). 2. (selten)
kurzgeschnittenes Haar (Ggs.: Langhaar 2), zu 1: -haardak-
fcri, der: Dackel mit kurzem Fell, zu 2: -haarfrisur, die:
« trug eine modische K.; -haarig <Adj.; o. Steig.; nicht
*H.>: a) ein Fell mit kurzen Haaren besitzend (Ggs.:
langhaarig a): ein -er Hund; b) kurzgeschnittene Haare, eine
Frisur mit kurzen Haaren tragend (Ggs.: langhaarig b);
ci mit kurzen Haaren /ausgestattet/ (Ggs.: langhaarig c):
an <r Pinsel; -haarkatze, die: Katze mit Kurzhaar (a);
-habig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einen kurzen Hals
besitzend (Ggs.: langhalsig); -halten <st. V.; hat) [urspr.
\on Tieren (bes. Hunden) gesagt, die an einer kurzen
Leine gehalten werden, damit sie wenig Bewegungsfreiheit
haben]: jmdm. über einen längeren Zeitraum hinweg aus
erzieherischen Gründen relativ wenig Geld. Essen o. ä. geben;
die Eltern haben ihren Sohn immer kurzgehalten; ich muß
reinen Mann k.. damit er nicht noch dicker wird; -hfn
Adv.> (veraltet): beiläufig: etwas nur k. erwähnen; -kom-
■ratar. der: kurzer, knapper Kommentar; -köpfig <Adj.;
lacht adv.> (Anthrop.. Med.): Kurzköpßgkeit aufweisend
iGgs.: langköpfig). dazu: -köpfigkeit, die <o. PL): a) (An-
Sirop.) für bestimmte Menschenrassen charakteristischer,
rrlativkurzer Schädel; b) (Med.) /angeborene/ Mißbildung,
bei der der Schädel abnorm kurz ist; -lebig <Adj.; nicht
adv.; (Ggs.: langlebig): 1. (meist Fachspr.) nur kurze Zeit
hebend: -e Tiere. Pflanzen; -e (schnell zerfallende)
Elementarteilchen. 2. a) nur für kurze Zeit Aktualität. Wirksamkeit
besitzend: eine -e Modeerscheinung; In meiner Erinnerung
*ird die -e „Räterepublik*4 zur wüsten Farce (K. Mann.
Wendepunkt 59); b) ttur über kurze Zeit hinweg
funktionstüchtig, gebrauchsfähig: Waschmaschinen gehören heute
m den -en Konsumgütern, dazu: -lebigkeit. die; -; -lehr-
twg, der; -meidung, die: vgl. -nachricht; -nachricht, die
meist Pl.>: kurzgefaßte, knappe Nachricht, in der nur das
Wichtigste berichtet wird: im Radio kamen -en; -parken,
das; -s: Parken für nur kurze Zeit: -parken der: Autofahrer.
*er nur kurze Zeit parkt: vor dem Bahnhof gibt es Plätze
fiir K.; -pafl, der (Ballspiele): auf geringe Entfernung
gespielter Paß (Ggs.: Langpaß); -Programm, das
(Eiskunstlauf): Teil des Einzellaufs beim Eiskunstlauf', in dem mehrere
festgelegte Figuren hintereitiatuler gelaufen werden müssen;
Pflichtkür; -referat, das; -schließen <st. V.; hat): 1. durch
Verbindung von zwei elektrischen Leitungen einen
Stromkreis schließen u. dadurch einen Schalter. Widerstand o.a.
überbrücken: einen Stromkreis k.; die Zündung, ein Auto
k. / ein Auto zum Anspringen bringen, indem man die
Leitungen des Zündschlosses überbrückt). 2. <k. + sich) eifie
direkte Verbindung zu jmdm. herstellen, um rasch Informa-
twnen o.a. austauschen zu können: Wir wollen uns mit
dem Kanzleramt... k.. um zu erfahren, wie die
Verständigung gelaufen ist (BM 10.1. 75. 3); -Schluß, der (Elektrot.):
1. sich als Störung auswirkende] unmittelbare Verbindung
*um zwei unter Spannung stehenden elektrischen Leitungen:
einen K. hervorrufen, verursachen; es gab einen K.. als
er die Lampe montierte; der Brand war durch einen K.
entstanden. 2.a) falsche (logische/ Schlußfolgerung: es ist
ein K. zu glauben, kürzere Arbeitszeit schaffe mehr
Arbeitsplätze; b) vorübergehende, auf einem Affekt beruhende
feistige Störung: sein Verhalten läßt sich nur aus einem
K. heraus erklären, zu 2 b: -schkißhandhing, die: im Affekt
begangene, unüberlegte Handlung: es kam zu einer K.;
Vermutlich in einer K. setzte sich der Lehrer ... den
Revolver andieStirn und drück teab(MM 1.3.74.14). -schlüssig
Adj.): auf einem Kurzschluß (2a) beruhend.
-Schlußläufer, der [zu Kurzschluß (1)] (Elektrot.): svw. ?Käfigläufer.
-schkißreaktion.die; -schritt, die: svw. tStenographie; vgl.
Langschrift, dazu: -schriftler. der [-Jnftlß]: svw.
tStenograph, -schriftlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): svw.
tstenographisch; -Schuljahr, das: Schuljahr, das kürzer als ein
mormales Schuljahr ist; -sichtig <Adj.) [1: wohl LÜ von
engl, shortsighted]: 1. (nicht adv.) an Kurzsichtigkeit
leistend (Ggs.: weitsichtig a): ein -er alter Mann; sie hielt
das Buch vor ihre -en Augen; er ist sehr, hochgradig
k. 2. nicht an die Zukunft, an Zukünftiges denkend, nur
das Nächstliegende beachtend, nicht weitblickend, nicht
vorausschauend: eine -e Politik betreiben; Im Anfang war
er noch k. genug, den Unteroffizieren deutlich zu verstehen
zu geben, wie gering das Interesse war (Kirst. 08/15. 26);
k. handeln; -sichtigkeit, die: 1. <o. PI.) Fehlsichtigkeit, bei
der man Dinge in der Nälie deutlich, in der Ferne
undeutlich od. gar nicht sieht (Ggs.: Weitsichtigkeit): er muß
wegen K. eine Brille tragen; seine K. wird immer
schlimmer. 2. kurzsichtiges (2) Denken. Handeln: politische K.;
-silbig <Adj.>: a) (nicht adv.) (Sprachw.) aus kurzen Silben
bestehend: ein -es Wort; b) (veraltet) wortkarg, einsilbig;
-ski. der: Ski. der kürzer als ein normaler Ski ist: für
Anfänger werden K. empfohlen; -stämmig <Adj.>: einen
kurzen Stamm besitzend: -e Obstbäume; -Starter, der
(Flugw.): Flugzeug, das nur eine kurze Strecke zum Starten
braucht; -stielig [-Jti:li(jl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a)
mit kurzem Stiele (Ggs.: langstielig 1 a): -e Gläser; b) einen
kurzen Stengel besitzend (Ggs.: langstielig 1 b): -e Blumen;
--strecke, die: a) kurze Strecke, geringe Entfernung: der
Benzinverbrauch eines Autos ist höher, wenn man immer
nur -en fährt; b) (Sport) bei einem Laufwettbewerb über
eine kurze Distanz zurückzulegende Strecke, dazu: -strek-
kenlauf. der (Sport): Laufwettbewerb über eine kurze Strek-
ke (bis 4(X)m). -Streckenläufer, der (Sport): Läufer, der
auf Kurzstreckenlauf spezialisiert ist. -Streckenrakete, die:
Rakete mit vergleichsweise geringer Reichweite,
-streckenverkehr, der: das Auto nur im K. einsetzen, -streckler
[-JtreklB]. der (Sport Jargon): svw. ?-Streckenläufer;
-stunde, die: Schulstunde, die kürzer als eine nortnale Schulstunde
ist; -tagpflanze, die (Bot.): Pflanze, die nur blüht u. Früchte
bildet, wenn die tägliche Lichteinwirkung eine bestimmte
Dauer nicht überschreitet (Ggs.: Langtagpflanze); -treten
<sw. V.; hat) [aus der Soldatenspr.; die auf der Innenseite
einer Kolonne Marschierenden müssen beim Abbiegen
kleinere Schritte machen, um den Gleichschritt
beizubehalten]: 1. (selten) in kleinen Schritten marschieren. 2. sich
in bestimmten Aktivitäten einschränken, zurückhalten: nach
dem Krieg mußten wir alle k.; Ich habe ... die Auffassung
vertreten, daß alle, die die Hand aufhalten, kurzzutreten
haben (Spiegel 48, 1965, 18); nach einem Herzinfarkt muß
man k.; -trieb, der (Bot.): kurzer Seitentrieb einer Pflanze;
Mim [-'-, auch: '-'-] <Adv.>: um es kurz zu machen; um
vorher Gesagtes zusammenzufassen u. auf eine knappe
Formel zu bringen: auf dem Fest waren Politiker. Filmstars.
Vertreter der Wirtschaft, k.. alles was Rang und Namen
hat; Kurzum, es war eine erstklassige Vorstellung, und
wir genossen es sehr (K. Mann. Wendepunkt 70); -Urlaub,
der: über die Feiertage werde ich einen K. machen; -vers.
der (Verslehre): Vers mit bis zu vier Hebungen; (Ggs.
Langvers); -waren <P1.>: kleinere Gegenstände, die man zum
Nähen, in der Schneiderei braucht: Knöpfe. Schnallen.
Faden sind K.. dazu: -Warenabteilung, die: Abteilung in einem
Kaufhaus, die Kurzwaren führt. -Warengeschäft, das. -wa-
renhändler, der, -Warenhandlung, die; -weg [-'-. auch:
'-'-] <Adv.>: kurz entschlossen, ohne Umschweife;
kurzerhand: ich habe ihn k. vor die Tür gesetzt; Als ich nämlich
einen der Vögel... k. mit der Hand packte, wurden plötzlich
die zunächst sitzenden Dohlen ganz aufgeregt (Lorenz.
Verhalten I, 18); -wegig [-ve:gic] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): nur kurze Wege erfordernd: eine -e Verbindung
zwischen zwei Orten; -weil, die; - [mhd. kurz(e)wile, auch
= kurze Zeit] (veraltend): Zeitvertreib: [allerleilK. treiben;
Hohlwind, der neue Geselle, brachte K. in die Backstube
(Strittmatter. Wundertäter 244); etw. nur zur/aus K.
machen; -weilig [-v^jlic;] <Adj.; nicht adv.) (veraltend):
unterhaltend, unterhaltsam, vergnüglich (Ggs.: langweilig 1): ein
-es Buch; Das höfische Schäferspiel in barocken Kostümen
hatte Helmuth Matiasek beschwingt und k. inszeniert (MM
7. 8. 67. 26); -welle, die: l.a) (Physik, Funkt.. Rundf.)
elektromagnetische Welle mit kurzer Wellenlänge; b)
(Rundf.) Wellenbereich im Radio, der Kurzwellen (1 a)
empfängt: diesen Sender bekommt man auf K. 2. kurz für
tKurzwellentherapie, dazu: -wellensender, der (Funkt..
Rundf.): / RadioJsender. der mit Kurzwellen setidet. -wel-
lentherapie. die (Med.): Therapie, bei der mit Kurzwellen
da) bestrahlt wird; -wellig <Adj.; Steig, ungebr.; nicht
adv.) (Physik): von kurzer Wellenlänge: -e Strahlen; -wort,
das (Sprachw.): Wort, das aus Bestandteilen eines od. mehre-
1611
Kurze
rer Wörter gebildet ist (z. B. .JCripo" aus Kriminalpolizei);
-zeitöedäditnis, das<o Pl.XPsych.): Fähigkeit des Gehirns,
eine Information kurze Zeit zu speichern (Ggs.:
Langzeitgedächtnis); -zeitig <Adj.; o. Steig.): kurze Zeit dauernd;
für kurze Zeit: es traten -e Engpässe auf; dieser Raum
wird nur k. genutzt; k. aussetzen; -zeitwecker, der: kleiner,
meist in der Küche benutzter Apparat, der so eingestellt
werden kann, daß er nach einer nur Minuten dauernden
Zeit klingelt.
Kurze [kurtßa]. der; -n, -n (ugs.): 1. svw. TKurzschluß (1):
einen -n machen, bauen; es gab einen -n. 2. kleines Glas
Schnaps: einen -n bestellen; ein paar K. trinken; Kürze
[kYrlßD], die; -. -n <P1. selten) [mhd. kürze, ahd. kurzi):
1. <o. PI.) geringe räumliche Ausdehnung in einer Richtung,
geringe Länge: die K. des Kleides, der Haare; die K.
der Transportwege ermöglicht die Kostensenkung. 2. <o.
PI.) geringe zeitliche Dauer: die K. der Zeit erlaubt keine
langen Diskussionen; *in K. (bald): wir werden die
Entscheidung in K. treffen; der Film läuft in K. an. 3. <o.
PI.) Knappheit: prägnante, schlagende, lapidare K.; K.
des Ausdrucks/im Ausdruck gehört zum Stil dieses Autors;
R in der K. liegt die Würze (eine knappe Darstellung
ist oft treffender u. besser als eine ausführliche). 4.
(Verslehre) kurze Silbe eines Wortes im Vers (Ggs.: Länge 5):
Kürzel [kyrtßp. das; -s. -: Abkürzungs-, Schriftzeichen in
der Stenographie: sie beherrschte noch nicht alle K.; Ü
Wenn er sich daran gewöhnte, seine Gefühle und
Meinungen in K. und Chiffren zu fassen (Kant. Impressum 88);
kürzen [kyr^nl <sw. V.; hat) [mhd. kürzen, ahd. kurzen):
1. kürzer machen: den Rock, das Kleid, den Ärmel [um
einige Zentimeter] k.; die Schnur muß noch etwas gekürzt
werden; jmdm. das Haar k., die Nägel k. 2.a) (selten)
verkürzen: die Arbeitspausen k.; Sie haben sich wohl mit
einigem Staunen gefragt, warum ich Ihnen Ihren Schlaf
kürze (Benrath. Konstanze 68); b) von etw. einen Teil
wegnehmen; verringern: jmdm. das Gehalt, die Rente k.;
Vater hat mir das Taschengeld um die Hälfte gekürzt;
der Etat mußte gekürzt werden. 3. in kürzere, knappere
Form bringen: eine Rede, einen Aufsatz k.; der Roman
liegt nur in einer gekürzten Fassung vor. 4. (Math.) einen
Bruch vereinfachen, indem man Zähler u. Nenner durch
die gleiche Zahl teilt: der Bruch kann noch gekürzt werden;
kürzer [kYrtjsB] <Adj.>: 1. (absoluter Komp.; nur attr.)
a) von relativ geringer räumlicher Ausdehnung in einer
Richtung: bei -en Fahrten nehme ich lieber das Auto; b) sich
über einen relativ kurzen Zeitraum erstreckend: er war
für-e Zeit verreist. 2. Komp. zu Tkurz; kurzerhand <Adv.):
rasch u. ohne langes Überlegen, ohne Umschweife; kurz
entschlossen: k. abreisen, aufbrechen; eine Bitte, ein Gesuch
k. ablehnen; er entzog ihm k. das Wort; sich k. zu etw.
entschließen; ktyrzertreten <st. V.; hat): sich einschränken,
sich zurückhalten inetw.: wirmüssen in Zukunft k.; kürzeste
['kvrtßasto]: tkurz; kürzlich l'kvrtßlK;] <Adv.) [mhd.
kurzlich, ahd. kurz(i)lich): vor kurzer Zeit, unlängst: ich sprach
k. mit ihm darüber; als wir uns k. trafen; mir ist k. eine
merkwürdige Sache passiert; (seltener attr.:) seine -e Reise
nach Prag (MM 20. 1. 68. 16); eine Darstellung des -en
ZwischenfallsamGrenzübergang (Der Abend 15.11.76.1);
Kürzung, die; -. -en [mhd. kürzunge]: l.a) (selten) das
Kürzen (2 a): die K. der Arbeitspausen; b) das Kürzen
(2 b). Verringerung: die K. des Gehalts; das Parlament
beschloß eine K. der staatlichen Ausgaben. 2. das Kürzen
(3): bevor das Buch in Druck geht, müssen noch an einigen
Stellen -en vorgenommen werden.
kusch! [kuj] <Interj.) [aus der Jägerspr.. frz. couche =
leg dich (nieder)!, zu: coucher = niederlegen < afrz.
colchier < lat. collocäre): a) Befehl an einen Hund, sich
hinzulegen u. still zu sein: k.. Bello!; b) (österr. derb)
Aufforderung an jmdn.. still zu sein.
Kuschet [kujj]. die; -. -n [vgl. Kussel] (nordd.): niedrige,
buschig wachsende Kiefer: Wenn wir... durch den
knöcheltiefen Sand gewatet waren, der von den Wanderdünen
zwischen die -n wehte (Lentz. Muckefuck 204).
kuschelig. kusch 1 ig [kuj(d)h(;] <Adj.; nicht adv.) [zu
tkuscheln): .9ö beschaffen, daß man sich darein, daran kuscheln
möchte, kann; gemütlich-warm: ein -er Pullover, diese
Couchecke ist wunderbar k.; kuscheln [kujln]. sich <sw.
V.; hat) [zu t kuschen): aus einem Bedürfnis nach Wärme
ii. Geborgenheit die [körperliche/ Nähe von jmdm.. eitler
Sache suchen; sich anschmiegen: im Bett liegen und k.;
sich an den Geliebten k.; ich kuschelte mich in die Sofaecke;
sich in eine Wolldecke k.; Da hat sich die Katze ganz
nah an mich gekuschelt (Rinser, Jan Lobel 70); Ü Die
Straße war still, die Häuser kuschelten sich in den
Sonnenschein (Fühmann. Judenauto 125); <Zus.:> Kuscheltier.
das: Spielzeugtier aus Samt, Plüsch od. ähnlichem kuscheli-
gern Stoff; kyschehvejch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
weich, daß man sich darein, daran kuscheln möchte, kann;
kuschen [kujn] <sw. V.; hat) [zu t kusch): 1. sich auf Grund
von Machtlosigkeit, Unterlegenheit nicht wehren, nicht seine
Meinung sagen, nachgeben: wenn der Vater brüllt, kuschl
die ganze Familie; er kuschte vor seinem Vater. Chef
2. (von Hunden) sich still hinlegen: der Förster befahl
seinem Hund zu k.; (auch k. + sich.) kusch dich!; der
Hund kuschte sich; kuschlig: tkuschelig.
küsebi ['ky.zln] <sw. V.; hat) [mniederd. küsel(e)n, zu: küsel
= Kreisel) (nordd.): (vom Wind) sich schnell in kreisender
Bewegung drehen: der Wind küselt.
Kusinchen [ku'ziin^n], das; -s, -: TKusine; Kusine [ku'zi:ra].
die; -. -n <Vkl. t Kusinchen): eingedeutschte Schreibung
für tCousine.
Kuskus['kuskus].der;-.-[berberisch kuskus.arab.kuskusu):
nordafrikanisches Gericht aus Weizen-, Hirse- od. Gersten-
mehl. Hcunmelfleisch, verschiedenen Gemüsen u.
Kichererbsen.
Kuß [kus], der; Kusses. Küsse [kYsa] <Vkl. tKüßchen)
[mhd.. ahd. kus. rückgeb. aus tküssen): / sanft I drückende
Berührung mit den [ leicht gespitzten, leicht geöffneten]
Lippen (als Zeichen der Zuneigung od. Verehrung, zur
Begrüßung o.a.): ein zarter, herzlicher, inniger, langer,
leidenschaftlicher, heißer K.; ergab ihr einen K. [auf den Mund,
die Stirn); jmdm. einen K. aufdrücken; er raubte ihr einen
K. (geh. scherzh.; küßte sie gegen ihren Willen)'. Küsse
tauschen; sie bedeckte, überschüttete sein Gesicht mit
Küssen; die beiden Politiker begrüßten sich mit einem K.
auf die Wange; Gruß u. K. [dein Julius) (scherzh.;
Schlußformel in Briefen od. beim Abschied).
kyß-.Kuß-: -echt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von
Lippenstiften) nicht abfärbend, fest haftend: ^fesl <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): svw. t^echt; -hand, die: Kuß auf die eigenen
Fingerspitzen, der durch Handbewegungen symbolisch an
entfernt stehende Menschen gegeben wird: der Filmstar
warf Kußhände in die Menge; *mit K. (ugs.; sehr
bereitwillig, sehr gerne): Fachleute wie du, ... dich nehmen sie
überall mit K. (v. d. Grün, Glatteis 150); -händchen, das:
vgl. ^hand; Miund.der: zum Küssen geformter, zum Küssen
herausfordernder Mund: sie hat einen roten K.
KUOchen [kvs(pn]. das; -s, -: tKuß: R ein K. in Ehren
kann niemand verwehren.
Kussel [kus!), die; -, -n [viell. aus dem Slaw.. vgl. preuß.
kus = klein, kurz. poln. kusy = gestutzt, kurz) (nordd.):
svw. TKuschel: wenn die ( = die Feinde) sich jetzt auch
erst bereitstellen hinter den -n (H. Kolb. Wilzenbach 156).
küssen [kvsn] <sw. V.; hat) [mhd. küssen, ahd. küssen,
lautm.): a) jmdm. einen od. mehrere Küsse geben: sie küßt
gut. gerne; er hat noch nie geküßt; b) jmdn., etw. küssen
(a): jmdn. leidenschaftlich, stürmisch, zärtlich, herzlich,
flüchtig k.; er küßte sie auf den Mund, auf die Schulten
er küßte ihr die Hand, die Wange; sie küßten sich/(geh.:)
einander lange; sich [nicht] k. lassen; den Ring des Papstes
k.;Ü die Frühlingssonne küßte die ersten Knospen; Küsserei
[kYsa'raj], die; - (ugs.): dauerndes Küssen; küsserig. kUBrig
[kYS(3)ri(;l <Adj.) (veraltend): zum Küssen aufgelegt.
Küste[kYstd].die; -.-n [nieder! kust(e) < mniederl. cost(e)
< afrz. coste (= frz. cöte) = Rippe; Seite. Abhang; Küste
< lat. costa]: a) unmittelbar ans Meer angrenzender Streifen
des Festlandes: eine felsige, flache, steil abfallende K ;
die atlantische K. Frankreichs; die K. Norwegens zeichnet
sich durch Fjorde aus; an der K. entlangfahren; auf die
K. zusteuern; b) Gebiet an der Küste (a): die K. hat mildes
Klima; er kommt, stammt von der K.
kosten-, Kosten-: -artillerie, die (Milit.): zur Verteidigung
der Küste eingesetzte Artillerie; -batterie, die (Milit.): vgl.
-artillerie; ^befestt&ing. die: 1. (Wasserbau) Bauwerk.
Anlage, das die Küste vor Beschädigungen durch Wasser, Wind
o. ä. schützen soll. 2. (Milit.) Anlage zur Verteidigung einer
Küste; -befeuerung, die: Kennzeichnung einer Küste durch
Leuchtfeuer o.a.; -bevöflterung, die; - bewohne r, der.
^blockade, die (Milit.): Blockade (1) eines Landes vom
Meer aus; Mlampfer, der: in der Küstenschiffahrt eingesetz-
1612
Kyathos
ier Dampfer: -fahrzeug, das: vgl. -dampfer; -fischerei,
die: Fischerei in der Nähe der Küste: Frachter, der: vgl.
-dampfer; -gebiet, das; -gebirge. das; ^gewisser,
das: das Meer in der Nähe der Küste: Zone des Meeres
an einer Küste, die zum Hoheitsgebiet eines Landes gehört;
^l»i, der: in der Nähe der Küste lebender Hai; -handel.
der: Handel entlang einer Küste od. zwischen nahegelegenen
Küsten; -meer, das: vgl. -gewässer; -motorschifT, das.
vgl. ^dampfer; Kurzwort: t Kümo: ^nah <Adj.; nicht adv.>:
m -en Gewässern; -nähe, die; -säum, der: vgl. ^streifen;
Schiffahrt, die: Schiffahrt entlang einer Küste, zwischen
nahegelegenen Küsten od. auf Binnenmeeren (Ggs.:
Seeschiffahrt); -schütz, der: Sicherung der Küste durch den
Bau von Deichen o. ä.; -segler, der: vgl. ^dampfen -Staat,
der: Staat, der an einer Küste liegt: -Stadt, die: vgl. -Staat;
-streifen, der: / schmalerJ Streifen Land, der sich an der
Küste entlangzieht; -strich, der: vgl. -streifen; -verteidi-
8mg,die(Milit.); -wache,die: / militärischerJ Wachtdienst.
der eine Küste beobachtet; -wacht, die: svw. t-wache.
lUkter [kyste], der; -s. - [mhd. kuster, ahd. kustor < mlat.
custor = Hüter (des Kirchenschatzes), zu lat. cüstös. t
Kustos]: svw. tKirchendiener; <Abl.:> Küsterei [kYstoraj], die;
-. -en: Wohnung des Küsters: 'Kustode [kos'toxla]. die:
-. -n [t Kustos) (Buchw. früher): 1. aus Buchstaben od.
Zahlen bestehende Kennzeichnung der einzelnen Lagen einer
Handschrift auf der letzten Seite der Lage. 2. svw. t Kustos
(3): ftustode [-]. der: -n. -n: svw. tKustos (1); Kustos
[ kostos], der, -. ...toden [...'to:dn; lat. cüstös (Gen.: cüstö-
dis) = Wächter. Aufseher): 1. wissenschaftlicher
Sachbearbeiter bes. an Museen. 2. (veraltet) Kirchendiener. 3.
(Buchw. früher) Wort (Silbe) in der rechten unteren Ecke
einer Buchseite, das das erste Wort (Silbe) der folgenden
Seite vorwegnimmt u. als Lesehilfe <xJ. zur Kontrolle der
Blattfolge dient.
kstan [kuta:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) lzu lat. cutis.
fKutis] (Med.): zur Haut gehörend, sie betreffend; Kutan-
reaktion, die; -. -en (Med.): / Quaddelbildung u.J Rötung
der Haut als Reaktion auf einen künstlichen Reiz.
karte [ku:to]. die; -. -n [mhd. (md.) kute] (bes. berlin.).
kleinere, flache Vertiefung; Kuhle: eine K. graben.
laitBcula [ku'ti:kula]. die; -. -s u. ...lae [lat. cuticula. Vkl.
von: cutis. tKutis] (Biol.): dünnes Häutchen über der äuße-
ren Zellschicht bei Pflanzen u. vielen Tieren: Kutin [ku'ti:nl.
das; -s [zu tKutis) (Bot.): wachsartiger,
wasserundurchlässiger Überzug auf pflanzlichen Blättern u. Sprossen; Kutis
fku:tis). die; - [lat. cutis = Haut] (Biol.): 1. Lederhaut
der Wirbeltiere. 1. nachträglich verkorktes Pflanzengewebe:
Zus.:> Kutisreaktion, die: svw. tKutanreaktion.
Ketsch-: -bock, der: erhöhter Sitz an der Kutsche (1) für
den Kutscher; -kästen, der: a) auf Federn ruhender,
kastenförmiger Unterbau einer Kutsche (1); b) Kasten unter
dem Kutschbock zum Unterbringen von Gepäck; -pferd,
das; -wagen, der: svw. t Kutsche.
Kutsche [kotjal. die; -. -n [ung. koesi. eigtl. = Wagen
aus dem Ort Kocs]: 1. (früher) von Pferden gezogener,
meist geschlossener Wagen zur Beförderung von Personen:
eine K. fährt vor; eine von vier Pferden gezogene K.;
in eine K. steigen, in einer K. fahren. 2. (salopp abwertend,
auch scherzh.) /größeres/ altes Auto: eine alte, klapprige,
rostige K.; seine K. fährt noch ziemlich schnell; kutschen
fkü^n] <sw. V.>: 1. <ist> a) (salopp) mit einem Fahrzeug
irgendwohin fahren: durch die Stadt k.; er ist mit seinem
neuen Auto nach Italien gekutscht: b) (veraltet) mit einer
Kutsche (1) irgendwohin fahren. 2. <hat> a) (salopp) jmdn.
in einem Auto o.a. irgendwohin fahren: er hat seine Tante
durch die Stadt, zu allen Sehenswürdigkeiten gekutscht;
b) (veraltet) jmdn. in einer Kutsche (1) irgendwohin fahren;
Kytschenschlag, der; -[e]s. ...schlage: Tür einer Kutsche (1);
Kutscher ['kotje], der; -s, -: jmd.. der eine Kutsche (1)
lenkt: der K. sitzt auf dem Bock, knallt mit der Peitsche:
er befahl dem K. zu halten.
Kutscher-: -bock, der: svw. t Kutschbock; -kneipe, die:
Kneipe, in der hauptsächlich Kutscher einkehren; -manieren
<PI.> (ugs. abwertend): schlechte Manieren; -mantel, der:
weiter Mantel od. Cape mit einer Pelerine; -mutze, die;
sitz, der; svw. tKutschbock; -tuch, das <PI. -e> [aus
diesem Tuch wurden meist Mäntel für Kutscher gefertigt]:
dichter, feiner, leicht glänzender Mantelstoff.
kutschieren [kü'tji:ran] <sw. V.): 1. <ist> a) mit einer Kutsche
(1) fahren: die reichen Bauern kutschierten vierspännig
zur Kirche; b) (ugs.) mit einem Fahrzeug irgendwohin
fahren: sie sind mit einem alten Bus zwei Monate durch
Europa kutschiert; Ü direkt ins Verderben k. 2. <hat>
ü)jmd.t etw. in einer Kutsche (1) irgendwohin fahren: jmdn.
durch die Gegend, zum Bahnhof k.; er hat die Damen
zum Schloß kutschiert: b) (ugs.) jmdn.. etw. in einem
Fahrzeug irgendwohin fahren, an einen bestimmten Ort bringen,
transportieren; jmdn. nach Hause, durch die Stadt k.; Aus
Berlin, wo der Autokran gerade zur Montage war. mußte
das Ungetüm nach Mannheim kutschiert werden (MM
20.8.68.5). 3. <hat> a) eine Kutsche (1) lenken: Er
versuchte, den Zweispänner zu k.; Sie kutschierte und trug zu
diesem Zweck ein enganliegendes Kostüm (Strittmatter.
Wundertäter 342); b) (ugs.) ein Fahrzeug lenken, steuern.
Kutte Ckuta], die; -.-n [mhd. kutte < mlat.cotta =
Mönchsgewand; aus dem Germ., verw. mit t 'Kotze]: 1. von
Mönchen u. Nonnen getragenes, langes, weites Gewand mit
Kapuze, das mit einer Schnur o. ä. zusammengehalten wird: eine
schwarze, braune, härene K.; Ü Bevor er zur K. kam
(Mönch wurde), geriet er in politische Intrigen (Ceram.
Götter 130); aus der K. springen (oft scherzh.; ein
geistliches Amt niederlegen). 2.a) (Jugendspr.) Kleidung, bes.
Mantel. Parka: ich muß mir eine neue K. kaufen; du
hast ja eine tolle, dufte K. an; b) (südd.) Arbeitskittel.
Kutte ['kYto]. die; -, -n [mhd. küt(t)en] (alemann.): Quitte.
Kyttel ['kotjj. die; -, -n (meist PI.) [mhd. kutel. H. u.] (südd..
österr.. Schweiz.): Kaidaune.
Kyttel-: -fleck, der (meist PI.) (südd.. österr.): Kaidaune;
-hof. der (landsch. veraltet): Schlachthof; -kraut, das [nach
der Verwendung als Gewürz in Gerichten aus Kaidaunen]
(österr.): Thymian.
Kyttenträger, der; -s. - [zu tKutte] (veraltet): Mönch.
Kutter ['kute], der; -s. - [engl, cutter. zu: to cut = schneiden,
eigtl. = Schiff, das die Wellen schneidet]: 1. a) einmastiges
/plumpes] Segelschiff für die Küstenschiffahrt: b) Jacht
mit Kuttertakelung. 2. motorgetriebenes Fischereifahrzeug;
Fischkutter. 3. Rettungs-. Beiboot eines Kriegsschiffes.
Kvttereimer.der; -s. - [1. Bestandteil viell. verw. mit tKauder
(2)] (südd.): Abfalleimer; Kytterschaufel, die; -, -n (südd.):
Kehr ich t schaufei.
Kyttertakehing, die; - [zu tKutter (1)1 (Segeln): Takelung
mit einem Großsegel u. zwei bis drei Vorsegeln.
Kuvasz [kuvas, ung.: kuvos], der; -, - [ung. kuvasz <
türk. kavas. tKawaß]: ungarischer Hirtenhund mit
Hängeohren u. weichem, weißem Fell.
Küvelage [kyvsia:33]. die; -. -n [frz. cuvelage. zu: cuve =
Faß (t Küvette). nach den ein Holzfaß zusammenhaltenden
eisernen Reifen] (Bergbau): Ausbau eittes wasserdichten
Schachtes mit gußeisernen Ringen: küvelieren [kyv9Ü:ren]
<sw. V.; hat) [frz. cuveler] (Bergbau): eine Küvelage
vornehmen; <Abl.:> Küvelkrung, die; -. -en (Bergbau).
Kuvert [ku've:g. ku've:£. landsch. auch: ku'vert], das; -s
u. (bei dt. Ausspr.:) -[eis. -s u. (bei dt. Ausspr.:) -e [frz.
couvert = Tischzeug. Gedeck; Umschlag, zu: couvrir =
bedecken < lat. cooperire]: 1. (veraltend) Briefumschlag:
die Adresse auf das K. schreiben. 2. (geh.) /Tafel/gedeck
für eine Person: noch ein K. auflegen; <Abl. zu 1 :> kuvertie-
ren [kuver'ti:ran] <sw. V.; hat) (Fachspr.): mit einem
[Brief]Umschlag versehen: Briefe. Glückwunschkarten.
Kontoauszüge. Schecks k.; <Abl.:> Kuvertkning, die; -.
-en; Kuvertüre [kuver'ty:r9], die; -. -n [frz. couverture]:
Überzugsmasse aus Schokolade für Kuchen. Gebäck o. ä.
Küvette [ky'veto], die; -. -n [frz. cuvette = Napf, Vkl. von:
cuve < lat. cüpa, t^ufe] (veraltet): 1. kleines Gefäß.
2. Innendeckel der Taschenuhr.
kuvrieren [ku'vri:ran] <sw. V.; hat) [frz. couvrir. tKuvert]
(veraltet): bedecken, verbergen.
Kux [kuks], der; -es. -e [älter: Kuckes, Kukus, H. u.; viell.
aus dem Slaw.j (Wirtsch. veraltend): Wertpapier über den
Anteil an einem Bergwerk.
Kwaß [kvas], der; - u. Kwasses [russ. kwas]: schwach
alkoholisches Getränk aus gegorenem Brot. Mehl u. Malz.
Kyanisation [kyaniza'tßio.n], die; -. -en [zu tkyanisieren]
(Fachspr.): Verfahren zum Imprägnieren von Holz mit einer
Lösung aus Quecksilberchlorid; kyanisieren [kyani'zi:ran]
<sw. V.; hat) [engl, to kyanize. nach dem Namen des
engl. Erfinders J. H. Kyan (1774-1850)] (Fachspr.): (Holz)
durch Kyanisation imprägnieren.
Kyathos [ky:atDs], der; -, - [griech. kyathos]: altgriechischer
Becher mit nach oben gezogenem Hetikel.
1613
Kybernetik
Kybernetik [kyber'ne:tik], die; - [1: engl.-amerik. cybernetics.
gepr. 1948 von dem amerik. Mathematiker N. Wiener
(1894-1964) nach dem von dem frz. Physiker A. M.
Ampere 1834 gebildeten Wort ..cybernötique" = Kunst des
Regierens < griech. kybernetike (techne) =
Steuermannskunst, zu: kybernetes = Steuermann]: 1. wissenschaftliche
Forschungsrichtung, die Systeme verschiedenster Art (z. B.
biologische, technische, soziologische Systeme) auf
selbsttätige Regelungs- u. Steuerungsmechanismen hin untersucht.
2. (ev. Kirche) Lehre von der Kirchen- u. Gemeindeleitung;
Kybernetiker, der; -s. -: Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Kybernetik (1); kybernetisch <Adj.; o. Steig.): die
Kybernetik (1) betreffend; mit den Methoden der Kybernetik.
Kykliker [ky:klikB.auch: kvk...]: tZykliker.
Kyklop [ky'klo:p] usw.: tZyklop usw.
Kyma [ky:ma], das; -s. -s. Kymation [ky ma:tpnj, das; -s,
-su. ...ien [...jpn; griech. kyma. kymation. eigtl. = Welle)
(Archit.): Zierleiste aus stilisierten Blattformen, bes. am
Gesims altgriechischer Tempel; Kymogramm [kymo gram],
das; -s, -e [t-gramm] (Med.): Röntgenbild von sich
[rhythmisch] bewegenden Organen; Kymograph [...'gra:f). der.
-en.-en [t-graph] (Med.): Gerät zur mechanischen
Aufzeichnung von / rhythmischen/ Bewegungen von Organen; Kymo-
granhie [...gra'fi:]. die; - [t-£raphie] (Med.): das Röntgen
mit dem Kymographen; kymographieren [...gra'fi:ron] <sw.
V.; hat) (Med.): mit dem Kymographen röntgen; Kymoskop
[...'sko:pl. das: -s. -e [zu griech. skopein = betrachten!
(Med.): Gerät zur Sichtbarmachung der [rhythmischen]
Bewegungen von Organen.
Kyniker [ky:nikBl. der. -s, - [griech. Kynikös, zu: kynikös
I, L [el; ta. AI. das; -. - [mhd. 1. ahd. (h)l): zwölfter Buchstabe
des Alphabets, ein Konsonant; ein kleines 1. ein großes
L schreiben.
X. A: TLambda.
I3 (gesprochen: 1 hoch drei): lausig lange Leitung (t lausig 2).
'la [la:; ital. la. t SolmisationJ: Silbe, auf die beim Solmisieren
der Ton a gesutixen wird.
2la [-1: Silbe, auf die eine Melodie gesungen werden kann;
wir singen das Lied auf la la (nicht mit seinem Text).
Lab Da:p]. das; -[eis. -e [mhd. lap. ahd. lab; vgl. mhd.
liberen = gerinnen (machen)]: a) ein im Magen junger
Kälber. Schafe u. Ziegen vorkommendes Ferment, das die
Milch zum Gerinnen bringt; Labferment; b) aus zerkleinerten
Labmägen bes. von Kälbern gewonnenes Ferment, das bei
der Käseherstellung verwendet wird.
Lab-: -ferment, das: svw. tLab (a); -käse, der (Molkerei):
(jeder) Käse, bei dessen Herstellung Lab verwendet wird;
-kraut, das [das Kraut wurde als Gerinnungsmittel bei
der Milchverarbeitung verwendet]: krautige Pflanze mit
zahlreichen kleinen, gelben, nach Honig duftenden Blüten;
-krautgew&chs.das svw. t Rötegewächs; Kinasen, der: Teil
des Magens der Wiederkäuer, in dem die eigentliche
Verdauung einsetzt u. in dem bei den Jungtieren das für die
Verdauung der Milch nötige Labferment produziert wird.
La Samba [la'bamba]. die; - - -s. ugs. auch: der; - -[s],
- -s [port. (bras.) bamba]: lateinamerikanischer Modetanz.
Laban [la:ban], der; -s, -e [viell. in Anspielung auf die
lange Zeit, die nach 1. Mos. 29 Jakob bei Laban diente;
verstärkende Alliteration in der Fügung ..langer L."] (ugs.
scherzh.): hochgewachsene, hagere männliche Person.
Labbe ['lato], die; -. -n [zu tlabbern] (landsch.): Mutui;
hängende Lippe; labberig, labbrig [labblru;] <Adj.) (ugs.
abwertend): 1. fad im Geschmack. /zu] wenig gewürzt,
schal: eine -e Suppe; ein -es Getränk; etw. ist. schmeckt 1.
2. von etw.. was unerwartet od. in unangenehmer o.a.
Weise weich, ohne feste Konsistenz ist: ein -er Stoff; das
Gummiband ist ganz 1.; Ü jmdm. 1. (ohne festen
Händedruck) die Hand geben. 3. flau, elend: ein -es Gefühl
im Magen haben; jmdm. ist ganz 1. [zumute]; labbern
['laben] <sw. V.; hat) [niederl. labberen = sich schlaff
hin u. her bewegen] (nordd. abwertend): \.etw. schlürfend
= hündisch; die Anhänger dieser Schule wurden wegen
ihrer Bedürfnislosigkeit u. ihrer gewollten Armut, dann
wegen ihrer Art. die Leute rücksichtslos anzufallen, um
ihnen ihre Lehre zu predigen, mit Hunden verglichen].
Angehöriger einer antiken Philosophenschule, die
Bedürfnislosigkeit u. Selbstgenügsamkeit forderte; vgl. aber: Zyniker.
Kynokwe Dcyno'lo:gd]. der; -n. -n [zu griech. kyön (Gen.:
kynös) = Hund u. t-loge] (Fachspr.): Hundezüchter.
Hundekenner; Kynologie [...lo'gi:]. die; - [T-logie] (Fachspr.):
Lehre von der Zucht. Dressur u. den Krankheiten der Hunde.
Kypho§e[ky'fo:z3l, die; -,-n [zu griech. kyphös = gekrümmt]
(Med.): Wirbelsäulenverkrümmung. Buckel nach hinten.
Kyrie [ky:rjd].das;-.-s: kurz für t Kyrieeleison: Kyrie eleison!
[ky:rp e'l^jzDn, auch: 'ky:ne -J <Interj.) Imgriech, kyrie
eleison = Herr, erbarme dich!]: Bittruf in der lMesse (1)
u. im lutherischenu. unierten Hauptgottesdienst; Kyrieeleison
[ky :rie|e' l^jzsnl.das; -s. -s: Bittruf i als Teil der musikalischen
MesseJ; Kyrie lefc! [kyrJe'l^jsKInterj.): svw. t Kyrie eleison!
kyrillisch [ky'nlij] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [nach dem
Slawenapostel Kyrill (826-869)]: (in bezug auf das
Alphabet, die Buchstaben verschiedener slawischer
Sprachen) von Kyrill festgelegt, eingeführt; Kyrilliza flcy'nlitßa].
die; - [russ. kirilliza]: die kyrillische Schrift.
Kyu [kju:]. der; -s. -s [jap. kyü = vorherige Stufe)] (Budo):
in sechs Leistungsgrade eingeteilte Rangstufe der Schüler
in den Budosportarten.
KZOca(:)'tßet].das: -.auch: -s.-.auch: -s:
Konzentrationslager; <Zus.:)KZ-Häftling.der: Häftling in einem KZ; KZler,
der; -s. -: svw. tKZ-Häftling; KZ-Methoden <P1.): brutale
Methoden der Behandlung von Menschen. Häftlingen.
L
essen od. trinken: Milch 1.2. (von Segeln) schlaff herabfiärt
gen: bei dieser Flaute labbern die Segel. 3. dummes Zeug
reden: er labbert den ganzen Tag; labbrig: t labberig.
Labdanum [lapdanum]: TLadanum.
Labe [la:te].die; - [mhd. labe.ahd. laba] (dichter, veraltet,
geh.): etw. Labendes; Speise od. Trank, derjmdn. erfrischt,
stärkt: eine köstliche, kühlende L.
Labe-: -Hasche, die: (bei Rennrädern) unterhalb der
Lenkstange befestigte Plastikflasche für ein mit zuführendes
erfrischendes Getränk; -trank, der (dichter, veraltet):
labendes Getränk: -trunk, der (dichter, veraltet): vgl. ^trank.
Label [lcibl], das; -s. -s [engl, label, verw. mit dt. Lappen]
(Werbespr.): 1. Klebeetikett. Klebemarke, die auf ein
Produkt bzw. auf die Verpackung eines Produkts aufgeklebt
wird. 2. Etikett einer Schallplatte: Ü (ugs.:) das L. wechseln
(/von einem Künstler o.ä.j den Schallplattenproduzenten
wechseln). 3. (Datenverarb.) Markierung eines
Programmbeginns; <Zus. zu 1:> Labebysteoi, das; -s [engl.-amerik.
label system. eigtl. = Etikettsystem, da dieser Boykott
darin besteht, daß nur Waren mit einem bestimmten Etikett
gekauft werden, das diese als Produkte gewerkschaftlich
organisierter Betriebe ausweist] (Wirtsch): in den USA
entstandene u. hauptsächlich dort angewendete Art des
indirekten wirtschaftlichen Boykotts.
laben [la:bn] <sw. V.; hat) [mhd. laben, ahd. labön =
erfrischen, erquicken, viell. zu lat. laväre = waschen;
benetzen]: a) (geh.) mit Speise od. Trank erquicken, erfrischen:
Jmdn. mit einem kühlen Trunk 1.; ein labender Trunk;
Ü die herrliche Aussicht labte (erfreute) das Auge; b)
<1. + sich) sich [an etw.] gütlich tun; [etw.] mit großem
Genuß essen od. trinken: sie labten sich an/mit Kaffee
und Kuchen; prächtig leuchtete der Vogelbaum ... und die
Stare labten sich jubelnd auf ihm (Molo. Frieden 172).
Laberdan [labe'da:n]. der. -s. -e [niederl. labberdaan. wohl
aus dem Afrz.]: in Fässern eingesalzener Kabeljau.
labern [la:bHn] <sw. V.; hat) [urspr. md.; zu t Labbe] (salopp
abwertend): dummes Zeug reden, schwätzen: er labert den
ganzen Tag.
labet [la'be:t; zu frz. la bete, tbet] in der Verbindung I.
sein (veraltet, noch mundartl.: 1. verloren haben [ im
Kartenspiel]. 2. müde, abgespannt sein).
1614
lach-, Lach-
UMa: PI. von T Labium: labial [la bia:l] <Adj.: o. Steig.)
talat. labialis = mündlich, zu lat. labium = Lippel: 1.
»Med.) zu den Lippen gehörend, die Lippen betreffend. 2.
«Sprachw.) (von Lauten) mit den Lippen gebildet; Labial
H. der. -s. -e (Sprachw.): mit Hilfe der Lippen gebildeter
Konsonant, Lippenlaut (z.B. b); Labialis [la bia.hs]. die;
-. les [...le:s] (veraltet): svw. t Labial; labialisieren [labiali-
ziiranl <sw. V.; hat> [engl, to labializel (Sprachw.): (von
Lasten) zusätzlich zur eigentlichen Artikulation mit Rundung
dtr Lippen sprechen: der Laut [fl in ..Schach" wird labiali-
«en; <Abl.:) Labialiskrung. die; -. -en.
Labial -laut, der: svw. t Labial; -pfeife, die: Orgelpfeife,
hei der der Ton durch Reibung des Luftstroms an der
xharfkantigen Schneide des Labiums (2) erzeugt wird: Lip-
ßenpfeife; ^stimme, die: von der Labialpfeife erzeugte Orgel-
utmme.
Labiale [labia.td]. die; -. -n (meist PI.) (Bot.): Lippenblütler:
Labien: PI. von t Labium.
tabfl fla bi:l] <Adj.; nicht adv.) [spätlat. läbilis = leicht
ckitcnd. zu lat. läbi = gleiten] (Ggs.: stabil): 1. (bil-
dunssspr.) so wenig festgefügt, daß etw. leicht störbar ist,
k*:ht Veränderungen. Schwankungen ausgesetzt ist: eine
< politische Situation; ein -es Gleichgewicht (Physik;
Oitichgewicht, das bei Veränderung der Lage nicht erhalten
bleibt); (Met.:) eine -e Luftschichtung; Das ...
Wirtschaftssystem erwies sich als 1. (Fraenkel. Staat 376). 2.a) (Med.)
kicht von Störungen befallen, anfällig, schwankend: eine
< Konstitution. Gesundheit: der Kreislauf, sein
Organismus ist sehr 1.; b) (Psych.) nicht in sich gefestigt: Stimmungen
mnierworfen; leicht das seelische Gleichgewicht verlierend:
cm (psychisch] -er Mensch; er ist ein -er (leicht
beeinflußbarer, ungefestigter) Charakter; Meine Frau war sehr 1. und
momentanen Stimmungen unterworfen (Hörzu 37. 1971.
2*K bbilbieren [labili'zi.ren] <sw. V.; hat) (bildungsspr.):
labil nutchen: <Abl.:) Labiliskning, die; -. -en; Labilität
I.- t£:t].die; -. -en <P1. selten) [mlat. labilitas]: das Labilsein.
taModentgl [labio] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. labium = Lippe
u. T dental] (Sprachw.): (von Lauten) mit Lippen u. Zähnen
Gebildet; Labiodental [-]. der; -s. -e (Sprachw.): mit Hilfe
nwt Lippen u. Zähnen gebildeter Konsonant; Lippenzahnlaut
•z-B.f.w); Labiodentallaut, der: -[eis. -e: svw. t Labiodental;
tobiovel&r [labio-] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. labium = Lippe
u Tvelarl (Sprachw.): (von Lauten) mit Lippen u. hinterem
GiMunen gleichzeitig gebildet; Labiovelar [-]. der; -s, -e
iSprachw.): 1, (inder indogermanischen Grundsprache
angenommener) mit Hilfe von Lippen u. hinterem Gaumen
gebildete Laut; Lippengaumenlaut (ku. gu, g"h). 2. Lautfolge aus
iabudisiertem velarem Konsonanten plus Halbvokal (z. B.
ra engl, quiz [kwiz]); Labium [larbium], das; -s. ...ien u.
ia [lat. labium = Lippe]: 1. (Anat.) lippenförmiger Rand
«z.B. eines Hohlorgans, bes. Schamlippe). 2. <P1. ...ien)
bei der Labialpfeife u. der / Block Jflöte) Teil, der die
Öffnung, an der die Luft austritt, nach oben u. unten begrenzt
u.danüt die Qualität des Tones bestimmt. 3.(Zool.)
Unterlippe bei den Mundwerk zeugen von Insekten.
Labor [la'bo:?. ösierr., Schweiz, auch: la:bo:?]. das; -s,
-*, auch: -e [la'bo:ra; Kurzf. für t Laboratorium]: a)
Einrichtungfür naturwissenschaftliche, technische od. medizinische
.Arbeiten, Untersuchungen. Versuche o. ä.: ein chemisches,
technisches L.; das L. einer Klinik, eines Zahntechnikers;
Blutproben in, von einem medizinischen L. untersuchen
lassen; b) Raum, in dem ein Labor (a) untergebracht ist.
Labor-: -experiroent, das: vgl. -versuch; -kittet, der:
Arbeitskittel für Arbeiten im Labor; -platz, der: Arbeitsplatz
für einen Studenten der Medizin, Pharmazie od.
Naturwissenschaften in einem Labor der Universität; -tbch, den
-versuch, der: in einem Labor vorgenommener
wissenschaftlicher Versuch.
Laborant [labo'rant], der: -en. -en [zu lat. laböräns (Gen.:
labörantis). 1. Part, von: laböräre, t laborieren]: jtnd., der
als Fachkraft in einem Laboratorium mit Analysen,
Versuchen u.a. beschäftigt ist (Berufsbez.): Laborantin, die; -,
-nen: w. Form zu t Laborant; Laboratorium [labora'to:-
rjum], das; -s. ...ien [...pn; mlat. laboratohum. zu lat.
laböräre. t laborieren]: a) Einrichtung für experimentelle
wissenschaftliche Arbeiten im Bereich von
Naturwissenschaften u. Medizin: ein chemisches, bakteriologisches L.; ein
L. unterhalten; b) Räumlichkeiten, Gebäude, in dem ein
Laboratorium (a) untergebracht ist; laborieren [...ri.ran]
sw. V.; hat) [lat. laböräre = sich anstrengen, abmühen;
arbeiten]: 1. (selten) Laborarbeiten machen. 2. (ugs.) an
einer Krankheit o. ä. leiden u. sie ohne rechten Erfolg zu
überwinden suchen: er laboriert schon seit Wochen an einer
Grippe. 3. (ugs.) sich ohne rechten Erfolg mit etw. abmühen:
er laboriert schon zwei Jahre an seiner Arbeit.
LaBostella [labos'tela]. die; - -. - -[s] [H. u.]:
lateinamerikanischer Modetanz, der in Gruppen getanzt wird.
Labra: PI. von t Labrum.
Labrador [labra'do:?]. der; -s, -e [nach der gleichnamigen
nordamerikanischen Halbinsel]: 1. svw. TLabradorit. 2.
svw. t Labradorhund; <Zus.:> l^abradorhund. der: großer
Jagdhund mit schwarzem, gelegentlich gelblichem Fell, mit
Hängeohren u. kräftigem Schwanz; Labradorit [labrado ri:t.
auch: ...nt], der; -s, -e: (als Schmuckstein verwendeter)
farbloser, auch grauer, bläulicher od. brauner Feldspat mit
schillerndem Farbenspiel; Labradorstein; Labradorstein,
der; -[e]s, -e: svw. t Labradorit.
Labrum [la:brumk das; -s. Labra [lat. labrum = Lippe.
Lefze]: 1. (Med.) lippenförmiges Gebilde. 2. (Zool.)
Oberlippe bei den Mundwerkzeugen von Insekten.
Labsal [ia:pza:l]. das; -[e]s, -e. siidd.. österr. auch: die;
-. -e [mhd. labesal. zu t laben] (geh.): etw., was jmdn.
erquickt, erfrischt: das kühle Quellwasser war ein L. für
die Wanderer; der Blick über Wiesen und Felder war
ein L. für die Augen; die beiden ... atmeten ... die ...
Luft des Ganges wie ein L. (Fallada. Jeder 324).
labsalben [la:pzalbn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. <
niederl. lapsalven. eigtl. = mit einem Lappen ab-,
einreiben] (Seemannsspr.): bestimmte Teile der Takelage mit
Teer u. Fetten gegen Witterungseinflüsse schützen.
Iahskaiw [lapsk^ps], das; - [aus dem Niederd. < engl,
lobscouse; H.u.] (Kochk.): (ein altes Seemannsgericht,
bestehend aus einem) Püree aus Rindfleisch, Kartoffeln u.
Zwiebeln, vermischt mit zerkleinerten roten Rüben u.
Salzgurken, zu dem Spiegeleier gegessen werden.
Lgbung, die; -. -en (geh.. selten): 1. das Laben, Erfrischen:
die L. der Durstigen. 2. etw. Labendes: eine kühle L.
Labyrinth [labyrmt], das; -[e]s. -e [lat. labyrinthus < griech.
labyrinthos = Haus mit Irrgängen]: l.a) Anlage (als Teil
eines Parks od. Gartens), deren verschlungene Wege (die
zu einem Punkt in der Mitte der Anlage führen) von hohen
Hecken gesäumt sind, so daß man sich darin verirren kann,
Angst hat, den Ausgang nicht mehr zu finden; Irrgarten:
eine Gartenanlage des Barock mit einem L.; Ü das
Grandhotel ... ein L. von 600 Zimmern (Welt 22. 2. 64. 14);
... der ich mich doch im L. (unentrinnbaren Gewirr,
verworrenen Dunkel) der germanischen Seele ein wenig auszuken-
nen glaube (K. Mann. Wendepunkt 383); b) (Kunstwiss.)
in den Fußboden von Kirchen eingelegte Figur nach dem
Grundriß eines Labyrinths (1). die den Weg eitles Büßenden
nach Jerusalem symbolisiert. 2. (Anat.) der als Gehörorgan
u. Gleichgewichtsorgan fungierende innere Teil des Ohrs
beim Menschen u. bei Wirbeltieren.
lafayrjnth-, Labyrjnth-: -artig <Adj.): ähnlich wie ein
Labyrinth beschaffen; -fisch, der: (häufig als Aquarienfisch
gehaltener) meist lebhaft gefärbter Süßwasserfisch, der mit
einem (labyrinthartig aussehenden) zusätzlichen
Atmungsorgan Luft an der Wasseroberfläche aufnimmt; -versuch,
der (Verhaltenst*.): Versuch in einem labyrinthartigen Kofis
zur Feststellung der Lernfähigkeit von Tieren.
labyrjnthisch <Adj.; o. Steig.): einem Labyrinth ähnlich;
verschlungen: 1. verschlungene Wege.
Lacerna [la'tßerna], die: -. ...nen [lat. lacerna] (hist.): über
der Toga getragener, mit Fransen besetzter Umhang.
Lacetband [läse:-], das: -[e]s. ...bänder [zu frz. lacet =
(Schnür)band] (Textilind.): schmales, biegsames
Flechtband, das für Besätze verwendet wird.
lach-. Lach- [lax-]: -anfall, der: Ich ... kriegte einen
furchtbaren L. (Katja Mann. Memoiren 27); -erfolg, der: Erfolg
einer Darbietung o. ä„ der sich im Gelächter der Zuhörenden,
Zusehetiden, des Publikums dokumentiert: das Volksstück
war ein großer L.; er hatte, erntete mit seinen Darbietungen
-e; -fältchen, das <meist PI.): Fältchen in der Haut des
Gesichts, bes. in der Umgebung der Augen, das sich beim
Lachen zeigt od. durch häufiges Lachen entsteht; -falte,
die: vgl. ^fältchen: -gas, das: färb- u. geruchloses Gas,
das früher als Narkosemittel verwendet wurde; -kabinett,
das: Jahrmarktsbude mit Zerrspiegeln; —krampf, der: a)
(Med.) (anfallweiseauftretendes) grundloses Lachen,
hysterisches Gelächter, in dasjmd. ausbricht: aiser die Geschichte
1615
Lache
hörte, bekam er einen L.; So zornig ich war. es kam
mich beinahe ein L, an (Fallada. Herr 48); ^kist, die
<o. PI.): /unbezwingliche/ Lust zu lachen: jmd. verspürt,
jmdn. überfällt eine unbändige L.; Jmds. L. reizen; -lustig
<Adj.; nicht adv.X* gerne lachend; stets zum Lachen bereit:
eine -e Gesellschaft; Mnöwe, die: im Binnenland (an Seen,
in Sümpfen u.a.) lebende, kleinere Möwe mit grauen
Flügeln, deren Ruf an ein Lachen erinnert: Mnuskel, der (Anat.):
Muskel im Bereich der Mundwinkel, durch den beim Lachen
der Mund in die Breite gezogen wird; ^reiz, der <o. PL):
vgl. ^lust; -sähe, die: plötzlicher kurzer Ausbruch von
lautem Gelächter meist mehrerer Personen; -taube, die:
Taube mit gelblichbraunem Gefieder u. schwarzem Band
über dem Nacken, deren Ruf an ein dumpfes Lachen erinnert;
Ü sie ist eine L. (veraltet; sie lacht gerne): -zwang, der
<o. PI.): heftiger Lachreiz.
'Lache ['laxal. die; -, -n <P1. selten) Imhd. lache, rückgeb.
aus t lachen) (ugs.): a) kürzeres Lachen. Auflachen: eine
[laute] L. war zu hören; eine fröhliche, hämische L.
anschlagen (fröhlich, hämisch [aufjlachen. zu lachen beginnen);
b) bestimmte, meist unschöne Art zu lachen, die jmdm.
eignet: seine L. ist nicht schön; sie hat eine schrille,
häßliche, dreckige L.
*Lache [-. auch: la:xd]. die; -. -n [mhd. lache, ahd. lahha]:
kleinere Ansammlung von Flüssigkeit, bes. von Wasser, die
sich auf einer Fläche od. in einer flachen Vertiefung gebildet
hat: auf den Straßen hatten sich große -n von Regenwasser
(Pfützen) gebildet; eine L. von Bier, von öl; der Tote
lag in einer L. von Blut.
3Lache [-], (fachspr.:) Lachte [laxto]. die; -. -n [mhd. lache-
(ne). ahd. Iah = Grenzzeichen] (Forstw.): zum Zweck
der Harzgewinnung angelegter rinnenförmiger Einschnitt in
den Stamm von Nadelbäumen.
lächeln [Icqfn] <sw. V.; hat) Imhd. lechelnl: l.a) durch eine
dem Lachen ähnliche Mimik Freude. Heiterkeit, freundliche
Aufmerksamkeit o. ä. erkennen lassen: als er ins Zimmer
trat, lächelte sie; Die Oberin lächelt über ihr zerknittertes
Elfenbeingesicht (Remarque. Obelisk 216); sie lächelte
unter Tränen; sie sah uns lächelnd an; <subst.:> ein flüchtiges
Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht, spielte um ihren
Mund; U die Sonne, der Himmel lächelt (dichter.; die
Sonne scheint)', b) eine bestimmte andere Gefühlsregung mit
einem Lächeln (1 a) verbinden, lächelnd ausdrücken:
dankbar, traurig, verlegen, ironisch, hämisch, böse 1.; <subst.:)
ein rätselhaftes, gewinnendes, verführerisches Lächeln;
ein süffisantes Lächeln spielte um ihre Lippen; für
dieses Angebot hatte er nur ein müdes Lächeln (ugs.; es
interessierte ihn nicht, machte ihm keinen Eindruck). 2.
sich über jmdn.. erw. lustig machen: jeder lächelt über ihn.
über seine Marotte; darüber kann man nur 1. (das kann
man nicht ernst nehmen). 3. (dichter, veraltet) jmdm.
günstig, gewogen sein: Das Raheiskind ... Wie angenehm es
ist! Die Leute haben recht, ihm zu I. (Th. Mann, Joseph
496); Ü der Erfolg, das Glück lächelte ihm; 'lachen [laxn]
<sw. V.; hat) [mhd. lachen, ahd. (h)lahhan. urspr. lautm.]:
l.a) durch eine Mimik, bei der der Mund in die Breite
gezogen wird, die Zähne sichtbar werden u. um die Augen
Fältchen entstehen, [zugleich durch eine Abfolge stoßweise
hervorgebrachter, unartikulierter Laute] eine heitere,
positive Gemütsverfassung. Freude. Erheiterung. Belustigung u. ä.
erkennen lassen (Ggs.: weinen): er ist ein fröhlicher Mensch,
der oft lacht; das Baby lacht den ganzen Tag; als sie
die Geschichte hörten, mußten sie sehr, furchtbar I.; laut,
schallend, wiehernd, leise, meckernd 1.; er lacht aus vollem
Halse (lacht sehr); sie lachte über das ganze Gesicht;
er lachte vor Vergnügen; du hast/kannst gut/leicht 1. (du
bist nicht in meiner unangenehmen Lage); es darf gelacht
werden (scherzh. od. iron. Aufforderung bei einer mehr
gutgemeinten als wirklich witzigen Darbietung); da/hier
gibt's [gar] nichts zu I. (da ist Unernst nicht am Platz);
..Wie gefällt es Ihnen hier?** ..Sie werden 1. (auch wenn
Sie es nicht wahrhaben wollen), aber ich habe mich schon
gut eingelebt'*; über sein Verhalten kann man nur 1. (man
kann es nicht ernst nehmen); er begrüßte uns lachend;
<mit einem Subst. des gleichen Stammes als Obj.:> Teta
lachte ein kurzes gurrendes Lachen (Werfet. Himmel 16);
R lachen ist gesund/ist die beste Medizin; Spr wer zuletzt
lacht, lacht am besten (auf das erfolgreiche Ende kommt
es an); <subst.:) ein strahlendes, herzhaftes, unangenehmes
Lachen; das Weinen war ihm näher als das Lachen; sein
Lachen wirkte ansteckend; ein Lachen überkam ihn.
schüttelte ihn; sie hat das Lachen verlernt (ist immer sehr ernst,
traurig); er mußte ein Lachen unterdrücken, sich das
Lachen verbeißen; sie kamen aus dem Lachen nicht heraus,
brachen in heftiges Lachen aus; sich vor Lachen nicht
mehr halten können (unbändig lachen); die Leute platzten,
starben [beinahe] vor Lachen (ugs.; mußten heftig lachen):
vergeblich versuchte er. das Publikum zum Lachen zu
bringen; etw. reizt [jmdn.] zum Lachen; in dieser Situation
war ihnen nicht zum Lachen [zumute]; Ü die Sonne, der
Himmel lacht (dichter.; die Sonne scheint): * nichts zu I.
haben (ugs.; es nicht leicht haben, schlecht behandelt werden,
hart arbeiten müssen o.a.): es, das wäre ja/doch gelacht,
wenn ... (ugs.; es gibt gar keinen Zweifel /darüber, doli
etwas Bestimmtes ausgeführt, geschafft werden kann/):
jmdm. vergeht [nochl das Lachen (jmd. hört auf zu spotten
od. leichtfertig über etw. zu reden [wenn er erst mit den
Fakten konfrontiert ist/): dir wird das Lachen noch
vergehen, wenn du erst in diese Lage kommst; zum Lachen
sein (ugs. abwertend; lächerlich, in ärgerlicher Weise nicht
ernst zu nehmen sein): es ist doch zum Lachen, wenn er
jetzt behauptet, er hätte nichts davon gewußt; b) eine
bestimmte andere Gefühlsregung mit einem Lachen da)
verbitiden. lachend ausdrücken: gehässig, hämisch, böse,
verächtlich, schadenfroh 1.; fröhlich, traurig, schmerzlich,
verlegen I.; er lachte triumphierend; er hat nur dreckig
gelacht, als er das hörte; (subst.:> ein bitteres, höhnisches,
gezwungenes Lachen. 2. sich über jmdn.. etw. unverhohlen
lustig machen: man lacht über ihn und seine Marotten;
sie mußte innerlich darüber 1.; über dieses Verhalten kann
man doch nur I. (abwertend; es ist in ärgerlicher Weise
unverständlich, kindisch o.a.): darüber kann ich gar nicht
1.! (dafür habe ich gar kein Verständnis, das kommt mir
ganz ungeheuerlich vor!); Eine Frau wie mich ... vor der
Welt verheimlichen? Daß ich nicht lache! (das ist doch
etwas ganz Unsinniges. Unmögliches!; Maass, Gouffe 284).
3. (dichter, veraltet) jmdm. günstig, gewogen sein: die Welt
lachte uns. da wir ihr entgegenlachten (K. Mann,
Wendepunkt 162); das Glück hatte ihnen gelacht. 4. (dichter,
veraltet) etw. nicht achten, sich von etw. nicht einschüchtern,
ängstigen lassen o. ä.: sie lachten der Gefahren.
2lachen [-] <sw. V.; hat) [mhd. lächenen = mit einem
Grenzzeichen versehen] (Forstw.): 1. eine 3Lache herstellen. 2.
einen zum Gefälltwerden bestimmten Baum markieren.
Locher, der. -s. -: 1. jmd.. der in einer bestimmten Situation
[über jmdn.. etw.] lacht; Lachender: ein Lachen, das ...
klingt, als hätte sich plötzlich eine Faust in die Magengrube
des -s gebohrt (Wolfe [Übers.]. Radical 81); 'die L. auf
seiner Seite haben (bei einer Diskussion. Auseinandersetzung
o. ä. durch einen Scherz, durch eine geistreiche Bemerkung
die darüber Lachenden für sich einnehmen). 2. unvermittelt
einsetzendes kurzes Gelächter: einen L. ausstoßen; ein
gutgemachtes Stück mit wohlplazierten -n (Theater Jargon;
Stellen, die darauf berechnet sind, daß sie Gelächter
hervorrufen; MM 20. 2. 74. 28); Lpcherin, die; -. -nen: w. Form
zu t Lacher (1); lächerlich flache;] <Adj.) [mhd. lecher lieh
= lächelnd; zum Lachen reizend] (abwertend): l.a)
komisch [wirkend/, zum Lachen reizend. Spott
herausfordernd: ein -er Aufzug; ... trugen einige Fatzkes -e Fliegen
(Grass. Katz 91); das Getue wirkt 1.. kommt mit 1. vor
(wirkt albern, zum Lachen): jmdn.. etw. lächerlich machen
(dem Gespött preisgeben); die Sorge, mich 1. zu
machen (mich dem Gespött preiszugeben; Grzimek. Serengeti
116); <subst.:> er versucht, die Sache ins Lächerliche zu
ziehen (sie nicht ernst zu nehmen); b) (in ärgerlicher Weise)
töricht, albern, unsinnig: ein -er Einwand; es ist einfach
1., so etwas zu behaupten; ich finde ihn, sein Verhalten
ganz 1.; c) (selten) zum Lachen geneigt, unernst: sie waren
in einer -en Stimmung; ihm war I. zumute. 2. (nicht adv.)
a) (in ärgerlicher Weise) minimal, gering: eine -e Summe;
ein -er Betrag; Wie wir uns alle verändern. In der -en
Zeit von zwei Jahren (H. Mann. Unrat 143); die Bezahlung
war [geradezu] 1.; b) (in ärgerlicher Weise) geringfügig,
unbedeutend: ein -er Anlaß; eine -e Kleinigkeit hatte ihn
aufbrausen lassen; die Sache war im Grunde ganz 1. 3.
<intensivierend bei Adj. u. Verben) in einem f
ärgerlicherweise J hohen Maß; sehr: der Tisch mit vier 1. hohen Beinen
(Fallada. Mann 196); er sieht meinem Mann so 1. ähnlich
(Th. Mann. Tod 81); was er verdient, ist 1. wenig; <Zus.:>
l$cherlicherw£j$e <Adv.>: in einer ärgerlichen, dummen Wei-
1616
Lade-
w i. hat er Angst vor Mäusen; <Abl.:> Lächerlichkeit,
tat. -. -en: 1. <o. PI.) das Lacherlichsein (1. 2): die L.
naer Lage wurde ihm bewußt; hatte das Ganze einen
Ajpckt sublimer L. (Zwerenz, Quadriga 115); jmdn. der
L. preisgeben (jmdn. zum Gegenstand des allgemeinen Spot-
» machen): Spr L. tötet (Lächerlichkeit bringt jmdn. um
«ir Achtung seiner Mitmenschen). 2. <meist PI.) unwichtige,
hindeutende, geringfügige Sache. Handlung: Kleinigkeit,
öerwxfügigkeit: mit solchen -en gibt er sich gar nicht
crä ab; lächern [le(jpnl <sw. V.; hat) (landsch.): belustigen.
m% Lachen reizen: erheitern: Sie zuckte die Achsel ....
Ais lächerte sie des Bruders Frage (Fussenegger. Haus
Äi; lachhaft <Adj.; -er. -este) (abwertend): 1. (in ärger-
^her Weise) nicht ernst zu nehmend, unsinnig: eine -e
\u*rcde; ein -er Einwand; das. die Sache, sein Verhalten
si doch I.; Früher wollte ich mal ... Forscher im Urwald
»erden - 1.! (Remarque. Obelisk 286). 2. svw. t lächerlich
•3>: er verdient I. wenig; <Abl.:> Ladihaftigkeit, die; -
cibwrtend): das Lachhaftsein (1).
Lad» [laks]. der; -es. -e [mhd.. ahd. lahs; viell. urspr. =
vto Gefleckte): großer, meist silberfarbener, räuberischer
Ueercsfisch mit rosafarbenem Fleisch, der zum Laichen
±e Flüsse aufsucht: Salm: frischer, geräucherter L.
Ipda , L^chs-: -artig <Adj.; o. Steig.): in der Art von Lachs:
^«rtiBt <PI.) (Zool.): Familie der Lachsfische: Salmoniden:
^fcrot, das: mit Räucherlachs belegte Brotscheibe: ^bröt-
dKa, das: vgl. -brot; ^ersatz, der: in dünne Scheiben od.
tierne Schnitzel geschnittenes, lachsfarben gefärbtes, in öl
emxelegtes Fleisch des Seelachses: -färben, -farbig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv. >: von der Farbe eines ins Orange spielen-
am Rosas: -fisch, der (Zool.): Vertreter einer Ordnung
•iwi itn Meer u. im Süßwasser lebenden Knochenfischen:
-lordle, die: svw. t Meerforelle; -bering, der: kalt
geräucherter Salzhering: -rosa: svw. t ^färben; ^rot: svw.
t^färben: -schinken, der: mit Speck umwickeltes u. mit Schnur
zusammengeschnürtes, leicht gepökeltes u. geräuchertes Ko-
leiettstikk vom Schwein: -schnitze! <PI.>: Lachsersatz in
Form von kleinen Schnitzeln: -treppe, die: Fischpaß.
Lohte: T3Lache.
Lachler [laxtel, die; -, -n od. das; -s, - [mhd. (md.) lachter]:
altes bergmännisches Längenmaß (etwa 2 Meter).
tarieren [la'si:ran] <sw. V.; hat) [frz. lacer < lat. laqueäre)
«selten): a) schnüren, einschnüren: b) mit Band durchflechten.
Lack [lakl. der; -[e]s, (Arten:) -e [ital. lacca < mlat. lacca
< arab. lakk < pers. läk < aind. läksä): I. [farbloses 1
flüssiges Gemisch, mit dem u. a. Möbel. Türen.
Fensterrahmen u. Gegenstände aus Metall angestrichen werden u. damit
tuwn glänzenden* schützetulen Überzug erhalten: farbloser,
*ciüer. schwarzer Lack; der L. (Lackanstrich) blättert,
platzt, springt ab. bekommt Risse; das Auto hat schon
einige Kratzer im L. (der Lackierung): *der L. ist ab
<salopp: 1. etw. hat bereits von seiner Anziehungskraft,
temem Reiz, seiner Frische verloren. 2. jmd. ist nicht mehr
tanz jung, hat seine Jugendfrische verloren): und fertig ist
4er L. (ugs.; das ist alles: so leicht ist das: damit ist es
urhon geschafft: bezieht sich wohl darauf, daß Lack
ungewöhnlich schnell trocknet): du brauchst nur auf einen
Knopf zu drücken, und fertig ist der L. 2.a) kurz für
'Nagellack; b) kurz für t Lippenlack. 3. kurz für tGoldlack.
Ipcfc-. L^ck-: -äffe, der (ugs. abwertend): eitler, übertrieben
elezant gekleideter Mann: Geck: -anstrich, der: Anstrich
mit Lackfarbe: -arbeit, die: vgl. -kunst; -bäum, der: (in
Asien heimischer zu den Wolfsmilchgewächsen gehörender)
immergrüner Baum, der einen milchigen Saft absondert:
-benzin.das: svw. t Ligroin; -bild.das: vgl. -kunst; -färbe,
die: mm Anstreichen verwendeter Lack (1), dem ein
Farbstoff zugesetzt ist: -gewebe, das: mit Lack (1) getränkter
Stoff: -glänzend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): glänzend
wie Lack (1); -gürtel, der: Gürtel aus Lackleder: -kästchen,
das: vgl. -kunst; -kratzer, der: Kratzer im Lack (1) feines
Kraftfalirzeugs]: -kunst, die <o. PL): von China ausgehende,
w Ostasien verbreitete künstlerische Technik, bei der
Gegenstände verschiedenster Art (Möbel. Kästchen. Bilder u.a.)
mit einer meist schwarzen od. roten Lackschicht überzogen,
mit Perlmutt od. Elfenbein eingelegt od. mit Farben bemalt
werden: -leder, das: mit Lack (1) überzogenes, stark
glänzendes Leder bes. für Schuhe. Handtaschen. Gürtel: -man-
tel, der: Damenmantel aus einem glänzenden,
kunststoffbeschichteten Stoff: -papier, das: mit einem Öllack getränktes,
als elektrisches Isoliermaterial verwendetes Papier: -pflege.
die: Pflege des Lacks (1) beim Kraftfahrzeug, dazu:
-Pflegemittel, das; -reiniaer, der: Reinigungspolitur zur Pflege
des Lacks beim Kraftjahrzeug: -rot <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): hellrot: -Schilden, der: Schaden an der Lackierung
eines Kraftfahrzeugs: -schiebt, die: auf einen Gegenstand
aufgebrachte Schicht aus Lack (1); -schildlaiis, die:
Schildlaus, aus deren Ausscheidungen Schellack gewonnen wird:
-schuh, der; -schwarz <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
tiefschwarz: -Stiefel, der; -tasche, die: vgl. -gürtel.
Lacke [lakal. die; -. -n (österr. mundartl.): svw. t2Lache.
Lackel ['lakl).der; -s. - [H. u.) (bes. südd.. österr. abwertend):
unbeholfener, tölpelhafter Mann: einfältiger Mensch: paß
doch auf. du L.!
lacken [lakn] <sw. V.; hat) [zu TLack]: 1. (selten) svw.
t lackieren (1): die Türen müssen neu gelackt werden; ein
gelackter Stoff (Stoff, der durch einen lackartigen Überzug
einen Hochglanzeffekt bekommen hat): Ü Vom gelackten
(abwertend; allzu glatten u. perfekt ionist ischen)
Perfektionsfernsehen haben die Leute die Schnauze voll (Spiegel
52.1975. 107). 2. mit Lack (2) überziehen, bedecken: [sich]
die Fingernägel 1.; Das erste, was ihrem ... gelackten Mund
entfährt (MM 3. 2. 65. 3); lackieren [la'ki:ren] <sw. V.;
hat) [ital. laccare; 3: viell. nach der Vorstellung, daß jmd.
etw. gekauft hat, dessen Mängel mit einer Lackschicht
überdeckt worden sind): 1. Lack (1) aufbringen, mit einem
Lackanstrich versehen: Fenster. Möbel 1.; das Auto ist
neu lackiert; lackierte Türen; Ü Dieser schlanke, lackierte
(wie geleckt aussehende) Bursche (Prodöhl. Tod 40). 2.
mit Lack (2) bestreichen: [sich] die Fingernägel 1.; lackierte
Fußnägel. 3. (ugs.) jmdn. täuschen, betrügen, hintergehen:
sie haben ihn bei dem Kauf ganz schön lackiert; wenn
die Sache bekannt wird, ist er lackiert (ist er übel dran):
<subst.:> wenn die Sache herauskommt, bist du der Lak-
kierte (der Hereingelegte). 4. * jmdm. eine I. (salopp; jmdm.
eine Ohrfeige geben)'. <Abl. zu 1:> Lackierer, der; -s. -:
Facharbeiter, der Farben. Lacke auf Gegenstände aus Holz.
Metall u. a. aufbringt (Berufsbez.); Lackiererei [laki.Ta'raj].
die; -, -en: 1. Werkstatt o.a.. in der Gegenstände lackiert
werden. 2. <o. PI.) (ugs. abwertend) mühsame, lästige Arbeit
des dauernden Lackierens: endlich bist du mit der L. fertig;
Lackjgrung, die; -. -en: 1. das Lackieren. 2. auf einen
Gegenstandaufgebrachte Lackschicht: die L. ist beschädigt,
zerkratzt; eine neue L. aufbringen; <Zus.:> Lackkrwerkstatt,
Lackkrwerkstitte, die.
lackmeiern: t gelackmeiert.
Lackmus flakmus). das od. der; - [niederl. lakmoes, H.u.]
(Chemie): aus Lackmusflechten gewonnener, als Indikator
(2) verwendeter blauer Farbstoff: <Zus.:> Lgckmusflechte,
die: Flechtenart. aus der Lackmus gewonnen wird: L^ckmus-
papier, das: mit Lackmus getränktes, saugfähiges Papier,
das als Indikator (2) für Säuren u. Basen'verwendet wird.
Lacrimae Christi [la:krime knsti). der; - -. - - [lat. lacrimae
Christi = Tränen Christi): würziger, goldfarbener od. roter
süßer Wein, der an den Hängen des Vesuv wächst: lacrimoso
[lakri'mo.zo] <Adv.) [ital. lacrimoso. zu: lacrima < lat.
lacrima = Träne] (Musik): klagend, traurig.
Lacrosse [la'kros]. das; - [engl, lacrosse < frz. (la) Crosse
= Kolben, Schläger, aus dem Germ.): dem Hockey
verwandtes amerikanisches Ballspiel, bei dem ein Gummiball
mit Schlägern in die Tore geschleudert wird.
lad-, Lact-: tlakto-, Lakto-; Lactam [lak'ta:m]. das; -s.
-e [zu lat. läc(Gen.: lactis) = Milch) (Chemie): aus
Aminosäuren durch innermolekularen Wasserentzug entstehende,
in der Natur nicht vorkommende Verbindung: Lactat [lak-
la:t]. das; -s. -e (Chemie): Salz bzw. Ester der Milchsäure:
lacto-, Lacto-: tlakto-. Lakto-; Lactose: tLaktose.
ladamm [la:danum]; das; -s [mlat. la(b)danum < lat.
lädanum < griech. ledanon = Zistrose. aus dem Semit.|:
aus Zistrosen gewonnener [ Duftjstoff: Lahdanum.
Lädchen [le:Upm]. das; -s. -: 1. TLaden (1). 2. TLade (1);
Lade ['larcbl. die; -. -n [mhd. lade, zu t'laden): 1. <Vkl.
tLädchen (2)> (landsch.) svw. tSchublade: die L. öffnen,
aufziehen, zuschieben; das Geld liegt in der oberen L.
2. (landsch. veraltet) mit einem Deckel zu schließender
Kasten: Truhe für Kleidungsstücke u.a.: Kleider in einer
L. verstauen. 3. (beim Pferd) der zahnlose Teil des
Unterkiefers (auf dem das Gebiß aufliegt). 4. kurz für t Bundeslade.
5. (Weberei) kurz für tWeblade.
Lade-: ^aggregat, das (Physik): Gerät zum Aufladen von
Akkumulatoren: Ladegerät: ^aufsieht, die: 1. Aufsicht über
102 GDW
1617
laden
das l Ladenil a); die L. führen. 2. Person, die die Ladeauf-
sicht(l) führt: Abfertigungsbeamter; -bäum,der: schwenk-
barer Teil der Ladeeinrichtung auf Schiffen; -bühne, die:
svw. Krampe; Einrichtung, die: (auf einem Frachtschiff)
Gesamtheit der Vorrichtungen, mit deren Hilfe Lasten beim
Be- u. Entladen gehoben, von der Stelle bewegt werden
können; -fähigkeit.die; -fläche, die: (bei einem
Transportmittel) zum Beioden zur Verfügung stehende Fläche; -gerät,
das: svw. Kaggregat; -«eschirr, das: svw. t-Einrichtung:
-gewicht, das: höchstes zulässiges Gewicht, mit dem ein
Transportfahrzeug beladen werden darf; ^gut. das: Fracht.
Ladung (1); ^Hemmung, die: 1. Defekt bei einer Feuerwaffe,
durch den das lLaden (4a) (u. damit das Schießenkönnen)
verhindert wird; wegen einer L. konnte er nicht schießen;
Nach diesem Schuß hatte die Pistole L. (MM 16. 6. 75.
15); Ü der Fotoapparat hat L. (scherzh.; er funktioniert
nicht): der Mittelstürmer hat L. (schießt keine Tore mehr);
* [eine] L. haben (scherzh.; vorübergehend völlig
begriffsstutzig sein; etw.. was man gerade tun möchte od. sollte, nicht
zustande bringen): -kapazität. die; -klappe, die: Verschluß
des Laderaums eines Flugzeugs; -kontrolle, die (ugs.):
kurz fiir t-kontrolleuchte; -kontrollelichte, die (Kfz.-T.).
kleine Kontrollampe, die aufleuchtet, wenn ein
einwandfreies Aufladen (2aa) der Autobatterie nicht mehr
gewährleistet ist; -kran, der: Kran (auf Deck eines Schiffes], mit
dessen Hilfe Güter verladen werden; -Imie, die: Markierung
am Schiffsrumpf, die anzeigt, bis zu welcher Tiefe das belade-
ne Schiff ins Wasser eintauchen darf; -hike. die: (bei einem
Schiff) Luke, durch die Güter ein- u. ausgeladen werden;
-marke, die: svw. ? Minie; -mast, der: Mast, an dem der
Ladebaum befestigt ist; -platz, der: -rampe, die: -räum,
der: Frachtraum; -stock, der <PI. ...stocke) (früher): Stab,
mit dessen Hilfe bei einem Vorderlader die Munition in
den Lauf geschoben wurde; * wohl einen L. verschluckt haben
(scherzh.: 1. sich sehr gerade halten, steif gehen. 2.
ungewandt sein). •
'laden [la:dn] <st. V ; hat) /vgl. geladen/ [mhd. laden, ahd.
[h]ladan. urspr. = hinbreiten, aufschichten]: l.a) (eine
zum Transport bestimmte Ladung. Fracht o. ä. (auf. in einem
Transportmittel) verstauen, verladen (Ggs.: entladen 1 a):
Kisten. Gepäck. Kohlen 1.; (auch ohne Obj.:) wir laden
gerade, haben noch nicht geladen: ihr habt schlecht
geladen: <subst.:> sie sind noch beim Laden [des Gepäcks];
b) (von einem Transportmittel) etw. zum Transport
aufnehmen: die Schiffe laden Getreide; der Zug hat Kohle. Erz
geladen; der LKW hat schwer geladen (hat ein Gut bis
zu äußersten Ladekapazität geladen); * schwer /ganz schön
geladen haben (ugs. scherzh.: stark betrunken sein): c)
(seltener) svw. tbeladen (a) (Ggs.: entladen 1 a): den LKW
I.; die Schiffe werden mit Hilfe von Kränen geladen;
<subst.:> zum Laden des Autos brauchen sie mindestens
eine Stunde. 2.a) (eine Last. Ladung. Fracht o.a.) zum
Transport auf. in ein Transportmittel bringen, darauf- od.
hineinlegen, -stellen o.a.: die Kisten auf einen LKW. das
Gepäck. Säcke auf die Lasttiere I.; der Kranke wurde
auf eine Bahre geladen (zum Abtramport daraufgelegt);
er hat [sich] den Verletzten auf seine Schulter geladen
(hat ihn auf die Schulter genommen, um ihn zu tragen);
das Frachtgut in den Laderaum I. (einladen); Ü er hat
eine schwere Schuld. Verantwortung, einen Vorwurf auf
sich geladen: b) (seltener) (eine Ladung. Fracht o.a.) aus.
von einem Transportmittel nehmen: die Kisten aus dem
Waggon 1. (ausladen); das Heu vom Wagen I. (abladen).
3.a) Munition in eine Feuerwaffe einlegen (Ggs.: entladen
1 c): ein Gewehr, eine Pistole, ein Geschütz 1.; der Revolver
war nicht geladen; <auch ohne Obj.:> er hat scharf geladen
(so geladen, daß er zum Schießen nur abzudrücken braucht) ;
b) eine Sprengladung in ein Bohrloch od. eine Sprengkammer
einbringen: eine Sprengkammer 1.; c) (Jargon) einen Film
o.a. in die Kamera einlegen: die Kamera 1. 4. (Physik)
mit einer elektrischen Ladung versehen; aufladen (2 a. a)
(Ggs.:entladen 2a): eine Batterie, einen Akku I.; der Draht
ist mit Starkstrom, ist elektrisch geladen; die Elektrode
ist positiv, negativ geladen; Ü die Atmosphäre im Haus
war mit Spannung geladen (war sehr gespannt); er ist
geradezu mit Energie geladen (ist voller Tatendrang).
2laden [-] <st. V. (landsch. im Präs. auch mit nicht umgelaute-
ten Formen); hat) [mhd. laden, ahd. ladön, wahrsch. urspr.
= durch Übersendung eines Brettes (mhd. laden, t Laden)
mit einer Nachricht zum Kommen auffordern; nach dem
Brauch. Boten ein (mit Zeichen eingekerbtes) Brett als
Aufforderung zu einer Zusammenkunft austragen zu
lassen]: 1. (geh.) svw. tEinladen (a): Gäste 1.; jmdn. in sein
Haus 1.; jmdn. zu sich, zum Essen, zum Tee I.: man hat
ihn geladen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen; er war
nicht geladen worden; der Vortrag findet vor geladenem
Publikum statt; Ü in milder Wohnstubenhelle luden die
Auslagen der Läden zum Verweilen (Maass. Gouffö 116).
2. (Jur.) auffordern, vor [dem] Gericht zu erscheinen:
mehrere Zeugen, jmdn. als Zeugen I.; er wurde vor Gericht,
vor den Richter, zu der Verhandlung geladen.
Laden [-]. der. -s. Läden [le.dn]. seltener: - [mhd. laden
= Brett; Fensterladen, Kaufladen; 1: nach den Brettern,
auf denen die Waren zum Verkauf angeboten wurden;
3: nach dem Brett, das als Schutz vor dem Fenster
angebracht wurde): 1. <PI. Läden; Vkl. tLädchen (1)> a)
Einzelhandelsgeschäft: ein teurer, eleganter L.; der L. an der
Ecke (ugs.; das nicht weit entfernte Lebensmittelgeschäft,
in dem jmd. seine täglichen Einkäufe macht): Läden für
Schmuck. Sportbekleidung; ein L. mit Selbstbedienung;
sonntags sind die Läden hier geschlossen: ein neuer L.
hat aufgemacht (ugs.; wurde eröffnet): einen L. eröffnen,
(ugs.:) aufmachen: * einen L. aufmachen (ugs.; sich
aufspielen, angeben, großtun): b) Ladenlokal. Geschäft (2 b): der
L. ist klein, nicht sehr sauber sie haben eine Frau, die
den L. putzt; sie bedient im L.. steht den ganzen Tag
im L.; kaufen, wenn niemand im L. ist (ugs. scherzh.;
einen Ladendiebstahl begehen). 2. <o. PI.) (ugs.) (eine nicht
näher bestimmte) Sache. Angelegenheit. Unternehmung
o.a.: Wenn der L. nicht klappt, gehe ich eben wieder
an meine Hobelbank (Spiegel 19. 1966. 174); der L. läuft
(die Sache, die Unternehmung geht reibungslos vor sich);
wie ich den L. (die Verhältnisse. Umstände) so kenne,
wird man fiir die Entscheidung noch lange Zeit brauchen;
er warf den L. hin (resignierte, gab auf); sie schmeißt
den ganzen L. (ist sehr tüchtig, schafft die Sache, ihre
Aufgabe spielend); das ist vielleicht ein müder L. (ein
lahmer, langweiliger Betrieb; eine langweilige Gesellschaft
o.a.). 3. <P1. Läden, seltener: Laden) kurz fiir
tFensterladen. Rolladen: die Läden öffnen, hochziehen,
herunterlassen, aufklappen; ein Fenster mit geschlossenen Läden.
4. (Ballspiele Jargon) Tor: der Keeper hat seinen L.
verlassen.
Laden- [Laden (1)]: -angestellte, der u. die; -besitzer, der.
-besitzerin, die: w. Form zu t^besitzen -dieb, der: jmd..
der einen Ladendiebstahl begangen hat: -diebin, die: w.
Form zu t-dieb; -diebstahl. der: in einem Laden (1 b)
während der Verkaufszeit begangener Diebstahl; -einrich-
tung, die: Mobiliar eines Ladens; -fenster. das (seltener):
Schaufenster; -fräulem, das (veraltend): vgl. -angestellte;
-front, die: aus Läden u. deren Schaufenstern bestehende
Front eines Gebäudes: -gehilfe, der (veraltet): -gehilfin,
die: w. Form zu t ^gehilfe; -geschäft, das:
Einzelhandelsgeschäft, das in einem Ladenlokal betrieben wird; -glocke,
die: Türglocke an einer Ladentür. die heim öffnen ertönt;
-büter, der (abwertend): Ware, meist Einzelstück, das sich
schlecht od. überhaupt nicht verkauft; ^Inhaber, der;
-Inhaberin, die: w. Form zu t-inhaber; -kasse. die:
Registrierkasse eines Einzellxandelsgeschäfts: die Waren sind
an der L. zu bezahlen; er hat Geld aus der L. entwendet;
die Weihnachtszeit bringt die -n zum Klingeln (scherzh.;
bringt durch gesteigerte Kauflust den Geschäften große
Einnahmen); ^kette.die: organisatorisch miteinander
verbundene u. unter gleichem Namen geführte Anzahl gleichartiger
Läden; -Kombinat, das (DDR) [LÜ von russ. magasinny
kombinatl: -lokal, das: für ein Einzelhandelsgeschäft
geeignete Räumlichkeiti enj: L. zu vermieten; -mädchen, das
(ugs.): Auszubildende in einem Einzelticmdelsge schüft;
^miete, die; -preis, der: Einzelhandelspreis; -Schild, das <PI.
-er): über der Tür. an der Front eitles Ladens angebrachtes,
meist als Blickfang gestaltetes Schild, das über die Art
des Ladens Auskunft gibt; -schkiß. der: (gesetzlich
geregeltes) Ende der täglichen Verkaufszeit in
Einzelhandelsgeschäften: kurz vor L. noch etwas besorgen, dazu: -sdikiß-
gesetz, das; -Schwengel, der lurspr. Studentenspr., geb.
nach t Galgenschwengel wohl in Anlehnung an Schwengel
(derb) = Penis) (ugs. abwertend): Auszubildender, junger
Verkäufer in einem Einzelhandelsgeschäft; ^Straße, die:
Geschäftsstraße; -tisch, der: Theke eines
Einzelhandelsgeschäfts: sie steht den ganzen Tag hinterm L. (sie ist den
1618
Lage-
tanzen Tag im Laden tätig); * unterm L. (ugs.; I in bezug
auf bestimmte verbotene od. nur in geringer Menge zur
Verfügung stehende Waren] nicht offiziell, nicht offen
angeboten, nur durch Beziehungen): das Magazin gibt's nur
unterm L.v kann man nur unterm L. kaufen, wird unterm
L verkauft; -tochter, die (Schweiz.): Verkäuferin; -trakt,
der: Gebäudetrakt mit Läden; ^tür. die; -verkauf, der:
Verkauf einer Ware im Laden; -viertel, das:
Geschäftsviertel; ^wohnung, die: mit einem Laden verbundene, daran
anschließende Wohnung; -Zentrum, das: Geschäftszentrum.
Lider, der; -s, -: 1. svw. t Auflader. 2. Kraftfahrzeug, das
mit einer Vorrichtung ausgestattet ist, mit der Lasten
aufgeladen werden können; -lader [-laxte], der; -s, - [zu t 'laden
•3a)l: Grundwort in Zus., die zur Bez. bestimmter
Handfeuerwaffen dienen, z.B. Hinter-, Vorder-, Selbstlader.
Büeren [le'di:ran] <sw. V.; hat) [lat. laedere = verletzen 1:
a) etw. beschädigen [in einer Weise, die das Aussehen sehr
beeinträchtigt]: Ein ... Attentäter hat die Nymphen ...
mit einem Messer schwer lädiert (Bamm, Weltlateme 184);
meist im 2. Part.:> das schwer lädierte Auto wurde
abtransportiert; etw. ist leicht, schwer lädiert; sein Fuß war
stark lädiert (verletzt); Ü das Vertrauen in seine
Zuverlässigkeit war dadurch ziemlich lädiert (beeinträchtigt); b)
physisch, psychisch angreifen; die haben ihn ziemlich
lädiert; von der Wanderung ist er ganz lädiert (erschöpft)
heimgekehrt; leicht lädiert (mitgenommen) aussehen;
: Abl.:> Lädkrtheit, die; -; LAdkrong. die: -, -en.
Lad* [la:dik], der. -[s], -s [nach dem türk. Ort Lädik]:
rot-od. blaugrundiger Gebetsteppich.
Ladino [la'di:no], der; -s. -s [amerik.-span. ladino. eigtl.
= spanisch Sprechender < lat. Latinus = lateinisch; das
Spanische ist aus dem Lat. entstanden): Mischling von
Weißen u. Indianern in Mexiko u. Mittelconeriku.
Ladnerin [la:dndrin], die; -, -nen [zu t Laden] (südd.. österr
veraltend): Verkäuferin.
Bd* [le:tj>t]. lädt [le:t]: t'-laden.
'Ladung, die; -. -en [zu t 'laden]: l.a) mit einem Fahrzeug
zu transportierendes od. transportiertes Frachtgut: eine
schwere, wertvolle L.; die L. ist verrutscht; eine L.
(Schiffsladung) löschen; ohne L. (leer) fahren; b) als Ladung
< 1 a) beförderte Menge, Anzahl o. ä. von etw.: eine L. Holz;
das Schiff, der Lastzug übernimmt ein L. Kohle; Mit
einer L. toter Fische ... kam es ( = das Beiboot) zurück
«Ott, Haie 70); Ankunft des griechischen Dampfers ...
mit einer L. (ugs.; mit einer an Bord befindlichen größeren
Zahh emigrierter deutscher Dichter (K. Mann.
Wendepunkt 369). 2. bestimmte Menge von Sprengstoff, Munition
od. Treibladung für eine Feuerwaffe: eine L. Dynamit in
das Bohrloch einbringen: eine geballte L. (aus gebündelten
Handgranaten); Ü eine geballte L. von Energie. 3. (ugs.)
größere Menge von etw.: er bekam eine L Wasser. Schnee
über den Kopf; er ... schob die ganze L. ( = belegtes Brot)
mit Mühe in sich hinein (Kirst 08/15. 302). 4. (Physik)
die auf einem Körper vorhandene negative od. positive Elek tri-
zitätsmenge: eine negative, positive L. besitzen.
^jdung, die; -, -en [zu t2laden (2)1 (jur.): Zitierung vor
Gericht; Vorladung: er hat eine gerichtliche L. bekommen;
die L. von Zeugen fordern.
Lady ['leidi], die; -. -s. auch: ...dies [engl, lady < mengl.
tävedi < aengl. hlaefdige = (Haus)herrin. zu: hläf. hlaef
- Brot(laib) u. -dige, wohl verw. mit daege = Magd.
Kneterin. also eigtl. = Brotherstellerin; vgl. Lordl: 1. (in
England) a) <o. PL> Titel der Frau bes. des Peers; b)
Dameit b): auf den Hotelterrassen ... nur alte
Engländerinnen, hervorragende Ladies (Bamm, Weltlateme 17). 2.
kurz Tür tLady Mary Jane; <Zus.:> Ladykiller, der
ischerzh.): Frauenheld; ladylike [leidilaik] <Adj.; o.
Steig..nicht atlr.> [engl, ladylike]: (von Frauen) von
vornehmer Zurückhaltung, Distinguiertheit in Erscheinung u.
Auftreten: sie ist, benimmt sich [nicht gerade] 1.; Lady Mary
Jane [-'mean djem], die; — [der engl. w. Vom. entspr.
der Erklärung von t Marihuana (engl, marijuana) aus den
9an. Namen Maria (engl. Mary) und Juana (engl. Jane)]
(verhüll.): Haschisch.
Lafette [la1 feto], die; -. -n [älter: Laflete < frz. l'aflut.
Ai.föt,älter: fast = Schaft < lat. füstis = Stock]:
/fahrbares] Untergestelleines Geschützes; <Abl.:> lafettieren [lafe-
Ü:ran] <sw. V.; hat) (Milit.): (ein Geschütz) auf eine
Lafette bringen; <Abl.:> Lafettfcnmg, die; -. -en: 1. das
Lafettieren. 2. als Lafette dienendes Gestell.
'Laffe ['lafol. der; -n, -n [viell. zu mhd. lallen = lecken
od. zu frühnd. laflfe = Hängelippe, also viell. = jmd.,
der mit offenem Mund gafft; beide Formen zu mhd. laffe
= Lippe] (veraltend abwertend): geckenhafter /junger]
Mann: Mein geschniegelter L. von Sohn (Fallada. Herr
22); 2Laffe [-]. die; -. -n [mhd. laffe, ahd. laffa. auch:
flache Hand; wohl gleichbed. mit mhd. laffe. lefs(e). ahd.
lefs = Lippe; wohl weil die Form an eine Lippe erinnert]
(landsch.): 1. vorderer Teil des Löffels. 2. svw. t Ausguß.
lag [la:k]: fliegen.
Lag [lieg], der; -s. -s [engl, lag] (bes. Wirtsch.): Verzögerung
zwischen dem Eintritt eines Ereignisses u. seinen Folgen.
Lagan ['toegan], Ligan [lajgan], das; -s, -s [engl, lagan. ligan
< afrz. lagan(d). aus dem Germ., eigtl. = etwas Liegendes]
(Seew.): bei einem Schiffsunglück über Bord geworfenes
Gut, das zur späteren Bergung mit einer Boje versehen wird.
Lage [la:gd]. die; -, -n [mhd. läge = (lauerndes) Liegen,
Nachstellung; das Gelegensein; Zustand. Beschaffenheit;
[Warenllager. ahd. läga = Hinterhalt. Nachstellung, zu
t liegen]: l.a) Stelle, wo etw. (in bezug auf seine Umgebung)
liegt/gelegen ist; eine ausgezeichnete, verkehrsgünstige L.;
die geographische L. eines Landes ist für den Handel
entscheidend; die Villa hat eine schöne, sonnige, ruhige
L. [am Hang]; (Met.:) in höheren -n ist mit Frost zu
rechnen; die L. (Med.; Position) eines Organs vermessen;
eine bestimmte L. (Flugw.; Flughöhe) beibehalten; b) (Ge-
werbespr.) a) Rebfläche (in bezug auf ihre Lage), Weinlage:
eine gute L.; ß) Wein aus einer bestimmten Lage (1 ba):
gute -n werden besser bezahlt. 2.a) Art des Liegens: eine
senkrechte, horizontale, schiefe L.; der Kranke hat keine
bequeme L., befindet sich nicht in der richtigen L.; die
Feuerwehr befreite den Verunglückten aus seiner mißlichen
L.; etw. in die richtige L. bringen; (Med.:) die L. des
Kindes bei der Geburt; weite, enge L. (Musik; weite, enge
Stellung der Akkordtöne zueinander): b) (Fechten) kurz
für tKlingenlage; c) <meist PI.) (Schwimmen) eine der
vier verschiedenen Stilarten (Delphin, Rücken. Brust,
Kraul), wie sie beim Lagenschwimmen bzw. bei der
Lagenstaffel geschwommen werden: Meisterschaft über 400 m,
über4 x 100 m -n. 3. a) die / augenblicklichenJ Verhältnisse,
Umstände, die bestehende Situation: eine gute, günstige,
[uniangenehme, mißliche, aussichtslose, verzweifelte L.:
die wirtschaftliche, militärische L. ist ernst, kritisch,
gespannt, hat sich zugespitzt, verschärft; die rechtliche L.
(Rechtslage) klarstellen; die L. der Dinge erfordert es,
daß ...; er hat die L. sofort erfaßt, überblickt, überschaut;
sein Eingreifen schuf eine völlig neue L.; den Ernst der
L. sofort erfassen; in eine gefährliche, bedrängte L. geraten;
jmdn.. sich [selbst] in eine schiefe L. bringen (in eine
Lage, die einen ungünstigen, negativen Eindruck vermittelt) ;
ich bin in der glücklichen L. (freue mich), Ihnen diesen
Gefallen tun zu können; der Kranke war nicht in der
L. (imstande) aufzustehen; ich bin nicht in der L.. die
Rechnung sofort zu bezahlen (kann die Rechnung nicht
sofort bezahlen)', ich werde wohl nie in die L. kommen,
mir so etwas leisten zu können: jmdn. in die L. versetzen,
sorgenfrei leben zu können; versetze dich einmal in meine
L.!; sich in allen -n des Lebens zurechtfinden; nach L.
der Dinge war nichts anderes zu erwarten; die Stürmer
schössen aus allen -n (Sport; bei jeder sich bietenden
Torgelegenheit): +die L. peilen (ugs.; die L. erkunden): b) <o.
PI.) (Milit., Politik Jargon) Lagebesprechung: kleine L.
4.a) Schicht: einige -n Papier; abwechselnd eine L. Sand
und eine L. Isolierstoff; eine L. von Steinen; b) (Buchw.)
aus ineinandergeschobenen u. in der Mitte gefalzten od.
zusammengeklebten Papierbogen hergestellter Teil eines
Buchblocks (bestehend aus 8 bis 32 Seiten); c) (ostmd.)
Zimmerdecke. 5.a) Ton- <xl. Stimmbereich; Tonlage,
Stimmlage: die obere, mittlere, untere L. der menschlichen
Stimme; in der tiefen L. ist seine Stimme voll und sicher;
b) (Musik) Stellung der Hand auf dem Griffbrett eines
Saiteninstruments u. der dadurch verfügbare Tonraum: die
erste, zweite L. 6. (ugs.) Runde: eine L. Bier ausgeben,
spendieren, schmeißen. 7. (Milit.) Geschützsalve: eine L.
abfeuern.
Lgge-: ^bericht. der: Bericht über die Lage (3 a); -bespre-
chung, die: vgl. ^bericht; -plan, der: Plan der Lage (1 a)
u. Umgebung; -skizze, die; -tisch, der (Milit.): Kartentisch
für die Lagebesprechung; ^zhnmer (Milit.. Politik): Zimmer
für die Lagebesprechung.
%029
1619
läge
läge [1e:g3l: fliegen.
Läget ['le:g)]. der od. das; -s. - [mhd. laegel. lägel, ahd.
läget Dia < lat. lagoena, laguena < griech. lägynos =
kleine Flasche. Gefäß] (veraltet, noch I and seh.): 1. kleinfe-
rjes Faß od. Gefäß mit ovalem Boden, in dem etwas getragen,
mitgeführt werden kann. 2. (Schweiz.) 45 od. SO Liter (als
Weinmaß). 3. (österr.) Eisenmenge od. Packen Hanf von
etwa 70kg Gewicht. 4. (Seemannsspr.) svw. TLegel (1).
lögen-, Lagen-: -schwimmen, das (Sport): (als Wettkampf
über eine bestimmte Strecke durchgeführtes) Schwimmen
mit vorgeschriebenem Wechsel der Lage (2 c); -Staffel, die
(Sport): 1. Staffelschwimmen mit vorgeschriebenem Wechsel
der Lage (2 c). 2. Mannschaft bei der Lagenstaffel (1);
^webe <Adv.>: in Lagen, Schichten.
Lager [1a:gBl. das; -s. - u. (für Lager 3 auch:) Läger [le.gr;;
spätmhd. (mundartl.) lager. unter Anlehnung an „Lage"
für älteres Läger. Leger, mhd. leger, ahd. legar. zu t liegen]:
1. a) für das vorübergehende Verbleiben einer größeren
Anzahl Menschen eingerichteter / provisorischer j Wohn- od.
Übernachtungsplatz: die Truppen schlugen vor der Stadt
ihr L. auf. brachen ihr L. ab; ein L. [ftir Flüchtlingel
einrichten; ein L. räumen, auflösen; in einem L. leben,
untergebracht werden; ins L. (Ferienlager) fahren, gehen,
ziehen; aus dem L. (Gefangenen-, Straf-,
Konzentrationslager o. ä.) ausbrechen; er wurde zu drei Jahren L. (
Verbleiben in einem Lager als Strafe) verurteilt; b)
gemeinschaftlicher Aufenthalt in einem Ferienlager: an einem L.
teilnehmen; c) (geh.. veraltend) Schlafstätte: ein bequemes, hartes
L.; ein L. aus Stroh; ein L. für die Nacht [finden]; eine
tückische Krankheit warf ihn aufs L. (machte ihn
bettlägerig): d) (Jägerspr.) Ruheplatz bestimmter jagdbarer Tiere:
das L. eines Hasen. Hirschs. Wolfs. 2. Gesamtheit von
Personen, Staaten o. ä. die bes. im politischen od. weltatt-
schaulichen Kampf auf derselben Seite stehen: das östliche,
sozialistische L ; ins feindliche, westliche L.. ins L. des
Feindes überwechseln; die Partei, die Anhängerschaft ist
in zwei L. gespalten; in welchem L. stehen Sie eigentlich?
3. <PI. in der binnendt. Kauftnannsspr. oft: Lager): a)
/ Betriebsabteilung u.J Platz, Raum, Gebäude teil, für die
Lagerung insbes. des Warenbestandes, -Vorrats: das L. ist
leer, die Bestände des -s kontrollieren; im L. arbeiten;
ein L. leiten, verwalten; das L. (die Lagerverwaltung) hat
einen Lieferschein ausgestellt; (Kauftnannsspr.:) Lieferung
ab, frei L.; das Ersatzteil haben wir nicht auf/am L.;
Waren auf L. nehmen, legen; *etw. auf L. haben (ugs.;
etw. aus einem größeren Vorrat, was insbes. zur Unterhaltung
od. Überraschung beiträgt, bereithaben): immer ein paar
Witze auf L. haben; b) gelagerter Warenvorrat, -bestand:
ein umfangreiches L. von etw. haben; sich ein L. an/von
Vorräten anlegen; das L. geht zur Neige, ist stark gelichtet,
ist erschöpft; das L. räumen, auffüllen. 4. (Geol.)
eingelagerte Erz-, Mineral-, Gesteinsschicht: ein reiches, ergiebiges
L. von Eisenerz. Kohle; das L. abbauen. 5.a) (Technik)
Maschinenelement, das ein anderes drehendes od.
schwingendes Teil aufnimmt, trägt od. führt: die L. sind heißgelaufen;
das L. ölen; b) (Bauw.) Bauteil, der Lasten (von Balken,
Tragwerken) aufnimmt u. auf einen stützenden Körper
überträgt. 6. (Bot.) Körper der Lagerpflanze.
Igger-, Loger-: -apfel.der: vgl. -obst; -arbeiten der:
Arbeiter in einem Lager (3 a); -aufseher, der: Aufseher eines
Lagers (1 a, 3 a); -bestand, der (Wirtsch.): Bestand an
Waren in einem Lager (3 a): den L. aufnehmen; die Lagerbe-
stände räumen; ^bler, das: untergäriges Bier, das erst bei
der Lagerung seinen vollen Geschmack entwickelt: -buch,
das: vgl. -kartei; -budise, -büdwe, die (Technik): vgl.
Buchse (a); -butter, die (Wirtsch.): Butter, die gekühlt
gelagert wird: -fähig <Adj.; nicht adv.>: -es Gemüse; -faule,
die (Landw., Gewerbespr.): durch Pilzbefall verursachte
Fäule bei gelagertem Obst od. Holz: ^fesl <Adj.; nicht
adv.> (Gewerbespr.): widerstandsfähig gegen schädliche
Einflüsse bei der Lagerung, dazu: -festigkeit, die; -feuer.
das: offeptes Feuer in einem Lager (1 a): am. um das L.
sitzen, dazu: -feuerromanttk, die; -fieber, das (Med.): gern
in Lagern (1 a) auftretendes epidemisches Fleckfieber: ^flfr-
che, die (Wirtsch.): Fläche für die gewerbliche Lagerung
von Gütern: -frkt, die (Wirtsch.): Zeit .für die eine
bestimmte Ware gelagert wird; -fiihrer, der: Führer eines Zelt-,
Jugend-, Ferienlagers o. ä.; -gebühr, die (Wirtsch.): Gebühr
für das Lagern von Gütern; -geld, das: svw. Ngebühr.
-geschäft, das (Wirtsch.): Geschäft. Gewerbe der Lagerung
von Gütern; -halle, die: Halle zum Lagern von Gütern;
-halter, der (Wirtsch.): jmd.. der die Lagerung von Gütern
übernimmt od. leitet; -Haltung, die (Wirtsch.): Lagerung
u. Verwaltung insbes. von Warenvorräten in einem Lager
(3a); -haus, das: vgl. -halle; -insasse, der (meist PI.):
jmd., der in einem Lager (1 a) lebt (xt. festgehalten wird;
-Jargon, der: Jargon, wie er in Straf-. Konzentrationslagern
o.a. üblich ist; -kartei, die (Kauftnannsspr.): fortlaufend
geführtes Verzeichnis über den Lagerbestand; -koller, der:
Koller bei Lagerinsassen; -konraandant. der: Kommandant
eines Gefangenen-, Straf-, Konzentrationslagers o.a.;
-kosten <PI.) (Wirtsch.): Kosten der Lagerung; -leben, das:
Leben in einem Lager (bes. Zelt-, Ferien-, Jugendlager):
-leitender: Leitereines Zelt-, Ferien-, Jugend-,
Flüchtlingslagers o.a.; -meister, der; svw. t-Verwalter; -metall, das
(Technik): Metallegierung zur Herstellung der Lauffläche
an Achs- u. Wellenlagern; -miete, die (Wirtsch.): Miete
für in Anspruch genommenen Lagerraum; -obst, das
(Landw., Gewerbespr.): für die Lagerung geeignetes od.
bestimmtes Obst; gelagertes Obst; -pflanze, die (Bot.): eine
der niederen Pflanzen, die nicht in Wurzel, Sproß u. Blätter
gegliedert sind (wie z.B. Algen. Moose); -platz, der: 1.
Platz zum Lagern, Rasten, Übernachten im Freien. 2. Platz,
Stelle für die Lagerung; -räum, der: 1. (einzelner) Raum
für die Lagerung: Waren in den L. bringen. 2. Raum,
Platz, Fläche für die Lagerung: L. mieten; 100m: L.;
^schale, die (Technik): schalenförmiges Lager für gleitend bewegte
Maschinenteile; -schein, der (Wirtsch.): Schein, auf dem
der Lagerhalter den Empfang des einzulagernden Gutes
bestätigt; -schuppen, der: vgl. -halle; -spesen <PI.>: vgl.
^gebühn ^statt, die (geh.): Bett; Lager (1 c); Schlaf statte:
sich von seiner L. erheben; -statte, die: 1. svw. t^slatt.
2. (selten) Stätte, Stelle, wo etw. lagert: der tote Knochen
an geeigneten -n überdauert Jahrtausende (Medizin II.
78). 3. (Geol.) Stelle, Gebiet mit einer Ansammlung
nutzbarer Bodenschätze: -n der verschiedensten Erze, Mineralien;
-typhus, der (Med.): svw. t^fieber; -Verwalter, der:
Verwalter eines Lagers (3 a, b); -wache, die (bes. Milit.): 1.
Wache, die das Lager (1 a) bewacht. 2. Wache, Wachdienst
zur Bewachung des Lagers da); -zäun, der: Zaun des
Lagers (1 a); -zeit, die: Zeit, Dauer der Lagerung.
Liger ['le:ge]. das; -s, - (Schweiz.): Strohlager (des Viehs);
Lagerei [la.'ga'nyl, die; - (Wirtsch.): Gewerbe der Lagerung
von Gütern: Bundesverband Spedition und L. e. V.; Lagerist
[la:g3'nst]. der; -en. -en: Lagerverwalter; Laaerjstin, die;
-. -nen: w. Form zu tLagerist; lagern [la:gBnl <sw. V.;
hat) [älter: lägern, legem, mhd. Ieg(e)ren. zu tLager]: l.a)
sein Lager haben; insbes. vorübergehend an einem Rast-,
Ruheplatz bleiben, nachdem man sein Lager aufgeschlagen
hat: die Truppen lagerten am Fhiß; die Gäste mußten
auf Luftmatratzen I. (Luftmatratzen als provisorischen
Schlafplatz benutzen); Und auf der Höhe der Rampe
stehen, sitzen und lagern (ruhen in liegender Stellung) ...
die Modelle (Th. Mann. Tod u.a. Erzählungen 171); b)
in eine bestimmte [ruhende] Stellung legen, Lage bringen:
den Verletzten flach, bequem I.; das Bein hoch 1.; den
gebrochenen Knochen richtig 1. (Med.; in die richtige
Stellung bringen): (Technik.) etw. in, auf etw. 1. (etw. in etw.
Aufnehmendem, auf etw. Tragendem, Stützendem in eine
bestimmte Lage bringen); etw. auf Stützen I.; etw. drehbar
I.; c) (Technik) ruhen: der Achsantrieb lagert in einem
Gehäuse; etw. lagert aufstützen; d) (Geol.) in einer
Lagerstätte (3) vorkommen: hier lagern Eisenerze, Salze. 2.a)
<l. + sich) sich niederlegen, -lassen, -setzen u. eine ruhende
Stellung einnehmen: die Herde lagert sich; sich im Gras,
(seltener:) ins Gras 1.; sich unter einem Baum, (seltener.)
unter einen Baum I.; sich [im Kreis] um das Lagerfeuer
I.; b) <l. + sich) sich als Schicht bzw. ausgebreitet
irgendwohin legen: Wolken lagerten sich um den Gipfel; das Getreide
hat sich gelagert-(Landw.; ist durch Nässe, Sturm o.a.
umgesunken)', c) als Schicht bzw. ausgebreitet o.a. (auf,
über etw., um etw.) liegen: auf den Blättern lagert Staub;
dicker Nebel, eine brütende Hitze lagert über der Gegend;
Ü Stille lagert (geh.; liegt, ist) über der Landschaft. 3.a)
zur Aufbewahrung od. zur späteren Verwendung [an einem
geeigneten Ort] liegen, stehen, bleiben: die Butter lagert
in Kühlhäusern; der Wein hat schon sieben Jahre gelagert;
Medikamente müssen kühl und trocken 1.; lagernde
(Postw.; beim Postamt liegende u. dort abzuholende) Post;
b) zur Aufbewahrung od. zur späteren Verwendung [an einem
1620
Laisse
geeigneten Ort] Iliegen, stehen] lassen: Holz, Waren.
Lebensmittel [trocken] 1. 4. * gelagert sein (als Sachverhalt.
Sachlage in bestimmter Weise beschaffen sein): der Fall
ist ähnlich, anders gelagert; schwierig gelagerte
Verhältnisse, <Abl.:> Laserung, die; -. -en <PI. selten): 1. das Lagern
ilb,c, 3b). Gelagertsein: die kühle L. von Lebensmitteln;
Schäden infolge unsachgemäßer L. 2. (Technik) svw. tLa-
■cr (5 a). 3. (Geol.) das Gelagertsein, die natürliche
räumliche Anordnung der Gesteine.
La« [lak]. der. -[s] [schwed. lagg. eigtl. = Einschnitt]
(Fachspr.): grabenförmige\ der natürlichen Entwässerung
dienende, sumpfige Einsenkung am Rand von Hochmooren.
hgrimoso [lagri'mo:zo]: tlacrimoso.
Lasting [laiktml. das; -s [norw. lagting. eigtl. =
Versammlung mit richterlicher Gewalt, aus: lag = (in Zus.) Gesetz
u. ting, tThing]: das norwegische Oberhaus.
Lagune [la'gu:na]. die; -. -n [ital. laguna < lat. lacüna.
zu: lacus = See]: vom offenen Meer durch einen natürlich
entstandenen Streifen Land. Riffe o.a. abgetrenntes
[flaches] Wasser: <Abl.:> Lagunenriff, das (Geol.):
ringförmiges Riff (eines Atolls), das eine Lagune umschließt.
Lahar [la.har]. der; -s. -s [malai. lahar] (Geol.): bei
Vulkanausbrüchen austretender heißer Strom von Schlamm.
Wan[la:m]<Adj.>[mhd..ahd. lam.eigtl. = gliederschwach,
•ebrechlich]: La) <o. Steig.) (auf Arm. Bein o.a. bezogen)
durch Körperschaden, -fehler o. ä. gelähmt u. datier
unbeweglich: ein -es Bein; ein -er Arm. Flügel; er ist I. (hat ein
lahmes Bein, eine lahme Hüfte): auf dem linken Bein,
in der Hüfte I. sein; 1. gehen (lahm sein u. sich entsprechet^
fortbewegen): <subst.:> ein Blinder und ein Lahmer. 2.a)
(ugs.) wie gelähmt: stark ermüdet u. daher kraftlos, schwer
beweglich: -e Glieder; ein -es Kreuz haben; jmdm. wird
vom Koflertragen der Arm I.; er wurde von dem langen
Sitzen ganz I. (bekam vom langen Sitzen ganz lahme Glieder,
wurde ganz steif): Ü er legte seinen dunklen Abendanzug
in den Koffer, faltete ihm die-en (schlaffen) Ärmel (Frisch.
Gantenbein 123); b) (ugs. abwertend) unzureichend: eine
< Ausrede. Entschuldigung. Erklärung; c) (ugs.
abwertend) ohne jeden Schwung: schwach, matt: ein -er Kerl;
eine -e Ente (tEnte 1 a); -e Proteste; eine -e Diskussion;
ein -er (schleppender) Geschäftsgang; -e (langweilige)
Witze; sei nicht so 1.!; du hast heute aber 1. gespielt!
Ighoi-, Lahm-: -arsch, der (derb): temperamentloser,
energieloser Mensch, dazu: -arschig Harfi^l <Adj.> (derb.): lahm
(3). ohne jeden Schwung, temperamentlos, energielos: ein
-er Kerl; -er kann man wirklich nicht an die Sache
rangehen!, dazu: -arschigkeit, die; -; -legen <sw. V.; hat): zum
Erliegen, zum Stillstand bringen: durch den Unfall wurde
der gesamte Verkehr lahmgelegt, dazu: -legung. die; -.
-en: das Lahmlegen, -gelegtwerden.
Uhme [le:rru)], die; - [mhd. lerne = Lähmung, gelähmtes
Glied, zu tlahm] (Tiermed.): Lähmung: lahmen [la:mon]
<sw. V.; hat) [mhd. lamen]: lahm sein, gehen: das Pferd
lahmt auf/an der rechten Hinterhand; (seltener von
Personen:) Der Vater ... lahmt mit dem linken Bein (Fries.
Weg 178); er ging lahmend zur Tür hinaus; lähmen [le:mdn]
<sw. V.; hat) [mhd. lernen, ahd. lemjan = gliederschwach
machen]: 1. der Bewegungskraft* -fähigkeit berauben: das
Gift lähmt die Muskeln, lähmt die Nerven (bringt die
Serventätigkeit zum Erliegen), lähmt den Atem (bewirkt
Atemstillstand): seit dem Unfall ist er linksseitig, an beiden
Beinen gelähmt; er war vor Schreck wie gelähmt; (Med.:)
spastisch gelähmt sein. 2. der Kraft u. Lebendigkeit völlig
berauben: etw. lähmt Jmdn.. Jmds. Schritte. Willen.
Schaffenskraft. Eifer; der Bürgerkrieg lähmte das gesamte
wirtschaftliche Leben des Landes; lähmende Müdigkeit,
lähmendes Entsetzen befiel ihn; Lahmheit, die; -: das
Lahmsein: Lihmung,die; -, -en: 1. das (körperliche) Gelähmtsein:
eine fortschreitende L.; eine linksseitige L.; eine L. der
Hand, beider Beine; L. des Atemzentrums; Gifte, die
spezifische -en hervorrufen; ein Zustand der L. 2. Erliegen.
Stillstand der Kraft u. Lebendigkeit: Erstarrung: etw.
bewirkt eine L. der Initiative; die L. der Wirtschaft; Auch
andere raflert sich aus ihrer tödlichen L. auf (Sieburg.
Robespierre 228); <Zus.:> Löhmungserscheinung. die (meist
PI.): typisches Zeichen der [eintretenden] Lähmung.
•Lahn [la:n]. der; -[e]s. -e [frz. lame. tlame] (Textilind.):
flachgewalzter Metalldraht aus Gold, Silber. Kupfer u.a.
1Lahn [-]. die; -, -en [mhd. lene = Lawine; Gießbach] (bayr..
österr. mundartl.): Lawine: Lahne ['la:na]. die; -, -n (bayr..
österr. mundartl): svw. t2Lahn; lahnen [1a:nan] <sw. V.;
hat) (bayr.. österr. mundartl.): tauen: es lahnt.
Lahnung [la.noQ]. die; -. -en [aus dem Niederd. (fries.
laaning),zumniederd. läne = schmaler Weg] (Wasserbau):
niedrige Dammanlage zur Landgewinnung im Watt.
Lahnwind, der; -[e]s. -e [zu 12Lahn] (bayr., österr.): Tauwind.
Läi [1e:1. das; -[s]. -s [(a)frz. lai. aus dem Kelt.]: 1.
Instrumentalstück in der afrz. Musik. 2. gereimte Kurzerzählung in
der afrz. Literatur. 3. (formal dem Leich entsprechendes)
liedhaftes Gedicht in den^afrz. Literatur.
Laib [lajp]. der; -[e]s. -e [mhd. leip. ahd. (h)leib; wahrsch.
eigtl. = ungesäuertes Brot]: rund od. oval geformte Masse
(Brot. Käse): ein halber L. selbstgebackenes Brot; ein
L. Käse; Laibchen, das; -s. - (österr.): 1. kleines, rundes
Gebäckstück (eine Art Brötchen). 2. * faschiertes L.
(Frikadelle): Laibung, (auch:) Leibung [lajbuol. die; -. -en
(Bauw.. Archit.): überdeckende bzw. begrenzende innere
Fläche bei Maueröffnungen (Portalen. Türen. Fenstern).
Bögen u. Gewölben: innere, äußere L. eines Fensters
(drinnen, draußen liegender Teil der Laibung), eines Bogens
(innere, äußere Begrenzungsfläche).
Laich [14)9]. der; -[e]s. -e [spätmhd. leich. eigtl. =
Liebesspiel, mhd. leich. t'Leichj: ins Wasser abgelegte Menge
in Gallerte (xJ. Schleim gehüllter Eier (z. B. von Fischen).
Laich-: -kraut, das <P1. selten) [das Kraut dient oft als
Laichplatz]: in dichten Beständen wachsende Wasserpflanze
mit Schwimmblättern u. kleinen, grünen od. braunrötlichen
Blüten: -platz, der: Platz, an dem Fische laichen:
-Wanderung, die (Zool.): Wanderung von Fischen zu den
Laichplätzen: -zeit, die: Zeit, in der bestimmte Fische laichen.
Laiche [laj<^]. die; -. -n (Zool.): svw. ?Laichzeit; laichen
[i%lqn] <sw. V.; hat) [spätmhd. leichen]: den Laich ablegen.
Laie [lajaj.der; -n. -n [mhd. lei(g)e; ahd. leigo =
Nichtgeistlicher; Nichtgelehrter < kirchenlat. läicus = zum Volk
gehörig, gemein; Nichtgeistlicher < griech. läikös. zu:
laös = Volk(smenge)]: 1. jmd.. der auf einem bestimmten
Gebiet keine Fachkenntnisse hat: Nichtfachmann: er ist auf
diesem Gebiet, darin L.. völliger, (ugs.:) blutiger L.; der
Aufsatz ist auch den gebildeten, interessierten,
medizinischen -n verständlich; R da staunt der L. [und der
Fachmann wundert sich] (das sollte man nicht für möglich
halten). 2. weltlicher Christ: Christ, der nicht Geistlicher.
[Priester]manch o. ä. ist: die katholischen -n.
Laien-: -altar.der. svw. t Kreuzaltar; -apostolat, das.
fachspr. auch: der (kath. Theol.): Apostolat (b) der Laien:
-brevier, das (kath. Kirche); -bnider, der (kath. Kirche):
(insbes. praktisch arbeitender) Ordensbruder ohne geistliche
Weihen: -bühne, die: Bühne für das Laienspiel (1); -chor,
der: Chor, dessen Mitglieder keine Berufssänger sind: ^dar-
steller.densvw. t-Schauspieler; -investitur.die: (imMA.)
Investitur (2) eines nicht zum Priester Geweihten in das
Bischofsamt durch den König: -kelch, der <o. PI.) (christl.
Kirche): dem Laien gewährtes Trinken von konsekriertem
Wein bei der Kommunion bzw. beim Abendmahl: -kunst,
die: nicht berufsmäßig ausgeübte od. hervorgebrachte Kunst:
-künstler. der: vgl. -kunst; -maier, der: vgl. -kunst;
-pfründe, die (kath. Kirche): geistliche Pfründe für einen
Laien (2); -Prediger, der (Rel.): Prediger, der Laie (2)
ist: ^Priester, der (volkst.): Weltpriester. Weltgeistlicher:
-richter, der (volkst.): Schöffe: -Schauspieler, der: jmd..
der nicht beruflich als Schauspieler tätig ist: -Schwester,
die: vgl. ^bruder; -spiel, das <o. PL): 1. Theaterspiel o.a.
von Laien. Liebhabern. 2. Bühnenstück o. ä. für die
Auffuhrung durch Laien. Liebhaber: -spielgruppe, die: vgl. -spiel;
-stand, der (Rel.): Stand der Laien (2): einen Geistlichen
in den L. zurückversetzen; -theater, das: 1. svw. NbUhne.
2. <o. PI.) svw. t^spiel; -theologe, der: Theologe, der Laie
(2) ist: ^verstand, der: gesunder Menschenverstand eines
Laien (1): schon mein L. sagt mir. daß das technisch
unmöglich ist; -zirkel, der: Zirkel für Laien]künstler].
laienhaft <Adj.; -er. -este): in der Art eines Laien, nicht
fachmännisch: ein -es Urteil abgeben; Laientum, das; -s:
1. Wesen des Laien (1,2); das Laiesein. 2. (selten)
Gesamtheit der Laien (2); laflcal [laika:l] <Adj.; o. Steig.)
[kirchenlat. läicälis] (Rel.): den Laien (2) betreffend.
Lais: PI. von tLai.
laisieren [lai'zi:ren] <sw. V.; hat) (kath. Kirche): (einen
Kleriker) in den Laienstand zurückführen: <Abl.:> Laisk-
rung, die; -. -en (kath. Kirche).
Laisse [le:s]. die; -. -s [le:s] [(a)frz. laisse. eigtl. = Gürtel,
1621
Laisser-faire
Schnur < mlat. laxa = Gürtel; Zügel]: durch Assonanz
verbundene Strophe des altfranzösischen Heldenepos.
Laisser-faire [lcse'fe.r], (selten:) Laisser-aller [lesea'le]. das:
- [frz. le laisser-faire. le laisser-aller] (bildungsspr.): 1, das
Gewährenlassen; Nichteinmischung. 2. (veraltet)
Ungezwungenheit. Ungebundenheit; das Sich gehenlassen; Laissez
faire, laissez aller [l£'se'f£:r. te'se a'lel. (auch:) Laissez faire,
laissez passer I- -. - pa'se] [frz. = lassen Sie machen,
lassen Sie laufen] (bildungsspr): 1. Schlagwort des
wirtschaftlichen Liberalismus (bes. des 19.Jh.si. nach dem sich
die von staatlichen Eingriffen freie Wirtschaft am besten
entwickelt. 2. Schlagwort für das Gewährenlassen (z.B. in
der Kindererziehung).
Laizismus [lai'tßismos]. der; - [zu kirchenlat. läicus. TLaie]
(Politik. Geschichte): weltanschauliche Richtung, die die
radikale Trennung von Kirche u. Staat fordert; Laizjst,
der; -en, -en: Anhänger, Vertreter des Laizismus; laizjstisdi
<Adj.; o. Steig.): 1. den Laizismus betreffend, zum Laizismus
gehörend. 2. (Rel.) das Laientum (1) in der Kirche betonend.
Lakai [la'k^j], der. -en. -en [frz. laquais. urspr. = gemeiner
Fußsoldat, viell. über das Span, aus dem Türk.: H.u.]:
1. (früher) herrschaftlicher Diener /in Livree]. 2.
(abwertend) Mensch, der sich willfährig für die Interessen anderer
gebrauchen läßt: die -en der Diktatur; die DDR-Regierung
als treuer L. ihrer Herren in Moskau (Grundsatzerklärung
der KPD/ML 1977. 10); <Abl.:> lakaiertaft <Adj.; -er.
-este> (abwertend): wie ein Lakai, kriecherisch, unterwürfig.
Lake [la:kdl. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
lake = (Herings)salzbrühe; eigtl. = stehendes Wasser.
T 2Lache]: Salzbrühe, in der Fische. Fleischstücke od. andere
Lebensmittel eingelegt /gewesen] sind.
Laken [la:kn], das; -s, - [mniederd. laken. asächs. lakan,
waiirsch. eigtl. = (schlaff herabhängender) Lappen]
(regional, bes. nordd., md.): Bettuch.
Lakkase[la'ka:»].die;- [zuf Lack](Chemie): bes. im Lack-
bäum vorkommendes Enzym, dessen gelber Milchsaft zum
tiefschwarzen Japanlack oxydiert.
LakkoJith [lako li:t. auch: ...lit]. der; -s od. -en. -e[n] [zu
griech. läkkos = Vertiefung u. T-lith] (Geol.): pilzförmige
Masse aus Eruptivgestein, das unter der Erdoberfläche zum
Stillstand gekofnmen ist.
Lakoda [la'ko:da], der; -[sl. -s [nach dem gleichnamigen,
zu einer US-Inselgruppe im Beringmeer gehörenden
Gebiet]: kostbarer, kurzgeschorener Seal (Robbenfell).
Lakontk [la'ko:nik]. die; - [nach griech. brachylogia Laköni-
ke = lakonische Wortkargheit (wegen der treffenden
Kürze, die die Einwohner der peloponnesischen Landschaft
Lakonien liebten)! (bildungsspr.): lakonische Art des
Ausdrucks; lakonisch <Adj.>: kurz, einfach u. ohne Erläuterung:
eine -e Feststellung. Auskunft; eine Frage in -er Kürze
beantworten; 1. antworten; Lakonismus [lako'nismosl. der;
-, ..jnen [...man] (bildungsspr.): 1. <o. PI.) Lakonik. 2.
lakonischer Ausdruck, lakonische Aussage.
Lakritz [la'kn&l. der od. das; -es. -e (landsch.). svw. T
Lakritze; Lakrjtze,die;-.-n[mlat. liquiricia < lat.glycyrriza <
griech. glykyrrhiza = Süßholz. Süßwurzel]: X.ausSüliholz-
saft eingedickte, wohlschmeckende, süße schwarze Masse:
L. herstellen; -n (Süßigkeiten aus Lakritze) kaufen. 2.
svw. T Lakritzensaft.
Lakritzen-: ^saft. der: eingedickter Saft aus Lakritze:
^Stange, (auch:) Lakrjtzstanae, die: Stange aus Lakritze;
-wasser, das <o. PI.>: dünner Lakritzensaft.
lakt-, Lakt-: tlakto-. Lakto; Laktalbumin [laktalbu'mi:nl.
das; -s. -e (Biochemie): in der Milch von Säugetieren
enthaltener, biologisch hochwertiger Eiweißstoff; Laktam: T Lac-
tam; Laktase [lak'ta:zdl. die; -. -n (Biochemie): Enzym,
das die Spaltung von Laktose in G lue ose u. Galaktose steuert;
Laktat: tLactat; Laktation [lakta't$io:n]. die; -. -en (Med..
Biol.): La) Milchabsonderung aus den Milchdrüsen; b) das
Stillen. 2.a) Zeit. Periode der Laktation (1 a); b) Stillzeit;
<Zus.:> Laktationshormon, das: svw. tProlaktin; taktieren
[Iakti:ran] <sw. V.; hat) [lat. lactäre] (Med.. Biol.): 1.
Milch absondern. 2. säugen, stillen; Laktizinien [lakti'lßi:-
njanl <PI.> [mlat. lacticiniaKkath. Kirche): Milch u.
Milchprodukte, deren Genuß nach röm.-kath. Kirchenrecht an
Fasttagen heute erlaubt ist; lakto-, Lakto-, (vor Vokalen:)
lakt-. Lakt-, (ehem. fachspr.:) lacto-, Lacto-, (vor Vokalen:)
lact-. Lact- [lakt(o)-; lat. läc (Gen.: lactis)] (Best, von
Zus. mit der Bcd.): milch-, Milch- (z. B. Laktoskop. lakto-
trop. Laktalbumin); Laktodensimeter, das: svw. f
Galaktometer; Laktometer, das: svw. f Galaktometer; Laktose [lak-
to.za]. die; - (Biochemie): Milchzucker; Laktoskop [lakto-
sko:p]. das; -s. -e [zu griech. skopein = betrachten,
(beischauen]: Gerät zur Prüfung der Durchsichtigkeit der Milch;
Laktosurie [...zu'ri:], die; -. -n [...i:an; zu T Laktose griech.
ouron = Harn] (Med.): /normales) Ausscheiden von
Laktose mit dem Harn (z.B. bei Wöchnerinnen); laktotrop
[../tro:p] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. tröpos =
(Hinwendung] (Med.): die Milchabsonderung anregend: -es Hormon
(Prolaktin).
lakunir [laku'nE:?] <Adj.: o. Steig.) (Med.): mit Lakunen
(2) I verbunden], höhlenartig; Lakune [la'ku:nd], die; -. -n
(lat. lacüna, T Lagune]: 1. (Sprachw.) Textlücke. 2. (Anat.)
Vertiefung, Ausbuchtung. Lücke (z.B. an Organen.
Gefäßen); lakustrisdi [la'kostnf] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. lacus
= See]: svw. Tlimnisch.
lala [lala; frz. lä la (la la). bes. zum Ausdruck des
Mittelmäßigen in Antworten, die eine Bewertung enthalten sollenl
in der Verbindung so I. (ugs.; einigermaßen; bedingt gut.
bedingt erträglich): das Wetter ist so I.; es geht ihm sol.
L4II-: -Periode, die (Psych.): (frühkindliche) Lebensperiode
des Lauern; ^phase, die: vgl. -Periode; wort, das
(Sprachw.): Wort/gebildet aus der Lallperiode (z.B.
Mama).
Lille [leb], die; -. -n (Schweiz.): Zunge; lallen I'Iabn] <sw.
V.; hat) [mhd. lallen; lautm.. aus der Kinderspr.]: 1. mit
versagender Zunge, undeutlich artikulierend sprechen;
undeutlich artikulierte, sprachähnliche Laute /ohne
Bedeutung] äußern, hervorbringen: der Säugling lallt; der
Betrunkene konnte nur noch I. 2. lallend äußern, sprechen, sagen:
unverständliche Laute. Worte I.; ein Gebet I.
Lalopathk [lalo-]. die; - [zu griech. laleln = sprechen u.
t-pathie] (Med.): SummeIbez. für jede Art von
Sprachstörung; Lalophobk, die; - [T Phobie] (Med.): Scheu vor dem
Sprechen. Sprechangst (bes. bei Stotterern).
'Lama ['la.ma]. das; -s. -s [span. Uama (aus dem Peruan.)].
1. in Südamerika (bes. in den Anden) heimisches, als
Haustier gehaltenes, höckerloses Kamel mit kurzem Schwanz,
das Milch, Fleisch u. Wolle liefert. 2. <o. PI.) flanellartiger
Stoff aus [Baum]wolle für Mäntel. Decken, Futter.
2Lama [-], der; -[s], -s [tib. (b)lama = der Obere]: lamaisti-
scher Priester. Mönch; <AbI.:> Lamaismus [lama'ismos].
der. -: tibetischer Buddhismus; Lamajst, der; -en. -en:
Anhänger des Lamaismus; faunajstisch <Adj.; o. Steig.); <Zus.:>
Lamakloster, das.
Lamäng [lamenl. die [frz. la main = die Hand < lat.
manus] (ugs. scherzh. in bestimmten Wendungen): Hand.
aus der [kaJtenl L. (unvorbereitet u. mit Leichtigkeit):
wieviel es waren, kann ich dir so aus der [kalten] L. nicht
sagen; aus der freien L. (1. svw. aus der [kalten] L. 2.
aus der Hand, ohne Benutzung von Teller u. Besteck)', nicht
in die Dkaltel L.! (auf keinen Fall!).
Lamantin [Iaman'ti:n]. den -s. -e [frz. lamantin (volksetym.
angelehnt an: lamenter = jammern) < span. manati <
indian. (Araua) manati = weibl. Brust, nach den bes.
Merkmalen des Tieres]: Seekuh im tropischen Amerika.
Lamarekismus [lamar'kismosl. der; - [nach dem frz.
Naturforscher J. B. de Lamarck (1744-1829)] (Biol.):
(hypothetische) Lehre Lamarcks von der Entstehung neuer Arten
auf Grund einer durch Anpassung bewirkten Veränderung
erblicher Merkmale; <AbI.:> hunarckjstisdi <Adj.; o.
Steig.): den Lamarckismus betreffend, zu ihm gehörend,
ihm eigentümlich, ihn vertretend, auf ihm beruhend.
Lamawolle, die; -. (Arten:) -n: Wolle vom xLama (1).
Lambda ['lampda]. das; -[s]. -s (Kriech, lämbda]: elfter
Buchstabe des griech. Alphabets CA. >-); <Zus.:i
Lfmbdanaht, die [nach der dem griech. Buchstaben >.
entspr. Verlauf der Naht] (Anat.): Schädelnaht zwischen
dem Hinterhauptsbein u. den beiden Scheitelbeinen; <Abl.:i'
Lambdazismus [lampda Ißismos], der; - (Med.. Sprachw.):
1. fehlerhafte Aussprache des R als L. 2. falsche Aussprache
des L-Lautes bzw. Unvermögen, das L auszusprechen.
LambertsnuQ ['lamberyH, die; -. ...nüsse [älter: lampertische
Nuß. zu mhd. lampartisch = lombardisch, aus der
Lombardei]: 1. dem Haselnußstrauch ähnlicher, eßbare Nüsse
tragender hoher Strauch (in Südosteuropa u. Kleinasien).
2. Frucht der Lambertsnuß (1).
LambethwaOc [Iaembo9w3:k], der; -[s] [engl. Lambeth walkt
nach dem Londoner Stadtteil Lambeth benannter, etwa 193S
in Mode gekommener englischer Gesellschaftstanz.
1622
Lampe
I —liiüii [lambitos]. der; - [spätlat. lambitus. zu lat. lambe-
vt = lecken] (Sexualk.): Igegenseitigesj Belecken. Küssen
o ä. der Genitalien, des Afters od. anderer Körperstellen.
Lambliasis [Iam'bli:azisl. (auch:) Lambliose [IambIi'o:z3].
üc - [zu T Lamblie] (Med.): durch Lamblien hervorgerufene
Darminfektion; Lamblie [lamblial. die; -. -n <meist PI.)
toadi dem tschech. Arzt V. D. Lambl (1824-95)] (Zool..
Med.): im Dünndarm schmarotzendes od. freilebendes Gei-
6ettterchen; Lambliose: T Lambliasis.
I —hmjuin [läbskS:, auch: läbre'ke:]. der; -s. -s [frz. lam-
frequin. älter: lambequin. mit dem Harn, (niederl.)
Verkleinerungssuflfix -Quin geb. zu: lambeau = Lappen.
Lumpen]: 1. (veraltet) drapierter Querbehang eines Vor-
kangs (bes. an Fensternu. Türen). 2. (Archit.) Nachbildung
mes Lambrequins (1) bes. im Barock.
Lasbrie [lam'bri:]. Lamperie [lampo'ri:]. die; -. -n [...i:an]
•bes. mundartl.): svw. TLambris(b); Lambris [lä'bri:]. der;
- L..i:(s)l. - [...i:s], österr.: die; -. - u. ...ien [...i:3n; frz.
kambris = Täfelung, über das Roman, (vgl. ital. lambrusca)
üi lat. läbrusca (üva) = wild(e Rebe), nach den Rankenmu-
aern]: a)halbhohe Wandverkleidung (ausHolz. Stuck.
Marmor usw.); b) Wandsockel; Lambrusco [lam'brosko], der;
- Rtal. lambrusco. zu: lambrusca = eine Traubensorte
< lat. läbrusca (üva). T Lambris]: fruchtiger, leicht süßer,
meist etwas schäumender Rotwein.
Ljnbskin [laemskin], das; -[s]. -s [engl. lambskin = Lamm-
fcUI (Textilind.): Lammfellimitation aus Plüsch (z. B. für
Kindermäntel); Lambswool [laemzwul],die; - [engl, lambs
wool] (Textilind.): weiche, zarte Lamm-. Schafwolle.
Ihbt Name:] (indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. lamö.
zu:lame = Metallfaden.-blättchen. Klinge < lat. Iäm(i)na
= Blatt]: mit Leone (2) durchwirkt; Lame [-]. der; -fei.
-* [frz. lamel: 1. mit Metallfäden durchwirktest Seiden ]ge~
+*be. 2. Metallfäden, die mit Textilmaterialien umsponnen
imd; lamellar Pamela:?] <Adj.; o. Steig.) [engl, lamellar]
(Fachspr.): in Form, in der Art von Lamellen [angeordnet];
Lamelle [la'meta], die; -. -n [frz. lamelle < lat. lämella
= (Metall)blättchen. Vkl. von: läm(i)na. Tlamö; schon
mhd. lämel = Klinge]: 1. (bes. Fachspr.. z.B. Technik)
al Plättchen. Blättchen; [schmale] mehr od. weniger dünne
Platte. Scheibe (bes. als Glied einer Schicht. Reihe usw.):
die -n einer Jalousie; b) Glied. Rippe eines Heizkörpers.
2. (Bot.) eines der strahlenförmig stehenden Blättchen an
der Unterseite des Hutes der Blätterpilze.
Infllen-, Lamellen-: ^bremse, die (Technik): mehrfache
Scheibenbremse; ^förmig <Adj.; o. Steig.): von. in der Form
nm Lamellen; ^Heizkörper, der: Heizkörper mit Lamellen
«1 b); -kühler, der (Kfz.-T.): [Lift/kühler mit lamellenför-
mig angeordneten Kühlelementen; -pilz,der (Bot.): Blätter-
pik; -Verschluß, der (Fot.): Verschluß an Kameras, der
aus kreisförmig angeordneten Lamellen besteht.
iMieUieren [lame'li.ranl <sw. V.; hat) (Fachspr.): lamellenar-
ng formen, lamellenförmig gestalten.
iHBentabel [lamenta:bl] <Adj.; ...bler. -ste) [wohl über frz.
tamentable < lat. lämentäbilis. zu: lämentäri. T
lamentieren]: jämmerlich.kläglich; beklagenswert; lamentabile [...bi-
kt svw. Tlamentoso; Lamentation [...ta'tßio:n], die; -. -en
Ntrtil über frz. lamentation (vgl. mniederd. lamentäcien)
< lat. lämentätio. zu: lämentäri. t lamentieren]: I. (bil-
ilungsspr.) das Jammern. Wehklagen. 2. <PI.) a) die
Klagender Jeremias im Alten Testament; b) (früher) die bei
den kath. Stundengebeten der Karwoche aus den
Klageliedern Jeremias verlesenen Abschnitte; lamentieren [...ti:ren]
9A. V.; hat) [lat. lämentäri = wehklagen]: I. (ugs.
abwerfend) Haut u.j ausgiebig klagen. Jammern; den ganzen
Tag 1.; bei jeder Gelegenheit, über jede Kleinigkeit I.;
<Jer Essayist lamentierte (entrüstete sich, klagte in
ausgiebiger Weise) über den allgemeinen Verfall der Sitten. 2.
•türkisch.) jammernd um etw. betteln; nach/um etw, I.; La-
■tto [lamento]. das; -s. -s u. ...ti [ital. lamento < lat.
Omentum = Wehklage]: 1. <PI. -s> (ugs. abwertend) das
Lmnentieren. [ lautes] Gejammer, heftige Klage: ein lautes
L anstimmen; das L. (die Entrüstung, das Geschrei) der
Kritiker furchten; ein großes L. [über/um etw.] machen.
erheben, anstimmen (sich / über etw.] sehr entrüsten; heftig
• ausgiebig, mit viel Aufhebens [über etw.] klagen, sich
* heftigen Klagen [über etw.] ergehen); kein L. machen
EmH'ände unterlassen u. kein Aufhebens machen). 2. <PI.
auch: -s> (Musik) Musikstück von schmerzlich-leidenschaft-
**Mem Charakter, bes. Klagegesang; lamentoso [lamen'to:-
zo] <Adv.) [ital. lamentoso. zu: lamento. t Lamento]
(Musik); wehklagend, traurig.
Lametta [la'meta]. das; -s [ital. lametta. Vkl. von: lama
= Metallblatt. Klinge < lat. läm(i)na. tlame]: 1. aus
schmalen, dünnen, glitzernden Metallstreifen bestehender
Christbaumschmuck; den Weihnachtsbaum mit L. schmük-
ken. 2. (ugs. iron.) a) angelegte Orden in großer Zahl
[u. Rangabzeichen]: [viel] L. tragen.
Lamia [la:mja]. die; -. ...ien [...i?n; griech. Lämia] (griech.
Myth.): weibliches Schreckgespenst, das Kinder raubt bzw.
schöne Jünglinge an sich lockt u. ihnen das Blut aussaugt.
laminar [lami'na:g] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. lämina, tlame]
(Physik): gleichmäßig schichtweise gleitend: -e Strömung
(Strömung ohne Wirbel. Turbulenzen); Laminat [...na:t],
das; -[e]s, -e: svw. fSchichtstofT; laminieren [lami'ni.ren]
<sw. V.; hat) [frz. laminer. zu: |ame, tlamö] (Fachspr.):
1. ([ textile] Materialien) strecken, um die Fasern in
Längsrichtung zu ordnen. 2. (Werkstoffe, z. B. Karton) mit einer
lDeck]schiebt (z.B. Glanzfolie) überziehen: laminierter
Bucheinband; laminiertes Blech; <Zus.:> Laminkrharz.das;
-es. -e <meist PI.): bei der Herstellung von Schichtstoffen
als Bindemittel dienender flüssiger Kunststoff; <AbI.:> Lami-
nkrung, die; -. -en: 1. das Laminieren (1.2). 2. Deckschicht,
mit der etw. laminiert ist: beschädigte L.
Lamm [lamj. das; -[e]s. Lämmer ['lerne; mhd. lamp. ahd.
lamb. H. u.]: 1. a) <Vkl. T Lämmchen > junges Schaf im ersten
Lebensjahr: die weißen Lämmer springen auf der Weide
umher; sanft, geduldig, unschuldig wie ein L. sein; Ü hast
du deine Lämmer (Schäflein 2) alle beisammen?; *L.
Gottes (1. christl. Rel.; T Agnus Dei [a]. 2. bild. Kunst.;
Lamm als Symbol für den sich opfernden Christus; bezogen
auf das Lamm als Opfertier); b) (selten) junge Ziege im
ersten Lebensjahr. 2. <o. PI.) Lammfell: ein Mantel aus
L.; Indisch L. (persianerähnliches Lammfell, bes. aus Indien
od. Rußland). 3. <Vkl. TLämmchen) sanfter, geduldiger
Mensch [voller Unschuld]: sie ist ein [wahres] L.
I?mm-, Lpm- (Lamm 1 a): ^braten, der; ^fell, das: ein
Mantel aus L.. dazu: ^felbnütze, die; ^fleisch, das; -fr^mm
<Adj.; o. Steig.): gehorsam u. sanft, geduldig wie ein Lamm:
das Pferd ist 1.; ich hab Ihn doch 1. zu irgendeinem anderen
Schwachkopf begleitet (Rocco [Übers.]. Schweine 154);
-keule, die; -kotelett, das; -pelz, der.
Lfimmchen [lernen], das; -s. -: fLamm da. 3); lammen
[laman] <sw. V.; hat): ein Lamm werfen.
Lämmer-: Mteier, der [man nahm (fälschlich) an. der Vogel
ernähre sich von geschlagenen Lämmern]: großer,
aasfressender Geier des Hochgebirges mit schwarzen, bartähnlichen
Federn an der Unterseite des Kopfes; Bartgeier; ^hüpfen,
das (Jugendspr. scherzh.): Tanzvergnügen (bes. im Tanzen
wenig geübter) junger Leute; -schnee, der [H. u.] (landsch.):
Schneeregen; -schwänz, der. (Vkl.:) -Schwänzchen, das:
*wie ein L. (ugs.; sich unruhig [hin u. her] bewegend;
pausenlos wackelnd): etw. wackelt wie ein L.; das Herz
klopfte ihm wie ein L. (er hatte starkes Herzklopfen);
ihm geht das Maul wie ein L. (er redet, schwätzt schnell,
pausenlos); -wölke, die <meist PI.) [nach der Form u.
der weißen Farbe] (volkst.): Feder-. Schäfchenwolke.
Lämmerne, das; -n (bes. österr.): svw. f Lammfleisch;
Lammesgeduld, (häufiger:) Lammsgeduld, die; - (ugs.):
(bewundernswerte) große Geduld; L^mmung, die; - (Zool.. Tier-
med.): das Lammen.
Lampas [lampas], der. -. - [frz. lampas. H.u.] (Textilind.):
vor allem für Möbelbezüge verwendetes, schweres, dichtes.
gemustertes Damastgewebe; Lampyssen [österr.: ' ]
<PI.>: Streifen an [Uniform]hosen.
Lämpchen [lenuxpn], das; -s. -: f1 Lampe (1. 2); 'Lampe
[lampdl. die; -. -n [mhd. lampe < (a)frz. lampe (= ital.
lampa) < vlat. lampada (lat. lampas. Gen.: lampadis)
< griech. lampas (Gen.: lampädos) = Fackel. Leuchte]:
1. <Vkl. T Lämpchen) zum Leuchten dienendes Gerät mit
od. ohne die gewöhnlich darin enthaltene künstliche
Lichtquelle: eine gedämpfte, helle, grelle, schwenkbare L.; die
L. brennt, leuchtet [zu schwach], blendet, geht aus; die
L. ein-, ausschalten, an-, ausknipsen, an-, ausmachen; der
trauliche Schein der L.; bei. unter der L. sitzen; beim/im
Licht der L. war das nicht zu erkennen; ümdm.) mit einer
L. leuchten; die L. (Petroleum-. Öllampe) füllen; die L.
(Signallampe) schwenken; *die Ewige L. (kath. Kirche;
das Ewige t Licht 2 b); einen auf die L. gießen (salopp;
einen od. mehrere Schnäpse o. ä. trinken; übertragen vom
1623
Lampe
Füllen der Öllampe); einen auf der L. haben (salopp;
angetrunken sein). 2. <Vkl. TLämpchen) (bes. Fachspr.)
künstliche Lichtquelle (z.B. Glühlampe. Leuchtstofflampe.
Gasentladungslampe): eine neue L. (Birne) einschrauben;
ein rotes Lämpchen warnt bei Druckabfall.
2Lampe [-]: T Meister.
lampen [lampn] <sw. V.; hat) [spätmhd. lampen] (südwestd..
Schweiz.): schlaff hängen.
Lampen [-]. der; -s. - [entstellt aus gaunerspr. Lamden =
jmd.. der ein kriminelles Unternehmen stört, zu jidd.
lamden = im Talmud Bewanderter. Gelehrter] (Gaunerspr.):
1. Verhinderung, Störung eines kriminellen Unternehmens:
* L. machen (jmds. kriminelle Handlungen verraten: jmdn.
verraten, preisgeben). 2. Polizist, Wächter o.a.
Lumpen ['lempnl.der; -s.- [spätmhd. lempe = Stück Fleisch]
(Schweiz.): Doppelkinn.
Lampen- ('Lampe): Miocht, der: Docht der Öllampe o.a.:
-fieber, das [Lampen = Rampenlicht(er). wohl dem
älteren t Kanonenfieber nachgebildet]: starke nervöse
Erregung, Angst u. innere Angespanntheit unmittelbar vor einer
Situation, in der man sich zu bewähren hat. insbes. vor
einer Prüfung, vor einem öffentlichen Auftreten o.a.: L.
haben; -Bestell, das; -glocke, die (vgl. Glocke 2); -licht,
das: bei L. lesen, schreiben; -putzer, der (früher): Arbeiter,
der die Gas-, Petroleumlampen betreute: -schein, der <o.
PI.): Schein, Licht der Lampe: -schirm, der: Schirm Über
der od. um die Lampe (zum Abblenden des Lichts).
Lamperie: f Lambrie.
Lamper! ['lampn!].das; -s.-[n] [Vkl. von südd.. österr. Lamp.
Lamb = Lamm] (österr. ugs.). 1. kleines Lamm. 2.
(abwertend) völlig harmloser, unschuldiger Mensch.
lämpig ['lempKj] <Adj.) [zu tlampen] (Schweiz.): schloff.
Lampion [lam'ppn. auch: lam'piö:. österr.: Iampio:n]. der.
selten: das; -s. -s [frz. lampion < ital. lampione. Vgr.
von: lampa. T Lampe]: (bes. bei festlichen Anlässen
gebrauchte) Laterne aus Papier, dünnem Stoff o. ä.: die
Terrasse mit -s schmücken, erleuchten; Umzüge mit -s.
Lampion-: -blume, die: (zu den Nachtschattengewächsen
gehörende) Pflanze, deren Frucht von einem
lampionähnlichen, geschlossenen, roten Kelch utngeben ist: Physalis:
-fest, dias: Fest, das im Freien im Licht von Lampions
gefeiert wird: -pflanze, die: svw. Nblume.
Lamprete [lam'pre:to], die; -, -n [mhd. lampride, ahd. lam-
preta < mlat. lampreda, H.u.]: svw. T Meerneunauge.
Lampropfayr [lampro'fy:?], der; -s. -e [zu griech. lamprös
= leuchtend u. phyrein = (ver)mischen] (Geol.): dunkles,
häufig feinkörniges Ganggestein.
Län [Ie:n], das; -. -[s] [schwed. län < mhd. len. t Lehen]:
Verwaltungsbezirk in Schweden u. Finnland.
Lanameter [lana-], Lanometer [lano-]. das; -s. - [aus lat.
läna = Wolle u. T -meter] (Textilind.): Meßgerät zur
Bestimmung des Feinheitsgrades von Wollfasern.
lancade [Iäsa:cb]. die; -, -n [zu frz. lancer. f lancieren]
(Reiten): Sprung aus der Levade nach vorn (Figur der Hohen
Schule); Lancier [läsje:], der; -s. -s [frz. lancier, zu: lance.
t Lanze] (früher): Lanzenreiter: Ulan: lancieren [lä'si:ren]
<sw. V.; hat) /vgl. lanciert/ [frz. lancer = schleudern;
loslassen; in Schwung bringen < (spät)lat. lanceäre =
die Lanze schwingen]: 1. (bildungsspr.) gezielt in die
Öffentlichkeit gelangen, bekannt werden lassen (in der Absicht,
damit erw. Bestimmtes zu erreichen): eine Nachricht [in
die Presse] L; auch wurden absichtlich Falschmeldungen
lanciert (inder Öffentlichkeit verbreitet: Zwerenz. Quadriga
5). 2. a) (bildungsspr.) durch geschickte Manipulation, durch
Ausnutzen seiner Position, seiner Beziehungen o. ä. fördern,
in eine vorteilhafte Position bringen o.a.: er hat seinen
Neffen in den Aufsichtsrat lanciert; der Minister ist lanciert
worden; b) (bes. Werbung. Wirtsch.. Politik o.a.) durch
gezielte Maßnahmen bekannt machen: eitxer Sache durch
gezielte Maßnahmen zu Anerkennung, Ansehen, Verbreitung
verhelfen: einen Modeartikel, einen Markennamen I.; eine
Anleihe I. (Wirtsch.; in Umlauf, auf den Markt bringen).
3. (Jägerspr.) einen Hirsch mit dem Schweißhund verfolgen,
um ihn einem Schützen zuzutreiben: einen Hirsch 1.4. (Milit.
veraltet) torpedieren: ein Schiff I.; Das lancierte SchÜT
dampft ab - wie weit es kommen mag? (Kisch. Reporter
249); lanciert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu frz. lancer
= einschießen (3d)] (Textilind.): (von Stoffen, Geweben)
so gemustert, daß die Figuren durch die ganze Stoffbreite
hindurchgehen: -e Gewebe; Lancknmg, die; -, -en.
Land [lant], das; -es. Länder [lendB] u. -e [mhd.. ahd.
[antl: 1. <o. PI.) Teil der nicht von Wasser bedeckten
Erdoberfläche (bes. im Unterschied zum Meer, zu größeren
Gewässern): Festland (2): ganz in der Ferne wurde [das]
L. sichtbar; (Seemannsspr.:) L. in Sicht!; sie waren froh,
als sie wieder [festes] L. unter den Füßen hatten; einige
Schiffbrüchige erreichten schwimmend das L.; die
Passagiere gehen an L. (verlassen das Schiff u. betreten festen
Boden), werden an L. gesetzt (ausgeschifft): kommen
nicht an L.; etw. wird an L. (vom Wasser ans Ufer) gespült,
geschwemmt; diese Tiere leben im Wasser und auf dem
L.; zu Wasser, zu L. und in der Luft; * L. unter (im
Sprachgebrauch der Küstenbewohner; das Land, die Insel ist
unter Wasser, ist überflutet, überschwemmt): die Halligen
meldeten L. unter; [wieder] L. sehen (einen Ausweg, die
Möglichkeit zur Überwimlung von Schwierigkeiten sich
abzeichnen sehen): an L. ziehen (ugs.. oft scherzh.: für sich
gewinnen, in seinen Besitz bringen): sie hat sich einen
Millionär an L. gezogen; die antike Truhe wollte er gleich an
L. ziehen. 2. <o. PI.) nutzbares Stück Erdboden: bebautes,
genutztes Gelände: Ackerboden: fruchtbares, gutes,
ertragreiches, sumpfiges, steiniges L.; das L. liegt brach; ein
Stück L.. einige Hektar L. kaufen; sein L. bebauen,
bestellen, bewässern; er hat. besitzt viel L.; dem Meer L.
abgewinnen. 3. (veralteter, noch dichter., gelegtl. scherzh. PI. -e>
nicht näher abgegrenztes Gebiet [in seiner natürlichen
Beschaffenheit], Gelände, Landstrich, Gegend: hügeliges,
flaches, ebenes, blühendes, dünnbesiedeltes L.; das weite,
offene L.: als sie nach einer Zeit aufs freie L. hinauskamen
(Schnabel. Marmor 78); er reist viel durch die -e (reist,
kommt viel umher): Das ist immer so in deutschen -en
(R. Walser. Gehülfe 34); *ins L. gehen/ziehen (vergehen,
verstreichen, dahingehen): die Zeit ging, zog ins L.: viele
Jahre waren ins L. gegangen, gezogen. 4. <o. PI.) Gebiet
außerhalb der städtischen Zivilisation, das bes. durch das
Betreiben von Landwirtschaft geprägt ist: dörfliche Gegend:
was dies betrifft, haben Städte und Land die gleichen
Interessen: sie wohnen lieberauf dem L.; aufs L. ziehen;
die Sache wurde in Stadt und L. (geh.; überall, allenthalben)
bekannt; sie fuhren über L. (veraltend; durch die Dörfer)',
sie sind vom L. in die Stadt gezogen; sie sind, stammen
beide vom Landle]; *auf dem flachen/(ugs.:) platten L.
(in der Ebene weit außerhalb der Stadt, der städtischen
Zivilisation). 5. <P1. Länder; Vkl. TLändchen) a) politisch
selbständiges, abgeschlossenes, von Grenzen umgebenes
Gebiet: Staatsgebiet: Staat: die europäischen Länder; ein
demokratisches, sozialistisches, neutrales L.; ein fremdes,
unbekanntes, noch unerschlossenes. armes, reiches,
unterentwickeltes L.; die Länder Afrikas; Frankreich ist da?
L. seiner Träume (ist das Land, in das er gerne reisen,
in dem er gerne leben möchte): das Land ist. wurde
unabhängig, erhielt die Unabhängigkeit; ein L. überfallen,
besetzen, okkupieren, völkerrechtlich anerkennen; er will L.
und Leute (das Land u. seine Bewohner, ihre Sitten u.
Gebräuche) kennenlernen; einem L. den Krieg erklären;
die Bräuche ferner Länder, im Inneren des Landes; er
wurde des -es verwiesen; außer -es gehen; in ein L. reisen,
eindringen, einfallen; er reist von L. zu L ; R andere Länder,
andere Sitten; Spr bleibe im -e und nähre dich redlich
(Ps. 37. 3); * das Gelobte L.; das Heilige L. (bibl.; Palästina
als das Land der Verheißung)', das L., wo Milch und Honig
fließt (Ort, wo alles im Überfluß vorhanden ist, wo es einem,
bes. in materieller Hinsicht, sehr gut geht: nach 2. Mos.
2. 14); das L. meiner/seiner/usw. Väter (geh.; mein, sein
usw. Vaterland, meine, seine usw. Heimat)', das L. der Mitte
(veraltet; China)', das L. der unbegrenzten Möglichkeiten
(USA. Amerika): das L. der aufgehenden Sonne (Japan):
das L. der tausend Seen (Finnland): wieder im Landle]
sein (ugs.; wieder zurückgekehrt sein); b) svw. f Bundesland:
die Länder der Bundesrepublik Deutschland; Bund, Länder
und Gemeinden; das ist Sache der Lander.
tynd-, L$nd- (vgl. auch: 1 ander-, Länder-; landes-, Landes;
lands-. Lands-): mJ> [-'-]: vgl. ^auf; -adel, der (früher):
auf dem Lande lebende adelige Familien mit Grundbesitz:
^ambubtoriian, das (DDR): auf dem Land, für die
Landbevölkerung eingesetztes Ambulatorium: Munmam.
der (Schweiz.): Ammann, Regierungschef bestimmter
Kantone in der Schweiz: ^arbeit, die: auf dem Lande anfallende
Arbeit, bes. in der Landwirtschaft: schwere, harte L.; ^arbei»
ter, der: in der Landwirtschaft beschäftigter Arbeiter: arzt.
1624
land-,
Landtier. Arzt, der seine Praxis auf dem Lande, in ländlicher,
dörflicher Gegend hat; -auf [-'-] <Adv.> nur in dem
Wortpaar I.. landab (geh.. veraltend; überall im Land,
allenthalben, weit u. breit): Landauf, landab erschallen in diesen
Tagen die Alarmrufe der Warner (Welt 4. 11. 67. 2);
-aufenthalt, der: vorübergehender Aufenthalt. Urlaub o. ä.
in ländlicher, dörflicher Umgebung; -aus [-'-] <Adv.> nur
in dem Wortpaar I.. landein (f -auf); -bau, der: vgl.
Ackerbau, dazu: -bauschule, die: vgl. Ackerbauschule; -besitz,
den vgl. Grundbesitz (a, b); -bevölkening, die: auf dem
Lande, in ländlichen, dörflichen Gegenden lebende,
arbeitende Bevölkerung; -bewohner. der; -brot, das: vgl.
Bauernbrot; -brücke, die (Geogr.): auf beiden Seiten von
Gewässern begrenzter, relativ schmaler Streifen Land, der eine
Verbindung zwischen Kontinenten, zwischen Inselu. Festland
o.a. darstellt; -butter, die: Butter der unteren von drei
Handelsklassen mit gesetzlich genau festgelegten
Qualitätsmerkmalen; Deutsche L.; -ei, das: 1. [frisches/ Ei vom
Lande. 2. (ugs. abwertend, auch scherzh.): vgl.
-Pomeranze; -ein [-'-]: vgl. -aus: -hinwärts [-'—1 <Adv.>: von
der Küste aus ins Innere des Landes: der Wind weht I.;
-enge, die (Geogr.): schmaler Streifen Land zwischen zwei
Meeren, der größere Landmassen verbindet; -erziehungs-
heim, das: auf dem Land gelegene Schule mit
angeschlossenem Heim, in der sowohl im Unterricht als auch bei der
allgemeinen Erziehung das Gemeinschaftsleben gefördert
wird; -fahrend <Adj.; o. Steig.: nur attr.) (veraltend): ohne
festen Wohnsitz umherziehend: -e Leute, Personen; -es Volk;
-fahrer, der: jmd.. der ohne festen Wohnsitz umherzieht;
-fahrer in. die: w. Form zu T-fahren -fahrzeug, das: im
Unterschied zum Wasserfafirzeug ein Fahrzeug, das zum
Fahren auf dem Land(\) geeignet ist; -fein in der Wendung
sich I. machen (Seemannsspr.; sich für den Aufenthalt, das
^Ausgehen an Land anziehen, zurechtmachen): -film, der
(DDR): Kino ohne festes Haus, das abwechselnd in
verschiedenen kleineren Gemeinden auf dem Land Filme vorfülirt;
-flucht, die: Abwanderung vieler Landbewohner, bes.
bäuerlicher Herkunft, aus den ländlichen Gebieten in die Städte
* um dort wegen der meist besseren Arbeits- u.
Lebensbedingungen Arbeit zu suchen); -flüchtig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.> (veraltet): aus seinem Land geflohen: -e Verbrecher;
er wurde I. (floh aus seinem Land); -frau, die: im ländlichen,
bes. im landwirtschaftlichen Bereich tätige Frau, dazu:
-frauenschule, die: haus- u. landwirtschaftliche Fachschule
für Mädchen; -fremd <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>: ein
Land, das als augenblicklicher Aufenthalt dient, nicht
kennend, in diesem Lande fremd, nicht heimisch: -e Soldaten,
Touristen; -friedefa]. der (hist.): (imMA.) vom Landesherrn
festgelegter, zunächst zeitlich begrenzter Friede für das ganze
Land od. für bestimmte Gebiete (bes. zum Schutz gegen
den Mißbrauch der Fehde), dazu: -friedensbruch, der: 1.
(hist.) Vergehen gegen den Landfrieden (bes. durch eine
Fehde). 2. (jur.) Gewalttätigkeiten einer Menschenmenge,
die eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellen;
-funk, der: bes. landwirtschaftliche Themen behandelnde
Rundfunksendung für die Landbevölkerung; -gang, der
(Seemannsspr.): 1. Freizeit, die von Seeleuten dazu benutzt wird,
an Land zu gehen: L. haben; die Besatzung ist auf L.
2. (selten) Steg, der dazu dient, von einem Schiff ans Ufer
oder auf ein anderes Schiff zu gelangen; -gemeinde, die:
kleinere Ortschaft mit ländlichem, dörflichem Charakter;
-Bericht, das: a) für Zivil- u. Strafsachen zuständiges
Gericht, das dem Amtsgericht übergeordnet ist; b) Gebäude, in
dem das Landgericht (a) untergebracht ist. dazu: -gerichts-
pr&sident, der: Jurist, der einem Landgericht als Leiter
vorsteht; -graf, der (hist.): l.<o. Pl.> Adelstiteleines Fürsten
im Rang zwischen Graf(\) u. Herzog (1 b). 2. Angehöriger
des Adels. Reichsfürst im Rang zwischen Graf u. Herzog.
dazu: -grafschaft, die (hist.): Herrschaftsbereich eines
Landgrafen; -gut, das: größerer Bauernhof; Gut (2); -haus,
das: im Stil seiner ländlichen Umgebung angepaßtes Haus,
Villa auf dem Land; -heim, das: auf dem Land gelegenes
Heim für Kinder; Landerziehungsheim; Landschulheim;
-Jäger, der [2: vidi, scherzh. entstellt aus Schweiz, mundartl.
lang tigen Wurst, also eigtl. = lange, getrocknete Würste]:
1. (landsch. veraltet) auf dem Land eingesetzter Polizist;
Gendarm. 2. kleine, flach gepreßte, stark geräucherte Wurst
aus scharf gewürztem rohem Fleisch; -Jugend, die: vgl.
-kind (1); -kärtchen, das: zu den Edelfaltern gehörender
Schmetterling, bei dem die Unterseiten der Flügel eine einer
Landkarte ähnliche Zeichnung tragen; -karte, die: auf einem
meist zusammenfaltbaren Blatt in maßstäblicher
Verkleinerung dargestellte Abbildung der Erdoberfläche od.
bestimmter Ausschnitte davon: eine L. auseinanderfalten, vor sich
ausbreiten; einen Ort. einen Fluß auf der L. suchen,
ausfindig machen, dazu: -kartenflechte, die: im Hoch- u.
Mittelgebirge auf Felsen wachsende, leuchtend gelbgrüne Flechte,
die oft große, an Landkarten erinnernde Flächen überzieht.
-kartenzunge, die (Med.): Zunge mit rötlichen, von einem
weißen Saum umgebenen Flecken, die stellenweise zu
Formen, die an eine Landkarte erinnern, zusatntnenfließen;
-kind, das: 1. Kind, das auf dem Lande aufwächst. 2. jmd..
der auf dem Lande aufgewachsen u. vom Leben in ländlicher
Umgebung stark geprägt ist; -klima, das: svw. t
Kontinentalklima; -kommune, die: in ländlicher Umgebung lebende
Kommune (3). die meist Landwirtschaft betreibt; -kreis.
der: mehrere, meist kleinere Gemeinden umfassender Bezirk
der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde; -krieg, der:
auf dem Festland geführter Krieg (im Unterschied zum
Seekrieg u. zum Luftkrieg); -läufig <Adj.>: allgemein
verbreitet, bekannt; allgemein üblich, gängig; im allgemeinen,
üblicherweise, normalerweise: -e Ansichten, Vorstellungen:
im -en Sinne; nach -er Meinung; eine I. verbreitete Ansicht;
-leben, das <o. Pl.>: durch das Wohnen, den Aufenthalt
in ländlicher, dörflicher Umgebung geprägte, sich ergebende
Lebensweise; Leben auf dem Lande: das L. lieben; sich
ans L. gewöhnen: -lebend <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(Zool.): als Landtier, auf dem festen Land lebend (Ggs.:
wasserlebend): -e Wirbeltiere; -leute, die: 1. (veraltend)
vgl. -bevölkerung. 2. PI. von t-mann; -hift, die: reine
Luft ländlicher Gegenden: sich in guter, unverbrauchter,
gesunder L. erholen; -macht, die: Staat, dessen militärische
Macht [überwiegend] auf den Landstreitkräften beruht
(Ggs.: Seemacht); -mann, der <PI. -leute) (geh.. veraltend):
1Bauer (1); -marke, die (Seew.): weithin sichtbarer Punkt
an der Küste (z.B. ein Hügel, Kirchturm o.a.). der für
die Navigation verwendet werden kann; -maschine, die:
in der Landwirtschaft eingesetzte Maschine; -masse, die:
zusammenhängendes Festland von großer Ausdehnung: die
asiatische L.; -messer, der: Vermessungsingenieur, der
bes. auf die Vermessung von Land spezialisiert ist; -nähme
[-na:msj. die <o. PL): Eroberung, Inbesitznahme u. Besiede-
lung von Land; -Partie, die (veraltend): Ausflug in eine
ländliche Gegend; -pfarrer, der: vgl. -arzt; -pfleger, der
[von Luther eindeutschend gebr. für lat. pröcürätor] (bibl.):
Statthalter einer Provinz des Römischen Reiches;
Prokurator; -plage, die: Plage, die in weiten Gebieten eine große
Belästigung darstellt u. durch die großer Schaden entsteht:
die Wespen sind dieses Jahr zu einer schlimmen, üblen
L. geworden; Ü ihre Kinder sind eine wahre, richtige L.
(scherzh.; sind unausstehlich)', -Pomeranze, die [wohl urspr.
Studentenspr.] (ugs. abwertend, auch scherzh.): aus
ländlicher, dörflicher Umgebung stammende, in Aufmachung
u. Auftreten ungeschickt, unbeholfen wirkende weibliche
Person; -rat, der: 1. oberster Beamter eines Landkreises, Leiter
der Kreisverwaltung. 2. (Schweiz.) Parlament bestimmter
Kantone, zu 1: -ratsamt, das: a) einem Landrat (1)
unterstellte Behörde; b) Gebäude, in dem ein Landratsamt (a)
untergebracht ist; -ratte, die [LÜ von engl, landrat] (ugs.,
oft scherzh. od. leicht abwertend, bes. aus der Sicht der
Seeleule): jmd.. der auf dem Land, im Binnenland lebt,
nicht zur See führt; jmd.. der zur See-. Schiffahrt kein
Verhältnis hat; -recht, das: (im MA.) allgemeines, für
das ganze Land geltendes Recht für Fälle, die nicht unter
besondere Rechte (z.B. eines Standes, einer Stadt o.a.)
fallen; -regen, der [eigtl. = über das ganze Land hin
ausgedehnter Regen]: lang anhaltender, gleichmäßig u. nicht
sehr heftig fallender Regen; -rücken, der: langgestreckter
Bergrücken, Höhenrücken; -sasse.der: (im MA.) von einem
Grundherrn Abhängiger, der aber nicht Leibeigener ist;
Untertan eines Landesherrn, dazu: -sässig [-zesic] <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): einen Landsassen betreffend, den Stand
eitles Landsassen besitzend, zu den Landsassen gehörend:
-e Bauern; -Säugetier, das (Zool.): Säugetier, das auf dem
festen Land lebt; -Schildkröte, die: vgl. - Säugetier;
-Schreiber, der (Schweiz.): Kanzleivorsteher eines Bezirks; -schule,
die (veraltend): meist nicht sehr große, oft nur wenig
gegliederte Volksschule in kleinen dörflichen Gemeinden: eine
einklassige L.; -schulheim, das: vgl. -heim; -seite, die:
dem Wasser, dem Meer abgewandte, dem Land zugewandte
1625
Land-an
Seite (Ggs.: Seeseite); --sitz, der: ausgedehntes Landgut
mit einem meist herrschaftlichen Wohnhaus: spitze, die:
vgl. -zunge; -Stadt, die: kleinere Stadt mit ländlicher
Umgebung u. teilweise noch dörflichem Charakter: -stände <PI.>
(hist.): (im Ständestaat) Vertretungen der bevorrechtigten,
dem Landesherrn gegenübertretenden Stände, bes. auf den
Landtagen (2); -ständisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>
(hist.): die Landstände betreffend: -störzer I-Xtcert$B], der;
-s, - [mhd. sterzer = Landstreicher, zu: sterzen = im
Land umherziehen, wohl zu t2Sterz; vgl. schwänzeln!
(früher): jmd.. der nicht seßhaft ist. ständig umherzieht:
Landstreicher: -störxeriiu die; -. -nen: w. Form zu T ^störzer.
-Straße, die: außerhalb von Ortschaften verlaufende, klebte-
re. befestigte Straße, die bes. dem Verkehr zwischen den
Ortschaften dient: -Streicher, der leigtl. = jmd.. der im
Lande umherstreichtl: jmd.. der nicht seßhaft ist. meist
keinen festen Wohnsitz hat. ziellos von Ort zu Ort zieht
fu. in bezug auf seinen Lebensunterhalt überwiegend anderen
zur Last fällt]: -streicherd, die <o. Pl.>; -streicherin, die;
-. -nen: w. Form zu t ^Streicher; -streifen, der; -Streitkräfte
<PI.>: svw. t Heer (1 b); -strich, der: Bereich innerhalb eines
größeren Gebietes, einer Landschaft: Gegend: ein
bewaldeter, fruchtbarer, kahler L.; -stufe, die: svw. T Schichtstufe;
-stürm, der: 1. svw. t Landwehr (2). 2. (früher, noch
Schweiz.) Gesamtheit der zum Wehrdienst herangezogenen
Männer älterer Jahrgänge, dazu: -sturmmam. der <PI.
-männer) (früher, noch Schweiz.): Angehöriger des
Landsturms (2); -tag, der: l.a) aus Wahlen hervorgegatigene
Volksvertretung der Bundesländer: die bundesdeutschen -e;
der bayerische L.; b) Gebäude, in dem der Landtag (1 a)
untergebracht ist. 2. (hist.) Versattimlung der Landstände,
zu 1: -tagsabeeordnete, der u. die. -tagsfraktion, die.
-tagswahl, die; -technik, die (DDR): Teilgebiet der
Agronomie, das sich mit der Technisierung von
Produktionsprozessen in der Landwirtschaft befaßt: ^tier, das: Tier, das
auf dem festen Land lebt (Ggs.: Wassertier); -Urlaub, der:
Urlaub von Seeleuten, der mit der Erlaubnis, an Land zu
gehen, verbunden ist: ^vennesser, der: svw. t ^messen
-Vermessung, die: svw. fLandesvermessung; -vogt, der: (im
MA.) vom König eingesetzter Verwalter eines
reichsunmittelbaren Bezirks: -vogtei,die: (im MA.) Verwaltungsbezirk
eines Landvogtes: -voik, das <o. PI.) (geh.. veraltend):
vgl. -bevölkerung: das L. ist bekannt dafür, daß es seine
eigene Situation nüchtern ... betrachtet (Bundestag 190.
1968. 10277); -wärts <Adv.> [t-wärtsl: zum Land hin. dem
Land zu. ins Land: vom Meer, von der See weg: der Wind
weht I.; Sie liefen I. über die Kanalbrücke (Fries. Weg
158); -weg, der: 1. über freies Land führender (Fahr)weg:
Feldweg: staubige, aufgeweichte -e. 2. Weg über das
Festland (Ggs.: Wasserweg): bei ihren Reisen bevorzugt sie
immer den L.; sie sind auf dem L. nach Indien gefahren:
^wehr, die (früher): 1. Grenzbefestigung meist kleinerer
Gebiete aus Wällen. Gräben u. Buschwerk. 2. Aufgebot
von wehrfähigen Männern, oft von Reservisten, das bes.
zum Festungsbau. zur Verteidigung, zum Schutz des Landes
bei der Abwehr des Feindes eingesetzt wurde, zu 2: Mvehr-
mann, der <PI. -männer) (früher): Angehöriger der
Landwehr: -weh, der: einfacher, leichter (nur regional
bekannter) Wein: -wind, der: (verhältnismäßig schwacher) vom
Land zum Meer wehender Wind (Ggs.: Seewind); ^wlrt,
der: jmd.. der selbständig Landwirtschaft. Ackerbau u.
Viehhaltung betreibt, einen landwirtschaftlichen Betrieb führt,
leitet, verwaltet: Bauer: ein wohlhabender L.; er will L.
werden; er ist gelernter L. (er hat eine landwirtschaftliche
Ausbildung auf einer Fach- od. Hochschule genossen):
-Wirtschaft, die: 1. <o. PI.) planmäßiges Betreiben von Ackerbau
u. Viehzucht zum Erzeugen von tierischen u. pflanzlichen
Produkten: die heutige, moderne L.; die L. fördern;
Betriebe der L. und des Gewerbes; er ist in der L. tätig; innerhalb
der L. (bei den für die Landwirtschaft Zuständigen) regte
sich Opposition (Fraenkel, Staat 186). 2. meist nicht sehr
großer landwirtschaftlicher Betrieb (im allgemeinen nur mit
Haltung von Kleintieren): er betreibt eine kleine L., dazu:
-wirtschaftlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die
Landwirtschaft betreffend, auf ihr beruhend, von ihr herrührend, zu
ihr gehörend: der Landwirtschaft dienend, für sie nutzbar:
-e Erzeugnisse. Produkte, Maschinen; die -e Nutzung von
Land; -e Nutzfläche, Forschung; ein -er Betrieb; etw. I.
nutzen. -wirtschaftsausstelKing, die. -wirtschaftskammer,
die: Kammer (8 c), die die Belange der Land- u.
Forstwirtschaft wahrnimmt, -wirtschaftsministerium, das. -wirt-
schaftsschule, die: landwirtschaftliche Fachschule.
-Wirtschaftswissenschaft, die: vgl. Agronomie; -zunge, die:
langgestreckte, schmale Halbinsel.
Land-art [Iaend|a:t|.die; - [engl.-amerik. land-art. zu: engl,
land = Land. Landschaft u. art = Kunst): moderne
Kunstrichtung, beider Aktionen im Freien im Mittelpunkt stehen,
durch die die Landschaft (z.B. durch Ziehen von Furchen.
Aufstellen von Gegenständen o. ä.) künstlich verändert wird.
Landauer [land^iB]. der; -s. - [nach der Stadt Landau
in der Pfalzl (früher): viersitzige Kutsche mit
zurückschlagbarem Verdeck: Landaulett [lando'tet]. das; -s, -e [frz.
landaulet) (früher): Landauer, bei dem nur ein Teil des
Verdecks zurückgeschlagen werden konnte.
Landdien ['tentt^n]. das; -s, - u. Länderchen [lendtnjanl:
tLand (5).
Lfnde- (landen 1; Flugw.): -anfkig, der: svw. f Anflug (1 b);
-bahn, die: für die Landung von Flugzeugen eingerichtete
Bahn. Piste auf Flugplätzen u. -häfen: -brücke, die: svw.
t Landungsbrücke; -erlaubnis, die: Erlaubnis für ein
Flugzeug zur Landung auf einem Flugplatz, -hafen: -fähre, die:
kurz für f Mondlandefähre; -klappe, die: an den
Tragflächen von Flugzeugen angebrachte Klappe, die bes. bei der
Landung zur Verminderung der Geschwindigkeit
ausgefahren wird: Miianöver, das: Vorgang des Landens da); das
Ansetzen eines Flugzeugs. Hubschraubers zur Landung u.
ihre Durchführung: -piste, die: svw. t ^bahn; -platz, der:
1. a) kleinerer Flugplatz: b) für die Landung eines Flugzeugs,
eines Hubschraubers geeigneter Platz im Gelände. 2. svw.
f Landungsplatz; -Steg, der: vgl. Landungsbrücke; -stelle,
die: vgl. Landungsplatz; -verbot, das: vgl. -erlaubnis.
Lände [lenda]. die; -. -n [mhd. nicht belegt, ahd. lenti.
zu T landen] (landsch.): Stelle. Platz zum Anlegen von
Schiffen. Booten: Er ... wandte sich ... stromaufwärts, die L.
entlang (Doderer. Wasserfälle 38); landen Ilandn] <sw.
V.) [mhd. lenden. ahd. lenten. zu tLand; nhd. Form unter
Anlehnung an ..Land" nach niederd. landen]: 1. <ist) a)
(von oben her. von der Luft aus) auf festen Untergrund,
auf die Erde niedergehen, auf dem Boden aufsetzen (von/mit
Luftfahrzeugen): das Flugzeug landete sicher, glatt,
pünktlich; wir sind auf dem Flughafen, in Frankfurt gelandet;
wann wird die Maschine I.?; der Pilot konnte wegen Nebels
nicht I.; Gewöhnlich landet der Vogel nun auf der Person
des Pflegers (Lorenz. Verhalten I. 176); der norwegische
Weitenjäger landete ... bei der 96-m-Marke; das
Raumschiff ist auf dem Mond weich gelandet (hat auf dem
Mond aufgesetzt, ohne zu zerschellen): <subst.:> die
Passagiere müssen sich beim Landen anschnallen; b) (vom
Wasser her) am Ufer, an Land ankommen, am Festland
anlegen (von/mit Wasserfahrzeugen): das Schiff ist
pünktlich [im Hafen] gelandet; sie landeten mit einem Boot
an der Küste, auf der Insel; *bei imdm. nicht I. [könnenl
(ugs.; bei imdm. keinen Erfolghaben, keinen Anklang finden:
von imdm. abgewiesen werden): trotz heftiger Bemühungen
konnte er bei ihr nicht I.; bei mir landet er mit solchem
Gerede nicht. 2. <ist> a) (fam.) nach einer Reise. Fahrt
an seinem Ziel ankommen: wir sind gestern wohlbehalten,
pünktlich hier, an unserem Bestimmungsort, in Meran
gelandet; schreibt gleich eine Karte, wenn Ihr wieder zu
Hause gelandet seid; b) (ugs.) [überraschenderweise,
unversehens] an einen nicht vorgesehenen Ort kommen, an eine
nicht erwartete Stelle gelangen, auf etw. zu liegen kommen:
der Wagen kam ins Schleudern und landete auf/in einem
Acker, er rutschte aus und landete auf dem Bauch, auf
dem Rücken; Ich landete schließlich bei der Firma
Maßmann AG (v. d. Grün. Glatteis 16); wenn er so weiter
macht, landet er noch im Zuchthaus; Dagegen landeten
auffallend viele Pässe beim Gegner (gab es auffallend viele
Fehlpässe: MM 5. 5. 67,17); die meisten Anträge landeten
im Papierkorb (wurden in den Papierkorb geworfen). 3.
<hat> a) (aus der Luft) mit einem Luftjahrzeug auf der
Erde, auf dem Boden absetzen: die Alliierten haben hinter
den feindlichen Linien Fallschirmjäger gelandet; b) (aus
dem Wasser) mit einem Wasserfahrzeug an Land bringen,
aufs Festland schaffen: der Gegner hat Truppen an der
Küste gelandet; die Passagiere konnten trotz hohen
Wellengangs gelandet werden; Der Hecht war im Netz ....
nachdem wir ihn glücklich gelandet hatten (Lenz. Brot
118). 4. <hat> a) (Boxen) einen Schlag beim Gegner
anbringen: er landete einen schweren Haken am Kopf, am Kinn
1626
Landrover
des Gegners; b) (ugs.) [glücklich, überraschend] zustande
bringen, erringen, erreichen: er konnte einen
eindrucksvollen Sieg, einen Volltreffer I.; Einen Riesenhit landete die
in Australien aufgewachsene Sängerin (Hörzu 41, 1974,
63); er hat einen Coup gelandet (eine große Sache, ein
kühnes, bedenkliches, anrüchiges Unternehmen erfolgreich
durchgeführt): landen [lendn] <sw. V.; hat) [Tlanden]
(landsch.): (bes. von Ertrunkenen) aus dem Wasser holen
u. an Land bringen: Im Rhein bei Erfelden ... wurde eine
...männliche Leiche gelandet (MM 7. 7. 65, 7).
I|nder-, Länder- (vgl. auch: land-. Land-; 1 an des-, Landes-;
Iands-, Lands-): -kammer. die: svw. t Bundesrat (1):
-kämpf, der: sportlicher Wettkampf, an dem zwei od.
mehrere Länder beteiligt sind: -künde, die <o. PL>: Teilgebiet
der Geographie, das sich mit der Erforschung u. Darstellung
der geographischen Gegebenheiten u. Eigenarten von
Ländern befaßt, dazu: -kundlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
die Länderkunde betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr
gehörend: -e Forschungen; ein -es Handbuch; -name, der
<meist PI.): Name eines Landes od. einer Landschaft: -par-
famente <P1.): Gesamtheit der Parlamente verschiedener
Länder, bes. der Bundesländer: Bis heute haben die L.
kein Gesetz erlassen, das die Gewerbefreiheit einschränkt
(Hörzu 20, 1973, 28); -spiel, das: Spiel (verschiedener
Sportarten, bes. Fußball) der Nationalmannschaften zweier
Länder: ein L. besuchen; der junge Spieler bestreitet sein
erstes L. (spielt zum ersten Mal in der Nationalmannschaft) :
-vergleich, der: vgl. -kämpf.
Linderchen: PI. von T Ländchen; Ländereien [lenda'rajan]
<P1.>: ausgedehnter Grundbesitz (b): -en haben.
lindes-, Landes- (vgl. auch: land-. Land-; länder-, Länder-;
Iands-, Lands-): -amt, das: in den Zuständigkeitsbereich
eines Bundeslandes gehörendes Amt: L. für Flurbereinigung
und Siedlung: -aufnähme, die: svw. t-Vermessung; -bank,
die <P1. -banken): gemeinnütziges, öffentlich-rechtliches,
auf kommunaler Ebene für eine bestimmte Region, oft für
ein Buttdesland, geführtes Bankinstitut: -behörde, die: vgl.
-amt; -bischof.der (ev. Kirche): einer Landeskirche
vorstehender Bischof: -brauch, der: vgl. -sitte; -^ebene, die meist
in der Fügung auf L. (in der Zuständigkeit eines / Bundes j-
landes: von einem / Bundes /land aus als der zuständigen
Stelle): etw. auf L. regeln, verhandeln; -e«en <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): 1. einem Bundesland gehörend: -e
Einrichtungen. Gebäude. 2. für ein Land (5 a) charakteristisch,
dort üblich: -e Trachten. Speisen, Sitten; -färben <P1.>:
Farben, wie sie die Fahne eines Landes (5) zeigt: die L.
Frankreichs; Dekoration und Kostüme waren ganz in den
bayrischen L.; -flüchtig: svw. t landflüchtig; -fürst, der:
vgl. -herr; -Bericht, das (österr.): Gericht erster Instanz
in einer Landeshauptstadt: -Beschichte, die <o. PL):
Geschichte (1) eines bestimmten (unter historischen
Gesichtspunkten in sich geschlossenen) meist kleineren Gebietes,
Territoriums: ihn interessiert besonders die pfälzische L.,
dazu: -geschichtlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die
Landesgeschichte betreffend: -grenze, die: svw. t Grenze
da): innerhalb der -n; er war weit über die -n hinaus
bekannt; -gruppe, die (Politik. Pari.): Zusammenschluß
der Bundestagsabgeordneten einer Partei aus demselben
Bundesland: der Leiter der bayerischen L. der CSU; -haupt-
maim, der<PI. ...hauptleuteu. ...Hauptmänner): 1. (früher)
i in Preußen bis 1933) Leiter der Verwaltung einer Provinz.
2. (österr.) Regierungschef, Vorsitzender der
Landesregierung eines Bundeslandes: -Hauptstadt, die: 1, Hauptstadt
eines Landes (5 a). 2. Hauptstadt eines Landes (5 b), eines
Bundeslandes: -Herr, der (früher): (vom MA. an)
Herrscher, Monarch eines Landes, eines Staates: die -n strebten
nach Vereinigung aller Hoheitsrechte; (scherzh.:) er wollte
nicht Minister in Bonn werden, sondern lieber L. in seinem
Bundesland bleiben; -Herrin, die: w. Form zu t-herr;
-herrlich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (früher): einen
Landesherrn betreffend, von ihm ausgehend: -e Waldungen; die
-c Gewalt; ein -er Erlaß, dazu: -Herrlichkeit, die <o. PI.):
svw. Nhoheit; -hoheit, die <o. PL) (früher): oberste
Regierungsgewalt eines Landesherrn: -innere, das: ins
L. fahren; -kind, das <meist PI.) (veraltet, noch scherzh.):
jmd., der zur Bevölkerung eines bestimmten Landes
gehört: die -er sollten künftig bei der Zulassung zum
Studium bevorzugt werden (MM 4. 4. 70. 23); -kirche,
die: verwaltungsmäßige, organisatorische Einheit der
evangelischen Kirche, deren jeweiliger Bereich im allgemeinen
dem der einzelnen deutschen Länder entspricht: -kultur,
die <o. PI.) (Fachspr.): Gesamtheit der Maßnahmen zur
Verbesserung der land- u. forstwirtschaftlichen Nutzung des
Bodens u. zur Erhaltung der Kulturlandschaft: -künde, die
<o. PL): Wissenschaft von der Kultur, den geographischen
Verhältnissen, den historischen Entwicklungen o.a. eines
Landes: -kundig <Adj.; nicht adv.): ein Land genau ken-
netid; mit den Verhältnissen in einem Land vertraut: ein
-er Reisebegleiter: -kundlich <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.):
die Landeskunde betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr
gehörend, mit den Mitteln der Landeskunde: -e Forschungen;
-liste, die (Politik, Pari.): beider Bundestagswahl als
Wahlvorschlag für ein Bundesland geltende Zusarmnenstellung
der Kandidaten einer Partei in einer bestimmten Reihenfolge:
-meister, der (Sport): Gewinner einer Landesmeisterschaft:
-metstersdiaft, die (Sport): Wettbewerb in einer bestimmten
Sportart, bei dem um die Meisterschaft auf nationaler Ebene
gekämpft wird: -mutter, die (geh. veraltet): ehrende Bez.
für Fürstin eines Landes: -Parlament, das: Parlament eines
Bundeslandes: -Parteitag, der: Parteitag einer Partei aus
einem Bundesland: -pflege, die <o. PL): Gesamtheit der
Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege u. Erhaltung der
natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen in den verschiedenen
Lebensbereichen: -Planung, die <o. PI.) (bes. Politik,
Wirtsch.): Gesamtheit der geplanten Maßnahmen, mit deren
Hilfe für ein bestimmtes Gebiet den sozialen, kulturellen,
wirtschaftlichen Erfordernissen auf bestmögliche Weise
entsprochen werden kann: -Politik, die <o. PI.): die Belange
eines Buttdeslandes betreffende Politik, dazu: -Politiker,
der; -politisch <Adj.; o. Steig.); -Produkt, das: Produkt
eines Landes, das meist für dieses Land bes. charakteristisch
ist: -recht, das (Jur.): in den Zuständigkeitsbereich eines
Bundeslandes fallettdes Recht (dem das Recht des Bundes
übergeordnet ist): -regierung, die: Regierung eines
Bundeslandes: - rekord, der (Sport): für ein bestimmtes Land
geltende Rekord in einer Sportart: -sitte, die: in einem Land
herrschende, für ein Land bes. charakteristische Sitte: sich
mit den -n vertraut machen; nach -e gekleidet sein;
^spräche, die: Sprache, die von /dem überwiegenden Teil] der
Bevölkerung eines Landes gesprochen wird: sich mit den
Einheimischen in deren L. unterhalten: -tracht, die: eine
Bäuerin in der L.; -trauer, die (früher): obrigkeitlich
angeordnete allgemeine Trauer nach dem Tod des Landesherrn,
der Landesherrin od. des Thronfolgers: -üblich <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): in einem Land üblich, sehr gebräuchlich
u. für dieses Land charakteristisch: die -e Kleidung, Tracht
tragen; -vater, der (geh.. veraltet): ehrende Bez. für Fürst
eines Landes: -Vermessung, die: Teilgebiet der Geodäsie,
dessen Aufgabe bes. die Vermessung eines bestimmten
Landes od. Gebietes ist: -verrat, der (jur.): Verbrechen,
durch das die äußere Sicherheit eines Staates gegenüber
anderen Staaten gefährdet wird: L. begehen, dazu:
-Verräter, der: jmd., der Landesverrat begeht, -verräterisch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): -e Pläne. Beziehungen. Handlungen;
-Versicherungsanstalt, die (Bundesrepublik Deutschland):
öffentlich-rechtliche Versicherungsgesellschaft, die für die
Arbeiterrentenversicherung u. die Rentenversicherung der
Handwerker sowie für die gesetzliche Krankenversicherung
zuständig ist: ^Verweisung, die (bes. österr.): svw. t
Ausweisung; -Währung, die: in einem bestimmten Land, Staat
gültige Währung: in [der] L. zahlen; -weit <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.): im Bereich eines ganzen (Bundeslandes.
Ländler ['lernte], der; -s. - (eigtl. = Tanz, der im „Landl"
( = Oberösterreich) getanzt wird]: langsamer Volkstanz im
Dreivierteltakt: ländlich Dentin;] <Adj.) [mhd. lantlich] das
iMtid (4) betreffend, zu ihm gehörend: für das Land, das
Leben auf dem Lande charakteristisch, ihm entsprechend:
dörflich: -e Gegenden; sich in -er Umgebung aufhalten;
-eGemeinden; -e Sitten. Gebräuche; das -e Leben
bevorzugen; die -e Ruhe. Stille, -e Kost lieben: Alle gehen I.
früh (früh, wie es auf dem Lande üblich ist) schlafen (Joho,
Peyrouton 112); hier geht es 1. zu, sind die Zustände schon
ganz 1.; I$ndlidi-sjttlich <Adj.; o. Steig.) (scherzh., oft mit
gutmütigem Spott): im Lebensstil, in der Ausstattung o. ä.
recht einfach, bieder, ohne Luxus od. Komfort, nicht von
städtischer Zivilisation geprägt: -e Zustände; bei dem Fest
ging es noch so richtig 1. zu.
Landrover© ['IcendroovaJ. der; -[s], - [engl, landrover. eigtl.
= Landwanderer]: geländegängiges Kraftfahrzeug, bei dem
der Antrieb auf alle Räder wirkt.
1627
lands-, Lands-
tynds-, Lands- (vgl. auch: land-, Land-; länder-, Lander-;
landes-, Landes-): -gemeinde, die (seh wetz): Versammlung
der stimmberechtigten Bürger in einigen kleinen Kantonen;
^krocht,der [eigtl. = ein im kaiserlichen Land
angeworbener Soldatl (bist.): (im 16. Jh.) berufsmäßiger, zu den Fuß-
truppen gehörender Soldat; zu Fuß kämpfender Söldner.
dazu: -knechtslied, das. -knechtstradit, die; -mann, der
(PI. ...leutc): jmd., der aus demselben Land stammt, aus
derselben Landschaft. Gegend kommt wie ein ariderer: er
ist sein L.. ein L. von ihm; sie sind Landsleute von mir
(stammen aus meiner Heimat); wir sind Landsleute (haben
dieselbe Heimat); Was sin' denn Sie fiir'n L., Fräulein
Helga? (aus welchem Land, aus welcher Gegend stammen
Sie?; Hochhuth. Stellvertreter 207); -männin, die; -. -nen:
w. Form zu t ^mann; -mannschaft, die: 1. <o. PI.) Herkunft
aus demselben Land, derselben Landschaft. Gegend: er hat
die [gleichel L. mit ihm geleugnet. 2. a) (früher)
Zusammenschluß von Studenten aus demselben Land, derselben
Landschaft an einer / auswärtigen ] Universität; b) waffenstudenti-
sche Verbindung. 3. (Bundesrepublik Deutschland)
Vereinigung von Flüchtlingen u. Heimatvertriebenen, dazu:
-mannschaftlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): 1. die
Landsmannschaft (1) betreffend, auf ihr beruhend, für sie
charakteristisch, zu ihr gehörend; den Bewohnern eines Landes, einer
Landschaft* Gegend in gemeinsamer, verbindender Weise
eigentümlich: -e Bindungen. Gemeinsamkeiten,
Ausprägungen; die Aufteilung des Landes in Gliedstaaten geschah
nicht nach -en Gesichtspunkten, war nicht I. begründet;
sie waren sich I. verbunden. 2. die Landsmannschaft (2)
betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr gehörend: eine -e
Korporation. 3. die Lamlsmannschaft (3) betreffend, auf ihr
beruhend, zu ihr gehörend: ein -es Treffen.
Landschaft, die; -. -en [mhd. lantschaft. ahd. lantscaflt)];
1. hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes (der Gestall
des Bodens, des Bewuchses, der Besiedelung o. ä.) in
bestimmter Weise geprägter Teil, Bereich der Erdoberfläche:
Gebiet der Erde, das sich durch charakteristische äußere
Merkmale von andern Gegenden unterscheidet: eine karge,
öde. baumlose, steppenartige, gebirgige, malerische,
liebliche, schwermütige L; die spanische L.; eine L. von
besonderem Reiz; diese L. hat ihre Bewohner geprägt; die
Erhaltung der natürlichen L. als Geborgenheit für den ...
Menschen (Mantel. Wald 67); er fährt durch die L. (durch
die Gegend, durchs Land), ohne etwas von ihr
wahrzunehmen; der moderne Bau paßt gut in diese L.; die Lehre
von den verschiedenen -en (Geogr.; den ganz bestimmte
geographische Merkmale aufweisenden Gebieten, Zonen)
der Erde; Ü die Seele ist eine schöne L.; die [innenpolitische
L. (Situation) hat sich geändert; das paßt nicht in diese
L. (nicht hierher): wenn es gilt, den eigenen Standort
innerhalb der modernen wissenschaftlichen L. (des
Standes, der augenblicklichen Gegebenheiten der Wissenschaft)
zu bestimmen (Welt 1. 11. 67, 2). 2. künstlerische
Darstellung, bes. Gemälde einer Landschaft (1): eine romantische,
realistische L.; eine in düsteren Farben gemalte L.; Dürers
-en; Landschafter, der; -s. - (veraltend): svw. f
Landschaftsmaler, landschaftlich <Adj.; o. Steig.): 1, die Landschaft
(1) betreffend, für sie charakteristisch, zu ihr gehörend:
die -en Gegebenheiten. Bedingungen. Gebräuche; eine 1.
herrliche Gegend; Der I. schönste Zugang zu einem Berg
(Eidenschink. Berg 46). 2. die besonderen sprachlichen
Eigentümlichkeiten, die Sprechweise der Bewohner eines
bestimmten Gebietes betreffend, für diese Sprechweise
charakteristisch, zu ihr gehörend: -e Wörter; eine -e
Ausdrucksweise; der -e Gebrauch eines Wortes; sich I. ausdrücken;
eine 1. gefärbte Lautung; dieser Ausdruck ist I.
kundschafte-, Lfndschafts: -aquarell, das: vgl. -bild (1);
^aufnähme, die: vgl. -bild (1); -blld, das: 1. Bild, auf
dem eine Landschaft (1) dargestellt ist; Landschaft (2).
2. Landschaft, wie sie sich [mit ihren typischen
Ausprägungen] einem Betrachter darstellt: das riesige Bauwerk
verändert, zerstört das gesamte L.; Herr Wo blickte ... auf
vorübergleitendc -er (Seidel, Sterne 33); -Charakter, der:
vgl. ^bild (2); -gärtner, der: Gärtner, Gartenarchitekt, der
sich bes. mit der Planung u. Gestaltung größerer Gelände,
Garten-, Parkanlagen befaßt; -gebunden <Adj.; nicht adv.>:
nur in einer bestimmten Landschaft vorhanden, möglich:
-e Architektur; -aestaltung, die <o. Pl.>: Gesamtheit der
Maßnahmen zur planvollen landschaftlichen Gestaltung im
Rahmen der Landes- u. der Landschaftspflege; -maier, der:
Maler, der [überwiegend] Landschaften darstellt; -maierei,
die <o. Pl.>; -pfleue, die <o. PI.>: Gesamtheit der
Maßnahmen zur Pflege u. zur Erhaltung einer Landschaft, ihrer
besonderen Eigentümlichkeiten u. natürlichen Werte;
-schütz,der: vgl. -pflege, dazu: -Schutzgebiet, das: Gebiet,
das unter Landschaftsschutz steht.
Landseer [laensial. der; -s, -s [nach dem engl. Tiermaler
E. H. Landseer (1802-1873)1: zur Rasse der Neufundländer
gehörender, schwarzweiß gefleckter Hund.
Landser [lantßB], den -s. - [zu veraltet Lanz = Kurzf.
von: Lanzknecht = frühnhd. Schreibweise für
tLandsknecht (unter Anlehnung an tLanze)] (Soldatenspr.):
(einfacher) Soldat: Türen seh lagen. Stiefelschritte, die Stimme
vom Spieß und von -n (Böll. Adam 70).
Landsting [lantßtinl. das; -s [dän. landsting, eigtl. =
Versammlung des Landes, aus: land = Land u. ting. fThing):
bis 1953 die erste Kammer des dänischen Reichstags.
Landung, die; -, -en: 1. a) das Landen (1 a). das Niedergehen.
Aufsetzen auf den Boden: die glatte, einwandfreie, geglückte
L. des Flugzeugs; die weiche L. eines Raumschiffs auf
dem Mond; Ü der Storch, der Skispringer setzt zur L.
an; b) (seltener)das Landend b),das Ankommen. Anlegen
an Land: die L. des Schiffes. 2.a) das Landen (3), das
Absetzen aus der Luft [in gegnerisches Gebiet]: Sie ( = die
Vorschlage) sahen alliierte -en bei Bremen und Hamburg
... vor (Rothfels. Opposition 161); b) das Landen (3 b)
vom Wasser her / in gegnerischem Gebiet].
Landung»-: -boot, das: vgl. -fahrzeug; -brücke, die: vom
Ufer ausgehende, brückenähnliche Vorrichtung, die den
Übergang von anlegenden Schiffen an Land u. umgekehrt
ermöglicht; -fahrzeug, das: für das Anlegen an flachen
Küsten eingerichtetes Kriegsschiff zum Transportieren u.
Absetzen von Truppen; -platz, der: für das Anlegen von
Schiffen, Booten geeignete, eingerichtete Stelle am Ufer;
-steg, der: vgl. ^brücke; -stelle, die: vgl. ^platz.
'hüls Dan] <Adj.; länger, längste) /vgl. lange, länger,
längstens, längst/ [mhd. lanc. ahd. lang]: 1. (nicht adv.) a)
in räumlicher Ausdehnung nach einer Richtung den
Durchschnitt od. eine Vergleichsgröße übertreffend; von
[vergleichsweise] großer räumlicher Ausdehnung in einer
Richtung (Ggs.: kurz 1 a): ein -er Mantel. Rock; ein Kleid
mit -em Ärmel; sie trägt gern -e Kleider, eine [endlosl
-e Straße; Autos glitten in -en Kolonnen ... die Straße
entlang (Simmel. Stoff 38S); er hat ziemlich -e Anne;
sie hat schöne -e Haare; er hat eine [ganz] -e (ugs.; aus
vielen Ziffern bestehende) Telefonnummer; ein -er (aus
sehr vielen Waggons bestehender) Güterzug; der Schal ist
I. genug; der Zug der Demonstrierenden war I.; sie mußte
das Kleid länger machen; sie trägt das Haar jetzt wieder I..
länger; der Weg zieht sich [unendlichl I. hin; <subst.:> ich
komme in Lang (trage ein langes Kleid); Ü eine -e (ugs.;
mit Wasser verdünnte) Suppe. Soße; b) eine bestimmte
räumliche Ausdehnung in einer Richtung aufweisend, von
bestimmter Länge (in Verbindung mit Maßangaben, diesen
nachgestellt): ein fünf Meter -es Seil; der Teppich ist [um] ein
paar Zentimeter zu I.; Eine dieser Zellen, sechs Schritt
I. und zwei Schritt breit (Plievier. Stalingrad 286); c) (ugs.)
hochgewachsen, von hohem Wuchs, groß: ein -er Kerl,
Bursche; ein -er, schlaksiger Junge; (scherzh.:) er ist eine <
Latte, ein -es Gestell; obwohl Borkhausen 1. war. sah
ihn Enno Kluge nicht (Fallada. Jeder 183) <subst.:> komm
mal her. Langer, du kannst mir das herunterholen; d)
in viele Worte gefaßt u. daher einigen Platz beanspruchend;
ausführlich: ein -er Brief. Artikel; eine -e Liste; der Aufsatz
ist zu I.; das Schreiben ist etwas I. geworden, geraten.
2.a) <adv. svw. t lange) sich über einen großen Zeitraum
erstreckend; eine beträchliche, relativ große Zeitspanne um-
fassend; von / vergleichsweise] großer zeitlicher Ausdehnung
(Ggs.: kurz 2a): ein -er Aufenthalt. Urlaub im Ausland;
nach -er Krankheit ist er gestorben; ein -er Vortrag; eine
[endlos] -e Rede; an den -en Winterabenden spielten sk
Schach; das ist eine -e Zeit (ein großer Zeitraum); er
kommt seit -er Zeit (schon sehr lange) nicht mehr; nach
einem -en Blick drehte sie sich um; er antwortete ohne
-es Nachdenken; das wird eine -e Nacht (man wird nur
wenig schlafen); sie hat drei -e (nur langsam verstreichende
Jahre gewartet; die Pause war nicht 1.; die Tage werden
Jetzt wieder länger. 1. anhaltender Beifall; der Brief war
sehr I. unterwegs (Handke. Brief 13); sie konnte es nicht
mehr länger ertragen; je längeres dauerte, desto unruhiger
1628
lang-, Lang-
wurde er; * I. und breit/des «en [und breiten] (sehr ausführlich
, u. daher einige Zeit in Anspruch nehmend/): sich I. und
breit von etw. berichten lassen; sich des -en und breiten
über etw. ergehen, auslassen; Aus Potsdam versuchte die
Muttererst des -en zu erklären, daß ... (Johnson. Ansichten
53); seit -em (seit geraumer Zeit; über einen großen Zeitraum
hin); b) (nicht präd.) sich über einen bestimmten Zeitraum
erstreckend, eine bestimmte Zeitspanne unifassend; von
bestimmter zeitlicher Ausdehnung, Dauer (in Verbindung mit
Maßangaben, diesen nachgestellt): sein drei Stunden -es
Warten hat sich gelohnt; sie mußten mehrere Stunden
I. laufen; den ganzen Winter I. trainierten sie in der Halle;
er zögerte nur eine Sekunde, einen Augenblick, einen
Atemzug, einen Herzschlag I.; das wird er sein Leben
I. nicht (niemals) vergessen; 2tang[-] (landsch.. bes. nordd.):
1. <Präp. mit Akk.. nachgestellt) svw. Tentlang (I): gehen
Sie lieber diesen Weg, den Fluß I. IL <Adv.> svw. Tentlang
(ID: sie gingen auf einem Pfad am Ufer I.; komm, wir
müssen hier I. (wir müssen in diese Richtung); geht es
wirklich da I. (ist das der richtige Weg)?; Wo geht's denn
hier nach London I. {welches ist der Weg nach London;
Kant. Impressum 26S); * wissen/erkennen/sehen o.a.. wo
es I. geht (ugs.; wissen, erkennen, vorhersagen können o.a.,
wie sich eine Sache entwickelt u. wie man selbst dabei
am besten vorwärtskommt, sein Ziel erreicht).
ftfng-, L91K- (Mang): -ärm[e)lig [-eim(3)lic] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: mit langen Ärmeln [versehen] (Ggs.:
kurzärmelig): eine -e Bluse; -atmig <Adj.>: allzu ausführlich,
weitschweifig: -e Schilderungen. Erklärungen.
Beschreibungen; sich I. über etw. auslassen, dazu: -atmigkeit, die;
-; -beinig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: lange Beine besitzend
(Ggs.: kurzbeinig): ein -er Hund; eine -e Rasse; der -e
amerikanische Student Jesse Owens (Welt 25. 5. 65. 6);
-Hdig <AdJ.) (Schweiz.): weitschweifig, langatmig u.
langweilig: seine -e Erzählung war ermüdend; -film, der:
abendfüllender Film (3a; Ggs.: Kurzfilm); -finger, der (oft
scherzh.): Dieb, Taschendieb: L. bestahl Sportsfreunde
(MM 6. 2. 67. 6); -fing[e]rig <Adj.; nicht adv.>: 1. mit
langen Fingern [versehen] (Ggs.: kurzfingfelrig): -e Hände.
2. (oft scherzh.) zum Diebstahl, zu Diebereien neigend,
diebisch: er war ein -er alter Gauner; -fisch, der: svw.
TLeng; -florteppich, der: Teppich mit langem 2Flor (2);
-flügelig <Adj.; nicht adv.) (Zool.): lange Flügel besitzend
(Ggs.: kurzfiügelig): -e Insekten; -fristig [-Frist«;] <Adj.>:
lange Zeit dauernd, anhaltend; für lange Zeit geltend,
Geltang habend; für lange Zeit; auf lange Sicht (Ggs.:
kurzfristig b): -e Verträge. Darlehen. Kredite; eine -e Planung;
sich in einem Vertrag I. binden; Sie sollten I. sparen;
-gehegt <Adj.; o. Steig.; nur attr.>: schon lange Zeit bei jmd.
innerlich vorhanden, von jmdm. genährt, in sich getragen:
ein -er Wunsch. Plan; -«esdiwänzt <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): einen langen Schwanz besitzend (Ggs.:
kurzgeschwänzt); -gestielt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit langem
Stiel versehen: -e Früchte. Werkzeuge; -gestreckt <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: in die Länge gestreckt, eine
beträchtliche Länge aufweisend: ein -es Gebäude; -gezogen <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): in die Länge gezogen, gedehnt, lange
angehalten: -e Töne. Laute; ein -es Heulen. Pfeifen; -glied-
rig <Adj.; nicht adv.): lange, langgestreckte Glieder
besitzend, aufweisend: Der -e Knabe glitt wie eine Schlange
vom Bett herab (Kuby. Sieg 385); ihre Hände waren schmal
und I.; -haar, das <o. PI.): 1. (bei Hunden u. Katzen)
Fell mit langen Haaren (Ggs.: Kurzhaar 1). 2. (selten)
lange Kopfhaare, Frisur mit langen Haaren (Ggs.: Kurzhaar
2): L. braucht mehr Pflege, zu 1: -haardackel, der: Dackel
mit langhaarigem Fell, zu 2: -haarfrisur, die: eine modische
L.; -haarig <Adj.; nicht adv.): a) ein Fell mit langen Haaren
besitzend (Ggs.: kurzhaarig a): ein -er Terrier; -e Katzen;
-e Pelzjacken (Dariaux [Übers.]. Eleganz 92); b) lange
Haare, eine Frisur mit langen Haaren tragend (Ggs.: kurzhaarig
b): ein -er Typ; sie ist blond und I.; c) mit langen Haaren
ausgestattet] (Ggs.: kurzhaarig c): ein feiner, -er Pinsel;
-haarkatze, die: Katze mit Langhaar (a); -halsig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): einen langen Hals besitzend (Ggs.:
kurzhalsig); -haus, das (Archit.): langgestreckter Hauptteil
einer Kirche, der aus Haupt- u. Seitenschiffen bestehen kann;
-4i|n <Adv.) (geh.): weithin in einer bestimmten Richtung:
einen ... Weg.... der zur Seite eines geschwind strömenden
Meeresarmes sich I. in nördlicher Richtung erstreckte (Th.
Mann. Hoheit 187); -holz, das <o. PL): Baumstämme,
die nach dem Fällen nicht od. nur unwesentlich gekürzt
wurden u. eine bestimmte Länge aufweisen; -Jährig <Adj.;
0. Steig.; nur attr.): viele Jahre, sehr lange existierend,
vorhanden, während, dauernd; von langer Dauer: ein -er
Mitarbeiter. Kunde. Freund; eine -e Bekanntschaft; über
-e Erfahrungen verfugen; Ich hatte als einziger keine -e
Parteitätigkeit aufzuweisen (Leonhard. Revolution 279);
eine -e Gefängnisstrafe verbüßen; -köpfig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (Anthrop.. Med.): Langköpf igkeit aufweisend
(Ggs.: kurzköpfig). dazu: -köpfigkeit, die <o. PL): a)
(Anthrop.) für bestimmte Menschenrassen
charakteristischer, relativ schmaler, langgestreckter Schädel; b) (Med.)
/angeborene] Mißbildung, bei der der Schädel abnorm
schmalu. lang ist; -lauf, der <o. PI.) (Sport): das Skilaufen
über große Strecken in relativ ebenem Gelände (bes. als
Wettlauf u. Disziplin im nordischen Skisport), dazu:
Käufer, der: jmd., der Langlauf betreibt, -laufski, der: für
den Langlauf geeigneter bes. schmaler, leichter Ski; -lebig
<Adj.; nicht adv.) (Ggs.: kurzlebig): 1. (meist Fachspr.)
eine lange Lebenszeit besitzend; lange Zeit lebend: -e Tiere.
Pflanzen; Der geistliche Neffe mußte gesund sein, stark
und I. (Werfel. Himmel 43); -e (langsam zerfallende)
Elementarteilchen. 2. a) für lange Zeit Aktualität, Wirksamkeit
besitzend; lange aktuell bleibend: eine -e und große
Angelegenheit (Becker. Prosa 95); diese Einrichtung hat sich als
1. erwiesen; b) für lange Zeit funktionstüchtig,
gebrauchsfähig: -e Konsumgüter. Waren; -es (solides,
strapazierfähiges) Material, dazu: -lebigkeit, die; -: -legen, sich <sw.
V.; hat) (ugs.): sich zum Ausruhen, Entspannen, Schlafen
hinlegen: Der Professor hat sich nach dem Mittagessen
für eine Weile langgelegt (Fussenegger. Zeit 194); -liegen
(ugs.): zum Ausruhen, Entspannen, Schlafen ausgestreckt
liegen; -lochziegel, der (Bauw): Hohlziegel, bei dem die
Löcher in Längsrichtung verlaufen; -machen (ugs.): a) <l.
+ sich) svw. Telegen; b) svw. Tausstrecken (2): Sie wird
ihren Körper nicht mehr I. an meinem (Brasch. Söhne
68): -mähnig <Adj.; nicht adv.) (oft abwertend): svw.
T ^haarig (b): ein -er Gammler, -mut, die; - [rückgeb.
aus T langmütig, nach spätlat. longanimitäs] (geh.): durch
ruhiges, beherrschtes, nachsichtiges Ertragen od. Abwarten
von etw. gekennzeichnete Verhaltensweise; große Geduld,
Nachsicht: unendliche, durch nichts zu erschütternde L.:
seine L. ist bewundernswert, ist jetzt zu Ende: viel L. zeigen:
gegenüber jmdm. L. üben, an den Tag legen; -mutig <Adj.)
[mhd. lanemüetec, ahd. langmuotig = geduldig. LÜ von
spätlat. longanimis] (geh.): Langmut besitzend, zeigetid;
voller Langmut; sehr geduldig, nachsichtig: drohte der an-
sonst so -e Vater mit der äußersten Strafe (Fussenegger.
Haus 131); er war. erwies sich als sehr I.; etw. I. über
sich ergehen lassen, dazu: -mütigkeit, die; - (geh.): das
Langmütigsein; -~ohr, das (scherzh.): 1. Hase, Kaninchen.
2. Esel; -ohrig [-|o:n<;] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.): lange
Ohren besitzend; -paß, der (Ballspiele): auf größere
Entfernung gespielter Paß (3) (Ggs.: Kurzpaß); -pferd, das
(Turnen): Sprungpferd, das (im Unterschied zum Seitpferd)
in Längsrichtung steht; -schadel, der: schmaler,
langgestreckter Schädel; -sdiäfter [-Jeftc]. der; -s, -: Stiefel mit
langem Schaft; -schäftig [-Jefti<;] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): mit langem Schaft [versehen]: -e Stiefel; -schläfer,
der: jmd., der [gern] lange in den Morgen hinein schläft;
-schnäb[e]lig [-Jne:b(d)li<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
einen langen Schnabel besitzend; -schnauzig [-Jn^yat^K;]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): eine lange Schnauze besitzend;
-schrift, die (selten, nur im Ggs. zur Kurzschrift
gebraucht): normale, nicht gekürzte Schrift; -schwänzig
[-Jventßw;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. T ^geschwänzt;
-«eite, die: längere Seite eines Gebäudes: nur an der L.
des Hauses waren Fenster; -spielplatte, die: große
Schallplatte mit langer Spieldauer; Abk.: LP; -stielig [-Jti:li<;]
<Adj.; nicht adv.): 1. <o. Steig.) a) mit langem Stiel [
versehen] (Ggs.: kurzstielig a): -e Gläser; eine -e Axt; b) einen
langen Stengel besitzend (Ggs.: kurzstielig b): -e Rosen.
2. (ugs.) umständlich, weitschweifig; langweilig, eintönig:
er ist ein furchtbar -er Mensch; sein Vortrag war ziemlich
I.. zu 2: -stieiigkeit, die; - (ugs.); -strecke, die: a) lange
Strecke, weite Entfernung: auf-n ist der Benzinverbrauch
nicht so hoch wie auf Kurzstrecken; das Flugzeug wird
vorwiegend für -n eingesetzt; b) (Sport) bei einem
Laufwettbewerb über eine lange Distanz zurückzulegende Strecke,
dazu: -streckenflug, der: Flug über weite Entfernungen,
1629
Langage
-streckenlauf, der (Sport): Laufwettbewerb über eine lange
Strecke (von 3000 man), -Streckenläufer, der (Sport): Lau-
fer. der auf Langstreckenlauf spezialisiert ist.
-Streckenrakete, die: Rakete mit vergleichsweise großer Reichweite.
-streckler [-JtrekiB], der (Sport Jargon): svw. T
-Streckenläufer, -tagpflanze, die (Bot.): Pflanze, die nur blüht u.
Früchte bildet, wenn die tägliche Einwirkung des Lichts
länger ist als die tägliche Periode der Dunkelheit (Ggs.: Kurz-
tagpflanze); -vere, der (Verslehre): Vers mit fünf u. mehr
Hebungen od. Takten (Ggs.: Kurzvers); -weile, die: T
Langewelle, dazu: -weilen <sw. V.; hat): 1. bei jmdm.
Langeweile, ein Gefühl des Überdrusses hervorrufen, für jmdn.
uninteressant, reizlos, nicht abwechslungsreich, nicht
anregend, nicht unterhaltsam sein: diese Arbeit, die Aufführung,
der Film langweilte ihn; der Redner langweilt seine Zuhörer
[zu Tode]; ich will dich nicht mit Einzelheiten 1. (dir die
für dich uninteressanten Einzelheiten ersparen): sie standen
gelangweilt herum. 2. <I. + sich) Langeweile Itaben.
empfinden: sich sehr, maßlos, schrecklich, zu Tode L: ich habe
mich auf der Party gelangweilt (sie war reizlos,
uninteressant, nicht unterhaltsam für mich): Ich fühlte freilich, daß
er sich mit mir langweilte (nichts mit mir anzufangen wußte,
meine Gesellschaft für ihn uninteressant, reizlos war:
Seghers. Transit 118): -weiter, der (ugs. abwertend): a) jmd..
der für andere langweilig ist. der andere langweilt: mit
diesem L. ist einfach nichts anzufangen; b) jmd.. der durch
seine Langsamkeit. Unentschlossenheit andere ungeduldig
macht: beeile dich ein wenig, du L.!; -weilig [-v^jIk;] <AdJ.>:
1. Langeweile verursachend, bereitend: für jmdn.
uninteressant, reizlos, nicht abwechslungsreich, nicht anregend, nicht
unterhaltsam (Ggs.: kurzweilig): ein -er Vortrag. Abend;
eine kleine, -e Stadt; eine -e (öde. eintönige, monotone)
Landschaft; er ist ein ziemlich -er (temperamentloser)
Mensch; die Reise, die Veranstaltung war ziemlich 1.; hier
ist es entsetzlich, zum Sterben I.; es war ihm sehr 1. (er
langweilte sich sehr): das Faschingsfest war ... sehr würdig
und sehr I. verlaufen (Reinig. Schiffe 93). 2. (ugs.) viel
Zeit in Anspruch nehmend: zeitraubend, schleppend: das
ist eine ziemlich -e Angelegenheit; so ein -er (langsam
denkender, handelnder) Mensch. Kerl!; sei doch nicht so
I.! (beeile dich doch etwas!): wie kann man nur so I.
(langsam) sein, daherkommen!, dazu: -weiligkeit, die; -; -welle,
die: (Physik. Funkt.. Rundf.) a) elektromagnetische Welle
mit großer Wellenlänge: b) (Rundf.) Wellenbereich im
Radio, der Langwellen (a) empfängt: den Sender bekommt
man nur auf L.. dazu: -wellensender, der (Funkt.. Rundf.):
/ RadioJsender. der mit Langwellen sendet: -wellig <Adj.;
Steig, ungebr.; nicht adv.) (Physik): von großer
Wellenlänge: -e Strahlen; -wierig usw.: T langwierig usw.; -zeile,
die (Verslehre): (bes. in der all- u. mittelhochdeutschen
Dichtung übliche) aus zwei Kurzversen bestehende Verszeile:
-zeitauto, das: haltbares, lange Zeit brauchbares Auto:
Auch ich fahre ein L.. einen im Jahre 19S6 geborenen
VW-Käfer (Gute Fahrt 4. 1974. 5); -zeitaedichtnis, das
<o. PI.) (Psych): Fähigkeit des Gehirns, eine Information
lange Zeit zu speichern (Ggs.: Kurzzeitgedächtnis):
-zeitökonotnie, die: für einen langen zukünftigen Zeitraum
planende Wirtschaft: -zeitprogramm, das (Fachspr.): einen
größeren Zeitraum umfassende Planung: das
gesundheitspolitische L. einer Partei; -Zeitstudie, die: vgl. -zeitpro-
gramm; -zeitversuch, der: sich über eine lange Zeit erstrek-
kender Versuch: -zeitwirkung. die (Fachspr.): lange Zeit
anhaltende Wirkung: Wirksamkeit von längerer Dauer.
langagp [läga:3(d)]. die; - [eingef. von dem Schweizer
Sprachwissenschaftler F. de Saussure (1857-1913); frz.
langage = Rede. Sprache, zu: langue. TLangue] (Sprachwiss.):
svw. T Sprachfähigkeit.
lange, (auch:) lang (vgl. 'lang 2a) flante)] <Adv.; länger,
am längsten) /vgl. Mang, länger, längst, längstens/ [mhd.
lange, ahd. lango. zu t flang]: I. einen relativ großen
Zeitraum lang: viel Zeit beanspruchend, lange Zeit (Ggs.: kurz
2a als Adv.): es dauert I.; wir mußten 1. warten: er hat
sehr 1. gesprochen, geschlafen, gearbeitet; er hat es nicht
1.. nicht länger, hat es am längsten dort ausgehalten; I.
nach etw. suchen müssen; er ist I. (seit geraumer Zeit)
fertig; es ist schon I. her (liegt lange Zeit zurück), ist
schon länger her (liegt einige, aber noch nicht allzu lange
Zeit zurück), daß wir darüber gesprochen haben; lang,
lang ist's her (nach engl. long, long ago in der Übers,
eines engl. Liedes von Th. H. Bayly. 1797-1839); es dauert
nicht mehr I.. und es geschieht ein Unglück (es wird bald
ein Unglück geschehen): auf meinen Anruf kann er I. warten
(ich werde ihn nicht anrufen): die können I. warten, bis
er das bezahlt (er ist nicht geneigt, nicht in der Lage,
ihnen das zu bezahlen): er wird's nicht mehr l. machen
(ugs.: er wird bald sterben): was fragst du noch I. (noch
viel), geh doch einfach. 2. (in Verbindung mit
nachgestelltem .jlicht") bei weitem, längst: das ist [nochl I. nicht
alles, das Schlimmste; er spielt 1. nicht so gut wie du:
Länge [ lerp], die; -. -n [mhd. lenge. ahd. lengi, zu t Mang]:
La) räumliche Ausdehnung in einer Richtung: die L. von
etw. bestimmen, messen, schätzen; die [ganzel L. des
Hauses abschreiten; auf der ganzen L. des Hafendamms (den
ganzen Hafendamm entlang): bei dieser L. des Weges (bei
einem so langen Weg) stellen sich leicht Ermüdungen ein;
wir liefern die Stücke in verschiedenen -n; das deutsche
Boot gewann mit einer L. (Sport; Strecke, die der Länge
eines Bootes entspricht) [Vorsprung). wurde um eine ganze
L. geschlagen; etw. der L. nach (in Richtung der
Längsachse) falten, durchschneiden; bevor er sich der L. nach
hinwarf (so hinwarf, daß er ausgestreckt, flach am Boden lag:
Lenz. Brot 12); * um -en aewinnen/verlieren/aeschlagen
werden o.a. (ugs.; eindeutiger Sieger/ Verlierer sein): Er verlor
das Duell gegen den überragenden Rivera um -en (MM
27. 2. 74, 8); b) <o. PI.) bestimmte räumliche Ausdehnung
in einer Richtung (in Verbindung mit Maßangaben): drei
Zentimeter L. ist bei diesen Insekten nicht ungewöhnlich;
ein Zimmer von sechs Meter L.; die Straße ist auf einer
L./in einer L. von zwei Kilometern nur einseitig befahrbar,
c) <PI. selten) hoher Wuchs. Größe: seine L. kommt ihm
bei dieser Sportart zugute; als er sich in seiner ganzen
L. (so groß er war) erhoben hatte, merkte man erst den
Größenunterschied; d) Ausführlichkeit, beträchtlicher
Umfang: Briefe. Artikel von solcher L. sind bei ihm nicht
selten. 2. (Geogr.) Abstand eines Ortes der Erdoberfläche
vom Nullmeridian (in Greenwich): die geographische L.
einer Stadt [auf der Kartei bestimmen; die Insel liegt [auf.
unter] 15° östlicher L. 3.a) <PI. selten) zeitliche
Ausdehnung. Dauer: die L. der Veranstaltung ist noch nicht
bekannt; Die Barzahlungen richten sich ... nach ... der L.
der nachgewiesenen Versicherungszeit (Fraenkel. Staat
315); die L. der Winterabende (sehr langen Winterabende)
wirkte sich positiv auf das Familienleben aus; ein Vortrag
von solcher L. (von einer so langen Dauer) ist eine
Zumutung; * auf die L. (ugs.; für lange, längere Zeit: auf die
Dauer): in die L. ziehen (langsam vorankommen, ablaujen
lassen: verzögern, hinausziehen): sie zogen die
Verhandlungen bewußt in die L.; sich in die L. ziehen (länger dauern
als erwartet: sich verzögern, sich hinziehen): das Gespräch
zog sich sehr in die L.; b) <o. PI.) bestimmte zeitliche
Ausdehnung, bestimme Dauer (in Verbindung mit
Maßangaben): einen Vortrag von [rund] einer Stunde L.
halten; für eines Atemzugs L. (Doderer. Abenteuer 28).
4. <PI.) zu weitschweifige, spannungslose, langweilige Stelle,
langatmiger Abschnitt: das Buch, das Theaterstück hat
viele -n. weist manche L.. -n auf. 5. (Verslehre) (in der
antiken Metrik) lange Silbe eines Wortes im Vers (Ggs.:
Kürze 4); <Zus.:> Ifnsebuig <Adv.) (ugs.): der Länge nach,
in seiner ganzen Größe: ausgestreckt: I. am Boden, im
Gras liegen; Ich schlug I. hin und knallte mit dem Kopf
gegen die Radkappe (Martin, Henker 71); lanaen [lanan]
<sw. V.; hat) [mhd. langen, ahd. langen] (ugs.): l.a) in
einem Maß. einer Menge vorhanden sein, die für etw. reicht:
ausreichen, genügen: die Vorräte langen [noch] bis zum
Monatsende; das Geld langt für dieses Vorhaben, für
diesen Zweck; für ein langes Kleid langt der Stoff nicht;
*jmdm. langt es (ugs.; jmds. Geduld ist zu Ende): also
jetzt langt's mir aber!; b) (mit etw.) auskommen: mit dem
Brot langen wir bis morgen. 2. sich bis zu einem bestimmten
Punkt erstrecken, bis zu einer Grenze hin reichen: der
Vorhang langt bis zum Boden: der Mantel langt ihm fast
bis zum Knöchel. 3.a) irgendwohin mit der ausgestreckten
Hand kommen, mit der Handerreichen: wenn er sich streckt,
langt er bis an die Decke, bis zum obersten Regalfach;
er kann weit über den Zaun I.; b) irgendwohin greifen,
fassen: auf den Tisch, in den Korb 1.; er langte in die
Tasche und holte zehn Mark heraus; das Kind hat nach
der Flasche, hat mir ins Gesicht gelangt. 4. mit der Hand
packen, ergreifen: nehmen, holen: kannst du mal ein
sauberes Glas [vom Regal] I.?; sie ... langte ein Taschen-
1630
Lanthan
tuch aus der Bluse (Bieler. Bonifaz 84); ich langte ihm
das Buch aus dem Schrank, vom Regal; *hndm. eine I.
«ugs.; jmdm. eine Ohrfeige geben); längen [lenan] <sw. V.;
hat; tmhd. lengen. ahd. lenganl (veraltend): l.a) länger
machen, verlängern: den Rock ein wenig I.; Ü du kannst
die Suppe, die Soße noch etwas I. (mit Wasser verdünnen);
bl <l. + sich) länger werden: das Gummiband hat sich
gelängt. 2.a) in die Länge ziehen, länger dauern lassen:
er schwieg, um das Gespräch nicht noch mehr zu I.: b)
1 + sich) sich in die Länge ziehen, länger dauern: die
Tage langen sich bereits.
Mögen-: -einheit, die (Fachspr.): svw. t-maß; ^grad, der
•Geogr.): von zwei um 1° auseinanderliegenden
Längenkreisen eingeschlossene Zone der Erdoberfläche; ^krete,
der (Geogr.): svw. t Meridian; Mitaß, das: Malieinheit für
d* Ausdehnung in der Länge (I a); -Wachstum, das (Biol.):
das Wachstum von Organismen. Organen in ihrer
Längsrichtung.
Hager 1'IcqbI <Adj.) /vgl. 'lang, lange, längstens, längst/:
1. ^absoluterKomp.)a) eine größere räumliche Ausdehnung
meiner Richtung, eine gewisse Länge besitzend, aufweisend;
mcht ganz kurz, aber auch nicht ausgesprochen lang: bis
zu eurem Ziel ist es doch [schon] eine -e Strecke; b)
uch über einen größeren Zeitraum erstreckend; von nicht
ganz kurzer, aber auch nicht ausgesprochen langer Dauer:
nach -er Abwesenheit wieder zu Hause sein; die
Behandking wird sich I. hinziehen. 2. Komp. zu t'lang; <Zus.
zu 1 b:> längerfristig [-fristKjl <Adj.; o. Steig.): für längere
Zeit geltend. Geltung habend; auf längere Sicht: eine -e
Planung. Finanzierung. Regelung; -e Ersparnisse, ein I.
gesicherter Markt (Stamokap 63).
Langette [längste], die; -. -n. Lang?ttenstich, der; -[e]s. -e
[frz. languette. eigtl. = Zünglein. Vkl. von: langue. TLan-
gue]: svw. T Festonstich; langettieren [lange'ti.ran] <sw. V.:
hat): svw. Tfestonieren.
Langeweile, die; - u. Langen weile, (auch:) Langweile, die;
- Izusgez. aus: lange Weilel: als unangenehm, lästig
empfundenes Gefühl des Nichtausgejulltseins. der Eintönigkeit, öd-
keil, das aus Mangel an Abwechslung. Anregung.
Unterhaltung, an interessanter, reizvoller Beschäftigung entsteht: eine
entsetzliche, trostlose, gräßliche, tödliche L.; Immer
lähmendere L. verbreitete sich (Feuchtwanger. Erfolg 404);
L. verspüren; die L. zu vertreiben suchen, nicht mehr
ertragen können; etw. aus lauter, reiner, purer L. machen;
aus L./Langerweile fast einschlafen; vor L./Langerweile
fast sterben, vergehen; Lfngezeit, die; - (Schweiz.):
Sehnsucht. Heimweh: sie kam vor L. fast um; l*nggehen <unr.
V.; Lst) (ugs.): svw. tentianggehen: am Bach, am Strand
I.. * [nicht] wissen, wo's langgeht (ugs.; sich in einer
bestimmten Situation / nichtJ zurechtfinden): länglich ['leoligl
AdJ.; Sup. ungebr.; nicht adv.) [mhd. lengeleht]: eine
im Verhältnis zur Breite) größere Länge aufweisend; nicht
allzu breit, aber in die Länge gezogen: ein -er Kasten.
Fleck; eine -e Öffnung: ein -es Brötchen; dieser Brief ist
in der Form etwas länglicher; länglichrund < Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): svw. Toval: ein -es Gesicht; längs [lais; mhd.
ienges. langes (erstarrter Gen.) = der Länge nach: vor
langer Zeit]: I. <Präp. mit Gen.. seltener mit Dativ) an
et*', in der ganzen Länge hin; entlang: I. des Flusses; die
Wälder 1. der Straße; I. den Gärten des Palastes; I. dem
Doppelzaun (Grass. Hundejahre 432). IL <Adv.) der
Längsachse nach (Ggs.: quer): das Sofa 1. stellen.
Ifrgs-, L$ngs-: ^actoe, die: der Länge, der längeren
Ausdehnung eines Körpers nach, in der Längsrichtung verlautende
AchseiGss.: Querachse): sich um seine L. drehen; ^gestreift
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: in Längsrichtung, der Länge
nach gestreift (Ggs.: quergestreift); -läge, die (Med.):
Geburtslage längs zur Öffnung der Gebärmutter; ^richtung,
die: Richtung der längsten Ausdehnung von etw. (Ggs.:
Querschnitt): I. Schnitt in Längsrichtung eines Körpers, der
Länge nach durch etw.: bei einer Pflanze [mit einer
Rasierklingel einen L. ausfuhren. 2. Darstellung der bei einem
Längsschnitt (1) entstehenden Schnittfläche: auf dieser Tafel
ist der L. eines Regenwurms zu sehen; ^seite, die: der
Längsrichtung eines Körpers entsprechende Seite;
Breitseite (Ggs.: Querseite): die L. eines Tisches;
-seits (Seemannsspr.): I. <Präp. mit Gen.) an der langen
Seite, entlang der Längsseite (eines Schiffes): das Boot
liegt I. des Dampfers. IL <Adv.) mit der langen Seite,
mit der Längsseite: I. am Ufer anlegen; -streifen, der:
längs verlaufender Streifen (Ggs.: Querstreifen); ~tal, das
(Geogr.): Tal. das in Richtung eines Gebirgszugs verläuft
(Ggs.: Quertal); ^wand,die: in Längsrichtung (eines
Gebäudes, eines Raumes) verlaufende Wand (Ggs.: Querwand).
langsam [lanza:m] <Adj.) [mhd. lancsam. ahd. langsam,
eigtl. = lange dauerndl: 1. durch geringe Geschwindigkeit
gekennzeichnet, mit wenig Geschwindigkeit, ohne
Schnelligkeit; relativ lange Zeit in Anspruch nehmend (Ggs.: schnell):
ein -es Tempo; eine -e Fahrt; mit -en Schritten gehen;
die Sache macht nur -e Fortschritte; der Läufer wurde
auf der Zielgeraden -er (konnte das Tempo nicht
durchhalten); der Zug fährt I. in die Halle; die Zeit vergeht nur
l.;es ging ihm alles viel zu 1.; er spazierte I. (gemächlich)
durch den Park; immer schön I.! (ugs.; immer schön ruhig,
nichts überstürzen!)'. U die Abfahrtspiste wurde gegen Ende
des Rennens -er (Skisport; ließ gegen Ende nur noch
geringere Geschwindigkeiten zu)\ * I.« aber sicher (ugs.; / von etw..
was sich entwickelt, einem Ziel zusteuert J nicht sehr schnell,
aber unaufhaltsam): mit ihm geht es I.. aber sicher bergab;
er hat sich 1.. aber sicher nach vorne gearbeitet. 2.
umständlich, schwerfällig, nicht flink u. wendig; lange Zeit für etw.
benötigend: ein -er Schüler. Mitarbeiter; er denkt und
handelt sehr I.; er ist seiner gesamten Veranlagung nach
ziemlich I.; sie ist bei/in ihrer Arbeit außerordentlich 1. 3,
<attr. nur bei Verbalsubstantiven; nicht präd.) allmählich,
nach u. nach; mit der Zeit: das -e Nachlassen der Kräfte;
1. wurde ihm klar, worum es ging; all das wurde ihm
I. lästig; es wird 1. Zeit, daß du gehst; (Abi. zu 1.2:)
Langsamkeit, die; -; längst [lenstl <Adv.) /vgl. Mang, lange,
länger, längstens/ [zu t'lang]: 1. schon lange; seit langer,
geraumer Zeit: das wußte ich I.; das hättest du [schon]
1. erledigen müssen; den Brief hat er doch I. abgeschickt;
endlich zahlte er seine I. fälligen Schulden: I. hat das
Holz jede Farbe verloren (Koeppen. Rußland 18S); für
mich ist diese Geschichte I. erledigt (sie existiert nicht
mehr für mich, ich denke gar nicht mehr daran). 2. (in
Verbindung mit nachgestelltem ..nicht") bei weitem, lange
(2): das ist I. nicht alles; dort ist es 1. nicht so schön
wie hier; die Sache ist 1. noch nicht (noch keinesfalls)
ausgestanden; daran ließen ihre Gedanken und
Handlungen I. nicht (keineswegs, überhaupt nicht) mehr zweifeln
(Musil. Mann 1150); längste [lenste]: t'lang; längstens
[lenstns] <Adv.) /vgl. 1lang. lange, länger, längst/ (ugs.):
a) nicht länger als. im äußersten Fall, höchstens: Im Zoo
geben sie sich ... I. eine gute Stunde am Tage mit dem
Essen ab (Grzimek. Serengeti 72); b) nicht später als.
spätestens: der Brief wird I. morgen. I. in zwei Tagen bei dir
sein; c) längst (1). seit langem: das ist mir schon I.
bekannt.
Langue [lä:g(d)l. die: - [eingef. von dem Schweizer
Sprachwissenschaftler F. de Saussure (1857-1913); frz. langue
= Sprache < lat. lingual (Sprachwiss.): die Sprache als
grammatisches u. lexikalisches System. Vgl. 2Parole.
languendo [languendo]. bmguente [lan'gyentd]. languido
[languido] <Adv.) [ital. languendo. languente. languido.
zu: languire = schmachten < lat. languere = matt, schlaff
sein] (Musik): schmachtend (als Vortragsanweisung).
Languste [lan'gosto]. die; -. -n [frz. langouste < aprovenz.
langosta < lat. locusta = Heuschrecke. Languste]: (bes.
am Mittelmeer u. Atlantischen Ozean lebender) großer,
meist rötlichvioletter bis weinroter Krebs ohne Scheren,
dessen schmackhaftes Fleisch als Delikatesse gilt.
Lanka! [lani'ta:!]. das; -s [geb. aus ital. lana italiana =
italienische Wolle; das Herstellungsverfahren wurde um
1930 in Italien verbessert] (Textilind.): aus dem Kasein
der Magermilch hergestellter, mottensicherer Faserstoff;
<Zus.:> Lanit&lfaser, die.
Lanolin [Iano'li:n], das; -s [zu lat. läna = Wolle u. oleum
= öl]: aus dem in Schafwolle enthaltenen, gereinigten Fett
hergestellte, hellgelbe, salbenartige Masse, die sich mit
anderen ölen u. Fetten beliebig mischen läßt u. bes. als Grundlage
für Salben verwendet wird; Lammeter: t Lanameter; Lanon
© [la'no:n]. das: -s QCunstw.. zu lat. läna = Wolle]
(Textilind.): vollsynthetische Kunstfaser aus Polyester.
Lantana [lan'ta:na]. die; - [nlat.] (Bot.): svw.
tWandelröschen.
Lanthan [lan'ta:n), das; -[s] [zu griech. lanthänein =
verborgen sein; gepr. von dem Entdecker des Elements, dem
schwed. Chemiker C. G. Mosander (1797-1858). da es
nur sehr schwer auffindbar u. analysierbar ist] (Chemie):
1631
Lanthan id
weißgraues Metall, das an der Luft sofort bunt anläuft
(chemischer Grundstoff); Zeichen: La; Lanthanid [lanta'ni:t],
das; -[e]s, -e (Chemie): svw. TLanthanoid; Lanthanit
[lanta'nr.t.auch: ...mtl. das;-s.-e (Chemie): weißes, glänzen-
des Mineral; Lanthanoid [lantano' i:t]. das; -[eis. -e [zu griech.
-oeides = ähnlichl (Chemie): eines der zu den seltenen
Erden gehörenden unedlen Metalle, die in ihrer chemischen
Zusammensetzung dem Lanthan sehr ähnlich sind.
Lanuao [Ia'nu:gol. die; -. ...gines [...gine:s; lat. lanügo =
Wollhärchenl (Med.): 2Flaum (2 a) des Fetus, der sich
während der zweiten Schwangerschaftshälfte bildet w. kurz vor
od. bald nach der Geburt verlorengeht.
Lanze [lant^s], die: -. -n [mhd. lanze < (a)frz. lance <
lat. lanceal: aus einem langen Schaft u. einer Spitze (aus
Metall od. anderem harten Material) bestehende, für Stoß
u. Wurf bestimmte alte Waffe (die bis zum ersten Weltkrieg
in Gebrauch war): eine L. werfen; Picadores ... stießen
nach ihm mit ihren spitzen -n (Th. Mann. Krull 432):
*fiir hndn.. etw. eine L. bredien/(seltener.) einlesen (mit
Entschiedenheit für jmdn.. etw. eintreten, jmdn.. erw.
verteidigen; nach den ma. Turnierkämpfen).
lenzen-, Lanzen-: -farn, der; -fisch, der: kleiner Fisch mit
lanzenförmigem Körper, der in zahlreichen Arten im Salz-
u. im Süßwasser vorkommt (Aquarienfisch); -förmig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>; -reiter, der (früher): mit einer Lanze
bewafftxeter Reiter; -spitze, die; -stich, der; -stoß, der.
Ianz?tt-, Lanz^tt- -bösen, der (Archit.): (bes. in der
englischen Gotik) in einer längeren Spitze auslaufender, sehr
schmaler Spitzbogen; -fenster, das (Archit.): (in der
englischen Frühgotik) langes, schmales Fenster, dessen Laibung
in einem Lanzettbogen ausläuft; -fischchen, das; -s. -: (zu
den Schädellosen gehörendes) im Sand der Meeresküsten
lebendes, in der Gestalt einem Fisch ähnliches, etwa
fingerlanges Tier: -Tonnig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.X
Lanzette flantpeto]. die; -. -n [frz. lancette. Vkl. von: lance.
t Lanze] (Med.): kleines, zweischneidiges Operationsmesser
(bes. für Operationen am Auge); buiz^ttlidi <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.> (Bot.): (von bestimmten Laubblättern) lanzen-.
lanzettförmig: -e Laubblätter.
lanzinieren [lantsi'ni:ran] <sw. V; hat; meist im 1. Part.)
[lat. lancinäre = zerfleischen] (Med.): (von bestitnmten
Schmerzen) blitzartig, plötzlich mit Heftigkeit auftreten:
lanzinierende Schmerzen.
Laparoskop flaparo'sko.p]. das; -s. -e [zu griech. lapära
= Teil des Leibes zw. Rippen u. Hüfte u. skopein =
betrachten] (Med.): mit elektrischer Lichtquelle u. Spiegeln
versehenes Instrument, das zur optischen Untersuchung der
Bauchhöhle u. der in ihr liegenden Organe durch die
Bauchdecke eingeführt wird: die Betrachtung der Leberoberfläche
mit dem L.; Laparoskopie [laparosko'pi:]. die; -. -n [...i:anl
(Med.): Untersuchung der Bauchhöhle mit dem Laparoskop:
eine L. durchführen, vornehmen; Laparotomie [...to'mi:!.
die; -. -n [...ton; zu griech. tome = das Schneiden. Schnitt]
(Med.): Bauchschnitt.
lapidar [lapi'da:g] <Adj.) [lat. lapidärius = zu den Steinen
gehörend; in Stein gehauen; nach dem gedrängten knappen
Stil altröm. in Stein gehauener Inschriften] (bildungsspr.):
ohne weitere Erklärung überraschend kurz u. knapp, aber
sehr wirkungsvoll fu. treffendJ: -e Worte; eine -c
Feststellung; Diese -e Art zu denken, ist typisch für ihn (Dönhoff,
Ära 59); etw. in -er Kürze mitteilen; etw. 1. formulieren;
Lapidar [lapi'dc:?!. der; -s, -e [frz. lapidaire, zu: lapidaire
< lat. lapidärius, t lapidar] (Fachspr.): Schleif- u.
Poliergerät (eines Uhrmachers]: Lapidariuni [Iapi'da:riom], das;
-s. ...ien [...pnl (Fachspr.): Sammlung von Steindenkmälern;
Lapidarschrift, die; - [nach der Schriftart der altrömischen
Stein inschriflenl (Schrift- u. Druckw.): Schrift in
Großbuchstaben ohne Verzierungen: Lapidarstil, der: -[eis
(bildungsspr.): knappe, kurze Ausdrucksweise; Lapilli [la'pili]
<PI.> [lat. lapilli. PI. von: lapillus = Steinchen] (Geol.):
kleine vulkanische Auswürflinge; Lapislazuli [lapisla.tßuli].
der: -. - [mlat. lapis lazuli = Blaustein, zu lat. lapis =
Stein u.mlat. lazuhim. lazurum. T Lasur] (Mineral.): blaues,
manchmal auch grünliches bis violettes Aggregat (3)
verschiedener Minerale, das als Schmuckstein verwendet wird.
Läpp [lap], der; -en. -en [mhd. läppe = einfältiger Mensch,
zu f Lappen od. zu veraltet läppen = schlaff herabhängen]
(bayr.. österr. abwertend): einfältiger, tölpelhafter Mensch:
Lappalie[la'pa.ip],die;-.-n [urspr.studentenspr..scherzh.
latinisierende Bildung zu T Lappen]: höchst unbedeutende
Sache. Angelegenheit; Belanglosigkeit: sie bezahlten gar
nicht und bezeichneten ihre Zechen als L. (Strittmatter.
Wundertäter 145); es kam zum Streit über -n; sich wegen
-n aufregen; Läppchen [lep<pn]. das; -s. -: TLappen (1);
Lappen [lapn]. der; -s. - [mhd. läppe, ahd. lappo. lappa.
urspr. schlaff Herabhängendes]: 1. <VkI. t Läppchen)
[minderwertiges] kleineres Stück Stoff. Leder o. ä.: lehm- und
blutverschmierte L.. verkrustete Wunden (Pllevier.
Stalingrad 42); einen L. auswaschen, auswringen; Scheuerweiber
führten feuchte L. (Scheuer-. Putzlappen) über den ...
Boden (Th. Mann. Krull 134); etw. mit einem L. säubern,
blank polieren, umwickeln, zustopfen, flicken; ein Hemd
zu L. zerschneiden. 2. (salopp) Geldschein [mit größerem
Wert]: für die paar L. arbeite ich nicht; Felix .... pump
mir *nen blauen L. (Hundertmarkschein; Bredel. Väter 17):
Sie (= die Nutten) streiten... um jeden grünen L.
(Zwanzigmarkschein; Sobota. Minus-Mann 20). 3. (ugs. abwertend;
landsch.) Schwächling; Du wolltest mir beweisen, was ftir
ein L. ich bin mit meinen großen Sprüchen (Brasch. Söhne
35).4. a) / herunterhängendes] Stück Haut am tierischen
Körper: Die Hennen wurden von einem schneeweißen ... Gok-
kel regiert, der saftige L. ... hatte (Molo. Frieden 104);
b) <PI.) (Jägerspr.) Häute zwischen den Zehen eines
Schwimmvogels; c) <PI.> (Jägerspr.) Lefzen des Hundes;
d) flächiger Teil eines Organs: der rechte L. der Lunge.
5. (Jägerspr.) um ein bestimmtes Gebiet gezogene lange
Schnüre mit weißen od. bunten Lappen, die u. a. bei
Treibjagden das Wild abschrecken sollen, aus dem Gebiet
auszubrechen: mehrere Wechsel durch L. verblenden; *Jmdm. durch
die L. gehen (ugs.; /jmdm. I entkonunen. entgehen): er ist
der Polizei durch die L. gegangen; Was mir dadurch an
Angeboten ... durch die L. ging (Bild 6. 6. 64, 3).
läppen [lepn] <sw. V.; hat) [engl, to lap. zu lap = Polier-.
Schleifscheibe, verw. mit T Lappen] (Metallbearb.):
metallische Werkstücke mit in Fett gebundenen feinsten
Schleifmitteln maschinell so bearbeiten, daß eine glatte Oberfläche
entsteht; reibschleifen; <subst.:> Läppen I-]. das; -s.
Lwpentaucher, der. -s. - [zu T Lappen (4b)l:
Schwimmvogel mit weit hinten am Körper befindlichen Beinen, der
gut tauchen kann: Steißfuß (z. B. Haubentaucher).
L^ppenzett. das; -[e]s. -e [nach dem im Norden
Skandinaviens lebenden Volksstamm der Lappen]: svw. T3Kote.
Lapperei [lapd'r^j].die; -.-en [zu TLappen] (seltener):
Läpperei; Läpperei [lepa'r^j]. die; -, -en (ugs.): unwichtige
Kleinigkeit: die Bedingung sei erfüllt, es sei keine solche L.
gewesen, wie er sich vorgestellt (Th. Mann. Joseph 172).
läppern [lepcn] <sw. V.; hat) [Intensivbildung von mniederd.
lapen = lecken, schlürfen]: I. (landsch.) etw. in kleitien
Zügen trinken. 2. <unpers.) (landsch.) plötzlich großen
Appetit auf etw. haben: es läppert mich nach einem guten
Stück Fleisch. 3. * das/es läppert sich (ugs.; etw. häuft
sich aus kleineren Mengen nach u. nach zu einer beachtlichen
Menge an).
lappig [lapicj] <Adj.) [zu fLappen]: I. (ugs.) ohne festen
Halt, weich u. schlaff: -e Wäsche wird wieder chic wie
neu (Hörzu 37. 1974, 9); gehüllt in -e Dickhaut, das
Nashorn (Th. Mann. Krull 350); l. gewordene Gewebe. 2.
(salopp) lächerlich gering: reg dich doch wegen der -en
10 Mark nicht so auf! 3. svw. tgelappt: -e Blattformen:
läppisch [lepill <Adj.) [zu fLapp] (abwertend): in einer
Weise dümmlich, daß es peinlich od. lächerlich wirkt;
kindisch: ein -es Spiel; ihr -es Wesen geht mir auf die Nerven;
er hat nur -e Einfälle; sei nicht so 1.!; diese Erklärung
ist einfach 1.; sich 1. benehmen.
Lappjagd [lapja:kt], die; -. -en [zu T Lappen (5)] (Jägerspr.):
Treibjagd, bei der um ein bestimmtes Gebiet Schnüre mit
Lappen. Tuch- od. Papierfetzen gezogen werden, die das
Wild abschrecken sollen, aus dem Gebiet auszubrechen.
L$ppma9chine, die; -. -n (Metallbearb.): Maschine zum
Läppen.
Lapsus [lapsosl. der; -. - [bildungsspr.: 'lapsu.s; iat. läpsus.
eigtl. = das Gleiten. Fallen, zu: läpsus. 2. Part, von:
läbi = (aus)gleiten] (bildungsspr.): Fehler aus
Nachlässigkeit od. Ungeschicklichkeit beim Sprechen, Schreiben od.
in bezug auf gesellschaftliche Umgangsformen o.a.; einen
[peinlichen] L. begehen; mir ist ein [schlimmer, kleiner!
L. unterlaufen, passiert; Lapsus calami [- ka.lami]. der
~. - [zu lat. calamus. TKalmus] (bildungsspr.):
Schreibfehler; Lapsus linguae [- Iinßye], der; - -. - - [zu lat. lingua.
f Langue] (bildungsspr.); das Sichversprechen; Lapsus me-
1632
laschen
moriae [- me'mo:rie]. der; - -. - - [zu lat. memoria =
Gedächtnis] (bildungsspr.): Gedächtnisfehler.
LJfdie [lenp]. die; -. -n [mhd. lerche. larche (ahd. nicht
belegt) < lat. larix (Gen.: laricis)]: a) in kühleren Regionen
wachsender Nadelbaum mit hellgrünen büscheligen Nadeln,
die int Herbst od. Winter abfallen; b) <o. PI.) zähes harziges
Holz der Lärche (a).
Laren [Ia:ren] <PI.) [lat. lares (Sg.: Lar). Hu.: viell. aus
dem Etrusk] (Myth.): altrömische Schutzgeister.
Ine [lanl <Adj.) [frz. large < lat. largus = freigebig;
reichlich] (schweiz.): großzügig: jmdn. I. behandeln; <Abl.:>
Ljrgeheit, die; -. -en (schweiz.): a) <o. PI.) großzügiges
Wesen. Großzügigkeit: b) großzügige Tat. Handlung: lar-
tftetto [lar'gEto] <Adv.) [ital. larghetto. Vkl. von: largo,
'largo] (Musik): etwas getragen (2); <subst.:> Larghetto
(-1. das; -s. -s u. ...tti (Musik): larghetto gespieltes Musik-
uück: L^rghi PI. von fLargo; largo [largo] <Adv.) [ital.
largo < lat. largus = reichlich] (Musik): sehr langsam,
breit u. gedehnt; <subst.:> Largo [-]. das; -[s]. -s u. ...ghi
[ .gi] (Musik): largo gespieltes Musikstück.
brifari [lari'faxi; scherzh. Bildung aus den Tonsilben: la.
xt. fa. TSolmisation] (ugs.): I. <lnterj.) Ausruf der
Ablehnung: Aber du hältst ja sonst auf gute Sitten." ..Larifari
...". sagte er (Hagelstange. Spielball 126). II. <Adj.; o.
Steig.; nicht attr.) oberflächlich; nachlässig: Nichts passiert.
Das war alles so'n bißchen I. (Kempowski. Immer 12);
etw. I. machen; Larifari [-]. das; -s (ugs.): Geschwätz;
Unsinn: alles, was er sagte, war L.; <Zus.:) Larifari-Einstellung,
die (ugs.): völlig desinteressierte, gleichgültige Einstellung.
Urm Herrn], der; -s. seltener: -es [älter: Lärmen, frühnhd.
terma(n). larman = Lärm. Geschrei, gek. aus T Alarm]:
als störend u. unangenehm empfundenes Gewirr von lauten,
durchdringenden Geräuschen: ein entsetzlicher,
ohrenbetäubender, donnernder L. brach los; der L. im Saal war
verebbt, legte sich, wuchs von Minute zu Minute; der
L. der Maschine, des Verkehrs drang von draußen herein;
der L. erstickte jedes Wort; die Kinder machten einen
heillosen L.; den L. bekämpfen; seine Stimme ging im
L. der Motoren unter: R viel L. um nichts (völlig
unbegründetes Aufbauschen einer unbedeutenden Sache; nach engl,
much ado about nothing, dem Titel eines Lustspiels des
engl. Dichters W. Shakespeare. 1564-1616); Ü um diesen
Filmstar wird viel zu viel L. gemacht (diesem Fibnstar
wird viel zu viel Bedeutung beigemessen); *L. schlagen
fdie [öffentliche] Aufmerksamkeit auf etw. lenken; laut
protestieren).
Ifrm-, Lgrm-: -bekämpfung, die <o. PI.): Maßnahmen zur
Verhinderung od. Minderung von Lärmbelästigungen (u.
deren schädlichen Auswirkungen); ^belastigung, die: starke
Belästigung durch Lärm: L. ist Thema Nr. 1 (MM 4.
10.77.17); -empfindlich <Adj.; nicht adv.): sehr empfindlich
segen Lärm; -immission, die (Fachspr.): das Einwirken
vim Lärm auf Menschen u. Tiere; Mnacher, der (ugs.):
jmd.. etw.. was Lärm macht: ^pegel, der: gemessene
Lautstärke des Lärms: ein L. von 83 Phon; Miuelle, die: Ursache
des Lärms; -schluckend <Adj.; nicht adv.): vgl.
schallschluckend; -schütz, der: a) /gesetzlicher] Schutz gegen
schädliche Lärmbelästigung; b) Vorrichtung zum Schutz
gegen Lärm, dazu: -schutzwall, der: Erdwall [mit Bepflan-
zungj an Autobahnen o. ä. in der Nähe von Wohngebieten;
^schutzwand,die: aus Platten o. ä. errichtete, hohe,
mauerartige Wand, -schutzzaun.der: vgl. -schutzwand:
-Schwerhörigkeit, die: Schwerhörigkeit, die durch anhaltenden Lärm
verursacht worden ist; -stufe, die: bestimmte /meßbare/
Lautstärke des Lärms; -wall, der: vgl. ^schutzwall; -wand,
die: vgl. -schutzwand.
ttrmen [lenron] <sw. V.; hat): a) Lärm machen: man hörte
die Kinder auf der Straße I.; Was lärmte das Volk um
das Fort? (Reinig. Schiffe 20); ein paar Schulkinder gehen
lärmend vorbei; die Musik, das Radio lärmte ohne Pause;
(unpers.:) Es lärmte überall von den Liegeplätzen (Gaiser.
Jagd 79); b) (selten) mit lauter, zeternder Stimme sagen:
Sie lärmte, plötzlich außer sich: ..Schauen Sie sich das
an!" (Simmel. Stoff 47); Statt auf der Tribüne ... zu I.
(laute Reden zu halten). läßt er sich lieber in die Ausschüsse
... wählen (St. Zweig. Fouche 16); lärmig <Adj.) (schweiz..
sonst veraltet): laut, von Lärm erfüllt: ein -er Rasenmäher.
Ich erinnere mich ... an ziemlich -e und feuchte Abende
mit Zuck" (K. Mann. Wendepunkt 124).
larmayant [larmQa'jant] <Adj.; -er. -este) [frz. larmoyant.
1. Part, von: larmoyer = weinen, jammern, zu: lärme
< lat. lacrima = Träne] (bildungsspr. leicht abwertend):
sentimental-weinerlich; mit allzuviel Gefühl [u. S*Z6s/m/7-
fe/tf/.ein-erPoefcetw. in-emTon sagen; <Abl.:> Larmoyanz
[...'jantßl.die; -.
Larnax [ larnaks], die; -. Larnakes [...nake:s; griech. lärnax
(Gen.: lärnakos). eigtl. = Kasten. Kiste] (Archäol.):
kleinerer Sarkophag; Urne.
Lart pour l'art [larpur'la.r], das; [frz. = die Kunst
für die Kunst] (bildungsspr.): Kunst, die keine bestimmte
Absicht u. keinen gesellschaftlichen Zweck verfolgt: Kunst
als Selbstzweck.
larval [lar'va.l] <Adj.; o. Steig.) [lat. lärvälis =
gespensterhaft, zu: larva. T Larve] (Zool.): die Larve (1) betreffend;
im Stadium der Larve (1) befindlich: ein -er
Organismus; im -en Stadium; Lärvchen [lerfifan]. das; -s. -:
I. (selten) t Larve (1). 2. (leicht abwertend) a) hübsches,
puppenhaftes Gesicht: sie hat ein hübsches L.; b) hübsches,
puppenhaftes Mädchen: sie ist ein ganz hübsches L.; Larve
[larfol.dle;-.-n [spätmhd. larve < lat. lärva = Gespenst.
Maske, zu: lar, t Laren; also eigtl. = das Aussehen von
Laren]: I. <Vkl. T Lärvchen) (Zool.) frühes
Entwicklungsstadium bestimmter Tiere, das im Hinblick auf die Gestalt
[u. Lebensweise] von der endgültigen, ausgewachsenen
Gestalt [u. Lebensweise] stark abweicht: die L. ist aus dem
Ei geschlüpft; wir fanden die L. eines Insekts. 2. (veraltend,
noch landsch.) a) Gesichtsmaske: eine hübsche L. tragen,
aufsetzen; sie hatte ihr Gesicht hinter einer L. versteckt;
Ü Das Gefühl, daß sie eine L. trägt (nicht ihr wirkliches
Wesen zeigt). eigentlich hat er's schon seit Wochen (Frisch,
Gantenbein 345); b) (abwertend) /leeres, nichtssagendes]
Gesicht: obgleich er... nur der hübschen L. hätte vertrauen
mögen, die Gott ihm gegeben (Th. Mann. Joseph 63);
<Zus.:> l^rvenähnlich <Adj.): einer Larve ähnlich; larviert
[lar'vi.'Bt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu veraltet larvieren
= verstecken, verbergen, zu TLarve] (Med.): (von
Krankheiten od. Krankheitssymptomen) verborgen, versteckt; ohne
typische Merkmale verlaufend: -er Eisenmangel; die
Depression ist in diesem Stadium 1.
Laryngal [larYn'ga.I], der; -s. -e [zu TLarynx] (Sprachw.):
Kehlkopf] laut; laryngeal [...gea:l] <Adj.; o. Steig.) (Med.):
den Kehlkopf betreffend, zu ihm gehörig; Laryngen: PI.
von t Larynx; Laryngitis [...gi.tis] die; -, ...itiden [...gi'ti:dn]
(Med.): Keüikopfentzündung; Laryngologe [lanijgo-] der;
-n. -n [t-loge]: Facharzt auf dem Gebiet der Laryngologie;
Laryngologjcdie; - [f -logie] (Med.): Teilgebiet der Medizin,
das sich mit dem Kehlkopf u. seinen Krankheiten befaßt;
Laryngoskop [... sko:p], das; -s. -e [zu griech. skopein =
betrachten] (Med.): a) svw. T Kehlkopfspiegel; b) svw. T
Kehlkopfspatel; Laryngoskopie [...sko'pi:]. die; -. -n [...l:an]
(Med.): Untersuchung des Kehlkopfs mit dem Laryngoskop;
Laryngotomie [...to'mi:]. die; -. -n [...han; spätlat. laryngoto-
mia < griech. laryggotomia] (Med.): operatives Öffnen
des Kehlkopfs; Larynx [' Ia:m]ks]. der; -. Laryngen [la'rYnan;
griech. lärygx (Gen.: läryggos)] (Med.): Kehlkopf; <Zus.:>
Larynxkarzinom, das (Med.): Kelhkopfkrebs.
las [la.s]: t lesen.
Lasagne [la'zanja] <P1.) [ital. lasagne. PI. von: lasagna =
Bandnudel, über das Vlat. zu lat. lasanum < griech.
läsanon = Kochgeschirr] (Kochk.): sehr breite Bandnudeln,
die mit verschiedenen Zutaten (z. B. mit Butter.
Tomatensoße, geriebenem Käse u.a.) gegessen werden.
lasch flaJl <Adj.; -er. -[eiste) [aus dem Niederd. < mniederd.
lasch, verw. mit T lässig]: a) ohne Antrieb, ohne Energie;
schlaff: ein -er Händedruck; er hat einen -en Gang; „Was
ist das ftir'n -er Heini?" (Kempowski. Immer 155); du
sollst mir nicht so I. die Hand geben; Ü er hat recht
-e (keine klaren u. festen) Anschauungen; b) (landsch.)
fade; nicht stark gewürzt: eine -e Suppe; das Essen schmeckt
I.; Lasche[laja],die; -.-n [mhd. lasche = Lappen. Fetzen,
wahrsch. eigtl. = schlaff Herabhängendes]: a) (Technik)
vernietetes, verschraubtes od. verschweißtes
Verbindungsstück von Bauelementen od. Werkstücken: die L. der
Eisenbahnschiene hat sich gelöst; b) [ovales od. zwickeiförmiges/
Stück Stoff Leder. Papier o.a. /als Verschluß od. Teil
eines Verschlusses]: die L. meines Gürtels ist kaputt; die
zugeklebte L. auf der Rückseite des Kuverts (Sebastian.
Krankenhaus 23); die L. (Zunge) im Schuh; laschen ['lajnl
<sw. V.; hat): a) (Technik) Bauelemente od. Werkstücke
durch Laschen verbinden; b) (Seemannsspr.) Gegenstände
103 GDW
1633
Laschheit
an Bord mit Tauwerk festmachen: Laschheit, die; -. -en:
a) <o. PI.) lasches Wesen. Verhalten: Energielosigkeit: bei
ihrer L. wird sie nie etwas Vernünftiges zustande bringen;
b) lasches Verhalten: die -en der Regierung kritisieren;
Löschung, die; -. -en (Technik): Verbindung durch Laschen.
Läse [la.za]. die: -. -n [eigtl. = Auslaßgefäß, zu tlassen]
(md.): großer, bauchiger [Bierjkrug.
läse [Ie:z3]: fiesen.
Laser ['leizal. der; -s. - [1: engl, laser. geb. nach: maser
(f Maser). Kurzwort für: light ampliflkation by stimulated
emission of radiation]: 1. (Physik) Gerät zur Erzeugung
u. Verstärkung von kohärentem Licht: die Anwendung von
-n in der Schweißtechnik. 2. (Segeln) internationalen Wett-
kampjbestimmungen entsprechende Einmannjolle für den
Rennsegelsport (Kennzeichen: stilisierter Laserstrahl).
Laser- (Laser 1): -anläge, die: Anlage zur Erzeugung eines
Laserimpulses od. -Strahls: -gerat, das: svw. f Laser (1);
^gewehr, das: Gewehr mit Laserzielgerät: -hnpuls, der:
von einer Laseranlage erzeugter Impuls: -kristall, das:
Kristall zur Erzeugung von Laserstrahlen: -strahl, der: von
einer Laseranlage erzeugter Lichtstrahl: Schwere Blutungen
... können Jetzt mit einem L. gestillt werden (Hörzu 25.
1976. 121); -technflc, die: Technik der Anwendung des
Lasers: -zielgerät, das: Zielgerät, das mit Laser arbeitet.
lasieren [la'zi:ren] <sw. V.; hat) [zu tLasur] a) (ein Bild)
mit durchsichtigen Farben übermalen:Erst im 14. und 15. Jh.
gewinnt die lasierende Aquarellmalerei ... an Bedeutung
(Bild. Kunst 3. 13); b) (insbes. Holz) mit einer
durchsichtigen Schicht überziehen: Deckenbalken I.; ein lasierter Bau-
ernschrank; über... lasierte Rumtörtchen hinweg würde er
ihrzulächeln (Böll. Haus 38); <AbI.:)Laskning.die; -. -en: a)
das Lasieren: b) svw. t Lasur.
L&sion [le'zjornl. die; -. -en [lat. laesio. zu: laesum. 2. Part,
von: laedere = verletzen] (Med.): Verletzung od. Störung
der Funktion eines Organs od. Körpergliedes.
Laskar ['laskarl. der: -s, -en [laska.ran; angloind. lascar.
aus dem Pers.] (früher): ostindischer Matrose. Soldat.
'laß [las] <Adj.; attr. ungebr.; lasser. lasseste) [mhd.. ahd.
Ia3. verw. mit t lassen] (geh.. selten): matt: müde: schlaff:
mein Arm ist I. geworden; eine Hand ... hängt 1. herunter
(Tucholsky. Zwischen 189).
2laß! [-1: t lassen.
LassaTieber ['lasa-l, das; -s [nach dem nigerianischen Dorf
Lassa] (Med.): gefährliche Infektionskrankheit, die mit
hohem Fieber. Geschwüren. Hautblutungen u.
Lungenentzündung verbunden u. oft tödlich ist.
lassen [lasnl <st. V.; hat; in Verbindung mit einem Inf.
mit Ersatzinf: ließ, hat ... lassen; ohne Inf.: ließ; hat
gelassen) /vgl. gelassen (2)1 [mhd. läsen, ahd. laxsan. urspr.
= matt, schlaff werden]: 1. <in Verbindung mit einem
Inf. + Akk.) veranlassen, bewirken (daß etw. geschieht):
ein Haus bauen, einen neuen Anzug machen, das Auto
waschen, das Essen kommen. Wasser in die Wanne laufen,
das Licht über Nacht brennen 1.; jmdn. rufen, warten,
grüßen, erschießen 1.; Er hielt seine Mundharmonika in
die Luft und ließ sie singen und orgeln (Hausmann. Abel
170); er läßt das Mädchen nichts Vernünftiges lernen;
du läßt dich verleugnen; jmdm. etw. mitteilen 1.; ich habe
mir sagen 1. (habe erfahren), wie es passiert ist; sie ließ
mir eine Nachricht zukommen; er hatte den Kindern noch
einen Sprudel bringen I.; er ließ mich wissen, daß ...;
ich lasse bitten (bringen Sie den Besucher herein):
(verblaßt:) meine Eltern lassen sich scheiden. 2.a) <in
Verbindung mit einem Inf. + Akk.) zulassen, erlauben: dulden:
nicht an etw. hindern: die Kinder schreien und toben, auf
die Straße, ins Kino 1.; jmdn. sterben, verhungern 1.; ich
lasse mich nicht beleidigen; laß dich nicht erwischen!;
laßt mich doch bitte arbeiten, ausreden, ausschlafen; das
lasse ich mir nicht bieten, gefallen; er läßt sich nichts
sagen (duldet keine Bevormundung): laß dir das bloß nicht
in den Sinn kommen!; der Hund ließ alles mit sich
geschehen; b) <ohne Inf.) jmdm. etw. zugestehen: jmdn. nicht
behindern: sie ließ ihm seinen Glauben, seine Freude, den
Spaß; sie läßt ihn nicht (salopp verhüll.; sie will mit ihm
nicht geschlechtlich verkehren): sie ließ ihn nicht aus der
Tür. ins Zimmer; R das muß man ihm/ihr 1. (das kann
man ihm/ihr wirklich nicht abstreiten: das tnuß man bei
ihm/ihr ohne Vorbehalte anerkennen). 3. veranlassen od.
bewirken, daß jmd.. etw. irgendwohin gelangt: hinein-,
herauslassen: frische Luft ins Zimmer I.; die Tiere auf die
Weide I.; Wasser in die Wanne I.; Öl aus dem Kessel
I.; ein Boot zu Wasser 1.; die Träger ließen den Sarg
in die Tiefe; er hat mir die Luft aus den Reifen gelassen;
spät abends wurde niemand mehr in den Saal gelassen:
* einen I. (derb; eine Blähung [hörbar] abgehen lassen):
alles unter sich I. (veraltend verhüll.; ins Bett machen).
4. veranlassen, daß jmd.. etw. unverändert bleibt, in einem
bestimmten Zustandgehalten wird, an einer bestimmten
Stelle bleibt: belassen: die Sachen im Koffer I.; das Wasser
in der Wanne I.; die Kiste unter dem Bett I.; jmdn. in
Frieden, im Stich, ohne Aufsicht I.; etw. unerörtert I.;
etw. ungesagt, ungetan 1.; nichts unversucht 1.; er ließ
alles stehen u. liegen; die Nachricht ließ ihn kalt; Der
Einfachheit halber haben wir den Untergrund gleich so
gelassen (Bieler. Bonifaz 169). 5. <1. + sich in Verbindung
mit Inf.) die Möglichkeit zu etw. bieten: in bestimmter
Weise geeignet sein: das Material läßt sich gut verarbeiten,
dehnen, biegen; das Fenster läßt sich [leicht] öffnen; der
Käse läßt sich [gut] streichen; der Wein läßt sich [gut]
trinken (ist gut): dieser Vorfall läßt sich nicht so richtig
beschreiben; das läßt sich nicht beweisen; das läßt sich
machen (ist möglich): das läßt sich hören (ist akzeptabel):
das läßt sich denken (ist verständlich): mit Vernunft läßt
sich eine Menge ausrichten; <unpers.:> hier läßt es sich
leben (hier kann man gut leben): es läßt sich nicht leugnen,
daß ... 6.a) unterlassen, nicht tun. einstellen: er kann das
Rauchen nicht 1.; wenn er auch das Stänkern nie ganz
1. konnte (Fallada. Trinker 142); laß das!; laßt doch die
dummen Witze!; Er will etwas sagen, läßt es aber, ab
er Georgs Gesicht sieht (Remarque, Obelisk 111); ich
konnte es nicht 1. (ich mußte einfach), das Mädchen immer
wieder anzusehen; R tu. was du nicht 1. kannst ((ich möchte
mich mit dir nicht streiten] du mußt selbst wissen, was
du tust, willst: tu dir keinen Zwang an): *etw. sein I. (ugs.;
sich von etw. abwenden [u, etw. anderes tun]: etw. nicht
mehr beachten)', ich lasse Jetzt die Arbeit [Arbeit] sein
(höre auf zu arbeiten): Später ließ er Muse Muse sein
und wurde Sekretär eines älteren ... ölmillionärs (Ziegler.
Labyrinth 62); b) von etw. absehen: etw. nicht weiterhin
tun: [nichtl vom Spielen. Trinken. Alkohol I. [können];
c) (veraltend) sich von jmdm.. etw. trennen: jmdn.. etw.
aufgeben: wir können nicht voneinander 1.; der Bauer hat
von seinem Land ... I. müssen (Plievier. Stalingrad 339);
ich ließ von seinem Hals (Bieter. Bonifaz 239). 7.
zurücklassen: die Tasche im Wagen I.; ich habe mein Auto zu
Hause gelassen; du läßt deine Sachen am besten an der
Garderobe; wir I. die Kinder nicht allein in der Wohnung;
I. Sie mir/für mich (lassen Sie mir noch übrig) bitte noch
etwas Kaffee in der Kanne!; wo habe ich nur meinen
Schlüssel gelassen (hingetan)?: das Gepäck habe ich am
Bahnhof gelassen; Ü ich habe beim Pokern viel Geld
gelassen (ugs.; viel Geld verloren): Manchmal läßt er (zahlt
er. gibt er aus) ... hundert Mark in der Gastwirtschaft
(Chotjewitz, Friede 81). S.jmdm. etw. über-, hinterlassen,
zur Verfügung stellen: ich kann dir das Buch bis morgen
I.; sie will mir ihre alte Nähmaschine billig I. (verkaufen):
ich lasse Ihnen meinen Ausweis als/zum Pfand; sein Vater
hat ihm den Wagen für den Urlaub gelassen; uns wurde
nichts gelassen (wir wurden aller Sachen beraubt). 9. als
Imperativ in Verbindung mit einem Inf., drückt eine
freundliche Aufforderung aus: laßt uns gehen, feiern)
Laßheit, die; - [zu t 'laß] (veraltet): das Laßsein: lässig [lesitf
[mhd. leraic. zu t'Iaß]: a) [in selbstsicherer Weise]
ungezwungen u. ohne große Förmlichkeit: -e Eleganz; eine <
Art haben; er ist ein -er Typ; er ist immer sehr 1. (salopp)
angezogen; er grüßte 1.; sie stand I. an die Tür gelehnt;
b) (veraltend) nachlässig, nicht sorgfältig: etw. 1.
abschreiben; Die Dächer werden 1. geflickt (Sieburg. Robespierre
164); c) (landsch.) leicht, ohne Schwierigkeiten: er lief die
Strecke 1. in 11 Sekunden; d) (Schülerspr.) hervorragend,
ausgezeichnet, außerordentlich: seine Honda ist einfach L
<Abl. zu a. b:> Lässigkeit, die; -: lässige [Lebensjart:
lässiges Wesen: amerikanische L.; mit ausgesuchter L.
angezogene Jünglinge (Böll. Haus 126); läßlich [leslu;] <AdJ.,
[mhd. läßlich = was unterlassen wird, zu tlassenl: a)
(kath. Kirche) nicht so schwerwiegend u. deshalb zu
vergeben: -e Sünden; b) (geh.. veraltend) geringfügig: ein -es
Versehen; eine -e Schwindelei; c) (geh.. veraltend) etw.
nicht sehr genau nehmend, mild, tolerant: ein Gesetz I
anwenden; <Abl. zu c:> LfBlidtkeit, die; - (geh.. veraltet).
1634
lästig
Lasso ['laso]. das (österr. nur so), seltener: der; -s. -s [engl,
lasso < span. (südamerik.) lazo. über das Vlat. zu lat.
laqueus = Schlinge]: 1. Seil mit Schlinge, dos (bes.
Cowboys. Gauchos) zum Einfangen von Rindern. Pferden o. ä.
dient: ein L. werfen; einen Büffel mit dem L. einfangen;
U Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein L. um
den Hals wirft (Tucholsky. Werke I. 194). 2. (Eis-.
Rollkunstlauf) Figur im Paarlauf, bei der der Partner seine
Partnerin mit beiden Armen in Drehbewegungen über seinen
Kopf stemmt u. sich dann selbst einmal dreht.
fttfk [lest]: T lassen.
Last [last], die; -. -en [mhd. last. ahd. [hllast. urspr. =
Ladung, zu Fladen]: La) etw.. was fvonjmdm.J getragen
od. transportiert wird fu. durch sein Gewicht als drückend
empfunden wird/: eine schwere, leichte, wertvolle L.; du
bist eine süße L. (ugs. scherzh.; ich trage dich gern): die
L. abwerfen; -en heben, tragen, schleppen; -en mit dem
Kran befördern, von der Stelle bewegen; b) etw.. was
drückend, schwer auf jmdm.. etw. liegt; I größeres] Gewicht,
das etw, belastet: die L. des Schnees war für das Dach
zu schwer; die Brücke trägt eine enorme L.; er keuchte
unter der L. des Holzes; Ü die schwere L. des Amtes,
der Verantwortung; die L. (das Bedrückende) der
Erinnerungen lag ihm auf der Brust (Hesse. Narziß 365); sein
Leben war Mühe u. L.; die L. auf andere abwälzen, auf
sich nehmen; du wirst deine liebe L. (ugs. Iron.; viel Kummer
u. Sorgen) mit ihm haben; mit der schweren L. (Belastung)
des Favoriten ins Spiel gehen; unter der L. der
Anforderungen zusammenbrechen; ich bin mir selbst zur L. (bin meiner
selbst überdrüssig, komme mit mir selbst nicht zurecht);
*imdm. zur L. fallen/werden (jmdm. zusätzliche Arbeit.
Mühe od. Kosten bereiten u. dadurch lästig sein): Und
seiner jungen Frau will er auch nicht zur L. fallen (Ruark
[Übers.]. Honigsauger 622); Jmdm. etw. zur L. legen (jmdn.
beschuldigen, fiir etw. verantwortlich machen): ihm wurden
zwei Morde zur L. gelegt; c) (bes. Fhigw.) [schwere]
[Ladung (2a): er gab das Flugzeug mit seiner kostbaren L.
preis (Gaiser. Jagd 95); d) (Seemannsspr.) svw. f Ballast
(1). 2. <PI.> finanzielle, wirtschaftliche Belastung.
Verpflichtung; Abgaben (2). Steuern o.a.: soziale, drückende -en;
der Bevölkerung wurden immer wieder neue steuerliche
-en auferlegt; auf dem Haus. Grundstück liegen erhebliche
-en (Schulden; rechtliche Verbindlichkeiten); *zu imds. -en
(1. Kaufmannsspr.; auf imds, Rechnung: Betrag zu Ihren
-en; die Kosten gehen zu -en des Käufers. Beklagten.
2. von Schaden. Nachteil für jmdn.. etw.: zu -en einer
Minderheit; zu -en des Schienenverkehrs). 3. (Elektrot.)
Belastung einer Anlage durch elektrischen Strom: Wird ... durch
Schalten unter L. die Goldschicht an der Kontaktstelle
aufgerissen ...(Elektronik 12.1971,440). 4. (Seemannsspr.)
Raum für Vorräte. Tauwerk o. ä. [unter Deck]; Frachtraum.
Lfst- (vgl. auch: lasten-. Lasten-): ^anhängen der: Anhänger
(2) eines Lastkraftwagens; -arm, der (Physik): der Teil
des Hebels, der vom Drehpunkt aus die Last (1 a) bewegt:
^auto, das: svw. t Lastkraftwagen; ^esel, der: Esel, der
vorwiegend zum Tragen von Lasten (1 a) gebraucht wird:
einen L. bepacken; Ü ich bin doch nicht dein L.!; -fahrer,
den svw. f^kraftwagenfahrer; -führe, die: a) [schwere]
Wagenladung; b) Fahrt, bei der Lasten (1 a) befördert
werden; -kflhn.der: Kahn.der Lasten (1 a) befördert; -kraftwa-
flen, der: großes Kraftfahrzeug mit Ladefläche zur
Beförderung von schweren Lasten (1 a); Abk.: Lkw. auch: LKW.
dam: -kraftwagenfahrer, der: Fahrer eines
Lastkraftwagens (Berufsbez.); -kran, der: Kran für schwere Lasten
< 1 a); -pfettl, das: vgl. -esel. -schiff, das: Schiff mit
Laderaum zur Beförderung von Lasten. (1 a); ~9chrift, die
(Bankw.; Ggs.: Gutschrift): a) Verbuchung auf der Sollseite
eines Kontos; b) Mitteilung an den Kontoinhaber über eine
Buchung auf der Sollseite; c) kurz für t ^Schriftverkehr:
Gebühreneinzug durch/per L., dazu: -sdirtftanzeige, die
(Bankw.): svw. Nschriftzettel. -Schriftverkehr, der
(Bankw.): Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, wobei
auf Grund einer Vollmacht des Kontoinhabers laufende
Verbindlichkeiten regelmäßig abgebucht werden, -schriftzettel,
der (Bankw.): Beleg, auf dem die Lastschrift (a) vermerkt
ist; ^tler, das: vgl. ^esel; -trä»er, der: jmd.. der Lasten
< 1 a) trägt; ^Verteiler, der (Elektrot.): zentrale Schaltanlage
zur gleichmäßigen Last (3) von Hochspannungsleitungen;
-wagen, der: svw. Nkraftwagen; -zug, der:
Lastkraftwagen mit Anhänger[ n] (2).
lasten ['lastn] <sw. V.; hat) [spätmhd. lasten, mhd. lesten
= (be)laden; belästigen; beschuldigen]: a) als Last da.
b) drückend, schwer auf jmdm., etw. liegen; Druck ausüben:
er lastete schwer in ihren Armen (Musil. Mann 13S6);
... so daß ein ... Teil seines Gesamtgewichtes auf dem
Unterschnabei der Gans lastet (Lorenz. Verhalten I. 359);
Ü Es war klar, daß der schwärzeste Verdacht auf mir
1. mußte (Salomon. Boche 85); das Amt lastet schon
allzulange auf seinen Schultern; Wieder lastete dieses
Schweigen zwischen ihnen allen (Sebastian. Krankenhaus 67);
lastende (drückende) Stille. Hitze lag im Raum; b) etw.
stark [finanziell, wirtschaftlich] belasten: zahlreiche
Schulden lasten auf dem Grundstück; die große Zahl der
Arbeitslosen lastet auf der Wirtschaft.
lösten-, Lasten- (vgl. auch: Last-): -aufzug, der: Aufzug
(2) zur Beförderung von Lasten (1); -ausgleidi, der
(Bundesrepublik Deutschland): Entschädigung, die bestimmten
Personenfür Schäden u. Verluste aus der Kriegs- u.
Nachkriegszeit gezahlt wird; Abk.: LAG; ^Fahrstuhl, der: svw. T
Aufzug; ~frel <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: frei von finanzieller
Belastung: das Haus ist 1.; regier, der: großes Segelflugzeug
für den Transport von Truppen u. Lasten.
'Laster ['lastn], den -s. - (ugs.): kurz für f Lastkraftwagen.
2Laster [-]. das; -s. - [mhd. laster. ahd. lastar = Kränkung;
Schmach; Tadel; Fehler]: La) schlechte Gewohnheit, von
der jmd. beherrscht wird; ausschweifende, unsittliche
Lebensweise: ein gefährliches L.; Trunksucht ist ein
verhängnisvolles L.; das L. des Opiumrauchens; sich einem L.
hingeben; einem L. frönen; das Trinken wurde bei ihr zum
L.; das L. (der charakterliche Fehler) des Geizes; Sie
kämpfen, wie der Kleptomane gegen sein L. (seine
unheilvolle Neigung) kämpft (Hesse. Steppenwolf 11); (oft
scherzh.:) das L. des Kaffeetrinkens; viele [kleine] L. haben;
"lanaes L. (ugs.; sehr großer, dünner Mensch; wohl in
gemilderter Bed. zu veraltet „der Laster44 = lasterhafter
Mensch).
Lfster- (lästern 1) (abwertend): Mnaul, das (salopp): a)
jmd.. der [ständig u.J gern lästert: er ist ein altes, großes,
rechtes L.; b) ständiges Bedürfnis zu lästern: er hat ein
entsetzliches L.; diese Lästermäuler von Kritikern; -rede,
die: lästernde Rede; ^zunge, die: svw. t-maul.
Lästere! [lesto'raj]. die; -, -en: dauerndes Lästern; Lästerer,
der; -s, - [spätmhd. festerer]: jmd.. der gern lästert: ich
... sehe wohl, daß du ein L. bist (Th. Mann. Joseph 671);
lasterhaft <Adj. -er. -este> (abwertend): einem 2Laster
ergeben: moralisch verwerflich, verdorben: ein -er Mensch; 1.
leben; <Abl.:> Lasterhaftigkeit, die; -: moralisch
verwerfliches, verdorbenes Wesen. Verhalten; Lasterhöhle, die; -,
-n (ugs. abwertend): [verborgener] Raum. Haus, wo man
ungestört seinem Laster frönen kann: weil er eine L. samt
Mafiosi ausgeräuchert... hat (Spiegel 41.1976.214);
Leiterin, die; -. -nen: w. Form zu f Lästerer; Lasterleben, das;
-s (abwertend, oft auch scherzh.): lasterhaftes Leben: ein
L. rühren; lästerlich <Adj.) [mhd. lesterlich]: als Lästerung
empfunden; lästernd: -e Reden fuhren; 1. fluchen;...
bekräftigte Bunyan jede ... Äußerung mit einer 1. klingenden
Schwurformel (Nigg. Wiederkehr 35); <Abl.:> L$sterlich-
keit, die; - <P1. selten): lästerliche Eigenschaft; listern
['lesten] <sw. V.; hat) [mhd. lestem, ahd. lastirön =
schmähen, beschimpfen, zu f 2Laster in der urspr. Bed.
..Schmähung44]: l.a) (abwertend) sich über jmdn [der abwesend
ist], über etw. abfällig, mit kritischen od. ein wenig boshaften
Kommentaren äußern: über jmdn.. etw. 1.; die Mädchen
lästerten über den Abteilungsleiter; in der Pause lästerten
sie über die Inszenierung; Bilder ansehen, herumstehen.
1. (Kempowski. Tadelloser 341); das viel gelästerte
Gießkannenprinzip; U komm her. wir sind gerade dabei,
über dich zu 1. ([auf lustige, spöttische Weise] über dich
zu sprechen). 2. (veraltet) schmähen: es ist heute billiger
geworden, die Götter zu 1. (Wiechert. Jeromin-KInder 242);
aber du lästerst deine Mutter (Jahnn. Geschichten 117);
<Abl.:>Lästerung,die;-.-en [mhd. lesterunge.ahd. lastrun-
ga]: lästerliches Wort. Schmähung: -en gegen Gott
ausstoßen; HansCastorp lachte... Über diesen Sturzbach
zungenfertiger -en (Th. Mann, Zauberberg 91).
Lastex © [lasteks], das; - [engl, lastex. unter Einfluß
von engl, elastic = elastisch geb. zu t Latex]: Gewebe,
das durch eingewebte Gummifäden stark dehnbar ist; <Zus.:>
Lfstexhose, die; -, -n: Hose (1 a) aus Lastex.
-lastig [-lästig in Zusb.. z.B. linkslastig; lästig [lestiq] <Adj.)
103*
1635
Lästigkeit
[spätmhd. lestec = lastend, schwer, zu fLast]: jmdn. in
[aufdringlich ] unangenehmer Weise beanspruchend\ störend,
ihn in seinem Tun od. seinen Lebensgewohnheiten
behindernd; sehr unangenehm: ein -er Mensch. Vertreter.
Auftrag; eine -e Krankheit. Pflicht; an den Fensterscheiben
hingen -e Gewitterfliegen (v. d. Grün. Glatteis 299); jmdm.
I. fallen; bei der Hitze wird mir der Mantel 1.; Am -sten
ist natürlich das Geldproblem (K. Mann. Wendepunkt
377); Listigkeit, die; - [zu t Last] (See- u. Flugw.): bestimmte
Lage eines Schiffes im Wasser od. eines Flugzeuges in der
Luft, die von Gewicht u. Verteilung der Ladung abhängt;
Listigkeit, die; -. -en <P1. ungebr.): das Lästigsein.
Lasting [lastml. der; -s. -s [engl, lasting. eigtl. =
Dauerhaftigkeit), zu: to last = dauern]: damastartiger Stoff bes.
für Möbel, Schuhe o. ä.
last not least [la:st not li.st; engl., nach der Stelle im Drama
.♦König Lear44 des engl. Dichters W. Shakespeare (1564 bis
1616): ..although the last, not least4'. eigtl. = die jüngste,
nicht geringste] (bildungsspr.): zwar in der Reihenfolge am
Schluß, zuletzt, aber durchaus nicht in der Bedeutung; nicht
zu vergessen.
Lasur [Ia'zu:?l. die; -. -en [mhd. läsür(e). läzürte) =
Lasurstein.-färbe < mlat. Iazur(i)um < arab. läzaward f Azur]:
a) <PI. selten) Schicht aus Farbe, die das Material, auf
das sie aufgetragen wird, durchscheinen läßt: die L.
auftragen; b) svw. f Lasurfarbe.
Lasur-: ^farbe, die: durchsichtige Farbe: -lack, der:
durchsichtiger Lack; -stein, der: svw. f Lapislazuli.
Lasurit [Iazu'ri:t. auch: ...rrt]. der; -s. -e [zu T Lasurl
(Mineral.): meist in Form von Mischkristallen vorkommendes
blaues Mineral (Hauptbestandteil des Lapislazuli).
lasziv [las'tßi:f] <Adj.) Hat. lascivus. eigtl. = übermütig,
zügellos] (bildungsspr.): a) durch gekünstelte Schläfrigkeit
Sinnlichkeit verbreitend fu. bei anderen sexuelle Begierde
auslösend]: Die Frauen beherrschen Newtons Photos mit
einer ... -en Körperlichkeit (Spiegel 9. 1976. 160); Sie ...
öffnete ihr Hemd ... Sie tat das ganz langsam, mit einem
-en Blick auf den Kommissar (Zwerenz. Quadriga 61);
sie saß da in -ster Pose; sich I. bewegen; 1. aussehen;
b) [in zweideutiger Weise/ anstößig, unanständig, schlüpfrig:
eine-e Bemerkung; -e Fotografien; <AbI.:> Laszivität flas&i-
vi't£:t]tdie;-[spätlat.lascTvitäs = Mutwille; Ausschweifung]
(bildungsspr.): laszives Wesen, laszive Art: die L. seines
Körpers (Genet [Übers.]. Totenfest 28).
Lätare [Ie'ta:ra] <o. Art.; indekl.) [lat. laetäre = freue dich,
nach dem ersten Wort des Eingangsverses der Liturgie
des Sonntags. Jes. 66. 10] (ev. Kirche): dritter Sonntag
vor Ostern.
Latein [latajn], das; -s [mhd. latin < lat. Latinum = das
Lateinische, zu: Latlnus = lateinisch; zu Latium (hist.
Landschaft in Italien zwischen dem Tiber u. Kampanien)
gehörend]: die lateinische (a) Sprache; *mit seinem L. am
Ende sein (nicht mehr weiter wissen; nach der früheren
Bed. des Lateins als Gelehrtensprache, also eigtl. = mit
seinem Wissen am Ende sein).
Latein-: ^lehrer, der: Lehrer, der lateinische Sprache u.
Literatur unterrichtet; -schrtft, die: svw. T Antiqua; -schule,
die (früher): svw. TGymnaslum; -segel, das: svw.
f Lateinersegel; -stunde, die: Unterrichtsstunde in
lateinischer Sprache u. Literatur; -Unterricht, der:
[Schul]Unterricht in lateinischer Sprache u. Literatur.
Lateiner [la'tajnp], der; -s. - (bildungsspr.): jmd.. der die
lateinische Sprache beherrscht od. lernt: ein tüchtiger L.,
Humanist vom Scheitel bis zur Sohle (Kempowski.
Tadelloser 123); Latejnersegel, das; -s. - [nach der schon
in der Antike verwendeten Segelform]: an einer
schräggestellten Rah befestigtes dreieckiges od. trapezförmiges Segel;
lateinisch <Adj.; o. Steig.): a) in der Sprache der alten
Römer; b) in lateinischer Schrift, in Antiqua geschrieben.
La-Tene- [la't£:n-; nach dem Schweiz. Fundort La Tenel
(Archäol.): -Kultur, die: [keltische] Kultur u. Kunst in der
La-Tene-Zeit; ^Stil, der: in der La-Tene-Zeit entstandene
Stilrichning der bildenden Kunst, die durch stilisierte
pflanzliche u. abstrakte Ornamentik. Tiergestalten u. menschliche
Maskenköpfe gekennzeichnet ist; -Zeit, die: zweite Hälfte
der Eisenzeit.
latent [latent] <Adj.; o. Steig.) [wohl unter Einfluß von
frz. latent < lat. latens (Gen.: latentis), 1. Part, von:
latere = verborgen sein] (bildungsspr.): vorhanden, aber
l noch I nicht in Erscheinung tretend; nicht unmittelbar
sichtbar od. zu erfassen: eine -e Gefahr; die sogenannte -e
Homosexualität; -e kindliche Sexualität; -e
(schlummernde) Energien. Kräfte freimachen; eine -e (Med.; noch nicht
akut gewordene, ohne typische Symptome verlaufende)
Erkrankung; ein -es (Fot.; durch Belichtung erzeugtes, noch
nicht entwickeltes) Bild; -e (Physik; gebundene, nicht durch
Temperaturerhöhung erkennbare) Wärme; die Krise hat
sich I. entwickelt; Latenz [...ntßl. die; - (bildungsspr.): 1.
Vorhandensein einer Sache, die [noch] nicht in Erscheinung
getreten ist: sich im Stadium der L. befinden; Was man
die ..Latenz44 des deutschen Romans 19S9 nennen könnte
(Zeit 41. 1959. 9). 2. (Physiol.) die durch die Nervenleitung
bedingte Zeit zwischen Reizeinwirkung u. Reaktion.
Latenz-: -alter, das: svw. T -Periode; -«i, das: svw. t Dauer-
ei; -Periode, die [gepr. von dem österr. Psychiater u.
Neurologen S. Freud (1856-1939)] (Psych.): relativ ruhige Phase
in der sexuellen Entwicklung des Menschen zwischen dem
Abschluß der kindlichen Sexualität u. der Pubertät; -zeit,
die: 1. (Med.) svw. T Inkubationszeit. 2. (Physiol.) svw.
T Latenz (2).
latenezeitlkh [la t£:n-l <AdJ.; o. Steig.): aus der La-Tene-Zeit
stammend.
lateral [latera:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. lateralis, zu: latus
(Gen.: lateris) = Seite] (Fachspr.): seitlich, die Seite
betreffend, von der Seite ausgehend: die -e Eruption eines
Vulkans; der -e (Med.; seitlich gelegene, zur Seite fuhrende)
Ast einer Arterie; Lateral [-]. der. -s. -e (Sprachw.V. Laut,
bei dem die Luft nicht durch die Mitte\ sondern auf einer
od. beiden Seiten des Mundes entweicht (z. B. I).
Lateral-: -Infarkt, der (Med.): Infarkt im Bereich der Vorder-
u. Hinterwand der linken Herzkammer; -laut, der
(Sprachw.): svw. f Lateral; -plan, der (Seew.): Fläche des
Längsschnittes desjenigen Schiffsteils, der unter Wasser liegt.
Lateralität [...rali't£:t]. die; - (Psych.): das Vorhandensein
besonders ausgeprägter Eigenschaften einer Körperseite: la-
terieren [lateri:ron] <sw. V.; hat) [spätlat. lateräre = mit
Seiten(teilen) versehen] (veraltet): seitenweise
zusammenzählen.
Laterisation [Iateriza'tßio:n], die; -. -en [zu f Latent] (Geol.):
svw. T Laterisierung: Das Problem der dortigen Böden ist
die L. (Gruhl, Planet 87); Laterisierung [lateri'zi.runh
die; -. -en (Geol.): Entstehung von Laterit; Laterit [late'ri:t.
auch: ...nt]. der; -s. -e [engl, laterite. zu lat. later =
Ziegeltstein)] (Geol.): unfruchtbarer, bes. Aluminium enthaltender
gelber bis roter Boden in den Tropen od. Subtropen; <Zus.:>
Lateritboden. den svw. f Laterit.
Laterna Magica [laterna 'ma.gika], die; - -; ...nae ...cae
[...ne ...t$e; nlat. laterna magica = Zauberlaterne: vgl.
Laterne u. magischI: einfachster Projektionsapparat.
Laterne [laterna], die; -. -n [mhd. la[n]terne < (spät)lat.
la(n)terna < griech. lampter = Leuchter. Fackel. Laterne]:
l.a) zum Leuchten dienendes Gerät, dessen [offene]
Lichtquelle zum Schutz vor Witterungseinflüssen mit einem
durchsichtigen Gehäuse umgeben ist: eine stark leuchtende,
schwache, schmiedeeiserne L.; eine L. anstecken,
anzünden, auslöschen, tragen; sich mit einer L. in der Hand
auf den Weg machen; R geh mir aus der L. (salopp; du
stehst mir im Licht, so daß ich etw. nicht sehen, nicht
richtig erkennen kann; Aufforderung, sich woanders
hinzustellen): * jmdn., etw. mit der L. suchen können (ugs.; jmdn..
etw. von dieser Art selten finden): b) svw. T Lampion; c)
kurz für f Straßenlaterne: die -n sind noch nicht
angegangen; unter einer L. stehen, parken. 2. (Bauw.) türmchenarti-
ger, durch Fenster Licht einlassender Abschluß über einer
Gewölbe- od. Deckenöffnung. 3. svw. T Blesse. 4. *die rote
L. (Sport Jargon; letzter Platz in der Tabelle; nach der
roten Schlußleuchte bes. bei Eisenbahnzügen): mit dieser
Niederlage übernahm die Berliner Elf die rote L.
Laternen-: Minzünder, der (früher): jmd., der beruflich die
Straßenlaternen anzündete u. löschte: Der L. kam schon
mit seiner Stange (Sommer. Und keiner 45); -fest, das:
vgl. -umzug; -fbch, der: in der Südsee lebender kleiner
Fisch mit großem paarigem Leuchtorgan: -garage, die
(scherzh.): ständiger Parkplatz eines Autos auf der Straße
[unter einer Laterne]; blicht, das; -parker, der (scherzh.):
jmd.. der sein Auto ständig auf der Straße parkt; -pfähl,
der: im Boden befestigter, langer Teil der Straßenlaterne,
meist in Form einer Stange aus Stahl, Beton o. ä.. der einen
Leuchtkörper trägt: jmdn. am L. aufhängen; Der Pudel
blieb an einem L. stehen. ... und hob ... ein Hinterbein
1636
Latzschürze
(Remarque, Triomphe 83); mit voller Wucht gegen einen
L. fahren, rennen; *mit dem L. winken (ugs.; jmdn.
unmißverständlich, sehr deutlich aufetw. hinweisen)', -schein, der.
^umzug, der: Umzug von Kindern, die Lampions tragen.
Latex [la:teksl. der; -. Latizes [la:titße:s; lat. latex < griech.
lätax = Flüssigkeit): Milchsaft bestimmter tropischer
Pflanzen, aus dem Kautschuk. Klebstoff o.a. hergestellt wird
u. der zur Imprägnierung dient: <Zus.:> Latexfarbe, die:
mit Latex hergestellte Farbe; latexieren [lat£'ksi:ren] <sw.
V.; hat): mit einer aus Latex hergestellten Substanz
beschichten, bestreichen o. ä.
Latierbaum [la'ti:g-]. der, -[e]s, ...bäume [viell. zu lat. latus
= Seite]: waagrecht angebrachter Holzbalken zw. den
Ständen im Pferdestall.
Latifundienwirtschaft [lati fündpn-]. die; -: Bewirtschaftung
eines Großgrundbesitzes durch abhängige Bauern in Abwe-
senlieit des Besitzers (z. B. in Südamerika); Latifundium
[latifundiuml. das; -s. ...ien [...pn; lat. lätifimdium. zu:
latus = breit u. fbndus. T Fundus] (hist.): von Sklaven
bewirtschaftetes großes Landgut im Römischen Reich.
latinisieren [latinizi.ren] <sw. V.; hat) [spätlat. latinizare,
zu lat. Latlnus. t Latein] (Sprachw.): in lateinische
Sprachform bringen; der lateinischen Sprachart angleichen; Latini-
&knmg, die; -. -en (bildungsspr.): das Latinisieren;
Latinismus [lati'nismus], der; -. ...men (Sprachw.): Übertragung
einer für das Lateinische charakteristischen sprachlichen
Erscheinung auf eine nicht lateinische Sprache: Latinist [la-
ti'nist]. der; -en. -en: jmd., der sich wissenschaftlich mit
der lateinischen Sprache u. Literatur befaßt; Latinität [lati-
m t£:t],die; - [lat. Latinitäs. zu: Latlnus. tLatein]: ü)
klassische lateinische Schreibweise; b) klassisches lateinisches
Schrifttum: goldene L. (lat. Schrifttum von etwa 100 v. Chr.
bis etwa 14 n. Chr.); silberne L. (lat. Schrifttum von etwa
14 bis etwa 120); Latinum [la'ti:num], das; -s: a) an einer
höheren Schule vermittelter Wissensstoff der lateinischen
Sprache: b) durch eine Prüfung nachgewiesene Kenntnisse
in der lateinischen Sprache: das L. haben, machen.
LatHüde [iatityda], die; - [frz. latitude < lat. lätitüdo.
zu: latus = breit] (veraltet): Breite: er hat eine Neigung
zu romanhafter L.; Latitudinarier [latitudinairie], der; -s.
- (meist PI.) [engl, latitudinahan. zu lat. lätitüdo =
Breite]: Anhänger des Latitudinarismus; Latitudinarismus
[...na'nsmus], der; -: (im 17.Jh. entstandene) Richtung
der anglikanischen Kirche, die wegen ihrer konfessionellen
Toleranz u. ihrer Offenheit gegenüber den Erkenntnissen
der modernen Wissenschaft bekannt ist.
Latizes: PI. von t Latex.
Latrie [la tri:], die; - [spätlat. latria < griech. latreia =
(Opfer)dienst. zu: latreüein = einem Gott (mit Gebet
u. Opfer) dienen] (kath. Kirche): die Gort u. Christus allein
zustehende Verehrung. Anbetung.
Latrine [latri:nd]. die; -. -n [lat. lätrina. älter: lavätrina.
zu: laväre = (sich) baden, waschen]: 1. in Lagern o.a.
behelfsmäßig erbauter Abort, der von mehreren Personen
gleichzeitig benutzt werden kann: die L. reinigen; Er hatte
in diesem Scheißkrieg Stoßtrupps geführt und -n
ausgehoben (Kirst, 08/15. 362); auf die L. gehen. 2. (abwertend)
svw. t Latrinengerücht: eine L. verbreiten.
Latrinen-: -gerucht, das (ugs. abwertend): (frei erfundenes]
Gerücht mit äußerst fragwürdigem Inhalt, das heimlich
verbreitet wird: verbreite nicht solche -e!; -parole, die (ugs.
abwertend): svw. t^gerücht: das ist doch nur eine L.;
-n ausgeben, verbreiten; ^reinigung, die.
Latsch [la:tJ1, der; -[e]s. -e [wohl zu t latschen]: 1. (ugs.)
svw. t Latschen. 2. (ugs. abwertend) jmd., der einen
schlurfenden, schwerfälligen od. nachlässigen Gang hat. 3.
(landsch., bes. ostmd.) dünner Kaffee; 'Latsche [*la:tjd].
die; -, -n: 1. (ugs.) svw. tLatschen. 2. (ugs. abwertend)
liederliche weibliche Person. 3. <meist PI.) (Jägerspr.) Fuß
bestimmter Schwimmvögel.
Steche ['latJdl. die; -. -n [aus dem Bayr.. Tirol.. H.u.]:
niedrig wachsende Bergkiefer mit dichten Ästen u. stark
ausgeprägten Knospen (auch als Zierstrauch kultiviert).
latschen [la:tjn] <sw. V.; ist) [wohl laut- u. bewegungsnach-
ahmend. H.u.; 2: wohl = im dm. eins mit dem Latschen
geben]: 1. (salopp) [langsam schlurfend, schwerfällig od.
nachlässig] gehen: wissen Sie vielleicht, wie lange wir noch
zu 1. haben ...? (H. Kolb. Wilzenbach 42); durch die
Gegend, nach Hause, über den Flur 1.; Mensch, latsch
(schlurf) nicht so! 2. (landsch.): jmdm. eine Ohrfeige
versetzen: ich latsch' dir gleich eine!; Latschen [-]. der; -s, -
(meist PI.) (ugs.): alter bequemer, ausgetretener [Haus]-
schuh: schiefgelaufene L.; er hat L. an; R sie passen
zusammen wie ein paar alte L. (obersächs.; sie verstehen
sich sehr gut)', *aus den L. kippen (ugs.: 1. ohnmächtig
werden. 2. die Fassung verlieren; sehr überrascht sein).
Latschen- (2Latsche): -dickicht, das; -gebüsch, das; -kiefer,
die: svw. t2Latsche, dazu: -kiefemöl, das: ätherisches (2)
Öl aus den Nadeln der Latsche, das vor allem als Badezusatz,
zum Luftreinigen u. als Inhalationsmittel verwendet wird;
mM, das: svw. T^kiefernöl.
latschig [la:jji<j] <Adj.) [zu T latschen] (salopp): (vom Gang)
nachlässig: einen -en Gang haben.
Latte [lata], die; -. -n [mhd. lat(üe. ahd. lat(t)a. urspr.
= Brett. Bohle, verw. mit T Laden]: 1. langes, meist kantiges
Stück Holz, das im Verhältnis zu seiner Länge sehr schmal
u. flach ist: verfaulte, morsche -n am Zaun ersetzen; eine
L. an-, festnageln; ein Verschlag aus -n u. Brettern; * lange
L. (ugs.; sehr großer, dünner Mensch)', jmdn. auf der L.
haben (ugs.; es auf jmdn. abgesehen haben; jmdn. nicht
leiden können): wenn sie dich erst mal auf der L. haben,
kommst du nicht mehr zur Ruhe (Kuby. Sieg 17); [sie]
nicht alle auf der L. haben (ugs.; nicht ganz bei Verstand,
verrückt sein): du hast [sie] wohl nicht alle auf der L.!;
einen auf der L. haben (ugs.; sehr betrunken sein); etw.
auf der L. haben (ugs.; etw. [gut] können): Sie werden
gleich mal zeigen können, was sie auf der L. haben (Kirst,
08/15. 625). 2. (Sport) a) (Fuß-. Handball) Querlatte des
Tores: der Ball donnerte, krachte an die Latte; der Stürmer
setzte den Ball an die L.; einen Schuß über die L. lenken;
b) (Leichtathletik) [dreikantige] Stange aus Holz od.
Metall, die übersprungen werden muß: der Hochspringer riß
die L. nur knapp; c) (Jargon) svw. tSki. 3. in der Fügung
eine [lange, große, schöne usw.] L. (ugs.; eine Menge; viel):
eine L. von Vorstrafen; das muß eine ganz schöne L.
gekostet haben. 4. (salopp) [erigierter] Penis: Er hätte
ja eine L.f sagte Inge, kam vor. griff an die Hose (Degen-
hardt. Zündschnüre 91).
Letten-: -aerüst, das; -gestell, das; -gitter, das: Gitter,
Zaun aus Latten (1); -holz, das: Holz für Latten (1); -kiste,
die: ... und der Geruch der Kartoffeln, die in den -n
keimten, zog die Ratten an (Böll. Haus 83); -kreuz, das
(Fuß-. Handball): von Pfosten u. Latte (2a) gebildete Ecke
des Tores: Der Ball war gut plaziert ... Im L. sauste er
ins Netz (Walter. Spiele 20); -rost, der: Rost aus Latten
(1); -schuO, der (Fuß-. Handball): Schuß an die Latte
(2a); -treffer, der (Fuß-. Handball): svw. t^schuß; ^tür,
die: Tür aus Latten; -verschlag, der; -zäun, der.
Lattich ['latuj], der; -s. -e [mhd. lattech(e). ahd. lattüh <
lat. lactüca = Lattich. Kopfsalat, zu: lac = Milch, nach
dem milchartigen Saft der Pflanze]: 1. in vielen Arten
vorkommendes Unkraut mit zungenförmigen gelben od. blauen
Blüten u. Milchsaft in den Stengeln. 2. Salat, der keinen
Kopf bildet u. auch gekocht als Gemüse gegessen wird.
Latüchte [Ia'tY<jto]. die; -. -n [aus dem Niederd., zusgez.
aus Laterne u. Lüchte = Leuchte] (ugs. scherzh.): svw.
t Laterne (1 a): mach mal die L. an!; R geh mir aus der
L. (salopp; du stehst mir im Licht, so daß ich etw. nicht
richtig sehen kann).
Latwerge [lat'verga], die; -. -n [mhd. latwerge. la(c)twärje
< afrz. (e)lectuaire < vlat. (e)lactuärium < spätlat. elec-
t(u)ärium. volksetym. angeschlossen an lat. electus =
erlesen, zu griech. ekleiktön = Arznei, die man im Munde
zergehen läßt]: a) breiig zubereitetes Arzneimittel; b)
(landsch.) Fruchtmus, bes. Pflaumenmus.
Latz [latß]. der. -es. Lätze [letßd], österr. auch: -e [mhd.
laz. auch: Schleife. Fessel, über das Roman, (vgl. afrz.
laz. ital. laccio = Schnürband) zu lat. laqueus. T Lasso]:
1. <Vkl. T Lätzchen) svw. T Lätzchen. 2. an eine Schürze,
Hose od. einen Rock angesetztes Stück Stoff, das über
der Brust da) getragen u. von Trägern gehalten wird:
* jmdm. eine/einen/eins vor den L. knallen/ballern/donnern
(salopp: 1. jmdm. einen kräftigen [Faust]schlag [ins
Gesicht, vor die Brust] versetzen: Ich knallte ihm eine vorn
Latz - Mann! (Rechy [Übers.]. Nacht 201). 2. jmdn. scharf
zurechtweisen; der Chef hat mir eins vor den L. geballert).
3. herunterklappbares Vorderteil an Trachtenhosen. 4. svw.
T Hosenlatz (2); <Vkl.:> Litzchen flet^n]. das; -s. -: kleines
Tuch, das kleinen Kindern beim Essen umgebunden wird;
<Zus.:> Latzhose, die: Hose mit Latz (2); Latzschürze, die.
1637
lau
lau [I&i] <Adj.; -er, -[e]ste> [mhd. lä. ahd. läo]: l.a) (von
Flüssigkeiten) weder warm noch kalt, mäßig warm: im -en
Wasser der Wanne liegen; das Glas mit -em Whisky in
beiden Händen (Frisch. Gantenbein 353); die Suppe, der
Kafle ist nur I.; Ich spüre das Blut I. (/warm u.J fad)
in meinem Munde (Remarque. Obelisk 77); U das Geschäft,
die Nachfrage ist I. (mäßig): b) (von der Luft. Witterung)
[angenehm] mild: -e Luft: ein -er Abend; die Sommernacht
war I.; *fiir I. (landsch.; unentgeltlich): „Sowat krich* ich
fiir 1." (Spiegel 3. 1977. 52). 2. in nicht einschätzbarer,
festlegbarer Weise unsicher, unentschlossen, halbherzig: ein
-er Kerl; man will keine -en Zusicherungen (Thieß. Reich
527); sich I. verhalten.
Laub [l^pp], das; -[e]s [mhd. loup. ahd. loub. urspr. wohl
= Abgeschnittenes. Abgerissenes]: die Blätter von Bäumen
u. Sträuchern: frisches, grünes, dichtes, herbstliches,
fallendes, moderndes L.; das L. raschelt, verfärbt sich, fällt
von den Bäumen; die Bäume bekommen wieder L.; der
Wald riecht nach Moder und faulem L.; die Beeren der
Eberesche stehen rot im L. (Remarque. Westen 204).
laub-, LauIk ^baum, der: laubtragender Baum (Ggs.:
Nadelbaum); -blatt, das: svw. f Blatt (1); Mladi, das (dichter.):
Art Dach, das ein laubtragender Baum bildet: ^fall. der
<o. PI.) (selten): das Abfallen der Laubblätter im Herbst:
^färbung, die: svw. t Herbstfärbung; -flechte, die: Flechte
(2). die wie Laub aussieht: ^frach, der: kleiner, grüner
Frosch mit weißlicher Bauchseite, der sich überwiegend in
Bäumen u. Sträuchern aufhält: ^aehölze <PI.>: laubtragende
Gehölze (2) (Ggs.: Nadelgehölze); ^gewinde, das
(veraltend): Gewinde (2) aus Laub: --grün <Adj.; o. Steig.: nicht
adv.X* von heller, lebhafter, gelbgrüner Farbe: -Heuschrecke,
die: (in vielen Arten vorkommende) grasgrüne Heuschrecke
mit langen Fühlern: -holz, das (Ggs.: Nadelholz): 1. Holz
von Laubbäumen: Möbel aus afrikanischen Laubhölzern.
2. <PI.> laubtragende Gehölze, Holzgewächse: Laubhölzer
anbauen; (seltener im Sg.:> das anspruchsvollere L..
insbesondere die Eiche, heranziehen; -bütte, die: Hütte, die
mit laubtragenden Zweigen bedeckt ist, dazu: ^hütteofest,
das (jüd. Rel.): mehrtägiges Jüdisches Herbstfest
(Erntedankfest) mit dem Brauch, in Laubhütten, die in Gärten
od. innerhalb der Wohnungen gebaut werden, zu essen u.
zu wohnen: *etw. ist jmdm. ein L. (scherzh. selten; etw.
ist für jmdn. ein Anlaß zu großer Freude): das wird mir
ein L. sein!; -küfer, der: in vielen Arten vorkommender
Käfer, der Laub frißt: ^krara, der: vgl. ^gewinde; -kröne,
die (geh.): Wipfel: -tnoos, das: in vielen Arten
vorkommendes, auf kleinen Stengeln wachsendes Moos mit Blättchen:
-säge, die [urspr. = feine Säge zum Ausschneiden laubför-
miger Zierstücke]: leichte Handsäge mit sehr dünnem,
feingezahntem Sägeblatt für feine Holzarbeiten (bes. zum
Aussägen von Figuren), dazu: -stoearbeit, die: a) <o. PI.)
Arbeit (1 b) mit der Laubsäge: b) mit der Laubsäge
hergestellte Arbeit (4 a); -länger, der [nach der laubähnlichen
Färbung des Gefieders auf dem Rücken]: (in zahlreichen
Arten vorkommende) zierliche, bräunliche od. graugrüne
Grasmücke mit gelbweißer Bauchseite: -tragend <Adj.; o.
Steig.: nur attr.): Blätter tragend, hervorbringend: -wald,
der: Wald aus Laubbäumen: Mverk. das: 1. (geh.) svw.
T Belaubung. 2. (Archit.. Kunst) Verzierung an Kapitellen,
Konsolen o. ä. in Form von [stilisierten] Blattformen.
'Laube ['l^pto]. die: -. -n [mhd. loube = Vorbau; Gang;
Speicher, ahd. louba = Schutzdach. Hütte, urspr. = aus
Laub gefertigtes Schutzdach]: l.a) an der Seite offenes,
leicht gebautes Gartenhäuschen [aus Holz od. Holzlatten,
das von Pflanzen umrankt ist]: eine L. bauen; in. vor
der L. sitzen; Mund] fertig ist die L.! (ugs.; damit ist die
Sache schon erledigt!): ..Und wo soll ich die Munition
lassen?44 Irgendwohin. Zeltbahn darüber, und fertig
ist die L." (Kirst. 08/15. 307); b) überdeckter Sitzplatz
in Gärten. 2. (Archit.) [gewölbter] Bogengang od. / gewölbte]
Bogenhalle, die dem Erdgeschoß eines Gebäudes vorgelagert
od. direkt Teile des Erdgeschosses sind.
2Laube [-]. der: -n. -n (H.u.l: svw. tUkelei.
Lauben- ('Laube): -gang, der (Archit.): a) svw. t'Laube
(2); b) durch ein Dach überdeckter, offener Gang an Wohnhäu-
serno. ä\. -haus, das: [ Bauern] haus mit lLaube(2): -kolonie,
die: svw. TGartenkolonie; -pieper, der (berlin. scherzh.):
jmd., der in einer Laubenkolonie einen Garten hat: heute
ist Lampionfest bei den -n; U Der Teil 2 ist ... Diktion
politischer L. (Spiegel 4. 1978.10).
laubig <Adj.: Steig, ungebr.; nicht adv.) (veraltet): belaubt:
mit viel Laub: -e Triebe: ein -er Wald.
Lauch [lqiix]. der; -[e]s, -e [mhd. louch. ahd. louh. viell.
urspr. = Gebogener. Gedrehter, nach den nach unten
gebogenen Blättern]: 1. in vielen Arten vorkommende, aus
einer Zwiebel entstehende, häufig als Gemüse kultivierte
Pflanze mit Doldenblüten am Ende eines röhrenförmigen
Schafts. 2. (landsch.) svw. t Porree; <Zus.:> buchgrün <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): von matter blaugrüner Farbe.
Laudanum [lapdanum]. das; -s [mlat. laudanum. wohl zu
lat. lädanum. TLadanum]: svw. t Opium.
Laudatio [%j'da:t£io], die; -. -nes [I^ida't£io:ne:s] u. -nen
[...'t$io:ndn; lat. laudatio, zu: laudäre = loben]: im Rahmen
eines Festaktes gehaltene feierliche Rede, in der die
Leistungen u. Verdienste eines Menschen, der geehrt wird, gewürdigt
werden: die L. halten; Auch Lübke zeigte sich bei den
-nes ... weniger klatschfreudig als sein Nachfolger (MM
2.6.69.2); Laudation fl%ida't£io:n], die: -. -en: svw. t
Laudatio; Laudator [l^ida:tor. auch: ...to:g]. der; -s, -en
[dato.ran; lat. laudator]: jmd., der eine Laudatio hält.
Laudeorium [l3p'de:mium].das; -s. ...ien [...pn; mlat. laude-
mium = Abgabe, mit der ein bestehendes
Abhängigkeitsverhältnis anerkannt wird, zu lat. laudäre. f Laudatio]
(hist): Abgabe an den Lehnsherrn: Laudes [I^pde:s] <PJ.>
[lat. laudes = Lobgesänge PI. von: laus = Lob] (kath.
Kirche): Morgengebet des Breviers (1 a).
Laue [l^io], Lauene [l^pandl. die; -. -n [mundartl. Neben f.
von T Lawine] (Schweiz.): Lawine.
1Lauer [lgins]. die [mhd. Iure = Hinterhalt, zu flauem]
in den Wendungen auf der L. lie»en/(seltener:) sein/(selte-
ner.)sitzen/(seltenen) stehen (ugs.: in Erwartung von etw.
[heimlich, unauffällig] bestimmte Vorgänge o. ä. genau
verfolgen, sehr aufmerksam beobachten): sich auf die L. legen
(ugs.; angestrengt, gespannt auf eine bestimmte Situation,
Person, einen bestimmten Augenblick warten, um schnell
reagieren zu können).
2Lauer [-]. der; -s. - [mhd. Iure. ahd. Iura < lat. Iörte)a
= verdünnter Wein]: aus Trestern gewonnener Wein.
lauern I'l^icn] <sw. V.: hat) [mhd. lüren = im Hinterhalt
liegen, (hinterhältig) spähen od. beobachten]: a) in
feindlicher, hinterhältiger Absicht (um jmdn. zu überfallen, jmdm.
Böses anzutun, um Beute zu machen) in einem Versteck
sich verbergend auf jmdn., etw. angespannt warten: auf
eine Patrouille I.; oben auf dem Turm lauerte der erste
WachofTizier hinter der Zielsäule (Rehn. Nichts 65); der
Raubvogel lauert auf seine Beute; Jmdm. lauernd eine
Frage stellen; Ü Am Wasser lauert der Tod (Grzimek.
Sercngeti 219); der Mittelstürmer lauert am Strafraum;
Ein langer rostiger Nagel lauerte da (Lentz. Muckefuck
156): einen lauernden (hinterhältigen) Blick haben; b)
(ugs.) angespannt, begierig, voller Ungeduld auf jmdn., etw.
warten: er lauerte auf das Klingelzeichen; sie lauerten
darauf, daß der Alte krepierte; die katholischen Priester
lauerten nur darauf. Andersgläubige einzulangen (Tucholsky.
Werke I. 168); und lauernd wartete sie auf die Stelle,
wo die Melodie ausklinkte (BöU. Haus 25); <Zus.:> Lauer-
stelhmg, die; -. -en: die Katze hat ihre L. eingenommen.
Lauf [layfl. der; -[e]s. Läufe [loyfo; mhd.. ahd. loufl: 1.
<o. PI.) das Laufen (1, 2): Jmdn. im L. einholen; plötzlich
im L. anhalten: sie kam in eiligem L. daher; er war von
dem L. völlig erschöpft; *sich in L. setzen (zu laufen
(1 b) beginnen): So eilte sie ... zur Treppe, blieb plötzlich
stehen ... setzte sich ... wieder in L. und verschwand (Th.
Mann. Zauberberg 189). 2. (Sport) Durchgang in einem
Wettbewerb od. Rennen: zweiter L. der Vorrunde; Dafür
werden meistens zwei Läufe gefahren (Frankenberg.
Fahren 112); den L. gewinnen; In den ... bisher ausgetragenen
Läufen hatte es nur amerikanische Erfolge gegeben (Welt
2. 6. 65. 9). 3. <o. PI.) das Laufen (6) einer Maschine
o.a.: [schnelle] ununterbrochene Bewegung von etw.: der
Motor hat einen runden, leisen, leichten, angenehm
klingenden L.; den L. einer Maschine überprüfen,
überwachen. 4. <o. PI.) das Sicherstrecken, Verlauf in einer
bestimmten Richtung: der L. eines Flusses, einer Straße,
Eisenbahnlinie; am oberen, unteren L. des Rheins; sie folgten
dem L. des Baches. 5. <o. PI.) a) Verlauf, den etw. nimmt:
den L. der Gestirne beobachten; das Verfahren, den Prozeß
in seinem L. nicht beeinflussen, hindern: * im Laufte]
(während: innerhalb eines bestimmten Zeitraums): im L. des
Tages, der Zeit, des Lebens; im L. von sechs Stunden
1638
Laufet
tauft bei Flut das Wasser auf; einer Sache ihren L./freien
L lassen (bewirken, daß sich etw. völlig ungehindert entwik-
kelt: etw. nicht zurückhalten, hemmen od. zügeln): seinem
Zorn, seiner Wut freien L. lassen; den Dingen ihren L.
lassen (etw. ungehindert geschehen lassen): sie ließ ihren
Tränen, ihrer Phantasie freien L.; b) gesetzmäßige Entwick-
hing von etw.: notwendige Folge zusammenhängender
Ereignisse: das ist der L. der Geschichte, der Dinge, der Welt;
'ttinen L. nehmen (nicht aufzuhalten sein): damit nahm
das Geschehen, Verhängnis seinen L. 6. (Musik) schnelle
gleichmäßige Tonfolge: ein Stück mit schnellen, schwierigen
Laufen spielen. 7. <Vkl. Läufchen) (Jägerspr.) Bein
bestimmter Wildarten od. des Hundes: ein Karnickel... sprang
mit gestreckten Läufen ins hohe Spargelkraut (Kreuder,
Gesellschaft 57). 8. Rohr (2) von Schußwaffen: der L. des
Gewehrs ist gezogen; er reinigte den verrosteten L. der
Pistole; Die Waffe schob sich mit mattglänzendem L. durch
den Türspalt (Simmel. Stoff 164); imdin. ist der L.
eingerostet (Soldatenspr. scherzh.; jmd. ist impotent).
IhT-« Lauf-: ^achse, die (Technik): nicht angetriebene Achse
nm Fahrzeugen (bes. Lokomotiven) zum Tragen des
Gewichts: -arbeit, die (Sport Jargon): das während eines
Ballspieles erforderliche Laufen (1 a): der Mittelstürmer leistete
enorme L.; -bahn, die [1: seit dem 18. Jh. für frz. carriere.
f Karriere!: l.a) festgelegter Weg des Aufstiegs in einem
Beruf, beruflicher Werdegang: die L. eines Offiziers;
Ingenieure der gehobenen L.; er bereitete sich auf die L. eines
Bahnbeamten vor; Verordnung über die -en der Polizeivoll-
zugsbeamten (Bundesgesetzblatt 6. 1967. 173); b)
persönlicher Werdegang, [erfolgreiches/ Vorwärtskommen im
Leben: eine große, glänzende, steile L.; die kriminelle L..
wie sie von Thomas ... in Aussicht genommen wird
(Schmidt. Strichjungengespräche 241); eine akademische,
künstlerische, wissenschaftliche L. einschlagen; er hatte
seine L. als literarischer Bohemien begonnen (K. Mann.
Wendepunkt 126); c) bestimmter Lebensabschnitt, währetvd
dessen jmd, eine bestimmte Tätigkeit, einen bestimmten
Beruf ausübt: er fühlte, daß seine L. als Diener zu Ende
war, Es warder größte Erfolg in der L. eines... Langläufers
(Olymp. Spiele 1964. 25). 2. (Leichtathletik) abgegrenzte,
ebene Strecke für Wettkämpfe im Laufen: das Stadion
hat eine L. von 400m. 3. (selten) gesetzmäßige Bewegung
frei beweglicher Körper: die L. der Gestirne; -bursche,
der: / junger] Mann, der in einer Firma o. ä. für Botengänge
eingestellt ist: -feuer, das [2: urspr. = Feuer, das an
ausgestreutem Pulver entlangläuft, um zu zünden, dann
auch: Gewehrfeuer entlang einer Schützenlinie]: 1. sich
rasch ausbreitendes Feuer, das trockene Bodenflora erfaßt.
2. • wie ein L. (ungemein schnell durch Weitererzählen):
-fläche, die: a) (Technik) äußerer Belag (2) eines Reifens
od. Rades, der direkt mit der Fahrbahn in Berührung kommt:
b) untere Fläche des Skis, die beim Skifahren direkt mit
dem Schnee in Berührung kommt: c) (Kegeln) Teil der
Kegelbahn, auf der die Kugel rollt: -freudig <Adj.> (Sport
Jargon): während eines Ballspiels einsatzfreudig laufend:
-frfct, die: vgl. -zeit (1); -gang, der: 1. svw. f Durchgang:
ein in Arkaden geöffneter, schmaler L. (Bild. Kunst 3.
21). 2. svw. TGangway. 3. geschlossenes Verbindungsstück
für l wilde] Tiere, durch das sie von Käfig zu Käfig od.
vom Käfig in die Arena gelangen: -gesdiäft, das (Jargon):
svw. t Prostitution: -gesteil, das: Gestell bes. für kleine
Kinder zum Laufenlernen: -gewicht, das: verschiebbares
} Gewicht (2) an der Laufgewichtswaage, dazu: -gewichts-
waaae, die: Waage mit Laufgewicht: -gitter, das: meist
aus einem Boden u. einem Gitter bestehendes Gestell, in
dem kleine Kinder das Gehen lernen, umherlaufen u. spielen
können (ohne sich zu verletzen): -graben, der (Milit.):
Graben in einer Stellung, Verteidigungslinie, durch den man,
for feindlichem Feuer geschützt, irgendwohin gelangen kann:
Verbindungsgraben: ein L. zum Sanitätsplatz; Unmittelbar
neben der Stellung sprang Witterer in einen L. (Kirst.
08/15. 451); -hund, der: svw. f Bracke; -Junge, der: svw.
* ^bursche; -käfer, der: (in zahlreichen Arten
vorkommender) brauner od. schwarzer, oft metallisch glänzender Käfer,
der sehr schnell laufen kann: -katze, die (Technik): als
Teil des Laufkrans auf Trägern, Seilen od. Schienen
laufender Wagen mit Winde zur Beförderung von Lasten: -kraft-
wetk, das (Technik): Kraftwerk, in dem eine zufließende
Wassermenge sofort u. regelmäßig verarbeitet wird: ^kran,
der (Technik): Kran, der auf Schienen läuft: -kundschaft.
die: ständig wechselnde Kunden: nur L. haben; -lahm <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.> (Jägerspr.): (vom Wild) am Lauf
(7) stark verletzt: -mädchen, das: vgl. ^bursche; -masche,
die: (bei Strick- od. Wirkwaren, bes. Strümpfen) Masche
(1 a), die sich gelöst hat u. nach unten od. oben gleitet:
eine L. haben, dazu: -maschensicher <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: widerstandsfähig gegen Laufmaschen: -milbe, die:
in zahlreichen Arten vorkommende, meist rötliche, dicht
behaarte Milbe, die sehr schnell laufen kann: -paß, der
in den Wendungen Jmdm. den L. geben (ugs.; die
Beziehungen zu jmdm. abbrechen, sich von jmdm. trennen: urspr.
= Paß. der bei der Entlassung aus dem (Militärdienst
mitgegeben wurde; Entlassungsschein): der Präsident gab
seinem persönlichen Berater den L.; Die Mädchen liefen
mir davon, oder ich gab ihnen den L. (Hörzu 14, 1972.
133); den L. bekommen/erhalten (selten; abgeschoben,
entlassen werden), -Pensum, das (Sport): durch Laufen
erbrachte Leistung während eines Spiels: -pianke, die: Planke,
auf der man gehen kann: ^rad. das: 1. (Technik) a) mit
schaufelähnlichen Teilen versehenes, radförmiges Teil an
Turbinen: b) nicht angetriebenes Rad an [ Trieb]fahr zeugen.
c) Rad einer Laufkatze, eines Fahrwerks o. ä. 2. svw. t
Draisine (1); -richtung, die: Richtung, in die jmd. läuft, in
der sich etw. maschinell bewegt: die L. ändern; -rolle,
die (Technik): an einem Gegenstand beweglich angebrachte
Rolle: -ruhe, die (Technik): das ruhige, störungsfreie Laufen
(6) einer Maschine o.a.: dieser Motor behält selbst bei
hoher Drehzahl seine L.. dazu: -ruhig <Adj.>; -schiene,
die (Technik): Schiene, auf der ein Gegenstand hin u. her
bewegt werden kann: -schreiben, das (Postw.): Antrag auf
Nachforschung nach vermißten od. verlorengegangenen
Postsendungen: -ächrift, die: durch gesteuertes Ein- u.
Ausschalten von verschiedenen Lampen sich optisch
vorwärtsbewegende Schrift /als Reklame o.a. an Fassaden]: -schritt, der:
a) in der Fügung im L. (mit leicht springenden Schritten):
im L. aus dem Haus eilen; Dann ging es im L. zu einem
Sportplatz (Leonhard. Revolution 157); (militär.
Kommando:) im L.. marsch, marsch!; b) (Leichtathletik)
bestimmte Art des Schrittes beim Laufen (5 a): Kurz-,
Mittel- und Langstreckenlauf haben einen unterschiedlichen
L.; -schuh, der: a) bequemer Schuh zum Spazierengehen
o.a.: b) (meist PI.) (Leichtathletik) besonderer Schuh für
Läufer: Spikes: -schuß, der (Jägerspr.): Schuß, der das
Wild am Laufü) trifft: -spiel, das (Sport): a)
Mannschaftsspiel,das hauptsächlich Laufen (1 a) erfordert: b) (Handball)
ständiges Hinundherlaufen der angreifenden Spieler, um den
Gegner zu täuschen od. zu irritieren: c) Bewegungsspiel
für Kinder: -stall, der: svw. t^gitter; -Steg, der: schmaler,
erhöhter Steg, auf dem man [hin u. her] gehen kann (bes.
für Mannequins zum Vorfuhren neuer Modelle): Auf dem
L. im Kaufhof zeigt sich der modische Winterlook (MM
4.9.68,5); -stil, der (Leichtathletik): ein ruhiger,
kraftvoller, lockerer L.; -stuhl, der: Gestell mit Rädern für kleine
Kinder zum Laufenlernen: -treppe, die: svw. t^gang (2);
-vogel, der: Vogel, der nur am Boden laufen, nicht fliegen
kann (z.B. Strauß. Emu); -werk, das: 1. (Technik) a)
gesamter Mechanismus einer Maschine o. ä.: b) das
Räderwerk im Gehwerk einer Uhr: c) Räder u. Achslager der
Eisenbahnwagen. 2. (ugs. scherzh.) Beine: ^zeit, die: l.a)
(Bankw.) Zeit von der Ausstellung eines Darlehens o.a.
bis zu dem Tag, an dem es zurückgezahlt sein muß: ein
Kredit mit befristeter L.; dieser Wechsel hat eine L. von
drei Monaten; b) Gültigkeitsdauer eines Gesetzes, Tarifs
o.a. 2. Zeit, in der ein Film o.a. auf dem Spielplan steht:
in Hamburg betrug die L. dieses Filmes sechs Wochen.
3. Zeit, die jmd., etw. braucht, um eine bestimmte Strecke
zurückzulegen: die -en der Langstreckenläufer waren recht
gut; -zettel, der: a) Schreiben o. ä., das zur Kenntnisnahme
in Umlauf gesetzt wird: Rundschreiben: b) Zettel, auf dem
durch Unterschrift o. ä. bestätigt wird, daß jmd. etw. zur
Kenntnis od. in Empfang genommen hat: c) Zettel, der
jmdm. beim Betreten von Werksanlagen nicht öffentlicher
Einrichtungen (3) od. bewachter, kontrollierter Gebiete mit
der Auflage ausgehändigt wird, die einzelnen Stationen des
Aufenthalts schriftlich bestätigen zu lassen: d) Zettel an
Werkstücken o.a., auf dem jeder Arbeitsgang eingetragen
wird: e) (Postw.; früher) svw. t ^schreiben.
Läufchen [layf^n], das; -s. -: tLauf (7).
Läufel [layflj.die; -.- [mhd. löufel. loufel. H. u.] (südwestd.):
Nußschale, bes. äußere grüne Schale der Walnuß.
1639
laufen
laufen [l%}ifn] <st. V.) tmhd. Iouten, ahd. (h)IouftDan.
wahrsch. urspr. = (im Kreise) hüpfen, tanzen]: 1. <ist>
a) sich in aufrechter Haltung auf den Füßen in schnellerem
Tempo so fortbewegen, daß sich jeweils schrittweise für
einen kurzen Augenblick beide Sohlen vom Boden lösen:
nicht I.. sondern ruhig gehen; er mußte 1.. um den Bus
noch zu bekommen; immer schneller 1.; Und wer Füße
hatte, der benutzte sie und lief, was er konnte (ugs.; so
schnell er konnte: Plievier, Stalingrad 246); er lief wie
der Blitz, wie ein Wiesel; er kam eilig, keuchend gelaufen;
die Kinder kamen freudig gelaufen (herbeigelaufen); auf
die Straße, aus dem Haus, ins Freie, über das Feld, um
die Ecke 1.; <subst.:> Einer überschlug sich im Laufen
(Kirst.08/15,679); b) (ugs.) gehen (1): grübelnd im Zimmer
auf und ab. hin und her 1.; [schnell einmal] zum Metzger,
zur Post 1.; an Stöcken 1.; Dabei hatte er nicht mal Stiefel
an. sondern lief auf Fußlappen (Lenz. Suleyken 11); *eine
[Frau, Puppel I. lassen/zu I. haben (salopp; eine Frau als
Prostituierte für sich arbeiten lassen): c) zu Fuß gehen (u.
nicht fahren): zu ihrer Zeit mußte man diese endlosen
Strecken noch I.; wir sind im Urlaub viel gelaufen
(spazierengegangen; gewandert); nach diesem Geschenk bin ich
lange gelaufen (ugs.; habe ich lange suchen müssen): von
der Haltestelle aus sind es noch fünf Minuten zu 1.; d)
die Fähigkeit haben, sich auf den Beinen fortzubewegen:
das Kind lernt I.. kann schon, noch nicht 1.; ich kann
kaum noch richtig 1.; e) beim Laufen da. b) an. gegen
etw. geraten, stoßen: in der Dunkelheit lief er gegen den
Zaun; der Mann lief in ein Auto, dem Autofahrer vor die
Räder; f) (von bestimmten Tieren) sich [schnell, flink]
auf mehreren Beinen fortbewegen: Tausende von
Ameisen liefen über den Weg; ein Reh lief mir in die
Fahrbahn. 2. eine bestimmte Strecke gehend zurücklegen <ist>:
wir sind 20km. einen Umweg gelaufen. 3. <1. + sich;
hat) a) sich durch Laufen in einen bestimmten Zustand
versetzen: sich außer Atem I.; hatte mich ... in den Gassen
müde gelaufen (Hesse. Steppenwolf 151); b) durch Laufen
etw.. einen bestimmten Körperteil in einen bestimmten
Zustand versetzen: sich die Füße wund 1.; du hast dir ein
Loch in die Schuhsohle gelaufen; c) (unpers.) [unter
bestimmten Umständen] in bestimmter Weise gehen (1)
können: zu zweit läuft es sich angenehmer; in diesem Schuh
läuft es sich bequemer; auf diesem Weg, über den Schotter,
bei/in dieser Kälte läuft es sich schlecht. 4. (ugs.; meist
leicht abwertend) sich ständig / aus Gewohnheit]
irgendwohin begeben <ist>: er läuft in jede Veranstaltung, dauernd
ins Kino, wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt; Leute, die
aus Angst... in die Kirche liefen (Ott. Haie 244). 5.a) als
Läufer in einem sportlichen Wettbewerb. Rennen an den
Start gehen <ist>: der Titelverteidiger läuft im
nächsten Rennen; sie läuft für Italien; die besten Pferde sind
gestern schon gelaufen; b) in einem sportlichen Wettbewerb.
Rennen als Läufer eine bestimmte Zeit erzielen, erreichen
<hat/ist>: einen Rekord, neue Bestzeit mit 10.2
Sekunden 1.; c) in einem sportlichen Wettbewerb eine bestimmte
Strecke zurücklegen <hat>: einige Runden. 800 m 1.; d)
unter bestimmten Umständen in bestimmter Weise an einem
sportlichen Wettbewerb als Läufer teilnehmen <ist>: die
Schweizer Abfahrtsasse sind einfach phantastisch gelaufen;
noch nie sind die Eiskunstläufer vor so vollen Tribünen
gelaufen. 6.a) die Fähigkeit haben, sich mit einem an den
Füßen befestigten Sportgerät fortzubewegen <ist/hat>: er
kann Rollschuh laufen; ich bin/(seltener:) habe früher
Schlittschuh gelaufen; b) sich auf einem an den Füßen
befestigten Sportgerät fortbewegen: ich werde morgen Ski 1.
7. <ist> a) in Gang, in Betrieb sein: die Maschine läuft
ruhig, laut, auf Hochtouren, nicht richtig; den Motor 1.
lassen; das Tonband, der Fernsehapparat läuft (ist
eingeschaltet); das Radio lief leise; endlich lief (funktionierte)
der Apparat, die Uhr wieder; Arbeiter, die ... dem Tempo
des laufenden Bandes eingeordnet sind (Niekisch. Leben
223); b) sich [gleichmäßig, gleitend) durch, über, um o.a.
etw. bewegen: der Kran läuft auf Schienen; das Seil läuft
über Rollen; der Faden läuft (wickelt sich) auf die Spule;
ihre Finger liefen (glitten) leicht über die Tasten [des
Klaviers); die Erde läuft [dreht sich] um die Sonne; von
den Fließbändern liefen 1.27 Millionen Fahrzeuge (wurden
auf den Fließbändern hergestellt, produziert); die Masche
läuft (löst sich); Ü ein Zittern läuft durch ihren Körpen
das Gerücht lief schnell durch den Betrieb (wurde im
Betrieb schnell verbreitet); sein Blick lief suchend durch
die Menge; ein befreites Raunen läuft über die Tribünen;
<unpers.:> [vor Grauen] lief es mir eiskalt über den Rücken.
8. (gelegtl. Fachspr.) fahren (1 a) <ist>: Seit Wochen läuft
der Testwagen ... quer durch Deutschland (DM 5. 1966.
20); der Zug läuft (verkehrt) zwischen Stuttgart und
München; die Schiffe laufen auf neuem Kurs; Das Boot lief
mit Höchstfahrt aus dem Feuerbereich (Ott. Haie 230):
der Kutter ist auf Grund gelaufen. 9. <ist> a) fließen:
das Wasser läuft (fließt aus der Leitung); das Bier läuft
nur so (ugs.; wird pausenlos ausgeschenkt): dem Kind liefen
die Tränen aus den Augen; das heiße Wasser läuft in
die Wanne; der Schweiß, das Blut lief ihm [in Strömen]
über das Gesicht; der Käse läuft (ugs.; ist weich u. beginnt
zu zerlaufen): b) Wasser. Flüssigkeit austreten, ausfließen
lassen: das Faß läuft (ist undicht); dem kleinen Mädchen
lief (tropfte ständig) die Nase; sein rechtes Ohr läuft
(sondert Flüssigkeit ab. eitert); Man hielt den Kopf unter
den laufenden Wasserhahn (Fallada. Trinker 14S). 10.
sich in bestimmter Richtung erstrecken; in bestimmter
Richtung verlaufen <ist>: die Anschlüsse liefen irgendwo durch
die Wand; die Straße läuft (fuhrt) am Fluß entlang,
geradeaus; die Narbe läuft quer über sein Gesicht; eine niedrige
Bank läuft um den Ofen. IL <ist> a) [in bestimmter Weise;
vor sich gehen, vonstatten gehen, verlaufen: die Sache kann
so oder so 1.; er läßt einfach alles 1. (ugs.; kümmert sich
um nichts): der Laden läuft (ugs.; geht gut): der Ausflug
läuft wie geplant, nach Wunsch; der Vortrag läuft mit
der Vorlesung parallel; ich möchte wissen, wie der Prozeß
gelaufen ist; Bei allem, was seit 1963 in Deutschland
zwischen Ost und West gelaufen ist (Spiegel 11. 1978. 31);
(unpers.:> daß sie schon gebumst hat und darum weiß,
wie's läuft (ugs.; wie man es macht; Rocco [Übers.].
Schweine 62); 'gelaufen sein (ugs.; nicht mehr zu ändern
sein; vorbei, abgeschlossen sein): um 19 Uhr ist alles
gelaufen; Die Sache ist gelaufen, jetzt sprechen die Gewehre
(Hörzu 37.1976.113); b) eingeleitet, aber nicht
abgeschlossen od. entschieden sein: die Ermittlungen laufen (es wird
ermittelt); der Antrag, das Gesuch, die Bewerbung läuft
(ist eingereicht u. wird bearbeitet); die Verhandlungen über
die Finanzierung des Projekts laufen noch (dauern noch
an); inzwischen lief gegen ihn erneut eine Anzeige, ein
Verfahren. 12. Gültigkeit haben; wirksam sein <ist>: der
Bausparvertrag, das Abkommen läuft nur noch bis zum
Jahresende; wie lange läuft der Paß noch? 13. in einer
Kartei o.a. geführt, registriert, festgehalten sein <ist>: das
Auto. Konto. Projekt läuft [nicht mehr] auf meinen
Namen; Will... I/tt an einer Krankheit, die unter dem Namen
Nachtschweiß lief (Böll. Haus 11); also ich lauf jetzt auf
Bewährung (Aberle. Stehkneipen 56). 14. gezeigt, gespielt
werden <ist>: der Film läuft schon seit Wochen in allen
Kinos; seit 10 Minuten läuft bereits der Hauptfilm; die
Sendung lief im dritten Programm; die Show ist gestern
über den Bildschirm gelaufen (ugs.; wurde gestern im
Fernsehen gezeigt). 15. (ugs.) gut verkäuflich, absetzbar sein
<ist>: dieser Artikel, das Buch läuft sehr gut. 16. (Jäger-
spr.) läufig sein <ist>; laufend <Adj.; o. Steig.; nicht präd.)
[urspr. in derKaufmannsspr. fürfrz.(au)courant. tKurant]:
a) regelmäßig wiederkehrend; ständig, dauernd: die -en
Ausgaben. Geschäfte. Arbeiten; die Produktion ist 1. gestiegen;
die Insassen der Anstalt wechseln 1.; b) gegenwärtig; gerade
ablaufend, erscheinend o. ä.: das -e (dieses) Jahr ist sehr
erfolgreich; am Achten [des] -en Monats (Abk.: lfd. M);
die -e Nummer der Zeitschrift, einer Serie (Abk.: lfd.
Nr.); c) unmittelbar aufeinanderfolgend: der -e Meter (ein
Meter vom großen Stück) kostet ... (Abk.: lfd. m); eine
1. numerierte Bildfolge; *auf dem laufenden sein/bleiben
(immer über das Neueste informiert sein); mit etw. auf
dem laufenden sein (etw. sofort erledigt haben; nicht im
Rückstand sein); jmdn. auf dem laufenden halten (jmdn.
ständig informieren); laufenlassen <st. V.; hat) (ugs.): jmdn.
freilassen, freigeben: sie ließ ihn laufen; wir haben die
Täter 1.. (seltener:) laufengelassen.
Läufer [loyfBl. der. -s. - [mhd. löufer. loufaere = laufender
Bote. Schachfigur, auch: Rennpferd. Dromedar, ahd. lou-
fari = laufender Bote. Wandermönchl: l.a) jmd.. der das
Laufen (5) als sportliche Disziplin betreibt, an einem
Laufwettbewerb teilnimmt: die L. gehen an den Start; er kam
als schnellster L. ins Ziel; b) (Fuß-. Handball) Spieler,
der die Verbindung zw. Stürmern u. Verteidigern herzustellen
1640
Lauscherei
hos: er spielt als rechter, linker L. 2. längerer, schmaler
Teppich, bes. in Gängen u. auf Treppen: ein schwerer, dicker,
roier L.; den L. ausrollen. 3. Schachfigur, die man nur
diagonal bewegen kann: den L. vor den König stellen,
schlagen. 4. (Technik) sich drehender, rotierender Teil von
bestimmten Geräten od. Maschinen. 5. (Bauw.) Mauerstein,
der mit der Längsseite nach außen liegt (Ggs.: Binder 3 a).
6. (Landw.) junges, nicht mehr saugendes Schwein: Lauferei
U^pfa'rajl. die; -. -en (ugs.): wiederholte, zeitraubende u. mit
Unannehmlichkeiten verbundene Gänge (2): bei der
Wohnungssuche viele -en haben; jmdm. unnötige -en bereiten;
LJuferin, die; -. -nen: w. Form zu T Läufer (1): Beide sind
der Typ der kraftvollen L. (Maegerlein. Piste 133); läufe-
rfadi <Adj.; o. Steig.): im Hinblick auf das Laufen (5).
die Fähigkeit im Laufen (5): -es Können; die Kür des
deutschen Paares war musikalisch und 1. ... gut; läufig
[l^yfu;] <Adj.; nicht adv.) [mhd. löufec = gangbar, üblich;
bewandert): (bes. von Hündinnen) brünstig (1).
geschlechtlich erregt: Stanislaus besah sich den putzigen Hund und
Aepte wie eine -e Hündin (Strittmatter. Wundertäter 99);
U Bin ich nicht auch eines von diesen ... liebeskranken.
-en (geilen, mannstollen) Weibern? (Bieler. Mädchenkrieg
258); <Abl.:> Uufigkeit, die; -: das Läufigsein.
läufst [loyfstl. läuft Dayftl: t laufen.
Lauge ['layga], die: -. -n [mhd. louge. ahd. louga = Lauge
(b)l: l.a) (veraltend) scharfe, ätzende Flüssigkeit. [SalzJ-
lösung: sich an einer L. verätzen; b) kurz für T Waschlauge:
eine L. bereiten; Wäsche in der L. einweichen. 2. (Chemie)
wäßrige Lösung einer 2Base. die alkalisch reagiert: in -n
wird Lackmuspapier blau; <Abl.:> lausen <sw. V.; hat)
vgl. auslaugen/ (veraltend): mit Lauge entfernen: wenn
... Maria ... mir ... mit Bürste und Seife den Staub ...
von der Haut laugte (Grass. Blechtrommel 324).
lausen-. Lausen-: -artig <Adj.; o. Steig.): wie eine Lauge
ätzend]: eine -e Verbindung; diese Flüssigkeit reagiert
I.; ^bad, das: Lauge in einem Behälter, in die etwas (zur
Behandlung) eingetaucht wird: -brezel, die (landsch.): vor
dem Backen in kochende Natronlauge getauchte u. mit
groben Salzkörnern bestreute Brezel: ^brötdien, das (landsch.):
vgl. -brezel; -faß, das; -hömehen. das (landsch.): vgl.
^brezel; -salz, das (veraltet): in einer Lauge (2) gelöstes
Salz. bes. Pottasche: -Vergiftung, die; -wasser, das.
laugig <Adj.; Steig, ungebr.): wie Lauge: ein -er Geschmack;
LflUflung, die; -. -en: das ( Aus] laugen.
Lauheit, die; -: laue Beschaffenheit, laues, unentschlossenes
Verhalten: seine L. verhinderte eine schnelle Entscheidung.
Laui ['lqpU- die; -. Lauenen (Schweiz, mundartl.. veraltend):
Lawine.
Lauigkeit [I^JKjk^jt] (veraltet): svw. TLauheit; laulich
<Adj.) (veraltet, noch landsch.): ein wenig lau: im -en
Lampendunst (Doderer. Wasserfälle 110); das Wasser war
[nur] I.; <Abl.:> Laulichkeit. die; -.
Laumann, der; -[e]s. -männer [zu tlaul (ugs. abwertend):
temperamentloser Mensch, der niemals einen eindeutigen
Standpunkt od. eine bestimmte Meinung vertritt u. deshalb
nicht genau einschätzbar od. festlegbar ist: ein ..Laumann*4,
der weder heiß noch kalt ist (Thielicke. Ich glaube 111).
Laune [lajjna], die; -. -n [mhd. lüne. urspr. = Mondphase.
-Wechsel < lat. lüna = Mond; die Stimmungen des
Menschen wurden als abhängig vom wechselnden Mond
empfunden]: a) <o. PI.) Stimmung, augenblickliche
Gemütsverfassung: seine L. hat sich gebessert; Am folgenden
Morgen ist Muttis L. schon wieder gefallen (Imog. Wurliblume
121); schlechte, gute, rosige, miese L. haben; jmdm. die
L. verderben; heiterer, bester, trüber L. sein; in/bei L.
sein (gut gelaunt sein): nicht in/bei L. sein (schlecht gelaunt
sein): jmdn. bei guter L. halten, in gute L. versetzen;
hat der aber heute eine L. (schlechte Laune)!: dazu hab'
ich heute keine L. (keine Lust): Mensch, macht das L.
(macht das Spaß)!: b) (meist PI.) wechselnde
Gemütsverfassung. Stimmung/en]: -n haben; seine -n an anderen
auslassen; Seit 17 Jahren ... nie eine L.. nie eine Willkür (Frisch.
Cruz 48); unter jmds. -n zu leiden haben; Ü die -n des
Wetters, des Schicksals; c) einer Laune entspringender
Einfall, spontane [ein wenig abwegige] Idee: das war nur so
eine L. von ihm; Ü eine seltsame L. der Natur hat diese
Formen geschaffen; <Abl.:) hünenhaft <Adj.; -er. -este;
nicht adv.): von wechselnden Stimmungen abhängig,
unberechenbar: ein -er Mensch; -e Naturen; sie ist sehr I.; Ü
-e Witterung; Venus ist sehr I.. der Haussegen hängt oft
schief (Astrol.; Petra 10.1966.81). dazu: Launenhaftigkeit.
die; -; launig <Adj.) [mhd. (md.) lünic]: von guter Laune
zeugend: witzig, humorvoll: -e Verse; eine -e Rede; er
hat das sehr 1. erzählt; launisch <Adj.) [spätmhd. lunisch]
(abwertend): wechselnden Stimmungen unterworfen u. ihnen
nachgebend: häufig von schlechter Laune beherrscht: -e
Vorgesetzte; ein -er Charakter; mit dem Alter wurde er immer
-er; Ü der -e April; das Glück ist I.
Laura [k&ira]. Lawra [lavral. die; -. ...ren [(m)griech. laura.
urspr. = Gruppe von Einsiedlern, eigtl. = enge Gassei:
Bez. für ein zönobitisches Kloster.
Laureat [I^ire'a:t], der; -en. -en [zu lat. laureätus = mit
Lorbeer bekränzt): a) (hist.) ein mit dem Lorbeerkranz
gekrönter Dichter: vgl. Poeta laureätus; b) preisgekrönter
Wissenschaftler od. Künstler. Empfänger einer öffentlichen
Auszeichnung: Immerhin waren zehn der elf in Lindau
erschienenen -en über 60 Jahre (MM 8. 7. 67. 11).
laurentisch [I^j'rentiJ] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [nach dem
latinis. Namen des Sankt-Lorenz-Stromes] in der Fügung
-eGebinBsbikhing/Faltung (Geol.; währenddes Archaikums
erfolgte Gebirgsbildung).
lauretanisch [lapreta:niJ1 <Adj.; o. Steig.) [nach dem latinis.
Namen des ital. Wallfahrtsortes Loretol in der Fügung
* Lauretanische Litanei (kath. Rel.; im 16. Jh. in Loreto
entstandenes Wechselgebet zu Ehren Mariens).
Laus [laysl. die; -. Läuse [Igyza; mhd.. ahd. lüs; H.u.l
<Vkl. T Läuschen): kleines, flaches, flügelloses Insekt, das
als Ungeziefer an Menschen u. Säugetieren lebt u. Blut
saugt: das Kind hat Läuse; Läuse fangen, zerdrücken,
knacken; einem Tier die Läuse absuchen; der Kopf
wimmelt von Läusen; * imdm. ist eine L. über die Leber gelaufen
(ugs.; jmd. ist schlecht gelaunt, ärgert sich scheinbar grundlos
über alles u. jedes: nach der alten Vorstellung, daß die
Leber der zentrale Sitz des Gemütes sei; die Verbindung
mit ..Laus" wohl wegen des Stabreims); jmdm. eine L.
in den Pelz/ins Fell setzen (ugs.: 1. jmdm. Ärger.
Schwierigkeiten bereiten. 2. jmdn. mißtrauisch machen): sich eine
L. in den Pelz/ins Fell setzen (ugs.: 1. mißtrauisch werden.
2. einen heimlichen Widersacher od. Verräter einstellen,
zu seinem Vertrauten machen).
laus-, Laus-: Millee,die (salopp scherzh.): T Lauseallee; -bub,
der [bes. durch die ..Lausbubengeschichten" des bayr.
Dichters L. Thoma (1867-1921) bekannt geworden) (meist
scherzh.-wohlwollend. selten als Schimpfwort): frecher,
kleiner Kerl: zu Streichen aufgelegter (ungezogener] Junge:
komm her. du L.!; was haben die -en schon wieder
angestellt!, dazu: -bubengesidit, das. -bubenhaft <Adj.; -er.
-este. Steig, ungebr.) (ugs.): wie ein Lausbub, lausbübisch:
ein -es Lachen; er sah mich 1. an. -bubenstreich, der,
^büberei [ '-]. die: Streich von Lausbuben, -bübisch
<Adj.) (ugs.): svw. Nbubenhaft; -rechen, der (bes. südd.
salopp scherzh): svw. t Lauseharke.
Lauschaktion, die; -.-en. Lauschangriff, der; -[eis. -e.
Lauschoperation, die; -, -en: gewaltsames Eindringen eines
Geheimdienstes in eine Wohnung u. heimliches Anbringen einer
Abhöranlage bei einem der Spionage o.a. Verdächtigen.
lauschen [layln] <sw. V.; hat) [spätmhd. lüschen =
aufmerksam zuhören]: a) [heimlich] mit gespannter
Aufmerksamkeit zuhören, so daß einem kein Wort, kein Ton entgehen
kann: horchen: hingegeben, ergriffen 1.; ich preßte mein
Ohr an die Wand und lauschte; I.. ob etwas zu hören
ist; hast du gelauscht (heimlich mit angehört, was nicht
für dich bestimmt war)?: er lauscht an der Wand, ins
Zimmer; erwartungsvoll lauschte sie nach draußen
(Sebastian, Krankenhaus 16); b) bestimmten Worten od. Klängen,
jmdm. zuhören: dem Bericht, den Geschichten, den
Klängen der Geige, dem Gesang der Vögel I.; das ungebildete
Volk, welches ihm offenen Mundes lauschte (Thieß. Reich
321); c) genau auf etw. hören, achten: auf jmds. Stimme.
Schritte I.; Draußen war es sehr still - er lauschte gespannt
und erregt auf die Stille (Böll. Adam 38).
Läuschen [l^ys^n]. das; -s. -: TLaus.
Lauscher, der; -s, -: 1. jmd.. der lauscht, heimlich zuhört:
paß auf. daß wir bei unseren Verhandlungen keinen L.
haben; Spr der L. an der Wand hört seine eigene Schand!
(wer heimlich lauscht. muH oft mit anhören, was für eine
schlechte Meinung andere von ihm haben: vgl. Horcher).
2. (meist PI.) (Jägerspr.) Ohr beim Schalenwild (außer
Wildschwein), bei Wolf. Fuchs u. Biber: Eine junge Ricke
... sichert mit vorgelegten -n (MM 27. 8. 66. 3); Lauscherei
1641
lauschig
[lajjJVraj], die; -. -en (abwertend): Idauerndes] heimliches
Lauschen. Spionieren; lauschig [Iajjji$l <Adj.; nicht adv.)
[für älter: lauschicht = gern horchend]: traulich u. halb
versteckt, verborgen u. gemütlich gelegen: ein -es Plätzchen;
ich finde es hier sehr 1.
lause-. Lause- [zu TLaus: in Zus. häufig zum Ausdruck
von etw. Frechem. Dreistem (z.B. Lausejunge) od. von
etw. bes. Unangenehmem (z. B. Lausekälte)!: -allee, die
(salopp scherzh.): scharf u. glatt durchgezogener Scheitel;
-bensei, der (salopp abwertend, gelegtI. wohlwollend):
frecher, rüpelhafter Junge: -s! Raus mit euch! (Remarque.
Obelisk. 183); -forke, die (bes. nordd. salopp scherzh.):
vgl. -harke; -harke, die [man harkt mit dem Kamm Läuse
zusammen wie z. B. Laub mit einer Harke] (bes. nordd.
salopp scherzh.): Kamm; -hinge, der (ugs. abwertend,
gelegt I. wohlwollend): frecher, vorlauter Junge: ich leg* dich
gleich übers Knie, du L.!; Ü Der politische Witz ist ein
respektloser L. (Tucholsky. Werke H. 134); -k»K <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.> (salopp): sehr, unangenehm kalt; so
kalt, doli man sich unwohl fühlt, dazu: -k$lte, die (salopp);
-kerl, der (salopp abwertend, gelegtl. wohlwollend):
frecher, nichtsnutziger Kerl; -Mimmel, der (salopp abwertend):
frecher Lürnmel: eine aufgeputschte Menge unreifer,
politisch indifferenter -s (Spiegel 26. 1967. 13); R (scherzh.
alliterierend) L. liebt man nicht: -madchen, das: vgl.
^junge; -pack, das <o. PI.) (salopp abwertend): Gesindel;
-rechen, der: f Lausrechen.
Ulise-: -befall, der: Befall (von Menschen. Tieren. Pflanzen)
durch Läuse; -forke, die: f Lauseforke; -harke: f
Lauseharke; —kämm, der: 1. Kamm mit bes. feinen, eng stehenden
Zinken, mit dem hei von Kopfläusen Befallenen Läuse u.
Nissen aus den Haaren gekämmt werden. 2. (salopp
scherzh.) Kamm: -kraut, das <o. PI.) [aus der Pflanze
wurde früher ein Absud gegen Läuse bereitetl: ziemlich
hoch wachsende Pflanze mit gefiederten Blättern u. zwei
lippigen, meist roten Blüten in Ähren od. Trauben; -rechen,
der: t Lausrechen.
lausen ['lgiiznl <sw. V.; hat) [1: mhd. lösen]: 1. (jmdn..
sich) /am Kopf] mit den Fingern bearbeiten, um Läuse
zu suchen u. zu vernichten: der Hund muß gelaust werden;
der Affe laust sich, seine Jungen; Ü er wurde bei der
Festnahme gründlich gelaust (salopp; bis auf die Haut
untersucht). 1. (ugs.) jmdm. beim (Karten)spiel nach u. nach
Geld abnehmen; jmdn. schröpfen: die beiden haben mich
beim Skat ganz schön gelaust; Lauser, der; -s. - (landsch..
fam.. meist scherzh. wohlwollend): frecher, kleiner Junge.
Lausbub: na warte, du L.. gleich komme ich!; Lauserei
[l^pzs'r^j], die; -. -en (landsch. fam.): dummer Streich;
lausig <AdJ.) [spätmhd. lusecl (ugs.): I. (abwertend) a)
schlecht, unangenehm, widerwärtig: eine -e Arbeit.
Angelegenheit; die Zeiten sind 1.; b) schäbig, geringfügig, ganz
unbedeutend: wer wird sich wegen so ein paar -er Pfennige
aufregen!; warum Sie sich ... von einem -en Kanonier
bescheißen ließen (Kirst 08/15. 79). 2. (emotional
verstärkend) sehr [groß]: eine -e Kälte; hier zieht es I.; es tat
1. weh; R 1. lange Leitung! (scherzh. alliterierend, wenn
jmd. sehr lange braucht, ehe er etwas versteht).
'laut [l^it] <AdJ.; -er. -este) [mhd. lüt. ahd. (h)lüt. urspr.
= gehört]: a) weithin hörbar, mit kräftigem Klang (Ggs.:
leise 1): -e Worte; -e Musik; -es Rufen, Getrampel; -er
Jubel. Beifall; der Motor, das Radio ist zu I.; die Maschine
läuft 1.; du mußt -er sprechen; 1. lachen, schreien; 1. und
deutlich seine Meinung sagen; ein -es Wesen haben
(unbekümmert laut sprechen u. wenig Feingefühl haben); er hat
I. gedacht (vor sich hin geredet, zu sich selbst gesprochen):
das darfst du nicht 1. sagen, aussprechen; Ü -e (grelle)
Farben; eine -e (aufdringliche) Reklame; *l. werden
(bekannt werden, in die Öffentlichkeit dringen): Klagen,
Gerüchte wurden I.. daß ...; Zweifel an der Wahrheit dieser
Aussage sind 1. geworden; über die Verhandlungen hat
man nichts 1. werden lassen; b) geräuschvoll, lärmer füllt:
eine -e (Ggs.: ruhige) Gegend. Straße; eine -e (hellhörige)
Wohnung; -e (häufig Lärm verursachende) Nachbarn; hier
ist es mir zu 1.. geht es aber 1. zu; seid doch nicht immer
so 1.!; Haut [-1 <Präp. mit Gen.. auch mit Dativ (bes.
dann, wenn der Gen. PI. des alleinstehenden Subst. nicht
eindeutig zu bestimmen ist) od. mit ungebeugter Form,
wenn das alleinstehende artikellose Subst. im Sing, steht)
[mhd. nach lüt = nach dem Inhalt. (Wort)Iautl (Amtsspr.):
nach den Angaben, dem Wortlaut deslderlvon ... gemäß.
entsprechend: I. amtlicher Mitteilung; I. unseres Schreibens,
(auch:) unserem Schreiben; laut belügender, (auch:)
beiliegenden Rechnungen; 1. Berichten der Polizei; 1. dpa; I.
Radio Bremen; 1. Grundgesetz; 1. §51: 1. Anlage; Laut
[-1. der; -[e]s. -e [mhd. lüt. urspr. = das mit dem Gehör
Wahrnehmbare, dann: = Inhalt eines (vorgelesenen)
Schriftstücks]: 1. etw. Hörbares, [bewußt hervorgebrachtes]
Geräusch von kurzer Dauer: ein dumpfer, schriller, leiser
L.; piepsende -e; -e des Schmerzes, der Wut; aus dem
Zimmer drang kein L.; keinen L. von sich geben; Irgend
etwas brach mit einem metallenen L. (Kuby. Sieg 376);
*L. geben (Jägerspr.; [vom Jagdhund] etwas durch Bellen
melden): im Gebüsch war eine Bewegung, und der Hund
gab L.; Ü (ugs.:) Vielleicht, daß einer (=der Verhafteten)
was läuten gehört hat und L. gibt (etw. verrät), um wieder
rauszukommen (Fallada. Blechnapf 351): du mußt
rechtzeitig L. geben (Bescheid sagen). 2. mit dem Strom des
Atems bei bestimmter Stellung der Sprechwerkzeuge
hervorgebrachter Schall: kleinste Einheit der gesprochenen
Sprache: ein kurzer, offener, gutturaler L.; der L. a. b; vertraute,
fremde -e; Die -e taumelten in seinem Mund (Rehn. Nichts
44); unartikulierte -e drangen an sein Ohr; wirre -e
ausstoßen; einen L. mit den Lippen bilden; -e hervorbringen,
nachsprechen.
laut-« Laut-: -archlv, das: Archiv mit Aufnahmen
gesprochener Sprache (z.B. Mundarten) auf Schallplatten.
Tonbändern zur wissenschaftlichen Dokumentation; -Äußerung, die
(Zool.. Verhaltensf.): von einem Tier hervorgebrachter Laut
(1). der der Verständigung innerhalb der eigenen Art dient;
-bikhing, die (Sprachw.): [Art der] Bildung von Lauten
mit Hilfe der Sprechwerkzeuge; Artikulation; -form, die
(Sprachw.): svw. Kaestalt; -geben, das; -s (Verhaltensf.):
vgl. ^äußerung; -gemäß <Adj.) (Sprachw.): dem Laut (2)
entsprechend: eine -e Rechtschreibung; -gesetz, das
(Sprachw.): in der Natur der Sprache liegendes Gesetz,
nach dem sich einzelne Laute im Laufe einer langen
Entwicklung verändern; -gestalt, die (Sprachw.): hörbare Form.
Ausdrucksseite eines sprachlichen Zeichens; -getreu < Adj. >:
genau nach den Lauten: eine Mundart 1. wiedergeben; -hak
<Adv.) [verhochdeutschend für niederd. lüdhalsl: aus
vollem Halse, aus voller Kehle, übertrieben laut: I. [los]lachen,
singen: es wurde 1. geschimpft, protestiert; <ugs. scherzh.
auch attr.;) -e Zwischenrufe (Spiegel 15. 1966. 9); -lehre,
die (Sprachw.): Wissenschaft von den Lauten (2). ihrer
Erzeugung in den Sprachwerkzeugen, ihrer Entwicklung u.
Geschichte (Phonetik) u. ihrer Funktion in den sprachlichen
Systemen (Phonologie) als Teilgebiete der
Sprachwissenschaft; ^los <Adj.: o. Steig.): ohne jedes Geräusch, ohne
Ton: -e Stille; mit -en Schritten; unter kleinen Atemstößen,
die I. waren (Th. Mann. Krull 439); I. herankommen;
er bewegte 1. die Lippen, dazu: -losigkeit, die; -: das Fehlen
jedes Geräusches. Unhörbarkeit [obwohl eine Bewegung
da ist/; -malend <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): mit. in der
Art von Lautmalerei: „hatschi" ist ein -es Wort; -maleret,
die (Sprachw.): Wiedergabe von Geräuschen. Naturlauten.
Klängen durch sprachlich ähnlich geformte Laute;
Klangmalerei; -mäßig <Adj.; o. Steig.) [t-mäßig]: die Laute
betreffend, nach dem Klang [beurteilt]; -nachahmend <Adj.; o.
Steig.): vgl. -malend; -Physiologie, die: Wissenschaft von
der Hervorbringung der Laute bei Mensch u. Tier; -sdirtft,
die (Sprachw.): Schrift, die mit bes. Zeichen jeden Laut
in den einzelnen Sprachen phonetisch genau darzustellen
versucht: die Internationale L.; -spräche, die: Sprache,
die aus Lauten besteht (im Gegensatz zur Gebärden-.
Zeichensprache o. ä.); -Sprecher, der [LÜ von engl, loudspea-
ker]: Gerät zur [verstärkten] Wiedergabe von Sprache u.
Musik durch Umwandlung elektromagnetischer Wellen in
hörbare Töne: in dem Raum waren mehrere L. verteilt;
den L. einschalten; eine Rede mit -n übertragen; Dann
sagte der L.: ... (der Mann am L.; Richartz. Büroroman
228). dazu: -Sprecheranlage, die: Anlage, bei der mehrere
Lautsprecher so verteilt sind, daß der Schall möglichst
überall in gleicher Stärke gehört werden kann, -sprecherbox*
die: in einen [quaderartigen) Resonanzkasten eingebauter
Lautsprecher, -sprechermusik, die: aus einem Lautsprecher
ertönende Musik; -sprecherstimme, die: Stimme aus dem
Lautsprecher, -sprechehibertragung, die. -sprechenvagWL
der: Auto, das zur Verbreitung von offiziellen Durchsagen
od. Werbung mit aufmontiertem starkem Lautsprecher durch
die Straßen fährt; -stand, der (Sprachw.): die Eigenart
1642
Lavendel
u. Besonderheit einer Sprache od. Mundart in all ihren
Lauten; -stark <Adj.>: sehr laut, weithin hörbar: -e
Auseinandersetzungen; I. protestieren, schimpfen; die
Schlachtenbummler unterstützten ihre Mannschaft 1.; -stärke, die:
a) regulierbarer] Stärkegrad eines Schalles: die L. des
Radios zurückdrehen; bei. in voller L.; sie sprachen mit
gleichmäßiger L.; b) (meist abwertend) große Intensität
des Schalles: die L. macht mich nervös; L. überzeugt nicht;
als könnte er Amerys Ungeschick durch L. vergessen
machen (Bieter. Mädchenkrieg 239). zu a: -stfirkemesser,
der: Gerät zum Messen der jeweiligen Lautstärke, -stärke-
rcgfer, der: Vorrichtung an Lautsprechern. Tonbandgeräten
u. ä. zur Einstellung der gewünschten Lautstärke; -symbo-
tik, die: symbolische Bedeutung bestimmter Laute (bes. in
der Lyrik, z. B. a für Freude, o fiir Schmerz); ^treu <Adj.>:
svw. t ^getreu; -Veränderung» die: svw. t^wandel; ~ver-
«hiebung, die (Sprachw.): nach bestimmten Gesetzen
erfolgte Veränderung der Konsonanten im Laufe der
Sprachgeschichte (z.B. b zu p. d zu t): man unterscheidet die 1.
od. germanische und die 2. od. hochdeutsche L.; -wandet.
der (Sprachw.): [nach bestimmten Gesetzen verlaufende]
Änderung im Lautstand einer Sprache; -Wechsel, der
<Sprachw.): Wechsel zwischen zwei od. mehreren Lauten
innerhalb verschiedener [Beugungs]formen eines Wortes
^zeichen, das: einzelnes Zeichen einer Lautschrift.
lautbar [laptba^] <Adj.; o. Steig.) [mhd. lütbaere] in der
Verbindung I. werden (veraltet; bekanntwerden, in die
Öffentlichkeit dringen, ruchbar werden).
Laute n$ptd]. die; -. -n [spätmhd. lüte < afrz. leut. apro
venz. laiut. lahut < arab. (mit Art.) al-üd. eigtl. =
(Instrument aus) Holz]: Zupfinstrument mit 6 od. II Saiten über
einem hölzernen Resonanzkörper in der Form einer halben
Birne, einem Griffbrett mit Bändern u. kurzem, meist
abgeknicktem Hals: [die] Laute spielen, (veraltet:) schlagen;
ein Lied auf. mit der L. begleiten; Lieder zur L.
L&|te- (läuten; Eisenb.): -signal, das: über den Streckenfern-
sprecher gegebenesKlingelzeichen (mit dem z. B. das Nahen
eines Zuges angezeigt wird); -werk, das: Anlage, aus der
die Läutesignale ertönen; -zeichen, das: svw. t-Signal.
tauten [laytn] <sw. V.; hat) [mhd. lüten. ahd. (h)lüten,
zu t 'laut]: La) einen bestimmten Wortlaut haben: das
Gesetz lautet: ...; sein Auftrag lautet dahin, daß ...; ..Keine
Experimente4', so lautete die Wahlparole; nach anders
lautenden Meldungen; b) (geh.) sich in bestimmter Weise
anhören: das lautet gut. ganz vernünftig, wenig tröstlich;
die Nachrichten lauteten schlecht; die Stimme, die ... eher
unwirsch und etwas rauh lautete (Th. Mann. Krull 332);
c) einen bestimmten Inhalt haben: die Anklage lautet auf
Mord; das Urteil lautet auf 18 Monate Gefängnis; die
Firma lautet auf den Namen ... (wird unter dem Namen
... geführt); auf wessen Namen lauten die Papiere (auf
wessen Namen sind die Papiere ausgestellt)?. 2. (Sprachw.)
aussprechen: dieser Name wird meist falsch gelautet;
Untersucht an einem hochdeutsch gelauteten Einwortsatz
(Mutiersprache 11.1967. 353); Outen [lQytn] <sw. V.; hat) [mhd.
liuten. ahd. (h)lüt(t)an): La) (von einer [Kirchen]glocke)
m Schwingung gebracht werden u. dadurch ertönen, klingen:
die Glocken läuten von allen Türmen;... fingen die Glocken
an zu I.. aufgeregt und angstvoll (Hesse. Steppenwolf 226);
die Glocke läutet zu Mittag; <subst.:> beim letzten Läuten
' letzten Klang der Glocken) betrat er die Kirche; b) durch
Lauten (1 a) anzeigen: die Glocken läuten 12 Uhr. Mittag;
alle Glocken läuteten Feuer. Sturm (hist.); c) eine /
Kirchen Jglocke in Schwingung versetzen: der Küster läutet
die Glocken [zum Gottesdienst]; die Glocken werden jetzt
elektrisch geläutet; *von etw. I. hören (nur in
Vergangenheitsformen; etw. Gerüchten entnehmen, nichts Genaues über
eine Sache erfahren): ich hörte, habe davon I. hören/gehört,
daß Sie auswandern wollen. 2. (landsch.. bes. südd.. österr.)
a) klingeln (a): das Telefon, der Wecker läutet; die letzte
Kleinbahn ... läutete schneller, als sie fuhr (Grass. Hunde-
jähre 52); <unpers.:> es läutete an der Wohnungstür; hat
es geläutet?; es läutet zur Frühstückspause; <subst.:> mit
dem gefürchteten Läuten der Wohnungsklingel um 5 Uhr
morgens (Rothfels. Opposition 33); b) eine Klingel
betätigen: an der Tür I.; energisch läutete er dreimal; c) durch
Läuten (2 b) herbeirufen: nach der Nachtschwester/(geh.:)
der Nachtschwester 1.; er läutete nach dem Kellner.
Lauten- [t Laute]: -band, das: an der Laute befestigtes [
verziertes] Band, das über die Schulter gehängt werden kann;
-musik. die; -Schläger, der (veraltet): svw. ^spielen -spiel,
das; -Spieler, der.
Lautenist [Internst], der. -en. -en [älter: Lutenist; vgl. mlat.
lutinista]: svw. f Lautenspieler.
'lauter [ l^itn] <Adj.) [mhd. lüter. ahd. (h)lüttar = rein;
hell. klar, eigtl. = gespült, gereinigt] (geh.): 1. rein, unver-
mischt. ungetrübt: -es Gold; -er als alle Bäche war das
Blau des vielufrigen Sees (A. Kolb. Daphne 182); Ü das
ist die -e Wahrheit. 2. aufrichtig, ehrlich, vertrauenswürdig:
ein -er Charakter; -e Gesinnung; ein sonderbarer
Heiliger**, aber durchaus I. und einlinig (Hochhuth.
Stellvertreter 231); 2buiter [-] <indekl.; Adj.; o. Steig.; nur attr.)
[erstarrte ungebeugte Form von f Mauter. entstanden z. B.
aus: das ist lauter Wahrheit ( = die lautere Wahrheit)]:
nur. nichts als: 1. Lügen; so ganz ohne Menschen und
bloß I. Natur (Schnurre. Bart 41); aus 1. Barmherzigkeit;
er fuhr durch 1. enge Gassen; vor 1. Freude; <Abl. zu
'lauter:> Lauterkeit, die; - [mhd. lüterkeit]: Reinheit.
Anständigkeit, untadeliges Wesen: menschliche, seelische L.;
die L. seiner Worte war überzeugend; läutern ['lQytFn]
<sw. V.; hat) [mhd. Hütern, ahd. (h)lütaren] (geh.): 1.
reinigen, klären, von Schlacken befreien: Erz I.; die
Flüssigkeit ist trübe und muß noch geläutert werden. 2. zur
Besserung, inneren Reife, zum Ablegen von Fehlern od.
Überwinden von Schwächen vercuüassen: die Krankheit hat ihn.
sein Wesen geläutert; seit dem Unglück ist er geläutert
(reifer geworden); Beamte. Wirtschaftler .... deren
Verstand noch ausreichte, sich zu I. (Kirst, 08/15. 9SS); Leid
läutert (Brecht. Mensch 94); Läuterung, die; -. -en
[spätmhd. leuterung]: 1. das Läuternd): die L. der flüssigen
Glasmasse. 2, das / Sich J läutern, Weiserwerden. Besserung:
geistige L.; Wandlung und L.; deine Gestalt aber scheint
in der Zwischenzeit eine gewisse L. erfahren zu haben
(Th. Mann.Tod u.a. Erzählungen 149). 3. (Forstw.)
Auslichten in einem jungen Waldbestand.
Lautheit, die; - [zu T Maut]: a) das Lautsein; b) (subjektiv
empfundene) Stärke eines Schalls; lautieren [lQp'ti:ran] <sw.
V.; hat) (Sprachw.): Laut für Laut lautgetreu aussprechen;
<Zus.:> Lautiermethode, die (Päd.): vom einzelnen Laut
u. seinen Verbindungen ausgehende synthetische Methode
des Lesenlernens; lautlich <Adj.; o. Steig.): die Laute der
Sprache betreffend: -e Verschiedenheiten; etw. I. genau
wiedergeben; Lautung, die; -. -en [zu flauten (2)]
(Sprachw.): 1. Art des Aussprechens: die Hochlautung
wurde als Norm nach den gebräuchlichsten und besten -en
festgelegt; Timm sagte Oer Klugschieter. scharf
holsteinisch mit deutlicher L. und ganz langem i (H. Kolb.
Wilzenbach 31). 2. die wahrnehmbare Gestalt eines
sprachlichen Zeichens (im Ggs. zum Inhalt); Form: das Wort
ist eine Einheit von Inhalt u. L.; Homonyme sind Wörter
mit gleicher L.; <Zus.:> lautungsmiBig <Adj.; o. Steig.)
[t-mäßig] (Sprachw.): die Lautung betreffend.
Läutwerk: svw. f Läutewerk.
lauwarm <Adj.; o. Steig.): nicht richtig warm, aber auch
nicht kalt: -e Milch; -es Essen; das Bier ist ja I.!; Ü -e
(nur halbe, halbherzige) Zustimmung.
Lava [*la:va]. die; -, Laven [ital. lava = Schlammassen,
viell. zu lat. läbes = Erdrutsch] (Geol.): bei
Vulkanausbrüchen austretendes Magma u. das daraus entstehende Gestein:
glühende, erstarrte L.; man unterscheidet... die erkalteten
Laven von den heißen (Carossa. Aufzeichnungen 114).
Lava-: -block, der <P1. -blocke); -decke, die: Bodenfläche
(2) aus erstarrter Lava; -gestern, das; -masse, die:
-schlämm, der: weite Hänge erstarrten -es (Ceram. Götter
20); -ström, der: ausströmende glühende Lava.
Lavabel [Ia'va:b|], der; -s [frz. lavable = waschbar, zu:
laver < lat. laväre = waschen]: gut waschbares,
kreppartiges Gewebe aus Seide od. Kunstfasern, das sehr weich ist
u. kaum knittert; Lavabo [la'va:bo, Schweiz.: la.vabo], das;
-[s], -s [lat. laväbo = ich werde waschen; nach Psalm
26.6; 2: frz. lavabo]: 1. (kath. Kirche) a) liturgisches Hände-
waschen des Geistlichen in der] Messe (1); b) vom Geistlichen
beim Lavabo (a) verwendetes Waschbecken mit Kanne. 2.
(Schweiz.) Waschbecken: Bad mit Duschkombination. WC
und L. (Anzeige Swiss Chalets Interhome 1974/75).
Laven: PL von TLava.
lavendel [la'vendl] <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von
der Farbe des Lavendels; 'Lavendel [-]. der; -s. - [mhd.
lavendel(e) < ital. lavendola, zu: lavanda = was zum
Waschen u. Baden dienlich ist, zu: lavare < lat. laväre
1643
Lavendel
= [sich] waschen. baden; nach der Verwendung als
Badezutat): bes. im Mittelmeer gebiet heimische Pflanze mit silber-
grauen, filzigen Blättern u. zartvioletten, stark duftenden
Blüten, aus denen ätherisches öl für die Parftimindustrie
gewonnen wird: ein duftender Strauß getrockneten -s:
Lavendel [-1. das; -s. - [nach der lavendelblauen Farbe] (Film):
Kopie vom Negativfilmstreifen des Originals, die zur
Herstellung von weiteren Negativen dient: Lavendel [-], das; -s:
kurz für f Lavendelwasser: ein paar Spritzer L.
lav^ndel-, Lavendel-: -blau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.);
-geruch, der; skopie, die: svw. t2Lavendel; M)l, das: aus
den Blüten des Lavendels gewonnenes öl; -«trauß, der;
-wasser, das: mit Lavendelöl hergestelltes Parfüm.
'lavieren [Ia'vi:ran] <sw. V.; hat) [1: mniederd. laveren <
mniederl. lave(e)ren. loveren. eigtl. = die Windseite
abgewinnen, zu TLuv|: 1. (Seemannsspr. veraltet) kreuzen. 1
geschickt durch etw. hindurchbringen: der Lotse lavierte
das Schiff geschickt durch die Untiefe; Ü zwischen
Machtblöcken 1.; er mußte geschickt ].; (auch 1. + sich:)
er lavierte sich aus den schwierigsten Lagen.
kavieren [-] <sw. V.; hat) [ital. lavare = (ver)waschen <
lat. laväre] (bild. Kunst): a) die Konturen einer {farbigen!
Tuschzeichnung mit wassergefülltem Pinsel verwischen: b)
(eine Zeichnung) mit Wasserfarben kolorieren: die
Federzeichnung, die fallweise mit durchscheinenden
Wasserfarben laviert wird (Bild. Kunst 3. 62); lavierte Zeichnung.
livogyr [l£vo'gy:g] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. lae-
vus = links u. griech. gyros = Kreis] (Physik.
Chemie): die Ebene polarisierten Lichts nach links drehend.
Lavoir [la'vQa:?]. das; -s. -s Ifrz. lavolr. zu: laver = waschen
< lat. laväre] (österr.. sonst veraltet): Waschgelegenheit.
Waschschüssel: einfaches Waschbecken: das geblümte L.
(Fussenegger. Haus 423); klappte er ein kleines L. aus
der Wandtäfelung ... und wusch sich die Hände unter
dem kalten Wasser (Bieler. Mädchenkrieg 127).
Lävokardie [levokar'di:]. die; -. -n [...i:an; zu lat. laevus
= links u. griech. kardia = Herz] (Med.): die normale
Lage des mit seiner Spitze nach links zeigenden Herzens.
Lavor [...'vo:;; ...To:;] (südd.): svw. TLavoir.
Lävulose [levulo:zd]. die; - [zu lat. laevus = links; bei
optischer Darstellung in ehem. Versuchen wird die Ebene
des polarisierten Lichts nach links gedreht] (Chemie):
linksdrehende Form der Fructose.
Law and order [b: and o:dd; engl. = Gesetz und Ordnung]
(oft iron.): Schlagwort, das die Bekämpfung von
Kriminalität. Rauschgiftsucht u. Gewalt durch drastische Gesetze
u. harte polizeiliche Maßnahmen fordert.
Lawine [la'vhnal, die; -. -n [ladin. lavina < mlat. labina.
zu lat. läbi = gleiten]: an Gebirgshängen niedergehende
[u. im Abrollen immer grö/ier werdende/ Masse von Schnee
od. Eis: eine L. geht nieder, donnert zu Tal; an diesem
Hang gehen immer wieder -n ab; die L. begrub drei
Menschen unter sich; ein unvorsichtiger Schritt kann eine L.
auslösen; Ü eine L. von Zeitschriften; die rollende L. der
Ereignisse; der zweite Strom, der ... mit lautem Knall
die L. meiner Gedanken auslöst (Stricker, Trip 82).
lawinen-, Lawinen-: -abgang.der: das Abgehen einer Lawine:
-artig <Adj.; o. Steig.): wie eine Lawine, immer größer
od. schneller werdend: 1. anschwellender Lärm; -bahn, die:
der Weg einer niedergehenden Lawine: -bildung, die; -gaie-
rie, die: Überdachung eines Straßenstücks, das an einem
Lawinenhang entlangführt: -gefahr, die; -hang, der: bes.
gefährdeter Berghang, an dem schon oft Lawinen
niedergegangen sind: -Hund, der: svw. t-Suchhund; -katastrophe,
die; -schnür, die: lange, leuchtendrote Schnur, die man
in einem Gebiet mit Lawinengefahr hinter sich herzieht,
um die Bergung im Falle eines Lawinenunglücks zu
erleichtern: -schütz, der. dazu: -schutzgaterie svw. t-galcrie;
-sicher <Adj.>: nicht durch Lawinen gefährdet, vor
niedergehenden Lawinen geschützt: ein -er Weg; 1. bauen; -Suchhund,
der: Hund, der bes. darauf abgerichtet ist. von Lawinen
Verschüttete im Schnee aufzuspüren: Minglück, das; —warn-
dienst, den -warnung, die: -zone, die.
Lawn-Tennis [b:n'tenis]. das; - [engl, lawn tennis, zu: lawn
= Rasen]: auf kurzem, dichtem Rasen gespieltes Tennis.
Lawra: f Laura.
Lawrencum [lo'rentßium]. das; -s [nach dem amerik.
Physiker E. O. Lawrence (1901-1958)]: radioaktives Transuran
(chemischer Grundstoff): Zeichen: Lr
lax [laks] <Adj.; -er. -este) [lat. laxus = schlaf!, locker]
(oft abwertend): nachlässig, ohne feste Grundsätze, nicht
streng: eine -e Auffassung; -e Führung; -e Moral; Das
Leben ist -er geworden (Zeit 6.6. 75.7); etw. I. handhaben,
durchfuhren: Laxans [laksans]. das; -. ...antia [laksan$jal
u. ...anzien [...tßjpn]. Laxativ [Iaksa'ti:f). das; -s. -e [...i:va].
Laxativuni I...'ti:vum], -s. ...va [zu spätlat. laxätivus =
lindernd, zu lat. laxäre. t laxieren] (Med.): Abführmittel
(von verhältnismäßig milder Wirkung): Laxheit, die; -. -en:
a) <o. PI.) laxes Wesen, laxe Haltung, laxe Art: b) laxe
Handlung, Nachlässigkeit: solche -en dürfen nicht wieder
vorkommen!; laxieren [la'ksi:ran] <sw. V.; hat) [lat. laxäre
= erleichtem, lindern, eigtl. = schlaff machen, lockern]
(Med.): abfuhren, den Stuhlgang fördern u. beschleunigen;
Laxisnus [la'ksismus].der; - [zu flax] (kath. Theol.): (von
der Kirche verurteilte) Richtung der katholischen
Moraltheologie, die Handlungen auch dann für erlaubt hält, wenn
nur eine schwach begründete Wahrscheinlichkeit besteht,
daß sie erlaubt seien.
Layout [lei'aut. auch: '—]. das; -s, -s lengl. layout. eigtl.
= das Ausbreiten, der Grundriß, zu: to layout = aufreißen
(5)]: a) (Druckw.) skizzenhaft angelegter Entwurf von Text-
u. Bildgestaltung für ein Werbemittel (Plakat. Prospekty.
eine Zeitschrift, ein Buch u. ä.: um mit ihm (= dem
Fotografen) das L. eines Werbeprospektes für die Herbstmesse
zu besprechen (Bieler. Mädchenkrieg 98); im L.
veranschaulichen: b) (Elektronik) Schema für die Anordnung
der Bauelemente einer Schaltung: das L. wurde mit einer
numerisch gesteuerten Zeichenanlage entworfen; <Abl.: •
layouten llei'aytn] <sw. V.; hat) (Druckw. Jargon): Layouts
anfertigen: Layouter, der; -s. -: Fachmann (z. B.
Werbegrafiker), der Layouts entwirft od. zusammenstellt.
Lazarett llatsa'rct]. das; -le]s, -e [frz. lazaret =
Seuchenkrankenhaus < ital. lazzaretto. venez. lazareto. nazareto; Abi.
vom Namen der venez. Kirche ..Santa Maria di Nazaret".
bei der im 15. Jh. ein Hospital für Aussätzige gewesen
war; Wechsel im Anlaut unter Einfluß von ital. lazzaro
= aussätzig. Aussatz. T Lazarus]: Krankenanstalt für
verwundete od. erkrankte Soldaten, Militärkrankenhaus.
lazar^tt-, Lazarett-: -baracke, die: als [behelfsmäßiges]
Lazarett dienende Baracke: -fhigzeug, das (M ilit.): als
behelfsmäßiges Lazarett eingerichtetes Flugzeug zur Behandlung
u. zum Transport von Verwundeten: -gehilfe, der; M*if
<Adj.) (Jargon): so krank od. verletzt, daß man ins Lazarett
muß: -schiff, das: vgl. -flugzeug; -wagen, der: als Lazarett
eingerichteter [Eisenbahn]wagen: -zug, der.
Lazarist [latßa'nst], der; -en. -en [nach dem Mutterhaus
Saint Lazare in Paris]: Angehöriger einer kath.
Kongregation von Missionspriestern: Lazarus [la:t$arus]. der; - [sesl.
-se [nach der Gestalt des kranken Lazarus im N. T. (Luk.
16. 20 ff.)] (ugs.): jmd.. der [körperlich] schwer leidet:
bedauernswerter Mensch.
Lazeratkn [lat$era't$io:n], die; -. -en [lat. lacerätio. zu: laoe-
räre = zerfetzen] (Med.): Einriß. Ri/3, Zerreißung /von
Geweben]: bzerieren [...ri:ren] <sw. V.; ist) (Med.): (von
Geweben) reißen, einreißen.
Lazulith [lat$uli:t. auch ...lit], der; -s. -e [zu mlat. lazurus
= Blaustein u. T -lith]: ein himmelblaues bis bläulich-weißes.
Magnesium u. Eisen enthaltendes Mineral.
Lead [li.d]. das; -[s] [1: amerik. lead: 2.3: engl, lead; 1-3
zu engl, to lead = (an)führen]: 1. Führungsstimme in einer
[JazzJbandU. B. Trompete). 2. (Wirtsch.) das Vorauseilen.
Vorsprung bestimmter Werte vor anderen im Koniunkturver-
lauf. 3. (Zeitungsw. Jargon) [kurz zusammenfassende]
Einleitung zu einer Veröffentlichung od. Rede: Leader ['Ii:del.
der: -s. - [engl, leader = (An)fiihrer] (Sport, bes. österr
u. Schweiz.): in einer Meisterschaft führender Klub: Leadgi-
tarrist.der. -en. -einführender Gitarrist in einer [Jazz] band
leasen[li.zn]<sw.V.;hat)[engl.tolease]: (ein[Investition -
gut) zur eigenen Nutzung mieten, pachten: Warum immer
kaufen? Leasen Sie Ihren Wagen (wie Sie Ihre Wohnung
und Dir Telefon mieten)! (Powerslide 7. 1968. Anzeige);
ein geleaster Farbfernseher; Leasing [Ii:zm]. das. -s. -s
[engl.-amerik. leasing] (Wirtsch.): Vermietung von [Invesu-
tionsjgütern u. Industrieanlagen (wobei die Mietzahlungen
bei späterem Kauf angerechnet werden können).
'Leb- (Ie:p-1: -kuchen, der [mhd. leb(e)kuoche; 1.
Bestandteil viell. zu f Laib, also viel!, eigtl. = Brotkuchen; volk*-
etym. angelehnt an „leben"]: ein mit Sirup od. Honig u
vielen Gewürzen hergestellter dunkler Kuchen: Nürnberger
L.. dazu: -kuchenherz, das; -küchler [-ky:<jlt?]. -küchner
1644
Leben
U.918I, der; -s. - (bayr.. fränk.): Bäcker, der Lebkuchen
herstellt; -küchlerei, -küchnerfci, die; -. -en: auf Lebkuchen
%vezialisierte Bäckerei; -zelten, der; -s. - (mundartl.
veraltend): svw. t^kuchen; -zeiter, der; -s. - (mundartl.
veraltend): svw. Nküchner.
fcfc-, 2Leb-: ^los <Adj.; -er. -este (Steig, selten u. nur bei
U» (mhd. lebelösl: ohne Anzeichen von Leben, [wie] tot:
«n -er Körper; [wie] 1. daliegen; ein -es (starres,
unbewegtes) Gesicht; jmdn. mit -en Augen anblicken (mit starren
Augen anblicken, ohne etw. wahrzunehmen); Ü die
Herrschaft einer-en (unbeseelten) Dingwelt (Nigg. Wiederkehr
19), dazu: -losigkeit, die; -: das Leblossein, lebloser Zu-
uand; ^tag, der [mhd. lebetac = Lebenszeit] in den
Wendungen [all] mein (dein, sein, ihr) L. (ugs.; das ganze Leben
kmg. solange ich lebe/du lebst/er. sie lebt): all sein L. hatte
er gearbeitet; daran wirst du dein L. denken; (geh.,
veraltend auch mit Gen. Pl.:> Seiner -e vergaß Jakob nicht
den Schrecken (Th. Mann. Joseph 136); mein (dein, sein,
fcr) L. nicht (ugs.; nie. niemals): das lernst du dein L.
nicht; einen L. machen/anstellen (schwäb.; Lärm. Geschrei.
Aufhebens machen): Macht doch nicht solchen Lebtag.
Krieg ist wie Frieden (Gaiser. Jagd 116); -zelten in den
Fügungen bei/zu L. (während des Lebens; zu der Zeit,
als jmd. noch am Leben war); auf L. (für die /weitere/
Dauer des Lebens): das hat er auf L. gelernt.
fcfcbar [le:pba:g] <Adj.; nicht adv.) (Schweiz.): es ging ihm
um die Idee einer -en Ehe (Frisch. Stiller 246); das Leben
wieder I. machen.
Icke-, Lebe-: -dame, die [geb. nach f Lebemann]
(abwertend): Frau, die ganz dem Genuß (auch in sexueller Hinsicht)
u Luxus lebt; -hoch [—'-], das; -s. -s [für TVivat]: Ruf.
mit dem man jmdn. hochleben lälit: drei donnernde -s
wurden auf den Jubilar ausgebracht; in ein L. einstimmen;
^lai« in der Fügung mein (dein, sein, ihr) I. (veraltend;
mein/dein/sein/ihr Leben lang; während jmds. ganzen
Lehens): Der hatte sein 1. in einem Teich von Wichtigkeit
gepatscht (Tucholsky. Werke II. 513); -mann, der <P1.
..männer) [1794 von dem dt. Schriftsteller E. Langbein
11757-1835) erstmals für TBonvivant u. frz. viveur
gebraucht] (abwertend): eleganter, reicher Mann, der ganz
dem Genuß lebt u. sich in sexueller Hinsicht auslebt: was
ein Genießer und L. ist, der bevorzugt immer die seltenen
Sachen (Kirst. 08/15. 811). dazu: -männisch <Adj.>: wie
ein Ubemann: -schön in der Verbindung L. machen (ugs.;
uch ein schönes Leben machen, das Leben genießen (statt
m arbeiten]): ^welt, die <o. Pl.>: 1. Gesamtheit der Tier-
u. Pflanzenwelt, der Lebewesen: ... in welchem Sinne hier
die beiden Begriffe Leben oder L. sowie Umwelt verwendet
werden (Thienemann. Umwelt 7). 2. Gesellschaftsschicht
der Lebedamen u. Lebemänner: smarter Treffpunkt der
internationalen L. (K. Mann. Wendepunkt 328); -wesen,
das: Wesen mit organischem Leben, bes. Mensch od. Tier;
Organismus (1 b): einzellige L.; der Mensch als
höchstentwickeltes L.; -wohl [—'-]. das; -[e]s. -s u. -e (geh.): der
Gruß ..Lebe wohlt\ mit dem jmd. sich od. jmdn.
verabschiedet: sie riefen sich ein letztes L. zu; *]mdm. L. sagen
<*eh.; sich vonjmdm. verabschieden).
Wien [ie:bn] <sw. V.; hat) [mhd. leben, ahd. leben, eigtl.
wohl = übrigbleiben (im Sinne von: überleben nach einem
Kampf); 3: wohl unter Einfluß von engl, to live]: l.a)
am Leben, lebendig sein; nicht tot sein: seine Großeltern
leben noch; der Verunglückte lebte nicht mehr, als der
Arzt eintraf; lebt er?; das Kind hat nur wenige Stunden
gelebt; ohne dich kann ich nicht 1.; nicht mehr lange zu
I. haben (schwerkrank sein); sie wollte nicht mehr länger
L: laß das arme Tier doch 1. (töte es nicht)!; nicht I.
und nicht sterben können (sich sehr krank u. elend fühlen);
lebst du noch? (ugs. scherzh. zu jmdm.. der sehr lange
nichts von sich hören ließ); es stimmt, so wahr ich lebe
lugs. Beteuerungsformel); Ü die Bilder dieses Künstlers
leben (wirken lebendig); der Glaube lebt (ist lebendig):
in den Menschen lebt die HofTnung (sie hoffen) auf eine
bessere Welt; <1. Part.:) die noch lebenden Nachkommen;
lebende (echte, nicht künstliche) Blumen; lebendes
Inventar (jur.; Viehbestand)', ein lebender (die Fähigkeit zu
Stoffwechsel. Wachstum. Vermehrung zeigender) Organismus;
lebende Sprachen (Sprachen, die irgendwo noch gesprochen
werden)', der Täter muß gefaßt werden. lebend oder tot;
< subst.:) die Lebenden und die Toten; *es von den Lebenden
nehmen (sehr hohe, überhöhte Preise fordern); jmd., etw.
lebe! (Wunschformel): lang lebe der König!; es lebe die
Freiheit!; er lebe, wachse und gedeihe (nach lat. vlvat,
crescat. flöreat)!; b) auf der Welt sein, (als Lebewesen)
dasein, existieren: wie viele Menschen leben auf der Erde?;
Luther lebte im 16. Jahrhundert; diese Riesenechsen haben
in grauer Vorzeit gelebt; „Wie geht es dir?" - „Man lebt!"
(ugs.; es geht nicht gut. aber auch nicht übermäßig schlecht,
das Leben geht gleichmäßig weiter): er weiß zu I. (sein
Leben zu gestalten); Im Knast lebt man nicht. Da wird
man gelebt (Hörzu 21. 1977. 59); die lebende (heutige)
Generation; R und so was lebt! (ugs. Ausruf des Erstaunens;
so etwas existiert, ist tatsächlich vorhanden): 1. und 1. lassen
(jedem wie sich selbst seine eigene Existenz u. Lebensart,
seinen Bereich zugestehen); c) fortbestehen, weiterleben:
der Künstler lebt in seinen Werken; der Name dieses
Mannes wird für alle Zeiten I.; sein Andenken lebt in uns.
2. sein Leben in bestimmter Weise verbringen: gut.
anständig, bürgerlich, armselig, enthaltsam, flott 1.; Ieb(e] wohl!
(Abschiedsgruß); er lebt wie ein Fürst; hier lebt es sich
gut; herrlich und in Freuden 1.; im Wohlstand, in
glücklicher Ehe I.; er mußte aus dem Koffer I. (immer unterwegs
sein); viele Tiere leben in Herden; mit seinen Freunden,
mit einer Frau 1.; sie lebt von ihrem Mann getrennt; er
hat über seine Verhältnisse gelebt; sie lebten unter falschen
Namen; er lebt in dem Wahn, dauernd verfolgt zu werden;
in der Hoffnung auf bessere Zeiten 1. 3, wohnen, seinen
Wohnsitz haben: er lebt in Hamburg; sie hatten lange
im Ausland gelebt; auf dem Lande, in der Großstadt 1.;
Affen leben auf Bäumen; auf dem Land, im Wasser lebende
Tiere; Ü er lebt in einer anderen Welt (ist verträumt, nicht
bei der Sache). 4.a) sich von etw. ernähren: fleischlos,
diät I.; nur von Kartoffeln I.; die Gefangenen mußten
von Wasser und Brot I.; du lebst wohl von der Luft?
(ißt überhaupt nichts mehr); Spr der Mensch lebt nicht
vom Brot allein {nicht nur von Nahrungsmitteln, sondern
auch von geistigen Gütern; Matth. 4.4); b) seinen
Lebensunterhalt von etw. bestreiten: von der Rente, von seiner Hände
Arbeit I.; von/mit diesem Gehalt kann man nicht I.; von
der Wohlfahrt, von jmds. Gnade und Barmherzigkeit I.;
<subst.:> R das ist zum Leben zuwenig, zum Sterben zuviel.
5.a) (mit einem Subst. des gleichen Stammes als Objekt)
verbringen, zubringen; ein glückliches, erfülltes Leben I.;
er lebt sein eigenes Leben (kümmert sich nicht um das
Urteil anderer); b) (selten) durch sein Leben zeigen,
vorleben: seinen christlichen Glauben 1. 6. sich in einem
bestimmten Verhältnis befinden: mit jmdm. im Frieden, im Streit,
in einem nachbarlichen Verhältnis I. 7. sich einer Sache
widmen, hingeben: ganz seiner Familie/für seine Familie
I.; für eine Idee, für die Wissenschaft I.; dieser Künstler
lebt nur seiner Musik; Leben [-]. das; -s. - <P1. selten)
[mhd. leben.ahd. leben, urspr. subst. Inf.]: X.das
Lebendigsein. Existieren: organisches, irdisches L.; L. und Tod;
das L. ist vergänglich; das keimende, werdende L.; in
ihm ist kein L. mehr; das L. verlieren (sterben); viele
mußten im Krieg ihr L. lassen (sind im Krieg
umgekommen); jmdm. das L. retten; sein L. wagen, für etwas
einsetzen, aufs Spiel setzen, (geh.:) hingeben: er hat sich das
L. genommen (hat Selbstmord begangen); die Entstehung.
Erhaltung. Bedrohung. Zerstörung des -s; (geh.:) des -s
müde, überdrüssig sein; sich seines -s nicht mehr sicher
fühlen; am L. sein, bleiben; trotz seines Leidens hängt
er am L. (will noch nicht sterben); sie ist freiwillig aus
dem L. geschieden (hat Selbstmord begangen); man
fürchtete für sein L.; der Arzt konnte den Bewußtlosen nicht
mehr ins L. zurückrufen; sie hat mit dem Leben
abgeschlossen (ist bereit zu sterben); sie haben mit dem L. gespielt,
haben ihren Leichtsinn mit dem L. bezahlen müssen; (Rel.:)
Gott, der Herr über L. und Tod; er rannte vor den
Verfolgern um sein L.; um jmds. L. bangen, kämpfen; er ist
durch einen Unfall ums L. gekommen; der Wille zum
L.; zwischen Tod und L. schweben; Ü in seine Gestalt
kam wieder L. (kam Lebenskraft; er löste sich aus seiner
Erstarrung od. Lethargie); die Show hatte kein L.
(wirkte nicht lebendig, hatte keinen Schwung); * das nackte
L. retten (sich selbst retten können, aber allen Besitz
verlieren); einem Kind das L. schenken (geh.; ein Kind gebären):
sein L. teuer verkaufen (sich in einem Kampf erbittert
wehren): sein L. [für jmdn., etw.] in die Schanze schlagen (sein
Leben riskieren, um jmdn. od. eine Sache zu verteidigen);
seinem L. ein Ende machen/setzen (verhüll.; Selbstmord
1645
leben-
begehen): auf L. und Tod Ok&mpfenl (erbittert u. mit letztem
Einsatz [kämpfen]); für sein L. gern (ugs.: sehr gern):
etwas ins L. rufen (etwas gründen); ins L. treten (sich
konstituieren); ins ewige L. eingehen (geh.. verhüll.:
sterben): mit dem L. davonkommen (aus einer großen Gefahr
gerettet werden: nach 2. Makk. 3, 38): hndm. nach dem
L. trachten (jmdn. umbringen wollen); wie das blühende
L. aussehen (ugs.: sehr gesund aussehen). 2.a) Dauer.
Verlauf des Lebens (1). der Existenz, des Daseins: ein kurzes,
langes L.; L. und Werk eines Künstlers: ein [ganzes] L.
lang: sein L. genießen: er hat sein L. verpfuscht: sein
L. verwirken, wegwerfen (nicht sinnvoll gestalten); seinem
L. ein Ziel geben: der Sinn des -s; Freuden und Leiden,
die Vielfalt des -s; sich des -s freuen; zeit seines -s; die
Stationen des -s; das war der größte Wunsch seines -s:
die Geschichte seines -s niederschreiben: er durchlitt die
schwersten Stunden seines -s; auf ein erfülltes L.
zurückblicken: aus meinem L.; für das ganze L.; das geschah
zum erstenmal im L.; *fmdm. das L. sauer machen (jmdm.
immer wieder Schwierigkeiten. Unannehmlichkeiten
bereiten; nach 2. Mos. 1. 14): sich durchs L. schlagen (sich
mühsam im Daseinskampf behaupten); nie im L./im L.
nicht (ugs.: niemals, unter keinen Umständen): b) Art zu
leben. Lebensweise: ein einfaches, einsames, ruhiges,
geregeltes, geordnetes, freies, unstetes, üppiges, liederliches,
bürgerliches, arbeitsreiches L.; das L. als Artist ist hart:
das L. in der Großstadt, auf dem Land: ein L. in
Wohlstand. Zufriedenheit; unser L. wird von der Technik
geprägt: das L. eines Einsiedlers führen: sein L. ändern;
ein neues L. anfangen (einen anderen Lebenswandel
führen); du machst dir das L. bequem, etwas zu leicht; R
was soll das schlechte L. nützen? (man soll es sich lieber
möglichst angenehm machen); *das süße L. (Leben im
Luxus, ohne arbeiten zu müssen; ital. la dolce vita. seit 1960
bes. bekanntgeworden durch den gleichnamigen Titel eines
Filmes des ital. Regisseurs F. Fellini): c) Lebensinhalt:
Sport war sein Leben: die Musik ist für sie das L.; du
mein L.! (dichter, veraltend; vertrauliche Anrede). 3.a)
der Alltag, die Wirklichkeit, in der sich das Leben abspielt;
die Gesamtheit der Lebensformen: das L. prägt den
Menschen; das L. verlangt Opfer; diese Geschichte hat das
L. geschrieben; das L. meistern; dem L. die guten Seiten
abgewinnen; die Stürme des -s; diese Geschichte ist aus
dem L. gegriffen; für das L. lernen; seinen Mann im L.
stehen; R wie das L. so spielt; man muß das L. eben
nehmen, wie das L. eben ist (ugs. scherzh.; man muß sich
mit allem abfinden): b) Gesamtheit der Vorgänge, das
Geschehen innerhalb eines Bereichs: das gesellschaftliche,
wirtschaftliche, künstlerische L. einer Stadt; im öffentlichen
L. stehen. 4. Betriebsamkeit, lebhaftes Treiben: das L. auf
den Straßen; auf dem Markt herrscht reges L.; nachts
ist in der Innenstadt alles L. ausgestorben; die Kinder
haben L. ins Haus gebracht.
leben-: -bejahend: t lebensbejahend; -fördernd <AdJ.: nicht
adv.): -gebend, -spendend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(geh.): die -e Sonne; -sprühend <Adj.>: voller Leben u.
Lebenskraft; -verneinend: t lebensverneinend; -zerstörend
<Adj.; o. Steig.): eine -e atomare Strahlung.
lebend-. Lebend-: -gebärend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Zool.): lebendige Junge zur Welt bringend (im Ggs. zu
den eierlegenden Tieren); -geborene <PI.) (Amtsspr..
Statistik): die lebend zur Welt gekommenen Säuglinge (Ggs.:
Totgeborene); -geburt. die (Ggs.: Totgeburt): a) Geburt
eines lebenden Kindes. Tieres; b) lebend zur Welt
gekommenes Kind. Junges: -gewicht, das: a) (Fachspr.) Gewicht
eines lebenden, in den letzten Stunden vor dem Schlachten
nicht gefütterten Tieres (Ggs.: Schlachtgewicht); b)
(scherzh.) [auffallend hohes od. geringes] Gewicht eines
Menschen: Mutters Gesicht, schon sonst von der
Anstrengung gerötet, fast zwei Zentner L. treppauf, treppab zu
tragen (Lentz. Muckefuck 121); -maske, die: Gipsabdruck
vom Gesicht eines Lebenden; ^vleh, das: lebend zum
Schlachten verkauftes Vieh.
lebendig [lebendig] <Adj.) [mhd. lebendec. ahd. lebendig,
weitergebildet aus dem 1. Part, mit urspr. Betonung der
1. Silbe): 1. lebend, am Leben (1) (Ggs.; tot): ein -es Wesen;
-e Junge zur Welt bringen; keine -e Seele (veraltend;
niemand) war zu sehen; bei -em Leibe verbrennen; er war
mehr tot als 1.; hier fühlt man sich wie 1. begraben; Ü
eine -e Demokratie; ein -es (anschauliches) Beispiel für
etwas geben; Ich würde leben, wenn unsere Rechtspflege
-er wäre (Mostar. Unschuldig 129); -e (anschauliche)
Wissenschaft; R jmd. steht da wie ein -es Fragezeichen (jmd.
weiß überhaupt nicht, wie er anfangen soll zu fragen, weü
ihm alles unklar geblieben ist); * es von den Lebendigen/vom
Lebendiaen nehmen (vgl. leben 1 a). 2, wirksam, fortwirkend
-e Tradition. Wirklichkeit; -er Glaube; die Erinnerung
wurde wieder 1. in ihm; dies Erlebnis wird mir immer
1. bleiben. 3. lebhaft, munter, voll Leben: eine -e Stadt
die Kinder waren sehr 1.; auf den Straßen wurde es
allmählich -er; er hat sehr 1. berichtet; Ü -e (bunte, lebhafte
Farben; zahlte der Fiat 1500 zu den -sten Wagen seiner
Klasse (Auto 6. 1965. 21): <Zus.:) lebendiggebärend: svw.
f lebendgebärend; <Abl.:) Lebendigkeit,die; -: l.dasLeben-
digsein. 2. lebendiges Wesen. Lebhaftigkeit.
lebenfi-, Lebens-: -abend, der (geh.): letzter Lebensabschnitt
[im Ruhestand]: ein behaglicher L.; er mußte seinen L
in einem Altersheim verbringen; -ablauf, der: Verlaufeines
Lebens; -abriB, der: knappe Darstellung eines Lebenslaufs
-abschnitt, der: Periode innerhalb eines Lebens; -ader,
die: lebenswichtige Ztxfahrtsstraße. lebensnotwendige
Versorgung: einer Stadt die L. durchschneiden; Der Handel
war die einzige L. der Venezianer (Jacob. Kaffee 49):
-alter, das: a) Zahl der Lebensjahre: das durchschnittliche
L.; ein hohes L. erreichen; b) bestimmter Abschnitt.
Altersstufe: das frühe, kindliche L.; Man begegnet ... allen -n
Picassos (Koeppen. Rußland 202); -anfang, der (Ggs.
-ende); -angst, die: svw. f Existenzangst; Munpruch, der
Anspruch an das Leben; -arbeit, die: Arbeit. Arbeitsergebnis
eines ganzen Lebens: mit diesem Werk hat der Gelehrte
seine L. vorgelegt; ^art, die: l.die Art zu leben. Lebensweh
se: die heutige, eine bürgerliche L. 2. ansprechendes
Benehmen, gute Umgangsformen: er hat keine L.; ein Mann
von feiner englischer L.; -aufTassung, die: Auffassung vom
Leben; -aufgäbe, die: Aufgabe, der jmd. sein ganzes Leben
widmet: die Kunst wurde seine L.; sich etwas zur L.
machen; -äußerung, die: sichtbares Zeichen. Ausdruck eines
Lebens: die -en der Tiere. Pflanzen und Kristalle
beobachten (Menzel. Herren 52); -aussieht, die; -bahn, die (geh.):
[vorgezeichneter] Lebensweg; -bäum, der [1: wohl nach
den immergrünen Nadeln; 2a: nach 1. Mos. 3. 22]: 1.
schlank u. kegelförmig gewachsenes immergrünes Gewächs,
mit weichen, schuppigen Nadeln, das häufig auf Friedhöfen
u. in Parks angepflanzt wird. 2.a) (Rel.) Baum des Lebens,
der Erkenntnis: b) (Volksk.. Kunstwiss.) symbolisches, den
Baum des Lebens darstellendes Ornament; -bedarf, der
das zum Leben Notwendige; -bedingungen <PI.):
Bedingungen, unter denen sich das Leben abspielt: die L. verbessern,
unter optimalen L; ^bedrohend, -bedrohlich <Adj.): vgl.
^gefährlich: 1. erkrankt sein; -bedürfnisse (PL): vgl.
-bedarf: -beichte, die; -beiahend < Adj.): optimistisch denkend,
immer die guten Seiten des Lebens hervorhebend (Ggs.
-verneinend): -e Menschen; 1. eingestellt sein, dazu: -beja-
hung, die <o. PI.); -bereich, der: Bereich. Gebiet, Umkreis,
in dem sich das / menschliche} Leben abspielt: der private
L.; ein totalitärer Staat durchdringt alle -e; -bericht, der
vgl. -beschreibung; -beruf, der: für das ganze Leben
erwählter u. auszuübender Beruf: -beschreibung, die: literarh
sehe Beschreibung des Lebens einer [bedeutenden]
Persönlichkeit. Biographie (2); -bezirk, der: svw. t ^bereich; -büd,
das: vgl. -beschreibung; -buch, das (dichter.):... neu
beginnen und alles Vorherige aus dem L. ausstreichen (Fallada.
Herr 56); -bund, der (dichter.): Ehe; -chance, die (meist
PI.): Aussicht für das [weitere] Leben; -dauer, die: a)
Zeitspanne eines Lebens von der Geburt bis zum Tod: die
durchschnittliche L. des Menschen; b) Dauer der
Haltbarkeit eines Materials, der Funktionstüchtigkeit einer Mascha
ne: die L. zweier Fabrikate vergleichen: dieser Motor ha:
eine lange L.. ist auf L. gebaut; -echt <Adj.): vgl. ^wahn
-element, das: 1. Urstoff. Element: das L. Wasser. 2. ehim
für das Leben [eines bestimmten Menschen] bes. Wichtiges
die Musik ist sein L.; ~elixier, das (Volksk.): Zaubertrank,
der Jugend. Schönheit u. langes Leben verleihen sollte
Paracelsus braute ein L.; Ü Ruhelosigkeit schien sein L .
das meine heißt Ruhe (Fallada, Herr 244); -ende, das
(Ggs.: -anfang): bis ans L.; -energie, die; -entfahung.
die; -erfahren <Adj.): reich an Erfahrungen, die für das
praktische Leben nützlich sind; -erfahrung, die: Erfahrum
durch das Leben u. für das Leben: eine Frau von großer
L.; ^erimerunoen <PI>: I aufgezeichnete] Erinnerungen ems
1646
lebens-,
Lebensfern eigenen Leben. Memoiren: seine L. schreiben; -erschei-
■ng. die (Biol.. Med.): Erscheinung, die das Vorhandensein
hm Leben anzeigt: das Besondere an den Viren, daß sie
■n freien Zustand... in einer reaktionslosen Form vorliegen
ohne jegliche -en (Medizin II. 132); -envartung, die:
Zeitspanne, die ein Mensch voraussichtlich [noch] leben
•**/ höhere L. durch bessere Lebensbedingungen; die
mittlere L. (Lebensalter, das innerhalb einer bestimmten
Gruppe durchschnittlich erreicht wird): Ü haben spezifisch
bochbelastete Motoren ... in der Regel keine hohe L.
tAuto 8. 1165. 35); -faden, der in der Wendung jmdm.
den L. abschneiden (geh.: 1. jmdn. töten. 2. jmdm. das
nehmen, was ihm für sein Leben am wichtigsten ist: nach
der Vorstellung der griech. Myth.. daß das Leben jedes
Menschen an einem von Schicksalsgöttinnen gesponnenen
u. zuletzt durchschnittenen Faden hängt); -fähig <Adj.;
o Steig.; nicht adv.>: fähig, imstande zu leben (Ggs.:
-Unfall*): -e Zellen; das Neugeborene war nicht 1.; Ü -e Staaten,
dazu: -flhigkeit, die <o. PI.); -feindlich <Adj.>: so
beschaffen, daß fast jede Lebensmöglichkeit ausgeschlossen ist:
die -e Kälte der Arktis; -fern <Adj.>: den tatsächlichen
Gegebenheiten des Lebens (3 a) nicht entsprechend (Ggs.:
-nah), dazu: -ferne, die <o. Pl.>; -form, die: Gestaltung
des Lebens: Form, in der das Leben sich organisiert:
vermiedene pflanzliche oder tierische -en untersuchen;
Demokratie, die... nicht nur System und Methode ist. sondern
auch eine L. (Dönhoff. Ära 167); -frage, die: Frage.
Angelegenheit von entscheidender Bedeutung: -n eines Volkes;
das ist für ihn eine L ; -fremd <Adj.>: a) nicht lebenserfah-
nra, nicht der Lebenserfahrung entsprechend: ein -er
Mensch; er hat völlig 1. entschieden; b) nicht im alltäglichen
Leben stehend: ein -er Gelehrter; -freude, die: Freude am
Leben. Daseinsfreude: er hat seine L. wiedergewonnen;
es war ein Gefühl der Erleichterung, der neuen L. (Frisch.
Miller 255); -froh <Adj.>: voller Lebensfreude,
lebensbejahend: er war 1.. aber nicht leichtsinnig; -fiihnmg, die:
sittliche/ Gestaltung des Lebens: -funkeln], der
(dichter.): schwaches Zeichen von Leben: -ftinktion, die (meist
PL > (Biol.. Med.): das Leben kennzeichnende Funktion (z. B.
Stoffwechsel) eine Störung der -en; Zellen in ihren -en
«nregen; -gang, der: svw. t-weg; -gebiet, das: svw.
t-bezieh; -gefahr, die <o. PI.>: das Leben bedrohende, tödliche
Gefahr: es besteht akute L.; Achtung. Starkstrom! L.!;
außer L. sein; er schwebt in L.; jmdn. unter [eigenerl
L. retten; -gefährlich <Adj.; o. Steig.): mit Lebensgefahr
verbunden: ein -es Unternehmen; er wurde I. verletzt,
verunglückte 1.; -geführte, der (geh.): Gefährte, mit dem sich
ßnd. zu gemeinsamem (meist ehelichem) Leben verbunden
4or er war ihr ein treuer L.; -geflhrtin, die: w. Form
mx\ t-gefährte; -gefiihl, das: bewußtes Gefühl, am wirk-
hchen Leben teilzuhaben, mitten im Leben zu stehen:
Daseinsgefühl: dies Erlebnis steigert, hebt mein L.; -gebt,
der <o. PI.) [zu 'Geist (2)1: svw. t-wille; -geister <PI.>:
Fnsche. Munterkeit. Beweglichkeit: der starke Kaffee [erj-
»eckte seine L.; seine L. erwachten; -gemeinschaft, die:
a> Gemeinschaft von [zwei] Lebensgefährten.
Zusammenleben: die Familie bildet eine L.; die L. der Ehe; b) (Biol.)
svw. t Biozönose: der Wald als L.; -genuß, der;
-gesuchte, die; -gestaltung, die; -gewandt <Adj.>: sich
geschickt im Leben zurechtfindend, dazu: -gewandtheit, die;
Gewohnheit, die (meist Pl.>: typische Art. wie jemand sein
Leben zu verbringen pflegt: -gier, die: Gier, etwas zu
erleben: Mit einem Schlag springt die L. auf (Remarque.
Westen 160); von wilder L. erfüllt sein, dazu: -gierig <Adj.>
«selten); -glück,das: Erfüllung. Glück im eigenen {privaten]
Lebensbereich: er hat sein L. gefunden; -groß <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: in natürlicher Größe: eine -e Darstellung;
^größe, die in der Fügung in [voller] L. (in natürlicher
Größe): eine Plastik in L.; plötzlich stand er in voller
L. (ugs. scherzh.; leibhaftig, persönlich) vor uns; Ü obwohl
du jeden Tag in voller L. vor dir hast (Kuby, Sieg 159);
^gnindbge, die; -haltung, die: wirtschaftliche Gestaltung
des Lebens: einfache, üppige, bürgerliche L; die L. ist
teurer geworden, dazu: -haltungsindex, der (Wirtsch.):
Index (3). der die Veränderung der durchschnittlichen
Lebenshaltungskosten innerhalb eines bestimmten Zeitraums
angibt, -haltungskosten <PI.> (Wirtsch.): Kosten für die
gesamte Lebenshaltung bei einer Einzelperson od. einer Familie:
die L. sind wieder gestiegen; -hllfe, die: soziale
Unterstützung, psychologische Beratung u. ä.: Maßnahmen, die
anderen Menschen helfen sollen, ihr Leben sinnvoll zu gestalten:
jmdm. L. geben; -höhe, die: Stadium erfolgreichen,
glücklichen Lebens: die sieben Jahre, die Jaakobs Sohn zu neuer
L. ... führten (Th. Mann. Joseph 898); -höhepunkt, der;
-hunger, der: vgl. -gier, dazu: -hungrig <Adj.>; -ideal.
das: Ziel. Idee, nach derjmd. sein Leben ausrichtet: -Inhalt,
der: Inhalt. Sinngebung eines Lebens: Reisen ist für ihn
der L.; -Interesse, das: sehr wichtiges Interesse. Anliegen:
die -n eines Volkes; -iahr, das: mit dem vollendeten 18.
L. wird ein Jugendlicher nach dem Gesetz mündig; -käme-
rad, der: vgl. -gefährte; -kameradin, die: w. Form zu
t-kamerad; -kämpf, der: Kampf ums Leben.
Daseinskampf: -keim, der; -kerze, die: svw. t—licht; -klug <Adj.>:
klug u. erfahren in den Dingen des praktischen Lebens,
dazu: -khigheit, die <o. PI.>; -kosten <PI.>: svw.
t-haltungskosten; -kraft, die: Kraft zum Leben, Vitalität: die alle
Zeiten und Verfolgungen überdauernde L. (Goes. Hagar
124). dazu: -kräftig <Adj.; nicht adv.>; -kreis, der: vgl.
-bereich; -krise, die; -künde, die: a) (früher) Biologie
als Schulfach: b) (selten) Gemeinschaftskunde als Schulfach:
c) Lehre von einem natürlichen Leben, wie es den
Grundsätzen der Lebensreform entspricht: -kunst, die: die Kunst,
das Leben zu meistern, mit den Gegebenheiten fertig zu
werden u. stets das Bestmögliche daraus zu machen: —künst-
ler, der: jmd.. der die Lebenskunst beherrscht: -läge, die:
Situation im Leben: jede L. meistern; in allen -n wußte
er sich zu helfen; -lang <Adj.; o. Steig.): ein Leben lang,
das ganze Leben dauernd: ein -es Siechtum; er fühlte sich
1. an sein Versprechen gebunden; -länglich <Adj.; o. Steig.):
a) (von Freiheitsstrafen) erst mit dem Tod endend: ein
I. Inhaftierter, -er Freiheitsentzug; er bekam dreimal ..I.44;
b) (selten) lebenslang: eine -e Rente; so sinnlos wie der
Versuch. I. ein Läufer zu bleiben (Lenz. Brot 123). dazu:
-längliche, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete)
(Jargon): jmd.. der eine lebenslängliche Freiheitsstrafe verbüßt:
-lauf, der [LÜ von lat. curriculum vltae]: a) (selten) der
individuelle Verlauf eines Lebens. Lebensgeschichte: er hat
einen abenteuerlichen L. hinter sich; b) schriftliche
Darstellung des eigenen Lebenslaufs (bes. für Bewerbungen): ein
handgeschriebener L.; Bewerbung mit L. und Paßbild;
einen L. einreichen; -licht, das: a) (geh.) brennendes Licht
als Symbol des Lebens (1): sein L. brennt hell (er steckt
voller Lebenskraft): sein L. ist erloschen (er ist gestorben):
*Jmdm. das L. ausblasen/auspusten (ugs.; jmdn. töten): b)
dicke Kerze, die jmdm. am Geburtstag angezündet wird
u. die nur er selbst ausblasen darf: -linie, die: (in der
Handlesekunst) Furche der Innenhand, deren Länge die
Lebensdauer anzeigen soll, -hift, die: Luft zum Leben:
-lüge, die: Selbsttäuschung, auf der jmd. sein Leben
aufbaut: sich in eine L. verstricken; -kist, die <o. PI.):
überquellende Lebensfreude, dazu: -lustig <Adj.>: fröhlich [u.
ein wenig leichtsinnig! das Leben genießend: —maxime,
die: für das ganze Leben gültige Maxime: —mitte, die:
die Lebenszeit etwa zwischen 40 u. 50 Jahren: die Krise
der L.; die L. überschritten haben; -mittel, das (meist
PI.): Ware zum Essen od. Trinken, die zum Bedarf des
täglichen Lebens gehört: leicht verderbliche L.; tierische
und pflanzliche L.. dazu: -mittelbewirtschaftung, die, -mit-
telbranche, die. -mittekhemie, die: Wissenschaft, die die
chemische Beschaffenheit von Lebensmitteln untersucht.
-mitteldiemflter, der. -mittelfiliale, die: Filiale eines
Lebensmittelgeschäftes, -mittelgeschäft, das. -mittelgesetz,
das: Gesetz, durch das gesundheitsschädliche /
Farbstoff]Zusätze bei Lebensmitteln verhindert werden sollen, -mittel-
graOhandhmg, die. -mittelhandel, der. -mittelindustrie, die,
-mittelkarte, die: in Kriegs- u. Krisenzeiten ausgegebene
Karte, auf deren Abschnitte die rationierten Lebensmittel
zugeteilt werden, -mittelliefemng, die. -mittelmarke, die:
einzelner Abschnitt der Lebensmittelkarte, -mittelpaket,
das. -mittelpreis, der. -mittelrationierung, die. -mittelver-
gifhing, die (Med.): durch den Genuß giftiger od. verdorbener
Lebensmittel hervorgerufene Erkrankung, -mittelversor-
gung, die. -mittelvorrat, der; -möglichkeit, die; -monat,
der: Säuglinge in den ersten -en; -müde <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): ohne Willen zum Weiterleben, den Tod
herbeisehnend: Gespräche ... mit verzweifelten -n Männern (Welt
22. 12. 65, 9); I. sein; du bist wohl I.? (scherzh. zu jmdm..
der leichtsinnig etw. Dummes u. Gefährliches tut), dazu:
-müdigkeit, die; -mit, der: Mut zum [tätigen] Leben.
Unternehmungslust u. Optimismus: keinen L. haben; er
1647
Leber
schöpfte neuen L.; -nah <Adj.>: den tatsächlichen
Gegebenheiten des Lebens (3 a) entsprechend (Ggs.: -fern): ein -er
Unterricht; ein I. geschriebener Roman, dazu: -nähe, die;
-nerv, der: etwas zum Leben u. Weiterbestehen unbedingt
Notwendiges: Jmds. L. durchschneiden; die Industrie ist
in ihrem L. getroffen worden; -niveau, das; -notwendig
<Adj.; o. Steig.): so nötig, daß sozusagen das Leben davon
abhängt: -e Spurenelemente; diese Freundschaft war für
ihn 1.. dazu: -notwendigkeit, die; -Ordnung, die: vgl.
Gesellschaftsordnung; -partner, der: vgl. -gefahrte;
-Partnerin, die: w. Form zu T-partner; -Periode, die: vgl.
^abschnitt; -pfad, der (geh.): svw. T-weg; -phase, die;
-Philosophie, die: 1. (Philos.) Philosophie, die sich mit dem
menschlichen Leben befaßt. 2. Art u. Weise, das Leben
zu betrachten: -prinzip, das: -Problem, das; -prozeß, der.
-Qualität, die <o. PI.) [LÜ von engl.-amerik. quality of
lifel: Qualität des Lebens in bezug auf die gesamte Umwelt,
humane Arbeitsbedingungen, gesunde Ernährung, reine Luft
u. ä.: Schlagworte wie Selbstverwirklichung und L. (Hörzu
25. 1976. 115); die L. verbessern; Mniell, der. -quelle,
die (dichter.): Quelle des Lebens, lebenspendende Kraft:
-räum, der: 1. (Biol.) svw. t Biotop (a. b). 2. Raum,
Umkreis, in dem sich jmd. od. eine Gemeinschaft [frei] bewegen
u. entfalten kann: der L. eines Volkes; er braucht mehr
L.; Ü die großen Radkästen die dem Kupplungsfuß den
L. beschneiden (Auto 7. 1969. 65); -recht, das: Recht
auf [eigenständiges] Leben: ^refonn, die: Reform des
Lebens, bes. durch natürliche, gesunde Ernährung, dazu: -re-
former, der: Anhänger einer Bewegung zur Lebensreform:
-reael, die: Grundsatz, den jmd. für seine Lebensführung
hat, Richtschnur: sich etw. zur L. machen; -reise, die
(dichter.): vgl. -lauf (a); -rettend <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): einer tödlichen Bedrohung entgegenwirkend: ein -es
Medikament; die schnelle Hilfe hat sich I. ausgewirkt;
-retter, der: a) jmd., der einem Menschen [unter Einsatz
des eigenen Lebens] das Leben rettet: er hatte seinem
unbekannten L. nicht einmal danken können; Ü der
Sturzhelm war schon so oft ein L.! (Frankenberg. Fahren 24);
b) zur Rettung in Notfällen bes. Ausgebildeter (z.B.
Rettungsschwimmer); -rettungsmedaille. die: svw. T
Rettungsmedaille; -rhythnmis, der: Rhythmus, in dem das Leben
abläuft: ein veränderter L.; sich an einen bestimmten L.
gewöhnen; -saft, der (dichter.): Blut: -Schicksal, das;
-schwach <Adj.; nicht adv.); -schwäche, die; -smn, der
<o. PI.); -spur, die (meist PI.) (Paläont.): Versteinerung
eines tierischen Fußabdrucks o. ä.: Erforschung fossiler -en;
-Standard, der: Höhe der Bedürfnisse u. Aufwendungen für
das tägliche Leben: der L. steigt nur langsam, sinkt; einen
hohen L. haben; den L. eines Volkes zu heben versuchen:
-Stellung, die: feste Anstellung [mit entsprechenden
Aufstiegsmöglichkeiten] bis zum Ausscheiden aus dem
Berufsleben: eine L. gefunden haben; wir bieten L.; —stil«
der: Stil, Art der Lebensführung: -tag, der: am ersten L.;
-träum, der: etwas, was sich jmd. im Leben als Schönstes
erträumt: -tüchtig <Adj.>: den Anforderungen des Lebens
gewachsen, mitten im praktischen Leben stehend (Ggs.: -un-
tüchtig): Kinder zu -en Menschen erziehen, dazu: -tüchtig-
keit, die; -Überdruß, der: starke Abneigung gegenüber dem
Leben, dazu: -überdrüssig <Adj.); -umstände <PI.>: die
Umstände, Verhältnisse, in denen jmd. lebt: Minfähig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): zu schwach, nicht fähig zu leben
(Ggs.: -fähig), dazu: -Unfähigkeit, die <o. PI.); -unterhalt,
der: gesamter finanzieller Aufwand, mit dem die
lebensnotwendigen Dinge (Ernährung, Kleidung, Wohnung usw.)
bezahlt werden müssen: seinen L. als Zeichner/ mit Zeichnen
verdienen; du mußt dir deinen L. selbst verdienen; womit
soll ich meinen L. bestreiten?; für jmds. L. sorgen; etwas
zum L. der Familie beitragen; -untüchtig <Adj. >: den
Anforderungen des Lebens nicht gewachsen (Ggs.: -tüchtig), dazu:
-Undichtigkeit, die; -unwert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(ns.): so krank u. schwach, daß es nicht wert ist, am Leben
erhalten zu werden: -es Leben; eine Theorie .... die - wie
bei Hitler - auf die Aussonderung von ..lebensunwerten"
Völkern hinausläuft (Horizont 12. 1977. 2); -veräditer,
der; -Verhältnisse <P1): svw. t-umstände; -Verlängerung,
die (Med.): Erhaltung der Lebensfunktionen, wenn sich der
Betreffende im Zustand tiefer Bewußtlosigkeit befindet:
-verneinend <Adj.>: dem Leben negativ gegenüberstehend,
pessimistisch denkend (Ggs.: -bejahend), dazu:
-Verneinung, die <o. PI.); -Versicherung, die: Versicherung über
eine bestimmte Summe, die im Todesfall an die Erben da
Versicherten, im Erlebensfall an den Versicherten selbst
ausbezahlt wird: eine L. abschließen; U ... war er bei seinem
ersten Feindflug abgeschossen worden, aber nach dem
gebräuchlichen Aberglauben bedeutete das eine L. (Gaber.
Jagd 135). dazu: -Versicherungsgesellschaft, die. -versiehe»
rungspolice, die. -Versicherungssumme, die; -voll <Adj./
a) voller Leben, lebendig: ein -es Bild; das hat er sehr
1. wiedergegeben; b) den Gegebenheiten des Lebens gerecht
werdend, lebensecht: Aristoteles ... knüpft in einer -en und
differenzierten Typenlehne an die bestehenden
Verfassungen an (Fraenkel. Staat 262); -Vorgang, der (Med.. Bio!.):
die Lebensvorgänge in einem See; -wahr <Adj.>: so
[dargestellt], wie das Leben wirklich ist: lebensecht: eine -e
Schilderung; er hat den komplizierten Vorgang sehr I. nächst
zeichnet, dazu: -Wahrheit, die; -wandel, der: Art der
Lebensführung, des sittlichen Verhaltens im Leben: ein
einwandfreier, ruhiger L.; sie führte einen liederlichen,
lockeren L.; -wasser, das [h: wohl nach frz. eau de vie] (Myth.)
a) [aus einem Jungbrunnen geschöpftes] Krankheiten
heilendes, ewige Jugend u. Unsterblichkeit verleihendes Wasser
b) (ugs. scherzh.) Branntwein. Schnaps: -weg, der: Wet
durchs Leben, Verlauf des / weiteren] Lebens: ein langer
L.; verschlungene -e; sie wollen ihren L. gemeinsam gehen
(geh.; heiraten): viel Glück auf deinem weiteren L.!; -weise,
die: die Art u. Weise, wie jmd. (im Hinblick auf Ernährung,
Bewegung, Gesundheit) sein Leben verbringt: eine gesunde,
solide, karge, sportliche L.: die vegetarische L. bevorzugen,
viele Gesundheitsstörungen werden durch die sitzende
L. (durch vieles Sitzen, wenig Bewegung) verursacht; das
Streben nach einer naturgemäßen L.; -Weisheit, die: ai
im Leben, durch das Leben erworbene Weisheit: das ist
eine L.; b) weiser Ausspruch über das Leben: -werk, das:
schöpferische Leistung eines Lebens: etwas, was jmd.
aufgebaut hat u. was ihn überdauern soll: diese Firma ist sem
L.; Rutherford krönte 1919 sein L.. indem er ... Stickstoff
in Sauerstoff umwandelte (Menzel. Herren 122); -wert
<Adj.; nicht adv.): wert, gelebt zu werden: das Leben ist
I.; das Dasein I. gestalten; -wert, der: gültiger, zu erhalten-
der Wert des Lebens: sittliche -e; -wichtig <Adj.; nichi
adv.): sehr wichtig, von entscheidender Bedeutung für das
Leben u. seine Weiterentwicklung: -e Nährstoffe; diese
Anschaffung ist nicht I.; -wille[n], der: Wille zum [
Weiterleben: sein L. war ungebrochen; keinen Lebenswillen mehr
haben; -zeichen, das: Anzeichen, Beweis dafür, daß jmd
[noch] lebt: Herzschlag und Atem sind die wichtigsten
L.; der Schrei als erstes L. des Neugeborenen; kein L
[mehr] von sich geben; U seit seiner Abreise vor einigen
Wochen haben wir noch kein L. (keinerlei Nachricht
von ihm bekommen; -zeit, die: 1. Zeitdauer eines [Men-
schenjlebens: eine lange, erfüllte L.; vieles Rauchen
verkürzt die L.; *auf L. (für das ganze weitere Leben:
lebenslänglich): Beamter auf L.; eine Rente auf L. beziehen,
der Sportler wurde auf L. gesperrt. 2. (selten svw. f
-abschnitt: das Alter ist eine besondere L.; -ziel, das: vgl
-zweck: ein L. suchen; -zuschnitt, der: Art der
Lebensführung, Lebenshaltung: -zweck, der: innerer Zweck des
Lebens.
Leber ['le:be], die; -. -n [mhd. Ieber(e). ahd. lebara; H
u.. viell. zu t leben (als ..Sitz des Lebens") od. urspr. = die
Klebrige. Fettigel: a) Körperorgan (beim Menschen rechn
im Oberbauch gelegen), das durch eine Furche in zwei
ungleiche Lappen geteilt wird u. der Regelung des Stoffwechseb
sowie der Entgiftung des Blutes dient: die L. ist geschwollen,
entzündet; die L. sondert Galle ab; Verfettung der L,
er hat es mit der L. [zu tun) (ugs.; ist leberkrank); *etw»
frißt jmdm. an der L. (ugs.; jmd. hat viel Ärger od. Kummer,
ohne sich aussprechen od. davon befreien zu können . n
wird allmählich krank davon]: nach der alten Vorstellung,
daß die Leber Sitz der Lebenssäfte u. auch der
Temperamente sei); frisch/frei von der L. weg sprechen/reden (ugs-,
ganz offen, ohne Hemmungen sprechen, seine Meinung
sogen): sich <Dativ> etw. von der L. reden (ugs.; über etw .
was einen belastet, offen reden u. sich dadurch davon
befreien)', b) Leber eines Schlachttieres als Gericht: L. Berliner
Art; gebratene L. mit Kartoffelbrei.
Itber-, Leber-: -abszeß, der (Med.); -bkimchen, das [mhd
liberblume. nach der Form der gelappten Blätter]: eint
blaublühende Frühlingsblume, die meist mit anderen
zusammen in großer Zahl dicht beieinander auf dem Boden von
1648
Leder
Laubwäldern wächst; -diät, die; -egel. der: ein in der Leber
hes. von Rindern, Pferden, Schweinen, selten auch beim
Menschen, schmarotzender Saugwurm; -Entzündung, die:
entzündliche Erkrankung der Leber mit / vorübergehenderJ
Schädigung der Zellen u. Gelbsucht; Hepatitis; -fleck, der
ILü von mlat. macula hepatica; nach dem braunen
Farbton): bräunlicher bis [braun]schwarzer kleiner Fleck auf
Jtr Haut; -fiinktionsprüfimg, die (Med.): Untersuchung der
Functionen der Leber; Lebertest; -gallengang, der (Med.);
-Judten, der (Boxen): Haken auf die Leber des Gegners;
-infarkt, der (Med.): vgl. Infarkt; -in§ufTizienz,die(Med.)
tgl. Insuffizienz (2); -karzinom, das (Med.): svw. -krebs;
-kise, der <o. PI.) (bes. südd., österr.): Gericht ausfeinge-
Nacktem Fleisch / u. gehackter Leber j mit Gewürzen, Speck.
Eiern, das in einheitlicher Masse gebacken u. nach dem
Erkalten in Scheiben geschnitten lu. kurzgebraten] serviert
*ird: zwei Scheiben L.; Spiegelei auf L: -knödel. der
•südd.. österr.): Kloß aus gemaldener Leber mit Zwiebeln.
Speck, Eiern u. wenig Mehl; L. mit Sauerkraut, dazu:
-knodelsuppe, die (bes. österr.): Rindfleischsuppe mit
Leberknödeln; -kolik, die (Med.); -koma, das (Med.):
Koma bei Leberinsuffizienz; -krank <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): wer 1. ist, muß diät leben; -krebs, der (Med.);
-tappen, der: einzelnes Teilstück der Leber; -leiden, das
<Med.): chronischer Krankheitszustand der Leber; Hepato-
pathie; -moos, das [nach dem den Leberlappen ähnlichen
Thallus]: in vielen Arten vorkommendes, ohne Stengel flach
<wn Boden wachsendes Moos; -pastete, d ie (K ochk.): aus fein-
gewiegter [Geflügellieber bereitete Pastete; -pilz, der: ein
flacher, fleischiger, braunroter Ständerpilz, dessen einem
Leber läppen vergleichbarer Fruchtkörper sich an den
Stümpfen alter Eichen ausbreitet; -reim, der: kurzes, aus dem
Stegreif erfundenes, meist scherzhaftes Gelegenheitsgedicht,
Jessen erster Vers das Stichwort „Leber" enthält; -schaden,
der. dauernde Schädigung der Leber; -schmerz, der (Med.):
Schmerz, der von der Leber ausgeht; Hepatalgie;
-Schonkost, die (Med.); -Schrumpfung, die: svw. t-Zirrhose;
^Schwellung, die; -stein, der (Med.): Stein, der sich in
Jen Gallengängen der Leber gebildet hat; Hepatolith; -test,
ier (ugs.): svw. t-funktionsprüfung; -trän, der: aus der
Leber verschiedener Fische gewonnenes, vitaminreiches Öl.
das medizinisch bes. zur Beköjnpfung von Rachitis u. als
allgemeines Kräftigungsmittel verwendet wird; -Verfettung.
die: vgl. Fettleber; ^wert, der (Med.): Maliwert, der bei
Jer l^eberfunktionsprüfung ermittelt wird; ^wurst, die [mhd.
rterwurst, ahd. leparawurst]: aus Kalbs- u. Schweineleber
mit Speck würfeln, Zwiebeln, Majoran u. aruleren Gewürzen
bereitete Wurst: feine, grobe L.; ein Brötchen mit Thüringer
L ; •die gekränkte/beleidigte L. spielen (ugs.; aus nichtigem
Anlaß beleidigt tun, schmollen; urspr. wohl von der
Vorstellung der Leber als Zentrum der Geflihle, dann volks-
etym. mit der Erzählung verbunden, die Leberwurst sei
not Wut geplatzt, als die Blutwurst vor ihr aus dem Kessel
«Kimmen wurde): nun komm und spiel nicht die
gekränkte L.!. dazu: -wurstbaum, der: im tropischen Afrika
heimischer Baum mit an langen Stielen herabhängenden, einer
Leberwurst ähnlichen Früchten, -wurstbrot, das; -zirrhose,
die (Med.): chronisch fortschreitende Erkrankung der Leber,
bei der sich das Bindegewebe vermehrt, aber der eigentliche
Aufbau der Leber zerstört wird.
Uhaft [lc:phaft] <Adj.: -er. -este) [mhd. lebehaft = lebend,
iebendigj: l.a) (inden Lebensäußerungen) voller Bewegung.
Temperament erkennen lassend, lebendig: ein -er Mensch;
< Bewegungen; er hat ein sehr -es Wesen; die Kinder
sind sehr I.; anschaulich und 1. erzählen; nun aber ein
bißchen I.! (ugs.; schnell u. mit Bewegung vora/t): eine -e
angeregte) Unterhaltung; Ü ein -er (beweglicher) Geist;
eine -e Phanstasie; b) rege: -e Tätigkeit; hier herrscht -es
Treiben; eine -e Straße; der Verkehr ist immer -er
geworden; c) deutlich, klar, genau: etwas in -er Erinnerung haben;
das kann ich mir I. vorstellen. 2.a) kräftig in den Farben:
ein -es Grün, Rot; diese Farben sind mir zu 1.; eine I.
gemusterte Krawatte; b) sehr stark: -er Beifall.
Widerspruch; sich I. über etwas ärgern; etw. I. bedauern; das
interessiert mich 1.; <Abl.:) Lebhaftigkeit, die; -: lebhaftes
Wesen; lebig <Adj.; nicht adv.) (schwäb. veraltend, sonst
scherzh.): lebendig; -lebig [-le.buj] in Zusb., z. B. langlebig
ein langes Leben habend).
Lebkuchen usw.: t leb-; 'Leb-; Lebzelten usw.: Heb-, 'Leb-.
Irchzen ['le<jtsn] <sw. V.; hat) [mhd. Iech(e)zen =
austrocknen; dürsten, Intensivbildung zu: lechen = austrocknen;
brennenden Durst verspüren! (geh.): nach erw., was man
nicht hat. aber für seine Existens o. ä. dringend braucht
od. herbeisehnt, mit heftiger Begierde verlangen: nach
Wasser, nach Kühlung I.; er lechzte nach Macht, nach Rache;
Ü die Natur lechzt nach Regen.
Lecithin [letsiti:n]: t Lezithin.
leck [lek] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [niederd. leck; verw.
mit tlechzen, eigtl. = tröpfelnd): (von Schiffen, Tanks
o.a.) ein Loch, einen Ri/J, eine undichte Stelle aufweisend,
die Wasser eindringen bzw. eine Flüssigkeit auslaufen läßt:
ein -es Boot; die Tanks waren 1.; Leck [-]. das; -lels. -s:
Loch, Riß, undichte Stelle, die Wasser eindringen bzw. eine
Flüssigkeit auslaufen läßt.
I$ck-, L^ck-: -schlagen <sw. V.; ist) (Seemannsspr.): (von
Schiffen) durch äußere Einwirkungen eine undichte Stelle
bekommen; -segel. das (Seemannsspr.): besonders starkes
Segeltuch, das von außen über ein Leck im SchÜfsrumpf
gezogen wird, um es behelfsmäßig abzudichten; -sicher
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): gegen Lecks gesichert;
-springen <st V.; ist) (selten): svw. t ^schlagen: Der Kahn springt
leck (Hausmann. Abel 55).
Leckage [le'ka:». österr.: ...3]. die; -. -n [aus TLeck u.
frz. -age = einen SammelbegriIT kennzeichnende
Nachsilbe]: 1. Gewichtsverlust durch Verdunsten od. Aussickern
auf Grund einer undichten Stelle. 2. svw. t Leck.
Lecke fleka], die; -, -n: I. Stelle, an der Vieh od. Wild
Salz leckt. 2. (Jägerspr.) svw. tSalzlecke; 'lecken [leknl
<sw. V.; hat) /vgl. geleckt (2)/ [mhd. lecken; ahd. lecchön):
l.a) mit der Zunge über etw. hinstreichen; die Katze leckt
ihre Jungen, leckt sich [die Pfotchen]; der Hund leckt seine
Wunde, leckt mir die Hand, leckt an meiner Hand; des
köstlichen Bratens gedenkend leckte sie sich die Lippen
(A. Zweig, Grischa 37); Ü die Flammen lecken bis zum
First; Höher leckt das Wasser, höher schlagen Wellen
ans Ufer (Nachbar. Mond 262); *leck midi [doch]! (derb;
laß mich [doch] in Ruhe!; vgl. Arsch 1): „Ach. leckt mich
doch alle!", sagte Quangel gelangweilt (Fallada. Jeder 395);
b) mit der Zunge /als Nahrung/ aufnehmen: die Katze
leckt Milch; Wild leckt gerne Salz; das Kind leckte Eis;
c) mit der Zunge darüberfahren u. dadurch etw. entfernen:
Schaum von den Lippen 1.; das Kind leckte sich das Blut
vom Arm; Herr Feldafing ... leckte das Fleisch von den
Gräten (Bieler. Bonifaz 166). 2. (vulg.) durch Cunnilingus
geschlechtlich verkehren: Gespräch Nummer eins ist hier
ficken.l.und blasen (Schmidt. Strichjungengespräche 128).
2lecken [-] <sw. V.; hat) [zu t leck]: durch eine undichte Stelle,
ein Loch Flüssigkeit herauslaufen lassen: das Faß, der Tank
leckt; das Schill leckte nach der Havarie.
3lecken [-]: t locken.
lecker [lekc] <Adj.) [mhd. lecker = feinschmeckend]: I.
von seinem Aussehen, seinem Geruch her auf besonderen
Wohlgeschmack schließen lassend od. besonders
wohlschmeckend: zum Abendessen ein paar -e Kleinigkeiten
richten; dieser Auflauf sieht 1. aus. riecht 1.; der
Apfelkuchen schmeckt aber I.; Ü sie ist ein -es Mädchen. 2. (selten)
eigen in der Wald; wählerisch: ein schlenkrichter Jüngling,
I. und ... nicht gewöhnt, sich einen Wunsch ... zu versagen
(Th. Mann, Joseph 173): Lecker [-], der; -s, - [mhd. lecker,
ahd. lecchäri = Schlemmer. Fresser, auch: Schelm]: 1.
(veraltet) jmd., der gerne nascht, der gerne Leckerbissen
zu sich nimmt. 2. (landsch.) Lutscher. 3. (Jägerspr.) die
Zunge des Schalenwildes (das Schwarzwild ausgenommen).
Lecker- (lecker 1): -bissen, der: erw. besonders Gutes zu
essen. Wohlschmeckendes: auserlesene L.; Ü technische,
künstlerische, musikalische L.; -maul, das. (Vkl.:) -mäul-
chen, das (ugs.): a) jmd., der gerne Leckerbissen ißt;
Feinschmecker; b) jmd., der gerne Süßigkeiten ißt.
Leckerei [lEka'nyl.die; -. -en (ugs.): erw. besotidcrs Leckeres,
bes. etw. Süßes; Leckerli ['lekvli], das; -s, - (Schweiz.):
in kleine Rechtecke geschnittenes, dem Honigkuchen
ähnliches Gebäck: Basler L.: leckern [lekT?n] <sw. V.; hat)
(ugs.): I. Süßigkeiten essen: ich leckere gerne. 2. <unpers.)
großen Appetit auf etw. haben: ihn leckert/es leckert ihn
nach Haselnüssen; Leckstein, der; -[c]s. -e (Jägerspr.): mit
verschiedenen anderen Zusätzen versehener Brocken Salz,
an dem Wild leckt (um seinen Salzbedarf zu decken).
Leder ['le:dc], das; -s. (Sorten:) - [mhd. leder. ahd. ledar.
viell. aus dem Kelt.]: 1. Haut von Tieren, die durch Gerben
haltbar u. fest geworden ist: weiches, schmiegsames, glattes.
104 GDW
1649
Zeder-, Leder-
genarbtes L.; L. verarbeiten, färben, pflegen; Kleidung
aus L.; diese Tasche haben wir auch in L; jmd.. erw.
ist zäh wie L.; die dunkle Haut seines Gesichts faltig
wie verwittertes L. (Cotton, Silver-Jet 8); dieses Steak
ist das reinste L. (ist zäli); dieses Buch kann auch in
L. (mit einem aus Leder angefertigten Einband) geliefert
werden; viele Motorradfahrer kleiden sich in L. (tragen
einen aus Leder angefertigten (SchutzJanzug); als er sich
ins L. (in den mit Leder bezogenen Sitz des Autos)
zurücklehnte (Zuckmayer. Herr 89); *was das L. hält (ugs.;
kräftig; nach dem ledernen Geschirr der Zugtiere); [die
folgenden vier Wendungen beruhen auf veraltet Leder
= menschliche Haut:l jmdm. das L. «erben/versohlen
(T Fell); imdnu ans L. gehen/wollen (ugs.; jmdn. angreifen):
jmdm. auf dem L. knien (veraltend; jmdn. unter Druck
halten u. dadurch zu etw. zwingen); jmdm. aufs L. rücken
(jmdn. bedrängen); vom L. ziehen (1. selten; von der Waffe
Gebrauch machen [Leder = lederne Schwertscheide]: Die
Gendarmen müssen vom L. ziehen, um drei Angriffe der
Masse zurückzuwerfen (Werfel. Bernadette 33). 2. selten;
etw. verteidigen: Die ..göttliche Ordnung*4... für die
katholische Bischöfe eineinhalb Jahrtausende lang vom L. gezogen
haben [Augstein. Spiegelungen 97). 3. seine schlechte
Meinung vonjnubn.. etw., seinen Unmut über jmdn., etw. abfällig
u. in Einzelheiten äußern; gegen jmdn., etw. vom L. ziehen).
2. kurz für t Fensterleder: den Spiegel mit einem L. putzen.
3. (Fußball Jargon) Fußball: das L. schlagen, treten, nach
vorn treiben; er drosch das L. ins Tor.
leder-, Leder- (Leder 1): -absatz, der: Schuhabsatz aus
Leder; -artig <Adj.; o. Steig.): wie Leder; -ball, der: Ball
aus Leder; -band, der <PI. -bände): in Leder gebundenes
Buch; -bar, die: [Bar(\) in der Lederfetischisten verkehren;
-braun <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: braun wie Leder; -*i,
das (Rugby Jargon): eiförmiger Ball aus Leder: -einband,
der: aus Leder hergestellter Bucheinband; -färben, farbig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von der Farbe des Leders;
-fetischismus, der: sexuelle Faszination u. Erregbarkeit
durch Kleidungsstücke aus Leder, dazu: -fe tisch ist, den
-fett, das: für die Pflege von Leder hergestelltes Fett; ^ga-
masche, die (veraltet): Gamasche aus Leder; -geweil, das
(Jägerspr.): Geweih des Hirsches, dessen Haut nicht
abgeschabt wurde, sondern eintrocknete; -gurt, der Gurt aus
Leder; -gürtel, der: vgl. -gurt; -handsdmih, der Handschuh
aus Leder; -haut, die: (bei Wirbeltieren u. Menschen) unter
der Oberhaut liegende, zähe Hautschicht, dazu:
-Hautentzündung, die: svw. tSklentis; -Herstellung, die: das
Verarbeiten der Haut von Tieren zu Leder; -hose, die: Hose
aus Leder; -Imitation, die: Material, das so bearbeitet ist,
daß es aussieht wie Leder; -Industrie, die <o. Pl.>:
Industriezweig, der die Verarbeitung von Leder umfaßt; -Jacke, die:
vgl. -hose; -knöpf, der: mit Leder überzogener Knopf;
-kofTer, der: Koffer aus Leder; -koller, das: Koller aus
Leder; -koralle, die [nach der lederartigen Konsistenz des
Skeletts der Koralle]: in warmen Gewässern der Küste
lebendes Korallentier, das fleischige Stöcke mit einer gallertigen
Mittelschicht bildet: -kugel, die (Ballspiele Jargon): Ball
aus Leder, bes. Fußball; -läppen, der: die Gläser mit einem
L. nachreiben; -leim, der: aus Abfällen der Lederherstellung
gewonnener Leim; -mantel, der: vgl. -hose; -mappe, die:
vgl. -kofTer; -mosaik, das (bild. Kunst): Ornament, das
aus verschieden gefärbten Stücken Leder zusammengesetzt
ist; -nacken, der [LÜ von engl.-amerik. leatherneck, nach
der früher vir Uniform der US-Marine gehörenden, mit
Leder umkleideten steifen Halsbinde]: Soldat einer
amerikanischen Eliteeinheit; -pappe, die: Pappe, zu deren
Herstellung u. a. Abfälle von Leder verwendet werden; -Polster,
das: mit Leder bezogenes Polster; -ranzen, der: vgl. -kofTer;
-riemen.der: vgl. -gurt; -Schildkröte, die: im Meer lebende
Schildkröte, deren Rückenpanzer aus kleinen, knöchernen,
von einer dicken, ledrigen Haut überzogenen Platten besteht;
-schnitt, der: Verzierung des Leders durch eingeschnittene
Figuren od. Ornamente: -schuh, der: Schuh, dessen
Obermaterial Zu. Sohle] aus Leder besteht; -schürz, der: Schurz
aus Leder; -sessel, der: Sessel mit Lederpolstern: -sex,
der (ugs.): Sex in Verbindung mit Lederfetischismus; -sofa,
das: vgl. -sessel; -sohle, die: Schuhsohle aus Leder; -Stiefel,
der: vgl. -schuh; -Stollen, der (Fußball): aus Leder
hergestellter Stollen des Fußballschuhs; -tapete, die (früher):
Wandverkleidung aus Leder, die durch Malerei, eingepreßte
Muster, Gold od. Silber verziert war; -tasche, die: vgl.
-kofTer; -täubling, der: in Laub- u. Nadelwäldern
vorkommender Speisepilz mit flach trichterförmigem, braunem bis
rotviolettem Hut mit weißen Lamellen, die später lederbraun
werden; -tuch, das: vgl. -läppen, -verarbeitend <Adj.; o.
Steig.; nur attr.>: -e Industrie; -vertrieb, der: Vertrieb
von Lederwaren; -waren <PI.>: f GebrauchsJgegenstände
aus Leder; -zeug, das: Kleidung, Gegenstände aus Leder.
Lederer, der; -s. - [mhd. lederare, ahd. lederäri] (südd.
veraltend, noch österr.): Gerber; lederig ['le:dan<;] <Adj.>:
tledrig; 'ledern ['le.dunl <sw. V.; hat) [mhd. lidern = mit
Leder besetzen]: 1. mit einem Ledertuch abreiben, polieren:
die Scheibe [blank11. 2. (landsch. salopp) heftig verprügeln:
sie hatten die beiden Burschen ordentlich geledert; 2ledern
[-1 <Adj.; nicht adv.) [mhd. liderin. ahd. Lidirin]: La)
<o. Steig.; nur attr.) aus Leder: -e Handschuhe; ein -er
Einband; b) wie Leder aussehend, zäh wie Leder: -e Haut;
Mit der Handtasche schlug sie um sich, das kleine -e
Weib (Kempowski. Uns 212); das Fleisch ist I. 2. (ugs.)
nicht besonders unterhaltsam, langweilig u. trocken: ein
-er Mensch; sein Vortrag war ziemlich I.; es soll bei Hofe
zeitweise etwas 1. zugegangen sein (Seidel. Sterne 36).
ledig [leidig] <Adj.; o. Steig.) [mhd. ledic. wahrsch. eigtl.
= gelenkigl: 1. nicht verheiratet: ein -er junger Mann;
ihre Tochter ist noch I.; eine -e Mutter (eine Frau, die
nicht verheiratet ist u. ein uneheliches Kind hat); ein -es
(landsch.. sonst veraltend; nichteheliches) Kind [haben];
I. bleiben (nicht heiraten). 2. (landsch.) leer, frei: ein -er
Acker; Sein Gepäck war noch im Hafen. So fühlte er
sich 1. (Frisch, Gantenbein 393); Niemand saß auf dem
Sarg. Ledig schwankte er unter den Ulmen (Grass.
Blechtrommel 197); -es (Bergmannsspr.; keine Mineralien
enthaltendes) Gestein; -e Schicht (Bergmannsspr.; Zeit, die ein
Bergmann neben der üblichen Schicht im Bergwerk arbeitet;
Überstunden)', ein -es Schiff (Seemannsspr.; ein Schiff ohne
Fracht)', ein Pferd I. (landsch.; ohne Reiter) gehen lassen;
♦einer Sache, (selten:) jmds. I. sein (geh.; frei von etw.
(bes. von Verantwortung o.a.), jmdm. sein): jmdn. einer
Sache I. sprechen (geh.; jmdn. [von Schuld o.a.]
lossprechen). Sie wollten ... ihrer eigenen ehrenhaften
Vergangenheit I. gesprochen werden (Spiegel 52. 1965. 6); <subst.
zu 1:) Ledide [' le.digs], der u. die; -n. -n <Dekl. f
Abgeordnete): jmd., der ledig (1), nicht verheiratet ist; <Zus.:>
Ledigenheim, das: Wohnheim für Ledige; lediggehend <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Steuerw.): aus beruflichen Gründen
vorübergehend getrennt lebend; lediglich [Ie:dikli<j] <Adv.)
[mhd. ledecliche = ohne Hindernis, ohne anderes; auch:
herrenlos]: weiter nichts als; nur (sich auf das Genannte
beschränkend, sich auf die genannte Funktion, Tätigkeit
beziehend, aber auf weiter nichts): ich berichte I. Tatsachen;
er verlangt I. sein Recht; diese Bemerkung sollte I. dazu
dienen, das Interesse daran wachzurufen.
Ledischifr[le:di-]. das; -[e]s. -e [mhd. lede = Last(schiff)]
(Schweiz, mundartl.): Lastschiff.
ledrig ['lerin^J (Adj.) [t Leder]: wie Leder; lederartig.
Lee [le:; aus dem Niederd. < mniederd. le = Ort, wo
die See dem Wind nicht ausgesetzt ist. eigtl. = milde,
geschützte Seite, verw. mit T laul (Ggs.: Luv): 1. *in, nach
L. (Seemannsspr.; in der dem Wind abgekehrten, in die
dem Wind abgekehrte Seite des Schiffes): die Insel liegt
in L.; den Bug des SchifTes nach L. drehen. 2. (das; -s>
(Gtogx.) die dem Wind abgekehrte Seite (eines Berges o.a.).
Ififi-, L«£-: -boje, die (Segeln); -gierig <Adj.; nicht adv.)
[zu t2gieren] (Seemannsspr.): (von Schiffen) mit dem Bug
vom Wind wegdrehend (Ges.: luvgierig), dazu: -gierigkett
die (Seemannsspr.); -marke, die (Segeln): svw. t^boje;
-seite, die (Seemannsspr.); -wärts <Adj.) [t-wärts]
(Seemannsspr.): in Richtung nach Lee; zu der dem Wind
abgekehrten Seite hin (Ggs.: luvwärts).
leer [le:?] <Adj.; o. Steig.) [mhd. laere. ahd. läri. verw.
mit t lesen, also urspr. = was vom abgeernteten Feld
noch aufgelesen werden kann]: 1. (nicht adv.) a) nicht
mit etw. gefüllt; ohne Inhalt (Ggs.: voll): ein -es Glas.
Faß; eine -e Kiste, Tasche; auf -en Magen etw. essen,
trinken; die Kanne, der Tank ist 1.; die Kasse ist leider
I. (ugs.; es ist kein Geld da); ich trinke, esse, (ugs.:) mache
das eben noch I. (trinke, esse alles, ohne einen Rest zu
lassen); mein Magen ist I. (ich habe längere Zeit nichts
gegessen); b) ohne daß etw. auf, in etw. vorhanden ist
in diesem Jahr gab es viele -e Ähren; der Wind fegt über
-e Felder, ein -es (von den Vögeln verlassenes) Nest; dieses
1650
Legat o
Blatt ist noch I. (unbeschrieben); einen Laden, ein Zimmer
I. (unmöbliert) mieten; <subst.:> der wohlgemeinte Rat
ging ins Leere, war ins Leere gesprochen; Ü sein Leben
war I. [an Freuden); *l. ausgehen ({bei einer Verteilung]
nichts bekommen); I. laufen (nicht produktiv arbeiten); die
Maschine, das Wirtschaftsunternehmen läuft I.; c) IfastJ
ohne einen Menschen, ohne ein Lebewesen; menschenleer:
durch -e Straßen. Gassen gehen; das Kino, die Bahn war
I.; diese Gegend ist öde und I.; vor -en Bänken. Rängen,
vor -em Haus (vor wenig Zuhörern, Zuschauern, vor kleinem
Publikum) spielen; sein Platz blieb I. (er kam nicht); diese
Wohnung steht schon lange I. (ist schon lange nicht
bewohnt); d) (österr., Schweiz.) (von bestimmten Haustieren)
nicht trächtig; Schönes, -es Rind (Vorarlberger Nachr.
30. 111. 68. 27). 2. (abwertend) unter der Oberfläche, hinter
dem Äußeren nichts weiter enthaltend, Sinn u. Inhalt
vermissen lassend; -er Prunk; -e (nichtssagende) Worte. Phrasen.
Begriffe; das ist doch alles -es Gerede (Gerede ohne tiefere
Bedeutung); -e Versprechungen (Versprechungen, die doch
nicht gehalten werden) machen; jmdn. I.. mit -en Augen,
mit -em Blick ([starr u.J abwesend-ausdruckslos) ansehen;
..Ich bin 1." (seelisch-geistig völlig erschöpft), sagte Otto
verloren (Remarque. Obelisk 259).
teer-. Leer-: -darm, der [wohl weil dieser Darm bei
Sektionen meist leer ist] (Med.): Abschnitt des Dünndarms
vom Zwölffingerdarm bis zum Krummdarm; ^ fahrt, die:
Fahrt mit einem Transportmittel ohne Ladung; ^formel,
die (Soziol.): Behauptung, die nur etw. über Sachverhalte
aussagt, die nicht überprüft werden können, dazu:
^formelhaft <Adj.; o. Steig.) (Soziol.): l.a) in der Art der
Leerformel; b) zu einer Leerformel erstarrt. 2. in einer, durch eine
Leerformel dargestellt, dazu: ^formelhaftigkeit, die
(Soziol.); -gewicht, das (bes. Kfz.-W.): Gewicht bei ständiger
Ausrüstung ohne Ladung; MWt.das: mehrmals verwendbarer
Behälter (z.B. Flasche, Kiste) ohne Inhalt (in bezug auf
die Rückgabe); -kikmeter.der: Strecke von einem Kilometer,
die ein Fahrzeug ohne Nutzlast zurücklegt (Ggs.:
Nutzkilometer); -kosten<PI> (Wirtsch.): durch ungenutzte Kapazität
entstehende Kosten; -lauf, der: 1. <o. PI.) Zustand,
bei dem ein Motor, eine elektrische Maschine od. ein
Getriebe läuft, ohne Arbeit zu leisten; die Maschine auf L. stellen;
an L. den Berg hinunterfahren; in den L. schalten (ugs.;
beim Autofahren/ den Gang herausnehmen). 2. svw.
•-laufhandlung: Leerläufe höher differenzierter
Instink thandlungen (Lorenz. Verhalten I. 349); -laufen <st.
V.; ist): 1. auslaufen (1 b), bis etw. leer ist; das Faß läuft
leer 2/imdn. I. lassen (Ballspiele: durch eine
entsprechendes Täuschungsmanöver bewirken, daß ein gegnerischer
Spieler, der in den Besitz des Balls kommen will, in die
falsche Richtung läuft), immer wieder ließ der trickreiche
Linksaußen seinen Bewacher 1.; ^laufhandkmg, die (Verhal-
•ensf.): ziel- u. sinnlos erscheinende Instinkthandlung; ^lauf-
«trom, der (Elektrot.): Strom, der in einem Elektromotor
ad. in einem Transformator bei Verlauf fließt; Miiasse,
die: vgl. ^gewicht; -Packung, die: leere, nur der Dekoration
dienende Packung; -stehend <Adj.; o. Steig.; meist attr.):
ohne Mobiliar u. nicht bewohnt; -stelle, die: 1. Stelle, die
nicht besetzt ist, bei der etw. fehlt. 2.a) (Sprachw.) eine
Stelle im Satz, die durch das Verb geöffnet wird u. die
mit einer Ergänzung besetzt werden muß, damit ein richtiger
u. sinnvoller Satz entsteht; b) svw. t Nullmorphem; -tablet-
•e. die (Pharm.): svw. tPlacebo; -taste, die: Taste der
Schreibmaschine für den Zwischenraum zwischen Wörtern
o. ä.; -verkauf, der (Börsenw.): Verkauf von Wertpapieren,
die der Verkäufer noch gar nicht besitzt (u. die er zu einem
Preis, der viel niedriger als der Verkaufspreis ist, zu erwerben
hofft); -znimer, das: nicht möbliert vermietetes od.
gemietetes Zimmer; -zug, der: Zug ohne Fahrgäste u. ohne Fracht.
Leere [Ie:r3], die; -: a) das Leersein; die L. des Zimmers,
des Weltalls; Allmählich nahm die L. in seinem Leib zu
und wurde zu Hunger (Musil. Mann 1517); im Saal, im
Stadion herrschte gähnende L. (war kaum jemand da);
U eine geistige, innere L.; die L. des Gedankens, des
Gemüts; sie überdachte die L. ihrer Stunden, des Daseins;
b) leerer Raum fremd bewegt er sich unter den Leuten,
geht im Gemenge und gleichsam doch von einer L.
umgeben (Th. Mann. Hoheit 6); leeren [Ie:ran] <sw. V.; hat)
tmhd. teren. ahd. [irjlären): 1. machen, daß etw. leer wird:
den Mülleimer, den Briefkasten 1.; ein Glas, eine Flasche
[auf Jmds. Wohl, auf Jmdn.. etw.) I. (austrinken); er hatte
seinen Magen geleert (sich erbrochen; Frisch, Stiller 509).
2. (österr., sonst landsch.) an eine bestimmte Stelle gießen,
schütten: du kannst das Wasser an den Strauch I.; den
Eimer (den Mialt des Eimers) in den Ausguß I. 3. <I.
+ sich) leer werden: der Saal, das Haus leerte sich langsam
(die Besucher verließen den Saal, das Haus). 4. (landsch.)
a) (einen Baum, Strauch o.a.) durch Ernten der Früchte
völlig leer machen: den Birnbaum, den Johannisbeerstrauch
I.; b) (Früchte) ernten, pflücken: heute abend müssen wir
Erdbeeren I.; Leerheit, die; -. -en <PI. selten): Zustand
des Leerseins; Lägning, die; -. -en: das Entfernen, Entnehmen
des Inhalts: nächste L. ( = des Briefkastens) um 16 Uhr.
Lefce ['teffea]. die; -. -n [mhd. lefsfel. ahd. lefs. eigtl. =
schlaff Herabhängendes]: Lippe (bei Hund u. Raubwild).
legabile [lega:bib; ital. legabile]: T legato; legal [Ie'ga:l] <Adj.;
0. Steig.) [tat. iegalis. zu: lex (Gen.: legis) = Gesetz]:
gesetzlich [erlaubt], dem Gesetz gemäß; mit behördlicher
Genehmigung (Ggs.: illegal): etw. auf -em Weg erwerben;
diese Gesetzesänderung ist völlig 1.. 1. durchgeführt
worden; <Zus.:> Legaldefinition, die (jur.): durch ein Gesetz
gegebene Begriffsbestimmung, Legalinterpretation, die
(jur.): Erläuterung eines Rechtssatzes durch den Gesetzgeber
selbst; im Gesetz formulierte Auslegung einer [anderen]
gesetzlichen Vorschrift; Legalisation [legaIlza'tßio:n]. die;
-. -en [frz. lögalisation, zu: lögaliser. flegalisieren] (Jur):
Beglaubigung (von Urkunden]; legalisieren [Iegali'zi:ran]
<sw. V.; hat) [frz. lögaliser. zu: lögal = gesetzlich. T legal]:
1. (Jur.) [Urkunden] amtlich beglaubigen. 2. (bildungsspr.)
legal machen: durch das Gesetz hat der Staat diese
Zustände legalisiert; <Abl.:> Legalisierung, die; -. -en: das
Legalisierend. 2): Legalismus [legalismus]. der; - (geh.): striktes
Befolgen der Gesetze; starres Festhalten an Paragraphen
u. Vorschriften; legalistisch [legahstij] <Adj.) (geh.): a)
(abwertend) kleinlich an Paragraphen u. Vorschriften
festhaltend; b) auf Legalismus beruhend; Legalität [Iegali'te:t],
die; - [mlat. legalitas = Rechtmäßigkeit]: Gesetzmäßigkeit
(im Vorgehen, im Handeln); legale Beschaffentieit (von
etw.) (Ggs.: Illegalität 1 a): Anordnungen den Schein der
L. verleihen; das Prinzip der L. unter allen Umständen
wahren; etwas außerhalb der L. sein (spött.; [von
Handlungsweisen, von Vorgängen] eigentlich mit dem Gesetz nicht
mehr zu vereinbaren); <Zus.:> Legal itötsmaxime. die.
Legalitätsprinzip, das <o. PI.) (jur.): Pflicht der Staatsanwaltschaft,
alle strafbaren Handlungen zu verfolgen.
legasthen [legas'te:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Psych..
Med.): seltener für f legasthenisch: Die bereits erwähnte
Untersuchung der schriftlichen Leistungen -er Schüler
(Linguistik u. Didaktik 31.1977. S. 212); Legasthenie [...te-
ni:]. die; -. -n [...i:an; zu lat. legere = lesen u. f Asthenie]
(Psych.. Med.): das Versagen, das Gestörtsein,
Fehlleistungen beim Lesen od. Rechtschreiben von Wörtern; Legasthe-
niker [Iegas'te:nikB]. der; -s. - (Psych.. Med.): jmd. (meist
ein Kind), der an Legasthenie leidet; legasthenisch [le-
gaste:nij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Psych., Med.): an
Legasthenie leidend.
'Legat [Ie'ga:t], der; -en. -en [lat. legätus = Gesandter,
zu: legäre = Jmdn. absenden; eine Verfügung treffen].
1. (kath. Kirche) päpstlicher Gesandter (meist ein
Kardinal) , der die Interessen u. Rechte der Kirche bei [
Verhandlungen mit] weltlichen Regierungen vertritt. 2. (im alten
Rom) a) Gesandter in diplomatischer Mission des eigenen
Senats od. eines fremden Staates; b) Stabsoffizier des
Oberbefehlshabers der römischen Truppen; c) mit der Verwaltung
der römischen Provinzen beauftragter General.
2Legat [-], das; -[e]s. -e [lat. legätum, zu: legäre, f'Legat]
(jur.): Zuwendung einzelner Vermögensgegenstände durch
letztwillige Verfügung; Vermächtnis; Legatar [lega'ta:^].
der; -s. -e [(spät)lat. legätärius] (Jur.): jmd., der ein 2Legat
erhält; Legation [Iega'lßio:n], die; -, -en [lat. legätio =
Gesandtschaft]: 1. (bildungsspr.) /päpstliche]
Gesandtschaft. 2. (kath. Kirche früher) Provinz des Kirchenstaates;
<Zus. zu 1:> Legationsrat, der: Vertreter eines Staates in
diplomatischer Mission, der im Rang unter dem Gesandten
steht, Legationssekretär, der: Sekretär einer Gesandtschaft.
legatissimo: tlegato; legato [le'ga.to] <Adv.; Sup.: legatissi-
mo [lega'tisimo]) [ital. legato. Sup.: legatissimo. zu: legäre
< lat. ligäre = binden] (Musik): (von Tönen) so
hervorgebracht, daß der eine Ton in den anderen übergeht; gebunden;
Abk.: leg.; Legato[-].das; -[s].-su. ...ti (Musik): gebundenes
Spiel.
104.
1651
Legbüchse
Legbüctae['Ie:g-].die; -. -n [zu t legen (4)1 (Jägerspr.): Gewehr,
das eine Vorrichtung zum selbsttätigen Auslösen hat.
Lege [le.gal. die; -, -n [zu tlegen) (landsch.): Lage. Schicht.
Lege-: ""batterie, die: mehrere nebeneinander u. übereinander
stehende Drahtkäfige, in denen Legehennen gehalten werden;
-bohrer, der: svw. N röhre; -henne, die: Henne, die bes.
viel Eier legt; -Kuhn, das: vgl. -henne; ^kästen, der: vgl.
-batterie; ^le istung« die (Fachspr.): (von Hennen) Ertrag
an gelegten Eiern; -nest, das: (für Geflügel) künstlich
angelegtes Nest; MKrt, die (Fachspr.): erschwertes Eierlegen
bei Vögeln u. besonders bei Geflügel; -röhre, die (Zool.):
längliches, röhrenförmiges Organ am Hinterleib vieler
weiblicher Insekten, durch das Eier abgelegt werden; ^scheide,
die: svw. Nröhre; -Stachel, der: svw. T^röhre; -zeit, die:
Zeit, in der Hühner die meisten Eier legen.
lege artis ['— artis; lat.. zu: lex = Gesetz (t legal) u. ars
= Kunst] (bildungsspr.): nach den Regeln der [ärztlichen]
Kunst; vorschriftsmäßig; Abk.: 1. a.
Legel [le:gl]. der od. das; :s. - [1: mniederd. leghelen =
Lägel (1). wohl nach der Ähnlichkeit mit einem kleinen
Faß]: 1. (Seemannsspr.) Ring aus Tauwerk o.a. an einem
Segel. 2. (veraltet, noch landsch.) svw. t Lägel (1-3).
legen [Ie:gn] <sw. V.; hat) Imhd. legen, ahd. leg[g]an. eigtl.
= liegen machen; Veranlassungsverb zu fliegen]: l.a)
bewirken, daß jmd.. etw. eine waagerechte Lage einnimmt;
etw. zum Liegen (1 a) bringen: den Verletzten sofort I.;
Weinflaschen soll man 1.. nicht stellen; er legte das Kind
auf den Rücken; den Gegenspieler 1. (Sport Jargon; [durch
Anwendung unfairer Techniken) zu Fall bringen): der Ringer
legte seinen Gegner (warf ihn auf die Matte) mit einem
Hüftschwung; b) schräg hinstellen: die Leiter an den Baum,
an die Mauer I. 2. <I. + sich) a) sich in eine waagerechte
Lage bringen: leg dich! (Aufforderung an den Hund, sich
hinzulegen); sich an den Strand, auf die Terrasse, in den
Sand, in die Sonne I.; sich auf den Bauch, auf die Seite
1.; ich lege mich für eine halbe Stunde auf die Couch,
auf/in das Bett; er legte sich zu Bett (ging schlafen); eine
Frau ... legt sie sich zu ihm (geh. verhüll; zum Beischlaf;
Th. Mann. Joseph 97); der Zustand eines Knaben, der
krank wird und sich 1. (landsch.; für längere Zeit im Bett
bleiben) muß (Gaiser. Jagd 97); b) sich in eine bestimmte
Richtung. Lage bringen: das SchlfT. das Flugzeug legt sich
auf die Seite; ich lege mich mit den Ellbogen auf den
Tisch; die Straßenbahn ... legte sich kreischend ... in die
Kurve (Fries. Weg 162); Erst legte sich der alte Herr
breit ins Fenster (stützte die Arme auf das Fensterbrett
u. schaute hinaus: Fallada. Herr 172); Hobelspäne und
Holzstücke ... legten sich als gelber Ring um den Kahn
(Klepper. Kahn 81); c).sich auf erw. niedersenken u. dort
liegenbleiben: auf das Schuttfeld legt sich Schnee wie eine
Decke; Nebel legt sich auf. über die ganze Stadt; Ü es
war wüstes Licht, das sich über das Land legte (Plievier.
Stalingrad 19); das Wissen um all diese Dinge legte sich
mir auf die Seele (bedrückte mich sehr): d) (ein Organ)
gesundheitlich angreifen, in Mitleidenschaft ziehen: der
Rauch, die rauhe Luft legt sich auf die Bronchien; seine
Erkältung hat sich auf die Nieren gelegt. 3. jmdn.. etw..
sich irgendwo in eine bestimmte Lage. Stellung bringen:
die Hand [zum Gruß] an die Mütze, an die Stirn I.; sie
legte ihren Kopf an seine Schulter, ihre Hand auf seinen
Arm; das Tuch auf den Tisch, das Besteck neben den
Teller 1.; bitte leg die Füße nicht auf den Sessel; es wäre
nicht nötig gewesen, ein Pflaster auf. über die Wunde
zu 1.; den Hammer, den Bohrer aus der Hand 1.; das
Buch in ein Fach, in ein Regal 1.; Wäsche in den Schrank,
in die Schublade I.; er legte das Brot wieder in das
Körbchen; das Fleisch in den Kühlschrank I.; ein Präparat
in Spiritus \. (in ein Gefäß mit Spiritus geben, um es haltbar
zu machen); die Männer legten vorsichtshalber Bretter
über die Grube; voller Stolz legte ich mir die neue Kette
um den Hals; jmdm. den Schal, den Mantel um die
Schultern legen; Jmdm. eine Binde, die Hände vor die Augen
I.; den Riegel vors Tor I.; ein Kind an die Brust I. (es
stillen); Ü Madame Bernard liebte es offenbar, in ihren
jeweils letzten Satz eine Frage zu 1. (Geissler. Nacht 85);
Nach der Mittagsrast legten wir unseren Weg wieder mehr
nach Norden (Schaper. Tag 45); b)jmdn.. erw. irgendwohin
bringen: einige Flaschen Wein in den Keller 1.; einen
Patienten in ein Einzelzimmer I. 4. auf eine bestimmte Stelle.
Fläche bringen u. dort befestigen; verlegen: Gleise, Rohre.
eine Leitung, ein Kabel I.; der Teppichboden, das Parkett
muß noch gelegt werden; gestern wurden bei uns die Fliesen
gelegt; überall sind Minen. Schlingen gelegt; Ü diese
Fußangel habe ich mir selbst gelegt. 5. in eine bestimmte Form
bringen: den Stoff in Falten I.; ich muß heute noch die
Wäsche I. (vordem Bügeln od. Mangeln glätten u. ordentlich
zusammen- u. aufeinanderlegen); sie läßt sich jede Woche
die Haare 1. (einlegen); Ü er legte sein Gesicht in ernste
Falten. 6. <1. + sich) zur Ruhe kommen, sich beruhigen;
nachlassen u. weniger werden: der Wind, der Sturm legt
sich [allmählich]; die Aufregung, der Zorn, die
Begeisterung hatte sich schnell gelegt; auch ihre Trauer wird sich
einmal I.; die Schmerzen legten sich glücklicherweise bald.
7. <I. + sich) sein Tun ganz auf etw. ausrichten, seine
Aktivitäten bes. einer bestimmten Sache widmen: sich auf
ein bestimmtes Fachgebiet I.; er will sich weitgehend auf
Autoverkauf 1.; somit legte er sich vom Drohen aufs Bitten
(Winckler. Bomberg 80). 8. (von Hühnern u. Vögeln) ein
Ei. Eier hervorbringen: die Henne hat gerade ein Ei gelegt;
(auch o. Akk.-Obj.:) die Hühner legen noch fleißig, obwohl
die Zeit eigentlich vorbei ist. 9. (landsch.) Samen od. Keime
einzeln u. in bestimmten Abständen in den Erdboden bringen:
Bohnen. Erbsen. Kartoffeln I.; Ü So wurden ... die Keime
einer Saat gelegt, die ... für die Vorbereitung zum Handeln
bedeutsam war (Rothfels. Opposition 59).
legendär [legen'da:?] (veraltet): t legendär; Legendär [-1. das;
-s. -e [mlat. legendarium. zu lat. legere = lesen] (bes.
kath. Kirche): Sammlung von Aufzeichnungen des Lebens
von Heiligen, bes. zum Vorlesen in der Mette; legendär
[legende:?] <Adj.) [tLegende]: 1. nach Art der Legende;
die Merkmale einer Legende aufweisend: ein -es Bild [einer
Person] prägen, schaffen. 2. so erstaunlich [ausgeprägt],
daß man davon wie von einer Legende spricht; unwahr-
scheinlich, unglaublich: das I. tapfere Volk der Ungarn (Augstein.
Spiegelungen 78). 3. zu einer Legende geworden: die -e
Partie zwischen dem Schachmeister Capablanca und
seinem Herausforderer Aljochin (Welt 27.11. 65. 8); legenda-
rbd) [legen'da:nJl <Adj.>: a) eine Legende betreffend; zu
einer Legende gehörend; b) in der Art einer Legende;
legendär (1); Legendarium [leg£n'da:riom], das; -s. ...ien [...jpnl
(veraltend): svw. tLegendär; Lesende [legenda], die; -.
-n [mhd. legende < mlat. legenda. eigtl. = die zu lesenden
(Stücke), zu lat. legere = lesen]: 1. kurze, erbauliche
religiöse Erzählung über Leben u. Tod od. auch das Martyrium
von Heiligen: Ü jmd.. etw. wird L. (jmds. Leben, ein Ereignis
bekommt durch ausschmückende mündliche Überlieferung
nahezu den Charakter einer Legende). 2. (Musik) lyrisch-
episches Tonstück, dessen Text auf einer Leitende (1) basiert.
3. etw.. was von jmdm. erzählt, angenommen, behauptet
wird, aber nicht den Tatsachen entspricht: die ... törichte
L..daß Rennläuferinnen männlich-hart sein müßten (Mae-
gerlein. Piste 133). 4. erklärender Text zu den auf
Abbildungen. Karten o. ä. verwendeten Zeichen.
legenden-. Legenden-: -erzähier, der: jmd.. der Legenden
(1) erzählt; ^spiel, das: Darstellung einer Legende (1) als
Schauspiel; Mimwoben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): eine
Heilige. I. und voll Ausstrahlungskraft.
legendenhaft <Adj.; -er. -este): svw. t legendär (1).
leger [lese:?, lese:?] <Adj.) [frz. leger < afrz. legier <
lat. levis = leicht, leichtfertig]: 1. (von Benehmen u.
Haltung) lässig: ungezwungen u. zwanglos: eine -e
Handbewegung; er grüßte 1.. hatte die Beine I.
übereinandergeschlagen. 2. (nicht adv.) (von Kleidung) salopp u. bequem: eine
-e Jacke. 3. (von der Ausführung o. ä. einer Sache)
oberflächlich u. etwas nachlässig: er hat eine -e Ausbildung gehabt;
die Abrechnung I. handhaben.
Leger [Ie:gp], der; -s. - [tlegen]: 1. svw. TLegehenne. 2.
(selten) Handwerker, der etw. legt (4).
Legerwall, der; -s Izu niederd. leg. mniederd. lege = niedrig
u. seemannsspr. Wall = Festland] (Seemannsspr.): Küste
auf der Leeseite eines Schiffes, zu der der Wind weht.
auf L. liegen (vom Wind so weit in Küstennähe getrieben
werden, daß die Gefahr einer Strandung besteht).
Leges: PI. von tLex.
Legfaire[le:k-].die; -.-n [H. u.l (landsch.): svw. t2Latsche
leggiero[Ie'd3e:ro] <Adv.) [ital. leggiero < afrz. legier,
fleger] (Musik): leicht, spielerisch, perlend.
Leggings [legms]. Lenins [legmsl <P1.) [engl. Ieggin(g)s.
zu: leg = Bein]: aus Leder hergestelltes, einer Hose ähnliches
Kleidungsstück der nordamerikanischen Indianer.
1652
Lehne
Leghenne [le.k-]. die; -. -n: svw. t Legehenne; Leghorn, das;
-s: -Isl. mundartl. auch: ...hörner [nach dem engl. Namen
ikr ital. Stadt LIvorno (älter ital. Legorno). des urspr.
.\usfuhrhafens; im Dt. in Ausspr. u. Bed. an legen (8)
angelehnt): Huhn einer besonders gut legenden Rasse.
legieren [le'ghren] <sw. V.; hat) [ital. legare < lat. ligäre
= (ver)bindenj: 1. eine Legierung herstellen. 2. (Kochk.)
Suppen u. Soßen mit Ei. Sahne od. Mehl eindicken: eine
legierte Gemüsesuppe; <Abl. zu 1:) Legierung, die; -. -en:
Mischung verschiedener Metalle, die durch
Zusammenschmelzen entstanden ist: Bronze ist eine L. aus Kupfer
und Zinn.
Legion [Ie'gio:n].die; -, -en [lat. legio. eigtl. = ausgehobene
Mannschaft, zu: legere, t lesen; 3: frz. tegion (ötrangere)]:
1. Heeresein/ieit in alt römischer Zeit. 2. Truppe aus
freiwilligen /fremdländischen) Soldaten, Freiwilligen-, Söldnerheer.
3. <o. PI.) /französische] Fremdenlegion: Ich bin in der
L.-L. Franchise - ich war in der L. (Aberle. Stehkneipen
48). 4. <PI. selten) unbestimmt große Anzahl. Menge: die
L der Touristen führt nach Spanien; -en von Ameisen;
Die ..Times44 druckt -en ungekürzter Texte (Spiegel 16.
1966. 110); * L. sein (geh. emotional; in kaum zu überblik-
kender Anzahl vorhanden sein): Die Zahl der natürlichen
Waldgesellschaften allein in Mitteleuropa Ist L. (Mantel.
Wald26);Legionär[legio'na:?].der;-s.-e[lat. legiönärius]:
Soldat einer Legion (1); Legionär [le^one:?]. der. -s, -e
lfrz. legionnaire]: Soldat einer Legion (2. 3); <Zus.:>
Legion&rskrankheit, die [nach dem ersten Auftreten 1976
bei einem Legionärstreflen (= Veteranentreffen) in den
USA) (Med.): durch bisher noch unbekannte
Krankheitserreger hervorgerufene Injektionskrankheit mit starkem Fieber,
Anzeichen einer Lungenentzündung od. schweren Grippe [u.
oft tödlichem Verlauf/: In Pennsylvania starben 1976 ...
29 Menschen an der L. (MM 12. 9. 78. 21); Legioresoldat.
der. -en. -en: a) svw. t Legionär; b) svw. f Legionär.
legislativ []egisla'ti:fl <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [frz. legis-
latif. zu: legislation < lat. legislätio = Gesetzgebung]
(Politik): a) gesetzgebend: b) durch Gesetzgebung: mit dem
Ziel, die erreichten innerbetrieblichen Strukturreformen
1. abzusichern (Stamokap 179); Legislative [legisla'thvdl.
die; -. -n [frz. (assembtäe) legislative] (Politik): a)
gesetzgebende Gewalt. Gesetzgebung: b) gesetzgebende Versamm-
lußig: während die L. (Parlament) die Gesetze gibt (Fraen-
kel. Staat 370); vgl. Exekutive. Judikative; legislatorisch
llegisIa'to:riJ] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (selten):
gesetzgeberisch: Legislatur [legisla'tu:?]. die; -. -en [frz. legislature
< engl, legislature. zu: legislation < lat. legislätio. t
legislativ] (Politik): a) Gesetzgebung: b) (veraltet) gesetzgebende
Versammlung: c) kurz fiir t Legislaturperiode: Kam es in
der ersten L. darauf an. den Willen der SPD zu brechen,
so geht es in der zweiten darum ... (Augstein. Spiegelungen
47); <Zus.:> Legislaturperiode, die: Amtsdauer einer
gesetzgebenden Volksvertretung.
kgitkn [legitim] <Adj.; o. Steig.) [lat. legitimus, zu: lex.
?legall (bildungsspr.): l.a) gesetzlich anerkannt,
rechtmäßig: im Rahmen bestimmter Vorschriften [erfolgend] (Ggs.:
illegitim 1 a): einen -en Anspruch [auf etw.] haben; mit
-en Mitteln; b) (von einem Kind) in einer Ehe geboren:
ehelich (Ggs.: illegitim 1 b): der Fürst hatte keine -en
Kinder. 2. allgemein anerkannt, vertretbar: berechtigt,
begründet (Ggs.: illegitim 2): eine -e Forderung: -es Interesse
an etw. haben; Dein Anliegen ist theologisch nicht ganz
1. (Thielicke. Ich glaube 233); Legitimation [legitimatßio.n].
die; -.-en [frz. legitimation] (bildungsspr.): 1.Berechtigung:
die L. der Parapsychologie als Wissenschaft bezweifeln.
2. Berechtigungsausweis. Beglaubigung: eine L. verlangen,
vorzeigen. 3. (jur.) Ehelicherklärung (eines zuvor nicht
ehelichen Kindes): <Zus.:> Legitimationspapier, das: 1. (Jur.)
Schuldurkunde, die den Berechtigten natnentlich nennt (z. B.
Sparkassenbuch. Versicherungsschein). 2. der
Legitimierung dienendes Papier. Dokument: Ihre Mutter fand, es
sei Zeit, daß ich irgendein L. herbeischaffte, in der Zeitung
stehe, es gebe bald Brotkarten (Seghers. Transit 25); lesitj-
merw£ise<Adv.>: wie es einem legitimen Verhalten. Handeln
entspricht: zu Recht, berechtigterweise: legitimieren
[legitimeren] <sw. V.; hat) [mlat. legitimare = (ein uneheliches
Kind rechtlich) anerkennen] (bildungsspr.): l.a) jmdn..
etw. für legitim (1 a) erklären: ein Vorgehen. Verhalten
nachträglich I.; b) mit einem bestimmten Recht, einer
Vollmacht ausstatten: *Wer hat sie eigentlich legitimiert, für
die DDR zu sprechen? (Dönhoff. Ära 140). 2. <l. +
sich) sich ausweisen (2): können Sie sich I.? 3. (ein nicht
eheliches Kind) für legitim (1 b) erklären: <Abl. zu 1-3:)
Legitimierung, die; -. -en; Legitmität [legitimi'te.t]. die;
- [frz. Iegitimit6] (bildungsspr.): legitime (1.2) Art einer
Person od. Sache (Ggs.: Illegitimität); <Zus.:> Legitimitits-
prinzip, das (Politik): innere Rechtfertigung der Legalität
einer monarchischen od. demokratischen Regierungsform.
Leguan [le'gya:n. auch: le:gya:n]. der: -s. -e [niederl. leguaan
< span. (la) iguana < Araua (Indianerspr. des nördl.
Südamerika) iuwana): in den Tropen lebende Echse mit
gezacktem Kamm auf dem Rücken.
Legionen [legu:mdn]. das; -s. - [lat. legümen =
Hülsenfrucht] (Bot.): Frucht der Hülsenfrüchtler: Legumin [legu-
'mi:n], das; -s. -e: in Hülsenfrüchten vorkommendes Eiweiß:
Leguminose [...mi'no:z3], die; -. -n (meist PI.) (Bot.): svw.
t Hülsenfrüchtler.
Lehen fleian], das; -s. - [mhd. lehen. len. ahd. lehan. f leihen]
(hist.): / Grundjbesitz. der von einem Kaiser. König. Fürsten
o. ä. an einen { verdienten] Untergebenen mit der
Verpflichtung verliehen wird, daß der Betreffende u. seine Familie
dem Lehnsherrn jederzeit mit persönlichen Leistungen (bes.
Kriegsdiensten) zur Verfügung steht.
Lehens- (vgl. auch: lehns-. Lehns-) (hist.): -adel, der: svw.
t Feudaladel; abrief, der: svw. T Lehnsbrief; -fehler, der:
svw. T Felonie; -träger, der: svw. f Lehnsträger; -wesen,
das: svw. f Lehnswesen; -zins, der. dazu: -zinspflichtig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.).
Lehm [Ie:m], der; -[e]s. (Arten:) -e [mhd. (md.) lern. ahd.
leimo. zu TLeim]: aus Ton u. Sand bestehende, schwere,
schmierig-klebrige, nahezu wasserundurchlässige, gelblich-
braune Erde (1 a): Ziegel aus L. brennen; im L. stecken
bleiben.
fehm-, Lehm-: -bed, das (Med.): mit Lehm zubereitetes Bad
(la) zu Heilzwecken: -batzen. der (ugs.); -bau, der: 1.
<o. PI.) svw. T Lehmbauweise. 2. <PI. -ten) Gebäude, bei
dem bes. Lehm als Baustoff verwendet wurde: -bauweise,
die: Bauweise, bei der hauptsächlich Lehm als Baustoff
verwendet wird: ^boden, der; Boden (1). der [hauptsächlich]
aus Lehm besteht: -färben, -farbig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): von der Farbe des Lehms: gelblichbraun: -gelb <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): vgl. -färben; -grübe, die: Ort, an
dem dem Boden Lehm entnommen wird: ^haltig <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.): Lehm enthaltend: -hütte, die: aus
Lehm gebaute Hütte: -klumpen, der; ^kur. die (Med.):
Kur mit Lehmbädern: -wespe, die: Wespe, die für ihre
Brut Nester aus Lehm anfertigt: —Ziegel, der: aus
getrocknetem Lehm hergestellter Ziegel.
Lehmerei [Ie:ma,r^j]. die; -. -en <PI. selten) (Schweiz.): das
Bilden (1b) in Lehm: lehmig [Ie:mi<;] <Adj.) [spätmhd.
laimich. ahd. leimic): a) aus Lehm bestehend: Lehm
enthaltend: -er Boden; b) (nicht adv.) mit Lehm beschmutzt,
bedeckt: ein -er Spaten; die Schuhe sind ganz 1.; c) nach
Lehm schmeckend, riechend.
Lehn [le:nl: f Lehen.
Lehn- (2lehnen): -bedeutung, die (Sprachw.): Übernahme
der Bedeutung eines laut- od. bedeutungsähnlichen Wortes
einer anderen Sprache (z. B. realisieren in der aus dem
Englischen [to realize] entlehnten Bedeutung klar erkennen,
einsehen, erfassen, sich klarmachen)', -bildung, die
(Sprachw.): Neubildung eines Wortes nach fremdem
Vorbild: -fonnung, die (Sprachw.): svw. t-bildung: -prägung,
die (Sprachw.): svw. t-bildung; -Schöpfung, die
(Sprachw.): svw. t -bildung; -Übersetzung, die (Sprachw.):
Glied für Glied wiedergegebene Übersetzung eines Wortes
aus einer anderen Sprache (z. B. Gemeinde aus lat. com-mun-
io zu gi-mein-ida); -Übertragung, die (Sprachw.): freiere
Übertragung eines Wortes aus einer anderen Sprache (z. B.
Vaterland aus lat. patria): -Wendung, die (Sprachw.): feste
Wendung, durch die eine feste Wendung aus einer anderen
Sprache übersetzt wird (z.B. Irren ist menschlich aus lat.
errare humanum est): ^wort, das (Sprachw.): aus einer
fremden Sprache übernommenes Wort, das sich in
Aussprache u.lod. Schreibweise u./od. Flexion der übernehmenden
Sprache angepaßt hat (z. B. Mauer aus lat. murus).
Lehne [Ie:n3], die; -, -n [mhd. lene. ahd. (h)Jina, t1 lehnen]:
1. Teil eines Sitzmöbels, an den man sich Ilehnen (2 a)
kann: Stütze für Rücken u. Arme: eine feste, verstellbare
L.; den Arm auf die L. stützen 2. (südd.. österr.. Schweiz.)
Abhang: Hang: von villenbesetzten -n. die sich in die Wald-
1653
lehnen
täler schieben (Doderer. Dämonen 32); 'lehnen ['le:nanl
<sw. V.; hat) [in der nhd. Form sind zusammengefallen
mhd. leinen (md. lenen). ahd. (h)leinen (tr.) u. mhd. lenen.
linen.ahd. (h)Iinen(intr.)]: 1 .etw. mit leichter Neigung, schräg
an einen stützenden Gegenstand stellen u. ihm dadurch
Halt geben: die Leiter, das Rad an. gegen die Wand 1.;
müde lehnte sie den Kopf an. gegen seine Schulter, die anderen
setzen sich und lehnen den Rücken an das Gitter (Re-
marque. Westen 139). 2. <l. + sich) a) sich in leichter
Neigung, schräg gegen jmdn. etw. legen, um Halt zu finden: sich
an. gegen die Säule 1.; sie lehnte sich an ihn. mit dem
Rücken gegen die Wand; (Schweiz, auch ohne sich:) er
lehnte an das Geländer; b) sich über einen Gegenstand
beugen u. sich dabei mit dem Körper auf ihm abstützen:
er lehnt sich über den Zaun, aus dem Fenster. 3. mit
leichter Neigung, schräg gegen etw. gestützt sein, stehen
od. sitzen u. dadurch Halt haben: das Fahrrad lehnt am
Gartenzaun; jmd. lehnt an der Wand, in der Tür[öffnungl;
der (= ein Mann) in seiner unglücklichen ... Haltung übers
Bett lehnte (Sebastian. Krankenhaus 77).
2lehnen [-] <sw. V.; hat) [mhd. Ieh(e)nen. ahd. lehanön;
t Lehen): 1. (hist.) zu Lehen geben. 2. (landsch.. sonst
veraltet) a) sich etw. bei jmdm. leihen: die Nachbarin hat [sich]
ein Pfund Mehl [bei. von mir] gelehnt; b) jmdm. etw.
leihen, borgen: etw. verleihen.
lehnig [le.nic] <Adj.; nicht adv.) [wohl zu niederd. Leen.
Lehn = Seil. Leine, weil das sonst schwere Tauwerk sich
leicht wie eine Leine auf- od. abwickeln läßt] (See-
mannsspr.): (von Tauwerk) geschmeidig u. biegsam; weich.
fehns-, Lehre- (vgl. auch: Lehn-) (hist.): abrief, der:
schriftliche Bestätigung, daß jmd. ein Lehen bekommen hat;
-dienst, der: Dienst, den ein Lehnsmann seinem Lehnsherrn
zu leisten hat; ^eid, der: Eid, mit dem der Lehnsmann
seinem Lehnsherrn die Treue schwört; -folge, die: 1. Pflicht
des Lehnsmannes, nach dem Tode seines Lehnsherrn einen
Erben als neuen Herrn anzuerkennen. 2. svw. t ^dienst;
MBit, das: svw. f Lehen; ~herr, der: jmd., der jmdm. ein
bestimmtes Gut zu Lehen gibt, dazu: -herrlich <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): a) den Lehnsherrn betreffend; b) dem
Lehnsherrn zustehend, gehörend, -herrlichkeit, die <o. PI.):
die auf der Gesamtheit aller Gesetze basierende Herrschaft
des Lehnsherrn; -herrschaft, die: svw. t^herrlichkeit;
Mnam, der <P1. ...männer u. ...leute. seltener: ...mannen):
jmd., der ein Lehen bekotnmen hat u. deshalb seinem
Lehnsherrn zu Treue u. Lehnsdienst verpflichtet ist; -pflfcht, die:
1. Pflicht des Lehnsmannes, Lehnsdienst zu leisten u. dem
Lehnsherrn Treue zu halten. 2. Pflicht des Lehnsherrn, den
Lehnsmann im Notfall zu schützen; -recht, das: Gesamtheit
aller rechtlichen Vorschriften, die für das Lehnswesen gelten,
dazu: -rechtlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.); -wesen, das
<o. PI.): Gesamtheit aller Dinge, die mit einem Lehen u.
dessen Vergabe zusammenhängen.
Lehnsessel, der; -s. - [t1 lehnen]: vgl. Lehnstuhl; Lehnstuhl,
der; -[e]s. ...stuhle: einem Sessel ähnlicher, bequemer Stuhl
mit Armlehnen u. einer hohen Rückenlehne.
lehr-,'Lehr- [le:^-I: Mimt, das (Amtsspr.): Amt da) des
Lehrers, dazu: -amtsanwärter, der (Amtsspr.): im
Vorbereitungsdienst stehender Bewerber um ein öffentliches Lehramt
im Volksschuldienst, -amtskandkiat, der (Amtsspr.): im
Vorbereitungsdienst stehender Bewerber um ein öffentliches
Lehramt im höheren Schuldienst; -anstalt, die (Amtsspr.):
(höhere] Schule: Gymnasium; Fach [hoch] schule, an der
ein bestimmtes Spezialgebiet gelehrt wird; -auftrag, der:
Auftrag, an einer Hochschule Vorlesungen, Seminare od,
Übungen zu halten.-ausbildender (DDR): vgl. ^facharbei-
ter; -beauftragte, der u. die: jmd., der einen Lehrauftrag
hat; -befShigung« die: (durch eine Prüfung erworbene)
Befähigung, an Grund- u. Hauptschulen zu unterrichten; -behelf,
der (österr.): svw. t-mittel: -berechtigung, die: (durch eine
Prüfung erworbene) Berechtigung, an höheren Schulen u./od.
Hochschulen zu unterrichten; -beruf, der (früher): 1. Beruf,
der eine xLehre (1) erfordert: Ausbildungsberuf. 2. Beruf
des Lehrers; -betrieb, der: 1. (früher) Firma, Fabrik o.a.,
in der Lehrlinge ausgebildet werden. 2, organisierter Ablauf
des Unterrichts in einer Schule od. Hochschule: nach den
Ferien lief der L. langsam an; -brief, der: 1. (früher)
Urkunde, die eine abgeschlossene lLehre (1) bescheinigte.
2. svw. tStudienbrief; ~bub, der (südd.. österr.. Schweiz.):
männlicher Lehrling; -buch, das: Buch, das Informationen
für den Lehrenden u.lod. den Lernenden enthält, dazu:
-buchmäßig <Adj.): so, wie etw. im Lehrbuch steht: ein
-er Unterricht; -dichtung, die (Literaturw.): Dichtung,
beider Vermittlung von Wissen u. Reflexion im Vordergrund
stehen; -fach, das: Fach (4 a), das an Schulen, Universitäten
o.a. gelehrt wird; -facharbeiter, der (DDR): Facharbeiter,
der die Kenntnisse seines Arbeitsbereichs anderen vermitteli;
-film, der: lim Unterricht verwendeter] kurzer Film, bei
dem Vermittlung von Wissen im Vordergrund steht: ^frel-
heit, die: Recht, die aus der wissenschaftlichen Forschung
gewonnenen Erkenntnisse zu lehren, ohne daß der Staat
Einfluß nehmen kann; -gang, der [für t Kursus]: svw. tKurs
(3 a). dazu: -gangsteilnehmer, der: jmd.. der an einem
Lehrgang teilnimmt: -nebfiude, das (geh.): (zur besseren
Vermittlung) in systematischem Aufbau dargestelltes Wissen;
-gedieht, das (Literaturw.): vgl. -dichtung; -gegenständ,
der (österr.): svw. tFach (4 a): -gekJ, das: 1, (früher) Geld,
das ein Lehrling bzw. dessen Eltern dem Lehrherrn für
die Ausbildung zahlen mußten: R du kannst dir das L.
zurückgeben lassen! (wird gesagt, wenn jmd. etw., was
er auf Grund seiner Ausbildung können müßte, nicht od.
nur schlecht kann); * L. geben/zahlen [müssen] (da die nötige
Erfahrung fehlt, Mißerfolg haben, Schaden erleiden); ~got-
te, die (Schweiz.): Lehrerin an einer Mädchenschule; ~gut,
das (selten): Gut, auf dem landwirtschaftliche od. hauswirt-
schaftliehe Lehrlinge ausgebildet werden; -hauer, der (Berg-
mannsspr.): jmd., der eine 'Lehre (1) als Hauer (1) macht;
^herr, der (früher): [selbständiger Handwerks Jmeister, der
Qualifiziert war, Lehrlinge auszubilden; -jähr, das: eines
der Jahre, in denen jmd. als Lehrling seine Ausbildung erhält:
im ersten, letzten L.; Spr -e sind keine Herren jähre (solange
man n<Kh lernen tnuß, in der Ausbildung ist, muß mai\
Einschränkungen o.a. in Kauf nehmen); -Junge, der:
männlicher Lehrling; -kanzel, die (österr.): svw. Nstuhl.
dazu: -karaehnhaber, der (österr.): svw. t-stuhlinhaben
-knabe, der (Schweiz.): svw. t Lehrjunge; -kombinat, das
[LÜ von russ. utschebny kombinat] (DDR): Einrichtung
zur Ausbildung von Lehrlingen, in der Lehrwerkstatt,
Berufsschule u. Lehrlingswohnheim zusammengeschlossen sind;
-körper, der (Amtsspr.): Gesamtheit aller Lehrenden an
einer Schule od. Hochschule; -kraft, die (Amtsspr.):
Lehrer [in] als Teil der Lehrerschaft einer Schule: -küche, die:
Küche einer Berufs- od. Fachschule, in der praktischer
Unterricht im Kochen erteilt wird; -mädchen, das: weiblicher
Lehrling; -masdiine, die: svw. t Lernmaschine; -mäßig
<Adj.>: a) in bezug auf das Lehren, hinsichtlich des Lehrens;
b) dem Lehren, der 'Lehre (2) gemäß; -material, das: alles,
was im Unterricht zum Lehren nötig ist; -meinung, die
(geh.): auf wissenschaftliche Forschung u. Lehre gegründete,
allgemein anerkannte Meinung; -meister, der (geh.): jmd.,
von dem man etw. lernt od. gelernt hat u. der Vorbild
ist: Ü Wenn das deutsche Volk dennoch viel gelernt hat.
so ... weil die Geschichte sein L. war (Dönhoff, Ära 30);
-methode, die: neue -n im Unterricht anwenden; -mittel,
das (meist PI.) (Schulw.): Hilfsmittel, das der Lehrende
zur Unterstützung seines Unterrichts einsetzen kann (z. B.
Karten, physikalische Gerate. Filme), dazu: -mittelfrei-
heit, die <o. PI.) (Schulw.): kostenloses Überlassen der
Lehrmittel bzw. ihres Gebrauchs für den Lehrenden od.
Lernenden; -pfad, der: Weg, der angelegt ist, um über eine
Landschaft od. bestimmte Bäume od. Pflanzen Kenntnisse zu
vermitteln; -plan, der (Schulw.): Plan, in dem die Ziele
u. Aufgaben sowie Hinweise für die didaktisch-methodische
Gestaltung des jeweiligen Unterrichtsfaches erfaßt sind,
dazu: -plangestaltung, die; -probe, die (Schulw.):
Unterrichtsstunde, die ein Lehramtsanwärter od. ein Lehramtskandidat
hält u. die von einer Prüfungskommission beurteilt u. benotet
wird: -Programm, das: 1. vgl. -plan. 2. gedrucktes od.
auf Tonband gesprochenes Programm einer Lernmaschine;
-reich <Adj.; nicht adv.): so beschaffen, daß man daraus
viel lernen, erfahren kann: eine -e Abhandlung; dies war
der zweite -e Schock, dessen ich mich erinnere (K. Mann.
Wendepunkt 258); der Versuch war sehr I.; -saal, der
(selten): a) Hörsaal einer Universität; b) größerer
Unterrichtsraum einer Schule; -satz, der: grundlegende
beweisbare Erklärung eines Phänomenkomplexes einer
wissenschaftlichen Lehre; -schau, die: Dinge, die zur Schau gestellt
sind, um über bestimmte Wissensgebiete Kenntnisse zu
vermitteln; -schiff, das (DDR): Schulschiff der
Handelsmarine; -Schwimmbecken, das: [kleineres, nicht zu tiefes] vom
Badebetrieb getrenntes Schwimmbecken für den Schwimm-
1654
Leib
Unterricht; -stand, der <o. PI.) (veraltet): a) Stand der
Lehrer; b) Gesamtheit der zu diesem Stand gehörenden
Personen; vgl. Nährstand. Wehrstand; -stelle, die:
Ausbildungsplatz eines Lehrlings in einer Firma o.a.; --Stoff, der
(Schulw.): [wissenschaftliche] Erkenntnisse, die im
Unterricht gelehrt u. besprochen werden; -stück, das (Litera-
turw.): vgl. -dichtung; -stuhl, der (Amtsspr.): planmäßige
Stelle eines Professors an einer Universität od. Hochschule,
dazu: -Stuhlinhaber, der (Amtsspr.): Professor, der eine
planmäßige Stelle an einer Universität od. Hochschule hat;
-titigkeit, die (Amtsspr.): Ausübung des Berufs als
Lehrender; -tochter, die (Schweiz.): weiblicher Lehrling;
-Veranstaltung, die: a) svw. f -gang; b) Vorlesung an einer
Universität od. Hochschule; ^verfahren, das: Verfahren, nach dem
jmd. lehrt, nach dem etw. gelehrt wird; -Verhältnis, das:
durch einen Vertrag festgelegtes Arbeitsverhältnis zwischen
Lehrling u. ausbildendem Betrieb; -vertrag, der: Vertrag
zwischen dem ausbildenden Betrieb u. dem Lehrling;
-Wanderung, die: Wanderung, die veranstaltet wird, um über
eine Landschaft, über Pflanzen od. Tiere Erkenntnisse zu
sammeln; -weise, die: Art u. Weise zu lehren; -Werkstatt,
-werkstätte, die: Werks tat i eines Betriebs, in der Lehrlinge
m enger Verbindung mit dem Arbeitsprozeß praktisch
ausgebildet werden; -Wirtschaft, die: landwirtschaftlicher Betrieb,
der Lehrlinge ausbildet; ^zeit, die: Zeit, in der jmd. Lehrling
ist, ausgebildet wird; die L. wird mit einer Prüfung
abgeschlossen; ^ziel, das: durch Lehren, Unterrichten
angestrebtes Ziel; -zuchtverfahren, das (ev. Kirche): Maßnahme
zur Abwehr von abweichenden Lehren.
\jüv- [-] (2Lehre): -bogen, der (Bauw.): Gerüst zum Bau
von Bogen u. Gewölben; -dorn, der (Technik): Werkzeug,
das zum Messen der Toleranzgrenzen einer Bohrung dient;
-«erüst, das (Bauw.): Gerüst aus Holz od. Stahl, das beim
Bai mit Beton verwendet wird.
'Lehre ['le:r»|. die; -. -n [mhd. lere. ahd. lera]: I. [Zeit
der fachlichen] Ausbildung für einen bestimmten
[handwerklichen] Beruf; Lehrzeit; eine dreijährige L.; die L.
abbrechen; eine gute L. gemacht haben; die L. bei einem Friseur,
in einem Büro, in einem Laden machen; er ist im letzten
Jahr aus der L. gekommen; bei. zu einem Handwerker.
Künstler in die L. gehen; er hat seine Tochter zu einem
Goldschmied in die L. gegeben, geschickt: nach der L.
die Firma wechseln; Ü Einheimische Künstler sind bei
den Griechen in die L. gegangen (haben von ihnen gelernt;
Bild. Kunst 1.48); sein Vater hat ihn hart in die L.
genommen (ist sehr streng u. unnachgiebig gewesen). 2. a) gesamter
Inhalt einer Weltanschauung, eines Gedanken- od.
Glaubenssystems; die christliche, marxistische, kommunistische L.;
eine neue, falsche, irrige L.; die L. der Kirche, Buddhas.
Kants. Hegels; eine Lehre ablehnen, angreifen, verteidigen;
einer L. anhängen; für eine L. eintreten; wir wenden uns
gegen die herrschende L.; b) in einem System von
wissenschaftlichen Lehrsätzen zusammenhängend Gelehrtes;
Lehrmeinung; die Newtonsche L. von der Brechung der
Lichtstrahlen; die L. vom Schall; eine L. aufstellen,
beweisen. 3. a) Erfahrung, die man auf Grund bestimmter Vorfälle
macht u. aus der man lernt, lernen kann: eine harte, bittere,
notwendige L.; das sollte [dir] eine L. sein; jmdm. eine
heilsame L. erteilen, geben; aus etw. eine L. ziehen; b)
für bestimmte Fälle gegebene, durch Lebensweisheit
aufgestellte Verhaltensregel: eine L. annehmen, befolgen; die
Eltern haben ihrem Kind eine gute L.. gute -n mit auf
den Weg gegeben; 2Lehre [-1, die; -. -n Imhd. lere, zu
!'Lehre, eigtl. = Anleitung zum Messen] (Bauw., Technik):
Gerät, Werkzeug, mit dem die Formen u. Maße eines
Werkstücks überprüft werden; lehren fle:ren] <sw. V.; hat) /vgl.
»lehrt. Gelehrte/ [mhd.. ahd. leren): l.a) (an einer Hoch-
od. Fachschule) Kenntnisse vermitteln; Vorlesungen halten:
in Göttingen, an der Technischen Universität Karlsruhe
I.; obwohl er bereits das Pensionsalter erreicht hat. lehrt
er noch; b) ein bestimmtes Fach unterrichten, in einem
bestimmten Fach Vorlesungen halten: sie lehrt Deutsch.
Mathematik; er lehrt Medizin in Erlangen. 2. in einer
bestimmten Tätigkeit unterweisen; jmdm. etw. beibringen:
jmdn. lesen, tanzen, schwimmen 1.; jmdn.. (auch:) jmdm.
das Schreiben. Reiten. Kochen I.; er hat uns fürchten/das
Fürchten 1. wollen; sie lehrte die Kinder, (selten:) den
Kindern malen; er hat ihn musizieren gelehrt, (veraltet:)
lehren; er lehrte ihn ein Pferd satteln, ein Pferd zu satteln;
er lehrt ihn. ein/(selten:) einen Freund der schönen Künste
zu sein; er hat uns gelehrt, immer kritisch zu sein; mir
ist das/ich bin das in der Schule nicht gelehrt worden;
..Ich werde dich I.. bockig zu sein.44 (ich werde dir das
Bockigsein schon abgewöhnen; Jens. Mann 134); R lehre
du mich Menschen kennen! (sagt man. wenn man
hervorheben will, daß man glaubt, man habe in diesem bestimmten
Fall seine, mehr [Lebenserfahrung). 3. etw. ganz deutlich
zeigen, deutlich werden lassen: die Geschichte lehrt, daß
nichts endgültigen Bestand hat; das wird die Zukunft 1.;
Lehrer, der; -s. - [mhd. leraere. ahd. leräril: l.a) jmd.,
der an einer Schule unterrichtet (Berufsbez.): ein junger,
guter, erfahrener L.; er ist L. für Französisch, an einem
Gymnasium, an einer Hauptschule; er will L. werden;
die Klasse hat einen neuen L. bekommen; ich hatte ihn
als L. in Physik; jmdn. als/zum L. ausbilden; b) Lehrender
[an] einer Hochschule od. Universität; Abraham Gottlob
Werner, der seit 1775 an der Bergakademie in Freiberg
als gefeierter L. wirkte (Friedeil. Aufklärung 24); c) jmd.,
der auf Grund seines Könnens Ausbilder (bes. in sportlichen
Disziplinen) ist: in den Ferien verdient er sich Geld als
L. in einer Skischule. 2. jmd., der anderen sein Wissen
vermittelt, der durch sein Wissen, seine Persönlichkeit als
Vorbild angesehen wird; Lehrmeister: der große Gründgens
war einer seiner L.
Lehrer-: -ausbildung, die; -biMung, die: das Ausbilden von
Lehrern; -bildungsanstalt, die (früher): Ausbildungsstätte
für Volksschullehrer; -fortbikkuifc, die; -kollegium, das:
Gesamtheit aller an einer Schule unterrichtenden Lehrer;
-kollektiv, das (DDR) [LÜ von russ. utschitelskij
kollektiv); -konferenz, die (Schulw.): Zusammenkunft von
Lehrern einer Schule zur Beratung u. Entscheidung von
Angelegenheiten, die die Schule betreffen; -mangel, der: Mangel
an Lehrern (1 a); -schwemme, die (salopp): das Zur- Verfü-
gung-stehen von wesentlich mehr ausgebildeten Lehrern, als
gebraucht werden; -seminar, das (früher): svw.
t-bildungsanstalt; -zimmer, das: Raum in einer Schule, in der
sich die Lehrer (z. B. in der Pause) aufhalten können.
lehrerhaft <Adj.; -er. -este> (abwertend): wie ein Lehrer
(1 a): -e Zurechtweisungen; er sprach in -em Tonfall;
Lehrerin, die; -. -nen: w. Form zu f Lehrer; Lehrerinnenschaft,
die; -. -en <PI. selten): vgl. Lehrerschaft; Lehrerschaft,
die; -, -en <PI. selten): Gesamtheit der Lehrer [einer Schule];
Lehrersfrau,die; -. -en: Ehefrau eines Lehrers (1 a); Lehffcrs-
witwe, die; -. -n: vgl. Lehrersfrau; lehrhaft <Adj.; -er. -este):
a) belehrend: b) (abwertend) svw. t lehrerhaft; <Abl.:>
Lebhaftigkeit, die; -; Lehrling ['le:gln)]. der; -s, -e [spätmhd.
KeMrlinc (im Kunsthandwerk)): jmd. (meist Jugendlicher),
der innerhalb einer festgesetzten Zeit in einem bestimmten
Beruf ausgebildet wird; Auszubildender.
Lehrlings-: -ausbiWer, der; -ausblkhing, die; -heim, das:
svw. t-wohnheim; -kollektiv, das (DDR); -Vergütung,
die: Geld, das ein Lehrling verdient; -Werkstatt, die: svw.
f Lehrwerkstatt; -wohnheim, das.
hörendes) Wohnheim für Lehrlinge.
1Ljei: PI. von t2Leu.
*Lei (I4)). die; -. -en [spätmhd. leye. mhd. Iei(e). H.u.l
(rhein.): 1. Schiefer. 2. Fels.
-lei [-1 <Suffix> Imhd. leifel = Art u. Weisel: wird zur
Bildung [unibestimmter Gattungszahlwörter verwendet,
z.B. achterlei, keinerlei, mancherlei, vielerlei.
Leib [lajp], der; -[eis. -er [mhd. 11p. ahd. IIb. zu f leben]:
1. (geh.) a) svw. t Körper (1 a): ein kranker, ausgemergelter,
abgemagerter L ; die dampfenden -er der gehetzten Pferde;
mir klebten die nassen Kleider am L.; am ganzen L. zittern,
frieren, schwitzen; bei lebendigem -e/lebendigen -es
verbrennen; diese Krankheit steckte mir schon lange im L.
(ich fühlte mich schon krank, bevor es zum eigentlichen
Ausbruch kam); er hat sich das alles vom eigenen L.
abgespart (hat sich selbst nichts gegönnt, um jeden Pfennig
zu sparen); du bist so stark erkältet - bleib mir vom
-[el (komm nicht zu nah an mich heran)!; *der L. Christi,
der L. des Herrn (kath. Rel.; Oblate, die dem Gläubigen
zur Kommunion gereicht wird; LÜ von kirchenlat. corpus
Christi); etw. am eigenen L. erfahren (eine Erfahrung selbst
machen); Jmdm. auf den L., zu -e rücken (ugs.; jmdn.
bedrängen); mit L. und Seele (mit Begeisterung u. innerer
Beteiligung; in bezug auf bestimmte Aktivitäten): sie ist mit
L. und Seele Krankenschwester; sich imdn. vom -e halten
(salopp; näheren Kontakt mit jmdm. vermeiden): jmdm.
mit einer Sache vom -e bleiben (jmdn. mit einer Sache
1655
leib-, Leib-
nicht behelligen, belästigen): einer Sache zu -e gehen/rücken
(eine schwierige, unangenehme Aufgabe angehen u. sie zu
bewältigen versuchen): b) svw. TKörper (1 b): ein schöner,
ebenmäßig gewachsener, zarter, jugendlicher L.; nichts
weiter am -e als eine Unterhose (Th. Mann. KruII 38);
sie besaß nur noch das. was sie auf dem -e trug; *etw.
ist jmdm. auf den L. geschnitten/zugeschnitten/gesdineidert
(etw. ist für jmdn. so geeignet, als sei es nach seinem Mali
gearbeitet): etw. ist jmdm. lwie] auf den L. Beschrieben
{etw. ist wie geschaffen, ganz besonders geeignet für
jmdn.: urspr. vom Schauspieler); c) Rumpf von Menschen
u. Tieren: ein rundlicher, zerschlagener, geschundener L.;
Schmetterlinge mit ihren bunten Schwingen und dem
zarten L. (Strittmatter. Wundertäter 148). 2. (geh.) der untere
Teil des Körpers (1 a), bes. der Bauch: ein dicker,
aufgetriebener, voller L.; du bist gut bei -e (siehst wohlgenährt
aus): nichts lOrdentlichesl im L. haben, in den L.
bekommen haben (nichts / Ordentliches] gegessen haben): *
gesegneten/schweren -es sein (geh.. veraltend; ein Kind erwarten:
schwanger sein), 3. (veraltet) Leben: heute noch in der
tautologischen emotional-verstärkenden Verbindung mit
„Leben": L. und Gut für etw. wagen; eine Gefahr für
L. und Leben. 4. (Archit.) senkrechter Teil einer Säule
od. Fiale: Schaft.
leib-, Lfiib-: -arzt. der [eigtl. = Arzt eigens für die Person
eines Fürsten]: Arzt, der vornehmlich hochgestellte
Persönlichkeiten [u. deren Angehörige] betreut: -binde, die: breite
l wollene] Binde zum Wärmen des Leibes (2); -bursch, der
(Verbindungswesen): aktiver Bursch (1). der dem neuaufge-
nonunenen Fuchs (7) als Freund u. Betreuer zur Seite steht:
-diener. der (veraltend): vgl. ^arzt; -fuchs, der
(Verbindungswesen): Fuchs (7) im Verhältnis zu seinem
Leibburschen: ^eisen <Adj.; nicht adv.) [aus der mhd. Formel:
mit dem libe eigen = mit dem Leben zugehörig] (bist.):
in Leibeigenschaft befindlich: unfrei, dazu: -eigene, der
u. die; -n, -n <DekI. T Abgeordnete) (bist.): jmd.. der unfrei,
persönlich u> wirtschaftlich von einem Herrn abhängig ist:
Eigenschaft, die <o. PI.) (bist.): persönliche u.
wirtschaftliche Abhängigkeit von einem Herrn: -garde, die: svw.
TGarde (1 b). dazu: -gardist, der: Atigehöriger der
Leibgarde: bedinge, das [mhd. lipgedinge = auf Lebenszeit
ausbedungenes Einkommen] (früher): 1, Unterhalt auf Lebenszeit
(bes. für Witwen der gehobenen Gesellschaftsschicht). 2.
svw. T Altenteil; -gericht, das: svw. T Lieblingsgericht:
^Betrink, das: vgl. -Bericht; -gurt.der (veraltet): svw. TGürtel;
^jäger, der (früher): Jäger, der die Jagd einer hochgestellten
Persönlichkeit (eines Fürsten o.a.) betreute: -koch, der
(früher): vgl. ^arzt; -kutscher, der (früher): vgl. ^arzt;
-Pacht, die (früher): auf Lebenszeit zu zahlende Pacht:
-pferd, das (selten): svw. t Lieblingspferd: -regiment, das
(früher): Regiment, dessen Kommandierender der Landes-
fürst od. ein Angehöriger seines Hauses war: -rente, die:
1. vertraglich vereinbarte Zahlung o. ä.. die man einem
Gläubiger leisten muH. so lange er lebt. 2. (Versicherungsw.)
a) Rente an eine bestimmte Person, die bis zu deren Tod
zu zahlen ist: b) Rente, die jmdm. nach dem Tode des
Ehepartners auf Lebenszeit gezahlt wird: -rieraen, der
(veraltet): svw. T Gürtel; ^rock, der (veraltet): svw. T Gehrock;
-schmerz, der <melst PI.): Schmerz im Bereich des Leibes
(2); -schneiden, das; -s (landsch.): svw. t-schmerz;
-seelisch <Adj.; o. Steig.): den Leib wie die Seele betreffend,
auf ihnen beruhend o.a.: der menschliche Organismus ist
ein -es Ganzes; ein -es Phänomen; -speise, die: vgl. ^ge~
rieht; -wache, die: vgl. ^garde; -Wächter, der: jmd.. der
jmdn. berufsmäßig bewacht, um ihn zu schützen: -wasche,
die: Wäsche, die auf dem Leib(\ b) getragen wird:
Unterwäsche: ^weh, das: svw. N schmerz; -Wickel, der: [feuchter]
Wickel um den Leib (2).
Leibchen [l^jptpn]. das; -s, -: 1. (veraltet) enganliegendes
Oberteil der Trachtenkleidung für Frauen u. Mädchen:
Mieder. 2. a) (landsch.) Unterhemd mit kurzem Arm: b) (österr..
Schweiz.) Unterhemd für Herren: c) (österr.. Schweiz.)
Trikot eines Sportlers: 11 deutsche Fußballspieler in ihren
grünen L. (Kronen-Zeitung 13. 10. 68. 27); d) (veraltend)
einem Unterhemd mit Trägern ähnlicher Strumpfhalter für
Kinder: leiben [lajbn; urspr. = leibliches Dasein haben,
auch: dem Leib angenehm sein] nur in der Wendung wie
er/sie leibt(e) und lebtte] (ganz genauso, wie erIsie wirklich
[gewesen] ist).
Leibes-: -beschaflenheit, die: körperliche Konstitution:
-erbe, der: leibliches Kind des Erblassers: -ertuchtigung, die
(veraltend); Erzieher, der (Amtsspr.): jmd.. der
Sportunterricht gibt: -erziehung, die (Amtsspr.): Sportunterricht in
der Schule: -frucht, die (Med.): [ungeborenes] Kind im
Mutterleib: -fülle, die <o. PI.): svw. TFülle (3): -kräfte
<PI.) nur in der Wendung aus/nach -n (unter Einsatz aller
aufzubringenden Kräfte): aus -n schreien, schlagen; Kaspar
bemüht sich nach -n um ein Wort (Handke. Kaspar 25):
-not, die (veraltet): Mangel an lebensnotwendigen Dingen:
-schaden, der (selten): körperlicher Schaden: -strafe, die
(früher): am Körper vollzogene Strafe (z.B. Auspeitschen.
Abhauen der Hand o.a.): die -n wurden in Deutschland
im 19. Jh. abgeschafft; *bei L. (früher; unter Androhung
einer körperlichen Züchtigung): -Übungen <PI.) (Amtsspr.):
vgl. -erziehung; -umfang, der: vgl. -fülle; -Visitation.
die: das Durchsuchen der auf dem Körper getragenen
Kleidung einer Person.
leibhaft['laJphaft]<Adj.)lmhd. liphaft = leibhaftig; lebend,
ahd. liphaft = lebend] (selten): svw. T leibhaftig; leibhaftig
[laip'haftic, ' ; mhd. Ilphaft(ic)]: I. <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.) 1. in eigener Person: wirklich u. wahrhaftig-
wir bedauerten gerade sein Fernbleiben, da stand er 1.
vor uns; Du selbst bist der -e Beweis (der Beweis in Person
Hagelstange, Spielball 201). 2. ganz genauso wie die im
folgenden Substantiv genannte Person od. Sache: er ist ein
-er Satan; Das ist alles schon so alt, daß es aussieht wie
eine-e Wahrheit (Bobrowski. Mühle 174). II. <Adv.) (ugs.)
tatsächlich: es ist kaum zu glauben, man kann es sich kaum
vorstellen: er hat doch I. seine Mutter angeschnauzt;
Leibhaftige lauch:' ], der. -n (verhüll.): Teufel: Leibhtftig-
keit [auch:' ], die; -; leiblich <Adj.; nicht adv.) [mhd.
llplich. ahd. IlpIIh = lebend, lebendig]: 1. den Leib, das
körperliche Wohlbefinden betreffend: -e Bedürfnisse; auf
das -e Wohl der Gäste bedacht sein. 2. von jmdm. direkt
abstammend: blutsverwandt: <Abl.:) Lgjblichkeit, die; -.
Leibung: t Laibung.
'Leich l'tafc]. der; -[e]s, -e [mhd. leich = Tonstück, Gesang
aus ungleichen Strophen, ahd. leih = Spiel, Melodie,
Gesang] (Literaturw.): aus ungleichen Strophen gebautes
Gedicht der Minnesänger mit durchkomponierter Melodie.
2Leich [-1. die; -, -en [zu T Leiche] (südd.. österr.): Begräbnis.
Lfijchdorn, der; -[e]s. -e u. -dömer [zu ahd. llh(h). T Leiche]
(landsch.): a) Warze: b) Hühnerauge.
Leiche [ I^J9^1, die; -. -n [mhd. lieh. ahd. lih(h) = Körper.
Leib(esgestalt); Fleisch; toter Körper]: l.a) der Körper
eines Toten. Gestorbenen: eine verkohlte, verstümmelte L.;
die L. eines Ertrunkenen; die L. des verstorbenen
Politikers; die L. verbrennen, exhumieren, obduzieren, fleddern;
die Polizei hat die L. freigegeben; einige Seeleute konnten
nur noch als -n geborgen werden; er sieht aus wie eine
[lebende/wandelnde] L.. wie eine L. auf Urlaub (salopp:
sieht sehr blaß, elend aus): R nur über meine L.! (als
entschiedene Ablehnung; das lasse ich auf keinen Fall zu!): *einc
gemeinsame L. im Keller haben (ugs.; gemeinsam et*.
[Schlimmes. Strafbares] getan haben): über -n gehen
(abwertend; im Verfolgen seiner Ziele keine Skrupel kennen):
daß es Generale gab .... die ihrer Karriere wegen über
-n gingen (Kirst. 08/15. 925); b) (selten) totes Tier.
Tierleiche: Als ... die Jungen einer Dohlenbrut zugrunde gingen,
trugen die Eltern ... alle -n weg (Lorenz. Verhalten I.
204). 2. (landsch. veraltend) Begräbnis. Leichenbegängnis:
eine schöne (große, feierliche), große L.; mit/zu jmds.
L. gehen (an jmds. Beerdigung teilnehmen). 3. (Druk-
kersor.) beim Setzen eines Textes versehentlich ausgelassene
Wörter od. Sätze.
kjehen-, Leichen-: -acker, der (landsch.): Friedhof: -auto,
das: vgl. -wagen (a); -bahre, die: Totenbahre: -befund,
der: Befund einer Obduktion: -begängnts, das (geh.):
feierliche Beisetzung eines Toten: -beschau, die: svw. Kschau.
dazu: -beschauer, der: die Leichenschau vornehmender
Arzt: -bestatter, der: jmd.. der die Bestattung von
Verstorbenen vorbereitet (Berufsbez.). dazu: -bestattung, die (geh.):
Beerdigung: -bitter, der; -s. - (veraltend): (im ländlichen
Bereich) jmd.. dem die Aufgabe übertragen wird, einen To-
desfall bekanntzugeben u. zu einer stattfindenden Beerdigung
einzuladen, dazu: -bittermiene, die (iron.): nicht ganz ernst-
zunehmende, übermäßig traurige od. trübsinnige Miene, die
jmd. zur Schau trägt: eine L. machen, aufsetzen, zur Schau
tragen: sich mit L. beklagen; -btyß <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: (durch Schreck. Angst. Aufregung o.a. verursacht
1656
leicht-, Leicht-
von sehr bleichem Aussehen: 1. kletterte er aus dem
zertrümmerten Auto, dazu: -blässe, die: a) Blässe eines Sterbenden
od. Toten: b) (seltener) sehr blasses Aussehen eines
Menschen: auflallend war die L. seines Gesichts; -brand. der
' o. PI.) (Archäol.): Überreste eines verbrannten Leichnams
bei einer Brandbestattung): -etile, die [der Schrei der
Vögel wurde als Vorbote des Todes angesehen]: volkst.
Bez. für Steinkauz. Waldkauz u. Schleiereule; ^fahl <Adj.;
o. Sieig.; nicht adv.>: vgl. ^blaß; ^feier, die: Totenteier:
-feld.das: Trümmerfeld, Schlachtfeld o. ä., auf dem
zahlreiche Tote liegen: -finger, der <meist PI.) (landsch. scherzh.):
Handkäse von fingerlanger u. etwa fingerdicker Form,
-Heck, der (meist PI.): svw. TTotenfleck; ^fledderei, die
<jur); -fledderer, der (jur.): jmd., der Tote, Schlafende,
Bewußtlose od. sinnlos Betrunkene bestiehlt: -frau, die:
Frau, die Leichen wäscht u. ankleidet: -fund, der: Fund (1)
einer Leiche: -geruch, der: Verwesungsgeruch, der von einer
Leiche ausgeht: ^gift, das: giftiger Stoff, der bei der
Verwesung von Leichen entsteht: -halle, die: Gebäude auf einem
Friedhof, in dem die Särge mit den Toten bis zur Beerdigung
aufgebahrt sind: ^haus.das: vgl. -halle; -band, das:
Totenhemd: -huhn, das: vgl. -eule; -kammer, die: kleiner Raum,
in dem Verstorbene vorübergehend abgestellt werden: -ka-
pelle, die: svw. TFriedhofskapelle; -lader. der: svw.
t-bitter, -mahl, das (geh.): Totenmahl: -Obduktion, die: vgl.
-Öffnung; -öflrung, die: Obduktion: -paß, der (Amtsspr.):
behördliches Dokument, das die Erlaubnis erteilt, einen
Toten an einen anderen Ort überzuführen: -raub, der: a)
Beraubung eines Leichnams: b) Raub eines Leichnams: -rede,
die: 1. (geh.) Ansprache zu Ehren des Verstorbenen bei
der Beerdigung: Umdm.] die L. halten; * keine L. halten
(ugs. [meist als Aufforderung]; nicht über etw. klagen, was
nicht mehr zu ändern ist). 2. bei den Skatspielern übliche
Kommentierung des abgeschlossenen Spiels im Hinblick auf
gemachte Fehler, dazu: -redner, der; -sager, der: svw.
'-bitter; -Schänder, der: jmd.. der Leichenschändung
begeht: -Schändung,die (jur.): das Vornehmen sexueller
Handlungen an einem Leichnam: Ü Es sollte ... dem Kritiker
erspart werden, nachträglich zur L. verpflichtet zu sein
Negatives über den Verstorbenen zu sagen): -schau, die:
Untersuchung einer Leiche durch den Arzt zur Feststellung
des Todes bzw. der Todesursache: -schauhaus, das:
Gebäude, indem Tote, deren Idendität nicht bekannt ist,
vorübergehendaufgebahrt werden: -schmaus, der (scherzh.):
gemeinsames Essen od. Kaffeetrinken, zu dem die Angehörigen
des Verstorbenen die Trauergäste einladen: -starre, die:
Totenstarre: -stein, der (veraltet): Grabstein: -teil, der:
Teil einer zerstückelten Leiche: -träger, der (veraltet):
Sargträger: -transport, der; -tuch, das (veraltend): a) Tuch,
in das ein Leichnam eingehüllt wird: b) svw. t Bahrtuch:
U (dichter.:) dicker, schwarzer Qualm ... legte sich wie
ein schwarzes L. über das Feuer (Ott. Haie 265);
-Verbrennung, die: Feuerbestattung: -vogeLder: vgl. -eule; -wache,
die (seltener): Totenwache: -wagen, der: a) meist durch
eine dunkle Farbe äußerlich gekennzeichnetes Auto, mit
dem der Sarg mit dem Verstorbenen abtransportiert wird:
b) offener j Pferde] wagen, auf dem der Sarg mit dem
Verstorbenen, vom Trauerzug gefolgt, /feierlich / zur
Begräbnisstätte gebracht wird: -warter, der: vgl. -bestatter;
-Wäscherin, die: vgl. -frau; -zug. der (geh.): Trauerzug, der dem
Sarg zur Begräbnisstätte folgt.
teidienhaft <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): einer Leiche (1 a)
ähnlich: eine -e Blässe; sein Aussehen erschien I.
Leichnam [laj^naim], der; -s. -e [mhd. Ilchname. ahd. Iih(i)-
namo. Nebenf. von mhd. lichame. ahd. lfliamo. eigtl. =
Leibeshülle] (geh.): der leblose Körper, die sterbliche Hülle
eines verstorbenen Menschen: jmds. L. autbahren,
einbalsamieren, beisetzen; er ist [nur noch] ein
lebendiger/wandelnder L. (ist körperlich ganz verfallen u. elend).
leicht [üy<;t]: l.<Adj.; -er. -este) [mhd. liht(e). ahd. Ilht(i)]:
l.a) von geringem Gewicht, nicht schwer (Ggs.: schwer
1 a): -es Gepäck; ein -er Koffer, das Material ist. wiegt
I.; sie ist I. wie eine Feder (wiegt sehr wenig, ist sehr
zart): R gewogen und zu I. befunden (in bezug auf etwas,
was nicht den Erfordernissen od. Erwartungen entspricht:
nach Dan. 5. 25); Ü -es (nicht derbes) Schuhwerk; -e
(aus dünnem Stoff hergestellte, luftige) Kleidung; -e (klein-
kalibrige) Waffen; -e (mit kleineren Geschützen
ausgerüstete) Artillerie; ein -es Pferd (von nicht schwerem Körperbau) :
die Häuser dort sind I. (nicht tnassiv) gebaut; sie waren
l. (mit wenigen dünnen Kleidungsstücken) bekleidet; die
Soldaten waren 1. bewaffnet (hatten nur kleinkalibrige
Waffen): * jmdn. um etw. -er machen (ugs.; jmdm. [auf listige
o.a. Weise/ Geld abnehmen, ihn um einen Geldlwtrag
bringen)', b) <o. Steig.; nicht adv.) (ugs. scherz.) ein bestimmtes
! vergleichsweise] geringes Gewicht habend: 33 Jahre alt.
67 Kilo I., 1.76m groß (Hörzu 29. 1978. 13). 2.a) keine
große Anstrengung, keinen grolien Einsatz erfordernd: nicht
schwierig, einfach (2a). unkompliziert (Ggs.: schwer 2a):
eine -e Arbeit; er hat einen -en Dienst; das ist gerade
kein -er (leichtfallender) Entschluß; sie hatte ein -es Leben
(es ging ihr immer gut, sie wurde nicht vor schwierige
Probleme gestellt u.a.): eine nicht gerade 1. zu lösende Aufgabe;
die Frage ist nicht 1. zu beantworten; die Maschine ist I.
zu bedienen; das kannst du 1. sagen (du bist nicht in
meinerschwierigen Situation); er hat I. reden (er ist nicht in der
schwierigen Situation); du machst dir die Sache zu 1. (gibst
dir keine Mühe): sie hat es niemals I. gehabt (hatte kein
leichtes, bequemes, sorgenfreies Leben): Ihr habt es 1.,
euch über mich lustig zu machen (Remarque. Obelisk
259); er hatte es immer -er bei den Mädchen (hatte immer
mehr Glück bei den Mädchen) als ich; sie hatte es nicht
1. mit ihrem Mann; nichts ist -er als das (es ist ganz ohne
Schwierigkeiten): es war nicht 1. für sie. sich mit den
Kindern allein durchzuschlagen; nach seinen Worten
wurde es uns allen etwas -er (fühlten wir uns etwas besser):
es wird Ihnen ein -es sein (es wird Sie nicht viel /MidieI
kosten), uns weiterzuhelfen; R das ist I. gesagt, aber schwer
getan; das ist -er gesagt als getan (läßt sich nicht
einfach machen): b) <nicht präd.) schnell u. ohne
Schwierigkeiten (Ggs.: schwer 2 b): die -e Löslichkeit des Stoffes;
etw. ist I. löslich; der Stoff läßt sich I. färben, verarbeiten;
du kannst dir 1. (unschwer) denken, ausrechnen, was
daraus wird; so jemanden findest du nicht so I. wieder; es
ist 1. (ohne weiteres) möglich, daß ich schon früher fahre;
er wird nicht so 1. bereit sein, das zu tun; er findet so
I. (so schnell) kein Ende; c) mühelos, spielend: er hat
eine -e Auffassungsgabe: er lernt, begreift 1. 3. geringfügig,
von geringem Ausmaß, nur schwach ausgeprägt o.a.: er
hat einen -en Akzent; es gab einen -en Rückschlag; -er
Regen; -es Fieber; -e Zweifel; er bekam einen -en Stoß:
seine Verletzung ist 1. (nicht schlimm): es hat 1. (ein wenig,
nicht viel) geschneit; sein Gesicht war I. (ein wenig) gerötet;
er war 1. (ein wenig) irritiert, verstört; er schielt 1. (ein
wenig). 4. (bes. von Speisen u.a.) bekömmlich, nicht bela-
stendiGes.: schwer 4): eine -e Mahlzeit; -e Kost, -e Speisen,
Weine bevorzugen; eine -e Zigarre; ein -es Parfüm (Parfüm
mit einem zarten, unaufdringlichen Duft): das Essen für
die Kranken soll I. sein; 1. essen; <subst.:> er möchte gerne
etwas Leichtes essen. 5.a) heiter, schwerelos: er war -en
Sinnes (beschwingt u. heiter): der Ton der Unterhaltung
war frei und 1. (ungezwungen): b) ohne hohen geistigen
Anspruch, nur unterhaltend (Ggs.: schwer b): -e Lektüre;
ein -es Buch; er bevorzugt -e Musik; der Schriftsteller
versteht es, I. zu schreiben; <subst.:> sie liest am liebsten
etw. Leichtes. D. <Adv.) (bayr.. österr.): vielleicht, etwa,
gar: Leicht [-]. das; -s: t Leichtgewicht (1).
leicht-. Leicht-: -athlet, der: jmd., der Leichtathletik betreibt:
-athletflt, die: sportliche Disziplin, die Laufen, Gehen,
Springen, Werfen u. Stoßen umfaßt: -athletin, die: w. Form
zu t-athlet; -athletisch <Adj.; o. Steig.): der Leichtathletik
zugehörig, eigentümlich: -bau, der <o. PL): svw. T-bauwei-
se. dazu: -bauplatte, die (Bauw.): aus sehr leichtem Material
hergestellte Bauplatte, -baustoff, der (Bauw.): a) Bau- od.
Werkstoff, der sich durch ein geringes Gewicht auszeichnet:
b) aus einem Leichtbaustoff (a) hergestelltes Bauelement,
-bauweise, die (Bauw.. Fahrzeug-. Maschinenbau):
Bauweise, die sich durch spezielle Konstruktion u. Verwendung
besonders leichter Baustoffe od. leichten Materials
auszeichnet: -bekleidet <Adj.; leichter, am leichtesten bekleidet;
nur attr.): nur mit leichter Kleidung Iversehen!: -e
Mädchen; -benzin, das: Benzin mit einem niedrigen Siedepunkt
(als Ausgangsstoff für petrochemische Produkte):
-beton, der (Bauw.): Beton mit leichten, porösen
Zuschlagstoffen: -bewaffnet <Adj.; leichter, am leichtesten
bewaffnet; nur attr.): nur mit leichten Waffen ausgerüstet (Ggs.:
schwerbewaffnet): -e Soldaten; <subst.:) -bewaffnete, der;
-blutig <Adj.; nicht adv.): das Leben von der heiteren Seite
nehmend: von unbeschwerter Fröhlichkeit: er ist ein -er
Mensch, dazu: -blütigkeit. die; -; -entzündlich <Adj.; o.
1657
Leichte
Steig.; nur attr.): sich leicht entzündend, leicht brennend:
-es Material; ^fallen <st. V.; ist): keine Schwierigkeiten
bereiten, keine Mühe machen (Ggs.: schwerfallen): die
Arbeit, der Lernstoff. Mathematik fiel ihm immer leicht;
es ist [ihm] nicht leichtgefallen, die Schlappe hinzunehmen;
^fertig <Adj.> (abwertend): a) unbedacht u. vorschnell: in
verantwortungsloser Weise gedankenlos; fahrlässig: ein
überaus -es Verhalten. Versprechen; du bist zu
leichtfertig; etw. I, aufs Spiel setzen; b) (veraltend) moralisch
bedenkenlos: eine -e Person; -e Gedanken, dazu: ^fertig-
keit, die; -; -flüchtig <Adj.) (Chemie): leicht verdunstend,
verdampfend; -flüssig <Adj.) (Technik): bei niedriger
Temperatur schmelzend: -e Legierungen; -fuß, der (abwertend):
Mann ohne moralische Skrupel; Frauenheld: indes steht
dem ... L. der Sinn lediglich nach einem flüchtigen
Abenteuer (Bild u. Funk 20. 1966. 25); -fiiflig <Adj>: mit
leichten Schritten, ohne Schwerfälligkeit (in der
Bewegung): -en Schrittes kam er daher: L. eilte sie treppab
(Zuckmayer. Herr 153), dazu: -füßigkeit, die; -; -gangig
<Adj.; nicht adv.> (Technik): leicht zu bewegen, zu
handhaben: eine -e Kupplung; Drehschalter, die so 1. sind
(Elektronik 11. 1971. 383); -geschürzt [-gaJVrtßt] <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.> (meist scherzh.): wenig bekleidet:
ein -es Mädchen; sie ging 1.; -gewicht, das: 1. <o. PI.)
(Schwerathletik) mittlere Körpergewichtsklasse. 2.a)
Sportler der Körpergewichtsklasse Leichtgewicht (1); b)
(ugs. scherzh.) jmd. mit geringem Körpergewicht;
-gewichtig <Adj.; nicht adv.): mit. von leichtem Gewicht: -e ...
Gläser, mit denen sich auch starke Kurzsichtigkeit
ausgleichen läßt (Hörzu 44. 1975. 119); das Mädchen ist sehr
1. (hat ein sehr geringes Körpergewicht): -gewiditler
[-gavKjtte], der; -s. -: svw. t-gewicht (2 a); -gliubig <Adj.>:
in unkritischer Weise allzu leicht bereit, etwas zu glauben,
was ein anderer sagt; vertrauensselig: die -en Käufer wurden
hereingelegt; er ist so 1.. dazu: -gläubigkeh, die: seine
L. hat ihn ins Verderben geführt; -gradig <Adj.; o. Steig.)
(Fachspr.): einen leichten Grad von etw. aufweisend: eine
-e frühkindliche Schädigung; -gut, das (Seemannsspr.):
Fracht von geringem Gewicht, die aber viel Raum
beansprucht; -herzig <Adj.) (selten): sorglos, unbekümmert,
dazu: -Herzigkeit, die; - (selten); ^hjn <Adv.>: a) ohne lange
zu überlegen, ohne vieles Nachdenken: was für Worte sie
I. im Munde führte! (Th. Mann. Hoheit 164); b) so obenhin.
[wie] nebenbei: Er sagte, so i. ihm das vom Mund gehen
wollte: ... (Kant, Impressum 237); ^Industrie, die (DDR):
Konsumgüter Industrie; -lebig <Adj.; nicht adv.>:
oberflächlich in seiner Lebensführung: sie ist ein sehr -er Mensch,
dazu: -lebigkeit, die; -; -lohn, der: vgl. Lohngruppe;
-lohngruppe, die: unterste Tarifgruppe, nach der bes.
Frauenarbeit eingestuft wird; -lohntarif, der; -machen <sw. V.;
hat) (Ggs.: schwermachen): a) sich wenig Mühe geben:
er hat es sich bei/mit der Sache sehr leichtgemacht; b)
durch Entgegenkommen. Hilfsbereitschaft o. ä. jmdm. etw.
erleichtern: du hast ihm das Eingeständnis seiner Schwäche
nicht leichtgemacht; -matrose, der: Matrose im Rang
zwischen Schiffsjunge u. Vollmatrose; -metall, das: Metall
mit geringem spezifischem Gewicht (z.B. Aluminium);
-nehmen <st. V.; hat): in bezug auf etw. unbekümmert
sein, nicht viel Verantwortungsgefühl haben (Ggs.:
schwernehmen): er hat seine Aufgabe, seine Verantwortung nicht
leichtgenommen; sie nimmt das Leben leicht (von der
leichten Seite); er hat den Verlust leichtgenommen (sich nicht
besonders zu Herzen genommen, sehr leicht verschmerzt);
-öl, das: beider Destillation von Steinkohlenteer anfallendes
Öl; ^schwer, das; -s: svw. t Leichtschwergewicht (1),
-Schwergewicht, das: 1. (Schwerathletik) <o. PL): mittlere
Körpergewichtsklasse. 2. Sportler der Körpergewichtsklasse
Leichtschwergewicht (\). -Schwergewichtler [-gswKjttel, der.
-s. -: svw. t ^Schwergewicht (2); -sinn, der <o. PI.): 1.
Mangelan Überlegtheitu. Vorsicht; Fahrlässigkeit in seinem
Verhalten vorhandenen Gefa/iren. Unwägbarkeiten o. ä.
gegenüber; es war ein furchtbarer, unerhörter L.. alle
Sicherheitsvorkehrungen zu mißachten; Mut darf nicht zum L.
ausarten; das sagst du in deinem jugendlichen L.! (ugs.;
in deiner Unerfahrenheit). 2. (seltener) oberflächliche, nur
auf Lebensgenuß ausgerichtete Einstellung. Leichtlebigkeit:
es entging ihm nicht, daß Diotimas Unterkleidung
Fortschritte zu einem gewissen mondänen L. gemacht hatte
(Musil. Mann 334). dazu: -sinnig <Adj.) [urspr. = leichten
Sinnes, froh]: 1. durch Leichtsinn (1) gekennzeichnet: er
ist ein sehr -er Autofahrer; ein -er Vogel (ugs.; Menscht.
wie konntest du so 1. sein?; er hat sehr 1. gehandelt; du
hast dein Leben I. aufs Spiel gesetzt. 2. (häufiger abwertend)
ohne allzu große moralische Skrupel: ein -es Mädchen:
sie ist ein bißchen 1.. -sinnigerweise <Adv.): aus Leichtsinn
(1): I. hatte er sein ganzes Geld ausgegeben, -sinnigkett
die; -: svw. t-sinn (1). -sinnsfehler, der (seltener): svw
tFlüchtigkeitsfehler; -traben, das; -s: svw. f
Englischtraben; -tun, sich <unr. V.; hat) (ugs.): etw. mit Leichtigkeit,
ohne Schwierigkeiten, ohne innere Hemmnisse o. ä.
schaffen, bewältigen (Ggs.: schwertun): er hat sich immer
leichtgetan mit allem, was er angefaßt hat; ich habe mir
mich nicht leichtgetan dabei; -verdaulich <Adj.; leichter,
am leichtesten verdaulich; nur attr.): (von Speisen) leicht zu
verdauen (Ggs.: schwerverdaulich): -e Speisen; -verkäuflich
<Adj.; leichter, am leichtesten verkäuflich; nur attr.) (Ggs.:
schwerverkäuflich): ein -er Artikel; -verletzt <Adj.;
leichter, am leichtesten verletzt; nur attr.) (Ggs.:
schwerverletzt): die -en Passagiere. <subst.:) -verletzte, der u. die;
-verständlich <Adj.; leichter, am leichtesten verständlich,
nur attr.): so dargestellt, geschrieben o.a.. daß es für das
Verständnis keine Schwierigkeiten bietet (Ggs.:
schwerverständlich): etw. ist in -er Sprache abgefaßt; -verwundet
<Adj.; leichter, am leichtesten verwundet; nur attr.) (Ggs.
schwerverwundet); <subst.:> -verwundete, der u. die.
'Leichte [lai^te], die; -. -n: (ugs.): leichtes Mädchen: Heirat*,
oder such dir halt so eine, eine L. (Kühn. Zeit 28); 2LeidUt
H.die; - tmhd. lihte. ahd. IlhtU (dichter.): Leichtheit;
Leichter [lajctB], der; -s. - [a: niederd. lichter] (Seemannsspr.):
a) zum Leichtern von Seeschiffen verwendetes kleineres Wasr
serfaftrzeug (meist ohne Motor); b) großer, geschlossener,
schwimmfähiger Container, der im Lastverkehr verwendet
wird; leichtem [h|i<jtBn] <sw. V.; hat) [niederd. lichtem]
(Seemannsspr.): ein Seeschiff mit einem Leichter teilweise
entladen; Lfijchtheit, die; -: das Leicht sein (1.2a);
Leichtigkeit [I^j<jtK;k%jt]. die; - [mhd. lihtecheit]: 1. geringes
Gewicht; Eigenschaft des Leichtseins (1): Außer der
zweckmäßigen Form wird auch auf L. der Werkzeuge geachtet
(Mantel. Wald 112); das Material zeichnet sich durch
besondere L. aus. 2. das Leichtsein (2); Mühelosigkeit: es
ist eine L.. die Dinge zu verändern; Die Bevorzugung
des Tees hing ... mit der L. seiner Bereitung zusammen
(Jacob. Kaffee 290); in diesem Wagen finden mit L. (ohne
Schwierigkeiten, ohne weiteres) 5 Personen Platz. 3.
Schwerelosigkeit: Ein Himmel ... von magischer L.. schwebte
über den Tannen (A. Zweig. Grischa 71); (sichtlich <Adv.
(veraltend): ohne Mühe; ohne Anstrengung: Dies bewirkte
die Wewerka 1.. indem sie ... unterließ, die Türangeln
zu schmieren (Doderer. Wasserfälle 10S).
leid [I^)t] <Adj.) [mhd. leit. ahd. leid = betrübend,
widerwärtig, unangenehm]: 1. <-er, -este) (Schweiz, mundartl.) ungut,
unlieb; unangenehm: dies ist eine -e Sache. 2, *er*u
imdn./(geh.. selten:) einer Sache, knds. I. sein/werden; etw..
imdn. I. haben (ugs.; einer Sache, jmds. überdrüssig
sein/werden; erw.. jmdn. nicht tnehr leiden, ertragen können): das
Genörgel. das schlechte Essen 1. sein; er war seines Lebens
1.; er schmiß die Freunde ... hinaus, wenn er sie 1. war
(Spoerl, Maulkorb 33); Die Gruppe wurde es schnell I.
(hatte schnell keine Lust mehr), weiterzureden (Ossowski.
Bewährung 130); imdm. I. sein/werden (veraltend: 1. einer
Sache überdrüssig sein/werden: diese Arbeit Ist ihm längst
I. 2. von jmdm. bereut, bedauert werden: seine zornigen
Äußerungen waren ihm 1.); imdm, I. sein um Jmdn./etw.
(veraltend; jmds.. einer Sache wegen Bedauern empfinden*
Meinem Großvater ist es ... 1. um das schöne Geld (Bo-
browski, Mühle 211); jmdm. I. tun (1. etw. bedauern: es
tut mir 1.. daß ich nicht kommen kann, daß ich Sie gekränkt
habe; es würde mir sehr 1. tun. wenn die Sachen
verlorengegangen wären; das braucht dir nicht 1. zu tun [du brauchst
dir keine Vorwürfe. Gedanken o.a.. darüber zu machen,.
das wird dir noch einmal I. tun [du wirst es noch einmal
bereuen]; <als Formel der Entschuldigung:) es tut mir
sehr, schrecklich 1., daß ich Sie gestört habe; (als Formd
der Zurückweisung.) so 1. es mir tut. aber das können
wir nicht dulden; (als Formel der scharfen
Zurechtweisung:) [es] tut mir 1.. aber so geht es nicht. 2. Mitgefühl
für jmdn. haben: die alternde Diva tat ihm einen Augenblick
lang 1.; er kann einem 1. tun mit den Sorgen, die er am
Hals hat; [auch iron.:] Sie tun mir ja direkt 1.); Leid [-1
das; -[eis [mhd. leit. ahd. leidl: 1. tiefer seelischer Schmerz
1658
Leidenschaft
als Folge erfahrenen Unglücks: unsägliches, namenloses
L.. der Krieg hat unermeßliches L. über die Menschen
gebracht; schweres L. [um jmdn.] tragen, erfahren,
erdulden; Spr geteiltes L. ist halbes L.; *imdm. sein L. klagen
jmdm. von seinem Kummer, Ärger o. ä. erzählen: sein Herz
ausschütten). 2. Unrecht, Böses, das jmdm. zugefügt wird:
jmdm. ein L. tun. zufügen; ihm soll kein L./(veraltet:)
-s geschehen; man könnte... erlittenes L. nicht
„wiedergutmachen" (Mostar. Unschuldig 16); *sich (Dativ) ein
L (veraltet.) -s antun (geh.; Selbstmord begehen). 3. * Jmdn.
ins L. laden (Schweiz.; jmdn. zur Beerdigung u. zum Leichen-
schmaus laden).
Iö*-. Leid-: ^erfahrung. die <o. PI.) (geh.): Erlebnis des
Lt\d{enjs: -erfüllt <Adj.; -er, -este; nicht adv.): von tiefem
Leidd) erfüllt, beschwert: -gebeugt <Adj.; -er. -este; nicht
adv\>: von Leid (1) gebeugt: -geprüft <Adj.; -er. -este;
nicht adv.): von einem schweren Leid (1) betroffen: die
-e Familie; -karte, die (Schweiz.): Kondolenzkarte: -mahl,
das (Schweiz.): svw. TLeichenschmaus; -tragend <Adj.; o.
Sieig.; nur attr.): 1. (selten) trauernd: die -e Familie. 2.
d»e schlimmen, bösen Folgen eines bestimmten Ereignisses,
einer bestimmten Handlung tragen müssend: die Kinder
waren der -e Teil bei der Scheidung; <subst.:> -tragende,
der u. die <Dekl. t Abgeordnete): 1. (selten) trauernde[rj
Hinterbliebene/rj. 2. * der/die L. sein (derjenige sein, der
du? schlimmen Folgen, die Nachteile o.a. von etw. (was
er nicht selbst verschuldet hat) tragen muß): der Bürger
tst der L. der Behördenwillkür; ^voll <Adj.; nicht adv.)
<geh.): durch Leid (1) geprägt: er hatte eine -e Jugend;
Äin Leben war I.; er hatte die -e (traurige, schmerzliche)
Erfahrung gemacht, daß...; -wesen, das nur in der Fügung
m fcnds. L. (zu jmds. Bedauern).
Leideform, die; -. -en <PI. selten) (Sprachw.): Passiv: leiden
rtydnl <unr. V.; hat) /vgl. leidend/ Imhd. Ilden, ahd.
lidan, wohl rückgeb. aus: irlldan = erfahren,
durchmachen; urspr. = gehen, fahren, reisen]: La) einen Zustand
nm schwerer Krankheit, Schmerzen, seelischem Leiden o. ä.
auszuhalten, zu erdulden, zu ertragen haben: er hatte schwer,
lange, unmenschlich zu I.; sie waren alle gleich tot ...
es hat keiner gelitten (Zuckmayer, Herr 1S4); sie hat in
ihrem Leben viel gelitten (viel Schweres durchgemacht):
Ziele, für die immer wieder Menschen leiden (Leiden er
trauen, auf sich nehmen) und sterben (Grzimek. Serengeti
43); Er litt um sie, also liebte er sie (Strittmatter.
Wundertäter 295); b) an einer bestimmten Krankheit, einem
bestimmten Leiden erkrankt sein: an Rheuma, an Zucker I.; er
leidet an einem hartnäckigen Ekzem, unter ständigen
Kopfschmerzen, unter starken
Minderwertigkeitskomplexen; c) von. durch etw., jmdn. körperlich od. seelisch stark
beeinträchtigt werden: etw., jmdn. als schwer erträglich
empfinden: er litt an. unter dem Gefühl der Unsicherheit;
sie leiden unter Hunger, Krankheit und Kälte (Plievier,
Sialingrad 62); Frauen, die unter ihren banausischen
Gatten litten (K. Mann. Wendepunkt 13); d) durch etw.
Schaden nehmen: die Bäume haben durch den Frost gelitten:
die Teppiche hatten unter der Feuchtigkeit gelitten; seine
Gesundheit leidet durch die/unter den Strapazen. 2.
(verblaßt od. als Funktionsverb) von etw. (Negativem) betrof-
Jen sein: Mangel. Not. Schaden. Ängste. Pein.
Höllenqualen I.; sie haben großen Hunger gelitten (hungerten):
Stanislaus... litt Durst und Gliederschmerzen (hatte Durst
u. hatte Gliederschmerzen: Strittmatter. Wundertäter 327);
einige litten Bruch (machten eine Bruchlandung. Gaiser,
Jagd 167). 3.a) (in Verbindung mit ..können" od.
..mögen*4) gern haben: als sympathisch, angenehm o.a.
empfinden: jmdn. [gut. nicht] I. können; er konnte, mochte
den Kollegen nie [so recht11.; Achtern ... ist ein Spinner,
dachte Freddy und mochte ihn trotzdem gern I. (Rehn,
Nichts 79); etw. nicht I. können (etw. unerträglich o.a.
finden): er kann, mag [es] nicht I., wenn man ihn stört;
b) (selten) mögen, dulden, hinnehmen: Ich fühlte, daß alle
drei mich litten (Seghers. Transit 61); er konnte niemanden
um sich I. (ertrug niemandes Nähe): er litt (duldete) das
Tier nicht in seinem Haus; <im 2. Part, in Verbindung
mit „sein4'): er ist hier gelitten (man erträgt ihn, nimmt
ihn hin), aber nicht gerade geliebt; nicht sehr gelitten sein;
er ist überall, bei seinen Vorgesetzten gut gelitten (ist
beliebt): sie waren dort nur gelitten (sie waren nicht sehr
beliebt). 4.a) (von Sachverhalten o. ä.) etw. zulassen (meist
verneint): der Plan leidet keinen Aufschub; diese Arbeit,
der Zustand litt keine Verzögerung der Reise; ihre Unruhe
litt den Rückschritt nicht lange (duldete ihn nicht lange:
Th. Mann. Hoheit 45); b) <unpers.. meist verneint)
(veraltend) es an einem bestimmten Ort aushalten: Lilian litt
es nicht mehr daheim auf dem Sofa (Strittmatter.
Wundertäter 29S); Leiden [-]. das; -s. - [mhd. Ilden. subst. Infi:
1. Gebrechen, Krankheit, mit der jmd. über längere Zeit
od. meist dauernd behaftet ist: ein erbliches, chronisches,
unheilbares L.; sein L. ist organisch, hat seelische
Ursachen; ein altes L. machte sich wieder bemerkbar, macht
ihm zu schaffen; er verstarb nach langem, schwerem L.;
er sieht aus wie das L. Christi (ugs.; sieht sehr schlecht,
sehr elend aus): R [es ist] immer das alte L. (immer die
gleiche, ärgerliche Sache): *ein langes L. (ugs. scherzh.;
nicht sehr kräftiger, großer Mann od. große Frau: vlell.
nach der bildl. Darstellung des leidenden Christus am
Kreuz mit unnatürlich verlängerten Gliedern): er ist ein
langes L. 2. (meist PI.) leidvolles Erleben: die namenlosen
L. der Menschen im Krieg; das L. (der Leidensweg) Christi;
wie denn jeder Mensch die ihm zufallenden L. (leidvollen
Erfahrungen) für die größten hält (Hesse. Steppenwolf 3);
die Freuden und L. des Lebens; leidend ['l^idntl <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): 1. mit einem langwierigen od.
chronischen Leiden behaftet: sie haben einen -en Onkel bei sich;
jmd. sieht I. aus; er ist schon lange I. (hat ein chronisches
Leiden): <subst.:> viele der Leidenden resignierten. 2. von
seelischem Schmerz niedergedrückt, gezeichnet:
schmerzvoll: eine -e Miene.
leiden»-, Leidens-: -druck, der <o. PI.) (Psych.): durch eine
psychische Störung bewirkte starke seelische Belastung,
unter der der davon Betroffene leidet: -fähig <Adj.; nicht
adv.): Leidensfähigkeit habend, dazu: -fählgkeit, die <o.
PI.): innere Kraft, Leiden bewußt anzunehmen u. seelisch
zu verarbeiten: Constanza ... in ihrer L., von der nichts
nach außen dringt (Kaschnitz. Wohin 111); -gefährte.
der: svw. t-genösse: einen L. [in jmdm.] finden; -geflhrtin,
die: svw. t-genossin; -genösse, der (auch scherzh.): jmd..
der mit einem anderen das gleiche Schicksal teilt, ein gleiches
Leiden zu ertragen hat o. ä.: -genossin, die: w. Form von
t ^genösse; -geschichte.die <o. PI.) (christl. Rel.): die
Passion (Christi): die L. Christi darstellen, berichten; Ü er
erzählte allen seine L.; er mußte viel -n (jmds. [leicht
übertreibende od. mitleidheischende] Erzählungen von seinen
Krankheiten, Schicksalsschlägen u.a.) anhören; -gesicht,
das (selten): svw. t^miene; -miene, die: dem wirklichen
Zustand nicht entsprechender, übertriebener Ausdruck von
Schmerz in jmds. Gesicht: eine L. aufsetzen, zur Schau
tragen; -Station, die (christl. Rel.): einzelne Station des
Leidensweges Christi: ^weg« der (geh.): Weg des Leidens,
der Krankheit, den jmd. / zu] durchmessen hat: ein schwerer
L. stand ihm bevor; -Werkzeug, das (meist PI.) (Kunst-
wiss.): eines der Sinnbilder der Leiden Christi in bildlichen
Darstellungen: Passionswerkzeug: -woche.die <o. PI.)
(selten): svw. TKarwoche; -zeit, die <PI. selten):
Lebensabschnitt, der für jmdn. von Schicksalsschlägen, Krankheit
o.a. gekennzeichnet ist: nach diesem Ereignis begann für
sie eine lange L.; -zug, der: durch Traurigkeit u.
Leiderfahrung in jmds. Gesicht hervorgetretener Zug.
Leidenschaft, die; -, -en [gepr. für frz. passion]: 1. sich
in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem
Verhalten, in Maßlosigkeit äußernder Gemütszustand (aus
dem heraus etw. erstrebt, begehrt, ein Ziel verfolgt wird):
eine dämonische, schöpferische, blinde L.; die L.
beherrscht jmdn., reißt jmdn. fort, erfaßt jmdn.; die -en
der Menge aufrühren, entfesseln; er ist der Spielball seiner
-en; er ist ein Mensch frei von -en (von nüchterner
Besonnenheit): er hat sich mit L. (mit großem Engagement) für
die Sache eingesetzt, gegen die Ungerechtigkeit gekämpft.
2. große Begeisterung, ausgeprägte [auf Genuß
ausgerichtete] Neigung, Passion für etw., was man sich immer wieder
zu verschaffen, was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte
Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet: Reiten ist
eine L. bei ihm; Autos sind seine L.; seine L. für etw.
entdecken; seiner L. frönen; der L. des Glücksspiels
verfallen sein; er ist Sammler aus L.; er betreibt sein Hobby
mit wahrer L.; sie war von einer L. zum Theater besessen.
3. <o. PI.) sich in starkem Gefühl, in heftigem, ungestümem
Besitzverlangen äußernde Zuneigung zu einem Menschen:
eine wilde, unselige, große, stürmische L.; von einer
heftigen L. für jmdn. erfaßt werden; warum hatte er ... die
1659
leidenschaftlich
Neigung des Mädchens erst bemerkt, als er selbst von
L. geschüttelt war? (Edschmid. Liebesengel 185); <AbI.:>
leidenschaftlich <Adj.>: 1. sehr emotional\ stark gefü/ilsbe-
tont. nicht vom Verstand gelenkt: er ist ein sehr -er Mensch,
eine -e Natur; ein -er Haß beseelt ihn; es gab eine -e
Diskussion über das Problem; etw. I. ablehnen, verteidigen.
2. von Leidenschaft (2) bestimmt: begeistert, eifrig: ein
-er Sammler. Bergsteiger; er gärtnert 1.3. voll großer
Leidenschaft (3): eine -e Liebe; ein -er Liebhaber: sehr I. sein;
I. lieben; jmdn. I. küssen. 4. (Intensivierend bei Adj. u.
Verben) überaus, sehr: er hat sich I. (sehr stark) engagiert;
sie ißt I. gern Schokolade; <Abl. zu l-3:>
Leidenschaftlichkeit, die: -: das Leidenschaftlichsein: leidenschaftslos <Adj.;
-er. -este): frei von emotionalen Einflüssen, sachlich, ver-
nunftbestimmt: er ist ein ganz -er Mensch; Die ...
Argumente ... sind sachlich und -er ... Betrachtung würdig (Mostar.
Unschuldig 17); I. sein; etw. I. behandeln; er wirkte allzu
I. (zu kühl, ohne innere Anteilnalime); b) frei von
Leidenschaften (1): das Lebensideal dieser Menschen ist es. völlig
I. zu werden; <Abl.:> Leidenschaftslosigkeit, die; -.
leider [lajdcl <Adv.) [mhd. leider, ahd. leidir. eigtl. Komp.
von T leid (mhd. [Adv.l leide, ahd. leido)]:
bedauerlicherweise: ich habe I. (zu meinem Bedauern) keine Zeit; I. habe
ich keine Zeit; ich habe keine Zeit. I.! (es tut mir leid!):
Hast du Zeit? - L. nicht. 1. nein!; Ist er wieder da? -
L. ja! (zu meinem Bedauern ist es so): 1- I.. sind wir
nicht in der Lage, das zu machen.
leidig [lajdi^] <Adj.; nur attr.) [mhd. leidec. ahd. leideg.
zu T Leid]: (in bezug auf etwas, was als ärgerlich, störend
o. ä. empfunden wird, was man gerne abschütteln möchte)
unangenehm: lästig:eine-e (dumme) Sache. Angelegenheit;
das ist ein -es Thema. Problem; wenn nur das -e Geld
(das Geldproblem) nicht wäre; das ist ein -er (schwacher,
schlechter) Trost; kam er ... nach Hause mit dem -en
(widerwärtigen j Geruch von Wirtschaften (Frisch, Stiller
119); (eidigenveise <Adv.>: lästigerweise: dummerweise.
leidlich [Uütlu;] <Adj; seltener präd.) [spätmhd. Kdelich,
eigtl. = was zu leiden, zu ertragen ist. zu f leidenl:
einigermaßen den Erwartungen entsprechend, zureichend,
annehmbar: eine -e Anzahl. Menge; wir hatten -es Wetter; er
ist ein -er (einigermaßen guter) Schüler; seine Kenntnisse
sind so I. (gerade noch annehmbar): es geht ihm wieder
ganz I. (ugs.; einigermaßen gut): schießen und I. treffen
können wir; er arbeitet unter I. günstigen Umständen;
die Frage wurde 1. zufriedenstellend gelöst.
Leier [hitel. die; -, -n [mhd. lire. ahd. Iira < lat. lyra
< griech. lyral: l.a) svw. TKithara: die L. spielen; Nie
hörte ich einen Menschen ... meisterlicher die L. schlagen
(Hagelstange. Spielball SO); b) kurz für f Drehleier: die
L. spielen, drehen. 2. (ugs. abwertend) häufig wiederholte,
immer wieder vorgebrachte Äußerung, Klage o.a.. mit der
jmd. einem anderen lästig wird: was er vorbringt, ist immer
die alte, dieselbe L.; Rudolf, der oft gehörten L. müde,
antwortet ... (Noack. Prozesse 142). 3. (ugs.) Kurbel.
Leier-: MUitilope, die [nach der Form des Gehörns]: in
den Steppen u. Savannen Afrikas lebende, zur Familie der
Kuhantilopen gehörende Antilope: -kästen, der (ugs., bes.
berlin.): svw. t Drehorgel, dazu: ^kastenmam, der: Stra-
ßenmusikant. der mit einer Drehorgel umherzieht: -mann,
der <PI. -männer): a) (veraltend) Spieler einer Drehleier:
b) svw. t ^kastenmann; -orgel, die (selten): svw. t
Drehorgel; -schwänz, der: Vogel im Osten Australiens, dessen
lange, aufgestellte Schwanzfedern an eine Leier erinnern.
leiern [lajwil <sw. V.; hat) [mhd. ITren = die Leier spielenl
(ugs.): l.a) eine Kurbel drehen: kurbeln (1): er leierte so
lange, bis die Kurbel abbrach; b) an etw. drehen: an der
Kurbel I. 2. kurbeln (2): das Autofenster in die Höhe,
die Jalousie nach unten I. 3. (einen Text) mechanisch,
monoton, ausdruckslos vortragen, hersagen, herunterleiern:
ein Gebet I.; Alle zehn Strophen ... leierte er wie am
Schnürchen (Grass. Katz 73); <auch ohne Obj.:> du darfst
nicht so I.; Ü hinter ihm. diesem ... Bretterzaun, fing die
Orgel der SchifTsschaukel leise an zu I. (mechanisch,
gleichförmig zu spielen: Böll, Adam 57).
tejh-,l_£jh-: Munt, das: vgl. -haus; -anstatt, die: vgl. -haus;
-arbeit, die <o. PI.) (Wirtsch.): vgl. ^arbeitsverhältnis,
dazu: -Arbeitnehmer, der, ^arbeitsverhältnis, das
(Wirtsch.): Arbeitsverhältnis, bei dem ein Arbeitnehmer für
eine bestimmte Zeit von seinem Arbeitgeber an einen anderen
Betrieb ausgeliehen wird: -auto, das: svw. T ^wagen; ^bl-
Miothek, die: vgl. - bucherei; -bucherei, die: Bücherei, d*
im allgemeinen Unterhaltungsliteratur, Sachbücher u. ä. im
eine befristete Zeit gegen Entgelt ausleiht: -buchhandiunt.
die: Buclihandlung. die I neben dem Verkauf auch J Bücher
ausleiht: -[fahrlrad, das: gegen Entgelt zu leihendes
Fahrrad: ^frack. der: (von einem Verleih) gegen Entgelt m
leihender Frack: ^frist, die: Frist, für die eiw. offiziell
ausgeliehen wird: -gäbe, die: einem Museum von einem anderen
Museum od. von einer Privatperson für eine bestimmte Zeil
zur Verfügung gestelltes Kunstwerk: die Ausstellung enthält
viele -n; Ü der Mittelstürmer der Berliner ist eine L. von
Schalke 04; -geber, der: Institution. Einzelperson, die eine
Leihgabe zur Verfügung stellt: ^gebühr, die: Gebühr, dm
für einen bei einem entsprechenden Unternehmen
ausgeliehenen Gegenstand, bes. für Bücher einer Leihbibliothek. erho»
ben wird, entrichtet werden muß: ^haus. das: von einem
Pfandleiher betriebenes od. auch öffentlich-rechtliches
Unternehmen, in dem Gegenstände als Pfand für Bargeld
entgegengenommen werden: einen Pelz, Schmuck aufs L. tragen,
ins L. bringen; -karte, die: Ausweiskarte, die eine
öffentliche Bibliothek dem Entleiher ausstellt: -kauf, der: svu
f Mietkauf; -rad, das: t -fahrrad; -schein, der: 1. Quittung
für ein gegebeties Pfand (bei einem Leihhaus). 2. betm
Entleihen eines Buches aus einer öffentlichen Bibliothek
vom Entleiher auszufüllendes Formular: -verkehr, der:
zutschen öffentlichen Bibliotheken stattfindender leihweiser
Austausch von Büchern: -Verpackung, die (Kaul-
mannsspr.): Verpackungsmaterial, das leihweise zur
Verfugung gestellt wird: ^wagen.der: Personenwagen. Lastwagen,
der gegen Gebühr für eine bestimmte Zeit gemietet werden
kann: -weise <Adv.) nur im Wege des Leihens: jmdm
etw. I. überlassen; (seltener auch attr.:) der I. Austausch
von Büchern; ^»it, die: vgl. ^frisu -zins, der (Wirtsch.f.
(in der Wirt Schaftstheorie) der für die zeitweilige
Überlassung von Kapital zu zahlende Preis.
Leihe [l^jal. die; -, -n [zu T leihen]: 1. (jur.) die unentgeltliche
Überlassung von beweglichen od. unbeweglichen Gütern het
Verpflichtung der Rückgabe. 2. (ugs.) Leihhaus.
leihen [Igdn] <st. V.; hat) [mhd. Ilhen. ahd. Ilhan =
(zurück-, übriglassen]: 1. (gegen das Versprechen der
Rückgabe) jmdm. vorübergehend etw. aus seinem Besitz
zur Verfügung stellen: ausleihen (2): jmdm. ein Buch, den
Staubsauger, das Auto I.: kannst du mir [bis morgen)
zwanzig Mark I.?; jmdm. eine größere Summe gegen eine
Sicherheit I.; er hat ihm Geld mit. zu 5% Zinsen geliehen,
(auch ohne Obj.:)er leiht nicht gerne (verleiht nicht gerne
etw.). 2. sich (gegen das Versprechen der Rückgabe) et»
aus dem Besitz od. dem Verfügungsrecht eines anderen
erbitten, ausleihen (1): ich habe [mirl den Frack für die
Festlichkeit geliehen; [sich] bei. von jmdm. etw. I.; ich habe mir
das Geld bei der Bank geliehen (ugs.; einen Kredit An
der Bank aufgenommen); er war mit einem geliehenen
Fahrzeug unterwegs. 3. (geh.) zuteil werden lassen, geben, zur
Verfügung stellen: jmdm. seine Hilfe, seinen Beistand L
wie sie ( = die Sonne) ihr Licht den Planeten leihe (Th
Mann. Joseph 75); jmdm. seine Stimme I. (für ihn
eintreten );(Ab\.m 1.2:)Lfi|herfder;-s.-(ugs.): 1. svw.
{Verleiher. 2. svw. t Entleiher.
Leflt [lajkl (selten): T Liek.
Leikauf, Leitkauf f'litj(t).. ]. der: -[eis. ...kaufe [spätmhd
Iei(t)kauf. mhd. litkouf. aus: llt = Obst-, Gewürzwein
u. kouf. tKauft (landsch.): Trunk, mit dem der Abschluß
eines Vertrags od. Handels bekräftigt wird.
Leilach [lajlaxl. Leibk [lajlakl. das; -[eis. -e[n] [mhd. Iitn>-
lach(en), ahd. linlahhan. zu T Lein u. TLakenl (nordd.
veraltend): Bettuch. Leintuch.
Leim [lajm], der; -[e]s. (Sorten:) -e [mhd.. ahd. lim. urspr
eine zum Verschmieren. Verkleben o. ä. dienende, klebrige
Erdmasse]: aus pflanzlichen, tierischen od. synthetischen
Ausgangsstoffen gewonnener, wasserlöslicher, zähflüssiger
Klebstoff, bes. zum Verleimen von Holz u. Papier: L.
kochen; * [jmdm.] auf den L. gehen/kriechen (ugs.; auf jmdn.
jmds. Tricks hereinfallen: sich hereinlegen lassen: nach den
mit Leim bestrichenen Ruten, die schon im MA. zum
Vogelfang benutzt wurden); imdn. auf den L. führen/lock»
(ugs.; hereinlegen, überlisten): laß dich nicht von seinen
großartigen Versprechungen auf den L. fuhren; aus den
L. gehen (ugs.: I. /von etw., was aus zusammengefügten
Teilen besteht/ entzweigehen, sich in seine Einzelteile
auflösen: der Stuhl, die Bank ist aus dem L. gegangen
1660
leise-, Leise-
2-dick werden.die Figur verlieren. 3. / von einer Freundschaft.
Bindung/ keinen Bestand haben, zerbrechen: ihre Ehe ist
jus dem L. gegangen).
Leim-: -färbe, die: mit Leim versetzte Farbe: -gürtel,
der. svw. t-ring; -kraut, das [nach den klebrigen Stielen]
»Bot.): Nelkengewächs mit vielen als Kräuter od. Halbsträu-
cker wachsenden Arten: -ring, der: mit einer klebenden
Ifasse beschichteter Papierstreifen, der. um den Stamm
wn Obstbäumen gelegt. Schädlinge abfangen soll, die am
Stamm hochklettern: Klebegürtel: -rate, die: für den Vogel-
iang verwendete, mit Leim bestrichene Rute, an der sich
darauf niederlassende Vögel hängenbleiben: -n legen, dazu:
Minenleger, der; -sieder, der [2: wohl nach der als sehr
ontönig empfundenen Tätigkeit eines Leimsieders (DJ:
I. (veraltet) Hersteller von Leim. 2. (Schimpfwort)
unbeholfener, energieloser od. langweiliger Mensch: —Stange, die:
vgl -rute; -süß. das:svw.tGlykokoü; -topf.der;-zeichen,
das [1. Bestandteil zu mhd. llchame, t Leichnam] (landsch.):
Sorbe, die von einer Wunde zurückbleibt.
fernen ['lajman] <sw. V.; hat) [mhd. llmen, ahd. limanj:
l.a) ([Holz]teile) mit Hilfe von Leim [wieder] fest
zusammenfügen: den zerbrochenen Hampelmann 1.; der wacklige
Stuhl muß geleimt werden; etw. ist schlecht geleimt; Ü
Are Ehe ist nicht mehr zu 1. (ugs.; ist so zerrüttet, doli
oe sich nicht mehr stabilisieren läßt): b) mit Hilfe von
Leim an etw. befestigen: etw. an, auf. unter etw. 1. 2.
<ugs.) hereinlegen, übertölpeln: Die Kellnerin ... merkte
... daß sie .geleimt' worden war (BM 22. 2. 75, 14); <subst.
Part.:> schließlich war er der Geleimte (der Hereingelegte):
feknig ['l^jmi<jj <Adj.>: klebrig von Leim.
Lein [l^jn]. der; -[eis. -e (mhd.. ahd. lin, urspr. viell. =
der Bläuliche, nach der Farbe der Blüten] (Bot.): Leinge-
*ächs mit vielen als Kräuter od. Halbsträucher wachsenden
Arten.
lEPKLfiin-: -gewächs,das(Bot.): Pflanze einer
weitverbreiteten Pflanzenfamilie, zu der bes. der Flachs gehört: -kraut,
das [die Blätter ähneln dem Flachs (1 a)l: I. (Bot.)
Rachenblütler mit vielen Arten. 1. auf Dünen, Äckern u. a.
wachsendes Kraut mit zahlreichen, um die Achse des Stengels an-
istordneten, leuchtendgelben Blüten: -kuchen, der (Landw.):
bei der Herstellung von Leinöl anfallender, gepreßter
Rückstand, der als Futtermittel verwendet wird: -öl, das: aus
Leinsamen gewonnenes Öl. das u. a. als Speiseöl verwetidet
wird, dazu: -Ölsäure, die: svw. tLinolsäure; -pfad, der:
TLeinpfad; -saat, die <o. Pl.>: svw. l-samen; -samen,
der: stark ölhaltiger Samen des Flachses, dazu: -samenbrot,
das: -tuch, das (landsch.): svw. 1 Betluch; -wand, die; -,
-wände [mhd. llnwät = Leinengewebe, im Frühnhd. nach
'Gewand umgebildet; vgl. mhd. lingewant = Leinenzeug,
Leinengewand 1: 1. <o. P\.) festes Gewebe in Leinwatidbin-
dung. vor allem aus leinen u. Hanf. 2. aalf einen Holzrahmen
gespanntes Stück Leinwand (I), auf das der Kunstmaler
seine Farben imfträgt: eine L. grundieren. 3.
Projektionswand für Filme I im Kino/ u. für Dias: Filmleinwand:
Kinoleinwand: eine transportable L.; Ü einen Roman auf
die L. bringen, übertragen (verfilmen): einen Schauspieler
auf der L. (im Film) sehen, von der L. (vom Film, vom
Kino) kennen; eine saubere L. fordern (Filme, die über
ein gewisses MafJ an Freizügigkeit nicht hinausgehen), zu
1: -wandbindig <Adj.; o. Steig./ (Textilind.): in
Leinwandbindung gewebt, -wandbtndung, die (Textilind.): einfachste
Bindungsart. bei der die Kettfäden abwechsebid über bzw.
unter dem Schußfaden liegen, -wandgröße, die (scherzh.):
bekannter Filmschauspieler. -Schauspielerin: -wandhekJ, der
(scherzh.): Er schritt ... wie -en in den Filmtod schreiten
(Kirst. 08/15. 218); -weber. der: Weber, der Leinwarui
herstellt (Berufsbez.); -zeug, das <o. Pl.>: Wäsche od.
anderes aus Leinen (1) Hergestelltes.
Leine [Iqjna], die; -, -n [mhd. llne. ahd. Ilna, zu TLein.
urspr. = ein aus Flachs hergestelltes Seil]: a) Seil. Tau
von mittlerer Stärke: etw. mit einer L. festbinden,
absperren; (Seemannsspr.:) die -n losmachen, loswerfen; die L.
einholen, aufschießen; b) dünnes Seil o. ä.. auf das Wäsche
im Freien! zum Trocknen aufgehängt wird: Wäscheleine:
eine L. spannen, ziehen; die L. abnehmen; Wäsche auf
die L. hängen, von der L. [abinehmen; *L. ziehen (ugs.;
sich davomnachen. verschwinden: die Binnenschiffe wurden
früher vom Leinpfad aus mit Zugleinen vorwärts bewegt,
also eigtl. = dafür sorgen, daß man von der Stelle kommt):
die Iwans packten schon, zogen L.. latschten wieder ab
(Kempowski, Uns 80); c) am Halsband befestigter Riemen
aus Leder o.a.. an dem ein Tier. bes. ein Hund, geführt
wird: Hunde-. Pferdeleine: den Hund an die L. nehmen,
an der L. führen, haben, halten; die Gestalt eines Jägers
mit seinen Hunden, die kurz an der L. gingen (Langgässer.
Siegel 447); das Tier von der L. losmachen; * lange L.
(/ ErziehungsJgrundsatz. der bes. einem Jugendlichen ein
gewisses Maß an Freiheit eitiräumt. aber nicht gänzlich
auf eine Lenkung od. Führung I in der Erziehung]
verzichtet): jmdm. L. lassen (ugs.; jmdm. Handlungsspielraum,
ein gewisses Mali an Freiheit für eigene Initiativen
gewähren)', jmdn. an der [kurzen] L. haben/halten, jmdn. an die
L. legen (ugs.; jmdn. gängeln, jmdm. wenig Freiheit lassen).
'leinen [lajnan] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [mhd.. ahd. HninJ:
aus Leinen (hergestellt/: einem ... Wagen mit rundem
-em Verdeck (Jahnn. Geschichten 1%).
2leinen [-] <sw. V.; hat) [zu t Leine] (selten): (ein Tier. bes.
einen Hund) an die Leine nehmen: anleinen.
Leinen [-]. das; -s. (Sorten:) - [subst. aus f'leinen]: l.a)
svw. t Flachsfaser; b) aus Flachsfasern hergestelltes,
dauerhaftes u. gut waschbares Gewebe in Leinwandbindung:
grobes, weißes, gestärktes L.; Kleidung. Bettwäsche.
Tischtücher aus L. 2. (Buchw.) fester Einband, der ganz aus Leuten
od. einem anderen Gewebe besteht: eine Ausgabe in L.
feinen-, Leinen- (Leinen): '-band, das <PI. -bänder): sBand
(1) aus Leinen: 2-band, der <P1. -bände): in Leinen (2)
gebundenes Buch: -batist.der: Batist aus sehr feinen
Leinengarnen: -bettuch, das; -bindung, die: svw. t
Leinwandbindung; -damast, der: /großjgemusterstes Leinengewebe:
-drell, der: geköpertes Leitiengewebe: -einband, der: svw.
t Leinen (2); -faden, der: Faden aus Leinengarn: -faser,
die: svw. t Flachsfaser; -garn, das; -gewebe, das; -hose,
die: Hose aus Leinen (I); -imitat, das; -kleid, das: vgl.
-hose; -kostüm, das: vgl. -hose: -laken, das (landsch.);
-papier, das: Papiersorte mit einer Oberflächenstruktur,
die an Leinen (1) erinnert: -schuh, der: Schuh, der mit
Ausnahme der Sohle aus Leinen (xi. ähnlichem Stoff besteht:
-schürze, die; -Stoff, der; -tuch, das; -wasche, die <o.
PI.): Bett-. Tischwäsche aus leinen: -weber: TLeinweber;
-weberei, die; -zeug, das: svw. T Leinzeug.
teinenfuhrig <Adj.; nicht adv.) (Jägerspr.): svw. t fuhrig (1):
Lfiinenzwang, der; -[e]s: behördliche Anordnung, nach der
Hunde in bestimmten Fällen, an bestimmten Orten an der
Leine zu führen sind.
Leineweber, der; -s, - (veraltet): svw. TLeinweber,
Leinpfad, der; -[e]s. -e: svw. tTreidelpfad.
leis [lais): 1 leise.
Leis [-). der; - u. -es. -e[n]: [mhd. leis. gek. aus tKyrie
eleison]: geistliches Lied des MA.. das auf den Refrain
.JCyrieleis" endet.
leise ['Uyza] <^Adj.) [mhd. Ilse. ahd. (Adv.) ITso = sanft,
sacht, langsam, schwach hörbar]: I. nur schwach hörlxir.
nicht laut (Ggs.: 'laut a): ein -s Geräusch; eine 1. Stimme;
ein 1. laufender Motor; er ist ein ganz -s Kind (ist sehr
ruhig, nicht sehr temperamentvoll): über uns wohnen ganz
I. Mieter (Mieter, die keinen Lärm machen): 1. singen,
lachen: die Tür I. (lautlos, ohne ein Geräusch zu
verursachen) öffnen; das Radio -r stellen; ihr müßt ein wenig
-r sein (nicht so viel Lärm machen). 2. <nicht präd.) a)
kaum merklich, kaum wahrnehmbar: ein -r Regen. Duft,
Lufthauch; Ein -r Dunstschleier lag vor ihnen im Himmel
(Rehn, Nichts 61); sie hat einen sehr -n Schlaf (wacht
beim geringsten Geräusch auf): bei der -sten (geringsten)
Berührung der Scheibe wird Alann ausgelöst; die Soße
darf nur I. (ugs.; ganz leicht, nicht stark) kochen; sie lächelte
1.; die Veränderung, die sich 1. (fast unmerklich) am
Himmel vollzog (R. Walser. Gehülfe 9); b) /nur/ schwach
ausgeprägt laber trotzdem unabweislich. unüberhörbar]. in
Andeutung vorhanden, leicht (3): ich habe 1. Zweifel, einen
-n Verdacht, eine 1. Hoffnung, daß ...; er hatte nicht die
-ste (überhaupt keine) Ahnung; sie verspürte ein -s
Unbehagen; er hatte eine I. Andeutung gemacht; mit -m Bedauern
von etw. sprechen; ich zweifle I. an dem Erfolg der Aktion;
* nicht im -sten (nicht im mindesten, überhaupt nicht).
leise-, Leise-: -fuß, der (abwertend): svw. t Leisetreter;
-treten <st. V.; ist) [zu t Leisetreter] (abwertend): sich möglichst
unauffällig, wie ein Leisetreter verhalten: August Kühn
war längere Zeit leisegetreten, hatte sich nicht... gemuckst
(Kühn. Zeit 100); sollte Loewe nun lieber I.? (Spiegel 1.
1977.21); -treter, der: 1. (Schimpfwort)y>w/.. der es vermei-
1661
Leishmania
det aufzufallen, der sich unterordnet, keine Zivilcourage
hat. 2. (scherzh.) Schuh mit weichen Sohlen, mit dem man
unhörbar geht: Herbert warf sich in Schale und zwängte
sich in seine L. (Grass. Blechtrommel 222). zu 1: -treterei
[-tre:t3'r^j], die; -: das Leisetreten, ^tretertech <Adj.>
(abwertend): in der Weise eines Leisetreters (1): der alte -e
Klügler ... mußte verschwinden (Fussenegger. Haus 37).
Leishmania [l^jf ma:nla], die; -. ...ien [...pn; nach dem engl.
Arzt W. B. Leishman (1856-1926)1 (BioL Med.):
schmarotzendes, verschiedene Krankheiten übertragendes
Geißeltierchen: Leishmaniose [...manio:z3). die; -, -n (Med.): durch
Leishmanien hervorgerufene Tropenkrankheit.
'Leist [I^jstl. der; -[eis [zu t Leisten) (Tiermed.): entzündliche
Erkrankung von Bändern it. Sehnen am Fuß bei Pferden.
2Leist [-]. der: -es. -e [rückgeb. aus f leisten in der Wendung:
Gesellschaft leisten) (Schweiz.): a) von Zeit zu Zeit sich
versammelnde Gesellschaft: b) Gesellschaftslokal.
Leiste ['lajstal. die: -. -n [mhd. liste, ahd. listal: I. schmale
Latte aus Holz od. Band aus Kunststoff bzw. Metall, das
als Randleiste zur Verzierung od. zum Abdecken von Fugen
dient: etw. zur Zierde, zum Abdichten mit -n einfassen;
die Tapete hat ein Mäanderband als abschließende L.
2. kurz für tKnopfleiste: ein Mantel mit verdeckter L.
3. (WebereO Webkante eines Stoffs. 4. (Bergsteigen) sehr
schmaler horizontaler Felsabsatz (der gerade einem Fuß
Platz bietet). 5. (Anat.) (beim Menschen u. bei Säugetieren)
seitlicher Teil der Bauch wand am Übergang zum
Oberschenkel bzw. beim Tier zu den hinteren Extremitäten.
leisten [l^Jstnl <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. leisten = befolgen,
erfüllen, ausführen, zu TLeisten, also eigtl. = einer Spur
nachgehenl: l.a) schaffen, vollbringen, zustande bringen,
erreichen: er hat etwas, viel, wenig. Außerordentliches,
Erstaunliches geleistet; das Buch leistet keine echte Kritik,
keine Neuorientierung; b) (Arbeit o.a.) verrichten, tun,
machen: gute politische Arbeit 1.; ganze, hervorragende
Arbeit 1.; zehn Überstunden 1.; c) (nutzbare Leistung)
erbringen: der Motor leistet 80 PS. leistet zu wenig; d)
bieten, gewähren (insbes. die Zahlung von etw.): der Bund
hat jährlich Zahlungen in Höhe von 5 Milliarden zu I.
(zu zahlen): e) (verblaßt od. als Funktionsverb:) Beistand
1. (beistehen): Hilfe 1. (helfen): einen Beitrag 1. (beitragen
zu etw.): jmdm. einen guten Dienst, gute Dienste 1. (einen
Dienst, gute Dienste erweisen: von Nutzen sein): Umdm.l
Ersatz 1. (fjmdnij etw. ersetzen): einen Eid 1. (schwören);
[beil Jmdm. Abbitte 1. (jmdm. etw. abbitten): Urndm.)
Gehorsam 1. (gehorchen): ümdm.) Gefolgschaft 1. (treu
folgen): Widerstand 1. (sich widersetzen): Gewähr. Garantie
1. (garantieren): Verzicht 1. (verzichten): eine Anzahlung
1. (einen Betrag anzahlen): eine Zahlung 1. (einen Betrag
bezahlen): eine Unterschrift 1. (unterschreiben). 2. (ugs.)
a) sich etw. Besonderes, was mit nicht ganz üblichen,
größeren Ausgaben verbunden ist, zukommen lassen, anschaffen:
sich einen Maßanzug, ein neues Auto, eine große Reise
1.; (scherzh.:) heute leiste ich mir mal ein Eis mit Sahne;
*sich (Dativ) etw. I. können (die finanziellen Mittel zu
etw. haben): kannst du dir das auch 1.?; von seinem Gehalt
kann er sich kein Auto 1.; b) etw. zu tun wagen, ohne
auf Normen o.a. Rücksicht zu nehmen: was der sich heute
wieder dem Chef gegenüber geleistet hat!; sich eine
Frechheit, unverschämte Bemerkung 1. (herausnehmen): ich
kann es mir nicht 1. (erlauben), zu spät zu kommen; sie
kann sich trotz ihres Alters diese jugendliche Frisur noch
1.; er kann sich jetzt keine Fehler mehr 1. (er kann jetzt
keine Fehler mehr machen, ohne daß es ihm schadet: er
darf jetzt keine Fehler mehr machen): da hast du dir einen
groben Schnitzer geleistet (da ist dir ein grober Schnitzer
unterlaufen).
Leisten [-]. der; -s. - [mhd.. ahd. leist. auch: Spur. Weg;
eigtl. = (Fuß)abdruckp. I. bei der Schuhmacherarbeit
gebrauchtes Modell in Form eines Fußes: Pantoffeln werden
nur über einen L. gearbeitet, geschlagen; Spr Schuster,
bleib bei deinem L. (tu nur das, wovon du etwas verstehst)!:
♦alles über einen L. schlagen (ugs.; alles mit dem gleichen
Maßstab messen: ohne Rücksicht auf wesentliche
Unterschiede alles gleich behandeln: wohl nach dem Bild eines
nachlässig arbeitenden Schusters, der alle Schuhe über
einen Leisten schlägt und so nur Schuhe gleicher Größe
anfertigt). 2. Schuhspanner: die Schuhe auf L. spannen.
Ugste*- [zu t Leiste (5)]: --band, das <P1. -bänder) (Anat.):
unterer Abschluß der Bauchdecke, an dem die Bauchmuskeln
ansetzen: -beuae, die (Anat.); -bruch, der (Med.):
Eingeweidebruch oberhalb des Leistenbandes: -dreieck, dm
(Med.): unterhalb der Leistenbeuge liegende dreieckige
Region zwischen dem Leistenband u. dem Schneidermuskel
an der vorderen Innenseite des Oberschenkels: -fneal.
die (Anat.); -hemie, die (Med.): svw. t^bruch; -bodm*
der (Med.): anormale Lage des Hodens in der Bauchhckk
od. im Leistenkanal: -kanal, der (Anat.): Kanal (3) m
der Leistengegend zwischen Bauchhöhle u. Schamgegend,
der beim Mann den Samenstrang, bei der Frau das runk
Mutterband enthält: -zerning, die (Med.): Zerrung im
Bereich der den Oberschenkel anziehenden Muskeln.
Leistung, die; -. -en [mhd. leistunge, zu f leisten]: 1. o
PI.) das Leisten (1): die L. unzumutbarer Arbeiten
verweigern; zur L. des Wehrdienstes bereit sein; die L. (Beztäh
lung) bestimmter Beträge verlangen; L. (Begleichung i m
Geld, in Naturalien; den Schuldner auf L. (Jur.; Erfülltem
eines Anspruchs) verklagen. 2.a) das Geleistete: geleistete
körperliche, geistige Arbeit: unternommene Anstrengung &
das erzielte Ergebnis: eine gute, hervorragende, schlechte,
schwache, mangelhafte L.; eine große sportliche,
technische L.; diese Erfindung ist eine großartige L.; die *«n
des Schülers lassen nach; gute -en aufweisen können,
bieten, vollbringen, erzielen; die Mannschaft hat eine reift.
geschlossene L. gezeigt; die -en steigern, erhöhen; etw
beeinträchtigt die L.; reife L! (Jugendspr.; großartigst
b) <P1. selten) das durch eine Tätigkeit, ein Funktionier**
[normalerweise] Geleistete: die L. eines Mikroskops, de»
menschlichen Auges, des Denkvermögens, der
Fachsprachen; die L. (den Ausstoß, die Produktion) einer Fabrik,
einer Maschine steigern, verbessern; c) <P1. selten) (Physik)
Arbeit[sleistung] in der Zeiteinheit: die L. des
Elektromotors beträgt 100 Watt; ausgestrahlte L. [des Senders]: 30
Kilowatt: ein Motor mit einer L. von 50 PS. 3. (im Rahme*
einer / finanziellen] Verpflichtung) Geleistetes, Gewährtet,
insbes. geleisteter, gezahlter Betrag: die sozialen -en der
Firma, der Krankenkasse; -en beziehen, erhalten.
tejstungs-, Lgistun&s-: -abfall, der: Abfall in der Leistung
(2). in der Leistungsfähigkeit: -abgäbe, die (Technik*
Abgabe von Leistung (2 c); -abzeidien, das (Sport): einn
der verschiedenen Abzeichen für abgelegte sportliche o. d
Prüfungen: -anreiz, der; -ansprudi, der (Amtsspr):
Anspruch auf Leistungen (3); -anstieg* der: vgl. ^abfall;
-berechtigt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Amtsspr.): berechtigt.
Leistungen (3) zu empfangen: -bitanz, die (Wirtsch,): «
der Za/ilungsbilanz enthaltene Teilbilanz, in der die Exporte
von Waren u. Dienstleistungen den Importen gegenüberge*
stellt werden: -dichte, die (Sport): Vorhandensein guter
Sportler u. guter Leistungen in einer Sportart: -druck, der
psychischer Druck durch Zwang zu hoher Leistung (2afc
-durchschnitt, der: Durchschnitt des Geleisteten: der
Schuler hat einen L. von 2.4; -föhig <Adj.; nicht adv.): 1.
von einer Beschaffenheit, Verfassung, die [gute] Leistungen
ermöglicht: fähig od. geeignet, etwas zu leisten (1): -e
Betnebe. Maschinen; gesund und 1. bleiben. 2. in der Lax*,
angemessene, beträchtliche Leistungen (3) zu erbringen: eint
-e (Krankenversicherung, dazu: -ßihigkeit, die <o. Pl.r
bis zur Grenze seiner L. arbeiten; -gerecht <Adj>: der
Arbeitsleistung entsprechend: -e Entlohnung; -aeselbchaft.
die (oft leicht abwertend): Gesellschaft (1). in der vor allem
die für die Gesamtheit erbrachten Leistungen im Hinblick
auf soziale Stellung, Ansehen, Erfolg usw. ausschlaggebend
sind: in unserer inhumanen, profitorientierten L. ist für
die Alten kein Platz; Chancengleichheit in der soziales
L.; gewicht, das (Technik. Kfz.-W.): (bei Motoren,
Fahrzeugen) das Verhältnis des Gewichts zur Höchstleistung.
-grenze, die <o. PI.): Grenze der Leistungsfähigkeit; -giW*
pe, die (Schulw.): vgl. -kurs; -gymnastik, die (Sportr
Wettkampfgymnastik; -klage, die (Jur.): Klage auf Leistung
(3), auf Erfüllung eines Anspruchs; -klasse, die: I. (bes
Sport) Klasse, in die insbes. Wettkämpfer od. Mannschaften
nach Können, Leistung/sfähigkeit/ o.a. eingestuft werden.
2. (Wirtsch. gelegt!) Qualitätsklasse eines Produkt*.
-knick, der: Knick in der Leistungskurve, Leistungsabfall
-kontrolle, die: Kontrolle der / schulischen] Leistung (2at
-kraft, die: svw. sfähigkeit; -kurs.der (Schulw.): unixers*
tären Arbeitsformen ähnelnde Unterrichtsveranstaltung. die
im Gegensatz zum Grundkurs zusätzliche Kenntnisse in
einem Lehrfach vermitteln soll; -kurve, die: I gedachte] Kt*-
ve, die das im Verlauf einer Zeit Geleistete seinem jeweiligem
1662
Zeit-, Leit-
Betrag (pro Zeiteinheit) od. seiner jeweiligen Qualität nach
darstellt: die L. des Sportlers, Arbeiters. Politikers fällt
mit zunehmendem Alter; die L. eines Motors aufzeichnen;
^tahn.der(bes. DDR): nach der Arbeitsleistung berechneter
Lakn, -messer, der: 1. (Elektrot.) Gerät zum Messen der
Wirkleistung eines elektrischen Stroms. 2. (Technik) Gerät
a*m Messen der mechanischen Leistung; -motivation, die
»Psych.); -nachweis, der: [Schulzeugnisse und andere -e;
-aheau, das (bes. Päd.): allgemeines Niveau der Leistungen
•2ä) einer Gesamtheit von Personen]; -norm, die: Norm
fir die Quantität lu. QualitätJ der Arbeitsleistung; MMrlen»
■nt <Adj.; -er. -este>: an Leistung orientiert, die Leistung
Mi Wertmalistab, Motivation ansehend; eine -e Gesellschaft;
*m%% der (jur.): Erfüllungsort; -prämie, die (bes. DDR):
Geldprämie für gute Leistungen (2 a); -prinzip, das <o.
?1 > CWirtsch.. Päd.): in der heutigen Gesellschaft (1)
praktizierte Auffassung, nach der sich die materiellen u. sozialen
Chancen des einzelnen allein nach der Qualität u. dem Umfang
ttmer Leistung bemessen sollen; -Prüfung, die: 1. (Schulw.)
Prüfung zur Ermittlung der Lern- u. Arbeitsleistung. 2.
Pferdesport. Motorsport u. a.) Prüfung in Form eines Lei-
f^nfsvergleichs, ^Wettbewerbs. 3. (Landw.) Prüfung zur
Erfassung der Leistungen u. besonderen Qualitäten von Nutz-
■vwi bzw. der Zuchtleistung bei Nutztieren od. Pflanzen;
Reaktor, der (Technik): Kernreaktor, der hauptsächlich
der Erzeugung nutzbarer Wärmeenergie dient; ^reserve.
ä (bes. Technik. Med.): Reserve an Leistungskraft;
^4duu, die (Wirtsch.. Landw.): Schau, bei der bestimmte
Leistungen, Produkte ausgestellt, vorgeführt werden;
Schild, das (Technik): Schild auf Maschinen u. Geräten
mit Angaben über die Leistung (2c); -schütz, der (Jur.):
*heberrecht lieber Schutz für bestimmte wissenschaftliche,
technische, organisatorische od. künstlerische Leistungen;
schwach <Adj.; nicht adv.>: in der Leistung nur schwach,
w geringer Leistungsfähigkeit (Ggs.: leistungsstark): ein
<r Schüler; die Maschine ist 1. <Abl.:> -schwäche, die;
spitze, die: 1. Höhepunkt der Leistungsfähigkeit. 2. (Tech-
alt) Maximum der Leistung (2 c); -sport, der: Sport zur
Erzielung besonderer [ WettkampfJleistungen; --Sportler,
der vgl. -sport; --stand, der: Stand des Geleisteten, derzeiti-
an Leistungsniveau: ein hoher L. [in] der Technik; der
L des Schülers ist gut; -Standard, der: vgl. -niveau; -stark
Adj.; nicht adv.>: bes. gute Leistungen erbringend, von
waßer Leistungsfähigkeit (Ggs.: leistungsschwach): ein -er
Schüler. Sportler; eine -e Wirtschaft; ein -es Benzin; die
Maschine ist 1.; -Steigerung, die; -stufe, die: 1. Stufe
*es Geleisteten, der Leistungen (2a). 2. (Technik) Stufe
4er Leistung/sabgabej; -test, der: Test zur Erfassung der
Leistung (2) bzw. der Leistungsfähigkeit; -tief, das (Sport):
«*L Formtief; -turnen, das: wettkampfmäßiges Turnen;
^ vergleich, der: 1. Wettbewerb zur vergleichenden
Feststellt* des Leistungsstandes, der Leistungsfähigkeit: ein sport-
kfaer. internationaler L.; ein L. zwischen den Betrieben.
ait anderen Betrieben. 2. Vergleich der Leistungen bzw.
&r Unterschiede in Leistungsstand od. -fähigkeit; -vermö-
mm. das <o. PL): svw. -fähigkeit; -Verweigerung, die: 1.
•hes. SozioI.. Päd.) gegensätzlicher Einstellung
entspringendes Verhalten bes. Jugendlicher im Hinblick auf das, was
^fdere (Lehrer, Ellern, die Gesellschaft) an Leistung von
+men erwarten, verlangen als Protest gegen Leistungsprin-
HP. Leistungsdruck w. Leistungsgesellschaft. 2. (jur.)
Verorderung einer vertraglichen Leistung (1); -verzug, der
jur.): svw. tSchuldnerverzug; -Wettbewerb, der: 1.
Wettbewerb, bei dem die bessere Leistung über den Sieg entscheidet.
ifWirtsch.) Wettbewerb auf dem Gebiet der Produktionsieh
tauigen u. der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; -wille.
ät. Wille, etwas zu leisten; -Zentrum, das: Sportstätte,
m der Hochleistungssportler bestimmter Sportarten durch
mensives Training gefördert werden; -Zeugnis, das: Zeugnis
aber berufliche, schulische o. ä. Leistungen (2 a); -ziel, das;
^ariaae.die: vgl. -Zuschlag; -Zuschlag, der: Zuschlag zum
Grundgehalt, -lohn für zusätzliche Leistungen (2 a); -zwang,
vier. (bes. Soziol.): das Gezwungensein, das Sich-gezwungen-
Fühlen, möglichst höhe Leistungen (2 a) zu erbringen.
tt-, Lfift-: -art. die (Biol.): Pflanzen* od. Tierart, die
hauptsächlich in einem bestimmten Lebensraum vorkommt u. für
diesen charakteristisch ist; vgl. Leitpflanze; -artikel, der
von engl, leading articlel (Zeitungsw.):
kommentierender Artikel an bevorzugter Stelle (meist auf der ersten
Seite) einer Zeitung od. Zeitschrift, in dem zu wichtigen
aktuellen Problemen Stellung genommen wird, dazu:
Partikeln <sw. V.; hat) (Zeitungsw. Jargon scherzh.): Leitartikel
schreiben: die .Augsburger Allgemeine" .... in der Herbert
Wehner hin und wieder leitartikelt (Spiegel 4. 1976. 20).
-artikebchreiber, der. -artikler. der (Zeitungsw. Jargon):
jmd., der regelmäßig Leitartikel verfaßt; -aufsatz, der:
zentraler bzw. das Thema umreißender Aufsatz bes. in einer
Zeitschrift od. in einem Buch; -begriff, der: zentraler
Begriff; -bein, das (Sport): Sprungbein beim
Stabhochspringen, das nach dem Absprung gestreckt nach vorn geschleudert
wird; -betrieb, der (DDR): Betrieb, der innerhalb eines
Produktionsbereichs die besten Voraussetzungen hat [u. als
Leitbild fungiert]: der L. für chemische Anlagen; -bild.
das: leitende Vorstellung od. deren Verkörperung; Ideal,
Vorbild: Stars und andere -er der Mode; ein L. der Jugend/
für die Jugend; -block, der <PI. ...blocke) (Schiftbau):
Block zur Führung eines Taus; -bündel, das (Bot.): aus
einem Röhren-, Gefäßbündel bestehender, strangförmiger
Verband von Leitgewebe bei höheren Pflanzen; -faden, der
[1: wohl unter Anlehnung an t Ariadnefaden für T Vademe-
cum): 1. kurzgefaßte Darstellung zur Einführung in ein
Wissensgebiet; Lehrbuch: ein L. der Physik. 2. den Fortgang
von etw. Leitendes: ... und findet so am L. seines eigenen
Denkens ... den Zugang zum Ganzen (Enzensberger.
Einzelheiten I. 157); -flhlg <Adj.; nicht adv.> (Physik.
Technik): so beschaffen, daß Energie geleitet werden kann; die
Beschaffenheit von Stoffen aufweisend, die Energie leiten
f können J: -e Stoffe, dazu: -fähigkeit, die <o. PI.>: leitfähige
Beschaffenheit; -feuer. das (Schiffahrt): Leuchtfeuer,
dessen schmales Strahlenbündel den Kurs im Fahrwasser
anzeigt; -form, die (Zool.): vgl. -art; -fossil, das (Geol.):
für einen bestimmten geologischen Zeitabschnitt
charakteristisches Fossil; -funkstrahl« der (Flugw.. Milit.):
kursweisender od. -bestimmender, durch Funk gesendeter Strahl;
-geb, -geber: t Leitgeb. f Leitgeber; -gedanke, der:
leitender Gedanke. Grundgedanke: der L. eines Buchs, einer
Epoche; -gewebe, das (Bot.): Nähr- u. Aufbaustoffe
transportierendes pflanzliches Dauergewebe; -haar, das <ZooI.):
steifes, gerades Deckhaar; -hammel, der: 1. Hammel, der
die Herde fuhrt. 2. (abwertend) Anführer, dem die Menge
willig u. gedankenlos folgt; -henast, der: vgl. -hammel
(1); -hund, der: 1. Hund, der die Meute führt. 2.
Blindenhund. 3. am Leitseil (1 a) geführter Hund des Gespanns,
das den Hundeschlitten zieht. 4. (Jägerspr.) am Leitseil
(1 a) arbeitender Jagdhund\ der die Fährte u. den Aufenthalt
des Wildes ausmacht; -idee, die: vgl. -gedanke; - inst i tut,
das: vgl. -betrieb; -karte, die (Bürow. usw.): jeweils
vorangestellte Karteikarte mit leitendem Hinweis, der sich auf
die folgenden Karteikarten bezieht; -kauf: t Leitkauf; -ke-
ael, der (Verkehrsw.): kegelförmiges Verkehrszeichen, das
zur provisorischen Markierung bzw. Abgrenzung der
Fahrbahn reihenweise aufgestellt wird; -kurve, die (Geom.):
Trajektorie der erzeugenden Geraden einer Regelfläche; -li-
nie, die: 1. bestimmender Grundsatz, leitender
Gesichtspunkt, richtungweisender Anhaltspunkt (für das Handeln):
die -n der Politik festlegen. 2. (Verkehrsw.) abgrenzende
Fahrbahnmarkierung in Form einer weißen od. gelben meist
unterbrochenen Linie. 3, (Geom.) senkrecht auf der
Hauptachse von Kegelschnitten stehende Gerade, mit deren Hilfe
sie definiert werden können; -motiv, das: 1. leitendes,
bewegendes Motiv. Leitgedanke; ein L. seines Denkens.
Schaffens. 2.a) (Musik) häufig wiederkehrendes
charakteristisches Motiv mit fester Zuordnung zu einer bestimmten
(auftretenden od. vorgestellten) Person. Situation. Stimmung
usw. (bes. in Opern, sinfonischen Dichtungen o. ä.); b) (Lite-
raturw.) häufig wiederkehrende, einprägsame Formulierung.
Aussage, die in der Art eines musikal. Leitmotivs (2 a) fest
mit einer bestimmten Person. Sache. Situation. Stimmung
usw. verbunden ist. dazu: -motivisch <Adj.; o. Steig.): a)
das Leitmotiv betreffend; b) in der Form. Art eines
Leitmotivs; -pflanze, die (Bot.): 1. einen Lebensraum od. eine
Pflanzengesellschaft kennzeichnende Pflanze[nart];
Leitart. 2. svw. t Indikatorpflanze; -planke, die: 1. seitliche
Planke aus Stahl. Beton o. ä.. die von der Fahrbahn
abkommende Fahrzeuge aufhalten soll: der Wagen prallte gegen
die L., wurde über die L. geschleudert. 2. (Technik) svw.
t Führungsschiene; -rad. das (Technik): feststehender Ring
von Drall vermittelnden Schaufeln in Turbinen bzw. von
Drall entziehenden Schaufeln in Pumpen o.a.; -riemen,
der (Jägerspr. usw.): lederne Hunde-. Pferdeleine; -satz.
1663
leitbar
der: leitender Grundsatz: Leitsätze des Handelns, der
Politik, der Partei; -schiene, die: 1. (österr.) svw. T^planke.
2. (Technik, bes. Eisenb.): Schiene innen neben der
Fahrschiene, bes. zum Schutz gegen Entgleisen; -schnür, die
(selten): Richtschnur; -seil,das: l.a) (Fachspr., auch südd.,
österr.. Schweiz.) Leine zum Führen des Hundes. Zugtiers;
b) (veraltend, geh.. oft abwertend) das Handeln Leitendes,
Bestimmendes; am L. einer Idee, Partei hängen. 2.
Schleppseil; -spindel, die (Technik): mit Gewinde versehene Spindel
am Werkzeugschlitten von Drehbänken, die den Vortrieb
beim Gewindeschneiden erzeugt; -spruch, der: Wahlspruch.
Motto: -stand, der (Technik): Schaltzentrale: der L. eines
Atomkraftwerks; -stelle, die: zentrale Stelle. Einrichtung,
von der aus etw. geleitet, gelenkt, befehligt wird: ^stern,
der: Stern, der als richtungweisender Orientierungspunkt
dient; U (geh..) der L. eines Menschen, eines Zeitalters;
-strahl, der: 1. svw. Kfiinkstrahl. 2.a) (Geom.)
Verbindungsstrecke zwischen dem Punkt eines Kegelschnittes u.
seinem Brennpunkt; Fahrstrahl. Radiusvektor; b) (Physik)
bei einer Zentralbewegung die gerichtete Verbindungslinie
(Vektor) vom Kraftzentrum zum jeweiligen Ort des
Massenpunktes (xi. Körpers: Fahr strahl. Radiusvektor; -Studie, die:
svw. T Pilotstudie; -thcma, das: durchgehend bestimmendes
Thema; ^tier, das: 1. (Jägerspr.) weibliches Tier, das ein
Rudel Rotwild ixl. Damwild führt. 2. (Zool.) ranghöchstes,
führendes Alttier (in Herden mit Rangordnung); -ton, der
(Musik): Ton. der nach harmonischer bzw. melodischer
Auflösung in einen um einen Halbtonschritt entfernten Ton
strebt, (im Dur-Moll-System) bes. der Halbton unter der
Tonika; -trieb, der (Bot., Gartenbau): (bei bestimmten
I Obst ]bäumen währetiddes Jugendwachstums) der Haupt-.
Mitteltrieb in der Krone, von dem die Äste u. Zweige
abgehen; -vermerk,der (Bürow. o.ä.): (bei Schriftstücken.
.Akten usw.) Vermerk über die Weiterleitung; -vermögen, das
<o. Pl.>: svw. t -fähigkeit; -Währung, die (Wirtsch.):
international weitverbreitete Währung, an deren Kursen sich
andere Währungen orientieren: —weg, der (Postw.):
Übermittlungsweg (bei Ferngesprächen od, Telegrammen);
-werk, das: I. (bes. Flugw.. Waflent.) Gesamtheit der
Steuerflächen (bes. am Heck). 2. (Schiffahrt) Bauwerk
(an einer Schleuse, engen Durchjährt o. ä.) zur Führung
einfahrender Schiffe. 3. (Datenverarb.) Abruf-, Steuerungs-,
Überwachungsteil einer Datenverarbeitungsanlage: -wert,
der (Physik. Klektrot.): Kehrwert des elektrischen
Widerstandes: -wort,das: l.a) <P1. ...Wörter) Wort, das einen
Leitgedanken ausdrückt; Ausdruck, der einen Leitgedanken
zur Geltung bringt; b) <P1. ...worte) svw. !-spruch. 2.
<PI. ...Wörter) (Bürow. usw.) im weiteren maßgebendes
Stichwort (z. B. einer Kartei); -zahl, die (Fot.): Kennzahl
bei Blitzlichtgeräten, die durch das Produkt aus
einzustellender Blendenzahl u. Entfernung gegeben ist.
leitbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich leiten lassend, dazu:
Lfijtbarkeit. die; -; 'Leite ['Iqjtal. die; -. -n (Schweiz.): 1.
Wasserleitung. 2. Holzrutschbahn.
*Leite N. die; -. -n Imhd. Ute, ahd. (h)llta. verw. mit t lehnen,
eigtl. = die Geneigte] (südd., österr.): Berghang, Abhang.
leiten[lajtn] <sw. V.; hat)[mhd. leiten, ahd. leiUDan.
Veranlassungswort zu t leiden in der urspr. Bed. ..gehen, fahren";
also eigtl. = gehen, fahren machen): 1. verantwortlich
führen: eine Arbeitsgruppe, eine Schule, einen Betrieb I.;
ein Orchester, einen Chor 1.; eine Expedition 1.; eine
Sitzung, eine Diskussion, die Verhandlungen 1.: ein [Fußballl-
spiel 1. (Sport; bei einem / Fu/Jball J spiel als Schiedsrichter
tätig sein): <auch ohne Akk.-Obj.:> der Schiedsrichter hat
gut geleitet; <1. Part.:) leitender Angestellter. Beamter.
Ingenieur; eine leitende Stellung. Funktion haben; <subst.
1. Part.:) der. die Leitende. 2.a) begleitend, geleitend [hin J-
führen, [hin/gelangen lassen: jmdn. ins Zimmer I., durch
mehrere Räume I.; Ü mein Instinkt, ein Gefühl leitete
mich an die richtige Stelle; b) hinweisend führen, durch
bestimmenden Einflu/S lenken: diese Bemerkung leitete [uns]
auf die richtige Spur, sich schwer 1. lassen; sich nur von
wirtschaftlichen Gesichtspunkten I. lassen; <1. Part.:) der
leitende Gedanke war, daß ...; es fehlt die leitende Hand;
c) in eine bestimmte Bahn bringen, irgendwohin lenken:
Erdöl. Gas durch Rohre I.; der Bach wird in einen Kanal,
in ein anderes Bett geleitet; der Verkehr wurde über eine
Umgehungsstraße geleitet; Akten, ein Gesuch an die
zuständige Stelle 1. 3. (Physik. Technik) Energie
hindurchgehen lassen, weiterführen: Metalle leiten Strom. Elektrizität,
Wärme; Medien, die den Schall leiten; dieser Stoff leitet
gut; leitende Materialien; 'Leiter [l^jte]. der; -s, - [mhd.
leitaere. ahd. leitäri = Führer): 1. jmd.% der etw. leitet.
jmd.,der leitend an der Spitze von erw. steht: ein technischer,
kaufmännischer, künstlerischer L.; der L. einer Firma,
Abteilung. Schule. Delegation. Expedition, Diskussion,
eines Orchesters; L. sein; der L. (Sport; Schiedsrichter)
des [Fußballspiels. 2. (Physik. Technik) Stoff, der Energie
leitet: ein guter, schlechter L.; als L. wirken.
*Leiter [-]. die; -. -n [mhd. leiterte), ahd. leitara, verw.
mit T lehnen, also eigtl. = die Angelehnte]: Gerät mit
Sprossen od. Stufen zum Hinauf- u. Hinuntersteigen: eine hohe,
ausziehbare L; die L. anstellen, an die Wand stellen,
lehnen; die L. (Drehleiter, Feuerwehrleiter usw.)
ausschwenken, ausfahren; die L. hinauf-, hinuntersteigen; auf
die L. steigen; auf der L. stehen; über eine L. ins Freie
gelangen; ander [schwedischen! L. (svw. t Gitterleiter)
turnen; Ü die L. des Erfolgs. Ruhms emporsteigen.
teiter-, Leiter- (2Leiter): -artig <Adj.; o. Steig.); -bäum.
der: Holm (1 b) der Leiter; -sprosse, die; -wagen, der
Pferde- od. Handwagen mit leiterartigen Seilenteilen.
Leiterin, die; -, -nen [mhd. leitaerinne = (An)führerinJ: w
Form zu t'Leiter (1); Lgjtersdileife, die; -. -n (ElektrotJ:
System von langer Erstreckung, das aus zwei elektrischen
Leitern, je einem für die Hin- u. für die Rückleitung besteht
Leitgeb [Iqjtge.-p]. den -en, -en, Leitgeber [...ge:be], der.
-s. - [mhd. lltgebe(r). aus: lit = Obst-, Gewürzwein u
geber (in Zus.: gebe) = Geber) (mundartl.): Wirt; Leitkauf
[l^jt-1: Nebenf. von tLeikauf.
Leitung [l^jtonl. die;-.-en: l.a) <o. PL) Tätigkeit, Funktion.
Amt des Leitern (1): die L. der Firma, der Expedition,
der Diskussion übernehmen; jmdm. die L. von etw.
übertragen, anvertrauen; die L. niederlegen; die Abteilung steht
unter der L. eines Diplomkaufmanns; unter [der] L. eines
Managers tätig sein, durchgeführt werden; bei einem
[Fußballspiel die L. haben (Sport; Schiedsrichter sein): b)
leitende Personen, Führungsgruppe: der kaufmännischen L. eines
Warenhauses angehören. 2. <o. PI.) das Geleitetwerden.
Führung, Betreuung: der Jugendliche braucht eine feste,
straffe L. 3. a) aus einer Röhre od. aus mehreren aneinander
angeschlossenen Röhren bestehende Einrichtung, Anlage,
durch die Stoffe geleitet, befördert werden; Rohrleitung
eine L. für Gas, Wasser legen; b) Energie transportierende,
insbes. Elektrizität leitende Einrichtung, Anlage von langer
Erstreckung; insbes. Draht, Kabel zum Transport von
elektrischem Strotn: die L. steht unter Strom. Hochspannung
eine L. ziehen, anzapfen; c) Leitung (3 b) für die
Übermittlung elektrischer Signale; insbes. Telefonleitung: die L. ist
besetzt, frei, überlastet, unterbrochen, gestört; die L. ist
tot (ugs.; übermittelt kein Zeichen); eine L. anzapfen,
abklemmen; eine direkte L. zum Ort des Geschehens
einrichten, schalten; es knackt in der L.; es ist jmd. in der L.
(ugs.: l.jmd. hört mit. 2. jmd. spricht auf derselben Lei tum: t.
gehen Sie aus der L.!; R lange L., kurzer Draht! (salopp.
er, siebegreift schwer, du begreifst schwer; eigtl. = langwie^
rige Übermittlung, auch bei kurzem Draht b); bei ihm
steht einer auf der L. (salopp; er versteht, erfalSt das nichi
sofort, er ist begriffsstutzig)', *eine lange L. haben (u£>-,
schwer begreifen, begriffsstutzig sein)\ auf der L. stehen,
sitzen (salopp; etw. nicht sofort verstehen, erfassen,
begriffsstutzig sein).
Lgjtungs-: -anästhesie. die (Med.): Anästhesie durch
Betäubung der Nerven, deren (Leitungs)bahnen in das zu
betäubende Körpergebiet führen; -bahn,die (Fachspr.. z. B. BioL
Med.): Bahn, Weg, auf dem erw. an eine bestimmte Stelle,
in ein bestimmtes / Körper jgebiet geleitet wird (z. B.
Blutgefäß); -draht, der: Draht einer elektrischen Leitung; ^aewe*
be, das (Med.): Reize weiterleitendes Gewebe (z. B.
Nervenzellen); -gremhim, das: leitendes Gremium; -hahn, der
Hahn an der / Wasser Jleitung; -heimer, der [geb. nach
t Hohenastheimerl (ugs. verhüll, scherzh.): Leitungswasser
-kader, der (DDR); -kollektiv, das (DDR); -kraft, die:
leitende Kraft (3); -mast.der: tragender Mast für die Strom-
od. die Telefonleitungienl; -netz, das: Netz, System um
Leitungen (3a. b); ^rohr, das: Rohr der Leitung (3ar.
-schnür, die: Schnur, die den Strom zu einem elektrischen
Gerät leitet; -tätigkeit.die <o. PL): die L. der Staatsorgane:
-vermögen, das: svw. f Leitfähigkeit; -wasser, das <o. PI. "
Wasser [aus] der Wasserleitung; -widerstand, der (Physik.
Elektrot.): Widerstand einer elektrischen Leitung.
1664
Lenk-
U4 [lek], der; -. - [alban. Lek. eigtl. = Kurzf. des männl.
Vom. Alexander, nach der Abbildung Alexanders d. Gr.
auf den älteren Münzen]: Währungseinheit in Albanien
• ILek = lOOQindarka).
Lektion [lektßjo:n]. die: -. -en [kirchenlat. lectio = Lesung
aus der Bibel < lat. lectio = das Lesen. Vorlesen, zu:
legere = auflesen.sammeln; auswählen; lesen]: l.a) (Päd.)
Chungseinheit. Unterrichtspensum. Pensum einer
Unterrichtsstunde. Kapitel in einem / fremdsprachlichenJ Lehr-
u. Übungsbuch: die zehnte L. eines Lehrbuchs
durchnehmen; seine L. [in Französisch] lernen, gut können; b) (Päd.
veraltend, noch regional) Unterrichts-. Lehr stunde (bes.
w einem Kurs, in einer Vortragsreihe): eine L. [über ein
Thema] ausarbeiten, vorbereiten, halten, geben: Beginn
der -en um 8 Uhr (St. Galler Tagblatt 3. 10. 68. 5); c)
t Fechten) Übungseinheit. Trainingsstunde: stumme L.
' Fechttraining ohne mündliche Anweisungen des
Übungsleiters): d) (Reiten) Aulgabenteil einer Dressurprüfung. 2.a)
(bildungsspr.) einprägsame Lehre. Belehrung (insbes. in
Form einer Äußerung, einer beziehungsvollen Handlung od.
einer lehrreichen Erfahrung): eine gründliche, bittere L.;
das sollte dir eine L. sein; diese Niederlage dürfte eine
heilsame L. für die Mannschaft sein: eine L. [in Höflichkeit]
bekommen, erhalten; die L. begreifen; jmdrn. eine scharfe
L. (Zurechtweisung) erteilen, geben; b) svw. T Lesung (1 b);
Lektionar [lektßiona:^]. das; -s. -e u. -ien [...a:rpn], Lektio-
narium [...'na:rium].das; -s. ...Ien [...pn; kirchenlat. lectio-
narium. zu lat. lectio. T Lektion] (christl. Kirche): 1.
liturgisches Buch mit den im Gottesdienst zu lesenden
Bibelabschnitten in der Reihenfolge ihrer Verlesung im Kirchenjahr
(Sammelbez. für Epistolar 1 u. Evangeliar). 2. Lesepult,
an dem die Verlesung der nach der kirchlichen Ordnung
vorgeschriebenen Bibelabschnitte vorgenommen wird:
Lektor [lektor. auch: ...to:?], der; -s. -en [l£k'to:ran; lat. lector
= Leser. Vorleser, zu: legere. T Lektion]: 1. Lehr/ beauftrag-
tjer. bes. an einer HiKhschule. der [ergänzende] Kurse
gibt u. /praktische/ Übungen leitet (Berufsbez.): ein L.
für Sprecherziehung. 2. Mitarbeiter, bes. bei einem Verlag,
der Manuskripte prüft u. bearbeitet. Projekte vorschlägt
u. Kontakt mit Autoren aufnimmt bzw. unterhält
(Berufsbez.). 3. (christl. Kirche) a) (ev. Kirche) Laie, der in
Vertretung des Pfarrers Lesegottesdienste hält: b) (früher) Person
mit dem zweiten Grad der katholischen niederen Weihen:
c) (kath. Kirche) Laie, der während der Messe liturgische
Texte vorliest, dazu Lektorat [lekto'ra:t], das; -[e]s, -e:
1. (Hochschulw.) Lehrauftrageines Lektors (1). 2.
(Verlagswesen) a) / Verlagslahteilung. in der die Lektoren (2)
arbeiten: b) Gutachten (eines Lektors), in dem die Prüfung u.
Beurteilung eines Manuskripts. Buchs o. ä. zusammengefaßt
wird: von einem Manuskript ein L. anfertigen; lektorieren
[lEkto'ri.ran] <sw. V.; hat)(bes. Verlagswesen): /als Lektor
(2)7 (ein Manuskript. Buch o.a.) prüfen, begutachten: ein
Buchlmanuskript] I.; (auch ohne Akk.-Obj.:> er lektoriert
in einem Frankfurter Verlag; Lektorin [lek'to.nn], die;
-. -nen: w. Form zu t Lektor; Lektüre [lek'ty:re], die; -.
-n [frz. lecture < mlat. lectura = das Lesen, zu lat. legere.
T Lektion]: 1. <o. PI.) a) das fortlaufende, den inhaltlichen
Zusammenhang verfolgende Lesen (bes. eines längeren
Textes): aufmerksame, kursorische L.; bei der L. [des Buchs.
Briefs] fiel mir auf. daß ...; ein Buch zur L. empfehlen;
b) (Päd.) Lesen u. Übersetzen im Rahmen des Unterrichts
bzw. einer Unterrichtsstuwle: (Schülerspr.:) L. haben. 2.
<P1. selten) Lesestoff: [eine] gute, wertvolle, erbauliche,
spannende, leichte, schwierige L.; das Buch ist nicht die
richtige L. für dich, für den Urlaub; jmdm. etw. als L.
empfehlen; <Zus. zu 1 b:> Lektürestunde, die.
Lekythos [le.kytos], die; -. ...then [le'ky:tn; griech. lekythos
= ölflasche] (Archäol.): altgriechischer, als Ölgefäß
dienender Tonkrug mit schlankem Hals u. Henkel.
Le-Mans-Start [b'mä:-], der: -[e]s. -s [nach den Rennen
auf der Rennstrecke bei der nordwestfrz. Stadt Le Mans.
bei denen diese Startart früher vorgeschrieben war]
(Motorsport früher): Start bei Autorennen, bei dem die Fahrer
wer über die Fa/irbahn zu ihren Wagen laufen müssen.
Lerama [lona], das; -s. -ta [lat. lemma = Titel. Überschrift;
Sinngedicht < griech. lemma. eigtl. = alles, was man
nimmt, zu: lambänein = nehmen]: 1. (Fachspr.) Stichwort
in einem Nachschlagewerk (bes. Wörterbuch od. Lexikon):
eine Wortform als L. ansetzen; etw. unter einem L. suchen.
2.a) (Math.. Logik) Hilfssatz (bei einer Beweisführung):
b) (antike Logik) Prämisse. 3. (veraltet) Überschrift. Motto
o.a. zur Inhaltsanzeige: <Abl.:> lemmatisieren flemati-
zi:ran] <sw. V.; hat) (Fachspr.): mit Stichwort versehen
/ u. entsprechend ordnen]: Karteikarten I.; <Abl.:> Lemmati-
sknmg, die: -. -en.
Lemming [lemml. der; -s. -e [dän. lemming. H. u.. vidi,
urspr. lautm.; H. u.l: in der nördlichen kalten Zone lebende
Wühlmaus.
Lemniskate [lemnis'ka:t3]. die; -. -n [zu lat. lemniseätus
= mit Bändern geschmückt, zu: lemniscus = Band.
Schleife < griech. lemniskos] (Math.): ebene algebraische Kurve
vierter Ordnung von der Form einer liegenden Acht.
Lempira [lem'pi:ra], die; -. -s (aber: 5 Lempira) [nach dem
Namen eines Indianerhäuptlings]: Währungseinheit in
Honduras (\ Lempira = 100 Centavos).
Lemur [le'mu:£]. der; -en. -en. Lemure [le'mu:re], der; -n.
-n (meist PI.) [1: lat. lemures <PI.) = Seelen der
Abgeschiedenen; 2: nach dem lauten nächtlichen Treiben der Tiere]:
1. (röm. Myth.) Geist eines Verstorbenen, der als Spukgeist.
Gespenst umgeht. 2. madagassischer Halbaffe mit dichtem,
weichem Fell u. langen Hinterbeinen: Maki: <Abl. zu 1:>
lemurenhaft <Adj.; -er. -este) (bildungsspr.): Lemuren.
Gespenstern ähnlich, eigentümlich: lemurisch <Adj.; o. Steig.)
(bildungsspr.): a) zu den Lemuren (1), Gespenstern
gehörend: b) den Lemuren (1) ähnlich, eigentümlich.
Lenden [lene:dn] <P1.) [lat. lenaea < griech. Lenaia. zu:
lentfs = Kelter]: Fest im alten Athen zu Ehren des Gottes
Dionysos mit Aufführungen von Tragödien u. Komödien.
Lendchen [lent^dn]. das; -s, - (Kochk.): kleines Stück Lende
(2); Lende [lendd]. die; -. -n [mhd. iende = Lende; ahd.
lenti = Niere]: l.a) (meist PI.) (bes. Anat.) Körperteil,
-gegetid über Hüfte u. Gesäßhälfte (bzw. entsprechender
Teil beim Körper der Säugetiere): er arbeitete, bis ihm
die -n schmerzten; b) <P1.) (dichter.) Körperteil, der die
Gegetid der Lenden (1 a). Leisten u. Geschlechtsteile umfaßt.
2. <Vkl. T Lendchen) (beim Schlachtvieh) Fleisch der
Lendengegend: ein Stück L.; die L. braten.
landen-, Landen-: -braten, der (Kochk.); -»egend, die;
-lahra <Adj.; nicht adv.): lahm in den Lenden (1 a).
kreuzlahm: von der Arbeit 1. werden; Ü eine -e (abwertend;
sehr schwache) Ausrede; -schmerz, der: Schmerz in der
Lendengegend /wie er bei einem Hexenschuß auftritt/:
^schürz, der (Völkerk.): Geschlechtsteile u. Gesäß
bedeckendes Kleidungsstück: einen L. tragen; -steak, das (Kochk.):
Steak von der Lende (2); ^stich,der(Med.): svw. T
Lumbalpunktion; -stück, das (Kochk.); ^wirbel, der (Anat.): einer
der Rückenwirbel zwischen Kreuzbein u. Brustwirbeln.
Lenes: PI. von TLenis.
Leng [lenl. der; -[e]s. -e [aus dem Niederd. < mniederd.
lange, wohl zu Hang, nach dem länglichen Körper]: als
Speisefisch geschätzter, im nördlichen Atlantik u. in der
westlichen Ostsee vorkommender, dem Schellfisch ähnlicher
Fisch mit brauner bis grauer Oberseite u. weißlichem Bauch:
Langfisch: <Zus.:> Langfisch, der: svw. TLeng.
Lenierung [leni:runl. die; - [zu lat. lenire = schwächer
machen, zu: lenis, fLenis] (Sprachw.): Schwächung von
Konsonanten, bes. in den keltischen Sprachen.
Leninismus [leni'msmus]. der; -: der von W. 1. Lenin
(1870-1924) weitergeführte Marxismus: Leninist, der; -en,
-en: An/iänger. Vertreter des Leninismus: leninistisch <Adj.;
o. Steig.): a) den Leninismus betreffend, zu ihm gehörend:
b) auf dem Leninismus beruhend, in seinem Sinne.
Lenis [le:ms]. die; -. Lenes [le:ne:s; lat. lenis = (ge)-
linde] (Sprachw.): mit schwachem Druck u. ungespannten
Artikulatiotxsorganen gebildeter Verschluß- od. Reibelaut:
lenisieren [leni'zi:ren] <sw. V.; hat) (Sprachw.): (stimmlose
Konsonanten) zu stimmhaften Konsonanten erweichen.
L$nk-: -achse, die (Eisenb.): beweglich gelagerte Achse an
Lokomotiven u. langen Schienenfahrzeugen: -flugkörper,
der (bes. Waflent.): Flugkörper, der durch Fern- od.
Eigenlenkung die Flugrichtung [u. die Geschwindigkeit / ändern
kann: -Betriebe, das (Kfz.-T.): Getriebe (1). in dem die
Drehbewegung des Lenkrades so untersetzt wird, daß ein
Lenken ohne großen Kraftaufwand möglich ist: ~kufe. die:
bewegliche Kufe zum Lenken: ^rad, das: svw. T Steuerrad,
dazu: -radschaltung, die (Kfz.-T.): Gangschaltung, deren
Hebel an der Lenksäule angebracht ist: ^radschloß, das
(Kfz.-T.): das Lenkrad blockierendes Schloß: -siule, die:
svw. t Steuersäule; -*stanae.die: (bes. beim Fahrrad u.
Motorrad) einer Stange ähnlicher Teil mit zwei Griffen zum Lenken.
105 GDW
1665
lenkbar
lenkbar [lenkba:g] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: 1. sich lenken
(1 a) lassend; steuerbar: ein -es Luftschiff. 2. sich leicht
lenken (2b) führen, leiten lassend; lenksam: ein -es Kind;
<Abl.:> Lenkbarkeit, die; -: 1. lenkbare (1 a) Beschaffenheit,
lenkbarer Zustand; Steuerbarkeit. 2. lenkbare L Wesens ]art.
Lenksamkeit; lenken [lenkn] <sw. V.; hat) [mhd. lenken,
zu: lanke. TGelenk]: La) steuern; mit Hilfe der Steuerung,
der Zügel einer Sache, einem Tier eine bestimmte Richtung
geben: ein Auto, ein Fahrrad, ein Fuhrwerk I.; ein Reittier
[am Zügel] I.: den Wagen nach links I.; (auch ohne Akk.:>
mit einer Hand, sehr sicher I.; laß mich mal I.!; b) (geh..
veraltend) [s/eine Richtung nehmen: nach Hause I. (nach
Hause gehen); der Pfad lenkte (führte) in die Schlucht.
2.a) veranlassen, daß sich etw. auf etw. richtet bzw. in
eine bestimmte Richtung bewegt: das Gespräch in eine
andere Richtung, auf ein anderes Thema I.: jmds.
Gedanken auf etw. I.; den Verdacht auf jmdn. 1.; seinen Blick,
seine Aufmerksamkeit auf etw. I. (richten); seinen
Schritt/seine Schritte zum Bahnhof I.; <l. + sich:) der
Verdacht lenkte (richtete) sich auf den Ehemann; b) leiten,
führen: er läßt sich schwer I.: es fehlt [bei] ihm die lenkende
Hand; das Gespräch, den Gang der Verhandlungen I.
(richtunggebendbestimmen): einen Staat I. (führen,
regieren); die Wirtschaft, die Presse, die Sprache I. (oft
abwertend; durch Reglementierung, weitgehende Eingriffe, Vor-
Schriften od. Weisungen maßgeblich bestimmen,
beeinflussen); eine gelenkte (durch Lenkung, Weisung beeinflußte
(xi. zustande gekommene) Meldung; <Abl.:) Linker, der.
-s. -: La) Lenkrad, Lenkstange: den L. loslassen; *sich
(Dativ) den goldenen L. verdienen (ugs. spött.. bes. Solda-
tenspr.. Schülerspr.. Studentenspr.: sich durch
kriecherisches Verhalten bei Vorgesetzten. Lehrern o. ä.
einschmeicheln: nach der übertr. Bed. von TRadfahrer); b)
(Maschinenbau) Konstruktionsteil, das der Führung eines bestinun-
ten Bauteils dient. 2.a) jmd.. der ein Fahrzeug lenkt: der
L. des Wagens; (österr.. Schweiz, häufig ohne
Genitivattribut; Kraft-, /Mutorjradfahrer. Fahrer.) die Fahrdisziplin
der L. (Sonntagspost 3. 12. 67. 2); b) (geh.) jmd.. der
etw., jmdn. lenkt (2 b). leitet: der L. des Staates, einer
Schlacht, unseres Schicksals; Lpikerin, die; -, -nen: w.
Form zu TLenker (2); lenksam [lcnkza:m] <Adj.; nicht
adv.) (selten): svw. T lenkbar (2); <Abl.:> Lpiksamkeit, die;
- (selten): svw. T Lenkbarkeit (2); Lenkung, die; -. -en:
1. <o. PI.) a) das Lenken (1 a): die L. eines Wagens, eines
SchilTes; b) das Lenken (2 b); Führung, Leitung: die L.
eines Staates; die L. der Wirtschaft. 2. Vorrichtung zum
Lenken eines Fa/irzeugs; die L. eines Fahrzeugs reparieren;
<Zus. zu 1 b:> Lenkungsausschuß, der (bes. Politik):
Ausschuß für die / wirtschaftliche) Lenkung.
lentamente[lenta'mento] <Adv.) [ital. lentarnente. zu: lento.
t lento] (Musik): langsam; lentando [lentando] <Adv.) [ital.
(s)lentando. zu: lentare = verlangsamen, zu: lento. t lento]
(Musik): nach u. nach langsamer; zögernd; <subst.:>
Lentando [-]. das; -s. -s u. ...di: nach u. nach langsamer werdendes
Zeitmaß: fentement [lät'mä] <Adv.) [frz. lentement. zu:
lent < tat. lentus = langsam] (Musik): langsam.
Lentigo [len'thgo]. die; -. ...gines l...gine:s; lat. lentlgo]
(Med.): kleines, linsenähnliches Muttermal; fentikular [lEnti-
ku'la:g]. lentikulär [...'k:g] <Adj.; o. Steig.) [lat.
lenticularis, zu: lenticula. Vkl. von: lens (Gen.: lentis) = Linse]
(Med.): I. linsenförmig. 2, zur Linse des Auges gehörend;
Lentuellen [lenti't^ebn] <P1.) (Bot.): dem Gasaustausch
dienende, nach außen warzenförmige Erhebungen bildende
Kanäle in der Korkschicht von Holzgewächsen.
lento [lento] <Adv.) [ital. lento < lat. lentus = langsam]
(Musik): langsam (etwa wie largo); <subst.:> Lento [-].
das; -s. -s u. ...ti: L langsames, gedehntes Zeitmaß. 2.
Musikstück (od. ein Teil davon) mit der Tempobezeichnung
,'lento"; <Zus.:) Lpitofonn.die (Sprachw): beim langsamen
Sprechen verwendete volle Form; vgl. Allegroform.
lenz [lentß] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mniederd. lent
(in Zus.) = zu Ende, end-, zu: lenden = etw. zu Ende
bringen] (Seemannsspr.): leer, frei (von Wasser).
Lenz 1-1. der; -es. -e [mhd. lenze, ahd. lenzo. zu Hang,
nach den länger werdenden Tagen]: 1. (dichter, veraltet)
Frühling: der L. ist da; Ü der L. des Lebens (die Jugend);
* einen sonntaen/schonen/ruhtaen/faulen usw. L. haben; einen
ruhiisen/faulen/schlauen usw. L. schieben (salopp
abwertend; ein angenehmes, bequemes Leben bzw. eine leichte,
bequeme Arbeit haben): du hast einen [schönen] L.!; sich
(Dativ) einen schönen L. machen (salopp abwertend; sich
das Leben bz*'. die Arbeit bequem machen). 2. <PL;
(scherzh.) Lebensjahre: sie zahlt erst 17 -e; mit 20 -en.
Lenz- ([dichter.] veraltet): -roonat, der: 1. März. 2.
Frühlingsmonat; Mnond, der: svw. T -monat (1); ^tag, der; ^zeit
die <o. PI.)
'lenzen [lent^n] <sw. V.; hat) [mhd. lenzen] (dichter,
veraltet): Frühling werden: es lenzt.
2lenzen [-1 <sw. V.; hat) [zu flenz] (Seemannsspr.): La)
(einen Schiffsraum von Leck- od. Ballastwasser) leer
pumpen: ein Boot, einen Ballasttank 1.; b) durch Lenzen (1 aJ
entfernen: das Wasser aus dem Kohlenbunker ... I. (Ott.
Haie 173). 2. mit kleinster Segelfläche vor dem Sturm laufen.
Lenzing [Icntßinl. der; -s. -e [zu TLenz] (veraltet): März:
lenzlich <Adj.; o. Steig.) (dichter, veraltet): wie im Lenz.
Lenzpumpe, die; -. -n (Seemannsspr.): Pumpe zum 2Lenzen
(1).
Leo [le:o]. der: -s. -s [1: H.u.: viell. nach einer
löwenähnlichen Abbildung auf der Verpackung (lat. leo = Löwe)*
2: H. u.l: L (landsch. salopp) Zigarrenstummel. 2. (Fußball
Jargon) Abspiel mit dem Absatz: einen L. spielen.
Leonberger ['leionbergr»]. der; -s. - [nach der Stadt Leonberg
(Baden-Württemberg)]: zu den Doggen gehörender großer,
bes. als Wach- u. Begleithund dienender Hund mit
Hängeohren, langem Schwanz u. langem, gelb- bis rotbraunem Haar.
leoninisch [Ieoni:niJ]: fVers; t Vertrag.
leonisch [le'o:niJ] <Adj.; nur attr.) [nach der nordspan. Stadt
Leon] (Textilind.): aus Metallfäden durch Umspinnen od.
Umwickeln anderer Fäden hergestellt: -e Garne, Gespinste.
Leontiasis[Ie3n'ti:azis].die; -. ...iasen [...'Ua:zn; griech. leon-
tiasis.zu: leön (Gen.: leontos) = Löwe] (Med): krankhafte
i durch Verdickung der SchadeIknochen hervorgerufene
Veränderung des Gesichts zu löwenartigem Aussehen.
Leonard[leo'part],der;-en.-en[spätlat. leopardus < griech.
leöpardos; das griech. Wort formal beeinflußt von lat.
leo (griech. leön) = Löwe u. pardus (griech. pärdos) =
Parder]: in Afrika w. Teilen Asiens heimisches, dem Jaguar
sehr ähnliches Raubtier (Großkatze) mit meist fahl- bis
rötlichgelbem Fell mit gleichmäßig über den ganzen Körper
verteilten, kleineren schwarzen Flecken u. langem Schwanz:
<Zus.:> LeopQfdenfell, das: Fell eines Leoparden.
LeopoMi [leo'paldi] <o. Art.), LeopQlditag, der; -[e]s. -c
(österr.): Tag des heiligen Leopold (15. November).
Leotard [Iö'ta:d], das; -s. -s [frz. löotard. engl, leotard.
nach dem frz. Artisten J. Leotard (1830-1870)]: zum
Turnen, beim Ballett o. ä. getragenes, einteiliges, enganliegendes
[ärmelloses] Trikot.
Lepidolith [lepido li:t. auch: ...lit], der; -s u. -en. -e[n] [zu
griech. lepis (Gen.: lepidos) = Schuppe u. T-Iith]: in
schuppiger od. blättriger Form vorkommendes, zartrotes, weißes
od. graues Mineral; Lepidopteren [...dop'te:ran] <PI.) [zu
griech. pterön = Flügel] (Biol.): svw. TSchmetterlinge;
Lepidopterotooe [...ptero'lo:g3]. der; -n. -n [Möge]:
Fachmann, Wissenschaftler auf dem Gebiet der Lepidopterologie;
Lepidopterologie [...lo'gi.l.die; - [T-Iogie]: svw. tSchmetter-
lingskunde; lepidopterologisch U'lo:gij] <Adj.; o. Steig.;
nichi präd.): die Lepidopterologie betreffend.
Leporello [lepo'relo], das; -s. -s [nach der langen Liste der
Geliebten des Don Giovanni, die sein Diener Leporello
- in Mozarts Oper - angelegt hat] (Druckw.. Buchw.):
harmonikaartig gefalteter, breiter u. längerer Streifen
Papier, bes. Leporelloalbum.
Leporello-: ^album. das: harmonikaartig gefaltete
Bilderreihe (z. B. Ansichtskartenreihe. Bilderbuch); -buch, das: vgl.
^album; -liste, die: Liste der Geliebten.
Lepra [le:pra]. die; - [lat. lepra < griech. 16p ra. zu: leprös
= schuppig, uneben, rauh, aussätzig]: svw. f Aussatz;
<Zus.:> leprakrank <Adj.; o. Steig.: nicht adv.): an Lepra
erkrankt, <subst.:) Leprakranke, der u. die; Leprom [le-
pro:m], das; -s, -e (Med.): Knoten unter der Haut bei
Erkrankung an Lepra; lepros [...o:s], leprös [...e:s] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) [spätlat. leprösus] (Med.): La) in
der Art der Lepra; b) auf Lepra beruhend. 2. an Lepra
leidend, aussätzig; Leprosorium [lepro zo.riüm], das; -s,
...ien [...pn]; (Med.): I.Krankenhaus zur Pflege
Leprakranker. 2. Siedlung, Dorf od. Kolonie, in der Leprakranke
isoliert sind u. medizinisch versorgt werden.
Lepta: PI. von t'Lepton; lepto-, Lepto- [lepto-; zu griech.
leptös] (Best, in Zus. mit der Bed.): schmal, dünn, klein
(z. B. leptosom. Leptosome); leptokephal [...keTa.l]: t lepto
1666
Lese-
ÄPhal; Leptomeningitis,die: -. ...itiden (Med.): Entzündung
äer weichen Hirnhaut: leptomorph [...'morfl <Adj.; o. Steig.)
Uu griech. morphe = Gestalt]: svw. f leptosom; 'Lepton
Ocp um], das; -s. Lepta [griech. leptön]: l.a) sehr kleines
atigriechisches Gewicht: b) kleine altgriechische Münze. 2.
Währungseinheit in Griechenland (100 Lepta = 1
Drachme); 2Lepton [Isptan]. das; -s. -en [lepto.ndn] (Physik):
mcht einer starken Wechselwirkung unterworfenes Fermion
mit kleiner Masse): leptosom [leptozo:m] <Adj.; o. Steig.)
bu griech. söma = Körper] (Med.. Anthrop.): (in bezug
mf den Körperbautyp) schmal, schlankwüchsig: -er Typ.
Korperbau; I. sein; <subst.:> Leptosome, der u. die; -n.
-o • Dekl. t Abgeordnete); Leptospira [...spi:ra], die; -. -n
bu tat. spira < griech. speTra. fSpirale] (BioL. Med):
tpiralförmiger Krankheitserreger: Leptospirose [...spi-
nxo], die; -. -n (Med.): durch Leptospiren hervorgerufene
Infektionskrankheit (oft mit Gelbsucht einhergehend): leP:
tOKphal [...tßefa:l] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. kephale
= Koptl (Biol.. Med.): svw. f dolichozephal; Leptozephgle.
der u. die; -n. -n <Dekl. TAbgeordnete) (Biol.. Med.):
«w. tDolichozephale; Leptozephalie [...tßefa'li:]. die; -
ißiol.. Med.): svw. TDolichozephalie.
Lerche [lenp]. die; -. -n [mhd. lerche. lerche. ahd. lerahha.
Hu.]: am Boden niste tider Singvogel von unauffälliger Fär-
Imns. mit einer Haube auf dem Kopf der oft mit trillerndem
Gesang steil in die Höhe steigt: die L. trillert, jubiliert:
Zus..) Lerchensporn, der: Erdrauchgewächs mit roten,
weiten od. gelben Blüten, die in einem langen, zur Erde
gebogenen Sporn auslaufen.
Ip». Lp-n-: -aktiv, das [zu t2Aktiv] (DDR Schulw.): zur
Vertiefung u. Erweiterung des Wissens freiwillig außerhalb
des Unterrichts arbeitende Gruppe von Schülern. Lehrern
ad. Smdenten: Arbeitsgemeinschaft: ein L. für Mathematik
bilden; -begier, die: vgl. -eifer. -begierde, die <o. PI.):
*vw. t-begier; -begierig <Adj.): vgl. -eifrig; -behindert
(Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Päd.): schwachbegabt, leicht
minderbegabt (u. acuter im Unterricht der normalen
Grundschule nicht zu fördern). <subst.:) -behinderte, der u. die
meist PL), dazu: -behindertenpädagogik, die; Pädagogik
du Förderung lernbehinderter Kinder: -eifer, der: Eifer.
Fleiß im Lernen: den L. der Schüler anregen, belohnen;
-eifrig <Adj.): eifrig, fleißig im Lernen: -e Schüler; -fähig
Adj.; nicht adv.): fähig zu lernen, dazu: -fahigkeit, die
o. PL); -frage, die (Päd.): den Vorgang u. die Fähigkeit
Jet Lernens dialogisch fördernde (methodische) Frage:
Mvstört <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Psych.. Päd.): in
Jer Lernfähigkeit gestört: -hilfe, die: Hilfe. Mittel od.
Anhaltspunkt beim Lernen von etw.: -inhah, der (Päd.): Inhalt.
Gegenstand des Lernens (bes. im Unterricht): -ma9chine,
die (Päd.): mechanisches od. elektronisches Hilfsmittel für
Jen programmierten Unterricht: -mittel, das <meist PI.)
*Päd.. Schulw.): Hilfsmittel für den Lernenden (z. B.
Lehrbucher. Hefte): freie L.. dazu: -mittelfreiheit, die <o. PI.)
* Schulw.): kostenloses Überlassen der Lernmittel bzw. ihres
Gebrauchs für den Schüler: -motivation, die (Päd.):
Motivation (1) zum Lernen: -Programm, das (Päd.): einen
Lerninhalt vermittelndes Programm im programmierten
Unterricht; -prozeß, der: 1. (Psych.. Päd.) Vorgang des Lernens.
2. (bildungsspr.) Prozeß, bei dem man durch Erfahrungen.
Erleben usw. Einsichten gewinnt. Zusammenhänge begreift
a. daraus lernt: sich in einem langwierigen, schwierigen
L. befinden; etw. wird zu einem wichtigen L.; -Psychologie,
die: psychologische Wissenschaft, die das Lernen
(Lernfähigkeit. Lernprozesse usw.) zum Gegenstand hat: -schritt,
der (Päd.): Schritt, kleinste Einheit in einem Lernprogramm:
-schule, die (Päd.): Schule, in der hauptsächlich aufs Lernen
Wert gelegt u. die Ausbildung von Fähigkeiten u.
Fertigkeiten vernachlässigt wird: -Schwester, die: Krankenschwester
tn der Ausbildung: -spiel, das (Päd.): Spiel\ bei dem
gleichzeitig etwas gelernt wird: ^stofT, der (Päd.): zu lernender
Stoff: den L. eines Lehrbuchs bewältigen; -vermögen, das;
^Vorgang, der; -willig <Adj.): -zeit, die: Zeitraum, in dem
man etwas lernt: -ziel, das (bes. Päd.): angestrebtes Ziel
des Lernens bzw. eines Lernprogramms.
Imfaar [lernba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich lernen
käsend: lernen ['Icrnan] <sw. V.; hat) /vgl. gelernt/ [mhd.
kernen, ahd. lernen, lernön]: l.a) sich [in bestimmter Weise]
Wissen. Kenntnisse aneignen: gut. schlecht, gerne, leicht,
schwer I.; bis in die Nacht hinein I.; man kann nie genug
1.; Mutter lernt mit ihm (ugs.; hilft ihm beim Lernen //.
Üben): b) sich, seinem Gedächtnis durch Üben. Wiederholen
einprägen: eine Sprache. Französisch, ein Gedicht.
Vokabeln I.; die Hauptstädte (ugs.; die Neunen der
Hauptstädte) I.; etw. auswendig I.; c) Fertigkeiten erwerben: gehen,
sprechen, lesen, schreiben, rechnen, schwimmen, kochen.
Stenographie und Schreibmaschine I.; Auto fahren I.; ein
Instrument. Geige. Klavier spielen I.; etw. lernt sich leicht/
läßt sich leicht I.; ich muß noch I.. Englisch zu sprechen;
ich habe schnell [zu] arbeiten gelernt; von/bei jmdm. noch
etw. I. können; etw. am Beispiel, aus Büchern I.; R etw.
will gelernt sein (man muß etw. intensiv gelernt bzw. geübt
haben, wenn man es beherrschen will): gelernt ist gelernt
(anerkennend; was man richtig gelernt hat. weiß bzw.
beherrscht man dann auch)\\ d) im Laufe der Zeit (durch
Erfahrungen. Einsichten] zu einer bestimmten Einstellung,
inneren Haltung, einem bestimmten Verhalten. Handeln
gelangen: dazu in der Lage sein: er hat verzichten gelernt:
du hast nicht gelernt zu warten; wir haben gelernt,
selbständig zu sein; etw. durch [diel Erfahrung I.: etw. aus der
Erfahrung I.: aus Fehlern, aus der Geschichte I.;
Pünktlichkeit. Manieren I. (sich zu eigen machen, angewöhnen):
da kann man das Fürchten I. (da kann auch ein sonst
Furchtloser sich fürchten): er lernt es nie/wird es nie I..
diplomatisch zu sein, seinen Mund zu halten; R mancher
lernt's nie [und auch dann nicht/und auch dann nur
unvollkommen] (salopp; drückt ärgerliche Verstimmung od.
leichte Resignation darüber aus. daß jmd. sich in seinem
Verhalten o.a. nicht geändert hat. sich nicht verhalten
hat. wie man es gewünscht hätte). 2. [ein Handwerk]
erlernen: einen Beruf I.; <auch ohne Akk.:> er muß drei
Jahre I. (seine Ausbildungszeit beträgt drei Jahre): er lernt
noch (ist noch in der Ausbildung): (ugs.:) er hat Bäcker.
Kaufmann gelernt; (salopp:) er lernt auf Dreher (Spiegel
SO. 1976. 112). 3. (mundartl. od. in nachlässiger Um-
gangsspr.) lehren: jmdm. etw. I.; Der (=der Lehrer) hat
uns ... das Telefonieren gelernt (Kempowski. Immer 52);
<subst.:> Lernende, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete).
Lesart ['le:s-]. die; -. -en: 1. unterschiedliche Fassung eitler
Text stelle in Handschriften od. verschiedenen / historisch/-
kritischen Ausgaben: die -en einer Handschrift miteinander,
im kritischen Apparat zusammenstellen. 2.a)
Formulierung. Darstellung eines Vorgangs o. ä.. die nur eine
bestimmte Deutung zuläßt: Zu Guillaume wird der Bundestag ...
zwei -en in zwei getrennten Drucksachen entgegennehmen
müssen (Zeit 7. 2. 75. 2); b) Deutung. Interpretation eines
Vorgangs o.a. in einem bestimmten Sinne: ob diese L.
zutreffend ist?; die amtliche L. lautet ...; lesbar [le.sba:?]
<Adj.; nicht adv.): 1. für die Augen zu entziffern u. sich
lesen lassend: eine -e Preisauszeichnung. Schrift; ein
Versuch, die Hieroglyphen I. zu machen; Ü wie war sie (= die
Zukunft) dann I.? (Th. Mann. Joseph 342). 2. auf
verständliche Art. in klarem Stil geschrieben, so daß die Lektüre
keine Schwierigkeiten bereitet: das anatomische Lehrbuch
war nicht I.; der knappe Stil macht das Buch gut I.; <Abl.:)
Lesbarkeit, die; -.
Lesbe ['lest»], die; -. -n (salopp): kurz für fLesbierin: -n.
die sich vom Mann nicht zur Heterosexualität bekehren
lassen (Spiegel 36.1974. 62); Lesbianismus [lesbianismus],
der: - [engl, lesbianisme; nach der vor der Westküste der
Türkei gelegenen griech. Insel Lesbos mit Bezug auf die
griech. Dichterin Sappho (etwa 600 v.Chr.). die hier lebte
u. diese Form der Liebe bevorzugt haben soll]:
Homosexualität bei Frauen: Lesbierin ['lesbjpnn]. die: -. -nen:
homosexuell veranlagte weibliche Person: vgl. Homosexuelle;
Issbisch <Adj,; o. Steig.): (in bezug auf Frauen) homosexuell:
ein -es Verhältnis; -e Liebe; sie ist I. [veranlagt].
Lese [le:zö]. die; -. -n [1: zu t2lesen (a); 2: zu t2lesen (b)J:
I.Ernte, bes. von Wein. 2. (geh.) Auswahl aus dichterischen
Werken.
Lese-: -abend, der: am Abend veranstaltete [ Autoren jlesung;
-automat: Gerät, das auf einem Datenträger
niedergeschriebene Zeichen abtastet u. zugeordnete Schaltvorgänge in
Maschinen auslöst: ^brille, die: zum Lesen u.für den Nahbereich
eingerichtete Brille: -buch, das: Buch, das eine [für Kinder.
Schüler j zusammengestellte Lektüre enthält: Mlrama, das:
mehr zum Lesen als für eine Aufführung geeignetes Drama:
-exemplar, das: /noch ungebundenes] Exemplar eines
Buches, das jmdm. zugeleitet wird, damit er sich über den
Text informieren kann: der Verlag verschickte -e an die
Buchhändler; -fertigkeit, die <o. PL): Fähigkeit, selbstän-
^06#
1667
lesen
dig Texte zu lesen u. mit dem Verstand zu erfassen: nach
zwei Jahren Deutschunterricht in der Schule war die L.
nur schwach entwickelt; - (nicht, die (meist Pl.> (geh.):
etw.. was man durch Lektüre weiß, sich angeeignet hat:
Erst Jetzt konnte ich ... Intuition und L. recht voneinander
trennen (Jens. Mann 72); -gerät, das; 1.
Vergrößerungsgerät, mit dem man auf Mikrofilme aufgenommene Texte
lesen kann. 2. svw. Kautomat; MBeschwindigkeit, die: a)
Geschwindigkeit des Lesens: eine L. von 200 Wörtern pro
Minute; b) Geschwindigkeit automatischer
Zeichenerkennung: die höchste L. beträgt 1 200 Zeichen pro Sekunde;
-halle, die: a) öffentliche Bibliothek: b) größerer /
öffentlicher] Raum, in dem man [ausgelegte Zeitschriften o.a.]
lesen kann: ^heft, das: Heft, das einen bestimmten Lesestoff.
z. B. einen / TrivialIrontan. enthält: ^hunger, der: starkes
Bedürfnis zu lesen: der jugendliche L.; seinen L. während
des Urlaubs stillen müssen; -karte, die: Ausweis für den
Benutzer einer Bibliothek: -kreis, der: kleine Gruppe, die
regelmäßig zu gemeinsamem Lesen I von Dramen]
zusammenkommt: -lampe. die: kleine Lampe zum Lesen: -lupe,
die: Lupe zum Ijesen: -maschlne, die: svw. Nautomat;
^probe, die: 1. gesondert veröffentlichter od. gelesener
Abschnitt aus einem Buch, durch den man einen Eindruck
gewinnen soll: eine Buchbesprechung im Rundfunk mit
einer L. 2. Theaterprobe, bei der die Rollen noch weitgehend!
abgelesen u. Textänderungen o. ä. festgelegt werden:
-Publikum, das: aus Lesern bestehendes Publikum: -pult, das:
kleineres (schmales] Pult zum Auflegen eines Buches:
^rotte, die (ugs. scherzh.): [jugendliche] Person, die sehr viel
liest: ^raum, der: vgl. ^halle (b); -«aal. der: Saal einer
öffentlichen Bibliothek od. der Bibliothek einer Hochschule,
in dem entliehene od. dort als Präsenzbibliothek
bereitstehende Bücher u. Zeitschriften gelesen werden können: ^stoff,
der: das. was zur Unterhaltung, zur Erweiterung des Wissens,
zur Bildung. Information o.a. gelesen wird: sich mit L.
versorgen; -stück, das: kurzer Prosatext, der im Unterricht
gelesen wird: -mit. die: große Begierde zu lesen: ^zeichen,
das: Zeichen, das man zwischen die Seiten eines Buches
legt, um sich zu merken, bis wtßhin man gelesen hat: -zimmer,
das: vgl. ^halle (b): -Zirkel, der: gewerbliches Unternehmen,
das eine Zusammenstellung verschiedener Zeitschriften in
Mappen /wochenweise] an Abonnenten vermietet.
'lesen [le.zn] <st. V.; hat) [mhd. lesen, ahd. lesan. urspr.
= zusammentragen, sammeln: die Bedeutungsentwicklung
zu „Geschriebenes lesen11 wohl nach lat. legere, f Lektionl.
l.a) etw. Geschriebenes, einen Text mit den Augen u. dem
Verstand erfassen: laut, leise, schnell, langsam I.; I. lernen;
das Kind kann schon I.; abends im Bett 1.; etw.
aufmerksam, nur flüchtig 1.; viel 1.: einen Satz [zweimal], die
Zeitung, einen Roman, einen Bericht, die Post 1.; ein Drama
mit verteilten Rollen 1.; etw. am Schwarzen Brett, in einem
Buch 1.; lange an einem Buch 1.; in einem Buch 1.; wo
hast du das gelesen?; man konnte überall 1.. daß ...; Noten,
eine Partitur 1. können (in Töne umsetzen, verstehen):
einen Autor (das Werk, die Werke eines Autors) [im
Original] 1.; ein Gesetz 1. (Politik; vor dem Parlament beraten)'.
Korrekturen. Fahnen 1. (Druckw.; neu gesetzten Text auf
seine Richtigkeit durchlesen)', eine Messe 1. (kath. Kirche;
halten, zelebrieren)', seine Handschrift ist schlecht zu 1.
(zu entziffern): etw. nicht mehr I. (entziffern) können;
der Text Ist so zu 1. (verstehen, interpretieren), daß ...;
hier ist zu 1. (steht geschrieben), daß ...; Ich habe darüber,
davon gelesen (durch Lektüre mich darüber informiert,
etwas davon erfahren): <subst.:> bring dir was zum Lesen
mit!; b) vorlesen, lesend vortragen: aus eigenen Werken
1.; der Schauspieler. Schriftsteller las eine neue Erzählung;
c) eine Vorlesung halten: an der Heidelberger Universität,
zweimal in der Woche, sechs Stunden 1.; er liest [über]
neue Geschichte, [überl moderne Lyrik; d) <1. + sich)
in einem bestimmten Stil geschrieben sein u. sich
entsprechet lesen (I a) lassen: das Buch liest sich leicht, flüssig,
schwer; der Bericht las sich wie ein Roman; e) <1. +
sich) [unter Mühen] ein umfangreiches Werk bis zum Ende
lesend a): sich durch einen Roman 1.; Ein Kleinbürgertum
... las sich hier durch Storni und Keller (Enzensberger.
Einzelheiten I. 161). 2. etw. aus etw. erkennend entnehmen:
aus jmds. Zeilen einen Vorwurf, gewisse Zweifel 1.: in
seiner Miene konnte man die Verbitterung 1.; aus seinem
Blick. Gesicht war deutlich zu 1., was er dachte; der Genuß
war ihm doch von der blanken und geröteten Miene zu
I. (Th. Mann. Krull 23); in jmds. Augen I. (jmds. Blick
zu deuten versuchen): Gedanken I. (erraten) können; sie
liest in der Zukunft (versucht die Zukunft zu deuten) und
ist überzeugt, daß ... (Sieburg. Robespierre 231). 3.
(Daten verarb.) (van Leser 2) Daten aus einem Datenspeicher
od. -träger entnehmen: lesen [-] <st. V.; hat) [t'lesenl:
a) einzeln [sorgfältig] von etw. abnehmen, aufnehmen:
Ähren. Beeren. Trauben I.; Die Armen lasen ihr Brennholz
im Walde (Th. .Mann. Hoheit 24); sie las ihm die
Wollspinne von dem Ärmel (Langgässer. Siegel S83); b) einzeln
[sorgfältig] in die Hand nehmen u. Schlechtes dabei
aussondern: Erbsen. Mandeln. Rosinen I.; Salat I. (schlechte od.
die äußeren Blätter davon entfernen); lesenswert < Adj.; nicht
adv.): die Lektüre lohnend, rechtfertigend: wert, gelesen
zu werden: ein -es Buch; dieser Roman ist durchaus L;
Leser, der; -s. - [mhd. lesaere]: l.a) jmd.. der in einem
einzelnen Fall, momentan etw. liest: ein aufmerksamer,
kritischer L.; lieber, geneigter L.! (Anrede des Lesenden
durch den Autor); der Erzähler des Romans wendet sich
wiederholt an den L.; b) jmd.. der sich mit Lesen [in
bezug auf bestimmte Lektüre] befaßt: jugendliche,
weibliche, westliche L.; der bürgerliche L.; die L. einer Zeitung;
Zuschriften von -n erhalten. 2. Teil eines Leseautomaten,
der eine Folge von Zeichen elektronisch erfaßt u. einer
Verarbeitung zufuhrt.
feser-, Leser-: ^analyse, die: auf Grund einer repräsentativen
Umfrage durchgeführte Analyse einer bestimmten
Leserschaft: eine L. durchführen; abrief,der: -e an die Redaktion
einer Zeitung, an einen Autor; -echo, das: Resonanz beim
Lesepublikum: ^kreis, der: die Leser eines Buches, einer
Zeitung o.a.: die Zeitung hat einen großen L.; dies Buch
wendet sich besonders an volkstümliche -e; Miah <Adj.>:
auf den Leser ausgerichtet, dessen Interesse man wecken
u. dem man etw. verständlich machen will: die -e
Darstellungsweise einer Zeitung; -Publikum, das: svw. t
Lesepublikum; -schiebt, die: der Autor spricht sehr verschiedene
-en an; ^stimme, die: vgl. abrief: -n zu einer
Fernsehsendung; Munfrage, die: Umfrage unter den Lesern einer
Zeitung o. ä.: -Werbung, die: Werbung neuer Abonnenten einer
Zeitung o.a.: -wünsch, der: Wunsch, den Leser gegenüber
ihrer Zeitung o. ä. äußern: -zahl, die: eine Zeitschrift mit
großer L.; -Zuschrift, die.
Leserin, die; -. -nen: w. Form zu t Leser (1); leserlich <AdJ.>:
auf Grund der Deutlichkeit der Schriftzüge lesbar (Ggs.:
unleserlich): eine -e Handschrift; er schreibt nicht I.; <Abl.: >
Leserlichkeit, die; -; Leserschaft, die; -; -en <P1. ungebr.):
Gesamtheit der Leser von Büchern. Zeitungen. Autoren u.
anderer Publikationen.
Lesginka [lesginka], die; -. -s [russ. lesginka. nach dem
Namen des kaukas. Volksstammes der Lesgier]:
kaukasischer Tanz. Lesgistan [lesgistanl, der; -s, -s [nach der
kaukasischen Landschaft Lesgistan]: meist blaugrundiger
Teppich mit buntfarbiger Musterung im Fond u. stilisierten
Blättern u. Blüten in den Borten.
Lesley [lezlil. Leslie ['lesh], das; -s. -s [nach dem Namen
der Herstellerfirma]: (bes. bei moderner
Unterhaltungsmusik verwendetes) hauptsächlich durch Schallumlenkung mii
Hilfe rotierender Lautsprecher od. einer um einen
Lautsprecher rotierenden Trommel bewirktes Vibrato.
teste Neste], der; - [span. leste < frz. Test = (der) OstenI:
warmer Wüstenwind aus der Safiara in Richtung auf die
Kanarischen Inseln u. Madeira.
lesto desto] <Adv.) [ital. lesto] (Musik): flink, behend.
L$sung, die; -. -en: La) das Vorlesen (aus dem Werk eines
Autors als Veranstaltung, aus der Bibel im Gottesdienst):
eine L. in der Gruppe 47; eine L. aus dem Evangelium,
dem Alten Testament; unmöglich kann er bereits, dazu
in der halbdunklen Loge, die L. vollendet haben (das
Programm gelesen haben: Kaiser. Villa 24); b) (christl.
Kirche) gelesener Abschnitt aus der Heiligen Schrift: Vier
chinesische Priester verlasen sowohl L. als auch
Evangelium (Glaube 3. 1967. 3). 2. Beratung eines Gesetzentwurfs
vor dem Parlmnent: bei der zweiten L. können Abände-
rungsanträge gestellt werden. 3. svw. t Lesart (1).
Let [let], das; -[s]. -s [engl, let] (bes. Tennis): Schlag.
Aufschlag, der nicht zählt u. wiederholt werden muß.
letal [le'ta:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. letalis, zu: letum = Tod]
(Med.): tödlich, zum Tode führend, todbringend: das
vorzeitige -e Ende eines Kranken: eine Krankheit mit -em
Ausgang; <Zus.:> Letftldosis, die (Med.): bestimmte Menge
1668
letzt-, Letzt-
vküdigender Substanzen, die tödlich ist (Abk.; LD); Letftl-
Mttor. der (Med.): krankhafte Erbanlage, die zum Ausfall
rmtr lebenswichtigen Funktion führt u. damit bereits in
Jkr Entwicklung den Tod zur Folge hat: <Abl.:> Letalität
fleuli'tc.tl. die; - (Med.): Wahrscheinlichkeit, an einer
Liwfkheit zu sterben.
lidwmii [letar'gi:). die; - [lat. lethargia < griech. lethargia
* Schlafsucht): 1. Zustandkörperlicher u. seelischer
Trägheit, in dem das Interesse ermüdet ist. so daß man sich
:» mchts mehr aufrafft: eine allgemeine L. scheint sich
■«zubneiten; jmdn. aus seiner L. erwecken, herausreißen,
roueln: in die alte L. zurückfallen. 2. (Med.) Schlafsucht:
starkes Schlafbedürfnis mit Bewußtseinsstörungen: lethar-
wmb [le'targtf] <Adj.) [lat. lethargicus < griech. lethargi-
kösl: I. durch Lethargie (1) gekennzeichnet. 2. <o. Steig.)
•Med.) durch Lethargie (2) gekennzeichnet: Lethe [Ie:te.
mich: ...toi. die; - [lat. leihe < griech. lethe (Unterweltsfluß
der griechischen Sage), eigtl. = Vergessenheit! (dichter.):
Gemessen. Vergessenheit. Vergessenheitstrank.
LctfÜH [tetkis], der; -. - [anglisierende Umdeutung (nach
4em lautlichen Anklang an engl, let kiss = laßt uns küssen)
*on Ann. ugs. letkis. Kurzf. von letkajenkka = Schlangen-
xmu (die Tanzenden bilden eine Kette)]: Modetanz mit
fo&laristischem Charakter.
fcudm ['le:tjmi <Adj.; nicht adv.) [zu bayr.. österr. let-
xhcn. latschen, tlatschen] (bayr.. österr. mundartl.): a)
tckhpp. matt: kraftlos: hart und brutal, aber ... was sind
* v jetzt. Kanaken. weich und 1. (Sobota. Minus-Mann
«r. b) fade: eine -e Suppe; letschig Ne:tJi$J <Adj.; nicht
mis.' (bayr.. österr. ugs.): tletschert.
Leiten [ letn], der; -s, (Arten:) - [mhd. lette. ahd. letto]:
T<m. Lehm.
Letter [tete], die; -,-n [frz. lettre < lat.littera = Buchstabe.
Schrift; älter: Litter, mhd. litter; vgl. Litera]: 1. svw.
* Druckbuchstabe: weiße -n auf schwarzem Grund; in goti-
«chen -n; mit flüchtigen -n; mit großen, fetten -n stand
aoi" der Titelseite: ... 2. (Druckw.) svw. t Drucktype: die
ersien mit beweglichen -n gedruckten Bücher; <Zus.:> L?t-
Mwiefluiaschine, die: Maschine zur Herstellung von Lettern
CLL Lctternmetall, das: Blei-Zinn-Antimon-Legierung zur
Herstellung von Lettern (2); Letterset [druck] [leteset-l. der.
-fefe [zusgez. aus engl, letterpress = Hochdruck u. t Oftset]
<Druckw.): Hochdruckverfahren, bei dem der Abdruck
zumächst auf einen Gummizylinder u. von hier auf das Papier
erfolgt.
kmm [let«;] <Adj.; nicht adv.) [mhd. lettec. ahd. lettig]:
»omkaltig. lehmhaltig.
Unu [leine], der; -s, - [spätmhd. lettener, mhd. lectener.
ircier = Lesepult im ^hor < mlat. lectorium. lectiona-
njm = Lesepult]: in mittelalterlichen Kirchen den 2Chor
Srdie Kleriker) vom Langhaus (für die Laien) trennende,
plastisch ausgestaltete, hohe Schranke mit mehreren Durch-
mmgen u. einer Art Empore, auf der liturgische Schriftlesun-
mn stattfanden u. auch die Chorsänger Aufstellung nahmen.
Lcttrianus [letnsmus]. der; - [frz. lettrisme]: literarische
Belegung in Frankreich nach 1945. für die in Weiterführung
Jes Dadaismus u. Surrealismus Dichtung nur im Klang u.
z T. optischen Reiz willkürlich aneinandergereihter Vokale
m Konsonanten bestand: Lettrist [le'trist], der; -en. -en [frz.
ieuriste]: Vertreter des Lettrismus: <Abl.:> lettrjstisdi <Adj.;
o Steig.): den Lettrismus betreffend, dazu gehörend: in
Jkt Art des Lettrismus: ein -es Gedicht.
fca flet£] <Adj.; -er, -este) [mhd. letze, lez. ahd. lezze.
wem. mit tlaß, also urspr. wohl = gehemmt): 1. (südd..
Schweiz, mundartl.): verkehrt, falsch. 2. (österr. mundartl.):
wcklecht. mühsam.
taen [letßn] <sw. V.; hat) [mhd. letzen, ahd. lezzen. eigtl.
= schlaff machen, zu tlaß] (dichter., geh.): laben, erquik-
ken Jmdn., sich an etw. I.; die Fliegen ... letzten sich
m Plinsenresten (Strittmatter. Wundertäter 25).
Lrtzi [l£t£i]. die; -. -nen [mhd. letze = Hinderung; Schutz.
Wehr] (Schweiz.): mittelalterliche Grenzbefestigung: Letzt,
dtc [mit sekundärem t statt älterem Letze (mhd. letze
= Abschiedsmahl. vgl. Letzi; heute als zu ..letzt..." gehörig
empfunden] in den Wendungen zu guter L. (ganz zum
Schluß; schließlich doch noch): zu guter L. fiel ihm ein.
4*8 ...; zu guter L. machte sie noch eine Szene; auf die
L tösterr.; zuletzt, am Ende, schließlich).
letzte, [letßt...] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [aus dem Mittel-
a Niederd. < mniederd. letst; mhd. lest, aus: lesist.
ahd. lajöst. lesist. eigtl. Sup. von tlaß]: 1. das Ende einer
I ReihenJfolge bildend: das -e Haus [in der Straße]; der
-e Buchstabe des Alphabets; am -en Tag des Jahres; zum
-en Mal[e); die -e Möglichkeit; ein -er Versuch; die -en
Nachrichten am Abend; -e (abschließende) Vorbereitungen
treffen; das ist mein -es Angebot (bei diesem Angebot
bleibe ich; ich mache kein neues, noch günstigeres Angebot);
er ist der -e; er ist. wurde -er; er ging als -er durchs
Ziel; du bist der -e. dem ich es sagte (dir würde ich es
am allerwenigsten sagen); <subst.:> am Letzten (letzten
Tag) des Monats; ein Letztes habe ich noch zu sagen
(am Schluß möchte ich noch etwas sagen); Spr die Letzten
werden die Ersten sein [und die Ersten werden die Letzten
sein! (der letzte in einer Reihenfolge kann schließlich doch
der Begünstigte sein / u. umgekehrt]; nach Matth. 19, 30);
Ü im -en Moment (gerade noch vor dem Eintreten von
etw.). 2. schließlich noch /als Rest] übriggeblieben: das
ist mein -es Geld; das sind die -en Exemplare; auf sein
-es bißchen Bequemlichkeit nicht verzichten wollen; etw.
bis auf den -en Heller (ugs.; vollständig) bezahlen; <subst.:>
er ist der Letzte seines Geschlechts; Ü jmdm. [vor seinem
Tod] einen -en Wunsch erfüllen; etw. ist jmds. -e Hoffnung;
für jmdn. die -e Rettung sein. 3. (drückt einen stärksten
Grad aus)äußerst...: mit der -en Perfektion. Beherrschung;
zum -en Mittel greifen; mit -er Kraftanstrengung; nach
dem -en (eigentlichen, tiefsten hinter etw. verborgenen)
Sinn fragen; das rührt an die -en (tiefsten) Geheimnisse;
<subst.:) jmdm. das Letzte an Kraft. Technik abverlangen;
aus jmdm. das Letzte herausholen; das Letzte hergeben;
bis zum Letzten gehen; jmdn. zum Letzten (Äußersten)
treiben; das ist doch das Letzte (Unerhörteste) an
Frechheit; das wäre noch das Letzte (niemals käme das in Frage);
* bis aufs -e (völlig, total). bis ins -e (bis in alle Einzelheiten
genau); bis zum -en (sehr, in äußerstem Maße). 4. das
Ende einer Rangfolge bildend; hinsichtlich seiner Qualität%
Bedeutung o.a. am geringsten, schlechtesten: die Erbsen
waren von der -en Sorte; <subst.:> er ist Letzter: der Letzte
in der Hierarchie; sie war die Letzte (schlechteste
Schülerin) in der Klasse; diese Show war wirklich das Letzte
(ugs.; hatte nicht das geringste Niveau)', sie seien alle das
Letzte (ugs.; taugten nicht das geringste; Rechy [Übers.],
Nacht 128). 5. gerade erst vergangen; als Ereignis. Zeitpunkt
od. -abschnitt in der zeitlichen Reihenfolge (auf Grund der
Betrachtungsweise) unmittelbar vor der gegenwärtigen
Entsprechung liegend: den -en Urlaub verbrachten wir am
Mittelmeer; bei meinem -en Besuch war er verreist; [am]
-en Sonntag; in -er/der -en Zeit besuchte] er uns öfter;
-es Mal/beim -en Mal[e] haben wir darüber gesprochen;
die -e (gerade erst mitgeteilte) Nachricht; die -e (gerade
erst aufgekommene) Neuheit.
letzt-, L^tzt-: endlich <Adv.>: schließlich [auch noch]: das
Zielfoto war I. ausschlaggebend; bei ständigem Mißbrauch
geht I. die Gesundheit verloren: -geboren <Adj.; o. Steig.;
nur attr. >: als letztes Kind in einer Geschwisterreihe geboren:
der -e Sohn: <subst.:> -aebor[e]ne, der. die. das; -n. -n
<Dekl. f Abgeordnete); -genannt <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
an letzter Stelle in der gerade aufgeführten Reihenfolge
genannt: die -e Möglichkeit; diese beiden -en Tatsachen:
<subst.:> der Letztgenannte jeder Gruppe; -händig <Adj.;
0. Steig.; nicht präd.): noch zu Lebzeiten eigenhändig
vorgenommen, ausgeführt: -e Änderungen; **hjn <Adv.>: l.a)
kürzlich [einmal, bei einer Gelegenheit!: die Partei hätte
1. mehr Stimmen gewinnen können, wenn ...; als ich ihn
I. sah. machte er einen kranken Eindruck; b) über den
gerade vergangenen Zeitraum hin; in letzter Zeit: sie hatte
I. sehr viel Pech gehabt. 2. svw. t letztlich: die... Psychosen,
deren I. körperliche Ursachen zu erforschen ... ein
aussichtsreiches Forschungsprogramm bildet (Natur 95);
-jährig <Adj.; o. Steig.; nur attr.): vom letzten Jahr
stammend; im letzten Jahr stattgefunden habend: das -e Produkt
der Serie; auf der -en Veranstaltung; -maJtg <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): zum letzten Mal. beim letzten Mal
vorkommend, vorgenommen o.a.: die -e Auszahlung; bei
der -en Untersuchung; -mak <Adv.>: zum letzten, beim
letzten Mal: der Rennfahrer startete I. vor drei Jahren,
füreine neue Firma; -möglich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
noch als letztes möglich: die -e Frist; -e Anmeldung am
...; -verbindlich <Adj.; o. Steig.): letztlich verbindlich: die
-e Entscheidung in Verfassungsrechtsfragen, dazu:
-Verbindlichkeit, die <o. PI.); -Verbraucher, der (Wirtsch.): svw.
1669
letztemal
TEndverbraucher, dazu: -Verbraucherpreis, der (Wirtsch.):
svw. T Endverbraucherpreis; -willig <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.>: als letzter Wille erklärt; testamentarisch: kraft -er
Bestimmung; etw. I. verfügen.
letztemal (Zusschr. als Adv.) in den Fügungen: das I.; beim,
zum letztenmal; letztens [letßtns] <Adv> [2: geb. nach
erstens, zweitens usw.): 1. kürzlich (mit Bezug auf die
Gegenwart des Sprechenden): I. las ich zu diesem Thema
einen Bericht. 2. (in Verbindung mit anderen
Zahladverbien) an letzter Stelle: viertens und I. bin ich zu dem Zeitpunkt
wahrscheinlich verreist; letzter... ['letzter...] (Komp. zu
T letzt...): der, die. das letztgenannte [ von zweien] .... zuletzt
erwähnte ...: im -en Falle; mit -em konnte man sich
einverstanden erklären; Der Sinn dieser beiden -en Affichen
(Fr. Wolf, Zwei 26); letztlich <Adv.>: a) wenn man es
genau bedenkt; im Grunde genommen: schließlich doch: ein
I. nutzloses Bemühen; sich I. doch nicht zu etw. berechtigt
fühlen; darauf kommt es I. allein an; I. kommt es uns
zugute, wenn .... wird damit I. nicht jedes Mittel gebilligt?;
b) in einem letzten Stadium: für die Planung der nächsten
Erkundungsschritte, die I. zur Landung ... auf dem Mond
führen sollen (Kosmos 1. 1965. 17); <auch attr.r) durch
eine -e (schlielilich erreichte) Verständigung der Völker
und Staaten (Bundestag 199.1968. 10161).
L?tzung, die; -. -en [älter = Abschiedsmahl, zu f letzen]
(dichter.): etw.. woran man steh letzen kann: ohne Labe
noch L. (Th. Mann. Joseph 575).
'Leu Uayl. der; -en. -en [mhd. leu. T Löwe) (dichter, veraltet):
Löwe; 2Leu Hey], der; -. Lei [lefc rumän. leu. eigtl. =
Löwe < lat. leo, wohl nach der Abbildung eines Löwen
auf älteren Münzen]: rumänische Währungseinheit (1 Leu
= 100 Bani); Abk.: I
Laicht-: ^bake, die (Verkehrsw.): Bake (la) mit einem
Leuchtfeuer; ^bakterie, die (Biol.): Bakterie, die das
Meeresleuchten <xi. Leuchten von [toten] Fischen verursacht;
^boje.die (Seew.): vgl. -bake; ^bombe, die: von Flugzeugen
vor dem Angriff zur Beleuchtung des Ziels abgeworfene
Leuchtkugel an einem Fallschirm; -buchstabe, der: für
Leuchtreklame verwendeter Buchstabe; -dichte, die (Optik):
gemessener Helligkeitsgrad, den eine leuchtende Fläche
hervorruft; ^erscheinung, die: leuchtende Erscheinung (1);
-färbe, die (Physik): [als Anstrich verwendeteJ durch einen
zugesetzten Leuchtstoff Licht aussendende Farbe; -feuer,
das (Verkehrsw.): Orientierungshilfe für Schiffe u.
Flugzeuge in Form einer starken Lichtquelle, die in gleichmäßigem
Rhythmus Lichtsignale abgibt u. auch bei Nacht die
Bestimmung des Standorts ermöglicht; -gas, das <o. Pl.>: svw.
T Stadtgas; -geschoß, das: svw. t-kugel; -käfer, der: in
zahlreichen Arten bes. in wärmeren Ländern verbreiteter
Käfer, der auf der Bauchseite des Hinterleibs Leuchtorgane
hat; --kraft, die <o. Pl.>: a) leuchtende Wirkung einer Farbe
bzw. einer Sache auf Grund ihrer Färbet n]: die L. einer
Farbe, einer Blume, eines Bildes; b) (Astron.) von einem
Stern in einer Sekunde ausgestrahlte Energie; -kugel, die:
mit einer Leuchtpistole o. ä. abgeschossene Leuchtmunition,
deren abbrennender Leuchtsatz als farbige Kugel sichtbar
ist lu. als Signal dient ]; -masse, die (Physik): svw. T ^stoff;
-munition, die: Munition, deren abbrennender Leuchtsatz
zur Beleuchtung des Geländes od. als Signal dient; mH,
das <o. Pl.>: svw. tKerosin; -organ, das (Biol.): Licht
er zeuge mies od. durch Leuchtbakterien Licht ausstrahlendes
Organ bestimmter, bes. im Meer lebender Tiere: -pistole,
die: Pistole zum Verschießen von Leuchtmunition; -Plakette,
die: (bei Verdunkelung im Krieg getragene) mit
Leuchtstoffen versehene Plakette; -rahmensucher, der (Fot.): Sucher
an Fotoapparaten, bei dem die Bildbegrenzung als heller
Rahmen im etwas größeren Sehfeld markiert ist; -rakete,
die: vgl. -kugel; -reklame, die: Reklame in Form von
Schrift od. Figuren aus Leuchtstoffröhren: die L. flammte
auf; an der Hauswand war eine L. angebracht; -röhre,
die (Elektrot.): für Leuchtreklame verwendete,
röhrenförmige Gasentladungslampe; -salz, das (Physik): Metallsalz,
dem Leuchtstoffe beigemengt sind; -satz, der (Technik):
in der Feuerwerkerei verwendetes Gemenge von Stoffen,
die unter / farbigem/ Leuchten verbrennen; -Schaltbild, das
(Technik): Nachbildung einer Schaltanlage mit
verschiedenfarbig leuchtenden Symbolen; -schiff, das: svw. T
Feuerschiff; -schirm, der (Physik): Projektionsschirm mit
fluoreszierenden Substanzen, die beim Auftreten von
Elektronenstrahlen. Röntgenstrahlen od. Ultraviolettlicht aufleuchten;
-schrift, die: Reklame in Leuchtbuchstaben; -Signal, das:
/in bestimmten Abständen/ aufleuchtendes Signal; -«punje-
schoß, das (Milit.): Geschoß mit einem Leuchtsatz, das
während seines Fluges eine leuchtende Spur hinterläßt; -spurmu-
nitkm.die (Milit.): vgl. -spurgeschoß; -Stoff, der (Physik):
Stoff, der. wenn er dem Licht ausgesetzt war. im Dunkeln
längere Zeit nachleuchtet od. bei Bestrahlung mit
unsichtbaren Strahlen sichtbares Licht aussendet, dazu: -stofflampe,
die (Elektrot.): Lampe, deren Innenseite mit einem
Leuchtstoff beschichtet ist. so daß verschiedene Farben erreicht
werden können, -stoffröhre, die (Elektrot.): Leuchtröhre,
deren Innenseite mit einem Leuchtstoff beschichtet ist;
-techntk, die: svw. Beleuchtungstechnik; -tonne, die
(Seew.): svw. T^boje; -türm, der: Turm (an od. vor einer
Küste) mit einem starken Leuchtfeuer, dazu: -turmwärter.
der: jmd., der die Anlage eines Leuchtturms bedient: Mihr.
die (selten): Uhr mit LeuchtZifferblatt; -Werbemittel, das:
vgl. -reklame; -zeichen, das: svw. t-signal; -zeiger, der
vgl. -Ziffer; -Ziffer, die: durch Leuchtstoff leuchtende Stun
denzahl auf einem Zifferblatt, dazu: -Zifferblatt, das;
Zifferblatt mit Leucht Ziffern u. -zeigern.
Leuchte ['l^tal. die; -. -n [1: mhd. liuhte. ahd. liuhta.
zu Tlichtl: La) (Fachspr.) Lampe; b) etw. (Kerze. Taschen-
lampe o.a.). womit man ijmdm.] leuchten kann: eine L.
mit in den Keller nehmen; seine L. ausmachen. 2. großer
Geist, kluger Kopf: in der Schule war sie nicht gerade
eine L.; er gilt als eine L. seines Fachs; leuchten [l^tnl
<sw. V.; hat) [mhd.. ahd. liuhten. zu Tlicht]: La) als
Lichtquelle Helligkeit verbreiten, abgeben: die Kerze, das Feuer,
die Sonne, der Mond leuchtet; einige Sterne leuchten in
der Nacht; die Lampe leuchtet von der Decke; der Mond
leuchtet ins Zimmer; Welche Fackel aber leuchtet uns
greller ins Gesicht als die unserer Todesstunde? (A. Kolb.
Schaukel 57); <subst.:> das Leuchten des Meeres
(Meeresleuchten): b) Licht widerstrahlen: das Meer, das bunte
Kirchenfenster leuchtete in der Sonne; im Westen leuchtete
der Himmel rot; seine Augen leuchteten wie Vogelaugen
(Brand [Übers.]. Gangster 54); eine leuchtende
Frühlingslandschaft; c) auf Grund seiner Farbe den Eindruck
von Licht. Helligkeit hervorrufen: der Schnee, der weiße
Marmor leuchtete; die Bäume im Herbst leuchteten golden;
die Gischt leuchtet über der See; sein Gesicht leuchtete
rot vom Wind; sanft leuchtende Farben; ein leuchtendes
Blau; leuchtende blaue Augen; Ü der Herr lasse sein Antlitz
1. über dir (Teil der Segensformel am Schluß des ev.
Gottesdienstes; nach 4. Mos. 6.25); Seine Augen leuchteten vor
Freude; Sein Knollengesicht begann verwegen zu 1. (Kirst,
08/15.571); auf ihrem Gesicht leuchtete eine große Freude;
aus ihren Augen leuchtete die Hoffnung; d) svw. T glänzen
(b): sie (= Schriftsteller, Maler. Bildhauer in einer Gruppe)
leuchteten durch eher laute als gediegene Reden (Jahnn.
Geschichten 170); ein leuchtendes (großartiges) Beispiel.
Vorbild; ein leuchtendes (hohes) Ziel vor Augen haben.
2. eine Lichtquelle aufjmdn.. etw. richten, um etw.
Bestimmtes zu erkennen o. ä.: mit einer Taschenlampe, einer Kerze
auf eine Stelle, durch den Türspalt, in den Keller, unter
den Schrank, jmdm. ins Gesicht 1.; Professor Sartorik
... leuchtete in die Augen, fühlte den Puls (Sebastian.
Krankenhaus 154); U Wir wollen doch, wenn wir
diskutieren. ... in jede Ecke 1. (Dönhoff. Ära 194); <Abl.:> Uuchter.
der; -s. - [mhd. liuhtfere]: Vorrichtung für eine od. mehrere
Kerzen bzw. kleine [wie Kerzen geformte] Lampen: ein
holzgeschnitzter, siebenarmiger L.; ein L. aus Messing.
Porzellan; eine neue Kerze auf den L. stecken; <Zus.:>
LfiuchterMume, die [die Pflanze ähnelt einem
Beleuchtungskörper]: Zierpflanze (Topfpflanze) mit Blüten
mit verlängerter, an der Basis kugelförmig aufgetriebener
Röhre.
leugnen ['loygnan] <sw. V.; hat) [mhd. löugenen. lougenen.
ahd. louganen]: a) etw.. was jmdm. zur Last gelegt od.
in bezug auf seine Person behauptet wird, hartnäckig für
nicht zutreffend od. bestehend erklären: standhaft, weiterhin
hartnäckig 1.; seine Schuld, seine Mittäterschaft, eine Tat.
seine Identität 1.; er leugnete nicht, den Mann gesehen
zu haben/daß er den Mann gesehen hatte; <subst.:> alles
Leugnen half ihm nichts; b) etw. Offenkundiges wider
besseres Wissen für unwahr od. nicht vorhanden erklären u. nicht
gelten lassen: seine Tüchtigkeit hat niemand geleugnet;
ich kann nicht I. (gebe gerne zu), daß es mir gutgeht;
es war nicht zu 1. (stand eindeutig fest), daß das Geld
1670
Leuwagen
fehlte; c) etw.. was im Utnkreis des Sprechers als Lehre.
Weltanschauung o.a. anerkannt ist u. vertreten wird, für
rocht bestehend erklären: das Dasein Gottes, die
Unsterblichkeit I.; diese Staaten leugnen Grundrechte des
Menschen; <Abl.:> Loigner, der; -s. - [mhd. lougener]: jmd..
der etw. leugnet: L&jgnung, die; -. -en [mhd. lougenunge].
buk-, Leuk-: tleuko. Leuko; Leukämie [loyke'mil. die;
-. -n [...i:an; zu griech. halma = Blutl (Med.): bösartige
Erkrankung mit einer Überproduktion an weißen
Blutkörperchen; Blutkrebs: an L. leiden; leukämisch [l^>'ke:miJl <Adj.;
o. Steig.) (Med.): a) die Leukämie betreffend, zum Krank-
heitsbild der Leukämie gehörend: b) an Leukämie leidend;
leuko-, Leuko-, (vor Vokalen gelegtl.:) leuk-. Leuk-
[layk(o)-; zu griech. leukös] (Best, in Zus. mit der Bed.):
*eiß, glänzend (z. B. Leukozyten. Leukonychie); Leukoba-
«e, die; -, -n (Chemie): bei der Herstellung künstlicher
Farbstoffe auftretende chemische Verbindung, die nicht selbst
färbt, aberjur die Färbung wichtige Salze bildet; Leukoblast
[...blast], der; -en. -en (meist PI.) [zu griech. blastös =
Sproß.Trieb] (Med.): weiße Blutkörperchen bildende Zelle;
fcukoderm [...'denn] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
dirma = Hautl (Med.): (von der Haut) pigmentarm;
hellhäutig; Leukoderma, das; -s. ...men (Med): durch Pigment-
schwund bedingte rundliche weiße Flecken in der Haut;
Leukoderm* [...der'mi:]. die; -: svw. t Albinismus; Leukom
(l3y'ko:m].das;-s,-e(Med.): weißer Fleck, weißlich
verfärbte Wucherung od. Narbe auf der Hornhaut des Auges: Leuko-
neter, das; -s. - [t -meter] (Technik): Gerät zur
photoelektrischen Messung des Reflexionsgrades weißer od. heller
Objekte bzw. Stoffe; Leukonychie [IgykonY'^i:]. die; -, -n [...i:an;
zu griech. önyx (Gen.: önychos) = Nagel] (Med.): /
teilweife Weißfärbung der Nägel; Leukoplakie [...pla'ki:]. die;
-. -n [...i:an; zu griech. pläx (Gen.: plakös) = Fläche.
Fleck] (Med): das Auftreten weißlicher Flecke.
Verdickungen der [Schleimjhaut (bes. an der Zunge); lLeukoplast
( .plast]. der; -en. -en [zu griech. plastös = gebildet,
geformt, zu: plässein = bilden, formen] (Biol.): z. T. in
Knollen. Wurzeln o.a. vorkommender, meist Stärke bildender
m. speichernder Bestandteil der pflanzlichen Zelle; *Leuko-
ftast® H. das; -[eis. -e [zu griech. emplastron = Pflasterl:
Zinkoxyd enthaltendes Heftpflaster ohne Mullauflage; Leu-
kose [l^y,ko:za]. die; -. -n (Med.): Sammelbez. für die
verschiedenen Formen der Leukämie; Leukotomie [...to'mi:].
die; -. -n [...i:an; zu griech. tome = der Schnitt, das
Schneiden! (Mal.): operativer Eingriff in die weiße Gehirnsubstanz
bei bestimmten Geisteskrankheiten; Leukozyt [...tßy.t], der.
-en. -en (meist PI.) [zu griech. kytos = Höhlung. Wölbung]
«Med.): farbloser, fester Bestandteil des Blutes; weißes
Blutkörperchen; Leukozytose [...t$yto:z3]. die; - (Med.):
krankhafte] Vermehrung der weißen Blutkörperchen.
Lamuna [ loymont], der; -[eis [mhd. liumunt. ahd. (h)liu-
tnunt. eigtl. = Gehörtes]: guter od. schlechter Ruf. in dem
ßnd. auf Grund seines Lehenswandels bei seiner Umgebung
steht: sein L. ist schlecht; jmdm. einen guten L.
bescheinigen: ein Mensch mit gutem L.; Er hat nichts gestohlen
Die Rupp gibt ihm den besten L. (weiß nur Gutes
aber ihn zu sagen; Baum. Paris 32); * böser L. (üble
Nachrede: Verleufndung); (Zus.:) l^umundszeuae, der: jmd.. der
cm Leumundszeugnis über jmdn. abgibt; Leumundszeugnis,
dis: a) über den Leumund eines Beklagten abgegebenes
Zeugnis: ein L. über jmdn. abgeben; jmdn. um ein L.
ersuchen; b) (Schweiz, jur.) Führungszeugnis.
Iä Djyt], das; -s, -e (südd.): Mensch. / weiblicheI Person:
sie war eben ein sehr altes L. (Feuchtwanger. Erfolg 663).
Ist-.Lajt-: -priester, der (kath. Kirche veraltet): Weltgeist-
itcher: -selig (Adj.) [rnhd. liutsaelec = den Menschen
wohlgefällig]: im Umgang mit Untergebenen od. einfacheren
Menschen von einer verbindlichen, anteilnehmenden Freund-
hchkeit u. bemüht. Rangunterschiede nicht spürbar werden
da lassen; eine entsprechende Haltung ausdrückend: ein -er
Vorgesetzter; eine -e Freundlichkeit. Laune; der Herr
Amtsvorsteher hatte einen -en Tag (war an diesem Tag
einmal besonders leutselig: Kühn. Zeit 96); er ist, gibt
«h I.; der Landesherr winkte ihnen I.. dazu: -Seligkeit,
d* <o. PI.) [mhd. liutsalecheit]: leutselige Art.
Laadien ['IgyUft] (PI.) (ugs.): tLeute (1. 3): wegen der
paar L. lohnt es sich doch gar nicht; Leute l'lgyto] (PI.)
fcnhd. Nute. ahd. liuti. zu mhd.. ahd. Hut = Volk, eigtl.
= Wuchs, Nachwuchs. Nachkommenschaft]: 1. (Vkl.
* Leutchen) mit anderen zusammen auftretende, als Menge
o. ä. gesehene Menschen: junge, alte, erwachsene, fremde,
verheiratete, vornehme, einflußreiche, ordentliche, nette,
tüchtige, kluge, viele, manche L.; es waren etwa 20 Leute
da; die feinen L.; L. von Rang und Namen; auf. ihr L.!;
(ugs.:) hört mal her. L.!; (ugs.:) L.. wird das was geben!;
(abwertend:) das vergessen diese L. gern; kleine (einfache,
in bescheidenen Verhältnissen lebende) L.; (ugs,:) was
werden die L. (die andern, unsere Bekannten, wird man [in
der Öffentlichkeit!) dazu sagen?; die jungen L. wohnen
(das junge Bxepaar wohnt) bei den Eltern der Frau; wenn
du deinen Entschluß nicht rückgängig machst, dann sind
wir geschiedene L. (will ich nichts mehr mit dir zu tun
haben); im Gerede. Geschrei der L. sein (von andern
kritisiert werden); ehrlicher L. Kind sein (veraltend; aus einer
ordentlichen, wenn auch nicht wohlhabenden Familie
stammen)', etw. nur der L. wegen (um nicht unangenehm
aufzufallen) tun; (iron.:) auf L. wie Sie haben wir gerade gewartet;
mit -n umzugehen wissen, verstehen; du mußt wieder unter
L. gehen (gesellschaftliche Kontakte pflegen); (abwertend:)
was will, soll man von solchen -n anderes erwarten?; vor
allen -n (vor aller Öffentlichkeit); R aus Kindern werden
L. (drückt das Erstaunen des Sprechenden darüber aus.
daß der betreffende junge Mensch schon eine bestimmte
soziale Stellung erreicht, es zu etwas gebracht hat); hier
ist es Da/doch] nicht wie bei armen -n (scherzh.; etw..
dessen man den Gast sich zu bedienen bittet, ist im Haushalt
I immerhin, in ausreichendem MafSe] vorhanden)'. * in aller
L. Munde/in der L. Miuler[n] sein (viel beredet werden;
Gegenstand des Klatsches sein); etw. kommt unter die L.
(ugs.; etw. wird bekannt): daß es die Klugen ... im eigenen
Interesse verschweigen. Sie sorgen dafür, daß es nicht
unter die L. kommt (Erh. Kästner. Zeltbuch 139); etw.,
(selten:) jmdn. unter die L. bringen (ugs.; dafür sorgen,
daß etw. von jmdm. bekannt wird). 2.a) (ugs.) Personen,
die unter jmds. Leitung arbeiten, bei jmdm. angestellt sind.
Mitarbeiter eines Unternehmens o. ä.: sich für seine L.
einsetzen; der Betrieb braucht neue, fähige L.; Wir haben
ein paar gute L. (Spieler) in der Nationalmannschaft (Sim-
mel. Stoff 78); der Bundesnachrichtendienst entsendet
keine seiner L. in die Kommission? (Zwerenz. Quadriga
7); b) Soldaten als Untergebene: zusammen mit sieben
-n ein Spähtruppuntemehmen auszuführen (Jens. Mann
142); der General. Offizier hatte ein gutes Verhältnis zu
seinen -n; c) (veraltet) Arbeiter. Hausangestellte auf einem
Guts-. Bauernhof; Gesinde: seine L. schinden. 3. <Vkl.
t Leutchen) (ugs.)jmds. Familienangehörige: über die
Feiertage fahre ich wieder zu meinen -n.
talte-, Leute-: -arbeit, die (veraltet): Arbeit, die die Arbeiter.
Hausangestellten auf einem Guts-. Bauernhof zu verrichten
haben: Oh. Baron, es war mir heute sofort möglich ...
Die Einteilung der L. ist eine Kleinigkeit (Nachbar. Mond
114); ^haus, das (veraltet): Haus, in dem die Arbeiter.
Hausangestellten eines Guts- od. größeren Bauerniwfs leben;
-scheu <Adj.) (selten): svw. tmenschenscheu: Man hielt
sie für stolz und L.denn sie redete nur das Nötigste (Rinser,
Jan Lobe) 14); -scheu, die: svw. tMenschenscheu;
^schulder, der (abwertend): jmd.. der seine Untergebenen roh
behandelt u. in gemeiner Weise ausnutzt: -schinderei, die
(abwertend): rohe Behandlung von Untergebenen u. deren
schamlose Überbeanspruchung; ^stube, die (veraltet):
Aufenthalts- u. Eßraum für die Arbeiter. Hausangestellten auf
einem Guts-. Bauernliof.
Leutnant [l^ytnant]. der; -s. -s. selten: -e [frz. lieutenant.
eigtl. = Stellvertreter (eines milit. Führers) < afrz. luete-
nant = Statthalter (= Stellvertreter des Königs) < mlat.
locumtenens,zu lat. locus = Ort.Stelleu. tenere = haben,
halten]: a) <o. PI.) unterster Offiziersdienstgrad: jmdn. zum
L. befördern; Abk.: Lt.; b) Träger des Dienstgrades eines
Leutnants (a): ein junger L.; (bei der Heilsarmee:)
Beförderungen zum Kapitän folgende -s: Evelin Binsch ... (Der
Kriegsruf 20. 1967).
Leuwaaen [by-1. der; -s. - [1. Bestandteil zu (m)niederd.
leu. loi. lei = faul, träge, in Zus. oft zur Bez. eines der
Bequemlichkeit des Benutzers dienenden Hilfsmittels; 2.
Bestandteil viell. zu niederd. wage = Waage, urspr. =
Hebel(stange); volksetym. fälschlich angelehnt an
„Wagen"]: l.(nordd.)S</irw/>/w: Frau Hardekopf...
fuhrwerkte ... mit L. und Feudel in den großen Räumen der Bank
herum (Bredel. Väter 81). 2. (Seemannsspr.) Stahlbügel
oii. Schiene für den Seitenwechsel der Segel,
1671
Leuzismus
Leuzismus [l^ytßismus]. der; - [zu griech. leukös. tleuko-.
Leuko-] (Tierzucht): unerwünschte Weißfärbung des Haar-
kleides von Hunden, wobei im Unterschied zwn Albinistnus
die Augen normal gefärbt bleiben; Leuzit Dsy'tßi't. auch:
...tsit]. der; -s. -e [zu griech. leukös. tleuko-. Leuko-]:
glänzendes, weißliches bis graues, zu den Feldspaten
gehörendes Mineral.
Levade [le'va.da], die; -, -n [zu frz. lever < lat. leväre
= heben] (Reiten): das Sichaufrichten des Pferdes auf der
Hinterhand als Übung der Hohen Schule.
Levantine [levanti:nd]. die; - [frz. levantine. eigtl. = die
Levantinische (Seide), da dieser StolT früher bes. in der
Levante (T Levantiner) hergestellt wurde]: für Steppdecken-
bezugstoffe. Futter- u. Kleiderstoffe verwendetes Seiden-
od. Chemiefasergewebe in Köperbindung; Levantiner, der;
-s. - [nach der ital. Bez. levante (eigtl. = Sonnenaufgang,
zu: tevare < lat. leväre. f Lever) für die Küstenländer
des östl. Mittelmeers]: in der Levante geborener u.
aufgewachsener Abkömtnling eines Europäers u. einer Orientalin.
Levee [Id've:]. die; -. -s [frz. Iev£e. zu: lever = ausheben
(5). t Lever] (veraltet): Aushebung von Rekruten.
Level [levi]. der; -s. -s [engl, level. eigtl. = Waage < lat.
Ilbella. t Libelle] (bildungsspr.): Niveau, das etw. erreicht
hat: verschiedene sprachliche -s; der qualitative L. der
Antiquitätenmesse ist etwas gestiegen; Unterschiede auf
dem bestmöglichen L. ausgleichen; eine
Wohlstandsgesellschaft von hohem L.; Leveller ['levaldl. der; -s. -s (meist
PI.) [engl. leveiDler, eigtl. = Gleichmacher. zu: to level
= gleichmachen, zu: level. t Level]: während der Revolution
unter Cromwell Angehöriger einer radikalen demokratischen
Gruppe mit z. T. kommunistischen Zügen, die nach
vollkommener bürgerlicher u. religiöser Freiheit strebte.
Lever Dave:], das; -s, -s [frz. lever. zu: (se) lever = aufstehen
< lat. leväre = hochheben, (sich) erheben] (hist.): Audienz
eines Fürsten (bes. des französischen Königs) od. eineranile-
ren hochgestellten Persönlichkeit während der
Morgentoilette; <Zus.: > Lever&zene, die (Theater): das Erwachen u.
Aufstehen am Morgen darstellende Szene in der Komödie.
Levtathan, (ökum.:) Leviatan [le'via:tan, auch: levia'ta:n].
der; -s, -e [1: hebr. liwy^ian, wohl = gewundenes Tier;
2: wohl nach der langen Reihe der Waschbottiche]: 1.
<o. PI.) Ungeheuer des Alten Testaments in Form eines
Drachens. Krokotlils als Sinnbild des Chaos u. der
gottfeindlichen Weltmächte. 2. (Textilind.) Waschmaschine für die
Entfettung u. Reinigung von Wolle.
Levirat pevi'ra:t]. das: -[e]s. -e. Leviratsehe, die; -. -n [zu
spätlat. levir = Bruder des Ehemannes] (Völkerk.): Ehe
eines Mannes mit der Frau seines kinderlos verstorbenen
Bruders zur Zeugung eines Erben für den Verstorbenen.
Levit [le'vi:t], der; -en. -en [kirchenlat. levita, levites <
griech. leuiles. nach dem jüdischen Stamm Levi (nach
dem Stammvater Levi. hebr. Lewi). dessen Angehörige
mit den Aufgaben des Priesteramtes betraut waren]: 1.
jüdischer Tempeldiener aus dem Stamm Levi. 2. <nur PI.)
(kath. Kirche früher) Subdiakon u. Diakon als Assistenten
des Priesters beim feierlichen Hochamt.
Levitation [levita'tßio:n], die; -. -en [engl, levitation. zu lat.
levitäs = l^ichtigkeit](Parapsych.):M.v^7ca/wrAw/^r)t/ar-
liches freies Schweben einer Sache od. Person (auch als
Phänomen in Heiligenlegenden u. als Traumerlebnis).
'Leviten [le'vi.tn] (PI.) in der Wendung jmdm. die L. lesen
(ugs.; jmdn. wegen seines tadelnswerten Verhaltens, seiner
Pflichtvergessenheil nachdrücklich zur Rede stellen u. ihn
energisch auf sehte Obliegenheiten hinweisen; urspr. = aus
den Vorschriften für Priester u. Leviten 2 vorlesen);
2Leviten: PI. von T Levit.
levitieren [levi'ti:ren] <sw. V.; hat) [zu t Levitation] (Para-
psych.): a) sich erheben lassen, frei schweben lassen: die
(= Psychokinetikerin) unter wissenschaftlicher Kontrolle
Gegenstände levitierte. die bis zu 200 Gramm wogen
(Spiegel 5. 1974. 123); b) sich erheben u. frei schweben.
Levitflcus [le'vi:tikus]. der; - [mlat. Leviticus]: lateinische
Bezeichnung des 3. Buches Mose (im Alten Testament),
das hauptsächlich Vorschriften für Leviten (2) enthält;
levjtisch <Adj.; o. Steig.): auf die Leviten (1.2) bezüglich,
sie betreffend.
Levittowns [levitaonz] <P1.) [nach der Stadt Levittown im
Bundesstaat New York, dem Vorbild dieser Bauweise]:
in den Außenbezirken amerikanischer Großstädte errichtete,
große Wohnsiedlungen aus einheitlichen Fertighäusern.
Levkoie [lefk^ya]: älter für t Levkoje; Levkoie llefko:p],
die; -. -n [griech. (mit ngricch. Aussprache) leuköion. eigtl.
= Weißveilchen, zu: leukös = weiß u. ion = Veilchen,
nach den helleuchtenden, veilchenartig duftenden Blüten]:
(als Zierpflanze kultivierte) Pflanze mit länglichen,
blaßgrünen Blättern u. weiß bis violett gefärbten, meist stark
duftenden Blüten in Trauben.
Lew [lefl. der: -[s]. Lewa [leva; bulgar. lew, eigtl. = Löwe,
vgl. 2Leu]: bulgarische Währungseinheit (1 Lew = 100
Stotinki); Abk.: Lw
Lewisit [lui'zi:t]. das; -s. (Arten:) -e [nach dem amerik.
Chemiker W. L. Lewis (1878-1943)]: chemischer
Kampfstoff in Form einer stark geranienartig riechenden
Flüssigkeit, die schmerzhafte Hautrötungen mit Blasenbildung
verursacht.
Lex [leks]. die; -. Leges [le:ge:s; lat. lex. flegal] (Pari.):
aus bestimmtem Anlaß ergangenes Gesetz (wobei unter An-
spielung auf die altrömische Gesetzgebung der Name des
Antragstellers od. der betreffenden Sache hinzugefügt wird):
die L. Heinze; die sogenannte L. St. Pauli.
Lexem [le'kse.m]. das; -s. -e [russ. leksema. zu griech. lexis.
T Lexikon] (Sprachw.): Einheit innerhalb des Lexikons (3 a).
die die begriffliche Bedeutung trägt; Lexematik [lekse-
ma:tik], die; - (Sprachw.): Lehre von den Lexemen; lexemg-
tisch <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): Lehre von den Lexemen;
lexemgtisch <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): die Lexematik
betreffend, zum Gebiet der Lexematik gehörend,
Lex generalis ['leks generalis], die; - -. Leges generale*
[le:ge:s gene'ra:le:s; lat.. aus t Lex u. lat. generalis, t
General] (jur.): allgemeines Gesetz. Vgl. Lex specialis.
lexigraphtech [lcksi'gra.fij] <Adj.; o. Steig.) (selten): svw.
Tlexikographisch; Lexik Cltksik], die; - [fLexikon]
(Sprachw.): Wortschatz einer Sprache: Sprachlenkung im
Bereich der politischen L.: Lexika: PI. von f Lexikon; lexi-
kal [leksi'ka:l], lexikalisch <AdJ.; o. Steig.): 1. das Lexikon
(1.2) betreffend, in der Art eines Lexikons: die lexikalische
Gestaltungeines Buches, Stoffes; Der lexikale Teil umfaßt
das Schlagwortverzeichnis, ein ... Verzeichnis der ...
Forscher (Buchanzeige in: Börsenblatt 75. 1959. 3561). 2.
(Sprachw.) die Untersuchung von isolierten Wörtern ohne
Berücksichtigung des Text Zusammenhangs betreffend:
lexikale Begriffe. Stilwerte; die lexikalische Bedeutung eines
Wortes; lexikalische Paradigmen: lexikalisieren [...kali-
zi:ran] <sw. V.; hat) (Sprachw.): als ein neues Lexem
festlegen, zum festen inhaltlich-begrifflichen Bestandteil der
Sprache machen: ein Teil dieser Zusammensetzung wurde
inzwischen lexikalisiert: diese Ableitung ist noch nicht lexika-
lisiert; <Abl.:) Lexikaüsferung, die; -. -en (Sprachw.): a)
das Lexikalisieren: die L. eines Neuworts: b) lexikalisiertes
Wort; Lexiken: PI. von t Lexikon; Lexikograph [...ko'gra.fl.
der. -en. -en [zu griech. lcxikogräphos = ein Wörterbuch
schreibend]: a) jmd.. der auf dem Gebiet der Lexikographie
tätig ist; Verfasser. Bearbeiter /einzelner Artikel] eines
Wörterbuchs; b) (selten) Verfasser. Bearbeiter eines
Lexikons (1); Lexikographie, die; - [t-graphie]: Wissenschaft
von der] Aufzeichnung u. Erklärung des Wortschatzes in
Form eines Wörterbuchs; lexikographisch <Adj.; o. Steig.):
die Lexikographie betreffend: eine -e Methode; Lexikok)».
der; -n, -n [t-loge]: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Lexikologie: Lexikologie, die: - [t-logie]: Bereich der
Sprachwissenschaft, der sich mit der Erforschung des
Wortschatzes (bes. mit der Struktur des Wortschatzes) befaßt
iu. die theoretischen Grundlagen für die Lexikographie
schafft!; toxikologisch <Adj.; o. Steig.): die Lexikologie
betreffend; Lexikon [leksikan]. das; -s. ...ka u. ...ken [griech.
lexikön (biblion) = Wörterbuch, zu: lexikös = das Wort
betreffend, zu: lexis = Rede. Wort, zu: lögein = auflesen,
sammeln; reden]; I. nach Stichwörtern alphabetisch
geordnetes Nachschlagewerk für alle Wissensgebiete od. für ein
bestimmtes Sachgebiet: ein mehrbändiges, umfassendes L.;
ein L. in fünfzehn Bänden: ein L. der Kunstwissenschaft;
L. für Justiz, Verwaltung, Wirtschaft und Handel
(Buchanzeige in: Börsenblatt 95, 1966. 7240); L. zur Sexualität
(Buchanzeiae in: Börsenblatt 13,1969.936); ein L.
bearbeiten, herausgeben, herausbringen; U er ist ein wandelndes,
lebendes L. (ugs. scherzh.; weiß auf allen Gebieten
Bescheid, so daß man ihn immer fragen kann). 2. (veraltet)
svw. t Wörterbuch: mit Hilfe des ihm zur Verfügung
stehenden -s. eine ... ungefähre Übersetzungslösung
vorzuschlagen (G. Gutzmann in: PAKS-Arbeitsberichte 5.1970,150).
1672
Libido
3. (Sprachw.) a) Gesamtheit der bedeutungstrageiulen
Einheiten einer Sprache, der Wortschatz im Unterschied zur
Grammatik einer Sprache; b) (in der generativen Grammor
tik j Sammlung der Lexikoneinträge einer Sprache.
Lexikon-: -eintrag, der (Sprachw.): (in der generativen
Granunatik) formale Beschreibung eines Lexems an Hand
der phonologischen. syntaktischen u. semantischen
Merkmale; ^Format, das; ^oktav, das: bei Lexika übliches
Buchformai von etwa 25 bis 30 cm; Abk.: Lex. -8°; -vertag, der.
Lexltostatjstik [leksiko-]. die; - (Sprachw.): a) svw. f
Sprachstatistik: b) selten für fGlottochronologie; Lexflkothek
|...'le:k], die; -, -en [geb. nach t Bibliothek]: Sammlung
um verschiedenartigen Lexika; l^xisch <Adj.; o. Steig.)
«Sprachw.): die Lexik betreffend; Lexothek [Iekso'te:k],
die; -. -en [zu griech. lexis, t Lexikon, geb. nach t
Bibliothek]: in Rechenanlagen gespeichertes, in Morpheme
zerlegten Wortmaterial, das nach Bedarf nach verschiedenen
Gesichtspunkten abgerufen, sortiert u. ausgedruckt werden
kann; maschinelles Wörterbuch.
Lex specialis ['leks spe'tßia:lis], die: - -. Leges speciales [le:-
ae:s spe'tßja:le:s; lat., aus TLex u. lat. specialis, tspezial]
Uur): das der Lex generalis vorangehende Sondergesetz.
Lezithin, (fachspr.:) Lecithin [letßi'ti:n], das; -s. -e [griech.
lekithos = Eigelb] (Chemie. Biol.): als Bestandteil aller
Zellen wichtiger, phosphorhalt iger, fettähnlicher Stoff, der
als Nervenstärkungsmittel verwetidet wird.
fbombre ['IÖ:be]: TLomber.
Liaison [lie'zo:]. die; -, -s [frz. liaison. zu: her, T liieren]:
1. (bildungsspr. veraltend) Liebesverhältnis. Liebschajt; er
hat eine L. mit der Gräfin; seine Frau hat von seiner
L. erfahren: Ü die L. (enge Verbituiung. Zusammenarbeit)
zwischen den beiden Staaten besteht hauptsachlich auf
wirtschaftlichem Gebiet. 2, (Sprachw.) im Französischen
das Aussprechen eines sonst stummen Konsonanten am Wort-
ende vor einem vokalisch beginnenden Wort.
Liane ['IJa:n9]a die; -, -n (meist PI.) [frz. liane. H.u.]: bes.
in tropischen Regenwäldern vorkommende Schlingpflanze,
die an Bäumen o. ä. emporklettert u. häufig herabhängende,
sehr starke Ausläufer bildet.
Uas [Ii:as], der od. die; - [frz. lias < engl. lias. zu frz.
liais = feinkörniger Sandstein] (Geol.): untere Abteilung
des 2Jura; liassisch ['UasiJ] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(frz. lias(s)ique] (Geol.): zum Lias gehörend.
Ubation [liba'y»io:n], die; -. -en [lat. libätio, zu: libäre =
ein wenig wegnehmen od. ausgießen]: / altrömischesj
Trankopfer für Götter u. Verstorbene.
Lftell [H'bel], das; -s. -e [lat. libellus = Büchlein. Vkl.
von: Über. t Liber]: 1. altrömische Klageschrift. 2. (bil-
dunsspr. veraltet) Schmähschrift. Streitschrift.
Libelle [li'bcb], die; -. -n [lat. Ilbella = kleine Waage.
Wasserwaage; 1: nach dem gleichmäßigen Flug mit
waagrecht ausgespannten Flügeln; 3: nach der einer Libelle
(1) ähnlichen Form]: 1. am Wasser lebendes, größeres
räuberisches Insekt mit langem, schlankem Körper u. zwei
Paar schillernden Flügeln. 2. Teil von Me/Jinstrumenten.
j. B. der Wasserwaage, bestehend aus einem mit Flüssigkeit
gefüllten Glasröhrchen, in dem eine Luftblase die horizontale
od. vertikale Lage anzeigt; die Lage eines Balkens mit
der L. [überprüfen. 3. Haarspange bestimmter Art; libellie-
ren [libeli.ren] <sw, V.; hat): mit Hilfe der Libelle (2)
nachmessen, die horizontale bzw. vertikale Lage nachprüfen.
Über [li:be], der; -. Libri [li:bri; lat. Über, eigtl. = Bast
(als Schreibmaterial)]: lat. Bez. für Buch.
liberal [libo'ra.i] <Adj.) [frz. liberal < lat. überaus =
freiheitlich; freigebig; edel, zu: liber = frei]: 1. dem einzelnen
wenige Einschränkungen auferlegend, die
Selbstverantwortung des Individuums unterstützend; freiheitlich (Ggs.:
illiberal I): ein -er Chef; ein -es Gesetz; diese Verordnungen
sind sehr I.; der Lehrer geht I. mit seinen Schülern um.
L die Weltanschauung des Liberalismus (1) betreffend, sie
vertretend (Ggs.: Illiberal 2): eine -e Politik vertreten; -e
Grundsätze; eine -e Partei. Gruppe; ein -er Staatsmann:
seine politischen Vorstellungen sind ausgesprochen I.; ein
-er Scheißer (derb abwertend; jnut.. der sich nicht festlegt,
nicht eindeutig Stellung bezieht, nach allen Seiten offen
ist). 3. eine den Liberalismus vertretende Partei betreffend,
vertretend, zu ihr gehörend; ein -er Abgeordneter,
Parlamentarier; eine -e Zeitung; die -e Fraktion; I. wählen;
Liberale« der; -n, -n: Mitglied. Anhänger einer liberalen
Partei; als -r vertritt er die Grundsätze der freien
Marktwirtschaft: die -n (die liberale Partei) müssen ihre Politik
ändern, wenn sie die Wahl gewinnen wollen; liberalisieren
[litarali'zi:ren] <sw. V.; hat) [frz. liberaliser]: 1. von Ein-
schrätikungen befreien; liberal(\) machen; das
Abtreibungsgesetz I.; ein liberalisiertes Slrafrecht. 2. (Wirtsch.)
Einfuhrverbote u. -beschränkungen im Außenhandel beseitigen;
Die Bundesrepublik ... zähle nicht zu den Staaten, die
... ihre Einfuhren gelockert oder gar völlig liberalisiert
haben (Welt 21. II. 64. 9); <Abl.:> Liberalisierung, die;
-. -en: 1. das Liberalisieren (1): man strebt eine L. des
Sexualstrafrechts an. 2. das Liberalisieren (2): die L. des
Handels mit den USA; Liberalismus [libdralismus], der;
- [frz. liWralisme]: 1. Im IV. Jh. entstandene, im
Individualismus wurzelnde Weltanschauung, die in gesellschaftlicher
u. politischer Hinsicht die freie Entfaltung u. Autonomie
des Individuums fordert u. staatliche Eingriffe auf ein
Minimum beschränkt sehen will. 2. liberales (1) Wesen, liberaler
Zustand; während eine Verminderung der Gefahr das
Bedürfnis nach L. und mehr Freiheit weckt (Dönhoff. Ära
132); Liberalist [liborahst],der; -en. -en: Vertreter.
Anhänger des Liberalismus (1); liberaljsttsch <Adj.>: a) den
Liberalismus betreffend, auf ihm beruhend; im Sinne des
Liberalismusdenkend, handelnd; -e Auffassungen; b) extrem liberal;
Liberalität [liboralit£:t], die;-[lat. liberälitäs = edle
Gesinnung. Freigebigkeit]: liberales (1) Wesen. Denken; liberale
Gesinnung (Ggs.: Illiberalität): die L. des Lehrers wurde
mißbraucht; eine L. der Auflassung, deren ein deutscher
Nationalsozialist nicht fähig gewesen wäre (Niekisch,
Leben 268); Liberation [libora'tßio:n].die; -. -en [frz. liWration
< lat. Iiberätio] (veraltet): Befreiung. Entlastung; Libero
[Ü:boro]. der; -s, -s [ital. libero. eigtl. = der Freie]
(Fußball): Abwehrspieler ohne unmittelbaren Gegenspieler, der
als letzter in der eigenen Abwehr steht, sich aber ins
Angriffsspiel einschalten kann; [als] L. spielen; libertär [liber te:^]
<Adj.) [frz. libertaire] (bildungsspr. selten): extrem
freiheitlich; anarchistisch; der -e Sozialismus; Libertät [über'te:t],
die; -. -en [lat. Iibertäs = Freiheit]: 1. (hist.) ständische
Freiheit. 2. (selten) Freiheit, Unabhängigkeit; Den Drang
nach „Libertät", nach großer, wirtschaftlicher, politischer,
kultureller Unabhängigkeit von der Sowjetunion (MM
28. 1. 66. 15); libertin [liber'ti:n] <Adj.) [frz. libertin. zu
lat. liber = frei] (geh.. veraltend): zügellos, schrankenlos;
Der -e Bildhauer war Hitler-Gegner, und von ihm hat
sie's gelernt (FAZ 22. 4. 61. 57); Libertin [liber'tg:]. der;
-s, -s [frz. libertin]: 1. (veraltet) Freigeist. 2. (geh., veraltet)
ausschweifend, zügellos lebender Mensch; Libertinage [liber-
ii'na:33). die; -. -n [frz. libertinage] (bildungsspr.):
weitreichende /sexuelle/ Freizügigkeit; Zügellosigkeit: Harriet
Andersson interpretiert ihre zwischen bürgerlicher
Verhärm theit und fröhlicher L. angelegte Rolle durchaus
überzeugend (Welt 28. 8. 65. Film); Libertinismus [...nismos],
der; - (bildungsspr.): ausschweifende Haltung.
Lebensführung, Zügellosigkeit.
Liberty [Iiboti], der: -[s] [nach dem Namen einer Londoner
Textilfirma]: feiner Stoff in Atlasbindung aus Seide od.
Chemiefasern.
Liberty ship ['liboti Jrp], das; - -[*], - -s [engl.: eigtl. =
FreiheitsschifT; die Schiffe wurden bes. zur Versorgung
der amerik. Truppen in Europa eingesetzt]: während des
2. Weltkriegs in den USA in Serie gebauter 10000 t großer
Frachtschifftyp.
Liberum arbitrium [li:berom arbi:triom], das; - - [lat. =
freie Entscheidung] (Philos.): Willens- u. Wahlfreiheit.
libkUnisieren [Iibidini'zi:ren] <sw. V.; hat) [engl.-amerik. libi-
dinize] (Psych.): libidinös besetzen; Masochisten, die Straf-
zufügung zum erotischen Genuß libidinisiert haben (Hak-
ker, Aggression 244); Libidinist [...nist], der; -en. -en
(Psych.): sexuell triebhafter Mensch; libidinös [...no.s]
<Adj.; -er. -este) [lat. libidinösus. zu: libido. t Libido]
(Psych.): auf die Libido bezogen; die sexuelle Lust
betreffend; sexuell; -e Energie; Es besteht heute kein Zweifel
mehr darüber, daß -e Lustempfindungen bereits zum
Erfahrungsbestand des kindlichen Lebens gehören (Schelsky,
Soziologie 67); Libido [Ii:bido. auch: li'bj.do], die; - [lat.
libido = Lust. Begierde]: 1. (bildungsspr.. Psych.) auf
sexuelles Erleben u. Befriedigung gerichteter Trieb;
Bedürfnis. Trieb, sexuelle Lust zu empfinden. 2. (Psych.) allen
psychischen Äußerungen zugrundeliegende psychische
Energie; Die rebellische L. ist nicht weniger explosiv als der
revolutionäre Klassenkampf (K. Mann, Wendepunkt 329).
1673
Libra
Libra [Ir.bral. die; -. -[sl [I: lat. ITbra. tLira; 2: span.. port.
libra < lat. libra. tLiral: 1. altrömisches Gewichtsmaß.
2. früheres Gewichtsmali in Spanien. Portugal u. Brasilien.
Librarius [li'bra:riosl. der; -. ...rii [...ii; lat. librärius, zu:
Über, t Liberi: (imalten Rom) Bücherabschreiber fu.
Buchhändler].
Libration [libra'tßio:nl, die;-.-en [lat. Hbrätio = das Wägen,
zu: flbräre = wägenl (Astron.): auf der Ungleichförmigkeit
der Bahnbewegung des Mondes, optischen Effekten o.a.
beruhende, scheinbare teilweise Drehbewegung des Mondes
um die eigene Achse nach beiden Seiten.
librettisieren [Iibreti'zi:ren] <sw. V.; hat): in die Form eines
Librettos bringen: Librettist [llbre'tistl, der; -en. -en: jtnd..
der ein Libretto verfaßt: Libretto [li'breto], das. -s. -s u.
...tti [ital. libretto. eigtl. Vkl. von: libro < lat. Über =
Buch]: Text [buch] von Opern. Operetten. Singspielen.
Oratorien: Libri: PI. von TLlber.
licet [li:t$£t; lat.. zu: licere. t Lizenz] (bildungsspr. veraltet):
es ist erlaubt.
Licheq CIi:9e:n], der; -s [lat. liehen (PL: Iichenes) < griech.
leichen = Flechte] (Med): svw. TKnötchenausschlag;
lichenoid [liceno'Ltl <Adj.; o. Steig.) [zu t Liehen u. griech.
-oeides = ähnlich! (Med.. Bot): flechtenartig,
flechtenähnlich; Lichenoide, der; -n. -n [t-Ioge] (Bot.): Botaniker,
der sich auf Lichenologie spezialisiert hat; Lichenotogk,
die; - [t-logie] (Bot.): Spezialgebiet der Botanik, auf dem
man sich mit den Flechten (2) befaßt.
licht [h<;t] <Adj.; -er. -este) [mhd. lieht, ahd. lioht. urspr.
= leuchtend, strahlend]: l.a) (geh.) offen u. dadurch
angenehm von viel [ Tages]licht erhellt; voll freundlicher
Helligkeit, lichtdurchflutet: ein -er Raum; ein -er Morgen brach
an; am -en Tag (bei Tageslicht, am Tag); der Nebel hob
sich, es wurde -er; Ü befassen wir uns einmal mit -eren
(angenehmeren) Aspekten (Weiss, Marat 75); b) von
angenehm heller Farbe: ein -es Rot; das -e Grün der jungen
Birken leuchtete. 2. dünn bewachsen, große Zwischenräume
aufweisend: spärlich: eine -e Stelle im Wald; -e (weite)
Maschen; der Wald wurde -er. sein Haar ist schon ziemlich
1.; die Bäume stehen I.; Ü die Reihen der alten Kameraden
wurden -er. 3. <o. Steig.) (von Öffnungen o.a.) von der
einen zur anderen inneren Begrenzungsfläche gemessen: die
-e Weite. Höhe einer Brücke; das Rohr hat eine -e Weite
von 20 Zentimetern; Licht [-1. das; -[eis. -er u. (veraltet,
dichter.:) -e [mhd. licht, ahd. lioht. urspr. = das Leuchten.
Glanz; 5: der Nasenschleim wird mit einem überlaufenden
Talglicht verglichen]: 1. <o. PI.) a) etw.. was die Umgebung
hell macht, erleuchtet u. dadurch Dinge sichtbar macht;
Helligkeit; von einer Lichtwelle ausgehender Schein: helles,
schwaches, mildes, fahles L.; natürliches, künstliches,
ultraviolettes L.; das L. der Sonne, der Lampe; das grelle
L. blendet; L. fällt durch den Türspalt: das L. bricht
sich im Prisma; die dunkle Tapete schluckt viel L.; etw.
gegen das L. halten; jmdm. das L. [weg]nehmen, im L.
stehen; der Raum ist von künstlichem L. erhellt; Spr wo
[viel] L. ist. ist auch [viel] Schatten (wo es (viel] Positives
gibt, gibt es auch /viel] Negatives); Ü das göttliche L.;
das L. des Geistes; *dasL. der Welt erblicken (geh.; geboren
werden): ein bestimmtes L. auf jmdn. werfen (auf jmds.
Ansehen bestimmte [negative] Auswirkungen haben): das
Verfahren ... wirft ein so schreckliches L. auf die berufliche
Fähigkeit unserer Dorfpolizei (Dürrenmatt, Richter 16):
L. in etw. bringen (eine dunkle Angelegenheit o. ä. aufhellen,
aufklären): sein Geständnis hat L. in die Affäre gebracht;
jmdn. hinters L. (Uhren (jmdn. täuschen; eigtl. = jmdn.
nach der Seite führen, nach der hin der Lichtstrahl einer
Lampe abgeschirmt ist); imdn., etw. ins rechte o.a. L.
nkken/setzen/stellen (dafür sorgen, daß jmd.. etw.
vorteilhaft o. ä. erscheint): etw. in rosigem, im rosigsten L. sehen/
darstellen (etw. sehr positiv beurteilen); etw. in einem
milderen L. sehen (etw. für nicht mehr so schlimm halten); sich
selbst im L. stehen (sich selbst schaden); b) svw. tTageslicht:
das L. kommt durch zwei große Fenster; die richtige Farbe
kann man nur am L. sehen; der Baum vor dem Fenster
nimmt viel L. weg; *das L. scheuen (etw. zu verbergen
haben);etw. ans L. bringen/ziehen/zerren/holen (etw. [
Verheimlichtes] an die Öffentlichkeit bringen); ans L. kommen
([von etw. Verheimlichtem. Verborgenem] bekanntwerden,
offenbar werden): irgendwann werden deine Taten ans
L. kommen; ans L. treten (geh.; erscheinen, auftauchen):
ein riesiges Arsenal aller subversiven Ideen, die im Laufe
der letzten Generationen ans L. getreten waren (FriedeIL
Aufklärung 17); bei L. besehen (genauer betrachtet*, c»
svw. t Beleuchtung (1 a): schlechtes L.; im Keller gibt es
kein L.; bei diesem L. kann ich nicht arbeiten; L. machen
(die Beleuchtung einschalten); *in einem guten/günstige»
schlechten o.a. L. erscheinen/sich zeigen/stehen (einen o*-
ten. günstigen, schlechten o.a. Eindruck machen). 2.a) '..PI
-er; Vkl. tLichtchen) Lampe, Lichtquelle: ein spärliches,
helles L.; das L. ist an. brennt, geht aus. ist aus: das
L. anknipsen, anmachen, ein-, ausschalten; im
Wohnzimmer brennen alle -er; der Dachboden darf nicht mit offenem
L. (freibrennender Lichtquelle) betreten werden; * grünes
L. geben (die Erlaubnis geben, mit etw. zu beginnen, en*
in Angriff zu nehmen; nach dem grünen Licht von
Verkehrsampeln o.a.); in einem Land, an einem Ort gehen die -er
aus (um etw. sieht es düster aus. ist es schlecht bestellt
in Deutschland gingen damals die -er aus; b) <PI. auch
-e; Vkl. t Lichtchen) Kerze: das L. flackert, brennt ruhig:
die -er anzünden, ausblasen: die -er am Christbaum
aufstecken; das Ewige L. (kath. Kirche; ständig brennende
Flamme als Zeichen der Gegenwart Gottes)', kein/nicht
gerade ein großes L. sein (ugs.; tKirchenlicht); imdm. gebt
ein L. auf (ugs.; jmd. versteht, durchschaut plötzlich etwas*.
sein L. leuchten lassen (sein Wissen. Können zeigen, zur
Geltung bringen; nach Matth. 5,15 f.); sein L. [nicht] unter den
Scheffel stellen (seine Leistungen. Verdienste [nicht] aus
Bescheidenheit verbergen; nach Matth. 5. 13 f.): imdm. es
L. aufstecken (ugs.: jmdn. [tadelnd, vorwurfsvoll] in bezux
auf einen bestimmten Sachverhalt belehren, aufklären,
jmdm. erklären, wie sich die Dinge in Wirkliclikeit verhalten.
nach dem Bild des Aufsteckens einer Kerze auf einen
Kerzenleuchter); c) <o. PI.) (ugs. veraltend) elektrische
Strom, bes. zur Speisung von Beleuchtungskörpern: wir
lassen uns L. legen; die Rechnung für L. und Gas war sehr
hoch. 3. <PI. -er) (meist bild. Kunst) svw. TGlanzlicht
(b). wenn man ... dann mit dem Schabeisen -er herausholt
(Bild. Kunst 3. 89); kastanienbraunes Haar mit goldenen
-ern; Ü Mutter und Tochter, deren Beschreibung du mit
einigen ironischen -ern versiehst (Th. Mann. Krull 402)
4. <PI. -er. meist PI.) Auge des Haarwildes. 5. <P1. -er) (bes
berlin. ugs.) herabhängender Nasenschleim: Der Junge zog
ein kräftiges L. hoch (Tucholsky. Zwischen 115).
'Ijdit- (licht 1 b): -blau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von
lichtem Blau; -blond <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl.
-blau; -braun <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. -blau.
-grau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. -blau; -grün <Adj.
o. Steig.; nicht adv.): vgl. -blau.
2l)cht-, L|cht- (Licht): -ableser der (ugs.): Stromableser
-anläge, die: elektrische Beleuchtungsanlage; -arm <Adj^
nicht adv.): nicht gut beleuchtet, düster; -bad, das (Med.):
Bestrahlung des Körpers mit künstlichem Licht od. mit
Sonnenlicht zu Heilzwecken; -behandhmg,die (Med.):
Behandlung mit Lichtbädern; -beständig <Adj.; nicht adv.): sich
unter der Einwirkung von Licht nicht verändernd; -bild.
das: a) (Amtsspr.) svw. t Paßbild: mit dem Antrag sind
zwei -er einzureichen; b) (veraltend) im Verfahren der
Fotografie hergestelltes Bild; Fotografie (2); c) (veraltend) svw
t Diapositiv, zu c: -bilderabend, der: Abendveranstaltung,
bei der Dias gezeigt werden, -bildervortrag, der; -bildner.
der (veraltet): svw. t Fotograf; -blick, der: erfreuliches
Ereignis, erfreuliche Aussicht während eines sonst eintönigen
od. trostlosen Zustandes: der Feiertag ist ein L.. der einzige
L.; diese Begegnungen gehörten zu den wenigen -en seines
Daseins; Ü Daphne fühlte wohl, daß sie nunmehr Ant<v
niens einziger Trost und L. geworden war (A. Kolb.
Daphne 93); -bogen, der (Technik): helleuchtende elektrische
Entladung zwischen zwei stronxführenden Elektroden, dazu:
-bogenlampe. die (Elektrot.): svw. t Bogenlampe, -bogen-
ofen, der (Technik): Ofen zum Schmelzen von Metallen,
der mit Hilfe eines Lichtbogens erhitzt wird, -bogensdiwti»
Bung, die (Technik): Schweißung mit Hilfe eines
Lichtbogens: -brechend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Optik): Uchi
in eitie andere Richtung lenkend; -brechung, die (Physik)
Brechung (1) des Lichts; -bündel, das: durch eine relatii
kleine Öffnung tretender LichtstrahL der sich deutlich von
der Umgebung abhebt: die L. der starken Scheinwerfer.
-dicht <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. t-undurchlässig;
-druck, der: 1. <o. PI.) (Physik) Druck, den ein auf eine
Fläche auftrejfender Lichtstrahl ausübt. 2.a) <o. PI.)
Flachdruckverfahren zur Vervielfältigung von Gemälden. Fotogro-
1674
licht-, Licht-
fien u. ä.: b) <P1. -drucke) einzelnes, im Verfahren des
Lichtdrucks (2 *) hergestelltes Bild; -durchflutet <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (geh.): von Licht erfüllt: ein -er Raum;
-durchlässig <AdJ.; nicht adv.): für Licht durchlässig (Ggs.:
lichtundurchlässig): ein -er StofT. Vorhang, dazu: -durchlässig-
keit, die; —echt <Adj.; nicht adv.): (von Farben) sich unter
der Einwirkung von I Tages]licht im Farbton nicht
verändernd: -e Druckfarben; der StofT, die Gardine ist 1.. dazu:
^editheit, die; -effekt, der: durch Licht hervorgerufener
Effekt: in dem Film wurde viel mit -en gearbeitet; -einfall,
der: das Einfallen (3) von Licht: die Pupille verengt sich
bei L.; Einheit, die (Physik): Maßeinfieit in der
Photometrie; -Einstrahlung, die; -einwirkung, die: bestimmte
Farben verändern sich unter L.; elektrisch <Adj.; o. Steig.)
(Physik): die beim Auf treffen von Licht auf bestimmte Stoffe
hervorgerufene Elektrizität betreffend: -e Zelle
(Photozelle); -empfindlich <Adj.; nicht adv.): a) unter
Lichteinwirkung auf bestimmte Weise [ leichtj reagierend: -es
Filmmaterial; die Netzhaut des Auges ist 1.: b) überempfindlich
gegen Lichteinwirkung: -e Haut; weil seine Augen sehr 1.
sind, trägt er eine dunkle Brille, dazu: -empfindlichkeit,
die <P1. selten): Empfindung, die: durch Licht ausgelöste
Empfindung inden Augen; -erfüllt <Adj.; nicht adv.) (geh.):
von Licht erfüllt: -filter, der, fachspr. meist: das: svw.
T Filter (2); -fleck, der: von Licht verursachte helle Stelle
m einer dunkleren Umgebung; -flut, die (geh.): viel helles
Licht; -fülle, die (geh.): vgl. -Hut: -gaden, der (Archit):
svw. TGaden (1); -garbe, die (geh.): svw. T-bündel; -geld,
das (ugs.): Geld, das man für elektrischen Strom bezahlen
muß; -geschwindigkeit, die: Geschwindigkeit, mit der sich
Licht ausbreitet; -aestalt, die (geh.): sehr hell leuchtende
Gestalt, die aus Licht zu bestehen scheint: Schließlich
begegnet ihm eine L eine liebevolle, warmherzige
Erscheinung (Spiegel 26. 1977. 87); -halter, der (landsch.): svw.
! Kerzenhalter; -hof. der: 1. von mehrgeschossigen
Gebäudeteilen umschlossener Hof, von dem aus Licht in die angren-
zemien Räume fällt. 2. (Fot.) Schleierbildung an stark
belichteten Stellen einer Fotografie. 3. (selten) heller Schein um
einen leuchtenden Körper: der Mond hat einen L.; die
Motten tanzen im L. der Laterne; -holz, das (Forstw.):
Baumart. die zum Gedeihen viel Licht braucht; -hungrig
v.Adj.; nicht adv.): ein großes Bedürfnis nach Licht habend:
< Pflanzen; nach einem so langen Winter ist man richtig
I.; -hupe, die: Vorrichtung in Kraftfahrzeugen, die dazu
dient, mit den Scheinwerfern Lichtsignale zu geben: die
L. benutzen, betätigen; -iahr, das (Astron.): Strecke, die
das Licht in einem Jahr zurücklegt (Maßeinheit für die
Entfernung von Himmelskörpern): dieser Stern ist viele
■€ entfernt; -kegel, der: von einer Lampe, einem
Scheinwerfer o.a. ausgehender kegelförmiger Schein: der schmale
L. war so stark, daß man nichts außerhalb erkennen konnte
(Remarque. Triomphe 388); im L. des Scheinwerfers stand
ein Mann; -kreis,der: vgl. -kegel; -kunst, die: vgl. Kinetik
(2); -lehre, die <o. PI.) (selten): svw. tOptik; -leitung,
die (ugs.): elektrische Stromleitung; -los <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: ohne Tageslicht: Wir hockten uns in dem
fast -en Keller auf die Knie (Lentz, Muckefuck 195); Ü
ein -es (trostloses) Dasein; -mangel, der: die Pflanzen
gingen wegen L. ein; -mann, der (ugs.): svw. t-ablesen
Mnasdiine. die (Kfz.-T.): vom Motor über einen Keilriemen
angetriebener Generator, der Strom für die elektrischen
Anlagen eines Fahrzeugs liefert u. die Batterie lädt; -maß,
das (Technik): lichtes (3) Maß; -mast, der: Mast für
elektrische Leitungen, bes. für die Straßenbeleuchtung; -menge,
die (Fachspr.): Zum Waldklima, wenigstens äußerlich
gesehen, gehört auch die L. (Mantel, Wald 33); -meß <o.
Art.; indekl.) [mhd. liehtmesse, nach der an diesem Tag
stattfindenden Kerzenweihe u. Lichterprozession] (kath.
Kirche): (nicht gesetzlicher) kirchlicher Festtag (2.
Februar): Maria L.; zu. (landsch.:) an L.; -messer, der. svw.
T Photometer; -messung, die: svw. t Photometrie; -minute,
die (Astron.): vgl. -jähr; -motte, die: svw. tZünsler; -nel-
ke, die [nach dem lat. Gattungsnamen Lychnis. zu griech.
lychnos = Leuchte! (Bot.): in vielen Arten als Kraut od.
Staude vorkommende Pflanze mit meist behaarten Blättern
u. Stengeln u. roten od. weißen Blüten; -netz, das (ugs.):
svw. t Stromnetz; -omel, die: Beleuchtungsanlage in
Diskotheken o.a. mit vielen [verschiedenfarbigen/ Lampen, die
im Rhythmus der Musik aufleuchten; -pause, die: Kopie
einer transparenten Zeichnung od. Schrift auf
lichtempfindlichem Papier; -pausen <nur im Inf. gebr.): Lichtpausen
herstellen; als Lichtpause vervielfältigen: -pausgerät, das;
-pausverfahren, das; -punkt, der: punktförmige
Lichtquelle: die -e der Scheinwerfer entgegenkommender Autos;
Ü das war ein kleiner L. (Lichtblick); -putzschere, die:
svw. t Dochtschere; -quant, das: svw. t Photon; -quelle,
die: etw.t was Licht ausstrahlt, bes. künstlicher
Beleuchtungskörper: eine nackte Glühbirne war die einzige
L.; beim Lesen sollte die L. über dem Kopf sein; -rechnung,
die (ugs.): svw. t Stromrechnung; -reflex, der: von einer
spiegelnden Fläche reflektierter Lichtschein: Er
patschte ins Wasser, und die -e zersprangen, schwankend
und funkelnd (Tucholsky. Werke II, 277); -regle, die:
nach bestimmten /künstlerischen] Erwägungen
vorgenommenes Einsetzen, Steuern von Beleuchtung u. Lichteffekten
bei Theater auf fuhrungen, Filmen o.a.: der Regieassistent
macht auch L.; -regier, der: svw. tHelligkeitsregler; -reiz,
der: von Licht ausgeübter Reiz aufetw.: die Netzhaut
reagiert auf-e; -reklame, die: svw. T Leuchtreklame: wo die
grelle L. ... sich im glitzernden Asphalt spiegelte (Böll,
Mann 10); -satz, der (Druckw.): besondere Art des
Fotosatzes; —Schacht, der: l.a) mit Glas gedeckter Schacht
innerhalb eines Gebäudes; b) [mit einem Rost gedeckter] Schacht
vor Kellerfenstern, die unterhalb der Erdoberfläche liegen.
2. (Fot.) Schacht im Sucher einer Spiegelreflexkamera;
-Schalter, der: Schalter zum Ein- u. Ausschalten der
elektrischen Beleuchtung: nach dem L. suchen, tasten; -schein,
der: ein greller, matter, fahler L.; ein L. fiel heraus zu
mir (Fallada. Trinker 79); -schere, die: svw. T-putzschere;
-scheu <Adj.; nicht adv.>: 1. das [Tages]licht meidend:
überempfindlich auf Licht reagierend: ein -es Tier; Und
Äuglein haben, die niemals blicken - immer blinzeln. Ein
wenig 1. (Kaiser, Villa 188). 2, die Öffentlichkeit aus Angst
vor Entdeckung fürchtend, weil man etw. zu verbergen hat:
-es Volk, Gesindel; -scheu,die: das Lichtscheusein;
-Schimmer, der; -schranke, die: Vorrichtung, bei der eine Sperre,
Alarmanlage o. ä. ausgelöst wird, wenn ein auf eine
Photozelle fallender Lichtstrahl unterbrochen wird: der Aufzug, die
Maschine hat eine L.; -schütz, der: Schutz vor [schädlichen
Einwirkungen von] Licht, dazu: -schutzfaktor, der: Faktor,
der angibt, wie stark ein Sonnenschutzmittel die Haut schützt
/bezogen auf die Dauer der Sonnenbestrahlung): Sonnen-
Öl mit L.; -Schutzmittel, das: svw. t Sonnenschutzmittel;
-schwach <Adj.; nicht adv.): wenig Licht ausstrahlend;
-seite, die: günstige, gute Seite einer Sache: nur die -n
des Lebens sehen; alles hat seine Licht- und Schattenseiten;
-Setzmaschine, die (Druckw.): Maschine für den Lichtsatz;
-sigraü, das: mit Hilfe von Lichtern (2 a) gegebenes Signal
zur Verkehrsregelung, Übermittlung einer Nachricht o. ä.:
ein rotes, blinkendes L.; -e geben; der Verkehr an der
Kreuzung wird mit -en ( Verkehrsampeln) geregelt; -sinn,
der (Biol.): Fähigkeit von Lebewesen, mit Hilfe bestimmter
Organe Lichtsinnesreize aufzunehmen; -Sinnesreiz, der:
Sinnesreiz, der von Licht ausgelöst wird; -spalt, der: Spalt,
durch den Licht fällt; -spiel, das (veraltend): svw. tFilm
(3 a). dazu: -spielhaus, das (veraltend): svw. f Kino, -spiel-
theater, das (veraltend): svw. TKino; -stark <Adj.; nicht
adv.): von großer Lichtstärken, 2); -starke, die: 1. (Physik)
meßbare Stärke des von einer Lichtquelle ausgestrahlten
Lichts: die L. wird in Candela gemessen. L (Fot.) größtes
mögliches Verhältnis zwischen Blendenöffnung u. Brennweite
bei einem fotografischen Objektiv; -strahl, der: ein
schmaler, heller L.; Ein wenig weiter im Raum, in einem von
Staub tanzenden L. (Hildesheimer. Legenden 161); U ein
kleiner L. fiel in sein Leben; -streifen, der: streifenförmiger
Lichtstrahl: ein schmaler L. fiel auf den Boden; die
Frühlingssonne warf grelle L. in den Raum (Kirst. 08/15. 754);
-ström, der (Physik): von einer Lichtquelle in einer
bestimmten Zeiteinheit ausgestrahlte Lichtmenge; -stumpf, der: svw.
t Kerzenstumpf; -technik, die: Zweig der Technik, der sich
mit Lichtmessung, der Erzeugung von Licht u. Fragen der
Beleuchtung befaßt; -technisch <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.>; die Lichttechnik betreffend: I. perfekte Leuchten
(Wohnfibel 9); -telegraphie, die: Übermittlung von
Nachrichten mit Hilfe von Lichtsignalen; -therapie, die (Med.):
svw. t^behandlung; -tonverfahren, das (Film): Verfahren
zur fotografischen Aufzeichnung von Schallwellen beim
Tonfilm; -trunken <Adj.) (geh.): wie betrunken von Licht: Um
die Tischlampe ... gaukelten zwei -e Schmetterlinge
(Sebastian, Krankenhaus 144); -undurchlässig <Adj.; o. Steig.;
1675
Lichtchen
nicht adv.>: undurchlässigJüiLicht (Ggs.: lichtdurchlässig);
-Verhältnisse <PL>: in diesem Zimmer herrschen
ungünstige, erstklassige L.; Es ist statt dessen notwendig, für die
jeweiligen L. den entsprechenden Film in die Kamera
einzulegen (Foto-Magazin 8.1967.62); -voll <Adj.> (geh.):
a) lichtdurchflutei. hell: trägt er ( = der Spiegel) dazu bei.
den Räumen neue Dimensionen zu geben, sie 1. zu weiten
(Wohnfibel 170); b) einen Sachverhalt erhellend,
verdeutlichend: er machte -e Ausführungen; was er sagte, war
nicht gerade I.; c) freudvoll, glücklich: wir haben eine -e
Zukunft vor uns; -Wechsel, der: 1. (Astron.) Änderung
der I scheinbaren I Helligkeit eines Himmelskörpers. 2.
Wechsel der Beleuchtung: L! rief der Schauspieler und
trat ab (Kuby. Sieg 310); -welle, die (Physik): von einer
Lichtquelle ausgestrahlte elektromagnetische Welle:
-wendig <Adj.) (Biol.) svw. f phototropisch, dazu: -Wertigkeit,
die <o. PI.) (Biol.): svw. f Phototropismus; -wert der
(Fol.): Zahl, mit deren Hilfe sich mögliche Kombinationen
von Belichtungszeit u. Blendenöffnung bei einem Fotoapparat
errechnen lassen: -Wirkung,die: mit indirekter Beleuchtung
besondere -en erzielen; -zeichen, das: svw. t -Signal; -zeit,
die (Astron.): Zeit, die ein Lichtstrahl benötigt, um von
einem Gestirn zur Erde zu gelangen.
Lichtchen ['iKjt^nl. das: -s. - u. Lichterchen: TLicht (2a.
b); Lichte ['li^tol. die; -: lichte (3) Weite: 'lichten [Ii<jtnl
<sw. V.; hat) [zu Tlicht): l.a) bewirken, doli bestimmte
Dinge weniger dicht stehen: ausdünnen: den Baumbestand,
das Unterholz I.; die aufgegangene Saat I.: U der Krieg
hat die Reihen der ehemaligen Klassenkameraden
gelichtet; b) <1. + sich) weniger dicht werden: der Wald lichtet
sich; sein Haar hat sich schon stark gelichtet; gegen Mittag
lichtete sich der Nebel; U die Reihen lichten sich (von
einer bestimmten Anzahl Menschen werden es immer
weniger): nach und nach lichtete sich Helenes Bekanntenkreis
(wurde kleiner: Zwerenz. Quadriga 116). 2. (geh.) a) heller
machen: die Sonne lichtet das Dunkel; U Bis zu jener
Begegnung, die die Verworrenheit ihres Lebens mit einem
Schlag lichtet (Joho. Peyrouton 175); b) <l. + sich) heller
werden: das Dunkel, der Himmel lichtet sich; Ü das Dunkel
über dem Mordfall beginnt sich zu 1.
Richten [-1 <sw. V.; hat) [mniederd. Ilhten = leicht machenl
(Seemannsspr.): den Anker hochziehen [um wegzufahren]:
das Schiff lichtete die Anker; Lichter [Ii<jtBl. der; -s. -:
svw. T Leichter.
Lichter- [zu Licht (2a. b)l: -bäum, der: svw. t
Weihnachtsbaum; -fest, das: jüdisches Fest der Tempeleinweihung im
Dezember; -glänz, der: Glanz, Helligkeit von vielen
Lichtern: das Zimmer erstrahlte im L. des Weihnachtsbaumes;
-kette, die: Kette aus aneinandergereihten Lampen: die
Straßen waren mit -n geschmückt; -meer, das: große Menge
von helleuchtenden Lampen u. Lichtern: das L. der Stadt.
Lichterchen: PI. von TLichtchen; lichterloh [iKjte'Io:] <Adj.;
nicht präd.) [aus älterem li(e)hter Lohe = mit heller
Flamme): mit hellen, aufschlagenden Flammen brennend:
der -e Brand der Nixon-Puppe wurde stürmisch beklatscht
(MM 4. 5. 70, 2); die Scheune brannte I.; U sein Herz
brannte I. (er war leidenschaftlich verliebt).
lichtem [IictBn] <sw. V.; hat): svw. Tleichtern.
Lichtung [lujtuol. die; -. -en [zu 'lichten]: 1. von Bäumen
freie Stelle im Wald. 2. (Med.) svw. T Lumen (2 b).
Licker ['Iike], der; -s. - [mit eindeutschender Aussprache
geb. zu engl, (fat)liquor): Fettemulsion, mit der Leder nach
dem Gerben eingefettet wird: lickern [Iikcnl <sw. V.; hat):
Leder nach dem Gerben mit Licker einfetten.
Lid [li:t], das; -[eis. -er [mhd. lit. ahd. (h)lit = Deckel,
Verschluß, eigtl. = das Angelehnte): Haut, die beim Öffnen
u. Schließen des Auges von oben u. unten bewegt wird:
Augenlid: das obere, untere L.; entzündete, gerötete -en
seine -er zucken; die -er wurden ihr schwer (geh.; sie war
müde): die -er senken, aufschlagen, schließen.
Lid-: -entzündung, die: Entzündung des Lidrandes; -krumpf,
der (Med.): krampfartiges Schließen der Lider; -rand, der:
Rand des Lides: am L. wachsen die Wimpern; -sack,
der: erschlaffte Haut unter den Augen; -schatten, der: 1.
Färbung des Lides mit Schminke zum Betonen der Augen:
sie trägt auffallenden L. L kosmetisches Mittel (Puder,
Paste od. Stift) zum Schminken der Lider: -spalte, die:
Öffnung zwischen oberem u. unterem Lid; -strich, der:
mit Eyeliner gezogener [dunkler] Strich am Lidrand.
Lido [li.do], der; -s. -s. auch: Lidi [ital. lido < lat. lltus
= Strandl: langgezogemr Strand vor mehr od. wemgef
abgetrennten Meeresteilen: der L. von Venedig.
lieb[li:p|<Adj.)[mhd.liep.ahd.liobl:La)L/>^.Fr^/it//jd^
keit, Zuneigung, Herzlichkeit zum Ausdruck bringend: em
-er Brief; ein paar -e Worte; jmdm. viele -e Grüße senden;
alle waren sehr 1. zu mir; sei so 1. und komm nicht za
spät; das ist sehr 1. von Ihnen; er schaut sie I. an; (subst.
jmdm. etwas Liebes tun; b) durch angenehme, liebenswerte
Wesensart, Freundlichkeit Zuneigung auf sich ziehend: a
ist wirklich ein -er Kerl; ein -es Gesicht; eine -e alte Frau,
seine Frau ist sehr 1.; sie sieht sehr I. aus; c) auf Grumt
einer freundlichen, herzlichen Wesensart mit seinem
Verhalten Freude bereitend: ein -es Kind; das ist aber ein -er
Hund; bist du heute I. (brav) gewesen?; sei schön 1. (brat
2. jmds. [persönliche] Liebe, Zuneigung besitzend; geliebt,
geschätzt: meine -e Mutter, seine -e Frau; der -c Gocc
er ist mir 1. und wert. 1. und teuer; wenn dir dein Lebe»
1. ist. dann verschwinde; (in vertraulichen Anreden.) lieber
Hans. liebste Mutter, liebe Verwandte; (iron. od. verblaßt*
die -en Verwandten; das -e Geld; jetzt scheint die -e Sonnt
wieder; ich brauche das so nötig wie das -e Brot; <subst~:
er freut sich, wenn er alle seine Lieben (die Menschen,
die er liebt) um sich hat. 3. willkommen, angenehm: cm
-er Gast; -er Besuch; es wäre mir I.. wenn du erst morgen
kämst; das ist mir gar nicht 1.; es wäre mir -er. wen
...; je länger, mehr, öfter, je -er. das wirst du noch früher
erfahren, als dir 1. ist; wir hatten im Skiurlaub mehr Schnee,
als mir 1. war; Lieb [-]. das; -s (dichter, veraltet): Geliebte
(2), Geliebter (2): komm zu mir. mein L.
Ikb-, Lieb-: säuseln <sw. V.; hat): a) sich gedanklich m*
etw. Erstrebenswertem beschäftigen tu. es zu verwirklichen
suchen], etw. Bestimmtes gerne haben, erreichen wollen.
ich liebäugele mit diesem roten Sportwagen; sie hat scher
lange mit einer schwarzen Pelzjacke geliebäugelt; b) (*etu
jmdm. durch liebevolle, zärtliche Blicke seine Zuneigung
zeigen, mit jmdm. flirten: er liebäugelt mit der Laborantin.
Ü die Chinesen liebäugeln mit den afrikanischen Staaten,
^behalten <sw. V.; hat): die Zuneigung zu jmdm. bewohn
jmdn. weiterhin gern haben: ich werde dich immer I.; ^»>
wimen <sw. V.; hat): nach einer gewissen Zeit jmdn.. er*
gern haben; jmdn., etw. ins Herz schließen: ich habe de*
Kleinen richtig liebgewonnen; ^geworden <Adj.; o. Steig-
nur attr.): /allmählich] für jmdn. so angenehm, wichs*
geworden, doli er es nicht missen möchte: eine -e
Gewohnheit; Welche Willenskräfte erforderte es. sich von -en
Gegenständen zu trennen (Zwerenz. Erde IS); --haben %'•*
V.; hat): aus einem innigen, vertrauten Verhältnis herma
herzliche Zuneigung für jmdn. empfinden; jmdn. sehr gm
haben: den Kleinen muß man einfach 1.; ich habe d*±
sehr lieb; er hat sie immer liebgehabt; -haber [...ha:b«i.
der [mhd. liephaberl: La) svw. t'Geliebter da): einen
L. haben; sie legte sich einen L. zu; wenn ihr Mann abenk
weg ist. geht sie mit ihrem L. aus; b) (veraltend) Mann.
der um eine Frau wirbt: ein stürmischer. leidenschaftlicher,
aufmerksamer L.; der verschmähte L. nahm sich das
Leben; c) Mann im Hinblick auf seine sexuellen Fähigkeiten
er ist ein guter, schlechter, erfahrener L.; genau so w»
große Sporthelden oft schlechte L. abgeben (Musil. Mmm
525); d) (Theater veraltend) Rollenfach des Liebhabers (I t*
der Schauspieler war erster, jugendlicher L.; er wechsele
vom L. ins Charakterfach über. 2. jmd., der an einer Sacht
ein besonderes Interesse hat; jmd.. der eine besondere
Verhebe für etw. hat: er ist ein L. alter Bücher, von schönem
Teppichen; eine Sendung für die L. des Sports; die«»
teure Stück ist etwas für L. 3. (veraltet) svw. t Dilettant
(a). dazu: ^haberausgabe, die: besonders wertvolle u. j*ot
Ausgabe eines Buches, ^haberfaiihne, die: vgl. ^theaier
^haberdruck, der: seltener, wertvoller Druck, ^bnwtmm
[...haba'raj], die; -, -en: meist künstlerische od. wissenxhn+-
liehe Tätigkeit, die jmd. als Autodidakt in seinen Mußeinm
den ausübt u. die er mit Freude u. Eifer betreibt: zu seine*
-en zählt das Sammeln alter Bilder; die Beschäftig**
mit der griechischen Mythologie ist eine L. von ihm. -*■■**
rin, die: w. Form zu T Liebhaber (2, 3). ^haberprek, der
dem Wert einer Sache nicht entsprechender, hoher Pm.
den nur Liebhaber (2) für eine Sache zu zahlen bereit smnt
^haberstück, das: Gegenstand mit Liebhaberwert, -äatar-
theater, das (veraltet): (bes. im 18. u. 19. Jahrhutmnw
bei der höfischen Gesellschaft beliebtes) Laientheanw
^haberwert, der: Wert, den eine [alte, seltene] Sache mw
1676
liebes-,
Liebesallem deshalb hat. weil sich ein Liebhaber (2) dafür
interessiert: -kosen [-'- -, auch:' ] <sw. V.; hat) [mhd. liepko-
sen. zusgez. aus: einem ze liebe kosen = einem zuliebe
sprechen, vgl. kosen] (geh.. veraltend): zärtlich streicheln.
an sich drücken, küssen o.a.: er liebkoste sie. ihre Hand;
sie liebkoste zärtlich sein Haar; das Kind hat die Katze
liebkost,(auch:)geliebkost.dazu: -kosung,die (geh..
veraltend): zärtliche Berührung. Sireicheln o. ä.: ^los <Adj.; -er.
-este): a) auf eine die Gefühle, die Erwartung nach
Zuneigung. Zuwendung verletzende Art unfreundlich, barsch,
herzlos: eine -e Kindheit; jmdn. I. behandeln; b) <nur adv.)
ohne Sorgfalt (Ggs.: liebevoll 1 b): ein 1. angerichtetes
Essen; ein I. ausgestattetes Buch, dazu: -losigkeit, die; -.
-en: a) liebloses Verhalten, lieblose Behandlung. Art: ...
spürte aber die L. ihrer Worte und wollte mildern (Frisch.
Stiller 355); b) <o. PI.) lieblose (b) Art u. Weise: die U
mit der der Tisch gedeckt ist, spricht für sich; -reich
<Adj.>: a) (geh.) liebevoll: ein -es Lächeln; Konnte ich
mehr für sie tun. und war es nicht I. geredet? (Th. Mann.
Krull 245); b) (selten) angenehm: der -e Duft der Rosen;
^reiz, der <o. PI.) (geh.): a) nettes, reizendes Aussehen:
der L. ihrer Erscheinung; mit einem ... Lächein. das ihrem
Gesicht einen überraschenden L. gab (Ott, Haie 101);
b) natürlicher, nicht auf Wirkung bedachter Charme: der
L. ihres Wesens; -stocke!, das od. der; -s. - [spätmhd.
Ifebstockel. mhd. liebstück, lübestecke. ahd. lubistechal
< mlat. levisticum < lat. ligusticum, eigtl. = aus Ligurien
(Norditalien) stammende Pflanzel: krautige Pflanze mit
gelben Blüten u. würzig riechenden, dem Sellerie ähnlichen
Blättern, die als I Suppen Jgewürz u. als Heilmittel verwendet
werden: Maggikraut: ^werf <Adj.) (veraltet, noch
scherzh.): lieb (3). teuer: Sie sammeln, ein -es Lasterchen
(Frisch. Cruz 33); in der Anrede: -er Herr!
Liebchen[li.p^n].das;-s.- [spätmhd. liebchin]:a)(veraltet)
teliebte Frau: Schatz (meist in der Anrede): komm zu
mir, mein L.; b) (abwertend) lGeliebte (b): sie ist das
L. eines bekannten Geschäftsmanns; Liebden [li:pdn], die;
- (veraltet): ehrende Anrede an Adlige: Euer L.; Es sollte
eigentlich ein Geheimnis sein .... aber Dero L. dürfen
es schon wissen (Fallada. Herr 3); Liebe [ll:to], die; -.
-n [mhd. liebe, ahd. liubi. zu Tlieb]: 1. <o. PI.) a) starkes
Gefühl des Hingezogenseim zu einem I nahestehenden I
Menschen, verbunilen mit der Bereitschaft, für das Wohl des
anderen zu sorgen, Fehler zu übersehen od. zu verzeihen
o.a.: mütterliche, kindliche, reine, innige L.; die L. der
Eltern; seine L. zu ihr war groß; Gottes L.
(Barmherzigkeit): um L. bitten, flehen: R bei aller L. (bei allem Ver-
uändnis. das ich dafür habe), aber das ist mir zu viel; b)
auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung
beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen [des
anderen Geschlechts], verbunden mit dem Wunsch nach
Zusammensein. Hingabe o.a.: die wahre, richtige, große L.; eine
verschwiegene, heimliche, leidenschaftliche L.; die
eheliche, platonische (bildungsspr.; rein geistige) L.; bevor
sie ihn kennenlernte, wußte sie nicht, was L. ist; seine
L. zu ihr erlosch, erkaltete; sie erwiderte nicht seine L..
verschmähte seine L.; er fühlte, empfand keine L. zu ihr.
für sie; er gestand, beteuerte, zeigte, verheimlichte ihr seine
L.; jmdm. L. und ewige Treue schwören; an die L. glauben;
sie haben aus L. geheiratet; R alte L. rostet nicht; die
L. [des Mannes] geht durch den Magen (scherzh.; die
Liebe eines Mannes zu seiner Frau hängt davon ab. ob
tut gutkocht): L. macht blind; wo die L. hinfällt (Ausspruch
der Verwunderung über die Wahl eines Partners); * Bren-
aende L. (als Staude wachsende Pflanze mit behaarten
Blättern u. scharlachroten, in Trugdolden wachsenden Blüten:
nach dem kräftigen Rot der Blüten): L. auf den ersten
Blick (das gegenseitige Empfinden von Liebe bei der ersten
Begegnung): c) sexueller Kontakt. Verkehr: heterosexuelle,
•cnitale L.; käufliche L. (Prostitution): L. machen (ugs.;
koitieren). 2. <o. PI.) a) gefühlsbetonte Beziehung zu einer
Sache. Idee o. ä.: die L. zum Geld, zur Kunst, zur Wahrheit,
mm Beruf; meine ganze L. gehört dem Meer; aus L.
zur Sache: b) *mit L. (mit großer Sorgfalt. Mühe. Geduld):
mit L. kochen, den Tisch decken; etw. mit L. schmücken.
3. <o. PI.) Gefälligkeit: freundschaftlicher Dienst: jmdm.
eine L. erweisen; tu mir die L. und gehe zu ihm; R eine
L. ist der anderen wert. 4. (ugs.) geliebter Mensch: sie
war meine erste, große.ist eine alte L.von mir,erzähl...
nie etwas von deinen anderen -n (Remarque, Obelisk 301).
Ifcbe-, Liebe-: -bedürftig <Adj.; nicht adv.): viel Zuwendung
benötigend: ein -es Kind; er ist nicht selbstbewußt und
sehr I.; -diener, der (veraltend abwertend): jmd.. der
liebedienert, dazu: -dienerei [-di'.na'ny], die; -: unterwürfige,
kriecherische Schmeichelei: wie Cäsar von Muck ... in
demutsvoller L. zerfließen zu wollen schien (K. Mann.
Mephisto 261), -dienerisch <Adj.>: unterwürfig,
kriecherisch schmeichelnd, -dienern <sw. V.; hat): sich mit
unterwürfiger, kriecherischer Dienstfertigkeit bei einem
Vorgesetzten o.a. einschmeicheln: ^leer <Adj.; o. Steig.: nicht
adv.): ohne Liebe: ein -es Dasein, Leben; ^voll <Adj.>:
l.a) zärtlich besorgt, fürsorglich: eine -e Behandlung; den
Kranken I. pflegen, umsorgen; b) mit großer Sorgfalt. Mühe
(Ggs.: lieblos b): ein Geschenk I. verpacken. 2. Liebe zum
Ausdruck bringend: zärtlich: eine -e Umarmung; jmdn.
I. anschauen.
Liebelei [li:te'l%i], die; -, -en [zu T liebeln) (abwertend): kurze,
unverbindliche Liebesbeziehung: Flirt (b): eine kurze,
flüchtige L.; für -en war sie zu ernsthaft; liebeln [li:bjn] <sw.
V.; hat): 1. (veraltet) flirten. 2. (Jägerspr.) svw. Tabliebeln;
lieben [li:bn] <sw. V.; hat) /vgl. beliebte/ [mhd. lieben,
ahd. liuben, -ön, -en = jmdm. etw. angenehm machen]:
l.a) Liebe (I a) für jmdn. empfinden u. zum Ausdruck
bringen: seine Mutter, sein Kind, die Eltern I.; seinen Nächsten
I.: jmdn. von ganzem Herzen I.; eine liebende Mutter:
mein geliebtes Kind; b) eine besonders starke geistige,
körperliche, emotionale Bindung zu einem bestimmten
Menschenhaben: jmdn. leidenschaftlich, heiß, innig, abgöttisch,
zärtlich, eifersüchtig 1.; er liebt seine Frau; die beiden
lieben sich schon lange; ich werde ihn immer I.; eine
liebende Ehefrau; ein geliebter Mann; er ist unfähig zu I. (hat
nicht die Fähigkeit. Liebe zu empfinden): Spr was sich liebt,
das neckt sich; c) ein stark gefühlsbetontes, positives
Verhältnis zu einer Sache. Idee o.a. haben: das Vaterland,
das Geld, seinen Beruf I. 2. mit jmdm. Geschlechtsverkehr
haben: wir ... krochen in das breite Bett und liebten uns
(Simmel. Stoff 684); er liebte sie mehrmals in einer Nacht.
3.a) eine besondere Vorliebe. Schwäche für etw. haben:
etw. sehr gerne haben [wollen]: sie liebt den Luxus und
teure Kleider, gutes Essen I.; diese Pflanze liebt sandigen
Boden (gedeiht darin besonders gut): b) <l. + es) etw.
gern haben, mögen: ich liebe es. im Mittelpunkt zu stehen;
er liebt es nicht, wenn man ihn unterbricht; liebenlernen
<sw. V.; hat): jmdn.. etw. nach einer gewissen Zeit u. nach
der Überwindung von inneren Widerständen lieben: ich habe
ihn, diese Stadt liebengelernt.
Ikbens-, Lfebens-: ~wert <Adj.>: von anziehender,
gewinnender Art: von so einnehmendem Wesen, daß man ihn (sie.
es) liebt: ein -er Mensch; seine Art ist richtig I.; das ...
macht dich direkt I. (Ott. Haie 136); -würdig <Adj.) [für
älter: Liebens würdig]: freundlich u. zuvorkommend: eine
-e Dame; sie begrüßte uns mit -em Lächeln; er war sehr
1. zu ihr. das ist sehr 1. von Ihnen (höfliche Dankesformel);
seien Sie so I. und schließen Sie das Fenster (würden
Sie bitte das Fenster schließen), dazu: -würdigerweise
<Adv.>: aus Liebenswürdigkeit: freundlicherweise: er hat
ihr I. beim Umzug geholfen, -Würdigkeit, die: 1. <o. PI.)
liebenswürdige Art: liebenswürdiges Verhalten. Wesen: seine
L. war wohltuend; er konnte von ausnehmender,
entwaffnender L. sein; erwardie L. selbst (war sehr liebenswürdig):
würden Sie [bitte] die L. haben, das Fenster zu schließen
(würden Sie bitte das Fenster schließen). 2. liebenswürdige
Äußerung. Handlung: Das sowohl Geistreiche wie Bizarre
seiner Sitten,... die unvermuteten -en (Bamm. Weltlaterne
91); (iron.:) jmdm. einige -en (Unverschämtheiten) sagen,
an den Kopf werfen.
lieber ['li:bc; mhd. lieber.ahd. lieber, liuber. tlieb]: I. <Adj.:
Komp. von Tgern) mehr als gern: ich mag ihn noch 1.:
ich glaube, er macht diese Arbeit I. als ich. II. <Adv.)
1. vorzugsweise: ich trinke lieber Tee als Kaffee; ich würde
I. mit dem Auto fahren; I. heute als morgen. 2. besser:
klugerweise: ich hätte 1. warten sollen; das hättest du I.
nicht tun, sagen sollen; je eher, je 1.; mach es I. gleich.
Ikbes-, Liebes-: -abenteuer, das: kurze [romantische]
Liebesbeziehung: ^affare, die: vgl. ^abenteuer; ^akt, der
(geh.): Geschlechtsakt, Koitus: -antrag der: Vorschlag an
jmdn., eine Liebesbeziehung einzugehen: sein L. wurde
zurückgewiesen; -apfel, der [a: wohl mit Bezug auf Rot
als Farbe der Liebe u. auf den Apfel als häufig verwendetes
Symbol des Liebeszaubers; b: wohl wegen der roten Glasur
1677
lieblich
an Bed. a angelehnt]: a) (veraltet) Tomate: b) [auf
Jahrmärkten o.a. verkaufter] Apfel mit roter Zuckerglasur:
-bände <PL> (dichter, veraltet): enge Verbindung zwischen
Liebenden: -bedurfhis, das: Bedürfnis nach Liebe (1 a).
Zuwendung: das Kind hatte ein großes L.; -betötigung, die
(selten): sexuelle Betätigung: -beweis, der: Liebe.
Zuneigungausdrückende Handlung: als L. schickte er ihr Blumen;
-bezeigung, die (veraltet): vgl. -beweis: -beziehung« die:
von erotischer Liebe bestimmte Beziehung zwischen zwei
Menschen: eine L. eingehen; zwischen uns besteht eine
L.; eine L. zu jmdm. haben; -blick, der (geh.): Liebe
ausdrückender Blick: -böte, der (veraltet): jmd.. der
zwischen Liebenden Nachrichten übermittelt: abrief, der:
zärtlicher Brief zwischen Verliebten: -e schreiben; einen L.
bekommen; -dichtung, die: Dichtung, die vor allem den
seelisch-geistigen Bereich von Liebesbeziehungen zum
Thema hat: Mlienerin, die (verhüll.): Prostituierte: Der Gang
zur L. galt in Italien nicht als Ehebruch (Spiegel 49. 1965.
133); -dienst, der: aus Freundlichkeit erwiesene Hilfe.
Gefälligkeit: jmdm. einen L. erweisen; als handle es sich um
einen persönlichen L. (Th. Mann, Krull 239); -dinge <PI.>:
mit Liebe (1 b) zusammenhängende Dinge. Angelegenheiten:
in -n kannte sie sich aus; -ehe, die: vgl. -heirat; -entzug,
der (Psych.): [zu psychischen Schäden führender] Entzug
von Zuwendung [vor allem bei Kindern]: -erkläning,
die [LÜ von frz. declaration d'amour]: das Äußern.
Offenbaren von Liebesgefühlen an die Geliebte, den Geliebten:
eine L. machen; seine L. brachte sie zum Erröten; -erlebnis,
das: sexuelles, erotisches Erlebnis: ihr erstes L. war
enttäuschend; ^fahig<Adj.; nicht adv.> (Psych.): fähig.
Liebesbeziehungen herzustellen u. aufrechtzuerhalten (Ggs.:
liebesunfähig): ausgeglichene Menschen sind meist auch I.; -föhtg-
keit, die <o. PI.) (Psych.): L. hängt von vielen Faktoren
ab; -film, der: Film, der eine Liebesbeziehung zum Thema
hat: -gäbe, die: aus Mildtätigkeit gegebenes Geschenk an
Notleidende o.a.: -n für Häftlinge; -n verteilen; Teta ...
sandte dem Schützling weitere -n (Werfel. Himmel 34).
dazu: -gabenpaket, das: zu Weihnachten -e verschicken;
-garten, der (Kunstwiss.): bildliche Darstellung eines
Liebespaares od. von Liebespaaren in einem Garten: -gedieht,
das: Gedicht, in dem die Liebe zu jmdm. ausgedrückt wird:
-gefühl, das; -geschidite, die: 1. vgl. -film. 2. vgl. -aben-
teuer: Nichts Politisches, sagte er müde, eine ganz
blödsinnige L. (Rinser. Mitte 18); -geständnts, das: vgl.
Verklärung; -gluck, das; -gott, der: Amor war der L. der Römer;
-göttin, die; -heirat, die: Heirat aus Liebe (1 b); -knochen,
der [wohl nach der Form u. weil das Gebäck ..süß wie
die Liebe" schmeckt] (landsch.): svw. tEclair; -kraft, die
(selten): sexuelle Potenz: Er traute seiner unverbrauchten
L. viel zu (Strittmatter. Wundertäter 217); -krank <Adj.:
nicht adv.>: sich aus Verliebtheit in einem Zustand der
Übererregtheit befindend: -kummer, der: durch eine
unglückliche Liebesbeziehung verursachte gedrückte Stimmung: er.
sie hat L.; Fräulein Dr. Engel hat sich nicht aus L.
umbringen wollen (Sebastian. Krankenhaus 179); -kunst, die:
a) <o. PI.) verfeinerte Art u. Weise des Umgangs zwischen
Liebenden: die indische L.; b) sexuelle Praktik. Technik:
in allen Liebeskünsten erfahren sein; Es gab Frauen, die
mit ihren Liebeskünsten Männer zugrunde richteten
(Baum. Paris 107); -lager, das (geh.): sie machten sich
ihr L. auf weichem Moos; -laube, die: versteckt gelegenes
Häuschen o.a.. wo Verliebte sich ungestört treffen können:
-leben, das <o. PI.): svw. t Sexualleben: ein ausschweifendes
L. führen; das L. bestimmter Tiere beobachten; -leute
<PI> (veraltet): vgl. ^paar; ^lied, das: vgl. ^gedieht; -kist,
die (geh.. selten): bei der Liebe (1 b) empfundene Freude:
-mahl, das: 1. (Rel.) gemeinsame Mahlzeit als Ausdruck
christlicher Verbundetiheit. 2. (früher) gemeinsames Essen
des Offizierskorps: -müh[e], die in der Wendung verlorene/
vergebliche L. sein (keiner Anstrengung wert sein, vergeblich
sein: ihn zum Arbeiten zu bewegen ist vergebliche L.;
LÜ von engl, love's labour 's lost, dem Titel eines Lustspiels
des engl. Dichters W. Shakespeare [1564-16161); -nacht,
die (geh.): und in ihrer kalten stallähnlichen Unterkunft
glücklicher ist als in Jeder L. zuvor (Kaschnitz. Wohin
181); -nest, das [wohl LÜ von frz. nid d'amourl: kleine
Wohnung o.a.. wo Verliebte sich [heimlich] treffen: ...
werde ich Zaza und mir ein L. einrichten (Th. Mann.
Krull 290); -objekt, das: derjenige, auf den jmds. Liebe.
Zuwendung gerichtet ist: -paar, das: Paar, das sich liebt
[u. dies nach außen hin zeigt J: ein zärtliches L.; auf des
Parkbänken saßen -e; -pärchen, das: junges, sich uni*-
schwert gebendes Liebespaar: -partner, der; -perlen • o
PL): sehr kleine, bunte Perlen aus Zuckermasse, die meui
zur Verzierung von Torten od. bestimmtem Gebäck verarm*
det werden: -quäl, die: vgl. -kummer; -roman, den \gi
^fllm; -schwur, der: Schwur, jmdn. [immer] zu hebern.
-spiel, das: erotisch-sexuelle Handlungen wie Streichet*.
Küssen o.a. [als Vorbereitung od. Einleitung des
Geschlechtsverkehrs]: ein langes, ausgedehntes L.; Tiere bam
L. beobachten; -szene, die: erotische Szene in einem Romm*
Film. Theaterstück o.a.: alle -n fielen der Zensur a»
Opfer; ^tat, die (selten): wohltätige Handlung: der Lehrer.
der den Kindern Papier und Buntstifte verschafft hatte,
war für diese L. ermordet worden (Kaschnitz. Wohin 711
-tätigkeit, die: svw. TMildtätigkeit; -toll <Adj.>: sehr mg*-
liebt u. im Bemühen, den geliebten Partner zu besitze*,
zu unnormalen Handlungen u. Verhaltensweisen fähig, es
-er Kater: der -e Mann wartete die ganze Nacht vor ihres
Haus; -töter <PI.> (ugs. scherzh.): a) Damenunterhas**
mit knielangem Bein: b) lange Männerunterhase*
-tragodie, die: tragisch ausgehende Liebesgeschichx
-trank, der: Zaubertrank, der bewirken soll, daß jmd. eine*
anderen liebt: -trunken <Adj.> (dichter.): wie betrunkem
aus Liebe: -unfähig <Adj.) (Psych.): unfähig, eine
Liebesieziehung herzustellen u. aufrechtzuerhalten (Ggs.: liebesfa-
hig): Narzißmus ist eine Selbstbezogenheit, die I. macht
(Ruthe. Partnerwahl 167); -Unfähigkeit, die <o. PI
(Psych.): -Verhältnis, das: vgl. -beziehung; -verlust, der
<o. PI.) (Psych.): die Angst vor L. macht ein Kind folgsam.
-werben, das; -s; -werk, das: vgl. -tat; -wiese, die (ust
scherzh.): großes, breites Bett: -zauber, der.
lieblich [li:plu;l <Adj.) [mhd. lieplich. ahd. liublih] (geh.r
a) voller Anmut. Liebreiz: entzückend: ein -es Kind.
Madchen; sie hat ein -es Gesicht; eine -e Landschaft lernt
in Formen u. Farben sanfte, friedlich anmutende
Landschaft): ein -er Anblick; I. aussehen: b) einen angenehmem
Sinneseindruck hervorrufend: der -e Duft des Flieders: m/m
hörte -e Töne. Musik; der Braten duftet I.; der Wcic
ist I. (von milder Süße): c) (ugs. iron.) unangenehm,
unerfreulich: das ist ja eine -e Geschichte; das kann ja I. werden
<Abl.:> Lieblichkeit, die: :la) liebliches Aussehen. Wesen
sie bezauberte ihn mit ihrer L.; b) lieblicher Sinneseindruck
der Hall der Vogelstimmen ...mit seiner feinen L. (Gets&ler
Wunschhütlein 138). 2. Anrede der Fastnachtsprinzessm
Ihre L. Prinzessin Annemarie; Lkbling, der; -s. -e: X.jmd.
der von jmdm. besonders geliebt wird: der Jüngste ist der
L. der Mutter; (in vertrauter Anrede:) Ja. so meine ich
das. mein kleiner L. (Wendtland. Eisprinzeßchen 18h u
die vierbeinigen und gefiederten -e (Haustiere). 2. jmd.
der in besonderem Maße jmds. Gunst. Sympathie gentefk
der L. des Chefs, des Lehrers; der Sänger war der L
des Publikums geworden; Ü der L. des Glücks, der Götter
Lieblings- [in Zus. zur Bez. von bes. bevorzugten Personen.
Gegenständen. Orten, abstrakten Begriffen, zu denen mar
eine persönliche Beziehung hat u. von denen es mehrere
vergleichbare gibt]: -aufenthalt. der; -ausdruck, den -be-
schäftigung, die; -buch, das; -dichter, der; -essen, das;
-fach, das: Zeichnen war sein L.; -färbe, die: Blau ^
meine L.; -Trau, die: besonders bevorzugte HaremxJriMi
-gedanke, der; -gedieht, das; -gericht, das; -getränk, da*
-hose, die: seine L. war eine verwaschene Jeans; -Jünaer.
der (christl. Rel.): Johannes war der L. Jesu: -kind, das
-krawatte, die; -lied, das; -musik, die; -platz, den -pui-
over, der; -Schallplatte, die; -Schriftsteller, der; -schükr.
der; -söhn, der; -Spaziergang, der; -speise, die; ~spUL
das; -thema, das; -wort, das.
Liebschaft, die; -. -en [mhd. liep-, liebeschaft]: kurzes, nicht
sehr ernsthaftes Liebesverhältnis: sie hatte eine L. mit dem
Chef; Nach 20 -en weiß man, daß nichts anders wiid
(Hörzu 48. 1972, 41); liebst... [Ii:pst...l <Adj.; Sup. von
Tgern): in höchstem Maße od. Grade gern: sein liebstes
Spielzeug: ich mag am liebsten Bier; 'Liebste ['lhpsDL
der; -n. -n <Dekl. TAbgeordnete) (veraltet): Mann, dem
eine Frau liebt: ihr -r war nicht gekommen; sie hat einen
-n; 2Liebste [-1. die; -n. -n <DekI. T Abgeordnete) (veraltet*
Frau, die ein Mann liebt: zur -n gehen.
Lied flhtl. das; -[eis. -er [mhd. liet. ahd. liod]: I. auf einem
l gereimten] meist aus mehreren Strophen bestehenden Text
gesungene Melodie: ein ernstes, heiteres, fröhliches, traun-
1678
liegen
Cts L.; ein altes, volkstümliches, geistliches L.. das L.
hat drei Strophen: -er ohne Worte (Musik; einem Lied
ähnliche Instrumentalstücke)', das L. (die Weise, der
Gelang; der Amsel. Nachtigall; ein L. singen, anstimmen,
monieren, schmettern; *das alte/gleidie/dasselbe L. sein
tugs.; sich nicht ändern): es ist immer das alte L. mit
dir. von etw. ein L. sinnen können/zu singen wissen (über
etw. aus eigener unangenehmer Erfahrung zu berichten
wissen). 2. epische Dichtung: die -er der Edda; das L. von
der Glocke.
(cd-. Lkd- (vgl. auch: Lieder-): -form, die (Musik): vom
VoDcslied abgeleitete, einfachste musikalische Form: -gut,
das: Gesamtheit der überlieferten Lieder eines Volkes, eines
Zeitabschnitts o.a.: das französische, mittelalterliche L.;
-linaer, der: svw. Liedersänger; -text, der.
Lifider- (vgl. auch: lied-, Lied-): -abend, der: Konzertabend
mit Liedern; -buch, das: Buch mit Text i u. Musik] von
Liedern: -dichter, der; -handschrift, die: Sammlung von
handschriftlich aufgezeichneten mittelalterlichen Liedern;
-komponist, der; -macher, der: jmd., der zu Liedern mit
aktuellem Inhalt Text u. Musik verfaßt [u. sie selbst
vorträgt 1; -macherin, die: w. Form zu f -machen -Sammlung,
die; -sänger, der; -schätz, der (geh.): svw. T Liedgut;
-Zyklus, der: Anzahl zusammengehörender Lieder.
Liederjan ['li:deja:n]. der; -[eis. -e [urspr. ostmd.. für älter:
liederlicher Jan. vgl. Dummerjan] (ugs.): liederlicher
Mensch; liederlich [li:deli<;l <Adj.> [mhd. liederlich =
«leichOfertig. oberflächlich): l.a) nicht fähig, Ordnung zu
machen od. zu halten: ein -er Mensch; er war schon immer
ein bißchen I.; b) keine Ordnung, Sorgfalt aufweisend;
nachlässig: eine -e Arbeit; sie hat eine -e Frisur; jmd. macht
einen -en Eindruck; Hortense ... wühlte in dem Kram.
der 1. im Kasten durcheinanderlag (Apitz. Wölfe 99). 2.
(abwertend) moralisch verwerflich; ausschweifend: sie ist
ein -es Weibsstück; in -e Gesellschaft geraten; einen -en
Lebenswandel führen; <Abl.:> Liederlichkeit, die; -.
ledhaft <Adj.> (Musik): in der Art eines Liedes: eine -e
Komposition.
Liedrian [li:dria:n], der: -[e]s. -e: svw. t Liederjan.
■bT 111:11: T laufen.
fcfcr-. Liefer-(vgl auch: lieferungs-. Lieferungs-): -auftrag,
der: Auftrag an jmdn., eine Ware zu liefern; -auto, das:
tgl. -wagen: -bedingungen <P1.>: Bedingungen, unter denen
eine Ware geliefert wird; -betrieb, der: Betrieb, der eine
Ware lherstellt u.J ausliefert; -fähig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: in der Laxe, eine Ware zu liefern: die Firma ist
nicht I.; -firma, die: vgl. -betrieb; -frfet, die: eine lange,
kurze L.; -land, das; -monopol, das (Wirtsch.): Monopol,
eine bestimmte Ware liefern zu dürfen: die Stadtwerke
haben ein L. auf Strom; -schein, der Schein, auf dem bestätigt
*ird.daß eine bestimmte Ware geliefert worden ist;
^Schwierigkeit, die (meist Pl.>: die Firma hat -en; -tag, der: vgl.
^termin; -termin, der: Zeitpunkt, zu dem eine Ware
geliefert wird od. geliefert werden soll: der L. wurde nicht
eingehalten; -vertrag, der; -wagen, der: kleiner, meist
geschlossener Lastkraftwagen zum Transport leichterer'Güter;
^frerk. das: vgl. -betrieb; -zeit, die: vgl. -frist.
Lieferant [life'rantl. der; -en. -en [mit romanisierender
Endung zu T liefern]: jmd., der an jmdn. eine Ware liefert:
diese Firma ist der L. für Ersatzteile; meine -en von
Zubehör haben mich im Stich gelassen; der Zahlmeister hatte
verschiedene -en. aber mittwochs kam nur Szarka (Böll.
Adam 30); <Zus.:> Liefer^nteneingang, der: besonderer
Einfang, den die Lieferanten beim Abliefern von Waren
benutzen; lieferbar rii:fi»ba:s) <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: (von
Waren) vorrätig, so daß es geliefert werden kann; erhältlich:
ein Verzeichnis über alle -en Bücher; diese Möbel sind
zur Zeit nicht I.; Lfeferer, der; -s. -: svw. T Lieferant; liefern
Cli:fen] <sw. V.; hat) /vgl. geliefert (2)/ [aus der niederd.
Kaufmannsspr. < mniederd.. mnlederl. leveren < frz.
livrer < mlat. liberare = freilassen; ausliefern < tat.
liberäre = befreien, zu: Über = frei): 1. bestellte od.
gekaufte Waren dem Empfänger bringen, zustellen, ausliändigen:
Möbel. Ersatzteile. Kohlen I.; die Ware wird frei Haus
geliefert; pünktlich, in vierzehn Tagen 1.; das Werk kann
zur Zeit nicht I.; Aber Frau Rakitsch hatte mir ja gesagt,
daß wir nur an Privat lieferten (Gaiser. Schlußball 50).
2. hergeben, hervorbringen: das Land liefert Rohstoffe;
die Biene liefert Honig; Von den drei großen
Mundspeicheldrüsen liefert die Ohrspeicheldrüse ... einen relativ
dünnflüssigen Speichel (Medizin II, 26). 3.a) (verblaßt:)
beibringen, vorlegen, geben: den Beweis. Nachweis für etw.
I.; die Geschichte liefert uns dafür genug Beispiele; Überall
in der Welt lieferten grauenhafte Verbrechen dicke
Schlagzeilen (Kirst. Aufruhr 99); jmdn. jmdm. in die Hände
1. (verraten u. ausliefern); b) <1. + sich) miteinander
austragen: sich einen Kampf, ein Duell, blutige
Auseinandersetzungen I.; jmdm. eine Schlacht I. (mit jmdm. kämpfen);
<AbI.:> Lieferung, die; -. -en: 1. das Liefern (1): pünktliche,
termingerechte L.; die L. der Waren erfolgt in vier Wochen;
die L. quittieren; L. erfolgt nur gegen Barzahlung; die
Rechnung ist innerhalb von acht Tagen nach L. zu
bezahlen. 2. bestimmte Menge einer zu liefernden, gelieferten
Ware: eine lang erwartete L.; die letzte der drei -en wurde
beanstandet; die L. ist eingetroffen. 3. (Buchw.) Teil eines
nach u. nach erscheinenden, größeren Buches, Werkes: das
Wörterbuch erscheint in -en.
Ikfenings-, Lieferung»- (vgl. auch: liefer-. Liefer-): -bedin-
gungen <PL>: svw. T Lieferbedingungen; -frist, die: svw.
T Lieferfrist; -geschäft, das (Wirtsch.): Geschäft, bei dem
die Ware eine bestimmte Zeit nach Abschluß des Kaufes
geliefert wird; -ort, der: svw. T Erfüllungsort; —sperre, die
(Börsenw.): Sperrfrist bei der Ausgabe von Wertpapieren;
-termin, der: svw. T Liefertermin; -vertrag, der (Wirtsch.):
Vertrag über ein Lieferungsgeschäft; -weise <Adv.>: in
Lieferungen (3); -zeit, die (selten): svw. T Lieferzeit.
Liege [ li:ga], die; -. -n [zu fliegen]: zum Liegen, Ausruhen
usw. dienendes, gepolstertes, flaches Möbelstück ohne Rük-
ken- u. Seitenlehnen: auf der L. schlafen.
Liege-: -bank, die (PI. -bänke): Bank zum Liegen; -geM,
das (Schiffahrt): Entgelt, auf das der Verfrachter Anspruch
hat, wenn das Be- u. Entladen des Schiffes nicht innerhalb
der Liegezeit erfolgt; -halle, die: offene, windgeschützte
Halle für Liegekuren: -hang, der (Turnen): Hang (3) mit
gestreckten Armen, bei dem gleichzeitig ein Teil des Körpers
auf dem Gerät liegt: ein L. vorlings am Stufenbarren.
Reck; -kur, die: Heilkur durch Liegen, bes. an der frischen
Luft: jmdm. eine L. verordnen; 5 Stunden L. (Liegen
im Rahmen einer Liegekur) täglich: -möbel, das (meist
PL): Möbel zum Liegen; -platz, der: Platz, an dem Schiffe
festmachen u. liegen können: Liegeplätze im Fischereihafen;
-Polster, das: Polster zum Liegen; --sitz, der: verstellbarer
Sitz, der auch zum Liegen dient (bes. in Auto od. Eisenbahn);
-sofa, das: Sofa zum Liegen; -statt, die; -. ...Stätten (geh.):
zum Liegen, Ruhen, Schlafen eingerichteter Platz; -statte,
die: vgl. -statt; -stuhl, der: zusammenklappbares u.
verstellbares [Holzjgestell mit einer Bahn aus festem Stoff zum
Sitzen u. Liegen im Freien; -stütz, der (Gymnastik.
Turnen): Übung, bei der der auf den Fußspitzen od. Innenseiten
der Füße ruhende gestreckte Körper von den sich streckenden
bzw. gestreckten Armen gestützt wird: fünfzig -e machen;
in den L. gehen; -tag, der: 1. (Schiffahrt) Tag der Liegezeit.
2. (nordd.) Rasttag; -terrasse, die: Terasse zum Liegen,
Ruhen usw.; -waren, der: D-Zug-Wagen, dessen Sitzplätze
in dreifach übereinander angeordnete Liegebänke
umgewandelt werden können, dazu: -wagenabteil, das; -wiese, die:
1. besondere Wiese, auf der man liegen, ruhen, sich sonnen
usw. kann: ein Schwimmbad, ein Hotel mit großer L.
2. (ugs. scherzh.) breite Liege o.a.; -zeit, die (Schiffahrt):
Zeit, während deren ein Schiff im Hafen liegt.
liegen ['li.gnl (st. V.; hat. südd.. österr.. Schweiz.: ist) /vgl.
gelegen/ [mhd.. ahd. ligen): l.a) eine waagerechte Lage
einnehmen; in rufiender bzw. in /fast] waagerechter Lage,
Stellung sein; /der Länge nach ausgestrecktJ auf einer
Unterlage ruhen: wenn er liegt, hat er keine Beschwerden;
Weinflaschen sollen 1.. nicht stehen; flach, ausgestreckt,
ruhig 1.; der Kopf des Kranken muß hoch, tief 1.; gerne
hart, weich I.; er hat die ganze Nacht wach gelegen (hat
nicht schlafen können); auf dem Rücken. Bauch 1.; auf
dem Sofa I.; auf dem/am Boden, im Sand, in der Sonne
I.; schon früh im/zu Bett 1.; krank im/zu Bett 1.; im
Krankenhaus 1. (krank sein); er kam unter das Auto zu I.
(wurde überfahren); in einer Gruft auf dem Friedhof
[begraben] I.; (oft verblaßt:) der Hund liegt an der Kette
(ist angekettet); der Gefangene liegt in Ketten (wird
angekettet, in Fesseln gefangengehalten); im Hinterhalt I. (im
Hinterhalt lauern); eine liegende Acht (horizontale
Schleijenlinie); in liegender Stellung (liegend) arbeiten; liegender
Anschlag (Milit.. Jägerspr.. Schießsport; liegende Stellung
beim Schießen); liegender (Technik; horizontal angeordne-
1679
liegenbleiben
ter) Motor; Ü die Kugel, der Diskus liegt (ist nach dem
Wurf zur Ruhe gekommen); liegende (schräge, kursive)
Schrift; liegende Kreuze (mit schräx gerichteten
Aufwärtsbalken): b) (Schweiz.) sich legen: zu jmdm. I.; auf eine
Bank I.; c) (an etw.) lehnen, sich (an etw.) ruhend
befindende Leiter liegt [schrägl am Baum; er lag an ihrer Brust;
d) eine bestimmte Lage (auf einer Unterlage, in etw. Umge-
berulem usw.) haben: der Griff des Gerätes liegt bequem
in der Hand: der Wagen liegt gut. sicher [auf der Straße]
(hat eine gute, sichere Straßenlage); der Skispringer lag
fast waagerecht in der Luft. 2.a) (auf einer Fläche) Iin
bestimmter Weise) vorhanden sein, sich über etw. hin
ausdehnen, erstrecken: der Schnee liegt meterhoch: Schnee liegt
auf den Dächern; es liegt Schnee (es hat geschneit): Nebel
liegt auf/über den Feldern; die Landschaft liegt öde. wüst
vor dem Betrachter; der Stoff liegt (die Bahn 4 ist) 80cm
breit; b) gelegt, angelegt, verlegt sein: Reifen liegen um
das Faß (sind um das Faß gelegt); ein Riegel liegt vor
dem Tor (ist vorgelegt); wann werden die Gleise. Rohre.
Fliesen endlich I.?; c) in bestimmter Weise gelegt sein,
sich legen; eine bestimmte Lage haben: das Haar liegt in
Locken, in Wellen, liegt gut; der Teppich liegt gerade,
schief: d) sich (in einem Zustand des Bedecktseins mit etw.)
befinden: der Tisch liegt voller Bücher; die Straße liegt
übersät mit Papier. 3. irgendwo, in einer bestimmten Weise
an einer Stelle sein, sich befinden: gesondert, geordnet I.;
die Pläne liegen ausgebreitet auf dem Tisch; auf dem/am
Boden liegen Papierschnitzel. Steine; hast du den Ball,
das Buch irgendwo I. sehen?; das Schiff liegt auf der Reede,
in der Werft, am Kai; im Keller, im Schrank liegen Vorräte:
das Originalschreiben liegt [bei der Firma] in Stuttgart;
das Geld liegt auf der Bank (ist auf ein Bankkonto
eingezahlt u. wird als Guthaben geführt); der Wein liegt auf
Flaschen (Gewerbespr.; ist auf Flaschen gezogen): ich habe
50 Flaschen Wein [im Keller] I. (habe sie vorrätig, verfüge
über sie); ich habe noch viel Arbeit I. (habe noch viel
unerledigte Arbeit): was liegt, liegt (Kartenspiel; die einmal
auf den Tisch gelegte, hingelegte Karte darf nicht
zurückgenommen werden): ein spöttisches Lächeln lag um ihren
Mund; die Erbsen liegen lange, liegen [mir] schwer im
Magen (beschweren den Magen, sind (für mich] schwer
verdaulich): es lag mir wie Blei in den Gliedern; der Ton
liegt auf der ersten Silbe; eine große Last. Verantwortung
liegt auf mir. 4.a) an einem Platz (in der Landschaft,
in einem Gebäude o.a.) zu finden sein, seine (feste) [
geographische] Lage haben: verkehrsgünstig, zentral, nördlich,
sehr hoch, ruhig, mitten im Wald I.; ein einsam liegender/
gelegener Bauernhof; ein Ort. der an der Elbe, an einer
Bahnlinie, bei Kassel liegt/gelegen ist; etw. rechts, links
I. lassen (so daran vorbeigehen, fahren usw.. daß es rechts,
links liegt); das Zimmer, das Fenster liegt nach vom.
zur Straße, nach Süden; b) eine Lage. Stelle im Raum
od. in der Zeit einnehmen: die Einschläge der Geschütze
lagen alle zu weit; der Punkt liegt auf der Diagonalen;
etw. liegt in der Zukunft, schon in der Vergangenheit,
noch vor mir. schon hinter mir; dazwischen liegen drei
Tage; die Mauer, der Turm lag plötzlich im Scheinwerfer-
licht; Ü die Wahrheit liegt in der Mitte [zwischen zwei
Gegensätzenl. 5. seinen Aufenthaltsort haben, verweilen:
(bes. Milit.:) wir liegen in. bei Holzdorf; er liegt bei uns
im Quartier; in Garnison I.; (abwertend:) im Wirtshaus
I. (sich oft u. lange im Wirtshaus aufhalten u. trinken);
den ganzen Tag auf der Straße I. 6. seine Lage. Position.
Stufe, seinen Platz. Rang in einem Zusammenhang haben:
[im Rennen, im Wettbewerb! an der Spitze I.; auf dem
fünften Uabellenlplatz I.; in Führung, im Rückstand I.;
die Preise liegen höher, niedriger, liegen über, unter dem
Durchschnitt: er liegt gut [im Wettbewerb]; die Verhältnisse
liegen [etwasl anders; diese Angelegenheit scheint
schwieriger zu I.; die Sache liegt (steht) gut; wie liegen (stehen,
verhalten sich) die Dinge?; [soj wie die Dinge liegen (unter
den gegebenen Verhältnissen). 7. (verblaßt in bestimmten
Verbindungen:) mit jmdm. im Streit, im Wettbewerb, in
scharfer Konkurrenz I.; mit jmdm. in Scheidung (in einem
Scheidungsprozeß) I.; unter Beschuß liegen (beschossen
werden). 8. enthalten, zu finden, eingeschlossen, inbegriffen
sein: der Fehler lag im Getriebe; das Übel liegt tiefer,
darin liegt eine große Gefahr; es liegt nun einmal nicht
in ihm (ist nicht in ihm angelegt, ist ilim nicht gegeben);
Sorge liegt in ihren Mienen (spiegelt sich darin, kommt
darin zum Ausdruck); das liegt [mit] in meinen Worten;
in seiner Behauptung liegt etwas Wahres; in diesem Spruch
liegt eine tiefe Weisheit verborgen; es liegt im. außer dem
Bereich des Möglichen; es liegt in meiner Macht. Hand.
Gewalt, in meinem Ermessen. Belieben; das liegt nicht
in meiner Absicht, in meinem Interesse (ich beabsichtige
das nicht, ich habe kein Interesse daran); der Unterschied
Hegt (besteht) im Silbergehalt. 9.a) von jmdm. abhängen,
in jmds. Macht. Entscheidung/ sfreiheit ] stehen: etw. liegt
in jmds. Emiessen; der Zeitpunkt der Evakuierung liegt
bei uns (Apitz. Wölfe 244); es liegt ganz allein an/bei
dir. ob du teilnimmst; die ganze Verantwortung liegt bei
dir (fällt dir zu; du trägst die ganze Verantwortung); die
Schuld liegt bei dir (ist bei dir zu suchen); b) <unpers>
durch jmdn.. etw. verschuldet, begründet, verursacht sein,
auf erw. zurückzuführen sein: ich weiß nicht, woran es
liegt; es lag an ihm; an mir soll es nicht 1. (ich will kein
Hindernis sein). 10. a) jmds. Begabung. Neigung od.
Einstellung entgegenkommen, entsprechen, so daß er ein Verhältnis,
eitxe Beziehung dazu haben kann; ansprechen u. gemäß sein;
diese Arbeit, dieser Mensch liegt mir nicht; es liegt mir
nicht, mich dauernd anzupreisen; b) zu den Menschen.
Dingen usw. gehören, auf die jmd. Wert legt bzw. die jmd.
schätzt u. für sich zu gewinnen sucht: es lag mir viel, einiges,
nichts an ihm. an seiner Mitarbeit; an jenem Schmuckstück
war ihm gelegen; es liegt mir daran/ist mir daran gelegen,
daß ...; Iraenbfteiben <st. V.; ist): l.a) in liegender Stellung
bleiben: bleibt liegen!; lange [im Bettl I. (im Bett bleiben,
nicht aufstehen); auf den Knien I. (in vorgebeugter, zu
Boden gebeugter, kniender Stellung bleiben): b) in liegender
Stellung zurückbleiben: der Spieler blieb verletzt liegen,
2. gelagert, ausgebreitet bleiben: bei dieser Kälte bleibt
der Schnee sicher liegen. 3. (bes. von Dingen, die /
normalerweise] liegen); a) bleiben: die Bücher blieben monatelang
auf dem Schreibtisch liegen; das Geld bleibt auf der Bank
liegen; der Wein bleibt im Keller liegen; das Fallobst blieb
liegen (blieb, wo es lag. wurde nicht aufgelesen); b)
zurückbleiben, liegengelassen werden: ein Buch war auf dem
Katheder liegengeblieben; paß auf. daß dein Schirm nicht
liegenbleibt (daßdu deinen Schirm nicht vergißt); der Brief
ist liegengeblieben (nicht abgesendet worden); c) nicht
verkauft, nicht abgesetzt werden können: d ie Ware bleibt liegen;
d) beiseite gelegt, gelassen werden, nicht fortgeführt, nicht
erledigt werden: das Drama bleibt liegen (bleibt
[einstweilen] unvollendet); die Arbeit bleibt liegen (bleibt
unerledigt), kann bis Donnerstag I. (aufgeschoben werden). 4.
eine Lage. Stelle im Raum beibehalten: der Turm blieb
im Scheinwerferlicht liegen; das Haus blieb links liegen
(wurde links liegen gelassen). 5. seinen Weg nicht fortsetzen
können, nicht weiterkommen, steckenbleiben: mit einer
Panne auf der Autobahn I.; Liegende, das; -n (Bergmannsspr.):
Gesteinsschicht unter einer Lagerstätte (Ggs.: Hangende):
Ljfigendkampf, der (Sport): Schießwettbewerb, der in
liegender Stellung ausgeführt wird; liegenlassen <st. V.; hat):
1. (bes. von Dingen, die [normalerweise] liegen) a) jmdn..
etw. lassen, wo u. wie er/es ist [u. weggehen, -laufen usw.:
er hat die Sachen auf dem Boden liegen lassen/(seltenen*
liegengelassen; der Einbrecher hat alles liegen- und
stehenlassen und ist geflüchtet; die Gangster ließen ihn liegen;
b) zurücklassen, insbes. vergessen: er hat den Schirm im
Restaurant liegenlassen; c) beiseite legen, lassen; nicht
fortführen, unerledigt lassen: eine Arbeit [einstweilen! I.; einen
Brief I. (nicht absenden). 2. * jmdn., etw. links I. (t links):
Ufisensdiaft.die; -. -en: a) <meist PI.) (bes. jur.) Grundstück.
Grundbesitz: der Sohn eines reichen ... Vaters, der ihm
... Zinshäuser und andere -en hinterlassen hatte (Fallada.
Trinker 102); b) (Schweiz.) bebautes Grutuistück: Anwesen.
lieh Di:l:t leihen.
Liek [li.kl. das; -[eis. -en [mniederd. lik. leyk] (See-
mannsspr.): Kante eines Segels, insbes. das als Einfassung
u. zur Versteifung dienende, eingenähte dünne Tau: die Segrf
fliegen knatternd aus den -en (Radecki. Tag 113); <Abl.:/
lieken [li:knl <sw. V.; hat): svw. teinlieken.
lies fli:s]: t lesen.
Liesch [li:JJ. das od. der; -[e]s. Liesche, ['li:Jal. die; -. -n
[spätmhd. liesche. ahd. lisca = Farn]: volkst. Bez. für
verschiedene schilfähnliche Pflanzen; 'Lieschen ['II.inj
<PI.>: Hüllblätter des Maiskolbens.
Lieschen [ll:s<pn: Kurz- u. Kosef. des w. Vorn. Elisabeth*
1. * L. Müller (das durchschnittliche od. anspruchslose Mäd-
1680
Lilie
chen bzw. die durchschnittliche od. anspruchslose Frau; zu
beziehen auf die Durchschnittlichkeit des Vornamens
..Lieschen" u. die Häufigkeit des Namens „Müller"): L.
Müllers Ansichten. Verbrauchergewohnheiten. 2. das; -s.
-: svw. t'Liese: sie ist ein vergeßliches L.; 'Fleißiges L.
(das ganze Ja/tr über reich blühende Zierpflanze mit roten.
rasa od. weißen, flachen Blüten an einem langen Sporn;
*ohl weil die Pflanze sehr lange blüht).
Lieschgras, das; -es. -gräser [I. Bestandteil zu tLiesch]:
mittelhohes Wiesengras mit kolbenförmigem Blütenstand.
Uese fll:»]. die; -. -n <Vkl. T Lieschen 2) [Kurzf. des
w. Vorn. Elisabeth] (ugs. abwertend): Mädchen od. Frau:
eine dumme, liederliche L.
^iese [-1. die; -. -n [H.u.] (Bergmannsspr.): enge Kluft.
Liesen [ li:zn] <PL> [mniederl. liese. Hesse, liesche] (nordd.):
Fett von der Bauchwancl des Schweins.
fcfl [li:s], ließest [ii:sost], ließt [lirstj: Tlassen.
ist [li:stl: t lesen.
Liest H. der; -[e]s. -e [H.u.l: Eisvogel einer im afrikanisch-
asiatisch-australischen Raum heimischen,
insektenfressenden Gattung mit kräftigem, langem, spitzem Schnabel.
Lietze ['li:tsd|. die; -. -n [ost(nieder)d.. wohl aus dem Slaw..
*gl. poln. lyska] (landsch.): Bläßhuhn.
Linie [lio:]. die; -.-s [frz. lieue < spätlat. leuca. kell. Wort]:
altes französisches Längenmaß (französische Meile).
Lüe-island [laif aibnd], das; -[s], -s [engl, life Island, eigtl.
- Lcbensinsell (Med.): steriles Plastikgehäuse, in dem
<w Patient für einige Zeit untergebracht wird, wenn seine
körpereigenen Abwehrreaktionen nicht mehr funktionieren.
lift [hftl. der; -[eis. -e u. -s [engl. lift. zu: to lift = in
die Höhe heben]: 1. svw. f Fahrstuhl (1 b): der L. ist außer
Betrieb; das Hotel hat mehrere -s; den L. benutzen, mit
dem L. fahren. 2. <PI. -e> kurz für t Skilift, t Sessellift:
Die Schweiz bietet 776 -e (Spiegel 53. 1966. 34): mit dem
L. hinauffahren; 2Lift [-]. der od. das; -s. -s [engl, lift
= das Hochheben, zu: to lift. t 'LiftJ: kosmetische Operation
zur Straffung der alternden Haut (insbes. Facelifting).
Lfft- ('Lift): ^bay.dcr: junger Fahrstuhlführer: -fuhrer. der;
-hinge, der: vgl. -boy; -schacht, der; -tür, die.
ifteln [lifilnl <sw. V.; ist/hat>: landsch. für t'liften: 'liften
[liftnl <sw. V.; ist) [zu I 'Lift (2)1: mit dem Skilift fahren:
Für 262,60 DM ... kann (man) 6 Tage unbegrenzt 1. in
den nahegelegenen Skigebieten (ADAC-Motorwelt 10,
1972. 19); Giften [-1. <sw. V.; hat) [zu engl, to lift. t 'Lift]:
l.a) (Med.) durch 2Lift heben, straffen: die Gesichtshaut
i.; b) (ugs.) jmdn. einem :Lift unterziehen: sich I. lassen.
2- a) in die Hö/ie heben, wuchten: (Technik:) M it
Gabelstaplern werden die Gerüsttürme geliftet (MM 16. 11. 74.
17); Menschlein ... liftete die ... Behältnisse ans Tageslicht
tLentz, Muckefuck 59); b) atüieben. erhöhen: Indonesien
... wagte seine Preise nur um drei Prozent zu I. (Spiegel
9.1976.93); Ljfter,der; -s, - [engl.-amerik. lifterl (Fachspr.):
Person. Unternehmung, die einen lLift (2) betreibt; Lifting
[liftml, das;-s.-s [engl, lifting]: l.svw. t2Lift. 2.
(Leichtathletik) Übung t sformj. beider man auf der Stelle läuft, wobei
nur die Fersen vom Boden abfedern, während die Fußspitzen
auf dem Boden bleiben; Ljftkurs, der; -es. -e Izu engl, to
lift. T 'Lift] (Päd. gelegtl.): Förderkurs; Lift-Van [liftvenl.
der; -[s], -s [engl, amerik. lift van. zu engl. lift. T Lift.
u. van = Möbelwagen]: Spezialmöbelwagen für Umzüge
nach Übersee ohne Umladung.
Liga [li:ga]. die: - Ligen [span. liga = Bund. Bündnis,
bx\ ligar = binden, vereinigen < lat. ligäre. ? legieren]:
1. nationaler od. internationaler Bumt. Zusanimenschluli
mit politischer od. weltanschaulicher Zielsetzung);
Bündnis. Vereinigung: die Arabische L.; die L. der Arabischen
Staaten; die L. für Menschenrechte. 2, (Sport) Spielklasse.
Wettkampfklasse bes. im Mannschaftssport, in der
Vereinsmannschaften eines Gebietes, die sich qualifiziert
hohen, zusammengefaßt sind: in die l. L. aufrücken,
aufsteigen: in die 2. L. absteigen; in welcher L. spielt dieser
Verein?; Ligade [liga.dd]. die; -. -n [span. ligada = das
Binden, zu: ligar. t Liga] (Fechten): das Zur-Seite-Drücken
der gegnerischen Klinge; Ligament [liga'mcnt], das; -[eis.
-c. Ligamentum [-uml, das; -s. ...ta [lat. ligämentum, zu:
ligäre. t legieren] (Anat.): svw. t 'Band (2g).
Ugan: tLagan.
ligand [li'gant], der; -en. -en [zu lat. ligandus. Gerundiv
von: ligäre. T legieren] (Chemie): Atom. Molekül od. Ion.
das in einer Koordinationsverbindung dem zentralen Atom
ad. Ion angelagert ist; ligato [li'ga:to; ital. (mundartl.) liga-
to]: f legato: Ligatur [liga'tu:?], die: -, -en [spätlat. llgätüra
= Band. Bündel, zu: ligäre. tlegieren]: l.a) (Druckw.)
Buchstabenverbindung auf einer Drucktype (z.B. (T. ae); b)
(Paläographie) flüssigeres Schreiben ermöglichende
Buchstabenzusammenziehung. 2. (Musik) a) svw. T
Haltebogen; b) (bes. in der Mensuralmusik des 13. bis lö.Jh.s)
auf bestinunte Weise notierte Zusammenfassung mehrerer
lauf einer Silbe gesungener] Noten zu einer Gruppe. 3.
(Med.) Unterbindung bes. von Blutgefäßen mittels Naht;
Ligen: PI. von tLiga.
Liger [ii:gc]. der; -s. - [engl, liger. zusgez. aus: lion =
Löwe u. tiuer = Tiger] (Zool.): Bastard aus der Kreuzung
eines Löwetunännchens mit einem Tigerweibchen.
Light-Show [laitjoo], die; -, -s [engl.-amerik. light-show.
aus engl, light = Licht u. show, tShow]: mit bes. Licht-
u. Beleuchtungseffekten ausgestattete musikalische Show.
ligieren[li'gi.ren] <sw. V.; hat) [älter: legieren < ital. legare
< lat. ligäre, T legieren] (Fechten): die gegnerische Klinge
zur Seite drücken; Ligist [li'gist], der; -en. -en (bes. Sport):
Angehöriger einer Liga (2); ligjstisch <Adj.; o. Steig.)
(selten): die Liga (1) betreffend, dazu gehörend.
Lignin [h'gni:n|. das; -s. -e [zu lat. lignum. = Holz] (Chemie):
Verholzung bewirkender, farbloser, fester Stoff, der neben
der Zellulose wichtigster Bestandteil des Holzes ist; Lignit
[li'gni:t, auch: ...nit], der; -s, -e: 1. verhältnismäßig junge
Braunkohle, in der die Holzstruktur noch mit bloßem Auge
erkennbar ist. 2. svw. tXylit.
Ligroin [ligro'i.n], das: -s [Kunstw.J: als Treibstoff sowie
als Lösungsmittel für Öle u. Fette verwendetes Leicht öl
(Bestandteil des Erdöls); Lackbenzin.
Liguster [li'goste], der; -s. - [lat. ligustrum]: (häufig in
Zierhecken angepflanzter) Strauch mit glänzenden, grünen
Blättern, weißen Blütenrispen u. schwarzen Beeren; Rainweide.
Liguster-: -hecke, die: Hecke aus Liguster; -schwänner,
der: großer, rosagrauer Schwärmer, dessen Raupe bes. auf
Liguster. Flieder u. Esche lebt; -Strauch, der: vgl. Liguster.
liieren [li'i:ran], sich <sw. V.; hat) [frz. (se) Her < lat.
ligäre. t legieren]: 1. (bildungsspr.) eine Liaison, ein
Liebesverhältnis eingehen: sich mit jmdm. 1.: <meist im 2. Part.:)
mit jmdm. liiert sein (ein Liebesverhältnis haben). 2. (bes.
Wirtsch.) sich eng verbituien. eine enge Verbindung, enge
Beziehungen eingehen: das britische Unternehmen hat sich
mit zwei deutschen Firmen liiert; <meist im 2. Part.:)
diese Bank ist mit einer Reederei liiert; die Herrschaft
einer mit der Aristokratie eng liierten Oberschicht (Fraen-
kel. Staat 68); <subst. 2. Part.:) Liierte, der u. die; -n.
-n <Dekl. t Abgeordnete) (veraltet): Vertraute/rj; <Abl.:>
Likrung, die; -, -en (bes. Wirtsch.): 1. das Eingehen einer
engen f geschäftlichen J Verbindung. 2. enge /geschäftliche]
Verbindung.
Likör [li'ko:^], der, -s, -e [frz. liqueur. eigtl. = Flüssigkeit
< lat. liquor, t Liquor]: süßes alkoholisches Getränk mit
Zusatz von Geschmackstoffen. Fruchtsäften. Essenzen o. ä.:
ein grüner L.; hochprozentige -e; [eine Flasche] L. trinken;
die -e (die Gläser mit dem Likör) servieren; drei -e (Gläser
Likör) bestellen, trinken.
Likör-: -essenz, die: Essenz zur Bereitung von Likör; -fabdk.
die; -flasche. die; -glas, das <P1. -glaser); -service, das:
aus Likörgläsern mit Karaffe bestehendes Service.
Liktor [liktDr, auch: ...to:^]. der; -s. -en [likto:ran; lat.
Ilctor. zu: ligäre, t legieren]: Amtsdiener als Begleiter hoher
Beamter im alten Rom (Träger des Liktorenbündels);
<Zus.:) Liktorenbündel. das: svw. f Faszes.
lila [li:la] <indekl. Adj.; o. Steig.) [1: gek. aus: lilafarben,
zu TLila; 2: viell. weil die Farbe Lila nicht eindeutig als
Rot od. Blau zu bestimmen ist od. entstellt aus t lala]:
1. (nicht adv.) fliederblau, hellviolett: ein I. Kleid; der
Hut ist I.; (ugs. auch gebeugt:) sie trägt lilae/lilane
Unterwäsche. 2. <nicht attr.) (ugs.) mittelmäßig, einigermaßen:
es geht mir I.; (subst.:) Lila [-]. das; -s. -. ugs.: -s [frz.
lilas. älter: lilac = Flieder(blütenfarbe) < arab. lilak.
pers. Illäk. niläk = Flieder < aind. nllas = schwarz;
schwärzlich, bläulich]: lila Farbe, lila Aussehen: ein helles,
kräftiges L.; modische Kleider in L.; lilafarben, lilafarbig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in der Farbe Lila.
Lilie I'li:lp], die; -, -n [mhd. lilje, ahd. lilia < lat. Illia.
PI. von: lilium]: 1. Pflanze mit langem Stengel, schmalen
Blättern u. duftenden, trichterförmigen od. fast glockigen,
weißen od. auch farbigen Blüten, die als Zierpflanze in
:06 GDW
1681
lilien-, Lilien-
Gäiten gezogen wird (Symbol der Unschuld u. Reinheit).
2. (Her.) stark stilisierte Blüte der Lilie: die L.. drei -n
im Wappen führen.
Ulien-, Lilien-: -bamer, das (hist.): Flagge Frankreichs
(weiß, mit Lilien besät); -fries, der (Kunstwiss.): Spitzbo-
Kenfries* dessen Bogen lilienähnliche Abschlüsse haben; ^w
wachs, das (Boi.): Gewächs einer Familie* deren Vertreter
meist Knollen od. Zwiebeln, linealische Blätter u. endständi-
Ke Blüten haben (z. B. Tulpe. Zwiebel): -grün <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: blaß gelbgrün; -kreuz, das (Her.): Kreuz
mit gleichlangen Balken, die in stilisierten Lilien enden;
-schweif, der: svw. TEremurus; -weiß <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): 1. weiß mit einer kaum merklichen Abtönung
ins Gelbe. 2. (dichter.) weiß wie Lilien.
Lilipul- [Ii:lipot-; nach ..Lilliput", einem fiktiven Land mit
winzigen Menschen in dem Buch „Gullivers Reisen" des
engl. Schriftstellers J. Swift (1667-1745)] <Best. in Zus.
mit der Bed.X winzig klein. Zwerg- (z.B. Liliput(eisen)-
bahn. -format, -portion); Liliputaner [lilipu ta:ne]. der; -s,
-: Mensch von zwergenhaftem Wuchs, Zwerg; liliput&nisdi
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.> (selten): winzig klein.
Liman [li man], der; -s. -e [russ. liman < türk. Jiman. eigtl.
= Hafen < mgriech. limenion < griech. limen]:
lagunenartiger Strandsee an der Küste des Schwarzen Meeres.
Limba [limbal. das; -s [westafrik. Wort): afrikanisches [
Furnier Jholz von gelb- bis grünlichbrauner Farbe.
Limbi: PI. von t Limbus; limbisdi [ limbill <Adj.; o. Steig.;
nur attr.) [zu tLimbus] in der Fügung -es System (Med.;
Randgebiet zwischen Großhirn u. Gehirnstamm, das die
hormonale Steuerung u. das vegetative Nervensystem beeinflußt
ti. von dem gefühlsmäßige Reaktionen auf Umweltreize
ausgehen).
Limbo [limbol, der; -s, -s [karlb. Wort): akrobatischer Tanz
westindischer Herkunft, bei dem der Tänzer den Körper
von den Knien an zurückbeugt u. sich mit schiebenden
Tanzschritten unter einer Querstange hindurchbewegt, die nach
jedem gelungenen Durchgang niedriger gestellt wird.
Limburger [IimburgF], der; -s, -, Ljmburger Käse, der; -
-s, - - [urspr. nur in der belg. Landschaft Limburg
hergestellt): stark riechender, pikanter Weichkäse mit etwas
schmieriger, rötlichgelber Oberfläche.
Limbus [limbosl. der; -, ...bi [1: kirchenlat. limbus < lat.
limbus = Rand, Saum): 1. <o. PI.) svw. tVorhölle. 2.
(Bot.) oberer, nicht verwachsener Teil. Saum einer Blüte.
3. (Technik) Grad-. Teilkreis an Winkelmeßinstrumenten.
Limeridt ['limankl, der; -[sl. -s [engl, lirner ick. nach der
gleichnamigen Stadt in Irland|: nach festliegendem Reim
u. Versschema verfaßtes / englisches] Gedicht
humorvoll-ironischen od. grotesk-komischen Inhalts.
Limes ['liimesl. der; -, - [lat. Ilmes (Gen.: limitis) =
Grenzwall, -linie; Rain; Querweg; vgl. Limes als Name des
römischen Grenzwalls zwischen Rhein u. Donaul (Math): svw.
TGrenzwert (2); Zeichen: lim
Limette [li'meto]. (auch:) Lim^tta. die; -, ...tten [frz.
limette. Vkl. von: lime = kleine süße Zitrone, rückgeb.
aus: limon, T Limonadel: dünnschalige westindische Zitrone;
<Zus.:> Lim$ttensaft, der.
lanikd llimi'ko.i] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. limus
= Schlamm u. colere = (an einem bestimmten Ort)
wohnen! (Zool.): (von Tieren) im Schlamm lebend.
Limit [ lunit]. das; -s, -s u -e [engl, limit < frz. limite
< lat. Times. TLimesj: a) festgelegte Grenze, die räumlich,
zeitlich, mengenmäßig o.a. nicht über- bzw. unterschritten
werden darf: das [obere, oberste! L. für das Manuskript
sind 300 Seiten; ein L. festlegen; das L. über-,
unterschreiten; jmdm. ein L. setzen; b) (Wirtsch., bes. Finanzw.,
Börsenw.) obere od. untere Preisgrenze, insbes. vom Aid-
traggeberfestgelegte Preisgrenze für ein Geschält: c) (Sport)
für die Qualifikation festgelegte Mindestleistung; d) (Boxen)
Grenze der jeweiligen Gewichtsklasse; Limitation [limita-
tßio:nl.die;-.-en[lat. llmitätio = Festsetzung, zu: limitäre.
T limitieren) (Fachspr.): das Limitieren; Begrenzung.
Beschränkung; limitativ [...'ti:fl <Adj.; o. Steig.) (Fachspr.):
begrenzend, einschränkend; -es Urteil (Philos.; Satz, der
der Form nach bejahend, dem Inhalt nach aber verneinend
ist): Limite [li'mi:tol. die; -, -n [frz. limitel: Schweiz, für
t Limit; limited l'limitid; engl.. 2. Part, von: to limit =
begrenzen < frz. limiter < lat. limitäre. T limitieren!
(Wirtsch.): Zusatz bei Handelsgesellschaften mit
beschränkter Haftung in Großbritannien; Abk.: Ltd.. lim.. Lim. od.
Ld.; limitieren llimi'ti.ranl <sw. V.; hat) [lat. limitäre =
abgrenzen, bestimmen, zu: Ilmes, t Limes] (bes. Fachspr.):
nach oben bzw. unten od. im Umfang begrenzen,
beschränken: der Richtpreis ist nach oben nicht limitiert; eine
Auflage auf 300 Exemplare I.; limitierte Order (mit Angabe
eines Limits b); <Abl.:> Limitkning, die; -. -en.
limnikol [Iimni ko:II <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
limne = See. Teich u. lat. colere = (an einem bestimmten
Ort) wohnenl (Biol.): (von Organismen) im Süßwasser
lebend; Limnimeter, das; -s. - [T-meterl: Pegel zum Messen
u. selbständigen Aufzeichnen des Wasserstandes (z.B. eines
Sees); limnisch [limnij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): 1.
(Biol.) (von Pflanzen u. Tieren) im Süßwasser lebend od.
entstanden (Ggs.: terrestrisch 2. marin 2). 2. (Geol.) im
Süßwasser entstanden od. abgelagert (Ggs.: paralisch): -e
(in Süjiwasserbecken entstandene) Kohle; Limnograph
[limno'gra:fl, der; -en, -en [t-graph]: svw. T Limnimeter,
Limnoloae, der; -n. -n [T-Iogel: Wissetischaftler auf dem
Gebiet der Limnologie; Limnologte, die; - [T-Iogie]: svw
TSeenkunde; Ifcimolggisdi <Adj.; o. Steig.); Limopl^nkton.
das; -s: das Plankton des Süßwassers.
Limo [Iimo. auch: li:mo]. die. auch das; -. -[sl: ugs. Kurzf.
für t Limonade; Limonade [limo'na:ddl. die; -. -n [frz. Iimo-
nade. eigtl. = Zitronenwasser, wohl unter Einfluß von
ital. limonata zu: Iimo = Limone, T Limonel: insbes.
kohlensäurehaltiges Getränk aus Obstsatt od. entsprechender
Essenz. Zucker u. Wasser: eine Flasche L. trinken; eine L..
zwei -n (ein Glas, zwei Gläser Limonade) bestellen; <Zus.:>
Limongdetolflasche, die; Limone [limo.nd]. die; -. -n [ital
limone < pers.,arab. limün = Zitrone(nbaum)]: 1. (selten)
svw.fZitrone. 2, svw. tLimette; Lknonelle [limo'neta].die;
-. -n [frz. limonellel: svw. fLimette; Limonen [limo'ne:n].
das; -s. -e (Chemie): Izur Herstellung von Parfüm
verwendeter] zitronenartig riechender flüssiger Kohlenwasserstoff,
der als Bestamlteil vieler ätherischer öle vorkommt.
Limonit [limo'nht. auch: ...mtl. der: -s. -e [zu griech. leimön
= Wiese, weil das Mineral oft offen auf dem Erdboden
liegend zu finden ist]: svw. t Brauneisenstein.
limos [li'mo:s], limös [Ji'mois] <Adj.: -er. -este; nicht adv./
[zu lat. limus = Schlamm] (Biol.): schlammig, sumpfig.
Limousine [limuzl:nd]. die; -. -n [frz. limousine. eigtl. =
weiter (Schutz)mantel. urspr. bes. der Fuhrleute in der
frz. Landschaft Limousin): geräumiger Personenwagen mit
festem Verdeck (od. Schiebedach): eine schwere L.
limpid [ImVpi.t] <Adj.) [lat. limpidus. zu: limpa = (QuellK
wasserl (veraltet): klar. hell, durchsichtig.
Lincrusta: T Linkrusta.
lind [Imtl <Adj.; -er. -este) [mhd. linde, ahd. lindi = weich,
zart, mild; urspr. = biegsam]. 1. (geh.) a) angenehm mild,
nicht rauh od. kalt: ein -er Sommerabend. Herbsttag; die
Luft ist I.: eine steinerne, heller leuchtete und I.
durchwärmte Halle (Th. Mann. Hoheit 152); b) sanft, zart: ein -er
Windlstoß]; mit -er Stimme; mit -er (gelinder) Gewalt;
Die Folge ist ein -er Größenwahn (Tucholsky. Werke
II. 229). 2. <indekl.; attr. nachgestellt od. präd.) svw.
T lindgrün: ein schöner Stoff. I.. mit apartem Muster.
Linde [lindo]. die; -. -n [mhd. linde, ahd. linta. wahrsch.
verw. mit Tlind. also eigtl. = die Biegsame, nach dem
weichen, biegsamen Bast (1 )1:1. Laubbaum mit ausladender
Krone, herzförmigen, gesägten Blättern u. gelblichen, süß
did'tenden Blüten; eine uralte L. 2. <o. PI.) Holz der Linde.
<Abl.:) linden [lindn] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) |mhd
lindin] (selten): aus Lindenfiolz / bestehend].
Linden-: -allee, die; -bäum, der (geh.): Linde (1): -biatt
das; -blute, die. dazu: -btütenhonig, der. -blütentee, der.
MBewächs, das (Bot.): Gewächs eitler Familie, zu der Linde*
Jute u. zafilreiche andere, vor allem tropische Bäume u.
Sträucher gehören; -holz, das; -honte, der: ^Schwärmer,
der: gelblichbräunlich, weißlichgrüner Schwärmer, dessen
Raupe vor allem an Blättern von Linden frißt.
lindern ['lindsnl <sw. V.; hat) [spätmhd. lindern, zu Tllndl:
mildem, erträglich/er/ machen: jmds. Leid. Schmerzen.
Not I.; sie wollten das Elend der Flüchtlinge I.; Um die
Langweile ... zu I.. ersann ... Tauchnitz die Reiselektüre
als Palliativ (Enzensberger, Einzelheiten I, 203); lindernde
Umschläge; <Abl.:> Linderung, die; -: das Lindern; die
L. der Schmerzen; das Mittel hatte ihm keine L. gebracht;
zur L. der Not beitragen; <Zus.:) Linderungsmittel, das.
lindgrün <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu T Linde, nach der
Farbe des geflügelten Samens]: zart gelbgrün.
1682
Linie
Lflfltett, die; -: a) linde (a) Beschaffenheit. Mildheit; b)
Zm+eii. Sanftheit.
Lm^mmm [Imt-], der; -[eis. ...würmer [mhd. lintwurm. zu
Ad Imt = Schlange. Drache; also eigtl. verdeutlichend
* Schlangenwurm] (Myth.. Her.): dem Drachen ähnliches
4*r ungeflügeltes I Fabeltier.
Lmam I linndsJ. die od. das: -. -s [engl, lineage. zu lat.
ioea. t Linie] (Völkerk.): soziale Ein/ieit, deren Angehörige
mit um einem gemeinsamen väterlichen od. mütterlichen
4kmen abstammen u. meist an einem Ort wohnen.
iMalHine'a.l] <Adj.; o. Steig.) [spätlat. Hnealis]: svw. f linea-
sch: Lineal [-]. das; -s. -e [zu einer mlat. Bildung zu
«ttttal lineälis = in Linien bestehend, in Linien gemacht.
jd tat. Hnea. t Linie]: einfaches Gerät mit / Längenskala
* gerader Kante, längs deren man Linien ziehen kann:
4äs L. anlegen; mit dem L. eine Linie ziehen; etw. mit
Jon L. unterstreichen; er geht, als hätte er ein L. ver-
«iüuckl (spött.; steif u. in unnatürlich gerader Halfung):
tatlfcdi <Adj.; o. Steig.) (Bot.): (von Blättern) lang u.
mit parallelen Rändern: -e Blätter; Lineament [linea'ment].
£fts -(e]s. -e [lat. lineämentum = Umriß. Grundriß, zu:
&Ka. -Linie]: I. (blld. Kunst) Gesamtheit von gezeichneten
ad- uch abzeichnenden Linien in ihrer besonderen Anord-
mmt. in ihrem eigentündichen Verlauf: mit rhythmisch
proportionierten Farbpartikeln, die leuchtkräftig das zeichen-
taAe L. umstellen (MM 8. 11. 71. 24); die -e (Linien)
Aer Hand, des Gesichts. 2. (Geol.) svw. tGeofraktur; linear
inea^l <Adj.; o. Steig.) [lat. linearis = aus Linien
bestehend]: l.a) (bildungsspr.) geradlinig, linienförmig: ein -es
Gebilde; (Physik:) -e Bewegung. Beschleunigung; b)
JCanstwlss.) zeichnerisch, das Zeichnerische betonend: Die
F*urcn sind flach und I. angelegt (Bild. Kunst I. 14).
2. AMbildungsspr.) geradlinig, einfach u. stetig / verlaufend/:
cm -er historischer Prozeß: eine -e Geschichtskonzeption;
fcMSprachw.) sukzessiv, in Form einer Abfolge: die -e
Redeten*; c) (Musik) nicht den harmonischen Zusammenklang.
Mmiern den gleichzeitigen Verlaut selbständiger Melodien,
Simmen in den Vordergrund stellend: -e Musik; der -e
Söl. 3. (Math.) eindimensional, [nur] der Länge nach: der
< Ausdehnungskoeffizient. 4. a)(Fachspr.) in gleicher
Weilt erfolgend, gleichbleibend, gekennzeichnet durch bzw. ver-
mmden mit einer gleichmäßigen Zu- bzw. Abnahme der
Beträge: -e Zunahme. Lohnerhöhung. Besteuerung; -e
Abtreibung (Abschreibung gleichbleibender Beträge): b)
•Math.) unbestimmte Größen in erster Potenz enthaltend:
< Gleichungen (Gleichungen ersten Grades).
Ukit- ^beschleunigter, der [LÜ von engl, linear accelera-
*or| (Kernphysik): Beschleuniger, in dem Elementarteilchen
m etne geradlinige, beschleunigte Bewegung gebracht
werben, ^eruption, die (Geol.): von Erdspalten ausgehende
m&anische Tätigkeit: -motor. der (Elektrot.):
Elektromotor, bei dem sich der eine Motor teil gegenüber dem anderen
mser dem Einfluß elektromagnetischer Kräfte geraiilinig
irschiebt, so daß eine geradlinige Bewegung, ein Vortrieb,
erzeugt wird; -schritt, die (Schriftw.): weiterentwickelte
Bilderschrift, deren ursprünglich figürliche Formen mit
einfachen Strichen dargestellt sind: ^vulkan. der (Geol.): entlang
emer Spalte ausbrechender Vulkan: -Zeichnung, die
«Fachspr.): nur mit Linien gearbeitete Zeichnung, insbes.
Lmrißzeichnung. Riß.
Länrhät [linearite:t], die: - [zu t linear]: (Fachspr.): lineare
Beschaffenlieit; Lineatur [...'tu:£]. die; -. -en [zu lat. Tinea.
*Lnie|: I. Linierung (2) (z.B. von Schulheften.
Notenpapier). 2. (bild. Kunst) Linienführung: knappe grafische L.;
Lmer [l^ne]. der; -s. - [engl, liner. zu: line = Linie (6a)j
•Schiffahrt): Überseedampfer, Linienschiff.
Lmtiie [lineto], die; - [frz. linette, eigtl. Vkl. von: linon.
'Linon]: auf beiden Seiten appretierter, feinfädiger Linon.
UmMim) ['lmga(m)], das: -s [sanskr. linga(m)]: Phallus als
Umtbild Schiwas, des indischen Gottes der Zeugungskraft.
Vmm (12:3h die; - [frz. linge. eigtl. = Leinwand, zu lat.
faeus = leinen] (Schweiz. Hotelw.) = Wäsche; Linaerie
Kp'ri:]. die; -. -n [...i:on; frz. lingerie] (Schweiz.): a)
Wäschekammer; b) betriebsinterne Wäscherei; c)
Wäschegeschäft.
bwal [Im'ßua:!] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. lingua = Zunge:
Sc>rache] (bes. Med.): die Zunge betreffend, auf die Zunge
bezüglich; Lingual l-l. der; -s. -e (Sprachw.): mit der Zunge
gebildeter Laut, Zungenlaut (z. B. das Zungen-R); Lingual-
tast. der; -[e]s. -e: svw. f Lingual; Linauglpfeife. die: -.
-n: Orgelpfeife, bei der durch ein schwingendes Metallblätt-
chen der den Ton erzeugende Luftstrom periodisch
unterbrochen wird; Linguist [lin'guist], der; -en. -en: jmd. der sich
wissenschaftlich mit der Linguistik befaßt;
Sprachwissenschaftler; Linguistik, die; - [als Bez. für die moderne
Sprachw. (frz. linguistique) eingef. von dem Schweizer
Sprachwissenschaftler F. de Saussure (1857-1913)]:
Sprachwissenschaft, insbes. der modernen
(systembezogenen) Prägung: kontrastive, mathematische L.; linguistisch
<Adj.; o. Steig.): sprachwissenschaftlich.
liniar: [linia:?]: flinear; Linie ['li:n]?]v die; -, -n [mhd. linie.
ahd. Hnea < lat. Ilnea = (mit einer Schnur gezogene)
gerade Linie; Faden, Schnur, zu: lineus = aus Leinen,
zu: linum = Leinen; Faden. Schnur; 7: nach den
genealogischen Linien auf den zeichnerischen Darstellungen von
Stammbäumen]: l.a) längerer (gezeichneter od. sich
abzeichnender) Strich: parallele, gerade, punktierte -n; mit
dem Lineal, aus der freien Hand eine L. ziehen; Briefpapier
mit -n (liniertes Briefpapier); auf-n schreiben; die
durchgehende, unterbrochene L. (die durchgehende, unterbrochene
Markierungslinie auf einer Fcüxrbahn) überfahren; die
zeichnerische L. (Linienführung); die -n (leichten Einkerbungen)
der Hand, des Gesichts; die -n eines Spektrums (Physik;
Spektrallinien): b) (Math.) zusammenhängendes,
eindimensionales geometrisches Gebilde ohne Querausdehnung: eine
gerade L. (Gerade); c) (Sport) Markierungslinie,
Begrenzungslinie (2): L.! (Zuruf beim Tennis, daß der Ball die
Linie berührt hat); der Ball hat die L. überschritten (ist
im Aus); den Ball über die L. [ins Aus] schlagen; an
der L. (Außenlinie) entlangstürmen; auf der L. (Torlinie)
abwehren, klären, retten; keiner brachte den Ball über
die L. (ins Tor); die blaue, rote L. (Eishockey; Drittel-.
Mittellinie); c) (Seew.) kurz für t Wasserlinie; d) (Druckw.)
Metallstreifen mit Druckbild zum Drucken einer Linie; e)
(früher) kleines Längenmaß (zwischen 2 u. 2ll4 mm). 2.
Umriß[ linie]. Umrißform, -gestalt, Kontur bestimmter Art:
etw. tritt in scharfen -n hervor; ein Kleid in modischer,
strenger L.; auf die [schlanke] L. (ugs. scherzh.; Figur)
achten. 3.a) gedachte, angenommene Linie, die etw.
verbindet: auf der L. Freiburg-Basel; b) <o. PI.) (Seemannsspr.)
Äquator: die L. passieren, kreuzen; c) (Fechten) kurz für
t Fechtlinie: L. bieten, geben; Klinge in L.; d) (Schach)
einer der acht senkrechten, ein Feld breiten Abschnitte des
Schachbretts. 4. Reihe: eine L. bilden; in einer L. stehen;
die Schüler stellten sich in einer L. (nebeneinander) auf;
in L. (Militär. Sport: nebeneinander, Schulter an Schulter)
antreten; aus der zweiten L. (Ballspiele; aus der zweiten
Reihe, aus einer vor der gegnerischen Verteidigung liegenden
Position auf das Tor) schießen; die Kanadier schickten
ihre erste L. (Eishockey; ihren ersten Sturm) aufs Eis;
die Gebäude stehen in einer L. (Fluchtlinie): *L. halten
(Druckw.; eine gerade Zeile bilden): die Schrift hält [nicht]
L. S.a) <Sg. u. PI. gleichbed.) (Milit.) Front. Kampfgebiet
mit den Stellungen der auf ehier Seite kämpfenden Truppen:
die feindlichen -n durchbrechen; hinter den -n Sabotage
treiben; in der vordersten, in vorderster L. liegen, kämpfen;
*in vorderster L. stehen (I im Kampf um. gegen etwj im
Vordergrund, mit an der Spitze stehen); b) (Milit.) die
in gleichmäßigen Abständen nebeneinander aufgestellten
Truppen; c) <o. PI.) (Milit. früher) die Truppen des stehenden
Heeres. 6. a) von / öffentlichen! Verkehrsmitteln regelmäßig
befahrene, beflogene Verkehrsstrecke zwischen bestimmten
Orten. Punkten: stark befahrene, beflogene -n: die L.
Hamburg-London; die L. Schloß-Stadion, die L. {Straßen-
bahn-, Buslinie) 8; Flugzeuge, die auf den innerdeutschen -n
verkehren; eine L. (den Linienverkehr auf einer bestimmten
Strecke) einrichten, stillegen, einstellen: b) die
Verkehrsmittel. Fahrzeuge einer bestimmten Linie: die L. 12 fährt
nach Neustadt, [bis] zum Bahnhof, nur werktags; er fährt
die L., auf der L. 12 (Jargon: ist als Fahrer, Schaffner
dort eingesetzt): da kommt die L. 12 (eine Bahn, ein Bus
der Linie 12). 7. Verwandtschaftszweig: die ältere, jüngere,
männliche, weibliche L. (von einem älteren, jüngeren,
männlichen, weiblichen Glied des Geschlechts, der Sippe
begründete Linie); diese L. ist ausgestorben; in gerader, direkter
L. von jmdm. abstammen; Verwandte in aufsteigender
L. (bes. Genealogie, jur.; Eltern, Großeltern, Urgroßeltern
usw.), in absteigender L. (Kinder, Enkel, Urenkel usw.).
8. allgemeine Richtung, die bei eitlem Vorhaben, Verhalten
usw. eingeschlagen, befolgt wird: die geistige, politische
?»•
1683
Unten-, Linien-
L. [einer Gruppe): eine gemäßigte, radikale L.; eine liberale
L. haben, vertreten, verfolgen, einhalten, einschlagen: eine
gemeinsame L. suchen: die große L. wahren; das
Parteiprogramm, die Arbeit läßt keine [klare] L. erkennen, hat
keine [klare] l.; sich auf eine [einheitliche] L. festlegen;
seine Karriere befand sich auf einer an-, absteigenden
L.; etw. bewegt sich auf der gleichen L. (Ebene); etw.
auf eine L.. auf die gleiche L. stellen (gleich behandeln);
L. (Formai) in eine Sache bringen; (Sport:) die Mannschaft
bemühte sich. L. in das Spiel zu bringen (das Spiel planvoll
anzulegen, aufzubauen). verlor vorübergehend jede L.
(verlor völlig das Konzept). 9. * in erster/zweiter L. (an erster!
zweiter, weniger wichtiger Stelle); in erster L. geht es
darum.daß ...; diese Angelegenheit interessiert uns erst in
zweiter L.; auf der ganzen L. (völlig, in jeder Beziehung); auf
der ganzen L. siegen; er hat auf der ganzen L. versagt.
linien-, Linien-: -ball, der (Tennis): 1. Bali der eine Linie
(1 c) berührt. 2. entlang der Seitenlinie geschlagener Ball;
-Matt, das: Blatt mit aufgedruckten Linien, das unter das
Schreibpapier gelegt wird u. als Hilfsmittel zum Schreiben
gerader Zeilen dient; -blitz, der (Met.): linienförmiger Blitz;
-bus, der: im Linienverkehr eingesetzter Bus; -dampfer,
der: im Linienverkehr eingesetzter Dampfer; -dienst, der:
Linienverkehr, bes. von Flugzeugen u. Schiffen; -flug, der:
Flug mit einem Linienflugzeug (Ggs.: Charterflug); -flug-
zeug, das: im Linienverkehr eingesetztes Flugzeug (Ggs.:
Charterflugzeug); -förmig <Adj.: o. Steig.); -führung, die
(bes. Fachspr.): I.a) Art u. Gestaltung der zeichnerischen
bzw. graphischen Linie; sparsame, harmonische L.; b)
Führung. Gestaltung der formprägenden Umrißlinien; eine
Plastik mit strenger L.; das Kleid ist schlicht in der L. 2.
festgelegter Verlauf einer Verkehrslinie, insbes. einer Stra-
ßenbalin. Buslinie; -maschine, die: vgl. -flugzeug; -netz.
das: 1. Netz von Verkehrslinien. 2. (selten) Netz von Linien.
Strichen; -omnibus, der: vgl. -bus; -papier, das: Papier
mit aufgedruckten Linien, liniertes Papier; auf L. schreiben;
-richter, der (Ballspiele): Helfer des Schiedsrichters, der
vom Spielfeldrand aus insbes. die Grenzlinien überwacht
l u. Regelverstöße anzeigen kann/; -schiff, das: 1. im
Linienverkehr eingesetztes Schiff 1. (früher) (mit atideren Schüfen
in linienförmiger Formation fahrendes) schweres
Kriegsschiff; -Schiffahrt, die: fahrplanmä/Sige Schiffahrt auf
festgelegten Routen; -Spektrum, das (Physik): aus
Spektrallinien bestehendes Spektrum der Atome eines Gases; -Spiegel,
der: österr. für t-blatt; -Stecher, der: svw. tGuillocheur;
-System, das (Musik): zur Notenschrift gehörendes System
pat alleler Linien (Notenlinien); -taufe, die: svw.
tÄquatortaufe; -treu <Adj.> (abwertend): streng, engstirnig einer
!politischen / Ideologie, insbes. einer Parteilinie, folgend,
gehorchetui; ein -er Kommunist; sich I. verhalten; -treue,
die (abwertend): linientreue Art. Gesinnung, linientreues
Verhalten; -truppen <PL> (Milit. früher): svw. T Linie (5c);
-verkehr, der: regelmäßiger, insbes. fa/irplanmäßiger
Verkehr auf einer Verkehrslinie: im L. fahren.
Linkr-, Linifer- (Druckw): ^gerät, das: vgl. -maschine:
-maschine, die: Maschine zum Linieren (Ziehen von
Linien); -platte, die: Druckplatte für den Druck einer Linierung.
linieren lli'ni:n>n| (österr. nur so), liniieren [lini'Lrcm] <sw.
V.: hat) [nach mlat. lineare = mit einer Linie
unterstreichen < lat. lineare = nach dem Lot einrichten, zu: llnea.
T Linie]: mit Linien, mit Linierung versehen; lini[i]ertes
Papier, dazu: Linkning (österr. nur so). Linikrung, die; -.
-en: 1. das Linieren. 1. Gescuntheit der Linien auf liniertem
Papier o. ä.
Liniment [lini'ment]. das; ~[e]s. -e [spätlat. linlmentum =
Schmiere, zu lat. linire = (auOschmieren] (Med.):
dickflüssiges Einreibemittel, bes. zur Rheumabehandlung.
link [link] <Adj.; -er, [eiste) [aus der Gaunerspr., zu tlink...]
(salopp): falsch, verkehrt, schlecht, anrüchig, fragwürdig;
nicht vertrauenswürdig, hinterhältig; -e Geschäfte machen;
komm mir nicht auf die -e Tour!; ein -er Vogel (ein
zwielichtiger Mensch); das war sehr 1. von ihm; Mein Vater meinte
... Und das kam ganz I. (Schmidt, Strich Jungengespräche
103); link... [link...] <Adj.; nur attr.) [mhd. linc,
lenc. urspr. - schlaft*, matt, auch: linkisch: 2: nach frz.
(cote) gauche. zu T:Linke (2)] (Ggs.: recht...): I.a) <o.
Steig.) auf der Seite / befindlich j. die beim Menschen der
von ihm selbst aus gesehenen Lage des Herzens im Körper
entspricht; die -e Hand; das -e Auge. Ohr: der -e Schuh;
die -e obere Ecke eines Heftes; auf der -en
Straßenseite gehen; das -e Ufer (in Flußrichtung linke Ufer) des
Flusses; -er Außenstürmer (Ballspiele; Linksaußen): -er
(Boxen: mit dem linken Arm ausgeführter) Haken; die Figur
ist im -en (Her.; vom Betrachter aus im rechten) Wappenfeld
gelegen; *-er Hand (THand 1); b) <o. Steig.) (bei Stoffen,
Wäsche o.a.) innen, hinten, unten befindlich u.
normalerweise nicht sichtbar (meist in Verbindung mit „Seite";
die -e Seite eines Hemds. Strumpfs, Tischtuchs; -e
Maschen (Handarb.; Maschen .auf der Innenseite bzw. linken
Seite], bei denen mit der rechten Stricknadel nach links
vorn in die Masche der linken Nadel eingestochen u. ein
vorgelegter Faden durchgezogen wird). 2. (Steig, scherzh.:
-er. -[eiste) politisch zur 2Linken (2) gehöretid. der Linken
eigentümlich, gemäß; -e Abgeordnete. Zeitungen.
Ansichten; der -e (stark od. stärker linskorRentierte)
Flüge einer Partei; <subst.:> er ist ein Linker, gibt
sich als Linker; 'Linke, der. -n. -n <Dekl. t Abgeordnete)
(Ballspiele Jargon): Linksaußen; ein hervorragender -n
2L|nke, die; -n. -n <DekI. T Abgeordnete) [1 a:-schon ahd.
lenka = linke Hand: 1 b: engl, left: 2: im Anschluß an
frz. gauche nach der Sitzordnung im Parlament (vom
Präsidenten aus gesehen)] (Ggs.: Rechte): I.a) <P1. ungebr.)
linke Hand; etw. in der -n halten; (Boxen:) seine L.
einsetzen; *air -n (zur linken Hand): zur -n sitzen; er saß zu
ihrer -n. zur -n der Gastgeberin; b) (Boxen) mit der linken
Faust ausgeführter Schlag: er traf ihn mit einer knallharten
-n. 2, <P1. ungebr.> Parteien, politische Gruppierungen.
Strömungen, die den Sozialismus. Kommunismus vertreten: ein
Vertreter der radikalen, äußersten -n; die neue L. (vor
allem von Studenten u. Intellektuellen getragene
marxistischsozialistische Gruppierung bes. in den 6()er Jahren in den
USA u. den westeuropäischen Demokratien); Linkeh^nd-
reael, die: - (Physik): an Daumen. Zeige- u. Mittelfinger
der linken Hand veranschaulichte Regel für die Richtung
der im Magnetfeld auf einen Strom wirkenden Kraft; linken
[lmkn] <sw. V.; hat) [zu t link] (ugs.): täuschen, hereinlegen:
Das hier ist doch eine heiße Sache. Ihr habt mich doch
gelinkt (Spiegel 6,1976.30); linker Hand: t Hand (1);
linkerseits <Adv.): auf der linken Seite, links (Ggs.: rechterseits):
die Tür I.: Ijnkisch <Adj.) [zu Tlink...] (abwertend): (aul
eine Art. die Hemmung. Scheu ausdrückt) unbeholfen u.
ungeschickt in Benehmen. Bewegungen. Verrichtungen;
ungewandt: mit ihren kleinen, -en Liebkosungen (Hesse.
Narziß 33); 1. grüßen.
Linkrusta [Im'krusta, auch: lin..l. die; - [Kunstwort]:
linoleumähnlicher, abwaschbarer Wandbelag mit reliefartiger
Prägung; <Zus.:) Linkrystatapete, die.
links [links] [spätmhd. lincks. urspr. = Gen. Sg. von Tlink...]:
I. <Adv.) I.a) auf der linken da) Seite (Ggs.: rechts l
1 a): die Bücher stehen I. [auf dem Schreiblisch]; im
Vordergrund I. steht ein Baum; die zweite Tür [Querlstraße 1:
I. vom Eingang; sich [auf der Straße, auf der Wanderung]
mehr/weiter I. halten; rechts fahren, I. überholen!; jmdn.
I. und rechts ohrfeigen; I. (nach links) abbiegen (im
Verkehr); die Augen I.! Uujch links; militär. Kommando); I.
um! (nach links umdrehen; militär. Kommando; vgl. links-
um); 1.. zwei, drei, vier (Schrittangabe beim Marschieren);
von I. (von der linken Seite) kommen; von I. her; sich
nach I. (tweh der linken Seite) wenden; nach 1. hin; von
rechts nach I.; I. und rechts verwechseln; *imdn., etw.
I. liegenlassen (ugs.; bewußt nicht beachten): weder I. noch
rechts/weder rechts noch I. schauen (T rechts I 1 a): nicht
[mehr] wissen, was I. und [was] rechts/was rechts und [was]
I. ist (Trechts I 1 b); b) (ugs.) mit der linken Hand: I.
schreiben, essen; * I. sein (ugs.; Linkshänder sein): mit I.
(ugs.; mit der linken Hand, mit Leichtigkeit): das mache
ich doch mit 1.: c) auf bzw. von der linken (I b) Seite
(Ggs.: rechts I 1 b): die Tischdecke I. auflegen; den StotT
[von] 1. bügeln; ein Kleidungsstück [nach] l./(ugs.:) auf
I. drehen, wenden; *imdn. [auf] usw.): d) (Handarb.) mit
linken Maschen (Ggs.: rechts I 1 c): ein I. gestrickter
Pullover. 2. politisch zur 2Linken (2) gehörend (Ggs.: rechts
I 2): [weit] I. stehen: [stark] 1. eingestellt sein; empfindlich
gegen Kritik von I. sein; I. (ugs.; links eingestellt) sein.
II. <präp. mit Gen.) (seltener) auf der linken Seite von
etw. (Ggs.: rechts II): 1. des Rheins, der Straße.
Ijnks-, L|nks-: ^abbieaer, der (Verkehrsw.): jmd.. der mit
seinem Fahrzeug nach links abbiegt (Ggs : Rechtsabbieger),
dazu: ^abbieserspur, die; -ahweidiler. der (kommunisl.
abwertend): Abweichler mit stärkerer Linksorientierung.
1684
Linotype-
als die Parteilinie zuläßt (Ggs.: Rechtsabweichler): als
sektiererischer L. gelten; -anwalt. der (ugs. abwertend):
schlechter Rechtsanwalt. Winkeladvokat; -ausfall, der
(Boxen): schnelle Vorwärtsbewegung mit dem linken Bein, hei
der das Statuibein gestreckt bleibt (Ggs.: Rechtsausfall);
-ausläse, die (Boxen): Auslage (3 b) des rechtshändigen
Boxers, der das linke Bein vorsetzt u. dessen linke Hand
die Führhand ist (Ggs.: Rechtsauslage): in der L. boxen;
Hausierer, der (Boxen): Boxer mit Linksauslage (Ggs.:
Rechtsausleger); -außen [-'—1 <Adv.) (Ballspiele): auf
der äußersten linken Seite des Spielfelds (Ggs.: rechts-
außen): sich auf I. durchspielen; U (Politik Jargon.) 1.
iganz links I 2) stehen; Kritik von I. (von linksradikaler
Seite); -außen [-'- ], der (Ballspiele): Stürmer auf der
äußersten linken Seite des Spielfeldes (Ggs.: Rechtsaußen):
lalsl L. spielen; -bündig <Adj.; o. Steig.) (Fachspr.): an
eine /gedachte] senkrechte linke Grenzlinie angeschlossen,
angereiht (Ggs.: rechtsbündig): die Adresse ist 1. zu
schreiben; -drall, der (Ggs.: Rechtsdrall): 1. (Fachspr.)
linksdrehender, dem Uhrzeigersinn entgegengerichteter Drall. 2.
(ugs.) Tendenz zur Abweichung nach litiks: Der Bugspriet
hatte einen L. (Bieter. Bonifaz 218). 3. (Politik Jargon)
Seigung zur Linksorientierung: eine Regierung, ein
Schriftsteller, ein Buch mit starkem L.; -drehend <Adj.; o. Steig.)
(Ggs.: rechtsdrehend): 1. (bes. Technik) einer nach links
dem Uhrzeigersinn entgegen) gerichteten bzw. ansteigenden
Drehung um die Längsachse folgend: -es Gewinde. 2.
(Chemie. Physik) die Ebene des polarisierten Lichts nach links
drehend; -drehung, die (Ggs.: Rechtsdrehung); ^extrem
'Adj.; o. Steig.) (seltener): svw. T ^extremistisch (Ggs.:
rtchtsextrem); -Extremismus, der (Politik): linker
Extremismus (Ggs.: Rechisextremismus); ^extremist, der
(Politik): Vertreter des Linksextremismus (Ggs.:
Rechtsextremist); ^extremistisch <Adj.; o. Steig.) (Politik):
extremistisch im Sinne einer politischen Richtung bzw. Ideologie
der äußersten Linken (Ggs.: rechtsextremistisch): -galopp.
der (Reiten): Galopp, bei dem das Pferd mit dem linken
Vorderfuß am weitesten ausgreift (Ggs.: Rechtsgalopp);
-gfingig <Adj.; o. Steig.) (Technik): svw. t ^drehend (1)
(Ggs.: rechtsgängig); -gerichtet <Adj.; o. Steig.): svw.
•^orientiert (Ggs.: rechtsgerichtet); -gewebt <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (ugs. verhüll.): homosexuell; -gewinde,
das (Technik): linksdrehendes Gewinde (Ggs.:
Rechtsgewinde); -gläubig <Adj.; o. Steig.) (Politik Jargon): einer linken
Ideologie anhängend; -händer [-hendnl, der: jmd.. der
linkshändig ist (Ggs.: Rechtshänder): L. sein; -händig <Adj.;
0. Steig.) (Ggs.: rechtshändig): I. <nicht adv.) mit der
linken Hand allgemein geschickter als mit der rechten, die
Unke Hand bevorzugend: -e Menschen. 2. <nicht präd.)
mit Hilfe, unter Einsatz der linken Hand: eine Tätigkeit
1. verrichten,dazu: -Müdigkeit,die; - (Ggs.:
Rechtshändigkeil); ^her<Adv.) (veraltet): von links her {Ggs.: rechtsher);
-herum <Adv.): in der linken Richtung herum (Ggs.:
rechtsherum): du mußt die Scheibe 1. drehen; ^hin <Adv.)
(veraltet): nach litiks hin (Ggs.: rechtshin); -innen [-'--1. der
«Ballspiele): in haiblinker Position spielender Stürmer (Ggs.:
Rechtsinnen); -intellektuelle, der (Politik): linksstehender
Intellektueller; ^katholizismus. der (Politik): linksorientier-
ter Katholizismus; -koalition, die (Politik): linke Koalition
«Ggs.: Rechtskoalition); -konter. der (Boxen): mit der
linken Faust geschlagener Konter {Ggs.: Rechtskonter); -kurs,
der (Ggs.: Rechtskurs): 1. (Pferdesport) Kurs, der
linksherum gelaufen wird. 2. (Politik) linksorientierter Kurs einer
Regierung; ^kurve. die: nach links gekrümmte Kurve (Ggs.:
Rechtskurve); -lastig <Adj.; nicht adv.) (Ggs.:
rechtslastig): 1. links zu stark belastet. 2. (Politik Jargon abwertend)
unverhältnismäßig stark linksorientiert: -e Hochschulen:
Christdemokraten werfen dem Sender -e Programme vor
(Spiegel 18. 1975. 57). dazu: Lästigkeit, die; -: -läufig
Adj.; o. Steig.) (Ggs.: rechtsläufig): 1. (Technik) svw.
'^drehend (1): -e Gewinde. 2. (Fachspr.) (bes. von der
Schrift l von rechts nach links laufend: die arabische Schrift
st I. 3. (Graphologie) a) (von Schrijtzügen) entgegen
der Schreibrichtung laufend; b) (von der Handschrift)
verhältnismäßig viele linksläidige Züge enthaltend: eine [stark!
-c Handschrift; -lenker, der (Kfz.-W.): linksseitig (vom
änken Vordersitz aus) gelenktes Kraftfahrzeug (Ggs.:
Rcchtslenker); -liberal <Adj.; o. Steig.) (Politik): links-
orientiert u. liberal: eine -e Regierung. Politik.
Weltanschauung: -Opposition, die (Politik): linke Opposition (Ggs.:
Rechtsopposition); -orientiert <Adj.; o. Steig.) (Politik):
an einer linken Ideologie. Parteilinie usw. orientiert (Ggs.:
rechtsorientiert): -e Politiker; -Orientierung, die <o. PI.)
(Politik): das Linksorientiertsein% linksorientierte Haltung
(Ggs.: Rechtsorientierung); -partei, die (Politik): linke
Partei (Ggs.: Rechtspartei); -radikal <Adj.) (Politik):
radikal im Sinne der politischen Richtung bzw. Ideologie der
äußersten Linken (Ggs.: rechtsradikal). <subst.:) -radikale,
der u. die: ^radikalismus. der (Politik): linker Radikalismus
(Ggs.: Rechtsradikalismus); -r^chts-Kambination, die
(mit Bindestrichen) (Boxen): Schlagfolge, hei der
einem Schlag mit der linken ein Schlag mit der rechten
Faust folgt: -regierung.die (Politik): linke Regierung (Ggs.:
Rechtsregierung); -ruck, der (Politik Jargon) (Ggs.:
Rechtsruck): a) /überraschend/ hoher Stimmengewinn der
2Linken (2) bei einer Waid; b) Stärkung des Eitiflusses
eines linksorientierten Parteiflügels (innerhalb einer Partei,
der Regierung o. äJ: ^nmi <Adv.) ugs. lür t ^herum (Ggs.:
rechtsrum): Walzer 1. tanzen; -schnitt, der (bes. Tennis.
Tischtennis): Schnitt, der dem Ball durch ein von rechts
nach links gerichtetes Anschneiden gegeben wird (Ggs.:
Rechtsschnitt); -schuß, der (Fußball): mit dem linken Fuß
ausgeführter Schuß(Ggs.: Rechtsschuß); -Schwenkung, die:
Schwenkung nach links (Ggs.: Rechtsschwenkung): -seitig
<Adj.; o. Steig.; selten präd.): auf der linken Seite (Ggs.:
rechtsseitig): 1. gelähmt sein; -Sektierer, der (kommunist.
abwertend): linker Sektierer; sektiererischer Abweichler.
dazu: -sektiererisch <Adj.; o. Steig.) (kommunist.
abwertend): sektiererisch im Bereich einer linken Ideologie; auf
sektiererische Weise abweichlerisch: die -en,
abenteuerlichen Angriffe der Führer der Kommunistischen Partei
Chinas (Neues D. 13. 6. 64. 7); -stehend <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (Politik): (meist von Personen. Gruppen o.a.):
linksorientiert (Ggs.: rechtsstehend); -Steuerung, die (Kfz.-
W.): linksseitige Steuerung (Ggs.: Rechtssteuerung); -ufrig
<Adj.; o. Steig.; selten präd.): auf dem linken Ufer / gelegen,
verlaufend usw./ (Ggs.: rechtsufrig): der -e Teil der Stadt;
Mim [auch: -'-] <Adv.) (bes. in militär. Kommandos):
nach links herum, linksherum (Ggs.: rechtsum): 1. kehrt!;
I. machen; vgl. links (I 1 a); -unterzeichnete, der u. die:
jmd.. der links seinen Namen unter ein Schriftstück gesetzt
hat (Ges.: Rechtsunterzeichnete); -verbindender
(Ballspiele): haiblinker Verbimier; Linksinnen (Ggs.:
Rechtsverbinder); ^verkehr, der (Verkehrsw.): Form des
Fahrzeugverkehrs, bei der man links fährt u. rechts überholt (Ggs.:
Rechtsverkehr); ^vortritt, der (Schweiz. Verkehrsw.):
Vorfahrt von links (Ggs.: Rechtsvortritt); -wendung, die:
Wendung nach links (Ggs.: Rechtswendung).
Linkser flwkse], der; -s, - (landsch.): Linkshänder (Ggs.:
Rechtser).
linnen ['lman] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [mniederd. linen.
asächs. Ilnln. niederd. Form von T leinen]: veraltet für T
leinen; Linnen [-], das; -s. - [mniederd. linen. asächs. Ilnln.
niederd. Form von t Leinen]: veraltet für t Leinen.
Limesche System [li'ne:fe], das; -n -s (Bot.); von dem
schwedischen Naturforscher C. von Linne (1707-1778) geschaffenes
künstliches System, worin das Pflanzenreich nach den
Merkmalen der Blüte eingeteilt ist.
Linoleum [li'no:leom. österr. meist: linole.om], das; -s [engl,
linoleum. zu lat. llnum. 1 Linie u. oleum = öl, nach dem
wesentlichen Bestandteil, dem Leinöl]: glatter / Fußboden/-
belüg, der unterseilig aus starkem Jutegewebe besteht, auf
das eine aus Leinöl. Kork. Farbstoffen. Harzen o.a.
hergestellte Masse aufgepreßt ist: ein Zimmer mit L. auslegen,
dazu: Linoleumbelag, der: Belag aus Linoleum; Linoleum-
Schnitt, der (bild. Kunst): svw. tLinolschnitt: Linokaure,
die; -, -n [vgl. Linoleum] (Chemie): (u. a. im Leinöl
enthaltene) flüssige ungesättigte Fettsäure; Linolschnitt, der; -[e]s.
-e: 1. <o. PI.) graphische Technik, bei der die Darstellung
l mit Feder od. Stift vorgezeichnet u. / mit scharfem Messer
aus einer später als Druckstock dienemlen Linoleumplatte
herausgeschnitten wird. 2. in der Technik des Linolschnitts
(1) hergestellter Abzug: Linon [li'nÖ:, auch: liron] der;
-ls], -s [frz. linon < lat. llnum = Leinen] (Textilind.):
leinenähnliches Baumwollgewebe in Leinwandbindung.
Linotype© [lainotajp], die; -. -s [engl, linotype. zu: line
= Linie, Zeile u. type = Druckbuchstabe] (Druckw.):
Maschine, die Zeilen setzt u. gießt.
Linotype- (Druckw.): -satz, der: mit der
Linotype-Setzmaschine durchgeführter bzw. hergestellter Schriftsatz; ^setzer.
1685
Linse
der: Setzer für die Linotype-Setzmaschine. -Setzmaschine,
die (mit Bindestrich): svw. T Linotype.
Linse [linzal. die; -. -n [I: mhd. linse, ahd. linsi, H.u.;
2: nach der einer Linse (1 a) ähnlichen Form; 4; wohl
nach der flachen Form): l.a) kraut ixe Gemüsepflanze mit
zumeist in Ranken auslautenden Blättern u. in
rautenförmigen Hülsen sitzenden kleinen, flachen, kreisrunden Samen
von gelbbrauner, roter od. schwarzer Farbe: die -n blühen;
-n anbauen, ziehen; b) Frucht der Linse (1 a): -n pflücken:
c) als Nahrungsmittel verwendeter Samen der Linse (1 a):
-n einweichen, kochen; heute gibt es -n mit Rauchfleisch.
2. a) (Optik) ein- od. beiderseitig kugelig gekrümmter Körper
aus durchsichtigem Material, der durch Brechung des
hindurchgehenden Lichts eine optische Abbildung vermittelt:
eine bikonkave L.; stark vergrößernde -n; der
Durchmesser, die Dicke. Brennweite. Krümmung einer L.; -n
schleifen; b) (ugs.) Objektiv: er knipst alles, was ihm vor die
L. kommt; ängstlich, frech in die L. starren; c) (Med.)
in Form u. Funktion einer Linse älmlicher. glasklarer Teil
des Auges: *die L. spannen (Schülerspr.; scharf äugen):
d) (Physik. Technik) wie eine Linse (2a) wirkendes
elektrisches bzw. magnetisches Feld, das durch Brechung der
hindurchgehenden Flektronenstrahlen eine elektronenoptische
Abbildung vermittelt: die -n eines Elektronenmikroskops.
3. (Geol.) große Einlagerung. lutgerstätte in Form einer
Linse. 4. (PI.) (ugs.) Geldmünzen: rück mal mit den -n
raus!; linsen l'lmznj <sw. V.; hat> [zu T Linse (2)] (ugs.):
versto/ilen blicken: spähen: um die Ecke 1.; durch den
Türspalt I.; bei der Klassenarbeit I. (Schülerspr.; beim
Mitschüler abschreiben): Ü ... linst die untergehende Sonne
... schräg über die Sportanlagen (Grass. Hundejahre 209).
linsen-, Ljnsen-: -erz, das (Mineral.): linsenförmiges,
blaugrünes Kupfer-Aluminium-Arsen-Mineral: -fehler, der
(Optik): Fehler in einer Linse (2 a); -fleck, der: svw. T
Leberfleck; -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -gericht, das:
Gericht aus Linsen (1 c); * für ein L. (geh.; für etw. Geringes,
das nur im Augenblick ein Gegenwert zu sein scheint: nach
1. Mos. 25. 29-34): etw. für ein L. hergeben, verkaufen;
-kern der (Anal.): 1. zentraler Teil der Linse des Auges.
2. Nervenkern im Gehirnstamm: -suppe,dic: / dicke! Suppe
aus Igetrockneteni Linsen (1 c). (Speck.j Gewürzen u.a.:
-System, das (Fachspr.): optisches System aus mehreren
Linsen (2a); -triibung, die (Med.): Trübung der Linse des
Auges: -wicke.die [nach der Form der Fruchtl: als
Futterpflanze angebaute Wickenart.
Linters ['limes] (PI.) [engl, linters (PL), zu (mundartl.): lint
= Flachs < lat. linteum = Leinwand): Fasern des
Baumwollsamens, die für das Verspinnen zu kurz sind.
Linzer Torte, die: - -. - -n [nach der oberösterr. Stadt Linz
a.d. Donaul: Torte mit gitterähnlicher Oberfläche, roter
Marmeladefüllung u. Zutaten wie gemahlenen Mandeln od.
Nüssen. Kakao. Gewürzen usw.
lip-.Lip: f lipo-. Lipo-; Lipase [li'pa.zal.die; -. -n [Biochemie):
fettspaltendes Enzym: Lipid [Ii'pi:t]. das; -[eis. -e
(Biochemie): a) (meist PI.) Fett od. fettähnliche Substanz: b) <nur
PI.) Sammelbez. für alle Fette u. Lipoide.
Lipizzaner [üpi'y>a:ne], der; -s. - [nach dem (heute Jugoslaw.)
Gestüt Lipizza (Lipica) bei Triest): edles Warmblutpferd,
meist Schimmel, mit etwas gedrungenem Körper, breiter
Brust u. kurzen, starken Beinen.
lipo-. Lipo-, (vor Vokalen auch:) lip-, Lip- [lip(o)-; griech.
lipos = Fett) <Best. in Zus. mit der Bed.): fetthaltig,
fettähnlich (z.B. Lipolyse. Lipämie); Lipochrome
[...'kro:m3l <PI.) [zu TChroml: svw. TKarotinoide; lipoid
[lipo'i:t] (Adj.; o. Steig.) [zu griech. -oeides = ähnlich]
(Biochemie):.fettähnlich: Lipoid [-]. das; -s. -e (Biochemie):
a) (meist PI.) lebenswichtige, in tierischen u. pflanzlichen
Zellen vorkommende fettähnliche Substanz: b) (nur PI.)
Sammelbez. für die uneinheitliche Gruppe fettähnlicher
Substanzen: Lipolyse, die; -. -n [tLysel: svw. T Fettspaltung;
Lipom [li'po:ml. das; -s. -e (Med.): gutartige Fettgeschwulst:
Lipomatose [lipoma'to'.za]. die; -. -n (Med.): a) vermehrtes
Auftreten von Lipomen: b) svw. T Fettsucht; lipophil [ afi:l]
(Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech. phileln = lieben,
gern haben! (Chemie): in Fett leicht löslich (Ggs.: lipophob);
lipophob [...To:p] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
phobein = furchten] (Chemie): in Fett nicht löslich (Ggs.:
lipophil); Lipoprotein, das; -[eis. -e (Biochemie): bes. als
Bestandteil des Blutplasmas vorkommender, physiologisch
wichtiger Eiweißstoff mit einem Fettanteil.
Lippe [lipo], die; -. -n [aus dem Md.. Niederd. < md..
mniederd. lippe. urspr. = schlaff Herabhängendes]: l.a)
fleischiger oberer od. unterer Rand des [menschlichen]
Mundes: schmale, breite, dünne, dicke, volle, wulstige,
aufgeworfene, rote, blaue, feuchte, trockene, spröde,
aufgesprungene -n; die -n zusammenkneifen, -pressen, öffnen,
runden, vorschieben, [zum Kuß] spitzen: sie kräuselte,
schürzte verächtlich die -n; sich (Dativ) die -n schminken,
rot anmalen, nachziehen, lecken, (mit der Zunge]
anfeuchten; das [Bierlglas an die -n setzen [um zu trinken]; auf
ihren -n lag ein Lächeln; den Finger auf die -n lesen
(den Zeigefinger auf die Lippen legen, um zum Stillsein,
zum Schweigen aufzufordern): sich (Dativ) auf die -n
beißen (insbes. um ein Lachen zu unterdrücken od. weil
man eine unmittelbar vorher gemachte Äußerung sofort
bereut); einen Laut mit den -n bilden; Äußerungen von
den -n ablesen; *an irods. -n hingen (einem Sprechenden
konzentriert, gespannt zutiörenu. ihn dabei anblicken): etw.
auf den -n haben (etw. gerade äußern, von sich geben
Iwollen/): ein Wort auf den -n haben; etw. mit etw. auf den
-n (etw. äußernd, singend o.a.): ein fröhliches Lied auf
den -n. wanderten sie durch das Tal; mit einem Fluch
auf den -n (fluchend) kam er hereingestolpert; etw. liegt
schwebt jmdm. auf den -n (etw. liegt jmebn. auf der Zunge i :
etwas erstirbt Urahn.] auf den -n (jmd. hört unter einem
starken Eindruck o.a. plötzlich auf. etw. zu äußern): das
Wort erstarb ihm auf den -n: etw. drängt sich Ümdm.)
auf die -n (jmd. fühlt sich gedrängt, etw. zu äußern): etw.
kommt [nicht] über jmds. -n/kommt jmdm. [nicht] über die
-n (es geschieht, kommt so weit, daß jmd. etw. [nicht
ausspricht, äußert): das Wort kam nicht über seine -n;
etw. [nicht] über die -n bringen (es [nicht] fertigbringen,
etw. auszusprechen, zu äußern): etw. fließt/geht jmdm. leicht«
glatt o. ä. von den -n (es fällt jmdm. leicht, etw. zu äußern,
auszusprechen): b) (o. PI.) (salopp) Mundwerk: das ist
die freche Berliner L.; *eine [dicke/große] L. riskieren (ugs..
es wagen, dreist seine Meinung zu sagen, großsprecherisch,
herausfordernd zu reden). 2. (Bot.) oberer od. unlerer
hervorstehender Teil der Blumenkrone (z.B. an Lippenblütlern).
Ijppen-, Lfppen-: -bar, der: in Vorderindien u. auf Sri Lanka
lebender Bär. der bei der Nahrungsaufnahme seine Schnauze
rüsselförmig vorstülpt: -bekemtnis, das (abwertend):
Äußerung, mit der sich jmd. zu etw. bekennt, die aber nicht
der inneren Überzeugung entspricht: seine Versicherungen
sind nur [ein] L.; -bUtler, der (Bot.): Gewächs einer
artenreichen Familie krautartiger Pflanzen mit lippenförmigen
Blüten: -förmig (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): die Form
einer Lippe, von Lippen aufweisend: -g&ymenlaut, der: svw.
tLabiovelar (1); -lack, der: farblose lackartige Substanz,
die dazu dient, den aufgetragenen Lippenstift zu fixieren
u. glänzen zu lassen./; -laut, der (Sprachw.): svw. t Labial;
-lesen, das; -s: Ablesen der stummen od. nicht gehörten
Sprechbewegungen von den Lippen: -pfeife, die: svw
t Labialpfeife; -pflock, der (Völkerk.): in die durchbohrte
Lippe gesteckter Pflock o.a.. der als Schmuck getragen
wird: -pomade, die: pomadeähnliche Substanz I in Stift-
form/ zum Einfetten der Lippen: -rot, das (veraltend):
auf die Lippen aufgetragene rote Schminke: -«palte, die:
svw. t Hasenscharte; -Stellung, die; -sttft, der: 1. meist
rotgetönter, fetthaltiger Stift zum Schminken der Lippen.
ein kußechter L.; [keinen] L. benutzen. 2. Lippenstiftfarbe.
am Kragen ist L.; den L. abwischen, dazu: -stiftfarbe,
die; -synchron (Adj.; o. Steig.) (Film): in der Weise
synchronisiert, synchron, daß Lippenbewegung u. Ton zeitlich
genau parallel gehen: -e Tonwiedergabe. Vertonung;
-Synchronisation, die (Film): lippensynchrone
Synchronisation: -zghnlaut. der (Sprachw.): svw. t Labiodental.
Lippfisch [lip-]. der; -[e]s. -e: in tropischen u. getnäßigten
Meeren vorkotnmender Fisch einer Familie barschähnlich
aussehender Knochenfische mit vorstreckbaren Lippen:
-lippig [-lrpKjl in Zusb.. z. B. dünnlippig. schmallippig.
Lipsi ['lipsü, der; -s. -s [nach Lipsia = nlat. Name von
Leipzig] (DDR): moderner Gesellschaftstanz im %Takt.
Liptauer [Iiptaye]. der; -s. - [nach dem früheren dt. Namen
einer Landschaft im tschechoslowakischen Teil der
Karpaten!: slowakischer Schafkäse.
Liquefaktion[likvefak'lßio:n],die; -. -en [spätlat. liquefactk).
zu lat. liquefacere = flüssig machen, zu: liquidus. t liquid
u. facere = machen] (Chemie): Überführung eines festen
Stoffes in flüssige Form. Verflüssigung: liqueszieren [likvcs-
1686
Liter
tßi:ran] <sw. V.; ist) [lat. liquescere. Intensivbildung von:
liquere. t liquid] (Chemie): flüssig werden, schmelzen; liquid
tli'kvi'.t] (österr. nur so), liquide [li'kvi.da] <Adj.; ...der.
...deste; nicht adv.) [lat. liquidus = flüssig, zu: liquere
= flüssig sein, eigtl. = klar, deutlich sein]: 1. (Wirtsch.)
verfügbar: -e Gelder. Mittel. 2. (Wirtsch.) zahlungsfähig
(Ggs.: illiquid): ein -es Unternehmen. 3. (Chemie) flüssig.
4. <nur attr.) (Sprachw.) die Eigenschaften einer Liquida
aufweisend: ein -er Laut (eine Liquida); <subst.:> Liqujd,
der; -s. -e (Sprachw.J: svw. tLiquida: Liquida [li:kvida],
die;-. ...dä[...de]u. ...den [li'kvi:dn; lat. (cönsonäns) liquida]
(Sprachw.): bei kontinuierlich ausströmender Luft gebildeter
stimmhafter Laut. Fliefilaut (z.B. ..I" u. .,r"); Liquidation
(likvida't$jp:n].die: -. -en [mlat. liquidatio]: l.das
Liquidieren (1-3). 2. das Liquidiertwerden (1.3).
Uquidations- (Wirtsch.): -bilanz, die; Mnasse, die: gesamtes
Vermögen eines Unternehmens bei Eintritt in die
Liquidation; Mvert, der: Wert der Liquidationsmasse.
Liquidator [Iikvi'da:tor, auch: ...to:g]. der; -s. -en [...da-
to:ron] (Wirtsch.): Jmd.. der liquidiert (1 a. c); liquide: Tli-
quki; Liquiden: PI. von T Liquida; liquidieren [likvi di:r^n]
vsw. V.; hat) [itah liquidare < mlat. liquidare = flüssig
machen, zu lat. liquidus. t liquid]: 1. (Wirtsch.) a) (ein
Unternehmen, insbes. eine Gesellschaft o.a.) auflösen u.
die damit verbundenen Rechtsgeschäfte abwickeln: eine
Firma, einen Verein 1.; b) (von einem Unternehmen, insbes.
einer Gesellschaft o. ä.) sich auflösen u. die damit
verbundenen Rechtsgeschäfte abwickeln: die Firma hat liquidiert;
c) (Sachwerte usw.) in Geld umwandeln, flüssigmachen:
einen Nachlaß, das Inventar I.; d) (Schulden o.a.)
begleichen: eine finanzielle Verpflichtung 1. 2. (bei freien Berufen
für eine erbrachte Leistung) eine Rechnung ausstellen: ftir
ärztliche Bemühungen einen Betrag 1. 3. (bildungsspr.)
a) nicht länger bestehen lassen, beseitigen, tilgen: eine
Staatsordnung, eine alte Tradition; einen Konflikt I. (beilegen);
b) (verhüll.) (bes. aus politischen o.a. Gründen) töten,
hinrichten, umbringen /lassen!: Gefangene 1.; <Abl.:> Liqui-
dkrrng, die; -, -en: das Liquidieren (I a. b, 3); Liquidität
|likvidi't£:t]. die; - (Wirtsch.): 1. Fähigkeit eines (liquiden)
Unternehmens, seine Zalilungsverpflichtungen fristgerecht
zu erfüllen; Zahlungsfähigkeit (Ggs. Illiquidität). 2. flüssige
Mittel (wie Bargeld. Bankguthaben o.a.).
Liquidität»-(Wirtsch.): -engpaß.der: Engpaßinder Liquidität
(1); -grad.der; ^reserve.dte: flüssige Mitteleines
Kreditinstitutsais Reserve zur Aufrechterhaltung seiner
Zahlungsbereitschaft; ^Steigerung, die.
Liquidlaut, der; -[e]s, -e (Phon.): svw. t Liquida.
Liquor ['Ii:kvDrj. der; -, -es [li'kvo:re:s; lat. liquor =
Flüssigkeit, zu: liquere, t liquid]: 1. (Anat.) seröse
Körperflüssigkeit. 2. (Pharm.) flüssiges Arzneimittel; Abk.: Liq.
Um [li:ra], die; -. Lire [ital. lira < lat. Ilbra = Waage:
Gewogenes; Pfand]: italienische Währungseinheit (1 Lira
= lOOCentesimi); Abk.: L.. Lit
Hrico [li.riko: ital. Ilrico < lat. lyricus. Ilyrisch] (Musik):
lyrisch (2).
fach [IUI, lischst [lifst), lischt [ltft]: Hoschen.
Lfeene [lize:nd|. die; -. -n [zu frz. lisi&re. fLisiere] (Kunst-
wiss.): senkrechter, flach hervortretender, pfeilartiger
Mauerstreifen zur Gliederung der /Außen] wand (bes. in
der romanischen Architektur); Lisiere [lizie:re, ...e:re], die;
-. -n [frz. lisiere = Saum. Kante] (veraltet): Rand. Saum.
Iteien [iisman] <sw. V.; hat> [mhd. (ge)lismen] (Schweiz,
mundartl.): stricken; <Abl.:> Ljsmer, der: -s. - (schweiz.
mundartl.): Strickweste.
fepeln [lispln] <sw. V.; hat) (Weiterbildung zu mhd.. ahd.
Itspen = lispeln, urspr. lautm.]: 1. beim Artikulieren der
Zischlaute fehlerhaft mit der Zunge an die oberen Vorder
zahne stoßen: das Kind lispelte [stark]. 2. (geh.) mit leiser,
tonloser Stimme u. eitler gewissen Scheu od. Zaghaftigkeit
sprechend hervorbringen, zu jmdm. sagen: unverständliche
Sätze. Beschwörungen 1.: „Ich komme morgen wieder",
lispelte sie ihm ins Ohr; daß sie ... in Gebeten zu ihm
i = dem Gott) lispelten (Thieß. Reich 248); ein gelispeltes
Merci; Ü ein zartes, wie sehnsüchtig lispelndes Rauschen
im ... Laub der Bäume (Maass, Gouffe 240).
Usse riisa]. die; -. -n [viell. md. für spätmhd. leuchse.
mhd. liu(c)hse] (landsch.): Seitenstütze am Leiterwagen.
List [list], die; -. -en [mhd.. ahd. list. urspr. = Wissen]: a)
schlau, hinterlistig ausgeklügelter Plan u. entsprechendes
Vorgehen, um einen Gegner od. Verfolger zu täuschen u.
sich dadurch in einer gefährlichen Situation zu retten od.
um die Oberhand über jmdn. zu gewinnen, um etw.
Bestimmtes zu erreichen: eine teuflische L.; nun konnte nur eine
L. helfen; eine L. ersinnen, anwenden, gebrauchen,
durchschauen: auf eine L. hereinfallen; zu einer L. greifen; b)
<o. Pl.> listige [ Wesens ]art: die L. in jmds. Augen; L.
mit Stärke vereinen: *mit L. und Tücke (ugs.; unter
Aufbietung aller Überredungskünste).
Liste ['liste], die; -. -n [ital. lista = Leiste; (Papier)streifen.
Verzeichnis, germ. Wort. T Leiste]: a) schriftliche
Zusammenstellung. Aufstellung nacheinander, bes. untereinander unter
einem bestimmten Gesichtspunkt aufgeführter Personen od.
Sachen; für diesen Zweck eingerichtetes Blatt Papier: eine
lange, ausführliche, vollständige L.; die L. der Gefangenen,
aller Kunden; eine L. zum Eintragen liegt im Institut
aus; die L. enthält unsere Bücherwünsche; diese L.
(Aufzählung) ließe sich noch beliebig verlängern; eine L.
aufstellen, zusammenstellen, anfertigen, fuhren, ergänzen,
einsehen; Jmdn.. etw. auf die L. setzen; jmdn.. etw. in einer
L. fuhren, in eine L. aufnehmen: jmdn.. etw. in eine/(selte-
ner:) einer L. eintragen; etw. in einer L. ankreuzen,
abhaken; der Name wurde in/aus der L. gestrichen; etw. ist
nicht in der L. der zollpflichtigen Gegenstände enthalten
(gehört nicht zu den zollpflichtigen Gegenständen); Ü ich
habe ihn längst von meiner L./der L. meiner Freunde
gestrichen; *die schwarze L. (ugs.; [geheimgehaltene]
Zusammenstellung verdächtiger Personen; „schwarz" bezieht
sich hier auf etw. im Dunkeln. Verborgenen Liegendes):
Verhafteten an Hand einer schwarzen L. Parteifeinde aller
Art (Feuchtwanger. Erfolg 726); bei jmdm. auf der
schwarzen L. stehen (bes. bei einer Regierung, einem Regime
zu den verdächtigen Personen gehören; unbeliebt sein); b)
kurz für t Wahlliste: eine L. einreichen, wählen; die
Kandidaten einer L.; jmdn. auf die L. für die Gemeindewahlen
setzen; seine Stimme für eine L, abgeben; eine grüne L.
(auf Grund einer Absprache zwischen
Umweltschutzbewegungen. Bürgerinitiativen o.a. bes. bei Kommutialwahlen
aufgestellte Wahlliste); <Abl.:> 'listen [listn] <sw. V.; hat):
a) svw. t auflisten: Worlmaterial I.; b) als Serie führen:
Taschenbuch-Verlag ... mit ... 25 ... Sachbuchtiteln in
allen Kaufhauskonzernen in Präsenz gelistet - zu verkaufen
(Anzeige in: Börsenblatt 30. 1970. 2339).
2listen [-] <sw. V.; hat) [mhd. listen = listig sein, zu t List]
(Sport): mit einem Trick, durch eine List irgendwofiin
gelangen lassen: den Ball (am Verteidiger vorbei) ins Tor I.
Ijsten-, Ljsten- (Liste): ^ftihrer, der: jmd.. der eine Liste
führt; -fühnmg, die; -mäßig <Adj.; o. Steig.) (Papierdt.):
in einer Liste, in Listen f auf geführt ]:
Standardausführungen ... stehen 1. zur Verfugung (Elektronik 11. 1971. A
48); HPreis, der: in einer Preisliste festgehaltener
Bruttopreis; -Sammlung, die: Sammlung, bei der die gespendeten
Beträge mit den Namen der Spender in eine Liste eingetragen
werden; -wähl, die (Pari.): Art der Wahl, bei der in Listen
zuscmvnengestellte Personengruppen gewählt werden.
Ijstenreich <Adj.) (geh.): viele Listen kennetid u. davon
Gebrauch machend od. diese Anlage erkennen lassend: der
-e Odysseus; eine heitere und -e Behendigkeit (Frisch,
Gantenbein 225); Ijstig <Adj.) [mhd. listec. ahd. listig]:
über die Fertigkeit verfügend, sich gewisser, dem andern
verborgener Umstände zur Erreichung seiner Absichten
vorteilhaft zu bedienen, (xt. diese Anlage erkennen lassend;
durch Anwendung besonderer Mittel. Tricks o. ä. zum Ziel
zu gelangen versuchend: ein -er Held. Bursche; ein -er
Plan. Gedanke; er ist I. und verschlagen: jmdn. I. ansehen,
angrinsen; seine Augen funkelten 1.
ristessotempo[listeso tempo; ital.] (Musik): dasselbe
Zeitmaß, im selben Tempo wie zuvor.
Litanei [litanaj], die; -. -en [mhd. letanle < kirchenlat.
litania = Bittgesang < griech, litaneia = das Bitten.
Flehen]: 1. in der christlichen, bes. katholischen Liturgie
zwischen Vorbeter u. Gemeinde wechselndes / gesungenes]
Bittgebet: Sie redete tonlos, wie mechanisch, es klang wie
eine L. (Rinser. Jan Lobel SD; eine L. beten, singen.
2. (abwertend) a) langatmige, monotone Aufzählung: eine
ganze L. von Wünschen. Klagen vorbringen; jmdm. lange
-en vortragen; die Zeitungsverkäufer wiederholten ihre L.;
b) immer wieder vorgebrachte Ermahnung. Klage o. ä.: Diese
L. höre ich nun schon alle Tage (Fallada. Herr 13).
Liter ['Ii:te. auch: litis], der (schweiz. nur so), auch: das;
-s. - [frz. litre < mfrz. litron (ein Hohlmaß) < mlat.
1687
fiter-, Liter-
litra < griech. litra = Pfund]: Hohlmaß von einem
Kubikdezimeter: zwei L. Milch; mit drei L./(seltener:) -n Wein
kommen wir aus; (Technik:) ein Rauminhalt von 1 000
-n; der Motor hat einen Hubraum von 6.3 -n; Zeichen: I
liier-, Liter-: -flasche, die: Flasche von einem Liter Fassungs-
vermögen: -glas, das: vgl. -flasche; -leistung, die
(Technik): Leistung eines Kraftfahrzeugmotors aus jeweils
HKXJcm' Hubraum: -maß, das: Meßgefäß, mit dem man
nach Litern messen kann: -topf, der: vgl. -flasche; -weise
<Adv.>: in Litern: etw. 1. abfüllen, verkaufen; die Kinder
trinken den Saft I. (ugs.; begierig in großen Mengen).
Litern ['htdral. die; -. -s u. ...rä [lat. littera = Buchstabe,
urspr. wohl = Geschmiere. Schmiererei): a) (veraltet)
Buchstabe: Abk.: Lit. od. lit.: Absatz 4. L. 3; b) (Bankw.)
ataf Banknoten o. ä. Buchstabe zur Kennzeichnung der
Emission (la); Literalsiim [lita'ra:!-]. der; -[e]s: buchstäblicher
Sinn einer Textstelle, bes. in der Bibel.
literar-, Literar- [liU>'ra:g-; zu Tliterarisch): -geschichtlich
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): svw. T literaturgeschichtlich:
-historiker, der: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Literaturgeschichte: -historisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
svw. T literaturgeschichtlich: eine -e Kuriosität; -kritik,
die: a) literatun\>issenschaftliches VerJahren bes. der
biblischen Exegese, mit dem die verschiedenen Quellen eines
Textes isoliert werden, um eine Geschichte seiner Entstehung
zu rekonstruieren: b) svw. t Literaturkritik; -kritisch <Adj.;
o. Steig.; nicht präd); -soziologisch <Adj.; o. Steig.; nicht
präd,): svw. t literatursoziologisch.
literarisch <Adj.; o. Steig.) [lat. litterärius = die Buchstaben,
die Schrift betreffendl: a) die Literatur als Kunstgattung,
die Belletristik betreffend: eine -e Zeitschrift.
Veranstaltung, Mode, Schwärmerei; -e Beiträge, Werke, Gattungen;
die -e Kritik; das -e Leben unserer Zeit; sich vom -en
Betrieb zurückziehen; dieses Buch war das -e Ereignis
des letzten Jahres; der Roman präsentiert sich mit -em
Anspruch; sich auf -em Gebiet auskennen; Hier stand
das Buch von Anfang an im Dienste der -en (schriftlichen)
Verbreitung der humanistischen Geisteskultur (Bild. Kunst
3.59); die-e Ausbeute (das Buch) zum Thema
Weltmeisterschaft (Welt 22. 9. 62, 17); seine Begabung ist im
wesentlichen 1.; 1. hervortreten; sich I. betätigen; I. gebildet,
interessiert sein; b) (bildungsspr.) mit allzuviel Bildungsgut
befrachtet: vordergründig symbolisierend: seine Gemälde sind
sehr L; literarisieren [...rari'zi:ran) <sw. V.; hat): a)
literarisch (a) gestalten: Der Drang. Autobiographisches zu 1.
(Spiegel 38, 1974. 10); b) in allzu literarischer (b) Weise
gestalten: Literariskrung, die; -. -en: a) das Literarisieren
(a); b) das Literarisieren (b): Auch Rploff (= Pianist) liegt
alles Pathos fem. jeder romantische Überschwang, jegliche
L. der Musik (MM 28. 10. 59); Uterat [...'ra.tl. der; -en.
-en [urspr. = Schriftkundiger, Sprachgelehrter, zu lat.
litterätus = schriftkundig, gelehrt, gebildet] (oft
abwertend): / unschöpferischer, ästhetisierender] Schriftsteller: in
das Cafe kamen -en. Musiker und Maler; <Zus.:)
Literatencafe, das: bes. von Literaten besuchtes Cafe': <Abl.:> Litera-
tentum.das; -s.Jmds. Handeln. Verhalten als Literat:
Literatur [...'ra:tor. auch: ...to:tf). der; -s. -en [...ra'to:ran; lat.
litterätor = Sprachgelehrter] (bildungsspr. veraltet):
Schriftsteller: Gelehrter: sein Nimbus ... des raffinierten
-s (Adorno. Prismen 235); Literatur [...ra'tu:?]. die; -. -en
[lat. litterätüra = Buchstabenschrift; Sprachkunst]: 1, <o.
PI.) a) /gesamtes/ Schrifttum, veröffentlichte [gedruckteJ
Schriften: ausländische, kommunistische,
wissenschaftliche L.; belletristische, schöngeistige, schöne L. (Literatur
2); die Verbreitung von L.; b) (fachliches] Schrifttutn
über ein Thema. Gebiet: die einschlägige, kulturkritische,
philosophische, scholastische, medizinische L.; die L. über
dieses Problem, zu diesem Thema ist umfangreich; die
L. kennen, lesen, zusammenstellen, zitieren, [in Fußnoten]
angeben; c) (Musik) in Form von Notentexten vorliegende
Werke für Instrumente od. Gesang: die L. für Violine.
Bläseroktett. gemischten Chor ist sehr umfangreich; der
Pianist spielt hauptsächlich die romantische L. (Musik
der Romantik). 2, künstlerisches Schrifttum: Belletristik:
die zeitgenössische, avantgardistische, moderne [deutsche,
französische], neueste, klassische, novellistische L.; die L.
des Expressionismus; die -en einzelner Nationen; L.
(Literaturwissenschaft) studieren; jmd.. etw. ist in die L.
eingegangen (ist eine Gestalt, ein Thema der Literatur
geworden): dieses Buch zählt zur L. (ist literarisch wertvoll).
literatur-, Literatur-: -angäbe, die (meist PI.):
bibliographische Angabe der für eine wissenschaftliche Arbeit in einem
bestimmten Zusattimenhang benutzten / Fachliteratur:
^Ästhetik, die: Ästhetik (2) der Literatur (2). dazu: -ästhetisch
<AdJ.; o. Steig.): die Literaturästhetik betreffend:
^austauscht der: Austausch auf dem Gebiet der Literatur: -beila-
ge, die: literarische Beiträge enthaltende Beilage einer
Zeitung: -betraditung, die <o. PI.): Auseinamiersetzung mit
Literatur: eine weltanschaulich gebundene L.; -betrieb,
der <o. PI.) (oft abwertend): literarisches Leben: ein
wichtiges Ereignis für den L.; abriefe <PI.): (bes. im 18.Jh.)
literaturkritische Erörterungen in Form fingierter Briefe:
-denkmal, das: literarisches Werk, das als wertvolles
Zeugnis, z. B. einer Literaturgattung od. -epoche. bewahrt wird:
-epoche, die: Epoche der Literatur (2): -fähig <Adj.; nicht
adv.): als Literatur gelten könnend, literarischen Ansprüchen
genügend: Das deutsche Couplet, das keineswegs 1. ist
(Tucholsky. Werke II. 17); -forscher, der: svw.
t-Wissenschaftler; -gattung, die: Gattung der Literatur (2): die L.
des Dramas. Romans; -geschalte, die: 1. <o. PL; a)
Geschichte (1 a) der Literatur: das ( = das Literaturreich des
Insel-Verlages) in der jüngeren L. kaum ein Gegenstück
hat (Welt 23. 7.65. 7); b) svw. t -Wissenschaft: L. studieren.
2. Werk, das die geschichtliche Darstellung einer Literatur
(2) enthält: der Verfasser einer L.; an einer L. schreiben,
dazu: -geschichtlich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die
Literaturgeschichte (1) betreffend: -Besprach, das:
verunstaltetes Gespräch von Fachleuten über Literatur (2): im
Rundfunk fand ein L. statt; -hinweis. der (meist PL): mit
bibliographischen Angaben versehener Hinweis auf i weitere]
Literatur zu einem Thema. Stichwort: -historiker, der: svw.
1 Literarhistoriker, dazu: -historisch <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): svw. t -geschichtlich; -kalender, der: Kalender mit
Daten. Beiträgen. Abbildungen aus dem Bereich der
Literatur (2); -kritit, die: i wissenschaftliche/ Beurteilung von
! zeitgenössischer] Literatur (2): die angelsächsische,
moderne L., dazu: -kritiker, der: jmd.. der sich auf dem Gebiet
der Literaturkritik betätigt: -lexikon, das: alphabetisch
geordnetes Nachschlagewerk zur gesamten Literatur (2) od.
zu einzelnen Teilbereichen: -nadweis, der: vgl. -angäbe:
-papst,der(iron., scherzh.): maligebender, wichtigster
Literaturkritiker einer Zeit, eines Gebietes: -preis, der: als
Auszeichnung für bedeutende literarische Leistungen od. zur
Förderung junger Autoren verliehener Preis: -Produzent,
der (Jargon): jmd.. der als Schriftsteller, Autor, Lyriker
o. ä. Literatur hervorbringt: -Propaganda, die (DDR):
Werbungfür Literatur: -satire, die: literarisches Werk als Satire
gegen das Werk eines andern Autors od. eine Stilrichtung:
-seite, die: Zeitungsseite, -teil mit Uterarischen Themen.
Beiträgen: -Soziologie, die: Wissenschaft von der
Wechselwirkung zwischen Literatur (2) u. Gesellschaft, dazu:
-soziologisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): -spräche, die
(Sprachw.): 1, in der Literatur (2) verwendete Sprache,
die oft. z. B. durch Stilisierung, von der Gemeinsprache
abweicht. 2. (DDR) einheitlich genormte Schriftsprache, dazu:
-sprachlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Sprachw.);
-Studium, das: Fachstudium der Literatur (2); -theorie, die:
Theorie der Literatur (2); -Unterricht, der: ]
Schul]Unterricht in Literatur (2); -verweis, der (selten): svw.! -hinweis;
-Verzeichnis, das: Verzeichnis, in dem die Literaturangaben
zusammengestellt sind: -Wissenschaft, die <P1. selten):
Wissenschaft, die sich mit der Literatur einer od. mehrerer
Sprachen im Hinblick auf Geschichte. Formen. Stilistik.
Interpretation. Rezeption, soziale Voraussetzungen u.a.
befaßt, dazu: -Wissenschaftler, der. -wissenschaftlich <Adj.;
o. Steig.); -Zeitschrift, die: a) Zeitschrift mit literarischen
Originalbeiträgen: b) Zeitschrift mit Berichten u.
Besprechungen literarischer Neuerscheinungen: c) Fachzeitschrift,
die Mitteilungen über philologisch-literaturwissenschaftliche
Forschungsergebnisse u. Besprechungen
literaturwissenschaftlicher Werke enthält: -zirkel.der: literarischer Zirkel.
Litewka [litefka], die; -. ...ken [poln. litewka. eigtl. =
litauischer Rock] (früher): bequemer, weicher Uniformrock mit
Umlegekragen.
Litfaßsäule [litfas-1, die; -. -n [nach dem Drucker E. Lit faß.
der sie erstmals 1855 in Berlin aufstellte): frei stehende,
niedrigere Säule von größerem Durchmesser, auf die Plakate.
Bekanntmachungen geklebt werden: Plakatsäule: Plakate
an eine L. kleben, an einer L. anschlagen; er ist verschwiegen
wie 'ne L. (iron., berlin. veraltend; plaudert alles aus).
1688
Living-wage
-lith [...'li:t. auch: ...lit; griech. lithos = Stein] Grundwort
in Zus.. z. B. Eolith. Gastrolith: lith-, Lith-: T litho-. Litho-;
Lithagogum [lita'go:gum], das; -s. ...ga [zu Tlitho-, Litho
u. griech. agögös = (ab)führend. zu: ägein = (ab)führen]
(Med.): Medikament, das die Ausschwemmung von Gallen-
u. bes. Blasen- od. Nierensteinen herbeiführt; Lithiasis [li-
ti:azis], die; -. ...sen [li'tja:zn; griech. lithiasis] (Med.):
Erkrankung, bei der sich Nieren-, Gallen- od. Blasensteine
bilden; Steinleiden; Lithium [li:tiuml. das; -s [zu griech.
lithos, t litho-. Litho-; das Element wurde zuerst in
Mineralien festgestellt]: nur in Verbindungen vorkommendes,
silberweißes, sehr weiches, mit Wasser u. feuchter Luft
schnell reagierendes Alkalimetall, das als Zusatz bei
Legierungen, als Katalysator u.a. verwendet wird (chemischer
Grundstoff); Zeichen: Li: Litho [Ii:to]. das; -s. -s: Kurzf.
von t Lithographie (2); litho-, Litho-, (vor Vokalen auch:)
lith-. Lith- [lit(o)...: griech. lithos = Stein] <Best. in Zus.
mit der Bed.:> stein .... gestern .... Stein .... Gestein ...
(z.B. lithologisch. Lithograph. Lithagogum): tithogen
I..ge:n] <Adj.; o. Steig.) [t-gen] (Med.): zur Bildung von
Konkrementen führend; Lithogenese, die: -. -n (Geol.): Ge-
uuntheit der Vorgänge bei der Entstehung von
Sedimentgesteinen (wie Verwitterung. Abtragung usw.); Lithograph,
(oft eingedeutscht:) Lithograf. der; -en. -en [t-graph]: 1.
in der Lithographie, im Flachdruck verfahren ausgebildeter
Drucker. 2. Künstler, der Lithographien herstellt;
Lithographie, (oft eingedeutscht:) Lithografie, die; -. -n [...i:an;
t-graphiej: l.a) <o. PI.) graphische Technik, bei der auf
eine präparierte Steinplatte mit fetthaltiger Kreide od.
lithographischer Tusche die Zeichnung aufgebracht u. im
Flachdruckverfahren vervielfältigt wird; b) Originalplatte für
Stein- u. Offsetdruck. 2.a) graphisches Kunstblatt in
Steindruck: eine farbige L.; -n sammeln; b) künstlerische
Zeichnung für eine Vervielfältigung in Steindruck; lithographieren
[...gra'fi:ren], (oft eingedeutscht:) lithografleren [-1 <sw.
V.; hat): l.a) in Steindruck wiedergeben: lithographierte
Plakate von Toulouse-Lautrec; b) im Flachdruckverfahren
arbeiten. 2. Lithographien (2) herstellen; lithographisch, (oft
eingedeutscht:) lithogrgfisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.):
die Lithographie betreffend, dazu gehörend; Lithologe, den
-n. -n [t-loge]: Wissenschaftler auf dem Gebiet der Litholo-
nie; Lithologfe, die: - [f -logie]: Gesteinskunde, bes. in bezug
auf Sedimentgesteine; lithologisch <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.); Lithofrse, die; -, -n [TLyse] (Med.): Auflösung von
Blasen-, Nieren- od. Gallensteinen durch Arzneimittel: Li-
thophanie [...fa'ni:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. phanös
= hell, leuchtend]: reliefartig in eine Platte aus dünnem
Porzellan eingepreßte bildliche Darstellung, die bei
durchscheinendem Licht in verschiedenen
Helligkeitsabstufungen erscheint; lithophil [...Ti:l] <Adj.; o. Steig.) [zu griech.
phileTn = lieben, gern haben] (Geol.): (von chemischen
Elementen wie z. B. Sauerstoff) in der Lithosphäre
angesammelt, im wesentlichen die Lithosphäre bildend; Lrthopone
[...po-.na]. die; - [zu griech. ponos = Mühe. Arbeit]:
lichtechte, gut deckende weiße Farbe, die bes. für Innenanstriche
verwendet wird; Lithosphäre, die; - (Geol.): bis in 1200km
Tiefe reichende Gesteinshülle der Erde; Lithotomie [...to-
mi:]. die; -, -n [...i:dn; zu griech. tome = das Schneiden]
(Med.): operative Entfernung von Steinen; Lithotripsie
[...tn'psi:]. die; -. -n [...i:an] (Med.): Zertrümmerung von
Blasensteinen; Lithotripter [...'tnpte], der; -s [zu griech.
tribein = zertrümmern] (Med.): durch die Harnröhre
eingeführtes Instrument zur Zertrümmerung von Blasensteinen;
Uthurgik [liturgik]. die; - [zu griech. lithourgikös = die
Bearbeitung von Stein betreffend]: Lehre von der
Verwendung u. Verarbeitung von Gesteinen u. Mineralien.
litoral [litora:l] <Adj.; o. Steig.) [lat. Iltorälis. zu: litus (Gen.:
litoris) = Küste] (Geogr.): die Ufer-. Strandzone betreffend:
<subst.:> Litoral,das; -s, -e. Litorale, das; -s. -s [ital. litorale
< lat. Iltorälis. t litoral] (Geogr.): Uferregion. -zone; Lito-
ralfauna.die; -. ...nen: Tierwelt der Uferregionen; Litoralflo-
ra, die; -. ...ren: Pflanzenwelt der Uferregionen; Litorina,
(fachspr.:) Littorina [lito'ri:na], die; -. ...nen [nlat.. zu lat.
litus. t litoral]: an der Nord- u. Ostsee häufig vorkommende
Strandschnecke; Litorinameer, Littorinameer. das; -[e]s
(Geol.): Stadium in der nacheiszeitlichen Entwicklung der
Ostsee mit der Litorina als Leitfossil; Litorjnazeit, Littori-
nazeit. die: - (Geol.): Zeitraum der Existenz des Litorina-
meeres (5500-2000 v.Chr.); Litorinen: PI. von TLitorina.
Litotes [litote:s], die; -. - [griech. litötes. eigtl. =
Sparsamkeit. Zurückhaltung (im Ausdruck), zu: litös = schlicht,
einfach] (Rhet.. Stilk.): rhetorische Figur, die durch doppelte
Verneinung od. durch Verneinung des Gegenteils scheinbar
eine vorsichtige Behauptung ausdrückt, aber eine (oft
ironisierende) Hervorhebung des Gesagten bewirkt (z. B. er
amüsierte sich nicht schlecht = sehr).
Litschi [lit/ü. die; -, -s. Ljtschipflaume, die; -. -n [chines.
li-chi]: pflaumengro/ie. erdbeerähnlich schmeckende Frucht
(mit dünner, rauher Schale u. weißlichem, saftigem Fleisch)
eines in China beheimateten Baunies.
litt [ht]: Heiden.
Littorina usw.: f Litorina usw.
Liturg [li'tork], der; -en, -en. Liturge [...rga]. der; -n, -n
[mlat. liturgus < spätlat. liturgus < griech. leitourgos
= Staatsdiener, zu: leltos. t Liturgie] (christl. Kirche): den
Gottesdienst, die Liturgie haltender Geistlicher im
Unterschied zum Prediger; Liturgie [litor'gi:], die; -, -n [...i:an;
kirchenlat. Ilturgia < griech. leitourgia = öffentlicher
Dienst, zu: leltos = das Volk betreffend u. ergon = Arbeit,
Dienst] (christl. Kirche): a) offiziell festgelegte Form des
christlichen Gottesdienstes: die Ambrosianische L. (Form
des Gottesdienstes in der Kirchenprovinz Mailand); b) (ev.
K irche) am Altar im Wechselgesang mit der Gemeinde
gehaltener Teil des Gottesdienstes: bei dem Festgottesdienst hält
der Gemeindepfarrer die L.; Liturgik [litorgik], die; - (bes.
ev. Theol.): theologische Beschäftigung mit der Liturgie
u. deren Geschichte: liturgisch <Adj.; o. Steig.) [kirchenlat.
liturgicus < griech. leitourgikös] (christl. Kirche): die
Liturgie betreffend, dazu gehörend: -e Texte, Handschriften;
die -e Ordnung des Gottesdienstes; -e Gewänder (von
dem Liturgen beim Gottesdienst getragene Kleidungsstük-
ke); -e Farben (kath. Kirche; Farben der liturgischen
Gewänder u. Tücher für Altar. Kanzel o. ä.Y. -e Formeln
(formelhafte Wendungen der Liturgie, z. B. der Herr sei mit
euch; halleluja; amen); -e Geräte.
Litze I'litßa]. die; -. -n [mhd. litze = Schnur. Litze <
lat. licium = umschlungener Kettfaden; Faden. Band]:
1. schmale, flache, geflochtene od. gedrehte Schnur als
Besatz auf verarbeiteten Stoffen, zur Einfassung, als
Rangabzeichen an Uniformen: eine Uniform. Mütze mit bunten
-n: ein Himmelbett mit Vorhängen aus rotem, mit goldener
L. besetztem WollstofTfTh. Mann, Krull 138). 2. (Weberei)
in der Mitte mit einem Öhr versehener, feiner Stahldraht
zum Durchziehen der Kettfäden. 3. (Technik) Strang eines
Drahtseils. 4. (Elektrot.) Leitungsdraht aus dünnen,
verflochtenen o.a. Einzeldrähten: <Zus.:) Ljtzenflechter, den
jmd.. der Litzen (1) flicht (Berufsbez.); Ljtzenflechterin,
die; -. -nen: w. Form zu tLitzendechter.
Lituus [Ii:tuos], der; -. Litui [...ui; lat. lituus]: 1. Krummstab
der Auguren im antiken Rom. 2. a) altrömische Trompete
für militärische Signale; b) (16.-18. Jh.) Krununhorn (1 a).
live [lajf. engl.: laivKindekl. Adj.;o. Steig.; attr. nachgestellt,
meist adv.) [engl. live, eigtl. = lebend] (Rundf.. Ferns.):
direkt gesendet, als Direktsendung, in einer Direktsendung:
München-Brüssel-Bonn I. ( = Sendereihe) steht alle sechs
Wochen als Konferenzschaltung im Programm
(Bayerischer Rundfunk, Winterprogramm 1966/67); eine Sendung
1. übertragen, hören, verfolgen; jmdn. 1. interviewen, auf
der Bühne erleben; in einer Show 1. singen.
Live-(mit Bindestrich):-Aufzeichnung, die (Rundf., Ferns.):
zu einem späteren Zeitpunkt gesendete, ungekürzte u.
unveränderte Aufzeichnung einer Veranstaltung; -Bericht, der
(Rundf.. Fems.): vgl. -Sendung; ^Diskussion, die (Rundf..
Fems.): vgl. ^Sendung; ^Foto, das: vgl. ^Fotografie:
-Fotografie, die <o. PI.) (Fot.): bes. bei Bildjournalisten übliche
Art des Fotografierens, bei der es weniger auf die technische
Vollkommenheit als auf die Aussage des Bildes ankommt;
-Konzert, das (Rundf., Fems.): vgl. -Sendung; -Reportage,
die(Rundf..Ferns.): vgl. ^Sendung; -Sendung,die (Rundf..
Fems.): Direktsendung; Originalübertragung (Ggs.: Auf-
zeichnung2b); ^Show.die (Rundf.. Fems.): vgl. ^Sendung:
Ü -s in privatem Rahmen. Sex, Erotik. Spannung, auch
für Paare (Abendpost 11.10. 74. 12).
Irvid [livi.t]. livide [livi:dd] <Adj.; ...der. ...este) [lat. lividus
= bläulich): 1. (Med.) bläulich. bla/Jblau. fahl (von Haut
u. Schleimhäuten). 2. (veraltet) neidisch, mißgünstig.
Living-waae [Iivin weidsl. das; - [engl, amerik. living wage,
aus: living = Leben(sunterhalt) u. wage = Lohn]
(Wirtsch.): für den Lebensunterhalt unbedingt notwendiger
Lohn. Existenzminimum.
1689
Livre
Livre [Ii:vra]. der od. das: -[s]. -[sl <aber: 6 Livre) [frz.
livre < lat. Iibra, tLira]: 1. frühere französische Ge-
wichtseinheit unterschiedlicher Größe, 2. französische Münze
bis zum Ende des !8.Jh.s.
Livree [li'vre:], die; -. -n [...e:an; frz. livree. eigtl. = gestellte
(Kleidung), zu: livrer. Tliefern]: mit Litzen o.a. besetzte
uniformartige Kleidung für Diener. Bedienstete (bes. im
Hotelgewerbe): ein Liftboy. Chauffeur in L.: livriert [li-
'vri:?t]<AdJ.;o. Steig.: nicht adv.>: mit einer Livree bekleidet.
Livree tragend: ein -er Hotelboy: -e Bedienstete.
'Lizentiat [litten 't$jp:t]a das: -[e]s, -e: im MA. dem Bukkalem-
reat folgender, heute noch in der Schweiz, sonst nur noch
im Bereich der katholischen Theologie verliehener
akademischer Grad: L. der Theologie; 2Li2entiat [-]. der; -en. -en
[mlat. licentiatus = der mit Erlaubnis Versehene, 2. Part,
von: licentiare = die Erlaubnis erteilen, zu lat. licentia.
t Lizenz]: Inhaber eines {Lizentiats; Abk.: Lic. [theol.], (in
der Schweiz:) lic. phil. usw.; Lizenz fli't$£nt$]. die; -. -en
[lat. licentia = Freiheit. Erlaubnis, zu: licere = erlaubt
sein]: a) [gegen eine Gebühr erteilte] rechtskräftige
Genehmigung (z.B. zur Ausübung eines Gewerbes, zur Nutzung
eines Patents, zur Übersetzung od. Übernahme eines
Werks): eine zeitlich befristete L.; eine L. der Firma ...;
eine L. erwerben; jmdm. eine L. erteilen, verschaffen,
ausstellen, verweigern, entziehen; eine L. auf eine andere
Firma übertragen; etw. in L. herstellen; Ü L. (bildungsspr.;
Erlaubnis) für mich, prohibitiv gegen Verbrechen
entschieden aufzutreten (Hochhuth. Stellvertreter 18); Nur eine
politische L. (bildungsspr.; Freiheit, die icti mir gestatte:
Remarque. Obelisk 147); b) (Sport) durch einen Verband
erteilte Erlaubnis, einen Sport beruflich auszuüben od. im
Sport als Schiedsrichter o. ä. zu fungieren: eine L. als
Berufsboxer. Rennfahrer haben; seine L. zurückgeben.
liz^nz-, Lizenz-: -ausgäbe, die (Buchw.): Ausgabe eines
Buches, für die der berechtigte Verlag einem anderen Verlag
das Recht zur Veröffentlichung erteilt hat: Entzug, der.
Mteber, der: jmd.. der eine Lizenz erteilt: -gebühr, die:
für die Überlassung eines Nutzungsrechts entrichtete
Gebühr. -Inhaber, der; -nehmer, der; -s. -: jmd., dem eine
Lizenz erteilt wird; -nummer, die (Buchw.): Nummer einer
Lizenzausgabe; -pfliditig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): eine
Lizenz erfordernd; -Spieler, der (Sport): Sportler, der über
eine Lizenz (b) verfugt u. als Angestellter eines Vereins
von diesem feste monatliche Bezüge erhält: -träger, der
(jur.): jmd.. dem eine Lizenz (a) erteilt worden ist; ^vertrag,
der: Vertrag, durch den jmdm. eine Lizenz erteilt wird.
lizenzieren [lits£n'tsi:ren] <sw. V.; hat): für etw. [behördlich/
Lizenz erteilen: ein Patent I.; Unter den zunächst
lizenzierten demokratischen Parteien ... (Fraenkel. Staat 248); Das
dritte in England lizenzierte Auto gehörte ihm (Ceram.
Götter 193); lizenzife [...tap:s] <AdJ.; -er. -este) [frz. licen-
cieux = allzu frei; liederlich, zu: licence = Freiheit.
Erlaubnis < lat. licentia. t Lizenz] (bildungsspr.): sehr frei in
den vertretenen Anschauungen; zügellos; Lizitant [litsi'tant].
der; -en. -en [lat. licitäns (Gen.: licitantis). zu: licitäri.
tlizitierenl: Bieter bei einer Versteigerung; Lizitation [...ta-
't$io:n]. die: -. -en [lat. licitätio = Gebot (4)]: Versteigerung;
lizitieren [...ti:ran] <sw. V.; hat) [lat. licitäri = auf etw.
bieten (1 b)] (veraltend): versteigern.
Lkw, (auch:) LKW [elka.ve:. auch: elka:ve:l. der; -[s], -s.
selten: -: Lastkraftwagen; <Zus.:> Lkw-Fahrer, (auch:)
LKW-Fahrer, der.
Llano [lja:n3]. der; -s. -s (meist PI.) [span. Ilano = Ebene,
zu: llano = flach < lat. planus]: baumlose od. baumarme
Ebene in den lateinamerikanischen Tropen u. Subtropen.
1mA feilem'la:] U salopp verhüll, für leck mich am t Arsch!
Load [loudl. die; -. -s [1: engl. load. eigtl. = Ladung.
Last: 2: amerik. load = Ladung (3)]: 1. altes britisches
Maß. bes. Hohlmaß unterschiedlicher Größe. 2. (Jargon)
für einen Rauschzustand benötigte Dosis eines Rauschgiftes.
'Lob [lo:p].das; -[e]s. -e <P1. selten) [mhd.. ahd. lop. rückgeb.
aus t loben]: anerkennend geäußerte, positive Beurteilung,
die man jmdm.. seinem Tun. Verhalten o.a. zuteil werden
läßt (Ggs.: Tadel): ein wohlverdientes, hohes,
überschwengliches L.; das L. des Lehrers ermunterte ihn; L.
der schöpferischen Faulheit (Buchtitel 1977); Gott sei L.
und Dank! (Gott sei gelobt [c]. u. ihm sei gedankt!); jmdm.
uneingeschränktes L. erteilen, (geh.:) spenden, zollen; ein
L. erhalten, bekommen; nur karges L. ernten; Er... verteilte
-e und Tadel (Strittmatter. Wundertäter 329); er verdient
[ein] L. für seinen Fleiß; das L. einer Person. Sache singen
(u&.'.jmdn.. etw. überschwenglich immer von neuem loben*
(geh.:) des -es voll sein [über jmdn.. etw.]; er geizte nicht
mit L.; über jedes/alles L. erhaben sein; das muß zu ihrem
-e (um ihr gerecht zu werden) gesagt werden.
2Lob [bb]. der. -[s]. -s [engl. lob. zu: to lob. tlobben] (bes.
Tennis): hoch über den am Netz angreifenden Gegner hinwet-
geschlagener Ball: einen L. spielen, schlagen.
W>-, Lob- (!Lob): ^aesang, der: Gesang. Dankflied] zum
Lobe Gottes: der L. der Engel; lombrosianischer L
([fälschlich auf die Kirchenväter Ambrosius. Bischof v<wt
Mailand, u. Augustinus zurückgeführtes ] Tedeum); ~hmfe»
fei. die [zu t lobhudeln] (abwertend): übertriebenes,
unberechtigtes Lob. mit dem man sich bei jmdm. einschmeicheln
will; -hudeler Khudler: -hudeln <sw. V.; hat) [urspr
= durch Lob plagen, vgl. hudeln] (abwertend): jmdn. auf
übertriebene Weise unverdientermaßen loben, um sich bei
ihm einzuschmeicheln: man hat dem/den Minister
gelobhudelt; -hudler, der (abwertend): jmd.. der sich durch
Lobhudelei bei andern einzuschmeicheln sucht; ^lied, das: sv*
t^gesang: ein L. auf Gott anstimmen; Ü das Buch ist
ein L. auf ihre ( = der Archäologie) Ergebnisse (Ceram,
Götter 14); 'ein L. auf jmdn., etw. anstimmen, sine»
(jmdn.% etw. vor andern sehr loben, um der Person od
Sache besondere Beachtung zu verschaffen); ^preis, der
<P1. ungebr.) (dichter.): jubelndes Preisen der Werke
Gottes/: der L. der Schöpfung; zum L. des Schöpfers,
dazu: -preisen Oobpreiste/lobpries. hat
gelobpreist/lobgepriesen) (dichter.): durch Lob verherrlichen;
überschwenglich loben: die Werke Gottes 1.; GrafT lobpreiste darin
seinen... Führer (Börsenblatt für den Deutschen
Buchhandel. Leipzig 7. 1965. 139). ^preisung, die (dichter.): das
Lobpreisen; -rede, die: Rede zu jmds. Lob;
schmeichlerisches überschwengliches Loben: wir wollen hier keine -n
halten, dazu: -redner, der: jmd., der Lobreden hält,
-rednerisch <Adj.): in schmeichlerischer Absicht überschwenglich
lobend: sich 1. über jmdn.. etw. auslassen; fingen <st
V.; hat): Gott durch Lobgesang preisen: Gott 1.; -sprudk
der<meist PI.): [in schmeichlerischer Absicht vorgebrachte
überschwenglich lobende Äußerung.
lobben [bbn] <sw. V.; hat) [engl, to lob. eigtl. = von
unten her hochwerfen] (bes. Tennis): den Ball hoch über
den am Netz angreifenden Gegner hinwegschlagen.
Lobby fbbi]. die: -. -s u. Lobbies [1: engl, lobby = Vor-.
Wandelhalle < mlat. lobia = Galerie. 'Laube (aus dem
Germ.); 2: engl. (bes. amerik.) lobby. zu tLobby (Dt
1. Wandelhalle im [britischen, amerikanischen] Parlament*
gebäude. in der die Abgeordneten mit Wählern u. Interessen-
gruppen zusammentreffen. 2. Interessengruppe, die [in der
Lobby (1)7 versucht, die Entscheidung von Abgeordnetem
zu beeinflussen /u. die diese ihrerseits unterstütztJ: eine
wirkungsvolle L. haben; die Ansicht der L.; etw. ist das
Werk einer einflußreichen L.; über keinerlei L. verfügen
3. (bildungsspr.) Vestibül. Hotelhalle: Aber ehe ich mich n
die L. Ihres Hotels setzte, um auf Sie zu warten (Andersch.
Rote. 115); Lobby mg ['fobiro]. das; -s. -s [amerik. lobbyin*,
zu: lobby. T Lobby (1.2)]: Beeinflussung von Abgeordneten
durch Interessengruppen; Lobbyismus [bbi'ismos], den -
[amerik. lobbyism]: [ständiger] Versuch. Gepflogenheit.
Zustand der Beeinflussung von Abgeordneten durch
Interessengruppen; Lobbyist [...'ist], der. -en. -en [amerik. to*v
byistl: jmd.. der Abgeordnete für seine Interessen zu
gewinnen sucht.
Lobelie flo'be:Ip]. die; -. -n [nach dem flandrischen
Botaniker M. de PObel (latinis.: Lobelius; 1538-1616)]: zu den
Glockenblumengewächsen gehörende, niedrige, buschige, v*
Sommer blühende Pflanze mit zahlreichen blauen, seltener
violetten od, weißen Blüten; Lobelin [lobe'Iiml. das: -*
(Pharm.): aus der Lobelie gewonnenes giftiges AlkalouL
das die Atemtätigkeit anregt.
loben [1o:bn] <sw. V.; hat) [mhd. loben, ahd. lobön =
für lieb halten, lieb nennen, gutheißen; verw. mit f liebt
a) jmdn.. sein Tun. Verhalten o. ä. mit anerkennenden
Warten (als Ermunterung. Bestätigung o.a.) positiv beurteilen
u. damit seiner Zufriedenheit. Freude o. ä. Ausdruck gehen
(Ggs.: tadeln): jmdn.. Jmds. Leistung. Tüchtigkeit. EinfaS
1.; jmdn. öffentlich, uneingeschränkt, überschwenglich,
zurückhaltend 1.; jmdn. als einen verständigen Menschen
I.; der Lehrer lobte den Schüler [für seine gute ArbeiL
wegen seines Fleißes]; man lobte ihm ... die menschlicher
1690
Locke
Vorzüge dieses Jungen Mannes {hob sie ihm gegenüber
anerkennend hervor; Frisch. Stiller 264); dieses Getränk.
Essen Ist sehr zu I. (ist sehr gut); er lobte sich für seine
Vorsicht (fand sie richtig); das lob* ich mir (das gefällt
mir); da lob' ich mir eine kräftige Scheibe Schwarzbrot
'gefällt sie mir besser); etw. lobend erwähnen; b) lobend
<a) sagen (Ggs.: tadeln b): ..Bravo!44 lobte er; c) Gott,
das Schicksal o. ä. preisen u. ihm danken; Gott sei gelobt;
Warum wohl lobte er Gott für seine geringe Herkunft?
(Nigg. Wiederkehr 32); gelobt sei Jesus Christus
(katholische Grußformel): das Leben, den milden Abend I. (schön
finden); <Zus:> lobenswert <Adj.; [zusgez. aus älter: lobens
werth = eines Lobes wert): als Tun, Verhalten, Detiken
0. ä. Lob, Anerkennung verdienend: ein -er Entschluß; diese
Idce.Tat wardurchaus I.; sich I. verhalten; lobenswertenvfiise
*;Adv.>: so daß es Lob, Anerkennung verdient.
Lobes-: -erhebung, die (meist PI.) (geh.): in hochtrabenden
Worten vorgebrachtes, übertriebenes Lob: sich in -en über
jmdn. ergehen; imdn. mit -en überhäufen; -hymne, die
(oft iron.): überschwengliches Lob: in -n ausbrechen; *eine
L -n auf imdn.« etw. singen/anstimmen (ugs.; jmdn., etw.
vor andern überschwenglich loben)', -worte <P1.>: Worte,
die ein besonderes Lob enthalten.
ftobesam [lo:boza:m] <Adj.; meist attr. nachgestellt) [mhd.
lobesam. ahd. lobosam] (veraltet, sonst altertümelnd):
verdienstvoll; löblich ['loiph^l <Adj.; nicht adv.) [mhd. lob(e>
lich. ahd. lob(e)Hch] (oft iron.): zum Lobe gereichend,
lobenswert: eine -e Absicht; dein Plan ist sehr I.; etw. nicht
1. finden; <Zus.:> Kjblicherweise <Adv.X
Lobotomie [loboto'mi.l. die; -. -n [...i.an; zu griech. lobös
= (Ohr)läppchen u. tome = das Schneiden. Schnitt): svw.
T Leukotomie.
"Loch [bx]. das; -[eis, Locher ['Iokjb; mhd. loch. ahd. loh
= Verschluß; Versteck; Höhle. Loch; Gefängnis]: 1. <Vkl.
! Löchlein) an einer flächigen od. räumlichen Sache durch
Beschädigung, [absichtliche] Einwirkung o.a. entstandene
offene Stelle, an der die Substanz nicht mehr vorhanden
ist: ein großes, rundes, tiefes L.; ein L. graben, [in die
Wand] bohren, [ins Eis] schlagen, stopfen, zuschütten,
zuschmieren, ein L. im Strumpf, im Zahn haben; sich
ein L. in die Hose reißen; die Zigarette hat ein L. in
den Stoff gebrannt; durch ein L. im Zaun sehen, kriechen;
U ein L. stopfen (ein Defizit, Schulden beseitigen); dieser
Kauf hat ein großes L. in den Geldbeutel, ins Portemonnaie
gerissen (ugs.; hat viel Geld gekostet)', er machte das eine
L. zu und ein anderes auf (ugs.; er machte neue Schulden,
um alte zu tilgen); * schwarzes L. (Astron.; infolge hoher
Gravitation völlig in sich zusammenstürzender Stern)', saufen
wie ein L. (derb; sehr viel Alkohol trinken): jmdm. ein
L/Löcher in den Bauch fräsen (salopp: jmdm. mit seinen
Fragen lästig werden)', imdm. ein L. Löcher in den Bauch
reden (salopp; pausenlos auf jmdn. einreden); ein L./Löcher
in die Luft gucken (ugs.; geistesabwesend sein, vor sich
hin träumen); ein L./Löcher in die Wand stieren (ugs.; starr,
geistesabwesend irgendwohin sehen); ein L./Löcher in die
Luft schießen (ugs.; beim Schießen nicht treffen); ein L.
airückstecken (ugs.; in seinen Ansprüchen zurückgehen:
nach dem Gürtel, den man enger schnallt); auf/(selten:)
aus dem letzten L. pfeifen (salopp; mit seiner Kraft o. ä
am Ende sein% nicht mehr können: nach dem (von unten
Bezählt) letzten Loch einer Flöte, mit dem der höchste
(dünn klingende) Ton gespielt wird). 2.a) (salopp
abwertend) kleiner, dunkler / Wohnjraum; kleine, dunkle
Wohnung: in einem kalten, feuchten, schmutzigen L. hausen;
Einige ( = Treppen) führten in Läden, dunkle Löcher mit
winzigen Schaufenstern (Kuby, Sieg 62); b) (salopp)
Gefängnis: Jmdn. ins L. stecken; ins L. kommen; im L. sitzen;
c) Höhle bestimmter Tiere: der Fuchs fährt aus seinem
L.; die Maus ist ins L. geschlüpft. 3. (derb) a) After;
b) Gesäß, Hintern: jmdm. das L. voll hauen; setz dich
aufs (auf dein) L. 4.a) (vulg.) Vagina: Ihr L. ist so eng.
daß ich gleich beim Hineingleiten spritze (Kinsky.
Erdbeermund, 112); R L. ist L. (gleichgültig wie eine Frau aussieht
od. ist, wichtig ist nur, daß man mit ihr koitieren kann);
b) (vulg. abwertend) weibliche Person: mit diesem blöden
L. will ich nichts zu tun haben. 5. (Golf) svw. tHole.
*Loch [bkl. der; -[s]. -s [engl, (schott.) loch < air. loch,
verw. mit lat. lacus = See]: Binnensee, Fjord in Schottland.
iQdi-, Loch-: -band svw. t-streifen, dazu:
-bandgesteuert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.;; -beitel, der: Beitel zum
Ausarbeiten von Löchern; -billard, das [2: zu TLoch
(4a)l: 1. svw. fPoolbillard. 2. Meine Partie] L. spielen
(verhüll, scherzh.; koitieren); -blende, die (Optik): Blende
mit konstantem Durchmesser; weisen, das: Werkzeug mit
kegelförmigem Stahlkeil zum Ausarbeiten von Erdlöchern
für Pfähle o.a.; -kamera, die: svw. tCamera obscura;
-karte, die (Technik, bes. Datenverarb.): Karte, in die
zur späteren maschinellen Abtastung durch Lochung
bestimmter Felder Verschlüsselungen von Schrift zeichen od.
von Arbeitsanweisungen zur Steuerung einer Maschine
eingestanzt werden: Daten auf-n festhalten; die
Jacquardmaschine arbeitet mit -n; die Eingabe von Informationen in den
Computer per L.. dazu: -kartenmasdiine, die: Maschine,
beider Lochkarten als Datenträger verwendet werden, ^kar-
tentechnik. die <o. PI.), -kartenverfahren, das <o. PI.):
svw. tHollerithverfahren; -kugel, die (Kegeln): Kegelkugel
mit [zwei] Löchern für die Finger der Wurfhand; -lehre,
die (Technik): zum Ausmessen verschieden starker Bolzen
dienende, mit Löchern verschiedenen Durchmessers
versehene Stahlplatte; -maschine, die: Maschine zum Lochen;
-säge, die: Säge mit spitz zulaufendem od. kreisförmig
gebogenem Sägeblatt zum Aussägen von Löchern; -schwager, der
(vulg. scherzh.): jmd., der den gleichen weiblichen
Geschlechtspartner hat wie ein anderer; -stein, der (Bauw.):
svw. tHohlziegel; -Stickerei, die (Handarb.): a) <o. PI.)
Art der Stickerei, bei der ausgeschnittene Löcher
verschiedener Form u. Größe mit engen überwendlichen Stichen
eingefaßt werden; b) mit Lochstickerei (a) verzierte Handarbeit;
-streifen, der (Technik, bes. Datenverarb.): mit Lochungen
versehener Papierstreifen zur Eingabe von Daten in
Fernschreiber, Datenverarbeitungsanlagen u. a., dazu:
-streifengesteuert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -Streifenmaschine,
die: vgl. -kartenmaschine; -zange, die: Zange, mit der
man eine Fahr-, Eintrittskarteo. ä. mit ein oder zwei Löchern
versieht; -ziegel, der (Bauw.): svw. t Hohlziegel.
lochen [bxn] <sw. V.; hat) [mhd. lochen!: l.a) mit der
Lochzange mit einem od. mehreren Löchern versehen u.
dadurch entwerten: der Kontrolleur lochte die Fahrkarten;
b) mit dem Locher für die Ablage, das Abheften mit zwei
Löchern versehen: einen Durchschlag, eine Rechnung 1.
2. (Datenverarb.) Daten auf Lochkarten übertragen,
festhalten: Der Facit 4060 locht ... in Rekordzeit: Bis zu 150
Zeichen/s (Elektronik 11. 1971. A23); Locher, der; -s.
-: 1. Gerät, das ein Blatt Papier o.a. mit zwei Löchern
versieht. 2. (Datenverarb.) a) Maschine zum Übertragen
von Daten in Lochkarten; b) jmd., der mit einer Maschine
Daten in Lochkarten überträgt (Berufsbez.); löcherig,
(seltener.) löchrig ['tej(3)ncl <Adj.; nicht adv.) [mhd. loche-
rechtl: zahlreiche Löcher aufweisend: -e Wollhandschuhe;
ein -er Zaun; Locherin, die; -, -nen: w. Form zu t Locher
(2b); löchern [loe^nl <sw. V.; hat) [mhd. löchern] (ugs.):
durch hartnäckiges Fragen od. Bitten beiäst igen, jmdm. keine
Ruhe lassen: die Kinder löcherten mich [mit ihren Fragen);
sie löcherte mich, mit ihr tanzen zu gehen.
Lochien [foxjpn] <P1.) [zu griech. locheTa = Reinigung der
Wöchnerin nach der Geburt) (Med.): svw. tWochenfluß.
Löchlein ['Ice^lajn], das; -s, - [mhd. löchelin): tLoch (1);
löchrig: tlöcherig: ... bekam ich dunkle Ringe um die
Augen und ganz -e (eingefallene) Backen (Schnurre, Bart
39); Lpchung, die; -. -en: 1. das Lochen. 2. gelochte Stelle.
Lpck- ('locken): -ente, die: vgl. -voge] (1); ^Instrument,
das: svw. f2Locke (a); -lagd, die (Jägerspr.): Jagd, bei
der das Wild durch Nachahmung seiner eigenen od. anderer
Laute angelockt wird; -mittel, das: Person od. Sache, die
jmdm. zum Anlocken dient: jmdn. als L. benutzen; -pfeife,
die: vgl. ^instrument; ^ruf, der: Ruf, Laut zum Anlocken
[bes. von Vögeln]: der L. der Glucke; -e, den L.
ausstoßen; -speise, die (geh.): Köder; -Spitzel, der (abwertend):
svw. t Agent provocateur: -taube, die: vgl. ^vogel (1):
^ton, der: vgl. Miif; -vogel, der: 1. gefangener Vogel,
der durch seinen Lock ton od. durch seine Anwesenheit andere
Vögel anlocken soll. 2. (abwertend) jmd., der andere zu
verbrecherischen Zwecken anlocken soll: sie war der Polizei
schon als L. bekannt, dazu: -vogehverbung, die:
(verbotene) Werbung mit besonders preisgünstigen Artikeln, die
die Preisgünstigkeit der übrigen Waren suggerieren sollen.
Löckchen [kriopnl. das: -s. -: T'Locke (a): 'Locke [bkd].
die:-.-n[mhd..ahd.loc,urspr. = die Gebogene.
Gewundene]: a) <Vkl. t Löckchen) geringeltes Haarbüschel: blonde,
kurze -n; eine L. fiel ihm in die Stirn; -n haben, tragen.
1691
Locke
eindrehen; sich -n legen lassen; das Haar in -n legen;
ihr Haar ringelte sich in natürlichen -n um ihr Gesicht:
b) (Kürschnerhandwerk) geringeltes Haarbüschel im Fell
bestimmter Tiere: der Pelz hat eine flache L.; ein
Persianer mit tiefglänzender L./(selten:) tiefglänzenden -n.
2Locke [-1. die; -. -n [zu T Mockenl (Jägerspr.): a) Instrument
zum Nachahmen des Lockrufs; b) svw. t Lockvogel (1).
'locken [bkn] <sw. V.; hat) [mhd. locken, ahd. lockönl:
l.a) (ein Tier) mit bestimmten Rufen. Lauten, durch ein
Lockmittel veranlassen, sich zu nähern: den Hund mit einer
Wurst, einen Vogel mit Mehlwürmern I.; die Henne lockt
die Küken [zum Futter); b) durch Rufe. Zeichen,
Versprechungen o. ä. bewegen, von seinem Platz. Standort
irgendwohin zu kommen, zu gehen od. durch Versprechungen zu
erw. zu veranlassen suchen: den Fuchs aus dem Bau I.;
die Kinder lockten den Hamster in den Käfig; einen
Künstler an ein Theater I.; jmdn. in einen Hinterhalt, auf eine
falsche Fährte I.; Ü selbst dieser großzügige Vorschlag
konnte ihn nicht aus seiner reservierten Haltung I.; das
schöne Wetter, der Frühling lockte [siel ins Freie; die
Wälder der Umgebung lockten zu Spaziergängen, ljmdm.
so gut od. angenehm erscheinen, daß er die betreffende Sache
gern tun. haben od. sich damit beschäftigen möchte: diese
Aufgabe lockte Imich] sehr; es lockte mich, ins Ausland
zu gehen; ein lockendes Angebot; lockende Abenteuer.
Pocken [-] <sw. V.; hat) [mhd. nicht belegt, ahd. lochön.
zu t 'Locke]: a) in Locken legen, drehen: das Haar [etwas,
leicht] I.; er läßt sich die Haare I.; sie hat [von Natur
aus] gelocktes Haar; b) <l. + sich) sich in Locken legen;
in Locken fallen: sein Haar lockte sich ein wenig im Nacken.
locken [laden] <sw. V.; hat) Imhd. lecken = mit den Füßen
ausschlagen] (geh.): etw.% was als Einschränkung der
persönlichen Freitieit empfunden wird, nicht hinnehmen u. sich
dem widersetzen; lecken: soll der Mann ... nicht ... I.
wider der Frauen Beschluß (Th. Mann. Joseph 333); meist
in der Wendung wMer/(auch:) gegen den Stachel I. [nach
dem Ochsen, der gegen den Stachelstock des Viehtreibers
ausschlägt; nach Apg. 9. 5 u. 26. 141.
Lgcken- 0Locke), -frisur, die: Frisur, bei der das Haar
in Locken gelegt ist; —fülle« die: schönes, volles gelocktes
Haar: -haar, das: gelocktes Haar; -haupt. das (geh.): svw.
Kkopf (1); -köpf, der: 1. Kopf mit Lockenhaar. 2. Kind,
junger Mensch mit Lockenhaar; ein kleiner blonder L.;
-perücke, die: Perücke mit Lockenhaar; spracht, die
(scherzh.): svw. t-fülle; -wickel. (selten), -wlckler, der:
k leine Rolle aus Metall od. Plastik. auf die [für eine Locken-
fr isur] jeweils eine nasse Haarsträhne gewickelt wird.
locker [bkül <Adj.) [spätmhd. locker, zu mhd. lücke. lugge
= locker]: l.a) nicht [mehr] fest mit dem. woran, worauf,
worin die betreffende Sache befestigt ist. verbunden: ein
-er. I. sitzender Zahn; die Schraube, der Nagel ist 1.
geworden, sitzt I.; Ü Locker wie nie saß ... den Verbrauchern
ihre Deutsche Mark (sie gaben soviel Geld aus wie noch
nie; Spiegel 52. 1965. 19); Da war wieder der Haß in
ihnen I. (geh.; entfesselt; Jahnn. Geschichten 75); b) nicht
dicht / so doli Zwischenräume bleiben]; durchlässig; nicht
festgefügt: -er Boden; -es Gewebe; ein -er Waldbestand;
1. stricken, häkeln; I. mit Bäumen bestandene Hügel; die
Eigenart der ... Wasserfarbe, eine Darstellung
atmosphärisch duftig und I. zu gestalten (Bild. Kunst 3. 13); c)
nicht straff7gespanntJ\ nicht starr; nicht fest: eine -e
Haltung; -e Muskulatur; sich in -er Ordnung, -em Halbkreis
aufstellen; das Seil, die Zügel 1. lassen; 1. (unverkratnpft)
laufen; das Haar fällt [ihr] I. in den Nacken; eine I.
gebundene Krawatte; Ü eine-e (nicht feste, nicht enge) Verbindung.
Beziehung; ein -er Zusammenhang; mit der Zeit wurde
die Bindung -er; ein Gesetz. Vorschriften I. handhaben;
es geht hier immer [sehr] I. (ugs.; zwanglos, leger) zu.
2. sich nicht an moralische, gesellschaftliche Vorschriften
gebunden fühlend u. leichtfertig in seiner Art zu leben, sich
zu benehmen od. von einer entsprechenden Haltung zeugend:
eine -e Dame; (ugs.:) ein -er Vogel; ein -es Gebaren, (ugs.:)
Mundwerk; ein -er Lebenswandel; Lockerheit, die; -:
lockere Art: Igckerbssen <st. V.; hat) (ugs.): von erw.. was
man sich vorgenommen hat. nicht ablassen: sie haben nicht
lockergelassen, bis er zusagte; Der Sanitätssoldat ließ nicht
locker. Er schlängelte sich an die .Jcesse Biene" heran
(MM 9. 11. 66. 11); lockermachen <sw. V.; hat) (ugs.).
a) Geld für jnuln.. etw. hergeben: ein paar Tausender I.;
Die Bundesregierung hat 30 Millionen Mark für arbeitslose
Jugendliche lockergemacht (Hörzu 13.1976.107); b) jmdn
bewegen, für jmdn.. etw. Geld herzugeben, zu bewilligen.
... die ( = die Kriegerwitwe) ... bei den Finanzministem
aller Legislaturperioden Milliardenbeträge lockermachte
(Spiegel 10. 1967. 190); lockern [bken] <sw. V.; hat):
l.a) locker da) machen: eine Schraube I.; das Schloß
schien mir gelockert; b) (Erde) mit einem Gerät locker
(1 b) machen, auflockern: vor dem Einsäen die Erde I.;
über die frisch gelockerten Gartenbeete (Winckler.
Bomberg 172); c) locker (1 c) machen, weniger fest anziehen:
die Leine, die Krawatte, den Kragen 1.; seinen Griff, seine
Haltung, seine Muskeln 1.; Ü daß wir Engländer ... gern
ein wenig nachhelfen möchten. 1. und entspannen
(Dönhoff, Ära 138); etw. lockert eine Bindung. Beziehung; die
scharfen Bestimmungen, Gesetze I. (liberaler fassen); in
gelockerter (gelöster) Stimmung. 2. <l. + sich) a) locker
(1 a) werden: ein Zahn hat sich gelockert; die Schwellen,
die Bremsen hatten sich gelockert; b) locker (1 b) werden,
an Dichte verlieren: der Nebel, die Wolkenschicht lockert
sich; c) locker (1 c) werden; in seiner Anspannung, seinem
Druck o.a. nachlassen: die Starrheit ihrer Glieder, der
Druck ihrer Finger, ihr Griff lockerte sich; Ü ihre innere
Spannung. Verkrampfung lockerte sich; die Verbindung.
Beziehung, das Verhältnis hatte sich inzwischen gelockert
(war nicht mehr so eng); die Sitten haben sich gelockert
(sind nicht mehr so streng); Zwar lockerte sich die staatliche
Einflußnahme ... (war sie nicht mehr so stark; Mantel.
Wald 95); Lgckersdmee, der; -s (Fachspr.): svw.
TPulverschnee; Lockerung, die; -. -en <PI. selten): das Lockern
(1.2); <Zus.:)LQckerangsgyiiinastik,die: vgl. -Übung; Lgk-
kenmgsübung, die (meist PL): gymnastische Übung zur
Lockerung der Gelenke u. verkrampfter Muskelpartien.
lockig [hku;] <Adj.) [älter: lockicht. mhd. lockechtl:
xLokken aufweisend; gelockt; mit. in Locken: -es Haar; ein
-er Bart; I. frisiertes Haar.
Lockout [bk|4pt], das. auch: der; -[sl. -s. (selten): die; -.
-s [engl, lockout. zu: to lock out = aussperren (2)1
(Wirtsch.): Aussperrung von Arbeitern als Gegenmaßnahmt
zu einem Streik,
Lockung, die; -. -en [mhd. lockunge. ahd. lochungal: a)
verführerisches ]Loeken (2). das von jmdm.. etw. ausgeht:
die L. der Feme, des Verbotenen; die L. ihrer Augem
er versuchte ihren -en zu entgehen, zu widerstehen; b)
das {Locken (1 b): der L. mit der Zigarette nicht erliegen.
Lockwelle, die; -. -n: (bes. 1950-60) Lockenfrisur mit
kleineren Wellen.
loco [lo.ko. bko] [lat. loco = am (rechten) Platze, zu:
locus = Ort): I. (Kaufmannsspr.) a) am Ort. hier, greifbar,
vorrätig; b) (in Verbindung mit einer Ortsbezeichnuna)
ab: I. Berlin. 2. (Musik) in der gewöhnlichen Tonhöhe.
Lage (Bez. zur Aufhebung eines vorangegangenen
Oktavenzeichens); loco citato [- t?i'ta:to; lat.] (bildungsspr.):
an der angeführten Stelle [eines Buches]); Abk.: I. c.
locosigilli [- zi'gili; lat.] (bildungsspr.): anstatt des Siegels
(auf Abschriften gesiegelter Urkunden); Abk.: 1. s. od.
L. S.; Locus amoenus [bkus a'momus], der; - -. Loci
...ni [lo.tsi ...ni; lat.. = lieblicher Ort] (Literaturw.): aus
bestimmten Elementen zusammengesetztes Bild einer
lieblichen Landschaft als literarischer Topos (bes. der Idyllei.
Locus communis [-kD'mu:ms]. der. - -. Loci ...nes [- ...ne:s;
lat.] (bildungsspr.): Gemeinplatz, bekannte Tatsache,
allgemeinverständliche Redensart.
Lodde [bdd]. die; -. -n [dän.. norw. loddel: svw. t Kapelan
Loddel [iDdl]. der; -s. -. ugs.: -s [wohl zu nordostd. loddem
= müßig gehen, faulenzen. Neben f. von t lottern] (salopp):
Zuhälter: Zwei Typen .... zwei ausgewachsene -s (Degener.
Heimsuchung 175); zwei Nutten mit ihren -n.
lodd[e]rig [fod(3)ru;]: t lotterig.
Lode ['lo:dd]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniedeni
lode. urspr. = Auswuchs]: I. [einmal umgepflanzter
Schilling. 2. <PI.) (berlin.) [zu lange] Haare.
Loden [lo:dn]. der; -s. - [mhd. lode. ahd. lodo = grobe»
Wollzeug]: imprägnierter, grüner, brauner od. grauer,
haariger od. filziger Wollstoff bes. für Jäger-. Wander-od. Trach-
tenkleidung: ein Mantel aus grünem L.
Loden-: -Joppe, die: Joppe aus Loden; -kostüm, das: vgl
^ Joppe; Mnantel.der: vgl. ^joppe; ^«toff.der: svw. T Loden
lodern [lo-dun] <sw. V.; hat) [spätmhd. (niederd.. md./
lodern, wahrsch. eigtl. = emporwachsen, verw. mit t Lodel
mit großer Flamme in heftiger Aufwärtsbewegung brenne*
1692
Logik
die Flammen, die Fackeln lodern; das Feuer, das Holz
lodert im Kamin; die Feuersbrunst loderte zum Himmel;
U das Feuer der Empörung loderte in ihnen: ihre Augen
loderten [vor Zorn); das ist doch lodernder Wahnsinn
(Plievier. Stalingrad 199).
Löffel [loefll. der: -s. - [mhd. leflel. ahd. leffil.
Instrumentalbildung zu einem germ. Verb mit der Bed. lecken, schlürfen
«mhd. laflen. ahd. laflan)): l.a) <Vkl. TLöffelchen)
[metallenes 11 Eli]gerät, an dessen unterem Stielende eine
schalenartige Vertiefung sitzt u. das zur Aufnahme von Suppe,
Flüssigkeiten, zur Zubereitung von Speisen o. ä. verwendet
wird: silberne, verchromte L.; ein L. aus Zinn; den
Eierschnee so steif schlagen, daß ein L. darin stehen bleibt:
L. spülen, polieren; einen L. Zucker in den Tee nehmen;
man nehme zwei L. [voll] Zucker, dreimal täglich 10
Tropfen auf einen L. Zucker; etw. mit dem L. essen; *den
L. sinken lassen/wegwerfen/wegschmeifien/abgeben (salopp;
sterben): etw. (bes. die Weisheit) [auch nicht! mit -n gefressen
o.i. haben (ugs.; oft iron.; etw.. bes. Intelligenz, Klugheit,
nicht gerade! in sehr hohem Maße besitzen): die. welche
die Tugend mit -n geschluckt haben (Thieß. Reich 330);
mit einem goldenen/silbernen L. im Mund geboren sein (ugs.;
reich geboren sein): imdn. über den L. barbieren/halbieren
(ugs.; jrndn. plump betrügen: viell. nach einer früher bei
den Barbieren üblichen Gewohnheit, zahnlosen Männern
zur leichteren Rasur einen Löffel in den Mund zu schieben,
um die eingefallenen Wangen nach außen zu wölben);
b)(Med.) svw. t Kürette; c) * scharfer L. (Med.;
löffeiförmiges Instrument mit scharfem Rand, das zur Entfernung von
Wucherungen auf der Haut od. an Knochen od. zur
Ausräumung von abszeßartigen Eiterherden dient). 2. (Jägerspr.)
Ohr von Hase u. Kaninchen: die L. zurücklegen, anlegen,
stellen, spitzen; *die L. aufsperren (ugs.; zuhören): die L.
spitzen (ugs.; aufmerksam zuhören): jmdm. eins/ein paar
hinter die L. geben: jmdm. [eins, ein paar] hinter die L.
schlagen, hauen (ugs.; jrndn. ohrfeigen): eins/ein paar hinter
die L. kriegen/bekommen (ugs.; geohrfeigt werden): sich
'Dativ) etw. hinter die L. schreiben (ugs.; sich etw., womit
einem eine Lehre erteilt worden ist, gut merken).
Ipflel-, Löffel-: -bagger, der: Bagger mit löffeiförmigen
Schaufeln: -biskuit, das. auch: der: Biskuit in länglicher,
an den Enden gerundeter Form: -ente, die: Ente mit loffelför-
migem Schnabel: ^rbsen<PI.>: svw. T Erbseneintopf;
-förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: von der Form eines Löffels:
-kraut, das: zu den Kreuzblütlern gehörende Pflanze mit
löffeiförmigen Blättern, weißen od. violetten Blüten u.
kleinen Schotenfrüchten, die als Heilpflanze verwendet wird:
-retier.der: / weißer] Ibis mit langem, am Ende löffeiförmig
verbreitertem Schnabel: Löffler: -stiel, der; -weise <Adv.>:
in einer Menge von jeweils einem od. mehreren Löffeln:
in Löffeln: eine Medizin I. einnehmen.
Löffelchen ['tefl^nl. das; -s. -: T Löffel (1 a): löffeln [ locflnl
<sw. V.; hat): l.a) mit dem Löffel essen: eine Suppe. Briine
I.; sie löffelten alle aus einer Schüssel; b) mit dem Löffel
herumrühren: weil sie... gern ... in ihrem Eis löffelte (Musil.
Mann 22); c) mit dem Löffel in etw. füllen: Suppe aus
der Terrine I. 2. (landsch. salopp) verstehen: Ich stimmte
ihm zu. nur um nicht weiter diskutieren zu müssen. Ehrlich,
ich löffelte das nicht (Neues D. 13. 6. 64. Beilage 2).
3. (bes. Tennis. Tischtennis Jargon) den Ball mit eitwr
Aufwärtsbewegung des Schlägers von unten schlagen, wobei
der Schläger ziemlich waagerecht gehalten wird. 4. * )mdm.
eine I. (ugs.; jrndn. ohrfeigen): Löffler, der. -s. -: 1. svw.
! Löffelreiher. 2. (Jägerspr.) junger Damhirsch mit löfjelför-
migem Geweihansatz.
log [lo:k]: t lügen.
Log [bk]. das; -s, -e [engl. log. eigtl. = Holzklotz (der
an der Logleine hinter dem Schiff hergezogen wurde)!
(Seew.): Gerät zur Messung der Schiffsgeschwindigkeit.
-log: t-loge; log-. Log-: Tlogo-. Logo-.
Lpg- (Seew.): -buch, das: Tagebuch auf Seeschiffen, in das
alle für die Seefahrt wichtigen Beobachtungen eingetragen
werden: -gast, der: 2Gast, der das Log bedient: -glas,
das: Sanduhr zur Bedienung des Logs: -leine, die: mit
Knoten versehene Leine am Log zwn Messen der
Schiffsgeschwindigkeit: ^rolle, die: Rolle, Spule für die Logleine.
Logarithmand Üogarit'mant]. der; -en, -en (Math.): zu log-
arithmierende Größe: Logarithmen: PI. von t Logarithmus;
Logarithmentafel, die; -. -n (Math.): tabellenartige
Zusammenstellung der Logarithmen: logarithmieren [logant-
'mi:ranl <sw. V.; hat) (Math.): a) den Logarithmus von
etw. bilden, feststellen: b) mit Logarithmen rechnen: log-
arjthmisch <Adj.; o. Steig.) (Math.): den Logarithmus
betreffend: au)einem Logarithmus beruhend, ihn anwendend: im
-en Meßbereich; ein nichtlinearer Verstärker, der für -e
Radar-ZF-Verstärker entwickelt wurde (Elektronik 12.
1971. A 21); Logarithmus [loga'ntmos], der; -. ...men [nlat.
logarithmus. zu griech. lögos. t Logos u. ärithmos = Zahl;
16l4 gepr. von dem schott. Mathematiker J. Napier (1550
bis 1617)1 (Math.): Zahl, mit der man eine andere Zahl, die
Basis (3c). potenzieren muß, um eine vorgegebene Zalil,
den Numerus, zu erhalten: Zeichen: log
Logasthenie llogaste'ni:). die; -. -n [...i:an; zu tlogo. Logo-
u. TAstheniel (Med.): Gedächtnisstörung, die sich in Form
von Sprachstörungen (Verdrehen od. Vergessen von
Wörtern) äußert.
Loge ['lo:39l. die; -. -n [1: frz. löge = abgeschlossener
Raum < afrz. löge < mlat. lobia, aus dem Germ., verw.
mit T Laube; 2: engl, lodge < afrz. löge. TLoge (I)]: l.a)
kleiner, durch Seitenwände abgeteilter i überdachterI Raum
mit mehreren Sitzplätzen im Theater o. ä.: eine L. im
Theater: die königliche L.; die L. des Intendanten; in einer
L. sitzen; b) kleiner Raum i in einem größeren GebäudeI,
in dem der Pförtner o. ä. hinter einer Art Schalter sitzt:
der Pförtner des Hotels hatte seine L. abgeschlossen, saß
in seiner L. 2.a) geheime Gesellschaft von Freimaurern:
eine L. gründen; einer L. beitreten, angehören; (ugs.:)
in der L. sein; b) Versammlungsort einer Loge (2 a).
-löge [...'lo:g»]. (veraltet:) -log [...'lo:kl. der; -logen, -logen
[zu griech. lögos. t Logos] in Zus.. z. B. Ethnologe.
Graphologe.
löge ['l0:gal: T lügen.
Logement [lo&'mä:!. das; -s. -s [frz. logement. zu: löge,
T Loge! (veraltet): Wohnung, Bleibe, Quartier.
Logen- [' lo:3n-l: ^bruder. der: Mitglied einer Freimaurerloge:
Abrüstung, die: Brüstung einer Loge (1 a); -diener, der:
svw. ^schließen -aeschoß, das: aus Logen bestehendes
Geschoß im Zuschauerraum eines Theaters: -platz, der:
Platz in einer Loge (1 a); -Schließer, der: Türschließer im
Theater: -theater, das: Theater mit Logengeschossen: ^tür,
die: Tür einer Loge (1 a).
Logge ['bgal. die: -. -n [schwed.. norw. logg < engl. log.
TLog): TLog: loggen [bgnl <sw. V.; hat) [engl, to log)
(Seew.): die Schiffsgeschwindigkeit mit dem Log messen.
Logger t'bgp]. der; -s. - [niederl. logger < engl, lugger]
(Seew.): kleines Fischereifahrzeug für den Heringsfang.
Loggia I'bdj5(i)a], die; -. ...ien [...(iten; ital. loggia. eigtl.
= Laube < afrz. löge. TLogel: 1. nicht od. kaum
vorspringender, nach der Au/Jenseite hin offener, überdachter Raum
im I Ober /geschoß eines Hauses: in neue Wohnblocks
Loggien statt Balkons einbauen. 2. (Archit.) zu einer od.
mehreren Seiten hin offene, von Säulen, Pfeilern getragene Halle
als selbständiger Bau od. als Teil des Erdgeschosses.
Logical [bd^ikl]. das; -s. -s [zu engl, logical = logisch,
wohl geb. nach t Musical): nach den Gesetzen der Logik
aufgebautes Rätsel.
-logie [...lo'gi:]. die; -. -n [...i:an: zu griech. lögos. tLogosI
in Zus.. z. B. Ethnologie. Graphologie.
Logier- [lo'sl:?-; T logieren): -besuch, der: 1. Gast, denjmd.
für eine gewisse Zeit in seiner Wohnung aufnimmt: er war
bei uns ein häufiger L.; sie haben oft L. 2. Besuch, bei
dem der Gast für eine gewisse Zeit in jmds. Wohnung
aufgenommen wird: auf L. zu uns zu kommen (K. Mann.
Wendepunkt 272); -gast, der: svw. T ^besuch (1); -nacht, die
(Schweiz., österr.): Übernachtung in einem Hotel o.a.: ...
stiegen die Logiernächte von Schweizern um etwa 1.5
Prozent (Vorarlberger Nachr. 26. 11. 68. 3).
logieren [lo'3l:ranl <sw. V.: hat) [frz. loger, zu: löge, TLoge]
(veraltend): 1. an einem Ort, an dem man sich vorübergehend
aufhält, in einem Hotel od. Privatquartier [ohne großen
Komfort] wohnen: in einem kleinen Hotel, in der Vorstadt
I.; Heinrich und Thomas logierten nicht mehr zusammen
(K. Mann. Wendepunkt 12). 2. (Schweiz.) als Gast
aufnehmen, unterbringen: jrndn. bei sich I.
Logik floigik). die; - [lat. logica < griech. logike =
Wissenschaft des Denkens, zu: logikös = zur Vernunft gehörend,
zu: lögos. T Logos): 1. Lehre, Wissenschaft von der Struktur,
den Formen u. Gesetzen des Denkens: Lehre vom
folgerichtigen Denken, vom Schließen auf Grund gegebener Aussagen:
Denklehre: die formale L. (von Aristoteles begründete, auf
1693
Logiker
der Dreiteilung Begriff, Urteil, Schiuli u. auf der
wissenschaftlichen Methodenlehre beruhende Logik); die
mathematische L. (sich mit der Analyse der Richtigkeit logischer
Gesetze befasse fuie Logik, die sich eines strengen
Formalismus bedient). 2. a) Folgerichtigkeit des Denkens: eine klare,
zwingende,, bestechende, brüchige, kühne, messerscharre
L.; seiner Äußerung fehlt Jede L.; das ist/verstößt gegen
alle L.; er hielt nichts von weiblicher L.; b) [zwangsläufige]
Folgerichtigkeit von etw.: daß ... die geschichtliche L. nicht
für den Fortbestand eines Blockes spricht (Dönhoff, Ära
206); <Abl.:> Logiker [lo:gike], der; -s. -: 1. Wissenschaftler
auf dem Gebiet der Logik (1). 2. rein logisch Denkender:
Nicht ein scharfsinnig zu ergliedernder Analytiker,...
sondern ein engbrüstiger L. (Thieß. Reich 465); Logion [lo:-
gjpnl.das; -[s], ...ien [...pn; griech. lögion = Orakelspruch,
zu: lögos. t Logos] (Theol.): Ausspruch, Wort Jesu Christi.
Logis [lo3i:l. das; - |...i:(s)l. - [...i:s; frz. logis. zu: löge.
t Loge): 1. [nicht besonders komfortable] Unterkunft,
Wohnung [bei jmdm.,: bei jmdm. Kost und [freies! L. haben;
sie hat ihr L. in einer Nebenstraße, im Souterrain, unter
dem Dach. 2. lauch: *lo:gis] (Seemannsspr.)
[Gemeinschafts] Wohnraum auf Schiffen für Mannschaft u. niedrige
Dienstgrade.
logisch ['lo'.giJI <Adj.) [lat. logicus < griech. logikös.
tLogik): 1. <o. Steig.; nicht präd.) die Logik (1) betreffend,
dazu gehörend, sich damit befassend: -e Übungen. 2* den
Gesetzen der Logik (1) entsprechend; folgerichtig (Ggs.:
unlogisch): -es Denken; ein -es Schema; eine -e
Systematisierung; das steht in keinem -en Zusammenhang; er bemüht
sich. I. zu sein; seine Ausführungen waren scharf I.; etw.
I. durchdenken; I. handeln. 3. <nicht adv.> (ugs.) sich von
selbst ergebend: die -e Konsequenz war ...; das ist doch
I. (selbstverständlich)!; Iggischerweise <Adv.) aus Gründen
der Logik (2): I. stimmt das nicht; daß er. als der
Dienstälteste und Ranghöhere ... I. (natürlich, selbstverständlich
auch) zu gewinnen habe (Kirst. 08/15. 161); logfeieren
[logl'zi:ran] <sw. V.; hat) (Philos.): der Vernunft, der
Erkenntnis zugänglich machen: <Abl.:> Logiskrung, die; -,
-en; Logismus [lo gismus). der; -. ...men [griech. logismös.
zu: lögos. tLogos] (Philos.): 1. Vernutiftschlufi. 2. <o. PI.)
Auffassung, daß die Welt logisch aufgebaut ist; 'Logistik
[logistik],die; - [griech. logistike(t£chne) = Rechenkunst,
zu: logistikös = zum Rechnen gehörig, zu: logizesthai
= (be)rechnenl: fnathematische Logik (1).
zLogistik [-1, die; • [frz. logistique. zu: logis = Quartier,
t Logis] (Milit.): Planung, Bereitstellung u. Einsatz der für
militärische Zwecke erforderlichen Mittel u.
Dienstleistungen zur Unterstützung der Streitkräfte; Versorgung!
sapparat] einer Truppe.
Logjstiker, der; -s. -: Vertreter der lLogistik; 'logjstbdi
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): diel Logistik betreffend, darauf
beruhend: -e Kriterien.
zlogjstisdi <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): die 2Logistik
betreffend, dazu gehörend: -e Aufgaben.
Logizismus [logi'tpismus], der; - [zu TLogik]: 1. (Philos.) (in
der Erkenntnistheorie) Bevorzugung der logischen
Argumentation gegenüber der psychologischen. 2. (Math.)
Rückführung der mathematischen Begriffe u. Methoden auf eine
allgemeine Logik. 3. (bildungsspr. abwertend)
Überbewertung der Logik; Logizistik [...'tsistik). die; - (bildungsspr.
abwertend): svw. t Logizismus (3): logizjstisch <Adj.)
(bildungsspr. abwertend): die Logik überbewertend: -e
Richtungen der Linguistik; Logizität [...t^i'te.t], die; - (Philos.)
das Logischsein, logischer Charakter eines Sachverhalts;
Folgerichtigkeit des Denkens.
logo [lo:go] <indekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.)
(salopp, bes. Jugendspr): svw. tlogisch (3): Gehst
du mit ein Bier trinken?- (Ist doch) I.!; logo-, Logo-.
(vor Vokalen auch:) log-. Log- (log(o)-; zu griech. lögos,
t Logos] <Best. in Zus. mit der Bed.): wort-, Wort-, Rede-,
Vernunft- (z.B. logopädisch. Logogramm. Logasthenie);
Logogriph [...'gri.fl. der; -s u. -en, -e[n] [zu griech. grlphos
= Rätsel]: Buchstabenrätsel, bei dem durch Wegnehmen,
Hinzufügen od. Ändern eines Buchstabens ein neues Wort
entsteht; Logoi: PI. von t Logos; Logoneurose« die; -. -n
(Med.): neurotisch bedingte Sprachstörung; Logopäde
[...'pE'.da], der; -n. -n: männliche Fachkraft, die
Sprachstörungen behandelt (Berufsbez.); Logopädie
[...pe'di:]. die; - [zu griech. paideia = Lehre. Ausbildung]:
Wissenschaft u. Behandlung von (physiologisch od. psychisch
bedingten) Sprachstörungen; Sprachheilkunde; Logopidin,
die; -. -nen: w. Form von t Logopäde; logopfldisch <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): die Logopädie betreffend, darauf
beruhend; Logopathie [...pa'ti:]. die; -. -n [...i.dn; t-pathie]
(Med.): Sprachstörung auf Grund von Veränderungen im
Zentralnervensystem; Logorrhö, Logorrhöe [loga'ra:]. die;
-. ...öen [...o:3n; zu griech. rheTn = fließen] (Med.):
krankhafte Geschwätzigkeit; Logos I'bgDS], der; -, Logoi CbgQ>l
<PI. selten) [griech. lögos = das Sprechen; Rede. Wort;
Vernunft]: 1. (antike Philos., Rhet.) auf Verstehen angelegte
Rede, Sprache. 2. (antike Philos.) logisches Urteil; Begriff.
3. <o. PI.) (antike Philos.) menschliche od. göttliche
Vernunft; umfassender Sinn; Weltvernunft. 4. <o. PI.) (Theol.)
Gott, Vernunft Gottes als Weltschöpfungskraft; logotherg-
MUtisdi <Adj.; o. Steig.): die Logotherapie betreffend, auf
ihr beruhend; Logotherapk« die; -, -n |...i:an] (Psych.): auf
die Existenzanalyse gegründete psychotherapeutische
Methode zur Behandlung von Neurosen, die aus geistigen
Problemen entstanden sind; Logotype« die; -. -n (Druckw. früher):
beim Handsatz verwendete Drucktype mit häufig
vorkommender Buchstabenverbindung.
loh [lo:] <Adj.; -er. -este; Steig, ungebr.) [rückgeb. aus t Ifch-
terloh, zu ^Lohe] (dichter, [veraltet]): lodernd: wie die
-e Flamme (Th. Mann. Joseph 104).
'Loh [-]. das od. der; -[e]s. -e [mhd.. ahd. löh] (bayr.. hess.):
kleiner Wald mit buschartigem Baumbestand.
2Loh [-]. die; -. -en [spätmhd. lö, mhd. lä. Hu.] (bayr.):
Sumpfwiese.
Wi-. Loh- (2Lohe): ^bad. das (Med.): hydroelektrisches
Vollbad mit 2Lohe als Zusatz: -beize, die: svw. t 'Beize (1 c);
-Wüte, die: auf faulendem Eichenlaub im Wald od. auf
1Lohe wachsender, dottergelber Schleimpilz; -brühe, die
(Gerberei): mit Wasser aufgefüllte 2Lohe für die Gerbung.
^gar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Gerberei): mit Lohe
gegerbt; MWber.der: mit pflanzlichen Gerbstoffen
arbeitender Gerber (Berufsbez.), dazu: -gerberei, die: mit
pflanzlichen Gerbstoffen arbeitende Gerberei, -gerbung, die: das
Gerben mit pflanzlichen Gerbstoffen; -grübe, die (Gerberei >:
Grube für die Lohgerbung; -mühle,die: Mühle, in der
Baumrinde zerkleinert u. zu Gerbstoff verarbeitet wird; -müJler,
der: Handwerker, der in einer Lohmühle Baumrinde
zerkleinert u. zu Gerbstoff verarbeitet (Berufsbez.); -rinde,
die: svw. tGerbrinde.
'Lohe ['loa], die; -. -n [mhd. lohe. ahd. loug = Flamme.
Feuer; verw. mit T licht] (geh.): in heftiger
Aufwärtsbewegung brennemie. große Flammet nj: eine gewaltige L. schlug
aus dem brennenden Haus; Ü eine L. des Zorns.
2Lohe [-], die; -. -n [mhd., ahd. lö, urspr. = Abgeschältes.
Losgelöstes]: zum Gerben verwendete, zerkleinerte Rinde,
bes. von jungen Eichen u. Fichten; Gerber lohe.
'lohen [lo.an] <sw. V.; hat) [mhd. lohen, ahd. lo(h)en. zu
f lLohe] (geh.): svw. T lodern.
2lohen I-] <sw. V.; hat) [zu t2Lohe] (Gerberei): mit 2Loht
gerben: Tierhäute I.
Lohn [lo:n]. der: -[eis. Löhne [ l0:na; mhd.. ahd. lön. urspr
= (auf der Jagd od. im Kampf) Erbeutetes]: 1. Inaeh
Stunden berechnetes/ Entgelt für geleistete Arbeit /das dem
Arbeiter täglich od. wöchentlich ausgezahlt wird]: ein fester,
niedriger, tariflicher L.; der wöchentliche L. beträgt ..„
Löhne und Gehälter sind gestiegen; höhere Löhne zahlen:
die Löhne erhöhen, kürzen, senken, (ugs.:) drücken; sich
seinen [restlichen] L. auszahlen lassen; für einen
bestimmten L. arbeiten; der Alte, der gemahlen hat gegen L. (Bo-
browski, Mühle 17S); * in L. und Brot stehen (eine feste
Anstellung haben); hndn. um L. und Brot bringen (jmdm.
seine Arbeit u. Erwerbsquelle nehmen). 2. <o. PI.) er*.*
womit man für eine Leistung, Mühe o. ä. entschädigt wird.
Belohnung; ein [univerdienter, [über]reichlicher,
königlicher L.; das soll der L. für meine Treue sein?; seinen
L. für etw. empfangen, [in Empfang] nehmen; gute Taten
tragen ihren L. in sich (bedürfen keines Lohnes); Ü eine
Ohrfeige war der L. für seine Frechheit; er wird schon
noch seinen L. ([vom Schicksal] seine Strafe, Vergeltung
bekommen.
lohn-, Lohn- (Lohn 1): -abbau. der: [indirekte]
Verringerung, Senkung des Lohns; -abhängig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (manc.): durch seinen Lohn vom Arbeitgeber abhängig
die -en Arbeitnehmer. <subst.:) -abhängige, der u. die;
-n. -n <Dekl. t Abgeordnete); -abrechnung, die: Abrechnung
über den Lohn; -Abschluß, der: Tarifabschluß über Löhne
1694
lokal-, Lokal-
MÜmig. der: Abzug einer bestimmten Summe vom Lohn;
-arbeit, die: a) <o. PI.) (marx.) gegen Lohn von einem
Arbeiter geleistete Arbeit; b) (Wirtsch.) zur Durchführung
eines Produkt ionsauftrags von einem Betrieb für einen
anderen gegen Entgelt geleistete Arbeit, dazu: ^arbeiter. der:
Lohn beziehender Arbeiter; -aufwand, der: svw. t
Personalkosten; -ausfall, der: ein L. auf Grund monatelanger
Krankheit; -ausgleich, der: durch den Arbeitgeber [über
einen bestimmten Zeitraum] erfolgende Zahlung der
Differenz zum Nettolohn, wenn die Arbeit aus bestimmten
Gründen (z.B. Krankheit) nicht geleistet werden kann: kürzere
Arbeitszeit bei vollem L.; -auszahlung, die; -bescheinigung,
die: sich vom Arbeitgeber eine L. ausstellen lassen; -buch,
das: Heft, in das die Lohnauszahlungen eingetragen werden;
-buchhalter, der: Buchhalter in der Lohnbuchhaltung;
-tauchhaltertn, die. w. Form von ! -buchhalter; -buchhal-
tung, die: 1. <o. PI.) Berechnung des Lohns. 2. Abteilung
eines Betriebs, in der der Lohn berechnet u. seine Auszahlung
veranlaßt wird; -büro, das: svw. T-Buchhaltung (2);
Wiener, der: stundenweise bezahlter Diener zur Aushilfe / bei
bestimmten Anlässen/: Stadthotel sucht L. (Kronen-Zeitung
29%. 41); -diktat, das: die Gewerkschaften wollten
sich kein L. aufzwingen lassen; -drift,die (Wirtsch.):
Unterschied der statistisch gemessenen Veränderungsraten
zwischen Lohntarif u. Verdienst; -drikker, der (ugs.
abwertend): billige Arbeitskraft, die bei einem Überangebot an
.Arbeitskräften ein Steigen der Löhne verhindert; -empfän-
ter.der: Arbeiter, der Lohn bezieht; ^erhähung, die; -folge-
kosten <PI.>: Kosten außer dem Lohn, die dem Arbeitgeber
durch die Sozialleistungen entstehen; -fonds, der (DDR):
Fonds (1 b) für die Auszahlung der Löhne; -forderung, die
..meist Pl.>: Forderung eines höheren Lohnes in bestimmter
Höhe; -fortzahlung, die: Fortzahlung des Lohns über einen
bestimmten Zeitraum durch den Arbeitgeber im
Krankheitsfall; -front, die (Wirtsch. Jargon): Bereich der
Auseinandersetzungen um Lohnerhöhungen; -gruppe. die: x Gruppe (1 b).
m die Arbeitnehmer eines Berufszweigs auf Grund ihrer
Tätigkeitsmerkmale eingestuft sind, so daß sie etwa den
gleichen Tariflohn erhalten; -hierarchie, die (Jargon
abwertend): svw. t^skala; -intensiv <Adj.> (Wirtsch.): mit hohem
Anteil der Lohnkosten an den Gesamtkosten arbeitend od.
verbunden: das -e graphische Gewerbe; -e
Produktionsweise; dieser Betrieb bleibt trotz der Rationalisierung sehr
I.; -kämpf, der: Kampf der gewerkschaftlich organisierten
Arbeitnehmer um höhere Löhne; -konto, das: Konto, auf
das der Lohn überwiesen wird; -kosten <PI.>: Bruttolohn
der gewerblichen Arbeitnehmer; -kürzung, die: vgl. -abzug;
-kutsche, die (veraltet): gemietete Kutsche; -leitlinie, die:
Leitlinie für Lohnforderungen: sich gegen feste -n wehren;
-liste, die: Liste eines Betriebs o.a.. in der die Löhne der
Arbeitnehmer eingetragen sind; -niveau, das: Niveau der
Löhne in einem bestimmten Bereich. Gebiet: Länder mit
niedrigem L.; -pause, die: Stagnieren der Löhne. Verzicht
auf Lohnerhö/wngen auf eine bestimmte Zeit; -pfiindung,
die: Pfändung eines Teils des Lohns zugunsten eines
Gläubigers; -Politik, die: a) Maßnahmen des Staates, der
Arbeitgeber- u. Arbeitnehmerverbände zur Einflußnahme auf das
allgemeine Lohnniveau; b) (Wirtsch.) Überlegungen u.
Maßnahmen eines Unternehmens auf dem Sektor der Löhne.
dazu: -politisch <Adj.; o. Steig.); -Preis-Spirale, die: (mit
Bindestrichen; Wirtsch.): angenommene Wechselwirkung
von Lohnerhöhungen auf Preissteigerungen; -quote, die:
Anteil der Löhne am Umsatz od. am Bruttosozialprodukt;
-raub, der (abwertend): svw. t-Senkung; -redinung, die
<bes. DDR): Berechnung des Brutto- u. Nettolohns: -runde,
die- /jährlich wiederkehrendeJ Phase, in der zwischen
Gewerkschaften u. Arbeitgeberverbänden neue Löhne
ausgehandelt werden; -Senkung, die: 1. svw. t-abzug. 2.
Verminderung des Reallohns; -skala, die: Staffelung, Rangfolge
der Löhne; -Steigerung, die: svw. t Erhöhung; -Steuer,
die: Steuer für Einkünfte aus unselbständiger Tätigkeit,
dazu: -steueriahresausgleich, der: Verfahren jährlicher
Steuererstattung bei zuviel entrichteter Lohnsteuer,
-steuerkarte, die: von der Gemeinde ausgestellte Urkunde mit
Angaben über Familienstand, Religionszugehörigkeit u.a.
als Unterlage zur Berechnung der Lohnsteuer, -steuertabel-
le, die: Tabelle in der die zu berechnende Lohnsteuer jeder
Steuerklasse für einzelne Lohnheträge abzulesen ist: -stopp,
der: staatliches Verbot von Lohnerhöhungen [bei
gleichzeitigem Preisstopp J ab Mittel der Wirtschaftspolitik; -streifen.
der: Beleg, auf dem die Lohnabrechnung vermerkt ist;
-summe, die: Gesamtheit aller Lohnkosten, die ein Betrieb
aufbringen muß, dazu: -summensteuer, die: Gewerbesteuer,
die auf der Grundlage der Lohnsumme erhoben wird; -tag,
der: Tag, an dem der Lohn ausgezahlt wird: -tarif, der:
Tarif der Löhne, dazu: -tarifverhandhing, die. -tarifvertrag,
der; -tüte, die: Tüte mit dem ausgezahlten Lohn u. dem
Lohnstreifen: seine L. in Empfang nehmen; weniger in
seiner L. finden; -veredehing, die (Wirtsch.): Veredelung
einer Ware, eines Produkts im Ausland gegen Entgelt;
-Verteilung, die: eine gerechte L.; -zettel, der: vgl. -streifen.
lohnen [lo:n3n] <sw. V.; hat) [mhd. Ionen, ahd. lönön =
Lohn geben, vergelten]: l.a) <l. + sich) in ideeller od.
materieller Hinsicht von Nutzen sein: die Anstrengung,
der Aufwand hat sich gelohnt; das Geschäft lohnte sich
für ihn nicht mehr; ich glaube [kaum], daß sich das I.
würde; ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt; (auch
ohne „sich") lohnt das?; die Mühe hat gelohnt; ich wußte
doch, daß es mit dir lohnt (Wlechert. Jeromin-Kinder
138); b) aufzuwendende Mühe od. Kosten rechtfertigen: das
alte Auto lohnt keine Reparatur mehr; das lohnt die/(geh..
veraltend:) der Mühe nicht; es lohnte keinen Streit. 2.
eine gute Tat, ein gutes Verhalten [mit etw. Gutem]
vergelten: jmdm. seine Hilfe. Gastfreundschaft I.; er hat dir
deinen Einsatz übel, mit Undank gelohnt; Gott wird es
dir I.; löhnen I'l0:n3n] <sw. V.; hat) [mhd. loenen. Nebenf.
von: lönen. t lohnen]: a) jmdm. Lohn auszahlen: die
Landarbeiter 1.; b) (ugs.) /als Lohn/ zahlen: 40000 Mark will
Ellenbeck für den .Job" 1. (Stern 11. 1970. 37); lohnend
<Adj.; nicht adv.): aufzuwendende Mühe od. Kosten
rechtfertigend, weil die betreffende Sache (selten: Person) einen
sicheren Gewinn verspricht: ein -es Ziel; eine -e Aufgabe;
sie waren seine -sten Gäste (Chr. Wolf. Himmel 73); das
macht das Studium dieses Buches so I.; Löhnung, die;
-, -en: a) Auszahlung des Lohns. Wehrsolds: am Freitag
ist L.; b) ausgezahlter Lohn, Wehrsold; Niemand konnte
von seiner L. solche Sprünge machen wie dieser... Leutnant
(Böll. Adam 55).
Loipe ['Igypol. die; -. -n [norw. loypel (Skisport): markierte
Bahn, Piste für den Langlauf: drei präparierte -n stehen
bereit; -en spuren; der Finne ging als erster in die L.
Lok [bkl. die; -. -s: Kurzf. von t Lokomotive.
lokal [loka:l] <Adj>: o. Steig.) [frz. local < spätlat. localis
= örtlich, zu lat. locus = Ort. Platz. Stelle]: a) örtlich
[beschränkt], für einen bestimmten Ort od. Bereich geltend:
-e Nachrichten; das ist nur von -em Interesse; der -e Teil
einer Zeitung; die Wirkung dieser Arznei ist nur I.; bei
dem Eingriff will der Arzt nur I. (an der betreffeftden
Körperstelle) betäuben; <subst.:> er arbeitet für das Lokale
(den lokalen Teil der Zeitung); b) (Gramm.) den Ort,
die räumliche Erstreckung ausdrückend: -e Adverbien; eine
-e Umstandsbestimmung; Lokal [-1. das; -s. -e [frz. local
= Ort. Platz. Raum]: 1. Raum od. Örtlichkeit, wo man
gegen Bezahlung essen u. trinken kann; Gaststätte,
[ Schank]Wirtschaft: ein gutes, gemütliches, gutbesuchtes.
L.; unser L. ist montags geschlossen; ein L. betreten; das
L. wechseln (in ein anderes Lokal gehen); verlassen Sie
sofort mein L.!; in diesem L. ißt man hervorragend. 2.
/ im Nebenzimmer einer Gaststätte befindlicher] fester
Versammlungsraum eines Vereins, Ortsklubs, der örtlichen
Organisation einer Partei u.a.: der Schützenverein sucht ein
neues L.; die Genossen trafen sich in ihrem L.
lokal-« Lokal-: -anästhesie, die (Med.): örtliche Betäubung;
-augenschein, der (österr.): svw. TMermin; -bahn, die:
Eisenbahn, die nur zu den Vororten od. auf einem begrenzten
Streckenabschnitt [als Kleinbahn] verkehrt; -beben, das:
lokales Erdbeben, das nur in einem begrenzten Gebiet spürbar
ist; -behörde, die: örtliche Behörde; -bericht, der: / Zei-
tungs] bericht, der sich auf örtliches Geschehen bezieht, dazu:
-berichterstatter, der; -blatt, das: I. kleine Zeitung mit
räumlich begrenztem Verbreitungsgebiet. 2. Lokal teil einer
Zeitung; -färbe, die (Malerei): die einem Gegenstand
eigentümliche Farbe, wenn sie auf dem Bild nicht durch
Schattierungen od. Anpassung an die Farben der Umgebung verändert
wird; -gruppe, die (Völkerk.): kleine soziale Einheit,
Gemeinschaft von Zusammenlebenden; -kolorit, das:
besondere Atmosphäre einer Stadt od. Landschaft; [ in einem
Kunstwerk, einer Schilderung o.a. eingefangene] örtliche
Färbung: ein Roman voller L.; -matador, der (bes. Sport):
örtliche Berühmtheit, gefeierter Held in einem Ort, in einem
1695
Lokalisation
begrenzten Gebiet; -nadiricht, die; -notiz, die: kurze Zeh
tungsmeldung von nur lokaler Bedeutung; ^Patriotismus,
der: / übertrie/yenj starke Liebe zur Heimatstadt od.
heimatlichen Landschaft; -Politiker, der. -posse, die: meist
mundartliche Posse mit viel Lokalkolorit; -redaktair, der; ^re-
daktion. die: 1. Redaktion (2 a) einer Zeitung, die die
Lokalnachrichten bearbeitet. 2. Geschäftsstelle einer Zeitung, die
für die Erstellung der Lokalseite verantwortlich ist; -runde,
die (ugs.): Runde Bier od. Schnaps für alle in einem Lokal
(1) Anwesenden: eine L. ausgeben; -satz, der (Sprachw.):
Umstandssatz des Ortes; ^seite.die: Zeitungsseite mit
Nachrichten u. Berichten über Vorgänge u. Ereignisse im engsten
Verbreitungsgebiet der betreffenden Zeitungsausgabe;
-spitze, die (Zeitungsw. Jargon): Glosse (1 b) zu einem lokalen
Ereignis; -stück, das: vgl. ^posse; ^teil. der vgl. ^seite;
-termin, der: Gerichtstermin am Tatort. Ort des
Geschehens: einen L. veranstalten, ansetzen; ^ton, der: 1, svw.
Kfarbe. 2. Mundart, Redeweise des Ortes: er hat in dieser
Geschichte den L. gut getroffen; -verbot, das: / vom Wirt
ausgesprochenes/ Verbot, ein bestimmtes Lokal /wieder
zu betreten: L. bekommen, haben; -verkehr, der:
innerörtlicher/Berufs/verkehr; -zeitung, die: vgl. ^blati (1); -zug,
der: Zug der Lokalbahn.
Lokaltsation [lokaliza'tsio:n], die; -. -en [frz. localisation.
zu: localiser. t lokalisieren] (Fachspr): 1. Ortsbestimmung.
Zuordnung zu einer bestimmten Stelle: die L. von
Schmerzen ist oft nicht einfach. 2. Niederlassung, Ansammlung
an einem bestimmten Platz: In den Tropen und Subtropen
finden sich auch andere -en ...von Würmern (Medizin
II. 137); lokalisierbar [...'zi^ba:?] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.X* zur Lokalisierung geeignet: Das Fühlen lokalisierte
man in der nicht -en Seele (Marek, Notizen 105);
lokalisieren [...zi:ren] <sw. V.; hat) [frz. localiser] (bildungsspr.):
1. örtlich bestimmen, festlegen, zuordnen: einen Ort
geographisch I.; einen Krankheitsherd I.; es war schwer zu I..
von wo der Ruf kam. 2. auf einen bestimmten Punkt od.
Bereich begrenzen, eingrenzen: einen Konflikt, ein Feuer
I.; Die Entzündung ist... geeignet.... schädigende
Fremdstoffe im Gewebe zu I. (Medizin II. 170); <Abl.:>
Lokalisierung, die; -. -en (bildungsspr.): das Lokalisieren (1. 2);
Lokalität [...i'te:tl.die; -.-en [frz. localis < spätlat. locäli-
täs]: Örtlichkeit. Raum (bes. in seiner Lage u.
Beschaffenheit): die -en genau kennen; das fahle Licht, das alle
Bahnhöfe der Welt zu so herzbrechenden -en macht (Baum.
Paris 12); wo ist hier die L. (verhüll.; Toilette. Waschraum^;
Lokation [lokat$io:n]. die; -. -en [lat. locätio = Stellung,
Anordnung, zu: locäre = an einen Platz (lat. locus) stellen]:
1. moderne Wofinsiedlung. 2. Bohr stelle (bei der
Erdölförderung); Lokativ [lo:kati:fl. der; -s, -e [...i:vo|: den Ort
bestimmender Kasus (Frage: wo?).
Lokführer, der; -s. •: kurz für t Lokomotivführer; Loki [lo:-
ki], die; -, -s (Schweiz, mundartl.): Lokomotive.
loko: floco; Loko- (Kaufmannsspr.) [zu tlocol: -aeschäft,
das: an einer Warenbörse zur sofortigen Erfüllung
abgeschlossenes Geschäft: ^verkehr, der: Geschäftsverkehr mit
sofortiger Liderung; -wäre, die: sofort lieferbare Ware.
Lokomobil, das; -s. -e. Lokomobile [lokomobi:l(d)l. die;
-. -n [frz. locomobile = fahrbare Dampfmaschine, zu:
locomobile = von der Stelle bewegbar, zu lat. locus =
Ort, Stelleu. mobilis = beweglich]: fahrbare Dampf.
Kraftmaschine; Lokomotion [...'t$io:n]. die; -. -en [zu lat. locus
= Ort. Stelle u. mötio = Bewegung] (Biol.): das
Fortbewegen. Fortbewegung. Gcumartj bei Mensch u. Tier;
Lokomotive [...ti:vo; ugs. auch: ...irfal, die; -, -n [engl.; locomotive
(engine) = sich von der Stelle bewegend(e Maschine),
zu lat. locus = Ort. Stelle u. spätlat. mötivus = beweglich,
zu lat. movere = (sich) bewegenl: mit Strom. Dampf o.a.
angetriebenes Fahrzeug auf Schienen zum Ziehen der
Eisenbahnwagen: eine elektrische L.; die L. pfeift, pufft, stampft;
wie eine L. {schwerfällig u. keuchend) daherkommen; Ü
er ist die L. (treibende Kraft, zugkräftiger Kandidat) des
Wahlkampfes; <Zus.:> Lokomotivführer, der: Beamter der
Eisenbahn, der die Berechtigung erworben hat. selbständig
eine Lokomotive zu führen u. zu warten (Berufsbez.);
Lokomotivschuppen, der: Abstellhalle für Lokomotiven; lokomo-
torisch I...'to:nJ] <Adj.; o. Steig.) (Biol.): den Gang, die
Fortbewegum betreffend, ihr dienend: -e Muskeln; Lokus
[lo.kus], der; - u. -ses. - u. -se [wohl in der Schülerspr.
verkürzt aus lat. locus necessitätis =? Ort der Notdurft]
(salopp; teils auch als derb empfunden, teils fam.
gebräuchlich): a) Toilettenraum: er hat sich im L. eingeschlossen:
b) svw. t Toilettenbecken: der L. ist verstopft; auf dem
L. sitzen; <Zus.:> Lokusbrille, die; Lgkusdeckel, der; Lgku-
tür, die.
Lokutkn[loku|ßio:nl.die;-.-en[lat. locütio = Rede(nsart).
zu: locütus. 2. Part, von: loqui = reden] (Sprachw. selten):
lokutiver Akt; tokutionär [...o'ne.g] <Adj.\ lokutiv [...'tirfl
<Adj.) in der Fügung lokutionärer/ lokutiver Akt (Sprachw.;
Sprechakt im Hinblick auf Artikulation, Konstruktion u.
Bedeutungsfestlegung).
Lolch [bl<;]. der; -[eis. -e [mhd. lulch. ahd. lolli < lat
lolium = Trespe] (Bot.): Vertreter einer Gattung von
Gräsern mit vielen Blüten u. kleinen Ähren in zwei Zeilen.
Raigras (1).
Lolita [lo'li:la. auch: b...]. die; -. -s [nach der Heldin des
gleichnamigen Romans des russ.-amerik. Schriftstellers V
Nabokov (1899-1977)]: svw. tKindfrau (1).
Lollo ['biol. der: -s. -s [nach der ital. Filmschauspielerin
G. Lollobrigida (geb. 1928)] (salopp, scherzh. veraltend):
großer, üppiger Busen.
Lombard [bmbart. auch: -'-]. der od. das; -[eis, -e [frz.
lombard, gek. aus: Maison de Lombard = Leihhaus, nach
den vom 13.-15. Jh. als Geldverleiher privilegierten
Kaufleuten aus der Lombardei (frz. Lombard = Lombarde)!
(Bankw. Jargon): Lombardgeschäft. Lombardkredit.
Lombard- (Bankw.): ^gesdiäft, das: von einer Bank mit
Lombardkrediten getätigtes Geschäft; kredit, der: Kredit
gegen Verpfändung beweglicher Sachen, kurzfristige Belet-
hung von Waren od. Wertpapieren; ^satz, der: von der
Notenbank festgesetzter Zinsfuß für Lombardgeschäfte
^Zinsfuß, der: svw. Nsatz.
lombardieren [bmbardi:ren] <sw. V.; hat) (Bankw.):
bankmäßig beleihen: Effekten, einen Wechsel I.
Lomber [bmbB], das; -s [frz. V hombre < span. hombre
= Spielmacher, eigtl. = Mann. Mensch]: meist von drei
Personen gespieltes Kartenspiel mit französischen Karten
(ohne 8, 9. 10), bei dem die Spieler vorerst je neun Karten
erhalten u. durch Reizen denjenigen ermitteln, der gegen
die anderen spielt; <Zus.:> Lpnberspiel, das.
Ions-, Long- ['bn-: engl, long = lang]: -drink, der [engl,
long drink]: mit Soda- od. Mineralwasser, Fruchtsäften.
Eiswürfeln u. ä. verlängertes alkoholisches Getränk, dazu:
Mlrinkglas, das; '^line Main; amerik. long linc = entlang
der(Seiten)linie] <Adv.> (Tennis): ander Seitenlinie entlang
den Ball I. schlagen; 2^line [-]. der. -[s|. -s (Tennis): entlang
der Seitenlinie gespielter Ball: seine flachen -s waren
Befürchtet, dazu: -linehall, der: svw. Kline; -seller, der
[anglisierende Bildung nach f Bestseller]: Buch, das über
einen langen Zeitraum gut verkauf) wird.
Longe [lö:3d]. die; -, -n [frz. longe, zu: long < lat. longus
= lang]: a) (Reiten) sehr lange Leine, mit der ein Pferd
beider Dressur geführt wird: an der L. arbeiten; b) (Turnen.
Schwimmen) an einem Sicherheitsgurt befestigte Leine zum
Abfangen von Stürzen bei gefährlichen Übungen od. beim
Schwimttumterricht; <Abl.:> longieren [IÖ3l:ran] <sw. V.:
hat): (ein Pferd) an der Longe laufen lassen.
Longknetrie [bngimetri:], die; - [zu lat. longus = lang
u. t-metrie] (veraltet): Längenmessung; kmgitudinal [...itu-
di'na:l] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. longitüdo = Längel: m)
in der Längsrichtung verlaufend, längsgerichtet, längs....
durch -e Forschung will man Klarheit über den Prozeß
des Alterns bekommen; b) (Geogr.) die geographische
Lange, den Längengrad betreffend; <Zus.:> Longitudinglsdiwb»
gung, Ijongitudin&lwelle, die (Physik): Welle, bei der die
Schwingungsrichtung der Teilchen übereinstimmt mit der
Richtung, in der sie sich ausbreitet: Schallwellen sind Longi-
tudinalwellen.
Look OokJ. der; -s. -s [engl, look]: Aussehen, Note, Moderich-
tung, Model erscheinungj (meist in Zus. wie Mao-Look,
Safari-Look): der sportliche L.; einen neuen L. kreieren
loopen [lu.pn] <sw. V.; hat) [engl, to loop (the loop). zu.
loop, t Looping] (Flugw.): einen Looping. Loopings
ausfuhren: Ü Ein Lichtseil loopte wahnsinnige Kurven am
Himmel (FAZ 15. 4. 61. 54); Looping [1u:piol. der. auch
das; -s, -s [engl, looping (the loop) = das Drehen eines
Loopings, zu: loop = Looping. Schleife] (Fllegerspr t
Flug, bei dem das Flugzeug einen vertikalen Kreis beschreibt
einen L. drehen, machen.
Lorbaß l'brbas], der. ...basse. ...basse [lit. liürbis, lett. JufbW
(nordostdt. veraltend): Lümmel. Taugenichts.
1696
los-, Los-
Lorbeer I'brbe:?]. der; -s. -en [mhd. lörber. ahd. lörberi
= Beere des Lorbeerbaums, zu lat. laurus = Lorbeer-
(baum)]: 1. immergrüner Baum des Mittelmeerraumes mit
lederartigen Blättern, die getrocknet als Gewürz dienen,
u. ölhaltigen Beerenfrüchten: -en anpflanzen. 2.
Lorbeerblatt als Gewürz: das Fleisch mit L. und einigen
Gewürzkörnern kochen. 3. Lorbeerkranz od. -zweig [als
Sinnbild des Ruhms, Sieges-, Ehrenzeichen]: einen L. in
der Hand halten; der Kopf der Figur ist mit einem L.
geschmückt; Ü Er fügte ... seinen dichterischen -en keine
militärischen hinzu (Niekisch. Leben 99); * Wütiger L.
(kriegerischer Ruhm, der unter allzu großen Opfern
erworben wurde); -en pflücken/ernten (viel Erfolg haben, Lob
bekommen); mit etw. keine -en pflücken/ernten können (mit
etw. keinen Eindruck machen, nichts erreichen können):
jmdm. den L. reichen (jmdn. öffentlich ehren, anerkennen);
[sich] auf seinen -en ausruhen (ugs.; nach einmal errungenem
Erfolg sich nicht mehr anstrengen).
Igrbeer-, Lorbeer-: -bäum, der: svw. T Lorbeer (1); -beere,
die: Frucht des Lorbeerbaums; -Watt, das: vgl. Lorbeer
(2); -grün <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von der Farbe
der Lorbeerblätter; -kirsche, die: svw. tKirschlorbeer;
-kränz, der; -laub, das; -äl, das: grünes, salbenartiges
öl der Lorbeerbeere; -waM. der; -zweig, der.
Lorchel Cbn;l]. die; -. -n [unter Einfluß von Morchel wohl
zu nlederd. Lorch. Lork. tLork]: (zu den Schlauchpilzen
gehörender) wohlschmeckender Pilz mit meist weißem Stil
u. braunem Hut mit wellenartig verlaufenden Falten.
Lord [brt]. der; -s. -s [engl, lord < meng], löverd < aengi.
hläford = Herr, zu: hläf = Brot(laib) u. weard =
Schutzherr. Wart, also eigtl. = Brotherr, -schützen vgl. Lady]:
1. <o. PI.) hoher engl. Adelstitel. 2. Träger dieses Titels.
Lord-: -kanzler, der [engl. Lord Chancellorl: höchster
britischer Staatsbeamter, Präsident des Oberhauses u. des
Obersten Gerichtshofs; -Mayor [-me:B] (mit Bindestrich), der.
-s, -s [engl. Lord Mayor]: Oberbürgermeister einer großen
Stadt im britischen Commonwealth; -Siegelbewahrer, der
[engl. Lord Privy Seal]: Träger eines hohen Amtes in
England, der als Minister ohne Geschäftsbereich u.
Kabinettsmitglied das königliche Siegel führt.
Lordose [br'do:z3]. die; -. -n [zu griech. lordös = vorwärts
gekrümmt] (Med.): Krümmung der Wirbelsäule nach vorn.
LQrdsdiaft, die; -. -en: svw. f Lordship; Lordahip [b:djip].
die; - [engl, lordshipl: l.a) Rang, Titel eines Lords; b)
engl. Anrede an einen Lord. 2. Grundbesitz,
Herrschaftsbereich eines Lords.
Lore [lo:ra], die; -. -n [älter: Lori < engl, lorry; H.u.l:
offener, auf Schienen laufender [kippbarer] Wagen zum
Transport von Gütern in Bergwerken, Steinbrüchen u.a.:
Kies in eine L.. in -en laden, füllen.
Lorgnette [brn'jeto], die; -. -n [frz. lorgnette. zu: lorgner
= verstohlen betrachten]: bügellose, an einem Stiel vor
die Augen zu haltende Brille: <Abl.:> lorgnettieren
[...je'ti:ren] <sw. V.; hat) (veraltet): durch die Lorgnette
betrachten, scharf mustern: Mama, die ... den fremden
Anzug von Bessys Bruder lorgnettiert hatte, sagte streng
... (Fallada. Herr 211); Lorgnon [brn'jö:]. das; -s. -s [frz.
lorgnon. zu: lorgner. TLorgnette]: a) Einglas mit Stiel:
ein L. vors Auge halten; b) svw. f Lorgnette.
'Lori I'loTi]. der; -s, -s [engl, lory < malal. luri. nuril:
in Australien od. Neuguinea heimischer, sperling- bis
taubengroßer, bunter Papagei.
2Lori [-1. der; -s. -s [frz. loris. H. u.]: schwanzloser Halbaffe.
Lork [brkl, der; -[e]s. Lörke [loerka; niederd. Form von
tLurch] (niederd.): Kröte.
Lorke I'brka], die; -. -n <PI. selten) [vlell. zu mhd. Iure.
t2Lauer] (landsch. abwertend): dünner, schlechter Kaffee:
eine fade, lauwarme L.; Ü in der L. sitzen (in einer mißlichen
Lage sein).
Lorokonto [io:rol. das; -s. ...ten [ital. il loro conto =
das Konto jener (anderen Bank)! (Bankw): bei einer Bank
geführtes Konto einer anderen Bank (Ggs.: Nostrokonto).
k» [lo:s; mhd.. ahd. lös]: I. <Adj.; o. Steig.; nur präd.)
1, nicht mehr fest I gehalten J, gelöst, abgetrennt: der Knopf
ist los; der Hund ist von der Leine I.; *jmdn„ etw. I.
sein (ugs.: 1. von jmdm., einer Sache befreit sein: sie möchten
den lästigen Frager endlich I. sein; meine Erkältung bin
ich immer noch nicht I. 2. jmdn., etw. verloren, vertan
haben: die Bauflrma hat pleite gemacht und viele
Gutgläubige sind ihre Einlagen I.); I. und ledig (frei u. unbehindert.
von allen Bindungen gelöst). 2. * es ist etwas I. (ugs.; es
geschieht etwas [Ungewöhnliches]; es ist eine besondere
Lage eingetreten; entstanden aus der Vorstellung, etwas
habe sich gelöst, so daß es nicht mehr funktioniert): was
ist [denn hier] I.?; was ist I.? (Frage, wenn man etwas
nicht verstanden hat. mit betontem „was"; was hast du
gesagt?): da drüben muß etwas I. (passiert) sein; bei den
beiden, in ihrer Ehe ist immer etwas I. (geht es turbulent
zu, gibt es oft Krach); in diesem Lokal ist viel, wenig,
immer etwas I. (ist viel, wenig, immer Betrieb, kann man
viel, wenig, immer etwas erleben); in unserer Stadt ist
nichts I. (geht es langweilig zu, kann man nichts erleben);
wo ist denn hier was I.? (wo kann man sich denn hier
amüsieren?; mit dem neuen Automodell ist nichts, nicht
viel I. (es taugt nichts, nicht viel); wenn sie zu wenig
geschlafen hat. ist mit ihr nichts I. (ist sie schlecht gelaunt,
nicht in Stimmung); was ist denn mit dir I.? (was hast
du denn, was fehlt dir denn?); er sieht schlecht aus. mit
ihm ist nicht mehr viel I. (er ist kränklich, nicht mehr
leistungsfähig); mit dir ist doch etw. I. (mit dir ist doch
etw. nicht in Ordnung, stimmt doch etw. nicht). II. <Adv.)
1. (als Aufforderung) schnell!; ab!: L. beeil dich!; nun
aber I.!; mal I.! sagte sie. erzählen Sie mal; Achtung, fertig.
L! (Startkommando). 2. <in Verb, mit der Präp. ..von")
weg: (hist.:) I. vom Reich, von Rom; I. von allen
Traditionen. 3. (ugs.) a) <kurz für los- + Verb der Bewegung
im Inf. od. 2. Part.): der war gleich raus aus dem Bett
und auf ihn I. (losgesprungen; Sebastian. Krankenhaus
87); Sag ihr. daß der Junge extra mit dem Wagen I.
(losgefahren) ist. um das Holz zu holen (Borchert. Geranien
23); ich will schon I. (losgehen), bitte komm schnell nach!;
b) <kurz für los- + ..gedreht, geschraubt" o.a.) gelöst:
ich habe die Schraube, das Brett schon I.
Los [-]. das; -es. -e [mhd. lös. auch = Losungswort, Orakel,
ahd. hlÖ3. zu einem germ. Verb mit der Bed. „losen,
wahrsagen, zaubern" (ahd. hliosan. mhd. Iie3en); 3: urspr.
wohl das jmdm. durch Auslosung Zugefallene]: l.a)
verdeckt gekennzeichneter Zettel od. sonstiger Gegenstand,
durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden
soll: das L. soll entscheiden; das L. werfen; die -e mischen;
ein L. ziehen; jmdn.. die Reihenfolge durch das L.
ermitteln, bestimmen; b) mit einer hohen Zahl od.
Zahlenkombinationen versehener, käuflich zu erwerbender Zettel /für
den die Gewinnzahlen erst nach dem Kauf ausgelost od.
ermittelt werden]; Lotterieanteilschein: ein halbes, ganzes
L. [der Klassenlotterie]; jedes zweite L. gewinnt; das L.
war eine Niete; ich habe drei -e gekauft; auf das L. Nr.
... entfiel ein Gewinn von 10000 DM; *das Große L.
(der Hauptgewinn); mit jmdm.,etw. das Große L. ziehen/ge-
zooen haben (mit jmdm., etw. Glück haben, eine bes. gute
Entscheidung getroffen haben). 2. (geh.) Schicksal,
Geschick: ein schweres, hartes, bitteres, beneidenswertes L.;
das L. der Flüchtlinge; ihm war ein schweres L. beschieden;
daß es unser aller L. ist. einmal alt zu werden (v. d.
Grün. Glatteis 218); sein L. tragen müssen; jeder hat sein
L.. und leicht ist keines (Hesse. Steppenwolf 2); mit seinem
L. zufrieden sein. 3. (Wirtsch.) bestimmte Mengeneinheit:
für die Kabelfertigung sind große -e wichtig; die
Bundeswehr bezieht ihre Munition in -en; Kaffee wird nach der
Güte und nach der Herkunft in Serien und -e eingeteilt
(Jacob, Kaffee 218).
los-. 'Los- (los): -arbeiten <sw. V.; hat): 1. zu arbeiten
beginnen. 2. auf ein Ziel hinarbeiten: Die Führer arbeiten
stramm und erfolgreich auf den nächsten Krieg los (Hesse.
Steppenwolf 174); -ballern <sw. V.: hat) (ugs.): plötzlich
anfangen zu schießen; -bekommen <st. V.; hat) (ugs.): lösen
können, abbekommen (3); -bellen <sw. V.; hat): plötzlich
anfangen zu bellen; -binden <st. V.; hat): von einer
Befestigung, Leine lösen: ein Tier, den Kahn I.; -brausen <sw.
V.; ist) (ugs.): vgl. ^rasen; -brechen <st. V.): l.a)
abbrechen, mit schnellem, hartem Griff abmachen <hat>: einen
Ast I.; b) sich plötzlich von etw. lösen, abbrechen <ist>:
der Bergsteiger verlor den Halt; offenbar war ein Felsstück
losgebrochen. 2. <ist) a) plötzlich [u. lautstark] beginnen:
lauter Jubel, ein Aufruhr, das Inferno brach los; ein
Gewitter war losgebrochen; b) zu schimpfen beginnen: ..Aber
das ist doch ... Wahnsinn!** brach er plötzlich los (Plievier.
Stalingrad 199); -bringen <unr. V.; hat): svw.
t^bekommen; -brüllen <sw. V.; hat): zu brüllen beginnen:
unbeherrscht brüllte er los; Ü die Flugzeugmotoren brüllten
107 GDW
1697
los-, Los-
los; -donnern <sw. V.) (ugs.): 1. sehr schnell u. mit
lärmendem Motor losfahren <ist>. 2. laut zu schimpfen anfangen
<hat>; -drehen <sw. V.; hat): durch Drehen lockern, lösen;
-dreschen <st. V.; hat) (ugs.): auf jmdn.. etw. heftig
einhauen: mit Stuhlbeinen aufeinander I.; -drucken <sw. V.;
hat): / den Abzug einer Schußwaffe drücken u.J einen Schuß
abfeuern; -eisen <sw. V.; hat) [eigtl. = ein festgefrorenes
Schiff aus dem Eis befreien, wieder flottmachen! (ugs.):
a) (jmdn., sich) mit Mühe freimachen; erreichen, daß jmd.
sich I vorübergehend/ von einer Verpflichtung löst od. von
den Menschen, bei denen er sich gerade au/hält, weggeht:
ich möchte dich heute abend von deiner Arbeit, von deiner
Verwandtschaft I.; durch gute Beziehungen gelang es, den
Mann aus dem Gefängnis loszueisen; b) (etw.. bes. Geld)
mit Geschick irgendwo auftreiben u. herbeibringen: bei
jmdm. ein paar Mark I.; -fahren <st. V.; ist): 1. sich
fahrend in Bewegung setzen, abfahren, starten: wir wollen
morgen noch vor Sonnenaufgang I.; er fuhr zuerst los.
2. auf etw. zufahren: auf die Straßensperre I. 3. gegen
jmdn. drohend od. handgreiflich vorgehen: Er fährt auf den
Kellner los wie ein Schießhund (Johnson. Mutmaßungen
98); wütend aufeinander 1. 4. aufbrausen, wütend zu reden
beginnen: Was grinsen Sie, Fink, fährt der Alte verdutzt
los (Gaiser. Jagd 125); -fliegen <st. V.; ist): 1. sich fliegend
in Bewegung setzen, abfliegen: der Luftballon fliegt los;
Ü Die Leine flog abermals los (Seemannsspr.; wurde weit
durch die Luft geworfen; Hausmann. Abel 55). 2. in
Richtung auf ein bestimmtes Ziel fliegen: Der Ballon flog jetzt
mitten auf die Schwärze los (Hausmann. Abel 112); -flitzen
(sw. V.; hat) (ugs.): vgl. ^sausen; -fluchen <sw. V.; hat)
(ugs.): vgl. ^schimpfen; -galoppieren <sw. V.; ist):
galoppierend losreiten; -geben <st. V.; hat) (selten): entlassen,
freigehen: Gefangene, die Geiseln I.; -gebundenheit. die [vgl.
losbindenl (selten): Ungebundenheit, Freiheitlichkeit; ~gfc-
hen <unr. V.; ist): 1. sich gehend in Bewegung setzen;
aufbrechen, weggehen; gleich nach dem Frühstück 1.; wann
müssen wir 1.?; geh schon immer los!; Ü geh [mirl los (laß
mich in Ruhe!) mit deiner ewigen Fragerei!; Ich hatte
nicht gedacht, daß ich gleich so bei ihr I. (forsch
drauflosgehen) würde (Plenzdorf, Leiden 71). 2.a) auf etw. zugehen;
etw. zum Richtpunkt, Ziel nehmen: wir müssen auf das
Haus dort hinten I.; Ü auf ein Ziel I.; b) in feindlicher
Absicht auf jmdn. zugehen: er ging mit dem Messer auf
den Rivalen los; aufeinander I. 3. (ugs.) seinen Anfang
nehmen, beginnen: die Vorstellung geht um 20 Uhr I.;
jetzt geht es erst richtig los! es geht los/los geht's!; gleich
wird der Rummel wieder l./wird es wieder I. mit dem
Rummel; R (scherzh.:) auf .,los!t% geht's los! 4. (ugs.) sich
lösen, abgehen: ein Knopf, der Bindfaden ist losgegangen;
Vorsicht, wenn die Halterung losgeht! 5.a) sich lösen (6 b):
ein Schuß ging los; der Schuß ging nach hinten los; das
Gewehr, der Revolver ging plötzlich los; b) [zünden u.j
explodieren: der Feuerwerkskörper ging nicht los; die Mine
war losgegangen, als der Flüchtling drauftraU -haben <unr.
V.; hat) in der Wendung etwas, viel« wenig, nichts I. (ugs.;
etwas, viel, wenig, nichts [auf einem bestimmten Gebiet/
können, verstehen u. leisten): er hat in seinem Beruf viel
los; mit den Radios hat er wirklich was losgehabt (Fallada.
Jeder 22); -hacken <sw. V.; hat) (ugs.): auf jmdn. einhacken:
der Starke hackt auf die Schwachen los; -haken <sw.
V.; hat): aus einem Haken lösen: die Kette I.; -halten
<st. V.; hat) (Seemannsspr.): in eine bestimmte Richtung
auf ein Ziel zusteuern: halt mal lieber auf die erste Pricke
dahinten los! (Hausmann. Abel 31): -hämmern <sw. V.;
hat): zu hämmern anfangen; -hauen <unr. V.; hat) (ugs.):
vgl. -schlagen (1.2); -heulen <sw. V.; hat): a) zu heulen
anfangen: der Sturm heulte los; b) (ugs.) zu weinen anfangen:
sie sieht aus. als wollte sie gleich I.; -kauf, der: das
Loskaufen: er gewährte ihr den L. eines Gefangenen
(Hagelstange, Spielball 135); -kaufen <sw. V.; hat): durch ein Lösegeld
freikaufen: eine Geisel I.; -keifen <sw. V.; hat) (ugs.
abwertend): vgl. ^schimpfen; -ketten <sw. V.; hat): von der
Kette lösen; -kichern <sw. V.; hat): vgl. ^lachen; -knallen
<sw. V.; hat) (ugs.): zu knallen, schießen anfangen;
^knattern <sw. V.; hat): a) zu knattern anfangen: das MG
knatterte los; b) (ugs.) knatternd losfahren; -kommen <st. V.;
ist) (ugs.): 1. weg-, fortkommen: ich hatte noch soviel
zu tun. daß ich nicht eher loskam; mach, daß du
loskommst!; alle Fahrer sind beim Start gut losgekommen.
2. auf jmdn. zukommen: Als er mich sieht, kommt er gleich
auf mich los (Remarque. Obelisk 149). 3. sich (von jmdm.,
etw.) lösen, trennen; freikommen: der Gefangene versuchte
immer wieder, [von den Kettenl loszukommen; Ü obwohl
sie ihr Mann schlug, kam sie von ihm nicht I.; von einer
Verpflichtung, einem Gedanken nicht I.; jmdm. helfen,
daß er vom Alkohol loskommt; -koppeln <sw. V.; hat/
svw. tabkoppeln (1, 2); -krähen <sw. V.; hat) (ugs.): zu
krähen, mit lauter, sich überschlagender Stimme zu reden
anfangen: still, flüsterte Viehmann, aber der Alte krähte
erst richtig los (Degenhardt, Zündschnüre 17); -kriegen
<sw. V.; hat) (ugs.): 1. lösen können, freibekommen: kriegst
du den Deckel los? 2,a) loswerden: wie krieg ich diese
Frau nur wieder los; b) verkaufen können: ich kann mir
nicht vorstellen, daß du diesen alten Wagen noch
loskriegst; -kuppeln <sw. V.; hat): svw. abkoppeln (2); -lachen
<sw. V.; hat): plötzlich zu lachen anfangen; -lassen <st
V.; hat): l.a) nicht mehr festhalten: jmds. Hand, die Tür.
das Steuer I.; laß mich los!; sie sanken sich in die Arme
und ließen sich nicht wieder los; seine Hand ließ nicht
los; Ü einen Menschen nicht mehr I. (fest an sich binden).
seine Blicke ließen sie nicht los (er blickte sie unverwandt
an); das Bild, der Gedanke, die Frage läßt mich nicht
los (beschäftigt mich immer wieder); b) laus einem
Gefängnis. Zwinger o.a.] freilassen, der Fesseln entledigen, von
der Leine lassen: einen Gefangenen 1.; die Hunde, Falken
wurden losgelassen; <2. Part.:) er war heute wie losgelassen
(landsch.; ausgelassen, übermütig). 2. (ugs. abwertend)
jmdn. [ von dessen Qualifikation man sich noch nicht
überzeugen konnte) auf einem Arbeitsgebiet andern gegenüber frei
u. unkontrolliert wirken, sich betätigen lassen: und diesen
jähzornigen Kerl hat man auf die Kinder losgelassen!;
unqualifizierte Arzte auf die Menschen I. 3. (ugs.) redend
od. schreibend von sich geben, verfassen u. verlautbaren:
gehässige Bemerkungen, einen Fluch, Witze, ein
Donnerwetter 1.; ein Telegramm, ein Rundschreiben an die Eltern
I.; -latschen <sw. V.; ist) (salopp): svw. t^gehen (1); -laufen
<st. V.; ist): sich laufend in Bewegung setzen; -legen <sw.
V.; hat) (ugs.): a) stürmisch, ungestüm anfangen, etw. zu
sagen, zu äußern: er hat sofort losgelegt und seinem Ärger
Luft gemacht; na, leg schon los (erzähl schon)!; wenn
der loslegt (zu reden anfängt), hört er so schnell nicht
mehr auf; hat der aber losgelegt (geschimpft)!; b) stürmisch,
ungestüm anfangen, etw. zu tun: er legte sofort [mit der
Arbeitl los; Wenn du Kinder hättest, würdest du nicht
so schnell fahren, hat Joachim jedesmal gesagt, wenn ich
loslegte (anfing, immer schneller zu fahren; Andersch, Rote
14); -lößen <sw. V.; hat): a) lösen (1 a): eine Briefmarke
[vom Umschlagl I.; b) <l. + sich) sich lösen (lb): der
schlecht befestigte Anhänger hat sich losgelöst und ist
den Abhang hinuntergerollt; Ü sich aus den
überkommenen Bindungen I., dazu: -lösung, die: das Loslösen: die
L. der Kolonien vom Mutterland; -machen <sw. V.; hat>:
1. (ugs.) [etw. Angebundenes] lösen, loslösen, befreien: die
Leine, den Anhänger, ein Brett I.; er machte sich aus
den Gurten des Fallschirms los; das Kind hat sich von
der Hand der Mutter losgemacht; sie machte sich los
(löste sich aus der Umarmung); Ü sich von allen Bindungen
I.; *einen/etw. I. (ugs., bes. Jugendspr.; sich ausgelassen
amüsieren, in übermütiger Weise feiern): auf der
Geburtstagsfeier haben wir gestern ordentlich einen losgemacht.
2. (Seemannsspr.) svw. t ablegen (5). 3. (ugs.) sich beeilen
nun mach aber los, daß du fertig wirst!; -marschieren
<sw. V.; ist): vgl. ^gehen; -müssen <unr. V.; hat) (ugs.h
losgehen od. -fahren müssen; -plärren <sw. V.; hat) (ugs.):
vgl. ^weinen; -platzen <sw. V.; ist) (ugs.): a) unbeherrscht,
plötzlich etwas sagen: ..Unsinn!" platzte er los; b)
unbeherrscht, plötzlich loslachen: alle Falten um den breiten
Mund ... begannen zu spielen, aber er platzte nicht los
(Broch. Versucher 198); -poltern <sw. V.; hat): a) zu poltern
anfangen: dererste Donner polterte los; b) (ugs.) zu schelten
anfangen; -prasseln <sw. V.; ist) (ugs.): zu prasseln
anfangen: der Regen prasselte los; -preschen <sw. V.; ist): vgl
^rasen; -prusten <sw. V.; jiat) (ugs.): prustend loslachen.
-rasen <sw. V.; ist): a) da vonrasen; b) in Richtung auf
jmdn., etw. rasen: er raste auf die Straßensperre los;
-rattern <sw. V.; ist): vgl. ^knattern; -reden <sw. V.; hat>:
a) (ugs.) zu reden anfangen; b) gegen jmdn. reden: die
Schwestern redeten aufeinander los (Degenhardt,
Zündschnüre 71); -reißen <st. V.; hat): a) herunter-, heraus-,
abreißen, gewaltsam aus einer Verbindung od. Befestigung
1698
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lösen: der Sturm hat einige Dachziegel losgerissen; U ...
um den Blick von dem Bild eines Wachtraums loszureißen
iSchaper. Kirche 68); b) <l. + sich) sich Igewaltscunj
losen: der Hund riß sich von der Leine los; das Kind
reißt sich los und läuft auf die Straße; das Kabel hat
sich aus der Verankerung losgerissen; Ü ich kann mich
(von dem Buch, dem Anblick] nicht losreißen, dazu:
-reiftag, die; -: das Losreißen: -reiten <st. V.; ist): sich reitend
in Bewegung setzen: -rennen <unr. V.; ist): svw. t ^laufen;
-ringen, sich <st. V.; hat) (geh.): sich gewaltsam ringend
lösen: -sagen, sich <sw. V.; hat): erklären, daß man sich
von jmdm. trennen, mit jmdm., etw. nichts mehr zu tun
haben möchte: sich von einer Partei, einer Überzeugung,
von der Kirche I.; er sagte sich von allen Bindungen,
von der Familie, den alten Freunden los; er hatte sich
losgesagt, machte nicht mehr mit (Gaiser. Jagd 70); dazu:
-sagung. die; -. -en; -sausen <sw. V.; ist) (ugs.): sehr
schnell loslaufen od. -fahren: -schicken <sw. V.; hat) (ugs.):
auf den Weg schicken, (mit einem bestimmten Auftrag!
wegschicken: ein Telegramm I.; die Kinder zum Einkaufen
I.; -schieben <st. V.; ist) (salopp): svw. t losgehen (1): schieb
endlich los. es ist schon spät; -schießen <st. V.) (ugs.):
I. zu schießen anfangen <hat): plötzlich schoß die Flak
los. 2. <ist> a) sich plötzlich, schnell in Bewegung setzen:
er schoß los wie ein Blitz; b) auf jmdn., etw. zustürzen:
der Hund schießt auf seinen Herrn los. 3. zu sprechen
anfangen: eilig etwas sagen od. berichten, was einem sehr
am Herzen liegt <hat>: „So geht es nicht!" schoß er los;
nun schieß schon los!; -schimpfen <sw. V.; hat): plötzlich
anfangen zu schimpfen: -schlagen <st. V.; hat): I. durch
Schlagen [mit einem Werkzeug] loslösen, entfernen:
abschlagen: Gestein, ein Brett I.; den Verputz von der Wand
1. 2. auf jmdn., etw. einschlagen: auf den Gegner I.; die
Brüder schlugen aufeinander los. 3. (bes. Milit.)
überraschend angreifen: in den Morgenstunden hat der Feind
tosgeschlagen; <subst.:) die Zeit zum Losschlagen schien
günstig. 4. (ugs.) [notgedrungen/ billig verkaufen: er hat
den ganzen Posten für einen Spottpreis losgeschlagen; er
mußte das teuer erworbene Hotel sehr bald wieder I.;
-schmeißen <st. V.; hat): svw. Nwerfen; -schmettern <sw.
V.; hat): anfangen zu schmettern: -schnallen <sw. V.; hat):
aus einer Ver schnallung lösen: -schneiden <st. V.; hat):
durch Zerschneiden eines Stricks o.a. lösen, befreien:
-schrauben<sw V.; hat): svw. tabschrauben (a. b);
-schreien <st. V.; hat): plötzlich zu schreien anfangen: -segeln
sw. V.; ist): 1. sich segelnd in Bewegung setzen: fortsegeln.
2. auf etw. zusegeln: auf die Wendemarke I.; -sprechen
<st. V.; hat): l.a) (von einer Schuld, Verpflichtung o.a.)
freisprechen (1 b): er wurde von der Verantwortung
losgesprochen; ich habe dennoch mitgetan, ich will mich nicht
I. (Kant. Impressum 314); b) (Rel.) erklären, daß jmdm.
seine Sünden vergeben sind: der Priester hat ihn
losgesprochen. 2. svw. t freisprechen (2). dazu: -sprechung, die;
-. -en: das Lossprechen (1.2). Absolution, -sprechungsfeier,
die (Handw.): Feier zur Übergabe des Gesellen- od.
Facharbeiterbriefs: -sprengen <sw. V.): I. durch Sprengen lösen,
absprengen (hat): das überhängende Gestein mußte
losgesprengt werden. 2. schnell wegreiten, im Galopp davonreiten
'ist); -springen <st. V.; ist): 1. (ugs.) abspringen <lc):
ein Knopf [vom Mantel] ist losgesprungen. 2.a) (landsch.)
svw. T-laufen: spring schnell los und hol frische Brötchen!;
b) / in feindlicher Absicht] auf jtndn. zuspringen: plötzlich
sprang der Mann auf ihn los; -sprudeln <sw. V.; hat):
überstürzt, sprudelnd zu reden anfangen: -stechen <st. V.;
hat) (ugs.): vgl. ^schlagen (1, 2); -steuern <sw. V.; hat):
sich in Richtung auf ein bestimmtes Ziel bewegen, (jmdn.,
etw.) ansteuern: auf den Hafen I.; Ü.auf ein Berufsziel,
aufs Examen I.; mit dieser Politik steuert das Land auf
einen Krieg los; -stiefeln <sw. V.; ist) (ugs.): svw. T^gehen
(1); -stürmen <sw. V.; ist): vgl. ^rasen; -stürzen <sw.
V.; Ist) (ugs.): a) davonstürmen: b) sich {in feindlicher
Absicht] auf jmdn., etw. stürzen: mit einem Tigersprung stürzte
er auf Sibylle los, schrecklich wütend (Geissler,
Wunschhütlein 57); -tauen [-'t^yan] <sw. V.; hat) (Seemannsspr.):
van den Tauen lösen, losmachen: das Boot I.; -toben <sw.
V.) (ugs.): I. zu toben anfangen <hat>: beim kleinsten Anlaß
tobt er los. 2. f wütend] loslaufen <lst>: Ich ließ alles stehen
und liegen und tobte sofort los (Plenzdorf. Leiden 117);
-traben <sw. V.; Ist) (ugs.): sich in Trab setzen: ^trennen
<"sw. V.; hat): svw. tabtrennen (1); -treten <st. V.; hat):
durch einen Tritt, beim Auftreten lösen: einen Stein [im
Fels] I.; -weinen <sw. V.; hat): zu weinen anfangen: -werden
<unr. V.; ist; Zusschr. nur im Inf. u. Part.): l.a) sich
von jmdm., einer Sache befreien: erreichen, daß man nicht
mehr von jmdm. belästigt, mit einer Sache behelligt wird:
den lästigen Besucher, einen Vertreter I.; so schnell wirst
du mich nicht wieder I.; eine Erkältung [nicht wieder]
I.; das Gefühl, den Verdacht, den Eindruck nicht I..
daß ...; b) etwas, was einem sehr am Herzen liegt, endlich
aussprechen können: seinen Spruch I.; Er will etwas I.,
dachte Kreysler (Gaiser. Jagd 137). 2. (ugs.) verkaufen,
absetzen können: er ist die ganze Kollektion losgeworden;
diesen Ladenhüter werden wir nicht mehr los. 3, (ugs.)
abgenommen bekommen, einbüßen, verlieren: sie ist ihr
ganzes Geld losgeworden; beim Glücksspiel ein Vermögen
I.; im Zug bin ich meinen Koffer losgeworden; bei den
Wettkämpfen wurde er seinen Meistertitel los; ^werfen
<st. V.; hat) (Seemannsspr.): (die Vertäuung) zur Abfahrt
lösen: die Leinen, den Anker L; das Schiff hat losgeworfen
(abgelegt): -wettern <sw. V.; hat) (ugs.): vgl. ^schimpfen;
-wetzen <sw. V.; ist) (salopp): vgl. -laufen; -zerren <sw.
V.; hat) (ugs.): durch Zerren lösen: die Krawatte I.; -ziehen
<unr. V.; ist) (ugs.): 1. losgehen (1). davonziehen (I):
gemeinsam zogen sie los; einfach I. übers Wochenende (Lenz.
Brot 45); sie ist mit einem Kerl losgezogen (mitgegangen,
um Liebesabenteuer zu erleben). 2. (abwertend) schimpfend
über jmdn., etw, herziehen: er ist über die Regierung
losgezogen; es ist unfair von dir. so gegen deinen Freund
loszuziehen; Alle staunen, wie der ruhige Ohm Ernest jetzt
loszieht (Fr. Wolf. Menetekel 231); -zittern <sw. V.; ist)
(salopp): losgehen (1): der Mahlke zitterte Morgen für
Morgen los (Grass. Katz 139); -zotteln, -zuckeln <sw.
V.; ist) (salopp): sich langsam in Bewegung setzen, sehr
gemächlich losgehen, losfahren.
*Lgs- (Los): -anteil, der: Teillos in der Lotterie: -entscheid,
der: Entscheidung, Ermittlung des Gewinners durch das Los:
-nacht, die (Volksk.): eine der nach altem Volksglauben
für Liebesorakel mit Bleigießen u.a. bes. günstigen Nächte
(z. B. die Nacht vor dem Barbaratag); -nummer, die; -tag,
der (Volksk.): einer der nach altem Volksglauben für das
Wetter der kommenden Wochen bedeutsamen Tage (z. B.
„Siebenschläfer" am 27. Juni); -trommel, die:
/rotierender] trommel- od. kugelförmiger Behälter, in dem die Lose
für die Ziehung gemischt u. dann gezogen werden:
^verfahren, das: Verfahren, bei dem das Los über die Vergabe
von etw. entscheidet: Vergabe der verfügbaren
Studienplätze im L.; -Verkäufer, der; -Ziehung, die.
läsbar [lo.sba:?! <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so beschaffen,
daß man es [auf]lösen kann (Ggs.: unlösbar): eine nicht
-e Aufgabe; dies Problem ist kaum I.; dieser Stoff ist
in Alkohol I. (löslich): <Abl.:> Lösbarkeit, die; -.
losch [hfl:t löschen.
Lösch- ['tej-l: -apparat, der: svw. t Feuerlöschapparat;
-arbeit, die: die Arbeit des Feuerlöschens: -blatt, das: Blatt
aus Löschpapier: -boot. das: svw. t Feuerlöschboot;
Weimer, der: Wassereimer zum Feuerlöschen: -fahrzeug, das;
-gerät, das: Gerät der Feuerwehr: -hutchen, das: kleine,
an einem Stiel befestigte Kappe, die über eine brennende
Kerze gestülpt wird, um sie auszulöschen: -kalk, der:
gelöschter Kalk (1 b); -kommando, das: vgl. -mannschaft;
-köpf, der (Elektronik): ringförmiger Bauteil an
Tonbandgeräten zum Löschen magnetischer Aufzeichnungen:
^mannschaft, die: [im Einsatz befindliche] Mannschaft der
Feuerwehr: -papier. das: sehr saugfähiges Papier zum Trocknen
von Tinte: -rolle, die: als Rolle od. über eine Rolle gelegtes
Löschpapier: -sand, der: 1. Sand, mit dem ein kleineres
Feuer erstickt u. gelöscht werden kann. 2. (früher) Streusand
zum Trocknen von Tinte: -taste, die: Taste an
Tonbandgeräten, mit der der Löschkopf betätigt wird: -teich, der: svw.
t Feuerlöschteich; -trapp, der: vgl. ^mannschaft; -wasser,
das <o. PI.); -wiese, die: Gerät (auf dem Schreibtisch),
dessen untere, mit Löschpapier bespannte Fläche, abgerundet
ist u. sich zum Trocknen der Tinte wie eine Wiege hin
u. her bewegen läßt: -zug, der: svw. t Feuerlöschzug.
löschbar [IceXbarBl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so beschaffen,
daß man es löschen kann: 'löschen ['loejnl <sw. V.; hat)
Imhd. leschen. ahd. lescen; urspr. Veranlassungsverb zu
Tlöschen]: l.a) nicht weiterbrennen lassen, auslöschen,
ersticken: die Kerzen I.; sie löschte die Glut im Herd; b)
ein Feuer, einen Brand bekämpfen u. zum Erlöschen bringen:
107f
1699
löschen
das Feuer konnte schnell gelöscht werden; (auch o. Obj.:>
niemand versuchte zu I.; mit Schaum I.; c) (geh.)
ausschalten, ausmachen: das Licht, die Scheinwerfer, die
Nachttischlampe I.; d) nach dem Brennen mit Wasser übergießen,
vermischen: Kalk I.; gelöschter Kalk; e) stillen: seinen Durst
[mit Wasser) I. 2. beseitigen, tilgen: eine Eintragung [in
das/im Strafregister] I.; ein Konto, eine Schuld I.; die Firma
wurde im Handelsregister gelöscht; eine Aufnahme auf
dem Tonband, eine Magnetbandaufzeichnung I.; die Spur
kann beliebig oft gelöscht (das auf der Spur Aufgenommene
getilgt) werden; eine Schande, einen Tadel, die Erinnerung
[aus dem Gedächtnis] I.; die Zeit löscht alles. 3. mit
Löschpapier trocknen: einen Tintenklecks I.; dies Löschblatt ist
zu dünn, es löscht nicht gut; 2Rtechen [-1 <st. V.; ist) [mhd.
leschen. ahd. lescan; urspr. Weiterbildung zu t liegen, also
eigtl. = sich legen] (veraltet): aufhören zu brennen od.
zu leuchten: ausgehen, er-, verlöschen: die Flamme, das
Leben lischt.
3lö§chen [-1 <sw. V.; hat) [(m)niederd. lossen = ausladen,
zu flos. also eigtl. = frei, leer machen] (Seemannsspr):
a) ausladen: die Fracht. Ladung L; im Hafen sollte Erdöl
gelöscht werden; die Säcke wurden aus dem Schiff in
Waggons gelöscht; b) leer machen: das Schiff mußte in
drei Schichten gelöscht werden.
Löschender; -s. - [zu T1 löschen]: 1. Löschrolle, Löschwiege.
2. kurz für t Feuerlöscher; 'Löschung, die; -. -en: das
Löschen, Tilgen: die L. einer Vorstrafe beantragen.
2Lösdwng [-]. die; -, -en: das Löschen einer Ladung.
lose [lo:za] <Adj.; -r, -ste) [urspr. Nebenform von tlos.
mhd. löse (Adv.)]: 1. <o. Steig.) a) nicht [mehr] fest
verbunden: nicht [mehr] fest [an]haftend: ein -r Nagel.
Knopf; -s Gestein kann gefährlich werden; der Knoten
ist zu I.; in dem Buch sind einzelne Seiten I.; die Tür
hängt I. in den Angeln; I. aufgestecktes Haar; das Ende
hing I. herunter; Ü ein -r Zusammenschluß; I.
Bekanntschaften; sein Kontakt zu den Nachbarn war I.; die Szenen
des Stückes hängen nur I. zusammen; b) nicht eng anliegend,
locker: I. Jacken; ein I. fallender Stoff; ein Polokleid ...
spielt I. um die Figur (Petra 11. 1966. 30); Ü I.
Umarmungen; c) (geh.) aufgelockert, nicht dicht: I. Bebauung; sie
umstanden ihn in einem -n Halbkreis. 2. <o. Steig.) nicht
verpackt, in einzelnen Stücken: I. Ware ist billiger; I.
Zigarren; überall lagen I. Zettel herum; das Manuskript besteht
nur aus -n (einzelnen) Blättern; Aprikosen in eine I. (aus
einem Blatt Papier gedrehte) Tüte füllen; das Geld I. in
der Tasche tragen. 3. <fast nur attr.) a) leichtfertig, ohne
sittlichen Halt, unmoralisch: ein -s Mädchen; er ist ein
-r Mensch, (veraltend, aber noch scherzh.:) Vogel; I. Reden
führen; <subst.:> du Loser!; b) frech, dreist: einen -n Mund
haben; jmdm. einen -n Streich spielen.
Lose [-]. die; -. -n (Seemannsspr.): schlaffes, durchhängendes
Taut stück]: die L. wird durchgeholt (die Leine wird straffer
gespannt),
Losebiftt-: ^ausgäbe, die: in einzelnen [gelochten] Blättern
od, Karteikarten mit den zugehörigen Ordnern erscheinende
Veröffentlichung (z. B. von Gesetzen), die laufend ergänzt
u. auf den neuesten Stand gebracht werden kann: ^buchfiih-
nmg, die (Buchf): Buchführung mit einzelnen, in Ordnern
lose zusammengehefteten Blättern; Sammlung, die.
Loseseid ['fcz»-]. das; -[e]s. -er: GeldfbetragJ, mit dem ein
Gefangener, eine Geisel freigekauft werden soll od. wird:
der Vater hatte 500000 Dollar L. gezahlt; [ein] L. fordern,
erpressen; er wurde gegen ein hohes L. freigelassen;
Lösemittel, das; -s. - (selten): svw. f Lösungsmittel.
'losen [ lo:zn] <sw. V.; hat) [mhd. IÖ3en]: durch das Los
bestimmen, das Los entscheiden lassen: wir wollen I. [wer
anfängt]; um die Karten I.; Das Ende ... war .... daß
um die Geliebte gelost wurde (Jahnn, Geschichten 73).
zlosen [-]. lusen [lu:znl <sw. V.; hat) [mhd. losen, lusen.
ahd. hlosen, verw. mit tlauschen] (südd.. österr.. Schweiz,
mundartl.): horchen, zuhören: los mal!; er hat scharf gelost.
läsen l'ltf.zn] <sw. V.; hat) /vgl. gelöst/ [mhd. tesen. ahd.
lösen, urspr. = losmachen; zu tlos]: l.a) bewirken, daß
etw. lose wird, nicht mehr fest verbunden ist, nicht mehr
[anjhuftet: eine Briefmarke [mit Wasserdampfl I.; die alte
Tapete von der Wand I.; das Fleisch von den Knochen
I.; dies Mittel löst schnell den Schmutz; den Anker, die
Taue I.; Ü den Blick von Jmdm.. etw. nicht I. können;
etw. aus dem Zusammenhang I.; b) <l. + sich) lose werden,
nicht mehr fest verbunden sein, nicht mehr [an]haften:
abgehen: die Tapete löst sich; eine Lawine hat sich gelöst;
Brandteig muß so lange gerührt werden, bis er sich als
K lumpen vom Topf löst; Ü ihre Blicke lösen sich
voneinander; c) <l. -I- sich) sich von etw. frei machen, trennen:
sich aus Jmds. Armen. Umarmung I.; das Flugzeug löst
sich vom Boden; ein Läufer löste sich aus dem. vom Feld
und ging in Führung; Ü es fiel ihm schwer, sich aus dem
Elternhaus, von seinen Freunden zu I.; sich aus einer
Verpflichtung, von Vorurteilen I. 2.a) lockern, lockerer
machen: eine Schraube, den Gürtel. Bindfaden, die Krawatte,
die Haare I.; vorsichtig die Handbremse I.!; Milch mit
Honig löst den Schleim, den Husten; die Spritze hat den
Krampf schnell gelöst; Ü jmds. Qualen. Hemmungen I.;
des Freundes Anteilnahme löste ihm die Zunge/löste seine
Zunge (brachte ihn zum Reden); Wein löst die Zunge;
lösende (befreiende, erlösende) Tränen; b) <l. -I- sich) lose
werden, sich lockern: eine Schraube, der Verputz, die
Verpackung löst sich; ihre Haare hatten sich gelöst; der
Einband löst sich; der Muskelkrampf, mein Husten hat sich
endlich gelöst; Ü die Spannung, [seelische] Verkrampfung
hat sich gelöst; der Schmerz löste sich in Tränen. 3.a)
durch Nachdenken herausfinden, wie etw. Schwieriges zu
bewältigen ist; etw. klären, entwirren: ein Rätsel, eine
mathematische Gleichung, eine Aufgabe [im Kopf) 1.; ein
Problem [mit Verstand, durch Probieren] ].; das hast du
genial gelöst!; die Frage, der Widerspruch konnte nicht
gelöst werden; b) <l. + sich) erkennen lassen, wie etw.
Schwieriges zu bewältigen ist; sich klären, entwirren: das
Rätsel hat sich gelöst; nicht alle Probleme lösen sich so
einfach von selbst; alles hat sich zur Zufriedenheit gelöst.
4. auflösen, annullieren, für nichtig erklären: einen Vertrag,
eine Verbindung, die Verlobung I.; er hat sein
Arbeitsverhältnis gelöst; sie lösten ihre Beziehungen. 5.a) zergehen
lassen, [in einer Flüssigkeit] auflösen, verteilen: Zucker
im KafTee, eine Tablette in Wasser ].; in dieser Quelle
sind verschiedene Mineralien gelöst; b) <l. + sich)
zergehen, sich auflösen, sich verteilen: Salz löst sich schnell
in Flüssigkeit; Fett löst sich in Terpentin. 6. (geh.) a)
durch Betätigung des Abzugs auslösen; einen Schuß I.; b)
versehentlich ausgelöst werden: plötzlich löste sich ein
Schuß. 7. (einen Berechtigungsschein) käuflich erwerben:
eine Eintritts-, Theaterkarte I.; Fahrscheine [am
Automaten, im Zug] I.; ich muß noch einen Zuschlag I.; gelöste
Karten behalten ihre Gültigkeit. 8. (veraltet) svw. f erlösen
(2): Orang-Babies lösen bis zu 1 000 Franken (MM 22.
11.74.3).
Loser [Io:zb], Luser ['lu:zel. der; -s. - [zu T2losen] (Jägerspr.):
svw. t Lauscher (2).
löslich ['foslif] <Adj.; nicht adv.> [zu t lösen]: so beschaffen,
daß es sich [in Flüssigkeit] auflöst: ein -er Kaffee; leichter
-e. für die Wurzeln aufnehmbare Verbindungen (Mantel,
Forst 24); Paraffin ist in Alkohol nicht I.; <Abl.:>
Löslichkeit, die; -: lösliche Beschaffenheit.
Löß [loes], der; Lösses. Lösse. auch, bes. 9chweiz.: [I0:st
bei langer Aussprache: Lößes. Löße [1823 gepr. von dem
dt. Geologen K. C. v. Leonhardt (1779-1862). wahrsch.
zu alemann, lösch = locker, zu tlos] (Geol.): größtenteils
in der Eiszeit vom Wind zusammengetragene, stark
kalkhaltige, gelbliche, poröse Ablagerung.
L#B- [auch: l0:s-] (Geol.): -anwehung, die; -boden, der
Boden aus Löß; -aebiet, das; ^kindel, das; -s. -: bizarr
geformte Konkretion (3) von versickertem Kalk aus
höhergelegenen Lößschichten; ^bindschaft, die; -männchen, das:
svw. Nkindel; -Schicht, die.
loßig ['I0.su;] <Adj.; nicht adv.) (Geol.): [hauptsächlich
aus Löß bestehend: ein -er Boden.
Lost [bstl, der; -[eis [Deckname nach den Chemikern Lom-
mel u. Steinkopft, die den Kampfstoff mit entwickelten):
svw. t Gelbkreuz.
Lost8enerat{on['bstd3£ndreiJdn].die;--[engl. = verlorene
Generation; gepr. von der amerik. Schriftstellerin G. Stein
(1874-1946)]: a) Gruppe der jungen, durch den l. Weltkrieg
desillusioniertenu. pessimistisch gestimmten amerikanischen
Schriftsteller; b) junge amerikanische u. europäische
Generation nach dem 1. Weltkrieg.
'Losung [Io:züi)], die; -. -en [mhd. lösunge = das Werfen
von Losen; zu t Los; 1 b: gepr. von N. L. Graf v. Zinzendorf
(1700-1760). dem Stifter der Hermhuter Brüdergemeine]:
l.a) Leitwort, Parole. Wahlspruch, nach dem man sich
richten will: politische -en; eine L. ausgeben; die Monotonie
1700
lotsen
und Langeweile der als Nachrichten verbrämten -en (En-
zensberger, Einzelheiten 1.32); b) (ev. Rel.) als Tagesspruch
mit dem Los ermittelte Bibelstelle der Herrnhuter Brüder-
gemeine): die L. lesen. 2. (Milit.) vereinbartes Kennwort,
ohne das niemand die Wachen passieren kann: die L. fordern,
nennen; der Ankommende wurde nach der L. gefragt.
^Losung [-]. die; -. -en [zu weidm. veraltet losen = den
Kot loslassen, zu tlos] (Jägcrspr.): Kot vom Wild u. vom
Hund: die L. des Hirsches, von Hunden; ein Wild an
der L. erkennen.
3Losung H, die; -. -en [zu t lösen (8) = als Erlös einbringen]
(Kaufmannsspr.): Tages-, Kasseneinnahme in einem
Einzelhandelsgeschäft od. Kaufhaus: die L. abrechnen,
abliefern; Lösung[teizun].die;-,-en[mhd. kesunge.ahd. lösun-
ga; zu tlösen]: La) das Lösen (3a). Bewältigen einer
schwierigenJ Aufgabe: die L. ist kompliziert; eine L. des
Problems versuchen; sich an der L. der Schwierigkeiten
versuchen; sich um eine friedliche L. des Konflikts
bemühen; etwas zur L. beitragen; b) Auflösung, das Ergebnis
des Nachdenkens darüber, wie etw. Schwieriges zu
bewältigen ist: eine elegante, kluge, überraschende L.; das ist
des Rätsels L.; es gibt verschiedene -en; die. eine L. finden;
die L. ist auf einer Postkarte einzuschicken. 2. das
: Sich 1 lösen. Befreien, Loslösen: die L. der Fesseln; L. der
Figur aus Relief- und Blockzwang (Bild. Kunst 3, 53).
3. das Lösen (4), Auflösen, Annulieren: die L. der Ehe,
des Arbeitsverhältnisses; man hat ihm die L. des
Fusionsvertrages empfohlen, zur Lösung der Verlobung geraten.
4. (Physik. Chemie) a) das ISich]auflösen eines Stoffes
in einer Flüssigkeit: die allmähliche L. eines Stoffes
beobachten; dieses Salz geht sofort in L.; b) Flüssigkeit, in
der ein anderer Stoff gelöst ist: eine homogene,
hochprozentige, wäßrige, gesättigte L.; eine L. ansetzen, bereiten;
chemische -en fixieren. 5. (schweiz.) das Auslösen, Erwerben
einer Steuerplakette für Fahrräder ü. Mopeds:
Fahrradlösung.
Losungs-: -ansäte der (Chemie): das Ansetzen einer Lösung:
-druck, der (Physik): die Neigung bestimmter Stoffe (bes.
Metalle), sich durch Abgabe von Ionen in einer Flüssigkeit
zu lösen: Mnittel, das (Physik, Chemie): Flüssigkeit (z. B.
Wasser), in der ein Stoff aufgelöst wird: Mnöglichlteit,
die: Möglichkeit zur Lösung eines Problems, einer
mathematischen Aufgabe: -versuch, der; -Vorschlag, der; -wärme,
die (Physik): beim Lösen eines Stoffes freiwerdende od.
verbrauchte Energie: ^weg. der: vgl. ^möglichkelt.
'Lot [lo:t], das; -[e]s. -e [mhd. löt; viell. kelt. Ursprungs;
4: urspr. ein Gewicht aus Blei (etwa 16 g)]: 1. (Bauw.)
a) an einer Schnur hängendes, spitz zulaufendes Stück Blei
od. Stahl, das durch sein Gewicht die Schnur immer genau
in der Senkrechten hält: die Mauer mit dem L. messen;
die Wand muß nach dem L. ausgerichtet werden; b) <o.
Pl.> die durch das Lot angezeigte Senkrechte: die Mauer
ist nicht im L.. ist außer L.; man darf beim Aufmauem
keinesfalls aus dem L. weichen; * [nicht] im L./aus dem
L. sein (1. [von Personen] gesundheitlich [nicht] auf der
Höhe sein. 2. (von Sachen) [nicht] in Ordnung sein): imdn.«
etw. ins [rechte] L. bringen (imdn. wieder zur Vernunft
bringen: erw. wieder in Ordnung bringen: etw. bereinigen):
Der Alte, der ihn ins L. bringt und ihm ein paar runterhaut
(Gaiser. Jagd 32); imdn., etw. aus dem L. brinsen (jmdn.
verwirren, unsicher machen: erw. in Unordnung bringen):
(wieder] ins L. kommen (1. gesund werden. 2. /wieder]
m Ordnung kommen). 2. (Seew.) markierte Leine mit einem
Bleigewicht zum Messen der Wassertiefe, Senkblei: das
L. [auslwerfen, hinunterlassen; die Tiefe mit dem L.
messen. 3. (Geom.) Gerade, die auf einer anderen Geraden
od. einer Ebene senkrecht steht. Senkrechte: man fällt das
L. vom Punkt P auf die Gerade g. indem man ...; der
Fußpunkt des -[e]s. 4. <PI. ungebeugt) (veraltet, für Kaffee
im Haushalt noch gebräuchlich) kleine Gewichtseinheit:
drei L. Kaffee mahlen; Ü Sie wissen beide - nur sie immer
ein L. mehr als er (Tucholsky. Werke I. 235); Spr Freunde
in der Not gehen hundert auf ein L. (die sogenannten
Freunde sind im Ernstfall nichts wert). 5. (Technik)
Material, das beim Löten aufgetragen wird (z. B. Lötzinn):
verschiedene Legierungen ergeben verschieden harte -e.
2Lot [bt], das; -ls], -s [engl, lot = Menge
(zusammengehörender Dinge)]: a) zusammengestellter Posten einer bestimmten
Zucht od. Ware: ein Haflingergestüt ... lieferte ... jährlich
ein L. von zehn Remonten für die Gebirgsjäger (Dwinger.
Erde 33); b) (Phllat.) abgepackte, geschlossen angebotene
Zusanvnenstellung von einzelnen Briefmarken od.
Markensätzen: als rund 730 Sammlungen, -s und Händlerposten
... unter den Hammer kamen (MM 9. 8. 69, 52).
k>t-, Lot-: -blei, das; -leine, die (Seew.): die [mit
Längenangaben markierte/ Leine, an der das Lot hängt: -recht
<Adj.; o. Steig.): senkrecht [stehend]: im rechten Winkel,
gerade nach oben gerichtet: eine fast -e Felswand; den
Mast I. stellen; <subst.:> -rechte, die: Senkrechte: von
der-n abweichen; -schnür, die: svw. t kleine; -weise <Adv.>
(selten): nach lLot (4) gerechnet: den Kaffee I. abmessen.
Löt- [l0:t-|: -apparat, der: Apparat zum Löten: -draht,
der: lLot (5) in der Form von Drähten: -fuge, die: vgl.
^stelle; -gerät, das: Arbeitsgerät, Werkzeug zum Löten.
-kolben, der: 1. Werkzeug aus einem isolierten Griff u.
einem vorn zugespitzten Kupferstück, das /elektrisch/
erhitzt wird u. dadurch das aufzutragende *Lot (5) an der
vorgesehenen Lötstelle zum Schmelzen bringt. 2. (salopp)
dicke, rote [Trinker/nase: -lampe, die: [mit Benzin
betriebener] Brenner zum Löten: -material, das: das gesamte
zum Löten benötigte Material. Lötmetall u. Flußmittel:
-metall, das: Metallegierung zum Löten: -mittel, das: vgl.
^material; -naht, die: Nahtstelle, an der gelötet wurde:
-ofen, der: zum [Hart]löten benutzter Ofen: ^plstole. die:
pistolenartig geformtes Lötgerät: ^rohr. das: gebogenes
Messingro/ir, durch das eine [Gas- od. Kerzen [flamme mit
einem Luftstrom auf eine bestimmte Stelle gerichtet u.
verstärkt werdenkann, dazu: -rohranalyse, die (Chemie):
Prüfverfahren mit Hilfe des Lötrohrs, bei dem durch
Schmelzrückstände Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der
untersuchten Substanz möglich werden: -spitze, die: Spitze
eines Lötgeräts, mit der das Lot auf das zu bearbeitende
Werkstück aufgetragen wird: ^stelle, die: Stelle, an der
gelötet wurde od. werden soll: ^verfahren, das; -wasser,
das [2: urspr. gaunerspr.]: 1. wäßrige Lösung von
Zinkchlorid [u. Salmiak], mit der die Oxydschicht von dem zu
lötenden Werkstück entfernt werden soll. 2. (ugs. scherzh.)
Schnaps: -zürn, das: Zinnlegierung zum [Weich/löten.
lötbar [l0:tba:$] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: zum Löten
geeignet: dies Material ist gut I.; <Abl.:> Lötbarkeit, die;
-; loten I'lo.tn] <sw. V.; hat) [zu T'Lot]: 1. (Bauw.) die
senkrechte Lage bestimmen: die Mauer [mit der
Wasserwaage] 1.2. (Seew.) die Wassertiefe bestimmen: der Kapitän
ließ immer wieder [die Tiefe] I.; Ü Stiller ... hatte seinerseits
nicht das mindeste Bedürfnis, in dieser Geschichte tiefer
zu I. (Frisch. Stiller 167); löten ['latn] <sw. V.; hat) [1:
mhd. töten; 2: urspr. gaunerspr.]: 1. (Technik)
[Metallteile] mit Hilfe einer geschmolzenen Legierung miteinander
verbinden: eine Gießkanne, ein Loch im Topf I. 2. (salopp
scherzh.) svw. t verlöten (2).
Lotion [lo't>io:n. engl: loofen], die; -. -en u. (bei engl.
Ausspr.:) -s [unter Einfluß von engl, lotlon < frz. lotion
= Waschung, Bad < spätlat. lötio. zu lat. laväre =
waschen]: flüssiges Kosmetik um in Form einer [mi Ichigen J
Lösung od. einer Emulsion zur Reinigung u. Pflege der
Haut: eine L. auftragen; das Gesicht mit L. reinigen; -s.
die in die Haut einziehen (Drogerie-Journal 10. 1972. 5).
Lotos [lo:t^s]. der; -. - [lat. lötus. lötos < griech. lötös.
viell. aus dem Semit.]: Wasserrose mit weißen, rosa od.
hellblauen Blüten u. schildförmigen Blättern auf
kräftigen, hochragenden Stielen: der L. gilt als Symbol der
Reinheit; Ü Lieber den Tod. ehe daß ein Dreister meinen L.
pflücke {mich entjungfert: Hacks. Stücke 37).
Lotos-: -bkime, die: svw. T Lotos (1); -blute, die; -säule,
die (Archäol.): altägypt. Säule mit einem stilisierten
Pflanzenkapitell: -sitz, der <o. PI.) [die Sitzhaltung ähnelt einer
geöffneten Lotosblüte] (Joga): Schneidersitz, bei dem die
Füße auf den Oberschenkeln liegen.
Lotse [lo.tßd], der; -n. -n [gek. aus: Lootsmann < engl,
loadsman = Geleitsmann. Steuermann, zu: load = Weg.
Straßel (Seew): jmd., der Schiffe durch schwierig zu
befahrende Gewässer, in denen er sich genau auskennt, leitet
(Berufsbez.): der L. kommt an Bord; einen -n anfordern;
U jmdm. als Lotse die fremde Stadt zeigen; vgl. Fluglotse.
Verkehrslotse; <Abl.:> lotsen [lo.tsn] <sw. V.; hat): l.a)
(Seew.) als Lotse beratend hinleiten: ein Schiff durch die
Klippen, in den Hafen I.; b) (Flugw.) vom Boden her auf
die richtige Flug- u. Landebahn dirigieren: der Flugleiter
lotste das Flugzeug per Funk durch den Nebel; die
Maschine wurde auf die dritte Landebahn gelotst; c) (Verkehrsw.)
1701
Lotsen-
durch unbekanntes Gebiet od. starken Verkehr leiten: jmdn.
durch die Stadt lotsen: die Schüler mußten über die Straße
gelotst werden: Ü ... auch nicht sachkundige Genossen
durch wissenschaftliche Prüfungen zu I. (Spiegel 3. 1974.
50). 2. (jmdn.) durch Überredungskunst od. Versprechungen
dazu bringen, doli er etw. unternimmt, was er ursprünglich
gar nicht vorgehabt hatte: den Freund [mit] ins Kino I.;
der publikumsscheue Künstler wurde mühsam vor die
Kamera gelotst.
Lotsen-: -boot, das: Boot, mit dem der Lotse auf das Schiff
kommt u. wieder abgeholt wird: Mlienst. der: 1.
Bereitstellung, Dienst von Lotsen: der L. auf den deutschen Flüssen
hat Nachwuchssorgen. 2. (Verkehrsw.) Bereitstellung,
Dienst von Verkehrslotsen: während der Feiertage hat der
ADAC in München einen L. eingerichtet; -fisch, der [wohl
nach der Vorstellung, dieser Fisch locke die Haie zur
Beute]: in / sub jtropischen Meeren beheimateter,
silbriger Raubfisch mit blauschwarzen Querbinden, der in
Schwärmen bes. den Hai begleitet: Pilot (3); -flagge, die:
Signalflagge zur Anforderung eines Lotsen: -Freiheit, die
<o. PI): vgl. -zwang (Ggs.: -zwang); -aek). das: -mutze,
die: -Signal, das: vgl. -flagge; -Station, die: Leitstelle an
Land, von der aus die Lotsen eingesetzt werden: -zwang,
der <o. PI.): gesetzliche Vorschrift, daß in einem bestimmten
Gebiet kein Schiff ohne einen Lotsen fahren darf (Ggs.:
Freiheit): für diesen Hafen besteht L.
Lotter ['btel. der; -s. - [zu mhd. lot(t)er, ahd. lotar =
locker, schlaf!; nichtig; leichtfertig] (veraltet, noch mund-
artl.): svw. f Lotterbube.
LQtter-: ^bett. das: a) (veraltend) weiches [altes, ein wenig
schlampiges] Bett, das als Liebeslager dient: übrig bleibt
... eine armselige Schnulze vom L. (Noack, Prozesse 21):
b) (veraltet) Sofa, Couch: Plüschmöbel mit L.; *auf dem
L. liegen (veraltet; faulenzen); -bube, der (veraltet
abwertend): jmd., der sich herumtreibt: Nichtstuer, Faulenzer:
-leben, das <o. PI.) (abwertend): liederliche Lebensweise:
ein L. führen; -Wirtschaft, die <o. PI.) (abwertend):
liederliche, schlampige Wirtschaftsführung.
Lotterei [btd'r^j], die; -, -en (abwertend, selten): liederliche
Lebensart, liederliches, anstößiges Verhalten: tytterhaft
<Adj.; -er, -este) (abwertend, selten): liederlich: ein -es
Leben; sich I. benehmen.
Lotterie [bta'ri:]. die; -. -n [...i.dn; niederl. loterije. zu: lot
= Los]: [staatliche! Auslosung von Gewinnen, an der man
durch Kauf eines Loses teilnimmt: L./in der L. spielen.
Lotterte-: -anleite, die (Wirtsch.): Anleihe, für die keine
Zinsen gezahlt, statt dessen aber Prämien unter den
Einzahlern verlost werden: -einnehraer, der: Kaufmann, der mit
staatlicher Konzession Lotterielose vertreibt: -«-los, das;
-spiel, das: das Spielen in der Lotterie: das L. kann zu
einer Leidenschaft werden; Ü das Leben ist ein L. (ist
Glückssache, hängt vom Zufall üb).
lotterig, lottrig [bt(3)nc] <Adj.) [zu tLottert (ugs.
abwertend): unordentlich, schlampig, liederlich: moralisch nicht
einwandfrei: -e Kleidung; Sein Häuschen war das lottrigste
im ganzen Dorf (Frisch. Stiller 82); I. wie in einem Babel
(Kühn. Zeit 160); <Abl.:> LQtt(e)rigkeit. die; -. -en.
lötterlen [Icetebn] <sw. V.; hat) [zu TLotterie, wohl mit
bewußter Anlehnung an t Lottert (Schweiz.): in der Lotterie
spielen: <Abl.:> Lptterler, der; -s. - (Schweiz.): jmd., der
/leidenschaftlich] Lotterie spielt.
tyttern <sw. V.; hat) [zu TLottert: 1. (landsch.) liederlich
leben, schlampen. 2. (Schweiz.) aus den Fugen gehen.
Lotto [bto], das; -s, -s [ital. lotto = Losspiel. Glücksspiel
< frz. lot = Losl: 1. Art der Lotterie, bei der einzelne
Zahlen aus einer begrenzten Anzahl ausgelost u. die Gewinne
nach der Anzahl der richtig angekreuzten Nummern
gestaffelt werden: vier Richtige im L. haben. 2. Gesellschaftsspiel,
bei dem Tafeln mit Bildern od. Zahlen durch die zugehörigen
einzelnen (wahllos aus einem Beutel gezogenen u.
ausgerufenen) Karten zugedeckt werden müssen.
LQtto-: -amahmestelle, die: Stelle (Geschäft, Kiosk o.a.).
die Lottoscheine annimmt: -block, der <PI. -s od. -blocke):
Zusammenschluß mehrerer regionaler Lottogesellschaften:
die öffentliche Ziehung der Gewinnzahlen im deutschen
L.; ^fee. die (ugs. scherzh.): Fernsehansagerin bei der
Ziehung der Lottozahlen: -gewinn, der; -kollektur, die
(österr.): svw. t-annahmestelle; -könig, der (ugs.): jmd..
der einen sehr hohen Gewinn im Lotto bekommen hat, durch
das Lotto reich geworden ist: -kuael, die: mit einer Nummer
versehene Kugel, die mit der entsprechenden Anzahl
gleichartiger zusammen in die Lostromtnel kommt: ^mittel <PI.'.v
durch die Einsätze im Lotio zusammengekommene Beträge
den Sport mit -n unterstützen; -schein, der: vorgedruckter
Schein, auf dem man seine Zahlen [in mehreren Tippreihen
ankreuzt u. mit dem man an der Ausspielung teilnimmt
den L. ausfüllen, abgeben: -spiel, das; -trommel, die:
Lostrommel für die Lottokugeln: -zahlen <PI.>: die Ziehung
der L.; -zentrale, die; -zettel, der: svw. t -schein.
lottrig: t lotterig.
Lotung, die; -. -en: das Loten.
Lotung, die; -. -en: das Löten.
Lotus [lo:tos]. der; -.- [lat. lötus. T Lotos]: 1. svw. t Hornklee.
2« svw. t Lotos (1. 2).
Louis ['hi:il, der; - ['lu:l(s)l, - ['Iuris; frz. Louis = Ludwig,
viell, in Anlehnung an die gleichnamigen frz. Könige im
17./18. Jh.. die wegen ihrer zahlreichen Maitressen bekannt
waren] (ugs.): Zuhälter: Die Huren brachten ihre L. und
ihre Kunden mit (Genet [Übers.]. Tagebuch 66); Louisdor
[lui'do:^], der; -s, -e (aber: 5 Louisdor) [frz. louis d'or.
eigtl. = goldener Ludwig] (früher): frz. Goldmünze, die
zuerst unter Ludwig XIII. (1601-1643) geprägt wurde:
Louk-quatorze Nuika'torzJ. das; - [frz. quatorze = vierzehnl
(Kunstwiss.): frz. /BarockJstil zur Zeit Ludwigs XIV.
(1638-1715): <Zus.:> Loufc-quatorze-Möbel. das <meisi
PL); Loufc-quatorze-Stuhl, der: Louis-quinze [...k£:z]. das;
- [frz. quinze = fünfzehn] (Kunstwiss.): frz. / Rokoko/st il
zur Zeit Ludwigs XV. (1710-1774): <Zus.:> Louis-quirae-
Uhr.die; Louis-seize [...se:z]. das; - [frz. seine = sechzehnl
(Kunstwiss.): frz. Kunststil zur Zeit Ludwigs XVI. (1754
A/577Wy,Louis-treize[...,tre:z].das;-[frz.treize = dreizehnl
(Kunstwiss.): frz. Kunststil zur Zeit Ludwigs XIII. (1601
bis 1643).
Lounge [l^jndj]. die; -. -s [...31z; engl, lounge, zu: to lounge
= faulenzen]: Gesellschaftsraum in einem Hotel o. ä.,
Hotelhalle: sie treffen sich in der L.; <Zus.: > Lounge-chair [-tje:?l.
der: -s. -s [engl, lounge-chair. zu: lounge (T Lounge) u.
chair, tChairman]: bequemer Sessel. Klubsessel.
Loure [lu:£]. die; -. -n [lu:ran; H.u.l (Musik): Tanz im
gemäßigten 6lrTakt, der Ende des P.Jh.s Eingang in die
französische Opern- u. Ballettmusik fand u. von dort m
die Suite übernommen wurde.
Love-in [Lw-'m], das; -s. -s [engl, love-in. wohl geb. nach
TGo-in]: aus einer Protesthaltung hervorgehende
Veranstaltung jugendlicher Gruppen, bei der es zu öffentlichen Ue-
beshandlungen kommt: Love-Story [lAV-sto:n], die; -. -4
[engl, love story; bekannt geworden durch den Roman
von E. Segal (geb. 1937) u. den gleichnamigen Film]:
sentimentale Liebesgeschichte /mit traurigem Ausgang/: eine
Inszenierung von Romeo und Julia als moderne L.
Low-Church ['loo'tfotj], die; - lengl. Low Church]: vom
Methodismus beeinflußte, evangelikale Richtung in der
anglikanischen Kirche. Vgl. High-Church.
Löwe [l0:v3], der, -n. -n [mhd. lewe. ahd. le(w)o < laL
leö < g riech. I6ön): 1. in Afrika heimisches, großes
katzenartiges in kleinen Rudeln zusammenlebendes Raubtier mit
kurzem graugelbem bis ockerfarbenem Fell, langem Schwanz
u. beim männlichen Tier langer Mähne um Nacken u.
Schultern: der L. brüllt, faucht, schlägt, reißt seine Beute im
Sprung; der L. trifft die Gazelle mit der Pranke; in der
Fabel ist der L. der König der Tiere; der L. gilt als Sinnbild
der Kraft und des Muts; kämpfen wie ein L. (sehr tapfer,
mit letztem Einsatz): brüllen wie ein [hungriger] Lö\*«
(sehr laut brüllen): R gut gebrüllt. L.! (tbrüllen); der L
des Tages/des Abends sein (veraltend* im Mittelpunkt des
Interesses stehen, der Held sein: LÜ von engl, lion o(
the day. weil früher im Londoner Tower als besondere
Sehenswürdigkeit für die Besucher Löwen gehalten
wurden); nicht den schlafenden -n wecken (nicht jmdn. unnötig
auf erw. hinweisen, was nur seinen Zorn erregen würde
2. Wappentier in Gestalt eines Löwen: der bayrische L
3. (Astrol.) a) Tierkreiszeichen für die Zeit vom 23. 7.-23
8.: b) jmd., der im Zeichen Löwe (3a) geboren ist: sie.
er ist ein L.
löwen-, Löwen-: -äflchen, das: meist goldgelber Krallenafk
mit löwenartiger Mähne: ^antell. der [nach einer Fabd
Äsops. in der der Löwe als der Stärkste den größten Ted
der Beute für sich beansprucht]: der größte u. beste Ante^
von etw.: sich den L. [von etw.] sichern; -bindiger, der
Dompteur, der mit Löwen arbeitet: -freigehege. das; ^»*
1702
luetisch
brüll, das; -iaad, die; -käfig, der. -kraft, die: unbändige
Kraft: -mahne, die: 1. die Mähne des Löwen. 2. (ugs.)
ziemlich langes, sehr fülliges Haar (dasjmdm. ein
würdevolles Aussehen verleiht): ein Mann mit einer schlohweißen
L.; -maul, das <o. PI.) [nach der mit einem aufgesperrten
Löwenrachen verglichenen Blüte]: in vielen bunten Farben
in Gärten gezogene Zierpflanze mit meist in Trauben
stehenden zweilippigen Blüten: -mäulchen, das: svw. t-maul;
>4nut. der: großer Mut: -rächen, der; -stärke, die: svw.
t^kraft; -stimme, die (ugs.): bes. laute, kräftige Stimme:
^nüin, der <o. PI.) [wohl nach den sehr spitz gezahnten
Blätternl: bes. auf Wiesen wachsende Pflanze mit dicken,
einen milchigen Saft enthaltenden Stielen, gezähnten
Blättern u. gelbblühenden Köpfen, die sich in der Reife zu
durchscheinenden, weißgrauen, im Wind zerstäubenden Kugeln
\J*usteblumen") entwickeln: eine Wiese voller L.; aus
L. Salat bereiten; -zwinger, der.
Löwin I'l0:vinl. die; -. -nen: w. Form zu tLöwe.
taxodrom[bksodro:m]<Adj.;o.Steig.)[griech, loxodrömos
= schräg (ver)laufend, zu: loxös = schief u. drömos =
Lauf) (Math.): (von Kurven) die Meridiane einer Kugel,
bes. der Erdkugel, unter gleichem Winkel schneidend: die
Schiffahrt bevorzugt -e Wege; Loxodrome, die; -. -n
(Math.): Verbindungslinie zweier Punkte lauf der
Erdoberfläche], die alle Meridiane unter gleichem Winkel schneidet:
laxodrom verlaufende Kurve: loxogonal [...gona:l] <Adj.;
0. Steig,) [2. Bestandteil zu griech. gönia = Winkeil
<Math.): schiefwinklig.
loyal [iQa ja:ll <Adj.) [frz. loyal < lat. legälis. t legall (bil-
dungsspr.): a) den Staat, die Regierung, Gesetze u. Instanzen
respektierend(Ggs.: illoyala, disloyal): -e Truppen; Gegen
die Obrigkeit muß man I. sein (Johnson. Mutmaßungen
8); b) vertragstreu, redlich: nach Treu u. Glauben Ihandelnd]
(Ggs.: illoyal b): ein -er Kollege; -e Zusammenarbeit; I.
handeln; c) anständig, auch den Gegner respektierend (Ggs.:
illoyal c): eine -e Opposition; Warum können fromme
Menschen so selten I. sein? (Remarque. Triomphe 81);
sich gegen den Sieger I. verhalten; <Abl.:> Loyalität [...ja-
li't£:t], die; -, -en <PI. selten) [nach frz. loyautäl: loyale
Gesinnung, Haltung, Verhaltensweise: L. dem Staat
gegenüber; L. der Beamtenschaft zu ihrem Dienstherm (Welt
1.10.66,3); jmdn. zur L. verpflichten; Begriffe mit klaren,
überschaubaren -en (Bindungen, Verpflichtungen: Dönhoff,
Ära 104); <Zus.:> Loyalititserkläning, die.
LP [El'pe:], die; -. -[s] [aus engl, long-playing recordi: kurz
für t Langspielplatte: es wurden schon mehrere LPs von
dem Sänger hergestellt.
LPG [elpe:ge:l. die; -. -[sl (DDR): landwirtschaftliche
Produktionsgenossenschaft: sich einer LPG anschließen.
LSD [elles'de:], das; -[s] [kurz für: Lysergsäurediäthylamid]:
etn aus chemischen Bestandteilen des Mutterkorns
gewonnenes Rauschgift [in Pulverform], das bewußtseinsverändernd
wirkt: Wenn Hugo jetzt LSD nehmen würde, hätte er
eine Vision (Jägersberg. Leute 148).
Lieh [lu:x], die; -. Lüche [ly.^l od. das; -[eis, -e [mniederd.
hich; H.u.l (landsch.): Sumpfwiese, Moor.
Lad» [luks], der. -es. -e [mhd.. ahd. luhs. eigtl. = Funkler.
nach den funkelnden bernsteingelben Augen): 1. <Vkl.
• Lüchschen) kleines, hochbeiniges katzenartiges Raubtier
mit gelblichem, häufig dunkel geflecktem Fell, kleinem,
rundlichem Kopf u. kurzem Schwanz: *wie ein L. aufpassen
scharf aufpassen auf das, was um einen herum vorgeht).
2. Fell des Luchses: ein Mantel aus L.; <Zus.:> Luchsauge,
das: Auge des Luchses: funkelnde -n; Ü seinen -n (seiner
Wachsamkeit) entgeht nichts; mit -n (mit höchster
Aufmerksamkeit) hat er die Vorgänge beobachtet; <Zusb.:>
IpJisfiugig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit Augen wie
etn Luchs: Lüchschen [lYks<pnl. das; -s. -: t Luchs (1);
hdisen ['loksnl <sw. V.; hat) (ugs.): angespannt,
aufmerksam spähend schauen, nachjmdm., etw. ausschauen: er luchst
nach allen Seiten, um die Ecke; Ü er luchst auf eine
Gelegenheit, sich aus dem Staub zu machen.
Lacht [lüxtl, die; -. -en [mniederd. lucht, eigtl. = Luftl
tnordd. veraltend): Dachboden, Bodenraum.
Licke [lYkd], die; -. -n [mhd. lücke, lucke, ahd. lucchaj:
1. offene, leere Stelle; Stelle, an der etw. fehlt (in einem
zusammenhängenden Ganzen), durch die etw. unvollständig
erscheint: eine große, klaffende L.; eine L. im Zaun, in
der Mauer; sein Gebiß hat erhebliche -n (es fehlen ihm
«v/e Zähne): eine L. lassen (an einer Stelle einen freien
Platz lassen für etw. später Einzufügendes); eine L. füllen,
schließen; etw. auf L., L. auf L. stellen (etw. gegeneinander
versetzt aufstellen): Ü sein Tod hat eine schwer zu
schließende L. hinterlassen, hat eine L. gerissen; diese
Neuerscheinung schließt eine L.; (Sprachw.:) eine semantische
L., eine L. im Wortschatz. 2. etw., was nicht ausreichend
vorhanden ist; Mangel: sein Wissen hat einige -n; es gab
-n in der Versorgung; eine L. im Gesetz (Fall, der vom
Gesetz nicht erfaßt ist); es fehlt ihm der Mut zur L. (das
Sicheingestehen von u. Sichabfinden mit Wissenslücken).
Hjcken-, Lücken-: -büßer, der [zu: die Lücke büßen (früher
= ausbessern, t büßen)!: a) jmd., der für den eigentlich
für etw. Bestimmtes Ausersehenen / in letzter Minute] als
Ersatzmann angefordert wird: er darf immer den L. spielen;
er wollte nicht nur L. sein; b) etw., was in Ermangelung
von Besserem od. Geeigneterem für etw. verwendet wird;
-fiiller, der: vgl. ^büßer; ^los <Adj.; -er. -este): 1. keine
Lücke (1) aufweisend: ein -es Gebiß; die Teile lassen sich
I. (ohne Zwischenräume) ineinanderfügen. 2. absolut
vollständig; ohne, daß etw. fehlt: eine -e Beweiskette; ein -er
Lebenslauf; etw. I. darstellen, dokumentieren; seine
Kenntnisse auf diesem Gebiet waren I.. dazu: -losigkeit, die;
m-\ -Springer, der (ugs.): vgl. Kolonnenspringer; -test, der
(Psych.): Intelligenztest, bei dem Leerstellen in einem
Textbzw, in einer bildlichen Darstellung vom Probanden ergänzt
werden sollen; ^text. der: Text auf Formularen u.a., der
Leerstellen aufweist zum Einsetzen der individuellen Daten:
ein vorgedrucktes Formular mit L.
lückenhaft <Adj.; -er. -este; selten adv.): 1. Lücken (1)
aufweisend: ein -es Gebiß; seine Zähne sind I. 2. unvollständig;
Mängel aufweisend: -e Kenntnisse; sein Wissen, seine
Erinnerung an die Vorgänge ist I.. <Abl.:> Lückenhaftigkeit,
die; -; lucktg [loki<;l <Adj.; nicht adv.) [Nebenform vom
t lückig] (Bergmannsspr.): (vom Gestein) großporig; lückig
['Ivki^l <Adj.) (selten): a) Lücken (1) aufweisend: ein -er
Bestand; daß ... der Wald ... I. und ertragsarm geworden
war (Mantel. Wald 30); b) mit Zwischenräumen: I. verlegte
Schrittplatten (Bergsträßer Anzeiger 29. 12. 69, 6).
lud [lu:t]: Triaden.
Lude ['Iu:d3l, der; -n, -n QCurzf. von: Lud(e)wig. für TLouisl
(salopp abwertend): 1. Zuhälter; Ich wäre ganz gerne ihr
L. gewesen (Lynen. Kentaurenfährte 39). 2. (veraltend)
Herumtreiber.
lüde [ly.dd]: Triaden.
Luder [lu:del. das; -s. - [mhd. luoder; H.u.l: 1. (salopp)
durchtriebener, gemeiner, niederträchtiger Mensch: sie ist
ein [freches, gemeines, dummes] L.; sie ist ein armes L.
(jmd., der einem leid tut); (als Schimpfwort für einen
Menschen, seltener für ein Haustier:) „Das dumme L.!"
konnte Duftermann ... schimpfen (Fallada, Trinker 102);
vorwärts, faules L. (Werfel, Himmel 106); (mit dem
Unterton wiederstrebender Anerkennung:) ein feines L.
(gutgekleideter Mensch); sie ist ein kleines L. (eine gewitzte,
kokette o. ä. Person); ein süßes L. (ein reizendes Mädchen,
Kind). 2. (Jägerspr.) a) totes Tier, das als Köder für
Raubwild verwendet wird; b) Federspiel, mit dem der zur Beizjagd
abgerichtete Greifvogel angelockt wird.
luder-. Luder-: ^jan, der (selten): svw. t Liederjan: Babett
versorgte sich und ihren L. von Sohn (H. Grzimek, Tiere
73); -leben, das <o. PI.) (abwertend): Lotterleben; -mäßig
<Adv.) (landsch.): sehr, überaus: es ist I. kalt; -platz, der
(Jägerspr.): Platz, an dem ein Köder ausgelegt ist;
^Wirtschaft, die (abwertend): Unordentlichkeit, Schlampigkeit
(in der Lebensführung).
luderig ['lu:ddn<;] <Adj.) [mhd. luoderic] (veraltet
abwertend): schlampig; liederlich: Sie sind begabt .... aber I.
(Hacks, Stücke 175); ludern [lu:dml <sw. V.; hat) [mhd.
luodernl (veraltet abwertend): ausschweifend, liederlich
leben; <Abl.:> Ludtelrer ['lu:d(a)rBl.der; -s. - [mhd. luoderaerel
(veraltet abwertend): liederlicher Mensch.
Ludi: PI. von TLudus.
Ludolfsche Zahl ['lu:dolfte -]. die; - - [nach dem dt.-niederl.
Mathematiker Ludolf van Ceulen (1540-1610)1 (Math.):
gelegtl. verwendete Bez. für die Zahl Pi.
Ludus [lu.dusl. der; -. Ludi [lat. lüdus = Spiel]: 1.
öffentliches Fest u. Schauspiel im Rom der Antike. 2. (Llteraturw.)
geistliches Drama des Mittelalters.
Lues [lu:esl. die; - [lat. lues = Seuche, Pestl (Med.): Syphilis;
<Abl.:> luetisch [lye.tiD. luisch <Adj.; o. Steig.) (Med.):
syphilitisch.
1703
Luffa
Luffa flufa]. die; -. -s [arab. lüfl (Bot.): tropisches Kürbisge-
wachs, aus dessen Früchten Badeschwämme o. ä. hergestellt
werden; <Zus.:> UjfTasdiwamm, der.
Luft [loftl. die; -. Lüfte [Ivfts; mhd.. ahd. luft; H. u.|: 1.
<o. PI.) a) (die Lufthülle der Erde bildender) in der
Hauptsache aus Sauerstoff u. Stickstoff bestehender gasförmiger
Stoff, den Menschen u. Tiere zum Atmen brauchen;
Atmosphäre (1 a): dünne, sauerstoflreiche. ozonhaltige, feuchte
L.; Die weiche italienische L. (das italienische Klima; Thieß.
Legende 173); flüssige L. (Physik; durch Kühlung u.
Kompression verflüssigte Luft): die L. ist klar, staubfrei,
verschmutzt; der Ballon ist mit L. gefüllt; der Motor wird
mit L. gekühlt; du mußt mehr an die [frische] L. gehen
(ins Freie gehen, Spazierengehen); die Kinder sind den
ganzen Tag in der L. (im Freien, draußen); * die L. ist
rein/sauber (ugs.; es ist niemand da. der horcht, beobachtet,
eine Gefahr darstellt o.a.): irgendwo ist/herrscht dicke L.
(ugs.; es herrscht eine gespannte Atmosphäre, eine gereizte
Stimmung): aus etw. ist die L. raus (ugs.; etw. hat seine
Aktualität, seine Bedeutung. Wirkung o.a. verloren, ist
verpufft): L. für jmdn. sein (ugs.; [in bezug auf Personen]
von jmdm. demonstrativ nicht beachtet werden): gesiebte
L. atmen (ugs. scherzh.; eine Freiheitsstrafe verbüßen; die
Gitter des Gefängnisfensters werden scherzh. mit einem
Sieb verglichen); die L. aus dem Glas lassen (ugs. scherzh.;
Wein. Bier o. ä. in das Glas nachfüllen): die L. rauslassen
(ugs.; sich in seiner Erregung mäßigen): sich in L. auflösen
(ugs.: 1. [meist von Dingen! spurlos verschwinden,
unauffindbar werden. 2. / von Plänen. Vorhaben} nicht verwirklicht
wer den. fallengelassen werden): jmdn. wie L. behandeln (ugs.;
jmdn. demonstrativ nicht beachten): b) Atemluft: schlechte,
verbrauchte, stickige L.; vor Schreck blieb ihm die L.
weg (ugs.; vergaß er zu atmen): die L. einziehen, anhalten,
ausatmen; tief L. holen (tief einatmen); etw. schnürt jmdm.
die L. ab; Der stechende Dunst ... nahm Beifontaine die
L. (ließ ihn schwer atmen; Langgässer. Siegel 244); Er
ging ... zum Fenster, um L. zu schnappen (frische Luft
zu atmen; Böll. Adam 64); keine L. bekommen, kriegen
(nur schwer atmen können); nach L. ringen; R na. [dannl
gute L.! (ugs. iron.; da steht ja noch Schlimmes bevor f);
41 jmdm. bleibt die L. weg (ugs.; jmd. ist sehr erstaunt,
erschrocken o.a.): imdm. geht die L. aus (fAtem); Jmdm.
die L. abdrehen/abdrücken (ugs.; jmdn. wirtschaftlich
ruinieren): imdm. die L. zum Atmen nehmen (jmdn. in seinem
Handeln o.a. sehr einengen); L. holen/(geh.:) schöpfen
(fAtem); wieder L. holen/schnappen können (ugs.; zeitlich,
finanziell o.a. nicht mehr so sehr unter Druck stehen): die
L. anhalten (ugs.; bei etw. große Bedenken haben im Hinblick
auf seinen guten, glücklichen Verlauf. Ausgang o.a.): halt
die L. an! (ugs.: 1. hör auf zu reden!; sei mal still! 2.
übertreibe nicht so!); Jmdn. an die [frische] L.
setzen/befördern (ugs.: 1. jmdn. aus der Wohnung, aus dem Haus o.a.
hinauswerfen. 2. jmdn. aus einer Stellung entlassen): nach
L. schnappen (ugs.; geschäftlich, wirtschaftlich in einer
schlechten Lage sein): von L. und Liebe leben (ugs. scherzh.;
so wenig essen, daß es jmdn. verwundert): du lebst wohl
von L. und Liebe?; nicht von der L./von L. und Liebe
leben können (ugs.; nicht ohne materielle Grundlage
existieren können). 2. <PI. gehoben) der freie Raum über dem
Erdboden; Himmel/sraum/: Die L. war blau, noch voller
Schatten (Schnabel. Marmor 74); die Aufnahmen waren
aus der L. gemacht (von einem Luftfahrzeug aus); Trümmer
flogen durch die L.; Schornsteine ragen in die L.; das
Flugzeug erhebt sich in die L.; ein Gebäude in die L.
sprengen, jagen (es sprengen, um es zu zerstören od. zu
beseitigen);das Silo flog/ging in die L. (ugs.; explodierte);
sie ließen den Bunker in die L. gehen (ugs.; sprengten
ihn); *etw. ist aus der L. gegriffen/geholt (eh\>. entspricht
nicht den Tatsachen, ist frei erfunden); in der L. liegen
(1. bevorstehen, sich zu entladen drohen: ein Gewitter lag
in der L. 2. dem Zeitgeist entsprechen; mancherlei
Erfindungen lagen in der L.); in der L. hängen/schweben (ugs.:
1. noch ganz ungewiß, unsicher, noch nicht entschieden sein:
die ganze Angelegenheit hängt [noch] in der L. 2. ohne
finanziellen Rückhalt sein); [schnell/leicht] in die L. sehen
(ugs.; sehr leicht, häufig aus nichtigem Anlaß, in einem
heftigen Ausbruch seinem Ärger, seiner Wut freien Lauf
lassen); in die L. reden (fWind); in die L. gucken (ugs.;
das Nachsehen haben; leer ausgehen); jmdn. in der L.
zerreißen (salopp: 1. lim Hinblick auf eine künstlerische o.a.
Leistung 1 jmdm. eine vernichtende Kritik zuteil werden
lassen. 2. [als Drohung; in Verbindung mit .Mannen"] aui
jmdn. sehr wütend sein: ich könnte ihn in der L. zerreißen);
per L. (mit dem Flugzeug): per L. reisen. 3. <Vkl.
tLüftchen; PI. nur dichter.) schwacher Wind; Brise;
Luftbewegung: es weht eine scharfe, kalte L.; ein kühlendes Lüftchen
(ein kühler Windhauch); Die L. bringt Hunderte
Wiesengerüche mit sich (Musil, Mann 1140); * frische/eine andere/
freiere/frischere/bessere L. in etw. (hineMbringen (etw. in
Schwung bringen; einer Sache neue Impulse geben). 4. <o.
PI.) (ugs.) freier Raum, Platz. Spielraum [der an einer
Stelle (unerwarteterweise) vorhanden ist]: da ist noch viel
L. [drin]; zwischen den Teilen muß etw. L. bleiben; er
versuchte in dem Bücherschrank etwas L. zu schallen,
zu machen; an der nächsten Haltestelle wird es L. geben
(steigen so viele Leute aus. daß wieder mehr Platz vorhanden
sein wird); Ü er konnte sich etwas L. (Bewegungsfreiheit
für seine Handlungen) [verjschaflen; *in etw. ist noch L
[drin] (ugs.; bei etw. gibt es noch einen Spielraum zum
Manövrieren, noch eine bestimmte Handlungsfreiheit o.a.).
in der Kalkulation, in den Preisen ist noch genügend L.;
sich <Dativ) L. machen (ugs.: 1. sich entlastenden Ausdruck
verschaffen: das unregelmäßige Atmen ihrer Brust .... in
dem sich die ... Erregung L. machte [Zuckmayer.
Fastnachtsbeichte 119]. 2. aufgestauten Ärger o.a. aussprechen
u. sich dadurch Erleichterung verschaffen: ich mußte mir
einmal L. machen); einer Sache L. machen (ugs.; über
das, was einen sehr ärgert, sehr zornig o. ä. macht, sprechen
od. sich schimpfend äußern, um sich dadurch Erleichterung
zu verschaffen): er machte seinem Zorn. Ärger, L.
Igft-. Lvft-: -abschkiß, der <o. PL): unter L. haben sich
die organischen Stoffe lange erhalten; -abwehr, die (M ilit.)
a) aus der Luft (2) vorgenommene Abwehr feindlicher
Flugobjekte; b) Einheit, die in der Luftabwehr (a) eingesetzt
ist; -abzug, der: 1. <o. PI.) das Abziehen der Luft durch
einen Schacht. Kamin o. ä.: der L. ist schlecht, funktioniert
nicht. 2. Entlüftung (2); -akrobat, der: Akrobat, der seine
Kunststücke auf dem Seil ausführt, dazu: -akrobatik, die;
^akt. der (Kunstkraftsport): in der Luft, am Trapez
ausgeführte Übung; -alarm, der: svw. T Fliegeralarm; -angriff,
der (Milit.): Angriff auf ein gegnerisches Ziel mit
Flugzeugen. Luftlandetruppen od. Flugkörpern; -ansieht, die: vgl.
-aufnähme: —annee, die (DDR Milit.): für bestimmte
operative od. strategische Zwecke zusammengestellter Verband
der Luftstreitkräfte; -aufklftning. die (Milit.): aus der Luft
(2) vorgenommene Aufklärung (4); -aufnähme, die: von
einem Luftfahrzeug aus gemachte fotografische Aufnahme
eines Teils der Erdoberfläche; -austausch, der (Met.): Aus-
tausch von Luftmassen; -bad, das (veraltend): a) Aufenthalt
im Freien in wenig od. unbekleidetem Zustand, bei dem
der Körper laus gesundheitlichen Gründen] der Luft u. der
Sonne ausgesetzt wird: der Arzt hat den Kindern Luftbäder
verordnet; b) zum Luftbaden vorgesehenes Gelände mit Ue-
gewiese. zu a: -baden <sw. V.; nur im Inf. u. im 2. Part
gebr.): ein Luftbad (a) nehmen; -ballon, der: 1. bunter
Ballon (1 a) von verschiedener, meist runder Form, der an
einem Stöckchen aus Draht od. einem Bindfaden gehalten
wird (Spielzeug für Kinder). 2. mit Luft gefüllter Ballon
(1 b); -befeuchter, der: in beheizten Räumen aufzustellende*
Gerät, das der Luft durch Verdampfen von Wasser
Feuchtigkeit zuführt; -befeuchtung, die: die L. drosseln; -behand-
hing, die: vgl. Aerotherapie; -bereifung, die: mit Luft
gefüllte Reifen (eines Fahrzeugs): der Pferdewagen hat L^
-betankung« die: das Betanken eines Flugzeugs in der Luft.
-bewegung. die <P1. selten) (Met.): Bewegung der Luft
(2); schwacher Wind: eine vertikale, horizontale L.; es
herrscht schwache L.; -bild, das: 1. svw. t-aufnähme
2. (dichter.) svw. Kspiegehing, zu 1: -bildarchäologit.
die: Verfahrensweise der Archäologie, bei der mit Hilft
von fotografischen Aufnahmen aus der Luft archäologische
Tatbestände ausgemacht werden, -bildkamera, die.
-bildkarte, die: aus Luftbildern zusammengesetzte Karte, du
ein bestimmtes Areal wiedergibt; -Maschen, das; -blase.
die: mit Luft gefüllte Blase (1 a): -n im Glas; im Wasser
aufsteigende -n; seine Illusionen zerplatzten wie -c\
-bremse, die <meist PL): am Tragflügel od. Rumpf eines
Luftfahrzeugs angebrachte ausfahrbare Klappe, die zur
Bremsung in Tätigkeit gesetzt wird; -brücke, die Inadi
engl.-amerik. air lift]: zur Versorgung eines von der Außen*
weit abgeschnittenen Gebietes errichtete Verbindung mu
1704
luft-, Luft-
Luftfahrzeugen; -brüst, die: svw. T Pneumothorax; -dicht
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: undurchlässig für Luft (1 a):
ein -er Verschluß; eine -e Verpackung; etw. 1. abpacken;
-dichte, die (Physik. Met): von Luftdruck, Temperatur
u. Luftfeuchtigkeit abhängige Dichte (2) der Luft; -dribbel,
das (Basketball): Form des Dribbeins, bei dem der Ball
zu Beginn in die Luft geworfen wird u. vom Spieler wieder
berührt wird, bevor er den Boden berührt; -druck, der;
-[eis: 1. (Physik) Druck, den die Luft (1 a) infolge der Schwer-
kraft auf eine Fläche ausübt; atmosphärischer Druck: ein
hoher L.; der L. steigt, fällt, ist gleichbleibend. 2.
Druckwelle, die durch eine Explosion hervorgerufen wird: die
Verletzten waren durch den L. aus dem Gebäude
herausgeschleudert worden, zu 2: -druckkrankheit, die: svw.
fCaissonkrankheit, -Druckmesser, der: Gerät, mit dem der
atmosphärische Druck gemessen wird; Barometer, -druckwelle,
die: svw. t Druckwelle; -durchlässig <Adj.; nicht adv.):
durchlässig für Luft (1 a): -es Material; diese Stoffe sind
kaum 1.. dazu: -Durchlässigkeit, die; -dusche, die (Med.):
das Ein- od. Durchblasen von Luft durch ein Organ, z. B.
das Ohr. zu diagnostischen od. therapeutischen Zwecken;
Elektrizität, die (Physik. Met.): Gesamtheit der in der
Atmosphäre auftretenden Formen von Elektrizität; -embolie,
die (Med.): durch das Eindringen von Luft in die Blutbahn
entstehende Embolie; -fahrer, der (selten): Pilot [eines
privaten LuftfaftrzeugsJ; -fahrt, die: 1. <o. PI.) a) alles mit
der Nutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge
Zusammenhängende; b) das Fliegen mit Luftfahrzeugen; Flug: die
zivile L.; die Anfänge, die Entwicklung der L. 2. (selten)
Fahrt durch die Luft (mit einem Luftschiff od. Ballon):
an einer L. mit einem Luftschiff teilnehmen, zu 1: -fahrtfor-
schung, die, -fahrtgesellschaft, die svw. t Fluggesellschaft.
-fahrtindustrie, die. -fahrtkarte, die (Flugw.): spezielle
Navigationskarte für den Flugverkehr. Fliegerkarte, -fahrtme-
dizin, die; -fahrzeug, das: Fahrzeug, das sich in der Luft
fortbewegt; -fedenmg, die (Kfz.-T.): Federung von Kraft-
fahrzeugen. bei der luftgefüllte Bälge als Stoßdämpfer
verwendet werden; -feuchte, die (bes. Fachspr.).
-feuchtigkeit, die (Met.): in Gestalt von Wasserdampf in
der Luft vorhandene Feuchtigkeit; -filter. der, fachspr.
meist: das (Technik): Filter (lb). der Verunreinigungen
aus der Luft abfängt; -flotte, die (Milit.): großer Verband
der Luftwaffe; -fracht, die: 1. Fracht (1). die mit dem
Flugzeug befördert wird. 2. Fracht (2) für die Beförderung
mildem Flugzeug: die L. bezahlen; ^gas.das: svw.
tGeneratorgas; -gefahr, die <o. PL): aus der Luft, durch
Bombenflugzeuge drohende Gefahr; Fliegergefahr; -gefedit, das
(Milit.): vgl. -kämpf (Ggs.: Bodengefecht); -gefüllt <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): mit Luft gefüllt; -seist, der: zu
den Elementargeistern gehörendes, in der Luft lebendes
Wesen; --gekühlt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Technik): mit
Hilfe von Luft gekühlt: ein -er Motor; -gepäck, das: bei
einer Flugreise mitgeführtes Gepäck; -geschäft, das (selten):
vorgetäuschtes, fingiertes Geschäft; -geschwindigkeit, die
(Technik): Geschwindigkeit bewegter Luft; -getrocknet
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): an der Luft getrocknet: -es
Fleisch; -gewehr, das: Sportwaffe, bei der das Geschoß
durch Druckluft aus dem Lauf getrieben wird; -hafen, der
(selten): svw. tFlughafen; ^haltig <Adj.; nicht adv.)
(Fachspr.): mit Luft durchsetzt. Luft enthaltend; porös;
-härten, das; -s (Metallbearb.): das Härten von Stahl durch
Abschrecken an der Luft; -hauch, der (geh.): kaum spürbare
Luftbewegung: kein L. war zu spüren; -heizung, die:
Heizung (1 a). bei der die Luft als Wärme träger dient: -herr-
schaft, die <o. PI.) (M ilit.): (in bezug auf die Luftstreitkräfte
eines Landes) Beherrschung des gegnerischen Luftraums;
-heuler, der: Feuerwerkskörper, der zischend u. mit einem
Heulton in die Luft schießt; -hieb, der: 1. (Fechten)
fehlgehender Hieb. 2. (Rudern) Ruderbewegung, bei der das
Ruderblatt zu spät ins Wasser eintaucht; -hoheit, die: Hoheit.
Souveränität eines Landes über den zugehörigen Luftraum;
-holen, das; -s: svw. TAtemholen; -hülle, die: die Erde
wie eine Hülle umgebende Schicht atmosphärischer Luft;
Atmosphäre da); -hunger. der: starkes Bedürfnis nach
frischer Luft, nach Sauerstoff dazu: -hungrig <Adj.; nicht
adv.); -hutze. die (Kfz.-T.): Hutze. die [bei Rennwagen]
zum Ansaugen zusätzlicher Luft für den Vergaser dient;
-kabel, das (Technik): über der Erde verlegtes Kabel; -kalb,
das: svw. T Dunstkalb; -kalk, der (Bauw.): svw. f
Kalziumoxyd; -kämpf, der: Gefecht von Kampfflugzeugen in der
Luft; -kissen, das: 1. aufblasbares Kissen aus Gummi o. ä..
das als /Sitz/polster dient. 2. (Technik) komprimierte Luft
(von der das Luftkissenfahrzeug getragen wird), zu 2: ^kis-
senfahrzeug, das: für die Überquerung von Wasserflächen
u. unwegsamem Gelände geeignetes Fahrzeug, das von einem
Luftkissen (2) getragen wird; Hovercraft; -klappe, die: 1.
Klappe, mit deren Hilfe die Luftzufuhr reguliert werden
kann. 2. Choke; -koffer, der: bes. leichter Koffer (speziell
für Flugreisen); -kondensator, der (Technik): elektrischer
Kondensator, bei dem die Isolierung durch Luft bewirkt
wird; -korrkior, der (Flugw.): festgelegte Luftstraße, die
Flugzeuge beim Überqueren eines fremden Staates benützen
müssen: ^krankheit, die: beim Fliegen auftretendes
Unwohlsein; -*rieg, der: Krieg mit u. zwischen Luftstreitkräften;
-kühking, die; - (Technik): 1. Kühlung durch Luft bei
Verbrennungsmotoren. 2. Einrichtung zur Kühlung von Räumen
u.a.; ^kurort, der: Kurort, der sich durch günstige
klimatische Verhältnisse, bes. durch gesunde Luft, auszeichnet:
-kutscher (ugs. scherzh.): svw. t Wahrer; -läge, die (Milit.):
Verhältnisse im Luftraum eines im Krieg befindlichen Landes
im Hinblick auf eingeflogene feindliche Flugzeuge: die
neuesten Meldungen zur L. abhören; -landeartillerie, die
(Milit.): Truppenteil der Waffengattung Artillerie, der
speziell für den Einsatz bei einer Luftlandung
ausgebildet u. ausgerüstet ist; -landeeinheit. die (Milit.);
-landetruppe,die (Milit.); -landung, die (Milit.): das
Absetzen von Truppen in einem bestimmten Kampfgebiet durch
Flugzeuge; ^leer <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): keine Luft
(1) enthaltend: ein -er Raum (Physik; Vakuum)', -linie,
die: 1. (selten) Fluggesellschaft. 2. <P1. selten) kürzeste
gedachte Entfernung zwischen [zwei] geographischen
Punkten: die Entfernung beträgt 1000 km L.; Sie hausen in
L. hundertdreißig Kilometer ... entfernt (Grzimek, Seren-
geti 57); -loch, das: 1. Öffnung, durch die Luft ein- u.
austreten kann: in den Karton ein paar Luftlöcher machen.
2. (ugs.) wechselnde Geschwindigkeit bzw. Richtung der
Luftströmung, die ein Luftfahrzeug für einen kurzen Moment
absacken läßt: die Maschine geriet in ein L.; -los <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Schweiz.): svw. Nleer; -mangel,
der <o. PI.): a) Atembeschwerden: der Kranke leidet an
akutem L.; b) Mangel an frischer Luft, an Sauerstoff: in
dem Raum herrschte nach kurzer Zeit ein unerträglicher
L.; -masche, die (Handarb.): (bes. beim Beginn einer
Häkelarbeit verwendete) Masche, die dadurch entsteht, daß
die Häkelnadel den Faden durch eine Schlinge des Garns
durchzieht; -masse, die <meist PI.) (Met.): über einem
größeren Bereich lagernde od. zirkulierende Lujimenge mit
einheitlichen Eigenschaften: feuchte, kalte -n. dazu: -mas-
sengrenze.die(Met.): Grenze zwischen Luftmassen
verschiedener Herkunft; ^matratze. die: vgl. Geissen (1); -menge,
die; -mine.die: dünnwandige große Fliegerbombe mit großer
Sprengwirkung; -offensive, die: vgl. -kämpf; -parade, die:
von Flugzeugen der Luftwaffe gezeigter Schauflug;
-Passagier, der (seltener): svw. f Flugpassagier; -Perspektive, die
(Kunstwiss.): (in der Landschaftsmalerei) der
Bildhintergrund, der durch bestimmte Farbgebung den Eindruck von
Raumtiefe bewirkt; ^pfeife, die (Technik): Öffnung in einer
Gießform, durch die die Luft entweichen kann; -pirat, der
(abwertend): Flugzeugentführer. Hijacker; -Piraterie, die;
-piratin, die (abwertend); -pistole, die: vgl. -gewehr;
-Polizist, der: svw. tHimmelspolizist; -polster, das: vgl.
Geissen; ^post, die: a) Beförderung von Postsendungen mit
dem Flugzeug: etw. per, mit L. schicken; b) mit dem
Flugzeugbeförderte Post: L. ist teurer als eine normale
Postsendung, dazu: -postbrief. der. -postpapier, das: bes. dünnes
Schreibpapier, das für Luftpostbriefe verwendet wird;
^pumpe, die [LU für nlat. antlia pneumatica]: Gerät, mit dessen
Hilfe Luft in einen Holdraum o. ä. hineingepumpt od. aus
einem Hohlraum o. ä. abgesaugt wird; -räum, der: der freie
Raum über der Erdoberfläche / der jeweils zu dem
Hoheitsgebiet des Landes gehört, über dem er sich erstreckt]: den
L. eines Landes überfliegen, verletzen; ^recht. das <o.
PI.) (jur.): Gesamtheit der die Nutzung des Luftraums durch
Luftfahrzeuge betreffenden Rechtsvorschriften; -reifen, der:
mit Luft gefüllter Reifen eines Fahrzeugs; ^reinigung, die:
Reinigung der Luft; ^rehe. die (seltener): Flugreise; -rekla-
roe, die: svw. T^Werbung; ^röhre. die (Anat.): knorpeliges
röhrenförmiges Verbindungsstück zwischen Kehlkopf u.
Bronchien, durch das die Luft in die Lunge gelangt, dazu:
-röhrenast, der. -röhrenkatarrh, der. -röhrenschnitt, der
1705
Lüftchen
(Med.): operativer Eingriff bei bestimmten akuten
Erkrankungen, bei dem durch einen Einschnitt in die Luftröhre
die Atmung erleichtert wird; -rolle, die: 1. (Turnen) Salto
über den Holmen. 2. (Flugw.) Drehung eines Flugzeugs
um seine Längsachse im Flug: eine L. fliegen; -sack, der:
1. svw. t Airbag. 2. (Zool.): sackförmige Anhänge der Lunge
bei Vögeln; -Sauerstoff, der: in der Luft enthaltener
Sauerstoff; -söule, die (Physik): der sich über einer Bodenfläche
in vertikaler Richtung erstreckende Bereich der Luft;
-Schacht, der: der Belüftung dienender Schacht; -schall,
der (Physik): der sich über die Luft ausbreitende Schall;
-schaukel« die (I and seh.): svw. T Schiftschaukel; -Schicht,
die (Met.); -schiff, das: aus einem großen, langgestreckten,
mit Gas gefüllten Körper mit rundem Querschnitt
bestehendes, langsam fliegendes Luftfahrzeug, dazu: -Schiffahrt,
die: 1. <o. PI.) Luftfatirt (1) mit Luftschiffen. 2. (selten)
Fahrt, Reise mit einem Luftschiff, -schiffer, der (selten):
Führer eines Luftschiffs od. Ballons; -Schlacht, die: vgl.
^kampf; -schlänge, die <meist PI.): zunächst aufgerollter,
schmaler, farbiger Papier streifen, der-durch die Luft
geworfen - sich entrollt u. bes. im Fasching o.a. als Dekoration
verwendet wird; -schleuse, die (Technik): hermetisch
abschließbarer, kammerartiger Verbindungsraum zwischen
zwei Räumen mit unterschiedlichem Luftdruck, der den
Druckausgleich zwischen den Räumen verhindert; -schlitz,
der (Technik): Schlitz für die Belüftung, die Luftzufuhr;
-schloß, das <meist PL): etw. Erwünschtes, das man sich
in seiner Phantasie ausmalt, das aber nicht realisierbar ist:
all seine Pläne waren nur Luftschlösser; * Luftschlösser
bauen (sich seinen Wunsch träumen überlassend Pläne
machen in seiner Phantasie, die sich nicht realisieren lassen);
-schraube, die (Technik): svw. t Propeller; -schütz, der:
a) Gesamtheit der Maßnahmen zum Schutz der
Zivilbevölkerung bei Luftangriffen im Krieg: der zivile L.; b) für den
Luftschutz (a) gebildete Organisation: Der L. hatte ihn
entdeckt und in seinen Einsatzkarten eingeplant (Grass.
Hundejahre 309). dazu: -schutzbunker, der. -schutzkeller,
der. -schutzraum, der. -schutzsirene, die. -schutzübung,
die, -schutzwart, der (früher): jmd., der für Maßnahmen
des Luftschutzes in einem Stadtbezirk verantwortlich ist;
-seilbahn. die: svw. t Seilschwebebahn: -Sicherung, die:
svw. t Flugsicherung; -Sperrgebiet, das: Teil des
Hoheitsgebietes eines Landes, dessen Überfliegen untersagt ist;
-Spiegelung, die: durch Brechung der Lichtstrahlen an verschieden
dichten Luftschichten verursachte optische Täuschung, bei
der ein entferntes Objekt mehrfach od. auch auf dem Kopf
stehend gesehen wird; -spitze, die (Textllind.): maschinell
hergestellte Stickerei, bei der die Stoff Zwischenräume
nachträglich mit Hilfe von Säure entfernt werden; -sport, der
(seltener): svw. f Flugsport; -sprang, der: kleiner Sprung
in die Höhe (als Ausdruck der Freude o.a.): vor Freude
machten, vollführten die Kinder Luftsprünge; ^Stewardeß,
die: zum fliegenden Personal einer Fluggesellschaft
gehörende Stewardeß; -Stickstoff, der: in der Luft enthaltener
Stickstoff: -Straße,die (Flugw.): festgelegte Flugstrecke im
Luftverkehr; -Streitkräfte <PI.) (Milit.): Teil der Streitkräfte,
der den Krieg in der Luft führt; -ström, der: als Sog
spürbarer starker Luftzug; -Strömung, die (Met.); -Stutzpunkt,
der (Milit.): Militärbasis an einem strategisch wichtigen
Punkt; -tanken, das; -s: (von Flugzeugen) das Tanken von
Treibstoff in der Luft; ^taxe, die. ^taxi. das: Hubschrauber
od. Kleinflugzeug, das Fluggäste über kurze Strecken
befördert; -temperatur, die (Met.); -trichter, der (Technik):
Vorrichtung zur Regulierung der Luft menge bei Verbren-
nungsmotoren; -trocken <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (durch
längeres Lagern) an der Luft getrocknet: -es Holz, -e Ziegel;
-trockenheit, die (Met.); -tüchtig <Adj.; nicht adv.): a)
(von einem Luftfahrzeug) intakt u. flugbereit; b) (von
Personen) das Fliegen gut vertragend, dazu: -tüchtigkeit, die;
-Überlegenheit, die (Milit): vgl. -herrschaft; -Veränderung,
die: (aus gesundheitlichen Gründen notwendiger) Wechsel
des Klimas, Aufenthalt an einem Ort mit anderem Klima:
L. würde dir guttun; L. brauchen, nötig haben;
-Verflüssigung, die; -verkehr, der: svw. t Flugverkehr, dazu: ^ver-
kehrsgeselbchan, die; -Verpestung, die: vgl.
-Verunreinigung.; -Verschlechterung, die: vgl. -Verunreinigung;
-Verschmutzung, die: vgl. -Verunreinigung: die L. nimmt
ständig zu; die L. einzudämmen versuchen; -Verteidigung, die:
vgl. -kämpf; -verunremtgung, die: a) das Verunreinigen
der Luft durch Fremdstoffe (bes. Abgase der Kraftfahrzeuge,
Emissionen der Industrien); b) Zustand der Verunreinigung.
Verschmutzung der Luft; -waffe. die: für den Ijuftkrieg
bestimmter Teil der Streitkräfte eines Staates, Landes, dazu:
-waffendivision,die (Bundesrepublik Deutschland. Milit.):
Großverband der Luftwaffe, -waffenhelfer, der: (gegen Ende
des zweiten Weltkriegs) als Helfer bei der Luftverteidigung
eingesetzter, noch nicht wehrpflichtiger Jugendlicher;
-Warnung, die: Warnung vor Fliegergefahr; -Wechsel, der: svw.
t ^Veränderung; -weg, der: 1. vgl. Landweg (2). 2. <PL>
(Anat.) svw. t Atemwege: die oberen, unteren -e; -Werbung,
die: Werbung aus der Luft (mit Ballon durch Flugzeug.
Flugblätter u. a.); -widerstand, der (Physik): der Bewegung
eines Körpers entgegenwirkender Druck, der von der
umgebenden Luft ausgeübt wird; -würze!, die (Bot.): bei
verschiedenen Pflanzen auftretende, über der Erde wachsende
Wurzel: -ziegel, der: an der Luft getrockneter Ziegel; -zufuhr,
die: die L. regeln; -mg,der<PI. selten): spürbare, strömende
Bewegung der Luft: ein kühler L. kam vom Fenster herein.
Lüftchen I'lYfUpn]. das; -s. - <PI. selten): TLuft (3);
lüften rlYftn] <sw. V.; hat) [mhd. lüften = in die Höhe
heben]: 1. a) durch Öffnen der Fenster, mit Hilfe von
Durchzug o. ä. frische Luft in einen Raum hereinlassen: das
Zimmer I.; <auch ohne Akk.-Obj.:> wir müssen gründlich I.;
<subst.:> das tägliche Lüften des Krankenzimmers ist
wichtig; in der Luft lag ... Pfeifenrauch, der selbst durch
beständiges Lüften nicht zu vertreiben war (Langgasser.
Siegel 437); b) etw., bes. Kleidung, eine gewisse Zeit (zum
Entfernen daran haftender Gerüche) der Luft aussetzen.
die Wintersachen, die Betten I. 2. etw. ein wenig hochheben,
von der Stelle, an der es sich befindet, kurz wegnehmen.
den Deckel, den Vorhang I.; den Hut zum Gruß !.; Lüftet
gefälligst eure Hintern {erhebt euch; Kirst. 08/15. 767).
3. etw. nicht länger aufrechterhalten, bestehenlassen: seine
Anonymität, sein Inkognito I.; er lüftete schließlich sein
Geheimnis (gab es preis); Lyfter.der; -s. -: 1. svw. t
Ventilator. 2. Heizlüfter; luftig ['luftnj] <Adj.) [mhd. hiftecl: l.a)
<nicht adv.) (bes. in bezug auf einen Raum) [hell u. groß
u.J mit genügend Luftzufuhr: ein -er Keller. Speicher.
Raum; b) <nur attr.) hoch in der Luft, in der Höhe
angesiedelt o. ä.: sie wanderten auf-er Höhe; auf der...
Dachterrasse .... von deren -er Höhe man ... sich eines weiten Blicks
... erfreute (Th. Mann. Krull 267). 2. (bes. in bezug auf
Kleidung) leicht u. luftdurchlässig: -e Sommerkleider.
Gewänder; sie waren I. angezogen; du bist zu I. (nicht warm
genug) angezogen. 3. (selten, abwertend) a) (in bezug auf
Personen) flatterhaft, nicht zuverlässig: ein -er Bursche;
b) nicht stichhaltig, nicht ernst zu nehmen: eine -e
Begründung; der Vorwand ist sehr I.; Luftikus f loftikus]. der.
-[sesl. -se [Studentenspr. mit latinis. Endung zu älter
(der) Luft = leichtsinniger Mensch] (ugs. abwertend):
leichtsinniger, oberflächlicher, wenig zuverlässiger Mann.
er ist ein L.; Lüftlmaler ['Ivftl-l. der; -s. -; Ltyftknalerei,
die; -. -en [die Malerei befindet sich an der Luft = im
Freien): 1. <o. PI.) Malerei an den Fassaden bayrischer
Häuser u. Kirchen. 2. einzelne Darstellung in der Technik
der Lüftlmalerei (1); Lgftung. die; -. -en: 1. das Lüften.
2. Vorrichtung, technische Anlage, mit deren Hilfe Räume
o. ä. belüftet werden; <Zus.:> Lüftungsanlage, die; Lüftung*-
klappe, die; Ltyftungsstein, der (Bauw.).
Lug [lu.k; mhd. lue. ahd. lug. zu t lügen] in der Fügung
L. und Trug (geh.; Betrug. Täuschung): alles ist L. und
Trug; er ist voller L. und Trug (ist unehrlich, lügt nur>
Lugaus. der; -, - [zu t lugen] (landsch.): Aussichtsturm.
Lüge ['Iy:g3l. die; -. -n [mhd. lüge. ahd. lugi]: bewu/Jt falsche,
auf Täuschung angelegte Aussage; absichtlich, wissentlich
geäußerte Unwahrheit: eine grobe, freche, unverschämte,
faustdicke, glatte L.; eine barmherzige L. (Unwahrheit,
durch die man jmdn. zu schonen sucht); -n in Umlauf
setzen, ausstreuen; jmdm. -n auftischen; jmdn. der L.
bezichtigen; er verstrickte sich immer mehr in -n; Spr -n
haben kurze Beine (mit Lügen kommt man nicht weit/.
L. vergeht. Wahrheit besteht; Ü ihre Ehe war eine einzige
L. (war auf Täuschung aufgebaut); *eine fromme L. (svw.
ein frommer Betrug (2). t Betrug); imdn. -n strafen (Jmdn.
der Unwahrheit überführen); etw. -n strafen (beweisen,
offenbar werden lassen, daß etw. nicht so ist, wie es den
Anschein hatte od. wie es dargestellt wurde).
lugen [lu:gn] <sw. V.; hat) [mhd. (md.) lügen, luogen. ahd
luogen] (geh.. veraltend, noch landsch.): 1. aufmerksam,
spähend (aus/schauen, [nach jmdrn., etwj blicken: aus
1706
lumineszieren
dem Fenster, durch das Schlüsselloch, nach jmdm. L; U
die Sonne lugte durch die Wolken: die bloße Haut lugt
durch das zerschlissene Hemd. 2. svw. f hervorgucken (2):
eine Zeitung lugt aus seiner Manteltasche.
fiaen [ly:gn] <st. V.; hat) [mhd. liegen, ahd. lioganl: a)
bewußt u. absichtsvoll die Unwahrheit sagen: er lügt; da
lügst du doch! (was du da sagst, ist doch nicht wahr!);
hier wird nur gelogen und betrogen; sie lügt wie gedruckt
(!drucken a); ich müßte I.. wenn ich sagte, es gefiele mir;
R wer lügt, der stiehlt; Spr wer einmal lügt, dem glaubt
man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht; <subst.:>
sich aufs Lügen verlegen; Ü die Sterne lügen nicht; b)
(selten) etw. Unwahres behaupten; vortäuschen: er hat das
alles gelogen; wenn er Verständnis lüge, so sei das Diebstahl
(R. Walser, Gehülfe 16); „Ich weiß es nicht", log er;
das ist gelogen (das ist doch nicht wahr)!
Läsen-: -beutel, der (derbes Schimpfwort): Lügner; ^bold,
der: t Lügenbold; -detektor, der: Detektor (1). mit dem
unwillkürliche körperliche Reaktionen eines Befragten
registriert werden, die möglicherweise Rückschlüsse auf den
Wahrheitsgehalt gemachter Aussagen zulassen; Miichtung,
die (Literaturw.): erzählende Dichtung, die
unwahrscheinliche od. phantastische Geschichten zum Inhalt hat: ^-feldzug,
der: Kampagne, die mit Lügen arbeitet, um einer Person
od. Sache zu schaden; ^gebäude, das: vgl. -gespinst; -ge-
schichte, die: erlogene Geschichte; -aespinst, das (geh.):
aus lauter Unwahrheiten bestehende Darstellung o.a.; ^ge-
webe, das: vgl. -gespinst; -hetze, die: vgl. -feldzug; -kam-
pagne, die: vgl. ^feldzug; -märchen, das vgl. -geschichte:
was er da berichtet hat. sind doch lauter L.; -maul, das
(derbes Schimpfwort): Lügner; -netz, das: vgl. ^gespinst;
-peter, der [zum 2. Bestandteil vgl. Heulpeter] (ugs.. oft
als Schimpfwort): Lügner; -Propaganda, die.
Ui&cnbold [...tolt]. der. -[eis. -e [zum 2. Bestandteil vgl.
Witzbold] (Schimpfwort): jmd., der häufig oder
gewohnheitsmäßig lügt: dem L. kannst du nichts glauben; lügenhaft
(Adj.; -er, -esle. Steig, ungebr.) (abwertend): a) unwafir:
eine -e Darstellung; der Bericht war I.; b) (seltener) (von
Menschen) zum Lügen neigend: Es gibt nur ein -es Wesen,
das ist der Mensch (Grzimek. Serengeti 160); <Abl.:>
Lügenhaftigkeit, die; -; Lügerei [Iy:g3raj]. die; -. -en
(abwertend): 1. <o. PI.) jmds. beständiges Lügen: seine L. geht
wirklich zu weit. 2. lügenhafte Äußerung o.a.
Lugger ['löge]: t Logger.
Luginsland ['lu:k| mslant]. der; -[e]s. -e [zu f lugen] (veraltend):
1. Wachturm. 2. Aussichtsturm.
Lugner [ly:gmj], der. -s. - [mhd. lügenxre. ahd. luginärl]:
jmd., der zum Lügen neigt, der häufig lügt: er ist ein
notorischer L.; Lügnerin, die; -. -nen: w. Form zu t Lügner;
lügnerisch <Adj.; nicht adv.) (abwertend): a) unwahr: -e
Reden. Behauptungen; b) (seltener) zum Lügen neigend,
verlogen: er ist ein -er Mensch; ich war ein beispiellos
-es, ungezogenes Kind (Keun. Mädchen 135).
kigubre [lugu:bre] <Adv.> [ital. lugubre < lat. lügubris
= traurig] (Musik): klagend, traurig.
Luiter ['Ulrike], der; -s. -e [zu tLues] (Med.): an Syphilis
Erkrankter; kiisch ['lurifl: tluetisch.
Luisine[lyizi:nd],die;-[frz. luisine,zu: luisant = leuchtend,
glänzend, I. Part, von: luire = leuchten, glänzen < lat.
lücere]: aus Naturseide od. Chemiefäden bestehendes weiches
Gewebe in Taftbindnng, das bes. als Hutfutter verwendet
wird.
Luk [lu:k], das; -[e]s, -e [f Luke] (Seemannsspr.): viereckige,
wasserdicht verschließbare Öffnung im Schiffsdeck.
Lukarne [lu'karnd], die; -. -n [frz.. afrz. lucarne < lat.
lucerna = Leuchte. Lampe, zu: lücere = leuchten]: 1.
(landsch.) Dachfenster, Dachluke. 2. (Archlt.) Zwerch/iaus
mit meist reicher Wer zierung (bes. in der Baukunst der
französischen Spätgotik).
Lukas [' lu:kas. auch:' lokas]. der; -.- [H. u.|: auj Jahrmärkten
aufgestellter Apparat, an dem jmd. seine Kraft erproben
kann, indem er auj die dafür vorgesehene Fläche einen Schlag
mit einem großen Hammer od. auch mit der bloßen Faust
ausführt: Ü hau den L.! (anfeuernder Ausruf eines
Zuschauers bei einer Schlägerei).
Luke [lu:kd]. die; -, -n [aus dem Niederd. < mniederd.
lüke. zu asachs. lükan = schließen, also eigtl. =
Verschluß]: I. kurz für t Dachluke. 2. verschließbare, als Ein-
u. Ausstieg u.a. dienende Öffnung bes. bei Schiffen: die
-n schließen, öffnen, dichtmachen; Aus den -n der Panzer
sahen Soldaten mit Lederhelmen (Simmel, Affäre 50);
<Zus.:> Lukendeckel, der.
lukrativ [lukrathf) <Adj.) [lat. lucrätivus = gewonnen, mit
Gewinn verbunden, zu: lucräri = gewinnen]
(bildungsspr.): einträglich, gewinnbringend (i) u. dadurch jür
jmdn. erstrebenswert: ein -es Angebot; eine -e Arbelt; das
Geschäft war nicht sehr I.; -er arbeiten.
kikulent [lukulent] (Adj.; -er. -este) [lat. lüculentus, zu:
lücere = leuchten] (bildungsspr. selten): a) hell, lichtvoll;
b) augenscheinlich, klar.
lukullisch [lukolUI <Adj.; nicht adv.) [nach dem röm.
Feldherrn Lucullus (etwa 117-57 v.Chr.)] (bildungsspr.): (von
einem Essen) üppig u. dabei erlesen: ein -es Mahl. Menü;
man hatte I. gespeist; Lukulkis [lu'kolos], der; -. -se
(bildungsspr. scherzh.): jmd., der gerne erlesen ißt.
Lulatsch [lu:l(a:)tj]. der; -[e]s. -e [H.u.] (ugs.):
hochaufgeschossener, schlaksiger / jungerJ Mann: Sohn Max (ein
L. von 1.90) (Hörzu 18. 1977, 16); er ist ein langer L.
Lullaby ['(Abbat], das; - ...bies [...bais. auch: ...baiz; engl,
lullaby. zu: to lull = lullen u. bye. tgood bye]: engl.
Bez. für: Schlaflied, Wiegenlied.
Lulle [lob], die; -. -n [zu tlullen (2a)] (ugs.): Zigarette:
Die kaum angezündete L. fliegt in die Kloschüssel (Ossow-
ski. Flauer 81).
lullen [Jutan] <sw. V.; hat) [eigtl. = saugen; urspr. lautm.]:
1. leise u. in einförmigem Rhythmus singend o.a. in einen
bestimmten Zustand versetzen, bes. zum Einschlafen
bringen: das Kind [mit einem Lied] in den Schlaf I.; Ü Die
... Schwüle, die meine Gefährten in ein einnickendes Dösen
lullte (Th. Mann. Krull 105). 2.a) (landsch.) saugen; b)
(landsch.): urinieren; LyHerder; -s, - [zu f lullen (2 a)] (südd..
österr.. Schweiz.): svw. tSchnuller; lullern ['loten] <sw. V.;
hat) (landsch.): urinieren.
Lumb [lomp], der; -[e]s. -e [norw. lubbe (fisk). schwed.
lubb; im Dt. wohl angelehnt an engl, lump(fish) = Seehase]:
in den ark tischen Gewässern lebender großer, lang gestreck ter,
hellgrauer Fisch.
Lumbago [lom'ba:go], die; • [lat. lumbägo =
Lendenlähmung, zu: lumbus = Lende] (Med.): Schmerzen im Bereich
der Lendenwirbel u. angrenzenden Körperteile; von der
Wirbelsäule im Bereich der Lenden ausstrahlende Schmerzen;
Hexenschuß; lumbal [lomba:l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Med.): die Lenden da), die Lendenwirbel betreffend, zu
ihnen gehörend, von ihnen ausgehend.
Lumbal- (Med.): ^anüsthesie, die: örtliche Betäubung des
Rückenmarks im Bereich der Lenden (1 a); ^gegend, die
<PI. selten): Bereich der Lenden (1 a). der Lendenwirbel;
^Punktion, die: Punktion zwischen den Lendenwirbeln,
Lendenstich; ^wirbel, der: svw. f Lendenwirbel.
Lumbalgie [lombal'gi:]. die; -, -n [...i:an; zu lat. lumbus
= Lende u. griech. älgos = Schmerz] (Med.): Schmerzen
in der Lendengegend; Kreuzschmerzen; Lumbago.
kimbecken [lumbekn] <sw. V.; hat) (Buchbinderei): im
Lumbeckverfahren binden: diese Taschenbücher sind gelum-
beckt; Lgmbeckverfahren, das [nach dem dt. Erfinder E.
Lumbeck (geb. 1886)] (Buchbinderei): Verfahren zum
Binden von Büchern (bes. von Broschüren, Taschenbüchern
o. ä.) durch Kleben ohne Fadenheftung.
Lumber flambe], der; -s. -: kurz für f Lumberjack;
Lumberjack ['lÄmbddsaek]. der; -s. -s [engl.-amerik. lumberjack.
eigtl. = Holzfäller, nach der Jacke der Holzfällerl: kurze,
hochgeschlossene sportliche Jacke aus Kord, Leder o.a.,
meist mit Reißverschluß u. /gestricktemI Bund an Taille
u. Ärmeln.
Lumen ['Jtr.man], das; -s. - u. Lumina [ lu:mina; lat. lümen
(Gen.: lüminis) = Licht]: 1. (Physik) photometrische Einheit
für den Lichtstrom; Zeichen: Im 2. (Med.. Biol.) a)
Hohlraum eines (röhrenförmig) hohlen Organs (z. B. Blutgefäß,
Darm); b) innerer Durchmesser eines röhrenförmig hohlen
Organs. 3. (bildungsspr. scherzh. veraltet) kluger Mensch,
Könner: er ist nicht gerade ein L.; (Zus. zu 1:) Lumenstunde,
die (Physik): photometrische Einheit für die Lichtmenge;
Abk.: Im h; Luminanzsignal [lumi'nantß-]. das; -s. -e [zu
engl, luminance = Leuchtkraft, zu lat. lümen, tLumen]
(Ferns.): das beim Farbfernsehen zur Übertragung der Hellig-
keilswerte ausgestrahlte Signal; Lumineszenz [luminestßent,
s], die; -. -en [engl, luminescence] (Physik): Leucten eines
Stoffes, das nicht durch Erhöhung der Temperatur bewirkt
wirdiz. B. das Leuchten von Phosphor im Dunkeln); <Zus.:>
Lumfinesz^nzschirm.der: svw. t Leuchtschirm; lumineszieren
1707
Luminographie
[...t$i:ren] <sw. V.; hat) (Physik): leuchten, ohne gleichzeitig
eine hohe Temperatur aufzuweisen; Lumineszenz aufweisen,
zeigen; Luminographie [...nogra'fi:]. die: - [f-graphie]
(Fachspr.): Verfahren zur Herstellung von Fotokopien (ohne
Kamera) mit Hilfe von Lumineszenzschirmen, Leuchtstoffo-
lien o.a. als Lichtquelle; Luminophor [...To:£]. der; -s, -e
[zu griech. phorös = tragend] (Physik): svw. t Leuchtstoff;
luminös [...'no-.sl <Adj.; -er. -este) [frz. lumineux < lat.
lüminösusl (bildungsspr. veraltet): 1. hell, leuchtend, voller
Licht. 2. deutlich; vortrefflich.
Lumme [loma], die; -, -n [dän.. schwed. lom < isl. lömr
< anord. lömr, wohl lautm.]: in großen Kolonien auf steilen
Felsenküsten der Nordmeere nistender Seevogel mit
schwarzer Oberseite, weißer Unterseite u. kurzen Flügeln.
Lümmel [lamll. der; -s, - [mhd. lumbel(e) = Lenden fleisch,
ahd. lumbal < lat. lumbulus. Vkl. von: lumbus = Lende]
(südd.): Lendenbraten, Lendenstück.
Lümmel ['lYmlL der; -s, - [viell. zu veraltet lumm = schlaff,
locker, verw. mit Tlahm]: l.a) (abwertend) ungezogener,
sich flegelhaft benehmender, frecher (junger] Mann; Flegel:
ein niederträchtiger, gemeiner, frecher L.; sie wurde von
zwei -n angerempelt; b) (ugs.. fam.) Bursche, Kerl:
na. du L.; ein kleiner, sommersprossiger L. 2. (salopp)
Penis: seinen L. rausholen; <Abl. zu 1 a:> Lümmelei [lyrns-
Uyl. die; -, -en (abwertend): grobe Ungezogenheit,
Frechheit; Flegelei: seine -en lasse ich mir nicht gefallen;
lümmelhaft <Adj.; -er, -este) (abwertend): sehr ungezogen,
frech; flegelhaft er benahm sich geradezu I.; lümmeln
I'lYmln], sich <sw. V.; hat) (ugs. abwertend): sich in betont
nachlässiger, unmanierlicher Weise irgendwohin setzen,
legen o.a.: er lümmelte sich aufs Sofa; Der Leutnant
lümmelte sich tief in einen Sessel und streckte die Beine
aus (Kirst. 08/15, 161).
Lump [lomp]. der. -en, -en [gek. aus spätmhd. lumpe, t
Lumpen, eigtl. = Mensch in zerlumpter Kleidung] (abwertend):
charakterlich minderwertiger, gesinnungsloser, betrügerisch,
gewissenlos handelnder Mensch: ein gemeiner,
erbärmlicher, elender L.; diese -en haben die alte Frau bestohlen;
du feiger L.!; Lumpazi [lompa.tßil, der; -s, -s, Lumpazkis
[lom'pa.Lßios], der; -, -se [scherzh. latinis. Bildung zu
tLump] (scherzh. veraltend): Gauner. Vagabund;
Lumpazivagabundus [lompa:tßivaga'bundüs], der, -. -se u. ...di [nach
der Titelgestalt einer Posse des österr. Dichters J. N.
Nestroy (1801-1862)]: svw. T Lumpazkis.
Lümpchen [lYmp^n]: fLumpen (1); lumpen [lompnl <sw.
V.; hat) [zu tLump] (ugs.): 1. unsolide leben, bes. mit
viel Alkohol tüchtig feiern: ihr habt wohl wieder die ganze
Nacht gelumpt? 2. *sidi nicht I. lassen (sich großzügig,
freigebig zeigen; eigtl. = sich nicht für einen Lumpen
ansehen lassen): ich werde mich doch nicht I. lassen; Viele
Krankenkassen lassen sich im übrigen nicht mehr I., wenn
es um Kuren im Ausland geht (MM 7. 9. 72, 13); Lumpen
H. der, -s, - [mhd. lumpe = Lappen. Fetzen]: 1. <Vkl.
t Lümpchen) a) altes, verschmutztes [abgerissenes] Stück
Stoff; Lappen, Stoffetzen: er sammelt L. und Papier; aus
[alten] L. hergestelltes Papier; Er greift in den
blutgetränkten L., der die Wunde Anders' bedeckte (Jahnn, Nacht
152); b) (landsch.) Putzlappen, Scheuertuch: sie nahm Eimer
und L.. um die Treppe zu putzen. 2. <meist PI.) (abwertend)
abgetragene, zerschlissene [u. verschmutzte] Kleidung; als
nicht mehr tragbar betrachtete Kleidung: die malerischen
L. der älteren Bettlerknaben (Musil, Mann 1303); in L.
herumlaufen müssen; mit diesen L. kann ich unmöglich
ins Konzert gehen; *jmdn. aus den L. schütteln (salopp;
jmdn. sehr heftig tadeln; jmdm. ordentlich die Meinung
sagen).
Lumpen-: -aesindel, das (abwertend, emotional
verstärkend): svw. t Gesindel: -händler. der: svw. t
Altwarenhändler; ^hund, der (abwertend): gemeiner, niederträchtiger
Mensch, Lump; -kerl, der: vgl. ^hund; -mann, der (früher):
svw. t^sammler (1); -pack, das (abwertend): vgl. ^gesin-
del; ^Proletariat, das (marx.): (im kapitalistischen
Gesellschaftssystem) unterste Gesellschaftsschicht, die unfähig ist
zum politischen Kampf, da sie kein Klassenbewußtsein
entwickelt hat; ^Proletarier, der: Angehöriger des
Lumpenproletariats; -sammier, der: 1. (früher) jmd., der gewerbsmäßig
alte Kleider, unbrauchbar gewordene Textilien, Altpapier,
Altmetallo. ä. sammelt u. zur weiteren Verwertung verkauft:
... in der Stimme des -s, der auf der Straße nach Altpapier
schrie (Schnurre. Bart 7). 2. (scherzh.) öffentliches
Verkehrsmittel (Straßenbahn, Omnibus o.a.), das auf seiner
Strecke als letztes in der Nacht fährt u. die letzte Möglichkeit
der Beförderung bietet: sie erreichten gerade noch den
L ; -zeug, das (ugs. abwertend): vgl. -gesindel.
Lumperei [lompa'raj], die; -. -en [zu tLump]: 1. (abwertend)
betrügerische, gewissenlose Tat; üble, gemeine
Handlungsweise: er hat sich immer wieder zu irgendwelchen -er
hinreißen lassen. 2. (ugs., meist abwertend) Nichtigkeit
Kleinigkeit, Lappalie: es lohnt sich nicht, wegen solch einer
L. Streit anzufangen; lumpig [lomp 19] <Adj.): 1.
(abwertend) gemein (1 b). niederträchtig, nichtswürdig: eine -e
Gesinnung, Handlungsweise. Tat; ich will nicht I. sein
(Fallada. Mann 65); er hat sich sehr I. gegen sie benommen
2. <nlcht adv.) (selten) heruntergekommen, armselig;
zerlumpt: ein -es Hotel; seine Kleidung war I. und zerrissen
3. <nicht adv.) (ugs. abwertend) {in ärgerlicher Weise
gering, unbedeutend; erbärmlich wenig; kümmerlich; nichts
wert: ein -es Gehalt, ein -es Honorar; Sie wollten mir
wohl ein paar -e Mark auf den Tisch legen? (Fallada.
Jeder 225); die -en (lächerlich wenigen) Kilometer werden
wir auch noch schaffen.
Luna [lu:na] <meist o. Art., Gen.: -s, mit Art.: die; -
[lat. lüna] (dichter, veraltet): Mond; <Zus.:> Luna park. der.
-s. -s [viell. nach dem ehemaligen Vergnügungspark in
Berlin] (veraltet): Vergnügungspark, Rummelplatz; Auf
dem Platz vor dem Stadttheater hatte sich ein L. etabliert
(K. Mann. Vulkan 63); In hellerleuchteten -s ... sah man
Zwerge und Riesendamen (Jacob, Kaffee 85); kinar
[luna:^ <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [lat. lünärisl (Astron
Raumf.): den Mond betreffend, von ihm ausgehend, zu ihm
gehörend: -es Gestein; *-e Meere: eine -e (um den Mona
führende) Umlaufbahn; hmgrisch (veraltet): svw. tlunar.
Lunarium [luna:riom], das; -s, ...ien l...pn; zu lat. lünäris.
t lunar] (früher): Gerät zur Darstellung, zum
Anschaulichmachen der Bewegung des Mondes um die Erde; LungrorbiL
der; -s, -s lengl. lunar orbit, aus: lunar = den Mond
betreffend. Mond... (< lat. lünäris) u. tOrbit] (Astron..
Raumf.): Umlaufbahn um den Mond; Lunatiker [luna:tikeL
der; -s, - [zu (spät)lat. lünäticus, tlunatischj (Med. selten»
Mondsüchtiger, Schlafwandler; Lunatkm [luna't$io:n], dat.
-, -en [mlat. hinatiol (Astron.): Umlauf des Mondes itm
Neumond zu Neumond: hmgtisch <Adj.; o. Steig.; niefa:
adv.) [(spät)lat. lünäticus = dem Mondwechsel
unterworfen; epileptisch] (Med. seltener): mondsüchtig, somnambul
Lunatismus [luna tismos], der; - (Med. seltener):
Mondsüchtigkeit, Somnambulismus; Lunaut [lu'najjt], der; -en. -en
[gek. aus TLunonaut] (Schweiz.): Astronaut.
Lunch [lanj, lantj, engl.: LvntJ]. der: -[e]s u. -. -[e]s u. -<
[engl, tünch, urspr. = Brocken. Bissen]: finden
angelsächsischen Ländern) kleinere, leichte Mahlzeit in der Mittagszeit
sich mit jmdm. zum L. treffen; <Abl.:) lunchen [lan/n.
lantjn] <sw. V.; hat) [engl, to lunch]: den, einen L.
einnehmen; <Zus.:> Lunchpaket, das: [von einem Hotel an Stellt
einer Mahlzeit zusammengestelltes/ kleines Paket mit
Verpflegungfür die Teilnehmer an einem Ausflug, einer Tastt*-
fahrt o. ä.
Lünette [ly'neto], die; -. -n [frz. hinette. eigtl. = Möndchen.
Vkl. von: lune < lat. lüna = Mond]: 1. (Archlt.)
bogenförmiges bis halbrundes Feld über Türen u. Fenstern od. als
Bekrönung eines Rechtecks (bes. im Barock). 2. (Technik)
mit Rollen versehene Vorrichtung an Drehbänken,
Schleifmaschinen o. ä., mit der das Durchbiegen langer Werkstückt
verhindert wird. 3. (früher) Form des Grundrisses im Fe*
stungsbau bei Schanzen u. Forts.
Lunge Munal, die; -. -n [mhd. lunge. ahd. lunga. Iungu(n&*.
eigtl. = die Leichte]: Organ, das beim Menschen u. dem
Luft atmenden Wirbeltieren der Atmung dient (indem «
den Gasaustausch (2) mit dem Blut besorgt); Pulmo: seine
L. ist angegriffen; die L. der Vögel ist mit dem Skelett
verwachsen; eine kräftige, starke, gute, gesunde, schwache
L. haben; schone deine L.! (scherzh.; rede nicht sovtelX
sie hat es auf der L. (ugs.; ist lungenkrank): Haben Sir
schon mal was mit der L. (ugs.; schon einmal eim
Lungenkrankheit) gehabt? (Aberle. Stehkneipen 54); er
raucht auf L./überdle L./(seltener:) durch die L. (Inhalten
den Rauch. macht einen Lungenzug); * grüne L. (Parkanlawe
Grünanlage}; eiserne L. (Med.; Gerät zur künstlichen Beah
mung bei Atemlähmung, das durch Druckeinwirkung dm
Lunge in Tätigkeit hält): eine gute L. haben (scherzh.; kmr
kräftig schreien können): sich (Dativ) die L. aus dem Hab*
1708
Lusche
Leib schreien (ugs.; sehr laut reden, schreien)', aus voller
L. singen/schreien o.a. (sehr laut sinnen, schreien o.a.).
tyngen- Längen-: -atmer [...a.tmB], der; -s, - (Zool.): Tier,
das eine Lunge als Atmungsorgan hat: Molche sind L.;
-atmung. die (Med.. Zool): Atmung durch die Lunge;
^Maschen, das <meist Pl.>: kleiner blasenähnlicher
Hohlraum der Lunge, durch dessen dünne Wand der Gasaustausch
(2) stattfindet; -braten, der [1. Bestandteil zu t Lümmel,
volksetym. an Lunge angelehnt] (österr.): Lendenbraten,
Rinderfilet; -embolie, die (Med.): Embolie im Bereich der
Lunge; -Emphysem, das: vgl. Emphysem; Entzündung.
die: durch Bakterien od. Viren hervorgerufene Erkrankung
der Lunge, Pneumonie: eine akute, chronische L.; eine
L. bekommen, haben; ^fell, das (Med.): Teil des Brustfells,
das die Lunge au/Jen überzieht: -fisch, der <meist PL>
(Zool.): im Süßwasser lebender Fisch, der abwechselnd durch
Kiemen u. Lunge atmen kann; Lurchfisch; -flechte, die:
vorwiegend auf Rinden u. Holz wachsende große Laubflechte
von graugrüner Farbe (die früher als Heilmittel bei
Lungenkrankheiten verwendet wurde); -flügel, der: einer
der beiden Teile, Flügel (2 a) der Lunge; -haschee, das
(Kochk.): aus der Lunge bestimmter Schlachttiere
zubereitetes Haschee; ^Heilstätte, die: Heilstätte zur Behandlung
von Lungenkranken: -infarkt, der (Med.): Absterben eines
Bereichs vom Gewebe der Lunge durch Unterbrechung der
Zufuhr von Blut; -krank <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
an einer Lungenkrankheit, bes. an Lungentuberkulose,
leidend; <subst.:> -kranke, dem. die; -krankheit, die:
Erkrankung (z. B. Tuberkulose. Entzündung, Embolie) im Bereich
der Lunge; -kraut, das: (zu den Rauhblattgewächsen
gehörende) Pflanze, die als niedrige Staude mit blauen od.
rötlichen Blüten bes. in Laubwäldern wächst (u. die früher
als Heilmittel gegen Lungenkrankheiten verwendet wurde);
-krebs, der: Krebs in der Lunge; -leiden, das: vgl.
-krankheit; -leidend <Adj.; 9. Steig.; nicht adv.>: vgl. -krank:
^odem, das (Med.): ödem in der Lunge; -Schnecke, die:
Schnecke, die mit einem in der Funktion einer Lunge
ähnlichen Organ den Sauerstoff aus der Luft aufnimmt;
-Schwindsucht,die (volkst. veraltend): svw. t^tuberkulöse;
^spitze, die: oberes spitz auslaufendes Ende eines
Lungenflügels, dazu: -spitzenkatarrh, der: -tuberkulöse,
die: Tuberkulose im Bereich der Lunge; -zug, der: das
Einziehen des Zigarettenrauchs bis in die Lunge: er machte
einen L. (inhalierte den Rauch).
Lungerer [lonarel, der; -s. - (selten): jmd., der irgendwo
herumlungert, sich herumtreibt; lungern [lonBn] <sw. V.;
hat) [urspr. = auf etw. begierig sein, lauern; zu mhd.
hinger. ahd. lungar = schnell, flink] (selten): svw. t
herumlungern: Die Gäste trinken, lungern auf den Ledermatten
1 Imog. Wurliblume 156); Soldaten lungern vor einer
Schenke (Koeppen. Rußland 198).
tango l'longo] <Adv.) [ital. lungo < lat. longus = lang]
(Musik): lange gehalten.
tanisolar [hinizo'la:?] <Adj.; o. Steig.) [engl.-amerik.
lunisolar, zu lat. lüna = Mond u. sölärius. t solar] (Astron.):
a) Mond u. Sonne betreffend; b) von Mond u. Sonne
ausgehend.
Lunker [lonkg]. der; -s. - [zu rhein. lunken - hohl werden]
(Gießerei): beim Gießen von Metallen im erstarrenden Guß
entstehender Hohlraum.
Umonaut [luno'napt], der; -en. -en [zu lat. lüna = Mond
u. t -naut] (Raumf. selten): für einen Flug zum Mond
eingesetzter Astronaut.
Lflnse ['huzal. die; -. -n [mniederd. luns(e) < altsächs.
hinisa. ahd. Kin(a)]: svw. T Achsnagel.
Lunte [lonto], die; -. -n [urspr. = Lappen. Fetzen; Hu.;
2: nach der Form; 3: nach der feuerroten Farbe]: I. (früher)
langsam glimmende Zündschnur: die L. glimmt; die L.
anzünden; Er ... legt L. an eine Kanone (Hacks. Stücke
153); *L. riechen (ugs.; eine Gefahr, Bedrohung, etw.
Unangenehmes, was auf jmdn. zukommt, schon im voraus merken;
nach dem scharfen Geruch einer glimmenden Zündschnur,
die den Standort eines verborgenen Schützen verriet); die
L. ans Pulverfaß legen (durch eine bestimmte Äußerung,
Handlung einen bereits vorhandenen Konflikt, eine gespannte
Situation zum offenen Streit werden lassen). 2. (Textilind.)
ichwach gedrehtes Vorgarn. 3. (Jägerspr.) Schwanz des
Fuchses u. des Marders.
Lunub [hi:nula]. die; -. ...lae [...le] u. Lunulen [lu'nu.bn;
lat. lünula. eigtl. = Möndchen. Vkl. von: lüna = Mondl:
I. halbmondförmiger, um den Hals getragener,
kragenähnlicher Schmuck aus der, Bronzezeit. 2. (kath. Kirche) von
Glas umschlossener Behälter für die Hostie in der Monstranz.
3. (Anat.) svw. TNagelmöndchen; hinubr [lunu'la:e] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.> (Fachspr.): halbmondförmig.
Lupe ['Iu:p3], die; -. -n [frz. loupe; H.u.]: in eine Halterung
mit Griff od. Vorrichtung zum Aufstellen gefaßtes, einfaches
Vergrößerungsglas: eine scharfe, stark vergrößernde,
schwache L.; eine Briefmarke durch die L.. mit der L.
betrachten; etw. nur mit der L.. unter der L. lesen können;
*jmdn., etw. unter die L. nehmen (ugs.; jmdn., etw. sehr
genau beobachten, kontrollieren, betrachten, kritisch
prüfen): den Burschen werden wir [uns] mal etwas unter die
L. nehmen; jmdn., etw. mit der L. suchen können (ugs.;
jmdn., etw. /mit solchen positiven Eigenschaften] nur selten
finden,antreffen): lupenrein<Adj.; nichtadv.>: I. <o. Steig.)
(von Diamanten) bei einer bestimmten starken
Vergrößerung große Reinheit zeigend, keinen Einschluß erkennen
lassend: ein -er Einkaräter; ihre Brillanten waren I. (An-
dersch. Rote 216). 2. ein einwandfreies Exemplar, eine
mustergültige Verkörperung von etw. darstellend: in seiner Art
einwandfrei, musterhaft: diese Sportler sind noch -e
Amateure; eine -e Fälschung; ... bekennt sich das Gesetz zu
einem fast -en Gruppenprinzip (MM 8. 5. 70. 2).
Luperkalien [luperka.lpn] <PI.) [lat. lupercälia. zu: Luper-
cus = Beiname des altröm. Gottes Faunus]: altrömisches
Fest, ursprünglich zu Ehren des Hirtengottes Faunus, das
später zur Reinigungs- u. Fruchtbarkeitsfeier wurde.
Lupf [tußfl. der; -[e]s. -e [mhd. lupf, rück geb. aus: t lupfen]
(Schweiz, mundartl.): l.a) das Lüpfen, das Hochheben,
Anheben [mit einem Ruck]; b) Last, die man eben noch heben
kann. 2. svw. t Hosen lupf; lupfen [logfn] (südd.. Schweiz.,
österr.). lüpfen I'lYßfn] <sw. V.; hat) [mhd. lupfen, lüpfen]:
/ teilweise, an einer Seite] leicht anheben, kurz hochheben;
lüften (2): den Vorhang, die Decke, den Deckel, die Mütze
I.; ihr könnt euch Jetzt ein wenig von euren Stühlen 1.
(scherzh.; kurz aufstehen).
Lupine [lupi.na], die; -, -n [mhd. nicht belegt, ahd. luvina
< lat. lupinus. zu: lupus = Wolf; die Beziehung zum
Tiernamen ist ungeklärt]: in vielen Arten vorkommende
Pflanze mit gefingerten (2) Blättern u. verschiedenfarbigen,
in großen Trauben wachsenden Blüten, die in der
Landwirtschaft bes. als Grünfutter u. zur Gründüngung verwendet,
aber auch als Zierpflanze in Gärten angepflanzt wird; <Abl.:>
Lupinose [lupi'no:z3], die; -, -n (Tiermed.): nach dem Füttern
mit bestimmten Arten von Lupinen bes. bei Schafen
auftretende Vergiftung.
lupfe [Ui'p0:s] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu f Lupus]
(Med.): den Lupus betreffend, auf ihm beruhend; an Lupus
erkrankt.
Luppe [lopal. die; -. -n [frz. loupe = Klumpen in der
geschmolzenen Eisenmasse; H.u.] (Gießerei): rohes, von
Schlacken durchzogenes Eisen, das bes. der Erzeugung von
Stahl als Rohmaterial dient.
Lupulin [lupu'li.n], das; -s [geb. aus nlat. (humulus) lupulus.
dem bot. Namen des Hopfens]: aus Hopfen gewonnener
Bitterstoff, der bei der Bierbrauerei als Würze u. in der
Medizin als Beruhigungsmittel verwendet wird.
Lupus [lu:pus], der; -, - u. -se [mJat. lupus < lat. lupus
= Wolf; die Krankheit wird mit einem gierig fressenden
Wolf verglichen] (Med.): meist chronische tuberkulöse
Hautflechte, die oft entstellende Narben [im Gesicht]
hinterläßt; Lupus in fabula [- in fa:bula; lat. = der Wolf in
der Fabel] (bildungsspr.): Ausruf, wenn jemand kommt,
von dem man gerade gesprochen hat.
Lunch [Ion;], der; -[eis. -e [älter: Lorch. niederd. lork =
Kröte; H.u.; vgl. Lork]: svw. tAmphibie; <Zus.:> Lyrch-
fisdi. der. svw. t Lungenfisch.
Lure [']u:rel. die; -. -n [norw. lur = Blasinstrument aus
Holz < aisl. luörj: einem Hörn (3 a) ähnliches
Blasinstrument der Germanen der Bronzezeit mit einem langen
S-förmig gewundenen Rohr, das in einer verzierten Scheibe endet.
Lurex© ['lu:rEk$], das; - [Kunstwort]: mit metallisierten
Fasern hergestelltes Garn, Gewebe.
'Lusche [lojd]. die; -. -n [1: nach 'Lusche (3) zur Bez.
der Minderwertigkeit; 2: viell. zu tlutschen, H.u.; 3: wohl
zuostmd. Lusche = (läufige) Hündin]: 1. (ugs.) Spielkarte,
die nichts zählt, die beim Zusammenrechnen keine Punkte
einbringt: ich habe wieder nur -n auf der Hand; Ü wir
haben nur -n (Nieten) in der Mannschaft. 2. (landsch.)
1709
Lusche
Zigarette: hast du eine L. für mich? 3. (landsch.) a)
liederliche Person, Schlampe; b) Prostituierte.
2Lusche H. die; -. -n [aus dem Slaw.. vgl. russ. luschal
(ostmd.): Pfütze.
luschig [IoJk;! <AdJ.> [zu t 'Lusche (3)] (landsch.): liederlich,
schlampig, flüchtig, oberflächlich, ungenau: Die
Kriminalpolizei muß sich den Vorwurf machen lassen, in der
Spurensicherung ... I. gearbeitet zu haben (Kieler Nachrichten
12. 11. 74. 20); sie ist furchtbar I.
ki9en: 12losen; Luser: t Loser.
kisfngando [luzro'gandol <Adv.) [ital. lusingando. zu: lusin-
gare = schmeicheln! (Musik): schmeichelnd, gefällig.
Lust [lost], die; -. Lüste [hrste; mhd.. ahd. lust]: 1. <o.
PI.) a) <scherzh. Vkl. tLüstchen> inneres Bedürfnis, etw.
Bestimmtes zu tun. haben zu wollen: auf die Befriedigung
eines Wunsches gerichtetes Verlangen: in ihm erwachte
die L., ihn überkam, erfaßte die L.. ihn kam die L. an.
etw. zu tun; die L. dazu ist mir vergangen; große, keine
rechte, nicht die geringste L. zu etw. haben; keine L.
verspüren, etw. zu tun; er hatte, bekam plötzlich L., dorthin
zu fahren; das kannst du machen, wie du L. hast (wie
es dir gefällt); du kannst es behalten, solange du L. hast
(solange du willst); ich hätte jetzt L. auf ein Stück Torte
(würde jetzt gerne ein Stück Torte essen): seine L. auf
etw. zügeln, befriedigen; *nach L. und Laune (ganz nach
eigenem Belieben. Geschmack, ganz wie es jmdm. gefällt);
b) aus der Befriedigung, der Erfüllung eines Wunsches, dem
Gefallen an etw. entstehendes angenehmes, freudiges Gefühl;
gesteigerte Freude, Vergnügen: es ist eine [wahre] L.. ihm
zuzusehen; sie sangen so schön, daß es eine L. war (geh..
veraltend; daß es allen sehr gefiel): bei einer solchen Arbeit
kann einem die ganze L. vergehen (wird man unlustig,
verliert man die Freude): L. an etw. haben, bei etw.
empfinden; die L. an etw. verlieren; er tat es aus purer L. am
Bösen; *L. und Leid (geh.. veraltend; tFreude 1); L. und
Liebe (bei etw. vorhandene innere Bereitschaft, Freudigkeit;
Vergnügen, Freude an etw.): es fehlten ihm L. und Liebe
zu dieser Tätigkeit; etw. aus. mit, ohne L. und Liebe
tun. 2. (geh.) a) heftiges, auf die Befriedigung sinnlicher,
bes. sexueller Bedürfnisse gerichtetes Verlangen;
[triebhafte/ Begierde nach sinnlichen, bes. geschlechtlichen Genüssen:
weltliche, sinnliche, unreine, sündige Lüste; die Lüste des
Fleisches (Fleischeslüste); eine wilde L. befiel, packte,
erfaßte ihn; seine L. befriedigen, stillen, zügeln; jmdm.
die L. nach etw. nehmen; seinen Lüsten nachgeben; obwohl
ich bereits losgelöst war von aller fleischlichen L. (Roth.
Beichte 61); b) aus der Befriedigung sinnlicher, bes.
geschlechtlicher Genüsse entstehendes Gefühl; Erfüllung einer
Begierde; Wollust: sie gab. bot ihm. fand bei ihm die
höchsten Lüste; Nur eben daß es nicht um der Erzeugung
von Nachkommenschaft geschah, sondern ... nur um die
L. zu kosten (Nossack. Begegnung 326).
hjst-, Lyst-: ^betont <Adj.; nicht adv.>: von einem sehr
angenehmen Gefühl begleitet; von einem Wohlgefühl entscheidend
bestimmt: -e Handlungen; die Tränenszenen sind ...
ausgesprochen I. (Greiner. Trivialroman 49); ^empfinden, das:
vgl. -gefühl; -fahrt, die (veraltet): svw. TVergnügungs-
fahrt; -garten, der (früher): großer, parkartig angelegter
Garten zum Promenieren o. ä.; -gefiihl. das: das Verspüren.
Gefühl von Lustd b. 2 b); -gewinn, der <o. Pl>: das
Befriedigtwerden in seinem Bedürfnis nach angenehmen Dingen,
nach Vergnügen. Freude. Wohlgefühl; das Erlangen von
Lust (1 b. 2 b); -grefe, der (ugs. abwertend): älterer Mann,
der in übersteigerter Weise an geschlechtlichen Dingen
interessiert ist, sich sexuell betätigt; -haus, das (früher):
pavillonartiges Haus in einem meist zu einem Schloß o. ä.
gehörenden Park, in dem man beim Promenieren verweilte u. sich
die Zeit vertrieb; -knabe, der (geh., veraltend): Junge,
männlicher Jugendlicher, mit dem ein Homosexueller ein
Verhältnis hat; ^los <Adj.; Steig, ungebr.): 1. keine Lust
da) zu etw. verspürend, erkennen lassend; ohne inneren
Antrieb: ein -es Treiben; mit -er Miene zuschauen; er
löffelte I. seine Suppe. 2. <nicht adv.) (Börsenw.) einen Mangel
an Kauflust aufweisend, kennzeichnend: ein -er
Aktienmarkt; die Tendenz an der Börse ist I.; dazu: -losigkeit,
die; -; -molch, der [2. Bestandteil zu t Molch (1 b)] (ugs.,
meist scherzh.): svw. t Lüstling; -mord, der: der
Befriedigung des Geschlechtstriebs dienender Mord, der meist aus
übersteigerter, abnormer sexueller Begierde verübt wird;
-mörder, der: Mann, der einen Lustmord begangen hat;
-objekt, das: jmd.. der zum bloßen Objekt der
geschlechtlichen Lust gemacht wird, der nur dazu benutzt wird, sexueüe
Bedürfnisse zu befriedigen: Allgemein gilt die Frau immer
noch als L. des starken Mannes (Wohngruppe 20): ^parör.
die (veraltet): svw. t Vergnügungsfahrt; -priiuip, dfe»
(Psych.): Prinzip des Verhaltens, bei dem der psychisch*
Antrieb von dem Streben nach unmittelbarer Befriedigtem
der Triebe u. Bedürfnisse bestimmt wird; -schloß, das
(früher): kleineres Schloß, in dem sich ein Herrscher gelegentlich
für kürzere Zeit aufhielt, im Sommer residierte; -seudk.
die: 1. <o. PI.) (veraltet) svw. tSyphilis. 2, (geh.) sv*
tGeschlechtskrankheit: die Furcht vor den einst schwer
heilbaren -n (Spiegel 34, 1967. 106); -spiel, das [seit dem
18.Jh. für .JComödie"]: svw. TKomödie da, b); ^%«i
<Adj.) (geh.): von einem sehr angenehmen Gefühl begleitet
voller Lust: er ... murmelte mit einer Art -er Grimmigkeit,
beinah wie für sich: „Süße Kleine ..." (Maass, Goufle
63); I. koitieren; -Wäldchen, das (früher): kleiner gepflegter
Wald. Boskett (2) zum Spazierengehen; -wandeln <sw. \ .
ist/(auch:)hat>(geh., veraltend): meinem Park o. ä. lang***
u. gemächlich Spazierengehen, sich ergehen: die Bäume -
unter denen ich lustwandle (Musil. Mann 1324); ^wkae.
die (ugs. scherzh.): breites Bett, breite Couch.
Lustbarkeit [lostba:sk%jtl. die: -. -en [mhd. lustbxrechetL
zu: lustbaere = Freude, Vergnügen bereitend, angenehm?
(geh.. veraltend): Veranstaltung, bei der man sich vergmtgt.
angenehm die Zeit vertreibt: sie besuchten im Winter emior
-en; daß er ... die etwas rohen -en (Vergnügungen) dieser
halbselbständigen Jungen Menschen verkostete (Musi
Mann 1498); Lüstchen [Ivst^n], das; -s. -: TLust (t*x
Luster ['loste], den -s. - (österr.): svw. t Lüster (1); Lutfer
I'lYStB]. der; -s, - [frz. lustre < ital. lustro = Glanz, bl
lusträre < lat. lusträre = hell machen, erleuchten): 1.
(veraltend): meist prunkvoller, mit Prismen aus Glas o.a.
reich verzierter Kronleuchter. 2. stark glänzender, meist
in verschiedenen Farben schillernder Überzug auf Glas.
Porzellan u. Keramik. 3. leichter, glänzender, dichtgewebter
Stoff meist aus Baumwolle: ein dünner grauer, abgeschabter
Rock war es aus billigem L. (Fussenegger, Zeit 42). 4>
(Druckw.) metallähnlicher, samtiger Glanz in Farben >**
auf glatte Flächen gedruckt sind). 5. (Gerberei) Appret*.
die dem Leder einen leichten Glanz verleiht od. die
Leuchtkraft der Farben erhöht; <Zus. zu 2>: Ujsterfarbe, dac
für den Lüster (2) verwendete Farbe, die etwas Metall <mt-
hält.
lüstern [lYStHn] <Adj.) [aus: lüsternd. 1. Part, von veralin
lüstern = Lust haben, begierig sein, zu mhd. lüsten. histen.
zu TLustl (geh.): 1. von großem Verlangen nach etw. erfaßt
sehr begierig, voll Begierde: er betrachtete mit -en Blicken.
Augen die Pastete; sie war geradezu I. auf Erdbeere«,
barbarische Volksstämme, die stets nach Plünderunjoe
und Zerstörungen I. waren (Thieß. Reich 454). 2. *a§
sexueller Begierde erfüllt; geschlechtlich erregt: ein -er aller
Kerl; sein -es Lachen erschreckte sie; -e Gedanken; seat
Blicke glitten I. über ihre Gestalt; <Abl.:> LysteraheiL
die; -; lustig [lost 19] <Adj.) [mhd. lustec = vergnügt,
munter]: l.a) von ausgelassener, unbeschwerter Fröhlichkeit
erfüllt; Vergnügen bereitend; vergnügt, fröhlich, heiter,
ausgelassen: ein -er Bursche. Mensch; -e Leute; eine -e Gert-
schaft; es war ein -er Abend; er hat. macht ein -es GeschL
sie waren an dem Abend alle sehr I.; hier ist es immer
sehr I. geht es immer sehr I. zu; -e Person (svw. t Hanswura
1); R das kann ja I. werden! (ugs. iron.; da steht 10»
noch einiges bevor; das kann noch unangenehm werden r
Ü Stoffe in vielen -en (hellen, bunten, fröhlich stimmendem
Farben; das Feuer brannte I. (lebhaft bewegt u. so emem
fröhlichen Eindruck vermittelnd) im Kamin; die Fahrer
flattern I. im Wind; *sich über imdn.. etw. I. machen > jtmtt
seinen Spott fühlen lassen, auslachen, imdn.. etw, mit Iromat.
Schadenfreude. Hohn betrachten, verspotten u. sich da/bei
amüsieren): er machte sich über ihre Sprechwelse U *
Heiterkeit erregend; auf spaßhafte Weise unterhaltend,
komisch: -e Streiche, Einfälle, Geschichten; So beschranke
ich mich darauf, ihm einige -e Sachen zu erzählen <R**
maraue. Westen 120); es war sehr I.. dem Affen
zuzuschauen; er kann sehr I. erzählen; <subst.:> ihm fällt immer
etwas Lustiges ein. 2. <nur adv.) munter, unbekümmert
ohne große Bedenken: sie unterhielten sich I. weiter, uöfe»
rend die Kunden im Laden warteten; er parkt seinen Wajo
immer I. im Halteverbot. 3. * solange/wie/wozu o.i. M»
1710
luzid
I. ist (ugs.; solange, wie. wozu o.a. jmd. Lust hat: solange,
wie es jmd. will, jmdm. gefällt, wonach es jmdn. verlangt):
du kannst damit spielen, solange du I. bist; -lustig Hostel
(Sufllxoid in Verbindung mit Verben u. Substantiven, die
eine Fähigkeit bezeichnen): (zu dem im ersten Bestandteil
Genannten) stets bereit, aufgelegt, neigend: kauflustige
Kunden; legelustige Hennen; Listigkeit, die; -; Lüstling
[lYStlml. der; -s. -e [zu t Lust] (veraltend abwertend): Mann,
der in übersteigerter Weise an geschlechtlichen Dingen
interessiert ist. sich sexuell betätigt: er ist ein widerlicher L.
Lustra ['lustra]: PI. von t Lustrum: Lustraticn [lustra'tßio:n].
die; -. -en [lat. lüsträtio, zu lüsträre. tlustrieren] (Rel.):
feierliche kultische Reinigung durch Sühnopfer o. ä.: histrativ
[...'tl:fl (Rel.): kultische Reinigung bewirkend: Lustren: PI.
von tLustrum; kistrieren [lus'tri:ren] <sw. V.; hat) [lat.
lüsträre = hell machen, beleuchten; (durch Sühnopfer)
reinigen] (Rel.): eine kultische Reinigung vornehmen,
feierlich reinigen:Kistrieren[lYStri:ran]<sw.V.;hat)[frz. lustrer.
zu: lustre = Glanz < ital. lustro. zu: lustrare < lat.
histräre, Tlustrieren] (Textilind.): (von Garnen, bes. Baum-
woll- u. Leinengarnen) durch Appretieren. Bürsten u. Strek-
ken glänzend machen: Lüstrine [lYStrhna]. die; - [frz. lustri-
ne. zu: lustrer. tlüstrierenl: stark glänzendes, leichtes Hut-
futtergewebe in Taftbindung: Lustmm [lustrum], das; -s.
..ren u. ...ra [lat. lüstrum. zu: lüsträre. tlustrieren]: 1.
(Rel.) alle fünf Jahre stattfindendes, der kultischen
Reinigung dienendes altrömisches Sühnopfer. 2. (in der römischen
Antike) Zeitraum von fünf Jahren.
Lutein [hite'i:n], das: -s [lat. lüteus = mit Wau gefärbt,
goldgelb, zu: lütum = Wau]: gelber Farbstoff in Blättern
von Pflanzen u. im Eidotter: Luteolin [luteoli:n], das; -s
[zu lat. lüteolus = gelblich. Vkl. von: lüteus. tLuteinl:
in der Reseda u. im Fingerhut vorkommender gelber
Pflanzenfarbstoff: Luteotropin[...tro'pi:n]. das; -s. -e [2.
Bestandteil zu griech. tröpos = (Hin)wendung; eigtl. = den
Gelbkörper beeinflussend]: svw. t Prolaktin.
Lutetium [lute:tßiom].das; -s[nach Lutetia.dem lat. Namen
von Paris]: ein Seltenerdmetall (chemischer Grundstoff):
Zeichen: Lu
Lutheraner [luto'ra:nB], der; -s, - [nach dem dt. Reformator
Martin Luther (1483-1546)]: Anhänger Luthers:
Angehöriger einer evangelisch-lutherischen Kirche: lutherisch
['loten!, veraltet: lüte:rij] <Adj.; o. Steig.): 1. Luther,
seine Lehre betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr gehörend:
im Sinne, nach der Art Luthers: die -en Christen; im -en
Glauben erzogen werden; seine Denkweise ist ganz und
gar L; I. denken, handeln. 2. kurz für
tevangelisch-lutherisch; die -e Kirche; er und seine Familie sind I.; sie wurden
I.erzogen; Lutherrock Mute-], der; -Ie]s. -rocke: einreihiger,
hochgeknöpfter, schwarzer Gehrock mit kleinem Stehkragen
als Amtstracht evangelisch-lutherischer Geistlicher: Lyther-
rose. die; -. -n [M. Luther führte diese Rose als Wappen]:
(heraldische) Darstellung einer Rose, deren Mitte ein rotes
Herz mit einem schwarzen Kreuz bildet: Luthertum, das;
-s: 1. auf Luther gegründeter Protestantismus,
evangelischlutherische Glaubenslehre: Das L. wurde die herrschende
Konfession im Norden und Osten Deutschlands (Fraenkel.
Staat 153). 2. Wesen der auf Luther gegründeten
Glaubenslehre, die davon geprägte Lebens- u. Geisteshaltung: das
Freiheitsverständnis des -s.
kitschen Motfn] <sw. V.; hat) [lautm.]: a) [saugend] im
Mund zergehen lassen [u. auf diese Weise verzehren]:
Bonbons, ein Eis I.; b) an etw.. was man in den Mund gesteckt
hat. saugen: er lutscht noch am Daumen; er lutschte an
ihren Brustwarzen: <Abl.:> Latschen der; -s. -: 1. großes
Bonbon an einem Stiel. 2. (ugs.) svw. t Schnuller.
lütt flvt] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [niederd; vgl. gleichbed.
mhd. lützeO). ahd. Iuz(z)il] (nordd.): klein: ein -er Junge.
Lutte Mute], die; -, -n [H. u.] (Bergbau): Röhre zum Abführen
verbrauchter Luft in einer Grube.
Lutter [lote], der; -s. - [zu tlauterl: Fuselöl enthaltende
Flüssigkeit mit geringem Gehalt an Weingeist, die sich bei
der Herstellung von Branntwein bildet.
luttuoso [lu tyo:zo] <Adv.) [ital. luttuoso < lat. lüctuösus
= traurig] (Musik): schmerzvoll, traurig.
Lutz [lütß], der; -. - [nach dem österr. Kunstläufer A. Lutz]
(Eis-, Rollkunstlauf): Drehsprung rückwärts.
Luv [lu:f; aus dem Niederd. < niederl. loef, gek. aus: loefzij-
de = Luvseite, eigtl. = Ruder-. Steuerseite] (Ggs.: Lee):
1. * in. nach L. (Seemannsspr.; in der dem Wind zugekehrten,
in die dem Wind zugekehrte Seite des Schiffes)', die Insel
liegt in L.; der Bug des Schiffes dreht nach L. 2. <das;
-s> (Geogr.) die dem Wind zugekehrte Seite (eines Berges
o.a.): das L. der Düne soll bepflanzt werden.
luv-. Luv-: -boje, die (Segeln); -gierig <Adj.; nicht adv.)
[zu t2gieren] (Seemannsspr.): (von Schiffen) mit dem Bug
gegen die Windrichtung drehend: zum Wind hindrehend
(Ggs.: leegierig), dazu: -gierigkeit, die (Seemannsspr.);
-marke, die (Segeln): svw. t^boje; -seite, die
(Seemannsspr.); -wärts <Adv.) [t-wärts] (Seemannsspr.): in
Richtung nach Luv: zu der dem Wind zugewandten Seite
hin (Ggs.: leewärts).
luven [lu:vn. auch: lu:fn] <sw. V.; hat) [zu tLuv]
(Seemannsspr.): (ein Schiff) luvwärts drehen.
Lux [lüksl. das; -, - [lat. lux (Gen.: lücls) = Licht]: Einheit
der Beleuchtungsstärke: 60 bis 120 L. stellten die
Lichtstärkeprüfer fest (MM 14. 12. 65. 7); Zeichen: Ix
Luxation [loksa'tßio:n],die; -. -en [lat. luxätio] (Med.):
Verrenkung eines Gelenks: taxieren [lu'ksi:ren] <sw, V.; hat)
[lat. luxäre] (Med.): (ein Gelenk) verrenken.
Lyxmeter. das; -s, - |zu tLux u. t-meter]: svw. t
Beleuchtungsmesser; Lvx9ekunde, die; -. -n: photometrische Einheit
der Belichtung: Zeichen: Ix s
luxurieren [lyksu'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat. lüxuriäre. zu:
luxuria = Üppigkeit. Schwelgerei, zu: lüxus. t Luxus]: 1.
(veraltet) üppig leben, schwelgen: sehr großen Aufwand
machen. 2. (Blol.) a) (nach bestimmten Kreuzungen) gegenüber
der Elterngeneration an Wuchs, Vitalität zunehmen, sich
üppig entwickeln: die Nachkommen aus der Kreuzung
zweier rein gezüchteter Hühnerrassen luxurieren; b) sich
übermäßig entwickeln, wuchern: die Schnäbel dieser Vögel,
die Geweihe luxurieren; luxurierender (übermäßiger)
Bewegungsüberschuß bei seelisch retardierten Kindern;
luxuriös [luksu'ri0:s]<Adj.;-er. -este) [lat. lüxuriösus = üppig,
schwelgerisch]: großen Luxus aufweisend, mit Luxus
ausgestattet: sehr komfortabel, prunkvoll, verschwenderisch: eine
-e Wohnung. Einrichtung; ein -es Hotel, Appartement;
ein -es Leben führen; Sie war ein -es (an Luxus gewöhntes),
schönes Geschöpf (Remarque. Triomphe 163); sein
Lebensstil ist sehr I.; der Wagen ist I. ausgestattet; er lebt
sehr I.; Luxus I'luksus]. der; - [lat. lüxus]: kostspieliger,
verschwenderischer, den normalen Rahmen (der
Lebenshaltung o. ä.) übersteigender, nicht notwendiger, nur zum
Vergnügen betriebener Aufwand: Pracht, verschwenderische
Fülle: ein unerhörter, unwahrscheinlicher L.; ein solches
Auto ist doch reiner L. (ist nicht notwendig, ist höchst
überflüssig): einen solchen L. kann sich nicht jeder
erlauben, leisten; sie liebt den L.. treibt großen L.. lebt im
L.; Imma Spoelmanns Studio war ... mit großzügigem,
herrenhaftem und zweckmäßigem L. hergerichtet (Th.
Mann. Hoheit 198); ein Leben ohne L.; Ü so einen L.
(so etwas Überflüssiges) wie Moral, das können wir uns
nicht leisten (v.d. Grün. Glatteis 234).
Lyxus-: -artikel, der: Gegenstand, Artikel, der in den Bereich
des Luxus gehört, -Ausführung, die: mit besonderem Luxus
ausgestattete Ausführung von etw.: sein Wagen ist die L.
dieses Modells; -ausgäbe, die: besonders kostbare, schöne,
prunkvolle Ausgabe eines Buches: -auto, das: mit
besonderem Komfort u. technischen Raffinessen ausgestattetes Auto:
-dampfer, der: mit viel Komfort u. Eleganz ausgestatteter
großer Dampfer: -erzeugnis, das: vgl. ^artikel;
-gegenständ, der: vgl. -artlkel; -geschöpf, das (oft abwertend):
hohe Ansprüche stellende, verwöhnte Frau: MBit, das: vgl.
Partikel; -hotel, das: vgl. ^dampfer; -jacht, die: vgl.
-dampfen -kabine,die: vgl. -dampfen -klas8e, die:
Klasse, Kategorie, die mit besonderem Luxus verbunden ist:
-limousincdie: vgl. -auto; -nutte,die (salopp): Edelnutte:
-schütten, der (ugs.): svw. Nauto; -villa, die: vgl.
-Wohnung; -wagen, der: svw. T-auto; -weibchen, das (meist
abwertend): vgl. -geschöpf; -wohnung,die: mit viel Komfort
u. Eleganz ausgestattete Wohnung.
Luzerne [lu'tßeiro]. die; -. -n [frz. luzerne < provenz. luzer-
no. eigtl. = Glühwürmchen < lat. lucerna = Leuchte,
zu: lücere = leuchten, wegen der glänzenden Samen]:
Pflanze mit meist blauen bis violetten od. gelben Blüten
u. dreiteiligen Blättern, die als Futterpflanze angebaut wird.
luzid [lutßiitl <Adj.; -er. -este) [lat. lücidus, eigtl. =
lichtvoll, zu: lux. tLux]: 1. (bildungsspr. veraltet) hell,
durchsichtig, klar. 2. (bildungsspr.) klar [u. eindeutig]:
verständlich, einleuchtend: -e Formulierungen. Erläuterungen; Oh-
1711
Luzidität
ne -e Bewußtheit entsteht keine Kunst (Deschner. Talente
163); etw. I. formulieren: <Abl.:> Luzidität [lutsidi t£:t],
die; - (spätlat. lüciditäsl: 1. (bildungsspr. veraltet): Helle,
Durchsichtigkeit. Klarheit. 2. (bildungsspr.) das Klar-,
Eindeutig-, Einleuchtendsein, Verständlichkeit. 3. (Parapsych.)
^/o5//W/^/i^/i;Luzifer['lu:tßifer],der;-s[kirchenlat. LQcifer.
eigtl. = Lichtbringer]: Teufel, Satan. Luztferin[lulßife'ri:n].
das: -s [zu lat. lücifer = Licht bringend] (Chemie. Biol.):
chemische Verbindung, die das Leuchten bei bestimmten
Tieren (z. B. Glü/iwürmchen) ixl. bei faulendem Holz
hervorruft; hiziferisdi[...,fe:riI]<Adj.> [zu t Luzifer] (bildungsspr.):
teuflisch, bösartig: ein -es Grinsen.
Lyase [ly a:z3], die; -. -n [zu griech. lyein. f Lyse] (Biochemie):
Enzym, das organische Stoffe aufspaltet.
Lycopodhim: TLykopodium (1).
Misch [ly:dij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [nach der hist.
Landschaft im asiat. Teil der Türkei]. Lydien, die Lyder,
ihre Kunst, Kultur, Sprache betreffend: die -e Sprache.
Schrift; die -e Kunst; -er Kirchenton {auf dem Grundton
f stehende Kirchentonart).
Lykopodium [lyko po:dium], das; -s [zu griech. tykos =
Wolf u. poüs (Gen. podös) = Fuß. wohl nach der
Ähnlichkeit der Zweigspitzen mit dem Fuß eines Wolfes]: 1. svw.
f Bärlapp. 2. svw. t Hexenmehl.
Lymph- [lyrnf-]: -bahn, die: svw. t -gefaß; Mirüse, die
(veraltet): svw. t^knoten; -aefäfl, das: Leitungsbahn, in der die
Lymphe / gesammelt u.J in die Venen geleitet wird, dazu:
-aeffißentzündung. die; -knoten, der: kleines, rundliches,
oft hohnenförmiges Organ in den Lymphgefäßen, das die
Lymphozyten bildet u. gleichzeitig eine Art Filter gegenüber
Krankheitserregern darstellt, dazu: -knotenentzündung, die.
Lymphangiom [.. .an'gio:mJ. das; -s. -e [zu t Lymphe u. griech.
aggeTon = Gefäß] (Med.): gutartige Geschwulst an den
Lymphgefäßen: Lymphan8itis[...'gi.tis].die; -. ...itiden [...gi-
ti:dn] (Med.): Lymphgefäßentzündung; lymphatisch
[lYm;fa:un <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu t Lymphe]
(Med.): die Lymphe, die Lymphknoten, -gefäße betreffend,
zu ihnen gehörend, von ihnen ausgehend: das -e System;
-e Diathese. Konstitution; Lymphe [lymfd]. die; -. -n [lat.
lympha = Quell-. Flußwasser, dissimiliert aus griech. nym-
phe. t Nymphe]: 1. svw. tGewebsflüssigkeit. 2. aus Lymphe
(1) von Kühen od. Kälbern gewonnener Impfstoff gegen
Pocken; lymphogen [lYmfoge.n] <Adj.; o. Steig.) [t-gen]
(Med.): auf dem Lymph weg entstanden (z. B. von
Infektionen); Lymphogranulomatose [lYmfo-1. die; - (Med.):
Granulomatose des lymphatischen Gewebes; Lymphographk« die.
-. -n [...i:an; t-graphie] (Med.): röntgenologische Darstellung
von Lymphbahnen u. Lymphknoten; Lymphom [lYmform],
das; -s. -e. (Med.): gutartige Schwellung der Lymphknoten;
Lymphozyt [...tßy:t], der; -en. -en <meist PI.) [zu griech.
kytos = Höhlung. Wölbung] (Med.): im lymphatischen
Gewebe entstehendes, im Blut, in der Lymphe u. im
Knochenmark vorkommendes weißes Blutkörperchen; Lymphozytose
[...tßy'to:z3], die; -. -n (Med.): [krankhafte] Vermehrung
der Lymphozyten im Blut.
lynchen [lyn^n. auch: lin^n] <sw. V.; hat) [engl, to lynch,
wahrsch. nach dem nordamerik. Pflanzer u.
Friedensrichter Ch. Lynch (1736-1796)]: an jmdm. Lynchjustiz üben,
ihn wegen einer (als Unrecht angesehenen) Tat grausam
mißhandeln od. töten; Kurz nach seiner Festnahme ...
wollten empörte Bürger ... den Sittlichkeitsverbrecher I. (Bild
24. 6. 64, 6); (oft emotional übertreibend od. scherzh.:)
wenn ich heute wieder so spät komme, werde ich gelyncht;
<Zus.:> Lynchjustiz, die: grausame Mißhandlung od. Tötung
eines Menschen als ungesetzliche Bestrafung bes. durch eine
aufgebrachte Volksmenge: an jmdm. L. üben; Lynchmord,
der: Mord durch Lynchjustiz.
Lyoner [lio:m2], die; -. -. Lyoner Wyrst, die; - -. - Würste
[wohl nach der frz. Stadt Lyon]: svw. t Fleischwurst.
lyophil [lyofl:l] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. lyein. tLyse
u. philein = lieben, gern haben] (Chemie): Lösungsmittel
aufnehmend, leicht löslich (Ggs.: lyophob); Lyophilisate
[...filiza't$io:n].die;-.-en: svw. tGefriertrocknung; lyophob
[...fo:p] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. I£ein. tLyse u. phobeln
= fürchten] (Chemie): Lösungsmittel abstoßend, schwer
löslich (Ggs.: lyophil).
Lyra I'lyrra]. die; -. ...ren [lat. lyra < griech. lyra]: 1.
altgriechisches, der Kithara ähnliches Zupfinstrument mit fünf
bis sieben Saiten. 2. svw. t Drehleier. 3. altes, der Violine
ähnliches Streichinstrument. 4. bei Militärkapellen
gebrauchtes, dem Schellenbaum ähnliches Glockenspiel. 5.
kurz für TLyragitarre; <Zus.:> Lyragitarre, die: (im frühen
19. Jh. beliebte) einer Kithara ähnliche Gitarre.
Lyrik [ly:nk], die; - [frz. poösie lyrique, zu lat. lyricus
< griech. lyrikös = zum Spiel der Lyra gehörend]:
literarische Gattung, in der mit den formalen Mitteln von Reim.
Rhythmus, Metrik, Takt, Vers, Stropheu. a. bes. subjektives
Empfinden, Gefühle, Stimmungen od. Reflexiomn,
weltanschauliche Betrachtungen o. ä. ausgedrückt werden; lyrische
Dichtkunst: die französische L.; Tendenzen in der
modernen L.; L. lesen; Lyriker, der; -s. -: Dichter, der Lyrik
verfaßt; der Autor des Romans ist auch als L.
hervorgetreten; Lyrikerin* die; -. -nen: w. Form zu t Lyriker; lyrisch
<Adj.) [lat. lyricus < griech. lyrikös]: 1. <o. Steig.) a>
<nicht adv.) die Lyrik betreffend, kennzeichnend, zur Lyrik
gehörend; die -e Dichtung; das -e Werk des Künstlers;
-e Gedichte schreiben; b) in der Art der Lyrik, ihr
entsprechend, ähnlich; Elemente der Lyrik od. ihr entsprechende
Elemente aufweisend u. dabei bestimmte Stimmungen,
Gefühle ausdrückend, hervorrufend: -er Stil; -e Passagen in
einer Oper; Ich hatte in einem Aufsatz eine Landschaft
beschrieben, so richtig schön I. (Kempowski. Immer 106).
2. <o. Steig.; nur attr.) (Musik) (von Gesangsstimmen•
weich, von schönem Schmelz u. daher bes. für stimmungs-,
gefühlsbetonte Musik geeignet; ein -er Tenor. Bariton.
Sopran; eine -e Stimme; seine Stimme ist wie geschaffen
für das -e Fach (Fach 4b für lyrische Stimmen). 3. ganz
dem Gefühl hingegeben; voller Empfindungen; gefühlvoll,
stimmungsvoll: in -er Stimmung sein; I. werden; lyrisieren
[lyri'zi:ran] <sw. V.; hat) (bildungsspr. selten): dichterisch
od. musikalisch /übertrieben] stimmungsvoll, gefühlsbetont
gestalten, darbieten; Lyrismus [lynsmos], der; -. ...men
(bildungsspr.): a) <o. PI.) lyrische (1 b) Art einer
literarischen od. musikalischen Darstellung, Gestaltung,
Darbietung; b) lyrische (I b) Stelle, Passage in einem Werk der
Literatur od. der Musik: die Lyrismen Debussyscher Lieder
(Welt 17. 9. 66. 14).
Lyse [Iy:z3]. die; -. -n [griech. lysis = (Auflösung, zu
lyein = (auOlösen]: 1. svw. t Lysis. 2. (Chemie) Vorgang
des Lösens einer Substanz in einem Lösungsmittel u. der
damit verbundenen Spaltung ihrer Moleküle; lysigen [lyzi-
ge:n] <Adj.; o. Steig.) [t-gen] (Med.. Biol.): durch Auflösung
entstanden (z. B. von Gewebslücken); Lysimeter, das; -s.
- [t-meter]: Gerät für wasser- u. landwirtschaftswissenschaft-
liche Untersuchungen zur Messung des Niederschlags, zur
Bestimmung von Boden- u. Pflanzenverdunstung; Lysin Ry-
zi:n], das; -s. -e (meist PI.) (Med.): Antikörper, der die
Fähigkeit hat, Bakterien, Blutzellen, fremde Zellen u.
Krankheitserreger im Körper aufzulösen; Lysis I'ly.zis],
Lyse, die; -, Lysen [vgl. Lyse]: 1. (Med.) langsamer,
kontinuierlicher Abfall des Fiebers. 2. (Med., Bio].) Auflösung vom
Zellen (z.B. Bakterien, Blutkörperchen) nach Zerstörung
ihrer Membran. 3. (Psych.) Auflösung des Charakter liehen
Gefüges, Persönlichkeitszerfall; Lysoform <S> [lyzo'forml.
das; -s [Kunstwort]: Desinfektionsmittel, das aus einer
wäßrigen Alkalilösung besteht; Lysol® [ly'zo:l], das: -s
(Kunstwort]: als Desinfektionsmittel u. zur Wundbehandlung
verwendete, karbolsäureartig riechende ölige Flüssigkeit; Lyso»
som [lyzo'zo.m], das; -s. -en (meist PI.) [zu griech. söma
= Leib, Körper] (Med.. Biol.): bläschenartiges Zellteikher.
mit Enzymen, die bei Freiwerden die Zelle auflösen u. eine
wichtige Rolle bei der intrazellulären Verdauung spielen.
Lysozym [...' tßy :m]. das; -s. -e [zusgez. aus t Lyse u. t Enzym]
(Med.. Biol.): bakterientötender Stoff in zahlreichen
tierischen u. menschlichen Geweben, bes. in Drüsenabsonderun-
gen (z. B. in Tränen, im Speichel).
Lyssa [Ivsa]. die; - [griech. lyssa] (Med. selten): Tollwut
ly tisch [ly.Ufl <Adj.) [zu t Lysis]: 1. (Med.) (vom Fieber
allmählich sinkend. 2. (Biol.) eine Lysis (2) bewirkend.
lyzeal [lytße'a:!] <Adj.; o. Steig,; nicht adv.) (veraltet): das
Lyzeum betreffend, zu ihm gehörend; -e Einrichtungen.
Lyzeum [ly'tße:um], das; -s. Lyzeen [ly tse:an; lat. Lyceum
< griech. Lykeion = Name einer Lehrstätte im alten
Athen]: 1. (veraltet) höhere Schule für Mädchen: das L
besuchen; er ließ seine Töchter alle aufs L. gehen, schickte
sie alle aufs L.; R von hinten L., von vorne Museum
(ugs. scherzh.; von Frauen, die - wenn man ihre Figur
[u. Kleidung] von hinten betrachtet - jugendlich wirken,
dagegen alt aussehen, wenn man plötzlich ihr Gesicht
sieht). 2. (schweiz.) Oberstufe des Gymnasiums.
1712
M
m, M [an; ta. A]. das; -. - [mhd., ahd. ml: dreizehnter
Buchstabe im Alphabet: ein Konsonant: ein kleines m, ein
großes M schreiben.
M: TMy.
äander [me'andi?]. der; -s. - [lat. Maeander < griech.
maiandros, nach dem Fluß Mäander (türk. Menderes)):
1. (Geogr.) (bei Wasser laufen) eine der Windungen,
Schleifen, die in dichter Aufeinanderfolge den Verlauf des Fluß-,
Bachbettes bestimmen. 2. (Kunstwiss.) Mäanderband.
Mäander-: ^band, das <PI. -bänder): bandförmiges
Ornament, das aus einer rechtwinklig gebrochenen Linie od. einer
fortlaufenden Spirale besteht: -bouen, der (Geogr.): svw.
t Mäander (1); ^linie, die: mäandrisch verlaufende Linie.
mäandern [mc'andun], mäandrieren [mean'dri:rdn) <sw. V.;
hat): 1. (Geogr.) (von Wasserläufen) in Mäandern (1)
verlaufen. 2. (Kunstwiss.) mit Mäandern (2) verzieren:
mäandrisch <Adj.; o. Steig.): in Mäandern (1,2).
Maar [ma:g], das; -[e]s. -e [wohl zu mlat.. vlat. mara =
stehendes Gewässer, See < lat. mare = Meer) (Geogr.):
meist mit Wassergefüllte,kratetförmige Senke vulkanischen
Ursprungs.
Maat [ma:t]t der; -[e]s, -e[n] [aus dem Niederd. < mniederd.
mat(e) = Kamerad. Geselle, eigtl. = Tisch-. Eßgenosse]:
1. (Seemannsspr. früher) Gehilfe des Steuermanns od. des
Bootsmanns auf Segelschiffen. 2.a) <o. PI.) Dienstgrad des
Unteroffiziers bei der Bundestnahne; b) Inhaber dieses
Dienstgrades.
Macchia fmakial. Macchie [makpl. die; -. ...ien [...jpn:
ital. macchia. eigtl. = Fleck, zu lat. macula = Fleck;
die Büsche auf den kahlen Hängen erscheinen dem Auge
wie Flecken): (für den Mittelmeerraum charakteristischer)
immergrüner Buschwald.
Mach [max], das; -[s], - [Kurzf. von TMach-Zahl. nach
dem österreichischen Physiker E. Mach (1838-1916)1
(Physik): Bez. für das Verhältnis der Geschwindigkeit eines
Flugkörpers zur Schallgeschwindigkeit: bei der
Geschwindigkeit von 1 M. durchbricht der Flugkörper die
Schallmauer; Zeichen: Ma. M
Machandel Ima xandl], der, -s. • [mniederd. machandel,
Nebenf. von Wachandel = Wacholderl (nordd.): I.
Wacholder >i Strauch /. 2. ein Wacholderschnaps: sein Frühstück
hob an mit M. (Grass. Hundejahre 283); <Zus.:> Mach^n-
delbaum. der (nordd.): Wacholder\ Strauch/.
Mlpchart, die; -. -en: Schnitt, Form eines Kleidungsstücks:
die M. des Kleides gefällt ihr nicht; Ü das ist meine M.
(ugs.; das gefällt mir): machbar [maxba.^1 <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): a) sich (bei gegebenen Voraussetzungen, bei
gutem Willen o.a.) ausfuhren% verwirklichen lassendt
realisierbar: etw. für m. halten; gäbe es genug Geld dafür,
so wäre die Sache schon m.; b) so zu gestalten o.a., wie
man es wünscht <mJ. sich vorstellt: manipulierbar: eine -e
Zukunft: die Überzeugung, daß Konjunktur beliebig m.
sei (Zeit 7. 2. 75, 1); <Abl.:> Machbarkeit, die; -: das
Machbarsein: Mache I'maxa], die; -: 1. (abwertend) unechtes
'auf Vortäuschung von groffer Wichtigkeit, Bedeutsamkeit
o.a. abzielendes] Gehabe: solche M. ist leicht zu
durchschauen; das war doch reine M.. nichts als M.; alles an
ihr ist M. (ist unecht, gekünstelt). 2. (Jargon) Form (bei
einem literarischen Produkt): das Theaterstück hat eine
geschickte M. 3. *etw. in der M. haben (ugs.; an etw.
arbeiten, mit der Herstellung, Bearbeitung von etw.
beschäftigt sein): imdn. in der M. haben (salopp: 1. jmdin. mit
etw. heftig zusetzen. 2. jmdn. verprügeln o.a.): etw. in die
M. nehmen (ugs.; sich etw. zur Bearbeitung o. ä. vornehmen):
imdn. in die M. nehmen (salopp: 1. jmdn. ausschimpfen.
2jmdm. mit etw. heftig zusetzen. 3. jmdn. verprügeln o.a.):
machenl'maxnl<sw. V.;hat)/vgl.gemacht/ [mhd.machen,
ahd. mahhön. urspr. = (den Lehmbrei zum Hausbau)
kneten, formen]: I. häufig an Stelle eines Verbs, das die
entsprechende Tätigkeit genauer benennt a) herstellen,
an]fertigen o.a.: die Firma macht Möbel. Schuhe; er
macht (schreibt) Gedichte, macht (komponiert) Lieder;
ein Foto von jmdm. m. (jmdn. fotografieren); einen Knoten
ins Taschentuch m. (knoten): die Kinder haben einen
Schneemann gemacht (gebaut): wir müssen noch Essen
m. (kochen, zubereiten): ich habe mir eine Tasse Kaffee
gemacht (gekocht): von einem Film Abzüge m.; sich einen
Anzug m. (arbeiten) lassen; Der Hauswirt läßt nichts
m. (lädt keine Reparaturen ausführen: Gaiser, Schlußball
174); Plätzchen mit guter Butter m. (backen): verblaßt:
das Zimmer m. (in Ordnung bringen): jmdm., sich die
Haare m. (ugs.; / sichJ frisieren): b) verursachen, bewirken,
hervomdenu.a. (häufig verblaßt): jmdm. Arbeit m.; Lärm
m. (lärmen): sich einen Flecken auf die Bluse m.; diese
Arbeit macht keine Mühe; sich mit etw. Freunde, viele
Feinde m. (erwerben): großen Eindruck m. (heeindruk-
ken): Musik m. (musizieren): jmdm. Sorgen. Freude m.
(bereiten): jmdm. Mut m. (jmdn. ermutigen): der Marsch
hat uns Hunger. Durst gemacht (hat uns hungrig, durstig
werden lassen): c) ausführen, durchjültren: erledigen u.a.
(häufig verblaßt): eine Arbeit, seine Hausaufgaben m.;
er hat alles ganz alleine, aus Holz, in Handarbeit gemacht;
eine Mitteilung, eine Bestellungm.; ein Examen, das Abitur
m. (ablegen): einen Sprung über den Graben m.
(darüberspringen): einen Spaziergang m. (Spazierengehen): eine
Reisern. (verreisen); ein Spiel m. (spielen); eine
Beobachtung m. (etw. beobachten); einen Besuch m. (jmdn.
besuchen); R wieman'smacht, macht man's falsch
(resignierende Feststellung, die ausdrückt, daß es immer jemanden
gibt, dem etwas, was man gemacht hat. nicht gefällt);
* es nicht unter etw. m. (ugs.; eine bestimmte Menge. Summe
als mindestes fordern o.a.): er macht es nicht unter I 000
Mark. 2. a) in einen bestimmten / veränderten] Zustand
bringen, versetzen: etw. neu, unbrauchbar, zugänglich m.; etw.
größer, besser, schöner m.; du hast ihn mit deiner
Bemerkung böse, unsicher, neugierig gemacht; sie hatte sich
für den Abend besonders hübsch gemacht; man hatte ihn
betrunken gemacht; b) in eine bestimmte Stellung, einen
bestimmten Status o.a. bringen, erheben: zu etw. werden
lassen: er hat etwas aus seinen Kindern gemacht, hat seine
Kinder zu tüchtigen Menschen gemacht (ihnen eine
Erziehung zuteil werden lassen, die sie zu tüchtigen Menschen
werden UelS); jmdn. zum Ritter der Ehrenlegion, zum
General, zu seinem Vertrauten m.; er machte sie zu seiner
Frau (geh.. veraltend; heiratete sie). 3. (durch Geschälte
o. ä.) verdienen, erzielen: er hat bei dem Auftrag ein
Vermögen. Millionen gemacht; ein großes Geschäft m. (sehr
viel verdienen); Die kennen nur ein Gesetz, das heißt
Gewinn oder Profit m. (Kühn. Zeit 54). 4. etw. tun,
unternehmen; sich mit etw. Bestinuntem] beschäftigen: was machst
du gerade?; wir haben im Urlaub gar nichts gemacht;
die Kinder dürfen nicht alles m.. was ihnen gerade einfällt;
was willst du mit den alten Sachen m. i was hast du damit
vor)?; ich weiß nicht mehr, was ich noch m. soll (bin
ratlos); dagegen kannst du nichts m. (nichts ausrichten);
daran läßt sich nichts m. (nichts ändern); R mach was
dran! (ugs.; das ist leider so): Kannst du mir ma) helfen?
Ich weiß nicht, wie man's macht (ich kenne mich damit
nicht aus); mit mir könnt ihr es ja m. (ugs.; ihr könnt
mir auf der Nase herumtanzen)*:, (auch ohne Akk.:> laß
mich nur m. (ugs.; üherlaß die Sache nur mir)\: ich mach
sowieso nicht mehr lang (ugs.; ich lebe nicht mehr lange;
Aberle, Stehkneipen 55); „Mach ich! Wird gemacht!" (ugs.;
als Bekräftigung der Zusicherung einer Hilfeleistung o. ä.);
verblaßt: was macht deine Frau (wie geht es deiner Frau)?:
was macht die Arbeit, deine Gesundheit (wie ist es darum
bestellt)?; Was soll man da groß m., solchen Leuten ist
man doch hilflos ausgeliefert (v.d. Grün. Glatteis 197);
was habt ihr denn da wieder gemacht (angestellt)?; mach's
gut (ugs.; als Abschiedsgruß; lati es dir gutgehen)\: wir
werden euch helfen, gemacht? (ugs.; als
Bekräftigungsformel; abgemacht, einverstanden?). 5. <m. + sich) mit etw.
beginnen, eine bestimmte Tätigkeit aufnehmen: sich an die
Arbeit, ans Kochen, an die Lektüre m.; sie haben sich
ans Werk gemacht (mit der Arbeit begonnen). 6. (ugs.)
<m. -I- sich) sich in bestimmter, meist positiver Weise
entwickeln: das Wetter macht sich wieder (wird wieder besser);
das Baby hat sich gut gemacht (es gedeiht sichtlich); das
kranke Bein wird sich schon wieder m. 7. (ugs.) jmdn.
durch Protektion o. ä. in eine bestimmte Position bringen;
imdn. aufbauen: einen Schlagersänger m.; Ein
Eiskunstläufer wird nicht „gemacht", er muß wachsen (Maegerlein,
108 GDW
1713
Machenschaft
Triumph 70). 8. «salopp) / als Schauspieler / einen
bestimmten Part übernehmen, eine bestimmte Rolle spielen: er macht
den Hamlet; sie hat bei uns den Nikolaus gemacht; Heute
macht Genosse Brech den Bootsführer und Genosse Geist
den Maschinisten (Wochenpost 23. 7. 76. 18). 9. (saiopp
abwertend) auf eine plumpe, aufdringliche o. ä. Weise etw.
mimen, in eine bestimmte Rolle schlüpfen: Machen Sie doch
nicht auf mitfühlenden Bullen (Prodöhl. Tod 97); er macht
zur Zeit in Großzügigkeit (gibt sich betont großzügig).
10. <in Verbindung mit Inf. + Akk.> bewirkenxdaß etw.
Bestimmtes geschieht, zu etw. veranlassen: seine Äußerung
hat uns lachen gemacht, (seltener:) m.; jmdn. leiden m ;
Wenn Schwesterntracht gedacht war .... durch Unform
Formen vergessen zu m. (Kant. Impressum 282). 11. <m.
+ sich) (an einer Stelle) in bestimmter Weise passen,
sich einfügen, harmonisieren: die Blumen machen sich sehr
schön in der Vase; daß ein Aquarium sich in seinem
Zimmer gut m. würde (Gerlach. Demission 155); <unpers.:>
Du kannst mich gern der Dame ... vorstellen, wenn es
sich gerade so macht {ergibt; Th. Mann. Zauberberg 62).
12. (ugs. verhüll.) seine Notdurft verrichten: das Baby will,
kann nichts m.; ein Vogel hat ihm auf den Hut gemacht;
das Kind hat in die Hose, ins Bett gemacht. 13. (ugs.)
ein bestimmtes Geschäft o. ä. betreiben; in einer bestimmten
Branche tätig sein: er macht seit einiger Zeit in Lederwaren.
14. (ugs.) a) (in bezug auf einen zu entrichtenden Geldbetrag)
ausmachen, betragen: das Reinigen macht 15 Mark; alles
zusammen macht 1 000 Mark im Jahr; was macht das/es
(wieviel kostet das)?; b) (in bezug auf das Ergebnis einer
Addition. Subtraktion od. Multiplikation) ergeben: 4 und
3 macht 7; 4 minus 3 macht 1; 4 mal 3 macht 12. 15.
(ugs.) rufen, ausrufen (bei Interjektionen u.a.): „Oh'\
machte der Leutnant (H. Mann, Stadt 108). 16. (ugs.)
sich beeilen: als das Gewitter begann, machten sie. daß
sie nach Hause kamen; mach, daß du wegkommst; nun
mach schon! (beeildich!). 17. <hat> *esm. (salopp; koitieren
a): hast du es schon mal gemacht?; sie macht es mit jedem;
ich habe es schon mal mitbekommen, wenn sie es gemacht
haben (Schmidt. Strichjungengespräche 124); *es jmcbiL
m. (salopp; jmdn. geschlechtlich befriedigen): er hat es ihr
gemacht. 18. (landsch.) an einen bestimmten Ort gehen,
fahren* sich begeben <ist>: in die Stadt m.; sie sind aufs
Land gemacht. 19. * macht nichts! (ugs.; schon gut. nicht
weiter schlimm! [Antwort auf eine Entschuldigung, eine
Frage, ob etw. schlimm warl); mach dir. macht euch nichts
daraus/draus (ugs.; ärgere dich nicht, ärgert euch nicht dar-
über)', sich (Dativ; wenig/nichts o.a. aus etw. m. (ugs.;
etw. nicht / besonders I gernmögen, essen o. ä.; kein
besonderes/ Interesse an etw. haben): wir machen uns kaum was
aus Pflanzen. Uns sind Pflanzen weitgehend egal (Woh-
mann. Absicht 332); sich (Dativ) wenig/nichts o.a. aus
jmdm. machen (wenig, nicht viel o. ä. für jmdn. übrig haben;
jmdn. nicht!besondersj schätzen).
Machenschaft, die; -. -en (meist PI.) (abwertend): sich im
Verborgenen abspielende, unlautere Handlung od.
Unternehmung, mit der sich jmd. einen Vorteil zu verschaffen od.
einem anderen zu schaden sucht: üble, dunkle -en; jmds.
-en durchkreuzen; die -en der Gegenpartei; -en gegen jmdn.
aufdecken; Macher, der; -s. - [1: mhd. macher. ahd.
(ga)mahhari; 2: LÜ von engl.-amerik. maker]: 1. jmd.,
der etw. Bestimmtes in die Tat umsetzt; Handelnder,
Ausführender: die eigentlichen M. sind überhaupt nicht in
Erscheinung getreten. 2. jmd. [in einer Führungsposition], der
sich durch große Tatkraft, Durchsetzungskraft, durch die
Fähigkeit zum Handeln auszeichnet: er ist der Typ des
-s; als Topmanager muß er ein M. sein; -midier, der.
-s. -: Grundwort von Zus. mit der Bed. „Schöpfer.
Verfertiger u. ä.k% (z. B. Filme-, Objekte-. Lieder-. Büchermacher);
Macherlohn, der; -[e]s. -löhne <PI. selten): (von einem
Schneider, einer Schneiderin) für die Anfertigung eines
Kleidungsstücks geforderte Geldsumme.
Machete [maxe.to. auch: matje:to], die; -. -n [span. mache-
te, viell. zu: macho = mozarabische Nebenf. von: mazo
= Schlegel, Kolben]: südamerikanisches Buschmesser.
Machiavellismus [makiavelismos]. der. - [nach dem ital.
Staatsmann N. Machiavelli (1469-1527)]: politische Lehre
u. Praxis, die der Machtpolitik den Vorrang vor der Moral
gibt; rücksichtslose Machtpolitik; Machiavelljst, der; -en.
-en: Anhänger des Machiavellismus; machiavelljsti9ch
<Adj.>: nach der Lehre, im Sinne des Machiavellismus.
Machination [maxina't£io:n], die; -. -en [lat. mächinätio
= List. Kunstgriff, zu: mächinäri = aussinnen, erdenken]:
1. <PI.) (geh.) Winkelzüge, Machenschaften, Ränke. 2,
(veraltet) Kniff, Trick. Kunstgriff
Machtsmo [ma'tJismo]. der; -[s] [span. (südamerik.) machis-
mo. zu: macho = männlich; (Tier)männchen < lat.mascu-
lus = männlich] (bildungsspr.): übersteigertes
Männlichkeit sge fühl. Männlichkeitswahn, Betonung der männlichen
Überlegen/teil u. Vitalität.
'Machorka Ima'xorkaJ.der; -s. (Sorten.) -s [russ. machorka.
wahrsch. zu: mochor = Franse. Faser; wohl wegen des
groben Schnitts]: [grob geschnittener/ russischer Tabak
mit großen, dicken Rippen; 2Machorka, [-]. die; -. -s:
Zigarette aus l Machorka.
Mactoche Zahl [maxjd -]. die; -n •. -n -cn: svw. TMach.
Machsorlmax zo:?].der; -s. -su. -im [...zo'ri:m; hebr. mafyä-
zor = Zyklus]: jüdisches Gebetbuch für die Festtage.
Macht [maxt]. die; -, Mächte [mexto; mhd., ahd. mäht,
zu tmögen]: 1. <o. PI.) a) Gesamtheit der Kräfte u. Mittel,
die jmdm. od. einer Sache gegenüber Lebewesen od. Dingen
zur Verfügung stehen; Kraft: geringe, große M.; seine ganze
M. aufbieten; aus eigener M.; mit aller M. bemüht sein,
etw. zu erreichen; sich mit aller M. gegen jede Neuerung
stemmen; sie wollen alles tun, was in ihrer M. steht (was
sie vermögen); b) natürliche Kraft, Stärke, Gewalt: die
M. (Heftigkeit) des Fiebers ist gebrochen; er warf es
mit M. (heftig), mit aller M. (so heftig er konnte) von
sich; der Frühling kommt mit M. (rasch u. mit allen
Anzeichen); *etw. ist eine M. (Jugendspr.; etw. ist eine Wucht;
t Wucht). 2.a) <o. PI.) (beherrschender) Einfluß auf Grund
einer bestimmten Macht (1 a): das ist die M. der
Gewohnheit, der Verhältnisse; M. ausüben; M. über jmdn. haben,
bekommen; jmd.. etw. übt eine unwiderstehliche M. auf
über jmdn.. auf/über jmds. Gemüt aus; jmdn. in seiner
M. haben; b) etw., was eine besondere bzw. geheimnisvolle
Macht (2a) besitzt, ausübt: eine geistige M.; eine
überirdische M.; böse, dunkle Mächte; die Mächte der
Unterwelt, der Finsternis. 3. <o. PI.) a) Befugnis, Freiheit
(von höherem od. geringerem Grad), über jmdn.. etw. zu
bestimmen [u. entsprechender Einfluß]: er hat die M. zu
tun. was er will; seine M. gebrauchen, ausspielen; jmdn.
seine M. fühlen lassen; er stand auf dem Gipfel seiner
M.; es steht, liegt nicht in meiner M.. ihn davor zu
bewahren; die M. (Herrschaft) über Leben und Tod; die
Gefangenen waren in seiner M. (Gewalt); jmdn. in seiner M.
(Gewalt) haben; b) mit dem Besitz einer besonderen
(führenden, herrschenden) politischen, gesellschaftlichen,
öffentlichen Stellung u. Funktion, insbes. mit dem Besitz der
politischen Gewalt. Staatsgewalt verbundene Befugnis.
Möglichkeit ifd. Freiheit, über Menschen u. Verhältnisse zu
bestimmen: die politische, staatliche, wirtschaftliche M;
die M. Roms reichte bis nach Kleinasien; alle M. war
in einer Hand. Person vereinigt; [die] M. über jmdn.. etw.
erringen; die M. ausüben, festigen, haben; die geistliche
(kirchliche), weltliche (staatliche) M. in [den] Händen
haben; seine M. behaupten, mißbrauchen; die M. einer
Klasse,Clique brechen; die M. (Staatsgewalt. Herrschaftj
übernehmen, ergreifen, an sich reißen; Mißbrauch der M.;
mit uneingeschränkter M. regieren; an die/zur M. kommen,
gelangen (die Regierungsgewalt erlangen); an der M. sein,
bleiben (die Regierungsgewalt haben, behalten); jmdn. von
der M. fernhalten; jmdm. zur M. verhelfen; Spr M. geht
vor Recht (in der Realität erweist sich Macht stärker als
Recht). 4.a) politisch u. wirtschaftlich einflußreicher Staat:
eine ausländische, verbündete, feindliche M.; die
kriegführenden Mächte (Staaten); b) mächtige, einflußreiche
Gruppe. Schicht o. ä.: die geistliche (kirchliche) und die weltliche
(staatliche) M. im Mittelalter; die Mächte der Reaktion;
eine M. sein, bilden. 5. (veraltend) Heer, Truppen: mit
einer großen M., mit bewaffneter M. anrücken, angreifen.
raucht-, M?cht-: ^anhäufung, die: vgl. -ballung; ^ansprach.
der: Anspruch auf Macht (3); -antritt, der (selten):
Übernahme der Macht (3b): Hitlers M.; -apparat, der (Politik):
der Aufrechterhaltung der politischen Macht (3 b) dienender
Apparat (2): der staatliche M.; sich einen M. schaffen;
-ausübung, die; -balking: die: Ballung politischer Macht
(3 b); -befiignis. die: Befugnis, Macht (3) auszuüben:
staatliche -se; M. haben; jmdm. -se übertragen; seine -se
überschreiten; das überschreitet meine M.; jmdn. mit -sen
ausstatten; -bereich, der: Bereich, in dem [die] Macht (3)
1714
Madamchen
ausgeübt wird: einen M. ausweiten; in jmds. M.
eindringen; etw. in seinen M. einbeziehen; -besessen <Adj.; nicht
adv.>: von dem Wunsch besessen, möglichst viel Macht
(3) auszuüben: ein -er Politiker; -bewußtsein, das:
Bewußtsein der eigenen Macht (3. seltener: 1 a); -block, der <PI.
-blocke, selten: -blocks): Block (4), der bedeutende
politische] Macht (3 b) besitzt: Entspannung zwischen
den Machtblöcken: -ergreifung, die (Politik): Ergreifung
der Macht (3 b), insbes. die Ergreifung der Macht durch
Hitler u. die Nationalsozialisten (1933): Hitlers M.; die
M. der Kommunisten in Osteuropa (Fraenkel. Staat 299);
-faktor, der: etw., was als Macht (4) od. in bezug auf
die] Macht (3) ein bedeutender Faktor ist: ^frage. die:
Frage der /politischen] Macht (3); -fülle, die: die M. des
Königs; -gier, die: Gier nach Macht (3), dazu: -gierig
<Adj.; nicht adv.); -gruppe, die (Politik): Macht (3 b)
ausübende Gruppe: soziale -n: -haber [-ha.bß]. der; -s. - (oft
abwertend): die Macht (3 b). Regierungsgewalt Besitzender,
Ausübender: die M. im Kreml; -hunger, der: Hunger,
heftiges Streben nach Macht (3), dazu: -hungrig <Adj.; nicht
adv.): ein -er Politiker. Staat; -Instrument, das (Politik):
Instrument, Werkzeug der Machtausübung: der Staat wird
im Marxismus grundsätzlich als das M. der herrschenden
Klasse angesehen (Fraenkel. Staat 191); -kämpf, der (bes.
Politik): Kampf um mehr Macht (3): politische, soziale
Machtkämpfe; M. zwischen Kindern und Eltern (Hörzu
25, 1976. 46): -konzentration, die; -los <Adj.; -er. -este;
nicht adv.): ohne Macht da, 3) u. Einfluß: nicht über
die nötigen Mittel, über die nötige Macht od. Autorität
verfügend, um etwas ausrichten zu können: -e
Splitterparteien: sie waren m. gegen den. gegenüber dem Eindringling:
gegen soviel Engstirnigkeit ist man m.; da ist man m.
da]gegen] kann man nichts machen): R da stehst du m.
vis-ä-vis (ugs.; dem steht man hilflos gegenüber, dal gegen]
kann man nichts machen), dazu: -losigkeit. die: -; -mittel,
das: Hilfsmittel, das dazu dient, [die] Macht (3) auszuüben
bzw. aufrechtzuerhalten: politische, militärische M.; m>t-
gan, das (Politik): staatliches Organ der Machtausübung:
-Politik, die: einseitig auf die Entfaltung u. Behauptung
von Macht (3 b) gerichtete i Außen] politik, dazu: -politisch
<Adj.; o. Steig.): politisch im Sinne der Machtpolitik: -e
Interessen. Erwägungen; die -e Lage: -Position, die (bes.
Politik): Macht (3) begründende Position, mit dem Besitz
u. der Ausübung von Macht verbundene Position:
wirtschaftliche -en; die M. eines Politikers; Leute in -en: -probe,
die: Probe, die jmds. Macht (3) erweisen soll: eine M.
zwischen zwei Gegnern. Staaten; eine M. bestehen; es
auf eine M. ankommen lassen: -rausch, der <o. PL):
rauschhaftes Gefü/d, Überwältigtsein durch den Besitz von Macht
(3); -spruch, der: keinen Widerspruch duldende Äußerung,
mit der etw. auf Grund überlegener Macht (2 a) entschieden
wird od. durchgesetzt werden soll: sich jmds. M. beugen;
-Stellung, die: vgl. -Position; -streben, das; -s: Streben
nach Ipolitischer] Macht (3); -struktur, die (Politik):
Struktur der Machtverhältnisse: -Übernahme, die (Politik):
Übernahme der Macht (3 b), Regierungsgewalt: insbes. Machter'
greifung: ... um eine kommunistische M. in Vietnam zu
verhindern (Spiegel 1/2, 1966, 6): -Verhältnisse <P1.>: die
Entwicklung der internationalen M.; widerstandsloses
Unterordnen unter Autoritäls- und M. (Heiliger, Angst
9); -Verschiebung, die: Verschiebung der Machtverhältnisse:
-Verteilung, die; ^voll <Adj.): mit Entfaltung, Einsatz
großer Macht (1, 2a, 3) ; geschehend, handelnd]: ein -es
Auftreten; ein -es Bekenntnis zu etw. ablegen; eine -e
Demonstration, Protestbewegung, geschichtliche Entwicklung; m.
zuschlagen; -Vollkommenheit, die: Uneingeschränktheit der
Macht (i)jmdässende Berechtigung, [die] Macht (3)
auszuüben: Entscheidungsbefugnis, -freiheit, wie sie dem
zukommt, der die] Macht (3) besitzt, ausübt: Beseitigung
der M. des Königs, des Staates; in. kraft eigener M.
handeln, entscheiden; * aus eigener M. (auf Grum!
vorausgesetzter od. angemaßter Entscheidungsfreiheit: eigenmächtig):
-Wechsel, der (Politik): Wechsel der Machtverhältnisse,
insbes. durch Übergang der Macht (3 b), Regierungsgewalt
in andere Hände: -wille, der: Wille. Macht (bes. 3, auch
I a, 2 a) zu besitzen, auszuüben: -wort, das <PI. -e):
Aufforderung od. Entscheidung, die keinen Widerspruch zuläßt
u. auf Grund entsprechender Macht (2 a, 3 a) durchgesetzt
werden kann: das M. des Fraktionsvorsitzenden. der Eltern
respektieren; * ein M. sprechen (seine Macht 2 a. 3 a,
Autorität geltend machen u. entscheidend eingreifen): die Kinder
tobten so lange, bis der Vater ein M. sprach; -Zentrum,
das: Zentrum der Macht (3 b); -zusammenballung. die: vgl.
-ballung; -Zuwachs, der.
Mächtegruppe, die; -. -n (Politik): Gruppe von Mächten (4 a);
Mächtegruppierung, die; -. -en (Politik): Gruppierung von
Mächten(4a); mächtig[majtK;] <Adj.) [mhd. mehtic. ahd.
mahtig): l.a) <nicht adv.) große Macht (2a. 3), Gewalt
besitzend od. ausübend, von großer Wirkung, einflußreich:
ein -er Staat, Herrscher. Feind; die Unternehmer waren
sehr m.; Worte sind oft -er als Handlungen; <subst.:>
die Mächtigen dieser Welt; b) * einer Sache m. sein (geh.;
etw. auf Grund entsprechender Fähigkeit! en] können,
beherrschen): des Englischen, der Rede mächtig sein; einer
Sache, seiner [selbst] m. sein ([oft verneint] etw., sich / selbst]
in der Gewalt haben): seiner Sinne. Worte, seiner Sprache,
seiner [selbst] kaum noch m. sein. 2. a) beeindruckend groß,
umfangreich, ausgedehnt, stark: von beeindruckendem
Ausmaß. Grad: gewaltig (2 a): ein -er Wald; eine -e Eiche,
Woge. Wirkung; ein -er (überaus kraftvoller) Schlag; mit
-er Stimme; seine Stimme m. erheben; b) <nicht adv.)
(landsch.) sehr sättigend: schwer: das Essen ist mir zu
m.; c) (nicht adv.) (Bergmannsspr.) (von Schichten o.a.)
dick (2a): ein [etwa 10 Meter] -es Flöz. 3. (ugs.) a) <nur
attr.) sehr gro(3. stark, beträchtlich: -en Hunger, -e Angst,
-es Glück haben: b) (intensivierend bei Adj.. Adv. u.
Verben) sehr, überaus: bes. stark, heftig usw.: m. viel, groß,
gut. gern; sich m. freuen, beeilen; m. toben, brüllen; (Abi.:)
Mächtigkeit, die; -, -en [mhd. mehticheit]: 1. (o. PI.) das
Mächtigsein. Reichtum an Macht (2 a. 3). Einfluß. 2. (o.
PI.) mächtige (2 a) Beschaffenheit. 3. (Bergmannsspr.) (von
Schichten o.a.) Dicke. 4. (Math.) Größe (einer Menge),
Beschaffenheit einer Menge in bezug auf das (im Vergleich
zu einer anderen Menge) mehr od. weniger zahlreiche
Enthaitensein von Elementen: die [unendliche] Menge C ist
von geringerer, größerer M. als die Menge D; (Zus.:)
M$ditigkeitsspringen, das; -s, - (Sport): Wettbewerb im
Springreiten über eine kurze Strecke mit schweren
Hindernissen, bei dem bes. das Springvermögen der Pferde geprüft
wird.
machulle [ma'xob] (Adj.; o. Steig.) [zu jidd. mechulle =
krank, zu hebr. mafyel^h = Krankheit] in der Verbindung
m. sein (1. salopp; bankrott, pleite sein. 2. bes. mundartl.:
ermüdet, erschöpft sein. 3. bes. mundartl.; verrückt sein).
Machwerk, das; -[eis. -e (abwertend): schlecht, pfuscherhaft
gemachtes, minderwertiges Werk, Erzeugnis: das Gedicht
ist ein übles M.
Mfdi-Zahl, die: -. -en (Physik): svw. tMach.
Macis: TMazis.
Macke fmaks], die; -. -n [Jidd. macke = Schlag, auch:
Fehler < hebr. mak^h = Schlag; Verletzung]: 1. (salopp)
absonderliche Eigenart, Verrücktheit. Tick. Spleen: das ist
bei ihm zur M. geworden; der hat doch eine M. mit
seiner Sammelleidenschaft; Ich soll dir 100 Mark pumpen?
Du hat ja 'ne M. (das kannst du nicht im Ernst annehmen:
das kommt überhaupt nicht in Frage)\\ Nimmt der Kerl
mir einfach die Vorfahrt! Der hat doch wohl *ne M. (ist
wohl verrückt)\ 2. Fehler, Schallen, Makel. Defekt: der
Kotflügel, der Lack hat eine M.; die Maschine hat so
ihre -n, zeigt ihre -n. 3. * stumpfe M. (Jugendspr.;
stumpfsinnige, langweilige Sache).
Macker fmakB], der; -s. - [aus dem Niederd., eigtl. =
Kamerad. Kumpel; 1: für T Macher]: 1. (Jugendspr.) Freund
(insbes. eines Mädchens): sie hat einen neuen M.; „Ach
was", sagte der Junge, „er ( = der angebliche Vater) ist
bloß dein M.4t (Fels, Sünden 14). 2. (Jugendspr.) /junger!
Mann. Bursche. Kerl: er ist ein dufter M. (netter Bursche,
guter Kamerad. Kumpel): ein linker M.: was will der M.
bei uns? 3. (salopp) Anführer, Macher: spiel du hier nicht
den M.! 4. (nordd.) Mitarbeiter. Arbeitskollege.
Mackintosh[madcintof],der; -ls],-s[engl.mackintosh.nach
dem engl. Chemiker Ch. Mackintosh, gest. 1843]: 1. mit
Kautschuk imprägnierter Baumwollstoff. 2. Regenmantel
aus Mackintosh (1).
Macrame: TMakramee.
Madam [madam], die; -, -s u. -en [frz. madame, t Madame]
(ugs.): a) (veraltet) Hausherrin, gnädige Frau: b) <Vkl.
tMadamchen) (scherzh.) [dickliche, behäbige] Frau: c)
(landsch. scherzh.) Ehefrau: Bringst du heute abend deine
M. mit zum Kegeln?; Madamchen [ma'damQon). das; -s.
:08'
1715
Madame
- (ugs. scherzh.): junge Frau. Frauchen; Madame [ma'dam]
<meist o. Art.); -, Mcsdames [mc'dam; frz. madame =
Frau. Zusschr. von ma dame. eigtl. = meine Herrin. T
Dame]: titelähnlich od. als Anrede gebrauchte frz. Bez. für
Frau: haben Sie noch einen Wunsch, M.?; Abk.: Mme.
(Schweiz.: Mme). PL: Mmes. (Schweiz.: Mmes).
Madapolain [madapola(:)m]. der; -[s], (Sorten:) -s [nach
der gleichnamigen Vorstadt der Stadt Narsapur im
indischen Bundesstaat Andrah Pradesh]: glatter, feinfädiger,
weicher Stoff aus Baumwolle ixt. Zellwolle, der bes. für
Hemden u. Wäsche verwendet wird.
Madarose[madaro:z3], die; -.-n [griech. madärösis =
Haarausfall] (Med.): chronische Entzündung der Lidränder mit
Ausfall der Wimpern.
Madchen [mc:t(^n]. das; -s. - [für älter: Mägdchen, eigtl.
Vkl. von TMagd]: l.a) Kind weiblichen Geschlechts (Ggs.:
'Junge 1 a): ein blondes, liebes, reizendes, niedliches
[kleines] M.; du bist doch schon ein großes M.!; eine Schule
für Jungen und M.; sie hat ein M. bekommen (eine Tochter
zur Welt gebracht); er ging mit seinen drei M. (Töchtern)
spazieren; sie war noch [ein] M. (selten; noch unberührt),
als er sie kennenlernte; *fur kleine M. müssen (fam.;
scherzh. verhüll.; die Toilette aufsuchen müssen): b) junge
bzw. jüngere weibliche Person: ein hübsches, anständiges
(junges] M.; ein leichtes (leichtlebiges) M.; ein käufliches
M. (verhüll.: Prostituierte): ein gefallenes M. (tfallen 1 c);
das M. gefiel ihm; ein M. kennenlernen, verführen,
sitzenlassen, heiraten; (als vertrauliche Anrede an eine Frau:)
na, [altes] M., wie geht es dir?; ein altes, älteres, spätes
M. (iron.; eine nicht mehr junge, unverheiratete Frau). 2.
(ugs.) Freundin (einesjungen Mannes): ein festes M. haben;
er kam mit seinem M. 3. Hausmädchen, Hausangestellte,
Hausgehilfin: ein tüchtiges M. [für Hausarbeit]; das
Mädchen (Zimmermädchen) machte die Betten; *M. für alles
(ugs.; Person für alle anfallenden Arbeiten, Aufgaben): er.
sie ist M. für alles.
Midchen-: -alter, das <o. PI.); ^fuBball. der <o. PI.) (ugs.):
svw. t Frauenfiißball; -Beschichten <PI.) (ugs.):
Liebeserlebnisse, -affären mit Mädchen; -aesicht, das; ^Handel, der
<o. PL): Vermittlung, Verkauf von Mädchen iz. B. zur
Prostitution) in ein anderes Land; -händler. der: jmd., der
Mädchenhandel betreibt; -herz, das: da schlug manches
M. höher; ^hirt. der (Schweiz.): Zuhälter; -jähre <PI.>:
sie erinnerte sich an ihre M.; -kammer, die (früher):
Kammer für das Dienstmädchen; -klassc, die: vgl. -schule;
-kleid, das: Kleid für ein Mädchen; -name, der: 1. weih-
lieber Vorname. 2. Familiennarne einer Frau vor ihrer
Verheiratung: Vor- und Mädchenname der Ehefrau;
-Pensionat, das: Pensionat für Mädchen; -raub, der (bes. früher,
auch Völkerk.): Raub, gewaltsame Entführung eines
Mädchens, insbes. zur Eheschließung; -schule, die: Schule, die
nur von Mädchen besucht wird; -Sport, der: Sport für
Mädchen; -stimme, die: er hörte ihre helle M.; -tage <PL):
vgl. ^ jähre; ^weihe.die (Völkerk.): Initiationsfeier für
Mädchen; ^zimmer. das: 1. Zimmer eines Mädchens. 2, Zimmer
für das Dienstmädchen.
mädchenhaft <Adj.; -er. -este): einem Mädchen eigentümlich,
gemäß; wie ein Mädchen: eine -e Gestalt; -e Anmut; -e
Kleidung; ihr Gesicht ist noch ganz m.; m. aussehen;
<Abl.:> Märchenhaftigkeit, die; -.
Made l'ma:dd]. die; -. -n [mhd. made, ahd. mado]: wurmähn-
liehe, fußlose Insektenlarve: in dem Fleisch. Käse sind
die -n; die Radieschen sind von -n zerfressen; * leben wie
die M. im Speck (ugs.; sehr gut, im Überfluß leben).
made in ... ['meid in ...; engl. = hergestellt in ...]: Aufdruck
auf Waren in Verbindung mit dem jeweiligen
Herstellungsland (z.B. made in Germany [...Üv^mani] = hergestellt
in Deutschland).
Madeira. Madera [ma'de:ra], der; -s. -s [nach der Port.
Insel Madeira]: Süßwein aus Madeira: <Zus.:) Madeirastik-
kerei, die: svw. T Lochstickerei; Madeirawein. der. svw.
T Madeira.
Madel. Madl [ma:d|], das; -s. -n (südd.. österr. mundartl.):
Mädchen (1 at b, 2, 3); Mädel [me:d|], das; -s, -. nordd.:
-s. bayr.. österr. ugs.: -n [Vkl. zu TMagd] (landsch.):
Mädchen (1 a, b, 2. 3).
Mademoi9elle [madamQa'zcl], die (meist o. Art.); -. Mesde-
moiselles [meddmQa'zel; frz. mademoiselle, Zusschr. von
mademoiselle = mein Fräulein. TDemoiselle]: titelähnlich
od. als Anrede gebrauchte frz. Bez. für Fräulein (vgl.
Madame); Abk.: Mlle. (Schweiz.: Mlle), PL: Mlles. (Schweiz.:
Mlles).
Maden-: -fraß, der: Fraß (2) von Maden; -fresser, -hacker.
der: l.in Amerika heimischer, insektenfressender, schwarzer
Kuckuck mit hohem, seitlich zusammengedrücktem
Schnabel. 2. in Afrika heimischer, kurzschnäbeliger Star,
der Großwild u. -vieh von Zecken, Maden u.a. befreit;
-wirm.der: weißlicher Fadenwurm, der als Parasit im Darm
des Menschen lebt.
Madera: t Madeira.
Mäderl ['merdcl], das; -s, -n (österr. ugs.): I. / kleines] Mädel,
Mädchen (1 a). 2. (Kosef.) /junges] Mädel, Mädchen (1 b).
MidesüB [me:cb-]. das; -. - [aus niederl. u. niederd. mede
soet (nd. soet = süß); wohl Umdeutung eines nord.
Pflanzennamens mit der Bed. Metkraut, vgl. schwed.
(mundartl.) mjödört]: Rosengewächs ([ Zier]staude) mit weißen
od. purpurfarbigen Blüten in spinnenartigen Blütenständen.
madig [ma:di<;] <Adj.; nicht adv.) [mhd. madic]: von einer
od. vielen Maden angefressen bzw. zerfressen, voller Maden:
-e Früchte; der Käse ist m.; *imdn.. etw. m. machen (ugs.:
1. schlechtmachen, bloßstellen. 2. sich überjmdn., etw. lustig
machen, jmdn., etw. verspotten): jmdm. etw. m. machen
(ugs.; jmdm. die Freude an etw. nehmen, jmdm. etw.
verleiden, indem man es gründlich kritisiert): sich m. machen
(ugs.; sich unbeliebt machen).
Madison l'm&disn]. der; -[s], - [amerik. Madison. H.u.]:
1962 aufgekommener, dem Twist ähnlicher, aber
langsamerer Mode tanz im 4lrTakt.
madjarisieren [madjari'zi:ron] <sw. V.; hat) [zu ung. magyar
= ungarisch; Ungar]: ungarisch machen: im 19./20.Jh.
wurden große Teile der in Ungarn lebenden Nationalitäten
madjarisiert.
Madl: t Madel.
Madonna [madana], die; -. ...nen [ital. madonna. Zusschr.
von: ma donna = meine Herrin, t Donna] (chrisl. Rel.):
1. <o. PI.) die Gottesmutter Maria. 2. bildliche ixi. plastische
Darstellung der Madonna (1) /mit dem Kinde/.
Madgnnen-: -bild, das: Bild der Madonna; -gesteht, das:
madonnenhaftes Gesicht; -kult, der (abwertend); -lilie, die
[weil die Blume im MA. oft auf religiösen Bildern
dargestellt wurde]: Lilie einer südeuropäischen u. orientalischen
Art mit wohlriechenden, weißen, trichterförmigen Blüten;
-Scheitel, der: Mittelscheitel (bei lang getragenem Haar
von Mädchen, Frauen); -statue. die.
madonnenhaft <Adj.; -er. -este): wie eine Madonna, wie bei
einer Madonna: ein -es Gesieht: m. lächeln.
Madras ImadrasJ, der; - Inach der ind. Stadt Madrasl:
Jeinfädiger, gitterartiger / Gardinen j stoff mit Karo/muste-
rung; <Zus.:> Mfdrasgewebe. das; M^draskaro. das.
Madrcporarie Imadrepo'ra.ria], Madrepore [...po:ra|. die;
-. -n <meist PI.) [frz. madrepore < ital. madrepora, viell.
entstellt aus: madreperla < mlat. mater perlarum. t
Perlmutter]: svw. tSteinkoralle; <Zus.:> Madreporenkalk. der
(Geol.).
Madrigal Imadri'ga:!]. das; -s, -e [ital. madrigale; H.u.]:
I. (Literaturw.) aus der italienischen Schäferdichtung
entwickelte Lyrik in freier Form mit verschieden langen Zeilen,
im 16./17. Jh. in festerer Form mit weltlichen Motiven. 2.
(Musik) a) im 14. Jh. meist zwei- bis dreistimmiger, mu
Solostimmen besetzter Gesang; b) im 16.117. Jh. vier- od.
mehrstimmiges weltliches Lied mit reichen tonmalerischen
Klangeffekten: <Zus.:) Madrigalchor, der (Musik): seit etw
1920übliche Bez. für einenkleiner besetzten {Chor: madriga-
lesk <Adj.; o. Steig.) [frz. madrigalesque. zu: madrigal
= Madrigal]: svw. Tmadrigalistisch; Madrigalist |...'list],der.
-cn. -en [frz. madrigaliste. zu: madrigal = Madrigal]
(Musik): a) Komponist eines Madrigals (2); b) Vertreter des
Madrigalstils; Madrigaljstik. die; - (Musik): Kunst der
Komposition von Madrigalen (2); madrigaljstisch. (auch.)
madrigalesk [...ga'tesk] <Adj.. o. Steig.; (Musik): a) das
Madrigal (2) betreffemi; b) nach der Art des Madrigals
(2); Madrigaion [... lo:n], das; -s. -c [ital. madrigalonel
(Literaturw.): Madrigal (1) ///// mehr als 14 Zeilen.
Maesti [maestal.dic; - [ital. maestä. eigtl. = Größe.
Erhabenheit < lat. maiestäs. T Majestät] (bild. Kunst):
Darstellung der inmitten von Engeln u. Heiligen thronenden
Muttergottes: maestoso [maes to:zo] <Adv.) [ital. maestoso, zu:
maestä, TMaestä] (Musik): feierlich, würdevoll, gemessen.
Maestoso [-], das; -s. -s u. ...si (Musik): feierliches,
getragenes Musikstück.
1716
magen-, Magen -
Maestro [ma'estrol. der: -s. -s. auch: ...stri [ital. maestro
< lat. magister. T Magister]: a) großer Musiker od.
Komponist. Meister: b) (bildungsspr. veraltend) Musiklfhrer.
Mäeutik [me'^ytikl. die: - Izu griech. maieutike techne,
eigtl. = die Fertigkeit der Hebamme]: von Sokrates entwik-
kelte Methode, durch geschicktes Fragen die im Partner
schlummernden, ihm aber nicht bewußten richtigen
Antworten u. Einsichten ans Licht zu bringen: mfeytisch <Adj.;
o. Steig.): die Mäeutik betreffend, auf ihr beruhend.
Mafa [ma(:)fa]. die; -. -s (DDR): Kurzwort von T
Maschinenfabrik.
Mafia, (auch:) Maffia [maQa], die; -. -s [ital. maftOla =
erpresserischer sizilianischer Geheimbund, eigtl. =
Überheblichkeit, Anmaßung, vielleicht < arab. maljyä? =
Prahlerei]: erpresserische Geheimorganisation: die
Methoden der M.: eine M. autbauen: die Bauindustrie dieses
Gebietes wird von der M. kontrolliert; Ü eine M. von
Literaturkritikern; -mafia [-mafial, die: -: ugs., oft auch
scherzh. gebrauchtes Grundwort von Zus. mit der Bed.
Clique. Klüngel (a): die Altproduzenten beschimpfen die
Jungfilmer und die dazugehörige Kritikermafia (Spiegel,
3. 1977,109); M$fiaboß. der; -bosses, -bosse (ugs.); M^fia-
methoden <PL>; Mafioso [ma'Qo:zo], der; -|s], ...si [ital.
mafioso]: Angehöriger einer Mafia: Mafiote [ma'Qo:to],
der: -n. -n (selten): svw. T Mafioso.
maflsch ['maOfiJ] <Adj.; o. Steig.) [Kunstwort zu
Magnesium u. lat. ferrum = Eisen]: svw. T femisch.
mag [ma:k]: T mögen.
Magazin [maga'tsi:n], das; -s, -e [ital. magazzlno =
Vorratshaus, Lagerraum < arab. mabäzin, PI. von mabzan =
Warenlager; später beeinflußt von frz. magasin =
Warenhaus; 4: engl, magazine. eigtl. = Sammelstelle (von
Neuigkeiten)]: l.a) Lagerlraum, -haus]: die -e [auflfiillen,
räumen; etw. im M. aufbewahren; b) (selten) Warenhaus (bes.
im Auslattd). 2. Lager-. Aufbewalwungsraum für die Bücher
einer Bibliothek <xJ. für die nicht ausgestellten Sammelstücke
eines Museums o. ä.: Bücher aus dem M. holen; die
Graphiken werden im M. gelagert. 3. a) Behälter in ixi. an
[halb]automatischen Handfeuerwaffen, aus dem die Patronen durch
einen Mechanismus nacheinander in den Lauf' geschoben
werden: das M. leer schießen, wechseln; ein neues M.
einlegen, in die Pistole stecken; er feuerte sein ganzes M.
(den ganzen Inhalt des Magazins) auf ihn ab; b) (Fot.)
Kasten zum reihenweisen Einstecken. Vorführen od.
Aufbewahren von Diapositiven: c) (Technik) Behälter an einer
Werkzeugmaschine zur Versorgung mit Material. 4, a) reich
bebilderte, unterhaltende od. populär unterrichtende
Zeitschrift: ein literarisches, pornographisches M.; b)
berichtende u. kommentieretide politischeI Rundfunk-.
Fernsehsendung mit Beiträgen zu aktuellen Ereignissen. Problemen.
Magazin-: -arbeiten der: Arbeiter in einem Magazin da);
-gewehr, das (Fachspr.): Gewehr mit Magazin (3 a);
^Sendung, die: svw. t Magazin (4 b); -Verwalter, der: Verwalter
eines Magazins da).
Magaziner [maga'tßi.nc]. der. -s. - (Schweiz):
Magazinarbeiter: Magazineur [...t^i'ne:?]. der; -s. -e [französierende
Bildung zu t Magazin d )l (österr.): Magazin-. Lagerverwalter:
magazinieren l...ni:ron] <sw. V.; hat): im Magazin d. 2)
lagern: Bilder m.; Ü Während Hermann Groths
Soldatenhirn das Herkömmliche und Regelhafte magazinierte
(bildungsspr.; speicherte: Kant. Impressum 55).
Magd [ma:kt], die; -, Mägde [mc:kd3; mhd. maget. ahd.
magad = Mädchen. Jungfrau]: 1. (veraltend) dienende,
zur Verrichmng grober Arbeiten (insbes. von Haus- od.
landwirtschaftlicher Arbeit) angestellte weibliche Person
(Ggs.: Knecht): die Knechte und Mägde des Bauernhofs;
als M. dienen; Ü Eine Kritik, die keinen anderen Ansatz
hat .... wird sich stets zur M. der Ereignisse machen (En-
zensberger, Einzelheiten I, 91). 2. (dichter, veraltet)
Jungfrau. Mädchen: eine holde M.; (christl. Rel.:) Maria, die
reine M.
Magdalenien [makdaleni£:],das; -[s] [frz. magdalönien. nach
dem frz. Fundort, der Höhle La Madeleine] (Prähistorie):
Stide der jüngeren Altsteinzeit.
Mägdelein [me.kdalain], Mägdlein [mE.ktlajn]. das; -s, -
[mlid. magetlin. Vkl. von: maget. TMagd] (dichter,
veraltet): Mädchen (1 a. b); Migdestube, die (früher): Raum
im Bauernhaus, in dem sich die Mägde aufhielten: Mägdlein:
T Mägdelein; Mggdtum, das; -s (veraltet): svw. T
Jungfräulichkeit (1).
Mage ['ma:ga], der; -n. -n [mhd.. ahd. mag] (Rechtsspr.
veraltet): Blutsverwandter.
Magen [ma:gn], der; -s. Mägen [me:gn], auch: - [mhd.
mage. ahd. miago. urspr. wohl = Beutel]: beuteiförmiges
inneres Organ, das die zugeführte Nahrung aufnimmt u..
nachdem sie bis zu einem bestimmten Grad verdaut ist.
an den Darm weitergibt: ein voller, leerer, gesunder,
kranker, schwacher, empfindlicher M.; das verträgt mein M.
nicht; mein M. streikt (ugs.; nimmt nichts mehr auf. ich
kann nichts mehr essen): mir knurrt der M. (ugs.; ich habe
Magenknurren [vor Hunger]: auch: ich habe großen Hutt-
ger): mein M. wird rebellisch, rebelliert, revoltiert; ich habe
mir den M. verdorben, verkorkst; sich den M. überladen,
vollstopfen, vollschlagen; jmdm. den M. auspumpen,
aushebern; etw. auf nüchternen M. (wenn man noch nüchtern
ist) trinken, einnehmen; die Aufregung schlägt (sich)/legt
sich/geht ihm jedesmal auf den M. (verursacht bei ihm
Appetitlosigkeit. Magenbeschwerden, eine
Magenverstimmung) : etw.. nichts im M. haben (ugs.; etw.. nichts gegessen
haben): sieh zu. daß du etw. in den M. bekommst (ugs.;
ißt): mir ist [vor Hunger] ganz flau im M.; die Erbsen
liegen mir Ischwer] im M. (verursachen mir
Magenbeschwerden. Magendrücken): mit leerem M. (hungrig) zu
Bett gehen; das Essen steht mir vor dem M. (landsch.;
ist mir nicht bekommen): die vier Mägen eines
Wiederkäuers; es kommt ja doch alles in einen M. (oft iron.;
die Reihenfolge u. Zusammenstellung der Speisen beim Essen
ist unwichtig: im Magen kommt ja doch alles zusammen):
und das auf nüchternen M.! (ugs.; und so etwas
[Unangenehmes] passiert einem ganz unvermittelt, ohne daß man
sich darauf einstellen könnte): R lieber den M. verrenken,
als dem Wirt etwas schenken!; *jmdm. hängt der M. in
die/in den Kniekehlen (salopp; jmd. hat großen Hunger):
jmdm. dreht sich der M. um (ugs.; jmd. fühlt sich so
angewidert, daß ihm schlecht werden könnte): jmdm. den M.
umdrehen (ugs.; jmdn. so anwidern, daß ihm schlecht werden
könnte): imdm. [schwer] im/(auch:) auf dem M. liegen (ugs.;
jmdm. sehr zu schaffen machen, sehr unangenehm sein):
die Prüfling morgen liegt mir schon die ganzen Wochen
auf dem M.; jmdn. im M. haben (ugs.; jmdn. {über den
man sich bei einer bestimmten Gelegenheit geärgert hat)
nicht [mehr/ leiden können, auf ihn zornig sein).
magen-, Magen-: -ausgang, der; -ausheberung, die (Med.);
-beschwefden <PI.>; ^bitter, der: -s. -: bitterer Kräuterlikör,
der den Magen beruft igt, das Völlegefühl behebt: -bluten,
das; -s. -bftutung, die (Med.): -bremse, die: svw. t^dassel;
-D$rm-Entzündung, die (Med.): svw. TGastroenteritis;
-D$rm-Kanal, der (Anat.):der aus Magen u. Darm
bestehende Teil des Verdauungskanals; -Darm-Katarrh, der (Med.):
svw. T Gastroenteritis; -dassel, die: pelzig behaarte Fliege,
deren Larven im Magen u. Darm von Einhufern schmarotzen;
-drücken, das: -s: Druck gefühlj im Magen; -durchbrach,
der (Med.): Durchbruch der Magenwand; -eingang, der;
-Erweiterung, die (Med.): krankhafte Erweiterung des
Magens; Gastrektasie; -fahrplan, der (ugs. scherzh.):
feststehender Küchenzettel [für eine bestimmte Zeitspanne]; ^fi-
stel, die (Med.): 1. zur künstlichen Ernährung angelegte
Fistel, die vom Magen durch die Bauchdecke nach außen
führt. 2. Fistel, die den Magen mit einer benachbarten
Darmschlinge verbindet; -gegend, die: ein unangenehmes
Gefühl in der M. haben, [verjspüren; -geschwür, das:
Geschwür in der Magenschleimhaut; -grübe, die: Grube (4),
Vertiefung unterhalb des Brustbeins; Herzgrube; -haken.
der (Boxen): in den Magen geschlagener Haken; -inhalt.
der; -innere, das: Untersuchung des -[e]n; -katarrh, der
(Med.): svw. T -Schleimhautentzündung; -knurren, das; -s;
-krampf, der: svw. tGastrospasmus; -krank <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: an einer Magenkrankheit leidend: -e
Patienten; m. sein,aussehen; <subst.:> Diät dir
Magenkranke; -krankheit, die: Erkrankung des Magens; Gastropathie;
-krebs, der; -leiden, das: vgl. -krankheit; -leidend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv>: vgl. -krank: -mittel, das (Med.):
Mittel, das den Appetit u. die Verdauung anregt u. fördert;
Stomachikum; ^mund, der (Anat.): svw. -eingang; -nerven
<PI>; -Operation, die; -Perforation, die (Med.): svw.
t^durchbruch; -pfortner, der (Anat.): Schließmuskel am
Magenausgang; -resektion, die (Med.): Resektion eines
Teiles des Magens; -saft, der: im Magen abgesonderte.
Verdauung bewirkende Flüssigkeit; -säure, die (Med.): im
Magensaft enthaltene Salzsäure; -Schleimhaut, die (Anat.):
1717
mager
Schleimhaut, mit der der Magen innen ausgekleidet ist,
dazu: ^schleimhautentzündung,die: Entzündung der
Magenschleimhaut; Gastritis; -Schluß, der (ugs.): etw., was eine
Mahlzeit beschließt: einen Kognak als M. trinken;
-schmerz, der (meist PL): Schmerz, Krampf in der Magen-
gegend; Gastralgie: -en haben; -Senkung, die (Med.): svw.
TGastroptose; ^sonde. die (Med.): schlauchförmige Sonde,
die (bes. zur Entnahme von Mageninhalt od. zur künstlichen
Ernährung) durch die Speiseröhre in den Magen eingeführt
wird; -spiegel, der (Med.): svw. TGastroskop; ^Spiegelung,
die (Med.): svw. IGastroskopie; -*pü)ung, die (Med.):
Entleerung u. Spülung des Magens durch einen Schlauch;
-stärkend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: -e Mittel; -stein, der:
hauptsächlich aus Salzen bestehendes Konkrement im
Magen; -tropfen <PL>: Tropfen gegen Magenbeschwerden;
-übel, das (geh.): Magenleiden; -Übersäuerung, die;
-Verstimmung, die: vom Magen ausgehende, leichtere bzw.
vorübergehende Verdauungsstörung; -wand, die.
mager [ma:ge] <Adj.) [mhd. mager, ahd. magar]: 1. (nicht
adv.) wenig Fleisch u. Fett an den Knochen habend; dünn
(Ggs. fett lc; dick 1): ein -es Schwein; ein -er Mensch;
-e Arme, Schultern; zu m. sein. 2. kaum Fett enthaltend,
fettarm (Ggs.: fett 1 a): -es Fleisch; er darf nur -e Kost
essen; -er Schinken; Sie müssen m. (ugs.; magere Kost)
essen; Ü ein -es Benzingemisch (Fachspr.: Gemisch mit
verhältnismäßig geringem Ölgehalt): -er Beton (Fachspr.;
Beton, bei welchem der Anteil des Bindemittels [Zement,
Kalk o.a.] verhältnismäßig niedrig ist). 3.a) nicht üppig,
nicht ertragreich (Ggs.: fett 2a): -e Wiesen. Felder; der
Boden ist m.; Ü eine -e Ernte; ein -er Gewinn; die Ausbeute
war m.; b) arm. dürftig (Ggs.: fett 2 b): -e Jahre; damit
seine Tochter in dem -en Beamtenhaushalt nicht vom
Fleisch fiel (Kühn. Zeit 40); ein -es Programm; ein -er
Bericht. 4. (Druckw.) (von gedruckten Bucfistaben) in der
Strichdicke normal, mit normal dicken Grundstrichen (Ggs.:
fett 3): -e Schrift; ein Wort m. drucken.
Mager-: -beton, der (Bauw.): magerer (2) Beton; -fleisch,
das (Fachspr.): mageres, fettarmes Fleisch; -käse, der:
magerer, fettarmer Käse; -kohle« die (Fachspr.): mit kurzer
Flamme brenrwnde. besonders kohlenstoffreiche Steinkohle;
-milch, die: stark entrahmte Milch; Miuark.der: vgl. ^käse;
-sucht, die <o. PI.) (Med.): abnormes Abmagern.
Magerkeit, die; -: 1. magere (1) / Körper jform,
Beschaffenheit. 2. magere (3. 4) Beschaffenheit.
MaggKS) [magi],das; -[s] [nach dem Schweizer Industriellen
J. Maggi (1846-1912). dem Gründer der gleichnamigen
[Firmal: flüssige, dunkelbraune Speisewürze (bes.
Suppen-, Soßenwürze); <Zus.:> Mfggikraut. das <o. PI.) [der
Geruch der Pflanze ähnelt dem der Maggiwürze]: volkst.
für f Liebstöckel; Maggiwürze, die; -: svw. f Maggi.
Magie [ma'gi:]. die; - [spätlat. magla < griech. mageia
= Lehre der Magier; Zauberei, tMagier]: l.a) [Geheim]-
kunst. die sich übersinnliche Kräfte dienstbar zu machen
sucht; Zauberei: M. treiben; * Schwarze M. (Magie, die
sich mit der Beschwörung böser Geister befaßt); Weiße
M. (Magie, die sich mit der Beschwörung guter Geister
befaßt); b) Tricks des Zauberkünstlers (im Variete): ein
Meister der M. 2. magische, geheimnisvoll wirkende Kraft:
die M. des Wortes; die M. (geheimnisvolle
Anziehungskraft) des Schachspiels; Magier [ma:gie|. der; -s. - [zu
lat. magi. PI. von: magus < griech. mägos = Zauberer:
aus dem Pers.]: a) jnui.. der die Magie (1 a) betreibt,
beherrscht; Zauberer: ein großer M.; Ü der brasilianische
Stürmer ist ein M. auf dem Rasen; b) jmd., der die Magie
(1 b) betreiht, beherrscht; / berufsmäßiger ] Zauberkünstler;
Magiker [ma:gike], der; -s. - (selten): svw. fMagier (1 a);
magisch [ma:gill <Adj.; o. Steig.; selten präd.) [lat. magicus
< griech. magikös. zu: mägos. f Magier]: 1. auf Magie
(1 a) beruhend: eine -e Handlung. Formel; -e Kräfte
besitzen; -es Denken (Psych.. Völkerk.; Form des vor logischen
Denkens, hei dem kausale Vorgänge noch geheimnisvoll
erlebt und nicht rational gedeutet werden). 2. auf Magie
(2) beruhend, geheimnisvoll [ wirkendj. zauberisch: eine -e
Anziehungskraft haben, ausüben; -es Licht, Halbdunkel;
-e Beleuchtung; m. leuchten; sie zog die Blicke der Männer
m. auf sich; von etw. m. angezogen werden.
Magister [ma'giste], der; -s. - [lat. magister = Vorsteher.
Leiter; Lehrer, zu: magis = mehr, in höherem Grade]:
l.a) (Bundesrepublik Deutschland) kurz für fMagister
Artium: (ugs.:) den M. haben; *M. Arthim im den
geisteswissenschaftlichen Hochschulfächern verliehener, mit einem
Diplom gleichwertiger Grad; Abk.: M.A.; eigtl. = Meister
der [Freien] Künste): Franz Meyer M.A.; b) (österr.) m
einigen Hochschulfächern verliehener, mit einem Diplom
gleichwertiger Grad: *M. pharmaciae {Magister der
Pharmazie; Abk.: Mag. pharm.); M. philosophiae (Magister
der Philosophie /d.h. in einem Fach der philosophischen
Fakultät]; Abk.: Mag. phil.); M. rerum naturalhim
(Magister der Naturwissenschaften; Abk.: Mag. rer. nat.); M.
theologiae (Magister der Theologie; Abk.: Mag. theol*
c) (früher) akademischer Grad, der zum Lehren an
Universitäten berechtigte. 2.a) (Bundesrepublik Deutschland.
Österreich) Inhaber des Magistergrads; b) (österr.) jmd..
der ein Pharmaziestudium abgeschlossen hat. Apotheker
vgl. Magister pharmaciae. 3. (veraltet, noch scherzh. od
abwertend) Lehrer. Schulmeister; <Zus. zu 1,2:) Magister-
grad.der; magistral [magis'tra:!] <Adj.) [spätlat. magisträlß
= zu einem Magister gehörend]: 1. (bildungsspr. selten,
abwertend) in belehrender Manier, lehrferjhaft: sich sehr
m. geben; seine Ausführungen wirkten m. 2. <o. Steig,
nicht präd.) (von Arzneien) nach ärztlicher Vorschrift
berettet; Magistrale [-ol. die; -. -n (bes. Verkehrsw.):
Hauptverkehrslinie, -Straße I in einer Großstadt j: Porschestraße heißt
die M. Wolfsburgs (MM 22. 7. 72. 24); 'Magistrat
[magis'tra:t], der; -[e]s. -e [lat. magisträtus. zu: magister.
fMagister]: 1. (im alten Rom) a) hoher Beamter (z.B.
Konsul. Prator); b) öffentliches Amt; c) Behörde. Obrigkeit.
2. städtische Verwaltungsbehörde. Stadtverwaltung (in
Berlin u. einigen anderen Städten); 2Magistrat [-1. den -en.
■en (Schweiz.): Mitglied der Regierung bzw. der
ausführenden Behörde.
Magistrats-: -beamte, der; -beschkiß, der; -Vertreter, der
Magma ['magmal. das; -s. Magmen Hat. magma < griech
mägma = geknetete Masse, Bodensatz] (Geol.): glühemi
flüssige Masse im od. aus dem Erdinnern. die beim Erkalte*
zu Gestein wird: das M. ist in der Tiefe, an der
Erdoberfläche erstarrt; magmatisch Imagma.tifl <Adj.; o. Steig.
(Geol.): a) aus dem Magma kommend (z. B. von Gasen bei
Vulkanausbrüchen); b) aus Magma entstanden: -e Gesteine;
Magmattsmus [magma'tismosl, der; - (Geol.): mit dem
Magma zusammenhängende Vorgänge; Magmatit [... ti.L
auch: ...tit], der; -s, -e: svw. t Eruptivgestein.
Magna Charta [magna 'kartal. die; - - [mlat. Magna C(h)ar-
ta (libertatum) = Große Urkunde (der Freiheiten), zu
lat. magnus = groß u. Charta, f Karte] (hist.): englisches
i Grund]gesetz von 1215. in dem der König dem Adel
grundlegende Freiheitsrechte garantieren mußte: Ü sich eine M.
Ch. (bildungsspr.; Grundgesetz. Verfassung) schaffen.
magna cum laude [magna kom layda; lat. = mit großem
Lob]: sehr gut (zweitbestes Prädikat bei der
Doktorprüfung); Magnat [ma'gna:t], der; -en. -en [1: spätlat. magna-
tus = führende Persönlichkeit. Oberhaupt, zu lat. magnus
= groß; 2: poln. magnat, ung. mägnäs < mlat. magnatus
= (hoher) Adliger, f Magnat (1)|: 1. Inhaber
/branchenbeherrschender] wirtschaftlicher Macht (z. B.
Zeitungsmagnat, ölmagnat. Finanzmagnat). 2. (hist.) hoher Adliger
(bes. in Polen u. Ungarn).
Magnesia [ma'gne:zja. ugs.: mai)'ne:zia], die: - [mlat. magne-
sia < griech. magnesie (lithos) = Magnetstein (t Magnet);
nach der Ähnlichkeit mit dem Magnetsteinl (Chemie*
Magnesiumoxyd [in Form von weißem Pulver], das vor
allem als Mittel gegen Magenübersäuerung u. zum Einreiben
u. Trockenhalten der Handi lachen beim Geräteturnen
gebraucht wird.
magnesia-, Magnesia-: -binder, der (Fachspr.): vgl. -zc-
ment; -haltig <Adj; nicht adv); -stein, der: svw. t
Magnesitstein; -zement, der (Fachspr.): zementähnliches
Bindemittel, das im wesentlichen aus Magnesia besteht, die sich
bei Zusatz insbes. von gelöstem Magnesiumchlorid mit
Wasser verbindet u. allmählich steinartig erstarrt.
Magnesit [magne zi:t. auch: ...zitl. der; -s. -e: weißes bis
gelbliches, technisch wichtiges Mineral, das u.a. zu
feuerfesten Steinen verarbeitet wird u. ein wichtiger Rohstoff für
die Herstellung von Magnesium ist; <Zus.:> Magnesitstein.
der; Magnesium [magnesium, ugs.: mao'ne:ziom], das;
-s [zu f Magnesia (weil es daraus gewonnen werden kann)):
(nur in Verbindungen vorkommendes) silberweißes,
glänzendes, dehnbares, weiches Leichtmetall, das sich bei Erhitzung
entzündet u. mit blendendhellem Licht verbrennt (chemischer
Grundstoff); Zeichen: Mg
1718
Mahagoni
Magnesium- -chlorid, das (Chemie): farbloses Salz, das
im Meerwasser u. in Salzseen vorkommt; -fackel, die
(Technik): Fackel, die angezündet ein blendendhelles Licht
verbreitet; -legierung, die (Technik); -licht, das (Chemie.
Technik): durch verbrennemies Magnesium erzeugtes, blendend-
helles Licht; ^oxyd, (ehem. fachspr.:) MDxid, das (Chemie):
weißes, im Wasser unlösliches Pulver, das beim Verbrennen
von Magnesium entsteht; Magnesia; -sulfat, das: svw. t
Bittersalz; -Verbindung, die (Chemie).
Viagnet [ma'gne:t.ugs.: man'ne:t). der; -en u. -[eis, -e.
seltener: -en [mhd. magnet(e) < lat.# mägnes (Gen.: mägnetis)
< griech, mägnes. Klhos magnetes = Magnetstein, eigtl.
= Stein aus Magnesia.einer Landschaft im alten
Griechenland]: 1. a) Eisen- od. Stahlstück, das die Eigenschaft besitzt.
Eisen, Kobalt u. Nickel anzuziehen u. an sich halten zu
lassen: ein M. in Hufeisenform; die Pole des -en;
Stecknadeln mit einem -en vom Boden aufsammeln; b) svw. T
Elektromagnet. 2. Sache od. Person, die auf viele Menschen
eine große Anziehungskraft hat: das Volksfest, der
Schlagerstar hat sich als M. erwiesen.
Magnet-: -band, das <PI. -bänder) (Datenverarb.): mit einer
magne ti sie rbaren Schicht versehenes xBand{\)% auf dem
Informationen in Form magnetischer Aufzeichnungen
gespeichert werden können, dazu: -band-Fernsehaufzeichner. der:
svw. tMAZ, -bandgerüt, das (Datenverarb.): zur Ein- u.
Ausgabe sowie als Speicher von Daten verwendetes Gerät;
-berg. der: (nach der Vorstellung der Antike u. des MA.j
Berg, der durch magnetische Kräfte Schiffe anzieht u. an
sich zerschellen läßt; weisen, das, -eisenerz, das,
-ebenstem, der: svw. t Magnetit; ^feld. das (Physik): durch /
Elektro Jmagneten entstehendes magnetisches Feld (7); -kern,
der (Physik): aus Eisen bestehender Kern eines
Elektromagneten; -kompaß. der: Kompaß, der mit einem Magneten
(1 a) arbeitet; Bussole; -nadel. die: sich zum magnetischen
Nordpol hin einpendelnde Nadel in einem Kompaß; -platte.
die (Datenverarb.): vgl. ^band; hpoI. der (Physik): a) Pol
eines Magneten: gleichnamige -e stoßen sich ab; b)
magnetischer Pol (der Erde): der nördliche, südliche M.;
-Schwebebahn, die: Schnellbahn, bei der die räderlosen Wagen mit
Hilfe von Magnetfeldern an eisernen Schienen schwebend
entlanggeführt werden; -spule, die: Spule eines Elektroma-
uneten; -Stab, der: Magnet (1 a) in Form eines Stabes;
-stein, der: svw. tMagnetit; -tongerät, das: svw. tTon-
bandgerät; -tonverfahren,das<o. PL> (Technik): Verfafiren
der Film- u. Fernseh technik zur Aufzeichnung u. Wiedergabe
von akustischen Vorgängen (Musik, Sprache u.a.);
-Zündung, die (Kfz.-T.): (bei einem Verbrennungsmotor)
Zündung, die mit einer im Kraftfeldeines Magneten sich
drehenden Spule arbeitet.
Magnetik, die; - (Physik): Lehre vom Verhalten der Materie
im magnetischen Feld; magnetisch <Adj.>: a) die
Eigenschaften eines Magneten (1) aufweisend: -es Eisen. Erz; der
Stahl ist m.; b) (Technik) mit Hilfe der Eigenschaften des
Magnetismus; auf der Eigenschaft des Magnetismus
beruhend: das -e Feld (Magnetfeld); der -e Pol (Magnetpol);
eine -e Bildaufzeichnung; etw. m. speichern; Ü eine -e
Anziehungskraft auf jmdn. ausüben; sie fühlten sich m.
(auf geheimnisvolle Weise) angezogen von dem
ungewöhnlichen Menschen; Magnetiseur [magneti'se:^]. der; -s. -e
Ifrz. magnetiseur. zu: magnetiser = magnetisiercn]: jmd..
der (als Heilpraktiker o.a.) mit Hilfe der Magnetisierung
Heilwirkungen zu erzielen sucht; magnetisierbar [magneti-
zi^ba:^] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.>: geeignet, magnetisiert
zu werden, sich magnetisiercn (1) lassend: ein -es Metall;
eine -e Beschichtung; <Abl.:> Magnetisierbarkeit, die; •;
magnetisieren [... zr.ron] <sw. V.; hat) [mit französierender
Endung zu t Magnet]: 1. (Physik) magnetisch machen (Ggs.:
entmagnetisieren): eine Nadel m.; das Magnetband wird
bei einer Aufnahme magnetisiert. 2. mit Magnetismus (2)
behandeln: einen Patienten m.; <Abl.:> Magnetisierung« die;
-, -en; Magnetismus [...tismos], der; -: l.a) Eigenschaft
der Stoffe, in einem magnetischen Feld Kraftwirkungen zu
erfahren; Gesamtheit der magnetischen Erscheinungen (vgl.
Dia-, Ferro-, Paramagnetismus): Ü Ich weiß nicht, durch
welchen M. (welche geheime Anziehungskraft) sie
angelockt worden waren (Seghers. Transit 32); b) svw. t
Magnetik. 2. svw. tHeilmagnetismus: tierischer M. (Mesmeris-
mus); Kranke mit M. behandeln; Magnetit bnagneti:t.
auch: ...tit], der: -s, -e: schwarzes, metallisch glänzendes
Mineral, das natürlichen Magnetismus aufweist: Mugnet-
stein. Magnet eisen/ stein/; Magnetohydrodynamik [magne-
to-1, die; -: Lehre von den Wechselwirkungen zwischen
elektrisch leitfähigen, strömenden Medien u. Magnetfeldern;
magnetokalorisch <Adj.; o. Steig.) (Physik): -er Effekt (von
magnetischen Zustandsänderungen der Materie herrührende
Temperaturänderung); Magnetonieter, das; -s. - [t-meterl
(Physik): Instrument zum Messen magnetischer
Feldstärke u. des Erdmagnetismus; Magneton I'magne ton. auch:
...to:n], das; -s. -|sl <aber: 2 Magneton) [frz. magneton,
gepr. von dem frz. Physiker P. Weiss (1865-1940)]
(Kernphysik): Einheit des magnetischen Moments; MagnetOQptik.
die; -: Wissenschaft von den optischen Erscheinungen, die
durch die Einwirkung eines magnetischen Feldes auf Licht
entstehen; Magnetopath [magneto'pa:t], der; -en, -en
[t-pathl: Magnetiseur; Magnetopathk« die; - [T-pathie]:
Heilwirkung durch magnetische Kräfte; Magnetophon ©.
das; -s, -e [1935 gepr. vom Hersteller; zu T Magnet u.
t-phonl: ein Tonbandgerät: ein Band auf einem M.. aus
dem eine monotone ... Stimme spricht (Lynen,
Kentaurenfährte 177); <Zus.:) Magnetophonband, das <PI. -bänder):
Tonband; Magnetophonbandgerät, das: svw. t
Magnetophon; Magnetosph$re. die; -: Teil der die Erde umgebenden
Atmosphäre, in dem die Elektronen u. Ionen durch das
Magnetfeld der Erde beeinfhdSt werden; Magnetostriktion,
die; -, -en: Formänderung, die an einem ferromagnetischen
Körper unter Einfluß eines magnetischen Feldes auftritt;
Magnetron [magnetron, auch: ...tro:nJ. das; -s, ...one
[...tro:n3], auch: -s [aus T Magnet u. griech. -tron = Suffix
zur Bez. eines Gerätes, Werkzeugs] (Physik):
Elektronenröhre, die magnetische Energie verwendet (für hohe
Impulsleistungen ).
magnifik [manjiTi:k] <Adj.; o. Steig.) [frz. magnifique <
lat. mägnificus = großartig] (bildungsspr. veraltet):
großartig, herrlich, wunderbar; Magnifika [magni:fika], die; -.
...kae [...ke]: w. Form zu f Magnifikus; Magnifikat [magni:-
fikat], das; -fei. -s [lat. mägnificat. 3. Pers. Sg. von: mä-
gnificäre = rühmen, nach dem ersten Wort des
Gesangstextes]: 1 a) <o. PI.) (kath. Kirche) urchristlicher Gesang
(im N. T. [Luk. 1.46-55] Maria, der Mutter Jesu,
zugeschrieben), der in der katholischen Kirche Teil der Versper
ist: b) aiif den Text von Luk. 1. 46-55 komponiertes
Chorwerk. 2. (landsch. früher) katholisches Gesangbuch;
Magnifikus [magni:fikos], der; -, ...fizi (veraltet): Rektor einer
Hixhschule: Magnifizenz [magnifitßentß], die; -. -en [lat.
mägnificentia = Großartigkeit. Erhabenheit, zu:
mägnificus. t magnifik]: a) <o. PI.) Titel für den Rektor einer Hix-h-
schule: Seine M. läßt bitten; in der Anrede: Eure. Euer
M.; Ew. M.; b) Träger des Titels Magnifizenz: die -en
haben sich im Sitzungssaal versammelt; Magnifizi: PI. von
t Magnifikus.
Magnitude[magnitu:dd].die;-,-n[lat.mägnitudo = Größe,
Weite, zu: magnus = groß] (Geogr.): Meßgröße für die
Stärke eines Erdbebens: Erdbeben mit -n von 0.0 bis 8.6;
Zeichen: M; Magnitudo [...do]. die; - (Astron.): Meßgröße
für die Helligkeit eines Gestirns; Abk.: mag
Magnolie [ma'gno;ljp], die; -, -n [nach dem frz. Botaniker
P. Magnol (1638-1715)]: Zierbaum od. -Strauch mit sehr
früh im Frühjahr erscheinenden großen, weißen bis
rosafarbenen, an Tulpen erinnernden Blüten; <Zus.:>
Magnoliengewächs, das (Bot.): Vertreter einer Pflanzenfamilie mit vielen
Arten(Magnolie, Tulpenbaum u.a.).
Magot l magot], der; -s. -s [frz. magot, urspr. = barbarische
Völker, aus dem Hebr.]: in Nordafrika u. auf Gibraltar
heimischer, zu den Makaken gehörender Halbaffe mit
dichtem, braunem Fell.
Magus [ma:gos], der; -. ...gl (selten): svw. tMagier (I).
magyarisieren: tmadjarisieren.
mäh! [me:] <Interj.): lautm. für das Blöken von Schafen:
<subst.:) ein vielstimmiges Mäh, Mäh war zu hören.
Mih- (mähen): ^binder, der: landwirtschaftliche Maschine,
die das Getreide mäht u. gleichzeitig zu Garben bindet;
Bindemäher; Getreidebinder; -dreschender: große
landwirtschaftliche Maschine, die in einem Arbeitsgang Getreide
[Öl- u. Hülsenfrüchte/ mäht u. drischt; -drusch, der
(Landw.): das Mähen u. Dreschen mit dem Mähdrescher;
^lader, der: landwirtschaftliche Maschine, die bes.
Futterpflanzen mäht u. gleichzeitig auf ein nebenherfahrendes
Fahrzeug lädt; Miiaschine, die: landwirtschaftliche Maschine,
mit der Getreide bzw. Gras gemäht wird.
Mahagoni [mahago.nil. das; -s [gepr. 1762 von dem schwed.
1719
mahagoni-, Mahagoni -
Naturforscher C\ von Linne (1707-1778) nach einem
wahrsch. karib. Wortl: wertvolles, rotbraunes, hartes Holz
(verschiedener tropischer Bäume), das bes. Jur Möbel u.
im Bootsbau verwendet wird.
mahagoni-, Mahagoni-: -bäum, der: zu den Zedrachgewäch-
sen gehörender Baum, der das echte Mahagoniholz liefert;
-braun <Adj.; o. Sieig.; nicht adv.>: von der Farbe des
Mahagoniholzes; -färben <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: vgl.
^braun; -bolz, das; Mnöbel. das <meist PL): Möbel aus
Mahagoni; ^rot <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: vgl. ^braun;
-schrank, der.
Mahajana [maha*Jamal, das; - [sanskr. mahäyäna = großes
Fahrzeug (der Erlösung)!: Richtung des Buddhismus, die
vielen Menschen das Erlangen des Heils ermöglicht. Vgl.
Hinajana. Wadschrajana.
Maha! [ma'hal], der; -[s], -s [nach dem iran. Ort Mahallatl:
meist rotgrundiger. lose geknüpfter Perserteppich von
mittlerer Qualität.
Maharadscha [maha'raJa. auch: ...ra:43a], der: -s. -s
[sanskr. mahäräjat). zu: mahä- = großu. räjä(n) = König
(TRadscha)]: a) <o. PI.) Titel eines indischen Gro/ifürsten;
b) Träger des Titels Maharadscha; Maharani [mahara:ni].
die; -. -s [Hindi maharani. zu: räni = Königin): a) <o.
PI.) Titel für die Frau eines Maharadschas; b) Trägerin
des Titels Maharani; Maharischi [mahariji]. der. -[s|. -s
[Hindi mahä^i. eigtl. = großer Seher, zu: Ri = Seher):
a) <o. PI.) (in Indien) Ehrenbezeichnung für einen
geistig-religiösen Führer; b) Träger der Ehrenbezeichnung Mafiart-
schi; Mahatma [maha:tmal.der; -s, -s [sanskr. mahätman
= mit großer Seele): a) <o. PI.) (in Indien) Ehrentitel
für eine geistig hochstehende Persönliclikeit. einen Weisen
od. Heiligen; b) Träger des Ehrentitels Mahatma.
'Mahd [ma:t|, die; -. -en [mhd. mät. ahd. mad. zu tmähen|
(landsch.): a) das Mähen; Das Gras stand reif zur M.
unter der schrägen Mittagssonne (Th. Mann. Hoheit 190);
b) das gemähte Gras o.a.; die M. trocknet; *Mahd [-1.
das; -[eis, Mähder l'mf::dT?l (österr.. Schweiz.): Bergwiese;
'Mähder [me:d«l, der; -s, - (landsch.): svw. TMäher (2):
2Mahder: PI. von T:Mahd.
Mahdi [maxdi. auch: ma:di], der; -[sl. -s [arab. mahdi.
eigtl. = der auf den richtigen Weg Geführte!: von den
Mohamedanern erwarteter Welt-. Glaubenserneuerer.
'mähen [me:dn] <sw. V.; hat) [mhd. maejen, ahd. mäen]:
a) mit der Sense, mit einer Mähmaschine dicht über dem
Erdboden abschneiden; Getreide. Gras, Klee [mit der Sensel
m.; (auch ohne Obj.:) er hat den ganzen Morgen gemäht;
b) von zum Schnitt reifem Gras. Getreide u.a. befreien;
die Wiese, der Rasen muß gemäht werden; das Feld m.
2mähen [-1 <sw. V.; hat) [zu Tmäh]: (von Schafen) blöken.
Mäher [me:el. der; -s. -: 1. (ugs.) svw. tMähmaschine.
2. (veraltend) jmd.. der mäht.
Mah-Jongg©.Ma-Jongg [ma'&ool. das; -s, -s [engl. ma(h>-
jong(g). anglisiert aus chines. (Dialekt von Schanghai)
ma-tsiang = SpatzenspielJ: (ursprünglich chinesisches)
Gesellschaftsspiel mit Spielsteinen od. -karten, aus denen
bestimmte Bilder zusammengestellt werden müssen.
'Mahl [ma:ll, das; -le]s. Mähler rme:lc] u. -e <PI. selten)
[mhd. mal. eigtl. = zu einer festgesetzten Zeit
aufgetragenes Essen. T 'Mail (geh.): 1. Essen (2). Spetse: ein einfaches,
kärgliches, kräftiges, opulentes M.; ein M. einnehmen,
zu sich nehmen, zubereiten. 2. das Einnehmen eines Essens
(2). einer Mahlzeit (la): man aß nach der Vorstellung
zu dreien. Es wurde ein behagliches M. (Feuditwanger.
Erfolg 565); bei einem M. sitzen.
*Mahl M. das; -lels. -e [mhd. mahel-, mal- (nur in Zus.).
ahd. mahall: altgermanische Gerichtsverhandlung.
'Mahl- (mahlen): -gang* der (Technik):
Zerkleinerungsmaschine, in der das eingegebene Mahlgut durch horizontale,
sich gegeneinanderbewegende runde Steine zerrieben wird;
-gut, das (Fachspr.): zu zerkleinerndes Material; Mimihle,
die (veraltet): Mühle, die Getreide mahlt (im Unterschied
zur Ölmühle u.a.); -sand, der [LÜ von nieder!, maalzand.
vgl. ^stroml (Seemannsspr.):iMr auflaufende Schiffe gefäfir-
licher lockerer Sand einer Satulbank. Treibsand; U plötzlich
... gerät er... in den tückischen M.... politischer
Verdächtigungen (Hörzu 40.1976.55); -stein, der: svw. t Mühlstein:
U Stanislaus Büchner, durch die harten -e einer Unterofli-
ziersmühle gedreht (Strittmatter. Wundertäter 329);
-ström, der [niederl. maalstrom. zu: malen = drehen]:
gefährlicher Strudel. Wirbel; Ü Die Begeisterung für den
Fußballsport gerät immer mehr in den M. des
Wandalismus (BM 9. 11. 76. 1); -werk, das (Technik): vgl. -gang:
-zahn, der: (bei Säugetier u. Mensch) einer der hinteren
Zähne, der eine breite Krone hat u. zum Zerma/ilen der
Nahrung dient; Backenzahn.
2M*hl- (2Mahl): -schätz, der (Rechtsspr. veraltet): Gabe.
die der Bräutigam der Braut bei der Verlobung überreicht:
-statt, -statte, die: Gerichts- u. Versammlungsstätte der
alten Germanen im Freien.
mahlen [ma:bn] <V.; mahlte, hat gemahlen) [mhd. malen,
ahd. malanl: a) (von körnigem, bröckligem o.a. Material
in einer Mü/ile. mit Hilfe einer Mühle durch Zerquetschen
od. Zerreiben mehr od. weniger fein zerkleinern,
pulverisieren; Kom. Weizen. Getreide [zu Mehl] m.; den Kaffee
[pulverlfein. grob, zu Pulver m.; <auch ohne Obj.:> der
Müller mahlt nicht mehr (übt seinen Beruf nicht mehr
aus); Spr wer zuerst kommt, mahlt zuerst (wer zuerst da
ist. hat ein Vorrecht gegenüber dem später Kommenden*.
gemahlener Pfeffer, gemahlenes Fleisch (landsch.;
Hackfleisch): Ü jmds. Kiefer, Zähne mahlen (kauen langsam
u. gründlich); Die Hinterräder des Jeeps mahlten im Sand
(drehten sich, ohne zu greifen; Cotton. Sllver-Jet 115); b)
durch Mahlen (a) herstellen; Mehl m.
Mähler PI. von t'Mahl.
mählich [me:licl <Adj.; meist adv.. seltener attr. od. präd.
[spätmhd. melichl (geh.): nach und nach, langsam;
allmählich: und m. schien ihm zu dämmern: Hier stimmt etwas
nicht! (Kant, Impressum 236).
Mahlzeit, die; -. -en [spätmhd. mälzlt, urspr.: festgesetzte
Zeit eines 'Mahlsl: 1. (regelmäßig, zu bestimmten Zeilen
des Tages eingenommenes) Essen (2). das aus verschiedenen
kalten od. warmen Speisen zusammengestellt ist: eine
leichte, schwere, deftige M.; er ißt nur eine M. am Tag; eine
M. in einem Lokal einnehmen, zu sich nehmen; die -en
zubereiten; der Säugling bekommt fünf-en am Tag (wird
fünftnal gefüttert); Wer Zeit hatte, zog sich zudem aus
diesem Wässerlein eine M. (die für eine Mahlzeit
ausreichende Menge) Kleinfische (Strittmatter, Wundertäter
439). 2. lias [gemeinschaftliche! Einnehmen der Mafilzeit
(1): an einer gemeinsamen M. teilnehmen; er hält sich
nicht an die -en (er ißt unregelmäßig): die Arznei ist nach,
vor den -en zu nehmen; die Familie trifft sich zu den
gemeinsamen -en; M. halten (veraltend; Essen einnehmend
gesegnete M! (Formel, mit der man jmdm. guten Appetu
wünscht); M! (ugs. Gruß, bes. zwischen Arbeitskollegen
vor u. nach der Mittagspause); * [na dann] prost M.!9 M..'
(ugs.; das ist ja eine schöne Bescherung!; das kann ja schlimm
werden!): wenn es so weiter schneit, na dann prost M.!
Mahn- [ma:n-l: -bescheid, der (jur.): Aufforderung, eine
bereits fällig gewordene Zahlung zu leisten; abrief, der
Brief, derjmdn. an etw.. was man von ihm erwartet, er innen
(bes. einen Schuldner an die Fälligkeit einer geschuldeten
Summe, einer Rechnung o.a.); -frist, die; -gebühr, die:
Gebühr, die für einen amtlichen Mahnbescheid erhoben wird:
-mal, das <PI. -e. selten: ...mäler): Denkmal, das an etw
erinnern, etw. im Gedächtnis halten soll, von dem man hofft,
daß es sich nicht wieder ereignet: ein M. in einem ehemaligen
Konzentrationslager errichten; ^nif, der (geh.): zu etw.
auffordernder, an erw. gemahnender Zuruf; -schreiben, das:
vgl. abrief; -statte, die: vgl. Gedenkstätte; -verfahren.
das (jur.): vereinfachtes gerichtliches Verfahren, bei dem
einem Schuldner ein Mahnbescheid ohne vorherige
gerichtliche Verliandlung zugestellt wird; -wort, das <PI. ...worte.
meist PI.) (geh.): mahnendes Wort; Ermahnung; -zeichen,
das (selten): svw. T Warnzeichen; -zettel, der: vgl. abrief
Mähne ['me:ndl. die; -. -n [frühnhd. mene (PL), mhd. mantet.
ahd. mana. urspr. = Nacken, Hals]: 1. langes,
herabhängendes Haar am Kopf u. bes. an Hals u. Nacken bestimmter
Säugetiere: eine zottige M.; galoppierende Pferde mit
fliegenden -n; der Löwe schüttelt seine M. 2. (scherzh.) (beim
Menschen) I ungepflegt wirkender! Haarschopf mit langem,
dichtem, wallendem Haar: eine lange, lockige, blonde M ,
er hat sich seine M. stutzen lassen.
mahnen[ma:n^n]<sw. V.; hat) [mhd. manen, ahd. manön)
1. nachdrücklich zu einem bestimmten, geboten
erscheinenden Verhalten <xJ. Tun auffordern, drängen: jmdn. zur Eile,
zur Ruhe, zur Geduld, zur Vorsicht m.; jmdn. eindringlich,
nachdrücklich m.: ..Bleiben Sie ernst", mahnte Sohnemann
väterlich (Sebastian. Krankenhaus 38); jmdn. mahnend,
mit einem mahnenden (ermahnenden) Blick ansehen; U
1720
mais-, Mais-
die hereinbrechende Dunkelheit mahnte zum Aufbruch.
2. a) nachdrücklich an etw.. bes. eine eingegangene
Verpflichtung u.a.. erinnern: Jmdn. an seine Pflichten, an sein
Versprechen m.; der Brief mahnte ihn an sein Versäumnis;
er hat uns wegen der versprochenen Sachen gemahnt;
einen Schuldner schriftlich m. (ihn schriftlich zur Zahlung
seiner Schulden auffordern); Ü Die Glocke mahnte ihn
fbrachte ihm zum Bewußtsein), wie weit schon die Nacht
vorgeschritten (Th. Mann, Tod u.a. Erzählungen 191);
b) (geh.) auf Grund seines Aussehens o. ä. an einen
bestimmten Gegenstand, eine bestimmte Person denken lassen,
erinnern, gemahnen (b): Jede dieser Galerien ist vergittert,
so daß ihre Fassade an einen riesigen ... Käfig mahnt
(Ziegler. Labyrinth 123). 3. (Jägerspr.) (von weiblichem
Rotwild) einen kurzen, näselnden Lock- bzw. Warnlaut
ausstoßen: das Rottier mahnt.
mihnen-, Mähnen-: -artig <Adj.; o. Steig.): wie eine Mä/me
beschaffen; -gerate, die: (als Zier gras beliebtes) Gras,
dessen vornübergeneigte Ähren lange Grannen haben; -robbe,
die: Robbe mit mähnenartig verlängerten Nackenfiaaren.
Mahner ['ma:ne], der; -s. -: jmd.. der (bes. in der
Öffentlichkeit, in öffentlichen Dingen) als Mahnender auftritt, der
zu etw. ermahnt od. vor etw. warnt.
mähnig [me:ni<;] <Adj.; o. Steig.; meist attr.) (selten): mit
einer Mähne: ein -er junger Mann (Spiegel 43, l%6. 3).
Mahnung, die; -. -en [mhd. manungel: 1. das Mahnen (1);
malmende Äußerung: eine M. zur Eile, zur Geduld, zur
Vorsicht; eine M. überhören, befolgen, beherzigen; Ü
hatten sie vom Schicksal eine besondere M. mitbekommen
(Hesse, Narziß 25). 2.a) nachdrückliche Aufforderung, etw.
Bestimmtes zu erledigen. Erinnerung an eine Verpflichtung:
er reagierte auf keine M.; b) svw. t Mahnbrief,
Mahnschreiben: eine M. vom Vermieter, vom Finanzamt bekommen.
Mahonie [ma'ho:njp], die; -, -n [nach dem amerik. Gärtner
B. MacMahon (1775-1816)) (Bot.): Zierstrauch mit dornig
gezähnten Blättern, gelben, buschigen Blüten u. meist blauen,
runden Früchten.
Mahr [ma:g], der; -[eis. -e [mhd. mar(e), ahd. mara, urspr.
viell. = Zermalmerini (selten): svw. f 'Alp (1).
Mähre ['m£:ro], die; -. -n [mhd. merhe. ahd. mer(i)ha =
Stute] (geh., veraltend): !altes] abgemagertes Pferd, das
nicht mehr zu gebrauchen ist: eine alte, lahme M.
mähren: t 'mären.
Mährte ['mental: t Märte.
Möhschaf, das; -[eis. -e (Kinderspr.): svw. TSchaf.
Mai [maj], der; -[eis u. -. dichter, auch noch: -en. -e <PI.
selten) [mhd. meie. ahd. meio < lat. (mensis) Maius (nach
einem italischen Gott des Wachstums)]: fünfter Monat
des Jahres: ein kühler M.; der Erste M. (Demonstrations-
u. Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung; Feiertag
der Werktätigen); U er steht noch im M. seines Lebens
(geh.; ist noch sehr jung): *am 17. M. geboren sein (ugs.
scherzh. od. verhüll.; homosexuell sein; nach dem
ehemaligen §175 des Strafgesetzbuches, dessen Ziffern wie eine
Datumsangabe gelesen werden); wie einst im M. (wie
früher, wie einst in glücklicheren Tagen): Mama, gegen die
Vater noch immer so galant war wie einst im M. (Kranz,
Märchenhochzeit 37).
mai-,Mai- (vgl.auch: Maien-): -andacht, die (kath. Kirche):
im Mai im allgemeinen täglich [atn Abend 1 stattfimlende
MarienantJacht: -bäum, der: a) nach altem Brauch in der
Zeit zwischen Frühling u. Frühsommer bes. hei Volksfesten
aufgestellter, hoher, von Rinde und Ästen befreiter Baum,
an dessen Spitze ein mit bunten Bändern umwundener
Tannenkranz hängt: einen M. aufstellen; um den M. tanzen:
b) geschlagenes Birkenbäumchen. das zu Maifesten als
Schmuck an die Türpfosten des Hauses gebunden wird;
-bKimchen. das: svw. T-glöckchen; -blume. die: volkst.
Bez. für verschiedene Frühjahrsblumen (bes.
Maiglöckchen. Waldmeister, Löwenzahn); -bowle. die: aus
Weißwein u. Sekt unter Zusatz von frischem Waldmeister
hergestellte Bowle; -demonstration, die: zum Ersten Mai
stattfindende Demonstration; -feier.die: offizielle Feier zum Ersten
Mai; -feiertag, der: der Erste Mai: -fehl, das: t Maifeld;
-fest, das: im Mai traditionsgemäß stattfindendes Volksfest;
-fisch, der: zu den Heringen gehörender Fisch, der zur
Laichzeit (im Mai) aus der Nordsee in die Flüsse wandert;
-glöckchen. das: (wildu. in Gärten wachsende) im Frühjahr
blühende Blume, deren Blütenrispen mit kleinen weißen,
dufteniien Blüten von zwei großen, elliptischen Blättern
umschlossen situi; -käfer, der: größerer Käfer mit braungelben
Flügeldecken /schwarzem, behaartem Kopfu. weißen Flek-
ken an beiden Seiten des Hinterleibs], der im Mai schwärmt
u. sich von Laubblättern ernährt; * strahlen wie ein M.
(ugs.; über das ganze Gesicht lachen. strahlen). dazu: -käfer-
lahr. das: Jahr, in dem es bes. viele Maikäfer gibt, —käfern
<sw. V.; hat) [wohl nach dem Bild eines Maikäfers, der
zum Flug ansetzt u. dabei zuerst sorgsam seine Flügel
zu ordnen scheint u. so auch den Anschein erweckt, als
zögere er wegzufliegen] (ugs. scherzh.): 1. über eine zu
haltende Rede nachdenken. 2. still vor sich hin arbeiten.
3. unschlüssig sein, zögern; -kätzchen, das: svw. t Kätzchen
(4); -könig. der: vgl. -königin; -königin. die (Volksk.):
Mädchen, auf das bei einer Versteigerung der Mädchen
bei einem Mai fest das höchste Gebot ergeht u. das neben
dem Maikönig die Hauptperson des Festes ist; -kraut, das
<o. PI.) (landsch.): svw. t Waldmeister; -kundgebung. die:
Kundgebung anläßlich des Ersten Mai; -lehen. das
(Volksk.): Brauch, bei einem Maifest die Mäilchen zu
versteigern; -nelke, die: rote Papiernelke, die am Ersten Mai
als Ansteckblume getragen wird: -parade. die (DDR): Mili-
tärparcule aus Anlaß des Ersten Mai; -pilz, der: svw. t-rit-
terling; -regen, der: im Mai fallender Regen (der bes.
wichtig für das Austreiben der Vegetation ist); -ritterling
[-ntelin], der, -s, -e: an grasigen Stellen des Waldes
wachsender, eßbarer, weißlicher Blätterpilz mit wellig gebogenem
Hut: -schwamm, der: svw. t-ritterling; -tanz, der: [im
Freien stattfindendes] Tanzvergnügen im Mai; -trieb, der:
junger, hellgrüner Trieb an Nadelbäumen; -wem. der: svw.
t -bowlc.
Maid [majt], die; -, -en [mhd. meit, zusgez. aus: maget,
tMagd] (dichter, veraltet, noch spött.): junges Mädchen;
junge Frau.
Maiden [meidn], das; -[$], - [engl, maiden, eigtl. = Jungfrau]
(Pferdesport): auf der Rennbahn noch unerprobtes Pferd;
<Zus.:> Maidenrennen, das [nach engl, maiden race]
(Pferdesport): mit Maiden verunstaltetes Rennen.
Maie [map], die; -. -n [zu t Mail (veraltend): a) junge Birke:
Birkengrün als Laubschmuck, der bei Volksfesten im
Frühling, bes. im Mai. an die Pfosten der Haustüren gebunden
wird; b) geschmückter Maibaum; maien fmajan] <sw. V.;
hat; unpers.) [zu TMai] (dichter, veraltet): Mai werden:
es grünt und mait; Maien [-1. der; -s. - [zu f Mai] (Schweiz,
mundartl.): 1. / Feld/blumenstrauß. 2. kurz für T Maiensäß.
Maien- (dichter, veraltend): -blute, die: Zeit des Blühens
im Mai; -grün, das: vgl. Maie; -hift, die: von Duft erfüllte,
linde Lujt im Mai; -nacht, die; -zeit. die.
Mfljensaß, das; -es, -e [2. Bestandteil Schweiz. Saß. Sess
(mhd. se33e) = unterste Stufe einer Alm] (bes. Schweiz.):
Weide, auf die das Vieh im Mai gebracht wird, bevor es
auf die Almen weiterzieht.
Maifeld, das: -[eis. -er [eigtl. = Mähfeld, zu ostfries. maien
= 'mähen]: (an der Nordsee) außerhalb der Deiche u.
oberhalb des mittleren Hochwassers gelegenes, mit Gras
bewachsenes Marschland.
Mailins [meilin], das; -[s] [amerik. mailing, zu: to mail
= (mit der Post) senden] (Werbespr.): Versenden von
Werbematerial durch die Post; Mail-Order [meil 'o:d3l. die;
-, -s [engl.-amerik. mail order, aus: mail = Post(sendung)
u. order = Auftrag. Bestellung] (Kaufmannsspr.,
Werbespr.): postalisch erteilte Bestellung I im Versandhandel],
Maire [me:?]. der; -s, -s [frz. maire < afrz. maire = Herr,
eigtl. = der Größere < lat. maior, t Major]: Bürgermeister
in Frankreich; Mairie [me'ri.l.die; -. -n [...i:an; frz. malrie]:
Bürgermeisterei in Frankreich.
Mais [majs], der; -es. (Sorten:) -e [frz. mäis. span. maiz
< Taino (Indianerspr. der Karibik) mays. mahiz]: a) aus
Mittelamerika stammende, htxhwachsende Getreideart mit
breiten, langen Blättern u. einem großen, als Kolben
wachsenden Fruchtstand mit leuchtendgelben Körnern, die bes. als
Viehfutter Verwendung finden; b) Frucht des Maises (a):
Brot aus M. backen; Hühner mit M. füttern.
mais-, Mais-: -birne. die (Boxen): (mit Mais gefüllter/
birnenförmiger, an einem Seil von der Decke herabhängender
Trainingsball aus Leder; -brei. der; -brot, das; -flocken
<PI); -gelb <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von der Farbe
reifer Maiskörner: -kolben. der: großer, zylinderförmiger
Fruchtstatui des Maises, der rundherum dicht mit gelben
Körnern besetzt ist; -körn, das <P1. -körner): einzelnes
Korn des Maiskolbens: -mehl. das; -öl, das; -papier. das
1721
Maisch
(Tabakind.): gelbliches Zigarettenpapier, das in der Farbe
an ein echtes Maisblatt erinnern soll; -stärke, die: aus
Mais (b) gewonnene Stärke, dazu: -stürkepuder, der;
--Staude, die; -stroh, das.
Maisch Imatf]. der; -[e]s, -e. Maische l'majja]. die; -. -n
[mhd. meisch. urspr. wohl = Brei] (Fachspr.): 1. (bei
der Bierherstellung) mit Wasser verrührtes, geschrotetes
Malz. 2. (bei der Spiritusherstellung) Gemisch aus
stärkehaltigen Rohstoffen mit Darrmalz u. Wasser. 3. (zur
Weinherstellung) gekelterte Trauben; <Zus.:> MaischemaB, das:
Maligefäß für Maische; maischen <sw. V.; hat) (Fachspr.):
a) etw. zu Maische verarbeiten; Trauben m.; b) Maische
herstellen.
Maisonette, (nach frz. Schreibung auch:) Maisomette
[meza'netl. die; -. -s [engl, maisonette < frz. maisonnette
= Häuschen, Vkl. von: maison = Haus < lat. mänsio.
T Menage]: zweistikkige Wohnung mit eigener, innerhalb
der Wohnung hegender Treppe in einem [Hoch]haus;
<Zus.:> Matsonlnlettewohnung. die.
Maiß [m^js], der; -es, -e od. die; -. -en [mhd. mei3. eigtl.
= Einschnitt, zu: mei3en. t Meißel] (bayer.. österr.): a)
Holzschlag; b) Jungwald.
Maitre [metr], der; -. -s [metr; frz. maitre < afrz. maistre
< lat. magister. t Magister]: a) frz. Bez. für Herr. Gebieter;
Lehrer. Meister; b) <o. PI.) Titel juristischer Amtspersonen
in Frankreich; c) Träger des Titels Maitre (b); Maitre
de plaisir [metraptezr.r], der; , -s [metra] - - [frz.,
zu t Maitre u. TPläsier] (veraltet, noch scherzh.): jmd., der
bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung das
Unterhaltungsprogramm leitet, der bei einem Fest für die
Unterhaltung der Gäste sorgt; Maitresse: T Mätresse.
Maizena® lm^j'tßc:na]. das; -s [Kunstwort]: zum Kochen
u. Backen verwendeter Maisstärkepuder.
Maja [ma:ja], die; - [sanskr. mäyä = Trugbild]: (in der
wedischen u. brahmanischen Philosophie) die als Blendwerk
angesehene Erscheinungswelt (die als verschleierte
Schönheit dargestellt wird).
Majestas Dcmini [ma'jestas do:mini], die; - - [lat.. eigtl.
= die Herrlichkeit des Herrn] (bild. Kunst): frontale
Darstellung des in einer Mandorla thronenden Christus;
Maiestat [maj£St£:t|. die; -. -en [mhd. majestät < lat. maiestäs
= Größe. Erhabenheit, zu: maior = größer, t Majori:
1.a)<o. PI.) Titelu. Anrede von Kaisern u. Königen:
Kaiserliche. Königliche M.!; Seine M. (Abk.: S[e|. M.); Ihre
M. (Abk.: I. M); Eure. Euer M. (Abk.: Ew. M.); b)
Träger des Titels Maiestat (1 a): Seine M. der König betritt
den Saal; Ihre-en (das kaiserliche, königliche Paar) wurden
festlich empfangen. 2. <o. PI.) (geh.) a) Erhabenheit. Größe,
die einer Sache innewolint. von ihr ausgeht: die M. der
Berge, des Todes; den weiten Raum des Himmels, der
sich in der wolkenlosen M. seiner tiefen Bläue über der
Stadt erhob (Kasack, Birkenwäldchen 51); b) hoheitsvolle
Würde: sein Wesen strahlte M. aus; <Abl.:> maiestfttisdi
<Adj.>: a) Erhabenheit. Größe erkennen lassend: der -e
Anblick der Berge;... blickten über den m. dahinfließenden
Strom (Böll. Erzählungen 418); b) hoheitsvoll, würdevoll:
eine -e Erscheinung; -e Ruhe; die großen Tiere schreiten
m. durch die Menge: <Zus.:> MajestStsbeleidigung. die:
1. (Jur. veraltet) svw. T ^verbrechen: wegen M. angeklagt
sein. 2. (spött.) Äußerung. Handlung, mit der jmd. einem
anderen in höherer Stellung zu nahe tritt u. ihn damit
beleidigt: das ist Ja M.!; Majestätsverbrechen, das (jur. veraltet):
Verbrechen, das sich gegen den Kaiser od. König u. das
Reich richtete.
Majolika [majo:likal. die: -. ...ken u. -s [ital. maiolica.
nach Majorica. dem spätlat. Namen der span. Insel
Mallorca]: zinnglasierte Töpferware.
Majonäse: t Mayonnaise.
Ma-Jongg: TMah-Jongg.
Major [majori, der; -s, -e [span. mayor = größer, höher;
Vorsteher. Hauptmann < lat. maior = größer, Komp.
von: magnus = großl (Milit.): a) <o. PI.) unterster
Dienstgrad bei den Stabsoffizieren; b) Offizier dieses Dienstgrades.
Majoran [ma:joran. auch: majo' ra.n], der; -s. -e [mhd. maio-
rän. spätahd. maiolan < mlat. majorana. Hu.]: a) (zu
den Lippenblütlern gehörende) aromatische Gewürz- u.
Heilpflanze mit kleinen, weißen Blüten; b) als Gewürz, bes.
für Fleischspeisen u. Wurst, verwendete, getrocknete Blätter
des Majorans (a).
Majorat [majorat], das; -[e]s. -e [mlat. maioratus. zu lat.
maior = größer, älter. T Major] (Ggs.: Minorat;
Rechtsspr.): 1. svw. TÄltestenrecht (2). 2. nach dem
Ältestenrecht (2) zu vererbendes Gut: <Zus.:) Majoratsgut. das;
Majoratsherr, der: Gutsherr eines Majorats (2); Majorio-
mus [ma:pr'do:mos]. der; -, - [spätlat. maior domus (ir-
giae) = königlicher Hausverwalter, zu: maior = Meier
(1). domus = Haus u. regius = königlich]: svw.
tHausmeier; majorenn [majoren] <Adj.; nur präd.) [mlat. majoren-
nus. zu lat. maior = größer, älter u.annus = Jahr]
(Rechtsspr. veraltet): volljährig, mündig (Ggs.: minorenn); <Abl.:/
Majorennität [majorem*te:t], die; • (Rechtsspr. veraltet):
Volljährigkeit, Mündigkeit(Ggs.: Minorennität); Maiorettr
[majoren, die; -. -s u. -n [amerik. (drum) maiorette. eigtl
= weibl. Tambourmajor]: junges Mädchen in Uniform,
das bei festlichen Umzügen paradiert; <Zus.:> Major^tteo-
gruppe. die; Majorin, die; -. -nen: 1. weibliches Mitglied
der Heilsarmee im Majorsrang. 2. (veraltet) Frau eines
Majors; majorisieren [majori zi:ran] <sw. V.; hat) [zu lat
maior, T Major] (bildungsspr.): (bes. im politischen Bereich
durch Stimmenmehrheit) überstimmen u. damit beherrschen
die schwarze Bevölkerung wird hier von den Weißen majo-
risiert; <Abl.:> Majorfcknmg. die; -. -en; Majorist [...nsi).
der; -en. -en (kath. Kirche): Träger der höheren Weihen
(vom Subdiakon aufwärts); Majorität [majori'te:t]. die; -.
-en [frz. majorite < mlat. majoritas]: Mehrheit, die sich
für od. gegen jmdn., etw. entscheidet od. entschieden hw
u. damit in einem bestimmten Zusammenhang
ausschlaggebend od. beherrschend ist (Ggs.: Minorität): eine große
M. entschied sich für den Plan; eine M. von 350 Stimmen,
einfache M. (fünfzig Prozent der Stimmen); qualifizierte
M. (mindestens fütifundsiebzig Prozent der Stimmen).
Majoritjts-: -besdihiß, der; -prinzip, das: Prinzip, nach
dem die Mehrheit der Stimmen bei einer Wahl o. ä. den
Ausschlag gibt; -wähl, die: svw. T Mehrheitswahl.
Majorsrang, der; -le]s: Rang eines Majors (a).
Majore [majDrts], der; -es [geb. nach T Proporz] (Schweiz .r
svw. TMajoritätswahl; Majuskel [majoskj], die; -. -n [lat.
maiusculus = etwas größer. Vkl. von: maius. Neutr. voa
maior. T Majori (Druckw.): Großbuchstabe (in einer
lateinischen Schrift); Versal (Ggs.: Minuskel); <Zus.:) Mafcpkel»
schrift. die (Druckw.): Druckschrift, die nur aus
Großbuchstaben besteht.
makaber [ma'ka:be] <Adj.; ...b[e]rer. -ste; nicht adv.) [frz.
macabre. gek. aus: danse macabre. t Danse macabrel
(bildungsspr.): a) (durch eine bestimmte Beziehung zum Tod
unheimlich, Grauen hervorrufend: eine makab[e]re Szene;
die Ereignisse. Vorgänge waren sehr m.; b) mit Tod u
Vergänglichkeit Scherz treibend: er führt makab[e]re
Reden; das waren makab[e]re Scherze.
Makadam [makadam], der od. das; -s. -e [nach dem schon
Straßenbauingenieur J. L. McAdam (1756-1836)]
(Tiefbau): Straßenbelag, in dem sich zahlreiche Hohlräume
befinden; <Abl.:> makadamisieren [makadami'zi:ren] <sw. V„
hat) [engl, macadamize] (Tiefbau): Makadam aufbringen,
Makak [ma.kak. auch: maka(:)k], der; -s u. -en. -en [ma-
ka(:)kn; port. macaco. afrik. Wort]: zu den Meerkatzen
gehörender Affe mit gedrungenem Körper.
Makame [ma'ka:md]. die; -. -n [arab. maqäma, eigtl. =
Zusammenkunft; (bei einer Zusammenkunft gehaltene!
Rede] (Literaturw.): kunstvolle, alte arabische
Stegreifdichtung.
Makarismus [makarismos]. der; -. ...men (meist PI.) [griech
makarismös = das Glücklichpreisen, zu: mäkar = glück-
lich. glückselig] (Rhet.. Stilistik): altgriechische u. biblische
Stilform des /Lobjpreises.
Makartbukett. das. Makartstrauß [makart-1, der [nach dem
österr. Maler H. Makart (1840-1884)] (veraltet):
dekorativer Strauß aus getriKkneten Blüten, Blättern u. a.
Makel ['ma:kl], der; -s. - [mhd. makel < lat. macula -
Mal; (Schand)fleck] (geh.): 1. etw. (ein Fehler, Mangei
o.a.), was für jmdn., in seinen eigenen Augen od. im Urtem
anderer, als Schmach, als herabsetzend gilt: ein geheimer
M. haftet an ihm; ist denn seine uneheliche Geburt ein
M.?; seine Herkunft als M. empfinden. 2. Fehler, fehlerhafte
Beschaffenheit von etw., die etw. als unvollkommen
erscheinen läßt, die seinen Wert herabsetzt; das Obst weist keinerlei
M. auf.
Mäkelei [me:kdlaj]. die: -. -en [zu Tmäkeln] (abwertend!
a) <q. PI.)dauerndes Mäkeln, Nörgeln; b) (seltener)
mäkelnde Äußerung; mäkelig, mäklig [me:k(3)li(jl <Adj.; nidü
1722
Makrostruktur
adv.) (abwertend): (bes. im Essen) sehr wählerisch, an
vielem etw. auszusetzen habend: er ist ein sehr -er Mensch;
du bist zu m. [im Essen]; Die Lehrersfrau krank, mäkelig
wie eine Ziege (Strittmatter. Wundertäter 22).
makellos <Adj.; -er. -este; Steig, ungebr.): ofme Makel (2).
ohne einen die Vollkommenheit o. ä. von etw.
beeinträchtigenden Fehler od. Mangel: eine -e Figur. Haut. Oberfläche;
Ein -er Himmel. Nirgends auch nur ein Wölk lein (Trenker.
Helden 261); das Porzellan ist von einem -en (reinen)
Weiß; etw. ist m. (vollkommen) sauber; U er hat einen
-en Ruf. Leumund; <Abl.:> Makellosigkeit, die; -.
makein ['ma.kjn] <sw. V.; hat) [aus dem Md.. zu tmäkelnl
(Wirtsch. Jargon): /mit etw.] Maklergeschäfte. Vermittler-
geschäfte machen: er mäkelt (Häuser. Grundstücke);
mäkeln rme:kln)<sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mniederd.
mekelen, urspr. = makein. später = bemängeln, nach
dem Versuch der Händler, durch das Feststellen von
Mängeln bei der Ware den Preis zu drücken]: 1. (abwertend)
an jmdm.. etw.. bes. am Essen, beständig etw. auszusetzen
hohen u. seiner Unzufriedenheit durch nörgelnde Kritik
Ausdruck verleihen: er hat dauernd etwas [am Essen] zu m.;
mäkle doch nicht immer über das Essen!;..Ihr Mund ist
zu klein", mäkelte Christine (Bieler. Mädchenkrieg 276).
2. (selten) svw. Tmakein; <Zus.:> Mäkelsucht, die <o. PI.)
(abwertend): übersteigertes Bedürfnis zu mäkeln (1); <Abl.:>
mäkelsudittg <Adj.; nicht adv.): Das sei... schief, überfein
und m. (Th. Mann. Joseph 342).
Makette: TMaquette.
Make-up [me:k'lap]. das; -s. -s lengl. make-up. eigtl. =
Aufmachung]: l.a) kosmetische Präparate, die der
Verschönerung (der dekorativen Kosmetik) dienen: das M.
der Firma ist sehr teuer; keinerlei M. verwenden; b) getönte
{flüssige] Puder creme, mit der die Flächen des Gesichts
bedeckt werden: M. auflegen, auftragen. 2. kosmetische
Verschönerung des Gesichts mit Make-up (1): ein gekonntes,
dezentes, korrektes M.; kein M. tragen (sich nicht
schminken): sie verzichtet auf ein M.
Maki l'ma.k/]. der; -s. -s [frz. maki < madagassisch makyl:
svw. TLemure (2).
Makimono Imaki'mo.no]. das; -s. -s [jap. makimono]: für
die ostasiatische Kunst typische Form der Bildrolle im
Querformat, die von rechts nach links aufgerollt wird u. in
einzelnen Abschnitten betrachtet werden kann.
Makkabiade [maka'b|a:d3], die; -. -n [nach dem jüd.
Volkshelden Judas Makkabäus (1. Jh. v.Chr.)]: alle vier Jahre
stattfindende, den Olympischen Spielen vergleichbare
Sportveranstaltung, deren Teilnehmer nur jüdischer Herkunft sinil.
(Makkaroni [makaro:ni] <PI.) [ital. (mundartl.) maccaroni
(PL), zu: maccarone. T Makrone]: lange, röhrenförmige
Nudeln: Makkaroni [-1. der; -[s]. -s: svw. T Makkaronifresser;
<Zus. zu 'Makkaroni:) Makkaronifresser, der: ugs.
abwertende Bez. für Italiener: makkaronisch [maka'ro:niJ] <Adj.;
o. Steig.; nur attr.): -e Dichtung, Poesie (scherzhafte
Dichtung, in die Wörter j bes. lateinische od. lateinisch deklinierte
Wörter] einer anderen Sprache eingestreut sind: ital. Poesia
maccaronica, eigtl. = Knödeldichtung, zu: maccaroni.
! Makkaroni).
Makler [ma:kle]. der; -s. - [ausdem Niederd. < mniederd.
makeler. mekeler. zu T makein]: jmd.. der Verkauf.
Vermietung, den Abschluß von Verträgen in verschiedenen Bereichen
vermittelt (Berufsbez.): einen M. einschalten; zum M.
gehen; Ü er wird ein fairer M. ( Vermittler) sein; ein ehrlicher
M. (ein uneigennütziger Vermittler: nach dem Ausspruch
des dt. Reichskanzlers O. v. Bismarck (1815-1898). der
sich am 19. 2. 1878 auf dem Berliner Kongreß selbst
so bezeichnete); 'Mäkler [mc:klc]. der; -s, - (landsch..
sonst seltener): svw. t Makler; Mäkler [-]. der; -s. - [zu
Tmäkeln] (abwertend): jmd.. der häufig mäkelt (1).
Makler-: ^firma. die; ^gebühr, die: Gebühr, die ein Makler
für seine Vermittlung verlangt: ^geschäft, das; ^Bewerbe,
das; -Provision, die: svw. t-gebühr.
miklerisch <Adj.) (seltener): mäkehid: er hatte eine -e
Bemerkung gemacht; mäklig: T mäkelig.
MakoJ'mako]. die; -, -s od. der od. das; -[s]. -s [nach
dem Ägypter Mako Bey, dem maßgeblichen Förderer des
ägypt. Baumwollanbaus im 19. Jh.]: 1. (in Ägypten
angebaute) Baumwollsorte mit langen, gelblichen, leicht
glänzenden Fasern. 2. Gewebe aus Mako (1): Unterwäsche.
Tischdecken aus M.; <Zus.:) M^kobaumwolle. die: svw. TMako
(1).
Makore [mako're.l. das; -Isl [frz. makore. afrik. Wort]:
rotbraunes Hartholz des afrikanischen Birnbaums.
makr-. Makr-: tmakro-. Makro-.
Makramee [makra'me:]. das; -[s]. -s [ital. macrame, zu arab.
miqram = bestickter Schleier]: a) <o. PI.) ursprünglich
arabische Knüpftechnik, beider gedrehte Fäden mit Fransen
zu kunstvollen Mustern miteimtuler verknüpft werden: b)
(selten) Knüpfarbeit in Makramee (a).
Makrele [ma'kre:b], die; -, -n [mhd. macrel < mniederl.
mak(e)reel < afrz. maquerel < mlat. maquerellus. maca-
rellus, H.u.J: in Schwärmen im Meer lebender, größerer
Raubfisch mit grünlich schimmerndem, von blauen Querbän-
dem bedecktem Rücken, der wegen seines schmackhaften
Fleisches als Speisefisch geschätzt wird.
makro-. Makro-, (vor Vokalen meist.) makr-, Makr- [ma-
kr(o)-. ma:kro-; griech. makrös] <Best. in Zus. mit der
Bed.): lang, groß (z.B. makroskopisch, Makrokosmos.
Makropsie; Ggs.: mikro. 'Mikro-); Makroanalyse [auch:
'ma:kro-J. die; -. -n (Chemie): chemische Analyse, bei der
Substanzmengen von etwa OJ-10 g eingesetzt werden (Ggs.:
Mikroanalyse); Makroaufnahme,die; -. -n: svw. t
Makrofotografie (2); Makrobiotik [...'bio:tik].die; - [zu griech. biöti-
kös. T biotisch]: 1. (Med.) Kunst, das Leben zu verlängern.
2. spezielle, hauptsächlich auf Getreide u. Gemüse basierende
Ernährungsweise: Makrofotografie, die; -, -n [...ton]: 1.
<o. PI.) fotografisches Aufnahmeverfahren mit
vergrößernder Abbildung speziell für Aufnahmen im Nafibereich (z. B.
von Pflanzen, Mineralien). 2. Aufnahme in natürlicher
Größe od. mit nur geringer Verkleinerung: Nahaufnahme:
Makrogamet [auch: ma:kro-],der; -en. -en (Biol.): größere
u. meist auch weniger bewegliche weibliche Geschlechtszelle
bei niederen Lebewesen (Ggs.: Mikrogamet); Mgkrogefüge,
das; -s. - (Metallographie): vgl. -struktur; makrokephal
[...kefa:l] usw.: tmakrozephal usw.; Makroklima, das; -s.
-su. ...mate [...kli'ma.td]: svw. t Großklima; makrokQsmisdi
[auch: ma:kro-] <Adj.; o. Steig.): den Makrokosmos
betreffend (Ggs.: mikrokosmisch); Makrokosmos, MakrokQsmus
[auch: T ma.kro-]. der; -: das Weltall. Universum (Ggs.:
Mikrokosmos 2); makrokristallin, (veraltend:)
makrokristallinisch <AdJ.; o. Steig.): (von Gesteinen) aus großen
^Kristallen bestehend (Ggs.: mikrokristallin);
Makromolekül [auch: ma.kro-]. das; -s. -e (Chemie): aus tausend
u. mehr Atomen aufgebautes Molekül, dazu:
makromolekular [auch: ma.kro-] <AdJ.; o. Steig.) (Chemie): a)
Makromoleküle betreffend: b) aus Makromolekülen bestehend:
MakronährstofT, der; [-e]s, -e (Biol.): von Pflanzen in
größeren Mengen benötigter Nährstoff (z. B. Sauerstoff.
Stickstoff) (Ggs.: Mikronährstofl).
Makrone [makro:n3]. die; -. -n [frz. macron =
Mandeltörtchen < ital. maccarone = Makkaroni. wohl zu ngriech.
makaria = (verhüll.) Leichenschmaus < spätgriech. ma-
karia = ein Gericht das bes. bei Begräbnisfeiern gegessen
wurde]: aus gemahlenen süßen Mandeln, Haselnüssen od.
Kokosflocken. Eiweiß u. Zucker hergestelltes Gebäck meist
in der Form eines kleinen Kegels: * jmdm. auf die M. fallen/
gehen (landsch.; jmdm. lästig werden).
Makroökonomie [auch: ma:kro-|. die; - [tmakro-. Makro-]
(Wirtsch.): Teilgebiet der Wirtschaftstheorie, dessen
Gegenstand die Untersuchung gesamtwirtschaftlicher
Zusammenhänge ist (Ggs.: MikroÖkonomie); makroökonomisch [auch:
ma:kro-| <Adj.; o. Steig.) (Wirtsch.): die Makroökonomie
betreffend (Ggs.: mikroökonomisch); Makrophage
[...fa:g9]. der; -n. -n (meist PI.) [zu griech. phageln =
essen, fressen] (Zool.. Med.): svw. TMakrozyt (Ggs.: Mi-
krophage); Makrophysik [auch: ma:kro-]. die: -:
Teilbereich der Physik, der den atomaren Aufbau der Materie
nicht berücksichtigt (Ggs.: Mikrophysik); Makropode
[...'po:d3], der; -n. -n <meist PI.) [zu griech. makröpous
(Gen.: makröpodos) = langfüßig. nach den großen
Schwanz- u. Rückenflossen]: zu den Labyrinthfischen gehö-
rentier Aquarienfisch: makroskopisch [...sko:piJ] <Adj.; o.
Steig.) [zu griech. skopein = betrachten, (be)schauen]:
ohne optische Hilfsmittel, mit bloßem Auge erkennbar: Ma-
krosmat [makrosma:t], der; -en, -en [zu griech. osme =
Geruch] (Biol.): Tier mit gut entwickeltem Geruchssinn
(Ggs.: Mikrosmat); Makrosoziologfc [auch: ma:kro-], die;
-: Soziologie der großen gesellschaftlichen Einheiten (Ggs.:
Mikrosoziologie); Makrospore, die; -. -n (meist PI.) (Bot.):
große weibliche Spore einiger Farnpflanzen (Ggs.: Mikro-
spore); Makrostruktur, die; -, -en (Fachspr.): ohne optische
1723
makrozephal
Hilfsmittelerkennbare Struktur (z. B. von pflanzlichen oder
tierischen Geweben od. Steinen); makrozephal [...tsefa:l]
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.) [zu griech. makrokephalos
= langköpfig] (Med.): einen abnorm grollen Kopf
aufweisend (Ggs.: mikrozephal); Makrozephale. der u. die; -n.
-n <Dekl. T Abgeordnete) (Med.): jmd., der einen abnorm
grölten Kopf hat (Ggs.: Mikrozephale): Makrozephalie
[...fa'li:]. die; -. -n [...i:an] (Med.): anomale Vergrößerung
des Kopfes {Ggs. Mikrozephalie); Makrozyt [...'lyyrt], der;
-en, -en <meist PI.) [zu griech. kytos = Höhlung.
Wölbung] (Med.): bei bestimmten Blutkrankheiten auftretende,
über grölte, unreife Form der roten Blutkörperchen; Maknilfie
[makru'li:], die; -, -n [...i:an; zu griech. oulon = Zahn-
tleischl (Med): Wucherung des Zahtijleischs.
Makuba [maku:bal.der; -s [frz. macouba. nach einem
Bezirk der frz. Antilleninsel Martinique]: ein Schnupftabak.
Makulatur [makulatu:^!. die: -. -en [mlat. maculatura =
beflecktes, schadhaftes Stück, zu lat. maculäre.
tmakulieren]: 1. (Druckw.) beim Druck schailhaft gewordene od
fehlerhafte Bogen. 2. Altpapier, das aus wertlos gewordenem
bedrucktem Papier (z.B. Zeitungen, alte Akten o.a.)
besteht: eine ganze Buchauflage als M. einstampfen; U
Parteiprogramme, die nur die Täuschung der Bevölkerung zum
Ziel hatten und ... M. wurden (Spiegel 3. 1978. 8); M.
reden (ugs. abwertend; Unsinn reden): makulieren [maku-
li:ran] <sw. V.: hat) [lat. maculäre = fleckig machen,
besudeln, zu: macula. T Makel] (Druckw.): zu Makulatur
(2) machen; einstampfen.
mal [ma:l] <Adv.) [zu T 'Mall: 1. Ausdruck der
Multiplikation; malgenommen, multipliziert mit: vier m. zwei ist acht;
Ü künstliche Entzündung m. Entzündung gleich
Beseitigung der Entzündung (Fr. Wolf, Menetekel 86); Zeichen:
x od. . 2. (ugs.) kurz für Teinmal (1-4); 'Mal [-1. das;
-[e]s. -e [mhd.. ahd. mal = Zeit(punkt). auch: Mahlzeit;
Markierung. Ziel, urspr. = Abgestecktes. Abgemessenes.
Maß; vgl. messen]: durch eine bestimmte Angabe od.
Reihenfolge gekennzeichneter Zeitpunkt eines sich wiederholenden
od. als wiederholbar geltenden Geschehens: das. dies eine
M. nur; ein anderes M.; [klein einziges M.; ein oder mehrere
-e; es ist das erste M.,daß ...; es war das erste und [zugleich]
das letzte M. (die betreffende Sache wird nicht wiederholt);
nächstes/das nächste M. wäre es einfacher gewesen: das
habe ich schon manch liebes/manches [liebe] M. gedacht;
er hat es etliche, einige, mehrere, unzählige, [so] viele,
ein paar [Dutzend] -e versucht; ein und/oder das andere
M. begleitete er uns; jedes zweite M.. ein M. über das
andere, ein M. um das/ums andere kommt sie dran; gleich
beim ersten M. glückte es; für dieses leine] M.; ich habe
dir das jetzt zum dritten, x-ten. soundsovielten, letzten
Mal[e] gesagt; das geschah zu wiederholten -en; *M. für
M. (jedesmal erneut); aufs M. (selten; auf einmal): mit
einem Mal[e]/(landsch.:) mit M. (plötzlich,
unerklärlicherweise); von M. zu M. (jedesmal in fortschreitendem Malte):
die Begeisterung wuchs von M. zu M.. ließ von M. zu
M. nach.
2Mal [-], das; -[e]s. -e u. Maler ['mchs: in der nhd. Form
sind zusammengefallen mhd.. ahd. meil = Fleck. Zeichen;
Befleckung, Sünde. Schande u. eine Vermischung aus mhd.
mal (t 'Mal) mit mhd. mal. ahd. mäl(i) = Zeichen. Fleck.
Markierung]: 1. (PI. meist -e> (meist geh.) kennzeichnender
Fleck, Verfärbung in der Haut, oft als Wundmal od.
Muttermal: ein dunkel unterlaufenes M.; das frische M. einer
Wunde; sie hatte ein M. am linken Bein; Ü Wollt ihr
diesen Makel auf euch tragen, der euch mit einem scharfen
M. zeichnet ...? (Kaiser. Bürger 20). 2. <P1. meist Maler)
(geh.) größeres plastisches, architektonisches Gebilde als
Denkmal, Mahtunal o.a.: ein M. aufrichten. 3. <PI. -e>
(Sport) a) als Markierung aufgestellter Gegenstand
innerhalb eines Spielfelds od. einer Sportanlage: der
Schlagballspieler hat das M. berührt; b) (Rugby) von den Malstangen
gebildetes Tor; c) (Rugby) kurz für T Malfeld.
'Mal- (malen 1): -buch, das. Buch, Heft, dessen in Umrissen
vor gedruckte Bilder vom Kind mit Farbstiften ausgemalt
werden; ^ färbe, die: Farbe zum Malen; ^gerät, das: svw.
t-Utensilien: -grund, der (Kunstwiss.): aufgetragene
Schicht als farblich einheitlicher Untergrund eines Bildes;
-kästen, der: Kasten mit Farben zum Malen, Farbkasten;
-klasse, die: Klasse (an einer Kunsthochschule o.a.), in
der man im Malen unterrichtet wird: -kreide, die: Kreide
für Pastellmalerei; -kunst. die; -stift. der: ^talent. das;
-technik.die; -Utensilien <PL): zum Malen benötigte Lttw*-
lien; -verbot, das: im Dritten Reich bekam er M.; -w«.
die: Art, in der jmd. mall; -zeug, das: svw. t-Utensil«*
^gl- (2Mal 3): -feld. das (Rugby): hinter der Ballinie gekw*
ner, nicht mehr als 23 m tiefer Streifen; -lauf, der (Ba schal*
svw. THomerun; -llnie, die (Rugby): das Malfeld be&e**
zende u. durch das Mal verlaufende Linie; -Spieler, oe
(Baseball): Spieler, der das erste, zweite od. dritte sBm*
deckt; -stange, die (Rugby): einer der Pfosten od. die Qfc^
laue des Mals; -wedisel, der (Schlagball).
Malachit [malaxi:t,auch: ...xit],der,-s.-e[mhd. melochiaa
< Lat.molochitis < griech. molochites. zu: molöche. m*te»
che = Malve; nach der Farbe der Malvenblätter): m
schwärzlichgrünen, nadligen, zu Büscheln verwachsenen
Kristallen od. in smaragdgrünen, wie Seide glänzenden, achnm-
tig gebänderten Verwachsungen vorkommendes Kupfererz,
das als Schmuckstein verarbeitet wird: ein Amulett, emt
Vase aus M.; <Zus.:) malachitgrün <Adj.; o. Steig.: ni»
adv.): grün wie Malachit; Malachitgrün, das: ?n«r
wasserlöslicher Farbstoff
malade [mala:ddl. (seltener:) malad [ma'la.t] <Adj.; de
-ste; nicht adv.) [frz. malade < vlat. male habitus *
In schlechtem Zustand befindlich; vgl. Malusl (oft emou^
nal): / leicht] krank u. sich deshalb lustlos, unwohl, ei**:
fühletui: malade Urlauber in ihren Quartieren; ich br
heute ganz m.; U ... bewertet sie ( = die Veba-Aktien* de
Börse wie die maladen VW-Papiere (Zeit 6. 6. 75, 2?
mala fkle [ma:la 'fi:da; lat.] (bildungsspr.): in böser Abs***
arglistig; trotz besseren Wissens.
Malaga [mälaga], der; -s. -s [span. mälaga (nach der gfc***
namigen spanischen ProvinzM: südspanischer brauner £■*-
wein; Malaguefta [mala gen ja], die; -. -s [span. malagudh.
zu: malaguefio = aus Mälaga stammend]: südspamsek*
dem Fandango ähnlicher Tanz, dessen ständig wiederkäme*
Thema Grundlage für eine meist improvisierte Melodie &
Malaise[ma Ie:z3|.die: -,-n.Schweiz.: das; -s. -s [frz. mala«
zusgez. aus (etre) mal ä l'aise = mißgestimmt <»r
aus: mal = übel, schlecht (< lat. malus) u. alse = Frcofe
Wohlbehagen] tbildungsspr.): I. Unbehagen, Mißsr***
mung: die Boulevardpresse, die kraß und subtil mit der
M. ihrer Leserinnen spielt (Spiegel 6,1977,46). 2.
unbefriedigende Situation; Kalamität, Misere: die M. des Allurt
die gegenwärtige M. in der Bildungspolitik: er trägt <fe
Hauptschuld an der M.
Malakologie [malakolo'gi:], die; - [zu griech. malakös =
weich u. T-Iogie]: svw. ! Malakozoologie; Malakozoofaäc.
die; - [zu griech. malakös = weich]: wissenschaftliche
Erforschung der Weichtiere, Lehre von den Weichtieren.
Malaria [ma'la:rja], die; - [ital. malaria. zusgez. aus: rata
aria = böse, schlechte Luft, Sumpfluft]: in wärmeren
Ladern, bes. in den Tropen, auftretende, durch im Blut 4o
Menschen schmarotzende Einzeller hervorgerufene, ein»
Stechmücken übertragene Infektionskrankheit mit (¥^
odisch auftretendem, hohem Fieber.
Malaria-: ^anfall. der: -erreger, der: -mücke, die: wm
T Anopheles.
Malazie [mala't$i:], die; -. -n [...i.an; griech. malaka =
Weichheit 1 (Med.): Erweichung, Auflösung der StrukMv
eines Organs od. Gewebes.
Malediktion [maledik'isip:nl. die; -. -en [lat. maledkftc
zu: maledicere = schmähen, eigtl. = Böses sagen]
(vtratet): Verwünschung, Fluch; Schmähung.
Malefütairt [malefi'kant]. der; -en, -en [zu lat. maleficÄ
TMalefiz] (veraltet): Missetäter, Übeltäter: scheitert der
ehemalige M. vermeintlich daran, daß die Gesellsctu^
ihn hartnäckig behindert, Fuß zu fassen (MM 24. 1 >.
21); Malefikus [ma'le:fikosl. der; -. ...izi [lat. malcfi»
TMalefiz]: 1. (Astrol.) unheilbringender Planet. 2. (veraltet'
svw. TMalefikant; Mafefiz [male'fi:$], das; -es. < ftei
maleficium. zu: maleflcus = Böses tuend, zu: malefacoc
= Böses tun]: I. (veraltet) Missetat, Verbrechen, t
(landsch.) Strafgericht. 3. (landsch., bes. südd. salopc
als Verstärkung auftretendes Best, in Zus. (z.B.
Malefizkerl); <Abl.:> Malefizer, der: -s. - (landsch.. bes. sudd
salopp): svw. T Malefizkerl (2): als hätte er einen Deppco»
häufen vor sich, der M, (Fels, Sünden 62): <Zus.:> Malt»
Qzkerl, der (landsch.. bes. südd. salopp*. I. Draufgänger
2. jtnd., über den man sich ärgert, auf den man wüten:
ist.
malen [ma:bn] <sw. V.; hat) [mhd. malen, ahd. mäkV-
1724
Malteser
-en = mit Zeichen versehen; verzieren; schminken; sticken;
in Farben darstellen; schreiben, zu mhd. mal. ahd. mäl(i).
!:Mal]: l.a) mit Pinsel u. Farbe ein Bild herstellen: ein
Bild [in öl. mit Wasserfarben, auf Glas, nach dem
Gedächtnis, nach der Natur] m.; ein Aquarell. Stilleben. Porträt
m.; Schilder m. (anfertigen): <auch ohne Akk.-Obj.:> er
malt in öl; U ... In der ( = der Sprache) er ... das Bild
der Verführerin malte (Maass. Gouflfö 294); b) mit Pinsel
u. Farbe ein Bild von jtndm.. etw. herstellen. jmdn.. etw.
im Bild / künstlerisch j darstellen: jmdn. in Lebensgröße,
ein Motiv in Pastell m.; Tiere. Blumen, seine Visionen
m.; das Kind hat ein Haus gemalt (mit Farbstiften
gezeichnet); Ü er ... malt üppige Formen in die Luft (deutet
sie mit den Händen in Umrissen an; Remarque. Obelisk
165); seine Jugend in düsteren, schwarzen Farben m.
(negativ schildern); die Zukunft allzu rosig m. (allzu optimistisch
sehen); c) mit Pinsel u. Farbe künstlerisch tätig sein: in
seiner Freizeit m.; mein Freund malt (1. ist Kutistmaler.
2. hat die Malerei als Hobby). 2. langsam, wie maleml
(Ic) Buchstaben od. Zahlen schreiben. Zeichen auf etw.
aufbringen: er malt [beim Schreiben]; Buchstaben, ein Wort
mit Druckbuchstaben auf Papier m. 3.a) mit Farbe
streichen; Farbe auf etw. auftragen; die Fenster. Türen m.;
U der Herbst malt (färbt) die Blätter bunt; b) als. in
Farbe auftragen; Auf die senkrechte Schwanzflosse sind
... die schwarzrotgoldenen deutschen Farben gemalt (Grzi-
mek. Serengeti 24); hatten die Maler auf jedes Möbelstück
Paradies" gemalt (Bieler, Bonifaz 6). 4. (ugs.)
Lippenstift. Nagellack auf etw. auftragen; schminken: sich die
Lippen m.; Joy malte ihre Fingernägel (Frisch. Homo
84). 5. <m. + sich) (geh.) sich in etw. ausdrücken,
widerspiegeln: auf ihrem Gesicht malte sich Erstaunen. Entsetzen.
Malepartus [male*Partus], der; - [nlat. Umbildung von älter
frz. malepertuis = schlimmer Durchgang]: Wohnung des
Fuchses in der Tierfabel.
Maler [ma:le]. der; -s. - [mhd. mälaere, ahd. mälari]: 1.
Künstler, der Bilder malt: ein berühmter, unbekannter,
niederländischerM.;ein M. des Impressionismus. 2.
Handwerker, der etw. mit Farbe streicht (Berufsbez.): der M.
streicht Fenster und Türen, die Küche, weißt die Decke;
nächste Woche kommt der M. [zu uns ins Haus).
Maler-: ^betrieb, der: Handwerksbetrieb eines selbständigen
Malers (2); -dichter, der: jmd.. der Maler (1) u. Dichter
zugleich ist: der M. ... Friedrich Müller (Hörzu 49. 1977,
74); -färbe, die; -gehilfe, der; -geselle, der; -Handwerk.
das <o. Pl.>; -innung. die; -kittel, der; -lehrling, der;
-leinwand, die: Leinwand für Ölgemälde; -meister, der:
Meister im Malerhandwerk; -muschel, die [die Schalen
der Muschel wurden früher zum Anrühren von
Wasserfarben benutzt]: olivgelbe bis schwärzlichgrüne Flußmuschel
mit langgestreckter, dicker Schale; -pinsel, der.
Malerei [ma.b r^i], die; -, -en: 1. <o. PI.) das Malen (1 c)
als Kunstgattung: die moderne, zeitgenössische, abstrakte
M.; die M. des Expressionismus; M. als Hobby haben.
2. <meist PI.) einzelnes Werk der Malerei (\): -en in Museen;
-en verschiedener Epochen schmücken die Wänäe. 3. <o.
PI.) (salopp) aufgetragene Schminke: sie hat viel M. im
Gesicht < ist stark geschminkt): Malerin, die; -. -nen Imhd.
malcerinne]: w. Form zu t Maler (I); malerisch <Adj.>:
1. <o. Steig.: präd. ungebr.) die Malerei betreffende dazu
gehörend: für die Malerei typisch: die -e Auffassung eines
Künstlers; die Landschaft als -es Motiv; ein -es Talent.
2. so schon, daß die betreffende Sache zum Malen geeignet
wäre: ein -er Winkel. Anblick; die Zeit .... wo die Stände
sich in -er Eigenwürde voneinander abhoben (Th. Mann,
Krull 219); der Ort liegt m. an einem Berghang; malern
['ma:lHn] <sw. V.; hat) (ugs.): sich als Maler (2) betätigen.
Malesche [malefc], die; -. -n [wohl zu frz. malaisc, t Malaise]
(nordd.): Unannehmlichkeit.
Malheur [malo:^]. das; -s, -e u. -s llrz. malheur. aus: mal
(< lat. malus = schlecht) u. älter heur = glücklicher
Zufall, zu lat. augurium = Vorzeichen] (ugs.): nicht sehr
folgenschweres Mißgeschick. Unglück, das den Betroffenen
> der es durch Ungeschick selbst verschuldet hat I in eine
peinliche Situation bringt: mir ist ein [kleines] M. passiert;
das gibt ein M.!; das ist doch kein M. (nicht so schlimm)!:
da war das M. fertig (geschehen). Vgl. Stück Malheur.
Malice [ma'liisa], die: -. -n [frz. malice < lat. malitia.
tmaliziös](veraltend): X.Bosheit(a). 2. boshafte Äußerung,
bissige Bemerkung: sie konnte seine -n nicht mehr ertragen.
-malig [-ma:lu;: zu t'Mal] in Zusb.. z.B. achtmalig (acht
Male stattjindend. geschehend, wiederkehrend), einmalig
(nur ein [einziges/ Mal vorkommend).
maligne [maligna] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. malignus.
zu: malus = schlecht, böse] (Med.): (bes. von Tumoren)
bösartig; <Abl.:) Malignität [maligni'te:t], die; - [lat. ma-
lignitäs] (Med.): (bes. von Tumoren) Bösartigkeit.
maliziös [mali'tßj0:s] <Adj.; -er. -este) [frz. rnalicieu* <
lat. malitiösus, zu: malitia = Arglist, zu: malus. T Malus]
(bildungsspr.): arglistig, hämisch in bezug auf Mimik od.
Äußerungen: ein -es Lächeln; eine -e Bemerkung; ein -er
Vers; jmdn. m. ansehen; sich m. nach etw. erkundigen.
malkontent [malkDn'tent] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz.
malcontent. zu: mal (tMalaise) u. content < lat. contentus
= zufrieden] (landsch., sonst veraltet): [mit den politischen
Zuständen j unzufrieden.
mall [mal] <Adj.; nicht adv.) [aus dem Niederd. < mniederl.
mal = töricht, närrisch, H. u.] (ugs.. bes. nordd.): 1.
nicht ganz richtig im Kopf; wunderlich: Fiete Lassahn, den
die andern für ein büschen mall" halten (Nachbar.
Mond 70). 2. (Seemannsspr.) (vom Wind) umspringend,
plötzlich aus einer anderen Richtung kommend.
Mall [-], das; -[e]s. -e [niederl. mal (landsch. auch: molde),
wohl zu afrz. molle. modle < lat. modulus = Einheit.
Maßstab] (Seew.): Schablone od. Modell für Schiffsteile.
malle ['mala] <Adj.; -r, -ste; nicht adv.) (berlin.): svw. tmall.
'mallen l'matan] <sw. V.; hat) [zu IMall] (Seemannsspr.):
nach einem Mall arbeiten.
2mallen [-] <sw. V.; hat) [niederl. mallen = Possen treiben,
zu: mal. tmall] (Seemannsspr.): (vom Wind) umspringen,
drehen.
'M^lhing, die; -. -en [zu T Mall] (Seemannsspr.): das Arbeiten
mit einem Mall.
2Mgllung, die; -. -en [zu t2mallen] (Met.. Seemannsspr):
Kalmengürtel.
Malm [malm], der; -[e]s [engl, malm = kalkreicher Lehm,
verw. mit mhd. malm, tmalmen] (Geol.): obere Abteilung
(3) des 2Juras; mahnen [malman] <sw. V.; hat) [zu mhd.
malm. melm. ahd. melm = Staub. Sand] (geh.): die Zähne
in langsamer Bewegung laut aneinanderreihen [u. Nahrung
zermahlen/: mit den Zähnen m.; darauf (= auf der Streu)
lagen sie ( = die Reitkamele), hochmütig malmend (Th.
Mann. Joseph 371).
malnehmen <st. V.; hat): um eine bestimmte Zahl
vervielfachen; multiplizieren: eine Zahl mit einer anderen m.
Malocchio [ma'bkio], der; -s. -s u. Malocchi l...ski; ital.
malocchio, zu: malo (<lat. malus = böse) u. occhio <
lat. oculus = Auge] (bildungsspr.): böser Blick.
Maloche [ma'bxo], die; - Uidd. melocho < hebr. mel^k^h,
zu: la'^k = Dienst verrichten] (salopp): < schwereI Arbeit:
sie fluchten über die M. unter Tage; <Abl.:) malochen
Ima'bxn] <sw. V.; hat) (salopp): [körperlich j schwer
arbeiten: in der Fabrik m.; die ganze Woche nichts als m.;
Mancher, der; -s, - (salopp): Arbeiter (b):
Gastarbeiter-Anwerbung: Südosteuropa nach -n abgesucht (Spiegel 14,
1977, 176).
Malossol [mab'sDl], der: -s [zu russ. malosolny = wenig
gesalzen]: schwach gesalzener Kaviar.
malproper Imal'propt?] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz.
malpropre, aus: mal (t Malaise) u. propre, t proper] (landsch.,
sonst veraltet): unsauber: eine malpropre Schürze. Person.
-mals [-ma:ls; zu f'Mal] in Zus.. z.B. abermals (zu einem
neuen Zeitputikt; von neuem; wieder!umI).
Malstrom: t Mahlstrom.
Maltafieber l'malta-]. das; -s [nach der häufigen Verbreitung
im Mittelmeergebiet]: meist durch infizierte Ziegen od.
Ziegenmilch übertragene Injektionskrankheit mit
Fieberanfällen. Milz- u. Leberschwellung od. auch mit typhusartiger
Ausprägung.
Maltose [mal'ta:zd], die; - [zu nlat. mal tum = Malz] ([Bio]-
chemie): in Hefe. Gerstenmalz. Bauchspeicheldrüsen- u.
Darmsaft vorkommendes Enzym, das Malzzucker in
Traubenzucker spaltet.
Malter ['malte], der od. das; -s, - [mhd. malter. ahd. maltar
= Getreidemaß. urspr. = auf einmal gemahlene Menge
Korn, zu tmahlen]: 1. (altes deutsches, heute nicht mehr
gebräuchliches) Hohlmali unterschiedlicher Größe
(zwischen 13 u. etw. 7 Hektolitern) für Getreide od. Raummaß
für Holz. 2. (österr. ugs.) Mörtel.
Malteser [mal'te:ze]. der: -s. - [nach der Mittelmeerinsel
1725
Malteser-
Malta]: 1. Angehöriger des Malteserordens. 2. Schoßhund
mit weiliem, langhaarigem Fell,
Malteser-: ^Hilfsdienst (mit Bindestrich), der: Hilfsdienst,
dessen freiwillige Helfer im Sanitätsbereich, im
Katastrophenschutz u. in der Unfallhilfe tätig sind; ^kreuz. das
[nach dem Zeichen des Malteserordensl: 1. Kreuz, dessen
vier Arme in je zwei Spitzen auflaufen. 2. in der Form
einem Malteserkreuz (1) älinelndes Teil am Filmprojektor
zur ruckweisen Fortbewegung des Films; MmJen, der <o.
PI): katholischer Zweig des Jo/ianniterordens (Sitz von
1530 bis 1798 auf Malta); -ritter. der: Malteser (1).
Malteser Händchen: t Malteser (2).
Malthusianer [maltu'zia:m?]. der; -s. -: Vertreter des
Malthusianismus; Malthusianismus [maltuzia'n/smosl. der; - [nach
dem engl. Nationalökonomen u. Sozialphilosophen Th.
R. Malthus (1766-1834)1 (Bevölkerungswissenschaft):
wirtschaftspolitische Bewegung, die (nach den
Erkenntnissen, daß die Bevölkerung tendenziell schneller zunimmt als
die Produktion der Nahrungsmittel) für eine Regelung u.
Beschränkung der Geburten eintritt; malthusianjstisch <Adj.;
o. Steig.).
Maltose [mal'to:z3l. die; - [zu nlat. mal tum = Malz]
(Chemie): bes. in Malz u. Biermaische enthaltener Zucker, der
aus Stärke u. Glykogen entsteht; Malzzucker,
malträtieren [maltre'ti:ronl <sw. V.; hat) [frz. maltraiter.
aus: mal (T Malaise) u. traiter < lat. traetäre = behandeln]:
mißhandeln; mitjmdm.. etw. übel umgehen; jmdn. mit
Fäusten und Füßen m.; ein Pferd beim Reiten m.: seine
Schuhe m.; Ü diese Musik malträtiert das Ohr; Malus
['malus], der: - u. Malusses. - u. Malusse [zu lat. malus
= schlecht): 1. nachträglicher Prämienzuschlag bei Häufung
von Schadensfällen in der Kfz.-Versicherung (Ggs.: Bonus
1 b). 2. (Schulw., Sport) zum Ausgleich für eine bessere
Ausgangsposition erteilter Punktnachteil (Ggs.: Bonus 2).
Malvasier [malva zi:?I. der; -s [nach dem ital. Namen Malva-
sia für die ghech. Stadt Monemwasia): likörartig süßer
u. schwerer, goldfarbener Weißwein mit reichem Bukett.
Malve ['malvol. die; -. -n [ital. malva < lat. malva. aus
einer Mittelmeerspr.l: (in zalilreichen Arten vorkommende)
kraut- od. strauchartige Pflanze mit teller- bis
trichterförmigen Blüten, die als fast mannshohe Gartenpflanze mit meist
rosa oder lila Blüten kultiviert wird; <Zus.:> m^lvenfarben.
malvenfarbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von der Farbe
der Malve; blaßlila; M$Iveraewächs. das (meist PI.) (Bot.)
Pflanze einer als Kräuter. Sträucher (xl. Bäume
vorkommenden Pflanzenfamilie mit Blutenständen od. einzelnen Blüten.
Mglz [malts]. das; -es [mhd.. ahd. malz, eigtl. = weiche
Massel: bes. zur Herstellung von Bier u. verschiedenen
Nährpräparaten dienetides Produkt aus Getreide (meist Gerste),
das bis zu einem bestimmten Grad zum Keimen gebracht
u. danach gedarrt wurde.
mglz-, Mflz-: ^bier. das: süfJes, malzhaltiges dunkles Bier
mit geringem Alkoholgehalt; ^bonbon, der od. das: /
Husten Ibonbon. der einen Zusatz von Malz enthält; Miarne,
die: Darre zum Trocknen von Malz; -extrakt, der, fachspr.
auch: das: als Näfir- u. Stärkungsmittel dienender Extrakt
aits Gerstenmalz; -haltig <Adj.: nicht adv.): Malz
enthaltend; -kaffee, der: 1. Kaffee-Ersatz aus zum Keimen
gebrachter, getrockneter u. gerösteter Gerste. 2. Geträtik aus
gemahlenem, mit kochendem Wasser übergossenem
Malzkaffee (1); -zucker, der: svw. t Maltose.
Malzeichen, das: -s, - [zu Tmal]: Zeichen zum Malnehmen.
Multiplizieren; Zeichen: od. * .
malzen [maltsnl (veraltet), mälzen [meltsri] <sw. V.; hat)
[mhd. malzenj (Brauereiwesen): aus etw. Malz bereiten:
Gerste mälzen; <Abl.:> M$lzer. der; -s. - [spätmhd. melzerl:
Arbeiter in einer Mälzerei, der Malz herstellt; Mälzerei
[meltßo'nyi. die; -, -en: zu einer Brauerei gehörender Betrieb,
in dem Malz hergestellt wird.
Mama [mama. veraltend, geh.: ma'ma:|, die; -, -s [frz.
maman. verw. mit lat. mamma. TMammal (fam): Mutter:
liebe M.: das sage ich meiner M.; wie geht es Ihrer [lieben]
Frau M. [ma'ma:l?; -s Liebling; <Abl.:> Mamachen [ma-
'ma:<pnj. das; -s, -: Kosef für t Mama; <Zus.:> Mamapuppe
[auch:' 1. die: Puppe, die durch Betätigung einer
eingebauten Mechanik einen als „Matnä% zu deutenden Laut
von sich gibt (Vorläufer der Sprechpuppe).
Mamba [mambal. die; -. -s [Zulu (südafrik. Eingebore-
nenspr.) im-ambal: in Afrika heimische, schlanke, giftige
Natter, die auf Bäumen u. im Gebüsch lebt.
Mambo [mambol. der; -[sl, -s, auch: die; -. -s [wohl aus
dem Kreol. der Insel Haiti (Karibik)l:
südamerikanischkubanischer Gesellschaftstanz im 4lrTakt, mit schnellen
Schritten u. ruckartigen Hüftbewegungen.
Mameluck [mamdlok], der; -en. -en [ital. mammalueco <
arab. mamlük] (hist.j: Söldner islamischer Herrscher.
Mami [mamil. die; -, -s (fam.): svw. TMama [mamal; Ma-
milb: t Mamille; Mamille Ima'm/bl. die; -. -n. Mamilla
[mamilal. die; -. ...llae [...le; lat. mam(m)illa. Vkl. von
mamma.tMamma(I)1 (Med.): Brustwarze; Mamma
[mamal. die. -, Mammae [...me; lat. mamma = Muttertbrusu.
Amme, auch: Großmutter < griech, mamma. Lallwon
der Kinderspr.]: 1. (Med.) weibliche Brust, Brustdrüse. 1
(Tiermcd.) Euter; Mammalia [ma'ma:lial <P1.) [zu
TMammal (Zool.): Säugetiere; Mammatuswolke [ma'ma:tos-l.
die: -. -n [zu lat. mammätus = mit Brüsten versehenl
(Met.): bes. wäfirend od. nach Gewittern auftretende WoBce
mit beuteiförmiger Quellung an der Unterseite;
Mammographie [mamo-1. die; -. -n [...i:an; zu tMamma u. T-graphiel
(Med.): röntgenologische Untersuchung der weiblichen Brusi
zur Feststellung bösartiger Geschwülste; Mammologk. die;
- [zu t Mamma u. f-logiel: Teilgebiet der Zoologie, das
sich mit der Erforschung der Säugetiere befaßt.
Mammon ['maman]. der; -s [kirchenlat. mammönä(s) <
griech.mamönäs < aram.mamöna = Besitz. Habel (meist
abwertend): Geld als I leidige I materielle Voraussetzung
für irgendeinen Zweck, zur Erfüllung luxuriöser Bedürfnisse
o.a.: dem M. nachjagen; um des schnöden -s willen.
Mammopfystik [mamo-1. die; -. -en [zu t Mamma u. t Plastik)
(Med.): plastische Operation der weiblichen Brust (z. B
zur Straflung).
Mammut [mamot], das; -s. -e u. -s [frz. mammouth <
russ. mamo(n)t. viell. aus dem Jakut.J: gegen Ende der
Eiszeit ausgestorbener Elefant mit dichter, langer Behaarung
u. langen, gebogenen Stoßzähnen.
Mammut- (meist emotional; kennzeichnet die Überdimen-
sionalität der betreuenden Sache in bezug auf räumliche
od. zeitliche Ausdehnung. Ausmaß. Umfang, Anzahl,
Menge o.a.): -anläge, die: industrielle -n; -aufgeboL das
ein M. an Darstellern; -bau, der <PI. -ten); -bäum, der
im westlichen Nordamerika wachsender riesiger Baum mit
rissiger, hellbrauner Borke, schuppenförmigen Nadeln u
pyramidenförmiger Krone, der in Parks angepflanzt wird
-betrieb, der: industrielle -e; -film, der; -gebiWe, das
ein M. von einem Roman; -konzert, das; -Produktion.
die; -Programm, das: eine Tagung mit einem M.; -siedlun*.
die: -Sitzung, die; -unternehmen, das; -Veranstaltung« die
mammuthaft <Adj.; -er. -este) (meist emotional):
überdimensional in bezug auf Ausmaß. Unijäng. Anzahl, Menge,
räumlicher od. zeitlicher Ausdehnung.
mampfen [mamplnl <sw. V.; hat) [eigtl. = mit vollem
Munde sprechen u. nur undeutliche Laute hören lassen
wohl lautm.l (salopp): behaglich /mit vollen BackenJ essen
zufrieden m.; er mampfte Streuselkuchen, seine Stullen
Mamsell [mam'zell. die; -. -en u. -s [frz. ugs. mamsetk,
Kurzf. von tMademoisellel. I. Angestellte, die in einem
Gaststättenbetrieb für die Zubereitung u. Ausgabe der h <r-
menu. kalten Speisen verantwortlich ist (Berufsbez): jmdn
als kalte M. (Kaltmamsell) einstellen. 2. Hauswirtschafterm
auf einem Gutshof(Berufsbez). 3. (veraltend) Hausgehilfin
Als mich eine saubere M. in den Salon führte (Quid
16. 1958. 22). 4. (veraltet) Fräulein da. 2a).
'man [man] <lndefinitpron. im Nom.; zu den gebeugten
Fällen T'ein (IL 2b)) [aus dem Nom. Sing, von fMana
mhd.. ahd. manl: 1. der, die Betreffende (sofern er, oe
in einer bestimmten Situation stellvertretend für jedernum
genommen werden kann): von dort oben hat man eine
herrliche Aussicht; in solchen Fällen, bei anhaltenden
Schmerzen suche man den Arzt auf; In Koch-, Backrezeiv
ten: man nehme ...; oft in sentenzhaften Formulierungen
wenn einem nicht wohl ist, bleibt man besser zu Hause,
man kann nie wissen, wozu es gut ist. 2. irgend jenuma
od. eine bestimmte Gruppe von Personen (im Hinblick am
ein bestimmtes Verhalten, Tun; oft an stelle einer
passivischen Konstruktion): man (selten: es) klopft; man vermutet
(es wird allgemein vermutet), daß ...; man hat die Kirche
nach dem Brand wiederaufgebaut (die Kirche ... wurde
wiederaufgebaut); man spricht schon darüber (es wira
schon darüber gesprochen); wie sagt man [dazul (wie hetite
die betreffende Sache, es) auf Italienisch? 3.a) die Leute
1726
Mandat
(stellvertretend für die Öffentlichkeit): man ist heute in
diesem Punkt viel toleranter; man trägt das heute (das
ist jetzt Mode); b) jemand, der sich an bestimmte
gesellschaftliche Normen. Gepflogen/teilen hält: so etwas tut man
nicht; in diesen Kreisen trägt man keine
Konfektionskleidung. 4. ich. (seltener:) wir (wenn der Sprecher in der
Allgemeinheit aufgeht od. aufgehen möchte): seid doch mal
still, man versteht ja sein eigenes Wort nicht!; ehe man
sich's versah ...; wenn man sich die Sache richtig überlegt,
hat er doch recht gehabt; man hat sich Mühe gegeben,
und es war doch umsonst; er sieht einen an. als hätte
man was verbrochen; man ist schließlich auch nicht mehr
der Jüngste; immer muß man alles allein machen. 5. du.
ihr, Sie. (seltener.) er, sie (Sg.. PL; zum Ausdruck der
Distanz, weil man die direkte Anrede scheut od. zwischen
du u. Sie schwankt): hat man sich gut erholt?; (spött.:)
man ist wohl eingeschnappt, wie?
2man [-] <Adv.> [mniederd. man = nur. zusgez. aus: newan
= nur. ausgenommen < asächs. ne-, nowanl (bes. nordd.):
nur (als Bekräftigung des Gesagten): laß man gut sein!;
na. denn man los!; er soll man ruhig sein!
Minade [me'naria], die; -. -n [lat. maenas (Gen.: maenadis)
< griech. mainäs = ekstatisch-orgiastische (efeubehängte,
den Thyrsosstab schwingende) weibliche Person im
Gefolge des Weingottes Dionysos, eigtl. = die Rasende.
Verzückte, zu: mainesthai = rasen, toben, verzückt sein] (bil-
dungsspr.): sich wild gebärdende, rasende Frau: diese M.
ließ sich nicht aufhalten.
Management [maenidsmant], das; -s. -s [engl.-amerik. mana-
gement. zu: to manage, tmanagen 1: 1. <o. PI.) Leitung.
Führung eines Großunternehmens o. ä.. die Planung.
Grundsatzentscheidungen u. Erteilung von Anweisungen umfaßt:
rationelles M.; ein Mitspracherecht beim M. haben. 2.
Führungskräfte in einem Großunternehmen o.a.: wird ...
das mittlere und obere M. zur Kategorie der
..Unselbständigen" ... gerechnet (Stamokap 55); dem M. angehören;
managen [menid^n] <sw. V.; hat) [engl.-amerik. to manage
= handhaben, bewerkstelligen; leiten, fuhren < ital.
maneggiare = handhaben, zu: mano < lat. manus =
Hand]: 1. (ugs.) mit Geschick handhaben u. bewerkstelligen
od. bewältigen: etw. geschickt m.; ... wurde die
elektronische Ausrüstung der Starfighter von einem General ...
gemanagt, der bis 19SS ohne technische Praxis gewesen
war (Spiegel 5.1966.28). 2. a) einen Künstler {der
Unterhaltungsbranche ]', einen Berufssportler geschäftlich betreuen:
der Popsänger wurde von seiner Frau gemanagt; b) (ugs.)
imdm. einehöfiere Position verschaffen: jmdn. m.;
Idealbilder. Typen und Idole können durch
Kommunikationsmittel sozusagen gemanagt werden (Ruthe. Partnerwahl 43);
<Abl.:> Manager I'menici^J. der; -s. - [engl.-amerik. mana-
ger]: 1. mit weitgehender Verfügungsgewalt u.
Entscheidungsbefugnis ausgestattete, leitende Persönlichkeit eines
Großunternehmens: das Unternehmen suchte einen M. 2.
geschäftlicher Betreuer von Künstlern [der Unterhal-
tungsbranche ]. Berufssportlern: Meine M. haben die
Deutschlandhalle gemietet (Kinski. Erdbeermund 10); der
Star trennte sich von seinem M.
manager-. Manager-: -krank <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(volkst.): an der Managerkrankheit leidend: -krankheit.
die <o. PI.) (volkst.): bes. bei Männern mittleren Alters
infolge körperlicher u. seelischer Überbeanspruchung auf
tretende Erkrankung mit Störungen des Kreislaufs; ^typ, der.
Managerin Cmsnid^rm]. die; -. -nen: w. Form zu t Manager.
Manati[ma'na:ti].der; -s.-s[span. manati]: svw. t Lamantin.
mancando [man'kando] <Adv.) [ital. mancando. I. Part,
von: mancare = mangeln, fehlen, zu: manco. TMankol
(Musik): abnehmend, die Lautstärke zurücknehmend.
manch [man(j] <Indefinltpron. u. unbest. Zahlwort) [mhd.
manec. man ig. ahd. managl: 1. mancher, manche, manches;
<unflekt.:> manch <Sg.) vereinzelte Person od. Sache, die
sich mit andern einzelnen ihrer Art zu einer unbestimmten,
aber ins Gewicht fallenden Anzahl summiert: <attr.:> -er
Beamte; -es schöne Kleid; die Ansicht -es Gelehrten; auf
Grund -en/( seltener:} -es Mißverständnisses; in -em
schwierigen Fall; so -e Überraschung; in -er Beziehung hast
du recht; ich habe mich schon so -es Mal (schon öfter)
gewundert; <unflekt.:> m. ein Beamter; m. schönes Kleid;
die Ansicht m. eines Gelehrten; in m. schwierigem Fall;
m. einer macht in der Großstadt üble Erfahrungen;
(alleinstehend:) so -er mußte das erleben!; -er macht im Ausland
sein Glück; gar -es ist wahr geworden, was unmöglich
schien. 2. manche <PI.) einige, in ihrer Anzahl aber trotzdem
ins Gewicht fallende Personen od. Sachen unter anderen:
<attr.:> -e schöne/schönen Aussichten; -e ältere/älteren
Menschen; -e Leute sind anderer Meinung; -e hundert
Mark mußte er dafür opfern; an -en Stellen ist das Gewebe
schon brüchig; (alleinstehend:) -e der. von den. unter den
Verletzten; -e sind anderer Meinung.
manchenorts: tmancherorts; mancherlei (unbest. Gat-
tungsz.; indekl.) [t-leil: verschiedene einzelne [ins Gewicht
fallende/ Dinge. Arten o.a. umfassend: <attr.:> m.
Unbilden. Ursachen; Geruch nach... Butterund m. Käse (Broch.
Versucher 87); (alleinstehend:) m. gelernt, gehört haben;
m. mit jmdm. gemeinsam haben; sonst gab es noch m..
was ...; aufm, verzichten müssen; mancherplen (selten):
t mancherorts; mancherorts <Adv.) (geh.): an manchen,
einigen Orten: m. werden die alten Bräuche noch gepflegt;
m$nchenv$rts <Adv.) [t-wärts] (geh.): svw. Tmancherorts:
daß die Akzente sich m. verschoben haben oder daß
anderwärts sich neue Möglichkeiten abzeichnen (Dönhoff. Ära
73).
Manchester fmentjeste. mentjeste. man'JestBj. der; -s
[nach der gleichnamigen engl. Stadt]: strapazierfähiger,
steifer, gerippter Baumwollsamt bes. für Arbeitsanzüge.
Manchester-: -anzug. der; -hose, die; -jacke, die; -samt,
^stoff. der: svw. T Manchester.
Manchestertum [mentJestBtu:m]. das; -s [nach der engl.
Stadt Manchester als dem Zentrum dieser Richtung im
frühen 19. Jh.l: extremer wirtschaj'ispolitischer Liberalismus
mit der Forderung nach völliger Freiheit der Wirtschaft
ohne jeden staatlichen Eingriff
manchmal <Adv.) [zusgez. aus unflekt. tmanch u. t'Mal]:
a) nicht immer, nicht regelmäßig, sondern je nach den
Umständen unterschiedlich häufig, mehr od. weniger oft; hin
u. wieder, immer wieder einmal: ich treffe ihn m. auf meinem
Weg ins Büro; m. will es mir scheinen, als ob ...; b) in
einigen Fällen: m. ist diese Vorliebe gerechtfertigt; Der
Mensch sucht Schutz in natürlichen, m. aber auch
künstlichen Höhlen (Bild. Kunst 3. 14); <Abl.:) mfnchmalig
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): manchmal (a) vorkommend:
Verbote und ihre -en Wiederaufhebungen (Zeitschrift für
Deutsche Sprache 3. 1967. 181).
Manchon [mä'Jö:]. der; -s. -s [frz. manchon. zu: manche
= Ärmel < lat. manica = kurzer Ärmel an der Tunikal
(Papierherstellung): Filzüberzug der Gauischwalze bei
Maschinen zur Papierherstellung.
Mandala[mandalal.das; -[s],-s[sanskr.mai)<Jala = Kreis]:
1. in den indischen Religionen als Meditat ionshilfe dienende
abstrakte od. bildhafte Darstellung (meist in Kreis- od.
Viereckform) .2. (Psych.) Traumbild od. von Patienten
angefertigte bildliche Darstellung als Symbol der Selbst findung.
Mandant [mandantl. der; -en. -en [lat. mandäns (Gen.:
mandantis). 1. Part, von: mandäre = anvertrauenl (jur.):
jmd. in bezug auf einen bestimmten Rechtsanwalt, der ihn
in einer Angelegenheit juristisch vertritt: für seinen -en
Revision einlegen; jmdn. als -en annehmen; Mandantin,
die; -. -nen: w. Form zu T Mandant.
Mandarin [mandari.n]. der; -s. -e [port. mandarim (in
Anlehnung an: mandar = befehlen) < malai. mantari <
Hindi man tri < sanskr. mantri(n) = Ratgeber. Minister]
(bist.): (bis zur Revolution von 1911) zur politischen u.
sozialen Führungsschicht gehörender chinesischer
Staatsbeamter; Mandarine [...na], die; -. -n [frz. mandarin <
span. (naranja) mandarina. eigtl. = Mandarinenorange
(wohl nach der gelben Amtstracht der Mandarine u. auch
well die Frucht als erlesen galt)]: der Apfelsine ähnliche,
aber kleinere u. flachere Zitrusfrucht mit süßerem Aroma
u. leichter ablösbarer Schale als bei der Apfelsine; Frucht
des Mandarinenbaums.
Mandarinen-: -bäum, der; ^ente, die: t Mandarinente;
-kern, der; -saft, der; -schale, die; -scheibe, die.
Mandarinente, die; -, -n [LÜ von engl, mandarin duck;
die Ente stammt aus China, u. das Männchen hat ein
farbenprächtiges Gefieder]: in Ostasien heimische, häufig
auf Parkteichen gehaltene Ente mit orangeroten, segelartig
aufstellbaren Schulterfedern beim Männchen.
Mandat [manda:t]. das; -[e]s. -e [lat. mandätum = Auftrag.
Weisung, eigtl. 2. Part, von: mandäre. TMandant]: l.a)
(bes. jur.) Auftrag, etw. für jmdn. auszuführen, jmdn. in
einer Angelegenheit juristisch zu vertreten: ein M. überneh-
1727
Mandatar
men; sein M. niederlegen; b) Auftrag, den ein Abgeordneter
durch seine Wahl erhalten hat: imperatives M. (Mandat,
bei dem der Abgeordnete an Weisungen [seiner Wähler/
gebunden ist): freies M. (Mandat, bei dem der Abgeordnete
nicht an Weisungen gebunden ist): die Frage des politischen
-s (der Berechtigung einer Körperschaft, wie z. B.
Ärztekammer <xf. Studentenausschuß, im Namen ihrer Mitglieder
Erklärungen zu allgetneinen politischen Fragen abzugeben).
2. auf einer Wahl berulxendes Amt eines Abgeordneten mit
Sitz u. Stimme im Parlament; Abgeordnetensitz; ein
freigewordenes M. übernehmen; sein M. niederlegen; einer Partei
auf die Rest stimmen weitere -e zuteilen; die Partei hatte
in diesem Wahlkreis eine größere Anzahl -e erworben,
gewonnen, errungen, bekommen; die Berechnung der auf
die einzelnen Parteien entfallenden -c. 3. (im Auftrag des
früheren Völkerbundes) von einem fremden Staat in
Treuhand verwaltetes Gebiet; die Kolonien des Deutschen
Reiches wurden in -e umgewandelt; Mandatar [manda'taigl.
der; -s. -e Imlat. mandatarius. zu tat. mandätum, T Mandat]:
1. jmd., der im Auftrag, kraft Vollnmcht eines anderen
handelt (z. B. ein Rechtsanwalt). 2. (österr.) Abgeordneter;
<Zus.:> Mandatarstaat, der: Staat, der ein Mandat (3) in
Treuhand verwaltet; mandatieren l...'ti:ran] <sw. V.; hat)
(jur. veraltet): beauftragen, bevollmächtigen.
Mandats-: -gebiet, das: svw. T Mandat (3): ^träger, der.
jmd.. dem ein Mandat (1) übertragen worden ist: die
Kontrolle der eigenen M. im Betriebsrat (Stamokap 92);
^vertat, der: Verlust des Mandats (2).
'Mandel [mandl]. die; -. -n [1: mhd. mandel. ahd. mandala
< spätlat. amandula, Nebenf. von lat. amygdala =
Mandel. Mandelbaum < griech. amygdale, amygdale; H.u.;
2: nach der äußeren Ähnlichkeit mit einer Mandel (1);
3: nach den mandelförmigen Hohlräumen]: l.a) von einer
braunen Haut umgebener, gelblichweißer Samenkern der
Steinfrüchte des Mandelbaums, der für die Herstellung von
Süßwaren u. zum Backen verwendet wird; süße, bittere
-n; gebrannte -n; -n überbrühen und abziehen; -n hacken,
reiben, durch die Mandelmühle drehen; b) meist glatter
Steinkern mit kleinen Vertiefungen, der in den Steinfrüchten
des Mandelbaums sitzt u. die Mandel (1 a) enthält. 2. (meist
PI.) a) volkst. kurz für tGaumenmandel: die -n sind
geschwollen, leicht gerötet; als Kind waren ihm die -n gekappt
worden; entzündete, vereiterte -n haben; sich die -n
herausnehmen lassen [müssen;] b) (Anat.) mandelförmiger Ge-
webslappen od. mandelförmiges Organ aus lymphatischem
Gewebe (wie z.B. Rachen-, Zungenmandel). 3. (Gcol.)
svw. tGeode (2).
2Mandel [-1. die; -. -In] [spätmhd. mandel < mlat. mandala
= Bündel, Garbe, im Sinne von ..Handvoll" wohl zu
lat. manus = Hand] (veraltend): a) (bes. von Eiern j Menge
von 15 od. 16 Stück: drei -[n] Eier; eine kleine M. (15
Stück); eine große M. (16 Stück); b) Gruppe von etwa
15 aufgestellten Getreidegarben: das Getreide in -n
aufstellen.
mandel-, Mendel- ('Mandel): ^auge. das (meist PI.):
mandelförmiges Auge (wie es z. B. für Angehörige
fernöstlicher Völker kennzeichnend ist), dazu: ^ äugig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.); ^baum. der: a) in Mittel- u. Ostasien,
im Mittelmeergebiet u. in den wärmeren Gebieten Europas
u. Amerikas wachseruier kleiner Baum od. Strauch mit
weißen, im Frühling vor den Blättern erscheinenden Blüten
u. abgeflacht eiförmigen Steinfrüchten mit einem Steinkern,
der die Mandel (1 a) enthält; b) kleiner, aus China
stammender Zierstrauch, der oft htKhstäftunig veredelt ist u.
zahlreiche gefüllte rosa Blüten trägt; -baulichen, das: svw.
Kbaum (b); -entzündung, die: Entzündung u. Schwellung
der < Gaumen i wandeln mit Schluckbeschwerden; ^förmig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von der Form einer Mandel
(1), iabgeflacht! eiförmigu. an den beiden
gegenüberliegenden Enden spitz auslaufend: -e Augen; ^geback, das:
Kleingebäck, dessen Teig hauptsächlich aus geriebenen Mandeln
besteht; -kern, der: svw. t 'Mandel (1 a); -kleie, die:
Reinigungsmittel für empfindliche Haut aus den kleieartigen
Rückständen bei der Gewinnung von Mandelöl; -kuchen,
der: mit Mandeln belegter od. mit geraspelten Mandeln
bestreuter j Blech Jkuchen; -milch, die: Mittel zur
Hautpflegeaus geschälten Mandeln mit bestinunten Zusätzen;
^mühte, die: Küchengerät zum Mahlen von Mandeln; ^öl. das:
aus den Früchten des Mandelbaums gepreßtes Öl.
(Grundlage für Salben u. Hautpflegemittel); -Operation, die: svw.
tTonsillektomie; -reibe, die: vgl. -mühle; -säure, die
aus bitteren Mandeln gewonnene Säure; -schale, die: Sc hak
der lMandel (1 b); -seife, die: Seife aus Mandelöl; -slem.
der (Geol.): svw. tGeode (1).
Manderl [mandel]: TMandl; Manderbtehauf: TStehaufman-
derl.
Mandibebi[man'di:bln] <PI.) [TMandibula] (Biol.):
Oberkiefer, erstes Paar der Mundgliednuißen bei Gliederfüßern
Mandibula [mandi:bula]. die; -, ...lae [...le; lat. mandibuU.
zu: mandere = kauen] (Anat.): Unterkiefer; mandibutar
[mandibular], mandibular L.'le:p] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.> (Med.): zum Unterkiefer gehörend.
Mandinao [mandingo], der; -s, -s [afrikan. Wort]: von Frau**
zur Selbstbefriedigung sowie zu homosexuellen Handlungen
verwerteter künstlicher Penis.
Mandioka [man dio:ka], die; • [span. mandioca < indiait
(Tupi) mandioca. manioca]: aus den Wurzelknollen da
Manioks gewotmenes Stärkemehl (wichtiges Na/trungsmt*-
tel in Afrika. Südamerika u. Westindien).
Mandl [mandfl.das; -s-n (bayr., österr. ugs.): a) Männlem
kleiner i alter/ Mann: ein steinaltes M.; *M. mit Kre«
(jmd.. der imponieren will, als starker Mann auftritt); nfc
's M. beim Sterz (in einer bestimmten Situation ratio*
wie der Ochs vorm Scheunentor); b) etw. in der Form etne*
Männleins (z. B. Vogelscheuche).
Mandola [mando:la], die; -. ...len [ital. mandola. älter: man-
dora. viell. umgestaltet aus: pandora, tBandura]: a) sea
dem 12. Jh. in Europa bekanntes, aus dem Orient stamme**
des. kleines, lautenälmliches Zupfinstrument mit vier / Dop*
peljsaiten; b) (seit dem 18. Jh. bezeugte neapolitanische
Mandoline in Altlage; Mandoline [mandoli:nd]. die; -. -o
[frz. mandoline < ital. mandolino, Vkl. von TMandolaf
kleines, lautenähnliches Musikinstrument mit
mandelförmigem, auf der Unterseite stark gewölbtem Schallkörper,
kurzem Hals u. vier Doppelsaiten aus Stahl, die mit einem
Plektron angerissen werden.
Mandorla [mandarla]. die: -. ...len [mandsrbn; ital. man-
dorla = Mandel, älter: mandola < spätlat. amandub.
T'Mandel] (bild. Kunst): (bei Christus- u. Mariendarste*
lungen) mandelförmiger Heiligenschein um die ganze Fin*
Mandragora [mandra:gora]. Mandragore [mandra'go.r^L
die;-,...ren[... go:ron;lat.mandragoräs < grlech. mandra-
göras): (zu den Nachtschattengewächsen gehörende) im Mit-
telmeergebiet heimische, stengellose Pflanze mit großem
Blättern u. glockigen Blüten. Vgl. Alraunwurzel.
Mandrill [man'dnl], der; -s, -c [engl, mandrill, zu: nur
= Mann. Mensch u. drill. t3Drill]; in Westafrika heirm*
scher, in Herden lebender, dunkelbrauner, meerkatzenartiro*
Affe mit großem, buntfarbigem Kopf u. Stummelschwanz
Mandrin [mä'dre:]. der; -s, -s |frz. mandrin < proveor
mandre = Balken. H.u.] (Med.): 1. fester Führungsstot
für Katheter aus weichem Material. 2. Metalldraiu. dtf
in Kanülen zur Verhütung von Verstopfungen e ingefuhr,
wird.
Manege [ma'ne:»], die; -. -n [frz. manege = das Zureiust
Reitbahn < ital. maneggio, zu: maneggiare = handhaben
t managen]: runde Fläche für Darbietungen im Zirkus, m
einer Reitschule: ... wenn er ( = der Liliputaner Emil) ait
seinen kurzen Beinchen durch die M. wirbelte, das
Sägemehl aufstäubend (Jaeger. Freudenhaus 5); die Vorführung
Sakuntalas ... fand in der M. (Reitbaixn) der Spanischer
Reitschule statt (Thieß. Frühling 138).
Manen [ma:nan] (PI.) [lat. mänes. zu älter lat. mänus =
gut. also wohl verhüll, im Sinne von „gute Geister'] (ah-
röm. Rel.): gute Geister eines Toten. Totengeister.
mang <Präp.> [man(k); mhd.. mniederd. mang, manü
asächs. an gimang, eigtl. = Akk. von: gimang = Schar
Haufen; verw. mit I mengen] (nordd., berlin.): 1. (mit
Dativ) zur Angabe des Ortes; zwischen, unter: die Brille liec
m. den Zeitungen. 2. (mit Akk.) zur Angabe der Richtung
zwischen, unter: m. die Leute gehen; m. die Büsche kr*
chen.
Mangabe [man'ga:te]. die; -, :n [nach der Landschaf.
Mangaby auf Madagaskar]: in Äquatortalafrika heimischer,
meerkatzenartiger Affe mit dunkelgrauer Oberseite. wc&
licher Unterseite, langem Schwanz u. hellen Augenlider*
die als Signal hei der Verständigung dienen.
Mangan [mai)'ga:n]. das; -s [gek. aus älter: Manganeshw
< frz. manganese < ital. manganese = Mangan < mki
magnesia, T Magnesia]: silberweißes, sehr sprödes MetaiL
1728
Manie
das bes. zur Veredelung von Staßd u. zur Erhöhung der
Korrosionsbeständigkeit verwendet wird (chemischer
Grundstoff); Zeichen: Mn
Mangan-: -bronze, die; -erz. das: Erz, das Mangan enthält;
^knollen <PI.>: in den Tonablagerungen der Tiefsee
knollenartig angereicherte Manganerze; ^säure, die: Säuerst off
säure des Mangans; --spat, der <o. PI.): rosarotes, auch graues
od. braunes, durchscheinendes, glänzendes* in derben
körnigen od. traubenartigen Vem'achsungen vorkommendes
Manganerz.
Manganat [manga'na:t]. das; -s. -e: Salz einer Mangansäure;
Manganin(© [mangani:n], das; -s: für elektrische
Widerstände verwendete Kupfer-Mangan-Nickel-Legierung;
Manganit [mangani:t. auch: ...mtl. der; -s. -e: vorwiegetvd
in rhombischen Kristallen vorkommendes, metallisch
glänzendes Mineral.
Mange: t2Mangel.
'Mangel ['man}], der; -s. Mängel [menl; mhd. mangel. zu
T'mangeln]: 1. <o. PI.) /teilweisesJ Fehlen von etw., was
man braucht: M. an Nahrung, Geldlmittelnl. Arbeit.
Kontakten. Pflichtgefühl. Takt. Selbstbeherrschung.
Vertrauen; überall herrscht, besieht M. an Arbeitsplätzen; dieser
M. machte sich mit der Zeit immer stärker bemerkbar,
einen M. empfinden, ausgleichen; keinen M. leiden (keine
Not leiden, in verhältnismäßigem Wohlstand leben; reichlich
zu essen haben); einem M. abhelfen; aus Mangel an
Erfahrung; jmdn. aus M./wegen -s an Beweisen freisprechen;
seine Äußerungen zeugten von einem M. an Verständnis.
2. (meist PI.) etw., was an einer Sache nicht so ist, wie
es sein sollte, was die Brauchbarkeit beeinträchtigt u. von
jmdm. als unvollkommen, schlecht o. ä. beanstandet wird:
technische Mängel; die Mängel (Unzulänglichkeiten) des
irdischen Daseins (Langgasser, Siegel 222); an der
Maschine traten später größere Mängel in Erscheinung, auf.
zutage; der Sache haften einige Mängel an; seine Mängel zu
verbergen suchen; Mängel aufdecken, beseitigen, beheben;
die Arbeit zeigt, hat einige Mängel; mit Mängeln behaftet
sein.
Mangel I-). (südd.. Schweiz.:) Mange [mana]. die; -. -n
[mhd. mange = Glättpresse, deren Walzen mit Steinen
beschwert wurden, urspr. = Steinschleudermaschine <
mlat. manga(na). manganum < griech. mägganon =
Schleudermaschinel: größeres Gerät, in dem Wäsche
zwischen zwei rollenden Walzen geglättet wird: Bettwäsche.
Tischwäsche, leinene Handtücher durch die M. drehen;
♦jmdn. durch die M. drehen/in die M. nehmen/in der M.
haben (salopp; jmdm. sehr zusetzen, wobei es für ihn kein
Entrinnen gibt): sie nahmen ihn bei der Prüfung ganz schön
in die Mangel.
mangel-, Mangel- ('Mangel): -beruf, der: Beruf, in dem
der Bedarf an Arbeitskräften f noch] nicht gedeckt ist; ^er-
nährung, die (Med.): einseitige od. nicht ausreichende
Ernährung, bei der ein Mangel an bestimmten lebenswichtigen
Stoffen besteht; ^erkrankung, die (Med.): svw. T^krank-
heit; -erscheinung, die (Med.): Symptom dafür, daß dem
Körper bestimmte lebenswichtige Stoffe fehlen; ^frei <Adj.;
o. Steig.; nicht adv); -kost, die (Med): vgl. ^ernährung;
-krankheit, die (Med.): durch Mangelernährung bedingte
Krankheit; -Situation, die: Situation, wirtschaftliche Lage,
Inder Mangel an etw. besteht; -wäre, die: Ware, die überaus
geschätzt u. gefragt ist, aber nur schwer od. überhaupt nicht
zu erhalten ist: Butter. Kaflee war zu dieser Zeit M.;
Ü Männer waren auf dem Fest M.; in den Breiten, in
denen der Schnee oft M. ist (in denen es oft keinen Schnee
gibt, er oft ausbleibt; Gast. Bretter 76); ^zeil, die: vgl.
-läge.
Mangel- ('Mangel 2; jur.): -anzeige, die: svw. t-rüge;
-berichte der (Technik): Bericht, in dem Mängel (an einer
Maschine, einem Fahrzeug o. ä.) aufgeführt sind; ^Haftung,
die (jur.): Haftung für Mängel (z. B. an einer verkauften
Ware); Gewährleistung (2); -liste, die: vgl. ^bericht; -rüge,
die: Mitteilung über Mäßigel an einer gekauften Ware, einer
bestellten Arbeit o. ä.
mangelhaft <Adj.; -er. -este) [zu t 'Mangel): nicht ausreichend
in Quantität od. Qualität u. bestimmten Anforderungen nicht
entsprechend: eine -e Leistung; ein in -em Deutsch
abgefaßtes Schreiben; bei -er Beleuchtung arbeiten; ein -es
(schlechtes) Namengedächtnis haben; die Klassenarbeiten einiger
Schüler wurden mit der Note „mangelhaft" zensiert: m.
ausgerüstet, vorbereitet sein.
'mangeln [manlnl <sw. V.; hat) [mhd. mang(e)len. ahd.
mangolön; H.u.l (oft geh.): a) <unpers.) nicht od. nur
in unzureichendem Maß [bei Jmdm.J vorhanden, [jmdm.]
zur Verfügung stehen: es mangelt [jmdm.] an allem, an
Geld, an Platz, an Nahrungsmitteln, an Arbeitskräften,
an Gelegenheit; es mangelt ihm an Erfahrung,
Entschlossenheit; er läßt es an gutem Willen, an Arbeitseifer
m. (zeigt keinen guten Willen, keinen Arbeitseifer); <l.
Part.:) mangelnde Menschenkenntnis; eine mangelnde
Bereitschaft zu Kompromissen; b) als etw. Wichtiges bei
jmdm., etw. nicht vorhanden sein: jmdm. mangelt der rechte
Ernst, die Zivilcourage; daß ... mir nichts m. kann (ich
nichts entbehren muß; Th. Mann. Joseph 428).
2mangetai 1-1. (südd.:) mangen l'marpn] <sw. V.; hat) [mhd.
mangenl: ([fast] trockene Wäsche) auf der 2 Mangel
glätten: Bettwäsche, Handtücher m.; <subst.:> Wäsche zum
Mangeln bringen.
mangels [manls] <Präp. mit Gen.) [analog geb. zu anderen
als Präpositton gebrauchten ursprünglichen Genitiven wie
anfangs, betreffs u.a.] (Amtsdt.): aus Mangel an: m.
notwendiger Geldmittel; m. eines eigenen Büros; (bei
alleinstehenden, stark deklinierten Substantiven im PI. mit Dativ:)
er wurde m. Beweisen freigesprochen; (bei alleinstehenden,
stark deklinierten Substantiven im Sg. oft schon mit
ungebeugter Form:) Freispruch m. Beweis.
Mangelwäsche, die; -: zu 2mangelnde od. gemangelte Wäsche;
mangen: T Triangeln.
Manglebaum [manb-1. der; -[eis. ...bäume [span. mangle
< indian. (Taino) mangle): zu den Mangrovebäumen
gebärender, dauerhaftes Holz liefernder Baum der
amerikanischen u. westafrikanischen Mangrove.
Mangler l'mante]. der; -s. -: jmd.. der im Wäschereigewerbe
o.a. die Tätigkeit des Mangeins ausübt; M^nglerin, die;
-. -nen: w. Form zu t Mangler.
Mango [mango], die; -. -nen [man'go-.nan] od. -s [port.
manga < tamil. (Eingeborenenspr. des südl. Indien) män-
käy]: saftige, säuerlich schmeckende Frucht des
Mangobaums.
M^ngo-: ^baum, der: in den Tropen wachsender, großer
Baum mit kugeliger Krone, länglich zugespitzten Blättern
u. eiförmigen, rundlichen od. länglichen Früchten (mit einem
Stein); -frucht, -pflaume, die: svw. tMango.
Mangold [mangolt], der; -[eis. -e (PI. ungebr.) [mhd. man(e)-
golt, H.u.l: zu den Runkelrüben gehörende Gemüsepflanze
mit großen, hellgrünen Blättern, die zusammen mit den
Blattstielen als Gemüse gegessen werden.
Mangostanbaim [mang3s'ta:n-]. der; -[eis. ...bäume [malai.
mangustanl: in den Tropen wachsender Baum mit dicken,
ledrigen Blättern u. apfelgroßen Früchten, von denen die
weiße, fleischige Samenschale eßbar ist.
Mangrove [man'gro:vdl. die; -. -n [engl, mangrove. zu span.
mangle (t Manglebaum) u. engl, grove = Gehölz]: in
flachen, sandigen Küstenzonen der Tropen wachsender
[niedriger] Wald, dessen Bäume mit ihren Wurzeln weit aus dem
Wasser herausragen; (Zus.:> Mangrovebaum, der: kleiner
Baum der Mangrove mit kurzem Stamm, abstehenden dicken
Ästen u. dicken, lederartigen Blättern; Mangroveküste, die:
Küste mit Mangrove als Baumbestand.
Manguste [man'gosto], die; -. -n [frz. mangouste < port.
mangu(s). älter: mangu<;o < Marathi (Eingeborenenspr.
des mittleren Indien) mungüs): in Südeurasien u. Afrika
vorkommende Schleichkatze mit schlankem Körper, oft
kurzen Beinen u. braunem bis grauem [Quergestreiftem/ Fell.
maniabel [ma'nia.bl] <Adj.; ...bler, -ste) [frz. maniable. zu:
manier = handhaben, zu: main < lat. manus = Hand]
(bildungsspr. veraltet): leicht zu handhaben, handlich.
Manidiäer [mani^e:^]. der; -s. • [nach dem pers.
Religionsstifter Mani (216-277); 2: im Anklang an mahnen]: 1.
Anhänger des Manichäismus. 2. (salopp scherzh.) Gläubiger,
der den Schuldner häufig mahnt; Manichäismus [...ce'ismus],
der;-: von Mani gestiftete, dualistische Religion (eine gnosti-
sche Erlösungslehre).
Manie [mani:]. die; -. -n [...i:an; spätlat. mania < griech.
mania = Raserei. Wahnsinn]: 1. (bildungsspr.)
Besessenheit, etw. Bestimmtes zu tun, sich in bestimmter Weise
zu verhallen; krankhafte Sucht: eine M. entwickeln; das
Kaufen ist bei ihr zur M. geworden. 2. (Psych.) a) bes.
durch Enthemmung u. Selbstüberschätzung
gekennzeichneter heiter-erregter Gemütszustand als Phase des
manisch-depressiven Irreseins; b) (veraltet) Wahnsinn: Wie Drähte
109 GDW
1729
Manier
eine Marionette, so schüttelte ihn die M. (Jacob, Kaflee
276).
Manier [ma'ni:£|. die; -.-entmhd. maniere < (a)frz. maniere
= Art u. Weise, zu: main < lat. manus = Hand]: 1.
<PI. ungebr.) a) charakteristische Art u. Weise, wie sie
zu jmdm.. etw. gehört: eine typisch angelsächsische M.;
aufeine bravouröse M.; in bewährter M.; James I spielte
... den Statthalter in altrömischer M. OCirst. 08/15. 894);
b) typischer Stil eines Künstlers, einer Kunstgattung], einer
Darstellungsform: ein Gemälde in Rembrandtscher M.,
in der M. Picassos; in bestimmter Manier über etw.
schreiben; c) (bildungsspr. abwertend) Künstelei, Manieriertheit:
Er möchte den Reiz und die Gewalt der Verfremdung
ohne Risiko einheimsen; Ohnmächtige M. wäre die Folge
(Adorno, Prismen 259). 2. <meist PI.) Art, sich zu
benehmen; Benehmen, Umgangsforml en}: gute, feine, schlechte
-en; er hat keine -en; dem muß man erst noch -en
beibringen; Er hat die -en eines Räubers (unzivilisierte, üble
Manieren; Remarque. Obelisk 470; das ist keine M. (ugs.: das
gehört sich nicht: so sollte man sich nicht benehmend; Ü
Die politischen -en der Männer an unserer Spitze sind
... schlecht (Augstein. Spiegelungen 38). 3. (Musik)
Verzierung; manieriert lmani'ri:?tl <Adj.; -er, -este) [frz. maniötf,
zu: maniere, t Manier] (bildungsspr. abwertend): in einer
bestimmten Manier da, b) erstarrt; gekünstelt: ein -er
Stil; seine Aussprache ist. klingt m.; die Ballerina tanzte
etwas m.; <Abl.:> Manieriertheit, die; -. -en: manierierte
Art, wie sie in den verschiedenen Ausdrucksformen eines
Menschen zutage tritt: Deine Schrift ist nicht ohne M.
(Th. Mann. Krull 399): Manierismus [mani'nsmosl, den
-: a) (Kunstwiss.) S//7 im Übergang zwischen Renaissance
u. Barock, der durch eine Auflösung u. Verzerrung der
ausbalancierten Formen der Renaissance, durch komplizierte
f FigurenJgruppierungen, groteske Ornamentik, überlange
Proportionen, Asymmetrie u. a. gekennzeichnet ist; b) (Lite-
ratunv.) Stil der Übergangsphase zwischen Renaissance u.
Barock, der durch eine Verbindung von Ungleichartigem,
Unvereinbarem zu einer künstlichen Einheit, durch eine her-
metisch-dunkle Sprache mit überreichen Metaphern,
mythologischen Anspielungen u.a. gekennzeichnet ist; c) Epoche
des Manierismus (a. b) von etwa 1520 bis 1580; d)
(Kunstwiss.. Literaturw.) in verschiedenen Epochen (z. B.
Hellenismus. Manierismus c, Romantik, Jugendstil, Hermetismus)
dominierender gegenklassischer Stil; Manierist L.'nst]. der.
-en, -en: Vertreter des Manierismus (a. b, d); manierjstisdi
<AdJ.>: in der Art des Manierismus (a. b. d); manierlich
<Adj.>: a) (fam.) sich gut u. anständig benehmend u. nicht
zu Klagen Anlaß gebend: ein ganz -er Mensch; sonst ist
er ganz m.; sich m. benehmen; die Kinder saßen m. am
Tisch; b) (ugs.) einigermaßen gut, so daß man damit zufrieden
sein kann: -e Autoreifen; diese Arbeit ist ganz m.
manifest [manifest] <Adj.; o. Steig.) [lat. manifestus =
sichtbar gemacht, eigtl. = handgreiflich gemacht; 1.
Bestandteil zu: manus = Hand. 2. Bestandteil H.u.]: a)
(bildungsspr.) eindeutig als etw. Bestimmtes zu erkennen:
die Unzulänglichkeit der Methode, der Konflikt wird an
diesem Beispiel m.: etw. m. machen; wenn sie ( = die
Wochenschau) kaum m. politische Informationen vermittelt
(Enzensberger. Einzelheiten I. 127); b) (Med.) im Laufe
der Zeit deutlich erkennbar: die Krankheit, der Krebs ist
bei ihm m. geworden; Manifest [-1, das; -[eis. -e [mlat.
manifestum]: 1. öffentlich dargelegte Grundsatzerklärung,
dargelegtes Programm [einer Kunst- od. Literaturrichtung,
einer politischen Partei, Gruppe]: politisch-ideologische -e;
ein M. verfassen; das Kommunistische M. (von Marx
u. Engels im Auftrag des Bundes der Kommunisten unter
dem Titel „Manifest der Kommunistischen Parter 1847
verfaßte programmatische Schrift mit der Darstellung der
marxistischen Theorie). 2. (Seew.) Verzeichnis der Güter
auf einem Schiff; Manifestant [...s'tant], der; -en. -en [frz.
manifestant, zu: manifester < lat. manifestäre.
tmanifestieren]: 1. (öslerr.. Schweiz., sonst veraltet) Teilnehmer
an einer /politischen] Kundgebung o.ä.; Demonstrant:
gegen eine Gruppe von -en vorgehen. 2. (jur. veraltet) jmd.,
der den Offenbarungseid leistet; Manifestation [...sta't$io:n].
die; -, -en [spätlat. maniiestätio]: a) das Sichmanifestieren,
Bekundung von etw. Bestimmtem: -en des Geistes, seelischer
Kräfte, der Volksseele; b) (Med.) das Manifestwerden (z. B.
einer Krankheit); c) das Manifestieren; öffentliche
Bekundung: ... auf dieser M. an besonders erfolgreiche
Grundorganisationen der FDJ das Wilhelm-Pieck-Banner zu
verleihen (Neues D. 20. 5. 76. 1); manifestieren [...s'ti:ran] <sw
V.; hat) [lat. manifestäre. eigtl. = handgreiflich machenl:
1. (bildungsspr.) a) <m. + sich) sich als etw. Bestimmtes
offenbaren, bekunden, zu erkennen geben: hierin
manifestieren sich bestimmte Ansprüche. Widersprüche; b) als etw
Bestimmtes offenbaren, zum Ausdruck bringen: Ein Rem*
brandt kann das Wesen der bürgerlichen Kultur im Bild
m. (Reinig, Schiffe 130). 2. (Jur. veraltet) den
Offenbarungseid leisten. 3. (veraltet) an einer [politischen] Kundgebung
0. ä. teilnehmen; demonstrieren.
Manihot [ma:nihDt]. der; -s, -s [frz. manihot < Guarani
(Indianerspr. des südöstl. Südamerika) manihot, eigtl. svw
t Maniok] (Bot.): Vertreter einer Gattung tropischer
Wolfsmilchgewächse, zu der u.a. Kautschukpflanzen u. insbes.
Maniok gehören.
Maniküre [mani'ky.ra. österr.: ...ky:?],jiie; -. -n [frz. manu-,
manicure. zu lat. manus = Hand u. cüra = Sorge, Pflege):
1. <o. PI. > Pflege der Hände, bes. der Fingernägel;
Handpflege: M. machen; zur M. gehen. 2. Kosmetikerin od. Friseuse
mit Zusatzausbildung in Maniküre (1). 3. Necessaire für
die Geräte zur Nagelpflege; <Zus.:> Maniküreetui, Manitf-
rekästchen. das: svw. t Maniküre (3); <Abl.:> maniküre»
I...'ky:ran] <sw. V.; hat): die Hände, bes. die Nägel pflegen
seine Fingernägel m.; manikürte Hände.
Manilafaser [ma'ni:la-]. die; -, -n, (auch:) Manilahanf, der.
-[e]s [nach der philippinischen Hafenstadt Manila]: weiße
bis ockerfarbene Hartfaser aus einer philippinischen
Faserpflanze von hoher Reißfestigkeit, die bes. zur Herstellung
von Seilen, Tauen, Netzen u. Säcken verwendet wird.
Maniok [ma'njpk], der, -s, -s [frz. manioc < span. mandioca.
TMandioka]: (zu den Wolfsmilchgewächsen gehörender) m
den Tropen angebauter Strauch, dessen stärkereiche
Wurzelknollen als Kartoffelersatz dienen.
Manipel [ma'ni.pl], der; -s, - [1: lat. manipulus, eigtl. =
eine Handvoll; 2: mlat. manipulus = Schweißtuch.
Handtuch]: 1. Unterabteilung der altrömischen Kohorte: Ü Ein
M. der weltbeherrschenden Armee schlendert ... zurück
zu den Lagerbaracken (A. Zweig. Grischa 491). 2. (auch
die: -. -n) (bis 1969) am linken Unterarm getragenes,
gesticktes Band des katholischen Meßgewandes; Manipufatt
[manipu'lantl. der: -en, -en [zu Tmanipulieren]: 1.
(bildungsspr.) Person od. Einrichtung, die durch direkte od
unterschwellige Beeinflussung bestimmte /soziale]
Verhaltensweisen auslöst od. steuert: Der Band richtet sich nicht
gegen die Jugend, sondern ihre -en (Börsenblatt 74, 1960.
4129). 2. (österr. Amtsspr. veraltend) Hilfskraft;
Amtshelfer: Der Fahrer u. die zwei -en sind gut geschult (Fussen-
egger. Zeit 470); Manipulation [...a't$io:n], die; -. -en [frz
manipulation = Handhabung, zu: manipule = HandvoD
< lat. manipulus, t Manipel]: 1. (bildungsspr.) das
Manipulieren (1): M. von Bedürfnissen und Meinungen; die M
der menschlichen Natur durch die Genetik; auf dem Weg
... der scheinrechtlichen M. demokratischer Institutionen
(Fraenkel. Staat 329). 2. (meist PI.) (bildungsspr.)
undurchschaubares, geschicktes Vorgehen, mit dem man sich einen
Vorteil verschafft, etw. Begehrtes gewinnt: betrügerische,
geschickte, geheime, scheinbar legale -en; daß solche -en
des Bergbaus dem Selbsterhaltungstrieb entsprachen (Weh
21. 11.64.10); daß Studioaufnahmen für -en (Kunstgriffe.
Verfremdungstechniken) nach der Aufnahme besonders
geeignet sind (Fotomagazin 8. 1968, 38). 3.a) (bildungsspr
veraltend) das Hantieren: gemordet haben will er. um dk
Zeuginnen (und Opfer) seiner unsittlichen -en stumm zu
machen (Spiegel 9.1966. 61); b) (Med.) bestimmter
Handgriff, bestimmte Hantierung (z. B. zur Einrenkung von
Gelenken): ihr Kind ist das Geschöpf einer M. (= einer
künstlichen Befruchtung; Petra 10.1966, 68). 4. (Techniki
Handhabung; vgl. Manipulator (2). 5. (Kaufmannsspr »
das Manipulieren (4); <Zus.:> Manipulationsgebühr, dk
(österr. Amtsspr.): Bearbeitungsgebühr; maniputart»
[...a'ti:fl <Adj.; o. Steig.) [engl, manipulative]
(bildungsspr.): auf Manipulation (1, 2) beruhend; durch
Manipulation: -e Absichten; etw. m. verschleiern; Manipulator
[...la:tor.auch: ...to:g].der; -s, -en [...la'to:ran; frz. manipu-
lateur]: 1. svw. TManipulant (1): Industriekartelle ... ah
-en von Menschen und Nationen (Börsenblatt 69, 1961
4826). 2. (Technik) Vorrichtung zur Handhabung glühender,
staubempfindlicher od. radioaktiver Substanzen aus
größerem Abstand od. hinter / Strahlen)schutzwänden. 3. Zauber-
1730
Mann
künstler. Taschenspieler, Jongleur: Zum Schluß zeigt dann
... Wesly, wie weit -en es mit Illusionen treiben können
(MM 3. S. 73. 44); manipulatorisch (.. la'torij] <Adj.; o.
Steig.) (bildungsspr.): als Manipulation (1. 2) wirkend:
Zweifel ... an einer -en Pressekonzentration (MM 21. 2.
69, 28); manipulierbar [...'li'.gbaig] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (bildungsspr.): 1. sich manipulieren (1. 2) lassend:
den Menschen als -es Objekt betrachten; diese Bedürfnisse
sind konjunkturpolitisch nicht m.; ist der gläubige Mensch
... leichter m.? (MM 9. 5. 66. 20). 2. zu handhaben: der
Mechanismus ist leicht m.; <Abl.:> Manipulkrbarkeit, die;
• (bildungsspr.): das Manipulierbarsein: manipulieren
|...'li:ran] <sw. V.; hat) [frz. manipuler = handhaben, zu:
manipule. t Manipulation]: 1. (bildungsspr.) durch bewußte
Beeinflussung in eine bestimmte Richtung lenken: die
Sprache, die Meinung des Volkes, die Öffentlichkeit m.; eine
manipulierende Werbung; manipulierte Bedürfnisse. 2.
(bildungsspr.) Manipulationen (2) bei etw, anwenden: die
Zusammensetzung eines Gremiums m.; Auf die gleiche
Weise manipulierte er auch einige Postbarschecks, mit
denen er sich 3 390 Mark verschaffte (MM 29. 7. 67.
4); Das manipulierte (durch Tricks verfremdete) Aktbild
(Fotomagazin 8. 1968. 36); manipulierte Währung
(staatlich gesteuerte Währung, bei der die ausgegebene Geldmenge
nach den jeweiligen wirtschaftlichen Erfordernissen reguliert
wird u. an keine Deckung durch Gold, Silber o. ä. gebunden
ist). 3. (bildungsspr.) a) geschickt handhaben, mit etw.
kunstgerecht umgehen: eine Handgranate. Panzerfaust
vorsichtig m.; Ü Er manipuliert mit Frauen wie ein Jongleur
mit bunten Bällen (Thieß. Frühling 77); b) bestimmte
Handgriffe an jmdm.. etw. ausführen, hantieren: an seinen
Beinkleidern war manipuliert worden (MM 11. 4. 71, 1); c)
mit bestimmten Handgriffen an eine bestimmte Stelle
bringen: Der ..Berg" manipulierte geschickt das Rinderstück
auf den Tisch und griff zum Messer (Brecht. Geschichten
87). 4. (Kaufmannsspr.) eine Ware an die Bedürfnisse des
Verbrauchers durch Sortieren, Auszeichnen, Mischen,
Veredeln (z. B. bei Tabak) o. ä. anpassen: <Abl.:> Manipuliere!*,
der; -s. - (ugs,): svw. TManipulant (1); Manipulierung, die;
-. -en (bildungsspr.).
manisch [ma:nij] <Adj.; o. Steig.) Igriech. manikös = zur
Manie gehörend]: 1. (bildungsspr.) einer Manie (1) folgend,
entspringend: krankhaft übersteigert: eine -e Eifersucht;
im Sturme -er Einbildungskraft (Jacob. Kaffee 163). 2.
(Psych.) a) für die Manie (2 a) kennzeichnend: krankhaft
heiter, erregt: -e Zustände; b) (veraltet) für die Manie (2 b)
kennzeichnend: walmsinnig: ein -es Stammeln und schon
den Wahnsinn in den Augen (Hochhuth. Stellvertreter
224); manisch-depressiv <Adj.; o. Steig.) (Psych.): im
raschen Wechsel manisch u. depressiv in bezug auf die einzelnen
Phasen eines periodischen Irreseins: -es Irresein; sie ist m.
Manismus [ma'nismos], der; - [zu lat. mänes. t Manen] (Völ-
kerk): Ahnenkult, Totenverehrung.
Manitu I'ma:nitu]. der; -s [aus dem Algonkin (Indianerspr.
des östl. Nordamerika), urspr. = geheimnisvoll, heilig]:
allem innewohnende, unpersönliche (od. auch als f Großer 1
Geist personifizierte) Macht des indianischen Glaubens.
nankieren [mai)ki:ren] <sw. V.; hat) [franz. manquer <
ital. mancare. tmancando] (laJndsch.. sonst veraltet): a)
fehlen, mangeln: b) verfehlen: Manko I'manko]. das; -s.
-s[ital.manco < lat.mancus= verstümmelt.unvollständig,
urspr. = einen Fehler an der Hand habend]: 1. etw.,
was einer Sache [noch] fehlt, sie beeinträchtigt: ein
entscheidendes, das größte M.; ein M. ausgleichen; etw. nicht
für ein M. halten. 2. (Wirtsch.) Fehlbetrag, Fehlmenge:
U Gerade durch unser M. an Bildungspolitik (Eppendorfer.
Ledermann 94).
Mann [man], der; -[e]s. Männer [mene]. -en u. (als
Mengenangabe nach Zahlen:) - [mhd.. ahd. man. viell. urspr.
= Überlegender, Denkender]: 1. <PI. Männer; Vkl.
! Männchen. Männlein, nordd.. bes. berlin.: Männeken)
erwachsene Person männlichen Geschlechts (Ggs.: tFrau
1): ein junger, gut aussehender, alter, kranker, vom
Schicksal geschlagener, kluger, berühmter, großer, frommer,
höflicher, gestandener M.; er ist ein ganzer M.; er ist ein
M. der raschen Entschlüsse, in den besten Jahren, von
vornehmer Gesinnung; sei ein M.! (zeige dich als mutiger
Mann!): typisch M.! (ugs. abwertend; das entspricht ganz
der männlichen im Unterschied zur weiblichen Art: so kann
auch nur ein Mann denken, handeln o. ä.); für solche
Arbeiten benötigen wir einen kräftigen M.; das Kind im -e
(TKind 1); er ist durch diese Ereignisse zum M. geworden,
gereift; R ein M.. ein Wort (in bezug auf einen Mann,
auf den man sich verlassen kann): selbst ist der M. (man
muß sich selbst helfen: nach Goethe. Faust II. 4. Akt.
10467); ein alter M. ist doch kein D-Zug (ugs. scherzh.;
ich kann mich nicht so schnell bewegen, wie es gewünscht
wird): verblaßt: der gemeine M. (veraltet; der
Durchschnittsbürger); der dritte M. (Mitspieler) beim Kartenspiel; ein
M. der Tat (jmd., der zu gegebener Zeit zur Tat schreitet,
etw. unternimmt): ein M. des Todes (geh.; jmd., der dem
Tode nahe ist); ein M. der Feder (geh.; ein Literat); ein
M. des Volkes (jmd., der mit dem Volk eng verbunden
ist u. in seiner übergeordneten Stellung dessen Vertrauen
hat): der M. am Klavier (Klavierspieler bei einer geselligen
Veranstaltung, im Lokal o. ä.); ein M. aus dem Volk (jmd.,
der aus dem Volk, aus einem einfachen Milieu kommt u.
in seiner übergeordneten Stellung das Vertrauen des Volkes
hat): ein M. von Geist. Charakter. Format, hohem Einfluß
(jmd., der Geist, Charakter, Format, hohen Einfluß hat):
ein/sein freier M. sein (auf Grund seiner Lebensverhältnisse,
seiner Stellung o.a. unabhängig sein): er ist für uns der
geeignete, richtige M. (Mitarbeiter): die Männer (die
Regierenden, die Parlamentarier) von Bonn (Hörzu 51. 1975.
5); der Verteidiger konnte seinen M. (bes. Fußball;
Gegenspieler) nicht halten; die Kompanie kämpfte bis zum letzten
M. (Soldaten): M. über Bord! (Seemannsspr.; Notruf,
wenn jmd. vom Schiff ins Wasser gefallen ist); alle M.
an Bord! (Seemannsspr.; alle sind anwesend); alle M. an
Deck! (Seemannsspr.; Aufforderung, sich an Deck zu
begeben); morgen fahren wir alle M. [hoch] (ugs.; alle
zusammen) nach München; sie standen dicht gedrängt. M. an
M. (einer am anderen);M.furM. (einer nach dem anderen)
traten sie vor; ein Kampf M. gegen M. (zwischen
einzelnen): die Kosten betragen 5 Mark pro M. (ugs.; für jeden);
* der kleine M. (1. ugs.; jmd., der finanziell nicht besonders
gut gestellt ist. 2. salopp; Penis); der böse/schwarze M.
(Schreckgestalt für Kinder): freier M. (bes. Fußball;
Libero); letzter M. (bes. Fußball; Ausputzer 1); alter/toter M.
(Bergmannsspr.; abgebaute, nicht mehr benutzte Gänge,
Stollen eines Bergwerkes); der M. des Tages (männl. Person,
die gegenwärtig das öffentliche Interesse auf sich zieht):
der IM. auf der Straße (der den Durchschnitt der Bevölkerung
repräsentierende Bürger: viell. nach engl, the man in the
street); der M. im Mond (aus den Mondflecken gedeutete
Sagengestalt): ein M. von Welt (jmd., der gewandt im
Auftreten ist): [mein lieber] M.! (salopp; Ausruf des
Erstaunens, des Unwillens); M. [Gottes]! (salopp; ärgerliche od.
warnende Anrede; nach 5. Mose 33.1 u.a.): M. [Gottes],
stell dich nicht so an!; wie ein M. (ganz spontan einmütig,
geschlossen: nach Richter 20; 1.8.11): sie protestierten
dagegen wie ein M.; ein gemachter IM. sein (ugs.; / von männlichen
Personen] auf Grund eines [plötzlichen! wirtschaftlichen
Erfolges in gesicherten Verhältnissen leben); ein toter M.
seh (ugs.; / von männlichen Personen] erledigt sein, keine
Zukunftsaussichten mehr haben); der erste M. an der Spritze
sein (salopp; [von männlichen Personen] in einem
bestimmten Bereich eine entscheidende Funktion u. zu bestimmen
haben: im älteren Feuerlöschwesen leistete der erste Mann
an der Spritze entscheidende Arbeit); ein M. von Wort
sein [von männlichen Personen] ein Mensch sein, auf den
man sich verlassen kann); [nicht] der M./-s genug sein, etw.
zu tun ([nicht] die Entschlußkraft, Energie besitzen, es
[nicht] fertig bringen, etw. Nötiges zu tun): den lieben
Gott einen guten M. sein lassen (ugs.; unbekümmert leben,
ohne sich für etw. zu engagieren od. sich durch etw.
beunruhigen zu lassen); den toten M. machen (ugs. scherzh.; sich
ohne Bewegung auf dem Rücken im Wasser treiben lassen);
den starken M. markieren/mimen (salopp; so tun, als ob
man sich besonders stark fühlt); den wilden IM.
spielen/machen (ugs.; unbeherrscht lohne Berechtigung] wütend sein:
toben); seinen IM. stehen/stellen (auf sich gestellt tüchtig
sein u. sich bewähren): sie mußte schon früh im Leben
ihren M. stehen; [wohl] einen kleinen IM. im Ohr haben
(salopp; anscheinend nicht ganz normal sein: nach der
Vorstellung, dieser kleine Mann flüstere einem die
merkwürdigsten Einfälle zu); seinen IM. Befunden haben [von
männlichen Personen] einen ebenbürtigen Gegner gefunden
haben); IM. decken (Ballspiele; seinen unmittelbaren
Gegenspieler decken); dieser Beruf o.a. [er]nährt seinen IM. (dieser
109*
1731
Mann-
Beruf garantiert jmdni. ein ausreichendes Einkommen} ;
wenn Not am M. ist (tNot 5); etw. an den M. bringen
(ugs.: 1. seine Ware verkaufen. 2. im Gesprach etw. attbrin-
gen)\ er wollte die neuesten Geschichten. Witze unbedingt
an den M. bringen; an/in den M. gehen (bes. Fußball:
den Gegenspieler mit körperlichem Einsatz angreifen, dek-
ken)\ mit M. und Maus untergehen (untergehen, ohne daß
einer gerettet wird); von M. zu M. (unter Männern u,
dabei ehrlich, ohne Beschönigung [geführt, vorgenommen,
vollzogen)). 2. Ehemann (wobei weniger die gesetzmäßige
Bindung als die Zusammengehörigkeit mit der
betreffenden Frau hervorgehoben wird; Ggs.: Frau 2): ihr
[verstorbener, geschiedener, erster, zweiter] M.; als/wie M. und
Frau (wie Eheleute) leben; sie stellte uns ihren M. vor;
grüßen Sie bitte Ihren M.!; sie hat keinen M. (ist nicht
verheiratet); sie hat dort einen M. gefunden (kennengelernt
u. geheiratet); sie lebte von ihrem M. getrennt; sie hat
ihn zum M. genommen (geheiratet); *(eine weibl. Person)
an den M. bringen (ugs. scherzh.; verheiraten): sie hat ihre
Tochter endlich an den M. gebracht. 3. <PI. -en> (dichter.)
Lehnsleute, Gefolgsleute: der König versuchte mit seinen
-en die Burg im Sturm zu erobern; Ü seine -en (bes. Sport
scherzh.; Anhänger; Mannschaft) um sich scharen; der
Kanzler und seine -en (sein Kabinett).
M$m-: -deckung, die (Ballspiele): Deckung, bei der jeder
Spieler seinen unmittelbaren Gegenspieler deckt:
(Handball:) offene M.; von der Raumdeckung zur M. übergehen;
-geld,das: svw. T Wergeid; -loch, das: Öffnung zum
Einsteigen in große Behälter (Kessel, Tanks o. ä.; z. B. zum
Ausführen von Reparaturen); -monat, der (Industrie u. ä.): Monat
pro Mann: für die Arbeit braucht man 3 -e; -weib, das
[LÜ von griech. andrögynos = Zwitter, zusgez. aus: aner
(Gen.: andrös) = Mann u. gyne = Frau] (abwertend):
große, starke, männlich wirkende Frau.
Manna ['manal. das; -[s], auch: die; - [mhd. manna (bröt)
< spätlat. manna < griech. manna < hebr. man. wohl
= Manna (2)]: 1. (bibl.) durch ein Wunder vom Himmel
gefallene Nahrung fiir die Israeliten in der Wüste nach
ihrem Auszug aus Ägypten: Himmelsbrot (nach 2. Mose
16.11 ff.): Ü die Milch, jenes M.. das es auch im allerletzten
Nest in Irland ... gihi (Böll. Tagebuch 57). 2. Honigtau
der Mannaschildlaus. 3. zuckerhaltiger, leicht
eintrocknender Saft der Mannaesche.
M$nna-: -esche, die: in Südeuropa u. Kleinasien wachsende
Esche, deren Rinde einen zuckerhaltigen Saft liefert;
^flechte, die: eßbare Flechte der Steppen u. Wüstensteppen Nord-
afrikas u. des Vorderen Orients; -schildbais, die: auf
Tamarisken lebende Schildlaus, deren eingedickter Honigtau als
Manna (2) gescunmelt wird.
mannbar ['manba-.g] <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) [mhd. man-
baere = für einen Mann geeignet, heiratsfähig (von
Mädchen)] (geh.): l.a) (von Mädchen) heiratsfähig: -e
Mädchen; b) (vom jungen Mann) geschlechtsreif, zeugungsfähig.
2. (selten) männlich in seinem Verhalten, seiner Haltung
o.a.; <Abl. zu l:> Mannbarkeit, die; - (Völkerk.); <Zus.:>
M^imbarkeitsritus, der (meist PI.) (Völkerk.): svw. t
Initiationsritus; Männchen [menipn]. das; -s. -. ugs. auch: Män-
nerchen ['mem^an]: 1. kleiner I u. deswegen
bedauernswerter! Mann: ein altes, verhutzeltes M.; M.. Männerchen
aufs Papier malen. 2. <PI. nur -> männliches Tier: das
M. hat im Gegensatz zum Weibchen ein buntes Gefieder.
* M. machen (/ von Tieren] sich aufrecht auf den
Hinterpfoten halten): der Hase, der Hund macht M.; [sein! M.
machen/bauen (Soldatenspr.; vor einem militärischen
Vorgesetzten strammstehen u. militärisch grüßen): nicht mehr
wissen, ob man M. od. Weibchen ist (ugs.: 1. völlig
durcheinander sein. 2. völlig erschöpft sein); Minne [mens]: Kosef. zu
TMann (2); Männeken [menakn]. das; -s. -s (nordd.. bes.
berlln.): Männchen(\); mannenI'manan] <sw. V.; hat)(See-
mannsspr.): von Mann zu Mann reichen; bringen,
herbeischaffen; Mannequin [manakg. auch: manakS:]. das. selten:
der; -s, -s [frz. mannequin. eigtl. = Modellpuppe < mnie-
derl. mannekijn = Männchen. Vkl. von: man = Mann]:
1. weibliche Person, die Modekollektionen, Modellkleider
vorführt: -s auf dem Laufsteg; sie hat die Figur eines
-s (ist sehr schlank). 2.a) (selten) Schaufensterpuppe: -s
in den Schaufenstern von Kaufhäusern und
Textilgeschäften (Börsenblatt 14. 1971. 294); b) (früher) Gliederpuppe.
m$imer-, Mgimer- (Mann 1): -arbeit, die: bes. für Männer
geeignete Arbeit <xi. Verrichtung; ^art, die <o. Pl.>: das
ist so M.; nach M.; -bekanntschaft, die: svw.
THerrenbekanntschaft; -bordell,das: Bordell, in dem sich männliche
Personen prostituieren; -bund, der <PI. ...bünde): a) (Völ-
kerk.) (bei Naturvölkern) Zusammenschluß der
erwachsenen Männer eines Stammes od. einer Siedlung; b)
Geheimbund fiir Männer; -chor, der: ]Chor da), der nur aus
Männerstimmen besteht: -fang, der nur in der Wendung:
auf M. [auslaehen/aussein (salopp abwertend od. scherzh.
versuchen, Herrenbekanntschaften zu machen); -feindlich
<Adj.>: den Männern gegenüber feindlich eingestellt:
-freundschaft, die: Freundschaft zwischen Männern; -vfle*
sangverein, der; -geschichte, die (ugs.): Liebeserlebms.
Liebschaft mit einem Mann: Seit ihr diese M. passiert
war (Kühn. Zeit 325); -gespräch, das: Gespräch unter
Männern: -hand, die (meist geh.): Hand eines Mannes; eine
schmalknochige, zügelfeste M. (A. Zweig. Grlscha 468);
-haus, das (Völkerk.): (bei Naturvölkern) Gebäude, indem
sich die MännerIbünde] zu Beratungen, Gerichtssitzungen
u. religiösen Zeremonien versammeln; ^heilkunde, die:
Fachrichtung der Medizin, die sich mit den fgeschlechtsab-
hängigenj Erkrankungen des Mannes befaßt: Andrologie.
-herz, das: das [erlfreut ein M.. läßt ein M./-en höher
schlagen (das versetzt einen Mann/Männer in freudige
Erregung, in Begeisterung); -hose, die; -klekler <PI.>:
üblicherweise von Männern getragene Kleidung: in dieser
Bühnenrolle trug sie M.; ^los <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: ohne
Mann, Männer: eine -e Familie; -mordend <Adj.; o. Steig.,
nicht adv.> (ugs.): a) (scherzh.) als Frau in gefährlichem
Maße verführerisch: der Typ des -en Vamps; b) Männer
in starkem Maße beanspruchend u. verschleißend: Das
Verteidigungsministerium ist ein -es Amt (Spiegel 53, 1966.
100); -orden, der (kath. Rel.): männliche Ordensgemein-
schaft; -pullover, der; ^rock.der: svw. f 'Rock (2); -sache,
die: Sache, Angelegenheit von Männern; -schuh, der; -seile*
die: Südseite im Kircheninnern, auf der früher, bes. im MA..
die Männer saßen (Ggs.: Frauenseite 2); -Station, die:
Station für männliche Patienten in einem Krankenhaus;
-stimme, die: männliche Sprech- od. Singstimme: eine tiefe,
dröhnende M.; -treu, die; -. - [die Blüten werden scherzh
mit der angeblich nicht lange währenden Treue der Männer
verglichen): volkst. Bez. für Pflanze mit leicht abfallenden
Blüten wie Ehrenpreis o.a.; -Überschuß, der: Überschuß
an Männern gegenüber der Zahl von Frauen; Milk. der.
-Unterhose, die; -verein, der; -weh, die <o. PI.) (scherzh):
Gesamtheit der [irgendwo anwesenden] Männer;
-Wirtschaft, die (scherzh.): von einem Mann, von Männern
geführte Hauswirtschaft in einem frauenlosen Haushalt;
-Wohnheim, das: Wohnheim für Männer.
Männerchen: PI. von t Männchen.
Mannes- [manas-l (Mann 1): -alter, das: Lebensalter des
erwachsenen Mannes: er war im besten M. (auf der Höhe
seiner Schaffenskraft); ^ Jahre <PI.>: vgl. ^alter; -kraft
die: a) <o. PI.) Fähigkeit des Mannes zum
Geschlechtsverkehr; Potenz, Zeugungsfähigkeit: die Erhaltung der M^
b) (dichter.) Leistungskraft, Schaffenskraft des Mannes.
-länge, die: Länge, Höhe von der Größe eines Mannes
(als ungefähre Maßangabe); -mut, der (geh.): den Mann
auszeichnende mutige Haltung; -schwäche, die (selten): svw
T Impotenz (1); -stamm, der: männliche Linie einer Familie.
-stärke,die; -tilgend,die (geh.): sittlich wertvolle männliche
Eigenschaft; ^wort. das <PI. -e) (geh.): Wort eines Mannes,
von Männern, auf das man sich verlassen kann: Wo M
vor Thronen Notwendigkeit ... gewesen wäre (Plievier.
Stalingrad 283); -würde,die <o. PI.) (g&h.Y.jmds. männliche
Würde; -nicht, die (geh.): Haltung eines Mannes, der
sich in der Gewalt hat: M. ist die Seele der Heerr
(Hacks. Stücke 195).
Mfimestum, das; -s (geh.): das Mannsein: spartanische
Zucht, spartanisches M. (Hagelstange. Spielball 206);
mannhaft <Adj.; -er. -este) [mhd. manhaA = mutig, tapfer):
einem Mann geziemend, gemäß; in männlicher (mutiger,
tapferer, entschlossener o.a.) Haltung: eine -e Tat; ein
-er Entschluß; m. Widerstand leisten; sein Verhalten war
sehr m.; etw. m. überwinden; Nun stand er da. m.
aufgereckt (H. Mann. Unrat 122); <Abl.:> M«irtiaftigkeit. die;
-: mannhafte Art, einem Mann geziemende Haltung; M$nn»
heit, die; - [mhd. manheit] (geh.. veraltet): l.a) das
Mannsein, Mätmlichkeit: es ist Zeit, daß man ... auf die Probe
stellt deine M. (prüft, wieweit du schon ein Mann bist
Th. Mann. Joseph 525); b) Mannhaftigkeit: Ein ... Mann
1732
manoli
von großer Frömmigkeit und M. (Hacks. Stücke 16). 2.
Zeugungskraft.
■Billig- [manu;-; zu tmanch]: -fach <Adj.; nicht präd.):
m großer Anzahl u. von verschiedener, auf verschiedene
Art: -e Möglichkeiten. Aktivitäten, Beschränkungen; in
-er Ausführung; sie hat uns m. (auf vielerlei Art) geholfen;
-faltig <Adj.> (geh.): I in großer Anzahl vorhanden u.J auf
vielerlei Art gestaltet: -e Irrtümer, Einflüsse, Typen; -e
Einflußnahme; Arbeiten -ster Art; Die kulturellen
Aufgaben der Gemeinde sind m. und umfassend (Fraenkel,
Staat 163); -ßltig <Adj.> (bayr.): svw. T-faltig: Eine
..Mundartkunde" muß ... in sich breit und m. geraten
(Alois Brandstetter in: Germanistik 1, 1965. 35); -
faltigkeit, die; -: mannigfaltige Art.
mimiglich [menikl^l <indekl. IndeHnitpron. u. unbest.
Zahlwort) [mhd. men nee lieh, mannegelich. ahd. manno-
gallh. eigtl. = gleichviel, welcher von den Menschen]
(Schweiz., sonst veraltet): jeder ohne Ausnahme, allgemein:
In einer Zeit. ... in der ... man m. zu den ... Faustregeln
primitiver Epochen greife (Dürrenmatt. Grieche 92);
Männin [menin], die; - [w. Form zu T Mann (1). mhd. menninne,
auch = Mannweib]: a) (bibl.. dichter.) Frau als Gefährtin
des Mannes: in der höheren Welt, wo der Mann anständig
die M. besucht (Th. Mann. Joseph 862); b) (dichter.)
männlich wirkende, heldenhafte Frau: Sie begafften die
jünglingshafte, schöngewachsene M. und ihr kleines Gefolge
(Hagelstange. Spielball 299); mäimisch [menijl <Adj.)
(dichter.): männlich (in einer abwehrenden Haltung gegenüber
allem Weiblichen): das -e Autbegehren gegen die weibliche
Welt (Fussenegger. Haus 221).
Mamit [mani:t. auch: ...nit]. der; -s. -e [zu tManna]: in
der Natur weitverbreiteter, bes. im Saft der Mannaesche
vorkommender, sechswert iger. kristalliner Alkohol.
VUimlein [menl^in], das; -s. -: 1. svw. TMännchen (1).
2. (ugs. scherzh.. in Verbindung mit Weiblein) Mann: daß
man .... gleichgültig ob M. oder Weiblein, auf Bergfahrt
gehen kann (Eidenschink. Fels 31); männlich [menli^l
<Adj.)[mhd.menlich.manlich,ahd.manlich = dem Mann
angemessen; tapfer, mutig] (Ggs.: weiblich): 1. <o. Steig.:
nicht adv.) dem zeugenden, befruchtenden Geschlecht (1 a)
angehörend: eine -e Person; ein -er Erbe. Nachkomme;
die -e Linie eines Adelsgeschlechts; ein -er (einen Mann
darstellender) Akt; das -e Geschlecht (die Männer): -e
Wesen (Männer) haben hier keinen Zutritt; das -e Tier
(das Männchen 2): -e (Bot.; Staubgefäße tragende) Blüten.
2. <o. Steig.) zum Mann als Geschlechtswesen gehörend:
das -e Glied; -e Geschlechtsmerkmale; -e Vornamen,
Berufe; -e Kleidung; sie braucht -e Begleitung, -en Schutz (die
Begleitung eines Mannes); eine -e Stimme (Männerstimme)
meldete sich am Telefon; er spricht schon ganz m. (mit
einer Männerstimme). 3. für den Mann typisch,
charakteristisch (Ggs. auch: unmännlich): eine typisch -e Eigenschaft;
ein -er Gesichtsausdruck; ein -er Zug in ihrem Gesicht;
ein -es Auftreten. Benehmen. Wesen; -e Haltung. Kraft.
Stärke. Energie; ein -er Entschluß; die -e Eitelkeit; das
galt früher als besonders m.; das war nicht m. (eines
Mannes würdig) [gehandelt]; <subst.:> er hat wenig
Männliches in seinem Wesen. 4. <o. Steig.) a) <nicht adv.)
(Sprachw.) meist mit dem Artikel %Mer" verbunden: ein
-es Substantiv; dasselbe Wort ist im Französischen m.;
dieses Substantiv hat -es Geschlecht (ist ein Maskulinwn
u. wird mit dem Artikel .Aer" verbunden): b) (Verslehre)
mit einer Hebung (4) endend: stumpf: ein -er Reim; dieser
Versendet m.; <Abl.:> Männlichkeit,die; - [spätmhd. man-
lichkeit]: 1. männliches (3) Wesen: Ein seltener Ernst klingt
durch diese Sätze, früh gereifte, stolze M. (Trenker. Helden
93). 2. a) das Mannsein in bezug auf die Potenz. Zeugungsfä-
higkeit: Zweifel, die seine M. betrafen (Küpper. Simplicius
147); b) (verhüll.) Geschlechtsteile: Ekataerini ... befiehlt
einem Helfer, dem Miltiades die M. auszureißen (Spiegel
28. 1966. 25); <Zus.:> Mfymlichkeitswahn. der; -[e]s:
übertriebener Kult mit der Männlichkeit (1. 2 a). Machismo:
Maimomann! [mano'man] <Interj.) [zusgez. aus: ..Mann,
o Mann!"] (salopp): Ausruf des Erstaunens; Mann!
m^nns-, Mqiuis- (Mann 1): -bild, das [mhd. mannes bilde,
urspr. = Gestalt eines Mannes] (ugs.. bes. südd.. Osten*.):
Mann (meist mit Betonung des Körperlichen. Äußeren
der männlichen Gestalt): ..gestandene Mannsbilder'4 (Hör-
zu 4. 1975, 86); Im übrigen kommt ein M. überall durch,
wenn es allein ist (Gaiser. Schlußball 139); -dick <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): dick wie ein Mann: -hoch <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): so hoch, wie ein Mann groß ist:
ein mannshoher Zaun; die Wellen waren m.; der Roggen
stand schon m. auf den Feldern, dazu: -höhe, die <o.
PI.); -leute <PI.) (ugs. veraltend): Männer: Cäcilie hatte
einen Riesenspaß daran, auch noch andere M.
kennenzulernen (Bredel, Väter 389); -person, die (ugs. veraltend):
Ijmdm. nicht näher bekannter I Mann: -toll <Adj.; nicht
adv.) (ugs. abwertend): svw. T nymphoman: (von weiblichen
Personen) von einem krankhaft gesteigerten
Geschlechtstrieb beherrscht: nymphoman: eine -e Frau; sie ist m., dazu:
- tollheit, die <o. PL); -volk, das (ugs. veraltend): Männer:
das M. nach draußen schicken; ... hatte er richtig wie
alles andere M. gepoltert (Winckler, Bomberg 174).
Mannschaft, die; -, -en [mhd. manschaft = Lehnsleute;
Gefolgsleute]: l.a) Gruppe von Sportlern, die gemeinsam
einen Wettkampf bestreiten: die siegreiche M.; die -en
laufen [ins Stadion] ein; ihre M. stieg in die Oberliga
auf; eine M. aufstellen; die M. ändern; b) Besatzung eines
Schiffes (selten eines Flugzeugs o.a.): die M. auf dem
Deck antreten lassen; das Schiff ging mit der ganzen M.
unter; c) Gesamtheit der Soldaten einer militärischen
Einheit: der Gefreite wurde vor versammelter M. getadelt;
Ü jmdn. vor versammelter M. (ugs.; vor allen Anwesenden)
abkanzeln; d) (ugs.) Arbeitsteam: Unternehmen mit junger
M. sucht ...; der Bundeskanzler und seine M. (sein
Kabinett): eine tüchtige M. (Regierungsmannschaft) aufbieten.
2. <PI.) einzelne gemeine Soldaten im Unterschied zu
Offizieren: ... daß auch -en das Ritterkreuz bekämen (Kempowski.
Tadelloser 120); mit Oberleutnant... und fünf-en (Spiegel
8. 1967.40); Abi. zu 1 a:) mannschaftlich <Adj.; o. Steig.;
präd. ungebr.) (Sport): das Zusammenspiel in der
Mannschaft betreffend: als Mannschaft: -e Geschlossenheit,
Stärke; -es Zusammenwirken; die Fußballer aus München
wirkten m. geschlossener.
M^mschafts-: -aufstelhmg, die (Sport): a) das Aufstellen
einer Mannschaft: b) festgelegte Zusammensetzung einer
Mannschaft (1 a): die M. bekanntgeben; -dienstgrad, der
(Milit.): Dienstgrad (a, b) von Mannschaften (2); -fahren,
das; -s (Radsport): svw. T -rennen; -fiihrer, der (Sport):
a) Funktionär, der eine Mannschaft (1 a) nach au/Jen vertritt,
repräsentiert: b) svw. TSpielführer, -fiihrung, die: /Gruppe
der] Mannschaftsführer (a); -geist, der <o. PI.) (Sport):
Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Mannschaft
(1); -kamerad, der (Sport): Mitspieler in jmds. Mannschaft
(1 a); -kämpf, der (Sport): Wettkampf von aus
Einzelsportlern bestehenden Mannschaften (1 a); -kantine, die (Milit.):
Kantine für die Mannschaften (2); -kaphän. der (Sport):
svw. T Spielführer; -leitung, die (Sport): svw. t -fuhrung;
-meisterschaft, die (Sport): Meisterschaft in
Mannschaftskämpfen: -messe, die (Seemannsspr.): Speise- u.
Aufenthaltsraum der Matrosen auf einem Schiff: -rang, der
(Milit.): svw. T -dienstgrad; -räum, der (Seew.): einer der
Räume, in denen die Besatzung auf einem Schiff untergebracht
ist: ^reimen, das (Radsport): Radrennen, bei dem drei
Fahrer der vierköpfigen Mannschaft geschlossen das Ziel
erreichen müssen, wobei die Zeit des dritten Fahrers gewertet
wird: ^spiel. das (Sport): 1. zwischen zwei Mannschaften
(1 a) ausgetragenes Spiel. 2. <o. PI.) planvolles, harmonisches
Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft (1 a): -sport. der:
Sportart, die durch Wettkämpfe zwischen zwei
Mannschaften (la) gekennzeichnet ist: -springen, das; -s (Reiten):
Springwettbewerb für Mannschaften (1 a). die aus drei od.
vier Reitern bestehen: -stärke. die(Milit.,Sport):
zahlenmäßige Stärke einer Mannschaft (1 a. c); -Verfolgungsrennen.
das (Radsport): Mannschaftsrennen über 4000 od. 5000m
zwischen zwei Mannschaften (1 a); -wagen, der:
Transportwagen für eine größere Anzahl Soldaten, Polizisten:
-wertling« die (Sport): Wertung, nach der bei
Mannschaftskämpfen die siegende Mannschaft (1 a) ermittelt wird:
-Zeitfahren, das; -s (Radsport): svw. t -rennen.
mano destra [ma:no destra; ital.. zu lat. manus = Hand
u. dexter = recht...] (Musik): mit der rechten Hand [zu
spielen]: Abk.: m.d. Vgl. mano sinistra.
manoli [ma'no:li] <indekl. Adj.; o. Steig.; nur präd.) [nach
einer früheren Zigarettenmarke u. ihrer Lichtreklame,
deren kreisende Bewegung mit der Handbewegung verglichen
wird, die man macht, um anzudeuten, daß jmd. nicht
ganz normal ist] (ugs. veraltend): geistig nicht ganz normal,
leicht verrückt: du bist wohl m.; m. rechtsrum! (mit der
1733
Manometer
entsprechenden kreisenden Bewegung des Fingers an der
Stirn gesagt).
Manometer [mano...L das; -s. - [frz. manomätre. zu griech.
manös = dünn, locker u. t-meter; 2: verhüll, für Mann!]:
1. (Physik) Druckmesser für Gase u. Flüssigkeiten. 2.
(salopp) Ausruf des Erstaunens, des Unwillens; Mann!, Men-
schenskind!; <Abl.:> Manometrk, die; - [T-metriel (Physik):
das Messen von 'Drücken; manometrisch <Adj.; o. Steig.)
(Physik): mit dem Manometer [gemessen].
manontanto[ma nDn tantol.manon troppo [- - trepo; ital.l
(Musik): aber nicht so. zu sehr: allegro ma non tanto.
manosinistra [- zi'mstra; ital.; lat. manus = Hand u. sinister
= link...] (Musik): mit der linken Hand [zu spielen]; Abk.
m. s. Vgl. mano destra.
Manöver bna'neivel. das; -s. - [frz. manoeuvre, eigtl. =
Handhabung; Kunstgriff zu vlat. manuoperare < lat.
manu operäre = mit der Hand bewerkstelligen]: 1. große
militärische Übung im Gelände, bei der Truppenbewegungen
zweier gegnerischer Heere simuliert werden: Feldübung: im
Herbst finden M. statt; ein M. abhalten; ins M. ziehen,
rücken. 2. geschickt ausgeführte Wendung, taktische
Bewegung (eines Truppenteils. Schiffes. Flugzeugs. Autos o.a.):
ein schwieriges M. war nötig, um dem Hindernis
auszuweichen; der Fhigkapitän mußte das M. wiederholen; mit
einem geschickten M. wendete er das Boot. 3. (abwertend)
geschicktes Ausnutzen von Menschen u. Situationen für
eigene Zwecke; Winkelzug: ein plumpes M. zur Ablenkung;
finanzpolitische M.; die Auflösung der Komintern sei
lediglich ein Trick, ein M. (Leonhard. Revolution 205);
auf solche M. fallen wir nicht herein.
Manöver-: -gebiet, das: gesamtes Gebiet, in dem ein Manöver
(1) stattfindet; -gelande. das: vgl. -gebiet; -kritik, die:
kritische Besprechung der Erfahrungen u. Ergebnisse nach
einem Manöver (1): die Heeresrührung hielt M. ab; Ü
Nach der Premiere ... war nun hinter den Kulissen ...
eine M. fällig (MM 6. 5. 75. 18); -schaden, der: Schaden,
der durch ein Manöver (1) verursacht worden ist.
manövrier-. Manövrier- [mane'vrhe-]: -fähig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: fähig. Manöver (2) auszuführen (Ggs.:
-unfähig): das Steuer war gebrochen und das Schi IT nicht mehr
m.. dazu: -flhigkeit, die <o. PI.) (Ggs.: Minfähigkeit);
-unfähig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Ggs.: -fähig), dazu:
-Unfähigkeit, die <o. PI.) (Ggs.: -fähigkeit).
manövrieren [...vri: ran] <sw. V.; hat) [frz. manoeuvrer]: l.a)
ein Manöver (2), geschickte Bewegungen ausführen: das
Schiff manövrierte sicher [durch die enge Hafeneinfahrt];
Trotzdem wir ... mit nur vier Stürmern manövrierten,
gingen wir ... in Führung (Walter. Spiele 123); b) ein
Fahrzeug geschickt an einen Ort od. durch eine schwierige
Strecke lenken: den Wagen in eine enge Einfahrt m.; das
Raumschiff wurde in die Landeposition manövriert. 2.
(meist abwertend) a) durch geschicktes Handeln od.
Verhandeln etw. zu erreichen suchen: So schlecht hatte er politisch
manövriert, daß er sich am Ende in schimpflicher Weise
... den Stuhl vor die Tür setzen lassen mußte (Niekisch,
Leben 173); b) geschickt in eine bestimmte Lage. Stellung
bringen: jmdn. in eine einflußreiche Position m.
manque [mä:k; frz. manque, eigtl. = Mangel. Weniges,
nach dem geringeren Gewinn im Gegensatz zu t passe,
zu: manquer = fehlen < Ital. mancare. tmancandoj: die
Zahlen von 1-18 betreffend (in bezug auf eine
Gewinnmöglichkeit beim Roulett).
Mansarddach [man'zart-1, Mans?rdendach. das; -[eis. ...dä-
cher (Archit.): Dach, dessen Flächen durch ein Gesims
gebrochen werden, wobei die unteren Flächen steiler sind als
die oberen; Mansarde [...'zardal. die; -. -n [frz. mansarde.
nach dem frz. Baumeister J. Hardouin-Mansart (1646 bis
1708)1: Zimmer od. Wohnung im ausgebauten Dachgeschoß
/mit einer schrägen, vom Dach gebildeten Wand]: eine
gemütlich eingerichtete M.; in der M. wohnen.
Mansarden-: -dach, das: t Mansarddach; -kammer, die.
-stube, die. -wohnung, die. -zimmer, das: vgl. Mansarde.
Mansch [manj]. der; -[eis [zu Tmanschen! (ugs. abwertend):
unansehnliche trübe Flüssigkeit, breiige Masse; Matsch;
manschen [manjnl <sw. V.; hat) [nasalierte Form von
tmatschen] (ugs.): in einer breiigen Masse herumwühlen,
matschen: mansch nicht so im Essen!; von der Wolga
her manschte ein „T 34" schluchtaufwärts durch
klafterhoch liegende Leichen (Plievier. Stalingrad 331); <Abl.:>
Manscherei [...Ja1 raj]. die; -. -en (ugs. abwertend):
a)dauerndes Manschen; b) durch Manschen entstandene wässert**,
unappetitliche Masse; Mansch.
Mamdiester [man'fcste] usw.: veraltete eingedeutschir
Schreibung von t Manchester usw.
Manschette (man'Igte], die; -. -n [frz. manchette = Hand-
krause, eigtl. = Ärmelchen, zu: manche = Ärmel < lat
manica = Ärmel.zu:manus = Handl: l.a) verstärkter
Abschluß des Ärmels an einem Herrenhemd, einer Hemdbluse,
einem Kleid: steife, frisch gestärkte -n; das Hemd hat
ausgefranste -n; die -n bügeln, zuknöpfen; Ü Ich stieg von
der Leiter, als die M. (Handschelle) einschnappte an
meinem Handgelenk (Lynen. Kentaurenfährte 160); *[ra
imdm., etw.] -n haben (ugs.; Angst haben; urspr. studen-
tenspr.. eigtl. spöttische Anspielung auf die Angst von
vornehmen Jünglingen, ihre bis auf die Hand reichenden
Spitzenmanschetten könnten sie beim Führen des Degens
behindern); b) (Med.) um den Oberarm zu legender,
aufblasbarer Gummischlauch (zur Blutdruckmessung). 2. zierende
[mit einem abstehenden Rand versehene] Umhüllung <M3
Kreppapier o. ä. um einen Blumentopf. 3. (Sport) /
verbotener] Würgegriff beim Ringen: eine M. ansetzen. 4.
(Technik) Dichtungsring aus Gummi. Leder od. Kunststoff mit
eingestülptem Rand; <Zus.:> Manschettendichtung, die: sv»
T Manschette (4); Manschettenknopf, der: [doppelter.
Knopf, mit dem die Manschette (1) geschlossen wird.
Mantel [mantll. der; -s. Mäntel [mentl; mhd. mantel. ahd
mantal < lat.mantellum = Hülle.Decke]: 1.<Vkl.
TMäntelchen) Kleidungsstück, das zum Schutz gegen die
Witterung über der sonstigen Kleidung getragen wird, meist mit
langen Ärmeln u. vorne durchgeknöpft: ein leichter, warmer,
heller, gefutterter, auf Taille geschnittener M.; der M
paßt [nicht], steht ihr gut; einen M. aussuchen, kaufeit
keinen M. anziehen, anhaben; den M. ablegen; den M
offen tragen; den M. über den Arm nehmen; jmdm. in
den M. helfen; in M. und Hut; in einen M. gehüllt sein,
sie liefen in dicken Mänteln; im offenen M.. ohne M
gehen; Ü den M. des Schweigens über etw. breiten, decken,
(geh.. dichter.:) im M. der Nacht; *den M./das Mäntelchea
nach dem Windle] hänaen/kehren/drehen (abwertend; steh
immer zum eigenen Vorteil der herrschenden Meinung anpav-
sen. Opportunist sein; urspr. ohne abwertenden Nebensinn
= sich in etw. schicken; den Mantel, der früher die Form
eines weiten, ärmellosen Umhangs hatte, drehte man zu
der Seite hin, aus der Wind u. Regen kamen); etw. mit
dem Mantel der [christlichen Nächstenliebe bedecken/n-
decken (über eine Verfehlung o.a. großzügig hinwegsehe*,
nicht darüber reden, damit die Sache möglichst bald tn
Vergessenheit gerät).!, (bes. Fachspr.) äußere Hülle, [zum
Schutz] um etw. gelegte Umhüllung: der M. eines Ofens*
eines Rohres, eines Kabels, eines Geschosses; der Manid
einer Glocke {Glockenmantel 1); mit ... einem feinen M
edler Schokolade (Freizeitmagazin 12, 1978. 21). 3. (bei
einem Reifen mit Schlauch) die um den Schlauch gelegte
feste Umhüllung aus einem Gewebe, auf das eine dicke
Gummischicht mit eingeschnittenen Profilen aufgetragen ist
beide Mäntel der Reifen seines Fahrrads sind brüchig.
4. (Zeitungsw. Jargon) allgemeiner, bei den verschiedenen
Ausgaben einer Tageszeitung gleichlautender Teil (Politik.
Wirtschaft u.a.). zu dem der jeweilige Lokal teil
hinzukommt. 5. (Wirtsch.) (bei einer Kapitalgesellschaft)
Gesamtheit der Rechte u. Anteile. 6. (Finanzw.) (bei
Wertpapieren o.a.) Urkunde, die den entsprechenden Anteil twn
Besitz garantiert u. der die Coupons für die jeweiligen
Gewinne beigefügt sind: der M. einer Aktie. 7. (Geom.) die L
gekrümmte] Oberfläche eines Körpers mit Ausnahme der
Grundfläche[n]: wenn man den M. eines Zylinders auf
einer Ebene abrollt, erhält man ein Rechteck. 8. (Jägerspr >
(beim Federwild) Rückengefieder, 9. (Forstw.) kurz für
tWaldmantel.
mantel-, Mantel-: -ärmel, der; -artig <Adj.; o. Steig.): wie
ein Mantel, in der Art eines Mantels; -aufschlag, der
Aufschlag (4), Revers am Mantel; ^fiitter. das:
ausknöpfbares M.; -seschoß, das: aus einem Bleikern mit einer
Umhüllung aus härterem Metall bestehendes Geschoß; -gesetz,
das: svw. t Rahmengesetz; -kind, das (früher): unehelich
geborenes Kind, das nach altem Recht dadurch legitimiert
wurde, daß die Mutter es bei der späteren Eheschließung
unter ihrem Mantel mitnahm; -kleid, das: wie ein Mantel
geschnittenes, vorn durchgeknöpftes Kleid; -knöpf, der.
-kragen, der. -kröne, die (Zahnmed.): Krone, die den erhaf-
1734
Marabut
tenen Stumpf eitles Zolines wie ein Mantel umhüllt u. in
Form u. Funktion der natürlichen Zahnkrone angeglichen
ist; ^möwe, die: sehr große Möwe mit schwarzem Rücken
u. weitgespannten, an der Oberseite schwarzen, mantelartig
ausgebreiteten Flügeln; ^pavian, der: Pavian mit einer beim
Männchen mantelartigen, langen Mähne um Kopf u. Schul-
lern; ^rohr. das (Technik): um ein mehrteiliges / Geschütz ]-
rohr gelegte äußere Röhrenschicht; -sack, der (veraltet):
hinter dem Sattel aufs Pferd zu legender! Reise sack für
Proviant, Kleidung u.a.; -saim, der; -Stoff, der: bes. für
Mäntel geeignetes Gewebe; ^tarif. der (Wirtsch.): Tarif,
in dem die Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Urlaub, Mehr-
arbeit, Fragen der Einstellung u. Kündigung) geregelt wer-
den: einen neuen M. aushandeln, dazu: -tarifvertrag, der
(Wirtsch.); -tasche, die: die Hände in die -n stecken; ^tier,
das: (zu den Chordaten gehörendes) kleines, sack- od.
tonnenförmiges Meerestier, dessen Körper von einem
gallertigen od. knorpeligen, lebhaft bunten Mantel umgeben ist.
Mäntelchen [mentjcan], das; -s. -: tMantel (I): Ü solange
es zwei deutsche Staaten gibt, wird der 20. Juli für Jede
Art Frontwechsel das moralische M. herleihen müssen
(Augstein. Spiegelungen 39); * einer Sache ein M. umhängen
(etw. als harmlos hinstellen, bemänteln, beschönigen).
Mantflt [mantik]. die; - [griech. mantike (techne)] (bil-
dungsspr.): Wahrsage-, Seherkunst.
Mamille [man' tdütel. die; -,-n[span.mantilla < lat. mantel-
lum. tMantel] (früher): von Spanierinnen getragener Spit-
zenschleier um Kopf u. Schultern od. Schulterumhang aus
Spitze: sie trug eine schwarze M.
Mantisse [mantisa], die; -. -n [lat. manti(s)sa = Zugabe.
Gewinn] (Math.): Reihe der beim /dekadischen]
Logarithmus hinter dem Komma stehenden Ziffern.
Mantsch [mantjl usw.: svw. T Mansch usw.
Manual, das; -s. -e. Manuale [ma'nua:l(3)], das; -[s], -[n|
Izu lat. manuälis = zur Hand gehörend, zu: manus =
Hand]: 1. mit den Händen zu bedienende Tastatur an Orgel,
Harmonium, Cembalo u.a. 2. (veraltet) Handbuch,
Tagebuch; manugliter [...litis; lat. manualiter, Adv. von
manuälis. T Manual] <Adv.> (Musik): auf dem Manual [der Orgel j
zu spielen: Manubrium [ma'nuibriom], das; -s. ...ien [...idn;
lat. manubrium = Griff. Stiel, zu: manus = Hand] (Anat.):
handgriffartig geformter Teil eines Organs od. Knochens;
manuell [ma'nyel] <Adj.; o. Steig.) [frz. manuel < lat.
manuälis. T Manual]: a) mit der Hand [ausgeführt], von
Hand: -e Tätigkelten; das Gerät kann m. oder durch eine
externe Gleichspannung abgestimmt werden (Elektronik
12,1971. A 30); b) in bezug auf die Hand: -e
Ungeschicklichkeit; Manufaktur [manufak tu:?]. die; -. -en [engl, manufac-
turc, eigtl. = Handarbeit < mlat. manufactura. zu lat.
manus = Hand u. factüra = das Machen, die Herstellung,
zu: facere = machen] (früher): 1. /vorindustrieller]
gewerblicher Großbetrieb, in dem Waren serienweise mit starker
Spezialisierung u. Arbeitsteilung, aber doch im wesentlichen
noch in Handarbeit hergestellt wurden. 2. (veraltet) in
Handarbeit hergestelltes gewerbliches Erzeugnis; <Zus.:>
Manufakturbetrieb, der: svw. tManufaktur (I); manufakturieren
[...turi:ran] <sw. V.; hat) (veraltet): in Handarbeit ver-,
anfertigen,bearbeiten:TevQ\chc. Porzellan m.;
Manufakturist [...'rat], der; -en, -en (früher): 1. Leiter einer
Manufaktur (1). 2. jmd., der mit Manufakturwaren handelt;
Kurzwarenhändler; Manufakturwaren <PI.> (veraltet): Textilwaren,
die nach Maßgabe des Käufers als Meterwaren geschnitten
u. verkauft werden, od. Kurzwaren.
Manuldruck [ma nu:l-]. der; -[eis. ...drucke [nach dem
Erfinder F. Ullmann durch Umstellung seines Namensl
(Druckw.): a) <o. PI.) Spezialverfahren zur Vervielfältigung
von Strichzeichnungen od. schon gedruckten Textvorlagen
im Offsetdruck ohne Verwendung der ursprünglichen
Druckformen; b) in diesem Verfahren hergestellter Druck.
manu propria [ma:nu pro:pria; lat. = mit eigener Hand]:
eigenhändig; Abk.m.p.:Manus[ma:nos],das; -,- (österr..
Schweiz.): kurz für t Manuskript: Geben Sie mir das M.,
Doktor (Doderer. Dämonen 341); Manuskript
[manu'sknpt], das; -[e]s. -e [mlat. manuscriptum =
eigenhändig Geschriebenes (Dokument o.a.). zu lat. manus
= Hand u. scriptum. 2. Part, von: scribere = schreiben]:
1. Abk.: Ms. od. Mskr., PL: Mss. a) mit der Hand od.
auf der Schreibmaschine angefertigte Niederschrift eines
literarischen od. wissenschaftlichen Textes (als Vorlage für
den Setzer): ein [unifertiges, umfangreiches M.; das M.
überarbeiten, durchsehen; er hat dem Verlag ein neues
M. eingereicht; an seinem M. arbeiten; das Werk Ist im
M. fertig; als M. gedruckt (Jur.; Vermerk auf einem nicht
für die Allgemeinheit, sondern nur für einen begrenzten
Personenkreis bestimmten Druckwerk); b) vollständige od.
stichwortartige Ausarbeitung eines Vortrags, einer
Vorlesung, Rede u.a.: sich nicht ans M. halten; der Redner
zog sein M. aus der Tasche: er hat ohne M. gesprochen.
2. Handschrift, handgeschriebenes [u. kunstvoll
ausgemaltes] Buch der Antike u. des Mittelalters: er entdeckte ein
vergilbtes M. aus dem 13. Jh.
Manzanilla [mantßa'mlja. (auch:) mansa...], der; -s [span.
mansanilla. eigtl. = Kamille, nach der Ähnlichkeit der
Knospen des Weinstocks mit denen der Kamille]: ein trok-
kener, weißer, ähnlich wie Sherry bereiteter Süßwein aus
dem Süden Spaniens; <Zus,;> ManzanfIlawein. der.
Maoismus [mao'ismos], der, - [nach dem chin.
Parteivorsitzenden Mao Tse-tung (1893-1976)]: Ideologie nach dem
Vorbild der von Mao Tse-tung entwickelten Variante des
Marxismus-Leninismus, Weltanschauung, die am
chinesischen Kommunismus orientiert ist; <Abl.:> Maojst, der,
-en, -en: Anhänger, Vertreter des Maoismus; maojstisch
<Adj.): a) <o. Steig.) den Maoismus betreffend, zu ihm
gehörend: eine -e Partei; b) den Prinzipien des Maoismus
folgend: eine -e Hinstellung; Mao-Look [ma:o-]. der <o.
PI.) [nach der Kleidung, in der Mao-Tse-tung öffentlich
aufzutreten pflegte]: aus einem halbmilitärischen Anzug mit
hochgeschlossener, einfacher blauer Jacke [u. einer flachen
Schirmmütze] bestehende Kleidung: er kandidiert im Mao-
Look (MM 23. 1.75. 13).
Mäppchen[mep^nl.das; -s,-: tMappe(1); Mappe [mapa],
die; -. -n [frühnhd. = Umschlagtuch] dir Landkarten
< mlat. mappa mundi = Weltkarte, eigtl. = Tuch mit
einer Darstellung der Welt, zu lat. mappa = (Vor)tuch,
Serviette u. mundus = Welt]: 1. <Vkl. T Mäppchen) auf-
k lappbare Hülle aus zwei steifen, durch einen Rücken
verbundenen od. aneinandergehefteten Pappen zum Aufbewahren
von Akten, Briefen, Kunstblättern u. ä.: die M. aufschlagen;
alles war säuberlich in -n geordnet; in einer M. blättern.
2. rechteckige, flache Tasche, meist aus [Kunstlieder [mit
einem überzuklappenden Verschluß u. Tragebügel od. einem
(umlaufenden) Reißverschluß]: eine mit Büchern prall
gefüllte M.; die M. unter dem Arm tragen; Mappeur
[ma'po:^]. der; -s, -e [älter frz. mappeur, zu mfrz. mappe
< mlat. mappa. T Mappe] (veraltet): svw. tKartograph;
mappieren [...pl:renl <sw. V.; hat) (veraltet): kartographisch
aufnehmen u. zeichnen; <Abl.:> Mappjerung. die; -. -en
(veraltet): kartographische Aufnahme u. Wiedergabe.
Maquette [ma'ketd], die;-,-n [frz. maquette, eigtl. = Skizze.
Entwurf < ital. macchietta = kleiner Fleck. Vkl. von:
macchia < lat. macula. T Makel]: (bes. in der Bild/tauerei)
Entwurf, Modell.
Maquillaae [maki'ja:3dl. die; - Ifrz. maquillage, zu: maquiller
= schminken]: 1. (bildungsspr. selten) Make-up. 2. das
ertastbare Kenntlichmachen von Spielkarten durch
Falschspieler.
Maquis [ma'kl:], der; - [...i:(s); frz. Form von TMacchial:
frz. Widerstandsorganisation im 2. Weltkrieg, deren
Mitglieder vor allem in unzugänglichen Gebieten als Partisanen
kämpften: dem M. angehören; Ü In Berlin-Kreuzberg, dem
M. der Linken. ... zeichnen sie ihr Künstlerleben kritisch
nach (Spiegel 46.1969,222); <Abl.:> Maquisard [maki'za^].
der; -. -s u. -en [...zardn]: Angehöriger des Maquis.
Mär [me:^]. die; -. -en.'(seltener:) Märe [me:ra], die; -.
-n Imhd. maere, ahd. märi. zu mhd. nrueren, ahd. mären
= verkünden, rühmen, zu einem Adj. mit der Bed. ..groß,
berühmt"] (dichter., sonst veraltet, gelegtl. spöttisch):
Erzählung, seltsame Geschichte, unglaubwürdiger od. unwahrer
Bericht: einealte M.; die M. vom Klapperstorch; Mischung
aus M. und Verkündigung (Th. Mann, Joseph 34). Vgl.
Märchen.
Marabu [ma:rabu],der; -s, -s [frz. marabout. eigtl. = mo-
hammedan. Asket (wegen des würdigen Aussehens des
Vogels) < port. marabuto < arab. muräbij = Einsiedler.
Asket]: in Afrika od. Südasien heimischer, großer Storch,
weiß mit dunklen Federn auf dem Rücken, mit mächtigen
Schwingen, einem großen, kräftigen Schnabel u. meist
kropfartigem, aufblasbarem Hautsack unter der Kehle; Marabut
[marabu:t], der; -[s], -[s] [frz. marabout, T Marabu]:
mohammedanischer Einsiedler, Heiliger.
1735
Maracuja
Maracuja [marakuja]. die; -. -s [port. maracuja. indian.
Wort des östl. Südamerika u. der Karibik]: eßbare Frucht
der Passionsblume; <Zus.:> Maracyiasaft, der.
Maral [ma:ral], der; -s, -e [mara:b; pers. maräl]: im Altai
lebender, im Sommer rotbrauner, im Winter schiefer grauer,
großer Hirsch mit kräftigem Geweih u. gelbem Spiegel.
Maräne [ma're:n3], die; -, -n [H.u.) (nordostd.): svw. TFel-
chen.
marantisch [ma'rantij; griech. marantikös. zu: marainein,
t Marasmus): svw. Tmarastlsch.
Maraschino [maraski:no]. der; -s. -s [ltal. maraschino. zu:
(a)marasca = Sauerkirsche, zu: amaro < lat. amärus
= bitter, sauer]: farbloser Likör aus dalmatinischen
Sauerkirschen.
Marasmus [ma'rasmos], der; - [griech. marasmös. zu:
marainein = ausdörren; verzehren] (Med.):
fortschreitender Verfall der körperlichen u. geistigen Kräfte (durch Alter
od. Krankheit): Ü Der Marasmus der Demokratie kam
dem entgegen (Musil. Mann 1344); marfstisch. marantisch
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (Med.): a) den Marasmus
betreffend, durch Marasmus hervorgerufen; b) (von
körperlichen u. geistigen Kräften) verfallend, schwindend.
Marathon[ma(:)raDn].das; -s.-s [nach dem gleichnamigen
griech. Ort, von dem aus ein Läufer die Nachricht vom
Sieg der Griechen über die Perser (490 v. Chr.) nach Athen
brachte; 2: wohl unter Einfluß von engl, marathon]: 1.
svw. t Marathonlauf. 2. (ugs.) etw. übermäßig lange
Dauerndes u. dadurch Anstrengendes: Als Frohnatur übersteht
man -s (= lange Sitzungen bei der EWG) am besten
(MM 8. 1.72. 16).
'Marathon- [-]: Best, in Zus. zur Bez. von Veranstaltungen,
Tätigkeiten o. ä.. die sich durch eine übermäßig lange
Dauer auszeichnen: -film, der; ^rede. die; -Sitzung, die;
-Veranstaltung, die; -verhandhing, die.
^Marathon- [-]: -lauf, der: Langstreckenlauf über 42.2km
(olympische Disziplin), dazu: -laufer, der; -strecke, die
(Leichtathletik): die beim Marathonlauf zurückzulegende
Strecke.
-marathon [-ma(:)raton|. das; -s. -s: drückt aus. daß das
im Best. Genannte sich durch übermäßig lange Dauer
[u. für die Teilnehmer durch übermäßige Beanspruchung]
auszeichnet, z. B. Verhandlungs-, Sitzungsmarathon.
Marbel [ marbl], Marbel [merb|]. die [spätmhd. marbel,
märbel.mhd.marmel.t Marmel] (landsch.): svw. t Murmel:
Wenn das alte Spiel mit ... Marbeln oder Marmeln
beginnt, ist der Winter endgültig vorbei (MM 9. 5. 70. 12).
Marc [ma:?]. der; -s [ma:?; frz. marc (de raisin). zu: marcher
= mit den Füßen treten, t marschieren]: starker Branntwein
aus den Rückstäruien der Trauben beim Keltern.
marcando [markando] <Adv.) [ital. marcando, zu: marcare.
tmarcato]: svw. tmarcato; marcatissimo [...a'tisimo]
<Adv.> [Superlativ zu tmarcato] (Musik): in verstärktem
Maße marcato; marcato [...ka:to] <Adv.> [ital. marcato.
zu: marcare = markieren, betonen, aus dem Germ.]
(Musik): markiert, scharf hervorgehoben, betont
(Vortragsanweisung).
Mardi [man;], die; -, -en [mhd. march, südd. Nebenf. von
mark, t2Mark] (Schweiz.): Flurgrenze. Grenzzeichen;
<Abl.:> marchen [marc;n] <sw. V.; hat) (Schweiz.): eine
Grenze festsetzen.
Märchen [me:^pn]. das; -s. - [spätmhd. (md.) merechyn.
Vkl. von mhd. m<ere, t Mär]: 1. im Volk überlieferte
Erzählung, in der übernatürliche Kräfte u. Gestalten in das Leben
der Menschen eingreifen u. meist am Ende die Guten belohnt
u. die Bösen bestraft werden: alte, vertraute M.; die M.
der Brüder Grimm; M. für Kinder; ein M.aus 1001 Nacht;
das klingt wie ein M.; M. erzählen, sammeln, aufzeichnen;
so etwas gibt es bloß im M.; das mutet wie Im M. an;
Ü ein so reines M. an Schönheit und Grazie, eine so
echte kleine Dame (Dürrenmatt. Grieche 18). 2.
unglaubwürdige, [als Ausrede] erfundene Geschichte; Lüge: jmdm.
ein M. auftischen; dies M. von dem Überfall glaube ich
nicht!.
Märchen-: -buch,das: [Kinder/buch mit Märchen: ein
bebildertes M.; -dichter,der; -Dichtung, die <o. Pl.>; -erzählen
der; -flgur, die; -film, der; -forschung, die: Wissenschaft,
die sich mit Herkunft u. Verbreitung der Märchen (1) u.
mit ihren Motiven befaßt; -gestalt, die; -gbmz, der:
zauberhafter, unwirklicher Glanz; -held, der; -heldin, die; -bind,
das; Mnotiv. das: typisches, in vielen Märchen (1)
wiederkehrendes Motiv. Thema; -onkel, der (fam.): Märchenerzähler
(z.B. im Radio, Femsehen); -oper, die: Oper mit einer
märchenhaften Handlung; -pracht, die: märchenhafte
Pracht; -prinz, der: der ersehnte wunderschöne / aus reichem
Hause stammetule] Mann: endlich konnte sie ihren -cn
heiraten; -Prinzessin, die; -Sammlung, die; -schadi, das
eine bestimmte Form des Problemschachs; -schätz, der
<PI. selten) (geh.): Sammlung von Märchen (I); -schkA.
das: Schloß in einem Märchen (1); -spiel, das: Theaterstück.
Aufführung mit märchenhaftem büialt; -stunde, die: Sendung
für Kitider. in der Märchen (1) gesendet werden; -tante,
die (fam.): vgl. ^onkel; -wald, der; Mvelt, die <o. PL
märchenhaft <Adj.; -er. -este>: 1. wie ein Märchen (1), m
ein Märchen erinnernd: eine -e Erzählung; die Motive dieser
Dichtung sind m. 2. a) zauberhaft schön: eine -e
Schneelandschaft; -e Fernen bauten sich ... auf (Jacob. Kaffee 80):
b) (ugs. emotional übertreibend) ungewöhnlich, sehr / groß,.
großartig, unglaublich: eine -e Geschwindigkeit; eine m.
geringe Miete; sein Reichtum ist m.; die Kinder sind m
heute m. brav!; der Pianist spielt m.
Marchesa [mar'ke:za], die; -, -s od. ...sen [ital. marchesaj
w. Form zu T Marchese; Marchese [...za], der; -. -n [ital
marchese. eigtl. = Markgraf, zu: marca = Grenze. Gren/-
land. aus dem Germ.]: a) <o. PI.) holier ital. Adelstitel
vgl. Marquis; b) Träger des Titels Marchese.
Marching Band [ma:tj in baend], die; - -, - -s [engl, marchinc
band, zu: to march = marschieren u. t3Band]: durch dx
Straßen ziehende (im New-Orleans-Stil spielende) Kapelle.
M^rdizins, der, -es. -en [Schweiz. March = (zeitliche)
Begrenzung, f March] (Schweiz): bis zu einem Zwischentermm
aufgelaufener Zins.
Marcia [martja], die; -. -s [ital. marcia < frz. manche
tMarsch] (Musik): Marsch: M. funebre [- fu:nebrd
(Trauermarsch). Vgl. alla marcia.
Marder [march?]. der; -s. - [mhd. marder, ahd. mardlarfc
H.u.]:kleines,hauptsächlich von Nagetieren lebendes
Raubtier mit langgestrecktem Körper, kurzen Beinen, langem
Schwanz u. dichtem, feinem, als wertvoller Pelz geschätztem
Fell: ein M. ist in den Hühnerstall eingebrochen; Ü Die
Reifen abmontiert, Polster raus, das raus ... Und Jeden
Tag haben die M. (Räuber. Diebe) da immer gewühh
(Aberle. Stehkneipen 53).
Mörder: -feil, das; -hund, der [nach der Ähnlichkeit mit
einem Marder]: urspr. in Asien beheimatetes, kleines,
waschbärartiges Raubtier, dessen langhaariges, drahtiges Fell sehr
begehrt ist; -jacke, die: Jacke aus Marderpelz; -petz, der
Mare [ma:ra], das; -. - od. ...ria [...rja; lat. mare = Meert
als dunkle Fläche erscheinende große Ebene auf dem Mond
od. dem Mars.
Märe: tMär.
Marelle [ma'reb]: tMarille.
mären [me:ran], mähren <sw. V.; hat) [mhd. mer(e)n =
Brot in Wein od. Wasser tunken, einbrocken; umrühren,
wahrsch. Abi. von mhd. meräle. mer(ö)t. t Märte]: 1.
(landsch. veraltend): herumwühlen, -rühren: mär nicht so
im Dreck! 2. (landsch., bes. ostmd.) a) langsam u.
umständlich sein, trödeln; b) umständlich reden, sehr viel erzählen
Märend [ma'rent], das; -s. -i [...ndi; rätoroman. mareixia
< ital. merenda. < spätlat. merenda. t Märte] (schweiz.
mundartl.): svw. tMärende; Mar^nde, die; -, -n (tirol.r
Zwischenmahlzeit. Vesper.
marengo [marengo] <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.
[nach dem oberital. Ort Marengo]: (von einem Gewehe
grau od. braun mit weißen Punkten; Marengo [-]. der, -s
graumelierter Kammgarnstoff für Mäntel u. Kostüme.
Märerei [me:rar^j], die; -. -en (landsch.. bes. ostmd.
abwertend): dauerndes Mären.
Margaretenblume [marga're.tn-]. die; -. -n [volkst.
Verbindung mit dem w. Vom. Margarete]: svw. tMargerite.
Margarine lmarga'ri:no. österr. ugs. auch: ...ri:n]. die: -
[frz. margarine. geb. aus: aeide margarique = perlfarbene
Säure, zu aeide = Säure (tAzid...)u. margarique. zu griech
märgaron = Perle]: streic/ifäliiges, der Butter ähnliches
Speisefett aus tierischen u. pflanzlichen od. rein pflanzlichem
Fetten: M. ist billiger als Butter; M. zum Kochen nehmen
Margarine-: -fabrik, die; -Industrie, die; -würfel, der.
Marse [mar»], die; -. -n [frz. marge = Rand. Spielraum
< lat. margo = Rand]: 1. Unterschied. Spielraum. Spanne
die M. der Erwartungen ist sehr hoch gespannt. 2.
(Wlrtsch.) a) Differenz zwischen Selbstkosten u. Verkaufs-
1736
Marionetten-
preis; Handelsspanne; b) Differenz zwischen den Preisen
für die gleiche Ware an verschiedenen Orten; c) Differenz
zwischen Ausgabekurs u. Tageskurs eines Wertpapiers.
Margerite [marga'rLto], die; -. -n [frz. marguerile. eigll.
= Maßliebchen < afrz. margarite = Perle < lat.margari-
ta < griech. margarites. wohl nach dem Vergleich der
Blütenköpfe mit Perlen]: zu den Korbblütlern gehörende
Wiesen jblume. deren sternförmiger Blütenkopf aus weißen
Randblüten um eine Scheibe aus leuchtendgelben Blüten
besteht; Wucherblume: die Wiese war weiß von -n; <Zus.:>
Maraeritenbkime, die: svw. T Margerite.
marginal [marginal] <Adj.; o. Steig.) [nlat. marginalis =
den Rand betreffend (wohl aus der Druckerspr.), zu lat.
margo = Rand; 2: eng), marginal]: 1. am Rande liegend,
den Rand betreffend; beiläufig: t\n -es Thema; -e Gruppen
(Randgruppen); eine nur -e Änderung des Konzepts. 2.
(Sozio 1.. Psych.) in einer Grenzstellung befindlich; nicht
fest einem bestimmten Bereich zuzuordnen: -e
Persönlichkeit. 3. (Bot.) (von Samenanlagen) am Rande eines
Fruchtblattes gelegen.
Marginal-: -analyse. die (Wirtsch.): Untersuchung der
Auswirkung einer geringfügigen Veränderung einer od. mehrerer
Variablen auf bestimmte ökonomische Grö/Jen mit Hilfe
der Differentialrechnung; -bemerkung, die (bildungsspr.):
Randbemerkung; -glosse, die (Sprachw., Literaturw.): an
den Rand geschriebene Glosse (2).
Marginale [margi'na:ta], das; -[s], ...lien [...ton] <meist PL):
svw. tMarginalie; Marginalie l...ljp], die; -, -n (meist PL):
Anmerkung am Rand einer Handschrift od. eines Buches;
Marginalität [...nalit£:t], die; • [engl, marginality] (Soziol.,
Psych.): Existenz am Rande einer sozialen Gruppe.
Maria [mari:a; Name der Mutter Jesu] in den Ausrufen
des Erschreckens, Erstaunens o.a. [Jesus]» Maria und
Josef, Jesses Maria. Vgl. Jesses, Jesus.
Mariage [ma'ria:33. österr. ...a:3l. die; -. -n [frz. mariage,
zu: marier < lat. maritäre = verheiraten; 3: frz. mariage,
nach den anzustrebenden Mariagen (2) mit besonderem
Punktgewinn]: 1. (veraltend, meist abwertend) Heirat. Ehe.
2. (Kartenspiel) Zusammentreffen von König u. Dame ein
und derselben Farbe in einer Hand: eine M. haben. 3.
(veraltet) dem Sechsundsechzig ähnliches Kartenspiel.
marianisch lma'ria:nij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mlat.
Marianus] (kath. Kirche): auf die Gottesmutter Maria
bezüglich: -e Theologie.
Marie [ma'ri:], die; - [viell. nach dem Mariatheresientaler]
(salopp): Geld: keine M. haben; bei mir wird M. vorneweg
abgelegt, jeden Ersten (Fallada. Mann 128); kommt ein
Jüngling ... mit haushoher M. (ebd. 217).
Marien- [mari.an-; zu I Maria]: -altar, der: der Mutter
Maria geweihter Altar; -andacht. die: besonderer
Gottesdienst zu Ehren Marias in der kath. u. orthodoxen Kirche;
-bild. das (christl. Rel.. Kunst): bildliche Darstellung der
Maria; -dichtung, die (Literaturw.): Dichtung, die in
legendärer Form das Leben Maria darstellt od. in der Maria
verherrlicht u. angerufen wird; -faden <PI.) (österr.
veraltend) [nach der volkst. Vorstellung der spinnenden
Jungfrau Marial: Altweibersommer (2): Die M. flogen sacht
und zärtlich über ihn dahin (Roth, Kapuzinergruft 39);
-fest, das (kath. Kirche): Fest zu Ehren Marias: Maria
Himmelfahrt ist das älteste M.; -glas, das <o. PL): svw.
t Alabasterglas; -käfer, der [vgl. Herrgottskäfer]: kleiner,
halbkugeliger Käfer mit meist roter Oberseite u. schwarzen
Punkten; -kult, der: svw. t -Verehrung; -leben, das
(Literaturw., Kunstwiss.): künstlerische Darstellung des Lebens
Marias [ in einzelnen Szenen od. BildernJ; -legende, die:
vgl. -dichtung; -seide.die <o. PL): svw. t -faden; -statue,
die; -tag, der. svw. t-fest; -Verehrung, die (christl. ReL):
kultische Verehrung Marias , als einer Heiligen j.
Marihuana [marihya.na, auch: ...ri'xy...],das; -s [span. ma-
rihuana. wohl zusgez. aus den w. Vom. Maria u. Juanal:
aus getrockneten, zerriebenen Blättern. Stengeln u. Blüten
des in Mexiko angebauten indischen Hanfs gewonnenes,
im Aussehen einem feingeschnittenen, grünlichen Tabak
ähnliches Rauschgift: M. rauchen.
Marille [ma'rib], die; -. -n [wohl nach ital. armellino <
lat. armeniacum (pomum) = Aprikose, eigtl. =
armenischer Apfel] (landsch.. bes. österr.): Aprikose: halten die
Weiber die leckeren Erdbeeren feil, die glänzenden
Schwarzbeeren, die feurigen -n (Fussenegger, Haus 378).
Marjllen-: -brand, der (österr.. Schweiz.): svw. t-geist;
-geist, der: aus Aprikosen hergestellter Branntwein;
-knödel, der (österr.): Knikiel aus Kartoffelteig mit einer
Aprikose in der Mitte; -koch, das: vgl. ^och; -likör,
der; -marmelade, die; -schnaps, der; -wasser, das <PI.
...wässer): vgl. -schnaps.
Marimba [marimba], die; -. -s [span. marimba. aus einer
afrik. Sprache] (Musik): (bes. in Guatemala beliebtes) dem
Xylophon ähnliches Musikinstrument aus auf einem Rahmen
rufienden Holzplättchen mit darunterliegenden einzelnen
Resonanzkörpern; Marimbaphon I-'fo:n], das; -s, -e [t -phon]
(Musik): Marimba mit Metallröhren als Resonanzkörpern.
marin [ma'ri:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. marinus.
zu: mare. I Marc]: 1. zum Meer gehörend, das Meer
betreffend: -e Fachzeitschriften. 2. im Meer lebend, aus dem
Meer stammend(Ggs.: limnisch 1. terrestrisch 2): -e
Lebensformen; Marinade [mari'na:dd], die; -, -n [frz. marinade,
zu: mariner = Fische (in Salzwasser, Meerwasser) einlegen,
zu: marin < lat. marinus. tmarin]: l.a) aus öl. Zitrone
od. Essig u. Gewürzen bereitete Beize zum Einlegen von
Fleisch. Fisch. Gurken u.a.; b) aus ähnlichen Zutaten [mit
Kräutern, saurer Sahne u.a.] bereitete Salat soße: die M.
abschmecken; den Salat in der M. durchmischen. 2.
Fischkonserve in einer Marinade (1): in der Auslage lagen
Rollmöpse, Bratheringe in Dosen und andere -n; Marine
[ma'ri:na], die; -. -n [frz. marine, eigtl. = die zum Meer
Gehörende, zu: marin, tMarinade]: l.a) Seewesen eines
Staates; Flotte u. alles damit Zusammenhängende: daß die
Ägypter, die Phönizier u. Venetianer höchst respektable
-n besessen haben (Kisch, Reporter 186); b) für den Seekrieg
bestimmter Teil der Streitkräfte eines Staates. Landes;
Kriegsmarine: er dient bei der M.; zur M. eingezogen
werden. 2. (Kunst) svw. TSeestück.
marine-, Marine-: -artillerie, die: der Kriegsmarine
unterstehende Abteilung der Artillerie; -attache,der: vgl.
Militärattache; -blau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): tief dunkelblau
(wie die Farbe von Marineuniformen); -blau, das:
marineblaue Farbe; ^flieger, der (ugs.): Angehöriger der
Marineluftwaffe; -infanterie, die: der Kriegsmarine unterstehende
u. für Kämpfe an Land (nach Landungen) bes. ausgebildete
Truppe; - Ingenieur, der; -hiftwafle, die: zur Marine gehö-
rende [auf Flugzeugträgern stationierte/ Luftstreitkräfte;
-maier, der (Kunst): Maler, der Meer. Schiffe. Häfen usw.
/ in historischen BildernJ darstellt; -Offizier, der; -soldat,
der; -Station, die: Hafen. Ort. an dem Marine stationiert
ist; -Stützpunkt, der: von Seestreitkräften geschützter
Stützpunkt, den ein Land außerhalb seiner Grenzen unterhält:
ein M. der Amerikaner im Pazifik; -uniform, die.
Mariner, der; -s, - (Jargon): Angehöriger der Marine.
Matrose; marinieren [mari'nLran] <sw. V.; hat) [frz. mariner,
TMarinade]: in eine Marinade da) einlegen od. mit
Marinade beträufeln: weichgekochten Spargel mit Salz.
Zitronensaft oder Essig m.: marinierte Heringe;
'Marinismus [mari'nismos], der; - [zu t Marine] (Politik selten):
Streben eines Staates nach Aufbau u. Unterhaltung einer
möglichst starken Flotte.
2Marintsmus [-], der; - [ital. marinismo, nach dem ital.
Dichter G. Marino (1569-1625)] (Literaturw): literarische
Ausprägung des Manierismus (b) in Italien.
Mariolatrie [mariolatri:], die; - [zu Maria, dem Namen
der Mutter Jesu, u. tLatrie]: Marienverehrung; Mariologe,
der: -n, -n [T-logel: Vertreter der Mariologie; Mariologie,
die; - [t-logie] (kath. Theol.): Lehre von der Gottesmutter
Maria; mariologisch <Adj.; o. Steig.): die Mariologie
betreffend: -e Dogmen; Marionette [marioneto], die; -, -n [frz.
marionnette, eigtl. = Mariechen, Abi. von dem frz. w.
Vorn. Marion]: Puppe zum Theaterspielen, die mit Hilfe
vieler an den einzelnen Gelenken angebrachter u. oben an
sich kreuzenden Leisten befestigter Fäden ixi. Drähte geführt
wird: die -n geschickt bewegen; das Stück wurde mit -n
gespielt; Es war gespenstisch und war wie das Tun von
-n (Plievier, Stalingrad 176); Ü Sie braucht einen Mann,
aber keine M. {keinen unselbständigen, von einem anderen
als Werkzeug benutzten Mann; Kirst. 08/15. 279).
Marionetten-: -biihne, die: svw. t-theater; -regierung, die:
von einem fremden Staat eingesetzte u. von ihm abhängige
Regierung eines Landes. Scheinregierung: eine M. einsetzen;
-spiel, das: mit Marionetten gespieltes Theaterstück;
-Spieler, der: Künstler, der eine Marionette bewegt u. ihre Rolle
spricht; -Staat, der: vgl. -regierung; -theater, das: Theater,
auf dem mit Marionetten gespielt wird.
1737
marionettenhaft
marianettenhaft <AdJ.; -er. -este>: wie eine Marionette, in
der Art einer Marionette: -e Bewegungen.
Marist [ma'nst], der; -en. -en [frz. mariste. zu t Maria, gepr.
von dem Gründer, dem frz. Priester J. C. M. Colin
(1790-1875)]: Angehöriger einer 1816 gegründeten kath.
Priesterkongregation.
maritim [mariti.m] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> [lat. mariti-
mus, zu: mare, tMareJ: 1. das Meer betreffend; Meer....
See...: -es Klima; die -e Fauna. 2. das Seewesen, die
Schiffahrt betreffend: -e Mächte.
Mariell [mar'jel], die; -. -en. Marielichen, das; -s, - [lit.
mergele = Magd; Mädchen. Jungfrau. Vkl. von: mergä
= Bauernmädchen] (ostpreuß.): Mädchen: zwei dralle
Marjellen; als vor zwei Jahren etwa die Torpedobootflottil-
le aus Pillau hier festmachte ... und de Marielichen me-
schugge wurden (Grass. Blechtrommel 215).
'Marti [mark], die; -. -. Markstücke u. (ugs. scherzh.:)
Märker ['merke; mhd. marc. marke = Silber- od. Goldbarren
mit amtlichem, den Wert garantierendem Zeichen, urspr.
identisch mit mhd. marc = Zeichen. t2Mark]: Einheit
der deutschen Wahrung: die Deutsche M. (Einheit in der
Bundesrepublik: Abk.: DM); die M. der Deutschen
Demokratischen Republik (Einheit in der DDR; Abk.: M); die
M. wurde aufgewertet; eine M. hat hundert Pfennige;
hundert Pfennige machen, geben eine M.; der Eintritt kostet
zwei M. fünfzig; kannst du mir fünfzig M. wechseln (einen
Fünfzigmarkschein in verschiedene Scheine u. Münzen mit
dem Gesamtwert von fünfzig Mark umtauschen)/; Lüders
hat seine paar Märker hingelegt (Döblin. Berlin 102); ich
habe die. meine letzte M. ausgegeben; auf eine M. [mehr
oder weniger] soll es mir nicht ankommen; sie müssen
mit jeder M. rechnen (haben wenig Geld); er dreht jede
M. [dreimal] um, ehe er sie ausgibt (ugs.; ist sehr sparsam,
knauserig); R zehn M. haben oder nicht haben sind zwanzig
M. Unterschied!; * keine müde M. (ugs.; keine einzige
Mark): Keine müde M. Entwicklungshilfe (Spiegel 14.
1975.84).
'Mark [-]. die; -. -en [mhd. marc. march = Grenze. (Grenz)-
zeichen, Grenzland, Gau. Gebiet, Gemeindeeigentum an
Grund u. Boden, ahd. marcha = Grenze] (hist.):
Grenzland. Gebietanden Grenzen [des Reiches]: die M.
Brandenburg; die -en mußten geschützt werden.
3Mark [-]. das; -le]s [mhd. marc, ahd. mar(a)g. urspr. =
Gehirn]: l.a) inneres Gewebe, meist weichere Substanz in
den Knochen, in verschiedenen Organen bei Mensch u. Tier
sowie im Zentrum pflanzlicher Sprosse: das M. einer Pflanze
dient als Wärme- u. Wasserspeicher; Die Nervenzellen
des Gehirns und des verlängerten -es sind am
empfindlichsten (Medizin II, 161); Ü ans M. (an den Kern, das Innerste)
gehen; Geld verdienen mit dem Schweiß der andern ....
leben vom M. der andern (Tucholsky, Werke II. 83); *kein
M. in den Knochen haben (1. anfallig. kränklich sein. 2.
keine Energie haben, entschlußlos sein): jmdm. das M. aus
den Knochen saugen (ugs.; jmdn. ausbeuten)', jmdn. bis aufc
M. quälen, schikanieren (jmdn. ganz bes. heftig quälen);
jmdn. bis ins M. erschrecken (jmdn. bes. heftig, zutiefst
erschrecken); jmdm. durch M. und Bein/(ugs. scherzh.:)
durch M. und Pfennig gehen, dringen (als bes. unangenehm,
als Quälend f lautJ empfunden werden); jmdn. ins M. treffen
(jmdn. tief verletzen); b) weiche, gelbliche, fettreiche Masse
aus dem Inneren gekochter [ RinderJknochen: das M. aus
den Knochen lösen; ... backt die Schnitten in der Röhre,
bis das M. glasig und durchgegart ist (Hom. Gäste 173);
Klößchen aus M. 2. konzentriertes, zu einem einheitlichen
Brei verarbeitetes Fruchtmark: M. aus Tomaten bereiten;
Marmelade aus dem M. verschiedener Früchte kochen.
'm^rk-, 'Mfric- ('Mark): -betrag, der: in Mark angegebener
Betrag; -münze, die: auf einen Markbetrag lautende Münze;
-schein, der (früher): kleiner Geldschein mit dem Wert
von einer Mark; -stück, das: svw. tEinmarkstück, dazu:
-stückgroß <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: von der Größe
eines Markstückes; -Währung, die: auf Mark (Deutsche
Mark od. Mark der DDR) lautende Währung.
zm*rk-, 2M«rk- (2Mark): -genossenschaft, die (hist.):
Siedlungsverband mit gemeinschaftlich genutztem Eigentum (in
germ. Zeit u. im frühen MA.); -graf, der [mhd. markgrä-
ve = Markgraf (1)1 (hist.): 1. königlicher Amtsträger in
den Grenzlanden. Befehlshaber einer 2Mark. 2.a) <o. PI.)
Adelstitel eines Fürsten im Rang zwischen Graf(\) u. Herzog
(1 b): bei den Zäh ringe m vererbte sich der Titel M. von
Baden; b) Träger dieses Titels, dazu: -gräfin, die: w. Form
zu Ngraf. -gräfler [-grE:flB], der; -s. - [nach „Markgrafler
Land"]: leichter, säurearmer Tischwein aus der lumilschafi
zwischen dem Rheinknie bei Baselu. dem Breisgau. -griffidi
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>: einem Markgrafen gehörend,
ihn betreffend: die -e Forstverwaltung, -grafschaft, die
(hist.): Amts-. Herrschaftsbezirk eines Markgrafen;
-scheide, die: a) (veraltend) Grenze. Grenzlinie: der Fluß bildec
hier die natürliche M.; b) (Bergmannsspr.) Grenze eint*
Grubenfeldes. zu b: -scheidekunde, -schekiekunst, die 'o
PL): Vermessung. Darstellung der Lagerungs- u. Abbauve**
hältnisse beim Bergbau, -scheider [-J^idHl, der; -s. - (Berg-
mannsspr.): Ingenieur für Vermessungen über u. unter Tatt
(Berufsbez.); -stein, der [mhd. marcstein = Grenzstein*
wichtiger Punkt. Wendepunkt, bedeutender Einschnitt: es»
M. in der Geschichte; -wald, der (hist.): einer
Markgenossenschaft gehörender Wald, Gemeinschaftswald.
3m^rk-, 3M«rk- (3Mark): Mkirchdringend <Adj.; o. Steig
sehr laut, gellend, bis ins Innerste durchdringend: mit <r
Stimme; m. schreien; -erschütternd <Adj.; o. Steig.>: lau
u. zugleich Mitgefühlu. Schrecken erregend: ein -es
Schluchzen; -kkiOchen, das OCochk.): aus Mark. Paniermehl. Eiern
u. Gewürzen hergestelltes Klößchen: Suppe mit M.; ^km>
dien, der: Knochen, der sehr viel Mark enthält: ^k» <Adi-
o. Steig.; nicht adv.) (selten): kraftlos; -nagelung* dr
(Med.): Nagelung von Knochenbrüchen bei Röhrenknochen,
bei der der Nagel in die das Mark enthaltende Höh htm
des Knochens getrieben wird; -scheide, die (Anat.):
umhüllende Gewebeschicht um Nervenfasern; -stanmkohl, der
(Landw.): eine bes. als Futter verwendete, winterfeste An
des Kohls.
markant [markant] <Adj.: -er. -este) [frz. marquant = sich
auszeichnend, hervorragend. 1. Part, von: marquer,
tmarkieren]: auffallend, eigenartig; stark ausgeprägte Merkmak
aufweisend: eine -e Erscheinung; -e Gesichtszüge; das -esic
Beispiel für diese Entwicklung: m. gestaltete Wandt
(Wohnfibel 127); Markasit [markazi:t. auch: ...zitl. der.
-s. -e [mlat. marcas(s)ita, H.u.J: metallisch glänzendes,
gelbes, oft bunt anlaufendes Mineral aus einer Verbindum
von Schwefel u. Eisen.
Marke I'marka], die; -. -n [frz. marque = auf einer Wair
angebrachtes Zeichen, Kennzeichen, zu: marquer =
kennzeichnen, bezeichnen, tmarkieren]: l.a) kurz für
tErkennungsmarke; b) kurz für t Dienstmarke: der
Kriminalbeamte zog. zeigte seine M.; c) kurz für tGarderobenmarke
eine M. (von der Garderobenfrau) bekommen; d) kuir
für t Lebensmittelmarke; Coupon: seine -n sorgfältig
aufbewahren; keine -n mehr haben; diese Ware gibt es nur
auf -n; e) kurz für t Beitragsmarke: die -n bitte in den
Ausweis kleben; 0 kurz für t Briefmarke: zehn -n aii
60 [Pfennig!. 2.a) unter einem bestimmten Namen. Wurem*
zeichen hergestellte Warensorte: das ist eine gute, bekannir
M.; diese Zigarette ist nicht meine M.; der Wein ist etne
führende M.; es wurden 20 verschiedene -n getestet; weiche
M. wünschen Sie?; eine neue M. ausprobieren, rauch«.
... ist sowohl ein Pokal für den besten Fahrer als auefe
für die beste M. (Automarke) ausgeschrieben (Auto *.
1965. 56); b) (salopp) seltsamer Mensch: unser Nachbar
ist eine komische M.. eine M. für sich; du bist [mir] vk*~
leicht eine M.! (du benimmst dich ungewöhnlich, hast seilst
me Ansichten). 3. an einer bestimmten Stelle als MelSpurAi
angebrachtes Zeichen. Markierung für einen erreichtem
[ Höchst /wert: am Brückenpfeiler ist die M. vom letztes
Hochwasser zu sehen; Alle zehn Schritte machte ich eint
M. aus Ruß (Frisch. Stiller 190); sie hat die alte M. dem
Rekord) um 12 Zentimeter verbessert, überboten.
Marke f merka], die; -, -n (österr.): [Namens]zeichen. Momy»
gramm [auf der Wäsche]; marken I'markn] <sw. V.; hat-
(Seemannsspr.): mit Marken (3) versehen; die Lotleine
wurde in Abständen von je einem Meter gemarkt; witkm
[rrerkn] <sw. V.; hat) (österr.): mit einer Märke versehe*
die Wäsche m.; Dort schichtet er es ( = das Holz) a*M
und markt die Stöße mit blauer Kreide auf seinen Namer
(Waggerl. Brot 208).
merken-, Marken- (Marke): Partikel, der (Wirtsch.): Artikel
der durch ein genau festgelegtes u. geschütztes Markende*
chen vom Hersteller gekennzeichnet u. als Ware von
gleichbleibender Qualität u. Ausstattung garantiert ist. dazu: ^ar-
tfkler, der (Wirtsch.): a) Vertreter, der Markenartikel
anbietet u. vertreibt: bekannte Weinbrennerei sucht rührige»
1738
Markt
M.; b) Hersteller von Markenartikeln: Bemühungen der
M die Preise des Großhandels zu binden (FAZ 11.
11. 61, 7); ^butter. die: Butter der höchsten Handelsklasse
mit gesetzlich genau festgelegten Qualitätsmerhnalen; -*er-
zeugnis, das. -fabrikat, das: vgl. -artlkel; -frei <Adj.;
o. Steig.): (in Zeiten der Bewirtschaftung) ohne Abgabe
von Lebensmittelmarken erhältlich: -e Wurst; dort konnte
man m. essen; -gerät, das: vgl. -artlkel; -heft, das
(Postw.): zu einem kleinen Heftchen zusammengefügtes
Sortiment von Briefmarken: -likör, der; -name, der; -schütz,
der: gesetzliche Regelung, durch die eingetragene
Markennamen vor Nachahmungen geschützt werden: ^ware. die: svw.
Partikel; -zeichen, das: in einer bestimmten graphischen
Form gestaltetes u. geschütztes Zeichen, mit dem alle Artikel
einer Marke (2 a) gekennzeichnet werden: Warenzeichen.
Marker [markp], der; -s. -[s] [engl, marker. eigtl. = Kenn-.
Merkzeichen]: 1. (Sprachw.) a) Merkmaleines sprachlichen
Elements, dessen Vorhandensein mit + u. dessen Fehlen
mit — gekennzeichnet wird: b) Darstellung der
Konstituentenstruktur in einem Stefnma: c) Darstellung der Reihenfolge
von Transformationsregeln. 2. (Biol.) genetisches Merkmal
bei Viren.
'Märker [merke], der; -s. - [zu T2Mark] (früher): svw.
t Markgenosse.
^MärkerH: PI. von T'Mark.
Marketender [markatendc], der; -s. - [soldatenspr.
Umformung von Ital. mercatante = Händler, zu: mercatarc =
Handel treiben, zu: mercato < lat. mercätus. t Markt]
(früher): die Truppe (bei Manövern u. im Krieg) begleitender
Händler: <Abl.:> Marketenderei [...cbr^j], die; -. -en
(früher): a) <o, PI.) Verkauf von Marketenderwaren an
Angehörige der Truppe: b) [mobile/ Verkaufsstelle für
Marketenderwaren: Marketenderin, die: -. -nen: w. Form zu T
Marketender; market^ndern <sw. V.; hat) (veraltet, noch
scher*.): Marketenderware feilbieten, weniger wertvolle
Dinge des Alltagsgebrauchs verkaufen: Im inneren
Halbrund marketenderten junge Leute mit Schmuck, T-Shirts,
Taschen und Gürteln (MM 28. 6. 71. 10); <Zus.:> Marke-
tenderwagen, der (früher): mit der Truppe mitfahrender
[Plan]wagen mit Marketenderwaren; Marketenderware,
die <meist PI.): für den Bedarf der Soldaten zum Verkauf
stehende Lebens- u. Genulimittel sowie
Gebrauchsgegenstände: Dereine Lkw enthielt M. (Klrst. 08/15, 630).
Marketerie [marketori:!, die; -. -n [...hon] (meist PI.) [frz.
marqueterie.zu.marqueter = mit Intarsien versehen, eigtl.
= besprenkeln, zu: marque. T Marke] (Kunstwiss.): Art
der Intarsien, bei der gesägte Furnierblätter auf eine Grund-
Hache geleimt werden: eine Kommode mit -n.
Marketina ['markdtwl. das; -[s] [engl, marketing, zu: to
market = Handel treiben. Märkte besuchen, zu: market
< lat. mercätus. TMarkt] (Wirtsch.): Ausrichtung eines
Unternehmens auf die Förderung des Absatzes durch
Werbung, Beobachtung u. Lenkung des Marktes sowie durch
entsprechende Steuerung der eigenen Produktion: M. für
neue Produkte (Buchtitel); ein Fachmann für M. und
Werbung.
marketing-,Marketing- (Wirtsch.): ^abteiking, die:
besondere Abteilung eines Unternehmens für das Marketing: ^agen-
tur. die: Werbebüro, das das Marketing im Auftrag für
andere Firmen durchführt; -manager, der: Fachmann für
Marketing; -mix, das (mit Bindestrich) [amerik. marketing
mix] (Wirtsch.): Kombination verschiedener Maßnahmen
zur Absatzförderung im Hinblick auf eine bestimmte
Zielsetzung; -orientiert <Adj.; o. Steig.): den Gesetzen des
Marketings folgend: m. produzieren.
markieren [mar'khran] <sw. V.; hat) [frz. marquer < ital.
marcare = kennzeichnen, zu: marca = Marke. Zeichen,
aus dem Germ.; vgl. 2Mark]: l.a) be-. kennzeichnen /durch
Zeichen, Linien, Lichter o. ä.J kenntlich machen: die
Fahrrinne durch Bojen m.; Zugvögel [durch mit einer Nummer
versehene Ringe] m.; die Stelle auf der Landkarte m.
(ankreuzen); ein markierter (mit Wegzeichen versehener)
Wanderweg; mit radioaktivem Stickstoff markierte
Aminosäure; b) anzeigen, verdeutlichen, kenntlich machen:
Bojen markieren die Fahrrinne; eine Schneise markiert den
Grenzverlauf; Ü der Kongreß ... markiert... eine
bedeutsame Etappe in der Entwicklung der Sprachwissenschaft
(Germanistik 1. 1966, 17). 2.a) hervorheben, betonen: der
Anzug markiert die Schultern; eine stark markierte Taille;
b)<m. + sich) sich abzeichnen, hervortreten, die
Körperformen markierten sich in dem Kleid besonders stark; die
Baumgrenze ... markiert sich ja auflallend scharf (Th.
Mann. Zauberberg 18). 3. (österr.) (eine Fahrkarte) durch
Lochen od. Stempeln entwerten. 4. a) (eine Rolle im Theater,
eine Stimme o.a.) nur andeuten, [bei der Probe] nicht
ausspielen, nicht mit vollem Einsatz klingen lassen: der
Sänger markierte nur, um seine Stimme zu schonen; der
Begleiter mußte den Part des Chores am Klavier m.; ich
begnügte mich.... die Achtungsbezeugung lediglich zu m.
(Niekisch. Leben 328); b) (ugs.) vortäuschen; so tun, als
ob.... einen Zusammenbruch, Schmerzen m.; den Dummen
m.; er ist nicht krank, er markiert bloß; ein [zur Übung]
markierter Unfall. 5. (Sport) a) (einen Treffer, ein Tor)
erzielen, durch einen Treffer einen bestimmten Spielstand
erreichen: die Tore Nr. 3 und 4 markierte der
Mannschaftskapitän selbst: Das längst fällige ...2:2 markierte
Schneider in der 82. Minute (Vorarlberger Nachr. 25. 11. 68.
10); b) (einen gegnerischen Spieler) decken: der Stürmer
wurde von seinem Bewacher genau markiert; <Abl.:>
Markierung, die; -, -en: a) das Markieren, Kennzeichnen: der
Wanderverein übernimmt die M. der Wege; die M. eines
Elements mit Radioisotopen; b) Kennzeichnung, /
Kenn]zeichen: eine deutliche, gut sichtbare M.; die M. ist kaum
noch zu erkennen; etw. durch -en kennzeichnen.
Markierung»-: -böte, die; -ßhnchen, das; -linie, die;
-Punkt, der.
Markjerverhalten, das; -s (Verhaltensf): Verhaltensweise zur
Abgrenzung eines Territoriums od. zur Kennzeichnung von
Artgenossen.
markig [marku;] <Adj.) [zu 13Mark]: kraftvoll, stark, kernig:
eine -e Kommandostimme; sein StlJ ist sehr m.; m.
antworten; <subst.:> Von jeher war das Markige die Kehrseite
der Sentimentalität (Enzensberger, Einzelheiten I, 169);
<Abl.:> M^rkigkeit, die; -: markige Beschaffenheit, Art.
Markise [marki.za], die; -, -n [1: frz. marquise. in der
Soldatenspr. scherzh. Bez. für das zusätzliche Zeltdach
über dem Zelt eines Offiziers (= älter frz. marquis, T
Marquis), das es von dem des einfachen Soldaten unterscheiden
sollte; 2: H.u.J: 1. aufrollbares, schräges Sonnendach,
Schutzdach vor einem [SchauJfenster. über einem Balkon
o.a.: eine weiß und rot gestreifte M.; die M. aufspannen,
herunterlassen; unter einer M. sitzen. 2. (Edelsteinkunde)
a) Edelsteinschliff mit schiffchenförmiger Anordnung der
Facetten; b) Schmuckstein mit Markise (2 a); <Zus.:> Marki-
sendrell. der: sehr fester u. dichter Stoff für Markisen;
Markiseschliff, der: svw. t Markise (2a).
Markisette: t Marquisette.
Markka [marka],die; -. Markaa [finn. markka < schwed.
mark < anord. mark; vgl. 'Mark]: svw. T Finnmark: 10
Markaa; Abk.: mk
Markör [mar'ko:?], der; -s, -e [frz. marqueur. zu: marquer.
tmarkieren] (österr. veraltend): Kellner.
Markt [markt], der; -[e]s, Märkte ['merkte; mhd. mark(e)t,
ahd. markät. merkät < lat. mercätus = Handel.
(Jahrmarkt, Messe, zu: mercäri = Handel treiben, zu: merx
(Gen.: mercis) = Ware]: 1. Verkaufsveranstaltung, zu der
in regelmäßigen Abständen an einem bestimmten Platz
Händler zusammenkommen, um Waren des täglichen
Bedarfs an ffliegendenJ Ständen zu verkaufen: dienstags und
freitags ist M.; hier wird regelmäßig M. abgehalten; den
M. beschicken, aufsuchen; die Bauern bringen ihr Gemüse
auf den M.; auf den M., zum M. gehen; ich habe mich
auf dem M. gut eingedeckt; auf dem M. herrscht
fürchterliches Gedränge; Hausfrauen gehen mit prüfenden Blicken
über den M. 2. [ zentralerJ Platz in einer Stadt od. einem
Stadtteil, auf dem der Markt (1) stattfindet od. in früheren
Zeiten stattfand; Marktplatz: der M. dient an den übrigen
Wochentagen als Parkplatz; die schönen, alten Häuser
am M. 3.a) Angebot u. Nachfrage in bezug auf Waren,
Kauf u. Verkauf; Warenverkehr: der M. für Zigaretten,
Waschmittel. Haushaltsgeräte; der M. ist übersättigt, liegt
danieder (Kaufmannsspr.; das Angebot ist grölier als die
Nachfrage)', den M. genau studieren; Kunststoffe
überschwemmen den M.; den M. drücken (Kaufmannsspr.;
viel u. billig verkaufen)', das freie Spiel der Kräfte auf
dem M.; neue Produkte auf den M. werfen; diese Ware
ist nicht, fehlt auf dem M.. ist nicht am M. (Kaufmannsspr.;
wird nicht angeboten, nicht gehandelt)', mit billigen
Angeboten in einen M. eindringen; * der Gemeinsame M.
(unrichtige Bez. für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft; LÜ
1739
markt-, Markt-
von frz. Marche Commun); schwarzer M. (illegaler Handel
mit verbotenen od. rationierten Waren); grauer M,
(stillschweigend geduldeter, aber nicht ganz korrekter Handel;
z.B. verbilligter Verkauf preisgebundener Waren u.a.);
b) Absatzgebiet; die Industrieländer versuchen, für ihre
Produkte neue Märkte zu gewinnen, zu erschließen; in
den Entwicklungsländern einen M. für Industrieprodukte
suchen.
m$rkt-,M£rkt-(Wirtsch): -abspräche, die: Absprache (zwi-
schen Firmen) über die Aufteilung des Marktes u. den Absatz
von Produkten; -analyse, die: Analyse der Marktlage, der
wirtschaftlichen Möglichkeiten für den Absatz eines
bestimmten Produkts; -anteil, der: Anteil eines Produkts.
Unternehmens od. Gebiets am entsprechenden
Gesamtumsatz; der M. dieser Firma liegt etwa bei vier Prozent;
seinen M. zu vergrößern suchen; -aufkommen, das:
Gesamtmenge der auf den Markt gebrachten
landwirtschaftlichen Erzeugnisse; großes M. drückt die Preise;
-beherrschend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: eine monopolartige
Stellung auf dem Markt besitzend; ein -es Unternehmen;
eine -e Stellung einnehmen, dazu: -beherrschung, die:
herrschende Stellung auf dem Markt mit der Macht, die Preise
zu diktieren; -bericht, der: Bericht über die Angebote auf
dem Markt u. über die Preisenwicklung; -bewußt <Adj.>:
auf die Gegeben/ieiten des Marktes u. der Preise achtend;
Hausfrauen müssen -er werden; m. einkaufen; -brunnen,
der: Brunnen aul einem Marktplatz; -bilde, die: svw.
f -stand: -chance, die (meist PI.): alle Mitglieder der EG
sollen gleiche -n haben; -fähig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
(von Waren) für den Markt, für den / Massen jabsatz
geeignet; dieses neue Produkt ist noch nicht m.; -fahrer, der
(österT.): Händler, der von Markt zu Markt fährt; -fierant,
der (österr\): svw. t Fierant; -flecken, der (geh.. veraltend):
kleiner Ort. der das Marktrecht hat /u. in dem Markt
abgehalten wird/; -forschung, die: nach wissenschaftlichen
Kriterien erfolgende Untersuchung des Marktes (3): die
Firmen geben große Summen für M. aus. dazu: -for-
schungsabteiking, die; -frau, die: Händlerin, die ihre Waren
auf dem Markt verkauft; -friedein], der (MA.): besonderer
Rechtsschutz für Markt u. Marktbesucher; -gängig <Adj.;
nicht adv.>: leicht absetzbar, problemlos zu verkaufen; -e
Ware; dieser Gerätetyp ist m.; -gebühr, die. -aeld, das:
für die gewerbliche Teilna/ime am Markt u. die Errichtung
eines Verkaufsstandes zu entrichtende Gebühr; -gemeinde,
die (österr.): svw. Nflecken; -gerecht <Adj.>: den
Bedingungen des Marktes (3) entsprechend.) ... daß die
Kollektion ... m. im Preis ... ist (Herrenjournal 3. 1966. 52);
m. kalkulieren; -halle, die: große Halle mit festen Ständen,
bes. für den Großmarkt; -händler, der: Verkäufer auf dem
Markt; -händlerin, die: w. Form zu Khändler; -helfer,
der: Gehilfe auf dem Markt; -konform <Adj.; o. Steig.):
mit den Gesetzen des Marktes (3) übereinstimmend; -korb,
der: 1. Einkaufskorb. 2. (früher) großer Tragekorb, mit
dem die Marktfrauen ihre Ware auf den Markt brachten;
^lage.die: Wirtschaftslage. Verhältnis von Angebot
U.Nachfrage (in einem bestimmten Bereich); die M. untersuchen;
-Kicke, die: fehlendes Angebot in einer Warei nsortej. für
die beim Käufer Bedarf besteht; Hier gibt es eine echte
M. (Funkschau 20. 1971, 2083); eine M. entdecken; in
eine günstige M. vorstoßen; -nische, die: svw. t-lücke;
-Ordnung, die: 1. staatliche Bestimmungen, die Angebot
u. Preise in gewissem Umfang regeln (bes. bei
landwirtschaftlichen Erzeugnissen zur Schaffung gleicher
Wettbewerbsbedingungenfür alle Staaten der EG). 2. Vorschriften
zur Abhaltung von WiKhen- u. Jahrmärkten u. ä.; -orientiert
<Adj.; o. Steig.): auf die Gesetze des Marktes (3) u. die
jeweilige Marktlage gerichtet; -e Produktion; MMt. der
<P1. -e> (selten): vgl. ^flecken; -platz, der: svw. t Markt
(2); -Politik, die: Gesamtheit der Bestrebungen, die sich
mit dem Absatz von Produkten, mit dem Markt (3) befassen.
dazu: -politisch <Adj.; o. Steig.): die Marktpolitik
betreffet^; -e Maßnahmen; -preis, der: Preis, der sich auf dem
freien Markt (3) im Zusammenspiel von Angebot u.
Nachfrage gebildet hat; -Produktion, die: 1. (Wirtsch.) Herstellung
von Produkten in Massen- u. Serienfertigung, für die erst
nachher Käufer geworben werden müssen (Ggs.:
Kundenproduktion). 2. (DDR) landwirtschaftliche Produktion für
den direkten Verkauf u. Verbrauch; Erfüllung des Planes
der M. (Neues D. 1.6. 64, 1); -Psychologie, die: Teilgebiet
der Psychologie, das die psychologischen Grundlagen,
Gesetzmäßigkeiten u. Beziehungen von Angebot u. Nachfragt
(u. den Trend der Kundenwünsche) untersucht; -recht, du
(hist.): 1. das einem Ort verliehene Recht, Markt abzuhalten
2. die für den Markt u. seine Abhaltung geltenden Rechtste-
Stimmungen; -schreier, der: a) Händler, der seine War*
lautstark ausruft; b) (abwertend) jmd.. der etw. in aufdringe
licher Weise anpreist, lautstark für etw. wirbt, dazu
-schreierisch <Adj.) (abwertend): lautstark, aufdringU*
i werbend); -e Propaganda; das Plakat wirkt grell uaä
m.; m. bunt; -Schwankungen <PI.): [kurzzeitige] Schwur
kungen von Angebot u. Nachfrage; -Situation, die: s\*
f -läge; -stand, der: leicht auf- u. abzubauender [mit einem
Zeltdach überspannter J Verkaufstisch für den Markt; -t»
der: Tag, an dem Markt gehalten wird: mittwochs ist hier
M.; -tasche, die: große Einkaufstasche; -üblich <Adj, <x
Steig.): wie es auf dem freien Markt (3) üblich ist: -e Zinses,
-weib, das (salopp, meist abwertend): [kräftige, derbe
Markthändlerin: Sie hatte wie ein M. die Fäuste in dte
Hüften gestemmt (Augustin, Kopf 121); -wert, der. auvew»
blicklicher Wert, den eine Ware dem Verhältnis von Angeb**
u. Nachfrage entsprechend auf dem Markt (3) hat: da
M. dieses Bildes ist gestiegen; Ü Grass ... habe seine«
..Marktwert*' als Autor gut genutzt (Spiegel 25. 191fr.
124); -Wirtschaft, die: auf dem Mechanismus von Angebe*
u. Nachfrage (Freiheit des Wettbewerbs) u. der Grundiam
privatwirtschaftlicher Produktion beruhendes Wirtschaftest
stem: die Spielregeln der M.; in der freien M.; soziik
M. (Marktwirtschaft, bei der der Staat zur Minderem
sozialer Härten u. zur Sicherung des freien Wettbeneri*
eingreift; 1947 gepr. von dem dt. Nationalökonomen &
Soziologen A. Müller-Armack. 1901-1978). dazu:
-wirtschaftlich <Adj.; o. Steig.): die Marktwirtschaft betreffe*!
nach der Marktwirtschaft ausgerichtet: ein -es System; a
orientierte Staaten.
markten [marktn] <sw. V.; hat) (selten): zäh um günsttpe*
Preise u. Bedingungen verhandeln; feilschen: Wir mark«
mit uns selbst, damit wir Ihnen gegenüber großzügig jck
können (MM 31. 8. 67. 10 [InseratD; m^rktlich <CAdi~
o. Steig.) (selten): den Markt betreffend, vom Markt
abgegeben: die -en Möglichkeiten voll ausschöpfen.
Marl- [marl-1 (Seemannsspr.): -leine, die: dünnere Sckmw
die zum Marien benutzt wird; Reihleine; -schlag, der. Kj**>
ten, der beim Marien verwendet wird: ^spieker. der: Art
(2 b) aus Metall od. Hartholz, der zum Spleißen von Taubem,
verwendet wird.
marlen [marbn] <sw. V.; hat) Iniederl. marlen. wohl m>
mniederl. marren = (fest)bindenl (Seemannsspr.): emSrm?
am Mast anschlagen (7 b).
'Marmel [marmll. die; -, -n Imhd. marmel. ahd. mannet
murmul = Marmor, eigtl. = marmorne Spieüu«*
(landsch.): svw. t Murmel; 2Marmel [-1. der; -s. - (veralieLr
Marmor.
Marmelade Imarma'laidsl. die; -, -n [port. manmcbdi -
(Quitten)marmelade.zu:marmelo = Quitte < lat.mclgw
lum < griech. melimelon = Honigapfel]: Brotaufir**
aus mit Zucker eingekochten Früchten: ein Glas M, W
aus Erdbeeren. Stachelbeeren und Johannisbeeren; M cm~
kochen, einmachen, aufs Brot streichen; ich esse zum Frm>
stück am liebsten M. (Marmelade als Brotaufstrich Vg
Konfitüre.
Marmelade In]-: -brot, das: mit Marmelade bestnekemo
i Butter jbrot; -eimer, der: Eimer, der Marmelade entmmt
od. in dem sich Marmelade befunden hat; -fabrfe. <Sk
-fiilkmg, die: Schmalzgebäck mit M.; -glas, das <PI ~&*
ser): [Einmach]glas für Marmelade; -schnitte, die %*.
^brot; -sorte, die; -topf, der.
marmetn [marmln] <sw. V.; hat) (landsch.): mit Mmmtm
spielen; M^rmektein, der; -[eis. -e (veraltet): Marmor M»-
mor [marmor, auch: ...mo:g], der; -s, (Arten:) -e flaL aar
mor < griech. märmaros. eigtl. = Felsblock, gebraäncr
Stein]: weißes od. farbiges, häufig geädertes, sehr mwm
Kalkgestein, das bes. in der Bildhauerei u. als Baumasenm
verwendet wird: weißer, schwarzer, glatter, polierter. *c*~
witterter M.; eine Statue. Skulptur aus M.; der BildhJMC
arbeitet am liebsten in M.
m^rmor-, Marmor-: -arbeit, die: [künstlerischer Gerne*-
stand aus Marmor; -artig <Adj.; o. Steig.): -er KunsUML
-bank, die: Sitzbank aus Marmor; -bild, das: St&mmm
aus Marmor; -bleich <Adj.; o. Steig.; nicht adv *M±
selten): bleich wie Marmor; -block, der <PI. -blocke: mm**
1740
marsch-, Marsch-
hauener Block aus Marmor; -broch, der: Steinbruch, in
dem Marmor gehauen wird; -büste, die: Büste (1) aus Mar-
mor; -getafelt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: mit einer
Täfelung aus Marmor versehen; -gips, der (Bauw.): doppelt
gebrannter, mit Alaun getränkter Gips; -grübe, die: Grube
(3 a). in der Marmor gehauen wird; -gruppe, die: Gruppe
von Marmorstatuen; -kamin, der; -kuchen, der:
Sandkuchen, bei dem ein Teil des Teiges, der mit Kakao vermengt
wurde, so mit dem hellen Teig vermischt wird, doli die
aufgeschnittenen Scheiben marmoriert aussehen; -papier,
das: Buntpapier mit Marmorierung; -plastflc, die: Plastik,
Standbild aus Marmor; -platte, die: Platte aus Marmor:
Tische mit -n; einen Gartenweg mit -n belegen; -säule,
die; -Schleifer, der: Handwerker, der Marmor bearbeitet
(Berufsbez.); -skulptur, die: vgl. -plastik; -sockel, der:
-statue, die; -stein, der: behauener Stein aus Marmor;
-tafel, die: eine Inschrift auf einer M.; -tisch, der; -treppe,
die; -zement, der: svw. t-gips.
marmorieren [marmori:ren] <sw. V.; hat) [nach lat. marmo-
räre = mit Marmor überziehen]: mit einem der Zeichnung
von Marmor ähnlichen Muster versehen: eine marmorierte
Platte aus Kunststoff; <Abl.:> Marmorierung, die; -. -en:
das Marmorieren, das Marmoriertsein; marmorn
[marmorn] < Adj.: o. Steig.: nur attr.) (geh.): 1. aus Marmor
Ihergestellt]: eine -e Tischplatte. 2. wie /ausj Marmor:
ein -es Antlitz; sie war von -er Blässe.
Marmotte [mar'moto], die; -. -n [frz. marmotte. H.u.]: in
den Alpen lebendes Murmeltier.
Marocafai Imaro'kS:]. der od. das; -s. -s [frz. (crepe) maro-
cain, eigtl. = marokkanisch (er StotT). aus t^repe u. frz.
marocain = marokkanisch]: feingeripptes / Kunst jseiden-
gewebe in Taftbindung.
marod [ma'ro:t] <Adj.> [zu tmarode] (österr. ugs.): leicht
krank; marode [...o:da] <Adj.) [urspr. (Soldatenspr. des
30jährigen Krieges) = marschunfähig u. während des
Nachziehens plündernd, zu frz. maraud = Lump.
Vagabund.H.u.]: l.a) (Soldatenspr. veraltet) marschunfä-
hig: die andere Hälfte lag m. in den Bunkern (Plievier,
Stalingrad 173); b) (veraltend) erschöpft, ermattet. 2* j durch
u. durch] ruiniert, moralisch verdorben, krank: wir sind
ein -r Haufen; daß allein die Regierung die -n
Branchenriesen noch retten könnte (Spiegel 53, 1974. 24); eine Welt,
langweilig und m. vom Wohlstand (Lynen.
Kentaurenfährte 47); Marodeur [marodo:?]. der; -s. -e [frz. maraudeur]
(Soldatenspr.): plündernder Nachzügler einer Truppe;
marodieren [maro'di:ren] <sw. V.; hat) [frz. marauder]
(Soldatenspr.): als Nachzügler einer Truppe plündern.
Marone [ma'roma]. die; -. -n. landsch. auch: ...ni [1: frz.
marron < ital. marrone, H.u.; 2: zu tMarone (1). wegen
des kastanienbraunen Hutes]: 1. [geröstetel eßbare
Kastanie: heiße -n. 2. <PI. -n> eßbarer Röhrenpilz mit
dunkelbraunem Hut; <Zus.:> Maronenpilz, der: svw. tMarone
(2); Margnenröhrling, der; -s. -e: svw. t Marone (2); Maroni
[ma'ro:ni]: 1. die; -. - (südd.. österr.): svw. tMarone (1).
2. PI. von tMarone (1); <Zus.:> Maronibrater [-bra:te],
der (österr.): jmd., der im Freien Kastanien röstet u. verkauft.
Maronit [maroni:t], der; -en, -en <meist PI.) [nach dem
am Grab des hl. Maro (gest. vor 423) gegr. Kloster, das
Ausgangspunkt der Vereinigung wurde]: Angehöriger der
mit Rom unierten syrischen christlichen Kirche im Libanon;
maronitisch <Adj.; o. Steig.).
Maroquin [maroke:]. der. auch: das; -s [frz. maroquin.
zu: Maroc = Marokko, da diese Art Leder hier zuerst
gefertigt worden sein soll]: feines, genarbtes Ziegenleder.
Marotte [ma'rc>to]. die; -, -n [frz. marotte = Narrenkappe.
Narrheit, urspr. = kleine Heiligenfigur (der Maria).
Puppe, dann: Narrenzepter mit Puppenkopf. Viel, von: Marie
t Maria]: seltsame, schrullige Eigenart, Angewohnheit: das
ist eine M. von ihm, nie ohne Schirm auszugehen; Uns
fiel auf, daß Mrs. Kahn beim Tee den Hut aufbehielt
... - eine gewiß sehr elegante, aber doch nicht besonders
kostspielige M. (K. Mann. Wendepunkt 168).
Marquis [mar'ki:]. der; - [...ki:(s)l. - [...ki:s; frz. marquis
(afrz. marchis) = Markgraf, zu: marche = Grenzland,
Grenze, zu t2Mark]: 1. <o. PI.) französischer Adelstitel
im Rang zwischen Graf u. Herzog. 2. Träger des Titels
Marquis; Marquisat [marki'za:t], das; -[e]s, -e [frz. marqui-
sat]: 1. Würde eines Marquis. 2. Herrschaftsbereich eines
Marquis; Marqutse [mar'kLza], die; -. -n: 1. w. Form zu
T Marquis. 2. Ehefrau eines Marquis; Marquisette [mar-
ki'zetl. die; -. auch: der; -s [Phantasiebezeichnung. Vkl.
zu: Marquise]: durchsichtiger Gardinenstoff.
Marroni [maro:ni] (Schweiz.): T Maroni (1).
Mars [mars], der; -, -e [mniederd. mars, merse < mniederl.
me(e)rse. eigtl. = Waren(korb) < lat. merces (PI.) =
Waren] (Seemannsspr.): Plattform am unteren Ende der
Marsstenge; Mastkorb.
'M^rs- (Mars): ^rahe.die (Seemannsspr.): am Mast
befestigtes Querholz; -segel, das (Seemannsspr.): Rahsegel an der
untersten Rahe auf großen Segelschiffen; -Stenge, die
(Seemannsspr.): Verlängerung des unteren Teils eines Mastes.
2Mgrs- [nach dem Planeten Mars, der nach dem röm.
Kriegsgott Mars benannt ist]: -be wohner, der: vgl.
^mensch: -mensch, der: gedachtes, auf dem Mars lebendes,
menschenähnliches Wesen; -Oberfläche, die; -rakete, die:
zum Mars geschossene Rakete; -sonde, die: Raumsonde
zur Erforschung des Planeten Mars.
Marsala [mar'za:lal. der; -s, -s [nach der gleichnamigen
sizilianischen Stadt]: Süßwein von goldgelber Farbe; <Zus.:>
Marsalawein, der: svw. t Marsala.
marsch! [marl] <Interj.> [älter: marche < frz. marche. Imp.
von: mancher, t marschieren]: a) militärisches Kommando
loszumarschieren: Abteilung-m.!; im Gleichschritt - m.!;
kehrt - m.!; b) (ugs.) Aufforderung wegzugehen, sich zu
beeilen o.a.: m., hau ab!; m. [m] ins Bett!; m.. an die
Arbeit!; 'Marsch [-], der; -[e]s. Märsche ['mErJa; frz.
marche. zu: marcher. tmarschieren]: l.a) das Marschieren in
geordfielen Gruppen, Verbänden: die Truppe war nach
stundenlangen Märschen erschöpft; b) das Zurücklegen einer
längeren Wegstrecke zu Fuß in relativ schnellem Tempo:
ein weiter, anstrengender M.; ein M. von zwei Stunden,
über zwanzig Kilometer; einen langen M. hinter sich haben;
Ü der lange M. durch die Institutionen. Instanzen (der
lange u. beschwerliche Weg durch Institutionen, Instanzen;
nach dem ..Langen M.%% der chin. Roten Armee unter
MaoTse-tung 1934/35 von Kiangsi nach Schensi); c) (Mi-
lit.) organisierte Fortbewegung einer Truppe, eines
Truppenverbandes: die Einheiten, die Panzer waren auf dem M.
an die Front; ...wußte schon die ganze Stadt, daß die
Nordkoreaner in ungehemmten Märschen auf Seoul
zustrebten (Habe, Namen 319); jmdn., sich in M. setzen
(fjmdn. veranlassen] los [zu] mar schieren); jmdn. in M.
setzen (jmdn. veranlassen, etw. zu tun, zu erledigen): Also
setzten sie die „Ex-Gang-Chefs44... in M. mit dem Auftrag,
eine Verbindung ... herzustellen (Wolfe [Übers.], Radical
88). 2. Musikstück in gleichmäßigem Rhythmus, der dem
Takt des Mar schierens entspricht [u. das bei Märschen
(1) gespielt wird/: ein M. ertönt; einen flotten M. spielen,
schmettern; * jmdm. den M. blasen (ugs.; jmdn.
zurechtweisen).
2Marsch [-1, die; -. -en [aus dem Niederd. < mniederd.
marsch, mersch. asächs. mersc]: flaches, sehr fruchtbares
Land hinter den Deichen an der Nordseeküste: die
schleswigholsteinischen -en.
morsch-, 'Marsch- ('Marsch): -befehl, der (Milit.): Befehl,
sich [zu einem bestimmten Ziel] in Marsch zu setzen; -bereit
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: fertig, bereit zum Abmarsch:
die Truppe ist jederzeit m.; wir waren alle schon m. (ugs.;
fertig zum Weggehen), als plötzlich Besuch kam. dazu:
-bereitschaft, die; -block, der <PI. -blocke u. -s>: in sich
geschlossener Teil marschierender Personen: auf einer
Demonstration einen M. bilden; -erleichteriing, die (Milit.):
Erleichterung beim Marschieren durch Öffnen enger Uni-
formkragen o.a.: sich M. verschaffen; -fertig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: vgl. ^bereit; ^foxtrott, der: Foxtrott
im Marschtempo (b); ^gepäck,das (Milit.):
vorschriftsmäßige Ausrüstung eines Soldaten für einen Marsch;
MBesdiwindigkeit, die; -gliederung. die. vgl. -Ordnung; -kolonne,
die (Milit.): marschierende Kolonne; ^kompaß, der:
einfacher Kompaß, der bes. zum Marschieren verwendet wird;
^lied, das: beim Marschieren gesungenes Lied im
Marschrhythmus; -mäßig <Adj.; o. Steig.): wie für einen 'Marsch
(1) ausgerüstet: m. angezogen sein; -melodie, die; -musfk,
die; vorder, die (Milit.): svw. t-befehl; -Ordnung, die
(Milit.): Aufstellung eines Truppenverbandes für einen Marsch,
während eines Marsches: sich in M. aufstellen; -pause,
die: Pause, Rast während des Marsches: eine M. einlegen;
Auf kurzen -n am Wege stauten sie sich in Erdlöchern
(Plievier. Stalingrad 346); -rhythmus, der: gleichmäßiger
Rhythmus eines'Marsches (2); ^richtung, die (Milit.): Rieh-
1741
Marsch-
tung, in die ein Marsch geht: Ü daß der Kampf um die
künftige M. (politischeRichtung) der portugiesischen
Militärs noch keineswegs entschieden ... ist (Spiegel 37, 1976,
141); -route, die (Milit.); / vorgeschriebene/ Route für einen
Marsch: die M. festlegen; Ü die M. (das taktische
Vorgehen) für die nächsten Verhandlungen besprechen; ^säule,
die: großer [beeindruckender] Zug marschierender Personen
bei Paraden, Demonstrationen o. ä.; ^schritt, der:
gleichmäßiger Schritt beim Marschieren: dumpfe, feste -e; ^Stiefel,
der: fester Stiefel zum Marschieren; ^teoipo, das: a) /
schnelles) Tempo, in dem marschiert wird; b) (Musik) Tempo
eines lMarsches (2): ein Stück im M. spielen; stritt, der:
svw. t^schritt; -Verpflegung, die (bes. Milit.): Verpflegung
für einen Marsch: M. ausgeben; -ziel, das.
2M^rsdv- (2Marsch): -bauer, der; -boden, der: fruchtbarer,
lehmhaltiger M.; -bind, das.
Marschall [marjall. der; -s. Marschälle [...feb; frz. mare-
chal. aus dem Frank., vgl. mhd. marschalc. ahd. marah-
scalc = Pferdeknecht; zu mhd. marc(h). ahd. marah =
Pferd u. mhd. schale, ahd. scalc. tSchalk]: 1. (hist.) hoher
höfischer Beamter; Hofmarschall. 2. (früher) a) <o. PI.)
hoher militärischer Dienstgrad; b) Offizier dieses
Dienstgrades; <Zus.:> Mfrschalllslstab, der: Stab als Zeichen des
Ranges eines Marschalls (2): den M. im Tornister tragen
(die Möglichkeit, die Chance haben, [militärische] Karriere
zu machen; nach dem Napoleon 1.(1769-18211
zugeschriebenen Ausspruch ..tout soldat fran^ais porte dans sa giber-
ne [ = Patronentasche] le bäton de mardchal de France").
Marschendorf [marjn-]. das; -[e]s. ... dörfer: Dorf in der
1 Mar seh.
marschieren Imar'fi:ran] <sw. V.; ist) [frz. marcher < afrz.
marcher = mit den Füßen treten, wahrsch. zu einem
afränk. Verb mit der Bed. „eine Marke, ein Zeichen setzen;
eine Fußspur hinterlassen". zu 12Mark]: 1. a) (von
geordneten Gruppen od. Formationen) sich in gleichmäßigem
Rhythmus lüber größere Entfernungen] fortbewegen: im
Gleichschritt m.; die Soldaten marschieren zur Front, durch
die Stadt; sie waren wochenlang marschiert; marschierende
Kolonnen; b) in relativ schnellem Tempo mit großen
Schritten [eine größere Strecke] zu Fuß gehen: wir sind heute
drei Stunden marschiert; Von den beiden Adlaten gefolgt,
marschierte er zielstrebig durch die steinernen Korridore
(Maass. Gouflfö 94); c) (ugs.) sich [unaufhaltsam] vorwärts
auf ein Ziel zubewegen: der Fortschritt marschiert; von
der zweiten Runde an marschierte der Weltmeister (Sport;
strebte auf den Sieg zu): die Sache marschiert (läuft in
vorhergesehener Weise ab); Ü das Unternehmen marschiert
in die roten Zahlen. 2. (Milit.) (von Truppen/verbänden])
sich geordnet in geschlossenen Gruppen fortbewegen:
Panzerdivisionen marschierten gen Osten.
Marseillaise [marzeje.zs. marse.... österr.: ...je:s]. die; -
[frz. Marseillaise, nach der franz. Stadt Marseille; das
Lied wurde zuerst von Revolutionären aus Marseille
gesungen, die 1792 zu einem Fest nach Paris gekommen waren]:
französische Nationalhymne.
Marstall [marjtal]. der. -[eis.... stalle [...Jteb; mhd. mar(ch)-
stal. ahd. marstal = Pferdestall; vgl. Marschall] (früher):
1. Gebäude, Stallungen für Pferde und Wagen eines Fürsten.
2. Gesamtheit der Pferde eines Fürsten.
Märte ['mertah die; -. -n (mhd. mer(ö)t. ahd. meröde <
spätlat. merenda = Vesperbrot, zu lat. merere =
bekommen, erwerben] (md.): Kaltschale aus Milch u. Brot.
martellato [mart£'la:to], (seltener auch:) martele [martole:]
<Adv.> [ital. martellato bzw. frz. martele. eigtl. =
gehämmert, zu spätlat. martellum = kleiner Hammer] (Musik):
(bei Streichinstrumenten) mit fest gestrichenem Bogen: eine
Phrase m. spielen; Martellato [-]. das; -s. -s u. ...ti, (seltener
auch:) Martele [-]. das; -s. -s (Musik): gehämmertes, scharf
akzentuiertes od. fest gestrichenes Spiel bei
Streichinstrumenten.
Marter ['marte]. die; -. -n [mhd. marterte), ahd. martira.
martara < kirchenlat. martyrium. t Martyrium] (geh.):
[absichtlich zugefügte] seelische od. körperliche Qual:
höllische, entsetzliche -n; -n erdulden, erleiden; jmdm.
körperliche, seelische -n zufügen, bereiten.
mfrter-, Marter-: -bank, die (veraltet): svw. t Folterbank;
Mierät, das (veraltet): svw. t Foltergerät; -holz, das
(dichter.): Kreuz Christi: ^instrumenta das: svw. t-gerät; -kam-
mer, die (veraltet): svw. t Folterkammer; -knecht, der
(veraltet): svw. t Folterknecht; -pfähl, der: (früher bei
nordamerikanischen Indianern) hölzerner Pfahl, an den Gefangemr
gebunden /u. an dem sie gefoltert] wurden: am M. sterben.
^tod, der (geh.): Tod durch Foltern, Märtyrertod; ^nM
<Adj.> (geh.): Qualvoll: Die Verwüstungen des Krieges
nehmen ein -es Ausmaß an (Hacks. Stücke 21); -werluneaa.
das (veraltet): svw. t Folterwerkzeug; -woche, die
(dickter.): svw. t Karwoche.
Marterl[martel].das; -s. -n [zu veraltet Marter = Darsto-
lung des gegeißelten Christus] (bayr., österr.): Tafel ma
Bild u. Inschrift, Holz- od. Steinpfeiler mit Kruzifix an
Heiligenbild [zur Erinnerung an ein Unglück]; martere
[märten] <sw. V.; hat) [mhd. marter(e)n = zum Märtyrer
machen, ans Kreuz schlagen, quälen, peinigen, ahd. man>
rön. martarön] (geh.): a) foltern; physisch Quälen: jrwfci
grausam, zu Tode m.; Während die oppositionellen Phesier
aus Polen ins KZ kamen und manchmal fürchterlich
abmartert wurden (Hochhuth, Stellvertreter 241); b) jmcän .
sich [seelische, geistige] Qual, Pein bereiten; jmdn. m*
Vorwürfen m.; schreckliche Träume marterten sie; ich habt
mich mit diesen Vorstellungen gemartert; Na. marfcsc
Sie Ihr Köpfchen mal ein bißchen (denken Sie angestreng:
nach; Fallada, Jeder 130); <Abl.:> M^rterung, die; -. <d
(geh.): das Martern.
martialisch [mar'tßia:ltf] <Adj.) [lat. Martiälis. = am
Kriegsgott Mars gehörend] (bildungsspr.): kriegerisch
furchteinflößend, grimmig: -e Kleidung; -es Aussehen; Sehr
-e Polizisten stehen müßig herum (Koeppen. Rußland 13t
sein Blick war m.; m. drohen, aussehen.
Martinaal [martmgal]. das; -s. -e [frz. martingale < pro»
venz. martengalo] (Reiten): im Pferdesport verwendeter
Hilfszügel, der zwischen den Vorderbeinen des Pferdes hm-
durchführt.
Martin-Horn© [marti.n-]. das; -[e]s, -Hörner [nach des
Namen der Herstellerfirma ..Deutsche Signal-Instrume»*
ten-Fabrik Max B. Martin KG". Philippsburg in Baden*
akustisches Warnsignal von Polizeiautos, Feuerwehr imt
Krankentransporten.
Martini [marti:ni]: svw. tMartinstag.
Martins-: -gans, die: Gans, die nach altem Brauch am Mcr-
tinstag gegessen wird; --hörn, das: volkst. für Martin-Honi
der Krankenwagen raste mit Blaulicht und M. durch de
Stadt; ^tag. der: Fest des heiligen Martin (Bischtrf **m
Tours, etwa 316-397) am 11. Nov.: am M. machen d*
Kinder Laternenumzüge.
Märtyrer[martyre],der;-s.-(kath.Kirche): svw.tMärtyrer
(a); Märtyrer ['mertyre]. der. -s, - [kirchenlat. martyr <
griech. martyr = (Bhjt)zeuge]: a) (kath.. seltener auX
ev. Kirche): jmd., der um des christlichen Glaubens wilim
Verfolgungen od. den Tod auf sich nimmt: die frühchns-
lichen M.; dieser Heilige starb als M.; b) (bildungsspr •
jmd.. der sich für seine Überzeugung opfert od. bereit uz
für seine Überzeugung Nachteile, Verfolgungen o. ä. in Kirnt
zu nehmen: den M. spielen; so arrivierte er nun über Nacht
zum nationalen M.. fast zum Heros (K. Mann. Wenden
punkt 425); nicht zum M. geboren sein; jmdn. zum Vi
machen; Märtyrerin, die; -. -nen: w. Form zu t Märtyrer.
MJrtyrerkrone, die; -. -n: Symbol des Leidens als Märtyrrr
die M. tragen (als Märtyrer gelitten haben); MfyrtyravuL
der; -[eis. -e: den M. erleiden; M$rtyrertum, das; -s, Mart>-
rin [martynn], die; -. -nen (kath. Kirche): w. Form a
t Märtyrer; Märtyrin ['mertyrml. die; -. -nen: svw. f
Märtyrerin; Martyrium [mar'ty:riomj. das; -s. ...ien [...jpn; kr-
chenlat. martyrium = Blutzeugnis für die Wahrheit ckx
christl. Religion < griech. martyrion = (Bluüzeugntsi
1. schweres Leiden um des Glaubens od. der Überzeug**
willen: Ü die Ehe war für sie ein einziges M. (bildungsspr.
eine große Qual). 2. Grabkirche eines christlichen Märtyrer*
Martyrokxpum [martyro'lo:giom]. das; -s. ...ien [...pt
mlat. martyrologium] (kath. Kirche): liturgisches Buch mg
Verzeichnis der Märtyrer u. Heiligen u. ihrer Feste.
Marunke [ma'runks], die; -. -n [aus dem Slaw.; tscheck
meruftka = Aprikose. poln.(mundartl.)mierunka, marun-
ka < lat. (prünus) armeniaca = armenische Pflauraa
(ostmd.): gelbe Pflaume, Eierpflaume.
Marxismus [marksismos], der; -. ...men [...rren; nach dem
dt. Philosophen u. Nationalökonomen K. Marx (1818 £*
1883) J: 1. <o. PI.) von Marx u. Engels begründete Lehrt.
die auf einer mit der Methode des dialektischen Matenah*-
mus erfolgenden Betrachtung der Gesellschaft, ihrer Strukar
u. Entwicklung beruht u. die die revolutionäre Umgestalte*
1742
maschinen-, Maschinen-
der Klassengesellschaft in eine klassenlose Gesellschaft zum
Ziel hat: die Lehre des M.; den M. studieren, weiteren twik-
keln; Kritik am M. üben; die Verbindung von M. und
Psychoanalyse. 2. aus dem marxistischen Jargon
stammendes sprachliches od. stilistisches Element in gesprochenen
od. geschriebenen Texten: der Aufsatz ist voll von
Marxismen; Marx jsraus-Leninismus, der; -: von Lenin
weiterentwickelter Marxismus (1) (mit der Interpretation des
zeitgenössischen Kapitalismus als Imperialismus); Marxist
[mar'ksist], den -en, -en: Vertreter, Anhänger des
Marxismus (1): ein überzeugter M.; Allzu leicht haben sich
Konservative und -en darauf geeinigt, deren (= der
Massenmedien) kommerziellen Charakter zu beklagen (Enzensber-
ger. Einzelheiten I. 12); marxistisch <Adj.; o. Steig.): a)
den Marxismus betreffend: -e Literatur; b) die Grundsätze
des Marxismus vertretend, ihnen entsprechend: -e
Literaturkritik; -esGedankengut; ein -er Politiker, Hochschullehren
die Gruppe ist m.; etw. m. interpretieren, analysieren;
marxjstisch-leninjstisch <Adj.; o. Steig.): a) den Marxismus-
Leninismus betreffend: den Grundsätzen des
Marxismus-Leninismus entsprechend: die -e Staatstheorie; b) den
Marxismus-Leninismus vertretend: eine -e Partei; Marxist-Leninist,
der; des Marxisten-Leninisten, die Marxisten-Leninisten:
Vertreter, Anhänger des Marxismus-Leninismus: Marxolo-
ge, der; -n, -n [t-loge] (meist scherzh. od. abwertend):
jmd., der sich wissenschaftlich mit dem Marxismus
beschäftigt [ohne selbst Marxist zu sein]: Marxologk, die; - [t-lo-
gie]: Wissenschaft, die sich mit dem Marxismus beschäftigt.
Mary Jane [mean daeinl. die; - [vgl. Lady Mary Jane]
(Jargon verhüllend): svw. tMarihuana.
März lmert$], der; -[es] (dichter, auch noch:) -en, -e <PI.
selten) [mhd. merz(e), ahd. merzo. marceo < lat. Märtius
(mensis) = Monat des Kriegsgottes Mars]: dritter Monat
des Jahres. Vgl. April.
M$rz- (vgl. auch: Märzen-): -becher, der: svw. t
Märzenbecher; -bier, das: svw. t Märzenbier; -Befallene, der: 1.
im Zusammenhang mit der Revolution im März 1848
Gefallener. 2. (iron.) jmd., der nach den Reichstagswahlen im
März 1933 aus Opportunismus in die NSDAP eintrat:
-giöckchen, das: svw. t Märzenbecher; -nacht, die: eine
kalte M.; ^sonne.die: M. bräunt besonders intensiv;
^Veilchen, das: stark duftendes, im Frühjahr blühendes Veilchen.
Märzen- (vgl. auch: März-): -becher, der. svw. t
Frühlingsknotenblume; -bier, das [weil es urspr. im März gebraut
wurde]: dunkles Bockbier: -flecken <PI.) [wohl weil die
Wirkung der Sonnenstrahlen im März (u. April) bes. stark
ist u. dadurch vermehrt Sommersprossen hervorgerufen
werden können] (Schweiz): Sommersprossen.
Marzipan [mart$i'pa:n.auch. Osten*, nur:' ], das. Osten*..
sonst selten: der; -s. (Sorten:) -e [ital. marzapane, H. u.]:
weiche Masse aus Mandeln, Puderzucker u. Aromastoffen,
die zu Süßigkeiten verarbeitet wird.
Marzipan-: ~brot. das: Marzipan in Form eines Brotes: ^ei.
das: vgl. ^brot; -ferkel, das: svw. Nschweinchen; -kartof-
fel, die: kleine, mit Kakao bestäubte Kugel aus Marzipan:
-schwein, -schweinchen, das: Schweinchen aus Marzipan;
-torte, die: Torte mit einer Schicht aus Marzipan.
'Mascara [maska:ra], das; -. -s [engl, mascara < span.
mäscara. älter ital. mascara, t Maske]: pastenförmige
Wimperntusche: Ihr Gesicht war verschmiert, das M. war von
den Wimpern getropft (Remarque. Triomphe 445); *Mas-
cara [-], der, -, -s: Stift od. Bürste zum Auftragen von
Wimperntusche.
maschallah [ma'Jala:; arab. mä Sä'alläh]: in islamischen
Ländern üblicher Ausruf der Bewunderung, Verwunderung
o.a.
Masche[maja].die; -, -n [mhd. masche. ahd. masca, urspr.
= Geknüpftes. Knoten; 3: wohl nach der alten Bed.
..Fangnetz, zur Jagd verwendete Schlinge"]: 1. Schlinge aus einem
Faden, Garn, Draht o.a., die beim Stricken od. Häkeln
od. durch Verknüpfen entsteht: -n aufnehmen, abnehmen,
abketten; eine rechte, linke M. stricken; feste -n häkeln;
eine M. fallen lassen (beim Stricken von der Nadel gleiten
lassen); an ihrem Strumpf läuft eine M.; der Fisch ist
in den -n des Netzes hängengeblieben; den Ball in die
-n donnern (Sport Jargon; in das hinter dem Tor
aufgespannte Netz schießen): Ü durch die -n des Gesetzes schlüpfen,
entkommen. 2. (Osten*.) Schleife: das Mädchen trägt eine
rote M. im Haar; die M. des Schuhbands ist aufgegangen.
3. (ugs.) a) überraschende, schlaue Vorgehensweise (die
zur Lösung eines Problems führt]: das ist die M.; diese
M. kommt immer gut an; b) unlautere Handlungsweise;
Trick, bei dem jmd. betrogen werden soll: die Gauner
versuchten es mit einer neuen M.; die M. kennt man
inzwischen; mit dieser M. hat er schon viele übers Ohr gehauen.
mischen. Mischen-: -draht, der: flächiges Drahtgeflecht für
Zäune u.a., dazu: -drahtzaun, der; -fest <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: (von Damenstrümpfen) so hergestellt, daß sich
keine Laufmaschen bilden können; Mnode, die: Strick
warenmode; -netz, das; -probe, die (Handarb.): [quadratisches]
Stückchen Strickwerk, mit dessen Hilfe die Anzahl der
Maschen für ein bestimmtes Strickmuster ermittelt wird; -stich,
der (Handarb.): Stickstich, der wie eine rechte Masche
aussieht; ^ware. die: Strick- u. Wirkware; ^werk. das:
Geflecht aus Maschen; -zahl, die (Handarb.).
Mascherl [maj-ßl], das; -s. -n (Osten*.): Schleife; Fliege (2);
-maschig I-maJu;] In Zusb.. z.B. engmaschig (aus engen
Maschen bestehend).
Maschikseite[majüc-],die; -. -n [zu ung. mäsik = andere]
(ostösten*.): entgegengesetzte Seite, Rückseite: Ü auf der
M. (Schattenseite) des Lebens stehen.
Maschinchen [ma'Ji:ncpn],das; -s. -: t Maschine (1);
Maschine [mafi:n9], die; -, -n [frz. machine < lat. mächina =
(Kriegs-, Belagerungs)paschine < griech, (dorisch)
machanä für: mediane = Hilfsmittel, Werkzeug; vgl.
Mechanik]: l.a) <Vkl. tMaschinchen) mechanischer, aus
beweglichen Teilen bestehender Apparat, Vorrichtung, die
Kraft od. Energie überträgt u. mit deren Hilfe bestimmte
Arbeiten unter Einsparung von menschlicher Arbeitskraft
ausgeführt werden können: eine moderne, einfache,
komplizierte M.; landwirtschaftliche, elektronische -n; die M.
läuft, steht still, ist in Betrieb, ist kaputt; eine M. in Betrieb
setzen, ölen, putzen, pflegen, warten, anstellen, bedienen;
eine M. bauen, erfinden, konstruieren, reparieren; das
Zeitalter der M.; er arbeitet wie eine M. (gleichmäßig u. schafft
dabei viel); an einer M. arbeiten (eine Maschine bedienen);
b) (ugs.) Motor eines Autos: die M. hat 70 PS; ich fahre
noch mit der ersten M.; die M. hochdrehen, überdrehen.
2.a) Flugzeug: eine M. der Lufthansa; die M. startet,
landet; meine M. hatte Verspätung; er nahm die
planmäßige M. nach Rom; b) (ugs.) Motorrad: eine schwere, leichte
M.; seine M. macht furchtbaren Lärm; bei dem Rennen
kamen nur drei -n ans Ziel; c) (selten) / Dampf]Lokomotive:
die M. steht schon unter Dampf; mit der M. rangieren,
die Wagen über den Ablaufberg drücken. 3.a) kurz für
tSchreibmaschine: ich schreibe M. (vgl. aber:
maschineschreiben); sich an die M. setzen; auf der M. klappern;
einen Bogen Papier in die M. spannen; der Chef diktiert
[der Sekretärin] einen Brief in die M. (die Sekretärin tippt
den Brief unmittelbar, ohne ein Stenogramm aufzunehmen);
einen Brief mit der M. schreiben; b) kurz für TNähmaschine:
eine Naht mit der, auf der M. nähen; c) kurz für t
Waschmaschine: die M. hat vier Waschgänge; Hemden kann man
in der M. waschen. 4. (ugs. abwertend) große, dicke Frau:
mein Gott, ist das eine M.!; maschinegeschrieben <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: mit der Schreibmaschine geschrieben
(Ggs.: handgeschrieben): ein -es Manuskript; vgl.
maschineschreiben; maschinell [maji'nel] <Adj.; o. Steig.) [nach
frz. machinal < lat. mächinälis]: a) mit Hilfe einer
Maschine durchgeführt, hergestellt: die -e Herstellung eines
Produkts; die Verpackung der Waren geschieht m.; b) eine
Maschine betreffend; in der Art einer Maschine: er bewegte
sich mit -er Gleichmäßigkeit; hängt die Leistung ... von
den -en Gegebenheiten ab (Frankenberg. Fahren 126).
maschinell-, Maschinen-: -antrieb, der: Antrieb durch
Maschinen (1); -arbeit, die: Arbeit mit Maschinen (1; Ggs.:
Handarbeit 1 b); -arbeitet*, der: Arbeiter, der eine Maschine
(1) bedient; ^bau. der <o. Pl.>: 1. das Bauen, Herstellen
von Maschinen (1): eine Firma für M. 2. Lehrfach an
einer technischen Hochschule, in dem die Konstruktion von
Maschinen (1) gelehrt wird: er studiert M., dazu: -bauer,
der; -s. -: jmd., der Maschinen (1) konstruiert od.
herstellt, -bauingenleur, der: Ingenieur im Fach
Maschinenbau; -bediener, der; -s. -: svw. tOperator (2); Mle-
fekt,der: svw. t ~ schaden; -einsatz, der <o. PL): das
Einsetzen von Maschinen (1) für bestimmte Arbeiten; -element,
das (meist PI.) (Technik): Bauelement, das für die
verschiedensten Maschinen (1) verwendet wirdu. jeweils dem gleichen
Zweck dient; -fabrik, die: Fabrik, die Maschinen (1)
herstellt; vgl. Mafa; -garn, das: spezielles Nähgarn zur Verwen-
1743
Maschinerie
düng in der Nähmaschine; -geschrieben <Adj.; o. Steig.:
nicht adv.>: Tmaschinegeschrieben; -Beschütz, das: svw.
Kkanone; ^gestickt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: -e Muster:
-gestrickt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.X der Pullover ist
m.; -gewehr, das: [auf einem Zweibein aufliegende/
automatische Schnellfeuerwaffe mit langem Lauf, bei der (nach
Betätigen des Abzugs) das Laden u. Feuern automatisch
erfolgt; ein leichtes, schweres M.; ein M. begann zu tacken
(Strittmatter. Wundertäter 465); Abk.: MG. dazu: -ae-
wehrfeuer, das. -gewehrsalve, die; -halle, die: Halle in
einer Fabrik, in der Maschinen (1) stehen; -hammer. der
(Technik): durch eine Maschine (1) angetriebener Hammer;
-haus, das: vgl. -räum; -kanone, die (Milit.): zu den
Maschinenwaffen zählende, leichte Kanone; -kraft, die: M.
ersetzt menschliche Arbeitskraft; -künde, die: svw. T
^lehre; -lärm, der; -lehre, die: Lehrfach an Berufsschulen,
in dem Bau u. Funktionsweise von [bestimmten, für einen
Beruf notwendigen] Maschbien (1) gelehrt werden; -lesbar
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (Datenverarb.): für einen
Computer o. ä. lesbar: -e Datenträger; -müßig <Adj.; o. Steig.):
svw. T maschinell (b); -meister, der: 1. jmd.. der für die
Wartung der Maschinen (1) eines Betriebes verantwortlich
ist. 2. jmd.. der für die maschinellen Anlagen eines Theaters
verantwortlich ist. 3. (Druckw. veraltet): Drucker, der eine
Maschine (1) bedient; -mensch, der (selten): svw. T Roboter:
..Dynamo Joe", ein M.. den Studenten der Universität
Bristol zusammenbastelten, hat sogar das Radfahren
gelernt (Menzel. Herren 12); -messer, das: Messer als Teil
einer Maschine (1); -naherin. die: Arbeiterin an einer
Nähmaschine; ^öl. das: Schmieröl für Maschinen (1); -papier,
das: 1. maschinell hergestelltes Papier. 2. svw. T
Schreibmaschinenpapier; -park, der: Gesamtheit der Maschinen (1)
eines Betriebes; -pistole. die: automatische Schnelljeuerwaf-
fe mit kurzem Lauf, bei der das Laden u. Feuern automatisch
erfolgt u. die, am Körper in Anschlag gebracht, im Nahkampf
verwendet wird; die M. im Anschlag halten; Abk.: MP.
MPi; -räum, der: Raum, z. B. auf Schiffen, in dem sich
die Maschinen (1) befinden; -revision, die (Druckw.): letzte
Überprüfung des Druckbogens vor Beginn des Druckes;
^ring. der: Zusammenschluß von Landwirten zur besseren
Ausnutzung von landwirtschaftlichen Maschinen (1) u.
Geräten; -saal, der: vgl. -halle; -satz, der (Druckw.): mit
einer Setzmaschine, bes. einer Maschine, die ganze Zeilen
setzt u. gießt, hergestellter Satz (Ggs.: Handsatz a);
-schaden, der: Schaden, Defekt an einer Maschine, bes. an einem
Motor, in einem Flugzeug. Schiff Auto o.a.; das SchifT
hatte einen M.; wir mußten wegen -s die Reise abbrechen;
^Schlosser, der: jmd.. der [in einem Industriebetrieb] große,
komplizierte Maschinen zusammensetzt, baut (Berufsbez.):
er ist. lernt M.; -schreiben, das; -s: das Schreiben auf
einer Schreibmaschine; -Schreiber, der: jmd., der [gut] auf
einer Schreibmaschine schreiben kann; ^sdireiberin, die:
w. Form zu t-Schreiber; -schrift, die: mit einer
Schreibmaschine geschriebene Schrift, dazu: -schriftlich <Adj.; o.
Steig.): mit einer Schreibmaschine geschrieben; -seide, die:
Nä/iseide zur Verwendung auf der Nähmaschine; ^setzer.
der: jmd., der Maschinensatz herstellt (Berufsbez.): -spitze,
die (Textilind.): auf einer Maschine hergestellte Spitze;
-spräche, die (Datenverarb.): svw. TProgrammiersprache;
^stricken, das; -s: das Stricken auf einer Strickmaschine;
-stunde, die: einzelne Stunde, während der eine Maschine
(l)in Betrieb ist: wir berechnen 25 DM für die M.; -Stürmer
<PL> (hlst.): Arbeiter od. Handwerker, die zu Beginn der
industriellen Revolution die neu eingeführten Spinn- u.
Web/maschinen zerstörten, weil sie in ihnen die Ursache
für Arbeitslosigkeit u. Armut sahen: die Bewegung der
M. begann in England; Ü wir sind keine M. (wehren
uns nicht gegen technischen Fortschritt}; -telegraf, der
(Technik): Vorrichtung auf Schiffen, mit der Kommandos
(die die Geschwindigkeit betreffen) von der Kommandobrük-
ke in den Maschinenraum gegeben werden können; -und-
Traktoren-Station.die [LÜ von russ. maschinnotraktorna-
ja stanzijal (DDR veraltend): Stelle, bei der
landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften Maschinen ausleihen
können; Abk.: MTS; Mvaffe, die (Milit.): automatische
Waffe; ^wärter. der: vgl. ^meister (1); -wasche, die (Ggs.:
Handwäsche): 1. das Waschen von Wäsche mit der
Waschmaschine. 2. Wäsche, die mit der Waschmaschine
gewaschen wird; ^Wechsel, der: das Auswechseln einer
Lokomotive: -Zeitalter, das.
Maschinerie [majina'ri:]. die; -. -n [...i:an; mit
französierender Endung zu t Maschine]: I. a) [komplizierte, aus
mehreren zusammenarbeitenden Teilen bestehende] maschinelle
Einrichtung: eine einfache, genial ausgedachte M.; (Sie»
führte mich zu dem Tisch, auf dem die M. stand, um
die Daumenabdrücke der Transitäre festzuhalten (Seghers.
Transit 210); b) (Theater) Gesamtheit der maschinellen Buh-
neneinrichtungen. 2. (bildungsspr.) als unangenehm, negatn
empfundene Einrichtung, System, o.a., in dem bestimmte
Vorgänge automatisch ablaufen u. ein Eingreifen nur schwer
od. gar nicht möglich ist: die seelenlose M. des
Staatsapparates; damit setzt er eine erbarmungslose M. des Hasses
u. der Rachsucht in Gang (Bild 18. 1966. 21); in die
gnadenlose M. der Justiz geraten; maschineschreiben <s*
V.; hat; nur im Inf. u. Part, zusammengeschrieben, vgl
Maschine (3a)>: auf der Schreibmaschine schreiben: sie
kann sehr schnell, fehlerfrei m.: ein maschinegeschriebener
Brief; maschinieren [maJTni:ran] <sw. V.; hat) [eigtl. =
mit einer Maschine bearbeiten, frz. machiner]
(Kürschnerhandwerk): bei der Pelzveredelung die zarten Grannen (2»
des Fells abscheren; Maschinist [maJVnist], der; -en -en
[frz. machiniste]: 1. Facharbeiter, der Maschinen (1) bediem
u. überwacht. 2. Leiter des Personals, das auf Schiffen
die Maschinen bedient u. wartet; maschinschreiben <su
V.; hat; nur im Inf. u. Part, zusammengeschrieben
(österr.): svw. tmaschineschreiben; Maschinschreiben, das:
•s: (österr.): svw. T Maschinenschreiben; Maschjnschreiber,
den -s. - (österr.): svw. t Maschinenschreiber;
Maschinschreibkraft, die; -. ...kräfte (österr.).
'Maser [ma.zi?]. die; -, -n [mhd. maser. ahd. masar. H.ul
unregelmäßige, wellige Zeichtmng. Musterung in
bearbeitetem Holz: Holz mit feinen, ausdrucksvollen -n.
2Maser [meiza]. der; -s. - [engl.-amerik. maser. Kurzwort
für engl, microware amplification by stimulated emission
of radiation; gepr. von dem amerik. Physiker Ch. H. To*-
nes(geb. 1915)1 (Physik): Gerät zur Erzeugung bzw.
Verstärkung von Mikrowellen.
Maserhob, das; -es, -hölzer: Holz mit Masern; maserig
<Adj.: nicht adv.>: Maserung aufweisend; gemasert; masera
[ma:zBn] <sw. V.; hat; meist im 2. Part.): mit Maser um
versehen: gemasertes Holz; fein gemaserter Marmor:
Masern [-1 <PI.> [wohl PI. von T 'Maser]: [im Kindesalter
auftretende] sehr ansteckende Infektionskrankheit mit hohem
Fieber u. rotem Hautausschlag: die Kinder haben [diel M^
Maserung, die; -. -en: wellige Musterung in bearbeitetem
Holz, Marmor. Leder o.a.: eine schöne, unruhige M.; dk
M. des Fells dieser Katze ist typisch für die Rasse.
Masette [mazEto], die; -. -n [ital. mazzetto. Vkl. von: mazzo
= Kartenstoß, -block. H. u.l (österr.): Eintrittskartenblock,
aus dem die perforierten Eintrittskarten zum Verkauf
herausgerissen werden (im Kino, Theater usw.).
Mashie [meji. engl.: maeji], der; -s. -s [engl, mashie. mashy]
mit Eisenkopf versehener Golfschläger.
Maskarill [maska'nl], der; -[sl. -e [span. mascarilla, eigtl
= kleine Maske. Vkl. von: mäscara, t 'Mascaral: (Theater)
typisierte Figur des als Marquis verkleideten Dieners im
spanischen Lustspiel; Maskaron [maskaro.nl. der; -s. -c
[frz. mascaron < ital. mascherone. eigtl. = große Maske.
Vgr. von: maschera. T Maske] (Archit.): Menschengesicht
<xt. Fratze als Ornament in der Baukunst / des Barock .
Maske [maskd]. die; -. -n [frz. masque < ital. maschera.
älter: mascara. wohl zu arab. masbara = Verspottung:
Possenreißer; drollig]: l.a) vor dem Gesicht getragene, das
Gesicht einer bestimmten Figur, einen bestimmten
Gesichtsausdruck darstellende [steife/ Form aus Pappe, Leder, Hob
o.a. als Requisit des Theaters, Tanzes, der Magie: eine
tragische, komische, groteske M.; eine M. tragen,
vorbinden, umbinden; die M. ablegen, abnehmen; sein Gesicht
erstarrte zur M. (wurde starr, unbewegt); Ü hier zeigt
sich das Laster ohne M. (unverhüllt); er trägt die M.
des Unschuldigen (tut so, sieht so aus, als ob er unschuldig
sei); Hinter der M. (dem nach außen gezeigten Aussehen
u. Verhalten) eines Biedermannes verbirgt sich ein
notorischer Wüstling (Kempowski, Uns 145); Seine Nervosität
war so groß, daß sie die glatte M. der Unangreifbarkeit
zerfressen hatte (Sebastian, Krankenhaus 126); *die M.
fallen lassen/von sich werfen (eine Verstellung aufgeben,
sein wahres Gesicht zeigen); imdm. die M. vom Gesicht
reißen (jmdn. entlarven, jmdn. zn'ingen, sein wahres Gesicht
zu zeigen); b)maskierte, verkleidete Person: die M. flüsterte
1744
maß-, Maß-
ihm etwas zu: die schönsten -n des Festes bekommen
einen Preis; c) mit Hilfe eines Gipsabdrucks hergestellte
Nachbildung eines Gesichts; Gipsmaske; Totenmaske. 2.a)
(als Kurzf. von Zus.) Gegenstand, der zu einem bestimmten
Zweck vor dem Gesicht getragen wird (z. B. Atemmaske,
Gasmaske. Schutzmaske); b) kurz für tGesichtsmaske (3):
eine M. erfrischt und belebt die Haut. 3. (Theater) das
einer bestimmten Rolle, Figur entsprechende Geschminktsein
eines Schauspielers; die M. des Mephisto war sehr
überzeugend; die Schauspieler waren schon in M. (geschminkt).
4. (Biol.) Zeichnung am Kopf von Tieren, die sich farblich
deutlich abhebt; der Hund hat eine schwarze M. 5. (Fot.)
a) Schablone zum Abdecken eines Negativs beim Belichten
od. Kopieren; b) halbdurchlässiger Filter, mit dem die Farb-
und Tonwerte bei der Reproduktion von Fotografien
korrigiert werden können.
Mfsken-: ^ball, der: 1. Ball, bei dem die Teilnehmer maskiert
sind. 2. (Soldatenspr.) a) schikanöse Übung, bei der die
Rekruten innerhalb kurzer Zeit mehrfach in verschiedenen
Ausrüstungen antreten müssen; b) Exerzierübung mit
aufgesetzter Gasmaske; -bildner, der: jmd.. der bei Theater,
Film, Fernsehen die Schauspieler schminkt u. frisiert (Be-
rufsbez.); -bikinerin, die: w. Form zu Nbildner; ^fest,
das: vgl. -ball (1); -gesteht, das (Med.): als Folge
verschiedener Krankheiten auftretende Lähmung des Gesichts; ^ko-
stikn, das: svw. tKostüm (3 b); -spiel, das: Theaterstück,
bei dem die Schauspieler Masken da) tragen; -treiben,
das; -s vgl. ^zug; -verfahren, das (Fot.): mit Hilfe von
Masken (5 b) durchgeführtes fotografisches Verfahren;
-verteil, der: Unternehmen, das Kostüme [u. Masken]
verleiht; -zug« der: Umzug von verkleideten, maskierten
Personen.
maskenhaft <Adj.; -er. -este; Steig, ungebr.): in der Art
einer Maske; starr, unbeweglich; ihr Gesicht war bleich
und m.; <Abl.:> Mfskenhaftigkeit, die; -; Maskerade [mas-
kd'racb]. die; -. -n [frz. mascarade < span. mascarada
< älter ital. mascarata = Maskenzug. zu: mascara. t
Maske]: 1. Verkleidung. Kostümierung: eine komische,
phantasievolle M.; Ü seine Freundlichkeit ist nur M. (Heuchelei,
Verstellung). 2. (veraltend) Kostümfest. Maskenball; auf
eine M. gehen; maskieren [maski:ren] <sw. V.; hat) [frz.
masquer, zu: masque. t Maske]: l.a) das Gesicht [mit einer
Maske] verändern od. unkenntlich machen; die meisten
Gäste waren maskiert; maskierte Gangster drangen in die
Bank ein; b) (landsch.) mit einem Kostüm verkleiden;
kostümieren: die Mutter maskiert ihre Kinder zum Karneval;
viele waren als Indianer maskiert; wir maskierten uns.
2. etw. verbergen, verschleiern, verdecken, tarnen: seine
Schwäche. Unsicherheit mit forschem Auftreten m.; dieses
Buch ist ein maskiertes Pamphlet. 3. (Kochk.) eine Speise
mit einer Soße, Glasur o. ä. überziehen. 4. (Fot.) Färb- und
Tonwerte mit Hilfe einer Maske (5 b) korrigieren; <Abl.:>
Maskierung, die; -. -en: l.a) das Verkleiden; b) die
Verkleidung. 2. das Verbergen, Tarnen. 3. (Zool.)
Schutztracht mit Hilfe von Steinchen, Schmutz, Blättern o.a. bei
bestimmten Tieren.
Maskottchen [mas kot^nl. das; -s. -. Maskotte [maskotd].
die; -. -n [frz. mascotte < provenz. mascoto = Zauberei,
zu: masco = Zauberin. Hexe < mlat. masca. wohl aus
dem Germ.]: kleiner Gegenstand (z.B. Tier, Püppchen,
Anhänger), der Glück bringen soll: ein M. haben; die
Fußballmannschaft hat als M. einen Ziegenbock.
maskulin [masku'li:n] <Adj.) [lat. mascullnus. zu: masculus
= männlichen Geschlechts. Vkl. von: mäs = männlich]:
l.a) für den Mann charakteristisch, männlich in bezug auf
Menschen: das -e Geschlecht; b) das Männliche betonend,
hervorhebend: die Herrenmode ist dieses Jahr sehr m.;
c) (oft abwertend) als Frau männliche Züge habend, nicht
weiblich; ein -es Wesen; sie ist sehr m. 2. <o. Steig.)
(Sprachw.) mit männlichem Geschlecht: ein -es Substantiv;
maskulinisch <Adj.) (selten): svw. t maskulin: Maskulinisfe-
rung [...lini'zi:ruQ]. die; -. -en: 1. (Med.) Vermännlichung
der Frau im äußeren Erscheinungsbild. 2. (Biol.)
Vermännlichung weiblicher Tiere; Maskulinum [maskuli:num. auch:
—'—]. das; -s. ...na [lat. (genus) mascullnum] (Sprachw.):
a) Substantiv mit männlichem Geschlecht: ..Hund" und
..Stuhl4* sind Maskulina; b) <o. PI.) (veraltend) männliches
Geschlecht eines Substantivs.
Masochismus [mazsxismus]. der. - [nach dem österr.
Schriftsteller L. v. Sacher-Masoch (1836-1895)]: a) (Psych.) das
Empfinden von sexueller Erregung, Lust beim Erdulden von
körperlichen u./od. seelischen Mißhandlungen; b) (allg.)
wehrloses, unterwürfiges Ertragen. Erdulden von Leid,
Schmerz; Masochist [mazDxist]. der; -en. -en: 1. (Psych.)
jmd.. der beim Erdulden von körperlichen u./od. seelischen
Mißhandlungen sexuelle Erregung, Lust empfindet. 2. (allg.)
jmd., der sich widerstandslos Quälen, erniedrigen läßt; jmd.,
der sich gegen Schmerzen, Nachteile o. ä. nicht wehrt: wenn
ich Kopfschmerzen habe, nehme ich eine Tablette, ich
bin doch kein M.; Personen, die von administrativen
Maßnahmen der Partei betroffen werden und die Partei dafür
loben .... handeln entweder unfrei oder als -en (Zwerenz,
Kopf 153; Masodijstin,die; -. -nen: w. Form zu t Masochist;
masochjstisch <Adj.): 1. (Psych.) von Masochismus (a)
bestimmt, geprägt; -e Züge. 2. (allg.) von Masochismus (b)
bestimmt, geprägt.
Masora usw.: TMassora usw.
maß [ma:s]: tmessen; 'Maß [-]. das; -es. -e [spätmhd. mäs
(Neutr.). vermischt aus mhd. mäse (Fem.; ahd. mäja)
= Zu-. Angemessenes: Art und Weise; Mäßigung u. mhd.
mes (Neutr.) = Meßgerät; Ausgemessenes. Richtung. Ziel;
zu tmessen]: l.a) Einheit, mit der etwas gemessen werden
kann, mit der die Größe od. Menge von etw. festgestellt,
angegeben wird; beim Messen geltende, verwendete Norm:
deutsche, englische, amerikanische -e; alte -e und Gewichte;
der Meter ist das M. für die Bestimmung der Länge;
in diesen Ländern wird mit anderen -en gemessen, nach
anderen -en gerechnet; b) genormter Gegenstand (wie
Metermaß. Litermaß) zum Messen, zum Feststellen von Größe
od. Menge: die -e eichen lassen; das M. an etwas anlegen;
etw. mit einem M. nachmessen; Ü (geh.): das M. unserer
Leiden ist voll (Plievier. Stalingrad 272); *ein gerüttelt
M. [an/von etw.] (geh.; (bezogen auf etw. Negatives, auf
etw. als unangenehm, als Zumutung Empfundenes] sehr
viel, ziemlich viel, eine gehörige Menge [von etw.]; nach
Luk. 6. 38): zu einer solchen Handlungsweise gehört doch
schon ein gerüttelt M. [an] Dreistigkeit, [von]
Unverschämtheit; das M. ist voll (nun ist es aber genug, jetzt
ist meine Geduld zu Ende); das M. vollmachen (bewirken,
daß die Grenze des Erlaubten, Erträglichen. Zumutbaren
erreicht ist); mit zweierlei M. messen (unterschiedliche
Maßstäbe anlegen; nicht nach objektiven Gesichtspunkten
u. daher ungerecht urteilen). 2. (meist PI.) durch Messen
festgestellte Zahl, Größe: die -e eines Zimmers, eines
Fensters; für die Anfertigung der Vorhänge brauchen wir die
genauen -e; der Schneider hat ihm/bei ihm M.. die -e
genommen (die Körpermaße festgestellt); er hat für diese
Sportart die idealen -e (die dafür am besten geeigneten
Körpermaße); sie hat ideale Maße (eine ideale, sehr gute
Figur); die Sendung wurde auf M. und Gewicht überprüft;
der Schrank wurde nach den angegebenen -en gefertigt;
*imdn. M. nehmen (ugs.: 1. jmdn. in scharfem Ton
zurechtweisen, abkanzeln, ihm gehörig die Meinung sagen. 2. jmdn.
gehörig verprügeln, zusammenschlagen). 3. Gradd a).
Ausmaß. Umfang: das hohe M. an Vertrauen in die eigene
Kraft (Dönhoff. Ära 197); welches M. von Gemeinheit
ist notwendig und zulässig (Musil. Mann. 545); er sollte
seine Kritik auf das rechte M. bringen, auf ein erträgliches
Maß reduzieren; die Anschuldigungen gingen über das
übliche M. weit hinaus; er hat das alles in vollem, in
höchstem Maßle] (ausgiebig, außerordentlich, sehr)
genossen; in demselben, im gleichen Maß[e] (ebenso) wie früher;
in besonderem, gewissem Maß[e] (besonders, in gewisser
Weise); in höherem, stärkerem Maß[e] (mehr, stärker),
in zunehmendem -e (immer mehr, immer stärker) als
Jemals; * weder M. noch Ziel kennen (maßlos sein, keine
Grenzen kennen); ohne M. und Ziel (maßlos, grenzenlos
u. dabei ohne rechten Sinn, ohne Überlegung); in/mit -en
(sehr maßvoll, gemäßigt; ohne Übertreibung): er ißt und
trinkt gern, aber immer in. mit -en; Über die/alle -en (geh.;
überaus, außergewöhnlich, außerordentlich): die Prinzessin
war über die. über alle -en schön: *MaB [-]. die; -. -[e]
(aber: 3 Maß [Bier]) [mhd. mäae. t'Maß] (bayr.. österr.):
Menge von einem Liter Bier: hier sind die bestellten Maßle];
er hat zwei M. Bier. Maibock getrunken.
maß-, MgB-: ^analyse, die (Chemie): Verfahren der
chemischen Analyse zur Bestimmung des quantitativen Gehaltes
eines in einer Lösung gelösten Stoffes: Titeranalyse; ^anzug,
der: für jmdn. eigens nach seinen Körpermaßen gearbeiteter
Anzug; ^arbeit, die: 1. Herstellung, Anfertigung von Gegen-
110 GDW
1745
Massa
ständen (wie Möbel. Kleidung) genau nach angegebenen
Maßen: die Schuhe sind M. 2. <o. PI.) sehr gute u. genaue
Arbeit. Erledigung. Ausführung: Der Kanzler hat immer
... M. geleistet (Dönhoff, Ära 21); er schoß den Ball genau
in die Ecke, das war M. (ein präziser Schuß): -einheil.
die: Einheit (2) zum Messen. Angeben von Größe. Menge.
Gewicht: physikalische -en; der Meter ist die M. für die
Länge; —einteilung, die: nach einer Maßeinheit
vorgenommene Einteilung: die M. auf dem Meßbecher gibt die Gewichte
der verschiedenen Stoffe an; ^flanke, die (Fußball Jargon):
sehr genau gespielte, präzise Flanke (5 b); -gäbe, die in
den Fügungen mit der M. (mit der Weisung, Anordnung.
Direktive): Mir wurde erlaubt, vierzehn Tage nach Hause
zu fahren, mit der M. freilich, mich nicht politisch zu
betätigen [Niekisch. Leben 931. nach M. (geh.; einer Sache
entsprechend, gemäß: von Personen .... die jeweils nach
M. der Gesetze zu diesem Zweck bestellt werden [Fraenkel.
Staat 1191; -gearbeitet <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: eigens
nach angegebenen Maßen hergestellt, angefertigt: ein -er
Anzug; -gebend <Adj.; selten adv.}: für die weitere
Entwicklung o. ä. bestimmend: richtungweisend, entscheidend: -e
Personen. Fachleute. Politiker; dies war eine -e Entscheidung;
das -e Buch über Mescalin (Jens, Mann 49); sein Urteil
ist ganz und gar nicht m. (zählt nicht, ist völlig ohne
Bedeutung): er hat m. zu dieser Entwicklung beigetragen;
-geblich I-ge.plHjl <Adj.; seltener präd.): ausschlaggebende
Bedeutung habend: wichtig, bedeutswn, entscheidend: -e
Vertreter der amerikanischen Regierung (MM 29. 10. 65,
1); -en Anteil an etw. haben; m. (in besonderem Maße,
entscheidend) an etw. beteiligt sein; er hat diese
Entwicklung m. (in besonderer Weise, in hohem Maße) beeinflußt,
bestimmt; Für einen Vertrag sind grundsätzlich nur die
Bedingungen m.. die beim Abschluß vereinbart werden
(Hörzu 45. 1970, 59); -gerecht <Adj.>: in den richtigen
Maßen: den gegebenen Verhältnissen genau entsprechend:
genau passend: eine -e Flanke; ein m. zugeschnittenes Brett;
-geschneidert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. -gearbeitet:
ein -er Anzug; Ü eine -e Politik; Für durchschnittlich große
Menschen ist das muntere Mobil m. (genau passend, gerade
richtig: MM 29. 1. 72. 57); -halteappell, der: (bes. Politik)
Appell, öffentlich ausgesprochene Mahnung zum Maßhalten,
zur Mäßigung: M. an die Sozialpartner (MM 24. 10. 73.
1); -halten <st. V.; hat): das rechte Maß einhalten.
Mäßigung üben, nicht übertreiben: er muß in Zukunft ein wenig
m. im Essen und Trinken; er rief die Bürger dazu auf.
im Energieverbrauch etwas mehr maßzuhalten; -haltig
<Adj.; nicht adv.) (Technik): die vorgeschriebenen Maße
einhaltend, beibehaltend: sich nicht verändernd: Rasterdruk-
keauf-en Folien (Elektronik 12,1971. A6). dazu: -haltig-
keit, die; - (Technik): einen Werkstoff auf seine M. hin
überprüfen; -hemd, das: vgl. -anzug (Ggs.: Fertighemd);
-holder, der: t Maßholder; -konfektioa, die: nach Angabe
individueller Körpermaße von einem Konfektionsbetrieb
angefertigte Oberbekleidung: -krug, der: t Maßkrug; -leidig
<Adj.): t maßleidig; -lieb, -liebchen, das: t Maßliebchen;
^k» <Adj.; -er. -este): a) <nicht adv.) über das gewöhnliche
Maß weit hinausgehend: unmäßig, übertrieben groß: in
äußerst starkem Maße vorhanden: -e Ansprüche,
Forderungen; -er Zorn. Ärger; -e Wut. Erregung. Gier; Damals
sind wir durch -es Ungiück zu Menschen geworden (Re-
marque, Obelisk 10); seine Forderungen waren einfach
m.; er Ist m. (übertreibt) in allem, was er tut; b) <intenslvie-
rcnd bei AdJ. und Verben) sehr, äußerst, außerordentlich,
ungeheuer: sie ist m. eitel, eifersüchtig; er war m. enttäuscht,
verblüfft; er übertreibt m.; er empörte, ärgerte sich m.
darüber, zu a: -losigkeit, die; -; -nähme [-na:md], die:
Handlung, Anordnung, Regelung, Vorkehrung, die etw.
Bestimmtes bewirken will, einem ganz bestimmten Zweck dient:
eine vorsorgliche, vorausschauende, provisorische M.;
politische, wirtschaftliche -n; diese M. hat sich bewährt,
erwies sich als richtig, reichte offensichtlich nicht aus; die
geeigneten -n gegen die Inflation, zur Verhütung von
Unfällen einleiten, ergreifen, treffen; -regel, die: als genau
einzuhaltende Richtlinie geltende Maßnahme, Vorschrift,
Weisung: strenge, scharfe -n ergreifen, treffen; Sie ( = die
kirchliche Opposition) hat zweifellos mehr als einmal die
Regierung vor extremen -n zurückscheuen lassen (Rothfels,
Opposition 48); -regeln <sw. V.; hat): [von offizieller Seite
aus] streng zurechtweisen, tadeln: jmdm. eine offizielle Rüge
erteilen, ihn durch bestimmte Maßnahmen bestrafen: wegen
angeblicher Versäumnisse maßregelte man einige
Angestellte sehr streng; dazu: -reglelhing, die; -Schneider, der
Schneider, der Oberbekleidung nach angegebenen Maßen
anfertigt,-^stab.derlspätmhd.mässtab = Meßlatte, -stabt
1. (als Vorbild wirkende) Norm, nach der jmds. Handel*.
Leistung beurteilt wird: bei der Auswahl gelten strenge
Maßstäbe, müssen hohe Maßstäbe angelegt werden; was
war der M. deines Handelns?; den M. für etw. abgeben,
er hat einen M., Maßstäbe für die Zukunft gesetzt; fcn.
seine Arbeiten kannst du dir zum M. nehmen. 2. (bes.
Geogr.) Verhältnis zwischen nachgebildeten Größen, bei
Strecken auf einer Landkarte, u. den entsprechenden Großem
in der Wirklichkeit: der M. dieser Karte ist 1:100000t
welchen M. hat diese Karte. In welchem M. ist diese
Karte gezeichnet?; das Modell einer mittelalterlichen Burg
im M. 1:100; etw. in natürlichem, in größerem, in einem
kleineren M. modellieren, zeichnen, entwerfen; Ü zwei
Dinge ... die er. in großem M.. als erster tat (Ceram.
Götter 132). 3. (selten) mit der Einteilung nach Einheile*
der Längenmaße versehener Stab: Lineal, Band o. ä. zw*
Messen von Längen: ein M. aus Holz, Metall; der
Handwerker arbeitete mit einem zusammenlegbaren M.. zu 2: -*t*-
big [-Jte:bicl. (seltener:) -stäblfch [-Jte:pli(;l <Adj.; o. Steig,
nicht präa.): in einem bestimmten Maßstab dargestellt
was da säuberlich mit hartem Stift und maßstäblich
aufgezeichnet worden ist in Grundriß und Aufriß (Frisch,
Gantenbein 398). -stablslaerecht <Adj.; o. Steig.): genau tm
richtigen Maßstab: die -e Zeichnung des Grundrisses einer
Burg; die Einzelheiten waren auf der Karte nicht ganz
m. wiedergegeben, -stablslgetreu <Adj.; o. Steig.): vgL
^stablsjgerecht; -System, das: System, systematische
Zusammenfassung der (für bestimmte Bereiche geltenden
Maßeinheiten: ^voll <Adj.>: das rechte Maß einhaltend
das gewöhnliche Maß, die normalen Grenzen nicht über-
schreitend: nicht unmäßig: -e Forderungen; -e Lohnpolitik,
in allem m. sein, bleiben; m. leben, essen; er urteilt immer
äußerst m.; -vorläge, die (Fußball Jargon): vgl. ^flanke
^werk. das <o. PI.) (Archit.): aus geometrischen Formen
gebildetes Ornament an gotischen Bauwerken, das bes. der
Ausgestaltung von Fensterbögen u. zur Gliederung vcm
Wandflächen, Brüstungen, Portalen dient: -zahl, die: m
technischen Zeichnungen die Länge der eingezeichnete*
Strecken angebende Zahl.
Massa I'masal. der; -s, -s [in der Sprache der Neger
verstümmelt aus engl, master. t Master! (früher): von der afrik.
Negerbevölkerung, bes. den Negersklaven, in den amerik
Südstaaten verwendete Bez. für Herr.
Massage [ma'sa:». österr.: ...a:3l. die; -. -n [frz. massaae,
zu: masser. t 'massieren!: der Heilung, Lockerung u.
Kräftigung der Muskeln sowie der Förderung der Durchblutung
0. ä. dienende Behandlung des Körpergewebes mit den Htm-
den (durch Kneten, Klopfen, Streichen o.a.) od. mit
mechanischen Apparaten: der Arzt hat ihm zwölf -n
verschrieben; er bekommt dreimal in der Woche eine M.
Massage*: -gerät, das; -institut, das: Praxis eines Masseurs.
mH. das: Öl. das bei der Massage verwendet wird: -sakm,
der: 1. (veraltend) vgl. ^institut. 2. (verhüll.) einem Bordell
ähnliche, meist nicht offiziell geführte Einrichtung, in der
bes. mosturbatorisehe Praktiken geübt werden: -Stab, der.
1. vgl. ^gerät. 2. mit Vibration arbeitendes stabförmiges
Gerät, das zur sexuellen Reizung benutzt wird.
Massaker [ma'sa:kel. das; -s. - [frz. massacre. H. u.J:
grausames, verbrecherisches Hifimorden einer großen Anzahl i
umschuldiger, wehrloser) Menschen: Blutbad. Gemetzel: ein
M. anrichten, verüben; es gab ein M., es kam zu einem
M.; massakrieren [masa'kriiren] <sw. V.; hat) [frz. massa-
crerj: 1. in grauscaner, brutaler Weise umbringen, hinmorden.
Sie waren Spanier... Ihre Vorfahren hatten die Guanchen
beinahe vollständig massakriert (Jahnn. Geschichten 195)
2. (ugs., meist scherzh.) Quälen, mißhandeln: die haben
uns in der zweiten Halbzeit ganz schön massakriert.
Masse ['masol. die; -, -n [mhd. masse, spätahd. massa <
lat. massa < griech, mäza = Teig aus Gerstenmehl,
Fladen; (Metall)klumpenl: l.ungeformter, meist breiiger Stoff,
unstrukturierte, meist weiche Materie: eine weiche, klebrige,
zähe, hartgewordene M.; eine glühende M. zum Gießen.
Formen; die M. vor dem Weiterverarbeiten erst erkalten
lassen; sie konnte sich mit den -n ihres Körpers (ihrer
großen Körperfülle) kaum noch fortbewegen. 2. große
Anzahl, Menge: -n an/von ausgedienten Autos standen auf
1746
massen-, Massen -
dem Schrottplatz; riesige -n Papier türmten sich in der
leeren Halle; beim Verkauf dieses Artikels bringt es. macht
es nur die M. (bringt nur die große Menge an Verkauftem
einen Vorteil); wahre -n (eine große Menschenmenge)
strömten zu der Veranstaltung; die M. (der Großteil, die
meisten) der Befragten war dagegen; er verdient eine M.
(ugs.; sehr viel) Geld; sie hat eine M. (ugs.; sehr viele)
Bekannte getroffen; die Zuschauer kamen in -n; der Täter
verschwand in der M.. verstand es. in der M.
unterzutauchen. 3.a) (oft abwertend) Vielheit von Personen, breite
Schichten einer Gesellschaft, großer Teil des Volkes, der
Bevölkerung bes. im Hinblick auf das Fehlen individuellen,
selbständigen Denkens u. Handelns, auf den Mangel an
Urteils- u. Kritikfähigkeit: die breite, namenlose, anonyme
M.; die M. ist in Bewegung geraten; er hat die -n hinter
sich; eine typische Illustrierte für die M.; b) <PI.) (marxist.)
unterdrückter Teil der Gesellschaft, eines Volkes, der nach
Emanzipation strebt u. daher lauf revolutionäre Weise]
gesellschaftspolitisch bes. aktiv ist: die revolutionären,
werktätigen -n; die Regierung mußte dem Druck der -n
nachgeben. 4.a) (Wirtseh.) kurz für TKonkursmasse: das
Konkursverfahren wurde mangels M. eingestellt; seine
Sammlungen fallen nicht in die M.. wurden zur M.
geschlagen; Ü einen so teuren Wagen können wir uns mangels
M. (scherzh.; aus Mangel an den notwendigen Geldmitteln)
nicht leisten; b) (Jur.) kurz für T Erbmasse: auch der
kostbare Familienschmuck ist Teil der M. 5. (Physik) Eigenschaft
der Materie (1 b). die Ursache u. Maß der Trägheit eines
Körpers u. dessen Fähigkeit ist, durch Gravitation einen
anderen Körper anzuziehen od. von ihm angezogen zu werden.
mäße [m£:s9]: Tmessen.
'Massel ['masjl. der. österr.: das; -s Lüdd. massei < hebr.
mazz^l] (ugs.): [unverdientes, unerwartetes] Glück: Der
hat einen unglaublichen M. (Bredel. Prüfung 277).
'Massel [-], die; -. -n [ital. massello. eigtl. Vkl. von: massa
< tat. massa. t Masse] (Gießerei. Hüttenw.): durch Gießen
in einer entsprechenden Form hergestellter, plattenförmiger
Metallblock.
Bfsselos <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Physik. Astron.):
keine Masse (5) besitzend: -e Elementarteilchen; myssereich
<AdJ.; nicht adv.) (Physik. Astron.): Masse (5) in hoher
Konzentrierung besitzend: ein -er Planet.
nafien['ma.snl <Konj.) [zu T■Maß] (veraltet): weil,da:
-maßen [-ma.sn; erstarrte Kasusform (Gen. Sg.) von veraltet
Maße = Art u. Weise] in Zus. (Adverbien), z. B.
gleichermaßen, verdientermaßen.
nassen-, Massen-: -abfertigung, die (oft abwertend):
Abfertigung einer großen Anzahl von Personen, Erledigung einer
Vielzahl von Angelegenheiten o.a. ohne Berücksichtigung
individueller Unterschiede, Wünsche: -abfutterung, die
(salopp abwertend): vgl. ^abfertigung; -absatz, der: Absatz,
Verkauf von Waren in großen Mengen: durch Werbung
geförderter M.; -aktion, die: Aktion, an der eine große
Anzahl von Personen beteiligt ist: ^andrang, der: Zustrom
vieler Menschen an einen Ort: an der Kasse herrschte M.;
-anziehung,die (Physik. Astron.): svw. TGravitation;
-arbeit, die <o. PI.) (DDR): politisch-ideologische Propaganda
bei Massen (3 b); - arbeite loßtgkeit, die: Arbeitslosigkeit,
von der eine große Anzahl von Menschen betroffen ist.
-artikel, der: in großen Mengen hergestellter u. verkaufter
Artikel: -aufgebot, das: Aufgebot (1) einer großen Anzahl
von Menschen, Materialo. ä.: ein M. an Polizisten.
Sanitätswagen. Hubschraubern; der Film wurde mit einem M.
von Stars und Statisten gedreht; -aufläge, die: sehr große
Auflage eines Buches, einer Zeitung o. ä.: -aufinarsch, der:
vgl. Aufgebot; -basis, die (bes. Politik): durch die
Zustimmung, Mithilfe breiter Kreise der Bevölkerung, geschaffene
Basis: die Partei bemüht sich um eine M.; -bedarf, der:
bei einer großen Anzahl von Menschen bestehender Bedarf:
der M. an Konsumgütern steigt immer noch an, dazu:
-bedarfsartikel, der: Artikel, der von einer großen Anzahl
von Menschen notwendig gebraucht wird, -bedarfsgut, das
<meist PL): vgl. ^bedarfsartikel; -beförderung, die:
Beförderung (1) von Menschen, Gütern, Waren in großen Mengen,
dazu: -belorderunasinittel, das: der Massenbeförderung
dienendes BeiOrderungs-, Verkehrsmittel: -bewegung,die:
weltanschauliche o.a. Bewegung (3a). von der sehr viele
Menschen erfaßt werden: -blatt, das: in einer Massenauflage
erscheinende, von sehr vielen Menschen gelesene, auf einem
nicht sehr hohen Niveau stehende Zeitung: -defekt, der
(Kernphysik): Differenz zwischen der Masse eines
Atomkerns u. der Summe der Massen seiner Nukleonen: -demon-
stration.die: vgl. -aktion; Minima, das (Literaturw.):
Drama, in dem nicht einzelne Personen, sondern ganze Gruppen
mit ihren Problemen u. Schicksalen im Vordergrund stehen:
-drucksache, die (Postw.): in großer Menge zu ermäßigter
Gebühr versandte Drucksache: -entlassung, die (meist PL):
Entlassung einer großen Anzahl von Arbeitnehmern
(innerhalbkurzer Zeit): -erzeugung« die: [serienmäßige]
Erzeugung, Herstellung von Waren. Artikeln in großen Mengen:
-fabrikation, die: vgl. -Erzeugung; -fertigung, die: vgl.
^erzeugung; -gesellschaft, die (Soziol.): Gesellschaft, die
durch Nivellierung u. anonymes Leben, durch Mangel an
Individualität gekennzeichnet ist: -«estein, das (Geol.):
kompaktes, nicht geschichtetes u. nicht stark zerklüftetes
Gestein, das meist durch Erstarrung von Magma entstanden
ist: ^grab. das: Grab, in dem eine große Anzahl von Toten
beerdigt ist: ^«it. das <meist PL): 1. vgl. ^artikel. 2. in
großen Mengen u. meist regelmäßig transportiertes
Frachtgut: Herstellung, die: vgl. -Erzeugung; ^Hinrichtung, die:
vgl. Mnord; -Hysterie, die: Hysterie (2). von der aus
gleichem Anlaß viele Menschen gleichzeitig od. innerhalb einer
kurzen Zeit erfaßt werden: -illustrierte, die: vgl. -blatU
-karambolage.die: Karambolage(\ä),ander viele
Fahrzeuge beteiligt sind: -kommunikationsmittel, das: svw. t
-medium; -konsim, der: durch eine sehr große Anzahl von
Verbrauchern bewirkter Konsum, dazu: ^konsumait, das;
-kundgebung, die: vgl. -Veranstaltung; -medium, das
<meist PL): Kommunikationsmittel (z.B. Fernsehen,
Rundfunk, Zeitung), das auf breite Kreise der Bevölkerung
einwirkt: Mnord, der: Mord an einer großen Anzahl von
Menschen: von den Konzentrationslagern .... in denen -e an
der Tagesordnung waren (Hochhuth. Stellvertreter.
Nachwort 247); -mörder, der: a) jmd., der mehrere Morde
begangen hat: b) jmd.. der an einem Massenmord beteiligt war:
-Organisation, die (bes. DDR): Organisation, der breite
Kreise der Bevölkerung als Mitglieder angehören: -Partei,
die: Partei, die geeignet u. fähig ist, die Massen (3 b) zu
beeinflussen u. zu vertreten: -Produktion, die: vgl.
Erzeugung; -Psychologie, die: Gebiet der Psychologie, in dem
bes. die Bedingungen für das Entstehen von Massen (3 a)
u. die Verhaltensweisen des einzelnen Menschen in der Masse
untersucht wird: -Psychose, die: vgl. -hysterie; -<juartier,
das (abwertend): in einem armseligen, behelfsmäßigen M.
wohnen; -sport, der: Sport, der sehr verbreitet ist, von
sehr vielen Menschen betrieben wird: -sterben, das: das
Sterben, Umkommen vieler Lebewesen gleichzeitig od.
innerhalb kurzer Zeit: das M. von Fischen in verunreinigten
Flüssen; -streik, der: in großem Urnfang stattfindender
Streik: -s in der Metallindustrie; -Sturz, der (Sport): Sturz,
in den mehrere Teilnehmer am Wettkampf verwickelt
werden: -Suggestion, die: vgl. -hysterie; -szene, die: Szene
(in Drama, Oper u. Film) mit einer großen Anzahl von
Personen: ^terror. der: Terror, der auf breite Kreise der
Bevölkerung ausgeübt wird: -tierhaltung, die: technisierte
Tierhaltung in Großbetrieben zur Gewinnung möglichst vieler
tierischer Produkte: ^tourismus. der: in großem Umfang
betriebener Tourismus für breite Schichten der Bevölkerung:
-Unterkunft,die: vgl. -quartier; -Veranstaltung,die:
Veranstaltung, an der eine große Anzahl von Menschen teilnimmt:
-verbrauch, der: vgl. -konsum; -Verhaftung, die: es kam
zu -en; -Verkehrsmittel, das: vgl. -beförderungsmittel;
-Vernichtung* die: vgl. -mord. dazu -Vernichtungsmittel,
das <meist PL): zu den ABC-Kampfmitteln gehörende
Waffe, die in ihrer Wirkung eine herkömmliche Waffe um ein
Vielfaches übertrifft u. Zerstörungen großen Ausmaßes
anrichtet, -Vernichtungswaffe, die <meist PL): vgl.
-Vernichtungsmittel: -Versammlung, die: vgl. -Veranstaltung;
-wahn, der: vgl. ^hysterie; ^weise <Adv.>: in großer Zahl,
in großen Mengen: sehr zahlreich, sehr viel: dort gibt es,
wachsen m. Pilze; Kumpels hätte er... m. gefunden (Plenz-
dorf. Leiden 37); (seltener auch attr.:) die m. Produktion
dieses Gerätes; -wirksam <Adj.): eine starke Wirkung auf
breite Schichten der Bevölkerung ausübend: -e Werbung.
Reklame; das Image des Politikers ist nicht sehr m.. dazu:
-Wirksamkeit, die; -Wirkung* die: Wirkung, die jmd., etw.
auf breite Schichten der Bevölkerung ausübt: -zahl, die
(Physik): Summe der Anzahl von Neutronen u. Protonen
in einem Atom: -Zivilisation, die: (bes. Soziol.): Zivilisation
der modernen Massengesellschaft.
110*
1747
massenhaft
massenhaft <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.) (oft emotional):
in großer Zahl, in großen Mengen vorhanden, gegeben; sehr
viel: das -c Auftreten von Schädlingen in diesem Sommer,
dort gibt es, wachsen m. (ugs.; sehr viele) Pilze; Geld
hat er wirklich m. (ugs.; im Überfluß).
Masseur [ma'so:?]. der, -s. -e [frz. masseur, zu: masser.
t 'massieren]: jmd.. der jmdm. Massagen verabreicht (Be-
rufsbez.); Masseurin [ma's0:nn], die; -, -nen: w. Form
zu tMasseur; Masseuse [ma's0:z3]. die; -, -n: 1. w. Form
zu t Masseur. 2. (verhüll.) Prostituierte, die sich in einem
Massagesalon (2) betätigt (bes. in Anzeigen).
Maßholder ['masteld*. auch: -'—]. der. -s. - [mhd. massol-
ter, ahd. ma33altra, eigtl. = Eß-. Speisebaum, weil die
Blätter früher als Futter verwendet wurden; zum 1.
Bestandteil vgl. Mett] (landsch.): svw. t Ahorn.
4nassieren [ma'si:ren] <sw. V.; hat) [frz. masser, wohl zu
arab. massa = berühren, betasten]: Jmds. Körper oder
einen Teil davon mit den Händen streichen, kneten, klopfen
0. ä.. um bes. die Durchblutung zu fördern, die Muskulatur
zu lockern: jmdn. m.; jmdm. den Rücken, die Beine, die
Kopfhaut m.; sich m. lassen; ich massierte [mir] die
schmerzende Stelle vorsichtig mit den Fingerspitzen.
2massieren [-] <sw. V.; hat) [frz. masser, zu: masse < lat.
massa. t Masse]: (bes. im militärischen Bereich) an einem
Ort. an einer Stelle zusammenziehen, konzentrieren,
sammeln: Truppen an strategisch wichtigen Punkten m.;
(Sport:) die Abwehr m. (häufig im 2. Part.:) massierte
(verstärkte) Polizeieinsätze; Ü Massierte Hilfe für das
Pfund gilt in Paris als unvermeidlich (Welt 18. 11. 67,
17); <Ab).:> Massj&ung. die; -. -en.
massig [masK;] <Adj.) (zu tMasse]: 1. (nicht adv.) groß,
breit, massiv [u. daher schwer, plump wirkend]; auf Grund
der Größe, des ausladenden Umfangs den Eindruck von
lastendem Gewicht vermittelnd; wuchtig: -e Felsen. Bäume;
eine -e Gestalt; die Silhouette der Festung wirkte m.; er
stand vor ihr, m. und drohend. 2. <nur adv.) (ugs.) sehr
viel, massenhaft: er hat, verdient m. Geld; wir haben hier
m. Arbeit; er ... hatte ... m. Haare auf der Brust (Küpper,
Simplicius 139).
mißig[mEisuj]<AdJ.)[mhd.maejic,ahd. mäsig.zu t'Maß]:
1. das rechte Maß (3) einhaltend, maßvoll; nicht übertrieben,
nicht unmäßig: eine -e Lebensweise; -e Forderungen
aufstellen; einen -en/m. Gebrauch von etw. machen; er trinkt,
raucht nur m.; R m., aber regelmäßig (scherzh. bes. vom
Alkoholgenuß). 2. nicht besonders groß. viel, stark,
ausgeprägt o. ä.; relativ gering; in nicht besonders hohem Maße:
ein -es Einkommen, Vermögen; eine -e Besucherzahl; der
Besuch der Veranstaltung war m.; ein m. großer Raum;
die Ränge waren nur m. besetzt. 3. nicht sehr gut, wenig
befriedigend, mittelmäßig; von nicht sehr hohem Rang,
großer Qualität: ein -er Schüler; ein recht -es Stück; ein -er
Film; seine Leistungen sind nur m.; das Essen war ziemlich
m.; er hat bei dem Test nur m. abgeschnitten; -mäßig
[-me:siq] <SufTix> [zu veraltet Maße, t maßen]: a) in der
Art von; wie: frühlingsmäßig, routinemäßig, robotermäßig;
ingenieurmäßig ausgebildete Fachkräfte; b) mit Hilfe von:
mittels, durch: bildmäßig, erlebnismäßig, gehörmäßig,
erbmäßig; etw. werbemäßig vertreiben; c) wie verlangt,
gefordert von; entsprechend, gemäß: fahrplanmäßig, (ugs.
oft statt -gemäß): ordnungsmäßig, pflichtmäßig,
vernunftmäßig; d) (meist ugs.) in bezug auf; hinsichtlich, nach:
ausdrucksmäßig, bildungsmäßig, entwickhingsmäßig,
gefühlsmäßig, mengenmäßig, schwerpunktmäßig,
wertmäßig, zahlenmäßig; mäßigen ['me:sign] <sw. V.; hat) /vgl.
gemäßigt (2)/ [mhd. massigen, zu tmäßig] (geh.): a) auf
ein geringeres, aufs rechte Maß (3) herabmindern; geringer
werden lassen, abschwächen, mildern, dämpfen, zügeln: die
Geschwindigkeit, seinen Schritt m.; sein Temperament,
seine Ungeduld, seine Worte, seine Begierde, die Stimme
m.; b) <m. + sich) maßvoller werden, das rechte Maß
(3) gewinnen; sich zusammennehmen, bezähmen,
beherrschen, zügeln: du mußt dich beim/im Essen und Trinken
etwas m.; er muß noch lernen, sich zu m.; c) <m. +
sich) geringer, schwächer werden; nachlassen, sich
abschwächen, mildern: die Hitze, der Orkan hat sich etwas gemäßigt.
Massigkeit, die; -: das Massigsein; massige (1) Art.
Beschaffenheit: die M. des Gebirgsstocks; er hatte eine Figur
von der M. eines Schwerathleten.
Mißigkeit, die; -: 1. das Maßhalten, maßvolles Verhalten;
mäßige (1) Lebensweise: der Arzt hat ihm M. im Trinken
und Rauchen empfohlen. 2. (seltener) mäßige (3)
Beschaffenheit. Qualität; Mittelmäßigkeit: die M. seiner
Leistungen; Mäßigung« die; -: das Mäßigen (a): zur M. mahnen
massiv [ma'si:f| <Adj.) [frz. massif. zu: masse < lat. massa.
tMasse]: 1. (nicht adv.) a) <o. Steig.) durch u. durch
aus dem gleichen festen Material bestehend, keinen anderem
Stoff enthaltend: -es Gold; ein m. silbernes Tablett; der
Schrank ist m. Elche (ist ganz aus Eichenholz, ist nickt
furniert); b) <o. Steig.) keine Zwischen-. Hohlräume
aufweisend: eine -e Statue aus Metall; bei dem
Schokoladenosterhasen sind nur die Ohren m.; c) von fester, stabiler, solider
Beschaffenheit u. dabei oft schwer, wuchtig wirkend: ein
-es Gebäude; ein -er Tisch; dieses Haus ist, wirkt noch
-er als das andere; vor ihr stand plötzlich ein kräftiger,
-er (kompakt, stämmig gebauter) Mann; m. bauen. 2. «
kräftiger, grober Weise erfolgend; stark, heftig,
nachdrücklich: -e Angriffe, Vorwürfe, Drohungen. Forderungen.
Beleidigungen; -e Kritik an jmdm. üben; die Fliegerangriffe
werden auch immer -er werden (Fallada, Jeder 226); s*
haben ganz -en/m. Druck auf ihn ausgeübt; Massiv [-L
das; -s, -e [...i:vo; frz. massif): 1. Gebirge in seiner
Gesamtheit; Gebirgsstock: das M. der Schweizer Alpen. 2. (Geol *
durch Hebung u. Abtragung freigelegte Masse alter
Gesteine; Massivbau, der; -[eis. -ten: 1. <o. PI.) das Bauern.
Bauweise mit Beton. Stahlbeton u. Steinen als
hauptsächlichen Baustoffen. 2. in Massivbauweise errichteter Bau.
Massivbauweise, die; -: svw. t Massivbau (1); Masshiüi
[masivl'te:t], die; -: das Massivsein, massive (2) Beschaffen
heit. Grobheit. Heftigkeit: die M. seiner Forderungen,
Vorwürfe, Beleidigungen.
Mgßkrug, der; -[e]s, -krüge (bes. südd., österr.): Bierkwz.
der eine 1 Maß faßt: sie tranken aus Maßkrügen.
maßleidig <Adj.; nicht adv.) [zu veraltet Maß = Speist
(vgl. Mett) u. veraltet Leide = Ekel, also eigtl. =
appetitlos] (südwestd., Schweiz.): mürrisch, verdrossen.
Maßlieb [auch: -'-]. das; -[e]s, -e. (häufiger:) MaßUehta
[auch: -'—], das; -s. - [LÜ von mniederl. matelieve, H.u^
vidi, eigtl. = Eßlust, nach der angeblich appetitanregenden
Wirkung (zum 1. Bestandteil vgl. Mett)]: Kulturform da
Gänseblümchens (a).
Massör: eingedeutscht für t Masseur, Masstirin:
eingedeutscht für t Masseurin.
Massora Imaso ra:l, die; - [hebr. m^sör^h = Überlieferung*
von jüdischen Schriftgelehrten des 7. bis 10. Jh.s gesammeltes
Material zur Sicherung des hebräischen Textes des Altem
Testamentsu. dessen Aussprache; Massoret [maso're:t], der.
-en, -en [zu hebr. m^sorf I = Überlieferung]: mit der
Massora befaßter Jüdischer Schriftgelehrter u. Textkritiker.
'Mast [mast], der; -[e]s. -en, auch: -e [mhd.. ahd. mastt
1. hoher, senkrecht stehender, stangenförmiger Teil des
Schiffes aus Holz od. Metall, an dem die Segel, die Laie-
bäume o.a. befestigt sind: im Sturm brach, splitterte der
M.; den M. des Segelbootes aufrichten, umlegen. 2. lange,
starke, hoch aufgerichtete Stange aus Holz od. Metall, dx
je nach Funktion zur Befestigung, zum Halten. Tragen
verschiedener Gegenstände dient, auch pfeilerähnlicher Traf»
aus Metall od. Beton: die -en einer Hochspannungsleitung:
der M. eines Zirkuszeltes; -en für die Antennen; -en au
Scheinwerfern; -en aufstellen, errichten; die Fahne webt
am M., geht am M. hoch.
2Mast [-], die; -. -en <PI. selten) [mhd., ahd. mast, unpr
= von Feuchtigkeit od. Fett Triefendes; verw. mit mhd.
ahd. ma3. t Mett]: 1. das Mästen bestimmter zum Schlächtern
vorgesehener Haustiere: die M. von Schweinen, Gänsen.
Enten; für die M. geeignetes Schlachtvieh; sie verwende»
vorwiegend Körner zur M. 2. (Jägerspr.) Nahrung, ww
Insektenlarven. Wurzeln o.a.. die sich Wildschweine cm
der Erde wühlen. 3. (Forstw.) Gesamtheit von Eicheln.
Buckeckern, bes. ab Ertrag eines Jahres: es gibt nicht in Jedem
Jahr eine volle Mast.
'Mfst- ('Mast 1): -bäum, der (seltener): svw. t 'Mast; -kork
der: am oberen Teileines lMastes angebrachte [einem
großen Korb ähnliche] Plattform; -spitze, die.
m*st-, 2Mfst- (2Mast): -bulle, der: gemästeter, für die 2Max
(1) geeigneter, vorgesehener Bulle; -dann, der [spätmhd
masdarm (1. Bestandteil zu mhd. mas. TMett), eigtl. -
Speisedarm]: letzter Abschnitt des Dickdarms, der am After
endet, dazu: -daimfbtel, die (Med.). Mlannkrebs, der
(Med.), -darmspiegel. der: svw. t Rektoskop, -darmspiet^
hing, die: svw. t Rektoskopie, -darmvorfall, der (Med-t
1748
Material
-ente, die: vgl. -buile; ^flhig <Adj.; nicht adv.X* für die
2Mast (1) geeignet: -e Rinder, dazu: -fähigkeit, die <o.
PI. >; -fütter, das: für die 2Most (1) bestimmter Tiere
geeignetes, vorgesehenes Futter; -gans.die: vgl. -bulle; ^hflhnchen,
das: vgl. -bulle; -huhn. das: vgl. -bulle; -iahr, das
(Forstw.): Jahr, in dem es eine volle lMast (3), d.h. viele
Eicheln bzw. Bucheckern gibt; -kur. die: Kur, die der
Erhöhung eines zu geringen Körpergewichts dient; -ochse, der:
vgl. -bulle; -rind, das: vgi. -bulle; -sdiwein, das: vgl.
-bulle; -vteh, das: vgl. -bulle.
misten I'mestn] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. mesten, zu 12Mast]:
(bestimmte Schlachttiere) reichlich füttern, mit Mastfutter
versorgen, um eine Zunahme an Fleisch, Fett zu bewirken:
Schweine m.; Gänse mit Körnern m.; gemästetes Vieh,
Geflügel; Ü wie kann man nur seine Kinder so m.! (ugs.;
so überfüttern, ihnen soviel zu essen geben)', ich will mich
doch nicht m. (ugs.; nicht soviel essen, daß ich zunehme)*
-master [-master; zu t'Mastl in Zus.. z.B. Dreimaster.
Master [ma:stBl. der; -s. - [engl, master < mengl. malstre
< afrz. malstre, TMaitre]: 1. englische Anrede für junger
Herr. 2.a) <o. PI.) (in den Vereinigten Staaten u. England)
akademischer Grad: M. of Arts (etwa unserem Dr. phil.
entsprechend; Abk.: M. A.); b) Inhaber des Grades Master.
3. (Sport) Leiter bei Parforcejagden.
Master [mestc]. der; -s. -: jmd., der Schlachttiere mästet;
Mästerei [mestdr^j], die; -, -en: 1. <o. PI.) [dauerndes]
Mästen: er ist mit der M. des Geflügels beschäftigt. 2.
Betrieb, in dem bestimmte Schlachttiere gemästet werden.
MastifT[mastifl.der; -s. -s [engl. mastifT. eigtl. = gezähmt
< afrz. mastin, über das Vlat. zu lat. mänsuetus. eigtl.
= an die Hand gewöhnt]: der Dogge ähnlicher, massiger,
vorwiegend rehbrauner, kurz- u. glatthaariger Hund mit
kleinen Hängeohren, der meist als Schutzhund gehalten wird.
mfstig <Adj.; nicht adv.) Izu t2Mast] (landsch.): a) (von
Menschen) fett, dick: er ist ziemlich m.; b) (von Speisen)
fett fu. reichlich], schwer [verdaulich]: das Essen dort
war mir zu m.; c) (von bestimmten Pflanzen, Wiesen o. ä.)
feucht, fett, üppig: -e Weiden; das Gras ist zu m.
-inastig [-mastu;] in Zusb., z. B. zweimastig (mit zwei
Masten ausgerüstet).
Mastikator [masti'ka.tor. auch: ...to:?]. der; -s. -en
[...kaueren; zu spätlat. masticare = kauen|: Maschine zum
Kneten u. Aufbereiten weicher Massen (z. B. Teig, Zement).
Mastitis [mas'tl.tis]. die; -. ...itiden [...i'ti:dn; zu griech.
mastös = (Mutter)brust] (Med.): Brustdrüsenentzündung.
Mastix[mastdes],der;-[es][spätmhd.mastix < lat. mastix,
Nebenf. von: mastic(h)e < griech. mastiche]: 1. Harz des
Mastixstrauches, das für Lacke, Kitte, Firnisse sowie in
der Medizin verwendet wird. 2. bes. als Straßenbelag
verwendetes Gemisch aus Steinmehl u. Bitumen; <Zus. zu 1 :>
Mastixstrauch, der: in Mittelmeergebieten kultivierter,
immergrüner Strauch, dessen Rinde wertvolle Gerbstoffe u. Harze
enthält.
Mastodon [mastodon], das; -s, -ten [...'dantn; zu griech.
mastös = (Mutter)brustu. odön (Gen.: odöntos) = Zahn,
nach den brustwarzenähnlichen Höckern an den
Backenzähnen]: ausgestorbenes, etwa elefantengroßes Rüsseltier
des Tertiärs.
Mfstung, die; -, -*n <PI. selten): das Mästen, 2Mast (1).
Masturbation [masturba'tßjo.-n]. die; -. -en [zu Tmasturbie-
ren] (blldungsspr.): a) sexuelle Selbstbefriedigung, Onanie;
b) geschlechtliche Befriedigung eines anderen durch manuelle
Reizung der Geschlechtsorgane: Dauerstrichjunge ...
Praktiken: einseitige M. (Schmidt. Strichjungengespräche 11);
masturbatorbch [...to:nJ] <Adj.; o. Steig.) (bes. Fachspr.):
die Masturbation betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr
gehörend: sexuelle Betätigung -er Art; er ... entledigte sich
des Samens bei Umarmungen und m. (Graber, Psychologie
89); masturbteren [...bl:ren] <sw. V.; hat) [lat. masturbäri]
(bes. Fachspr.): 1. sich durch Masturbation befriedigen:
Pels ... holt sein Glied hervor und beginnt zu m. (Chotje-
witz, Friede 30); <auch m. + sich.) sie ... hat angefangen,
sich zu m. (Rocco [Übers.], Schweine 158). 2. bei jmdm.
die Masturbation (b) ausüben: ich habe ihn masturbiert.
während er mich masturbierte (Rocco [Übers.], Schweine
49).
Masurka: t Mazurka.
Matador [mata'do:?]. der; -s, -e, auch: -en. -en [span. mata-
dor. zu: matar = töten < lat. maetäre = schlachten]:
1. Stierkämpfer, der (als Hauptkämpfer in einem
Stierkampf) den Todesstoß gegen den Stier jührt. 2.
hervorragender, berühmter, wichtigster Mann, führende Person: er
wurde bei diesem Rennen wieder als der große M. gefeiert;
Die -e des Wahlkampfes verloren den Glanz des
Übermenschen (Welt am Sonntag 5. 12. 65. 2).
Match [metj], das, auch: der; -[e]s, -s, auch: -e [engl, match]:
Spiel bestimmter sportlicher Disziplinen; Wettspiel: ein
spannendes M.; nach dem anstrengenden M. waren beide
Tennisspieler total erschöpft.
Match-: -ball, der ((Tischltennis, Badminton): Gelegenheit,
Chance eines Spielers, bei einem Ballwechsel (in dem über
den Gewinn des Spiels entscheidenden Satz) den letzten
zum Sieg noch benötigten Punkt zu erzielen: er hatte drei
Matchbälle, vergab den ersten M., wehrte den M. des
Gegners ab; -betitel, der: vgl. -sack; -sack, der: größerer
Beutel (aus festem Tuch, Leder o.a.), den man über die
Schulter hängen kann u. in dem Dinge untergebracht werden,
die bei einer Reise, einer Wanderung, beim Sport o.a.
benötigt werden; -strafe, die [nach engl.-amerik. match
penalty (t Penalty)] (Eishockey): Strafe eines Spielers in
Form des Ausschlusses für den gesamten Rest des Spieles.
Mate [ma:td], der; - [span. mate < Quechua (Indianerspr.
des südwestlichen Südamerika) mati, eigtl. = Gefäß. Korb
(zur Aufbewahrung von Tee)]: aus den gerösteten,
koffeinhaltigen Blättern der Matepflanze zubereiteter Tee.
Mate-: -pflanze, die: in Südamerika heimischer, zur Gattung
der Stechpalmen gehörender Baum od. Strauch mit
immergrünen, elliptischen Blättern, die zur Herstellung des Mate
benutzt werden; -Strauch, der: svw. t ^pflanze; ^tee. der:
svw. TMate.
Matelasse [matdia'se:], der; -[s], -s [frz. matelassä. zu: mate-
lasser = (aus) polstern]: Gewebe mit plastisch
hervortretender Musterung, das bes. für Möbelbezüge verwendet wird.
Matelot [matd'lo:]. der; -s, -s [frz. matelot, tMatrosel: l.a)
(im 19. Jh.) von Kindern zum Matrosenanzug getragener
runder Hut mit Band u. leicht gerollter Krempe; b) dem
Matelot (1 a) nachgebildeter Damenhut. 2. niederländischer
Seemannstanz im raschen 2lrTakt.
Matelote [mato'bt], die; -. -s [frz. matelote, zu: matelot
= Matrose]: Fischragout mit scharfer Weißweinsauce.
Mater[ma:tB],die;-,-n [lat.mäter = Mutter]: svw.
tMatrize (l);Mgter dolorosa [-dolo'ro.za], die;--[lat. = schmerz-
erfUllte Mutter, zu tMater u. mlat. dolorosus, tdoloroso]
(Kunstwiss.): Darstellung der Maria in ihrem Schmerz um
die Leiden ihres Sohnes Jesus.
material [mate'ria:!] <Adj.; o. Steig.; nicht adv., selten präd.)
[spätlat. mäteriälis, zu: mäteria, t Materie]: 1. (bildungsspr.)
einen Stoff betreffend, stofflich, als Material (3) gegeben:
in seiner theoretischen und -en Wörterbuchkonzeption
(Henne, Semantik 60). 2. (Philos.) das Inhaltliche einer
Gegebenheit betreffend, es hervorhebend, betonend; Material
[-]. das; -s, -ien l...pn; mlat. materiale = stoffliche,
dingliche Sache. Rohstoff, zu spätlat. mäteriälis, t material]:
1. Stoff, Werkstoff, Rohstoff, aus dem etw. besteht, gefertigt
wird: haltbares, strapazierfähiges, teures, minderwertiges,
fehlerhaftes M.; ein M. auf 9eine Haltbarkeit [hin] prüfen;
aus einem bestimmten Material bestehen, gearbeitet,
hergestellt werden; Ü der Junge Sänger hat gutes M. (gute
stimmliche Voraussetzungen, eine gute Stimme), aber eine
miserable Technik. 2. Hilfsmittel, Gerätschaften,
Utensilien, Gesamtheit von Dingen, Gegenständen, die für eine
bestimmte Arbeit, für die Herstellung von etw., als Ausrüstung
o. ä. benötigt werden: das erforderliche M., die
verschiedenen -ien für die Arbeit im Büro; das M. für den Bau
anliefern; das rollende M. (Eisenb.; die Fahrzeuge, Wagen,
Lokomotiven der Eisenbahn) überprüfen; die Verwendung
von einwandfreiem, hochwertigem M. 3. schriftliche
Angaben, Unterlagen, Belege, Nachweise o.a., die bei einer
bestimmten Arbeit benötigt, benutzt werden:
biographisches, statistisches M.; M. [für eine wissenschaftliche
Arbeit] zusammentragen, auswerten, sichten, ordnen; Eifrig
stürzte ich mich in meine neue Arbeit, las die -ien durch
(Leonhard. Revolution 143); belastendes M.
(Beweismittel) gegen jmdn. beibringen; die Verteidigung konnte mit
einer Fülle von entlastendem M. aufwarten. 4. (in gelegtl.
inhumaner Redeweise) für etw. zur Verfügung stehende,
für etw. gebrauchte, zu etw. dienende Personengruppe (meist
in Zus. wie Menschenmaterial. Schülermaterial u.a.): er
verfugt in dieser Schulklasse über sehr gutes M. (eine
Vielzahl sehr guter Schüler).
1749
material-, Material-
materiftk Material-: -ausgäbe, die: 1. das Ausgeben von
Material (2). 2. Stelle (in einem Betrieb o.a.), an der
Material (2) ausgegeben wird; ^beschafliing, die;
Einsparung, die; -fehler, der: in einem zur Herstellung von etw.
verwendeten Material (1) bereits vorhandener Fehler: ein
Unfall infolge von -n in der Rädaufhängung; -gerecht
<Adj.>: einem bei der Herstellung, Gestaltung von etw.
verwendeten Material (1) entsprechend, gemäß, zu ihm
passend: der Architekt versteht es, die Baustoffe m. zu
verarbeiten, einzusetzen; -konstante, die (Physik):
Konstante, feste Größe, die vom Material (1) eines untersuchten
Körpers abhängt (z. B. die Dichte); -kosten <PL>: allein
für das Material (1.2) anfallende Kosten; -Prüfung« die;
-Sammlung, (auch:) Materialiensammlung, die: Sammlung,
Zusammenstellung von Material (3): eine umfangreiche M.
für eine wissenschaftliche Arbeit; -schaden, der: vgl.
-fehler; -schlacht, die (Milit.): Schlacht mit starkem Einsatz
von Kriegsmaterial; -waren <PL> (veraltet):
Haushaltswaren, Kolonialwaren, dazu: -warenhindler, der (veraltet);
-Wirtschaft, die: Bereich der Wirtschaft, der sich mit der
Bereitstellung, Beschaffung, Lagerhaltung o. ä. von
Materialien (\. 2) befaßt.
Materialiensammlung: t Materialsammlung; Materialisation
[matorializa'tßio:n),die; -,-en [zu t materialisieren]: 1.
(Physik) Umwandlung von Strahlungs- od. Bewegungsenergie
in materielle Teilchen. 2. (Parapsych.) angebliche Bildung
von stofflichen, körperähnlichen Erscheinungen durch
Vermittlung eitles spiritistischen Mediums; materialisieren
[...'zr.ranl <sw. V.; hat): 1. (Physik) a) Strahlungs- od.
Bewegungsenergie in materielle Teilchen umwandeln, eine
Materialisation (1) bewirken; b) <m. + sich) (von
Strahlungs- od. Bewegungsenergie) sich in materielle Teilchen
umwandeln. 2. (Parapsych.) a) (angeblich) stoffliche,
körperähnliche Erscheinungen hervorrufen, eine Materialisation
(2) bewirken: das Medium versuchte, den Geist des
Verstorbenen zu m.; Ü wie Sie ... jetzt die beiden verschwundenen
Agenten, nachdem sie sich in Luft aufgelöst haben, m.
(iron.; wieder herbeischaffen) werden (Zwerenz, Quadriga
176); b) <m. + sich) in einer Materialisation (2) angeblich
stofflich, körperlich in Erscheinung treten: sie glaubte
wirklich, der Geist ihrer Mutter habe sich materialisiert;
Materialismus [...lismusl, der, - [frz. materialisme]: I. (oft
abwertend) Streben nach bloßem Lebensgenuß u. materiellen (2 a)
Werten meist otine ethische Ziele u. geistige Ideale;
materielle (2 b), auf Besitz u. Gewinn bedachte Einstellung.
Lebenshaltung, -fuhrung: blanker, bloßer, M.; in allem, was er
tut. wird sein schnöder M. erkennbar. 2. philosophische
Anschauung, Lehre, die die ganze Wirklichkeit, die Welt
u. das Sein als Materie interpretiert od. als von ihr abgeleitet,
abhängig, bestimmt sieht (Ggs.: Idealismus 2): der
französische, englischeM.; derM. Darwins; dialektischerM.
(wissenschaftliche Lehre, Weltanschauung des Marxismus, die
das Verhältnis des Bewußtseins zur objektiven Realität, die
allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der Natur, der Gesellschaft
u. des Denkens sowie der Stellung des Menschen in der
Welt unter dem Blickwinkel der wechselseitigen
Durchdringung von Dialektik (2) u. Materialismus (2) betrachtet u.
untersucht); historischer M. (von Marx u. Engels
begründete philosophische Lehre, Geschichtsauffassung, -Philosophie,
nach der die menschliche Geschichte von den ökonomischen
Verhältnissen, also das Sein des Menschen nicht von seinem
Bewußtsein, sondern von seinen gesellschaftlichen
Verhältnissen bestimmt wird); ethischer M. (Materialismus, für
den die Befriedigung materieller Bedürfnisse, das Streben
nach materiellen Gütern u. dem eigenen Nutzen das
eigentliche Ideal der Menschen sind); Materialist [...'listl. der,
-en. -en [frz. matirialistel: 1. (oft abwertend) jmd., der
dem Materialismus (1) verhaftet, nur auf Besitz u. Gewinn,
auf seinen eigenen Nutzen u. Vorteil bedacht ist: er ist
ein entsetzlicher, unverbesserlicher M.; sei nicht ein solcher
M.! 2. Vertreter, Anhänger des Materialismus (2) (Ggs.:
Idealist 2). 3. (veraltet) svw. t Materialwarenhändler:
materialistisch <Adj.): 1. (oft abwertend) den Materialismus
(1), den Materialisten betreffend; auf Materialismus (1)
beruhend, zu ihm gehörend, für ihn charakteristisch; nur
auf Besitz u. Gewinn, auf eigenen Nutzen u. Vorteil bedacht:
ein -er Mensch; eine -e Einstellung, Haltung,
Lebensführung; er ist, denkt, handelt sehr m. 2. <o. Steig.) den
Materialismus (2) betreffend, auf ihm beruhend, zu ihm
gehörend; mit den Mitteln des Materialismus (Ggs.:
idealistisch 2): eine -e Weltanschauung, Philosophie; sein
Wehbild ist m.; m. argumentieren; etw. m. interpretieren;
Materialität [...li'te.t], die: - (bes. Philos.): das Bestehen aus
Materie (1 a), aus einer stofflichen Substanz; Stofflichkeit.
Körperlichkeit (Ggs.: Spiritualität): die M. der Welt und
ihrer Erscheinungen; M. und Subjektivität des Bewußtsein
(Johnson. Mutmaßungen 119).
Materie [ma1 te:rjp], die; -, -n Ispätmhd. materi. mhd. materi?
< lat. mäterla = Stoff; Angabe. Thema]: 1. <o. PI.) a>
(bildungsspr.) das rein Stoffliche als Grundlage alles dinglich
Vorhandenen; Substanz, aus der in irgendeiner Form Ae
Dinge bestehen; stoffliche Substanz: organische, lebende,
belebte, tote. Iicht[un]durchlässige M.; b) (Physik,Chemie)
Stoff, Substanz ungeachtet des jeweiligen Aggregatzustandn
u. im Unterschied u. Gegensatz zur Energie u. zum Vakuum
(bes. im Hinblick auf die atomaren Bausteine
makroskopischer Körper): Anhäufungen strahlender M. (Medizin IL
68). 2. <o. PI.) (Philos.) a) (bes. bei Aristoteles) ewiger,
völlig unbestimmter, unterschiedsloser Urstoff der als Ur-
Prinzip der Bewegung dem Werden zugrunde liegt; b)
außerhalb des menschlichen Bewußtseins vorhandene Wirklichkeit
im Unterschied u. Gegensatz zum Geist. 3. (bildungsspr J
Gegenstand, Thema (einer Untersuchung, eines Gespräch*
o.a.), Stoff, Wissensbereich: eine interessante, schwierige,
trockene, vielschichtige M.; Droste wußte nicht, wie lange
er las. die M. nahm ihn gefangen (Baum. Paris 38); eine
M. behandeln, beherrschen; er ist ein Kenner dieser M,
sich in eine M. einarbeiten; sich in einer M. auskeimen,
sich mit einer M. vertraut machen; materiell [materiell
<Adj.) [frz. matöriel < spätlat. mäteriälis, tmaterial): 1.
<o. Steig.; nicht adv.) die Materie da) betreffend, mf
ihr beruhend, von ihr bestimmt; dinglich, gegenständlich
stofflich, körperlich (greifbar): sie sprach über die <
Grundlage alles Geistigen, der Seele; Die Bewegung etnes
-en Körpers wird in der Mechanik ... beschrieben (Natur
54). 2.a) <o. Steig.) die zum Leben notwendigen dinglichem
Voraussetzungen, die lebensnotwendigen Dinge, Güter
betreffend, auf ihnen beruhend, zu ihnen gehörend;
wirtschaftlich, finanziell (Ggs.: ideell, ideal 3. immateriell): -e
Bedurfnisse. Gesichtspunkte. Ziele. Werte; -en Vorteil aus etw
ziehen; etw. dient idealen und -en Zwecken; der Nutzen
war sowohl ideell als auch m.; jmdn. m. unterstützen,
er ist m. abgesichert; b) (oft abwertend) auf Besitz a
Gewinn, auf eigenen Nutzen u. Vorteil bedacht;
unempfänglich für geistige, ideelle Werte; materialistisch (1): er st
ein sehr -er Mensch; seine Haltung. Lebensführung ät
ganz und gar m.; sie sind alle zu m. eingestellt. 3. dm
Material(1) betreffend: der -e Wert der Uhr, des Schmuck*
ist gering.
matern [ma:tenl <sw. V.; hat) [zu tMateri (Druckw.): *m
einem Satz Matern herstellen.
MaternitiU[mat£rni't€:t],die; - [zu lat. maternus =
mütterlich] (Med.): Mutterschaft.
Mathe [matdl, die; - [kurz Tür tMathematik] (Schülers*
Jargon): Mathematik als Unterrichtsfach an der Schule
heute haben wir M.; gut in M. sein; <Zus.:> M^thearkeü.
die; Mathematik [matama ti:k, auch: ...tik, Osten
... matik],die;-[lat.(ars)mathematica < griech. mathem»-
tike (t&hne). zu: mäthema = Gelerntes, Kenntnis):
Wissenschaft, Lehre von den Zahlen, Figuren, Mengen, ihrem
Abstraktionen, den zwischen ihnen möglichen Relationen.
Verknüpfungen, der Struktur ihrer Beziehungen: höhere,
angewandte M.; M. studieren; er hat in M. (in dem
Unterrichtsfach Mathematik) versagt; R das ist ja höhere M .
(scherzh.; das ist [mir] zu schwierig): Mathematfcer
[...'ma:tikBl, der; -s, -: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Mathematik; jmd., der sich wissenschaftlich mit Mathematik
befaßt; mathematisch <Adj.; o. Steig.): die MathemaA
betreffend, auf ihr, ihren Gesetzen beruhend, zu ihr gehöremt
mit Hilfe der Mathematik, ihrer Gesetze: -e Theorien. AuP
gaben, Studien: ein -es Verfahren; -e Formeln,
Gleichungen; etw. mit -er Genauigkeit (genau, präzise wie in der
Mathematik üblich) voraussagen; eine m. exakte
Berechnung; etw. m. berechnen, darstellen; mathematisiocB
[...matl'zi.ranl <sw. V.; hat): [in verstärktem Maß, mr
mathematischen Methoden behandeln od. untersuchen.
<Abl.:) Mathematisfcning, die; -.
Matinee [mati'ne:]. die. -. -n [...e:an; frz. matinde. zu m*m
= Morgen < lat. mätütinum (tempus) = fruöc A*
am Vormittag stattfindende künstlerische Verantmmwm +>
1750
matt
ne M. veranstalten, besuchen; an einer M. teilnehmen;
die M. findet um 10 Uhr statt.
Matjeshering ['mattes-], der; -s. -e [niederl. maatjesharing,
älter = maagdekens haering = Mädchenhering]:
gesalzener junger Hering (oline Milch od. Rogen).
Matratze [matrat^d], die; -. -n [älter ital. materazzo <
arab. matral) = Bodenkissen]: l.a) mit Roßhaar, Seegras
o. ä. gefülltes od. aus Schaumstoff bestehendes, mit festem
Stoff überzogenes Polster, das dem Sprungfederrahmen od.
dem Lattenrost eines Bettes aufliegt: die -n lüften, klopfen,
saugen: Ü sie ist seine M. (derb; sie ist seine Geliebte,
er beschläft sie); *die M. belauschen; an der M. horchen
(scherzh.; im Bett liegen u. schlafen); b) kurz für
tSprungfedermatratze: Und wenn Glum dann aufstand und die
Stahlfedern der M. quietschten (Böll. Haus 6); c) kurz für
tLuftmatratze: die M. aufblasen; er lag auf der M. im
Wasser und sonnte sich. 2. (ugs. scherzh.) dichter Vollbart:
sich die M. abnehmen lassen; er ist stolz auf seine M.;
<Zus. zu 1 a:> Matrytzenball, der in der Wendung auf
den M. gehen (landsch. fam. scherzh.; schlafen gehen);
Matr^tzenlager, das: [notdürftig] mit Matratzen auf dem
Boden hergerichtete Schlafgelegenheit.
Mätresse Ime'trEsa]. die; -,-n [frz. maltresse. eigtl. = Herrin,
zu: maitre. TMaitre]: 1. (früher) [offizielle] Geliebte eines
Fürsten: sich -n halten. 2. (bildungsspr. veraltend
abwertend) Geliebte bes. eines verheirateten Mannes: sie war
jetzt M.; und als solche tauchte sie. in Taxi und neuem
Kleid, zuweilen im Heimatdorf auf (Mostar, Liebe 31).
matriarchal (matriar'qa.'l], (häufiger:) matriarchalisch <Adj.;
o. Stf ig.) [zu lat. mäter (Gen.: mätris) = Mutter u. griech.
arche = Herrschaft): das Matriarchat betreffend, auf ihm
beruhend, zu ihm gehörend: mutterrechtlich: eine -e
Staatsform; Matriarchat I...'9a:t], das; -[eis. -e:
Gesellschaftsordnung, bei der die Frau eine bevorzugte Stellung in Staat
u. Familie innehat u. bei der in Erbfolge u. sozialer Stellung
die weibliche Linie ausschlaggebend ist: Matrik [ma'trhk].
die; -. -en (österr.): svw. tMatrikel (2); Matrikel [...k|],
die; -, -n [älter: Matricul < spät lat. mätricula =
öffentliches Verzeichnis. Vkl. von: mätrix. tMatrix): 1. (in
bestimmten Bereichen, bes. an der Universität) Verzeichnis
von Personen. 2. (österr.) svw. t Personenstandsregister;
Matrfloilarbeitrag [matrikula:^-]. der; -[eis. ...beitrage
(meist PI.) (hist.): besondere Steuer, die die Länder des
Deutschen Reiches je nach ihrer Bevölkerungszahl bis 1879
an die Reichsregierung zu zahlen hatten: matrilineal [matrili-
nea:l], matrilinear [...a:?] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. mäter
(Gen.: mätris) = Mutter u. Tinea, t Linie, linear] (Rechts-
spr., Völkerk.): in der Erbfolge der mütterlichen Linie fol-
gendiGus.: patrilineal. patrilinear); Matrix [ma:triksl. die;
-. Matrizes [ma'tri:t$e:s] u. Matrizen [matri:t$n; spätlat.
mätrix (Gen.: mätrlcls) = öffentliches Verzeichnis. Stamm-
rolle.eigtl. = Gebärmullcr]:l.(B\o\.)a) Hülle der
Chromosomen; b) amorphe Grundsubstanz (z. B. des Bindegewebes);
c) Keimschicht, Bildungsschicht, aus der etwas entsteht (z. B.
das Nagelbett). 2. (Math.) System von (mathematischen)
Größen, das in einem Schema von waagerechten Zeilen u.
senkrechten Spalten geordnet ist. 3. (Sprachw.) Schema
zur Zuordnung von Merkmalen zu sprachlichen Einheiten,
bes. zur Darstellung der Lautstruktur einer Sprache: <Zus.
zu 3:) Matrixsatz, der (Sprachw.): übergeordneter Satz
in einem komplexen Satz (Ggs.: Konstituentensatz); Matri-
ae [ma'tri:t$3], die; -. -n [frz. matrice, eigtl. = Gebärmutter
< spätlat. mätrix, t Matrix): l.(Druckw.)a) (in der
Schriftgießerei verwendete) Form aus Metall mit seitenverkehrt
eingeprägten Buchstaben, die die Lettern liefert: b) in Pappe,
Wachs, Blei od. anderem Werkstoff geprägte Abformung
eines Schriftsatzes od. Bildes zur Herstellung einer
Druckplatte: c) Folie, bes. gewachstes Blatt zur Herstellung von
Vervielfältigungen. 2. (Technik) a) unterer Teil einer beim
Fließpressen verwendeten Preßform, in dessen Hohlform ein
Werkstoff mit einer Patrize hineingedrückt wird: b) negative
Form zum Pressen von Schallplatten: Matrizen: PI. von
f Matrix; Matrizenrechnung, die; -. -en [zu t Matrix (2)1
(Math.): Rechnung mit Hilfe von Matrizen (2); Matrizes:
PI. von t Matrix.
Matrone [ma'tro:n3], die; -. -n [lat. mätröna = verheiratete
Frau, zu: mäter. t Mater): ältere, Gesetztheit u. Würde
anstrahlende Frau: sie ist eine füllige M., eine richtige
tt ar*orden; <Abl.:)matronenhaft <Adj.; -er. -este) (meist
0*u%utd): wie eine Matrone wirkend: in der Art einer
Matrone: eine -e Frau; ihr -es Aussehen; m. gekleidet
sein.
Matrose [ma'tro:»], der; -n, -n [niederl. matroos,
umgebildet < frz. matelot. altfrz. matenot, wohl < mniederl.
mattenoot. eigtl. = Matten-. Schlafgenosse]: 1. Seemann
der Handelsschiffahrt mit mehrjähriger Ausbildung (Berufs-
bez.). 2.a) <o. PI.) unterster Mannschaftsdienstgrad bei
der Bundesmarine: b) Soldat dieses Dienstgrades.
Matrosen-: MUlzug, der: der Kleidung der Matrosen ähnlicher
Anzug für Jungen: -bluse, die: vgl. -anzug; ^kleid, das:
vgl. ^anzug; -kneipe, die (ugs.. meist abwertend): Kneipe,
die hauptsächlich von Seeleuten besucht wird: -kragen, der:
für die Kleidung der Matrosen charakteristischer, breiter,
umgelegter, auf dem Rücken rechteckig abschließender
Kragen: -mutze, die: zur Kleidung der Matrosen gehörende
runde Mütze, von deren hinterem Rand zwei lange Bänder
herunterhängen: -uniform, die: Uniform der Matrosen.
matsch [matjl <Adj.; nur präd.) [a: zu tmatschen; c (u.
wohl auch b): zu t 'Matsch] (landsch.): a) (von Obst o.a.)
[durch Überreife] weich u. schmierig, faul: b) völlig er-
schöpft, schlapp: c) (Kartenspiel. Sport) verloren, besiegt:
jmdn. m. machen (jmdn. vollständig schlagen): m. werden
(verlieren): 'Matsch [-]. der; -[e]s. -e [älter: Martsch. zu
ital. marcio = faul, verdorben < lat. marcidus = welk,
morsch: nach dem Ausdruck beim (Karten)spiel far (dar)
marcio = einen 'Matsch machen, alle Stiche verlieren]
(Kartenspiel): vollständiger Verlust eines Spiels.
2Matsch [-], der; -[e]s [zu tmatschen] (ugs.): a) feuchter,
breiiger Schmutz: nasse, schmierige Erde, halb getauter,
schlammiger Schnee: in den M. fallen; b) weiche, breiige
Masse: die Tomaten waren zu einem einzigen M.
geworden; Matsche fmatja]. die; - (landsch.): svw. tMatsch:
Kartoffelsammeln im Regen ... die Kartoffeln aus der
M. herausklauben (Kempowski. Tadelloser 384); matschen
I'matjn] <sw. V.; hat) [lautm.] (ugs.): in feuchtem Schmutz,
in einer breiigen Masse, im Wasser manschen, herumwühlen,
-sudeln: die Kinder matschen in den Pfützen; matschig
<Adj.; nicht adv.) (ugs.): a) durch Niederschläge,
Hochwasser o.a. aufgeweicht: schlammig, voller 2Matsch: -e Felder.
Wiesen, Wege; die Straßen waren m. b) durch Überreife
weich u. schmierig (geworden), nicht mehr die erwartete
Festigkeit aufweisend: -e Tomaten. Kartoffeln; der Salat
ist schon ganz m.; Matschwetter, das; -s (ugs.): durch
häufige Niederschläge gekennzeichnetes Wetter, bei dem die
Wege aufgeweicht, die Straßen voll von nassem Schmutz
sind.
matt [mat] <Adj.; -er, -este) [mhd. mat = schwach; glanzlos
durch roman. Vermittlung (frz. mat. ital. matto. span.
mate) < arab. mäta = (ist) gestorben, tot, in: Sah mäta.
t schachmatt]: 1. a) (nicht adv.) von Müdigkeit, Erschöpfung
o. ä. schwach: ermattet, zerschlagen, schlapp: die -en Glieder
ausstrecken; sie war. fühlte sich nach der Krankheit, vor
Hunger und Durst ganz m.; Matt an Nerven und Gliedern
betrat Krämer dann den Block 3 (Apitz. Wölfe 287); b)
nicht kräftig, nicht heftig, nur wenig ausgeprägt, von nur
geringer Stärke: -er Beifall; sie sprach mit -er Stimme;
ein -es (nur angedeutetes) Lächeln; mit einer -en Geste
abwinken; sein Händedruck, sein Puls war m.; sie lächelte,
winkte nur m. 2.a) (nicht adv.) ohne [rechten] Glanz,
glanzlos, nicht spiegelnd: -es Gold; eine -e Politur; der
-e (schwach schimmernde) Glanz der Perlen; -es
(undurchsichtiges) Glas; -es (nicht sehr glattes, glänzendes) Papier,
die Abzüge sollen nicht auf Hochglanzpapier gemacht
werden, sondern m. (Fot.; auf mattem Papier); sie hatte
ganz -e (trübe, glanzlose) Augen; der Lack war an manchen
Stellen ganz m.; m. gebeizte Möbel; b) nur schwach
leuchtend, nicht intensiv, gedämpft: -es Kerzenlicht; ein -er
Lichtschein; das-e (helle, zarte) Lila der Herbstzeitlosen (Geiss-
ler. Wunschhütlein 98); die Farben waren, wirkten sehr
m.; die m. erleuchteten Fenster; der Mond scheint m.
durch die Zweige. 3. schwach, mäßig, nicht sehr
überzeugend: eine -e Entschuldigung; ein paar -e Worte; die
Angriffe der gegnerischen Mannschaft waren zu m.; er
protestierte, widersprach m. (ohne Nachdruck): die Börse schloß
m. (Kaufmannsspr.; nicht den Erwartungen entsprechend,
mit mäßigen, dürftigen Ergebnissen). 4. * [Schach] m.!«
Schach und m.! (Schachspiel; [von Laien gemachte]
Bemerkung, die den Gegner informiert, daß er das Spiel verloren
hat); m. sein (Schachspiel; besiegt sein, die Schachpartie
verloren haben); jmdn. m. setzen (1. Schachspiel; den Gegner
1751
Matt
besiegen. 2. jmdm. jede Möglichkeit zum Handeln nehmen,
ihn als Gegner ausschalten): Matt [-]. das; -s. -s <PI. selten)
(Schachspiel): das Ende einer Schachpartie bedeutende
Stellung, bei der die Bedrohung des Königs durch keinen Zug
mehr abgewendet werden kann: ein baldiges M. erzwingen;
das M. herbeiführen.
m»tt-. M«tt- (matt 2): -blau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
nicht leuchtend, nicht intensiv blau; -gelb <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): vgl. -blau; -glas, das: undurchsichtig
gemachtes, oft milchig wirkendes, aber lichtdurchlässiges Glas;
-goM. das: matt schimmerndes, stumpfes Gold, dazu:
-golden <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.); -grün <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): vgl. -blau; -lack, der: matter, nicht glänzender
Lack; -lila <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. ^blau; ^rot
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. -blau; -Scheibe, die:
1. Scheibe aus Mattglas: die M. in einer
Spiegelreflexkamera; *M. haben (ugs.; leicht benommen, geistig nicht voll
aufnahmefähig sein). 2. (ugs.) Bildschirm eines
Fernsehgerätes: was gibt es heute auf der M. [zu sehen]?; vor der
M. sitzen.
'Matte[matd].die;-.-n [mhd.matte.ahd. matta < spätlat.
matta; 2: eigtl. = Unterlage, auf der die geronnene Milch
zum Trocknen ausgebreitet wird]: l.a) grobes Geflecht
od. Gewebe aus Binsen, Stroh, künstlichen Fasern o.a. in
Gestalt eines kleinen Teppichs, einer Unterlage o. ä.: eine
M. aus Schür flechten; der Raum war mit -n ausgelegt;
Er ... legte den Schlüssel unter die M. (Fu/imatte; Böll.
Haus 184); b) (Sport) Unterlage aus weichem, federndem
Material mit festem Überzug (z. B. zur Abschwächung von
Sprüngen beim Turnen, als Fläche für die Kämpfe im
Ringen o. ä.): die Ringer betraten die M.; der
Herausforderer mußte die M. aufsuchen; den Gegner auf die M. legen,
werfen; er ist beim Absprung unglücklich auf die M.
gekommen. 2. kurz Tür t Käsematte.
^atte [-]. die; -. -n [mhd. mat(t)e. ahd. matta = Wiese,
eigtl. = Wiese, die gemäht wird (im Unterschied zur
Weide), zu TMahd. mähen] (Schweiz., sonst dichter, veraltend):
Wiese, Weide im Hochgebirge; Bergwiese: -n, steinig. Bäche
mit Sonnenglitzern (Frisch, Gantenbein 83).
Matten- ('Matte 1 b): -flucht, die (Ringen): absichtliches
Verlassen der Matte, um einem Griff des Gegners zu
entgehen; -leiten der (Ringen): Kampfrichter, der den Ringkampf
auf der Matte leitet; -richter, der (Judo. Ringen): vgl.
-leiten -springen, das; -s (Skisport): Skispringen auf einer
mit Matten aus Kunststoff (die den Schnee ersetzen)
belegten Sprungschanze.
Matthäi [ma'te:i] in der Wendung bei imdm. ist M. am
letzten (ugs.; jmd. ist finanziell, gesundheitlich am Ende;
wohl in Anspielung auf das in den letzten Worten des
Matthäusevangeliums ausgesprochene Ende der Welt
[Matth. 28, 20]. eigtl. = am Ende des
Matthäusevangeliums).
Mattheit, die; - [zu tmatt] (geh.. selten) das Mattsein.
mattieren [ma'thron] <sw. V.: hat): matt (2 a). glanzlos,
stumpf, undurchsichtig machen: Metall. Holz [durch Beizen]
m.; mattiertes Glas (Mattglas); <Abl.:> Mattkning, die;
-: 1. das Mattieren. 2. auf einem Gegenstand aufgebrachte
mattierende Schicht, matter Lack o. ä.: die M. ist schadhaft
geworden; Mattigkeit [mati^k^jt]. die; -: das Mattsein,
Müdigkeit, Erschöpfung: Zuweilen verfiel er in große M..
saß da mit erloschener Miene (Feuchtwanger, Erfolg 163);
Mattoir [ma'tQa:?]. das; -s. -s [frz. matoir. zu: mater =
mattieren, zu: mat = tmatt]: bes. für den Kupferstich u.
für Radierungen verwendeter Stahlstab mit aufgerauhter
u. mit kleinen Spitzen besetzter Aufsatzfläche, der aus feinen
Punkten zusammengesetzte Linien erzeugt, die der
Kupferplatte den Glanz nehmen.
'Matur [ma'tu:?]. das; -s [gek. aus TMaturum] (veraltet):
Abitur, Reifeprüfung; 2Matur [-1 (Schweiz.). Matura [ma'tu:-
ra]. die; - [zu tat. mätürus. TMaturum] (österr.. Schweiz.):
dem Abitur entsprechende Prüfung.
Matura- (österr.; vgl. Abiturienten-): -balJ, der; -klasse,
die (auch Schweiz.); -schule, die: Privatschule, in der man
sich auf die Matura vorbereitet; -treffen, das.
Maturand [matu'rant] (Schweiz.). Maturant [-]. der; -en.
-en [zu TMatural (österr.): Schüler kurz vor, in od. nach
der Matura; Matur^ntin, die; -. -nen: w. Form zu t
Maturant; maturieren [matu'ri:ran] <sw. V.; hat) [zu t Matura]
(österr.. Schweiz): die Matura ablegen; Maturitit [matu-
ri't£:t]. die; - [lat. mätüritäs = Reife, zu: mätürus, TMatu-
rum]: 1. (veraltet) Reife!zustandJ: geistige M. 2. (Schweiz.)
a) svw. t2Matur (vgl. Maturitätsprüfung); b) die durch
die Matura erworbene Berechtigung, an einer Hochschule
zu studieren.
Maturitits- (Schweiz.): -examen, das: svw. t2Matur; -mfc-
tebchule, die: svw. T-schule; -prüfung, die: svw. t2Matur.
-schule, die: mit der Matur[a] abschließende Schule;
Gymnasium; -Zeugnis, das: Zeugnis der Maturität (2).
Maturum [matu:rum]. das; -s [viell. gek. aus nlat. examen
maturum = Reifeprüfung, zu lat. mätürus = reif, tauglichl
(veraltet): Abitur, Reifeprüfung.
Matutin [matu'tl:n], die; -. -e[n] [zu lat. mätütinus =
morgendlich] (kath. Kirche): nächtliches Stundengebet.
Matz [matß], der; -es. -e u. Mätze ['met$a; landsch. Kosef
des m. Vorn. Matthias] (fam. scherzh.): niedlicher, kleiner
Junge: na. du kleiner M.!; Mätzchen [met^pn], das; -s,
- [wohl zu TMatz in der älteren Bed. ..dummer, törichter
Kerl"] (ugs.): a) <PI.> Possen, Unsinn: Kinder, laßt die
M.!; b) (meist PI.) törichte bzw. nicht ernstzunehmende
Handlung, mit der man leinen bestimmten] Eindruck zu
machen od. eine bestimmte Wirkung zu erzielen sucht; Trkk.
Kniff: diese[s] M. kannst du dir sparen; mach doch keine
M.!; ein Erzähler, der keine M. nötig hat (Spiegel 38.
1974. 142); auf jmds. M. nicht hereinfallen.
Matze I'mat$3]. die; -. -n. Matzen I'matßn], der; -s. - Uud.
matzo < hebr. mazzot (PI.)]: ungesäuertes Fladenbrot, wie
es die Juden während der Passahzeit essen.
mau [map] <Adj.: -er. -[eiste; selten attr.) [wohl zusgez-
aus tflau u. Tmatt. viell. auch zu tmauen in der älteren
Bed. ..weinerlich, verdrießlich sein"] (ugs.): 1. (nicht adv
flau, unwohl: mir ist ganz m.; sich m. fühlen. 2. schlecht
die Lage ist m.; die Geschäfte gehen m.
mauen [m^idn] <sw. V.; hat): südwestd.. Schweiz, für t
miauen.
Mauer [mapu], die; -% -n [mhd. müre. ahd. müra < lat
mürus (m.)]: 1. Wand aus Steinen fu. Mörtel]: die M
ist eingestürzt; die-n (die Stadtmauer) der mittelalterlichen
Stadt; eine M. bauen, errichten, aufrühren, abtragen,
abreißen; jmd., etw. steht wie eine M. (unerschütterlich fest:.
Ü die M. f/n dichter Kette stehende, gedrängte Gruppe.
Menge) der Schaulustigen wich zurück; die M. (die m
starker Ablehnung bestehende Schranke) des Schweigens,
des Mißtrauens durchbrechen; an dieser M. (an diesem
Widerstand) wirst du dir den Kopf einrennen; sich mit
einer M. aus Haß und Verachtung, mit einer M. von
Ablehnung umgeben (eine abweisende Haltung des Hasses
u. der Verachtung, der Ablehnung zeigen); * M. machen/ste»
hen (bes. Gaunerspr.; bei einem [ Taschen Jdiebstahl den
Dieb dichtgedrängt umstehen, um ihn abzuschirmen}; kl
den -n ... (geh.: [bes. von einer Stadt] in ...): der Präsident
wellt in den -n Berlins/von Berlin. 2. (Pferdesport)
Hindernis aus aufeinandergelegten Holzkästen [u. aus Steinen
gemauertem Sockel]. 3. (Fußball, Handball) Linie, Kette
von Spielern zur Sicherung des Tors bei Freistößen bzw.
Freiwürfen: die M. steht schlecht; eine M. bilden; den
Ball über die M. heben.
mauer-, Mauer- (Mauer, mauern; vgl. auch: Maurer-): ^ab»
satz, der: Absatz, Vorsprung [an] einer Mauer; ^anschlat.
der: an eine Mauer gehefteter Anschlag, Bekanntmachung.
-arbeit, die [zu t mauern]: svw. Maurerarbeit; ^assel. die
dunkelgraue, hellgefleckte Assel, die an feuchten Orten unter
Steinen, in Mauerritzen o.a. lebt; -bau, der <o. Pl.>; -*be-
wurf. der; -biene, die: kleine, hummelähnliche Biene einer
Gattung, deren Vertreter ihre Nester in Mauerlöchern u.
anderen Hohlräumen anlegen u. mit lehmhaltigem Sand
zumauern; ^München, das [ein nicht zum Tanz
aufgefordertes Mädchen blieb im Tanzsaal an der Wand sitzen u.
wurde daher mit einer Blume verglichen, die an einer Mauer
blüht, wo man sie leicht übersieht] (ugs.): a) Mädchen,
das beim Tanzen nur selten aufgefordert wird; b) in Aussehen
bzw. Verhalten unscheinbares Mädchen, das von Männern
kaum beachtet wird: sie ist ein M.; Ü diese Wissenschaft
ist lange genug M. gewesen (hat lange genug nicht genügend,
keine Beachtung gefunden), dazu: -Mümchendasein, das:
Der Studentenfußball führt ... längst kein M. mehr (BZ
am Abend 263. 8. 11. 1976. 6); frecher, der (früher*
metallbeschlagener Stoßbalken zum Einbrechen von
Festungsmauern o. ä.; Mkirdibruch, der; -eWedise, die: tant-
schwänzige, graubraune, dunkelgefleckte Eidechse, die alte,
löcherige Mauern als Aufenthaltsort bevorzugt; ^fraß, der
1752
maul-, Maul-
Zerstörung des Mauerwerks durch Mauersalpeter; -fuge.
die; -haken, der: Metallhaken, der in Mauerwerk o. ä.
geschlagen wird; -kelle, die (zu: mauern]: svw. Maurerkelle;
-kröne, die: oberer Abschluß der Mauer; -lattich, der:
häufig auf Schutt u. altem Mauerwerk wachsende Pflanze
mit kleinen, hellgelben Blütenkörbchen; -Iftufer. der: in
Felsschluchten bes. im Hochgebirge u. auch in Ruinen
vorkommender, dem Kleiber ähnlicher Singvogel mit hell- bis
dunkelgrauer Färbung, rotschwarzen Flügeln u. langem, gebogenem
Schnabel; -loch, das; -meister, der [zu t mauern]: svw.
t Maurermeister; ^irische, die; -pfeffer, der: Fetthenne einer
auf Mauern u. Felsen wachsenden, gelbblühenden Art. deren
Stengel u. Zweige pfefferartig scharf schmecken; -polier,
der [zu tmauern]: svw. tMaurerpolier; -raute, die: häufig
in Mauerritzen u. Felsspalten wachsender, kleiner Tüpfelfarn
-rest, der; ^rlß. der; -ritze, die; -Salpeter, der:
Kalksalpeter, der sich im Mauerwerk bei Eindringen von Tierharn
od. anderen stickstoffhaltigen Stoffen bildet; -sdiau, die
(Literaturw.): svw. TTeichoskopie; -schwalbe, die: svw.
t ^segler, -segler, der: sehr schneller, schwarzer, schwalben-
ähnlicher Vogel mit gegabeltem Schwanz u. sehr langen,
sichelförmigen Flügeln, der seine Nester vor allem unter
Dachrinnen und in Mauernischen anbringt; -spalt. der,
-spalte, die; -stein, der: 1. Baustein zur Herstellung von
Mauerwerk. 2. (Bauw.) ungebrannter Baustein (Ggs.:
Mauerziegel); -verband, der (Bauw.): Verband. Anordnung
der Mauersteine; -vorsprung, der: vorspringender Teil einer
Mauer; -werk.das <PI. selten): 1. (ausBau-, Mauersteinen)
gemauertes Gefüge; das M. des Hauses ist brüchig; eine
Aussparung im M. 2. Gesamtheit der Mauern eines
Gebäudes o.a.; -ziesel, der: gebrannter Baustein; Ziegelstein
(Ggs.: Mauerstein 2).
Mauern [m^ia'raj], die; -: 1. (auch abwertend) [dauerndes/
Mauern (1). 2. (ugs. od. Jargon abwertend) fdauerndes/
Mauernd): mauern ['m^pen] <sw. V.; hat) [1: mhd. müren.
zu t Mauer; 2: unter Einfluß von ..mauern" (Du. Mauer
(3) viell. zu gaunerspr. maura = Furcht. Angst, wohl
zu jidd. mora < hebr. mör?. also eigtl. = sich ängstlich
verschanzen]: 1. aus [ Bau] steinen [u. Mörtel J bauen,
errichten; eine Wand, eine Treppe m.; <auch ohne Akk.-Obj.:)
sie haben bis in die Nacht hinein gemauert. 2. (Ballspiele
Jargon) das eigene Tor mit [fast] allen Spielern verteidigen,
übertrieben defensiv spielen: der Tabellenzweite mauerte
von Beginn an. 3. (Kartenspiel Jargon) trotz guter Karten
zurückhaltend spielen, kein Spiel wagen: (beim Skat) ständig
m.; Ü der Agent mauerte zunächst einmal (schwieg, war
verschlossen, unzugänglich); <Abl. zu 1:) Mauerung, die;
-. -en <PI. selten).
'Mauke [m^ika]. die; - [Hu.] in der Verbindung keine
M. zu etw. haben (landsch.; keine Lust zu etw. haben).
*Mauke [-], die; -, -n [mnd. muke. H.u.]: 1. Entzündung
am Fesselgelenk, Fußgrind (bei Huf- u. Klauentieren). 2.
(ugs. veraltend) Gicht, Zipperlein; mit ftiflzich fängt doch
die M. an (Döblin. Berlin 149).
Mauken [m^ikn] <PI.) [wohl zu t2Mauke (1)] (landsch..
bes. berlln. salopp abwertend): Füße; mir tun die M. weh;
zieh mal deine M. ein!
Maul [m^pll. das; -[eis. Mauler ['moyle; mhd. mül(e). ahd.
mül(a).urspr. lautm.]: l.CVkl. t Mäulchen)dem Aufnehmen
der Nahrung dienende Öffnung an der Vorderseite des Kopfes
bei vielen Tieren: das geöffnete M. des Ochsen. Fischs;
der Tiger riß. sperrte sein M. weit auf; einem Pferd ins
M. sehen. 2. (häufig derb abwertend) a) CVkl. t Mäulchen)
Mund des Menschen: gierig schmatzende Mäuler; er hat
ein breites, plumpes, schiefes M.; mach endlich das/dein
M. auf! (rede endlich!); jmdn. aufs M. hauen; du kannst
gleich ein paar aufs M. haben!; ich habe bald keinen
Zahn mehr im M; U er hat zehn hungrige Mäuler zu
stopfen (ugs.; zehn Kinder zu ernähren)', fmdm. ist das M.
zugefroren (derb; jmd. ist schweigsam, findet keine Worte,
obwohl die Situation es erforderte, daß er sich äußert)',
ein großes M. haben/führen (derb; großsprecherisch,
prahlerisch reden; das große Wort führen)', das M. [weit] aufreißen
(derb; außerordentlich prahlen)', das M. [weit] aufreißen
Über jmdn. (über jmdn. [sehr] schlecht reden); das
M./Mäulchen nach etw. spitzen (fam.; seine Begierde nach
dem genußvollen Verspeisen von etw. bekunden, das man
vor sich sieht od. sich als erreichbar vorstellt); sich <Dativ>
das M. [über imdn.] zerreißen (derb; über jmdn., etw. häßlich
reden, sich über jmdn., etw. in böser Nachrede ergehen:
bösartig klatschen)', ein schiefes M. ziehen/machen, das M.
hängen lassen (derb; ein mürrisches, verdrießliches Gesicht
machen, weil man unzufrieden od. beleidigt ist): das M.
brauchen (derb: 1. sich durch Reden gehörig wehren. 2.
häßlich reden, klatschen): imdm. etw. ins M. schmieren
(derb; jmdm. etw. auf über deutliche Art in den Mund legen,
nahelegen): muß ich dir die Antwort ins M. schmieren?;
jmdm. etw. ums M. schmieren (derb; jmdm. etw.
Unangenehmes so sagen, daß es verhältnismäßig angenehm klingt):
ein großes M. haben (TMund); das M. halten (TMund);
das M. aufsperren (TMund); das M. [nicht]
aufmachen/auftun (TMund); das/sein M. nicht aufkriegen (TMund); das
M. aufreißen, voll nehmen (t Mund); imdm. das M. verbieten
(TMund); imdm. das M. [mit etw.] stopfen (TMund; nach
Ps. 107. 42); sich (Dativ) das M. verbrennen (TMund);
das M. auf dem rechten Fleck haben (TMund); imdm. das
M. wäßrig machen (TMund); nicht aufs M. Befallen sein
(t Mund); imdm. nach dem M. reden (t Mund); imdm. übers
M. fahren (TMund); b) (oft bezogen auf den Mund als
in frecher, grober, böser o.a. Welse gebrauchtes Mittel
zu sprachlicher Äußerung) jmds. Art u. Weise zu reden;
Mundwerk: er hat ein freches, grobes, böses, gottloses,
schändliches, loses M.; sie fürchtete die bösen Mäuler
(ugs.; die Leute, die mit Gerede über sie, ihr Tun herfallen):
*ein ungewaschenes M. (derb; ein grobes, böses,
schändliches Mundwerk). 3. (Technik) einem Maul ähnlicher Teil
eines Werkzeugs [der etw. fassen soll]: das M. des
Schraubenschlüssels; das M. (die Backen) der Zange.
maul-«Maul-:^affe,der[2:urspr. wahrsch. =
Kienspanhalter in Kopfform, in dessen Maul man den Kienspan
steckte]: 1. <PI.) *-n feilhalten (abwertend; [mit offenem Mund]
gaffen, gaffend herumstehen), 2. (veraltet abwertend)
Gaffer; -beerbaum. der [spätmhd. mulberboum. zu mhd. mül-
ber. t Maulbeere]: bäum- od. strauchartige Pflanze mit Kätz-
chenu. brombeerartigenFrüchten (Maulbeeren): Schwarzer
M. (Maulbeerbaum mit wohlschmeckenden schwarzen
Früchten); Weißer M. (Maulbeerbaum mit weißen
Früchten, dessen Blätter als Nahrung für Seidenraupen dienen):
-beere, die [mhd. mülber. dissimiliert aus ahd. mürben,
mörberi, mit dem verdeutlichenden Grundwort -beri
= Beere zu lat. mörum = Maulbeere. Brombeere]: brom-
beerartige Frucht des Schwarzen Maulbeerbaums; -beer-
kefen. der (Biol.): svw. t Morula; -beer[seklen]spinner, der:
Zuchtform einer olivbraunen ostasiatischen
Seidenspinnerart; -brüter, der (Zool.): Fisch einer der Arten, deren
Weibchen die Eier im Maul ausbrüten; -esel, der [spätmhd.
mülesel. verdeutlichende Zus. mit mhd.. ahd. mül. t
Maultier]: l.a) aus Pferd u. Esel gekreuztes, eselähnliches
Huftier; b) (Fachspr.) Kreuzung von Pferdehengst u. Eselstute;
vgl. -tier. 2. (selten) svw. T Mulus (2); -faul <Adj.) (ugs.
abwertend): svw. Tmundfaul: ein -er Mensch; eine -e
(mürrische u. knappe einsilbige) Antwort, Ausrede; den ganzen
Abend m. bleiben; m. antworten; -held, der (ugs.
abwertend): jmd., der großsprecherisch vortäuscht, ein Mann von
vorbildlicher Tat- u. Leistungskraft zu sein, dazu: -helden-
tum, das (ugs. abwertend, selten); -Hobel, der [scherzh.
Vergleich mit einem tHobel (1). da das Musikinstrument
im Mund hin u. her geschoben wird] (ugs. scherzh.):
Mundharmonika; -burerei, die (salopp abwertend): das Großtun
mit sexuellen Erlebnissen [unter Verwendung von
Vulgärausdrücken]; -korb, der: aus schmalen Riemen netzartig
geflochtener Korb, der Tieren (bes. Hunden) vors Maul
gebunden wird, damit sie nicht beißen können: einem Hund einen
M. umbinden, vorbinden, anlegen; Ü Jmdm. einen M.
anlegen (ugs.; jmdm. durch Verbot] e],
Zwangsmaßnahmen] die freie Meinungsäußerung [weitgehend ] unmöglich
machen), dazu: -korberlaß, der (ugs.): vgl. -korbgesetz;
-korbgesetz, das (ugs.): Gesetz, das etw. untersagt u.
dadurch die freie Meinungsäußerung [zu bestimmten Fragen]
stark behindert od. unterbindet, -korbparagraph, der (ugs.):
vgl. -korbgesetz. -korbzwang, der: Zwang, Vorschrift,
bestimmten Tieren an bestimmten Orten in der Öffentlichkeit
einen Maulkorb anzulegen; -kratten, der (Schweiz.): svw.
T-korb; -orgel, die (ugs. scherzh.): Mundharmonika;
-schelle, die (ugs.): Ohrfeige: jmdm. eine M. geben; eine
M. bekommen; -sperre, die: a) (Tiermed.) svw.
tKieferklemme, tKiefersperre; b) (salopp) Krampf (der Kinnbak-
ken), bei dem der Mund nicht geschlossen werden kann:
(scherzh.:) bei dem Streuselkuchen kriegt man ja die M.;
*die M. kriegen/bekommen (salopp; sehr überrascht sein):
1753
Mäulchen
^tasche. die: 1. <PI.> schwäbisches Gericht aus Maultaschen
(2) [in dünner Suppe]. 2. mit Farce (3), Käse od. Gemüse
gefülltes Täschchen aus Nudelteig als Suppeneinlage: ^tier,
das [verdeutlichende Zus. mit mhd.. ahd. mül = Maultier
< lat. mülus]: 1. aus Pferd u. Esel gekreuztes,
pferdeähnliches Huftier. 2. (Fachspr.) Kreuzung von Eselhengst u.
Pferdestute: vgl. -esel, dazu: -tierpfad, der. -ttertreiber,
der; ^trommel. die: in der asiatischen u. älteren europäischen
Volksmusik gebräuchliches, kleines, beim Spielen zwischen
den Zähnen gehaltenes u. behauchtes Zupfinstrument aus
Metall, bei dem Tonbildung u. Tonhöhe durch die Resonanz
der Mundhöhle bestimmt werden: Brummeisen: - und
Klauenseuche, die: durch Viren hervorgerufene Krankheit
der Wiederkäuer mit Ausschlägen an Maul. Klauen u. Euter;
^werk. das (derb abwertend): svw. t Mundwerk; ^wurf.
der [spätmhd. maul-, mülwerf. mhd. mülwurf. -werf, zu:
mül = Maul u. wurf = das Werfen, volksetym. Umdeu-
tung von mhd. moltwerf. spätahd. mul(t)wurf. eigtl. =
Erd(auf)werfer. geb. unter Anlehnung an mhd. molt(e).
ahd. molta u. md.. mniederd. mul(le) = Erde. Staub zu
ahd. müwerf. müwurf. eigtl. = Haufen(auf)werfer]:l.u/!/ir
der Erde lebendes. Insekten u. Regenwürmer fressendes Tier
mit walzenförmigem Körper, kurzem, dichtem Pelz, kleinen
Augen, rüsselförmiger Schnauze u. kurzen Beinen, von denen
die vorderen zwei als Grabwerkzeuge ausgebildet sind. 2.
(Jargon) Agent, der über lange Zeit im Hinter- od. Unter-
grundbleibt, zu 1: -wurfgrau <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
schwarzgrau wie das Fell des Maulwurfs, -wurfratte. die:
svw. t-wurfsratte. -wurfsfeil, das. -wurfsgrau: svw.
Nwurfgrau, -wurfsgrille, die: Grille, die zu
Grabwerkzeugen umgestaltete Vorderbeine hat. vorwiegend in
selbstgegrabenen unterirdischen Gängen lebt u. bes. Insekten u.
Regenwürmer fr ißt: Erdkrebs, -wurfshaufen, der: vgl. ^hü-
gel. -wurfshügel. der. vom Maulwurf beim Graben
aufgeworfener kleiner Erdhügel, -wurfsratte, die: volkst. für t
Sandgräber.
Mäulchen ['m^ykpnl, das; -s. -. ugs. auch: Mäulerchen:
1. (bes. fam. scherzh.) tMaul (1. 2a): *ein M.
machen/ziehen ([bes. von KindemJ unzufrieden od. beleidigt sein u.
einen Schmollmund machen/ziehen: schmollen). 2.
(landsch.. bes. thüring.) Kuß: maulen ['migpbnl <sw. V.;
hat) [zu tMaul] (salopp abwertend): murrend, mürrisch
seine Unzufriedenfieit äußern: im Ton des Vorwurfs od.
der Auflehnung seine Unzufriedenheit, seine Verstimmung,
sein Widerstreben zum Ausdruck bringen: maul nicht.
Junge!; ..Das Essen ist kalt", maulte er; die Arbeiter maulten
wegen des schlechten Lohns; mit Jmdm. m. (jmdm. maulend
Vorwürfe machen): -mäulig [-mpylwj] in Zusb.. z. B.
breitmäulig (mit breitem Maul).
Mau-Mau [m^p'm^p]. das; -[s] [nach dem Ruf des das
Spiel beendenden Spielers, H.u.]: ein Kartenspiel, bei dem
in der Farbe od. im Kartenwert bedient werden muß u.
derjenige gewonnen hat, der als erster keine Karte mehr
hat.
maunzen fmspntßn] <sw. V.; hat) [nasalierte Form von
tmauzen] (ugs.): /langgezogene/ klägliche Laute von sich
geben: der Kater maunzt; ein maunzendes Baby; ...
Jungkaninchen, die nach Futter maunzen (maunzend nach
Nahrung verlangen: Bamm, Weltlateme 47).
Maurer [m^pre], den -s. - [mhd. mürere, ahd. mürärK
zu t Mauer]: 1. Handwerker, der Mauerwerk herstellt (Be-
rufsbez.): M. und Zimmerleute; pünktlich wie die M. (ugs.
scherzh.; sehr pünktlich) sein. 2. (ugs.) Kartenspieler, der
mauert (3). 3. kurz für t Freimaurer.
Maurer- (vgl. auch: mauer-. Mauer-): -arbeit, die; -forelle,
die (ugs. veraltend; scherzh.): Hering: -frühstück, das
(landsch.): Frühstück bes. der Maurer, bestehend aus Wurst,
Brot u. einer Flasche Bier: -geselle, der: Geselle (1) im
Maurerhandwerk: -hamroer, der; -handwerk, das <o. PL);
-keüe, die; -klampfe, die (österr.). ^klavier, das (ugs.
scherzh.): Ziehharmonika: -kolonne, die; ^lehrling, den
vgl. ^meisten -mebter, der: Meister (1) im
Maurerhandwerk: -polier, der: vgl. ^meisten -zunft, die.
Maurerei bn^prar^], die; -: 1. Tätigkeit des Mauerns:
Maurerhandwerk. 2. kurz für t Freimaurerei; maurerisch <Adj.;
o. Steig.): kurz für t freimaurerisch.
Maureske [m^p'reskaL Moreske frno'rEska], die; -, -n [frz.
mauresque < span. morisco = maurisch] (blld. Kunst):
Flächenornament (der islamischen Kunst) aus
schematischen Linien u. stilisierten Pflanzen.
Maus [m^ps], die; -, Mäuse [mgyza; mhd.. ahd. müs. viell.
urspr. = die Stehlende; 3a: schon mhd., ahd.. nach lai.
müsculus, Vkl. von: müs, t Muskel; 3 b: der Knorpel wird
wegen seiner Beweglichkeit mit einer Maus verglichen.
5: viell. entstellt aus TMoos (3) od. nach dem Vergleich
der (silber)grauen Farbe der Mäuse mit der der
Silbermünzen]: 1. <Vkl. t Mäuschen, t Mäuslein) kleines [graues
Nagetier mit spitzer Schnauze, nackten Ohren u. nacktem,
langem Schwanz, das als Schädling in menschlichen
Behausungen, auf Feldern u. in Wäldern lebt: die Mäu9e
rascheln, pfeifen. piep[s]en. quieken; die M. nagt, knabbert
am Käse; die M. huscht ins Loch, geht in die Falle; Mäuse
fangen; flink wie eine M. (sehr flink): still sitzen wie
ein Mäuschen (fam.; ganz still sitzen): arm wie eine M.
(ugs.; sehr arm): R da beißt die M. keinen/(seltener:) keine
M. einen Faden ab (ugs.; es ist unabänderlich, daran ist
nicht zu rütteln, dagegen ist nichts zu machen: H.u.. viell
urspr. Versicherung des Schneiders gegenüber dem
Kunden, daß dessen Stoff bei ihm gut aufgehoben sei); das
trägt eine M. auf dem Schwanz weg (ugs.; das ist der
Menge, dem Betrag nach äußerst wenig): * keine M. (ug&
verstärkend; niemand): keine M. herein-, herauslassen;
weiße M. <meist PI.) (ugs. scherzh.; [motorisierter]
Verkehrspolizist in IteilweiseJ weißer Uniform)', eine weiße M.
regelte den Verkehr; die Kolonne wurde von weißen
Mäusen begleitet; graue M. (ugs. abwertend; einfache u.
unauffällige, farblose, durchschnittliche, wenig bedeutende u.
kaum beachtenswerte [weibliche] Person): weiße Miur
9ehen (ugs.; [im Rausch, im Delirium usw.]
Wahnvorsiellungen haben): Mäuse merken (salopp; Schliche, Tricks
erkennen: merken, wo erw. nicht stimmt): wie eine pcbadclf
M. (ugs.; völlig durchnäßt). 2. <Vkl. t Mäuschen) (fanU
liebes Mädchen: Liebste: sie ist eine liebe, kleine M.!; btsi
du wieder lieb. Mäuschen?: na. mein Mäuschen! 3.a) (ugs >
Handballen unterhalb des Daumens: sich in die M.
schneiden; b) <Vkl. t Mäuschen) (Med.) freier Gelenkkörper m
einem Gelenk: Gelenkmaus. 4. <Vkl. t Mäuschen) (salopp*
weibliche Scham. Vulva. 5. <PI.) (salopp) a) Geld: keine
Mäuse mehr haben; leih mir mal hundert Mäuse!
maus-« Maus- (vgl. auch: mause-. Mause-; mause-, Mäuse-*:
^atifle« das: kleines, knopfartiges Auge (wie das einer
Maus): seine Frau hat -n; mit suchenden -n; -falle, die
(österr.): svw. t Mausefalle; -färben, -farbig <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): svw. Ngrau (1); ^grau <Adj.; o. Steige
nicht adv. > grau wie das Fell der Maus: Ü solche Aussichten
stempeln ihn zum -en (farblosen, lebensfernen) Theoretiker
(Spiegel 45.1975.180); -loch, das (landsch): svw. t
Mauseloch; mjJit. das [nach der Form der Blätter]: volkst. für
tHabichtskraut; ^tgt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): österr
neben t mausetot.
Mauschel [majjjl], der; -s. - [zu jidd. Mausche. Mouscbe
< hebr. MoSeh = Moses (m. Vorn.), urspr. Spottname
für einen jüd. Händler] (spött.): [ armer J Jude: Mauschefce-
te [...be:tol. die; -. -n [2. Bestandteil zu frz. bete, fbet]
(Kartenspiel): doppelter Strafeinsatz beim Mauscheln.
Mauschelei [m^yfc' l%|]. die; -. -en (abwertend): [dauerndes
Mauscheln (1); mauscheln [m^ijln] <sw. V.; hat) [urspr.
= wie ein jüd. Händler Geschäfte machen, zu t Mauschet
b: zu t Mauscheln; wohl eigtl. = ein Glücksspiel spielen
(u. dabei betrügen); 3 a: eigtl. = wie ein t Mau sc hei reden,
b: nach dem für NichtJuden unverständlichen Jiddlscht
1. (ugs. abwertend) a) unterderhand u. in zweifelhafter,
undurchsichtiger Weise Vorteile aushandeln, begünstigende
od. Vorteile verschaffende Vereinbarungen treffen:
zweifelhafte u. undurchsichtige Geschäfte machen: im Gemeinderai
wird viel gemauschelt; mit jmdm. m.; Mauscheln
Vorstande unterderhand mit Kleingartenparzellen? (BM 10. 6.
77, 17); b) (ugs.) beim [Karten]spiel betrügen. 2.a)
Mauscheln spielen: b) (Kartenspiel) beim Mauscheln das Spiel
übernehmen: ich mauschle! 3. (ugs.) a) jüdeln: b) undeutlich
reden: <subst.:> Mauscheln [-], das; -s: Kartenspiel für drei
bis sechs Personen (Glücksspiel).
Mäuschen fm^ys^n], das; -s, - [2: vgl. Maus (3b)]: l.a>
TMaus (1): *M. sein [wollen], spielen [wollen] (ugs.; er*
als heimlich anwesender Beobachter miterleben [wollen :f.
b) TMaus (2, 3b, 4). 2. (ugs.) svw. tMusikantenknochen:
<Zus. zu 1:) mäuschenstill <Adj.; o. Steig.; selten attr.>
(fam. emotional): ganz still [vor angespannter Erwartung.
Aufmerksamkeit]: alle wacen m.; es wurde m.
mause-. Mause- (vgl. auch: maus-. Maus-; mause-, Mause-)*
1754
Maximal-
-falle, die: Falle zum Fangen von Mäusen: eine M.
aufstellen; Ü der Stollen wurde für die Überlebenden zur M.
(ugs.; zu einem Raum, aus dem es kein Entrinnen gab):
-gesicht, das: spitzes, kleines Gesicht: -loch, das: von der
Maus genagtes od. gegrabenes Loch, das den Eingang zu
ihrem Schlupfwinkel bildet: die Katze lauert vor dem M.;
fl ich hätte mich am liebsten in ein M.
verkrochen/verkriechen mögen/wäre am liebsten in ein M. gekrochen (ugs.;
hätte mich vor Angst od. Verlegenheit am liebsten versteckt):
-tot <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [unter Anlehnung an
..Maus1' umgedeutet aus niederd. mu(r)sdöt. morsdöt =
ganz tot. zu: murs. mors = gänzlich, plötzlich] (fam.
emotional): tot (mit allen äußeren Anzeichen), ganz //.
gar tot, nicht die geringste Lebensregung mehr zeigend:
er war m.; -zahn, der: (bes. bei Kleinkindern) kleiner,
spitzer Zahn: Mausezähne haben; -zähnchen, das (meist
PI.) (Handarb.): eine der kleinen Zacken am gezahnten
Rand einer Häkelarbeit.
mause-, MJuse- (vgl. auch: maus-. Maus-: mause-. Mause-):
-$rm <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Schweiz, selten): sehr
arm: -bussard, der: adlerähnlicher, vorwiegend Mäuse
fangender [brauner] Bussard mit kurzem, abgerundetem
Schwanz: -dorn, der: (auch als Zierpflanze gezogener)
immergrüner Halbstrauch mit roten Beeren: Mlreck, der
(salopp): Kot von Mäusen: -falle, die: seltener für t
Mausefalle; -fang, der <o. PL): die Katze geht auf M.; -fönger,
der: (von Katzen, Raubvögeln usw.): -fraß, der: Fraß (2)
von Mäusen an Vorräten, Pflanzen, Wurzeln o. ä.: -»erste,
die: häufig an Straßen- u. Wegrändern wachsende wilde
Gerste: -gift, das: Gift zur Vernichtung von Mäusen: -jagd,
die: Jagd auf Mäuse: -loch, das: seltener für t Mauseloch;
-meRten in der Wendung es ist zum M. (salopp; es ist
zum Verzweifeln: eine Situation ist so verfahren, daß man
fast etwas so Unsinniges versuchen könnte wie eine Maus
zu melken); -nest, das; -öhrchen, das: svw. t Mausohr;
-plage, die: der M. nicht Herr werden; -zähnchen, das:
svw. TMausezähnchen. •*
mfiusebi[moyzlnl<sw. V.; hat) (Jägerspr.): die Pfeif-, Piep-
laute der Mäuse /mit einer PfeifeJ nachahmen, um den
Fuchs anzulocken: der Jäger mäuselt den Fuchs; mausen
[m^izn] <sw. V.; hat) [mhd. müsen. zu tMaus; 3: zu
veraltet mausen = etw. heimlich tun, in Anspielung auf
einen heimlich vollzogenen Ehebruch]: 1. (fam.. meist
scherzh. od. beschönigend) (etw. nicht unbedingt
Wertvolles) heimlich [u. geschickt] wegnehmen, an sich bringen:
die Jungen haben Äpfel gemaust; wer hat mir meine
Bonbonsgemaust?; Geklaut ist er. hier mausen doch alle
(Fallada, Mann 53). 2. (landsch.. sonst veraltet) (von Tieren)
Mäuse fangen. 3. (landsch. derb) Geschlechtsverkehr haben,
koitieren: 'Mauser ['mvize]. der; -s. - (Schweiz.): Mäuse-,
Maulwurfsfänger (der auf den Feldern Fallen stellt).
^Mauser [-]. die; - [älter: Mause, mhd. mü3e < mlat. muta.
zu lat. mütäre. t mausern] .jahreszeitlicher Wechseides
Federkleids (bei Vögeln): der Vogel ist in der M.; während
der M. (Mauser zeit).
3Mauser© H. die; -. - [nach den dt. Konstrukteuren,
den Brüdern P. v. Mauser u. W. Mauser (1838-1914.
1834-1882)]: kurz für t Mausen>istole.
Mauserei [ma^iza'raj], die; -. -en. 1. (fam., meist scherzh.
od. beschönigend) [dauerndes] Mausen (1). 2. (landsch.
derb) /dauerndes] Mausen (3); Mäuserich I'moyzarK;]. den
-s. -e [geb. nach tEnterich. Gänserich] (ugs.): männliche
Maus.
mauserig <Adj.) [eigtl. = aussehend wie ein Vogel in der
2Mauser. weitergebildet aus tmausig] (Schweiz.): 1.
verdrießlich. 2. bedrückt, niedergeschlagen. 3. (vom Wetter)
trübe: mausern [m^izwil. sich <sw. V.; hat) [weitergebildet
aus älter: mausen, mhd. müsen. ahd. müsön < lat. (pen-
näs) mütäre = (die Federn) wechseln]: 1. (von Vögeln)
das Federkleid wechseln: die Enten mausern sich [im
Herbst]; <oft, bes. Fachspr.. ohne ..sich'1:) die Kraniche
mausern; mausernde Hühner. 2. (ugs.) sich durch eine
starke (insbes. der Entfaltung der eigenen Anlagen,
Möglichkeiten förderliche) Entwicklung in seinem Wesen, in seinem
Charakter, in seinem Äußeren [entscheidend] zum Vorteil
verändern: unsere Tochter hat sich in letzter Zeit sehr,
zur Dame gemausert; eine Wissenschaft, eine Partei, die
sich zu m. beginnt; der Abriß hat sich zu einem
umfangreichen Lehrbuch gemausert; bald schon hatte sich die
Ausnahme zur Regel gemausert (Spiegel 51,1974. 36).
Mauserpistole, die; -. -n [t3Mauser]: eine Selbstladepistole.
Mauserung, die; -. -en: 1. svw. t2Mauser. 2. (selten) das
Sichmausern (vgl. mausern 2); Mauserzeit, die; -, -en: Zeit
der 2Mauser.
mausig [m^izi(;] <Adj.) [mhd. mü3ic = keck, frech, eigtl.
= gemausert, zu: mÜ3en. tmausern] in der Verbindung
sich m, machen (salopp; sich durch freches Auftreten, bes.
durch freche, vorlaute Äußerungen, in den Vordergrund
drängen, hervortun u. unangenehm auffallen): mach dich bloß
nicht m!
Mäuslein fmQyslajn]. das; -s. -: tMaus (1): R daß dich
das M. beiß* (südd. fam. scherzh.; scherzhafte Drohung;
Mäuslein [mundartl. Mäusle] vermutlich entstellt aus
frühnhd. Melsel. mhd. misellsuht] = Aussatz).
Mausoleum [m^zo'leiom]. d§s; -s. ...een [...e:an; lat.
Mausoleum < griech. Mausöleion. urspr. = Grabmal
des Königs Mausolos von Karien. gest. um 353 v.Chr.]:
monumentales Grabmal in Form eines Bauwerks, Gebäudes.
Maut [m^pt], die; -. -en [älter = Zoll, spätmhd. maut(t).
mhd. mute. ahd. müta < got. möta = £oll(stelle)] (bes.
östen\): a) Straßen-, Brückenzoll: b) svw. tMautstelle.
maut-« Maut-: -frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Osten*.):
frei von Mautgebühren (Ggs.: mautpflichtig); gebühr, die
(östen\): svw. TMaut (a); -pflichtig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Osten-.): nur gegen Entrichtung von Maut (a) zu
benutzen (Ggs.: mautfrei): -e Brücken. Straßen; -stelle,
die (österr.): Stelle, an der eine Mautgebühr kassiert wird:
-Straße, die (österr.): mautpflichtige Straße.
Mautner ['mvitns]. der; -s. - [älter = Zöllner, zu TMaut]
(österr.): jmd.. der bei einer Mautstelle Dienst tut.
mauve [mo:v] <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [frz. mau-
ve. zu: mauve = Malve < lat. malva. TMalve]:
malvenfarbig.
mauzen I'm^itßn] <sw. V.; hat) [Weiterbildung von älterem
mauen = miauen, mhd. mäwen. lau im.]: svw. tmaunzen.
Max [maks] in der Fügung strammer M. (ugs.: 1. Spiegelei
auf Schinken u. Brot. 2. seltener; Mahlzeit aus gut
gewürztem, mit Eiern gemischtem Gehacktem auf Brot: Max, m.
Vom., hier = Bursche. Kerl, beachtlicher Gegenstand);
MAxe [makso]. der; -n. -n [TMax] (salopp): Kerl: Zum
erstenmal bin ich in der glücklichen Lage, nicht mehr
beweisen zu müssen, was für ein doller M. ich bin (Hörzu
31, 1974. 6); den großen -n spielen; Maxen [maksn] <PI.)
[nach dem Bild des bayr. Königs Maximilian IV.
(1756-1825) auf den Münzen] (bayr.. österr. salopp): Geld.
maxi[maksi]<Adj.:o.Steig.;nichtattr.)[nach lat.maximus
= größter, geb. nach tmini] (Mode): (von Röcken,
Kleidern, Mänteln) knöchellang: m. tragen; die Textilindustrie
hatte sich aufm, eingestellt: 'Maxi [-]. das; -s. -s: 1. <o.
PL; meist o. Art.) (Mode) a) knöchellange Kleidung: sie
erschien in modischem M.; b) (von Röcken, Kleidern,
Mänteln) Länge bis zu den Knöcheln: Kleider in gemäßigtem
M. 2. ugs. kurz für t Maxikleid; 2Maxi [-]. den -s, -s:
ugs. kurz für t Maxirock.
mQxi-, Mfxi- (Mode): -klekl, das; -lang <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): knöchellang: -Look (mit Bindestrich), der
(Mode): Mode, bei der die Rocklänge bis zum Knöchel
reicht: der M. ist bereits vergessen; sie erschien im M.
(in knöchellanger Kleidung): -mantel, der; ^rock. der.
Maxilla [maksila]. die; -. ...Ilae [...le; lat. mäxilla. Vkl.
von: mala = Kinnbacke] (Anat.): Oberkiefer [knochen]:
maxillar [maksila:?], maxillär [...'le:g] <Adj.; o. Steig.;
nur attr.) [lat. mäxilläris] (Med., Anat.): zum Oberkiefer
gehörend, auf ihn bezüglich: Maxillen [ma'ksiln] <PI.)
(Biol.): bei Gliederfüßern das auf den Oberkiefer nach hinten
folgende zweite u. dritte Mundgliedmaßenpaar.
Maxima: PI. von T Maximum; maximal [maksi'ma;]] <Adj.;
o. Steig.) [zu lat. maximus = größter, bedeutendster. Sup.
von: magnus = groß]: 1. (bildungsspr.) a) (seltener präd.)
größt..., höchst..., stärkst...: -er Nutzen, Schutz; -e
Ausdehnung, Geschwindigkeit; etw. m. (in höchstem Grade)
ausnutzen; b) <nlcht präd.) im Höchstfall, höchstens
[zutreffend, eintretend usw.]: -er Spiritusverbrauch pro Stunde:
0.37 Liter; die m. zulässige Geschwindigkeit; der Kran
kann m. zwanzig Tonnen heben. 2. (meist präd.) (Ju-
gendspr.) vorzüglich, bestmöglich: das ist ja m.!
TV-Wohnwand. 280cm... Hausbar.Sekretär, 7 Schubladen -einfach
m.! (Nationalzeitung 558. 68. 29).
Maximal-: -belastung, die; -betrag, der: höchstmöglicher
Betrag: Miosis, die (Med.): höchste Dosis eines Mittels,
1755
maximalisieren
die voffi Arzt gegeben werden darf: Höchstdosis: Abk.: MD;
^forderung, die: höchst(möglich]e Forderung (Ggs.: Minl-
malforderung); ^ge§chwindigkeit. die: höchst[möglich]e
Geschwindigkeit: ^gewicht, das: höchst [möglich] es
Gewicht: -höhe, die: höchstl möglich]e Höhe: -leistung, die;
Miote. die (bes. Schweiz.): svw. t Höchstnote; -preis, der.
höchst/möglich Jer Preis (Ggs.: Minimalpreis); -Profit, der
[russ, maksimalnaja pribyl] (kommunist. abwertend): vom
Privatkapitalismus angestrebter maximaler, höchstfmög-
lichjer Profit: -strafe, die (jur.): höchstf möglich Je Strafe,
die das Gesetz zuläßt: ^wert. der: höchst]möglich]er Wert
(Ggs.: Minimalwert). Vgl. höchst-. Höchst-.
maximalisieren [maksimali'zr.ran] <sw. V.; hat) [zu
tmaximal] (bildungsspr. selten): bis zum Höchstmöglichen, aufs
Äußerste steigern (Ggs.: minimalisieren 1); Maxime Ima-
ksiima], die; -. -n [frz. maxime < mlat. maxima (regula)
= höchste (Regel), zu lat. maximus. tmaximal]
(bildungsspr.): f Haupt Jgrundsatz. Leitsatz, Lebensregel: eine
politische, naturwissenschaftliche M.; die oberste M. seines
Handelns laute»,»Leben und leben lassen*'; eine M. haben;
einer M. folgen; nach einer M. handeln; maximieren [ma-
ksi'mhran] <sw. V.; hat) [zu t Maximum] (Ggs.:
minimieren): 1. (bildungsspr.) systematisch bis zum optimalen Wert,
bis zum Höchstmaß steigern: den Gewinn. Ertrag. Nutzen
m.; Ü Wohlstand minimiert zwar die sozialen Spannungen,
aber maximiert die Aufsässigkeit (verursacht ein Höchst-
maß an Aufsässigkeit) gegen die Führung (Börsenblatt
85. 1971. 2501). 2. (Math.) svw. toptimieren (2); <Abl.:)
Maxknknmg, die; -, -en (Ggs.: Minimierung); Maximum
[maksimom]. das; -s. ...ma [lat. maxtmum. subst. Neutr.
von: maximus. Tmaxlmal] (Ggs.: Minimum): 1. <PI. selten)
(bildungsspr.) größtes Maß. Höchstmaß: das M. des
Erreichbaren; ein M. an Sicherheit [bieten]; das M. an
Punkten, die man in diesem Wettbewerb gewinnen kann; etw.
bleibt unter dem M.; die Maschine verbraucht im M.
(maximal 1 b) 3 Liter pro Stunde. 2*a) (Math.) oberer
Extremwert: ein absolutes, relatives M.; die Maxima und
Minima einer Funktion, einer Kurve berechnen; b) (Met.)
höchster Wert (bes. der Temperatur) eines Tages, einer
Woche, eines Monats, eines Jahres od. einer
Beobachtungsreihe. 3. (Met.) Kern eines Hochdruckgebiets: ein
barometrisches M. (t barometrisch). 4. (Jugendspr.) etw.
Unüberbietbares: das ist M.!; <Zus.:> M^imum-Mjninmim-Thennofne-
ter. das: Thermometer, das die tiefste u. die höchste
gemessene Temperatur festhält.
Maya: TMaja.
Mayday ['meidet; anglisiert aus frz. m'aidez = helfen Sie
mir]: internationaler Notruf im Funksprechverkehr.
Mayonnaise, (eingedeutscht:) Majonäse [maj3'ne:zd. österr.:
...z], die; -. -n [frz. mayonnaise. älter: mahonaise. zu: maho-
nais = aus Mahön (Stadt auf Menorca)]: pikante, dicke,
kalte Soße aus Eigelb, Öl u. Gewürzen: eine M. anrühren;
Heringshappen in M.
Mayor ['me:B. engl.: mra], der; -s. -s [engl, mayor < afrz.
maire. TMaire]: Bürgermeister in England u. in den USA.
MAZ [ma$], die; -. ...anlagen (Kurzwort für magnetische
Bildaufzeichnung] (Ferns.): Vorrichtung zur Aufzeichnung
von Fernsehbildern auf Magnetband.
mazarinblau Imaza'rS:-] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [frz.
(bleu) mazarin. H.u.]: hellblau mit leichtem Rotstich.
Mazdaznan [masdas'na:n], das, auch: der. -s [aus dem Pers.,
nach dem Namen der iranischen Gottheit Ahura Masdah
(Mazda)]: von O. Hanisch um 1900 begründete, auf der
Lehre Zarathustras fußende, heute weltweit verbreitete
religiöse Heilsbewegung.
Mäzen [m£'£ße:n], den -s. -e [nach Maecenas (lat. Maecenäs).
dem besonderen Gönner der Dichter Horaz u. Vergil (etwa
70^8 v.Chr.)] (bildungsspr.): vermögender Privatmann, der
[einen] Künstler od. Sportler bzw. Kunst. Kultur od. Sport
mit finanziellen Mitteln fördert: der M. eines Künstlers,
Dichters, eines Fußballvereins; Air ein künstlerisches
Projekt einen M. suchen, finden; der Staat als M.; <Abl.:)
Mäzenatentum [met$e'na:tntu:m]. das; -s (bildungsspr.):
charakteristische Haltung eines Mäzens, Förderung der
Kunst, des Sports durch einen Mäzen: Mizengtin, die; -.
-nen: w. Form zu t Mäzen; mäzengtisch <Adj.)
(bildungsspr.): in der Art von Mäzenen: Mäzenatentum zeigend,
bezeugend: -e Großzügigkeit; -e Fürsten; die
Preisgestaltung ist fast m.; IVttzenin, die; -. -nen: w. Form zu t Mäzen.
Mazeration [mal^era't^oin]. die; -. -en [lat. mäcerätio. zu:
mäceräre. tmazerieren]: 1. (Med.. Blol.) Vorgang der
Aufweichung pflanzlicher od. tierischer Gewebe bei längerem
Kontakt mit Flüssigkeiten. 2. (Blol.) mikroskopisches
Präparat ionsverfahren zur Isolierung von Gewebsanteilen (z.B.
von einzelnen Zellen) unter Erhaltung der Zellstruktur. X
(BioL, Chemie) Gewinnung von Drogenextrakten durch
Ziehenlassen von Pflanzenteilen in Wasser od. Alkohol bei
Normaltemperatur: mazerieren [...rl:ran] <sw. V.; hat) [lat.
mäceräre = mürbe machen, ein-, aulweichen] (Blol..
Chemie): eine Mazeration (2, 3) durchführen.
Mazis ['matsis], den -. MfzisMüte. die; -. -n [frz. macts
< spätlat. macls für lat. maclr *= als Gewürz verwendete
rote Baumrinde aus Indien]: als Gewürz u. Heilmittel
verwendete getrocknete Samenhülle der Muskatnuß.
Mazurka [ma'zurka], die; -. ...ken u. -s [poln. mazurka.
eigtl. = masurischer Tanz]: (meist lebhafter) polnischer
Nationaltanz im Dreiviertel- od. Dreiachteltakt.
Mazze. Mazzen: fachspr. Schreibung für t Matze, t Matzen.
mea culpa [me:a kolpa; lat.]: [durch] meine Schuld: ich
bin [daran] schuldig (Ausruf im tConfiteor).
Mechanik [me'^mk]. die; -. -en [lat. (ars) mechankca <
griech. mechanike (töchne) = die Kunst, Maschinen zu
erfinden u. zu bauen, zu: mechanikös. tmechanischj: 1.
<PI. ungebr.) (Physik) a) Wissenschaft von der Bewegung
der Körper unter dem Einfluß äußerer Kräfte od. Wechselwtr*
kungen: die Gesetze der M.; die M. der gasförmigen Körper
(Aeromechanik): die M. der flüssigen Körper
(Hydromechanik): b) Gesamtheit der physikalischen Gesetze u.
Zusammenhänge, wie sie die Mechanik (1 a) od. eines ihrer
Teilgebiete zum Gegenstand hat: die M. von Vorgängen,
von Körpern dieser Art ist kaum erforscht. 2. <PI. ungebr./1
(Technik) Maschinen- u. Gerätekunde: diese Maschine ist
ein Wunderwerk der M. 3. (bes. Fachspr.) a) svw.
t Mechanismus (I a): die M. eines Klaviers ausbauen und
reparieren; b) <o. PI.) svw. tMechanismus (1 b): die M.
eines Getriebes erklären. 4. <o. PI.) (bildungsspr.)
[seelenlose, monotone] Zwangsläufigkeit, Selbsttätigkeit im Ablauf
od. in der Funktion von etw.: die M. eines Arbeitsvorgang»,
eines Geschehens; seine Arbeit mit stumpfsinniger M
(stumpfsinnig u. mechanisch) verrichten; <Abl.:)
Mechaniker, der; -s. - [für älteres T Mechanikus]: Handwerker od.
Facharbeiter, der Maschinen, technische Geräte o. ä.
zusammenbaut, prüft, instand hält u. repariert. Mechanlteria.
die; -. -nen: w. Form zu t Mechaniker. Mechanikus [me'^a:-
nikos]. der, -. ...izi [...it$i]. ugs. scherzh.: -se [lat. mechani-
cus. zu: mechanicus (Adj.). tmechanisch] (veraltet, noch
ugs. scherzh.): Mechaniker: Medianisator [me<^ni'za:tx.
auch: ...to:g]. der; -s, -en [...za'to:ran; russ. mechanisator)
(DDR): technische Fachkraft in der sozialistischen Land-
u. Forstwirtschaft: Sowjetische -en helfen bei der
Gewinnung von Neuland (Horizont 43, 1976. 19); medtantodi
[me'9a:nij] <Adj.) [lat. mechanicus < griech. mechanikös
= Maschinen betreffend; erfinderisch, zu: mediane »
Hilfsmittel, Werkzeug; Kriegsmaschine, zu: mdchos =
(Hilfsmittel]: 1. <o. Steig.; nicht präd.) a) (Physik) der
Mechanik (1) entsprechend, durch die Gesetze der MechanA
bestimmt, nach den Gesetzen der Mechanik wirkend: <
Kraft, Energie; ein -er Effekt; die Überwindung des -en
(ander Mechanik 1 orientierten) Weltbildes; b) (bes.
Fachspr.) durch Einflüsse von Körpern, durch Bewegung bz*
Hemmung der Bewegung von Körpern bestimmt, bewirkt
od. wirkend: -e Beanspruchung. Abnutzung; Schraubenfe»
dermechanismus (-e Lebensdauer von über 30 Millionen
Betätigungen) (Elektronik 10.1971. A 83); -e
Oberflächenbehandlung (mit Werkzeugen): -e (äußerlichangewendete*
[Empfängnis]verhütungsmlttel; -e Reize (Tastreize usw.).
-e (Biol.; mechanische Reize aufnehmende) Sinne; -e (GeoL
durch mechanische innere Vorgänge, z. B. bei Frost, starkem
Temperaturschwankungen, verursachte) Verwitterung. 2.
<o. Steig.; nicht präd.) (Fachspr.. bildungsspr.) d*
Mechanik (2,3) betreffend: ein -es Wunderwerk; -e
Kenntnisse. Fertigkeiten; -e Schäden, Fehler. 3. <o. Steig.; nicht
präd.) (Fachspr., bildungsspr) mit Hilfe von Mechanismen
vor sich gehend, funktionierend, arbeitend: maschinell: <
Fertigung; -e Verfahren; der -e Webstuhl; -es Spielzeug,
-e (Musikstücke automatisch wiedergebende)
Musikinstrumente; m. arbeiten, funktionieren. 4. (bildungsspr.) a) ohne
bewußte Steuerung durch Willen od. Aufmerksamkeit
[geschehend, vor sich gehendJ: automatisch: eine -e Handlung.
Bewegung; m. grüßen, antworten; b) gleichförmig u. ohne
1756
mediat
Nach-, Mitdenken, Überlegung [geschehend, vor sich
gehend]: eine -e Arbeit. Beschäftigung; diese Methode ist
mir zu m.; ein Gedicht m. aufsagen; mechanisieren [me^ani-
zi.ren] <sw. V.; hat) [frz. m&aniser. zu: möcanique.
tmechanisch] (Fachspr.. bildungsspr.): auf mechanischen
(3) Ablauf, Betrieb umstellen: einen Betrieb, die
Produktion, die Arbeitsmethoden m.; <Abl.:> Mechanisierung, die;
-. -en (Fachspr.. bildungsspr.): 1. <PI. selten) das
Mechanisieren: der Prozeß der M. 2. <o. PI.) das Mechanisiertsein:
ein hoher Grad der M.; Mechanismus [me^anismos], der;
-. ...men [frz. m&anisme]: 1. (Fachspr.. bildungsspr.) a)
Gesamtheit von gekoppelten Bauelementen (einer Maschine,
einer technischen Vorrichtung, eines technischen Geräts,
Instruments usw.), die so konstruiert ist, daß jede Bewegung
eines Elements eine Bewegung anderer Elemente bewirkt:
der M. der Spieluhr ist abgelaufen; einen M. konstruieren,
in ein Gerät einbauen; b) <o. PI.) das Zusammenwirken
der Teile u. Funktionen eines Mechanismus (1 a), Funktion
[u. KonstruktionsweiseJ eines Mechanismus (1 a): das ist
ein ganz einfacher M.; der M. wird ausgelöst, gehemmt;
den M. eines Maschinentyps studieren, kennen, verstehen.
2. (Fachspr.. bildungsspr.) a) in sich selbsttätig,
zwangsläufigfunktionierendes System: So sind also vegetative Nerven
und Hormone die wesentlichsten Mechanismen, mit denen
die Wechselwirkung zwischen den Organen ... hergestellt
wird (Medizin II. 222); ein modernes Staatswesen ist ein
komplizierter M.; b) automatisches, selbsttätiges,
zwangsläufiges Funktionieren [als System], automatischer Ablauf:
ein gestörter M.; biologische, gesellschaftliche, psychische
Mechanismen; der M. einer Organisation; der M. der
Neurosen, der Vorurteilsbildung. 3. (Fachspr.) Richtung der
Naturphilosophie, die Natur, Naturgeschehen od. auch Leben
u. Verhalten rein mechanisch bzw. kausal erklärt:
Mechanist, der. -en. -en: Vertreter des Mechanismus (3);
mechanistisch <Adj.>: 1. zum Mechanismus (3) gehörend,
ihn vertretend, ihm eigentümlich, gemäß: ein -es Dogma;
-es Denken. 2. (bildungsspr. selten) [nur] auf einem
Mechanismus (2) beruhend, [nur] einem Mechanismus (2)
entsprechend: Man kann das kindliche Verhalten nicht
als -en Vorgang deuten (Ruthe. Partnerwahl 19); die
zeitlupengenaue Wiedergabe von -em Hantieren (Spiegel 42.
1977. 272); Mechanizf: PI. von TMechanikus;
Mechanismus [...ni'tßismus]. der; -: svw. t Mechanismus (3); Mechani-
zjst, der; -. -en: svw. t Mechanist; mechanizjstisch <Adj.>:
svw. tmechanistisch (1); Mechanorezeptoren [me'9a:no]
<PI.) (Biol.): mechanische Sinne (tmechanisch 1 b);
Mechgnotherapie.die: -(Med.): Therapie mit Hilfe
mechanischer Einwirkung auf den Körper (insbes. Massage,
Krankengymnastik o. ä.).
mechulle [me'xobl: svw. tmachulle.
meck! [mek] <Interj.): lautm. für das Meckern der Ziege:
m.. m.!
M«cker- (meckern): -abend, der (ugs. scherzh.): Abend (2).
abendliche Zusammenkunft, bei der man Kritik üben, seiner
Unzufriedenheit Ausdruck geben od. sich beschweren kann:
-buch, das (ugs.): Beschwerdebuch: -€Cke, die (ugs.): feste
Stelle in einer Zeitung od. Zeitschrift, an der insbes. dem
Leser Gelegenheit gegeben ist, Kritik zu üben, seiner
Unzufriedenheit Ausdruck zu geben od. sich zu beschweren: ^frit-
ze, der [T-fritze] (salopp abwertend): svw. T Meckerer;
^kästen, der (ugs.): 1. Kasten zur Entgegennahme schriftlicher
Kritik, schriftlicher Beschwerden usw. 2. vgl. -v^cke; bliese,
die (salopp abwertend): vgl. ^frltze; -pott, der (landsch.
[bes. nordd.l salopp abwertend): Meckerer: -spalte, die
(ugs.): vgl. -v^cke; -tute, die (salopp): Megaphon,
Mikrophon: -ziese, die (salopp abwertend): 1. vgl. -fritze. 2.
weibliche Person, die [dauernd] aufdringlich u. mit
meckernder Stimme lacht.
Meckerei [meka'r^j], die; -, -en (ugs. abwertend):
(dauerndes) Meckern (3); Meckerer [mekare], der; -s. - (ugs.
abwertend):jmd., der ständig meckert (3); meckern [mekrail
<sw. V.; hat) [älter: mecken. spätmhd. mechzen, zu mhd.
mecke = Ziegenbock; lautm.]: 1. (von Ziegen)
[langgezogene] helle, in schneller Folge stoßweise unterbrochene Laute
von sich geben: ein meckernder Bock; Ü meckernd lachen.
2. mit heller, blecherner Stimme reden: W. hüpfte zu ihr
... hin und meckerte: ..Stören Sie nicht die heilige
Handlung" (Broch, Versucher. 363). 3. (ugs. abwertend) an
einer Sache etw. auszusetzen haben u. dies in unfreundlichem
Ton tun: unfreundlich Kritik üben, ärgerlich seiner
Unzufriedenheit Ausdruck geben: er hat immer etwas zum.; über
das Essen m.; gegen die Regierung m.; ..Schon wieder
Gummiwurst mit Rotkohl!" meckerten die Leute.
Meckifrbur [meki-1. die; -. -en [nach „Meckr, einem Igel
in einer Bilderreihe der Zeitschrift „Hörzu". eigtl. =
Igelfrisur] (ugs. veraltend): Bürstenfrisur.
Medaille [me'dalto. Osten.: me'dajLb). die; -. -n [frz. mödaille
< ital. medaglia. über das Vlat. zu lat. metallum. t Metall]:
(nicht als Zahlungsmittel bestimmte) Münze mit Inschrift
od. figürlicher Darstellung zur Erinnerung an eine
Persönlichkeit od. an ein Geschehen bzw. zur Anerkennung,
Auszeichnungfür besondere Leistungen: die M. trägt eine
Inschrift auf der Vorder-. Rückseite; er hat bei den
Olympischen Spielen eine [goldene, silberne, bronzene] M.
gewonnen, errungen, (ugs.:) geholt, (ugs.:) gemacht; Jmdm. eine
M. für etw. verleihen; jmdn. mit einer M. auszeichnen;
U Dr. Beutler ... hat ... die europäische Integration und
die atlantische Kooperation als die zwei Seiten einer M.
(zwei Seiten derselben Sache, Angelegenheit) bezeichnet
(FAZ27. 5. 61.3).
Medaillen-: -gewinnen der (Sport); kunst, die <o. PL):
Kunst, Medaillen zu gestalten u. herzustellen: ^Sammlung«
die; -Spiegel, der (Sport): bei Wettspielen geführte Tabelle,
die die augenblickliche Verteilung der Medaillen auf die
teilnehmenden Länder anzeigt.
Medailleur (modal' jag], der, -s, -e [frz. medailleur]: a)
Künstler, der Medaillen vom Entwurf bis zur Vollendung herstellt
(Berufsbez.); b) Handwerker, der Medaillen nach
künstlerischem Modell gießt od. prägt (Berufsbez.); Medaillon [me-
dal'jö:,österr.: med^l'jö:]. das; -s. -s, seltener: -e [...'jo.na;
frz. mädaillon < ital. medaglione = große Schaumünze.
Vgr. von: medaglia, t Medaille]: 1. <PI. auch: -e) (an einem
Kettchen getragene) kleine, flache Kapsel, die ein Bild od.
ein Andenken enthält. 2. <PI. -s> (bild. Kunst) rundes bzw.
ovales [in etw. eingearbeitetes] Bild[nis] od. Relief. 3. <PI.
-s> (Gastr.) kleine, runde bzw. ovale, kurz gebratene Fleisch-,
Fischscheibe (bes. vom Filetstück): gegrilltes M. vom Kalb.
Reh, Heilbutt; <Zus.:> Medaillonteppich, der: orientalischer
Teppich, dessen Fond ein deutlich abgehobenes, insbes.
sternförmiges od. ovales Mittelstück (Medaillon) aufweist.
Medaukeule fme.dap-L die; -, -n [nach dem dt.
Sportpädagogen H. Medau (1890-1974)] (Sport): kurze Keule, die
als gymnastisches Handgerät dient.
'Media [me:dia], die; -. ...diä [..je] u. ...dien [...pn; zu
lat. medius (t'Medium); 1: eigtl. = Mittellaut, nach der
Mittelstellung zwischen Tenuis u. Aspirata]: 1. (Phon.)
stimmhafter Verschlußlaut (z. B. b. d. g). 2. (Med.) mittlere,
aus elastischen Fasern bestehende Schicht in der Wandung
der Blut- u. Lymphgefäße: *Media: PI. von T ■Medium.
Media- ('Medium 2c; Werbespr.): -abteihing, die:
Abteilung, die für Auswahl u. Einsatz von Werbemedien, -trägem,
-mittein zuständig ist: Mlirektor. der: Leiter der
Mediaabteilung: ^fadunam.der: svw. t-Mann; -forschung,die:
Erforschung demographischer u. statistischer Merkmale von
'Medien (2c); Mnan [mi:didmaen] (mit Bindestrich), der; -.
-men [...man], -Mann ['me:dia-], der; -es, -Männer:
Fachmann für Auswahl u. Einsatz von Werbemitteln: -planer,
der: Media-Mann mit Planungsaufgaben.
medial [me'dia:l] <Adj.; o. Steig.) [1: zu t'Medium (4a);
2: spätlat. mediälis = mitten, in der Mitte, zu: medius.
t 'Medium]: 1. (bildungsspr.) den Kräften u. Fähigkeiten
eines 'Mediums (4 a) entsprechend: -e Kräfte. Fähigkeiten;
m. veranlagt sein. 2. (nicht präd.) (Med.) in der Mitte
liegend, die Mitte bildend: mittler... 3. (nicht präd.)
(Sprachw.) das xMedium (5) betreffend, dazu gehörend, ihm
eigentümlich, gemäß: -e Verbformen; median [me'dja:n]
<Adj>; o. Steig.; nicht adv.) [lat. mediänus = in der Mitte
liegend] (Anat.): in der Mittel llinie] eines Körpers od.
Organs gelegen: Median [-]. der, -s. -e [engl, median, tmedian]
(Statistik): svw. Medianwert (t Zentralwert); Mediane [me-
dia:nd], die; -. -n [zu lat. mediänus. tmedian] (Geom.):
1. Seitenhalbierende eines Dreiecks. 2. Verbindungslinie von
einer Ecke eines Tetraeders zum Seh werpunk t der
gegenüberliegenden Seite: Medianebene, die; -. -n (Anat.): durch die
Körpermitte verlaufende Symmetrieebene des
[menschlichen] Körpers: Mediante [mediana], die; -, -n [ital. me-
diante, 1. Part, von: mediare < spätlat. mediäre =
dazwischentreten, halbieren] (Musik): 1. dritte Stufe einer
Tonleiter. 2. über der Mediante (1) errichteter Dreiklang: Medign-
wert, der; -[e]s, -e (Statistik): svw. tZentralwert; mediat
1757
Mediation
[me'dia.tl <Adj.; o. Steig.) [frz. m6diat. rückgeb. aus: immö-
diät < (spät)lat. immediätus, timmediat]: a) (veraltet)
mittelbar: b) (hist.) (im dt. Reich bis 1806) reichsmittelbar:
Mediation [media'tßio:n], die; -. -en [spätlat. mediätiol
(Dipl.): Vermittlung eines Staates in einem Streit zwischen
anderen Mächten; mediatisieren [...ti'zi.ran] <sw. V.; hat)
[zu frz. mödiat. tmediat] (hist.): dem Reich unterstehende
Herrschaften (3) od. Besitzungen (z.B. Reichsstädte) der
Landeshoheit unterwerfen, der immediaten Stellung für
verlustig erklären; <Abl.:) Mediatfeteung, die; -. -en.
medüval lmedie'va:l] <Adj.; o. Steig.) [zusgez. aus nlat.
medium aevum = Mittelalter] (Fachspr.): mittelalterlich;
Mediäval [-. fachspr. auch: medp'vel], die; - [nach der
Ähnlichkeit mit der Schrift ma. Handschriften] (Druck-
u. Schrlftw.): Antiqua, bei der die einzelnen Letternteile
nahezu gleich sind; Mediävist [medie'vist]. der; -en. -en:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Mediävistik;
Mediävistik, die; - [zu tmediäval]: Wissenschaft von der Geschichte,
Kunst, Literatur usw. des europäischen Mittelalters.
Medien: PI. von 'Medium.
raedien-, Medien- ('Medium 2a. b): Mlidaktlc. die (Päd.):
Didaktik der als Unterrichtshilfsmittel eingesetzten Medien;
^didaktisch <Adj.; o. Steig.) (Päd.): didaktisch im Rahmen
der Mediendidaktik; ^pidagDgflc. die: Pädagogik der
Massenmedien, ihres Einsatzes als Bildungsmittel u. des
kritischen Verhaltens ihnen gegenüber; ^pädagogisch <Adj.; o.
Steig.): pädagogisch im Rahmen der Medienpädagogik;
^spezifisch <Adj.) (Fachspr.): für die besondere Art eines
1Mediums (2a, c) spezifisch, der spezifischen Art eines
Mediumsangemessen: -e Gestaltung; -e Werbemethoden;
-verbünd, der (Fachspr.): 1. Verbindung, Kombination zweier
od. mehrerer 'Medien (2 a, b) im Unterricht. 2. Verbindung
zweier od. mehrerer 'Medien (2 a) im Rahmen
wirtschaftlicher Konzentration; ^Zentrum, das: kommunales Zentrum,
das den Besuchern Einrichtungen u. Erzeugnisse der Informa-
tionstechnik verschiedener Medien zur aktiven Benutzung
anbietet (Kino, Audio-Video-Technik u.a.).
Medikament [medika'ment]. das; -[e]s. -e [lat. medicämen-
tum, zu: medicärl = heilen]: Mittel, das in bestimmter
Dosierung insbes. der Heilung von Krankheiten, der
Vorbeugung (im weitesten Sinne) od. der Diagnose dient;
Arzneimittel: ein starkes, wirksames M.; das M. hat keine
schädlichen Nebenwirkungen; ein M. einnehmen; Jmdm. ein
M. [gegen Kopfschmerzen] verordnen, verabreichen.
medikam^nten-, Medikamenten-: -abhängig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): von Medikamenten abhängig; -mißbrauch, der
<o. PL): Mißbrauch von Medikamenten;
Arzneimittelmißbrauch; -schrank, der (Med.): Schrank für Medikamente:
-schränkchen, das: [für den privaten Gebrauch bestimmter]
kleinerer [ Wand]schrank für Medikamente.
medikamentös [medikamentös] <Adj.; o. Steig.; präd. un-
gebr.) [lat. medicämentösus = heilend] (Med.): mit Hilfe
von Medikamenten, unter Verwendung von Medikamenten
[erfolgend]: -e Behandlung; jmdn.. eine Krankheit m.
behandeln, heilen; Medikaster [medi'kaste]. der; -s, - [geb.
nach tKritikaster] (veraltet abwertend): Quacksalber,
Kurpfuscher; Medikation [medika't$io:n], die; -. -en [spätlat.
medicätlo = Hellung] (Med.): 1. Verordnung bzw.
Verabreichung, Anwendung eines Medikaments (einschl. Auswahl
u. Dosierung): Keiner der Patienten stand unter einer M.
(Reform-Rundschau 1. 1969. 26). 2. Art u. Charakter der
in einem bestimmten Krankheitsfall verordneten
Medikamente; Medikus [me:dikos], der; -, ...izi [...it$i], ugs.: -se
[lat. medicus = Arzt] (scherzh.): Arzt: ein junger M.
medio I'me:dio] <Adv.) [Mal. medlo = mittler ... < lat.
medtus, t 'Medium] (Kaufmannsspr.): zum [Zeitpunkt des]
Medio; Mitte (Januar, Februar usw.): m. Mai; <subst.:>
Medio [-]. den -[s], -s: Monatsmitte (15. des Monats od.,
wenn dieser ein Samstag, Sonntag od. Feiertag ist, der
nachfolgende Werktag): zum M. getätigte Abschlüsse am
Geldmarkt und im Terminhandel; Mediogarn ['me:djp-].
das; -[e]s, -e [zu lat. medius. t 'Medium] (Textilind.):
mittelfest gedrehtes Baumwollgarn; medicker [me'dio.kB] <Adj.;
o. Steig.) [frz. mediocre < lat. medlocrls] (bildungsspr.):
mittelmäßig: ein mediokres Buch; Ich sah soviel
Mediokrität, ich wollte nicht auch noch m. sein (Spiegel 1/2. 1966.
70); Mediokrität [mediokri't£:t], die; - [frz. mediocrite <
lat. mediocritäs] (bildungsspr.): Mittelmäßigkeit; Medio-
thek [medio'te:k], die; -, -en [zu t'Medium (2) u. -thek.
t Bibliothek]: meist als Abteilung in öffentlichen Büchereien
bereitgestellte Sammlung audiovisueller 1Medien (2 a, b)
zur Weiterbildung; Mediowechsel, der; -s. - [zu t Medio]
(Kaufmannsspr.): in der Mitte eines Monats fälliger
Wechsel.
Medisance [medi'zä:s3], die; -, -n [frz. medisance. zu: mddire
= verleumden] (bildungsspr. veraltet): boshafte
Bemerkung: So konnten die Damen einmal hier ihren Kaflee
trinken und -n austauschen (FAZ 15. 4. 61. 63); medisant
[...'zantl <Adj.; -er. -este) [frz. m&Jisant] (bildungsspr.
veraltet): sarkastisch, boshaft: „Du hast heute deinen -en
Tag44, erwiderte die Schwester... (Fussenegger. Haus 198);
medisieren [...zi.ran] <sw. V.; hat) (bildungsspr. veraltet):
boshafte Bemerkungen machen, lästern; schmähen.
Meditation [medita't$io:n]. die; -. -en [lat. meditätio = das
Nachdenken, zu: meditäri. tmeditieren]: 1. (bildungsspr.)
[sinnende] Betrachtung: philosophische, religiöse M.;
geistreiche, endlose -en; Hartogs -en gingen allen auf die Nerven
(Kuby. Rosemarie 11); jmdn. aus seiner M.. aus seinen
-en [herauslreißen; in M. verfallen, versinken. 2. (ReL
Psych., Philos.) mystische od. kontemplative, geistige
Versenkung; <Zus. zu 2:) Meditationstag. der;
Meditationsübung, die; meditativ [...'ti:fl <Adj.) [spätlat. meditätlvusl
(bildungsspr., Fachspr.): auf Meditation beruhend;
Meditation vollziehend, ausdrückend: eine -e Schau; eine -e Schrift;
etw. m. erfassen.
mediterran [medit£'ra:n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat.
mediterräneus. eigtl. = mitten im Lande, in den Ländern,
zu: medius = mitten u. terra = Land] (bildungsspr..
Fachspr.): dem Mittelmeerraum angehörend, eigen; mittel-
meerisch: die -e Flora; -es Klima. Brauchtum.
meditieren [medi'ti.ran] <sw. V.; hat) [lat. meditäri =
nachdenken, sinnen, eigtl. = ermessen, geistig abmessen]: 1.
(bildungsspr.) [tief] nachsinnen, nachdenken;
Betrachtungen anstellen: lange m.; über das Leben, über ein Problem,
über einen Text m. 2. (Fachspr.) Meditation (2) [aus]üben
'Medium [me.diom]. das; -s. ...ien [...jpnl u. ...ia [...|a] [lat.
medium = Mitte, zu: medius = in der Mitte befindlich;
2: engl, medium]: 1. <PI. selten auch: ...ia) (bildungsspr.)
vermittelndes Element: in dem durch das M. Geld
gesteuerten System der gesellschaftlichen Arbeit (Habermas,
Legitimationsprobleme 42); Gedanken durch das M. der
Sprache, der Musik ausdrücken; Literatur als M. Tür die
geistigen Strömungen einer Zeit. 2. <meist PI.) a) <PI. selten
auch: ...ia) (bildungsspr.) Einrichtung, organisatorischer
u. technischer Apparat für die Vermittlung von Meinungen,
Informationen od. Kulturgütern, insbes. eines der
Massenmedien Film, Funk, Fernsehen, Presse: die optischen Medien
[Film und Fernsehen]; die akustischen Madien
[Schallplatte, Tonband. Rundfunk]; b) <PI. selten auch: ...ia)
Unterrichts! hilf s] mittel, das der Vermittlung von Information u.
Bildung dient (z.B. Buch, Tonband. Film u.a.); c) <PL
meist ...ia) (Werbespr.)/ür rf/V Werbung benutztes
Kommunikationsmittel: Werbeträger. 3. <PI. ...ien) (bes. Physik.
Chemie) etw., worin sich bestimmte Vorgänge abspielen,
Träger bestimmter, insbes. physikalischer od. chemischer
Vorgänge: die Ausbreitung der Schallwellen in einem
gasförmigen M.; Diese sehr robusten Meßwertaufnehmer
arbeiten auch ... in ... aggressiven Medien, z. B. Natrium
(Elektronik 10. 1971. A 52); Ü die Zeit als M.. worin
wir zu handeln vermögen (Frisch, Stiller 449). 4. <PI. ...ien>
a) (Parapsych.) jmd., der für (angebliche) Verbindungen
zum übersinnlichen Bereich besonders befähigt ist: sie
fungiert als M. bei spiritistischen Sitzungen; b) (Med.. Psych.)
jmd., an dem sich auf Grund seiner körperlichen bzw.
seelischen Beschaffenheit Experimente, Untersuchungen (bes.
Hypnoseversuche) durchführen lassen: sie ist ein gutes,
geeignetes, schlechtes M. für Hypnoseversuche,
Arzneimitteltests. 5. <PI. ...ia; selten) (Sprachw.) Mittelform zwischen
Aktiv u. Passiv (bes. im Griechischen), der in anderen
Sprachen die reflexive Form entspricht: dieses Verb kommt
nur im M. vor: ^Medium [-]. die; - [engl.-amerik. medium,
zu lat. medius, t'Medlum]: genormter Schriftgrad für die
Schreibmaschine.
Medizi: PI. von tMedikus; Medizin [medi'tßi:n], die; -. -en
[lat. (ars) mediana = ArzneKkunst). Heilkunst, zu:
medicus = Arzt]: 1. <o. PI.) Wissenschaft vom gesunden u
kranken Organismus des Menschen u. der Tiere, von
Krankheiten, ihrer Verhütung u. Heilung: M. studieren; die
verschiedenen Fachbereiche der M.; ein Arzt für innere M
(der zuständig für die Erkrankung der inneren Organe ist).
1758
meeres-, Meeres-
2. [flüssiges] Medikament, das man zur Verhütung od.
Beseitigung einer Krankheit einnimmt: eine altbewährte M.;
die M. schmeckt bitter, wirkt schnell; Ü etw. ist für jmdn.
eine bittere, heilsame M. (eine unangenehme, schmerzliche
Erfahrung).
medizin-, Medizin-: -ball, der: (meist für gymnastische
Übungen benutzter, mit Tierhaaren gefüllter) schwerer, größerer
Ball (aus Leder], -(lasche, die, -(Täschchen, das: kleine
Flasche mit Medizin (2); -mann, der <PI. -männer): (bei
vielen Naturvölkern) eine Art Arzt u. Priester, der sich
magisch-religiöser Mittel bedient: -schränkchen, das:
kleiner [ Wand]schrank zum Aufbewahren von Medikamenten
o. ä.: -Student, der: jmd., der Medizin (1) studiert: -studetv
tin, die: w. Form zu t-Student; -Studium, das: Studium
der Medizin (1); -techn&, die <o. PI.) (DDR): 1. Zweig
der Forschung u. der Industrie, der sich mit den für die
moderne Medizin nötigen technischen Geräten befaßt. 2.
Gesamtheit der für die moderne Medizin nötigen technischen
Geräte: Modernste M..elektronisch gesteuert und geregelt
(Jugend und Technik 12. 1973. 1094). dazu: -technisch
<Adj.; o. Steig.): a) die Medizintechnik (1.2) betreffend:
b) auf der Medizintechnik (1.2) beruhend.
medizinal (medit$i'na:l] <Adj.; o. Steig.; präd. ungebr.) [lat.
medlclnälis]: 1. als Medizin: wie Medizin: Während das
siebzehnte Jahrhundert ihn ( = den Kaffee) vorwiegend
m. wertete (Jacob, Kaffee 207). 2. svw. tmedizinisch: im
Reformhaus, das längst in die -e Welt hineinragt (Reform-
Rundschau 10. 1968, 11).
Medizinal-: -assistent, der: junger Arzt (direkt nach dem
Examen), der als Assistent in einem Krankenhaus seine
praktische Ausbildung vervollständigt: -beamte, der
(Amtsspr.): Arzt.der im öffentlichen Gesundheitswesen tätig
ist: -direktor, der (Amtsspr.): Medizinalbeamter der
höheren Laufbahn, der Abteilungsleiter ist: -Praktikant, der
(selten): svw. t ^assistent; ^rat. der (Amtsspr.):
Medizinalbeamter der ersten Stufe der höheren Laufbahn: -Statistik.
die: die Bereiche der Medizin (1) betreffende Statistik:
Mvein. der: Wein, in dem Arzneimittel gelöst sind, der mit
Arzneimitteln gemischt ist: ^wesen. das <o. PL): svw. t
Gesundheitswesen.
Mediziner [medi'tßi:nB]. der; -s. - [mhd. medicinaere]: jmd..
der Medizin studiert [hat]: Medizinerin, die; -. -nen: w.
Form zu t Mediziner; medizinisch [medi't$i:nij] <Adj.; o.
Steig.; präd. ungebr.): 1. die Medizin (1) betreffend, zu
ihr gehörend: -e Zeitschriften; -e Probleme besprechen.
2. von der Medizin (1); durch die Medizin (1): Die
Nachkrankheiten ... sind m. noch nicht voll geklärt
(Medizin II, 54). 3. nach den Gesichtspunkten der Medizin (1)
/hergestellt]: eine -e Zahncreme; medizinisch-technisch
<Adj.; o. Steig.): die Medizin in Verbindung mit der Technik
betreffend: medizinisch-technische Assistentin (weibliche
Person, die durch praktisch-wissenschaftliche Arbeit (z.B.
im Labor) die Tätigkeit eines Arztes o. ä. unterstützt (Be-
rufsbez.; Abk.: MTA).
Medley ['medli], das; -s. -s [engl, medley, eigtl. = Gemisch
< afrz. mesdlee. zu: medier = (verhnischen < mlat.
misculare, zu lat. miscere. t mischen] (bildungsspr.):
Potpourri: ein M. der erfolgreichsten Schlager.
Medoc [medokl, der; -s. -s [frz. medoc. nach der frz.
Landschaft Mddoc): ein französischer Rotwein.
Medulla Imedula], die; - [lat. medulla] (Med.): das lMark
(1 a); meduUr [medule:g] <Adj.; o. Steig.) [spätlat medulä-
ris = im Innern, im Mark befindlich] (Med.): a) auf das
Mark bezüglich: b) zum Mark gehörend.
Meduse [me'du:o], die; -, -n [nach der Medusa (griech.
Medousa), einem weiblichen Ungeheuer der griech. Sage]
(Zool.): svw. IQualle; <Zus.:) Medusenblick, der [der Blick
der Medusa ließ alles zu Stein werden]: fürchterlicher,
schreckenerregender Blick. Medusenhaupt, das [der Kopf
der Medusa hatte statt Haaren Schlangen]: 1. vgl.
Medusenblick. 2. (Med.) Geflecht von Krampfadern im Bereich des
Nabels: <Abl.:> medusisch <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.):
in der Art der Medusa: wie Medusa.
Meer [me:^], das; -[e]s, -e [mhd. mer. ahd. meri, eigtl. =
Sumpf, stehendes Gewässer. Binnensee]: 1. sich weithin
ausdehnende, das Festland umgebende Wassermassen, die
einen großen Teil der Erdoberfläche bedecken: das
unendliche, weite, wild bewegte, stürmische, tosende, glatte M.;
alle [sieben] -e befahren haben; die Freiheit der -e; am
M. Urlaub machen; in den letzten Minuten vor der
Ausfahrt aufs offene M. (Frisch. Gantenbein 433); die Sonne
steigt aus. über dem M. auf; im M. baden, schwimmen;
die Sonne versinkt im. ins M. (dichter.; geht am Horizont
unter)'. Cuzco liegt mehr als 3000 Meter über dem M.
(überdem Meeresspiegel2);ö in einem M. der Leidenschaft
versinken. 2. (geh.) eine sehr große Anzahl: viel, eine sehr
große Menge von etw. Bestimmtem (meist in Verbindung
mit dem Genitiv od. mit ..von"): ein M. blühender Rosen,
von Blumen; ein M. von Häusern, Fernsehantennen; der
Saal ist in ein M. von Licht u. Farbe getaucht.
mfier-, Meer- (Meer 1; vgl. auch: meeres-, Meeres-): ^aal.
der: im Meer lebender Aal: -brasse, die, -brassen, der:
in Küstennähe od. im Brackwasser lebender Fisch mit seitlich
zusammengedrücktem Körper, großem Kopfu. langer Rük-
kenflosse: -busen, der (veraltend): größere Meeresbucht:
-drache, der: svw. tSeedrache; -echse, die: (auf den Gala-
pagosinseln heimischer) großer Leguan. der seine Nahrung
(Algen) aus dem Meer holt: -eiche, die: (in Prielen od.
zwischen Klippen wachsende) Braunalge, deren vielfach
gefiederter Pflanzenkörper schotenförmige, mit einem Gas
gefüllte Schwimmblasen aufweist: -eichel, die [nach der
Ähnlichkeit mit einer Eichel (1)]: svw. tSeepocke; -eis, das:
Eis. das sich im Meer bildet: ~enae. die: Verengung des
Meeres zu einem schmalen Streifen zwischen zwei Meeren
od. zwei Teilen eines Meeres: -enael, der: meist graugrün
bis dunkel gefleckter Hai mit verbreiterten, wie Flügel
aussehenden Brustflossen: -fahrt, die (veraltet): eine Fahrt (mit
dem Schiff) auf dem Meer, über das Meer: -färbe, die
(selten): die von blau bis graugrün wechselnde Farbe des
Meeres: -forelle, die: große Forelle, die in Küstennähe im
Meer lebt: Lachsforelle: -frau, die: svw. N Jungfrau; -gott,
der: Gott (2) des Meeres (1); -göttin, die: w. Form zu
t ^gott; -grün <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in einem Farbton,
der vom hellen Olivgrün bis zum stumpfen Graugrün reicht:
-hase, der: svw. t Seehase; -hecht, der: svw. t Seehecht;
-Jungfrau, die (Myth.): im Meer. Wasser lebendes
weibliches Wesen mit einem Fischschwanz als Unterleib: -katze,
die [mhd. mer(e)katze. ahd. merikazza; das Tier ähnelt
einer Katze u. ist über das Meer nach Europa gebracht
worden]: im Süden Afrikas lebender Affe mit meist buntem,
lebhaft gezeichnetem Fell, rundlichem Kopf u. langem
Schwanz: -kohl, der: an der Atlantik- u. Ostseeküste
wachsende, zu den Kreuzblütlern gehörende Strandpflanze mit
dickem Stengel, fleischigen Laubblättern u. rosa bis violetten
Blüten in großer Rispe, die auch als Gemüsepflanze angebaut
wird: -lavendel, der: svw. t Strandflieder; -leuchten, das:
svw. t Meeresleuchten; -neunauge. das: im Meer lebendes
Neunauge. Lamprete: Mihr. das: svw. t Seeohr; -otter, der:
in den Küstengewässern des Nordpazifiks lebender Otter
mit rotbraunem bis schwarzem Fell: -rettich, der: t
Meerrettich; -salat, der: [als Salat verblendete] an allen Küsten
in geringer Tiefe vorkommende, meist an Buhnen u. Steinen
festgewachsene Grünalge mit langen, breiten, gekräuselten
Blättern: -salz, das: aus dem Meerwasser gewonnenes
Kochsalz: -schäum, der [LÜ von lat. spüma (maris), urspr.
Bez. für die Koralle]: an erstarrten Schaum erinnerndes,
poröses, leichtes (u. daher auf Wasser schwimmendes)
weißes, gelbliches, graues od. rötliches Mineral, dazu: -schaum-
kopf, der: Pfeifenkopf aus Meerschaum, -schaumpfeife,
die: Pfeife mit einem Kopf aus Meerschaum, -schaumspitze,
die: Zigarren- od. Zigarettenspitze aus Meerschaum:
-Schildkröte, die: svw. t Meeresschildkröte; -schweinchen,
das [spätmhd. merswin, urspr. = Delphin; nach den
Grunzlauten; vgl. -katze]: kleines Nagetier mit
gedrungenem Körper, kurzen Beinen u. einem Stummelschwanz, das
häufig zu Versuchszwecken herangezogen wird, aber auch
als Haustier [bei Kindern] sehr beliebt ist: ^spinne, die:
svw. f Seespinne; -umschlungen <Adj.; o. Steig.; meist attr.)
(dichter.): von /fast] allen Seiten von Meer umgeben: eine
sonnige, -e Südseeinsel; -ungeheuer, das (Myth.): im Meer
lebendes Ungeheuer: -wärts <Adv.) [t-wärts]: in Richtung
auf das Meer, dem Meer zu: ^wasser. das <o. PL), dazu:
-wassenvellenbad, das; -weib, das: svw. t -Jungfrau;
-Zwiebel, die: an sandigen Küsten des Mittelmeerraumes
wachsende Pflanze, aus deren Zwiebel, die die Größe eines Kopfes
erreichen kann. Arzneimittel gewonnen werden.
meeres-. Meeres- (Meer 1; vgl. auch: meer-, Meer-): -alge,
die (meist PL): im Meer lebende Alge: ^arm. der (selten):
einem Fjord ähnliche, schmale, langgestreckte Bucht: ^bio»
logie, die: Zweig der Biologie, der sich mit dem Leben
1759
Meerrettich
der Tiere u. Pflanzen im Meer beschäftigt: -boden. der:
der von Wasser bedeckte Boden (5) des Meeres: -bucht.
die: bogenartig in das Land hineinragender Teil eines
Meeres: -fauna, die; -flora, die; -forsdmmg, die: Forschung,
die sich mit dem Meer beschäftigt: -fruchte <PL> [LU
von tFrutti di mare] (Kochk.): Fische. Krebse, Muscheln
o. ä.,die miteinander zu einer Speise angerichtet sind: -^aeo-
logie. die: Zweig der Geologie, der sich mit der Erforschung
des Meeresbodens beschäftigt: -»Ott, der: svw. t Meergott;
-grund. der: der Grund (3 a) des Meeres: -hohe, die
(Fachspr.): svw. t ^Spiegel (2); -klima, das: Klima der am
Meer gelegenen Landesteile: Seeklima: -künde, die:
Wissenschaft vom Meer, von seiner Beschaffenheit u. den
Eigenschaften des Meerwassers, dazu: -kundler. der: jmd., der
Meereskunde studiert [hat], -kundlich <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.>: die Meereskunde betreffend: auf der
Meereskunde beruhend: -küste, die: vgl. -ufer; -leuchten,
das; -s: bes. in tropischen Meeren auftretendes Leuchten
des Wassers während der Nacht (das durch das
Phosphoreszieren kleiner, im Meer lebender Pflanzen u. Tiere
hervorgerufen wird): -kift, die: 1. (Met.) feuchte, milde, vom
Nordatlantik kommende Luft. 2. svw. tSeeluft; -oberflÄche, die;
-rauschen, das; -s (geh.); -Säugetier, das (Zool.);
-Schildkröte,die: (meist in tropischen u. subtropischen
Meeren lebende) Schildkröte mit abgeplatteten, flossenartigen
Gliedmaßen: -Spiegel, der: 1. Oberfläche des Meeres:
Wasserspiegel. 2. (Fachspr.) (bestimmte theoretische)
Wasseroberfläche des Meeres, auf die sich die geodätischen
Höhenmessungen beziehen: Mittenwald liegt 913 Meter über dem
M.; -Strand, der (geh.. dichter): svw. f Strand; -Straße,
die: 1. svw. t Meerenge. 2. svw. tSeeschiflahrtsstraße;
-Strömung, die: Strötnung im Meer: -tiefe, die; -tier, das: im
Meer lebendes Tier: -ufer, das (geh.): svw. t Strand.
Meerrettich, der; -s, -e [mhd. merrettich. ahd. mer[i]ratich.
eigtl. wohl = größerer Rettich (tmehr). später volksetym.
umgedeutet zu: Rettich, der über das Meer zu uns gebracht
worden ist]: 1. / wildwachsende] Pflanze mit großen, grünen,
länglichen, am Rand gekerbten Blättern u. weißen, langen,
dicken, fleischigen Wurzeln. 2.a) scharf u. würzig schmek-
kende Wurzel des Meerrettichs (1); b) in kleine Fasern
geriebene Wurzeides Meerrettichs (1); c) svw. t Meerrcttich-
soße: Ochsenbrust mit M.
Meerrettich- (Meerrettich 3): -creme, die: svw. t-sahne;
-sahne, die (Kochk.): aus Gewürzen, Meerrettich u. Sahne
hergestellte Creme: -soBe. die: aus Gewürzen. Fleischbrühe
u. Meerrettich hergestellte Soße.
Meetme Cmi:tm), das; -s, -s [engl, meeting. zu: to meet
= begegnen, zusammentreffen] (bildungsspr.): offizielle,
meist in einem kleineren Rahmen stattfindende
Zusammenkunft zweier od. mehrerer Personen, die sich zu einem
Gespräch, zur Erörterung von Problemen od. zu einer Beratung
von Fachfragen zusammenfinden: ein M. vereinbaren,
veranstalten; ein M. der besten Traber. Vollblüter.
Meg-: T2Mega-; mega-. 'Mega- [mega-], (auch:) megalo-.
Megalo-. (vor Vokalen:) megak Megal- [megal(o)-; griech.
m£gas. megäl-1 (Best, von Zus. mit der Bed.>: groß. lang,
mächtig (z. B. Megalith, megaloman); 2M$ga-, (vor
Vokalen auch:) Meg- [meg(aK tmega-. 'Mega-] (Best, von Zus.
mit der Bed.X eine Million mal so groß: Zeichen: M (z. B.
Megawatt. Megaohm/Megohm; Ggs.: 2Mikro-);
Megahertz, das; -. - (Physik): eine Million Hertz: Zeichen MHz;
megal-. Megal-: tmegalo-, Megalo-; Megalith [...'li:t. auch:
...lit]. der; -s od. -en, -ein] [t-lith]: großer, roher Steinblock,
der in vorgeschichtlicher Zeit zum Errichten von
Monumenten u. Gräbern diente: (Zus.:> Megalithgrab, das: aus der
vorgeschichtlichen Zeit stammendes, aus großen Steinen
weitläufig angelegtes Grab, das von einem Erd- od.
Steinhügel bedeckt ist: Megalithiker [...'li-.tik*. auch: ...lit...]. der;
-s. -: Träger der Megalithkultur: megalithfech [...'li:tij. auch:
...'litijl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: aus großen Steinen
bestehend: Megalithkultur, die; -: Kultur der Jungsteinzeit, für
die Monumente aus Megalithen u. Ornamente an
Keramikgefäßen typisch sind: megalo-. Megalo-: tmega-, 'Mega-;
megaloman [...ma:n] (Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.)
(Psych.): größenwahnsinnig: Megalomanie*die; -, -n [...ian;
tManie] (Psych.): Größenwahn: Megalopolis [...lo.polis],
Megalopole[...'po:l9].die;-. ...len [engl.-amerik.
megalopolis, zu tmegalo-. Megalo- u. griech. pölis, tPolis]
(bildungsspr.): aus zwei od. mehreren großen, nahe beieinander
gelegenen Städten bestehende Riesenstadt, Städtezusam-
menballung: Meqaknephalie [...^efaii:]. die; -. -n [...i.sn;
zu griech. kephale = Kopf): svw. t Makrozephalie; Megalo-
zyt [...tßy.t]. der. -en. -en. (auch:) Megalozyte [...'t^y.tdl.
die; -. -n (meist PI.) [zu griech. kytos = Höhlung.
Wölbung] (Med.): abnorm großes rotes Blutkörperchen:
Megaohm, das; -[s]. - (Physik): eine Million Ohm: Zeichen
Mfl; Megaphon, das; -s, -e [T-phon]: trichterförmiger,
tragbarer Lautsprecher [mit elektrischem Verstärker], durch
den beim Sprechen die Stimme verstärkt wird.
Megäre [me'ge:re], die; -. -n [lat. Megaera. griech. Mögaira
= die Mißgönnende] (geh.): wütende, rasende, böse Frau.
Megaron [me:gan>n].das; -s, ...ra [griech. megaron =
Gemach, Haus] (Archäol., Archit.): 1.a) (im antiken
Griechenland) wichtigster Raum des Wohnhauses, der als Speiseraum
u. den Männern als Versammlungsraum diente: b)
wichtigster Raum (z.B. das Allerheiligste) eines antiken Tempels.
2. (in der Antike erbautes) rechteckiges Wohnhaus, das
aus nur einem Raum (mit dem Herd als Mittelpunkt) u.
einer Vorhalle bestand.
Megatherium [mega'te:rlum]. das; -s. ...rien [griech. therion
= Tier] (Zool.): svw. t Riesenfaultier; Megatonne, die; -.
-n: eine Million Tonnen: Zeichen Mt; Megawatt, das; -s.
- (Physik): eine Million Watt: Zeichen MW
Megohm: t Megaohm.
Mehl [me.l]. das; -[e]s. (Sorten:) -e [mhd. mel. ahd. melo.
eigtl. = Gemahlenes. Zerriebenes, zu tmahlen]: l.pulver-,
puderförmiges Produkt, Nahrungsmittel, das durch Mahlen
von Getreidekörnern entstanden ist u. vorwiegend zum Bak-
ken verwendet wird: grobes, feines M.; das M. klumpt;
-e mit sehr hohem Grad der Ausmahlung; die
Hähnchenschlegel in M. wälzen. 2. zu Pulver gemahlener od. zerriebener
fester Stoff: Knochenabfälle zu M. verarbeiten.
mehk Mehl-: -artig (Adj.; Steig, ungebr.): in der Art von
Mehl (1); -beere, die: l.a) sehr hoher Baum od. Strauch
mit langen, ovalen, auf der Unterseite filzigen, weißen
Blättern, mit weißen, in Dolden wachsenden Blüten u. kleinen,
rundlichen Äpfeln ähnlichen, rotorangefarbenen bis
rotbraunen Früchten: b) Frucht der Mehlbeere da). 2.a) svw.
t Eberesche; b) Frucht der Eberesche: -brei. der: aus MehJ
(1) hergestellter Brei: -dorn, der; svw. t Weißdom; -kJfer,
der: kleiner, schwarzbrauner Käfer, der bes. als Schädling
im Mehl auftritt: -kleister, der: aus Mehl u. Wasser
angerührte, zum Kleben von etw. geeignete breiige Masse: die
Tapete mit M. ankleben; -milbe, die: Milbe, die bes. in
feuchten Lagerräumen als Schädling im Mehl auftritt:
-motte, die: kleiner Schmetterling, dessen weißliche Raupe als
Schädling bes. in Mehl auftritt: -papp, der (landsch.): 1.
svw. Nbrel. 2. svw. t^kleister, -paps. der (landsch.): svw.
t -brei; -pib. der: häufig in Laub- u. Nadelwald zu findender,
kleiner, eßbarer Pilz mit grauweißem, klebrigem, flachem
bis trichterförmig vertieftem Hut: -primel. die: (unter
Naturschutz stehende) auf sumpfigen Alpenwiesen od. auf
Flachmooren wachsende Primel mit lila, seltener
purpurfarbenen od. weißen Blüten u. mit Blättern, deren Unterseite
wie auch der Blütenstand mehlig bestäubt aussieht: -sack.
der: 1. Sack für Mehl. 2. Sack, in dem Mehl ist: eine
Ladung Mehlsäcke;... schlafe ich ... wie ein M. ein (Kinski.
Erdbeermund 46); -schwalbe, die: große Schwalbe mit
kurzem, gegabeltem Schwanz u. an Rücken u. Flügeln metallisch
blauem, am Bauch kalkweißem Gefieder: -schwitze, die
(Kochk.): in Butter od. anderem Fett leicht gebräuntes Mehl:
Spinat mit einer M. eindicken; -sieb, das: sehr feines Sieb.
Haarsieb: -sorte, die; -spebe, die: 1. aus Mehl od. einem
aus Mehl hergestellten Produkt u. Milch. Butter. Eiern
u. a. bereitetes Gericht. 2. (österr.) a) Süßspeise (auch wenn
sie ohne Mehl zubereitet wird): M.. z. B. Apfel im
Schlafrock. Germknödel. Topfenpalatschinken; b) Kuchen
magst du auch ein Stückchen M.?. zu 2: -speiskoch, der
(österr.): Koch, der nur für Torten, Süßspeisen zuständig
ist, -Speisköchin, die (österr.): w. Form zu t-speiskoch.
-speisteiler, der (österr.): a) Dessertteller: b) Kuchenteller:
-staub, der; -suppe.die: 1. vgl. -brei. 2. mit Mehl
gebundene Suppe: -tau, der [mhd. miltou. ahd. militou. 2.
Bestandteil zu t 'Tau]: Pflanzenkrankheit, bei der Blätter. Stengel.
Knospen u. Früchte aussehen, als seien sie mit Mehl bestäubt.
vgl. Meltau, dazu: -taupüz, der: Pflanzenparasit, der
Mehltau bewirkt: -type, die: Kennzeichnung, um anzugeben,
wieviel Mineralstoffe eine Sorte Mehl enthält u. wie fein das
Mehl gemahlen ist: -wurm, der: langer, runder, gelbbraun
glänzender Wurm, der die Larve des Mehlkäfers ist.
1760
mehr-, Mehr-
mehlig [me:li^] <Adj.; nicht adv.): 1. mit Mehl bestäubt,
bedeckt; bemehlt: die Hose des Bäckers war ganz m. 2.
fein wie Mehl: -er Sand, Gesteinsstaub. 3. nicht saftiges,
wäßriges, sondern trocken-lockeres Fruchtfleisch habend:
-e Äpfel schmecken mir nicht; diese Sorte Kartoffeln ist
schön m. 4. von der stumpf-weißen Farbe des Mehls: weiß
wie Mehl: eine -e Hautfarbe.
mehr [me:?; mhd. meKe). ahd. merto); urspr. Komp. zu
dem Positiv *me- = groß, ansehnlich; Komp. von T viel]:
I. <Indefinitpron. u. unbest. Zahlwort) drückt aus, daß
etw. über ein bestimmtes Maß hinausgeht, eine vorhandene
Menge übersteigt: wir brauchen m. Geld; m. Klarheit
gewinnen; diesmal ist er mit m. Sorgfalt. Hoffnung, Liebe
an die Aufgabe herangegangen; immer m. Touristen
strömen auf die Insel; auf ein paar Gäste m. oder weniger
kommt es bei diesem Empfang nicht an; ein Grund m..
diese Verbindung abzubrechen; im Alter von siebzig Jahren
und m.; der Vorstand besteht aus drei oder m. Personen;
Blumen. Früchte und ähnliches m.; dadurch habe ich m.
Kosten als vorgesehen; m. als die Hälfte; m. als genug;
er hat sich um m. als das Doppelte verrechnet; ein Büfett
mit verschiedenen Spezialitäten und was der Leckereien
m. sind; noch m. verlangen; was willst du [noch] m.?;
gib doch ein paar Mark m.; ich weiß nicht, ob wir noch
m. [für ihn. in dieser Sache] tun können; da gehört aber
ein bißchen m. dazu; man soll nicht m. versprechen, als
man halten kann; die Beweise haben den Verdacht m.
als gerechtfertigt (nicht nur gerechtfertigt, sondern
erhärtet); das Ergebnis der Konferenz warm, als mager (äußerst
mager); bald, demnächst m. (erzähle ich ausführlich);
dieser Sherry schmeckt nach m. (ugs.; schmeckt so gut, daß
man noch ehvas davon trinken möchte): du mußt dir nicht
einbilden, du seist m. (besser) als andere; er hält sich
für m. (für überlegen u. wichtiger); .August, sag. was
ist denn .Solidarität'?*' ..Das ist. wenn m. (mehrere)
zusammenstehen, damit es ihnen einmal besser geht (Kühn.
Zeit 79); R Je m. man hat. je m. man will (wenn einer
viel hat. dann will er immer noch mehr; nach dem Endvers
eines Liedes des dt. Dichters J. M. Miller. 1750-1814);
Spr je m. Geld, desto m. Sorgen; *m. und m. (in
zunehmendem Maße): Nachdem einmal der Staat das Mittel der
Gesetzgebung handhabt, schlägt sich seine Politik m. und
m. in ihr nieder (Fraenkel. Staat 11S); m. oder
minder/weniger (im großen ganzen, in gewisser Weise): das
Zusammentreffen war m. oder minder zufällig; nicht m. und nicht
weniger als ...: er ist nicht mehr und nicht weniger als
ein Narr (ein richtiggehender Narr). II. <Adv.) 1. a) drückt
aus. daß etw. in höherem, größerem Maße erfolgt: sie
trinkt, raucht m. als ich; er liebte sie darum, deshalb
nur noch m.; ich friere m. als du; nichts ist mir m. zuwider
als Schmeichelei. Unehrlichkeit; sie ist mir m. denn je
verhaßt; b) drückt aus, daß etw. besser, intensiver erfolgt:
du mußt m. aufpassen; nach dieser schweren Krankheit
sollte er sich m. schonen, pflegen; je besser ich sie kenne,
desto m. respektiere ich ihre Wünsche. 2.a) drückt aus.
daß etw. in stärkerem Maße erfolgt: er hat jetzt eine
Beschäftigung gefunden, die ihm m. zusagt; die Autobahnen
sind an Wochenenden und in der Ferienzeit m. befahren
als üblich; er ist m. geschätzt als sein Vorgänger, b) drückt
aus. daß etw. zu etw. anderem, meist Gegensätzlichem
tendiert; oft in Korrelation mit ..als"; eher: m. breit als
lang; die Passagiere verließen das SchifTnach dem Sturm
m. tot als lebendig; die Plastik steht besser m. links, m.
der Mitte zu; er ist m. Künstler als Gelehrter. 3. drückt
in Verbindung mit einer Negation aus, daß ein Geschehen,
ein Zustand, eine Reihenfolge o. ä. nicht fortgesetzt wird:
es war niemand m. da; auf die Annonce hat sich seit
gestern keiner m. gemeldet; es bleibt nichts m. übrig; sie
wußte sich nicht m. zu helfen, wußte nicht m.. was sie
tun sollte; das darf nie m. passieren; kein Wort m.
[darüber]; schließlich bist du doch kein [kleines] Kind, kein
Baby m.; er ist nicht m. derselbe [Mann] wie vor seinem
Unfall; ich kann nicht m. (ich bin am Ende meiner Kräfte);
es dauert nicht m. lange (1. es ist bald soweit. 2. es ist
bald vorüber, vorbei): ich werd' nicht m.! (salopp; ich bin
fassungslos, sprachlos!; als Äußerung der Überraschung,
des Erstaunens); der Großvater ist nicht m. (verhüll.; ist
gestorben). 4. (landsch.) in der Verbindung mit ..nur**;
nur noch: ich besitze nur m. fünf Mark; dann war nur
m. Blut zu sehen; Mehr, das; -[s]. -e. selten: -en [schon
spätmhd. das mer = Mehrheit]: 1. <o. PI.) eine [größere]
Menge, die über ein bestimmtes Maß hinaus zusätzlich
vorhanden ist: ein M. an Zett. Kosten aufwenden. 2. (schweiz.)
a) <o. PI.) [Stimmenmehrheit: ein kleines, großes M.;
ein absolutes, knappes, relatives, überzeugendes M.; b)
Abstimmungsergebnis, Mehrheitsbeschluß: diese -e lassen
keinen Zweifel an der Einstellung der Bewohner
aufkommen; das M. hat deutlich gezeigt, daß ...; c) <o. PI.)
Abstimmung: ein M. beantragen; es ist schon lange ein M.
vorgesehen.
mehr-. Mehr-: -arbeit, die <o. PL): 1. zusätzliche Arbeit:
der Besuch, den wir am Wochenende haben, bedeutet
wieder M. für mich. 2. das Leisten von Überstunden:
Sondertarife für geleistete M. 3. (marx.) vom Arbeitnehmer
geleistete, über die zum Verdienen des Lebensunterhaltes
nötige Arbeit hinausgehende Arbeitsleistung; -aufWand, der:
zusätzlicher [über die Berechnung, Kalkulation, das übliche
Maß hinausgehender] Aufwand; -aufwendung, die: vgl.
-aufwand; ^ausgäbe, die: vgl. -aufwand; -bändig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): in mehreren 2Bänden; mehrere 2Bände
umfassend: ein -es Wörterbuch; -bedarf, der: vgl.
-aufwand; -belastung, die: vgl. -aufwand; ^betrag, der: vgl.
-aufwand; Miecker, der [zu t Deck]: Flugzeug mit mehreren
übereinander angeordneten Tragflächen; -deutig <Adj.; o.
Steig.): 1. auf Grund von mehreren Bedeutungen
mißverständlich. 2. (bes. Fachspr.) mehrere Deutungen zulassend
(Ggs.: eindeutig 2). dazu: Mkutigkeit, die; -dimensional
(Adj.; o. Steig.): auf der Ausdehnung, Entfaltung in mehrere
Dimensionen beruhend; von, nach, in mehreren Dimensionen,
dazu: Miimensionalität. die; -*he, die (Völkerk.): Ehe mit
mehreren Partnern; ^eilg [-%}i$] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
aus mehreren befruchteten Eizellen entstanden,
hervorgegangen; -einkommen, das: über das übliche, normale Maß
hinausgehendes Einkommen; -einnähme, die: vgl.
hinkommen; -erlös, der: vgl. -einkommen; -ertrag, der: vgl.
^Einkommen; -familienhaus, das; -farbendruck, der <PI. -far-
bendrucke): a) <o. PI.) Verfahren, bei dem mehrere
Grundfarben obere inander gedruckt werden, um die Wiedergabe
einer farbigen Illustration zu erreichen; b) einzelner Druck
als Ergebnis eines solchen Druckverfahrens; -farbig,
(österr.:) -farbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in mehreren
Farben; mehrere Farben aufweisend; -farbigkeit, die; -fing-
rigkeit, die <o. PL): svw. tPolydaktylie; -fracht, die: 1.
zusätzliche [über die Kalkulation hinausgehende] Fracht.
2. die für eine Mehrfracht (1) entstehenden zusätzlichen
Kosten; -gebot, das: (bei einer Auktion) höheres Gebot
(4); -geschossig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit mehreren
Geschossen (2); -gewicht, das <PI. selten): über das normale,
übliche Maß hinausgehendes Gewicht; Übergewicht;
-gitterröhre, die (Elektronik): Elektronenröhre mit mehr
als einem Gitter (4); -glied[e)rig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): mit mehreren Gliedern (1 b, 3) versehen; -jfihrig
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): l.a) von mehreren Jahren: -e
Berufspraxis; b) mehrere Jahre dauernd: eine -e
Freundschaft. 2. (Bot.) (von Blütenpflanzen, Kräutern) nach einigen
Jahren zu einmaliger Blüte u. Fruchtreife gelangend u.
danach absterbend (Ggs.: einjährig 2. ausdauernd 2);
-kämpf, der (Sport): Wettkampf, der aus mehreren
Einzeldisziplinen besteht, dazu: -kimpfer, der: jmd., der an einem
Mehrkampf teilnimmt; -klassig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Schulw.): aus mehreren Schulklassen bestehend; -kosten
<PI.>: vgl. -aufwand; -lader, der: svw. tRepetiergewehr;
-leistung, die: vgl. -aufwand; -malig <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): mehrere Male vorkommend, geschehend; -mab
<Adv.>: mehrere Male; des öfteren: etw. m. versuchen;
-mastig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit mehreren lMasten
[ausgerüstet]: eine -e Bark; -phasenstrom, der (Elektrot.):
Stromart mit mehreren, zeitlich gegeneinander verschobenen
Wechselströmen; -preis, der: svw. t Aufpreis; -Produkt,
das: Überschuß an Produktion od. Werten, die über den
lebensnotwendigen Bedarf u. die zur Aufrechterhaltung der
Produktion nötigen Mittel hinausgehen; -Produktion, die:
vgl. -Produkt; -schiffe <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (von
Kirchen o.a.) aus mehreren Schiffen bestehend; -schneidig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. Mnastig; -seitig <Adj.;
o. Steig.): aus mehreren Seiten [bestehend]; mehrere Seiten
enthaltend; -silbig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl. -teilig;
-sprachig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): a) in mehreren
Sprachen [abgefaßt]: ein -es Wörterbuch; b) mehrere
Sprachen sprechend, zu b: -sprachigkeit, die; -; -sprang, der
111 GDW
1761
mehren
(bes. Leichtathletik): Übung während des Trainings, bei
der man viele Sprünge ohne Unterbrechung macht: -stkisnig
<Adj.; o. Steig.) (Musik): aus mehreren Stimmen bestehend:
von mehreren Stimmen gesungen, dazu: -stimmigkeit. die;
-stöckig. <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>: mehrere Stockwerke
aufweisend: mit mehreren Stockwerken: --stufe, die
(Sprachw.): Komparativ: -Stufenrakete, die (Technik):
Rakete aus mehreren Teilen mit je einem Triebwerk: -stufig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: a) vgl. -teilig: eine -e Leiter,
b) (Technik) mehrere Teile mit je einem Triebwerk
aufweisend: eine -e Rakete; -stündig <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
mehrere Stunden dauernd: -tigig <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
vgl. -stündig; -teilig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: aus
mehreren Teilen /bestehend], -verbrauch, der: vgl.
-aufwand; -völkerstaat, der: svw. t Nationalitätenstaat; -wert,
der: 1. (Wlrtsch.) Zuwachs an Wert, der durch ein
Unternehmen erarbeitet wird. 2. (marx.) der den Lohn übersteigende
Teil des Wertes, den der Arbeiter produziert, zu 2: -wertrate.
die (marx.): Rate, die das Verhältnis der Mehrarbeit (3)
zur notwendigen Arbeit ausdrückt: -wertsteuer, die
(Wirtsch.): Umsatzsteuer, von der die in Zahlungen ftir
Vorleistungen enthaltene Umsatzsteuer abgezogen ist:
-Werttheorie, die (marx.): Lehre vom Mehrwert (2); -wöchig
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): vgl. -stündig; -zahl, die: 1.
<PI. selten) (Sprachw.) Plural. 2. <o. PI.) der größere Teil
einer bestimmten Anzahl: -zehigkeit [-ge:i?kq)t]a die; -:
svw. tPolydaktylie; -zeilig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
vgl. -teilig; -Zeitformen <PI.) (Geogr.): verschiedene
Formen der Erdoberfläche, die sich im Laufe der Entwicklung
durch unterschiedliche Klimate herausbilden: -zellig <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): vgl. -teilig. dazu: -zelltgkeit, die;
-; -zweckgebiude.das: vgl. -zweckhalle; -zweckgerät, das:
Gerät, das mehreren verschiedenen Zwecken dient:
-zweckhalle, die: für mehrere verschiedene Zwecke genutzte Halle:
-zweckma9chine(die: vgl. -zweckgerät; -zweckmöbel, das:
vgl. -zweckgerät; -zweckratm, der: vgl. -zweckhalle;
-zwecktisch, der: vgl. -zweckgerät; -zy linder, der (ugs.):
a) svw. t-zylindermoton b) Auto mit Mehrzylindermotor:
-Zylindermotor, der: Motor für Kraftfahrzeuge mit
mehreren Zylindern.
mehren I'me:ran] <sw. V.; hat) [mhd. meren, ahd. merön]
(geh.): 1. bewirken, machen, daß etw. zunimmt: vermehren:
den Besitz m.; die Erfolge mehrten seinen Ruhm; gemehrter
Wohlstand. 2. <m. + sich) a) l immerJ mehr, zahlreicher
werden: die Beschwerden, die Unruhen mehrten sich; b)
(veraltet) sich vermehren: seid fruchtbar und mehret euch
(nach 1. Mos. 1.28); mehrenteils <Adv.) (österr. ugs.): zum
größeren Teil: meist: Lanzen, ... m. zerbrochen (Doderer,
Dämonen 587); mehrer... <Indefinitpron. u. unbest.
Zahlw.): l.a) <attr.) eine unbestimmte größere Anzahl,
Menge von ...; einige, etliche: -e Leute waren
zusammengekommen; er war -e Wochen verreist; durch das
entschlossene Eingreifen -er tatkräftiger Menschen; in seiner
Bibliothek wird man -e hundert Bücher finden; b) (alleinstehend):
sie kamen zu -en; Sie äußerte noch -es (H. Mann, Unrat
126); Aus -cm eins zu machen (Th. Mann. Joseph 735).
2. nicht nur ein od. eine, verschiedene: es gibt -e
Möglichkeiten; das Wort hat -e Bedeutungen; dieser Text läßt -e
Auffassungen zu; Mehrer ['meire], der. -s. - [mhd. mererl
(geh., veraltet): jmd., der etw. [ver]mehrt (1), vergrößert:
mehrerlei <indekl. unbest. Gattungsz.) [T-lei] (ugs.):
mehrere voneinander abweichende, sich unterscheidende: zwischen
m. Möglichkeiten wählen; Ich habe diese Sachen in m.
Hinsicht praktiziert (Eppendorfer, Ledermann 198);
mehrfach ['me:gfax] <Adj.; o. Steig.) [nach frz. multiple]: 1.
<nur attr.) mehr als einmal: sich in gleicher Form mehrere
Male wiederholend: -e Änderungen; einen Bericht in -er
Ausfertigung vorlegen; -er deutscher Meister im Langlauf;
<subst.:> ein Mehrfaches an Kosten. 2. <nur adv.) a) (im
Hinblick auf Menge, Anzahl) des öfteren, auf verschiedene
Weise: er hat m. bewiesen, daß er es kann; er konnte
sein Alibi m. nachweisen; ... während man den wahren
Täter, ein m. vorbestrafter Sittlichkeitsverbrecher; b)
(salopp statt,.mehrmals") (auf gleiche Weise in einer
bestimmten Zeit) sich wiederholend: Nur 53 Prozent der
Bundesbürger putzen ... täglich m. ihre Zähne (MM 22. 7. 74. 8).
Mehrfach-: -beschleunigen der (Physik): Vorrichtung, in
der Elek fronen eine geringe Spannung mehrmals durchlaufen
u. dadurch beschleunigt werden: -impfst off, der: Impfstoff,
der verschiedene Mittel zur Bildung von Abwehrstoffen gegen
mehrere Krankheiten enthält: -impfung, die: Impfung mit
Mehrfachimpfstoff: -Sprengkopf, der: Sprengkopf einer
Rakete, der aus mehreren einzelnen (lenkbaren J Sprengköpfen
besteht: -telegraphie, die (Postw.): gleichzeitige
Übertragung mehrerer Telegramme durch eine Leitung: ^telephonie.
die (Postw.): gleichzeitige Übermittlung mehrerer
Telephongespräche durch eine Leitung: -(ver)packung. die: / VerJ-
packung, die mehrfach zu benutzen ist (im Unterschied
zur Einwegpackung); -Versicherung, die (Verslche-
rungsw.): mehrere Versicherungen gegen die gleiche Gefahr,
die von einem Versicherungstwhmer mit verschiedenen
Versicherungsgesellschaften abgeschlossen werden.
Mehrheit, die; -, -en [nach frz. majoritö (t Majorität), niederl.
meerderheit: schon ahd. merheit Tür lat. maioritas (t
Majorität)!: 1. <o. PI.) a) der größere Teil (einer bestimmten
Anzahl von Personen als Einheit): die M. des Volkes, der
Bürger, der Einwohner hat sich dafür entschieden; die
M. ist der Meinung, daß ...; bildete sich eine M. für
es...; b) (selten) Mehrzahl(2): er konnte die M. der Stimmen
auf sich vereinigen; Aber in der M. (in den meisten Fällen)
hat der Kardinal schon sicher das Rechte getroffen (Musil.
Mann 848); *die schweigende M. (die große Zahl derer,
die ihre Meinung zu einer Sache nicht äußern wollen od.
können: LÜ von amerik. silent majorlty). 2.a) (bei
Wahlen, Abstimmungen o.a.) der größere Teil aller
abgegebenen Stimmen: eine große, knappe, geringe M.;
Tür das Gesetz hat sich eine M. gefunden; die
[parlamentarische] M. haben, erringen, gewinnen, verlieren;
er wurde mit überwältigender M. gewählt; absolute M.
(Politik; mehr als die Hälfte der stimmberechtigten
Stimmen): einfache/relative M. (Politik; [bei mehr als zwei zur
Wahl stehenden Kandidaten, Parteien o. ä.J weniger als die
Hälfte, aber der größere Teil der Stimmen): Qualifizierte
M. (Politik; absolute Mehrheit, 2/r od. 3lrMehrheit): b)
(bei Wahlen, Abstimmungen o. ä.) Gruppe, die den größeren
Teil der abgegebenen Stimmen bekommen hat: mehrheitlich
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): 1. in, mit der Mehrheit,
Mehrzahl: überwiegend: -e Zustimmung; Die m. bajuwart-
schen Ausflügler (Spiegel 47,1966, 186); etw. m.
beschließen. 2. (Schweiz.) meistens: m. in den Landzeitungen findet
sich diese Ansicht.
Mehrheit»-: -aktionär, der: Aktionär, der mehr als die Hälfte
der Aktien einer Aktiengesellschaft besitzt: -beschloß, der:
Beschluß, der auf Grund einer Mehrheit gefaßt wurde: ^be-
teiligung. die (Wirtsch.): Besitz der Mehrheit der Anteile
od. der Stimmrechte eines rechtlich selbständigen
Unternehmens: Entscheidung, die: vgl. -beschluß; -fraktion, die:
Fraktion, die die absolute Mehrheit hat: -meinung, die:
Meinung der Mehrheit: -Partei, die: vgl. ^fraktion;
-Prinzip, das: Prinzip, daß der Wille der Mehrheit [des Volkes]
ausschlaggebend ist: ^wahl, die: Wahlsystem, bei dem der
Kandidat gewählt ist, der die relative, absolute od.
qualifizierte Mehrheit hat: Direktwahl (2) (Ggs.: Verhältniswahl);
-Wahlrecht, das: Wahlverfahren, bei dem die Mehrheit der
abgegebenen Stimmen in einem Gebiet ausschlaggebend ist
(Ggs.: Verhältniswahlrecht).
Mehrung ['me^lml. der; -s. -e: eines von mehreren gleichzeitig
ausgetragenen, nacheinander geborenen Kindern: <Zus.:>
Mehrlingsgeburt. die; Mehrung, die; -. -en [mhd. merunge.
ahd. merungal <PI. selten) (geh.): das Mehren (1).
meiden [majdn] <st. V.; hat) [mhd. miden. ahd. mldanl
(geh.): jmdm., einer Sache bewußt ausweichen, aus dem
Wege gehen, sich von jmdm., einer Sache fernhalten: jmdn.;
etw. m.; die beiden meiden sich, einander, jmds.
Gesellschaft, jmds. Blicke m.; er suchte die überfüllten
Autobahnen zu m. (sie zu umgehen): jmdn., etw. m. wie die Pest
(jmdm., einer Sache unbedingt zu entgehen suchen):
Alkohol m.; Ü das Glück, der Schlaf meidet ihn.
Meier [mgje], der; -s, - [mhd. meier. ahd. meiur, maior.
gek. aus spätlat. maior domus, TMajordomus; 3: nach
dem häufigen Familienn. Meierl: 1. (MA.) Verwalter eines
Fronhofs. 2. (landsch.. sonst veraltet) Pächter, Verwalter
eines Gutes. 3. *wem .... dam heiß' ich M./ich will M.
heißen, wem ... (TEmil); <Abl.:) Meierei, die; -. -en [1:
spätmhd. meiriel: 1. (veraltet) von einem Meier verwaltetes
Gut. 2. (landsch.) Molkerei: <Zus.:> Meierflut, das.
Meierhof, der (veraltet): svw. TMeierei (1); Meierin. die; -, -nen
(landsch., sonst veraltet): w. Form zu tMeier.
Meile [m%jb], die; -, -n [mhd. mite. ahd. mIKOa < lat.
mllia = römische Meile, für: mille (mFlia) passuum =
1762
Meinung
tausend Doppelschritte]: frühere Längeneinheit
unterschiedlicher Größe (als Wegemali): die Preußische, geographische
M.; die englische M. entspricht 1609,30 Metern;
(Leichtathletik:) die M. laufen; tausend -n (sehr weit) von hier
entfernt; eine M./drei -n gegen den Wind (abwertend; sehr
stark, sehr heftig, sehr laut u.a.): man riecht ihr Parfüm
drei -n gegen den Wind; man hört dich eine M. gegen
den Wind; drei -n hinter dem Mond leben/zu Hause sein
(I sehr abgeschieden, einsam leben uj von dem, was in
der Welt geschieht, nichts erfahren).
Indien-. Meilen-: -lang [auch: '—'-] <Adj.; o. Steig.)
(selten): sehr, ungewöhnlich lang; -e Schritte; -lauf, der
(Leichtathletik): Lauf über eine englische Meile, dazu: -läufer,
der; -stein, der: 1. (veraltet) vgl. Kilometerstein. 2. (geh.)
Ereignis, Tat, die einen wichtigen Einschnitt, einen
Wendepunkt o.a. in einer Entwicklung bedeutet: dieser Vertrag
ist ein M. auf dem Weg in eine friedliche Zukunft; -e
der Menschheitsgeschichte; -Stiefel <PL>: seltener für t
Siebenmeilenstiefel; Miveit [auch: '—'-] <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): viele Meilen weit; sehr weit; sie sind m. gelaufen,
ohne auf eine menschliche Siedlung zu stoßen; m. sah
man die Stichflamme; Ü der Kommissar war m. von einer
Lösung des Falles entfernt.
'Meiler ['m^jte]. der; -s. - [spätmhd. mfler. wohl zu mlat.
miliarium = Anzahl von tausend Stück, zu lat. mflle
= tausend; nach der Vielzahl des aufgeschichteten Holzes]:
1. kurz für tKohlenmeiler. 2. (selten) kurz für t
Atommeiler.
'Meiler [-]. der; -s. - [engl, miler. zu: mlle = Meile]:
(Leichtathletik) svw. Meilenläufer.
Win [m^Jn] <Possessivpron.) [mhd.. ahd. min]: bezeichnet
die Zugehörigkeit od. Herkunft eines Wesens od. Dinges,
einer Handlung od. Eigenschaft zur bzw. von der Person
des Sprechers: l.a) <vor einem Subst.) a): m. Bruder,
-e Brille; hast du -en Brief bekommen?; einer -er Freunde;
von -em Geld; m. Englisch ist (meine Englisc/tkenntnisse
sind) nicht sehr gut; m. Husten ist hartnäckig; Alma Kubus
geht in -e Klasse (in die Klasse, in der ich auch bin; Keun.
Mädchen 101); verblaßt in bestimmten Anreden: -e Damen
und Herren!; m. liebes Kind; bringt ein auf den Sprecher
bezogenes, subjektives Verhältnis o. ä. zu dem im folgenden
Substantiv Genannten zum Ausdruck: Gestern sah ich
-en ersten Toten (Grass. Hundejahre 414); ich trinke -e
fünf Tassen Kaffee am Tag; ß) als Ausdruck einer
Gewohnheit, gewohnheitsmäßigen Zugehörigkeit. Regel o.a. in
bezug auf die eigene Person: ich mache dieses Jahr wieder
-e Kur (ugs.; die Kur, die ich schon einmal, schon öfter
gemacht habe): ich muß -e Medizin nehmen (ugs.; die
Medizin, die ich zur Zeit nehmen muß)', ich habe heute
-en Zug versäumt (ugs.; den Zug, den ich gewöhnlich
benutze); b) (alleinstehend) ist das deine Brille oder -e?; das
dickere der Bücher ist meins. (geh.:) meines; was m. ist.
ist auch dein (was mir gehört, gehört auch dir); oh, du
m.; ach. du m. (ugs.; Ausruf der Verwunderung, des
Erschreckens o.a.): Oh. du m.! - wie kann ich essen, wenn
ich deine schmutzigen Finger sehe (Keun. Mädchen 133);
*m. und dein verwechseln/nicht unterscheiden können
(verhüll.; sich leicht an fremdem Eigentum vergreifen: im
Hinblick auf das Eigentum anderer nicht ganz zuverlässig sein).
2. (subst.> (geh.): 9ein Stuhl stand unmittelbar neben dem
-en; die Meine (meine Frau): das Meine (mein Eigentum):
die Meinen (meine Familie): ich habe das Meine (das,
was ich tun konnte) getan; in dem Streit geht es um das
Mein und Dein (geh.; um den Besitz, die Besitzverhältnisse).
^mein [-; mhd.. ahd. mini (dichter, veraltet): svw. tmeinen
gedenke m.; vergiß m. nicht; erbarme dich m.
Meineid [m^jnl^jt]. der; -[eis. -e [mhd. meineit. ahd.
meine id. zu mhd.. ahd. mein = falsch, betrügerisch u.
TEld]: Eid, mit dem wissentlich, vorsätzlich etwas Unwahres
beschworen wird: einen M. schwören, leisten; er wurde
wegen -s verurteilt; <Abl.:) meineidig [m^jnl^jdu;] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): einen Meineid schwörend, geschworen
habend: ein -er Zeuge; m. sein, werden; (subst.:>
Meineidige, der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete): jmd., der
einen Meineid geschworen hat.
meinen[m^jnan] <sw. V.; hat)[mhd. meinen, ahd. meinan]:
l.a) (in bezug auf jmdn., etw.) die Ansicht haben, die
Meinung vertreten, der Meinung sein: er meinte, man könne
nicht so verfahren; meinen Sie (glauben Sie), das hätte
keiner gemerkt?; meine Augen, die ... nicht braun sind.
wie ich immer gemeint habe (geglaubt habe; Frisch. Homo
243); das meine ich auch (/th bin der gleichen Auffassung)!;
er meint (denkt) immer, alle müßten sich nach ihm richten;
ich würde m (ich bin der Meinung, ...); man könnte
m., es wäre alles vergebens gewesen (man könnte den
traurigen Schluß ziehen, es wäre alles vergebens gewesen); man
sollte m.( du hättest mehr Verstand (abwertend; es ist
unbegreiflich, daß du so sehr ohne Verstand handelst)', meinst
du das im Ernst (ist das wirklich deine Überzeugung,
Meinung)?; als Bekräftigungsformel: das will ich m.! (ugs.;
natürlich ist das so!)\ Was meinst du zu Gänsebraten?
(wie stehst du dazu?: Remarque. Westen 70); <auch ohne
Akk.:) ich meine ja nur [so]! (ugs.; es war ja nur ein
Vorschlag von mir!)', als [erstaunte, verwunderte] Rückfrage
auf jmds. Äußerung: meinen Sie?, meinst du?; b) sagen
wollen, zum Ausdruck bringen wollen: das habe ich nicht
gemeint; was hat er mit seiner Bemerkung gemeint?; was
das Wort meint, ist ein Sumpf von Indiskretion (Th. Mann.
Krull 409); in Fragefloskeln: was meinen Sie? (ugs.; als
Rückfrage, wenn jemand die Äußerung eines anderen nicht
verstanden hat; bitte?)', wie meinen? (veraltet od. scherzh.).
2. (bei einer Äußerung, od. Handlung o.a.) im Sinn, im
Auge haben: welches Buch meinst du?; meinen Sie mich?;
ich meine etwas ganz anderes; wie meinst du das (wie
soll ich deine Äußerung verstehen)? 3. (geh.) eines
bestimmten Glaubens, einer bestimmten Überzeugung sein im
Hinblick auf erw.; wähnen, vermeinen: jmdn., sich im Recht
m.; Seitdem meinte sie sich ... ausgeschlossen von der
Familie (Johnson. Ansichten 125); sie meinte (glaubte)
zu träumen. 4. etw. mit einer bestimmten Absicht,
Einstellung o.a. sagen od. tun: etw. wörtlich, ironisch, aufrichtig,
ernst m.; ein freundlich gemeinter Rat; es gut. ehrlich
m.; es war wirklich nicht böse gemeint; er hatte es nicht
so gemeint (ugs.; es sollte keine Kränkung sein); er meinte
es gut mit uns (war uns freundlich gesinnt); er hat es
niemals ehrlich mit ihr gemeint (hat nur sein Spiel mit
ihr getrieben); Ü das Wetter, die Sonne meint es heute
gut mit uns (ugs.; es herrscht schönstes Wetter, schönster
Sonnenschein). 5. (allg.) sagen: Er meinte zu Thomas, nun
habe er Gelegenheit, sich zu bewähren (Ziegler.
Konsequenz 242).
meiner ['mQjniz] <Gen. des Personalpronomens ..ich"):
Lachen Sie nicht m.. es ziemt sich nicht (Hacks. Stücke
86); vgl. ^ein; meinerseits (Adv.) [t-seits]: von mir aus,
von meiner Seite aus: ich m. habe/ich habe m. nichts gegen
die Sache unternommen; ..Ich freue mich. Sie
kennengelernt zu haben!44 - ..Ganz m.!kt (als Antwortfloskel; ich
freue mich ebenso); meinesgleichen (indekl. Pron.) [eigtl.
erstarrter Gen.. mhd. min gellche. ahd. min gilicho. t
-gleichen]: jmd., Leute meines [Berufs]Standes, meiner Art o.
flieh war dort unter m.; m. (jmd. wie ich) kann sich das
nicht leisten; ^einesteils (Adv.) (seltener): was mich
betrifft: ich Hebe euch zwar, aber m. bin ich leider ein Greuel
vor euch (Th. Mann. Joseph 78); meinethalben <Adv.)
[gek. aus: von meinethalben, mhd. mln(ent)halben.
T-halbe nl (veraltend): svw. tmeinetwegen; meinetwegen (Adv.)
[älter: von meinet (meinen) wegen]: 1. aus Gründen, die
mich betreffen; mir zuliebe; um meinetwillen: bist du m.
gekommen?; m. brauchst du nicht zu warten. 2. (ugs.)
ich habe nichts dagegen: m. kannst du gehen. 3. zum
Beispiel; angenommen: Tagsüber leitest du ein Ministerium,
m. Maschinenbau (Chr. Wolf, Himmel 128); meinetwjllen
<Adv.) [älter: umb meinet (meinen) willen, twillen] nur
in der Fügung um m. (mit Rücksicht auf mich; mir zuliebe):
um m. brauchst du deine Gewohnheiten nicht zu ändern;
meinte [m^jnigd]. der. die. das; -n. -n (Possessivpron.)
(geh.. veraltend): der, die, das meine: du hast nur an deinen
Vorteil gedacht, nicht an den -n; (subst.:) ich werde das
Meinige (mein Teil) dazu beitragen; sie wird die Meinige
(meine Frau); die Meinigen (meine Familie, meine
Angehörigen) sind wohlauf.
Meinung, die; -. -en [mhd. meinunge. ahd. meinunga]: a)
persönliche Ansicht, Überzeugung, Einstellung u. ä., die jmd.
in bezug auf eine Person od. Sache hat (u. die sein Urteil
bestimmt): eine vernünftige, irrige, gegenteilige M.; eine
abweichende, vorgefaßte M. haben; die -en über den Fall
sind geteilt, gehen auseinander, meine unmaßgebliche
(subjektive, nicht auf Allgemeinverbindlichkeit Anspruch
erhebende) M. ist. daß ...; seine M. sagen; sich eine M. bilden
(einen Einblick verschaffen, der ein Urteil ermöglicht); eine
iir
1763
meinungs-, Meinungs-
bestimmte M. vertreten, verschiedene -en haben; seine
M. ändern; ich habe dazu keine M. (bin nicht imstande,
darüber zu urteilen: möchte mich dazu nicht äußern): jmds.
M. [nicht] teilen [können]; anderer, geteilter M. sein [über
etw.]; ich bin der Meinung (bin davon überzeugt), daß
...; eine schlechte, gute, hohe M. (ein negatives, [sehr]
positives Urteil) von jmdm. haben; an seiner M. festhalten;
niemand hatte sie nach ihrer M, um ihre M. gefragt;
nach meiner M./meiner M. nach ist die Sache längst
entschieden; als Bekräftigungsformel: ganz meine M.! (so
denke ich auch darüber); * jmdm. [gehörig] die M.
sagen/(salopp:) geigen (jmdm. unmißverständlich seinen Unwillen
zu erkennen geben: jmdn. wegen etw. scharf zurechtweisen):
b) im Bewußtsein der Allgemeinheit [vor[herrschende
Auffassungen, bestimme [politische] Sachverhalte betreffend:
die allgemeine, herrschende M. durch Umfragen zu
ermitteln suchen; die öffentliche M. (die Meinung, das Urteil
der Öffentlichkeit: LÜ von frz. opinion publique).
nrcinungs-, Mejnungs-: Minderung, die; -äußerung, die: 1.
das Äußern einer Meinung: das Recht der freien M. (das
Recht, seine Meinung in Wort, Schrift u. Bild frei zu äußern
u. zu verbreiten). 2. (seltener) geäußerte Meinung: jmds.
M. diskutieren, nicht beachten; -austausch, der: mündlicher
od. schriftlicher Austausch von Meinungen zu einer
bestimmten Frage: zwischen ihnen besteht ein reger M.; in einem
M. über wichtige Fragen miteinander stehen; -befragung,
die: vgl. Mimfrage; -bildend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
auf das Entstehen einer bestimmten Meinung [der
Öffentlichkeit] Einfluß habend: -e Gruppen der Gesellschaft; die
-e Presse; m. wirken; -bildner, der (Kommunikationsf.):
jmd., der auf die Meinungsbildung breiter Schichten Einfluß
hat, dazu: -bildnerisch <Adj.; o. Steig.): vgl. -bildend;
-bikkmg, die <PI. selten) (Kommunikationsf.): das
Entstehen, Sichherausbilden einer Meinung (zu einer bestimmten
Frage) im Einzelindividuum bzw. in der Gesellschaft, dazu:
-biklungsprozefl, der; -erhebung, die (selten): svw.
t-umfrage; -forscher, der; -forschung, die: 1. <o. PI.)
Forschungsgebiet, das sich mit der Erforschung der in der
Gesellschaft, in bestimmten gesellschaftlichen Gruppen
herrschenden Meinungen u. Einstellungen (zu bestimmten Fragen)
beschäftigt. 2. Erforschung einer bestimmten herrschenden
Meinung mit den Methoden der Meinungsumfrage: M.
betreiben, dazu: -forschungsinstitut, das; -fre&ieit, die <o.
PL): das Recht der freien Meinungsäußerung: -fiihrer. der
[LÜ von engl, opinion leader] (Kommunikationsf.): vgl.
-bildner; -kämpf, der (selten): vgl. -streit; -kauf, der
(Börsenw.): in der Hoffnung auf baldiges Steigen der Kurse
vorgenommener Kauf: Mnache. die (abwertend): versuchte
Beeinflussung der Meinungen anderer: -macher, der <meist
PL): vgl. ^bildner. die Medien sind M. in der Gesellschaft;
-monopol, das (abwertend): beherrschender Einfluß, der
von bestimmten Medien auf die öffentliche Meinung ausgeübt
wird: -pflege, die: seltener für t Public Relations; -streit,
der: Diskussion, in der einander entgegengesetzte Meinungen
aufeinandertreffen: Kontroverse: um das Problem
entbrannte ein heftiger M.; Minfrage« die: demoskopische
Erhebung: die -n haben den Trend bestätigt; eine M.
machen, veranstalten; -Umschwung, der; -unterschied, der
(meist PL); -Verschiedenheit, die: 1. (meist PI.)
Unterschiedlichkeit, Gegensätzlichkeit in der Beurteilung,
Einschätzung von etw.: unter, zwischen den Teilnehmern
bestanden erhebliche -en; es tauchten immer wieder -en
auf. 2. (verhüll.) (mit Worten ausgetragener) Streit,
Auseinandersetzung: die beiden hatten eine kleine, heftige M.;
eine M. beilegen; es kam zu -en zwischen ihnen.
Meiose [m%j'o:z3]. die; -. -n [griech. meiösis = das
Verringern] (Biol.): in zwei unterschiedlichen Prozessen
verlaufender Zellteilungsvorgang bei der Reifung der Keimzellen von
sich sexuell fortpflanzenden Individuen: Meiosis [m%j'o:zis].
die; -: 1. (Rhet.. Stilk.) Stilmittel zur Umschreibung von
Superlativen, meist in der Form der Litotes. 2. svw. t Meiose;
meiotisch [m$j'o:tiJl (AdJ.; o. Steig.) (Biol.): die Meiose
betreffend: -e Teilung (svw. t Meiose).
Meiran [m^jra-.nl. der; -s,-e: seltener für tMajoran.
Meise ['majza], die; -, -n [mhd. meise, ahd. meisa. eigtl.
= die Schwächliche, wohl nach der kleinen Gestalt]: (in
zahlreichen Arten vorkommender) in Wäldern u. Gärten
lebender, kleiner Singvogel mit spitzem Schnabel u.
verschiedenfarbigem Gefieder: *eine/'ne M. haben (salopp; nicht
recht bei Verstand sein): du hast wohl 'ne M.!
Meisel [m^jzl], das; -s [mundartl. Vkl. von TMaus; nach
der spitz zulaufenden Form des Fleischstücks) (österr.):
Fleisch von der Schulter des Rindes.
Meiste [m^jsjol. das; -s. -s [nieder!, meisje. Vkl. von: meid
= Mädchen]: holländisches Mädchen.
Meffiel [m^jsl]. der; -s. - [mhd. meisel. ahd. melsil. zu
mhd. mebeni ahd. meisan = (ab)schneiden. (ab)hauen]:
1. der Bearbeitung bes. von Stein u. Metall dienendes. Je
nach Verwendungszweck verschieden geformtes Werkzeug
aus Stahl, das an einem Ende keilförmig zugespitzt u. mit
einer scharfen Schneide versehen ist, die [mit Hilfe eines
Hammers] in das zu bearbeitende Material getrieben wird:
etw. mit dem M. bearbeiten. 2. in der Chirurgie verwendetes
Instrument von der Form eines Flach- od. Hohlmeißels:
<Abl.:) meffietn [m^jzjn] <sw. V.; hat) [mhd. melselnl:
l.a) mit dem Meißel arbeiten: der Bildhauer meißelt an
einer Skulptur; b) mit dem Meißel bearbeiten: Naturstein,
ein Werkstück m.; c) mit Hilfe eines Meißels, durch
Bearbeiten mit dem Meißel herstellen, schaffen: eine Skulptur,
eine Statue [aus Muschelkalk] m.: ein Loch [in die Wand]
m.; in den Grabstein war eine Inschrift gemeißtelt; sein
Kopf war wie gemeißelt (war von klassischer Schönheit).
2. einen chirurgischen Eingriff (im Bereich des
Knochengerüstes) mit einem Meißel (2) vornehmen: An den Füßen
hatte ich eine Operation gehabt, da war gemeißelt worden
(Kempowski, Immer 209); <Abl.:> MfiiPtellung. die; -f -en.
meist [m^jst] <Adv.) [mhd.. ahd. meist]: in der Regel, für
gewöhnlich, in der Mehrzahl der Fälle, fast immer, meistens:
ihre Auseinandersetzungen enden m. in einer Schlägerei;
die Besucher sind m. junge Leute; m. hat er keine Zeit
für uns; es war m. schönes Wetter.
meist... [-] <IndeFinitpron. u. unbest. Zahlw.) [mhd., ahd.
meist; Sup. von viel]: 1. die größte Anzahl, Menge von
.... er hat von uns allen die -en Bücher, das -e Geld;
die -e (größte) Angst, am -en Angst hatte er vor der
letzten Prüfung. 2. den größten Teil (einer bestimmten
Anzahl od. Menge): die -en Tage des Jahres ist er auf Reisen;
die -en Gäste bleiben nur kurze Zeit; (alleinstehend:) das
-e war unbrauchbar; die -en (die meisten Menschen) haben
kein Interesse daran; die -en der Kollegen; er hat das
-e (fast alles) wieder vergessen; du hast das -e/am -en
gegessen; das Jüngste Kind liebte sie am -en ("vor allen
anderen, ganz besonders): <vor einem Adj. zur
Umschreibung des Sup.:) das am -en verkaufte Buch der Saison;
die am -en befahrene Straße.
meist-. Meist-: -begünstigt (Adj.; o. Steig.; nur attr.); -be-
günstigung, die (Wirtsch.): Zuerkennung von Vorteilen an
einen Außenhandelspartner, die anderen Handelspartnern
bereits gewährt werden, dazu: -begünstigunssklausel, die
(Wirtsch.); -beteiligt (Adj.; o. Steig.; nur attr.); -bietend
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (Kaufmannsspr.): (bei einem
Kauf, einer Versteigerung) das höchste Gebot abgebend:
der -e Interessent bekommt den Zuschlag; etw. m. (gegen
höchstes Gebot4) versteigern; der Verkauf erfolgt öffentlich
m. (Mantel, Wald 76); <subst.:) -bietende, der u. die;
-n. -n <Dekl. tAbgeordnete): jmd., der bei einem Kauf,
einer Versteigerung das höchste Gebot (4) abgibt: -diskutiert
(Adj.; o. Steig.; nur attr.): -gebot, das: svw. t Höchstgebot;
-gebräuchlich (Adj.; o. Steig.; nur attr.); -gebraucht: t
vielgebraucht; -gefragt: t vielgefragt; -gekauft: t vielgekauft,
-gelesen: t vielgelesen; -genannt: t vielgenannt; -hin <Adv.)
(selten): für gewöhnlich, meist (a): m. wird die Sache
verschwiegen; -stufe, die (Sprachw.): Superlativ: -verkauft
t vielverkauft.
meistengrts <Adv.) (geh., selten): an den meisten Orten:
fast überall: man findet m. jemanden, der darüber Bescheid
weiß; meistens [m^jstns] <Adv.): in den meisten Fällen:
fast immer: meist: er hat m. keine Zeit; m. benutze ich
die Straßenbahn; meistenteils (Adv.>: in den meisten Fällen,
zum größten Teil, meistens: die Besucher kommen m. aus
dem Ausland; m. war das Wetter schön.
Meister [m^jstB], der; -s, - [mhd. meister. ahd. meistar
< lat. magister. tMagister]: l.a) Handwerker, der seine
Ausbildung mit der Meisterprüfung abgeschlossen hat [u.
(als Selbständiger) einen eigenen Betrieb führt]:
Handwerksmeister: er ist M. [im Kürschnerhandwerk]; der M.
und die Gesellen; bei einem tüchtigen M. in die Lehre
gehen: den /seinen M. machen (ugs.; die Meisterprüfung
in einem Handwerk ablegen)', b) jmd., der als Meister (1 a)
in einem Betrieb arbeitet u. einem bestimmten Arbeitsbereich
1764
melancholisch
vorsteht: ein M betreut die Auszubildenden der Firma:
er ist als M. verantwortlich für die Fertigung im Betrieb;
(als Ehrentitel in der DDR:) M. der volkseigenen Industrie;
Bester M. des Betriebes. 2. (geh.) jmd., der etw.
hervorragend beherrscht; Könner auf seinem Gebiet, in seiner Kunst:
er ist ein M. [seines Fachs]; ein M. der Sprache, auf dem
Gebiet der Fotografie; er ist ein M. der Feder (hat großes
Talent zum Schreiben: Thleß, Legende 149); er ist ein
M. im Erfinden von Ausreden (iron.; versteht sich
meisterhaft auf das Erfinden von Ausreden); Spr es ist noch kein
M. vom Himmel gefallen; früh übt sich, was ein M. werden
will (Schiller. Wilhelm Teil III. 1); * seinen M. finden;
inimdm. seinen M. gefunden haben (jmdm. begegnen,
begegnet sein, auf jmdn. treffen od. getroffen sein, der einem
überlegen ist, der einen in seine Schranken weist): seinen
M. suchen (in seinen Fähigkeiten auf einem bestimmten
Gebiet ungeschlagen sein); imds.. seiner selbst, einer Sache
M. werden/sein (geh.. veraltend; jmdn., sich selbst, etw.
bezwingen, Herr über etw. werden; sich in die Gewalt
bekommen, in der Gewalt haben). 3. großer Künstler (bes. im
Bereich von bildender Kunst u. Musik): der bedeutendste
M. des Barock; ein holländischer M.; die alten M. (die
großen europäischen Maler des Mittelalters u. des Barock);
das Werk stammt von einem unbekannten M.; (in
Verbindung mit dem Namen eines von ihm geschaffenen
Bildwerks für einen namentlich unbekannten Künstler, z. EL)
der M. des Marienlebens. 4. (geh.) Bez. u. ehrende Anrede
für einen bewunderten, als Vorbild angesehenen Lehrer (im
Bereich von Wissenschaft od. Kunst): der M. hat seine
Schüler um sich versammelt; sie lauschten den Worten
des -s; (auch in bezug auf einen religiösen Führer. Lehrer.
Religionsstifter im Verhältnis zu seinen Jüngern od.
Anhängern:) der M. lehrte seine Jünger; der M. vom Stuhl
(Präsident einer Freimaurerloge). 5. (Sport) Sieger in einer
Meisterschaft: er war zweimaliger deutscher M. im
Schwergewicht; die Bayern werden wieder M.; in diesen
Wettkämpfen werden die M. ermittelt; (als Ehrentitel in der
DDR.) M.. Verdienter M. des Sports. 6. (saloppe,
vertrauliche Anrede an eine männliche Person, häufig an einen
Unbekannten: hallo. M.. wie komm' ich zum Bahnhof?
7. M. Lampe (der Hose im Märchen, in der Fabel; Kurzf.
des m. Vom. Lamprecht); M. Petz (der Bär im Märchen,
in der Fabel; älter: Betz. Kosef. des m. Vom. Bernhard);
M. Grimbart (der Dachs im Märchen, in der Fabel; nach
dem ahd. m. Vom. Grimbert); M. Urian (der Teufel in
der Sage; tUrian); M. Hämmerlein (t Hämmerlein).
meister-, Meister-: -arbeit, die: svw. t-stück; -bauer, der
(DDR): M. der genossenschaftlichen Produktion (als
Ehrentitel); -bereich, der (DDR): Arbeitsbereich eines
Industriebetriebes, dem ein Meister (1 b) vorsieht; abrief, der:
vgl. Gesellenbrief; -detektiv, der: Detektiv, der sein
Handwerk meisterhaft beherrscht; -dieb, der: vgl. ^detektiv;
^«lf. die (Fußball): Mannschaft, die Fußballmeister ist;
-gesang, der <o. PI.) (Literaturw.): Kunstrichtung des 15.
u. lö.Jh.s mit der von Angehörigen der Zünfte nach festen
Regeln hervorgebrachten Dichtung; -band, die: vgl.
Künstlerhand; -klasse, die: 1. Gruppe von Schülern (einer
Kunstakademie od. Musikhochschule), die von einem namhaften
Künstler unterrichtet wird. 2. (Sport) höchste
Leistungsklasse (in verschiedenen Sportarten): in die M. aufsteigen;
-lehrgang* der: der Vorbereitung auf die Meisterprüfung
dienender Lehrgang; ^lefetung, die: hervorragende,
überdurchschnittliche Leistung, die jmd. vollbracht hat; ^k»
<Adj.; -er, -este) (Schweiz, mundartl.): eigenwillig;
unbeherrscht; -machen der (Sport Jargon): Trainer, der die
Fähigkeit hat, einen Spieler, eine Mannschaft in kurzer
Zeit zur Meisterschaft zu führen; -mamschaft, die (Sport):
Mannschaft, die eine Meisterschaft errungen hat; -Prüfung,
die: vgl. Gesellenprüfung; -sang, der <o. PL): svw. t-ge-
sang. dazu: -sänger, der svw. t-singer; -sangstrophe.
die (Verslehre): von Aufgesang u. Abgesang gebildete
Strophe, der sich bes. die Dichter des Meistergesangs bedienten;
-schule, die: Fachschule des Handwerks zur Vorbereituttg
auf die Meisterprüfung; -sdmiler, der: Angehöriger einer
Meisterklasse (1); -schütze, der: vgl. -detektiv; -singer,
der: (einer Handwerkerzunft angehörender) Dichter des
Meistergesangs; -stück, das: 1. vgl. Gesellenstück. 2. etw.,
was von großer Könnerschaft zeugt, was meisterhaft
ausgeführt ist o. ä.: die Torte ist ein wahres M.; ein M.
vollbringen; das war ein M. an Diplomatie (war sehr diplomatisch);
(iron.:) das war wieder mal ein M. von dir; -titel, der:
1. Titel des Meisters (l)in einem Handwerk sberuf. 2. (Sport)
Titel des Meisters (5) in einer sportlichen Disziplin: den
M. erringen, erfolgreich verteidigen; -werk, das: 1.
meisterhaftes, hervorragendes Werk der Kunst: ein musikalisches,
literarisches M.; dieses Bild ist sein M. (sein größtes,
bedeutendstes Werk); ein M. der Baukunst. 2. svw. Nstück
(2): etw. ist ein M. an Präzision; -würde, die: vgl. Mltel.
meisterhaft <Adj.; -er, -este): a) hervorragend, vollendet (in
der Ausführung): ein -es Spiel; eine -e Arbeit, Vorstellung;
etw. ist m.; m. gelingen; etw. m. beherrschen; er versteht
es m.. andere für seine Pläne einzuspannen (iron.; hat
ein großes Geschick darin ...); b) <attr.) (selten) (von
Personen) Meisterschaft zeigend: ein -er Klavierspieler.
Darstellen <Abl.:> Meisterhafttgkeit, die; -; Meisterin, die; -. -nen:
1. w. Form zu TMeister da. 2. 5). 2. (veraltend) Frau
des Meisters (1 a); «lästerlich <Adj.) [mhd. meisterlich,
ahd. meisterlich] (geh.. veraltend): svw. tmeisterhaft: eine
-e Arbeit; etw. m. beherrschen, ausfuhren; meistern
[misten] <sw. V.; hat) [mhd. meistern, ahd. meistarön]: a)
etw., was Schwierigkeiten bietet, bewältigen, bezwingen;
mit etw. fertig werden: eine Situation, alle Schwierigkeiten.
Probleme m.; er hat die ihm gestellte Aufgabe gemeistert;
er hat sein Leben, sein Schicksal gemeistert; b) etw. (bes.
eine Emotion) im Zaume halten, beherrschen (2): seinen
Zorn, seine Erregung, seine Freude m.. nicht m. können;
er meisterte seine Begierde; du mußt deine Zunge m. (geh..
selten; dich mit Äußerungen zurückhalten)', (seltener auch
m. + sich:) er konnte sich nicht mehr m. (sich nicht
mehr beherrschen); c) zu handhaben verstehen; meisterhaft
beherrschen (3a); lenken, spielen o.a. können: ein
Werkzeug, ein Instrument m.; d) (selten) svw. t schulmeistern:
er versucht immer andere zu m.; Meisterschaft, die; -.
-en [mhd. meisterschaft. ahd. meistarscaft]: 1. <o. PI.)
große Fertigkeit, meisterhaftes Können (auf einem
bestimmten Gebiet): M. auf einem Gebiet, in etw. erlangen; er
spielt mit absoluter technischer M.; er hat es im
Klavierspiel zu einer gewissen M.. zu großer, vollendeter M..
zur M. gebracht. 2. (Sport) a) jährlich stattfindender
Wettkampf zur Ermittlung der besten Mannschaft od. des besten
einzelnen Wettkämpfers in einer bestimmten Disziplin: eine
M.. -en austragen, gewinnen; b) Sieg in einer Meisterschaft
(2a): die deutsche M. erringen; um die M. kämpfen;
Meisterschaft ler, der; -s. - (Schweiz.): Teilnehmer an einem
Meisterschaftskampf.
Mejgterechafts-: -kämpf, der (Sport): Wettkampf um die
Meisterschaft (2 b); -lauf, der (bes. Motorsport); -spiel,
das (Sport): Mannschaftsspiel bei einer Meisterschaft (2 a);
-titel. der (Sport): svw. t Meistertitel (2).
Meistersleute <PI.) (veraltend): der Handwerksmeister u.
seine Frau; Meisterung, die; -: das Meistern.
Mekka [meka], das; -s. -s <PI. ungebr.) [nach Mekka,
der heiligen Stadt des Islams]: Stelle, Ort, der ein Zentrum
für etw. Bestimmtes ist, das bietet, was man sich erwartet,
u. darum eine große Anziehungskraft ausübt: die Messe
ist das M. für Campingfreunde.
Mekonium [meko:njum]. das; -s [griech. mekoniön. eigtl.
= Mohnsaft] (Med.): Kindspech.
Melamin [mela'mi.n]. das; -s [Kunstwort] (Chemie): in
weißen, wasserlöslichen Kristallen vorliegender Ausgangsstoff
für Melaminharze; <Zus.:> Melaminharz. das: helles,
lichtbeständiges Kunstharz, das zur Herstellung von Haushalts-
u. Gebrauchsartikeln, Preßmassen, Klebstoffen, zur
Imprägnierung von Textilien u.a. verwendet wird.
Melancholie [melauko:'li:],die;-. (Psych.:) -n [...i:an; spätiat.
melancholia < griech. melagcholia.,eigtl. =
Schwarzgalligkeit, zu: mölas = schwarz u. chole = Galle]: von großer
Niedergeschlagenheit, Traurigkeit od. Depressivität [Angst-
u. Schuldgefühlen] gekennzeichneter Gemütszustand: M.
befiel ihn; er versank, verfiel in M.; etw. erfüllt jmdn.
mit M.; Ü aus dem unveränderlich blauen Himmel des
Südens quillt M. (er bewirkt eine schwermütige
Gemütsverfassung: Erh. Kästner. Zeltbuch 74); <Abl.:) Melancholiker
[...'ko.likH], der; -s, -: jmd., der zu Depressivität u.
Schwermütigkeit neigt; vgl. Choleriker. Phlegmatiker.
Sanguiniker; Melancholikerin« die; -. -nen: w. Form zu t
Melancholiker; melancholisch [...ko:Uf] <Adj.) [lat. melancholicus <
griech. melagcholikös]: a) von Melancholie befallen,
niedergedrückt, schwermütig; Melancholie widerspiegelnd: ein -er
Mensch; er ist in einer -en Stimmung. Gemütsverfassung;
1765
Melange
der graue Himmel konnte einen m. machen, m. werden
lassen; b) Melancholie hervorrufend: ein -er (düsterer,
trauriger) Anblick.
Melange [me'läüjteH. die; -. -n [frz. mölange = Mischung,
zu: mßler. über das Vlat. zu lat. miscere = mischen] (meist
Fachspr.): 1. Mischung, Gemisch aus verschiedenen Stoffen
0. ä. (z. B. verschiedener Kaffeesorten). 2. Mischfarbe. 3. a)
aus verschiedenfarbigen Fasern hergestelltes Garn; b) aus
Melange (3 a) hergestelltes Gewebe. 4. (österr.) Milchkaffee,
der zur Hälfte aus Milch besteht u. im Glas serviert wird.
Melanin [melani:n|, das; -s. -e [zu griech. melas = schwarz]
(Biol.): im menschlichen u. tierischen (z. T. auch im pflanz-
liehen) Organismus gebildeter gelblicher bis brauner od.
schwarzer Farbstoff der die Färbung der Haut, der Haare,
der Augen bzw. der Federn od. Schuppen bewirkt:
Melanismus [...nismus], der; -. ...men (Biol.): durch Melanine
bewirkte Dunkelfärbung der Körperoberfläche (z. B. bei den
negriden Rassen); Melanom [melano.m], das; -s. -e (Med.):
braune bis blauschwarze [bösartige], an Haut u. Schleitn-
häuten auftretende Geschwulst.
Melasse [me'lass], die; -. (Arten:)-n [frz. mölasse =
Zuckersirup < span. melaza. zu: miel < lat. mel = Honig]
(Fachspr.): bei der Zuckergewinnung anfallender,
zähflüssiger brauner Rückstand.
Mebitonin [melatoni:n], das; -s [zu griech. mölas = schwarz
u. TTonus] (Biol.): Hormon der Zirbeldrüse, das bei
Amphibien eine Aufhellung der Haut bewirkt.
Melchter ['meldte], die; -. -n [vgl. ahd. (chu)melhtra]
(Schweiz.): hölzernes ,1 Milch jgesehirr.
Melde l'melcb], die; -. -n [mhd. melde, ahd. melda. eigtl.
= die (mit Mehl) bestäubte]: (in vielen Arten
vorkommendes) Unkraut mit spitz zulaufenden Blättern, die an der
Unterseite oft mehlig bestäubt sind.
melde-, M^lde-: -amt, das: svw. f Einwohnermeldeamt;
-aufläge, die: Auflage (2 a) für jmdn., gegen den der
Haftbefehl außer Vollzug gesetzt ist, sich in bestimmten
Zeitabständen bei der Polizei zu melden: -behärde, die: svw. t
Einwohnermeldeamt; -bogen, der: vgl. Anmeldeformular; -buch,
das (DDR): Jmdn. in das polizeiliche M. eintragen; -fahrer,
der (Milit.): vgl. -ganger, -frist, die: Frist, innerhalb deren
eine bestimmte Meldung erfolgt sein muß: -ganger, der
(Milit.): Angehöriger der Truppe, der Nachrichten, Befehle
u. ä. zu überbringen hat: -hund, der (Milit.): zum
Überbringen von Nachrichten abgerichteter Hund: -pflicht, die:
Pflicht des Bürgers, die zuständige Behörde von bestimmten
Sachverhalten (z.B. Wohnungswechsel, das Auftreten
bestimmter gefährlicher Krankheiten) in Kenntnis zu setzen,
dazu: -pflWitig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>; -retter, der
(Milit. früher): vgl. ^ganger; -schluß, der <o. Pl.>: Ende
der Meldefrist: ^wesen, das <o. Pl.>: 1. Gesamtheit der
gesetzlichen Bestimmungen über die Meldepflicht u. die
damit befaßten Institutionen. 2. (in der Organisation eines
Unternehmens) das Abfassen u. Weiterleiten von Berichten
über alle wichtigen Vorgänge innerhalb des Betriebes:
^Zettel, der: (von der Behörde gefordertes) Anmeldeformular,
das der Gast eines Hotels ausfüllen muß.
melden [meldn] <sw. V.; hat) [mhd. melden, ahd. meldön]:
1. (als Nachricht, [offizielle, amtliche] Meldung) bekannt
machen, berichten: die Zeitung, die Presseagentur, der
Rundfunk meldete einen Flugzeugabsturz; wie bereits [im.
vom Fernsehen] gemeldet....; der Wetterbericht hat Regen
gemeldet (angekündigt): die Seebäder melden einen
Besucherrekord; wir können bereits die ersten Erfolge m.;
* nichts/nicht viel zu m. haben (ugs.; f bestellen 3 b). 2. (einer
zuständigen Stelle) mitteilen, zur Kenntnis bringen: den
Verlust, einen Unfall, den Vorfall [der Polizei] m.; die
Geburt des Kindes dem. beim Standesamt m.; jmdn.. sich
polizeilich m. (seine Anwesenheit mitteilen: jmdn., sich
anmelden [2]); er ist hier, bei der Behörde nicht gemeldet
(beim Einwohnermeldeamt nicht registriert): er hat sich
krank gemeldet (hat [seinem Arbeitgeber] mitgeteilt, daß
er krank ist): er ist als vermißt gemeldet (er gilt offiziell
als vermißt): Melde gehorsamst. Oberdeck tauchklar
(Milit.; Ott. Haie 2S6); Bald kam das Mädchen und meldete
Besuch (kündigte ... an: Bergengruen, Rittmeisterin 2S2).
3. <m. + sich) sich zu etw. bereit erklären, zur Verfügung
stellen: sein Interesse an, seine Bereitwilligkeit zu etw.
bekunden: sich auf eine Anzeige hm. freiwillig, für eine
bestimmte Aufgabe m.; sich zur Prüfung m. 4. <m. + sich)
von sich hören lassen. Nachricht geben: er hat sich lange
nicht gemeldet; sie hat sich telefonisch, aus dem Urlaub,
von einer Reise gemeldet; melde dich mal wieder!; der
Teilnehmer meldet sich nicht (nimmt den Telefonhörer
nicht ab): am Telefon meldete sich eine fremde Stimme
(war eine fremde Stimme zu vernehmen): wir (= das
Fernsehen, der Rundfunk) melden uns wieder mit Nachrichten;
wenn du etwas brauchst, mußt du dich m. (mußt du es
uns wissen lassen); das Baby meldet sich (macht sich [durch
Weinen] bemerkbar): Ü der Winter meldet sich (kündigt
sich an). 5. <m. + sich) (bes. von Schülern im Unterricht)
durch Hochheben des Armes zu erkennen geben, daß man
etw. sagen möchte: sich eifrig m.; wer etwas sagen will,
soll sich m. 6. (vom Hund) anschlagen. Laut geben: der
Hund meldet. 7. (Jägerspr.) (vom Hirsch, auch vom Auer-
hahn) Brunftschreie hören lassen: Melder, der, -s, - [mhd.
meldaere. ahd. meldäri = Verräter] (Milit.): svw.
TMeldegänger; Meldung, die; -. -en [mhd. meldunge. ahd. meldun-
ga = Verrat]: 1. das Melden (1-5). 2. für die Öffentlichkeit
bestimmte [amtliche] (bes. durch die Medien verbreitete)
Nachricht: eine amtliche M.; die Zeitungen brachten
beunruhigende -en; eine M. geht durch die Presse; die letzten
-en des Tages; eine M. aus der Bundeshauptstadt, über
die Ereignisse, von den Ereignissen; eine M. im Fernsehen
verbreiten; -en unterdrücken. 3. formelle [dienstliche]
Mitteilung: eine kurze, eilige, wichtige M.; eine M.
überbringen, entgegennehmen; (dem Vorgesetzten) M. erstatten,
machen (Milit.; etw. in dienstlicher Form melden).
melieren lmeli:ran] <sw. V.; hat) [frz. meler. TMelange]
(selten): mischen, mengen: meliert <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): a) (von Geweben, Wolle u. ä.) aus verschiedenfarbigen
Fasern gemischt u. dadurch gesprenkelt erscheinend: ein
-er Stoff; -e Wolle; das Garn ist grau, braun, grün meliert
b) (vom Haar) leicht ergraut: er hat bereits -es Haar,
ein -er Herr (Herr mit meliertem Haar): sein Kopf- u.
Barthaar ist grau m.
Melioration [meUora't$io:n], die; -. -en [1: spätlat. meliörä-
tio. zu: meliöräre. f meliorieren]: 1. (bildungsspr. veraltet)
Verbesserung. 2. (Landw.) kurz für tBodenmelioration;
meliorativ [...'ti:0 <Adj.; o. Steig.) [vgl. engl, meliorative]:
1. (bildungsspr. selten) verbessernd. 2. (Landw.) die
Bodenmelioration betreffend, auf sie gerichtet: -e Maßnahmen.
3.(Sprachw.) (von Wörtern) einen positiven
Bedeutungswandel erfahrend: eine aufwertende Bedeutung besitzend (Ggs.:
pejorativ); Meliorativum [... ti:vum|, das; -s. ...va
(Sprachw.): Wort, das einen positiven Bedeutungswandel
erfahren hat: meliorieren [melio'ri.ran] <sw. V.; hat) [1:
spätlat. meliöräre]: 1. (bildungsspr. veraltet) verbessern.
2. (Landw.) Bodenmelioration betreiben.
Melfe ['me:lis], der. - [wohl zu griech. möll = Honig]:
gemahlener weißer Verbrauchszucker aus verschiedenen
Zuckersorten.
meltoch l'me:lij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu fMelos]
(Musik, Literaturw.): liedhaft: -e Poesie (Lyrik): Melisma
[melisma]. das; -s. ...men [griech. mölisma = Gesang,
Lied] (Musik): melodische Verzierung, Koloratur; Melisma-
tlt [melis'ma:tik], die; - (Musik): Kunst der melodischen
Verzierung (beim Gesang); meüsmatiKh <Adj.; o. Steig.)
(Musik): koloraturhaft ausgeziert; meljsmisch <Adj.; o.
Steig.) (Musik): melodisch.
Melhse [me'lisa], die; -. -n [mlat. melissa. zu griech. melissö-
phyllon - Bienenkraut, zu: mölissa = Biene u. phyllon
= Blatt. Pflanze]: zu den Lippenblütlern gehörende Heil-
u. Gewürzpflanze mit unscheinbaren weißen Blüten u.
zitronenähnlich duftenden Blättern; <Zus.:> Melissengeist® •
der. -[e]s: svw. f Karmelitergeist.
melt [melk] <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. melk. ahd.
melch] (veraltet): milchgebend: eine -e Kuh.
Mflc- (Landw.): -anläge, die: Anlage zum maschinellen
Melken; -eimer, der: Eimer, in den die Milch gemolken
wird; -kaniS9ell, das: kreisförmig konstruierter Melkstand;
-kuh,die (selten): svw. f Milchkuh: * eine M. (svw.
melkende f Kuh): die unerschöpfliche M. seines Lebens ist
entwichen für immer (Werfel. Himmel 142); -maschine, die:
vgl. -anläge; -schaf, das: milchgebendes Schaf: -schemel,
der: [umzuschnallender, einbeiniger} Schemeides Melkers;
-stand, der: vgl. -anläge; -ziege, die: vgl. -schaf.
melken l'melkn] <melkt/( veraltet:) milkt, melkte/(veraltend:)
molk, hat gemolken/(auch schon:) gemelkt. melk!/(veral-
tet:) milk!) [mhd. melken, ahd. melchan. urspr. wohl =
abstreifen, wischen]: 1. bei einem milchgebenden Haustier
1766
Menage
durch pressende, streichende u. ziehende Bewegungen der
Zitzen (mit den Händen od. maschinell) bewirken, daß
die Milch austritt: die Kühe, das Vieh m.; <auch ohne
Obj.:> er melkt mit der Hand, mit der Melkmaschine;
frisch gemolkene Milch. 2. (veraltet, selten) Milch geben:
die Kuh. Ziege melkt; vgl. Kuh. 3. (salopp) jmdn. auf
dreiste Art [immer wieder] anpumpen, um Geld bitten:
ausnehmen (3 a): sich nicht m. lassen; du bist ja ganz schön
von ihm gemolken worden. 4. (derb) onanieren: <Abl.
zu 1:> Melker, der; -s. - [spätmhd. melker]: jmd., der zur
Milchgewinnung gehaltene Rinder betreut, melkt u.a. (Be-
rufsbez.); Melkerei [melkd'r^j], die; - (abwertend): (als
lästig empfundenes) Melken: Melkerin, die; -. -nen
[spätmhd. melcherinnel: w. Form zu tMelker.
Melodei [melo'dqj].die; -,-en (dichter, veraltet): svw. f
Melodie (1 b); Melodie [...di:]. die; -. -n [...ian; mhd. melodie
< spätlat.melödia < griech. melöidia = Gesang.
Singweise, zu: mölos = Lied u. öde. tOdel: l.a) singbare, in
sich geschlossene Folge von Tönen (in der Vokal- u.
Instrumentalmusik): eine M. pfeifen, trällern; er summte -en
aus der „Fledermaus"; b) Weise. Vertonung (eines Liedes):
das Lied hat eine schöne M.; einen Text nach einer
bekannten M. singen; Ü die M. des Windes in den Pappeln
(dichter.; Remarque. Westen 89); c) <meist Pl.> einzelnes I in
einen größeren Rahmen gehörendes] Musikstück:
Gesangsstück: flotte, bekannte, beliebte -n; -n aus der Operette
..Der Zigeunerbaron"; ein Reigen schöner-n. 2. (Sprachw.)
kurz für f Satzmelodie.
Melodk-(vgl. auch: Melodien-): -bogen,der (Musik): kurze,
melodische musikalische Phrase: -gitarrist, der: Gitarrist
einer Band, der keine begleitende Funktion hat: -Instrument,
das: (in einer Jazzband) Instrument, das die Melodie führt:
-lehne, die <o. Pl.>: svw. t Melodik (1).
Melodien- (vgl. auch: Melodie-): -folge, die:
Aufeinanderfolge einzelner Musikstücke aus dem Bereich der
Unterhaltungsmusik in einem Programm: -reioen, der: vgl. -folge;
-Strauß, der: vgl. -folge.
Melodik [me'lo.dik], die; - (Musik): 1. Lehre von der Melodie
da), Melodielehre. 2. die melodischen Merkmale eines
Musikstücks: die melodischen Eigentümlichkeiten [der Werke]
eines Komponisten: melodiös [melodj0:s] <Adj.; -er, -este>
[frz. mölodieux]: wohlklingend; reich an klanglichen
Nuancen: eine -e Stimme; melodisch [me'lo:dif] <Adj.>: von einem
dem Ohr angenehmen Klang; harmonisch klingend;
wohlklingend: ein -er Gesang; eine -e Stimme; m. sprechen,
singen; Melodram [melo'dra.m], das; -s. ...men [frz. mölo-
drame, zu: mölo- (< griech. milos = Lied) u. drame
< griech. drama. f Drama]: 1. (Musik) einzelner
melodramatischer Teil einer Bühnenmusik od. Oper. 2. svw. t
Melodrama; Melodrama,das; -s. ...men: 1. (Literatunv.. Musik)
(mit Pathos deklamiertes) Schauspiel mit untermalender
Musik; Musikschauspiel. Melodram (2). 2. (Theater, Film,
oft abwertend) Rührstück: Ü die Auseinandersetzung
zwischen den beiden war das reinste M.; Melodrarngtik, die;
- (bildungsspr.. meist iron.): das Theatralische,
(übertrieben) Pathetische (in einem Verhalten, in einer Situation):
eine Szene, ein Vorgang voller M.; melodramatisch <Adj.>
(oft iron.): das Melodrama betreffend; in der Art eines
Melodramas: eine -e Szene; seine Worte wirkten m.
Melone [melo:nd], die;-,-n[spätmhd.melone < frz.melon.
ital. mellone < spätlat. melo. Kurzf. von lat. melopepo
< griech. melop6pön. eigtl. = reifer Apfel]: l.a) (zu
den Kürbisgewächsen gehörende) Kletterpflanze mit großen
kugelförmigen Früchten, deren Fruchtfleisch sehr viel Saft
enthält; b) Frucht der Melone (1 a). 2. (ugs. scherzh.) svw.
f Bowlen <Zus.:> Melonenbaum,der: (in tropischen Ländern
kultivierter) Baum, um dessen Stamm gebündelt die Papaya-
fruchte wachsen.
Melos ['me.bs], das; - [lat. melos < griech. mölos = Lied.
Singweise]: 1. (Musik) das gesangliche Element in der
Musik, die Melodie (1 a) als substantieller Teil der Musik im
Unterschied zum Rhythmus. 2. (Sprachw.) a) die
Sprachmelodie, die Melodie der menschlichen Stimme; b) klangliche
Gestalt einer Dichtung.
Meltau [me:l-], der; -[e]s [urspr. identisch mit fMehltau,
dann orthographisch geschieden]: svw. f Honigtau.
Melton ['melton], der. -[s], -s [nach der engl. Stadt Melton
Mowbray]: weicher Kammgarnstoff in Köperbindung mit
leicht verfitzter Oberfläche.
Membra: PI. von tMembrum.
Membran, (seltener:) Membrane [mem'bra.nte)]. die; -. ...nen
[mhd.membräne = Pergament < lat.membräna = Haut,
Häutchen. (Schreib)pergament. zu: membrum =
Körperglied]: 1. (Technik) dünnes Blättchen aus Metall. Papier
o.a.. das durch seine Schwingungsfähigkeit geeignet ist.
Schallwellen zu übertragen (z.B. in Mikrofon.
Lautsprecher. Telefon). 2. (Anat.. Biol.) dünnes, feines Häutchen,
das trennende od. abgrenzende Funktion hat (z. B. das
Trommelfell im Ohr). 3. (Chemie. Physik) dünne Haut, die die
Funktion eines Filters hat; Membranophon [membrano-
To:n], das; -s. -e [t-phon] (Musik): (jedes)
Musikinstrument, dessen Töne durch Erregung einer gespannten
Membran erzeugt werden (z.B. Trommel); Membram
fmembrum], das; -s. ...bra [lat. membrum] (Med.): [Kör-
perjglied; Extremität: M. virile [- vi'ri:b] (Penis).
Memento[memento].das;-s,-s[lat.memento! = gedenke!]:
1. (kath. Kirche) Fürbitte. Bitte um Fürsprache innerhalb
der Messe. 2. (bildungsspr. selten): Mahnung; Mempito
mori [- mo.Ti], das; - -, - - [lat. = gedenke des Todes!]
(bildungsspr.): etw.. was an den Tod gemahnt: ein
Gedenkstein wurde errichtet als M. m. für die Lebenden.
Memme [memo], die; -. -n [mhd. memme. mamme = Mut-
ter(brust)] (veraltend, noch landsch. abwertend): 1.
furchtsamer, ängstlicher, verweichlichter Mensch; Feigling: so
eine M.!; eine feige M.; -n, dachte sie (Bieler. Mädchenkrieg
436). 2. (landsch. derb) <meist PI.) weibliche Brust.
memmeln['memjn]<sw. V.; hat>(bayr..österr.): svw. t
tummeln (2).
memmenhaft <Adj.; -er. -este> (veraltend abwertend): feige,
furchtsam; so. wie sich eine Memme verhält: eine -e Furcht
beschlich ihn; <Abl.:> M«mmenhaftigkeit. die; -.
Memo [me:mo], das; -s. -s: Kurzf. von fMemorandum;
Memoire [memga:^]. das; -s. -s [frz. memoire, f Memoiren]:
frz. Bez. ftir Memorandum; vgl. Aide-memoire; Memoiren
[me'mQa:ran] <P1.> [frz. mömoires, PI. von: memoire =
Erinnerung < lat. memoria = Gedächtnis] (bildungsspr.):
(als Buch veröffentlichte od. zu veröffentlichende)
Lebenserinnerungen [ in denen neben der Mitteilung des persönlichen
Entwicklungsganges ein besonderes Gewicht auf die
Darstellung der zeitgeschichtlichen Ereignisse gelegt worden ist.
deren Augenzeuge der Verfasser war]: die M. des großen
Staatsmannes; seine M. [niederschreiben, veröffentlichen;
<Zus.:> Memoirenband, der<Pl. -bände): einzelner 2Band
von jmds. Memoiren; Memoirenschreiber, der: jmd.. der
seine Memoiren schreibt od. geschrieben bzw. veröffentlicht
hat; Memorabilien [memorabiil^n] <P1.) (bildungsspr.
veraltend): Denkwürdigkeiten. Erinnerungen; Memorandum
[memo'randum],das; -s. ...den u. ...da [zu lat. memorandus
= erwähnenswert] (bildungsspr.): svw. f Denkschrift: ein
M. verfassen; ein M. an die Regierung; in einem M. zu
etw. auffordern; 'Memorial [memoria:!].das; -s.-e u. -ien
[-jpn; spätlat. memoriäle = Erinnerungszeichen).
Denkmal] (veraltet): Tagebuch; Merkbuch; Memorial
[mi'mD:rol], das; -s. -s [engl, memorial = Gedenkfeier,
Denkmal < spätlat. memoriäle, f'Memoria]]
(bildungsspr.): I.Sportveranstaltung. Wettkampf zum
Gedächtnis an einen Verstorbenen, bes. einen bekannten Sportler:
ein M. zu Ehren eines großen Rennfahrers. 2. (selten)
svw. f Denkmal (1): die Inschrift am Fuß des -s (Spiegel
15.1974. 98); memorieren [memo'ri:ren] <sw. V.; hat) [lat.
memoräre = in Erinnerung bringen] (bildungsspr.
veraltend): a) sich etw. fest ins Gedächtnis einprägen, auswendig
lernen: einen Text, ein Gedicht. Zahlen m.; (auch ohne
Obj.:> Er nahm die Blätter aus der Brusttasche und
memorierte im stillen (Fries, Weg 245); b) (selten) wieder ins
Gedächtnis rufen, an etw. erinnern: die Parteileitung ...
memoriert Sachen, die hier nichts zur Sache tun (Kant.
Impressum 324); <Zus.:> Memorferstoff, der (veraltend):
Lernstoff
Memphis [memfis], der; -. - [nach der Stadt Memphis
(USA)]: Modetanz der 60er Jahre, bei dem die Tanzenden
in einer Reihe stehend gemeinsam verschiedene Figuren
tanzen.
Menage [me'na:3a. Osten*.: ...3]. die; -. -n [frz. mönage =
Haushalt, Hausrat < afrz. maisnage. ma[s]nage. über das
Galloroman. zu lat. mänsio = die Bleibe, die Wohnung
(> frz. maison). zu: manere = bleiben]: 1. a) kleines Gestell
für Essig, öl. Pfeffer u.a.. das auf den Eßtisch gestellt
wird; b) (veraltet) Gefäß zum Transportieren einer warmen
Mahlzeit: Henkelmann. 2. (Osten*., sonst veraltend) Essen.
1767
Menagekosten
Verpflegung (bes. bei der Truppe): M. empfangen; dem
Vater die M. bringen. 3. (österr. veraltet) Haushalt (1).
Hauswirtschaft (1 a): ... würde ich ein kleines Häuschen
für die gemeinsame M. mieten (Werfei, Himmel 238);
<Zus. zu 2:> Menggekosten <P1.> (österr.):
Verpflegungskosten [beim Militär]; Menagerie [mena&ri:]. die; -. -n
[...i:dn; frz. mönagerie. eigtl. = Haus(tier)haltung]
(veraltend): Tierschau, Tiergehege [in einem Park]: der Zirkus
zieht mit seiner M. umher, sie haben eine ganze M.
(scherzh.; Sammlung von Tieren) in ihrer Wohnung;
Menageschale, die (österr.): Eßgeschirr beim Militär: menagieren
[mena'3i:i?n] <sw. V.; hat) [1. 2: zu f Menage (2); 3: frz.
(se) mönager. f Menage]: 1. (landsch., sonst veraltet) sich
selbst verköstigen. 2. (österr.) Essen fassen (beim Militär).
3. <m. + sich) (veraltet) sich mäßigen.
Menarche [me'nanpl. die; - [zu griech. men = Monat u.
arche = Anfang] (Med.): Zeitpunkt des ersten Eintretens
der Regelblutung. Vgl. Menopause.
Mendelevium brande'le:vium], das; -s [nach dem russ.
Chemiker D. Mendelejew (1834-1907)]: zu den Transuranen
gehörender chemischer Grundstoff: Zeichen: Md
mendein [mendln] <sw. V.; hat) [nach dem Namen des
österr. Vererbungsforschers G. Mendel (1822-1884)]
(Biol.): (von bestimmten Erbmerkmalen) nach den von
Mendel aufgestellten Gesetzen der Vererbung in der / über
]nächsten Generation wieder in Erscheinung treten.
MendDtant [mendi kant], der: -en. -en [lat. mendicäns. 1.
Part, von: mendicäre = betteln]: Angehöriger eines
Bettelordens: <Zus.:) Mendikfntenonlen, der.
Menetekel [menete:k|], das; -s. - [nach der Geisterschrift
(aram. mene mene teqel üfarsln) für den babyl. König
Belsazar (gest. 539 v.Chr.). die im A.T. bei Dan. 5,25
als ..gezählt (von den Tagen der Regierung), gewogen
(aber zu leicht befunden) u. zerteilt" (Anspielung auf die
Zukunft des Reiches) gedeutet wird]: geheimnisvolles
Anzeichen eines drohenden Unheils. Warnzeichen: angesichts der
M. von Numerus clausus und Jugendarbeitslosigkeit
(Spiegel 8. 1976. 60); <Abl.:> meneteketa <sw. V.; hat) (ugs.):
sich in düsteren Prophezeiungen ergehen, unken: „Das wird
böse enden", menetekelte sie.
M^ng- (mengen 1 a): ^fiitter, ^«etrekie, -körn, das <o. PI.)
(Landw.): Mischung verschiedener Sorten von Futterfgetrei-
de].
Menge ['map], die; -. -n [mhd. menige. ahd. managi. zu
f manch]: l.a) bestimmte Anzahl, bestimmtes Quantum: die
vorgeschriebene M.; eine begrenzte, verschwindend kleine
M. ist noch da; die doppelte M. der Lösung nehmen;
etw. nur in kleinen -n anwenden; Ware ist in ausreichender
M. vorhanden; b) große Anzahl, großes Quantum, Masse:
eine M. faule Äpfel/(geh.:) fauler Apfel/von faulen Äpfeln;
eine M. Leute kam/kamen zusammen; große -n [von]
Waren; nur die M. kann es machen! (nur durch eine große
Zahl kann etwas erreicht werden): eine M. (ugs.; viele
Leute) hat/(ugs.:) haben sich beworben; wir haben eine
M. Leute kennengelernt; eine M. Unannehmlichkeiten;
das kostet eine M. Geld; hier ist noch Platz die M. (ugs.;
viel Platz)', es gab Kuchen in M.; er hat die Ware in
[großen] -n abgesetzt: *eine M. (ugs.; viel): er weiß eine
M.; hier kann man eine M. lernen; Jede M. (ugs.; sehr
viel: soviel man will): jede M. Äpfel; Arbeit gibt es Jede
M.; in rauhen -n (ugs.; in großer Zahl): zu essen gab es
in rauhen -n. 2. (Math.) Zusammenfassung von bestimmten,
unterschiedenen Objekten unserer Anschauung zu einem
Ganzen: a ist in der M. M als Element enthalten (a e
M). 3. große Zahl von dicht beieinander befindlichen
Menschen, Menschenmenge: eine bunte, drängende, staunende,
unübersehbare M.; die M. schrie, johlte; die M. schiebt
sich durch die Straßen; sich durch die M. drängen; in
der M. untertauchen; der Sieger wurde von einer
begeisterten M. gefeiert.
mengen [meipn] <sw. V.; hat) [aus dem Md.-Niederd.,
mhd. mengen, asächs. mengian. urspr. = kneten] (regional
veraltend): l.a) verschiedene Substanzen so
zusammenbringen, zusammenschütten, ine inander rühren o. ä.. daß sich die
einzelnen Bestandteile gleichmäßig [grob] verteilen, sich
(in lockerer Weise] miteinander verbinden: Futter. Getreide
m.; Mehl und Wasser zu einem Teig m.; die Zutaten
in einer Schüssel m. (verrühren): b) durch Mengen (1 a)
einem anderen Stoff hinzufugen, damit vermengen: etwas
Zucker in den Brei m.; Rosinen unter den Teig m.; c)
<m. -I- sich) ineinandergehen, sich mit etw. / ver]mischen:
der Genich des frischen Brotes mengte sich mit dem des
Kaffees; Ü Trauer und Erleichterung mengten sich in ihr.
2. <m. + sich) (ugs.) svw. f mischen (5): Flüchtlinge
mengten sich unter die Soldaten. 3. <m. + sich) (ugs.) sich
in etw. einmischen (2): sich ins Gespräch, in die
Streitigkeiten m.; meng dich nicht in fremde Angelegenheiten, in
Dinge, von denen du nichts verstehts!
mengen-, Mengen- (Menge): ^angäbe, die: ^begriff, der.
^bezeidmng, die; ^konfcmktur, die (Wirtsch.): verstärkte
Nachfrage bei gleichbleibenden od. fallenden Preisen, so
daß größere Mengen der betreffenden Ware abgesetzt werden
können: -lehre, die <ö. PI.) (Math.. Logik): Lehre von
den Mengen (2) u. ihren Verknüpfungen: MnftBig <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): die Menge betreffend: in bezug
auf die Menge, quantitativ: -Dotierung, die (Börsenw.):
Notierung von Devisen, bezogen auf die Währungseinheit
des Inlandes (Ggs.: Preisnotierung); -preis, der (Wirtsch.):
bei Abnahme einer größeren Menge eingeräumter
günstigerer Preis: -rabatt, der (Wirtsch.): beim Bezug größerer
Mengen gewährter Rabatt: -rechnung, die (Wirtsch.):
Erfassung des für einen Produktionsprozeß benötigten
Materials nur nach der Menge u. nicht nach dem
(Preisschwankungen unterliegenden) Wert.
Menssel t'menzl], das; -s. - [zu f mengen] (landsch.): Gemisch-
Menhir [menhir], den -s. -e [frz. menhir < bret. maen-hir.
eigtl. = langer Stein]: säulenartiger, aufrechtstehender
[unbehauener] kultischer Stein aus vorgeschichtlicher Zeit, oft
mit gleichartigen in langen Reihen stehend: vgl. Hinkelstein.
Meningitis [menro^tis], die; -. ...tiden [...giti.dn; zu griech.
mSnigx (Gen.: meniggos) = (Hirn)haut] (Med.):
Hirnhautentzündung.
Meniskus [me'niskus], der; -. ...ken (1: zu menfskos =
mondförmiger Körper. Vkl. von: mene = Mond: 2. 3:
nach der Form eines Meniskus (1)]: 1. (Anat., Med.)
halbmondförmige knorpelige Scheibe, bes. im Kniegelenk:
der M. ist gerissen. 2. (Optik) Linse mit zwei nach derselben
Seite gekrümmten Flächen. 3. (Physik) durch das
Zusammenwirken von Adhäsion (Du. Kohäsion (2) konkav od.
konvex gekrümmte Oberfläche einer Flüssigkeit in einem
engen Rohr.
Meniskus-: -lime, die: svw. f Meniskus (2); --Operation, die
(Med.): Operation an einem geschädigten Meniskus (1);
m*. der (Med.): Verletzung des Meniskus (1) durch eine
Verdrehung des Kniegelenks bei einem Unfall (z.B. beim
Skilauf. Fußball); -schaden, der (Med.): meist durch
Überbeanspruchung entstandener Schaden am Meniskus (1);
-Verletzung, die: vgl. -riß.
Menjoubart [men3u-]. der; -[e]s. ...bärte [nach dem amerik-
frz. Filmschauspieler A. Menjou (1890-1963)]: schmaler,
gestutzter Schnurrbart.
Menkenke [men'kenkd]. die; - (Wortspielerei zu f mengen]
(landsch.. bes. md.): Durcheinander; Umstände,
Schwierigkeiten: mach keine M.!; was soll diese ..ewige M."?
(Fallada, Trinker 143).
Mennige [menigd], die; - [spätmhd. menige. mhd.. ahd.
minig < lat. minium = Zinnober, iber. Wort]: rote Maler-
färbe aus Bleioxyd, meist in Form eines in Leinöl auf
zulösenden Pulvers, die als Schutzanstrich gegen Rost verwendet
wird; <Zus.:> mennigrot tmenicj-] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.X
Meimonlt [menoni:t], der; -en. -en [nach dem dt. Theologen
Menno Simons (1496-1561)]: Angehöriger einer
weitverbreiteten ev. Freikirche, die die Erwachsenentaufe pflegt
u. Wehrdienst u. Eidesleistung ablehnt.
meno t'me:no] <Adv.> [ital. meno < lat. minus, tminus]
(Musik): weniger: m. mosso (weniger bewegt).
Menopause [menop^iza], die; -. -n [zu griech. min = Monat
u. paflsis = Ende] (Med.): das Aufhören der Regelblutung
in den Wechseljahren der Frau. Vgl. Menarche.
Menora [menora:]. die; -. - [hebr. menöi^h]: siebenarmiger
kultischer Leuchter der jüdischen Liturgie (heute religiöses
Symbol).
Menorrhö,xMenorriiöe [meno r^:|, die; -. ...öen [...oan; zu
griech. men = Monat u. rhoe = Fluß]: svw. t
Menstruation; <Abl.:> menorrbötech <Adj.; o. Steig.; nicht adv ;
(Med.): die Menstruation betreffend.
Mensa ['msnza].die; -. -su. ...sen (kurz für f Mensa acadenü-
ca]: 1. Speiseraum an Hochschulen u. Universitäten, wo
Hochschulangehörige, bes. Studenten, verbilligt essen kön-
1768
menschen-, Menschen-
nen: in der M. essen. 2. (kath. Kirche) Altartisch; M^nsa
academica [- akade.mika].die; - ...sae ...cae [...ze ...t$e;
nlat.zu lat. mensa = Tisch u. nlat. academicus =
akademisch] (veraltet): svw. f Mensa (1); Mensaessen, das: in
der Mensa (1) ausgegebenes Essen.
Mensch ImenJ], der, -en. -en [mhd. mensch(e). ahd. mennis-
co. mannisco. eigtl. = der Männliche, zu fMann]: a)
mit der Fähigkeit zu logischem Denken u. zur Sprache,
zur sittlichen Entscheidung u. Erkenntnis von Gut u. Böse
ausgestattetes höchstes Lebewesen: der denkende,
gestaltende, schöpferische M.; M. und Natur. M. und Tier; der
M. als biologisches Wesen, als Mitglied der Gesellschart;
der M. sollte die Krone der Schöpfung sein; M. sein heißt
...; ein M. von Fleisch und Blut (ein wirklicher, lebendiger
Mensch); der künstliche M.. der Roboter; eine Sache als
M. (vom menschlichen Standpunkt aus) beurteilen; b)
menschliches Lebewesen, Individuum: der moderne M.; -en
hasten durch die Straßen; diesen -en kenne ich nicht; die
-en lieben, verachten; es darf keine -en zweiter Klasse
geben; den -en helfen, dienen; die Zahl der -en steigt
ständig; an den -en. an das Edle im -en glauben; vor
Gott und den -en; was ist es. was den -en zum -en macht?;
R der M. ist ein Gewohnheitstier (f Gewohnheitstier); alle
-en müssen sterben; kein M. muß müssen (scherzh.;
niemand kann einen zu etw. zwingen; nach Lessing. Nathan
der Weise I. 3); M. unter -en sein; Spr der M. lebt nicht
vom Brot allein (Matth. 4.4); der M. denkt. Gott lenkt;
kein M. mehr sein (ugs.; völlig erschöpft, am Ende seiner
Kraft sein): nur noch ein halber M. sein (1. ugs.; [durch
Krankheit od. Kummer] stark abgemagert sein. 2. nicht
mehr im Vollbesitz seiner Kräfte u. Fähigkeiten sein)', wieder
M. sein (ugs.; sich wieder in einem menschenwürdigen
Zustand befinden); eine Seele von M./von einem -en sein (sehr
gutmütig u. hilfsbereit sein); c) bestimmte männliche od.
weibliche Person, Persönlichkeit: ein hübscher, starker, ful-
liger. Junger, kluger, genialer, häßlicher, schwieriger,
einsamer, in sich gekehrter, gläubiger M.; er ist ein sehr
aggressiver M.: er ist ein M. mit seltsamen Ansichten, ohne
Lebensart, von sicherem Auftreten; sehet, welch ein M.! (tEcce-
homo); anständige -en; er hat endlich einen -en (jmdn.,
der ihn versteht u. dem er vertrauen kann) gefunden; einem
-en vertrauen; auf solche -en kann man sich verlassen;
für einen -en sorgen; für andere -en (Leute) arbeiten;
mit fremden -en (Leuten) zusammenkommen: man soll
sich nicht immer nach anderen -en (Leuten) richten; sie
geht nicht gern unter -en (unter die Leute); ein Riese
von einem -en; von keinem -en (von niemandem) bekam
sie Hilfe; der Platz war schwarz von -en (ugs.; es waren
sehr viele Leute da); kleine Kinder fürchten sich oft vor
fremden -en (Leuten); zu diesem -en habe ich kein
Vertrauen; R Glück muß der M. haben! (tGlück); Spr des -en
Wille ist sein Himmelreich; *kein M. (niemand); wie der
erste M. (unbeholfen, ungeschickt; wohl urspr. aus der
Soldatenspr.); ein neuer M. werden (sich wandeln,
vorteilhaft verändern); einen neuen -en anziehen, den alten -en
ablesen (sich bewußt / nach sittlichen Grundsätzen] wandeln;
nach Kol. 3. 9. 10; Rom. 6. 6); etw. flir den inneren/den
Äußeren -en tun (gut essen u. trinken/sich pflegen u. gut
kleiden); von M. zu M. (im vertraulichen, privaten
Zwiegespräch}; d) (salopp) als burschikose Anrede, oft auch ohne
persönlichen Bezug in Ausrufen des Staunens. Erschrek-
kens. der Bewunderung: M., da hast du aber Glück gehabt!;
das war prima. M.!; Mensch, ärgere dich nicht (ein
Gesellschaftsspiel); *M. Meier! (salopp; Ausruf des Erstaunens);
Mensch [-]. das; -[e]s. -er [schon mhd. mensch (Neutr.)
= der Mensch] (landsch.. meist abwertend): derbe
Frauensperson, liederliches Mädchen: wo treibt sich das M. nur
schon wieder herum!; Ich hab sie gesehen, raffiniert
aufgetakelte, tolle -er (Ott. Haie ISS); <Abl.:> menschein
[mavflnl <sw. V.; hat; unpers.): menschliche Schwächen
deutlich werden lassen: Er sieht, wie es hier menschelt
und pftffelt (Thielicke. Ich glaube 300).
manschen-. Manschen-: -äffe, der: großer, (als Jungtier)
dem Menschen ähnlicher Affe mit langen Armen, dichter
Behaarung u. Greiffüßen, der auf dem Boden auch halb
aufrecht geht: die bekanntesten -n sind Schimpanse. Gorilla
und Orang-Utan; -ähnlich <Adj.; nicht adv.>: einem
Menschen ähnlich sehend; -alter, das: durchschnittliche
Zeitspanne des [ aktiven, tätigen] Lebens, durchschnittliche
Lebenszeit eines Menschen: ein M. später; vor einem M.
hat man noch nichts davon gewußt; ein Versuchsstadium
vom Ausmaß eines -s (Mantel. Wald 32); -ansammhing,
die: vgl. -auflauf; -antlitz, das (geh.); -arm <Adj.; nicht
adv.>: von nur wenigen Menschen besucht od. bewohnt:
-e Gebiete; -artige,der; -n. -n (meist PI.; Dekl. t
Abgeordnete): vgl. Hominide; -auflauf, der: Auflauf (\) von
Menschen; -bild. das: Bild. Vorstellung, die jmd. vom [ Wesen
des] Menschen hat: jede Zeit hat ihr eigenes M.; ein neues
M. formen; -darsteller, der: Künstler (Dichter, Maler,
Schauspieler o.a.). der Menschen darstellt; -darstellerin,
die: w. Form zu t-darsteiler; -fang, der (selten):
Bauernfängerei: Zuhälterei. Erpressung und allerlei M. zum
Berufe erwählt (Th. Mann. Krull 139); -feind. der Ifür
t Misanthrop]: jmd., der die Menschen verachtet u.
menschliche Gesellschaft meidet; Misanthrop (Ggs.: ^freund),
dazu: -feindlich <AdJ.>: a) ungesellig, misanthropisch; b) dem
Wohl der Menschen abträglich; die Menschen unterdrük-
kend: eine -e Umgebung; -fleisch, das: Kannibalen essen
M.; -floh, der: Floh, der hauptsächlich Menschen befällt;
-fresser, der [LÜ von lat. anthröpophagus < griech. an-
thröpophägos] (ugs.): svw. f Kannibale (1): Ü Der Chef ist
kein M. (Jmd., der seine Untergebenen auf das schärfste
zurechtweist, anschreit u. ä.; Fels. Sünden 75), dazu: ^fres-
serei, die: svw. fKannibalismus; -freund, der [für
f Philanthrop]: jmd.. der die Menschen liebt u. ihnen helfen
will; Philanthrop (Ggs.: ^feind): Er (= Roosevelt) war ein
großer M. und ein großer Staatsmann (K. Mann.
Wendepunkt 310). dazu: -freundlich <Adj.>: eine -e Haltung.
Geste; er hat sich sehr m. benommen; das war nicht sehr
m. von dir (ugs.; das war nicht nett), dazu: -freundlichkeit,
die <o. PI.); -fühning, die: [gezielte] Einflußnahme auf
andere Menschen durch Vorgesetzte. Erzieher, soziale
Gruppen u. ä.. das Leiten u. Erziehen von Menschen; -gedenken
in der Fügung seit M. (so weit man sich zurückerinnern
kann; seit undenklichen Zeiten): das ist seit M. (schon
immer) so [gewesen]; -geist, der <o. PI.) (geh.): [Erfin-
dungsjgeist. Verstand des Menschen: von M. ersonnen;
-gerneinschaft,die; -geschlecht,das<o PI.)(geh.):
Gesamtheit der Menschen. Menschheit; -gestaK, die: äußeres
Erscheinungsbild eines Menschen; Gott hat in Christus M.
angenommen; R Jmd. ist ein Engel/Teufel. Satan in M.
(sehr hilfsbereit u. gütig/gemein, niederträchtig,
unmenschlich); b) Abbild. Wiedergabe eines Menschen: der Künstler
hat wunderbare -en geschaffen; -gestalten der: svw. t
^darstellen* dieser Schauspieler ist ein begnadeter M.; -gewro-
mel. -gewühl, das: dichtgedrängte, sich durcheinander
bewegende Menschenmenge; -gruppe, die: vgl. Gruppe (1 a.
2); -haar, das; ^hai. der: großer Hai. der den Menschen
angreift; -hand, die: a) die Hand des Menschen: eine
wohlgeformte M.; b) (geh.) der mit Hilfe seiner Hände
schaffende, gestaltende Mensch: Menschenhände zerstören die
Natur die Zukunft liegt nicht in M.; von M. geschaffen;
-handel, der: 1. Handel mit Menschen (Sklaven. Prostituier-
tenu.ä.).l.(DDR)organisierte Abwerbung. Verschleppung
od. Ausschleusung von Bürgern der DDR. dazu: -händler,
der; -haß, der: Haß auf andere Menschen, gegen die
Menschen; Misanthropie; -hasser, der: vgl. ^feind; -häufen,
der: vgl. Haufen (3a); -herz, das (geh.): der Mensch in
seinem Fühlen, im Empfinden von Freude od. Schmerz:
ein mitfühlendes M.; das erfreut das M.!; -hirn, das:
Gehirn. Kopf des Menschen in bezug auf seine intellektuellen
Fähigkeiten; -iagd, die (abwertend): organisierte
Verfolgung von /unschuldigen] Menschen, dazu: -Jäger, der.
-kemer, der: jmd.. der andere Menschen in ihrem Wesen,
ihrem Charakter u. ihren möglichen Reaktionen zu beurteilen
versteht: ein [guter, schlechter] M. sein; -kenntnis, die:
das Vermögen, andere zu beurteilen u. richtig zu behandeln:
Erfahrung und M. haben; damit bewies er große M.; -kind,
das: a) (selten) Kind: Das M. erlangt ( = im Verlaufe des
dritten Lebensjahres) die Fähigkeit zur freien,...
triebunabhängigen Selbstbestimmung (Ruthe. Partnerwahl 20); b)
Mensch. Geschöpf: unbefriedigte, sadistische Weiber. ...
diese entmenschten -er (Kinski. Erdbeermund Sl);
-klumpen, der. -knäuel, das: vgl. -menge; -kraft, die:
/körperliche] Kraft eines Menschen; -künde, die <o. PI.): svw.
f Anthropologie; -leben, das: 1. Lebenszeit, -dauer: ein
ganzes M. lang; nach einem erfüllten M. 2. (geh.) lebendiger
Mensch [der gerade sein Leben verloren hat]: ein blühendes
M. wurde dahingerafft; der Unfall kostete, forderte vier
M. 3. Erleben. Lebensgenuß: hinein ins volle M.!; ^leer
1769
Menschenskind
<AdJ.; Steig, ungebr.; nicht adv.>: leer von Menschen,
einsam, nicht begangen od. bewohnt: -e Gegenden; ein -es
Haus. Hotel; der Strand, die Straße war um diese Zeit
fast m.; -liebe, die: Liebe des Menschen zu den Menschen,
Nächstenliebe: tätige M.; -tos <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
völlig menschenleer: ganz ohne Menschen: -e Wildnis; ^k».
das (geh.): menschliches Schicksal: ein bitteres M.; Mnasse,
die: grolle Menge von Menschen: johlende -n auf den
Zuschauertribünen; -material, das <o. Pl.>: vgl. Material (4);
Mnauer, die: wie eine Mauer in dichten Reihen
zusammenstehende Menschen: -n säumten die Straßen; -menge, die:
vgl. -masse: auf dem Platz drängt sich eine M.; begeisterte
-n; -möglich <Adj.; o. Komp.; nur präd.) [zusgez. aus
..menschlich" u. ..möglich"]: einem Menschen möglich, in
der Macht eines Menschen liegend: was m. war. wurde
getan; (emotional verstärkend:) wie ist so etwas m.!; Half
ich nicht Tür m. gehalten (Hilsenrath. Nazi 12); <subst.:>
der Arzt hat alles -e versucht, sein -stes getan, um den
Verunglückten zu retten; -opfer, das: 1. (Rel.) Opfergabe
in Gestalt kultisch getöteter Menschen: M. darbringen.
2. Opfer an Menschenleben (durch einen Unfall, Krieg o. ä.).
M. waren nicht zu beklagen; -paar, das: Mann u. Frau
als zusammengehörendes Paar: Adam und Eva gelten als
erstes M.; -pflicht, die: das ist [eine] selbstverständliche
M.!; -rasse, die: größere, /geographisch]
zusammengehörende Gruppe von Menschen mit bestimmten gleichen od.
ähnlichen Erbfaktoren (Hautfarbe, Haar, Kopfform u.a.):
-raub, der: gewaltsames Entfuhren u. Festhalten von
Menschen aus verschiedenen Gründen (um jmdn. zu erpressen,
zum Kriegsdienst zu zwingen, als Sklaven zu verkaufen,
sich zu rächen u.a.), dazu: -räuber, der; -recht, das <meist
Pl.>: das selbstverständliche u. unabdingbare Recht des
Menschen auf freie u. allseitige Entfaltung seiner Persönlichkeit
in einem Staatswesen (jedes Freiheits- u. Grundrecht): die
-e schützen; einen Staat wegen Verletzung der -e anklagen;
die Achtung vor den -en. dazu: -reditserklÄnmg, die.
-rechtskommission. die. -rechtsverletzung, die; -reservoir,
das: Bestand an Menschen, der als Reserve zur Verfügung
steht: -scheu <Adj.: nicht adv.>: im Verkehr mit anderen
Menschen gehemmt. Begegnung u. Umgang mit anderen
Menschen möglichst vermeidend, ungesellig: ein -er
Sonderling; sie war im Laufe ihres Lebens immer -er geworden,
dazu: -scheu, die; -sdiinder, der (abwertend): svw. T
Leuteschinder: unser Spieß ist ein ganz schöner M.. dazu:
-Schinderei, die; -schlag, der: [zu einer gemeinsamen Landschaft
gehörende] Gruppe von Menschen, bei denen bestimmte
Merkmale u. Wesenszüge bes. hervortreten: ein dunkler,
heiterer, schwerblütiger M.; -schlänge, die: lange Reihe
von wartenden Menschen: -seele. die: 1. das Innerste, die
Seele eines Menschen: die Geheimnisse der M. 2. * keine
M. (überhaupt niemand, kein Mensch): keine M. war zu
sehen; -söhn, der <o. PI.) [im AT. urspr. Umschreibung
für „Mensch"] (christl. Rel.): Selbstbez. Jesu Christi, die
auf seine Menschengestalt, sein menschliches Leiden u.
Sterben Bezug nimmt; -stimme, die: Stimme eines
Menschen: von fern hörte man -n; -ström, der: vgl. -menge;
-traube, die: vgl. -menge; -typ, der: vgl. -schlag;
-unwürdig <Adj.>: nicht der Würde des Menschen entsprechend
(Ggs.: -würdig): -e Zustände; die Flüchtlinge waren dort
m. untergebracht; -verftchter, der: vgl. -feind;
-Verachtung, die; -Verluste <PI.>: Verluste an Menschen (im Krieg),
Menschenopfer (2); -Vernichtung, die: Vernichtung von
Menschenlieben]: -verstand, der meist in der Verbindung
*der gesunde M. (die einem normalen Menschen eigene
natürliche Fähigkeit, zu denken u. zu verstehen): seinen
gesunden M. gebrauchen; -werk, das (geh.): von Menschen
Geschaffenes [u. deshalb Unvollkommenes, VergänglichesJ:
-wesen, das (geh.): menschliches Wesen, Mensch: Mvltz,
der (geh., veraltend): vgl. ^verstand; -würde, die <o. Pl.>:
die geistig-sittliche Würde des Menschen: das Grundgesetz
schützt die M.; die M. verletzen; ^würdig < Ad j.>: der Würde
des Menschen entsprechend, angemessen (Ggs.:
-unwürdig): eine -e Behandlung; m. leben, wohnen; -zahl, die:
Zahl der Menschen lauf der Erde].
Menschenskind! <P1.: Menschenkinder!) (salopp): Ausruf,
der Erstaunen. Erschrecken, auch einen Vorwurf, eine
Zurechtweisung ausdrückt: M.! Nimm dich zusammen!;
MenschenskInder, das hätte aber schiefgehen können!;
Mfnschentum, das: -s: das Dasein als Mensch, das
Wesenhafte des Menschen.
Menschewik [menjevik], den -en. -en u. -i [russ. mensche-
wik. eigtl. = Minderheitler. zu: mensche = weniger,
minder (da sie 1903 die Minderheit der russ. Sozialdemokraten
bildeten)] (hist.): Vertreter des Menschewismus, Anhänger
der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands: vgl.
Bolschewik; Menschewismus [...'vismus]. der; - (hist.):
gemäßigter russ. Sozialismus: Menschewjst. der; -en. -en: svw.
T Menschewik; merechewjstisch <Adj.>: den
Menschewismus, die Menschewisten betreffend.
Menschheit, die; - [mhd. mensch(h)eit, ahd. mennisgheit
urspr. = menschlische Natur. Wesen]: Gesamtheit der
Menschen, alle Menschen, Menschengeschlecht: die ganze
M.; die Geschichte der M.; zum Wohle der M.; Kriege
sind eine Geißel der M.; jmdn. auf die M. loslassen (T
loslassen 2); diese Entwicklung ist eine Gefahr Tür die M-
Ü ein prachtvoller Kronensaal .... wo viel M. (scherzh..
veraltend; viele Menschen, die Menschenmenge) hin und
wider wogte (Th. Mann. Krull 151); <Abl.:> m^nschheWidi
<Adj.; o. Steig.): die Menschheit betreffend: m. gesehen
ist das kein Ausweg.
Mpischheits-: -begkückung. die; -entwickking, die; -ar-
schichte, die <o. PI.); -ideal, das; -träum, der: das Fliesen
war ein alter M.
menschlich <Adj.) [mhd. menschlich, ahd. mannisclih]: 1.
<o. Steig.) a) den Menschen betreffend: zum Menschen
gehörend, für ihn charakteristisch, seiner Art gemäß: der
-e Körper. Geist; die -e Natur; es begegnete uns kein
-es Wesen (kein Mensch): das -e Leben; -e Freiheit; -e
Würde; das -e Elend; -e Fehler, Schwächen; -e
Unzulänglichkeiten; der Unfall ist auf-es Versagen zurückzuführen;
die -e Gesellschaft (Gesellschaft der Menschen): -e
Beziehungen (Beziehungen von Mensch zu Mensch): er hat
keinerlei -e Bindungen. Kontakte (Bindungen an andere
Menschen, Kontakte zu anderen Menschen): sein Zögern
ist durchaus m. (ist verständlich): er ist mir m. (als
Mensch) sympathisch, steht mir m. nahe; sie sind sich
m. (persönlich, privat) nähergekommen; R Irren ist m.;
b) menschenwürdig, annehmbar, den Bedürfnissen des
Menschen entsprechend: hier herrschen wenigstens wieder -ere
Verhältnisse, sieht es schon wieder ganz m. (ugs.;
ordentlich) aus; sich m. machen (ugs.; sich z. B. nach einer langen
Wanderung od. nach sportlicher Betätigung säubern u.
umziehen, um wieder ordentlich auszusehen). 2. andere
Menschen verständnisvoll behandelnd, auf sie eingehend: tolerant,
nachsichtig: human: ein -er Vorgesetzter, -e Beamte; das
ist ein -er Zug an ihm; dieser Mann scheint keiner -en
Regung fähig zu sein; der Chef hat sich m. gezeigt (zeigt
Verständnis): hier muß m. geurteilt werden; er hat seine
Leute immer m. behandelt; <subst.:) Menschliche, das
-n: 1. das für den Menschen Typische, der menschlichen
Natur Entsprechende: sie hatte schon viel gesehen und
erfahren, nichts -s war ihr mehr fremd; ihm ist etwas
-s widerfahren (er hat einen Unfall gehabt, ist plötzlK*
gestorben): ihm ist etwas -s passiert (ugs. verhüll.; ihm
ist [hörbar] eine Blähung abgegangen, er hat sich plötzlich
an unpassendem Ort erbrochen o.a.). 2. das
Verständnisvolle: gütiges, tolerantes Wesen: er hatte etwas beglückend
-es an sich; Diese Solidarität des -en suchen wir (Thielicke.
Ich glaube 19S); <Abl.:> Mfnxhlidikeit. die; -. -en [mhd.
menschlicheit): 1. <o. PI.) a) das Sein. Dasein als Mensch,
als menschliches Wesen: Christus in seiner M.; b)
menschliche Haltung u. Gesinnung: M. zeigen; etwas aus reiner
M. tun; Verbrechen gegen die M. 2. menschliche Schwäche.
FehUiandlung: Vorliebe für die ... winzigen -en. die aus
allen Löchern gucken (Tucholsky. Werke II. 360); Mansch»
sein, das; -s: Existenz als Mensch, Menschentum: aus der
tiefsten Entmenschung der Gegenwart ... in das höchste
M. der Zukunft (Fraenkel. Staat 191); Menschwerdung.
die:-: l.svw.THominisation.2.(christl. Rel.) Verkörperung
Gottes in Christus.
mensendiecken [menzndi:kn] <sw. V.; hat) [nach der nie-
derl.-amerik. Gymnastiklehrerin B. Mensendieck (1864 bis
1957)1: eine bestimmte, bes. dem Körper der Frau angepaßte,
funktionelle Gymnastik betreiben.
Menses [menze:s] <P1.) [lat. menses. PI. von: mensis =
Monat]: svw. t Menstruation; mensis currentis ['menzs
ku'rcntis; lat.]: [des] laufenden Monats: Abk.: m.c.
mens sam in corpore sano [mens za:na m korporo 'za.no;
lat. (ausden Satiren des Juvenal)]: in einem gesunden Körper
[möge auch] ein gesunder Geist I wohnen].
1770
merk-, Merk-
menstrual [menstru'a:l] <AdJ.; o. Steig.) [lat. menstruälis
= alle Monate geschehend; zu: menstruus = monatlich;
vgl. Menses] (Med.): zur Menstruation gehörend;
Menstruation [...atßio.nl. die; -. -en [zu t menstruieren] (Med.): (bei
Frauen) etwa alle vier Wochen periodisch auftretende
Blutung aus der Gebärmutter bei Nichtbefruchtung der Eizelle;
Monatsblutung; menstruieren [...i.ren] <sw. V.; hat) [spät-
lat. menstruäre] (Med.): die Menstruation haben.
Mensur [mEn'zu:g]. die; -. -en [1-3: spätmhd. mensür <
lat.mensüra = das Messen, das Maß. zu: metlri = messen|:
1. (Fechten) Entfernung der beiden Fechter voneinander.
Fechterabstand: eine enge, weite M. einnehmen; M. halten;
M. schließen, brechen (den Abstand verringern,
vergrößern) . 2. studentischer Zweikampf (bei schlagenden
Verbindungen) mit Schläger od. (früher bei Kontrahagen) Säbel:
eine M. austragen. 3. (Musik) a) Maß, das (in der
Mensuralnotation) die Geltungsdauer der einzelnen Notenwerte
untereinanderbestimmt; b) Maßverhältnis bei Musikinstrumenten
(z.B. Anordnung der Löcher bei Blasinstrumenten). 4.
svw. t Meßzylinder, <Abl.:) mensurabel [...zu'ra:bjl <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) [spät lat. mensüräbilis] (bildungsspr.):
meßbar: mensurable Werte; <Abi.:> Mensurabilitat, [...rabi-
li'te:t], die; - (bildungsspr.); Mensuralmusik [menzura.i-1.
die <o. PI.): in Mensuralnotation aufgezeichnete,
mehrstimmige Musik des 13. bis lö.Jh.s; Mensuralnotation, die <o.
PI.): im 13. Jh. entwickelte Notenschrift (Vorgänger unserer
heutigen), die im Ggs. zur älteren Notenschrift auch die
Tondauer mit rhythmisch differenzierten Noten- u.
Pausenzeichen angibt.
mental [men'ta:l] <Adj.; o. Steig.) [mlat. mentalis = geistig,
vorgestellt, zu lat. mens (Gen.: mentis) = Geist. Vernunftl:
(Fachspr., bildungsspr.): den Bereich des Verstandes
betreffend, zum Denken gehörend; geistig: -e Erkenntnisse; die
Störung ist rein m.; m. in Ordnung sein; ein m.
unausgeglichenes Wesen; <Abl.:> MentaHanus [menta'lismos], der.
-: psychologisch-philosophische Richtung, die theoretische
Modelle des Denk vorgangs erstellt u. so die Prinzipien der
Organisation des menschlichen Geistes zu erklären versucht,
Handlungen als das Ergebnis mentaler Vorgänge ansieht;
Mentalität [mentali'te.t], die; -. -en [nach engl, mentality]
(bildungsspr.): Geistes- u. Gemütsart, Anschauungsweise;
besondere Art des Denkens und Fühlens (bei einer
Einzelpersönlichkeit, einer Gruppe, einem Volk o.a.): die
M. der Norddeutschen; die M. eines Volkes studieren;
sich in die M. eines anderen hineinversetzen;
Mentalreservation, die; -, -en (Jur.): svw. tGedankenvorbehalt; Mental-
Suggestion, die; -, -en (Parapsych): Gedankenübertragung
auf außer sinnlichem Wege.
mentecaptus ['menta 'kaptos; lat.. nach Cicero. In Pisonem
20. 47] (bildungsspr.): I. begriffsstutzig. 2. nicht bei
Verstand, unzurechnungsfähig.
Menthol [mento:l], das; -s [zusgez. aus lat. ment(h)a =
Minze u. oleum = öl] (Chemie): aus dem ätherischen
Öl der Pfefferminze gewonnene, weiße kristalline Substanz,
die wegen ihres aromatischen Geschmacks u. ihrer kühlenden
u. lindernden Wirkung in der kosmetischen u.
pharmazeutischen Industrie verwendet wird.
MentizM [menti'£$i:t]. der. auch: das; -[e]s. -e [engl.-amerik.
menticidel (bildungsspr. selten): svw. tGehirnwäsche.
Mentor ['mentor. auch: ...to:g], der; -s. -en [...'to:ran; nach
Mentor, dem Freund des Odysseus. für dessen Sohn Tele-
mach er väterlicher Freund u. Erzieher war]: a) erfahrener
Ratgeber. Helfer, Anreger: ein wissenschaftlicher M.;
Jmdm. als M. zur Verfügung stehen; Dr. Jory. Helmckes
M. beim Aufstieg in die Bauunternehmerelite (Prodöhl,
Tod 27); b) (veraltet) [Hausjlehrer. [PrinzenJerzieher; c)
(Päd.) erfahrener Pädagoge, der Studenten.
Lehramtskandidaten, Studienreferendare während ihres Schulpraktikums
betreut.
Menü [me'ny:] (Schweiz., sonst veraltet): tMenü; Menü [-].
das; -s. -s [frz. menu, eigtl. = Detail, zu: menu = klein,
dünn < lat. minütus. t Minute]: I.Speisenfolge; aus
mehreren Gängen bestehende Mahlzeit: ein M. aus Suppe.
Hauptgang und Nachtisch; sie hat ein auserlesenes M.
zusammengestellt; das Restaurant bietet mehrere -s zur Auswahl
an. 2. (veraltet) Speisekarte: er griff nach dem M.. gab
an Hand des -s seine Bestellung auf; Menuett [menyet].
das; -s, -e. auch: -s [frz. menuet. eigtl. = Tanz mit kleinen
Schritten, zu: menuet = klein, winzig. Vkl. von: menu.
tMenü]: 1. aus Frankreich stammender, mäßig schneller
Tanz im J/rTakt. 2. (Musik) /dritter] Satz in einer Sonate
od. Sinfonie; auch Suitensatz; Menüladen, der (DDR):
Verkaufsstelle für Fertiggerichte, halbfertige Speisen u. a.
mephistophelisch [mefisto'fe:ltf] <Adj.; Steig, ungebr.) [nach
der Gestalt des Mephisto in Goethes Faust] (bildungsspr.):
teuflisch, von hintergründiger. auf intellektueller
Überlegenheit beruhender Listigkeit: ein -es Lächeln; ... sagte er,
m. lächelnd.
Mercalli-Skabi [mer'kali-]. die; - [nach dem ital.
Vulkanologen G. Mercalli (1850-1914)1: zwölfstufige Skala, bei der
die Wirkungen eines Bebens an der Erdoberfläche als
Maßstab für die Einteilung dienen. Vgl. Richter-Skala.
Mercatomroiektion [merca:tor-]. die; -. -en [nach dem
nieder I. Geographen G. Mercator (1512-1594)] (Geogr.):
winkeltreuer Kartennetzentwurfmit rechtwinklig sich
schneidenden Längen- u. Breitenkreisen.
Mercerie [mer»'ri:l. die; -. -n [...i:an; frz. mercerie, eigtl.
= Handelsware, zu lat. merx (Gen.: mercis) = Ware]
(Schweiz.): 1. <o. PI.) Kurzwaren. 2. Kurzwarenhandlung;
<Zus.:> Mercerjtfiandhing, die.
Mercerisation usw.: tMerzerisation usw.
Merchandising ['ma:tjdndaizii)]. das; -s [amerik. merchandi-
sing. zu engl, merchandise = durch Werbung den Absatz
einer Ware steigern, zu: merchant = Kaufmann < afr.
marcheant. zu lat. mercäri = Handel treiben] (Wirtseh.):
Gesamtheit der verkaufsfördernden, den Absatz steigernden
Maßnahmen des Herstellers einer Ware (Produktgestaltung,
Werbung, Kundendienst usw.) unter besonderer
Berücksichtigung der Verbrauchergewohnheiten.
merci! Imer'sK:); frz. merci. eigtl. = Gnade. Gunst < lat.
merces = Lohn] (bildungsspr. scherzh.): danke!
Mergel [mergl], der; -s. (Arten:) - [mhd. mergel. spätahd.
mergil < mlat. margila, zu lat. marga = Mergel, aus
dem Kelt.] (Geol.): ton- u. kalkhaltiges Sedimentgestein;
<Zus.:> Mcrgelgrube, die: Grube, in der Mergel gewonnen
wird; <Abl.:> mergelig, merglig ['merg(d)li<;] <Adj.; nicht
adv.>: Mergel enthaltend, mit Mergel vermengt: -er Ton;
mergeln <sw. V.; hat): mit Mergel düngen; <Abl.:> M^rge»
hing. die; -, -en; merglig: t mergel ig.
Meridian [meri'dja:n]. der; -s. -e [lat. (circulus) mendiänus
= Äquator, eigtl. = Mittagslinie, dann: Verbindungslinie
aller Orte, die gleichzeitig Mittag haben, zu: meridies =
Mittag. Süden] (Geogr.. Astron.): Längenkreis, über beide
Pole laufender u. zum Äquator senkrechter Großkreis auf
der Erd- od. Himmelskugel; <Zus.:> Meridiankreis, der
(Astron.): innerhalb eitles Meridians schwenkbares
Fernrohr, mit dem der Zeitpunkt, wann ein Gestirn den Meridian
durchläuft, festgestellt u. so sein genauer Ort errechnet
werden kann; <Abl.:> meridional [...diona:l] <Adj.; o. Steig.)
[spätlat.mendiönälis = mittägig] (Geogr.): *) den Meridian
betreffend; b) (veraltet) südlich.
Meringe [me'nnd], die; -. -n. Merinael [...ojl. das; -s. -.
(Schweiz.:) Meringue ['mer£:. ugs.: 'merci)]. die; -. -s [frz.
meringue. H.u.J: feines [mit Sahne gefülltes]
Schaumgebäck aus Ei seh nee u. Zucker.
Merino [meri:no], der; -s, -s [span. merino. H.u.; viell.
nach dem Namen des Berberstammes der Beni Merin
in Nordafrika, der diese Schafe züchtete]: 1. Schaf einer
spanischen Rasse mit stark gekräuselter, weicher Wolle.
2. Kleiderstoff in Köperbindung aus Merinowolle; <Zus.:>
Merinoschaf, das: svw. t Merino (1); Merinowolle, die: sehr
feine u. weiche, stark gekräuselte Wolle des Merinos (1).
Meristem [menste:m], das; -s. -e [zu griech. meristös =
geteilt, teilbar] (Biol.): in den Wachstumszonen der Pflanze
gelegenes Zellgewebe, das durch fortgesetzte Zweiteilungen
neue Pflanzenteile hervorbringen kann.
Meriten [me'ri:tn] <PI.> [frz. m^rite = Verdienst < lat.
meritum. zu: mereri = sich verdient machen] (geh..
veraltend): [erworbene] Verdienste: künstlerische,
gesellschaftliche M.; seine M. haben; er hat sich um die Firma M.
erworben (verdient gemacht); Meritokratie [meritokra'ti:].
die; -. -n [...i:an; zu lat. meritum (tMeriten) u. griech.
krateTn = herrschen] (bildungsspr.): gesellschaftliche
Vorherrschaft einer durch Leistung u. Verdienst ausgezeichneten
Schicht, meritorbch [merito:nJ] <Adj.; o. Steig.) [lat. meri-
törius] (veraltet): verdienstlich.
Merk [merk], das; -s. -e (veraltet): Merkzeichen. Marke.
merk-.Mfrk-: ^bbtt.das: einem Formular, einer Verordnung
o. ä. beigelegtes Blatt mit Erläuterungen [zu einzelnen
Punkten/: ein M. für Reisen in die Tropen; ^buch, das: seltener
1771
merkantil
fürt Notizbuch; ^flhigkeit.die<o. PI.). Seine M. ist normal
entwickelt (Weber, Tote 40); ^heft, das: vgl. ^buch; ^hilfe,
die: Gedächtnisstütze, kleines Hilfsmittel (z.B. ein Vers,
eine ungewöhnliche Assoziation o.a.). um sich etw. leichter
einzuprägen u, zu merken; Mnal, das <PI. -e>: Kennzeichen,
charakteristisches, unterscheidendes Zeichen, an dem man
eine bestimmte Person. Gruppe od. Sache, auch einen
Zustand erkennen kann: typische, angeborene, untrügliche
-e; keine besonderen -e; die technischen -e eines Fahrzeugs,
dazu: -malarm <AdJ.; nicht adv.). -malreidi <Adj.; nicht
adv.). Mnal[s]bikfamg. die: Ausbildung besonderer
Merkmale. -mal[s]paar, das: zwei nur gemeinsam auftretende
Merkmale (z. B. bei der Vererbung); -satz, der: vgl. -spruch;
^sprach, der: a) in eine markante, einprägsame Sentenz
gefaßte Lebensweisheit: b) Merkhilfe in Form eines
[gereimten] Spruchs (z.B. für grammatische Regeln o.a.); ^vers.
der: svw. t-spruch (b); ^wort.das <PI. ...Wörter)(Theater):
Stichwort für den Einsatz: ^würdig <Adj.>: Staunen.
Verwunderung, manchmal auch leises Mißtrauen hervorrufend;
eigenartig, ungewohnt /u. deshalb zum Nachdenken
anregend], seltsam: -e Geschichten; ein -er Mensch; eine -e
Sache; -e Gestalten treiben sich dort herum; sein Verhalten
ist m.; ist das nicht m.?; das sieht ein bißchen m. aus;
er ist m. angezogen; es ist m. still hier; m.. wie schnell
man so etwas vergißt!; <subst.:) ich habe etwas
Merkwürdiges entdeckt, dazu: -würdigerwfijse <Adv.>: in
merkwürdiger, seltsamer Weise (so daß man in Staunen versetzt wird]:
m. hat er nichts gehört; er ist m. noch nicht fertig,
-Würdigkeit, die; -, -en: a) <o. PI.) merkwürdige, seltsame Art:
die M. seines Benehmens; b) merkwürdige Erscheinung:
dort gibt es verschiedene zoologische -en zu sehen;
-zeichen, das: bestimmtes Zeichen, an dem man etw.
wiedererkennen, sich etw. merken kann: optische, akustische M.;
-zettel, der: Zettel mit kurzen Notizen. Stichworten.
merkantil [merkan'ti:l] <Adj.; o. Steig.) [frz. mercantile <
ital. mercantile. zu: mercante = Händler, zu: mercare
< lat. mercäri = Handel treiben]: kaufmännisch; den
Handel betreffend: eine -e Einstellung; ein Unfallwagen mit
-er Wertminderung (geringerem Wiederverkaufswert); die
Maschine ist technisch und m. in Ordnung; merkantjltsch
(veraltet, selten): svw. f merkantil; Merkantilismus
[...ti'hsmosj.der; - [frz. mercantilisme] (hist.):
Wirtschaftspolitik in der Zeit des Absolutismus, die bes. den
Außenhandel u. die Industrie förderte, um Finanzkraft u. Macht der
jeweiligen Staatsmacht zu stärken; Merkantiljst, der; -en.
-en: Vertreter des Merkantilismus; merkantil jstisch <Adj.):
dem Merkantilismus entsprechend, auf seinem System
beruhend: -e Praktiken; Merkantjfaystem, das; -s: svw.
f Merkantilismus.
Merkaptan [merkap'ta.n]. das; -s. -e (meist PI.) [geb. aus
mlat. (corpus) mercurium captans = an Mercurium (f
Merkur) gebundene Substanz] (Chemie): meist unangenehm
riechende, alkoholartige chemische Verbindung, bei der der
Sauerstoff durch Schwefel ersetzt ist.
merkbar ['merkba.g] <Adj.; o. Steig.): 1. deutlich zu spüren,
wahrnehmbar: -e Veränderungen; die Erschütterung war
kaum m.; das Interesse hat m. nachgelassen. 2. (nicht
adv.) leicht im Gedächtnis zu behalten: gut -c Leitsätze;
merken [merkn] <sw. V.; hat) [mhd. merken, ahd. merchen.
urspr. = kenntlich machen, zu f2Mark]: 1. (etw.. was
nicht ohne weiteres erkennbar ist) durch
Sinneswahrnehmung u. Beobachtung od. durch Eingebung, ahnendes Gefühl
erkennen, bemerken, spüren: Jmds. Absicht, einen Betrug
m.; er hat nichts [davon] gemerkt; man merkt an ihrer
Verlegenheit, daß da etwas nicht stimmt; das dürfen meine
Eltern nicht m.; jmdn. seine Verärgerung, nichts von seiner
Enttäuschung m. lassen; wir wollen das niemanden m.
lassen; R merkst du was? (ugs.; spürst du. daß etw. nicht
in Ordnung ist od. daß etw. Besonderes, eine geheime Absicht
dahintersteckt?)', du merkst aber auch alles! (ugs. iron.
zu Jmdm.. der etw. Offenkundiges endlich begreift); *sfch
(Dativ) nichts m. lassen (ugs.; andere nicht spüren lassen,
was wirklich mit einem los ist. sich nichts anmerken lassen):
laß dir nur nichts m.. daß du dich so geärgert hast! 2.
<m. + sich) im Gedächtnis behalten: sich Zahlen. Namen,
eine Anschrift, eine Regel, einen Witz, Vokabeln m.; diese
Telefonnummer kann man sich gut m.; diesen Namen,
diesen Mann muß man sich m. (muß man im Auge behalten,
weiler noch bekannt werden, von sich reden machen wird);
ich wercT mir's m.! (ugs.; bei entsprechender Gelegenheit
werde ich es dir heimzahlen); merk dir das! (als Befehl
richte dich danach!; laß es dir gesagt sein!)\ <ugs.
auch ohne ..sich":) diese Zahl ist gut zu m./läßt sich
gut m. (behalten). 3. (veraltend) aufpassen, hinhören: auf
jmds. Erzählungen. Belehrungen m.; ich ... merkte auf
das Feld, was es enthielte (Genet [Übers.]. Tagebuch 62):
<Zus.:> merkenswert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so
beschaffen, geartet, daß man es (od. die Person) sich merken
muß: dieser Junge Autor ist durchaus m.; (Abl.:> Mpker.
der; -s. - [mhd. merkaere]: 1. (früher) a) kleinlicher Aufpasser
u. Neider [bei den Minnesängern]; b) Zensor u.
Schiedsrichter bei den Meistersingern. 2. (ugs. iron.) jmd.. der erw
endlich merkt u. versteht: kleiner M.!; du bist ja ein toller
M.; merklich (Adj.; o. Steig.) [mhd. merklich]: so. daß
man es merken kann; spürbar, erkennbar: -e Besserung
-e Fortschritte machen; die Veränderung ist kaum m,
es ist m. kühler geworden; er war m. erleichtert; sie bewegt
sich kaum m.; Merks [merks]. der. -[es] (landsch.. bet
ostmd): Gedächtnis: [kleinen guten M. haben.
Merkur [mer'ku:?], der od. das; -s [nach dem als sehr wendig
beschriebenen röm. Götterboten Merkur (lat. Mercurius».
wohi nach der großen Flexibilität des Elements]:
alchimistische Bez. für Quecksilber; Merkurialismus [mcrku-
rjalismos]. der; -: svw. fQuecksilbervergiftung; Merlqpr-
stab, der; -[e]s. ...Stäbe: geflügelter, schlangenumwundener
Stab des Merkurs als Sinnbild des Handels.
Merlan [mer'la:n], der. -s. -e [frz. merlan < lat. meruütf
svw. tWittling.
Merle ['merb], die; -. -n [frz. merle < lat. merula. eigti
= die Schwarze] (landsch.): Amsel; Merlette [mer'lct]. die;
-. -s [frz. merlette. zu: merle. tMerle] (bes. frz. Her.)
kleiner amsel-, schwalben- od. entenartiger Vogel, von der
Seite u. stets gestammelt (2) abgebildet.
Merlin [merli.n. auch: '—]. der; -s. -e [engl, merlin <
afrz. esmerillon. aus dem Germ.; vgl. Schmerl]: kleiner,
im Sommer in Nordeuropa u. Nordamerika als Zugvogel
lebender Zwergfalke mit graublauem Gefieder auf der
Oberseite u. breiten, schwarzen Querbinden am Kopf.
merokrin [mero'kri.n] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech
moros = Teilu.krinein = scheiden, trennen] (Biol.. Med.*
(von Drüsen) einen Teil des Zellinhalts als Sekret abgebend
(Ggs.: holokrin).
Merveilleuse [mervej0:zl. die; -. -s [frz. men/eilleu«. eigti
= die Wunderbare] (Mode): übertrieben modisch gekleidete
Frau in der Zeit des Directoire.
merzen[mert^n]<sw. V.; hat)(Landw. veraltet): svw. tau*
merzen (1 b).
Merzerisation [mertßariza'tßioin], die; -. -en [nach dem engl
Chemiker u. Industriellen J. Mercer (1791-1866)] <Tc*-
tilind.): das Veredeln u. Glänzendmachen von BaumwoUe.
merzerisieren [...zi:ren] <sw. V.; hat): Baumwolle straff
spannen u. mit Natronlauge die Fasern zum Auf Quellen brm*
gen. so daß das Gewebe reißfester wird u. die Oberflache
glänzt; Merzerisknmg, die; -. -en: svw. f Merzerisatioa
M$rz9diaf, das; -[e]s. -e [zu t [ausjmerzen] (Landw.):
auszusonderndes, zur Zucht nicht geeignetes Schaf; M^rza»
die: -. -en; M$rzvieh, das; -[e]s: vgl. Merzschaf.
mes-. Mes-: tmeso-, Meso-.
Mesalliance [meza'Uä:s]. die; -. -n [frz. mesalliance. zu: mA&>
= miß-.un-(verw.mitdt. miß-)u.alliance = Verbindung.
Ehe. f Allianz] (bildungsspr.): eheliche Verbindung einer
sozial hochrangigen [adeligen] Person mit einem Partner
aus einer wesentlich tieferen sozialen Schicht; Mißheirm
Mescalki: f Meskalin.
mesdumt [me'Jant] (Adj.; -er. -este) [frz. m&hant]
(bildungsspr.. auch landsch.): boshaft; abscheulich, häßbck
meschugge [me*Joga] (Adj.; -ner. -nste; Steig, ungebr.; mofl
präd.. nicht adv.) [jidd. meschuggo < hebr. meSuga'] <»-
lopp): nicht bei Verstand; verrückt; die -nen Patienten (T\>
cholsky. Zwischen 127); er ist total m. [geworden]; Jmdn
m. machen; sich m. stellen.
Mesdames: PI. von f Madame; Mesdemoiselles: PI. von f M»~
demoiselle.
Mesenchym [mezEn'^ym], das; -s. -e [zu tmeso-. Mcao»
u. griech. ögchyma = Aufguß] (Biol.. Med.): aus dem
Me soderm hervorgehendes, lockeres* von Hohlräume*
durchsetztes Gewebe, aus dem u. a. Bindegewebe (einschlief
lieh Knorpelu. Knochen) sowie Blut entstehen; MesenteriM
[mezEnte:rjom], das; -s [griech. mesentirion] (Anat): sv»
tGekröse(la).
1772
Messa di voce
Meseta [me'ze.ta], die; -. ...ton [span. meseta. Vkl. von:
mesa < lat. mensa = Tischj: span. Bez. für Hochebene.
Meskalin [meska'li:n], das; -s [zu span. mescal, mezcal <
Nahuatl (mittelamerik. Indianerspr.) mexcalli = ein
Getränk]: Rauschgift, das aus einer mexikanischen Kakteenart
gewonnen od. synthetisch als Alkaloid hergestellt wird.
Mesmer [mesmB], der. -s. - (Schweiz.): svw. tMesner.
Mesmerismus [mesmd'nsmus], der: - [nach dem dt. Arzt
F. Mesmer (1734-1815)]: svw. f Heilmagnetismus.
Mesner [mesnB]. der. -s. - [mhd. mesnsre. spätahd. mesinäri
< mlat. ma(n)sionarius. eigtl. = Haushüter, zu lat. män-
sio. f Menage] (landsch.): Kirchendiener. Küster; Sakristan;
<Abl.:> Mesnerei [mesnar^j], die; -. -en (veraltet): a)
Wohnung des Mesners; b) Amt des Mesners.
meso-, Meso-, (vor Vokalen gelegtI.:) mes-, Mes- [mez(o)-;
zu griech. mösos = Mitte] <Best. in Zus. mit der Bed.>:
mittlere, mittel.... Mittel.... in der Mitte zwischen ... (z. B.
mesozephal. Mesozoikum. Mesenterium); Mesodeim
[...derm]. das; -s. -e [zu griech. d6rma = Haut] (Biol.,
Med.): bei vielzelligen Tieren u. beim Menschen während
od. nach der Bildung der Gastrula entstehende, sich zwischen
Ektoderm u. Entoderm einschiebende Zellschicht, aus der
sich der überwiegende Teil der Körpermasse bildet; Meso-
karp [...karp]. das; -s. -e [zu griech. karpös = Frucht]
(Bot.): mittlere Schicht der Fruchtwand bei vielen
Blutenpflanzen; mesokephal usw.: f mesozephal usw.; M^soklima,
das; -s. ...mate [...ma:to] (Met..Geogr): svw. t
Geländeklima; Mesolithikum [...li.tikum. auch: ...lit...]. das; -s [zu
griech. lithos = Stein] (Prähistorie): Periode der mittleren
Steinzeit zwischen Paläolithikum u. Neolithikum; mesoli-
thisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Prähistorie): das
Mesolithikum betreffend, dazu gehörend, daraus stammend; Meso-
merie [...me'ri:]. die; - (Chemie): Erscheinung, daß die in
einem organischen Molekül vorliegenden
Bindungsverhältnisse nicht durch eine eimige Strukturformel dargestellt
werden können, da sie sich aus der Überlagerung mehrerer,
durch die Elektronenanordnung unterschiedener
Grenzzustände ergeben; mesomorph [...'marfl <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.> (Med.): die Mesomorphiebetreffend, ihr entsprechend;
Mesomorphie [...mor'fi:]. die; - [zu griech. morphe =
Gestalt] (Med.): Konstitution eines bestimmten Menschentyps,
der ungefähr dem Athletiker entspricht; Meson [me:zDn].
das; -s. -en [me'zoinan] (meist PI.) [engl, meson. für älter
f Mesotron. zu griech. tö m&on = das in der Mitte
Befindliche] (Physik): unstabiles Elementarteilchen, dessen Masse
geringer als die eines Protons, jedoch größer als die eines
*Leptons ist; Mesophyll [mezofVl]. das; -s. -en [zu griech.
phyllon = Blatt] (Bot.): zwischen der oberen u. der unteren
Epidermis gelegenes Gewebe des Pflanzenblattes; Mesophy-
tOaim [...Ty:tikum]. das; -s [zu griech. Phyton = Pflanze.
Gewächs] (Paläont.): das (durch das Auftreten der Nackt sa-
mer gekennzeichnete) Mittelalter der Entwicklung der
Pflanzenwelt im Verlauf der Erdgeschichte; Mesosphäre,
die; - (Met.): in etwa SO bis 80km Höhe liegende Schicht
der Erdatmosphäre mit Temperaturen um 0°C; Mesotron
[me:zotn>n], das; -s. -en [mezo'tro.nan] <meist PI.) [engl,
mesotron. 2. Bestandteil zu griech. -tron = Suffix zur
Bez. eines Geräts. Werkzeugs] (Physik): älter für f Meson;
mesozephal [mezotßefa.l] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Med.): Mesozephalie aufweisend; <subst.:) Mesozephgle,
der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) (Med.): jmd.. der
eine mittelhohe Kopfform hat; Mesozephalie [...fa'li:]. die;
-. -n [...i:an; zu griech. kephale = Kopf) (Med.): mittelhohe
Kopfform; Mesozoikum [...&o:ikum]. das; -s [zu griech.
zöon = Lebewesen. Tier] (Geol.): erdgeschichtliches
Mittelalter, das Trias. 2Jura u. Kreide umfaßt; Erdmittelalter;
mesozoisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Geol.): das
Mesozoikum betreffend, dazu gehörend, daraus stammend; M^so-
zone.die;- (Geol.): mittlere Tiefenstufe bei der
Metamorphose der Gesteine; Mesozoon [...t$o::>n]. das; -s. ...zoen
[...tsoan] <meist PI.XBiol.): einfach gebautes, mehrzelliges,
meist parasitisch in Meerestieren lebendes Tier.
mesquin [meskg:. attr.: meski.n...] <Adj.) [frz. mcsquln
< ital. meschino < arab. miskin = arm(selig)] (bil-
dungsspr. veraltend): kleinlich in seinem Handeln. Denken
od. von einem entsprechenden Verhalten zeugend: eine Rache
von großer und süßer Art .... keine schäbige und -e (K.
Mann. Mephisto 323).
'Meß-[m£s-](messen):-band,das<PI....bänder):aufrollbares Stahlband zum Messen von Längen; Bandmaß: -becher.
der: trichterförmiges od. becherähnliches Gefäß mit einer
Maßeinteilung, das zum Abmessen bes. von Backzutaten
dient; -bild, das (Meßtechnik. Kartographie): nach
fotografischem Verfahren gewonnenes (vom Flugzeug aus
aufgenommenes) Bild, aus dem ein geometrisch ähnliches
Raummodell von einem Teil der Erdoberfläche erstellt wird; abrief,
der (Seew.): Urkunde über Abmessungen. Bauweise o.a.
eines Schiffes (bes. als Unterlage für Versicherungen); Mla-
ten <P1.): durch Messungen gewonnene Daten; -einrichtung,
die (Meßtechnik): svw. f -gerät; -fiihler, der (Meßtechnik):
Teil einer Meßeinrichtung, der in direkter Verbindung zu
dem zu messenden Medium steht; -gefäß, das: svw. t^be-
cher. -glas; -gerät, das (Meßtechnik): Gerät zum Messen
von direkt nicht zugänglichen Erscheinungen u.
Eigenschaften (z. B. in der Chemie); -glas, das: Glasgefäß mit einer
Maßeinteilung zum Abmessen von Flüssigkeiten; -große,
die (Meßtechnik): gemessene, zu messende [physikalische]
Größe (2) (z. B. eines Druckes); -Instrument, das
(Meßtechnik): svw. t-gerät; -kette, die (Meßtechnik früher): vgl.
-band; -kkippe, die (Meßtechnik): svw. f Schieblehre;
blatte, die (Meßtechnik): zur Geländevermessung verwendeter
hölzerner Meßstab (mit verschiedenfarbiger
Dezimetereinteilung): -leine, die: vgl. -band; -platz, der (Elektrot.):
ortsfeste Meßeinrichtung; ^rad. das (Meßtechnik): svw.
t Kurvimeter(b); -Schieber, der(Meßtechnik): svw. t
Schieblehre; -schnür, die: vgl. -band; -schraube, die
(Meßtechnik): Meßgerät zur Messung kleinerer Längen od. Abstände
mittels einer Spindel mit genauer Steigung des Gewindes,
wobei die zu messende Länge jeweils einer bestimmten
Anzahl von Spindelumdrehungen entspricht;
Mikrometerschraube; -sender, der (Meßtechnik): Sender mit genau
einstellbarer Frequenz zum Prüfen u. Abgleichen (3) von
Rundfunk- u. Fernsehapparaten, für Frequenzmessungen
o.a.; -stab, der: Stab mit Maßeinteilung; -Stange, die
(Meßtechnik): svw. t-latte; -stock, der (Meßtechnik): svw.
f -latte; -«trecke, die (Meßtechnik): Strecke (von
bestimmter Länge), auf der Messungen vorgenommen werden (z. B.
der Geschwindigkeit eines Fahrzeugs); -technfledie:
Technik, nach bestimmten Verfahren unter Verwendung
bestimmter Geräte zahlenmäßig erfaßbare Größen in Wissenschaft
u. Technik zu messen, dazu: -technisch <Adj.; o. Steig.);
-tisch, der (Meßtechnik): (drehbar auf einem Stativ
angebrachte) Zeichenplatte, auf der an Hand von eingetragenen
Festpunkten Geländepunkte für topographische Karten
aufgenommen werden, dazu: -tischblatt, das: Karte im großen
Maßstab 1:25000; Mihr. die (Meßtechnik): einer
Taschenuhr ähnliches Meßgerät zur Messung von Längen im
Millimeterbereich; - und Regeltechnik (mit Bindestrich), die <o.
PI.) (Meßtechnik): Überwachung u. Steuerung technischer
Vorgänge durch Regelung nach Meßwerten; -verfahren,
das (Meßtechnik); -Verstärker, der (Meßtechnik):
elektronischer Verstärker, der sehr kleine elektrische Ströme od.
Spannungen für Messungen verstärkt; -wandler, der
(Meßtechnik): Transformator zur Umwandlung einer zu
messenden elektrischen Größe, so daß sie von dem verwendeten
Meßgerät gemessen Werden kann. u. zur Trennung des
Gerätes von einer Hochspannung; ^werk. das (Meßtechnik):
mechanisch beweglicher Teil (z. B. Zeiger) eines Meßgeräts,
der die Anzeige (3 a) bewirkt; ^wert. der (Meßtechnik):
aus einer od. zwei Anzeigen (3 a) ermittelter Wert einer
Meßgröße; -widerstand, der (Meßtechnik): elektrischer
Widerstand in elektrischen Meßgeräten; -Zylinder, der:
zylinderförmiges Glasgefäß mit einer Milliliterskala zur
Abmessung von Flüssigkeiten bes. im Labor: Mensur (4).
taeB- [-1 ('Messe 1. 2Messe 2): -besucher, der; -buch,
das: Buch mit Gebetstexten. Lesungen u. liturgischen
Gesängen für die 'Messe (1); -diener, der: svw. f Ministrant;
-gebet, das; -gefäfi. das: bei der Eucharistie (1 a)
verwendetes Gefäß für den Wein; -gerät, das <meist PI.): Gerät,
das bei der Messe verwendet wird; -gesang, der; -gewand,
das: svw. fKasel; -hemd, das: svw. f'Albe; -käimchen,
das: vgl. -gefäß; -kekh, der: vgl. -gefäß; -knabe, der:
svw. f Ministrant; -opfer, das: Vergegenwärtigung des
Opfertodes Jesu in der Feier der Eucharistie; -ordinarium,
das: svw. f Ordinarium missae; -Ordnung, die: geregelte
Einteilung einer Messe mit ihren speziellen Vorschriften;
-platz, der (landsch.): Platz, auf dem eine ]Messe (2)
stattfindet; -wein, der: bei der 'Messe (1) verwendeter Wein.
Messa di voce [mesa di vo:{Jd]. das; - - -: svw. fMessa
voce.
1773
Message
Message [mcsidsl. die; -. -s [...dsiz; engl, message, eigtl.
= Botschaft] (Kommunikationsf.): Mitteilung. Nachricht.
Infonnation. die durch die Verbindung von Zeichen
ausgedrückt u. vom Sender zum Empfänger übertragen wird.
Messalina [m£sa'li:na]. die; -. ...nen [nach der wegen ihrer
Sittenlosigkeit u. Grausamkeit berüchtigten Frau des
römischen Kaisers Claudius] (bildungsspr.): genußsüchtige,
zügellose Frau; Messaline [...na], die; - [frz. messaIine]:
leichtes, stark glänzendes [ Kunst]seidengewebe in Atlasbindung,
das als Kleider- u. Futterstoff verwendet wird.
Messa voce [mesa vo:tJal, das; - - [ital., eigtl. = eingesetzte
Stimme. Stimmeinsatz] (Musik): allmähliches An- u.
Abschwellen des Tones; Zeichen: < >
meßbar [m£sba:?l <Adj.: o. Steig.; nicht adv>: sich messen
(1) lassend; <Abl.:> Meßbarkeit, die; -.
'Messe [mesa]. die; -. -n [mhd. messe, misse, ahd. messa.
missa < kirchenlat. missa. aus der Formel ..ite. missa
est (concio) = seht, die (gottesdienstliche) Versammlung
ist entlassen11, mit der in der alten Kirche die zum
Abendmahl nicht Zugelassenen nach dem Gottesdienst
weggeschickt wurden]: 1. nach einer bestimmten Meßordnung
abgehaltener katholischer Gottesdienst mit der Feier der
Eucharistie; die tägliche M.; eine M. halten, zelebrieren;
eine M. [für einen Verstorbenen] lesen (halten; im Hinblick
auf die verlesenen Texte); zur M. gehen; * schwarze M.
(Teufelsmesse). 2. geistliche Komposition als Vertonung
der [unveränderlichen] liturgischen Bestandteile der Messe
(1): eine M. von Mozart auffuhren; eine M. komponieren,
schreiben; *Messe 1-]. die; -. -n [kirchenlat. missa =
Heiligenrest (mit besonders feierlicher Messe u. großem
Jahrmarkt); zu t'Messe]: 1. an einem bestimmten Ort einmal
od. mehrmals im Jahr stattfindende große [internationale]
Ausstellung von Warenmustern eines od. mehrerer
Wirtschaftszweige, wobei Vertragsabschlüsse zwischen
Herstellern u. Händlern getätigt werden; eine internationale M.;
die Frankfurter. Leipziger M.; eine M. für Lederwaren.
Möbel. Antiquitäten; die M. findet im Herbst, im Frühjahr
statu zur M. fahren. 2. (landsch.) Jahrmarkt; die Kinder
gingen auf die M.; ^esse [-]. die; -. -n [engl. mess. eigtl.
= Gericht. Speise. Mahlzeit < afrz. mes ( = frz. mets)
< lat. missus = (aus der Küche) geschicktes, zu Tisch
aufgetragenes (Bericht), zu: mittere. t Mission] (See-
mannsspr.): 1. auf größeren Schiffen gemeinsamer od.
getrennter Speise- u. Aufenthaltsraum der Offiziere u.
Mannschaften; Schiffskantine. 2. auf größeren Schiffen
gemeinsame od. getrennte Tischgesellschaft von Offizieren u.
Mannschaften.
M^sse- (2Messe 1): -amt, das: Organisationsbüro einer
Messe; -aussteiler, der; -ausweis, der: Ausweis, der zum
Betreten des Messegeländes berechtigt; -besucher, der; -gelände,
das; ^gut. das: auf einer Messe ausgestellte Waren.
Gegenstände o. ä.; -halle, die: Ausstellungshalle auf einer Messe;
-katalog, der: Ausstellungskatalog einer Messe; -leftung,
die: 1. <o. PI.) organisatorische Leitung einer Messe. 2.
mit der Messeleitung (1) beauftragte Person]enj; -neuheit,
die; -Pavillon, der: vgl. -halle; -schlager, der (ugs.): vgl.
-neuheit; -Stadt, die; -stand, der: vgl. -halle.
messen [mesnl <sw. V.; hat) /vgl. gemessen/ [mhd. messen,
ahd. messanj: l.a) durch Anlegen. Zugrundelegen eines
Maßes ermitteln; die Größe. Länge. Breite. Höhe von
etw. m.; die Meerestiefe, den Luftdruck, die Radioaktivität,
den Blutdruck, den Puls [schlag] m.; [bei jmdm.] Fieber
m.; mit einem Thermometer die Temperatur [des Wassers]
m.; die Geschwindigkeit, die Zeit mit der Stoppuhr m.;
am Morgen wurden schon 20° [Wärme] gemessen (zeigte
das Thermometer schon [ + ] 20°C an); er maß (geh.;
schätzte) die Entfernung mit den Augen; Die ... Uhr ...
maß mit schläfrigem Ticken die Zeit (zeigte sie ...
fortlaufend an; Langgässer. Siegel 368); (auch ohne Akk.-Obj.:)
nur dort .... wo man exakt mit Stoppuhr und Bandmaß
m. kann (Maegerlein. Triumph 28); b) in seinen Maßen,
seiner Größe bestimmen; etw. genau, exakt, nur ungefähr,
grob m.; jmdn. [mit dem Metermaß] m.; ein Brett mit
dem Bandmaß. Zollstock m.; Flüssigkeiten mißt man nach
Litern; Ü alle müssen mit gleichem Maß gemessen (in
gleicher Weise beurteilt, behandelt) werden. 2. eine
bestimmte Größe, ein bestimmtes Maß haben; er mißt 1.85 m;
er mißt Sem mehr als du; das Grundstück mißt 600m2.
3.a) <m. + sich) (geh.) in einem Wettstreit o.a. seine
Fähigkeiten. Kräfte mit etw.. mit denen eines anderen
erprobend vergleichen; konkurrieren, in einen Wettbewerb treten;
sich im sportlichen Wettkampf m.; daß er sich offen mit
diesem meisterlichen Rhetor nicht m. kann (St. Zweig,
Fouchä 59); eine regende Lust, sich mit der Gefahr m
m. (Langgässer. Siegel Sil); *sich mit imdm., etw. [an/in
etw.] [nicht] m. können (jmdm..einer Sache in einer
bestimmten Hinsicht [nicht] gleidtkommen); b) an jmdn.. etw. einen
bestimmten Maßstab anlegen; nach jmdm.. erw. beurteilen;
eine Leistung am Ergebnis. Erfolg m.; du darfst ihn nicht
an seinem älteren Bruder, darfst seine Fähigkeiten nicht
an denen seines älteren Bruders m.; mißt man die Größe
einer Schlacht nach der Anzahl der Toten (Böll. Und
sagte 114); gemessen an seinen früheren Leistungen, war
dies eine Enttäuschung. 4. (geh.) abschätzend ansehen.
jmdn. mißtrauisch, schweigend, herausfordernd, mit den
Augen, mit Blicken von der Seite, mit Achtung m.
besser ['mesel. das; -s. - [mhd. messer. ahd. me33ira(h)s.
me33isahs; 1. Bestandteil zu mhd.. ahd. mas (tMett). 2.
Bestandteil zu mhd.. ahd. sahs = (kurzes) Schwert,
Messer]: a) aus einer Klinge, die mit einer Schneide versehen
ist. u. einem Griff bestehendes Gerät zum Schneiden; ein
scharfes, spitzes, stumpfes, schartiges, langes, rostiges,
blankes, rostfreies M.; er öffnete sein M. (Taschenmesser).
ein M. putzen, schärfen, wetzen, schleifen, ziehen, (geh.:)
zücken; er stieß, (ugs.:) rannte, jagte ihm das M. in die
Brust; das M. (Taschenmesser) aufklappen; das Heft, der
Rücken eines-s; etw. mit dem M. abschneiden, zerkleinern,
mit M. und Gabel essen; jmdm. mit dem M. drohen;
jmdn. mit dem M. bedrohen; sich mit dem M.
(Rasiermesser) rasieren; ... die (= Künstler) wieder zum Langholz
und zum M. (Schnitzmesser) griffen (Bild. Kunst 3. 80fc
R auf dem M. kann man [nach Rom] reiten (ugs.; das
Messer ist äußerst stumpf)'. *jmdm. sitzt das M. an der
Kehle (ugs.; jmd. ist in äußerster Bedrängnis. Geldnot o.a..
so daß er gezwungen ist. etw. Bestimmtes zu tun): jmdm.
geht das M. in der Tasche auf (salopp; jmd. gerät über
etw. in große Wut. in zornige Erregung): imdm. das M-
an die Kehle setzen (ugs.; jmdn. durch Drohungen so unter
Druck setzen, daß er gezwungen ist zu tun. was von ihm
verlangt wird): imdm. [selbst] das M. in die Hand geben
(ugs.; seinem Gegner selbst die Argumente liefern): etw.
steht auf des -s Schneide (etw. wird sich bald so od. so
entscheiden, wobei der Sprecher stark die Gefahr des
negativen Ausgangs sieht; nach Homer. Ilias 10. 473); imda.
ans M. liefern (ugs.; jmdn. durch Verrat ausliefern,
preisgeben): bis aufs M. (ugs.; mit allen Mitteln, bis zum äußersten):
es war ein Kampf, sie bekämpften sich bis aufs M.; imdm.
ins [offene] M. laufen (ugs.; sich seinem Gegner gegenüber
so ungeschickt verhalten, daß man gerade das für einen
Nachteilige tut): b) Skalpell; jmdn. unters M. nehmen (ugs.;
jmdn. operieren, zu operieren beginnen): jmdn. unter dem
M. haben (ugs.; [dabeisein, jmdn. zu] operieren): unters
M. müssen (ugs.; sich operieren lassen müssen): er blieb
unter dem M. (ugs.; starb während der Operation): c)
(Technik) in einer Maschine meist mit einer andern
zusammenwirkende, mit einer Schneide versehene Leiste od. Platte aus
gehärtetem Stahl; die M. des Rasenmähers auswechseln
*Messer [-]. der; -s. -: fast nur als Grundwort von Zus.
mit den Bed.: a) Messender; b) Meßgerät.
m^sser-, Messer- ('Messer): -bänkchen, das: kleiner,
niedriger Ständer neben dem Teller zum Auflegen des [schon
benutzten] Bestecks am vorderen Ende; -fisch, der:
langgestreckter, hinten spitz zulaufender Aquarienfisch; -form-
schnitt, der: kurzer Haarschnitt, bei dem das nasse War
mit dem Rasiermesser geschnitten (u. mit dem Fön in Farm
gebracht wird); -fiitteraJ, das: Lederfutteral für ein Messer.
-griff, der; -haarschnitt, der: svw. t-formschnitt; -hell.
der (abwertend): svw. t-Stecher; -klinge, die; -knauf. der.
-köpf, der (Technik): Fräskopf mit mehreren 'Messern
(c). deren Schieiden in radialer u. axialer Richtung spornen
können; -rucken, der: der Schneide gegenüberliegende,
stumpfe Seite der Messerklinge; -scharf <Adj.; o. Steig.,
(emotional): scharf wie ein Messer; sehr scharf; -e Gräser.
Bügelfalten; Ü -e (ugs.; genaue, präzise) Signale; eine <
' (ugs.; hart angreifende) Kritik; m. (ugs.; äußerst
scharfsinnig) denken, argumentieren; der Stürmer wurde m. (bes.
Fußball Jargon; sehr nah. eng) gedeckt, markiert; -scheue,
die: Scheide für ein am Gürtel getragenes Messer; -schmM.
der: Handwerker, der Messer. Sägen. Fräsen o. ä. herstetb
(Berufsbez.).dazu: -schmiede,die; -schneide, die; -schnitt.
1774
metall-, Metall-
der: 1. vgl. -stich. 2. svw. t-formschnitt; -spitze, die:
1. Spitze der Messerklinge: eine stumpfe M. 2. Menge
(einer pulverigen Substanz) .die man auf eine Messerspitze
(1) nehmen kann: eine M. Salz an die Kartoffeln geben;
-Stecher, der (abwertend): jmd., der dafür bekannt ist. daß
er gerne Streit anfängt u. dabei mit dem Messer zusticht.
dazu: -stecherei hfteqs'r^j]. die; -. -en (abwertend); -stich,
der: Stich mit dem Messer: er hatte mehrere -e in den
Rücken erhalten; seine Worte waren wie -e; ^werfer. der:
Artist, der mit Messern wirft.
Messiade [mesia-.da], die; -. -n [zu fMessias]: geistliches
Epos über Leben u. Leiden Jesu Christi als Messias: ^mes-
siantsch [me'sja.nij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: 1. den
Messias betreffend: die -en Prophezeiungen im Alten
Testament. 2. den Messianismus betreffend, kennzeichnend, dazu
gehörend: -e Bewegungen; die manchmal m. anmutenden
Erwartungen. Stammhalter, geistiger Erbe eines begabten
... Vaters zu sein (Spiegel 45, 1977. 60); Messianismus
[mesjanismus], der; -: religiös, sozial od. politisch motivierte
Erneuerungsbewegung [ enj mit der Erwartung eines dem
Messias vergleichbaren Heilbringers; Messias [me'si:as].
der; - [kirchenlat. Messias < griech. messias < hebr.
m^Slal) = der Gesalbte]: der im Alten Testament verheißene
königliche Heilbringer [(nach christlicher Auffassung) in
der Gestalt des Jesus von Nazareth]: Ü ein Mann, der
mit der Unantastbarkeit des Auserwählten seiner
Bestimmung folgt, ein M. (Hochhuth. Stellvertreter 65).
Messieurs: PI. von f Monsieur.
Messing[mesm], das; -s. (Sorten:) -e [mhd. messinc. H.u.]:
hell- bis rot gelbe Legierung aus Kupfer u. Zink (in
verschiedenem Verhältnis) [sowie anderen Metallen], die u.a. zu
Schmuckwaren, Kunstgegenständen, Rohren, Armaturen.
Konstruktionsteilen verarbeitet wird: M. gießen, polleren;
Leuchter. Klinken aus M.; Beschläge aus getriebenem M.
n^ssing-. Messing-: -beachlag, der: Beschlag (1 a) aus
Messing: -bett. das: Bett mit einem Gestell aus Messing: -gelb
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.>: gelb wie Messing: -gießerei,
die: 1. <o. PI.) das Gießen von Messing. 2. Gießerei, in
der Messing gegossen wird: MJrifT. der: Griff (2) aus
Messing: -haken, der; -halter, der: Halter (1 a) aus Messing:
-hütte, die: svw. t-gießerei (2); -klinke, die; -knöpf, der.
-lampe. die; -leuchter, der. -ring, der; -schale, die;
-schild, das <P1. -er); -stanze, die.
messinaen [mesman] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [mhd.
messingen)]: aus Messing: messing[e]ne Beschläge.
Messung, die; -. -en: 1. das Messen (1): seismische -en;
regelmäßig -en vornehmen, durchführen. 2. Ergebnis einer
Messung: die -en waren nicht genau genug.
Meste [meste]. die; -. -n [mhd. meste. zu f messen]: 1. altes
mitteldeutsches Maß. 2. (landsch.) [Holzigefaß.
Mestize Lmes'ti.tßs], der; -n. -n [span. mestizo. < spätlat.
mixticius = Mischling, zu lat. miscere = mischen]:
Mischling als Nachkomme eines weißen u. eines indianischen
Elternteils.
mesto['mcsto]<Adv.>[ital.mesto < lat.maestus = traurig]
(Musik): traurig, elegisch: das Andante ist m. zu spielen.
Met Lme:t], der; -[e]s [mhd. met(e). ahd. metu]: (bes. bei
den alten Germanen, beliebtes) alkoholisches Getränk aus
vergorenem Honigwasser u. Würzstoffen: Honigwein.
met-, Met-: tmeta-. Meta-; meta-, Meta-, (vor Vokalen
u. vor h:) met-, Met- [met(aK auch: met(a)-; griech. metä]
(Best, in Zus. mit der Bed.X* zwischen, inmitten, nach,
nachher, später, ver... (im Sinne der Umwandlung, des
Wechsels) (z.B. metaphysisch. Metamorphose, metonymisch.
Methämoglobin); Metabasis [...ta:bazis], die; -. ...basen
[...ta'ba:zn; griech. metabasis = Übergang] (Logik):
unzulässiger Denkschritt, auf ein anderes Gebiet übergreifende
Beweisführung: Gedankensprung; Metabiose [...'bjo:zd], die;
-. -n [zu griech. biösis = Leben] (Biol.): Form des
Zusammenlebens von Organismen, bei der ein Partner die
Voraussetzungen für die anschließende Entwicklung eines anderen
schafft (z. B. bei bestimmten Bakterienkulturen); metabol:
tmetabolisch; Metabolie [...bo'li:]. die; -. -n [...i:an; griech.
metabole.metabolia = Veränderung]: 1. (Zool.) svw. t
Metamorphose (2); vgl. Holometabolie. Hemimetabolie. 2.
(Biol.) Formveränderung bei Einzellern. 3. (Biol.. Med.)
auf Stoffwechsel beruhende Veränderung eines Organismus;
metabolisch, metabol [...'bo:l(iDl <Adj.; o. Steig.): 1. (Biol.)
veränderlich (z. B. in bezugauf die Gestalt von Einzellern).
2. (Biol.. Med.) im Stoffwechselprozeß entstanden;
Metabolismus [...bo'lismos], der; - (Biol.. Med.): Stoffwechsel;
Metabolit [...bo']i:t], der; -en. -en (Biol.. Med.): Substanz,
deren Vorhandensein für den normalen Ablauf der
Stoffwechselprozesse unentbehrlich ist (z.B. Vitamin, Enzym,
Hormon); Metachronismus [...kromsmos], der; -. ...men [zu
griech. metachronos = später geschehet] (bildungsspr.):
irrtümliche Einordnung eines Ereignisses in eine zu späte
Zeit; vgl. Anachronismus (1); metagam [...ga:m] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) [zu griech. gamös = Befruchtung]
(Biol.. Med.): erst nach der Befruchtung erfolgend (z. B.
von der Festlegung des Geschlechts); Metagenese, die;
-, -n (Biol.): besondere Form des Generationswechsels bei
vielzelligen Tieren (z.B. Hohltieren), wobei auf eine sich
ungeschlechtlich (z. B. durch Teilung) fortpflanzende
Generation eine sich geschlechtlich fortpflanzende folgt;
metagenetisch <Adj.; o. Steig.) (Biol.): a) die Metagenese
betreffend; b) Metagenese aufweisend.
Metageschäft [meta-]. das; -[e]s. -e [zu ital. a metä = zur
Hälfte] (Kaufmannsspr.): gemeinschaftlich durchgeführtes
Waren- od. Bankgeschäft zweier Firmen mit gleichmäßiger
Verteilung von Gewinn u. Verlust.
Metakommunikation [auch: ' ]. die; -
(Kommunikat ionsf.): a) über die verbale Verständigung hinausgehende
Kommunikation (z. B. Gesten. Mimik o. ä.); b)
Kommunikation über einzelne Ausdrücke, Aussagen od. die
Kommunikation selbst; Metakritik [auch: ' 1. die; - (Philos.): der
Kritik folgende Kritik; Metalepse [...ta'lepss], Metalepsis
[...ta:lepsis]. die; -. ...psen [...talepsn; griech. metalepsis]
(Rhet.. Stilk.): rhetorische Figur, bei der das Nachfolgende
mit dem Vorhergehenden vertauscht (z.B. ..Grab" statt
..Tod") od. ein mehrdeutiges Wort durch das Synonym
zu einer im Kontext nicht gemeinten Bedeutung ersetzt wird
(z.B. ..Geschickter" statt ..Gesandter"); Metalimnion
[...'Imnnbn], das; -s. ...ien [...ian; griech. limnion = Teich]
(Biol., Geogr.): Wasser seh icht eines Sees, in der die
Temperatur sprunghaft absinkt; vgl. Epilimnion. Hypolimnion;
Metalinoujstik [auch: ' ], die; - (Sprachw.): 1. Zweig
der Linguistik, der sich mit den Beziehungen der Sprache
zu außersprachlichen Phänomenen beschäftigt u.
insbesondere untersucht, inwieweit die Muttersprache die Art des
Erfassens der Wirklichkeit hestirrvnt. 2. Wissenschaft von den
Metasprachen.
Metall [me'tal]. das; -s. -e [mhd. met alle < lat. metallum
< griech. metallon]: chemischer Grundstoff, der sich durch
charakteristischen Glanz, Undurchsichtigst u. die
Fähigkeit. Legierungen zu bilden sowie Wärme u. Elektrizität
zu leiten, auszeichnet: ein weiches, hartes, glänzendes M.;
glühendes M.; flachgewalzte -e; das M. erwärmt sich, dehnt
sich aus; Gold und Silber sind edle -e; das flüssige M.
in Formen gießen; M. drehen, walzen, schweißen, härten,
veredeln; M. aus dem Erz herausschmelzen; Ü seine Stimme
hat M. (ist hellu. durchdringend).
metylk Metrik -ader, die: svw. f Erzader; -arbeit, die:
Erzeugnis, Produkt, Kunstwerk aus Metall; -arbeiten der:
in der Metallindustrie beschäftigter [ Fach Jarbeiter; -arbei-
terin, die: w. Form zu t-arbeiten -bearbeitung. die <PI.
ungebr.): Verfahren, durch das metallische Werkstücke
bestimmte Formen u. Eigenschaften erhalten; -beschlag, der:
Beschlag da) aus Metall; -block, der (PI. -blocke);
-dampflampe. die (Technik): Gasentladungslampe mit einer
Edelgasfüllung u. zusätzlichen Metalldämpfen, die durch
die elektrische Entladung zur Lichtausstrahlung angeregt
werden; -detektor, der (Technik): Detektor (1 )für metallene
Gegenstände; -ermüdung, die (Technik): Ermüdung (2)
eines Metalls; -fabrik, die: Fabrik, in der Metalle verarbeitet
werden; -faden, der: Faden mit eitlem Überzug aus Metall,
dazu: -fadenlampe, die; -färbe, die: Farbe aus Metall;
-f&rbung, die: das Färben von Metallen im galvanischen
Verfahren; -folie, die; -gefäß, das; -gehalt, der (Technik);
-geld, das <o. PI.): aus Metall hergestelltes Geld; Hartgeld;
-gießer, der: svw. f Gießer, dazu: -gießerei, die: svw. f
Gießerei; -guß.der: svw. f Guß (1); -hüttenwerk, das:
Hüttenwerk, in dem aus Erzen Metall gewonnen u. teilweise
weiterverarbeitet wird .dazu: -hüttenwerker.der: vgl. -arbeiter
(Berufsbez.); -Industrie, die; -keramik, die <o. PI.): älter
für t Pulvermetallurgie; -kleber, der: Klebstoff zum Kleben
von Metall; -knöpf, der; -künde, die <o. PI.): Wissenschaft
von den Eigenschaften u. dem Aufbau der Metalle u.
Legierungen sowie von ihrer Verwendung in Technik u. Wirtschaft;
Metallogie, dazu: -kundler [...kundig], der: -s. -: Wissen-
1775
metallen
schattier, Fachmann auf dem Gebiet der Metallkunde;
Metalloge; ^tegiening (nicht getrennt: Metallegierung); -mi-
9chung, die: svw. f Legierung; -papier, das: Papier mit
einer metallisch glänzenden Beschichtung (z. B.
Silberpapier); ^plastik, die: Plastik aus Metall; -platte, die; -ring,
der; -sab, das: chemische Verbindung aus einer Säure mit
einem Metall; -schiene, die; -schiU, das <P1. -er>; -schnitt,
der: 1. <o. PI. > als Druckstock verwendete weiche
Metallplatte, in die eine bildliche Darstellung eingeschnitten ist. 2.
Abzug eines Metallschnitts (1). 3. mit Blattgold o. ä.
versehene Schnittflächen eines Buches; -schließe, die; -schütz,
der: 1. Schutz des Metalls gegen Korrasion. Oxydation
o.a. (durch Spritzen, Galvanisieren o.a.). 2. Mittel fiir
den Metallschutz (1); ^ski, der: Ski. bei dem die beiden
Deckplatten aus Metall bestehen; -span, der <meist Pl.>;
-Stab, der; -stück, das; -teil, das; -Überzug* der: in einem
bestimmten Verfahren auf Metall aufgebrachter metallischer
Überzug zum Schutz gegen Korrosion o.a.; -verarbeitend
<Adj.> in der Fügung -e Industrie; -Währung, die: durch
die Bindung des Geldes an ein od. mehrere Edelmetalle
gekennzeichnetes Währungssystem; -waren <PI.>: l
Gebrauchs] gegenstände aus Metall; -zeit, die: eine der
vorgeschichtlichen Perioden nach der Steinzeit.
metallen Ime'tabn] <Adj.; o. Steig.) [spätmhd. metaeln]:
1. <nur attr.>: aus Metall hergestellt; -e Gefäße. Geräte,
Haken; eine -e Trillerpfeife. 2. (geh.) a) svw. f metallisch
(2a): ein -er Ton. Klang; das -e Ticken einer Standuhr,
b) svw. t metallisch (2 b): Von Lychow sah Winfried mit
-en Augen an (A. Zweig. Grischa 100); Metyller, den
-s, - (Jargon): Metallarbeiter [als
Gewerkschaftsangehöriger]: M. gegen Arbeitgeberangebot (Spiegel 8. 1976. 78);
Metyllerin, die; -. -nen (Jargon): w. Form zu f Metallen
metallic [metahk] <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [engl,
metallic]: metallisch schimmerndu. dabei von einem gewissen
stumpfen, nicht leuchtenden Glanz: Gehäuse: ... m. oder
weiß (MM 29. 9. 72. 7); Met^lliclackierui*, die; -. -en:
Lackierung. bei der dem Lack kleine Teilchen aus Bronze
od. Aluminium zugesetzt werden; Metallisation [metaliza-
' tßio.n], die; -. -en (Technik): das Metallisieren: Metallisator
[...'za:tor.auch: ...to:?], der; -s, -en [...za'to:ran] (Technik):
Spritzpistole zur Aufbringung von Metallüberzügen;
metallisch <Adj.; o. Steig.): 1. aus Metall bestehend; die
Eigenschaften eines Metalls besitzend; sich wie ein Metall
verhaltend: ein -er Überzug; ein -er Leiter für elektrischen Strom;
ein -es Element; die -e Grundlage (= monetäre
Goldschätze; Fraenkel. Staat 362); Die Dipole sind mit dem Reflektor
m. (durch einen metallischen Leiter) verbunden
(Funkschau 19. 1971. 1907). 2,a) hart klingend; im Klang hell
u. durchdringend: ein -er Klang. Summton; m. [aufllachen;
es klirrt m.; b) in seinem optischen Eindruck wie Metall,
an Metall erinnernd: ein -es Dunkelbraun; ein -er Glanz;
die Flügel der Libelle glänzten, schimmerten, leuchteten
m.; mtallte [metali'ze:] <indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[frz. m&allisel: svw. f metallic; metallisieren [...*zi:ran] <sw.
V.; hat) [frz. metalliser] (Technik): einen Stoff (z.B. Glas.
Holz. Keramik. Kunststoff) in einem bestimmten Verfahren
mit einer metallischen Schicht überziehen: metallisiertes
Asbestgewebe; <AbI.:> Metalliskning, die; -. -en (Technik);
Metallismus [...lismosl. der; - (Wirtsch. früher): klassische
Theorie, die die Deckung des Geldes durch ein Edelmetall
verlangte (Ggs.: Nominalismus 2); Metallochromie [metaJo
kro'mi:], die; - [zu griech. chröma. = Farbe] (Technik):
Färbung von Metallen im galvanischen od. in einem anderen
speziellen Verfahren; Metalloge, der; -n, -n [Möge]: svw.
f Metallkundler: Metalkwenese [metalo], die; - (Geol.):
Bildung von Erzlagerstätten in bestimmten Räumen der
Erdkruste; Metallogie, die; - [t-Iogie]: svw. f Metallkunde;
Metallograph [...gra:fl. der; -en. -en: X.jmd.. der
mikroskopische Werkstoffkontrollen durchführt (Berufsbez.). 2.
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Metallographie;
Metallographie [...gra'fi:]. die; - [t-graphie]: Teilgebiet der
Metallkunde, auf dem mit mikroskopischen Methoden Aufbau.
Struktur u. Eigenschaften der Metalle untersucht werden;
Metallurg [meta'lork], Metallurge [...lorga], den ...gen. ...gen:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Metallurgie;
Metallurgie [metalor'gi:]. die; - [unter Einfluß von frz. mdtallurgie
zu griech. metallourgeTn = Metalle verarbeiten]:
Wissenschaft von der Gewinnung der Metalle aus Erzen, ihrer
Reinigung. Veredlungu. Verarbeitung; <Ab\.:>metallurgisch
<Adj.; o. Steig.).
MetamathematBc [ '-. auch: ' ]. die; - [aus
tmeta-, Meta- u. fMathematik]: mathematische Theorie,
mit der die Mathematik selbst (als Gesamtheit von
axiomatischen Theorien) untersucht wird; metamer [...me:?] <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.): Metameried. 2) aufweisend; Metame-
rie [metameri:], die; - [zu griech. mereia = (An)teil]: 1.
(Zool.) Gliederung des Tierkörpers in hintereinander
liegende t von der Anlage her gleichartige Abschnitte (z. B. bei
Ringelwürmern). 2. (Physik) Eigenschaft spektral
unterschiedlicher Farbreize, die gleiche Farbempfindung
auszulösen; Metametasprache [—' ]. die; -. -n (Sprachwiss.):
Sprache, in der eine Metasprache (als Objektsprache)
beschrieben wird; metamorph, (selten:) metamorphisch
[...'marftiD] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Fachspr.): seine
Gestalt, seinen Zustand wandelnd: metamorphes (durch
Metamorphose umgewandeltes) Gestein; Metamorphopsie
[...morfb'psi:], die; -, -n [...i:an; zu tMetamorphose u.
griech. öpsis = das Sehen] (Med.): Sehstörung, bei der
die Gegenstände verzerrt gesehen werden; Metamorphose
[..jii3rTo:zd],die;-.-n[lat. metamorphösis < piech. meta-
mörphösis zu tmeta-, Meta- u. griech. morphe = Gestalt]:
1. (bildungsspr.) Umgestaltung. Verwandlung: eine M.
durchmachen; ... erlebte der Kommunismus eine
Renaissance und M. im Leninismus (Fraenkel. Staat 167).
2. (Zool.) indirekte Entwicklung vom Ei zum geschlechtsrei-
fen Tier durch Einschaltung gesondert gestalteter,
selbständiger Larvenstadien (bes. bei Insekten); Metabolie. 3. (Bot.)
Umbildung der Grundform eines pflanzlichen Organs zu
einem Organ mit besonderer Funktion im Verlauf der
Stammesgeschichte (z.B. Entstehung von Blütenblättern aus
der Grundform des Blattes). 4. (Geol.) Umwandlung u.
Umformung eines Gesteins in ein anderes infolge der
Veränderung von Druck u. Temperatur, denen das Gestein
ausgesetzt ist. 5. (Myth., Dichtung) Verwandlung eines Menschen
in Tier. Pflanze. Quelle. Stein o.a. 6. <nur PI.) (Musik)
Veränderungen eines Themas in seiner Grundform (im
Unterschied zu Variationen über ein vorgegebenes Thema);
<Abl.:> metamorphosieren [...fo'zi:ran] <sw. V.; hat)
(bildungsspr.): verwandeln, umwandeln, die Gestalt ändern;
metanoeite! [...no'^jte; griech. metanoeite. Imperativ PI.
von: metanoetn = umdenken, seinen Sinn ändern]: ändert
euren Sinn, kehrt um. tut Buße! (nach den Predigten
Johannes' des Täufers u. Jesu. Matth. 3. 2; 4. 17); Metapher
[me'tafo, auch: m£...]. die: -. -n [lat. metaphora < griech.
metaphorä. zu: metaphärein = anderswohin tragen,
übertragen] (Stilk.): (bes. als Stilmittel gebrauchter)
sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort (eine Wortgruppe) aus
seinem eigentümlichen Bedeutungszusammenhang in einen
anderen übertragen wird, ohne daß ein direkter Vergleich
die Beziehung zwischen Bezeichnendem u. Bezeichnetem
verdeutlicht; bildliche Übertragung (z. B. das Gold ihrer
Haare): ausgefallene, blumenreiche -n; einen Gedanken in eine
M. kleiden; Metaphorik [...fo.nk]. die; - (Stilk.): a) das
Bilden, der Gebrauch von Metaphern (als Stilmittel): die
M. eines Dichters untersuchen; b) in einem Text verwendete
Metaphern: die Worte der Einsager .... die auf die M.
vorbereiten (Handke. Kaspar 43): metaphorisch <Adj.; o.
Steig.) [griech. metaphorikös] (Stilk.): a) durch die
Verwettdung von Metaphern gekennzeichnet; Metaphern enthaltend;
unter Verwendung von Metaphern: ein -er Stil; b) als
Metapher gebraucht, eine Metapher darstellend: ein -er
Ausdruck; der -e Gebrauch eines Wortes: Metaphrase, die;
-. -n [griech. metaphrasis = Umschreibung]: 1. (Litera-
turw.) wortgetreue Übertragung einer Versdichtung in
Prosa. 2. (Stilk.) erläuternde Wiederholung eines Wortes durch
ein Synonym; metaphrastisch [...'frästdl <Adj.; o. Steig.)
[2: griech. metaphrastikös]: 1. (Literaturw.; Stilk.) die
Metaphrase betreffend. 2. (bildungsspr.) umschreibend;
Metaphysik [ '-]. die; -. -en [mlat. metaphysica. zu griech.
ti meta ti physicä = das. was hinter der Physik steht,
von dem griech. Philosophen Andronikos von Rhodos
(gest. 80 v.Chr.) gepr. Titel für die philos. Schrillen des
Aristoteles, die in einer Ausgabe des 1. Jh.s v.Chr. hinter
den naturwissenschaftlichen Schriften angeordnet waren]:
a) <PI. selten) philosophische Disziplin od. Lehre, die das
hinter der sinnlich erfahrbaren, natürlichen Welt Liegende,
die letzten Gründe u. Zusammenhänge des Seins behandelt:
die M. Piatons, des Aristoteles; Die fragwürdige
Restauration verblichener Metaphysiken (Börsenblatt 75. 1967.
5271); in der M. der Naturvölker (Gehlen. Zeitalter 15);
1776
Methanol
b) die Metaphysik (1 a) darstellendes Werk: die M. Nicolai
Hartmanns, des Aristoteles; Metaphysflter, der; -s. -:
Philosoph auf dem Gebiet der Metaphysik; Kant als M.;
metaphysisch <Adj.; o. Steig.): die Metaphysik (1 a) betreffend,
dazu gehörend, darauf beruhend: überempirisch; jede
mögliche Erfahrung überschreitend: -e Probleme. Deduktionen;
eine -e Sicht; eine neue Ästhetik ohne -e Zusätze; es fehlt
der -e Bezug; Das m. geladene Werk (Nigg. Wiederkehr
68); <subst.:> eine Abschweifung ins Metaphysische
(Lorenz. Verhalten 1.279); Metaplasmus [meta'plasmos]. der;
-. ...men [griech. metaplasmös = Umbildung] (Sprachw.):
Umbildung von Wortformen aus Gründen des Wohlklangs,
der Metrik; Metapsychik [...'psy:qik]. die; - [zu griech.
psychikös. t psychisch|: svw. tParapsychologie;
metapsychisch <Adj.; o. Steig.): die Metapsychik betreffend; Meta-
psychologk» die; -: 1. von S. Freud gewählte Bez. für die
von ihm begründete psychologische Lehre in ihrer
ausschließlich theoretischen Dimension. 2. svw. tParapsychologie;
Metasaure [' 1, die; -. -n (Chemie): wasserärmste Form
einer Säure; metasomatisch <Adj.; o. Steig.) (Geol.): durch
Metasomatose entstanden; Metasomatose [...zoma'to'.za].
die; - [zu griech. söma = Körper] (Geol.): Umwandlung
eines Gesteins durch Änderung der chemischen
Zusammensetzung (z. B. unter Wärmeeinwirkung); Metasprache ['
-1. die; -. -n (Sprachw., Math.. Kybernetik): Sprache od.
Symbolsystem, das dazu dient, eine andere Sprache od.
ein Symbolsystem zu beschreiben od. zu analysieren;
Sprache, mit der die Objektsprache (Sprache als Gegenstand
der Betrachtung) beschrieben wird; metastabil <AdJ.; o.
Steig.; nicht adv.) (Physik): instabil (1). aber dennoch nicht
direkt in einen anderen Zustand übergehend; Metastase
[...'sta:z3]( die; -. -n [griech. metästasis = Umstellung;
Veränderung; Wanderung] (Med.): Tumor, der sich durch
Verschleppung von kranken Zellen bes. einer bösartigen
Geschwulst an einer anderen, vom Ursprungsort entfernt
gelegenen Körperstelle gebildet hat; Tochtergeschwulst.
Absiedlung; <Abl.:> metastasieren [...sta'zi:ran] <sw. V.; hat)
(Med.): Metastasen bilden; absiedeln: der Tumor hat meta-
stasiert; metastatisch [...sta:tij] <AdJ.; o. Steig.) (Med.):
(von Tumoren o. ä.) durch Metastase entstanden; Metatheo-
rk [auch: ' ], die; -. -n: wissenschaftliche Theorie, die
ihrerseits eine Theorie zum Gegenstand hat; Metathese.
Metathesis [-' ]. die; -, ...thesen [...'te:zn; lat. metathesis
< griech. metathesis. eigtl. = das Umsetzen, -stellen]
(Sprachw.): Lautumstellung in einem Wort (z.B. Bom-
Bronn); metaz^ntrisch <Adj.; o. Steig.) (Schiftbau): das
Metazentrum betreffend; Metaz^ntrura, das; -s, ...ren
(Schiffbau): Schnittpunkt der Auftriebsrichtung mit der
vertikalen Symmetrieachse eines geneigten Schiffes, der für
die Stabilität wichtig ist; Metazoon. das; -s. ...zoen
[...tso:dn] <meist PI.) [zu griech. zöon = Lebewesen]
(Biol.): svw. t Vielzeller (Ggs.: Protozoon); Metempsychose
[metcmpsy'(^):zd], die; -, -n [griech. metempsychösis]: svw.
t Seelenwanderung.
Meteor [mete'o:£. auch: me:...]. der. selten: das; -s. -e
[griech. meteöron = Himmels-. Lufterscheinung, zu:
meteoros = in die Höhe gehoben, in der Luft schwebend]
(Astron.): Leuchterscheinung, die durch in die
Erdatmosphäre eindringende feste kosmische Körper. Partikeln
hervorgerufen wird: ein heller, selbst am Tage sichtbarer M.; der
Schauspieler stieg mit dieser Rolle wie ein M. am
Filmhimmel auf (wurde plötzlich weltberühmt); <Abl.:> meteorhaft
<Adj.; o. Steig.): in seinem Aufstieg, seiner plötzlichen
Bedeutung o. ä. einem Meteor vergleichbar: ein -er Aufstieg;
meteorisch <Adj.; o. Steig.): 1. (Met.) die Lufterscheinungen
u. Luftverhältnisse betreffend: -e Blüte (Bot.; Blüte, deren
Öffnung von den Wetterverhältnissen abhängt). 2.a) svw.
t meteoritisch (1): Es ist ein kosmischer, -er. gewittriger
Geruch (Musil. Mann 960); b) svw. tmeteorhaft: mit
Rachel Roberts, mit der er ... in dem Film ... seinen ersten
-en Erfolg hatte (MM 2. 2. 72. 32); Meteorismus [me-
teo'nsmos]. der; -, ...men [griech. meteörismös =
Erhebung, Schwellung] (Med.): Blähsucht; Meteorit [...o'ri:t.
auch: ...nt], der; -en u. -s. -ein] (Astron.): in die
Erdatmosphäre eindringender kosmischer Körper, der unter
vollständiger od. teilweiser Verdampfung die Leuchterscheinung
eines Meteors hervorruft u. in Reststücken aus Stein od.
Nickeleisen auf die Erdoberfläche gelangt: Schwärme, ein
Gürtel von -en; meteoritisch <Adj.; o. Steig.) (Astron.):
1. von einem Meteor stammend, dazu gehörend. 2. von
einem Meteoriten stammend, dazu gehörend; Meteorkrater,
der; -s. -: durch Einschlag eines Meteors entstandener 2Kra-
ter; Meteorognpnm [meteoro...]. das; -s. -e [f-gramm]
(Met.): Aufzeichnung der Meßwerte eines Meteorographen;
Meteorograph, der; -en. -en [t-graph] (Met.): Gerät zur
gleichzeitigen Messung von Luftdruck, -feuchtigkeit u. -tem-
peratur; Meteorologe [...rolo:g3].der; -n. -n [t-loge]:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Meteorologie; Meteorologie.
die; - [griech. meteörologia = die Lehre von den
Himmelserscheinungen]: Teilgebiet der Geophysik, das die Vorgänge
u. Gesetzmäßigkeiten in der Lufthülle der Erde sowie
Wetterkunde u. Klimatologie umfaßt; meteorologisch <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): I. die Meteorologie betreffend, dazu
gehörend: -e Instrumente. Observatorien. Stationen. 2. das
Wetter betreffend; wettermäßig: Einblick in den -en Ablauf
in Bodennähe (Mantel. Wald 46); Meteoropathologk. die;
- (Med.): Zweig der Pathologie, der sich mit den Einflüssen
des Wetters auf die Funktionen des kranken Organismus
befaßt; meteorotrop [...tro:p] <Adj.; o. Steig.) [zu griech.
trope = Drehung. (Hinwendung]: wetter-. klimabedingt;
Meteorotropie [...tro'pi:]. die; Meteorotropismus
[...'pismus]. der; - (Med.): Beeinflussung von Krankheiten
od. physiologischen Vorgängen durch das Wetter;
Meteorstein, der. -[e]s. -e: auf die Erdoberfläche gelangtes Reststück
eines Meteoriten.
Meter[me:tB].der,auch:das; -s.- [frz.mätre < lat.metrum
< griech. metron = (Vers)maß. Silbenmaß. Teil des
Verses]: einer bestimmten Wellenlänge entsprechendes
Längenmaß als Grundeinheit (1): ein M. hat hundert Zentimeter,
drei M. Stoff reichen/(ugs.:) reicht für dieses Kleid aus;
der Schnee liegt einen M. hoch; der Schrank ist drei M.
breit; der See ist hier fünf M. tief; sie rückten M. für
M.. M. um M. vor; in hundert M. Höhe; den Stoff nach
dem M. berechnen; man mißt heute nach -n; ein Zaun
von zwei M, Höhe; in einer Entfernung von etwa zwanzig
-n/(ugs.:) M.; laufender M. (t laufend c); Zeichen: m; *
laufende M. (salopp; aneinandergereiht endlos viele): laufende
M. Fingerübungen. Bockwürste; -meter [1: griech. mätron
= Maß; 2: griech. -mötres; 3: griech. -metros. zu: metron
= (Vers)maß]: 1. [...me:tB] <das; -s. -; Grundwort in Zus.
mit der Bed.): Meßgerät. 2Messer (z. B. Barometer. Aero-
meter, Aktinometer). 2. [...me:tt?] <der; -s, -; Grundwort
in Zus. mit der Bed.): Person, die Messungen ausführt
(z.B. Geometer). 3. [...metB] <den -s, - Grundwort in
Zus. mit der Bed.): ein bestimmtes Maß Enthaltendes; etw.
Bestimmtes Messendes (z.B. Hexameter, Parameter).
meter-, Meter-: -band, das <P1. -bänder): vgl. -maß; -dick
<Adj.; o. Steig.): vgl. -hoch: -es Eis; -gewicht, das: Gewicht
eines Meters Stoff: Viele der -e in dieser neuen Kollektion
(= HerrenmänteJ) liegen hier zwischen 650 und 750 g
(Herrenjournal 3, 1966. 50); -hoch <Adj.; o. Steig.): (über]
einen Meter u. damit in dem betreffenden Fall sehr hoch:
meterhohe Schneeverwehungen; das Geröll lag m.; -Kilo-
gr^mro-Sekynde-System. das <o. PI.): svw. t MKS-System;
-kilopond, das: tKilopondmeter; -lang <AdJ.; o. Steig.):
vgl. -hoch: ein -es Musikinstrument; -maß, das: Band
od. Stab mit einer Einteilung in Zentimeter u. Millimeter
zum Messen von Längen; -Stab, der: vgl. -maß; -stark
<AdJ.; o. Steig.): svw. -dick: trotzige Burgen mit -en
Wänden (Bild 16. 4. 64, 3); -tief <AdJ.; o. Steig.): vgl. -hoch:
das Wasser war m.; -wäre, die: nach Metern verkaufte
Ware; StofT, Band. Teppichboden. Blech als M. verkaufen;
-weise <Adv.>: in Metern [u. damit in dem betreffenden
Fall in großer Menge]: Seide, m.! Und ich kann den Zaster
nicht für eine Krawatte zusammenkriegen (Remarque.
Obelisk 11); -weit <Adj.; o. Steig.): vgl. -hoch; -zentner,
der (österr. veraltet): Doppelzentner; Zeichen: q. Vgl.
Quintal.
Methämoglobin lmethemoglo'bi:nl,das; -s [zu tmeta-. Meta-
u. Hämoglobin] (Med.): oxydiertes Hämoglobin, das
(dreiwertiges) Eisen enthält u. an dieses den Sauerstoff bindet,
statt ihn an die Körperzellen abzugeben.
Methan lme'ta:n], das; -s [zu t Methyl]: färb- u. geruchloses
Gas (Kohlenwasserstoff aus der Gruppe der Paraffine), das
in der Natur vor allem im Bodenschlamm von Sümpfen
u. Abwässern durch Einwirkung von Bakterien entsteht,
technisch bes. aus Erdgas gewonnen u. als Heizgas verwendet
wird; Sumpfgas; Grubengas; <Zus.:> Methanbakterien <PI.)
(Biol.); Methangas, das: svw. f Methan; Methanol
[meta'no:!]. das; -s [Kurzwort aus t Methan u. t Alkohol]:
112 GDW
1777
Methexis
farbloser, brennend schmeckender, giftiger Alkohol, der bes.
als Rohstoff in der organisch-chemischen Industrie, daneben
als Lösungs- u. Gefrierschutzmittel, als Treib- u. Brennstoff
verwendet wird; Methylalkohol.
Methexis [me:t£ksis].die; - [griech. methexis = (An)
teilnähme] (Philos.): (in der platonischen Philosophie) das
Verhältnis des Abbildes zu seinem Urbild.
Methionin [metio ni:n|, das; -s [Kunstwort] (BioL Med.):
schwefelhaltige essentielle Aminosäure.
Methode [me'to.dol. die; -. -n [spätlat. methodus < griech.
möthodos = Weg od. Gang einer Untersuchung, eigtl.
= Weg zu etw. hin. zu: metä = hinterher, nach u. hodös
= Weg]: 1. auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren
zur Erlangung von [wissenschaftlichen] Erkenntnissen od.
praktischen Ergebnissen: eine zuverlässige, gängige,
unschädliche, mathematisch-statistische, historisch-kritische,
analytische, synoptische, technische, neue
wissenschaftliche M.; subtile, komplizierte -n; die -n archäologischer
Forschung; eine M. zur Bestimmung der spezifischen
Wärme; die sokratische M. (Päd.; auf die Gesprächsführung
des Sokrates zurückgehendes Unterrichtsverfahren, bei dem
der Lehrer Denkergebnisse gezielt aus dem Schüler
herauszufragen sucht): eine M. ausarbeiten, entwickeln, ansetzen,
übernehmen, anwenden, aufetw. übertragen; etw. mit den
-n der Wirtschaftssoziologie untersuchen; nach einer M.
unterrichten, arbeiten. 2. planmäßiges Vorgehen in einer
besonderen Art; Art des Vorgehens: fragwürdige,
undurchsichtige, raffinierte, niederträchtige, rauhe -n; -n der
Außenpolitik, der Opposition, der Lobby; seine M.. nicht
nachzugeben; seine -n gefallen mir nicht; Geld ist immer
noch die sicherste M. (ugs.; in bestimmten Fällen das
sicherste Mittet): was sind denn das für -n? (ugs.; was ist denn
das für ein ungehöriges Verhalten?): er hat M.
(Planmäßigkeit, sinnvolle Ordnung) in dieses Unternehmen gebracht;
er hat so seine M. (ugs.; sein eigenes Verfahren): mit
friedlichen, gewaltsamen, demokratischen -n; mit den -n des
Zwangs, der Willkür, nach bewährter M. (oft iron.); *M.
haben (wohldurchdacht sein, auf einem genauen Plan
beruhen): sein Vorgehen hat M.: R der Wahnsinn hat M.
(nach Shakespeare. Hamlet 2. 2. in der Übers, von A.
W. Schlegel: Ist dies schon Tollheit, hat es doch M.);
<Zus.:)Methodenlehie,die: svw. t Methodologie; Methodik
[meto:dik].die;-.-en [griech. methodike(t6chne) = Kunst
des planmäßigen Vorgehens, zu: methodikös. T
methodisch]: 1. Wissenschaft von der Verfahrensweise einer
Wissenschaft: die M. der Forstwissenschaft. 2« <o. PI.)
Wissenschaft von den Lehr- u. Unterrichtsmethoden: er ist Professor
für M. und Didaktik. 3. festgelegte Art des Vorgehens:
die politische M.; Argumentation und M. in einem Vortrag;
Methodiker, der; -s. -: 1. jmd.. der planmäßig, nach einer
bestimmten Methode vorgeht. 2. Begründer einer Methode
(1); methodisch <Adj.; o. Steig.) [griech. methodikös]: 1.
die Methode (1) betreffet: -e Fragestellungen der
Geschichte. Geographie und Sozialkunde; -e Schwierigkeiten
einer Disziplin; eine m. wichtige Unterscheidung; etw. m.
begründen. 2« die Methode (2) betreffend; eine Methode
zugrunde legend, nach einer Methode vorgehend: eine -e
Art; m.. wie er nun einmal beschaffen ist (A. Zweig. Grischa
186); m. vorgehen; etw. m. vorbereiten; die Experimente
haben sich m. (von der Methode her) als Fehlschlag
erwiesen; methodisieren [metodi'zi.ran] <sw. V; hat) (bU-
dungsspr.): Methode (1) in etw. hineinbringen; Methodismus
[...to'dismos]. der; - [engl, methodism. zu: method =
Methode]: aus der anglikanischen Kirche im 18. Jh.
hervorgegangene evangelische Erweckungsbewegung. die durch
Bibelfrömmigkeit. Betonung der persönlichen
Glaubensbindung u. Laietunitarbeit gekennzeichnet ist; Methodist
[...'distl. der. -en. -en [engl, methodist]: Anhänger des
Methodismus: Mitglied einer methodistischen
Kirchengemeinde; <Zus.:> Methodfstenkirche. die: 1. kirchlicher Versarnnr-
lungsortder Methodisten. 2. kurz für methodistische Kirche:
einer M. angehören; methodjstisch <Adj.; o. Steig.) [engl,
methodistic]: den Methodismus betreffend, dazu gehörend;
Methodologie [...dolo'gi:]. die; -. -n [...ian; f-logie]: a)
Lehre. Theorie der wissenschaftlichen Methoden (als Kernstück
der modernen Wissenschaftstheorie); b) svw. TMethodik
(1): die primär historisch ausgerichtete Junggrammatische
M. <Abi.:)methodologisch <Adj.; o. Steig.): 9)die
Methodologie (a) betreffend, dazu gehörend; b) die Methodologie
(b). die Methodik (1) betreffend, im Hinblick darauf: die
-en Grundlagen der vorliegenden Studie, seiner
Forschungen; eine -e Diskussion grundlegender linguistischer
Termini; seine Grammatik ist ein m. gelungener Versuch.
Methusalem [me'tu:zalem]. der; -[s], -s [nach dem biblischen
Urvater, der (nach 1. Mos. 5.25 ff.) 969 Jahre als gewesen
sein soll] (ugs.): 1. * [so] alt wie M. sein (ein sehr alter
Mann sein, so daß man die Jahre schon gar nicht mehr
nachrechnet). 2. sehr alter Mann, dessen Jahre man schon
gar nicht mehr nachrechnet.
Methyl [me'ty:l], das; -s [frz. möthyle. rückgeb. aus f
Methylen] (Chemie): einwertiger Rest des Methans in zahlreichen
organisch-chemischen Verbindungen; <Zus.:>
Methylalkohol, der <o. PI.): svw. t Methanol; Methylamin, das:
gasförmiges, wasserlösliches u. brennbares Amin von
ammoniakähnlichem bis fischartigem Geruch; Methylen [mety'le.n],
das; -s [frz. möthyfene. zu griech. möthy = Wein u. hyks
= Holz]: Atomgruppe CH2 als Teil einer Verbindung od.
als unbeständiges Molekül mit zweiwertigem Kohlenstoff.
dazu: Methylenblau, das; -s: synthetischer Farbstoff, der
bes. zum Färben von Papier. Artikeln des Bürobedarfs u.
histologischen Präparaten verwendet wird.
Metier [me'tje:]. das; -s. -s [frz. mutier < afrz. mestier.
menestier < lat. ministerium = Dienst. Amt]: bestimmte
berufliche o. ä. Tätigkeit als jmds. Aufgabe, die er durch
die Beherrschung der dabei erforderlichen Fertigkeiten
erfüllt: das M. des Artisten. Politikers. Kritikers; Langstrek-
kenlauf war sein M.; Hüte zu verkaufen war ihr M.;
sein M. beherrschen.
Metist [metist], der; -en. -en [zu ital. a metä. t Metageschäft]
(Kaufmannsspr.): Vertragspartner in einem Metageschäft.
Metöke [metoka]. der; -n. -n [spätlat. metoecus < griech.
mötoikosl: (in den Städten des alten Griechenlands)
ortsansässiger Fremder ohne politische Rechte.
Metonische Zyklus [me'to:nifc -]. der; -n - [nach dem alt-
griech. Mathematiker Meton (5. Jh. v.Chr.)]: alter
Kalenderzyklus (Zeitraum von 19 Jahren), der bis heute der
Berechnung des christlichen Osterdatums zugrunde liegt.
Metonomasie [metonoma'zi:]. die; -. -n [...i:an; griech. meto
nomasial: Veränderung eines Eigennamens durch
Übersetzung in eine fremde Sprache (z. B. Schwarzerd. griech. =
Melanchthon); Metonymie [...ony'mi:]. die; -. -n [...i:an;
spätlat. metönymia < griech. metönymla = Namensver-
tauschung. zu f meta-. Meta- u. griech. önoma = Name]
(Rhet.. Stilk.): Ersetzung des eigentlichen Ausdrucks durch
einen andern, der in naher sachlicher Beziehung zum ersten
steht (z. B. Stahl statt Dolch); <Abl.:> metonymisch <Adj.;
o. Steig.) [spätlat. metönymicus < griech. metönymikös]
(Rhet.. Stilk.): die Metonymie betreffend, darauf beruhend;
in der Art der Metonymie.
Metope [me'to:p3]. die; -. -n [lat. metopa < griech. metöpe]
(Archit.): im Gebälkfries des dorischen Tempels mit Trigly-
phen wechselnde, fast quadratische, bemalte od. mit Reliefs
verzierte Platte aus gebranntem Ton od. Stein.
Metra, Metren: PI. von TMetrum; -metrie [...me'tri:; griech.
-metria zu: metrein = messen, zu: mötron. TMeter] <in
Zus. Grundwort mit der Bed): [ Ver]messung (z. B.
Geometrie. Alkalimetrie. Barometrie); Metrik [me:tnk]. die;
-. -en [lat. (ars) metrica < griech. metrike (töchne). zu:
metrikös. T metrisch]: 1. (Verslehre) a) Lehre von den
Gesetzmäßigkeiten des Versbaus u. den Versmaßen; Verslehre;
b) die Metrik (1 a) darstellendes Werk. 2. (Musik) Lehre
vom Takt u. von der Taktbetonung; Metriker, der; -s. -:
Fachmann auf dem Gebiet der Metrik; metrisch <Adj.; o.
Steig.) [lat. metricus < griech. metrikös = das (Silben)maß
betreffend, zu: metron. T Metrum. Meter]: 1. (Verslehre)
die Metrik (1 a) betreffend, ihr entsprechend: eine m.
gegliederte Verszeile; einen lyrischen Text m. analysieren. 2.
(Musik) die Metrik (2) betreffend, ihr entsprechend: die
m. einfachere Struktur des Jazz. 3. auf den Meter als
Maßeinheit bezogen: Maße, die einen Vergleich mit dem
-en Maß nur schwer ... zulassen (Mantel. Wald 76); -es
System (urspr. auf dem Meter, dann auf Meter u. Kilogramm
beruhendes Maß- u. Gewichtssystem).
Metro [me.tro]. die; -. -s [frz. m^tro. Kurzf. von (chemin
defer)metropolitain = Stadtbahn, zu: metropole.t
Metropole]: Untergrundbahn (bes. in Paris. Moskau).
Metrologie [metrolo'gi:]. die; - [griech. metrologia]: Lehre
u. Wissenschaft vom Messen, von den Maßsystemen u. deren
Einheiten; Metronom [metro'no:m], das; -s. -e [zu griech.
mötron = Maß u. nömos = Gesetz. Regel] (Musik):
1778
mezza voce
Gerät mit einer Skala, das im zahlenmäßig vorgeschriebenen
u. eingestellten Tempo zur Kontrolle mechanisch den Takt
schlägt: mit M. spielen, üben; * Mälzeis M./M. Mälzel
(in Verbindung mit einer Zahlangabe Bez. des genauen
Tempos; Abk.: M. M.; nach dem Erfinder J. N. Mälzel.
1772-1838): ... bei etwa sechzig M. Mälzel (Bieler.
Mädchenkrieg 306).
Metronymflton [metro ny:mlkDn], das; -s. ...ka [zu griech.
metrönymikös = nach der Mutter benannt]: vom Namen
der Mutter abgeleiteter Name (z. B. Niobide = Sohn der
Niobe; Ggs.: Patronymikon).
Metropole[metropo:b],die:-.-n [lat. metropolis < griech.
metropolis, eigtl. = Mutterstadt] (bildungsspr.):
Hauptstadt mit weltstädtischem Charakter, die als Zentrum für
etw, gilt: die rheinische M.; München, die M. Bayerns;
er kannte sich in allen -n der Welt aus; Metropolis [me'tro:-
polis], die: -. ...polen [...ropo:bn] (bildungsspr. veraltet):
tMetropole; Metropolit [metropo'frt]. der: -en. -en [kir-
chenlat. metropolita = Bischor in der Hauptstadt <
griech. metropolites]: a) (kath. Kirche) Vorsteher einer
Kirchenprovinz: Erzbischof: b) (orthodoxe Kirche) Leiter
einer unabhängigen Landeskirche: Metrapolitankirdie [...li-
ta:n-], die; -, -n: Kirche eines Metropoliten, Hauptkirche.
Metrum ['me:trum]. das; -s. ...tren. älter: ...tra [lat. metrum
= Versmaß. Vers, t Meter]: 1. (Verslehre) Versmaß:
metrisches Schema eines Verses. 2. (Musik) Taktmaß.
Mett [met], das: -[e]s [aus dem Niederd. < mniederd. met
= (gehacktes) Schweinefleisch ohne Speck < asachs. meti
= Speise; vgl. mhd..ahd.ma3 = Speise, venv. mit t2Mast]:
mit Salz. Zwiebeln u. Gewürzen zubereitetes, rohes, mageres
Hackfleisch vom Schwein. Vgl. Mettwurst.
Mettage [meta:»]. die; -. -n [frz. mettage, zu: mettre, t
Metteur] (Druckw.): Umbruch /in einer Zeitungsdruckerei].
Mette ['meto], die; -. -n [mhd. met(t)en. mettin(e), spätahd.
mettlna. mattina < kirchenlat.mattina. für: mätütina (hö-
ra od. vigilia). f Matutin] (kath. u. ev. Kirche):
mitternächtlicher od. frühmorgendlicher Gottesdienst vor einem hohen
kirchlichen Fest: Mitternachtsgottesdienst, -messe.
Metteur [meto:?], der; -s. -e [frz. metteur (en pages) =
(Seiten)zurichter. zu: mettre = setzen, stellen, zurichten
< lat. mittere = schicken] (Druckw.): Schriftsetzer, der
die Satzspalten zu Seiten umbricht, so daß eine Buch- od.
Zeitungsseite entsteht.
Mettwurst, die; -, -wurste [zu tMett]: [geräucherte] Wurst
aus gewürztem Hackfleisch vom Rind od. Schwein.
'Metz* [met^d], die; -. -n [mhd. metze. spätahd. mezzo]
(südd., österr.): alte Maßeinheit von unterschiedlicher
Größe, bes. für Getreide.
*Metze [-], die; -. -n [(spät)mhd. metze, urspr. = Mädchen
(geringeren Standes); eigtl. mhd. Kosef. der w. Vorn.
Mechthild. Mathilde; wohl wegen des lautl. Anklangs von
Mahthildis an gemäht, t'Gemächt] (veraltet): Dirne (2):
und es hapert mit der Treue ... Du Buhle, ach. du M.
(Hacks. Stücke 61).
Metzelei [met^d'lqj], die; -. -en [zu tmetzeln] (abwertend):
svw. tGemetzel: metzeln [metßjnl<sw. V.; hat) [spätmhd.
metzel(e)n < mlat. macellare = schlachten, zu lat. macel-
lum = Fleisch(markt) < griech. mäkellon = Gehege,
aus dem Hebr.; in der Bed. „niederhauen" bei Luther]:
a) (emotional abwertend) mit vielen Hieben, Stichen morden
(1 a): Jener... metzelte wie ein tollwütiger Wolf
(Hagelstange. Spielball 266); b) (landsch.) schlachten: (Zus. zu b:>
M^tzelaippe, die (landsch.): Wurstsuppe: M^tzeltag, der
(landsch.): Schlachttag: 'metzen [me^n] <sw. V.; hat)
(landsch.): schlachten.
Hnetzen [-] <sw. V.; hat) [vgl. Steinmetz] (veraltet): (als
Bildhauer) aus Stein formen: hauen (4 b): aus Millionen
tonnenschwerer Bauklötze, die sie ... in den arabischen
Brüchen gemetzt ... hatten (Th. Mann. Joseph 739).
Metzen [-]. der; -s. -: svw. t 'Metze.
Metzg [metßk], die: -. -en (Schweiz.): svw. f Metzge: Metzge
[metßga],die; -.-n [mhd. metzge] (landsch.): a) Metzgerei:
b) Schlachtbank: metzgen [met^gn] <sw. V.; hat)
[(spät)mhd. metz(i)»en] (landsch.. bes. Schweiz.):
schlachten: Metzger [metßgB], den -s. - [mhd. metzjer, metzjabre,
wahrsch. zu mlat. matiarius = jmd.. der mit Därmen
handelt, zu lat. mattea < griech. mattya = feine
Fleischspeise] (landsch.. bes. westmd.. südd..): Fleischer (Berufs-
bez.); Metzgerei [metßtp'raj], die; -. -en (westmd.. südd..
Schweiz.): Fleischerei: M^tzgermeister, den -s. - (westmd..
südd.. Schweiz.): Fleischermeister: metzaern [metßgBn] <sw.
V.: hat) (landsch.): schlachten: M^tzgerpalme, die; -. -n
(landsch.): svw. f Schusterpalme; M$tzger(s]gang,der; -te]s,
...gange <P1. selten) [wohl nach dem Umstand, daß früher
die Metzger oft vergeblich über Land gingen, um
Schlachtvieh zu kaufen] (landsch.): vergeblicher Gang: sinnloses
Unternehmen: * einen M. machen (keinen Erfolg haben):
Metzaete [metßgatd], die; -. -n (schweiz.): a) Schlachtfest:
b) Schlachtplatte.
Metzler [metßle], der; -s. - [mhd. metz(e)ler. ahd. mezeläri
< mlat. macellarius = Fleischwarenhändler, zu lat. macel-
lum. tmetzeln] (rhein.): Flescher.
Meublement [mobb'mä:], das; -s. -s [nach frz. ameublement.
zu: meubler. tmöblieren] (veraltet): Zimmer-.
Wohnungseinrichtung.
Meuchelmord [may<;|-]. der: -te]s, -e [mhd. miuche]- = (in
Zus.) heimlich, zu f meucheln] (abwertend): in
heimtückischer Weise begangener Mord: Mfilichelmönler, der: -s.
- (abwertend): jmd.. der einen Meuchelmord begangen hat:
meucheln [moy<;ln] <sw. V.; hat) [älter = heimlich handeln,
zumhd.mücheniahd.mühhön = (sich) verbergen, wegela-
gern] (emotional abwertend; selten): in Abscheu
hervorrufender Weise jmdn. hinterrücks, auf heimtückische Weise
anfallen u. ermorden: einen Missionar m.; <subst. 2. Part.:)
Die Abscheu vor den Mördern ist so groß, die Sympathien
für die Gemeuchelten so allgemein (Wochenpost 20. 6.
64, 13); Meuchler ['mgyqli*], der; -s. - [mhd. miucheler.
ahd. mühhiläri] (veraltet abwertend): svw. t
Meuchelmörder; mojchlerisch <Adj.) (abwertend): in der Weise eines
Meuchelmörders [ausgeführt]: hinterrücks, heimtückisch:
-e Anschläge; jmdn. m. anfallen, überfallen; meuchlings
[mQycjlins] <Adv.) [mhd. miuche]ingen] (geh. abwertend)
aus dem Hinterhalt: jmdn. m. töten.
Meute ['mgytd], die; -. -n <PI. selten) [frz. meute < afrz.
muete. urspr. = Bewegung. Aufruhr, über das Vlat. zu
lat. movere = bewegen]: 1. (Jägerspr.) Gesamtheit einer
bestimmten Anzahl von Jagdhunden, die für die Hetzjagd
dressiert sind: der Jäger ließ die M. auf das Wild los.
2. a) (abwertend) beunruhigend, bedrohlich wirkende größere
Anzahl [sich zügellos, wild gebärdender] Menschen: die
johlende M.; Ü eine M. von Autos startete auf uns los
(Frisch. Homo 142); b) (ugs.) eine größere Zahl, Gruppe
von Menschen, die auf bestimmte Weise zusammengehören:
er lud die ganze M. (salopp scherzh.; seine Freunde) zu
sich ein; Sind mit 'ner M. nach Frankfurt getrampt
(Degener. Heimsuchung 19); Meuterei [msytor^j], die; -. -en
[wohl unter Einfluß von mniederd. moiterie, mniederl.
moyterie, meuterie zu frz. meute. f Meute]: Auflehnung
einer größeren Zahl von Menschen gegenüber einem
Vorgesetzten bes. bei Soldaten. Gefangenen u. Seeleuten: auf
dem Schiff brach eine offene M. aus; dieses Vorgehen
ist M.. grenzt an M.; die M. wurde niedergeschlagen,
unterdrückt; zur M. aufrufen; Meuterer ['mQytore]. der;
-s. - [älter: Meuter]: jmd., der meutert: meuterisch [maytonj]
<Adj.) (veraltet): a) zur Meuterei anstachelnd, aufwiegelnd:
aufrührerisch: Sie erfuhr, daß er mit Ismael... m. Fühlung
genommen habe (Th. Mann, Joseph 214); b) (nur attr.)
in Meuterei befindlich: aufgewiegelt: eine -e Truppe;
meutern [moytBn]<sw. V.; hat) [unter Einfluß von Meuter(er)
zu älterem meuten = sich empören, zu frz. meute. t Meute]:
a) sich (als Matrose. Soldat. Gefangener) gegen einen
Vorgesetzten, gegen Anordnungen, Zustände auflehnen bzw. sie
nicht mehr widerspruchslos hinnehmen: die Truppe, ein
ganzes Regiment meuterte [gegen die Offiziere]; b) (ugs.)
Unzufriedenheit, Mißfallen, seinen Unwillen über etw. äußern
[u. es nicht mitmachen wollen]: du brauchst nicht bei
jeder Gelegenheit gleich zu m.; Die Menschen vor der
Kasse meuterten (Martin, Henker 29); gegen Überstunden
m.; Ü Doch als er ausscheiden wollte, wurde er fett, und
das Herz meuterte (versagte seinen Dienst: Lenz. Brot
147).
Mezzanin [mct^ani:n], das; -s. -e [frz. mezzanIne < ital.
mezzanino. zu: mezzano = mittlerer < lat. mediänus,
zu: medius. t1 Medium]: niedriges Zwischengeschoß, meist
zwischen Erdgeschoß u. erstem Obergeschoß od. unmittelbar
unter dem Dach (bes. in der Baukunst der Renaissance,
des Barocks, des Klassizismus; österr. noch in älteren
Wohnhäusern); <Zus.:> Mezzaninwohnung, die (österr.):
Wohnung im Mezzanin: mezza voce ['met$a 'vo.tjd] [ital.,
zu: mezza = mittlere (tmezzo-, Mezzo) u. voce < lat.
112*
1779
mezzo-, Mezzo-
vöx (Gen.: vöcis) = Stimme] (Musik): mit gedämpfter
Stimme, halblaut zu singen, zu spielen]; Abk.: m. v.
mezzo-, Mezzo- [metßo-; ital. mezzo < lat. medius. t
'Medium! (Best, in Zus. mit der Bed.>: mittel-, Mittel-;
mittler..„halb-, Halb- (z. B. mezzopiano; meist Musik): -f^rte
<Adv.>: in, mit mittlerer, halblauter Tonstärke; Abk.: mf;
-fgrte, das: mittlere, halblaute Tonstärke; -pi*no <Adv.>:
nicht zu leise; Abk.: mp; -piano, das: gedämpfte, aber
nicht zu leise Tonstärke; -sopran [auch: '-]. der: I.
Frauenstimme in der mittleren Lage zwischen Alt u. Sopran;
sie hat einen wunderbaren M. 2. (selten) Sängerin mit
Mezzosopranstimme; Faustina Bordoni war ein berühmter
M.. dazu: >sopranstimme: svw. f Mezzosopran (1); -tinto
[...'tmto].das;-[s].-su. ...tilital.mezzotinto = halb gefärbt]
(Kunstwiss.): a) <o. PI.) svw. f Schabkunst; b) Produkt
der Schabkunst.
MG [an'ge:].das; -fei. -fe]: Kurzwort für: Maschinengewehr:
das Rattern von MGs war von fern zu hören.
mi [mi:; ital. mi. f Solmisation]: Silbe, auf die beim Solmisie-
ren der Ton e gesungen wird.
Miasma [miasmal. das; -s. ...men [griech. miasma =
Verunreinigung]: (einer früheren Annahme entsprechend)
Krankheiten auslösender Stoff in der Luft od. in der Erde;
laus dem Boden ausdünstender] Gift-, Pesthauch; durch
den weißen Treibnebel, der wie ein M. über dem Meer
hing (MM 11.4. 75. 35); Ü die Miasmen der Politik
einatmen; miasmatisch [...ma:tij] <AdJ.; o. Steig.): giftig.
miau! [mi ^i] <Interj.) lautm. Tür den Laut der Katze;
<Abl.:> miauen [mi'apan] <sw. V.; hat): den Laut miau
von sich geben; die Katze miaute; Sie führten scheußlich
miauende Panther ... an Ketten (Th. Mann. Joseph 774).
mich [mi^; mhd. mich. ahd. mihi: 1. <Akk. des Personalpron.
f ich): er sah m. scharf an; sie mag m. nicht. 2. <Akk.
des Reflexivpron. der 1. Person von tsich): ich möchte
m. nützlich machen; ich wasche m.
Michaeli [mi<^'e:lil. Michaelis [...lis] <o. Art.; indekl.): svw.
t Michael tüsta«.
Michaelis-, Mjchaeb-: -fest, das: christliches Fest, das am
Michaelfijstag begangen wird; -ferien« die (landsch.):
Schulferien im Herbst; ^tag. der: Tag, der dem Erzengel
Michael geweiht ist (29. September).
Michel [micjl. der; -s. - [eigtl. = Kurzf. des m. Vorn.
Michael. 1541 in der Verbindung ..der teutsch Michel"
erstmals in den Sprichwortbüchern des dt. Dichters S.
Franck (1499-1542/43)1 (abwertend): 1. einfältig-naiver
Mensch; welch gewöhnlicher M. er war! (H. Mann. Unrat
30); *der deutsche Michel (Bez. für den
unpolitisch-weltfremden, etwas schlafmützigen Deutschen, den man leicht
hinters Licht führen kann). 2. Bez. für Deutscher; Mjchefc-
tag, der; -[eis. -e (landsch.): svw. t Michael [ijstag.
Micke ['mdcdl. die; -. -n [mniederd. mikke = Astgabel]
(nordd. veraltend): Gestell aus schräg gegeneinandergestell-
ten Hölzern.
Micker [mike], der od. das; -s. -In] [Hu.] (landsch.
veraltend): Fettschicht um die Eingeweide des Schlachtviehs;
<Zus.:> Mjckerfett, das (landsch.): svw. f Micker.
micklelrig [mik(d)n<;] <Adj.) [urspr. (osOniederd.. zu: mik-
kern = schwach (von Gestalt), zurückgeblieben sein] (ugs.
abwertend): im Vergleich zu anderen in Größe, Menge o. ä.
eigentlich zu klein, zu wenig, kümmerlich, zurückgeblieben
wirkend, zu geringe Ausmaße habend; ein kleiner, -er Kerl;
aus dem -en Gewächs wird nichts; seine -e Figur
bezeichnete sie als ..drahtig" (Hörzu 37. 1972. 18); -e Vorgärten;
ein -es Geschenk; außerdem nimmt sich ... ein einzeln
aus der Tasche gezogenes Flugblatt m. aus (Becker.
Irreführung 30); Ü außerdem gab es da so ein -es Echo (H.
Kolb. Wilzenbach 1S3); <Abl.:> Mjck[e]rigkeit, die; -.
Mickymaus ['miki'-l. die; - [nach engl.-amerik. Mickey Mou-
se. einer 1928 von dem amerik. Trickfilmzeichner u.
-Produzenten W. Disney (1901-1966) erfundenen Trickfflm-
u. Comicfigur]: lustige Figur in Gestalt einer Maus mit
menschlichen Eigenschaften in Trickfilmen u. Comics.
micro-, Micro-: tmikro-. Mikro-.
MMasohren [mi:das-] <P1.) [nach dem griech. Sagenkönig
Midas. dem Eselsohren wuchsen, weil er es gewagt hatte,
bei einem Sängerwettstreit sich als einziger Richter gegen
den Gott Apollo zugunsten von Pan zu entscheiden] (bil-
dungsspr.): Eselsohren (1).
Midder ['midcl. das; -s [Hu., viell. zu mniederd. middere
= Zwerchfell] (nordwestd.): Kalbsmilch.
Midgard ['mitgart], der; - [anord. miögarör, eigtl. = (die
Menschen) umgebender Wall, aus: miö = mittlere u. gar&r
= Wall. Zaun] (nord. Myth.): von den Menschen bewohnte
Welt; die Erde; <Zus.:)Mjdgattbdilaiue.die <o. PI.) (nord.
Myth.): im Weltmeer lebendes Ungeheuer, das Midgard
umschlingt (Sinnbild für das die Erde umgebende Meer).
midi [mi.di. midi] <Adj.; o. Steig.; nicht attr.) [wahrsch.
Phantasiebildung zu engl, middle = Mitte, geb. nach f
mini] (Mode): (von Mänteln, Kleidern, Röcken) bis zur Mitte
der Waden reichend; halblang; m. tragen; Ein Berliner
Modellhaus ... hat sein Programm ... aufm. ... eingestellt
(MM 11.4. 70. 57); Midi [-]. das; -s. -s <meist o. Art.)
(Mode): a) halblange Kleidung; Die Röcke bleiben kniefrei
... M. und Maxi sind aber im Spiel (Zeit 2. 8. 68. 38);
M. tragen; b) (von Mänteln, Kleidern, Röcken) Länge,
die bis zur Mitte der Waden reicht: Maxi gilt für Mäntel.
M. für Cocktailkleider.
Midi- (Mode): -kleid, das; -martel, der. -mode, die; -rock,
der.
Midinette [midinet]. die; -. -n [frz. midinette, wohl eigtl.
= Mädchen, das erst am Mittag (frz. midi) frühstückt
(weil es sehr lange ausgewesen ist)]: I. Pariser Modistin,
Näherin. 2. (früher abwertend) leichtlebiges Mädchen.
Midlife-crfeis[midlaif kraisis], die; - - [engl, mid-lifecriste]
<o. PI.) (bildungsspr.): (vor allem in bezug auf Mannen
Phase in der Mitte des Lebens, in der der Betroffene sein
bisheriges Leben kritisch überdenkt, gefühlsmäßig in Zweifel
zieht; Krise des Übergangs vom verbrachten zum
verbleibenden Leben.
Midahipman [mKtfipmdn], der. -s. ...men [...man; engl, mid-
shipman. nach der früher mittschiffs gelegenen
Unterkunft]: englischer od. nordamerikanischer Offiziersanwärter
der Marine.
mied [mi:t]: f meiden.
Mieder ['mixte], das; -s, - [älter. Müder, mhd. müeder =
die Brust und den Oberleib umschließendes
Kleidungsstück. Leibchen; Nebenf. von mhd. muoder. ahd. muodar
= Bauch]: 1. Teil der Unterkleidung für Frauen [aus
elastischem Material] mit stützender u. formender Wirkung. 2.
enganliegendes [ vorn geschnürtes], ärmelloses Oberteileines
Trachten- od. Dirndlkleids; ein enggeschnürtes M.; das
M. aufnesteln; Ihre vollen ... Brüste ... drohten das M.
zu sprengen (Hauptmann. Thiel 19).
Mjfider-: -hose, die: eine Art Höschen zum Unterziehen
aus elastischem Gewebe für Damen; -rock, der: Rock mit
einem breiten, enganliegenden xBund (2), der die Taille
betont; -Stäbchen, das: in das Mieder eingenähtes Stäbchen;
-waren <PL>: Unterkleidung mit stützender u. formender
Wirkung für Frauen.
Mief [mi.fl, der; -[e]s [urspr. wohl Soldatenspr.. wahrsch.
zu t 'Mufti (salopp abwertend): schlechte verbrauchte, stik-
kigeLuft (in einem Raum); in dem Zimmer ist ein
fürchterlicher M.; Ein M. von ... vielen, vielen Menschen ... hing
in den Räumen (Simmel. Stoff 62); besser warmer M.
als kalter Ozon (scherzh. kommentierende Entgegnung
auf Jmds. Bemerkung, daß in einem Raum die Luft schlecht
sei [u. man das Fenster öffnen sollel); Ü Es ist der M.
(die abstoßende, beschränkte Atmosphäre) der Kleinstadt
(Tucholsky. Werke I. 288).
Mkf-: -kiste, die (salopp): Bett; -koie, die (salopp): svw.
t^kiste; -Quirl, der (salopp scherzh.): Ventilator;
manchmal fiel der ..Miefquirr um (Richartz. Büroroman 110).
miefen [mi:fn] <sw. V.; hat) lzu TMiefl (ugs. abwertend):
schlechten, als unangenehm empfundenen Geruch verbreiten
deine Füße miefen; Dieses alte Weib ... mieft süßlich nach
Gesichtspuder (Imog. Wurliblume 75); <unpers.:> es mieft
Ü In ihrer sauberen Kinoküche mieft es (geht es spießig
zw. Welt 23.1.76.19);mkfig<Adj.):/iöeA Mief [riechend]
eine dunkle, -e Bar. hier riecht es ganz schön m.
miek[e]rig [mi:k(d)rKj] <AdJ.) (landsch.): svw. tmick[e]rig.
Miene [mr.na], die; -. -n [frz. mine. H.u.; viell. zu biet
min = Schnauze. Schnabel]: das in einer bestimmten
Situation bestimmte Gefühle ausdrückende Aussehen des Gesichts;
Gesicht sausdruck; seine M. hellte, klärte sich auf.
verdüsterte sich, veränderte sich blitzartig, verriet Unwillen;
eine freundliche, liebenswürdige, strahlende, ernste,
klagliche, eisige M. aufsetzen; eine gekränkte, saure (ugs..
verdrossene) M. machen, ziehen; eine zuversichtliche,
vergnügte M. zur Schau tragen; keine M. verziehen (sich
eine Gefühlsregung nicht anmerken lassen, sie nicht zeigen).
1780
Mieterin
ohne eine M. zu verziehen, ertrug sie den Schmerz; mit
unbewegter M. hörte er das Gerichtsurteil; etw. mit der
M. eines Oberlehrers tun; Spr mit frommen -n kann man
den Himmel nicht verdienen; *M. machen, etw. zu tun
(sich anschicken, etw. zu tun: erkennen lassen, daß man
gerade mit etw. beginnen will): Niemand machte M., sich
zu erheben (Remarque. Westen 63); gute M. zum bösen
Spiel machen (etw. Unangenehmes (scheinbar] gelassen
hinnehmen: etw. wohl od. übel geschehen lassen: viel), nach
frz. faire bonne mine ä mauvais jeu [mit Bezug auf das
Glücksspiel]); <Zus.:> Mienenspiel, das: das Ausdrücken
bestimmter Gefühle. Meinungen o.a. durch entsprechende
Veränderungen in der Mimik: ein lebhaftes M. haben.
Miere ['mi:rd]( die; -. -n [spätmhd. myer. mniederd. mir]:
(zu den Nelkengewächsen gehörende) in vielen Arten vor-
kommende Pflanze mit weißen, auch roten Blüten in
Trugdolden, die auch als polsterbildende Zierpflanze kultiviert wird.
mies lmi:s] <Adj.; -er. -este> Uidd. mis < hebr. me'is =
schlecht; verächtlich; widerlich] (ugs.): 1. (abwertend) in
Verdruß, Ärger\ Ablehnung hervorrufender Weise schlecht:
im Hinblick auf Art u. Beschaffenheit unter dem zu
erwartenden Niveau: -es Essen; ein -er Typ; er wurde in eine -e
Bruchbude einquartiert; die Neue Berliner Rundschau ist
ein -es Käseblatt (Kant. Impressum 204); er hatte -e Laune,
war in -er Stimmung; aus einer -en Situation das Beste
machen; die Bezahlung ist m.; das Programm der Pioniere
war m. einstudiert (Gerlach. Demission 223); der Chef
hat sich heute wieder m. benommen. 2. (nicht attr.) (im
Hinblick auf die gesundheitliche Verfassung) unwohl: Am
dritten Urlaubstag rutscht jeder auf ein Tief. Man fühlt
sichm. (BM 7. 3.74. 13).
mies, mies [mi:s mi:s] <Interj.>: Lockruf für die Katze;
"Mks.die; -, -en <Vkl. tMieschen) (landsch.): svw. TMiez.
Mieze (1); *Mies [-]. das; -es. -e [mhd. mies. ahd. mios.
Ablautform von TMoos] (südd.): Moor: Sumpf
mies-, Mj&- (tmies; ugs. abwertend): -machen <sw. V.;
hat): a) jmdn.. etw. schlechtmachen: über jmdn.. etw. nur
Nachteiliges. Abfälliges sagen: er muß immer alles m.;
b) die Freude an etw. nehmen: jmdm. etw. m.; -macher,
der: jmd.. der jmdn.. etw. schlechtmacht: Dies ist weder
das Werk von Pessimisten und -n. noch ... (MM 31. 12.
70.1); -macherei [...maxar^j], die; -: laß doch deine ewige
M.!
Mieschen [mi.scan], das; -s. - (landsch.): t'Mies.
Miese [mi:z3], die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) [zu tmies]:
1. (Jargon) Markstück: Es sei denn, für ein paar Storys
gibt'sein paar M. (Spiegel 38. 1977. 204). 2. <PI.) (salopp)
Minusbetrag: Defizit: ich habe ganz schön viel M. (viele
Minusstunden) auf der Stechkarte; * in den -n sein (1. das
Bankkonto überzogen haben. 2. / von bestimmten (Karten)-
spielenJ Minuspunkte haben): in die -n kommen (1. dabei
sein, sich zu verschulden. 2. beim [Karten)spiel Minuspunkte
bekommen).
Miesekitzdien ['mi:z»-]v das; -s. - [landsch. Kinderspr.):
TMiesekatze; Mksekatze. die; -. -n <Vkl. tMiesekätzchen)
(landsch. Kinderspr.): svw. tMiezekatze (1).
Miesepeter [mi:zH.der; -s. - [zu tmies; zum 2. Bestandteil
vgl. Heulpeter] (ugs. abwertend): jmd.. der ständig
unzufrieden u. übellaunig ist: miesepetfelrig [mi:zape:t(d)n<j] <Adj.)
(ugs.): verdrießlich: schlechtgelaunt: Nanu, was macht Ihr
denn für -e Gesichter? (Sebastian. Krankenhaus 50); Mie*
sigkeit [mr.zHjkftjt],die; - (ugs. abwertend): verabseheuens-
würdige Schlechtheit. Widerwärtigkeit: miese
Beschaffenheit: wenn deine M. nicht eben von so besonders
abstoßender Natur wäre (K. Mann. Wendepunkt 229); Miesling,
der; -s. -e [ugs. abwertend): Mensch von unangenehmem,
unsympathischem, laschem Wesen: dein Freund ist vielleicht
ein M.!
Miesmuschel [mi:s-]. die; -. -n [1. Bestandteil zu t2Mies.
also eigtl. = Moos-. Sumpfmuschel]: Muschel mit blau-
schwarzer Schale, die sich in großer Zahl an Steinen od.
Pfählen festsetzt u. eßbar ist: Pfahlmuschel.
Miesnik [mi:snik], der; -s, -s [aus tmies u. -nik (vgl. Kibbuz-
nik)] (salopp abwertend): svw. t Miesling.
mfct-, Mkt- ('Miete; vgl. auch: Miets-): -ausfall, der: das
Ausfallen der Miete: -auto, das: 1. Taxi. 2. auf Zeit
gemietetes Auto: -block, der <PI. ...blocke u. -s>: Häuserblock
mit Mietwohnungen: verlieren sich die Querstraßen in der
Monotonie abgewohnter -s (Zeit 6. 6. 75. 43); -einnähme,
die: Einnahme (1) aus Mieten: -erhähung, die; -ertrag.
der: Ertrag aus Miete/ nj: ^frei <Adj.; o. Steig.): m.
wohnen; -geld,das (veraltet): svw. t Miete; -gesetz.das: Gesetz,
das die Rechte u. Pflichten des Vermieters u. des Mieters
festlegt: -haus, das: t Mietshaus; -kaserne, die
(abwertend): tMietskaserne; -kauf, der (Wirtsch.): Mietvertrag,
bei dem der Vermieter dem Mieter das Recht einräumt,
innerhalb einer bestimmten Frist des Gemietete zu kaufen,
wobei die bis dahin gezahlte Miete ganz od. zum Teil auf
den Kaufpreis angerechnet wird: Leihkauf: -kontrakt, der:
svw. t ^vertrag; -Partei, die: Mieter einer bestimmten
Wohnung o.a. in einem Mietshaus: im Hause wohnen drei
-en; ^preis.der: svw. t Miete; -recht, das <o. PI.):
Gesamtheit der Gesetze, die Rechte u. Pflichten des Vermieters
u. des Mieters festlegen: -ruckstand, der: Rückstand in
bezug auf die Miete: -schuld, die: Verpflichtung zur Zahlung
einer Miete: -schulden <PI.>: Schulden aus noch nicht
bezahlter Miete: -Steigerung, die: svw. t^erhöhung;
-Streitigkeiten <PI.>: Auseinandersetzung zwischen Mieter u.
Vermieter: -Verhältnis, das (Amtsspr.): Verhältnis, das sich aus
dem Umstand ergibt, daß man etw. gemietet od. vermietet
hat: das M. lösen; im M. stehen (Mieter sein): ^vertust,
der: Verlust, der sich durch Mietausfall ergibt, dazu: ^ver-
histversichenins (Versicherungsw.); -vertrag, der: Vertrag
zwischen Mieter u. Vermieter über die Bedingungen der
Vermietung: -Vorauszahlung, die; -wagen, der: svw. t-auto
(2); Mveise <Adv.) (selten): gegen, zur Miete: Gewisse
... Maschinen ... wurden ... m. übernommen (Bund 13.
8.68.4); -wohnung, die: Wohnung, in der man gegen Miete
wohnt: -wucher, der (abwertend): das Fordern einer
unverhältnismäßig hohen Miete: -Zahlung, die: mit der M. im
Rückstand sein; -zins, der <P1. -e) (südd.. österr.. Schweiz.):
Miete: zwei Läden, die einen sehr ansehnlichen M.
abwarfen (Augsburger Allgemeine 29. 4. 78. XXVIII).
'Miete [mi:to]. die; -. -n [mhd. miet[e]. ahd. miata]: 1.
(bes. von Wohnungen o.a.) Preis, den man für das 1Mieten
von etw. zahlen muß: Geldbetrag für das vorübergehende
Benutzen, den Gebrauch bestimmter Einrichtungen.
Gegenstände: eine hohe, überhöhte, niedrige M. für ein Zimmer,
eine Wohnung; kalte M. (ugs.; Miete ohne Heizungskosten)'.
warme M. (ugs.; Miete einschließlich Heizungskosten): die
M. ist fällig, gestiegen; die M. für das Geschäft läuft
weiter; die M. bezahlen, vorauszahlen, kürzen, überweisen,
schuldig bleiben; R das ist schon die halbe M. (etw. ist
schon fast gewonnen: das bedeutet, daß man schon halb
am Ziel ist). 2. <o. PI.) das 'Mieten: Kauf ist kaum teurer
als M.; bei Jmdm. zur M. wohnen (Mieter sein).
*Miete [-]. die; -. -n laus dem Niederd. < mniederl. mite
= aufgeschichteter Heu- od. Holzhaufen < lat. meta
= kegelförmige Figur, kegelförmig aufgeschichteter
Heuhaufen] (Landw): a) mit Stroh. Erde abgedeckte Grube,
in der Feldfrüchte o. ä. zum Schutz gegen Frost aufbewahrt
werden: eine M. anlegen, öffnen; die Rüben in die M.
legen; b) svw. t Feime.
'mieten ['mi:tnf <sw. V.; hat) [mhd. mieten, ahd. mietan]:
1. (bes. von Wohnungen o.a.) gegen Bezahlung das Recht
haben, bekommen, das Eigentum eines anderen zu benutzen:
ein Haus, eine Wohnung, einige Räume, ein Boot, ein
Auto, ein Klavier m.; er mietete sich, seinem Sohn für
vier Wochen eine Hütte in den Bergen; Das Haus, in
dem ich gemietet hatte (Th. Mann. Krull 264). 2. (veraltet)
gegen Bezahlung. Lohn vorübergehend in Dienst nehmen:
(er) ... entließ die gemieteten (gegen Entgelt in Dienste
genommenen) Treiber und Führer (Lenz. Suleyken 147).
knieten [] <sw. V.; hat) [zu T2Miete] (Landw., landsch.):
svw. t ^einmieten.
Mieter [mi:ti?], der; -s, -: jmd.. der etw. gemietet hat: ein
ruhiger, ordentlicher M.; dem M. der Wohnung kündigen.
Mieter-: -ausschuB. der: Ausschuß (2). der die Interessen
eines bestimmten Kreises von Mietern vertritt: -initiative,
die: Zusammenschluß von Mietern eines Hauses, einer
Straße o. ä. mit dem Ziel, durch gemeinsames Handeln u.
Information der Öffentlichkeit dem Vermieter gegenüber
bestimmte Forderungen durchzusetzen: -mitverwaltung, die
(DDR): Einbeziehung der Mieter in die Verwaltung von
Häusern u. Wohnungen: -schütz, der: gesetzlich geregelter
Schutz des Mieters vor willkürlichen Maßnahmen des
Vermieters, dazu: -Schutzgesetz, das; -Selbstverwaltung, die
(DDR): Verwaltung eines Wohnhauses durch die Mieter
selbst: -Versammlung, die: eine M. einberufen.
Mieterin, die; -. -nen: w. Form zu t Mieter.
1781
Mietling
Mktling« der; -s. -e [b: mhd. (md.) miet(e)linc]: a)
(abwertend, selten) männliche Person, die sich für entsprechende
Vergünstigungen o. ä. bereit findet, eines anderen
[politische] Ziele, Interessen zu vertreten: Verächtliche -e des
Faschismus (Leonhard, Revolution 25); b) (früher) Knecht,
Dienstbote o.a.: Wie erstaunte Joseph .... als er in dem
M. ... den ... erkannte, der ihn ... von Schekem nach
Dotan geführt (Th. Mann. Joseph 701).
Mkts- (vgl. auch: miet-, Miet-): ^haus, das: [größeres]
Wohnhaus, in dem man zur Miete wohnt: ^kaserne. die
(abwertend): großes Mietshaus [ohne architektonischen
Schmuck] (als Teileines größeren Häuserkomplexes):
endlose, schreckliche -n (Fallada. Mann 123).
Mktling, die; -. -en [zu t'Miete] (selten): das lMieten von
etw.: hohe Unkosten Tür die M. des Auslieferungslagers
(DM45. 1965. 4).
Miez ['mi:tßl, die; -. -en (fam.): svw. tMieze (1); Miezchen
['mi:$99n], das; -s. - (fam.): tMieze; Mieze [mi:t^l. die;
-. -n [aus dem Lockruf mi (-mi-mi)l <Vkl. T Miezchen):
1. (fam.) Kosewort für Katze. 2. (salopp) junges Mädchen,
Frau (vor allem im Hinblick auf ihre geschlechtsspezifische
Rolle): Elenore: Na. glauben Sie. ich laß mich von einer
kleinen M. aus dem Feld schlagen? (Praunheim. Sex 95);
wenn ich keine -n hatte, ja. da bin ich da hingegangen
(Schmidt. Strichjungengespräche 183); <Zus.:> Mkzekätz-
dien, das. Mkzekatze, die: 1. (fam.) Kosewort für Katze.
2. (salopp) svw. T Mieze (2).
Mignon [mm'jö:. mmjö], der; -s. -s [frz. mignon. zu afrz.
mignot = zierlich] (veraltet): 1. Liebling, Günstling. 2.
frz. Bez. Tür Kolonel: Mignonette [mmjonet]. die; -. -s
[frz.mignonette.eigtl. Vkl. von: mignon. T Mignon]:
schmale, feine Spitze aus Zwirn: Mignonfassung, die: Fassung
(1 b) für kleine Glühlampen: Mignonne [mmftn], die; -,
-s [frz. mignonne] (veraltet): Liebchen.
Migräne [migrans], die; -. -n [frz. migraine, zu lat. he-
micränia < griech. hemikrania = halbseitiger
Kopfschmerz]: starke, meist an einer Seite des Kopfes auftretende
Schmerzen (oft mit Erbrechen u. Sehstörungen): M. haben;
an M. leiden; <Zus.:> Migrftneanfall, der; Migrinestift,
der (berlin. scherzh.): Gummiknüppel.
Migration [migra tßio:n], die; -. -en [lat. migrätio = (Aus)-
wanderung zu: migräre = wandern, wegziehen] 1. a) (Biol..
SozioI.): Wanderung od. Bewegung bestimmter Gruppen von
Tieren od. Menschen, die mit einem Wechsel der Umwelt
verbunden ist: b) (Soziol.) Wechsel des Wohnsitzes. 2.
(Geol.) das Wandern bestimmter Stoffe, bes. von Erdöl,
in porösem od. klüftigem Gestein: migrieren [mi'gri:ren]
<sw. V.; hat) Dat. migräre] (Fachspr.): wandern (z. B. von
tierischen Parasiten beim Wirtswechsel).
Mijnheer [md'ne:g]. der; -s. -s [niederl. mUnheer = mein
Herr]: scherzh. Bez. für Holländer.
'Mikado [mi'ka:do], das; -s. -s [Jap. mikado = frühere
Bez. für den jap. Kaiser, eigtl. = erhabenes Tor; das
Spiel ist nach dem Stäbchen mit dem höchsten Zahlenwert
benannt]: Geschicklichkeitsspiel, bei dem dünne, lange,
verschieden bewertete Holzstäbchen durcheinandergeworfen
werden u. dann jeweils ein Stäbchen aus dem Gewirr heraus-
gezogen werden muß, ohne daß ein anderes sich bewegt:
<Zus.:) MQtgdostäbchen, das: einzelnes Stäbchen des'
Mikados: Mikado [-]. der; -s. -s: das Stäbchen im lMikado
mit dem höchsten Wert.
Mko['mi:ko].der; -. -s (ugs): Kurzwort für t
Minderwertigkeitskomplex.
mütr-.Mikr-: Tmikro-. Mlkro; Mikrat [mikra:t]. das; -(e]s.
-e [Kunstwort] (Dokumentation. Informationst.): sehr
stark verkleinerte Wiedergabe einer Schrift- od. Bildvorlage
(etw. im Verhältnis 1:200): 'Mikro [mi.kro], das; -s. -s:
Kurzf. von TMikrophon; faikro [-]. die; -: genormter
kleinster Schriftgrad für Schreibmaschinen: mikro-, 'Mikro-.
(vor Vokalen meist:) mikr-, Mikr- [mikrto)-; griech. mi-
krös] <Best. in Zus. mit der Bcd.): klein, fein, gering (z. B.
mikroskopisch. Mikroskop; Ggs.: makro-, Makro-); *Mi-
kro- [-] (Physik): <Best. in Zus. mit der Bed.): ein Millionstel
(der betreffenden Einheit) (z.B. Mikrofarad; Zeichen: \z
Ggs.: 2Mega-): Mikroanalyse [auch: mi:kro], die; -. -n
(Chemie): chemische Analyse, bei der nur sehr geringe
Substanzmengen (meist weniger als 10mg) eingesetzt
werden (Ggs.: Makroanalyse); Mikroaufnahme, die; -. -n: svw.
t Mikrofotografie (2); Mikrobe [mi'kro:bo].die; -. -n (meist
PI.) [frz. microbe. zu griech. bios = Leben]: svw. t
Mikroorganismus; mikrobiell [mikro'biel] <Adj.; o. Steig.)
(Biol., Med.): a) die Mikroben betreffend: b) durch
Mikroben hervorgerufen, erzeugt: MOtrobiolofle [auch: mi:kro-|.
der; -n, -n: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Mikrobiologie: Mfltrobiologk [auch: mi:kro-]. die; -: Wissenschaft
von den Mikroorganismen: Mltrobion [mi'kro:bjpn], das;
-s. ...ien [...Jan; zu griech. bioün = leben] <meist PL):
svw. t Mikroorganismus; Mflcrochemk [auch: 'mi.kro-].
die; -: Zweig der Chemie, der die Analyse kleinster
Substanzmengen zum Gegenstand hat: vgl. Mikroanalyse; Mikrochir-
urgfc [auch: mi:kro-|. die; - (Med.): Teilgebiet der
Chirurgie, auf dem man sich mit Operationen (z. B.
Augenoperationen) unter dem Mikroskop befaßt: Mikrocomputer, der.
-s. -: in extrem miniaturisierter Bauweise hergestellter
Computer: Mjkrodokumentation, die; -. -en (Dokumentation.
Informationst.): Verfahren zur raumsparenden Archivierung
von Schrift- od. Bilddokumenten durch ihre fotografische
Reproduktion im stark verkleinerten Maßstab: Mikroelek-
tronlt [auch: mi:kro-]. die; -: moderner Zweig der
Elektronik, der den Entwurf u. die Herstellung von integrierten
elek ironischen Schaltungen mit hoher Dichte der sehr k leinen
Bauelemente zum Gegenstand hat: Mikrofarad, das; -[s|.
- [zu T2Mikro- u. t Farad] (Physik): ein millionste! Farad:
Zeichen: |iF; Mikrofiche [...Tr.J. auch: mi:kro-], das od.
der; -s. -s [frz. microfiche. zu frz. Piche = Karteikarte]
(Dokumentation. Informationst.): Mikrofilm mit
reihenweise angeordneten Mikrokopien: Mikrofilm, der; -[e]s. -e
(Dokumentation. Informationst.): Film mit Mikrokopien:
Mikrofon: tMikrophon; Mikrofotografie, die; -. -n [...i:an]:
1. <o. PI.) fotografisches Aufnehmen mit Hilfe eines
Mikroskops. 2. mit Hilfe eines Mikroskops gemachte fotografische
Aufnahme: Mflcrögamet [auch: mi:kro-], der; -en. -en
(Biol.): kleinere u. beweglichere männliche Geschlechtszelle
bei niederen Lebewesen (Ggs.: Makrogamet); Mikrokarte,
die; -, -n (Dokumentation. Informationst.): Karte aus
Fotopapier, auf der Mikrokopien reihenweise angeordnet sind:
mikrokephal [...ke'fa:!] usw.: T mikrozephal usw.;
Mikroklima, das; -s. -s u. ...mate [...kli'ma:td]: svw. tKleinklima;
Mikrokopk. die; -. -n [...i:an] (Dokumentation.
Informationst.): stark verkleinerte, nur mit Lupe o. ä. lesbare
fotografische Reproduktion von Schrift- od. Bilddokumenten:
mikrokopkren <sw. V.; hat) (Dokumentation.
Informationst.): eine Mikrokopie anfertigen: mfltrokQsmbch [auch:
mi:kro-] <AdJ.; o. Steig.): den Mikrokosmos betreffend:
zum Mikrokosmos gehörend (Ggs.: makrokosmisch);
Mikrokosmos, Mikrokosmus [auch: 'mi:kro-]( der; -: 1. (Biol.)
die Welt der Kleinlebewesen. 2. (Philos.) die kleine Welt
des Menschen als verkleinertes Abbild des Universums (Ggs.:
Makrokosmos). 3. (Physik) mikrophysikalischer Bereich.
mikrokristallin, (veraltend:) mikrokristallinisch <Adj.; o.
Steig.): (von Gesteinen) aus sehr kleinen Kristallen
bestehend (Ggs.: makrokristallin); MOtrolitti [...'li:t. auch:
...lit], der; -s u. -en. -e[n] [t-lith]: 1. (Geol.) mikroskopisch
kleiner Kristall, bes. als Einschluß in bestimmten
Gesteinen. 2. (Prähistorie) für das Mesolithikum
kennzeichnendes kleines, behauenes Feuersteingerät: Mikromank* die;
-, -n [...i:an] (Psych.): depressive, wahnhafte
Unterschätzung der eigenen Person: Mikrometer, der od. das; -s,
- [zu t2Mikro- u. t-meter]: ein millionstel Meter: Zeichen:
Mm; <Zus.:> Mtkrometerschraube, die: svw. T Meßschraube;
Mikron [mi.kron].das; -s. - (veraltet): Mikrometer: Abk.:
My: Zeichen: in MjkronährstofT, der; -[e]s. -e <meist PI.):
svw. tSpurenelement (Ggs.: MakronährstofO; Mikroöko-
nomk. [auch: mi:kro-]. die; - (Wirtsch.): Teilgebiet der
Wirtschaftstheorie, dessen Gegenstand die Untersuchung
einzelner wirtschaftlicher Phänomene ist (Ggs.:
Makroökonomie); mikrotikongmisch [auch: mi:kro-] <Adj.; o. Steig.)
(Wirtsch.) (Ggs.: makroökonomisch); Mikroorganismus
[auch: mi:kro-]. den -. ...men <meist PI.) (Biol.):
mikroskopisch kleiner, einzelliger pflanzlicher od. tierischer
Organismus (z.B. Bakterie); Mikrophaae [...Taiga], der; -n. -n [zu
griech. phageln = essen, fressen] (Zool.. Med.): svw.
tMikrozyt (Ggs.: Makrophage); Mikrophon, (eindeutschend
auch:) Mikrofon [...fo:n]. das; -s, -e [engl, microphone.
urpsr. Bez. für Lautsprecher]: Gerät, durch das eine Rede.
Musik usw. auf ein Tonbandgerät od. über einen
Lautsprecher übertragen werden kann: auf der Bühne steht ein
M.; vor dem Fernsehauftritt wurde ein M. an seinem
Jackett befestigt; ins M. sprechen, vor dem M. stehen;
mikrophonisch [...fo:niI] <Adj.; o. Steig.): 1. schwach-, fein-
1782
milch-, Milch-
stimmig. 2. das Mikrophon betreffend, zum Mikrophon
gehörend: Mikrophotographie: tMikrofotografie; Mikrophysik
[auch: *mi:kro-]. die; -: Teilbereich der Physik, in dem
man sich mit dem atomaren Aufbau der Materie befaßt
bzw. ihn mit berücksichtigt(Ggs.: Makrophysik);
mikrophysikalisch [auch: mi:kro] <Adj.; o. Steig), die Mikrophysik
betreffend: MjkroprSparat, das; -[eis. -e (Bot.. Zool.): zur
mikroskopischen Untersuchung angefertigtes botanisches od.
zoologisches Präparat: Mikroprozessor [...pro't$£S3r. auch:
...so:g], der; -s. -en [...'so:ran; engl, microprocessor]
(Technik): standardisierter Baustein eines Mikrocomputers, der
Rechen- u. Steuerfunktion in sich vereint: Mikroskop
[...'sko:pl. das; -s, -e [zu griech. skopein = betrachten.
(be)schauen]: optisches Gerät, mit dem man sehr kleine
Objekte aus geringer Entfernung stark vergrößert sehen
kann: eine Bakterienkultur durch das M. betrachten, unter
dem M. untersuchen; ins M. sehen; mit dem M. arbeiten;
Mikroskopie [...sko'pi:]. die; - (Fachspr): Gesamtheit der
Verfahren zur Beobachtung von kleinen Objekten mit Hilfe
desMikroskops:m9Lroskooierenl..skop\:r^n]<sw. V.; hat)
(Fachspr.): mit dem Mikroskop arbeiten: mikroskopisch
[...'sko.pijl <Adj.; o. Steig.): 1. nur mit Hilfe des Mikroskops
erkennbar. 2. verschwindend klein, winzig. 3.a) die
Mikroskopie betreffend: b) mit Hilfe des Mikroskops: MOcrosmat
[mikros'ma:t], der; -en. -en [zu griech. osme = Geruchl
(Biol.): Tier mit schlecht entwickeltem Geruchssinn (Ggs.:
Makrosmat); Mikrosoziologfe [auch: mi:kro], die; -:
Teilbereich der Soziologie, in dem kleinste soziologische Gebilde
unabhängig von gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen
untersucht werden (Ggs.: Makrosoziologie); Mikrospore,
die; -. -n <meist PI.) (Bot.): kleine männliche Spore einiger
Farnpflanzen, Kleinspore (Ggs.: Makrospore); Mikrosporie
[...spo'ri:]. die; -. -n [...i:an] (Med.): durch Pilze
hervorgerufene Erkrankung der behaarten Kopfhaut:
Kleinsporenfleckte: Microtom [...to.ml. der od. das; -s. -e [zu griech. tome
= das Schneiden. Schnittl (Fachspr., bes. Biol.. Med):
Präzisionsgerät zur Herstellung feinster Schnitte von
biologischen u. anderen Objekten für mikroskopische
Untersuchungen: Mikrowellen<PI.)(Elektrot.): elektromagnetische
Wellen mit Wellenlängen zwischen 10 cm u. 1 mm, die bes. in
der Radartechnik, zur Wärmeerzeugung u. a. eingesetzt
werden <Zus.:> Mikrowellengerät, das. Mikrowellenherd, der:
Gerät zum Auftauen, Erwärmen, Garen od. Grillen von
Speisen in wenigen Minuten mit Hilfe von Mikrowellen: Mjkro-
wellentherapie, die; -. -n [...i:dn] (Med.): Anwendung von
Mikrowellen bei der Behandlung entzündlicher u.
rheumatischer Muskelerkrankungen: Mikrozensus, der. -. -
(Statistik): (von der amtlichen Statistik in der Bundesrepublik
Deutschland seit 1957) vierteljährlich durchgeführte
Erhebung über den Bevölkerungsbestand: mikrozephal J.tße fa:l]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech. kephale = Kopf)
(Med.): einen abnorm kleinen Kopf aufweisend (Ggs.: ma-
krozephal); Mikrozephale, der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete) (Med.): jmd., der einen abnorm kleinen Kopf
hat (Ggs.: Makrozephale); Mikrozephalie [...fa'li:]. die; -.
-n [...i:an] (Med.): abnorme Kleinheit des Kopfes (Ggs.:
Makrozephalie); Mikrozyt [...'t$y:t]. der; -en, -en <meist
PI.) [zu griech. ky tos = Höhlung, Wölbung] (Med.): oft/iarm
kleines rotes Blutkörperchen.
Milan ['mi:lan. auch: mi'la:n], der: -s. -e [frz. milan <
provenz.milan. über das Vlat. zu lat. miluusl: in
verschiedenen Arten vorkommender dunkel- bis rotbrauner Greifvogel
mit langen, schmalen Flügeln u. einem langen, gegabelten
Schwanz: Roter M. (tGabelweihe); Schwarzer M. (Milan
mit dunkler Färbung u. schwach gegabeltem Schwanz).
Milbe [milbo]. die; -. -n [mhd. milwe. ahd. mil[i)wa. eigtl.
= mehl-, staubmachendes Tier]: in zahlreichen Arten
vorkommendes [parasitäres od. blutsaugendes], meist winziges
[gefährliche Krankheiten übertragendes] Ungeziefer mit
blassem, ei- od. wurmförmigem Körper: milbig ['milbig]
<AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): a) voller Milben: b) wie eine
Milbe aussehend.
Milch [mil$], die; -. (Fachspr.:) -e[n] [mhd. milch, ahd.
miluh; 5: wohl nach engl, milk]: l.a) (durch Melken von
Kühen, seltener von Ziegen, gewonnene) weiße Flüssigkeit,
die als wichtiges Nahrungsmittel, bes. als Getränk verwendet
wird: kalte, warme, gekochte, frische, saure, dicke,
kondensierte M.; gestandene M. (f gestanden 3); die M. der
frommen Denkart (tDenkart b); die M. kocht, gerinnt, wird
sauer, ist übergelaufen, ist angebrannt; Kühe geben M.;
-e mit hohem Anteil an pflanzlichem Eiweiß; heiße M.
mit Honig trinken; M. in den Kaffee gießen; die M.
anwärmen, erhitzen, abkochen, entrahmen; Kaffee mit M.; den
Teig mit M. anrühren; Ü ein Land, darin M. und Honig
fließt (bibl. [vgl. 2. Mos. 3, 8]; ein sehr fruchtbares, reiches
Land): * aussehen wie M. und Blut (ein sehr gesundes, frisches
Aussehen haben: seit ältester Zeit bes. in der Literatur
gebr. Sinnbild der weiblichen Schönheit, in Anspielung
auf die als vornehm erachtete Blässe der Haut u. das
Rot der Lippen od. das Rot des Blutes); nicht viel in
die M. zu brocken haben (nordd.; bescheiden leben, arm
sein)', b) in den Milchdrüsen von Frauen od. bestimmten
weiblichen Säugetieren nach dem Gebären sich bildende,
weißliche, nahrhafte Flüssigkeit, die von dem Neugeborenen
(xJ. Jungen durch Saugen an den Brüsten bzw. am Euter
als Nahrung aufgenommen wird: sie konnte das Kind nicht
stillen. weil sie zu wenig M. hatte. 2. milchiger Saft
bestimmter Pflanzen: die M. des Löwenzahns, der Kokosnuß. 3.
weißlicher, sahnig-breiiger Samen der Keimdrüse des
männlichen Fisches. 4. (von Tauben) käsige Masse, die sich
als Nahrung für die Jungen im Kropf bildet: Kropf milch.
5. kosmetisches Präparat aus milchiger Flüssigkeit.
mjlch-, Mjkh-: ^abscheider, der: svw. -Zentrifuge; -auto,
das: Auto, das Milch (1 a) transportiert: ^bar. die: kleineres
Lokal, in dem vor allem Milchspeisen u. -getränke, bes.
Milchmixgetränke u. Speiseeis, angeboten werden: -bart,
der [nach den hellen ersten Barthaaren] (leicht abwertend):
junger, unerfahrener Mann: -bäum, der: svw. f Kuhbaum:
-becher, der: Trinkbecher für Milch: -bonbon, der od.
das: aus Milch (1 a) u. Sahne hergestellter Bonbon: ^brät-
ling, der [nach dem milchigen Pflanzensaft]: svw. f Bratling;
^brei. der: Brei, der hauptsächlich mit Milch (1 a) zubereitet
wird: ^brötchen. das: Brötchen, dessen Teig mit Milch
angerührt ist: ^broder. der (veraltet): männliche Person, die
als Säugling gleichzeitig mit einem von anderen Eltern
stammenden Säugling dieselbe Amme gehabt hat: -brustgang.
der (Med.): meist in der Brusthöhle verlaufendes
Lymphgefäß bei Menschen u. Säugetieren, das milchige Lymphe
aus der unteren Körperhälfte aufnimmt: -diät, die: Diät,
bei der Mi Ich [ Produkte] die Hauptnahrung sind: -drüse,
die: a) milchgebende Drüse der Frauu. bestimmter weiblicher
/ SäugeJtiere: b) svw. f Brust (2); c) svw. t Euter; d) svw.
t Bries; -ekner, der: svw. t Melkeimer; ~eis. das:
hauptsächlich aus Milch (1 a) hergestelltes Speiseeis; -ehveiß, das
(Biol.): Eiweiß in der Milch (1); -fabrik, die (salopp): Brust
(2); -fett, das: -flasche, die: a) Flasche mit Gummisauger
für Säuglinge: b) Flasche, in die Milch (1 a) [für den
Verkauf] abgefüllt wird: -flip.der: Milchmixgetränk aus Milch,
Eiu. Alkohol: -fhiß, der (Med.): svw. tGalaktorrhö; -frau,
die (ugs.): vgl. -mann; -gebend <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: (bes. von Kühen u. Ziegen) die Eigenschaft habend,
Milch zu erzeugen: -gebirge, das (salopp scherzh.): großer,
üppiger Busen (1); -gebiB, das: die ersten Zähne eines Kindes
(od. jungen Säugetiers), die nach einer bestitnnuen Zeit
nach u. nach ausfallen: -gefäß, das: vgl. -becher; -geschäft,
das: 1. Geschäft (2 b). in dem vorwiegend Milchprodukte
verkauft werden. 2. (salopp) Brust (2); -gesdiwister <P1.>:
vgl. -bruder; -gesiebt, das: 1. (leicht abwertend) svw.
t^bart. 2. zartes, blasses Gesicht: -getränk, das: svw.
t-mixgetränk; -glas, das: 1. dickeres weißliches Glas (1),
durch das man nicht hindurchsehen kann. 2. vgl. ^becher,
zu 1: -glasscheibe, die; -grind, der: svw. t-schorf;
-hindier, der; -haut, die: dünne Haut (2 b) auf gekochter Milch:
^liof. der (früher): Sammel- u. Prüfstelle für Milch: -kaffee,
der: Kaffee mit viel Milch (1 a); -kalb, das: Kalb, das
noch gesäugt wird: -kännchen, das: Kännchen für Milch,
die man in die Kaffeetasse o. ä. gießt: -kanne, die: a) große
Kanne, in der Milch (1 a) transportiert wird: -n verladen;
b) Kanne, in der Milch geholt wird: eine M. für zwei Liter;
-kost, die: Nahrung, die viel Milch enthält: -kuh, die:
Kuh, die bes. wegen der Produktion von Milch gehalten
wird: -kur, die: vgl. -diät; -laden, der: vgl. -geschärt
(1. 2); -leistung, die: bestimmte Menge Milch, die eine
od. mehrere Kühe o. ä. in einer bestimmten Zeit abgeben:
Kühe mit hoher, geringer M.; -mädchen, das: vgl. -mann,
dazu: -midchenrechnung, die [nach einer Fabel des frz.
Dichters J. de Lafontaine (1621-1695). in der sich ein
Milchmädchen viel Geld aus dem Verkauf seiner Milch
erträumt. Pläne macht, aus Vorfreude zu hüpfen beginnt
u. dabei die ganze Milch verschüttet] (spött.): Rechnung,
1783
milchen
Erwartung, die au) Trugschlüssen. Illusionen o. ä. aufgebaut
ist; Miiann.der(ugs.): Mann,der Milch/Produkte/ ausfährt,
austrägt od. in einem Milchgeschäft verkauft: ^messer. der:
svw. fGalaktometer; Mnischgetränk. das: svw. Kmixge-
tränk; Mnixgetränk, das: hauptsächlich aus Milch
hergestelltes Mixgetränk; ^nflhrschaden, der: Ernährungsstörung
bei Säuglingen; -napf, der: vgl. -becher. ^panscher. der
(abwertend): jmd.. der Milch mit Wasser verdünnt u. sie
ab vollwertig zum Verkauf anbietet; -Produkt, das: aus
Milch gewonnenes Nahrungsmittel; ^pulver, das: svw.
tTrockenmilch: -pumpe, die: Gerät zum Abpumpen der
Muttermilch; -reis, der: in Milch gekochter Reis; -reizker,
der. svw. f Reizker; -saft, der: svw. t Milch (2); -säure,
die (Chemie): organische Säure, die unter Einwirkung von
Bakterien aus Milch- od. Traubenzucker entsteht, dazu:
-sAurebakterien <PI.>; -sdiaf, das: vgl. -kuh; -Schleuder,
die: svw. t-Zentrifuge; -Schokolade, die: Schokolade mit
besonders hohem Anteil an Milch; -schorf, der: krustiger
Ausschlag im Gesicht von Säuglingen, die ausschließlich
u. im Übermaß mit Milch ernährt werden; -schwamm, der
[1: nach dem milchigen Pflanzensaft]: 1. svw. f Bratling.
2. (landsch.) Sahne. Rahm; -fldiwester, die: vgl. -bruder.
-sehe, die. (auch:) -seiher, der (Landw.): Tuch od. Sieb
zum Durchseihen der frisch gemolkenen Milch; ^speise,
die: Speise, die hauptsächlich aus Milcht Produkten]
hergestellt ist; -spendend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: svw.
t-gebend; -Stauung, die: Stauung der Milch in der
weiblichen Brust (z.B. wenn der Säugling nicht genügend
trinkt); -Stern, der: [zu den Liliengewächsen gehörende)
in vielen Arten vorkommende Pflanze mit sternförmigen,
meist weißen Blüten, die auch als Zierpflanze kultiviert
wird; -stich, der: milchige Trübung von Wein, der dadurch
nicht mehr genießbar ist; -Straße, die: aus sehr vielen Sternen
bestehender, breiterer, heller Streifen am Himmel; Galaxis
(a). dazu: -straßensystem, das (Astron.): svw. f Galaxie;
-stuhl, der (Med.): goldgelb gefärbter Stuhl eines Säuglings;
-suppe,dle: vgl. t-brei; -topf, der: vgl. -becher; -treibend
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: die Sekretion von Muttermilch
fördernd: -e Mittel: -tuch, das: svw. t^seihe; -tüte, die:
verschlossene Tüte aus festem, undurchlässigem Material,
in der Milch zum Verkauf angeboten wird; -Untersuchung,
die: Untersuchung der Milch im Hinblick auf Qualität.
Fettgehalt, Keimfreiheit o.a.; -vieh, das: vgl. ^kuh; -waaae,
die: Aräometer zur Untersuchung von Milch; -wagen, den
vgl. -auto; -weiß <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: einen weißen
Farbton besitzend, der ins Bläuliche spielt: -e Haut; ein
-es Gesicht; -Wirtschaft, die: Erzeugung u. Verarbeitung
von Milch; -zahn, der: Zahn vom Milchgebiß (ersten
Gebiß): bei dem Baby brechen schon die Milchzähne durch;
-zentriftiae, die: Gerät, das durch Schleudern der Milch
Rahm u. Magermilch voneinander trennt; -zfc»e, die: vgl.
^kuh; -zucker, der (Chemie): bestimmte Zuckerart. die
in der Milch als Hauptbestandteil enthalten ist; -zyste,
die: Zyste in der weiblichen Brust.
Wichen ['mil^n] <sw. V.; hat) [zu T Milch] (landsch.): Milch
geben: ein milchendes Rind; Ü Meine Mittel erlauben es
mir .... die Kunst nicht zur milchenden Kuh werden zu
lassen (Seidel. Sterne 39).
Wichen [-] <Adj.; o. Steig.; nur attr.): aus Milch bestehend:
■Milcher ['mik^L der; -s - [2: spätmhd. milche(ne)r]: 1,
svw. TMilchling (1). 2. svw. TMilchner; *Milcher [-). der;
-s, - (landsch.): svw. T Melker; Mikherin, die; -, -nen: w.
Form zu t2Mliehen milchig <Adj.; Steig, ungebr.)
[spätmhd. milchecht]: l.wieMilch aussehend; eine
weißlichtrübe Farbe besitzend: eine -e Brühe. Flüssigkeit. 2. zart
u. von heller Farbe (in bezug auf etw., was erst im Anflug
vorhanden od. noch jung ist): der -e Ansatz eines Bartes;
Milchling [mikjlml. der; -s, -e: 1, eßbarer Blätterpilz mit
meist weißem Milchsaft u. trichterförmigem Hut. 2.
(landsch.) svw. T Milchner; Milchner ['mü^neL der; -s. -
(Zool.): [geschlechtsreiferI männlicher Fisch.
mild[milt],(präd.u.adv.auch:)milde [mildd] <Adj.; milder,
mildeste) [mhd. milde; ahd. mihi, urspr. = zerrieben;
fein, zart; zu Tmahlen]: l.a) sich durch tolerante Gesinnung,
durch Mitgefühl. Verständnis o. ä. auszeichnend; gütig, nicht
streng, nicht hart: ein -er Richter. Herrschen das Urteil
ist sehr mildle], ist mildle] ausgefallen; die Obrigkeit, welche
wie häufig zu milde gewesen war (Gaiser. Jagd 82); man
ist sehr mildle] gegen ihn vorgegangen; Ü Wie milde ist
unser Beil gegen die Folter, die er erdulden mußte (Weiss.
Marat 36); b) verzeihendes Verständnis für die Schwächen
des Gegenübers zeigend: nachsichtig: er fand trotz allem
-e Worte; jmdm. -e Vorwürfe. Vorhaltungen machen; der
Geistliche sagte in -em Ernst (L. Frank. Wagen 48); ..Papa
ist immer milde11, hatte Senhora Pia zu Recht geäußert
(Th. Mann. Krull 408); ich konnte ihn nicht -er stimmen;
etw. mildle] mahnend sagen; er erklärte, sagte ihm mildle].
daß es besser sei zu antworten; c) freundlich im Wesen
od. im Benehmen u. frei von allem Schroffen. Verletzenden:
(der Geistliche) war ein -er älterer Herr (Schnurre. Fall
5); einmal schien er milde und weich, dann abweisend
und schroff* (Jens, Mann 36); Seine Stimme war mild und
recht angenehm (Th. Mann. Tod 73); mildle] lächeln. 2.a)
keine extremen Temperaturen aufweisend; nicht rauh: das
-e Klima der Insel; -e (linde) Luft; eine Klimazone mit
heißen Sommern und -en Wintern; -es Herbstwetter; ein
Zustrom -er (nicht kalter) Meeresluft; der Abend, dte
Nacht war mildlel; die Sonne schien mildle]. fast kraftlos;
es soll wieder-er werden (die Temperatur soll sich mildern) ;
b) nicht grell u. kontrastreich; gedämpft, sanft: das -e Licht
der Kerzen: mildle] leuchten, schimmern. 3.a) (bes. von
Speisen o.a.) nicht stark gewürzt, nicht scharf; nicht sehr
kräftig od. ausgeprägt im Geschmack: -e Speisen; ein -er
und bekömmlicher Kaffee; ein -er Kognak (Kognak, der
nicht scharf ist, der beim Trinken nicht im Rachen brennt);
-er Tabak (Tabak, der beim Rauchen nicht auf der Zunge
brennt u. nicht im Hals kratzt); diese Käsesorte ist.
schmeckt sehr mildle]; b) <nicht adv.> (bes. von bestimmten
Chemikalien o. ä.) nicht scharf, etw. nicht angreifend:
schonend: ein -es. hautfreundliches Spülmittel verwenden; diese
Seife ist so mildle]. daß man auch das Gesicht damit
waschen kann; das Shampoo ist ganz mildle]. 4. <nur
attr.) (veraltend) bereit. Bedürftigen zu geben. Wohltaten
zu erweisen: um eine -e Gabe (aus Barmherzigkeit gegebene
Spende; Almosen) bitten. 5. svw. f gelinde (2): seine
Anmaßung ist. um es einmal mildle] auszudrücken, eine
Unverschämtheit; mildle] gesagt, gesprochen, ihr Verhalten war
eine Dreistigkeit.
mjld-, Mjld-: -herzig <Adj.> (selten): von sanfter u.
mitfühlender Gemütsart (u. deshalb bereit, sich der Not andrer
anzunehmen), dazu: --berzigkeit, die; -; -tätig <AdJ.:> sich den
Bedürfnissen Notleidender tatkräftig annehmend: ein -er
Mensch; m. zu Armen, gegen Arme sein, dazu: -tAtigkeh,
die <o. PI.).
milde: f mild; Milde ['mildd]. die; - [mhd. milde, ahd. mildi]:
l.a)durch Toleranz, Mitgefühl. Verständnis ausgezeichnete
Gesinnung; Güte: die M. des Richters, des Lehrers; M.
walten lassen; eine unverständliche M. Verschwörern 9>
genüber (Thieß. Reich 485); b) verzeihendes Verständnis;
Nachsicht: väterliche, brüderliche, christliche M.; hier ist
M. am Platz; deine M. war in diesem besonderen Fall
nicht angebracht; Ich habe ... mich »in M. geübt (Kirst.
Aufruhr 223); c) freundliches, von allem Schroffen,
Verletzenden freies Wesen, Benehmen: er zwang sich trotz der
offensichtlichen Feindseligkeiten zur M. 2.a)
ausgeglichene, keine extremen Temperaturen aufweisende
Beschaffenheit: die M. des Klimas, der Luft taten ihrer angeschlagenen
Gesundheit wohl; b) grelle Kontraste meidende Gedämpft-
heit: die Farben verschwanden in der M. des Abendlichts.
3. (bes. von alkoholischen Getränken o.a.) milder (3a)
Geschmack od. Geruch: die M. des Kognaks begeistert
den Kennen dieser Tabak zeichnet sich durch besondere
M. aus. 4. (veraltend) durch Barmherzigkeit bewirkte
Wohltätigkeit. Freigebigkeit: er war bekannt für seine M. gegen
die Armen; mildern [mildsn] <sw. V.; hat) [zum Komp.
milder. T mild]: 1. (ein Urteil, einen Tadel, eine Strafe o. ä.)
durch tolerante, verständnisvolle Gesinnung o. ä. auf ein
geringeres Maß bringen, herabmindern: eine Strafe, ein Urteil
m.; die Handhabung eines Gesetzes mildern. 2. a) aufjmds.
Emotionen. Temperamentsäußerungen o.a. einwirken, um
sie abzuschwächen, zu dämpfen: jmds. Zorn. Erregung m.;
du solltest deine Ausdrucksweise etw. m.; b) <m. 4- sich)
maßvoller werden, geringer werden: sein Grimm milderte
sich. 3.a) (eine Wirkung, einen Eindruck o.a.) nicht mehr
so stark hervortreten lassen, abschwächen: Gegensätze m.;
die Stärke, die Intensität des Aromas m.; der Totalitarö-
mus(hat)... eine etwas gemilderte Ausprägung im
Faschismus ... gefunden (Fraenkel. Staat 328); b) <m. 4- sich)
(von einer Wirkung, von einem Eindruck) nicht mehr so
stark hervortreten, sich abschwächen: die Verwunderung
1784
militär-, Militär-
wird sich m., wenn man erfährt ... (Noack. Prozesse 39).
4.a) svw. T lindern: die Armut der Flüchtlinge m.; das
Medikament milderte den Schmerz; b) <m. + sich) (von
Schmerzen, Beschwerden o.a.) erträglich(er] werden,
zurückgehen. 5. <m. + sich) (vom Wetter o.a.) milder (2a)
werden; <Abl.:> MjMening, die: das Mildern (1. 2a. 3a.
4a. 5); <Zus.:> Mjklerungsgnind, der: Grund, eine Strafe
mildler) ausfallen zu lassen, etw. milder* nachsichtiger zu
beurteilen: etw. als M. bei der Urteilsflndung
berücksichtigen, anerkennen.
Miliaria [mi'Ua.ria] <P1.) [zu lat. miliärius = hirsekorngroß,
vgl. Friesel] (Med.): svw. tFriesel; Miliartuberkulose, die;
- (Med.): meist rasch tödlich verlaufende Form der
Tuberkulose mit kleinsten Herden in fast allen Organen.
Milieu [mi'ljp:]. das; -s. -s [frz. milieu, aus: mi- = mitten,
mittel- u. lieu < lat. locus = Ort. Stelle]: 1. (soziales]
Umfeld, Umgebung, der ein Mensch angehört, in der er
lebt, die ihn prägt: das soziale, gesellschaftliche, häusliche
M.; er kennt, schildert das M. der Ganoven sehr genau:
sie kommt, stammt aus kleinbürgerlichem M.; er ist in
einem ärmlichen M. aurgewachsen. 2. (bes. Biol.)
Lebensraum von Pflanzen, Tieren, Kleinstlebewesen u.a. (in dem
sie gedeihen, wachsen, der für sie lebensnotwendig ist): das
spezifische M. eines Tieres, einer Pflanzenart: ein
alkalisches, saures M. als Nährboden brauchen. 3.a) (bes.
Schweiz.) Lebensbereich. Welt der Dirnen u. Zuhälter: Der
Tip über die Umtriebe der Mädchen ... kam dann auch
direkt aus dem M. (Spiegel 52. 1977. 79); b) Stadtteil.
Straße, in der Dirnen ihren Wirkungskreis haben. 4. (österr.
veraltend) kleine Tischdecke.
milieu-. Milieu- (Milieu 1): Mlarstelhing, die (selten): vgl.
-Schilderung. Miraina. das (Literaturw.): Drama, das den
Einfluß der Umwelt u. ihrer Bedingungen auf den Menschen
zum Thema hat; -Forschung, die: Untersuchung, welchen
Einfluß die Umwelt u. die Umgebung auf die Entwicklung
des Menschen hat; -geschädigt <Adj.; nicht adv.): einen
Milieuschaden habend, aufweisend: -e Jugendliche;
-schaden, der (Psych.): psychische Schädigung, die auf ungünstige
Einflüsse durch das familiäre Milieu zurückzuführen ist;
-Schilderung, die: (bes. in Romanen) wirklichkeitsgetreue
Schilderung eines bestimmten Milieus; -theorie, die
(Psych.): Theorie, die die Überzeugung vertritt, daß das
Milieu, in dem jmd. aufwächst, allein od. vorwiegend für
die seelische Entwicklung ausschlaggebend ist.
militant [militant] <Adj.; -er. -este; nicht adv.) [lat. militäns
(Gen.: militantis) [Übers.l, 1. Part, von: mllitäre =
Kriegsdienst leisten, kämpfen): mit bewußt kämpferischem
Anstrich für eine Überzeugung eintretend: -e Studenten,
Jugendliche, Atheisten. Reaktionäre; die ... -esten Hitzköpfe
(Wolfe. Radical 71); eine -e Gegenbewegung; 'Militär [mi-
li'te.'B], das; -s [frz. militaire. zu lat. mÜitäris = den
Kriegsdienst betreffend; soldatisch, zu: mTles = Soldat]: 1. Heer-
[ wesen] Gesamtheit der Soldaten eines Landes: das
englische, französische M.; er ist beim M.. [als] Kraftfahrer
beim M.; er ist vom M. entlassen worden; nächstes Jahr
muß er zum M. (muß er Soldat werden). 2. (eine bestimmte
Anzahl von) Soldaten: gegen die Streikenden wurde [das]
M. eingesetzt; das M. war in Alarmbereitschaft, rückte
aus; Wir ... sehen uns die Rekruten an und fühlen uns
als steinaltes M. (Remarque. Im Westen 31); *Millttr,
der; -s. -s <meist PI.) [frz. militaire. t 'Militär]: hoher
Offizier: hohe, ausländische -s; an dem Putsch beteiligten sich
ausschließlich -s; ein alter, erfahrener M.
militir-, Militär- ('Militär): -abkommen, das: militärisches
Abkommen; -adel.der: Adelstitel, der auf Grund besonderer
militärischer Leistung verliehen wurde: -administration, die:
zeitweilige Verwaltung eines besetzten Territoriums durch
das Militär eines anderen Staates. 2. Gebäude, in dem sich
eineMilitäradministration(\) befindet; -akademie, die: vgl.
-schule; -anwärter, der (früher): jmd.. der durch eine
bestimmte Dauer des aktiven Wehrdienstes od. eine durch
den Wehrdienst verursachte Invalidität Anspruch auf eine
Anstellung im zivilen Dienst hatte; ^arzt. der: Arzt, der
[als Offizier] Angehöriger des Militärs ist; -attacto, der:
Offizier in diplomatischen Diensten, der seiner Botschaft
als militärischer Sachverständiger angehört; -auto, das: vgl.
-fahrzeug; -basis, die: svw. f Basis (5); -behörde, die; -be-
rater, der: Berater (eines anderen Staates) in militärischen
Fragen; -bischof, der: Leiter der Militärseelsorge; -block,
der <PI. -blocke, selten: -blocks): vgl. Block (4 b); -budget.
das: svw. f Wehretat; -bündnis, das: Bündnis zwischen
Staaten, das eine militärische Zusammenarbeit garantiert; ^cli-
que.die (abwertend); -dienst,der: svw. f Wehrdienst, dazu:
-dienstpflicht, die: svw. fWehrpflicht. -dienstpflichtig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. f wehrpflichtig,
-diensttauglich <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. T
wehrdiensttauglich, -dienstzeit, die: svw. f Wehrdienstzeit; -diktatur, die;
-eskorte, die: von Militär gebildete Eskorte; -fahrzeug,
das; -etat, der: svw. TWehretat; -flughafen, der: svw.
f -flugplatz; -flugptatz, der: Flugplatz, der ausschließlich
für militärische Zwecke verwendet wird; -flugzeug, das;
^frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten): vom Militärdienst
befreit: Sie sind m. und können gehen (Th. Mann. Krull
12S); -gefängnis, das: Gefängnis für Militär Personen;
-geistliche, der: Geistlicher, der für die Militärseelsorge
zuständig ist; -geographie, die: Zweig der Geographie u.
der Militärwissenschaft, der sich mit der Verwendung
geographischer Kenntnisse für militärische Zwecke befaßt;
-gericht, das: Gericht, das für die Rechtssprechung im
militärischen Bereich zuständig ist; -gerichtsbarkeit, die: durch
Militärgerichte o.a. über Militärpersonen ausgeübte
Gerichtsbarkeit (2); -gewalt, die: I. Befehlsgewalt über das
Militär. 2. größeres Aufgebot an Militär, das eingesetzt
wird, um ein unrechtmäßiges Vorgehen mit Gewalt
durchzusetzen: mit M. an die Regierung kommen; -hengst, der
(salopp abwertend): svw. f Kommißhengst; -herrschaft,
die: <o. PI.): vgl. Diktatur; -hilfe, die: finanzielle
Unterstützung (eines Staates), die für militärische Zwecke
bestimmt ist: einem Land M. leisten; -hoheit, die <o. PI.):
1. Regierungsgewalt. Souveränität des Militärs. 2. svw.
f Wehrhoheit; -hospital, das: svw. f Lazarett; -hubschrau-
ber. der; -Junta, die: von meist rechtsgerichteten Offizieren
[nach einem Putsch] gebildete Regierung; -kabinett, das:
(in Monarchien) dem Herrscher als oberstem Kriegsherrn
unmittelbar unterstehende Behörde für alle Angelegenheiten
des Heeres; -kapeile, die: Musikkorps (eines Heeres);
-kleid, das (Schweiz.): svw. tUniform; -kontrolle, die:
vom Militär (eines fremden Staates) durchgeführte
Kontrolle (eines Landes); -konzert, das: von einer Militärkapelle
aufgeführtes Konzert; -kordon, der: vgl. ^eskorte; -kran-
kenhaus, das: svw. f Lazarett; -landeskunde, die: vgl.
-geographie; -lastwagen, der; -macht, die: 1. Staat, der durch
sein Militär zu einer Macht (4 a) geworden ist: dieses Land
ist eine M. 2. (selten) svw. tWehrmacht: der Staat hat
eine zuverlässige M.; -mantel, der: svw. f Uniformmantel;
-marsch, der: Marsch (2). der vor allem beim Militär zum
Marschieren bei Paraden gespielt wird; -maschine, die:
1. svw. T -flugzeug. 2. (abwertend) svw. t-maschinerie;
-maschinerie, die (abwertend): Heer (während des
Krieges); -mission, die: a) ins Ausland entsandte Gruppe von
Offizieren, die andere Staaten in militärischen Fragen
beraten; b) Gebäude, in dem sich eine Militärmission (a) befindet;
eine M. einrichten; -musik, die: die beim Militär gespielte
Musik (z.B. Märsche); -pakt,der: vgl. -bündnis; -para-
de, die: Vorbeimarsch militärischer Verbände; -paß, der
(früher): svw. tWehrpaß; -Patrouille, die: vgl. ^streife;
-Person, die: Angehöriger des Militärs, der Streitkräfte;
-Pflicht, die: svw. fWehrpflicht; -pflichtersatz, der
(Schweiz.): Summe, die als Ersatz für nicht geleisteten
Wehrdienst zu zahlen ist; -pflichtig <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.):
svw. f wehrpflichtig; -Pflichtige, der: svw. f Wehrpflichtige;
-Politik, die: Politik auf militärischem Gebiet, dazu:
-politisch < Adj.; o. Steig.): die Militärpolitik betreffend; -polizei,
die: 1. militärischer Verband mit polizeilicher Funktion.
2. fälschlich für f Feldjägertruppe, zu L: -Polizist, der;
-Posten, der; -putsch, der: vom Militär durchgeführter
Putsch; -regierung, die: 1. von einer Besatzungsmacht in
einem besetzten Gebiet als Regierung eingesetzte oberste
militärische Behörde. 2. svw. N Junta; -regime, das: svw.
t -diktatur; -revolte, die: vgl. -putsch; -richter, der
(selten): Richter eines Militärgerichts; -rock, der (selten): svw.
f Uniformrock; -sanitÄtswesen, das; -schule, die: Schule
zur Aus- u. Weiterbildung von Soldaten u. Beamten der
Militärverwaltung; -seelsorge, die: Betreuung der
Angehörigen des Militärs durch Geistliche; -spiel, das (Schweiz.):
Spielmannszug des Musikkorps; -spital, das (Schweiz.):
svw. f Lazarett; -spräche, die <o. PI.): Sondersprache des
Militärs; -Staat, der: militaristischer Staat; -Steuer, die
(Schweiz.): svw. t -pflichtersatz; -Stiefel, der (meist PL):
zur Uniform gehörender Stiefel; -Strafgesetz, das
1785
Militaria
(Schweiz.): svw. t Wehrstrafgesetz; -streife, die: Streife aus
Militärpersonen, die Kontrollgänge o.a. macht;
^Stützpunkt, der: militärischer Stützpunkt der Streitkräfte eines
Staates [in einem anderen Land]; -tauglichkeit, die: svw.
fWehrdiensttauglichkeit; -transport, der: Transport von
Militär ujod. militär. Gütern; -Übung, die: svw. t
Wehrübung; -Verhältnis, das (selten): Dienstverhältnis beim
Militär; -Verwaltung, die: 1. svw. Nadministration. 2.
Gesamtheit aller mit Ausrüstung. Versorgung. Unterbringung
o. ä. des Militärs befaßten Dienststellen; -wesc«, das <o.
Pl.>: Gesamtheit dessen, was mit dem Militär, seinen
Gesetzen, seinen Gebräuchen u. a. zusammenhängt; -Wissenschaft,
die <o. Pl.>: Wissenschaft, die sich mit der Entwicklung
des Militär- u. Kriegswesens befaßt; -zeit, die: Dienstzeit
(1) beim Militär.
Militaria [mili'ta:ria] <P1.) [zu lat. militäris. tmilitärisch]
(Buchw.): Bücher über das Militärwesen; militärisch <Adj.)
[lat. militäris]: 1. <o. Steig.; nicht präd>: das Militär
betreffend; -e Einrichtungen. Operationen. Geheimnisse; eine
-e Ausbildung erhalten; der Rundfunk meldete -e Erfolge;
m. stark sein. 2. den Gepflogenheiten des Militärs
entsprechend; soldatisch; jmdm. -e Ehren erweisen; sein Gang,
seine Haltung, seine Gesinnung ist [ausgesprochen] m.;
er grüßt m.; er hielt sich m. gerade (Sebastian.
Krankenhaus 94); militarisieren [militari'zi:ren] <sw. V.; hat) [frz.
militariser]: 1. a) (in einem Land o. ä.) militärische (1)
Anlagen errichten, Truppen aufstellen; Jetzt wollen sie den Sinai
wieder m. (Spiegel 4. 1978, 93); b) das Heerwesen (eines
Landes) organisieren. 2. in den Dienst militärischer
Interessen, des Militarismus stellen; <Abl.:> Militarisierung, die;
-: 1, das Militarisieren (1 a. b). 2. das Militarisieren (2):
die M. der Gesellschaft; eine immer stärker werdende
M. weiter Bereiche der Wirtschaft. 3. (selten) Einberufung
zum Wehrdienst; was ihn jetzt so zu faszinieren beginnt,
daß erder... drohenden Gefahr seiner M. vergißt (Ceram.
Götter 110); Militarismus [milita'nsmos], der. - [nach frz.
militarisme] (abwertend): Vorherrschen militärischen
Denkens in der Politik u. Überfremdung des zivilen Lebens
in einem Staat durch militärische Gesinnung u. Institutionen;
der preußische M.; der Kampf gegen M. und Faschismus;
Militarist [militanst], der. -en, -en [frz. militariste]
(abwertend): Vertreter des Militarismus; <Abl.:> -militaristisch
<Adj.; nicht adv.>: militärische Macht überbetonend,
militärische Gesinnung übersteigernd; -e Kreise. Gesinnung; m.
denken; Military [militari], die; -. -s [älter engl, military
= Militär!wettkampO] (Reiten): Vielseitigkeitsprüfung
(bestehendaus Geländeritt (b). Dressurprüfung u.
Jagdspringen); Military Police ['- po'li-.s], die; - - [engl, military
Police]: britische od. amerikanische Militärpolizei; Abk.:
MP.
Miliz [mi'li:$]. die; -. -en [lat. mllitia = Kriegsdienst;
Gesamtheit der Soldaten, zu: mfles = Soldat; 2: nach russ.
milizUa]: l.a) (hist.) svw. tHeer; b) Streitkräfte, deren
Angehörige eine nur kurzfristige militärische Ausbildung
haben u. erst im Kriegsfall einberufen werden. 2. (bes. in
sozialistischen Staaten) militärisch organisierte Polizei od.
ähnliche Verbände. 3. (Schweiz.) Streitkräfte (der Schweiz),
denen nur Wehrpflichtige angehören.
Miliz-: -heer, das: aus der Miliz (1 b) gebildetes Heer;
-Parlament, das (Schweiz.): Bundesversammlung (der Schweiz),
deren Abgeordnete nur im Nebenberuf Politiker sind;
-Soldat, der: Angehöriger der Miliz (1 b); -Station, die: Dienstge-
bäude der Miliz (2).
Milizionär [militßio'ne.g], der; -s, -e [1: geb. nach f Legionär.
2: russ. milizioner]: 1. Angehöriger einer Miliz (1 b, 3).
2. (in einigen sozialistischen Staaten) / VerkehrsJpolizist.
milk! [milk], milkst [milkg], milkt [milkt]: f melken; Mike
[milka], die; - [mundartl. Nebenf. von tMilch (in
Kalbsmilch)] (Schweiz.): svw. tKalbsbries.
Mille l'mib], das; -. - [lat. mflle = tausend] (ugs.): tausend
Mark; der Teppich kostet zwei M.; ein paar M. auf der
Bank haben; Millefioriglas [mile'Qp.rH. das; -es. ...gläser
[ital. mille flori = tausend Blumen]: vielfarbiges,
blumenartig gemustertes Kunstglas, das aus verschiedenfarbigen
Glasstäben hergestellt wird, die gebündelt, miteinander
verschmolzen u. in Scheiben geschnitten werden; 'Millefleurs
[mil'floe:r],das;-[frz.millefieurs.eigtl. = tausend Blumen]:
Streublumenmuster; 2Millefleurs [-], der; -: Stoff mit
Streublumenmuster; millenar [mib'na:^] <Adj.; o. Steig.)
[spätlat. mfllenärius = tausend enthaltend] (selten):
tausendfach; tausendfältig; Millennium [mileniom], das;
-s. ...ien [...pn: zu lat. mille = tausend u. annus = Jahr]:
1. Jahrtausend. 2. (Rel.) das Tausendjährige Reich der
Offenbarung Johannis; <Zus. zu I :> MiDpmiumlslfeier, die;
'Millepoints [mil'pQS]. das; - [frz. mille-points. eigtl. = tausend
Punkte]: Muster aus regelmäßig angeordneten kleinen
Punkten; 'Millepoints [-]. der; -: mit xMillepoints versehener
Stoff.
Milli- [mili-; zu lat. mille = tausend]: -ampere, das [t
Ampere] (Physik):'//«*> Ampere; Zeichen: mA; ^bgr. das [t2Bar]
(Met.): '/*//) Bar; Zeichen: Mbar. Met. nur: Mb; -gr^mm,
das [t Gramm]: '//(**, Gramm; Zeichen: mg; -liter, der. auch:
das [t Liter]: '//uro Liter; Zeichen: ml; -meter, der, auch:
das [t Meter]: V» Meter; Zeichen: mm, dazu -meterarbeit,
die <o. PI.) (ugs.): äußerst exakt durchgeführtes Manöver
o.a. auf knapp bemessenem Raum); das war M.!; Er ...
leistete virtuos M. am Steuer (Kuby. Sieg 53). -meterbreite
in der Wendung um M. (t Haaresbreite 2). -meterpapier,
das: (bes. für graphische Darstellungen geeignetes) Papier
mit einem aufgedruckten Netz von Geraden, die jeweils einen
Millimeter Abstand haben, -meterwelle, die <meist PI.)
(Physik): elektromagnetische Welle mit einer Wellenlänge
von einem bis zehn Millimeter.
Milliardär[miliarde:^].der;-s.-e [frz. milliardaire]: Besitzer
eines Vermögens im Wert von mindestens einer Milliarde;
Milliarde [mi'IJaixte], die; -. -n [frz. mUliard. zu: million.
tMillion] (mit Ziffern: 1000000000): tausend Millionen:
vier bis fünf -n, einige -n Mark; Asien hatte 1970 rund
2 -en Bewohner: Abk.: Md.. Mrd.
Milliarden-: -anlege, die: Anleihe (I) in Höhe von einer
od. mehreren Milliarden Mark; -betrag, der; -höhe, die:
Schulden in M.
milli*rdst.... <Ordinalz. zu tMilliarde): vgl. acht...; millifrd-
[s]tel: vgl. achtel; Milli^rd[s]tel, das. Schweiz, meist: der.
-s, -: vgl. Achtel.
Millbne [mi'li:m]. der; -[s], -s [...i:m(s)l <aber: 5 -> [arab.
millima, zu frz. millieme = Tausendstel]: Untereinheit der
Währungseinheit von Tunesien (1 000 Millimes = 1 Dinar);
Million [mi'ljp:n], die: -, -en [ital. miKDione. eigtl. = Groß-
tausend, zu: mille < lat. mille = tausend] (mit Ziffern:
1 000000): 1. <Vkl. Milliönchen) tausendmal tausend: eine
halbe M.; eine dreiviertel M.; eine M. Menschen etwa
war/waren auf der Flucht; ein Defizit von fünf-en. mehre-
ren -en. einigen -en Mark; die Baugesellschaft verzeichnet
inzwischen eine M. neuerbaute/neuerbauter Häuser; Abk.:
Mill.. Mio. 2. <PI.) a) eine unbestimmte riesige Anzahl:
-en von Menschen, von Soldaten; -en u. -en mußten ihr
Leben lassen; Es ist der Grund dafür, daß heute -en wie
Sie ... solchen Unsinn herumtrompeten (Remarque.
Obelisk 264); b) eine unbestimmte riesige Summe: die Verluste
der Firma, die Kosten für das Projekt gehen in die -en;
Millionär [milio'ne:?]. der; -s. -e: Besitzer eines Vermögens
im Wert von mindestens einer Million: M. werden, sein;
sie lebten wie die -e; Millionchen [mi'^rupn]: f Million
(1).
millignen-, Millignen-: -aufläge, die (Buchw.): Auflage (I a)
von {mehr als] einer Million Exemplaren: das Werk erlebte
in wenigen Monaten eine M.; -auftrag. der: Auftrag (2)
in Höhe von [mehr als] einer Million Mark: -betrag, der.
-ding, das (ugs.): Unternehmung. Geschäft o.a., bei dem
es um [mehr als] eine Million Mark geht: das Bauvorhaben
ist ein M.; die Gangster wollten ein M. drehen; -Erbschaft,
die (selten); -geschäft, das; -gewinn, der; -mal (Wiederho
lungsz.. Adv.): vgl. achtmal; -schaden, der: ein Unfall
mit M. -schwer <Adj.; nicht adv.) (ugs.): ein Vermögen
von l mehr als] einer Million besitzend; unglaublich reich:
ein -er Industrieller; -Stadt, die: Stadt mit [mehr als
einer Million Einwohnern; -vermögen, das; ^wert. der.
millionenfach: vgl. achtfach; millignt... <Ordinalz. zu f
Million): vgl. acht...; million[s]tel: vgl. achtel; Millionstel,
das. Schweiz, meist: der; -s. -: vgl. Achtel.
Milz [millß]. die; - [mhd. milze, ahd. milzi; urspr. = die
Weiche oder die Auflösende (da man glaubte, die Milz
wirke bei der Verdauung mit)]: (bei Wirbeltieren u. beim
Menschen) im Bauchraum gelegenes, weiches, braunrotes
Organ, in dem u.a. Abwehrstoffe produziert werden, die
weißen Blutkörperchen aufgebaut u. die roten
Blutkörperchen abgebaut werden.
M|iz-: -brand, der: (hauptsächlich bei pflanzenfressenden
Tieren auftretende) Infektionskrankheit mit Schüttelfrost.
1786
Minderung
Fieber. Koliken. Atemnot u. meist vergrößerter,
schwarzroter Milz, dazu: -brandbazilkis, der: Erreger des
Milzbrandes: -entzündung* die: mit einer Schwellung einhergehende
Entzündung der Milz: -farn, der [früher geschätzt als
Heilmittel bei Erkrankungen der Milz]: svw. tSchriftfarn;
-kraut, das: (oft als Zierpflanze kultivierte) Pflanze mit
nierenförmigen Blättern u. kleinen grünlichgelben Blüten,
die früher als Heilpflanze bei Erkrankungen der Milz
gebraucht wurde: -quetschung, die; -riß, der; -Schwellung,
die; -stechen, das: svw. f Seitenstechen.
Mime [mima], der. -n. -n [lat. mimus < griech. mlmos]
(oft scherzh.): Schauspieler: ein großer, begnadeter M.;
mjpnen <sw. V.; hat): 1. (selten) /schauspielerisch]
darstellen: eine Rolle, den Teil. jmdn. m. 2. (ugs. abwertend)
a) ein Gefühl o. ä. zeigen, das in Wirklichkeit nicht vorhanden
ist: vortäuschen: Bewunderung. Verbundenheit m.; Er
segelte. Diensteifer mimend, herbei (Kirst, 08/15. 683); b)
so tun. als ob manjmd., etw. sei: den Unwissenden.
Unschuldigen. Kranken m.; ein paar Straßen weiter sah ich sie
dann auf unbeteiligt m. (Schnurre. Bart 35); den starken
Mann m.; Mimese [mime:»], die; -. -n: 1. (bil-
dungsspr.) svw. fMimesis (1. 2). 2. (Zool.) Möglichkeit
mancher Tiere, sich zu tarnen, indem sie sich in Färbung
u.lod. Gestalt der belebten u. unbelebten Umgebung
anpassen: Mimesis [mi:mezis], die; -. ...en [mi'me:zn; spätlat.
mimesis < griech. mimesis, zu t Mime] (bildungsspr.): l.a)
(in der Antike) nachahmende Darstellung der Natur im
Bereich dert Kunst: b) (in der platonischen Philosophie)
die Kennzeichnung der Methexis als blolie Nachahmung
einer Idee (2). 2. (antike Rhet,) a) spottende Wiederholung
der Rede eines anderen: b) Nachahmung eines Charakters,
indem man Worte gebraucht, die diesen Charakter besonders
gut kennzeichnen: mametbch <Adj.; o. Steig.) [griech. mime-
tikös] (bildungsspr): 1. a) die Mimese betreffend: b)
nachahmend, nachäffend. 2. die Mimesis betreffend.
Mkni t'mimi], die; -. -s [wohl nach dem Kosenamen für
Katzen, vgl. Kätzchen (3)] (salopp): Vulva.
Mimik [mi:mik], die; - [lat. (ars) mimica. tmimisch]: 1.
Gebärden u. Mienenspiel. Wechsel im Ausdruck des Gesichts
u. in den Gebärden als Nachahmung fremden od. als
Ausdruck eigenen Erlebens: ihre M. wirkte überspannt; eine
lebhafte M. haben; Ihr Lachen blieb reine M. (blieb etwas
Unnatürliches. Gemachtes: Frisch. Stiller 475). 2. (ugs.)
etw. aus mehreren Teilen Konstruiertes. Zusammengebautes:
jetzt muß die ganze M. noch in das Gehäuse eingebaut
werden; sei vorsichtig, wenn du die Gardinen aufhängst,
sonst kommt, fällt die M. runter; Mimikry [mimikri],
die; - [engl, mimicry. eigtl. = Nachahmung, zu: mimic
= fähig nachzuahmen; vgl. mimisch]: 1. (Zool.)
Möglichkeit wehrloser Tiere, sich zu schützen, indem sie sich der
Gestalt od. Farbe der Tiere anpassen, die sich wehren od.
auf irgendeine Art gegen Feinde schützen können. 2.
(bildungsspr.) Anpassung[sgabe]. die der Täuschung u. dem
eigenen Schutz dient: eine gelungene M.; in der M.
verharren; mimisch <Adj.; o. Steig.) [lat. mimicus < griech.
mimikös] (bildungsspr.): a) <nur attr.) die Mimik
betreffend: eine -e Begabung haben; der Schauspieler überzeugte
durch seine -e Ausdruckskraft; b) <nicht präd.) mit Hilfe
der Mimik: etw. m. ausdrücken; Ein Blindgänger? fragte
die Gouvernante m. ihre Herrin (Brand. Gangster 86);
Mhnodram, Mimodrama [mimodra:m(a)]. das; -s, ...men
[zu tMime u. t Drama] (Literaturw.): ohne Worte, nur mit
Hilfe der Mimik aufgeführtes Drama (auch mit
Musikbegleitung): Mimose [mi'mo.zs], die; -. -n [zu lat. mimus
(f Mime), wohl wegen der Reaktion der Pflanze bei
Berührung, die mit der eines empfindsamen Mimen verglichen
wird]: 1. hoher Baum mit gefiederten Blättern, dessen gelbe
Blüten wie kleine Kugeln an Rispen hängen: Silberakazie.
2. (im tropischen Brasilien) als großer Strauch wachsende,
rosa-violett blühende Pflanze, die ihre gefiederten Blätter
bei der geringsten Erschütterung abwärts klappt:
Sinnpflanze: sie ist empfindlich wie eine M. 3. sehr empfindsamer,
zartbesaiteter Mensch, der leicht zu verletzen ist: er. sie
ist eine M.; Stiller scheint wirklich der Inbegriff einer
männlichen M. gewesen zu sein (Frisch. Stiller 12S); <Zus.
zu 3:> mimosenhaft <Adj.: -er. -este): überaus empfindlich:
übertrieben auf Einflüsse von außen reagierend u. sich in
sich selbst zurückziehend: <Abl.:> Mimosenhaftigkeit, die;
-: Er ... fürchtete ihre M. (Zwerenz. Quadriga 227).
Minarett [minaret]. das; -s. -e [frz. minaret < türk. mina-
re(t) < arab. manära]: schlanker Turm einer Moschee (von
dem der Muezzin die Gebetsstunden ausruft).
minder [mmde] <Adv.) [mhd. minder, minner. ahd. minni-
ro; urspr. Komp. zu einem Wort mit der Bed. ..klein"]
(geh.): in geringerem Grade: nicht so sehr: jmd.. etw. ist
m. angesehen; er sagte es nicht m. (nicht weniger, ebenso)
freundlich [wie vorher]; Das gebot die Höflichkeit, und
der Toblersche Blick gebot es nicht m. (R. Walser. Gehülfe
159); minder... <Adj.; Sup. mindest...; meist attr.): (bezogen
auf Wert. Bedeutung. Qualität. Ansehen) nicht besonders
hoch: gering: eine -e Qualität. Sorte; Stoffe von -er Güte;
das sind Fragen von -er Bedeutung; (landsch. auch präd.:)
Meine Scheu vor der Hoiden war m. heute (Dessauer.
Herkun 137); Aber so m. ist der Wanka nicht (Fussenegger.
Haus 329).
mjnder-, Mjnder-: -bedeutend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
nicht sehr bedeutend: -begabt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
vgl. -bedeutend; -begütert <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(selten): vgi. -bedeutend; -bemittelt <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): wenig finanzielle Mittel habend: eine -e Familie;
Ü geistig m. sein (salopp abwertend; im Hinblick auf seine
Intelligenz unter dem Durchschnitt liegen): <subst.:> geistig
Minderbemittelte; -betrag* der: geringerer Betrag (als
veranschlagt, kalkuliert o.a.): -bewertung, die: geringere
Bewertung (als erwartet: z. B. von Aktien); -bruder, der: svw.
f Franziskaner; vgl. Fratres minores; -einnähme, die: vgl.
^betrag; -ertrag, der (bes. Schweiz.): svw. t Fehlbetrag;
-gebot, das: (bei Auktionen) geringeres Gebot als erwartet:
-gewicht, das: unter einem bestimmten Mindestmaß
liegendes Gewicht: -Jährig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Jur.):
(von Jugendlichen) noch nicht 18 Jahre alt: nicht volljährig:
<subst,:> -jährige, der u. die <Dekl. t Abgeordnete) (jur.):
Gesetz zum Schutz der -en in der Öffentlichkeit; die
Verführung -r wird streng bestraft; -Jährigkeit, die; -; -sinnig
<Adj.) (Schweiz.): unfreundlich gesonnen: nicht
wohlgesonnen: ^wert. der (Jargon): svw. t Wertminderung; -wertig
<Adj.; nicht adv.) (abwertend): von geringer Qualität: -e
Waren. Produkte; man hat für die Konserven -es Fleisch
verwendet; dies Material ist m.; Ü er ist ein -es Subjekt
(abwertend; ein Mensch ohne Charakter), dazu:
-Wertigkeit, die <o. PL), dazu: -Wertigkeitsgefühl, das (Psych.):
Gefühl eigener körperlicher, geistiger, materieller od.
sozialer Unzulänglichkeit. Unterlegenheit gegenüber anderen.
-wertigkeitskomplex, der (Psych.): durch ein gesteigertes
Minderwertigkeitsgefühl hervorgerufener Komplex (2);
-zahl, die <o. PI.): eine geringere Anzahl: in der M. sein
(zahlenmäßig unterlegen sein).
Minderheit, die; -. -en [für t Minorität; schon mhd. minner-
heit für mlat. minoritas]: 1. <o. PI.) a) kleinerer Teil (einer
bestimmten Anzahl von Personen als Einheit): es ist nur
eine M. gegen diesen Entwurf; in der M. (zahlenmäßig
unterlegen) sein, bleiben; b) zahlenmäßig unterlegene I u.
darum machtlose 1 Gruppe (in einer Gemeinschaft, einem
Staat o.a.): eine militante, religiöse, nationale M.; -en
werden häufig an den Rand gedrückt od. unterdrückt.
2. (bei Wahlen. Abstimmungen o.a.) die Gruppe, die den
geringeren Teil aller abgegebenen Stimmen bekommen hat:
die parlamentarische M. kann sich nicht durchsetzen; die
M. stellt die Regierung; qualifizierte (mit bestimmten
Rechten ausgestattete) M.
Minderheiten-: -Problem, das; -recht, das (meist PI.): Recht,
das einer Minderheit (1 a. b) in einem Staat, in einer
Gesellschaft o. ä. eingeräumt ist (u. das auch von der Mehrheit
beachtet werden muß): ^schütz, der: Schutz der Minderheit
(1 a, b) durch Minderheitenrechte.
Mjnderheits-: -recht, das (meist PL): svw. tMinderheiten-
recht; -regierung, die: Regierung, die aus der Minderheit
(2) des Parlaments gebildet ist: ^votum. das.
mindern [minden] <sw. V.; hat) [mhd. minnern; ahd. minni-
rön] (geh.): 1. geringer werden, erscheinen lassen:
vermindern, verringern: den Wert einer Leistung m.; durch
schlechtes Benehmen das Ansehen, den Einfluß m.; du
kannst die Folgen deiner Fehler nicht m.; das Tempo
m.; mit gemindertem Tempo fahren; eine Beschäftigung
....die unseren geminderten Fähigkeiten entspricht (Kaiser.
Villa 100). 2. <m. + sich) / immer] weniger werden:
zurückgehen, sich verringern: nur langsam mindert sich seine
Heftigkeit; die Anziehungskraft der Organisation mindert
sich mit der Zeit; (Abi.: zu 1:) Minderung, die; -. -en
[mhd. minnerunge]: eine deutliche M. des Wohlbefindens;
1787
Minderungslauf
<Zus.:> Mjndenmgslauf. der (Leichtathletik): Lauf, bei dem
man das Tempo allmählich verringert: der M. dient der
Schulung des Zeitgefühls; mindest... l'mmcb^...] <Adj.;
0. Steig.; nur attr.. u. mit dem best. Artikel) [mhd. minnest.
ahd. minnist. Sup. von minder...]: drückt aus. daß etwas
nur in geringstem Maße vorhanden ist; meist verneint;
geringst; wenigst: wenn man nur die -en Aussichten hätte,
damit durchzukommen; sie tat es ohne den -en Zweifel,
ohne die -e Angst; ich habe davon nicht die -e (überhaupt
keine) Ahnung; das ist das -e (das wenigste), was man
erwarten kann; nicht das -e (gar nichts): sie versteht nicht
das -e vom Kochen; nicht im -en (nachdrücklich; überhaupt
nicht): das berührt mich nicht im -en; zum -en (wenigstens,
mindestens, zumindest): er hätte sich zum -en entschuldigen
können.
Mindest-: -abstand, der: geringster möglicher Abstand;
^alter, das: (in einem bestimmten Zusammenhang) niedrigstes
[mögliches] Alter; -anfordenmg, die: kleinste, geringste
Anforderung, die auf jeden Fall erfüllt werden muß; -beitrage
der. -besteuerung, die. vgl. -abstand; -betrag, der;
-bietende, der u. die; -n, -n <Dekl. T Abgeordnete): jmd., der
bei einem Verkauf, bei einer Versteigerung das niedrigste
[mögliche] Gebot macht; -einnähme, die; -fordenmg, die:
1. vgl. -abstand. 2. vgl. -anforderung; -gebot, das:
geringstes, niedrigstes zulässiges Gebot bei einer öffentlichen
Versteigerung; -geschwindigkeit. die: niedrigste [zulässige od.
mögliche] Geschwindigkeit: -große, die; -höhe, die: ^lohn,
der: niedrigster (gesetzlich zulässiger) Lohn; -maß« das:
sehr geringer, niedriger Grad: Minimum; -preis, der: (als
Mittel staatlicher Preispolitik) durch Gesetz od. behördliche
Anordnung festgesetzter Preis (für bestimmte
Verkaufsgüter) , der zur Verhinderung ruinöser Konkurrenz nicht
unterschritten werden darf; -reserve, die (meist PI.) (Wirtsch.):
Guthaben, das Kreditinstitute bei der Zentralbank in einem
bestimmten Prozentsatz zu den Einlagen unterhalten müssen;
-salär, das (Schweiz.): Anfangsgehalt; -satz. der:
niedrigster Betrag, Tarif; -strafe, die: geringste [mögliche] Strafe;
^wert.der: geringster [möglicher] Wert; -zahl, die:
niedrigste Zahl; -zeit, die: geringste [mögliche] Zeit.
mindestens [minddstns] <Adv.>: a) (auf etwas zahlenmäßig
Erfaßbares bezogen) auf keinen Fall weniger als: dieser
Raum ist m. fünf Meter lang; es waren m. drei Täter.
b) auf jeden Fall; wenigstens: du hättest dich m.
entschuldigen müssen; Soll sie doch erst einmal den Mann für tot
erklären lassen, so hat sie m. ihre Rente (Gaiser. Schlußball
44).
'Mine [mi:nd], die; -, -n [frz. mine < mlat. mina. eigtl.
= Erzader, urspr. (milit. Fachwort) = Pulvergang.
Sprenggang bei Belagerungen; Hu., viell. aus dem Kelt.]:
1. (selten) a) (wirtschaftlich genutztes) unterirdisches
Erzlager; Bergwerk: eine M. schließen, stillegen; die Gefangenen
arbeiten in den -n; b) unterirdischer Gang. Stollen: eine
M. ist eingebrochen. 2. Sprengkörper, der durch einen
Zünder zur Explosion gebracht wird u. sowohl im Gelände als
auch im Wasser in Form von Sperren verlegt wird: -n legen,
vergraben, suchen, entschärfen; auf eine M. treten, fahren;
das Schiff lief auf eine M.; das Gelände wurde nach -n
abgesucht; *eme M. legen (ugs.; eine Intrige spinnen): alle
-n springen lassen (ugs.; alle verfügbaren Mittel anwenden).
3. (in einem Bleistift, Kugelschreiber o. ä.) dünnes Stäbchen
aus Graphit od. anderem Farbe enthaltende Material in
einem Bleistift, Kugelschreiber o.a., das das Schreiben
ermöglicht: eine neue, schwarze, rote M. kaufen; die M.
meines Kugelschreibers ist leer; kannst du in den Filzstift
keine andere M. einlegen, einsetzen? 4. (Biol.) Hohlraum
in Pflanzenteilen, der durch Fraß von Insekten od. Larven
entsteht.
*Mine [-]. die: -. -n [lat. mina < griech. mnä. aus dem
Semit.1: 1. Gewichtseinheit mit unterschiedlichen Maßen im
antiken Griechenland u. in Nahost der Antike. 2. Münze
im antiken Griechenland.
Minen- ('Mine): -arbeiter, der (selten): svw. tBergmann;
-boot, das: svw. f-leger; -feld. das: Gebiet im Gelände
od. im Wasser, in dem Minen (2) verlegt sind; -leger,
der (Milit.): Schiff od. Panzer mit besonderen Einrichtungen
zum Verlegen von Minen (2): -rfiumboot. das (Milit.):
kleines Minensuchboot mit geringem Tiefgang; -riegel, der:
vgl. -feld; -sperre, die: vgl. -feld; -sudtboot, das (Milit.):
kleineres Schiff zum Aufspüren u. Beseitigen von Minen
(2); -sucher, der: svw. f -suchboot; -sudtgerit,das (Milit.):
Gerät zum Aufspüren von Minen (2) im Gelände; ^werter.
der (Milit. früher): schweres Steilfeuergeschütz.
Mineral [mine'ra:l]. das; -s. -e u. -ien [-pn; mlat. (aes)
minerale = Grubenerz, zu: minera = Erzgrube]: (in der
Erdkruste vorkommende) anorganische, homogene, meist
kristallisierte Substanz.
Mineral-: -bad, das: Kurort mit heilkräftiger Mineralquelle;
-bnmnen. der: svw. f -quelle; -dünger, der: aus Mineralien
gewonnenes Düngemittel (z.B. Salpeter. Kalisalze o.a.);
-öl, das: a) svw. f Erdöl; b) durch Destillation von Erdöl
gewonnenes Produkt (z. B. Heizöl, Schmieröl), dazu: -ölge-
selbdiaft. die: Handelsgesellschaft, die Mineralöl vertreibt,
-Ölindustrie, die: Industriezweig, der die Gewinnung u.
Verarbeitung von Mineralöl umfaßt, -ölprodukt, das: Produkt,
für dessen Herstellung Mineralöl (a) der Grundstoff ist.
^älsteuer, die: Steuer, die für die Herstellung od. den Import
von Mineralöl erhoben wird; -quelle, die: Quelle, in deren
Wasser eine bestimmte Menge an Mineralstaffen od.
Kohlensäure gelöst ist; -salz, das: svw. KstofT; -säure, die
(Chemie): anorganische Säure (z. B. Phosphor-. Schwefelsäure);
-Stoff, der: anorganisches Salz, das in der Natur vorkontmt
od. künstlich hergestellt wird, dazu: -stofftheorie, die (Bot.):
Theorie, nach der die Pflanze die zu ihrer Ernährung nötigen
Elemente ausschließlich den anorganischen Stoffen
entnimmt; -theorie. die: svw. Kstofftheorie; -wachs, das:
svw. T Erdwachs; -wasser, das <PI. -wässer): a) Wasser
einer Mineralquelle; b) Wasser, dem Mineralsalze u.lod.
Kohlensäure zugesetzt wurden.
Mineraliensammlung, die; -. -en: Sammlung, die Mineralien.
Gesteine, Kristalle o. ä. umfaßt; Mineralisation [mineraliza-
tßio:nl. die; -. -en (Biol.. Geol.): Umwandlung organischer
Substanzen in anorganische (im Boden u. an der
Erdoberfläche) durch die Fähigkeit von Mikroorganismen od. auch
durch Einwirkung von Druck od. Temperatur im Erdinnere
mineralisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: aus Mineralien
bestehend; Mineralien enthaltend: -e Substanzen; minerali-
sieren [minerali'zi:ran] <sw. V.>: a) zum Mineral werden
<ist>; b) die Mineralbildung bewirken <hat>;
Mineralisierung, die; -. -en: svw. TMineralisation; Mineraloge, der.
-n. -n [T -löge]: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Mineralogie; Mineralogie, die; - [T-Iogie]: Wissenschaft von der
Zusammensetzung der Mineralien u. Gesteine, ihrem
Vorkommen u. ihren Lagerstätten; mineralogisch <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: die Mineralogie betreffend.
Minestra [minsstra], die; -. ...stren [ital. minestra. zu: minc-
strare = auftischen < lat. ministräre. T Ministrant]
(Kochk.): Gemüsesuppe mit Reis u. Parmesankäse; <Zus.:>
Minestrasuppe, die (österr.): Kohlsuppe; Minestrane [mi-
nes'tro:nd], die; -. -n [ital. minestrone]: svw. TMinestra.
mini l'mmi] <Adj.; o. Steig.; nicht attr.) [engl. mini. Kurzf.
von: miniature; vgl. Miniatur] (Mode): (von Röcken.
Kleidern, Mänteln) [weit] oberhalb des Knies endend; sehr
kurz: sie geht, trägt m.; 'Mini [-]. das; -s. -s: 1. <o. PI.;
meist o. Art.) (Mode) a) / weit] oberhalb des Knies endende,
sehr kurze Kleidung; b) (von Röcken, Kleidern, Mänteln)
Länge, die [weit] oberhalb des Knies endet: Kleider in
gemäßigtem M. 2. ugs. kurz für f Minikleid; 2Mini [-].
der. -s. -s: ugs. kurz für f Minirock.
mini-. Mjni-: -auto, das: sehr kleines Auto; -bfltini, der
äußerst knapp bemessener Bikini; -car, der [engl, minicar
= Kleinstwagen]: kleines Taxi; - forma t, das: sehr kleines
Format; -gotf, das: Spiel, bei dem der Ball mit einem
Schläger auf abgegrenzten Bahnen od. Spielfeldern mit
verschiedenen Hindernissen durch möglichst wenig Schläge ins
Zielloch geschlagen werden muß; Bahnen-. Klein-, Cobigolf;
^kini [-ki:ni] den -s. -s: einteiliger, die Brust freilassender
Badeanzug; -kleid, das (Mode); -kurz <Adj.; o. Steig.):
svw. f mini; -mantel, der (Mode); -pille, die: Antibabypille
mit einer sehr geringen Menge Hormonen; -rock, der
(Mode); ^slip. der: winziger, äußerst knapp bemessener Slip.
-spion, der: winzig kleines Abhörgerät.
Miniatur [minia'tu'.g]. die; -. -en [ital. miniatura = Kunst,
mit Zinnoberrot zu malen < mlat. miniatura = mit
Zinnober gemaltes Bild, zu lat. miniäre = rot bemalen, zu.
minium (f Mennige); unter Einfluß von lat. minor ( =
kleiner) Entwickhing zur Bed. ..zierliche Kleinmaleren
(Malerei): 1. Bild od. Zeichnung als Illustration einer falten;
Handschrift od. eines Buches. 2. kleines [zierliches] Bild
(meist auf Holz, Pergament, Porzellan od. Elfenbein). Vgl.
en miniature.
1788
Minne-
Miniatur-: ^ausgäbe, die: Ausgabe in kleinelrejm Format;
-bild. ^gemälde. das: svw. f Miniatur (2); -golf, das: svw.
tMinigolf; Mittler, der: jmd., der Miniaturen (1,2) malt;
Mittlere!, die: das Malen von Miniaturen (1,2); Kleinmalerei
(1).
miniaturisieren [minjaturi'zi:ran] <sw. V.; hat) [wohl nach
engl.miniaturizeKElektrot.): (elektronische Elemente)
verkleinern; <Abl.:> Miniaturiskrang, die; -. -en (Elektrot.):
Verkleinerung von elektronischen Elementen. Entwicklung
u. Herstellung kleinster elektronischer Geräte, die eine
Vielzahl elektronischer Bauelemente enthalten.
Minier-: -arbeit, die (Fachspr.): das Minieren; -fliege, die:
Fliege, deren Larve 'Minen (4) in Blätter von Pflanzen
fressen; Mnotte, die: kleiner, zarter Schmetterling, dessen
Raupen 'Minen (4) in Blätter von Pflanzen fressen.
minieren [mi'ni:ran] <sw. V.; hat) [frz. miner. zu f'Mine]
(Fachspr.): unterirdische Gänge. Stollen anlegen.
minkn [mini.m] <Adj.; o. Steig.) (Schweiz., sonst veraltet):
svw. tminimal; 'Minima [mi.nima], die; -, ...mae [...me]
u. ...men [zu lat. minimus, f Minimum] (Musik): kleinerer
Notenwert der Mensuralmusik (entspricht der halben
Taktnote); Minima: PI. von f Minimum.
minimal [minima:!] <AdJ.>: ein sehr geringes Ausmaß an
Größe, Höhe. Stärke o. ä. aufweisend; sehr klein, sehr wenig,
gering; geringfügig: ein -er Vorteil, Erfolg; ein -er
Unterschied; -e Forderungen; -ste Unterschiede; der Vorsprung
war nur m.; ihre Rente ist m.; etw. [nur] m. ausnutzen.
Minimal-: -betrag, der: sehr kleiner, geringfügiger Betrag;
-forderung, die: kleinst-, geringst! möglich Je Forderung
(Ggs.: Maximalforderung); -konsens, der (Politik):
Konsens (1) auf einer Basis, die trotz unterschiedlicher
Weltanschauung od. politischer Richtung als kleinstmögliche
Grundlage für ein gemeinsames Handeln dienen kann; -preis,
der: kleinst [möglich] er Preis (Ggs.: Maximalpreis);
-Programm, das (Politik): [politisches Aktions]Programm, das
sich auf Forderungen beschränkt, die von möglichst vielen
Menschen. Organisationen o. ä. verschiedener politischer od.
weltanschaulicher Richtungen zur Durchsetzung eines
bestimmten Ziels gemeinsam getragen werden können; ^wert.
der: kleinst]möglich jer Wert (Ggs.: Maximalwert).
Minimal art ['minimal a:t], die; - - [amerik. minimal art]
(Kunstwiss.): Kunstrichtung (in den USA). die mit einfachen
(geometrischen) Grundformen arbeitet; minimalisieren [mi-
nimaliziiron] <sw. V.; hat): 1. (Fachspr.) so klein wie
möglich machen; sehr stark reduzieren, vereinfachen (Ggs.: ma-
ximalisieren): eine Gleichung m. 2. (bildungsspr.) abwerten,
wenig od. gar nicht achten; Daß die SPD den
Grundgedanken der parlamentarischen Demokratie... m. könnte
(Spiegel 52. 1965. 9); minimieren [minimi:ran] <sw. V.; hat)
[zu t Minimum] (Ggs.: maximieren. optimieren): 1.
(Fachspr., bes. Math.) durch Minimierung auf den niedrigsten,
geringsten Wert, auf das Minimum festlegen. 2.
(bildungsspr.) auf ein Minimum senken, vermindern, verringern:
Lohnkosten m.; Wohlstand minimiert... die sozialen
Spannungen (Börsenblatt 85.1971, 2501); <Abl.:> Mmhnknmg,
die; -, -en: I. (Fachspr., bes. Math.) das Ermitteln od.
Gewinnen des kle instmöglichen Wertes (einer Größe) in
einem bestimmten Bereich unter Berücksichtigung gewisser
Bedingungen. 2. (bildungsspr.) das Minimieren (2); minimi-
sieren [minimi'zi:ran] <sw. V.; hat) (Fachspr.): svw.
tminimieren (1); <Abl.:> Minimiskrung* die; -. -en; Minimum
['mi:nimum].das;-s; ...ma[lat.minimum = das Geringste.
Mindeste, zu: minimus = kleinster. Sup. von: minus, f
minus] (Ggs.: Maximum): 1. <PI. selten) (bildungsspr.)
geringstes, niedrigstes Maß; Mindestmaß: ein M. an Sicherheit,
Vertrauen erwarten; diese Sache erfordert nur ein M. an
Kraft, Einsatz. Material; wir konnten die Ausgaben, die
Unfälle auf ein M. reduzieren; unter dem M. liegen,
bleiben; etw. unter dem M. (dem Mindestpreis) verkaufen.
2.a) (Math.) unterer Extremwert: ein absolutes M.; die
Minima und Maxima einer Funktion berechnen; b) (Met.)
niedrigster Wert (bes. der Temperatur) eines Tages, einer
Woche, eines Monats, eines Jahres od. einer
Beobachtungsreihe: die Maxima und Minima der Luftfeuchtigkeit; im
M. (zum Zeitpunkt der geringsten Helligkeit) seiner (= des
Sternes) 331 tagigen Periode (Kosmos 1.1965.18). 3. Kern
eines Tiefdruckgebiets: ein barometrisches M. (t
barometrisch); <Zus. zu 3 a:> Mfriiraumthennometer, das:
Thermometer, mit dem der niedrigste Wert zwischen zwei
Messungen festgestellt wird.
Minister [ministe], der; -s. - [frz. ministre, eigtl. = Diener
(des Staates) < lat. minister = Diener. Gehilfe, urspr.
= der Geringere]: Mitglied der Regierung eines Staates
od. Landes, das einen bestimmten Geschäftsbereich
verwaltet: ein ehemaliger M.; er ist M. ohne besonderen
Geschäftsbereich; der M. ist zurückgetreten, wurde abgelöst;
der M. des Inneren (Innenminister), des Äußeren
(Außenminister); sie ist M. für Gesundheit und Familie; einen
M. ernennen, vereidigen, angreifen, stürzen; er wurde zum
M. ernannt.
Minfster-: -amt, das: Amt (1 a) eines Ministers; Minklage,
die (jur.): Anklage eines Ministers (wegen schuldhafter Ver-
fassungs- u. Gesetzesverletzung); ^bank, die: auf der M.
sitzen; -»ebene in der Fügung auf M. (im Kreise der
zuständigen Minister): Verhandlungen auf M.; ^konferenz,
die: vgl. Konferenz (2); -Präsident, der: 1. Leiter einer
Landesregierung in der Bundesrepublik Deutschland. 2.
Leiter der Regierung in verschiedenen Staaten;
Premierminister; -präsidentin, die: w. Form zu t Ministerpräsident;
-Präsidentschaft, die (Schweiz.): Regierung von Ländern,
in denen ein Ministerpräsident Leiter des Kabinetts ist;
M-at. der: Regierung (in verschiedenen Staaten. z.B. in
der DDR. in Frankreich); -sessel, der (ugs.): svw. t^amt:
jmdm. einen M. anbieten; sein M. wackelt.
ministerial [ministe'ria:l] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [spätlat.
ministeriälis = den Dienst beim Kaiser betreffend]: von
einem Ministerium ausgehend, zu ihm gehörend: eine -e
Expertise; ein -er Kurier.
Ministerial-: ^beamte. der: Beamter in einem Ministerium;
-direkter, der: Abteilungsleiter in einem Ministerium; Mliri-
gent, der: Referatsleiter in einem Ministerium; M-at. der:
svw. t^dirigent.
Ministeriale [ministe1 ria:bl. der; -n, -n [mlat. ministeriälis
< spätlat. ministeriäles (PI.) = kaiserliche Beamtet (hist.):
Angehöriger des Dienstadels im Mittelalter.
ministeriell [ministe'riel] <Adj.; o. Steig.) [frz. ministdriel
< spätlat. ministeriälis]: a) svw. t ministerial: -e
Maßnahmen, Entscheidungen; b) von einem Minister ausgehend;
... eines Ministers: mit -er Genehmigung; aus -em Munde
war keine Empörung zu vernehmen (Dönhoff, Ära 24);
das kann nur m. entschieden werden; Ministerin, die; -.
-nen: w. Form zu f Minister; Ministerium [minis'te:riuml.
das; -s. ...ien [...jpn; frz. ministgre < lat. ministerium =
Dienst, Amt]: 1. höchste Verwaltungsbehörde eines Landes
mit einem bestimmten Aufgabenbereich: das M. für
Wohnungsbau; ein M. auflösen. 2. Gebäude, in dem sich ein
Ministerium (1) befindet: sich im M. aufhalten; er ging
ins M.; ministrabel [minis'tra:bl] <Adj.; ...bler. -ste; nicht
adv.): fähig, Minister zu werden; Ministrant [minis1 tränt],
der; -en. -en [lat. ministräns (Gen.: ministrantis). 1. Part,
von: ministräre = bedienen, zu: minister = Diener] (kath.
Kirche): Junge, der dem Priester während der Messe
bestimmte Handreichungen macht; Meßdiener, -knabe; mini-
strieren [minis'tri:ren] <sw. V.; hat) (kath. Kirche): als
Ministrant während der Messe tätig sein.
Mink [mrokl. der; -s. -e [engl, minkl: 1. hauptsächlich an
Gewässern in Nordamerika lebender, sehr gut schwimmender
Marder mit tief dunkelbraunem Fell u. einem weißen Fleck
am Kinn, der wegen seines wertvollen Fells auch in Farmen
gezüchtet wird. 2. Fell des Minks.
Minna [mma], die; -. -s [nach dem (früher häufigen) w.
Vorn. Minna. Kurzf. von Wilhelmine] (ugs. veraltend):
Hausangestellte, Dienstmädchen: M., wo bleibt das
Frühstück?; die M. räumte den Tisch ab; *imdn. zur M. machen
(ugs.; jmdn. unverhältnismäßig grob u. heftig tadeln): die
grüne M. (ugs.; Polizeiwagen zum Gefangenentransport).
Minne ['mma], die; - [mhd. minne, ahd. minna. eigtl. =
(liebevolles) Gedenken]: 1. (MA.) verehrende, dienende
Liebe eines hefischen Ritters zu einer meist verheirateten,
höhergestellten Frau (Herrin): die hohe M. (höfischer
Dienst als Ausdruck sublimierter, vergeistigter Liebe für
die verehrte Frau als Leitideal der höfischen Erziehung):
die niedere M. (hist.; Befriedigung des Geschlechtstriebs;
sinnlicher Genuß). 2. (dichter, veraltend) Liebe (1 b): man
verzeiht sich, alles in M., man lächelt, man scherzt (Frisch,
Cruz 84).
Mjme-: Mlienst, der: (im MA.) höfischer Dienst des Ritters
für die verehrte Frau: Ü so'n M. ist ganz schön anstrengend;
*M. haben; zum M. gehen (ugs. scherzh.; sich mit seiner
Freundin, Geliebten treffen; ein Rendezvous haben): Mdück,
1789
mtnnen
das (dichter, veraltend): Glück der Liebe; ^lied. das (Litera-
turw.): lyrisches Gedicht (bes. Liebeslied) des Minnesangs;
^sang, der [mhd. minnesancl (Literaturw.): lyrische
Dichtung (bes. Liebesdichtung) der höfischen Zeit; ^sinaer,
der [mhd. miiftiesenger]: (im Mittelalter) Vertreter des
Minnesangs; -singer, der: svw. Nsänger.
mimen <sw. V.; hat) [mhd. minnen, ahd. minnön] (dichter,
veraltend): jmdn. lieben; mimiglich [mmiklK;] <Adj.; o.
Steig.) [mhd. minneclichl (dichter, veraltet): a) lieblich,
wonnig: -e Frauen; b) liebevoll: jmdn. m. küssen.
minoisdi [mi'no:iJ] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [nach dem
kretischen Sagenkönig Minos]: die Kultur Kretas von etwa
3000 bis 1200 v. Chr. (vor der Besiedlung durch griechische
Stämme) betreffend, zu ihr gehörend: Funde aus -er Zeit.
Minorat [mino'ra:t]. das; -[e]s. -e [zu lat. minor, fminus]
(Ggs.: Majorat: Rechtsspr.): I. Vorrecht des Jüngsten auf
das Erbgut. 2. nach dem Minorat (\) zu vererbendes Gut:
minorenn [minoren] <Adj.; nur präd.) [mlat. minorennis.
zu lat. minor, f minus u. annus = Jahr] (Rechtsspr.
veraltet): minderjährig, unmündig (Ggs.: majorenn); <Abl.:> Mi-
norennitit [...reni'teit], die; - [mlat. minorennitas]
(Rechtsspr. veraltet): Mituierjährigkeit, Unmündigkeit (Ggs.: Ma-
jorennität); Mmorit [...ri:t], der; -en. -en [zu mlat. minoritas
= Armut]: Angehöriger eines selbständigen Zweiges des
Franziskanerordens; Minorität [minori't£:t], die; -. -en [frz.
minorite < mlat. minoritas]: Minderheit. Minderzahl, die
sich für od. gegen etw. entscheidet (Ggs.: Majorität): eine
starke M.; die religiösen, verfolgten -en in einem Land.
Minstrel ['minstrel]. der; -s. -s [engl, minstrel < altfrz.
ministrel < mlat. ministerialis. f Ministeriale] (hist): (im
MA.) Spielmann //. Sänger in England im Dienste eines
Adligen.
MintsoBe [mmt-]. die: -. -n [eng], mintsauce. aus: mint
= Minze u. sauce = Soße] (Kochk.): (bes. in England
beliebte) würzige Soße aus Grüner Minze.
Minuend [minyent]. der. -en. -en [lat. minuendus. Gerundiv
von: minuere = verringern] (Math.): Zahl, von der eine
andere abgezogen werden soll; minus [mi:nos; lat. minus
= weniger. Neutr. von: minor = kleiner, geringer. Komp.
von: parvus = klein od. von: partim = wenig: I, II:
schon spätmhd. minus] (Ggs.: plus): I. <Konj.) (Math.)
drückt aus. daß die folgende Zahl von der vorangehenden
abgezogen wird: fünf m. drei ist. macht, gibt zwei. II.
<Präp. mit Gen.) (Kaufmannsspr.) drückt aus. daß etw.
um eine bestimmte Summe vermindert ist: dieser Betrag
m. der üblichen Abzüge. III. <Adv.) 1. (bes. Math.) drückt
aus. daß eine Zahl, ein Wert negativ, kleiner als null ist:
fünf weniger acht ist m. drei; die Temperatur beträgt m.
fünf Grad, ist aufm, fünf Grad/fünf Grad m. gesunken.
2. (Elektrot.) drückt aus. daß eine negative Ladung
vorhanden ist: der Strom fließt von plus nach m.; Minus [-].
das; - (Ggs.: Plus): 1. etw.. was bei der [ Endjabrechnung
fehlt: ein M. von fünfzig Mark feststellen; die Bilanz weist
ein M. auf; Gleitzeit hat auch Nachteile - man kommt
leicht ins M. (macht Minusstunden). 2. Nachteil, der durch
einen lMangel (2) hervorgerufen wird: die ungenügende
Erfahrung ist von Anfang an ein M. gewesen; der schlechte
Kundendienst dieser Firma ist ein M. gegenüber deutschen
Konkurrenten.
Minus-: ^betrag, der: Betrag, der bei der [Endjabrechnung
fehlt; Mlifferenz, die: vgl. -betrag; ^kavalier, der (ugs.):
Mann, der sich einer Frau gegenüber sehr unhöflich benimmt;
^pol. der (Elektrot.): Pol. der unter negativer Spannung
steht; -punkt, der (Ggs.: Pluspunkt): I. negativer Punkt
in einem System zur Bewertung von Leistungen: im ...
Examen hätte er sicher einen M. bekommen (Thielicke,
Ich glaube 234); zwei -e sind der Gruppe der ..großen
Vier" am 14. Spieltag der Bundesliga gewiß (Welt 27.
11. 65. 7). 2. svw. t Minus (2); -stunde, die: (bei Gleitzeit)
Stunde, die zur vollen Arbeitszeit fehlt: in diesem Monat
habe ich mir drei -n eingehandelt; -typ, der (ugs.
abwertend): negativer Typ. Mann mit negativen Eigenschaften;
-Zähler, der (Sport): svw. f -punkt (1); -zeichen, das (Ggs.:
Pluszeichen): a) Zeichen für die Subtraktion; b) Vorzeichen
einer negativen Za/il.
Minuskel [minusk|l. die; -. -n [lat. minusculus = etwas
kleiner. Vkl. von: minor, tminusl (Druckw.):
Kleinbuchstabe (bei einer lateinischen Schrift (Ggs.: Majuskel); <Zus.:>
Minyskelschrift. die (Druckw.): gedruckte Schrift, die nur
aus Kleinbuchstaben besteht.
Minütchen [miny.tcpn]. das; -s. -: f Minute (1); Minute [mi-
nu.td]. die; -. -n [mlat. minuta. gek. aus lat. pars minüta
prima (eigtl. = der erste verminderte Teil) = erste
Unterteilung der Stunde nach dem Sechzigersystem des ägypt.
Astronomen Ptolemäus (etw. 100 bis etwa 160). zu:
minütus. 2. Part, von: minuere = vermindernl: 1. <Vkl. t
Minütchen) Zeitraum von sechzig Sekunden; der sechzigste Teil
einer Stunde: eine halbe, knappe, volle, ganze M.; M.
um M. verging, verstrich; es blieben ihm nur noch fünf,
wenige, ein paar -n; es ist jetzt neun Uhr [und] sieben
-n; er mußte zehn -n warten; ich kam drei -n zu spät,
hatte mich um drei -n verspätet; tausend Umdrehungen
in der M.; Zeichen: min: (bei Angabe eines Zeitpunktes:)
m; (veraltet): m 2. Augenblick. Moment: die -n der
Ungewißheit wurden zur Qua); jede freie M. nutzen; hast du eine
M.. ein paar -n Zeit für mich?; er wartet immer bis auf
die letzte M.. bis zur letzten M.; in der nächsten M.
war er verschwunden: er kommt immer in letzter M.:
*auf die M. (absolut pünktlich): er kam auf die M. 3.
(Fachspr.) der sechzigste Teil eines Grades: einen Winkel
von vierzig Grad [und] zwanzig -n konstruieren; einund-
ftinfzigGrad zehn -n nördlicher Breite; Zeichen: '; <Zus.:)
minutenlang <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): einige, mehrere
Minuten lang; einige, mehrere Minuten dauernd: -er
Applaus. Minutenzeiger, der: meist längerer Zeiger der Uhr.
der den Ablauf der Minuten anzeigt; -minutig [-minu.tK;],
-minütig[-miny:tu;; zu Minute 1] in Zusb.. z. B. zweiminutig
(zwei Minuten dauernd), mehrminütig (mehrere Minuten
dauernd); minutiös: f minuziös; minutlidi [minu:tlu;] <Adj.:
0. Steig.; nicht adv.) (selten): svw. fminütlich; minütlkh
[miny:tlKj] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): jede Minute;
Minuzienstift [mi'nu:t$pn-]. der; -[e]s. -e [zu veraltet Minuzien
< lat. minütia. tminuziös]: Aufstecknadel für Insekten-
Sammlungen: minuziös [minu't$j0:s] <Adj.; -er. -este) [frz.
minutieux. zu: minutie = (peinliche) Genauigkeit < lat.
minütia. zu: minütus. f Minute] (bildungsspr.): 1. peinlich
genau: eine -e Schilderung der Vorfälle; Details m.
beschreiben, nachzeichnen. 2. (veraltet) kleinlich.
Minze [min^a]. die; -. -n [mhd. minz(e). ahd. minza <
lat. menta. t Menthol]: Pflanze mit vierkantigem Stengel
u. kleinen, meist lila Blüten, deren Stengel u. Blätter stark
duftende ätherische Öle enthalten.
Miozän [mjotße:n]. das; -s [zu griech. melon = kleiner,
weniger u. kainös = neu] (Geol.): zweitjüngste Stufe des
Tertiärs.
mir [mi:?; mhd.. ahd. mir]: I. (Dativ Sg. des Personalpron.
fich): schick m. doch bitte das Buch zu; m. nichts, dir
nichts (tich <Dativ». 2. <Dativ Sg. des Reflexivpron. der
1. Person): ich kämme m. die Haare.
Mir [-]. der; -s [russ. mir] (hist.): Dorfgemeinschaft mit
Gemeinschaftsbesitz im zaristischen Rußland.
Mirabelle [mira'beld], die; -. -n [frz. mirabelle]: kleine, runde,
gelbe od. grünliche, sehr süße u. aromatische Steinfrucht;
Frucht des Mirabellenbaums.
Mirabellen-: ^baum, der: weiß blühender Obstbaum mit
Mirabellen als Früchten; -»eist, der aus Mirabellen
gebrannter Brannmein; -schnaps, der: vgl. -geist; -wasser,
das <PI. ...wässer): vgl. -geist.
mirabiledictu [mi'ra:bib diktu; lat. = wundersam zu sagen]
(bildungsspr.): kaum zu glauben (kommentierender Ein-
schub des Sprechers); Mirakel [mi'ra:kl], das; -s. - [lat.
miräculum = Wunder, zu: miräri = sich wundernl: 1.
(geh.. veraltend) Wunder, wunderbare Begebenheit: Die
Existenz des Herren erweist sich Tür Jesus-People schon an
kleineren -n (Spiegel 53. 1971.102). 2. svw. t Mirakelspiel;
<Zus.:> Mirgkebpiel, das (hist.): geistliches Drama des
Mittelalters über das Leben u. die Wundertaten Marias u. der
Heiligen; mirakulös [miraku'l0:sl <Adj.; -er. -este) [frz.
miraculeux. zu: miracle < lat. miräculum. t Mirakell
(bildungsspr. veraltend): von einem Wunder zeugend, wie durch
ein Wunder bewirkt, wunderbar: phantastische und reichlich
-e Krafttaten (Thielicke. Ich glaube 197).
mfe-, Mb-: fmiso-, Miso-; Misandrie [mizan'dri:], die; -
[griech. misandrial (Med.. Psych.): krankhafter Haß von
Frauen gegenüber Männern; Misanthrop [mizantro:p]. der.
-en, -en [griech. misänthröposl (bildungsspr.): svw. t
Menschenfeind; Misanthropie [...tro'pi:]. die; - [griech. misan-
thröpia] (bildungsspr.): svw. f Menschenhaß;
misanthropisch <Adj.) (bildungsspr.): svw. f menschenfeindlich.
misch-. Misch-: -batterie, die: Armatur (c) an Waschbecken.
1790
mtsogyn
Duschen, Badewannen o. ä.. die Wasserleitungen mit hei/Sem
u. kaltem Wasser verbindet u. eine stufenlose Regulierung
der Wassertemperatur ermöglicht; -becher,der: svw. t
Mixbecher; ^binder, der (Bauw.): Binder (4) aus verschiedenen
Stoffen; ^bkit, das (selten): svw. tMischling (I); -brot,
das: Brot aus Roggen- u. Weizenmehl; --ehe, die: a) Ehe
zwischen Partnern verschiedener Konfession od.
Religionszugehörigkeit; b) (ns.) Ehe zwischen Partnern
verschiedener Rassen, vor allem Ehe zwischen Ariern u. Juden;
--element, das (Chemie): Element, das aus mehreren
Isotopen besteht; -erbte [...erb«;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>:
svw. t heterozygot, dazu: -erbigkeit, die: svw. t Heterozygo
tie; -färbe, die: Farbe, die durch Mischen von reinen
Spektralfarben entsteht, dazu: -färben, -farbig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>; -form, die: etw.. was aus verschiedenen
Elementen besteht od. entstanden ist [u. eine neue Einheit bildet];
-ftitter, das: Tierfutter, das aus verschiedenen Rohstoffen
besteht; -garn, das: Garn aus verschiedenen Fasern; -gemü-
se. das: Gemüsebeilage aus verschiedenen, zusammen
gedünsteten od. gekochten Gemüsesorten; -geschwulst, die
(Med.): Geschwulst.die aus verschiedenen Arten von Gewebe
besteht; -»etränk, das: svw. t Mixgetränk; -gewebe, das:
aus verschiedenen Fasern bestehendes Gewebe; -Infektion,
die (Med.): gleichzeitige Infektion mit mehreren
Bakterienarten; -kaffee,der: Mischung aus Bohnenkaffee u. Kaffee-
Ersatz; -kalkulation, die (Wirtsch.): [aus
verkaufstechnischen Gründen vorgenommene] Kalkulation, bei der die
Preise für einzelne Güter von den tatsächlichen Kosten nach
oben od. unten abweichend so festgesetzt werden, daß
insgesamt mindestens kostendeckend verkauft wird; -konzern,
der (Wirtsch): Konzern, indem Unternehmen verschiedener
Wirtschaftszweige vereinigt sind; -kristall, der: Kristall,
bei dem fremde Atome eingelagert sind, ohne doli sich die
Struktur des Kristallgitters verändert; -kultur, die: 1.
(Landw.) Anbau verschiedener Nutzpflanzen nebeneinander.
1. aus dem Zusammenleben verschiedener Volks- od.
Rassengruppen entstandene Kultur; -masch: t Mischmasch; -ma-
schine, die (Bauw.): Maschine, in der Sand, Kies. Zement.
Wasser zu Beton, Mörtel vermischt werden;
Betonmischmaschine; -Polymerisation, die (Chemie):
Polymerisation von zwei od. mehreren Monomeren; -pult, das (Film.
Funk. Ferns.): Gerät, mit dessen Hilfe Musik. Sprache.
Geräusche, die aus verschiedenen Quellen stammen, zu einem
einheitlichen Klangbild vereinigt werden u. dann entweder
direkt gesendet od. aufgezeichnet (2) werden; -rasse, die:
-spräche, die: Sprache od. Sprachjorm, die Bestandteile
aus zwei od. mehreren Sprachen od. Dialekten enthält;
^System, das; -trommel, die: Maschine mit einer Trommel,
in der verschiedene Stoffe zusammengemischt werden; -volk,
das; -wald, der: Wald, in dem sowohl Nadel- als auch
Laubbäume wachsen.
mischbar [mijbag] <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: so
beschaffen, daß es mit etw. anderem gemischt werden kann; mischen
tmijn] <sw. V.; hat) [mhd. mischen, ahd. miscan]: l.a)
verschiedene Substanzen [in einem bestimmten Verhältnis]
zusammenbringen u. so durcheinanderrühren, -schütteln o. ä..
daß eine [einheitliche] Masse. Substanz, ein Gemisch
entsteht: Wasser und Wein m.; den Salat m. (Salatblätter
u. Soße miteinander vermischen); b) eine /kleine Menge
einer] Substanz zu einer anderen hinzufügen u. mit ihr
vermischen: Zichorie in den Kaffee m.; er hatte ihr Gift ins
Essen gemischt; ein wenig Zucker in. unter den Brei m.;
c) durch Mischen (I a) entstehen lassen, zubereiten: einen
Cocktail m.; Gift m.; der Maler mischte seine Farben
aus Naturstoffen; sich einen Kräutertee m. 2. <m. 4- sich)
a) mit einem anderen Stoff zusammenkommen u. eine
Mischung, ein Gemisch entstehen lassen; sich mit etw.
vermischen: Wasser mischt sich nicht mit öl; Der schwache
Wundgeruch mischte sich mit dem herben Parfüm ihres
Haares (RemarQue. Triomphe 125); Ü Ekel und
Verzweiflung mischten sich; b) zu etw. hinzukommen u. sich damit
vermischen: in meine Freude mischte sich Angst; In den
Chor mischten sich Männerstimmen (Thieß. Legende 61).
3. (Spielkarten) vor dem Spiel in eine absichtlich
ungeordnete Reihenfolge bringen: die Karten m. 4. <m. + sich)
sich in etw. einmischen (2): sich in ein Gespräch m.; sich
in fremde Angelegenheiten m. 5. <m. + sich) sich [aus
einer exponierten Stellung heraus] zu einer Anzahl von
Menschen begeben, um / unerkannt, unauffällig] mit ihnen
zusammenzusein, um sich ihnen zugehörig zu fühlen od. um sich
in der Menge zu verstecken: sich unters Volk m.; die
Schauspieler mischten sich unters Publikum. 6. (Film, Funk.
Ferns.) an einem Mischpult Sprache, Musik. Geräusche
zu einem einheitlichen Klangbild vereinigen: wenn wir die
Aufnahme heute noch fertigbekommen, können wir
morgen m.; Mischer ['mifr]. der; -s; -: 1. Mischmaschine.
Mischtrommel. 2. (Fachspr.)jmd.,der etw. mischt: die M. wählen
die Tabaksorten selbst aus; Mischerei [mifor^j]. die; -.
-en (ugs., oft abwertend): das Mischen (1): was bei deiner
M. herauskommt, möchte ich nicht trinken; Mischling
Cmijlii)]. der. -s, -e: l.jmd., dessen Elternteile verschiedenen
Menschenrassen angehören: Mulatten sind -e. 2. (Biol.)
svw. T Hybride: ein M. aus Schäferhund und Boxer;
Mischmasch [mijmaj], der; -[e]s. -e [verdoppelnde Bildung mit
Ablaut zu tmischen] (ugs.. meist abwertend): als schlecht,
unangenehm, störend empfundenes Gemisch aus nicht
Zusammenpassendem, nicht Zusammengehörendem: sie sprach
einen M. aus Englisch. Italienisch und Deutsch; das Essen
war ein M. aus Kartoffeln. Gemüse und Nudeln.
Mischpoche: t Mischpoke; Mischpoke [mifpo.ka], Musch-
poke [mul'...]. Mischpoche [...po.xd]. die; - Ujdd. mischpo
cho = Familie < hebr. miSpäl)ä = Stamm.
Genossenschaft] (salopp abwertend): a) jmds. Familie.
Verwandtschaft: am Sonntag kommt meine ganze M. zum
Mittagessen; b) üble Gesellschaft. Gruppe von unangenehmen Leuten:
Diese Muschpoke da unten, Flüchtlinge aus Allensteln.
die war ja zu allem fähig (Kempowski. Uns 2S1).
Mischung [mdunl. die; -. -en [mhd. mischunge, ahd. miscun-
ga]: 1. das Mischen (I): durch die M. der beiden Farben
entstand ein dunkles Grün. 2. a) Gemischtes. Gemisch: eine
gute, gelungene M.; eine M. aus mehreren Kaffeesorten,
Tabaken; eine M. Pralinen; über dem gelben Ring der
mit einer M. aus Lohe und Sand bestreuten Manege (Th.
Mann, Krull 429); b) etw., was [noch deutlich erkennbare]
Bestandteile. Elemente. Eigenschaften von Verschiedenem.
Gegensätzlichem, normalerweise nicht zusammen
Vorkommendem enthält, aus Gegensätzlichem besteht: ihr Kleid
ist eine M. aus Cocktailkleid und Dirndl; alles hatte genau
die M. von Noblesse und Erpressung (Frisch. Stiller 3S3);
er sah sie mit einer M. aus Abneigung und Mitleid an;
<Zus.:> Mischungsverhältnis, das: mengenmäßiges
Verhältnis der Anteile, Zutaten einer Mischung zueinander.
Mise [mi:z3], die; -. -n [frz. mise. eigtl. = w. Form des
2. Part, von: mettre = (ein)setzen. stellen, legen]: 1. (Versi-
cherungsw.) einmalige Prämie bei der Lebensversicherung.
2. Einsatz bei Glücksspielen; Mise en scäie [mizä'sen], die;
- - -. -s [miz...] - - [frz.] (Theater): Inszenierung.
Miselsucht[mi:zl-],die;- [mhd.miselsucht.
tMäuslein](veraltet): svw. t Lepra.
miserabel [miza'ra.bl] <Adj.; ...bler. -ste) [frz. miserable <
lat. miseräbilis = jämmerlich, kläglich] (emotional): a)
auf ärgerliche Weise sehr schlecht: ein miserabler Film;
er spricht ein miserables Deutsch; das Wetter, das Essen,
der Wein ist m.; m. geschlafen haben; die Landarbeiter
werden m. bezahlt; b) erbärmlich da): sie ist in einem
miserablen Zustand; ich fühle mich m.; c) moralisch
minderwertig, niederträchtig, gemein: er ist ein ganz miserabler
Kerl; er hat sich ihr gegenüber m. benommen: Misere
[mi'ze:ra]. die; -. -n [frz. misire < lat. miseria = Elend,
zu: miser = elend, erbärmlich] (bildungsspr.): unglückliche
Situation, bedauernswerte Lage, Notlage: eine persönliche,
finanzielle, wirtschaftliche M; in eine M. geraten; sich
in einer M. befinden; Miserere [mize're:ra], das; -s [lat.
miserere = erbarme dich!]: 1. Anfang u. Bezeichnung des
51. Psalms in der Vulgata. 2. (Med.) svw. tKoterbrechen;
Misericordias Domini [mizeritordjas do:mini] <o. Art.;
indekl.) [lat. = die Barmherzigkeit des Herrn, nach den
ersten Worten des Eingangsverses der Liturgie. Ps. 89,
2] (ev. Kirche): zweiter Sonntag nach Ostern; Miserikonlie
[mizeri'kardial, die; -. -n [zu lat. misericordia =
Barmherzigkeit; diese Sitze dienten bes. älteren Priestern als
Sitzgelegenheit]: /mit Schnitzereien versehener] Vorsprung an
den Klappsitzen des Chorgestühls, der als Stütze während
des Stehens diente. <Zus.:> MiserikQrdienbild, das: svw.
TErbärmdebild.
miso-, Miso-, (vor Vokalen): mis-, Mis- [miz(o)-; griech.
mTsos] <Best. in Zus. mit der Bed.): Feindschaft, Haß.
Verachtung (z.B. Misogyn, misanthropisch); Misogamie
[...gami:], die; -[zu griech. misögamos = die Ehe scheuend]
(Med., Psych.): Ehescheu; misogyn [...gy:n] <Adj.) [griech.
1791
Misogyn
misogynesl (bildungsspr.): frauenfeindlich: -e Tendenzen;
sich m. verhalten; Misogyn [-]. der; -s u. -en. -ein] [griech.
misogynes] (Med.. Psych.Y.jmd.. der Frauen verachtet, haßt,
keinerlei Kontakt mit ihnen haben will: Misogynie [...gy ni:].
die; - [griech. misogynia): 1. (Med.. Psych.): krankhafter
Haß von Männern gegenüber Frauen. 2. (bildungsspr.)
Frauen entgegengebrachte Verachtung, Geringschätzung:
Frauenfeindlichkeit: M. Hndet ihren Ausdruck im Film und
in der Werbung.
Mispel [mispl], die; -. -n [mhd. mispeh ahd. mespila <
lat. mespilus < griech. mespilon): l.fzu den Rosengewäch-
sen gehörender) Strauch od. kleiner Baum mit langen,
schmalen Blättern u. kleinen, grünen od. bräunlichen,
birnenförmigen Früchten, die im überreifen Zustand eßbar
sind. 2. Frucht der Mispel (1).
miß tmis]: tmessen.
Miß, (in engl. Schreibung:) Miss [misl. die; -. Misses [engl,
miss. Kurzf. von: mistress. fMistress]: 1. <o. Art.) engl.
Anrede für eine unverheiratete Frau. 2. (veraltet) aus
England stammende Erzieherin: die Kinder waren mit ihrer
M. spazieren. 3. Schönheitskönigin: (häufig in Verbindung
mit einem Orts- od. Ländernamen) das ist unsere neue
M. Westerland; sie wurde zur M. Germany gewählt.
miß-. Miß- [mis-: mhd. mis(se)-. ahd. missi-. missa-. urspr.
= verwechselt, vertauscht]: achten (mißachtete, hat
mißachtet [auch: ' ). mjßachtete. hat gemjßachtet): 1.
/absichtlich! nicht beachten, nicht befolgen: eine
Anordnung, ein Gebot m.; jmds. Rat m.: weil Autofahrer das
Rotlicht der Ampel mißachteten (MM 9. 2. 74. 17). 2.
jmdn., etw. nicht achten, jmdm., einer Sache keine Achtung
entgegenbringen: sich mißachtet fühlen; eine sehr wichtige
Person, die man nicht ungestraft m. darf (Kafka. Schloß
165), dazu: Pachtung, die: das Mißachten, Mißachtetwerden
(1. 2); >befinden, das (selten): Gefühl des Unwohbeins:
er habe mir den Gruß eines Herrn zu übermitteln, der
durch ein M. verhindert gewesen sei (Carossa.
Aufzeichnungen 155); -behagen <sw. V.; hat) (selten): nicht behagen:
das mißbehagt mir. dazu: > behagen, das: unangenehmes
Gefühl: ein heftiges, tiefes M.empfinden; die Angelegenheit
bereitete ihm offensichtlich M.; mit einem gewissen M.
führte er den Auftrag aus. -behaglich <Adj.) (selten):
Mißbehagen hervorrufend: ein -es Gefühl haben; -bildung, die:
vom Normalen abweichende Bildung, Ausgestaltung eines
Körperteils od. Organs: eine angeborene M.; das
Einnehmen bestimmter Medikamente während der
Schwangerschaft kann zu körperlichen -en des Embryos führen;
-billigen (mißbilligte, hat mißbilligt): sein Unverständnis, sein
ablehnendes Urteil in bezug auf etw. deutlich, meist in Form
eines Tadels, zum Ausdruck bringen: jmds. Äußerung.
Verhalten scharf m.; die Familie mißbilligte ihre Heirat; jmdn.
mißbilligend ansehen; mißbilligende Blicke, dazu: >büli-
gung, die <P1. selten); -brauch, der: l.a) das Mißbrauchen
(1 a): der skrupellose M. eines Amtes, der Macht; er treibt
M. mit seiner Stellung; hier darf der Staat nur zur
Beseitigung von Mißbräuchen eingreifen; b) übermäßiger
Gebrauch: Abusus: der M. von Medikamenten. Alkohol. 2.
(selten) Vergewaltigung, Notzucht: -brauchen
(mißbrauchte, hat mißbraucht): l.a) etw. falsch* nicht seiner
eigentlichen Bestimmung od. seinem eigentlichen
Verwendungszweck entsprechend gebrauchen, benutzen: etw. in
unredlicher, unerlaubter Weise (für eigennützige Zwecke]
gebrauchen, benutzen: seine Macht, sein Amt. seine Stellung m.;
Schon der Begriff Freiheit, der. zu allen Zeiten mißbraucht,
doch immer anders verstanden wird (Thieß. Reich 67);
jmds. Vertrauen m. (jmdn. täuschen, hintergehen): er hat
ihn für seine Zwecke mißbraucht (hat ihn in eigennützigem
Interesse zu etw. verleitet): b) etw. in übermäßigem, sich
schädlich auswirkendem Maß zu sich nehmen, anwenden:
Alkohol. Drogen m. 2. (geh.) vergewaltigen: Sie ist mir
aufgefallen, da beschloß ich. sie zu überfallen und dann
zu m. (Noack. Prozesse 231). - brauch lieh ['...brQyqliq]
<Adj.>: absichtlich falsch, unerlaubt: die -e Verwendung
von Macht; etw. m. benutzen; -döiten (mißdeutete, hat
mißdeutet): falsch deuten, auslegen, erklären: jmds. Worte.
Verhalten m.. >deutung, die: falsche Deutung, Auslegung,
Erklärung: er wehrte sich gegen die M. seiner Worte;
-ehe, die: vgl. -heirat; -empfindung. die (Med.):
unangenehme od. ungewohnte Empfindung: -erfolg« der:
/unerwartet] schlechter, enttäuschender, negativer Ausgang einer
Unternehmung o.a.: ein kläglicher M.; eine Reihe von -en
haben, erleben; Er blieb nicht von neuen -en verschont
(Thorwald. Chirurgen 220); das Konzert war ein M.
(brachte nicht den erwarteten Erfolg): -ernte, die: sehr
schlechte Ernte: -n und Hungersnot; auf die M. folgte
ein gutes Jahr; -fallen (mißfiel, hat mißfallen) (geh.):
Mißfallen auslösen, hervorrufen: sein Benehmen, sein Auftreten,
seine Art mißfällt mir; Ihm aber ... mißfiel der rasselnde
Betrieb (Thieß. Legende 9); > fallen, das; -s:
Unzufriedenheit, Nichteinverstandensein mit einem Vorgang, einer
Verhaltensweise o. ä.: allgemeines M. erregen; sein M. äußern;
er zog sich mit seinen Äußerungen allgemeines M. zu.
dazu: >fallensäußerung, die: Mißfallen ausdrückende
Äußerung: >fällig <Adj.) (veraltend): Mißfallen ausdrückend:
eine -e Äußerung; Schon dies war ihm m. (mißfiel ihm:
Th. Mann. Joseph 83); -färben (Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (geh., selten): von undefinierbarer, häßlicher Farbe:
das noch winterlich dürre und -e Gras (Th. Mann.
Zauberberg S03); - farbig (Adj; o. Steig.; nicht adv.) (geh.. selten):
svw. t-färben; -förmig (Adj.; nicht adv.) (selten): von
schlechter, häßlicher Form: > gebildet <Adj.; nicht adv,):
vgl. -gestaltet; -geburt. die: a) (Med.) mit [schweren]
Mißbildungen geborener Mensch od. Tier: -en sind oft nicht
lebensfähig; Ü das Kleid ist eine M. (völlig mißlungen):
b) (verächtl.) sehr unsympathischer Mensch: wenn
irgendeine mit dem Senat verklebte M. ihm trotz seiner
Wahlarbeit von hinten den Lasso um die Beine werfen
kann (Fr. Wolf. Menetekel 22); -gelaunt <Adj.; -er. -este)
(geh.): schlechtgelaunt, dazu: >gelauntheit, die; -; -ge-
schick. das: [durch Ungeschicklichkeit, Unvorsichtigkeit
hervorgerufener] peinlicher, ärgerlicher Vorfall: Pech,
Unglück: jmdm. passiert, widerfährt ein M.; ihr M. mit dem
umgekippten Weinglas wurde von niemandem bemerkt;
-gestalt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (selten): svw. f
-gestaltet; -gestalt. die (selten): mißgestalteter, häßlicher Mensch:
> gestaltet (Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.): von
deformierter, von der Norm abweichender Form, Gestalt: eine -e
Nase; sein Körper war m.; > gestimmt (Adj.; -er. -este):
vgl. -gelaunt; -gewachsen (Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(selten): nicht normal gewachsen: ein -er Mensch; -e Bäume;
-gli^cken (mißglückte, ist mißglückt): nicht glücken,
mißlingen (Ggs.: glücken): der erste Versuch mißglückte; das
Vorhaben, der Plan, sein Bemühen ist mißglückt; der
Kuchen ist mir leider mißglückt; ein mißglücktes
Unternehmen; -gönnen (mißgönnte, hat mißgönnt): jmdm. einen
Erfolg, eine Vergünstigung o. ä. nicht gönnen [obwohl man
das Betreffende selbst nicht haben will]: jmdm. seine gute
Stellung m.; er mißgönnt mir jeden Pfennig; ich mißgönne
dir deine kleinen Vergnügungen nicht; -griff, der: sich
als falsch erweisende Entscheidung, Handlung: der Kauf
des Autos war ein M.; diesen Mann zu heiraten, war
ein M.; einen M. tun. machen; es könnte leichter fallen,
einen M. der Justiz zu korrigieren (Kirst. Aufruhr 171);
-gunst, die: aus einer ablehnenden Haltung, Einstellung
jmdm. gegenüber entspringendes Gefühl, Empfindung, bei
der man jmdm. einen Erfolg, Vorteile o. ä. nicht gönnt,
unabhängig davon, ob man das Betreffende selbst haben
will: die M. der Kollegen; M. empfinden; jmdn. aus M.
ermorden; Ü die M. des Schicksals, zu 1: -günstig (Adj.>:
Mißgunst empfindend, zeigend, äußernd: ein verbitterter,
-er alter Mann; jmds. Glück m. betrachten; -handeln
(mißhandelte, hat mißhandelt) [mhd. missehandelnl: einem
Menschen, einem Tier in roher, brutaler Weise körperlichen
tu. seelischen] Schaden zufügen: sein Kind, seine Frau
m.; die Gefangenen wurden brutal mißhandelt; die
mißhandelten und unterdrückten Völker (Leonhard. Revolution
268); Ü er mißhandelt sein Auto (scherzh.; bedient* fährt
es unsachgemäß): ein Klavier m. (scherzh.; falsch [u. laut]
darauf spielen), dazu: -hfndhing, die: 1. <o. PI.) das
Mißhandeln: die M. von Tieren ist strafbar. 2. Vorgang
des MißhandeltH'erdens: eines Tages ertrug sie die -en nicht
mehr; -heirat, die (selten): svw. f Mesalliance; -helligkeit,
die <meist PI.): kleines, nicht sehr ernsthaftes Zerwürfnis.
Unstimmigkeit: kleine, eheliche -en; -en vermeiden; >
interpretieren <sw. V.; hat): falsch interpretieren: >klang, der:
als unharmonisch, unschön empfundenes Zusammenklingen
von Tönen: Dissonanz: ein M. aus dem Orchester; Ü in
ihrer Beziehung gab es Mißklänge (Unstimmigkeiten): das
Treffen der Außenminister endete mit einem M.; -kredit
in den Wendungen in M. bringen (in schlechten Ruf
bringen): er hat ihn mit seinen Anschuldigungen in M. ge-
1792
mtsstonieren
bracht; die Parapsychologie hat sich selbst in M. gebracht;
in M. kommen/geraten (an Ansehen verlieren; in Verruf
kommen); > launig <Adj.>: svw. T -gelaunt; >laut, der
(selten): unschöner .falscher Laut; ^leiten (mißleitete, hat
mißleitet, auch: mißgeleitet) (geh.): falsch, in die Irre führen,
leiten: er hat sich m. lassen; mißgeleitete Junge Menschen,
dazu: >leitung, die; >liebig [...li:bi(j] <Adj.>: unbeliebt: eine
-e Person; nachdem man in Zukunft -e Stimmen zum
Schweigen bringt (Spiegel 10. 1969. 15); sich m. machen,
dazu: >liebigkeit, die; ~; klingen: Tmißlingen; >mut, der:
durch eine Enttäuschung, einen Mi/Jerfolg o. ä. ausgelöste,
verursachte schlechte Laune. Verdrießlichkeit: mit leichtem
M. ging er an die Arbeit; Jeder hatte in den letzten Wochen
seinen M. gründlich aus sich herausgeschimpft (Chr. Wolf.
Himmel 92); > mutig <Adj.>: schlechtgelaunt, verdrießlich:
ein -er Mensch; ein -es Gesicht machen; sie war heute
sehr m.; jmdn. m. anschauen; m. gingen sie im Regen
nach Hause: ^pickel: f Mißpickel; -röten (mißriet, ist
mißraten): nicht den Vorstellungen, der Absicht gemäß ausfallen,
geraten: die Zeichnung, das Bild ist mißraten; mein
Versuch. Herrn Meesterharm in die Redaktion ... zu
übernehmen, mißriet (Kantorowicz. Tagebuch 1.288); der Kuchen
ist mir diesmal mißraten: ein mißratenes Kind; -stand,
der: schlimmer, nicht der Ordnung, den Vorschriften o.a.
entsprechender Zustand: wirtschaftliche, soziale
Mißstände; Mißstände in der Verwaltung wurden aufgedeckt; einen
M. anprangern, abstellen, beseitigen; auf die vorhandenen
Mißstände hinweisen; > Stimmung, die: gedrückte, gereizte
Stimmung: keine M. aufkommen lassen; ihre M.
verschwand, verflog; Unter den Kranken herrschte deswegen
eine ständige M. (Fallada, Trinker 178); >tonf der:
unharmonischer Ton: ein schriller M.; Ü er brachte mit seinen
Vorwürfen Mißtöne in die Unterhaltung; -tönend <Adj.)
unharmonisch klingend: eine -e Musik; >tönig [...t0:ni(j]
<Adj.) (selten): svw. t-tönend; -trauen (mißtraute, hat
mißtraut): nicht trauen: er mißtraut jedem; sie mißtraute
seinen Worten. Versprechungen; sich selbst, seinen eigenen
Fähigkeiten m.. dazu: > trauen, das; -s: kritische, das
Augenfällige. Selbstverständliche grundsätzlich bezweifelrule
Einstellung gegenüber einem Sachverhalt, das grundsätzliche
Zweifeln an der Vertrauenswürdigkeit einer Person;
Argwohn. Skepsis: leises, tiefes, begründetes, instinktives,
kränkendes M.; das M. [gegen ihn] war unbegründet; sein
M. wuchs, nahm zu. schwand; M. gegen jmdn. haben,
hegen; M. säen; jmdm.. einer Sache großes M.
entgegenbringen; voller M. sein, dazu: >trauensantrag. der: Antrag
zu einem Mißtrauensvotum: einen M. einbringen. >trauens-
votum, das: a) (Pari.) Mehrheitsbeschluß eines Parlaments,
eines Gremiums, einem od. mehreren gewählten Vertretern
das Vertrauen zu entziehen [u. den Rücktritt zu erwirken]:
konstruktives M. (f konstruktiv); b) Erklärung, mit der
man seinen Mangel an Vertrauen in jmdn. ausdrückt: das
ist ein M. gegen meine Arbeit; er faßte das als M. auf;
-trauisch [...trapijl <Adj.>: voller Mißtrauen: ein -er
Mensch; nach diesen schlechten Erfahrungen wurde sie
sehr m.; jmdn. m. anschauen; m. nach weiteren
Einzelheiten fragen; >vergnügen,das(geh.. veraltend): Ärger.
Unzufriedenheit.etw. bereitet, verursacht jmdm. M.; und daraus
erklärt sich das M.. mit dem du da durch die Scheibe
guckst (Th. Mann. Zauberberg 574); er beobachtete die
Vorführungen mit wachsendem M.; -vergnügt <Adj.)
(geh.. veraltend): verärgert, verdrießlich: jmdn. m.
anschauen; -Verhältnis, das: nicht richtiges, nicht passendes
Verhältnis: das M. zwischen Armen und Reichen; zwischen seinen
Forderungen und seiner Leistung besteht ein krasses M.;
-verständlich <Adj.>: leicht zu einem Mißverständnis
führend; nicht klar u. eindeutig: eine -e Formulierung.
Äußerung; Kürzer darf der Text nicht sein. ... sonst wird er
m. (v. d. Grün. Glatteis 258); etw. m. darstellen; >
Verständnis, das: [unbeabsichtigtel falsche Deutung. Auslegung einer
Aussage od. Handlung: ein grobes, folgenschweres, fatales
M.; alles war ein einziges M.; das muß ein M. sein; hier
liegt wohl ein M. vor; ein M. beseitigen, aufklären, aus
der Welt schallen: wir müssen den Brief eindeutig
formulieren, damit es kein M. gibt, keine -se aufkommen; in unserer
Ehe hat es selten -se (Meinungsverschiedenheiten) gegeben;
> verstehen (mißverstand, hat mißverstanden): eine
Aussage, eine Handlung [unbeabsichtigt] falsch deuten, auslegen:
er mißverstand mich: du hast mich, meine Frage, meinen
Blick mißverstanden: er mißversteht mich absichtlich: die
Bemerkung war nicht mißzuverstehen; er fühlt sich
mißverstanden; verstehen Sie mich bitte nicht miß (ugs.
scherzh.; verstehen Sie mich nicht falsch), er lehnte das
Angebot in nicht mißzuverstehender Weise (klar u.
deutlich) ab; er machte eine nicht mißzuverstehende
(eindeutige) Handbewegung; -wachsen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(selten): svw. t-gewachsen; -Weisung, die (Physik): svw.
T Deklination (3); ^Wirtschaft, die: schlechtes, zu Verlusten
führendes Wirtschaften: Korruption und M. führten zum
Zusammenbruch; >wuchs,der; -es: (von Pflanzen)
Mißbildung. Verkrüppelung; -zufrieden <Adj.) (veraltet):
unzufrieden: Miß Evergreen, nicht ganz unverständlicherweise m.
mit dem Laufe dieser Welt (Maas. Goufle 301).
Missa [misal. die; -. Missae [mise; kirchenlat. missa. f
'Messe]: kirchenlateinische Bezeichnung der 'Messe: M. leeta
(früher; halblaut gelesene lMesse): M. pontificalis (Pontifi-
kalamt); M. solemnis (feierliches Hochamt); Missal
[mi'sa:!]. das: -s. -e. Missale [mi'sa:b]. das; -s. -n u. ...alien
[...jdn; mlat. missale]: Meßbuch: Missale Romanum
(amtliches Meßbuch der römisch-katholischen Kirche).
missen [misnl <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. missen, urspr.
= verwechseln, verfehlen] (geh.): 1. ohne etw. auskommen
[müssen]; entbehren: wir mußten alle Annehmlichkeiten
m.; seine Mitarbeit können wir nicht m.; ich möchte diese
Erfahrungen. Erlebnisse nicht m. 2. (selten) vermissen:
ein Wort in einem Wörterbuch m.; wir werden ihn nicht
m.. wenn er nicht mehr hier ist.
Misses: PI. von fMiß.
Missetat l'misd-]. die; -. -en [mhd. missetät. ahd. missität]
(geh.. veraltet): verwerfliche Tat (die im Widerspruch zu
Moral u. Recht steht): eine schreckliche, furchtbare M.;
eine M. begehen, für seine -en büßen müssen; die Kinder
bereuten ihre -en (scherzh.; Streiche): <Abl.:> Mjssetäter.
der; -s. - [spätmhd. missetaeter] (geh.. veraltend): jmd..
der eine Missetat begangen hat: die M. bestrafen; wer
war der M. (scherzh.; derjenige, der etw. angestellt hat)0.
Missile [missyl. auch: misl].das; -s. -s [engl.-amerik. missile.
zu lat. m/ssilis = zum Werfen. Schleudern geeignet] (Mi-
lit.): svw. T Flugkörper.
Miss ins link [misin link], das; - - [engl, missing link zu:
to miss = nicht haben u. link = Glied] (Biol.): fehlende,
nicht nachgewiesene Übergangsform in tierischen u.
pflanzlichen Stammbäumen: das M. zwischen Affe und Mensch.
missingsch [mismJ] <Adj.; o. Steig.) Iniederd. missingsch.
älter: missensch.mißensch.eigtl. = meißnisch, aus Meißen
(Sachsen) (als Bez. der dt. Hochsprache) nach der von
der meißnischen Kanzlei ausgehenden einheitlichen nhd.
Schriftsprache]: in. auf Missingsch, zum Missingsch
gehörend: er spricht m.; Missingsch [-]. das; -: in
Norddeutschland gesprochene Sprache, die aus einer Mischung
von Hochdeutsch u. Niederdeutsch besteht: sie kann M.
Mission [misio:n], die; -. -en [kirchenlat. missio = das
Entsenden christlicher Glaubensboten < lat. missio =
das Entsenden, zu: mittere = entsenden]: 1. (bildungsspr.)
/ mit einer Reise o. ä. verbundener] Auftrag. Aufgabe: eine
gefährliche, politische, delikate M.; seine M. ist erfüllt,
gescheitert, beendet: Er hat seinem Vaterland einen Dienst
tun. hat seine geschichtliche M. erfüllen wollen
(Feuditwanger. Erfolg 750); er ist in geheimer M. nach
Paris gefahren. 2. (bildungsspr.) [ins Ausland] entsandte
Personengruppe mit besonderem Auftrag: eine M.
entsenden; er leitete die deutsche M. bei den Olympischen Spielen.
3. (bildungsspr.) diplomatische Vertretung: die
ausländischen, diplomatischen -en in der Hauptstadt. 4. <o. PI.)
Verbreitung einer religiösen Lehre unter Andersgläubigen,
bes. der christlichen Lehre unter Heiden: M. betreiben;
die äußere M. (Mission unter NichtChristen); die innere
M. (religiöse Erneuerung u. Sozialarbeit unter Christen);
Missionar [misjona:?]. der; -s. -e: in der [christlichen}
Mission (4) tätiger Geistlicher od. Laie: er ist M.; er war
alsM. in Afrika; Missionär [misione:g]. der; -s. -e (österr.):
svw. f Missionar; missionarisch <Adj.; o. Steig.): die Mission
(4) betreffend; auf [christliche] Bekehrung hinzielend: sie
hatten -e Ziele; m. tätig sein; Ü mit -em Eifer (unbeirrbar)
kämpfte er für seine politischen Ziele; missionieren [misio
ni:ren] <sw. V.; hat): a) eine Glaubenslehre, bes. das
Christentum, unter Andersgläubigen verbreiten: die christliche
Lehre verpflichtet die Gläubigen zu m.; irische Mönche
missionierten in Schweden: b) jmdm. eine Glaubenslehre,
bes. das Christentum, verkünden u. ihn bekehren: afrikani-
113 GDW
1793
Missionierung
sehe Völker m.; <Abl.:>Mlssioiueiiing.die; -: das
Missionieren.
Mission»-: ^anstatt, die: Ausbildungsstätte für Missionare:
-bewußtsein, das: svw. t Sendungsbewußtsein; -chef, der:
Leiter einer Mission (3); -geselbchaft, die: Vereinigung
zur Ausübung u. Unterstützung der christlichen Mission;
^haus, das: svw. t^anstalt; ^schule, die: von Missionaren
eingerichtete u. unterhaltene Schule; ^Schwester, die: in
der Mission tätige Ordensschwester; ^Station, die: von
Missionaren eingerichtete Station mit Schule. Krankenhaus u. ä.;
^Wissenschaft, die <o. Pl.>: Wissenschaft von der christlichen
Mission.
mißlang [mis'lan]. mißlinae [mislens]: tmißlingen.
mißlich ['misliql <Adj.) [älter = was verschiedenartig
ausgehen kann, mhd.misselich.ahd. missalih. eigtl. =
verschiedene Gestalt habend]: Ärger. Unannehmlichkeiten
bereitend, unangenehm, unerfreulich; -e Verhältnisse, in einer
-en Lage sein; Was aber an dieser Geschichte m.. das
Sonderbarste ist (Seghers. Transit 225); <Abl.:> Mjßlich-
keit. die; -. -en: mißliche Angelegenheit. Situation.
Unannehmlichkeit: wir müssen einen Ausweg aus dieser M.
finden; Freilich hat auch dieser idealistische Begriff von
Krise seine -en (Habermas. Spätkapitalismus 13); mißlinaen
[mis'lman] (mißlang, ist mißlungen) [mhd. misselingen.
f gelingen]: nicht den Bemühungen od. der Absicht gemäß
gelingen: der Plan, der Versuch mißlingt; ich wußte, daß
die Flucht m. würde; der Aufsatz ist mißlungen; ein
mißlungener Kuchen: mißlungen [mis'lunanl: t mißlingen.
MjBpickel, der; -s [älter auch: Mißpückel. H.u.; viell. aus
t miß- (in der urspr. Bed.)u.t Buckel, also eigtl. = falscher,
trügerischer Knollen, da das Mineral für wertlos gehalten
wurde] (veraltet): svw. f Arsenkies.
mißt [mist]: t messen.
MjOwahl, die; -. -en [zu tMiß (3)]: Veranstaltung, auf der
eitie Schön/ieitskönigin gewählt wird.
'Mist [mistl. der; -[e]s [mhd.. ahd. mist. urspr. = Harn,
Kot]: I. a) mit Stroh. Streu vermischter Kot u. Urin
bestimmter Haustiere, der als Dünger verwendet wird: frischer M.:
eine Fuhre M.; der M. dampfte; M. laden, fahren, abladen,
ausbreiten, streuen; * nicht auf Jmds. M. gewachsen sein
(ugs.; nicht vonjmdm. stammen, vonjmdm. erarbeitet,
ausgedacht sein): b) kurz für f Misthaufen: der Hahn steht auf
dem M.; Küchenabfälle auf den M. werfen: Ü die alten
Kleider kannst du ruhig auf den M. werfen (wegwerfen);
c) (österr.) Kehricht. 2. (ugs. abwertend) a) als wertlos,
unnütz, lästig angesehene Gegenstände. Sachen: ich werfe
den ganzen M. weg; mit solchem altem M. kann man
doch nichts anfangen; was hast du denn da Air einen
M. gekauft?: b) Unsinn, dummes Zeug: er redet den ganzen
Tag nur M.; habt ihr gestern diesen M. in der Zeitung
gelesen?: c) lästige, ärgerliche, dumme Angelegenheit.
Sache: ich will mit diesem ganzen M. nichts zu tun haben;
mach deinen M. doch alleine; Du darfst hier nie fickerig
werden, sonst baust du M. {machst du Fehler; Kuby. Sieg
209); (in Flüchen:) so ein M.!; M.. verdammter!; verfluchter
M.!
*Mist [-]. der; -s. -e [engl, mist] (Seemannsspr.): leichter
Nebel.
'Mjst- (Mist 1): -beet, das: Frühbeet mit einer Lage
[Pferde! mist. der bei der Zersetzung Wärme abgibt: Salat im
M. vorziehen; -forke, die (nordd.): svw. Ngabel; -führe,
die; ^gabel, die: Gerät mit langem Stiel u. drei od. vier
Zinken zum Auf- u. Abladen von Mist: -grübe, die: vgl.
-häufen; ^häufen, der: Sammelplatz für Mist auf einem
Bauernhof: Abfälle auf den M. werfen; Ü wer das alte
Heer gekannt hat. diesen M. auf dem Felde Deutschlands
(Tucholsky, Werke II. 130); -iauche, die: svw. tJauche
(1); -kafer,der: metallisch blau, grün od. violett glänzender
Käfer, der von den Exkrementen von Pflanzetifressern lebt;
^kaire. die: Karre, mit der Mist transportiert wird; ^kübel,
der (österr.): Abfalleimer; -schaufei, die (österr.):
Kehrichtschaufel; -Stapel, der: vgl. -häufen; -stock, der
(Schweiz.): svw. t -häufen; -wagen, der: vgl. ^karren.
*Mjst- (Mist 2): -fink, der (Schimpfwort): a) schmutziger,
unsauberer Mensch; b) (selten) jmd.. der schmutzige, obszöne
Reden führt; c) svw. Nkerl; -hund, der (Schimpfwort):
vgl. -wkerl; -käfer, der (Schimpfwort): vgl. ^kerl; -kerl,
der (derbes Schimpfwort): gemeiner, niederträchtiger
Mann: so ein M.. er hat uns verraten; wenn ich diesen
M. wieder treffe, kann er was erleben; -stück, das (derbes
Schimpfwort): gemeiner, betrügerischer, verachtenswerter
Mensch: das M. hat mich mit meinem besten Freund
betrogen; du elendes M.!; Dafür bringst du M. mich fast um
(Degener. Heimsuchung 73): -vieh, das (derbes
Schimpfwort): a) Tier, auf das man wütend ist / weil es nicht
gehorcht o. ä.J: das M. hat schon wieder auf den Teppich
gemacht; b) svw. t-^kerl; -weib, das (derbes SchimpfWort):
gemeine, niederträchtige, betrügerische Frau; ^Wetter, das
(salopp): sehr schlechtes Wetter: bei so einem M. gehe
ich nicht raus; -zeug, das (salopp): schlechtes,
minderwertiges Zeug.
Mistel [mist}]. die; -. -n [mhd. mistel, ahd. mistil, wahrsch.
zu IM ist; der Same wind durch Vogelmist auf die Bäume
gebracht]: auf Bäumen schmarotzende Pflanze mit
gelbgrünen, länglichen, ledrigen Blättern, kleinen gelben Blüten
u. weißen, beerenartigen Früchten: das Zimmer an
Weihnachten mit -n schmücken; <Zus.:> Mjstelzweig, der.
'misten l'mistn] <sw. V.; hat): I. svw. tausmisten (1): den
Stall m. 2. mit Mist düngen: den Acker m. 3. (Fachspr.)
(von bestimmten Tieren) den Darm entleeren: das Pferd
mistet.
Listen 1-1 <sw. V.; hat) [engl, to mist. zu t:Mist]
(Seemannsspr.): leicht nebeln.
Mister ['miste] <o. Art.) [engl, mister. Nebenf. von: master,
t Master] englische Anrede für einen Herrn in Verbindung
mit dem Namen; Abk.: Mr.
misterio6o[miste'rio:zo] <Adv.) [ital. misterioso. zu: mistero
= Geheimnis < lat. mysterium. tMysterium] (Musik):
geheimnisvoll.
'mistig [mistiq] <Adj.) [zu t lMist]: 1. <nicht adv.) voller
]Mist. schmutzig: -e Schuhe. 2. (salopp) sehr schlecht: -es
Wetter; so eine -e Type!
listig [-] <Adj.; nicht adv > [zu t2Mist] (Seemannsspr.):
neblig.
Mistral [mis'tra:!]. der: -s [frz. mistral < provenz. mistral,
älter: maestral. zu: maestre (= frz. maitre). t Magister: eigtl.
= Hauptwindl: kalter Nordfwest/wind im Rhonetal, in
der Provence u. an der französischen Mittelmeerküste.
Mistress [mistns] <o. Art.) [engl, mistress < mengl.
maistresse < afrz. maistresse, t Mätresse]: englische Anrede
für eine Frau in Verbindung mit dem Namen; Abk.: Mrs.
misunito [mizura:to] <Adv.) [ital. misurato. zu: misurare
< spätlat. me(n)suräre = messen] (Musik): gemessen,
wieder streng im Takt.
Miszellaneen [mis^ela ne:an. auch: ... la.nesn; lat. mis-
cellänea. zu: miscelläneus = vermischt, zu: miscellus =
gemischt, zu: miscere = misehen|. Miszellen [mis'tßdanl
<PI.) (bildungsspr.): kleine Aufsätze verschiedenen Infialts.
bes. in wissenschaftlichen Zeitschriften; Vermischtes.
mit [mit; mhd. mit(e). ahd. mit(i)]: I. <Präp. mit Dativ):
l.a) drückt die Gemeinsamkeit, das Zusammensein,
Zusammenwirken mit einem od. mehreren anderen bei einer
Tätigkeit o.a. aus: er war m. uns in der Stadt; willst
du m. uns essen?; sie spielt m. den Kindern der Nachbarn;
b) drückt die Wechselseitigkeit bei einer Handlung aus:
sich m. jmdm. streiten, messen: sich m. jmdm.
austauschen, besprechen, abwechseln, befreunden; c) drückt eine
aktive od. passive Beteiligung an einer Handlung, einem
Vorgang aus: es gab viele Verkehrsunfälle m. Kindern
(in die Kinder verwickelt waren); ein Stiftungsfest m.
Damen (an dem auch die Damen teilnehmen). 2. (Ggs.: ohne)
a) drückt eine Zugehörigkeit aus: eine Flasche mit
Schraubverschluß; ein Haus m. Garten; Zimmer m. Frühstück;
Sprudel m. [Geschmack]: ein Vierer m. [Steuermannl;
Würstchen m. Senf; Familien m. und ohne Kinder; Herr
Müller m. Frau; b) drückt ein Ein bezogen sein aus;
einschließlich; samt: der Preis beträgt 50 Mark m. Bedienung;
m. allen Nebenkosten, m. Pfand; sie geben nur Zimmer
m. Frühstück; m. mir waren es 10 Teilnehmer; geöffnet
Montag m. (landsch.; bis einschließlich) Freitag; die
Jahrgänge bis und m. (Schweiz.; bis einschließlich) 1940. 3.
drückt aus. daß etw. (ein Behältnis verschiedenster Art)
etw. enthält: ein Glas m. Honig; ein Sack m. Kartoffeln;
ein Schrank m. Porzellan. 4. gibt die Begleitumstände,
die Art u. Weise o.a. einer Handlung an: sie aßen m.
Appetit; das hat er m. Absicht getan, m. Nachdruck
gefordert; er lag m. Fieber im Bett; keiner der Herren saß
m. Hosenträgern da (Lenz, Brot 85). 5. bezeichnet das
[Hilfslmittel od. Material, mit dem etw. ausgeführt wird,
das Air etw. verwendet wird: m. dem Hammer, m. Kleister.
1794
mit-, Mit-
sich die Hände m. Seife waschen: den Stachel m. der
Pinzette entfernen; sie kocht alles m. Butter (verwendet
Butter zum Kochen); das Bild ist m. Temperafarbe gemalt;
der Brief ist m. der Maschine geschrieben: er hat m. Devisen
bezahlt; er ist m. der Bahn. m. dem Auto gefahren. 6.a)
stellt einen bestimmten allgemeinen Bezug her zwischen
Verb u. Objekt: was ist los m. dir?; es geht langsam voran
m. der Arbeit; er zögerte m. der Zustimmung; er begann,
fuhr fort, hörte auf m. seiner Tätigkeit; es geht bergauf
m. ihm; raus m. euch!: fort m. dir!: b) <oft als Teil
eines präpositionalen Attr.) (ugs.) in Bezug (auf
etw.ljmdtn.). in Anbetracht: trink nicht so viel,
du m. deiner kranken Leber, du m. deinem kranken
Bein mußt dich setzen; der ist ja verrückt m. seinen
vielen neuen Autos (... daß er sich dauernd neue
Autos kauft). 7. bezeichnet eine gleichlaufende Bewegung
o.a. (Ggs.: gegen 1 1 b): sie rudern m. dem Strom, m.
der Strömung; sie fliegen m. dem Wind. 8. kennzeichnet
das Zusammenfallen eines Vorganges. Ereignisses o. ä. mit
einem anderen: m. [deml (bei) Einbruch der Nacht leeren
sich die Straßen; m. dem Einsetzen des Nachtfrostes ...
(wenn der Nachtfrost einsetzt...). m. dem Tode des Vaters
änderten sich die Verhältnisse der Familie: m. 20 Jahren
(im Alter von 20 Jahren) machte er sein Examen; m.
dem heutigen Tag (ab heute) ist die Frist abgelaufen.
II. <Adv.> 1. neben anderem, neben leinein. mehreren/
anderen: auch; ebenfalls: das gehört m. zu deinen Aufgaben;
es lag m. an ihm. daß ...; du könntest m. dazu beitragen,
daß ...;dasmußtdu m. berücksichtigen. 2. (ugs.; in
Verbindung mit einem Sup): das ist m. das wichtigste der Bücher
(eines der wichtigsten); seine Arbeit war m. am besten
(eine der besten Arbeiten). 3. (selbständig in Verbindung
mit Verben, wenn nur eine vorübergehende Beteiligung
ausgedrückt wird): er ist bereit, heute m. zu helfen; kannst
du ausnahmsweise einmal m. arbeiten? 4. (als abgetrennter
Teil von Abverbien wie ..damit, womit" in trennbarer
Zus. mit einem Verb): da habe ich nichts m. zu schaffen
(statt: damit habe ich nichts zu schaffen).
mjt-, Mft-: -angeklagte, der u. die: jmd., der mit einem
od. mehreren anderen des gleichen Deliktes wegen angeklagt
ist: ^arbeit, die <o. Pl.>: a) das Tätigsein mit anderen
zusammen in einem bestimmten Bereich, an einem
bestimmten Projekt o.a.: die M. in der Praxis ihres Mannes; das
Honorar für die M. am Lexikon; b) Hilfe, diejmd. einem
anderen bei einer Arbeit leistet; Mithilfe: eurer M. haben
wir die rasche Fertigstellung zu verdanken; c) aktive
Beteiligung bei etw.: eine freiwillige, ehrenamtliche, aktive M.
in einer Organisation; die Polizei bittet die Bevölkerung
um ihre M. bei der Suche; jmdn. zur M. auffordern; d)
das geistige Mitarbeiten, die Beteiligung (des Schülers am
Unterricht): seine M. lim Unterrichtl läßt zu wünschen
übrig; -arbeiten <sw. V.; hat): a) (in einem bestimmten
Bereich, an einem bestimmten Projekt o. ä.) als Mitarbeiter
tätig sein: an einem Werk, bei einem Projekt, im elterlichen
Geschäft m.; die mitarbeitenden Familienmitglieder; b)
sich con Unterricht betedigen: der Junge müßte im
Unterricht, in der Schule besser m.; -arbeiten der: a) Angehöriger
eines Betriebes. Unternehmens o. ä.; Beschäftigter: das
Unternehmen, die Firma hat 2 000 M.; einen neuen M.
vorstellen, einarbeiten; ein Rundschreiben der Geschäftsieitung
an alle M.; darf ich Ihnen meine M. vorstellen (zusammen
mit dem Possessivpron. nur von der Seite des Vorgesetzten
o.a.; eigtl.: meine Untergebenen)', b) jmd., der bei einer
Institution, bei einer Zeitung o. ä. mitarbeitet (a). /
wissenschaftliche] Beiträge liefert: er ist wissenschaftlicher M.:
er arbeitet als freier, ständiger M. einer Zeitung, an. bei
einer Zeitung; -arbeiterin, die: w. Form zu Karbeiter;
-arbeiterschaft, die <o. PI.): 1. Gesamtheit der Mitarbeiter.
2. das Mitarbeiten (a): jmdm. seine M. aufkündigen; -arbei-
terstab, der; -autor, der: jmd.. der mit einem od. mehreren
anderen Autoren zusammen an etw. arbeitet, gearbeitet hat;
Koautor; -begriinder, der: jmd.. der mit [einem j anderen
zusammen etw. begründet hat; -begründerin, die: w. Form
zu t-begründen -beklagte.der vgl. -angeklagte;
-bekommen <sw. V.; hat): l.a) als Wegzehrung o.a. bekommen:
Marschverpflegung, ein Lunchpaket m.; b) als Aussteuer
o.a. von den Eltern bekommen: sie hat nichts, einiges bei
ihrer Heirat mitbekommen; Ü von seiner Mutter irisches
Blut m. haben. 2. etw.. was eigentlich nicht für einen
bestimmt ist. I unbeabsichtigt] hören, wahrnehmen;
aufschnappen (3): die Kinder haben zuviel, alles, den ganzen Streit
mitbekommen. 3. (eine Äußerung o.a.) akustisch bzw. in
ihrer Bedeutung erfassen, aufnehmen: es war so laut, er
war so müde, daß er nur die Hälfte mitbekam. 4. bei
etw. anwesend sein u. daran teilhaben: da er verreist war.
hat er von den Feierlichkeiten, von den Ereignissen nichts,
nur wenig mitbekommen; -benutzen, (regional:) -benützen
<sw. V.; hat): zusammen, gemeinsam, mit einem od.
mehreren anderen benutzen: sie dürfen den Garten der Nachbarn
m; dazu: -benutzung, die; -besitz, der; -besitzen der:
vgl. -angeklagte; -bestimmen <sw. V.; hat): an etw.. bes.
an bestimmten, für einen selbst wichtigen Entscheidungen
[im öffentlichen Bereich /. mitwirken, seinen Einfluß bei
etw. geltend machen: Schüler und Eltern sollen in
Schulfragen künftig mehr m. dürfen; die Arbeitnehmer wollen
m. in Fragen der Rationalisierung; ein mitbestimmtes
Unternehmen (Jargon; Unternehmen, in dem die
Mitbestimmung der Arbeitnehmer praktiziert wird), dazu: -bestim-
mung,die <o. PL): das Mitbestimmen. Teilhaben.
Beteiligtsein an einem EntScheidungsprozeß (bes. die Teilnahme der
Arbeitnehmer an Entscheidungsprozessen in der
Wirtschaft): die betriebliche M. (Mitbestimmung innerhalb
eines Unternehmens, die durch die Anwesenheit von Vertretern
der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat gewährleistet ist); M.
am Arbeitsplatz, im Betrieb; in ihrer Familie herrscht
M. (scherzh.; die Familienmitglieder beschließen wichtige
Dinge gemeinsam), dazu: -bestkniningsgesetz, das: Gesetz,
durch das das Recht der Arbeitnehmer auf Mitbestimmung
festgelegt ist. -bestimmungsrecht, das: 1. das Recht auf
Mitbestimmung. 2. (DDR) Grundrecht des Bürgers auf
Mitwirkung bei der Gestaltung des politisch-staatlichen, wirt-
schaftliehenu. kulturellen Lehens; -bewerben der: vgl.
-angeklagte; -bewerberin, die: w. Form zu T ^bewerben
-bewohnen der: jmd., der ein Haus, eine Wohnung, ein Zimmer
o. ä. mit [einem j anderen gemeinsam bewohnt; -bewohnerin,
die: w. Form zu Nbewohner; -bieten <st. V.; hat): mit
[einem] anderen zusammen bei einer Versteigerung bieten
(1 b): er hat eine Weile bei der Versteigerung mitgeboten;
-bringen <unr. V.; hat): a) mit an den Ort bringen,
an den man sich begibt: [jmdm., sich] etw. aus der Stadt,
aus dem Urlaub, von einem Spaziergang, von der Reise
m.; hast du Brot mitgebracht? (beim Einkaufen besorgt);
kannst du mir etwas vom Markt m. (mitbesorgen)?; hast
du etwas zu essen mitgebracht?; wenn er uns besucht,
bringt er [uns. den K indemI immer etwas (= ein Geschenk.
Geschenke) mit; ich werde zum Essen Besuch. Gäste m.
(mit nach Hause bringen); sie hat etwas, nich ts. zwei K inder
aus erster Ehe mitgebracht (ugs.; mit in die Ehe gebracht)'.
Ü eine Neuigkeit m. (zu berichten wissen); er hat [sich]
von seiner Reise eine Grippe mitgebracht; die Kinder
haben von dem Spaziergang großen Hunger mitgebracht
(sind sehr hungrig nach Hause gekommen); b) als
Voraussetzung haben, aufweisen, bei etw. einbringen: für eine Arbeit
bestimmte Fähigkeiten, eine bestimmte Begabung.
Ausbildung m.; Ü Die jungen Leute werden sich ja wohl 'n
bißchen Zeit mitgebracht haben (Sebastian. Krankenhaus
29); -bringsei [-brmzj], das; -s, - (fam.): kleines Geschenk,
das man für einen atiaeren (bes. von einer Reise) mitbringt:
M. einkaufen; etw. als M. mit nach Hause nehmen; -bru-
der. der: 1. (geh.) vgl. ^mensch. 2. svw. TKonfrater;
^bürgen der (Amtsdt.): (vom Blickpunkt des Sprechers) jmd.,
der dem gleichen Staat angehört, in der gleichen Stadt lebt,
wohnt: liebe Mitbürgerinnen und M.; unsere alten, kranken
M. (Mitmenschen); -bürgerin. die: w. Form zu Kbürger;
-bürgersdiaft,die; -; Mienken <unr. V.; hat): etw. denkend
[mit anderen/ bei einer Tätigkeit nachvollziehen; nicht
gedankenlos, sondern mit Überlegung vorgehen: er ist in der
Lage mitzudenken; -dürfen <unr. V.; hat) (ugs.): mitgehen,
mitkommen, mitfahren u. ä. dürfen: er wird diesmal nicht
m.; -eWgenosse, der (schweiz.): vgl. -bürger; -eigentum,
das (jur.): Sache, die jmd. mit anderen gemeinsam besitzt
(Ggs.: Alleineigentum), dazu: -eigentümer, der (jur.);
^einander: Tmiteinander; -empfinden <st. V.; hat): etw.. was
ein anderer empfindet, nachvollziehen (u. ihn dadurch
verstehen) können; jmds. Schmerzm. können. <subst.:>
-empfinden, das; -s: ^erbe. der (jur.): jmd., der mit (einem/ anderen
zusammen Erbe von etw. ist (Ggs.: Alieinerbe): -erbin,
die: w. Form zu t^erbe: -erleben <sw. V.; hat): a) bei
etw. dabeisein, etw. aus unmittelbarer Nähe mitbekommen:
er hat das Unglück, die Ereignisse [aus nächster Nähe]
113*
1795
mit-, Mit-
miterlebt; sie haben im Fernsehen das Zeremoniell der
Inthronisation m. können (es am Bildschirm verfolgen
können): b) (als Zeitgenosse, als noch Lebender) mitmachen:
erleben (3): er hat den Krieg noch, nicht mehr miterlebt;
-esser, der [1: Lü von (m)lat. comedo. nach dem alten
Volksglauben.es handle sich um Würmer, die bes. Kindern
in die Haut gezaubert worden seien u. von der Nahrung
mitäßen]: 1. Talgabsonderung in einer Pore bes. der
Gesichtshaut: Komedo (2). 2. (ugs. scherzh.) jmd.. der bei
anderen als Gast mit am Tisch ißt: wir haben heute einen
M.; -fahren <st. V.; ist): mit [einem] anderen zusammen
[in dessen, deren FahrzeugJ fahren: du kannst [bei mir.
in meinem Autol m.; er läßt niemanden in seinem Auto
m.; die Kinder dürren [bei der Radtour] nicht m. (dürfen
nicht mitmachen, müssen zu Hause bleiben): -fahrer, der:
jmd.. der hei einem, in einem Fahrzeug mitfährt: -fahrenoen-
trale. die: Unternehmen, das die Möglichkeit vermittelt,
von privaten Fahrzeugen unter Kostenbeteiligung
mitgenommen zu werden: -fahrgelegenheit.die: Gelegenheit.
Möglichkeit, [unter Kostenbeteiligung] in einem privaten Fahrzeug
mitfahren zu können: er sucht eine M. von München nach
Hamburg; -fahrt, die; -finanzieren <sw. V.; hat): sich
an der Finanzierung von etw. beteiligen: die Ausfuhrung
eines Projektes m.; -fliegen <st. V.; ist): vgl. ^fahren;
-freude. die (geh.): Teilnahme an der Freude eines anderen,
von anderen: -fühlen <sw. V.; hat): (in bezug auf etw.)
teilnehmend mit [einem] anderen fühlen: mit Jmdm. m.;
jmds. Kummer. Sorgen. Erleichterung m.; <1. Part.:)
-fühlend: ein -er Mensch; -e Worte (Worte des Mitgefühls):
er ist sehr m.; -führen <sw. V.; hat): a) (bes. Amtsspr.)
bei sich tragen, haben: Gepäck m.; seine Papiere m.; der
Ausweis ist immer mitzuführen; fuhren Sie zu verzollende
Waren mit?; b) (von einem fließenden Gewässer) Geröll
u. ä. transportieren: der Fluß führt Sand. Geröll mit; -gäbe,
die (selten): svw. t Mitgift; -geben <st. V.; hat): a) jmdm.
bei seinem Weggang zum Mitnehmen mit auf seinen Weg
geben: dem Kind ein Frühstück, etw. zum Essen m.; kann
ich dir einen Brief an meine Eltern m.?; b) jmdm. als.
zur Begleitung geben, zuteilen: jmdm. einen Bewacher,
einen Führer, eine Begleitperson m.; c) jmdm. zuteil werden
lassen: seinen Kindern eine gute Erziehung, Ausbildung
m.; der Tochter eine Aussteuer m. (eine Mitgift zuteil
werden lassen): -«ebringe [-gabnrp]. das; -s. - (österr.): svw.
t-bringsei; -gefangen: vgl. -gehen; -gefangene, der u.
die: jmd.. der mit / einem/ anderen zusammen im Gefängnis
ist. eine Gefängnisstrafe verbüßt: -gefühl, das <o. PL):
Anteilnahme an dem Leid, der Not o. ä. eines anderen, von
anderen: echtes, tiefes M.; M. haben, zeigen, empfinden:
er hatte kein M. (Verständnis) für den Zustand seines
Freundes; für jmdn. kein M. aufbringen; jmdm. sein M.
ausdrücken, bezeigen; er ist ein Mensch ohne M. er ist
bar jeden -s; -gegangen: vgl. -gehen; -gehen <unr. V.;
ist): 1. gemeinsam mit jmdm. ]an einen bestimmten Ort]
gehen: jmdn, [an einen bestimmten Ort] begleiten: willst
du m. [ins Kinol?; die ganze Familie ist zum Bahnhof
mitgegangen; R mitgegangen, [mitgefangen,I mitgehangen
(wer bei etwas mitmacht, muß auch die Folgen mit tragen):
*etw. m. heißen/lassen (ugs.; fremdes Eigentum unbemerkt
an sich bringen u. mitnehmen). 2. (zusammen mit anderem)
weggerissen, weggespült o. ä. werden: bei dem Hochwasser,
dem Felssturz gingen große Massen von Geröll mit. 3.
(einem Vortragenden o.a.) aufmerksam zuhören, sich von
ihm mitreißen lassen: die Zuhörer gingen begeistert mit;
die Schüler gehen im Unterricht zu wenig mit. 4. (Boxen)
einem gegnerischen Schlag in Richtung des Schlages
ausweichen: -genommen <Adj.; nicht adv.>: 1. tmitnehmen. 2.
(ugs.) [durch wenig sorgsamen Gebrauch o.a.) beschädigt,
ramponiert: arg -e Polstermöbel; die Bücher sind ein wenig
m.. sehen sehr m. aus; -geschöpf, das (geh.): vgl. -mensch;
-gestalten <sw. V.; hat): mit [einem] anderen zusammen
etw. gestalten, schaffen: ein Programm m.; -gift, die: t
Mitgift; -glied, das: 1. Angehöriger einer Gemeinschaft, eines
Familienverbandes o.a.: ein M. der Familie, des
Königshauses; er bemüht sich, ein nützliches M. der Gesellschaft
zu sein. 2.a) jmd.. der einer Organisation, einem Verein,
einer Partei o. ä. beigetreten ist. auf Grund einer
Aufforderung. Wahl o. ä. angehört: ein eingeschriebenes, führendes
M.; ein aktives (ander Vereinsarbeit teilnehmendes).
passives (nur den Beitrag zahlendes, nicht am Vereinsleben
teilnehmendes), zahlendes M. eines Vereins; er ist
korrespondierendes (auswärtiges) M. der Akademie der
Wissenschaften; M. eines Vereins, einer Partei werden; -er werben;
sich als M. einschreiben [lassenl; die -er (Mitgliedstaaten)
eines Paktes, der Europäischen Gemeinschaft; b) Angehöri-
ge[r] einer Regierung o.a.: die -er der Regierung, des
Parlamentes, des Untersuchungsausschusses; M. des
Landtages (Abk.: M.d.L.. MdL); M. des Bundestages (Abk.:
M.d.B.. MdB); DDR: M. der Volkskammer (Abk.:
M. d. V.. MdV). dazu: -gliederliste, die. -gliederschaft.
die; -: Gesamtheit der Mitglieder eines Vereins, einer Partei
o. ä.. -gliedersdnvadi <Adj.; nicht adv.): (in bezug auf einen
Verein, eine Partei o.a.) wenig Mitglieder habend: eine
-e Partei, -«liederstark <Adj.; nicht adv.): vgl. -schwach.
-gliederversammking, die. -gliederverzeichnis, das.
-gliederzahl, die. -gliedsausweis, der. -gliedsbeitrag, der.
-gliedsbudi.das: Ausweis überjmds. Mitgliedschaft in Form
eines kleinen Heftchens, -gliedschaft, die: 1. das Mitglied-
sein: die Angehörigkeit als Mitglied: die M. erwerben; jmds.
M. in einer Partei. 2. <o. PI.) (selten) svw. t^gliederschaft.
-gliedskarte.die: Ausweis über jmds. Mitgliedschaft in Form
einer kleinen Karte, -gliedsland, das <PI. ...länder): Land,
das Mitglied einer bestimmten Organisation o.a. ist.
-glied[s]staat. der: vgl. -land; -haben <unr. V.; hat) (ugs.):
bei sich führen, haben: sie hatten kein Badezeug mit; -häft-
Img, der: vgl. -gefangene; -halten <st. V.; hat): a) hei
etw. mitmachen, sich beteiligen u. sich dabei den gleichen
Anforderungen o. ä. gewachsen zeigen wie andere Beteiligte:
er war nicht in der Lage, bei dem Wettbewerb mitzuhalten:
wenn ihr hier m. (erfolgreich mitmachen) wollt, müßt
ihr euch sehr anstrengen; ich kann noch m. (Skat; auch
noch reizen)', b) (geh.) an etw. teilhaben, teilnehmen: Der
Arbeiter ... aß und trank. Stefan durfte m. (Kuby. Sieg
52); c) (seltener) (etw. in Konkurrenz mit [einem] anderen)
durchhalten: Ich habe Not. bis zum Abend das Tempo
mitzuhalten (Normann. Tagebuch 146); -helfen <st. V.;
hat): sich helfend an etw. beteiligen, bei etw, helfen: bei
der Arbeit, im Haushalt m.; alle wollten m.. die Sache
zum Erfolg zu fuhren; sie gelten als mithelfende
Familienangehörige, dazu: -helfer, der: 1. (selten) svw. Helfer.
2. (abwertend) Mittäter: -herausgeben der: es gab bei
diesem Buch zwei M.; -hilfe, die <o. PI.): das Mithelfen:
Hilfe, die jmd. [einem] anderen bei etw. leistet: auf jmds.
M. angewiesen sein; jmdm. Tür seine tatkräftige M. danken;
^hin: tmithin: -hören <sw. V.; hat): a) zufällig Ohrenzeuge
von etw. werden, was eigentlich nicht für einen bestimmt
ist. etw. mit anhören: er hatte den ganzen Streit, die
Auseinandersetzung mitgehört; Dann hörte ich undeutlich eine
Weile mit. wie die Mädchen sich unterhielten (Gaiser.
Schlußball 63); b) [heimlich] in der Absicht jmdn.. etw.
zu überwachen, etw. mit anhören: sei leise, man kann hier
jedes Wort m.; (auch ohne Akk.:> er muß immer furchten,
daß mitgehört wird; R (scherzh.:) [Vorsicht.] Feind hört
mit!; dazu: ^tiörer. der: jmd.. der etw. mithört, -hörerin,
die: w. Form zu f -hörer; -inhaber, der; -Inhaberin, die:
w. Form zu -inhaber, -Insasse,der: vgl. -fahren -kämpfen
<sw. V.; hat): mit [einem] anderen gemeinsam an einem
Kampf, am Krieg o. ä. teilnehmen: er hat auf amerikanischer
Seite mitgekämpft, dazu: -kämpfer, der: vgl. -Streiter.
-kämpferin, die: w. Form zu -kämpfen -k läger, der (jur.):
jmd.. der mit [einem] anderen gemeinsam eine Klage
anstrengt; -klägerin.die (jur.): w. Form zu t -kläger; -klingen
<st. V.; hat): vgl. ^schwingen; -kochen <sw. V.; hat):
mit [etw.] anderem zusammen kochen: in der Fleischbrühe
eine Sellerieknolle m.; -kommen <st. V.; ist): l.a)
gemeinsam mit [ einem] anderen an einen bestimmten Ort kommen:
seine Freundin ist [zu der Party] mitgekommen; er wäre
gerne mitgekommen, aber er war verhindert; b) sich
gemeinsam mit [einem] anderen an einen bestimmten Ort begeben;
mitgehen (1): willst du m. ins Kino?; ich kann leider nicht
m.; ich komme noch mit (begleite dich noch) bis zur
Haustür; c) mit [etw.] anderem zusammen ankommen: die
Koffer sind [mit dem Flugzeug] nicht mitgekommen; bei
der nächsten Sendung müßten die bestellten Bücher m.
2.a) (bei einer Tätigkeit, bes. beim Gehen. Laufen o.a.)
mit [einemJ anderen Schritt halten: ihr geht so schnell,
daß das Kind nicht mitkommt; bei diesem Tempo kamen
viele nicht mit; du diktierst zu schnell, ich komme nicht
mit (kann nicht so schnell mitschreiben); R da komme
ich nicht mehr mit! (ugs.; das (= dieses Verhalten o.a.)
kann ich nicht begreifen, ist mir unverständlich)', b) (in
1796
mit-,
Müder Schule, im Unterricht o. ä.) den Anforderungen
gewachsen sein: der Schüler kommt [im Unterricht, in der Klasse]
gut. schlecht, nicht mit; -können <unr. V.; hat) (ugs.):
1. mitgehen, -fahren, -kommen u.a. können. 2. (bei einem
bestimmten Aufwand o. ä.) mithalten können: -kriegen <sw.
V.; hat) (ugs.): svw. t-bekommen; -lassen <st. V.; hat)
(ugs.): vgl. -können; -laufen <st. V.; ist): 1. vgl. -gehen
(1); *etw. m. lassen (f mitgehen I). 2. (ugs.) neben anderer
Arbeit mit erledigt werden: die Reparaturen müssen
nebenher m. 3. (abwertend, selten) Mitläufer sein: er läuft nur
mit, ohne sich zu engagieren, zu 3: -Mufer, der (abwertend):
jmd.. der bei erw. mitmacht, ohne sich besonders zu
engagieren, u. der dabei nur eine passive Rolle spielt: daß er sich
stets als M. verhielt und ... nicht einmal genau über den
Ablaufeines Planes Bescheid wußte (Ossowski. Bewährung
77); er wurde, bei der Entnazifizierung als M. eingestuft;
-laut, der [LÜ von lat. (littera) cönsonäns]: svw. f
Konsonant; -leid, das [älter: Mitleiden, mhd. mitellden. LÜ
von spätlat. compassio. LÜ von griech. sympätheia =
Sympathie]: starke (sich in einem Impuls zum Helfen.
Trösten o. ä. äußernde) innere Anteilnahme an dem Leid,
der Not o.a. eines anderen, von anderen: M. empfinden;
M. mit Jmdm. haben; kein M. haben, kennen (völlig
gefühllos, hart, ohne Erbarmen sein): an jmds. M. appellieren; er
verdient kein M.; sein Anblick, sein Zustand erregte
unser M.; M. heischend dreinblicken; er handelte aus M.;
er ist ein Mensch ohne M.; -leiden <unr. V.; hat): fremdes
Leiden, fremde Not o. ä. zutiefst mitempfinden, mitfühlen:
wenn sie andere leiden sieht, leidet sie mit, <subst.:> -leiden,
das <o. PI.) (geh.. selten): svw. f Mitleid: mit dem Rohling
... hatte sie ein ihr selber ganz unerklärliches M. (R. Walser.
Gehülfe 22); -leidenschaft nur in den Wendungen etw.
in M. ziehen (erw. mir anderem zugleich beeinträchtigen,
beschädigen u. ä.): bei dem Brand wurden auch die
umliegenden Häuser in M. gezogen; imdn. in M. ziehen (jmdn.
bei erw.. was ihn nicht unmittelbar betrifft, mit
beeinträchtigen, ihm dabei ebenfalls Schaden zufügen u.a.): die
Vorgänge zogen uns alle in M.; -leideireaend <Adj.; nicht adv.):
so aussehend, beschaffen o. ä.. daß es jmds. Mitleid erregt:
in einem sehr schlechten, bedauernswerten Zustand: ein -er
Anblick; -leidig <Adj.): voller Mitleid: teilnahmsvoll: sie
ist ein -er Mensch, eine -e Seele; auch iron.: er lächelte
m. (verächtlich), als er das Ergebnis ihrer Bemühungen
sah; -leid[s]los <Adj.; -er. -este): hart u. ohne Mitleid:
ohne Herz: ein -er Blick; m. sein, bei etw. zusehen, dazu:
-leidlsllosigkeit. die; -; -leid[s]voll <Adj.; Steig, ungebr):
voll Mitleid, voll Erbarmen: jmdn. m. anschauen; -lesen
<st. V.; hat): 1. etw. neben anderem auch lesen u. damit
zur Kenntnis nehmen: du mußt auch das Kleingedruckte
m. 2. mir einem anderen zugleich erw. lesen: er merkte,
daß sein Gegenüber seine Zeitung mitlas; willst du den
Brief m.?; -liefern <sw. V.; hat): erw. gleichzeirig mir erw.
anderem liefern (1): ein Teil der bestellten Ware ist nicht
mitgeliefert worden; -machen <sw. V.; hat): l.a) bei erw.
(mir) dabeisein: an erw. [aktiv/ rednehmen: ein Fest, einen
Ausflug, einen Gottesdienst m.; er hat den Krieg [in
Rußland] mitgemacht; der macht jeden Ulk. sie macht jede
Mode mit; b) sich einer Unternehmung anschließen, sich
an erw. beredigen: bei einem Wettbewerb, bei einer Aktion
[nicht] m.; willst du m.?; da mache ich nicht mehr mit
(daskann ich nichr verrreren. nichr billigen): Ü Das Wetter
macht mit (ist so. wie gewünscht: M. Walser. Eiche 83);
er wird's nicht mehr lange m. (salopp; er wird bald sterben):
c) (als Lernender o.a.) an erw. rednehmen: einen Kurs.
Lehrgang m. 2. (ugs.) erw. für einen anderen, an Srelle
eines anderen auch noch erledigen o.a.: während seiner
Krankheit hat ein Kollege seine Arbeit mitgemacht. 3.
(ugs.) (Schweres. Schwierigeso. ä.) durchmachen (2), durch-
srehen. erleiden: sie haben während des Krieges viele
Bombenangriffe mitgemacht; er hat im letzten Stadium seiner
Krankheit viel mitgemacht (harre sehr schwer zu leiden):
Großmutter sagt, sie hat mit Großvater allerhand
mitgemacht (harre es schwer mir ihm: Schwaiger, Wie kommt
93); R [ich kann dir sagen,] da machst du [vielleichtI was
mit!; -mensch, der <meist PL): ein Mensch im Hinblick
aufsein Verhälrnis zu den mir ihm lebenden anderen
Menschen: auf seine -en Rücksicht nehmen; hart über seine
-en urteilen; (iron.:) die lieben -en.dazu: -menschlich <Adj.;
o. Steig.; nicht präd.): auf den Mitmenschen bezogen, den
Mitmenschen her reffend: -e Beziehungen. Kontakte.
-menschlichkeit.die <o. PI.); -mischen <sw. V.; hat) (ugs.):
a) ohne eigenrlich dazuzugehören, sich bei erw. beteiligen,
sich einmischend bei erw. Einfluß nehmen: mitmachen: er
will überall m.. hat bei der Aktion heftig mitgemischt;
b) (Sport Jargon) mir vollem Einsatz kämpfen: dem Gegner
Paroli bieten: der Herausforderer mischte von der ersten
Runde an mit; die Regionalliga hat bis zum Schluß kräftig
mitgemischt; -mögen<unr. V.; hat): vgl. -dürfen; -müssen
<unr. V.; hat): vgl. -dürfen; -nähme [-na:md]. die <o.
PI.) (Papierdt.): das Mitnehmen (1 a): die M. von Taschen
und anderem Gepäck ist nicht erlaubt; die Diebe
verschwanden unter M. des wertvollen Schmucks
(verschwanden u. nahmen den wertvollen Schmuck mit), dazu: -nahme-
pneis. der (Werbespr.): reduzierter Preis für einen größeren
(normalerweise vom Verkäufer zu liefernden) Gegenstand,
den der Kunde selbst abtransportiert: Sessel zum M. von
100 Mark; -nehmen <st. V.; hat) /vgl. mitgenommen/:
I. a) (auf einen Weg o. ä.) mit sich nehmen, mit sich führen:
[sichl den Regenschirm, ein Frühstück m.; den Koffer
ins Abteil m.; einen Brief zur Post m.; b) (auf seinem
Weg o.a.) mitgehen, -fahren lassen o.a.: jmdn. an etw..
was man selbst tut. teilhaben lassen: sie haben die Kinder
auf die Reise mitgenommen; jmdn. ins Kino, zu einer
Party m.; das Frachtschiff nimmt auch Passagiere mit
(es können auch Passagiere darauf mitfahren): c) von einem
Ort mit fortnehmen: aus der Präsenzbibliothek dürfen keine
Bücher mitgenommen werden; die Einbrecher haben
Schmuck im Wert von mehreren tausend Mark
mitgenommen (verhüll.; gestohlen): d) (ugs.) (von etw.. was einem
gerade ins Auge springt, was als besonders preiswert
erscheint o.a.) im Vorbeigehen kaufen: weil das Obst so
billig war. hat sie gleich fünf Pfund davon mitgenommen;
e) (ugs.. oft scherzh.) so dicht an etw. vorbeistreifen, daß
etw. sich ablöst, weggerissen wird o.a.: du hast die ganze
Wand mitgenommen (hast die Tünche der Wand an den
Kleidern hängen): der LKW hat eine Hausecke
mitgenommen; 0 (ugs.) erw. bei sich bietender Gelegenheit
wahrnehmen (ansehen, besuchen, mitmachen o. ä.): sie nehmen alles
mit. was sich ihnen bietet. 2. jmdm. psychisch od. physisch
sehr zusetzen: die Aufregungen der letzten Zeit haben sie
sehr mitgenommen. 3. aus etw. für sich einen Gewinn
ziehen, etw. lernen o.a.: aus einem Vortrag, einer Predigt
etwas m.; -nehmepreis, der: svw. t-nahmepreis; -nichten:
fmitnichten; -rauchen <sw. V.; hat): mit (einem/
anderen zusammen rauchen: willst du eine m.?; <subst.:>
passives Mitrauchen (zwangsläufiges Einatmen des
Rauches, den die Raucher verursachen): -rechnen <sw. V.; hat):
a) / um das Ergebnis zu kontrollieren J gleichzeitig mit einem
anderen eine Rechnung ausführen: er hat bei deiner Addition
mitgerechnet; b) jmdn.. etw. in eine Rechnung. Überlegung
einbeziehen, mit berücksichtigen: der Bau hat viel Geld
gekostet, die Eigenleistung nicht mitgerechnet; -reden <sw.
V.; hat): a) (in einem Gespräch o.a.) etw. Sinnvolles zu
einem Thema o.a. beisteuern (meist in Verbindung mit
„können"): hier kannst du einfach nicht m. (es fehlt dir
die Erfahrung, die Sachkenntnis: du verstehst nichts davon):
er ist zu jung, zu unerfahren, um m. zu können; die einzige
Kunstart, bei der ich ein bißchen m. konnte {auf Grund
eigener Sachkenntnis: Ott. Haie 53); b) an einer
Entscheidung beteiligt sein (meist im Inf. mit zu + haben): er
will auch m.. wenn es um eine wichtige Entscheidung
geht; ein Fall, bei dem alle mitzureden haben werden
(bei dem alle gefragt werden müssen: Kant. Impressum
254); -regieren <sw. V.; hat): vgl. -bestimmen; -reisen
<sw. V.; ist): vgl. -fahren, dazu: -reisende, der u. die.
jmd.. der mit [einem] anderen im gleichen Zug o.a. reist:
-reißen <st. V.; hat): I. (von einer Stelle durch die eigene
Bewegung o.a.) mit sich fortreißen, wegreißen: die
Strömung hat Teile der Uferbefestigung mitgerissen; der
Abstürzende hat die ganze Seilschaft mitgerissen. 2. durch
seinen inneren Schwung, seine Überzeugungskraft o. ä.
anstecken, begeistern: der Redner, seine Begeisterung reißt
die Zuhörer mit; <1. Part.:) ein mitreißendes Spiel; er
wirkt nicht gerade mitreißend bei seinen Auftritten; -sam-
men. -samt: tmitsammen, mitsamt; -schicken <sw. V.;
hat): a) etw. mit anderem zusammen schicken: ein Foto
im Brief m.; kann er nicht auch ein bißchen Geld m?
(Hausmann. Abel 178); b) jmdn. als Begleitung mitgehen
o.a. lassen: jmdm. einen Ortskundigen als Führer m;
-schleifen <sw. V.; hat): 1. vgl. -reißen (1): der Zug erfaßte
1797
mit-, Mit-
das Auto und schleifte es mehrere 100 Meter weit mit.
2. (ugs.) a) vgl. -nehmen (1 a): warum schleifst du die
schwere Tasche überallhin mit?; b) vgl. -nehmen (1 b):
sie haben ihn zu der Party mitgeschleift; -schleppen <sw.
V.; hat) (ugs.): 1. /etw. Schweres, Unnötiges! mitnehmen
(1 a). mit sich schleppen, tragen: sie schleppen immer viel
zu viele Sachen in den Urlaub mit; U Darum schleppen
wir unsere Vergangenheit immer mit (Thielicke. Ich glaube
182). 2. vgl. -nehmen (I b): er schleppte mich mit ins
Kino; -schneiden <unr. V.; hat) (bes. Rundf.. Ferns.):
(eine Sendung o. ä. zum Zwecke beliebiger
Reproduzierbarkeit) aufzeichnen* auf Magnetband aufnehmen: eine
Sendung, ein Konzert m.; ein Gesprach m.; <subst.:) das
Mitschneiden von Rundfunksendungen ist nicht erlaubt;
dazu: -schnitt, der (bes. Rundf. Ferns.): durch
Mitschneiden hergestellte Aufzeichnung: der M. eines öffentlichen
Liederabends; -schreiben <st. V.; hat): 1. etw. anhören
u. zugleich niederschreiben: die Unterhaltung, den Vortrag
m.; (auch ohne Akk.-Obj.:) er versuchte mitzuschreiben.
2. an einer schriftlichen [Prüfungs] arbeit teilnehmen: die
Prüfungsarbeit m.; -schuld, die <o. PI.): Teilhabe an der
Schuld eines anderen, von anderen: jmdm. eine M.
nachweisen; seine M. [an etw.] leugnen; -schuldig <Adj.; o. Steig.;
nicht adv): eine Mitschuld an etw. tragend: an etw. m.
sein, werden; <subst.:> -schuldige, der u. die [nach spätlat.
correus]: Er hatte plötzlich das... Gefühl zum
Mitschuldigen geworden zu sein (Remarque. Triomphe 120);
-Schüler, der: Schüler, der (mit anderen zusammen) die gleiche
Klasse od. Schule besucht: -Schülerin, die: w. Form zu
t-schüler; -schwimmen <st. V.; ist): mit anderen zusammen
bei einer bestinvnten Gelegentieit schwimmen: in der Staffel
m.; er ist bei dem Sportfest nicht mitgeschwommen; Ü
sie schwammen in dem Menschenstrom mit (ließen sich
von ihm treiben): -schwingen <st. V.; hat): 1. mit etw.
anderem in Schwingung Befindlichen zugleich in Schwingung
geraten: Saiten eines Instruments. Töne schwingen mit.
2. in jmds. Äußerung o.a. mit zum Ausdruck kommen:
Freude. Überraschung. Kritik schwang in seinen Worten
mit; -sein <unr. V.; ist; nur im Inf. u. Part,
zusammengeschrieben) (ugs.): mitgegangen, mitgefahren sein u.a.: er
ist beim Betriebsausflug nicht mitgewesen; -singen <st.
V.; hat): a) mit [einem] anderen zusammen singen: ein
Lied, eine Melodie leise m.; (auch ohne Akk.-Obj.:> alle
sangen mit; er singt im Chor mit (gehört einem Chor
an); -sollen <unr. V.; hat): vgl. -dürfen; -spielen <sw.
V.; hat) [3: mhd. (iemanne) mite spiln = (mit jmdm.)
im Kampfspiel derb umgehen]: 1. a) bei einem Spiel
mitmachen, sich beteiligen: darf ich m.?; Ü das Wetter hat nicht
mitgespielt (es war schlechtes Wetter bei der Unternehmung,
dem Fest o.a.): hier spiele ich nicht mehr mit (das kann
ich nicht mehr billigen, nicht unterstützen, nicht mitmachen
o.a.); (auch mit einem Subst. des gleichen Stammes als
Obj.:) Die Rose ( = eine Frau) spielte wohl versehentlich
dein Spiel mit (verhielt sich genauso wie du; Reinig. Schiffe
77); b) (als Mitwirkender) bei etw. dabeisein: er hat in
vielen Filmen, im Faust mitgespielt; er spielt im Orchester,
in der Nationalmannschaft mit. 2. bei etw. mit eine Rolle
spielen, mit im Spiel sein, sich mit auswirken: viele Gründe
haben bei der Entscheidung mitgespielt; Ehrgeiz.
Eifersucht spielen bei jmdm. mit; der Zufall hat hier mitgespielt.
3. jmdm. zusetzen: jmdm. übel, arg, böse m.; Hat er es
denn nötig, sich derart m. zu lassen? (so mit sich umgehen
zu lassen; Maass. Gouffe 246); zu 1: -Spieler, der: jmd.,
der mitspielt; -Spielerin, die: w. Form zu t-Spieler;
-spräche, die <o. PI.): das Mitsprechen bei bestimmten
Entscheidungen o.a.: ein Recht auf M. haben; <Zus.:>
-spracherecht, das <o. Pl.>: das Recht, bei anstehenden
Entscheidungen angehört zu werden, mitzusprechen: jmdm. ein M.
einräumen, zugestehen; sein M. wahrnehmen; ein M. der
Mitglieder, der Länder; ein M. über etw. fordern;
-sprechen <st. V.; hat): 1. etw. mit [einem] anderen gemeinsam
sprechen: ein Gebet, eine Eidesformel m. 2.a) vgl. -reden
(a): bei etw. nicht m. können; b) vgl. -reden (b): sie möchten
gefragt werden, möchten m.. wenn es um ihre Sache geht.
3. mit eine Rolle spielen; mitspielen (2): bei etw. sprechen
verschiedene Faktoren. Gründe. Interessen mit;
-stenographieren <sw. V.; hat): vgl. -schreiben (1): [eine Rede]
m.; -Streiter, der: jmd., der mit [einem] anderen zusammen
für od. gegen etw. eintritt, sich einsetzt, kämpft; -streiterin,
die: w. Form zu t -Streiter; -stricken <sw. V.; hat) (salopp):
beim Zustandekommen von etw. mitwirken: Feltz .... der
1942 die Vertröstungsschnulze ... mitgestrickt hatte
(Spiegel 33.1975. 79); ^täter9der:jmd.,der mit [einem] anderen
gemeinsam eine Straftat begangen hat; -täterin, die: w.
Form zu t-tater, dazu: -titerschaft, die; -teilen <sw. V.;
hat): 1. jmdn. von etw., wovon man glaubt, daß es für
ihn wichtig ist, in Kenntnis setzen, jmdn. über etw.
informieren, ihn etw. wissen lassen: jmdm. etw. brieflich, telefonisch,
schonend, vertraulich m.; jmdm. eine Absicht, ein
Vorhaben, eine Neuigkeit, seine Bedenken m.; er hat uns seine
Erfahrungen mitgeteilt (erzählt); Zu dem vereinbarten
Termin hatte Macheath natürlich nichts Neues mitzuteilen
(Brecht. Groschen 133); er teilte der staunenden Menge
mit (erklärte ihr), daß ...; die Militärjunta teilte [der
Bevölkerung] mit (verkündete, machte bekannt), daß ...; amtlich
wurde mitgeteilt (bekanntgegeben), daß ... 2. (geh.) a)
etw. an etw., jmdn. weitergeben, auf etw., jmdn. übertragen:
der Ofen teilt die Wärme dem ganzen Raum mit; b) <m.
-f sich) sich auf jmdn. übertragen: Die exaltierte Lustigkeit
... teilte sich ... den anderen Mädchen mit (Zuckmayer.
Fastnachtsbeichte 1S6); der Geruch hat sich allen
Kleidungsstücken mitgeteilt. 3. (geh.) (m. + sich) sich jmdm.
im Gespräch anvertrauen, mit [einem] anderen von sich
selbst sprechen: er kann sich schlecht einem anderen m.;
er hatte das Bedürfnis, sich einem Menschen mitzuteilen.
4. (geh., veraltet) jmdm. etw. von etw. geben, zuteil werden
lassen: sie war bereit, anderen etwas von ihrem Reichtum,
ihren Gaben mitzuteilen, dazu: -teitaun [-t3jlza:m] <Adj.;
nicht adv.): gesprächig, sehr geneigt, [einem] anderen
Einblick zu geben in das, was einen bewegt o.a.; von großem
Mitteilungsbedürfnis: ein sehr -er Mensch; m. sein, dazu:
-teilsamkeit, die; -; -teihing, die: etw., was man jmdm.
mitteilt (1). wovon man jmdm. Kenntnis gibt: eine briefliche,
vertrauliche, freudige, traurige M.; die Polizei erbittet
zweckdienliche -en zu dem Fall; jmdm. eine M. [über,
von etw.] machen (etw. förmlich mitteilen); eine M. (eine
zur Veröffentlichung bestünmte Nachricht) an die Presse
herausgeben; jmdm. eine M. (Nachricht) zukommen
lassen; jmdn. mit einer M. (Eröffnung) überraschen; laut
amtlicher M.; nach M. der Behörden, dazu: ^teikingsbe-
dürfnis, das <o. PL): jmds. starkes Bedürfnis, sich [einem!
anderen mitzuteilen: er hatte [keinl großes M.; -teihingsbe-
dürftigkeit. die (seltener): svw. f-bedürfnis. -teihings-
drang, der <o. PI.): gesteigertes Bedürfnis, etw., was einen
bewegt, [einem] anderen mitzuteilen; -tun <unr. V.; hat)
(landsch): vgl. -machen (1 b. 2); -unter f mitunter;
-Unterzeichner, der: svw. f-unterzeichnete; -unterzeichnete, der
u. die: jmd., der als Verantwortlicher in einer bestimmten
Funktionein Schriftstück neben [einem / anderen
Unterzeichnenden unterzeichnet; -Verantwortlichkeit, die <o. PI.):
das Mitverantwortlichsein: sich aus seiner M.
herausstehlen; -Verantwortung, die: jmds. Teilhabe an der
Verantwortung für jmdn., etw.; eine soziale, politische M.; M. [für
etw.l tragen, übernehmen; -verdienen <sw. V.; hat): (neben
dem Familienvorstand, neben anderen Familienmitgliedern)
auch einer bezahlten Arbeit nachgehen: seine Frau verdient
mit. muß m.; die mitverdienende Ehefrau, dazu:
-Verdiener, der. -verdienerin. die; -Verfasser, der: vgl. -autor,
-verganaenheit, die (Osten*.): svw. T Imperfekt;
-verschulden, das: Teilhabe an der Schuld eines anderen, anderer:
ihn trifft ein M. an dem Unfall; -Verwaltung, die: 1. (o.
PI.) Teilnahme,Mitwirkung ander verantwortlichen
Verwaltung von etw.: die M. der Schüler fordern. 2. Organisation,
die an etw. im Sinne der Mitverwaltung (1) teilhat; -weit,
die <o. PI.): die Gesamtheit der Mitmenschen, Zeitgenossen;
die M. hat sein Genie verkannt, nicht gewürdigt; -wirken
<sw. V.; hat): l.a) mit [einem] anderen zusammen an/bei
der Durchführung o. ä. von etw. wirken, tätig sein;
mitarbeiten: an, bei etw. m.; verantwortlich, als Verantwortlicher
bei etw. m.; <subst.:> er ist nur durch ihr. ist ohne ihr
M. zu einer Stellung gekommen; b) vgl. -spielen (1 b):
in einem Orchester, in einem Theaterstück m.; in einer
kleinen Rolle m.; es wirkten mit: ...: die mitwirkenden
Schauspieler. 2. bei etw. mit eine Rolle spielen, mit eine
Wirkung haben: bei der Entscheidung, dem Ausgang
wirkten verschiedene Faktoren mit. dazu: -wirkende, der u.
die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete). -Wirkung, die <o. PI.):
das Mitwirken: es kommt auf die M. aller an; -wisser,
der: jmd., der von einer [unrechtmäßigen o.a.] Handlung,
von einem Geheimnis eines anderen od. anderer Kenntnis hat:
1798
Mittags-
M. sein; er hat zu viele M.; jmdn. zum M. machen (in sein
Geheimnis o.a. einweihen), dazu: -wisserschaft, die; -;
-wollen <unr. V.; hat): vgl. ^dürfen; -zählen <sw. V.; hat):
1. bei einer Zählung auch berücksichtigen: du mußt auch
die nichtaktiven Teilnehmer m. 2. mit eingerechnet werden:
die Sonntage zählen bei den Urlaubstagen nicht mit;
^ziehen <unr. V.>: I. sich einem Zug von Marschierenden o.a.
anschließen: in einer Gruppe von Gehenden, Marschierenden
mitgehen: die Kinder zogen ein Stück weit [mit der
Musikkapelle] mit. 2.a) (ugs.) bei etw. mitmachen, sich einer
Handlung, dem Verhalten eines anderen anschließen: Krüger
... reichte eine Klage ... ein ... 23 Elternpaare ... zogen
mit (Quick. 45. 1975. 79); b) (Sport) in einem
Laufwettbewerb mit dem Mitbewerber mithalten: in langen Sätzen
m.; der Finne stößt vor. der Deutsche zieht mit.
miteinander <Adv.) [mhd. mit einander]: I. einer, eine, eines
mit dem, der anderen: m. sprechen; m. kämpfen, leben;
sie kommen gut m. aus; m. in Verbindung stehen; die
beiden sind m. verheiratet; die Zutaten m. vermischen.
2. gemeinsatn, zusammen, im Zusammenwirken o. a.: wir
müssen die Aufgabe m. zu lösen versuchen; wir können
m. nach Hause gehen; sie sind alle m. (alle ohne Ausnahme)
dergleichen Meinung; <subst.:> Miteinander [auch:' j.
das; -Isl: ... von den Gefahren des M. (des
Zusammenlebens) wissen (Kant. Impressum 199).
Mitella [mi'telal, die; -. ...Ilen [lat. mitella. Vkl. von: mitra.
tMitral (Med.): um den Nacken geschlungenes dreieckiges
Tragetuch zur Ruhigstellung des Armes bei Unterarm- od.
Handverletzungen.
Mjtgift, die; -, -en [spätmhd. mitegift, zu tmit u. mhd..
ahd. gift. TGiftI (veraltend): Vermögen, Aussteuer in Form
von Geld u. Gut, die einem Mädchen bei der Heirat von
den Eltern mitgegeben wird: eine stattliche, bescheidene
M. mitbekommen; Ü (geh.:) Alle Kinder Israels werden
solche Augen als M. haben (Fries. Weg 23). dazu: Mjtgift-
iäger, der (abwertend veraltend): jmd., der ein Mädchen
nur seiner Mitgift wegen heiratet, zu heiraten beabsichtigt.
mithin <Adv.): folglich, dementsprechend, also: er ist
volljährig, m. für sein Tun selbst verantwortlich.
Mitigans ImLtigans], das; -. ...anzien lmitigantßpnl u.
...antia [... ganl^a; lat. mitigans. I. Part, von: mitigäre
= lindern] (Med.): Linderungs-. Beruhigungsmittel.
mitnichten [mit ni^ln] <Adv.) (veraltend): keineswegs,
gewiß nicht: out keinen Fall: sie ist m. schön; er gehorchte
m.
Mitochondrkim [mitoxondrium], das; -s, ...rien [...ian]
(meist PI.) [zu griech. mitos = Faden u. chondrion =
Knötchen] (Biol.): faden- od. kugelförmiges Gebilde in
tierischen u. pflanzlichen Zellen, das der Atmung u. dem
Stoffwechsel der Zelle dient: Mitose Imi'to:»]. die; -. -n [zu
griech. mitos = Faden] (Biol.): indirekte Zellkernteilung:
<Zus.:> Mitosegift, das (Biol.): Stoff, der den normalen
Ablauf der Zellkernteilung stört (z. B. Kolchizin); mitotisch
<Adj.; o. Steig.) (Biol.): die Mitose betreffend.
Mitra [mi:tra]. die; -. ...ren lmlat. mitra < lat. mitra <
griech. mitra = Stirnbindel: I. (kath. Kirche)
Bischofsmütze, Kopfbedeckung für Bischöfe u. andere hohe
Würdenträger aus zwei schildförmigen, um Stirn u. Hinterkopf
gebogenen, oben dreieckig-spitz zulaufenden Teilen, die durch Stoff
u. Zierbänder verbunden sind: Inful (2). 2. (Med.) haubenför-
miger Kopfverband. 3.a) (bei den Griechen und Römern)
Stirnband der Frauen: b) i golddurchwirkte] Kopfbinde
altorientalischer Herrscher.
Mitrailleuse [mitra(l)'j0:z3|. die; -. -n [frz. mitrailleuse. zu:
mitraille = zerhackte Blei- u. Eisenstücke] (hist.): (vom
frz. Militär verwendetes) Geschütz für Kartätschen, bei dem
mehrere Läufe schnell hintereinamler abgefeuert werden
konnten (Vorläufer des Maschinengewehrs).
Mitralklappe, die; -. -n [zu f Mitra. nach der Form] (Med.):
zweizipfelige Herzklappe zwischen linkem Vorhof u. linker
Herzkammer.
mitsammen [mrt'zamanl <Adv.) [zum 2. Bestandteil vgl.
zusammen] (landsch.. bes. österr.): zusammen, gemeinsam,
miteinander: m. eine Wanderung machen; Die
Auseinandersetzung ... bringt den Beteiligten allen m. wenig Ehre
ein (Sonntagspost 151); mitsamt <Präp. mit Dativ) [mhd.
mit sam(e)t] (verstärkend, oft iron.): zusammen mit, samt,
im Verein mit: das Schiff sank m. der Ladung.
mjtt-. Mjtt- [tMitte]: -achtziger, der: Mann in der Mitte
der Achtziger: -aditztgerin. die: w. Form zu t-achtziger;
-dreißiger, der: vgl. ^achtziger; -dreißigerin, die: w. Form
zu t ^dreißiger; -fasten <PI.) (kath. Rel.): Mitte der
Fastenzeit, etwa von Mittwwh vor Laiare bis zum Sonntag Lätare
(auch einer dieser Tage selbst): -fünfziger, der: vgl.
-achtziger; -fiinfztgerin, die: w. Form zu t~fünfziger;
-schiffs <Adv.> (Seemannsspr.): in der Mitte des
Schiffes /bejindlichj: der m. anstoßende Maschinenraum;
ein Volltreffer m.; Die Kombüse war m.. Steuerbord
(Fallada. Herr Sl); -sechziger, der: vgl. -achtziger;
-Sechzigerin, die: w. Form zu t -sechziger; -siebziger, der: vgl.
-achtziger; -Siebzigerin, die: w. Form zu t -siebziger;
-sommer, der Iwohl LÜ von engl, midsummer]: Zeit der
Sommersonnenwende, dazu: -Sommernacht, die: 1. eine der
kurzen, hellen Nächte im Mittsommer. 2. Nacht der
Sommersonnenwende: -sommers <Adv.>: zur Zeit des
Mittsommers, im Mittsommer: -vierziger, der: vgl. -achtziger;
-Vierzigerin, die: w. Form zu t -vierziger; -wegs <Adv.)
(veraltend, noch landsch.): auf halbem Wege: zu dem Hügel
.... der m. zwischen dem Haus und der Waldgrenze lag
(Musil, Mann 1333); -winter, der: Zeit der
Wintersonnenwende: -winters: vgl. -sommers; -woch usw.: tMittwoch
usw.; -zwanziger, der: vgl. -achtziger; -zwanzigerin, die:
w. Form zu t-zwanziger.
mittag [ mita:k] <Adv> a) am. zu Mittag, um die Mittagszeit
(stets der Nennung einer Tagesbez. nachgestellt): gestern,
heute, morgen m.; Montag m.; b) (landsch.) nachmittag:
ich komme morgen m. um 15 Uhr; 'Mittag [-]. der; -s. -e
[mhd. mittetac. ahd. mittitac zusgez. aus: mitti tag =
mittlerer Tag; 3: nach lat. meridles, t Meridian]: 1. Zeit
um die Mitte des Tages (gegen u. nach 12 Uhr): Mittagszeit
(1 a): ein heißer, glühender M.; die Kirchturmuhr schlägt
M. (12 Uhr): er kommt jeden M. zum Essen nach Hause:
diesen M. bin ich nicht da; ich habe den ganzen M.
(landsch.; Nachmittag) gewartet; des -s (geh.; mittags);
eines [schönen] -s (irgendwann an einem Mittag): am hellen
M.; es geht auf M. (auf 12 Uhr) zu; ich komme gegen
M. (gegen 12 Uhr): Vom frühen Morgen bis zum späten
M. hörten wir Vorlesungen (Leonhard, Revolution 176);
über M. (in der Mittagszeit) gehen wir schwimmen; Ü
im Mittag des Lebens (auf (km Höhepunkt, in der Periode
der höchsten Schaffenskraft) stehen; *zu M. essen (die
Mittagsmahlzeit einnehmen). 2. <o. PI.) (ugs.)
Mittagspause: es ist M.; M. machen; ein Teil der Belegschaft hat
um 12 Uhr M.. der andere um V2 I. 3. <o. PI.) (veraltet,
noch altertümelnd) Süden: Und ging von da gegen M.
nach dem Lande Negeb (Th. Mann, Joseph 117); Die
Sonne stand genau im M. (Rehn, Nichts 51); ^Mittag
[-], das; -s (ugs.): Mittagessen: das M. ist fertig; M. kochen;
bald gibt es M.; wollen wir zusammen M. essen?; nichts
mehr zu M. haben.
Mjttag- (vgl. auch: Mittags-): -brot, das <o. PI.) (landsch.):
svw. t messen; -essen, das: I. <o. PL) Einnahme der
Mittagsmahlzeit: ein gemeinsames M.; beim M. sitzen: nach dem
M. ein wenig ruhen; jmdn. zum M. einladen. 2. um die
Mittagszeit gereichte [warme] Mahlzeit: ein reichliches
M.; das M. ist fertig; das M. bestand aus Suppe. Fleisch
mit Gemüse. Kartoffeln und einer Nachspeise; sie hatte
in der Küche viele M. (Essensportionen) zuzubereiten und
auszuteilen; -mahl, das (selten): svw. !-essen; -schicht,
die: svw. t Mittagsschicht.
mittägig ['mit£:gi<;] <Adj.: o. Steig.; nur attr.) [spätmhd.
mittegig. ahd. mittitagig]: den ganzen Mittag dauernd: die
-e Hitze. Stille; mjttäglich <Adj.; o. Steig.; nicht präd.)
Imhd. mittaglich. ahd. mittitagalQi]: a) jeden Mittag /
vorhanden, stattfindend/: der -e Schichtwechsel; eine -e Pause;
sie treffen sich m. beim Essen; b)für den Mittag
kennzeichnend: im -en Flimmerlicht (Werfel. Himmel 105); es war
m. heiß auf der Straße; mittags [mrta:ks] <Adv.) [erstarrter
Gen. Sg.]: a) am Mittag, zur Mittagszeit: m. um eins;
von morgens bism.; sie treffen sich immer Dienstag
m./dienstags m.; m. hatte es geregnet; er schlief bis m.; b) (landsch.)
nachmittags: er kam m. um 15 Uhr.
Mjttags- (vgl. auch: Mittag-): -brot, das: vgl.
Frühstücksbrot; -gast, der: Gast zum Mittagessen: -glocke, die: Glok-
ke, die jeden Mittag [um 12 Uhr] läutet: -gkit, die; -hitze,
die; -höhe, die (Astron.): Höhe über dem Horizont, in
der die Sonne am jeweiligen Ort zum jeweiligen Datum
mittags steht: -läuten, das; -s; -linie, die (Astron.):
Verbindungslinie zwischen dem nördlichsten u. südlichsten Punkt
in der Ebene des Horizonts: -mahl, das (geh.): svw. t Mit-
1799
Mitte
tagessen: ein karges, festliches M.; das M. einnehmen;
sein M. halten (zu Mittag essen): beim M. sitzen; -mahl-
zeit. die: am Mittag eingenommene / Haupt Jmahlzeit: eine
warme, kräftige M«; -pause, die: [zeitlich genau
festgelegte] Arbeitspause um die Mittagszeit: von 12 bis V21 ist
M.; ich habe erst um eins M.; M. halten, machen; in
der M. essen gehen; -punk t, der (Astron.): der (vom
jeweiligen Standort des Beobachters aus) südlichste Punkt am
Horizont: -ruhe, die: a) Ausruhen in der Mittagsstunde
od. nach dem Mittagessen: M. halten; b) mittägliche Ruhe.
Zeit am frühen Nachmittag (etwa von eins bis drei), in
der es in den Häusern verhältnismäßig still ist: die M.
einhalten, stören; -schiebt, die: l.um die Mittagszeit
beginnende Arbeitsschicht. 2. Gesamtheit der in der
Mittagsschicht (1) Arbeitenden: -schlaf, der: Schlaf nach dem
Mittagessen: einen M. machen; seinen M. halten; sich zu
einem M. zurückziehen; -schläfchen, das (fam.): vgl.
^schlaf; -sonne, die: mittägliche, auf ihrem höchsten Stand
stehende Sonne: heiße, glühende, brütende M.; in der M.
tauender Schnee; das Zimmer hat M. (hat nach Süden
gelegene Fenster): -sperre, die (österr.): svw. T^pause;
-stille, die: svw. Nruhe (b); -stunde, die: Zeitspanne von
etwa einer Stunde um 12 Uhr herum: in der M.; -tafel,
die (geh.): svw. Ktisch; -tisch, der: I. zum Mittagessen
gedeckter Tisch: der M. ist gedeckt; die Familie sitzt am
M. (ist beim Essen). 2. (veraltend) Mittagessen. Mittags-
ma/ilzeit [für einen mehr od. weniger festen Personenkreis
in einem Restaurant/: preiswerter, gutbürgerlicher M.; ein
studentischer M. (Restaurant o. ä..das an Studenten einfache
Mahlzeiten verabreicht): in diesem Restaurant haben wir
einen festen M. (essen wir gewöhnlich zu Mittag): einen
M. halten (an zahlende Gäste Mittagsma/ilzeiten
verabreichen): ~zelt. die: I. <o. PI.) a) die Zeit um und nach
12 Uhr: b) Zeit dee Mittagsrufie (b): in der M. möchte
ich dort nicht anrufen. 2. svw. t -pause; -zug, der (Eisenb):
der u/n die Mittagszeit verkehrende Zug.
Mitte [mitdl. die; -. -n <PI. selten) [mhd. mitte, ahd. mitta,
zu: mitti. Tmitten]: l.a) Punkt od. Teil von etw.% der von
allen Enden od. Begrenzungen gleich weit entfernt ist: die
M. des Kreises, der Strecke, des Raumes: die M. des
Zimmers nimmt ein großer Tisch ein; die M. von etw.
angeben, berechnen, anpeilen; ich bin in dem Buch nur
bis zur M. (zur ersten Hälfte) gekommen; jmdn. in die
M. (zwischen sich) nehmen; der Ort liegt sehr günstig,
etwa in der M. des von drei Großstädten gebildeten
Dreiecks; er wohnt im dritten Stock M. (in der mittleren
Wohnung): die Plätze im ersten Rang M. sind schon
ausverkauft; Ü sie ist die ruhende M. (der Mittelpunkt 2) der
Familie; Rom war einst die M. der Welt; die M. zwischen
zwei Extremen (geistiger Standort, der von den beiden
Extremen gleich weit entfernt ist): eine Politik der M. (des
Ausgleichs): *die goldene M. (der zwischen den Extremen
liegende Standpunkt od. die entsprechende Entscheidung:
vgl. Mittelweg); *ab durch die M.! (Tab II. 1 a): b)
Zeitpunkt. Zeitraum, der von zwei Begrenzungen etwa gleich
weit entfernt ist: M. des Jahres; in der M. des vorigen
Jahrhunderts; M. Mai (um den 15. Mai herum): er ist
M. [der] Fünfzig (etwa zwischen 54 u. 56 Jahre alt). 2.a)
Kreis. Gruppe von Menschen [die durch freundschaftliche
od. familiäre Bande miteinander verbunden sind]: endlich
können wir dich wieder in unserer M. (unter uns) begrüßen;
Mädchen in steifen, weißen Blusen ... und in ihrer M.
eine dunkle, ältere Dame (Böll. Adam 67); der Tod hat
ihn/er wurde aus unserer M. gerissen (geh. verhüll.; er
ist gestorben): b) (Politik) Partei: Gruppierung zwischen
rechts und links: die bürgerliche, liberale M.; die M. sucht
nach einem Kompromiß, zeigt Verhandlungsbereitschaft;
er hat immer zur M. tendiert. 3. (veraltet) Taille: jmdn.
in der/um die M. fassen; mittel [mitjl <Adj.; o. Steig.;
nicht attr.) [mhd. mittel, ahd. mittil. zu: mitti. T Mitte)
(ugs.): mäßig, nicht bes. gut u. nicht bes. schlecht,
durchschnittlich: der neue Roman scheint nicht sehr gut zu
sein, höchstens m.; „Wie geht es dir?'4 - „Na, so m.!";
'Mittel [-1. das; -s, - [urspr. = das zwischen zwei Dingen
Befindliche, dann mit Bezug auf das. was zwischen dem
Handelnden u. dem Zweck steht, zur Erreichung des Zwek-
kes dient; mhd. mittel = (in der) Mitte (befindlicher Teil).
Subst. von Tmittel]: 1. etw.. was zur Erreichung eines Zieles
dient, was dazu geeignet ist. etw. Bestimmtes zu erreichen
o. ä.: ein gutes, sicheres, wirksames, untaugliches M.;
hierfür ist jedes M. recht; er ließ kein M. unversucht, mich
umzustimmen; [nicht] frei sein in der Wahl seiner M.;
mit drastischen -n vorgehen; mit allen -n arbeiten, kämpfen
(alle Hilfsmittel tu. Tricksj einsetzen): das muß mit allen
[zur Verfugung stehenden 1 -n verhindert werden; zum
letzten, äußersten M. greifen; * [nur] M. zum Zweck sein (als
Person od. Sache vonjmd. anders für dessen Zwecke benutzt
od. ausgenutzt werden): M. und Wege suchen/finden
(Möglichkeiten. Methoden zur Lösung eines Problems, zur Hilfe
in einer schwierigen Situation ausfindig machen): sich [für
jmdn.] ins M. legen (geh., veraltend) sich [für jmdn.]
einsetzen, vermitteln: älter: ..sich ins M. schlagen'4 = sich in
die Mitte zwischen zwei Streitende werfen. 2.a) (nicht
näher bezeichnetes) Heilmittel. Medikament o. ä.: ein
wirksames, harmloses, schmerzlinderndes M.; M. für die
Verdauung, gegen Grippe, zum Einschlafen; der Arzt hat
starke M. verordnet; ein M. einnehmen, schlucken; laß
dir [vom Arztl das M. noch einmal verschreiben;
mechanische und chemische M. zur Empfängnisverhütung; b)
(nicht näher bezeichnete) /chemischej Substanz, die zu
einem bestimmten Zweck dient: ein M. für die Reinigung,
gegen Ungeziefer, zum Spülen, zum Düngen; ein M. zum
Entfernen hartnäckiger Flecken; ich habe die Rosen mit
einem neuen M. gespritzt. 3. <P1.) [zur Verfügung stehende]
Gelder. Kapital. Geldmittel: ausreichende, geringe,
bescheidene, beschränkte M.; meine M. sind erschöpft; keine
flüssigen (verfügbaren, baren) M. mehr haben; die M.
[für ein Vorhaben] bereitstellen: etw. aus eigenen -n
bezahlen; das Vorhaben wird mit öffentlichen -n gefördert;
er ist nicht ganz ohne M. (hat etwas Vermögen), steht
ohne M. da (ist völlig mittellos, verarmt). 4. mittlerer
Wert. Durchschnittswert: Das M. aus beiden Messungen
zählt als Rekordleistung (Frankenberg. Fahren 132): die
Einschaltquote für diese Sendereihe betrug im M. (im
Durchschnitt) 24%; die Temperatur, die Regenmenge
weicht erheblich vom langjährigen M. (Mittelwert) ab;
das arithmetische M. (Math.; Quotient aus dem Zahlenwert
einer Summe u. der Anzahl der Summanden:
Durchschnittswert)', das geometrische M. (Math.; Wurzel aus dem
Produkt zweier Zahlen).
^Mittel [-], die; - (Druckw. veraltet): Schriftgrad von 14
Punkt.
mjttek Mjttel-: -achse, die: mittlere, in der Mitte liegende
Achse: Symmetrieachse: ^ah <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(selten): von mittlerem Alter: Der noch fast junge oder
doch erst eben -e Mann (K. Mann. Wendepunkt 340);
dieser Holländer Käse ist m.; ~altervdas <o. PI.) [urspr.
= mittleres Lebensalter; dann als LU von nlat. medium
aevum = mittleres Zeitalter]: 1. Zeitraum zwischen
Altertum u. Neuzeit [in der europäischen Kultur]: das
europäische M.; bis zum ausgehenden M.; im hohen, frühen,
späten M.; vom M. [bis] zur Neuzeit, zur Moderne; das
ist ja finsteres M.!. Wir leben doch nicht mehr im M!
(Äußerungen der Entrüstung über die Rückständigkeit
o. ä. in bestimmten Zusammenhängen); Abk.: MA. 2. (ugs.
scherzh.) Einzelperson. Leute mittleren Alters: er ist. sie
sind M.; mit schicken, preiswerten Sachen für das ,.M."
(Hörzu 19.1973.113); -alt[e]rig[-<alt(a)ri(;] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.) (selten): im mittleren I Lebens]alter stehend:
eine -e Dame; -alterlidi <Adj.; o. Steig.): 1. (nicht adv.)
zum Mittelalter (1) gehörend, aus dem Mittelalter (1)
stammend, das Mittelalter (1) betreffend: -e Kunst. Dichtung:
der -e Mensch (Mensch des Mittelalters): im -en England;
Ü bei den -en (abwertend: völlig veralteten) sanitären
Zelleneinrichtungen (Ziegler. Konsequenz 14); man lebt und
denkt in diesem Land noch ganz m. (etwas rückständig).
2. svw. Tmittelalt[e]rig: jugendliche und -e Gäste
(Herrenjournal 1. 1966, 53); ^bau. der: 1. <P1. -ten) mittlerer
Teil eines aus mehreren Flügeln bestehenden Gebäudes: der
Vortrag findet im M. des Schlosses statt. 2. <o. PL) (Hoch-
schulw.) Gruppe der Assistenten u. akademischen Räte an
einer Hochschule: Vertreter des -s im Senat: -betrieb, der:
a) mittelgroßer Gewerbe- od. Industriebetrieb: b) mittlerer
landwirtschaftlicher Betrieb: -deck, das: mittleres Deck
[auf Schiffen/: -deutsch <Adj.; o. Steig.): 1. (nicht adv.)
a) den mittleren Teil Deutschlands betreffend, dorthin
gehörend, dort geschehend: die -en Gebirge; b) (Bundesrepublik
Deutschland veraltend) die DDR betreffend, dorthin
gehörend, dort geschehend: Auf dem Siegespodest links die
-e Anita Kobuss (MM 22. 8. 66, 3). 2. (Sprachw.) die
1800
mittel-, Mittel-
Mundarten in den Gebieten Mitteldeutschlands / vom
Mittelrhein bis zum ehem. Schlesien 1 betreffend: -e Lautung;
seine Aussprache klingt m.; Abk.: m<±: -deutsch, das:
vgl. Deutsch: -deutsche, das: vgl. 2Deutsche; -dick <Adj.;
o. Steig.); -ding, das: a) <P1. -er, selten) etw.. was zwischen
zwei Dingen. Begriffen. Gestalten liegt, was von jedem etwas
hat. aber doch keines von beiden ganz ist: war das Wetter
...ein graues, kaltes, schweigendes M. zwischen Schnee
und Regen (R. Walser. Gehülfe 136); b) <PI. -e. selten)
dazwischenliegende Möglichkeit. Zwischenlösung: hier gibt
es nur ein Ja oder Nein, kein M. mehr; -drittel, das
(Eishockey): I. mittlerer Teil des Spielfeldes. 2. mittlerer
der drei Spielabschnitte: -europäer, der: vgl. Europäer;
-europäisch <Adj.; o. Steig.): vgl. europäisch; -fein <Adj.;
o. Steig.)a) (in bezug auf Größe. Dicke. Grad der
Zerkleinerung o.a.) von mittlerer Stärke: -es Papier; der Kaffee
ist m. gemahlen; b) (nicht adv.) (Kaufmannsspr.) von
mittlerer Qualität: junge Erbsen, m.; ^feld, das: 1. <o. PI.)
(Sport, bes. Fußball): mittlerer Teil des Spielfeldes: das
M. verteidigen, freigeben; sie spielen zu lange im M. 2.
(Sport) Gruppe von Sportlern. z.B. Läufer, Rennfahrer,
die im Wettkampf od. in der allgemeinen Wertung [in einem
ziemlich geschlossenen Pulk] hinter den Spitzenkräften
kommen: er bleibt eine Figur des -es; aus dem M,
hervorbrechen; im M. liegen, 3. (Sprachw.) Mitte, Kernstück eines
Satzes, zu 1: -feldspteter, der: t Halbstürmer; -fenster,
das; -fmger, der. dritter, mittlerer Finger der Hand zwischen
Zeige- u. Ringfinger: -fristig [-fnstw;] <Adj.; o. Steig.)
(Wirtsch., Bankw.): über eine mittlere Frist laufend, eine
mittlere Zeitspanne umfassend: -e Kredite; -e
Finanzplanung; m. planen: ^fuß, der (Anat.): (bei Mensch u.
Wirbeltieren) Teil des Fußes zwischen den Zehen u. der
Fußwurzel, dazu: -fußknochen, der; -gang, der: a) mittlerer
von mehreren Gängen (7 a, b); b) mitten durch etw.
hindurchführender Gang: ein Eisenbahnwagen mit M.; -gebirge,
das: Gebirge mit meist abgerundeten Bergrücken u.
Höhenunterschieden unter tausend Metern: -gewicht, das (LÜ
von engl, middle-weightl (Schwerathletik): 1. <o. PI.) Kör-
pergewichtsklasse zwischen Weltergewicht u.
Halbschwergewicht: im M. antreten, kämpfen; Er hatte ... für diese
Weltmeisterschaften auf das M. abtrainiert (FAZ 25. 9.
61. 8). 2. svw. t^gewichtler. zu I: Mjewichtler [-gaviqtte],
der; -s. -: Sportler der Körpergewichtsklasse Mittelgewicht:
-glied, das: 1. (Anat.) Gliedteil zwischen Gelenken, mittleres
Glied (1 b). 2. das mittlere od. ein nicht am Ende liegendes
Glied (3. 4. 5 a); -gradig <Adj.; o. Steig.) (Fachspr.): in
mittlerem Grade, Maße I ausgeprägt]': -er Schwachsinn;
-groß <Adj.; o. Steig.): von mittlerer Größe: -e Tomaten;
der Hund warm. (scherzh.:)sie bekam einen -en Schrecken;
-große, die: 1. mittlere Größe (1 a-c): er hatte nur M.;
ein Haus in M. 2. eine der mittleren unter den / genormten)
Größen (1 d). mittlere Kleidergröße: die -n sind am meisten
gefragt; -grund, der: 1. (Malerei) zwischen Vorder- u.
Hintergrund liegender Bereich eines Bildes. 2. (Seemannsspr.)
Untiefe in einem Fahrwasser, die von beiden Seiten umfahren
werden kann: ^gut <Adj.: o. Steig.) (ugs.): nicht bes. gut
u. nicht bes. schlecht, von durchschnittlicher Qualität: ein
-es Examen; -hand, die: 1. (Anat.) der den Handteller
bildende, aus fünf länglichen Knochen bestehende mittlere
Teil der Hand zwischen Handwurzel u. Fingern. 2. (bei
größeren Säugetieren bes. beim Pferd) Teil des Körpers
zwischen Vorhand u. Hinterhand: Rumpf 3. (Skat) Spieler,
der nach dem Ausspielenden als erster das Spiel weiterführt:
* in der M. sein/sitzen (nach dem Ausspielenden als erster
das Spiel weiterführen): -hirn, das (Anat.): (bei den
Wirbeltieren) mittlerer Abschnitt des Gehirns: -hoch <Adj.; o.
Steig.): von mittlerer Hohe: ein mittelhoher Schornstein;
Häuser mit mittelhohen Dächern; der Baum ist m.
gewachsen: -hochdeutsch <Adj.; o. Steig.) [nach nlat. media latini-
tas, T Mittellatein]: in der Sprache, wie sie in den aus ober-
u. mitteldeutschen Gebieten stammenden literarischen
Zeugnissen des Mittelalters (etwa von der Mitte des IL bis
zum Ende des IS.Jh.s) überliefert ist: -e Epen; der Text
dieser Urkunde ist m.; -hochdeutsch, das: vgl. Deutsch;
-hochdeutsche, das: vgl. : Deut sehe; -klasse, die: 1. vgl.
^schiebt: die gehobene M. 2. Stufe, in die eine Ware (bes.
ein Auto) nach ihrem Wert eingeordnet wird: Güte-.
Größenklasse: ein Wagen der M. 3. <meist PI.) Schulklasse der
Mittelstufe, zu 2: -klassehotel, das, -klassewagen, der.
-kreis, der (Fußball. Eishockey u. a.): Kreis um den
Mittelpunk t des Spielfeldes: -läge, die: 1. a) / geographische] Lage
eines Ortes, Landes o. ä. mitten in einem größeren Gebiet
zwischen anderen: b) mittlere Höhenlage. 2. (Musik) mittlere
Stimmlage: die Sängerin verfügt über eine gute M.; -latein,
das [für nlat. media latinitas = mittlere Latinität]: das
bes. in den Klöstern verwendete u. in vielen Urkunden
überlieferte Latein des Mittelalters: -lateinisch <Adj.; o. Steig.);
-läufer, der (Fuß-, Handball): in der Mitte spielender
Läufer (1 b); -linie, die: 1. (Mannschaftssport) Linie in der
Mitte des Spielfeldes zwischen den gegnerischen Hälften.
2. (Verkehrsw.) I durchgezogene I weiße Linie, die die
Fahrbahnen trennt: ^los <Adj.; o. Steig.): ohne Geldmittel, arm.
verarmt: ein -er Fremdling; m. sein, dazu: -losigkeit, die.
-; -mächte <P1.) (bist.): (im 1. Weltkrieg) Deutschland
u. Österreich-Ungarn (als in der Mitte zwischen den
Alliierten liegende Staaten) mit ihren Verbündeten: -maß, das
(oft abwertend): mittleres Maß einer Größe. Qualität o.a.:
Durchschnitt: seine Leistung war gutes M.; über das M.
nicht hinauskommen: ins M. zurückfallen; -mäßig <Adj.)
(meist abwertend): nicht eigentlich schlecht, aber auch nicht
bes. gut, nicht über ein Mittelmaß hinausgehend: [nur]
durchschnittlich: ein -er Schauspieler; -e Zeugnisse; das
Wetter war m.; diese Leistung war sehr m. (verhüll.; war
ziemlich schlecht)', er hat m. gespielt, dazu: -mfißigkeit,
die (meist abwertend): mittelmäßige Qualität.
Beschaffenheit, [langweiliger] Durchschnitt: wenn einer sich
eingesperrt fühlt, soll er zuerst untersuchen, ob er nicht im
Käfig seiner eigenen M. sitzt (Becker, Irreführung 173);
in [diel M. versinken, abrutschen; -meerfieber, das <o.
PL): svw. t Maltafieber; -meerisch <Adj.; o. Steig.): das
Mittelmeer betreffend, dazu gehörend, von dort stammend:
-meerklima. das: vgl. Etesienklima; -meerländer <PI.):
die das Mittelmeer umschließenden Länder Südeuropas,
Vorderasiens u. Nordafrikas: -meerraum, der: l Kultur]räum
um das Mittelmeer: -motor, der (Kfz.-T.): zwischen den
Achsen angebrachter Motor: -niederdeutsch <Adj.; o.
Steig.) [geb. nach tmittelhochdeutsch): in der Sprache der
niederdeutschen Gebiete, wie sie in literarischen Zeugnissen
des Mittelalters überliefert ist: Miiederdeutsch. das: vgl.
Deutsch; -niederdeutsche, das: vgl. 2Deutsche; -ohr, das
(Anat.): mittlerer Teil des [menschlichen] Gehörorgans mit
Hammer (4). Amboß (2) u. Steigbügel (2). dazu: -ohreite-
rung, -ohrentzündung, die (Med.): sehr schmerzhafte
Entzündung des Mittelohrs, oft mit starkem Fieber
einhergehend: -pfeiler. der (Archit.. Kunstwiss.): mittlerer Pfeiler:
-platz, der (Sport): bei einem Turnier, in Wettkämpfen
erreichter mittlerer Platz in der Rangfolge: er erreichte
einen guten M.; -prächtig <Adj.; o. Steig.) (ugs. scherzh.):
mittelmäßig, einigermaßen [gut]: „Wie geht es dir?'
..Na. so m.!"; -punkt, der [mhd. der mittel punctl: I.
(Geom.) Punkt auf einer Strecke, in einem Kreis, einer
Kugel o.a.. von dem die Endpunkte bzw. alle Punkte des
Umfangs. der Oberfläche gleich weit entfernt sind: Punkt,
um den der Kreis gezogen wurde: den M. eines Kreises
konstruieren; die Linien laufen im M. zusammen; vom
M. ausgehende Radien; Ü der M. der Erde. 2. im Zentrum
des Interesses stehende Person od. Sache: er war der
[geistige] M. der Gesellschaft, des Abends; er will immer M.
sein; diese Stadt bildet einen kulturellen M; In den M.
seines Vortrags stellte er den Gedanken, daß ...; Politiker,
die im M. stehen, dazu: -punktsdiule, die: voll ausgebaute,
möglichst zentral gelegene u. für die Bewohner mehrerer
Orte gut erreichbare Schule, die die [einklassigen]
ländlichen Schulen ersetzen soll: -Scheitel, der: von der Mitte
der Stirn gerade nach hinten gezogener Scheitel: [einen]
M. tragen; sein ... Haar ... - zu einem scharfen M. frisiert
(Kempowski. Tadelloser 16); -Schicht, die (Soziol.):
Bevölkerungsschicht mit einem gewissen Status an Kultur,
Bildung, ökonomischer Sicherheit, die in der sozialen Struktur
etwa in der Mitte steht, dazu: -schichtorientiert <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): nach den Bedürfnissen der Mittelschicht
eingerichtet: ein -es Schulsystem; -schiff, das (Archit.):
svw. t Hauptschiff; -schlÄchtig [-Jkcjtic] <AdJ.; o. Steig.)
[zu tschlagen] (Fachspr.): (von einem Wasserrad) von der
Mitte her getrieben: vgl. ober-, rücken-, unterschlächtig;
—schmerz, der: zwischen zwei Menstruationen durch den
Follikelsprung kurzzeitig auftretender Schmerz im
Unterleib: -schule, die: I. in Bildungsangebot u. Lernziel zwischen
Hauptschule u. Gymnasium rangierende Schule: Realschule.
2. (österr. veralt., Schweiz.): zwischen Hauptschule u. Uni-
1801
mittelbar
versität rangierende höhere Schule; Gymnasium, dazu:
^Schulbildung, die: mittlere Reife, -schullehrer, der;
-schwer <Adj.; o. Steig.): von mittlerem Gewicht, mittlerer
Stärke, Härte od. mittlerem Schwierigkeitsgrad: ein -er
Stoff; diese Klettertour gilt als m.; er wurde m. verletzt;
-Schwergewicht, das (Schwerathletik): 1. <o. PI.)
Körpergewichtsklasse zwischen Halbschwergewicht u. Schwergewicht.
2. svw. t ^Schwergewichtler, zu 1: -schweraewkhtler [-
gavujtle]. der: Sportler der Körpergewichtsklasse
Mittelschwergewicht; -sorte, die: l Waren]sorte von mittlerer
Qualität od. Stückgröße; -Stadt, die: Stadt mittlerer Größe
(mit einer Einwohnerzahl zwischen 20000 u. 100000);
-stand, der <o. PL): Gesamtheit der zur Mittelschicht
Gehörenden: der alte und der neue M.; dem gehobenen
M. angehören; die Parteien werben um den M.; -ständig
<Adj.; o. Steig.) (bes. Bot.): in der Mitte, dazwischen
befindlich, intermediär: ein -er Fruchtknoten; -ständisch <Adj.,
0. Steig.; nicht adv.): den Mittelstand betreffend, zu ihm
gehörend: -e Betriebe, eine -e Gesinnung; -stindler
[-JtentlBl. der; -s, -: Angehöriger des Mittelstandes: bei den
-n mit Wohnzimmerschrank und Couchgarnitur (Lentz,
Muckefuck 64); -standsbüraer. der; -Standskredit, der:
Bankkredit mit staatlichen Vergünstigungen zum Aufbau
u. zur Modernisierung kleiner u. mittlerer Handwerks-,
Industrie-, Kaufmanns- u. Dienstleistungsbetriebe: -Steinzeit,
die: svw. t Mesolithikum, dazu: -steinzeitlich <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.); -Stellung, die: mittlerer Standort,
Standpunkt; -stimme, die (Musik): im mehrstimmigen Satz
Stimme, die zwischen der obersten u. der untersten liegt (z. B.
Alt, Tenor): polyphon geführte -n; -«trecke, die: a) (bes.
Verkehrsw.) mittlere Strecke, Entfernung: die Maschine
wird auf-n eingesetzt; b) (Sport) bei einem Laufwettbewerb
über eine mittlere Distanz zurückzulegende Strecke, dazu:
-streckenfkig, der. -Streckenflugzeug* das. -streckenlauf,
der (Sport): Laufwettbewerb über eine mittlere Strecke (z. B.
über 800m. 1 500m. 3000m). -Streckenläufer, der (Sport):
Läufer, der auf Mittelstrecken spezialisiert ist,
-Streckenrakete, die: Rakete mit mittlerer Reichweite, -streckler
[-Jtrekte], der; -s. - (Sport Jargon): svw. t^streckenläufer.
—streifen, der: Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen der
beiden Fahrtrichtungen, bes. auf Autobahnen: der Wagen
wurde auf den M. geschleudert; -stück, das: a) mittleres
Teilstück, Glied, Zwischenstück bei einem aus mehreren
Teilen bestehenden Gegenstand: b) in der Mitte befindliches
Stück von einem Ganzen: das M. des Bratens; -stufe, die:
die mittleren Jahrgänge, Schulklassen, bes. das 8.-10.
Schuljahr höherer Schulen umfassend: in der M. unterrichten;
-Stürmer, der (Mannschaftssport): in der Mitte des Sturms
eingesetzter Spieler: der M. ist ein Befürchteter Torjäger,
^teil. der, auch: das: mittlerer Teil, mittleres Stück; -tisch,
der: einer der mitten im Raum, nicht am Fenster od. an
der Wand stehenden Tische in einem Restaurant, Cafe o. ä.;
^tür. die; -wald, der (Forstw): dichtes Unterholz mit
höheren Stämmen gemischt als Verbindung zwischen Hoch- u.
Niederwald; -wasser, das <P1. -wasser (selten)) (Fachspr.):
l.a) Wasserstand in der Mitte einer Tide, der Halbzeit
zwischen einem Hochwasser u. dem vorangehenden od.
folgenden Niedrigwasser; b) aus langjährigen Werten
errechnetes arithmetisches Mittel für den Wasserstand zwischen Ebbe
u. Flut. 2. mittlerer, durchschnittlicher Wasserstand in einem
Binnengewässer; -weg, der: 1. Weg, der die Mitte eines
Terrains durchquert; der mittlere von mehreren parallel
verlaufenden Wegen: durchmaß den perspektivisch sich zur
Laube verengenden M. (Lentz. Muckeflick 23). 2. zwischen
zwei Extremen liegende Möglichkeit des Handelns,
Kompromiß: der sichere, gefahrlose M.; einen M. suchen, finden,
gehen; * der goldene M. (Kompromißlösung; nach lat. aurea
medioeritäs; Horaz. Oden II. 3. 25): den goldenen M.
wählen; -welle, die: a) (Physik. Funkt., Rundf.)
elektromagnetische Welle mit mittlerer Wellenlänge; b) (Rundf.)
Wellenbereich im Radio, der Mittelwellen (a) empfängt: M.
einschalten; diesen Sender bekommt man auch auf M..
dazu: -wellensender, der (Funkt.. Rundf.): / Radio Isender.
der mit Mittelwellen (a) sendet; ^wert. der: a) (Math.)
arithmetisches Mittel, Durchschnittswert aus mehreren
Zahlen: b) etwa in der Mitte liegender Wert innerhalb einer
bestimmten Skala: den M. errechnen, unterschreiten;
>*wort. das [für t Partizip; diese Wortform zeigt Merkmale
des Verbs wie des Adjektivs] (Sprachw.): svw. tPartizip:
1. M. oder M. der Gegenwart (1. Partizip); 2. M. oder
M. der Vergangenheit (2. Partizip), dazu: -wortgruppe,
die. -wortsatz, der: svw. t Partizipialsatz; -wüchsig <Adj.:
o. Steig.; nicht adv.): mittelhoch wachsend: -e Pflanzen.
mittelbar [mitlba:?] <Adj.; o. Steig.): indirekt, über
Zwischenglieder. Mittelspersonen [bewirkt] (Ggs.:
unmittelbar): -e Ursachen, -er Einfluß; m. an einem Geschehen
beteiligt sein; <Abl.:> Mjttelbarkeit. die; -.
Mjtte-L|nks- (Politik): -Bündnis, das: IRegierungsjbündnis
von Parteien der Mitte (2 b) u. Parteien der 'Linken (2);
-Koalition, die; -Regierung, die.
mfttebi [mitln]: tgemitlelt; mittels, (veraltend:) mittelst
[m/tfs(t)| <Präp. mit Gen.) [erstarrter Gen. Sg. von t M ittel)
(Papierdt.): mit Hilfe von. durch: m. elektrischer Energie:
m. leines] Flaschenzuges/(auch ohne Genitivendung:) m.
Flaschenzug; (seltener auch mit Dativ bei einem
alleinstehenden, stark gebeugten Subst. im PI., bei dem sich der
Gen. nicht vom Nom. od. Akk. unterscheidet, sonst ugs.:>
m. Lautsprechern; ein trefflicher Filmdarsteller, der mittels
bravem deutschem Schäferhund Räuber fing (Lentz. Muk-
kefuck 38); Mittelsmann, der <P1. ..jnänner u. ...leute)
[spätmhd. mittelman. zu tmittel, also eigtl. = der in der
Mitte befindliche Mann]: Vermittler. Unterhändler, der
wechselseitig Vorschläge überbringt, wenn
Verhandlungspartner sich nicht direkt treffen können od. wollen: ein
M. überbrachte das Angebot; über einen M. Kontakt
aufnehmen; seine Mittelsleute informieren; Mittelsperson*
die: svw. t-mann; mittelst: t mittels; mittelst... <Adj.; Sup.
zu fmittler...; nur attr.): Mittelung [mitdlunl. die; -. -en
[zu tmittein] (Fachspr.): Bestimmung eines Mittelwerts.
mitten l'mitn] <Adv.) [mhd.. ahd. mitten; erstarrter Dat.
PI. des Adj. mhd. mitte, ahd. mitti = in der Mitte
(befindlich)]: in der/die Mitte: der Teller brach m. durch; etw.
m. entzweibrechen; er ging m. hinein; (meist verstärkend
mit Präp.:> der Zug hielt m. auf der Strecke; m. auf der
Straße, im Zimmer; der Verkehr geht m. durch die Stadt;
m. in der Nacht; sie platzte mit ihrem Besuch m. in unser
Familienfest, in unsere Vorbereitungen [hinein]; der Schuß
traf ihn m. ins Herz; sich m. unter die Leute mischen.
mitten-: -drein <Adv.) (selten): mitten hinein: immer wieder
mischt sie sich m.; -drjn <Adv> a) in der Mitte von etw..
zwischen anderem, anderen: Marschierende Kolonnen, m.
Vieh. Bauern ... (Plievier. Stalingrad 105); die Rede wurde
m. unterbrochen; m. steckenbleiben; b) gerade dabei (bei
einer Tätigkeit): er ist m.. seine erste Oper zu komponieren:
-d^rch <Adv.>: 1. querdurch etw., in der Mitte durch er*\
hindurch: dort war ein Moor, und der Weg führte m.;
etw. m. brechen, schneiden. 2. (ugs.) durchschnittlich:
Lehrer Zeller ... war ein Mann ohne Ehrgeiz und so m.
halt (Sommer. Und keiner 100); ^jnne <Adv> (selten):
in der Mitte, dazwischen: dieser Kosmos, in dem unser
Stern m. schwebt (Thielicke. Ich glaube 54); -m^ng <Adv.)
(nordd.. bes. berlin.): mittendrin: m. sitzen; ich hätte da
nicht sein mögen m. (H. Kolb. Wilzenbach 62); <auch als
Präp., vgl. mang ([):> m. die Kartoffeln.
Mitternacht [mitiM, die; - [mhd. mitternaht. geb. aus: ze
mitter naht = mitten in der Nacht]: 1. / Zeitpunkt um
12 Uhr nachts. 24 Uhr: es ist. schlägt M; es geht auf
M. zu; gegen, nach M ; bis lange nach M. arbeiten; um
[die] M.; von M. bis um eins reicht die Geisterstunde;
vor M. werde ich nicht fertig sein; Ü dieses Volk in seiner
tiefen M. (im tiefsten Elend, in tiefster Düsternis; Plievier.
Stalingrad 349). 2. (veraltet, noch altertümelnd) Norden.
gen M. ziehen; überall Berge, nur nach M. zu war die
Aussicht frei; <Abl.:> mitternächtig <Adj.; o. Steig.)
(selten): der Mitternacht entsprechend, gemäß: -e Stille; die
-en Straßen (Spoerl. Maulkorb 98); es war m. still;
mitternächtlich <Adj.; o. Steig.; meist nur attr.): in die Zeit
der Mitternacht fallend; gegen Mitternacht geschehend, um
Mitternacht wiederkehrend: der -e Spuk; -e Dunkelheit;
zur -en Stunde erschien das Gespenst; mitternachts <Adv./:
um Mittenuicht: er kam erst m. nach Hause.
mitternachts-. Mitternachts-: -blau <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: tief dunkelblau; -gottesdienst, der. -messe, die: svw.
t Mette; -sonne, die: die (jenseits der Polarkreise bis zu
den Polen) jeweils im Sommer auch nachts nicht ganz unter
dem Horizont verschwindende Sonne; -stunde, die: die
Stunde/nj um Mitternacht: -vase, die [viell. nach frz. vase
de nuit] (scherzh.): Nachttopf; ^zeit. die vgl. -stunde.
MfttestridK der; -[eis, -e (Maschinenschreiben): svw.
tSpiegelstrich.
1802
Möbel-
mittig [mitic] <Adj.; o. Steig.) (Fachspr.): in der Mitte
liegend, auftreffend; durch die Mitte gehend: (Physik:) -er
Druck; m. (in der Mitte) geteilte Schiebefenster; mittler...
[mitbr...] <Adj.; Sup.: tmittelst...; nur attr.) [Komp. zu
t mittel] (vgl. auch mittel-, Mittel-): a) in der Mitte zwischen
anderem befindlich: das -e Fenster öffnen; die drei -en
Finger; die Wohnung liegt im -en Teil des Wohnblocks;
eins der -en Häuser in der Reihe; sie hatte drei Brüder,
mit dem -en (ugs.; dem Zweitältesten) verstand sie sich
am besten; b) in Größe, Ausmali, Zeitraum, Rang o.a.
in der Mitte angesiedelt; einen Mittelwert darstellend: eine
-e Geschwindigkeit. Temperatur. Größe; ein Mann -en
Alters; die -e Jahrestemperatur; die -e (zwischen unterem
u. gehobenem Dienst liegende) Beamtenlaufbahn; ein -er
(der mittleren Laufbahn angehörender) Beamter, -es
Einkommen; ein -er (mittelgroßer) Betrieb; eine -e Stadt
(Mittelstadt); Ware [von] -er Qualität; -e und schwere Unfälle.
Verletzungen; c) ohne besonders hervortretende
Eigenschaften; durchschnittlich: ein in jeder Hinsicht -es Wesen (Musil.
Mann 792); Mittler ['mitte], der; -s. - [spätmhd. mitteler
für spätlat. mediätor] (geh.): helfender Vermittler, Mittels-
mann [ohne geschäftliche Eigeninteressen]; jmd., der
vermittelnd zwischen verschiedenen Personen, Parteien o. ä.
auftritt: ein friedlicher, selbstloser M.; ein M. zwischen
Unterdrückern und Unterdrückten; sich als M. anbieten; Ü
Sprachen sind die M. zu anderen Völkern und Kulturen.
Mjttler-: Mimt, das: ein M. übernehmen; -funktion, die:
eine M. erfüllen, übernehmen; -rolle, die; -spräche, die:
allen Teilen geläufige Fremdsprache, die als Vermittler
zwischen Personen od. Völkern verschiedener Sprachen dient:
Tunesien ... Amtssprache: Arabisch. M.: Französisch
(Horizont 12. 1977, 13).
Mjttlerschaft.die; -: Amt, Aufgabe eines [ Ver Jmittlers;
Mittlertum, das; -s (geh.. selten): Eigenschaft. Rolle eines
Mittlers; mittlerweile l'mitle'vajta] <Adv.> [älter: mittler Weile
(Dativ Sg.)l: a) im Laufe der Zeit, inzwischen, allmählich:
du hast es m. gelernt; m. entwickelt sie sich zu einer
Schönheit; die Familie wird m. immer größer; ich bekomme
m. Bedenken; b) währenddessen, unterdessen, in der
Zwischenzeit: geh nur einkaufen, ich passe m. auf die Kinder
auf; er hatte die neuen Kollegen m. kennengelernt; m.
wußten sie Bescheid; es ist m. zehn Uhr [geworden].
Mittwoch [mitvax], der; -[e]s, -e [mhd. mit(te)woche. spät-
ahd. mittawehha. LÜ von kirchenlat. media hebdomas
für die germ. Bez. ..Wodanstag"; zu ahd. mitti. f mitten
u. t Woche] .dritter Tag der mit Montag beginnenden Woche;
vgl. Dienstag; Mittwoch-: vgl. Dienstag-; mittwochs: vgl.
dienstags usw.
mitunter <Adv.>: manchmal, bisweilen, gelegentlich, von Zeit
zu Zeit: m. wurde er böse; der dreifache Rittberger gelang
nicht sehr oft. aber m. (Maegerlein. Triumph 1S2).
Mixbecher [miks-]. der; -s. -: verschließbarer Becher zum
Schütteln bzw. Mischen von alkoholischen Getränken; Sha-
ker; Mixed [mikst], das; -[s]. -[s] [engl, mixed. eigtl. =
gemischt < (a)frz. mixte < lat. mlxtus. 2. Part, von:
miscere = mischen] (Tennis. Tischtennis. Badminton): 1.
Spiel zweier aus je einem männlichen u. einem weiblichen
Spieler bestehenden Mannschaften gegeneinander;
gemischtes Doppel: das M.. im M. gewinnen. 2. aus einem
männlichen u. einem weiblichen Spieler bestehende Mannschaft
für das Mixed (\Y. ein ausgezeichnet spielendes M.; Mixed
drink ['mikst drink], der; - -[s]. - -s [engl, mixed drink]:
alkoholisches Mischgetränk; Mixed grill [- 'grill, der; -
-fei. - -s [engl, mixed grill] (Gastr.): Gericht aus
verschiedenen gegrillten Fleischstücken [u. kleinen Würstchen]; Mf-
xed-media-Veranstaltung ['- mi:do -]. die; -. -en: svw. t
Multimediaveranstaltung; Mixed Pickte» [- 'pikjsl. Mixpickles
[mikspikls] <P1.) [engl, mixed pickles. mixpickles; zu: to
mix = mischen u. pickles = Pökel. Eingemachtes]
(Kochk.): in gewürztem Essig roh eingelegtes gemischtes
Gemüse; mixen [mik$n] <sw. V.; hat) [engl, to mix =
mischen]: l.a) (bes. ein Getränk) mischen: einen Cocktail,
sich einen Drink m.; Jede dritte Dose im Test war aus
so minderwertigen Früchten gemixt .... daß ... (DM 5.
1966.31); Ü (ugs.:) aus Musik und Texten ein
unterhaltsames Programm m.; b) im Mixer (2) [zerkleinern u.J
mischen: Mandeln mit Milch m. 2. (Film, Funk. Ferns.)
svw. T mischen (6). 3. (Eishockey) die Scheibe mit dem
Schläger schnell hin und her schieben; Mjxer. der; -s. -
[engl, mixer. zu: to mix. tmixenl: 1. jmd., der alkoholische
Getränke mischt; Barmixer. 2. (bei der Zubereitung von
Getränken. Speisen gebrauchtes) elektrisches Gerät zum
Zerkleinern u. Mischen: 2-3 Eier im M. verquirlen. 3.a)
(Film. Funk. Ferns.) svw. TTonmischer; b) (Funkt.) Gerät
zum Mischen (6); Mjxaetrflnk. das; -[e]s. -e: gemixtes
Getränk; Mixpickles: TMixed Pickles; Mixtum compositum
[mikstum kom'po:zituml. das; - -. ...ta ...ta (lat. =
gemischt zusammengesetzt] (bildungsspr.): Durcheinander,
buntes Gemisch; Mixtur [miks' tu:?], die; -. -en [mhd. mixtu-
re < lat. mlxtüra = Mischung]: 1. (Pharm, bildungsspr.)
zu bestimmten Zwecken hergestellte Mischung von
Flüssigkeiten; flüssige Arzneimischung: eine M. aus verschiedenen
Essenzen; eine M. herstellen; Ü was fand sie nur an dieser
M. aus Krimi- und Westernheld? (Zwerenz. Quadriga 162).
2. (Musik) (am häufigsten gebrauchte) gemischte Stimme
der Orgel mit künstlicher Verstärkung der Ober töne.
Mizell, das; -s. -e. Mizelle (mi'^eKs)]. die; -. -n (meist
Pl.> [zu lat. mica = Krümchen] (Biol.. Chemie):
Molekülgruppe, die aus kleineren, meist elektrisch geladenen
Einzelmolekülen aufgebaut ist.
MKS-System [emka:'|es-]. das; -s (Fachspr.): (neueres)
internationales Maßsystem auf den Grundeinheiten Meter,
Kilogramm u. Sekunde;
Meter-Kilogramm-Sekunde-System.
Mneme [mne:m3], die; - (Med.. Psych.) [griech. mneme
= Gedächtnis]: Gedächtnis, Erinnerung (bes. als organische
Fähigkeit); Mnemonik [mne'mo:nik]. die; - [spätlat. mne-
monica (PI.) < griech. mnemonikä (PI.) = (Regeln der)
Gedächtniskunst] (Fachspr.): Mnemotechnik; <Abl.:>
Mnemoniker, der (Fachspr.): Mnemotechniker; mnemgnisch
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [griech. mnemonikös = ein
gutes Gedächtnis habend (Fachspr.): svw.
tmnemotechnisch; Mnemotechnik, die; -. -en (Fachspr.): Steigerung
der Gedächtnisleistung vor allem durch systematische Übung;
Gedächtniskunst; Mnemotechniken der; -s. - (Fachspr.);
jmd., der die Mnemotechnik beherrscht; mnemotechnisch
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (Fachspr.): die Mnemotechnik
betreffend, ihr eigentümlich, gemäß, dazu gehörend, darauf
beruhend; mnestbdi [mnestij] <Adj.; o. Steig.) [zu griech.
mnSstis = Gedächtnis] (Med.. Psych.): die Mneme
betreffend.
Moa[mo.a].der; -[s], -s [Maori (Eingeborenenspr.
Neuseelands) moa]: (ausgestorbener) sehr großer, straußenähnli-
cher neuseeländischer Laufvogel.
Moar [mo:ar], der; -s. -e [bayr. Form von t Meier]
(Eisschießen): Kapitän einer Moarschaft; <Abl.:> Moarschaft, die;
-. -en (Eisschießen): Mannschaft von vier Spielern.
Mob [mop], der; -s [engl. mob. eigtl. = aufgewiegelte
Volksmenge, gek. aus lat. mobile vulgus] (abwertend): svw.
t Pöbel: der M. zieht johlend durch die Straßen.
Möbel [m0:bl]. das; -s. -, österr.. Schweiz, auch: -n [frz.
meuble = bewegliches Gut; Hausgerät;
Einrichtungsgegenstand < mlat. mobile = bewegliches Hab und Gut.
zu lat. möbilis. T mobil]: 1. <meist PI.) Gegenstand
(Einrichtungsgegenstand), mit dem ein Raum ausgestattet ist, damit
er benutzt u. bewohnt werden kann, der zum Sitzen, Liegen,
Aufbewahren von Kleidung. Wäsche. Hausrat dient:
moderne, schwere, lackierte, geschnitzte M.; M. aus Eiche. Birke;
ein zweckdienliches, unpraktisches M.; M. rücken; die
M. auf-, umstellen; sich neue M. kaufen; einen Raum
mit -n ausstatten; zwischen prunkvollen -n sitzen, wohnen;
* altes M. (salopp; in seine Umgebung seit langem schon
u. wie selbstverständlich hineingehörender Mensch)', jmdm.
die M. geraderücken/-stellen (salopp; jmdn. heftig
zurechtweisen). 2. <o. PI.) (ugs. scherzh.) großer, unhandlicher
od. ungefüger / lästiger] Gegenstand: dieser Regenschirm
ist ein groteskes M.
Möbel-: -fabrk, die; -geschäft, das: Geschäft, in dem Möbel
verkauft werden; -händler, der; -Industrie, die; -laden,
der: vgl. -geschäft; -lager, das: Lager für Möbel; -macher,
der (veraltet): svw. ^tischten -messe, die; -packer, der:
Angestellter einer Spedition, der bei einem Umzug Möbel
u. Hausrat verpackt u. transportiert: -politiir, die; -röumer,
der (landsch.): vgl. -packer; -schreiner, der (landsch.):
svw. t klischier; -Spediteur, der: Spediteur für die
Durchführung von Umzügen u. den Transport von Möbeln; ^stofif.
der: Bezug/sIstoff für Polstermöbel; -stück, das:
(einzelnes) Möbel (\)\ -ttechler, der: auf Herstellung u. Reparatur
von Möbeln spezialisierter Tischler; -träger, der; -transpor-
teur. der; -wagen, der: sehr geräumiger, geschlossener
1803
mobil
(Kraft)wagen für den Transport von Möbeln u. Hausrat,
bes. bei Umzügen: * fliegender M. (Milit. Jargon;
Transportflugzeug): ^werker. der (bes. DDR): vgl. -tischler.
mobil [mo'birl] <Adj.; nicht adv.) [frz. mobile = beweglich,
marschbereit < lat. möbilis = beweglich, zu: movere.
t Motor]: 1. <o. Steig.; selten präd.) (bildungsspr.) a)
beweglich, nicht an einen festen Standort gebunden: ein -es Labor.
Büro; -e Büchereien (Fahr-, Auto- Wanderbüchereien):
Funksprechanlagen für den -en Einsatz; -e
Einsatzkommandos; (jur.. Wirtsch.:) Grundbesitz und -er Besitz;
b) (bes. Wirtsch.) nicht festliegend, nicht gebunden: -es
Kapital; c) (bes. Fachspr.) Beweglichkeit. Variabilität in
der Anordnung, in der räumlichen Gliederung. Verteilung
usw. aufweisend: unsere -e (durch Mobilität 2. 3
gekennzeichnete) Gesellschaft; -e Bücher (Buchw. DDR;
Loseblattsammlungen). 2. <o. Steig.) (bes. Milit.) für den
militärischen, polizeilichen o. ä. Einsatzbereit: einsatzbereit u.
beweglich: -e Verbände. Einsatzkommandos; die Polizei wird
m. gemacht; *m. machen (die Streitkräfte u. den ganzen
Staat in den Kriegszustand versetzen, auf das Eintreten
in einen bevorstehenden Krieg vorbereiten): die Regierung
machte m.. ließ m. machen; etw. m. machen (mobilisieren):
alles, alle Kräfte für den (Wiederaufbau m. machen; er
machte die Leute, die Massen gegen die Atomkraftwerke
m. 3. (ugs.) munter, rege, lebendig: nach Feierabend wird
erm.; der Kaffee hat mich m. gemacht; nach langer
Krankheit ist er nun wieder m. (wohlauf): die alte Dame ist
noch sehr m. (rüstig): die Kinder waren schon früh m.
(wach, munter u. rege): Mobil [-1, das; -s. -e [gek. aus
t Automobil] (ugs. scherzh.): Auto. Personenwagen.
Mobjl- (Fachspr.): -funk, der: Funk[sprech- bzw.
-telefonverkehr] zwischen mobilen od. zwischen mobilen u. festen
Stationen: -heim, das (bes. Fachspr. Jargon): Wohnmobil:
-kino, das: mobiles Kino: -machung, die; -. -en: das
Mobilmachen: die M. anordnen, dazu: -machungsbefehl, der.
-machungsplan, der. -machunsstag, der; -Station, die:
mobile Station beim Mobilfunk.
Mobile ['mo:bild]. das; -s. -s [engl, mobile, zu ital. mobile
< lat. möbilis. f mobil]: hängend befestigtes, durch
Ausbalancierung der Teile, freie Aufhängung o.a. mehrfach
beweglich gestaltetes Gebilde aus Fäden od. Stäben u.
Figuren o.a.. das durch Anstoßen. Luftzug o.a. in Bewegung
gerät: Mobiliar [mobilia:?], das; -s. -e <PI. selten) [mit
latinisierter Endung zu t Mobilien]: Gesamtheit der
Möbelu. Einrichtungsgegenstände, Hausrat einer Wohnung:
ein teueres, geschmackvolles M.; das M. kurz und klein
schlagen, verkaufen; <Zus.:> Mobiligrvennöflen, das (jur..
Wirtsch.): bewegliches Vermögen: Mobiliarversicherung,
die (veraltet): Hausratversicherung.
Mobilien [mobi:ljpnl <PI.) [mlat. mobilia, zu lat. möbilis.
t mobil]: 1. (veraltet) Mobiliar. 2. (jur., Wirtsch.) bewegliche
Sachen, bewegliche Güter (im Unterschied zu den
Immobilien); Mobilisation [mobüüatßio.n], die:-,-m [frz. mobilisa-
tionj: 1. (Biol.) Aktivierung (von Lebensvorgängen). 2.
(Milit.. Politik) selten für t Mobilmachung (Ggs.: Demobilisa-
tion). 3. (Med.) das Mobilisieren (4); Mobilisator [...'za:tor.
auch: ...to:g].der; -s. -en [...za'to:ranl (bildungsspr.):
Faktor, der eine mobilisierende (2 a. b) Wirkung auf jmdn.,
etw. ausübt: Vor allem aber war das Amsterdamer Forum
... ein ... M. Tür Massenaktionen (Berliner Zeitung 25.
3. 78. II); mobilisieren [...zi:ran] <sw. V.; hat) [frz. mobill-
ser, zu: mobile, tmobil]: 1. mobil machen: für den
lKriegs]einsätz bereitstellen, verfügbar machen: (Ggs.:
demobilisieren, entmobilisieren): das Heer m.;
Kraftfahrzeuge m.; jmdn. m. (veraltet; zum Kriegsdienst einberufen).
2.a) dazu bringen, (in einer Angelegenheit) [politisch,
sozial] aktiv zu werden, sich kräftig einzusetzen: jmdn. m.;
die Gewerkschaften mobilisierten die Massen gegen den
Rechtsradikalismus; sorgen Sie dafür, daß Oberleutnant
Wedelmann gefunden wird ... Dann mobilisieren Sie
Kowalski (Kirst, 08/15.432); b) mobil (3) machen, aktivieren,
rege bzw. verfugbar u. wirksam machen: alle Kräfte für
den (Wiederaufbau m.; die Läufer mobilisieren die letzten
Energien; Kaffee mobilisiert (weckt) die Lebensgeister.
Das Hormon der Nebenschilddrüse garantiert aber eine
optimale Konzentration, indem es ... Kalzium mobilisiert
(Medizin II. 281). 3. (Wirtsch.) mobil (1 b), verfügbar
machen: für ein Projekt Kapital m. 4. (Med.) a) (ein Gelenk,
einen Körperteilo. ä.) [wieder/ beweglich machen: b) durch
Bewegungstherapie o. ä. wieder bewegungsfähig machen:
einen bettlägerigen Patienten m.; <Abl.:> Mobilisierung, die;
-. -en: das Mobilisieren (1-4; Ggs. zu 3: Demobilisierung);
Mobilismus [mobi'hsmus], der; - (Geol.): wissenschaftliche
Theorie, die besagt, daß sich Teile der Erdkruste über ihren
Untergrund bewegen (Ggs.: Fixismus); Mobiljst, der; -en.
-en [gek. aus t Automobilist] (ugs. scherzh.): Autofahrer:
... lehrt General Frost die großen und kleinen -en das
Fürchten (DM Test 49. 1965. 46); Mobilität [moblli'te:tl,
die; - [lat. mobilitäs, zu: möbilis. tmobil]: 1. (bildungsspr.)
[geistige] Beweglichkeit. 2. (Soziol.) Beweglichkeit (in
belüg auf den Beruf, die soziale Stellung, den Wohnsitz):
die soziale, regionale M. der Arbeitnehmer; eine
Gesellschaft mit hoher M. 3. (Milit.. selten) mobiler Zustand,
Kriegsbereitschaft: eine Demonstration der hohen M. ...
der sowjetischen Kriegsmarine (Bundestag 190. 1968.
10325).
möblieren [m0'bli:ranl <sw. V.; hat) [frz. meubler. zu: meu-
ble. T Möbel]: mit Möbeln ausstatten, einrichten: eine
Wohnung neu. modern m.; ein zweckmäßig möbliertes Büro;
ein möbliertes (möbliert vermietetes) Zimmer; eine
möblierte (möbliert vermietete) Wohnung; möbliert (in
einem möblierten Zimmer, in einer möblierten Wohnung
zur Miete) wohnen; *ein möblierter Herr (ugs. veraltend,
noch scherzh.; Herr, der in einem möblierten Zimmer zur
Miete wohnt); <Abl.:> Möblj&ung. die; -. -en: 1. das
Möblieren: Ausstattung mit Möbeln. 2. Gesamtheit der Möbel,
mit denen etw. möbliert, ausgestattet ist.
Mocca: f Mokka.
MochaJederl'moxa-.auch; moka-].das;-s [nach dem
Hafenort Mokka (früher: Mocha), t Mokka]: abgeschliffenes,
samtartiges Glaceleder.
mochtel'moxta].möchte[nrve^tdl: Imögen; Möchtegern,der.
-[s], -e od. -s (ugs. spött.): jmd., der gern etwas sein od.
scheinen möchte, wozu ihm in Wirklichkeit die Fähigkeiten
od. Möglichkeiten fehlen: sieh sich einer diesen M. an!
Mfchteaern- (Best, von Personenbez. o.a.; ugs. spött.; kein
richtiger .... sondern tmr ein Möchtegern), z.B.: -dichter,
der; -lumstier, der.
Mockturtlesuppe [moktoertj-l, die; -. -n [engl, mock turtle
soup. aus: mock = unecht u. turtle = Schildkröte]
(Kochk.): imitierte Schildkrötensuppe aus Kalbsbrühe u.
Gewürzen mit feingeschnittenem Kalbfleisch u.
Champignons.
modal [moda:l] <Adj.; o. Steig.) [zu lat. modus, t Modus]:
1. (Sprachw.) die Artu. Weise bezeichnend: -e Konjunktion.
2. (Musik) in Modalnotation notiert, sie betreffend.
Modul-: -adverb, das (Sprachw.): Adverb der Art u. Weise
(z.B. ..kopfüber"); -bestanmung, die (Sprachw.):
Umstandsbestimmung der Art u. Weise: -logik, die: Zweig
der formalen Logik, in dem zur Bildung von Aussagen auch
die Modalitäten (3) herangezogen werden: -notation, die
(Musik): vorwiegend der Unterscheidung verschiedener
Rhythmen dienende Notenschrift des 12. u. 13.Jh.s; -«atz,
der (Sprachw.): Adverbialsatz der Art u. Weise: ^verb,
das (Sprachw.): Verb, das in Verbindung mit einem reinen
Infinitiv ein anderes Sein od. Geschehen modifiziert (z. B.
wollen in ..er will kommen").
Modalität [modali'teitl. die; -. -en [zu fmodal]: 1. (meist
PI.) (bildungsspr.) Art u. Weise, näherer Umstand.
Bedingung. Einzelheit der Durchführung, der Ausfuhrung. des
Geschehens usw.: für die anderen Verträge gelten
entsprechende -en; alle -en in Betracht ziehen; mit den -en des
Strafprozesses vertraut sein. 2. (Philos.) das Wie des Seins.
Geschehens usw. (Wirklichkeit, Möglichkeit od.
Notwendigkeit). 3. (Logik) Grad der Bestimmtheit einer Aussage bzw.
der Gültigkeit eines Urteils (z. B. Notwendigkeit.
Möglichkeit). 4. (Sprachw.) (in unterschiedlicher sprachlicher Form
ausdrückbares) Verhältnis des Sprechers zur Aussage bzw.
der Aussage zur Realität od. Realisierung.
Modder ['madc], der; -s [mniederd. modder. zu tModerl
(nordd.): schlammiger Schmutz: Schlamm. Morast: im M.
versinken; der Wagen blieb im M. stecken; Ü die ganze
Bauchhöhle war voller M. (schmutzartiger Flüssigkeit).
<Abl.:>modd[e]rig [mDd(d)ric] <Adj.; nicht adv.) (nordd.).
mode [mo.t] (indekl. Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [engl, mode
= eine Art Grau; eigtl. = Mode(farbe). zu: mode <
frz. mode. t 'Mode] (Mode): gedeckt braun: 'Mode [mo:d3],
die; -. -n [frz. mode < lat. modus, tModus]: l.a) in einer
bestimmten Zeit, über einen bestimmten Zeitraum
bevorzugte, als zeitgemä/J geltende Art. sich zu kleiden, zu frisieren.
1804
Modellsich auszustatten: eine praktische, sehr weibliche M.; die
neueste, herrschende M.; die M. der Renaissance; die M.
schreibt vor, verlangt (es ist Mode), daß ...; jede M.
mitmachen; sie kann die neue M. (das, was nach neuester Mode
üblich ist) gut tragen; der M. gehorchen, folgen; Mäntel
der neuesten M.; mit der M. gehen (der jeweiligen Mode
folgen): etw. ist [in] M. (gehört [ganz besonders] zur
geltenden bzw. neuesten Mode): etw. in M. bringen; etw. ist
[ganz] aus der M. [gekommen]; eine Mütze nach der
neuesten M.; b) <P1.> elegante Kleidungsstücke, die nach der
herrschenden, neuesten Mode angefertigt sind: die neuesten
-n tragen, vorführen. 2. etw.. was dem gerade herrschenden,
bevorzugten Geschmack, dem Zeitgeschmack entspricht:
etw.. was einem zeitbedingten verbreiteten Interesse.
Gefallen. Verhalten entspricht: Bungalows in diesem Stil, diese
Sportarten sind jetzt [große] M.; Italien ist/nach Italien
zu reisen ist jetzt [große] M.; die Einflüsse der M. (des
Zeitgeschmacks) bei der Innenarchitektur; dieser Tanz,
dieser Vorname, dieser Schriftsteller ist jetzt sehr in M.,
ist ganz aus der M. gekommen (entspricht bzw. entspricht
nicht mehr dem Zeitgeschmack): Es ist nachgerade zur
M. (abwertend; zur neuerdings weitverbreiteten
Gepflogenheit) geworden, von der Reformbedürftigkeit des
Beamtenrechts zu sprechen (Welt 1. 10. 66. 3); Schlagringe wurden
M. (ugs. iron.; beliebte Gegenstände) in der Oberschule
(Küpper. Simplicius 76); bei uns herrschte gerade die M.
(ugs.; Gepflogenheit. / Unjsitte). jeden Gast mit „bonjour"
zu begrüßen; was sind denn das für neue -n? (ugs.; so
etw. dulde ich nicht): *Mode [-]. der; -[s], -n od. die; -.
-n [engl, mode < lat. modus, f Modus] (Elektrot.):
Schwingungsform elektromagnetischer Wellen insbes. in
Hohlleitern.
mode-, Mode- ('Mode; vgl. auch: Moden-): -artikel, der:
1. zur Mode gehörender Artikel Ch). insbes. modisches
Zubehör. 2. Artikel (3), der (bes. im Zusammenhang mit einer
entsprechenden Mode) eine bestimmte Zeit lang gern
gekauft wird: ^arzt. der (oft abwertend): Arzt mit bestimmten
medizinischen Erfolgen, der von bestimmten Kreisen, bes.
Dornen der Gesellschaft, bevorzugt konsultiert wird:
^ausdrucke der: vgl. -wort; -bad, das: svw. Kbadeort;
kbadeort, der: vgl. ^ beruf; ^benif. der: Beruf, der in Mode
ist: ^bewußt <Adj.>: sich bewußt nach der Mode richtend:
-blatt, das: vgl. -Zeitschrift; -branche. die; Miame, die
(leicht spött.): [immer] nach der neuesten Mode gekleidete
Dame: Mksignerin. die: im Zeichnen u. Beurteilen von
Entwürfen. Modellen u. in damit zusammenhängenden
kaufmännischen Tätigkeiten ausgebildete Fachkraft auf dem Gebiet
der Mode (Berufsbez.); ^dichter, der: vgl. ^Schriftsteller,
-fan. der: jmd.. der jede neue Mode begeistert mitmacht:
-färbe, die vgl. -beruf; -fimmel, der (ugs. abwertend):
übertriebene Vorliebe für modische Kleidung: -fotograf.
der: Berufsfotograf, der Erzeugnisse der Mode u. Modelle,
die sie vorführen, fotografiert: -»eck, der (abwertend): svw.
tGeck (1); -aeschäft, das: Geschäft für Damenmoden u.
Zubehör: -gestalten der: vgl. -schöpfen -graphik, die:
gewerbliche Graphik zur Gestaltung u. Wiedergabe von
Mode u. von Details der Mode: -haus, das: \. größeres
Modegeschäft. 2. Unternehmen der Modebranche, das Modelle
entwirft u. herstellt: -heft, das: vgl. ^Zeitschrift; -bund,
der: Hund, dessen Rasse in Mode ist: -Industrie, die:
-Journal, das: vgl. -Zeitschrift; -Journalist, der: Journalist
auf dem Gebiet der Mode: -Journalistin, die: w. Form
zu t ^Journalist; -katalog, der: Katalog für modische
Kleidungsstücke u^ Zubehör: -krankheit die: nach Art einer
Mode verbreitete Krankheit (mit eingebildeten od. unklaren
Symptomen): -narr, der (abwertend): svw. tGeck (1);
-püppchen, das (ugs. abwertend): übertrieben modisch
gekleidetes, eitles Mädchen: -puppe, die (ugs. abwertend):
übertrieben modisch gekleidete, eitle junge Dame: ^richtung.
die: I.Richtung der Mode: die herrschende M. 2. Richtung.
/ geistige] Strömung, die in Mode ist: ^sache. die in der
Wendung etw. ist [eine] M. (etw. ist Sache der Mode,
eines bestimmten Zeitgeschmacks): -salon, der: Geschäft
für Anfertigung eleganter Damenkleidung: - schaffen, das:
das Schaffen, die schöpferischen Leistungen auf dem Gebiet
der Mode: -schau, die: svw. T Modenschau; -schmuck,
der: modischer Schmuck aus nicht wertvollem Material:
-Schöpfer, der: jmd.. der durch Entwerfen von Modellen.
Kollektionen zur Gestaltung der Mode beiträgt: -Schöpferin,
die: w. Form zu T ^schöpfen -Schöpfung, die: Schöpfung
der Mode: Kreation. Modell: -Schriftsteller, der:
Schriftsteller, der auf Grund einer Mode in einer bestimmten Zeit
beliebt istu. viel gelesen wird: -Strömung, die: vgl. -richtung
(2); -tanz, der: Tanz, der eine bestimmte Zeit lang in Mode
ist: -thema, das: Thema, das in Mode ist: -torheit, die:
Torheit, lächerlicher Auswuchs auf dem Gebiet der Mode:
^ware. die: vgl. ^artikel; ^wort. das <P1. -Wörter): Wort
[in abgewandelter od. neuer Bedeutung], neues Wort, das
eine begrenzte Zeit lang in Mode ist. dann aber wieder
seinen Reiz verliert: -zar, der (Jargon scherzh.): führender
Modeschöpfer: -Zeichner, der: vgl. -zeichnerin;
-zeichnerin, die: ältere, noch volkst. Bez. für t-designerin;
-Zeichnung, die: Zeichnung, deren Darstellungsgegenstand in den
Bereich der Mode gehört: -Zeitschrift, die: Zeitschrift mit
Bildern u. Berichten zur neuesten Mode da); -zeitung,
die: vgl. -Zeitschrift.
modefarben t'mo.t-] <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: svw. f mode.
'Model t'mo:dl], der; -s. - [mhd. model. and modul <
lat. modulus, VModul]: 1. (bes. landsch.) aus Holz
geschnitzte Form mit eingekerbten überlieferten Mustern,
mit der Backwerk geformt wird. 2. Hohlform für das Gießen
von Wachs. 3. (Fachspr.) erhabene Druckform
(Holzstempel. Holzstock. Druckplatte. Walze) für Textil-.
Tapetendruck o. ä. 4. (Handarb.) / von Holzstöcken gedruckte]
Vorlage für Stick- u. Wirkarbeiten. 5, (Archit.) Halbmesser
des unteren Teils einer Säule als Maßeinheit zur Bestimmung
architektonischer Maßverhältnisse (bes. in der Antike u.
Renaissance); 'Model t'mod|], das; -s, -s [engl, model]
(Fachspr.): Fotomodell: Modelbuch, das; -te]s, -bücher
(Handarb.): Buch mit einer Sammlung von Modeln (4);
Modeldruck, der; -[e]s(Fachspr.):m/7M<*fc//i(3)
ausgeführter Textil- od. Tapetendruck.
Modell [model], das; -s, -e [ital. modello = Muster,
Entwurf, zu lat. modulus. t 'Modul]: l.a)a) Form.
Beschaffenheit. Maliverhältnisse veranschaulichende Ausführung eines
vorhandenen od. noch zu schaffenden Gegenstandes in
bestimmtem (insbes. verkleinerndem) Maßstab: das M. eines
Schiffes. Flugzeuges, einer Burg, Fabrik; ein M. entwerfen,
schaffen, vorlegen; ß) (Technik, bild. Kunst) Muster.
Entwurfeiner Plastik, eines technischen o. ä.. durch Guß
herzustellenden Gegenstandes, nach dem die Guß- bzw. Gipsform
hergestellt wird: das M. einer Plastik; b) (Wissensch.) innere
Beziehungen u. Funktionen von etw. abbildendes bzw. /
schematisch] veranschaulichendes / u. vereinfachendes,
idealisierendes] Objekt. Gebilde: ein M. des Atomkerns; c) (math.
Logik) Interpretation eines Axiomensystems, nach der alle
Axiome des Systems wahre Aussagen sind. 2. a) als
Gegenstand der bildnerischen, künstlerischen o. ä. Darstellung od.
Gestaltung benutztes Objekt. Lebewesen usw.: Tiere,
Pflanzen als -e für Federzeichnungen benutzen; jmd. dient jmdm
als M. für eine Romanfigur; b) Person, die sich
/berufsmäßig] als Gegenstand bildnerischer od. fotografischer
Darstellung. Gestaltung zur Verfügung stellt: das M. eines Malers.
Fotografen; als M. arbeiten; *Jmdm. M. sitzen/stehen
(ijmds.J Modell sein): c) svw. f Mannequin (1); d) svw.
t Hostess (3). 3. a) (Gegenstand als) Entwurf. Muster.
Vorlage für die (serienweise) Herstellung von etw.: das M. einer
neuartigen Maschine; b) Typ. Ausführungsart eines
Fabrikats: der Wagen, der Fernsehapparat ist das neueste M.
dieser Firma. 4. (Mode) [Kleidungs]stück, das eine
Einzelanfertigung ist [u. ungefähr als Muster. Vorlage od.
Anhaltspunkt für die serienweise Herstellung bzw. Konfektion
dienen kann/: ein Pariser M.; ein M. aus dem Hause
Dior; das Kleid, der Schuh, die Handtasche ist ein M.;
ein M. tragen. 5. (bildungsspr.) a) etw.. was (durch den
Grad seiner Perfektion. Vorbildlichkeit o.a.) für anderes
od. für andere Vorbild. Beispiel. Muster sein kann: dieser
Staat wurde zum M. einer freiheitlichen/für eine
freiheitliche Demokratie; etw. nach dem M. von etw. einrichten,
gestalten, organisieren; b) als Muster gedachter Entwurf
das M. eines neuen Gesetzes; ein M. vorlegen, diskutieren.
Modell-: -athlet, der (Sport Jargon): Athlet, der auf Grund
seines kräftigen u. harmonischen Körperbaus bzw. seines
ganzen Äußeren als Muster. Ideal eines Athleten gelten
kann: ^bauer, der; -s. -: Handwerker, der Gießmodelle u. a.
anfertigt u. repariert (Berufsbez.); -baukasten, der:
Baukasten zum Bauen von Spielzeugmodellen: ^eisenbahn, die:
Spielzeugeisenbahn, deren einzelne Teile möglichst
wirklichkeitsgetreu nachgebildet sind: ^fall. der: a) Fall, der als
Modell (Sa) gelten kann: diese Stadt ist ein M. für
1805
Modelleur
Stadtsanierung; b) typisches Beispiel für etw., jnuin.: das
war ein M. für falsches Verhalten; -flug, der <o. Pl.>:
mit Modellflugzeugen betriebener Flugsport; ^flugzeug, das:
vgl. ~eisenbahn; ^jadit, die: vgl. Eisenbahn; ^kleid, das:
Kleid, das als Modell (4) angefertigt wurde; ^puppe, die:
1. svw. T Schneiderbüste. 2. svw. f Schaufensterpuppe;
-rennwagen. der: vgl. -eisenbahn; -schreiner, der: vgl.
Ntischler; ^schuh, der: vgl. -kleid; ^schütz, der (jur.):
Musterschutz für Modelle (3), die Geschmacksmuster sind;
^Segelboot, das: vgl. -eisenbahn; ^seneln, das; -s (Sport):
mit Modellsegelbooten [wettkampfmäßig] durchgeführtes
Segeln; Tischler, der: Tischler, der Modelle (1 a) anfertigt
u. repariert; ^versuch, der: 1. (biidungsspr.) Versuch, der
ein Muster für etw. liefern soll. 2. (Wissensch.. Technik)
Experiment an einer maßstabgetreuen Nachbildung, einer
simulierten Situation o. ä. zur Erlangung von Aufschlüssen
über den originalen Gegenstand. Prozeß; ^Zeichnung, die:
Zeichnung, die ein Modell (1 a, 2 a, 3 a, 4) zum Gegenstand
hat.
Modelleur [mode lo:?]. der; -s, -e [frz. modeleur]:
Facharbeiter od. [Kunst Jhandwerker. der Modelle (bes. 1.4) entwirft;
modelhaft <Adj.; -er. -este> (biidungsspr.). ein Vorbild.
Muster. Modell (5) darstellend: dieser Schulversuch ist m..
wird m. für das ganze Land genannt.
Modellier-: -bouen, der: bedruckter Bogen, nach dem ein
[ Spielzeug]modelt gebastelt werden kann; ^holz, das:
[Bildhauer] Werkzeug zum Modellieren; ^ktase, die: Klasse einer
Facht hoch] schule, in der das künstlerische Modellieren
geübt wird; Mnasse, die: zum Modellieren geeignetes Material;
^tatu der (Sorten: -e>: Ton zum Modellieren; -wachs, das:
Wachs zum Modellieren.
modellieren [modeli.ren] <sw. V.; hat) [ital. modellare. zu:
modello, t Modelll: 1. *)( formbares Material) plastisch
formen, gestalten; Ü der Dichter hat seine Figuren nach dem
Leben modelliert (biidungsspr.; geformt, gestaltet);
formend, gestaltend bearbeiten: [den] Ton, [das] Wachs m.;
m. lernen; an einer Plastik m. (modellierend arbeiten);
b) durch Modellieren (1 a) bilden, formen: eine Statue, eine
Figur, eine Vase m.; jmdn.. jmds. Kopf in Ton. Gips
m. (plastisch nachbilden); das hautenge Kleid modellierte
ihren Körper (ließ die Formen hervortreten). 2*
(Wissensch.) von etw. ein Modell (1 b) herstellen, bilden:
wirtschaftliche Zusammenhänge. Prozesse in einem Computer
m. 3. in bestimmter Weise (bes. in bestimmter Form, Farbe
o. ä.) als Modell CS. 4) gestalten; nach entsprechendem
Modell (3,4) in bestimmter Weise gestalten: Die Anzüge sind
betont schlank modelliert (Herrenjournal 3, 1966, 40);
<Abl.:> Modellier, der; -s. -: svw. f Modelleur;
Modellierung, die; -. -en: 1. das Modellieren (1 -3). 2. durch
Modellieren (1 a, 3) geschaffene Gestalt. Form. Beschaffen/teit;
modellig [modelte] <Adj.: o. Steig.; meist attr.) (Mode): in
der Art eines Modells (4): -e Kleider. Mäntel; Modellist
[mode'list], der; -en. -en (Mode): svw. t Modelleur; modeln
t'mo:dln] <sw. V.; hat) [mhd. modelen, zu t'Modell: 1.
(biidungsspr.) (durch Veränderungen] [um] gestalten,
[um]formen: etw. nach einem bestimmten Vorbild, nach
seinen Wünschen m.; an etw. m. (hier u. dort kleine, nicht
sehr wirkungsvolle Veränderungen anbringen);\J
Schneewehen. ... von dem modelnden Hauch des Windes geformt
(A. Zweig. Grischa 386); er läßt sich nicht m. (in
Einzelheiten des Charakters, der Persönlichkeit beliebig ändern).
2. (Handw., südd.) mit dem lModel (1) prägen; <Abl.:>
Modekmg, die; -. -en.
Modem [mo:dem|. der; -s. -s [engl, modern. Kurzwort aus
f Modulator u. fDemodulator] (Fernmeldetechnik): Gerät
zur Übertragung von Daten über Fernsprechleitungen.
Moden- (vgl. auch: mode-, Mode-): -blatt, das: svw. t
Modeblatt; -geachfift, das: svw. t Modegeschäft; -haus, das:
svw. f Modehaus (1); -Journal, das: svw. f Modejournal;
^schau, die: Veranstaltung, bei der die neuesten Moden
vorgeführt werden: eine M. veranstalten; etw. bei. in einer
M. vorführen; zu einer M. gehen; -Zeitschrift, die: svw.
t Modezeitschrift; -zeitung, die: svw. t Modezeitung.
Moder [mo:du]. der; -s [spätmhd. (md.) moder]: 1. durch
Fäulnisu. Verwesung entstandene Stoffe; Zerfalls- u.
Verwesungsprodukte: es roch nach M. 2. (landsch.) schlammiger
Schmutz; Schlamm. Morast: im M. versinken.
Moder-: -gerudi. der: Geruch nach Moder (1); -hinke
[-hmkd], die; - (landsch.): Krankheit bei Schafen, die sich
in Klauenentzündung u. Hinken äußert u. bes. durch dauernde
Einwirkung von Nässe, Lehm. Schlamm (Moder 2) od.
Verletzungen beim Wandern über Stoppelfelder verursacht
wird; Stoppellähme; -käfer, der: rostroter bis
braunschwarzer Käfer, der bes. an modrigen Stellen (z. B. in Kellernj
lebt; -lieschen* das [nach altem Volksglauben sollen diese
Fische mutterlos im Moder (2) entstehen; 2. Bestandteil
die appellativisch gebrauchte Kosef. des w. Vorn.
Elisabeth]: silbrig glänzender, kleiner Karpfenfisch mit oliv-
farbener Oberseite.
Moderamen[mode'ra man], das; -s. - u. ...mina [lat. moderä-
men = Lenkungsmitteil (ev. Kirche): gewähltes
Vorstandskollegium einer reformierten Synode; moderat [mode'ra.t]
<Adj.; -er. -este> [lat. moderätus. zu: moderäri.
Tmoderieren] (biidungsspr.): gemäßigt, maßvoll: -e Formulierungen;
eine -e Haltung; -e Politiker, der Auftritt war m.; sich
m. geben, zeigen; Moderation [modera'tßjo:n], die; -. -en
[lat. moderätio]: 1. (Rundf.. Fems.) Tätigkeit des Moderie-
rens: die M. einer Sendung übernehmen. 2. (biidungsspr.
veraltet) gemäßigte Haltung; Mäßigung; moderato [mode-
1 ra:to]<Adv.> [ital. moderato. zu: moderare < lat.
moderäri. Tmoderieren] (Musik): gemäßigt, mäßig schnell; Abk.:
mod.; <subst.:> Moderato [-]. das; -s. -s u. ...ti: moderato
gespieltes Musikstück od. Teil eines Musikstücks;
Moderator [mode'ra:tor. auch: ...to:g]. der; -s. -en [...ra'to:ran:
lat. moderätor = Mäßiger. Leiter]: 1. (Rundf.. Ferns.)
jmd.. der eine Sendung moderiert (1): die -en der politischen
Magazine, der Sportschau; ein M. fuhrt durch die Sendung.
2. (ev. Kirche) Vorsteher eines Moderamens. 3.
(Kerntechnik) Stoff, der Neutronen hoher Energie abbremst: als M.
für diesen Reaktor wird Graphit benutzt; Moderatorin
[modera'tOTm], die; -. -nen: w. Form zu t Moderator (I).
moderieren [mode'ri:ren] <sw. V.; hat> [spätlat. moderäre.
lat. moderäri = mäßigen, regeln, lenken, zu: modus,
tModus]: 1. (Rundf.. Ferns.) (eine Sendung) durch einfuhrende
Worte am Beginn u. verbindende Kommentare zwischen
den einzelnen Teilen in ihrem Ablauf betreuen: ein politisches
Magazin, die Sportschau m. 2. (biidungsspr. veraltet)
mäßigen, mildern; einschränken.
moderig, modrig ['mo:d(a)ruj] <Adj.> [zu t Moder]: von
Moder bzw. Modergeruch erfüllt: ein -er Keller. Geruch; die
Luft istm.; m. riechen; 'modern [mo:den] <sw. V.; hat/ist.
[zu tModer]: Moder (I) ansetzen; in Moder übergehen,
langsam vermodern: das Laub ist rasch gemodert; im Keller
liegen modernde Bücher. Ü wertvolle Handschriften
moderten (lagen vergessen) auf Dachböden.
Hnodern [modern] <Adj.> [frz. moderne < lat. modernus
= neu(zeitlich). zu: modo = eben erst, zu: modus, f
Modus]: 1. der herrschenden bzw. neuesten Mode (1 a. 2)
entsprechend (Ggs.: unmodern): ein -es Kleid; eine -e
Innenausstattung. Tapete; solche Handtaschen sind nicht mehr
m.; sich m. kleiden. 2. a) dem neuesten Stand der
geschichtlichen, gesellschaftlichen, kulturellen, technischen o. ä.
Entwicklung entsprechend; neuzeitlich, heutig, zeitgemäß: das
-e Leben; die -e Welt. Technik, Ernährung; -e Häuser.
Fahrzeuge. Instrumente: -e Anschauungen. Methoden; m.
wohnen; b) an der Gegenwart, ihren Problemen u.
Auffassungen orientiert, dafür aufgeschlossen; in die Jetzige Zeit
passend: ein -er Mensch; eine -e Ehe fuhren: m. denken.
3. <meist attr.; o. Steig.) der neuen od. neuesten Zeit
zuzurechnen: -e Musik. Kunst. Literatur, der -e Stil; die -c
Physik; die -en Diktaturen. Diktatoren; m. (im modernen
Stil) komponieren; Moderne, die; - [Ende des 19. Jh.s geb.
von dem österr. Schriftsteller H. Bahr (1863-1934)]
(biidungsspr.): 1. die moderne, neue od. neueste Zeit [u. ihr
Geist]: das Zeitalter der M. 2. moderne Richtung in
Literatur, Kunst od. Musik: ein Vertreter der M.; modernisieren
[mod£rni'zi:ren] <sw. V.; hat) [frz. modemiser, zu:
moderne, tmodern]: 1. durch / VerJanderung/en]. Umgestaltung
der neuen Mode angleichen: die Kleidung, Ausstattung,
eine Wohnung m. 2. durch [ Ver]anderum[en].
Umgestaltung technisch o. ä. auf einen neuen Stand bringen: eine
Fabrik, ein Labor m ; die Verwaltung [technisch] m.; die
Methoden der Werbung, der Produktion m. 3. (bes.
Literatur) durchm l Ver]anderunglen]. Umgestaltung den
Ausdrucks-, Äußerungsformen der modernen Zeit angleichen:
einen Text m.: <Abl.:> Modernisierung, die; -. -en;
Modernismus [moder'nismos], der; -. ...men [3: ital. modern Ismo]
1. <o. PI.) Bejahung des Modernen, Streben nach
Modernität [inKunst u. Literatur]. 2. (Sprachw.. Stilk.. Kunstwiss.)
modernes Stilelement. 3. <o. PI.) zw Beginn des 20. Jh.s
1806
mögen
entstandene Richtung in der katholischen Theologie, die sich
bes. gegen die Beeinflussung des geistigen Lebens durch einen
starren Kurialismus wendet; Modernist L.'nist], der; -en.
-en: Anhänger des Modernismus (1, 3): modernistisch
< Adj. >: a) zum Modernismus gehörend; b) sich modern gebend;
Modernität lmoderni'te:t], die; -, -en <PI. selten) [frz.
modernitö] (bildungsspr.): moderne Beschaffenheit %
modernes Gepräge. Verhalten usw.: vielseitiges Informiertsein
gehört zur M.; Modern Jazz ['nrxtan 'dsaez], der; - - [amerik.
modern Jazz]: die jüngeren stilistischen Entwicklungen des
Jazz (etwaseit 1945); Modi: PI. von f Modus; Modifikation
[modifika'lßio:n].die;-.-en [mlat.modificatio < lat. modi-
ficätio = das Abmessen. Abwägen, zu: modificäre, f
modifizieren]: 1. (bildungsspr.) a) das Modifizieren.
Modifiziertwerden; Abwandlung. Abänderung: -en vornehmen; der
Austragungsmodus hat im Laufe der Jahre viele -en
erfahren (ist oft modifiziert worden); b) modifizierte Form.
Ausführung: der Text liegt in mehreren -en vor. 2. (Biol.)
durch äußere Faktoren bedingte nichterbliche Abweichung
einer Eigenschaft, abweichende Ausprägung eines
Merkmals. 3. (Chemie) eine von mehreren durch die
Kristallstruktur gekennzeichneten Zustandsformen. in denen ein Stoff
vorkommt. 4. (Psych.) die durch Umwelteinfluß
hervorgerufene, vorübergehende, geringfügige Veränderung der
Konstitution; Modiflkator [...'ka:tor. auch: ...to:g], der; -s. -en
[...ka'toiren; spätlat. modificätor = jmd.. der etw.
ordnungsgemäß einrichtet] (bildungsspr.. Fachspr): etw.. was
abschwächende od. verstärkende Wirkung hat: bestimmte
Gene wirken als -en; modifizierbar bnodifi'tphgba:;] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (bildungsspr): sich modifizieren
lassend; <Abl.:> Modifizierbarkeit, die; - (bildungsspr.);
modifizieren [modifi't$i:ran) <sw. V.; hat) [lat. modificäre =
richtig abmessen: mäßigen, zu: modus, f Modus]
(bildungsspr.. Fachspr.): 1. in einer od. mehreren Einzelheiten
anders gestalten, umgestalten, lab]ändern, abwandeln: ein
Projekt. Programm, eine These m.; sein Verhalten m.;
einen strengen Grundsatz m. (einschränken, mildern); ein
modifizierter (Rennsport; für sportliche Zwecke
veränderter) Serienmotor. 2. in einer od. mehreren Einzelheiten eine
[Ab] ander um. Abwandlung, eigentümliche Ausprägung
bewirken: etw. modifiziert den Zustand. Ablauf von etw.;
etw. wirkt modifizierend auf etw. ein; etw. kehrt in
modifizierter Form wieder; die modifizierenden (näheren,
einschränkenden) Bestimmungen eines Begriffs; ein
modifizierendes Verb (Sprachw.; Verb, das ein durch einen Infinitiv
mit ..zu*' ausgedrücktes Sein od. Geschehen modifiziert.
z. B. „pflegen41 in dem Satz „Er pflegt lange zu schlafen");
<Abl.:>Modifizierung,die; -, -en; modisch [mo:diJ] <Adj.)
[zu tMode]: l.a) der herrschenden od. neuesten Mode (1 a)
entsprechend: -e Kleidung; eine -e Handtasche. Frisur;
-e Effekte. Details; ein m. blauer Anzug; sich m. kleiden;
b) <nicht adv.) (selten) (von Personen) betont der
herrschenden od. neuesten Mode (1 a) folgend in jener Zeit, wo
fast alle -en Männer sich glatt rasieren ließen (Musil.
Mann 420; c) <o. Steig.; nicht präd.) die geltende od.
neueste Mode (1 a) betreffend: die großen Warenhäuser
nehmen den Frauen einen großen Teil der -en
Überlegungen ab (Dariaux [Übers.]. Eleganz 91). 2.a) der
herrschenden od. neuesten Mode (2) entsprechend: ... ob man das
jeweils -e Bild des Menschen als Zeiterscheinung hinnimmt
(Sommerauer. Sonntag 53); b) <nicht adv.) (selten) (von
Personen) betont der herrschenden od. neuesten Mode (2)
folgend: Und wenn man ein wenig m. ist. könnte man
auch „Fan" sagen (Hörzu 44. 1972. 28); Modistin
[modistm]. die; -. -nen: Hutmacherin (Berufsbez.).
modrig: f moderig.
'Modul l'mo:dul|, der; -s. -n [lat. modulus = Maß. Vkl.
von: modus, tModus]: 1. (Archit.) svw. t'Model (5). 2.
(Math.) a) (in verschiedenen Zusammenhängen)
zugrundeliegendes Verhältnis, zugrundeliegende Verhältniszahl; b)
Divisor (natürliche Zahl), in bezug auf den zwei ganze
Zahlen kongruent sind (bei der Division den gleichen Rest
ergeben); c) absoluter Betrag einer komplexen Zahl. 3.a)
(Physik. Technik) (in verschiedenen Zusammenhängen)
Materialkonstante (z. B. Elastizitätsmodul); b) (Technik)
Maß für die Berechnung der Zahngröße bei Zahnrädern;
*Modul [mo'du:l], das; -s. -e lengl.-amerik. module < lat.
modulus. t ■Modul] (bes. EDV, Elektrot..
Triebwerkstechnik): austauschbares, komplexes Teileines Gerätes od. einer
Maschine, das eine geschlossene Funktionseinheit bildet;
Modulation [modulat$io:n]. die; -. -en [lat. modulätio]:
das Modulieren. Moduliertwerden; Modubtionsfähigkeit,
die <o. PI.) (bes. Musik. Rhet.): Handlungsfähigkeit (des
Klangs, der Sprache, der menschlichen Stimme): die M.
der Stimme; Modulator [...la:tor. auch: ...to:g]. der; -s.
-en [...la' to:ron] (Technik): Gerät. Einrichtung zum
Modulieren (3); modubitgri9ch <Adj.; o. Steig.): die Modulation
betreffend; modulieren [modu'li:ran] <sw. V.; hat) [lat. mo-
duläri = abmessen, einrichten; taktmäßig, melodisch
spielen]: l.a) (bildungsspr.) gestaltend abwandeln, abwandelnd
gestalten: die Menschen modulieren ihre Meinungen, je
nachdem was ihnen Erfolg verspricht (Fussenegger. Zeit
346); b) (bes. Musik, Rhet.) (den Klang, die Stimme.
Sprache. Intonation usw.) zum Zweck des [kunstgerechten]
Ausdrucks abwandeln, abwandelnd gestalten: den Ton m. 2.
(Musik) a) beim Spiel. Vortrag von einer Tonart in die
andere überleiten: der Organist modulierte von C-Dur nach
F-Dur; b) von einer Tonart in die andere übergehen: die
Melodie moduliert von C-Dur nach a-Moll. 3. (Technik)
eine Frequenz zum Zweck der Nachrichtenübermittlung
beeinflussen: einen Sender mit Hilfe eines Enoders m.;
das Signal moduliert die Trägerwelle; modulierende,
modulierte Signale: Modultechnik, die; - (Elektronik):
Methode der Miniaturisierung elektronischer Geräte mit Hilfe
von 2Modulen; Modus [mo:dus. auch: 'modus], der; -.
Modi [lat. modus = Maß; Art. (Aussagehveise. Melodie,
eigtl. = Gemessenes.Erfaßtes]: l.a)(bildungsspr.)
Verfahrensweise. Form [des Vorgehens]. Weg: den M. der
Verteilung festlegen; einen M. zur Verständigung finden; nach
einem bestimmten M. vorgehen, Beschlüsse fassen; b) (bes.
Philos.) Art u. Weise [des Seins. Geschehens]: l
Da]seinsweise: die Modi des Seins. 2. (Sprachw.) grammatische
Kategorie des Verbs zum Ausdruck der Modalität (4) (z. B.
Indikativ, Konjunktiv. Imperativ): die Modi des Verbs;
das Verb muß hier in einem anderen M. stehen, gebraucht
werden. 3. (mittelalterliche Musik) a) Melodie; b)
Kirchentonart: c) eine der sechs festgelegten, im Rhythmus u. in
der Verteilung der Zeitwerte verschiedenen Gruppierungen
von Noten (in der Modalnotation); d) Verhältnis (1:3 od.
1:2) der größten Notenwerte (Zeitwerte) in den
nächstkleineren (in der Mensuralnotation). 4. (Statistik)
statistischer Mittelwert; Wert, der in einer Reihe am
häufigsten vorkommt; Modus operandi |- operandi], der; -
Modi - [lat.. zu: operäri = arbeiten, tätig sein]
(bildungsspr.): Art u. Weise des Handelns. Tätigwerdens;
Modus procedendi [- prot^e'dendi], der; - -. Modi - [lat.. zu:
pröcedere = vor sich gehen] (bildungsspr.): Art u. Weise
des Vorgehens. Verfahrensweise: Modus vivendi [- vi'vendij,
der; - -. Modi - [lat., zu: vlvere = leben] (bildungsspr.):
Form eines erträglichen Zusammenlebens zweier od.
mehrerer Parteien /ohne Rechtsgrundlage].
Mofa t'mo:fa], das; -s. -s [Kurzwort für: Motorfahrrad]:
Kleinkraftrad mit geringer Höchstgeschwindigkeit; <Zus.:>
Mofafahrer, der; <Abl.:> mofein l'mo:fln] <sw. V.; hat/ist)
(ugs.): mit dem Mofa ] spazieren Jfahren.
Mofette [mo'feta], die; -. -n [frz. mofette. älter: moufette.
zu: moufir = in Fäulnis übergehen, verw. mit dt. t 'Muff)
(Geol.): Stelle der Erdoberfläche, an der Kohlensäure
vulkanischen Ursprungs ausströmt.
Mogelei [mo.gs'l^]. die; -. -en (ugs.): 1. <o. PI.) dauerndes
Mogeln. 2. Handlung des Mogelns: kleine -en; mogeln
t'mo.gln] <sw. V.; hat) [H. u., viell. Nebenf. von mundartl.
maucheln = heimlich od. hinterlistig handeln; betrügen,
verw. mit fmeucheln] (ugs.): 1. (in kleinen Dingen, bes.
zu persönlichen Zwecken) unehrlich handeln, indem man
kleine. Täuschung bezwecketide Kniffe anwendet bzw. die
Unwahrheit sagt: beim Kartenspiel, bei der Klassenarbeit
m.; er mogelt, sein Gehalt ist weit niedriger. 2. durch
nicht ganz einwandfreie Kniffe o. ä. irgendwohin bringen,
schaffen: faule Äpfel unter/zwischen die einwandfreien m.;
<auch m. + sich:) die Taktik, sich neben die CDU auf
die Regierungsbank zu m. (Spiegel 32, 1965. 6); <Zus.:>
Mogelpackung, die (Wirtsch. Jargon): Packung, die durch
ihre Größe. Aufmachung o.a. mehr Inhalt vortäuscht, als
tatsächlich darin enthalten ist.
mögen [m0:gn] <unr. V.; hat) [mhd. mügen, ahd. mugan,
eigtl. = können, vermögen]: 1. <mit Inf. als Modalverb:
mochte, hat ... mögen) a) vielleicht, möglicherweise, unter
Umständen sein, geschehen, tun o.a.: jetzt mag er denken,
wir legten keinen Wert auf seinen Besuch: Meier. Müller
1807
Mogler
und wie sie alle heißen m.; es mochten wohl dreißig Leute
sein (es waren schätzungsweise dreißig Leute); „Kommt
er?* - [..Das] mag sein*1 ([das] kann sein; vielleicht);
das möchte sein (landsch.; das könnte sein; vielleicht)', [es]
mag sein, daß ...; es möchte sein, daß ... (landsch.; es
ist möglich, daß ...); was mag das bedeuten (was kann
das bedeuten, was bedeutet das wohl)?; wenn er sich
anstrengt, möchte er es wohl (landsch.; kann er es wohl)
schaffen; b) zum Ausdruck der Einräumung: er mag sein
Bestes geben, aber es ist zwecklos (wenn er auch sein
Bestes gibt, so ist es doch zwecklos); er mag tun. was
er will (was er auch [immer] tut), es gelingt ihm nichts;
c) zum Ausdruck des Zugeständnisses; können, dürfen:
er mag es [ruhig] tun; d) (landsch.. bes. Schweiz.) können,
imstande sein, die Möglichkeit haben od. enthalten: es
mochte nichts helfen (nichts half); e) (Konjunktiv Prät. meist
in der Bed. eines Indik. Präs.) den Wunsch haben: ich
möchte [gern] kommen; ich möchte nicht (hätte nicht gern).
daß du das tust; ich möchte wissen (wüßte gern), was
er meint; er möchte [es. das] nicht (wünscht es. das nicht);
ich möchte Herrn Schulze sprechen (würde ihn gern
sprechen); das möchte (will) ich überhört haben; man möchte
meinen (ist. wäre geneigt anzunehmen, könnte meinen).
daß...; ich möchte hervorheben (hebe ausdrücklich hervor).
daß ...; ja. ich möchte sagen (meine sagen zu können).
es ist Tast so wie früher; (mit Auslassung von ..haben":)
ich möchte [gern, lieber] eine Tasse Tee; (mit Auslassung
von ..gehen, fahren" usw.:) ich möchte [gern] nach Hause;
f) wollen, geneigt sein, die Neigung u. die Möglichkeit haben
(bes. verneint), ich mag nicht [gernl weggehen, mochte
nicht weggehen, habe nicht weggehen mögen; das hätte
ich sehen mögen; .Xommst du?* - „Nein, ich mag nicht**;
(mit Auslassung von ..gehen, fahren" usw.:) ich mochte
nicht [gern] nach Hause; er hat nicht nach Amerika
gemocht; sie mag ihn. das Bild [gern, gut] leiden; er hat
es nicht leiden m.. wenn man ihn tadelt; g) zum Ausdruck
der [Auflforderung o.a.; sollen: er mag sich ja in acht
nehmen!; dieser Hinweis mag (sollte) genügen; sag ihm.
er möge/möchte zu mir kommen; allerdings möchte
(sollte) hierfür noch eine zusätzliche Bedingung erfüllt sein;
möge, möchte es so bleiben (es ist. wäre wünschenswert,
daß es so bleibt). 2. <Vollverb; mochte, hat gemocht)
a) für etw. eine Neigung. Vorliebe haben; etw. nach seinem
Geschmack finden; gern haben o.a.: er mag [gern] (ißt
gern) Rinderbraten; sie mag keinen (trinkt nicht gern)
Rotwein; er mag klassische Musik. Rosen (ist ein Freund
von klassischer Musik, von Rosen); b)für jmdn. Sympathie
od. Liebe empfinden; leiden mögen, gern haben: ich mag
dich; niemand hat ihn [so recht] gemocht; die beiden mögen
sich, einander nicht.
Mogler ['mo:gle]. der; -s, - (ugs.): jmd.. der [dauernd/ mogelt.
möglich [m0:kli<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) /vgl.
möglichst/ Imhd. müg(e)lich. zu tmögen]: 1. (auf Grund der
bestehenden Zusammenhänge, der bestehenden / Sach Hage
o.a.) ausführbar, erreichbar, zu verwirklichen (Ggs.:
unmöglich): die nur im Sommer -e Überquerung des
Gebirges; Abhilfe war nicht m.; es war wieder m.. den Fluß
zu überqueren; wenn es irgend m. ist. helfe ich ihm; jmdm.
ist etw. m. (jmd. ist zu etw. in der Lage); morgen ist
es mir leichter, besser, eher m.; es war ihm nicht m. zu
kommen (er konnte nicht kommen); kommen Sie. wenn
es Ihnen m. ist/wenn m.. sofort; kommen Sie. sobald es
Ihnen m. ist; er erledigte den Auftrag, so gut es ihm
m. war; so rasch, so bald wie/(seltener.) als m. (möglichst
rasch, bald); soviel wie/(seltener:) als m.; ümdm.] etw.
m. machen (ermöglichen); kannst du es m. machen,
morgen zu kommen?; etw. läßt sich m. machen; <subst.:> das
Mögliche.allesMögliche(rfl/feA/w//rA/cW^/i>/ bedenken; im
Rahmen des Möglichen; wo m. (veraltend; wenn möglich):
du solltest dich wo m. entschuldigen; vgl. womöglich.
2. denkbar, in Frage, in Betracht kommend: ein immerhin
-er Fall; -e (etwaige) Zwischenfälle einkalkulieren; der
Gedanke an ein -es Ende der Beziehungen beunruhigte
ihn sehr; er hatte alle -en (die verschiedensten) Einwände;
alles -e (ugs.; vielerlei) zu kritisieren haben; dieser Fall
ist m. (kann eintreten); [es ist] m. (kann sein), daß er
kommt, schon gekommen ist (vielleicht kommt er. ist er
schon gekommen); es ist gut. leicht, sehr wohl m.. daß
...; das ist zwar m.. aber nicht wahrscheinlich; bei ihm
ist alles m. (muß man mit allem rechnen): man sollte
es nicht für m. halten, daß (es ist doch unglaublich, daß
...); [das ist doch] nicht m.!. ist das m.! (Ausrufe der
Entrüstung, des Erstaunens); -möglich <Suffixoid von
Superlativen): möglichst.... z. B. bestmöglich, größtmöglich;
möglichenfalls <Adv.>: wenn es geht, möglich ist;
möglicherweise <Adv.>: vielleicht, unter Umständen: m. hat er Glück
[gehabt]; Möglichkeit, die; -. -en [mhd. müg(e)lichkeit. zu
f möglich]: l.a) etw. Mögliches, mögliches Verhalten.
Vorgehen. Verfahren: möglicher Weg: es bleiben noch viele
-en [offen]; diese M. besteht nicht; es gibt keine andere
M.. das Problem zu lösen; ich sehe keine andere M. für
die Lösung; zwischen zwei -en wählen müssen; er möchte
nach M. (wenn möglich) berücksichtigt werden; b) <o.
PI.)das Möglichsein, Sichverwirklichenlassen;
Realisierbarkeit (Ggs.: Unmöglichkeit): es besteht die M. (ist möglich,
läßt sich einrichten), daß wir mitfahren können; die M.
einer Weltregierung bezweifeln; Erfahrung ist die
Bedingung der M. von Erkenntnis überhaupt; wir zweirein nicht
an der M.. daß ...; R ist es die M.!. ist [denn] das die
M.! (ugs.; Ausrufe der Entrüstung od. des Erstaunens).
2. etw. eröffnende Gelegenheit od. Chance: sich bietende,
verpaßte, vertane -en; ungeahnte, überraschende -en [der
Entfaltung]; die wirtschaftlichen -en
(Entwicklungsmöglichkeiten) eines Landes; die M.. etw. zu wählen; die M.
zu gewinnen; eine preiswerte M. zu reisen; jede M.
[ausnutzen, ergreifen; alle erdenklichen -en haben; auf dem Dorf
hat man nicht die -en wie in der Stadt; ich habe die
M. (es ist mir möglich), etw. zu tun; in diesem Beruf
hat er mehr -en [etw. zu lernen]; [nicht] die M. haben,
keine M. haben, jmdm. die M. geben, etw. zu tun. zu
lernen; er hat wenig, kaum M.. gute Musik zu hören;
ich sehe große -en in diesem Plan; diese Entwicklung
eröffnet neue -en; von einer sich bietenden M. Gebrauch
machen; die Stürmer vergaben die besten -en (Sport;
Möglichkeiten. Tore zu schießen). 3. <PI.> Fähigkeiten. Mittel: diese
Wohnung entspricht seinen [finanziellen] -en. übersteigt
seine -en; seine künstlerischen -en nutzen, voll ausschöpfen;
<Zus:> Möglichkeitsform, die (Sprachw.): svw.
tKonjunktiv; möglichst[m0:kli<;st]<Adv.)[Sup. von tmöglich]: l.a)
soviel, so sehr wie möglich (wie sich ermöglichen läßt):
er will sich m. zurückhalten; b) wenn möglich (wenn es
sich ermöglichen läßt): das soll m. heute noch erledigt
werden. 2. so (in dem Grade) ... wie [nur] möglich (wie
es sich ermöglichen läßt): er will m. viel mitnehmen; das
Paket soll m. klein sein; etw. mit m. großer Sorgfalt
erledigen.
Mogul [mo.gül]. der; -s. -n. auch: [mo'gu.l], der; -s. -e
[engl. Mogul < pers.mogul. eigtl. = der Mongolei (hist.):
Herrscher einer mohammedanischen Dynastie mongolischer
Herkunft in Indien.
Mohair [mo'he:?], der; -s. (Sorten:) -e [engl, mohair <
arab. mubayyar = Stoff aus Ziegenhaar]: l.svw. t
Angorawolle (a). 2. Stoff aus Angorawolle (a); <Zus.:> Mohairwolle,
die: svw. t Angorawolle (a).
Mohammedaner [mohameda.ne], der; -s. - [nach
Mohammed, dem Stifter des Islams (um 570-632)1 (bes. volkst.
u. hist.): Moslem; mohammedanisch <Adj.; o. Steig.) (bes.
volkst. u. hist.): moslemisch; Mohammedanismus [...da'nis-
musl. der; - (bes. hist.): svw. t Islam.
Mohir: eindeutschende Schreibung für t Mohair.
Mohikaner [mohika:ne]. der; -s, - [engl., frz. Mohican =
Angehöriger eines nordamerik. Indianerstamms] in der
Fügung der letzte M./(seltener:) der Letzte der M. (ugs.
scherzh.; jmd.. der von vielen bzw. etw.. was von vielem
übriggeblieben ist; der od. das Letzte; nach dem 1826
erschienenen Roman „The last of the Mohicans" des amerik.
Schriftstellers J. F. Cooper [1789-18511).
Mohn [mo:n]. der; -[e]s. (Sorten:) -e [mhd. man. mähen,
ahd. mäho, mago. wahrsch. aus einer Mittelmeerspr.]:
1. a) Pflanze mit roten, violetten, gelben od. weißen Blüten,
deren Kapselfrüchte ölhaltige Samenkörner enthalten u. aus
deren milchigem Saft beruhigende u. betäubende Stoffe
gewonnen werden: der M. blüht; M. anbauen; b) Klatschmohn:
am Wegrand wächst [der rote] M. 2. Samenkörner vom
Mohn (1 a): mit M. bestreute Plätzchen.
mohn-, Mohn-: -beugel, das (österr.): Beugel mit einer
Füllung aus Mohn; -blatt, -blättchen, das [wohl nach den
sehr dünnen Blättern des Mohns (I)] (ugs. spött): sehr
dünne Brotschnitte; -bkime, die: svw. TMohn (1); ^bröt-
chen,das: vgl. -hörnchen; -gewachs,das (meist PI.) (Bot.):
1808
molestieren
Gewächs einer Familie milchsafthaltiger Pflanzen mit
gefiederten od. tief geteilten Blättern, zu der u. a. auch der Mohn
(1 a. b) gehört; -Hörnchen, das: mit Mohn bestreutes
Hörnchen (2); -kapsel, die: Samenkapsel des Mohns; -kipferl,
das (österr.): vgl. ^beugel; -körn, das <meist Pl.>:
Samenkorn vom Mohn (I a); -kuchen, der; -öl, das: aus
Mohnsamen ausgepreßtes Speiseöl; -Dielen <P1.> [-pi.bn; schles.
Piele = junge Ente, wohl nach der runden Form] (bes.
ostmd.): Speise aus Mohn (2), aufgeweichtem Weißbrot
o.a.. Zucker u. anderen Zutaten; ^rot <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: rot wie Klatschmohn, feurigrot; ein -es Kleid;
-saft, der: Milchsaft vom Mohn (I a); tarnen, der;
-Striezel, der (landsch.): vgl. -zopf: -Strudel, der: vgl. -beugel;
-zopf, der: mit Mohn (2) bestreuter Zopf aus Hefeteig.
Mohr [mo:g], der. -en. -en [mhd., ahd. mör < lat. Maurus
= dunkelhäutiger Bewohner Mauretaniens (heute
Marokko)! (veraltet): Neger; schwarz wie ein M. sein (fam.: I.
tief gebräunt sein. 2. sehr schmutzig im Gesicht sein): R
der M. hat seine Schuldigkeit getan, der M. kann gehen
(von jmdm.. der nur dazu gebraucht wurde, nützliche
Dienste zu leisten, mit dem man nun weiter nichts zu
tun haben wiil u. der sich deshalb ungerecht behandelt
u. überflüssig fühlt; nach Schiller. Fiesco III. 4); *M.
im Hemd (eine Mehlspeise mit Schokoladenüberzug u.
Schlagsahne); einen -en weiß waschen wollen (Unmögliches.
Widersprüchliches versuchen, bes. einen offensichtlich
Schuldigen durch Scheinbeweise reinwaschen, als Unschuldigen
hinstellen wollen; wohl nach Jer. 13. 23).
Möhre [m0:ra]. die; -. -n [mhd. mörhe. morhe. ahd. moraha.
H. u.]: 1. Pflanze mit mehrfach gefiederten Blättern u.
Pfahlwurzel, die als Gemüsepflanze angebaut wird; vgl. Möhre
(2): die -n blühen. 2. rötliche, spindelförmige, fleischige
Wurzel der als Gemüsepflanze angebauten Möhre (1): -n
ernten; als Gemüse gibt es Erbsen und -n.
mohren-, Mohren-: -falter. der: schwärzlicher bis rotbrauner
Falter, dessen Zeichnung eine Reihe augenähnlicher Flecke
nahe den Flügelrändern aufweist; -köpf, der: 1.
kugelförmiges Gebäckstück aus Biskuitteig, das mit Schokolade
überzogen u. mit Sahne od. Creme gefüllt ist. 2. svw. f Negerkuß;
-schwärz <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> (veraltet): schwarz
wie ein Mohr; -wasche, die: Versuch, einen offensichtlich
Schuldigen durch Scheinbeweise reinzuwaschen, als
Unschuldigen hinstellen.
Möhrensaft, der. -[eis. ...safte: ausgepreßter Saft von Möhren.
Mohrin, die; -. -nen (veraltet): w. Form zu TMohr.
Mohrrübe [mo:g-], die; -. -n [Zus. aus TMöhre u. fRübe]
(nordd.): Möhre; <Zus.:> Mohrrübensaft, der (nordd): svw.
T Möhrensaft.
Moira [m^yra]. die; - [griech. molral: [das nach griech.
Glauben Göttern u. Menschen zugeteilte) Schicksal.
Motat [moare:]. das; -s. -s [frz. moxvi. zu: moire < engl,
mohair. f Mohair; nach dem Glanz der Mohairwolle]: 1. a)
mattschimmerndes Muster auf Stoffen, das feinen, bewegten
Wellen od. einer Holzmaserung ähnelt; b) (auch: der) Stoff,
der ein Moiremuster aufweist. 2.a) (Druckw.) insbes. beim
Mehrfarbendruck auftretendes, störendes Muster durch
Überlagerung mehrerer Raster in engen Winkeln; b) (Ferns.)
störendes Muster von nebeneinanderliegenden, mehr od.
weniger welligen Streifen im Fernsehbild; <Zus.:> Moirfenuster,
das; moirieren [mQa'ri:ren] <sw. V.; hat) [frz. moirerl (Tex-
tilind.): (Stoffe. Gewebe) mit einem Moiremuster (TMoire
I a) versehen.
mokant [mokant] <AdJ.; -er. -este> [frz. moquant. 1. Part,
von: se moquer. fmokieren] (bildungsspr.): spöttisch: -e
Mienen. Gesichter; m. lächeln, fragen.
Mokassin [mokasi:n. auch: mok...]. der; -s. -s. auch: -e
[engl, moccasin < Algonkin (Indianerspr. des östl.
Nordamerika) mockasin]: 1. [farbig bestickter] absatzloser
Wildlederschuh der nordamerikanischen Indianer. 2.
leichter, weicher, bequemer Lederschuh mit durchgehender, sehr
elastischer Sohle.
Mokett, Moquette [mo'ket], der; -s [frz. moquette]:
buntgemusterter od. bedruckter Möbelstoff aus [Baum]wolle.
Mokick [ mo.kik], das; -s. -s [Kurzwort aus Moped u.
Kickstarter]: mit einem Kickstarter ausgerüstetes Moped.
mokieren [mo'ki.ran]. sich <sw. V.; hat) [frz. se moquer.
H. u.] (bildungsspr.): sich abfällig od. spöttisch äußern: sich
über jmdn.. über jmds. Verhalten. Methoden m.
Mokka, (österr. meist:) Mocca l'moka], der; -s. (Sorten:)
-s [engl, mocha (coffee). nach dem jemenitischen Hafen
Al-Mubä ( = Mokka) am Roten Meer, dem früheren
Hauptausfuhrhafen bes. für den Mokka]: 1. Kaffee (2)
einer bes. aromatischen Sorte mit kleinen,
halbkugelförmigen Bohnen; ein Viertel M. 2. sehr starker [aus Mokka
(1) zubereiteter] Kaffee den man gewöhnlich aus kleinen
Tassen trinkt; eine Tasse M.; den M. servieren; zwei M.
(zwei Tassen Mokka) bestellen.
MQkka-: -kaffee, der: svw. tMokka (I); -löffel, der: (zur
Mokkatasse passender) sehr kleiner Kaffeelöffel; Miaihle,
die: Kaffeemühle für Mokka; -tasse. die: sehr kleine
Kaffeetasse für Mokka.
Mol [mo:l]. das: -s. -e [Kurzf. von t Molekulargewicht]
(Chemie): Menge eines chemisch einheitlichen Stoffes, die seinem
relativen Molekulargewicht in Gramm entspricht
(gesetzliche Einheit der molaren Masse); MolalitÄt [molali'te:t].
die; - (Chemie): Maßangabe der Konzentration von
Lösungen in Mol Je kg; molar [mola:?] <Adj.; o. Steig.) (Chemie):
auf' ein Mol bezogen, je 1 Mol; -e Lösung (Lösung, die
1 Mol eines gelösten Stoffes in 1 Liter enthält); -e Größen.
Molar [-]. der; -s. -en [spätlat. molaris, zu lat. mola =
Mühle] (Med.): Mahlzahn.
Mobilität [molari'Ur.t]. die; - [TMol] (Chemie): Maßangabe
für die Konzentration von Lösungen in Mol je Liter.
Molarzahn, der; -[e]s. -zahne: svw. tMolar.
Molasse [mola»]. die; - tzu frz. moKDasse = schlaff, sehr
weich] (Geol.): aus dem Tertiär stammende kalkige od.
sandige Schichten im nördlichen Alpenvorland.
Molch [mok;]. der; -[e]s. -e [1 a: spätmhd. molch. zu mhd.
moKlehahd.mol = Salamander.Eidechse]: l.a)/m Wasser
lebender Schwanz lurch mit großem, flachem Kopf [seitlich
zusammengedrückten Schwanz] u. eidechsenartigem
Körper; b) (bes. Jugendspr.. oft abwertend) Mann. Kerl: ein
trüber (langweiliger.dummer) M.; ein verstaubter
(trockener, rückständiger) M. 2. (Technik Jargon) pfropfenartiges
Gerät zur Reinigung von Rohrleitungen, das vom
Flüssigkeitsstrom mitgerissen wird (eine Art Reinigungsturbine).
'Mole [mo:b], die; -. -n [itai. molo < spätgriech. mölos
< lat. möles = wuchtige Masse. Damm]: svw. T
Hafenmole: an der M. anlegen; auf der M. Spazierengehen.
*Mole H.die; -. -n [lat. mola < griech. myle = Mißgeburt]
(Med.): durch genetische Schäden. Strahlenschäden.
Sauerstoffmangel o.a. fehlentwickeltes Ei. das schon während
der ersten Schwangerschaftswochen zugrunde geht.
Molekel [mole:k|]. die; -. -n. österr. auch: das; -s. -: svw.
fMolekül; Molekül [mole'ky:!]. das; -s. -e [frz. molöcule.
zu lat. möles = Masse] (Chemie): kleinste, aus
verschiedenen Atomen bestehende Einheit einer chemischen
Verbindung, die noch die charakteristischen Merkmale dieser
Verbindung aufweist: organische und anorganische -e; die
Anordnung der Atome im M.; <Abl.:> molekular [moleku'la.g]
<Adj.; o. Steig.) [frz. moteculaire].
Molekular-: ^bewesung, die (Physik. Chemie): Bewegung
der Moleküle einer chemischen Verbindung gegeneinander;
-biolofle. der: Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Molekularbiologie; -biologie, die: Zweig der Biologie, der sich
(in Zusammenarbeit mit Physik u. Chemie) mit biologischen
Problemen auf molekularer Ebene beschäftigt; -elektronik,
die <o. Pl.>: modernes Teilgebiet der Mikroelektronik, die
mit Halbleitern kleinster Größe arbeitet (Kurzwort: t Mole-
tronik); -genetik, die: Teilgebiet der Genetik, das sich mit
den Zusammenhängen zwischen Vererbung u. den
chemischphysikalischen Eigenschaften der Gene befaßt; -gewicht,
das: aus der Summe der Atomgewichte aller zu einem
Molekül eines Stoffes verbundenen Atome errechnete
Vergleichszahl; -kraft, die: zwischen den Molekülen wirkende
elektromagnetische Kraft, bes. Kraft der Kohäsion.
Molenkopf, der; -[e]s. ...köpfe: äußerstes Ende einer lMole.
Moleskin [mo:lskm. engl.: mool...]. der od. das; -s. -s
[engl, moleskin. eigtl. = Maulwurfsfell] (Textilind): in
Atlasbindung gewebter, kräftiger ] Futter]stoff aus
Baumwolle.
Molesten [mo'lestn] <P1.) [zu lat. molestus = lästig, zu:
möles = Last. Masse] (veraltet, noch landsch.): a) nicht
schwerwiegende, aber lästige körperliche Beschwerden: die
M. des Alters; Weltraumbeschwerden unterscheiden sich
... nicht von irdischen M. (MM 14. 3. 69. 2); b) lästige
Alltagsdinge: Kinder erschienen, mit ihnen die
unvermeidlichen M. (Fussenegger. Zeit 38); <Abl.:> molestieren
[möles' ti:ran] <sw. V.; hat) [lat. molestäre] (veraltet, noch
landsch.): belästigen: Jmdn. mit pausenlosem Gerede m.
114 GDW
1809
Moletronik
Moletronik [mole tro:nik], die; - [Kurzwort aus molekular
u. Elektronik]: svw. T Molekularelektronik.
Motette [mo'letdl. die; -. -n [frz. molette. zu lat. mola =
Mühlstein]: Prägewalze zur Herstellung von Druckformen
[für den Textildruck j.
Moli: PI. von TMolo.
molk [molk], mölke [moelka]: fmelken; Molke [molka], die;
- [mhd. molken, urspr. = Gemolkenes]: beim Gerinnen
der Milch sich absondernde, grüngelbliche, nur noch geringe
Mengen von Eiweiß enthaltende Flüssigkeit; Käsewasser:
die M. ablaufen lassen; von der frischen süßen (= Milch)
bis zu der. in welcher sich schon der Topfen von der
M. schied (Fussenegger. Haus 156); Molken, der. -s
(landsch.): svw. f Molke; <Zus.:>Mplkenkur,die
Naturheilverfahren, bei dem Molke als Heilmittel angewendet wird;
<Abl.:> Molkerei [molka'r^j], die; -. -en [zu Molke in der
alten Bed. „(aus) Milch (Bereitetes)44]: Betrieb, in dem die
aus den umliegenden Gebieten gesammelte frische Milch
zum Verkauf bearbeitet od. zu Butter. Käse o.a.
weiterverarbeitet wird.
Molkerei-: -betrieb, der; -butter, die: Butter einer mittleren
Qualitätsstufe; ^fachmaim, der: Fachmann für die
Behandlung der Milch u. die Herstellung von Milchprodukten (Be-
rufsbez.); -Genossenschaft, die: genossenschaftlich
betriebene Molkerei; -Produkt, das <meist Pl.X
mplkig <Adj.; nicht adv.>: (von Flüssigkeiten) wie Molke
aussehend, weißlich-trübe: -es Wasser.
'Moll [mal], das: - [mhd. bemolle < mlat. b molle =
weiches ( = rund geschriebenes) b, ein Ton im „cantus
mollis". einer ma. Tonskala, zu lat. mollis = weich (die
kleine Terz wird als weicher Klang empfunden: vgl. Dur)]
(Musik): Tongeschlecht aller Tonarten mit einem Halbton
zwischen der zweiten u. dritten Stufe, so daß der Dreiklang
der Tonika mit einer kleinen Terz beginnt (Ggs.: Dur):
eine Rhapsodie in M. (in einer Molltonart); *auf M.
Bestimmt sein (scherzh.; sehr traurig u. gedrückt sein).
^VIoll [-], der. -[e]s. -e u. -s: svw. t Molton.
MqII- ('Moll): -akkord, der; -dreiklang, der; -tonart, die:
-tonleiter, die: eine harmonische, melodische M.
Molle ['mobl. die; -. -n [mniederd. molle. Nebenf von
f Mulde]: 1. (berlin.) Glas Bier: eine M. [u. einen Klaren]
trinken; wollen wireine M. zischen?; *mit -n gießen (berlin.;
stark regnen). 2. (niederd.) Mulde. Backtrog. 3. (sächs.)
Bett: in der M. liegen; <Zus. zu l:> MQllenfriedhoT, der
(berlin. scherzh.): dicker Bauch (bei einem Mann); Möller
['moele].der; -s. - [wohl zu TMolle (2)] (Hüttenw.): Gemenge
von Erz mit Zuschlägen für die Bestückung des Hochofens;
<Abl.:> möllern <sw. V.; hat) (Hüttenw.): 1. Erze mischen.
2. den Hochofen beschicken; <Abl.:> M(Hleiung, die; -. -en.
mollert [malet] <Adj.; nicht adv.) (bayr.. öslerr. ugs.): svw.
fmollig (1); mollig [molic] <Adj.) [urspr. Studentenspr.;
wahrscheinI. zu älter: mollicht = weich, locker, in
Anlehnung an lat. mollis = weich]: 1. (bes. von Frauen) weiche,
runde Körperformen aufweisend, rundlich vollschlank: ein
-es Mädchen; ein -er Typ; -e (weiche) Kinderhände; sie
ist reichlich m. (verhüll.: dick) geworden; <subst.:> Kleider
für Mollige (mollige Frauen). 2.a) (auf die Temperatur
in Innenräumen bezogen) behaglich warm: ein -es Zimmer,
eine -e (angenehme, behagliche) Wärme; hier ist es schön
m.. m. warm; Ü Mir war nicht gerade m. um die Seele
(Leip. Klabauterflagge 28); b) (von Kleidungsstücken)
weich u. wärmend: ein -er Mantel; ein -es Futter, die Jacke
ist sehr m; <Abl. zu 1:> Mplligkeit, die; -.
Mpltmaus, die; -, ...mause [1. Bestandteil wohl zu md..
mniederd. mul(le). vgl. Maulwurf): svw. f Schermaus.
Molluske[maluskal.die; -. -n (meist PI.) [zu lat. molluscus
= weich, zu: mollis = weich] (Biol.): svw. TWeichtier.
Molo [mo:lo], der; -s. Moli (österr.): svw. TMole.
Moloch ['mo:bx. auch: 'mabxl. der; -s. -e [nach der Bez.
für ein Opfer, bes. Kinderopfer, bei den Puniem u. im
A.T.. griech. molöch. hebr. mol^k. die als Name eines
Gottes mißdeutet wurde, seit dem 17. Jh. appellativisch
gebraucht] (geh.): grausame Macht, die immer wieder neue
Opfer fordert u. alles zu verschlingen droht: der M. Krieg.
Verkehr.
Molotowcocktail [makrtof-]. der; -s. -s [benannt nach dem
sowjetischen Außenminister W. M. Molotow (geb. 1890)]:
mit Benzin u. Phosphor gefüllte Flasche, die wie eine
Handgranate verwendet wird: einen M. in ein Auto werfen;
mit -s gegen Panzer angehen.
mobch linoLf]: fmulsch.
Moltebeere [malte-]. Multebeere l'multo-]. die; -. -n [dän.
multebsr. zu norw. molten, schwed. multen = mürbe,
weich, also eigtl. = weiche Beere]: 1. wildwachsende, zu
den Rosengewächsen gehörende, krautige Pflanze mit weißen
Blüten u. orangegelben, eßbaren Früchten. 2. Frucht der
Moltebeere (1).
roolto, di molto [(di) molto] <Adv.) [ital. (di) molto <
lat. multum = viel] (Musik): sehr, in verstärktem Maße,
äußerst (meist in Verbindung mit einer Tempobez. od.
Vortragsanweisung): m. adagio/adagio [di] m. (sehr
langsam); m. allegro/allegro [di] m. (sehr schnell); m. vivace
(äußerst lebhaft).
Molton ['moltonl. der; -s. -s [frz. molton, zu: mollet =
weich]: weiches, meist beidseitig gerauhtes
/Baumwolligewebe in Leinwand- od. Köperbindung (für Bettücher u.a.).
mokiro [ mo:lom] <indekl. Adj.; nur präd.) [aus der
Studentenspr., urspr. Gaunerspr.. zu hebr. mple = voll]
(landsch.): betrunken.
Molvolumen, das; -s. - u. ...mina (PI. selten) [aus fMol
u. Volumen] (Chemie): Volumen, das von einem Mol eines
Stoffes eingenommen wird.
Molybdän [molYp'de:n], das; -s [zu griech. molybdaina =
Blei(glanz)]: silberweißes, mit vielen Metallen legierbares
Schwermetall (chemischer Grundstoff); Zeichen: Mo
'Moment [mo'ment], der; -[e]s. -e [mhd. diu mömente =
Augenblick < lat. mömentum = (entscheidender)
Augenblick (Genuswechsel unter Einfluß von frz. le moment).
T2Moment]: a) sehr kurzer Zeitraum. Augenblick: einen
M. zögern, warten; hast du einen M. Zeit [für mich]?;
einen M. bitte! (Aufforderung an jmdn.. sich einen
Augenblick zu gedulden); wunderte sich einen flüchtigen M.
lang (Baum. Paris 161); im gleichen, nächsten M.; Ü 1792.
während eines der aufregendsten -e der Weltgeschichte
(Augstein. Spiegelungen 53); b) Zeitpunkt: der richtige,
geeignete M.; dieser M. war der denkbar unglücklichste
(Feuditwanger. Erfolg 641); den rechten M. verpassen;
im gegebenen M.; die Bombe kann jeden M. (schon im
nächsten Augenblick, gleich) explodieren; im M.
(momentan) darf ich nicht soviel trinken (Aberle, Stehkneipen
90); M. [mal]! (die eigene od. eines anderen Äußerung
unterbrechende Floskel, durch die ein anderer Aspekt o. ä.
in einen Gedankengang gebracht werden soll): M. [mal],
das stimmt ja gar nicht, was du da sagst; einen lichten
M. lichte -e haben (T Augenblick); Moment [-]. das; -[e]s.
-e [lat. mömentum. urspr. = Übergewicht, das den
Ausschlag am Waagebalken ergibt, zu: movere = bewegen]:
1. ausschlaggebender Umstand. Merhnal. Gesichtspunkt:
ein wichtiges, psychologisches M.; das auslösende M. war
...; die Rede brachte keine überraschenden -e; von
künstlerischen -en bestimmt sein; ein M. ständiger Unruhe;
das erregende, retardierende M. (Literaturw.; Szene im
Dra/na. die zum Höhepunkt des Konflikts hinleitet od. die
durch absichtliche Verzögerung des Handlungsablaufs die
Spannung erhöht). 2. (Physik) Produkt aus zwei Größen,
deren eine meist eine Kraft ist (z. B. Kraft x Hebelarm);
vgl. Drehmoment.
mompit-, Moment-: ^aufnähme, die (Fot): Aufnahme (7 a)
mit kurzer Belichtungszeit (die aus freier Hand gemacht
werden kann) (Ggs.: Zeitaufnahme): eine gut gelungene
M,; U Diese M. der augenblicklichen politischen Situation
(Dönhoff. Ära 113); -bild, das (selten): svw. t-aufnähme;
-weise <Adv>>: für kurze Augenblicke: m. kam die Sonne
durch.
momentan [momen'ta:n] <Adj.; o. Steig.) [lat. mömentäneus.
zu t'Moment]: a) <nicht präd.) augenblicklich, jetzig,
gegenwärtig, zur Zeit [herrschend]: die -e Lage; was tust
du m.?; er ist m. arbeitslos; eine -e (plötzliche, spontane)
Äußerung; b) vorübergehend, nur kurz andauernd, flüchtig:
eine -e Übelkeit, Verstimmung. [Geldverlegenheit; eine
nur -e Besserung; seine Begeisterung war nur m.; der
Empfang war m. gestört, aber gleich wieder in Ordnung; <Abl.:>
Momentanst [...tanite.t]. die: -.
Moment rausical [momämyzi'kal], das; - -. -s ...caux [...'ko;
frz.] (Musik): kleineres, lyrisches [Klavier]stück ohne
festgelegte Form; liedhaftes Charakterstück.
mon-, Mon-: tmono. Mono-; Monade [mo'na:dd], die: -.
-n[lat.monas(Gen.:monadis) < griech. monäs = Einheit,
das Einfache] (Philos.): 1. <o. PI.) das Einfache, nicht
Zusammengesetzte. Unteilbare. 2. <meist PI.) (hei Leibniz)
1810
Mond
eine der letzten, in sich geschlossenen, vollendeten, nicht
mehr auflösbaren Ureinheiten; körperlich-geistige Substanz;
<Zus.:> Monadenlehre, die <o. PI.): (in der Philosophie
vonLeibniz) Lehre von den Monaden; <Abl.:> Monadologk.
die; - [frz. monadologie. gepr. von Leibniz; t-logiel: svw.
t Monadenlehre: monadotogisch <AdJ.; o. Steig.).
Monarch [mo'narc], der; -en, -en [mlat. monarcha < griech.
mönarchos = Alleinherrscher, zu: mönos = allein u. är-
chein = herrschen!: [legitimer] gekrönter
[Alleinherrscher (Kaiser, König o. ä.) in einem Staat mit entsprechender
Verfassung; ein absoluter, konstitutioneller M.: <Abl.:>
Monarchie [...ar'q i:], die; -. -n [...i.dn; spälmhd. monarchey
< spätlat. monarchia < griech. monarchia =
Alleinherrschaft]: Staat [sform / mit einem durch seine Herkunft
legitimierten Herrscher an der Spitze; eine parlamentarische
M. (Staat! sform], in der der Monarch nur
Repräsentationsaufgaben erfüllt); Monarch«, die; -, -nen: w. Form zu
t Monarch; monarchisch <Adj.; o. Steig.) [griech. monarchi-
kös): die Monarchie, einen Monarchen betreffend; eine -e
Staatsform; das -e Prinzip; m. regieren; Monarchismus
lmonar'<;ismos|, der: -: das Eintreten für die Monarchie
als Staatsform; Monarchist, der: -en, -en [engl, monarchist.
frz. monarchiste]: Atihänger der Monarchie; jmd., der
danach strebt, eine Monarchie / wieder] einzusetzen od. zu
bewahren; monarchistisch <AdJ.>: für die Monarchie
eintretend, sie erstrebend.
Monasterium [monas'te:rioml. das; -s, ...ien [...pn; kirchen-
lat. monasterium. t Münster]: lat. Bez. iurtKlosterfkirche],
Münster; monastisch [monastij] <Adj.; o. Steig.) [spätlat.
monasticus < griech. monastUcös] (bildungsspr.):
mönchisch, klösterlich; das -e Leben.
Monat [mo.natl. der: -[e]s, -e [mhd. mönöt, mänöt, ahd.
man öd. zu IMond, nach der germ. Zeitbestimmung des
Monats nach den Mondphasen]: der zwölfte Teil eines
Jahres. Zeitraum von 30 od. 31 (Februar 28 od. 29) Tagen;
ein heißer, zu kühler M.: es waren schreckliche -e; -e
sind vergangen, seit...; das Kind ist acht -e alt; die
Kündigungsfrist beträgt drei -e; vorigen, letzten, nächsten. Jeden
M.; alle (landsch. auch: aller) drei -e; viele -e lang; es
hat Wochen und -e (sehr lange) gedauert; am Anfang.
Ende des -s; Ihr Schreiben vom 10. dieses -s (Papierdt.;
Abk.: d.M.); die Vorstellung ist auf-e hinaus ausverkauft;
im schönen M. Mai; sie ist im vierten M. (ugs.; im vierten
Monat schwanger), in drei -en; M. für M. (immer wieder
in regelmäßiger Folge); der Baubeginn wurde von M. zu
M. (immer wieder neu, von einem Monat zum anderen)
verschoben; vor zwei -en; er bekam acht -e (ugs.)/wurde
zu acht -en [Haft] verurteilt; <Zus.:> monatelang <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): viele Monate dauernd, anhaltend; eine
-e Abwesenheit; in -en Verhandlungen; m. hat er nichts
von sich hören lassen; -monatig [-mo:natK;l in Zusb.. z. B.
achtmonatig (mit Ziffer: 8monatig): acht Monate alt,
dauernd; monatlich ['mo:natli<;] <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.) [mhd. mänetlich. ahd. mänödllh]: in jedem Monat
geschehend, erfolgend, fällig; die -e Arbeitsbesprechung,
-e Abrechnung: das Gehalt wird m.. und zwar jeweils
am vorletzten Werktag, überwiesen; Kapazität
fünfhunderttausend Zünder m. (pro Monat; Hochhuth.
Stellvertreter 206); -monatlich [- mo:natli<;] in Zus.. z. B. achtmonatlich
(alle acht Monate wiederkehrend, stattfindend).
monats-, Monats-: -anfang, -beginn, der; -beitrag, der:
monatlich zu zahlender Beitrag (1); -binde, die: svw. t
Damenbinde; ^bkitung, die: svw. t Menstruation; -budget,
das: (scherzh.): die jmdm. für einen Monat zur Verfügung
stehenden Geldmittel; -einkotnmen, das: vgl. -gehalt;
-ende, das: ^erdbeere, die: a) kleine Erdbeere (a). die den
ganzen Sommer über Früchte hervorbringt; b) Frucht der
Monatserdbeere (a); ^erste.der: der erste Tag eines Monats;
-fluß, der (veraltet): svw. 1 Menstruation; ^frfct: vgl.
Jahresfrist: -gage, die (veraltet): vgl. -gehalt; -gehah, das:
monatliches lGehalt: ein dreizehntes M. (vom Arbeitgeber
in der Regel als Urlaubs- od. Weihnachtsgeld gezahlte
Summe, die in etwa einem Monatsgehalt entspricht) vereinbaren;
-geld, das: regelmäßig jeden Monat zu erwartende od. zu
zahlende Summe; -häifte, die: in der ersten, zweiten M.;
-heft, das: einmal monatlich erscheinendes Heft, Nummer
einer Zeitschrift; -karte, die: jeweils für einen
Kalendermonat gültige Karte (bes. Fahrkarte für bestimmte öffentliche
Verkehrsmittel): -letzte, der: vgl. -erste; -lohn, der: vgl.
^gehalt; Mniete.die: monatliche [ Wohnungs] miete: Makler
verlangen meist zwei -n Provision; -mitte, die; -name,
der: Name eines Monats; -Produktion, die (Wlrtsch.):
monatliche Produktion; -rate, die: monatliche Rate; zahlbar
in achtzehn -n; -ration, die: -rente, die; -salär, das (iron.):
vgl. -gehalt; -schhiB, der; -schrift, die: vgl. -heft;
-verdienst, der: vgl. -gehalt; -Wechsel, der (veraltend):
monatliches [ von den Eltern gegebenes] Unterhaltsgeld [für einen
Studenten]; -weise svw. t monatweise; -Zuteilung, die: vgl.
^ration; -zins, der(südd.. österr.. Schweiz.): svw. Nmiete.
monatweise, monatsweise <Adv.>: je von Monat zu Monat
[geschehend]; jeweils für einen Monat: m. abrechnen.
monaural [mon^ira:l] <Adj.; o. Steig.) [zu tmono, Mono
u. lat. auris = Ohr] (Ggs.: binaural): a) (Med.. Technik)
ein Ohr, das Gehör auf einer Seite betreffend; b) (Elektronik)
(von der Tonaufnahme u. -wiedergäbe auf Tonbändern u.
Schallplatten) über nur einen Kanal laufend.
Monazit [monatßi.t, auch: ...tßrtl. der; -s. -e [zu griech.
monäzein = einzeln sein; nach dem seltenen Vorkommen]:
hellgelbes bis dunkelbraunes Mineral, das vor allem aus
Phosphaten von Metallen der seltenen Erden sowie des
Thoriums besteht.
Mönch [moenc;], der; -[e]s. -e [mhd. (md.) mön[ni]ch. ahd.
munih. über das Vlat. < kirchenlat. monachus < griech.
monachös = Einsiedler. Mönch; zu mönos = allein]:
1. Mitglied einer religiösen Gemeinschaft, eines nach
bestimmten Regeln meist asketisch in klösterlicher
Abgeschiedenheit lebenden Ordens: buddhistische, christliche -e; er
lebt wie ein M. ([sexuell] enthaltsam). 2. (Bauw.) gewölbter
Dachziegel, der mit der Wölbung nach oben in der Mitte
auf zwei rinnenförmig nach unten gewölbte Ziegel gelegt
wird; vgl. Nonne (3). 3. (Jägerspr.) svw. tKahlhirsch. 4.
(Technik) Vorrichtung zum Ablassen des [geklärten]
Wassers bei Teichen od. zur Regulierung des Wasserstandes
bei Rückhaltebecken; mönchisch <Adj.; o. Steig.)
[kirchenlat. monachicus < griech. monachikös]: von einem Mönch
ausgehend, zu ihm gehörend; wie ein Mönch.
Mönchs-: -geier, der: großer Geier mit dunkelbraunem bis
schwarzem Gefieder, der am Hals eine Art Kragen aus
schmalen, braunen Federn hat; -grasmücke, die: großer
Singvogel, dessen Gefieder auf dem Rücken graubraun, an
Bauch u. Hals hellgrau u. auf dem Kopf braun od. schwarz
gefärbt ist; -kutte, die: vgl. Kutte (1); -latein, das: vgl.
Küchenlatein; -orden,der. Orden (l)für Mönche; -pfeffer,
der: a) svw. t Keuschlammstrauch; b) scharf schmeckende
Frucht des Keuschlammstrauchs, die in südlichen Ländern
als Pfefferersatz gilt u. nach altem Volksglauben
geschlechtliche Regungen unterdrücken soll; -Sittich, der: oft im Käfig
gehaltener Papagei, dessen Gefieder auf Rücken u. Kopf
grün, an den Flügeln blau u. am Bauch graubraun gefärbt
ist u. der schrille, kreischende Töne von sich gibt; -wesen,
das <o. PL): -zelle, die.
M$ndi[s]tum, das: -s: a) mönchisches Wesen, mönchisches
Gedankengut: christliches M.; b) das Mönchsein: er hat
sein M. durchlebt und durchlitten.
Mond [mo:nt], der; -[e]s. -e [mhd. män(e). ahd. mäno. urspr.
wohl = Wanderer (am Himmel)]: 1. <Vkl. (selten) TMönd-
chen) a) <o. PI.) die Erde umkreisender u. die Nacht mehr
od. weniger stark erhellender Himmelskörper: zu-,
abnehmender M.; ein verhangener M.; ein silbrig glänzender
M. steht am Himmel; der M. geht auf. verfinstert sich,
steht klar am Himmel; der M. hat einen Hof (eine Aureole
3); vor wenigen Jahren betrat erstmals ein Mensch den
M.; das Raumschiff umkreist den M.; das fahle Licht,
der Schein, die Scheibe. Sichel des -[ejs; die Oberfläche
des -es; Bilder von der erdabgewandten Seite des -es; auf
dem M. landen: es gibt viele Krater auf dem M.; zum
M. fliegen; der Hund bellt den M. an (bellt lange in
einer mondhellen Nacht); R der M. geht auf (von jmdm.
gesagt, bei dem sich eine Glatze bildet, od. von einem
Glatzköpfigen, der herankommt); *den M. anbellen (ugs.;
heftig schimpfen, ohne damit etwas zu erreichen); den M.
am hellen Tage suchen (ugs.; sich sinnlos, vergeblich um
etwas bemühen): imdn. auf den/zum M. schießen
können/mögen (salopp; jmdn. nicht länger in seiner Nähe
haben wollen, weil er einem auf die Nerven geht, weil man
sich über ihn ärgert; jmdn. weit weg wünschen): auf/hinter
dem M. leben (ugs.; nicht wissen, was in der Welt vorgeht;
von den neuesten Ereignissen keine Ahnung haben): in den
M. gucken (ugs.; bei etw. das Nachsehen haben, leer
ausgehen): etw. in den M. schreiben (ugs.; etw. als verloren betrach-
114"
1811
mond-,
Monaten)', nach dem M. greifen (ugs.; etw. Unerreichbares haben
wollen); nach dem M. gehen (ugs.; [von einer Uhr] falsch
gehen, sehr ungenau die Zeit anzeigen); b) (Astron.) einen
Planeten umkreisender Himmelskörper: die -e des Jupiter;
ein künstlicher M. (auf eine Erdumlaufbahn gebrachter
Satellit). 2. <Vkl. tMöndchen) etw.. was die Form des
vollen Mondes od. einer Mondsichel hat: kleine -e (Gebäck
in der Form von Mondsicheln) backen. 3. (dichter, veraltet)
Monat: Acht -e und mehr waren es schon (Th. Mann.
Joseph 380).
mgnd-, Mond-: ^anzug, der: fiir die ersten Mondlandungen
konstruierter Raumanzug: -aufgang, der: vgl. Aufgang (1)
(Ggs.: Mintergang); -auto, das (Raumf.): fiir die
Fortbewegung auf der Mondoberfläche konstruiertes Fahrzeug:
^bahn, die: (scheinbare) Bahn eines Mondes um seinen
Planeten, bes. des Mondes da) um die Erde: -beglänzt
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.) (dichter.): vgl. -beschienen;
-bein, das (Med.): mittlerer, mondförmig ausgebildeter
Handwurzelknochen: -beschienen <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (dichter.): vom Mond beschienen: -Windheit, die [je
nach dem Wechsel des Mondes] (Tiermed.): periodisch
auftretende Augenentzündung bei Tieren, bes. bei Pferden:
-erde, die: vgl. ^gestein; -fähre, die: svw. TLandefähre;
-fahrer, der: Astronaut, der auf dem Mond landet: -finster-
nis, die (Astron.): Finsternis (2). die eintritt, wenn der volle
Mond in den [ Kern jschatten der Erde eintritt: eine partielle,
totale M.; -fisch, der [nach der runden Körperforml: zu
den Knochenfischen gehörender, seitlich abgeflachter Mee-
resfisch mit weit nach hinten gedrückten Rückenflossen:
Sonnenfisch: -fleck, der: vgl. Maie; -fhig, der: Raumflug
zum Mond: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.); -aebirge,
das: Bodenerhebung auf der Mondoberfläche: -gesteht, das:
a) rundes, volles Gesicht: er hat ein gutmütiges M.: b)
(scherzh.) Person mit einem runden Gesicht: ein ...Dichter,
ein M. mit viel krausem Haar (Baldwin [Übers.l, Welt
322); -gestein, das: von einer Mondlandung mitgebrachtes
Gestein vom Mond: -globus, der: Globus, auf dem die
Struktur der gesamten Mondoberfläche einschließlich der von
der Erde aus nicht sichtbaren Seite dargestellt ist: ^hell
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.): vom Mond erhellt,
beschienen: eine -e Landschaft; die Nacht war m.: -iahr,
das: nach zwölf Mondumläufen berechnetes (um etwa 21
Tage zu kurzes) Jahr des altrömischen Kalenders: -kalb,
das [urspr. gesagt von der Mißgeburt einer Kuh. weil
man Mißgeburten dem schädlichen Einfluß des Mondes
zuschrieb) (salopp): dummer, einfältiger Mensch: (als
Schimpfwort.) du M.!; -knoten, der (Astron.): Punkt, in
dem die Mondbahn die Ebene der Ekliptik schneidet: ^kra-
ter. der: wie ein vulkanischer Krater wirkende Vertiefung
in der Mondoberfläche: -landeßhre. die: mit Raketen
angetriebenes kleines Raumfahrzeug für die Landung auf dem
Mondu. den Wiederaufstieg zum großen Raumschiff: -land-
schaft, die: 1. Mondoberfläche, wie sie sich dem Beschauer
bietet: eine zerklüftete M.; Ü Die M. (öde Landschaft
ohne Vegetation) ausgebeuteter Haldenfelder tat sich auf
(Chr. Wolf. Himmel 222). 2. (dichter.) Landschaft im
Mondlicht: -iandung, die: Landung eines [bemannten!
Raumfahrzeugs auf dem Mond: eine weiche (ohne
Beschädigung des Raumfahrzeugs erfolgende) M.; -licht, das <o.
PI.): vom Mond ausgehendes Licht: der See glitzerte silbern
im M.: -lo§ <Adj.: o. Steig.; nicht adv.): die Nacht
war m.; -mobil, das: svw. t-auto; -nacht, die: mondhelle
Nacht: Miah <Adj.>: vgl. erdnah (a): eine -e Umlaufbahn;
-Oberfläche, die; -orbit, der (Raumf): Orbit um den Mond:
-Phase, die: periodisch wechselnde Erscheinungsform des
Mondes (Neumond, erstes Viertel. Vollmond, letztes
Viertel): -preis, der (Wirtsch. Jargon): a) willkürlich
angesetzter überhöhter Preis, der dann stark reduziert wird, tun
den Eindruck eines bes. günstigen Sonderangebots zu erwek-
ken: b) ungerechtfertigt hoher Preis: diese Werkstatt
berechnet -c; -rakete. die: aus mehreren Raketenstufen bestehende
Mondsonde: -rinde, die: äußerste Schicht der
Mondoberfläche: -Scheibe, die: der dem Auge des Betrachters als flache
Scheibe erscheinende Vollmond: -schein, der <o. PI.): Licht.
Schein des Mondes: ein Spaziergang bei. im M.; *der
kam/du kannst mir im M. begegnen (salopp; ich will nichts
mehr mit ihm/dir zu tun haben, will von ihm/dir in Ruhe
gelassen werden), dazu: -scheintarif, der (Bundesrepublik
Deutschland): Tarif .der inden Nachtstunden stark
verbilligte Telefongespräche über beliebige Entfernungen (innerhalb
der Bundesrepublik Deutschland) ermöglicht: -schifT, das
(ugs.): Raumfahrzeug zum Mond: ^skhel, die: das bei zu-
od. abnehmendem Mond sichtbare, sichelförmige Teilstück
des Mondes: eine schmale M.; -sonde, die: unbemanntes
Raumfahrzeug zur Erkundung des Mondes: die M. ist weich
gelandet, funkt Fernsehbilder zur Erde; -stein, der [LÜ
von griech. seiendes (lithos); man sah das Abbild des
Mondes in dem Stein]: svw. f Adular; -sucht, die <o. PI.):
svw. T -süchtigkeit; -süchtig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[LÜvon lat. lünäticus]: an Schlafwandel leidend: lunatisch:
somnambul: <subst.:> wie einen Mondsüchtigen, der
vom Dach ... nur so lange nicht herabfällt, bis er angerufen
wird (Habe. Namen 263); -süchtigkeit, die: [bes. in hellen
Mondnächten auftretendes/ Schlafwandeln: Somnambulis-
nms: Lunatismus: -Umkreisung, die; -Umlauf, der. dazu:
-Umlaufbahn« die; Mintergang, der (Ggs.: -aufgang):
-Wechsel, den Zeitspanne um Voll- od. Neumond, wenn
der Mond wieder ab- od. zuzunehmen beginnt.
Mondamin® bnonda'mi.n]. das; -s [benannt nach dem
Jüngling Mondamin (Indianerspr. = Mais) in dem
Versepos .»Song of Hiawatha" des amerik. Schriftstellers H.
W. Longfellow (1807-1882)]: zum Kochen u. Backen
verwendeter Maisstärkepuder.
mondän [mondän] <Adj) [frz. mondain < lat. mundänus
= weltlich]: in der äußeren Erscheinung, im / Lebens]stil
eine extravagante Eleganz zeigend, lässig zur Schau tragend:
ein -es Publikum; eine -e Frau; -er Schick; ein -er Badeort;
ihr Haus wurde ... zu einem Zentrum der intellektuellen
und -en Welt (K. Mann. Wendepunkt 14); <Abl.:) Mondft-
nitft. die; -.
Möndchen ['nw.nUpn]. das; -s. -: 1. fMond (1. 2). 2. kurz
für tNagetmöndchen; Mondenglanz. Mondesglanz, der.
-es (dichter.): Glanz des Mondes: Mondenschein, der; -[eis
(dichter.): svw. T Mondschein.
Mondes-: -finsternis, die (österr.): svw. TMondfinsternis;
-glänz, der (dichter.): svw. f Mondenglanz; -licht, das
(dichter.): svw. T Mondlicht.
mondial [mon'dia:!] <Adj.; o. Steig.) [frz. mondial. zu: monde
< lat. mundus = Welt] (bildungsspr.): weltweit,
weltumspannend.
Monem [mo'nerm], das; -s. -e [frz. monöme. gepr. von dem
frz. Sprachwissenschaftler A. Martinet (geb. 1908) zu
griech. mönos. tmono. Mono-] (Sprachw.): kleinste
bedeutungstragende sprachliche Einheit.
monetär [mone'te.g] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) [frz. mon£-
taire < lat. monetäres] (Wirtsch.): die Finanzen betreffend,
geldlich: die -e Situation; in -er Hinsicht; -es Gold
(Münzgold): -e Stabilität; m. zu befriedigende Bedürfnisse
(Habermas. Spätkapitalismus 117); Moneten [mo'ne:tn]
<P1.) [urspr. Studentenspr.. zu lat. moneta, T Münze] (ugs.):
Geld: keine M. haben; M. scheffeln; monetisieren [moneti-
'zi:ran] <sw. V.; hat) (Wirtsch.): in Geld. Kaufkraft
umwandeln: Sachwerte m.; <Abl.:) Monetisfcrung, die; -. -en
(Wirtsch.): die im Kapitalismus vollzogene M. von
Grundbesitz und Arbeit (Habermas. Spätkapitalismus 58); Mo-
neymaker [mAmmeika], der; -s. - [engl, money-maker =
jmd.. der gut verdient, eigtl. = Geldmacher] (ugs.
abwertend): cleverer Geschäftsmann, der aus allem u. jedem
Kapital zu schlagen versteht: Großverdiener.
Mongökhen \xror)g0\\<pn]. das; -s. - [eigtl. Vkl. zu T
Mongole) (Med. Jargon): an Mongolismus leidendes Kind: Mongole
[mon'goilo], der; -n, -n [mong. morigol): Angehöriger einer
zur mongoliden Rasse gehörenden Völkergruppe in
Zentralasien: <Zus.:> Mongolenfalte, die: 1. als typisches Merkmal
der mongoliden Rasse geltende schräge Hautfalte im oberen
Augenlid. 2. (Med.) der Mongolenfalte (1) ähnliche, aber
auch bei geschlossenem Augenlid sichtbar bleibende
Hautfalte, die als Kennzeichen des krankhaften, angeborenen
Mongolismus gilt: Epikanthus: Mongolenfleck, der (Anthrop..
Med.): bläulich od. bräunlich gefärbter, meist im Kreuz
auftretender u. mit den Jahren verblassender Fleck in der
Haut von Neugeborenen bes. der mongoliden Rasse: <Abl.:>
mongolid [mongo'li:t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Anthrop.): zu dem hauptsächlich in Asien. Indonesien.
Ozeanien u. der Arktis verbreiteten Rassenkreis gehörend:
Mongolide [...'li:dd|, der u. die; -n. -n <Dekl. f
Abgeordnete): Angehörigelrj des mongoliden Rassenkreises:
mongolisch <Adj.; o. Steig.): die Mongolen betreffend, zu ihnen
gehörend: -e Sprachen; Mongolismus [mangolismus]. der.
- [nach der Kopf- u. Gesichtsbildung, die dem äußeren
1812
Monolatrie
Erscheinungsbild der Mongolen gleicht] (Med.):
angeborene, durch Schlitzaugen mit schrägen Lidspalten, Schielen
u. verschiedene Mißbildungen u. Funktionsstörungen
gekennzeichnete Form des Schwachsinns; Mongolistik [...listik],
die; -: Wissenschaft von der Sprache, Kultur u. Geschichte
der die mongolischen Sprachen sprectienden Völkerschaften;
mongoloid [mongolo'i:t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu
f Mongole u. griech. -oeides = ähnlich]: 1. den Mongolen
ähnlich (z.B. in der Gesichtsbildung): -es Aussehen. 2.
(Med.) die Merkmale des Mongolismus aufweisend: sie hat
einen -en Sohn zu versorgen; Mongoloide [...'ixb], der
u. die: -n. -n <Dekl. T Abgeordnete): Angehörige/r j einer
nicht [ rein] mongoliden Rasse, der (die) doch für Mongolide
typische Gesichtsmerkmale aufweist; Mongoloid jsmus, der.
- (Med.): svw. f Mongolismus.
Monier- [mo'ni:?-. frz.: mo'nle-; nach dem frz. Gärtner
J. Monier (1823-1906). dem Erfinder des Stahlbetons]
(Bauw.): -bauweise, die <o. PI.): Bauweise in Stahlbeton;
--eisen, das (veraltend): runder Stahlstab für den
Stahlbetonbau; -stahl, der: svw. T weisen; -zange, die: Zange mit
langen Griffen u. kleinem Kopf zum Abkneifen od. Verdrillen
fester Drähte.
monieren [mo'ni:ran] <sw. V.; hat) [lat. monere =
(ermahnen; warnen]: bemängeln, beanstanden: er moniert das
schlechte Essen; sie hat immer etwas zu m.; jmds. schlechte
Schrift m.; <Abl.:) Monkning, die; -. -en.
Moniliakrankheit [monita-]. die; - [zu lat. monlle =
(Hals)ketteJ: durch einen Schlauchpilz hervorgerufene
Pflanzenkrankheit, bes. bei Kern- u. Steinobst, mit
ringförmigen Faulstellen.
Monismus [momsmos]. der; - [zu griech. mönos = allein]:
philosophisch-religiöse Lehre von der Existenz nur eines
einheitlichen Grundprinzips des Seins u. der Wirklichkeit
(Ggs.: Dualismus 2); Monjst, der; -en. -en: Anhänger, Ver-
treterdesMonismus; monistisch <Adj; o. Steig.): den Monis-
mus betreffend.
Monita: PI. von T Monitum; Monitor [mo:nitor. auch: ...to:?].
der; -s. -en [moni'to:ron], auch schon: -e [engl, monitor.
eigtl. = Aufseher < lat. monitor. zu: monere,
Tmonieren]: 1. (veraltet) Mahner, Aufseher. 2, (Ferns.) Bildschirm
zur direkten Kontrolle, Kommentierung od. Weitergabe von
gleichzeitig (an einem andern Ort] aufgenommenen Bildern:
das Geschehen am. auf dem M. verfolgen; der
Sportreporter kommentierte an Hand des -s; die Kunden im Kaufhaus
werden durch -en überwacht. 3.a) (Technik) Kontrollgerät
zur Überwachung elektronischer Anlagen; b) (Med.)
Kontrollgerät, das elektronisch Herztätigkeit, Atem,
Temperatur usw. bei gefährdeten Patienten mißt u. aufzeichnet u.
bei Gefahr Alarm gibt. 4. (Physik) mit einem Zählrohr
ausgerüstetes Gerät zum Nachweis u. zur Messung
radioaktiver Strahlen. 5. (Bergbau) Gerät in der Art eines
schwenkbaren Wasserwerfers zur (hydrodynamischen) Gewinnung von
Kohle, Erz. o. ä. 6. (früher) flaches, nur mit einem
Geschützturm aus dem Wasser ragendes Kanonenboot; Monitorium
[moni'to.TiomJ.das; -s. ...rien [...rpn] (jur. veraltet):
Mahnschreiben, (amtliche] Ermahnung; Monitum l'mo:nitum],
das; -s. ...ta [zu lat. monita (PI.) = Erinnerungen.
Ermahnungen] (bildungsspr.): Beanstandung; Rüge: Monita
anbringen; an wen kann ich mich mit diesem M. wenden?
mono [mo:no. auch: m^no] (Jargon): Kurzf. von Tmono-
phon: diese Stereoplatte ist auch m. abspielbar; Mono
[-]. das; -s (Jargon): Kurzf. von fMonophonie: mono-.
Mono-, (vor Vokalen:) mon-, Mon- [mon(o)-; griech.
mönos] (Best, in Zus. mit der Bed.:> allein, einzeln, einmalig
(z. B. monoton. Monarch); Monochord [...kort], das: -[e]s.
-c [spätmhd. monocord < mlat. monochordum < spätlat.
monochordon < griech. monöchordon, 2. Bestandteil zu
griech. chörda = Saite] (Musik): Instrument zur Ton- u.
Intervallmessung, das aus einem länglichen Resonanzkasten
besteht, über den eine Saite gespannt ist; monochrom
|...kro:m] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. chröma = Farbe]
(Malerei. Fot.): einfarbig (Ggs.: polychrom): -es Gelblicht;
-e Aufnahmen; monochromatisch <Adj.; o. Steig.) (Physik):
zu nur einer Spektrallinie gehörend, einfarbig: Monochromie
l...kro'mi:]. die; - [mlat. monochroma = einfarbiges Bild]
(Malerei. Fot.): Einfarbigkeit (Ggs.: Polychromie); mono-
color [...kolo:;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. color
= Farbe, vgl. Couleur] (österr.): von einer Partei gebildet.
Emporteien .... eine -e Regierung: williges Werkzeug jener
<r\ Kreise, die gegenwärtig unser Kulturleben bestimmen
(Presse 8. S. 69); monocyclisch: f monozyklisch; Monodie
[mono'di:]. die; - [spätlat. monödia < griech. monödia]
(Musik): 1. einstimmiger Gesang. 2, Sologesang [mit
Generalbaßbegleitung]; monodisch [mono:diJ] <Adj.; o. Steig.):
a) die Monodie betreffend; b) im Stil der Monodie,
einstimmig; Monodrama, das; -s. ...men: svw. T Einpersonenstück;
MonoempHnger [auch: mono], der; -s, - (Rundfunkt.):
für monophonen Empfang eingerichtetes Rundfunkgerät:
monofU [...Ti.i] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu lat. fflum
= Faden] (Textllind.): aus einer einzigen [langen] Faser
bestehend: -e Fäden: monogam [...ga:m] <Adj.; o. Steig.)
[zu griech. gämos = Ehe] (Ggs.: polygam): a) (von Tieren,
Menschen) von der Anlage her auf nur einen
Geschlechtspartner bezogen: das -e voreheliche Verhalten (Ruthe,
Partnerwahl 192); Raben sind streng m.; m. veranlagt
sein; b) (Völkerk.) nur die Einehe kennend: -e Kulturen;
c) (selten) mit nur einem Partner geschlechtlich verkehrend:
ein -es Paar; <Abl.:) Monogamie [...ga'mi:]. die; -:
Zusammenleben mit nur einem Partner; [ Lebensform der] Einehe
(Ggs.: Polygamie): das Christentum kennt nur die M.;
in M. leben; monogamisch <Adj.; o. Steig.): a) die
Monogamiebetreffend; b) svw. f monogam; monogen [...ge.n] <Adj.:
o. Steig.) [f-gen] (Biol.): (von einem Erbvorgang) durch
nur ein Gen bestimmt (Ggs.: polygen); Monogramm, das;
-s. -e [spätlat. monogramma; t-gramm]: [künstlerisch
ausgeführtes] Namenszeichen, meist aus den
Anfangsbuchstaben von Vor- u. Familiennamen bestehend: ein
kunstvoll verschlungenes M.; -e in die Wäsche sticken; ein
Siegelring mit M.; mit seinem M. signieren; R (salopp:) ich
könnte mir [vor Wut] ein M. in den Bauch/in den Hintern
beißen!; man kann sich auch ein M. in den Bauch/in
den Hintern beißen (scherzh. Antwort auf einen mit „Man
kann ..." od. „Man könnte ..." beginnenden Satz); beiß
dir ein M. in den Bauch! (salopp; tu, was du willstf):
<Abl.:> monogrammfcren <sw. V.; hat) (Kunstwiss.): (in
bezug auf einen Künstler, der als Signatur twr die
Anfangsbuchstaben seines Namens verwendet) mit einem
Monogramm versehen: eine monogrammierte Radierung;
Monogrammist, der; -en. -en (Kunstwiss.): Künstler (einer
früheren Zeit), von dem nur die Anfangsbuchstaben seines
Namens, nicht der volle Name bekannt ist; Monographie die;
-, -n [...i:an; f-graphie]: größere wissenschaftliche
Darstellung, die einen einzelnen Gegenstand, eine einzelne
Erscheinung behandelt; Einzeldarstellung: eine M. über Goethe,
über den Expressionismus in Deutschland; <Abl.:>
monographisch <Adj.; o. Steig.): ein einzelnes Problem od. eine
Einzelpersönlichkeit untersuchend u. darstellend: die -e
Fonm; etwas m. behandeln; monohybrid <Adj.; o. Steig.)
(Biol.): (von tierischen od. pflanzlichen
Kreuzungsprodukten) von Eltern abstammend, die sich nur in einem Merkmal
unterscheiden (Ggs.: polyhybrid); Monohybride, die; -. -n.
auch: der; -n. -n (Biol.): Bastard, dessen Eltern sich nur
in einem Merkmal unterscheiden (Ggs.: Polyhybride); mo-
nokausgl <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr. selten): auf nur
eine Ursache zurückgehend, sich auf nur eine Grundlage
stützend; Monokel [mo'nDkj], das; -s. - [frz. monocle. zu
spätlat. monoculus = einäugig]: (zur Korrektur eines
Sehfehlers auf einem Auge) an Stelle einer Brille getragenes
einzelnes, rundes optisches Glas; Einglas (Ggs.: Binokel
1 a): [sich] sein M. einklemmen: Monokini, der; -s. -s:
svw. fMinikini; monoklin [...kll:n] <Adj.; o. Steig.) [zu
griech. klinein = neigen]: 1. (Physik) die Kristallform eines
Kristallsystems betreffend, bei dem eine Kristallachse
schiefwinklig zu den beiden anderen, aufeinander senkrechten
Achsen steht. 2. (Bot.) (von Blüten) Staub- u. Fruchtblätter
gleichzeitig tragend: Monokratie [...kra'ti:]. die; -. -n [...i:an;
zu griech. krateln = herrschen]: Alleinherrschaft;
Herrschaft eines einzelnen; monokratisch [...'kra:tij] <Adj.; o.
Steig.): in der Form einer Monokratie; die Monokratie
betreffend: -es Prinzip (Leitung eines Amtes od. einer
Behörde durch einen einzelnen, der mit alleiniger
Entscheidungsbefugnis ausgestattet ist); monokular <Adj.; o. Steig.) (Fach-
spr., bes. Med.): a) mit [nur] einem Auge; b) für [nur]
ein Auge; Monokultur, die [auch: mono] (Landw): 1.
<o. PI.) jahrelanger Anbau der gleichen Pflanzenart auf
einer Bodenfläche: durch M. entstandene Bodenemiüdung.
2. in Monokultur (1) bewirtschafteter Boden: riesige -en
von Fichten, von Weizen: monolateral <Adj.; o. Steig.)
(Med.): nur eine Seite des Körpers betreffend, einseitig:
Monotonie [. Ja'tri:], die; - [f Latrie] (Rel.): (innerhalb poly-
1813
monolith
theistischer Religionen) Verehrung nur eines Gottes (womit
die Existenz anderer Götter nicht bestritten wird): monolith
[...'li:t, auch: ...lit]: svw. t monolithisch: -es Bauen; Monolith
[-]. der; -s u. -en. -e[n] [t-lith]: großer behauener Steinblock,
Steinsäule: aus einem einzigen großen Steinblock gehauenes
Kunstwerk (Obelisk. Säule u.a.); monolithisch [auch:
...litiJJ <Adj.; o. Steig.): 1. (Bauw.) aus einem Stück
bestehend: zusammenhängend u. fugenlos: -e Bauweise (bei
Bauwerken od. Bauteilen, die nicht aus /kleinenJ Bauelementen
zusammengesetzt sind): auch moderne Betonbauten sind
m.; Ü Risse in der ..-en Einheit des sozialistischen Lagers"
(F. A. Z.. 20. 9. 61. 2). 2. (Elektronik) aus sehr kleinen
elektronischen Bauelementen untrennbar zusammengesetzt:
ein -es Transistorpaar; Monolog [...lo:k]. der; -[e]s. -e [frz.
monologue (nach dialogue. f Dialog), zu «riech, monolögos
= allein, mit sich selbst redend] (Ggs.: Dialog a) (Litera-
turw.): laut geführtes Selbstgespräch (einer Figur auf der
Bühne): der M. Fausts. Hamlets; einen M. sprechen:
innerer M. (I in Roman od. Erzählung] in Form der direkten
Rede, in der Ich-Form wieder gegebene, in Wirklichkeit nicht
laut ausgesprochene Gedanken, Überlegungen.
Augenblicksregungen einer Person): Ü er hielt einen endlosen M.
(sprach dauernd, ließ keinen anderen zu Wort kommen):
spar dir deine -e! (iron.; rede nicht soviel!)'. <Abl.:>
monologisch <Adj.; o. Steig.) (bildungsspr.): den Monolog
betreffend, in der Art eines Monologs (Ggs.: dialogisch): die
-e Form: der Chef verkehrte nur m. mit seinen Leuten;
monologisieren [...logi'zi:ren) <sw. V.; hat): [innerhalbeines
Gesprächs] längere Zeit allein reden: Monologe halten:
er monologisiert oft. hört sich gern m.; Podiumsdiskussion.
in der die Diskussionsteilnehmer immer bloß aneinander
vorbei m. (MM 1. 12. 71. 38); Monologist, der; -en. -en
(scherzh.): jmd.. der gern Monologe hält: Monom [mo-
no:m). Mononom [mono'no:m], das; -s. -e [Monom gek.
aus Mononom. 2. Bestandteil zu lat. nömen = Namen]
(Math.): aus nur einem Glied bestehender mathematischer
Ausdruck: monoman l...'ma:nl <Adj.; o. Steig.) (Psych..
Med.): von einer Zwangsvorstellung besessen, mit einer fixen
Idee behaftet: Er hatte ... die -e Konzentration. ... die
... Sensitivität des genialen Menschen (K. Mann.
Wendepunkt 318); Monomane, der. -n. -n.jmd., der an Monomanie
leidet: mit der Hartnäckigkeit eines -n. der von einer Sache
besessen ist (Fr. Wolf. Menetekel 367); Monomanie, die;
-. -n [...i:an; tManie] (Psych.. Med.): krankhaftes
Besessensein von einer Wahnidee od. Zwangsvorstellung:
monomanisch: svw. tmonoman; monomer [...me:£] <Adj.; o.
Steig.) [zu griech. m£ros = (An)teil) (Chemie): aus
einzelnen, voneinander getrennten, selbständigen Molekülen
bestehend (Gas.', polymer); Monomer [-]. das; -s. -e. Monomere.
das; -n. -n (meist PI.) (Chemie): Stoff mit monomeren Mo-
lekülen: Monometallismus, der; -: auf nur einem Metall
beruhende Münzwährung; monomisch [mo'no.mi/].
mononomisch <Adj.; o. Steig.) (Math.): (von
mathematischen Ausdrücken) aus nur einem Glied bestehend;
Mononom: t Monom; mononomisch: f monomisch; monophag
[...Ta:k] <Adj.; o. Steig.) [zu griech. phageln = essen,
fressen] (Biol.): (von Tieren) hinsichtlich der Ernährung
auf eine einzige Pflanzen- od. Tierart spezialisiert (Ggs.:
polyphag); Monophobk. die; - (Psych.): krankhafte Angst
vor dem Alleinsein, der Einsamkeit; monophon <Adj.; o.
Steig.) [f-phon] (Akustik. Rundfunkt.): (in bezug auf
Schallübertragungen) über nur einen Kanal laufend (Ggs.:
stereophon): -e Übertragung. Wiedergabe; natürlich kann
eine stereophone Sendung auch m. empfangen werden;
vgl. mono; Monophonfc, die; -: Schallübertragung auf einem
Kanal (Ggs.: Stereophonie); vgl. Mono; Monophthong
[...'ftool. der; -s. -e [griech. monöphthoggos = allein
tönend; einfacher Vokal, zu: phthoggos = Ton. Laut]
(Sprachw): einfacher Vokal (Ggs.: Diphthong): a, e. i.
o. u sind -e; monophthongieren [...o'gi:ren) <sw. V.; hat)
(Ggs.: diphthongieren; Sprachw.): a) einen Diphthong zum
Monophthong umbilden: Diphthonge zu einfachen
Langvokalen m.; b) (von Diphthongen) zum Monophthong
werden: mittelhochdeutsch ou monophthongiert zu u; <Abl.:)
Monophthongkning, die; -. -en; monophthongisch <Adj.;
o. Steig.) (Ggs.: diphthongisch) (Sprachw.): a) einen
Monophthong enthaltend: b) als Monophthong Igesprochen]:
ie wird neuhochdeutsch m. als langes i gesprochen;
Monoplatte [auch: mono-], die; -. -n (ugs.): Schallplatte,
die (nur) mono abgespielt werden kann: Monoplegie [...ple-
gi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. plege = Schlag. Hieb]
(Med.): Lähmung eines einzelnen Gliedes od. einer einzelnen
Muskelgruppe; Monopodie [...po'di:]. die; -. -n [...ian;
griech. monopodia] (Verslehre): (in der griechischen
Metrik) aus nur einem Versfuß bestehender Takt in einem
Vers (vgl. Dipodie u. Tripodie); <^bl.:> monopodisch
[...'po:dül <Adj.; o. Steig.) (Verslehre); Monopol [mpno-
po:l). das; -s. -e [lat. monopöJium < griech. monopolion
= (Recht auf) Alleinverkauf, zu griech. pöleln = Handel
treiben): 1. (bildungsspr.. Wirtsch.) Vorrecht, alleiniger
Atispruch, alleiniges Recht, bes. auf Herstellung u. Verkauf
eines bestimmten Produktes: ein M. ausüben, auf etw.
haben; die Naturwissenschaft ist nicht mehr ein M. der
Universitäten (Gehlen. Zeitalter 13). 2. (Wirtsch.)
marktbeherrschendes Unternehmen od. Unternehmensgruppe, die auf
einem Markt als alleiniger Anbieter od. Nachfrager auftritt
u. damit die Preise diktieren kann: multinationale -e; -e
unterdrücken den Wettbewerb; ein M. errichten; durch
-e und Kartelle erzwungene Warenpreiserhöhung
(Rittershausen, Wirtschaft 18).
monopoK Monopol-: -ähnlich, -artig <Adj.; o. Steig): wie
ein Monopol, in der Art eines Monopols: eine -e Stellung
in seiner Branche einnehmen; ^bestknmt <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): von Monopolen bestimmt: -er Kapitalismus;
^bouraeoisie, die: vgl. Bourgeoisie (2); -brennerei, die:
staatliche od. den Bestimmungen des staatlichen
Branntweinmonopolsunterstehende Brennerei(b): -Inhaber, der;
-kapital, das <o. PI.) (abwertend): 1. in Monopolen (2) arbeitendes
Kapital. 2. Gesamtheit monopolistischer Unternehmen:
Restauration der ökonomischen und politischen Macht des
deutschen -s (Neues D. 2. 6. 64. 5): -kapitalismus, der
<o. PL) (abwertend): Entwicklungsstufe des Kapitalismus
mit immer stärkeren monopolartigen
Unternehmenszusammenschlüssen: M. als Imperialismus (Johnson.
Mutmaßungen 127); -kapitalbt, der (abwertend): Eigentümer eines
marktbeherrschenden / Industrie]Unternehmens, dazu:
^kapitalistisch <Adj.; o. Steig.); -Partei, die: übermächtige
politische Partei, neben der keine anderen aufkommen
können: zwischen totalitären -en ... und rechtsstaatlich-plurali-
stischen Parteien... zu unterscheiden (Fraenkel. Staat 24S);
-Position, die: svw. t -Stellung; -preis, der: von einem
Monopol (2) bestimmter Preis für eine Ware, Dienstleistung
o. ä.; -presse, die (abwertend): von monopolistischen
Interessengelenkte Presse: -Stellung, die: [markt)beherrschende
Stellung, wirtschaftliche Vormachtstellung: das
Unternehmen hat eine M.: Ü Die Familie ... als einzige symbiotische
Sozialform... verdanktdieser M. ihre... Stabilität (Gehlen.
Zeitalter 57); -verbot, das: gesetzliches Verbot der Bildung
von Monopolen.
monopolisieren [...poli'zi:ren) <sw. V.; hat) [frz. monopoliser]
(Wirtsch.): zu einem Monopol ausbauen; Monopole entwik-
keln: die Zündholzherstellung m.; monopolisierte Bereiche
der Wirtschaft; eine monopolisierte Presse; Ü Die
Kommune ... ist kein Versuch, eine bestimmte Lebensform zu
m. (Wohngruppe 124); <Abl.:) Monopolisierung, die; -.
-en: das Monopolisieren: M. der Wirtschaft; Ü die
Ausrichtung sexuellen Verhaltens auf Ehe und Familie, also die
M. der Sexualität (Schmidt. Strich Jungengespräche 123):
Monopolismus |...'lismos). der; -: auf Marktbeherrschung
gerichtetes wirtschaftspolitisches Streben; Monopolist, der.
-en. -en: a) Unternehtnen. das auf einem Gebiet
Marktbeherrschung anstrebt od. hat. die alleinigen Rechte für etw.
besitzt; b) Miaber eines monopolistischen Unternehmens.
Monopolkapitalist; monopolistisch <Adj.; o. Steig.): den
Monopolismus betreffend, nach Monopolen strebend: die
Entprivatisierung... von -en Unternehmen oder m.
durchsetzten Wirtschaftszweigen (Fraenkel. Staat 376); monopo»
k>id [v.lo'i:t] <Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.) [zu griech.
-oeides = ähnlich]: einem Monopol ähnlich: daß es
monopolistische oder -e Machtstellungen auf Märkten geben
kann (FAZ 10. 6. 61. 5); Monopol© [mono:polil. das;
- [nach engl, monopoly = Monopol): Gesellschaftsspiel,
bei dem mit Hilfe von Würfeln. Spielgeld. Anteilscheinen
u.a. Grundstücksspekulation simuliert wird; Monoposto
[monopDstol. der. -s. -s [ital. monopostol
(Automobilsport): einsitziger Rennwagen mit unverkleideten Rädern:
Monosaccharid, Monosacharjd, das; -[eis. -e (Biochemie):
einfach gebauter Zucker, der sich nicht weiter aufspalten
läßt (z.B. Traubenzucker. Fruchtzucker); monosem
[...'ze:ml <Adj.; o. Steig.) [griech. monösemos] (Sprachw.):
1814
Montage
(von Wörtern) nur eine Bedeutung habend (Ggs.: polysem);
Monosemantikon [...ze'mantikon], das; -s. ...ka [zu griech.
Semantik6s. tsemantisch] (Sprachw): Wort für eine nur
einmal vorkommende Sache (z.B. Weltall): monosemfn-
tisch <Adj.; o. Steig.): svw. t monosem: Monosemie [...ze-
mi:], die; - [zu griech. sSma = Zeichen] (Sprachw.): 1.
das Vorhandensein nur einer Bedeutung bei einem Wort
(z. B. Glatze; Ggs.: Polysemie). 2. durch Monosemierung
[ im Kontext ] erreichte Eindeutigkeit zwischen einem
sprachlichen Zeichen (Wort) u. einer zugehörigen Bedeutung: mo-
nosemieren [...ze'mi:ren] <sw. V.; hat) (Sprachw.): monosem
machen: ein mehrdeutiges Wort wird meist schon durch
den sprachlichen od. situativen Kontext monosemierU
<Abl.:> Monosemierung, die; -. -en; Monosendung [auch:
'mono-], die; -. -en: monophone Rundfunksendung; Monosti-
cha: PI. von t Monostichon; monostidiisch, monostidiitisch
[mono'sticij. ...ti'<;i:tij <Adj.; o. Steig.): \,das Monostichon
betreffend. 2. (Verslehre) aus metrisch gleichen Einzelversen
bestehend (Ggs.: distich[it]isch 2); Monostichon
[mo'nostupn]. das; -s. ...cha [griech. monostichon. zu: mo
nöstichos = aus einem Vers bestehend] (Verslehre):
Einzelvers; monosyllabisch [...zY'la:biJ] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Sprachw.): (von Wörtern) einsilbig: -e Wörter; eine
-e Sprache (Sprache, die nur od. Überwiegendaus einsilbigen
Wörtern besteht (z.B. Chinesisch); Monosyllabum
[...zYlabum]. das; -s. ...ba [lat. monosyllabum. zu: mono
syllabus < griech. monosyllabos = einsilbig] (Sprachw.):
einsilbiges Wort; Monosyndeta: PI. von t Monosyndeton;
monosyndetisch [...zYn'de:tiJ] <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.):
in der Art eines Monosyndetons; Monosyndeton
[...zYndeton]. das; -s, ...ta [zu griech. syndetos =
verbunden] (Sprachw.): Wort- od. Satzreihe, vor deren letztem
Glied eine Konjunktion steht (z.B. alles lacht. Jubelt und
kreischt); Monotheismus der; - (Rel.): Glaube an einen
einzigen [Schöpfer Jgott, der die Existenz anderer Götter
ausschließt; Monothejst, der. -en, -en: Anhänger des
Monotheismus; monotheistisch <Adj.; o. Steig.): dem Monotheismus
entsprechend, auf Htm beruhend.
monoton [...'to:n]<Adj.> [frz. monotone < spätlat. monoto
nus < griech. monotönos]: 1. (bildungsspr.) gleichförmig,
gleichmäßig I wiederkehrend] u. dadurch eintönig
[ernüchternd, langweilig]: -e Klänge; eine -e Stimme; -es Klopfen;
das -e Geräusch der Brandung; die Arbeit ist ihm zu
m.; der Hahn über der Wanne tropfte m. (Sebastian.
Krankenhaus 88). 2. (Math.) ständig steigend bzw. fallend: eine
-e Funktion (Funktion 2 mit einer immer steigenden od.
immer fallenden Kurve): <Abl.:> Monotonie [...to'ni:], die;
-. -n [...i.dn; spätlat. monotonia < griech. monotonia]:
Gleichförmigkeit, Eintönigkeit: ermüdende M.; die M. des
Alltags; Monotype® ['monotajp], die; -, -s [engl.
Monotype; zu tType] (Druckw.): eine Gieß- u. Setzmaschine für
Einzelbuchstaben; Monotypie [monotypi:]. die; -. -n [...i.an]
(Graphik): Verfahren, bei dem von einer mit langsam
trocknenden Farben bemalten Glas- od. Metallplatte nur ein
Abzug hergestellt wird: Monowiedergabe [auch: 'mono], die:
-. -n (Rundfunkt.): monophone Wiedergabe, monophones
Abspielen einer in Stereo aufgenommenen Sendung od.
Schallplatte; Monoxid [monoksr.t. auch: ---], (ehem.
fachspr. für:) Mgnoxyd, das; -s. -e (Chemie): Oxyd, das
ein Sauerstoffatom enthält; Mgnorcelle [auch: 'mono-], die;
-. -n (Elektrot.): kleines, aus nur einer Zelle bestehendes
elektrochemisches Element als Stromquelle für Kofferradios
o.a.; Monözie [mon0tji:]. die; - [zu griech. oflcos = Haus]
(Bot.): svw. t Einhäusigkeit; monözisdi [mo'n0:t$ül <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.) (Bot.): svw. teinhäusig; monozyklisch,
(ehem. fachspr.:)monoeyclisch [...'^y:k... auch: ...*lßYk.,.]
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Chemie): (von organischen
chemischen Verbindungen) nur einen Ring miteinander
verbundener Atome im Molekül aufweisend; Monozyt [...'t$y:t].
der; -en, -en <meist PI.) [zu griech. kyton = Höhlung.
Wölbung] (Med.): größtes weißes Blutkörperchen.
Monseigneur [mösen'jo:^]. den -s, -e u. -s [frz. monsei-
gneur. eigtl. = mein Herr < galloroman. meus senior,
aus lat. meus = mein u. senior, tSenior]: a) <o. PI.)
(in Frankreich) Titel u. Anrede hoher Geistlicher, Adliger
u. hochgestellter Personen; b) Träger dieses Titels; Abk.:
Mgr.; Monsieur [ma'sio:. frz.: mäste], der; -[s], Messieurs
[m£'si0:. frz.: me'ste; frz. monsieur. eigtl. = mein Herr]:
(in Frankreich) Bezeichnung u. Anrede eines Herrn: was
wünschen Sie, M., Messieurs?; Abk.: M., PL: MM.; Monsi-
gnore [monzm'joire], der; -. ...ri [ital monsignore, eigtl.
= mein Herr]: a) <o. PI.) (in Italien) Titel u. Anrede
von Prälaten der katholischen Kirche, bes. der Kurie; b)
Träger dieses Titels; Abk.: Mgr., Msgr.
Monster [monstB], das; -s. - [engl, monster < (a)frz. mon-
stre, t Monstrum]: furchterregendes, häßliches Fabelwesen,
Ungeheuer. Scheusal von phantastischer, meist riesenhafter
Gestalt: in dem Film bedroht ein aus dem Meer
aufsteigendes M. eine Stadt; Ü diese kleinen M. (scherzh.; frechen,
ungezogenen, lauten Kinder) bringen einen fast um den
Verstand.
Monster- (meist emotional, oft abwertend; kennzeichnet
die Überdimensionalität der betreuenden Sache in
räumlicher od. auch zeitlicher Hinsicht, betont oft das Erdrük-
kende. Bedrohliche, das durch die Größe des Ausmaßes.
Umfangs. der Anzahl. Menge entsteht): ^anläse, die; -bau,
der <PI. -ten); -betrieb, der; -film, der: 1. meist überlanger,
mit sehr großem Aufwand u. einem großen Aufgebot an
Darstellern gedrehter Film. 2. Film, in dem Monster
dargestellt werden; -Programm, das; -prozeß, der; -schau,
-show, die; -unternehmen, das: -Veranstaltung, die.
Monstern [monstera], die; -, ...rae [...re; H. u.]: im tropischen
Amerika heimische / KletterJpflanze mit Luftwurzeln u.
durchlöcherten Blättern (beliebte Zimmerpflanze);
Fensterblatt.
Monstra: PI. von t Monstrum.
Monstranz [man strantß]. die; -. -en [mhd. monstranz(e)
< mlat. monstrantia. zu lat. mönsträre = zeigen] (kath.
Kirche): kostbar verziertes Behältnis, in dem die Hostie
[zur Verehrung! gezeigt wird.
Monstren: PI. von t Monstrum; monströs [mon'strais] <Adj.;
-er. -este; nicht adv.) [lat. mönstr(u)ösusj: 1. (bildungsspr.)
wie ein Monster beschaffen, wirkend; von scheußlichem,
furchterregendem Aussehen [u. unförmiger, übergroßer
Gestalt!: -e Ungeheuer. Fabelwesen; der Körper der riesigen
Krake war häßlich und m. 2. (bildungsspr., meist
emotional) in seinem Ausmaß, Umfang, Aufwand übersteigert,
übermäßig groß, überaus aufwendig [u. daher erschreckend,
bedrohlich, erdrückend wirkend): ein -es Denkmal; eine -e
Architektur; das Kaufhaus in der Altstadt wirkt m. 3.
(bildungsspr.. meist abwertend) ungeheuerlich, unglaublich,
empörend: -e Verirrungen; die von Pankow verfugten
einschneidenden Beschränkungen ... muten m. an (MM 29.
1. 66, 2). 4. (Med.) (bes. von einem Fetus) mißgebildet,
mißgestaltet; Monstrosität [monstroziteit], die; -. -en
[spätlat. mönströsitäs]; Monstrum [monström], das; -s. ...ren.
seltener: ...ra [lat. mönstrum. eigtl. = Mahnzeichen, zu:
monere. t monieren]: 1. Monster, Ungeheuer. Scheusal:
Geschichten von Hexen und Monstren; Ü dieses M.
(emotional; Ungeheuer von einem Menschen) hat mindestens zehn
Menschen umgebracht. 2. (meist emotional) etw. von
großen, als zu gewaltig empfundenen Ausmaßen; großer,
unförmiger, schwerer Gegenstand: Ungetüm: der Schrank war
ein häßliches M.: das M. von einem KofTer ließ sich kaum
fortbewegen. 3. (Med.) Mißgeburt, mißgestalteter Fetus.
Monsun [mon'zu:n]. der: -s. -e [engl, monsoon < port.
mon^äo < arab. mawsim = (für die Seefahrt) geeignete
Jahreszeit] (Geogr.): beständig wehender, halbjährlich die
Richtung wechselnder Wind bes. Süd- u. Ostasiens; <Zus.:>
Monsunregen, der (Geogr.): durch den feuchten Monsun
im Sommer verursachter, lang anhaltender Regen, Monsun-
wald, der (Geogr.): Wald der tropischen Gebiete / mit
ausgeprägter Regen- u. Trockenzeit), dessen Bäume das Laub
in der Trockenzeit großenteils abwerfen.
Montag [mo:nta:k]. der; -[e]s. -e [mhd. möntac. mäntac.
ahd. mänetac. eigtl. = Tag des Mondes; LÜ von lat.
dies Lünae = Tag der Mondgöttin Luna. LÜ von griech.
hemära Selenes = Tag der Mondgöttin Selene]: erster
Tag der Woche; * blauer M. (ugs.; Montag, an dem man
/o/me triftigen Grund/ nicht zur Arbeit geht; urspr. wohl
nach dem arbeitsfreien Montag vor Beginn der Fastenzeit
u. der für diesen Tag vorgeschriebenen liturgischen Farbe
Blau, später dann der Montag, an dem die
Handwerksgesellen frei hatten, in Anspielung auf die an diesen Tagen
oft stattfindenden Zechgelage an blau = betrunken
angelehnt); Montag-: vgl. Dienstag-.
Montage [monta:^. auch: mö'ta:33], die; -. -n [frz. monta-
ge, zu: monter. t montieren]: 1. das Aufstellen,
Zusammensetzen, Anschließen einer Maschine o. ä.: Zusammenbau
einzelner vorgefertigter Teile zu einer funktionsfähigen Maschi-
1815
Montage-
ne od. technischen Anlage o.a.: bei der M. der Brücke
wurden Fehler gemacht; mit der M. einer Maschine, einer
Sendeanlage beginnen; *auf M. (ugs.; unterwegs, auswärts
wegen Montage arbeiten), er ist. geht, muß häufig auf M.;
Glaube nicht, daß sie ihn auf M. schicken (Fries. Weg
259). 2. (graph. Technik) a) Zusammenstellung einzelner
vorgefertigter Vorlagen von Kopien zu einer Druckform;
b) Abteilung in einem Unternehmen, in der Montagen (2 a)
hergestellt werden: er arbeitet in der M. 3. (Film) a)
endgültige Gestaltung eines Films durch das Schneiden. Auswählen,
Zusammenstellen der Bildfolgen (bes. mit den Mitteln der
Einblendung. Überblendung, Mehrfachbelichtung u.a.): b)
in sich geschlossene Aufeinanderfolge von Bildern.
Einstellungen, Szenen; durch Montage (3 a) hergestellte
Filmpassage: Der Film enthält eine ganze Anthologie vom
Surrealismus inspirierter ... verblüffender -n (Gregor. Film 238).
4. (bild. Kunst) a) mit dem Zusammenfügen
verschiedenartiger Bestandteile. Objekte arbeitendes, auf bestimmte
(überraschende) Wirkungen zielendes künstlerisches Gestalten;
b) durch Montage (4a) hergestelltes Kunstwerk. 5. (Litera-
turw.) mit dem Zusammenfügen. Nebeneinandersetzen
sprachlicher, stilistischer, inhaltlicher Teile
unterschiedlicher, oft sehr verschiedenartiger Herkunft arbeitende
literarische Technik.
Montage- (Montage 1): -arbeit, die; -bau, der: 1. <o. PI.)
auf der Montage vorgefertigter Teile beruhende Bauweise:
das Gebäude wurde im M. errichtet. 2. <PI. -ten> in
Montagebauweise errichteter Bau. dazu: -baiweise, die; -betrieb,
der: Betrieb, der auf die Montage von Maschinen,
maschinellen Anlagen o. ä. spezialisiert ist; -fabrik, die: vgl. ^betrieb;
-grübe, die; -haJIe, die.
montägig. montäglich, montags: vgl. dienstagig usw.
Montags- [in Anspielung darauf, daß am Montag weniger
konzentriert u. daher fehlerhaft gearbeitet wird] (oft
scherzh.): -apparat, der: vgl. -wagen; -auto. das: svw.
t-wagen; -Produktion, die: vgl. -wagen; -wagen, der:
Auto, das von Anfang an relativ viele Mängel aufweist.
montan [mon ta:n] <Adj.; o. Steig.; nur attr.) [lat. montänus
= Berge. Gebirge betreffend; bergig, zu: möns (Gen.:
montis) = Berg. Gebirge] (Fachspr.): 1. Bergbau u.
Hüttenwesen betreffend, dazu gehörend: die -e Industrie. 2. das
Gebirge, die Bergwelt betreffend, dazu gehörend, dort
vorkommend, heimisch: die -e Vegetation.
montan-. Montan-: -Industrie, die: Bergbau u. Hüttenwesen
umfassende Industrie; -wachs, das: aus Braunkohle
gewonnene, dunkle, wachsartige Masse, die bes. für
Schuhputzmittel, Bohnerwachs u. ä. verwendet wird; -Wirtschaft, die: vgl.
-industrie. dazu: -wirtschaftlich <AdJ.; o. Steig.).
Montanist [montanist]. der; -en. -en: Fachmann im Bergbau
u. Hüttenwesen; montanjstbdi <AdJ.; o. Steig.): svw. f
montan (1).
Montbretie tmö'bre:lßp], die; -, -n [nach dem frz.
Naturforscher A. F. E. C. de Montbret (1805-1837)]: (zu den
Schwertlilien gehörende) in Südafrika heimische Pflanze
mit orangefarbenen od. gelben, ährenförmigen Blüten, die
als Zierpflanze gezogen wird.
Monteur [mante:^ auch: möt0:g]. der; -s. -e [frz. monteur]:
i Fachjarbeiter. der Montagearbeiten ausfütirt. der speziell
mit dem Zusammenbau von technischen Geräten u. Anlagen,
dem Aufstellen, Anschließen. Einbauen von Maschinen o. ä.
beschäftigt ist: die Fahrstühle werden von -en gewartet;
montieren [man'thron. auch: mö'ti:ren] <sw. V.; hat) [frz.
monter. auch = hinaufbringen, aufwärtssteigen, eigtl. =
auf einen Berg steigen, zu lat. möns (Gen.: montis) =
Berg]: l.a) aus Einzelteilen zusammenbauen, aufstellen,
anschließen, betriebsbereit machen: eine technische Anlage,
eine Waschmaschine m.; Fertighäuser aus Betonelementen
m.; b) mit technischen Hilfsmitteln an einer bestimmten
Stelle anbringen, befestigen: eine Lampe an die/an der
Decke m.; er hat die Antenne auf das/auf dem Dach
montiert; neue Reifen [auf die Räder] m. 2. (graph.
Technik) einzelne vorgefertigte Vorlagen von Kopien zu einer
Druckform zusammenstellen. 3. (Film) durch Schneiden.
Auswählen, Zusammenstellen der Bildfolgen endgültig
gestalten: einen Kurzfilm m.; aus Wochenschauaufnahmen
montierte Feldzugsreportagen (Gregor. Film 59). 4. (bes.
bild. Kunst) aus verschiedenartigen Einzelteilen, Objekten
zusammensetzen, um bestimmte Wirkungen, bes.
künstlerische Effekte, zu erzielen: eine Collage, eine Assemblage
m.; Ü (bildungsspr.) Das Bild der heraufziehenden
Gesellschaft ... montiert er aus Abfallprodukten (Adorno.
Prismen 256); <Abl.:) Montkrer, der; -s. -: 1. jmd.. der in
der Montage (2 b) beschäftigt ist. 2. jmd., der vorgefertigte
Einzelteile in meist mechanischen Arbeitsgängen
zusammensetzt: er arbeitet als M. in einer Fabrik, die Elektrogeräte
herstellt, am Fließband; Montfererin, die; -. -nen: w. Form
zu t Montierer (2); Montjgnmg, die; -. -en (seltener): das
Montieren; Montur [nrmtu:£]. die; -. -en [frz. monture
= Ausrüstung, zu: monter = ausrüsten, f montieren]: 1.
(veraltend) Uniform, Dienstkleidung: ... in die Kaserne.
Da krieg ich eine M. ... (Hacks. Stücke 169). 2. (ugs..
oft scherzh.) Kleidung, bes. als Ausrüstung für einen
bestimmten Zweck, eine bestimmte Gelegenheit: die M. der
Straßenarbeiter; Motorradfahrer in ledernen -en.
Monument [monu'ment], das; -[e]s. -e [lat. monumentum.
zu: monere. Tmonieren]: 1. großes Denkmal. Ehren-,
Mahnmal: ein riesiges, gewaltiges M.; ein M. Tür die Gefallenen
errichten. 2. (bildungsspr.) etw., bes. künstlerische
Schöpfung baulicher, literarischer o. ä. Art. was als
historisches Zeugnis vergangener Kulturen erhalten ist;
Kulturdenkmal: Kathedralen und andere historische -e (Welt
7. 12. 63. Forum); Fritz Längs „Metropolis" ist ein M.
filmischen Schaffens; monumental [...menta:l] <Adj.; nicht
adv.) (bildungsspr.): in großen Dimensionen gehalten u.
daher beeindruckend; den Eindruck gewaltiger Große, Wucht
erweckend; ins Gewattige. Übermächtige gesteigert: -e
Plastiken. Gemälde. Bauwerke; die -e Naturkulisse der Alpen;
der Regisseur hat die Aufführung m. gestaltet; (emotional
übertreibend:) von -en Amtssiegeln geziert (Maass. Gouffc
123); Ü die -en Gedankenfehler seiner früheren Gegner
(Welt 28. 5. 66. 2).
Monumental- (monumental): -bau, der (PI. -ten); -gemälde,
das; -malerei, die; -plastik, die.
Monumentalität [...mentali'teU], die; -: eindrucksvolle Größe.
Stärke. Wucht.
Moor Imo:?]. das; -[e]s. -e [aus dem Niederd. < mniederd..
asächs. mör = Sumpf« land). verw. mit TMeer]:
sumpfähnliches Gelände mit weichem, schwammartigem [aus
unvollständig zersetzten Pflanzen bestehendem] Boden u. einer
dichten Vegetation: ein einsames, unheimliches, tückisches
M.;ein M. urbar machen, kultivieren, trockenlegen; durchs
M. gehen; ins M. geraten; im M. f/m Boden des Moores)
versinken.
TOQgr-, Moor-: -bad, das: 1. medizinisches Bad aus Moorerde
u. Wasser [einer HeilauelleJ: der Arzt verordnete ihm
Moorbäder; dem Patienten ein M. richten, verabreichen;
ins M. steigen. 2. Kurort für Moorbäder (1): eine Kur
in einem M. machen; -baden <sw. V.; nur im Inf.): ein
Moorbad(\)nehmen;-boden,der. imM. versinken; -eiche,
die <o. Pl.>: grüngrau bis blauschwarz verfärbtes. für
hochwertige Möbel verwendetes Holz von Eichen, die
jahrhundertelang im Moor gelegen haben; -erde, die: ein medizinisches
Bad mit M. zubereiten; -kolonie, die: landwirtschaftliche
Siedlung in einem Moor, dessen Boden durch Moorkultur
erschlossen wurde; -kultur, die <PI. selten): das
Urbarmachen von Mooren; -kur, die: Kur in einem Moorbad (2).
mit Moorbädern (1); -leiche, die: aus einem Moor geborgene
Leiche, bes. als Fund aus früheren Zeiten: -Packung, die:
medizinische Packung mit heißer Moorerde.
moorig[mo:n$] <Adj.; Steig, ungebr.; nicht adv.): zu einem
Moor gehörend. Moorboden besitzend, aufweisend; aus
Moorerde bestehend: -es Gelände; -er Grund.
Moos [mo:s], das; -es. -e u. Moser [mcr.ze; 1. 2: mhd..
ahd. mos = Moos; Sumpf. Morast; 3: aus der Gaunerspr..
spätmhd. mess < jidd. moos < hebr. ma'öt = Kleingeld.
Münzen]: l.a) <PI. -e> meist einfach gebaute, kleinblättrige,
wurzellose Sporenpflanze, die den Boden überzieht: er besitzt
eine große Sammlung seltener Moose; b) <o. PI.) Polster,
den Boden. Baumstämme o. ä. überziehende Pflanzendecke
aus Moospflanzen an vorwiegend feuchten, schattigen
Stellen: feuchtes, weiches M.; die Steine haben M. angesetzt
(sind mit Moos bewachsen); sich ins M. setzen, legen;
die Stämme. Mauern sind mit M. überzogen; der
Waldboden ist mit/von M. bedeckt; *M. ansetzen (ugs.; alt werden,
veralten, an Aktualität verlieren): auch diese
Reformbewegung hat mittlerweile längst M. angesetzt. 2. <P1. -e. auch:
Moser) (südd.. österr.. Schweiz.) Sumpf. Moor, 1Bruch.
3. <o. PI.) (salopp) Geld: kein M. mehr haben; etwas
M. auftreiben; sein letztes M. zusammenkratzen.
moffK MfiQfr-: -artig <Adj.; o. Steig.); -bedeckt <Adj.;
1816
moralisch
0. Steig.; nicht adv.>: -e Steine, Bäume; -beere, die:
1. bes. in Hochmooren heimische, dicht am Boden wachsende
Pflanze mit der Preiselbeere ähnlichen roten, säuerlich
schmeckenden Beeren. 2. Frucht der Moosbeere (1);
-bewachsen <Adj.; o. Steig.: nicht adv.); -flechte, die: bes.
auf der Rinde frei stehender Bäume wachsende, lebhaft gelb
gefärbte Flechte: -grün <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: kräftig
grün wie manche Moose: ein -es Kleid; -krepp, der: nicht
leicht knitternder Krepp mit moosartiger Oberfläche, der
als Kleiderstoff verwendet wird: M>flanK. die: einzelne
Pflanze des Mooses: -pokter, das; ^rose. die: Rose mit
kleinen, rosafarbenen Blüten, deren stark gefiederte
Kelchblätter mit zu einem moosartigen Aussehen beitragen: ^tier-
chen, das <meist Pl.>: kleines, in sehr vielen Arten im Wasser,
bes. im Meer lebendes Lebewesen, das sich durch Knospung
vermehrt u. festsitzende, moosähnlich verästelte Kolonien
bildet: -überwachsen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl.
-bedeckt; -überzogen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): vgl.
-bedeckt.
moosig ['mo:zuj] <Adj.; nicht adv.) [mhd. mosec]: 1. mit
Moos bewachsen, bedeckt: -e Felsen. 2. (südd.. österr..
Schweiz.) sumpfig, morastig: -e Wiesen; -er Grund.
Mop [map], der; -s. -s [engl, mop]: einem Besen ähnliches
Gerät zum Staubwischen mit langen / in einem Öl
getränkten] Fransen, die den Staub aufnehmen.
Moped t'mo:p€t.auch: ...pe:t], das; -s. -s [zusgez. ausMotor-
veloziped od. Motor u. Pedal]: I. leichtes Motorrad mit
begrenzter Höchstgeschwindigkeit. 2. (veraltend) mit einem
Hilfsmotor ausgerüstetes Fahrrad.
Moppel [mopl], der; -s. - [landsch. Vkl. von: fMops (2)]
(fam. scherzh.): dickliche [kleine! Person, bes. dickes Kind:
unser kleiner M.
moppen fmopn] <sw. V.; hat) [engl, to mop]: mit dem Mop
reinigen, von Staub befreien: den Fußboden, die Zimmer
m.; (auch ohne Akk.:> hast du schon gemoppt?
Mops [mops], der: -es. Möpse t'moepsa] [1, 2: niederd..
njeder I. mops, zu nieder!, moppen = murren, mürrisch sein,
niederd. mopen = den Mund verziehen, wegen des
mürrisch-verdrießlichen Gesichtsausdrucks der Hunderasse: 3:
H.u.]: 1. <Vkl. t Möpschen) kleiner, kurzhaariger Hund
mit gedrungenem Körper, rundlichem Kopf mit kurzen
Hängeohren u. meist silbergrauem od. beigefarbenem Fell mit
schwarzer Zeichnung des Kopfes. 2. <Vkl. t Möpschen)
(salopp) dicke, feiste [kleine/ Person: er ist ein widerlicher,
unangenehmer, fetter M. 3. <PI.) (salopp) a) Geld: die
paar Möpse wirst du ja noch irgendwo auftreiben können:
b) Mark: leih mir mal hundert Möpse!: Möpschen
[moepst^n]. das; -s. -: tMops (1; 2); möpseln [maepsln]
<sw. V.; hat) [viell. landsch. Nebenf. von tmuffen unter
Einfluß von fMops (1) nach dem schlechten Geruch, der
bes. von ungepflegten Hunden ausgeht] (landsch.):
verdorben, muffig o. ä. riechen, einen nicht mehr frischen Geruch
haben: das Fleisch möpselt schon etwas; seine Kleider
möpselten; er möpselt leicht: mopsen ['mapsn] <sw. V.;
hat) [1: wohl zu tMops (1. 2); 2: zu tMops (3)]: 1. <m.
+ sich) (ugs.) sich langweilen: du hast dich bei der
Veranstaltung wohl furchtbar gemopst? 2. (fam.) (kleinere Dinge
von meist geringerem Wert) heimlich an sich nehmen, sich
unbemerkt aneignen, einem andern wegnehmen: [jmdm.]
einen Bleistift m.; die Kinder haben vom Weihnachtsgebäck
gemopst; (auch ohne Akk.:> Wer von euch hat schon
mal gemopst? (Hörzu 18. 1977. 24); mopsfidel <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (ugs.): sehr vergnügt, lustig, ausgelassen:
eine -e Gesellschaft; es wurde viel gelacht, und alle waren
m.; MQpsaesidit, das; -[eis. -er (ugs. abwertend): rundes
[ aufgeschwenuntes ] Gesicht [mit mürrischem,
verdrießlichem Ausdruck]: mopsig ['mopsKjl <Adj.; nicht adv.):
1. (ugs.) dick, unförmig [u. kleinJ: feist, aufgedunsen: ein
unangenehmer, -er Kerl; sein Gesicht wird immer
-er. 2. (ugs.) langweilig, wenig abwechslungsreich: der
Abend war wieder furchtbar m. 3. * sich m. machen; m.
werden (landsch.; dreist, aufdringlich, frech werden).
Moquette: tMokett.
'Mora [*mo:ra], die; -. ...ren. (auch:) More [*mo:ra]. die;
-. -n [lat. mora = das Verweilen. Verzögerung; Zeitraum]
(Verslehre): der Dauer einer kurzen Silbe entsprechende,
kleinste metrische Zeiteinheit im Vers (bes. in der antiken
Metrik): eine metrische Länge besteht aus zwei Moren.
^ora [-]. die; - [ital. mor(r)a. H. u.]: ein italienisches
Fingerspiel.
Moral [mora:!]. die; -. -en <PI. selten) [frz. morale < lat.
(philosophia) mörälis = die Sitten betreffende
Philosophie); 4: lat. möräle, Neutr. Sg. von: mörälis = die Sitten
betreffend): La) Gesamtheit von ethisch-sittlichen Normen,
Grundsätzen, Werten, die das zwischenmenschliche
Verhalten einer Gesellschaft regulieren, von denen sich die
Menschen einer bestimmten Gesellschaft jeweils leiten lassen,
die von ihnen als verbindlich akzeptiert werden: die
öffentliche, christliche, bürgerliche M.; solange universalistische
-en nicht ausgebildet sind (Habermas. Spätkapitalismus
20): gegen die geltende, herrschende M. verstoßen: b) sitt-
liches Empfinden, Verhalten eines einzelnen, einer Gruppe:
Sittlichkeit: eine strenge, hohe, brüchige M.; eine
doppelte (verschiedene Grundsätze gelten lassende, zweierlei
Maßstäbe anlegende) M.;die M. in dieser Gruppe steigt
sinkt, hat sich gelockert; ein Mensch ohne besondere M.
(Frisch. Stiller 309); *[imdm.] M. predigen (abwertend;
in aufdringlicher Weise über sittliches, moralisches
Verhalten reden: jmdn. zu anständigem, moralischem Verhalten
auffordern, ihm Vorhaltungen machen). 2. (Philos.) (bes.
bei Kant) Lehre vom sittlichen Verhalten des Menschen:
Ethik (1 a); Moralphilosophie, Sittenlehre. 3. <o. PI.)
Bereitschaft, sich einzusetzen: Disziplin, Zucht: gefestigte innere
Haltung, Selbstvertrauen: die M. der Mannschaft ist gut.
schlecht, ungebrochen, angeknackst; Jmds. M. stärken;
Diese letzte Viertelstunde hatte uns irgendwie die M.
geraubt (Walter. Spiele 162). 4. <o. PI.) lehrreiche
Nutzanwendung: Lehre, die aus etw. gezogen wird: die M. einer Fabel,
eines Märchens; die M. dieser Fehlplanung war eine bessere
Kalkulation.
Morgl-: -apostel, der: vgl. -Prediger: spiel hier nicht den
M.; -begriff, der: Auffassung, Vorstellung von Moral (1).
die jmd. besitzt, die irgendwo herrscht: -gesetz, das:
ungeschriebenes Gesetz der Moral (1); sittliche Ordnung:
sittliches, moralisches Gebot: Grundsatz sittlichen Handelns:
-hüter, der: vgl. -predigen der Vater ... halte die Tochter
streng und spiele sich als M. auf (Zwerenz. Kopf 81);
-kodex, der: vgl. -gesetz; -lehre, die: vgl. -Philosophie;
-pauke, die (ugs.): svw. t -predigt; -Philosoph, der.
Philosoph, der eine Moralphilosophie begründet, vertritt:
-Philosophie, die: philosophische Lehre von den Grundlagen,
dem Wesen der Sittlichkeit, dem sittlichen Verhalten des
Menschen: Ethik (1 a); -Prediger, der (abwertend): jmd.,
der in aufdringlicher Weise über sittliches, moralisches
Verhalten spricht, in Hinsicht auf Sitte u. Moral einen anderen
zu belehren sucht, ihm Vorhaltungen macht: -predigt, die
(oft abwertend): in meist aufdringlicher, belehrender Weise
vorgebrachte Ermahnung zu richtigem Verhalten in
sittlicher, moralischer Hinsicht: moralische Vorhaltungen:
deine M. kannst du dir sparen: -Prinzip, das: vgl. -gesetz;
-Psychologie, die: Teilgebiet der Psychologie, das sich mit
dem sittlichen Verhalten, dem Entstehen, der Entwicklung
von sittlichem Bewußtsein, von Moral befaßt: -theologie,
die: Disziplin der katholischen Theologie, die sich mit dem
sittlichen Verhalten, Handeln des Menschen angesichts der
in der Bibel geoffenbarten Heilsordnung befaßt:
-Vorstellung, die (meist PI.): vgl. -begriff: die M. des 19.
Jahrhunderts; sich verändernde -en.
Moralin [mora'li:n], das; -s [aus t Moral u. der ehem. fachspr.
Endung -in 1888 geb. von dem dt. Philosophen Fr.
Nietzsche (1844-1900) in der Fügung „moralinfreie Tugend**]
(abwertend od. scherzh.): übertriebene, heuchlerische
Entrüstung über das Verhalten anderer im Hinblick auf Sitte
u. Moral: enge, spießbürgerliche Auffassung von Sittlichkeit,
Moral: von ihr ist nichts anderes zu erwarten als M.;
M. verspritzen; <Zus.:> moralinsauer <Adj.; o. Steig.)
(abwertend od. scherzh.): in übertriebener, aufdringlicher
Weisesittenstreng, moralisierend: moralinsaure Worte.
Vorhaltungen; solche billige, moralinsaure Rabulistik (Mostar.
Unschuldig 183); moralisch <Adj.): 1. <o. Steig.; nicht
präd. > die Moral (1) betreffend, darauf'beruhend, dazu
gehörend: der Sitte. Moral (1) entsprechend: sittlich: -e
Bedenken. Einwände. Vorurteile. Skrupel haben; das -e Gefühl.
Bewußtsein; eine -e Verpflichtung; der -e Zerfall eines
Volkes; -en Zwang. Druck ausüben; etw. als -e Belastung
empfinden; es ist deine -e Pflicht, ihr zu helfen; er hat
aus -en Gründen auf dieses Geld verzichtet; seine Antwort
war eine -e Ohrfeige (ein scharfer Hinweis. Tadel, der
jmdn. innerlich treffen, bei der Ehre packen soll): er ist,
fühlt sich m. im Recht; sie ist m. dazu verpflichtet; sein
1817
Moralismus
Verhalten war m. einwandfrei; er ist ein m. hochstehender
Mensch; Diese Interessen selbst sind m. neutral
(Habermas. Spätkapitalismus 124); * einen Moralischen haben
(ugs.; niedergeschlagen, depressiver Stimmung sein,
Gewissensbisse haben, Reue empfinden, bes. nach
Ausschweifungen, nach einem Versagen, Mißerfolg o. ä.). 2. Sitte u. Moral
genau einhaltend, danach ausgerichtet: sittlich einwandfrei;
tugendhaft, sittenstreng: ein -er Mensch; ein -es Leben
führen; sie ist» handelt in allem immer sehr m.; nach all
diesem wollte er mir auch noch m. kommen (ugs.; mir
eine Moralpredigt halten, moralisierend auf mich einwirken).
3. <o. Steig.; nicht präd.) die Moral (3). gefestigte innere
Haltung, Disziplin betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr
gehörend: die -e Einstellung der Mannschaft ist gut: die
Gefahr des -en Zusammenbruchs: da saßen an 40 Mann
drin ... verfallen, dreckig, m. runter (Plievier. Stalingrad
174). 4. <o. Steig.; nur attr.) (seltener) die Moral (4). die
Lehre, die aus etw. gezogen werden kann, betreffend, sie
beinhaltend; lehrreich: eine -e Erzählung. Rede; die -e
Nutzanwendung einer Parabel; moralisieren [morali'zi:ren]
<sw. V.; hat) [frz. moraliser): 1. (bildungsspr.) moralische
(1) Gedanken äußern, enthalten; die Moral (1 a) betreffende
Betrachtungen anstellen: er liebt es. in seinen Essays zu
m.; eine eher moralisierende als unterhaltende Geschichte.
2. (oft abwertend) sich im Hinblick auf die Erhaltung von
Sitte u. Moral ereifern; Moral predigen: auf unangenehme,
übertriebene Weise m.
Moralismus [mora'lismos], der; - (bildungsspr.): 1. Haltung,
die die Moral (1 a) als verbindliche Grundlage des
zwischenmenschlichen Verhaltens anerkennt, für notwendig erachtet:
sein M. ist in allen seinen Werken spürbar. 2. übertreibende
Beurteilung der Moral (1) als alleiniger Maßstab für das
zwischenmenschliche Verhalten, als einziges Ziel
menschlichen Daseins; Moralist [...' listl. der; -en. -en [frz. moralistel:
I. (bildungsspr.) jmd., der, bes. als Literat. Philosoph o.a..
den Moralismus (1) vertritt. 2. (oft abwertend) jmd.. der
alle Dinge in übertriebener Weise moralisierend (2) beurteilt;
Moralprediger; <Abl.:> moralistisch <Adj.>: I.
(bildungsspr.) den Moralismus (1) betreffend, auf ihm beruhend,
zu ihm gehörend, ihm gemäß handelnd; einem Moralisten
(1) gemäß, von ihm stammend: -e Äußerungen: etw. m.
beurteilen. 2. (oft abwertend) den Moralismus (2)
betreffend, auf ihm beruhend, für ihn charakteristisch; einem
Moralisten (2) gemäß, für ihn typisch: etw. m. eng betrachten,
beurteilen; Moralftät [...li'tEit]. die; -. -en [frz. moralitö
< spätlat. mörälitäs; schonmhd.möraliteit = Sittenlehre]:
I. <o. PI.) (bildungsspr. selten) moralische (1) Haltung;
sittliches Empfinden. Verhalten; Sittlichkeit: ein Mensch
von hoher M. 2. (Literaturw.) mittelalterliches Drama von
ausgeprägt lehrhafter Tendenz u. mit Personifizierung u.
AUegorisierung abstrakter Begriffe wie Tugend, Laster,
Leben, Tod o.a.
Moräne [mo'reral. die; -. -n [frz. moraine, eigtl. = Geröll,
wohl verw. mit t Mure] (Geol.): von einem Gletscher bewegte
u. abgelagerte Masse von Gestein, Geröll.
Morast [mo'rast], der; -[eis. -e u. Moräste [mo'resta; aus
dem Niederd. < mniederd. moras. maras. mniederl. ma-
rasch < afrz. maresc, verw. mit T2Marsch]: a) schlammiges
Stück Land: sumpfiges Gelände; Sumpfllandj: ein
ausgedehnter, wegloser M.; nach dem Regen war der Platz
ein einziger M.; das Land ist voller Sümpfe und -e/Moräste;
die uralte Siedlung ist auf M. gebaut (Koeppen. Rußland
53); b) <o. PI.) schlammige Erde, schlammiger Boden;
Schlamm: dunkler, zäher M.: Es störte ihn nicht, daß
M. in seine Stiefel sickerte (Fels. Sünden 17): im M.
stekken bleiben, versinken; Ü er sah sich umgeben von einem
M. an Neid und Mißgunst; <Abl.:> morastig <Adj.; nicht
adv.) [mniederd. morastichl: voll von Morast (b). von
feuchtem Schmutz, Schlamm; schlanvnig, sumpfig: -e Straßen.
Plätze. Felder: -er Boden. Grund: auf dem Boden standen
-e Pfützen (Ceram, Götter 380); nach dem Regen sind
die Wege m. (aufgeweicht).
Moratorium [mora'to:riom], das; -s. ...ien [...jpn; zu spätlat.
morätörius = säumend] (Wirtsch.): vertraglich vereinbarter
od. gesetzlich angeordneter Aufschub einer fälligen Zahlung
(bes. im zwischenstaatlichen Bereich): einem Schuldner
ein dreijähriges M. gewähren; Größte private Bauträger-
Gruppe bittet um M. (MM 2. 8. 74. 6).
Morbi: PI. von t Morbus; morbid [mor'bLt] <Adj.; -er. -este;
nicht adv.) [frz. morbide < lat. morbidus = krank
(machend), zu: morbus = Krankheit] (bildungsspr.): I. (in
bezug auf den körperlichen Zustand) nicht sehr
widerstandsfähig; kränklich, angekränkelt: ein -es Adelsgeschlecht: die
-e (auf eine Krankheit schließen lassende) Blässe ihres
Gesichtes; er war. fühlte sich alt und m.; Ü -e (blasse, weiche,
zarte) Farbtöne (Fotomagazin 8.1968.58). 2. (im Hinblick
auf den inneren, sittlichen, moralischen Zustand) im Verfall
begriffen, brüchig, morsch, nicht gesund (3): eine -e
Gesellschaft: -e Verhältnisse: dieses Staatswesen ist völlig
m.; Morbidezza [marbide&al. die; - [ital. morbidezza.
zu: morbido = weich < lat. morbidus. tmorbid]: 1. (bes.
Malerei) Weichheit. Zartheit [der Farben]. 2. (im Hinblick
auf Sittlichkeit u. Moral) Brüchigkeit. Morschheit;
Morbidität [morbidi't£:t]. die: -: 1. (bildungsspr.) morbider (1)
Zustand, das Kränklichsein. Angekränkeltsein: er hatte die
M. eines Greises; Ü Diese Läden hatten immer so etwas
von M.. es ging zu Ende mit ihnen (Tucholsky. Werke
II. 490): b) (Med.) zahlenmäßiges Verhältnis zwischen
Kranken und Gesunden einer Bevölkerung: statistische Ergebnisse
über M. und Mortalität auswerten: Morbus [morbus],
der: -. ...bi [lat. morbus] (Med.): Krankheit.
Morchel (mon;)]. die; -. -n [mhd. morchel, ahd. morhala,
eigtl. = Möhre]: zu den Schlauchpilzen gehörender Pilz
mit weißlichem Stiel u. kegel- bis birnenförmigem,
bräunlichem, wabenartig gezeichnetem Hut, von dem einige Arten
als Speisepilze beliebt sind.
Mord [mart], der; -[e]s. -e [mhd. mort, ahd. mord. urspr.
= Tod]: I. das Töten. Tötung eines od. mehrerer Menschen
aus persönlichen, eigenem Vorteil dienenden, niedrigen
Beweggründen: ein bestialischer, feiger, grausamer, heimtük-
kischer. politischer M.; versuchter, vollendeter M.; ein
perfekter (keine Spuren, die den Täter verraten,
hinterlassender) M.: mehrfacher M. (Mord an mehreren Personen
gleichzeitig); der M. an jmdm.: M. auf offener Straße,
aus Eifersucht: M. im Affekt; der M. geschah in aller
Öffentlichkeit: einen M. planen, begehen, verüben, decken,
aufklären, sühnen: er wird wegen dreier -e (Morde, die
bei verschiedener Gelegenheit begangen wurden) gesucht;
jmdn. zu einem M.. zum M. anstiften: R das ist [(Ja)
der reine, glattel M.! (ugs.; das ist eine sehr anstrengende,
strapaziöse od. gefährliche Angelegenheit): es gibt M. und
Totschlag (ugs.; es gibt heftigen Streit). 2. (emotional
abwertend) das Verursachen des Todes eines od. mehrerer
Metischen: die Erschießung der Gefangenen war M.: Ü
der alljährliche M. an Tausenden von Seehundbabys.
Mprd- (Mord 1; vgl. auch: mords-. Mords-): -anklage*
die: Anklage (1 a) wegen Mordes: M. erheben; unter M.
stehen; -arachlag, der: Anschlag (2). der auf einen Mord
abzielt: der Präsident fiel einem M. zum Opfer, -brenner,
der (veraltet): jmd.. der einen Brand legt u. dem es dabei
auf Menschenleben nicht ankommt; Mörder u. Brandstifter:
nach dem Krieg zogen die M. plündernd durchs Land,
dazu: -brennerei. die <o. PI.) (veraltet); -bube, der
(veraltend): Mörder: Dieser M. war ja nur ein Werkzeug
(Kirst.08/15.886); -drohung,die: Androhung eines Mordes;
Drohung, jmdn. zu ermorden; "»fall, der: xFall (3). bei dem
ein Mord im Mittelpunkt steht: einen M. aufklären; in
einen M. verwickelt sein; -Beschichte, die: Geschichte. Er-
Zählung o.a.. die von einem Mord handelt: -geselle, der
(veraltend abwertend): I. svw. Nbube: ein übler M. 2.
Komplize. Mittäter bei einem Mord: daß kein Gegensatz
zwischen Eichmann und dessen -n ... konstruiert werden
dürfe (FAZ 10. 6. 61.4); -gier, die: wilder Drang, heftiges
Verlangen zum Töten. Morden, dazu: -gierig <Adj.>: die
vollkommen falsche Vorstellung eines -en Sadisten (A.
Zweig. Grischa 395); ^Instrument, das: I. vgl. -wafle.
2. (oft scherzh.) gefährlich aussehender Gegenstand: mit
diesem M. schneidet sie immer das Brot; -kommission,
die: Kommission. Abteilung der Kriminalpolizei, die für die
Aufklärung von Mordfällen zuständig ist; -kist, die: vgl.
-gier: jmdn. aus reiner M. töten, dazu: -lustig <Adj>
(selten): voller Mordlust; -nacht, die: Nacht, in der ein
bestimmter Mord verübt wurde: er wurde noch in der M.
gefaßt; -prozeß, der: vgl. -fall: -sache, die (bes. jur.):
vgl. -fall: in dieser M. werden nun keine weiteren Zeugen
mehr gehört; -tag, der: vgl. -nacht; -tat, die: Gewalttat,
bei der ein Mord verübt wird; Mord: er wurde unmittelbar
nach der M. gefaßt; -verdacht, der: Verdacht, einen Mord
begangen zu haben: unter M. stehen; Er hatte bereits
mehrfach mit der Polizei zu tun gehabt, einmal schon wegen
1818
morgen-, Morgen-
M. (MM 25. 8. 72. 29); -versuch, der: Versuch, einen
Mord zu begehen: er Ist wegen -s angeklagt; -waffe, die:
Waffe, die bei einem Mord verwendet wurde: die M.
sicherstellen; als M. war ein Küchenmesser benutzt worden.
morden [mordn] <sw. V.; hat) [mhd. morden, ahd. murdan]:
l.a) Morde (\) begehen: sie hörte, daß ihr Mann Leute
verurteilte, die aus Liebe gemordet hatten (Baum. Paris
15); b) (seltener) svw. termorden: er mordete kaltblütig
mehrere Familien. 2. (emotional abwertend) jmds. Tod
verursachen: unser Kind ist von einem rücksichtslosen
Autofahrer gemordet worden; wir wollen nicht, daß unsere
Söhne auf den Schlachtfeldern gemordet werden.
Mordent [mordent], der; -s. -e [ital. mordente. eigtl. =
Beißer. zu: mordere < lat. mordere = beißen] (Musik):
musikalische Verzierung, die aus einem einfachen od.
mehrfachen Wechseleines Tones mit dem unmittelbar
darunterliegenden Ton besteht.
Mörder [moerdB], der; -s. - Imhd. mordaere. zu Tmorden]:
1. jmd.. der gemordet, einen Mord (1) begangen hat: ein
gemeiner, grausamer, gedungener M.; der mutmaßliche
M.; wer ist der M.?; der M. wurde zu lebenslänglicher
Haft verurteilt; den M. suchen, verfolgen, ergreifen,
überführen; zum M. werden; Ü das sind M., seelische M.
Die machen die Mädchen doch kaputt (Aberle.
Stehkneipen 111). 2. (Jägerspr.) Hirsch. Rehbock, dessen Geweih
nur aus langen, dolchartigen Stangen besteht (u. der deshalb
im Zweikampf ein besonders gefahrlicher Gegner ist).
Mörder-: -bände, die; -grübe, die: tHerz (2); -hand in
den Verbindungen durch/von M. (geh.; durch einen Mörder,
von einem Mörder), durch M. sterben; von M. hingestreckt,
niedergemetzelt werden; eine gräßliche Untat von M.
Mörderin, die; -. -nen [mhd. mordaerinne]: w. Form zu
t Mörder; mörderisch <Adj.) [spätmhd. mörderisch für
mhd. mordischl: 1. (seltener) in grausamer, verbrecherischer
Weise Leben vernichtend, todbringend: tötend, mordend:
das -e Treiben einer Bande; ich habe im Donner -er Bomben
Krieg geführt (Hacks. Stücke 293); wiem. Hitler mit seinen
inneren Gegnern umsprang (Hochhuth. Stellvertreter.
Nachwort 236). 2. (ugs.) a) in hohem Maße unangenehm:
abscheulich, furchtbar: eine -e Hitze, Kälte; b) sehr stark:
heftig, mächtig, gewaltig: es gab ein -es Gedränge; ich
habe -en Hunger: er fuhr in -em Tempo davon; er schrie,
schimpfte, fluchte m.; c) Ontensivierend bei Adj.> sehr,
überaus. äußerst: es war m. heiß, kalt: die Zahl der
Teilnehmer, die im Massenstart den Kampf über diese m. lange
Distanz aufnahmen (Gast. Bretter 14); mörderlich <Adj.)
(ugs. selten): svw. tmörderisch (2a. b).
mQids-, Mords- (vgl. auch: Mord-; ugs.. meist emotional;
kennzeichnet das große Ausmaß, die hohe Intensität der
betreffenden Sache): -Arbeit, die <o. PI.); -djng, das: der
Kürbis war ein M.; -dyrst, der: einen M. haben; -dusel,
der: vgl. -glück; -gaudi, die: bei dem Sommerfest hatten
wir wieder eine M.; -geschrei. das; -glück, das: wir hatten
ein M., daß ...; -hjtze, die; -bgnger, der; -k^rl, der: 1.
sehr großer, breiter, kräftiger Mann: die Kugelstoßer sind
alle -e. 2. sehr tüchtiger, mutiger, anständiger Mann:
hervorragender Kamerad: der Trainer ist ein M.; -kr^ch, der:
1. sehr lauter Lärm. Krach. 2. sehr heftiger Streit: er hatte
wieder einen M. mit seinem Chef; -maßig <Adj.; o. Steig.):
a) <nur attr.) sehr stark, heftig: ein -er Lärm; b)
intensivierend bei Adj. u. Verben) sehr, gewaltig, überaus: es war
m. kalt; einen m. scharfen Schuß flach und unhaltbar
(Walter. Spiele 16); er hat m. geschrien; wir haben uns
m. gefreut; -rausch, der: eine Kneipe, wo er sich für die
Trinkgelder einen M. anschaffte (Radecki. Tag 147);
-schreck, -schlucken, der: als er das hörte, bekam er
einen M.; -spaß, der. -spektakel. der: vgl. -krach; -stjin-
mung, die: im Festzelt herrschte eine M.; -wenig <Adj.;
o. Steig.): äußerst wenig: Mvut. die: ihn packte eine M.
More: t'Mora.
Morelle[moreb],die;-,-n[frz.morelle < spätlat.maurella.
zu lat. maurus, tMohr; nach der dunklen Farbe]: svw.
t Süßweichsel.
Moren: PI. von 'Mora.
morendo [morendo] <Adv.) [ital. morendo, zu: morire <
(spät)lat. mori(re) = sterben] (Musik): ganz leise werdend,
erlöschend, verhauchend: <subst.:> Morendo [-]. das; -s. -s
u. ...dl (Musik): ganz leise werdendes Spiel: morendo
gespielte Tonstärke.
Mores [mo:re:s] <PI.) [lat. mores = Denkart. Charakter.
PI. von: mos = Sitte. Brauch] in der Wendung jmdn.
M. lehren (ugs.; jmdn. energisch zurechtweisen, ihm die
Meinung sagen): warte nur. dich werde ich M. lehren!
Moresca: tMorisca; Moreske: tMaureske.
morganatisch lmorga'na:tiJ"] <Adj.) [mlat. (matrimonium ad)
morganaticam = (Ehe auf bloße) Morgengabe, zu ahd.
morgan = Morgen] in der Fügung -e Ehe (hist.; Ehe
zur linken Hand. TEhe).
morgen [morgn] <Adv.) [mhd. morgene, ahd. morgane.
eigtl. erstarrter Dativ von t Morgen]: 1. am folgenden,
kommenden Tag: an dem Tag. der dem heutigen Tag unmittelbar
folgt: m. ist ein Feiertag; m. geht er in Urlaub; m. früh,
mittag, abend; m. um diese, um die gleiche Zeit; m. in
vierzehn Tagen, in einem Jahr; er wollte mich auf m.
vertrösten; er will nicht bis m. warten; das sind eure
Aufgaben für/(nordd. auch:) zu m.; R m. ist auch [noch] ein
Tag (das hat Zeit bis morgen, das werden wir m. erledigen):
Sprm., m.. nur nicht heute, sagen alle faulen Leute (nach
dem Anfang eines Liedes von Chr. Weiße, 1726-1804),
2. in nächster, in der zukünftigen Zeit: in Zukunft, künftig:
es wird uns nichts geschenkt, m. sowenig wie heute; das
ist der Stil, der Komfort von m. (der Zukunft): <subst.:>
an das Morgen (an die Zukunft) glauben. 3. am Morgen,
am Vormittag, morgens (stets der Nennung einer
Tagesbezeichnung nachgestellt): heute, gestern m.; am Dienstag
m. treffen wir uns; Es ist Sonntag m., und ich habe sie
bereits in der Kirche gesehen (Remarque. Obelisk 307);
Morgen [-]. der; -s. - [mhd. morgen, ahd. morgan. eigtl.
= Schimmer, Dämmerung; 3: urspr. = so viel Land,
wie ein Mann mit einem Gespann an einem Morgen
pflügen kann]: 1. Tageszeit um das Hellwerden nach der Nacht,
früher Vormittag (Ggs.: Abend 1 a): ein frischer, heiterer,
strahlender, warmer, winterlicher, nebliger, trüber M.; ein
M. im Frühling, im September; es wird schon M.; der
M. bricht an, dämmert, graut, naht, zieht heran; den M.
erwarten, verschlafen; den ganzen M. im Bett verbringen;
er steht jeden M. sehr früh auf: den nächsten, folgenden
M. (seltener; am nächsten, folgenden Morgen) erwachte
er sehr früh; des -s (geh.; morgens, am Morgen)', des -s
früh (geh.: frühmorgens, am frühen Morgen) pflegt er einen
Spaziergang zu machen; eines [schönen] -s (an einem nicht
näher bestimmten Morgen) war er verschwunden; früh,
zeitig, spät am M.; am M. früh brachen sie auf; am frühen,
späten M.; am andern, folgenden, nächsten M.; am M.
seiner Abreise (an dem Morgen, an dem er abreiste): an
einem schönen M.; sie blieben bis gegen, bis zum M.;
er schlief bis in den hellen M.; M. für M. (jeden Morgen):
gegen M, erst schlief sie ein; vom M. bis zum Abend;
während des [ganzen] -s war sie voller Unruhe; Ü der
M. (dichter.; der Beginn. Anfang) der Freiheit; am M.
des Lebens (dichter.; am Beginn der Entwicklung des
Lebens.eines Menschen)', * gutenM. (Grußformel): [zu] jmdm.
guten M. sagen; schön/frisch wie der Junge M. (meist
scherzh.; jugendfrisch, blühend, schön u. strahlend). 2. <o.
PI.) (veraltet, noch altertümelnd) Osten: gegen, gen M.;
von M. nach Abend (von Osten nach Westen): Im M.
der Welt (im Orient, im Morgenland) ist die dem
Abendländer natürliche zeitrechnerische Wachsamkeit fast
unbekannt (Th. Mann. Joseph 377). 3. (veraltend) Feldmaß
(mit dem je nach Landschaft unterschiedlich große Flächen
bezeichnet werden): einige, ein paar, mehrere, zehn M.
Land; er hat von seinem Landbesitz etliche M. verkauft.
morgen-, Margen-: -andacht. die; -ausgäbe, die: am Morgen.
Vormittag erscheinende [Ausgabe einerI Zeitung: -btatt,
das: vgl. -ausgäbe; -dämmerung, die; -duft, der: großer,
kugeliger Apfel mit glatter, rotgestreifter, gelblichgrüner
Schale, dessen saftiges Fleisch einen angenehmen süßlichen
Geschmack hat: -frisch <Adj.; o. Steig.) (geh.): frisch,
wie am Morgen üblich: eine -e Brise; -frühe, die: früher
Morgen: sie liebte die M.; in der. in aller M. ([sehr]
früh am Morgen): -gäbe, die (früher): Geschenk des
Mannes an die Ehefrau am Morgen nach der Hochzeitsnacht:
-gebet, das; -grauen, das: Morgendämmerung.
Tagesanbruch: beim, im M.; -gymnastfle, die; -hmmel, der:
Himmel vor. während, kurz nach Sonnenaufgang: -kaflee. der:
I. kleine Mahlzeit am Morgen, Frühstück mit Kaffee: beim
M. sitzen. 2. Kaffee, der beim Morgenkaffee (1) getrunken
wird: der M. dampfte auf dem Tisch; -kleW, das: vgl.
-rock; -land, das (veraltet, noch altertümelnd): Orient
(Ggs.: Abendland), dazu: -länder [-lende]. der (veraltet.
1819
morgend
noch altertümelnd): Orientale, -ländisch [-lendij] <Adj.;
o. Steig.)(veraltet, noch altertümelnd): orientalisch: blatte,
die (derb scherzh.): gegen Morgen im Schlaf erigierter
Penis: -licht, das <o. PL): Beleuchtung. Lichtverhältnisse an
Morgen: ein rötliches, fahles, graues M.; beim, im hellen
M.; ^hift. die: frische, kühle Luft am Morgen: * M. wittern
(oft scherzh.; eine Chance, die Möglichkeit eines Vorteils
sehen: nach der Übersetzung der Stelle im Drama
..Hamlet" des engl. Dichters W. Shakespeare. 1564—1616: I scent
the morning air); Mnantel, der: vgl. -rock; -messe, die
(kath. Kirche); -muffel, der (ugs.. oft scherzh.): jmd.. der
morgens nach dem Aufstehen meist keine besonders gute
Laune hat, mürrisch u. wortkarg ist: ^nebeL der; -post,
die: der Brief kam mit der M.; -rock, der: [langes] einem
Mantel ähnliches, leichtes, bequemes Kleidungsstück, das
im Haus bes. morgens nach dem Aufstehen getragen wird:
^rot. das: rote, rötliche Färbung des Himmels bei
Sonnenaufgang: ein grelles M. glühte ihm entgegen (Schneider.
Taganrog 29); Ü das M. (dichter.; der verheißungsvolle
Beginn) einer neuen, besseren Zeit, der Freiheit; -rote,
die (geh.): svw. Krot; ^schein, der ($eh.): Schein der
aufgehenden Sonne: -schlaf, der: Schlaf am. gegen Morgen;
-seite, die (veraltet, noch altertümelnd): Ostseite: an der
M. des Hauses; -sonne, die; -Spaziergang, der; -stern,
der: 1. der auffallend hell leuchtende Planet Venus am
Morgenhimmel vor Sonnenaufgang. 2. im MA. verwendete
Schlagwaffe, meist in Gestalt einer Keule, deren oberes
kugeliges Ende mit eisernen Stacheln besetzt war: -stunde,
die <meist Pl.>: Zeit am frühen Morgen. Vormittag: die
ersten, frühen -n; bis in die -n hinein; Spr M. hat Gold
im Munde (frühes Aufstehen ist immer lohnend: Arbeit,
die man frühmorgens erledigt, geht rascher von der Hand,
gelingt besser): ^tau. der (geh.): der M. an den Gräsern:
-toilette, die (geh.): morgendliche Toilette nach dem
Aufstehen: -wind, der; -zeitune, die: vgl. -ausgäbe; -zug, der:
vgl. Abendzug.
morsend [morgnt]<Adj.; o. Steig.; nur attr.) (veraltet, noch
dichter.): morgig: der -e Abend; sie dachten ... an den
-en Tag wie an ein himmlisch entrücktes Freudenfest (Fus-
senegger. Haus 73); morgendlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
[mhd. morgenlich. ahd. morganlih]: in die Zeit am Morgen
fallend: zur Zeil des Morgens: am Morgen [vorhanden,
stattfindend, geschehend, sich abspielend o.a.] (oft mit der
Nebenvorstellung der allmorgendlichen Wiederholung):
die -e Wäsche; der -e Berufsverkehr; das -e Treiben; die
-e (für den Morgen charakteristische, am Morgen übliche)
Kühle; morgens [morgns] <Adv.> [mhd. morgen(e)s. eigtl.
erstarrter Genitiv von TMorgenl: zur Zeit des Morgens:
am Morgen, jeden Morgen: m. um sieben Uhr; um sieben
Uhr m.; m. früh; Dienstag, dienstags m.; es gab m. immer
ein gutes Frühstück; morgig ['morgig] <Adj.; o. Steig.; nur
attr.) [spätmhd. morgig, gek. aus: morgenig]: morgen, am
folgenden, kommenden Tag stattfindend, geschehend: von
morgen, vom folgenden, kommenden Tag: das -e Datum;
die -en Veranstaltungen; am -en Tag (morgen): U weil
sie entweder die -e (kommende, künftige) Armut fürchten
oder den -en Wohlstand erhoffen (Habe. Namen 277).
moribund [mori'bunt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. mori-
bundus] (Med.): im Sterben liegend, dem Tode nah: -e
Patienten; der Verstorbene war schon lange m.; <subst.:>
das Krankenzimmer für die Moribunden.
Morio-Muskgt [mo:rio-], der; - [nach dem dt. Züchter
P. Morio]: a) Rebsorte aus einer Kreuzung zwischen Silvaner
//. weißem Burgunder, die einen Wein mit intensivem
muskatähnlichen Bukett liefert: b) Wein dieser Rebsorte.
Morisca [moriska], Moresca [mo'reskal. die; - [span. moris-
ca. eigtl. = Maurin]: (vom 15.-17. Jh. über ganz Europa
verbreiteter) mäßig schneller, meist mit Schellen an den
Füßen getarnter pantomimischer Tanz: Moriske [moriska],
der; -n. -n <meist PI.) Ispan. morisco = (getaufter) Maure;
maurisch] (hist.): nach der arabischen Herrschaft in Spanien
zurückgebliebener Maure, der [nach außen hin] Christ war;
<Zus.:> Morjskentanz, der: svw. f Morisca.
Moritat [mo:rita:t], die; -. -en [auch: morita:tn; wohl durch
zerdehnendes Singen des Wortes Mordtat]: 1. von einem
Bänkelsänger in eintöniger Weise (mit Drehorgelbegleitung)
vorgetragenes Lied, das eine schauerliche od. rührselige (auf
einer Tafel in Bildern dargestellte) Geschichte zum Inhalt
hat lu. mit einer belehrenden Moral endet]: Bänkellied.
2. in der Art einer Moritat (1) verfaßtes Gedicht, Lied;
<Zus.:> Moritatenlied, das: svw. t Moritat; MorftatensSn-
ger, der: vgl. Bänkelsänger.
Moritz ['mo:rit$: wohl nach einer Figur des dt.
Karikaturisten u. Malers A. Oberländer (1845-1923)] in der Wendung
wie sich der kleine M. etw. vorstellt (ugs. scherzh.; der
naiven, kindlichen Vorstellung, die sich Jmd. von etw.
macht, entsprechend): das Buch ist genauso geschrieben,
wie sich der kleine M. das Leben eines Filmstars vorstellt.
Mormone [mDr'mo:nel. der; -n. -n [amerik. Mormon. nach
dem Buch Mormon (= Name einer Person in diesem
Buch)desStiftersderSekte J. Smith (1805-1844)]: Mitglied
einer nordamerikanischen Sekte mit einer speziell auf
Amerika gerichteten religiösen Geschichtsauffassung.
moros [mo'ro:s] <Adj.; -er. este) [lat. mörösus] (veraltet):
mürrisch, verdrießlich: <Abl.:> Morositfit [morozi'te.t], die;
- [lat. mörösitäs] (veraltet): Verdrießlichkeit.
Morph [morfl. das; -s. -e [vgl. Morphem] (Sprachw.):
kleinstes formales, bedeutungstragendes Bauelement der
gesprochenen Sprache, noch nicht klassifiziertes Morphem (z. B.
besteht Schreib-tisch-e aus 3 Morphen); morph-, Morph-:
tmorpho-, Morpho-; -morph [-1 <bei Adjektiven
auftretendes Suffix mit der Bed.>: die Gestalt betreffend, ..Jörmig
(z.B. amorph.,heteromorph); Morphe [morTe:]. die; -
[griech. morphe]: svw. tEidos (1); Morphem [mor'fe.ml.
das; -s. -e [frz. morpheme] (Sprachw.): kleinste
bedeutungstragende Einheit im Sprachsystem: freie u. gebundene -e;
Morphematik [morfe'ma:tik]. Morphemik [nr>r'fe:mik].
die; - (Sprachw.): Teilgebiet, das sich mit den Morphemen,
vor allem mit ihrer Funktion bei der Wortbildung (u.
Formenbildung) befaßt; <Abl.:> morphematisch, morphemisch
<Adj.; o. Steig.): a) die Morphematik betreffend; b) das
Morphem, die Morpheme betreffend; Morphemik: t
Morphematik; morphemisch: f morphematisch.
Morpheus [morfoys; lat. Morpheus < griech. Morpheus,
eigtl. = Hervorbringer von (Traum)gestalten. griech. Gott
des Schlafes] in Wendungen wie in M. Annen ruhen, liegen,
schlafen (geh.; ruhig, angenehm, gut schlafen): in M. Arme
sinken (geh.; ruhig einschlafen, in einen angenehmen Schlaf
fallen)', aus M. Armen gerissen werden (geh.; jäh aus tiefem
Schlaf gerissen werden)', Morphin [mor'frn], das; -s
(Chemie. Med.): svw. f Morphium; Morphinismus
[nürfl'nismus], der; - (Med.): svw. t Morphiumsucht;
Morphinist [...'nistj. der; -en. -en: jmd., der morphiumsüchtig
ist; Morphinistin, die; -. -nen: w. Form zu t Morphinist;
Morphinsucht, die; - (Med.): svw. tMorphiumsucht;
Morphium [ morfiom], das: -s: aus Opium gewonnenes
Rauschgift, das in der Medizin bes. als schmerzlinderndes Mittel
eingesetzt wird; <Zus.:> MQrphkmsucht, die <o. PI.): Sucht
nach Morphium; mQrphiumsüchtig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.); morpho-, Morpho-, (vor Vokalen auch:) morph-.
Morph- [morfto)-; zu griech. morphe] <Best. in Zus. mit
der Bed.): Gestalt, Form (z. B. morphologisch.
Morphologie); Morphogenese« Morphog^nesis, die; ...nesen
[...'ne:zn] (Biol.): individuelle u. stammesgeschichtliche
Entwicklung der Gestalt der Organismen u. ihrer Organe; mor-
phogenetisch <AdJ.; o. Steig.) (Biol.): die Morphogenese
betreffend: Morphogenie [...ge'ni:]. die: -. -n [...i.an; zu
f-gen]: svw. f Morphogenese: Morphologe, der; -n. -n
[f-löge]: Wissenschaftler, Forscher, Fachmann auf dem Gebiet
der Morphologie (1-5); Morphologie, die; - [f-logie]: 1.
(bes. Philos.) Wissenschaft, Lehre von den Gestalten.
Formen (bes. hinsichtlich ihrer Eigenarten, Entwicklungen,
Gesetzlichkeiten). 2. (Biol.. Med.) Wissenschaft. Lehre von
der äußeren Gestalt, Form der Lebewesen, der Organismen
u. ihrer Teile. 3. (Geogr.. Geol.) kurz für t Geomorphologie.
4. (Sprachw.) svw. t Formenlehre (1). 5. (Soziol.) Teilgebiet
der Soziologie, das sich mit der Struktur der Gesellschaft
befaßt; <Abl.:)morphologisch <Adj.; o. Steig.): die
Morphologie (1-5) betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr gehörend;
mit den Mitteln der Morphologie; die äußere Gestalt. Form,
den Bau betreffend; der Form nach; Morphonem [...ne.m],
Morphophonem. das; -s. -e [zusgez. aus f Morph u. t
Phonem] (Sprachw.): Variation eines Phonems, das im gleichen
Morphem bei unterschiedlicher Umgebung auftaucht (z. B.
i/a/u in bmden, band, gebunden); Morphonemik
[...'ne.mikl. die; - (Sprachwiss.): Lehre vom phonologisehen
Aspekt der Morphologie; <Abl.:> morphonemisch,
morphophonem isch <Adj.; o. Steig.): das Morphonem.
Morphophonem betreffend; Morphonologfe, Morphophonemik, Mor-
phophonologjc. die; - [T-logie] (Sprachwiss.): f Morphone-
1820
Most-
mik; Morphophonem: t Morphonem; Morphophonem ik:
f Morphonemik; morphophonemisch: f morphonemisch;
Morphophonologie: t Morphonemik; morphosyntyktisdi
< Adj.;o. Steig. >;< Abi. zu: >MorphasyntÄX, die;-(Sprachw.):
Syntax der äußeren Form eines Satzes: formale Syntax
(Ggs.: Nomosyntax).
Mors [mors]: vgl. Hummel.
morsch [morj] <AdJ.; -er, -este; nicht adv.> [aus dem Ostmd.;
älter: mursch. niederd. murs. zu tmürbe]: bes. durch
Fäulnis, auch durch Alter. Verwitterung o.a. brüchig, leicht
zerfallend: -es Holz; -e Bretter. Balken; eine -e Brücke;
-es Gestein. Mauerwerk; das Laken war schon m.; das
Eis kann m. und brüchig sein (Eidenschink. Eis 47); Ü
alte. müde, -e Heimatkrieger (Kirst. 08/15. 682); Inmitten
einer -en und rohen Zivilisation (K. Mann. Wendepunkt
105);<Abl.:>morschen[morjn]<sw. V.; hat)(geh.):morsch
werden: morschende Planken; Morschheit, die; -.
Morse-: -aiphabet, das: dem Alphabet entsprechende Folge
von Zeichen, die beim Morsen verwendet werden u. aus
Kombinationen von Putikten u. Strichen bzw. kurzen u.
langen Stromimpulsen bestehen: -apparat, der: Gerät zur
telegrafischen Übermittlung von Nachrichten mit Hilfe von
Morsezeichen: -zeichen, das: Zeichen des Morsealphabets.
morsen fmorzn] <sw. V.: hat) [nach dem amerik. Erfinder
S. Morse (1791 -1872)1: a) mit dem Morseapparat Morsezei-
chen geben, eine Nachricht übermitteln: der Funker morst;
b) in Morsezeichen weitergeben, übermitteln: eine
Nachricht. SOS m.
Mörser ['mocrze]. der; -s. - [mhd. mörser. morsaere. ahd.
morsäri, mortäri < lat. mortärium = Mörser (1)1: 1.
dickwandiges, schalenförmiges Gefäß mit gerundetem
inneren Boden zum Zerstoßen, Zerreiben von festen Substanzen
mit Hilfe eines Stößels. 2. (Milit.) a) (früher) schweres
Geschütz mit kurzem, großkalibrigem Rohr: b) svw.
fGranatwerfer; mönern [moerzHn] <sw. V.; hat) (selten):
in einem Mörser (1) zerreiben, zerstoßen.
Mortadella [morta'dcla], die; -. -s [ital. mortadella. zu iat.
murtätum (farcimen). eigtl. = mit Myrte(beeren)
gewürzte Wurst)]: mit Pistazien o. ä. gewürzte, dickere,
gebrühte Wurst aus Schweine- u. Kalbfleisch.
Mortalität [mortali'tE.t]. die; - [lat. mortälitäs =
Sterblichkeit; Sterbefällel (Med.): Verhältnis der Zahl der Todesfälle
zur Zahl der statistisch berücksichtigten Personen:
Sterblichkeitsrate, -Ziffer.
Mörtel [moertjl, der; -s. (Sorten:) - [mhd. mortel, morter
< lat. mortärium. t Mörserl: breiartiges, innerhalb kürzerer
Zeit erhärtendes Gemisch aus Wasser, Sand u. Zement,
Kalk. Gips o.a., das als Bindemittel bei Bausteinen od.
zum Verputzen von Wänden u. Decken dient: M. anrühren,
mischen; eine Mauer mit M. verputzen.
Mgrtel- (Bauw.): -gips, der: langsam erhärtender Gips zum
Anrühren von Mörtel: -kalk, der. vgl. -gips; -kelle, die:
svw. f Kelle (3); -pfanne, die: Gefäß zum Anrühren von
Mörtel.
mörteln ['mocrt|nl <sw. V.; hat): a) mit Mörtel arbeiten:
Dazu mörteln Arbeiter auf einem Gerüst (Frisch.
Gantenbein 217); b) mit Mörtel versehen, verbinden, verputzen:
die Steine, eine Wand m.
Mortuarium [m3rtu'a:rjom]. das; -s. ...ien [...pn; mlat. mor-
tuarium. zu lat. mortuärius = den Tod betreffend, zu:
mors (Gen.: mortis) = Tod]: 1. (im MA.) Abgabe der
Erben eines Hörigen an den Herrn in Form von Naturalien
od. Geld. 2. a) Ort in einem Kloster, an dem Bestattungen
stattfanden: b) Trauerhalle [auf einem Friedhof].
Morula [mo:rula], die; -. ...lae [...le; zu lat. mörum =
Maulbeere] (Zool.. Med.): kugeliger, in seiner äußeren Form
einer Maulbeere ähnlicher, durch Furchung des befruchteten
Eis entstandener Verband von Zellen, der ein frühes Stadium
der embryonalen Entwicklung darstellt: Maulbeerkeim.
Mosaik [mozai:kl. das; -s. -en. auch: -e [frz. mosaique
< ital. mosaico. musaico < mlat. musaicum < lat. mü-
sivum (opus), zu griech, moüsa. f Muse]: aus kleinen bunten
Steinen. Glasstücken o.a. zusammengesetztes Bild.
Ornament. Muster zur Verzierung von Wänden. Gewölben.
Fußböden: große, bunte, reiche -en zieren die Wände der
Kirche; ein M. gestalten, zusammensetzen; der Fußboden
und die Wände sind mit -en verziert, ausgelegt; Ü die
Erlebnisteile schössen zum M. zusammen (Börsenblatt 12.
1965. 823).
mosaBt-, Mosaik-: -arbeit, die; -artig <Adj.; o. Steig.):
in der Art eines Mosaiks, wie ein Mosaik zusammengesetzt,
aussehend: -[fiiß)boden,der: mit Mosaik ausgelegter
Fußboden: -glas, das <o. PI.): svw. f Millefloriglas; -gold, das:
svw. t Musivgold; -stein, der: beim Herstellen eines
Mosaiks verwendeter Stein.
mosaisch[mo'za:tf] <AdJ.; o. Steig.) [nach Moses, dem
Stifter der israelitischen Religion]: jüdisch, israelitisch (im
Hinblick auf den Glauben, die Religion des A. TJ: die -en
Gesetze.
mosaistisch [moza'istij] <Adj.; o. Steig.): Mosaiken
betreffend: Mosaizist [...i't$ist]. der; -en. -en: Künstler, der mit
Musivgold arbeitet od. Mosaiken herstellt.
Moschee bna'Je:]. die; -. -n [...e:an; frz. mosquöe < ital.
moschea < span.mezquita < arab.mas&id = Gebetshaus.
Haus, wo man sich niederwirft, zu: sagada = sich
niederwerfen, verneigen]: islamisches Gotteshaus.
Moschus ['malus], der; - [spätlat. muscus < griech. möschos
< pers. muSk < sanskr. myskälj = Hode. Hodensack,
wegen der Ähnlichkeit mit dem Moschusbeutel]: a) stark
riechendes Sekret der männlichen Moschustiere, das bes.
bei der Herstellung von Parfüms verwendet wird: b) aus
Moschus (a) od. synthetisch hergestellter Duftstoff
mgschus-, Moschus-: -artig <Adj.; o. Steig.): (in seinem
Geruch) an Moschus erinnernd: wie Moschus riechend:
-beutender: Moschus enthaltender Beutelan der Bauchseite
des Moschustiers: -bock, der: großer, metallisch grün
glänzender Bockkäfer, der ein moschusartig riechendes Sekret
ausscheidet: -böckchen, das: in Afrika heimische, kleine
Antilope mit Moschusdrüsen: -ochse, der: in der Arktis
in Herden lebendes Tier mit sehr langem, zottigem, dunkel-
bis schwarzbraunem Fellu. die Stirn helmartig bedeckenden
Hörnern, bei dem das männliche Tier in der Brunst nach
Moschus riecht: ^tier. das: in Asien heimisches, zu den
Hirschen gehörendes Tier ohne Geweih, bei dem das
männliche Tier zwei lange obere Eckzähne u. einen Moschusbeutel
besitzt.
Mose [mozs]. die; -. -n [gaunerspr. Moß. Muß = Frau.
Geliebte. Dirne, unter Einfluß von spätmhd. mutz, musche.
f2Musche] l.(vulg.) Vulva. Vagina. 2. (vulg. Schimpfwort)
Weibsbild. Hure.
Maser: PI. von tMoos (2).
mosern fmo:zBn] <sw. V.; hat) [zu Jidd. möser < hebr.
möser = Verräter. Denunziant] (ugs.): [ständig] etw.
auszusetzen, zu beanstanden haben u. seinem Ärger, seiner
Unzufriedenheit durch [fortgesetztes] Schimpfen Ausdruck
geben: nörgeln: über das Essen m.; der arbeitslose und
ewig mosernde Vater (Spiegel 15,1978. 206).
Moses ['mo:z3s). der. -. - [nach dem kleinen Moses (f
mosaisch), der in einem kleinen Körbchen ausgesetzt wurde;
vgl. 2. Mose 1 — 51:1 .(Seemannsspr. spöttisch) jüngstes Besat-
zungsmitglied. Schiffsjunge. 2. (seem.) Beiboot einer Jacht.
Moskito [mos'ki:to]. der; -s. -s (meist PI.) [span. mosquito.
zu.mosca < lat.musca = Fliege]: 1. tropische Stechmücke,
die gefährlicher Krankheitsüberträger (z.B. von Malaria)
sein kann: die -s bekämpfen, verjagen; von -s gestochen
werden. 2. (Fachspr.. sonst selten) svw. f Stechmücke.
Moskito-: -gitter, das: vgl. -netz; -netz, das: feinmaschiges,
tüllartiges Gewebe, das zum Schutz gegen das Eindringen
von Moskitos (1) über Betten, vor Fenster u. Zelteingänge
gehängt wird: ^stich. der.
Moslem ['masl&m]. der; -s. -s [arab. muslim. eigtl. = der
sich Gott unterwirft]: Anhänger des Islams: mosleminisch
[mDslemi:niX], (seltener:) moslemisch [mos'lemiJI <AdJ.;
o. Steig.): die Moslems, ihren Glauben, ihren
Herrschaftsbereich betreffend, dazu gehörend: mohammedanisch: Moslhne
[m3s'li:md]. die; -. -n: w. Form zu f Moslem.
mosso [moso] <Adv.) [ital. mosso. zu lat. movere =
bewegen] (Musik): bewegt, lebhaft: molto m. (sehr viel
schneller): piü m. (lebhafter).
Most [most]. der: -[eis. -e [mhd.. ahd. most = frisch
gekelterter Traubensaft; Obstwein < lat. (vinum) mustum =
junger, neuer (Wein)]: l.a) zur Gärung bestimmter Saft aus
gekelterten Trauben: der M. gärt; M. machen; b) (landsch.)
svw. t Federweiße. 2. (landsch.) unvergorener trüber
Fruchtsaft: Süßmost: süßen M. trinken. 3. (südd., Schweiz.,
österr.) svw. t Obstwein.
Mgst-: -apfel, der: [saurer] Apfel, aus dem Most (2. 3)
gemacht wird: -birne, die: vgl. -apfel; -kelter, die: Kelter
zur Gewinnung von Most: M>bst. das: vgl. -apfel; -presse,
die: svw. t ^kelter.
1821
mosten
mosten [mostn] <sw. V.; hat): a) Most machen: morgen
werden wir m.; b) zu Most verarbeiten: Äpfel m.; Mosterei
[moste'r$j], die; -. -en: Betrieb, in dem Most gemacht wird;
Mgstert [mostet], der; -s [mhd. mostert. musthart < afrz.
mostarde = mit Most hergestellter Send (bes. nordwestd.):
svw. f Senf; Mostrich ['mastnfl. der; -s (landsch.. bes. nord-
ostd.): Bratwurst mit M. essen.
Motel [mo.tl. auch: mo'telj. das; -s. -s [amerik. motel.
aus: motor u. hotel]: an Autobahnen o.a. gelegenes Hotel
mit Garagen [u. Tankstelle!.
Motette [mot£te]. die; -. -n [ital. motetto < mlat. motetum.
zu spätlat. muttum. T Motto]: in mehrere Teile gegliederter,
mehrstimmiger [ geistlicher] Chorgesang ohne Rezitative u.
Arien u. meist ohne Instrumentalbegleitung.
Motilität [motili te:t|. die; - [wohl unter Einfluß von frz.
motilite zu lat. motum. T Motor]: 1. (Med.) Gesamtheit
der nicht bewußt gesteuerten Bewegungen des menschlichen
Körpers u. seiner Organe. 2. (Biol.) Bewegungsvermögen
von Organismen u. Zellorganellen: Motion [mo'tßio:n], die;
-, -en [frz. motion. eigtl. = Bewegung < lat. mötiol:
1. (Schweiz.) schriftlicher Antrag in einem Parlament. 2.
(bildungsspr.) Bewegung: Die Variabilität tänzerischer -en
(MM 7. 3. 72,25). 3. (Sprachw.) a) Bildung einer weiblichen
Personen-, Berufs- od. Tierbezeichnung mit einem Suffix
von einer männlichen Form (z. B. Ministerin von Minister);
b) Beugung des Adjektivs nach dem Geschlecht des
zugehörigen Substantivs. 4. (Fechten) Faustlage; Motionfir Imo-
tßio'ne:g], der; -s. -e (Schweiz.): jmd., der eine Motion (1)
einreicht.
Motiv [mo'ti:fl. das; -s, -e [...i:va; 1: mlat. motivum. zu
spätlat. mötivus = bewegend, antreibend, zu lat. motum.
T Motor; 2: frz. motifl: 1. (bildungsspr.) Überlegung,
Gefühlsregung od. Umstand o. ä., durch den sich jmd. bewogen
fühlt, etw. Bestimmtes zu tun. der Sinn u. Zweck eines
bestimmten Verhaltens od. Handelns erklärt; Beweggrund;
Triebfeder: ein politisches, religiöses M.; für dieses
Verbrechen fehlte Jedes M.: das M. dieser Tat war Eifersucht;
kein M. haben; ich kenne seine wahren -e nicht; das M.
einer Tat suchen, finden; jmds. -e kennen, verstehen,
rechtfertigen; aus niedertrachtigen -en handeln; etw. aus
selbstlosen, eigennützigen -en [heraus] tun; vom eigentlichen,
wirklichen M. seines Verhaltens ablenken. 2.a)
[bekanntes J allgemeines Thema o. ä., Bild od. bestimmte Form / als
typischer, charakterisierender Bestandteil/ eines Werkes der
Literatur od. bildenden Kunst o. ä.: ein literarisches,
künstlerisches M.; ein altes M. der Literatur; klassizistische -e;
das M. der bösen Fee im deutschen Märchen; b) (Musik)
kleinste (durch eine bestimmte Totifolge od. einen
bestimmten Rhythmus o. ä.) erkennbare Einheit einer Melodie, eines
Themas o. ä., die für eine bestimmte Komposition od. Teile
davon charakteristisch ist: einzelne -e der Ouvertüre klingen
im dritten Akt der Oper wieder an. 3. zur [künstlerischen]
Gestaltung, Wiedergabe anregender Gegenstand: ein
schönes M.; dieser Maler bevorzugt ländliche -e;
Motivation [motiva't$io:n]. die; -. -en: 1. (Psych.. Päd.) Gesamtheit
der Beweggründe, Einflüsse, die eine Entscheidung,
Handlung o. ä. beeinflussen: politische, extrtnsische. intrinsische
M.; Ihre M.. etwas zu lernen ... ist groß (MM 5. 2. 75.
10). 2. (Sprachw.) das Motiviertsein; motivational [...{ßlo-
na:l] <Adj.; o. Steig.) (Psych.. Päd.): das Motiv (\)
betreffend: emotionale und -e Konflikte; Motivforschung, die;
-. -en: Teil der Marktforschung, der die Beweggründe für
das Verhalten von Käufern untersucht; motivieren [moti-
vi:ren] <sw. V.; hat) [frz. motiver]: a) begründen: einen
Vorschlag. Antrag [mit etw.] m.; Entscheidungen, die
rational nicht motiviert werden können; b) zu etw. anregen,
veranlassen: Schüler, die Spieler einer Mannschaft m.;
jmdn. zur Arbeit m.; motiviert [...'vi:gt] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): 1. (bildungsspr.) [starken] Antrieb zu etw.
habend; [großes] Interesse zeigend, etw. zu tun: die
Schülerin ist sehr m. 2. (Sprachw.) (von Wörtern) in der formalen
od. inhaltlichen Beschaffenheit durchschaubar. aus sich selbst
verständlich: das Wort Tischbein ist semantisch m.; <Zus,:>
Motiviertheit, die: svw. T Motivation (1. 2); Motivierung,
die; -. -en (bildungsspr.): 1. svw. f Motivation (1. 2). 2.
das Motivieren (b); Motivik [moti:vik], die; - (bildungsspr.):
Gesamtheit der Motive (2). die in einem Kunstwerk
verarbeitet sind; <Abl.:> motivisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.>;
Motivsammler, der; -s. - (Philatelie): Briefmarkensammler,
der die Briefmarken nach bestimmten Bildmotiven ordnet.
Motoball t'moto-], der; -s [frz. motoball. 1. Bestandteil kurz
für frz. moteur = Motor]: svw. T Motorradfußball; Moto-
Cross [motokrcs]. das; -. -e <P1. selten) [engl, motoeross]:
Motorradrennen auf einer abgesteckten Rundstrecke im
Gelände; Motodrom [...dro:m], das; -s. -e [frz. motodrome.
geb. nach lat. hippodromos. tHippodrom]: meist ovale
Rennstrecke für Motorsportveranstaltungen; Motor
[mo:tor, auch: mo'to:g], der; -s. -en [mo'to:ran; lat. mötor
= Beweger, zu: motum. 2. Part, von: movere = bewegen]:
Maschine, die durch Umwandlung von Energie Kraft zum
Antrieb (z.B. eines Fahrzeugs) erzeugt: ein schwacher,
starker, hochgezüchteter M.; der M. eines Kraftwagens,
einer Waschmaschine; der M. war zu kalt, ist warm, hat
sich heißgelaufen, kocht, setzt aus, blockiert, (ugs.:) streikt,
läuft nicht ganz sauber, (salopp:) ist abgesoffen, springt
leicht an. läuft ruhig, auf vollen Touren, funktioniert,
ist defekt, dreht sich langsam, dröhnt, tuckert, klopft,
heult [auf); der M. dieses Autos leistet 40 PS. hat einen
Hubraum von 1 485 cem, macht maximal 5 200
Umdrehungen in der Minute, verbraucht viel öl. Benzin: die -en
des Schiffes bringen zusammen eine Leistung von 5000
PS; einen M. anlassen, anstellen, einschalten, abstellen,
ausschalten; den M. eines Wagens warmlaufen, überholen
lassen, hochjagen, schonen, strapazieren, (ugs.:) abwürgen,
waschen; mit laufendem M. parken; Ü er ist der eigentliche
M. (die treibende Kraft) des Unternehmens.
Motor-,(auch:) Motor- (vgl. auch: Motoren-): -aufhängung,
die (Kfz.-T.); -block, der <PI. -blocke) (Kfz.-T.):
gegossener Block (1) mit eingelassener Kurbelwelle.
Kurbelwellenlager. Lager u. Pleuel für Kolben; -boot, das: Boot, das
durch einen Motor angetrieben wird; -brenne, die: a) das
Ausnutzen der bremsenden Wirkung des Motors beim
Herunterschalten in einen niedrigeren Garn (6a); b) (Kfz.-T.)
Vorrichtung an einem Verbrennungsmotor, die das
Ausströmen der verbrannten Gase drosselt u. dadurch die Wirkung
der Motorbremse (a) erhöht; -defekt, der: svw. t ^schaden;
-drehzahl, die (Kfz.-T.): Anzalilder Umdrehungen der
Kurbelwelle von Verbrennungsmotoren in der Minute; ^fahrer.
der (schweiz. Amtsspr.): svw. TKraftwagenfahrer; ^fahr-
rad, das: svw. fMofa; -fahrzeug, das: a) (schweiz.
Amtsspr.): svw. t Kraftfahrzeug; b) Fa/irzeug. das mit einem
Motor angetrieben wird, dazu: -fahrzeugsteuer, die
(schweiz. Amtsspr.): svw. f Kraftfahrzeugsteuer; -flug, der:
das Fliegen mit Motorflugzeugen als Sport, dazu: ^fhigzeug,
das: vgl. ^boot; -generator, der (Technik): Aggregat, das
aus einem Motor u. einem Generator besteht; -geräusch,
das. svw. TMotorengeräusch; -haube, die (Kfz.-W.): svw.
tHaube (2a): die M. öffnen, schließen; -iacht, die: vgl.
-boot; -kühking, die (Kfz.-W.); -lebtung. die (Kfz.-W.):
Kraft (5), die ein Motor entwickelt, um ein Fahrzeug od.
eine andere Maschine anzutreiben; ^öl. das (Kfz.-W.): öl
zur Schmierung der beweglichen Teile eines Motors: M.
nachfüllen, wechseln; -pame, die (ugs.): svw. T -schaden;
-pflüg, der: vgl. -boot; -pumpe, die: vgl. -boot; -rad,
das: im Reitsitz zu fahrendes Kraftfahrzeug mit zwei
hintereinander angeordneten gummibereiften [Speichen[rädern «•
einem Tank zwischen Sitz u. Lenker; Kraftrad: das M.
antreten, anwerfen; er fährt ein M. mit Beiwagen; mit
dem M. zur Arbeit fahren, verunglücken; vom M. steigen,
stürzen, dazu: -radbraut, die (ugs. scherzh.): Mädchen,
junge Frau, die /häufig j auf dem Motorrad ihres Freundes
o. ä. mitfährt, -radbrille, die: Schutzbrille für
Motorradfahrer, -radfahrer, der: jmd.. der Motorrad fährt, -radfiißball,
der (Sport): Fußballspiel auf Motorrädern. Motoball, -rad-
rennen, das, -radsport, der; -räum, der (Kfz.-W.): der
Teil eines Kraftfahrzeugs, in dem sich der Motor befindet;
-roller, der: dem Motorrad ähnliches Kraftfahrzeug mit
kleinen Rädern, freiem Durchstieg zwischen den Rädern
u. einer Verkleidung aus Blech, die vorn dem Schutz vor
Schmutz dient; -säae, die: vgl. -boot; -schaden, der:
Schaden am Motor: einen M. haben; mit M. festliegen; -schiff,
das: vgl. -boot; -Schlepper, der (Technik): Traktor;
-schütten, der: vgl. -boot; -segler, der: Segelflugzeug mit
Hilfsmotor; -sport, der: Gesamtheit aller Sportarten mit
Motorfahrzeugen (b). dazu: -Sportveranstaltung, die:
--spritze, die: Feuerspritze, die mit einem Motor angetrieben
wird; -wasche, die.
Motoren- (vgl. auch: Motor-): -bau, der <o. PI.) (Technik):
das Konstruieren. Bauen. Herstellen von Motoren; -ae-
ritoch. das; -läim. der <o. Pl.>; -«I. das (Kfz.-W.): svw.
1822
Möwe
T Motoröl; -räum,der: Raum, in dem sich Antriebsaggregate
befinden.
-motorig [-moto:n<j] in Zusb.. z.B. einmotorig (mit nur
einem Motor ausgestattet): Motorik [moto:rik], die; - [zu
T Motor]: 1. (Med.) Gesamtheit der aktiven, vom Gehirn
aus gesteuerten, koordinierten Bewegungen des menschlichen
Körpers: die M. des Kleinkindes. 2. (Med.) Lehre von
den Funktionen der Bewegung des menschlichen Körpers
u. seiner Organe. 3. (bildungsspr.) gleichmäßiger, keinen
od. nur geringfügigen Schwankungen unterlegener
Bewegungsablauf, Rhythmus: Motoriker [mo'to.Tike], der; -s.
- (bildungsspr.): jmd., dessen Persönlichkeit von auffälliger
Motorik geprägt ist: motorisch [moto:riJl <Adj.; o. Steig.):
1. (Med.) mit der Motorik (1) zusammenhängend: der
Motorik (1) dienend: die Motorik (1) betreffend: -e Unruhe;
-e Reflexe. 2. (bildungsspr.) a) den Motor betreffend: im
Hinblick auf den Motor: die -e Überlegenheit eines
Rennwagens; Der 12 M TS und der Fiat 1 500 sind beide m.
ein wenig stärker (Auto 8. 1965, 25); b) (selten) von einem
Motor angetrieben: eine Kamera mit -em Filmtransport.
3. (bildungsspr.) (von Bewegungsabläufen, Rhythmen o. ä.)
gleichmäßig, ohne od. nur mit geringfügigen Schwankungen:
motorisieren [motori'zi:ran] <sw. V.; hat): X.auf Maschitien
od. Motorfahrzeuge umstellen: mit Maschinen od. Motor-
fahr zeugen ausrüsten: die Landwirtschaft m.; der
motorisierte Verkehr nimmt stetig zu; für motorisierte Besucher
(für Besucher, die ein Kraftfahrzeug haben) sind
genügend Parkplätze vorhanden; die Jugend ist motorisiert
(ugs.; ist mit Kraftfahrzeugen ausgerüstet). 2. einen Motor
einbauen: mit einem Motor versehen: ein Boot m.; das
Motorrad soll stärker motorisiert werden (solleinen
stärkeren Motor bekommen). 3. <m. -I- sich) (ugs.) sich ein
Kraftfahrzeug anschaffen: wir haben uns motorisiert;
<Abl.:> Motorisierung, die; -. -en <P1. selten): a) das
Umstellen auf Kraftfahrzeuge: die M. nimmt weiter zu; b) das
Motorisieren (2): M. bis 3 PS.
Motte ['matal. die; -. -n [spätmhd. motte, mniederd. motte,
mutte. H. u.l: l.in zahlreichen Arten vorkommender kleiner
Schmetterling mit dichtbehaartem Körper, dessen Raupen
sich bes. von Wollstoffen, Pelzen o.a. ernähren: in dem
Pelz sind [diel-n; die Verbrecher werden von der Stadt
angezogen wie die -n vom Licht; eine M. Tangen,
totschlagen; in den Mantel sind -n gekommen; die Kleider waren
von -n zerfressen; * die -n haben (salopp; an
Lungentuberkulose leiden: nach dem Vergleich des angegriffenen Organs
mit einem von Motten zerfressenen Stoflfgewebe); [ach.]
du kriegst die-n! (ugs.. bes. berlin.; Ausruf des Erstaunens,
der Bestürzung): Stefan eilte hinter die Bühne. Der
General, flüsterte er. Du kriegst die -n. sagte der Schauspieler
(Kuby. Sieg 310); -n [im Kopf] haben (ugs.; merkwürdige
Einfälle, verrückte Gedanken haben). 2.a) (salopp)
Mädchen, junge [leichtlebige] Frau: eine kesse. tolle M.; Sie
halten sich eine hübsche M.. die doof ist. aber einen dicken
Busen hat (Spiegel 36. 1974. 65); b) (ugs.) jmd., der sehr
lebenslustig, jederzeit zu Spaßen aufgelegt ist.
motten [motn] <sw. V.; hat) [wohl zu mhd. (auch md.)
mot = Torfterde)] (südd.. Schweiz.): schwelen, glimmen:
das nasse Holz brennt nicht, es mottet nur.
matten-. Motten- (Motte): -bekämpfiing, die <o. PI.); --echt
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw. tatest: ^fest <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.): so beschaffen, daß es nicht von Motten
zerfressen werden kann: -fraß, der <PI. selten): das
Zerfressen von Wollstoffen, Pelzen o.a. durch Motten: -kiste,
die: a) (veraltet) Behälter, in dem Kleidung mottensicher
aufbewahrt wurde: die Kostüme in einer M. verstauen;
b) Bestand an Vergangenem, längst Überholtem,
Altmodischem, Verstaubtem o.a.: Filme, ein Theaterstück, alte
Geschichten aus der M. [hervorlholen; so richtig in der
M. der Vergangenheit wühlen; nach M. riechen; -kugel,
die: stark riechendes, giftiges Mittel in Form einer kleinen
Kugel zur Bekämpfung von Motten: es. die Frau roch nach
-n; -laus, die: svw. T Mottenschildlaus; -loch, das: Loch,
das von Motten in ein Gewebe gefressen worden ist: ^pulver,
das: vgl. ^kugel; -sack, der: Sack aus Plastik o.a. zum
Einmotten von Kleidung: -schildlaus, die: in zahlreichen
Arten vorkommendes Insekt, das wie eine Motte aussieht
u. als Schädling an Pflanzen saugt: -Schutzmittel, das;
^sicher <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sicher gegen Motten:
-zerfressen <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): von Motten
zerfressen.
Motto [mDtol. das; -s. -s [ital. motto = Wahlspruch <
spätlat. muttum = Muckser, lautm.] (bildungsspr.): a)
Wahlspruch: sich etw. als M. wählen; das M. seines
Handelns heißt ...; nach einem bestimmten M. leben; etw.
steht unter einem bestimmten M.; b) Satz mit einer
bestimmten zusammenfassenden Aussage, der einem Buch,
Kapitel o. ä. zur Kennzeichnung des Inhalts od. der Absicht,
die der Verfasser verfolgt, vorangestellt wird: über dem
Buch steht das M. ...; jedes Kapitel des Romans trägt
ein M.
Motuproprio [motu'pro:prio], das; -s. -s [lat. motu proprio
= aus eigenem Antrieb] (kath. Kirche): Erlaß, der auf
Grund persönlicher Initiative des Papstes ergeht.
motzen [ma&n] <sw. V.; hat) [H. u.]: a) (ugs.) mit etw.
nicht einverstanden sein u. seinen Unmut darüber äußern,
nörgelnd schimpfen: über die Lehrer m.; er motzt gegen
alles und jeden; b) (landsch.) durch eigensinniges Schweigen
Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen: schmollen: er
spricht nicht mehr mit mir, er motzt schon seit drei Tagen.
Motzen [-1 nur in der Wendung bis M. schlafen (berlin.;
sehr lange schlafen).
motzig [moißKj] <Adj.) [zu tmotzenI (ugs.): unzufrieden u.
unmutig [schimpfend]: sei doch nicht immer so m.!; b)
durch eigensinniges Schweigen Unzufriedenheit zum
Ausdruck bringend: schmollend: m. dasitzen.
Mouche [muj]. die; -. -n [frz. mouche Fliege < lat. musca
= Fliege, lautm.]: 1. (bildungsspr.) Schönheitspflästerchen.
2. (Sport) Treffer in den absoluten Mittelpunkt der
Zielscheibe beim Schießen: Mouches volantes [muivdlä:t] <PI.) [frz.
mouches volantes = fliegende Mücken] (Med.):
Sehstörung, bei der gegen einen hellen Hintergrund kleine schwarze
Flecken gesehen werden.
mouillieren [mu'ji.ren] <sw. V.; hat) [frz. mouiller < vlat.
molliäre. zu lat. mollis = weich] (Phonetik): bestimmte
Konsonanten mit Hilfe von j erweichen: ..brillant" wird
mit mouilliertem 1 ausgesprochen; <Abl.:> Mouillierung,
die; -. -en.
Moulage [mu:la:3dl. der; -. -s. auch: die; -. -n [frz. moulage.
zu: moule = Gießform < lat. modulus. t 'Modul] (Med.):
aus Wachs, Gips o. ä. hergestelltes /farbiges] Modell eines
Organs, des Körpers od. eines Körperteils: Man macht
eine M. von ihr (Döblin. Berlin 417).
Moulinage [mulina:3d]. die; - [frz. moulinage] (Textilind.
veraltet): das Zwirnen der Seide: Mouline [muli'ne:]. den
-s. -s [frz. moulinö] (Textilind.): 1. Zwirn aus
verschiedenfarbigen Garnen. 2. Gewebe aus Mouline (\): moulinieren [muli-
ni:ran] <sw. V.; hat) [frz. mouliner. eigtl. = mahlen, zu:
moulin < spätlat. molinum = Mühle] (Textilind.): Seide
zwirnen.
Mound [maund]. der; -s. -s [engl, mound. H. u.] (Völkerk.):
vorgeschichtlicher indianischer Erdwall als Grabhügel,
Verteidigungsanlage od. Kultstätte.
Mousse [mos], die; -. -s [mos; frz. mousse = Schaum <
lat. mulsum = mit Honig vermischter Wein] (Kochk.):
a) kalte Vorspeise aus püriertem, unter Zugabe von Gelatine
in kleine Förmchen gefüllten Schinken, zartem Fleisch u. a.:
b) (meist mit Schokolade hergestellte) schaumartige
Süßspeise.
Mousseline: f Musselin.
Mousseron: T Musseron.
moussieren [mo'si:ren] <sw. V.; hat) [frz. mousser. zu:
mousse = Schaum]: (von Wein od. Sekt) perlen: in Bläschen
schäumen: moussierender Sekt; der Wein moussiert ja!;
Ü moussierende gute Laune.
Mousterien Dnuste'ijjE:]. das; -[s] [frz. moustärien. nach dem
frz. Fundort Le Moustiers] (Anthrop.) Kulturstufe der
älteren Steinzeit.
Movens['mo:vens]. das; - Dat. movens. 1. Part, von: movere,
tmovieren] (bildungsspr.): bewegender Grund, Antrieb!s-
kraft], Ursache: movieren [mo'vi:ren] <sw. V.; hat) [zu
lat. movere, t Motor] (Sprachw.): eine Motion (3)
vornehmen: <Abl.:> Movferung, die; -. -en: svw. t Motion (3);
Movknento [movi'mento], das; -s. ...ti [ital. movimentol
(Musik): ital. Bez. für Zeitmaß, Tempo.
Möwe[m0:v9].die: -. -n [ausdem Niederd. < mnd. mewe.
H.u.; wohl lautm.]: gesellig am Meer u. an Seen lebender,
meist weißer, mittelgroßer Vogel mit hakig gebogenem
Schnabel u. schmalen, am Ende zugespitzten Flügeln, der
sich auch auf dem Wasser niederlassen kann: Die -n
flatterten und kreischten (Gaiser. Jagd 199).
1823
Möwen-
Möwen-: ~ei. das; -schrei, der; ^vogel, der (Zool.): in
zahlreichen Arten vorkommender, am Meer u. an Seen lebender
mittelgroßer Vogel mit schmalen, langen Flügeln.
Mazartkuael [mo:$art-]( die; -. -n [das Konfekt wurde
zuerst in Salzburg, der Geburtsstadt des österr.
Komponisten W. A. Mozart (1756-1791). hergestellt u. nach ihm
benanntl: Süßigkeit in Form einer Kugel, die außen mit
Schokolade überzogen ist u. innen mit einem Gemisch aus
von Rum getränktem Marzipan u. Nougat gefüllt ist:
Mozartzopf [mo-.&art-l.der; -[eis. ...zöpfe [nach den bildlichen
Darstellungen bes. des Jungen Mozarts mit dieser fiir das
18. Jh. charakteristischen Haarmodel: am Hinterkopf mit
einer Schleife zusammengebundener kurzer Zopf
MP.MPi['em'pi:l.die;-.-s: Kurzwort für: Maschinenpistole.
Muck [mokl, der; -s. -e <PI. selten) (ugs.): svw. f Mucks.
'Mucke [mukdl. die; -. -n [2: viell. (mit späterer Anlehnung
an 'Mucke 1) urspr. zu t mucken]: l.(südd.)svw. f Mücke.
2. <PI.> (ugs.) unangenehme Eigenart, Eigensinnigkeit, die
oft durch mürrisches Verhalten od. abweisendes Schweigen
gekennzeichnet ist: merkwürdige, eigensinnige Laune, die
als unangenehm empfunden wird: [seine] -n haben; jmdm.
seine -n austreiben; Ü das Auto, der Motor hat [seine]
-n (funktioniert nicht so, wie es sein soll): die Sache, die
Angelegenheit hat ihre -n (ist nicht ganz einfach, bereitet
Schwierigkeiten).
*Mucke [-1. die; -. -n [engl.-amerik. muck, eigtl. =
Dreckarbeit (b)l (Musik Jargon): svw. T^ig (1).
Mücke [mYkd].die; -. -n [mhd. mucke, ahd. mucka. urspr.
lautm.; 3: H.u.l: 1. in vielen Arten vorkommendes, kleines,
blutsaugendes Insekt, das oft in einem größeren Schwärm
auftritt: die -n spielen, schwärmen, tanzen, stechen,
umschwirren das Licht, sirren in der Luft; die -n fressen
mich noch auf (ugs. emotional; belästigen u. stechen mich
sehr): eine M. fangen; bei jedem Schritt scheuchten wir
Schwärme von -n auf (Lenz. Muckefuck 174); *aus einer
M. einen Elefanten machen (ugs.; etw. tnaßlos übertreiben)',
[eine] M. machen (salopp; schnell weggehen, verschwinden:
vgl. Fliege 1): Mach M.! Hau ab mit deinem Gelaber
(Degener, Heimsuchung 118). 2. (südd.) svw. T Fliege (1).
3. (salopp) a) Geld: eine Menge -n machen; -n abharken
(ab-, wegnehmen, erpressen): b) Mark: leih mir mal hundert
-n!
Muckefuck ['mokafokl, der; -s [aus rhein. Mucken = braune
Stauberde, verwestes Holz (wohl im scherzh. Vergleich
mit Kaffeesatz) u. fuck = faul] (ugs.): a) Kaffee-Ersatz:
Malzkaffee: ..Übrigens ist der Kaflee bloß M. und die
Butter Margarine" (Fallada. Jeder 394); kalten M. trinken;
b) dünner, schlechter Kaffee: Eine dünne Brühe, die ...
als M. belächelt wird (Welt 26. 1. 76. 14).
mucken l'mokn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mnie-
derd. mucken, urspr. lautm.1 (ugs.): leise murren,
aufbegehren: aufmucksen: er nahm das hin. ohne zu m.; er muckt
natürlich wieder!; <subst.:> er nahm den Rüffel ohne M.
hin.
Micken-: -bekämpfiing, die <o. PL); Mireck, der: 1. svw.
f Fliegendreck. 2. (ugs. abwertend): lächerliche
Angelegenheit, Kleinigkeit: sich über jeden M. aufregen; -klatsche.
die: svw. T Fliegenklatsche; -köpf, der (landsch.. bes.
ostmd.): widerspenstiger, eigensinniger Mensch: -netz, das:
vgl. Moskitonetz; -plane, die; -schiß, der: 1. (salopp) svw.
T^dreck. 2. <PI.> (landsch.) Sommersprossen:
-Schutzmittel, das; -schwärm, der; -stich, der.
Mucker ['mokel. der; -s. - [zu f mucken] (ugs. abwertend):
1. Duckmäuser: ein [richtiger! M. sein. 2. (landsch.)
griesgrämiger Mensch: muckerisch ['mukdrijl <Adj.) (ugs.
abwertend): wie ein Mucker: Muckertum [moketu.m], das;
-s (ugs.): menschliche Haltung, die Ausdruck von Feigheit,
Heuchelei u. Kriecherei ist: muckisch ['mokij] <Adj.>
(veraltet, noch landsch.): verdrießlich: Mucks [moksl. der; -es,
-e <PI. selten) (ugs.): kurze, kaum vernehmbare,
halbunterdrückte Äußerung / u. Regung] (als Ausdruck des
Aufbegehrens): der (Lehrer) machte sich einen Spaß daraus, uns
zu beherrschen.... jeder M. wurde registriert (Kempowski.
Immer 117); keinen M. sagen, tun. von sich geben; ich
warne dich, ich -will jetzt keinen M. (kein Wort)
mehr hören!; U der Motor sagt keinen M. (springt
nicht an): Die Familienuhr lag auf dem Gesicht und gab
keinen M. mehr von sich {war kaputt: Kempowski.
Tadelloser 319); muckschen ['mükjnl <sw. V.; hat)
(landsch.. bes. ostmd.): verärgert, mürrisch sein u.
abweisend schweigen: komm, mucksch doch nicht so!; mucksen
[moksn]<sw. V.;hat)[mhd.muchzen.ahd. [irjmuccazzanl
(ugs): 1. sich durch einen Laut od. eine Bewegung bemerkbar
machen: So. der wird nicht m. die nächste Stunde (Fallada.
Jeder 26S); sie hat beim Zahnarzt nicht gemuckst; (meist
m. + sich:) die Kinder wagten nicht, sich zu m.; Ü Die
Flak muckste sich nicht, blieb fein still (Kempowski.
Tadelloser 332). 2. aufbegehren, sich auflehnen: keiner
wagte es mehr, [sich] zu m.; Kühn ... hatte sich nicht nach
dem Verbot gemuckst (Kühn. Zeit 100); Muckser l'mokse],
der; -s. - (ugs.): svw. T Mucks; mgcksrnJusrhenstjH <Adj.;
0. Steig.; nicht attr.) (ugs. emotional verstärkend): so still
[vor angespannter Erwartung, Aufmerksamkeit], daß nicht
das geringste Geräusch zu hören ist: die Kinder sind m.;
es wurde m. im Saal; sich m. verhalten.
Mud, (auch:) Mudd Imot], der; -s [mniederd. mudde. zu
TModerl (nordd.): 1. Schlamm: im M. steckenbleiben. 2.
Bodensatz, bes. Kaffeesatz: heißes Wasser auf den M.
schütten; Muddel [modj], der; -s (nordd.): 1. übelriechendes,
schlammiges Wasser. 2.a) svw. fMudd (2); b) dünner,
schlechter Kaffee: das ist doch der reinste M. 3.a)
Unordnung u. Unsauberkeit: b) unordentliche, unsaubere Arbeit:
muddeln ['modln] <sw. V.; hat) (nordd.): 1. wühlen: im
Wasser. Dreck m. 2. erw. unsauber, unordentlich ausführen,
anfertigen: die Arbeit ist gemuddelt; muddig [modicl
<Adj.> (nordd.): schlammig: ein -es Gewässer.
müde ['my:da] <Adj.) [mhd. müede. ahd. muodi. urspr.
= sich gemüht habendi: a) in einer Verfassung, einem
Zustand, der Schlaf erfordert: nach Schlaf verlangend: die
-n Kinder ins Bett bringen; sie war so m.. daß sie sofort
einschlief; angenehm, unbeschreiblich, (ugs.:) wahnsinnig,
rechtschaffen (geh.; sehr) m. sein; er war m. wie ein Hund
(ugs.; sehr müde): ich bin zum Umfallen. Umsinken.
Sterben (ugs.; sehr) m.; die Kinder sind vom Toben m.; Bier
macht m.; sie wird endlich m.; sich m. laufen, weinen;
b) /nach Anstrengung, übermäßiger Beanspruchung o.a.]
erschöpft, ohne Kraft od. Schwung [etw. zu tun]: in einer
Weise abgespannt, daßjmd. nur niKh mit Mühe eine
Tätigkeit verrichten kann u. nach Ruhe verlangt: ein -r Wanderer,
seine -n Glieder, seinen -n Körper ausruhen; sie war m.
von der schweren Arbeit, vom weiten Weg; ihr Gesicht
sah klein und m. aus; ein Pferd m. reiten, jagen; Ü für
diese Behauptung hatte er nur ein -s (schwaches) Lächeln;
ein -er Motor (Motor ohne großes Anzugsvermögen): er
hatte ganz m. (glanzlose, von Müdigkeit zeugende) Augen;
sie ging mit -n (langsamen, schleppenden) Schritten auf
das Haus zu; *imdn., etw.(geh.) imds., einer Sache m.
sein/werden (jmdn.,etw./jmds., einer Sache überdrüssig seinl
werden): ich bin es m.. immer die gleiche Arbeit zu tun;
des Lebens m. sein; Sie entzückte mich ein paar Tage,
dann wurde ich ihrer m. (Genet [Übers.l. Tagebuch 133);
nicht m. werden, etw. zu tun (nicht aufhören, sich nicht
davon abbringen lassen, etw. zu tun): er wurde nicht m..
seine Unschuld zu beteuern; -müde in Zus. mit der Bed.
überdrüssig, z. B. amtsmüde, kinomüde, kindermüde.
Mudeiarstil [mu'dexar-1. der; -[eis [nach den Mudejaren.
arabischen Künstlern u. Handwebern] (bild. Kunst. Ar-
chit.): auf maurischem u. gotischem Formengut basierender
Bau- u. Dekorationsstil in Spanien im 14./15. Jh.
Müdigkeit [my:dick<tit]. die; - [mhd. müdecheit]: a)
Verfassung, Zustand, der Schlaf erfordert: eine große, tiefe,
bleierne M.; M. kam über ihn. legte sich auf ihn; ihre M.
war verflogen; M. verspüren; die M. überwinden; gegen
die M. ankämpfen; von M. übermannt werden; vor M.
umsinken, einschlafen, schwanken; *[nur] keine M.
vorschützen! (ugs.; keine Ausflüchte!)'. Nur keine M.
vorschützen, sagte Dammers. was sein muß. muß sein (Kuby.
Sieg 27); b) Zustand der Erschöpfung, Abgespanntheit: aus
seinem Gesicht wich jede M.; Sie hatte jede Spur M.
sorgfältig vertilgt (Seghers. Transit 194); -müdtgkeit, die;
-: Grundwort in Zus. mit der Bed. Überdruß: Verdruß.
z. B. Staatsmüdigkeit. Zivilisationsmüdigkeit.
Mudir [mu'di.'sl. der; -s. -e [türk. müdir < arab. mudirl:
1. Leiter eines Verwaltungsbezirks in Ägypten. 2.
Beamtentitel in orientalischen Ländern.
Müesli [my:eslil. das; -s (Schweiz.): svw. fMüsli.
Muezzin [mu'etßi:nl. der; -s. -s [arab. mu'addinl (islam.
Religion): Gebetsrufer auf dem Minarett.
•Muff [mofi. der; -[eis [H.u.l (nordd.): modriger, dumpfer
Geruch: im Keller. Hausflur ist immer ein schrecklicher
1824
Mühle
Geruch: im Keller. Hausflur ist immer ein schrecklicher
M.; Sie roch nach M. und so ähnlich (Lynen. Kentauren-
fährte 220); Ü ... [und] unter den Talaren der M. von
tausend Jahren (Spottvers der Studentenbewegung Ende
der sechziger Jahre).
2Muff [-], der; -s, -e [zu t'muffeln] (nordd): l Muffel (1 a).
3Muff [-]. der; -[e]s. -e <Vkl. tMüffchen) [älter: Muffel,
mniederl. muffel < (a)frz. moufle = Pelzhandschuh <
mlat. muffula. wohl aus dem Germ.]: meist von Frauen
od. Mädchen getragene längliche Hülle aus Pelz o.a.. in
die man zum Schutz vor Kälte die Hände von links u.
rechts hineinsteckt: einen M. tragen; die Hände im M.
wärmen; Müffchen [mYfipn], das; -s. -: t'Muff.
Muffe ['mofal. die; -. -n [eigtl. niederd. Nebenf. von T 3Muff.
nach der Form]: 1. (Technik) a) Verbindungsstück (in Form
eines Hohlzylinders), durch das zwei Rohre verbunden
werden: b) auf eine Welle od. Achse aufgeschobenes, rohrförmi-
ges Stück, das nicht an der Drehung der Welle od. Achse
teilnimmt. 2. * imdm. geht die M. [eins zu hunderttausend]
(ugs.; jmd. schlottert vor Angst): M. haben (salopp; Angst
hohen). 3. (derb) svw. T Vulva.
'Muffel ['mofll. der; -s. - [zu T'muffeln]: 1. (ugs.) a)
mürrischer, unfreundlicher Mensch: du bist einfach ein
schrecklicher M.; b) jmd.. der einem bestimmten Trend, einer
bestimmten Sache gleichgültig, desinteressiert gegenübersteht,
sich nicht darum kümmert: vgl. ^muffel. 2. (Jägerspr.)
Maul u. Umgebung der Nasenlöcher bei Wiederkäuern. 3.
(Zool.) svw. f Nasenspiegel (2).
Muffel [-], der; -s. - [eigtl. = Mundvoll] (md.): kleiner
Bissen, Häppchen: ein M. Brot; ich habe heute noch keinen
M. (überhaupt noch nichts) gegessen.
Muffel [-]. die; -. -n zu [3MufT. nach der Form] (Technik):
feuerfestes, von außen beheiztes Gefäß zur Destillation (1).
zum Härten von Stahlwerkzeugen, zum Emaillieren u. zum
Brennen von Keramik.
^Muffel [-], das; -s, -: svw. T Mufflon.
-muffel [-mofl], der; -s. - (ugs.): Grundwort in Zus. mit
der Bed.: 1. svw. t'Muffel da). z.B. Morgenmuffel. 2.
svw. T'Muffel (1 b). z.B. Krawattenmuffel. Sexmuffel.
MyffeHarbe.die; -, -n (meist PI.) [zu T 3Muffel]
(Kunsthandwerk): Farbe, die in eine Glasur eingebrannt wird.
'muffelig, mufflig [mofl(3)li<;] <Adj.) [zu T 'muffeln] (ugs..
meist abwertend): mürrisch, unfreundlich u. dabei ein sehr
unfreundliches Gesicht machend: ein -er Mensch.
taffelig,mufflig [-] <Adj.> [zu Trüffeln] (ugs. abwertend):
nach 'Muff riechend: in dem Zimmer roch es m.
'muffeln [mofln] <sw. V.; hat) [wohl verw. mit niederl.
moppen, niederd. mopen. T Mops]: a) (ugs.. meist
abwertend) 'muffelig sein: der Chef muffelt schon den ganzen
Tag; b) (ugs.) etw. mürrisch u. undeutlich äußern, sagen:
er muffelte etwas in seinen Bart; ..Das sagte ich doch",
muffelte Herr Radau (Bieter. Bonifaz 157).
'muffeln [-] <sw. V.; hat) [zu T'Muffl (landsch.): lmuffig,
nach 'Muff riechen: im Keller muffelt es.
^muffeln [-] <sw. V.; hat) [zu 2Muffel] (ugs.) ständig (mit
sehr vollem Mund] kauen, essen: der muffelt ganz schön.
muffeln ['imfln] <sw. V.; hat) [zu T 'Muff) (landsch.): svw.
T-muffeln.
Muffelofen, der; -s. -Öfen [t'Muffel]: Ofen zur Beheizung
von ^Muffeln.
Mgffeltier, das; -[eis, -e [T4Muffel] (Jägerspr.): svw.
TMufflon. Muffelwild, das; -[e]s (Jägerspr.): svw. t Mufflon.
muffen [mofn] <sw. V.; hat) (landsch.): svw. Trüffeln.
Myffensausen! das; -s (derb): svw. T Aftersausen.
'muffig [mofi<;] <Adj.) [zu T'Muffl: nach 'Muff riechend:
-e Amtsstuben; Treppenhaus und Korridor rochen m.;
Ü heute pflegen Partei und Komsomol -e (kleinbürgerliche)
Prüderie (Spiegel 25. 1966. 109).
2mufl1g [-] <Adj.) [zu f'muffeln] (ugs.. meist abwertend):
mürrisch, unfreundlich: ein -es Gesicht machen; er gab
m. Antwort.
'Mattigkeit, die; - (selten): xmuffige Luft o.a.: er saß da.
in der M. der Knejpe.
^yffigkeit, die; -: 2muffiges Wesen.
Muflins [mAfmz] <PI.) [engl, muffins. H.u.]: in kleinen
Förmchen gebackenes Kleingebäck aus Mürbeteig.
'mufflig: T 'muffelig.
2inufl1i8: t Muffelig.
Mufflon t'mofbn], der; -s. -s [frz. mouflon < ital. mufrone,
aus dem Altsardischen]: braunes Wildschaf mit großen.
uuer geringelten, nach hinten gebogenen od. kurzen, nach
oben gerichteten Hörnern, das auf Sardinien u. Korsika
lebt.
Mufti[mofti],der; -s.-s[arab. mufti]: islamischer
Rechtsgelehrter.
Mugel ['mu:gj]. der; -s. -[n] [spätmhd. mugel = Klumpen.
Rundliches] (österr.): kleiner Hügel: die Abfahrtsstrecke
hat viele M.; auf dem M. abschwingen; mugelig, (auch:)
muglig ['mu:g(d)li<;] <Adj.) (Fachspr): (von
Schmucksteinen) gewölbt geschliffen.
muh! Imu:] <Interj.) (Kinderspr.): lautm. für das Brüllen
der Kuh: m. machen, schreien.
Mühe [my:3], die; -. -n [mhd. müe(je). ahd. muohl]: mit
Schwierigkeiten od. bestimmten Belastungen verbundene
Anstrengung; zeitraubender [ Arbeits]aufwand: große,
schwere, unendliche, unbeschreibliche, vergebliche -n; das ist
verlorene M. (das ist vergeblich, nützt nichts); die -n des
Tages; die kleine M. hat [sich] gelohnt, ist nicht umsonst
gewesen; mit der Arbeit viel, wenig, keine M. haben; er
hatte alle M. (es kostete ihn einige Anstrengung). die Sache
wieder in Ordnung zu bringen; die Verteidigung hatte
viel M. (Schwierigkeiten) mit dem gegnerischen Sturm;
etw. bereitet, kostet, verursacht M.; das bißchen M. können
wir schon auf uns nehmen; er scheute keine M.. sein
Ziel zu erreichen; man braucht sich dabei gar nicht so
viel M. zu machen; machen Sie sich bitte keine M.! (keim
Umstände bitte!); ich nehme mir die M.; die M. kannst
du dir sparen (es ist zwecklos; das lohnt nicht; du erreichst
nichts); ich möchte mich für die M., die Sie sich gemacht
haben, bedanken; (geh.:) ich unterziehe mich der M.; sie
hatten ein Leben voller-n; mit äußerster M. etwas schaffen;
meine Eltern haben die Schulden nur mit M. bezahlen
können; wir haben nach vielen -n herausgefunden, wie
die Aufgabe zu lösen ist; *sich M. geben (sich bemühen,
anstrengen): ich gab mir M.. laut zu sprechen; er gibt
sich [jede, alle nur erdenkliche] M. mit dem Kind; geben
Sie sich doch etwas M.!; der/(seltener:) die M. wert sein
(sich lohnen): die Sache ist nicht der M. wert, länger
behandelt zu werden; mit Müh und Not (mit großen
Schwierigkeiten; gerade noch): er hat die Prüfung mit M. und
Not bestanden.
mühe-. Mühe: ^los <Adj.; -er. -este): ohne Mühe; nicht die
geringste Schwierigkeit bereitend (Ggs.: mühevoll): das war
ein -er Aufstieg; der Sieg gelang m.; etwas m. schaffen,
dazu: -losigkeit, die; -; -voll <Adj.; nicht adv.): große
Mühe u. Anstrengung erfordernd (Ggs.: mühelos): -e
Fürsorgearbeit leisten; es war ein langer und -er Weg bis
zum Examen; etw. in -er Kleinarbeit aufbauen; -waltung
[-valtool. die; - (Papierdt.): Mühe; freundliches
Entgegenkommen (meist in Geschäftsbriefen als Grußformel am
Briefschluß): für Ihre M. dankend, verbleiben wir ...
muhen ['muian] <sw. V.; hat) [spätmhd. muhen, lautm.]:
(vom Rind) brüllen.
mühen [my:3n], sich <sw. V.; hat) [mhd. müe(je)n. ahd.
muoen] (meist geh.): 1. sich anstrengen (1 a): die Männer
mühten sich vergeblich; ich werde mich m., diesen
Erwartungen gerecht zu werden; Wohl mußte er sich mit dem
Holzschnitzen ... ernstlich m. (Hesse. Narziß 212). 2. sich
um jmdn.. etw. bemühen (1 b): Flora in jener Zeit, um
die Arlecq sich müht (Fries. Weg 97).
Muhkuh, die; - (Kinderspr.): Kuh.
Mühl- (vgl. auch: Mühlen-), -bach, der: Bach, der das
Mühlradeiner Wassermühle treibt; -gang, der: svw. T Mahlgang;
-gerinne, das: Wasserlauf .der zum Mühlrad führt; -graben,
der: svw. t ^bach; ^rad. das: Treibrad einer Wassermühle:
das M. dreht sich langsam; R mir geht [es wie] ein M.
im Kopf herum (ugs.; ich bin ganz konfus, verwirrt)', ^stein.
der: großer Stein in Form eines Rades zum Zermahlen
von Getreide; ^wehr. das:2 Wehr für den Mühlbach; ^werk.
das: Getriebe einer Mühle.
Mühle [*my:b], die; -. -n [mhd. mül(e), ahd. muli(n) <
spätlat. mollna. zu lat. molere = mahlen]: l.a) durch
Motorkraft. Wind od. Wasser betriebene Anlage zum
Zermahlen. Zerkleinern von körnigem, bröckligem Material,
bes. zum Mahlen von Getreide: die M. klappert, geht, ist
noch in Betrieb, steht still; die M. dreht sich (ugs.; die
Flügel drehen sich; das Mühlrad dreht sich): das Getreide
zur M. bringen; Spr Gottes -n mahlen langsam [aber
trefflich fein] (tGott 1); wenn die M. steht, kann der Müller
nicht schlafen (durch das Ungewohnte kommt man aus
115 GDW
1825
Mühlen-
dem Gleichgewicht); U in die M. der Verwaltung, Justiz
(in eine langwierige, schleppende [u. aussichtslos
erscheinende] Prozedur! geraten; jmds. M. steht seten/niemab
still (ugs. veraltend; jmd. redet ununterbrochen): Wasser/
(seltener:) Wind auf jmds. M. sein (ugs.; jmds. Ansichten
bestätigen; jmds. Absichten unterstützen; jmds. Vorhaben
fördern); jmdn. durch die M. drehen (salopp; jmdm. hart
zusetzen): b) Haushaltsgerät zum Zermahlen von Kaffee,
Gewürzen o.a.: Nina ... mahlte Kaffee in ihrer türkischen
M. (Rinser, Mitte 121). 2. Gebäude, in dem die Mühle
(1 a) steht: eine verfallene, idyllisch gelegene M.; die M.
liegt am Bach; eine alte M. zum Haus umbauen. 3.a)
<o. PI.; o. Art.) Brettspiel für zwei Personen, die je 9
Spielsteine auf ein mit Punkten versehenes Liniensystem
setzen u. dabei versuchen, eine Figur aus drei
nebeneinanderliegenden Steinen zu bilden, wobei dem Gegner jedesmal
ein Spielstein weggenommen wird; Mühlespiel: M. spielen;
b) Figur aus drei nebeneinanderliegenden Spielsteinen beim
Mühlespiel: die M. öffnen, schließen. 4. (ugs. abwertend)
/altes/ motorisiertes Fahr- od. Flugzeug: das ist ja eine
tolle M.; Eine der ..alten Mühlen" stürzte in ein Kornfeld
(Hörzu 4, 1977. 18). 5. (Ringen) Griff, bei dem der Gegner
aus dem Stand gehoben, in der Luft im Kreis gedreht u.
dann auf beide Schultern geworfen wird.
Mühlen- (vgl. auch: Mühl-): -bauer, der: Handwerker, der
Mühlen (1 a) baut (Berufsbez.); -bereiter, der: Vorarbeiter
in einer Papiermühle; -flügel: Flügel einer Windmühle;
^rad, das: svw. t Mühlrad.
Mühlespiel, das; -le]s. -e: svw. f Mühle (3 a).
Mühmchen [my:m^n].das; -s. -: f Muhme: Muhme [mu.ms].
die; -. -n [mhd. muome. ahd. muoma. urspr. = Schwester
der Mutter] (veraltet, noch scherzh.): a) Tante; b) weibliche
Verwandte.
Mühsal [my:za:l], die; -. -e [mhd. miiesai] (geh.): große
Mühe, Anstrengung: die M. der ersten Nachkriegsjahre;
Macht Eure -e zu den unsrigen (Hacks. Stücke 97); mühsam
f'my:za:m] <Adj.>: mit großer Mühe, Anstrengung
verbunden: -e Kleinarbeit: m. verschafft er sich noch einmal
Gehör; mühselig [my:ze:li<;] <Adj.) [mhd. müesalic. spät-
ahd. muosalig] (meist geh.): beschwerlich und mit /so]
viel Mühe, Anstrengung verbunden [, daß die Kräfte kaum
mehr ausreichen!: ein -es Leben; sich m. erheben: <Abl.:>
Mühseligkeit, die; -. -en.
mukös [muk0:sl <Adj.: Steig, ungebr.: nicht adv.) [lat.
mucosus, zu: mücus = (Nasen)schleim] (Med.): schleimig;
schleimabsondernd.
Mulatte [mu'lato], der; -n. -n lspan. mulato. zu: mulo =
Maultier, nach dem Vergleich mit dem Bastard aus Pferd
u. Esel]: Mischling als Kind eines schwarzen u. eines weißen
Elternteils; Mulattin, die: -. -nen: w. Form zu f Mulatte.
Mulch [mol<;]. der; -[eis. -e [engl, mulch. verw. mit tmulsch.
molsch] (Landw.. Gartenbau): Bodenbedeckung aus Stroh,
Gras o.a. od. synthetischen Schaumstoffen zur
Förderung der Bodengare u. zum Schutz vor Erosion, Deflation
(2) od. Verdunstung.
Muldie [mul^d]. die:-[f Mulchen] (Landw. landsch.): Milch,
aus der Käse gemacht wird.
mulchen [mokpn] <sw. V.; hat) (Landw.. Gartenbau): den
Boden mit Mulch bedecken.
Mulchen [-]. das; -s [mhd. molchen, zu f Molke] (Landw.
landsch.): Gesamtertrag der Milchwirtschaft in einem
bestimmten Zeitraum.
Mulde l'mokb], die; -. -n [2: mhd. mulde. wohl umgebildet
aus mhd. mu(o)lter.ahd.muolt(e)ra.mulhtra < lat. mulc-
tra = Melkkübel]: 1. leichte fnatürliche] Vertiefung im
Boden, in einem Gelände: die M. war voller Blatter, mit
Teer aufgefüllt; er lag in einer flachen M. 2. (landsch.)
großes, längliches Gefäß. Trog: den Teig aus der M.
nehmen: das Fleisch liegt noch in der M.; * wie mit -n regnen/
gießen (landsch.; stark regnen).
Muli [mu:li], das; -s. -s [südd.. österr.): Maidesel.
Mulinee: f Moulinö; mulinieren: tmoulinieren.
'Mull [mul], der; -[e]s. (Arten.) -e [engl. muH. gek. aus:
mulmul < Hindi malmal. eigtl. = sehr weich]: sehr leichtes,
weitmaschiges Gewebe aus Baumwolle: Windeln aus M.
'Mull [-]. der; -[eis. -e [mniederd. mul(l). vgl. Müll] (nordd.):
weicher, lockerer Humusboden.
Myll- ('Mull): -binde, die: Binde (1 a) aus Mull; -gardine,
die: vgl. -binde; -kleid, das: vgl. -binde; -windel, die:
vgl. ^binde.
Müll [myl], der; -s [aus dem Niederd. < mniederd. mul.
zu mhd. müllen. ahd. mullen = zerreiben]: fester Abfall
eines Haushalts, Gewerbe- od. Industriebetriebs o.a., der
in bestimmten Behältern gesammelt [u. von der Müllabfuhr
abgeholt] wird: der M. fault, stinkt, liegt herum; der M.
wird einmal in der Woche abgeholt; radioaktiver M.; das
kommt alles in den. zum M.
Müll-: -abfuhr, die: 1. Abtransport von Müll durch eine
kommunale Anstalt. 2. für die Müllabfuhr zuständige
kommunale Anstalt: die städtische M.; die M. leert (die Arbeiter
der Müllabfuhr leeren) die Mülltonnen; -abladepbtz, der:
^abladestelle,die; -auto,das: svw. t-wagen; -beutender:
/ in einen Mülleimer eingehängter] Plastikbeutel für Müll;
-deponie, die (Amtsspr.): -efaner, der: Eimer für
]Haushalts ]müll: etw. in den M. werfen; so etwas wandert bei
mir gleich in den M. (so etwas behalte ich gar nicht, werfe
ich gleich weg): -entsoraing, die: a) svw. tEntsorgung;
b) Anlage zur Entsorgung; -fahrer, der: svw. Kkutscher;
-grübe,die; -haWe.die; -häufen, der; -kästen, der; -kippe,
die: -kutscher. der (ugs.): jmd., der Müll abfährt; Müllwer-
ker; -mann, der <P1. -männer. selten: Mülleute) (ugs.):
svw. Nwerker, -schippe, die: kurzstielige, breite Schippe
zum Aufkehren von Schmutz, Abfällen o.a.; -sdikicker,
der: scluichtartige Vorrichtung / im Treppenflur eines
größeren Wohnhauses ], durch die der Müll direkt in einen
Großbehälter o.a. geleitet wird; -tonne, die; -tüte, die: große,
starke Papiertüte als Behälter für Müll; -Verbrennung, die
<o. PI.), dazu: -verbrennungsanbme, die; -Verwertung, die:
-wagen, der: Wagen zum Abtransport von Müll; -werker,
der: Arbeiter der Müllabfuhr (2). der Mülltonnen o. ä.
entleert od. auf Müllabladeplätzen o.a. tätig ist (Berufsbez.).
Mullah [molal. Molla. der: -s. -s Ktürk. molla <)
pers.mülä < arab.al-mawla = Patron, Herr]: i Ehren Ititel
für einen islamischen Rechts-, Religionslehrer.
Müller ['mvlel. der: -s. - [mhd. müller. älter: mülner. mül-
naere. ahd. mulinäri < spätlat. molinärius, zu spätlat.
molina, f Mühle]: Handwerker, der in einer Mühle [mit
Hilfe automatischer Anlagen] bes. Getreide mahlt
(Berufsbez.): <Zus.:> Mgllerbursdife], der (veraltet): Lehrling od.
Geselle in einer Mühle; Müllerei [mYb'r^j], die; -: Gewin-
nung von Mehlin der Mühle; Malierin, die; -. -nen [spätmhd.
mullerin] (veraltet): Frau eines Müllers, Mühlenbesitzers,
<Zus.:> Müllerinart in der Verbindung auf/nach M. (Gastr.;
(von Fischen) in Mehl gewendet, in Butter gebraten u.
mit brauner Butter übergössen): müllern [mYlen] <sw. V.;
hat): nach den Vorschriften des dänischen Gymnastiklehrers
J. P. Müller (1866-1938) Gymnastik betreiben.
Müller-Thurgau [- 'torgap, auch: - tu:$...]. der; -. - [nach
dem schweizer. Pflanzenphysiologen H. Müller-Thurgau
(1850-1927)]: a) <o. PI.) Rebsorte aus einer Kreuzung
zwischen Riesling u. Silvaner, die einen milden, säurearmen
Wein liefert; b) Wein der Rebsorte Müller-Thurgau (a).
Mulm [mulm]. der; -[e]s [niederd. molm. t Malm] (Fachspr.):
a) pulveriger Humusboden; b) verfatdtes, getrocknetes u.
zu Pulver zerfallenes Holz; <Abl.:> rauimen [mulmdn] <sw.
V.) (Fachspr.): 1. zu Mulm machen (hat). 2. in Mulm
zerfallen (ist/(auch:) hat); mulmig [mobnu;] <Adj.; nicht
adv.): I.a) (Fachspr.) (von Humusboden) pulverig locker:
Die Moos- und Krautschicht erhält den Boden frisch und
m. (Mantel. Wald 16); b) (landsch.) faulig, morsch: eine
-e Holztreppe. 2. (ugs.) a) für jmdn. unbehaglich, bedenklich,
gefährlich: das ist eine [ganz] -e Sache. Situation: als es
m. wurde, verließ er eilig das Lokal: b) unbehaglich, übel
in bezug auf jmds. Befinden: ein -es Gefühl haben; jmdm.
ist. wird [bei einem Gedanken] m.; mir ist ganz m. zumute,
(salopp:) um die Rosette.
muhdi[muin.molsch [moLTl,mubchig[moLfu;] <Adj.; nicht
adv.) [vgl. mhd. molwic = weich, ahd. molawen = weich
machen] (landsch.. bes. nordd.): von Fäulnis befallen u.
weich: -e Birnen: lange lagerndes Obst wird leicht m.
Multebeere: fMoltebeere.
Multi [multi], der; -s. -s [gek. aus fmultinational]: ugs.
kurz für multinationaler Konzern; multi-, Multi- [multi-:
lat, multus] <Best. in Zus. mit der Bed.): viel/fach] (z. B.
multidimensional. Multimillionär); multidimensiongl
<Adj.: o. Steig.) (bildungsspr.): mehrere Dimensionen
umfassend, vielschichtig; multifaktoriell <Adj.; o. Steig.)
(bildungsspr.): durch viele Faktoren, Einflüsse bedingt; multifil
[...fi:l] <Adj.: o. Steig.: nicht adv.) (Textilind.): (von
synthetischen Fäden) aus mehreren (häufig miteinander verdreh-
1826
mumme/ig
ten) einzelnen Fasern bestehend: multifunktional <Adj.: o.
Steig.) (bildungsspr.): vielen Funktionen (1 c) gerecht wer-
elend, viele Bedurfnisse befriedigend; multikausal <Adj.; o.
Steig.) (Fachspr.): auf mehreren Ursachen beruhend od.
eine entsprechende Deutung zulassend: eine -e Auflassung
von Verbrechen (MM 16. 9. 72. 74); Krebs ist vermutlich
m.; <Abl.:) Multikausalitit, die; - (Fachspr.): das Beruhen
einer Sache auf mehreren Ursachen; multilateral <Adj.; o.
Steig.) (bes. Politik): mehrere Seiten, mehr als zwei
Vertragspartner betreffend; mehrseitig: ein -es Abkommen;
•e Gespräche; m. verhandeln; multilingual <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): a) mehrsprachig (b); b) mehrsprachige
Äußerungen, Mehrsprachigkeit betreffend, darauf bezogen, dazu
gehörend; Multilingualismu§ [...lingya'lismos], Multilingute-
mus [...Iw'gUismosJ. der. -: Mehrsprachigkeit,
Vielsprachigkeit; Multimedia [...me:dia] <P1.) [engl.-amerik.
multimedial: die Verwendung verschiedener x Medien (2a. b) zum
Zwecke des Unterrichts, der Unterhaltung, des
künstlerischen Ausdrucks; multimedial <Adj.; o. Steig.): a) viele
1 Medien (2 a. b) betreffend, berücksichtigend; b) für viele
1Medien (2 a. b) bestinunt: c) aus vielen 'Medien (2 a. b)
bestehend, zusammengesetzt; Multimedia-Show, die; -, -s:
svw. T Multimediaveranstaltung; Multimediasystem, das; -s
(Päd.): Informations- u. Unterrichtssystem, das mehrere
1Medien (2 a. b) (z. B. Fernsehen, Dias. Bücher) verwendet;
Multimediaveranstaltung, die: -. -en (moderne Kunst):
Veranstaltung, die beabsichtigt, die verschiedenen
Kunstarten u. ihre Mischformen unter Einbeziehung der
verschiedensten Medien in Abfolge oder auch simultan darzustellen;
Multimillionär, der; -s. -e: mehrfacher, vielfacher Millionär;
multinational <Adj.; o. Steig.) (Politik. Wirtsch.): mehrere
Nationen betreffend, einbeziehend: -e (in mehreren Ländern
Produktionsstätten besitzende) Konzerne; Die
westeuropäische Integration hat ... dazu beigetragen. ... die Ent-
scheidungsprozesse m. zu verfilzen (Universitas 3. 1972.
316); Myltipack [...pak]. das. auch: der; -s. -s [engl.-amerik.
multipackl: Verpackung, die mehrere Waren der gleichen
Art enthält u. als Einheit verkauft wird; Multipara [mol'U:-
para). die; -. ...ren t.ti'pa.ran; zu lat. parere = gebären]:
svw. f Pluripara; multipel [mül'ti:p|J <Adj.: o. Steig.: nur
attr.) [lat. multiplex! (Fachspr.. sonst bildungsspr.):
vielfältig, vielfach:... die Synonymie ... als ein Fall von multipler
Bedeutung ... (Ganger. Synonyme 3); multiple Sklerose
(Med.: tSklerose); Multiple [molti:pb]. das; -s. -s [frz.
multiple] (Kunstwiss): in mehreren Exemplaren
hergestelltes Kunstobjekt: über die ..Multiples" ... den Dialog
zwischen Künstler und breitem Publikum zu intensivieren
(MM 26. 6. 68. 22); Multiple-choice-Verfahren [mAltipl
tjois-l. das: -s, - [nach engl, multiple-choice testl (Psych..
Päd.): Prüfungsmethode od. Test, bei dem der Prüfling unter
mehreren vorgegebenen Antworten eine od. mehrere als
richtig kennzeichnen muß; Multiplett ['moltlpletl. das; -s, -s
[engl, multiplet] (Physik): Folge eng benachbarter Werte
einer me/ibaren physikalischen Gröfie; Multiplexbetrieb
['multiplsks-]. der: -[eis (Nachrichten!.): Betrieb von
Systemen zur Nachrichtenübertragung in der Weise, doli jeder
Kanal mehrfach ausgenutzt wird; Multiplier [mAltiplaio].
der: -s. - [engl, multiplier] (Physik): Gerät zur Verstärkung
schwacher, durch Lichtausfall ausgelöster
Elektronenströme; Sekundärelektronenvervielfacher; Multiplikand [molti-
pli'kant], der; -en, -en [lat. multiplicandus (numerus) =
der zu multiplizierende (Wert). Gerundivum von: multipli-
cäre, tmultiplizieren] (Math.): Zahl, die mit einer anderen
multipliziert werden soll: Multiplikation [...ka'^io:n]. die;
-. -en [lat. multiplieätio] (Math.): Vervielfachung einer Zahl
um eine andere, das MultipliziereniGgs.: ,Division):
schwierige -en und Divisionen durchführen; Ü ... steigerten sich
Flamme und Fraß und wieder Flamme in wütender M.
(Radecki. Tag 93): multiplikativ [...ti.fl <Adj.; o. Steig.)
(spätlat. multiplieätivus] (Fachspr.): die Multiplikation
betreffend; Multiplikativum [...'ti'.vuml. das: -s. ...va
(Sprachw.): Zahlwort, das angibt, wievielmal etw.
vorkommt; Wiederholungszahlwort, Vervielfältigungszahlwort
(z.B. zweimal, dreifach); Multiplikator [...'ka:tor, auch:
...to:g]. der; -s. -en [...kato:ran; spätlat. multiplieätor]:
1. (Math.) Zahl, mit der eine vorgegebene Zahl multipliziert
wird. 2.a) (bildungsspr.) Person, Einrichtung, die Wissen
od. Information weitergibt u. zu deren Verbreitung,
Vervielfältigung beiträgt: Journalisten. Taxifahrer als -en von
Meinungen; b) jmd., der als Multiplikator (2 a) ausgebildet
u. tätig ist: M. an einer pädagogischen Hochschule sein;
multiplizieren [...i'tßi:ran] <sw. V.; hat) [lat. multiplieäre]:
I. (Math.) um eine bestimmte Zahl vervielfachen;
malnehmen (Ggs.: dividieren): eine Zahl mit einer anderen m.;
Ü zwei Faktoren m.; <auch m. + sich:) ... während sich
die Wirkung einer Nichtanpassung beim Kindergeld
regelmäßig mit der Zahl der Kinder multipliziert (Bundestag
189.1968.10266). 2. (bildungsspr.) a) vervielfältigen;
[steigernd] zunehmen lassen, vermehren: die Abwehrkräfte des
Körpers durch Vitamine m.; b) <m. + sich) sich steigernd
zunehmen: die Ausgaben. Gewinne. Kosten.
Schwierigkeiten multiplizieren sich; Multiplizität [...it$i't£:t]. die; -. -en
[spätlat. multiplicitäs = Vielfalt] (Fachspr., bildungsspr.):
mehrfaches Vorkommen, Vorhandensein; Multipel, der; -s,
-e (Physik): Anordnung von beliebigen punktförmigen
elektrischen Ladungen, Magnetpolen od. Massen: Multipro-
gramming fmAlti'prougramro]. das; -s [engl, multipro
gramming] (Datenverarb.): Betrieb von elektronischen
Datenverarbeitungsanlagen in der Weise, daß gleichzeitig
mehrere Programme in zeitlicher Verza/inung ablaufen;
multivalent [multivalent] <Adj.; o. Steig.) (bes. Psych.): (von
psychischen Eigenschaften, von Schriftmerkmalen u. Tests)
mehr-, vielwert ig; mehrere Deutungen bzw. Lösungen
zulassend, dazu: Multivaltnz, die; -. -en; multivariat [...va'ria.t]
<Adj.; o. Steig.) [engl, multivariate] (Statistik): mehrere
Variablen betreffend; Multivibrgtor, der; -s. -en (Elektrot.):
in ED V-Anlagen u. in Fernsehgeräten vorhandene elektrische
Schaltung mit zwei steuerbaren Schaltelementen (z. B. Rö/i-
ren, Transistoren), von denen jeweils eines Strom führt;
Multivision, die; - (Fachspr.): Technik der gleichzeitigen
Projektion von Dias auf eine Leinwand, wobei jedes Dia
entweder ein eigenes Motiv od. einen Bildausschnitt
darstellen kann, dazu: Multivisionsschau, die; -. -en: Multivisions-
wand, die: -. ...wände: Projektionswand für Multivision.
multum.nonmultal moltom no:n multa: lat. = viel, nicht
vielerlei] (bildungsspr.); lieber etwas ganz statt vieles halb;
lieber wenig, dafür aber gut.
Mulus fmu.ios]. der; -. Muli [lat. mülus]: 1. lat. Bez. für
TMaulesel.-tier; vgl. Muli. 2. (bildungsspr. scherzh.)
Abiturient vor Beginn des Studiums.
Mumie ['mu.'mjph die; -. -n [ital. mummia < arab. mümiya.
zu pers. müm = Wachs]: durch Austrocknung od.
Einbalsamierung vor Verwesung geschützte Leiche: eine ägyptische,
mit Binden umwickelte M.; sie lag fest eingemummt wie
eine M.; Ihn ( = den Vogel) fanden wir ... als M. in einem
Schacht der Luftheizung (Lorenz. Verhalten 1. 31); Ü im
abgeernteten Birnbaum hängen noch einige -n (Obstbau:
durch Krankheitsbefall völlig eingetrtxknete Früchte);
<Zus.:) Mumienbikinis, Mumienporträt, das: (bes. 1.-4. Jh.
in Ägypten) das Gesicht der Mumie bedeckendes, auf Holz
od. Leinwand gemaltes Porträt; mumienhaft <Adj.; -er. -este;
Steig, ungebr.): einer Mumie vergleichbar; Mumifikation
[mumifika'tßjp:n]. die: -. -en: 1. das Mumifizieren (1). 2.
(Med.) das Mumifizieren (2); mumifizieren [...i'tßi:ran] <sw.
V.): 1. (einen toten Körper od. Teile davon, Organe) durch
Austrocknung od. Einbalsamierung vor Verwesung schützen
<hat): sie saß da. als sei sie mumifiziert; die mumifizierte
Hand eines Heiligen. 2. (Med.) a) (Gewebe) eintrocknen,
absterben lassen <hat>; b) (von Gewebe) eintrocknen,
absterben <ist); <Abl.:> Mumifizferung, die. -. -en: das
Mumifizierend).
Mumm [moml. der; -s [wahrsch. in der Studentenspr. gek.
aus lat. an im um (in der Wendung: keinen an im um haben).
Akk. von: animus. TAnimus] (ugs.): a) Entschlossenheit
u. Tatkraft, wenn es darum geht, sich zu einem Wagnis
aufzuraffen: M. genug, nicht den M. haben, jmdm. die
Wahrheit zu sagen: Hoffentlich nehmen sie ... den
..Versuchsinstanzen" nicht den M. für die verschiedensten
Reformversuche (AZ freier Aargauer 6. 1. 70); b) körperliche
Kraft: Mehr M. durch Magnesium (Hörzu 43. 1971. 169);
Fleisch gibt M.
Mumme ['muma]. die; -. -n [wohl Lallwort der
Kindersprache] (veraltet): Maske, verkleidete Gestalt.
Mummel [muml], die; -. -n [urspr. Name eines w.
Wassergeistes]: svw. TTeichrose.
Mummelgreis, der; -es. -e [zu f tummeln] (ugs. abwertend):
kraftloser [ zahnloser! alter Mann: sich wie ein M.
vorkommen; ein krächzender, gichtischer M. in Pelz und Schlüpfen
tritt auf. das Alter (Werfel. Himmel 59).
muramelig [momdlicj] <Adj.) zu T 'mummeln] (I and seh.
115"
1827
Mümmelmann
fam.): warm, wie wenn man sich eingemummelt hat: der
Pelzmantel hält m. warm.
Miimmelmann ['mYmj-1. der: -[eis. ...männer [zu tmummeln
(1 b)l (fam. scherzh.): Hase.
'mummeln [momlnl <sw. V.: hat) [zu tmummen] (landsch.
fam.): fest in erw. einhüllen u. dadurch eine behagliche
Wärme schaffen: ein Kind, sich in eine Decke m.
2murameln [-1 <sw. V.; hat) [aus dem Niederd. < mniederd.
mummelen. lautm.l (landsch.): I.a) svw.Tmummeln (1 a):
... nachdem es ( = das Weiblein) ... ein paar kalte Bissen
gemummelt (Fussenegger. Haus 158): b) svw. tmümmeln
(1 b). 2. a) unverständlich murmeln:... so daß Joachim beim
Sprechen mummelte wie ein ganz Alter (Th. Mann,
Zauberberg 742): b) etw. Unverständliches murmeln: mummeln
['mvmln] <sw. V.; hat) (landsch. fam.): I.a) mit kleinen,
meist schnelleren Bewegungen über eine längere Zeit kauen:
ein Stück Brot, an einem Apfel m.; Gemummelt wurde
ununterbrochen: sekundlich spuckte man
Sonnenblumenschalen aus (Radecki. Tag 97); b) (bes. von Hasen) i mit
den Vorderzähnen I mit schnellen Bewegungen fressen.
Nahrung zerkleinern: das Kaninchen, der Hase mummelt im
Gras. 2.a) svw. ttummeln (2a): Er ... ließ sich, in seiner
mummelnden Art. so vernehmen (Lenz, Suleyken 49): b)
svw. tTTiummeln (2 a).
mummen [momanl <sw. V.: hat) [zu tMumme] (veraltet):
einhüllen. lmummeln; (Zus.:; Mummenschanz [moman-
Jantßl. der; -es [urspr. = von vermummten Personen
während der Fastnachtszeit gespieltes Würfelspiel: vgl.
Schanze] (veraltend): a) Maskenfest: ein barocker M.;
Ein M. ... sollte den Höhepunkt der Saison bilden (K.
Mann. Wendepunkt 43); Ü weil ein solcher M.
(übermäßiger Aufwand) mit diesem Vertrag getrieben wird (Dönhoff.
Ära 128); b) Verkleidung zum Mummenschanz (a): Ü den
Bart hatte er sich abrasiert .... diesen Leuten gegenüber
helfe solcher M. ... kaum (Kempowski, Uns 241); <Abl.:)
Mummerei [momany], die; -. -en (veraltet):
Mummenschanz.
Mumpf [momßfl. der; -[eis [wohl zu veraltet mumpfen =
mit vollem Mund kauen] (Schweiz): svw. tMumps.
Mumpitz ['mompitßl. der; -es [im Berliner Börsenjargon
= unsinniges Gerede; älter: Mummelputz =
Vogelscheuche, (vermummte) Schreckgestalt, zu TMumme u. t 'Butzl
(ugs. abwertend): Unsinn, den man nicht zu beachten
braucht: der reine M.; alles andere ist M.; etw. für M.
halten, erklären.
Mumps [mompsl. der. landsch. auch: die; - [engl, mumps.
PI. von: mump = Grimasse, wohl nach dem
angeschwollenen Gesicht der Kranken): fieberhafte Infektionskrankheit
mit schmerzhafter [einseitiger] Schwellung der
Ohrspeicheldrüse: Ziegenpeter: Parotitis.
'Mund [mont], der; -[eis. Münder l'mYnde], selten auch:
-e. Münde [mYncto; mhd. munt, ahd. mundl: I.a) <Vkl.
t Mündchen) durch Unter- u. Oberkiefer gebildete, durch
die Lippen verschließbare Öffnung im unteren Teil des
menschlichen Gesichts, die zur Nahrungsaufnahme u. zur
Hervorbringung sprachlicher Laute dient: ein großer,
kleiner, schöner, weicher, voller, sinnlicher, häßlicher,
schiefer, breiter, zahnloser, eingefallener, blasser, roter,
lächelnder, (geh..) schwellender M.; ein harter, spöttischer, (geh.:)
bitterer M.; sein M. verzog sich zu einem spöttischen
Lächeln; der M. des Kranken bewegte sich, öffnete sich,
zuckte; vor Staunen blieb ihm der M. offenstehen; sein
M. ist für immer verstummt (geh.; er ist gestorben)', den
M. öffnen, schließen, spitzen, [zu einer Grimasse, vor
Schmerz] verziehen, zusammenkneifen, (ugs.:) aufmachen,
aufreißen; den M. abwischen, [auslspülen; er küßte ihren
M.; sie hielt ihm den M. zu; er hat sich mit der heißen
Suppe den M. verbrannt; stopf dir doch den M. nicht
so voll! (ugs.; iß nicht so gierig!)', er küßte sie auf den
M.; sie legte den Finger auf den M.; aus dem M. riechen
(einen üblen Mundgeruch haben): das höre ich aus deinem
M. (von dir) zum ersten Mal; das Kind steckt den Daumen
in den M.; mit offenem M. (erstaunt) zuhören; man spricht
nicht mit vollem M.; mit offenem, geschlossenem M.;
sie hat einen herben Zug um den M.; der Verunglückte
wurde von M. zu M. beatmet; der Kranke hatte Schaum
vor dem M.; er führte dem Kranken den Löffel zum
M.; R du hast wohl deinen M. zu Hause gelassen (scherzh.;
warum bist du hier bei anderen so seh weigsam?): ein stummer
M. ist kein Zeuge (ein Toter kann nicht als Zeuge gegen
jmdn. auftreten);Ü sie hat vier hungrige Münder zu stopfen
(ugs.; vier Kinder zu versorgen): der gefräßige, feurige M.
(geh.; die ... Öffnung) des Ofens; der metallene M. der
Glocken; * tmds. M. steht nicht still (ugs.; jmd. hat
unaufhörlich etw. zu erzählen)', den M. nicht aufbekommen/aufkriegen
(ugs.; aus Bequemlichkeit, auf Grund einer Hemmung o.a.
es unterlassen zu reden, sich zu etw. zu äußern)', den M.
[nicht] aufmachen/auftun (ugs.; etw.. nichts sagen, reden):
den M. aufreißen/voll nehmen (ugs.; prahlen, übertreiben
u. sich mit etw. wichtig tun): M. und Augen/Nase aufreißen/
aufsperren (ugs.: fassungslos erstaunt sein): einen großen
M. haben (ugs.; ein Prahler u. vorlaut sein): den M. auf
dem rechten Fleck haben (ugs.; schlagfertig sein): den M.
halten (ugs.: 1. /schließlich J schweigen u. dabei etw.
unterdrücken, was man sagen wollte. 2. ein Geheimnis nicht
verraten): seinen M. halten (ugs.; nichts von einer Sache verraten):
jmdm. den M. öffnen (jmdn. zum Reden bringen); sich
(Dativ) den M. frans ig/fusselig reden (ugs.; t fransig,
fusselig 2); jmdm. [mit etw.] den M. stopfen (ugs.; jmdn. durch
etw. zum Schweigen bringen): jmdm. den M. verbieten
(jmdm. untersagen, seine Meinung zu äußern); sich <Dativ>
den M. verbrennen (ugs.; sich durch unbedachtes Reden
schaden): jmdm. den M. wäßrig machen (ugs.; jmdn. zum
Genuß von etw. reizen; jmds. Verlangen erregen): sich
(Dativ) den M. wischen [können] (landsch.; im Unterschied
zu anderen nichts erhalten; leer ausgehen): an jmds. M.
hängen (emotional; jmdm. mit gespannter Aufmerksamkeit
zuhören): nicht auf den M. gefallen sein (ugs.; schlagfertig
sein, gut reden können): wie auf den M. geschlagen sein
(angesichts einer Unverschämtheit sprachlos sein); aus
berufenem -c unberufen); etw., jmdn. dauernd im M. fuhren
(etw.. jmds. Namen ständig im Gespräch erwähnen, als
Wort gebrauchen); in aller -e sein (sehr bekannt, populär
sein); in aller Leute -e sein (t Leute); etw. in den M. nehmen
(etw. als Wort benutzen); jmdm. etw. in den M. legen
(1. jmdn. bestimmte Worte sagen lassen: der Dichter legte
diesen Ausspruch dem Titelhelden in den M. 2. jmdn.
auf eine bestimmte Antwort hinlenken): immer mit dem
M. vorneweg sein (ugs.: vorlaut sein): jmdm. nach dem/zum
M. reden (jmdm. zu Gefallen reden); jmdm. über den M.
fahren (ugs.; jmdm. das Wort abschneiden, jmdm. scharf
antworten): von M. zu M. gehen (durch Weitererzählen
verbreitet werden); sich <Dativ> etw. vom/(selten) am -e
absparen (das Geld für etw. Bestimmtes nur dadurch
erübrigen, zusammensparen, daß man seine Ausgaben für Essen
u. alltägliche Bedürfnisse noch mehr einschränkt); b) (Zool.)
svw. tMundöflhung. 2. (Bergmannsspr.) kurz für t
Mundloch.
2Mund, Munt [-1, die; - [ahd. munt = (Rechts)schutz.
Schirm, verw. mit lat. manus = Hand] (hist.): im
germanischen Recht Gewalt des Hausherrn über die in der
Hausgemeinschaft lebenden, von ihm zu schützenden Personen
einschließlich der Rechte des Grundherrn o. ä.
m^nd-, Mynd-: Mirt. die [für t Dialekt]: innerhalb einer
Sprachgemeinschaft auf ein engeres Gebiet beschränkte, bes.
auf dem Land u. in unteren sozialen Schichten gesprochene,
ursprüngliche / mündlichej Sprachjönn; Dialekt: die
[niederdeutschen -en; M. sprechen, dazu: -artdichter, der:
Dichter in einer bestimmten Mundart, -artdichtung, die:
1. <o. PI.) dichterisches Schaffen in einer bestimmten
Mundart. 2. einzelne Dichtung in einer bestimmten Mundart.
-artforscher, der. -artforschung, die <o. PL):
sprachwissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Erforschung der
Mundarten befaßt, -artgeographie.die: svw. t Dialektgeographie,
-artlich [-a:?tli(;l <Adj.; o. Steig.): die Mundart betreffend,
dazu gehörend, dazu: Zärtlichkeit, die: -: mundartliche
Sprechweise, -artsprecher, der: jmd.. der (eine be-
stinunte) Mundart spricht, -artwörterbuch, das:
Wörterbuch einer einzelnen Mundart; -atmung, die: Atmung durch
den Mund; -bakterie, die (meist PI): vgl. -flora: -bröt-
chen, das (landsch.): Brötchen; -dusche, die: in der Art
einer Dusche funktionierendes Gerät, dessen Düse die
Zwischenräume zwischen den Zähnen reinigt (u. das Zahnfleisch
massiert 1; -falte, die (meist PL): Gesichtsfalte zwischen
Mundwinkel u. Nasenflügel; ^faul <Adj.) (ugs.): aus einer
wortkargen, bequemen od. unfreundlichen Haltung heraus
nicht willig zu reden: ein -er Mensch; sie ist m.; etw. m.
brummen; -faule, die (Med): eitrige Entzündung der
Mundschleimhaut durch Infektion; -faulheit, die (ugs.): das
Mundfaulsein; -fertig <Adj.) (selten): nie um Worte verlegen;
1828
Mündung
wortgewandt: schlagfertig: ... ob der Narretei, die der Alte
anstellte mit dem -en Balg (Th. Mann. Joseph 165). dazu:
^Fertigkeit,die <o. PI.) (selten); -flora.dieCMed.):
Gesamtheit der in der Mundhöhle lebenden Bakterien u. Pilze:
-gerecht <Adj.>: 1. so zerteilt od. geschnitten, daß man
das betreffende Stück o.a. gut in den Mund bekommt:
Blockmalz in -en Stücken; Er stopfte sich die größten
Brocken, mit den Fingern m. zerteilt, zwischen die Zähne
(Fries, Weg 69). 2. in eine solche Form gebracht, so
wiedergegeben, daß man die betreffende Sache leichter akzeptieren
kann: -e Informationen (Habe. Namen 405); ... ich mach's
ihr schon irgendwie m.. ohne ihr etwas (etwas Direktes)
zu sagen (Fallada, Jeder 25); -»eruch, der <PI. ungebr.):
f übler J Geruch aus dem Mund: jmds. M. unerträglich
finden; an M. leiden; -gliedmaße, die <meist PI.) (Zool.):
für die Nahrungsaufnahme umgebildete Gliedmaße (am
Kopf) der Gliederfüßer: -harmonika, die: volkstümliches
Musikinstrument, bei dem die Töne durch frei schwingende
metallene Zungen in einem länglichen, flachen, zwischen
den Lippen angeblasenen Kästchen erzeugt werden: die M.
hervorziehen, ausklopfen: M. spielen; auf der M. blasen,
spielen; -hobel.dcr (landsch.): svw. t-harmonika; -höhle,
die: (beimmenschlichen Mund) durch Zähne u. Rachenenge.
Zunge u. Gaumen begrenzter Hohlraum: ^koch, der
(veraltet): svw. T Leibkoch; -koitus, der: svw. tFellatio; -linie.
die (meist PI.): svw. t^falte; -loch, das (Bergbau): Öffnung
eines Stollens, eines Schachtes an der Erdoberfläche:
-Öffnung, die (Zool): durch Muskeln verschließbarer, durch
die Kiefer begrenzter Eingang zum Darmtrakt bei Tier u.
Mensch: ^orgel, die: asiatisches Musikinstrument, bei dem
auf einem Windkasten (z.B. einer hohlen Kürbisschale)
mit Mundstück verschieden lange I BambusIröhren stehen,
in detxen frei schwingende Zungen aus Metall od. Rohr
Töne erzeugen: -partie, die: Gesulitspartie um den Mund:
-pflege, die: Pflege der Zähne u. der Mundhöhle:
-Propaganda, die: mündliche Weitergabe, Weiterempfehlung:
-raub, der (jur. bis 1974): Diebsta/il od. Unterschlagung
von wenigen Nahrungsmitteln od. Verbrauchsgegenständen
von geringem Wert: -schenk, der (hist.): an Fürstenhöfen
der für die Getränke verantwortliche Hofbeamte: Ü er macht
hier den -en (bedient mit Getränken): -Schleimhaut, die:
Schleimhaut, mit der die Mundhöhle ausgekleidet ist:
-schütz.der <P1. -e; ungebr.): I. (Med.) bes. bei Operationen
vom Arzt u. von den Schwestern getragene Schutzvorrichtung
aus sterilem Material, die Mund u. Nase zur Verhinderung
einer Infizierung des Patienten abdeckt. 2. (Boxen) aus
Hartgummi txl. Plastik bestehende Schutzvorrichtung für
das Gebiß: -spalte, die (Zool.): durch die Lippen begrenzte
Mundöffnung: -sperre, die (Med.): svw. tKiefersperre;
-Stellung, die: Stellung, Formung des Mundes für die
Artikulation bestimmter Laute: -stück, das: 1. a) Vorrichtung zum
Blasen bei Hörnern. Flöten u. Rohrblattinstrumenten: Ü
eine humoristisch-sympathische Figur, zuweilen auch das
M. des Autors, aber keineswegs der Autor selbst (Th.
Mann, Zauberberg XII); b) in den Mund zu nehmendes
Ende eines Gebrauchsgegenstandes o.a.: das M. einer
Tabakpfeife, eines Atmungsschlauches; das M. einer
Filterzigarette. 2. Stück des Zaumzeugs, das einem Zugtier, bes.
dem Pferd, ins Maul gelegt wird: -tot <Adj.; o. Steig.)
[zu t2Mund; urspr. = unfähig. Rechtshandlungen
vorzunehmen, volksetym. nach 'Mund umgedeutet] meist In
der Wendung jmdn. m. machen (jmdtn., der meist Dinge,
die einem unangenehm sind, zu sagen hat od. der einem
unbequem u. hinderlich ist, die Gelegenheit zur Äußerung
od. Entfaltung nehmen u. ihn auf rücksichtslose, unerlaubte
Weise zum Schweigen bringen): seinen Gegner, einen
Zeugen m. machen; Praktisch wird damit ein Institut m.
gemacht, das sich ... für einen Ausgleich der Rassen einsetzt
(Zeit 6.6. 75, 2); -tuch, das <PI. -tücher) (geh., veraltend):
Serviette: -verkehr, der: svw. IFellatio; -voll, der; -. -:
Menge, die man auf einmal in den Mund nehmen kann:
einige M. essen; -Vorrat, der: svw. t Proviant; -wasser.
das <PI. -wässer): desodorierend u. z. T. auch desinfizierend
wirkendes Mittel zur Mundpflege: -werk, das <o. PI.) (ugs.
emotional): oft tadelnswerte Redefreudigkeit, gleichsam
maschinell funktionierende Fähigkeit zu vorwitzigen,
schlagfertigen, respektlosen Reden: ein flinkes, flottes, keckes,
freches, loses M.; endlich findet er sein M. wieder (Johnson,
Mutmaßungen 106); *ein großes M. haben (t 'Mund 1 a);
imdm. über das M. fahren (t 'Mund 1 a); -Werkzeug, das
(meist PI.) (Zool.): Mundgliedmaßen: -winke!, der: Stelle,
an der Ober- u. Unterlippe ineinander übergehen: ihre M.
zitterten, verzogen sich zu einem Lächeln; die M.
herabziehen; mit der Zigarette im M.; -zu-M^nd-Beatmuns (mit
Bindestrichen), die: Beatmung von Mund zu Mund:
—zuNase-Beatmung (mit Bindestrichen): vgl. -zu-Mund-Beat-
mung.
mundan [mun da:n) <Adj.; o. Steig.) [lat. mundänus. zu:
mundus = Welt] (Philos.): die Welt, das Weltganze
betreffend, dazu gehörend.
Mündchen[mYnt^n].das; -s,-: t'Mund(1 a).
Mündel [mYndl]. das. BGB: der; -s. -. in bezug auf eine
w. Pers. selten auch: die; -. -n [zu t2Mund]: minderjährige
od. entmündigte volljährige Person, die unter Vormundschaft
steht.
mpndel-, Mendel-: -geld. das: zum Vermögen eines Mündels
gehörendes Geld, das der Vormund verwaltet: -sicher <Adj.;
o. Steig.) (Bankw.): für die Anlage von Mündelgeldern
zugelassen: -e Wertpapiere. Hypotheken; Geld m. (in einer
für Mündelgelder zugelassenen Anlageform) anlegen, dazu:
-Sicherheit, die <o. PI.) (Bankw.): Sicherheit, die für die
Anlage von Mündelgeldern gesetzlich erforderlich ist.
munden [mondn] <sw. V.; hat) [zu t'Mund (1 a)l (geh.):
gut u. das Wohlbehagen der betreffenden Person fördernd
schmecken: die Speisen mundeten allen trefflich; der Wein
mundete ihm nicht [recht]; sie haben sich den Kuchen
m. lassen; das mundet aber!; Ü diese Arbeit mundet dir
wohl nicht so recht?: da der Schlaf ihnen wenig gemundet
hatte (Th. Mann, Joseph 548); münden ['irnndn] <sw. V.;
ist/hat) [zu t Mündung]: a) in erw. hineinfließen: der Fluß
mündet ins Meer; der Neckar mündet bei Mannheim in
den Rhein; Ü in seine Hände münden alle Nachrichten
(St. Zweig, Fouchö 90); b) an einer bestimmten Stelle in
etw. anderes übergehend enden, auslaufen: mehrere Straßen
mündeten auf den (auch:) dem Platz; der Gang mündete
in eine/(auch:) einer Halle; c) in erw. übergehen, u. darin
enden: auf etw. hinauslaufen: in etw. schließlich seinen
Ausdruck finden: die Erörterungen schienen mir in die-
se/(auch:) dieser Frage zu m.; das Distichon, in das die
Grabschrift mündet (Bergengruen. Rittmeisterin II); die
kleinste Berührung mündet in rasenden Schmerz (Zwerenz.
Kopf 28); mundig [mondu;] <Adj.) (Schweiz.): mundend.
mündig [mYndu;]<Adj.:o. Steig.; nicht adv.) Imhd. mundec.
zu t2Mund]: a) nach Erreichung eines bestimmten Alters
gesetzlich zur Vornahme von Rechtshandlungen berechtigt:
mit 18 Jahren m. werden; noch nicht m. sein; jmdn.
[vorzeitig] für m. erklären; b) als erwachsener Mensch zu eigenem
Urteil, selbständiger Entscheidung befähigt: der -e Mensch.
Bürger; so müssen wir auch m. genug werden, um den
Himmel als bloßen „Raum" ... zu liquidieren (Thielicke.
Ich glaube 264); <Abl.:> Mündigkeit, die; -: das Mündigsein:
<Zus.:) MMndigkeitserklirung, die: svw. 1
Mündigsprechung; mijndigsprechen <sw. V.; hat): für mündig (a)
erklären: Er ward volljährig, ward mündiggesprochen (Th.
Mann. Hoheit 72); <Abl.:> Mündigsprechung, die; -. -en.
Mundhim f'mondiom]. das; -s. ...ien [...jpn] u. ...ia [...ja;
mlat. mundium, zu T:Mund): svw. t2Mund.
mündlich [ mvntli^J <Adj.; o. Steig.) [spätmhd. müntlich
(Adv.)]: in der Form des Gesprächs stattfindend, sich
vollziehend: gesprächsweise: innerhalb eines Gesprächs (Ggs.:
schriftlich): ein -er Gedankenaustausch; (jur.:) die -e
Verhandlung; an die schriftliche schloß sich die mündliche
Prüfung an; verschiedene Literaturgattungen beruhen auf
-er Überlieferung; seine Zusage war nur m. [gegeben];
etw. m. vereinbaren; jmdm. etw. m. mitteilen; alles andere
m.! (werden wir besprechen, wenn wir um demnächst sehen):
<Abl.:> Mündlichkeit, die; -; <Zus.:> Mijndlichkeitsgnind-
satz, der <o. PI.) (jur.): Grundsatz, nach dem vor Gericht
mündlich verhandelt werden muß u. nur das in der
Verhandlung Vorgebrachte bei der Urteilsfindung berücksichtigt
werden darf.
Myndschaft, die; - [zu t2Mund]: im germanischen Recht
Verhältnis zwischen schützender u. beschützter Person.
M-und-S-Reifen ['cm ont 'es -], der; -s, - [kurz für: Matsch-
und-Schnee-Reifen]: Autoreifen mit besonderem Profil für
Schneematsch u. Pulverschnee.
Mündung ['mYndonh die; -. -en [zu t'Mund]: l.a) Stelle,
an der ein Fluß o.a. mündet: an der M. ist der Fluß am
breitesten; Draußen, eine Strecke vor der M. des Fjords
(Gaiser. Jagd 160); b) Stelle, an der eine Straße o. ä. mündet:
1829
Mündungs-
verweilte Aage an der M. der Schlegelstraße (Seidel. Sterne
6). 2. vorderes Ende des Laufs od. Rohrs einer Feuerwaffe
die -en der Gewehre richteten sich auf ihn; er blickte
plötzlich in die M. einer Pistole (sah sie auf sich gerichtet).
Mtyndungs-: ^feuer, das: durch brennende Pulvergase
entstehender kurzer Feuer strahl, der beim Abgeben eines Schusses
aus der Mündung entweicht; ^kappe, die (Milit.): svw.
t ^schöner; -schöner, der: 1. (Milit.) Verschlußkappe für
die Mündung eitler Feuerwaffe zum Schutz gegen Nässe
u. Verschmutzung. 2. (Soldatenspr. scherzh.) Präservativ.
Mundus [mondüsj. der: - [lat. mundusl (Philos.): Welt,
Weltall. Weltordnung; mundus mit decipi [- vult dertßipi;
lat.] (blldungsspr.): die Welt will betrogen sein.
'Mungo [mungo], der; -[sl. -s [engl, mungo, mongoose <
tamil. (Eingeborenenspr. des südl. Indien) mangüs]: 1.
svw. f Manguste. 2. (Zool.) Vertreter einer in Arabien.
Indien u. auf Sri Lanka vorkommenden, bräunlichen, silbergrau
gesprenkelten Schleichkatzenart. zu der Ichneumon,
Manguste u. a. gehleren.
2Mungo [-]. der; -[sl. -s [engl, mungo, H.u.l: Reißwolle aus
schweren Wollstoffen mit kurzen u. beschädigten Fasern.
Muni [mu:ni], der: -s. - [H.u.. viell. lautm.] (Schweiz.):
Zuchtstier.
Munition [muni't$io:n], die; - [frz. munition (de guerre)
< lat. münitio = Befestigung. SchanzwerkJ: aus
Geschossen. Sprengladungen. Zütid- u. Leuchtsätzen bestehendes
Schießmaterial für Feuerwaffen sowie Handgranaten.
Bomben. Sprengladungen von Raketen. Minen u. pyrotechnische
Signalmittel: scharfe M. (im Gegensatz zu der für Ausbil-
dungs-, Übungszwecke) ausgeben; kaum noch, nicht genug
M. haben; seine M. verschossen haben; U seinen Kritikern
M. liefern; munitionieren [...t$ioni:ran] <sw. V.; hat): mit
Munition ausrüsten: Ü ... sich für eine Anfrage zu m.
(Spiegel 11. 1970. 31); <Abl.:> Munitionkning. die: -. -en
<PI. ungebr.)
Munitions-: -bunker, der: vgl. MJepot; -depot, das: Depot
(1 a). in dem Munition gelagert wird; -fabrik. die; -kiste,
die; -kolonne, die: Kolonne für den Nachschub von
Munition; -ladung. die: -lager, das: svw. f -dcpot; -nachschub.
der; - transport, der; -zufuhr, die; -zug, der: Eisenbahnzug.
der Munition befördert.
munizipal [munitßipa:l] <Adj.: o. Steig.) [lat. münicipälis
= zu einem Munizipium (1) gehörend] (veraltet): städtisch;
Munizipalität [...pali'te.t], die; -. -en (veraltet): Magistrat;
Munizipium [...'tßLpjpm). das: -s. ...ien [...ian; lat. münici-
pium]: 1. (hist.) . selbständige j Stadtgemeinde mit
römischem od. latinischem Recht in Italien u. den romanisierten
Westprovinzen. 2. (veraltet) Stadtverwaltung.
Munkelei [munka'liy]. die; -. -en (ugs.): /dauerndes]
Munkeln; munkeln [mookjn] <sw. V.; hat) [aus dem Niederd.
< mniederd. munkel(e)n. wohl lautm.] (ugs.): im geheimen
reden, erzählen: in der ganzen Stadt wird über sie
gemunkelt; man munkelt schon lange von dieser Sache; man
munkelt so allerlei: man munkelte, er sei ihr untreu.
Münster [mYnste]. das; selten: der: -s. - [mhd. münster.
ahd. munist(i)ri = Kloster, über das Vlat. zu kirchenlat.
monasterium < griech. monasterion = Einsiedelei;
Kloster, zu: monäzein = allein leben, zu: mönos = allein,
vereinzelt]: große Kirche eines Klosters od. Domkapitels;
Stiftskirche: das Straßburger. Freiburger M.
MUnsterkäse, der; -s. - [nach der frz. Stadt Munster im
Elsaß]: weißlichgelber Weichkäse von feinem,
mild-würzigem Geschmack.
Munt: t:Mund.
munter [monte] <Adj.) [mhd. munter, ahd. munter, urspr.
= aufmerksam,aufgeregt]: l.a)heiter.gutgelauntu.
frischlebendig (in der Art. wie man sich gibt, in bezug auf ein
Tun], aufgeweckt u. lebhaft od. davon zeugend: ein -es
Kind; ihre -en Augen; sein -es Gesicht; ein -es Lied. Spiel,
Späßchen; -es Hundegebell; Voran ging Herrn Ruys
Brauner seinen -en (raschen) Schritt (Doderer, Abenteuer 5);
Die Frau ist ordentlich m. geworden (Remarque. Westen
187); ihre Fröhlichkeit stimmte auch die andern m.: „So",
sagte sie m. ..Nun kommen Sie mal alle mit" (Kempowski.
Tadelloser 176); U ... hat Fiat dem ohnehin -en 850-ccm-
Motoreine zusätzliche Leistungsspritze verabreicht (Auto
7. 1965, 41); b) unbekümmert, ungehemmt fu. mit Lust
an der Sache}: beim Kaufmann m. anschreiben lassen;
m. alles ausplaudern; Ü der Wasserkessel kochte m. vor
sich hin: c) (wieder] in guter gesundheitlicher Verfassung:
er ist wieder [gesund und] m.; sich gesund und m. fühlen.
2. wach; nicht mehr od. noch nicht schläfrig: langsam wieder,
morgens schon früh m. werden; sich nicht länger m. halten
können; etw. macht Jmdn. m.; <Abl.:> Munterkeit, die:
-: muntere Art; das Muntersein; <Zus.:> Mtuitermadier,
der (ugs. scherzh.): Anregungsmittel. Ü.Besonders wirksam
als M. (etw.. wodurch man munter 2 wird) sind auch
Duschbäder (Hörzu 14. 1976, 136).
Muntjak [muntjak], der; -s. -s [engl, muntjak. aus dem
Jav.]: im tropischen Südasien lebender Hirsch mit rotbrauner
Oberseite, weißer Unterseite u. kleinem Geweih.
Münz- ['mYntH (bes. Münzwesen): Mimt, das, -anstalt.
die: svw. t ^Stätte; -arbeiter, der: Facharbeiter an einer
Münzstätte; -automat, der: svw. T Automat (1 a); -beamte,
der: Beamter an einer Münzstätte; -delikt, das (jur.):
Verstoß gegen die Gesetze zum Schutz des staatlichen u.
internationalen Geldverkehrs; -falscher, der: jmd.. der Münzen
fälscht; Falschmünzer, dazu: -Fälschung, die (Jur.): das
Fälschen von Münzen; Falschmünzerei; ^fernrohr, das: vgl.
^fernsprecher; -femsprecher, der: öffentlicher
Fernsprechapparat, der nach Einwurf einer <xJ. mehrerer Münzen
benutzt werden kann; Fernsprechautomat; -fund. der: sehr
wertvolle -e aus hellenistischer Zeit; ^fuß, der: gesetzlich
festgelegtes Verhältnis zwischen Gewicht u. Feingehalt bei
Münzen: -gaszähler, der: svw. f Gasautomat; -»erechtig-
keit, die: svw. !-recht; -gewicht, das: durch den Münzfuß
geregeltes Gewicht einer Münze im Unterschied zum Feinge-
lialt; ^herr. der: Inhaber des Münzrechts: -hoheit, die:
Recht {des Staates]. Münzen zu prägen; -kabinett, das:
l.a) Raum zur Aufbewahrung einer Münzensammlung; b)
(früher) mit vielen Fächern versehenes Schränkchen zur
Aufna/tme gesammelter Münzen. 2. svw. t-Sammlung;
-kontrollwaage, die: Waage, mit der das gesetzlich
vorgeschriebene Gewicht von Münzen kontrolliert wird;
Justierwaage: ^Convention, die: svw. K vertrag; -künde, die: I.
<o. Pl.> svw. t Numismatik. 2. Lehrbuch der Numismatik;
-meister, der: verantwortlicher Leiter einer Münzstätte;
^Prägung, die: das Prägen von Münzen in einer Münzstätte;
-probe, die: chemisch-physikalische Untersuchung einer
Münze auf Einhaltung des gesetzlichen Münzfußes; -prüfer,
der; -recht, das <o. Pl.>: 1. svw.! Münzhoheit. 2. rechtliche
Bestimmungen eines Staates zur Regelung des Münzwesens;
-regal, das: 1. (MA.) Münzhoheit. 2. vom Staat, der die
Münzhoheit besitzt, an Münzstätten verliehenes Recht,
Münzen zu prägen: -Sammlung, die: t Münzensammlung;
^statte, die: Werkstatt od. Fabrik, in der Münzen geprägt werden;
-Stempel, der: Werkzeug, mit dem das Rohpnxiukt der
Münze mit dem Gepräge versehen wird; -tank[automat],
der: Automat zum Selbsttanken; -tankstelle, die: Tankstelle
mit Münztank; -verbrechen, das: svw. t^dellkt; ^verfiU-
schung, die (jur.): betrügerische Verätuierung von Geld, um
ihm einen höheren Wert od. eine Fortdauer der Geltung
zu verleihen; ^vergehen, das: svw. t^delikt; -vertrag, der:
Vertrag zwischen verschiedenen Münzherren bes. über An-
gleichungen im Münzwesen; -wardein, der (früher): vom
Münzmeister unabhängiger Münzbeamter zur
Beaufsichtigung besonders von Feingehalt u. Münzgewicht; -Wechsler,
der: Automat, der / größere] Münzen in kleinere umtauscht:
-wesen, das <o. Pl.>: die Gesamtheit der Einrichtungen
für die Herstellung u. den Umlauf von Münzen:
-Wissenschaft, die: Numismatik; -Zähler, der: Automat, der nach
Einwurf einer Münze eine bestimmte Menge Gas od. Strom
abgibt; -zeichen, das: auf Münzen eingeprägtes Zeichen.
Münze [mYntßd], die; -, -n [mhd. münze, ahd. muni33a
< lat. moneta = Münzstätte; Münze; eigtl. Beiname der
römischen Göttin Juno, in deren Tempel sich die römische
Münzstätte befand]: 1. aus Metall hergestelltes,
scheibenförmiges Geldstück von bestimmtem Gewicht u. Feingehalt,
wofür das [beidseitige] Gepräge bürgt: eine silberne, echte,
alle,ungültige,abgegriffene M.; inländische, ausländische,
fremde -n; eine M. aus Gold; eine M. verliert ihren Wert,
an Wert; eine M. in einen Automaten einwerfen; -n prägen,
fälschen; beim öffentlichen Fernsprecher -n nachwerfen;
-n sammeln; neue, falsche -n in Umlauf setzen; -n einziehen,
aus dem Verkehr ziehen; Ü Er speist die Fragende nicht
ab mit der billigen M. des Mitleids (Joho, Peyrouton
178); 'klingende/bare M. (geh.; bares Geld; Geld, aus dem
man Nutzen od. Gewinn ziehen katin): eine Idee in klingende,
bareM. umsetzen, verwandeln; in/mit klingender M. (bar)
bezahlen: etw, für bare M. nehmen (an der Ernsthaftigkeit
1830
muschel-, Muschel-
von jmds. Äußerung törichterweise nicht zweifeln); jmdm.
etw. in/mit gleicher M. heimzahlen (jmdm. etw. auf die
gleiche üble Art vergelten). 2. svw. T Münzstätte: die
Münchener. Stuttgarter M.; münzen fmYnt$n] <sw. V ; hat)
[mhd. münzen, ahd. müni33Ön]: 1. Metall zu Münzen
prägen: Gold. Silber m. 2. *auf imdn., etw. gemünzt sein
(sich auf imdn.. etw. beziehen; sich gegen jmdn.. etw. richten;
wohl nach den früher hergestellten Gedenkmünzen mit
eingeprägten, versteckten statistischen Anspielungen):
diese Bemerkung war auf seine Person, auf die gegenwärtigen
Verhältnisse gemünzt; Münzensammlung, die; -, -en;
Menzel*, der; -s. - [mhd. münzer. munzxre. ahd. munizäri.
auch = Geldwechsler < spätlat. monetärius] (veraltet):
jmd.. der Münzen prägt: Münzarbeiter.
Muräne [mu're:r»]. die; -.-n[spätmhd. muren < lat. mürena
< griech. myraina]: in warmen Meeren heimischer,
gelbbrauner, z. T. lebhaft gezeichneter (marmorierter), aalarti-
ger Fisch, von dem einige Arten als Speisefisch sehr geschätzt
werden.
mürb [mvrp] (landsch.. bes. südd.. österr.): svw. Tmürbe
(bes. 1); mürbe [nrnte] <Adj.; nicht adv.) [mhd. mür(w)e.
ahd.mur(u)wi = zermalmt, zerrieben, weich): 1. so
beschaffen, daß es sich leicht kauen läßt u. sogleich in seine Teile
zerfällt: -s Gebäck. Fleisch. Obst; der Apfel, der Braten
ist sehrm.; das Fleisch m. klopfen. 2. durch Alter.
Abnutzung die Festigkeit seiner Substanz verloren habend: m.
Taue; ein -s (brüchiges, durchgescheuertes) Gewebe; die
-e Haut des alten Fischers. 3. <nur präd.) seine Spannkraft
u. Widerstandskraft durch anhaltende negative Einwirkung
verloren habend: völlig m. sein; den Gegner m. machen
(zwingen, seinen Widerstand aufzugeben); Mürbe [-1. die;
-: svw. tMürbheit; <Zus.:> Mürbebraten, der: a) (nordd.)
Lendenbraten; b) (Jägerspr.) Lendenstück beim Rotwild;
Mürbeteig, der: gekneteter Kuchenteig aus Zucker. Fett.
Eiern. Mehl u. wenig Milch od. Wasser; Myrbfletsch, das
(landsch.): Lendenbraten; Mürbheit, die; -; Mürbigkeit
[mYrbi^kajt], die; - (veraltet): svw. TMürbheit; Mjjrbteig,
der; -[e]s. -e (landsch.. bes. südd.. österr.): TMürbeteig.
Murbruch ['muig-l. der; -[eis. ...brüche: svw. TMure; Mure
l'mu:ra]. die; -. -n [aus dem Bayer.. Tirol., viell. verw.
mit Tmorsch, mürbe]: in Gebirgsgegenden durch starken
Regen od. Schneeschmelze hervorgerufener Schlammstrom
mit Gesteinsschutt.
muren Cmu.ranl <sw. V.; hat) [engl, to mur] (Seew.): (ein
Schiff) mit einer Muring verankern.
Murgang [mu:g-]. der; -[eis. ...gange: svw. TMure.
muriatisch [mu'rja:tij] <Adj.) [zu lat. muriäticus = gepökelt]
(Fachspr): (von Heilquellen) ktKhsalzhaltig.
murig [mu:ri<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): regelmäßig
von einer Mure, von Muren überflutet: ein -es Gelände.
Muring ['mu'.nol. die; -. -e [engl, muring. zu: to murc.
t muren] (Seew.): Vorrichtung zum Verankern eines Schiffes
mit zwei Ankern.
Murkel [morkjl.der; -s. - fVkl. von älter: Murk = Brocken;
Krümel. Knirps, zu fmurkeln] (landsch.): kleines Kind;
murkelig.murk]ig['mork(3)li<;] <Adj.; nicht adv.) (landsch.
abwertend): im Wachstum zurückgeblieben u. entsprechend
klein, schwächlich u. unansehnlich: ein murk liger
Weihnachtsbaum: wie ein Gott, der ... nur mit einem Auge
auf die murkeligen Erdenzwerge hinschaut (Strittmatter.
Wundertäter 41); murkebi [murkln] <sw. V.; hat) [landsch.
Nebenf. von f murksen] (landsch.): zerdrücken, zerbrechen:
Ü die Kugel haut schnell um. und das Gift murkelt (tötet)
langsam (A. Zweig. Grischa 424); murklig: t murkel ig:
Murks [murks], der; -es [rückgeb. aus f murksen] (salopp
abwertend): unsachgemäß, fehlerhaft, schlecht ausgeführte
Arbeit, die jmdm. nichts nützt: das ist doch alles M.!;
er hat M. gemacht; murksen [murksn] <sw. V.; hat) [zu
älter Murk. f Murkel; vgl. abmurksen] (salopp abwertend):
1. /über längere Zeit, ohne sichtbaren Erfolg] sich mit
etw. beschäftigen, unsachgemäß an etw. arbeiten: immer
was zu m. haben; er murkst schon drei Stunden im Keller:
er hat bei dieser Arbeit gemurkst (er hat nachlässig u.
fehlerhaft gearbeitet). 2. (landsch.) töten, umbringen: der
andere war ... bereit, zu schlagen und zu m.. was nach
Blutsauger und Ausbeuter roch (Marchwitza. Kumiaks
122).
Murmel [morml]. die; -. -n [aus dem Niederd.. Nebenf.
von T 'Marmel]: kleine / Glasjkugel zum Spielen, die Kinder
aus einer gewissen Entfernung in Richtung auf eine
Vertiefung werfen u. dann mit dem Finger in die Vertiefung stoßen;
^Marmel: wir wollen [mit] -n spielen.
Myrmellaut,der;-le]s.-e(Sprachw.): svw. tSchwa; 'murmeln
[murmln] <sw. V.; hat) [mhd. murmeln, ahd.
murmulön. lautm.]: a) mit gedämpfter Stimme [in tiefer
TonlageJ. meist nicht sehr deutlich etw. sagen, was oft
nicht für andere bestimmt ist: etwas Unverständliches, ein
paar Worte, eine Entschuldigung, einen Gruß. Gebete
[vor sich hin] m.; Sie murmelten Empörung (gaben
murmelnd ihrer Empörung Ausdruck; Kirst. 08/15, 643); man
hatte davon gemurmelt; <subst.:) ein leises Murmeln; b)
(dichter.) ein murmelndes, wie Murmeln (a) klingendes
Geräusch von sich geben, glucksen (1): der Bach murmelt;
<subst.:> das Murmeln der Quellen.
Ärmeln I-] <sw. V.; hat): mit Murmeln spielen.
Murmeltier, das; -[e]s, -e 11. Bestandteil ahd. murmunto.
murmuntin. zu spätlat. müs (Gen.: müris) montis =
Bergmaus, volksetym. an 'murmeln angelehnt; vgl. Marmotte]:
vor allem im Hochgebirge vorkommendes, kleines Nagetier
mit rundlichem Kopf u. kurzem, buschigem Schwanz, das
Pfeiftöne von sich gibt u. einen langen Winterschlaf hält:
schlafen wie ein M. (emotional; fest u. lange schlafen).
murren [moran] <sw. V.; hat) [mhd. murren; lautm.. verw.
mit T 'murmeln]: a) seine Unzufriedenheit. Auflehnung mit
brummender Stimme u. unfreundlichen Worten zum
Ausdruck bringen: ständig leisem.; er murrte über das schlechte
Essen: murrende (sich im Murren Ausdruck verschaffende)
Entrüstung wurde laut; <subst.) er ertrug alles ohne
Murren; b) (dichter.) ein murrendes, wie Murren (a) klingendes
Geräusch von sich geben: die Kanonen murrten leise; Das
Gewitter murrt (Remarque. Obelisk 85); <Abl.:) mürrisch
[mYriJ] <Adj.): Unzufriedenheit od. schlechte Laune im
Gesicht sausdruck od. durch eine unfreundliche, einsilbige,
abweisende Art erkennen lassend: ein -es Gesicht machen;
warum ist er immer so m.?; m. grüßen; er sagte, tat es
ziemlich m.; <Abl.:> Myrrischkeit, die; -; Myrrkopf, der;
-[e]s. ...köpfe (veraltet): mürrischer Mensch; mgrrköpfig,
myrrköpfisch [-kce^lij] <Adj.) (veraltet): mürrisch.
Mus [mu:s], das. landsch. auch: der: -es. -e [mhd.. ahd.
muos = Speise, Essen, Nahrung]: aus gekochtem Obst,
aus gekochten Kartoffeln o. ä. hergestellter Brei: M. kochen,
rühren, essen; etw. zu M. rühren (zu einer breiartigen
Masse verrühren); die Kartoffeln sind zu M. gekocht;
Ü das Kind wurde in der Straßenbahn fast, förmlich zu
M. gedrückt (salopp; wurde in der Enge sehr gedrückt):
*jmdn., etw. zu M. machen/schlagen o.a. (derb; jmdn.
zusammenschlagen, vernichten).
Mus-: ^apfel.der: Fallapfel für Apfelmus; -äuge, das (berlin.
salopp): a) entzütidetes. triefendes Auge; b) Bluterguß, am
Auge, blaues Auge; -spritze, die [nach der entfernten
Ähnlichkeit mit dem Spritzbeutel Tür Torten u.a.] (ugs.
scherzh.): Regenschirm, bes. Stockschirm; ^topf, der:
irdener Topf mit Mus: *aus dem M. kommen (landsch.. bes.
berlin. salopp; völlig ahnungslos in bezug auf etw. sein
u. dies durch eine entsprechende Äußerung zu erkennen
geben; W.u.).
Musaget [muzage:t]. der; -en. -en [spätlat. Müsagetes <
griech. Mousagetes = Vorsteher der Musen. Beiname des
Apoll u. des Herakles, zu fMuse] (veraltet): Freund u.
Förderer der Künste u. Wissenschaften.
Muscadet [myska'de]. der; -[s], -s [frz. muscadet. zu: muscade
= Muskat]: leichter, trockener, würziger Weißwein aus
der Gegend um Nantes.
'Musche [mujd]: TMouche (1).
dusche [-], die; -. -n [ostmd. Mutsche. nd. Mutze <
spätmhd. mutze = Vulva] (landsch. salopp abwertend):
weibliche Person mit lockerem Lebenswandel; Prostituierte.
Muschel [mujl]. die; -, -n [mhd. muschel. ahd. muscula.
< lat. müsculus. eigtl. = Mäuschen, wohl nach der
Ähnlichkeit in Form u. Farbe mit einer Maus]: 1. <Vkl. Mü-
schelchen) a) in zalüreichen Arten in Gewässern lebendes.
z. T. eßbares Weichtier, dessen Körper von zwei durch
Muskel in] verschließbaren Kalkschalen umschlossen ist: -n
fangen, essen; b) Schale von Muscheln da): am Strand -n
suchen; Ragout fin in der M. servieren. 2.a) kurz für
T Hörmuschel; b) kurz für T Sprechmuschel. 3. (selten) kurz
für TOhrmuschel. 4. (vulg.) Vagina. 5. (österr. ugs.) 7b/-
lettenbecken.
muschel-, Myschel-: -bank.die /natürliche] Massenansied-
lung von im Meer lebenden Muscheln; -blümchen, das [wohl
1831
Müschelchen
nach der Form der Blütenblätter]: vor allem in Laubwäldern
als zierliche, weiliblühende Staude vorkommende, auch
kultivierte Frühlingsblume: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>
-geld, das: bei Naturvölkern verwendetes Za/ilungsmittel
in Form von Muschelschalen od. Schneckengehäusen: -gold,
das [das Gold wurde aus der inneren Schicht der
Muschelschale durch Zerreiben gewonnen): svw. f Musivgold:
-kalk, der (Geol.): die mittlere Abteilung der Trias bildende
Kalk-Schieferton-Folge; -kieker, der [zu T Muschel (4))
(berlin. salopp): Frauenarzt: -krebs, der: mit etwa 12000
Arten im Meer u. im Süßwasser vorkommender, wenige
Zentimeter langer Krebs, dessen Körper von zwei / KalkJ-
schalen völlig umschlossen ist: ^ Sammlung, die; -schale,
die; -sekle, die: von bestimmten Muschelarten gebildete,
glänzende, bräunliche Fäden, die als Fasern zu hochwertigen
Geweben mit warmem Goldglanz verarbeitet werden:
Seeseide; -Vergiftung, die: Vergiftung nach dem Genuli von
verdorbenen [ Miesmuscheln od. Austern; ^werk. das <o.
PI.) (Kunstwiss.): meist asymmetrisch rahmendes Ornament
in ausschwingenden, muschelförmigen Gebilden als
wichtigstes Dekorationselement des Rokokos [für Innenräume;.
Müschelchen [mYjkpn], das; -s, -: tMuschel (1).
muschelig, (auch:) muschlig [mul(9)li<;] <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): muschelförmig: Der Pickel schlug
muschelige Schollen aus dem Gestein (A. Zweig. Grischa
458).
muschebi [mulln] <sw. V.; hat) [Nebenf. von tmauscheln]
(bes. berlin. salopp): svw. Tmogeln.
MuschiI moü.auch: mu:Ji], die; -. -s: 1. (Kinderspr.) Katze.
2. (vulg.) Vulva.
Muschik [müjik,auch: - -]. der; -s. -s [russ. muschik.eigtl.
= kleiner Mann]: Bauer im zaristischen Rußland.
Muschkote [mof ko.ta],der; -n, -n [verderbt aus t Musketierl
(Soldatenspr. veraltend, oft abwertend): einfacher Soldat
der Infanterie. Fußsoldat: Sie sind ja nur -n. und er Ist
ein hohes Tier (Remarque, Westen 182).
muschlig: f muschelig.
Muschpoke: f Mischpoke.
Muse ['mu.zdl. die; -. -n [lat. müsa < griech. moüsa =
Kunst, künstlerische Beschäftigung; Muse] (griech. Myth.):
eine der neun Töchter des Zeus u. der Mnemosyne. der
Schwestern im Gefolge des Apoll als Schutzgöttinnen der
Künste: Terpsichore. die M. des Tanzes; Städte ( =
München und Wien), die den -n immer zugewandt und denen
die -n dafür offenbar auch „hold" waren (Zeit 10. 12.
65.45); die-nanrufen; *die leichte o. ä. M. (die
unterhaltende Kunst, bes. Operette); die zehnte M. (scherzh.: 1. das
Kabarett; nach dem Titel, den 1902 M. Bern (1849-1923)
seiner Sammlung von Liedern u. Geschichten fürs Kabarett
gab. 2. der Film); die M. küßt imdn. (scherzh.; jmd. hat
die Inspiration zu einem dichterischen Werk): museal [mu-
zea.l] <Adj.): I. <o. Steig.; nicht präd.) das Museum betref-
ferul. dazu gehörend: die Impressionisten bilden dort die
größte -e Attraktion; m. (wie Museen) verwaltete
Konzentrationslager (Fries. Weg 199). 2. Vorstellungen von etw.
weckend, was im Museum als Relikt vergangener Zeiten
aufbewahrt wird: -e Kulturgüter; Der am wenigstens -e
(traditionalistische und unzeitgemäße) Denker unserer
Tage, Sartre (Spiegel 11, 1966. 10); ein m. renoviertes
Fachwerkhaus; Museen: PI. von T Museum.
Muselman[mu:zjman].der; -en -en [...ma.nan, auch: --'—;
ital. musulmano, türk. müslüman < pers. mosalmän; vgl.
Moslem] (veraltet, noch scherzh.): Moslem; Musebnanin
[mu:z|ma:nm. auch: --'--]. die; -, -nen: w. Form zu
t Muselman; muselmanisch [auch: --'—] <Adj.; o. Steig.)
(veraltet): Tmoslemisch; Muselmann, der; -[e]s, ...männer
(veraltet, noch scherzh.): eindeutschend für f Muselman.
musen [mu:znl <sw. V.; hat) (landsch.): zu Mus rühren.
Musen-: -almanach, der: (im 18. u. IQ.Jh.) jährlich
erscheinende Anthologie meist noch unveröffentlichter
Dichtungen; -söhn, der (veraltet, noch scherzh.): a) /JungerJ
Dichter; b) Student: -tempel, der (veraltet, noch scherzh.):
Theater: die Stadt hat sich einen teuren M. gebaut.
Musette [myzet], die; -. -s [frz. musette. zu afrz. muse
= Dudelsack, zu: muser = dudelnl: 1. französische
Sackpfeife im 17.118. Jh. 2. (in Frankreich im 17.118. Jh.) /von
der Musette (1) begleiteter ] langsamer Tanz im V V
od. 2lrTakt. der auch Eingang in die Kunstmusik fand;
<Zus.:) Musetteorchester, das: kleines Tanz- u.
Unterhaltungsorchester ohne Streicher.
Museum [muze:om], das; -s. Museen [muze^n; lat. mü-
seum = Ort für gelehrte Beschäftigung < griech. mouselon
= Musensitz. Musentempel, zu: moüsa, TMuse]: Institut,
in dem Kunstwerke sowie kunstgewerbliche,
wissenschaftliche, technische Sammlungen aufbewahrt u. ausgestellt
werden: ein [natur]historisches. vorgeschichtliches M.; ein M..
eine Ausstellung im M. besuchen.
museums-, Museums-: -aufsehender: svw. f -wärler (Berufs-
bez); Mliener, der (veraltend): svw. T-Wärter; -fuhrer,
der: 1. Führer (1 b) durch ein Museum. 2. Führer (2) zur
Besichtigungeines Museums; -käfer, der: vgl.
Kabinettkäfer; -katalog, der: Katalog über eine einzelne od. alle
Sammlungen eines Museums; -reif <Adj.; Steig, selten; nicht
adv.) (ugs. iron.): in heutiger Zeit völlig unüblich geworden
od. aus dem Gebrauch gekommen; eine -e Schreibmaschine;
ihr Hut ist fast m.; -replfkat, das: Replikat in Größe u.
Farbe des im Museum aufbewahrten Originals; -stück, das:
in einem Museum aufbewahrter / einzelner wertvoller] [ Aus-
stellungs]gegenständ: wertvolle Gemälde und -e wurden
zu Beginn des Krieges ausgelagert; Ü (ugs. iron.:) jmdn..
etw. als M. bestaunen; -wärter, der: jmd.. der in einem
Museum die Aufsicht [über einen od. mehrere SäleJ führt
(Berufsbez.); -wert, der <o. PI.) fast nur in Verbindung
M. haben (besonders wertvoll sein): dein Wagen hat Ja
schon M. (ist sehr alt. ist kaum noch zu gebrauchen).
Musica['mu:zika|.die;-[lat.(ars)müsica < griech.mousike
(t&hne). eigtl. = Musenkunst]: Musik als eine der Artes
liberales: Frau M. (altertümelnd. scherzh.; die Musik):
M, antiqua t-an'ti:kva) (alte Musik); M. Instrumentalis
[mstrumen'ta.lis] (im MA. Musik im eigentlichen Sinne.
Instrumental- u. Vokalmusik); M. mensurata [-menzu'ra:-
ta] (Mensuralmusik); M. nova [-nova. auch: no:va] (neue
Musik); M. sacra [-za.kra] (geistliche Musik;
Kirchenmusik); M. viva [- 'vi:va] (moderne, zeitgenössische Musik);
Musical [mju.zikj], das; -s. -s [amerik. musical (comedy
od. play)]: a) <o. PI.) aktuelle Stoffe behandelnde, populäre
Gattung des Musiktheaters mit Elementen aus Drama.
Operette. Revue u. Variete; b) einzelnes Stück der Gattung
Musical (2): ein amerikanisches M.; ein M. schreiben,
komponieren; aus einem Schauspiel ein M. machen;
Musicalclown, der; -s. -s: Unterhaltungskütistler. der als
Hauptbestandteil seiner Darbietung auf ungewöhnlich aussehenden
Musikinstrumenten spielt u. damit eine komische Wirkung
erreicht;Muskrbox[mju:zik-],die; -, -en u. -es [...iz]:
tMusikbox; Musik [mu'zi:k], die; -. -en [mhd. music. ahd.
musica < lat. müsica. fMusica; Betonungsänderung u.
Bedeutungserweiterung unter Einfluß von frz. musique]:
l.a) <o. PI.) Kunst. Töne in bestimmter (geschichtlich
bedingter) Gesetzmäßigkeit hinsichtlich Rhythmus. Melodie.
Harmonie zu einer Gruppe von Klängen u. zu einer stilistisch
eigenständigen Komposition zu ordnen; Tonkunst:
klassische, italienische, alte, geistliche, weltliche, akademische,
moderne, atonale, elektronische M.; die M. des Barock;
M. kennt keine Grenzen (wird überall auf der Welt
verstanden u. ist völkerverbindend); M. lieben; M. (an einer
Musikhochschuleein Fach wie z. B. Komposition. Klavier. Gesang)
studieren: sie hat in M. (im Schulfach Musik) eine Zwei;
etw. von M. verstehen: *M. im Blut haben (emotional;
eine angeborene Musikalität besitzen u. sich / auf dem Gebiet
der Unterhaltungsmusik] entsprechet talentiert zeigen):
b) Erzeugnis/se]. Werkle/ der Musik (1 a): M. [von Bach,
Beethoven, der Wiener Klassik] erklingt; aus dem Radio
tönte, kam laute, hämmernde, beschwingte, leise, diskrete,
gedämpfte, getragene, ernste M.; M. als Untermalung;
die M. brach ab. setzte wieder ein. drang bis auf die
Straße; M. hören; jmds. M. auffuhren, dirigieren, spielen,
singen; er hört gern gute, klassische, schwere, leichte, (ugs.:)
schräge M.; er schreibt, komponiert die M. zu diesem
Film; M. machen (tnusizieren; für ein Publikum spielen);
der M. lauschen; einen Text in M. setzen (vertonen);
das Ballett ... tanzt nach -en von Ravel und Sa rasa te
(MM 12. 8. 72. 66); R mit M. geht alles besser; Ü sie
... lauschten auf die M. der Wellen (Geissler.
Wunschhütlein 72); M. in imds. Ohren sein (ugs.; eine äußerst
angenehme u. willkommene Äußerung. Neuigkeit o.a. für jmdn.
sein): hinter/in etw. sitzt/steckt M. (ugs.; etw. hat Kraft.
Wucht). 2. <PI. ungebr.) (ugs.) Musikkapelle: die M.
kommt; Es ist ohnehin Schluß; auch die M. packt ein
(Remarque. Obelisk 56); er bestellte Bier für die M.
musjk-. Musik-: -automat, der: a) Apparat, der mit mechani-
1832
Muskarin
scher Antriebsvorrichtung ein od. mehrere Musikstücke
abspielt: b) svw. t ^box; -begabt <Adj.; nicht adv.>: für Musik
(1 a) begabt: -besessen <Adj.; nicht adv.>: von der Musik
(1 a) besessen (b): -bibliothek, die: / öffentliche} Sammlung
von Musikalien, Literatur über Musik fu. Musik auf
Tonträgern/; ^box. die: / in Gaststätten aufgestellter] Autotnat
mit einem Magazin von Schallplatten, die nach Einwurf
von Münzen abgespielt werden können; -bücherei, die:
öffentliche Musikbibliothek; -bühne. die: Bühne (1 b), an der
bes. Opern gespielt werden; MÜrektor. der (Abk.: M D):
a) <o. PI.) an den Leiter einer städtischen, kirchlichen o.a.
musikalischen bistitution verliehener Titel; b) Träger des
Titels Musikdirektor (a): Minima, das: a) <o. PI.) (bes.
im Hinblick auf die Werke R. Wagners) musikalisches
Bühnenwerk (als Gattung, bei dem sich die Musik den
Anforderungen des Dramas fügt); b) einzelnes Werk der Gattung
Musikdrama (a); -erziehung, die <o. PL): Musik (1 a) als
Schulfach; ^fest. das: musikalische Festspiele, dazu:
^Festspiele <PI): svw. Nfest; -fibu, der: Film mit zahlreichen
musikalischen Darbietungen; -freund, der: Freund (3 a) der
Musik; ^geschichte.die <o. PL): a) geschichtliche
Entwicklung der Musik; b) Wissenschaft von der geschichtlichen
Entwicklung der Musik als Teil der Musikwissenschaft,
dazu: ^geschichtlich <Adj.; o. Steig) Historiker, der:
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Musikgeschichte (b);
^historisch <Adj.; o. Steig.); Hochschule, die: Fachhochschule
für die musikalische Ausbildung; -Instrument, das:
Instrument, mit dem Töne hervorgebracht werden, auf dem Musik
gespielt wird; -kapelle, die: svw. tKapelle (2); -korps,
das: Blasorchester als militärische Einheit; -kritik, die:
a) <o. PI.) publizistische kritische Beschäftigung mit Musik
od. Erscheinungen im Bereich der Musik; b) einzelne
publizistische Äußerung über ein musikalisches Ereignis, ein Werk
u. seine Aufführung, dazu: -kritiker, der: Publizist auf
dem Gebiet der Musikkritik (a); -leben, das <o. PL):
musikalisches Geschehen in einem bestimmten geographischen
Bereich: die Münchener Oper ist eines der Zentren
europäischen -s; -lehre, die: a) <o. PL) allgemeine Lehre von
der Musik in bezug -auf die Grundbegriffe der Akustik,
Notation, Melodie, Harmonik, der Formen u.a.; b) Werk,
Lehrbuch, das eine Darstellung der Musik lehre enthält; ^leh-
rer, der: Lehrer im Unterrichtsfach Musik; -lexikon, das;
-liebe, die <o. PL): Liebe zur Musik; -liebend <AdJ.; nicht
adv.): -liebhaber, der: svw. t ^freund; -literatur, die <o.
PL): a) Literatur (1 b) über Musik; b) (selten) svw. T
Literatur (1 c); -meister, der (veraltet): musikalischer Leiter einer
Militärkapelle; -Pädagoge, der: a) Pädagoge, der
Musikunterricht erteilt; b) Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Musikpädagogik; -Pädagogik, die: Pädagogik des
Musikinstruments; -pflege, die <o. PL): das Bemühen um die Erhaltung
u. Förderung der Musik, indem man sie ausübt; -preis,
der: / auf Grund eines musikalischen Wettbewerbs I zur
Anerkennung, Förderung junger Musiker verliehener Preis;
-Professor, der (ugs.): a) Professor an einer Musikhochschule;
b) Professor der Musikwissenschaft; ^Publikum, das:
Publikum, das musikalische Aufführungen besucht; -räum, der:
für den Musikunterricht eingerichteter Klassenraum;
^reiten, das: gemeinschaftliches Reiten in der Reitbahn nach
Musik; -saai, der: a) Saal, in dem musiziert wird,
musikalische Veranstaltungen stattfinden; b) svw. t^raum;
^schaffen, das (bes. DDR): künstlerisches Schaffen auf dem Gebiet
der Musik; -Schauspiel, das: svw. f Melodrama (I);
-schrank, der: svw. Ktruhe; -schule, die: städtische od.
private musikalische Ausbildungsstätte für Laien- od.
Berufsausbildung; -stück, das: einzelnes, nicht näher bezeichnetes
Werk, bes. der Instrumentalmusik, von kurzer Spieldauer;
-stunde, die: Unterrichtsstunde in Musik; -szene, die <o.
PL) (ugs.): kultureller Bereich, in dem sich das Musikleben
abspielt; -theater, das <o. PL): 1. Einheit aus
Bühnendichtung u. Musik als Gattung. 2. dramatisch sinnvolle,
darstellerisch glaubwürdige Inszenierung musikalisch-szenischer
Werke; -theorie. die <o. PL): a) begriffliche Erfassung
u. systematische Darstellung musikalischer Sachverhalte;
b) Musiktheorie (a) als Lehrfach, das allgemeine Musiklehre,
Harmonielehre, Kontrapunkt u. Formenlehre umfaßt; ~the-
rapie, die (Psych.): Therapie mit Hilfe von Musik; -truhe.
die: truhenartiges Möbelstück, in das ein Radiogerät, oft
in Verbindung mit einem Plattenspieler, Tonbandgerät / u.
Fernsehapparat/, eingebaut ist; -untermalung, die:
musikalische Untermalung; -Unterricht, der; -verlag, der: Verlag.
der musikalische Werke u. Bücher über Musik verlegt;
^werk. das: 1. musikalisches Werk; größer angelegte
Komposition. 2. svw. Nautomat (a); -Wissenschaft, die <o.
PL): Wissenschaft von der Musik, ihrem Wesen, ihrer
Geschichte u. ihren verschiedenen Erscheinungsformen, dazu:
-Wissenschaftler, der; -Zeitschrift, die: den Bereich der
Musik behandelnde Fachzeitschrift; -Zentrum, das: Stadt I
neben anderen /, in der sich das Musikleben eines Landes
konzentriert.
Musikalien [muzika:lpn)<Pl.> [zu mlat. musicalis = t
musikalisch]: musikalische Werke in Form von gedruckten Noten,
seltener als Handschriften; <Zus.:) Musikalienhandlung, die:
Geschäft, in dem Musikalien verkauft werden;
Musikalienhändler, der; -s, -: imd., der (über eine kaufmännische
Ausbildung verfügt u.) Musikalien verkauft (Berufsbez.);
musikalisch <Adj.) [mlat. musicalis]: 1. <o. Steig.) die Musik
(1) betreffend, in ihren Bereich gehörend; -e Darbietungen;
eine -e Begabung. Ader; die -e Umrahmung einer Feier;
seine Interessen liegen hauptsächlich auf -em Gebiet; -er
Nachwuchs (Jugendliche, die sich in der musikalischen
Ausbildung befinden); er ist m. veranlagt. 2. mit Empfinden,
Verständnis für Musik (1) ausgestattet; musikbegabt; ein
-er Mensch; er ist. spielt, dirigiert [sehr, nicht] m. 3. wie
Musik (1 b) wirkend; klangvoll; eine -e Sprache, Prosa;
sie sprach mit einer m. angenehmen Stimme; Musikalität
[...kali'tc:t], die; -: 1. Empfinden, Verständnis, Begabung
für Musik (I): die M. des Dirigenten, der Solisten, des
Chors: mit M. spielen, singen. 2. Wirkung wie Musik (1 b):
die M. der Gedichte, der Sprache Brentanos: ein Duft
voll sprühender M. (Anzeige in: Petra 10. 1966. 120);
Musikant [...kant]. der: -en. -en [mlat. musicans (Gen.:
musicantis). 1. Part, von: musicare = musizieren]:
Instrumentalist, der zu bestimmten Gelegenlieiten, bes. zum Tanz,
bei Umzügen, spielt; lustige -en zogen durch das Dorf;
ein paar -en spielten auf der Hochzeit; <Zus.:) Musikfit-
tenknochen.der [wohl nach derbes, bei Violinisten häufigen
Entzündung bestimmter Teile des Hand- bzw.
Ellenbogengelenks]: Höcker am Ellbogen, an dem der Nerv an der
Oberfläche liegt, so daß diese Stelle besonders
schmerzempfindlich ist; ich habemirden M. gestoßen; <Abl.:> Musikyn-
tentum, das; -s; musikantisch <Adj.): mit Begeisterung
u. der Musik adäquatem Schwung [spielend], eine
entsprechende Haltung erkennen lassend; mit -em Schwung; das
Quartett spieltem.; Musiker [mu:zikB], der; -s. -
(Berufsbez.): ä)jmd., der beruflich Musik, eine Tätigkeit im
musikalischen Bereich ausübt; ausübende M.; ein bedeutender,
genialer M.; er ist M.; b) Mitglied eines Orchesters;
Orchestermusiker: die M. stimmten ihre Instrumente, verließen
das Podium; Musikerin. die; -. -nen: w. Form zu t Musiker;
Musikoloee [muziko'lo:ga], der; -n. -n [T-loge]: svw. T
Musikwissenschaftler; Musfkologie [...lo'gi:]. die; - [t-logie]:
svw. f Musikwissenschaft; Musikus ['mu.zikos], der; -, ...izi
[...it$i]. auch: -se [lat. müsicus = Tonsetzer. Tonkünstler]
(scherzh.): Musiker: ... daß die Post mit den -sen eine
Pauschalgebühr für ihr Kabelfernsehen aushandeln muß
(Hörzu 13. 1976. 34); Muskme concrete [myzikkö'kret],
die; - - [frz. musique concrfete]: konkrete Musik (T
konkret 1 a); musisch <Adj.) [griech. mousikös, zu: moüsa,
IMuse]: I. <o. Steig.) die schönen Künste betreffend,
darauf gerichtet: eine -e Begabung; -e Neigungen; die -en
Fächer (Kunsterziehung, Musik als Schulfächer); ein -es
Gymnasium (Gymnasium mit Schwerpunkt in Musik u.
Kunsterziehung); er ist m. veranlagt. 2. <nicht adv.)
künstlerisch begabt; den Künsten gegenüber aufgeschlossen: ein
-er Mensch.
musiv: tmusivisch; <Zus.:> Musjvarbeit. die: svw. t Mosaik;
Musivgold, das: goldglänzendes, schuppiges Pulver, das bes.
früher in der Malerei für tiefgelb-bronzene Farbtöne u. zur
Vergoldung von Spiegel- u. Bilderrahmen verwendet wurde;
musivisch [mu'zi:vijl, musiv [muzi:fl <Adj.; o. Steig.) [lat.
müsivus = zur Musivarbeit gehörend; vgl. Mosaik]
(Fachspr.): mit Steinen od. Glasstücken eingelegt: eine -e
Arbeit (ein Mosaik).
Musizi: PI. von T Musikus; musizieren [muzi'tsi:ren] <sw.
V.; hat) [mlat. musicare]: [mit jmdm. zusammen] Musik
spielen, zu Gehör bringen: im häuslichen Kreis, viel
gemeinsam m.; virtuos m.; das Orchester musizierte eine Sinfonie
von Johann Christian Bach; <Zus.:) musizkrfreudig <Adj.>;
<Abl.:> Musizkrfreudigkeit. die: -.
Muskarin [muska ri:n], das: -s [zu lat. musca = Fliege]:
1833
Muskat
stark giftiges Alkaloid des Fliegenpilzes, das
pupillenverengend, gefäßerweiternd u. blutdrucksenkend wirkt.
Muskat [müska:t. österr.: *—], der: -[e]s, -e [mhd. muscat
< afrz. muscate < mlat. (nux) muscata. zu: muscatus.
= nach Moschus duftend, zu spätlat. müscus. f Moschus]:
als Gewürz verwendeter Samen des Muskatnußbaumes.
Muskat-: -blute, die: als Gewürz verwendete Samenhülle
der Muskatnuß: -miß, die: dunkelbrauner, gerieben als
Gewürz verwendeter Samen des Muskatnußbaumes; -nuß-
baum, der: in den Tropen wachsender Baum mit ölhaltigen
Blättern; -reibe, die: kleines spezielles Reibeisen zum Reiben
von Muskatnüssen.
Muskate [mos'ka:ta|. die: -. -n (veraltet): svw. tMuskatnuß:
Muskateller [muskatete], der: -s. - [ital. moscatello <
mlat. muscatellum]: a) <o. PI.) Traubensorte mit dem
Muskat ähnlichem Geschmack; b) Wein aus Muskatellertrauben;
<Zus.:>Muskat$llertraube,die: svw. t Muskateller (1);
Muskatellerwein, der: svw. t Muskateller (2).
Muskel fmoskj], der: -s. -n [lat. müsculus. eigtl. = kleines
Mäuschen, viell. nach einem Vergleich des unter der Haut
zuckenden Muskels mit einer laufenden Maus]: i an den
Knochen angewachsener j Teil des menschlichen u. tierischen
Körpers, der aus von Bindegewebe umhüllten,
zusammenziehbaren Fasern besteht u. der Bewegung von Gliedmaßen u.
Körperteilen dient: kräftige, starke, schlaffe, gut trainierte
-n; die -n spannten sich, traten hervor, vibrierten, spielten
unter der Haut: beim Schwimmen werden alle -n
beansprucht: einen M. anspannen, entspannen: er hat sich beim
Springen einen M. gezerrt: Mensch, hat der -n!; bei diesem
Training bekommt man -n.
myskel-, Myskel-: -anstrengung, die: -arbeit, die <o. PI.):
Arbeit, die ein Muskel leistet; -atrophie, die (Med.): svw.
t-Schwund: -bepackt <Adj.: o. Steig.: nicht adv.) (ugs.):
muskulös: ein -er Körper: -bündel, das: mehrere, von
Bindegewebe umhüllte Muskelfasern; -dystrophie, die (Med.):
langsam fortschreitender Muskelschwund; Elektrizität, die
(Med.): elektrische Erscheinungen, die bei der Kontraktion
eines Muskels entstehen; -entzündung, die (Med):
Ermüdung, die: -faser, die: kontraktile Faser mit mehreren
Kernen, die zusammen mit anderen, gleichartigen Fasern einen
Muskel bildet, dazu: -faserriß, der: -fleisch, das: nur aus
Muskel bestehendes Fleisch (3); -gefühl, das (Med.): svw.
t-sinn; -geschwulst, die: svw. tMyom; -gewebe, das:
-haut, die (Biol.. Med.): die einen Muskel umgebende Haut:
-kater, der: durch Muskelverhärtung auftretende
Schmerzen nach I ungewohnter] körperlicher Anstrengung: ich hatte
nach diesem Marsch entsetzlichen M. in den Beinen:
-kontraktil, die (Med.): -kraft, die: Kraft der Muskeln: mit
M. allein schallt man das nicht: -krampf, der: schmerzhafte
Zusammenziehungeines Muskels: einen M. im Bein haben:
-magen, der (Zool.): Magen verschiedener Tiere, in dem
durch Muskelkontraktionen die Nahrung zerkleinert wird:
körnerfressende Vögel haben einen M.: -mann, der <PI.
-männer) (ugs.): sehr starker Mann mit deutlich sichtbaren
Muskeln; -paket, das (ugs.): a) starke, kräftige Muskeln:
Dudley war ein kräftiger Mann mit -n wie Sonny Liston
(Wolfe [Übers.]. Radical %): b) svw. T-mann: -protz,
der (ugs.): Mann, der mit seinen Muskeln u. seiner Stärke
prahlt; -quetschung, die: -rheumatismus, der (Med.):
schmerzhafte Erkrankung der Muskulatur; -riß, der (Med.):
Riß in einem Muskel: er hat sich beim Sport einen M.
zugezogen: -ruptur, die (Med.): svw. t-riß; -schmerz,
der: -schwäche, die (Med): krankhafte Schwäche od.
Ermüdbarkeit der Muskeln; -Schwund, der (Med.):
Verkümmerung der Muskulatur; -sinn,der (Biol.. Med.): Fähigkeit,
mit Hilfe von Sinnesorganen in den Muskeln Lage u. Zustand
einzelner Muskeln bzw. Gliedmaßen wafirzunehmen;
-starre, die (Med.): Bewegungsunfähigkeit von Muskeln;
-Strang, der: vgl. -bündel: -tonus der: normaler
Spannungszustand eines Muskels; -training, das: -zernmg, die
(Med.): /schmerzhafte] Zerrung eines Muskels; -zuckung,
die.
Muskete lmos'ke:tol. die: -. -n [frz. mousquet < ital. mo
schetto, eigtl. = wie mit „Fliegen" gesprenkelter Sperber
(Vkl. von.mosca = Fliege < lat. musca.f Mouche), dann:
bei der Jagd auf diesen Vogel gebrauchte (Schuß)wafte):
alte Handfeuerwaffe großen Kalibers, die mit einer Lunte
gezündet wurde; Musketier [moske'ti.g. auch: 'mos...], der:
-s. -e (früher): /mit einer Muskete bewaffneter] Fußsoldat.
Muskovit[muskovi:t.auch: ...vitl.den -s. -e [engl, muscovi-
te. zu nlat. Muscovia = Moskau, da das Mineral früher
als ..Moskauer Glas" im Handel war]: weitverbreiteter
heller Glimmer, der bes. in der Elektrotechnik als Isolierstoff
verwendet wird.
muskulär [mosku'le:?] <Adj.; o. Steig.) (Med.): zu den
Muskeln gehörend,die Muskulatur betreffend; Muskulatur [...la-
' tu:?]. die: -. -en: Gesamtheit der Muskeln einer Körperpartie
od. des ganzen Körpers; muskuHfc [...l0:s] <Adj.; -er. -este:
nicht adv.) [frz. musculeux < lat. musculösus]: mit starken
Muskeln versehen; äußerst kräftig: -e Arme. Beine: sein
Körper ist sehr m.
Müsli [my:sli]. das: -s, - [Schweiz. Vkl. von tMus]: meist
zum Frühstück gegessenes Rohkostgericht aus rohen
Haferflocken, [getrocknetem] Obst, Rosinen, geriebenen Nüssen
u. Milch: einen Teller M. essen.
Muslim usw.: f Moslem usw.
muß [mos]: tmüssen; Muß [-1. das: - [subst. 3. Pers. Sg.
von t müssenI: Zwang, Notwendigkeit: die Sicherheit eines
Autos ist ein absolutes M.; du kannst mitkommen, aber
das ist kein M.: Spr M. ist eine harte Nuß (es ist
unangenehm, beschwerlich, wenn man einer Sache nicht ausweichen
kann, sie tun muß).
Mvß-: -Bestimmung, die (mit Bindestrich): Regelung, nach
der im einzelnen Fall verfahren werden muß (Ggs.:
Kann-Bestimmung): -ehe, die (ugs.): Ehe, die geschlossen wird,
weil die Frau ein Kind erwartet: die meisten Frühehen
sind -n; -betrat, die: vgl. -«he: -Vorschrift, die (mit
Bindestrich): vgl. -Bestimmung (Ggs.: Kann-Vorschrift).
Muße [mu:sd]. die: - (mhd. muoss. ahd. muo3a] (geh.):
freie Zeit u. [innere] Ruhe, um etwas zu tun, was den
eigenen Interessen entspricht: dazu fehlt mir die M.: [Zeit
und] M. [zum Lesen] finden, brauchen, haben; er
betrachtete die Bilder in. mit M.
Musselin [mos3'li:n]. der: -s. -e [frz. mousseline < ital.
mussolina. nach dem Namen der Stadt Mossul am Tigris
(Irak)]: feines, locker gewebtes Baumwoll- od. Wollgewebe;
musselinen <Adj.: o. Steig.: nur attr.): aus Musselin.
müssen [mYsn] <unr. V.: mit Inf als Modalverb: mußte,
hat... müssen, ohne Inf. als Vollverb: mußte, hat gemußt)
[mhd. müesen. ahd. muojan, eigtl. = sich etw. zugemessen
haben]: a) einem / von außen ko>nmenden/ Zwang
unterliegen, etw. zu tun, gezwungen sein; zwangsläufig notwendig
sein: er muß um 8 Uhr im Büro sein: du mußt mir
gehorchen; wenn man Fieber hat. muß man im Bett bleiben;
ich habe es tun. sagen müssen: wir mußten lachen; er
mußte nachsitzen; ich muß in die Stadt, zum Arzt; er
hat noch zur Bank gemußt; wir müssen jetzt wieder an
die Arbeit; ich muß. ob ich will oder nicht: ich muß
mal (fam.; auf die Toilette gehen müssen); b) auf Grund
gesellschaftlicher Normen o. ä., einer inneren Verpflichtung
nicht umhin können, etw. zu tun; verpflichtet sein, sich
verpflichtet fühlen: ich muß ihre Einladung annehmen; du
bist mein Freund, du mußt mir helfen; ich muß sofort
nach Hause [gehen], meine Mutter wartet; sie mußte
heiraten (weil sie ein Kind erwartete); c) auf Grund bestimmter
vorangegangener Ereignisse, aus logischer Konsequenz o. ä.
notwendig sein: der Brief muß heute noch abgeschickt
werden; muß es denn ausgerechnet heute sein; warum
hat gerade mir so etwas passieren müssen; das mußt du
doch verstehen: diese Bilder muß man gesehen haben;
mußt du immer gleich aggressiv werden?; was habe ich
da über dich hören müssen (geh.; was hast du denn schon
wieder angestellt)', wenn es denn unbedingt sein muß.
komme ich mit; d) (nordd.) dürfen, sollen (verneint): das mußt
du nicht tun. sagen; ihr müßt das nicht so ernst nehmen;
e) drückt eine hohe, sich auf bestimmte Tatsachen
stützende Wahrscheinlichkeit aus; drückt aus. daß man etwas
ziemlich sicher annimmt: so muß es gewesen sein; das
mußte ja so kommen; er muß jeden Moment kommen;
er müßte eigentlich schon hier sein: sie muß früher sehr
gut ausgesehen haben; 0 (nur 2. Konj.) drückt aus. daß
etwas erstrebenswert, wünschenswert ist: solches Wetter
müßte den ganzen Sommer sein; so müßte es immer sein:
Geld müßte man haben; man müßte noch mal zwanzig
sein.
Musseron [mosa'rö:]. der; -s. -s [frz. mousseron. H. u.]: nach
Knoblauch schmeckender Pilz, der bes. zum Würzen von
Soßen verwendet wird.
Mußestunde,die; -, -n: ruhige, beschauliche Stunde;
Zeitspanne, Zeitraum der Muße: das werde ich in einer M. machen;
1834
mut-,
Mutich Treue mich auf die abendlichen -n: müßig [ my.su;!
<Adj.) [mhd. müejec, ahd. muosig] (geh.): l.a) keiner
Isinnvollen! Beschäftigung nachgehend; [auf gelangweilte
Weise] untätig: ein -es Leben führen; -e Spaziergänger
standen am Kai; er ist nie m.; m. dasitzen; b) (nur attr.)
Mu/Jebietend: -e Stunden. Tage. 2. (nicht adv.> überflüssig,
unnütz, zwecklos: eine -e Diskussion; sich -e Gedanken
machen: die Frage nach der Ursache ist m.; es ist m..
sich darüber Gedanken zu machen.
müßig-. Müßig- (geh.): -gang, der (o. PI.): das Müßigsein
(1 a): sein Leben im M. verbringen; Spr M. ist aller Laster
Anfang; -ganger, der: jmd.. der müßig (1 a) ist, dazu:
-gängerisch (Adj.>: keiner [sinnvollen/ Beschäftigung
nachgehend: -gehen (unr. V.; ist): müßig (1 a) sein.
Müßigkeit, die; - (geh.): 1. das Müßigsein da). 2. (selten)
Vergeblichkeit, Zwecklosigkeit: Als sie noch jung war,
erschien ihr diese Arbeit als die Essenz aller irdischen M.
(Hildesheimer. Legenden 166).
mußte ['moste], müßte [nrnte]: f müssen.
MustansCmustan].der: -s.-s[engl.mustang < span. (mex.)
mestengo.mestefto. eigtl. = herrenlos(es Pferd)]:
wildlebendes Präriepferd in Nordamerika.
Muster [moste], das; -s, - [spätmhd. muster. mustre <
älter ital. mostra = Ausstellung(sstück). zu: mostrare =
zeigen, weisen < lat. mönsträrel: 1. Vorlage, Zeichnung,
nach der etw. hergestellt, gemacht wird: etw. dient als M.;
ein M. kopieren; ein Kleid nach einem M. schneidern;
Ü die nach bolschewistischem M. straff hierarchisch
gegliederte SED (Fraenkel. Staat 29). 2. etw. in seiner Art
Vollkommenes; nachalimenswertes, beispielhaftes Vorbild: sie
war ein M. an Geduld. Fleiß; er ist das M. eines guten
Vaters; jmdn. zum M. nehmen. 3. aus der Kombination
von einzelnen Motiven bestehende [regelmäßige], sich wie-
derholende, flächige Verzierung, Zeichnung auf Papier, Stoff
o. ä. ein großes, buntes, auffallendes M.; das M. der
Tapete, des Stoffes, des Teppichs gefällt mir; ein M. entwerfen,
zeichnen; den Pullover in einem bestimmten M. häkeln,
stricken; Ü das läuft hier doch immer nach dem gleichen
M. (Schema) ab. 4. kleines Stück, kleine Menge einer
Ware, an der man die Beschaffenheit des Ganzen erkennen
kann: M. von Stoffen. Tapeten. Wolle; M. anfordern;
der Vertreterzeigte die neuesten M.; M. ohne Wert (Postw.
veraltend; Warensendung).
muster-, Myster-: -beispiel. das: a) sehr treffeniies, sehr
einleuchtendes Beispiel: das ist ein M. für meine These;
b) besonders nachahmenswertes Vorbild: sie ist das M. einer
guten Hausfrau; er ist ein M. für Fleiß und Ausdauer;
-betrieb, der: besonders vorbildlich geführter Betrieb; -beu-
tel, der: Papier tüte zum Verschicken von klebten
Gegenständen; ^bild. das: gutes Vorbild; -brief. der: Brief, der als
Vorlage für andere Briefe dient; -buch, das: 1. (Kunstwiss.)
Sammlung von Zeichnungen, Motiven, die dem
mittelalterlichen Künstler als Vorlage dienten. 2. wie ein Buch gebundene
größere Anzahl von Tapeten- od. Stoffmustern: ^«he. die:
vorbildliche Ehe; -exemplar, das: 1. als Muster (4) dienendes
Exemplar: ein unverkäufliches M. 2. (oft iron.)
beispielhaftes Exemplar: ein M. einer Rose; er ist ein M. von
Ehemann: -gatte, der (scherzh): vorbildlicher Ehemann: als
M. hilft er seiner Frau im Haushalt; (iron.:) mein M.
sitzt jeden Abend in der Kneipe; -gültig <Adj.>: vorbildlich,
nachahmenswert: -es Verhalten, hier herrscht eine -e
Ordnung; etw. in -er Weise machen; sein Benehmen war m.;
m. arbeiten; der Betrieb ist m. geführt, dazu: -gülttgkeit,
die <o. Pl.>; -gut. das: vorbildlich geführtes Gut (2);
-haushält, der: vgl. ^betrieb; -karte, die: Karte, an der Muster
(4) von Stoff, Wolle o.a. befestigt sind; -klammer, die:
Klatnmer zum Verschließen von Musterbeuteln; -knabe,
der (abwertend): jmd., der sich immer so verhält, wie Lehrer,
Vorgesetzte o.a. es wünschen u. erwarten [u. damit bei
anderen Unwillen hervorruft/: der M. hatte es in seiner
Klasse nicht leicht; -koffer, der: Koffer für, mit
Warewnustern; -kollektion, die: Kollektion (a) von Warewnustern;
-land, das <PI. -länder): Land, das in irgendeiner Hinsicht
als vorbildlich gilt; -leistung, die: dieser Sieg war eine
M.; -messe, die: Messe, auf der nur Warenmuster gezeigt
werdenu. auf der nichts verkauft wird; -paß, der (Ballspiele):
sehr genau, präzise gespielter Paß; -prozeß, der:
Gerichtsprozeß, in dem die Rechtslage zu einem Fall [erstmalig]
geklärt werden soll u. der als Beispiel für ähnliche Fälle
dienen soll; -rolle, die (Seew.): Verzeichnis aller an Bord
eines Schiffes Beschäftigten; -Sammlung, die: svw. f
^kollektion; -sdiüler, der: vorbildlicher Schüler; -Schülerin,
die: w. Form zu Kschüler; -schütz, der (Jur.): svw. T
Gebrauchsmusterschutz; -Sendung, die: Sendung von
Warenmustern; -stück, das: svw. t^exemplar; -tuch, das
(Handarb.): Tuch mit verschiedenen Stick- od. Wirkmustern,
das zur Übung angefertigt wird u. als Vorlage zum Sticken
od. Wirken dient; -Wirtschaft, die: vgl. ^gut; -Zeichner,
der: jmd., der Vorlagen für Druckstöcke o.a. zeichnet
(Beruf sbez.); -zeichnerin, die: w. Form zu T ^zeichnen
-Zeichnung, die: Zeichnung, Entwurf eines Musters (3).
musterhaft <Adj.; -er. -este>: vom Verhalten, von der Leistung
her vorbildlich, mustergültig: ein -er Schüler; eine -e
Ordnung; die Durchführung der Aufgabe war m.; Nein, wie
ist der Junge artig, geradezu m. (Kempowski, Tadelloser
117); er hat sich m. benommen; <Abl.:> Musterhaftigkeit,
die; -; mustern [mosten] <sw. V.; hat) [spätmhd. mustern,
mustren. zu T Muster]: 1. a) gründlich, kritisch, prüfend
ansehen, betrachten: jmd. spöttisch, kühl, abschätzend,
unverhohlen m.; er musterte sie von oben bis unten, von Kopf
bis Fuß; sie musterten sich gegenseitig mit Feindseligkeit;
neugierige Blicke musterten mich; b) (Mil/t.) inspizieren:
die Truppen m. 2. Wehrpflichtige auf ihre Wehrtauglichkeit
hin untersuchen: mehrere Ärzte musterten die Abiturienten;
er ist schon gemustert worden. 3. mit einem Muster (3)
versehen: den Untergrund der Decke m.; (meist im 2.
Part.:> eine gemusterte Bluse. Tapete: der Teppich ist
auffallend gemustert. 4. (landsch.) geschmacklos, unpassend
anziehen, kleiden: wer hat denn die Kleine so entsetzlich
gemustert?: mein Gott, hat der sich heute wieder
gemustert!; Musterung, die; -. -en: l.a) das Mustern (1 a): eine
eingehende M.; etw. einer genauen M. unterziehen; b)
(veraltet) Inspektion: Jaakob hatte ... die Pächter walten
lassen, indem er Jene nur dann und wann mit scharfer
M. heimsuchte (Th. Mann. Joseph 324). 2. das Mustern
(2): die Schulabgänger wurden zur M. aufgefordert. 3.
das Gemustertsein (3); Muster (3): eine hübsche, aparte
M.; ich mag lieber Tapeten ohne M.; (Zus. zu 2:> Mgste-
rungsbescheid, der: Aufforderung, sich mustern zu lassen.
Mut lmu:t], der; -[e]s /vgl. Mütchen/ [mhd.. ahd. muot]
l.a) Fähigkeit, in einer gefährlichen, riskanten Situation
seine Angst zu überwinden; Furchtlosigkeit angesichts einer
Situation, in der man Angst haben könnte: großer, starker,
bewundernswerter, heldenhafter M.; es gehört viel M.
dazu; all seinen M. zusammennehmen; seinen M. beweisen;
sich gegenseitig M. machen, zusprechen; sich den nötigen
M. antrinken; mit dem M. der Verzweiflung (aus eitler
ausweglos scheinenden Situation erwachsende
Furchtlosigkeit); b) [grundsätzliche] Bereitschaft, angesichts zu
erwarteter Nachteile etw. zu tun, was man für richtig hält,
etw. Unangenehmes zu tun: politischer, persönlicher M.;
er hatte den M.. ihm die Wahrheit zu sagen; etw. macht,
gibt jmdm. [neuen] M. (ermutigt ihn); wieder M.
bekommen (wieder zuversichtlich werden): den M. sinken lassen
(verzagen); M. fassen.schöpfen; Jmdm. M. machen (jmdn.
ermutigen.), eine Aufgabe anzupacken; [den] M. zur
Häßlichkeit haben (sich nicht scheuen, [auch einmal] häßlich
auszusehen); M. zur Krise (das bewußte Inkaufnehmen
einer Krise, auch gegen Widerstände); nur M.!
(aufmunternder Zuruf). 2. in Fügungen wie guten, frischen, frohen,
ruhigen o.a. -es [sein, bleibenl (geh.; in froher,
zuversichtlicher Stimmung [sein, bleiben]): mit gutem, frischem,
frohem o.a. M. (geh.: froh, zuversichtlich gestimmt): mit
frischem M. an die Arbeit gehen.
mut-, Mut-: -erfüllt <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (geh.).
von Mut erfüllt; ^los <AdJ.; -er. -este>: ohne Mut (I b)
u. Zuversicht, niedergeschlagen: er redete seinem -en
Freund gut zu; m. sein, werden; m. die Hände sinken
lassen, dazu: -losigkeit, die; -; -maßen usw.: Tmutmaßen
usw.; -probe, die: Handlung, mit der man seinen Mut (1 a)
beweisen soll: er mußte als M. vom Dach springen; eine
M. ablegen, bestehen; -wille, der <o. PI.) [mhd. muotwille.
ahd. muotwillo = eigener, freier Entschluß]: absichtliche,
bewußte, vorsätzliche, provozierende Boshaftigkeit,
Leichtfertigkeit: etw. aus -n tun; -willig <Adj.>: a) aus Mutwillen
geschehend: -e Zerstörung; -e Brandstiftung; etw. m.
beschädigen; b) (veraltend) leichtsinnig, leichtfertig: -e
Konzessionen; Wer so etwas sage, der rufe die Verdammung
m. auf sich herab (Kempowski. Tadelloser 248), dazu:
-Willigkeit, die: Mutwille.
1835
Muta
Muta[nur.ta],die;-....tä[zulat.mütus - stumm](Sprachw.
veraltet): Explosivlaut; M. cum liquida [- kom li:kvidal:
Verbindung von Explosivlaut u. Liquida.
mutabel [mu'ta:bl| <Adj.; ...abier. -ste: Steig, ungebr.) [lat.
mütäbilis.zu: mütäre. t mutieren] (bes. Biol.. bildungsspr.):
veränderlich, wandelbar; Mutabilität [mutabili'te.t]. die; -
[lat. mütäbilitäs] (bes. Biol.. bildungsspr.):
Veränderlichkeit, Wandelbarkeit; Mutagen, das; -s. -e (meist PI.)
[T-gen] (Biol.): chemischer od. physikalischer Faktor,
der Mutationen (1) auslöst (z.B. chemische Substanzen);
Mutagenese, die; -. -n (Biol.): Entstehung von Mutanten;
Mutagenitit [...geni't£:t]. die; - (Biol.): (von Mutagenen)
Fähigkeit, Mutationen (1) auszulösen; Mutant [mutant],
der; -en. -en [lat. mutans (Gen.: mütantis). 1. Part, von:
mütäre, f mutieren] (österr.): Junge, der im Stimmbruch
ist; Mutante,die; -, -n (Biol.): durch Mutation (I)
verändertes Individuum; Mutation [muta'^io:n|. die; -. -en [lat. mütä-
tio = (Veränderung]: 1. (Biol.) spontane od. künstlich
erzeugte Veränderung im Erbgefüge. 2. (Med.)
Stimmwechsel. 3. (veraltet) Änderung, Wandlung; <Zus. zu I:)
Mutationstheorie, die (Biol.): Hypothese, nach der die
verschiedenen Arten das Ergebnis zahlreicher Mutationen sind; mutatis
mutant» [muta:ti:s mu'landi:s; lat] (bildungsspr.): mit
den nötigen Abänderungen; Abk.: m. m.
Mütchen [myuqan] in der Wendung sein M. [an jmdm.l
kühlen (seinen Zorn [an jmdm.l auslassen).
muten [mu:tn] <sw. V.; hat) [mhd. muoten. ahd. muotön]:
1. (Bergmannsspr.) die Genehmigung zum Abbau
beantragen. 2. (veraltet) um die Erlaubnis nachsuchen, das
Meisterstück zu machen; Muter. der; -s. - (Bergmannsspr.): jmd.,
der eine Mutung beantragt.
mutieren [mu'ti:ran] <sw. V.; hat) [lat. mütäre = wechseln.
(ver)ändern]: 1. (Biol.) sich spontan im Erbgefüge ändern.
2. (Med.) sich im Stimmwechsel befinden.
mutig ['mu-.tif] <Adj.) [mhd. muotecj: a) Mut (I a) besitzend;
von Mut (1 a) zeugend; ein -er Mensch: sie war sehr m.;
sich m. verteidigen; b) Mut (I b) zeigend, beweisend; von
Mut (I b) zeugend; ein -er Entschluß; das war eine -e
Antwort; m. seine Meinung vertreten; -mutig [-my:ü<;] in
Zusb. u. Abi., z. B. einmütig, großmütig.
mutmaßen [mu:tma:sn] <sw. V.; hat) [mhd. muotmasen.
zu: muotmaje = Schätzung] (geh.): vermuten, annehmen;
er mutmaßt, daß es so gewesen ist; wer sein Nachfolger
war. konnte Quangel nur m. (Fallada. Jeder 229);
mutmaßlich <AdJ.; o. Steig.; nicht präd.) (geh.): auf Grund
bestimmter Tatsachen. Anzeichen möglich, wahrscheinlich; der -e
(in Verdacht stehende) Täter. Mörder. Terrorist; Wenn
ich nach meinem -en Vater Jan Ausschau hielt ... (Grass.
Blechtrommel 269): Ich sah dieses Paar vielleicht zum
letztenmal ruhig an diesem Abend, dem letzten, den es
m. zusammen verbrachte (Seghers. Transit 182);
Mutmaßung, die; -. -en (geh.): Vermutung; -en anstellen.
Muttdien ['moUpn]. das: -s. -: Koseform von T Mutter;
Mutter ['mute], die; -. Mütter [mYte; mhd.. ahd. muoter. urspr.
Lallwort der Kindersprache]: l.a) <Vkl. TMütterchen (1))
Frau, die ein od. mehrere Kinder geboren hat; die leibliche,
eigene M.; eine liebevolle, besorgte, strenge M.: ledige
Mütter; werdende Mütter (Schwangere) sollten nicht
rauchen; M. und Tochter; M. Gottes (kath. Rel.; Maria,
die Mutter Jesu): sie ist M. von fünf Kindern: sie wird
M. (ist schwanger); sie fühlt sich M. (geh.; fühlt, doli
sie schwanger ist)', sie ist ganz die M. (ist, sieht ihr sehr
ähnlich); grüßen Sie Ihre [Frau] M.!; der Geburtstag der
M./MuttersGeburtstag; an Mutters Rockschößen hängen
(ugs.: unselbständig sein): das Essen schmeckt nicht wie
bei Muttern (ugs.; zu Hause, bei der Mutter): Ü so galt
doch nun einmal Athen als die ehrwürdige M. (geh.:
Ursprung) der hellenischen Kultur (Thieß. Reich 144); *bei
M. Grün schlafen (ugs.; im Freien übernachten): M. Natur
(geh.; die Natur): die Schönheiten genießen, die M. Natur
zu bieten hat; b) Frau, die ein od. mehrere Kinder versorgt,
erzieht; daß es vielleicht gut wäre, dem Kinde Peter wieder
eine M. zu geben (Musil. Mann 1297): der Kleine ist
bei seiner neuen M. sehr gut aufgehoben; *M. der
Kompanie (Soldatenspr.; Hauptfeldwebet): c) kurz für
T Muttergesellschaft: die amerikanische M. des deutschen
Automobilherstellers. 2. Tiermutter; die M. des Fohlens
ist eine berühmte Stute; das kleine Kätzchen ist von seiner
M. verlassen worden. 3. (Technik) svw. TMatrize (2 b);
Butter [-]. die; -. -n [nach dem Vergleich mit dem
Mutterschoß od. der Gebärmutter, die ein werdendes Kind um-
schließtl: kurz für TSchraubenmutter: eine passende M.
für die Schraube suchen; die -n fest anziehen.
mytter-, Mutter- (vgl. auch: mütter-, Mütter-): ^band, das
<P1. -bänder) (Med.): 1. Gebärmutter. Eileitern. Eierstöcke
umhüllender Teil des Bauchfells. 2. Band, das die
Gebärmutter hält; -bäum, der (Forstw.): Baum, dessen Samen zur
Vermehrung verwendet werden; -biM, das (Psych., Soziol):
Vorstellung. Bild, das jmd. von einer Mutter hat; -bindung,
die (Psych.): emotionale Bindung an die Mutter; -boden,
der: oberste, humusreiche Schicht des Bodens; -brüst, die;
--erde, die: svw. T ^boden; -Ersatz, der: Mensch, der einem
Kind auf emotionaler Ebene die Mutter ersetzt; -freuden
<P1.) in den Wendungen M. entgegensehen (geh.; schwanger
sein): M. genießen (geh.; gerade ein Kind geboren haben):
-garbe, die (Volksk.): svw. T2Alte (6); -gefiihl, das <meist
PI.): von einer Mutter ihrem Kind entgegengebrachtes Gefüllt
der Zuwendung, Fürsorglichkeit o.a.; -gesellschaft, die
(Wirtsch.): Kapitalgesellschaft, die [innerhalb eines
Konzerns] die Aktienmehrheit anderer Gesellschaften besitzt;
-gestern, das (Geol.): 1. aus festem Gestein bestehender
Untergrund des Bodens. 2. Gestein, in dem sich Erdöl u.
Erdgas gebildet hat; -gewebe, das (Med.): Gewebe, aus
dem sich Geschwülste bilden; -glück, das (geh.):
Glücksgefühl, Mutter zu sein, ein Kind zu haben; -gottes [--'—1.
die; - (kath. Rel.): Maria, die Mutter Jesu; die M. anflehen;
eine geschnitzte M. (Statue der Mutter gottes), dazu: -gQt-
tesbiM.das: -gottheft.die: im Mutterkult als Verkörperung
der Mutter verehrte Gottheit; -haus, das: 1. Stammhaus
der Diakonissen, das auch Ausbildungsstätte ist. 2. Kloster,
von dem aus andere Klöster gegründet wurden. 3. Sitz einer
Muttergesellschaft; Vom M. in Detroit für den
amerikanischen Markt konzipiert (Auto 7. 1965, 31); -berrschaft,
die: svw. f Matriarchat; -herz, das (geh.): ihr M. (sie als
Mutter) brachte es nicht über sich, ihm die Bitte
abzuschlagen: -instinkt, der: -kirche, die (kath. Kirche): Kirche.
Pfarrei, von der aus andere Kirchen gegründet wurden;
-komplex, der: 1. übermäßig starke Bindung eines Kindes,
bes. eines Sohnes, an die Mutter. 2. übertriebenes Bedürfnis
einer Frau, andere zu bemuttern; -kom, das [nach der
Verwendung als Heilmittel bei Schmerzen in der
Gebärmutter]: durch einen Pilz entstehendes, schwarzviolettes,
kornartiges Gebilde an Getreideähren, das gefährliche
Giftstoffe enthält, die auch als Heilmittel verwendet werden,
dazu: -kornvergiftungdie; -kraut, das: I. auf Feldern, Schutt.
Mauern wachsende Pflanze mit kleinen gelben od. weißen,
unangenehm riechenden Blüten in Doldentrauben. 2. volkst.
Bez. für mehrere Pflanzen, die in der Volksheilkunde zur
Behandlung von Frauenkrankheiten verwendet werden (z. B.
Schafgarbe); -kreuz, das (ns.): Ehrenkreuz. Orden, der
an Frauen, die viele Kinder bekamen, verliehen wurde; -ku-
chen, der (Med.): svw. f Plazenta; -kult, der: Kult, bei
dem Muttergottheiten verehrt werden; -land, das <PI. -län-
der): 1. Land. Staat im Verhältnis zu seinen Kolonien:
die überseeischen Kolonien lösten sich vom
portugiesischen M. 2. Land, in dem etw. heimisch ist, seinen Ursprung
hat u. eine weite Verbreitung gefunden hat: England, das
M. des Parlamentarismus: -lauge, die (Chemie):
Flüssigkeit, die nach dem Auskristallisieren einer Verbindung aus
einer Lösung zurückbleibt; -leib, der: Schädigungen des
Embryos im M.; -liebe, die: fürsorgliche, opferbereite Liebe
einer Mutter zu ihrem Kind; ^tos <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): keine Mutter habend: ein -es Kind; m. aufwachsen,
dazu: -losigkeit, die: -; -mal, das [zu 2Mal (1)]:
angeborener, oft warzenförmiger brauner od. rötlicher Fleck auf
der Haut; -milch, die: in der weiblichen Brust nach der
Geburt eines Kindes gebildete Milch: M. ist die wertvollste
Nahrung Tür einen Säugling; das Kind bekommt M.; *etw.
mit der M. einsaugen (erw. von frühester Jugend an lernen,
erfahren, sich zu eigen machen; wohl nach Augustinus.
Conf. III. 4); -mord, der. dazu: -mörder, der; -mund,
der (Med.): innere u. äußere Öffnung des den Hals der
Gebärmutter durchziehenden Kanals; -partei, die: politische
Partei im Hinblick auf ihr angeschlossene spezielle
Organisationen: Miaß. der: TMütterpaß: -pflanze, die (Landw.):
Pflanze, deren Samen od. Ableger zur Vermehrung
verwendet werden; -pflicht, die (meist PI.): Aufgabe, die eitie
Mutter ihrem Kind gegenüber zu erfüllen hat; ^recht. das:
rechtliche Ordnung, in der Abstammung u. Erbfolge der
mütterlichen Linie folgen, dazu: ^rechtlich <Adj.; o.
1836
Mylord
Steig.): matriarchalisch: -ring, der: svw. T Pessar; -rolle,
die: 1. (Amtsspr.) Verzeichnis aller zu einer Gemeinde
gehörenden Grundstücke. 2. Rolle einer Frau als Mutter: sich
in die M. einleben; -sau, die: vgl. -tier; -schaf, das: vgl.
^tier; -schiff, das: größeres Schiff, das kleinere Schiffe
auf See begleitet u. als Stützpunkt zur Versorgung, für
Reparaturen o.a. dient: ^schoß, der (geh.): svw. T —leib:
-schütz, der (jur.): Gesamtheit der Gesetze u. Vorschriften
zum Schutz erwerbstätiger werdender Mütter u.
Wöchnerinnen, dazu: -Schutzgesetz, das; -schwein, das: vgl. -tier.
-Schwester, die (veraltet): Tante: -seelenalfein <Adj.; o.
Steig.; nicht attr.) (emotional): ganz, völlig allein: ich war
m. zu Hause; Aber was machen Sie hier so m. auf der
Landstraße? (Fallada, Herr 17); -söhnchen, das (ugs.):
verwöhnter, verzärtelter, unselbständiger Junge od. junger
Mann: ein M. sein; er wurde als M. gehänselt und
ausgelacht; -spiegel, der (Med): svw. t Scheiden Spekulum;
-spräche, die [wohl nach mlat. lingua materna]: Sprache,
die ein Mensch als Kind (von den Eltern) erlernt I u. primär
im Sprachgebrauch] hat (Ggs.: Fremdsprache): seine M.
ist Deutsch; sie sprach die Fremdsprache genausogut wie
ihre M., dazu: -sprachler [-Jpra:xlHl. der; -s. - (Sprachw.):
jmd., der eine Sprache als Muttersprache beherrscht: dieser
Satz wird von einem M. als falsch empfunden, -sprachlich
<Adj.; o. Steig.): die Muttersprache betreffend, in der
Muttersprache: -er Unterricht; -stelle in der Wendung bei.
an jmdir«. M. vertreten (wie eine Mutter für jmdn. sorgen):
-stute, die vgl. ^tier; -tag, der [LÜ von amerik. Mother's
Day): Ehremag der Mütter (am zweiten Sonntag im Mai),
an dem sie (von den Kindern) geehrt u. beschenkt werden:
^tier. das: 1. (Landw.) weibliches Zuchttier. 2. weibliches
Tier, das gerade Junge geboren hat /u. sie säugt u. betreut]:
Ich trenne die Lämmer von den -en (Fichte, Versuch 282);
Ü Karin Schlemmer glaubte man in der schwierigen Rolle
von Alans Frau das M. (MM 17. 5. 72, 40); -trompete,
die: trichterförmiger Eileiter der Frau: -vieh,das: vgl. Mier.
-wild, das (Jägerspr.): Muttertier beim Kahlwild: ^witz,
der <o. PL>: I. Schlagfertigkeit: Fähigkeit, geistreich zu
sein: sie hat M. 2. natürliche Schläue: Dumm war er nicht
.... keineswegs ohne M. (K. Mann, Wendepunkt 231).
matter-, Mutter- (vgl. auch: mutter-, Mutter-): -beratung,
die: Beratung von schwangeren Frauen u. Müttern mit
Säuglingen, dazu: -beratungsstelle, die; -feindlich <Adj.>:
Müttern gegenüber nicht positiv eingestellt: für Mütter nicht
dienlich, förder lieh (Ggs.: ^freundlich); -freundlich <Adj.>:
Müttern gegenüber positiv, wohlwollend eingestellt, für
Mütter dienlich, förderlich (Ggs.: ^feindlich); -fürsor«e, die:
svw. t Mutterschutz; -genesungsheim. das: Erholungsheim
für Mütter: -heim, das: Wohnheim für [ledige] Mütter
mit Kind: -paß, der: vom Arzt ausgestellter Ausweis für
werdende Mütter nxii Angaben über Blutgruppe,
Rhesusfaktor u.a.: ^schule, die: vgl. Elternschule; -Sterblichkeit,
die: Sterblichkeit von Müttern bei der Geburt eines Kindes.
Mütterchen ['mYtwpnl. das; -s. -: 1. tMutter da): mein
liebes M. 2. alte Frau: ein armes M. saß auf der Bank;
mütterlich (Adj.) Imhd. müeterlich, ahd. muoterlihl: 1.
<o. Steig.; nur attr.) der Mutter zugehörend: von der Mutter
kommend, stammend: das -e Geschäft; -e Warnungen; die
Erbfolge folgt der -en Linie; die enge Verbindung des
Keims mit dem -en Körper (Medizin II. 41). 2. in der
Art einer Mutter: fürsorglich, liebevoll: sie ist ein -er Typ;
sie war ihm eine -e Freundin; ihre Art ist sehr m.; ein
rundes Domröschen mit m. breiten Hüften (Faller. Frauen
137); sie nahm sich m. seiner an; mütterlicherseits (Adv.>:
(in bezug auf Verwandtschaftsbeziehungen) von der Mutter
her: mein Großvater m.; die Vorfahren m. stammen aus
England; Mütterlichkeit, die; - [mhd. muoterlichkeit]:
mütterliche (2) Art, Wesen: Die M. der Meisterin umfing
ihn (Strittmatter. Wundertäter 260); Mutterschaft, die; -:
das Muttersein: eine glückliche M.; der ... Erwerbsausfall
durch Krankheit oder M. (Fraenkel. Staat 314).
Mytterschafts-: -seid, das: Geld, das erwerbstätige Frauen
nach einer Geburt anstelle des Arbeitslohnes gezahlt
bekommen: ^hilfe. die: Gesamtheit der Leistungen (aus der
Sozialversicherung) . die Frauen vor u. nach einer Geburt erhalten:
-Urlaub, der: Urlaub, auj den Frauen nach einer Geburt
Anspruch haben.
Mutti ['motil. die; -, -s: a) (fam.) Mutter: hat deine M.
dir das erlaubt?; ihre M. lebt nicht mehr; b) (ugs.) Ehefrau:
er geht jeden Sonntag mit seiner M. im Park spazieren;
Wenn Kamprath „Mutti" sagt, meint er seine Frau Käthe
(Chotjewitz. Friede 126); c) (ugs.) mütterlich, hausfraulich
wirkende Frau: dieses Kleid ist etwas für -s.
mutual [mutya:l]. mutuell [mutyel] <Adj.; o. Steig.) [frz.
mutuel.zu lat. mütuus = wechselseitig, zu: mütäre. t
mutieren 1 (bildungsspr. selten): gegenseitig, wechselseitig: Mu-
tualismus [mutijalismosl, der; -: 1. (bildungsspr. selten)
gegenseitige Anerkennung, Duldung. 2. (Biol.) Beziehung
zwischen Lebewesen verschiedener Art zum beiderseitigen
Nutzen (z. B. Bestäubung von Blüten durch Insekten);
Mutualität [...lite:t], die; -, -en [frz. mutualite] (bildungsspr.):
Gegenseitigkeit, Wechselseitigkeit: mutuell: f mutual.
Mutukis ['mu:tulusl. der; -, ...li [lat. mutulus. aus dem
Etrusk.] (bild. Kunst): plattenförmige Verzierung an der
Unterseite des Kranzgesimses dorischer Tempel.
Mutung [mu:ton). die; -. -en [zu tmuten (1)] (Berg-
mannsspr.): Antrag auf Erteilung des Rechts zum Abbau.
Mutz [mutß]. der; -es, -e [zu mniederd. mutten = stutzen]
(landsch.): Tier mit gestutztem Schwanz.
Mützchen [mYt^nl, das; -s. -: t Mütze; Mütze ['mvtßo],
die; -, -n [spätmhd. mutze, mutze, mhd. almu3. armu3
< mlat. almutium. almutia = Umhang um Schultern
und Kopf des Geistlichen; H.u.J: in verschiedenen Formen
gefertigte, überwiegend aus weichem Material bestehende
Kopfbedeckung mit od. ohne Schirm: eine wollene, warme,
schicke M.; die M. ist ihm zu klein, paßt, steht ihm gut;
die M. aufsetzen, abnehmen, aufbehalten, ins Gesicht
ziehen, aufs linke Ohr setzen; eine M. aufprobieren, tragen;
zum Gruß vor jmdm. die M. ziehen; Ü die Zaunpfähle
trugen alle -n aus Schnee; *eine M. voll Wind (landsch.;
eine leichte Brise); etwas/eins auf die M. bekommen, kriegen
(ugs.; t Deckel 3); imdm. nicht nach der M. sein (ugs.;
jmdm. nicht passen, nicht angenehm, nicht erwünscht sein);
<Zus.:> Mützenschirm, der.
Muzin [mutsi.n]. das; -s. -e (meist PI.) [zu lat. mücus
= Schleim] (Med., Biol.): von Hautdrüsen od.
Schleimhäuten abgesonderter Schleimstoff.
My [my:l, das; -[sl. -s [griech. my]: 1. zwölfter Buchstabe
des griech. Alphabets (M, n). 2. Kurzf. von TMikron;
Zeichen: n
my-.My-: tmyo-, Myo-; Myalgie [myal'gi:!, die; -. -n |...i:an;
zu griech. älgos = Schmerz] (Med.): Muskelschmerz:
Myasthenie [myaste'ni:!. die; -, -n [...i:an] (Med.):
Muskelschwäche.
myel-, Myel: Tmyelo-, Myelo; Myelitis [mye'li:tis]. die; -.
...itiden [...li'tiidn] (Med.): Entzündung des Rücken- od.
Knochenmarks: myelo-, Myelo, (vor Vokalen:) myel-, Myel-
[myel(o)-; griech. myelös = Knochen-, Rückenmark] (Best,
in Zus. mit den Bed.): 1. das Knochenmark betreffend
(z. B. Myelopathie). 2. das Nerven-, bes. das Rückenmark
betreffend (z. B. Myelomalazie); Myelomalazie, die; -. -n
(Med.): Rückenmarkserweichung: Myelopathie* die; -, -n
[t-pathie] (Med.): Erkrankung des Rücken- od,
Knochenmarks.
myk-. Myk-: tmyko-, Myko-.
mykenisch [myke:nij| (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [nach
der altgriech. Ruinenstätte Mykenäl: die griechische Kunst,
Kultur, Sprache der Bronzezeit betreffend, zu ihr gehörend:
-e Paläste, Gräber; die -e Kultur, der -e Dialekt.
myko-,Myko-, (vor Vokalen:) myk-. Myk- [myk(o)-; griech.
mykes = Pilz] (Best, in Zus. mit der Bed.>: Pilze betreffend,
Pilz- (z.B. Mykologie); Mykolooe, der; -n, -n [t-loge]:
Fachmann auf dem Gebiet der Mykologie: Mykologk. die;
- [t-logie]: Pilzkunde: mykotisch (Adj.; o. Steig.): die
Mykologie betreffend: Mykorrhiza [mykD'ri.tßa], die; -.
...zen [zu griech. rhiza = Wurzel] (Bot.):
Lebensgemeinschaft zwischen den Wurzeln höherer Pflanzen u. Pilzen:
Mykose [my'ko:z3]. die; -. -n (Med.): Pilzkrankheit:
Mykotoxin, das; -s. -e (Biol.. Med.): von bestimmten Pilzen
ausgeschiedenes Stoffwechselprodukt, das beim Menschen tödliche
Vergiftungen hervorrufen kann.
Mylady [mile:di. engl.: mileidi; engl, mylady. eigtl. =
meine Dame]: (in England bes. von Dienstboten gebrauchte)
Anrede an eine Trägerin des Titels Lady (1 a).
Mylonit [mylo'ni:t. auch: ...nit], der; -s. -e [zu griech. mylos
= Mühle] (Geol.): durch Druck an tektonischen
Bewegungsflächen zerriebenes Gestein.
Mylord [mi'brt, engl.: mi'b.d; engl, mylord. eigtl. = mein
Herr] (in England): 1. Anrede an einen Trüger des Titels
Lord. 2. Anrede eines Richters durch einen Anwalt.
1837
Mynheer
Mynheer: TMünheer.
myo-. Myo-. (vor Vokalen:) my-, My- lmy(o)-; griech. mys
(Gen.: myös)] <Best. in Zus. der med. Fachspr. mit der
Bed.): Muskel (z.B. Myokard. Myalgie); myoejektrisch
<Adj.; o. Steig.): (von Prothesen) mit einer Batterie
betrieben u. durch die Kontraktion eines Muskels in Bewegung
gesetzt: eine -e Unterarmprothese; Myofibrille, die; -, -n:
zusammenziehbare Faser des Muskelgewebes; Myogelose
[...ge'lo:z3], die; -. -n [zu lat. geläre = gefrieren machen]:
Verhärtung in der Muskulatur; myogen <Adj.; o. Steig.)
[T-gen]: vom Muskel ausgehend; Myoglobin« das; -s: in der
Muskulatur vorhandener, als Sauerstoffspeicher dienender
roter Farbstoff; Myogrgmm. das; -s, -e [T-gramm]: durch
Myographie erzeugtes graphisches Bild der
Muskelbewegungen; Myographie, die; -, -n [t -graphie): graphische
Aufzeichnung der Muskelbewegungen mit Hilfe eines mit dem Muskel
verbundenen speziellen Geräts; Myokard [...'kart], das; -s.
-e [vgl. Kardiakum]: Herzmuskel; <Zus.:> Myokardinfarkt.
der; -[e]s, -e: Herzinfarkt; Myokarditis, die; -. ...itiden:
bes. bei bestimmten Infektionskrankheiten, bei Rheuma u. ä.
auftretende akute cxl. chronische Entzündung des
Herzmuskels; Myoklonie [...kloni:], die; -, -n [...i:sn; zu TKlonus]:
(bes. bei Kleinkindern) Schüttelkrampf; Myom [my'o.m],
das; -s, -e (Med.): gutartige Geschwulst des Muskelgewebes,
Muskelgeschwulst.
Myon [my.on]. das; -s. -en [my'o:n3n; engl, myon, nach
seinem Symbol m ' ) (Physik): zur Gruppe der 1Leptonen
gehörendes instabiles Elementarteilchen, Bestandteil der
durchdringenden Komponente der Höhenstrahlung.
myop, (auch.) myopisch [my'o:p(iJ)] <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) [griech. myöps (Gen.: myöposM (Med.): Myopie
aufweisend, auf ihr beruhend; kurzsichtig.
Myopathk. die; -, -n [zu Tmyo-, Myo- u. T-pathie] (Med.):
Muskelerkratikung.
Myopie [myo'pr.l. die; - [griech. myöpia] (Med):
Kurzsichtigkeit (1) (Ggs.: Hypermetropie); myopisch: tmyop.
Myosin [myo'zl:n]. das; -s [tmyo-, Myo-]: in den Muskeln
enthaltenes Eiweiß (das einen wichtigen Baustein der
Muskelfasern darstellt); Myositis [myo'zi:tis], die; -, ...itiden
[...zi'ti:dn] (Med.): Muskelentzündung.
Myriade [myria:d3], die; -. -n (meist PI.) [engl, myriad
< lat. myrias (Gen.: myriadis) < griech. myriäs (Gen.:
myriädos) = Anzahl von zehntausend] (geh.): sehr große
Anzahl, ungezählte, unzählig große Menge: -n Sterne/von
Sternen; die Heuschrecken Helen in/zu -n über das Land
her; Myriagr^mm [myria-], das; -s. -e <aber: 2 Myria-
gramm): 10000 Gramm; Myriameter. der; -s, -: 1. 10000
Meter. 2. Kilometerstein, der alle zehntausend Meter rechts
u. links des Rheins zwischen Basel u. Rotterdam angebracht
ist.
Myrobalane [myroba'la:nd], die; -. -n [lat. myrobalanum
< griech. myrobälanos = eine Nußart]: in der Gerberei
u. als Adstringens in der Medizin verwendete gerbstoffreiche
Frucht vorderindischer Holzgewächse.
Myrrhe ['myral, die; -, -n [lat. myrrha < griech. myrrha,
aus dem Semit.]: (aus verschiedenen Arten von Bäumen
des tropischen Afrika u. Indien gewonnenes) wohlriechendes
Gummiharz, das bes. als Mittel zum Räuchern u. für
Arzneien verwendet wird; <Zus.:> Myrrhentinktur. die:
alkoholischer Auszug aus Myrrhe zur Zahnfleischbehatidlung.
Myrte ['nrnte], die; -, -n [lat. myrtus, murtus < griech.
myrtos, aus dem Semit.; vgl. mhd. mirtelbaum, ahd. mirtil-
boumj: (bes. im Mittelmeergebiet vorkommende) als
Strauch od. kleiner Baum wachsende Pflanze mit
lederartigen Blättern u. weißen, einzeln od. in kleinen Trauben
stehenden Blüten, deren Zweige bes. zum Binden eines
Brautkranzes beliebt sind; <Zus.: > Myrtengewachs, das: Vertreter einer
Pflanzenfamilie mit vielen als immergrüne Bäume od.
Sträucher mit lederartigen Blättern wachsenden Arten;
Myrtenkranz, der: aus Myrtenzweigen geflochtener Brautkranz.
Mysterien [2: griech. mysteria]: 1. PI. von T Mysterium. 2.
bestimmten Gottheiten geweihte Geheimkulte, kultische
Feiern zu Ehren einer Gottheit in der Antike; <Zus.:>
Mysterienspiel, das: auf biblischen Erzählungen beruhendes
geistliches Spiel des MA.; mysteriös [mYste'ri0:s] <Adj.; -er. -este>
[frz. myst&ieux. zu: mystere < lat. mysterium.
tMysterium]: seltsam u. unerklärlich; nicht zu durchschauen od.
zu erklären; geheimnisvoll: -e Vorfälle. Zwischenfälle, ein
-er Anruf. Brief; er ist auf-e Weise, unter -en Umständen
verschwunden; die Sache ist m.. wird immer -er. begann.
endete äußerst m.; Mysterium [mYs'te:riom], das; -s, ...ien
[...jpn; lat. mysterium < griech. mysterion] (bildungsspr):
geheimnisvolles, mit dem Verstand nicht ergründbares
Geschehen, unergründliches Geheimnis bes. religiöser Art: das
M, der Offenbarung Gottes in Christus; weshalb wird
man überhaupt bewundert und geliebt? Ist das nicht ein
schwer zu ergründendes M. ...?(Musil, Mann 421);
Mystifikation [mYstifika't$io:n], die; -, -en [frz. mystification]
(bildungsspr.): 1. das Mystifizieren (1): er neigt zur M. ganz
natürlicher Vorgänge. 2. (veraltet) das Mystifizieren (2);
Täuschung. Irreführung: Sie sind einer schlimmen M. zum
Opfer gefallen (Winckler, Bomberg 218); mystifizieren
[...■tßi:ran] <sw. V.; hat) (bildungsspr.): 1. einer Sache ein
geheimnisvolles Gepräge geben, mystisch betrachten (Ggs.:
entmystifizieren): die Natur m. 2. (veraltet) täuschen,
irreführen: er hat sie mit geschickten Worten alle mystifiziert;
<Abl.:>MystifD5fcning,die; -. -en (seltener): svw. t
Mystifikation; Mystik [mYstik], die; - [zu lat. mysticus = zur
Geheimlehre gehörend, geheimnisvoll < griech. mystikös]:
Form der Religiosität, religiöse Anschauung, bei der durch
Versenkung. Hingabe. Askese o. ä. eine persönliche,
erfahrbare Verbindung mit der Gottheit, mit dem Göttlichen /bis
zu einer ekstatischen Vereinigung / gesucht wird: christliche
M.; die deutsche M. des ausgehenden Mittelalters; Ü diese
Theorie ist wissenschaftlich unhaltbar, sie ist die reine
M. (bildungsspr.; irrationale Spekulation): Mystiker, der;
-s. -: Vertreter. Anhänger der Mystik, einer mystischen
(1) religiösen Strömung; mystisch <Adj.>: 1. <o. Steig.; nicht
adv.>: die Mystik betreffend, auf ihr beruhend, zu ihr
gehörend, für sie charakteristisch: -e Versenkung. Hingabe.
Gläubigkeit. Religiosität. 2.*) dunkel, geheimnisvoll;
rätselhaft, unergründlich: -e Beziehungen; die Spuren verlieren
sich in -em Dunkel, in -er Ferne: etw. m. verhüllen,
verschleiern; b) (ugs.) unklar, unverständlich, nicht recht
durchschaubar: das ist doch eine ziemlich -e Angelegenheit:
die Sache kommt mir m. vor; was er da erzählt von seinen
Erlebnissen, klingt doch recht m.; Mystizismus [niYsti-
'Ißismos], der, -, ...men (bildungsspr.): l.<o, PI.)
schwärmerische, auf mystischen Gedanken beruhende, rational nicht
begründete Einstellung. Weltanschauung: Das Resümee ...
lautete: Weniger europäischer M. und mehr konkrete
Meinungen (Dönhoff. Ära 121). 2. (selten) auf Mystizismus
(1) beruhender Gedankengang]. Vorstellung: ... wie Alb-
traumhaftes emporbricht und religiöse Mystizismen sich
einmischen (MM 27. 10. 59. 16); mystizistisch <Adj.)
(bildungsspr.): den Mystizismus betreffend, auf ihm beruhend,
zu ihm gehörend; religiös-schwärmerisch: -e Gedanken.
Ideen; Mythe [my:te], die; -. -n (veraltend): svw. tMythos
(1); Mythen: PI. von t Mythos, Mythus; mythisch <Adj.;
0. Steig.; nicht adv.) [griech. mythikös]: 1. die Mythen
betreffend, zu ihnen gehörend, für sie charakteristisch; einem
Mythos (1) angehörend, entstammend: -e Gestalten.
Fabelwesen. Symbole; aus -er Vorzeit stammen; -c
Überlieferungen; Diese Situation, die in vielen Religionen m. (als
Mythos 1) durch den Kampf zwischen verschiedenen
göttlichen Personifikationen ... dargestellt wird fNatur 44).
2« zu einem Mythos (2) geworden, legendär: Der Dramatiker
Hebbel, nie zu jenem -en Ruhm aufgestiegen wie Schiller
oder Richard Wagner (Welt 16. 3. 63, Die geist. Welt
2); mythisieren [myti'zi:rDn] <sw. V.; hat) (bildungsspr.):
svw. Tmythologisieren: Sie ( = die nationale Revolution)
hatte ihre Gefallenen, die sie später mythisierte fNiekisch.
Leben 256); <AbL> Mythfcfcrung. die; -. -en (bildungsspr.);
Mythologe [myto'lo:g3]. der; -n. -n [rückgeb. aus t
Mythologie; t-loge]: Wissenschaftler. Forscher auf dem Gebiet der
Mythologien): Mythologie»die; -, -n [...i:an; griech. mytho-
logia = das Erzählen von Götter- u. Sagengeschichten]:
1. <P1. selten) Gesamtheit der mythischen Überlieferungen,
der Mythen. Sagen. Dichtungen aus der Vorzeit eines
Volkes: die deutsche, antike, heidnische M.; Christentum und
M.; Während in Byzanz antike -n (Mythen, mythologische
Erscheinungen)... fortlaufend tradiert werden (Bild. Kunst
3, 11). 2. wissenschaftliche Erforschung. Darstellung der
Mythologie (1), der mythischen Überlieferungen eines
Volkes: M. betreiben; mythologisch <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): die Mythologie betreffend, zu ihr gehörend, ihr
entstammend: -e Darstellungen. Szenen. Figuren,
Überlieferungen. Erzählungen; mythologisieren [mytologlzi:ran]
<sw. V.; hat) (bildungsspr.): in mythischer (1) Form
darstellen, in mythologische Form kleiden: Er möchte ... in einem
1838
nach
sozialen Zusammenhang verbleiben, den er später mit
Worten wie Bund und Held. Volk und Tat mythologisiert
hat (Adorno. Prismen 214); <Abl.:> Mythologiskrang, die;
-. -en (bildungsspr.); Mythos Tmyitos). (auch:) Mythus
['my:tusl. der; -. ...then [griech. mythos = Erzählung.
Fabel. Sage, latinis. mythus] (bildungsspr.): I.
Überlieferung, überlieferte Dichtung. Sage. Erzählung o. ä. aus der
Vorzeit eines Volkes (die sich bes. mit Göttern. Dämonen.
Entstehung der Welt. Erschaffung der Menschen befaßt):
In Jüdischen, griechischen und asiatischen Mythen patriar-
chaler Weltalter war es ... der Vater, der seinen Sohn
auffraß (Graber. Psychologie 52). 2. Person. Sache.
Begebenheit, die (aus meist verschwommenen, irrationalen
Vorstellungen heraus) glorifiziert wird, legendären Charakter
hat: dieser Politiker ist schon zu seinen Lebzeiten zum
nfN|en.ta. AJ.das; -. - [mhd.. ahd. n]: vierzehnter Buchstabe
des Alphabets; ein Konsonant: ein kleines n. ein großes
N schreiben.
v.N:TNy.
*n[n] T'nen
na [na] <Interj.) Iviell. abgeschwächtes tnu] (ugs.): geht
einem [verkürzten] Satz voraus u. bildet damit den
emotionalen Übergang von etw.. was als Geschehen.
Gesprochenes od. Gedachtes vorausgegangen ist. zu einer daraus
sich ergebenden Äußerung, die persönliche Gefühle, vor
allem Ungeduld. Unzufriedenheit. Resignation.
Ablehnung, aber auch Überraschung, eine Aufforderung.
Zuspruch. Freude enthalten kann: na. na. na!; na [ja.] gut;
na schön; na. wenn du meinst?: na. warum eigentlich
nicht?; na. dann mal los; na. so was!: na. der wird schauen,
staunen, sich wundern, sich Treuen [wenn er das sieht,
hört]!; na. wenn das der Alte erfährt!; na. was soll denn
das?; ..Hast du das ganze Geld verspielt?* - .Ja!" - ..Na.
ich danke!"; na. endlich hast du kapiert, worum es geht;
na. das wird schon werden; na. wer wird denn weinen?;
na. wo bleibst du denn?; na mach schon, komm schon!;
na. das verbitte ich mir aber!; na. warte, ich werde mich
rächen!; na. dann eben nicht; na. da haben wir's; na.
wer das glaubt!; na. trinken wir erst mal ein Gläschen;
na. wie geht es denn?: na. Kleiner?; im Steinbruch ...
von heute auf morgen hat er anfangen dürfen. Na. ist
das nichts? (Fels. Sünden 65); na und? (provokante
Gegenfrage, mit der ausgedrückt werden soll, daß man sich
jmds. negativer Wertung von etw. nicht anschließt; ist
das i so/ schlimm?): ..Du bist homosexuell?' - „Na und?"
Nabe [na:ba], die; -. -n [mhd. nahe. ahd. naba; verw. mit
t Nabel] (Fachspr.): hülsenförmiges Mittelstück eines Rades,
einer Drehscheibe o. ä.. durch den die Achse o. ä. geschoben
ist (u. in dem die Speichen befestigt sindj: U ein
Wahnsinniger .... der ... plötzlich die brennende N. des vibrierenden
Rades war (Plievier. Stalingrad 264).
Nabel [na:bl]. der; -s, - [mhd. nabel. ahd. nabalo; verw.
mit TNabe]: (bei Mensch u. Säugetier) kleine, runde
Vertiefung mit einer mehr od. weniger wulstigen Vernarbung darin
in der Mitte des Bauches, wo ursprünglich die Nabelschnur
ansetzte: als er durch den Fluß watet, reicht ihm das
Wasser bis zum N.; *der N. der Welt (geh.; das Wichtigste,
der Mittelpunkt, um den sich alles dreht): sich als den
N. der Welt ansehen; Wer Dachpappe ... herstellt, für
den ist sein Produkt der N. der Welt (Gaiser. Schlußball
37).
Nobel-: -binde, die: Binde, die Neugeborenen angelegt wird,
um die Wunde der durchtrennten Nabelschnur vor
Verschmutzung u. Infektion zu schützen: -bruch, der (Med.):
Bruch (2 b) im Bereich des Nabels: -kraut, das: [bes. im
Mittelmeergebiet heimisches] Dickblattgewächs mit
fleischigen, in der Mitte vertieften Blättern u. unscheinbaren
bräunlichgrünen Blüten, die als Zierpflanze gezogen wird;
-schau, die (salopp): I. übertriebene, narzißtische
Beschäftigung mit der eigenen Person: Fellini verfilmte seine
Neurosen - eine wirre, allegorische, nicht nachvollziehbare N.
Mythos geworden; die Schaffung eines spezifisch
proletarischen Mythus der Revolution (Fraenkel. Staat 67).
Myxödem [mYkso'dem]. das; -s, -e [zu griech. myxa =
Schleim u. TÖdeml (Med.): auf einer Unterfunktion der
Schilddrüse beruhendes Krankheitsbild mit
Weichteilschwellungen sowie körperlichen u. geistigen Störungen; Myxom
[mY'kso:m],das; -s. -e [zu griech. myxa = Schleim] (Med.):
gutartige Geschwulst aus Schleimgewebe; Myxomyzet [itiy-
ksomy'tße:t]. der; -en. -en [zu griech. myxa = Schleim
u. mykes = Pilz] svw. TSchleimpilz.
Myzel [my'£$e:l], Myzelium l...ljpm|. das; -s. ...ien [...pn;
zu griech. mykes = Pilzu. helos = Nagel] (Biol.):
Gesamtheit der Pilzfäden eines höheren Pilzes; Myzet [my'tße:tl.
der; -en. -en (Biol. selten): Pilz; Myzetismus lmyt^e'tismusj.
der. -. ...men (Med.): Pilzvergiftung.
(Spiegel 19,1965. 169); Ü nach ihrer Wahlniederlage hielt
die Partei N. (ugs. scherzh.; suchte sie nach den Gründen
für ihre Niederlage). 2. (ugs. scherzh.) Zurschaustellung
des Körpers durch wenige Kleidungsstücke od. tiefe
Dekolletesbeieiner bestimmten Gelegenheit (z. B. im Schwimmbad,
auf einem Ball); -schnür, die: (bei Mensch u. Säugetier)
Strang aus gallertigem Gewebe, durch den der Embryo im
Mutterleib mit dem mütterlichen Organismus verbunden ist:
die N. durchtrennen, durchschneiden; -sträng, der: svw.
T ^schnür.
Nabob fna:bDp], der; -s. -s [engl, nabob < Hindi nabäb,
nawwäb < arab. nuwwäb]: I. Provinzgouverneur in Indien.
2. (abwertend) sehr reicher Mann: ein Luxushotel, in dem
die -s logieren.
nach [na:x; mhd. nach. ahd. näh. verw. mit tnah]: 1. <Präp.
mit Dativ): 1. (räumlich) a) bezeichnet eine bestimmte
Richtung: n. oben, unten, hinten, vorn; n. außen, n. innen,
n. links; von oben n. unten laufen; von links n. rechts
schreiben; n. der Seite; n. Norden wandern; von Osten
n. Westen ziehen; es spritzte n. allen Richtungen; das
Zimmer geht n. der Straße (liegt auf der Seite, wo die
Straße ist); ein Zimmer mit Fenstern n. dem Garten (durch
die man in den Garten sehen kann); b) bezeichnet einen
angestrebten bestimmten Ort, ein bestimmtes Ziel: n.
London, n. Amerika fliegen; n. Hause kommen, gehen; der
Zug fährt von Hamburg n. München; c) (I and seh.) zu
... hin. in: n. dem (in den) Süden fahren; n. der (zur)
Bahn gehen; Er soll ... n. dem (zum) Revier kommen
(Apitz. Wölfe 269). 2. (zeitlich) drückt aus. daß etw. dem
genannten Zeitpunkt od. Vorgang [unmittelbar] folgt
(Ggs.: vor): n. wenigen Minuten; n. Ablauf der Frist;
er fährt erst n. Weihnachten; er starb n. langem, schwerem
Leiden; n. langem Hin und Her konnte eine Einigung
erzielt werden; n. allem, was geschehen ist. müssen wir
leider auf weitere Zusammenarbeit verzichten; einen Tag
n. seiner Rückkehr; n. drei Wochen; 1000 Jahre n. Christi
Geburt, n. Christus; fünf Minuten n. drei. 3. in Verbindung
mit zwei gleichen Substantiven als Ausdruck Air ein
kontinuierliches Nacheinander: Schritt n. Schritt weiche ich
zurück (Molo. Frieden 151). 4. in Abhängigkeit von
bestimmten Verben: n. etwas greifen, tasten; n. jmdm. schik-
ken; n. jmdm. rufen, fragen; n. etwas streben; sich n.
jmdm. sehnen; n. jmdm. schlagen. 5. zur Angabe einer
Reihenfolge od. Rangfolge: er verließ das Zimmer n. dir.
wer kommt n. Ihnen dran?; eins n. dem andern: bitte,
n. Ihnen! (sagt man. wenn man jmdn. höflich auffordern
will, voranzugehen); er kommt im Rang gleich n. dem
Präsidenten. 6. a) so wie... ist: entsprechend, gemäß: meiner
Ansicht, meiner Meinung n.; n. meiner Ansicht. Meinung;
aller Wahrscheinlichkeit n.; [ganz] n. Wunsch; n. meiner
Erinnerung; n. Lage der Dinge; n. menschlichem Ermessen;
b) bezeichnet Vorlage. Muster. Vorbild o. ä. für etw.: [freil
n. Goethe; n. Kants Philosophie; eine Geschichte n. dem
Leben; sie ist immer n. der neuesten Mode gekleidet; einen
Anzug n. Maß arbeiten; n. Art des Hauses; (Xochk.:)
n. flämischer. Bologneser Art: es duftet n. Veilchen; das
N
1839
nachäffen
Essen schmeckte n. nichts; n. altem Brauch; seinem Wesen
n. ist er eher ruhig; er hat dem Sinn n. folgendes gesagt;
n. der Sage/der Sagen.; (geh.:) er ist Schweizer n. Herkunft;
seiner Sprache n. ist er Norddeutschen jmdn. nur dem
Namen n. (nicht persönlich) kennen; n. bestimmten
Regeln; er wird n. geltendem Recht bestraft; der Größe n./n.
der Größe antreten lassen; die Bücher n. Autoren ordnen;
jmdn. n. der Leistung bezahlen, n. dem Einkommen
besteuern; Dienst n. Vorschrift. 7. wobei man, wenn man
... zugrunde legt: Gase und Flüssigkeiten n. Litern oder
Kubikmetern messen; n. Stunden einteilen; Ein Glas kostet
etwa zwölf Pfennig n. unserem Geld (Koeppen. Rußland
27). 8. in Verbindung mit Fragepronomen: n. wem hat
er gefragt?; n. was (ugs.; wonach) suchst du denn? 9. in
relativer Verbindung: das Mädchen, n. dem er gefragt hat:
er hat erreicht, n. was (ugs.; wonach) er verlangte ll.<Adv.>
a) drückt aus, daß jmd. jmdm., etw. folgt, nachgeht: mir
n.!; dem Dieb n.. ehe er entwischt; b) <in Wortpaaren)
a) n. und n. (allmählich, langsam fortschreitend;
schrittweise erfolgend): sich n. und n. wieder erholen; Später ging
es nicht mehr um Heimat oder Fremde ... n. und n. (mit
der Zeit) ging es um den Kopf (Frisch, Nun singen 126);
ß) n. wie vor (noch immer Iin gleicher Weise
fortbestehet^!): er arbeitet n. wie vor in dieser Firma; c) <als
abgetrennter Teil von Adverbien wie „danach, wonach")
(ugs.:) da kannst du nicht immer n. gehen; man muß
doch was haben, wo man sich n. richten kann.
nachäffen <sw. V.; hat) (abwertend): die Sprechweise,
bestimmte Bewegungen, Eigenheiten o. ä. anderer in
übertriebener, grotesk-verzerrender Weise nachahmen: Eine (=ein
Mädchen) äffte in alberner Weise das „Rechtsum! Links-
um!" nach (Kempowski, Tadelloser 239); Er äffte sogar
dem Rüben nach ... und schnalzte wieder (Th. Mann.
Joseph 620); <Abl.) Nachäfler, der; -s. - (abwertend): jmd..
der [gerne] andere nachäfft; Nachäfferei, die; -, -en
(abwertend): 1. <o. PI.) [dauerndes] Nachäffen: du mußt dir
diese N. abgewöhnen. 2. nachäffende Handlung: die -en
der Mitschüler machten ihn ganz unsicher.
nachahmen [na:x a:manl <sw. V.; hat) lzu mhd. amen =
ausmessen, also eigtl. = nachmessen, nachmessend
einrichten od. gestalten): l.a) jmdn., etw. in seiner Eigenart,
in einem bestimmten Verhalten o. ä. möglichst genau
kopieren: Jmd., etw. ist schwer, leicht nachzuahmen; einen
Künstler, die Natur n.; einen Vogelruf, jmds. Art zu
sprechen n.; er versuchte, die Unterschrift seines Vaters
nachzuahmen; b) svw. t nachäffen: Solort ahmten die
Familiensöhne in der Klubloge ironisch nach: „Noch
einmal!" (H. Mann. Kleine Stadt 170). 2. sich jmdn., etw.
als Vorbild nehmen u. sich eifrig bemühen, es ihm gleich
zu tun: Er ... ahmte den stillen, zähen Fleiß des Vaters
nach (Th. Mann. Buddenbrooks 53). 3. (selten) aus
minderwertigem Material nach einem wertvollen Vorbild
herstellen: eine ... Halle mit nachgeahmtem Marmor (Koeppen.
Rußland 89); <Zus. zu 2:) nachahmenswert <Adj.; nicht
adv.): wert, nachgeahmt zu werden, vorbildlich; <Abl.:)
Nachahmer, der; -s. -; Nachahmung, die; -. -en: 1. <o.
PI.) das Nachahmen (1-3). 1, freie Nachgestaltung eines
Kunstgegenstandes: den Hügel krönte die N. eines
griechischen Rundtempels; die angeblich wertvolle antike Vase
entpuppte sich als billige N.; <Zus.:> Nachahmungstrieb,
der (Verhaltens!., Psych.): Trieb, der alle Verhaltensweisen
auslöst u. steuert, jmdn.. etw. nachzuahmen, nachahmun&s-
würdig <Adj.>: svw. t nachahmenswert.
nacharbeiten <sw. V.; hat): 1. versäumte Arbeit/szeit] zu
einem späteren Zeitpunkt / durch vermehrte Arbeit/
nachholen (Ggs.; vorarbeiten): zwei Stunden n. 2. etw. zusätzlich
bearbeiten, überarbeiten: die aus der Maschine kommenden
Stücke müssen (mit der Hand] nachgearbeitet werden. 3.
nach einem Modell gestalten; nachbilden: eine antike Plastik
n. 4.a) sich jmdn. als Vorbild nehmen u. dessen Leistung
anstreben: der Lehrling arbeitet dem Meister nach; b) (eine
Vorlage o.a.) Schritt für Schritt (nachvollziehend)
durcharbeiten: ... des nukiearmedizinischen Instituts, in dem die
Ardenne-Versuche „nachgearbeitet" worden seien (MM
28. 7. 73, 14).
nacharten <sw. V.; ist) (geh.): svw. tnachschlagen (2): die
Kinder arten ganz dem Vater nach.
Nachbar [naxba:^]. der; -n. selten: -s. -n, Schweiz.: -en
[mhd. nächgebürte), ahd. nähgibürto). aus t nahe u. t
'Bauer, eigtl. = nahebei Wohnender): a) jmd.. der in jmds.
/unmittelbarer] Nähe wohnt, dessen Haus. Grundstück in
der [unmittelbaren] Nähe von jmds. Haus. Grundstück liegt
ein freundlicher, hilfsbereiter N.; guten Tag. Herr N.!;
wir sind -n geworden, haben neue -n bekommen; das
Grundstück des -n; in -s Garten; (ugs.): bei -s gibts heute
Fisch; * scharf, spitz wie -s Lumpi sein (salopp; geil sein,
vom Sexualtrieb beherrscht sein; Lumpi = häufiger
Hundename); b) jmd., der sich in jmds. [unmittelbarer] Nähe
befindet: mein N. im Kino; er ist mein N. am Tisch;
Ü unsere östlichen, westlichen -n (Nachbarländer); unser
N. (Nachbarland) Frankreich.
Nachbar- (vgl. auch Nachbars-): -dtsziplin, die: svw. t
^Wissenschaft; -dorf, das: benachbartes Dorf; -garten, der:
vgl. -dorf; -haus, das: vgl. -dorf; -land, das: vgl. -dorf;
-organ, das (Med.): Körperorgan, das unmittelbar an ein
anderes, an andere angrenzt; -ort, der: vgl. -dorf; -Staat,
der: vgl. -dorf; -Stadt, die: vgl. -dorf; -tisch, der: vgl.
-dorf; -volk, das: Volk eines Nachbarlandes;
-Wissenschaft, die (meist PI.): Wissenschaft, die an / eine] andere
angrenzt; -zimmer, das: vgl. -dorf.
Nachbarin [naxba:rin], die; -. -nen [mhd. nächbürinne]:
w. Form zu tNachbar; nachbarlich <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): 1. <nur attr.) dem Nachbarn gehörend; das -e Haus,
der -e Garten. 2. unter Nachbarn üblich; in der Art von
Nachbarn: ein gutes -es Verhältnis; -e Beziehungen pflegen;
Zwischen Franzosen und Holländern, die n. aneinander-
grenzten (Jacob. Kaffee 225).
Nachbars- (vgl. auch Nachbar-): -familie, die: a) Familie
des Nachbarn; b) in der Wohnung, im Haus nebenan, in
unmittelbarer Nähe lebende Familie; -frau, die: vgl.
-familie (a. b); -kind, das: vgl. -familie (a, b); -leute <P1.>:
vgl. -familie (b).
Nachbarschaft, die; - [spätmhd. nächbürschaft]: l.a)
Gesamtheit der Nachbarn: die ganze N. konnte das Geschrei
hören; das hat sich bereits in der N. herumgesprochen;
b) Verhältnis zwischen Nachbarn, zwischen Menschen, die
nahe beieinander wohnen: [eine! gute N. halten; auf [einel
gute N.! 2. unmittelbare räumliche Nähe zu jmdm., etw.:
die N. von Fabriken meiden; mit Kindern aus der N.
spielen; in der N. wohnen, in jmds. N. ziehen; Ü Diese
störende N. von Urbild und Bild bemerkte ... auch ich
(Andres, Liebesschaukel 108); <Abl.:> nychbarsdiaftlidi
<Adj.>: svw. t nachbarlich (2).
Nfchbarschafts-: -haus, das (Sozialwesen): Haus, in dem
die Bevölkerung eines kleineren Wohngebiets, eines
Stadtteils zu Meinungsaustausch, Unterhaltung, Diskussion o. ä.
zusammenkommt u. in dem auch kulturelle Veranstaltungen
stattfinden; -heim, das (selten): svw. Nhaus; -hilfe, die
(Sozialwesen): (von den freien Wohlfahrtsverbänden
organisierte) Hilfe u. Unterstützung für alte, bedürftige, kranke
od. gebrechliche Menschen; -verband, der: (in Baden-
Württemberg) Körperschaft, die die geordnete Entwicklung von
Städten u. den umliegenden Gemeinden regelt.
nachbehandeln<sw. V.; hat): 1. (einen Gegenstand, ein
Material) nach einer bereits erfolgten Behandlung nochmals
behandeln: Flecken n. 2. nach einem medizinischen Eingriff
nach einer Operation, nach anderweitiger ärztlicher
Behandlung o.a. weiter ärztlich versorgen: einen Patienten [mit
Medikamenten! n.; die Operationsnarbe muß
nachbehandelt werden; <Abi.) Nachbehandlung, die; -, -en.
nachbekommen <sw. V.; hat) (ugs): a) von etw. noch mehr
bekommen, noch ein zweites Mal von etw. bekommen: wenn
du noch nicht satt bist, kannst du noch etwas n.; b) etw.
nachkaufen können: die einzelnen Teile des Geschirrs kann
man n.; Butter... nachzubekommen stieß auf
Schwierigkeiten (Kempowski, Tadelloser 79).
nachberechnen <sw. V.; hat): im nachhinein noch zusätzlich
eine bestimmte Summe in Rechnung stellen; <Abl.:>
Nachberechnung, die; -, -en.
nachbereiten <sw. V.; hat) (Ggs.: vorbereiten) (bes. Päd.):
(ein Thema) zur Steigerung u. Festigung des
Unterrichtserfolges noch einmal durchgehen; <Abl.:> Nachbereitung, die;
-, -en (Päd.).
nachbessern <sw. V.; hat): a) etw. ausbessern (a, b):
Transportschäden an den Möbeln n.; b) etw. nachträglich
verbessern; <Abi.:> Nachbesserung, die; -. -en.
nachbestellen <sw. V.; hat): vgl. nachkaufen: Fotos n.;
<Abl.:> Nachbestellung, die; -, -en.
nachbeten <sw. V.; hat): 1. (selten) ein Gebet nachsprechen.
2. (ugs. abwertend) (Worte u. Gedanken anderer) ohne
1840
Nachdurst
Vorbehalt, kritiklos übernehmen u. (als eigene Meinung)
wiedergeben: daß ... keiner sich dem entziehen könnte
... eben nachzubeten, was ihm geschickt vorgebetet wird
(Bodamer. Mann 47); <Abl.:> Nachbeter, der; -s. - (selten):
1. jmd.. der ein Gebet nachspricht. 2. (abwertend) jmd..
der etw. nachbetet (2).
nachbezahlen <sw. V.; hat): svw. tnachzahlen.
nachbezeichnet <Adj.; o. Steig.; meist attr.) (Kauf-
mannsspr.): im folgenden Text /genau] bezeichnet: wir
bitten um Anlieferung -er Waren.
Nachbild, das; -[e]s. -er (Physik): Sehen der f Kontrast ]färbe
eines optischen Reizes, obwohl dieser nicht mehr auf das
Auge wirkt.
nachbilden <sw. V.; hat): nach einem Muster. Vorbild
gestalten: nachschaffen: etw. historisch getreu n.; einen
Kunstgegenstand n.; <Abl.:) Nachbildung, die; -. -en: 1. <o. PI.)
das Nachbilden. 2. etw.. was nachgebildet wurde.
nachblättern <sw. V.; hat) (salopp): (in einem Buch. Bericht
o. ä.) blättern, um etw. Bestimmtes zu finden: tmchschlagen
(1 a): er hat nachgeblättert, aber das Zitat nicht gefunden.
nachbleiben <st. V.; ist) (landsch.): l.a) nicht mitkommen,
hinter jmdm. zurückbleiben: einige Läufer waren bereits
nachgeblieben; b) (von der Uhr) nachgehen. 2. hinter jmdm.
geistig zurückbleiben. 3. (in der Schule) nachsitzen: die
ganze Klasse mußte n. 4. als Folge von etw. bleiben: übrig-
bleiben: von dieser Wunde wird eine Narbe n.
nachblicken <sw. V.; hat): svw. tnachsehen (1).
nachbluten <sw. V.; hat): (von einer Wunde o.a.) erneut
bluten, nachdem das Blut bereits gestillt wurde: <Abl.:>
Nachblutung, die; -. -en.
nachbohren <sw. V.; hat): 1. nochmals an der gleichen Stelle
bohren [u. dadurch verbessern]: der Zahnarzt mußte noch
einmal n. 2. (ugs.) hartnäckig versuchen, von jmdm. eine
(korrekte] Antwort zu bekommen: ..Wann wardas?'
bohrte der Kommissar nach.
Nachbörse, die; -. -n (Börsenw.): Abschlüsse u. Geschäfte
nach der offiziellen Börsenzeit: <Abl.:) nachbörslich <Adj.;
o. Steig.) (Börsenw.): nach der offiziellen Börsenzeit
stattfindend: -er Handel mit Aktien.
nachbrennen <unr. V.; hat) (Jägerspr.): (von einem Schuß)
mit Verzögerung, zu spät losgehen: <Abl.:> Nachbrenner,
der; -s. -: 1, (Technik) Vorrichtung (in bestimmten Motoren
u. Triebwerken), in der überflüssiger Treibstoff verbrannt
wird: eine Verbesserung der Abgase durch N. 2, (Jägerspr.)
Schuß, der zu spät losgeht.
nachbringen <unr. V.; hat): jmdm. (der bereits fortgegangen
ist) etw. /was ihm gehört) bringen.
nachbrummen <sw. V.; hat) (Schülerspr.): (in der Schule)
nachsitzen: ..Gebt um Gottes willen Ruhe", sagte der
Lehrer; „sonst laß ich euch alle n." (Schnurre. Fall 49).
Nachbürge, der; -n, -n (Jur.): zusätzlicher Bürge (der zur
Zahlung herangezogen wird, wenn Schuldner u.iod. Bürge
nicht zahlen).
nachchristlich <Adj.; o. Steig.; nur attr.): nach Christi Geburt
(Ggs.: vorchristlich): die ersten -en Jahrhunderte.
nachdatieren <sw. V.; hat): a) (auf einen Brief, ein
Schriftstück) ein früheres, zurückliegendes Datum schreiben (Ggs.:
vordatieren); b) (selten) (auf einen Brief ein Schriftstück
o.a.) nachträglich das richtige Datum schreiben: <Abl.:>
Nachdatierung, die; -. -en.
nachdem (Konj.) [1: spätmhd. nach dem (da3)]: 1. (zeitlich)
a) drückt die Vorzeitigkeit des Geschehens im Gliedsatz
aus: n. er gegangen war. fiel ihm ein. was er vergessen
hatte; n. ich gegessen hatte, legte ich mich eine Weile
hin; er ruhte sich. n. er trainiert hatte, eine halbe Stunde
aus; b) nach dem Zeitpunkt, als: Achtundvierzig Stunden
n. ich in Wien eingetroffen war .... klopfte Herr Müller
endlich an meiner Tür an (Habe, Namen 59); Ich hatte
sie (= Die Räuber) gelesen, gleich n. ich den Film gesehen
... hatte (Küpper. Simplicius 58). 2. (kausal mit gleichzeitig
temporalem Sinn) (landsch.): drückt eine Begründung des
Geschehens im Gliedsatz aus: Band 3 ... erscheint im
Juli. n. die Redaktion des Manuskriptes nicht früher
abgeschlossen werden konnte (Börsenblatt 46, 1965. 2980).
nachdenken <unr. V.; hat): 1. sich in Gedanken eingehend
mit jmdm.. etw. beschäftigen: versuchen, sich in Gedanken
über jmdn.. über einen Sachverhalt klarzuwerden: einen
Augenblick, lange, angestrengt, gründlich, intensiv [über
etw.) n.; über ein Problem, über die Menschen n.; er dachte
[darüber] nach, ob seine Entscheidung richtig war; denk
mal scharf nach, dann wird es dir schon einfallen; er
sagte, ohne nachzudenken, daß er es nicht wisse; (Schweiz.,
sonst geh.. veraltend:) er dachte diesen Fragen lange nach;
<subst.:> er war in tiefes Nachdenken versunken; trotz
angestrengten Nachdenkens fand er keine Lösung. 2.
(selten) etw. in Gedanken nachvollziehen: dabei wußte ich
schon, daß gar nichts mehr da war, um es nachzudenken
(Nossack, Begegnung 257); nachdenklich [-deokli<;] <Adj.):
l.a) mit etw. in Gedanken beschäftigt, in Gedanken
versunken: Nachdenklichkeit zeigend: ein -es Gesicht, eine -e
Miene machen; er blickte n. aus dem Fenster, vor sich
hin; n. dreinschauen, schweigen, aussehen; als er von der
Sache erfuhr, wurde er n. (begann er. darüber
nachzudenken): diese Vorfälle machten, stimmten ihn n. (veranlaßten
ihn, darüber nachzudenken: ließen Bedenken in ihm
aufkommen): b) zum Nachdenken (1) geneigt, davon erfüllt: er
ist ein -er Mensch, ein -er Kopf; er ist sehr ernst und
n. 2. (geh.. veraltend) zum Nachdenken anregend: wert,
darüber nachzudenken: eine -e Geschichte; Der Hohn ...
seiner -en Rede ... ist also ernst zu nehmen (Natur 29);
<Abl.:> Nachdenklichkeit, die; -.
nachdichten <sw. V.; hat): (ein literarisches Werk) aus einer
Fremdsprache frei übersetzen u. bearbeiten: <Abl.:>
Nachdichtung, die; -. -en.
nachdieseln [-di:zlnl <sw. V.; hat) [das entstehende Geräusch
ähnelt dem eines Dieselmotors] (Kfz.-T.): (von einem
Motor) weiterlaufen, nachdem die Zündung abgeschaltet ist.
Nachdoppel, das; -s. - (Schweiz.): das Nachdoppeln:
nachdoppeln <sw. V.; hat) (Schweiz.): (beim Schützetifest) den
Einsatz wiederholen u. nochmals eine Serie schießen.
nachdrängen <sw. V.; hat. ist): andere vor sich her drängen,
schieben in dem Bestreben, in einen bereits überfüllten Raum
o. ä. hineinzukommen: obwohl der Raum bereits voll war.
drängten immer neue Besucher nach; die Postenkette
konnte die nachdrängenden Massen nicht zurückhalten.
nachdrehen<sw. V.; hat) (Film): (eine Aufnahme o.a.) noch
einmaldrehen, wiederholen: der Film wurde umgeschnitten.
Szenen mußten nachgedreht werden.
'Nachdruck,der; -[e]s.-e [zu tnachdrucken] (Druckw.): l.a)
nach einer unveränderten Satzvorlage hergestellter Druck:
ein unveränderter, durchgesehener N.; b) das Nachdrucken
eines bereits gedruckten Werkes. Textes o.a.: N. [auch
auszugsweise] verboten!; N. nur mit Genehmigung des
Verlages, nur mit Quellenangabe gestattet. 2. (durch ein
bestimmtes Druckverfahren möglicher) neuer Druck eines
alten Werkes. Textes o.a. [in der Originalausgabel: es
gibt mehrere -e von diesem Buch; er enthielt den kostbaren
N. einer Handschrift (Musil. Mann 568).
Flachdruck, der; -[e]s [eigtl. = 'Druck, der einem
vorangegangenen nachfolgt]: besonders starke Betonung, durch
die die Wichtigkeit. Dringlichkeit einer Sache hervorgehoben
wird: Welchen N. ihre letzten Worte erhalten, dadurch,
daß sie schweigt (A. Zweig. Claudia 59); einem Wunsch,
einer Forderung, seinen Worten N. verleihen (sie mit
besonderem Nachdruck vorbringen): N. auf etw. legen; mit
N. auf etw. hinweisen; etw. mit [allem, besonderem] N.
(mit großer Eindringlichkeit) fordern, betonen,
hervorheben, sagen; sich mit N. (mit Entschlossenheit u. dem Willen,
sich nicht von seinem Plan abbringen zu lassen) gegen etw.
wenden, für etw. einsetzen.
nachdrucken <sw. V.; hat): einen lNacfidruck(\ a. 2)
anfertigen, herstellen: <Zus.:> Nachdruckerlaubnis, die: Erlaubnis,
einen Text, ein Werk o. ä. nachzudrucken.
nachdrücklich I-drYklu;] <Adj.>: 1. (nicht präd.) mit 2Nach-
druck, mit Eindringlichkeit: eine -e Forderung, Ermahnung;
etw. n. verlangen; jmdn. n. auffordern, etw. zu tun; er
bestand n. auf seinen Wünschen; jmdn. n. vor etw. warnen,
n. auf etw. hinweisen; Alle diese peinlichen Eventualitäten
wurden -st ... erörtert (Emma 5, 1978, 46). 2. (selten)
svw. tnachhaltig (1): daß bloße Prahlbewegungen ... einen
-eren Eindruck machen sollten als spitze Krallen (Lorenz,
Verhalten I, 225); <Abl.:> Nachdrücklichkeit, die; -: das
Nachdrücklichsein. Eitvdringlichkeit: die N. seiner Bitte
machte uns stutzig.
Nachdruckverfahren, das; -s. - (Druckw.): Verfahren, mit
dem ein x Nachdruck (2) hergestellt wird.
nachdunkeln <sw. V.; ist): im Laufe der Zeit im Farbton
allmählich dunkler werden: helle Tapeten dunkeln häufig
nach; nachgedunkelte Bilder. Fotografien.
Nachdurst, der; -[e]s: Durst nach I allzu I reichlichem Genuß
116 GDW
1841
nacheichen
von Alkohol: Carl Brcnten ging gern (= ins Wirtshaus):
er hatte sowieso einen scheußlichen N. (Bredel. Väter 40).
nacheichen <sw. V.; hat): nochmals 'eichen (zur Kontrolle
der bereits vorhatuienen Eichung).
nocheifern <sw. V.; hat): eifrig bemüht sein, es jmdm., den
man sich als Vorbild genommen hat, gleichzutun: einem
großen Vorbild, seinem Lehrmeister n.; <Zus.:>
nacheifernswert <Adj.; nicht adv.>: wert, nachgeeifert zu werden.
Nacheile, die; - (jur.): Verfolgung eines Flüchtenden, der
verdächtig od. bereits verurteilt ist (durch die Polizei auch
außerhalb des Amtsbezirks): nacheilen <sw. V.; ist): eilig
folgen: der Wirt eilte ihm mit der Rechnung nach;
Nacheilung, die; - (Technik): das Anzeigen eines geringeren an
Stelle des tatsächlichen Wertes bei einem Meßgerät (Ggs.:
Voreilung).
nacheinander [spätmhd. nacheinander! <Adv.>: l.a) in
kurzen räumlichen Abständen; einer, eine, eines hinter dem
anderen: sie betraten n. den Saal; die Passagiere verließen
n. die Maschine; b) der Reihe nach: n. reichte sie uns ihre
kleine ... Hand. n. blickte sie uns aus scheuen Augen
an (Lenz, Brot 25). 2. in kurzen zeitlichen Abständen
voneinander: l unmittelbar] aufeinanderfolgend: n. kündigten drei
Mitarbeiter ihre Stellung; die Flugzeuge, die Maschinen
starteten kurz n.; <subst.:> Das Nebeneinander, nicht
Nacheinander (die Aufeinanderfolge), von Leben und
Tod (Kaschnitz. Wohin 165).
nacheiszeitlich <Adj.; o. Steig): nach der Eiszeit; eingetreten
o.a.]: postglazial.
NachempAngnis, die; -, -se <PI. selten) (Med.): Befruchtung
u. Ansiedelung eines zweiten Eis in der bereits ein
befruchtetes Ei enthaltenden Gebärmutter.
nachempfinden <st. V.; hat): 1. sich so in einen anderen
Menschen hineinversetzen, daß man das gleiche empfituiet
wie er; etw.. was ein anderer empfindet, in gleicher Weise
empfinden (u. darum verstehen): jmds. Schmerz.
Verzweiflung. Trauer. Freude. Glück n.; kannst du n.. was in
mir vorgeht? 2. (ein Kunstwerk o.a.) in Anlehnung an
das Werk eines / berühmten I Künstlers gestalten: ein
Gedicht, ein Kunstwerk n.; Auch die Moscheen auf
europäischem Boden sind orientalischen Vorbildern
nachempfunden (Bild. Kunst 3. 39); diese Dichtung ist Goethe
nachempfunden; <Abl.:> Nachempilndung, die; -.
nachentrichten <sw. V.; hat): einige Zeit später entrichten:
Beiträge n.; <Abl.:) Nachentrichtung, die; -. -en.
Nachen fnaxnl. der; -s. - [mhd. nache. ahd. nahho. viell.
urspr. = (ausgehöhlter) Einbauml (dichter.): kleines Boot.
Nacherbe, der. -n. -n (jur.): (durch ein Testament
bestimmter) zweiter gleichberechtigter Erbe; Nacherbschaft, die;
-. -en (jur.): Erbschaft, die auf den Nacherben übergeht.
nacherleben <sw. V.; hat): 1. etw. i was ein anderer erlebt
hat] zu einem späteren Zeitpunkt in ähnlicher Weise erleben:
die kulturelle Vergangenheit, die das Kind in ... seiner
Frühzeit gleichsam n. soll (Freud. Abriß 86); manchmal,
wenn mich etwas Gelesenes gierig machte, es sofort
nachzuerleben (Handke. Brief 18). 2. (selten) durch Erinnerung
o. ä. etw. im Geiste, in Gedanken mxh einmal erleben: die
schönen Stunden n.
Nachernte, die; -. -n: das Ernten dessen, was übrigbleibt,
nachdem die eigentliche Ernte erfolgt ist.
nacherzählen <sw. V.; hat): (etw. Gelesenes, Gehörtes) in
eigenen Worten wiedergeben: eine Geschichte, den Inhalt
eines Films n.; <Abl.:) Nacherzählung, die; -. -en: in eigenen
Worten verfaßte Niederschrift von einer Geschichte o.a.,
die man gelesen, gehört hat.
Nachfahr [-fa:£l. der; -s. -en. Nachfahre, der; -n. -n [-fa:re;
mhd. nächvarl (geh.): Nachkomme (Ggs.: Vorfahr.
Vorfahre): unsere Nachfahren; er ist ein N. des berühmten
Komponisten; nochfahren <st. V.): 1. <ist> a) mit einem Fahrzeug
folgen, später nachkommen: seit dreizehn Wochen fahre
ich dir nach (Frisch. Cruz 43); an den Urlaubsort n.;
b) (von einem Fahrzeug) hinterherfahren: dann drehte er
sich zu den Panzern, die nachgefahren waren (Bieler. Boni-
faz 42). 2. auf einer Vorlage o. ä. den Linien, Buchstaben
o. ä. mit einem Stift o. ä. genau folgen <hat/ist>: zur Übung
das Geschriebene n.; Ü Seine ... Augen fuhren liebevoll
den Linien nach, die seine Hand ins Mauerwerk ritzte
(Fries. Weg 103). 3, (Jägerspr.) (von einem Hund) einer
Fährte folgen.
Nachfahrentafel, die; -. -n (geh.): Verzeichnis der Nachfahren
einer Person.
Nachfahrte, die; -. -n (Jägerspr.): 1, Fährte des Hinterlaufs
eines Tieres. 2. zweite, entgegengesetzt laufende Fährte,
die ein Tier hinterläßt, wenn es umkehrt u. den gleichen
Weg zurückgeht.
Nachfall, der; -s (Bergmannsspr.): Gestein, das in einem
Flöz bei der Gewinnung auf die Kohle fällt u. sie verunreinigt;
nachfallen <st. V.; ist) (Jägerspr.): (von Flugwild) sich an
der Stelle niederlassen, an der sich bereits Flugwild
niedergelassen hat.
nachfärben <sw. V.; hat): durch zusätzliches Färben eine
gewünschte Farbe erreictien: der StolT muß nachgefärbt
werden; den Haaransatz, das Haar n. [lassenl.
nachfassen <sw. V.; hat): 1. einen Griff korrigieren, indem
man ihn kurz lockert od. indem man losläßt und noch einmal
zufaßt: als Herr Schmidt einmal n. wollte, riß er (=der
Junge) sich los (Schnurre. Fall 10); (bes. Turnen:) beim
Handstand auf dem Barren mußte die Turnerin n.; der
Tormann mußte n. (Ballspiele; erneut nach dem
abgewehrten Ball greifen u. versuchen ihn festzuhalten). 2. (bes. Solda-
tenspr.) noch einmal, ein zweites Mal Essen fassen;
Verpflegung n. 3. (ugs.) versuchen, durch anschließende weitere
Fragen eine zufriedenstellende Auskunft zu bekommen:
Darum faßt er ( = der Interviewer) nun immer noch einmal
nach und fragt CNoelle. Umfragen 37).
nachfedern <sw. V.; hat) (bes. Turnen): 1. (von einem
Sprungbrett o.a.) nach dem Absprung weiterhin federn (1). 2.
nach einer Bewegung den Schwung abfangen, indem man
in Armen u. Beinen federt (1),
Nachfeier, die; -. -n: a) Feier, die einige Zeit nach dem
Termin, der zum Feiern Anlaß gibt, stattfindet; b)
zusätzliche, zweite Feier, die einige Zeit nach der eigentlichen
Feier stattfindet; nachfeiern <sw. V.; hat): a) einige Zeit
später feiern; b) eine Nachfeier halten.
Nachfeld, das; -lejs. -er (Sprachw.): alle Teile eines
Aussagesatzes, die der finiten Verbform folgen.
nachfiltern <sw. V.; hat): zusätzlich, ein zweites Mal filtern:
nachgefilterter Kaffee.
Nachfolge, die; - [mhd. nächvolgel: Übernahme eines Amtes
von einem Vorgänger; Nachfolgerschaft: jmds. N. antreten;
die Frage der N. in der Parteiführung, in diesem Amt
beraten, regeln; In Tizians N. steht Domenico Campagnola
(Bild. Kunst 3, 80); Ü etw. bleibt ohne N. (geh.; findet
keine Fortfiifirung in anderen, durch andere).
Nachfolge-: Einrichtung, die (DDR): Einrichtung zur
materiellen Versorgung u. geistigen u. kulturellen Betreuung der
Bewohner eines neuen Wohnviertels; ^kandidat, der: jmd,.
der für jmds. Nachfolge vorgesehen ist; MKganisation, die:
Organisation, die die Arbeit, die Aufgaben einer nicht
weiterbestehenden Organisation übernimmt; -Staat, der (meist
PI.): auf dem Territorium eines ehemals großen Staates
entstandener kleinerer Staat.
nachfolgen <sw. V.; ist) [mhd. nachfolgen!: 1. (geh.)
Anhänger, getreuer Gefolgsmann von jmdm. sein: Christus n. 2.
(meist nachdrücklicher) svw. f folgen (1 a. b. 3): viele
Personen folgten dem Sarg nach; die Familie folgte ihm ins
Ausland nach; jmdm. im Amt n.; den nachfolgenden
Verkehr beobachten; die nachfolgenden Kapitel: <Abl.:)
Nachfolger, der: -s. - [mhd. nächvolgerl: jmd.. der jmds.
Nachfolgeantritt: jmds.N. sein.werden; keinen N. haben;
Nachfolgerin, die; -, -nen [mhd. nächvolgserinnel: w. Form zu
(Nachfolger; Nachfolgerschaft, die: -.
nachfordern <sw. V.; hat): nachträglich / zusätzlich] fordern;
<Abl.:) Nachfordern!«, die; -, -en: 1. <o. PI.) das
Nachfordern. 2. nachträgliche /zusätzliche] Forderung. Rechnung
o.a.
nachformen <sw. V.; hat): nach einem Modell, nach einer
Vorlage formen.
nachforschen <sw. V.; hat): a) durch intensive Bemühungen
versuchen, etw, herauszufinden, sich genaue biformalUrnen.
Kenntnisse über jmdn..etw. zu verschaffen; Nachforschungen.
Ermittlungen anstellen: lange, vergebens, überall n.; sie
forschten nach, wo er sich aufgehalten hatte, wie sich
der Vorfall zugetragen hatte: b) (geh.) einer Sache zum
Zwecke ihrer [Aufjklärung o.a. nachgehen: einer Sache,
einem Ereignis, einem Geheimnis n.; <Abl.:>
Nachforschung, die; -. -en (meist PL): das Nachforschen: gründliche,
eifrige N, betreiben; -en anstellen, halten (nac/iforschen
a); die -en waren vergeblich, blieben, verliefen ergebnislos.
Nachfrage, die; -. -n [spätmhd. nächfräg]: 1. (veraltend)
das Nachfragen (1 a); Erkundigung: gestatten Sie mir die
1842
Nachgiebigkeit
N. nach Ihrem Wohlbefinden; mein Tennisspiel, für das
Dona Maria Pia durch lächelnde-nein gewisses... Interesse
verriet (Th. Mann. Krull 398); * danke der Igütigen] N./fiir
die [gütige] N. (meist ironische Antwort auf jmds. Frage
nach dem Ergehen). 2. (Kaufmannsspr.) Bereitschaft
zum Kauf bestimmter Waren (Ggs.: Angebot 3): lebhafte
starke, gringe N.; die N. nimmt zu. steigt, geht zurück,
sinkt; es herrscht keine N. in. nach diesen, (Schweiz.:)
über diese Waren; je größer die N., desto teurer die Ware;
die Preise richten sich nach Angebot und N. 3. (selten)
zusätzliche, weitere Frage als Folge einer unzureichenden
Antwort: Indessen erreicht man mit insistierenden -n ...
lediglich eine nachgiebige Zustimmung (Noelle. Umfragen
52). 4. (Statistik) Verfafiren zur schnellen Ermittlung des
wahrscheinlichen Waldausgangs* wobei in repräsentativen
Bezirken z. B. jeder 10. Wähler, der aus dem Wahllokal
kommt, nochmals die gleiche Stimme abgibt wie in der
Wahlkabine: nachfragen <sw. V.; hat) Ispätmhd.
nachfragen]: l.a) sich erkundigen, fragen: da müssen Sie beim
zuständigen Herrn n.; fragen Sie doch bitte nächste Woche
einmal nach; ich habe schon öfter nachgefragt und wurde
immer wieder vertröstet; b) sich an jmdn. wenden, um etw.
zu erbitten; nachsuchen: ich muß erst um Genehmigung
n. 2. (Kaufmannsspr.) (von Käufern) bestimmte Waren
0. ä. verlangen: Ältere Hammel... werden kaum noch
nachgefragt (MM 21.5.70,23); Jeder Lohnhöhe ... ..entspricht"
eine andere Ziffer der ... nachgefragten Zahl der
Arbeitskräfte (Rittershausen. Wirtschaft 14). 3. noch einmal, wie-
derholt fragen, um eine zufriedenstellende Antwort zu
bekommen: er mußte mehrmals n.. bis sie antwortete; <Abl.:>
Nachfrager, der; -s. - (Wirtsch.): Vertreter der Nac/ifrage
in der vom Gegensatz zwischen Angebot u. Nachfrage
bestimmten Marktwirtschaft.
Nachfrist, die; -. -en <PI. selten) (jur.): Fristverlängerung,
die einem in Verzug geratenen Vertragspartner gewährt wird.
nachfühlen <sw. V.; hat): vgl. nachempfinden (1): jmds.
Schmerz n.; ich fühle Ihnen das nach.
nachfüllen <sw. V.; hat): 1. etw.. was [zum Teil] leer
geworden ist, wieder Julien: die Gläser, die Eimer n. 2. etw.
wieder in etw.. was Izum Teil] leer geworden ist, füllen:
Tinte. Benzin n.; Bonbons lin eine Dosel n.; <Abl.:> Nach-
fiilhing, die; -. -en (selten).
Nachfiireorae. die; -. -n (Schweiz.): Nachbehandlung durch
den Arzt.
Nachgang in der Verbindung im N. (Amtsd.; als Nachtrag):
Ich hatte die Entlassung noch nicht in der Tasche ... sie
folgte erst ... im N. (Gaiser. Schlußball 137).
nachgären (garte (auch:) gor nach, hat/ist nachgegärt/
(auch:) nachgegorcn) (Fachspr.): nach der eigentlichen
Gärung langsam gären {damit sich die letzten Reste des
Zuckers zersetzen): <AbL) Nachgärung, die; -, -en.
nachgeben <st. V.; hat) [1 -3: spätmhd. nachgebenl: X.jmdm.
noch mehr von etw. geben: sich Kartoffeln, Gemüse n.
lassen. 2. a) dem Willen od. den Forderungen eines atuleren
nach anlänglichem Widerstand entsprechen; schließlich doch
zustimmen: er gibt nie nach; kannst du nicht auch einmal
n.7; jmds. Wünschen. Bitten n.; die Mutter gibt [ihm]
zuviel nach (ist zu wenig streng; läßt ihm zu sehr seinen
Willen); b) einer Stimmung o. ä. erliegen, sich ihr über
lassender Müdigkeit, einer Schwäche, seinem Zorn, seiner Laune,
einer Verlockung n. 3. einem Druck nicht stamütalten: der
Boden, die Wand gibt nach; seine Knie gaben nach (er
wurde schwach in den Knien): die Staumauer hat dem
Wasser nachgegeben; das Seil gibt nach (hat keine
Spannung mehr). 4. jmdm., einer Sache gleichkommen (meist
verneint): er gibt seinen Kameraden im Schwimmen nichts
nach; an Fleiß, an Eifer keinem anderen etw. n. 5. (Bankw..
Wirtsch.) im Wert geringer werden: die Kurse, die Preise
geben nicht nach; am Rentenmarkt gaben
Industrieobligationen leicht nach.
nachgeboren <Adj; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. nächgebornl:
1. (selten) nach dem Tode des Vaters geboren. 2. (langet
nach dem ersten Kind geboren: ein -er Sohn; -e [Stieflge-
schwister; <subst.:) Nadigeborene, der u. die; -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete): I. nach dem Tod des Vaters Geborene/ r/.
2. svw. TNachkömmling. 3. <PI.) (geh.) (vom Blickpunkt
des Sprechers aus gesehen) die späteren Generationen.
Nachgebühr, die; -. -en: Gebühr, die der Empfänger der
Post nachträglich zahlen muH, wenn die Sendung nicht i
ausreichend! frankiert ist; Strafporto.
Nachgeburt, die; -. -en <PI. selten): l.a) (bei Mensch u.
Säugetier) Vorgang der Ausstoßung des Mutterkuchens u.
anderen Gewebes nach der Geburt; b) (bei Mensch u.
Säugetier) das bei der Nachgeburt (I a) ausgestoßene Gewebe
einschließlich Mutterkuchen: die N. muß noch kommen;
Ü Es war die N. der Angst, die noch heraus mußte (Böll.
Haus 147); R bei dir haben sie wohl das Neugeborene/das
Kind weggeworfen und die N. aufgezogen (sagt man. wenn
man auf sehr derbe Weise ausdrücken will, daß jmd.
ausgesprochen dumm ist). 2. (derbes Schimpfwort) dummer,
unvernütiftiger Mensch; sehr übler, minderwertiger Mensch:
Kennt... diese ausgewachsene N. nicht einmal seinen Vater
(Kühn. Zeit 184); nachgeburtlich <Adj.; o. Steig.; meist
nur attr.) (Med.): in der Zeit nach der Geburt, währetid
des ersten Lebensjahres: -e Hirnschädigungen.
Nachgefühl, das; -s, -e (geh.): Gefühl, das von einem Erlebnis
o.a. zurückbleibt: -e des Traums: versagt zu haben ....
auch Angst (Kaschnitz. Wohin 178).
nachgehen <unr. V.; ist) [1-3: mhd. nächgänl: l.a) hinter
jmdm.. einer Sache hergehen; jmdm., einer Sache folgen
(1): einem Fremden, einem Mädchen n.; er ist einer Fährte
nachgegangen; b) etw. verfolgen, um seinen Ursprung.
Ausgangspunkt o.a. festzustellen: sie gingen dem Wimmern,
dem Lachen, der Musik nach; Ü einer Frage, einem
Problem, einer Vermutung, einem Hinweis n.; dieser Sache
muß man genauer n.; c) sich mit einer Sache in Gedanken,
im Geiste beschäftigen u. sich ihr dadurch ganz hingeben:
Ein ahnungsloses Kind. ... das niemals schwärmerischen
Träumereien nachgegangen ist (Werfel. Bernadette 326).
2, jmdn. in Gedanken, im Geiste beschäftigen: seine Worte,
die Ereignisse des Tages gingen ihr noch lange nach; Der
Refrain des Liedes ging ihr nach wie ein schlechter Ruf
(Fries. Weg 9). 3. (eine [berufliche] Tätigkeit) regelmäßig
ausüben: seiner Arbeit, seinem Tagewerk, einem
Handwerk, seinen Geschäften n.; man kann nicht immer nur
seinen Interessen, dem Vergnügen n. 4. (von Meßgeräten
o. ä.) zu wenig anzeigen, zu langsam gehen (Ggs.: vorgehen):
der Tacho geht nach; die Uhr geht [eine, um eine
Viertelstunde! nach.
nachgelassen <Adj.; o. Steig.; meist nur attr.): aus dem
unveröffentlichten Nachlaß stammend: -e Werke. Schriften.
nachgeordnet <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Amtsspr): in
einen geringeren, niedrigeren Rang eingeordnet;
untergeordnet; unterstellt: der oberste Landesherr, dem n. dann die
übrige Obrigkeit (Kühn. Zeit 15).
nachgerade<Adv.) [aus dem Niederd. < mniederd.
nägerade; 2. Bestandteil wahrsch. mniederd. rät = Reihe, also
eigtl. = nach der Reihe): I, nach u. nach; mit der Zeit;
allmählich: ein Erbe des Faschismus, dessen der deutsche
Journalismus sich n. entledigen dürfte (Enzensberger,
Einzelheiten 1.90). 2. eigentlich: die ewigen Absetzbewegungen
wären n. genug (Plievier. Stalingrad ISS). 3. (drückt eine
Verstärkung aus) man kann fast sagen; geradezu: er wurde
n. ausfallend, unverschämt.
nachgeraten <st. V.; ist): svw. T 'geraten (3): das Kind ist
ganz dem Vater nachgeraten.
Nachgeschmack, der; -[eis: Geschmack, der im Mund
zurückbleibt, nachdem man etw. gegessen, getrunken hat: ein
schlechter N.; Burgunder ... großartig im Bouquet. im
N. etwas dürftig (Frisch. Homo 125); Ü Eine Schlägerei
hinterläßt immer einen unangenehmen N. {ein
unangenehmes Gefühl; Musil. Mann 27); eine Gefälligkeit mit bitterem
N. (Becker. Irreführung 242).
nachgestalten <sw. V.; hat) (selten): svw. Tnachbilden.
nachgestellt: f nachstellen (2).
nachgewiesenermaßen <Adv.) Izu T nachweisen u. T -maßen):
einem Nachweis zufolge; was nachgewiesen wurde: der
Schiedsrichter war n. bestochen.
nachgiebig [-gi:bi(;] <AdJ.; nicht adv.): 1. (selten) einem Druck
nachgebend (3); weich: ein -es Material. 2. so veranlagt,
daß man schnell bereit ist, nachzugeben (2 a); leicht
umzustimmen: das Kind ist durch die -e Mutter verwöhnt; du
bist ein viel zu -er Mensch; nichts vermochte ihn n. zu
stimmen; die Eltern sind zu n. den Kindern gegenüber;
<Abl.:> Nachgiebigkeit, die; -: I. Eigenschaft, einem Druck
nachzugeben (3): eine Gelenk-Kombination, welche eine
N. der Achse erlaubt (Auto 6. 1965, 6). 2. Bereitschaft,
nachzugeben (2a): unerwartete, kluge N.; zu allzu großer
N. neigen; N. gegen jmdn.. gegenüber jmds. Forderungen
zeigen.
116*
1843
nachgießen
nachgießen <st. V.; hat): l.a) in ein zum Teil leer gewordenes
Gefäß gießen (um es wieder zu füllen): er goß mir [Kognak!
nach; Der Küchenhilfsboy ... hatte ... vergessen. Wasser
oben in den Filter nachzugießen (Grzimek. Serengeti 129);
b) ein Gefäß, das [zum Teil] leer geworden ist. wieder
füllen: Ich nehme ihm ... die Flasche aus der Hand und
gieße mein Glas nach (Remarque. Obelisk 85). 2. (seltener)
vgl. nachschütten: da ( = in der Toilette) steht ein Eimer.
..Mit 'm Schwung n., bitte." (Kempowski, Uns 29).
nachgreifen <st. V.; hat): 1. (Turnen) svw. tnachfassen (1).
2. (Jägerspr.) (die Schweißleine eines Hundes) kürzer fassen.
nachgrübeln <sw. V.; hat): unablässig grübelnd über etw.
nachdenken (um eine Lösung für etw. zu finden o. äj: über
ein Problem n.; sie grübelte darüber nach, wie sie die
Angelegenheit zu einem Abschluß bringen könne; darüber
habe ich lange nachgegrübelt; <geh. auch mit Dativ.) er
grübelte ihren Worten noch lange nach.
nachgucken <sw. V.; hat) (landsch.): svw. t nachsehen (1-3).
ngchhakeln, nachhäkeln <sw. V.; hat) (Fußball, bes. südd):
svw. t nachhaken (2).
nachhaken <sw. V.; hat): 1. (ugs.) jmds. Gespräch. Rede
unterbrechen, um zu einem bestimmten Punkt noch eine
[weitere/ Frage zu stellen: in der Sache mußt du noch
einmal n. (ihr nachgehen, um ihr auf den Grund zu kommen):
Man sollte n. (um Erklärung bitten) .wenn fremdsprachige
Begriffe ungeläufig sind (ADAC-Motorwelt 1, 1976, 50).
2. (Fußball) einem Gegner von hinten mit angewinkeltem
Fuß ein Bein od. beide Beine wegziehen.
Nachhall, der; -[eis. -e <PI. selten): langsam leiser werdendes
Weiterklingen eitles Tones: Die moderne Aufnahmetechnik
erfordert häufig künstlichen N. (Funkschau 20, 1971.
2083); Ü Von all dem gibt Rimski-Korsakows
konventionell glättende Bearbeitung nur einen schwachen N. (Welt
29. 7. 65. 7); nachhallen <sw. V.; hat/ist): weiterklingen
u. dabei langsam leiser werden: der Schlußakkord hallte
lange nach; Ü die Ansage Königsberg ... war lange in
ihm nachgehallt (er hatte sie im Geiste noch lange gehört:
Plievier. Stalingrad 291); Nachhallzeit, die; - (Physik):
Zeitspanne, in der ein Nachhall auf eitle praktisch nicht
mehr wahrnehmbare Lautstärke absinkt.
nachhalten <st. V.; hat): längere Zeit anhalten (3). bleiben:
Was die Lehrer ... uns erzählen, das glauben wir ja doch
nicht ... Dieses Mißtrauen hält nach (Kisch. Reporter
129); die Suppe hält nicht lange nach (ugs.; sättigt nur
für kurze Zeit): nachhaltig <Adj.>: 1. sich auf längere Zeit
stark auswirkend: einen -en Eindruck hinterlassen; etw.
wirkt sich n. aus; Jmdn. n. beeinflussen. 2. (Forstw.) eine
Fläche ausschließlich zur Holzproduktion nutzend: -e
Forstwirtschaft; <AbL) NachhaKigkeit, die; -: 1. längere Zeit
anhaltende Wirkung. 2. (Forstw.) dauernde Nutzung einer
Fläche zur Holzproduktion.
Nachhand, die: -, -hände: svw. t Hinterhand (2).
nachhängen <st. V.; hat) [4: mhd. nächhengen]: l.a) sich
mit etw. im Geiste beschäftigen: Gedanken. Erinnerungen.
Träumen n.; er hängt seit Tagen einem Problem nach;
b) wehmütig an etw. denken, was vergangen ist: der Kindheit,
einer schönen, glücklichen Zeit n. 2. jmdm. * anhängen (1):
der Ruf. ein Falschspieler zu sein, sollte ihm noch lange
n. 3. (ugs.) zurücksein: nicht vorankommen: in Mathematik.
Physik n. 4. (Jägerspr.) (einer Fährte) mit dem Hund folgen.
Nachhauseweg, der: -[e]s. -e: svw. t Heimweg.
nachhelfen <st. V.; hat): helfen, daß etw. besser funktioniert:
der Entwicklung, dem Fortgang der Arbeiten n.; du mußt
ein bißchen n.. daß es schneller geht: er hatte dem Glück
[ein wenig] n. wollen (wollte [mit unerlaubten Mitteln!
erreichen, daß sich alles nach Wunsch fügt): ..Aber warum
hast du dann von Geistesadel gesprochen?4' half Ulrich
ungeduldig nach (fragte er. um zu einer bestimmten,
erwarteten Antwort hinzuführen): bei ihm muß man ab und
zu mal [kräftig! n. (man muß ihn antreiben).
nachher [auch, österr. nur: '—1 <Adv.): 1. im Anschluß
daran (unmittelbar nach einem bestimmten Geschehen,
danach: jetzt mache ich erst mal meine Arbeit fertig, n.
kann ich dir helfen: wir sind ins Kino gegangen, und
n. haben wir noch ein Eis gegessen; N., wenn die Schule
aus ist. sollst du deine Trommel wiederbekommen (Grass.
Blechtrommel 91). 2.a) in näherer, nicht genau bestimmter
Zukunft: später: ich komme n. noch bei dir vorbei; das
kann ich auch n. machen: n. gibt es nichts mehr zu essen;
b)dann. wenn etw. vorbei ist. hinterher: ob die Entscheidung
richtig war. wirst du erst n. feststellen; n. will es keiner
gewesen sein. 3. (landsch.) womöglich, am Ende: wenn
ich nicht gehe, fährt mir n. noch der Zug davon; nachher«
[na:xhe:n<;] <Adj.; nur attr): später, folgend: wie sich
durch -e Beobachtung ergab (Molo. Frieden 245).
Nachherbst, der. -[e]s. -e <PI. selten): svw. tSpätherbst.
Nachhieb, der; -[e]s. -e (Fechten): svw. TReprise (5).
NachhiIfe,die:-.-n: 1 .(selten) das Nachhelfen: Meine Geburt
ging ... nicht ohne künstliche N. unseres ... Hausarztes
... vonstatten (Th. Mann. Krull 14). 2. kurz fiir t
Nachhilfestunde. Nachhilfeunterricht: N. geben, bekommen: der
Schüler braucht N.
Nachhilfe-: -schüler, der; ^stunde, die. ^Unterricht, der:
privater [gegen Entgelt erteilter/ zusätzlicher Unterricht
für leistungsschwache Schüler.
nachhinein in der Verbindung im n. (bes. österr. u. Schweiz.:
1. nachträglich: damit Großbritannien die einseitige
Unabhängigkeitserklärung seiner ehemaligen Kolonie im n. ...
anerkennt [Kronen-Zeitung 15. 10. 68. 21. 2. nachher:
hinterher: der Verdacht erwies sich im n. als falsch.
nachhinken <sw. V.; ist): svw. thinterherhinken.
Nachhirn, das; -[e]s. -e (Anat.): (bei den Wirbeltieren u.
dem Menschen) hinterer Abschnitt des Gehirns, der zum
Rückenmark weiterleitet.
Nachholbedarf, der; -[eis: Bedürfnis etw.% was man nicht
[genügend] gehabt hat. später zu bekommen: einen großen,
aufgestauten N. haben; die Sättigung des -s (FAZ 54.
1958. 11); nachholen <sw. V.; hat): I. nachträglich an einen
bestimmten Ort holen: seine Familie an den neuen Wohnort
n.; Der Läufer ... hebt den Bergski ein Stück höher ...
holt den Talski nach (Gast. Bretter 37). 2. ( Versäumtes
od. bewußt Ausgelassenes) nachträglich machen, erledigen:
etw. schnell, in kurzer Zeit n.: er hat viel, eine Menge
nachzuholen; eine Prüfung, das Abitur n.; versäumte
Arbeitszeit n.; Sie holt jetzt ihre Jugend nach, alles Versäumt-
Geglaubte (Rinser. Mitte 216); auf medizinischem Gebiet
haben wireiniges nachzuholen (aufzuholen): < Zus. :>
Nachholspiel, das (Ballspiele): Spiel, das zu einem späteren
Zeitpunkt ausgetragen wird, das nachgeholt (2) wird.
Nachhut, die; -. -en [mhd. nächhuote. zu f2Hutl (Milit.):
Teil der Truppe, der die Truppe beim Rückmarsch nach
hinten (gegen den Gegner) sichert (Ggs.: Vorhut): die N.
angreifen, in Kämpfe verwickeln; Ü die dunklen, nassen
-en des großen Tiefs (Grzimek. Serengeti 29).
nachimpfen <sw. V.; hat): 1. zum zweiten Mal impfen. 2.
später nochmals impfen (um eine Impfung aufzufrischen):
<Abl.:) Nachimpfung, die; -. -en: das Nachimpfen.
nachjagen <sw. V.): 1. hinter jmdm.. erw. herjagen (2) <ist):
dem Geld. Glück n. 2. (ugs.) eiletids nachschicken <hat):
man hat ihm ein Telegramm nachgejagt.
nachkaufen <sw. V.; hat): nachträglich, zusätzlich kaufen:
von dem Geschirr kann man alle Teile n.
Nachklang, der; -[eis. Nachklänge [mhd. nächklanc] 1.
Klang, der im Ohr zurückbleibt, nachdem man sehr laute
Töne o.a. gehört hat: der N. der Musik; U der Geruch
von Bodenwachs und ein schwacher N. von Terpentin
(Hesse. Steppenwolf 21). 2. Wirkung. Eittdruck. der von
einem Erlebnis o.a. zurückbleibt: dieser N. des Erlebten
nahm kein Ende (Thorwald, Chirurgen 35).
Nachklapp, der; -s. -s (ugs.): svw. tNachtrag.
nachklingen <st. V.; ist): 1. noch kurze Zeit leise zu hören
sein.ü Die akzeptierte Ordnung.... die noch in den
rührenden Geschichten ... ehemaliger Hofbediensteter nachklingt
(Hofstätter. Gruppendynamik 125). 2. (von einem Erlebnis
o.a.) als Wirkung. Eindruck zurückbleiben: die Begegnung
mit ihrem Idoi klang noch lange in ihr nach.
nachkolorieren <sw. V.; hat); durch zusätzliches Kolorieren
(1) bei erw. gewünschte Farben erreichen: nachkolorierte
Ansichtskarten.
Nachkomme,der: -n. -n [mhd. nächkome, auch =
Nachfolge rl: Lebewesen (bes. Mensch), das in gerader Linie von
einem anderen Lebewesen abstammt: keine -n haben;
Während bei den Bakterien ... durch Vermehrung zahlreiche
neue -n entstehen (Medizin II. 136); er ist ohne -n
gestorben; nachkommen <st. V.; ist) [I, 2: mhd. nächkomenl.
l.a) später kommen: geht schon vor. wir werden [gleich,
bald, in einer Stundel n.; Immer mehr verheiratete
Ausländer ... lassen ihre Familien n. (MM 5. 5. 74. 13); er ging
schon aufs Gymnasium, als noch Geschwister nachkamen
(geboren wurden): da kann noch etw. n. (das kann noch
1844
nachmachen
Komplikationen, Ärger geben); b) hinter jmdm. hergehen,
herfahren: von nachkommenden Kolonnen ...
auseinandergesprengt (Plievier. Stalingrad 134). 2. (geh.) etw., eine
Handlung, die ein anderer wünscht od. verlangt, erfüllen:
einer Anordnung. Forderung. Bitte n.; er kam dem Befehl,
seiner Pflicht widerwillig nach; du mußt deinen
Verpflichtungen n. 3. etw. schnell genug tun, um Schritt halten zu
können: sie kommen mit der Arbeit, mit der Produktion
gerade noch nach: bei diesem Tempo kommt keiner nach.
4. (landsch.) jmdm. ähnlich werden, nachschlagen (2): der
Sohn kommt ganz dem Vater nach; Nachkommenschaft,
die: -: Gesamtheit aller Nachkommen; Nachkömmling
[...koemlml. der; -s. -e [mhd. nächkomelinc]: lange nach
den Geschwistern geborenes Kind.
Nachkontrolle, die; -. -n: spätere zusätzliche Kontrolle;
nachkontrollieren <sw. V.; hat): /noch einmal, wiederholtJ
kontrollieren.
Nachkrieg, der; -[eis: kurz für t Nachkriegszeit: davon haben
Drittes Reich und N. nichts übriggelassen (Welt 4. 11.
67, 2).
Nachkriege: -ära, die: vgl. -zeit; -ersehe inung, die:
unmittelbar nach dem Krieg auftretende Erscheinung (1); ^genera-
tion, die: unmittelbar nach dem Krieg aufwachsetide
Generation; -jähr, das: vgl. ^zeit; ^wirren <P1.>: Wirren in der
Nachkriegszeit; ^zseit, die: sich unmittelbar an das
Kriegsende anschließende Zeitspanne.
Nachkur, die; -. -en: Zeit, die der Erholung u. Umstellung
im Anschluß an einen Kuraufenthalt dient.
nachladen <st. V.; hat): (eine Schußwaffe) erneut laden,
Nachlaß [...las], der; Nachlasses. Nachlasse u. Nachlässe
[...lesd]: 1. alles, was ein Verstorbener an Gütern [u.
Verpflichtungen j hinterläßt: der künstlerische, literarische N.
eines Verstorbenen; den N. ordnen, verwalten, (jur.:)
eröffnen; Schriften aus dem N. herausgeben, veröffentlichen;
in seinem N. fanden sich wichtige Dokumente. 2. (Kauf-
mannsspr.) Verzicht (des Verkaufenden) auf den vollen
Preis (durch das Gewähren von Rabatten o. äj: beim Kauf
eines Autos N. bekommen, gewähren, fordern. 3. (selten)
das Erlassen (2). Entbinden von etw.: an den N. der Sünden
glauben.
Nachlaß- (Nachlaß 1: jur.): -Bericht, das: Gericht, das alle
Maßnahmen zur Regelung von Erbfällen trifft; -gläubiger,
der: Gläubiger, der durch Verschuldung des Verstorbenen
Anspruch auf dessen Nachlaß hat; -konkurs, der: Konkurs,
der eröffnet wird, wenn die Schulden des Verstorbenen höher
sind als der Wert seines Nachlasses; -pfleaer, der: jmd..
der vom Nachlaßgericht eingesetzt ist, einen Nachla/J zu
sichern, bis die Erbschaft angenommen ist;
^Verbindlichkeiten <PI.>; -Verwalter, der; -Verwaltung, die: Abwicklung,
Regelung eines Erbfalles, durch die die Belange des
Nachlaßgläubigers gesichert werden.
nachlassen <st. V.; hat) /vgl. nachgelassen/ [mhd. nächlasen
= verlassen, aufgeben, vernachlässigen]: 1. allmählich an
Stärke. Intensität verlieren: weniger, schwächer werden: der
Regen, der Sturm, die Hitze hat nachgelassen; der Schmerz,
das Fieber hat [an Heftigkeit] nachgelassen; die Spannung,
der Druck läßt nach; die Spannkraft läßt in höherem
Alter nach; sein Gehör, sein Gedächtnis läßt immer mehr
n.; die Sehkraft läßt nach; meine Augen haben stark
nachgelassen (ich sehe schlechter); die Leistungen der Schüler
lassen nach; die Schüler lassen [in den Leistungen] gegen
Ende des Schuljahrs nach (ihre Leistungen werden
schlechter); die Wirkung des Medikaments müßte jetzt n.; sein
Eifer ließ bald nach; das Interesse der Käufer ließ im
Frühjahr deutlich nach: das Geschäft hat spürbar
nachgelassen (geht schlechter, ist nicht mehr so gut wie früher);
nicht n.! (aufmunternder Zuruf). 2. (Xaufmannsspr.)
weniger berechnen: er hat [uns] keinen Pfennig nachgelassen:
die Ware ist beschädigt, da muß ich mindestens die Hälfte
des Preises, die Hälfte vom Preis n. 3. (jmdm. eine Strafe,
eine finanzielle Verpflichtung o.a.) erlassen (2): man läßt
mir die Rückzahlung der Raten ein paar Monate nach:
Der Bursch. dem man ... anderthalb Jahre Haft
nachgelassen hatte (Express 5. 10. 68, 4). 4. (landsch.) aufhören,
eine Sache zu verfolgen: Und nun laß ich nicht eher nach,
bis Sie mir gesagt haben, was es da zu verraten gibt
(Fallada. Jeder 309). 5. etw., worauf Spannung od. Druck ausgeübt
wird, liKkern: weißes Seil langsam n. (Eidenschink. Fels
68). 6. (Jägerspr.) a) (den Hund) zum Hetzen da) von
der Leine lassen; b) (vom Hund) aufhören zu hetzen (1 a);
Nachlassenschaft,die; -.-en (veraltet): Erbschaft;
Hinterlassenschaft; Nachlasser, der; -s, - (selten): svw. t Erblasser;
nachlässig <Adj.) [spätmhd. nachlessig]: 1. a) ohne die nötige
Sorgfalt, unordentlich: eine -e Arbeit; -es Personal; der
Schüler ist. arbeitet sehr n.; b) nicht in der Art, wie es
erwartet wird, den Konventionen entspricht; ohne Rücksicht
auf Formen: -es Benehmen; seine Ausdrucksweise ist sehr
n.; n. gekleidet sein. 2. weder Interesse noch [innere]
Anteilnahme zeigend; gleichgültig; teihiahmslos: Sie streckte ihm
n.. ja sogar träge die Hand dar (R. Walser. Gehülfe 7);
..Oh.44 warf Herr Beifontaine n. ein (Langgässer, Siegel
31); nachlässigerweise <Adv.>: aus Nachlässigkeit;
Nachlässigkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.) nachlässiges Wesen. 2.
nachlässiges Verhalten.
Nachlauf, der; -[eis, Nachläufe: 1. (Chemie) (bei der
Destillation) das letzte verwendbare Destillat. 2. (Kfz.-T.) (bei
der Achse des Vorderrads) der Winkel, den der Achsschenkel
mit der Senkrechten zur Fahrbahn bildet; nachlaufen <st.
V.; ist): 1. jmdm., einer Sache IeiligI zu Fuß folgen: die
Kinder liefen dem Eiswagen nach; der Hund läuft seinem
Herrn nach; Ü er läuft einer Illusion, einer Idee nach;
diese Kleider laufen sich nach (ugs.; sind recht häufig zu
sehen). 2. (ugs.) svw. thinterherlaufen (3): wenn ihr nicht
mitmachen wollt, wir laufen euch nicht nach; einem
Auftrag, irgendwelchen Papieren n. müssen. 3. (als Anhänger)
nachfolgen (1): ein falscher Messias, dem das Volk
nachzulaufen begann (Thieß, Reich 194). 4. (von Meßgeräten
o.a.) zu wenig anzeigen, zu langsam gehen: der Tacho,
die Uhr läuft nach; Nachlaufen, das; -s (landsch.): svw.
tFangen: die Kinder spielen N.; Nachläufer, der; -s. -:
1. leichtgläubiger, unkritischer Anhänger (1). 2. (Billard)
Ball, der, ttachdem er einen anderen voll getroffen hat,
trotzdem noch weit er rollt.
nachlauschen <sw. V.; hat): (nachdem man etw. gehört hat)
lauschen [ob noch mehr zu hören ist]: einem Klang n.
nachleben <sw. V.; hat): gemäß einem Vorbild, einer
Vorschrift o.a. leben: seinem Lehrer n.; die Vorschriften ....
die aber nur einen Wert haben, wenn ihnen nachgelebt
wird (Bund 14. 10. 68. 4); Die Alten ... klauen Bierseidel
und Ascher und die Kinder leben das nach (Spiegel 25.
1977. 97); Nachleben, das; -s: Leben eines Verstorbenen
in der Erinnerung der Hinterbliebenen.
nachlegen <sw. V.; hat): noch einmal, wiederholt auflegen
(1 a): Holz, Kohlen n.; jmdm. ein Stück Kuchen n.; (auch
ohne Akk.-Obj.:> dem Feuer im Ofen n.
nachlernen <sw. V.; hat): später lernen, um etw. nachzuholen:
Latein .... was man auch unmöglich in einem dreiviertel
Jahr n. konnte (Kempowski. Immer 183).
Nachlese, die; -, -n: 1. zweite, kurz auf die erste folgende
Lese(\). 2. (geh.) Nachtrag zu einer Auswahl aus
dichterischen Werken: Ü das Fernsehen bringt zu Silvester eine
N. aus den Unterhaltungssendungen des Jahres; 'nachlesen
<st. V.; hat): (eine bestimmte Stelle) [noch einmal/ lesen
od. etw., was man gehört hat, durch 'Lesen (1 a) überprüfen:
ich muß das erst noch einmal n.; den Wortlaut der Rede
n.; in den Statistiken ist nachzulesen, daß ...; 2nachlesen
<st. V.; hat): a) (nach der Lese 1 kurz darauf noch einmal
2lesen (a): sie hat [auf dem Feldl nachgelesen; b) noch
eimnal Hesen (b), verlesen [u. dabei noch mehr Schlechtes
aussondern]: Erbsen, Rosinen n.
nachliefern <sw. V.; hat): a) zu einem späteren Zeitpunkt
/als dem abgesprochenen Termin] liefern: der Rest der
Ware wird nachgeliefert; Da hatte ich mal eine
Hausaufgabe nicht gemacht, am nächsten Tag sollte ich die
n. (Kempowski. Immer 153); b) zu einer vorausgegangenen
Lieferung als Ergänzung liefern: die folgenden Bände des
Lexikons werden regelmäßig nachgeliefert: ein Toaströster,
der ... ständig frischen Toast nachliefert (Hörn. Gäste
102); <Abl.:> Nachlieferung, die: -. -en.
nachlösen <sw. V.; hat): eine Fahrkarte nach Antritt der
Fahrt lösen: im Zug [einen Zuschlag] n.
nachmachen <sw. V.; hat) (ugs.): I.a) genau das machen,
was ein anderer tut: Jmdm. etw. n.; das Kind macht den
Geschwistern alles nach; das soll [mir] erst mal einer n.
(genauso gut machen); b) nachahmen; kopieren; imitieren:
die Kinder machten den Lehrer nach: Tierstimmen n.;
c) nach einer Vorlage ganz genauso herstellen: Stilmöbel
n.; die Unterschrift war sehr schlecht nachgemacht;
nachgemachtes (gefälschtes) Geld. 2. (Versäumtes) zu einem
späteren Zeitpunkt machen: die Hausaufgaben n.
1845
Nachmahd
Nachmahd, die; - (landsch ): svw. tGrummet.
nachmalen <sw. V.; hat): I, (eine Vorlage) durch Malen
wiedergeben, abmalen (1): etw. aus der Erinnerung n. 2.a)
durch nochmaliges Malen auffrischen, intensivieren: Farben.
Konturen n.; b) (ugs.) nochmals schminken: die Lippen n.
nachmalig <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (veraltend): später:
der Kronprinz, der -e Friedrich Wilhelm II. (Jacob. Kaffee
159); nachmals <Adv.) [mhd. (md.) nächmäl(e)s. t-mals]
(veraltet. 9elten): zu einem späteren Zeitpunkt: ein Eiland,
das n. Sankt Brandans Eiland genannt wurde (Hades.
Stücke 103).
nachmessen <st. V.; hat): messen, wn Messungen zu
überprüfen; <Abl.:> Nachmessung, die; -. -en: das Nachmessen.
Nachmieter, der; -s. -: jmd., der nach einem anderen Mieter,
wenn dieser ausgezogen ist, eine Wohnung o.a. mietet.
nachmittag <Adv.): am Nachmittag: um die Nachmittagszeit
(stets der Nennung einer Tagesbezeichnung nachgestellt):
gestern, heute, morgen n.; Montag n.; Nachmittag, der.
-s. -e [subst. aus älter: nach Mittag]: I. Zeit vom Mittag
(1). nach dem Mi nag (1) bis zum Beginn des Abends: es
war schon später N.; sie hat heute ihren freien N.; er
verbringt seine -e im Cafö; Es war hoher N. geworden
(Kuby. Sieg 51); Jeden N.; ich habe den ganzen N. gewartet;
des -s (geh.; nachmittags)', an einem [schönen] N.
(irgendwann nachmittags) traf sie ein; er kommt [früh, zeitig,
spät] am N.; während des -s war ich im Schwimmbad.
2. svw. t Nachmittagsveranstaltung: wir laden Sie zu
unserem bunten N. ein; das war ein gelungener N.; <Abl.:>
nachmittagig <Adj.; o. Steig.; nur attr.): den ganzen Nach-
mittag dauernd: die -e Ruhe; nachmittäglich <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.): in die Nachmittagszeit fallend, nachmittags
stattfindend, geschehend, sich abspieletid: sie trafen sich
zum -en Tanz im Cafe; in der atemlosen Enge des -en
Berufsverkehrs (Johnson. Mutmaßungen 17); nachmittags
<Adv.>: am Nachmittag, zur Nachmittagszeit: wäfirend des
Nachmittags: n. um vier; sie treffen sich immer Donnerstag
n./donnerstags n.
Nachmittags-: -kaflee, der: Kaffee, den man. meist mit
Kuchen ixl. Gebäck, am Nachmittag zu sich nimmt; -kleid.
das (Mode): [elegantes! Kleid für den / späten / Nachmittag;
^schlaf, der. -sdilafchen, das: vgl. Mittagsschlaf; -sonne,
die: nachmittägliche, in ihrer Kraft langsam abnehmende
Sonne; -stunde, die: eine bestimmte Stunde, Uhrzeit am
Nachmittag; -Unterricht, der: am Nachmittag stattfindender
Unterricht; -Veranstaltung, die: vgl. -Unterricht:
-Vorstellung, die: vgl. -Unterricht; -zeit, die: Zeitspanne vom
Mittag bis zu Beginn des Abends.
Nachnahme, die; -. -n: 1. Einziehen (8 a) eines
Rechnungsbetrags durch die Post bei Aushändigung der Ware: eine
Sendung, ein Paket als. mit. per. unter N. schicken. 2. svw.
tNachnahmesendung: eine N. einlösen; der Postbote hat
eine N. gebracht; <Zus.:> Nachnahmegebühr, die: Gebühr,
die für eine Nachnahme (1) erhoben wird;
Nachnahmesendung, die: Postsendung, die per Nachnalime zugestellt wird.
Nachname, der; -ns. -n: svw. t Familienname.
nachnehmen <st. V.; hat); 1. sich noch einmal nehmen: nimm
dir doch Fleisch. Gemüse. Tee nach! 2. (einen Betrag)
per Nachnahme (1) erheben: der Betrag ist nachzunehmen.
nachnutzen <sw. V.; hat) (DDR): für die Produktion
ausnutzen, verwerten: gewonnene und angewandte
Arbeitserfahrungen n. (Junge Welt 29. 6. 77. 4); <Abl.:> Nachnutzung,
die; -, -en.
nachplappern <sw. V.; hat) (oft abwertend): etw., was ein
anderer gesagt hat. genauso / u. auf kindliche Weisel
wiedergeben, ohne es inhaltlich erfaßt zu haben: die Kinder
plappern alles nach; U das plapperte ihm später jeder Historiker
nach (Grass. Hundejahre 184).
nachpolieren <sw. V,; hat): noch einmal, zusätzlich polieren.
Nachporto, das; -s. -s u. ...ti: svw. tNachgebühr.
ngchprSgen <sw. V.: hat): a) später, zusätzlich prägen:
Münzen n.; b) nach einer Vorlage neu prägen; <Abl.:) Ngchpra-
gung, die; -, -en: a) das Nachprägen: b) das Nachgeprägte.
nachprellen <sw. V.; ist) (Jägerspr.): (von einem
Vorstehhund) einem plötzlich auftauchenden Wild eine Strecke
folgen; vorprellen.
nachprüfbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): sich nachprüfen
lassend: diese Angaben sind nicht n.; <Abl.:> Nachprüfbar-
keit, die: -; nachprüfen <sw. V.; hat): I. zum Zweck der
Kontrolle / noch einmal/ prüfen; überprüfen: die Richtigkeit
der Angaben» die Angaben n.; Jmds. Alibi n.; ob die Sache
stimmt, läßt sich nicht mehr n.; das Gewicht n. 2. zu
einem späteren Zeitpunkt als vereinbart prüfen: da er zum
Prüfungstermin krank war, wurde er nachgeprüft; <Abl.:>
Nachprüfung, die; -. -en.
Ngchrangstrafle, die; -• -n (österr.): Straße, die kein
Vorfahrtsrecht hat.
Nachraum, der; -[eis (Forstw.): svw. t Ausschuß (3).
nachräumen <sw. V.; hat) (ugs.): aufräumen, was jmd.
liegengelassen hat: jeden Tag muß ich dir n.!
nachrechnen <sw. V.; hat): I. (zur Kontrolle) noch einmal
rechnen: die Rechenaufgabe n. 2. etw. zurückverfolgen u.
dabei die vergangene Zeit berechnen: er wußte nicht mehr,
wie viele Jahre vergangen waren, und mußte erst n.
Nachrede, die; -. -n [mhd. nachrede): unzutreffende, meist
abfällige Äußerungen üt)er jmdn., der nicht anwesend ist:
böse N.; schlechte -n über jmdn. verbreiten; üble N. (jur.:
Verbreitung einer beleidigetulen u. unzutreffenden
Behauptung, die einem anderen Menschen schadet): nachreden <sw.
V.; hat): I. das, was andere gesagt haben, kritiklos
übernehmen u. wiederholen: hast du schon gemerkt, daß er dir
alles, jeden Blödsinn nachredet? 2. (selten) Nachreden über
jmdn. verbreiten: die Leute redeten ihm übel nach. 3. svw.
t nachsagen (2): Man soll uns nicht n.. daß wir die Leute
dreckig nach Hause schicken (Apitz. Wölfe 267).
nachreichen <sw. V.; hat): nach dem vereinbarten Zeitpunkt
[ergänzend! einreichen: Unterlagen n.
Nachreife, die; -: das Reifen (von Obst o.a., das bei der
Ernte nwh nicht ganz reif war) während der Zeit der
Lagerung: nachreifen <sw. V.; ist): nach der Ernte reifen:
während des Transports reifen die Bananen nach.
nachreisen <sw. V.; ist): kurz nach jnuim. an den gleichen
Ort reisen; jmdm. (auf eitwr Reise) folgen: seine Frau
reiste ihm heimlich nach.
nachreiten <st. V.; ist): zu Pferd folgen.
nachrennen <unr. V.; ist) (ugs.): svw. tnachlaufen (1. 2).
Nachricht [na:xri(;t]. die; -. -en [älter: Nachrichtung =
Mitteilung, nach der man sich richtet): 1. Mitteilung, die
jmdm. in bezug auf jmdn. od. erw. für ihn persönlich J
Wichtiges die Kenntnis des neuesten Sachverhalts vermittelt:
eine falsche, aktuelle N.; die neueste N. lautet ...: lokale,
politische -en; -en aus aller Welt; -en vom Sport; eine
N. geht ein. ist überholt; eine gute, verspätete, [un lange
nehme N.; die N. von seinem Tode traf alle sehr; das sind
schlechte -en; eine N. [überlbringen; eine N. hinterlassen;
N. bekommen, erhalten; [keinel N. von jmdm. haben;
-en dementieren, bekanntgeben, weiterleiten; eine N. im
Rundfunk bringen, durch das Fernsehen verbreiten; auf
N. warten; ohne N. sein. 2. <PI.) svw.
tNachrichtensendung: die -en haben nichts über diese Ereignisse gebracht,
haben ausfuhrlich darüber berichtet; [diel -en einstellen,
hören, sehen; das wurde in den letzten -en gesagt, gebracht.
Nachrichten- (Nachricht 1): -agentur, die: Unternehmen,
das Nachrichten (bes. aus der Politik) zentral sammelt
u. an Presse. Funk u. Fernsehen weiterleitet; -büro, das:
svw. t-agentur; -dienst, der: I. staatlicher Geheimdienst
zur Beschaffung geheimer Informationen bes. im
militärischen, politischen, wirtschaftlichen Bereich. La) svw.
t -agentur; b) (veraltend) svw. t -sendung; -magazin, das:
Zeitschrift, die Nachrichten bringt u. kommentiert sowie
aktuelle Themen behandelt; -Politik, die: bewußte
Beeinflussung der Öffentlichkeit durch Verbreiten bz*'. Zurückhalten
bestimmter Nachrichten; -Satellit, der: svw. t
Kommunikationssatellit; -sendung, die: Sendung des Fernsehens od.
des Rundfunks, in der Nachrichten von wichtigen aktuellen,
bes. politischen Ereignissen übermittelt werden; -sperre,
die: Verbot. Rundfunk. Fernsehen, Presse u. Öffentlichkeit
zu informieren; -Sprecher, der: jmd., der in Funk od.
Fernsehen die Nachrichten spricht; -Sprecherin, die: w. Form
zu t -sprechen -System, das: System zur Übermittlung von
Nachrichten; -technik, die: Teilgebiet der Elektrotechnik,
das sich mit den Möglichkeiten zur Übermittlung u.
Verbreitung von Nachrichten durch die Technik (z. B. Telefon.
Rundfunk) befaßt: -tnippe, die (Milit. früher): svw. t Fern-
meidetruppe; -Übermittlung, die; -übertragungssystem,
das: svw. t-system; -Verbindung, die: Verbindung zur
Übermittlung von Nachrichten: eine N. herstellen: -wesen, das
<o. PI.): alles, was die Übermittlung u. Verbreitung von
Nachrichten betrifft einschließlich Organisation u.
Verwaltung.
Nachrichter, der, -s, -: I. (Milit. früher) Angehöriger einer
1846
nachsehen
Nachrichtentruppe. 2. (ugs.) jmd.. der Nachrichten einholt
u. übermittelt; nachrichtlich <Adj.; o. Steig.; meist nur attr.):
Nachrichten (1) betreffend: -e Sendungen des Hörfunks.
nachrücken <sw. V.; ist): l.a) svw. taut rucken (1): würden
Sie bitte n.; b) (von militärischen Einheiten o. ä.:) sie
rückten der kämpfenden Truppe nach. 2. jmds. Posten, Amt
einnehmen: auf den Posten des Direktors n.
Nachruf, der; -[e]s, -e: einem kürzlich Verstorbenen
gewidmete i mit einem Rückblick auf sein Leben verbundene] Worte
der Würdigung: einen N. auf jmdn. schreiben, in der
Zeitung bringen; nachrufen <st. V.; hat): jmdm.. der sich bereits
entfernt hat. etw. hinterherrufen: ..ldiot!ik rief er ihm nach:
Meine Mutter rief ihm ein paar freundliche Abschiedsworte
nach (Bergengruen. Rittmeisterin 374).
Nachruhm, der; -[eis: Ruhm, den jmd. nach dem Tod. den
jmds. Werk beider Nachwelt genießt: der N. eines Dichters,
seiner Werke; nachrühmen <sw. V.; hat): etw. Positives.
Ehrendes, Rühmetides über jmdn., etw. sagen: etw. rühmend
bei jmdm. .etw. hervorheben: man rühmte ihm Wundertaten
... ja sogar Totenerweckungen nach (Thieß, Reich 188),
nachrüsten <sw. V.; hat) (Technik): nachträglich mit einem
passenilen zusätzlichen Gerät versehen, um eine bessere Lei-
stung zu erzielen: eine Stereoanlage für quadrophonische
Wiedergabe n.; <Zus.:> Nachriistgerit, das (Technik);
Nachrüstsatz, der (Technik); Nachrüstung, die; -. -en
(Technik).
nachsagen <sw. V.; hat): 1. (etw.. was ein anderer sagt)
wiederholen: nachsprechen: einen Satz n,; das Kind sagt
alles nach, was es hört. 2. von jmtbn. in dessen Abwesenheit
sagen, behaupten, über ihn verbreiten: man sagt ihm
Hochmut. Geiz, schlimme Dinge, große Fähigkeiten nach:
jmdm. Übles n., nichts Böses n. können; man kann ihm
nichts n. (tnan hat keine Handhabe, ihn zu verdächtigen):
du darfst dir das nicht n. lassen (nicht zulassen, daß man
in dieser abfälligen Weise von dir spricht).
Nachsaison, die; -. -s, südd., österr. auch: -en [-zezo:ndn]:
letzter Zeitabschnitt einer Saison, der auf die Hauptsaison
folgt u. der durch geringeren Betrieb u. Andrang in den
Erholungsorten gekennzeichnet ist.
nachsalzen <sw. V.; hat): nach der eigentlichen Zubereitung
zusätzlich salzen: die Suppe. Soße n.
Nachsatz, der; -es. Nachsätze: 1. nachgetragene, einer
/schriftlichen] Äußerung angehängte Bemerkung.
Ergänzung: in einem N. erwähnte er es ganz beiläufig. 2,
(Sprachw.) nachgestellter Satz: am Ende eines Satzgefüges,
einer Satzverbindung stehetider Satz.
nachschaffen <st. V.; hat): vgl. nacharbeiten (3).
Nachschau in der Verbindung N. halten (geh.; nachsehen
2): ich will N. halten, ob er kommt; nachschauen <sw.
V.; hat) (bes. südd.. österr.. Schweiz.): svw. tnachsehen
(1-3).
nachschenken <sw. V.; hat) (geh.): noch einmal I in das noch
nicht ganz geleerte Trinkgefäß] einschenken: darf ich dir
noch ein wenig Wein n.?; <auch ohne Akk.-Obj.:> Er
schenkte langsamer nach und trank (Gaiser. Jagd 159).
nachschicken <sw. V.; hat): jmdm. etw. /Zurückgelassenes/
nachträglich schicken: sich die Post an den Urlaubsort
n. lassen; Ü Pippig schickte ihm einen unterdrückten Fluch
nach {fluchte hinter ihm her: Apitz. Wölfe 126).
nachschieben <st. V.; hat) (Jargon): (in einem Interview
0. ä.) einer Mitteilung. Frage o. ä. noch eine weitere
anschließen: einen Antrag n.; Einige Reporter ... wußten genug.
Andere schoben Fragen nach (Spiegel 43,1975. 96).
Nachschlag, der; -[eis. Nachschläge: 1. (Musik) a)
musikalische Verzierung aus einer od. zwei Noten, die an eine
vorausgehende gebunden werden: b) verzierender Abschluß eines
Trillers. 2. (bes. Soldatenspr.) zusätzliche Portion bei einer
Essenausgabe: einen N. verlangen, bekommen; N.
empfangen!; nachschlagen <st. V.) [2: mhd. (md.) nächslahen]:
1. <hat> a) um erw. Bestimmtes zu erfahren, ein Buch an
der entsprechenden Stelle aufschlagen u. sich dort
informieren: in einem Lexikon, in einem Wörterbuch n.; er hat
überall nachgeschlagen, aber nichts über das Thema
gefunden; <ugs. vereinzelt auch mit Akk.-Obj.:) ein Lexikon
n.; er mußte mehrere Bücher n., bis er das Zitat fand;
b) in einem Buch aufsuchen u. lesen: eine Textstelle, ein
Zitat n.; du mußt alle Vokabeln [im Wörterbuch! n. 2.
(geh.) nach jmdm. geraten: jtndm. in der Art. im Wesen
ähnlich werden <ist>: er schlägt dem Vater, der Großmutter
nach; <Zus. zu 1:) Nachschlagewerk, das: -[eis. -e: Buch.
das in übersichtlicher, meist alphabetischer Anordnung der
schnellen Orientierung dient.
nachschleichen <st. V.; ist): heimlich schleichend folgen: hinter
jmdm., einer Sache herschleichen.
'nachschleifen <st. V.; hat): noch einmal, nachträglich noch
feiner schleifen: ein Messer, die Axt n.
2nachschleifen <sw. V.; hat): hinter sich, hinter jmdm.
schleifend, schleppend nachziehen: sein krankes Bein nur mühsam
n. können.
nachschleppen <sw. V.; hat): vgl. Nachschleifen.
Nachschlüssel, der; -s. -: Schlüssel, der einem anderen [ohne
Erlaubnis, he in dich! nachgearbeitet worden ist: der Dieb
drang mit einem N. in die Wohnung ein.
nachschmecken <sw. V.; hat): 1. einen Nachgeschmack haben:
das Gewürz schmeckt merkwürdig, sireng nach. 2.
(scherzh.) noch einmal genießen* genußvoll nacherleben: sie
schmeckte ihren Triumph richtig nach.
nachschmeißen <st. V.; hat) (ugs.): svw. tnachwerfen (1.2).
nachschminken <sw. V.; hat): nachträglich schminken.
nachschneiden <unr. V.; hat): durch nochmaliges, zusätzliches
Schneiden in die gewünschte, in eine bessere Form bringen:
die Haare n.
nachschnüffeln <sw. V.; hat) (ugs.): vgl. nachspionieren.
nachschreiben <st. V.; hat): nach einem Muster, einer
Vorlage, nach Gehör [in StichwortenI aufschreiben: eine
Vorlesung, einen Vortrag n.
nachschreien <st. V.; hat): vgl. nachrufen.
Nachschrift, die; -. -en [2: LÜ von t Postskriptum]: I. etw.
Nachgeschriebenes, schriftlich i in Stichworten J Wieder
gegebenes: die N. der Vorlesung konnte er kaum entziffern.
2. vgl. Nachsatz (I): der Brief hatte noch eine N.; Abk.:
NS
Nachschub, der; -[eis. Nachschübe <PI. ungebr.) [spätmhd.
nächschup] (Milit.): a) das Versorgen von Truppen, bes.
an der Front, mit neuem Material: der N. an Munition,
an Proviant; den N. organisieren; U bei der Party war
er für den N. an alkoholischen Getränken verantwortlich:
b) neues Material, mit dem Truppen, bes. an der Front,
versorgt werden: N. anfordern, bekommen, erhalten, aus
der Luft abwerfen; Ü es gibt die Einrichtung telegrafischer
Geldanweisungen. Du wirst immer N. erhalten (Fallada,
Herr 239).
Nachschub- (Milit.): Einheit, die: vgl. -truppe; -kolonne,
die: vgl. Mruppe; -tmppe.die Truppe, die für die
Bereitstellung, den Transport o.a. des Nachschubs verantwortlich
ist: ^weg. der: Weg für den Transport des Nachschubs.
Nachschur,die; -. -en (Landw.): zweite, im Herbst
vorgenommene Schur der Schafe.
Nachschuß, der; Nachschusses. Nachschüsse: 1. (Wirtsch.)
über die eigentliche (als Beteiligung an einem Unternehmen
eingebrachte) Einlage (8 b) hinaus zu leistende, zusätzliche
Einzahlung. 2. (Ballspiele) erneuter Schuß auf das Tor mit
einem abgewehrten od. vom Tor abgeprallten Ball: <Zus.
zu 1:) Nachschußpflicht, die (Wirtsch.): Verpflichtung eines
Gesellschafters (2), Nachschuß zu leisten: <Zus. zu 2:> Nach-
schußtor, das (Ballspiele): durch einen Nachschuß erzieltes
Tor.
nachschütten <sw. V.; hat): etw. wieder in. auf etw. schütten.
nachschwatzen, (landsch.:) nachschwätzen <sw. V.; hat)
(abwertend): (etw., was ein anderer gesagt hat) gedankenlos
wiederholen: du schwätzt alles nach, was er sagt.
nachschwingen <st. V.; hat): I. nachträglich noch kurze Zeit
in Schwingung, in schwingender Bewegung sein: die Saite
schwang noch etwas nach. 2. (geh.) nachträglich noch zum
Ausdruck kommen, als Empfindung. Gefühl o. ä. vorhanden
sein, eine Nachwirkung hinterlassen: der Schmerz, das
Glücksgefühl schwang in ihr noch nach.
nachsehen <st. V.; hat) [1: mhd. nächsehen]: 1. mit den
Blicken folgen; zusehen, wie sich jmd.. etw, entfernt;
hinterherblicken, -sehen: jmdm. sinnend, traurig, betrübt n.; den
abreisenden Gästen, dem Zug. den Schiffen n. 2.a) sich
mit prüfenden Blicken über einen bestimmten Sachverhalt
itxformieren; kontrollierend nach etw. sehen: sieh mal nach,
ob die Kinder schlafen, wer an der Tür ist; ich muß erst
n.. wo die Sachen sind; er hat überall nachgesehen, aber
nichts gefunden; b) nachschlagen (I a): Sieh mal in deinen
Schulbüchern nach (Remarque. Westen 146): Onkel
Günther sieht im Fahrplan nach, wann sein Zug geht (Imog.
Wurliblume 268); c) in einem Buch aufsuchen u. lesen;
nachschlagen (I b): ein Wort, die Vokabeln [im Wörter-
1847
Nachsehen
buch] n. 3. kontrollierend, überprüfend auf Fehler. Mängel
hin durchsehen: sie sieht [ihm] immer die Schularbeiten
nach; Ich ... ließ das öl wechseln und den ganzen Wagen
n. und abschmieren (Simmel. Affäre 216). 4. mit jmdm.
in bezug auj'etw. sonst Beanstandens-. Tadelnswertes
nachsichtig sein, es ungerügt hingehen lassen, nicht übelnehmen:
jmdm. manches, alles, zuviel n.; sie sieht den Kindern
alle Unarten nach; <subst.:> Nachsehen, das in den
Wendungen das N. haben (nichts mehr, nur noch das Schlechtere
iiib/bekommen). sie waren bei der Verteilung der
Geschenke zu spät gekommen und hatten das N.; jmdm. bleibt
dasN. (jmd. bekommt nichts mehr, nur noch das Schlechtere
lab]).
nachsenden <unr. V.; sandte/ (seltener:) sendete nach, hat
nachgesandt/(seltener.) nachgesendet) (bes. Postw.): svw.
tnachschicken; <Abl.:> Ngdisendung, die; -. -en (Postw.):
Zustellung einer Postsendung nach Änderung des
Wohnsitzes, des Aufenthaltsortes des Empfängers.
nachsetzen <sw. V.; hat): sehr schnell folgen: jtndn. in grolSem
Tempo verfolgen: Als der 20jährige flüchten wollte, setzten
ihm die beiden Leute nach (MM 29. 12. 66. 4).
Nachsicht, die; -: großzügig-verständnisvolle Haltung
gegenüber jmdm.. einer Sache: gütige Duldung, verzeihendes
Verständnis: Die gütige N. des Fürsten allein hätte mich vor
schwerer Strafe gerettet (Roth. Beichte 61); mit jmdm.
N. haben; N. üben (nachsichtig sein): keine N. kennen
(hart, unnachsichtig sein): jmdn. mit N. behandeln; etw.
mit N. beurteilen; er bat um N. für seine schlechte
Aussprache; <Abl.:) nachsichtig <Adj.): Nachsicht zeigend: voller
Nachsicht: sie haben -e Eltern; eine -e Beurteilung; er
war immer n., zu n. gegen ihn; n. lächeln; jmdn. n.
behandeln; etw. n. beurteilen; Kleine Frau, dachte er n. (Baum.
Paris 81); <Abl.:> Nachsichtigkeit, die; - (seltener); <Zus.:>
nachsichtsvoll <Adj.) (seltener): nachsichtig, voller
Nachsicht.
Nachsjchtwechsel, der; -s, - (Bankw): Sichtwechsel, der eine
bestimmte Zeit nach der Vorlage fällig wird.
Nachsilbe, die; -. -n (Sprachw.): svw. tSuffix.
nachsingen <st. V.; hat): (etw.. was ein anderer vorsingt
od. vorspielt) singend wiederholen: eine Melodie n.
nachsinnen (st. V.; hat) (geh.): a) sinnend nachdenken.
Betrachtungen anstellen: über ein Problem, eine Frage n.;
Wenn sie verzweifelt darüber nachsann, wie sie zu mir
zurückfände (Härtung. Piroschka 64); b) sich
/nachträglich! in Gedanken mit etw. beschäftigen, in Gedanken einer
Sache nachhängen: Ich ... begann, den Ereignissen des
Tages nachzusinnen (Kessel [Obers.]. Patricia 107).
nachsitzen <unr. V.; hat): zur Strafe außerhalb des
Unterrichts noch in der Schule bleiben (meist in Verbindung
mit „müssen"): er war frech gewesen und mußte n.; Zwei
Stunden n. und das Diktat immer wieder abschreiben.
Ich fand den Fehler nicht! (Kempowski. Immer 39).
Nachsommer, der; -s. -: Tage im späten Sommer od. im
frühen Herbst, an denen bei freundlichem, sonnigem Wetter
noch einmal eine mild-sommerliche Atmosphäre entsteht.
Nachsorge, die; - (Med.): Betreuung eines Patienten durch
einen Arzt nach einer Krankheit, einer Operation: Neben
der Krebsvorsorge und der Behandlung sollte gleichwertig
die N. stehen (Hörzu 41. 1974. 66).
nachspähen <sw. V.; hat): spähend nachsehen (1).
Nachspann, der; -[eis. -e (Film. Ferns.): einem Film, einer
Fernsehsendung folgende Angaben über die Mitwirkenden,
den Autor o.a. (Ggs.: Vorspann).
Nachspeise, die; -. -n: meist aus einer süßen Speise, aus
Obst. Käse o. ä. bestehender, der Hauptmahlzeit folgender
letzter Gang: die N. servieren.
Nachspiel, das; -[e]s. -e: 1. einem Theaterwerk. Musikstück
nachgestelltes kleineres, abschließendes Stück (Ggs.:
Vorspiel): das N. eines Dramas; Habedank macht immer
sonderbare -e. hinter jeder Strophe (Bobrowski. Mühle 156).
2. (beim Geschlechtsverkehr) dem eigentlichen Geschlechts*
akt folgender, ihn abschließender Austausch von
Zärtlichkeiten (Ggs.: Vorspiel). 3. aus einem bestimmten Geschehen.
Vorgang, einer Angelegenheit erwachsende unangenehme
Folgen: ein gerichtliches, politisches N.; Die Neujahrsfeier
hatte übrigens Tür einige von uns ein ernstes N. (Leonhard.
Revolution 1%); die Sache wird noch ein N. haben (ist
mxh nicht erledigt, nicht ausgestanden): es wird noch ein
N. geben; nachspielen <sw. V.; hat): l.a) (etw.. was jmd.
vorgespielt hat) m>ch einmal spielen: eine Szene n.; er
versuchte die Melodie nachzuspielen; b) mit darstellerischen
Mitteln nacha/imen. nachmachen: Der Film spielt
kleinbürgerliche Rituale und Normen nach (Praunheim, Sex 217);
sie gab auch selbst Vorgänge zum besten ... spielte die
Verdutztheit des zitierten Gastes nach (Johnson. Ansichten
147). 2. (ein von eitlem Theater uraufgeführtes Theaterwerk)
in einem anderen Theater auch spielen, auf eine andere
Bühne übernehmen: die in Berlin uraufgefuhrte Oper wurde
von mehreren Bühnen nachgespielt. 3. (Kartenspiel) (eine
bestimmte Karte) nach einem vorher an sich gebrachten
Stich ausspielen: Sie wies Herzdame und Herzkönig vor.
spielte Kreuzas nach (Bieler. Bonifaz 216). 4. (Ballspiele,
bes. Fußball) (durch Unterbrechungen verlorene Zeit) nach
Ablauf der regulären Spielzeit durch zeitlich entsprechende
Verlängerung nachholen: Schiedsrichter Ling würde die
verlorenen Minuten wohl n. lassen (Walter, Spiele 134).
nachspionieren <sw. V.; hat): jmdm. spionierend folgen: jmdn.
heimlich kontrollieren.
nachsprechen <st. V.; hat): vgl. nachsagen (1): einen Eid.
ein Gebet, jmds. Worte n.
nachsprengen <sw. V.; ist) (geh.): in scharfem Ritt verfolgen:
einige Reiter sprengten dem Flüchtling nach.
nachspringen <st. V.; ist): 1. schnell, in großen Sätzen
nachlaufen, hinterherlaufen: der Hund sprang ihr überallhin
nach. 2. mit einem Sprung folgen: er sprang dem Kind
ins Wasser nach.
nachspülen <sw. V.; hat): 1. nachträglich noch einmal
abspülen (b). ausspülen (1 b): die Teller sind noch fettig, du
mußt sie n. 2. durch Nachschütten, -gießen einer Flüssigkeit
spülen: wenn das Mittel durch den Abguß abgelaufen ist,
muß man kräftig [mit Wasserl n. 3. (ugs.) etw. gerade
Genossenem. Hinuntergeschlucktem schnell ein Getränk
folgen lassen: nachträglich noch schnell etw. trinken: er trank
einen Schnaps und spülte ein Bier nach; <ohne Akk.-Obj.)
Er spülte mit Cognac nach (Dorpat. Ellenbogenspiele 42).
nachspüren <sw. V.; hat) (geh.): 1. vorsichtig u. aufmerksam
erkundend folgen, forschend nachgehen: einer Fährte n.;
einer Gangsterbande n.; vierzig Jahre hast du mir wacker
nachgespürt (Dürrenmatt. Richter 82). 2. auj die Spur
zu kommen, etw. forschend zu erkunden, zu entdecken, zu
ergründen suchen: einem Geheimnis, einer Frage, einem
Verbrechen n.; indem er ... überall der Weisheit in der
Naturordnung nachspürte (Friedell, Aufklärung 37).
nächst [ne:<pt] <Präp. mit Dativ) [mhd, (md.) nehest] (geh.):
1. (selten) (räumlich) unmittelbar an. bei: man versammle
sich auf der Landungsbrücke des Dampfers und n. dem
Bahnhof (Werfel. Himmel 169); als er n. dem
„Schweitzerhaus" von dem Schankburschen eingeholt wurde (Kronen-
Zeitung 7. 10. 69. 7). 2. (dem Rang, der Ordnung, dem
Wert nach) unmittelbar nach: neben: Die beiden wichtigsten
Posten, die in der Bundesregierung n. dem Bundeskanzler
zu vergeben sind (Augstein. Spiegelungen 61); daß dieses
Buch ... n. der Bibel zu den verbreitetsten Schriften gehört
(Nigg. Wiederkehr 71).
fliehst... [-] <Adj.) [mhd. naeh(e)st, ahd. nahist]: 1. Sup.
zu tnahe. 2. <nur attr.) a) räumlich als erstes kommend,
in der räumlichen Reihenfolge unmittelbar folgend: die
nächste Straße links einbiegen; wir müssen an der nächsten
Tankstelle tanken; lies bitte die nächste Strophe vor; im
nächsten Kapitel folgt die Lösung; er ging ins nächste
Geschäft (in das erste, auf das er stieß, das er fand).
um sich etwas zum Essen zu kaufen; *der, die, das nächste
beste (terst... a); b) zeitlich zuerst, als erstes folgend, im
zeitlichen Ablauf zuerst kommend: unmittelbar
bevorstehend, folgend: nächste Woche; nächstes Jahr; nächsten
Montag/am nächsten Montag; bei nächster/bei der
nächsten Gelegenheit; das nächste Mal/nächstes Mal; nimm
doch den nächsten Zug; (alleinstehend:)der nächste, bitte!;
das nächste, was sie sich kaufen wollen, ist ein Schrank;
wer kommt als nächster [an die Reihe]?; als nächstes
kommen jetzt die Landesmeisterschaften; * fürs nächste (t erst...
a); mit nächstem (veraltet; sehr bald, bei der nächsten
Gelegenheit): er bat sie. die Sache mit nächstem zu erledigen.
nidist-. Nächst-: -besser <Adj.; o. Steig.; nur attr.): dem
besseren, höheren Rang nach, der besseren Qualität.
Kategorie o. ä. nach unmittelbar folgend: das -e Hotel war ihm
zu teuer; das Pferd mit der -en Plazierung; -beste <Adj.)
in der Verbindung der, die, das n. (der. die. das zunächst,
zuerst sich anbietende .... erste beste ...): er wollte bei
der -n Gelegenheit ausreißen; er ging ins n. Hotel; sie
1848
nacht-, Nacht-
hat den -n Mann geheiratet; -folgend <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): unmittelbar folgend, sich anschließend: in der
-n Zeit; wie lautet das -e Wort?; -gelegen <Adj.; o. Steig.;
nur attr.): räumlich am nächsten gelegen, am wenigsten
weit entfernt: der -e Ort; -höher <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
der Höhe nach, einem höheren Rang nach unmittelbar
folgend: die -e Klasse; -jahrig <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
im nächsten Jahr stattfindend, liegend: die -e Jubiläumsfeier;
-liegend <Adj.; o. Steig.: nur attr.): sich beim Überlegen
zunächst einstellend, sich zuallererst anbietend: die -e Frage;
<subst.:> -liegende, das; -n: mein alter Grundsatz, immer
das N. möglichst gut zu machen (Kaschnitz. Wohin 223);
auf das N. bist du natürlich nicht gekommen; -möglich
<Adj.; o. Steig.; nur attr.): sich als nächste Möglichkeit
bietend, als allererste Möglichkeit ergebend: zum -en
Termin kündigen.
Nächste [ne.-^stol.der; -n. -n [mhd. nxh(e)ste. ahd. nahisto
= Nachbar. Subst. zu t nächst...] (geh.): Mitmensch: seinem
-n helfen; weil es eine Religion gab. die die Liebe zum
-n predigte (Remarque. Triomphe 302): R jeder ist sich
selbst der N. (jeder denkt zuerst an sich selbst).
nachstehen <unr. V.; hat) [mhd. nächstän]: 1. (veraltend)
gegenüber einem andern benachteiligt sein: hinter jmdm.
zurückstehen: sie stand ihrer hübschen Schwester immer
nach. 2. einem andern in bestimmter Hinsicht unterlegen
sein, nicht gleichkommen: jmdm. an Klugheit nicht n.;
der Weg durch die Ostwand steht der Besteigung durch
die Nordwand kaum nach: er steht ihm in nichts nach
(ist ihm in jeder Hinsicht ebenbürtig): <1. Part.:)
nachstehend: an späterer Stelle im Text, weiter unten stehend:
folgend: die -en Bemerkungen. Erläuterungen; n. finden
Sie einige Anmerkungen; :es (folgendes) ist zu beachten;
im -en (weiter unten) eine Übersicht; <subst.:) das
Nachstehende (weiter unten Geschriebene) muß geprüft werden.
nachsteigen <st. V.; ist) (ugs.. oft scherzh.): jmdm. (bes.
einem Mädchen) hartnäckig folgen u. um itin werben: er
steigt der Laborantin schon seit Wochen nach.
nachstellen <sw. V.; hat) [spätmhd. nächstellen, urspr. Jä-
gerspr.]: 1. einer Vorlage, einem Vorbild entsprechend
aufstellen, darstellen: eine Szene n. 2. (Sprachw.) (ein Wort,
ein Satzglied) im Satz weiter nach hinten, hinter ein anderes
Wort. Satzglied stellen: eine Präposition dem Substantiv
n.; n.; (meist im 2. Part.:) ein nachgestelltes Attribut.
Satzglied. 3. (bei e'mer Uhr) die Zeiger zurückdrehen (Ggs.:
vorstellen): du mußt die Uhr. den Wecker [eine Stunde]
n. 4. nachträglich, nach einer gewissen Zeit neu einstellen,
noch einmal genauer einstellen: die Bremse, die Kupplung
n. 5.a) (fseh.)jmdn.. ein Tier hartnäckig, mit List verfolgen,
zu fangen, in seine Gewalt zu bekommen suchen: dem Wild
n.; die Katze stellt den Vögeln nach; In Ägypten stellte
ihm die russische Geheimpolizei nach (Grzimek. Serengeti
56); b) (ugs.) svw. t nachsteigen: er stellt den Mädchen
nach; <Abl. zu 2.5:> Nachstellung, die: -. -en: 1. (Sprachw.)
das Nachstellen (2): bei N. dieser Präposition steht das
von ihr abhängende Substantiv im Genitiv. 2.a) das
Nachstellen (5 a). Verfolgung: sich jmds. -en entziehen; b) (ugs.)
das Nachsteigen: sie erzählte mir von den -en des Apollo,
deren sie sich ... standhaft erwehrt hätte (Hagelstange.
Spielball 142).
nächstemal (Zusschr. als Adv.) in den Fügungen: das n.;
beim, zum nächstenmal.
Nächstenliebe, die; -: innere Einstellung, aus der heraus jmd.
bereit ist, seinen Mitmenschen zu helfen, für sie Opfer zu
bringen: er hat es aus [reiner, christlicher] N. getan.
nächstens ['ne:<;stns] <Adv.>: 1. bald, in nächster Zeit einmal:
in Kürze: demnächst: wir wollen euch n. besuchen. 2. (ugs.)
wenn das so weitergeht, am Ende, schließlich: er läßt sich
von ihr hinten und vorne bedienen, n. bindet sie ihm
noch die Schuhe; Nächstens wird er noch die Löwen
dressieren (Grzimek. Serengeti 307).
nachsterben <st. V.; ist) (geh.): kurze Zeit nach einem
Menschen, zu dem eine enge Bindung bestand, sterben: der Vater
starb der Mutter nach (Doderer. Wasserfälle 27).
Nachsteuer, die; -. -n (Steuerw.): nachträglich von einer
Kapitalgesellschaft erhobene Körperschaftssteuer auf
ausgeschüttete Gewinne, die zuvor als steuerfreier Gewinn (von einer
anderen beteiligten Kapitalgesellschaft) zugeflossen sind.
nachstoßen <st. V.): 1. anderen folgend in gleicher Richtung,
in dasselbe Gebiet vordringen <ist>: wir werden uns, wenn
der Gegner nachstößt.... kämpfend absetzen (Kirst. 08/15.
583). 2. (ugs.) (bei einer Diskussion, einem Interview o.a.)
in eindringlicher Weise eine weitere Frage stellen, ein
weiteres Argument vorbringen <hat>: Jetzt mußt du n. Jetzt
mußt du ihr sagen, daß ... (Jaeger. Freudenhaus 64).
nachstreben <sw. V.; hat) (geh.): vgl. nacheifern: ein Vorbild
... dem er mit dem Radikalismus der Jugend nachstrebte
(Thieß. Reich 188).
nachstürmen <sw. V.; ist): vgl. nachstürzen (2).
nachstürzen <sw. V.; ist): 1. nachträglich noch
herunterstürzen, herunterbrechen: Steine. Erdmassen stürzten nach. 2.
(ugs.) jmdm. in großer Eile. Hast nachlaufen: er stürzte
ihnen nach, um sie zurückzuhalten.
nachsuchen <sw. V.; hat): 1. intensiv suchen, nachsehen:
ich habe überall nachgesucht, aber das entsprechende Buch
nicht gefunden. 2. (geh.) (um etw.) förmlich bitten: etw.
in aller Form, offiziell beantragen: um Bedenkzeit n.; Moell
hatte um Heiratsgenehmigung nachgesucht (Gaiser. Jagd
16).
nacht [naxt] <Adv.): in der Nacht (stets der Nennung einer
Tagesbezeichnung nachgestellt): heute, gestern n.; wir flie-'
gen Dienstag n. ab; (österr. ugs. einer Zeitangabe
nachgestellt:) 12 Uhr n.; Nacht [-]. die; -. Nächte ['ne^to; mhd..
ahd. naht): Zeitraum zwischen Sonnenuntergang u.
Sonnenaufgang, zwischen Einbruch der Dunkelheit u. Beginn der
Morgendämmerung (Ggs.: Tag 1): eine dunkle, finstere,
mondhelle, klare, kalte, laue, schwüle N.; Es war eine
prachtvolle, fast sternklare N. (Menzel. Herren 65);
draußen war schwarze N. (war es sehr dunkel, finster): eine
unruhige, durchwachte, durchzechte, durchtanzte N.; diese
erste N. in Amerika war keine gute N. (Schnabel. Marmor
13); die vorige, vergangene, kommende N.; eine N. im
Juli: die Nächte sind jetzt schon kühl: es wird schon N.
(die Abenddämmerung ist angebrochen); die N. kommt,
bricht an. sinkt hernieder, zieht herauf: eine N. im Freien
verbringen; eine N. durchfeiern (wä/irendder ganzen Nacht
feiern): der Patient hatte eine schlechte N.; etw. bereitet
jmdm. eine schlaflose N. (regt jtndn. so sehr auf, ärgert
ihn so sehr, daß er die ganze Nacht nicht schlafen kann);
eine, diese, jede, manche, die halbe N.. viele Nächte blieb
er weg; zwei Nächte lang; sie kamen die ganze N. nicht
zur Ruhe; die nächste, folgende N. (seltener; in der, während
der nächsten, folgenden Nacht) wollte er wach bleiben;
im Schutz, bei Einbruch der N.; des -s (geh.; nachts, in
der Nacht, während der Nacht): eines -s (geh.; in, während
einer nicht näher bestimmten Nacht): bis spät in die N./bis
in die späte N. [hinein] arbeiten; durch die N. (durch
die Dutikelheit der Nacht) fahren; ein Quartier für eine
N.; N. für N. (jede Nacht); in der letzten, vergangenen
N.; in der N. von Sonntag auf Montag; in der N. auf/zum
Montag; er kam spät, mitten in der N.; sie führen in
die N. (in die Dunkelheit der Nacht) hinaus; bei jmdm.
über N. bleiben; er kommt nicht vor der N. (vor Anbruch
der Dunkelheit) zurück; während der N.; zur N. (geh.;
nachts, zur Nachtzeit): Ü (dichter.:) die N. des Todes,
des Wahnsinns; * Heilige N. (Nacht zum ersten
Weihnachtstag); italienische N. (Lampionfest; nach italienischer, bes.
venezianischer Sitte); die Zwölf Nächte (die Nächte
zwischen Weihnachtenu. Dreikönigstag); gute N.!
(Abschiedsgruß, bevor man sich zum Schlafengehen trennt): [zu]
jmdm. gute N. sagen; na, dann gute N.! (ugs.; Ausruf
der Enttäuschung, der Resignation); N. der langen Messer
(salopp; grausames Morden; Gemetzel, das an einer
gegnerischen Gruppe begangen wird): eine N. der langen Messer
veranstalten: Ü nach den Wahlen wird es in der Partei
mit Sicherheit eine N. der langen Messer geben; schwarz
wie die N. (tiefschwarz, sehr dunkel); häßlich wie die N.
(sehr häßlich); dumm, blöd, doof o.a. wie die N. (ugs.;
sehr dumm, blöd, doof o.a.): die N. zum Tage machen
(sich erst gegen Morgen schlafen legen, die ganze Nacht
durcharbeiten, durchfeiern o.a.); sich <Dativ> die N. um
die Ohren schlagen (ugs.; sich aus irgendeinem Grund nachts
nicht schlafen legen): bei N. und Nebel (ganz heimlich ///.
bei Nacht]): sie gingen bei N. und Nebel über die Grenze;
über N. (ganz plötzlich u. unerwartet; mit einem Schlag):
er wurde über N. berühmt; zu N. essen (landsch.; t Abend
la).
n^cht-, Nacht-: -aktiv <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Zool.):
(von bestimmten Tieren) während der Nacht die zum Leben
notwendigen Aktivitäten entwickelnd u. tagsüber schlafend
(Ggs.: tagaktiv): -e Tiere. Vögel. Insekten; -angriff, der
1849
nacht-, Nacht-
(Milit.): bei Nacht geführter Angriff (a); -arbeit, die <o.
PL): Arbeit, Erwerbstätigkeit wälirendder Nacht (bes.
zwischen 22u. 6 Uhr); -asyl,das: Asyl (1 )für die Übernachtung
(von Obdachlosen o. ä.); -aufnähme, die: bei Nacht
gemachte fotografische Aufttahme; -ausgäbe, die: am i späten 1
Aheruierscheinende Zeitung; -bar, die: bis spät in die Nacht,
bis zum frühen Morgen geöffnete xBar (1 a); -blau <Adj.:
o. Steig.; nicht adv.> (geh., dichter.): von der Farbe des
nächtlichen Himmels, tief dunkelblau, schwarzblau; -blind
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): nicht fähig, bei Dämmerung
od. in der Dunkelheit ern-. zu sehen, genau zu erkennen.
dazu: -blindheit, die; vgl. Hemeralopie; -bogen, der
(Astron.): unter dem Horizont liegender Teil der
(scheinbaren) Kreisbahn, die ein Gestirn im Verlauf seiner täglichen
Bewegung an der Himmelskugel beschreibt; -dienst, der:
Dienstil a) während der Nacht: welcher Arzt, welche
Apotheke hat heute N.?; -dunkel <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(geh.): dunkel von der Nacht; der nachtdunkle Wald.
Garten; es ist sechs Uhr und noch n. (Bredel. Prüfung 172);
<subst.:> -dunkel, das (geh.): -essen, das (bes. südd..
Schweiz.): svw. t Abendessen; -€ule, die (ugs. scherzh.):
jmd.. der gerne bis spät in die Nacht hinein aufbleibt; -fahrt.
die: vgl. -flug; -falter, der: 1. Falter. Schmetterling, der
in der Dämmerung u. Dunkelheit fliegt, aktiv ist. 2. svw.
t -Schwärmer (2); -färben, -farbig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (geh.. dichter.): vgl. -blau; -fhig, der: wä/irend der
Nacht stattfindetuler Flug (2); -frost, der: während der
Nacht auftretender Frost: die Pflanzen vor N. schützen;
-gebet, das; -aesdiirr, das (geh.): svw. t-topf; -gespenst,
das: nachts erscheinendes Gespenst: in dem alten Schloß
spukt ein N.; du siehst heute wieder aus wie ein N. (ugs.;
siehst blau, übernächtigt aus): -gewand. das (geh.): vgl.
-hemd; -gleiche, die: svw. TTagundnachtgleiche; -haube,
die (früher): im Bett getragenen Haube (1 a): -hemd, das:
im Bett getragenes, längeres/ hemdartiges
Kleidungsstück: -Himmel, der <o. Pl.>: Himmel bei Nacht, nächtlicher
Himmel, dazu: -himmelslicht, das <o. PI.) (Astron.):
(auch in monitlosen Nächten) immer vorhandenes schwaches
Leuchtendes Nachthimmels; -iacke,die, (Vkl.:) -Jäckchen,
das (veraltend): vgl. -hemd; -kästen, der. (Vkl.:) -kast-
chen, das (südd.. österr.): svw. I-tisch; -kerze, die: als
Zierpflanze gezogene od. zur Begrünung von Ödland.
Dämmen o.a. angepflanzte Pflanze mit verzweigtem Stengel,
ovalen bis lanzettförmigen Blättern u. oft in Trauben od.
Ähren wachsenden, gelben, sich am Rand öffnenden Blüten.
dazu: -keraengewächs, das: Vertreter einer mit vielen Arten
als Kräuter od. Stauden hauptsächlich in den wärmeren
u. subtropischen Gebieten wachsenden Familie von Pflanzen
mit einzelnen od. in Trauben. Ähren, auch Rispen stehenden
Blüten; -klinOcdic: / psychiatrische/ Klinik, in der
berufstätige Patienten übernachten u. behandelt werden; -khib, der:
vgl. -bar; -kühle, die: während der Nacht auftretende
Kühle; -laaer, das: 1. (geh.) Schlaf statte. Lager (1 c) zum
Übernachten: ich machte ihm mein Zimmer frei und baute
mir ein N. auf dem Boden (Fühmann, Judenauto 47).
2. svw. t Biwak; -leben, das: 1. nächtlicher
Vergnügungsbetrieb in einem Ort. bes. einer Großstadt: das Pariser N.;
sich in das N. von Berlin stürzen. 2. (meist scherzh.)
Vergnügungen, denen jmd. wälirend der Nacht nachgeht;
nächtliches Sichvergnügen: Sie müssen ein ausgedehntes N.
gehabt haben (Sebastian, Krankenhaus 91); -lokal, das: vgl.
-bar; ^hift, die: die feuchte, kühle N.; -mahl, das (österr.,
auch südd.); Aberuiessen: ein bescheidenes N.; das N.
einnehmen; Beim N. trinken wir Bruderschaft (Schnitzler,
Liebelei 13). dazu: -mahlen <sw. V.; hat) (österr.): zu
Abendessen: habt ihr schon genachtmahlt?; nachher
nachtmahlte er Im Westbahnhof (Express 9. 10. 68. 3): -mahr,
der: I. svw. t ^gespenst: Er rührte sich nicht und saß
da wie ein N. (Rinser. Jan Lobel 29). 2. svw. t'Alp (1):
Die Schatten unter den Augen, Spuren des -s (Kaschnitz.
Wohin 184); -marsch, der: vgl. -flug; -mensdi, der: jmd..
der gerne bis spät in die Nacht aufbleibt, nachts aktiv wird;
-musk,die (selten): Serenade. Abendmusik; vgl. Nocturne;
-mutze, die: 1. (früher) vgl. -haube. 2. (ugs. veraltend)
träger, unaufmerksamer, dummer Mensch; -pfortner, der:
svw. T ^portier; -portier, der: Portier, der nachts den Dienst
versieht; -quartier, das: Quartier. Unterkunft für eitxe
Nacht: ein gutes, billiges N.; ein N. suchen: ^raubvogel,
der (veraltend): svw. t Eulenvogel; -ruhe, die: nächtliches
Ruhen. Schlaf wälirend der Nacht: eine lange, ungestörte.
kurze, nur fünfstündige N.: jmdm. eine angenehme N.
wünschen: jmds. N./jmdn. in seiner N. stören;
-Sanatorium, das (bes. DDR): vgl. -klinik; -schattengewächs, das
[zu mhd. nahtschate. ahd. nahtscato, wohl nach den
dunkelblauen Blüten od. den schwarzen Beeren bestimmter
Arten der Pflanze]: Vertreter einer mit vielen Arten
hauptsächlich in Amerika heimischen, als Kräuter. Sträucher od.
Bäume wachsenden Gattung von Pflanzen, zu der auch
verschiedene wichtige Kulturpflanzen wie Kartoffel. Tomate.
Eierfrucht gehören; -schiebt, die: 1. Schichtarbeit während
der Nacht: er hat heute N.; die Brote, die er in die N.
mitnahm (Johnson. Mutmaßungen 22); zur N. gehen. 2.
Gesamtheit der in der Nachtschicht (a) Arbeitenden eines
Betriebes, eines Unternehmens o.a.: sie wurden von der
N. abgelöst; -schlaf, der: vgl. ^ruhe; -schlafend <Adj.>:
tZeit; -Schmetterling, der: svw. t-falter; -schränkchen.
das: svw. t^tisch; -Schwärmer, der: I. vgl. ^falter (1).
2. (scherzh.) jmd.. der sich gerne bis spät in die Nacht
hinein vergnügt; -schwarz <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(gell.): ganz u. gar schwarz, sehr dunkel; nachtdunkel: die
-e Stadt (Jacob. Kaffee 32); Er starrte wie in einen -en
Abgrund hinein (Apttz, Wölfe 34); -schweiß, der: während
der Nacht im Schlaf [krankhaft vermehrt) ausbrechender
Schweiß: N. haben; an N. leiden: -Schwester, die:
Krankettschwester, die den Nachtdienst versieht; -seite, die
(dichter.): schlechter, negativer Teil; dunkle, düstere Seite: die
N. des Lebens, dieser Zeit: -sichtigkeit, die: Sehschwäche
bei hellem Licht; Tagblindheit; -Speicherofen, der:
elektrischer Ofen, der die durch billigeren Strom in der Nacht
gewonnene Wärme speichert u. sie tagsüber abgibt; -still
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (geh., dichter.): von der Stille.
Ruhe der Nacht erfüllt: die -e Stadt (Spoerl. Maulkorb
8), dazu: -stille, die; -ström, der <o. PI.): elektrischer
Strom, der in bestimmten Stunden wäfirendder Nacht
verbilligt genutzt werden kann: -stück, das: I. (bild. Kunst)
Gemälde, auf dem eine nächtliche Szene (im Freien od.
auch im Innenraum) dargestellt ist. 2. svw. fNocturne.
3. (Literaturw.) literarische Darstellung einer nächtlichen
Szene; -stuhl, der: Stuhl mit eingebautem Klosettbecken
für Kranke. Gehbehinderte o. ä.; -stunde, die: in den ersten
-n; zu vorgerückter N.; -tarif, der: besonderer Tarif für
Dienstleistungen o.a. während der Nacht; -tau, der (vgl.
JTau); -tier, das: nachtaktives Tier; -tisch, der: neben
dem Bett stehendes, niedriges Schränkchen. Tischchen, dazu:
-tischlampe, die. -ttschschublade, die; -topf, der: Gefäß,
das der Verrichtung der Notdurft während der Nacht dient;
-Übung, die (M ilit.): während der Nacht stattfindende
militärische Übung; -Urlaub, der (Milit.): Urlaub für eine Nacht;
-viole, die: als Zierpflanze gezogene, an schattigen Plätzen
auch wildwachsende Pflanze mit violetten od. weißen, in
lockeren Trauben stehenden Blüten; -vogel, der: vgl. -tier;
-Vorstellung, die: spätabends, nachts stattfindende
Vorstellung eines Kinos. Theaters. Kabaretts o.a.; -wache, die:
1. Nachtdienst, bei dem Wache gehalten werden muH;
Wachdienst während der Nacht: bei einem Schwerkranken N.
halten; welche der Schwestern hat heute N.?; der Soldat
ist auf N. 2. jmd.. der Nachtwache (1) hat. hält: die -n
lösen sich ab; -wäditer, der 14: auch: Nachtwächter ohne
Knochen, urspr. der Kothaufen, der jmdm. nachts vor
die Haustür gesetzt wurde u. der das Haus an Stelle des
Nachtwächters (1) ..bewachte"]: I. (früher) in kleineren
Städten angestellter Wächter, der wälirend der Nacht in
den StrafJen für Ruhe sorgte u. rufend od. singend die
einzelnen Stunden verkündete. 2. jmd.. der einen Betrieb, eine
Firma o. ä. nachts bewacht. 3. (salopp) jmd.. der sehr träge,
nicht aufmerksam ist u. eine Situation nicht richtig zu
erkennen u. zu nutzen weiß: wie konntest du für diese Aufgabe
einen solchen N. engagieren! 4. (ugs. scherzh. verhüll.)
Haufen Kot (1) am Wegrand, im Wald o.a.: Vorsicht,
hier ist ein N.; in einen N. treten; -wandeln <sw. V.;
hat/(auch.) ist): svw. t schlafwandeln; -Wanderung, die:
eine lange N. machen; -wandler [-vandlul. der; -s, -: svw.
t Schlafwandler; -wandlerin, die: -. -nen: w. Form zu
t ^wandler. -wandlerisch <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): svw.
tschlafwandlerisch; -wölke, die <meist PI.): Wolke am
nächtlichen Himmel: die langsam ziehenden, vom Mond
beschienenen -n; (Astron.:) leuchtende -n: -zeit, die: zu
später N.: -zeug, das (ugs.): zum Übernachten notwendige
Dinge; -zug, der: während der Nacht verkehrender Zug;
-Zuschlag, der: vgl. -tarif.
1850
Nachweis
Nachteil, der; -[e]s. -e [spätmhd. (md.) nochtheil. geb. als
Ggs. zu TVorteil): etw. (Umstand. Lage, Eigenschaft o.a.).
was sich für jmdn. gegenüber anderen negativ auswirkt,
ihn beeinträchtigt, ihm schadet (Ggs.: Vorteil): ein großer,
erheblicher, beträchtlicher, nur geringer N.; materielle,
finanzielle -e; daß ihr so weit außerhalb wohnt, ist kein
N. (für euch]; daraus erwachsen, entstehen [unsj einige
-e; das hat sich als N. erwiesen; die Sache hat den [einen]
N.. daß ...; ich habe dadurch, davon nur -e; der Vertrag
hat uns nur -e gebracht; er ist. befindet sich [den anderen
gegenüber] im N. (ist benachteiligt); etw. gereicht jmdm.
zum N./gereicht zu jmds. N. (geh.; wirkt sich für jmdn.
ungünstig, negativ aus): Machtfulle .... die sie zum N. (zum
Schaden) des Staates ... gebrauchten (Fraenkel, Staat 19);
<Abl.:> nachteilig <Adj.> [spätmhd. (md.) nochtheylich]:
Nachteile mit sich bringend; ungünstig, schädlich; -e Folgen;
einen -en Einfluß haben; etw. wirkt sich n. aus; dieser
Umstand machte sich noch -er bemerkbar; <subst.:> es
ist nichts Nachteiliges über ihn bekannt.
nächtelang <Adj.; o. Steig.; nicht präd.>: mehrere, viele
Nächte dauernd, anhaltend: während mehrerer, vieler Nächte:
-e Diskussionen. Sitzungen; sie hat n. an seinem Bett
gewacht; nachten fnaxtn] <sw. V.; hat; unpers.) Imhd. nahten,
ahd. nahten] (Schweiz., sonst dichter.): Nacht werden,
dunkel werden; es nachtet schon; nächtens [najtns] <Adv.>
(geh.): nachts, in der Nacht; n. randalieren; Nächtens fiel
dichter flockiger Schnee (Bredel. Väter 92); nächtig [ne^ti^]
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.> (geh., dichter.): nächtlich,
nachtdunkel: Er ... schaut in den -en Park (Fr. Wolf, Menetekel
209); U die Welt war kalt und n. (dunkel; Kaiser, Villa
251); Nachtigall ['naxtigal], die; -. -en [mhd. nahtegal. ahd.
nahtagala, eigtl. = Nachtsängerin: 2. Bestandteil zu T
gellen]: bes. in Laubwäldern u. dichtem Gebüsch versteckt
lebender, unscheinbar rötlichbrauner Singvogel, dessen bes. nachts
ertönender Gesang sehr melodisch u. schön klingt; die N.
trillert, flötet, schlägt, schluchzt; sie singt wie eine N,;
der Gesang, das Lied der -en; R N., ich hör' dir trapsen
(salopp; man merkt deutlich, was beabsichtigt ist.
worauf die Sache hhiausläuft): <Zus.:> Nachtigallenschlag, der:
Gesang der Nachtigall: dem N. lauschen; nächtigen
[nectign] <sw. V.; hat) (österr.. sonst geh.): die Nacht,
die Nächte verbringen, übernachten; auf dem Fußboden,
im Zell, unter freiem Himmel n.; bei Jmdm.. in einem
Hotel n.; Er schleppt sich in eine Höhle ... Dort nächtigt
er (Trenker. Helden 16); <Abl.:> N$chti8ung, die; -. -en
(österr.): Übernachtung: in den letzten Jahren wurden allein
18000 -en ... gezählt (Presse 3. 7. 69. 5): <Zus.:> Näditi-
gungsaeld, das (österr.): Vergütung der Kosten Jür die
Übernachtung (z. B. auf einer Dienstreise).
Nachtisch, der; -le]s: Nachspeise: der N. wird serviert; als
N. gibt es Eis; zum N. (als Nachspeise) servierte sie Obst.
nächtlich ['nestln;] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.; seltener
adv.) [spätmhd. nachtlich. ahd. nahtllh]: in der Nacht /
vorhanden, stattfindend]: während der Nacht: das -e Dunkel:
die -e Stille; der -e Himmel:, der -e (nachtdunkle) Park.
Wald; -e Störungen; ein -er Überfall; Laban war n.
angelangt (Th. Mann. Joseph 371); Im Frühling, wo es n.
noch frostet (A. Zweig. Grischa 93); nächtlicherweile
<Adv> (geh.): bei Nacht, in der Nacht, nachts: Irgendwer
sollte uns irgendwann n. über die „Grenze" schmuggeln
(Kantorowicz, Tagebuch I. 263).
nachtönen <sw. V.; hat) (seltener): vgl. nachklingen (1).
Nachtrag, der; -[e]s. Nachträge [-tre:g3]: schriftliche
Ergänzung; nachträglicher schriftlicher Zusatz: etw. in einem
N. zu einem Aufsatz bemerken, festhalten; nachtragen <st.
V.; hat): 1. hinter jmdm. hertragen: jmdm. das Gepäck,
den Koffer n.: er ist so vergeßlich, man muß ihm alles
n. (es ihm nachträglich bringen). 2.a) nachträglich
schriftlich ergänzen, einfügen, zusetzen: Zahlen. Daten n.; einen
Posten in der Rechnung n.; er wollte in seinem/seinen
Aufsatz noch einiges n.: b) tmchträglich sagen, bemerken,
hinzufügen: lassen Sie mich noch etwas, noch folgendes
n.; nachzutragen wäre noch, daß ... 3. lange übelnehmen,
nicht verzeihen, nicht vergessen: jmdm. sein Verhalten, eine
Äußerung n.; daß man nie einem reuigen Sünder seine
Vergangenheit n. durfte (Thieß. Reich 482): er trägt nichts
nach (verzeiht jmdm. schnell etw.); nachtragend <Adj.; nicht
adv.): dazu neigend, jmdm. etw. lange übelzunehmen: ein
-er Mensch; eine -e Haltung: sie ist sehr n.; sei nicht
so n.!: nachträgertech [-tre:gdnj] <Adj.: nicht adv.) (geh.
abwertend): nachtragend; von einer nachtragenden Haltung
zeugend: so ein -er Mensch. Kerl!: Rachsucht, -e
Kleinlichkeit liegen seinem Wesen fern (K. Mann, Wendepunkt
201); wie kann man nur so n. sein!; nachträglich [-tir/klu;]
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.): hinterher geschehend,
erfolgend; später, danach: -e Glückwünsche; eine -e
Entschuldigung; n. etw. einsehen, erkennen; n. wurde es ihm klar.
Nachtrags-: -etat, der (Verwaltungsspr.): vgl. -haushält;
-haushält, der (Verwaltungsspr.): (durch Mehrausgaben
erforderlich werdetuier) zusätzlich zu dem bereits vorhattde-
nen Haushaltsplan zu erstellender Haushalt (3); ^Verteilung,
die (Jur.): bei einem Konkursverfafiren Verteilung von
Beträgen, die erst nachträglich ermittelt, frei werden.
nachtrauern <sw. V.; hat): 1. (selten) um einen Verstorbenen
trauern: noch viele Jahre trauerte sie ihrem verstorbenen
Vater nach. 2. den Verlust, das Nichtmehrvorhandensein
einer Person od. Sache sehr bedauern, sehnsüchtig an sie
zurückdenken: seinem ehemaligen Chef, der alten Stellung,
den alten Zeiten n.; seiner Jugend n.; die Schauspielerin
trauert ihrem vergangenen Ruhm nach.
Nachtnipp, der: -s. -s: vgl. Nachhut.
nachts [naxtß] <Adv.) [mhd.. ahd. nahtes. Analogiebildung
zu ttags]: in der Nacht, während der Nacht: n. um 3
[Uhr]/um 3 Uhr n.. n. spät/spät n. nach Hause kommen:
Montag, montags n.; n. nicht schlafen können; nachtsüber
<Adv.): während der Nacht: er ist n. unterwegs.
nachtun <unr. V.; hat) (ugs. seltener): svw. tnachmachen:
keiner wagte, ihm den Sturzflug nachzutun (Lorenz,
Verhalten 1.16); sie taten es den Größeren nach.
Nacht-und-Nebel-Aktion, die; -, -en: überraschend u. in
aller Heimlichkeit tbei Nacht/ durchgejührte /Polizei!-
aktion. Ma/Jna/ime. Unternehmung (mit der meist
bestimmte Vorschriften, Gesetze o.a. umgangen werden): die
Beschlagnahme der Akten war eine regelrechte N.. geschah
in einer N.
nachuntersuchen <sw. V.; hat): bei jmdm. eine
Nachuntersuchung vornehmen: <Abl.:> Nachuntersuchung, die; -. -en:
der Kontrolle dienende / letzte J ärztliche Untersuchung nach
einer Krankheit. Operation o. ä.
nachversichern <sw. V.; hat) (Versicherungsw.): für jmdn..
erw. eine Nachversicherung abschließen; Nachversicherung,
die; -. -en (Versicherungsw.): 1. nachträgliche Versicherung
bisher nicht versicherter Personen in der gesetzlichen
Rentenversicherung. 2. Erweiterung einer bereits bestehenden
Versicherung bestimmter Dinge.
nachvollziehbar <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): steh
nachvollziehen lassend: ein leicht -er Gedanke; Diese Theorie ist für
den Laien nur im Ansatz und in den ersten Schritten
n. (Gehlen. Zeitalter 32); <Abl.:) Nachvollziehbarkeit, die:
-; nachvollziehen <unr. V.; hat): sich in jmds. Gedanken.
Vorstellungen. Handlungsweise o.a. hineinversetzen u. sie
sich /geistig/ zu eigen machen, sie so verstehen, als hätte
man selbst so gedacht, gehandelt: jmds. Gedankengänge
n.; Darum kann ich es n., was du mir getan hast (Thielicke.
Ich glaube 154); Eltern und Erzieher, die in kleinen „Test-
Spielen" typische Elternreaktionen auf Kinderaktionen n.
können (Hörzu 8. 1973. 84).
nachwachsen <st. V.; ist): nach Kürzung, Entfernung o.a.
wieder wachsen: der Schwanz der Eidechse wächst [wieder]
nach; das Gras ist schon nachgewachsen.
Nachwahl, die; -, -en: aus bestimmten Gründen nicht
termingemäß durchführbare u. dalier später als die eigentliche Wafil
stattjhütende Wahl in einem Wahlkreis od. -bezirk.
Nachwehen <PL>: 1. (Med.) nach der Entbindung auftretende,
wehenartige Kontraktionen der Gebärmutter. 2. (geh.)
unangenehme Folgen, unerfreuliche Nachwirkungen einer Sache:
die N. einer durchwachten Nacht; Als sie die N. der
gestrigen Aufregung »wahrten (Musil. Mann 1087).
Nachwein, der; -[e]s, -e: aus Traubensaft, der aus Rückständen
beim letzten Pressen gewonnen wurde, hergestellter Wein
minderer Qualität.
nachweinen <sw. V.; hat): svw. t nachtrauern (2). Vgl. Träne.
Nachweis [-vajs]. der: -es. -e: Darlegung, durch die das Sosein
eines Sachverhalts, die Richtigkeit einer Behauptung,
Vermutung bestätigt wird; eindeutige Feststellung der
Richtigkeit, des Vorhandenseins einer Sache: der unwiderlegbare,
unwiderleglicheN.; ein wissenschaftlicher N.; der N. seiner
Unschuld ist gelungen, nicht geglückt; den N. für etw.
erbringen, führen, liefern (etw. nachweisen); Gifte, die
sich dem chemischen N. entziehen (Medizin II. 56); nach-
1851
nachweisen
weisbar [-v^jsba:?| <Adj.; o. Steig.): sich nachweisen
lassend: -e Fehler. Mängel; Atlant und Karyatide sind als
Motive ... bis über das Ende des Barock n. (Bild. Kunst
3. 52); nachweisen <st. V.; hat): 1. den Nachweis für etw.
erbringen: die Richtigkeit, das Vorhandensein von etw.
eindeutig feststellen: etw. unwiderlegbar, schlüssig, streng
wissenschaftlich n.; etw. läßt sich leicht, nur schwer, gar nicht
n.; im Körper wurden Spuren des Giftes nachgewiesen;
imdm. einen Fehler, einen Irrtum, einen Diebstahl n.
(nachweisen, daß er einen Fehler, einen Irrtum, einen
Diebstahl begangen hat): man konnte ihm nichts n. (ihn keiner
Schuld überführen). 2. (Amtsspr.) imdm. etw., was man
ihm vermittelt, angeben u. ihn mit den entsprechenden
Informationen darüber versehen: jmdm. eine Arbeitsstelle, ein
Quartier, ein Zimmer n.; das Reisebüro weist die Hotels,
Unterkünfte nach; nachweislich <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.): durch Nachweis bestätigt, belegt: wie nachgewiesen
wurde, bewiesener maßen: eine -e Falschmeldung; das ist
n. richtig; Von fünf Soldaten verstehen drei n. das Gesetz
nicht (Spiegel 7. 1969.7).
Nachwelt, die; -: später lebende, kommende Generationen:
Gesamtheit der später lebenden Menschen: etw. der N.
überliefern, für die N. erhalten.
nachwerfen <st. V.; hat): 1. jmdn., der sich entfernt, mit
etw. bewerfen: die Kinder warfen ihm Steine nach. 2. (ugs.
übertreibend) jmdm. das Erwerben, Beschaffen von etw.
sehr leicht machen: jmdm. etw. geben, überlassen, ohne
eine entsprechende Gegenleistung dafür zu verlangen: er
hat ihr ja den Schmuck nur so nachgeworfen; Haben
ihm das Notabitur nachgeworfen (Grass. Katz 126). 3.
zusätzlich, noch eintnal, weiterhin irgendwohin werfen,
hineinwerfen: beim Telefonieren ein paar Münzen n.
nachwiegen <st. V.; hat): zur Kontrolle / mx-h einmal/ wiegen:
sie hat das Fleisch zu Hause nachgewogen.
nachwinken <sw. V.; hat): jmdbn., der weggeht, wegfahrt,
winken: die Kinder haben uns noch lange nachgewinkt.
Nachwinter, der; -s. -: Tage im Frühjahr, in denen noch
einmal winterliches Wetter herrscht.
nachwirken <sw. V.; hat): noch lange Zeit (über die
eigentliche Ursache hinaus) wirken: eine lang anhaltende Wirkung
haben: das Medikament wirkt noch [einige Zeit] nach;
Es ist kaum zu glauben, wie stark das Nibelungenlied
... bis heute nachgewirkt hat (Thieß. Reich 387); <Abl.:>
Nachwirkung, die; -, -en: das Nachwirken. Folge: Ich ...
spürte keine unangenehmen -en der Operation (Thorwald,
Chirurgen 135); Bismarcks Leistung und seine N. (Fraen-
kel. Staat 201).
nachwollen <unr. V.; hat) (ugs.): jmdm., einer Sache folgen,
nachgehen wollen: er wollte ihm nach, stockte aber.
Nachwort, das; -[eis. -e: einem Schriftwerk, einer größeren
schriftlichen Arbeit nachgestellter, ergänzender,
erläuternder Text: dasN. zu einem Buch schreiben; (auf Buchtiteln:)
mit einem N. von ...
Nachwuchs, der; -es: 1. (fam.) Kinder (einer Familie):
zahlreicher N.; was macht der N.?; bei ihnen hat sich N.
eingestellt, ist N. angekommen (sie haben ein Kind
bekommen). 2. junge, heranwachsende Kräfte eines bestimmten
Gebietes. Arbeits-, Fachbereichs o.a.: musikalischer N.;
der wissenschaftliche N. des Landes; N. für das
Offizierskorps; die Sicherung des -es an Waldarbeitern (Mantel.
Wald 112); in dieser Branche fehlt es an N. 3. (selten)
das Nachwachsen: Beseitigt... Körperhaare restlos ... kein
N. - auch bei stärkster Behaarung (Bild und Funk 4,
1967. 63. Anzeige).
Nachwuchs- (Nachwuchs 2): -autor, der: vgl. ^kraft;
^bedarf, der: Bedarf an Nachwuchskräften auf einem
bestimmten Gebiet: -fördening, die; -kraft, die: jmd.. der auf einem
bestimmten Gebiet zum Nachwuchs gehört: Käufer, der
(Sport): vgl. ^kraft; -Problem, das: Problem, das sich aus
dem Mangel an Nachwuchs auf einem bestimmten Gebiet
ergibt: dasN. der Bibliotheken, des Priesterstandes; ^regis-
seur, der: vgl. -kraft; -9chauspieter, der: vgl. -kraft;
-Schwimmer, der (Sport): vgl. -kraft; -sorge, die: vgl.
^Problem: -n haben; -spieler, der (Sport): vgl. ^kraft.
nachwürzen <sw. V.; hat): [nach der eigentlichen
Zubereitung] zusätzlich würzen: die Suppe n.
nachzahlen <sw. V.: hat): nachträglich, zu einem späteren
Termin / zusätzlich J zahlen: das Gehalt wird nachgezahlt;
im Zug den Zuschlag n.; sie mußten [fünf Mark] n.. weil
sie mit dem Boot zu lange gefahren waren; nachzählen
<sw. V.; hat): zur Kontrolle [noch einmall zählen: zählen
Sie das Geld lieber nach: hast du nachgezählt, ob alle
Hühner noch da sind?; Nachzahlung, die; -. -en: 1. das
Nachzahlen: nachträgliche Zahlung: er hat einige -en zu
leisten; man hat sich bei der N. der Beträge geirrt. 2.
nachgezahlte, nachzuzahlende Geldsumme: er hat eine N.
bekommen; von der N. seine Schulden bezahlen;
Nachzählung, die; -. -en: das Nachzählen: Zählung zur Kontrolle:
ein Irrtum bei der N. der Stimmen.
nachzeichnen <sw. V.; hat): nach einer Vorlage zeichnen:
abzeichnend wiedergeben: ein Bild, die Konturen einer
Figur n.; ein Pferd, einen Baum n.; Ü Die Psychologie des
Gefolgsmannes läßt sich ... heute recht gut n.
(nachempfinden w. wiedergeben: Hofstätter. Gruppendynamik 145);
er versuchte in wenigen Sätzen den Werdegang des Jubilars
nachzuzeichnen (aufzuzeigen, zu schildern).
Nachzeitigkeit, die; - (Sprachw.): Verhältnis verschiedener
grammatischer Zeiten in Haupt- u. Gliedsatz, bei dem die
Handlung des Gliedsatzes nach der des Hauptsatzes spielt.
nachziehen <unr. V.): 1. hinter sich herziehen <hat): er zog
das kranke Bein vorsichtig nach. 2. noch einmal zeichnetxd,
mit einem Stift o. ä. nachfahrend kräftiger machen,
auffrischen <hat>: die schwachen Linien, die Umrisse [mit Tu-
schel n.; du mußt dir die Lippen ein wenig n.: Dunkelhaarig
ist Tilly. mit scharf nachgezogenen Brauen (Jaeger.
Freudenhaus 135). 3. nochmals anziehen, durch zusätzliches
nachträgliches Drehen o. ä. fester machen <hat): die
Schrauben. Muttern müssen nachgezogen werden. 4. nachträglich,
zusätzlich, noch einmal ziehen, züchten <hat): Blumen.
Pflanzen n.; es mußten Setzlinge nachgezogen werden.
5. <ist) a) jmdm., einer Sache folgen, hinterherlaufen: die
Kinder zogen den Musikanten nach; von den drei Weisen
im Morgenlande, die dem Stern von Bethlehem nachzogen
(Bamm. Weltlaterne 125); b) jmdm. folgend an den gleichen
Ort übersiedeln: die Mutter ist ihrer Tochter schließlich
doch dorthin nachgezogen. 6. (Schach) dem Zug des
Spielpartnersfolgen. 7. (ugs.) mit etw. dem Beispiel eines anderen
folgen, ebenso handeln wie ein anderer zuvor, um
Entsprechendes zu erreichen <hat): die Industrie zog mit
Preiserhöhungen nach; Die Währungsreform im Westen,
auf die der Osten ... sogleich nachzog (Kantorowicz.
Tagebuch 1.515).
Nachzucht, die; -: 1. weiteres Züchten, erneute Aufzucht:
die N. dieser scheuen Tiere gelingt in der Gefangenschaft
nur selten; den Bullen will er zur N. behalten. 2.
Nachkommen eines Tieres, bes. eines zur Zucht benutzten
Haustieres: die N. eines Rennpferdes; wenn Brutkolonien von
Flamingos mehrmals... durch Flugzeuge aufgejagt werden,
fällt ... oft die ganze N. aus (Grzimek. Serengeti 327).
Nachzug, der; -[e]s. Nachzüge (Eisenb.): zur Entlastung eines
fahrplanmäßigen Zuges zusätzlich eingesetzter Zug, der
einige Minuten nach diesem fährt (Ggs.: Vorzug).
Nachzügler [-t$y:kle]. der; -s. - [1: zu veraltet Nachzug
= Nachhut): 1. jmd., der verspätet ankommt, später als
die andern irgendwo eintrifft: der Omnibus wartete noch
auf die [letzten! N.; er ist immer bei den -n; Ü die
Bundesrepublik ist eher ein N. (liegt zurück, hinkt nach im Vergleich
zu anderen) auf dem Gebiet der Arbeitsplatzgestaltung
(Zeit 6. 6. 75. 19). 2. svw. t Nachkömmling.
Nackedei [nakddiy]. der; -s. -s [urspr. niederd.]: 1. (fam.
scherzh.) nacktes kleines Kind. 2. (ugs. scherzh.) nackte
Person: in diesem Film wird mit -s nicht gegeizt; ein
Reservat für -s (Nudisten): Nackedonien [naka'do:npn].
(seltener: )Nackedunien [...du:npn; scherzh. geb. nach
Makedonien (Gebiet in Südosteuropa)! (erfundener Ortsn.; o. Art.;
Gen.: -s> (ugs. scherzh.): Nacktbadestrand: Nackedonier
[...\ß\. der; -s. - (ugs. scherzh): jmd.. der an einem
Nacktbadestrand badet.
Nacken [naknl. der; -s. - [mhd. nac(ke). ahd. (h)nach; vgl.
Genick): (beim Menschen u. bei bestimmten Wirbeltieren)
hinterer Teil des Halses: Genick: ein kurzer, gedrungener
N.; den N. beugen; den N. ausrasieren; einen steifen N.
haben: den Hut. die Mütze in den N. schieben; den Kopf
in den N. werfen (zurückbeugen): die Locken fielen ihm
bis in den N.; *imdm. den N. steifen [geh.; jmdn. zum
Widerstand, zum Durchhalten ermutigen)', den N. steifhalten
(sich nicht entmutigen, beugen lassen): [vor imdm.] den
N. beugen (geh.; sich gedemütigt [jmdm.] beugen, sich
[jmdm.] unterwerfen): imdm. den N. beugen (geh.; jmdn.
demütigen, gefügig machen, unterwerfen): einen unbeugsa-
1852
nadel-, Nadel-
men N. haben (veraltend; einen unbeugsamen Charakter
haben, ein unbeugsamer Mensch sein): mit unbeugsamem/
steifem N. (veraltend; unbeugsam): etw. mit steifem N.
ertragen; jmdm. auf dem N. sitzen (veraltend; 1. jmdn.
verfolgen, dicht hinter jmdm. hersein. 2. jmdn. stark
bedrängen, jmdm. zusetzen): jmdm. im N. sitzen (1. jmdn. verfolgen,
dicht hinter jmdm. hersein: der Feind saß uns im N. 2.
jmdn. stark bedrängen, jmdm. zusetzen: die Konkurrenz
sitzt uns im N. 3. jmdn. erfüllen, beherrschen: die Angst
saß ihm im N. [er hatte große Angst]): jmdn. im N. haben
(von jmdm. verfolgt u. bedrängt werden).
Nacken-: -haar, das: Haar im Nacken: -halte, die; -. -n
(Gymnastik): Haltung, bei der die Hände im Nacken
gehalten u. Kopfu. Ellbogen nach hinten gedrückt werden: -hebel,
der (Ringen): im Nacken angesetzter Hebelgriff: -kissen,
das; -Jeder, das: den Nacken bedeckendes Schutzleder, bes.
am Feuerwehrhelm: ^rolle. die: vgl. ^kissen; -schlag, der:
etw., was jmdm. zugefügt wird u. ein persönliches Unglück
für ihn bedeutet bzw. ihn empfindlich trifft: schwere
Nackenschläge erhalten, einstecken, hinnehmen müssen; jmdm.
einen N. versetzen; -schütz, der: vgl. nieder; -stand, der
(Turnen): Übung, bei der der senkrecht nach oben gerichtete
Körper auf dem Nacken ruht I u. von den Händen zusätzlich
abgestützt wird]: Genickstand, Kerze (3): der N. am
Boden. Barren; -starre, die (Med.): Starre, Steifheit des Nak-
kens (bes. bei Hirnhautentzündung): -Steifigkeit, die: vgl.
^starre; -stütze, die; -waage, die (Turnen): Übung am
Barren, bei der man den Körper aus dem Nackenstand so
weit vorwärts senkt, bis er in der Waagerechten ist:
Genickwaage: -wirbel, der: Wirbel in der Gegend des Nackens.
nackend [naknt; mhd. nakent] (veraltet, noch landsch.).
flackert [nakBt] (landsch.. österr. ugs.): Nebenf. von
tnackt; Nackfrosch [nak-]: selten für tNacktfrosch; nak-
kicht [naki^t] (Landsch.. bes. nordd.). nackig [naki<;]
(landsch.. bes. md.): Nebenf. von f nackt.
nackt [nakt] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [mhd. nacket.
ahd. nachot]: 1. ohne Bekleidung, Bedeckung (soweit sie
im allgemeinen üblich ist): unbekleidet, unbedeckt: ein -er
Mensch. Körper; -e Arme, Beine; n. bis zum Nabel, halb
n.. völlig n. sein; n. baden, herumlaufen; sich n. ausziehen;
das Kind lag n. und bloß (ganz nackt) da; <subst.:> die
Darstellung des Nackten in der Kunst; Ü sich den Zugang
mit -en (unbewehrten) Fäusten erkämpfen; etw. mit -em
(bloßem) Auge erkennen können. 2.a) (/beim Menschen]
von Körperstellen, die normalerweise von Haaren bedeckt
sind, von bestimmten neugeborenen Tieren) kahl (1 a): ein
-er Schädel; ein -es (bartloses) Kinn; die jungen Vögel
sind noch n. (haben noch keine Federn): b) (von einzelnen
Pflanzenl teilenI) ohne Blätter, ofme Aste, kahl (1 b): ein
-er Stamm. Ast; c) unbewachsen, kahl (1 c): ein -er Hügel.
Felsen; d) schmucklos, kahl (2): -e Wände; eine -e Birne
(ohne Lampenschirm o.a.) erleuchtete den Kellerraum;
der Raum wirkt sehr n. und nüchtern. 3. unbedeckt, blank,
bloß: auf dem -en Boden, auf der -en Erde (ohne Unterlage)
schlafen. 4.a) unverhüllt: das sind die -en Tatsachen; das
ist die -e Wahrheit; das -e Elend; -e Gier; das -e Entsetzen
packte ihn; etw. mit -en (unverblümten, nüchternen)
Worten sagen; b) nichts anderes als: die -e Existenz retten;
um das -e Leben kämpfen, ringen.
n$ckt-, N$ckt-: -amöbe, die: Amöbe ohne Gehäuse, unbe-
schalte Amöbe: -armtg <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): mit
nackten Armen: -arsch, der (derb scherzh.): nackter
Mensch, bes. nacktes kleines Kind: -baden, das; -s: das
Baden ohne Badeanzug: -badeplatz, der; -bader, der; ~ba-
destrand.der; -bikhdas: vgl. ^foto; -foto,das: (moralische
Freizügigkeit bezeugendes bzw. erotisches) Foto
(Abbildung. Bild) einer nackten Person: -fotografie, die: vgl.
^foto; ^frosch. der (fam. scherzh.): nacktes kleines Kind:
-hund,der: kleiner, pinscher- od. terrierähnlicher,
unbehaarter Hund: -kultur, die <o. PL) (volkst.): Freikörperkultur:
N. treiben (ugs. scherzh.; unbekleidet herumlaufen): -maga-
zin, das (ugs.): Magazin mit Nacktfotos: -modeil, das:
Modell für, von Nacktfotos: -revue. die: Revue mit nackten
Darsteller/ inneIn: -samer [-za.mB]. der; -s, - <meist PI.)
(Bot.): Pflanze, deren Samenanlage nicht von einem
Fruchtknotenumschlossen ist (Ggs.: Bedecktsamer), dazu: -sämig
[-za.mu;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Bot.; Ggs.: bedecktsa-
mig): -e Pflanzen; -Schnecke, die: Schnecke ohne Gehäuse:
Schnecke mit ganz od. teilweise rückgebildetem Gehäuse:
-tänzerin, die: Tänzerin, die nackt auftritt.
Nacktheit, die; - [spätmhd. nackenheitj: 1. das Nacktsein,
Unbekleidetsein: in paradiesischer N. herumlaufen; so daß
ich über ihre ... wenig verhüllte N. (ihren nackten Körper)
gebeugt saß (Th. Mann. Krull 202); Ü die N. (geh.;
Kahlheit) der winterlichen Landschaft.
Nadel [na:dj], die; -, -n [mhd. nädel(e). ahd. näd(a)la. zu
t nähen]: 1. <Vkl. TNädelchen) mehr od. weniger feiner,
spitzer Gegenstand, Werkzeug aus Metall (od. entsprechend
festem Stoff), das verschiedene Funktionen erfüllt: eine
feine, dicke, lange, spitze, stumpfe N. 2.a) kurz für
TNähnadel: die N. einfädeln/den Faden in die N. (das Nadelöhr)
einfädeln; sich an der N. stechen; etw. mit heißer/mit der
heißen N. nähen (ugs.; etw. sehr flüchtig nähen: .eigtl. =
nähen, als ob man fürchtete, sich an der Nadel die Finger
zu verbrennen); b) kurz für t Stecknadel: etw. mit -n
anstekken, feststecken, abstecken; R es kann keine N. (seltener
für tStecknadel) zur Erde/zu Boden fallen (es herrscht
ein großes Gedränge, große Enge): man konnte eine N.
(seltener für tStecknadel) fallen hören (es herrschte in
der Zuhörerschaft absolute Stille, angespannte Aufmerksatn-
keit): *eine N. im Heuhaufen (t Stecknadel); jmdn., etw.
wieeineN. suchen (tStecknadel); [wie] auf-nsitzen (tKohle
1 b); c) kurz für t Anstecknadel. Ziernadel: eine goldene
N.; eine N. am Revers tragen; d) kurz für tHutnadel;
e) kurz für t Haarnadel: die Haare mit -n aufstecken; f)
kurz für t Injektionsnadel: eine stumpfe N.; die N.
sterilisieren; *an der N. hängen (Jargon; von Drogen abhängen,
die injiziert werden, bes. heroinsüchtig sein): g) kurz für
t Radiernadel: mit der kalten N. (bild. Kunst; Kaltnadel)
arbeiten; h) kurz fürt Grammophonnadel: dieN. vorsichtig
aufsetzen. 3.a) kurz für tStricknadel: Wieviel Maschen
sind auf der N.?; eine Masche von der N. fallen lassen;
b) kurz für t Häkelnadel. 4. (bes. Technik) nadeiförmiges
Teil (mit unterschiedlicher Funktion): die N. eines Ventils,
einer Nadeldüse. 5. beweglicher nadeiförmiger Zeiger eines
Meßinstruments: die N. zittert, steht still; die N.
(Kompaßnadel) zeigt nach Norden; die N. (Tachometernadel)
pendelte zwischen 90 und 100 Stundenkilometer. 6.
nadeiförmiges, meist immergrünes Blatt eines Nadelbaumes (z. B.
Fichtennadel, Tannennadel): der Tannenbaum verliert die -n;
die Fichte wirft die -n ab. 7. kurz für t Felsnadel.
nadel-, Nadel-: -arbeit, die: 1. (früher; als Schulfach) das
Handarbeiten. 2. svw. THandarbeit (3. 4); -bäum, der:
[immergrüner] Baum, der Nadeln (6) trägt (Ggs.:
Laubbaum); abrief, der: kleiner Umschlag aus Papier mit
Nähnadeln: -buch, das: buchähnlich zusammengenähtes kleines
Bündelaus Stoffstücken zum Aufbewahren von Steck-,
Nähnadeln: -büchse, die: kleine Büchse zum Aufbewahren von
Steck-, Nähnadeln: -diise, die (Technik): Düse, deren
Querschnitt durch eine längs verschiebbare Nadel (4) verändert
werden kann: ^einßdler, der: kleines Gerät, das mit Hilfe
eines dünnen Drahtes den Faden durch das Nadelöhr zieht:
-eisenerz, das [nach den häufig strahlenförmigen od.
faserigen Aggregaten (3)]: schwarzbraunes bis lichtgelbes Eisenerz
(Hauptbestandteil des Brauneisensteins): -fein <Adj.; o.
Steig.): fein, dünn wie eine Nadel: ein -er Strich; -e Eiskri-
stalle; -fertig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Textilind.):
(von Geweben) fertig für die Bearbeitung mit der Nadel,
der Nähmaschine: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.);
-gehölze <PI.): Nadelhölzer (2; Ggs.: Laubgehölze); -geW,
daslurspr. = Geld für die anfallenden Kosten der
Nadelarbeit (2)1: 1. (veraltet) ein vom Ehemann seiner Frau zur
Verfügung gestellter Geldbetrag für ihren persönlichen
Bedarf. 2. (nach den Gesetzen einiger Adelshäuser) jährliche
Rente für die volljährigen ledigen Töchter eines regierenden
Fürsten: -holz, das (Ggs.: Laubholz): 1. Holz von
Nadelbäumen: Möbel aus N., skandinavischen Nadelhölzern.
2. <meist PI.) Nadeln (6) tragende f immergrüneJ Gehölze,
Holzgewächse: schnellwachsende Nadelhölzer anbauen;
-kissen, das: kleines Kissen, in das verfügbar zu haltende
Näfi- u. Stecknadeln gesteckt werden können: -köpf, der:
svw. t Stecknadelkopf; -kraut, das <o. PI.): australische
Sumpfpflanze mit nadeiförmigen, fleischigen Blättern u.
kleinen rötlichweißen Blüten (beliebte Aquarienpflanze): -la-
ger, das (Technik): Wälzlager mit S iah Inadeln als Walzen:
-loch,das: svw. t-öhr; -maierei, die (Handarb.): figürliche,
bunte [ Platt}Stickerei: ^öhr, das: Öhr der Nadel: ^papier.
das (Fachspr.): dunkles Papier zum Einwickeln von
Metallgegenständen, das keine die Rostbildung fördernden Stoffe
enthält: -schritt, die <o. PI.) (selten): haarfeine Schrift:
1853
Nädelchen
-spitz <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: spitz wie eine Nadel;
-spitz, der: Schweiz, svw. t1 ^spitze; !-spitze, die: Spitze
der Nadel: die N. ist abgebrochen; 2-spitze, die: (bes.
im Unterschied zur Klöppelspitze) mit Nadel u. Faden
gearbeitete Spitze; -stärke, die: (durch eine Zahl, Nummer
o.a. bezeichnete) Stärke der für die verschiedenen
Handarbeit stechniken u. für Näharbeiten verwendeten Nadeln;
-stich,der: 1. mit einer Nadel ausgeführter Stich: mit einem
N. hat er den Luftballon kaputtgemacht; Andeutungen,
die ihn wie -e trafen; U jmdm. im Gespräch -e versetzen
(versteckte Bosheiten gegen jmdn. vorbringen). 2. durch
einen Stich mit der Nadel hervorgerufenes kleines Loch,
hervorgerufene Wunde. 3. svw. tNähstich: den Saum mit
ein paar-en heften, -streifen,der <meist Pl.>: (in i Anzugs-,
Kostüm Istoffen) einer der in mäßig breitem Abstand parallel
laufenden, sehr schmalen Längsstreifen, die sich scharf von
der Grundfarbe abheben; ein dunkler Anzug mit N.; -stupf.
der (Schweiz.): versteckte Bosheit: -wald, der: Wald aus
Nadelbäumen (Ggs.: Laubwald).
Nädelchen ['neidltpn]. das; -s. -: t Nadel (1): nadelig, nadlig
l'na:dte)lic] <Adj.; nicht adv.> (bes. Fachspr.): / vielfach]
nadeiförmig I gebildet, gestaltet]: -e Kristalle; nadeln
[na:djn] <sw. V.; hat): (von Nadelbäumen) die Nadeln
abwerfen, verlieren: der Weihnachtsbaum nadelt.
Naderer ['nariarg), der: -s, - [H.u.l (Osten*, ugs.): Spitzel,
Verräter.
Nadir [na'di:£. na.dirl. der: -s [arab. na^Ir (as-samt) =
(dem Zenit) entgegengesetzt] (Astron.): der dem Zenit genau
gegenüberliegende Punkt der Himmelskugel; Fußpunkt (2).
Nadler ['na.dtel.der; -s. - [mhd. nadler. nadelaere =
Nadelmacher]: 1. Handwerker, der Drahtgeflechte bzw. Waren
aus Drahtgeflecht herstellt (Berufsbez.). 2. (früher)
Handwerker, der Nadeln herstellte; nadlig: t nadelig.
Nage-: -käfer. der: svw. t Klopflcäfer; -tier. das: kleine/ reis,
pflanzenfressendes Säugetier mit Nagezähnen; -zahn, der:
(bei einem Nagetier) zum Nagen dienender Schneidezahn.
Nagel['na:gl],der. -s,Nägel [ne.gj; mhd. nagel. ahd. nagal.
urspr. nur = Finger-. Zehennagel, Kralle. Klaue; 1: nach
Nagel (3). wegen der Ähnlichkeit mit einer spitzen Kralle]:
I. <Vkl. tNägelchen) am unteren Ende zugespitzter, am
oberen Ende abgeplatteter (*J. abgerundeter / MetallJstift.
der in etw. hineingetrieben wird (u. zum Befestigen von
etw. od. zum Verbinden bes. von Holzteilen dient): ein
langer, dicker, rostiger, krummer N.; der N. sitzt fest,
hält, hat sich gelockert; einen N. einschlagen, mit dem
Hammer in die Wand schlagen, aus dem Holz
herausziehen; einen N. krumm schlagen, geradeklopfen; die Jacke
an einen N. hängen; das Bild an einem N. aufhängen;
eine Kiste mit langen Nägeln zunageln; etw. mit Nägeln
beschlagen; in einen N. treten; *ein N. zu Jmds. Sarg
sein (salopp; jmdm. schweren, am Leben zehrenden Ärger.
Kummer bereiten u. zu seinem vorzeitigen Tod beitragen):
Ü jede dieser Aktionen ist ein N. zum Sarg der Demokratie
(trägt zu ihrem Untergang bei); den N. auf den Kopf treffen
(ugs.; genau das Richtige sagen, tun; den Kernpunkt treffen,
erfassen); einen N. im Kopf haben (ugs.; dünkelfiaft,
dummstolz sein; H.u.): Nägel mit Köpfen machen (ugs.: sich
nicht mit Halbheiten begnügen, konsequent handeln;
bezogen auf den gewöhnlichen Nagel, der ohne Kopf fehlerhaft
ist); etw. an den N. hängen (ugs.; etw., was man lange
betrieben bzw. angestrebt }\at, aufgeben): den Sport, sein
Studium an den N. hängen; er hat die Boxhandschuhe
(seine Karriere als Boxer) an den N. gehängt. 2. (Ver-
kehrsw.) eine Art großer Nagel mit breitem, leicht gewölbtem
Kopf der zu verschiedenen Markierungszwecken in Reihen
in die Fahrbahn hineingeschlagen wird. 3. kleine,
schildförmige Platte aus Hörn auf dem vordersten Finger bzw. Zehen-
glied(vg\. Fingernagel. Zehennagel): lange, eingewachsene
Nägel; ein N. bricht ab. wächst nach, löst sich, ist
eingerissen; die Nägel schneiden, wachsen lassen: Schmutz unter
den Nägeln haben; *imdm. auf/unter den Nägeln brennen
(ugs.; sehr dringlich sein u, jmdn. in unangenehmer Weise
zum Handeln, zur Eile veranlassen; H.u.. vielleicht bezogen
auf eine entsprechende Foltermethode); sich <Dativ> etw.
unter den N. reißenAauch:) ritzen (salopp; sich erw. auf
nicht ganz korrekte Weise aneignen, Iunrechtmäßig] an
sich nehmen, für sich in Anspruch nehmen): nicht das
Schwarze unter dem/unterm N. (ugs.; überhaupt nichts): er gönnt
mir nicht das Schwarze unterm N.: die Nägel von etw.
lassen (Jugendspr.; etw. lieber nicht tun. sein lassen).
'nage!-, •Nagel- (Nagel 1): -bohrer.der (Handw.): Bohrer, der
bes. zum Bohren von Löchern dient, in die Nägel geschlagen
werden sollen; ^brett. das: mit vielen herausragenden spitzen
Nägeln versehenes Brett, auf dem Fakire ihre Schmerz-
unempfindlichkeit demonstrieren; --eisen, das (Handw.):
Werkzeug zum Ausziehen von Nägeln; Geißfuß (2); -fest:
tniet- und nagelfest; -fleck, der <PL>: Schmetterling, der
mitten auf jedem Flügel eine nagel- oder T-ähnliche, weiße
Zeichnung in einem großen, runden, schwarzblauen Fleck
trägt; -fluh, die (Geol.): (im Alpenraum vorkommendes)
Konglomerat (2) aus Gerollen kristalliner Silikatgesteine,
bes. aus Molasse; -heber, der (Handw.): Werkzeug zum
Ausziehen von Nägeln: -köpf, der: Kopf des Nagels; -nai
<Adj.; o. Steig.: nicht adv.) (ugs.): gerade erst hergestellt
od. erworben u. nwh vollkommen neu: ein -er Mantel.
Geldschein; ein -es Gerät. Haus: Ü eine -e Freundin;
-schaft. der; -schmied. der: Schmied, der Nägel herstellt
(Berufsbez.); -schmiede, die: Schmiedewerkstatt, in der
Nägel hergestellt werden; -schuh, der: Schuh, dessen Sohle
mit Nägeln beschlagen ist; -Stiefel, der: vgl. ^schuh: -zan-
0e, die (Handw.): Zange zum Ausziehen von Nägeln;
-zieher, der (Handw.): svw, f ^heber.
2n&8ek 'Nasel- (Nagel 3): -bett, das <P1. -en. seltener:
-e): votn Nagel bedeckte Stelle des vordersten Finger- bzw.
Zehengliedes, dazu: -bettentzündung, die (Med.): vgl.
Paronychie; -bürste, die: zum Reinigen der Nägel geeignete
kleine Bürste mit kurzen, festen Borsten; -feile, die: feine
Feile zum Abfeilen der Nägel; -fest«per, der: Mittel zum
Festigen. Härten brüchiger od. weicher Nägel: -härter, der:
svw. f-festiger; -haut, die: ständig nachwachsende Haut,
die den Nagel vom Nagelwulst aus am Rand bedeckt;
-hautchen, das: svw. T^haut; -hautentferner, der; -s. -: Mittel,
das die Nagelhaut weich macht, so daß sie sich leichter
entfernen läßt; -kuppe, die: -lack, der: kosmetischer Lack,
mit dem die Nägel überzogen werden: N. auftragen,
entfernen, erneuem, dazu: -lackentferner. der. -s. -: Mittel zum
Entfernen des Nagellacks; -möndchen, das:
halbmondförmiger weißlicher Teil des Fingernagels am hinteren Ende; Lunu-
la (3): -pflege, die; -polierer, der: -s. -: Gerät zum Polieren
der Nägel; -po!itur,die; -probe, die (früher): alte
Trinksitte, die darin besteht, das geleerte Trinkgefäß zum Beweis
dafür, daß es vollständig geleert ist. über dem Daumennagel
umzustülpen: Ü daß die Mitbestimmungsfrage sich mehr
und mehr als eine N. auf die Koalition erweise (Prüfstein
fiirdie Koalition; MM 12. 2. 74, 2); *die N. machen
(veraltend; sein Trinkgefäß bis zum allerletzten Tropfen
austrinken)', bis auf die N. (veraltend; / vom Trinkgefäß, das man
leert I bis auf den allerletzten Tropfen)', -rand, der: /
vorderer) Rand des Nagels; -reiniaer, der: kleines, spitzes Gerät
zum Reinigen der Unterseite des Nagelrandes; -schere, die:
kleine, vorn gebogette Schere zum Beschneiden der Nägel;
-wall, der (Anat.): svw. t-wulst; -wetffctift, der
(Kosmetik): Farbstift zum Wei/Jen der Unterseite des Nagelrandes;
-wukt, der od. die (Anat.): Hautwulst, der den Nagel an
der Wurzel u. am seitlichen Rand bedeckt; -wurzel, die
(Anat.): weicher, vom Nagelwulst bedeckter Teil des Nagels;
-zanae, die: vgl. -schere.
Näaekhen ['neigk^n], das; -s. - [2: nach der Ähnlichkeit
mit einem kleinen Nagel]: 1.1Nagel (1). 2. (veraltet, noch
landsch.) Gewürznelke; Nfeelkauen, das; -s: (krankhafte]
Angewofmheit (bes. von Kindern), an den Nägeln zu kauen:
näseln[na:gln]<sw. V.;hat)[mhd. nagelen.ahd. nagalen]:
1. a) mit einem Nagel, mit Nägeln an, auf etw. befestigen:
ein Schild an die Wand n.; Schindeln auf das Dach n.;
ein Bettuchsegel, das an Dachlatten genagelt worden war
(Grass. Hundejahre 75): b) <meist im 2. Part.) mit Nägeln
versehen, beschlagen: genagelte Schuhe; c) durch Nageln
(1 a) zusammenfügen: Aus den dicksten Baumstämmen
wurden ... Bänke genagelt (Faller. Frauen 8); <subst.:>
eine Maschine zum Nageln von Kisten; d) Nägel
einschlagen: den ganzen Morgen n. 2. (Med.) durch Knochentuige-
lung (wieder) zusammenfügen: der gebrochene Knochen,
das Bein mußte genagelt werden. 3. (Fachspr. Jargon)
(von i Dieseljmotoren) stark klopfen (2); <Abl.:) N&geftung,
die; -, -en.
nagen [na.gn] <sw. V.; hat) [mhd. nagen, ahd. (g)nagan]:
l.a) (bes. von bestimmten Tieren) /mit den
Schneidezähnen/ von etw. [Hartem/ sehr kleine Stücke abbeißen: der
Hund nagt an einem Knochen: die Mäuse nagen am Holz:
<auch o. Präp.-Obj.:) man hörte die Mäuse n.; Ü er nagte
1854
nahe-
verlegen, grübelnd an der Unterlippe; die Brandung nagt
an der Küste (zerstört sie allmählich durch ihre
kontinuierliche Einwirkung); * nichts zu n. und zu beißen haben (ugs.;
nichts zu essen haben; Hunger leiden): b) nagend von etw.
abbeißen: das Wild hat die Rinde von den Bäumen genagt;
c) durch Nagen hervorbringen: die Ratten haben Löcher
[ins Holz] genagt; d) <n. + sich) sich nagend in erw.
hinein!fressen, durch etw. [hindurch Ifressen: die Mäuse
haben sich durch die Holzwand genagt: Ü die Säure hat
sich durch den Boden des Gefäßes genagt. 2. quälend\
peinigend, zehrend [u. langsam zerstörend] / einjwirken:
die seelische Belastung nagte an seiner Gesundheit; der
Kummer nagt an ihm, an seinem Herzen; Zweifel nagen
an ihm. an seinem Gewissen; <unpers.:) es nagte an ihm.
daß man ihn nicht eingeladen hatte; ein nagendes
Hungergefühl; nagender Schmerz; nagende Zweifel. Gewissensbisse:
Naaer, der; -s. - (Zool.): Nagetier.
nah: tnahe.
nah-. Nah-: -aufnähme, die: a) (Fot.) Aufnalime im Maßstab
1:10 bis 1:1; b) (Film) Einstellung, in der ein Objekt aus
der Nähe gefilmt wird, ohne daß es jedoch das ganze Bild
beherrscht: Totalen. Nah- und Großaufnahmen ... können
simultan erscheinen (Gregor, Film 90); ^beben.das(GeoL):
Erdbeben in weniger als 1 (XX) km Entfernung vom
Beobachtungsort; -bereich, der (bes. Fot.): in unmittelbarer Nähe
des Betrachters liegender Bereich (Ggs.: Fembereich);
-brille.die (ugs.): Brille, die den Selxfehler der / Alters
/Weitsichtigkeit korrigiert u. dadurch ein besseres Sehen im
Nahbereich ermöglicht; Lesebrille; Einstellung, die: a) (Fot.)
Entstellung der Kamera für Nahaufnahmen; b) (Film) svw.
t -aufnähme (b): -erhoking, die: Erholung der Bevölkerung
einer Großstadt in deren näherer Umgebung, dazu: ^erho-
kingsgebiet, das: Erholungsgebiet in der Nähe einer
Großstadt; -fahrt, die: im Unterschied zur Fernfahrt nur über
eine kürzere Strecke führende Fahrt mit dem Lastkraftwagen
od. Lastzug; -kämpf, der: 1. militärischer Kampf Mann
gegen Mann mit Hieb- u. Stichwaffen. Handfeuerwaffen
o. ä. 2. a) (Boxen) Kampf, bei dem sich die Boxer in geringer
Entfernung, meist Körper an Körper, gegenüberstehen; b)
(Fechten) Kampf, bei dem sich die Fechter in geringer Entfer-
tmng gegenüberstehen, zu I: -kampftuittel, das: Waffe für
den Nahkampf iz.B. Handgranate, Flammenwerfer); ^ost
[-'-1 <o. Art.): der Nahe Osten: Waffenlieferungen nach
N.; politische Gespräche über N.. dazu: -östlich [-'—1
<Adj.; nur attr.): den Nahen Osten betreffend; -schnellver-
kehrszug, der: auf Kurzstrecken in Ballungsräumen
eingesetzter, verhältnismäßig schnell fa/irender Zug mit kurzen
Aufenthalten; Zeichen: N.; -schuß, der: Schuß aus geringer
Entfernung; -sichtig <Adj./> (bes. Kunstwiss.): aus der ,
unmittelbaren] Nähe gesehen, eine entsprechende Sicht
erkennen lassend: wird der Betrachter durch die -e Auflassung
in den Innenraum einbezogen (Bild. Kunst 3. 36); -trans-
port. der: Transport über kurze Entfernungen; -verkehr,
der: Eisenbahn- u. Fahrzeugverkehr über kürzere
Entfernungen (Ggs.: Femverkehr 1), dazu: -Verkehrsmittel, das
(Ggs.: Fernverkehrsmittel), -verkehrszug, der:
Personenzug; vgl. -schnellverkehrszug; -ziel, das (Ggs.: Fernziel):
l.für die nahe Zukunft [als erstes! angestrebtes Ziel; Ziel,
das möglichst bald verwirklicht werden soll: sein N. ist
die Teilnahme an den Olympischen Spielen. 2. (selten)
in kürzerer Entfernung liegender Zielpunkt einer
Wanderung, Fahrt o.a.; -zone, die (Verkehrsw.): Gebiet im
Umkreis von 50km Luftlinie, gemessen vom Ortsmittelpunkt
des Standortes des betreffenden Kraftfahrzeugs.
Näh-: -arbeit, die: etw. in Arbeit Befindliches, das mit der
Maschine od. mit der Hand genäht wird; -faden, der: Faden,
mit dem man näht: ein N. aus Seide. Baumwolle; -sarn,
das: vgl. -faden; -kästen, der: / tragbarer/ Kasten mit
verschiedenen Fächern zur Aufbewahrung von Nähgarn,
Nähnadeln u. anderen Nähzutaten, <Vkl.:> -kästchen, das:
* aus dem N. plaudern (ugs. scherzh.; Geheimnisse, private
Dinge Fremden mitteilen): -korb, der: a) Behälter aus
Korbgeflecht o. ä. mit einem oben angesetzten, beutelartig
zusammenziehbaren Stoffteil zur Aufbewahrung von Nähgarn.
Nähnadeln u. anderen Nähzutaten; b) Korb für Näharbeiten,
<Vkl. zu a:> -körbchen, das: *aus dem N. plaudern (ugs.
scherzh.; tNähkästchen); -kurs, (selten.) -kursus, der:
Kurs, der Kenntnisse im Nähen vermittelt; -maschine, die
[LÜ von engl. sew(ing)-machine]: 1. Maschine mit Hatid-,
Fuß- od. elektrischem Antrieb zum Nähen: eine elektrische.
versenkbare N.; ein Kleid, eine Naht mit der N. nähen.
2. (Soldatenspr.) a) Maschinengewehr; b) (im 2. Weltkrieg)
altes, ein klappernd-surrendes Geräusch verursachendes
i russisches] Kampf- od. Beobachtungsflugzeug, zu 1:
-maschinenöl.das: zur Pflege der Nülunaschine verwendetes
öl; -nadel, die: beim Nähen verwendete / feineJ Nadel mit
Öhr; -schatulle, die (selten): vgl. -kästen; -seide, die:
beim Nähen verwendete gezwirnte Seidenfaser; -stich, der:
mit der Nähnadel ausgeführter Stich; -Stube, die (früher):
Raum, in dem man nä/ien konnte; -stunde, die:
Handarbeitsstunde im Nähen; -tisch, der: niedriger, kleiner Tisch mit
Fächern für Nähgarn, Nähnadeln u. anderen Nähzutaten;
-Utensilien <PI.): vgl. -zutaten; -zeug, das: 1. Zubehör
u. Zutaten zum Nähen (z. B. Garn. Nadeln. Schere.
Fingerhut). 2. svw. f -arbeit; -zutaten <P1.): zum Nähen
verwendete Zutaten (z. B. Garn, Knöpfe. Reißverschlüsse); -zwirn,
der: vgl. -faden.
nahe[na:a;mhd. nach.ahd. näh]: I.(auch: nah [na:D <Adj.;
näher, nächste) I. nicht weit entfernt; leicht erreichbar:
der nahe Wald; in der näheren oder weiteren Umgebung
der Stadt; wo ist denn hier das nächste Kino?; von dort
aus ist es näher zum Zentrum; dieser Weg ist näher (ugs.;
kürzer, führt schneller ans Ziel): sie blieb ihm immer n.
(hielt sich immer in seiner Nähe auf); ein n. gelegener
Ort; bitte treten Sie näher!; komm mir nicht zu n.! (faß
mich nicht an!; halte Abstand von mir!); <in Verbindung
mit Präpositionen:) n. am Ziel; das Hotel steht n. am
Strand; geh nicht zu n. an das Gitter heran!; n. bei der
Kirche, beim Fluß; Ü ... daß der alte Weg uns der
Wiedervereinigung keinen Schritt näher bringt (Dönhoff. Ära
110); * aus/von nah und fern; aus/von fern und nah (geh.;
von überallher); von nahem (aus geringer Entfernung; in
direkter Anschauung); jmdm. zu n. treten (jmdn. durch
eine Äußerung, ein Verhalten kränken, verletzen). 2. bald,
in absehbarer Zeit, unmittelbar erfolgend, eintretend,
bevorstehend; nicht mehr fern: die nahe Abreise; der nahe
Abschied. Tod: in naher, nächster Zukunft; das Ende der
Ferien, der Herbst ist n.; Rettung. Hilfe war n.; etw.
steht n. bevor: eine dicke Dame, den Fünfzig näher als
den Vierzig (Kuby, Sieg 316); <in Verbindung mit
Präpositionen.) es war ... nah an Mittag (Fühmann, Judenauto
177); er ist n. an achtzig (ugs.; fast 80 Jahre alt);
Weihnachten rückte (immer] näher heran: *n. daran sein, etw. zu
tun (beinahe schon etw. tun): einer Sache n. sein (fast
von etw. überwältigt, erfa/Jt werden): dem Weinen, den
Tränen, einer Ohnmacht, der Verzweiflung, dem
Untergang, dem Tode n. sein; dem Wahnsinn n.. stürzte er
davon. 3. in enger, direkter Beziehung zu jmdm., etw.
stehend: der Verlust eines nahen Angehörigen; in naher
Verbindung miteinander stehen; das sind nähere Bekannte
von ihm; seine nähere Umgebung (die Menschen in seiner
Nähe, mit denen er umgeht); n. mit jmdm. verwandt,
befreundet sein: jmdn. näher kennen, kennenlernen;
allmählich kommen wir der Sache näher (der Sache auf den
Grund, kommen wir auf das Wesentliche); das Bestreben,
der Wahrheit so nahe wie irgend möglich zu kommen
(Thieß. Reich 13). II. (selten: nah] <Präp. mit Dativ) (geh.)
in der Nähe (einer Sache. Person): nahe der Stadt, dem
Fluß; ich sah, den Wolken nah. eine verfallene ... Hütte
stehen (Koeppen. Rußland 138); <Abl.:) Nähe l'neia]. die;
- [mhd. nashe. ahd. nähfl: I. geringe Entfernung: die N.
der Fabriken störte ihn; etw. aus der N. betrachten; in
der N. des Fensters; in der N. der Stadt; in der, in jmds.
N. bleiben; sich in der, in jmds. N. aufhalten; sich wegen
einer Erkältung nicht in jmds. N. trauen; in nächster,
unmittelbarer N. des Sees (unmittelbar am See); das
Unglück hat sich [ganz] hier in der N. (nicht weit von hier)
ereignet; er möchte die Kinder immer in seiner N. (an
einem nicht zu weit entfernten Ort) haben; er will das
Buch in greifbarer N. haben (so nahe, daß er es schnell
zur Hand nehmen kann); Ü aus der N. betrachtet (wenn
man sich genau damit befaßt), ist die Sache ganz anders.
2. geringe zeitliche Entfernung / von erw. Bevorstehendem I:
er fühlte die N. (geh.; das Herannahen) des Todes; das
Examen ist in unmittelbare N. gerückt; das Ziel, der Erfolg
war in greifbarer N. 3. jmds. Nahsein; enge Beziehung:
eine vertrauliche N.; jmds. N. suchen, nicht länger ertragen
können.
nahe-: ^hei <Adv.>: nicht weit entfernt von. nahe bei einer
Stelle, einem Ort; in der Nähe: er hatte sein Auto n. geparkt;
1855
nahen
in verschwiegenen Nischen und dunklen Winkeln nistet
auch n. das Verbrechen (Herrenjournal 2. 1966. 111);
-bringen <unr. V.; hat): l.a) jmdm. bestimmte Kentitnisse
vermitteln u. bei ihm Interesse. Verständnis für die Sache
wecken: den Schülern, der Jugend, dem Publikum die
moderne Kunst, die K lassiker n.; b) jmdn. mit einem andern
vertraut machen u. eine enge Beziehung zwischen ihnen
entstehen lassen: gemeinsame Erinnerungen brachten sie
einander nahe. 2. in die unmittelbare Nähe von etw. bringen:
jmdn. dem Ruin n.; -»eben <unr. V.; ist): (bes. von Unglück
o. ä.) jmdn. innerlich stark beeindrucken, in seinem Innersten
erfassen: einen tiefen Schmerz in jmdm. auslösen: der Tod
ist ihm außerordentlich, nicht sonderlich nahegegangen;
es ist ihm nahegegangen, daß ...; daß Unrat sich das n.
lassen werde (H. Mann. Unrat 111); -kommen <st. V.;
ist): l.a) sich einer Sache annähern: diese Summe kam
unseren Vorstellungen nahe;... dem Kern aller historischen
Problematik nahezukommen (Thieß. Reich 21); b) einer
Sache fast gleichkommen: das kommt einer Beleidigung.
Befehlsverweigerung nahe. 2. zu jmdm. in eine enge
Beziehung treten: sie sind sich während dieser Zeit [kaum]
menschlich, innerlich nahegekommen; -legen <sw. V.;
hat): X.jmdn. [indirekt] zu etw. auffordern, auf etw.
hinlenken: empfehlen: jmdm. den Rücktritt n.; jmdm. n. zu
verschwinden; Die Mädchen werden zwar nicht richtig dazu
gezwungen, aber man legt es ihnen nahe (Hornschuh.
Ich bin 40). 2. bewirken, etw. in Betracht zu ziehen: sogleich
anbieten: diese Vorgänge legen die Vermutung, den
Gedanken nahe, daß ...; eine solche Erklärung wurde auch
dadurch nahegelegt, daß ...; -liegen <st. V.; hat): jmdm.
sogleich in den Sinn kommen: sich beim Überlegen sogleich
einstellen, anbieien: die Vermutung liegt nahe, daß ...;
es liegt nun die Frage nahe, warum ...; sollte es dann
nicht den Offizieren n.. sich ihn (= Gott) als Offizier
vorzustellen? (Musil. Mann 1241); (häufig im 1. Part.:) aus
naheliegenden Gründen; es ist naheliegend, sich zu fragen,
ob ...; -stehen <unr. V.; hat): 1. zu jmdm. in enger
Beziehung stehen: jmdm. menschlich, freundschaftlich,
weltanschaulich n.; einem Kreis, einer Partei n.; dem
Liberalismus nahestehende Persönlichkeiten. Ideen. 2. auf Grund
seiner Eigenart, bestimmter Merkmale in die Nähe einer
Sache gehören, ihr benachbart sein: (häufig im 1. Part.:)
gewisse, chemisch dem Plexiglas nahestehende Stoffe
(Medizin II. 65); von sich nahestehenden Tierformen (Lorenz.
Verhalten I. 97); -treten <st. V.; ist): svw. t ^kommen
(2); ^zu < Adv.): in Quantität od. Grad der genannten Angabe
ziemlich nahekommend: einen bestimmten Zustand
weitgehend erreicht habend: fast: n. die Hälfte; es dauerte n.
fünf Stunden; es war n. peinlich, wie sie sich aufführte.
nahen [na^nl <sw. V.) [mhd. nähenl (geh.): 1. <n. + sich)
(veraltend) sich nähern <hat): eine Gestalt naht sich;
Schritte nahten sich; sich [jmdm.] ehrerbietig, mit einer Bitte
n.; (selten ohne ..sich"; ist:) Dem Rabbi ... nahte er nie
anders als diensteifrig (Buber. Gog 13). 2. [zeitlich] in
unmittelbare Nähe rücken <ist): der Winter, der Morgen,
der Abschied nahte; sie sahen die Katastrophe n.; bei
einem nahendem Gewitter.
nähen [ne:dn] <sw. V ; hat) [mhd. naejen. ahd. näjen. urspr.
= knüpfen, weben]: 1. zwei Teile von Textilien. Leder
o. ä. mit Nadel u. Faden zusammenfügen: mit der Maschine,
mit der Hand, mit kleinen Stichen, ordentlich, sauber
n.; n. lernen; sie näht für ihre Kinder, in mehreren Familien;
sie hat heute den ganzen Tag [an dem Mantel] genäht.
2.a) durch Nälien (1) herstellen: ein Kleid, eine Naht n.;
den Rock nach oben hin enger, weiter n.; du kannst den
Saum nicht mit weißem Garn n.; aus diesem Stoff hat
sie mir/für mich eine Bluse genäht; b) durch Nähen (1)
befestigen: Knöpfe, einen Kragen an das Kleid n.: eine
Borte auf die Schürze n.; Was ich nie vergesse: ... das
... Segeltuch, in das wir unseren Bootsmann nähten
(einnähten) in der Sargasso-See (Bieler. Bonifaz HS). 3. an
jmdm. Hautgewebeteile durch Nähen (1) wieder
zusammenfügen: eine Wunde, eine Perforation n.; (ugs.:) der Patient
mußte genäht werden.
näher [ne:B] <Adj.): 1. (absoluter Komp. zu tnahe: nicht
präd.) sich genauer, ins einzelne gehend mit einer Sache
befassend: -e Auskünfte. Erkundigungen einholen; die -en
Umstände; eine -e Untersuchung; bei -em Hinsehen; nicht
n. auf etw. eingehen; etw. n. betrachten, in Augenschein
nehmen; <subst.:> er durfte ihr nichts Näheres (keine
weiteren Einzelheiten) sagen; sie wußte bereits alles Nähere;
*des -en (genauer, im einzelnen): ohne sich des -en
auszulassen (Bergengruen. Rittmeisterin 360). 2. Komp. zu tnahe
(I).
näher-. Näher-: -bringen <unr. V.; hat): jmdm. leichter
verständlich machen: er bemühte sich, den Schülern
mittelalterliche Dichtung näherzubringen; -kommen <st. V.; ist):
zu jmdm. in eine engere Beziehung treten: mit jmdm.
vertrauter werden: jmdm. persönlich, innerlich, menschlich n.;
sie sind sich/(geh.:) einander in letzter Zeit (wieder]
nähergekommen; bliesen <st. V.; hat): jmdm. eher in den Sinn
kommen: sich beim Überlegen eher einstellen, anbieten: ich
denke, daß es näherliegt zu gehen, als weiter zu warten;
-recht, das (Rechtsspr. veraltet): eine Art Vorkaufsrecht:
-stehen <st. V.; hat): zu jmdm.. etw. in einer engeren
Beziehung stehen: sie hat ihm damals nähergestanden; Der
Pfeiler steht naturgemäß der Mauer näher (Bild. Kunst 3.
48); -treten <st. V.; ist): sich mit etw. befassen, um die
betreffende Sache womöglich zu verwirklichen: einem Plan.
Vorschlag n.
Näherei [nea'raj]. die; -. -en: 1. <o. PI.) (oft abwertend)
/ dauerndes] Näixen. 2. svw. t Näharbeit; Näherin [ne.srin].
die; -. -nen: weibliche Person, die beruflich, zu Erwerbszwek-
ken näht.
nähern[ne:Bn|<sw. V.; hat) [mhd. naehern]: 1. <n. + sich)
a) sich näher auf jmdn.. etw. zubewegen: näher
herankommen: sich rasch, langsam, vorsichtig, schüchtern n.; die
Tiere näherten sich bis auf wenige Meter; sie näherten
sich dem Ziel ihrer Reise; wir näherten uns. das Schiff
näherte sich der Küste; Schritte näherten sich; sein Gesicht
näherte sich ihr. dem ihren; die Warmfront näherte sich
der Elbe (Schnabel. Marmor 143); Ü die Temperatur nähert
sich dem Gefrierpunkt; b) in zeitliche Nähe von etw.
kommen: eine bestimmte Zeit bald erreichen: der Sommer, unser
Aufenthalt nähert sich dem Ende; sie näherte sich dem
Matronenalter; er näherte sich den Dreißig (war fast
dreißig Jahre alt): c) in bestimmter Absicht mit jmdm. Kontakt
aufnehmen, zu jmdm. in Beziehung treten: sich einem
Mädchen, einer Frau n.; es haben sich mir schon mehrere
Interessenten genähert; Wir Denker suchen uns Gott zu
n. (Hesse. Narziß 389); d) sich in eitte bestimmte Rieh tum
entwickeln, wobei sich die betreffende Person. Sache
annähert. Ibis zur Identität] angleicht: sich einem Ideal, einer
Idee n.; ihre Begeisterung näherte sich der Hysterie; nähert
sich die Scholastik erneut dem antiken politischen Denken
(Fraenkel. Staat 264). 2.a) an etw.. jmdn. heranbringen:
er näherte seinen Mund dem ihren; Auf diese Weise werden
langsam die beiden Gruppen (= der Küken) einander
genähert (Lorenz. Verhalten 1.196); Ü ... wird uns die Synthese
dem Ziele n. (Lorenz, Verhalten I. 280); b) (geh.) annähern
(2): Die Standpunkte ... können einander nur dann
genähert ... werden, wenn ... (Börsenblatt 81. 1969. 6430);
<Abl.:> Näheruns, die; -. -en (Math): Atinäherung an einen
exakten Wert: <Zus.:) Näherungswert, der (Math.): Wert,
der eine Annäherung an den exakten Wert darstellt.
nahm [na:m], nähme [ne.ms]: I nehmen: -nähme [-na:mal.
die; -. -n: in Zus. u. Zusb.. z. B. Abnahme. Einflußnahme.
nihr-.Nihr-: -tacken, das (Fachspr.): oberer,
schneebedeckter Teil des Gletschers, in dem sich das Eis bildet: Firnbek-
ken: -boden, der: Substanz aus flüssigen od. festen Stoffen
als Untergrund für Pilz- od. Bakterienkulturen sowie zur
Anzucht von Zellgewebe: Bakterien auf einen festen N.
bringen, auf einen neuen N. übertragen; Ü Arbeitslosigkeit
ist der N. für radikale Ideen, dazu: -bodenschale, die:
-brühe, die: flüssiger Nährboden: -creme, die: der Haut
Nährstoffe zuführende Creme: -einlauf, der (Med.):
Einführung von in Wasser gelösten Nährstoffen in den Mastdarm
zum Zwecke der künstlichen Ernährung; -flüssigkelt, die:
flüssiger Nährboden; -gebiet, das (Fachspr.): Teil des
Gletschers oberhalb der Schneegrenze, in dem der Niederschlag
größer ist als die Abschmelzung; -gehalt, der: svw. t ^stoff-
gehalt; ^gewebe, das (Bot.): mit Stoffen zur Ernährung
des Keimlings angereichertes pflanzliches Gewebe; -hefe,
die: Hefe mit hohem Gehalt an Vitaminen u. Eiweiß, die
zu Futter- u. Nährzwecken sowie für Vitaminpräparate
verwendet wird; -klistier, das (Med.): svw. T --einlauf; -Ifcung,
die: a) flüssiger Nährboden; b) in der Hydrokultur
verwendete Lösung mit Nähr salzen; c) (Med.) Infusionslösung für
die künstliche Ernährung; -medium, das (Med.): svw. Nbo-
den; -mehl, das: svw. IKindermehl; -mittel <PI.): aus
1856
naiv
Getreide gewonnene Produkte außer Mehl (z. B. Grieß.
Haferflocken. Teigwaren. Puddingpulver), dazu: MnitteHa-
brik, die. Mnittelindustrie, die: -mutter, die (veraltet):
Pflegemutter; ^Präparat, das: Lebensmittelprodukt. in dem
bestimmte Nährstoffe angereichert sind od. das sich durch
seinen Gehalt an leichtverdaulichen Nährstoffen gut zur
Ernährung von Kindern u. Kranken eignet; ^salze <P1.>: für
die pflanzliche Ernährung wichtige Mineralstoffe; ^schaden,
der (Med.): krankhafte Störung im Gedeihen von Säuglingen
u. Kleinkindern auf Grund von Ernährungsfehlern; --stand,
der <o. PI.) (veraltet): a) Stand der in der Landwirtschaft
Beschäftigten, der Bauern; b) Gesamtheit der zu diesem
Stand gehörenden Personen; vgl. Lehrstand, Wehrstand;
^stolT.der <meist Pl>: für Aufbau. Erhaltung. Fortpflanzung
von Organismen notwendiger Stoff: wichtige -e für das
Kind; ... um die Zellen mit N. zu versorgen (Medizin
II. 224). dazu; -stoflarm <Adj.; nicht adv.> (Ggs.: -stoflf-
reich). -stoflgehalt, der. -stoffreich <Adj.; nicht adv.)
(Ggs.: ^stoflfarm); -vater, der (veraltet): Pflegevater;
Mvert, der: Wert einer bestimmten Nafirung für das
Wachstum u. die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen: Zucker
hat einen hohen N.; *das hat keinen [sittlichen/geistigen]
N. (salopp; das hat keinen Wert. Zweck): ^zucker, der:
für die Säuglingsnahrung, bes. bei Durchfall verwendetes.
Malzzucker enthaltendes Gemisch.
nähren [ne:ren] <sw. V.; hat) [mhd. ner(e)n. ahd. nerian.
urspr. = retten, am Leben erhalten): La) auf eine
bestimmte Weise ernähren (1 a): ein Kind mit Muttermilch. Brei
n.: er nährte seinen Körper reichlich mit Hafergrütze:
sie nährte ihr Kind selbst (stillte es); ein gut. schlecht
genährtes Tier; Ü ... nährte Paulus ... seinen Geist mit
indischer ... Philosophie (K. Mann. Wendepunkt 92); b)
<n. + sich) (geh.) sich ernähren (1 b): sich [hauptsächlich]
von Fleisch, Gemüse. Reis. Brot n.; Kühe nähren sich
von Gras; Großgaststätten, in denen man sich an lieblos
zubereitetem Essen ... nährte (Feuchtwanger. Erfolg 565);
Ü (geh.:)... nährt sich das mächtige Element (= das Feuer)
von den harzigen Zweigen (A. Zweig. Grischa 12). 1
(geh.) a) svw. temähren (2 a): daß die Straßburger Gegend
... ihre Bewohner nährt (ihren Bewohnern
Lebensbedingungen bietet; Bobrowski. Mühle 151); in Italien nährt er
( = der Film) die Intelligenz (Koeppen. Rußland 202); b)
sich ernähren (2 b): das arme, kleine Mädchen, das sich
da kümmerlich von Heimarbeit nährte (Thieß. Reich
480 f.). 3. na/irhaft sein: Zucker nährt: Das Essen war
schlecht; trotzdem nahmen wir zu; die Luft im Werder
nährte (Grass. Hundejahre 326). 4. (geh.) in sich. jmdm.
entstehen lassen u. aufrechterhalten: einen Plan. Wunsch.
Verdacht, eine Idee. Hoffnung n.; sein Haß wurde durch
die Vorstellung. Vermutung, dadurch genährt, daß ...; seine
Sachkenntnis nährte (hielt ...in Gang) das ganze Gespräch;
Nährer, der; -s. - [spätmhd. nerer] (veraltet, geh.): jmd..
der für jmds. Nahrung sorgt: Nihrerin, die; -. -nen: w.
Form zu T Nährer; nahrhaft <Adj.; -er. -este; nicht adv.>
[spätmhd. narhaft. zu mhd. nar. ahd. nara = Heil;
Nahrung]: genügend Nährstoffe enthaltend: Nährwert besitzend:
-e Kost. Speise; Kohlehydrate sind sehr n.; der
Gulaschmarie, die fettig und n. (nach nahrhafter Kost) roch (Remar-
que. Westen 8); nährig ['nein?] <Adj.; nicht adv.> [mnie-
derd. nerich = auf seine Nahrung bedacht] (bes. nordd):
äußerst haushälterisch, sparsam bis zum Geiz; sehr kleinlich
in seinen Ausgaben u. sie genau Überwachemi: ... und wurde
ein stiller, -er Mann (Frenssen. Jörn Uhl 168); Nahrung,
die; - [mhd. narunge. zu: nar. t nahrhaft]: Eßbares.
Trinkbares, das ein Lebewesen zur Ernährung, zu Aufbau u.
Erhaltung des Organismus braucht u. zu sich nimmt: gesunde,
kräftige, ausreichende, reichliche, kärgliche, fettreiche,
feste, flüssige, tierische, pflanzliche N.; die menschliche N.:
die N. zubereiten; der Kranke nimmt nicht genügend N.
zu sich; die Tiere finden im Winter kaum noch N.; Die
N. mußten sie sich als Jäger in den Bergen suchen (Cotton.
Silver-Jet 13); die N. verweigern (die angebotene Nahrung
nicht zu sich nehmen); etw. dient Jmdm. als/zur N.; jmdn.
mit N. versorgen: Vitamine werden mit der N. zugeführt;
Ü etw. ist jmds. geistige N.; * einer Sache N. gehen/zuführen/
bieten o.a. (etw. sich weiterhin entwickeln, sich ausbreiten
lassen): [mitetw.] dem Argwohn, dem Mißtrauen.
Gerüchten jmds. Selbstgefühl, einer Sehnsucht N. geben: N.
erhalten/finden o. ä. (sich weiterhin entwickeln, ausbreiten; eine
gewisse Stärke aus etw. beziehen): seine Hoffnung hat
auf dieser Reise neue N. erhalten; der Argwohn findet
immer wieder neue N.
Nahrung*-: ^aufnähme, die <o. Pl.>; ^aufspaltung* die
(Fachspr.): das Aufspalten (a) der Nahrung durch Enzyme;
-bedarf, der; ^enverb, der (Zool.): das Beschaffen der
Nahrung; MBit, das <meist Pl.> (DDR): svw. T ^mittel; -kette,
die(BioL): Gruppe von Organismen, bei der die Konsumenten
der verschiedenen Ebenen in ihrer Ernährung jeweils von
Konsumenten niederen Grades abhängig sind; Miiangel, der;
Mnittel, das <meist Pl.>: der menschlichen Ernährung
dienender, roh od. zubereitet genossener Stoff, dazu: -mittekhe-
mie, die: angewandte Chemie, die sich mit der Untersuchung
u. Begutachtung von Nahrungsmitteln befaßt, Mnittelindu-
strie, die. Mnittelproduktion, die. -mittelvergiftung, die
(Med.): svw. t Lebensmittelvergiftung; Mjuelle, die: sich
in der Natur bietende Möglichkeit, sich die tägliche Nahrung
zu verschaffen; -saft, der <o. Pl.> (Fachspr.): svw. t
Speisesaft; -sorgen <P1.>: Sorgen um den Lebensunterhalt, die
tägliche Nahrung; -Spaltung, die (Fachspr.): svw. t-auf-
spaltung; -Stoff, der <meist Pl.>: der Ernährung dienender
Stoff; Nährstoff: Vitamine sind wichtige -e; -suche, die:
Vögel auf N.; -trieb, der: Trieb. Nahrung aufzunehmen;
-Verweigerung, die: Verweigerung der Nahrungsaufnahme;
-Vorrat, der: Vorrat an Nahrung; -zufuhr, die: das Zuführen
von Nahrung.
Naht [na:t]. die; -. Nähte ['ne:td; mhd.. ahd. nät. zu tnähen]:
l.a) beim Nähen entstehende Verbindungslinie: eine
einfache, doppelte (vgl. Doppelnaht), gerade N.; die N. ist
geplatzt, aufgegangen; eine N. nähen, steppen, einfassen,
auftrennen, vor der Anprobe ausplätten; in seinem Frack,
der von der Anstrengung in den Nähten krachte (H. Mann.
Stadt 146); *eine N. (salopp emotional: viel; H.u.): eine
N. arbeiten, schlafen, trinken; du beziehst gleich eine N.
(bekommst gleich gehörig etw.. eine Tracht Prügel); eine
[große, dolle] N. draufhaben (mit großer Geschwindigkeit
fahren); jmdm. auf den Nähten knien, imdm. auf die Nähte
sehen/rücken (salopp; jmdm. zusetzen, jmdn. bedrängen)'.
etw. auf der N. haben (salopp; vermögend, wohlhabend sein;
früher nähte man vor Reisen oft Geld in die Kleidung
ein); aus den/allen Nähten platzen (ugs.: 1. zu dick werden
[so daß man nicht mehr in seine Kleider paßt]. 2. so groß,
umfangreich werden, daß der vorhandene Raum nicht mehr
genügt; den Rahmen sprengen: die Universität, die Stadt
platzt aus den Nähten); b) (Med.) operative Vereinigung
von Gewebsrändern od. Organen mit gebogener Stahlnadel
u. Faden aus bestimmtem Material; die N. ist gut. schlecht,
noch nicht verheilt. 2. (Technik) durch Zusammenschweißen
entstehende Verbindungslinie: die N. an dem Behälter ist
undicht geworden; Nähte schweißen. 3. (Anat.) svw. tSu-
tur. 4. (Milit.) gemeinsame Grenze benachbarter
[Groß]verbände, mit der der jeweilige Verantwortungsbereich
festgelegt wird.
naht-, Naht-: -band, das <P1. -bänder) (Schneiderei): svw.
tEggenband; ^los <Adj.; o. Steig.): 1. <nicht adv.) a) ohne
[Strumpf]naht: -e Strümpfe; b) (Technik) ohne
Schweißnaht. 2. sich ohne Schwierigkeiten mit etw. verbindend:
ohne daß ein Bruch o. ä. deutlich wird: eine -e
Weiterversicherung; die einzelnen Phasen gingen n. ineinander über.
-stelle, die: 1. (Technik) Stelle, an der sich eine Schweißnaht
befindet. 2. Stelle, an der zwei verschiedene Dinge. Bereiche
o. ä. aufeinandertreffen: -n zwischen Staat und Gesellschaft,
zwischen Politik und Recht; -zugäbe, die: beim
Zuschneiden für die Nähte zugegebener Stoff.
Nähterei [ne^'r^j]. die; -. -en [zu tNaht] (veraltet): svw.
tNäherei; Nähterin, die; -. -nen (veraltet): svw. tNäherin:
die Lena, die N. auf dem Schloß war (Strittmatter.
Wundertäter 17).
naiv [na'i:fl <Adj.: nicht adv.) [frz. naif < lat. nätivus
= durch Geburt entstanden; angeboren, natürlich]: a)
von kindlich unbefangener, direkter u. unkritischer Gemüts-.
Denkart [zeugend]; treuherzige Arglosigkeit beweisend: -e
Freude. Begeisterung, Bewunderung; -er Stolz. Egoismus;
eine -e Natur wie er; -e Menschen; -e (von Laien ohne
entsprechende Vorbildung ausgeübte) Kunst. Malerei;
Brutus habe n. gehofft.daß ... (Goldschmit. Genius 46); Diese
Anschauungen entwickelte ich ursprünglich vollkommen
n. (Lorenz. Verhalten I. 131); b) (oft abwertend) wenig
Erfahrung. Sachkenntnis od. Urteilsvermögen erkennen
lassend u. entsprechend einfältig, töricht [wirkend]: dieser
-e Mensch!; ein -er Dummkopf; eine -e Selbsttäuschung.
117 GDW
1857
Naive
Selbstsicherheit, Gewissenlosigkeit, Frage: ihr seid, das
ist [reichlich] n.; er wirkt ein wenig n.; dieser Vorschlag
mutet geradezu n. an: sie sagte n.. daß ...: <subst.:> *den
Naiven/die Nahe spielen (so tun, als ob man von einer
bestimmten Sache nichts wüßte; sich dumm stellen); Nahe
[nai:va]. die: -n. -n <Dekl. T Abgeordnete): Schauspielerin,
die das Rollenfach der jugendlichen, heiter-unbeschwerten
Liebhaberin vertritt; Naivität [naivi'te:t]a die: - [frz. naivitö):
a) naive (a) Art: durch etw. seine Unbefangenheit und
N. einbüßen:... den Amerikaner als Personifizierung
robuster N. zu zeigen (K. Mann. Wendepunkt 186); b) (oft
abwertend) naive (b) Art: eine rührende N.!; Ärger ...
über soviel vermeintliche N. (DönhofT, Ära 96); Naivling,
der: -s, -e (ugs. abwertend): naiver (b) Mensch.
Naiade [najaidal. die; -. -n [lat. Näias (Gen.: Näiadis) <
griech. naiäs (Gen.: naiädos)] (griech. Myth.): in Quellen
u. Gewässern wohnende Nymphe.
Namel'na.ma], der; -ns.-n. (seltener auch:) Namen [na.man],
der; -s. - [mhd. name. ahd. namo]: I. Bezeichnung, Wort,
mit dem etwas (z.B. ein Gegenstand, ein Lebewesen) als
[ Vertreter einer] Art, Gattung von gleichartigen
Gegenständen, Lebewesen o. ä. benannt wird; Gattungsname,
Appellativ: wie lautet der N. dieser Tiere?; Buschwindröschen
ist ein anderer N. für Anemone: nicht jede kleine Erkältung
verdient gleich den -n „Grippe": das Unrecht beim -n
nennen (es als Unrecht bezeichnen); auf diese Art von
Kunst paßt keiner der üblichen -n (Bezeichnungen); die
Veranstaltung läuft unter dem -n „öffentliche
Hauptprobe"; R daher der N. Bratkartoffel! (ugs.; daher also, das
ist der wahre Grund): +etw. beim -n nennen (TKind 1).
2. a) kennzeichnende Benennung eines Einzelwesens, Ortes
od. Dinges, durch die es von anderen seiner Art unterschieden
wird; Eigenname: ein bekannter, adliger, schöner,
seltsamer, häufig vorkommender, ausgefallener N.: das ist sein
richtiger, sein angenommener N.; mein N. ist (ich heiße)
Maier; der Name tut doch nichts zur Sache (ist unwichtig);
bitte sagen Sie mir Ihren -n!; wie war doch gleich Ihr
N.? (Frage an jmdn., dessen Namen man vergessen hat);
der N. steht an der Wohnungstür, auf dem Ortsschild;
der N. dieses Flüßchens ist mir unbekannt; dieser N. bürgt
für Qualität; einen klangvollen (bekannten, berühmten)
-n tragen; der Ort hat oft seinen -n gewechselt (wurde
mehrfach umbenannt); einen passenden -n [für etw.l finden;
sie haben für ihre Tochter einen hübschen -n ausgesucht;
er trägt den -n seines Großvaters; ich habe den -n [der
Zeitschrift] vergessen; jmdm.. sich einen anderen -n
beilegen, zulegen; er kann kaum seinen -n schreiben; die -n
der Teilnehmer verlesen, aufrufen; seinen -n (Unterschrift)
unter ein Dokument, einen Brief setzen; er hat für die
Firma nur seinen -n hergegeben (ist nicht aktiv beteiligt);
sein N. hat in Fachkreisen einen guten Klang (er ist
bekannt, wird geschätzt o.a.); jmdn. nur dem -n nach (nicht
persönlich) kennen; das hat sich nur dem N. nach (nicht
in Wirklichkeit) gebessert; er ist der letzte Träger dieses
-ns: der Hund hört auf den -n Fifi; das Auto ist auf
den -n. unter dem -n seiner Frau gemeldet; jmdn. bei
seinem -n, mit -n rufen; ein Mann mit -n Emil; der Künstler
trat unter einem anderen -n auf; er wohnt hier unter
falschem -n: R N. ist Schall und Rauch (Goethe, Faust I);
mein N. ist Hase [ich weiß von nichts] (ugs. scherzh.;
ich weiß nichts von der Sache od. von dem Vorgang, will
nichts damit zu tun haben; nach der angeblichen Aussage
eines Studenten namens Victor v. Hase vor Gericht); in
dem Gespräch fiel auch dein N. (wurdest du genannt);
den -n Gottes (Gott) anrufen; diese -n (Persönlichkeiten)
werden wir nie vergessen; * in jmds., einer Sache -iu hn
-n [von] (im Auftrag, stellvertretend für): viele Grüße, auch
im -n meiner Eltern (Schlußfloskel in Briefen); er begrüßte
die Delegation im -n des Bürgermeisters; im eigenen -n
(nicht stellvertretend) handeln; im -n des Volkes (jur.
Formel bei der Urteilsverkündung); b) Ruf, Renommee: er
hat noch keinen -n (ist [in seinem Beruf o. ä.j noch
weitgehend unbekannt an einem bestimmten Ort); der Autor hat
bereits einen -n (ist bereits bekannt, hat einen Ruf): der
N. zieht (ist so bekannt, daß viele sich dorthin wenden);
einen guten -n zu verlieren haben: *sidi (Dativ) einen
-n machen (bekannt, berühmt werden); Name-dropping
(neimdnpir)]. das; -s, -s [engl, name-dropping, zu: name
= Name u. to drop = (eine Bemerkung) fallenlassen]
(bildungsspr.): geschicktes Einflechten von Namen
berühmter od. hochgestellter Persönlichkeiten, mit denen man
angeblich selbst bekannt ist (in der Absicht, Eindruck zu
machen); Namen: seltener für tName.
ngmen-.Ngmen- (vgl. auch: Namens-): -Änderung, die:
seltener für T Namensänderung; -deutung. die; -forschung, die:
a) vgl. Familienforschung; b) svw. T-künde; -gebung. die;
-. -en: a) Benennung einer Person od. Sache mit einem
eigens hierfür ausgewählten Neunen; b) (DDR) svw.
TNamensweihe; -gedfichtnis, das: Gedächtnis (1) für Namen,
bes. von Personen; -künde, die <o. PL>: Wissenschaft von
den (geographischen u. Personen Inamen, ihrer Herkunft,
Geschichte, [soziologischen] Verbreitung usw.; Onomastik,
Onomatologie, dazu: -kundlich <Adj.: o. Steig.; nicht
präd.>; -liste, die: Liste, auf der die Namen der zu einer
bestimmten Gruppe gehörenden Personen verzeichnet sind;
^los <Adj.; o. Steig.): 1. (nicht adv.) dem Namen nach
nicht bekannt, sich nicht als Einzelpersönlichkeit aus einer
größeren Zahl heraushebend: die -en Toten; die Verse
stammen von einem -en (nicht bekannten) Dichter; noch ist
er in Fachkreisen n. (hat er keinen Ruf); <subst.:> er
arbeitet im Heer der Namenlosen. 2. (geh.) a) sehr groß,
sehr heftig, stark, so daß man es nicht benennen, nicht
mit Worten beschreiben kann: -es Elend; ihre Freude war
n.; b) (verstärkend bei Adjektiven u. Verben) sehr, überaus:
einen... Schrei aus Schmerz. Haß und n. getäuschter Treue
(Maass, GouflS 325); sich n. furchten, dazu: -losigkett,
die; -; -neming, die: T Namensnennung; -regfeter, das:
vgl. ^liste; -reich <Adj.>: viele Namen enthaltend; -Stempel,
der: seltener für T Namensstempel; -Verwechslung, die:
-Verzeichnis, das: svw. T -liste; -Wechsel, der: das Wechseln
des Namens (bes. des Familiennamens).
namens [naimans; erstarrter Gen. von tNamel: 1. <Adv.>
mit dem Namen: ein Mann n. Maier: in einem Land n.
Utah, nicht weit von einer Stadt n. Ogden (K. Mann.
Wendepunkt 100). 11. <Präp. mit Gen.) (Amtsspr.): im
Neunen, im Auftrag: n. der Regierung, des Gerichts.
Namens- (vgl. auch: namen-, Namen-): -aktie, die
(Wirtsch.): vgl. -papier (Ggs.: Inhaberaktie); -Änderung,
die; -bruder, der (geh.): jmd., der den gleichen Namen
hat wie man selbst: -deutung, die: seltener Tür T
Namendeutung; -fest, das: svw. T-tag; -form, die; -forschung, die:
seltener fUr T Namenforschung (a); -gebung, die: seltener
fürt Namen gebung; -ged£chtnis,das: seltener für T
Namengedächtnis; -nerammg« die: Angabe, Nennung des / eigenenJ
Namens; -papier, das (Wirtsch.): Wertpapier, das auf den
Namen des Eigentümers eingetragen ist (Ggs.:
Inhaberpapier); -patron, der: Heiliger, nach dem jmd. benannt ist;
-Patronin, die: w. Form zu T-patron; -schild, das: a)
kleines, an der Haus- od. Wohnungstür angebrachtes
Schildchen mit dem Natnen des Wohnungsinhabers: die Klingeln
sind neben den -ern; b) von Verkäufern, Beamten in
öffentlichen Dienststellen, Tagungsteilnehmern u.a. am Revers
o. ä. getragene kleine Karte mit dem Namen; -Schwester,
die: vgl. ^bruden ^Stempel, der: Stempel mit jmds. Namen
[u. Anschrift] od. mit der Wiedergabe seiner Unterschrift;
-tag, der (kath. Kirche): Kalendertag eines Heiligen, der
von demjenigen, der den Namen des Heiligen trägt, in
manchen Gegenden statt des eigenen Geburtstags od. wie dieser
gefeiert wird; -träger, der: Träger eines bestimmten
Namens: für den Namen „Wilhelm** gibt es viele berühmte
N.; -Verwechslung« die: seltener Tür TNamenverwechslung;
^vetter, der: svw. T^bruder; -Wechsel, der: svw. t
Namenwechsel; -wehe, die (DDR): feierliche Namengebung bei
einem Neugeborenen als Ersatz für die christliche Taufe:
sozialistische N.; -zeichen, das: persönliches Kürzel für
den eigenen Namen, mit dem jmd. z. B. ein Schriftstück
abzeichnet; -zug^der: IJmds. Unterschrift (in ihrer
charakteristischen Form). 2. (veraltend) kunstvoll gestaltetes
Monogramm, Initialen.
namentlich [na:m3ntlj<;; mhd. name(n)lich]: I. <Adj.; o.
Steig.) mit Namen [geschehend, genannt/, nach Namen
geordnet: -e Angaben; eine -e Liste (Namensliste); die
Abstimmung ist. geschieht n.; die Teilnehmer werden n.
aufgerufen. 11. <Adv.> besonders, vor allem, hauptsächlich:
n. für Ungelernte ist es schwer, einen Arbeitsplatz zu
finden; diese Route ist kaum passierbar, n. [dann], wenn
es geregnet hau namhaft <Adj.; -er. -este) [mhd. namehaft,
ahd. namohaft]: 1. <nur attr.) (bes. als Künstler,
Wissenschaftler o.a.) mit einem bekannten Namen, bekannt,
berühmt: -e Künstler, Gelehrte; die -esten Illustratoren. 2.
1858
narkotisch
groß, nennenswert, ansehnlich: eine -e Summe; ein -er Teil
der Obsternte ging an die Marmeladefabriken; die
Ausgaben sind n. gestiegen. 3. *imdn.« etw. n. machen (Papier-
dt.; ausfindig machen u. fbejnennen): einen Schuldigen
n. machen; <Abl. zu 3:> Ngmhaftmachung. die; -. -en (Pa-
pierdt); nimlich ['ne:mhc; Adj.: mhd. nemeliche (Adv.).
zu: namelich. ahd. namolDi = mit Namen genannt,
ausdrücklich]: I. <Adj.: o. Steig.: nur attr. od. alleinstehend)
(geh.. veraltend): der-, die-, dasselbe: die -en Leute; Sie
erzählten sich beide die -e Anekdote (Kesten. Geduld 79);
am -en Tag; wir alle haben das -e gewollt. II. <Adv.>
1. drückt nachgestellt eine Begründung für die
vorangehende Aussage aus: denn: sonntags n. (denn sonntags) gehen
wir immer spazieren; Mit Gisela wollte er Wettschwimmen
.... aber da kam er nicht mit. die war n. Gebietsmeisterin
gewesen (Kempowski. Uns 82); <oft verblaßt zu einem
bloßen Füllwort:) das war n. ganz anders; R n. reimt
sich auf dämlich. 2. dient der näheren Erläuterung; und
zwar, genauer gesagt: einmal in der Woche, n. am Dienstag,
geht er kegeln; die Tatsachen., daß...;<Abl. zu I:)Nftmlich-
keh, die; - (Amtsspr.. selten): Identität: die N. eines
Kunstgegenstandes nachweisen; <Zus.:> N|mlichkeitsbe9cheini-
gung. die (Zolhv.). Nimlichkeitserkläning. die (Zollw.).
na, na! [na'na] <Interj.>: tna (1).
Nandu ['nandul. der: -s. -s [span. fiandu < Tupi (In-
dianerspr. des östl. Südamerika) nhandu]: straußenähn-
licher. flugunfähiger Laufvogel, der in den Steppen u.
Savannen Südamerikas lebt.
Nänie [ne:np], die; -. -n [lat. naenia] (bildungsspr.):
altrömische Totenklage. Klagelied (als literarische Form).
Nanisnus [nanismos], der: - [zu griech. nänos = Zwerg]
(Med.): Zwergwuchs. Stillstand des Längenwachstums beim
Menschen (Ggs.: Gigantismus 1).
Nanking ['nankro). der; -s. -e u. -s [nach der gleichnamigen
chin. Stadt] (Textilind.): kräftiges Gewebe aus Baumwolle
od. Zellwolle in Leinen- od. Köperbindung (das u.a. für
Blue Jeans verwendet wird).
nannte ['nantdl: fnennen.
Nano- [nano; zu lat. nänus < griech. nänos = Zwerg]
<Best. in Zus. mit den Bed.>: 1. (vor physikalischen
Maßeinheiten) ein Milliardslei einer Einheit (z. B. Nanofarad).
2. zwergenhaft, klein (z. B. Nanosomie); Nanofarad, das:
-[s]. -: ein milliardstel Farad: Zeichen: nF; Nanometer,
der od. das; -s. -: ein milliardstel Meter: Zeichen, nm;
Nanosomie [...so'mi:]. die; - [zu griech. soma = Körper]:
svw. TNanismus.
nanu! [nanu:] <Interj.> [aus dem Niederd.]: Ausruf der
Verwunderung: n.. du kommst schon zurück?
Napalm® [na:palm],das; -s [Kurzwort aus Naphtcnsäure
u. Palmitinsäure]: Gemisch aus Benzin u. bestimmten Ver-
dickungstnitteln, das als Füllung von Brandbomben
verwendet wird: <Zus.:> Napalmbombe, die: mit Napalm gefüllte
Brandbombe, die bei der Explosion extrem hohe
Temperaturen erzeugt u. dadurch verheerende Wirkung hat.
Napf [naßfl. der; -[e]s. Näpfe ['nepfo] <Vkl. tNäpfchen)
[mhd. napf. ahd. (h)napf; H.u.] (regional): kleine [flache]
runde Schüssel aus Ton. Email o.a. (bes. als Gefäß für
das Futter von Haustieren, auch als einfaches Eßgefäß):
der Katze einen N. mit Milch hinstellen; die Gefangenen
erhielten jeweils nur einen N. Suppe.
iqpf-.Nfpf-: -förmig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.X -kuchen,
der: in einer Napfkuchenform gebackener [Rühr]kuchen
aus Backpulver- od. Hefeteig, dazu: -kuchenform, die: runde
Backform mit hohem, seitlich od. durchgehend geriffeltem
Randu. einem hohen Zylinder od. kegelstumpfförmigen Teil
in der Mitte: -Schnecke, die: im Meer lebende, fest an
von der Brandung bespülten Felsen haftende Schnecke mit
breitem Fuß u. flacher, napf förmiger Schale.
Näpfchen ['nsoftan]. das: -s. -: TNapf.
Naphtha [nafla].das;-s. selten: die: - [lat. naphtha < griech.
näphtha. pers. Wort]: 1. (Technik) Schwerbenzin als
wichtiger Rohstoff für die petrochemische Industrie. 2. (veraltet)
Erdöl: Naphthalin [...li:n], das; -s: aus Steinkohlenteer
gewonnener, durchdringend riechender aromatischer
Kohlenwasserstoff (Ausgangsmaterial für Lösungsmittel u.a.).
Napolitain [napoli'te:l. das; -s. -s [nach der ital. Stadt Neapel
(ital. = Napoli)]: kleines Schokoladentäfelchen.
Nappa ['napa]. das: -[s]. (Sorten:) -s, <Zus.:> N^ppaleder,
das; -s. - [amerik. napa (leather). nach der kalifornischen
Stadt Napa]: bes. feines u. weiches, durch Nachgerbung
waschbar gemachtes Leder: Nfppatasche, die:
[HandJlasche aus Nappaleder.
Narbe [narto]. die; -. -n [spätmhd. narbe. mhd. narwe.
narwa. urspr. = Verengung (der Wundränder)]: 1. auf
der Hautoberfläche sichtbare Spur einer verheilten Wunde:
eine rote, tiefe, frische N.; eine lange N. über dem rechten
Auge; die N. schmerzt, brennt; von dieser Verletzung
werden -n zurückbleiben: die Wunde hat eine häßliche N.
hinterlassen, ist ohne N. verheilt; sein Arm war mit -n
bedeckt, voller -n; Ü die Auseinandersetzung hatte bei
ihr tiefe -n hinterlassen. 2. (Gerberei) svw. tNarben. 3.
(Bot.) (bei Blütenpflanzen) oberster, klebriger, meist auf
einem Griffel (2) sitzender Teil des Fruchtknotens, der den
bestäubenden Pollen aufnimmt. 4. kurz für tGrasnarbe;
narben ['narbi)] <sw. V.; hat) (Gerberei): a) (von Fellen)
enthaaren, so daß der Narben zum Vorschein kommt: b)
den Narben mit einem bes. geformten Holz od. mit einer
Maschine so bearbeiten, daß die natürliche Narbung
hervorgehoben wird: genarbtes Leder; Narben [-]. der; -s. -
(Gerberei): äußere Seite eines Tierfelles, oberste Schicht der
Lederhaut, die nach Lösen der Haare. Borsten o. ä. eine für jede
Tierart typische Narbung zeigt: Narbe (2).
n$rben-, Nfrben-: ^bild. das (Gerberei): charakteristische
Zeichnung des Leders: ^bikhing, die: das Sichbilden von
Narben nach Verletzungen: -bruch, der (Med.): Bruch (2 b)
im Bereich einer [ noch nicht abgeheilten] Operationsnarbe:
-fistel, die (Med.): -gewebe, das (Med.): an der Stelle
der Verletzung o. ä. entstehendes, derbes Bindegewebe, das
allmählich schrumpft: -leder, das (Gerberei): genarbtes
Leder: ^plastik, die (Med.): Korrektur einer Operationsnarbe:
-reich <Adj.; nicht adv>: mit vielen Narben bedeckt: -seite,
die: svw. tHaarseite (2) (Ggs.: Aas-. Fleischseite).
narbig ['narbig] <Adj.; nicht adv.): mit Narben bedeckt,
voller Narben: ein -es Gesicht; Narbung, die; -. -en
(Gerberei): Art der Narbenbildung, äußere Zeichnung eines
genarbten Leders: eine charakteristische N.
Narde fnarcto]. die; -. -n [mhd. narde. ahd. narda < lat.
nardus < griech. närdos. aus dem Semit.]: a)
wohlriechende, dem Baldrian verwandte Pflanze, aus deren Wurzeln
Salböle hergestellt werden: b) Ol od. Salbe aus der Narde
(a); <Zus.:> N^rdenöl, das: Nf ittenwurzel, die.
Nargileh [nargi'le:. auch: nar'gi:b]. die: -. -[s] od. das. -s.
-s [pers. närgila]: orientalische Wasserpfeife: George Sand
... in Männerhosen .... an der Zigarre oder an der N.
ziehend (Spiegel 52. 1976. 125).
Narkoanalyse [narko-]. die; -. -n [aus tNarkose u. t Analyse]
(Med.. Psych.): unter der Wirkung eines leichten
Narkotikums durchgeführte psychoanalytische Befragung eines
Patienten: Narkolepsie [...le'psi:]. die; -. -n [...Iran; zu griech.
närke = Lähmung u. ISpsis = Anfall] (Med.): meist
kurzdauernder, unvermittelt u. anfallartig auftretender
unwiderstehlicher Schlafdrang: Narkologie [...lo'gi:]. die; - [t-logie]:
svw. t Anästhesiologie; Narkomanie, die; - (Med.):
krankhaftes Verlangen nach Schlaf- od. Betäubungsmitteln:
Narkose [nar'ko:z3]. die; -. -n [griech. närkösis = Erstarrung]:
(bei einer Operation) durch ein Narkosemittel bewirkte
allgemeine Betäubung, herbeigeführter schlafähnlicher
Zustand mit Ausschaltung des Bewußtseins u. damit der
Schmerzempfindung: eine tiefe, leichte N.; dem Patienten
eine N. geben, machen; die N. einleiten, überwachen,
verlängern; die N. durch ein Beruhigungsmittel vorbereiten:
aus der N. erwachen; jmdn. aus der N. holen: in [der]
N. liegen; einen Eingriff in N. machen.
Narkose- (Med.): -apparat.der: Apparat, der alle zur
Durchführung u. Überwachung einer Narkose notwendigen
Einzelgeräte enthält: -arzt, der: svw. t ^facharzU -facharzt, der:
Facharzt mit einer Spezialausbildung für Narkosen:
Anästhesist: ^gewehr, das (Tiermed.): Gewehr, mit dem einem
Tier ein Betäubungsmittel (in einem Geschoß mit einer
Kanüle) unter die Haut geschossen wird: Mnaske.die: Atemmaske
zum Inhalieren eines Narkosemittels: ^mittel, das: Mittel,
mit dem eine Narkotisierung erreicht wird: ^Schwester, die:
vgl. -facharzt; -tiefe, die: -Überwachung, die.
Narkotikum [narko.tikom],das; -s. ...ka: 1. Narkosemittel.
2. schmerzlinderndes Mittel, dessen Mißbrauch zur Sucht
führen kann (z. B. Kokain. Morphium. Opium): ein
wirksames N.: das N. einatmen; narkotisch <Adj.) [griech. narkö-
tikös = erstarren machend]: a) (Med.) in Narkose
versetzend: -e Mittel; b) betäubend: auf einem
rauschähnlichen Zustand beruhend: ein -er Duft; er fühlte sich
117#
1859
Narkotiseur
n. beschwingt: Narkotiseur [narkoti'zarg]. der: -s. -e [zu
t narkotisieren): svw. t Narkosearzt: narkotisieren [...'zi:ren]
<sw. V.: hat) (Med): in Narkose versetzen: einen Patienten
n.: Carmichael hat Embryonen von Amphibien ... dauernd
narkotisiert gehalten (Lorenz. Verhalten I. 138); U das
Gewissen n. (beschwichtigen); die Massen ... durch
Illusionen zu n. (Thielicke, Ich glaube 161); <Abl.:> Narkotisfc-
rang, die: -. -en; Narkotismus [...tismos]. der. -: Sucht
nach Narkotika.
Narr [nar], der; -en. -en [mhd. narre, ahd. narro; H.u.]:
1. <Vkl. tNärrchcn) (geh.. veraltend) törichter Mensch;
jmd., der sich (durch sein Benehmen od. durch dumme
Fragen) lächerlich macht: ein eitler, eingebildeter N.; er ist
ein N.. wenn er das glaubt; Geh. du Tölpel, du N.. du
Krämerseele (Remaraue. Obelisk 235); Spr ein N. kann
in einer Stunde mehr fragen, als zehn Weise in einem
Jahr beantworten können; Kinder und -en reden die
Wahrheit. 2. (früher) Spaßmacher, Possenreißer, Hanswurst,
Harlekin Ian Fürstenliöfen, im Theater (bes. bei der Commedia
deWarte)] (meist in bunter Kleidung, mit Schellen u.
Narrenkappe auftretend); der schlagfertige N. durfte sich alles
erlauben; er machte, spielte für den Herzog den -en; Spr
jedem -en gefällt seine Kappe: * Jmdn. zum -en haben/halten;
(seltener:) sich aus jmdm. einen -en machen (jmdn. anführen;
lim Scherz] irreführen, täuschen u. veralbern); einen -en
an jmdm. gefres§en haben (ugs.; jmdn., etw. in übertriebener
Weise gern mögen; nach der alten Vorstellung, jmd. habe
einen Dämon in seinem Innern stecken). 3 Jmd., der
ausgelassen I in VerkleidungJ Karneval feiert; Karnevalist,
Fastnachter: er ist als Büttenredner bei allen -en beliebt.
narrativ [nara'ti.n <Adj.; o. Steig.) [spätlat. närrätivus. zu
lat. närräre = erzählen] (Sprachw.): erzählend, in
erzählender Form darstellend: -e Strukturen; der Unterschied
zwischen -er u. Dialogform; <Abl.:> Narrativik [...ti:vik]. die;
-: Wissenschaft, die sich mit der Kunst des Erzählens, der
Struktur von Erzählungen befaßt; Narrator [nara:tor. auch:
...to:?].der; -s. -en [...ra'to.ran; lat. närrätor] (Literaturw.):
Erzähler, <Abl.:) narratorisch <Adj.: o. Steig.)
(Literaturw.): den Erzähler, die Erzählung betreffend, erzählerisch:
Werke -en Charakters (Deschner, Talente 366); n. begabt
sein.
Nirrdien [nErcpn]. das; -s. -: tNarr (1); narren [naren]
<sw. V.; hat) [mhd. (er)narren, ahd. Irnarren = zum Narren
werden, sich wie ein Narr benehmen] (geh.): anführen,
irreführen, täuschen: von einer Fata MOrgana, einem
Traum genarrt werden; daß einen... nur das eigene
Spiegelbild anblickte und narrte (Thielicke. Ich glaube 103).
narren-, Narren-: -fest, das: a) brauchtümliches, an
bestimmten Tagen stattfindendes, parodistisch-ausgelassenes Fest
in der Antike und im Mittelalter; b) karnevalistisches Fest;
-frelieit, die: jmdm. (den man nicht ganz ernst nimmt
od. dem man eine gewisse Sonderstellung einräumt)
zugestandene Freiheit, bestimmte Dinge zu tun od. zu sagen,
die anderen nicht zugestanden werden: er hat. genießt N.;
jmdm. N. geben, gewähren, zusichern: -bände <P1.): Spr
N. beschmieren Tisch und Wände (Ausdruck des Ärgers
über jmdn., der Gegenstände beschmiert, bekritzelt, die ihm
nicht gehören); -haus, das (veraltet): Irrenanstalt: Sie
müsse nach Dobfan. nach Dobfan, ins N.. er halte es nicht
aus (Fussenegger. Haus 432); das ist ja hier das reinste
N.; man kommt sich vor wie in einem N.; -kappe, die:
a) (früher) enganliegende Kappe mit Hörnern (1) aus Stoff
u. kleinen Schellen; b) bunte karnevalistische Kopfbedek-
kung; -kleid,das (geh., selten), -kostüm, das:
phantasievolle [karnevalistische] Verkleidung; -posse, N^rrensposse.
die (geh., veraltend): [dummer, unsinniger] Scherz; etw.,
was nicht ernst genommen wird: das sind doch -n! (das
ist doch Unsinn!); laß die -n!; -seil, das in der Wendung
Jmdn. am N. führen (veraltend; jmdn. narren, an der Nase
herumführen, hinhalten, urspr. = Seil, an dem die Narren
[auf bildl. Darstellungen] die Symbolgestalten der
verschiedenen Laster hinter sich herzogen, dann das Seil, an dem
die Narren selbst geführt wurden); -sicher <Adj.) (ugs.):
(von Geräten, Maschinen u.a.) so sicher konstruiert, so
einfach zu bedienen, daß selbst der Ungeschickteste nichts
falsch machen, nichts verderben kann: ein -es Gerät; -er,
mühe- und fehlerloser Selbstbau (Funkschau 19, 1971.
1899); dieser Fotoapparat ist absolut n.; -streich, der
(veraltend): übermütiger Streich: Till Eulenspiegels -e: -zepter,
das: zur Tracht der Hofnarren gehörendes Zepter [als
Zeichen ihres Amtes, ihrer Macht); Ü Prinz Karneval führt,
schwingt das N. (regiert).
n^rrenhaft <Adj.; -er, -este) (selten): wie ein Narr: sich n.
benehmen; Narrensposse, die: t Narrenposse; N^rrentum,
das; -s (selten): Narrheit: entwaffnendes N. zeichnete ihn
aus; Narretei [nara't^j]. die; -. -en [gek. aus älterem
Narrenteid ing = Narrenstreich; 2. Bestandteil mhd. teidine. älter:
tagedinc, t verteidigen] (geh.): a) Scherz, übermütiges Tun,
närrischer Spaß: all die -en der Faschingszeit; sie genossen
N. und fröhliche Ausgelassenheit; b) Unsinn, törichte
Handlung od. Vorstellung: das ist sinnlos, ist alles N.!; Narrheit,
die; -. -en: a) <o. PI.) Dummheit, Einfalt, Naivität: etw.
aus purer N. tun; b) närrischer Streich: Jmdn. mit allerhand
-en necken; Närrin [nenn], die; -, -nen: w. Form zu tNarr:
-nen und Narren (karnevalistische Anrede); närrisch [nenjl
<Adj.) [mhd. nerrisch]: La) sich in bestimmten Situationen
wie ein Narr verhaltend; unvernünftig u. daher den Spott
anderer herausfordernd; skurril: ein -er Kauz; -e Einfälle
haben; du bist wohl n. (ugs.; nicht recht bei Verstand),
so etwas zu tun!; der Alte ist ein wenig n. (wirr im Kopf)
geworden; sich n. benehmen; b) (ugs. emotional) sehr,
übermäßig [groß]: -e Freude; sie war halb n. vor Glück;
er ist n. verliebt; +auf jmdn., etw ./(seltener:) nach irodm.,
etw. n. sein (jmdn., etw. sehr gern mögen, haben wollen):
sie ist n. auf Kinder, n. auf Süßigkeiten; Die junge Bulgarin
ist ganz n. nach Löwen und Tigern (Hörzu 4L 1971.
8). 2. (nicht präd.) karnevalist isch, faschingsmäßig: die
-e Zeit, -es Treiben; auf den Straßen geht es n. zu.
Narwal [narva.l. auch: narvall. der; -[e]s. -e [dän. narhval
< anord. nähvalr. eigtl. = Leichenwal, wahrsch. nach
der schwarz u. weiß gefleckten Haut]: in arktischen
Gewässern lebender grauweißer, dunkelbraun gefleckter Wal mit
einem langen Stoßzahn, der dem Männchen als Waffe dient.
Narziß [nart^is], der; - u. ...isses, ...isse [nach lat. Narcissus.
griech. Närkissos. einem schönen Jüngling der griech. Sage,
der sich in sein Spiegelbild verliebte u. nach seinem Tod
in eine Narzisse verwandelt wurde] (bildungsspr.): ganz
auf sich selbst bezogener Mensch, der sich selbst bewundert
und liebt: er ist ein N.; Narzjsse, die; -, -n [lat. narcissus
< griech. närkissos. wahrsch. volksetym. angelehnt an
närke (t Narkose) wegen des starken Duftes]: im Frühling
blühende Blume mit langen, schmalen Blättern u. meist
glockenförmigen, großen, duftenden gelben od. weißen Blüten
auf hohen Stielen; Narzißmus [nar'tßismos]. der; -:
/krankhafte 1 Selbstliebe, Ichbezogenheit: N. ist eine Selbstbezo-
genheit. die liebesunfähig macht (Ruthe. Partnerwahl 167);
NarzBt [nar'tßist], der; -en. -en: jmd., der [erotisch] nur
auf sich selbst bezogen, zu sich hingewandt ist; narzjßtisch
<Adj.>: a) eigensüchtig, voller Selbstbewunderung; b) den
Narzißmus betreffend, auf ihm beruhend.
nas-.Ngs- (vgl. auch: nase-, Nase- u. nasen-. Nasen-):
-führen <sw. V.; hat): anführen, foppen: die Leute n.; und
wenn er dann herausfand, daß er genasführt worden war
(FAZ 13. 5. 61. 47). dazu: -fiihnii«. die; -hörn, das [LÜ
von lat. rhlnocerös, tRhinozerus]: großes, plumpes Tier
mit dicker Haut, das ein od. zwei Hörner auf der Nase
trägt, dazu: -hornkäfer, der: großer, brauner od. schwarzer
Käfer mit einem langen Hörn auf dem Kopf, -hornvogel,
der: großer, in tropischen Gebieten auf Bäumen lebender
Vogel mit einem großen Hörn auf dem Schnabel; -lang:
tnasenlang; -tuch, das (südd.. Schweiz.): Taschentuch.
nasal [na'za:l] <Adj.) [zu lat. näsus = Nase]: 1. <o. Steig.)
(Med.) die Nase betreffend; zur Nase gehörend. 2. <o. Steig.)
(Sprachw.) als Nasal [ausgesprochen]: dieses n muß n.
gesprochen werden. 3. [unabsichtlich] durch die Nase
sprechend: er spricht mit leicht n. gefärbter Stimme; Nasal
[-], der; -s, -e (Sprachw.): Laut, bei dessen Aussprache
die Luft [zum Teil] durch die Nase entweicht (z.B. m.
ng); nasalieren [nazali.ran] <sw. V.; hat) (Sprachw.): einen
Laut nasal aussprechen; <Abl.:> Nasalkning, die; -. -en
(Sprachw.): Aussprache eines Lautes als Nasal; Nasallaut,
der; -[eis. -e (Sprachw.): svw. tNasal; Nasalvokal, der;
-s, -e (Sprachw.): nasalierter Vokal.
nfsch-, Nfsch»: -katze, die (ugs.): jmd., der gerne u. viel
nascht: sie ist eine richtige N.; -maul, das (ugs.): vgl.
-katze; -sucht« die <o. PL): großes Verlangen zu naschen;
Naschhaftigkeit, dazu: -süchtig <Adj.; nicht adv.X sehr
naschhaft; -werk, das <o. PI.) (veraltet): Süßigkeiten.
naschen [najn] <sw. V.; hat) [mhd. naschen, ahd. naseön.
urspr. = knabbern, schmatzen, lautm.]: 1. Süßigkeiten
1860
nasen-, Nasen
o.a. [Stück für StückJ genießerisch verzehren: sie nascht
gerne, viel: wenn sie unglücklich ist. nascht sie den ganzen
Tag [Pralinen]: <subst.:>Spr Naschen macht leere Taschen.
2. [heimlich/ kleine Mengen von etw. [wegnehmen u. ]
essen: wer hat vom Kuchen genascht?: sie naschten ein
paar Beeren von den Sträuchern.
Naschen [neis^n], das: -s. -: TNase (1 a).
Nascher l'najB]. (seltener:) Näscher ['nein], der; -s. -: jmd.,
der gerne nascht: Nascherei [najany], die: -. -en: 1. <o.
PI.) [dauerndes] Naschen: wenn du mit der N. nicht
aufhörst, wirst du krank werden. 2. svw. T Näscherei;
Näscherei [nefc'rajl. die; -. -en (meist PI.) (geh.. veraltend):
Süßigkeit: N^scherin, Nfscherin, die; -. -nen: w. Form
zu T Nascher. Naschen naschhaft <Adj.; -er. -este: nicht
adv.): gerne u. oft naschend: genäschig: ein -es Kind;
Oswald Brunies war n.. den Süßigkeiten verfallen (Grass.
Katz 48); <Abl.:) Naschhaftigkeit, die: -: ihre N. kostet
sie viel Geld.
Nase [na:z3l. die: -. -n [mhd. nase. ahd. nasal: l.a) <Vkl.
T Naschen) in der Mitte des Gesichts gelegenes, beim
Menschen charakteristisch hervorspringendes Organ, das zum
Atmen u. zum Riechen dient: eine große. spit2e. lange,
knollige, gerade, gebogene N.; der Hund hat eine feuchte
N.; jmdm. blutet die N.; jmdm. läuft die N. (ugs.: jmd.
hat Schnupfen): die N. ist verstopft; die Kinder drückten
sich an der Schaufensterscheibe die -n platt: er hielt sich
die N. zu. weil es stank: sich die N. putzen, schneuzen,
schnauben: sich die Nase pudern; die N. kraus ziehen,
rümpfen; ich faßte mir an die N.; das Kind ist auf die
N. gefallen (ugs.; hingefallen): ich setzte mir die Brille
auf die N.; man soll durch die N. atmen: er redet durch
die N.: das Kind bohrt in der N.; mich juckt es in der
N.; ein unangenehmer Geruch sticht, fährt jmdm. in die
N.; *jmdm. paßt/gefällt jmds. N. nicht (ugs.: jmd. mag
jmdn. nicht leiden): von jmdm., etw. die Nase [gestrichen]
voll haben (ugs.; jmds., einer Sache / sehr] überdrüssig sein:
genug von jmdm.. etw. haben): von der Arbeit die N. voll
haben: die N. vorn haben (ugs.; bei einem Wettbewerb
o.a. gewinnen): seine N. in etw ./in alles stecken (ugs.; sich
um etwas kümmern, was einen nichts angeht: sich überall
ungefragt einmischen): er steckt seine N. immer in fremde
Angelegenheiten; nicht weiter sehen als seine N. [reicht]
(ugs.; beschränkt, engstirnig sein): die N. hoch tragen (T Kopf
1); die N. hingen lassen (TKopf 1): die N. riimpfen (sich
über jmdn., etw. erhaben fühlen u. verächtlich auf ihn, es
herabsehen): über Gammler die N. rümpfen; sich (Dativ)
die N. begießen (ugs.; Alkohol trinken): die N. zu tief ins
Glas stecken (ugs.; sich betrinken); eine N. bekommen (ugs.;
getadelt, gemaßregelt werden: viell. nach der Vorstellung,
daß dem Getadelten [symbolischI eine Nase gedreht wird):
die/seine N. in ein Buch stecken (ugs.; eifrig lernen); imdm.
eine N. drehen (ugs.; jmdn. auslachen, verhöhnen); jmdm.
eine lange N. machen (ugs.: jmdn. verspotten); etw. beleidigt
die/jmds. Nase (geh.: etw. riecht schlecht); immer der N.
nach (ugs.: immer geradeaus): erste Straße rechts und dann
immer der N. nach; imdm. etw. an der N. ansehen (ugs.;
etw. aus jmds. Miene erraten [können]): ich sehe es dir
an der N. an. daß du gelogen hast; sich an die/seine eigene
N. fassen/an der eigenen N. zupfen (ugs.; die eigenen Fehler
erkennen, wenn man andere kritisiert): faß dich an die/deine
eigene Nase!; jmdn. an der N. herumfuhren (ugs.: jmdn.
bewußt täuschen, irreführen: nach dem Bild des an einem
Nasenring gezogenen Tieres): auf der N. liegen (ugs.: krank
sein): sie liegt schon wieder, seit drei Wochen auf der
N.; auf die N. fallen (ugs.; scheitern, Mißerfolg haben):
er ist [mit diesem Projekt] voll auf die N. gefallen; jmdm.
etw. auf die N. binden (ugs.; jmdm. etw. erzählen, was
er nicht zu wissen braucht): das werde ich dir nicht auf
die N. binden; Mußt du jedem auf die N. binden, wer
du bist? (A. Zweig. Grischa 61); jmdm. auf der N.
herumtanzen (TKopf 1); imdm. eins/was auf die N. geben (ugs.;
jmdn. tadeln, zurechtweisen); sich etw. aus der N. gehen
lassen (ugs.: sich etw. entgehen lassen); jmdm. etw. aus
der N. ziehen (ugs.; jmdn. dazu bringen, etw. zu erzählen
[was er nicht erzählen will od. sollte]): laß dir doch nicht
jedes Wort aus der N. ziehen, erzähl schon!; etw. fährt
jmdm. in die N. (ugs.; etw. ärgert jmdn.); etw. sticht jmdm.
in die N. (ugs.; etw. gefällt jmdm. sehr gut: jmd. möchte
etw. haben): das Kleid sticht mir schon lange in die N.;
mit langer N. abziehen [müssen) (ugs.; enttäuscht weggehen
[müssen]); jmdn. mit der N. auf etw. stoßen (ugs.; jmdn.
deutlich auf etw. hinweisen); immer mit der N. vom sein
(ugs.; vorwitzig sein); [nicht] nach jmds. N. sein (ugs.; jmdm.
[nicht] gefallen): das Ergebnis war überhaupt nicht nach
seiner N.; nach jmds. N. gehen (ugs.; jmds. Vorstellungen
entsprechend verlaufen): wenn es nicht nach seiner N. geht,
spielt er nicht mehr mit; pro N. (ugs.; pro Person): es
gibt ein Stück Kuchen pro N.: jmdm. etw. unter die N.
reiben (ugs.; jmdm. etw. Unangenehmes deutlich zu verstehen
geben, vorhalten): du brauchst mir meine Fehler nicht
dauernd unter die N. zu reiben: jmdm. etw. unter die N.
halten (ugs.; jmdm. etw. so vors Gesicht halten, daß er
es sehen muß): er hielt ihm seinen Paß unter die N.; jmdm.
die Tür vorder N. zuschlagen (ugs.: 1. im letzten Augenblick
vor jmdm. die Tür zumachen. 2. jmdn. schroff zurückweisen):
mit diesem Verhalten haben die Arbeitgeber den
Gewerkschaften die Tür vor der N. zugeschlagen; jmdm. vor der
N. wegfahren (ugs.; kurz bevor man angelangt ist, abfahren):
er kam zu spät, weil ihm der Bus vor der N. weggefahren
war: jmdm. jmdn. vor die N. setzen (ugs.: jmdm. jmdn.
zum Vorgesetzten geben): man setzte ihm einen
Dienststellenleiter vor die N.; jmdm. etw. vor der Nase wegschnappen
(ugs.; etw. nehmen, kurz bevor ein anderer es hätte
bekommen können); etw. vor der N. haben (ugs.; etw. in
unmittelbarer Nähe haben); b) Geruchssinn: der Hund hat eine gute,
feine N.; c) Spürsinn, Gespür: sie hat eine gute, die richtige
N. fürs Geschäft; die haben eine gute N. für alles, was
Geld einbringt (Waggerl. Brot 47). 2.a) (geh.) Bug eines
Schiffes, Flugzeugs: Vorderteil eines Autos: die N. des
Bootes hob sich aus den Wellen; Der Flugzeugführer muß
also beim Abflug die N. seiner Maschine auf den Punkt
B stellen (Frankenberg. Fahren 77); b) Vorsprung an einer
Felswand od. einem Gebäude: c) hakenförmiger Ansatz an
einem Dachziegel. Hobelo. ä. 3. (ugs.) herablaufender Färb-,
Lacktropfen: wenn man zu viel Farbe nimmt, entstehen
-n. 4. in Flüssen lebender, relativ großer Karpfenfisch mit
einem einer Nase (1 a) ähnlichen Oberkiefer.
nase-,Nase-(vgl. auch: nas-. Nas- u. nasen-. Nasen-): -lang:
T nasenlang; -rümpfen, das; -s: [das Rümpfen der Nase
als] Ausdruck der Ablehnung, der Verachtung: -rümpfend
<Adj.; o. Steig.; in Verbindung mit Vollverben): Ablehnung,
Verachtung zum Ausdruck bringend: n. ging er aus dem
Zimmer; -weis [...v^jsl <Adj.> [mhd. nasewise = scharf
witternd, spürnasig (vom Jagdhund)]: (meist von Kindern)
neugierig, vorwitzig sich einmischend, fragend: ein -es
kleines Mädchen; sei nicht so n.!; Du bist gewohnt, deine
Meinungen ziemlich frei und ... auch ziemlich n.
vorzutragen (Fussenegger. Zeit 83); -weis, der; -es. -e: jmd., der
naseweis ist.
näseln [ne:zln] <sw. V.; hat) [spätmhd.]: durch die Nase,
nasal sprechen: sie näselt ein wenig: eine näselnde Stimme;
Ü Schnarrende, näselnde... Musik drang aus einem kleinen
Cafö heraus (Jahnn, Geschichten 74); Nisehing, die: -.
-en: svw. tNasalierung.
nasen-, Nasen-: -äffe, der: (auf Borneo heimischer) Affe
mit rotbraunem Fell, langem Schwanz u. sehr großer,
fleischiger Nase: -bär, der: (in Mittel- u. Südamerika heimischer)
kleiner Bär mit langem, buschigem Schwanz, länglichem
Kopf u. langer, rüsselartiger Nase: -bein, das: paariger,
den oberen Teil der menschlichen Nase bildender Knochen,
dazu: -beinbruch, der. -beinfraktur, die: -bkiten, das; -s:
Blutung aus der Nase: N. haben, bekommen; -bohrer,
der (ugs. scherzh.): jmd., den man nicht ganz für voll, nicht
ganz ernst nimmt: -dusche, die (Med.): Spülung der Nase
mit einer medizinisch wirksame Substanzen enthaltenden
Kochsalzlösung bei [chronischem] Schnupfen: -fahrrad, das
(ugs. scherzh.): Brille, Kneifer: -flügel, der: fleischige
Außenwanddermenschlichen Nase: seine N. bebten, zitterten,
zuckten; Mein Sohn hat die Angewohnheit. ... die N.
zu weiten, wenn ihn etwas packt (Grzimek, Serengeti 50):
-«ang, der (Anat.): von der Nasenmuschel gebildeter Gang
in der Nase: -grüß, der (Völkerk.): bei bestimmten Völkern
übliche Form des Grußes, bei der man sich gegenseitig mit
der Nase berührt: ~hai. der: in der Tiefsee lebender Haifisch
mit sehr langer, schaufeiförmiger Schnauze: -heilkunde,
die: Spezialgebiet der Medizin, das sich mit den Krankheiten
der Nase beschäftigt: Rhinologie: -höhle, die (Anat.):
Innenraum der Nase: ^katarrh. der (veraltet): Schnupfen:
^klammer, die (Buch- u. Schriftw.): geschweifte Klammer: -kor-
rektur, die: durch einen chirurgischen Eingriff vorgenomme-
1861
-nastg
ne Veränderung der äulieren Form der Nase: ^kuß, der:
svw. t-gruß; ^lang, (auch:) naselang, naslang, in der
Verbindung alle n. (ugs.; sich in kurzen zeitlichen Abständen
wiederholend: dauernd: immer wieder): er hat alle n. andere
Ideen: du bist alle n. krank; klänge.die: a) kleiner
[entscheidender] Vorsprung: jmdn. um eine N. schlagen; er war
mir beim Mieten der Wohnung um eine N. voraus; b)
(Pferdesport) Länge eines Pferdekopfes: das Pferd gewann
mit zwei -n; ^laut. der (Sprachw.): svw. t Nasal: -loch,
das: (zweifach vorhandene) äußere Öffnung der Nase:
große, kleine, runde Nasenlöcher; sich das rechte, linke N.
zuhalten: *Qmdm.] verliebte Nasenlöcher machen (ugs.;
jmdn, verliebt ansehen, mit ihm flirten): m>I. das:
medizinisches öl. das bei Schnupfen in die Nase geträufelt wird:
-Plastik, die (Med.): vgl. -korrektur; Miuetscher. der (ugs.
scherzh.): 1. Brille, Kneifer. 2. Sarg [mit flachem DeckelI:
^rachenraum. der (Med.): oberer Abschnitt des
Rachenraumes im Anschluß an die Nasenhöhlen: ^Rachen-Raum
(mit Bindestrichen), der (Med.): Bereich von Nase u.
Rachen: Erkrankungen des -s; -ring, der: 1. durch die
Nasenscheidewand von Bullen gezogener Eisenring zum Führen.
2. (Völkerk.) Metallring als Nasenschmuck: -rücken, der:
oberer Teil der Nase, der von der Nasenwurzel bis zur
Nasenspitze reicht: ^sattel, der: oberer Teil des Nasenrük-
kens: ^Scheidewand, die: aus Knorpel bestehende
Trennwand, die das Innere der Nase in zwei Hälften teilt: -schleim,
der: von der Nasenschleimhaut abgesonderte, schleimige
Flüssigkeit, die die Atemluft befeuchtet u. Staubteilchen
o. ä. aufnimmt: -sdileimhaut, die: die Innenwände der Nase
auskleidende Schleimhaut, dazu: -Schleimhautentzündung,
die (Med.): Schnupfen: -9Chmuck, der (Völkerk.): an der
Nasenscheidewand od. den Nasenflügeln angebrachter
Schmuck bei Naturvölkern: ^sekret, das (Med.): svw.
!-schleim; -Spiegel, der: 1. (Med.): aus einem an einem
Griff befestigten, kleinen Spiegel bestehendes Instrument
zur Untersuchung der Nasenhöhle: Rhinoskop. 2. (Zool.)
unbehaarter Hautteil im Bereich der Nase bei manchen
Säugetieren: ^spitze, die: vorderes Ende der Nase: eine
rote, blasse N. haben; sie wurde vor Angst weiß um die
N.; die Bettdecke bis zur N. ziehen; 'nicht weiter sehen
als die N. reicht (ugs.; sehr engstirnig sein); imdm. etw.
an der N. ansehen (ugs.; etw. aus jmds. Miene erraten):
ich sehe dir an der N. an. daß du noch ein Stück Kuchen
willst; -spray, der od. das: medizinischer Spray, der bei
Schnupfen ein Abschwellen der Nasenschleimhäute bewirkt:
-spulung, die (Med.): svw.!-dusche: -stüber.der: 1.
leichter Stoß gegen die Nase: jmdm. einen N. geben, versetzen.
2. (ugs.) Tadel, Verweis: Es wäre verdrießlich, würde ich
mir Jetzt einen N. einhandeln (Becker. Irreführung 210):
-tamponade. die (Med.); vgl. Tamponade; -tropfen <P1.>:
Flüssigkeit zum Einträufeln in die Nase bes. bei Schnupfen:
-wand, die: svw. t-Scheidewand; -wärmer, der (ugs.
scherzh.): kurze Tabakspfeife: -winkel, der: Winkel, der
von Nasenflügel u. Wange gebildet wird: einen Pickel im
N. haben; ^wurael, die: Ansatzstelle der Nase an der Stirn:
eine tiefe Falte über der N. haben.
-nasig [-na:zic] in Zusb.. z. B. breitnasig,
Nashaoreng [ na:zi goren], das; -[s]. -s [indon. nasi goreng.
eigtl. = gebratener Reis): indonesisches Gericht aus Reis,
verschiedenen Gemüsen, Fleisch u. Krabben.
Nfisling ['nesliQ]. der; -s. -e: svw. TNase (4).
naß [nas] <Adj.; nasser, auch: nässer, nasseste, auch:
nasseste) [mhd.. ahd. nasl: 1. von Feuchtigkeit, bes. Wasser,
durchtränkt od, von außen, an der Oberfläche damit benetzt,
bedeckt (Ggs.: trocken): nasse Kleider. Schuhe. Strümpfe:
nasse Haare; nasses Gras; ein nasser Schwamm. Lappen;
nasses Holz brennt schlecht; sie bekamen nasse Füße;
(geh.:) sie nahmen mit nassen Augen (mit Tränen in den
Augen) voneinander Abschied; er war völlig, durch und
durch, bis auf die Haut n.: die Wäsche ist n.: der Lack,
die Farbe, die Tinte ist noch n. (noch nicht getrocknet):
der Schnee war n. (halb getaut): das Kind hat die Hose,
das Bett n. gemacht (in die Hose, das Bett uriniert): mein
Hemd war n. von Schweiß; eine Schallplatte n. abspielen.
(Jargon): fahren (abspielen, wobei eine Flüssigkeit
aufgebracht wird, die den Klang verbessern u. die Platte schonen
soll): R ich werde mich n. machen (landsch.; ich werde
mich hüten [das zu tun]): genauso n. [wie vorher] sein
(genauso klug [wie vorher] sein): * Jmdn. n. machen (Sport
Jargon: 1. den Gegner häufig ausspielen u, dadurch
blamieren. 2. den Gegner klar, hoch besiegen)', Geld, Scheine o. ä.
n. machen (landsch.; vertrinken): Sie hat bei gemeinsamen
Touren die Scheine n. gemacht (MM 22. 1. 70, 4). 2.
regenreich, verregnet (Ggs.: trocken): ein nasser Sommer;
nasses Wetter; das Wetter nach Neujahr war n. und lau
(Doderer. Wasserfälle 157). 3. *filr n. (landsch.; umsonst:
ohne Eintrittsgeld: frühnhd. naß = liederlich, auch: ohne
Geld): wir sind für n. ins Kino gekommen; Naß [-]. das;
Nasses (dichter.): a) Wasser, in dem man schwimmt: wir
sprangen hinein ins erfrischende, kühle N; * gut N.! (Gruß
der Schwimmer); b) Regen: die Bauern warteten auf das
lebensspendende N.; c) Getränk. z.B. Wein, Bier o.a.:
paß auf. daß du das kostbare N. nicht verschüttest: er
schenkte noch ein Glas des edlen Nasses ein; er fühlte
klebriges Naß (Blut) über seine Wangen rinnen.
nfB-.Nfß: ^ßhile, die (Bot.): durch Bakterien hervorgerufene
Fäule bei Kartoffeln: ^fest <Adj.; nicht adv.>: auch im
nassen Zustand Festigkeit besitzend: -es Papier; -forsch
<Adj.>[wohlzunaß = betrunken, also eigtl. = in
betrunkenem Zustand forsch] (meist abwertend): übertrieben,
einer Situation nicht angemessen forsch: eine -e Sprache.
Ausdrucksweise; n. fragen, antworten, auftreten; -galle,
die [zu t^alle (1) in der Bed. ..schlechte, fehlerhafte
Stelle14] (Landw.): durch austretendes Grundwasser ständig
feuchte Stelle im Gelände: -geschwitzt <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: naß von Schweiß: ein -es Hemd; ich war n.;
-in-Naß-Druck (mit Bindestrichen), der (Druckw.):
unmittelbar aufeinanderfolgendes Drucken von zwei od. mehreren
Farben: -wkalt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): regnerisch u.
kalt: -es Wetter; ein -er November; es war n. und
ungemütlich; -raslerer, der: jmd., der sich mit Wasser, Seife u.
Rasierklinge rasiert: -rasur, die: Rasur mit Wasser, Seife
u. Rasierklinge: -schleifen, das; -s: das Schleifen von Lacken
o. ä. mit Schleifpapier u. einer Flüssigkeit, dazu:
--Schleifmaschine, die; -schleifpapier, das; -schnee, der: halb getauter
Schnee, dazu: -schneelawine, die; -wasche, die: Wäsche,
die in der Wäscherei gewaschen, aber nicht getrocknet wird:
^»lle.die (Bauw.): Raum in einer Wohnung, einem
Gebäude, in dem Wasserleitungen liegen: Küche und Bad sind
-n.
'Nassauer [nasajjß]. der: -s. - [zu t naß unter scherzh.
Anlehnung an den Ortsnamen Nassau] (ugs. scherzh): /heftiger/
Regenschauer, Regenguß: du kannst den Schirm ruhig offen
lassen, der nächste N. kommt gleich.
Nassauer [-]. der, -s. - [urspr. Studentenspr.. zu tnaß (3)
unter scherzh. Anlehnung an den Ortsnamen Nassau] (ugs..
meist abwertend): jmd., der häufig bei anderen mit ißt,
mittrinkt, sich ständig Kleinigkeiten geben läßt, an Dingen
von anderen partizipiert, ofine je dafür zu bezafilen od. eine
Gegenleistung zu erbringen: er ist ein richtiger N.; nassauern
[nas^iBn] <sw. V.; hat) (ugs.. meist abwertend): sich wie
ein 2Nassauer verhalten.
Ntoe Cresa], die; - [mhd. ne33e. ahd. na33i]: nasse
Beschaffenheit, das Naßsein: starke Feuchtigkeit: die N. des Holzes
macht eine Bearbeitung unmöglich; die N. dringt durch
die Kleider; die N. hat die Wurzeln der Pflanze verfaulen
lassen; bei dieser N. kann man nicht im Wald
Spazierengehen; bei N. besteht Schleudergefahr auf der Straße; etwas
vor N. schützen; nisseln I'nEsln] <sw. V.; hat) (veraltet,
noch landsch.): a) leise regnen: Es nässelt aus allen
Himmelsrichtungen (Strittmatter. Wundertäter 246); b) ein
wenig nässen (2a): die Wunde nässelt; nässen [n£sn] <sw.
V.; hat): 1. (geh.) naß machen: der Dampf näßt die
Scheiben; der Tau näßte unsere Füße: das Bett n. (geh.; ins
Bett urinieren): Der Schweiß rann ihm übers Gesicht. ...
näßte die Maske (Sebastian. Krankenhaus 130). 2.a)
Flüssigkeit. Feuchtigkeit absondern: die Wunde näßt; eine
nässende Flechte; b) (Jägerspr.) (vofn Wild) urinieren: der
Hirsch näßt: näßlich [resl«;] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.)
(selten): ein wenig naß: feucht: eine dicke Wirtin, die mit
-er Hand ... guten Abend wünschte (Frisch. Stiller 357).
Nastie [nas'ti:]. die; - [zu griech. nastös = (fest)gedrücktl
(Bot.): durch einen / DruckJreiz ausgelöste Bewegung der
Organe von Pflanzen.
naszierend [nas'ißi.rent] <Adj.: nur attr.) [zu lat. näsci.
tNatur]: (bes. von chemischen Stoffen) entstehend, im Werden
begriffen: Natalität [natalit£:t]. die; - [zu lat. nätälis =
zur Geburt gehörend] (Statistik): Anzahl der
Lebendgeborenen bezogen auf eine bestimmte Personenzahl u. einen
bestimmten Zeitraum: Geburtenhäufigkeit: Nation [na't$io:n].
1862
Nationalitätsprinzip
die; -. -en [frz. nation < lat. nätio = das Geborenwerden;
Geschlecht; VoUc(sstamm). zu: nätus. INatur]: a) große,
meist geschlossen siedelnde Gemeinschaft von Menschen mit
gleicher Abstammung, Geschichte, Sprache, Kultur, die ein
politisches Staatswesen bilden od. bilden wollen: die
deutsche, französische, englische N.; eine unterdrückte, um
ihre Unabhängigkeit kämpfende N.; eine geteilte N.; b)
Staat[swesen]: in der Stadt hingen die Fahnen vieler -en;
Frankreich war unter den 48 -en. die im Dezember 1948
die allgemeinen Menschenrechte unterzeichneten
(Dönhoff, Ära 117); die Vereinten -en (Organisation, in
der sich viele Staaten zur Erhaltung des Weltfriedens
zusammengeschlossen haben): c) (ugs.) Menschen, die zu einer
Nation gehören: Volk: die ganze N. verfolgte die Ereignisse
am Bildschirm; er ist der Liebling der N.; national [nat$jo-
na:l] <Adj.> [frz. national, zu: nation. tNation): a) <o.
Steig.; nicht präd.) eine Nation betreffend: zur Nation
gehörend: die -e Selbständigkeit. Unabhängigkeit; -e
Interessen vertreten; die -e Kultur; das -e Prestige; ein -er
Gedenktag; diese sportliche Niederlage wurde als -e
Schande betrachtet; eine -e Minderheit (in einem Staat lebende
kleine Bevölkerungsgruppe, die sich von der Mehrheit durch
Abstammung, Sprache, Kultur unterscheidet): b) <o. Steig.;
meist attr.) innerstaatlich, inländisch: etw. auf -er Ebene
regeln; eine -e Lösung für ein Problem suchen; industrielle
Erfolge auf-en und internationalen Märkten (Spiegel 36.
1974, 50); c) überwiegend die Interessen der eigenen Nation
vertretend: patriotisch gesinnt: eine -e Partei. Gruppe:
außerdem hält er sich, wie Jeder -e Mann, für einen sehr
widerstandsfähigen Zecher (Remaraue. Obelisk 44); seine
Politik ist betont n.; n. denken, fühlen, handeln.
national-« National-: -bank, die <P1. -banken): zentrale
Notenbank eines Staates: -bewußt <Adj.; nicht adv.>:
Nationalbewußtsein besitzend, zum Ausdruck bringend: -es
Denken; n. sein; -bewußtsein.das: Bewußtsein, einer Nation
anzugehören, Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Nation:
erwachendes N.; -bibliothek, die: staatlich unterhaltene
Bibliothek, die das Schrifttum eines Staates sammelt:
^-Charakter, der: den Angehörigen einer Nation zugeschriebener
besonderer Charakter: Sparsamkeit gehört zum N. der
Schotten; Monokratisch <Adj.: o. Steig.): a)
nationalistische u. demokratische Ziele verfolgend: -e Politik: b) einer
nationaldemokratischen (a) Partei angehörend, sie
unterstützend: ein -er Abgeordneter: n. wählen; -denkmal, das:
Denkmal, das Nationalbewußtsein ausdrücken soll: Mlreß,
der: vgl. ^trikot; -hinkommen, das: svw. t
Volkseinkommen; ^elf, die (Fußball): vgl. -mannschaft; ^epos, das:
/ Helden]epos, das für eine Nation von besonderer
Wichtigkeit ist: ^färben <P1.>: Farben, die ein Staat auf Fahnen,
Wappen, Abzeichen o. ä. verwendet: ^feiettag, der: /
gesetzlicher} Feiertag zur Erinnerung an ein für die Nation
wichtiges politisches Ereignis: ^figur, die: eine Nation
symbolisierende Figur: der deutsche Michel ist Deutschlands N.;
^flagge, die: Flagge als Hoheits- od. Ehrenzeichen eines
Staates: -galerie, die: vgl. -museum; HZarde, die: 1. in
der Französischen Revolution gebildete Bürgerwehr. 2. Miliz
in den Vereinigten Staaten, die bei inneren Unruhen
eingesetzt wird, dazu: MJardist, der: Angehöriger der
Nationalgarde (1.2); -gefühl, das: vgl. -bewußtsein: kein N. haben;
^Bericht, das: für ein Land typisches u. dort besonders
häufig gegessenes Gericht: Spaghetti sind ein italienisches
N.; Getränk,das: vgl. -gericht; ^heillgtum, das: Heiligtum
einer Nation: ^held, der; ^hymne, die: Lied mit meist
patriotischem Text, das als Ausdruck des Nationalbewußtseins
bei feierlichen Anlässen gesungen od. gespielt wird: die
offizielle N. eines Landes; die N. singen, spielen; -kirche,
die: auf den Bereich einer Nation begrenzte, rechtlich
selbständige Kirche, dazu: -kirchlich <Adj.; o. Steig.);
^Kommunismus, der: Ausprägung kommunistischer Ideologie,
Politik u. Herrschaft, bei der die nationalen Interessen u.
Besonderheiten im Vordergrund stehen: -konzil, das (kath.
Kirche): Kirchenversammlung mit Vertretern einer Nation:
-kultur. die; -liberal <AdJ.; o. Steig.): a) nationalistische
u. liberale Ziele verfolgend: -e Ideen; b) einer
nationalliberalen (a) Partei angehörend, sie unterstützend: -liga, die
(Fußball): (in Österreich w. der Schweiz) höchste, über den
Regionalligen stehende Spielklasse: -literatur, die:
Gesamtheit der schöngeistigen Literatur eines Volkes: Mnannschaft,
die: Auswahl der besten Sportler eines Landes in einer
Sportart für internationale Wettkämpfe: -museum, das:
[staatliches] Museum, in dem die für eine Nation besonders
wichtigen Kunst- u. Kulturgüter gesammelt u. ausgestellt werden,
-Ökonom, der: svw. t Volkswirtschaftler; -Ökonomie, die:
svw. t Volkswirtschaftslehre, dazu: -ökonomisch <Adj.; o.
Steig.): svw. t volkswirtschaftlich; -park, der: staatlicher
Naturpark: -politisch <Adj.; o. Steig.): die nationale Politik
betreffend: -preis, der (DDR): hohe staatliche
Auszeichnung, die für besondere Leistungen auf technischem,
wissenschaftlichem, künstlerischem Gebiet verliehen wird, dazu:
-Preisträger, der; ^rat.der: l.dieaus Wahlen
hervorgegangene Volksvertretung in Österreich u. der Schweiz. 2.
Mitglied des Nationalrats (1); -Sozialismus, der (hist): a) nach
dem I. Weltkrieg in Deutschland aufgekommene, extrem
nationalistische, imperialistische u. rassistische politische
Bewegung. 2. auf der Ideologie des Nationalsozialismus (1)
basierende faschistische Herrschaft von A. Hitler in
Deutschland von 1933 bis 1945: der Kampf. Widerstand gegen
den N.; in der Zeit des N. waren die Gewerkschaften
verboten; die Opfer des N.. dazu: -Sozialist, der: Vertreter,
Anhänger des Nationalsozialismus: ein ehemaliger N.; sein
Vater war überzeugter N.; die Verbrechen der -en;
-sozialistisch <Adj.; o. Steig.): den Nationalsozialismus betreffend,
für ihn charakteristisch, auf ihm beruhend: die -e
Gewaltherrschaft; -es Gedankengut; die -e Ideologie; er hat eine
-e Vergangenheit (war Nationalsozialist): das n. regierte
Deutschland; -speise, die: svw. t-gericht; -spieier, der
(Sport): Spieler, der in einer Nationalmannschaft spielt:
-sport, der: Sport, der in einem Land besonders gepflegt
wird: Nun muß ... von Cricket. ihrem wahren N.. berichtet
werden (Welt 18. 1. 64. 15); -spräche, die (Sprachw.):
svw. t Standardsprache; -Staat, der: Staat, dessen Bürger
einer Nation angehören (Ggs.: Nationalitätenstaat), dazu:
-staatlich <Adj.; o. Steig., meist attr.): den Nationalstaat
betreffend, für ihn charakteristisch: -es Denken; -e
Bestrebungen; -stolz, der: Gefühl des Stolzes, einer bestimmten
Nation anzugehören: sein N. ließ diese Kritik nicht zu;
-«traße, die: Schweiz. Bez. für Autobahn, Autostraße: -tanz,
der; -theater, das: Theater, das vor allem das nationale
Drama pflegt: -tracht, die: svw. t Volkstracht; -trainer,
der (Sport): Trainer einer Nationalmannschaft: -^trikot. das
(Sport): Trikot einer Nationalmannschaft: im N. spielen;
-Versammlung, die: 1. Bez. für Parlament in einigen Staaten.
2. gewählte Volksvertretung, die über die Grundfragen einer
Nation, vor allem über eine Verfassung, berät u. beschließt.
Nationale [nat$iona:b], das; -s. - (österr.): a) Perso-
nalangaben: das N. aufnehmen; b) Formular, Fragebogen
für Personalangaben: nationalisieren [na&jonali'zi.ren] <sw.
V.; hat): 1. svw. t verstaatlichen: die Banken wurden
nationalisiert; Dabei ist... zu unterscheiden zwischen Betrieben
des nationalisierten und des fortbestehenden privaten
Sektors (Stamokap 117). 2. svw. t einbürgern (1); <Abl.:>
Nationalisierung, die; -. -en: das Nationalisieren (1.2);
Nationalismus [natßionalismus]. der: - [frz. nationalisme]: a) (meist
abwertend) Ideologie, die Wert u. Macht der eigenen Nation
überschätzt u. andere Nationen u. deren Rechte mißachtet:
ein engstirniger, blinder, aggressiver N.; Bei den geringsten
Anzeichen einer ... Krise wird nackter N. exerziert (MM
14. 1. 74, 11); b) (selten) erwachendes Selbstbewußtsein
einer Nation, mit dem Bestreben, einen eigenen Staat zu
bilden: In unserer Generation sind zwei große Reiche ...
auseinandergefallen, weil der Virus des N. und der Wunsch
nach Eigenständigkeit die in jenen Gebilden
zusammengeschlossenen Völker ergriffen hatte (Dönhoff. Ära 205);
Nationalist l...list], der; -en. -en: Anhänger des
Nationalismus (a): nationalistisch <Adj.): den Nationalismus (a)
vertretend, auf ihm beruhend: im Sinne des Nationalismus denkend,
handelnd: für den Nationalismus charakteristisch: -e Ziele
verfolgen; eine -e Politik; -e Tendenzen. Bestrebungen;
n. orientiert sein; Nationalität [nat$jonalit£:t]. die; -. -en
[frz. nationalite]: 1. (bildungsspr.) a) Staatsangehörigkeit,
Staatszugehörigkeit: englischer, deutscher N. sein; welcher
N. sind Sie?; die N. eines Schiffes feststellen; Er ... würde
sich wohl kaum entschließen, die N. noch einmal zu
wechseln (Kantorowicz. Tagebuch I, 542); b) (veraltet)
Volkszugehörigkeit: Neben der Staatsangehörigkeit mußte
damals auch die N. vermerkt werden (Leonhard.
Revolution 111). 2. nationale Minderheit innerhalb eines Staates:
<Zus.:> Nattonalitfttenfraae, die; Nationalitätenstaat, der:
Staat, in dem mehrere Nationen zusammenleben, Mehr
Völker Staat (Ggs.: Nationalstaat); Nationalititsprinzip, das
1863
nativ
(jur.): Prinzip, nach dem bestimmte Rechtsordnungen nur
für die Staatsangehörigen u. nicht für alle innerhalb der
Staatsgrenzen lebenden Menschen gelten.
nativ [na'ti:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.> [lat. nätivus =
angeboren, natürlich] (Chemie): im natürlichen Zustand
befindlich, unverändert: Dazu gehört eine ausreichende
Zufuhr möglichst -en Eiweißes (Reform-Rundschau 1. 1969.
4); Native Speaker [nertiv 'sphkal. der; - -s, - - [engl,
native Speaker] (Sprachw.): svw. t Muttersprachler;
Nazismus [nati'vismus], der; -: 1. (Psych.) Theorie, nach der
dem Menschen bestimmte Vorstellungen, Begriffe, Grund-
einsichten (z.B. Raum- u. Zeitvorstellungen) angeboren
sind. 2. (Völkerk.) betontes Festhalten an bestimmten
Elementen der eigenen Kultur infolge ihrer Bedrohung durch
eine überlegene fremde Kultur; nativ jstbdi <Adj.; o. Steig.):
1. den Nativismus betreffend, zu ihm gehörend, auf ihm
beruhend. 2. (Med.. Biol.) auf Vererbung beruhend, angebo
ren; NativitSt [nativi'te:t]. die; -. -en [lat. nätivitäs = Ge~
burtj (Astrol.): Stand der Gestirne bei der Geburt eines
Menschen.
NATO, (auch:) Nato [na:to], die; - [Kurzwort für North
Atlantic Treaty Organization]: westliches
Verteidigungsbündnis.
Natrium [na:triom]. das; -s [zu tNatron]: sehr weiches,
an Schnittstellen silberweiß glänzendes Alkalimetall, das
sehr reaktionsfähig ist u. in der Natur fast nur in
Verbindungen vorkommt (chemischer Grundstoff); Zeichen: Na
Natrium- (Chemie): ~~dilorid, das: farblose bis weiße,
würfelförmige Kristalle bildende chemische Verbindung von
Natrium mit Chlor, die in der Form von [Koch]salz von
großer Bedeutung für die menschliche u. tierische Ernährung
ist: -hydroxyd, (ehem. fachspr.:) -hydroxid, das: bei der
Reaktion von Natrium mit Wasser entstehende weiße,
spröde, stark Wasser anziehende u. ätzend wirkende Masse,
die sich unter starker Wärmeentwicklung in Wasser zu
Natronlauge löst; -karbonat, das: svw. tSoda; Miitrat, das:
natürlich vorkommendes Natriumsalz der Salpetersäure, das
bes. als Düngemittel u. Oxydationsmittel verwendet wird;
-salz, das: Salz des Natriums; -Silikat, das: Natriumsalz
einer Kieselsäure; -suMat, das: weiße Kristalle bildendes,
aus Natrium u. Schwefelsäure entstehendes Salz, das in
der Natur u.a. als Glaubersalz vorkommt u. bes. in der
Holz- u. Glasindustrie verwendet wird.
Natron[na:tn>n],das; -s [wohlunter Einfluß von frz.,engl,
natron < span. natrön < arab. naträn. aus demAgypt.]:
weißes, kristallines Natriumsalz der Kohlensäure, das wegen
seiner gaserzeugenden Wirkung in Back- u. Brausepulver
sowie als Arzneimittel gegen Sodbrennen verwendet wird;
<Zus.:> Ngtronbleichlauge, die (Chemie): durch Einleiten
von Chlor in Natronlauge entstehende Lösung, die als Bleich-
od. Desinfektionsmittel verwendet wird; Natronlauge, die:
farblose, stark ätzende Lösung von Natriumhydroxyd u.
Wasser, die beider Seifenixerstellung u. in der Textilindustrie
verwendet wird.
Nattf [na'te:]. der; -[s], -s [frz. nattf. 2. Part, von: natter
= flechten, zu: natte = Flechte, verw. mit t Matte]: poröser
Kleider- u. Wäschestoff aus f BaumJwolle mit flechtwerk-
artiger Musterung.
Natter ['natu], die; -. -n [mhd. näter. ahd. nät[a]ra; vlell.
urspr. = die Sich windende]: (in vielen Arten vorkommende)
meist ungiftige Schlange mit deutlich vom Hals abgesetztem
Kopf: die Eierschlange ist eine N.; wie von einer N. gebissen
(ugs.; ruckartig) aufspringen; er war maßlos erregt und
züngelte wie eine N .;* eine N. am Busen nähren (t Schlange).
NftteriK ^biß, der; -brut, die (abwertend): üble
Gesellschaft; böse Menschen; -gezüdit, das: svw. t ^brut; -hemd,
das: abgestreifte Haut einer Schlange.
Natur [na'tu:?], die; -, -en [mhd. natüre. ahd. natura <
lat. natura = Geburt; natürliche Beschaffenheit;
Schöpfung, zu: nätus, 2. Part, von: näsci = geboren
werden]: 1. <o. PI.) alles, was an organischen u. anorganischen
Erscheinungen ohne Zutun des Menschen existiert od. sich
entwickelt; Stoff, Substanz, Materie in allen
Erscheinungsformen: die unbelebte, tote, lebende, unerforschte N.; die
N. erforschen, beobachten, verändern; die Kräfte, Gesetze,
Wunder der N.; Wir sollten ... erfahren,... daß alle
Erfindungen des Menschen in der N. schon vorgebildet sind
(Menzel. Herren 51); Ü die N. hat sie stiefmütterlich
behandelt, bedacht (sie hat ein Gebrechen, ist häßlich); im Buch
der N. lesen, blättern (geh.; die Natur studieren, beobachten
o. ä.). 2. <o. PI.) / Gesamtheit der J Pflanzen, Tiere, Gewässer
u. Gesteine als Teil der Erdoberfläche od. eines bestimmten
Gebietes [das nicht od. nur wenig von Menschen besiedelt
od. umgestaltet ist]: die unberührte, blühende, liebliche,
unverfälschte, erwachende, wilde N.; die erwachende N.;
durch die Industrieanlagen wurde die N. verunstaltet,
verschandelt; die N. geht schlafen, stirbt (dichter.; es wird
Herbst)', die N. in vollen Zügen genießen; ein Stück einsame
N. suchen; bei Regen und Sturm durch die N. laufen;
in die freie N. (ins Freie) hinauswandem; die Pflanzen.
Tiere gedeihen nur in freier Natur (wild wachsend, lebend);
antike Tempel werden in die N. (Landschaft) gestellt (Bild.
Kunst 3,29); [etw.] nach der N. (nach einem realen Vorbild,
nicht nach der Phantasie) zeichnen, malen; zurück zur
N. (zu einem Naturzustand)! (frz. retour ä la nature, im
Ursprung nicht zu klären, aber geprägt nach Sinn u.
Tendenz der Werke des frz. Moralphilosophen J. J. Rousseau.
1712 bis 1778). 3.a) <P1. selten) [auf Veranlagung
beruhende] geistige, seelische, körperliche od. biologische
Eigentümlichkeit. Besonderheit, Eigenart von [bestimmten]
Menschen od. Tieren, die ihr spontanes Verhalten o. ä.
entscheidend prägt: die weibliche, männliche, tierische N.; Mein
Vetter und sein Vater verstanden einander nicht, ihre -en
(Charaktere 1 a) waren zu verschieden (Hauptmann. Schuß
69); denn der Verrat ist nicht so sehr seine ... Taktik,
als seine ureigenste N. (St. Zweig. Fouchä 188); sie hat
eine gesunde, kräftige, eiserne (ugs.; sehr stabile), labile
N. (Konstitution); er hat eine gutmütige, kindliche,
gesellige N. (Wesensart); er kann seine N. nicht verleugnen
(er kann sich nicht verstellen); Nachgeben widerspricht
ihrer N. (ihrem Wesen); er war seiner ganzen N. nach
recht unternehmungslustig; das liegt nicht in seiner N.
(entspricht nicht seiner Art); sein Verhalten Ist wider die
N. (verstößt gegen die ungeschriebenen Gesetze
menschlichen Verhaltens, Empfindens o.a.): R die N. verlangt
ihr Recht (ich muß einem Bedürfnis nachgeben, einen Trieb
befriedigen); sie ist von N. aus blond (ihre natürliche
Haarfarbe ist blond); er ist von N. [aus/her] (seinem Wesen
nach) ein gutmütiger Mensch; * Jmdm. gegen/wider die N.
gehen/äein (jmdm. sehr widerstreben); Jmdm. zur zweiten
N. werden (jmdm., selbstverständlich, zur festen Gewohnheit
werden); b) Mensch im Hinblick auf eine bestimmte, typische
Eigenschaft. Eigenart: er ist eine ernste, schöpferische,
kämpferische N.; sie sind einander widersprechende -en.
4. <o. PI.) einer Sache o.a. eigentümliche Beschaffenheit:
die demokratische N. eines Staates; Fragen, Beschlüsse
[von] allgemeiner, grundsätzlicher N.; ihre Verletzungen
waren nur leichter N. (Art); *in der N. von etw. liegen
(untrennbar zur besonderen Beschaffenheit, zum Wesen von
etw. gehören): das liegt doch in der N. der Dinge, der
Sache. 5. <o. PI.) natürliche, ursprüngliche Beschaffenheit,
natürlicher Zustand von etw.: ein Schlafzimmer in Birke
N. {Schlafzimmennöbel in naturfarbenem Birkenholz); in
Hell N.. in Matt N. (in hellem, matten naturfarbenem
Material); *N. sein (echt, nicht künstlich sein; Ggs.: Kunst
3): mein Haar, das Leder ist N.; vgl. in natura. 6. (landsch.
veraltend verhüll.) a) (weibliches od. männliches)
Geschlechtsteil; b) <o. PI.) Sperma.
natur-, Natur-: -anläge, die: svw. t Veranlagung; -apostel,
der (svöll.): jmd., der ein einfaches, naturverbundenes, gegen
bestimmte Erscheinungen der Zivilisation gerichtetes Leben
fuhrt fu. dabei versucht, andere von der Richtigkeit seiner
Lebensweise zu überzeugen]; ^auflassung, die; ^begabung,
die: außergewöhnliche Begabung (1.2); -beherrschung, die:
die Beherrschung der Natur durch den Menschen; ^belassen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): in seiner natürlichen Substanz
unverändert; ohne fremden Zusatz: -e Fette, öle; -beobach-
tung, die; ^beachreibung, die; -blond <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): (vom Haar) von Natur aus blond, nicht blond gefärbt;
-bühne, die: svw. t Freilichtbühne; -bursche, der [urspr.
Bez. für ein Rollenfach beim Theater]: im Hinblick auf
sein Äußeres unbekümmerter, unkomplizierter junger Mann
mit urwüchsigem, unverbildetem Wesen; -darm.der:
Wursthülle aus natürlichem Darm (2); Mfenkmal, das: auffällige
(bes. schöne od. alte) Erscheinung in der Natur (2). die
unter Naturschutz steht; Mttnger, der: vgl. ^faser; -ereig-
nis, das: außergewöhnliches Ereignis in der Natur (1, 2),
das ohne Zutun des Menschen abläuft: der Vulkanausbruch
war ein großartiges N.; sie nahmen ihr Unglück hin wie
ein N. (sie wehrten sich nicht, kämpften nicht); Erlebnis,
1864
Naturalien
das; -Erscheinung, die: vgl. ^ereignis; -Erzeugnis, das: vgl.
^Produkt; -färbe, die: 1. (von Holz, Leder, Wolle o.a.
Naturprodukten) natürliche, unveränderte Farbe: Möbel,
Leder in N. 2. svw. T-farbstofT; -färben <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: (von Holz, Leder, Wolle o. ä.) ungefärbt, meist
hell, beige od. bräunlich: ein -er Pullover, Schrank; -farben-
druck.der: Farbdruck (2) nach Farbfotografien: -farbstoff,
der: vgl. ^faser; -faser, die: natürliche, nicht synthetisch
hergestellte Faser: ein Gewebe aus -n; -film, der: Film
(3a), in dem vorwiegend Aufnahmen aus I bestimmten
Bereichen/ der Natur (2) gezeigt werden: ^forscher, der: jmd.,
der [wissenschaftlich] bestimmte Erscheinungen der Natur
(2) erforscht: -forschung, die: [ wissenschaftliche]
Erforschung der Natur (2); -freund, der: naturverbundener
Mensch: ^frevel, der: an der Natur (2) verübter Frevel:
-gäbe, die: svw. TGabe (2); -gas, das: svw. tErdgas; -ae-
fühl, das: 1. Gefühl der Verbundenheit mit der Natur. 2.
Einstellung zur Natur, Auffassung vom Verhältnis des
Menschen zur Natur: Mit der Renaissance gewann das N.
völlig neue Aspekte (Mantel. Wald 10); -gegeben <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: unabwendbar, vom menschlichen
Willen nicht beeinflußbar: etw. als n. ansehen; er hielt seinen
Zustand für n.; -gemäß: I. <Adj.> den besonderen
Bedingungen der Natur (2) entsprechend, angepaßt: eine -e
Lebensweise; n. leben. II. <Adv.> auf Grundder besonderen
Beschaffenheit einer Sache sich wie von selbst ergebend: Die Formelhaf-
tigkeit dieser Werke, die n. zu Wiederholungen fuhrt
(Curschmann. Oswald 142); -geschehen, das: vgl.
Ereignis; -geschichte,die <o. PI.): 1. (veraltet) vgl. -künde. 2,
Entwicklungsgeschichte (b): die N. der Säugetiere, des
Menschen, dazu: -geschichtlich <Adj.; o. Steig.: nicht
präd.); -gesetz, das: svw. !Gesetz (2), dazu: -gesetzlich
<Adj.; o. Steig.), dazu: -gesetzlichkeit, die; -getreu <Adj.):
so nachgebildet, abgebildet, wiedergegeben, wie es im
natürlichen Zustand, in der Wirklichkeit aussieht, vorkommt:
eine -e Darstellung. Wiedergabe von etw.; etw. n.
darstellen, rekonstruieren: -gewalt, die (meist PL): elementare
Kraft [bestimmter Erscheinungen] der Natur (1): der Kampf
gegen die -en; -gottheit, die (Rel.): Gottheit einer
Naturreligion: ^haar.das: vgl. ^faser; ^harz.das: vgl. ^faser;
^Heilkunde, die <o. PI.): Heilkunde, die Therapien mit natürlichen
Mitteln, [weitgehend] ohne pharmazeutische Arzneimittel
vertritt, dazu: -heilkundig <Adj.; o. Steig.; nicht adv.):
Erfahrungen auf dem Gebiet der Naturheilkunde besitzend,
<subst.:> -heilkundig, der u. die; -n. -n. -heilkundlich
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.). -heilverfahren, das;
-historisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): svw. t^geschichtlich;
-hörn, das: 1. vgl. -faser. 2. (Musik) Hörn (3 a) ohne
Klappen od. Ventile, auf dem nur die Naturtöne gespielt
werden können: -katastrophe, die: Naturereignis mit
katastrophalen Auswirkungen für den Menschen: eine
Hilfsaktion für die Opfer der N.; -kautschuk, der. vgl. -faser;
-kind, das: vgl. -bursche; -konstante, die (Physik): Größe
(2 a), die unveränderlich ist od. unter bestimmten
Bedingungen unveränderlich gehalten wird: ^kraft. die (meist PL):
[bestimmten Erscheinungen] der Natur (1) innewohnende
Kraft: -kraus <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): (vom Kopfhaar
des Menschen) von Natur aus kraus, dazu: -krause, die;
-künde, die <o. PI.) (veraltet): Biologie (1). Geologie u.
Mineralogie [als Teil des namrwissenschaftliehen
Unterrichts an Schulen]: -kundige, der u. die; -n. -n <Dekl.
tAbgeordnete) (veraltend): jmd., der /große] Kenntnisse
auf dem Gebiet der Naturkunde hat: ^kundlich <Adj.; o.
Steig.; nicht präd.): die Naturkunde betreffend, zu ihr
gehörend: eine -e Exkursion; -landschaft, die: vom
Menschen nicht veränderte, unberührte Landschaft (Ggs.:
Kulturlandschaft); -lehre, die <o. PI.) (veraltet): Physik [u.
Chemie] als Teil des naturwissenschaftlichen Unterrichts
an Schulen: -lehrpfad, der: Wanderweg mit Schildern an
Bäumen o.a., auf denen genaue Bezeichnungen von
Pflanzen, Tieren angegeben sind: ^locken <PI.>: vgl. -krause;
-mensch, der: vgl. -bursche; -nah[e] <Adj.; o. Steig.):
eng mit der Natur (2) verbunden: -notwendig <Adj.; o.
Steig.): sich notwendig ergebend, zwingend, dazu: -notwen-
digkeit, die: -park, der: in sich geschlossener, größerer
Landschaftsbereich, der sich durch natürliche Eigenart u.
Schönheit auszeichnet u. in seinem Zustand unverändert
erhalten bleiben soll: -perle, die: vgl. -faser; -Phänomen,
das: svw. T^erscheinung; -Philosoph, der: Vertreter der
Naturphilosophie: -Philosophie, die: bestimmte Richtung
innerhalb der [klassischen] Philosophie, die sich
erkenntnistheoretisch auf die objektive Gesetzmäßigkeit der Natur
(1) stutzt, dazu: -philosophisch <Adj.; o. Steig.); -Produkt,
das: a) Rohstoff, den die Natur liefert (z. B. Baumwolle,
Kautschuk); b) landwirtschaftliches Erzeugnis (z. B. Eier.
Milch, Honig); -recht, das (Ethik): Auffassung vom Recht
als einem unabhängig von der gesetzlich fixierten Rechtsauf -
fassung eines bestimmten Staates o. ä. in der Vernunft des
Menschen begründeten Prinzip, dazu: -rechtlich <Adj.; o.
Steig.); -reich, das: Gesamtheit der Natur (2); -reichtum,
der (meist PL): für den Menschen nutzbare Produkte der
Natur (1), bes. Bodenschätze o.a.: -rein <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.): in seiner natürlichen Substanz, Beschaffenheit
unverändert: ohne fremden Zusatz: -er Honig; -reis, der:
unpolierter Reis: -religion,die: Religion /der Naturvölker],
deren Gottheiten als Mächte begriffen werden, die in engem
Zusammenhang mit den Erscheinungen der Natur (1.2)
stehen: -reservat, das: svw. t Naturschutzgebiet; -schätze
<PI.): svw. !-reichtum; -Schauspiel, das: eindrucksvolles
Naturereignis: der Sonnenuntergang war ein N.;
-Schilderung, die; -Schönheit,die (meist PI.): Erscheinung der Natur
(2). die als schön empfunden wird: -schütz, der: / gesetzlicheJ
Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege u. Erhaltung von
Naturlandschaften, Naturdenkmälern o.a. od. von seltenen,
in ihrem Bestand gefährdeten Pflanzen u. Tieren: diese
Alpenblumen stehen unter N. (dürfen nicht gepflückt
werden): ein Gebiet unter N. stellen, dazu: -Schutzgebiet,
das: die Lüneburger Heide ist N., -schutzpark, der
(veraltet): vgl. -Schutzgebiet; -Schwärmer, der; -Schwärmerei,
die; -seide, die: vgl. -faser; -spiel, das (geh.): natürliches
Gebilde, das durch seine ungewöhnliche Form o. ä. wie eine
spielerische Unregelmäßigkeit der Natur wirkt: --stein, der:
aus natürlichen Vorkommen, bes. Steinbrüchen, gewonnener
[ unbehauener J Baustein o. ä.: -Stoff, der: in der Natur
vorkommende pflanzliche, tierische od. mineralische Substanz
(die verwertbar ist): organische, veredelte, arzneilich
brauchbare -e: -talent, das: vgl. -begabung; -theater, das
(veraltet): svw. t Freilichttheater (a); -ton. der (Musik):
Ton, der allein durch bestimmtes Anblasen (ohne
Zuhilfenahme von Klappen, Ventilen od. Grifflöchern) auf
Blasinstrumenten spielbar ist: streue, die: das Naturgetreue in der
Nachbildung, Wiedergabe von etw.: -trieb, der (veraltend):
svw. t Instinkt (1); -trompete, die: vgl. -hörn (2); -trüb
<Adj.; o. Steig.) (Fachspr.): (von Säften) von Natur aus
trüb: -er Apfelsaft; -uran, das: aus natürlichen Vorkommen
gewonnenes Uran: -verbunden <AdJ.>: ein enges Verhältnis
zur Natur (2) habend: sich oft u. gern in der Natur (2)
aufhaltend, dazu: -Verbundenheit, die; -volk, das (meist
PI.) (Völkerk. veraltend): in Urgemeinschaft lebendes Volk,
das auf einer primitiven Kulturstufe steht: -Vorgang, der
(meist PI.): vgl. -ereignis; -wein, der ungezuckerter Wein:
-widrig <Adj.>: gegen die Gesetze der Natur verstoßend:
unnatürlich: eine -e Lebensform; -Wissenschaft, die (meist
PL): a) Gesamtheit der exakten Wissenschaften, die die
verschiedenen Gebiete der Natur (1) zum Gegenstand haben
(Ggs.: Geisteswissenschaften): -en studieren
(naturwissenschaftliche Fächer studieren): b) einzelne Wissenschaft, die
ein bestimmtes Gebiet der Natur (1) zum Gegenstand hat:
die Physik ist eine N.. dazu: -Wissenschaftler, der.
-wissenschaftlich <Adj.; o. Steig.); -wüchsig <Adj.): a) unverbildet
natürlich: urwüchsig: b) (selten) sich ohne Reglementierung,
ohne äußeren Einfluß aus sich selbst heraus ergebend, entwik-
kelnd: In der Diskussion, die sich eher spontan und n.
entwickelte als gezielt (Courage 2, 1978. 50), dazu: -wüch-
sigkeit, die; -; -wunder, das: [scheinbar unerklärliches]
faszinierendes Naturereignis o.a.: er wurde bei den
Eingeborenen bestaunt wie ein N.; -zustand, der <o. PI.):
natürlicher, vom Menschen nicht beeinflußter od. veränderter
Zustand: man findet immer weniger Landschaften, deren
N. noch erhalten ist.
Natural-: -abgaben <PI.): Abgaben in Form von Naturalien
anstelle von Geld: -beaige <PI.); -einkommen, das; -ein-
künfte <PI); -leistung, die; -lohn, der; -Obligation, die
(jur.): nicht einklagbare Schuld: -pacht, die: vgl. -abgaben;
-restitution, die (jur.): Grundsatz, wonach geleisteter
Schadenersatz den ursprünglichen Zustand wiederherstellen soll:
-Steuer, die; -werte <P1.>: svw. t Naturalien; -Wirtschaft,
die: Wirtschaftsform, bei der nur Waren gegen Waren
getauscht werden.
Naturalien [natu'ra.Uan] <PI.) [lat. nätürälia. Neutr. PI. von
1865
Naturalienkabinett
naturalis = natürlich]: \. landwirtschaftliche Produkte,
Lebensmittel, Rahstoffe, die als Zahlungsmittel od. zum Tau-
sehen verwendet werden: er nimmt lieber N. statt Geld;
in N. bezahlen; Ü sie hat ihn für seine Hilfe beim Umzug
in N. bezahlt (scherzh.; hat mit ihm geschlafen). 2. (selten)
Gegenstände einer naturwissenschaftlichen Sammlung:
<Zus. zu 2:> Naturslienkabinett, das. NaturaJiensanvnking,
die; Naturalisation [naturaliza'tßjo:n]. die; -. -en [frz. natu-
ralisation]: 1. svw. T Einbürgerung (1) (Ggs.:
Denaturalisation). 2. (Biol.) svw. TEinbürgening (2). 3. das
Naturalisieren (3); naturalisieren [naturali'zi:ran] <sw. V.; hat) [frz.
naturaliser]: 1. svw. !einbürgern (1) (Ggs.:
denaturalisieren): er wurde während des Krieges in Schweden
naturalisiert; sich n. lassen. 2. (Biol.) svw. !einbürgern (2). 3.
(selten) naturgetreu präparieren (z.B. die Tierköpfe bei
Fellen); <Abl.:> Naturalisj&iing, die; -. -en: svw.
TNaturalisation; Naturalismus [natura*lismos], der. -. ...men [frz.
naturalisme]: l.a) <o. Pl.> (bes. in Literatur u. Kunst)
Wirklichkeitstreue, -nahe in der Darstellung: b)
naturalistisches Element [in einem Kunstwerk ]. 2. <o. PI. > europäischer
Kunststil zu Ende des 19. u. Beginn des 20.Jh.s, der eine
möglichst naturgetreue Darstellung der Wirklichkeit (bes.
auch des Häßlichen u. des Elends) erstrebte u. auf jegliche
Stilisierung verzichtete. 3. philosophische Weltanschauung,
nach der alles aus der Natur u. diese allein aus sich selbst
erklärbar ist: Naturalist [...list]. der; -en. -en [frz. naturalis-
te]: Vertreter des Naturalismus (2); naturalistisch <Adj.>:
1. (bildungsspr.) (von künstlerischen Darstellungen)
wirklichkeitsnah, naturgetreu: eine -e Schilderung. Darstellung;
n. gemalte Tiere. 2. den Naturalismus (2) betreffend, ihn
entsprechend: ein -er Dramatiker: der -e Roman; nature
[na'tyrg] (indekl. Adj.; o. Steig.; meist nachgestellt) [frz.
nature] (Gastr.): ohne besondere Zutaten, Zusätze: ein
Schnitzel n. (ohne Panade): naturell [natural] (indekl.
Adj.; meist nachgestellt) [frz. naturel] (Gastr.): svw. T
nature; Naturell [-]. das; -s. -e [frz. naturel (subst. Adj.) <
lat. naturalis = natürlich] (bildungsspr.): Veranlagung,
Eigenart, Wesensart, Charakter: ein glückliches, heiteres,
unkompliziertes N. haben; das entspricht nicht seinem
N.; er hat ein zum Mitleid neigendes N.; Nature morte
[natyr'mort]. die; - - [frz. eigtl. = tote Natur]:
frz. Bez. für Stilleben: naturhaft <Adj.; -er. -este) (selten):
von der Natur her gegeben, vorhanden: seine -e LebenskraA
(Hesse. Narziß 41); Naturismus [natu'nsmos], der; -
(selten): svw. tFreikörperkultur; Naturfet [...'ristl. der; -en.
-en (selten): Atihänger der Freikörperkultur: naturjstisdi
<Adj.; o. Steig.) (selten): die Freikörperkultur betreffend:
natürlich [na'ty^lu;; mhd. natiurlich. ahd. natürlich]: I.
<Adj.) l.a) zur Natur (1,2) gehörend: in der Natur (1,
2) vorkommend, nicht künstlich vom Menschen nachgebildet %
hergestellt: -e Heilquellen; er konnte den Unterschied
zwischen elektrischem und -em Licht nicht mehr erkennen;
in -er Umgebung lebende Tiere; das Partum enthält
ausschließlich -e Stoffe wie Rosen- und Jasminöl; b) sich
aus der Naturgesetzlichkeit ergebend: die -en Funktionen
des Körpers; der -e Verlauf einer Krankheit; eines -en
(nicht gewaltsamen) Todes sterben; eine -e Resistenz gegen
das Gift entwickeln; ein -er (Rechtsspr. veraltet;
unehelicher) Sohn; das geht nicht mit -en Dingen zu (bei der
Sache stimmt etw. nicht): c) der Natur (1) entsprechend,
wie in der Natur (1): ein Standbild in -er Größe; ihr
Makeup ist sehr n.. sieht n. aus. 2. angeboren: die -e Hautfarbe;
ihre -e Haarfarbe ist schwarz; er hat eine -e Begabung.
3. in der Natur (3 a) des Menschen begründet: seine -en
Bedürfnisse befriedigen; einen -en Widerwillen gegen etwas
haben. 4. in der Natur (4) von etw. begründet:
selbstverständlich, folgerichtig: den -en Gang der Dinge blockieren; das
ist doch die natürlichste Sache der Welt; es ist ganz n..
daß er traurig ist; es wäre das natürlichste/am
natürlichsten, wenn ... 5. unverbildet, ungezwungen, nicht gekünstelt:
ein -es Wesen, -es Benehmen haben; das Mädchen ist
sehr n. geblieben; er redet, lacht vollkommen n. II. <Adv.)
1. selbstverständlich: .JCommst du mit?" - „N.!44; n. habe
ich dich verstanden; du hast n. recht mit deiner Kritik.
2. drückt aus. daß etwas so geschieht, wie man es erwartet,
vorausgesehen, geahnt hat: er kam n. wieder zu spät;
er hat n. seine Aufgaben wieder nicht gemacht. 3. drückt
die Einschränkung einer Aussage aus: ich freue mich n.
(zwar), wenn du kommst, aber ...; es tut n. (wohl, zwar)
erst einmal weh. aber du wirst dann auch ganz gesund;
<Zus.:> natürlicherweise <Adv.): selbstverständlich,
natürlich: diese Angelegenheit rief n. seine Empörung hervor.
<Abl.:> Natürlichkeit, die; - (mhd. natürlichen]: a) das
Natürlichsein (1 c): sanfte Farben steigern die N. eines
Bildes; b) Selbstverständlichkeit: die N.. mit der Agathe
ihre Abhängigkeit von Hagauer behandelte, verletzte ihren
Bruder (Musil, Mann 684); c) das Natürlichsein (5): ihre
N. und Einfachheit bezauberte ihn.
Naue [n^pa]. die; -. -n (südd.): svw. TNauen (1); Nauen
['n$iidn]( der; -s. - [mhd. näwe (m.. f.). viell. zu lat. nävis
= Schiff): 1. (südd.. Schweiz.) Nachen. Kahn. 2. (Schweiz.)
großer [Lastjkahn.
'nauf [n&if] (landsch.. bes. südd.): thinauf.
Nauplfius [n^pplios]. der; -. ...ien [...pn; lat. nauplius <
griech. naüplios = Krebs] (Zool.): Larve von Krebstieren.
'naus [nops] (landsch.. bes. südd.l: thinaus.
Nausea [nap'ze:a, napzea], die: - [griech. nausia =
Seekrankheit] (Med.): Übelkeit, Brechreiz (bes. im
Zusammenhang mit einer Kinetose).
-naut [-n⁢ zu griech. naütes = Seemann, zu: naüs =
Schiffl in Zus.. z.B. Astronaut. Kosmonaut; Nautik
[n^ptikj.die; - [griech. nautike (töchne)]: l.
Schiffahrtskunde. 2. Kunst, Fähigkeit, ein Schiff zu fuhren, zu navigieren:
Nautiker, der; -s. - (Seew.): Seemann, der in der Führung
eitles Schiffes Erfahrung besitzt: Nautilus [n^itilüs). der;
-. - u. -se [lat. nautilus < griech. nautflos]: svw.
tPerlboot, dazu: Nautilusbecher, Nautiluspokal, der (Kunst-
wiss.): (vom 16.-18. Jh.) aus den Gehäusen von Nautilus
in Gold- od. Silberfassung gearbeiteter Pokal: nautisch
<Adj.; o. Steig.) [lat. nauticus < griech. nautikös] (Seew.):
die Nautik (1) betreffend, zu ihr gehörend: -c Instrumente:
-e Lehrbücher.
Navel [na:v|. auch: 'nerval], die; -. -s u. Naveloranse, die:
-.-nlengl.-amerik.navel (orange), eigtl. = NabeKorangeM:
kernlose Orange mit einer nabeiförmigen Nebenfrucht.
Navigation [naviga'lsio:n], die; -Hat. nävigätio = Schiffahrt,
zu: nävigäre = fahren, segeln, zu: nävis = Schiff) (Seew..
Flugw.): bei Schiffen, Luft- u. Raumfahrzeugen Gesamtheit
der Maßnahmen zur Bestimmung des Standorts u. zur
Einhaltung des gewählten Kurses.
Navigation»- (Seew.. Flugw.): -ausrüstung, die; -fehler, der:
die Kursabweichung ist auf einen N. zurückzufuhren;
-Instrument, das: -karte, die: Karte, die der Navigation dient:
-Offizier, der (Seew., Flugw.); -räum, der: Raum mit
Navigationsinstrumenten auf Schiffen: -schule, die: Schule für
die theoretische Ausbildung in Navigation.
Navigator [naviga:tor, auch: ...to:g], der; -s. -en [...'to:ran;
lat. nävigätor = Seemann] (Seew.. Flugw.): Mitglied einer
Flugzeug- od. Schiffsbesatzung, das für die Navigation
verantwortlich ist: navigatorisch [naviga'to:nJl <Adj.; o. Steig.)
(Seew., Flugw.): die Navigation betreffend, mit ihr
zusammenhängend: -e Manöver; navigieren [navi'gi.ran] <sw. V.;
hat) (Seew., Flugw.): den Standort eines Schiffes od.
Flugzeugs bestimmen u. es auf dem richtigen Kurs halten: nach
der Sonne u. den Sternen n.; mit dem Sextanten n.
Nazi [na:tßi], der, -s, -s (abwertend): kurz für t
Nationalsozialist.
Nazi- (abwertend): -bonze, der; -Diktatur, die; -führer,
den -herrechaft, die; -Ideologie, die; -Partei, die: -regime,
das; -terror, der; -verbrechen, das; -zeit, die: er mußte
während der N. emigrieren.
Nazismus [na'tpismos], der; - (abwertend): kurz fiir
TNationalsozialismus; Nazisse [na'tßisa]. die; -. -n [wohl unter
scherzh. Anlehnung an TNarzissel (selten, abwertend):
Anhängerin des Nationalsozialismus: Sie war bestimmt keine
N.. dem Wesen nach eher das Gegenteil (Kantorowicz.
Tagebuch I, 227); Nazist [nazist], der. -en. -en (selten,
abwertend): svw. t Nationalsozialist; Nazfstin, die; -. -nen:
w. Form zu t Nazist; nazistisch <Adj.) (abwertend): kurz
für T nationalsozialistisch.
ne!. nee! [ne:] (ugs.): svw. tnein.
'ne [na]: ugs. für: eine.
Neandertaler [neandeta IpI. der; -s. - [nach dem Fundort
im Neandertal bei Düsseldorf! (Anthrop.): durch
Skelettfunde bezeugter vorgeschichtlicher Mensch der Altsteinzeit.
neapelgelb [ne'a:pj-] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [nach einem
Farbstoff, der zuerst in Neapel (Italien) hergestellt worden
ist]: hell- bis orangegelb: Neapolitaner [neapoli'tainc]. der;
-s. - (meist PI.) [urspr. wurde für die Füllung eine Creme
aus Haselnüssen aus der Umgebung von Neapel verwendet]
1866
neben-, Neben-
(österr.): gefüllte Waffel; <Zus.:> Neapolitanerschnitte, die
(österr.): svw. tNeapolitaner.
nebbidi! l'nebi<j] <Interj.> [H.u.] (salopp): nun, wenn schon;
was macht das schon; Nebbich, der. -s. -e (jidd.): jmd..
mit dem nicht viel los ist; unbedeutender Mensch: ein ganz
kleiner Pinkel! Ein reiner N. ist das! (Fallada. Jeder 180).
Nebel ['ne:b)]. der; -s. - [mhd. nebel. ahd. nebul. urspr.
= Feuchtigkeit. Wolke): 1. (meist Sg.> dichter, weißer
Dunst über dem Erdboden; weiße, für das Auge
undurchdringliche Trübung der Luft (durch Konzentration kleinster
Wassertröpfchen): dicker, dichter, leichter, wallender N.;
ziehendeN. (Nebelschwaden); herbstliche N. (dem Herbst
eigentümliches Nebelwetter); N. kommt auf. löst sich auf;
der N. fällt, lichtet sich, steigt auf; es herrschte N. mit
Sichtweiten unter 50 Metern; bei N.. im N.; die Berge
sind in N. gehüllt; Ü ein N. (dunstartiger Schleier) von
Zigarettenrauch; rote N. (Schleier) vor den Augen haben,
sehen; in einem N. von Unwissenheit (in völliger
Unwissenheit) leben; imN. des Alkohols (im Rausch) verschwammen
die Konturen vor seinen Augen; Manche der Spuren
schienen verheißungsvoll, doch dann lösten sie sich wieder
in N. auf (verloren sie sich wieder; Quick 33. 1958. 30);
* ausfallen wegen N./-S (ugs. scherzh.; überraschet nicht
stattfinden, nicht ausgeführt werden). 2. (Astron.) / aus einer
Anhäufung von Sternen bestehendes] schwach leuchtendes,
nicht scharf umgrenztes, flächenhaftes Gebilde am Himmel.
nebel-, Nebel-: -bank, die <P1. -bänke>: größere
zusammenhängende Masse von Nebel, die horizontal über einem
Bereich lagert; -biU, das (Meteor.): auf Bergen beobachtete
Erscheinung, die darin besteht, daß auf einer
gegenüberliegenden Nebelwand der Schatten einer Person überlebensgroß
erscheint; -bildung, die; -bogen, der (Meteor.): bei Nebel
entstehender Regenbogen von weißlicher Farbe; -boie, die:
1. (Seew.) Boje, die bei Nebel akustische Signale aussendet.
2. (Milit.) zur Hervorbringung von künstlichem Nebel auf
See bestimmtes Gerät; -bombe, die (Milit.): vgl. -boje
(2); -decke, die: dichter, wie eine Decke über einem Gebiet
ausgebreiteter Nebel; -dunst,der <P1. selten): leichter,
nebliger Dunst; —düse, die: Düse, mit der Wasser fein versprüht
werden kann; -feld, das: in kleineren Bereichen flächenartig
auftretender Nebel; -fetzen, der: [Rest von] Nebel, der
in der Luft hängt, über Land od. Wasser zieht; —feucht
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: durch Nebel feucht geworden;
neblig u. feucht; -e Straßen; ein -er Morgen; -fleck, der
<P1. -flecke) (Astron.): svw. TNebel (2); -frei <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.>: eine -e Zone; -glocke, die: 1. dichter
Nebel, der über einem bestimmten Bereich lagert: die Stadt
liegt unter einer N. 2. (Seew.) Glocke, mit der sich bes.
ein vor Anker liegendes Schiff im Nebel bemerkbar macht;
-granate,die (Milit.): vgl. ^bombe; -grau <Adj.; o. Steig.;
nicht adv.>: durch Nebel trübe u. grau: ein -er Himmei.
Tag; -taufen, der (Astron.): Ansammlung räumlich
zusammengehörender Sternsysteme; -hörn, das <P1. -hörner)
(Seew.): bei Nebel verwendetes akustisches Signalgerät mit
weit hörbarem, tiefem Ton; -kammer, die (Atomphysik):
Gerät zum Nachweis u. zur Sichtbarmachung der Bahnen
ionisierender Teilchen; -kappe, die (Myth.): Tarnkappe,
die den Träger unsichtbar macht; -kerze, die (bes. Milit.):
Wurfgeschoß, mit dem künstlicher Nebel erzeugt werden
kann; -krähe, die: Krähe mit auf dem Rücken u. auf der
Unterseite grauem Gefieder; -lampe,die: svw. t
^Scheinwerfer; -leuchte, die: svw. T-Scheinwerfer; -licht, das
(seltener): svw. T-Scheinwerfer; -meer, das (dichter.): bis zum
Boden reichender, dichter [wallender) Nebel; -monat,
-mond, der (veraltet): November; -nässe, die: durch Nebel
verursachte Nässe; -nässen, das <o. Pl.>: nieselndes Regnen
bei dichtem Nebel; -pfeife, die: vgl. ^horn; -rauch, der
(selten): wallender, ziehender Nebel; -regen, der: nieselnder
Regen bei bes. feuchtem Nebel; -riickleuchte, die: svw.
t-Schlußleuchte; -Scheinwerfer, der (meist Pl.> (Kfz.-T.):
Scheinwerfer beim Kraftfahrzeug, der durch breite Streuung
des Lichtes den unmittelbar vor dem Fahrzeug liegenden
Teil der Fahrbahn bei Nebel zusätzlich ausleuchten soll:
-Schleier, der (geh.; dichter.): feiner, leichter Nebel;
-Schlußleuchte, die (Kfz.-T.): rote Rückleuchte (mit hoher
Lichtstärke), die bes. bei Nebel eingeschaltet wird, um das
Fahrzeug nach hinten abzusichern; -Schwaden, der (meist
PL): N. hängen an den Bergen, ziehen über die herbstlichen
Wiesen; -Signal, das (Seew.): bestimmtes Signal, mit dem
ein Schiff im Nebel auf sich aufmerksam macht; -spalter
I-JpaltB]. der; -s. - (scherzh.): großer Hut; Dreispitz; -Stern,
der (Astron.): zentraler Stern eines Nebels (2); -Stoff, der
(Chemie): künstlichen Nebel od. Rauch bildende chemische
Substanz; -streifen, der; -tag, der: Tag, an dem es sehr
neblig ist; -verhangen <Adj.; o. Steig.) (geh.): von Nebel
ganz eingehüllt; verhangen: -e Berge: -Vorhang, der (geh.):
vgl. ^wand: -waW, der (Geogr.): tropischer Regenwald
mit häufiger Nebelbildung; -wand, die: wie eine Wand
aufragend, dichter, undurchdringlicher Nebel; -werfer, der [eigtl.
= Granatwerfer für Nebelgranaten, seit 1941 Tarnbez.
in der dt. Wehrmacht] (Milit. veraltend): Raketenwerfer;
-weder, das; -wölke, die.
nebelhaft <Adj.; -er, -este; nicht adv.>: 1. (selten) neblig:
das Wetter war n. 2. undeutlich, verschwommen, nicht fest
umrissen (in jmds. Vorstellung. Bewußtsein o.a. vorhanden):
eine -e Vorstellung. Erinnerung; etw. liegt in -er (sehr
weiter) Ferne; Ich mußte ihm eingestehen .... daß mir
die Zukunft n. war (daß ich darüber keine klaren
Vorstellungen hatte; Seghers. Transit 19); <Abl.:> Nebelhaftigkeit,
die; - (selten); nebelig, neblig ['ne:b(3)li<;]: tneblig; nebeln
[■ne:b|n] <sw. V.; hat) [mhd. nebelen. ahd. nibulen): 1.
(geh.) a) <unpers.> neblig sein, werden: es nebelt heute;
b) Nebel hervorbringen, entstehen lassen: der See nebelt;
nebelnde Wiesen. 2. (Fachspr.) (von einem flüssigen
Pflanzenschutzmittel od. Wasser zur Beregnung) in feinster
Verteilung versprühen; Nebelung, Neblung. der; -s. -e (veraltet):
November.
neben [ne:bn] <Präp. mit Dativ u. Akk.) [mhd.. ahd. neben,
gek. aus mhd. eneben. ahd. ineben = auf gleiche Weise:
zusammen, nebeneinander]: l.a) (mit Dativ zur Angabe
der Lage) unmittelbar an der Seite von; dicht bei: auf
dem Foto sitzt er n. seinem Bruder; der Schrank steht
dicht n. der Tür. in Verbindungen mit zwei gleichen
Substantiven zur Angabe der Aufeinanderfolge ohne
Auslassung: auf dem Parkplatz steht Auto n. Auto (ein Auto
dicht neben dem anderen );ü er duldet keinen Konkurrenten
n. sich; b) (mit Akk. zur Angabe der Richtung) unmittelbar
an die Seite von; dicht bei: er stellte seinen Stuhl n. den
meinen; in Verbindung mit zwei gleichen Substantiven
zur Angabe der Aufeinanderfolge ohne Auslassung: sie
bauten Bungalow n. Bungalow (einen Bungalow
unmittelbar neben den anderen in dichter Folge). 2. <mit Dativ)
zugleich mit; außer: n. ihrem Beruf hat sie einen großen
Haushalt zu versorgen; n. seinem Gehalt hat er noch
weitere Einnahmen; wir brauchen n. (zusätzlich zu) Papier
und Schere auch Leim. 3. <mit Dativ) verglichen mit;
im Vergleich zu: n. ihm ist er ein Waisenknabe.
neben-. Neben-: -abrede, die (jur.): über einen schriftlich
fixierten Vertragstext hinausgehende mündliche
Abmachung; -absieht, die: zusätzliche [heimlich] bei einer
Handlung o. ä. verfolgte Absicht: bei etw. eine geheime N.
verfolgen; -akzent, der (Phon.): der schwächere Akzent (neben
dem Hauptakzent); -altar, der: svw. tSeitenaltar; -amt,
das: Amt. das jmd. neben seinem Hauptamt innehat: er
ist im N. Hausverwalter, dazu: -amtlich <Adj.; o. Steig);
-anschluß, der: svw. t Fernsprechnebenstelle; -arbeit, die:
1. Arbeit, die jmd. neben seiner eigentlichen Arbeit noch
nebenher verrichtet. 2. weniger wichtige Arbeit: jmdn. mit
-en betrauen, beschäftigen; -arm, der: Seitenarm eines
Flusses. Kanals o.a.; -ausgäbe, die: 1. (meist PI.) zu einer
Geldausgabe hinzukommende, nebenherlaufende, zusätzliche
Ausgabe. 2. regionale Ausgabe (5 a) einer Zeitung;
-Bittgang, der: neben dem eigentlichen Ausgang eines Gebäudes
o.a. bestehender weiterer Ausgang; -bahn, die: von der
Hauptbahn abzweigende Eisenbahnstrecke von geringerer
Bedeutung; -bau, der (PI. -ten): vgl. -gebäude; -bedeu-
tung, die: 1. zu der eigentlichen Bedeutung noch
hinzukommende weitere, weniger wichtige Bedeutung bes. eines
Wortes. 2. (selten) svw. t-sinn (2); -bemerkung, die: beiläufig
gemachte Bemerkung; -beruf, der: Beruf, den jmd. neben
seinem Hauptberuf [ zum Zweck des zusätzlichen Erwerbs]
ausübt: er ist im N. Landwirt, dazu: -beruflich (Adj.;
o. Steig.): eine -e Tätigkeit; er arbeitet n. als Übersetzer.
-beschäftigung, die: Tätigkeit, die jmd. neben seiner
eigentlichen Tätigkeit ausübt; zusätzliche Beschäftigung: sich eine
N. suchen; -bbtt, das (Bot.): einem Blatt ähnliche Bildung
an der Ansatzstelle des Blattstieles; -buch, das (Kauf-
mannsspr.): das Hauptbuch ergänzendes Geschäftsbuch;
-buhler, der: l.jmd.. der mit einem anderen um die gleiche
Frau wirbt, mit ihm in Konkurrenz tritt: er hat einen N.;
1867
nebenan
den N. ausstechen. 2. (Zool.) männliches Tier, das im Kampf
um ein Revier od. um ein weibliches Tier als Rivale eines
anderen auftritt. 3. (ugs. abwertend) jmd.. der im Kampf
um eine Position o. ä. als Konkurrent eines anderen auftritt;
-buhlerin, die: w. Form zu t-buhler (1). dazu: -buhler-
schaft, die; -; -ding, das (meist PI.) (geh.): etw.
Nebensächliches, nicht sehr Wichtiges: sich nicht mit -en aufhalten:
-eflekt, der: zusätzlicher Effekt (1). der sich [unerwarteter-
od. unerwünschtermaßen] bei etw. einstellt; -einggng, der:
vgl. -bau; -einkommen, das: vgl. -einkünfte; Einkünfte
<PI.>: Einkünfte aus einer Nebentätigkeit: -einrahme, die
<meist Pl.>: vgl. -ausgäbe (1); Erscheinung, die: vgl. -ef-
fekt: eine störende, unerwünschte N.; -erwerb, der: neben-
berufliche Tätigkeit: auf N. angewiesen sein;
Landwirtschaft als N. betreiben, dazu: -erwerbsbetrieb, der:
nebenberuflich bewirtschafteter landwirtschaftlicher Betrieb, -er-
werbslandwirt. der: Landwirt, der eine
Nebenerwerbslandwirtschaft betreibt, -enwftsfauidwirtsdiaft, die; -erzeugnb,
das: vgl. -Produkt; -fach, das: Fach von untergeordneter
Bedeutung; vgl. Hauptfach; -figur, die: weniger wichtige
Figur (5 a.c); -fttael.der (selten): svw. t Seitenflügel; -fluß,
der (Geogr.): Fluß, der in einen anderen Fluß (u. nicht
unmittelbar ins Meer) mündet; -form, die: weniger häufige
Variante von etw.; -freue, die: weniger wichtige [beiläufig
aufgeworfene] Frage: -freu, die: (bei Völkern mit Polygy-
nie) mit weniger Rechten ausgestattete Frau, die ein Mann
neben einer od. mehreren anderen hat; -funkt ton, die: vgl.
-bedeutung (1); -sang, der: Gang, der neben dem
Hauptgang (t) besteht; -gasse, die (selten): svw. tSeitengasse;
-gebäude, das: (in Funktion, Größe, Lage o. ä.) dem
Hauptgebäude eines Gebäudekomplexes untergeordneter Bau; -ge-
danke,der: vgl. -absieht; -gegenständ,der (österr.):
Nebenfach (in der Schule); -Belaß, das (veraltend): vgl. -räum;
-gelefee, das: svw. t -gleis; -geordnet: t-ordnen; -ge-
rfiusdi, das: unerwünschtes, meist störendes [einen Fehler
o.a. anzeigendes] Geräusch, das zusätzlich bei akustisch
Wahrnehmbarem auftritt: störende, unerwünschte -e bei
einer Tonbandaufnahme; beim Abhören der Herztöne
wurden -e registriert; -geschäft, das: die Sache war für
ihn ein einträgliches N.; -geschmack, der (selten): svw.
t Beigeschmack: die Butter hat einen eigentümlichen N.;
-gestern, das (Geol.): Gestein, das eine von der Umgebung
abweichende Einlagerung, eine Lagerstätte begrenzt: -gleis,
das (Eisenb.): nicht dem Hauptverkehr dienendes Gleis:
der Zug steht auf einem N.; -handhmg, die: (in einer
Dichtung) neben der eigentlichen Handlung herlaufende
Handlung; -haus, das: svw. t Nachbarhaus; -hoden, der
(meist Pl.>: den Samen speicherndes u. ableitendes Organ
des männlichen Geschlechtsapparates; -höhle, die (meist
Pl.>: an die Nasenhöhle angrenzender, mit Schleimhaut
ausgekleideter Hohlraum; Nasennebenhöhle; -mterese, das:
vgl. -absieht; -klage, die (jur.): Klage, mit der sich jmd.
(als Betroffener) dem öffentlichen, durch den Staatsanwalt
eingeleiteten Strafverfahren anschließt, dazu: -klüger, der
(jur.). -klägerin, die (Jur.); -klang, der <P1. selten) (selten):
svw. t Beiklang; -kosten <P1.>: 1. [nicht vorhergesehene]
zu einer Ausgabe o.a. noch hinzukommende Kosten: bei
dem Kauf sind noch N. entstanden. 2. zur monatlichen
Wohtmngsmiete hinzutretende Kosten für bestimmte
Leistungen od. Aufwendungen des Vermieters; -krater, der
(Geogr.): am Hang eines größeren Vulkans entstandener
weiterer Krater; -kreis, der: svw. tKleinkreis; -kriegs-
9Chauplatz, der: Gebiet, in dem gekäfnpft wird, das von
den Hauptkampflinien räumlich entfernt u. von geringerer
Bedeutung ist; -leitung, die: vgl. Hauptleitung; -leute: PI.
von t-mann; -linie, die (Eisenb.): 1. vgl. -strecke. 2.
(in der Genealogie) die Nachkomtnen eines jüngeren Sohnes
einer Familie gegenüber den Nachkommen des ältesten
Sohnes; -mann, der <PI. -männer. -leute): jmd.. der (in einer
Reihe, Gruppe o. ä.) unmittelbar neben einem anderen steht,
geht, sitzt; Nachbar (1 b): sich mit seinem N. am Tisch
unterhalten; Janes ... und seine ... Nebenleute (Fußball;
Mitspieler in benachbarter Position) wehrten ... alle ...
Vorstöße ab (Walter. Spiele 55); -meer, das (Geogr.):
durch seine Lage vom offenen Ozean abgetrenntes Meer;
-mensch, der (seltener): a) Mitmensch; b) Nachbar (1 b);
-metall, das: (in einem Erz) neben dem eigentlichen in
geringerer Menge auch noch vorhandenes Metall; -niere,
die (meist PL): Drüse am oberen Polder Niere, die
verschiedene Hormone produziert, dazu: -nierenhormon, das. -nie-
renrinde, die: äußeres Gewebe der Nebenniere, in der
bestimmte Hormone gebildet werden, -nierenrindenhormon,
das; -ordnen <sw. V.; hat) (Sprachw.): (von Wörtern,
Sätzen, Satzteilen) gleichrangig nebeneinanderstellen;
beiordnen (3) <meist im 1. od. 2. Part.): eine nebenordnende
Konjunktion; nebengeordnete Sätze, dazu: -Ordnung, die;
-. -en (Sprachw.); -person, die: vgl. -ftgur; -portal, das:
vgl. -eingang; -Produkt, das: bei der Herstellung von etw.
nebenher anfallendes Produkt: Kalisalze sind ein N. bei
der Salzgewinnung; -punkt, der: weniger wichtiger Punkt
(einer Tagesordnung o.a.); -räum, der: 1. einem anderen
Raum benachbarter Raum; Nebenzimmer: aus dem N. hörte
man lautes Weinen. 2. (meiner Wohnung o. ä. gehöretuler)
kleinerer, nicht als eigentlicher Wohnraum vorgesehener
Raumiz. B. Bad. Abstellkammer u.a.); -rolle, die:kleinere,
nicht die tragende Rolle in einem Bühnenstück od. Film:
eine kleine N.; die weibliche N. spielen: U er spielte in
den Verhandlungen nur eine N.; -sache, die: etw., was
in einem bestimmten Zusammenhang von geringerer
Wichtigkeit od. Bedeutung ist: Sport ist die herrlichste N. der
Welt; er hält sich zu lange auf bei -n; ob dir das paßt
oder nicht, ist N. (ugs.; du wirst nicht danach gefragt,
ob es dir paßt oder nicht), dazu: -sächlich <Adj.): unwichtig,
bedeutungslos; <Abl.:> -sächlichkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.)
das Nebensächlichsein. 2. Unwichtiges; -satson, die: Zeit
außerhalb der Hauptreisezeit; -satz, der: 1. (Sprachw.)
svw. TGliedsatz (Ggs.: Hauptsatz). 2. (selten) svw. T-be-
merkung; -schalten <sw. V.; hat): svw. tparallelschalten:
-schiff, das (Archit.): Seitenschiff einer Kirche;
-Schilddrüse, die <meist PI.): neben der Schilddrüse befindliche kleine
Drüse; Epithelkör per chen; -sinn, der: vgl. -bedeutung;
-Spieler,der (Mannschaftsspiele): Mitspieler in unmittelbar
benachbarter Position auf dem Spielfeld; -stehend <Adj.;
o. Steig.: nicht adv.): neben dem Text, am Rand stehend:
beachten Sie die -e Tabelle; -stelle, die: 1. svw. t
Fernsprechnebenstelle. 2. Filiale, Zweigstelle (einer Bank o. ä.).
3. (landsch.) svw. T-beschäftigung (2). zu 1: -Stellenanlage,
die: Fernsprechanlage mit Nebenanschlüssen; -strafe, die
(Jur.): Strafe, die nur in Verbindung mit einer Hauptstrafe
verhängt werden kann; -straOe,die: a) (von einer
Hauptstraße abgehende) Straße untergeordneter Bedeutung; b) svw.
tSeitenstraße; -strecke, die: 1. vgl. -bahn. 2. [zur
Entlastung einer Hauptstraße (b) dienende! Nebenstraße (a); -tä-
tigkeit, die: vgl. -beschältigung; -tisch, der: benachbarter
Tisch (in einem Lokal): -ton, der: 1. svw. t-akzent. 2.
vgl. -klang; -tonart, die (Musik): in einem Musikstück
neben der eigentlichen Tonart verwendete Tonart; -tonig
[-to:ni<;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Phon.): einen Nebenton
(1) tragend; -trakt.der: vgl. ^bau; -treppe, die: vgl.
-portal; -tür,die: 1. vgl. -portal. 2. benachbarte Tür: -umstand,
der: Umstattd, der zu den eigentlichen Gegebenheiten, Utn-
ständen begleitend hinzutritt; -verdienst, der: vgl. -einkünf-
te: er ist auf einen N. angewiesen; -Vorstellung, die: vgl.
-bedeutung; -weg, der (selten): svw. t Seitenweg; -winke!,
der (Geom.): Winkel, der mit einem anderen zusammen
eine Gerade bildet; -Wirkung, die (meist Pl.>: zusätzliche
Wirkung, die [unerwarteter- od. unerwünschtermaßen] sich
bei etw. einstellt: unerwünschte -en eines Medikamentes;
-wohnung, die (selten): svw. t Nachbarwohnung: -zimmer,
das: vgl. -räum; -zweck, der: vgl. -absieht; -zweig, der.
nebenan <Adv.>: in unmittelbarer Nachbarschaft; im
benachbarten Zimmer, in der benachbarten Wohnung, dem
benachbarten Haus o.a.: die Wohnung n. steht leer; im Zimmer
n.; er wohnt, ist n.; n. hörte man einen Mann schimpfen;
gehen wir nach n.; die Kinder von n. (ugs.; von der Nach-
barsfamilieY, <subst.:> sein Nebenan (sein
Wohnungsnachbar) im Parterre (Kühn. Zeit 139); nebenbei <Adv.>: 1.
noch außerdem, neben einer anderen Tätigkeit; nebenher:
sie versorgt ihren Haushalt u. hilft n. im Geschäft; er
arbeitet n. als Kellner; er erledigt die Schule so n.; <subst.:)
war diese lose Wirtschaft nur ... ein Nebenbei (Th. Mann.
Joseph 397). 2. (in bezug auf eine Äußerung, Bemerkung)
ohne besonderen Nachdruck, beiläufig: eine Bemerkung [so]
n. fallenlassen; n. bemerkt/gesagt, habe ich das schon
gewußt; ich habe daran kein Interesse, aber dies nur n.
(nebenbei bemerkt); nebeneinander <Adv.>: 1. einer, eine,
eines neben dem anderen, in unmittelbarer Nähe,
Nachbarschaft eines anderen: etw. n. anordnen, aufstellen, hinlegen;
die beiden Familien wohnen n.; Ü hier leben Menschen
aller Hautfarben friedlich n. (zusammen); <subst.:> das
1868
Neger
Nebeneinander von Altbauten und modernen
Hochhäusern. 2. gleichzeitig mit etw. anderem bestehend, sich er-
eignend o. ä.: hier sieht man Altes und Neues n.
nebeneinander-: -legen <sw. V.; hat): vgl. aneinanderlegen;
-schalten <sw. V.; hat): svw. tparallelschalten; -setzen
<sw. V.; hat): vgl. biegen; -stellen <sw. V.; hat): vgl.
biegen.
nebeneinanderher <Adv.>: einer, eine, eines neben dem
anderen her: die Gleise verlaufen n.; Ü die beiden leben n.
(sie haben keine innere Beziehung mehr zueinander);
nebenher <Adv.>: 1. svw. tnebenbei (1): er besucht noch n.
einen Abendkurs. 2. (selten) svw. t nebenbei (2): Lilo fragt
n.. wo ich denn hingegangen sei (Frisch. Gantenbein 417).
nebenher-: -fahren <st. V.; ist) neben jmdm.. etw.
/begleitend] fahren; -gehen <unr. V.; ist): vgl. ^fahren; -laufen
<st. V.; ist): 1. vgl. ^fahren. 2. zugleich mit anderem
ablaufen, getan werden o.a.: die Arbeiten an diesem Projekt
laufen n.
nebenhin <Adv.) (seltener): svw. t nebenbei (2): Herr
Leutnant kommt, sagte er n. (H. Kolb. Wilzenbach 29).
ne bis in idem [ne: bis in i:d£m; lat. = nicht zweimal
in derselben (Angelegenheit)] (jur.): Maxime des
Strafprozeßrechts, nach der niemand wegen derselben Tat nach dem
allgemeinen Strafgesetz mehrmals verurteilt werden darf.
neblig, nebelig <Adj.; nicht adv.): von Nebel erfüllt; durch
Nebel gekennzeichnet: -es Wetter; ein -er Novembertag;
es ist sehr n. (es herrscht starker Nebel); Ü die
Unternehmung liegt noch in -er Ferne; Nebking, der: TNebeiung.
nebst [ne.pst] <Präp. mit Dativ) [zu tnebenl (veraltend):
/ zusammen) mit; sowie, samt: Herr Meyer n. (und)
Familie; Haus n. Garten zu verkaufen; nehsttgi (österr.): svw.
tnebenbei; nebstdem (Schweiz.): svw. taußerdem.
nebulos [nebuio:sl. nebuiös [...lois] <Adj.; -er. -este) [lat.
nebulösus (< frz. nebuleux) = neblig; dunkel, schwer
verständlich] (bildungsspr.): (in bezug auf Vorstellungen, Ideen
u. ä.) verschwommen, unklar; nicht fest umrissen: -e
Vorstellungen. Begriffe von etw. haben; etw. n. andeuten.
Necessaire [nese'se:^]. das;-s. -s[frz. n&essaire < lat. neces-
särius = notwendig]: 1. svw. t Reisenecessaire. 2. kleiner
Behälter, Beutel für Nähzeug o. ä.
Neck, der; -en. -en [schwed. näck]: svw. tNöck.
Neckball, der; -[e]s [zu tneckenl: [Kinder]spiel, bei dem
ein Spieler den Ball abzufangen versucht* den sich die
Mitspieler zuwerfen; necken [nekn] <sw. V.; hat) [mhd. (md.)
necken = reizen. Quälen. Intensivbildung zu t nagen]: durch
scherzende, spottende, stichelnde Bemerkungen.
Anspielungen od. durch bestimmte Handlungen seinen Scherz mit
jmdm. treiben: er neckt seine junge Frau; die beiden necken
sich gern; man neckt ihn mit seiner neuen Freundin; die
Kinder neckten den Hund; in neckendem Ton reden.
Nacken, der; -s. -: svw. tNöck.
Neckerei [neka'r^}]. die; -. -en: 1. [dauerndes] Necken. 2.
neckende Rede; Scherz o.a.. mit dem man jmdn. neckt.
Necking [nekm], das; -[s], -s [engl.-amerik. neck in g. zu:
neck = Hals. Nacken]: Austausch von Zärtlichkeiten,
erotisch-sexuelle Stimulierung durch körperlichen Kontakt ohne
Berührung der Genitalien (bes. unter Jugendlichen).
neckisch <Adj.) [mhd. (md.) neckisch = boshaft, tückisch]:
1. voll Neckerei; (betont) niedlich-verspielt; schelmisch:
ein -es Geplänkel; sie machte auf n.. sah ihn n. an. 2.
(bes. von Kleidungsstücken) verspielt u. zugleich keß: -es
Hütchen; Nfckname, der; -s. - (selten): svw. tSpitzname.
nee!: tne!
Need [nl.d]. das; -[s] [engl, need = Bedürfnis] (Psych.):
Gesamtheit der Antriebe. Bedürfnisse. Wünsche u.
Haltungen eines Menschen, denen die verschiedenen, ein bestimmtes
Verhalten fordernden Umweltsituationen gegenüberstehen.
Neer [ne.ßl. die; -. -en [viell. zu niederd. neer (in Zus.)
= nieder-] (nordd.): Wasserstrudel mit starker
Gegenströmung (1); <Zus.:> Nfifirstrom, der. Nfierströmung.
die (nordd.): in Buchten, zwischen Buhnen o.a. entstehende
Gegenströmung.
Neese [ne:zDl (berlin.) in den Fügungen N. sein (leer
ausgehen, das Nachsehen haben); imdm. N. sein {jmdn. nicht
kümmern; berlin. Neese = Nase).
Nefas [ne:fa(:)s]. das; - [lat. nefas]: in der römischen Antike
das von den Göttern Verbotene (Ggs.: Fas).
Neffe I'nefa]. der; -n. -n [mhd. neve. ahd. nevo. wohl eigtl.
= Unmündiger]: Sohn vonjmds. Schwester. Bruder.
Schwägerin od. Schwager (Ggs.: Nichte).
Negation [nega'lßio:n], die: -. -en [lat. negätio. zu: negäre.
t negieren]: 1. (bildungsspr.) a) Ablehnung (einer Richtung.
Ordnung, eines Wertes o. ä.): die N. der bestehenden
gesellschaftlichen Institutionen, der geltenden Moral; b)
Aufhebung (von etw. durch etw. Entgegengesetztes): der Tod
als N. des Lebens; dieses Buch stellt eine N. alter Werte
dar. 2. (Logik) Verneinung (einer Aussage) (Ggs.:
Affirmation). 3. (Sprachw.) a) Verneinung (einer Aussage); b)
Wort, das eine Verneinung ausdrückt; <Zus.:>
Negationswort, das <P1. -Wörter): svw. tNegation (3b); negativ [ne:-
gati:f. auch: negati:f. negati:fl <Adj.) [lat. negativus =
verneinend]: 1. a) Ablehnung ausdrückend, enthaltend; [ nur]
ablehnend (Ggs.: positiv): eine -e Antwort; -e Reaktionen;
eine -e Haltung; ein -er Bescheid: sich n. zu etw. stellen;
jmdm.. einer Sache n. gegenüberstehen; b) <o. Steig.)
(Logik) verneint (Ggs.: affirmativ). 2.a) ungünstig, nachteilig,
nicht wünschenswert: eine -e Entwicklung; der -e Ausgang
eines Geschehens; -e Folgen; sich n. auf jmdn.. etw.
auswirken; <subst.:) die Beurteilungen enthielten wenig
Negatives; b) im unteren Bereich einer Werteordnung angesiedelt,
schlecht: -e Charaktereigenschaften; etw. n. bewerten,
darstellen. 3. <o. Steig.) (bes. Math.) im Bereich unter Null
liegend: - 1 ist eine -e Zahl. 4. <o. Steig.) (Physik) eine
der beiden Formen elektrischer Ladung betreffend (Ggs.:
positiv): der -e Pol: n. geladen sein. 5. <o. Steig.) (bes.
Fot.) gegenüber einer Vorlage od. dem Gegenstand der
Aufnahme spiegelverkehrt u. in den Verhältnissen von Hell und
Dunkel umgekehrt od. in den Farben komplementär. 6. <o.
Steig.) (bes. Med.) einen als möglich ins Auge gefaßten
Sachverhalt als nicht gegeben ausweisend (Ggs.: positiv):
ein -er Befund; ein -esTestergebnis; die Testbohrung verlief
n. (es wurde nichts gefutiden); Negativ ['ne:gati:f. auch:
negati:f. negati.fl. das; -s. -e [frz. nägatif. engl, negative
< lat. negativus] (Fot.): aus dem belichteten Film o.a.
entwickeltes negatives (5) Bild, von dem Abzüge (2 a)
hergestellt werden: ein N. fixieren, kopieren; 'Negativ- <Best.
in subst. Zus.. mit dem ausgedrückt wird, daß das im
Grundwort Genannte negativ, ungünstig oder ganz anders
als üblich od. erwartet, ins Gegenteil verkehrt ist): ~aus-
wahl, die; -bilanz, die; -ima«e, das: durch ein allgemein
als negativ bewertetes Verhalten, Äußeres geprägtes Image;
-rekotti, der; -Steuer, die (Wirtsch.): Zahlung des Staates
an Bürger [mit geringem Einkommen]: -Werbung, die.
Negativ-: -aufnähme, die: (Film) vgl. -bild; -biW, das:
(bes. Fot.) Bild, Abzug (2a) mit Seiten-, Färb- und
Helligkeit^Verhältnissen wie b^im Negativ; -druck, der <P1. -e>
1. <o. PI.) Druckverfahren, bei dem Schrift od. Zeichnung
dadurch sichtbar wird, daß ihre Umgebung mit Farbe
bedruckt wird, sie selbst jedoch ausgespart bleibt. 2. im
Hochdruck (1) hergestellter 2Druck (lb); -farbfilm, der: vgl.
-film: -film, der: Film (meist Farbfilm), aus dem, wenn
er belichtet und entwickelt wird. Negative entstehen (Ggs.:
Umkehrfilm); -matertal, das: (Fot.) Bestand an Negativen:
das N. auswerten.
Negative [negativa, auch: ne:gati:vd. *neg...]. die; -. -n
(selten): Verneinung, Ablehnung (Ggs.: Affirmative): in der
N. antworten: sich in der N. halten: Negativismus [nega-
ti'vismusj.der; - (Psych.; Psychiatrie): sinn-u.
antriebswidriges Verhalten als Trotzverhalten Jugendlicher; negativistisch
[negati'vistij] <Adj.; o. Steig.) (Psych.; Psychiatrie): a) den
Negativismus betreffend; b) durch Negativismus
gekennzeichnet: -e Strebungen. Reaktionen; Negativität [negati-
vi'tert]. die; -: negatives Verhalten; Negativurn fne:ga-
ti:vum]. das; -s. ...va (bildungsspr.): negative (2 b)
Eigenschaft, negativer (2b) Faktor von etw., jmdm., [der den
im Ganzen positiven Eindruck beeinträchtigt, ihm abträglich
ist] (Ggs.: Positivum); Negator [ne'ga:tor]. der: -s, -en
[lat. negätor = Verleugner. Leugner] (Logik): logischer
Junktor, durch den das Ergebnis der Negation (2 a)
symbolisiert werden kann; Zeichen: — , auch: *>*.
neger [ne:gp; zu tNeger im Bedeutungszusammenhang
..schwarz" = ohne Geld]: in der Verbindung n. sein (österr.
ugs.; ohne Geld sein, pleite sein)'. Neger, der. -s. - [frz.
negre < span.. port. negro = Neger; schwarz < lat.
niger = schwarz]: 1. Angehöriger der schwarzen Rasse
mit dunkler Hautfarbe u. krausem schwarzem Haar;
Afrikaner; Farbiger; Schwarzer: in Amerika lebende N.;
er kam braun, schwarz wie ein N. (ugs. scherzh.; ganz
braungebrannt) aus dem Urlaub zurück; Ü die Frauen
sind die N. unserer Zeit (die Unterdrückten, Machtlosen);
1869
Neger-
R das haut den stärksten N. um! (ugs.; das ist eine
unglaubliche, tolle o.a. Geschichte!): * angeben wie zehn nackte
N. (ugs.: fürchterlich angeben, prahlen). 2. (Fachjargon)
schwarze Tafel, mit deren Hilfe die Lichtverhältnisse in
einem Fernsehstudio verändert werden können. 3.
(Fachjargon) Tafel, auf der für einen Schauspieler od. Sänger
(im Fernsehstudio) als Gedächtnisstütze sein Text in
übergroßen Buchstaben erscheint.
Neger-: -haar, das (ugs.): krauses, schwarzes, dem Haar
der Neger ähnliches Haar; -kind, das: ^kral, der; -krause,
die <o. PI.) (ugs.): starke Krause (2) des Haares; -kuß,
der: in der Hauptsache aus Eischnee u. Zucker bestehendes
Gebäck mit Schokolatlenüberzug; flippen <PI.>: wulstige
Lippen, die denen eines Negers ähnlich sind; Mimisik. die
<o. PI.): 1. Musik der afrikanischen Neger. 2. (veraltend
abwertend) svw. TJazz; -9chaumkuß, der: svw. Nkuß;
-schweiß, der (salopp scherzh.): / schlechter] Kaffee;
^Sklave, der: als Sklave nach Amerika gebrachter afrikanischer
Neger; -stamm, der; -volk, das.
negerhaft <Adj.; o. Steig.) (selten): svw. t negroid: Negerin,
die: w. Form zu t Neger; negerisch <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (selten): die Neger betreffend.
negieren [negi:ran] <sw. V.; hat) [tat. negäre]: 1. (bil-
dungsspr.) a) als nicht gegeben, nicht den Tatsachen
entsprechend hinstellen; (Astreiten; leugnen; eine Behauptung.
Tatsache, seine Schuld n.; b) eine ablehnende Haltung einer
Sache gegenüber einnehmen: jmds. Ansicht n.; eine
negierende Haltung; c) als nicht existent betrachten; ignorieren:
einen Befehl n.: vorhandene Möglichkeiten n. 2. (Sprachw.)
mit einer Negation (3 b) versehen, verneinen: einen Satz
n.
Neglige. (schweiz.:)N£glig£[negli'3e:],das; -s. -s [frz. (habille-
ment) neglige. eigtl. = lässige Kleidung, zu: negliger. tne-
gligieren]: leichter, eleganterMorgenmantel;ein N.
überwerfen; ich treffe Camilla ... nie im N. (nie unangezogen;
Frisch, Gantenbein 175): [noch] im N. [sein, herumlaufen]
(/noch] nicht fertig angezogen [sein]); negligeant [ne-
gli'sant] <Adj.; -er. -este) [frz. negligeant. 1. Part, von:
negliger, t negligieren] (bikiungsspr.; selten): unachtsam:
sorglos; nachlässig; negligieren [negli':ji:ran] <sw. V.; hat)
[frz. nögliger < lat. negligäre] (bildungsspr.; selten):
vernachlässigen, nicht beachten.
negoziabel [nego'tßia.bl] <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) [frz.
negociable] (Wirtsch.): (von Waren, Wertpapieren)
handelsfähig; Negoziation [negot$|a'lßio:n]. die; -. -en [frz. nö-
gociation] (Wirtsch.): 1. Verkauf von Wertpapieren durch
feste Übernahme dieser Wertpapiere durch eine Bank. 2,
Begebung, Verkaufeines Wechsels durch Weitergabe;
negoziieren [...l$i'i:ran]<sw.V.: hat) [frz. negocier. ital. negozia-
re < lat.negötiäri = Handel treiben] (Wirtsch.):!. Wechsel
begeben. 2. (veraltet) Handel treiben.
Negrettfechaf [negreti-]. das: dem Merinoschaf verwaniites,
viel Wolle lieferndes Schaf.
negrid [ne'gri.t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu span. negro.
t Neger] (Anthrop.): zum Rassenkreis der Negriden gehö-
rend;fitwride [ne'gri.do]. deru. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete) (Anthrop.): Angehörigel rj der auf dem afrikanischen
Kontinent beheimateten schwarzen Rasse; Negritude [negri-
tyd]. die; - [frz. nägritude. zu: nögre. tNeger] (hist.): aus
der Rückbesinnung der Afrikaner u. Afroamerikaner auf
afrikanische Kulturtraditionen erwachsene Ideologie;
negroid [negro'i:t] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu span. negro
(t Neger) u. griech. -oeides = ähnlich] (Anthrop.): nicht
rein negrid, nur den Negern ähnliche Rassenmerkmale
aufweisend: sie ist ein -er Typ; Negroide [negro' i.da], der u.
die: -n. -n <Dekl. tAbgeordnete) (Anthrop.): Angehöri-
ge[r] einer Rasse, die nicht rein negrid ist, aber negerhafte
Merkmale aufweist; Negro Spiritual [ni:groo spiritjudl].
das. auch: der; -. -s. -. -s [engl.-amerik.]: geistliches Volkslied
der amerikanischen Neger im Süden Nordamerikas mit
schwermütiger, synkopierter Melodie.
Negus [negus], der; -. - u. Negusse [amharisch negus]:
abessinischer Herrschertitel.
nehmen [ne:man] <st. V.; hat) [mhd. nemen; ahd. neman]:
l.a) mit der Hand nach einer Person od. Sache greifen,
sie erfassen u. festhalten: er nahm seinen Mantel, den
Stock und ging; kannst du meine Tasche n.?: er nimmt
sie am Arm. um sie hinauszuführen; sie nahm (ergriff)
die dargebotene Hand; b) [ergreifen u.J an sich bringen,
sich in den Besitz einer Sache od. Person bringen: er nahm
alles, was er bekommen konnte: du hast zuviel genommen;
er hat sich die größten, die besten Stücke genommen:
den Läufer, den Bauern n. (Schach: schlagen): Und wenn
sie sich einen anderen nimmt (sie einen anderen heiratet;
Bieter. Bonifaz 143); R woher n. und nicht stehlen? 2.
etw. (zum persönlichen Gebrauch) Angebotenes annehmen:
er nimmt kein (Trink]geld. keine Geschenke; n. Sie noch
eine Zigarette?; n. Sie meinen herzlichsten Dank (geh.;
nehmen Sie ... entgegen; ich danke Ihnen sehr herzlich).
3.a) [ergreifen uj sich in den Besitz von etw. setzen, was
einem anderen gehört: die Einbrecher nahmen alles, was
ihnen wertvoll erschien: er hatte ihre Ersparnisse
genommen und war damit verschwunden; Ü der Krieg, der Tod
hat ihr den Mann genommen; b) jmdn. um etw. bringen,
jmdm. etw. entziehen: jmdm. die Sicht, die Aussicht n.;
man versuchte, ihm die Rechte, den Anspruch darauf
zu n.; Ü Jmdm. den Glauben, die Hoffnung, alle Illusionen
n.; nun haben sie mir den Spaß, die Freude [daran]
genommen; das nimmt der Sache den ganzen Reiz; *sich (Dativ)
nicht n. lassen, etw. zu tun (sich nicht davon abhalten lassen,
für jmdn. etw. zu tun, was dieser zwar nicht erwarten kann,
was einem aber persönliche Genugtuung, Befriedigung
verschafft); c) bewirken, daß sich jmd. von etw. Unangenehmem
befreit fühlt: die Angst, den [Alpldruck von jmdm. n.;
du hast mir alle Sorgen genommen. 4. (für einen bestimmten
Zweck) benutzen, verwenden: sie nimmt nur öl zum Braten;
dazu kannst du doch keinen Zwirn n.; man nehme
(Zutaten): 250g Zucker, 300g Mehl ...; Ü eine Abkürzung n.
(als Weg einschlagen). 5. a) [ergreifen u.J an eine
[bestimmte] Stelle bei sich bringen, bewegen: die Tasche unter den
Arm. den Rucksack auf die Schultern n.: er hat das Kind
auf den Schoß genommen; die Jungen nahmen den Vater
in die Mitte (gingen links u. rechts vom Vater); ich nahm
die Sachen an mich (steckte sie ein, um sie aufzubewahren);
der Dampfer nimmt (lädt) Kohle: b) aus einem bestimmten
Anlaß ergreifen u. von etw. weg-, aus etw. herausbringen:
Geschirr aus dem Schrank. Geld aus der Brieftasche n.;
er nahm den Hut vom Kopf und wischte sich die Stirn;
die Gläser vom Tisch n.; als das Baby weinte, nahm sie
es aus dem Wagen; Ü sie haben das Kind aus der Schule
genommen (haben es nicht länger die Schule besuchen
lassen) . 6. sich einer Person od. Sache bedienen: [sich] einen
Anwalt, einen Privatlehrer n.; die Straßenbahn, den Bus.
das Schiff, das Flugzeug, das Auto n.; er nahm den
nächsten Zug. ein Taxi. 7. (nach längerem Prüfen od.
Vergleichen) jmdn., erw. für seine Zwecke aussuchen, sich für
jmdn., etw. entscheiden: ich nehme die broschierte Ausgabe
dieses Buches; er nahm die angebotene Stelle; diese
Wohnung nehmen wir er nahm ein Zimmer im besten Hotel;
sie hat das Kleid doch nicht genommen (gekauft). 8.
bei sich unterbringen, aufnehmen: sie haben mehrere
Waisenkinder in ihr Haus genommen; sie nahm ihre alte Mutter
zu sich. 9. bereit sein, eine Verpflichtung o. ä. zu übernehmen:
die Verantwortung, alle Schuld auf sich n.; er hat es auf
sich genommen, den Plan 'alleine durchzuführen. 10. in
Anspruch nehmen, sich geben lassen: Unterricht.
Klavierstunden. Nachhilfestunden] in Latein n.; Urlaub n.; ich
habe mir einen Tag frei genommen. 11. für etw. eine
bestimmte Bezahlung [jmdm. abjverlangen: er hat für die
Fahrt zehn Mark genommen; was nehmen Sie für eine
Stunde? 12. (geh.) a) (eine Mahlzeit o.a.) einnehmen: wir
werden das Frühstück um neun Uhr [auf der Terrasse]
n.; das Abendmahl n. (das Altarsakrament empfangen);
b) (Speisen, Getränke o.a.) dem Körper zufuhren: einen
Kaffee, einen Kognak n.; n. wir noch ein Dessert?; ich
habe heute noch nichts zu mir genommen (gegessen):
* einen n. (ugs.; etw. Alkoholisches trinken). 13. (ein
Medikament) [regelmäßig, über einen bestimmten Zeitraum/
einnehmen: er muß noch seine Arznei n.; sie nimmt die
Pille. 14. a) einer Sache, einem Sachverhalt einen bestimmten
Charakter zuschreiben; als etw. ansehen: etw. als gutes
Zeichen n.; nehmen wir den guten Willen für die Tat;
b) jmdn. od. eine Sache (die einen persönlich betrifft od.
berührt) in einer bestimmten Weise betrachten, auffassen,
auf sich wirken lassen: etw. [sehr] ernst, [zu] leicht, schwer,
(ugs.:) tragisch n.; er nimmt dich nicht ernst; wozu nimmt
man sich so wichtig?; du nimmst alles zu wörtlich; von
weitem habe ich dich für Hans genommen (gehalten);
R wie man's nimmt (ugs.; man kann die Sache verschieden,
auch anders auffassen): * Jmdn. nicht für voll n. (ugs.; jmdn.
1870
Neigung
u. das, was er sagt od. tut, gering einschätzen). 15. in seiner
Art akzeptieren, hinnehmen (1): eine Sache so n.. wie sie
ist; er nimmt die Dinge, wie sie kommen; du mußt den
Menschen n.. wie er ist. 16. sich einen bestimmten
Sachverhalt vorstellen, denken: nimm doch nur all die Umstände,
die dafür nötig sind: nehmen wir den Fall, daß alles
mißlingt, alles mißlänge; nehmen wir einmal eine Gestalt wie
Caesar. 17. mit jmdm. auf eine bestimmte Weise umgehen:
jmdn. auf eine bestimmte Art behandeln: der Lehrer nimmt
seine Schüler richtig; er weiß genau, wie er sie zu n. hat;
Soll man denn Kinder wie Erwachsene n? (Wolf.
Menetekel 117); Ü langsam merkte ich, wie ihre Bälle ( = beim
Pingpong) zu n. sind (Frisch. Homo 103). 18. a) auf
bestimmte Weise sich über etw. hinwegbewegen, ein Hindernis
o.a. überwinden: wir nahmen die Kurve, die Steigung im
dritten Gang; das Pferd hat den Graben, den Oxer ohne
Fehler genommen; Er nahm die Treppe in fünf Sätzen
(H. Mann, Unrat 6); b) (Milit.) eine feindliche Stellung,
einen Stützpunkt im Sturm erobern: in einem raschen
Gefecht konnte der Gegner mehrere Dörfer n.; es war nur
unter schweren Verlusten gelungen, den Brückenkopf zu
n. 19. (mit einer Frau) koitieren: nimm mich!
(Aufforderung an den Mann); er nahm sie mit Gewalt; sie will
nicht genommen werden (Rocco [Übers.], Schweine 152).
20. auf einem Tonband, Film festhalten: ein Konzert,
Aussagen auf Band n.; Sonnenuntergang, den ich auf Farbfilm
nahm (Frisch. Homo 41). 21. (Ballspiele) grob foulen: der
durchgebrochene Stürmer wurde an der Strafraumgrenze
hart genommen. 22. (Ballspiele) svw. tannehmen (10): Der
ifimmt den Ball aus der Luft, schießt - (Welt 28. 4. 65.
8). 23. (Boxen) (Schläge u. Treffer) hinnehmen /müssen]:
er mußte mehrere Rechte zum Kinn n.; unbeeindruckt
nahm der Herausforderer die schwersten Brocken. 24.
(verblaßt) den, seinen Abschied n. (geh.; entlassen werden,
aus dem Amt scheiden): Abschrift n. (Papierdt.;
abschreiben); etw. in Arbeit n. (beginnen, an etw. zu arbeiten):
einen steilen o. ä. Aufschwung n. (bes. Wirtsch.: sich lebhaft
fortentwickeln)', etw. in Betrieb, in Benutzung, in Dienst
n. (beginnen, etw. zu benutzen, einzusetzen): in etw.
Einsicht, Einblick n. (etw. einsehen); auf jmdn., etw. Einfluß
n. (jmdn., etw. beeinflussen); eine beachtliche Entwicklung
n. (sich gut entwickeln); seinen Fortgang n. (fortgeführt
werden); in Gebrauch n. (beginnen, etw. zu gebrauchen,
zu verwenden); seinen Rücktritt n. ([von einem Amt]
zurücktreten); jmdn. ins Verhör n. (verhören); in einem
Haus, bei jmdm. Wohnung n. (geh.; sich in einem Haus,
bei jmdm. einmieten)', Nehmer ['ne:me]a der; -s, -: 1.
(veraltet) jmd., der etw. nimmt; Nehmender. 2. (selten) Käufer;
<Zus. zu 1:> Nehmerqualitäten <PI.) (Boxen): Fähigkeit,
gegnerische Treffer hinzunehmen, ohne deren Wirkung
erkennen zu lassen.
Nehrung ['ne:ruQ], die; -. -en [eigtl. = die Enge]: schmaler,
langgestreckter Landstreifen, der ein Haff od. eine Lagune
vom offenen Meer abtrennt.
Neid [n^jt], der; -[e]s [mhd. nit. ahd. nid. urspr. = Haß.
Groll): a) Empfindung, Haltung, bei der man jmds. Besitz
od. Erfolg [diesem nicht gönnt u.J selbst haben möchte:
das ist bei ihm nichts als [der pure] N.; der N. frißt,
nagt, zehrt an jmdm.; der N. plagt, quält jmdn.; N.
empfinden, erregen, [erjwecken; jmdn. voll[er] N. ansehen; von
N. erfüllt sein; vor N. bersten, vergehen, (ugs.:) platzen;
blaß, gelb, grün vor N. sein, werden (emotional; sich seinen
Neid deutlich ansehen lassen): sie sieht gut aus, das muß
ihr der N. lassen (ugs.; das muß man, trotz sonstiger
Vorbehalte, anerkennen); *vor N. erblassen (über die Leistung
o. ä. eines anderen, z. B. eines Konkurrenten, staunen, darauf
neidisch sein); R das ist [nur] der N. der Besitzlosen; nur
kein N. [wer hat, der hat]!; b) (selten) Gefühl, bei dem
man das, was man an einem anderen als persönlichen Vorzug,
Wert bewundert, selbst besitzen möchte; neidvolle
Bewunderung: ein Gefühl.... darin sich Rührung und N. vermischten
(B. Frank. Tage 64).
neid-, Neid-: -erfüllt <Adj.; -er. -este; nicht adv.>: -erregend
<Adj.; nicht adv.>; -erweckend <Adj.; nicht adv.>; -gefiihle
<P1.>: N. kamen in mir auf; -Hammel, der (salopp
abwertend): neidischer Mensch; -hart, der: -s. -e [eigtl. m. Vorn.]
(veraltet, noch landsch.): svw. t-hammel; -köpf, der: a)
(Archit.; Volksk.) zur Abwehr von Unheil an
mittelalterlichen Kirchen, Bürger- u. Bauernhäusern angebrachte Tier-
od. Menschenfratze; b) (landsch. abwertend) svw. Kham-
mel; ^lo§ <Adj.; -er. -este>: eine gute Leistung n.
anerkennen, dazu: -kwigkeit, die; -nage!, der (selten): svw.
tNiednagel; -sack,der (derb abwertend): svw. t-hammel; -voll
<Adj.>: voll Neid.
neidenfnajdn] <sw. V ; hat) [mhd. niden. ahd. nidön. niden]
(geh.): neidisch auf etw. sein, was jmd. [einem voraus)
hat: jmdm.. sich gegenseitig den Erfolg. Gewinn n.; Neider,
der; -s. - (meist PI.) [mhd. nidaere]: jmd., der einem anderen
etw. nicht gönnt, ihm etw. neidet: er hat viele N.; neidhaft
<Adj.; -er. -este) (Schweiz.): svw. tneidisch, dazu: Nfiidhaf-
tigkeit, die; - (Schweiz.); neidig [naidu;] <Adj.) (landsch.):
svw. tneidisch; neidisch <Adj.) [mhd. (md.) nidiseh]: von
Neid (a) bestimmt, geleitet od. eine entsprechende Haltung
erkennen lassend: ein -er Kollege; -e Blicke; etw. mit -en
Augen ansehen; auf jmdn., etw. n. sein, werden; jmdn.
n. mustern; Neidling, der; -s, -e (ugs. abwertend): svw.
t Neidhammel.
Neige[n^jga],die; -,-n <P1. selten)[mhd. neige = Neigung.
Senkung; Tiefe] (geh.): Rest des Inhalts eines Gefäßes: die
N. austrinken, wegschütten; er hat sein Glas bis zur. bis
auf die N. (ganz, völlig) geleert, ausgetrunken: Ü Den
Nationalismus... haben wir bis zur bitteren N. (zum letzten
bitteren Stadium) kennengelernt (Mehnert, Sowjetmensch
347); * auf die/zur N. gehen (geh.: 1. so aufgebraucht sein,
daß nur noch ein Rest, ein letzter Vorrat vorhanden ist:
die Vorräte gingen auf die/zur N. 2. [von einem
Zeitabschnitt, der dem natürlichen Ablauf gemäß zu seinem Ende
u. Abschluß gelangt; von einem Zustand] zu Ende gehen:
der Tag. der Nachmittag geht auf die/zur N.; neigen l'n^jgn]
<sw. V.; hat) /vgl. geneigt/ [mhd. neigen, ahd. hneigan]:
1. a) aus der senkrechten od. waagrechten in eine schräge
Lage bringen, schräg halten: das Faß. das Glas, die Flasche
n.; b) aus der senkrechten od. waagrechten Lage [leicht]
nach unten beugen, biegen, senken: den Kopf zum Gruß,
als Zeichen der Demut n.; den Körper nach der Seite
n.; die Bäume neigen ihre Zweige bis zur Erde; jmdm.,
jmds. Worten sein Ohr n. (veraltet; zuhören). 2. <n. +
sich) a) sich aus der senkrechten od. waagrechten in eine
schräge Lage bringen; sich schräg legen: sich nach vorn,
nach rechts n.; das Schiff neigte sich zur Seite; die Waage,
die Waagschale neigt sich (sinkt) [nach unten]; der Zeiger
neigt sich (selten; zeigt) nach Norden; Aber die Sonne
neigt sich sehr {sinkt u. geht bald unter; Geissler,
Wunschhütlein 84); b) sich aus der senkrechten od. waagrechten
Lage [leicht] nach unten beugen, biegen, senken: sie neigt
sich über das Kind, über das Bett des Kindes; die Zweige
neigten sich unter der Last bis zur Erde; Ü sich vor jmds.
Fachwissen anerkennend n. (geh.; verneigen). 3. <n. +
sich) schräg abfallen; leicht abschüssig sein: das Gelände
neigt sich zum Fluß; eine geneigte Fläche. 4. <n. + sich)
(geh.) (von einem Zeitabschnitt, einem Zustand) [einem
natürlichen Ablauf gemäß] auf einen Abschluß zugehen,
zu Ende gehen: der Tag, das Jahr hat sich geneigt; der
Urlaub neigt sich dem Ende; Die Größe Portugals neigt
sich (steht im Zeichen des Untergangs; Jacob. Kaffee 110);
5.a) auf Grund physischer, psychischer Voraussetzungen
für etw. anfällig sein, einen Hang zu erw. haben: er neigt
zu Erkältungen, zur/zu Korpulenz, zur/zu Schwermut; ein
zum/zu Jähzorn neigender Mensch; b) im Denken u.
Handeln eine bestimmte Richtung einschlagen, vertreten: zu der
Ansicht, der Auffassung n., daß ...; man neigt heute
allgemein dazu, diese Dinge aufgeschlossener zu sehen;
Neigung, die; -, -en [5: mhd. neigunge]: 1. <o. PL) das Neigen
(1). 2. <o. PI.) das Geneigtsein, das Schrägabfallen: die
N. des Turmes, des Geländes beträgt 18 Grad; das Gelände,
die Straße weist streckenweise eine leichte N. (ein leichtes
Gefälle) auf, 3. das sich-zu-etw.-hingezogen-Fühlen; eine
Vorliebe für ein bestimmtes Tun, eine bestimmte
Fachrichtung o.a.: seine N. wurde von Anfang an unterstützt,
gefördert; er hat künstlerische, musikalische, ausgefallene
-en; niemand vermochte seine N. zu teilen; sie kann es
sich leisten, ausschließlich ihren -en zu leben. 4. <o. PI.)
a) das Anfälligsein, Hang zu erw. auf Grund physischer,
psychischer Voraussetzungen: die N. zur Korpulenz, zur
Trunksucht; dieser Stoff hat große N., sich mit Chlor
zu verbinden (Chemie: zeigt die besten chemischen
Reaktionen mit Chlor)', b) das Einschlagen einer bestimmten
Richtung im Denken und Handeln: er spürte, zeigte wenig N.
(Lust), diesem Plan zuzustimmen; die Papiere haben N.
zu steigen (Börsenw.; tendieren zum Steigen). 5. <P1. selten)
1871
Neigungs-
herzliches Gefühl des Hingezogenseins zu einem anderen
Menschen: eine mütterliche, schwesterliche, heimliche N.;
jmds. N. erwacht: N. zu jmdm. spüren, fühlen, (geh.:)
fassen; er gewann ihre N.; sie erwiderte seine N. nicht.
Nfijgungs-: --ehe, die: auf gegenseitiger Zuneigung basierende
Ehe: ^gruppe, die: Gruppe, [ Arbeits Jgemeinschaft von
Menschen (bes. von Schülern) mit gleicher Neigung (3); ^heirat,
die: Heirat aus gegenseitiger Zuneigung. Mitesser, der
(Fachspr.): svw. t Gefällemesser; -meßgeriit.das: svw.!
Gefällemesser; -winke!, der: Winkel, durch den die Neigung
(2) einer Geraden o. ä. bestimmt wird.
nein [n^jn] <Adv.) [mhd.. ahd. nein, aus ahd. ni = nicht
u. t'cin, eigtl. = nicht eins]: l.a) drückt eine ablehnende
Antwort auf eine Entscheidungsfrage aus (Ggs.: Ja 1 a):
n. danke; „Bist du fertig?* - ..Nein"; *n. [zu etwj sagen
(t eine Sache] ablehnen): nicht n. sagen können (zu gutmütig
sein, um etw. abzulehnen): b) drückt [in Verbindung mit
Modaladverbien u./od. ..nicht"] eine Bekräftigung der
Ablehnung aus: n.. n.l aber n.! n.. gewiß nicht!; n.. nicht;
n., natürlich nicht; o n.!; oh. n.!; n. doch!; n.. niemals;
n. u. abermals n! 2. (betont) nachgestellt als [rhetorische]
Frage bei verneinten Sätzen, auf die eine zustimmende
Antwort erwartet wird, als Bitte od. Ausdruck leisen
Zweifels; nicht wahr?: du gehst doch jetzt noch nicht, n.?; es
wird doch nicht zu anstrengend für dich, n.? 3. (unbetont
als Partikel) leitet einen Ausruf des Erstaunens, der kaum
zu fassenden Überraschung. Freude o.a. ein: n.. so ein
Glück!; n.. daß ihr daran gedacht habt!; n.. sowas! 4.
(unbetont) zur steigernden Anreihung von Sätzen od.
Satzteilen; mehr noch, sogar: um nicht zu sagen: das ist eine
schwierige, n. unlösbare Aufgabe; er schätzte [ihn], n..
er verehrte ihn; hunderte, n. tausende von Kilometern.
5. (betont od. unbetont) schließt einen Satzteil od. Satz
an. in dem die vorangegangene Aussage verneint wird
[u. verstärkt diese Verneinung]: n.. das kann ich nicht
glauben; ihn verraten, n. das kann ich nicht; n.. das ist
ja unmöglich. 6. (alleinstehend) (ugs.) drückt einen Zweifel
aus; drückt aus. daß man etw. nicht glauben will, aber
gern mehr Einzelheiten erfahren möchte; das ist doch nicht
möglich, das gibt es doch nicht: .Jetzt hat er sich auch
noch ein Motorboot gekauft!" - ..Nein!"; (subst.:) Nein
H.das; -[s], -[sj: ablehnende Antwort auf eine
Entscheidungsfrage. Ablehnung: ein eindeutiges, einstimmiges N.; sein
N. klang, der Ton seines Nein[s] war etwas zaghaft; jmdm..
einer Entscheidung ein N. entgegensetzen; bei seinem N.
bleiben; mit Ja oder [mit] N. stimmen; Spr ein N. zur
rechten Zeit erspart viel Widerwärtigkeit.
'nein 1-1 (landsch.. bes. südd.): Thinein.
Neinsager, der; -s. - (abwertend): Jmd., der Ansichten, Pläne
o. ä. von vornherein, grundsätzlich ablehnt: Neinstknme, die;
-. -n: (bei einer Wahl o.a.) abgegebene Stimme, die gegen
das zur Entscheidung Stehende votiert hat.
nekr-,Nekr-. t nekro-. Nekro-; nekro-,Nekro, (vor Vokalen:)
nekr-. Nekr- [nekrto); griech. nekrös] (Best, von Zus. mit
der Bed.): Toter\ Leiche (z. B. Nekromantie. Nekroskopie);
Nekrobiose [...'bio:»]. die; - [zu griech. biösis = Leben]
(Med.. Biol.): das Absterben von Zellen: 'Nekrolog [...lo:k].
der; -[e]s. -e [zu griech. lögos = Wort. Rede] (bildungsspr.):
svw. t Nachruf: ein N. auf jmdn.; einen N. verfassen; jmdm.
einen N. halten, schreiben; Nekrolog [-]. das; -[e]s. -e.
auch: Nekrologium [...lo:gjüm]. das; -s. ...Jen [...pnj: bes.
in Klöstern, Stiften in der Art eines Kalenders aufgestelltes
Verzeichnis der Todestage von ehemaligen Mitgliedern u.
Stiftern, deren alljährlich in liturgischer Fürbitte gedacht
wird: Nekromant l...'mant]. der; -en. -en [spätlat. ne-
cromantius < griech. nekrömantis]: (bes. im Altertum)
jmd., der Geister [der Toten] beschwört: Nekromantie
[...man'ti:]. die; - [spätlat. necromantia < griech. ne-
kromanteial: Weissagung durch die Beschwörung von
Geistern [der Toten]: Nekropie: TNekropsie: Nekrophilie [...fi-
li:]. die; - [zu griech. philfa = Liebe. Zuneigung] (Psych.):
abartiger, auf Leichen gerichteter Sexualtrieb: Nekrophobie
[...fo'bi:]. die; - (Psych.): krankhafte Angst vor dem Tod
od. vor Toten: Nekropole [...po.b], Nekropoiis [ne'kro.po
lis]. die; -. ...polen [...'po.bn; griech. nekropoiis]: große
Begräbnisstätte der Antike od. der Vorgeschichte: Nekropsie
[nekra'psi:]. Nekropie [...pi:]. die; -. -n [...i:n: zu griech.
öpsis = das Sehen]: svw. t Leichenschau; Nekrose [ne-
*kro:»]. die; -. -n [grjech. ndkrösis = das Töten] (Med.):
das Absterben von Zellen, Gewebs- od. Organteilen (infolge
örtlicher Stoffwechselstörungen): Gewebstod: nekrotisch
(Adj.; o. Steig.: nicht adv.) (Med.): (vom Gewebe)
abgestorben.
Nektar ['nektar], der. -s. -e [lat. nectar < griech. ndktar]:
1. (o. PI.) (griech. Myth.) der ewige Jugend, Unsterblichkeit
spendende Trank der Götter: N. und Ambrosia. 2. (Bot.)
von den Honigdrüsen ausgeschiedene zuckerhaltige, süß
duftende Flüssigkeit. 3. (Fachspr.) Getränk aus zu Mus
zerdrücktem, gezuckertem u. mit Wasser [u. Säure]
verdünntem Fruchtfleisch: (Zus.:) Nfktarvogel, der: dem Kolibri
ähnlicher Vogel, der sich u. a. von Nektar (2) ernährt: (Abl.:>
Nektarien: PI. von TNektarium; Nektarine [nektarfcna].
die; -. -n: glatthäutiger, gelblich-dunkelroter Pfirsich:
nektarisch [nek'ta:rif] (Adj.; nicht adv.) (dichter, veraltet):
köstlich u. erquickend wie Nektar (1); Nektarkon [nek'tairium],
das; -s. ...ien [...jpn] (Bot.): Honigdrüse (meist im Bereich
der Blüte): nektarn fnektarn] (Adj.; nicht adv.) (dichter,
veraltet): svw. t nektarisch.
Nektkn [nek'tßio.n]. die; -. -en [zu lat. nectere =
(verknüpfen] (Sprachw.): Verbindung mehrerer gleichartiger
Satzteile od. Sätze durch Nektive: Nektiv [nek'ti.fl. das; -s, -e
[...val (Sprachw.): koordinierende Konjunktion (und. oder).
Nekton [nekton]. das. -s [griech. nekton = das
Schwimmende] (Zool.): Gesamtheit der im Wasser lebenden Tiere (bes.
Fische), die sich selbst (aktiv) fortbewegen: (Abl.:> nekto-
nisch [nekto.nin (Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Zool.).
Nelke ['nelkal. die; -,-nll: nach dem der Nelke (2) ähnlichen
Duft; 2: älter: neilke. mniederd. negelke. mhd. negeUIn.
eigtl. = kleiner Nagel, nach der Form]: 1. vorwiegend
in Stauden [ im Garten] wachsende, würzig duftende Blume,
meist mit schmalen, kreuzweise um die Knoten des Stengels
sitzenden, bläulich-grünen Blättern u. fein gefransten od.
geschlitzten Blüten in weißer bis tiefroter Farbe: ein Strauß
-n; eine [rote] N. im Knopfloch tragen. 2. svw. T
Gewürznelke: Glühwein mit Zimtstangen u. -n würzen.
Nflken-: -gewÄchs, das (meist PI.) (Bot.): meist als Kraut
od. Halbstrauch vorkommende Pflanze mit schmalen
Blättern u. unterschiedlichen Blütenständen: -*öl, das: aus Nelken
(2) gewonnenes, stark würzig riechendes ätherisches öl:
-pfeffer, der: svw. T Piment; -rinde, die: früher als Gewürz
verwendete, wie Nelken (2) riechende u. schmeckende Rinde
des Gewürznelkenbaums: -Strauß, der; -würz, der: als
Staude vorkommende Pflanze mit gefiederten Blättern, meist
in Dolden wachsenden großen, gelben, roten od. weißen
Blüten u. nußähnlichen Früchten: -zfcnt, der: svw. T^rinde;
-zimtbaum, der: svw. T Sassafrasbaum.
Neil [ndl. das; -s [niederl. nel] (Schweiz.): Trumpfneun beim
Jaß: *imdm. das N. abstechen (Schweiz.; jmdm. überlegen
sein).
Nelson [nelzan], der; -[s]. -s; [engl.-amerik. nelson] (Ringen):
svw. T Nackenhebel (1).
Nemesis [ne.mezis], die; - [griech. Nemesis = Göttin der
ausgleichenden Gerechtigkeit, personifiziert aus: nemesis
= Unwille, eigtl. = das (rechte) Zuteilen] (bildungsspr.):
ausgleichende, vergeltende, strafende Gerechtigkeit.
NE-Metall [en'e:-]. das; -s, -e: kurz für tNichteisenmetall.
'nen [nen]: feinen.
N$i»-: -betrag, der (Wirtsch.): svw. T^wert; ^fall. der
(Sprachw.): svw. T Nominativ; -form, die (Sprachw.): svw.
t Infinitiv.dazu: -formsatz, der (Sprachw.): svw. t
Infinitivsatz; -gebühr, die (Sport): svw. t-geld; -geW, das (Sport):
Betrag, der beider Meldung einer Mannschaft, eines Spieles
zu einem Wettbewerb zu zahlen ist: ^gräße. die (Technik):
Größe (2a). durch die u.a. die Nennleistung festgelegt ist:
-leistung* die (Technik): Leistung, für die eine Maschine
od. ein Gerät konstruiert ist: ^onkel, der: jmd., der von
jmdm., mit dem er nicht verwandt ist, Onkel genannt wird
(Ggs.: -tante): -Spannung, die (Technik): vgl. -leistung;
-tante, die: vgl. ^onkel (Ggs.: ^onkel); ^wert. der
(Wirtsch.): Wert, der auf Münzen, Batiknoten, Wertpapieren
o.a. in Worten od. Zahlen angegeben ist (Ggs.: Ausgabe-
wert); Mvort. das (Sprachw.): svw. T Substantiv.
nennbar [nenba.?] (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so beschaff en,
daß die betreffetide Sache in Worten ausgedrückt werden
kann: nennen [nenan] (unr. V.; hat) [mhd. nennen, ahd.
nemnen): l.a) mit einem bestimmten Namen bezeichnen:
jmdm. einen bestimmten Namen geben: wie wollt ihr das
Kind n.?; er wurde Johann genannt, nach seinem
Großvater; einen Wachtmeister, den sie ob seiner Nase allgemein
Knolle nannten (Kuby, Sieg 419); als Künstler nannte
1872
nephro-, Nephro-
er sich Reno; b) (mit einem passenden Begriff. Wort o.a..
als jmdn.. etw. bezeichnen: sie nannte ihn einen Lügner,
man nennt diese Stoffe Drogen; Denn Käptn Pott pflegte
mir Gesellschart zu leisten, wenn man es so n. will (Leip.
Klabauterflagge 3); Er nennt sich stolz den ungekrönten
König der Tippelbrüder (MM 22. 6. 73, 20); das nenne
ich eine Überraschung (das ist aber eine Überraschung)!:
er ist das. was man einen Angeber nennt (er ist ein
Angeber): schön kann ich das gerade nicht n. (finden): das
nenne ich (das ist wirklich) Mut/mutig; c) (einem f Kunst ]-
werk) einen Titel geben: Nenn's (= das Buch) doch einfach:
Arzt am Scheideweg (Ott. Haie 205); d) jmdn. mit einer
bestimmten Anrede ansprechen: sie nannte ihn beim, bei
seinem/mit seinem Vornamen; ..Nenne mich du", stöhnte
sie (Th. Mann, Krull 203). 2.a) Kenntnis von etw. geben:
mitteilen, sagen: er verbeugte sich und nannte seinen
Namen; jmdm. den Grund für etw. n.; er nannte den Preis;
kannst du mir dort ein gutes Hotel, einen Arzt n.
(empfehlen)?: b) in einem bestimmten Zusammenhang namentlich
erwähnen, anführen: er. sein Name wurde nicht, wurde
an erster Stelle genannt; besonders genannt seien ...;
können Sie dazu Beispiele n.?; n. Sie die wichtigsten Punkte
(zählen Sie sie [schriftlich] auf): c) svty. tbenennen (2):
die Partei nannte ihre Kandidaten Tür die Wahl. 3. <n.
+ sich) a) einen bestitnmten Neunen haben: in bestimmter
Weise heißen: „Silver-Jet" nannte sich der neue
Riesenvogel (Cotton, Silver-Jet 16); b) für sich in Anspruch nehmen,
behaupten. I von Beruf] zu sein: im Widerspruch zu seinem
Verhalten od. seiner Beschaffenheit eine bestimmte
[auszeichnende] Bezeichnung tragen: er nennt sich freier
Schriftsteller, Das Individuum ... nennt sich Industrieberater (Re-
marque, Obelisk 193); und sowas nennt sich nun dein
Freund; und das nennt sich nun Luxushotel. 4. (Sport)
(zu einem Wettkampf) anmelden: <Zus. zu 2b:>
nennenswert <Adj.; -er, -este; nicht adv.>: ins Gewicht fallend,
bedeutend u. darum erwähnenswert: er hat keinen -en
Einfluß; <subst.:)es ist nichts Nennenswertes passiert; Nenner,
der; -s, - [LÜ von mlat. denominator] (Math.): (bei
Brüchen) Zahl unter dem Bruchstrich (Ggs.: Zähler): Zähler
u. N.; der N. eines Bruchs; Brüche auf einen, denselben,
den gleichen N. bringen; * einen [gemeinsamen] N. finden
(eine gemeinsame Grundlage, auf der man aufbauen, auf
die man sich stützen kann, finden): etw. auf einen
[gemeinsamen] N. brausen (bestimmte Gegensätze ausgleichen u. in
Einklang, in Übereinstimmung bringen): Nennung, die; -,
-en: das Nennen (2. 4); <Zus.:> Npmunasfleld, das (Sport):
svw. TNenngeld, Nennungsschluß, der (Sport): Ende der
Meldefrist für einen Wettkampf.
neo-, Neo- [neo-; griech. neos] <Best. in Zus. mit der Bed.X
neu. erneuert, jung (z. B. neolithisch, Neologismus);
Neodarwinismus, der; -: 1. (von dem dt. Zoologen A. Weismann
[1834-1914] begründete) Weiterentwicklung der darwini-
stischen Deszendenztheorie. 2. moderne Abstammungslehre,
die das Auftreten neuer Arten durch Mutationen in
Verbindung mit natürlicher Auslese zu erklären versucht: Neodym
[...dy.m], das; -s [TDidym] (Chemie): silberglänzendes
Metall mit sehr hohem Schmelzpunkt, das nur in Form von
Verbindungen vorkommt (chemischer Grundstoff):
Zeichen: Nd; Neofaschismus, der; -: rechtsradikale Bewegung,
die in Zielsetzung u. Ideologie an die Epoche des Faschismus
anknüpft: Neofaschjst, der; -en, -en: Vertreter des
Neofaschismus: neofaschistisch <Adj.>: a) <o. Steig.) den
Neofaschismus betreffend, dazu gehörend: eine -e Partei,
Bewegung; b) vom Neofaschismus geprägt: auf den Prinzipien
des Neofaschismus beruhend, ihnen folgend: eine -e
Gesinnung; Neofascjst, der; -en, -en (schweiz.): svw. TNeofa-
schist; neogen <Adj.; o. Steig.) [T-gen] (Geol.): das Neogen
betreffend: Neogen, das; -s (Geol.): späte Zeit des Tertiär:
Neoimpressionjsmus.der; -: durch methodische
Farbentwicklung der impressionistischen Malerei entstandene
Kunstrichtung: Neoklassizfsmus, der; -: sich bes. in kolossalen Säulen-
Ordnungen ausdrückende formalistische u. historisierende
Tetidenzen in der Architektur des 20.Jh.s; neoklassizfstisch
<Adj.; o. Steig.; Neokolonialismus, der; -: Politik
entwickelter Industrienationen, ehemalige Kolonien.
Entwicklungsländer wirtschaftlich u. politisch abhängig zu halten: neokom
I...'ko:m] <Adj.; o. Steig.) (Geol.): das Neokom betreffend:
Neokomlhim] [...'ko:(mium)], das; -s [nach Neocomium,
dem latinis. Namen von Neuenburg (Schweiz)] (Geol.):
ältere Stufe der Fornxation der Kreidezeit: Neolamarck
Ismus, der; - (Biol.): (gegen Ende des 19.Jh.s begründete)
Weiterentwicklung der lamarekistischen Deszendenztheorie:
Neolithikum [...'li:tikum. auch: ...ht...]. das; -s [zu griech.
lithos = Stein] (Geol.): Epoche des vorgeschichtlichen
Menschen, die heute mit dem Beginn des Anbaus von
Kulturpflanzen u. der Haltung von Haustieren gleichgesetzt wird:
Jungsteinzeit: neolithisch <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.)
(Geol); Neologismus, der; -s. ...men [frz. neologisme]
(Sprachw.): in den allgemeinen Gebrauch übergegangene
sprachliche Neuprägung (2) (Neuwort od. Neubedeutung);
Neomarxismus, der; -: Gesamtheit der wissenschaftlichen
u. literarischen Versuche, die marxistische Theorie
angesichts der veränderten wirtschaftlichen u. politischen
Gegebenheiten neu zu überdenken: neomarxjstisch <Adj.; o.
Steig.); Neon [ne:Dn], das; -s [engl, neon, zu griech. neon
= das Neue] (Chemie): färb- u. geruchloses Gas. das bes.
für Leuchtröhren verwendet wird (chemischer Grundstoff):
Zeichen: Ne
Neon-: -fisch, der: winzig kleiner Fisch mit einem gelbgrün
bis türkisfarben schillernden, in Längsrichtung verlaufenden
Streifen auf beiden Körperseiten (beliebter Aquarienfisch):
^lampe, die: Lampe mit einer od. mehreren Neonröhren:
-leuchte, die (Fachspr.): Neonlampe: -leuchtröhre, die:
svw. Nröhre; -licht, das: für eine Neonröhre
charakteristisches Licht: -reklame, die: mit Neonröhren gestaltete
Leuchtreklame: ^röhre, die: mit Neon gefüllte
Leuchtröhre: -schrift, die: vgl. ^reklame.
Neongzi, der; -s, -s: svw. TNeonazist; Neonazismus,
der; -: Bestrebungen (nach 1945) zur Wiederbelebung des
Nationalsozialismus (1); Neonazfst, der; -en, -en:
Anhänger des Neonazismus: neonazistisch <Adj.; o. Steig.);
Neophyt [...fy:t], der; -en, -en [griech. neöphytos = neu
gepflanzt, auch: Neugetaufter]: 1. (christl. Rel.) im
Erwachsenenalter Getaufter. 2. svw. t Adventivpflanze; Neophyti-
kum [...'fy:tikum], das; -s [zu griech. phytön = Pflanze]:
svw. TKänophytikum; Neoplasma, das; -s, ...men (Med.):
Neubildung von Gewebe in Form einer [bösartigen] Ge-
5c/iw£i/5/;Neoplastizismus[...plasti>tßismus],der; - [frz. nlo-
plasticisme]: (von dem niederländischen Maler P. Mondrian
11872-1944] entwickelte) Stilrichtung in der modernen
Malerei, die Formen u. Farben auf eine Horizontal-
Vertikal-Beziehung reduziert: Neopositivismus, der; -: Richtung
naturwissenschaftlich orientierter Wissenschaftstheorie, die die
grundlegenden Probleme des älteren Positivismus mit den
Mitteln der formalen Logik u. der analytischen Philosophie
zu lösen versucht: Neorealismus, der; -: svw. TNeoverismus;
Neotenie [...te'ni:]. die; - [zu griech. teinein (Stamm ten-)
= spannen, ausdehnen] (Zool.): Eintritt der
Geschlechtsreife im unfertigen Larvenzustand (z. B. bei Schwanzlurchen):
Neoverismus, der; - [ital. neoverismo, vgl. Verismo]:
Richtung der italienischen Literatur u. Filmkunst (bes. nach
dem 2. Weltkrieg) mit realistischer Darstellung der
technisierten Welt, der durch das Einbeziehen des Häßlichen
neuartige ästhetische Aspekte abgewonnen werden: NeozoOtum
[...'t$o:ikum], das; -s [zu griech. zöon = Lebewesenl
(Geol.): svw. TKänozoikum.
Neper [ne:pB], das; -, - [nach dem schon. Mathematiker
J. Neper (1550-1617)] (Physik): Maßeinheit der Dämpfung
bei elektrischen u. akustischen Schwingungen: Zeichen: N
Nephelin [nefeli:n], das; -s, -e [zu griech. nephele = Nebel,
Wolke]: farblos-durchsichtiges bis weißes od. graues
gesteinsbildendes Mineral: Nephelometer [...lo'me:tB], das; -s,
- [t-meter] (Chemie): optisches Gerät zur Messung der
Trübung von Flüssigkeiten od. Gasen: Nephelometrie, die; -
[t-metrie] (Chemie): Messung mit Hilfe eines
Nephelometers: nephisch [ne:fij] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Met.):
die Wolken betreffend.
nephr-, Nephr-: T nephro-. Nephro-; Nephralgie [nefral'gi:].
die; -. -n [...i:an; zu griech. algös = Schmerz] (Med.):
Nierenschmerz: Nephridium [ne'ftt.dium], das; -s, ...ien
[...jpn; griech. nephridios = die Niere betreffend] (Zool.):
(bei vielen wirbellosen Tieren) Ausscheidungsorgan in Form
einer gewundenen Röhre mit einer Mündung nach außen,
das mit der Leibeshöhle durch einen Trichter mit
Flimmerhaaren verbunden ist: Nephrit [ne'fri.t. auch: ne'fnt], der;
-s, -e [zu griech. nephrös = Niere; der Stein soll gegen
Nierenleiden helfen] (Mineral): lauchgrüner bis graugrüner,
durchscheinender Stein, der zu Schmuck o.a. verarbeitet
wird: Nephritis [ne'fri:tis], die; -. ...itiden [...ri'ti:dn] (Med.):
Nierenentzündung: nephro-,Nephro-,(vor Vokalen:) nephr-.
118 GDW
1873
nephrogen
Nephr- [nefrto)-; griech. nephrös) <Best. von Zus. mit
der Bed.>: Niere: nephrogen <Adj.: o. Steig.; nicht adv.>
[T-gen] (Med.): von den Nieren ausgehend; Nephroljth, der,
-s u. -en, -e[n] [T-lithl (Med): Nierenstein; Nephrom [ne-
Tro:m], das; -s, -e (Med.): [bösartige] Geschwulst an einer
Niere; Nephrose [ne'fro.za], die; -. -n (Med.):
nichtentzündliche Nierenerkrankung mit Schädigung des Gewebes.
Nepotismus [nepotismusl. der; - [ital. nepotismo. zu lat.
nepös (Gen.: nepötis) = Enkel. Neffe] (bildungsspr.):
Bevorzugung der eigenen Verwandten bei der Vergabe von
Ämtern u. Würden durch weltliche u. geistliche Machthaber;
Vetternwirtschaft; nepotptbch <Adj.; o. Steig.): den
Nepotismus betreffend; durch Nepotismus begünstigt.
Nepp [nep], der; -s (ugs. abwertend): das Neppen: das ist
der reinste N.!; diese Boutique sieht ganz nach N. aus.
N$pp- (ugs. abwertend): -bude, die: Laden od. Lokal, in
dem der Besucher geneppt wird; -laden, der: svw. T^bude;
-lokal, das: [Nacht] lokal, in dem der Gast geneppt wird;
-preis, der <meist PI.).
neppen [nepn] <sw. V.; hat) [aus der Gaunerspr.. H.u.]
(ugs. abwertend): (unter Ausnutzung einer Notlage, von
Unkundigkeit od. Gutgläubigkeit) für etw. von jmdm. einen
unverhältnismäßig hohen Preis verlangen: in dem Lokal
wird man geneppt; der Souvenirladen hat den Kunden
um 100 Mark geneppt; <Abl.:> Nepper, der (ugs.
abwertend): jmd.. der neppt: Vorsicht. Falle! N.. Schlepper,
Bauernfänger (Hörzu 39. 1974. 61): Nepperei, die (ugs.
abwertend): [dauerndes] Neppen.
Neptun [neptu:n] in der Wendung [dem] N. opfern (scherzh.;
(auf einem Schiff) sich über die Reling beugend übergeben;
nach dem röm. Meeresgott Neptun); Neptunium [nep'tu:-
njpm]. das: -s [amerik. neptunium. nach dem Planeten
Neptun] (Chemie): radioaktives, metallisches, durch
Kernumwandlung hergestelltes Transuran (chemischer
Grundstoff); Zeichen: Np
Nereide [nere'i.dal. die; -. -n (meist PI.) [lat. Nereis (Gen.:
Nereidas) < griech. Nereis (Gen.: Nereidos). eigtl. =
Tochter des (Meergottes) Nereus] (griech. Myth.): im Meer
lebende Nymphe.
Nerfling ['nerfhnl. der. -s. -: svw. t Aland.
nergeln [nergln] <sw. V.; hat) (veraltet): svw. tnörgein.
Nemsthunpe fnernst-]. die; -. -n [nach dem dt. Physiker
u. Chemiker W. Nernst (1864-1941)] (Physik): elektrische
Glühlampe, die sehr helles Licht gibt.
Neroliöl ['ne:roli-]. das; -s. -e [nach der Frau des Fürsten
Nerola (17. Jh.), die dieses Ol zuerst verwendet od. für
seine Verbreitung gesorgt haben soll]: aus Orangenblüten
durch Wasserdampfdestillation gewonnenes ätherisches öl
mit zartem, blumigem Duft, das für Parfüms. Liköre.
Feinbackwaren u. a. verwendet wird.
Nerv [nerf]. der; -s, -en [unter Einfluß von engl, nerve
< lat. nervus = Sehne. Flechse; schon frühnhd. in der
Bed. ..Sehne. Flechse*']: 1. aus parallel angeordneten Fasern
bestehender, in einer Bindegewebshülle liegender Strang,
der der Reizleitung zwischen Gehirn. Rückenmark u.
Körperorgan od. -teil dient: motorische, vegetative -en; den N.
[im Zahn] töten, ziehen, freilegen; U In jedem Nerv spürte
Höfel die Krise ... Höfei fieberte an jedem N. (Apitz.
Wölfe 83); *den N. haben, etw. 211 tun (ugs.; den Mut.
die Frechheit besitzen, sich zutrauen, etw. zu tun): {mdm.
den N. töten (ugs.; jmdn. durch sein Verhalten belästigen,
nervös machen). 2. das. was das Wesen einer Sache. Person
ausmacht: das Buch trifft den N. der Zeit; damit rühren
wir an den innersten N. dieser Geschichte, in seinem Leben,
in diesem Menschen. 3. <nur Pl.> nervliche Konstitution;
Nervensystem: feine, starke, gute, schlechte, schwache -en;
(ugs. emotional:) -n aus Stahl (eine starke nervliche
Konstitution); seine -en waren aufgepeitscht, strapaziert; meine
-en halten das nicht aus; seine -en haben versagt, (ugs.:)
gingen ihm durch; seine -en waren zum Zerreißen gespannt
(er war in einem Zustand äußerster Anspannung); er hat
die besseren -en; das kostet -en (greift die nervliche
Konstitution an); er kennt keine -en (ugs.; hat eine sehr robuste
nervliche Konstitution): für. zu etw. nicht die -en (die
erforderliche nervliche Konstitution) haben; jetzt heißt es. -en
zu bewahren/die -en behalten (sich nicht aus dem seelischen
Gleichgewicht bringen zu lassen; ruhig u. beherrscht
bleiben); er hat [plötzlich, vorhin] die -en (die Beherrschung,
die Kontrolle über sich selbst) verloren; dieser Film geht
an die -en; der Lärm zerrt an meinen -en; (ugs.:) völlig
mit den -en fertig, herunter, am Ende sein; * [vielleicht]
-en haben (ugs. emotional; in seinem Verhalten, seiner
Handlungsweise, seinen Forderungen o. ä. auf seltsame Ideen
kommen): erst tut ihr mir Butter drauf und dann Jod - ihr
habt vielleicht -en (Ott. Haie 172); -en haben wie Drahtseile/
Stricke (ugs. emotional; über eine äußerst robuste, jeder
Belastung standhaltende nervliche Konstitution verfügen):
jmdm. auf die -en gehen/fallen (ugs.; jmdm. lästig werden,
so daß er die betreffende Person. Sache nicht mehr ertragen
kann). 3.a) (Bot.) svw. t Blattader, -rippe; b) (Zool.) svw.
TAder (3 b); nerval [ner'va.l] <Adj.; o. Steig.) (Med.): a)
das Nervensystem betreffend; b) durch die Funktion der
Nerven bewirkt; Nervatur [nervatu:^]. die; -. -en: a) (Bot.)
Aderung im Blatt; b) (Zool.) Aderung der Insektenflügel;
nerven [ ncrfn] <sw. V.; hat) (salopp): a) jmdm. auf die
Nerven gehen: der Kerl nervt mich; b) nervlich strapazieren,
anstrengen; an die Nerven gehen: 20 Stunden Zahlen
auftragen - das nervt (Hörzu 16. 1976. 15): ..Ich bin ganz
genervt", gibt sie zu (Frau im Spiegel 46. 1976. 100); c)
hartnäckig bedrängen, jmdm. in zermürbender Weise
zusetzen: Nathalie ... hat den Pappa ... genervt, beim Synchron
ihr Taschengeld verdienen zu dürfen (BM 1. 2. 76. 11).
nerven-, Nerven-: -anspammg, die: 1. <o. PI.) Anspannung
(1) der Nerven: da er in großer N. alles auf dieses eine
Projekt gesetzt (Chr. Wolf. Himmel 173). 2. nervliche
Anspannung (2); -arzt, der: Facharzt für Nervenkrankheiten;
Neurologe; -aufpeitschend <Adj.>: die Nerven
aufpeitschend: ein -er Thriller, -aufreibend <Adj.>: die Nerven
in äußerstem Maße beanspruchend: eine -e Tätigkeit; dieser
Sport, Wettbewerb ist n.; -bahn, die (Anat.. Physiol.):
Erregungsimpulse leitender u. übertragender Abschnitt des
Zentralnervensystems; -belastung, die: jeder Sprung an
einer Schanze bedeutet ... eine N. (Maegerlein. Piste 61);
-beruhigend <Adj.; o. Steig.): die Tropfen wirken n.; -beru-
higung, die. dazu: -beruhigungsmittel, das: svw. t
Beruhigungsmittel; -bündel, das: 1. (Anat.) svw. !-sträng. 2.
(ugs. emotional) nervlich überlasteter, äußerst nervöser
Mensch: sie war [nur noch] ein N.; -entzündung, die:
Entzündung eines od. mehrerer Hirn- od. Körpernerven; -faser,
die (Anat.): längerer, besondere Hüllen aufweisender
Fortsatz der Nervenzelle; -fieber.das <o. PI.) (veraltet): Typhus;
-gas, das: nervenschädigender Kampfstoff; -gefledit, das
(Anat.. Physiol.): netzartige Verknüpfung von Nerven; M8e*
webe, das (Anat.. Physiol.): Gewebe, das der
Erregungsleitung u. -Verarbeitung dient; -gift, das: Gift, das in erster
Linie das Nervensystem angreift (z. B. Betäubungsmittel):
-heibuistatt. die (veraltend): psychiatrische Klinik; -beil-
kunde. die: a) svw. t Neurologie; b) Neurologie u.
Psychiatrie; -kern,der (Anat.. Physiol.): Anhäufung von
Nervenzellen im Zentralnervensystem; -kitzel, der (ugs.): [mit
angenehmen Gefühlen verbundene] Erregung der Nerven durch
die Gefährlichkeit. Spannung einer Situation: einen N.
verspüren; das Spiel ... wird gewürzt durch den N. hoher
Gewinn- und Verlustchancen (Bild und Funk 6. 1966,
33); -klink, die: a) Klinik für Erkrankungen des
Nervensystems; b) (ugs.) psychiatrische Klinik; -knoten, der (Anat..
Physiol.): svw. tGanglion; -koltaps, der (ugs.): svw.
t-Zusammenbruch; -kostüm, das (ugs. scherzh.): Nervensystem
im Hinblick auf seine Belastbarkeit: ein dünnes, schwaches,
stark gebautes N. haben; sein N. schonen; -kraft, die:
für etw. benötigte, bei etw. verbrauchte nervliche Kraft:
dazu gehört die größte N.; -krank <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): an einer Nervenkrankheit leidend, dazu: -kranke,
der u. die. -krankheit, die: a) Erkrankung des
Nervensystems (z.B. Lähmung. Neuralgie); b) Geisteskrankheit;
Neurose; -krieg, der (emotional): auf eine Strapazierung
der Nerven des Gegners angelegte Auseinandersetzung über
einen längeren Zeitraum hin; -krbe, die: 1. (Med.)
krisenhafte Nervenschmerzen. 2. Phase, in der man auf etw. seelisch
heftig reagiert: in eine N. geraten; -lähmung, die: in den
Nervenzellen entstehende Lähmung; -leiden, das: vgl.
-krankheit; -leidend <Adj.; o. Steig.: nicht adv.); -mittel,
das (ugs.): svw. t Beruhigungsmittel; -mühle, die (salopp):
a) nervenaufreibende Tätigkeit; b) nervenaufreibender
Arbeitsplatz. Betrieb: so ein Filmstudio ist eine furchtbare
N.; -nahrung, die: der Stärkung der Nerven dienender Stoff;
-netz, das (Anat.. Physiol.): einfachste Organisationsform
des Nervensystems, bei der einzelne Nervenzellen durch
Ausläufer einen netzartigen Verband bilden; -probe, die: starke
[bis an die Grenze der Belastbarkeit gehende] Beanspru-
1874
nest-, Nest-
chung der Nerven: die N. für den Titelverteidiger war
sehr groß; -reizung, die (Physiol.); -sache, die in der
Wendung [eine] reine N. sein (ugs.; von der nervlichen
Konstitution abhängen): -säge, die (salopp emotional): Person od.
Sache, die jmdm. auf die Nerven geht: Also gut. Sie N.!
Ich mach' 's sofort! (Richartz. Büroroman 31); die Kinder
sind eine N.; -Sanatorium, das (verhüll.): psychiatrische
Klinik; -schmerz, der (meist Pl.>: nervlich bedingter
Schmerz: Neuralgie; --schock, der: durch starke Erregung.
z.B. heftiges Erschrecken, hervorgerufener psychischer
Schock; -schwach <Adj.; nicht adv.>: schwache Nerven
besitzend; -schwäche, die: a) svw. t Neurasthenie; b) geringe
psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden
Erlebnissen; -stärke, die: in einer Situation N. zeigen,
beweisen; -stärkend <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: eine -es
Präparat; -sträng,der (Anat.): zu einem Bündel vereinigte
Nervenfasern; -System, das (Anat.. Physiol.): Nervengewebe]
als funktionelle Einheit: das vegetative N.; -zelle, die
(Anat.. Physiol.): Erregungen aufnehmende, verarbeitetide.
leitende Zelle (in Zentralnervensystem. Ganglien u.
Sinnesorganen); -Zentrum, das (Anat.. Physiol.): bestimmter
Bezirk in Gehirn u. Rückenmark, der bestimmte Erregungen
aufnimmt, verarbeitet u. dadurch Reaktionen u. Funktionen
des Organismus reguliert; -zucken, das; -s: nervlich
bedingtes Zucken in einem Muskel od. einer Muskelgruppe;
^zusammenbrach, der: nervliches Versagen infolge körperlicher,
seelischer od. geistiger Überbeanspruchung.
nervig ['ncrfiq. auch: nervic) <Adj.>: den Eindruck
angespannter Kraft vermittelnd: -e Hände; ein -es Pferd; Ü
der Autor hat eine -e Sprache, einen -en Stil; dieser Pianist
spielt n.; nervlich <Adj.; o. Steig.): das Nervensystem
betreffend: die -e Belastung. Anstrengung war zu groß: n. völlig
am Ende sein; daß dieser Sport ... sie ( = die Frau) ...
n. überbeanspruche (Frankenberg. Fahren 138); nervös
[ner'vorsj <Adj.; -er, -este> [frz. nerveux. engl, nervous
< lat. nervösus = sehnig, nervig]: I. auf Grund schwacher
Nerven, infolge psychischer Belastung von innerer Unruhe.
Zerfahrenheit u. Unsicherheit erfüllt od. auf eine
entsprechende Verfassung hindeutend: ein -er Mensch; -e Hast.
Gereiztheit. Spannung; eine -e Röte überflog sein Antlitz
(Musil. Mann 1295); sie ist. wirkt etwas n.; mit der Zeit
wurde er immer -er; die Warterei macht mich ganz n.;
n. rauchen, auf und ab gehen; das Pferd tänzelte n.; Ü
der Zeiger vibrierte n. hin und her (Schnurre. Bart 93).
2. (bes. Med.) <o. Steig.) das Nervensystem betreffend,
dadurch bewirkt; nervlich: ein -er Reflex; -e Zuckungen;
-e Impulse. Leitungen; die Kopfschmerzen sind n. bedingt;
etw. wird n. (durch bestimmte Nerven) gesteuert: Nervosität
[nervozit£:t). die; - [frz. nervosite < lat. nervösitäs =
Stärke einer Faser. Kraft): I. nervöser (1) Zustand, nervöse
Art: im Betrieb herrschte N.; ihre N. steigerte sich, wuchs
von Stunde zu Stunde. 2. (veraltend) svw. tNeurasthenie;
nervtötend <Adj.>: die Nerven zermürbend, strapazierend;
an die Nerven gehend: ein -er Lärm. Rhythmus; das lange
Warten war n.; Nervus [nervusj. der; -. ...vi [lat. nervus)
(Anat.. Physiol.): Nerv; Nervus rerum [- re:rum). der.
- - [lat. = Nerv der Dinge): [Geld als] Zielpunkt allen
Strebens, wichtigste Grundlage.
Nera [nertßj. der; -es. -e [älter: Nörz. spätmhd. nerz. nörz.
wohl über das Sorb. < ukrain. noryda. eigtl. = Taucher):
I. in schilfigem, sumpfigem Gelände bes. Nordasiens u.
Nordamerikas lebendes kleines Raubtier mit langgestrecktem
Körper u. Schwimmhäuten zwischen den Zehen, das wegen
seines wertvollen f dunkelJbraunen Fells auch gezüchtet wird.
2.a) Fell des Nerzes (1): gefärbter N.; -e verarbeiten; b)
Pelz aus Nerzfellen: sie trägt, besitzt einen N.
N^ra-: ^besatz, der; -fann, die: Betrieb, in dem Nerze
gezüchtet werden; ^fell, das: svw. tNerz (2 a); -kragen, der;
-mantel, der; -stola, die.
Neschifneski. 'nes<;i].dasod.die; - [arab. nasbi]: die (runde)
arabische Schreibschrift.
'Nessel [neslj. die; -. -n [mhd. nesael. ahd. nessila. zu
ahd. naxsa = Nessel, eigtl. = Gespinstpflanze): svw.
t Brennessel: in die -n treten; sich an einer N. verbrennen;
*wie auf -n sitzen (ugs.; unruhig, ungeduldig sitzen, bei
etw. sein; es bei etw. nicht aushalten können): sich [mit
etw.) in die -n setzen (ugs.; sich mit etw. Unannehmlichkeiten
bereiten). 2. nesselähnliche, aber nicht zu den
Nesselgewächsen gehörende Pflanze (z. B. Goldnessel); Fessel [-). der;
-s. - [t 'Nessel): [ursprünglich aus den Fasern von
Nesselgewächsen] grobes, meist aus ungebleichtem Baumwollgarn
hergestelltes, nicht gefärbtes u. behandeltes Gewebe in
Leinenbindung.
Nessel- ('Nessel): -au&schlag. der: svw. t-sucht; -faden,
der (Zool.): schlauchartiges, dünnes Organ in der
Nesselkapsel der Nesseltiere; -faser, die: Faser von Nesselgewächsen;
-fieber, das: mit Fieber verbundene Nesselsucht; -friesel,
der od. das (meist PL): svw. t-sucht; ^garn, das: aus
den Fasern bestimmter Nesselgewächse od. aus Baumwolle
hergestelltes Garn; -gewächs, das (meist PI.) (Bot.): in
zahlreichen Arten bes. in den Tropen verbreitete Pflanze
mit unscheinbaren Blüten u. Bastfasern im Stengel; -kapsei,
die (Zooi.): der Feindabwehr u. dem Beutefang dienende,
in den Nesselzellen der Nesseltiere eingebettet liegende
längliche Kapsel mit brennender, auf kleine Tiere lähmend
wirkender Flüssigkeit, die aus dem Nesselfaden entleert wird;
-quälte, die [vgl. ^kap9el): in der Nordsee vorkommende
blaue Qualle; -schön, das; -s. -e: Zierpflanze mit eiförmigen,
zugespitzten dunkelgrünen Blättern u. langen,
kätzchenartigen, karminroten Blütenständen; -sucht, die <o. PL): (mit
Fieber verbundener] juckender, roter allergischer
Hautausschlag; ^tier, das (meist Pl.>: als Polyp od. Qualle meist
in Meeren vorkommendes Hohltier mit Nesselkapseln.
Nessusgewand [nesus-J. das; -[eis. -gewänder. Nfssushemd,
das; -[e]s. -en [nach dem Gewand des Herakles in der
griech. Mythologie, das als Racheakt des Zentauren Nessus
mit dessen Blut vergiftet wurde) (bildungsspr.):
verderbenbringende Gabe.
Nest [nest). das; -[eis. -er [mhd.. ahd. nest. urspr. = Stelle
zum Niedersitzen): 1. <Vkl.: t Nestchen) aus Zweigen.
Gräsern. Moos. Lehm o. ä. meist rund geformte Wohn- u.
Brutstätte bes. von Vögeln. Insekten u. kleineren Säugetieren:
ein leeres N.; das N. der Amsel; ein N. aus Zweigen;
ein N. voll kleiner Mäuse: die Vögel bauen, verlassen
ihre -er; die Kinder haben ein N. gefunden, entdeckt,
ausgenommen, ausgehoben; das Huhn sitzt auf dem N.;
ein kleiner Vogel ist aus dem N. gefallen; vier Eier lagen
im N.: Ü das Junge Paar hat sich ein N. gebaut (eine
eigene Wohnung eingerichtet); *das eigene/sein eigene« N.
beschmutzen (schlecht über die eigene Familie, das eigene
Land, den Kreis, dem man selber angehört, reden); das
[eigenel N. reinhalten (darauf achten, daß keine
unehrenhaften Handlungen in der eigenen Familie vorkommen); aufs
leere N. kommen (ugs.; niemanden zu Hause antreffen):
sich ins warme/gemachte N. setzen (ugs.; durch Einheirat
in eine gute wirtschaftliche Lage kommen). 2. (fam.) Bett:
nun aber endlich raus aus dem N.!; alle liegen noch im
N.; ins N. gehen. 3. (ugs. abwertend) kleiner, abgelegener
Ort: ein kleines, armseliges, verschlafenes, gottverlassenes
N.; in diesem N. gibt es nicht mal ein Cafö. 4. a) (emotional)
gut getarnte Unterkunft von Kriminellen o. ä.; Schlupfwitt-
kel: als die Polizei kam. war das N. leer; ein N. von
Schmugglern ausheben; b) (Milit.) gut getarnter
militärischer Stützpunkt: ein N. von MG-Schützen. 5. Haartracht,
bei der das zusammengeschlungene, geflochtene Haar auf
dem Kopf aufgesteckt ist. 6. a) etw. eng Zusammenstehendes.
Verflochtenes. Zusammengeballtes: -er von Läusen.
Spinnweben: Wörter gleicher Herkunft im Wörterbuch in -em
zusammenrassen; b) (Bergbau. Geol.) kleines, unregelmäßig
geformtes Mineralvorkommen; in eine andersartige
Gesteinsschicht eingebettete Schicht aus Sand. Ton o.a.: -er
von Bergkristall.
n?st-, N$st-: -bau, der <o. PL); -beschmutzer, der; -s. -
(abwertend): jmd.. der das eigene Nest beschmutzt;
^flüchtender: -s. - (Zool.): in weit entwickeltem Zustand geborenes
Tier (bes. Vogel), der das Nest in kurzer Zeit zu
selbständiger Nahrungssuche verläßt (Ggs.: ^hocker); -häkchen, das
[älter: Nesthöckelchen. Nesthecklein. 2. Bestandteil zu
thocken, also eigtl. = Nesthocker] (fam.): jüngstes [u.
verwöhntes] Kind in einer Familie; ^hocker, der (Zool.):
in unvollkommen entwickeltem Zustand geborenes Tier, das
noch besonderer Pflege im Nest bedarf (Ggs.: ^flüchter);
^ junge, das (Zool.): noch an das Nest gebundenes Junges;
-küken, das (fam.): svw. t--häkchen; -rfiuber, der (Zool.):
Tier, das Nester ausraubt; -treue, die: Anhänglichkeit eines
Tieres an das eigene Nest; ^warm <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: die Wärme des Nestes habend; frisch vom Nest u.
daher noch warm: -e Eier; -wärme, die: Geborgensein eines
Kindes im familiären Kreis: Kinder brauchen N.; ohne
N. aufgewachsen sein.
118*
1875
Nestchen
Nestchen l'nest^n], das; -s. - u. Nesterchen: tNest (1).
Nestel l'nestl], die: -. -n Imhd. nestel. ahd. nestila] (landsch.):
Band, Schnur. Senkel zum Zubinden; <Abl.:> nesteln
[nestlnl <sw. V.; hat) [mhd. nesteln, ahd. nestilen. zu
T Nestel]: a) sich mit den Fingern zu einem bestimmten Zweck
an etw. zu schaffen machen: an einer Schnur, einem Kragen.
Reißverschluß n.; Mahlkes Tante ... nestelte ... verlegen
im Haar (Grass. Katz 122); b) nestelnd (a) von einer Stelle
entfernen, irgendwohin bringen: einen Anhänger von der
Kette n.; sie nestelte sich eine Nadel ins Haar.
Nestling [nestlml. der; -s. -e [zu tNest): noch nicht flügger
Vogel.
Nestor [nestor. auch: ...to:g]. der; -s, -en [...'to:ran; lat.
Nestor < griech. N6stör. weiser u. rednerisch begabter
Held der Odyssee, der drei Menschenalter gelebt hat] (bil-
dungsspr.): herausragender ältester Vertreter einer
Wissenschaft, eines / künstlerischen] Faches: Ältester eines Kreises:
der N.. er galt als N. der deutschen Physik.
netig[ne:ü<;]<AdJ.: nichtadv.)[zumniederd. nete = Nisse.
zur Kennzeichnung von jmd.. der sehr auf Kleinigkeiten
bedacht ist] (landsch.. bes. nordd.): sehr genau u.
übertrieben sparsam, geizig u. nur auf seinen Vorteil bedacht.
Netsuke ['netßkel. die; -. -[sj. (auch:) das: -[s]. -[s] [jap.]:
in Japan am Gürtel getragener, zu einer Miniaturplastik
geschnitzter Knopf (aus Holz. Elfenbein. Jade o.a.). an
dem kleinere Gegenstände (z.B. Tabaksbeutel) befestigt
wurden u. der als Kunstgegenstand gerne gesammelt wird.
nett [net] <Adj.: -er. -este> [spätmhd. (niederrhein.) nett
< mniederl. net < frz. net. ital. netto, tnetto]: l.a)
freundlich u. liebenswert, im Wesen angenehm: ein -er Mensch.
Junge; er. sie ist ein -er Kerl (ugs.; ist sehr nett): der
Beamte war sehr n.; die Leute waren sehr n. zu ihm;
das ist aber furchtbar n. von dir; das war aber gar nicht
n.; seien Sie bitte so n.. und reichen Sie mir das Buch;
n.. daß du anrufst; <subst.:> er wollte ihr was Nettes sagen:
b) hübsch u. ansprechend, so doli es jmdm. gefällt: ein
-es kleines Mädchen; ein -es Städtchen. Häuschen. Lokal:
das Kleid ist sehr n.; sie sieht n. aus mit dieser Frisur,
der Gast soll es n. (behaglich) haben bei uns: sich n.
unterhalten; in diesem Restaurant sitzt man sehr n.; das
machst du ganz n. (gut); <subst.:> ich habe etwas Nettes
erlebt. 2. (ugs.) a) <nur attr.) ziemlich groß, beträchtlich:
ein -er Profit; einen -en Schrecken kriegen; sie hat eine
ganz -e Oberweite; b) <intensivierend bei Verben) sehr,
ziemlich: Sie schwitzen selbst ganz n. (Remarques Obelisk
52). 3. (ugs. iron.) unangenehm; wenig erfreulich: das sind
ja -e Aussichten. Zustände; das ist Ja eine -e Bescherung.
Sache. Geschichte; das kann ja n. werden!; netterweise
<Adv.> (ugs.): aus Nettigkeit; Nettigkeit ['itetifkajt]. die;
-. -en: 1. <o. PI.) nettes (1 a) Wesen; nette Art. 2. <meist
PI.) a) erw. Nettes (1 a). was jmd. gern hört; Äußerung,
mit der man jmdm. schmeicheln will: jmdm. ein paar -en
sagen, ins Ohr flüstern; b) etw. Nettes (lb): Ein paar
hübsche Sachen mehr.... ein paar -en (Gaiser. Schlußball
177); netto [neto] <Adv.) [ital. netto, eigtl. = rein. klar,
unvermischt < lat. nitidus = glänzend, schmuck, zu:
nitere = glänzen] (Kaufmannsspr.; Ggs.: brutto): a) ohne
Verpackung: das Gewicht beträgt n. 500kg; b) nach Abzug
der Kosten od. Steuern: sein Gehalt beträgt n. 3400
Mark/3400 Mark n.; Abk.: nto.
Netto-: -betrag, der; -einkommen, das: Einkünfte <P1.):
-ertrag, der. -gehalt, das; -gewicht, das; -gewinn, der,
-lohn, der; -preis, der; -registertonne, die (Seew.): Einheit
zur Errechnung des Laderaums. Nutzraums eines Schiffes;
Abk.: NRT; -Sozialprodukt, das (Wirtsch.):
Bruttosozialprodukt abzüglich der Abschreibungen; -verdienst, der,
^wert. der (DDR Wirtsch.): Wert von Grundmitteln nach
Abzug der Abschreibungen.
Netz [netß]. das: -es. -e [mhd. netze, ahd. nezzi. eigtl. =
Geknüpftes]: 1. a) Gebdde aus geknüpften Fäden. Schnüren
(auch geflochtenen Drähten o.a.). deren Verknotungen
meist rautenförmige Maschen bilden u. das in verschiedener
Funktion zum Festhalten. Halt geben o. ä. dient: ein dünnes,
feines, weit-, grobmaschiges, zerrissenes N.; ein N.
knüpfen, flicken, ausbessern; -e (Fischernetze. Fangnetze)
auswerfen, ausbringen, stellen, spannen, zum Trocknen
ausbreiten, aufhängen; -e zum Schutz gegen Vögel über
Himbeerbüsche. Kirschbäume ziehen; sie trägt ein N.
(Haarnetz) über dem Haar; der Ball berührte das N. (Tennis.
Volleyball. Tischtennis. Badminton; Netz als Abgrenzung
zwischen den beiden Spielfeldhälften)', der Ball ging durch
das N. (Basketball. Korbball; Netz als Teil des Korbes):
den Ball ins N. (Ballspiele: ins Tor) schießen: den Koffer
ins N. (Gepäcknetz) legen; die Badesachen im N. (in
einem geknüpften Beutel) über der Schulter tragen; mit
dem N. (Einkaufsnetz) einkaufen gehen; er fängt
Schmetterlinge mit dem N. (Schmetterlingsnetz); die Artisten
arbeiten ohne N. (unter ihnen ausgespanntes Netz als
Schutzvorrichtung); Ü er versuchte das N. ihrer Lügen
zu zerreißen; sich in einem N. von Lügen verstricken;
er hat überall seine -e ausgeworfen (vielerlei Verbindungen
zugleich geknüpft); den Zollfahndern durchs N. gehen;
die Ganoven zappelten im N.; plötzlich hing man im N.
der Gewohnheit (Remarque. Triomphe 138): 'imbn. ins
N. gehen (sich von jmdm. überlisten lassen, so daß andere
die ihnen wichtige Person endlich in ihre Gewalt bekommen);
b) von der Spinne gesponnenes netzartiges Gebilde, in dem
sie ihre Beute fängt; Spinnennetz: die Spinne sitzt, hockt,
lauert in ihrem N. 2.a) System von netzartig verzweigten
Verteilungsleitungen mit den dazugehörenden Einrichtungen
für die Versorgung mit Wasser. Strom. Gas. ÖL für die
Kanalisation, für die Nachrichtenübermittlung: ein weitver-
zweigtesN.vonRadarstationenüberziehtdasLand;einTele-
fon, einen Sender an das N. (Fernmeldenetz) anschließen;
b) System von netzartig verzweigten, dem Verkehr dienenden
Linien od. Anlagen: ein N. von Schienen. Bahnlinien.
Kanälen. Wasserstraßen durchzieht das Land; c) (bes. Geogr.)
System sich schneidender Linien auf einer f LandJkarte;
d) [systematisch über einen bestimmten Raum. Bereich
verteilte] Personen. Einrichtungen. Dinge gleicher Funktion;
vielfältig verflochtenes System: ein N. von Vorschriften
und Verfugungen: Das soziale N. wird weiter ausgebaut
(Spiegel 15. 1976. 36); das N. der sozialen Sicherung;
ein N. von Agenten aufbauen. 3.a) (Geom.) in eine Ebene
geklappte Begrenzungsflächen eines (an den Kanten
aufgeschnittenen) geometrischen Körpers: das N. eines Würfels;
b) (Math.) System von zwei od. mehreren sich schneidenden
Kurvenscharen auf einer Fläche (z. B. Koordinatennetz).
4. (Anat.) svw. tOmentum.
n^tz-, N$tz-: -aradiluß. der: Anschluß an das Stromnetz.
dazu: -aradihißgeriit, das (Elektrot.): svw. t-gerät: -artig
<Adj.: o. Steig.): -ätzung, die: svw. t Rasterätzung; -äuge,
das (Zool.): svw. t Facettenauge; ^ball, der (Tennis.
Tischtennis. Badminton. Volleyball): Ball, der nach Berühren
der oberen Kante des Netzes ins gegnerische Spielfeld geht;
-fahrkarte, die: svw. t ^karte; -flügler, der (Zool.):
Vertreter einer in zahlreichen Arten auf der ganzen Erde
verbreiteten Ordnung von Insekten mit vier großen, meist netzartig
geäderten, dachförmig zusammenlegbaren Flügeln; -förmig
<AdJ.; o. Steig.) (selten); -frequenz, die (Elektrot.):
Frequenz des Wechselstroms in einem Stromversorgungsnetz;
-garn. das: Garn zur Herstellung von [Fischer]netzen;
^gerät, das (Elektrot.): Gerät, das den von einem
Stromversorgungsnetz gelieferten elektrischen Strom bezüglich
Spannung. Stromstärke u. a. den für den Betrieb eines
elektronischen Geräts erforderlichen Bedingungen anpaßt; -gewebe,
das; -gewölbe, das (Kunstwiss.): [Tonnen]gewölbe [der
Spätgotik], dessen Rippen ein netzartiges Muster bilden;
-glas, das: Fadenglas mit sich netzartig kreuzenden, spiralig
laufenden Fäden; -gleichrichter, der (Elektrot.);
Gleichrichter für den Anschluß an ein Dreh- od. Wechselstromnetz;
-haut die: innerste, mehrschichtige, lichtempfindliche Haut
des Augapfels, dazu: -hautablösung, die. ^Hautentzündung,
die; -hemd, das: Herrenunterhemd aus netzartig gewebter
Baumwolle: ^karte, die: Fahrkarte für beliebig viele Fahrten
innerhalb eines bestimmten Verkehrs-. Eisenbahnnetzes
während einer befristeten Zeit; -magen. der (Zool.): durch
netzartige Falten gekennzeichneter, zwischen Pansen u.
Blättermagen liegender Abschnitt des Wiederkäuermagens;
-plan, der (Wirtsch.): mit Hilfe der Netzplantechnik
erstellter Plan in graphischer Darstellung, wobei die
Einzeltätigkeiten in ihrer zeitlichen Reihenfolge durch Kreise (bzw.
Punkte) u. Strecken abgebildet werden, dazu: -plantechnik, die
<o. PI.) (Wirtsch.): mit graphischen Darstellungen
arbeitende Verfahrenstechnik zur Analyse u. zeitlichen Planung von
komplexen Arbeitsabläufen u. Projekten; -python, der: svw.
t -schlänge: -schlänge, die: bes. in den Regenwäldern
Südostasiens heimische Riesenschlange mit schwarzbrauner
netzartiger Zeichnung; -schnür, die: svw. t-garn: -Spannung,
die (Elektrot.): bestimmte elektrische Spannung in einem
1876
neu-, Neu-
Stromversorgungsnetz; -spiel, das (Sport): 1. Ballspiel, bei
dem der Ball über ein Netz od. eine Leine ins gegnerische
Feld geschlagen wird. 2. <o. PI.) (Tennis) offensive
Spielweise, bei der der Spieler in unmittelbarer Nähe des Netzes
steht, dazu: -Spieler, der: 1. (Tennis) Spieler\ der das Netz-
spiel (2) bevorzugt. 2. (Volleyball) einer der drei vorderen
am Netz postierten Spieler; -Stecker, der (Elektrot.): Stek-
kerfür den Anschluß eines elektrischen Geräts an ein
Stromversorgungsnetz; -stampf, der: [laufmaschensicherer]
Strumpf mit netzartiger Maschenbildung; ^werk. das: 1.
netzartig verbundene Leitungen, Drähte, Linien, Adern o. ä.;
... ist sie ( = die Landschaft) ... überzogen von einem N.
von Drahtleitungen (Thienemann, Umwelt 28). 2.
(Elektrot.) Zusammenschaltung einer beliebigen Anzahl Energie
liefernder u. Energie speichernder od. umwandelnder
Bauteile od. Schaltelemente, die mindestens zwei äußere
Anschlußklemmen aufweist; -werkanalyse, -werktechnik, die <o.
PI.) (Wirtsch.): svw. Nplantechnik; ^zwirn, der: svw.
Ngarn.
netzen [ncl^n] <sw. V.; hat) [mhd. netzen, ahd. nezzen.
zu tnaßl: l.a) (geh.) befeuchten, [ein wenig] naß machen;
die Blumen mit Wasser n.; Tränen netzten ihre Wangen;
b) (südwestd.) svw. tgießen (2): die Gemüsebeete n. 2.
(Textiltnd.) anfeuchten, befeuchten, um das betreffende
Gewebefür Farbstoffe u. Appreturen aufnahmefähig zu machen.
netzhaft <Adj.; o. Steig.) (selten): svw. tnetzartig.
Netzmittel, das; -s, - (Fachspr.): Stoff, der als Zusatz die
Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herabsetzt, so daß
die Flüssigkeiten stärker auf den mit ihnen in Berührung
kommenden Materialien haften.
neu [noy; mhd. niuwe. ahd. niuwi]: <Adj.; neuer, neufclste)
1. (nicht adv.): erst vor kurzer Zeit hergestellt o.a., noch
nicht gebraucht o.a. (Ggs.: alt 3b): -e Schuhe. Kleider;
das Auto ist [ziemlich] n.. sieht noch [wie] n. aus; etw.
auf n. herrichten (ugs.; so herrichten, daß es wieder wie
neu aussieht)', n. für alt (Kaufmannsspr.; Neues im Tausch
gegen Altes): Ü sie ist nicht mehr ganz n. (salopp; nicht
mehr ganz jung). 2. <o. Steig.; nur attr.) aus der kürzlich
eingebrachten Ernte stammend (Ggs.: alt 4 b): -e Kartoffeln;
<subst.:> Neuen [neuen Wein) trinken. 3. (nicht adv.)
(Ggs.: alt 5) a) erst seit kurzem vorhanden, bestehend; vor
kurzer Zeit entstanden, begründet; davor noch nicht
dagewesen [u. anders als bisher, als früher]: eine -e Frisur; eine
-e Straße; ein -er Staat; eine -e Wissenschaft, -e
Erkenntnisse. Methoden; die -[estfc Mode; die -e (moderne) Literatur.
Malerei. Technik. Physik; er ist ein -er Mensch geworden
(er hat sich gründlich gewandelt); das ist n.; dieser Tanz
ist ganz n.; <subst.:> das Neue an der Sache ist. daß ...;
allem Neuen ablehnend gegenüberstehen; das ist das
Neueste auf dem Markt; (ugs. übertreibend:) das Neueste vom
Neuen; die Neuen ([in Kunst, Literatur, Musik o.a.] die
Modernen); b) (nicht adv.) seit kurzer Zeit (zu einem
bestimmten Kreis, einer Gruppe o.a.) dazugehörend: nur
-e Mitglieder sind angesprochen; ich bin n. (noch fremd)
in dieser Gegend; ich bin n. in diesem Beruf (kenne mich
noch nicht so gut darin aus); <subst.:> das ist der Neue
(ugs.; der neue Mitarbeiter, Kollege, Mitschüler usw.): c)
bisher noch nicht bekannt gewesen: ein -es Element ist
entdeckt worden; kennst du schon den -esten Witz?; -e.
die -esten Ereignisse. Nachrichten; das ist nicht mehr n.
[für ihn]; daß er so etwas kann, ist mir n. (war mir bisher
nicht bekannt); <subst.:) das ist mir nichts Neues; etwas,
nichts Neues wissen, hören, erfahren, erleben; was gibt
es Neues?; (ugs.:) weißt du schon das Neueste? 4. <nur
attr.) noch zur Gegenwart gehörend od. nicht lange
zurückliegend; [aus] einer Zeit, die [noch] zur Gegenwart gehört
od. nicht lange zurückliegt (Ggs.: alt 6a): in -er, -erer.
-ester Zeit; etw. ist -eren (jüngeren) Datums; die -en. -eren
(lebenden) Sprachen; *seit neuestem (seit kurzem,
neuerdings). 5. <o. Steig.; nur attr.) a) seit kurzem an die Stelle
einer anderen Person od. Sache getreten (Ggs.: alt 8): einen
-en Namen, eine -e Stellung, Wohnung haben; die Waren
haben -e Preise; wir haben einen -en Englischlehrer; das
-e (eben angebrochene) Jahr; die -e (eben beginnende)
Woche; <subst.:> etwas Neues unternehmen; b) [seit
kurzem/ hinzukommend; weiter ...: eine -e (weitere) Flasche
Wein auf den Tisch stellen; eine -e Seite. Zeile beginnen;
ein -es Buch schreiben; er ist ein -er (zweiter) Einstein;
*anfs neue (erneut): aufs -e ertönten Rufe; auf ein neues!
(ermunternde Aufforderung, noch einmal von vorne zu
beginnen, sich aufzuschwingen, mit etw. Bestimmtem
fortzufahren); von neuem (noch einmal, von vorn). 6. <nur
adv.) das Vorhandene durch Neues, nicht Veraltetes,
Abgenutztes o.a. ersetzend: ein Zimmer n. tapezieren; sich n.
einkleiden, einrichten; etw. entsteht n. (in neuer Form,
Gestalt). 7. <nur adv.) (als etw. Neues) gerade erst: eine
Stelle n. antreten; diese Ware ist n. eingetroffen; n.
erschienene Bücher. 8. <nur adv.) erneut, nochmals, wieder: ein
Geschäft nach dem Umbau n. eröffnen; das Buch wird
n. aufgelegt.
neu-, NflU-: -anfertigung, die: 1. Anfertigung, durch die etw.
neu hergestellt wird: Reparaturen und -en durchführen;
N. von Kleidern. Schuhen. 2. neu Angefertigtes: das Kleid
ist eine N.; -ankämmling, der: gerade erst Ankommender,
Angekommener; -anschaflung, die: 1. Anschaffung von etw.
Neuem: -en machen. 2. neu Angeschafftes: er zeigte stolz
seine N.; -apostolisch <Adj.; o. Steig.) (christl. Rel.): dem
Bekenntnis einer aus der Katholisch-Apostolischen Gemeinde
hervorgegangenen Religionsgemeinschaft angehörend,
anhängend, diesem Bekenntnis eigentümlich, gemäß: die
Neuapostolische Gemeinde; -artig <Adj.>: neu. von neuer Art:
anders als bisher: -e Methoden. Formen, Speisen,
Instrumente; etw. wirkt n.. mutet n. an. dazu: -artigkeit, die;
-; -aufbau, der <o. PI.): erneuter Aufbau; (insbes.
andersartiger) Wiederaufbau: der wirtschaftliche, politische N. des
Landes; -auflührung, die (Theater. Musik): vgl.
Inszenierung; -aufläse, die: a) erneutes Auflegen eines Druckwerks:
die N. eines Buchs besorgen; b) erneute Auflage eines
Druckwerks: die N. des Buchs wird gerade ausgeliefert;
von diesem Buch erscheint eine N.; ein Buch in [einer]
N. herausbringen; Ü die kürzlich gegründete Partei ist
die/eine N. der KPD (sie unterscheidet sich kaum von
dieser); es kommt zu einer N. [des vorjährigen Endspiels]
(Sport Jargon; zu einem erneuten Zusammentreffen der
selben Gegner [wie beim vorjährigen Endspiel]): -aufnähme,
die: 1. Aufnahme, durch die jmd., etw. irgendwo neu
hinzukommt: die N. von Patienten, von Mitgliedern; die N.
von Wörtern in ein Wörterbuch. 2. Person, Sache usw.,
die Gegenstand der Neuaufnahme (1) ist: die -n registrieren.
3. (Fachspr.. z. B. Film) erneute Aufnahme (7 a. 8 a);
-ausgäbe, die: vgl. -aufläge (1); -backen: svw. t frischbacken;
-barock <Adj.; o. Steig.): im Stil, im Geist, im Sinne des
Neubarock [gestaltet], dazu gehörend; -barock, das od.
der (bild. Kunst): Stilrichtung der 2. Hälfte des l9.Jh.s,
die sich stark an das Barock anlehnt; -bau, der: 1. <o.
PI.) a) das Bauen, Errichten (eines neuen Bauwerks): den
N. einer Brücke, eines Hauses planen; b) das
Wiedererrichten eines schon einmal vorhanden gewesenen Bauwerks: der
N. des niedergebrannten Gebäudes fiel in das Jahr 1920;
Ü ein durchdachter N. des Staates. 2. <P1. -ten) a) im
Bau befindliches Gebäude: auf dem N. hat sich ein Unfall
ereignet; R du wohnst/wir wohnen doch nicht im N. (ugs.
scherzh.; tadelnde Äußerung, wenn jmd. die Türen nicht
hinter sich schließt); *lm N. geboren sein (ugs. spött.;
die Türen nicht hinter sich schließen)', b) (Ggs.: Altbau)
neu gebautes od. verhältnismäßig neues Gebäude: in einem
N. (Amtsspr.; in ein nach dem 1. 12. 1949 erbautes Haus)
wohnen; die Vorlesungen finden im N. (in einem neu/ er Jen
Erweiterungsbau) der Universität statt; c) <P1. auch: -e>
(Technik) neu gebautes Modell: -ten mit leichterer und
schlankerer Karosserie (Auto 7, 1965. 57); -bauer, der
(DDR früher): jmd.. der auf Grund der Bodenreform von
1945 Land erhielt u. Bauer wurde (Ggs.: Altbauer 2), dazu:
-bouernhof, der; -bauernland, das <o. PI.), -bauernsied-
hing, die. -bauemstelle, die: Anwesen für einen Neubauern.
-bauenmirtsdtaft, die; -bauvfertel, das: [hauptsächlich]
aus Neubauten (2 b) bestehendes Viertel; -bauwohnung, die:
Wohnung in einem Neubau (2 b) (Ggs.: Altbauwohnung);
-bearbeitung« die: 1. das erneute Bearbeiten: den Text bei
der N. stark verändern; an die N. eines Dramas
herangehen. 2. neue Bearbeitung (2), Fassung: ein Theaterstück
in einer N. bringen; -bedeutung, die (Sprachw.): neue,
neu hinzukommende Bedeutung eines Wortes; -besinn, der:
neuer, erneuter Beginn, bei dem [man mit] etwas noch
einmal von vorn anfängt; -belebung, die: neue, erneute
Belebung: die N. eines Stils, der Wirtschaft; -besetzung, die:
Besetzung (2 a) mit einer neuen, anderen Person: die N.
einer Stelle, Rolle; -bildung,die: l.a) Bildung, das Entstehen
von etw. Neuem: die N. von Gewebe; die N.
wissenschaftlicher Disziplinen; b) die Bildung, das Schaffen, Hervorbrin-
1877
neu-, Neu-
gen vonetw. Neuem: die N. von Wörtern; c) Umgestaltung:
die N. der Regierung. 2.a) neu / Aus]gebildetes; Ergebnis
der Neubildung (I a): Geschwülste sind -en von Gewebe;
b) neu Gebildetes; Ergebnis der Neubildung (1 b): -en als
Stichwörter ins Wörterbuch aufnehmen; -broch, der
(Landw.): neues, zum erstenmal mit dem Pflug
umgebrochenes Ackerland; -bürger. der: neu zugezogener Bürger, dazu:
-bürgerte ier, die (Schweiz.): Feier für die neu eingebürgerten
Ausländer; -deutsch <Adj.; o. Steig.) (öfter abwertend)
der neu aufgekommenen deutschen Lebensform od. Politik
entsprechend, für sie charakteristisch: die -e
Industriegesellschaft; Die -e Kombination von Kälte, aggressivem Mate*
rialismus. Ellenbogenfreiheit (Welt. 4. 11. 67. 2); -druck,
der: im wesentlichen unveränderte Neuauflage (1); -einkauf,
der (Sport): 1. das Einkaufen neuer Spieler: der N. eines
Stürmers. 2. neu eingekaufter Spieler: die Neueinkäufe
sind noch nicht spielberechtigt; Einrichtung, die:
Einrichtung (1) von etw., was es in dieser Form bisher nicht gab:
einer Institution; -Einstellung, die: 1. Einstellung einer
neuen Arbeitskraft: eine N. vornehmen; es werden -en
erforderlich. 2. neu eingestellte Arbeitskraft: die -en in ihr
Tätigkeitsgebiet einführen; -einstudierung, die: neue
Einstudierung; Entdeckung, die: l.a) Entdeckung von etw. Neuem;
b) neu, gerade erst entdeckte Sache: eine wissenschaftliche
N.; Ü die Sängerin ist eine N. 2. erneute Entdeckung,
Wiederentdeckung: die N. Amerikas; Entwicklung, die:
1. das Entwickeln von etw. Neuem: die N. von Maschinen.
Medikamenten. 2. etw. neu Entwickeltes: technische -en
auf der Messe zeigen; Eröffnet <Adj.; o. Steig.; nur attr.):
1. gerade erst eröffnet. 2. erneut eröffnet; Eröffnung, die:
1. Eröffnung (von etw. Neuem): die N. einer Filiale. 2.
erneute Eröffnung, Wiedereröffnung: N. unseres Geschäftes
nach Umbau am 1. Januar; Erscheinung, die: gerade
Erscheinendes, gerade erst Herausgegebenes,
Veröffentlichtes: -en auf dem Buch-, Schallplattenmarkt; -en über
Hölderlin; Erwerb, der: svw. t Erwerbung; Erwerbung, die:
l.a) Erwerbung von erw. Neuem: die N. von Büchern für
eine Bibliothek; b) gerade Erworbenes: die -en
katalogisieren; der Etat für -en. 2, (Sport) svw. t Einkauf; -fassung,
die: 1. <o. PI.) das Herstellen einer neuen, veränderten
Fassung(2): eine N. vornehmen. 2. neue, veränderte Fassung
(2 a). Form, Formulierung: einen Roman in einer N.
veröffentlichen; ^Festsetzung, die; -fiindländer, der: t
Neufundländer; -gebacken <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (ugs.):
(bezogen auf Personen, denen gerade ein neuer Status, eine neue
Stellung verliehen, zuerkannt worden ist) neu; gerade ...
geworden: ein -er Ehemann. Assessor, -geboren <Adj.;
o. Steig.; meist attr.): gerade geboren: ein -es Kind; <subst.:)
das Neugeborene (das neugeborene Kind, Tier); *wle n.
(körperlich [u. seelisch] wie ein neuer Mensch, durch u.
durch erfrischt, erneuert): nach dem Bade fühlten sie sich
wie n.; -geburt, die (geh.): das Wiedererstehen in neuer,
anderer Form; Erneuerung: die N. der Kunst; -gestaitung,
die: die N. eines Stadtviertels; die N. Europas; bei der
N. eines Programms mitwirken; -gewürz, das <o. PI.)
(österr.) svw. t Piment; -gier, -gierde [-gi:$dd]. die; -:
Beherrschtsein von dem Wunsch etw. Bestimmtes zu
erfahren, in Angelegenheiten, Bereiche einzudringen, die bes.
andere Menschen u. deren Privatleben o. ä. betreffen: lebhafte,
brennende N.; sexuelle N. (Neugierde, die auf Sexuelles
gerichtet ist); seine N. ist fast schon krankhaft; die N.
(Wißbegierde) des Forschers; die N. auf den Inhalt eines
Briefes; die N. zu erfahren, ob ...; Jmdn. packt die N.;
etw. weckt, erregt, reizt jmds. N.; seine N. befriedigen,
stillen, zähmen, zügeln; jmdn. mit unverhohlener N.
betrachten; vor N. brennen, platzen; er kam aus reiner N.;
-gierig <Adj.): voller Neugier, Neugier erkennen lassend:
-e Menschen. Blicke; er ist sehr n.; sei nicht so n.!; er
war n. auf Frauen (L. Frank. Wagen 51); alle waren sehr
n. (sehr gespannt) auf den Ausgang des Wettbewerbs;
ich bin n. (möchte gerne wissen), wie das ausgehen wird;
seine Werke machten uns n.. ließen uns n. werden (weckten
unsere Neugier); n. fragen; <subst.:> der Vorfall lockte
viele Neugierige an; -gliedenmg, die: neue, andersartige
Gliederung. Aufteilung: die N. des Bundesgebietes; -gotik,
die (Archit.): Stilrichtung des 18. u. 19.Jh.s. die sich stark
an die Gotik anlehnt; -gotisch <Adj.; o. Steig.); -grad,
der (Math.): ältere Bez. für TGon; Zeichen: •; vgl. Altgrad;
-gründung, die: l.a) Gründung von etw. Neuem: die N.
von Vereinen, Parteien; b) etw. neu Gegründetes: diese
Partei. Stadt ist eine N. 2. erneute Gründung: 1945 kam
es zur N. der SPD; Hegelianer, der: Anhänger, Vertreter
des Neuhegelianismus; -hegelianisch <Adj.; o. Steig.); ^he-
gelianisraus, der: philosophische Richtung des 20. Jh.s, die
eine Erneuerung bestimmter Seiten des Hegelianismus
anstrebt; -beide, der: vgl. Heidentum; Heidentum, das
(kath. Rel.): durch Entchristlichung entstandenes
Heidentum; Herausgabe, die: vgl. -aufläge; Hochdeutsch <Adj.;
o. Steig.): [gepr. 1819 von dem dt. Sprach- u.
Literaturwissenschaftler J. Grimm (1785-1863)]: deutsch, entsprechend
dem neueren u. neuesten (etwa vom 17. Jh. an rechnenden)
hochdeutschen Sprachzustand: die -e Sprache. Literatur;
-hochdeutsch, das; vgl. Deutsch; -hochdeutsche, das; vgl.
2 Deut sehe; Humanismus, der (bildungsspr.): um die Mitte
des 18. Jh.s einsetzende, auf Erneuerung des Humanismus
zielende philosophisch-pädagogische Richtung, deren
Humanitätsideal am Bild des griechischen Menschen u.
seiner Kultur orientiert ist; ^humanistisch <Adj.; o. Steig.)
(bildungsspr.): -Inszenierung, die (Theater): neue
Inszenierung eines Stücks: eine gelungene N.; wir sahen die
Komödie in einer N.; -Jahr [auch: -'-]. das: [als Feiertag
begangener] erster Tag des neuen Jahres: N. fallt diesmal auf
einen Sonntag; jmdm. zu N. etw. schenken; * prosit N.!
(Gruß u. Glückwunsch zum Jahreswechsel), dazu: -lähr-
chen [-'—J, das (landsch.): [Geld]geschenk zu Neujahr,
bes. als Dank für Dienstleistungen im zurückliegenden Jahr
(z.B. an den Briefträger). -Jahrsabend, der: Vorabend von
Neujahr; -iahrsansprache, die; -Jahrsbotschaft, die:
Botschaft (1 b) zu Neujahr; -Jahrsempfang, der; -Jahrsfest,
das (veraltend): svw. -jähr, -JahrsgMickwunsch. der;
-iahrsgruß, der (meist PL): -Jahrskarte, die:
Glückwunschkarte mit Neujahrsgrüßen u. -wünschen; -Jahrsinorgen, der;
-Jahrsnacht, die: Nacht, mit der Neujahr anfängt; -Jahrstag,
der: svw. tHüir; -Jahrswunsch, der: svw. t ^jahrsglück-
wunsch; -kantianer, der: Anhänger. Vertreter des
Neukantianismus; -kantianisch <Adj.; o. Steig.); -kantianismus,
der: an Kants Erkenntnistheorie u. Ethik anknüpfende, gegen
den Materialismus gerichtete philosophische Richtung in
der 2. Hälfte des 19. u. im Anfang des 20.Jh.s; -kauf,
der (Kaufinannsspr.): Kauf, bei dem etw. neu. ungebraucht
erworben wird; -klasslt, die: Neuklassizismus, bes. in der
Literatur; -kiassizisraus. der: 1. an die klassische Tradition
anknüpfende Strömung der deutschen Literatur um 1900.
2. seltener Tür TNeoklassizismus; -konstruktion, die: neue,
neuartige Konstruktion; -buid, das <o. PL): 1 .für die
Besiedlung od. wirtschaftliche Nutzung neu gewonnenes Land: N.
gewinnen, unter den Pflug nehmen. 2.a) (seltener) neues,
bisher unbekanntes, unerforschtes Land. Gebiet: N. entdek-
ken. erforschen, betreten; b) neues [bisher unbekanntes]
Gebiet, auf dem noch keine Erfahrungen. Erkenntnisse
gewonnen worden sind bzw. noch nichts erreicht worden ist:
medizinisches N.; etw. ist N. für jmdn.; N. betreten,
beschreiten, erobern; Später wendet er sich ... dem
technischen N. der Aouatinta zu (Bild. Kunst III 87); zu 1:
-landgewinnung,die(Fachspr.); -latein,das: neulateinische
Sprache; -lateinisch <AdJ.; o. Steig.): lateinisch in der
neuzeitlichen Form, wie sie von den Humanisten nach dem
Vorbild des klassischen Latein begründet wurde; -lehrer,
der (DDR früher): kurzfristig ausgebildeter u. ideologisch
geschulter Lehrer an einer Schule der damaligen
Sowjetischen Besatzungszone; -licht, das <o. PI.) (veraltet):
Neumond; -minute, die (Math.): hundertster Teil eines
Neugrades; -modisch <AdJ.) (oft abwertend): einer neuen Mode
entsprechend, aber bisher in dieser Art nicht allgemein üblich
(Ggs.: altmodisch): -e Kleidung: eine -e Einrichtung; -e
(sich über das Hergebrachte hinwegsetzende) Ansichten.
Sitten; n. gekleidet sein; -mond, der <o. PI.): Mondphase,
während deren die der Erde zugewandte Mondseite nicht von
der Sonne beleuchtet wird, unsichtbar ist; heute ist N.,
wir haben N.; zwei Tage nach N.; -Ordnung, die: neue,
andersartige Ordnung. Regelung, systematische Gestaltung;
-Organisation, die: vgl. -Ordnung; -Orientierung, die
(bildungsspr.): neue, andersartige Orientierung; -Philologe,
der: Philologe auf dem Gebiet der Neuphilologie;
-Philologie, die: Philologie der neueren europäischen Sprachen u.
Literaturen; -philologisch <AdJ.; o. Steig.): -platoniker,
der: Anhänger. Vertreter des Neuplatonismus; -platonisch
<Adj.; o. Steig.); -platonismus, der: an die Philosophie
Piatons anknüpfende philosophische Strömung des 3. bis
6. Jh.sn. Chr.; -positivismus, der: selten für TNeopositivis-
1878
Neuheit
mus; -Prägung, die (Sprachw.): 1. Prägung eines neuen
Wortes, Ausdrucks. 2. neu geprägtes Wort, neu geprägter
Ausdruck: -Priester, der: gerade erst geweihter Priester:
-Produktion, die (Film, Rundf., Ferns. usw.): neue
Produktion: das Hörspiel, die Platte ist eine N.; -pythagoreer,
der: Anhänger, Vertreter des Neupythagoreismus:
-pythagoreisch <Adj.; o. Steig.); -pythagoretemus, der: an den
Pythagoreismus anknüpfende philosophische Strömung im
/. Jh. v. u. n. Chr.: -reg[e]hing, die: neue, andersartige
Regelung: eine gesetzliche N.; die N. der Arbeitszeit
fordern, gesetzlich festlegen; -reich <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (abwertend): zu Reichtum gekommen u. damit in
die höhere Gesellschaft aufgestiegen, ohne jedoch deren
gesellschaftliche Formen zu beherrschen u. mit dem Bedürfnis,
seinen Reichtum protzend in vielen äußeren Dingen zu zeigen:
eine -e Familie; das ist typisch n.; <subst.:> Neureiche
ohne Manieren; <als erfundener Eigenn.:) Hftrr Neureich
(der [typische] Neureiche): Familie N./(ugs.:) [die]
Neureichs (die [typische] neureiche Familie): -renaissance,
die (Archit., Möbelbau): Stilrichtung des 19. Jh.s, die
Formen der italienischen Renaissance aufgreift: ^ries, das
(Fachspr.): Menge von 1000 Bogen Papier: -romantik,
die: 1. an die deutsche Romantik [u. unter anderem an
den französischen Symbolismus] anknüpfende literarische
Strömung in Deutschland um die Jahrhundertwende. 2. an
die Romantik anknüpfende Stilrichtung in der neueren
Musik: ^rwnantiker, der: Vertreter der Neuromantik:
-romantisch <Adj.; o. Steig.); -satz, der <o. PI.) (Druckw.): 1.
(Schrift)satz, bei dem etw. neu, erneut gesetzt wird: den
N. durchführen; die Kosten flir den N. eines Textes. 2.
beim Neusatz (1) Gesetztes: den N. korrigieren; -schaffen
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Schweiz., sonst selten): seiner
Beschaffenheit nach neu, unverbraucht, nicht gebraucht,
benutzt: Die Worte kamen ... wie n. von seinen beweglichen
Lippen (Th. Mann, Zauberberg 91); -schnee, der: frisch
gefallener Schnee (Ggs.: Altschnee), dazu: -Schneedecke,
die; -Scholastik, die: die Erneuerung der Philosophie der
Scholastik anstrebende philosophisch-theologische Richtung
in der 2. Hälfte des 19. u. im 20. Jh. in Deutschland:
-scholastisch <Adj.; o. Steig.); -Schöpfung, die: l.a) Schöpfung
von etw. Neuem: die N. von Kunstwerken; b) neue, neuartige
Schöpfung: dieses Kunstwerk ist eine N. 2. (Sprachw.)
svw. T -Prägung; -Sekunde, die (Math.): hundertster Teil
einer Neuminute: -Siedler, der: Siedler in bis dahin nicht
besiedeltem, neu besiedeltem od. neu zu besiedelndem Gebiet:
-silber, das: ähnlich wie Silber aussehende Legierung aus
Kupfer, Nickel u. Zink: -silbern <Adj.; o. Steig.; nicht
attr.); -sprachler [-Jpra:xte]. der; -s. -: angehender od.
ausgebildeter Wissenschaftler auf dem Gebiet der neueren
europäischen Fremdsprachen: -sprachlich <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.): die neueren europäischen Fremdsprachen betreffend:
-er Unterricht; diese Schule hat einen -en Zweig (Zweig,
in dem die neueren Sprachen in stärkerem Maße unterrichtet
werden): -Stadt, die (seltener): neuer Teil einer Stadt (im
Unterschied zur Altstadt): -testamentler [-testamentlc],
der; -s, -: Wissenschaftler auf dem Gebiet Neues Testament;
-testamentlich [-testamentln;] <Adj.; o. Steig.);
-dumIsmus, der: Richtung der Neuscholastik, die im wesentlichen
auf die Philosophie des Thomas von Aquin zurückgreift:
-thomist, der: Anhänger, Vertreter des Neuthomismus;
-thcmistisch <Adj.; o. Steig.); -töner [-to.ne], der, -s.
-: 1. (oft leicht spött.) Vertreter der Neuen Musik. 2. jmd.,
der wegen der Neuartigkeit seines Schaffens, Gestaltens
Aufsehen od. Anstoß erregt: als ihm. dem N. und
Bürgerschreck .... eine Berufung an die Akademie der bildenden
Künste zuteil wurde (Welt. 23. 1. 66. 7). dazu: -tönerisch
[-t0:nanj] <Adj.>; -vermählt <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(geh.): eben, seit kurzem vermählt: das -e Paar; <subst.:>
den Neuvermählten gratulieren; -Verpflichtung, die: l.a)
das Verpflichten einer neuen Person: eine N. vornehmen;
b) erneute Verpflichtung: von seiner N. wurde abgesehen.
2. (bes. Sport) neu verpflichtete Person: die -en fugten
sich schnell in die Elf ein; -wagen, der: (beim Kauf bzw.
Verkauf) neuer Wagen: ^wahL die: erneute, nochmalige
Wahl, Abstimmung: -waschen <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.)
(landsch.): frisch gewaschen, nach dem Waschen noch nicht
benutzt: -e Wäsche; die Schürze ist n.; -weltaflen <P1.)
(Zool.): svw. T Breitnasen; -weltlich <Adj.; o. Steig.; meist
attr.): der Neuen Welt eigentümlich, zur Neuen Welt
gehörend, aus der Neuen Welt stammend: ^wert, der: 1. Wert,
den ein Gegenstand in neuem, nicht abgenutztem Zustand
hat (Ggs.: Zeitwert): der N. des Autos beträgt 10000 Mark.
2. (marx.) im Produktionsprozeß durch menschliche
Arbeitskraft neu geschaffener Wert: Wertprodukt, zu 1: ^wertig
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.): so gut wie neu u. daher (beim
Verkauf) Neuwert (1) besitzend: -es Fahrrad zu verkaufen.
-Wertversicherung, die: Sachversicherung, bei der im
Schadensfall der Neuwert ersetzt wird: ^wort. das <P1.: -Wörter)
(Sprachw.): in einer Sprache neu, in jüngster Zeit
aufgekommenes Wort: -zeit, die <o. PI.): 1. die in der Geschichte
auf das Mittelalter folgende Zeit (etwa seit 1500): die
Baukunst der N. 2. (selten) moderne, fortschrittliche
Gegenwart: ein Automat mit allen Raffinessen der N.
(Foto-Magazin 8, 1968. 4), dazu: -zeitlich <Adj.>: 1. zur Neuzeit
(1) gehörend, der Neuzeit (1) eigentümlich: die -en Entdek-
kungen. Staatstheorien. 2. der modernen, fortschrittlichen
Gegenwart entsprechend, modern: ein -es Heim;
Miniaturisierung -er Bauelemente für Transistorverstärker
(Elektronik, II, 1971. A 10); eine n. eingerichtete Drogerie;
-Zugang, der: 1. neuer Zugang, neues Hinzukommen: der N.
von Patienten, Waren. 2. neu hinzukommende od.
gekommene Person od. Sache: die Neuzugänge registrieren;
-zulässig, die (Amtsspr.): 1. (von Kraftfahrzeugen) neue,
erstmalige Zulassung: die N. von Kraftfahrzeugen. 2. neu
zugelassenes Kraftfahrzeug: die Zahl der N. steigt ständig;
-zustand, der <o. PL): neuer, [so gut wie] unbenutzter Zustand
(insbes. einer Sache beim Verkauf).
Neue [ivjyal. die; - (Jägerspr.): Neuschnee: neuerdings ['n^y-
B'dms], <Adv.) [aus älterem: neuer Dingel: 1. in jüngster
Zeit, seit kurzem: er fährt n. im eigenen Auto; n. liest
sie sehr viel. 2. (südd.. österr.. Schweiz., sonst veraltend)
erneut, nochmals, wiederum: bevor ich mich n. auf den
Bauch lege (Frisch. Gantenbein 403); Zwei Jahre später
besuchte er n. die Stadt (Ceram. Götter 30); Neuerer
['noyarBl, der; -s, - [2: LÜ von russ. nowator): l.jmd., der
etw. Neues einführen will, die Änderung, Umgestaltung von
Bestehendem anstrebt, durchsetzt: die N.. die Toreöffner
und Entdecker (Gehlen, Zeitalter 33). 2. (DDR)
Werktätiger (im sozialistischen Gesellschaftssystem), der einen
Beitrag zum technisch-wissenschaftlichen Fortschritt leistet:
Jeder vierte Arbeiter in diesem Betrieb ist [ein] N.; Messe
der N. des Bauwesens.
N&erer- (Neuerer 2; DDR): -bewegung. die; -brigade, die:
beratendes Organ in den Abteilungen eines sozialistischen
Betriebes, das die Neuererbewegung lenkt u. fördert: -seist,
der <o. PI.); -kollektiv, das; -methode, die; -Vorschlag,
der; -wesen, das <o. PI.); -Zentrum, das: Zentrum bei
dem Wirtschaftsrat eines Bezirks, das der Durchsetzung
u. Koordinierung von Neuerungen dient.
neuerlich I'n^yBlu;] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): (nach einer
Weile, einem gewissen Zeitraum) erneut [geschehend]: -es
Auftreten; -e Erfolge; er ist n. ausgezeichnet worden; neuem
[n^ymi]<sw. V.; hat) [mhd. niuwern] (selten): Neuerungen
(1), Neues einfuhren; sich als Neuerer betätigen; Neuerung«
die; -,-en [mhd. niuwerunge]; 1. Neues, dessen Einführung
eine Änderung, Neugestaltung des Bisherigen bedeutet:
technische, gesellschaftliche -en; diese Art des Wettbewerbs
ist eine N.; die jetzige Verfassung enthält bedeutsame -en;
-en vorstellen, einführen, durchsetzen. 2. <o. PI.) das
Ändern, Neugestalten durch Einfuhrung von Neuem,
Neuartigem; das Neuern: Niemals kam für ihn geistiger Umsturz,
grundsätzliche N. in Frage (Musil, Mann 388); Najerungs-
sucht, die <o. PI.) (abwertend): krampfhaftes Bemühen,
ständig Neuerungen zu schaffen; neuerungssüditig <Adj.;
nicht adv.); neuestem [ngyastns], neustens [noystns]
<Adv.) (selten): neuerdings, in jüngster Zeit: n. fahrt er
mit dem Auto zur Arbeit; der Prozeß ist n. wieder aufgerollt
worden.
Neufundländer [n^yTuntlende], der; -s. - [diese Rasse wurde
aus europäischen u. indian. Hunderassen erstmals in
Neufundland (kanad. Insel u. Provinz) gezüchtet): großer
Schutz- u. Begleithund mit breitem, kräftigem Kopfu.
Hängeohren, langem, buschigem Schwanz u. dichtem,
langhaarigem, meist tief schwarzem Fell.
Neugierde:fNeugier;Neuheit['n^yhait],die;-,-en [spätmhd.
(md.) nüweheit): 1. <o. PI.) das Neusein: die N. einer
Erfindung bezweifeln; der Reiz der N. 2. Neues, Neuartiges,
insbes. neues Produkt: eine technische, modische N.; -en
auf dem Markt, in der Mode; auf der Messe werden viele
-en gezeigt, vorgeführt.
1879
Neuigkeit
Neuigkeit [ngyKjk^jt], die; -. -en [mhd. niuwekeit]: 1.
Begebenheit, die noch nicht [allgemein] bekannt ist u. die als
neue Nachricht, als etw. Neues begierig aufgenommen wird:
interessante, aufregende -en; die -en (neuen Ereignisse,
neuen Nachrichten) des Tages; sie brachte viele -en aus
der Stadt mit woher hast du diese N.?; eine N. wissen,
erzählen, erfahren; mancherlei -en berichten. 2. a) <o. PI.)
(selten) das Neusein (1): die N. der Nachricht war die
Hauptsache; b) (Fachspr.; sonst selten) Neuheit (2): die
-en (neuen Bücher) im Buchhandel; die Autoindustrie
präsentierte ihre-en (neuen Modelle): neulich [ngyli«;] <Adv.>
[mhd. niuwellche]: vor noch nicht langer Zeit, vor kurzem,
kürzlich: ich habe ihn n. [erst] gesehen, n. [einmal] besucht;
n.. als ich in Köln war; das war n.. bei der Vorstandssitzung;
n. morgens; erinnern Sie sich an unser Gespräch von n.
(das wir neulich hatten)?: das ist der Herr von n., der
uns den Weg gezeigt hat (ugs.; das ist der Herr, der uns
neulich ...);Neuling[n^ylin].der,-s.-e[spätmhd. newling]:
jmd., der in einem Kreis, in einer Umgebung, auf einem
Gebiet neu ist. der sich noch nicht richtig auskennt, noch
keine Erfahrungen sammeln konnte: [ein völliger] N. auf
einem Gebiet sein; er ist ein N. im Kreis der Literaten;
darin bin ich N.; die -e [in] der Bundesliga (Sport
Mannschaften, die neu in der Bundesliga sind).
Nenne ['ngyiral. die; -, -n (meist PI.) [mlat. (phieuma <
griech. pneüma = Atem; das Zeichen diente zur Bez.
der Tonlänge] (Musik): (vor der Erfindung der Notenschrift
verwendetes) Zeichen zur Aufzeichnung der einstimmigen
Musik des Mittelalters: <Zus.:> Neumenschrift, die; -.
neun [n^yn] <Kardinalz.) [mhd.. ahd. niun] (als Ziffer: 9):
vgl. acht: die n. Musen; *alle -[e] (1. Kegeln; Ausruf,
wenn alle neun Kegel auf einen Wurf gefallen sind; 2.
scherzh.; Ausruf, wenn auf Grund von Ungeschicklichkeit
Dinge geräuschvoll zusammen-, herunterfallen); Neun [-].
die; -, -en: a) Ziffer 9; b) Spielkarte mit neun Zeichen:
c) (ugs.) Wagen. Zug der Linie 9: d) * ach, du grüne Neune!
(ugs.; Ausruf der Verwunderung od. des Erschreckens;
H.u.). Vgl. 'Acht.
neun-.Nain- (vgl. auch: acht-, Acht-): ^auge.das [die sieben
Kiemenöffnungen das Auge u. die Nasenöffnung auf jeder
Körperseite werden als neun „Augen" gezählt]:
fischähnliches Wirbeltier mit langgestrecktem, einem Aal ähnlichen
Körper: --eck, das: Figur mit neun Ecken: Nonagon: --eckig:
vgl. achteckig; ^einhflb: vgl. achteinhalb; -hindert: vgl.
achthundert; ^iflhrig: vgl. achtjährig; Mnal: vgl. achtmal:
Miialgescheit, ^maDtkig, Mnalwene <Adj.; o. Steig.)
(spöttisch): sich für sehr viel gescheiter, klüger als andere haltend:
alles besser wissen wollend: ein neunmalkluges Kind; du
bist immer so n.; neunmalgescheites Gerede (Gerede von
jrndm., der neunmalgescheit ist): ^schwinzig [-Jventpif]:
T Katze; ^tausend: vgl. achttausend; -töter, der [nach altem
Volksglauben soll der Vogel Jeden Tag neun Tiere töten]:
mittelgroßer Vogel mit braunem Rücken u. Flügeln,
blaugrauem Kopf u. schwarzem Schnabel, der seine Beutetiere
auf Dornen von Büschen aufspießt: Mind9fdizig« das: svw.
TSixty-Nine; ^zehn: vgl. achtzehn.
Neuner[n^yne].der.-s,-(ugs.): svw. TNeun(a.c);neunerlei:
vgl. achterlei; Neunerprobe, die (Math.): Probe der
Richtigkeit einer Rechnung mit Hilfe der Neunerreste bzw. der
Quersummen: Neunerrest, der (Math.): Rest, der bleibt,
wenn man eine ganze Zahl durch neun dividiert: neunfach:
vgl. achtfach; Neunfache: vgl. Achtfache; neunt... [n^ynt...]
<Ordinalz. zu T neun) [mhd. niunte. ahd. niunto] (als Ziffer.
9.): vgl. acht...; neunte! [n^yntj] <Bruchz.) (als Ziffer: ?):
vgl. achtel; Neuntel [-]. das. Schweiz, meist: der; -s. -:
vgl. Achtel (a): neuntens: vgl. achtens; neunzig [n^yn^i^l
(Kaxdinalz.) [mhd. niunzec. ahd. niunzug] (in Ziffern:
90): vgl. achtzig; <subst.:) Neunzig [-]. die; -: vgl. Achtzig;
neunziger I'nsyntßigB]: vgl. achtziger: Neunziger [-]. den
-s. -: vgl. Achtziger. Neunzigerin: vgl. Achtzigerin:
Neunzigerjahre: vgl. Achtzigerjahre; neunzigst... ['n^yn^i^st...]
<Ordinalz. zu Tneunzig) (in Ziffern: 90.): vgl. neunt...
neur-, Neur-: Tneuro-, Neuro-; neural [nQy'ra:l] <Adj.; o.
Steig.) (Med.): a) einen Nerv, die Nerven betreffend: b)
vom Nervensystem ausgehend: Neuralgie [n^yralgi:]. die: -.
-n [...i:an; zu griech. älgos = Schmerz] (Med.): anfallsweise
auftretende Schmerzen im Bereich sensibler Nerven: Neur-
algiker [n^yralgikcl. der: -s. - (Med.): jmd.. der an
Neuralgie leidet: neuralgisch <Adj.>: 1. <o. Steig.; nicht adv.)
(Med.): auf einer Neuralgie beruhend, auf eine Neuralgie
hindeutend, für sie charakteristisch: -e Schmerzen; die
Beschwerden sind rein n. 2. (bildungsspr.): besonders
empfindlich, anfällig für Störungen: -e Punkte im Verkehr einer
Stadt; das ist mein -er Punkt (da bin ich besonders
empfindlich, reizbar): n. reagieren; Neuralleiste [n3y'ra:l-]. die;
- (Biol.): embryonales Gewebe, aus dem sich u. a. Neuronen
entwickeln: Neurgltherapeut, der; -en, -en: jmd.. der Neural-
therapie anwendet: Neurgltherapie, die; -. -en: medizinische
Behandlungsmethode, bei der Krankheiten behandelt werden,
indem Störherde durch Einwirkung auf das örtliche
Nervensystem ausgeschaltet werden: Neurasthenie [n^yraste'ni:],
die; -, -en [...i:an] (Med.): 1. <o. PI.) leichte Erregbarkeit
des Nervensystems infolge körperlicher u. seelischer
Überforderung: Nervenschwäche. 2. nervöser
Erschöpfungszustand: Neurastheniker [...te:nike]. der; -s. - (Med.): jmd..
der [ständigJ an Neurasthenie leidet: neurasthenisch <Adj.>:
die Neurasthenie betreffend, auf ihr beruhend.
neurerbch I'ngyrertf] <AdJ.) (selten; leicht abwertend): das
Bestreben von Neuerern zeigend, bezeugend, Neuerungen
einzuführen, bestehende Verhältnisse zu ändern od.
umzugestalten: eine -e Zeit.
Neurit [n3y'ri:t], der, -en, -en [zu griech. neuron = Nerv]
(Anat.): svw. TNervenfaser, Neuritis [ngy'rhtis], die; -, ...ti-
den [...ri'ti:dn] (Med.): Nervenentzündung: neuro-, Neuro-,
(vor Vokalen auch:) neur-, Neur- [n^yrto)-; griech. neuron
= Nerv] <Best. in Zus. mit der Bed.): nerven.... Nerven....
Nervensystem. Nervengewebe (z. B. Neurologie. Neuralgie);
Neurochiiyrg« der; -en, -en: Facharzt auf dem Gebiet der
Neurochirurgie: Neurochirurgie« die; -: Spezialgebiet der
Chirurgie, das alle operativen Eingriffe ant zentralen u.
peripheren Nervensystem umfaßt: neurogen [...'ge:n] <Adj.;
o. Steig.) [T-gen] (Med.): von einem Nerv, einer Nervenzelle
od. votn Nervensystem ausgehend: Neuroglia [n^yro'glLa],
die; - [zu griech. gJia = Leim] (Anat.. Physiol.):
Stützgewebe zwischen den Nervenzellen u. den Blutgefäßen des
Zentralnervensystems: Neurologe, der; -n. -n [f-loge]: svw. TNer-
venarzt; Neurologie, die; - [f-logie]: 1. Wissenschaft vom
Aufbau u. der Funktion des Nervensystems. 2. Fachrichtung
in der Medizin, die sich mit der Entstehung u. Behandlung
von Nervenkrankheiten befaßt: neurologisch <AdJ.; o.
Steig.): I.Aufbau u. Funktion des Nervensystems betreffend:
zur Neurologie (1) gehörend: -e Untersuchungen. 2. die
Nervenkrankheiten betreffend, zur Neurologie (2) gehörend,
auf ihr beruhend: die -e Abteilung eines Krankenhauses;
eine -e Klinik; Neuron [noy'ro:m]. das; -s, -e (Med.): aus
einer Wucherung der Nervenfasern u. -zellen entstandene
Geschwulst: Neuron ['ngyran], das; -s. -e u. -en [...'ro:na(n)]
(Anat.. Physiol.): Nervenzelle mit allen Fortsätzen:
Neuropathie« die; -. -n [...i:an; T-pathie] (Med.): Nervenleiden,
bes. Anfälligkeit des Organismus für Störungen im Bereich
des vegetativen Nervensystems: neuropathisch [...'pa:Ufl
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Med.): a) die Neuropathie
betreffend: b) nervenleidetid: Neuropathologie, die; -:
Teilgebiet der Pathologie, das die Lehre von den Erkrankungen
des Nervensystems anfaßt: Neurophysiologfc. die; -:
Physiologie des Nervensystems: neuropsychisch <AdJ.; o. Steig.)
(Med.): den Zusammenhang zwischen nervalen u.
psychischen Vorgängen betreffend: Neuropsycholoßfc, die; -:
Teilgebiet der Psychologie, das sich mit den Zusammenhängen
zwischen Nervensystem u. psychischen Vorgängen befaßt:
Neurose [ivjy'ro:»], die; -. -n [engl, neurosis. zu griech.
neuron = Nerv] (Med., Psych.): nicht durch organische
Ursachen, sondern hauptsächlich durch unverarbeitete
Erlebnisse entstandene psychische Störung (im Verhalten u.
Erleben), die sich auch in körperlichen Funktionsstörungen
äußern kann: eine leichte, schwere N.; eine N. behandeln;
Neurotücer [n^y'ro^ikc]. der. -s. - (Med.): jmd.. der an
einer Neurose leidet: neurotisch [ngy'ro.ttf] <Adj.; o. Steig.)
(Med.. Psych.): a) im Zusammenhang mit einer Neurose
stehend, erfolgend: durch eine Neurose bedingt: eine -e
Erkrankung; -es Verhalten; -e Angst vor dem Fliegen; die
Symptome sind n.; b) an einer Neurose leidend: ein -er
Mensch; der Patient ist n.; Ü ein -er Köter, die Leute
sind Ja alle völlig n. (nicht normal, verrückt): neurotisieren
[noyroti'zkren] <sw. V.; hat): eine Neurose verursachen:
seine Erziehung hat ihn neurotisiert; neurotisierende
Traumen: <Abl.:> Neurotisierung* die; -. -en; Neurofcmie
[...to'mi:]. die; -. -n [...i:an; zu griech. tome = Schnitt]
(Med.): operative Durchtrennung eines Nervs (zur
Schmerzausschaltung, bes. bei einer Neuralgie): Neurotoxjn, das;
1880
nicht
-s. -e (Med.): Nervengift: neurotrop l...'tro:p] <Adj.; o.
Steig.) [zu griech, trope = (Hinwendung] (Med.): auf
die Nerven od. das Nervengewebe einwirkend: -e Viren.
neustem: tneuestens.
Neuston fn^yston]. das; -s [griech. neustön = das
Schwimmende] (Biol.): Gesamtheit der [mikroskopisch kleinen]
Lebewesen, die an der Oberfläche stehender Gewässer leben.
Neutra: PI. von tNeutrum; neutral [n^y'tra:l] <Adj.> [mlat.
neutralis = keiner Partei angehörend < lat. neuträlis
= sachlich, zu: neuter = keiner von beiden]: l.a) <o.
Steig.) keiner der kriegführenden Parteien angehörend, keine
von diesen unterstützend: am Krieg nicht beteiligt: ein -es
Land; die -e Schweiz; n. sein, bleiben: sich n. verhalten;
eine -e (entmilitarisierte, von Kampfhandlungen
ausgenommene) Zone; b) keiner der gegnerischen Parteien
angehörend, nicht an eine Partei. Interessengruppe gebunden:
unparteiisch: ein -er Beobachter: sich (zu Verhandlungen) an
einem -en Ort treffen; das Fußballspiel findet auf -em
Platz statt; die -e Zone (Eishockey; das mittlere
Spielfelddrittel zwischen Angriffs- u. Verteidigungsdrittel)', eine -e
Ecke (Boxen; keinem der Gegner zugeordnete Ecke des
Rings)\ der Bericht ist n.; über ein -es (keinen Anlaß zu
Streit bietendes, unverfängliches) Thema sprechen. 2. nichts
Hervorstechendes. Besonderes aufweisend u. daher mit
anderem harmonierend: eine -e Farbe; ein geschmacklich, im
Geschmack -es Salatöl; ein -er (weißer, mit keinem
Briefkopf bedruckter) Briefbogen: der Raum ist [farblich, im
Ton] sehrn. gehalten. 3. frei von einer möglichen
Beeinträchtigung. Beeinflussung o. ä.: -es Geld (Volkswirtschaft; Geld,
das keine Auswirkungen auf bestimmte andere
volkswirtschaftliche Größen hat): -er Ertrag (Betriebswirtschaft;
Ertrag, der nicht der betrieblichen Leistung zuzurechnen ist):
optisch -e (nicht verzerrende) Gläser; der Wagen verhält
sich in Kurven n. (unter- od. übersteuert nicht). 4. <o.
Steig.; nicht adv.) a) (Chemie) weder sauer noch basisch:
eine -e Reaktion; die Lösung ist [chemisch] n.; n. reagieren;
b) (Physik) weder positiv noch negativ, nicht elektrisch
geladen: ein -es Elementarteilchen; das Atom ist [elektrischl
n. 5. <o. Steig.; nicht adv.) (Sprachw.): svw. tsächlich:
.Kind44 ist ein -es Substantiv; das -e Personalpronomen
..es44; -neutral [-] <SufTixoid>: a) auf das im ersten Bestandteil
Genannte keinen Einfluß habend: eine kostenneutrale
Schulreform; b) von dem im ersten Bestandteil Genannten nicht
bestimmt, charakterisiert: geruchsneutrale Seife;
geschmacksneutrales Salatöl; Neutrale, der; -n. -n <Dekl.
t Abgeordnete) (Sport Jargon): Schiedsrichter:
Neutralisation [n^ytralizatßio:n]. die; -. -en [frz. neutralisation]: 1.
das Neutralisieren (1.2.4). 2. (Chemie) Reaktion zwischen
einer Säure u. einer Base, bei der sich saure u. basische
Wirkung gegenseitig aufheben: der kalkhaltige Dünger
bewirkt eine N. des zu sauren Bodens. 3. (Sport)
Unterbrechung des Wettkampfes, währendderdie Wertung ausgesetzt
wird: nach einer lOminütigen N. wurde das Rennen
fortgesetzt; neutralisieren [naytrali'zi:ran] <sw. V.; hat) [frz.
neutral iser]: 1. neutral da) machen: ein Land n. 2. (bil-
dungsspr.) eine [nicht erwünschte] Wirkung von etwas durch
etw. anderes aufheben: ein Gift n. 3. (Chemie) einer sauren
Lösung so lange eine Base bzw. umgekehrt einer alkalischen
Lösung so lange eine Säure zusetzen, bis die Lösung neutral
(4a) ist: eine Säure. Base n.; alkalische Abwässer n. 4.
(Elektrot.) [unerwünschte] elektrische Rückkoppelungen
ausschalten. 5. (Sport) (ein Rennen) unterbrechen und die
Wertung aussetzen: trotz des grauenhaften Unglücks wurde
das Profl-Rennen nur für fünf Minuten neutralisiert (Volk
13.7.64.5); <Abl.:> Neutralhfcnmg, die; -. -en: das
Neutralisieren: Neutralismus [...lismus]. der; -: vom Prinzip der
Nichteinmischung bestimmte politische Grundanschauung:
Neutralist [...'Ist], der; -en. -en: Anhänger. Vertreter des
Neutralismus: Neutraljstin, die; -. -nen: w. Form zu t
Neutralist; neutralistisch <Adj.); Neutralität [...ali'tatj. die: -.
-en (PI. ungebr.) [mlat. neutralitas]: l.a) neutraler (1 a)
Status eines Staates [bei einem Krieg zwischen anderen
Staaten]: die N. eines Landes garantieren, respektieren,
verletzen; seine N. erklären, wahren; strikte N. einhalten;
bewaffnete (mit militärischer Rüstung zur eigenen
Verteidigung verbundene) N.; wohlwollende N. (direktes
militärisches Eingreifen ausschließende, aber andere Formen der
Unterstützung zulassende außenpolitische Haltung):
ständige/dauernde (auch in Friedenszeiten, nicht nur im Hinblick
auf einen bestimmten Krieg bestehende) N.; aktive/positive
N. (außenpolitische Haltung eines Staates, der seine
Neutralität als Beitrag zur Sicherung des Weltfriedens versteht):
b) neutrale (1 b) Haltung, neutrales (1 b) Verhalten: die
N. des Schiedsrichters. 2. neutrale (2) Beschaffenheit:
geschmackliche, farbliche N. 3. neutrale (4) Beschaffenheit:
chemische, elektrische N.
Neutralitftts- (Neutralität 1 a): -abkommen, das; -bruch,
der; Verklärung, die; -Politik, die: -Verletzung, die.
Neutralsalz, das (Chemie): Salz, das in wäßriger Lösung
weder sauer noch basisch reagiert.
Neutren: PI. von tNeutrum; Neutrino [n^y'tri.no]. das; -s,
-s[ital.neutrino = kleines Neutron] (Kernphysik):
(masseloses) Elementarteilchen ohne elektrische Ladung: Neutron
['nsytronl. das; -s. -en [...'tro:n3n; engl, neutron. geb. nach:
electron. t Elektron] (Kernphysik): Elementarteilchen ohne
elektrische Ladung als Baustein des Atomkerns.
Neutronen-: -beschuß, der (Kernphysik); -bombe, die: svw.
Nwaffe; -waflfe, die: Kernwaffe, die bei relativ geringer
Sprengwirkung eine extrem starke Neutronenstrahlung
auslöst u. dadurch bes. Lebewesen schädigt od. tötet. Objekte
dagegen weitgehend unbeschädigt läßt: -zahl, die
(Kernphysik): a) Anzahl der Neutronen (in einem Atomkern): b)
Zahl, die die Anzahl der Neutronen in einem Atom angibt.
Neutrum fnsytrum.österr.: 'ne:utrum].das; -s. ...tra (österr.
nur so), auch: ...tuen [lat. neutrum (genus) = keines von
beiden (Geschlechtern), zu: neuter = keiner von beiden]:
1. (Sprachw.) a) <o. PI.) sächliches Geschlecht: im
Französischen gibt es kein N.; b) sächliches Substantiv, sächliche
Form eines Wortes: die Substantive ..Wasser*4. ..Haus*4
und ..Gerumpel44 sind Neutra; ..dieses" ist das N. zu
..dieser44. 2.a) (bildungsspr.. oft abwertend) jmd.. der keinerlei
erotische Ausstrahlung hat (aus der Sicht eines
Andersgeschlechtlichen): er ... behandelte Julika ... nicht einmal
wie eine Nonne, sondern wie ein N. (Frisch. Stiller 156);
b) jmd., der (aus Opportunismus. Eigennutz o.a.) einer
Entscheidung ausweicht: er war ein N.. ein überfleißiger
Karrieremacher (Hochhuth. Stellvertreter. Nachwort 273).
Newcomer fnju:kAmd]. der; -[s]. -[s] [engl, newcomer. eigtl.
= Neuankömmling]: jmd.. der in einer Branche, einem
Geschäft o. ä. neu ist. noch nicht viel Erfahrung [aber schon
einen gewissen Erfolg/ hat: ein N. im Schlagergeschäft;
Der erfahrene Bürokrat demonstrierte dem N. die
Kontinuität der Verwaltung (Spiegel 51. 1966. 49); Ü dieses
Modell ist ein N. auf dem Automarkt; New Look ['nju:
luk]. der; - -[s] [engl.-amerik. new look. eigtl. = neues
Aussehenl (bildungsspr.): neue Linie, neuer Stil: der N.
L. in der Mode, der Literatur, im Film: New-Orleare-Jazz
[nju: 3:'li:nz -]. der. - [amerik. New Orleans Jazz, t Jazz]:
frühester, improvisierender Jazzstil der nordatnerikanisehen
Neger in u. um New Orleans: News [nju:z] <P1.) [engl,
news. eigtl. = Neues] (Jargon): sensationelle Nachrichten.
Neuigkeiten: diese Zeitung lebt von N.. bringt immer die
besten N.
Newton [n]u:tn]. das; -s, - [engl, newton. nach dem engl.
Physiker Sir I.' Newton (1643-1727)]: physikalische Einheit
der Kraft: Zeichen: N
Nexus ['neksos]. der. -. - [-. auch: n£ksu:s; lat. nexus =
das Zusammenknüpfen] (Fachspr.): Zusammenhang.
Verbindung: hier besteht ein logischer N.
nibeln I'ni:b|n] <sw. V.; hat) [zu tNebel] (landsch.): fein
regnen.
Nibelungentreue ['ni:bolui)3n-]. die; - [nach der im
Nibelungenlied (Anfang 13. Jh.) besungenen „heldischen
Treue" von dem dt. Reichskanzler B. v. Bülow (1849-1929)
gepr. Bez. für die Bündnistreue zwischen dem Dt. Reich
u. Österreich-Ungarn während der Bosnienkrise 1908/09]
(häufig abwertend): bedingungslose Treue bis in den Tod:
... soviel Untertanengeist, der obendrein mit N. verbrämt
ist (Dönhoff. Ära 24).
Niblick l'nibhk). der; -s. -s [engl, ni blick. Hu] (Golf):
schwerer Golfschläger mit Eisenkopf (um z. B. den Bali
aus sandigem Untergrund herauszuschlagen).
nicht [ni<;t] (Adv.) [mhd. niht, ahd. niwiht. aus: ni (eo)
wiht = nicht (irgend) etwas]: 1. drückt eine Verneinung
aus: er raucht n.: ich weiß es n.; die Pilze sind n. eßbar,
wir haben n. genug Zeit; das ist n. umsonst so gemacht
(es hat einen ganz bestimmten Grund): sie wünschten sich
einen Jungen, n. [aber] ein Mädchen; n. einer (geh.; keiner)
war bereit zu helfen: bitte n. berühren; [tu das] n.!; Geld
hatte er n. (hatte er keines): Sie ( = die Division) mußte
1881
nicht-, Nicht-
n. um Jeden Meter Boden kämpfen, das n. (Kuby. Sieg
236); n„ daß ich keine Lust hätte, aber ich möchte noch
warten; (verstärkt:) wirklich n.; gar n.; gewiß n.; bestimmt
n.: durchaus n.; absolut n.; n. doch! (drückt emotional
verstärkt od. scherzh. Verneinung. Zurückweisung.
Entrüstung o.a. aus): er kann [noch] n. [elnjmal seinen Namen
schreiben (sogar seinen Namen kann er nicht schreiben);
<in mehrteiligen Konj.:> n. nur .... sondern [auch]; n. nur
... auch; n. ... sondern; n. ... noch. 2. in Fragesätzen,
die eine positive Antwort herausfordern, in Ausrufen o. ä..
die Zustimmung wünschen: willst du n. mitkommen?;
gefällt dir das n. auch?; ist es n. herrlich hier?; das ist doch
dein Bruder, n.? 3. (vor einem Adj. mit negativer
Bedeutung) drückt eine bedingt positive Einstellung od. auch
Anerkennung des Sprechers aus: er ist n. unfreundlich
(ist ganz freundlich); die Sache ist n. übel. n. schlecht
(ist ganz gut); er ist gar n. dumm (ist klüger als zu erwarten
war).
'nicht-. Nicht- (in Zus. mit Subst. u. Adj. auftretendes Best.,
mit dem das im Grundwort Genannte verneint wird. z. B.
Nichtbeteiligung. Nichteignung. Nichtlieferung u.a.).
^njdit-, Njcht-: -achtung, die: 1. das Nichtachten. -beachten
von etw.: jmdn. mit N. strafen (jrndn. mit Absicht,
demonstrativ nicht beachten, übersehen). 2. Geringschätzung.
Mangelan Achtung. Respekt: jmdn. mit N. behandeln; er
begegnete ihm mit unübersehbarer N.; -amtlich <Adj.; o. Steig.;
nur attr.>: nicht von amtlicher Seite stammend, ausgehend:
eine -e Darstellung der Vorgänge; ^anerkennung, die: das
Nichtanerkennen (2): die N. eines Staates; ^angriflspakt
[-' ], der: Pakt, durch den Staaten sich verpflichten.
einander nicht anzugreifen; -arbeitend <Adj.; o. Steig.; nur
attr.>: der -e Teil der Bevölkerung; -arier, der (ns.): jmd..
der nicht zu den Ariern (2) zählt, dazu: -arisch <Adj.;
o. Steig.; nur attr.) (ns.); -beachtung. die: vgl. ^achtung
(1); -beamtet <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (Amtsspr.): nicht
als Beamter angestellt; -befolgung, die: vgl. -beachtung;
-berufstätig (Adj.; o. Steig.; nur attr.): -e Hausfrauen;
(subst.:) -berufstätige, der u. die; -Christ, der: jmd.. der
sich nicht zum christlichen Glauben bekennt, dazu:
-christlich (Adj.; o. Steig.: nur attr.); -ehelich (Adj.; o. Steig.:
nicht adv.) (jur.): svw. tunehelich (Ggs.: ehelich 1): ein
-es (außerhalb einer gültigen Ehe geborenes) Kind; n.
geboren werden; -einbringungsfall, der in der Verbindung Im
N. (österr. Amtsspr.; im Fall der Zahlungsunfähigkeit)'.
-einhaltung,die (Amtsspr.): die N. der Vorschriften; -efav
mischung, die (Völkern): das Sichnichteinmischen eines
Staates in die Angelegenheiten eines anderen Staates; -v«i-
senmetall, das: ein Metall, das nicht Eisen ist; NE-Metall;
-erfUllung, die: die N. des Solls; bei N. der Bedingungen;
-erscheinen, das; -s (Amtsspr.): er wurde wegen -s vor
Gericht bestraft; ^euklidisch (Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(Math.): auf dem hyperbolischen, nicht auf dem von Euklid
aufgestellten Parallelenaxiom beruhend: die -e Geometrie;
-fachmam, der: vgl. -berufstätige; -flektierbar (Adj.; o.
Steig.; nur attr.) (Sprachw.): (von einem Wort) sich nicht
flektieren lassend; -gefallen, das: bei N. (Kaufmannsspr.;
für den Fall, daß Ihnen die Ware nicht gefällt) nehmen
wir die Ware zurück; -gewünschte, das; -n
(Kaufmannsspr.): (auf Bestellzetteln o.a.) das. was man nicht
haben, was man ausschließen möchte: -s bitte streichen;
-Inanspruchnahme, die (Amtsspr.); -kathollc, der: vgl.
-Christ; -kommunistisch (Adj.; o. Steig.; nur attr.);
-kriegführend (Adj.; o. Steig.; nur attr.): vgl. neutral (1 a);
-leitend <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.) (Physik): Elektrizität nicht
leitend; -leiter, der (Physik): Stoff, der Elektrizität nicht
leitet; -metall, das: chemisches Element, das nicht die
charakteristischen Eigenschaften von Metall (Glanz.
Leitfähigkeit u. ä.) hat; -mitglied, das; -öffentlich (Adj.; o. Steig.):
(von einer Sitzung. Verhandlung o. ä.) unter Ausschluß der
Öffentlichkeit stattfindend; -organisiert (Adj.; o. Steig.;
nur attr.): nicht einer Gewerkschaft angehörend: -e Arbeiter,
(subst.:) -organisierte, der u. die; -n. -n (Dekl. t
Abgeordnete): -paktgefaunden (Adj.; o. Steig.; nur attr.) (DDR):
svw. f blockfrei: -e Staaten; -raucher, der: 1. Jmd.. der
nicht raucht. 2. kurz für t^raucherabteil: hier ist N., dazu:
-raucberabteil. das: Eisenbahnabteil, in dem nicht geraucht
werden darf, -raudiergaststätte, die; -raucherin, die: w.
Form zu f ^raucher (1); -rostend <Adj.; o. Steig.; nur
attr.): -er Stahl; -rußend <Adj.; o. Steig.; nur attr.): -e
Kerzen; --Schwimmer, der: 1. jmd.. der nicht schwimmen
kann. 2. kurz für t -schwimmerbecken. dazu: -schwimmer-
becken, das: für Nichtschwimmer vorgesehenes Becken (2 a)
mit geringer Wasser tiefe in einem Schwimmbad; -sem, das:
das Nicht-Existieren. Nicht-Vorhandensein: immer noch
trieb das Haus durch die Tagesfinsternis wie eine Seele
vom Sein ins N. OCaschnitz. Wohin 149); -selbständig
(Adj.; o. Steig.; nur attr.): vgl. -berufstätig; -sefihafte.
der u. die; -n. -n <Dekl. t Abgeordnete) (Amtsspr.): jmd..
der ohne festen Wohnsitz u. ohne geregelte Arbeit ist u.
sich dauernd auf Wanderschaft befindet: -tänzer, der: vgl.
^Schwimmer (1); -verbal <Adj.; o. Steig.; nur attr.)
(seltener): svw. t nonverbal; -zielend <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.):
intransitiv; -zutreffende, das: (auf Formularen. Fragebogen
o.a.) das. was für einen, für etw. nicht zutrifft: -s bitte
streichen.
Nichte ['nifte]. die; -. -n [aus dem Niederd. < mniederd.
nichte): Tochter von jmds. Schwester. Bruder. Schwägerin
od. Schwager (Ggs.: Neffe).
nichtig [nKjtic] <Adj.; nicht adv.): 1. (geh.) a) gering
einzuschätzend; ohne Wert, ohne Gewicht (3). ohne innere
Substanz: -e Dinge. Freuden; daß die Welt... einen -en
(bedeutungslosen) Platz unter vielen Sonnensystemen hat
(Bachmann. Erzählungen 112); b) gänzlich unwichtig, belanglos:
ein -er Grund. Anlaß; ein -er Vorwand; etw. kommt jmdm.
schal und n. vor. ist. erscheint Jmdm. n. 2. (Jur.) ungültig:
ein -er Vertrag; einen Vertrag, eine Ehe, ein Testament
für n. erklären; <Abl.:> Nichtigkeit, die; -. -en: 1. (geh.)
<o. PI.) das Nichtigsein (1). 2. etw. Nichtiges (1). 3. <o.
PI.) (jur.) Ungültigkeit: (Zus. zu 3:) Nichtigkeitsklage.
die (Jur.); Njchtigkeitsurteil, das (Jur.).
nichts [nKjtß] <Indeflnitpron.) [mhd. niht(e)s (niht) =
(nichts) von nichts]: a) (alleinstehend) bringt die
vollständige Abwesenheit, das vollständige Fehlen, das absolute
Nichtvorhandensein von etw. zum Ausdruck; nicht das
mindeste, geringste: n. zu essen haben; n. sagen; n. hören
können; n. wollen; ..Habt ihr etwas gefunden?4 - ..Nein,
n.!"; n. nützen, schaden; alles oder n.; (verstärkt:) gar
n.; überhaupt n.; absolut n.; n. von alledem; er
unterscheidet sich in n. von seinem Vorgänger; er ist um n. (nicht
im geringsten) besser als andere; b) <attr. vor einem Subst..
Adj. od. Pron.:) kein Ding, keine Sache: n. dergleichen;
n. sonst; n. weiter; sonst, weiter n.; n. ist so einfach wie
das; n. ist einfacher als das; es soll dir an n. fehlen; er
hat auf n. Appetit, macht sich aus n. etwas, ist durch
n. zu überzeugen, flir n. zu gebrauchen; er ist mit n.
zufrieden; er spricht von n. anderem mehr; sie hatten
mit der Sache n. [anderes] als (nur) Ärger; wir haben
damit n. als Arbeit; die Angelegenheit ist n. weniger als
(ganz u. gar nicht) schön; Jetzt aber n. wie (ugs.; nur
schnell) heim. n. wie ins Bett; R aus n. wird n.; von n.
kommt n.; *n. da! (ugs.; das kommt nicht in Frage): wie
n. (blitzschnell): wie n. war er weg; Njchts, das; -, -e:
1. <o. PI.) a) (Philos.) das absolute Nicht-Sein; der Gegensatz
zum Sein u. zum Seienden: das absolute, reine N.; nach
der Bibel hat Gott die Welt aus dem N. erschaffen; b)
als leer gedachter Raum [des Alls]: plötzlich stand er
vor einem Abgrund, ein gähnendes N. tat sich vor ihm
auf: er war wie aus dem N. aufgetaucht (man hatte ihn
nicht kommen sehen). 2. <o. PI.) eine verschwindend geringe
Menge. Anzahl (von etw. Bestimmtem): er kaufte das
Grundstück für ein N. (für eine sehr geringe Summe);
sein Vermögen war zu einem N. zusammengeschrumpft;
* vor dem N. stehen (plötzlich, durch einen bestimmten
Umstandmittellos geworden sein, allen Besitz verloren haben);
ein N. an/von etw. sein (in seiner Ausführung. Form. Gestalt
o.a. sehr klein, unscheinbar o.a. sein): Loze ... auf einem
Stuhle sitzend, ein N. an Leib (Maass. Gouflfö 237); sie
trug ein N. von einem Bikini. 3. (abwertend) Mensch,
der keinerlei Achtung genießt, den keiner respektiert, der
keine soziale Stellung hat o. ä.: die Frau hat ihn ... merken
lassen .... daß er ein N. war (Aberle. Stehkneipen 21).
njchts-, Njchts-: -ahnend (Adj.; o. Steig.; nicht adv.): keine
Ahnung (1) von etw. habend: die -en Zuschauer. Besucher;
sie gingen n. weiter; -destommder [ '—1 <Adv.) (selten):
svw. t^destoweniger; -destotrotz [ -] <Adv.) (ugs..
oft scherzh.): trotzdem; trotz alledem: so ist das Leben
n. eine große Sache (Plievier. Stalingrad 122); Mkstoweni-
ger l ' ] <Adv.>: trotz bestimmter entgegenstehender
Umstände. Gegebenheiten o. ä.; trotzdem: es gab mancherlei
Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen, n. bauten die
1882
nieder-, Nieder -
Richter ihr Urteil darauf aut; -könner, der (abwertend):
jmd.. der sein Fach nicht beherrscht; Stümper: diesem N.
darfst du die Arbeit nicht anvertrauen; -nutz, der; -es.
-e (veraltend abwertend; oft als Schimpfwort): jmd.. der
nur Flausen im Kopf hat. zu nichts Vernünftigem taugt:
du bist ein N.; Ich hab ... die ganze Stadt abgeklappert
auf der Suche nach meinem N. von Bruder (Baldwir»
[Übers.]. Welt 109). dazu: -nutzig [-nutpie] <Adj.>
(veraltend abwertend): er ist ein -er Kerl; Ü lauter -es Zeug
(wertloser Tand). ^Hitzigkeit, die; -. -en; -sagend <Adj.;
nicht adv.>: nichts, wenig aussagend: inhaltslos: eine -e
Äußerung. Redensart; Ü n. aussehen (keinen Eindruck
machen); -tuer [-tu:cj. der; -s. - (abwertend): jmd.. der
seine Zeit mit Nichtstun (b) verbringt; Faulenzer: ein reicher
N.. dazu: -tuerei [ '-]. die; - (abwertend). - tue r fach
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.X -tun, das: a) Untätigkeit:
das N. war für ihn schwer erträglich; b) das Faulenzen;
Müßiggang, dem sich jmd. hingibt: sie gaben sich dem
[süßen] N. (dem Dolcefarniente) hin; -wisser, der: vgl.
^könner; -würdig <Adj.> (geh. abwertend): von niedriger
Gesinnung [zeugend]; verächtlich; gemein (1 b): ein -er Kerl.
Verräter; mit beiden hatte es ein ... -es (erbärmliches)
Ende genommen (Th. Mann. Hoheit 7); n. handeln;
<subst.:> ein Nichtswürdiger hat das getan, dazu:
-Würdigkeit, die; -. -en: 1. <o. PI.) das Nichtswürdigsein. 2.
nichtswürdige Handlung.
njck-, Njck- ('nicken): -bewegung, die (Technik): nickende
(1 e) Bewegung: dank des großen Radstandes treten keine
-en auf (Auto 8. 1965. 37); -koppen [...kapn]. -köppen
[...kcepn] <sw. V.; hat) [zu niederd.Kopp = Kopfl (nordd.):
svw. t 'nicken (1 a): er war kein Freund vom vielen Reden,
aber er nickkoppte wenigstens (Löns. Hansbur 133);
-knunpf,der (Med.): anfallsweise auftretende
Nickbewegungen des Kopfes u. Oberkörpers bei /schwachsinnigen]
Kindern; -moment,das (Technik): um die horizontale Querachse
eines Fahrzeugs wirkendes Drehmoment.
'Nickel[nikl].das; -s [schwed. nickel. gek. aus: köpparnik-
kel. dt. = Kupfernickel ( = Rotnickelkies), da in diesem
Erz 'Nickel am häufigsten vorkam; urspr. glaubte man.
das Erz sei wertlos u. ein Kobold (vgl. 'Nickel) habe
es unter die wertvolleren Erze gemischt; vgl. Kobalt.
Quarz]: silberweiß glänzendes Schwermetall (chemischer
Grundstoff); Zeichen: Ni; Wickel [-]. der; -s. - (ugs.
veraltet): Nickelmünze. Zehnpfennigstück: Könntest einem
unglücklichen Vater auch mal 'nen N. spendieren (Fr. Wolf.
Zwei 32).
Nickel [-]. der; -s. - [älter auch = Kobold; als Scheltwort
gebr. Kurzf. desm. Vom. Nikolaus] (landsch.):
eigensinniges, schwieriges Kind: er ist ein richtiger N.
Nickel- ('Nickel): -brille, die: runde od. ovale Brille mit
dünnem Metallgestell; -eisen, das: svw. T Meteoreisen; ^rz,
das: Nickel enthaltendes Erz; -geW, das: vgl. -münze;
-legierung, die; -münze, die: Münze aus Nickel; -stahl,
der: Legierung aus Eisen u. Nickel.
'nicken [nikn] <sw. V.; hat) [mhd. nicken, ahd. nicchen.
Intensivbildung zu Tneigen; 2: mhd. nücken. Nebenf. von:
'nicken]: l.a) (zum Zeichen der Bejahung. Zustimmung,
des Beifalls. VerStehens o. ä. od. als Gruß) den Kopf
[mehrmals] kurz senken u. wieder heben: beifällig, zustimmend,
befriedigt, nachdenklich, aufmunternd, stumm n.; ..Isses
soweit?4 fragte sie. Ich nickte bloß (Bieter. Bonifaz 214);
alte Köpfe nickten zustimmend; eine nickende
Kopfbewegung; nickende (Bot.; nach unten geneigte) Blüte; <subst.:>
ein ermunterndes, begeistertes, stummes Nicken; Ü
(dichter.:) die reifen Ähren, die Blumen nicken (bewegen sich
auf u. ab) im Wind; auf ihren Hüten nickten (wippten)
große Federbüsche; b) (geh.) durch Nicken (1 a) zum
Ausdruck bringen: Jmdim. Dank. Beifall, Zustimmung n.; er
tritt ans Fenster und nickt sein erzwungenes Ja (Thieß.
Reich 539); c) (von Tieren, bes. von Pferden) beim Gehen
taktmäßige nickende (1 a) Kopfbewegungen machen; d)
(Fußball Jargon) (den Ball) mit einem Nicken des Kopfes
irgendwohin köpfen (2 a): Wanger nickte ihn ( = den Ball)
gelassen ins Netz (Walter. Spiele 158); e) (Technik) (von
Fahrzeugen) sich während der Fortbewegung pendelnd um
die horizontale Querachse bewegen: das Auto. Flugzeug
nickt [leicht]. 2. (fam.) [im Sitzen zwischendurch] kurze
Zeit leicht schlafen: nach dem Essen nickte er ein WeUchen
in seinem Sessel; sie hatte mehrmals während der
langweiligen Vorlesung genickt.
^nicken [-] <sw. V.; hat) [zu tGenick] (Jägerspr.): svw. Tab-
nicken.
!Nicker [nikc]. der; -s. - [zu t'nicken]: 1. (ugs.) einmaliges
Kopfnicken: er grüßte mit einem kurzen N. 2. (salopp
abwertend) Empfangschef: daß er früher eine Zeitlang N.
in einem Hotel gewesen war (Böll. Adam 18). 3. (fam.
selten) svw. t Nickerchen.
dicker [-]. der; -s. - [zu t Micken] (Jägerspr.): svw.
tGenickfänger.
Njckerchen[...can].das; -s.- [zu t 'nicken (2)] (fam.): leichter,
kurzer Schlaf [im Sitzen]: dieses N. gönne ich ihm; ein
[kleines] N. machen, halten (zwischendurch kurze Zeit
schlafen).
N|dtfang, der; -s. ...fange [zu f Tiicken u. TFang (3)]
(Jägerspr.): svw. TGenickfang; Njckfänger, der; -s. -
(Jägerspr.): svw. tGenickfänger.
Njdthaut, die; -. ...häute [unter Einfluß von t'nicken (2)
zu nlat. membrana nlctitans = Blinzelhaut]: (bei
Säugetieren nur rudimentär vorhandene) [durchsichtige]
Bindehautfalte mancher Wirbeltiere [die vom inneren Augenwinkel
ausgehend über den Augapfel ausgebreitet werden kann].
Nicki ['nikij. der; -[s], -s [nach der Kurzf. des m. Vom.
Nikolaus]: Pullover aus plüschartigem [Baumwoll]material.
Nicki-: -Muse, die: vgl. Nicki; -hemd, das: vgl. Nicki;
-Pullover, der: svw. TNicki.
Nicol ['niikol. engl.: 'nikalj. Nikol. das; -s. -s [engl, nicol
(prism). nach dem engl. Physiker W. Nicol (1768-1851)]
(Optik): aus einer Kombination zweier geeignet geschliffener
Prismen aus Kalkspat bestehende optische Vorrichtung zur
Erzeugung u. zum Nachweis linear polarisierten Lichts.
Nicotin t Nikotin.
nid [ni:t] <Präp. mit Dativ) [mhd. nide. ahd. nida] (südd..
Schweiz, veraltet): unter, unterhalb: n. dem Berg.
Nidation [nida'tßio.n], die: -. -en [zu lat. nidus = Nest]
(Med.): das Sicheinbetten eines befruchteten Eies in der
Gebärmutterschleimhaut; Einnistung; <Zus.:> Nidations-
hemmer [...hone], der; -s. - (Med.):
Empfängnisverhütungsmittel, das eine Nidation verhindert.
Nidel [ni:d|]. der; -s od. die; - [Hu.; vgl. mhd. nidelen
= absahnen (1)] (schweiz.): Rahm. Sahne.
nie [ni:] <Adv.) [mhd. nie. ahd. nio. zusgez. aus: nl =
nicht u. io = irgend einmal]: a) zu keiner Zeit: er hat
sie n. verstanden; das wird er n. vergessen; eine n.
wiederkehrende Gelegenheit; er geht n. vor zwölf ins Bett; mich
besucht n. Jemand; das Interesse war n. größer als heute,
ist so groß wie [noch] n. [zuvor]; b) kein einziges Mal;
überhaupt nicht: ich bin dort n. gewesen; so was habe
ich noch n. gesehen, gehört; n. mehr!; n. wieder Krieg!;
ich habe n. erlebt, daß er sich schlecht benommen hätte;
einmal und n. wieder habe ich mich für dich eingesetzt;
c) auf keinen Fall; unter keinen Umständen: das schafft
er n.; mit der Arbeit werde ich n. bis morgen fertig; *n.
und nimmer (auf gar keinen Fall).
nieder[ni:de;mhd.nider.ahd. nidar]: 1.<Adj.) 1.(landsch.)
a) svw. t niedrig (1 a): eine -e Mauer; es kamen nur noch
ein paar -e Häuser (Schröder. Wanderer 109); der
Wasserspiegel war sehr n.; b) svw. Tniedrig (1 b); c) svw. tniedrig
(lc): ein -er Hocker; der Tisch ist zu n. 2. (landsch.)
svw. t niedrig (2): -e Löhne. Preise; -e Betriebskosten, hohe
Wirtschaftlichkeit (Spiegel 52.1965.41). 3. a) in einer
Rangordnung. Hierarchie unten stehend: der -e Adel; die -e
Geistlichkeit; -e Beamte; b) svw. t niedrig (3): Zu den -en Arbeiten
konnten zwar unwissende Tagelöhner... verwendet werden
(Kafka. Erzählungen 279); das -e Volk. 4. (selten) svw.
tniedrig (4): Ein -er Mensch.- Huren sind nur für den
literarischen Umgang, hatte er gesagt (Jahnn. Geschichten
110); -e Triebe. 5. (Fachspr.) nicht sehr hoch entwickelt;
einfach: -e Tiere. Pflanzen; -e Eiweiße. II. <Adv.> hinunter,
abwärts, zu Boden: n. mit den Waffen; auf und n. (vgl.
auf II. 3); Ü n. mit den Militaristen, den Unterdrückern!
(entmachtet die Militaristen, die Unterdrücker).
nieder-, Nkder-: -beugen <sw. V.; hat) (meist geh.): nach
unten beugen: die Kriegsgefangenen, die ... verhungernd
niedergebeugt waren bis an den Boden (Plievier. Stalingrad
334); (meist n. + sich:) sich zur Erde, sich über einen
Abgrund n.; -brechen <st. V.) (geh.): a) zum Einsturz
bringen; bewirken, daß etw. zusammenbricht <hat>: Mauern
n.; b) zusammenfallen, -brechen; herunterbrechen <ist>: eine
niedergebrochene Wand; c) zu Boden stürzen <ist>:
erschöpft n.; -brennen <unr. V.): 1. herunterbrennen <ist>:
1883
nieder-, Nieder-
der Hof brannte bis auf die Grundmauern nieder; die
Kerze ist niedergebrannt. 2. durch Feuer\ Brand zerstören
<hat>: im Krieg ein Dorf n.; -bringen <unr. V.; hat) (Berg-
mannsspr.): (von eitlem Schacht, Bohrloch o. ä.) herstellen.
dazu: -brtngung. die; -: -brüllen <sw. V.; hat) (ugs.): jmdn.
aus Unwillen. Arger durch Brüllen ain [ Weiter]reden
hindern: der Redner wurde niedergebrüllt; -bügeln <sw. V.;
hat) (ugs.): 1. scharf kritisieren fu. zum Schweigen bringen J:
jmdn. in einer Diskussion tüchtig n. 2. (Sport Jargon)
hoch besiegen: die Mannschaft wurde niedergebügelt;
-deutsch <Adj.; o. Steig.) (Sprachw.): die Mundarten
betreffend, die im nördlichen Deutschland gesprochen werden u.
die nicht von der zn'eiten Lautverschiebung betroffen wurden
(Ggs.: hochdeutsch b); <subst.:> -deutsch, das: vgl.
Deutsch; -deutsche, das: vgl. 2Deutsche; -donnern <sw.
V.): 1. mit lautem Krach nach unten stürzen <ist>: die
Lawine ist Ins Tal niedergedonnert. 2. (ugs.) vgl. -bügeln
(1) <hat>; -druck, der <P1. -drücke) (Technik): geringer
Gas- od. Dampfdruck, dazu: -druckdampfmaschine. die:
mit Niederdruck betriebene Dampfmaschine: -drücken <sw.
V.; hat): 1. svw. therunterdrücken (1): die Türklinke n.
2. (geh.) bedrücken, deprimieren: der Mißerfolg drückte
ihn nieder; niederdrückende Erlebnisse; -druckheizung,
die: mit Niederdruck betriebene Dampfheizung:
-druckreifen, der: Reifen mit relativ geringem Luftdruck: -ducken,
sich <sw. V.; hat); -entern <sw. V.; ist) (Seemannsspr.):
aus der Takelung eines Schiffes herunterklettern (Ggs.:
aufentern): -fahren <st. V.; ist) (geh.): herunterfahren: ein
Blitz fuhr nieder; -fallen <st. V.; ist) (geh.): nach unten
fallen: -fkirwaaen, der (Technik): Straßenbahnwagen mit
niedrigem Boden u. ohne Trittbrett: -frequent <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Physik): mit geringer Schwingungszahl:
-frequenz, die (Physik): elektromagnetische Schwingung mit
relativ niedriger Frequenz: -gang, der: 1. <o. PI.) (geh.)
Untergang. Verfall der N. des römischen Reiches. 2.a)
(Seemannsspr.) [schmale, steile] Treppe auf einem Schiff:
b) (selten) abwärtsführende Treppe: -Bedrücktheit, die <o.
PL): vgl. ^Beschlagenheit; -gehen <unr. V.; ist): 1. landen:
ein Flugzeug geht nieder; der Ballonfahrer ist im Atlantik
niedergegangen; Ein Entenschwarm ... ging in sicherem
Abstand auf dem See nieder (Lentz, Muckefuck 174).
2. a) mit Heftigkeit! vom Himmel] fallen: ein Wolkenbruch,
ein Gewitterregen geht nieder; über Sibirien war ein Meteor
niedergegangen (Schnabel. Marmor 154); ein Gewitter geht
nieder (entlädt sich): eine Lawine ging ins Tal nieder;
b) (selten) sich herabsenken, [langsam] fallen: der
Theatervorhang geht nieder; c) (selten) untergehen: die
niedergehende Sonne; eine niedergehende (zu Ende gehende)
Epoche. 3. (Boxen) zu Boden stürzen: nach einem schweren
Haken n.; -gelassene, der u. die; -n. -n <Dekl. t
Abgeordnete) (Schweiz.): Jmd.. der in einer Stadt o. ä. seinen ständigen
Wohnsitz hat: -geschlafen <AdJ.): durch einen Mißerfolg,
eine Enttäuschung ratlos, mutlos, traurig: er macht einen
-en Eindruck; sie waren alle sehr n.; n. ging ich zu Fuß
nach Hause; er wirkt n.. dazu: -Beschlagenheit, die; -:
das Niedergeschlagensein: eine tiefe N. ergriff sie; -gleiten
<st. V.; ist) (geh.): heruntergleiten: -hageln <sw. V.; hat):
svw. t hageln: Die Hiebe hagelten mit wilder Wucht nieder
(Apitz. Wölfe 143); -halten <st. V.; hat): 1. am Boden,
unten halten: sie legten Steine auf die Seile, um sie
niederzuhalten. 2.a) jmdn. [gewaltsam/ daran hindern, sich frei
zu entfalten, unabhängig zu sein: unterdrücken: ein Volk
n.: sie wurde während ihrer ganzen Ehe von ihrem Mann
niedergehalten; b) verhindern, daß sich etw. entwickelt: nicht
hochkommen lassen: den Widerstand n.; sie versuchte ihre
Ängste niederzuhalten, zu 2: -haltung.dte <o. PI.); -hänsen
<st. V.; hat) (geh.): herunterhängen: -hauen <unr. V.; hat):
vgl. -schlagen (1 a); -hocken, sich <sw. V.; hat) (landsch.):
svw.! -setzen (1); -holen <sw. V.; hat): einziehen, einholen:
eine Flagge, ein Segel n.; -holz, das (selten): Unterholz:
-jasd, die: svw. niedere tJagd da) (Ggs.: Hochjagd);
-kämpfen <sw. V.; hat): a) (selten) kämpfend besiegen:
einen Gegner. Feind n.; (Sport:) in einem erbitterten Fight
konnte die brasilianische Mannschaft niedergekämpft
werden; b) (von Gefühlen o.a.) unter [Willens janstrengung
zurückhalten, bezwingen: Erregung. Müdigkeit, Ärger n.;
sie kämpfte die aufkommenden Tränen nieder; -kantern
<sw. V.; hat) (Sport Jargon): jmdn. hoch u. mühelos
besiegen: vgl. Kantersieg; -kauern, sich <sw. V.; hat): svw.
tkauern (2); -knallen <sw. V.; hat) (salopp): svw.
t^schießen; -knien <sw. V.): a) svw. Tknien (1 a) <hat/ist>: am
Herd, am Altar n.; Sie war beim Koffer niedergekniet
(Zuckmayer, Herr 95); b) <n. + sich) svw. Tknien (1 b)
<hat>: er kniete sich demütig nieder, -knüppeln <sw. V.;
hat): mit Knüppeln niederschlagen: die Demonstranten
wurden niedergeknüppelt; -kommen <st. V.; ist): 1. (geh..
veraltend) (bes. in bezug auf den Vorgang der Geburt)
gebären: sie ist vor zwei Stunden, mit einem Mädchen
niedergekommen. 2. (selten) herunterkommen (1): Ein
Stacheldrahtverhau ... kam nieder wie ein großes Netz (Plievier.
Stalingrad 17); -kunft [-kunft]. die; -. -künfte l-kvnfto]
(geh.. veraltend): Geburt: ^lage.die: 1. das Besiegtwerden.
Unterlegensein in einem [ Wett]kämpf, einer
Auseinandersetzung: tvne schwere, demütigende, katastrophale N.; eine
militärische, persönliche N.; die N. war vernichtend; eine
N.erleben.erleiden, hinnehmen [müssen], einstecken
[müssen]; jmdm. eine N. zufügen, beibringen, bereiten; die
Mannschaft hat sich noch nicht von der letzten N. erholt;
der Politiker wollte sich seine N. nicht eingestehen. 2.
I Zwischenjlager. bes. für Bier. 3. (veraltend)
Zweiggeschäft: -lassen <st. V.; hat): 1. (veraltend) herunterlassen:
den Vorhang n. 2. <n. + sich) (geh.) sich setzen: sich
in einem Sessel n.; er ließ sich auf eine/einer Bank nieder;
ein Schwärm Vögel ließ sich in der großen Eiche nieder;
sich auf die Knie n. (sich niederknien). 3. <n. + sich)
sich irgendwo ansiedeln, [mit einem Geschäft o. äj ansässig
werden: sich etablieren: sich in Bonn ais Arzt. Rechtsanwalt
n.: Sie ließ sich dort mit den drei jüngeren Kindern nieder
(K. Mann. Wendepunkt 11); (unkorrekt.) die
niedergelassenen Ärzte, dazu: -lassung, die; -. -en: 1. <o. PI.) das
Sichniederlassen: er erstrebte seine N. ais Arzt. 2. (Wirtsch.)
Ort. andern ein Gewerbebetrieb betrieben wird. 3. (Wirtsch.)
selbständig arbeitender Teil eines Betriebes. Geschäftsstelle
o. ä. an einem anderen Ort als an dem des Hauptbetriebes:
die Firma hat eine N. in Frankreich, dazu: -lassungsfrei-
heH. die (Jur.): Recht, sich an jedem beliebigen Ort
niederzulassen (3). -tassungsrecht, das (jur.): vgl. -lassungsfreiheit;
-lesen <sw. V.; hat): 1. (geh.) aus der Hand, auf den
Boden legen: hinlegen: einen Kranz am Ehrenmal n.; ...
legte das alles ... auf die gehäkelte Decke des Tisches
nieder (Th. Mann. Krull 185); Ü die Soldaten legten die
Waffen nieder (hörten auf zu kämpfen). 2. (geh.) zur Rulie.
schlafen legen: hinlegen: das Kind n.; <n. + sich:) sich
nach dem Essen ein bißchen n.; er legte sich auf das/auf
dem Sofa nieder. 3. etw. nicht weitermachen, ausüben: ein
Mandat, das Amt. das Kommando n.; der Arzt legte
die Behandlung nieder; die Arbeiter legten aus Protest
die Arbeit nieder (traten in Streik). 4. (selten) (ein Gebäude
o. ä.) abbrechen, einreißen: eine Mauer, ein Haus n.; einen
Baum n. (fällen). 5. (geh.) schriftlich festhalten: etw.
handschriftlich n.; Gedanken. Ergebnisse in einem Aufsatz n.;
alle Grundsätze sind hier niedergelegt; der im Testament
niedergelegte letzte Wille. 6. (veraltet) hinterlegen: Geld.
Schmuckstücke bei jmdm.. an einem sicheren Ort n.; -le-
Bung, die; -. -en: das Niederlegen (1. 3. 4. 6); -machen
<sw. V.; hat) (ugs.): [eine größere Anzahl von wehrlosen
Menschen] kaltblütig töten, umbringen: die Dorfbewohner
wurden von plündernden Soldaten niedergemacht; -mähen
<sw. V.; hat): eine größere Anzahl von Menschen
[reihenweise] erschießen: Gefangene wurden mit Maschinengewehren
ntederaemäht; -metzeln <sw. V.; hat): vgl. ^machen; ^oh-
mig [-o:mi<;J <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) [zu t^hm] (Elek-
trot.): von geringem elektrischem Widerstand: -e Leitungen;
-prasseln <sw. V.; ist): mit Heftigkeit, prasselnd
herunterkommen, niederfallen: Regen. Hagel prasselt nieder:
Schläge prasselten auf ihn nieder; Ü Worte. Fragen. Vorwürfe
prasseln [auf ihn] nieder; -rauschen <sw. V.; hat): rauschend
fallen: ein heftiger Regen rauscht nieder; -regnen <sw.
V.; hat): wie ein Regen niedergehen: Konfetti regnete
nieder; -reißen <st. V.; hat): l.ein Gebäude zerstören, einzelne
Steine. Bestandteile des Bauwerks herauslösen, so daß der
Bau einstürzt: ein Haus, eine Mauer n.; Ü Sie fühlten,
wie ...eineungeahnte Kraft ... alle Schranken des
Gewöhnlichen niederriß (Ott. Haie 320). 2. (selten) zu Boden reißen:
er wurde von einer'Welle niedergerissen; -reiten <st. V.;
hat): vgl. ^treten; -ringen <st. V.; hat): vgl. ^kämpfen
(a. b); -ringung. die; -; -sausen <sw. V.; ist): jmdn. mit
großer Heftigkeit von oben treffen: Schläge sausten auf
sie nieder; -Ähachtofen, der (Hüttenw.): Schachtofen mit
geringer Schachthöhe: -schießen <st. V.; hat): 1. fkaltblü-
1884
niedlich
tigj auif jmdn.. der wehrlos ist, schießen, so doli er [tot]
zu Boden stürzt: die Soldaten schössen den Flüchtenden
einfach nieder; Ich schieße jeden nieder, der hinübergeht
(Plievier, Stalingrad 327). 2. vgl. -stoßen (2); -schlag,
der: 1. (Met.) Wasser, das in flüssiger od. fester Form
aus der Atmosphäre auf die Erde fällt: leichter, heftiger
N.; geringe, reichliche Niederschläge; N. in Form von
Regen oder Schnee; es sind zeitweise Niederschläge zu
erwarten; die Niederschläge messen. 2.a) (Chemie) fester
Stoff der sich aus einer Lösung abscheidet u. sich absetzt:
Bodensatz: b) (selten) dünne Schicht von Wasserdampf o. ä..
die sich beim Beschlagen (2a) auf etw. bildet. 3. (Boxen)
Schlag, Treffer, der den Boxer zu Boden zwingt: nach drei
Niederschlägen wurde der Kampf abgebrochen. 4.
schriftlich niedergelegter Ausdruck von Gedanken, Ideen,
Vorstellungen o.a.: etw. findet seinen rechtlichen,
dichterischen N.; seine Briefe sind der N. seiner Erfahrungen.
Erlebnisse; -schlagen <st. V.; hat) /vgl. niedergeschlagen/:
l.a) durch einen Schlag, durch Schlagen bewirken, doli
jmd. hinfällt: Jmdn. zu Boden schlagen: der Mörder hatte
sein Opfer mit einem stumpfen Gegenstand
niedergeschlagen; er wurde nachts auf dem Heimweg überfallen und
niedergeschlagen; b) zu Boden drücken: der Regen hat
das Getreide niedergeschlagen. 2. etw. Unerwünschtes
[gewaltsam] beenden, am Sichausbreiten, an der Entwicklung
hindern: einen Streik, eine Revolte blutig n.; der Aufstand
war bald niedergeschlagen (Dönhoff. Ära 148). 3. (jur.)
a) nicht weiter behandeln: einstellen (4): einen Prozeß, ein
Verfahren n.; der Antrag wurde niedergeschlagen; b)
erlassen (2): Kosten. Strafen n.; c) (selten) entkräften: einen
Verdacht n. 4. (von den Augen, dem Blick o.a.) senken:
die Augen, die Lider n.; beschämt schlug sie den Blick
nieder. 5. (veraltend) beruhigen, besänftigen: das Fieber
n. (herunterdrücken): ein niederschlagendes Arzneimittel.
6. <n. -I- sich) als Niederschlag (2 b) auf etw. entstehen:
Dampf schlägt sich auf den Scheiben nieder. 7. <n. +
sich) seinen Niederschlag (4) finden: seine Betroffenheit
schlug sich in den Briefen nieder; seine unglückliche
Kindheit schlug sich in allen seinen Romanen nieder. 8.
(Chemie) svw. t ausfällen (1); -schlagsarm <Adj.; nicht adv.):
arm an Niederschlägen (1): ein -es Klima; dieser Sommer
war n. (Ggs.: -reich); -schlagsfrei <Adj.; nicht adv.): frei
von Niederschlägen (1); -Schlagshäufigkeit, die (Met.);
-schlaganenge. die (Met.); -schlaagnesser, der (Met.):
Gerät zur Messung der Niederschlagsmenge: Regenmesser,
Hyetometer: -schlagsreich <Adj.; nicht adv.): reich an
Niederschlägen (1): ein -es Gebiet (Ggs.: -arm); -schlagung.
die; -. -en: 1. das Niederschlagen (2): die N. eines Aufstands,
einer Revolte. 2. das Niederschlagen (3); -schmettern <sw.
V.; hat): 1. heftig, brutal niederschlagen (1 a): jmdn. mit
einem Faustschlag n. 2. sehr heftig erschüttern u. mutlos,
ratlos machen: die Nachricht schmettert ihn nieder; eine
niederschmetternde Erfahrung; das Ergebnis war
niederschmetternd; sie war völlig niedergeschmettert; -schreiben
<st. V.; hat): etw.. was man erlebt hat. durchdacht hat
o. ä., aufschreiben, um es damit für sich od. andere
festzuhalten: seine Gedanken. Erlebnisse n.; das Gehörte aus der
Erinnerung n.; -schreien <st. V.; hat): vgl. -brüllen;
-schrift, die: 1. das Niederschreiben: bei der N. seiner
Erinnerungen erlebte er alles noch einmal. 2. das
Niedergeschriebene: eine N. von etw. anfertigen;
Verhandlungsergebnisse in einer N. festhalten; -schweben <sw. V.; ist):
svw. therabschweben; -sehen <st. V.; hat): nach unten
sehen: Ich saß oft neben seinem Bett, sah nieder auf dieses
wenig bewegte Gesicht (Bachmann. Erzählungen 115);
-setzen <sw. V.; hat): 1. <n. + sich) sich setzen, sich
hinsetzen: ich muß mich einen Moment n.; sich an einem
Tisch, auf einen Stuhl n.; sich zum Abendbrot n. 2. etw.
absetzen (2). abstellen: einen Koffer n.. ein Glas, eine
Tasse n.; -sinken <st. V.; hat): I. nach unten, zu Boden
sinken: in einen Sessel n.; sie sank ohnmächtig nieder,
auf die Knie n. 2. (selten) versinken: im Wasser n.; -sitzen
<unr. V.; ist) (südd.. österr.. Schweiz.): sich niedersetzen:
-Spannung« die (Elektrot.): niedere elektrische Spannung
(bis 250 Volt): -Sprung, der (Turnen): Sprung von einem
Gerät herunter: ein N. vorwärts; -stampfen <sw. V.; hat):
vgl. -treten; -stechen <st. V.; hat): vgl. -schießen (1):
-steigen <st. V.; ist) (geh.): heruntersteigen: -stellen <sw.
V.; hat): vgl. -setzen (2); -stimmen <sw. V.; hat): [mit
grolier Mehrheit, nach längeren Auseinandersetzungen]
durch Abstimmung ablehnen: einen Antrag. Vorschlag n.;
er wurde niedergestimmt (sein Antrag o. ä. wurde
niedergestimmt): -stoßen <st. V.): 1. (geh.) mit einem heftigen
Stoff zu Boden werfen <hat>: einen Angreifer n.; Jmdn.
mit dem Messer n. (mit einem Messer so schwer verletzen,
daß er stürzt): zwei Fußgänger wurden von dem Pkw
erfaßt und niedergestoßen (österr.; umgestoßen). 2. mit
großer Geschwindigkeit herabfliegen <ist>: der Vogel stößt
auf die Beute nieder; aus den Höhen der Nacht stieß
ein Flugzeug nieder (Plievier. Stalingrad 224): -strecken
<sw. V.; hat) (geh.): 1. jmdn. mit einer Schußwaffe, einem
Messer o.a., durch Schläge so schwer verletzen, daß er
zu Boden stürzt: er wurde durch mehrere Schüsse
niedergestreckt. 2. <n. + sich) sich hinlegen, ausstrecken: sich
auf dem/auf das Sofa n.; -stürzen <sw. V.; ist) (geh.):
1. zw Boden stürzen: ohnmächtig n. 2. herabstürzen:
niederstürzende Steinbrocken. Wassermassen; -tourig [-tu:n<;]
<Adj.) (Technik); mit niedriger Drehzahl laufend: ^tracht
usw.: tNiedertracht usw.; -trampeln <sw. V.; hat) (ugs.):
svw. T ^treten (1); -treten <st. V.; hat): 1. etw. Aufrechtes
durch Darauf tretenumknicken, flach machen: Gras. Blumen
n.; der Flor des Teppichs ist niedergetreten; Ü Nach oben
hin duckte er sich .... nach unten trat er rücksichtslos
alles nieder (Thieß. Reich 509). 2. (selten) svw. t festtreten:
Erde. Schnee n. 3. (geh.) svw. Tabtreten (4 a. b); -wald,
der (Forstw.): Laubwald, der sich durch Austrieb aus Stök-
ken od. aus den Wurzeln gefällter Bäume erneuert (Ggs.:
Hochwald 2); -walzen <sw. V.; hat): durch Walzen
flachmachen, einebnen, zerstören: die Panzer walzten alles nieder:
Ü er walzte alle Gegenargumente nieder; -wärts <Adv.)
[t-wärts] (geh.): nach unten, hinunter: -was§er, das: svw.
TNiedrigwasser; -werfen <st. V.; hat): 1. <n. + sich) sich
zu Boden werfen: er warf sich demütig vor dem Kaiser
nieder. 2. (geh.) besiegen: den Feind n. 3. (geh.) svw.
t-schlagen (2): einen Aufstand n. 4. (geh.) a) bettlägrig.
schwach machen: das Fieber, die Krankheit wirft ihn nieder;
b) schwer erschüttern: die Nachricht hat sie niedergeworfen,
zu 2. 3: -werfung, die; -. -en: das Niederwerfen: -wild,
das [vgl. niedere t Jagd (1 a)] (Jägerspr.): Wild, das zur
niederen Jagd gehört (z. B. Rehwild. Hase. Kaninchen);
-ziehen <unr. V.; hat): nach unten ziehen: sie zog ihn
zu sich auf den Boden nieder: -zischen <sw. V.; hat):
vgl. -brüllen: -zwingen <st. V.; hat) (geh.): zu Boden
zwingen fu. damit besiegen]: einen Gegner n.; Ü es gelang
ihm nicht, seine Wut. die in ihm aufsteigende Erregung
niederzuzwingen.
Niedertracht, die; - [rückgeb. aus tniederträchtig] (geh.):
a) niederträchtige (1 a) Gesinnung: etw. aus N. tun. sagen;
diese Tat zeugt von seiner N.; b) in niederträchtiger
Gesinnungbegründete Tat: die ... mit einer schauerlichen
Pedanterie organisierte N. (K. Mann. Mephisto 358); eine N.
[gegen Jmdn.l begehen, verüben; niederträchtig <Adj.)
[mhd. nidertrehtic = gering geschätzt, verächtlich]: l.a)
(nicht adv.) in niedriger. /heimtückisch-]gemeiner Weise
danach trachtend, anderen Übles, Schaden zuzufügen: ein
-er Charakter. Lump; ein -es Frauenzimmer; er ist n.;
b) von niederträchtiger (1 a) Gesinnung zeugend, ihr
entsprechend: eine -e Verleumdung. Unterstellung; diese Lüge
ist n.!: Jmdn. n. hintergehen. 2. (ugs.) a) (nicht adv.)
unangenehm groß, stark: eine -e Kälte; die Schmerzen waren
n.; b) (intensivierend bei Adj. u. Verben) sehr, überaus:
es war n. kalt; wir haben n. gefroren; n. weh tun; der
Hunger rumorte n. im Gedärm (Apitz. Wölfe 226); <Abl.:>
Niederträchtigkeit, die; -. -en: a) <o. PI.) niederträchtiges
(1 a) Wesen, das Niederträchtigsein: seine Handlungsweise
offenbarte seine ganze N.; b) niederträchtige (1 b) Tat:
das war wieder eine seiner -en.
Niederung l'ni:ddrun). die: -. -en [zu Tniederl: tiefliegendes
Land. Gebiet, bes. an Flußläufen u. Küsten: eine sumpfige,
moorige N.; in den -en weidet Vieh; Ü in den -en der
Gesellschaft (im sozial niedrigen Milieu): er ist zu fein,
um sich mit den -en (den Alltäglichkeiten) des Lebens
zu befassen; <Zus.:> Nkderungsmoor. das: svw. T
Flachmoor; Njfiderungsvieh, das (Landw.): Rinderrasse, die im
Tiefland gehalten wird.
niedlich ['ni:tli<;] <Adj.) [aus dem Niederd.. älter nur als
Adv.. mniederd. nideliken (Adv.). asächs. niudliko (Adv.)
= eifrig, zu: asächs. niud. (ahd. niot) = Begierde. Eifer]:
a) durch seine hübsche Kleinheit. Zierlichkeit, durch
zierliche, anmutige Bewegungen o. ä. Gefallen erregend. Entzük-
1885
Niedlichkeit
ken hervorrufend; lieb, goldig, reizend: ein -es Kind.
Geschöpf, Kätzchen; ein -es Gesicht haben; ist die Kleine,
das Kleidchen nicht n.?; das kleine Mädchen plappert,
tanzt so n.; b) (nicht adv.) (landsch.. oft scherzh.) im
Verhältnis zu anderem sehr klein, fast zu klein: winzig:
der Kuchen, den sie für die Kinder brachte, war Ja wirklich
n.; <Abl.:> Niedlichkeit, die; -.
Niednagel [ni:t-], der; -s. ...nägei nach niederl. nijdnagel
= Neidnagel; nach dem Volksglauben, ein Niednagel
entstehe, wenn man von einem neidischen Blick getroffen
wird]: losgelöster, aber noch festsitzender Splitter eines
Fingernagels, losgelöstes Stückchen I Hörn]haut am
Fingernagel.
niedrig[ni.dru;] <Adj.) [zu tnieder]: l.a) von geringer
Ausdehnung nach oben, von geringer Höhe (Ggs.: hoch 1 a):
ein -es Haus; -er Wasserstand; Der Wuchs der Bäume
ist vorwiegend n. und knorrig (Mantel. Wald 25); dieser
Hügel ist am niedrigsten; b) sich in geringer Höhe befindend
(Ggs.: hoch 1 b): ein -es Dach, eine -e Zimmerdecke; die
Sonne steht schon sehr n.; die Lampe hängt zu n.; ein
n. fliegendes Flugzeug; c) an Höhe, Ausdehnung nach oben
unter dem Durchschnitt od. einem Vergleichswert liegend;
relativ wenig nach oben ausgedehnt (Ggs.: hoch 1 c): ein
-es Zimmer, -es Gras; Schuhe mit -en Absätzen; sie hat
eine -e Stim; der Tisch, der Stuhl ist mir zu n. 2. zahlen-
od. mengenmäßig gering, wenig (Ggs.: hoch 2 a): ein -es
Einkommen; -e Mieten. Preise; ein -er Einsatz beim Spiel;
mit -er Geschwindigkeit fahren; -e Temperaturen; die
Zinsen sind zu n.; die Ausgaben n. halten: wir hatten die
Kosten zu n. angesetzt. 3. von geringem gesellschaftlichem,
entwicklungsmäßigem Rang; gesellschaftlich gering, wenig
geachtet: ein Mensch von -er Herkunft. Geburt; von -em
geistigem Niveau; während die -e Magd sich die führende
Stellung anmaßt (Lüthi. Es 106); das -e (veraltet; einfache,
ungebildete) Volk; die Arbeit war ihr zu n. 4. (meist von
menschlicher Gesinnung od. Handlungsweise) moralisch
minderwertig, sittlich tiefstehend: -e Triebe, Instinkte: aus
-en Beweggründen handeln.
niedrig-. Niedrig-: -haltung. die <o. PL): die N. der Kosten
bereitete Schwierigkeiten; -lohn, den niedriger Lohn, dazu:
-lohnland. das: Land, in dem niedrige Löhne gezahlt werden:
Produktionsverlagerungen ins N. Portugal; -preis, der:
niedriger Preis: wir verkaufen zu -en. dazu: -preisland,
das: Land, in dem die Preise besonders niedrig sind:
Einfuhren aus Niedrigpreisländem; -stehend <Adj.;
niedrigerstehend, niedrigststehend; nicht adv.): ein -es Volk; -wasser,
das <o. Pl.>: a) niedriger Wasserstand von Flüssen u. Seen;
b) niedrigster Wasserstand bei Ebbe: um 16 Uhr ist N.
nieliieren [njelhran] <sw. V.; hat) [ital. niellare] (Kunstwiss.):
in Metall gravierte Zeichnungen mit Niello (1) ausfüllen;
Niello [njeio]. das; -[s]. -s u. ...len. bei Kunstwerken auch:
...li [ital. niello. zu lat. nigellus = schwärzlich]
(Kunstwiss.): 1. Masse aus Blei, Kupfer, Schwefel u.a., die zum
Ausfüllen einer in Metall eingravierten Zeichnung dient u.
die sich als schwarze od. schwärzliche Verzierung vom Metall
abhebt. 2. mit Niello (1) verzierter Metallgegenstand (meist
aus Gold od. Silber). 3. Abdruck einer zur Aufnahme von
Niello (1) bestimmten gravierten Platte auf Papier.
Nielsbohr um [ni:lsbo:rium]. das; -s [von der Sowjetunion
vorgeschlagene Bez. nach dem dän. Physiker Niels Bohr
(1885-1962)]: svw. tHahnium.
niemals[ni:ma:ls] <Adv.>[zutnieu. 'Mal] (nachdrücklich):
svw. tnie: n. werden wir das zulassen; das mache ich
n. wieder; so etwas hatte er noch n. gesehen; n.! (Ausruf
der Ablehnung).
niemand [ni:mant] <Indefinitpron.) [mhd. nieman. ahd. nio
man. zusgez. aus: nio = nie u. man = Mann. Mensch]:
a) kein Mensch, keine einzige Person, überhaupt keiner:
das macht ihm n. nach; das weiß n. besser als er; auf
dem ganzen Weg haben wir n./-en gesehen; er ist -[e]s
Feind (hat keinen Feind): er hat den ganzen Tag mit
n./-emgesprochen; <subst.:)einN. sein (völligunbedeutend
sein); b) nicht einer, nicht ein einziger aus einer bestimmten,
oft nicht näher gekennzeichneten od. dem Sprecher nicht
bekannten Menge: er hat alle gefragt, aber n. will es gewesen
sein; auf dem Amt war n., der ihm Auskunft geben konnte;
im ganzen Haus war n. außer mir. von der Familie war
sonst n./n. sonst, war weiter n. zugegen; es kann n. ander[e]s
gewesen sein als du; von allen Freunden wollte sie am
Ende n. anders/-en anders/n. anderen um sich haben, wollte
sie n./-en sehen; er hat mit n./-em von uns reden wollen;
er hat mit n./n. anders/mit n. anderem gesprochen; er hat
sich über n./-en von euch geäußert; <Zus.:> Niemandsland,
das; <o. Pl.>: \. zwischen zwei Fronten (2a) gelegenes Land,
gelegener Geländestreifen: einen Spähtrupp ins N. schicken;
Entlang der Berliner Sektorengrenze hinter der Mauer
und dem Stacheldraht ein etwa 100 Meter tiefes N. (FAZ
26. 9. 61, 1); Ü N. zwischen den Fronten gegensätzlicher
Lehrmeinungen (Lorenz. Verhalten I. 9). 2. (selten)
unbekanntes, noch nicht erforschtes Land, noch unerschlosse-
nes, unbesiedeltes Land: in das N. links und rechts des
Amazonas vordringen: Ü das N. der Träume.
Niere[ni:ra],die;-.-n[mhd. nier(e).ahd. nioro]:a)paariges,
beim Menschen bohnenförmiges, hinten in der oberen
Bauchhöhle gelegenes Organ, das der Bildung u.
Ausscheidung des Harns dient: die rechte, linke N.; seine -n haben
versagt; ihm mußte eine N. entfernt werden; die Funktion
der -n prüfen; Der ... Farbstoff wird durch die -n
ausgeschieden (Medizin II. 1SS); er hat es an den -n. hat es
mit den -n zu tun (ugs.; ist nierenkrank): Ü an die künstliche
N. fanden Dialyseapparat) angeschlossen werden; * jmdm.
andie-n gehen (ugs.; Jmdn. sehr angreifen, aufregen,
mitnehmen): b) (meist PL> als Speise dienende od. zubereitete
Niere (a) bestimmter Schlachttiere: ein Pfund -n kaufen;
morgen gibt es saure -n.
nferen-, Nieren-: -bann, der [wohl nach den nierenförmigen
Früchten]: in den Tropen kultivierter Baum mit
Cashewnüssen als Früchten, die an einem apfel- od. birnenförmig
verdickten, fleischig-saftigen, eßbaren Stiel sitzen; -becken,
das (Anat.): Teil der Niere, in dem der Harn gesammelt
u. in den Harnleiter weitergeleitet wird, dazu: -beckenent-
zündung. die; -Entzündung, die: Entzündung der Niere;
Nephritis: -förmig'<Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: in der
Form einer Niere ähnlich: ein -er Tisch; -grieß, der: svw.
t Harngrieß; -Infarkt, der (Med.); -Insuffizienz, die (Med.);
-kolik, die; -krank <Adj.; o. Steig.; nicht adv): an einer
Nierenkrankheit leidend; -krankheft, die; -schale, die: (in
der Arztpraxis, im Krankenhaus verwendete) flache,
nierenförmige Schale zum Auffangen von Flüssigkeiten
(Blut, Erbrochenes o.a.) u. Ablegen von Geräten, Tupfern
o.a.; -schmerz,der (meist PL); -Schrumpfung, die; -stein,
der: in der Niere entstandene steinartige Bildung, die zu
schmerzhaften Störungen der Funktion der Niere führen
kann, dazu: -steinkrankheit, die. -steinleiden, das; -stück,
das: (bes. vom Kalb) Fleischstück aus dem Rücken mit
den Nieren; -tisch, der: niedriger Tisch mit nierenförmiger
Platte; -transplantation, die; -tuberkulöse, die.
nierig l'niTK;] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Fachspr.): (bes.
von Mineralien) nierenförmige Rundungen aufweisend.
Nies- [ni:s-]: -pulver, das: Pulver, das die Nasenschleimhaut
reizt u. damit ein Niesen auslöst: ^reiz, der: ein Niesen
auslösender Reiz der Nasenschleimhaut; ^wurz, die [mhd.
nies(e)wurz. ahd. hniesuurtz; die zu Pulver verarbeiteten
Wurzeln reizen zum Niesen]: zu einer Gattung der
Hahnenfußgewächse gehörende Pflanze in mehreren Arten mit oft
hahnenfußähnlich geformten Blättern, die früher zu
Heilzwecken verwendet wurde.
nieseln ['ni:z|n] <sw. V.; hat; unpers.) [aus dem (Ost)md.J:
leicht, in feinen [dicht fallenden] Tropfen regnen: den
ganzen Tag über hatte es genieselt.
Nj&elpriem, der; -[e]s. -e [1. Bestandteil viell. zu landsch.
(bes. md.) nieseln, nüseln = nuscheln; nörgeln] (salopp
abwertend, oft scherzh.): langweiliger, mürrischer,
einfältiger, nicht sehr unterhaltsamer Mensch: das ist vielleicht
ein N.!; sei doch nipht ein solcher N.
Nieselregen, der: -s. - <Pi. selten) [zu tnieseln]: leichter,
in feinen [dichten] Tropfen fallender Regen.
niesen [ni:zn] <sw. V.) [mhd. niesen, ahd. niosan. lautm.]:
(infolge einer Reizung der Nasenschleimhaut) die Luft
ruckartig u. mit einem lauten Geräusch durch die Nase u. den
Mund ausstoßen: mehrmals heftig n. müssen; er hat laut
geniest; er nieste dem Kind ins Gesicht; Nieser, der; -s.
- (ugs.): einmaliges Niesen: ein lauter, kräftiger, heftiger,
unterdrückter N.; plötzlich machte er einen N.
nkß-. Njeß- [ni:s-; zu älter nießen = nutzen, tgenießen]
(Jur.): -brauch, der <o. PL): Recht auf Nutzung fremder
Gegenstände. Grundstücke. Rechte o. ä.. ohne daß der
Gegenstand der Nutzung selbst verändert, seine Substanz, sein
Wert geschmälert werden darf; -brauchen <sw. V.; hat;
meist nur im Inf. gebr.) (selten): den Nießbrauch von etw.
1886
Nimmerleinstag
haben; -braucher, der: jmd.. der den Nießbrauch von etw.
hat; -nutz, der; -es (seltener): svw. T ^brauch; -nutzen
<sw. V.; hat; meist nur im Inf. gebr.) (selten): svw.
t^brauchen; Miitzer, der (seltener): svw. T ^brauchen
Niet [ni:tl. der. auch: das; -[eis. -e (Fachspr.): svw. T^iete.
nkK Nfct- (^iete; Technik): -fest: tniet- und nagelfest;
-hammer, der: Hammer, mit dem das eine Ende einer Niete
breit geschlagen wird; -köpf, der: verdicktes Ende einer
Niete; -naht, die: durch Nieten entstandene
Verbindungslinie; -Verbindung, die: vgl. -naht.
!Niete fnkta]. die; -. -n [niederl. niet. eigtl. = Nichts, subst.
aus: niet = nicht): 1. Los. das keinen Gewinn bringt; alle
seine Lose waren -n; ich habe bei der Lotterie eine N..
nur -n gezogen; Ü sein letzter Film war eine N. (ugs.;
war ein Mißerfolg, ein Reinfall, war schlecht). 2. (ugs.)
jmd.. der zu nichts taugt; unfähiger Mensch. Versager; im
Sport war er eine N.; mit dieser N. ist nichts anzufangen.
^iete H, die; -. -n [jnhd. niet(e) = breitgeschlagener Nagel):
Bolzen aus Metall mit einem verdickten Ende, der dazu
dient J metallene J Werkstücke fest miteinander zu verbinden
(wobei das freie, nicht verdickte Ende durch Schlag od.
Druck in die Breite verformt wird); -n in die Schiffswand
schlagen, hämmern, einziehen; Locher Air die -n bohren;
etw. mit -n verbinden; nieten [ni:tn] <sw. V.; hat) [mhd.
nieten = einen Nagel umschlagen, breit schlagen): mit
Nieten verbinden, befestigen; Bleche. Eisenplatten n.; eine
schadhaft genietete Stelle der Karosserie; Nfctenhose, die;
-, -n: Hose (meist im Stil von Jeans) mit einer Art von
Nieten an verschiedenen Nähten, bes. an Bund u. Taschen;
niet- und naaeMest in der Verbindung [alles,] was nicht
niet- und nagelfest ist (ugs.; /alles.J was man mitnehmen
kann, was sich wegtragen läßt): die Einbrecher hatten alles
mitgehen lassen, was nicht niet- und nagelfest war.
Nife ['ni'.fa. auch: ...fe). das; - [Kurzwort aus Nickel u.
lat. ferrum = Eisen) (Geol.): wahrscheinlich aus Nickel
u. Eisen bestehender innerer Kern der Erde; <Zus.:> Nife-
keni. der <o. Pl.X
Niflheim [ni:fl-. auch: 'nifl-J. das; -[ejs (meist o. Art.)
[anord. niflheimr. aus: nifl- = Nebel- u. heimr = Heim,
Wohnung) (nord. Myth.): im Norden gelegenes Reich der
Kälte, des Nebels, der Finsternis im Reich der Toten, die
nicht im Krieg umgekommen sind.
nigeln&flelneu ['nhgTna^j'nQY] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
[verdoppelnde Bildung mit Ablaut zu t nagelneu] (Schweiz,
ugs.): svw. t funkelnagelneu.
Nigger ['nigra], der; -s. - [amerik. nigger für: negro < frz.
n&gre < span. negro. t Neger) (abwertend, oft als
Schimpfwort): Neger. Schwarzer.
Nightclub[naitklAb].der; -s.-s [engl, night club]: Nachtbar.
Nachtlokal.
Nigromant [nigromant], der; -en. -en (bildungsspr.
veraltend): Zauberer. Magier. Wahrsager; Nigromant ie [...man-
ti:]. die; - [mlat. nigromantia. unter Anlehnung an lat.
niger = schwarz, entstellt aus: necromantia. TNekroman-
tie) (bildungsspr. veraltend): Zauberei. Schwarze Kunst.
Magie; Nigra in [...si:n]. das; -s. -e [zu lat. niger =
schwarz): violetter bis blauschwarzer synthetischer Farbstoff
zum Färben von Papier. Leder. Kunststoffen u. a.
Nhiiismus [nihi'lismus]. der; - [zu lat. nihil = nichts]
(bildungsspr.): a) philosophische Anschauung von der
Nichtigkeit. Sinnlosigkeit alles Bestehenden, des Seienden; b)
weltanschauliche Haltung, die alle positiven Zielsetzungen.
Ideale. Werte ablehnt; völlige Verneinung aller Normen u. Werte;
Ntiiltst [...list], der; -en. -en (bildungsspr.): a) Vertreter
des Nihilismus (a); b) jmd.. der alle positiven Zielsetzungen,
alle Ideale. Werte. Normen ablehnt, bedingungslos verneint;
die ehrlichen -en. die die Welt als so schrecklich und
vaterlos empfinden (Thielicke. Ich glaube 45); nihilistisch
<Adj.) (bildungsspr.): a) den Nihilismus (a) betreffend, auf
ihm beruhend; b) alle positiven Zielsetzungen. Ideale, Werte.
Normen bedingungslos ablehnend; eine -e Weltanschauung.
Haltung; -e Tendenzen; sich n. äußern; seine
Argumentation klang, war ganz und gar n.; Nihil itfc [...li:tis]. die:
- [zu lat. nihil = nichts] (Med. scherzh.): simulierte
Krankheit ohne pathologischen Befund; nihil obstat [ni.hil Dpstat;
lat. = es steht nichts im Wege] (kath. Kirchenrecht):
Unbedenklichkeitsformel für die Erteilung der Druckerlaubnis.
Nikol: TNicol.
Nikolaus [nikol^is. auch: ni.ko...]. der; -. -e. ugs. oft
scherzh. auch: ...lause [nach einem als Heiliger verehrten
Bischof von Myra (wohl Nikolaus von Myra, gest. 546)]:
1. volkstümliche Gestalt mit großer Mütze, langem Gewand
u. wallendem Bart, die nach einem alten Brauch den Kindern
am 6. Dezember Geschenke bringt; morgen kommt der
N. 2. svw. tNikolaustag: morgen ist N.; <Zus.:>
Nikolausabend, der: vgl. Nikolaustag; Nikolaustag, der: Tag
(6. Dezember), an dem nach einem alten Brauch die Kinder
vom Nikolaus beschenkt werden; NOcolo ['nikolo]. der; -s.
-s [ital. Niccolo = Nikolaus] (bayr.. österr.): svw.
tNikolaus.
Nikotin, (ehem. fachspr.:) Nicotin [niko'ti:n]. das; -s [frz.
nicotine. zu: nicotiane = Tabakpflanze, nlat. herba Nico
tiana. nach dem frz. Gelehrten J. Nicot (etwa 1530-1600)]:
bes. in der Tabakpflanze enthaltener öliger, farbloser, sehr
giftiger Stoff, der beim Tabakrauchen als anregendes Genuß-
mitteldient; das N. hat auf die Leber keine direkte Wirkung
(Bruker. Leber 75); eine... Hand mit von N. (vom Rauchen)
verfärbten Nagelkuppen (Simmel. Affäre 151).
nikotjn-, Nikotin-: -arm <Adj.; nicht adv>: wenig Nikotin
enthaltend; eine -e Zigarette; die Zigarette ist n. im Rauch;
^frei <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: kein Nikotin enthaltend;
-Behalt, der: der N. einer Zigarette: -haltig <Adj.; nicht
adv.>: Nikotin enthaltend; stark -er Tabak; -Vergiftung,
die: durch übermäßige Aufnahme von Nikotin in den Körper
(z.B. infolge starken Rauchens) verursachter krankhafter
Zustand; akute, chronische N.
Nikotinismus [nikoti'nismus], der; -: Nikotinvergiftung.
Nil- [nach dem afrik. Fluß Nil]: -gans, die: (zu den
Entenvögeln gehörender) in Afrika heimischer,
gelblichbrauner Schwimmvogel mit rötlichem Schnabel u. rötlichen
Füßen; -gritai <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: eine blasse,
graugrüne Farbe aufweisend; ein Kleid aus -er Seide; -pferd, das:
bes. großes, massiges Flußpferd, dazu: -pferdpeitsche, die
(früher): aus der Haut von Nilpferden hergestellte Peitsche.
Nille ['nibl. die; -. -n [H.u.] (derb): Penis; der Bierfahrer ...
holt die N. raus (Lentz. Muckefuck 98); <Zus.:> Njllenflik-
ker.der: a) (derb scherzh.) Arzt für Geschlechtskrankheiten;
b) (Soldatenspr. veraltend) Sanitäter.
Nimbostratus [nimbo]. der; -. ...ti [zu lat. nimbus; tNimbus
u. tStratus] (Met.): sehr große, tief hängende Regenwolke;
Nimbus [nimbus].der; -. -se [lat. nimbus = Regenwolke;
Nebelhülle, die die Götter umgibt]: I. <o. PI.)
(bildungsspr.) besonderes. Ansehen, glanzvoller Ruhm; sein N.
als großer Dichter; einen gewissen, besonderen N. haben;
etw. verleiht.gibt jmdm. einen N.; Jmd.. etw. verliert seinen
N.; er steht im N. der Heiligkeit; er umgibt sich mit
dem N. der Unfehlbarkeit. 2. (bes. bild. Kunst)
Heiligenschein. Gloriole; die Nimbusse der Heiligenfiguren waren
aus Blattgold; wie ein N. umgab das weiße Haar seinen
Kopf. 3. (Met. veraltet) svw. TNimbostratus.
nimm! [mm]: tnehmen.
nimmer [nime] <Adv.) [mhd. nimmer, niemer. ahd. niomer
= nie mehr, nie fortan]: 1. (geh.. veraltend) zu keiner
Zeit; niemals, nie; Nimmer noch erduldete meine zarte
Haut eines Mannes Berührung (Hacks. Stücke 36). 2.
(südd.. österr.) nicht mehr; Er konnte n. - und mochte
n. - fertig aus (Trenker. Helden 74); sie wollte n. (nicht
länger) daran denken; er will es n. (nicht wieder) tun.
nimmer-, Nfrnmer-: -mehr <Adv.>: I. (veraltend) zu gar
keiner Zeit, niemals, nie; Aber n. begreift Herr Wendriner.
daß ... auch seine Vorstellungen ... lächerlich wirken
können (Tucholsky. Werke II. 280). 2. (südd.. österr.) niemals
mehr, nie wieder; er sagt, er will es n. tun; wenn du das
wirklich machst, komme ich n. zu dir: -mWe <Adj.; o.
Steig.) (geh.): nie ermüdend, nie erlahmend, unermüdlich;
ein -r Helfer; in -r Arbeit; er hat sich n. für sie eingesetzt;
^satt <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (fam.): nie satt werdend,
immer hungrig; die Vögel holen unermüdlich Futter für
ihre -en Jungen; -satt, der; - u. -[e]s. -e: 1. (fam.) jmd..
der nie satt wird, immer hungrig ist; er ist ein rechter
N.; Sie stopfte, auf die größeren -e scheltend, den Kleinen
... Wurststücke in den Mund (Marchwitza. Kumiaks 25).
2. (in Afrika. Asien u. Amerika heimischer) vorwiegend
weißgefiederter Storch mit schwarzen Schwung- u.
Schwanzfedern u. nacktem, oft auffällig gefärbtem Gesicht;
-wiedersehen [—' ] nur in der Fügung auf N. (ugs.. oft
scherzh.; für immer wegbleibetul. ohne je wiederzukehren):
auf N. verschwinden.
Nimmerleinstag [nimekyns-] in ugs. scherzh. Fügungen wie
am [Sankt] N. (nie. niemals, nicht wieder); von ihm be-
1887
nimmst
kommst du dein Geld am [Sankt] N.; auf den/bis zum
[Sankt] N. (auf einen, bis zu einem unbestimmten, nie
eintretenden Zeitpunkt): die ganze Angelegenheit wurde auf
den. bis zum [Sankt] N. verschoben.
nimmst [nimst]. nimmt [nimtl: t nehmen.
Nimrod [nmuotl. der. -s. -e [...ro:cb; nach dem im A.T.
erwähnten sagenhaften Gewaltherrscher u. Jäger (1. Mos.
10. 8 ff.)] (bildungsspr.. oft scherzh.): großer,
leidenschaftlicher Jäger; ein N. wie er wird sich hier wohl fühlen.
Ninoflex©[nino'fl£ks]. der od. das; - [Kunstwort]:
(hauptsächlich für Regenmäntel verwendetes) wasserdichtes,
luftdurchlässiges Gewebe.
Ntob [nio:p], (auch:) Niobium [nio:bium]. das; -s [nach
der griech. Sagengestalt Niobe. der Tochter des Tantalus
(nach dem gemeinsamen Vorkommen mit tTantal)]:
hellgraues, glänzendes Metall, das sich gut walzen u. schmieden
läßt (chemischer Grundstoff); Zeichen: Nb
Nipf [nißfl, den -Ie]s [bayr. Nipf = Pips] (österr. ugs.):
Mut. Energie: Das frühe Verlusttor nahm uns das
Selbstvertrauen ... den N. (Kronen-Zeitung 4. 10. 68. 6).
Nippel[nipj].der; -s. - [engl, nipple.eigtl. = (BrusDwarze]:
1. (Technik) kurzes Stück Rohr mit Gewinde zum Verbinden
von Rohren. 2. (ugs.) a) kurzes, ab- od. vorstehendes
[Anschluß] stück: den N. am Wasserball zuhalten; er drückte
auf den N. am Blitzlichtkabel; b) svw. tPenis. 3. svw.
tSchmiemippel.
nippen [nipn] <sw. V.; hat) [niederd.. wohl Intensivbildung
zu mniederd. nipen = kneifen]: mit nur kurz geöffneten
Lippen ein klein wenig trinken, einen kleinen Schluck kosten:
sie trank nicht richtig, sie nippte nur; an einem Glas,
am Wein n.; Ü Kohlweißlinge ... nippten aus den
blaßblauen Röhrenblüten (Strittmatter. Wundertäter 61).
Nippes ['nipds. auch: nips. nip] <P1.) [frz. nippes (älter)
= Putzsachen; Hu.]: kleine Gegenstände. Figuren, meist
aus Porzellan, die zur Zierde aufgestellt werden:
Zerbrochene N. lagen da (Fühmann, Judenauto 97).
Njppfigur, die; -. -en: vgl. Nippes.
Nippflut [nip-]. die; -. -en [zu Tnippen]: flache, nur leicht
am Ufer anschlagende Flut.
Njppsachen <PI.>: svw. tNippes.
Njpptide, die; -. -n [vgl. Nippflut]: geringer Unterschied
des Wasserstands bei den Gezeiten.
nirgend [nirgnt] <Adv.) [mhd. nKe)rgen(t). ahd. ni io wergin.
tirgend] (veraltend): nirgends; nirgends [nirgnt^] <Adv.):
an keinem Ort. Platz; an keiner Stelle: er war n. zu finden;
ich fühle mich n. so wohl wie hier; er hält es n. lange
aus; n. sonst/sonst n. gibt es eine so große Auswahl.
nirgend-, (seltener:) nirgends-: -her <Adv.): von keinem Ort,
aus keiner Richtung her; ^hin <Adv.>: an keinen Ort. in
keine Richtung: Schritte ... die nirgendhin führten (Ch.
Wolf. Nachdenken 200); ^wo <Adv.>: an keinem Ort.
nirgends: nirgendwo auf diesem Platz war Schatten (Koeppen.
Rußland 30); -woher <Adv.>: vgl. ^her; -wohin <Adv.>:
vgl. -hin.
Nirwana [nir'va:na]. das; -[s] [sanskr. nirväna. eigtl. = das
Erlöschen. Verwehen]: (im Buddhismus) Endziel des Lebens
als Zustand in völliger Ruhe, frei von allen Lebenstrieben:
Endlich erreicht er in seiner letzten tödlichen Umarmung
das N die vollständige Auflösung aller Begierden
(Psyche 9. 1966.713).
Nische [ni:fc]. die; -. -n [frz. niche. zu afrz. nichier =
ein Nest bauen, über das Vlat. zu lat. nidus = Nest]:
a) flache Einbuchtung. Vertiefung in einer Wand. Mauer:
Im Stiegenhaus gab es viele -n. und in den -n standen
bemalte Heilige (Simmel. Affäre 30); b) kleine Erweiterung
eines Raumes: das Lokal: wie geschickt jedes Eckchen
ausgenützt, wie listig überall versteckte -n ausgespart seien
(Feuchtwanger. Erfolg 190); der Altar stand in einer N.; Ü
eine ökologische N. (Biol.; Gebiet, in dem die
ausschlaggebenden Lebens-. Umweltbedingungen einer bestimmten
Tier- od. Pflanzenart das Überleben ermöglichen).
Nischel [ntf|], der; -s. - [(ost)md.) (landsch. salopp): Kopf.
Nischenaltar, der; -s, -e: in einer Nische (b) stehender Altar.
Niß [ms], die; -. Nisse (veraltend). Nisse [nisd], die; -. -n
[mhd. ni3(3e). ahd. (h)ni3l: Ei einer Laus (das an den
Haaren festgeklebt ist).
Nissenhütte I'nisn-]. die: -. -n [engl. Nissen hut. nach dem
engl. Offizier Nissen (gest. 1930)1 (veraltend): (als Not
Quartier errichtete) halbrunde Baracke aus Wellblech: sie
hausten jahrelang in einer N.
nissig [niSK;] <Adj.; nicht adv.): mit Nissen behaftet, voller
Nissen: -e Haare.
Nist- [nist-1: -höhle, die: Höhle zum Nisten; -kästen, der.
mit einem Flugloch versehenes Häuschen aus Holz, das
Vögeln zum Nisten dient; -platz, der; -statte, die (geh.);
^zeit, die: Zeit, in der ein Vogel sein Nest baut.
nisten [nistn] <sw. V.; hat) [mhd.. ahd. nisten, zu TNestl:
(von Vögeln) ein Nest bauen u. darin Eier legen, ausbrüten,
die Jungen aufziehen: unter dem Dach nisten viele
Schwalben; Ü die Schienen, in denen ... kein Schnee n. (geh.;
liegenbleiben, sich festsetzen) kann (Fries. Weg 174).
Nisus ['ni:zus], der; -, - [ni:zu:s; lat. nisus = Schwungl
(Med., Psych.): (psychischer) Antrieb; N. sexualis [-
ZE'ksua:lis] (Med., Psych.; Geschlechtstrieb).
Niton[ni:ton].das; -s [engl, niton. zu lat. nitere = glänzen]
(veraltet): svw. t Radon.
Nitrat [ni'tra.t]. das; -[e]s. -e [zu tNitrum]: Salz der
Salpetersäure; Nitrid [ni'tri.t], das; -s. -e: ehem. Verbindung von
Stickstoff mit einem Metall.
nitrier-. Nitrier-: ^harten <sw. V.; hat; nur im Inf. u. Part,
gebr.) (Technik): die Oberfläche von Stahl durch Reaktion
mit Substanzen, die Stickstoff abgeben, härten; --säure, die
(Chemie. Technik): zum Nitrieren verwendetes Gemisch aus
konzentrierter Salpetersäure u. konzentrierter
Schwefelsäure; -stahl, der (Technik): durch Nitrierhärten an der
Oberfläche gehärteter Stahl.
nitrieren [ni'tri:ran] <sw. V.; hat) [zu TNitrum]: 1. (Chemie)
eine organische Verbindung mit Salpetersäure behandeln,
reagieren lassen. 2. (Technik) nitrierhärten; Nitrifikation
[nitriflka't$io:n], die; -. -en [frz. nitrifleation] (Chemie.
Landw.): Bildung von Salpeter durch Oxydation, die von
Bakterien im Boden bewirkt wird; nitrifizieren [...fi't$i:ran]
<sw. V.; hat) (Chemie, Landw.): durch Oxydation Salpeter
im Boden bilden: nitrifizierende Bakterien: <Abl.:) Nitrifl-
afenrag, die; -, -en (Chemie, Landw.): svw. f Nitrifikation;
Nitril [ni'tri:l], das; -s, -e (meist PI.) (Chemie): organische
Verbindung mit einer Cyangruppe; Nitrit [ni'tri:t, auch:
ni'tnt], das; -s. -e: farbloses, in Wasser meist leicht lösliches
Salz der salpetrigen Säure; Nitro- [ni.tro-. nitro'-; zu tNi-
trogen] <Best. in Zus. mit der Bed.): die Nitrogruppe
enthaltend, betreffend (z. B. Nitrobenzol); Nitrobaktgrien <P1.)
(Chemie. Landw.): in gut durchlüfteten Böden u. Gewässern
weitverbreitete, die Nitrifikation vollziehende Bakterien; NV>
trobenzol« das; -s (Chemie): durch Nitrieren von Benzol
hergestellte, farblose bis leicht gelb gefärbte, giftige
Flüssigkeit mit bittermandelartigern Geruch; NitrofarbstofTe <P1.)
(Chemie, Textilind.): die Nitrogruppe enthaltende, gelbe
od. orangefarbene bis braune synthetische Farbstoffe;
Nitrosen, Nitrosenum [...'ge.nüum)], das: -s [frz. nitrogene,
eigtl. = Salpeter bildend, 31: nitre (< lat. nitrum, tNitrum)
u. -gene < griech. -genes, t-gen; Salpetersäure) leitet
sich von Stickstoff her]: svw. t Stickstoff; Zeichen: N;
Nitroglyzerin« das; -s: ölige, farblose bis schwach bräunliche,
geruchlose, sehr leicht u. heftig explodierende Flüssigkeit,
die zur Herstellung von Sprengstoffen u. in der Medizin
als gefäßerweiterndes Mittel verwendet wird; Nitrosrappe.
die; -. -n (Chemie): als Bestandteil zahlreicher organischer
Verbindungen auftretende einwertige Gruppe, die ein
Stickstoff- u. zwei Sauerstoffatome enthält; Nitrophosphgt, das;
-[e]s. -e: Stickstoff. Phosphor. Kali u. Kalk enthaltendes
Düngemittel: nitros [nitro:s| <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(Chemie): Stickstoffoxyd enthaltend; Nitrose [ni'tro:z3].
die: -. -n (Chemie): nitrose Schwefelsäure; Nitrozellulose,
die; - (Chemie): durch Nitrieren von Zellulose hergestellte,
weiße, faserige Masse, die beim Entzünden sehr rasch
verbrennt u. für die Herstellung von Lacken u. Zelluloid od.
für Sprengstoffe verwendet wird; Nitrum ['ni:trom], das;
-s [lat. nitrum < griech. nitron = Laugensalz, Soda,
Natron < ägypt. ntrtj); vgl. Natron] (veraltet): Salpeter.
nitscheln [mLf|n] <sw. V.; hat) [Hu.] (Textilind.): Bänder
von Fasern (mit Hilfe einer bestimmten Maschine) zürn
Vorgarn verarbeiten.
nitschewo! [nitjevo:] <Interj.) [russ. nitschewo] (ugs.
scherzh. veraltend): macht nichts!, das spielt keine Rolle,
hat nichts zu bedeuten.
nival [niva.l] <Adj.: o. Steig.; nicht adv.) [lat. nivalis, zu:
nix (Gen.: nivis) = Schnee] (Met.): von Niederschlägen
in fester Form, von Schnee. Eis. Eisregen geprägt: -es Klima;
-es Abflußregime (bei einem Fluß geringer Wasserstand
im Winter u. Hochwasser nach der Schneeschmelze).
1888
noch
Niveau [ni'vo:]. das; -s. -s [urspr. = Wasserwaage < frz.
niveau. dissüniliert aus afrz. live! < lat. llbella, tLibellel:
1. waagrechte, ebene Fläche; Hölienstufe (auf der sich etw.
erstreckt): Straße und Bahnlinie haben das gleiche N..
verlaufen auf dem gleichen N.; Seit Tagen schon hatten
sie das N. des Sees (den Wasserspiegel) gesenkt (Lenz.
Brot 153). 2. Wertstufe o.a.. die etw. innehat, auf der
sich etw. bewegt: das N. der Preise, der Kurse; Ü Die
Möglichkeil, alle Länder auf das zivilisatorische N. (das
Entwicklungsniveau) der Industrieländer zu heben (Gruhl.
Planet 185). 3. geistiger Rang; Stand, Grad, Stufe der
bildungsmäßigen, künstlerischen, sittlichen o.a. Ausprägung:
ein hohes, beachtliches, gutes, geringes, niedriges N.; das
künstlerische N. einer Veranstaltung; das geistige,
moralische, wissenschaftliche N.; ein gewisses N. haben, zeigen;
das N. halten, heben, senken; etw. hat kein, wenig N.
(ist geistig anspruchslos); das Gebotene entspricht nicht
dem N. (Bildungsgrad, Bildungsniveau) der Leser, Hören
die Debatte bewegte sich auf einem erfreulichen N.; er
blieb mit diesem Vortrag unter seinem [sonstigen! N.;
ein Werk von respektablem N.
niveau-, Niveau-: ^fläche, die (Math., Geogr.): Fläche, die
auf gleicher Höhe (I b) liegende Punkte verbindet: ^frei
<Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (Verkehrsw.): sich nicht auf
dem gleichen Niveau (1) befindend, kreuzend: ein -er Zugang
zu einer Haltestelle; die Kreuzung ist n.; ^»efäß, das
(Technik): svw. t Ausgleichsgefäß; -gleich <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Verkehrsw.): sich auf dem gleichen Niveau (1)
befindend, kreuzend (Ggs.: ^verschieden); -kreuzung, die
(Verkehrsw.): Kreuzung voti Strajien, Wegen. Gleisen auf
gleicher Ebene, auf dem gleichen Niveau (1); ^linie, die: svw.
T Höhenlinie; ^los < Adj.; -er. -este): sich auf einem niedrigen
Niveau (3) bewegend; geistig anspruchslos, unbedeutend:
eine -e Unterhaltung. Aufführung; -Senkung, die: die N.
einer Straße, eines Sees; -Übergang, der (Verkehrsw.): vgl.
^kreuzung; -unterschied, der: 1. unterschiedliche Höhe des
Niveaus (1): der N. zwischen der alten und der neuen
Straße ist beträchtlich. 2. unterschiedlicher Grad des
Niveaus (3): der N. der beiden Aufführungen, zwischen den
beiden Aufführungen ist eklatant; -verschieden <Adj.; o.
Steig.; nicht adv.) (Verkehrsw.): sich nicht auf dem gleichen
Niveau (1) befindend, kreuzend (Ggs.: ^gleich): eine -c
Kreuzung; ^voll <Adj.>: sich auI einem hohen Niveau (3)
bewegend; geistig anspruchsvoll, bedeutend: ein -er Vortrag;
-e Dame sucht Herrenbekanntschaft.
Nivellement [nivefo'mä:], das; -s. -s [frz. nlvellementj: 1.
(bildungsspr.) das Nivellieren (J). 2. (Vermessungsw.) a)
Messung u. Bestimmung von Höllenunterschieden im
Gelände mit Hilfe des Nivelliergeräts; b) Ergebnis des Nivellements
(2a); nivellieren [nive'lkran] <sw. V.; hat) [frz. niveler]:
1. (bildungsspr.) (Unterschiede, Gegensätze o.a.) durch
Ausgleichung, Vermittlung o.a. auflieben, beseitigen,
mildem: soziale, kulturelle Unterschiede n.; der nivellierende
Charakter der Aufklärung (Greiner. Trivialroman 32). 2.
(Vermessungsw.) Höhenunterschiede in einem Gelände mit
Hilfe eines Nivelliergerätes bestimmen. 3. (selten) ebnen,
planieren: das Gelände, einen Platz n.; <Zus. zu 2:> Nivel-
Ikrgerät, das (Vermessungsw.): Meßgerät mit einem Ziel-
fernrolir zum Bestimmen der Höhenunterschiede in einem
Gelände. Nivellierinstrument, das (Vermessungsw.): svw.
tNivelliergerät; <Abl.:) Nivellkrung, die; -. -en: das
Nivellieren, Nivelliertwerden; nivellitisch lnive'li:tij] <Adj.; o.
Steig.) (Vermessungsw.): das Nivellement (2) betreffend.
nix IniksJ (Indefinitpron.) llandsch. Nebenform von t nichts]
(ugs.): svw. tnichts: das macht n.; Nix ist. Weder so noch
so (Degener, Heimsuchung 37).
Njx, der: -es. -e Imhd. nickes. ahd. nicchus. urspr. =
badendes^ im Wasser lebendes) WesenKgerm.Myth.):
Wassergeist, der versucht. Menschen ins Wasser hinabzuziehen:
Nixe ['niksal, die; -, -n [mhd. nickese. ahd. nicchessa]
(germ. Myth.): weiblicher Wassergeist (mit einem in einem
Fischschwanz endenden Unterkörper); Seejungfrau.
Meerjungfrau: das Antlitz einer N. auf dem Grunde eines Teiches
(Jahnn. Geschichten 179); Ü er betrachtete gern die -n
(scherzh.; die badem/en Mädchen) am Strand; nixenhaft
(Adj.; -er, -este) (geh.): einer Nixe ähnlich, wie eine Nixe:
sie glitt n. durch das Wasser.
nobel ['no:b(l <Adj.; nobler, -ste) [frz. noble < lat. nöbilis.
eigtl. = bekannt]: 1. (geh.) in bewundernswerter Weise
großmütig, edel!gesinnt!, menschlich vornehm: ein nobler
Charakter; eine noble Gesinnung. Denkart. Geste; n.
handeln. 2. (oft spött.) elegant [wirkend]; luxuriös: ein nobles
(hohen Ansprüchen genügendes, teures) Hotel; sie kleidete
sich mit nobler Extravaganz; noble (vornehme und datier
kostspielige) Passionen; das ist also dein neues Feuerzeug?
Nobel, n.! Echt Gold, was? 3. (ugs. emotional) großzügig
(2). freigebig; ein nobles Trinkgeld. Geschenk; daß er dir
dafür nichts berechnet hat. finde ich n. von ihm; sich
n. zeigen.
Nobel- (oft spött.) <Best. von Zus. mit der Bed.>: luxuriös,
vornehm, z. B. Nobelball (österr.. oft scherzh.; Ball in
vornehmem Ralimen), Nobelherberge (oft scherzh.; vornehmes
Luxushotel). Nobelhotel.
Nobelium [no'be:lium]. das; -s [vgl. Nobelpreis]: chemisches
Element aus der Reihe der Transurane; Zeichen: No;
Nobelpreis [no'bel-], der; -es. -e: von dem schwed. Chemiker
u. Industriellen A. Nobel (1833-1896) gestifteter, jährlich
für hervorragende kulturelle, wissenschaftliche Leistungen
auf verschiedenen Gebieten verliehener Geldpreis: der N.
für Literatur. <Zus.:> Nobelpreisträger, der: jmd., dem ein
Nobelpreis verliehen worden ist. Nob^lpreisträgerin, die:
w. Form zu T ^Preisträger.
Nobiles [no:bile:s] <P1.> Hat. nöbiles] (hist.): Angehörige
der Nobilität (a) im alten Rom; Nobili [no:bili] <P1.> [ital.
nobili < lat. nöbiles] (hist,): Angehörige der adligen
Geschlechter in den ehemaligen italienischen Freistaaten;
Nobilität [nobili'te:t]. die; - [lat. nöbilitäs. eigtl. =
Berühmtheit]: a) (hist.) Amtsadel im alten Rom; b) (bildungsspr.
veraltet) svw. tAdel; Nobilitation [nobilita t^io:n]. die; -.
-en Im lat. nobilitatio, zu lat. nöbilitäre. tnobilitiren]
(bildungsspr.): svw. tAdelung; nobilitieren [nobiIi'ti:ren] <sw.
V.; hat) [lat. nöbilitäre = berühmt machen] (bildungsspr.):
svw. t adeln; (AbDNobilitjßrung, die; -. -en (bildungsspr.):
svw. t Adelung; Nobility [noo'bihti], die; - [engl, nobility
< lat. nöbilitäs] (bildungsspr.): Hochadel Großbritanniens.
Nobiskrug [no:bis-]. der. -[e]s. ...krüge [aus dem Niederd.
< mniederd. nobiskröch. wahr seh. aus gaunerspr. nobis
(für lat. nön) = nicht(s). nein (in Zus. zur Bez. von
Minderwertigem) und f Krug (2); zunächst = schlechtes (an einer
Gemarkungsgrenze gelegenes) Gasthaus, dann = (letzte)
Herberge am Ende des Lebensweges] (Volksk.): Hölle;
Nobiswlrt, der; -[e]s. -e (Volksk.): Teufel.
Noblesse [no'blesa. auch: nobles], die: -. -n [frz. noblesse.
zu: noble, tnobel]: 1. (veraltet) svw. tAdel (I. 2). 2. <o.
PI.) (bildungsspr.) a) noble (1). vornehme Art; edles,
großmütiges Wesen; b) noble, vornehme, elegante Erscheinung.
Wirkung: die [natürliche] N. seines Auftretens; Ü die
Schlankheit und N. (harmonische Schönheit) der
Bauglieder ist unrömisch (Bild. Kunst 3. 23); noblesse oMtoe
[nobleso'bli:3; frz. = Adel verpflichtet] (bildungsspr.. oft
scherzh.): eine höhere gesellschaftliche Stellung verpflichtet
zu Verhaltensweisen, die von anderen nicht unbedingt
erwartet werden.
noch [nax; I. mhd. noch. ahd. noh. aus: nu (tnun) u. -h
(in Zus.) = auch. und. eigtl. = jetzt auch; II. mhd. noch,
ahd. noh. zusgez. aus: ne = nicht u. ouh = auch, eigtl.
= auch nicht]: I. <Adv.) 1. a) drückt aus, daß ein Zustand.
Vorgang nicht beendet ist, weiterhin anhält [aber
möglicherweise bald beendet sein wird] (Ggs.: nicht mehr):
sie ist n. wach. n. krank; du bist n. zu jung dafür, er
war damals n. hier; er zögert n.; ich bleibe n. ein Weilchen;
ein n. ungelöstes Problem; es ist n. zu früh dafür; wir
sind n. weit vom Ziel entfernt; das gibt es n. heute/heute
n.; n. nach Jahren; er hat [bis jetzt] n. immer, jedesmal,
nie gewonnen; es regnet kaum n. (es regnet fast nicht
mehr): (betont, meist in Spitzenstellung:) n. hast du die
Möglickeit mitzumachen; n. regnet es nicht (es regnet
jetzt noch nicht, aber (vielleicht, walirscheinlichl bald);
b) (unbetont) als Partikel mit der Funktion, einer Äußerung
eine bestimmte emotionale Färbung zu geben (z. B.
Zustimmung, Anerkennung. Begeisterung): das ist n. Qualität!:
auf ihn kann man sich wenigstens n. verlassen!; c)
(unbetont, in Verbindung mit einer Mengenangabe o. ä.) drückt
aus. daß es sich um etw. handelt, was von etw.
übriggeblieben ist: ich habe [nur] n. zwei Mark; es dauert jetzt n.
fünf Minuten; es sind n. 10km bis zur Grenze; Beuteltiere
gibt es [fast nur] n. in Australien; dann bleibt [nur] n.
eines zu klären; es fehlt n. eine Mark. 2.a) bevor etw.
anderes geschehen kann, bevor etw. anderes geschieht [das
es unmöglich macht]: ich mache das [jetzt, dann] n. fertig:
119 GDW
1889
Nock
ich muß erst n. duschen; er ist n. [schnell] einkaufen
gegangen: ich möchte [bevor dupehst] n. etwas fragen; b) drückt
aus, daß etw. nach der Überzeugung des Sprechers (zu
einem unbestimmten Zeitpunkt) in der Zukunft eintreten
wird; irgendwann später einmal, zu gegebener Zeit;
schließlich: er wird n. kommen; er wird n. [einmal] Weltmeister;
ich will es mal aufheben, vielleicht kann man es n. mal
gebrauchen; c) (unbetont) als Partikel mit der Funktion,
einer Äußerung eine bestimmte emotionale Färbung zu
geben (z.B. Erregung): du wirst es n. bereuen!; (ugs.:)
er wird sich n. wundern; d) wenn nichts geschieht, es zu
verhindern: womöglich [sogar]: du erkältest dich n. [wenn
du nicht aufpaßt]; du kommst n. zu spät [wenn du so
trödelst]; er wird dich [womöglich] n. überrunden. 3.a)
(in Verbindung mit einer Zeitangabe oder einer
Ortsangabe, die eine Zeitangabe ersetzt) drückt aus, daß
der genannte Zeitpunkt relativ kurz vor einem bestimmten
anderen [an dem die jeweilige Situation entscheidend
verändert ist] liegt: gestern habe ich n./n. gestern habe ich
mit ihm gesprochen [heute ist er tot]; das hätte n. vor
Jahresfrist niemand für möglich gehalten; in Köln (als
wir in Köln waren) lief der Motor n. einwandfrei; b) (in
Verbindung mit einer Zeitangabe od. einer Ortsangabe,
die eine Zeitangabe ersetzt) räumt ein. daß es sich um
einen den Umständen nach sehr frühen Zeitpunkt, sehr
begrenzten Zeitraum handelt u. betont gleichzeitig die
Zeitbzw. Ortsangabe: n. am selben Abend; das muß n. diese
Woche, vor Monatsende erledigt werden; n. ehe er/ehe
er n. antworten konnte, legte sie auf; er wurde n. am
Unfallort operiert; c) drückt aus, daß das jeweilige
Geschehen, der jeweilige Zustand, von dem die Rede ist. einige
Zeit später nicht mehr möglich [gewesen] wäre: er hat
den Krieg n. miterlebt; er hat seinen Urgroßvater n.
gekannt; daß er das n. erleben durfte!; Ich hab* Dich ja
n. (schon) gekannt, wie Du so klein warst (Chotjewitz.
Friede 140); d) drückt aus. daß der Endpunkt einer
Entwicklung nicht erreicht ist, daß der Rahmen des
Vertretbaren, Akzeptablen, Möglichen, Wahren o. ä. nicht verlassen
ist. obwohl eine Tendenz dazu besteht, obwohl dazu nur
wenig fehlt, obwohl es so scheint: das lasse ich mir [geradel
n. gefallen; das wirst du n. [alleine] schaffen!; das geht
n.; das ist [im Vergleich] n. billig; er hat n. Glück gehabt;
seine Leistung ist n. ausreichend; es ist immer n. teuer
[genug]; er hat n. bremsen können; der Koffer geht [gerade,
kaum] n. zu; das [allein] ist n. [lange] kein Grund; wenn
er sich [wenigstens] n. entschuldigt hätte; das ist ja n.
[einjmal gutgegangen (ugs.; das ist ja gerade noch gut gegatt-
gen); e) (unbetont) als Partikel mit der Funktion, einer
Äußerung eine bestimmte emotionale Färbung (z.B.
Erstaunen. Empörung) od. ihr Nachdruck zu verleihen: das
kostet n. keine fünf Mark, dauert n. keine zehn Minuten;
das darf ich ja wohl n.. oder?; da kannst du n. lachen?;
n. (sogar) in der größten Hitze trägt er seinen Pullover,
er kann n. nicht einmal lesen. 4.a) drückt aus. daß etw.
[Gleiches] zu etw. anderem, bereits Vorhandenem
hinzukommt, oft andere Adverbien (wie außerdem, zusätzlich,
dazu usw.) verstärkend; außerdem; [möchtest du] n. ein
Bier?; dumm und dazu n./n. dazu frech; wer war n. da?;
er hat [auch, außerdem] n. ein Fahrrad; er ist nebenbei
n. Maler; n. eines [möchte ich sagen]: ...; er war danach
n. oft hier; hinzu kommt n.. daß ...; wenn man alt ist
und [dann auch] n. allein; ich habe es n. [einjmal, einige
Male gemacht; n.! (Kinderspr.; ich will noch mehr): n.
[einjmal so lang wie (doppelt so lang wie); (betont:) was
soll ich denn n. tun?; *n. und n./(ugs. scherzh.:) n. und
nöcher (in großer Menge, Anzafil, in hohem Maße; sehr
viel): er hat Geld n. und nöcher; n. und nochmals/n. und
n. einmal (immer wieder); b) in Verbindung mit einem
Komparativ o.a.. betont den höheren Grad o.a.: es ist
heute n. wärmer als gestern; nein, es war n. anders; darüber
hat er sich n. mehr gefreut; (nachgestellt, geh.:) sie ist
schönern. als Aphrodite. 5. (n. + so) verstärkt das folgende
Wort u. zeigt ein konzessives Verhältnis an: er lacht über
jeden n. so albernen Witz; kein Mensch, [und] mag er
[auch] n. so stark sein, kann das tragen; du kannst n.
so [sehr] bitten, es wird dir nichts nützen. 6. (in Fragen)
drückt aus, daß man nach etwas eigentlich Bekanntem
fragt, an das man sich im Augenblick aber [trotz
Anstrengung] nicht erinnern kann: wie heißt/hieß er n.?; wie geht/
ging das Spiel [doch] n.? II. <Konj.) schließt in Korrelation
mit einer Negation o.a. ein zweites [und weitere] Glieder
einer Aufzählung an; und auch nicht: weder groß n. klein;
er kann weder lesen n. schreiben; (geh.:) er hat keine
Verwandten/nicht Verwandte n. Freunde; das kann
niemand wissen n. [auch nur] ahnen; nicht er n. seine Frau
n. seine Kinder; (in Korrelation mit „ohne44, selten:) er
tat es, ohne zu murren n. zu klagen; <Zus.:> NQchneschäft,
das(Börsenw): Termingeschäft,bei dem Käufer od.
Verkäufer durch Zahlung einer Prämie das Recht erwirbt, über
die vereinbarte Menge hinaus eine nochmalige Lieferung
bzw. Abnahme der gleichen Menge zu verlangen; nochmalig
[...ma:lKj] <Adj.; o. Steig.; nur attr.>: wiederholt, erneut:
eine -e Überprüfung. Leistungssteigerung; nochmals
[...ma:ls] <Adv.>: a) ein weiteres Mal, noch einmal: ich
möchte das n. betonen; n. (ich frage noch einmal): wo
waren Sie zwischen 19 und 20 Uhr?; da helfe nur Ruhe.
Ruhe und n. Ruhe (vor allem sehr viel Ruhe; Kempowski.
Tadelloser 110); n. (wiederum) einige Minuten später (Plie-
vier, Stalingrad 330); b) drückt aus, daß ein Vorgang
unterbrochen, verzögert wird, daß ein Zustand vorläufig
rückgängig gemacht wird, daß eine schon abgeschlossene
Angelegenheit wieder aufgenommen wird: er hatte den Motor
schon angelassen, da stieg er n. aus; da mußte er das
mit viel Mühe verschnürte Paket n. aufmachen.
'Nock [nok], das; -[e]s, -e. auch: die; -. -en [niederd.; vgl.
niederl.nok,schwed.nock(e);urspr.wohl =
hervorstehendes, abgerundetes Ende von etw.l (Seemannsspr.): a) Ende
eitler Spiere; b) seitlich hervorragender Teil einer
Kommandobrücke; *Nock [-], der; -s, -e (bayr., österr.): Felskuppe,
Hügel.
Nöck [ncekl. der; -en. -en [dän. nöck, schwed. näck. TNix]
(germ. Myth.): alter, häßlicher männlicher Wassergeist, der
durch Gesang Menschen ins Wasser zu locken versucht.
Nocke [nakd], die; -. -n. 'Nocken l'nokn], die; -. - [wohl
landsch. Nebenf. von T'Nock] (bayr., österr.): 1. (selten)
svw. t Nockerl. 2. (abwertend) dumme, eingebildete Frau:
na. hat die N. später einen Adligen bekommen? (Doderer.
Dämonen 607).
Pocken [-], der; -s. - [wohl zu t 'Nock] (Technik): Vorsprung
an einer Welle, Scheibe od. fest auf einer Welle o. ä.
sitzender, (im Querschnitt) an einer Stelle eine Ausbuchtung
aufweisender Ring zur Übertragung von Impulsen auf ein
anderes Maschinenteil.
Nocken- (Pocken): -Schalter, der (Elektrot.): Schalter, bei
dem mit Hilfe von 2Nocken Kontakte geschlossen u. geöffnet
werden; -Scheibe, die (Technik): mit einer oder mehreren
2Nocken versehene Scheibe; ^Steuerung, die (Technik):
Steuerung (von ^Ventilen o.a.) durch 2Nocken; --welle, die
(Technik): mit 2Nocken versehene Welle.
nöckerig: tnöckrig.
Nockerl [nokel], das; -s, -n [mit südd. Verkleinerungssuffix
zu T,2Nock, eigtl. = kleiner Berg] (österr., bayr.): 1. (meist
Pl.> (Kochk.) Klößchen aus Mehl, Grieß u. a. als
Suppeneinlage, (in größerer Form) als Beilage od. als Hauptbestandteil
eines Gerichts: Salzburger -n (Schaumgebäck, das heiß
gegessen wird). 2. (ugs. scherzh.) [dummes] junges Mädchen;
<Zus.:> Npckerlsuppe, die: Suppe mit Nockerln (1).
nöckrig,(seltener:)nöckerig [noek(3)nc] <Adj.) [zu niederd.
nöckern = nörgeln, wohl lautm.] (landsch. abwertend):
[ständig] unzufrieden, nörglerisch: eine schieche Tochter,
einen nöckrigen häßlichen Sohn (Fallada, Mann 43).
Nocturne [nok'tYrn], das; -s, -s od. die; -. -s [frz. nocturne,
eigtl. = nächtlich < lat. nocturnus, TNottumol (Musik):
1. elegisches od. träumerisches Charakterstück in einem
Satz (für Klavier od. Orchester). 2. (selten) svw. t Notturno.
Nodi: PI. von TNodus; Nodus [no:dos], der; -, Nodi [lat.
nödus = Knoten]: 1. (Med.) knotetiförmiges Gebilde,
Knoten. 2. (Bot.) oft knotenförmig verdickte Ansatzstelle eines
Blattes. 3. (Kunstwiss.) Knauf am Schaft eines Gerätes
(z. B. eines Kelchs, eines Leuchters).
Noem [no'e:m], das; -s, -e (Sprachw.): kleinste begriffliche
Einheit: kleinstes Bedeutungselement eines Semems; Noema
[no.ema], das; -s, Noemata [noe:mata; griech. nöema
= Gedanke. Sinnl (Philos): 1. Gegenstand des Denkens,
Gedanke. 2. (in der Phänomenologie) Inhalt eines
Gedankens im Unterschied zum Denkvorgang; Noematik [no-
e'ma:tik], die; - (Sprachw.. Kommunikationsf): Theorie,
die die Beziehungen der Noenie untereinander sowie ihre
Kombinationsmöglichkeiten zum Gegenstatul hat; Noesis
[no:ezis], die; - [griech. nöesis = das Denken] (Philos.):
1890
Nominativ
1. geistige Tätigkeit, das Denken. 2. (in der
Phänomenologie) Denkvorgang im Unterschied zum Inhalt eines
Gedankens; Noetlt [no'e:tik]. die; -: (Philos.) Lehre vom Denken,
vom Erkennen geistiger Gegenstände; noetisch Ino'e:tiIl
<Adj.; o. Steig.): I. die Noetik betreffend. 2. die Noesis
betreffend.
Noir [nQa:r], das; -s [frz. noir]: Schwarz als Farbe u.
Gewinnmöglichkeit beim Roulett.
no iron [nooaidn; nach engl, non-iron = bügelfrei, eigtl.
= kein Bügeleisen] (Textilind.): svw. tbügeifrei; <Zus.:>
No-iron-Btae, die. No-iron-Hemd, das.
Noteette [ngazatl. die; - [frz. noisette. eigtl. = Haselnuß.
Vkl. von: noix < lat. nux = Nuß]: I. kurz für TNoisette-
schokolade. 2. (meist PI.) (Kochk.) svw. tNüßchen (2);
<Zus:> Noisetteschokolade, die: mit fein gemahlenen
Haselnüssen durchsetzte Milchschokolade.
Noktambulfcmus [naktambu'lismos]. der; - [zu lat. noctü
= nachts u. ambuläre = herumgehen 1 (Med.): svw. t
Somnambulismus; Nokturne [naktorna]. die; -. -n (Musik
selten): eindeutschend für t Nocturne.
Nöl- (bes. nordd. abwertend) bliese, die: svw. t ^suse; ^peter,
der: männliche Person (bes. Junge), die nölt; ^suse, die:
weibliche Person (bes. Mädchen), die nölt. Vgl. Heulliese,
-peter. -suse.
nölen I'n0:bn] <sw. V.; hat) [niederd.. md.; urspr. wohl
lautm.] (bes. nordd. abwertend): etw. (ärgerlicherweise)
nur sehr langsam tun: nöl nicht so lange!
nolens volens [no:lens vo:lens; lat. = nicht wollend -
wollend] (bildungsspr.): nur widerstrebend, ungern;
notgedrungen; wohl oder übel: er mußte es n. v. zugeben.
Nöler[no.lB].der;-s.- [zu tnölen] (bes. nordd. abwertend):
langsamer, schwerfälliger Mensch; Nölerei [no:b'r^J]. die;
- (bes. nordd. abwertend): I dauerndes] Nölen; nölig [n0:li<;]
<Adj.) (bes. nordd. abwertend): in ärgerlicher Weise
langsam, schwerfällig: er ist schrecklich n.
Nolimetanaere [no.lime'tangera]. das; -. - [1: lat. = berühre
mich nicht!; 2: nach Joh. 20. 14ff.]: I. (Bot. veraltet):
svw. tRührmichnichtan. 2. (Kunstwiss.) Darstellung der
biblischen Szene, in der der auferstandene Jesus Maria
Magdalena erscheint.
Nomade [no'ma:dD]. der; -n. -n [lat. nomades < griech.
nomädes. zu: nomäs =#Viehherden weidend u. mit ihnen
umherziehend.zu:nome.nomös = Weide(platz)]:
Angehöriger eines l Hirten]Stammes od. [•]Volkes, das innerhalb
eines begrenzten Gebietes umherzieht.
Nomaden-: Mlasein.das: durch Umherziehen gekennzeichnete
Lebensweise eines Menschen; -leben, das <o. PI.): svw.
t ^dasein; -stamm, der; -volk, das; ^zelt. das.
nomadenhaft <Adj.; Steig, ungebr.): in der Art eines Nomaden
umherziehend]; Nomadentum, das; -s: I. svw. t
Nomadismus (I). 2. svw. !-dasein; nomadisch <Adj.; o. Steig.):
die Nomaden betreffend, kennzeichnend, zu den Nomaden
gehörig: die -e Daseinsform; -e Weidegebiete; nomadisieren
[nomadi'zi:ran] <sw. V.; hat): a) als Nomade leben,
umherziehen; nomadisierende Stämme; Ü So möcht* ich tagelang
einmal losziehen, n.. mit Hund und Flinte (Fr. Wolf,
Zwei 191); b) zu Nomaden machen: bereits seßhafte Stämme
wurden durch die Ausbreitung des Islam wieder
nomadisiert; <Abl.:) Nomadiskrung, die; Nomadismus
[...dismos]. der; -: 1. nomadische Wirtschafts-.
Gesellschafts- u. Lebensform. 1. (Zool.) [durch Nalirungssuche
u. arteigenen Bewegungstrieb bedingte] ständige
[Gruppen] Wanderungen von Tierarten.
No-Maske [no:-]. die; -. -n [jap. nö, eigtl. = Fähigkeit.
Talent]: Maske der Schauspieler im No-Spiel.
Nom de auerre [nöd'gE:r]. der; - - -. -s - - [nöd'gcrr; frz..
urspr. = Name, den jeder beim Eintritt in die Armee
annahm]: frz. Bez. für Deck-. Künstler-, auch Spottname.
Nomen [nomanl. das; -s, Nomina [lat. nömen = Name]
(Sprachw.): I. svw. tSubstantiv: N. acti [- aWi] (Sprachw.;
von einem Verb abgeleitetes Substantiv, das das Ergebnis
eines Geschehens bezeichnet, z. B. ..Bruch44 zu ..brechen44);
N. actionis [- ak'tßio:nis] (Sprachw.; von einem Verb
abgeleitetes Substantiv, das ein Geschehen bezeichnet. z.B.
„Schlaf4 zu ..schlafen4'); N. agentis [- agentis] (Sprachw.;
von einem Verb abgeleitetes Substantiv, das das [handelnde!
Subjekt eines Geschehens bezeichnet. z.B. ..Läufer4* zu
..laufen4); N. gentile [- g£n'ti:b] <PI. Nomina gentilia)
(in der Antike [an zweiter Stelle stehender]
Geschlechtsname der Römer, z. B. Gaius Julius Caesar); N. instrumenti
[- mstrumenti] (Sprachw.; von einem Verb abgeleitetes
Substantiv, das ein Gerät oder Werkzeug, das Mittel einer
Tätigkeit bezeichnet. z.B. „Bohrer44 zu „bohren44); N.
proprium [- pro.prium] <PI. Nomina propria) (Sprachw.):
svw. t Eigenname. 2. deklinierbares Wort, das weder
Pronomen noch Artikel ist (zusammenfassende Bezeichnung für
Substantiv u. Adjektiv); nomen est amen [- est o:mdn;
lat.] (bildungsspr.): der Name deutet schon darauf hin. legt
das nahe: Rolf Bäcker hat inzwischen - n. est o. - eine
Stelle in einer Brotfabrik angetreten; Nomenklator [nomen-
kla.tor. auch: ...to:g], der; -s. -en [...kla'toran; lat. nömen-
clätor = Namennenner] (Wissensch.): svw. tNomenklatur
(b); nomenkbtorbch [nomenkla'tOTiÜ <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.) (Wissensch.): eine Nomenklatur betreffend;
im Hinblick auf eine Nomenklatur: diese Schreibung ist
n. festgelegt; Nomenklatur [nomenkla'tu:?]. die; -. -en [lat.
nömenclätüra = Namenverzeichnis] (Wissensch.): a)
System der Namen u. Fachbezeichnungen, die für ein
bestimmtes Fachgebiet, einen bestimmten Wissenschaftszweig o. ä.
[allgemeine] Gültigkeit haben: eine international
verbindliche N.; die N. der Chemie; U die N. (der Sprachgebrauch)
des Klassenkampfs; b) Verzeichnis der für ein bestimmtes
Fachgebiet, einen bestimmten Wissenschaftszweig gültigen
Namen u. Bezeichnungen: in einer N. nachschlagen;
Nomina: PI. von tNomen; nominal [nominal] <Adj.; o. Steig.)
[frz. nominal < lat. nöminälis = zum Namen gehörig,
namentlich]: l.a) (Sprachw.) das Nomen (2) betreffend,
zur Wortart Nomen gehörend; b) svw. T substantivisch: -er
Stil (tNominalstil). 2. (Wirtsch.) dem Nennwert nach,
zahlenmäßig (Ggs.: real 3): -e Lohnerhöhungen.
Nominal-: Mibstraktum, das (Sprachw.): von einem Nomen
(2) abgeleitetes Abstraktum (2) (z.B. „Schwärze44 zu
„schwarz44); -betrag, der: svw. tNennbetrag; -definition,
die (Philos.): Angabe der Bedeutung eines Wortes, einer
Bezeichnung (Ggs.: Realdefinition); hinkommen, das
(Wirtsch.): (in Form einer bestimmten Summe angegebenes)
Einkommen, dessen Höhe allein nichts über seine Kaufkraft
aussagt (Ggs.: Realeinkommen); -form, die (Sprachw.):
infinite Form eines Verbs (z. B. erwachend); -kapital, das
(Wirtsch.): a) Grundkapital einer Aktiengesellschaft; b)
Stammkapital einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung;
-kompositum, das (Sprachw.): Kompositum, dessen Glieder
aus Nomina (2) bestehen (z. B. Wassereimer, wasserscheu);
-lohn, der (Wirtsch.): vgl. -einkommen; -phrase, die
(Sprachw.): Wortgruppe in einem Satz mit einem Nomen
(2) als Kernglied; syntaktische Konstituente, die aus einem
[von weiteren Elementen modifizierten] Nomen (2) besteht;
-präfix, das (Sprachw.): Präfix, das vor ein Nomen (2)
tritt (z. B. Ur-. ur- in Urbild, uralt); -satz, der (Sprachw.):
a) aus einem od, mehreren Nomina bestehender Satz ohne
Verb (z. B. Viel Feind', viel Ehr1!); b) Satz, dessen Prädikat
aus Kopula (b) u. Prädikatsnomen besteht (z. B. er ist Bäk-
ker); --Stil, der <o. PI.) (Sprachw.): sprachlicher Stil, der
durch eine I als unschön empfundene] Häufung von
Substantiven [die von Verben abgeleitet sind] gekennzeichnet ist;
Mvert, der (Wirtsch.): svw. TNennwert.
nominalisieren [nominali'zi:ran] <sw. V.; hat) [zu
tnominal (1)] (Sprachw.): I. substantivieren. 2. einen
ganzen Satz in eine Nominalphrase verwandeln (z. B. der
Hund bellt - das Bellen des Hundes); <Abl.:> Nominalisk-
rung. die; -, -en: (Sprachw.): das Nominalisieren (1. 2);
Nominalismus [...'lismos], der; -: 1. (Philos.)
Denkrichtung, nach der die Begriffe nur als Neunen, Bezeichnungen
für einzelne Erscheinungen der Wirklichkeit fungieren, d. h.
als Allgemeinhegriffe nur im Denken existieren //. keine
Entsprechungen in der Realität haben (Ggs.:
Realismus 3). 2. (Wirtsch.) volkswirtschaftliche Theorie, nach
der das Geld einen Wert nur symbolisiert (Ggs.:
Metallismus); Nominalist [nomina'hst]. der; -en. -en: I. (Philos.)
Vertreter des Nominalismus (1). 2. (Wirtsch.) Vertreter
des Nominalismus (2); nominaljstisch <Adj.; o. Steig.): zum
Nominalismus (1.2) gehörend, ihn betreffend; Nomination
[nomina't£jp:n]. die; -. -en [lat. nöminätio = Benennung]:
a) (kath. Kirchenrecht) Ernennung eines bischöflichen
Beamten;, b) (hist.) Benennung eines Bewerbers für ein Bi-
schirfsamt (durch eine Landesregierung); c) (selten) svw.
tNominierung; Nominativ ['no:minati:fl, der; -s. -e [...i:va;
spätlat. (casus) nöminätlvus = zur Nennung gehörender
Fall)] (Sprachw.): I. <o. PI.) Kasus, in dem vor allem die
den Kern eines grammatischen Subjekts bildenden deklinier-
119'
1891
nominativisch
baren Wörter stehen u. dessen / singularische / Formen als
Grundformen der deklinierbaren Wörter gelten; Werfall,
erster Fall: das Substantiv steht im N. [Plural]; Abk.:
Nom. 2. Wort, das im Nominativ (1) steht: der Satz enthält
zwei -e; ..er" ist [ein] N. [Singular]; absoluter N. (außerhalb
eines syntaktischen Gefuges stehender, nur etwas nennender
Nominativ); <Abl.:> ngminativiflch [...vif] <Adj.; o. Steig.;
nicht präd.) (Sprachw.): den Nominativ betreffend; im
Nominativ stehend; nominell [nominell <Adj.; o. Steig.; nicht
präd.) [mit französierender Endung zu frz. nominal,
tnominal]: 1. (bildungsspr.) [nur] dem Namen nach [bestehend,
vorhanden]; [nur] auf dem Papier [stehend]; nach außen
hin zwar so bezeichnet, so angegeben, aber nicht wirklich:
der Verein hat 200 -e Mitglieder; n. ist er nur Berater
des Präsidenten. 2. (Wirtsch.) svw. tnominal (2);
nominieren [nomi'ni.ran] <sw. V.; hat) [lat. nöminäre = (be)nen-
nen]: (als Kandidaten bei einer Wahl, als Anwärter auf
ein Amt. als Teilnehmer an einem Wettkampf o. ä.)
bestimmen, benennen: jmdn. [als Kandidaten] für eine Wahl n.;
jmdn. zu einer Wahl n.; einen Nachfolger n.; einen
Fußballspieler [für ein Spiel] n. (Sport; aufstellen): eine Mannschaft
n. (Sport; die Aufstellung einer Mannschaft verbindlich
festsetzen): <Abl.:> Noroinjenmg, die; -. -en: a) das Nominieren;
b) das Nominiertwerden.
Nomogr^mm [nomo], das; -s; -e [zu TNomos u. t-gramm]
(Math.): Schaubild. Zeichnung als Hilfsmittel zum
graphischen Rechnen: ein N. aufstellen, zeichnen; Noraographk
[nomo-]. die; -. -n [...i:an: t-graphie] (Math.): Teilgebiet
der Mathematik, das die verschiedenen Verfahren zur
Aufstellung von Nomogrammen u. deren Anwendung zum
Gegenstand hat: <Abl.:> nomomphisdi [nomo-] <Adj.; o. Steig.)
(Math.): zur Nomographie gehörend, sie betreffend: mit
den Mitteln der Nomographie: -e Darstellung; eine
Gleichung n. lösen; Nomokratie [...kra'ti:]. die; -. -n [...i:an;
zu griech. krateln = herrschenI (jur.): Ausübung der Macht
nur im Namen der Gesetze; Nomos [nomosl. der; -. Nomoi
[...m^y; griech. nomos]: 1. (Philos.) menschliche Ordnung,
von Menschen gesetztes Recht (im Unterschied zum
Naturrecht, göttlichen Recht). 2. (Musik) nach festen,
ursprünglich für kultische Zwecke entwickelten Modellen. Regeln
komponierte / gesungene] Weise der altgriechischen Musik:
nomosyntykttsdi <Adj.; o. Steig.); Nomosyntax, die; -
(Sprachwiss.): Syntax des Inhalts eines Satzes (Ggs.: Mor-
phosyntax); nomothetisch [nomo'te:tif] <Adj.; o. Steig.)
[zu griech. thetikös = bestimmend] (Wissenschaftstheorie):
(von wissenschaftlichen Aussagen) auf die Aufstellung von
Gesetzen, auf die Auffindung von Gesetzmäßigkeiten zieletul.
Non[no:n].die; -. -en: svw. TNone (1); Nonagon [nonago:n].
das; -s. -e [zu lat. nönus = der neunte u. griech. gönia
= Winkel] (Math.): Neuneck; nonagonal [...gona.l] <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.): von der Form eines Notiagons.
Non-book [nonbuk], das; -s. -s [zu engl.-amerik. non book
= kein Buch (seiend)]: svw. TNon-book-Artikel; Non-
book-Abteilung, die; -, -en: einer Buchhandlung
angeschlossene Abteilung, in der Non-book-Artikel verkauft werden;
Non-book-Artikel, der; -s. - <meist PL): in einer
Buchhandlung angebotener Artikel, der kein Buch ist (z. B. Spiele,
Schallplatten).
Nonchalance [nÖJa'läs], die; - [frz. nonchalance. t
nonchalant] (bildungsspr.): selbstgefällige [liebenswürdige j
Lässigkeit. Ungezwungenheit. Unbekümmertheit: jmdm. mit
gemachter, gespielter N. entgegentreten; ich bemühte mich
um eine graziöse N. (veraltend; spielerisch-elegante
Leichtigkeit; Genet [Übers.]. Miracle 78); nonchalant [nöjalä:;
bei attr. Gebrauch: nöja'lant...] <Adj.; -er, -este) [frz.
nonchalant, aus: non- = nicht- u. (a)frz. chalant, 1. Part,
von: chaloir < lat. calere = sich erwärmen für jmdn..
etw.] (bildungsspr.): /liebenswürdig] ungezwungen,
unbekümmert, lässig: mit -er Gebärde. Gelassenheit; mit -em
Lächeln; n. über etw. hinweggehen.
None ['no-.nal. die; -. -n [1: mlat. nona < lat. nöna (höra)
= die 9. Stunde; 2: lat. nönus = der neunte]: 1. (kath.
Kirche) Höre (a) des Stundengebets (um 15 l/ArJ.2.(Musik)
a) der neunte Ton einer diatonischen Tonleiter; b) Intervall
von neun diatonischen Tonstufen; Nonen ['no:nanl <PI.) [lat.
Nönae (dies)]: im altrömischen Kalender der neunte Tag
vor den Iden; Ngnenakkord, der; -[e]s, -e [zu TNone (2)]
(Musik), aus vier Terzen bestehetuler Akkord; Nonett
[no'nct], das; -s. -e [ital. nonetto. zu: nono = der neunte,
geb. nach t Duett, Quartett] (Musik): a) Komposition für
neun Soloinstrumente: ein N. spielen, schreiben; b) aus
neun Instrumentalsolisten bestehemies Ensemble.
Non-fiction[non'fikjsn].das;-s,-s[engl.-amerik.non fiction
= nicht Erdachtes] (bildungsspr.): Sach- od. Fachbuch.
nonfiaurativ [nonflgura'ti.f. auch: no:n-; aus lat. non =
nicht u. tfigurativ] <AdJ.; o. Steig.) (bild. Kunst): nicht
gegenständlich, gegenstandslos (2).
Non-food-Abteiking [nDnfu:d-], die; -. -en [engl, non food
= nicht Lebensmittel]: Abteilung in einem vorwiegend auf
Lebensmittel ausgerichteten Supermarkt, in der Non-food-
Artikel angeboten werden; Non-food-Artikel, der; -s. -
<meist PI.): in einer Abteilung eines vorwiegend auf
Lebensmittel ausgerichteten Supermarkts angebotener Artikel, der
nicht zur Kategorie der Lebensmittel gehört (z. B.
Elektrogerät); Non-ftfods <PI.>: svw. tNon-food-Artikel.
non-iron usw. [nanaön]: svw. tno iron usw.
Nonhis [no:niüs]. der; -. Nonien [...pn]. auch: -se [nach
dem latinis. Namen des port. Mathematikers P. Nunes
(1492-1578)] (Technik): verschiebbarer zusätzlicher Meß-
stab (z.B. an Schieblehren o.a.). der das Ablesen von
Bruchteilen der Einheiten des eigentlichen Meßstabes ermöglicht.
Nonkonformismus [non-. auch: no:n-]. der; - [engl.noncon-
formism] (bildungsspr.): Haltung, die dadurch
gekennzeichnet ist. daß jmd. in seinen Auffassungen. Anschauungen,
in seiner Einstellung unabhängig von der herrschenden
Meinung ist. sich nicht den bestehenden Verhältnissen anpaßt
(Ggs.: Konformismus): politischer, künstlerischer,
weltanschaulicher, religiöser N.; Nonkonformjst [non-. auch:
no:n-]. der; -en. -en [2: engl, nonconformist]: 1.
(bildungsspr.) jmd.. der sich nicht konformistisch (1 a) verhält
(Ggs.: Konformist 1). 2. Anhänger einer der britischen
protestantischen Kirchen, die die (anglikanische)
Staatskirche ablehnen (Ggs.: Konformist 2); nonkonformjstisch
<Adj.) (Ggs.: konformistisch): 1. (bildungsspr.) a) den
Nonkonformismus (1) betreffend, auf ihm beruhend, zu ihm
gehörend: -e Politik; b) als Nonkonf(yrmist (1) denkend,
handelnd: -e Politiker; sich n. verhalten. 2.a) nicht im
Sinne der britischen (anglikanischen) Staatskirche: -e
Schriften; b) als Notikonformist (2) denkend, handelnd: -e
Geistliche; Nonkonformitit [non-. auch: no:n-J. die; -
(bildungsspr.): Eigenschaft. Beschaffenheit. Zustand, der darin
besteht, doli etw.. jmd. nicht angepaßt ist. (mit etw., jmdm.)
nicht übereinstimmt, harmoniert (Ggs.: Konformität).
non multa, sed muitum [no:n multa zet 'moltum]: svw.
tmuJtum. non multa.
Nömchen [noen^n]. das; -s. -: tNonne (1); Nonne ['nana],
die; -. -n [mhd. nonne. nunne. ahd. nunna < kirchenlat.
nonna < spät lat. nonna = Amme; 2: die Färbung erinnert
an die Tracht einer Nonne]: 1. Angehörige eines religiösen
Frauenordens; Klosterfrau: Nonne werden, sein; wie eine
N. (zurückgezogen, keusch) leben. 2. Nachtfalter mit
grauen Hinterflügeln u. weißlichen, schwarzgemusterten
Vorderflügeln (dessen stark behaarte Raupen als Forstschädlinge
auftreten). 3. (Bauw.) rinnenförmig nach unten gewölbter
Dachziegel, der in Verbindung mit entgegengesetzt
gewölbten Ziegeln (Mönchen 2) verwendet wird.
N<?nnen-: ^dhor. der: (in Klosterkirchen) Raum auf der
Empore, von dem aus die Nonnen des Klosters den
Gottesdiensten beiwohnen; ^fiirz, der, -fürzchen [...fYrtßcan]. das;
-s. - (landsch. salopp): (in unterschiedlicher Form
hergestelltes) Schmalzgebackenes aus Hefeteig (eine Art Krapfen);
-kloster, das; M>nien, der: svw. t Frauenorden; -schule,
die (ugs.): [MädchenJschule, an der Nonnen unterrichten;
-tracht, die; -zieael, der (Bauw.): svw. tNonne (3).
npnnenhaft <AdJ.; -er. -este) (selten): einer Nonne ähnlich.
non ölet [no:n o:let; lat.; vgl. Geld (1)] (bildungsspr.):
zynischer Ausspruch, der besagt, daß es dem Geld nicht
anzusehen ist. wie es erworben wurde.
Nonpareille [nÖpare:j]. die; - [frz. nonpareille = die
Unvergleichliche, zu: non = nicht, un- u. pareil = gleich,
ähnlich]: 1. kleine, farbige Zuckerkörner zum Bestreuen von
Backwerk o.a. 2. (Druckw.) Schriftgrad von 6 Punkt.
Nonplusultra [nanplus'lultra. auch: non-]. das; - [lat. nön
plus ultra = nicht noch weiter] (bildungsspr.. oft scherzh.
od. spött.): erw.. was nicht besser sein könnte, als es ist;
etw. Unübertreffliches, nicht Verbesserbares: dieser
Korkenzieher ist auch [noch] nicht das N.
Nonproliferation [nonproulifa'reüan]. die; - [engl.-amerik.
nonproliferation. aus: non = nicht u. proliferation =
(schnelle) Verbreitung] (Politik): Nichtweitergabe von
1892
nord-, Nord-
Atomwaffen od. Mitteln zu deren Herstellung an Länder,
die selbst keine Atomwaffen entwickelt haben. Vgl.
Proliferatron.
non schöbe, sed vitae discimus [no:n s<;o:ie zet vi:te dis-
tßimos. auch: - sko:le - - -; lat. = nicht für die Schule,
sondern für das Leben lernen wir] (bildungsspr.): was man
lernt, lernt man für sich selbst, zu seinem eigenen Nutzen.
Nonsens ['nanzcnsl. der; -. auch: -es [engl, nonsense, aus:
non = nicht, un- u. sense = Sinn] (bildungsspr.
abwertend): etw., was unsinnig, unlogisch, absurd /und deshalb
ärgerlich] ist: das ist doch purer, reiner, absoluter N.;
N. reden, schreiben; <Zus.:> Npnsensdkhtung, die (Litera-
turw.): Dichtung, deren [erheiternde, witzige] Wirkung
darauf beruht, daß die ausgedrückten Inhalte absurd, paradox,
widersinnig, unlogisch sind: Ngnscnsvers, der <meist PI.)
(Literaturw.): vgl. Nonsensdichtung.
nonstop [nonstop, auch: nonstop] <Adv.> [engl.]: ohne
Unterbrechung, Pause: das Kino spielt n.; n. (ohne
Zwischenlandung) fliegen; n. nach Tokio: Nonstop [-] in der Fügung
im N. (nonstop): die Gesellschaft fliegt im N. nach New
York; im N. zehn Tumiertänze (MM 14. 3. 74.12); <Zus.:>
Nonstopflug, der; NonstQpkino, das: Kino, in dem ohne
Pause Filme gezeigt werden u. in das man jederzeit
eingelassen wird.
non tanto [no:n tanto] [ital.] (Musik): svw. tma non tanto;
non troppo [no:n tropo] [ital.] (Musik): svw. tma non
troppo.
Nonvaleur [növa'lo:^]. der; -s. -s [frz. non-valeur. aus: non
= nicht, un- u. valeur = Wert]: 1. (Wirtsch.) a) [fast]
wertloses Wertpapier: b) Investition, die keinen Ertrag
abwirft. 2. (bildungsspr. veraltend) a) <P1. auch -e>
(abwertend) unfähiger Mensch, Versager; b) etwas Wertloses,
Unnützes: sich auf schöne Worte verlassen, die sich später
als -s herausstellen (MM 30. II. 68, 22).
nonverbal [non-, auch: no:n-] <Adj.; o. Steig.) [aus lat. non
= nicht u. t verbal] (Fachspr.): nicht mit Hilfe der Sprache,
sondern durch Gestik, Mimik od. optische Zeichen vermittelt
(z. B. von Injormationen): nichtverbal.
noogen [noo'ge.n] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [zu griech.
noüs (in Zus. noo-) = Geist; Gedanke u. t-gen] (Psych.):
(von Neurosen) ein geistiges Problem, eine existentielle
Krise o.a. zur Ursache habend; Noologie [noolo'gi:]. die;
- [t -logie] (Philos.): philosophische Lehre, die eine
selbständige, von materiellen u. psychischen Momenten unabhängige
Existenz des Geistes annimmt; noolggisch <Adj.; o. Steig.)
(Philos.): die Noologie betreffend.
Noor [no:^], das; -[e]s. -e [dän. nor. zu: narv = Narbe,
Vertiefung] (nordd.): mit dem Meer, einer Meeresbucht
verbundenes kleineres Gewässer; Haff
Noppe ['nana], die; -. -n (meist PI.) [spätmhd.. mniederd.
noppe = Knötchen im Gewebe, Wollflocke]: 1. Knoten,
knotenartige Verdickung in einem Faden, Garn, Gewebe:
-n stricken, häkeln; eine gewebte Decke mit dekorativen
-n. 2. höckerartige o.a. Erhebung auf einer Oberfläche:
die Gummimatte hat an der Unterseite -n; Glas mit
dekorativen -n; ein Tischtennisschläger mit -n; Npppeisen, das;
-s, - [zu tnoppen] (Textilind.): pinzettenartiges Werkzeug
zum Entfernen von Noppen (I) aus Geweben; noppen
I'nDpn] <st. V.; hat) [a: spätmhd. noppenl (Fachspr.): a)
(Gewebe) von Noppen befreien, Noppen auszupfen: einen
Stoff n.; b) (Garn o.a.) mit Noppen versehen: ein Garn
beim Spinnen n.; ein genoppter Wollfaden. Pullover.
Npppen- (Textilind.): -garn, das; -gewebe, das: mit Noppen
(1) versehenes Gewebe; -glas, das: mit Noppen (2)
versehenes Glas (1); -stoff, der; -Streichgarn, das; -tweed, der;
^zwirn, der.
noppig [nopic] <Adj.; nicht adv.) [zu tNoppe] (Textilind.):
mit [vielen] Noppen (1,2) versehen; NQppzange, die [zu
tnoppen] (Textilind.): svw. tNoppe/sen.
Nor [no:^]. das; -s QCurzf. von Noricum = röm. Provinz
in den Ostalpen] (Geol.): Stufe der oberen Trias.
Nördien ['no-.gqan], das; -s. - [zu tnören] (nordwestd.):
svw. tNickerchen.
Nord [nort], der; -[e]s. -e [mhd. nort. ahd. nord. urspr.
= weiter nach unten (Gelegenes)] (Ggs.: Süd): 1. <o. PL;
unflekt.; o. Art.) a) (bes. Seemannsspr.. Met.) svw.
tNorden (I) (gewöhnlich in Verbindung mit einer Präp.): nach
N.; der Wind kommt aus/von N.; Menschen aus N. und
Süd; b) (nachgestellte nähere Bestimmung bei
geographischen Namen o.a.) als Bezeichnung des nördlichen Teils
od. zur Kennzeichnung der nördlichen Lage. Richtung:
Fabriktor N.; die Autobahnausfahrt Frankfurt-N.; Abk.:
N. 2. <PI. selten) (Seemannsspr.. dichter.) svw. t Nordwind:
es wehte ein eisiger N.
nQrd-, N^nd-: -deutsch <Adj.>: a) (nicht adv.) zu
Norddeutschland gehörend, aus Norddeutschland stammend,
kommend: die -e Bevölkerung. Landschaft; -e Mundarten; b)
für Norddeutschland, die Norddeutschen charakteristisch:
er sprach mit -em Akzent; -eingang, der; -fcnster,
das: an der Nordseite eines Gebäudes gelegenes Fenster;
-flanke, die: vgl. ^seite: an der N. des Hochs strömt
kalte Meeresluft ein; -flügel, der: nördlicher Flügel eines
Gebäudes; -grenze, die: Grenze nach Norden; -halbkugel,
die: nördliche Hälfte der Erde; -hang, der: nördlicher Hang
(eines Berges o.a.); -küste, die: -land, das <PI. -länder:
meist PI.) (selten): nördliches, bes. skandinavisches Land;
Gebiet im Norden: Norwegen und andere Nordländer,
dazu: -länder [-lende], der. -landfahrt, die, -ländisch <Adj.;
o. Steig.), -landrefee, die: vgl. -landfahrt; -licht, das <PI.
-lichter) [I: LÜ von dän., norw. nordlys]: 1. im Norden
auftretendes Polarlicht. 2. (iron., oft abschätzig; aus
süddeutscher, bes. bayrischer Sicht) aus Norddeutschland
stammende /die eigene Bedeutung, die eigenen Fähigkeiten
überschätzende] Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, bes. der
Politik [die sich überflüssigerweise, ärgerlicherweise in
Süddeutschland od. auf nationaler Ebene betätigt]: süddeutsche
Separatisten fürchten zuviel -er im ersten Kanal (Spiegel
51, 1976. 92); -nordost [--'-]. der: 1. <o. PL; unfleki.;
o. Art.) (Seemannsspr.. Met.) (gewöhnlich in Verbindung
mit einer Präp.) svw. ? Nordosten; Abk.: NNO 2. <PI.
selten) (Seemannsspr.) vgl. Nord (2); -nordosten [--'--].
der <meist o. Art.) (gewöhnlich in Verbindung mit einer
Präp.): Richtung zwischen Norden u. Nordosten; Abk.:
NNO; -nordwest [--'-], der: 1. <o. PI.; unflekt.; o. Art.)
(Seemannsspr.. Met.) (gew. in Verbindung mit einer
Präp.) svw. T^nordwesten; Abk.: NNW 2. <PI. selten)
(Seemannsspr.) vgl. Nord (2): -nonhvesten [- -'--]. der
<meist o. Art.) (gewöhnlich in Verbindung mit einer
Präposition): Richtung zwischen Norden u. Nordwesten: Abk.:
NNW; -ost [-'-I. der: 1. <o. PL; unflekt.; o. Art.) a) (bes.
Seemannsspr.. Met.) svw. tNordosten (1) (gewöhnlich in
Verbindung mit einer Präp.); b) (als nachgestellte nähere
Bestimmung vor allem bei geographischen Namen) vgl.
Nord (1 b); Abk.: NO 2. <P1. selten) (Seemannsspr..
dichter.) vgl. Nord (2); -osten [-'—], der: 1. (meist o. Art.)
(gewöhnlich in Verbindung mit einer Präp.) Richtung
zwischen Norden u. Osten; Abk.: NO 2. vgl. Norden (2a);
-östlich [-'--]: I. <Adj.; o. Steig.) vgl. nördlich (1 I.
2). IL <Präp. mit Gen.) vgl. nördlich (11); -Ostwind [-'--].
der: vgl. ^wind; ^poL der: 1. nördlicher Pol eines Planeten,
bes. der Erde, der Himmelskugel (I): eine Expedition zum
N. 2. Pol eines Magneten, der das natürliche Bestreben
hat, sich nach Norden auszurichten; -polarland [----1.
das <PI. ...länder; meist PL): im Bereich des Nordpols
liegendes Land, arktisches Land; -polarstem [----I, der: svw.
t Polarstem; -polexpedition, die: Expedition, deren Ziel der
Nordpol ist; -punkt, der (Geogr.): in exakt nördlicher
Richtung liegender (gedachter) Punkt am Horizont; -rand, der:
nördlicher Rand (bes. eines Gebietes, eines Gebirges, einer
Stadt): am N. der Alpen; -seegarnele, die: (in Deutschland
bes. von der Nordsee her bekannte) kleine Garnele;{Granat;
-seekrabbe, die: svw. T ^seegarnele; -seite, die, dazu: ^sei-
tig <Adj.; o. Steig.; nicht präd.): an, auf der Nordseite
Igelegen, befindlich]: die -en Zimmer des Hauses; -spitze,
die: nördliche Spitze (bes. einer Insel); -Stern, der: svw.
t Polarstem; -Syd-Dialog, der (mit Bindestrichen) <o. PI.)
(Politik): Versuch des Ausgleichs u. das Streben nach
Entschärfung des Nord-Süd-Konflikts; -Süd-Gefälle, das (mit
Bindestrichen) <o. PI.) (Politik): wirtschaftliches Gefälle
(2) zwischen den Industriestaaten (auf der nördlichen
Halbkugel) u. den Entwicklungsländern (auf der südlichen
Halbkugel); -Syd-Konilikt, der (m/t Bindestrichen) (Politik):
Gegensätze, die sich aus dem wirtschaftlich-sozialen u.
politisch-kulturellen Gefälle zwischen den Industriestaaten der
nördlichen Halbkugel der Erde einerseits u. den
afroasiatischen u. südamerikanischen Entwicklungsländern
andererseits ergeben haben; -südlich <Adj.; o. Steig.): von Norden
nach Süden [verlaufend]: in -er Richtung; -sydrichtung,
die: nordsüdliche Richtung: in N. verlaufen; Mifer, das:
nördliches Ufer; -wand, die: nördliche Wand (z. B. eines
1893
norden
Gebäudes. Berges): -wärts <Adv.> [T-wärts]: a) in
nördliche/rj Richtung, nach Norden: n. ziehen, fahren, blicken;
b) (selten) im Norden: n. [am Horizont] wetterleuchtete
es; Mvest [--I. der: 1. <o. PL; unflekt.; o. Art.) a) (bes.
Seemannsspr.. Met.) svw. TNordwesten (1) (gewöhnlich
in Verbindung mit einer Präp.); b) (als nachgestellte nähere
Bestimmung vor allem bei geographischen Namen) vgl.
Nord (1 b): Abk.: NW 2. <P1. selten) (Seemannsspr..
dichter.) vgl. Nord (2); -westen [-'—]. der: 1. (meist o. Art.)
(gewöhnlich in Verbindung mit einer Präp.) Richtung
zwischen Norden u. Westen: Abk.: NW 2. vgl. Norden (2a);
-westlich [-'—1: I. <Adj.; o. Steig.) vgl. nördlich (I 1.
2). IL <Präp. mit Gen.) vgl. nördlich (II); -westwind
[---], der: vgl. ^wind; -wind, der: aus Norden wehender
Wind: -zimmer, das: vgl. -fenster.
norden [nordn] <sw. V.; hat) (selten): nach Norden
ausrichten: Norden [-], der; -s Imhd. norden, ahd. nordan): 1.
<meist o. Art.) Himmelsrichtung, die dem Süden
entgegengesetzt ist (gewöhnlich in Verbindung mit einer Präp.; Ggs.:
Süden): wo ist N.?; im N. zieht ein Gewitter auf; nach
N. fahren; Abk.: N 2.a) gegen Norden (1). im Norden
gelegener Bereich, Teil (eines Landes. Gebiets, einer Stadt
o.a.): der N. des Landes; im N. der Stadt; im N.
Frankfurts; b) das Gebiet der nördlichen Länder, der nördliche
Bereich der Erde, bes. Skandinavien: der N. hat ein rauhes
Klima; die Länder des -s; er kommt aus dem N.; der
hohe, höchste N. (die weit nördlich gelegenen Gebiete der
Erde): Nordersonne [nordB-l. die [Lu von niederl. norder-
zon] (Seemannsspr.): svw. t Mitternachtssonne; nordisch
[nordtf] <Adj.; nicht adv.): I. zum Norden (2b). bes. zu
Skandinavien gehörend, von dort kommend, stammend: die
-en Völker. Länder; die -en Sprachen (Norwegisch,
Schwedisch, Dänisch, Isländisch): die -en Sagen. Mythen. 2.a)
(Völkerk.) einem Menschentypus angehörend, entsprechend,
der bes. in Nordeuropa lebt u. für den schlanker, hoher
Wuchs, schmales Gesicht, gerade Nase, blotide Haare u.
blaue Augen typisch sind: -er Typus; ich wäre ostbaltisch,
hat der Lehrer immer gesagt .... nicht n. (Kempowski.
Immer 46); b) (ns.) svw. tarisch (2); Nordist [nor'dist],
der; -en. -en: Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nordistik:
jmd.. der Nordistik studiert [hat]: er ist N.; Nordptik,
die; -: Wissenschaft, die die nordischen Sprachen u.
Literaturen zum Gegenstatidhat: N. studieren; nördlich [noertlic]:
I. <Adj.) (Ggs.: südlich) 1. im Norden (1) gelegen: die
-eGrenze; der-ste Punkt Europas; die -e Halbkugel.
Hemisphäre; das -e Italien (der nördliche Teil Italiens): am
-en Himmel (am Himmel in Nordrichtung): weiter n.; 60°,
das ist schon sehr [weit] n.; <in Verbindung mit ..von":)
n. von Köln; A liegt 25 km n. von B. 2.a) nach Norden
(I) gerichtet, dem Norden zugewandt: in -er Richtung; einen
-[er]en Kurs einschlagen; b) aus Norden (1) kommend: -e
Winde. 3. (selten) a) (nicht adv.) zum Norden (2 b)
gehörend, aus ihm stammend: die -en Völker. Länder; eine
-e Vegetation; b) für den Norden (2 b). seine Bewohner
charakteristisch: ein kühles, -es Temperament; die eher
dicke, ungefüge und -e Gestalt des Herrn Archilochos
(Dürrenmatt. Grieche 16); die Landschaft wirkt sehr n.
II. <Präp. mit Gen.) nördlich von: weiter im, gegen Norden
lgelegen] ö/.s(Ggs.: südlich): [20 km] n. der Grenze. Stadt;
n. Hamburgs (selten; nördlich von Hamburg).
nören [n0:ren] <sw. V.; hat) [zusgez. aus rhein. *n Öhrche
(schlafen) = von od. bis 1 Uhr mittags eine Stunde
schlafen] (nordwestd.): kurze Zeit zwischendurch leicht schlafen.
Nörgelei [ncerge'Uy], die; -. -en (abwertend): I. <o. PL)
I dauerndes) Nörgeln: seine ewige N. geht allei} auf die
Nerven. 2. nörgelnde Äußerung, Bemerkung o.a.: Keine
hämischen Bemerkungen, keine ... -en (Bredel. Väter 284);
Nörgelfritze, der [t-fritze] (ugs. abwertend): jmd., der
dauernd nörgelt: Nörgler: nörgelig, nörglig [ncergteMufl
<Adj.) (abwertend): zu dauerndem Nörgeln neigend: ein
-er Mensch; n. sein; nörgeln[ncerglnl<sw. V.; hat)
(abwertend): mit nichts zufrieden sein u. an Dingen u. Menschen
dauernd griesgrämig w. kleinlich Kritik üben: an jmdm..
an allem, über alles n.; er kann nichts als n.; eine ewig
aufgebrachte, nörgelnde, quengelnde Stimme (K. Mann,
Wendepunkt 317): Nörgler [naerglB]. der; -s, - (abwertend):
jmd.. der dauernd nörgelt: Nörglerin, die; -. -nen: w. Form
zu t Nörgler; nörglerisch <Adj.); nörglig: t nörgelig.
Norm [narm], die; -. -en [mhd. norme < lat. nörma =
Winkelmaß; Regel]: 1. (meist PI.) allgemein anerkannte.
als verbindlich geltende Regel: Richtschnur. Maßstab /für
das Zusammenleben der Menschen]: ethische, moralische,
verbindliche -en; Der Wunsch. ..wer zu sein". ... wird ...
nicht mehr innerhalb der gesellschaftlichen -en realisiert
(Ossowski. Bewährung 17). 2. eigentlich üblicher,
erwartungsgemäßer Zustand, eigentlich übliche erwartungsgemäße
Beschaffenheit, Größe o. ä.; Durchschnitt: in der
Körpergröße we/cht er von der N. ab. 3. (meist Sg.) a) festgesetzte,
vom Arbeitnehmer geforderte Arbeitsleistung: die N.
erfüllen, übererfüllen, erreichen, erhöhen, senken; b) (DDR)
als Richtwert geltendes festgelegtes Maß des für die
Produktion von Gütern notwendigen Aufwands an Arbeit. Material
u. Arbeitsmitteln. 4. (Sport) (von einem Sportverband) als
Voraussetzung zur Teilnahme an einem Wettkampf
vorgeschriebene Mindestleistung: die N. liegt bei 7.8 Se"k. 5.
(in Wirtschaft. Industrie. Technik. Wissenschaft)
Vorschrift. Regel. Richtlinie o. ä. für die Herstellung von Pro-
dukten. die Durchführung von Verfahren, die Anwendung
von Fachtermini o.a.: technische-en; ftiretw. -en festsetzen,
aufstellen; -en veröffentlichen; etw. entspricht einer N.;
etw. nach einer N. herstellen. 6. (Buchw.) klein auf den
unteren Rand der ersten Seite eines Druckbogens gedruckter
Titel lu. Verfassername/ des betreffenden Buches /in
verkürzter od. verschlüsselter Form].
norm-. Norm-: -abweichung, die; -blatt, das: (vom
Deutschen Institut jür Normutig herausgegebenes) Verzeichnis
mit normativen Festlegungen (z. B. im Hinblick auf Größen
u. a. in der Technik); -druck, der (Physik. Technik):
festgelegter .für den Normzustand kennzeichnender Druck: ^erfiil-
lung, die; -erhöhung, die: Erhöhung einer Norm (3);
^gerecht < Adj.); -stunde, die: Normzeit von einer Stunde: ^tem-
peratur, die (Physik, Technik): festgelegte, für den
Normzustand kennzeichnende Temperatur: -widrig <Adj.>: von einer
bestimmten Norm (1. 3). von der Norm abweichend, dazu:
-Widrigkeit, die; -zeit, die: festgelegte Zeit, innerhalb deren
ein Arbeitnehmer eine bestimmte Arbeit verrichten soll: die
N. überschreiten, die -en senken; die N. fiir d/esen
Arbeitsgang beträgt 10 Minuten; -zustand, der (Physik. Technik):
Zustandeines Stoffes unter bestimmten festgelegten
physikalischen Bedingungen (bes. bezüglich des Drucks und der
Temperatur).
normacid, normazid [normalst] <Adj.; o. Steig.) [zu f Norm
u. lat. acidus. t Azid...J (Med.): (bes. vom Magensaft) einen
normalen Säuregehalt aufweisend: <Abl.:> Normaciditöt,
Normazidität [nDrmatßidi't£:t]. die; - (Med.): (bes. vom
Magensaft) normaler Säuregehalt.
normal [nDr'ma:l] <Adj.) [lat. nörmälis = nach dem
Winkelmaß gemacht, zu: nörma = Winkelmaß; Regel. Norm]:
l.a) (nicht adv.) der Norm (2) entsprechend:
vorschriftsmäßig: ein -es Gewicht. Maß: eine -e Weite. Größe; eine
-e Funktion: der Puls ist n.; b) so [beschaffen, geartetj.
wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche. Richtige
vorstellt: so. wie es bisher üblich war. wie man es gewöhnt
ist: unter -en Umständen. Verhältnissen; dieser Zustand,
diese Reaktion ist nicht n.; diese Sache ist [ganz, völlig,
durchaus] n. verlaufen; das ist durchaus n.. daß die Post
so lange braucht. 2. in / geistiger] Entwicklung u. Wachstum
keine ins Auge fallende Abweichungen aufweisend: geistig
[u. körperlich] gesund: ein nicht ganz -es Kind; der Junge
ist absolut, [geistig] vollkommen n.; du bist wohl nicht
n.!; bist du noch n.? (ugs.; Ausrufe des Ärgers, der
Entrüstung über jmds. Verhalten o.a.)'. Normal [-], das; -s, -e:
1. (Fachspr.) ein mit besonderer Genauigkeit hergestellter
Malistab, der zur Kontrolle für andere verwendet wird. 2.
<o. Art.) ugs. kurz für t Normalbenzin: tanken Sie N.
oder Super?
normal-. Normal-: -auslage, die (Boxen): svw. T
Linksauslage; -bedingung,die (meist PI.) (Physik, Technik):
festgelegte physikalische Bedingung (z.B. Druck. Temperatur) für
einen bestimmten Zustand eines Stoffes: -benzin, das:
Benzin mit geringerer Klopffestigkeit, mit niedriger Oktanzahl:
-druck, der (Technik): vgl. -bedingung; -fall, der: das
gilt nur fiir den, im N.; -film, der: Film von 35mm Breite:
-form, die: 1. (Sport) Leistungsvermögen eines Sportlers,
einer Mannschaft, eines Spielers unter normalen Umständen.
1. (Math.) Form einer algebraischen Gleichung, bei der
der Koeffizient der höchsten Potenz der Unbekannten l ist:
-format, das: 1. vgl. -ausfuhrung. 2. (Fachspr.) Maß für
Länge. Höhe w. Breite nach DIN: -gewicht, das; -große,
die: vgl. ^gewicht; -höhe, die: 1. (Druckw.) im Schriftsatz
1894
Not
heute übliche genormte Höhe der Buchstaben. 2. (Fachspr.)
svw. Knüll; -hohenpunkt, der (Fachspr.): amtlich
festgelegter Punkt, auf den sich alle Höhenmessungen eines Staates
beziehen: Abk.: N. H.; ^Horizont, der (Fachspr.): Fläche
als Ausgangspunkt für Höhenmessungen: ^lösung, die
(Chemie): Lösung von Reagenzien, deren Konzentration ein
bestimmtes Verhältnis zwischen Lösungsmittel u. Reagenz
aufweist: Mnaß, das: 1. normales (1 b). übliches Maß. 2.
geeichtes Matt, nach dem die Maßeinheiten ausgerichtet sind:
^null, das (Geodäsie): festgelegte Höhe, auf die sich die
Höhentnessungen beziehen: Abk. NN, N.N.; ^nullpunkt,
der (selten): svw. Knüll; -profil, das (Bautechnik): a)
Querschnitt eines genormten Stücks aus Stahl: b)
Mindesthötie für einen Tunnel, eine Unterführung o.a.:
-schule, die (Schweiz): 1. pädagogische Hochschule. 2.
staatliches Lehrerseminar; -sichtig <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.>: nicht im Sehvermögen beeinträchtigt, dazu:
-sichtigkeit, die: -spur, die <o. PL): (für Mitteleuropa) einheitlich
festgelegte Weite der Spur der Eisenbahnschienen, dazu:
-spurig <Adj.; o. Steig.; nicht adv>: -temperatur, die:
vgl. ^gewicht; ^ton. der: 1. (Akustik) Ton mit bestimmter
Schwingungszahl u. konstanter Amplitude. 2. (Musik) svw.
t Kammerton; -uhr, die: 1. sehr genau gehende Uhr, deren
Zeitanzeige maßgebend für die Zeitanzeige anderer Uhren
ist. 2. auf Straßen u. Plätzen stehende elektrische Uhr.
die die jeweilige Ortszeit anzeigt; -Verbraucher, der: a)
jmd.. der eine durchschnittliche Menge von Konsumgütern
verbraucht; b) (leicht abwertend) jmd.. dessen [geistige]
Ansprüche nicht über den Durchschnitt hinausgehen; ^wert.
der; -zeit, die: für ein bestimmtes größeres Gebiet geltende
Einheitszeit; -zustand, der: 1. normaler (1 b) Zustand. 2.
(Fachspr.) Zustand unter Normalbedingungen.
Normale [nDrma:bl, die; -[n], -n (Math.): auf einer Ebene
od. Kurve in einem vorgegebenen Punkt errichtete
Senkrechte, Tangentenlot; normalerweise <Adv.>; Normalien
[nr>r'ma:lpn] <PI.>: 1. Grundformen; Regeln. Vorschriften.
2. (Technik) nach bestimmten Systemen vereinheitlichte
Bauelemente für den Bau von Formen u. Werkzeugen;
normalisieren [n:>rmali'zi:ron] <svv. V.; hat) [frz. normaliser]:
l.a) wieder normal gestalten: wir konnten die Beziehungen
n.; b) <n. + sich) wieder normal werden, wieder in einen
normalen Zustand zurückkehren: die Verhältnisse in der
zerstörten Stadt haben sich wieder normalisiert. 2.
(Chemie) eine Normallösung herstellen; <Abl. zu 1 .:>
Normalisierung, die; -. -en; Normalität, die; -: 1. normaler Zustand,
normale Beschaffenheit. 2. (selten) Vorschriftsmäßigkeit;
normativ [nDrmati:fl <Adj.; o. Steig.; nicht adv.>: (bil-
dungsspr.) als Richtschtiur. Norm dienend; eine Regel, einen
Maßstab für erw. darstellend, abgebend: die Entscheidungen
des höchsten Gerichtshofes haben für die Rechtsprechung
-e Bedeutung; eine -e (präskriptive) Grammatik; Normativ
[-]. das; -s. -e (DDR): auf Grund von Erfahrungen u.
besonderen Erfordernissen erarbeitete Anweisung, Regel, Richt-
schnur; Normative [...'ti.va], die;-. -n (bildungsspr.): £rM/K//e>-
gende Festsetzung; Grundbestimmung; Normativismus
[nsrmativismusl. der; - (Philos.): Theorie vom Vorrang
des als Norm (1) Geltenden, des Sollens vor dem Sein,
der praktischen Vernunft vor der theoretischen.
normazid: fnormacid; Normazidität: TNormacidität.
normen [nDrman] <sw. V.; hat) (Fachspr.): (zur
Vereinheitlichung) für etw. eine Norm (5) aufstellen: Papierformate.
Schrauben. Prüfverfahren n.; genormte (einer Norm 5
entsprechende) Maschinenteile. Verfahren.
Normen-: -ausschult, der: Ausscliuß. der Normen (5) aufstellt,
festlegt; -kontrolle, die (Jur.): durch ein Gericht vorgenom-
tnene Prüfung u. Entscheidung der Frage, ob eine
Rechtsnorm (z.B. Gesetz) einer anderen übergeordneten (z.B.
Verfassung) widerspricht od. nicht, dazu: ^kontrollklage.
die (jur.): Klage der Bundes- od. einer Landesregierung
od. eines Drittels der Mitglieder des Bundestages beim
Bundesverfassungsgericht zur Klärung der Vereinbarkeit eines
Bundes- od. Landesgesetzes mit dem Grundgesetz od. eines
Landesgesetzes mit dem Bundesrecht, -kontrollverfahren,
das (jur.): vgl. -kontrollklage.
normieren [nDrmi:ron] <sw. V.; hat) [frz. normer < lat.
nörmäre = korrekteinrichten](bildungsspr.):a)
vereinheitlichen, nach einem einheitlichen Schema, in einer bestimmten
Weise festlegen, regeln: in der Kindererziehung kann man
nichts n.; b) svw. tnormen: die Verpackung n.; die
Schreibung bestimmter Termini wurde normiert; normierte
Größen; <Abl.:> Normkning, die; -, -en: a) das Normieren;
b) das Normiertsein.
Normozyt [nDrmo't$y:t], der; -en, -en (meist PI.) [zu TNorm
u. griech. kytos = Höhlung, Wölbung] (Med.): 1. normal
entwickelte Zelle. 2. normal entwickeltes rotes
Blutkörperchen.
Normung, die; -, -en (Fachspr.): a) das Normen: der
Ausschuß befaßt sich mit der N. von Termini, von
Maschinenteilen; b) das Genormtsein: die Normung solcher Teile
erleichtert die Beschaffung von Ersatz erheblich.
Norrie [narro]. die; -, -n [anord. norn = Schicksalsgöttin]
(nord. Myth.): Schicksalsgöttin: die drei -n sind Urd,
Werdandi und Skuld.
Nonvegermuster fn:>rwe:giH. das; -s. - (Handarb.):
Strickmuster, das in einem sich von der Grundfarbe abhebenden
Garn eingestrickte Tiere. Sterne. Eiskristalle u. ä. aufweist.
Nosemaseuche [no'ze.ma-], die; - [nlat. Nosema = Name
des Krankheitserregers < griech. nösema = Krankheit]:
sich seuchenhaft ausbreitende u. tödlich endende
Insektenkrankheit (bes. der Bienen).
Nosologie[nozolo'gi:].die; - [zu griech. nösos = Krankheit
u. T -logie] (Med.): Lehre von den Krankheiten; systematische
Beschreibung u. Einordnung der Krankheiten: nosologisch
[nozo'lo:gif] <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (Med.).
No-Spiel [no:-]. das; -[e]s. -e [jap. nö, eigtl. = Fähigkeit.
Talent]: streng stilisiertes japanisches Bühnenspiel mit
Musik. Tanz. Gesang u. Pantomime.
NoOel [n0:sj],der od. das; -s, - [mhd. nÖ33el!n. H.u.]
(früher): kleines Flüssigkeitsmaß unterschiedlicher Größe.
nostalgico [nDstalc&iko] <Adv.) [ital. nostalgico] (Musik):
sehnsüchtig: Nostalgie [nDstalgi:]. die; -. ...ien [...i:an] <PI.
ungebr.) [nlat. nostalgia. zu griech. nöstos = Rückkehr
(in die Heimat) u. älgos = Schmerz]: 1. (bildungsspr.)
vom Unbehagen an der Gegenwart ausgelöste, von
unbestimmter Sehnsucht erfüllte Gestimmtheit, die sich in der
Rück wendung zu einer vergangenen, in der Vorstellung
verklärten Zeit äußert, deren Mode. Kunst. Musik u. ä. man
wiederbelebt. 2. (bildungsspr. veraltend)
[krankmachendes J Heimweh: Wenn er im Exil Heimweh ... hatte, jetzt
scheint er sich ins Exil zurückzusehnen ... Dort ging es
ihm gut, trotz der N. (K. Mann, Wendepunkt 424); <Zus.:>
Nostalgiewelle,die: vgl. -welle; <Abl :>Nost#lgiker [...gike],
der; -s. -: jmd., der sich der Stimmung, dem Gefühl der
Nostalgie überläßt; nostalgisch <Adj.>: der Nostalgie (1)
gemäß; in der Weise der Nostalgie (1): -e Musik, Mode;
eine -e (von Nostalgie erfüllte) Stimmung.
Nostrifikation [nDstrifika'tßio:n], die; -. -en [zu t
nostrifizieren!: 1. (jur.) Einbürgerung. Erteilung der [Bürger]rechte.
2. (Amtsspr.) Anerkennung eines ausländischen Examens.
Diploms im Inland; nostrifizieren [nDstrifi'£ßi:ran] <sw. V.;
hat) [zu lat. noster (Gen.: nostri) = uns u. facere =
machenl: 1. (jur.) einbürgern. 2. (Amtsspr.) ein
ausländisches Examen. Diplom im Inland anerkennen; Nostrokonto
[nsstro-]. das; -s. -ten. auch: -s. -ti [ital. (il) nostro conto
= unser Konto] (Bankw): Konto, das eine Bank bei einer
anderen Batik als Kunde unterhält (Ggs.:xLorokonto).
not [no:t] in den Verbindungen n. tun/sein (geh.. veraltend,
sonst landsch.; nötig, vonnöten sein): Sorgfalt. Hilfe tut
n.; und ich wollte ... kämpfen, wenn es n. sein würde
(Fühmann. Judenauto 31); das tut doch nicht n.! (das
brauchst du nicht zu tun, das muß nicht sein); Jmdm. n.
tun (veraltend; nötig sein für jmdn.): ihm tut Beistand n.;
es täte dir [bitter] n.. deine Hausaufgaben richtig zu
machen; dann begann er von selbst zu erzählen, weil es ihm
n. tat (Seghers. Transit 220); Not [-], die; -. Nöte [no.to;
mhd.. ahd. not]: 1. <PI. selten) besonders schlimme Lage,
in der jmd. dringend Hilfe braucht: große, höchste, äußerste
N.; jmdm. in der Stunde der N. helfen; Rettung aus.
in höchster N.; sie waren in diesem Moment wirklich
in N. (befanden sich in einer Notsituation); R [da, jetzt,
bei ihm o.a. ist] Holland in N./tauch:) Nöten (oft iron.;
es steht schlimm, es herrscht Ratlosigkeit)', N. bricht
Eisen (wenn man in Not ist, bewältigt man auch die
größten Schwierigkeiten); N. lehrt beten (wenn man in
Not ist, erinnert man sich an die Hilfe des Gebets);
Spr wenn die N. am größten, ist Gottes Hilf'am nächsten;
* in N. und Tod (geh.; auch unter schwierigsten Umständen,
in größter Gefahr): in N. und Tod zusammenhalten, -stehen.
2. <o. PI.) Mangelan lebenswichtigen Dingen; Elend,
äußerste Armut: unverschuldete N.; wirtschaftliche N.; in dem
1895
not-, Not-
Land herrscht äußerste, bittere, große N.; (geh.:) N. leiden:
die, jnids. N. lindem; einer, jmds. N. abhelfen; etw> aus
N. tun: Jmdm. Imit etw.] aus der N. helfen; in N. geraten,
sein, leben; er kennt keine N. (ihm geht es wirtschaftlich
gut); R N. macht erfinderisch (wenn wichtige Dinge fehlen,
hat man Ideen, wie man sich o/me sie helfen kann); N.
kennt kein Gebot (wenn man Not leidet, setzt man sich
leichter über [Moral]gesetze hinweg); in der N. frißt der
Teufel Fliegen (ugs.; wenn man überhaupt nichts hat.
begnügt man sich mit Dingen, die man sonst gewölinlich
verschmäht). 3. a) <o. PI.)durch ein Gefühl von Ausweglosigkeit,
durch Verzweiflung. Angst gekennzeichtieter seelischer Zu-
stawl.unter demderdavon Betroffene! sehr] leidet;
Bedrängnis; innere, seelische N.; jmdm. seine N. klagen; man
schreit... seine N. raus (Borchert. Draußen 96); in höchster,
tiefster N. sein; jmdm. in der N. [seiner Einsamkeit]
beistehen; in seiner N. wußte er sich nicht anders zu helfen:
b) <meist PI.) belastendes / Not (3 a) verursachendes]
Problem. Schwierigkeit; Sorge; Ängste und Nöte; die Nöte
des Alltags, des kleinen Mannes; in (höchsten, tausend]
Nöten sein (große Schwierigkeiten, viele Sorgen haben).
4. Mühe; [seine (liebe)] N. haben, etwas zu tun; seine
[liebe] N. mit jmdm., etw. haben (mit jmdm.. eh\>. große
Schwierigkeiten, viel Mühe haben); *mit knapper/(selte-
ner.) genauer N. [nur mit Mühe, gerade noch); ohne N.
(olxne weiteres, ohne Schwierigkeit). 5. <o. PI.) (veraltend)
äulierer Zwang. Notwendigkeit. Unvermeidlichkeit; tun, was
die N. gebietet: damit hat es keine N. (das ist nicht dringend,
das eilt nicht); R der N. gehorchend [nicht dem eignen
Triebe] (geh.; notgedrungen; nach Schiller, Die Braut von
Messina); * wenn/wo N. am Mann ist (wenn/wo etw.
/Bestimmtes/ dringend getan werden, geschehen muß; wenn
jtnd. gebraucht wird, der mithelfen soll); aus der N. eine
Tugend machen (eine eigentlich schlechte Situation zum
Vorteil verwenden; nach der Wendung bei dem
Kirchenvater Hieronymus [etwa 331-420] ..fac de necessitate virtu-
temkt); ohne N. (geh.; ohtie dazu gezwungen zu sein): das
hätte ich ohne N. ganz gewiß nicht getan; zur N. (wenn
es nötig ist); zur N. nehmen wir eben ein Taxi.
not-, Not-- ^abitur, das: vorgezogene Reifeprüfung für zum
Wehrdienst einberufene Oberschüler (in Kriegszeiten);
-adresse, die: a) (Finanzw.) Angabe einer Person (auf einem
Wechsel). die den Wechsel im Notfall für den Verpflichteten
annehmen oder zahlen soll; b) Adresse, an die man sich
im Notfall wenden kann; -aggregat, das (Technik): svw.
t-Stromaggregat; -anker, der (Seew.): zusätzlicher Anker.
Reserveanker: Ü die Religion dient vielen verzweifelten
Menschen als [letzter] N. (geh.; letzte Zuflucht); -arzt,
der: a) Arzt, der Bereitschaftsdienst hat; b) (Rettungswesen)
besonders ausgebildeter Arzt, der in Notfällen mit einem
besonders ausgerüsteten Falirzeug zum Patienten.
Unfallopfer kommt, zu b: -arztwagen, der (Rettungswesen): a)
von einem Notarzt (b) benutzter Einsatzwagen; b) svw.
tKlinomobil; -aufnähme, die: 1. (Bundesrepublik
Deutschland) a) Aufnahme von Personen, die die DDR od. Ost-Berlin
in einer Notlage verlassen haben, in die Bundesrepublik
Deutschland (kl. West-Berlin: die N. beantragen; b) Stelle,
in der die Notaufnalune (1 a) erfolgt: wo ist hier die N.?;
die N. durchlaufen. 2. (Gesundheilswesen) a) Aufnahme
in ein Krankenhaus in einem Notfall: diese Betten werden
für -n freigehalten; b) Station. Raum eines Krankenhauses
zur Aufnahme u. vorläufigen Unterbringung der über die
Notaufnahme (2 a) eingelieferten Patienten: er liegt noch
in der N.. zu 1: -aufnahmelager, das: -ausgang, der: (bes.
bei öffentlichen Gebäuden) Ausgang, der bei Gefahr. Feuer
o.a. benutzt werden kann; -ausstieg, der; -baracke, die:
-behelf, der: etwas für einen bestimmten Zweck / nur]
bedingt Geeignetes, was man ersatzweise benutzt, wenn etw.
Besseres nicht verfügbar ist; Behelf: etw. dient als N.; -be-
leuchtung, die: schwächere Beleuchtung, die eingeschaltet
werden kann, wetm die eigentliche Beleuchtung ausfällt;
-bett, das (Gesundheitswesen): Krankenhausbett, das bei
dringendem Bedarf {vorübergehend] belegt wird; -bremse,
die: 1. (Eisenb.) Vorrichtung in Eisenbahnahteilen, die bei
Gefahr von den Reisenden betätigt werden kann, um den
Zug in kürzester Frist zum Anhalten zu bringen: die N.
ziehen; Ü die N. ziehen (Sport Jargon; durch ein Foul
ein untnittelbar drohendes Tor o. ä. des Gegners verhindern).
2. Bremse eines Aufzugs für den Notfall: die N. betätigen;
-bremsung. die: plötzliches [hartes] Bremsen zur
Abwendungeiner Gefahr: der Lokführer. Autofahrer machte eine
N.; -brücke, die: behelfsmäßige Brücke; -dach, das: vgl.
-brücke: -dienst, der: svw. t Bereitschaftsdienst; -dürft
usw. t Notdurft usw.: -erbe, der (jur.): Erbe, dem unabhätt-
gig von einem etwa vorliegenden Testament ein bestimmter
Teil des Erbes zusteht, dazu: -erbin, die (jur.): w. Form
zu t -erbe; -fall, der: a) Situation, in der dringend Hilfe
benötigt wird: bei Notfällen Erste Hilfe leisten; b) Lage.
Situation, in der etw. Bestimmtes nötig ist. gebraucht od.
notwendig wird: 100 Mark habe ich mir für den äußersten
N. aufgehoben; ... einen Brief mit einer Adresse für den
N. (Frisch. Stiller 249); im N. (notfalls) kannst du bei
mir übernachten, dazu: -fallarzt. der: svw. t-arzt. -fall-
ausweis, der (Rettungswesen): vom Arzt ausgestelltes Papier
mit medizinischen Informationen über den Inhaber, die bei
Notfällen von Bedeutung sein können, -falldienst, der (bes.
Gesundheitswesen): / ärztlicher] Bereitschaftsdienst:
[zahnärztlicher N., -falb <Adv.>: wenn es sein muH. wenn
es keine andere Möglichkeit gibt: n. [auch] mit Gewalt:
n. habe ich auch noch eine Luftmatratze; -teuer, das:
^)als Notsigfkilangezündetes Feuer; bXVolksk.) (im
Volksglauben) Feuer, dem heilende Kraft zugeschrieben wird;
-flagge, die: vgl. -feuerte); -frequenz,die (Funkw.): Funk-
freauenz. auf der in Not geratene Schüfe. Flugzeuge o. ä.
Hilfe anfordern können; -frist, die (Jur.): / zur Einlegung
eines Rechtsmittels] gesetzlich festgelegte Frist; -gedrungen
<Adv.>: nicht freiwillig, sondern durch die Situation dazu
gezwungen; -geld, das (Geldw.): bei einem Mangel an
Zahlungsmitteln, z. B. durch hiflation. ersatzweise in Umlauf
gesetztes zusätzliches Geld; -gemeinschaft, die: a)
Vereinigung von Leuten, die sich zusammengeschlossen haben, um
einer Not. einem Mißstand o. ä. abzuhelfen; b) Gemeinschaft
von Menschen, die sich in einer gemeinsamen Notlage
befinden; -gesetz, das: Gesetz, das eitler Notlage, einem Notstarnt
entgegenwirken soll; -gespräch, das (Fernspr.): auf Grund
einer Notsituation vorrangig vermitteltes Telefongespräch;
-groschen, der: Geld, das man spart, zurücklegt, um in
Notfällen, in unvorhergesehenen Situationen darauf
zurückgreifen zu können; -hafen, der (Seew.): von einem Schiff
in eitler Notlage angelaufener Hafen; -helfer, der: a) Helfer
in einer Notlage; b) (kath. Rel.) Heiliger, den man in einer
bestimmten Notlage um Hilfe anruft; -hilfe, die (jur.):
Hilfeleistung für jmdn., der sich in Not befindet, der in Gefahr
ist; -jähr, das <meist Pl.>: Jahr, in dem Not (2) herrscht:
in den Notjahren nach dem Krieg; -läge, die: auf Grund
äußerer Umstände eingetretene schwierige Situation, in der
sich jmd. befindet: jmds. [augenblickliche] N. ausnutzen:
aus einer N. herauskommen; jmdn. aus einer N. befreien,
retten: sich in einer N. befinden; in einer N. sein; in eine
N. geraten; die lange Krankheit hat ihn in eine [finanzielle,
wirtschaftliche] N. gebracht; -lager, das: behelfsmäßiger
Schlafplatz: sich auf einer Luftmatratze ein N. herrichten;
-landen <sw. V.; notlandete, notgelandet, notzulanden>:
a) eitie Notlandung viyrnehmen <ist>: der Pilot, die Maschine
mußte n.; b) durch eine Notlandung zur Erde bringen <hat>:
daß die Schubleistung ... absank und die Maschine notgö-
landet werden mußte (Spiegel 24. 1. 66. 35); -landung,
die: durch eine Notsituation notwendig gewordene vorzeitige
Ijandung [aneinem nicht zum Landen von Flugzeugen
vorgesehenen Ort]: eine N. machen, vornehmen; -leidend <Adj.;
o. Steig.; nicht adv.>: in Not (2) lebend: die -e Bevölkerung:
-e Familien; <subst.:> den Notleidenden helfen; -leiter,
die: svw. T Feuerleiter (1); -licht, das: vgl. -beieuchtung;
-losung, die: nicht ganz zufriedenstellende, aber unter den
gegebenen Umständen nicht anders mögliche Lösung für
etw.: das kann man zwar so machen, aber es wäre nur
eine N.; -lüge, die: Lüge, zu der man Zuflucht nimmt,
weil man auf Grund der gegebenen Situation nicht die
Wahrheit sagen möchte: sich eine N. ausdenken; eine N.
gebrauchen; um der Bestrafung zu entgehen, griff er zu einer
N.; -maßnähme, die: Maßnahme, zu der man in einer
Notlage greift, durch die man eine Notsituation abzuwenden sucht;
-mast.der: vgl. -anker; -mutter, die: (von einer karitativen
Organisation vermittelte) Frau, die in einer Faniilie
vorübergehend die Mutter vertritt: eine N. engagieren, vermitteln;
-naael. der (ugs. abwertend): jmd.* mit dem man lauf
Grund einer Notlage] (an Stelle eines anderen, eigentlich
für eine bestimmte Tätigkeit o.a. Vorgesehenen)
vorliebnimmt; -name, der (Kunstwiss.): als Ersatz jur den nicht
überlieferten Namen eines Künstlers benutzte Bezeichnung;
1896
Note
^Operation, die: zur Abwemlung akuter Lebensgefahr
vorgenommene Operation, dazu: -operieren <sw. V.;
notoperierte, hat notoperiert, notzuoperieren): eine Notoperation
vornehmen: Mipfer, das (Steuerw.): zeitweilig erhobene
Sondersteuer zur Behebung eines bestimmten Notstands o.a.: ein
N. einführen, erheben; -Parlament, das (Verfassungsw.):
Verfassungsorgan, das im Falle des Notstandes, wenn das
Parlament nicht funktionsfähig ist. dessen Rechte
wahrnimmt: -Pfennig, der: svw. t^groschen; -proviant, der;
-quartier, das: vgl. -lager; -recht, das (schweizer.
Verfassungsw.): svw. Kstandsreeht; ^reif <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (Landw.): im Zustand der Notreife befindlich: -es
Getreide. Obst, dazu: ^reife, die (Landw.): Form der Reife.
die eintritt, bevor die Frucht voll ausgebildet ist. -reifen
<sw. V.; nolreifte. ist notgereift, notzureifen; meist nur
im Inf.) (Landw.): notreif werden: ^ruf, der: a) (meist
telefonisch oder per Funk übermittelter) Hilferuf [bei Gefahr
für Menschenleben]; b) svw. Nrufnummer; c) Ruf eines
in Gefahr befindlichen Tieres (bes. Vogels): der N. des
Kükens, zu a: -rufanlage. die: -rufmeWer, der (Fcrnspr.):
(in öffentlichen Telefonzellen installiertes) Gerät, mit dessen
Hilfe man olwe Münzeinwurf u. Wählen eine telefonische
Verbindung zu Feuerwehr u. Polizei herstellen kann, ^ruf-
nummer. die: Telefonnummer, unter der man Polizei u.
Feuerwehr erreichen kann, -rufsäule. die: Rufsäule zum
übermitteln von Notnjen an die Polizei, die
Straßenmeisterei o. ä.; -Schalter, der: Schalter, mit dem man im Notfall,
bei Brandgefalir o. ä.. eine Maschine o. ä. ausschalten kann;
-schlachten <sw. V.; notschlachtete, hat notgeschlachtet,
notzuschlachten): ein Tier, weil es krank oder verletzt [und
nicht mehr heilbarj ist. vorzeitig schlachten, dazu:
-Schlachtung, die; -schrei, der: a) (geh. veraltend) in einer Notlage
ausgestoßener, meist unartikulierter Schrei: die -e des
Gefolterten; b) svw. f -ruf (c): Fast alle Nestflüchter...
beantworten den N. ihrer Kinder damit, daß sie in Wut geraten
(Lorenz. Verhalten I. 198); -segel, das (Seemannsspr.):
vgl. ^anker; -sender, der: Sender zur [automatischen!
Übermittlung von Notrufen; -Situation, die: vgl. -läge;
-sitz, der: (in FaJirzeugen. Sälen o.a.) /ausklappbarerj
einfacher Sitz, der nur im Falle des Platzmangels gebraucht
wird; -stand, der: a) vgl. -läge: der allgemeine N. nach
dem Kriege; dem N. im Bildungswesen abhelfen;
politischer N. (Situation, in der ein oberstes Staatsorgan nicht
funktioniert); b) (Staatsrecht) Situation, in der der Bestand,
die Sicherheit oder die bestehende Ordnung eines Staates
in Gefahr ist: äußerer, innerer N.; den [öffentlichen,
nationalen] N. ausrufen, verkünden, dazu: -Standsgebiet, das:
Gebiet, in dem ein Not Storni (a) herrscht; -Standsgesetz,
das <meist PL): Gesetz, das im Notstand (b) wirksam ist.
dazu: -Standsgesetzgebung,die. -standsrecht, das. -stands-
verfassung, die: Gesamtheit derjenigen Notstandsgesetze,
die Bestandteil der Verfassung sind; -ström, der: von einem
Aggregat (1) erzeugter Strom (bei Ausfall der zentralen
Versorgung), dazu: -stromaggregat, das: -taufe,die: / von
einer nichtgeistlichen Person vorgenommene] Taufe eines
in Lebensgefahr befindlichen Kindes: die N. bekommen,
dazu: -taufen <sw. V ; nottaufte, hat notgetauft, notzu-
taufen): an jmdm. eine Nottaufe vornehmen; -testament.
das (jur.): Testcunent, das unter Umstanden entstanden ist.
die die Abfassung eines ordentlichen Testaments nicht
zuließen; -trauung, die: Eheschließung in einer Notlage, bes.
bei drolietuter Todesgefafir für einen der Betroffenen o. ä.;
-Unterkunft, die; -verband, der: behelfsmäßiger Verband;
-verkauf, der: Verkauf auf Grund einer Notlage;
-Verordnung, die (Verfassungsw.): zur Überwindung eines Notstands
[von der Regierung/ erlassene Verordnung; -voll <Adj.;
nicht adv.) (geh.); ^Vorrat, der: {Lebensmittel]vorrat für
Notzeiten; -wassern <sw. V.; notwasserte, ist notgewassert,
notzuwassern) (Flugw.): vgl. -landen, dazu: -Wasserung«
(selten:) -waßrung, die (Flugw.); -wehr, die (jur.):
Gegenwehr, deren an sich strafbare Folgen straffrei bleiben, weil
man durch tätliche, gefährliche Bedrohung dazu gezwungen
worden ist: aus. in N. handeln; er hat ihn in N. getötet,
dazu: -wehrhandlung, die (jur.); -wendig usw. t notwendig
usw.; -wohnung, die: behelfsmäßige Wohnung; -zeichen,
das: vgl. -signal; -zeit, die <meist PI.): Zeit der Not (2):
für -en sparen; in -en; -zucht, die (jur.): (von einem Mann)
durch Anwendung von Gewalt od. durch Drohung
erzwungener (außerehelicher) Geschlechtsverkehr mit einer Frau;
Vergewaltigung: N. [an jmdm.l begehen, verüben; jmdn.
wegen [versuchter] N. verurteilen, dazu: -züchtigen <sw.
V.; notzüchtigte, hat genotzüchtigt, notzuzüchtigen) (jur.):
an jmdm. Notzucht verüben; vergewaltigen,
-zuchtverbrechen, das.
Nota [no:ta], die; -. -s [lat. notä. Imperativ von: notäre,
tnotieren): 1. (veraltet) Zeichen. Anmerkung. Notiz. 2.
(Kaufmannsspr. veraltend) a) Auftrag: etw. in N. geben
(einen Auftrag erteilen); etw. in N. nehmen (einen Auftrag
vormerken); b) Rechnung; notabel [no'ta:bj) <Adj.; ...1er.
-ste) [frz. notable < lat. notäbilis] (bildungsspr. veraltend):
ungewöhnlich, wichtig, bemerkenswert: Er ... empfängt ...
notable Gäste (Musil. Mann 429); Notabebi [nota:b|n]
<PI.) [frz. notables) (hist.): die durch Bildung. Rang u.
Vermögen ausgezeichneten Mitglieder der bürgerlichen
Oberschicht in Frankreich; notabene [nota'be:naJ <Adj.)
Hat. notabene)(bildungsspr. veraltend): wohlgemerkt;
übrigens: ich will. n.. nichts damit zu schaffen haben; Abk.:
NB: Notabene [-]. das; -[s]. -[s] (bildungsspr. selten):
Merkzeichen. Vermerk; Notabilität [notabili't£:t). die; -. -en [spät-
lat. notäbilitäs): 1. <o. PI.) (veraltet) Vornehmheit. 2. <meist
PL) (geh.) vornehme, berühmte Persönlichkeit.
Notar [no'ta-.pj.tösterr. ugs. veraltend:) Notar, der; -s. -e
[(m)lat. notärius = öffentlicher Schreiber, zu lat. notärius
= zum (Schnell)schreiben gehörig): Jurist, der
Beglaubigungen u. Beurkundungen von Rechtsgeschäften vornimmt;
<Zus.:) Notaniehilfe, der (Berufsbez.); Notariat [notar'ia.t].
das; -[e)s. -e [mlat. notariatus): a) Amt eines Notars: jmdm.
ein N. übertragen; b) Kanzlei eines Notars; <Zus.:> Nota-
riatsaehilfe, der; Notariatskanzlei, die: notariell [notariell
<Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (jur.): durch einen Notar
(beurkundet, aidsgefertigt o. ä.): eine -e Unterschrift. Vollmacht;
etw. n. beglaubigen lassen; ein n. beglaubigtes Dokument;
notarisch <Adj.; o. Steig.; nicht präd.) (selten): svw.
tnotariell.
Notation [nota'tj>io:n], die; -. -en [lat. notätio =
Bezeichnung, Beschreibung): 1. (Fachspr.) Aufzeichnung; System
von Zeichen od. Symbolen einer Metasprache. 2. (Musik)
a) <o. PI.) das Aufzeichnen von Musik (in Notenschrift);
b) eine Niederschrift von Musik (in Notenschrift). 3.
(Schach) Aufzeichnung der einzelnen Züge einer
Schachpartie.
Notdurft [-dürft], die; - [mhd. nötdurft. ahd. nötduruft,
vgl. dürftig): 1. (geh.) die menschlichen Ausscheidungen:
ein Kübel aus Zinkblech für die N. (Kühn. Zeit 73); * seine
[große, kleine] N. verrichten (geh.: Darm. Blase entleeren).
2. (geh. veraltet) das. was /zum Leben/ unentbehrlich ist:
Menschen, die mehr verdienen, als es die N. erfordert
(Tucholsky. Werke II. 146). 3. (selten) svw.
tNotdürftigkeit: die primitive N. der mittelalterlichen Herbergen (En-
zensberger. Einzelheiten I. 201); notdürftig <Adj.) [mhd.
nötdürfic = notwendig; bedürftig): kaum ausreichend (für
etw.); nur in kümmerlicher Weise /vorhanden]: das ist
nurein -er Schutz gegen die Sonne; etw. [nur] n. reparieren;
sie mußten schreien, um sich im Heulen des Sturmes n.
(mit Mühe, so gut es eben ging) verständigen zu können
H renker, Helden 67); Notdürftigkeit, die; - (selten):
notdürftige Beschaffenheit. Art u. Weise.
Note [no:td]. die; -. -n [mhd. note < mlat. nota = Note
(la) < lat. nota = Merkzeichen; Schriftstück]: l.a) (in
der Musik) für einen Ton stehendes graphisches Zeichen
(in einem System von Linien); Notenzeichen: ganze, halbe
-n; eine punktierte N.; -n lesen können; -n lernen, schreiben,
stechen; Gedichte in -n setzen (veraltend; vertonen): b)
<PI.) Notentext. Notenblatt: die -n liegen auf dem Klavier;
die -n studieren; nach, ohne -n singen, spielen; *[wie]
nach -n (ugs. scherzh.; in bezug auf eine Tätigkeit, die
mit einer gewissen Perfektion. Gründlichkeit od. besonders
extensiv ausgeführt wird): das ging wie nach -n (sehr gut);
er hat ihn nach -n (heftig) verprügelt. 2.a) in einer Ziffer,
einem Wort od. einer Punktzahl ausgedrückte Bewertung
. einer schulischen Leistung; Zensur. Zeugnisnote: seine N.
in Latein ist mäßig; gute -n haben; dieser Lehrer gibt
schlechte -n (ist in seiner Beurteilung sehr streng); die
mündliche, schriftliche N. (Note für die mündliche,
schriftliche Leistung); er hat für den Aufsatz die N. Eins
bekommen; etw. mit der N. „ungenügend" bewerten; Ü er teilt
gern schlechte -n aus (übt gerne Kritik); b) (im Sport)
in Punkten ausgedrückte Bewertung einer sportlichen
Leistung: eine niedrige N.; die Kampfrichter zogen hohe -n.
3. (meist PI.) (Bankw.) kurz für tBanknote. 4. (Völker-
1897
Noten -
recht) förmliche schriftliche Mitteilung im diplomatischen
Verkehr zwischen Regierungen: eine diplomatische N.; -n
[über etw.] austauschen, wechseln; eine N. überreichen.
5. (bildungsspr. 9elten) Notiz: kurze Aufzeichnung. 6. <o.
PI.) Merkmal. Eigenschaft o. ä.. die einer Person od. Sache
ihr Gepräge gibt: Flair: jmd. hat seine eigene, individuelle
N.; einer Sache eine persönliche, besondere N. geben;
ein Anzug mit sportlicher N.; die Stores geben, verleihen
dem Raum eine elegante N.; ein Parfüm mit einer betont
weiblichen N.
Noten-: ^anstausch. der: das Austauschen von Noten (4);
^bank, die <P1.: ...banken): Bank, die zur Ausgabe von
Banknoten berechtigt ist: ^blatt, das: einzelnes Blatt mit
einem Notentext: ^buch, daß: zu entern Buch gebundene
Noten (1 b); -druck, der (o. PL): 1. Druck von Banknoten.
2. Druck von Musikalien: Mhirchschnitt, der: / Examens }no-
te. die sich als Mittelwert aus der Gesamtheit der einzelnen
Noten (2) ergibt: er hat einen N. von 1,5; -gebung, die;
^heft. das: 1. vgl. ^buch. 2. 2Heft (a), dessen Papier mit
Notenlinien bedruckt ist: ^linie. die (meist Pl.>: eine der
fünf Linien, in die die Notenschrift eingetragen ist: ^papier,
das: mit Notenlinien versehenes Papier: -pult, das: vgl.
-Ständer; -satz, der: vgl. -druck; -Schlüssel, der (Musik
selten): svw. tSchlüssel (4a); ^schrift, die: System von
Zeichen, mit deren Hilfe Musik aufgezeichnet wird: -Ständer,
der: Ständer zum Auflegender Noten für den Musizierenden:
--Stecher, der: jmd. % der Druckformen vorwiegend von Noten
(1 a) auf Kupferplatten o.a. sticht, das Transponieren von
Noten in andere Schlüssel //. Tonarten vornimmt (Berufs-
bez.); -System, das: System von Noten (2) zur Bewertung
einer fschulischen I Leistung: -Wechsel, der: svw. Naus-
tausch; ^wert, der (Musik): Dauer u. Höhe des durch die
jeweilige Note (1 a) bezeichneten Tons: -zeichen, das
(Musik): svw. TNote (1 a).
notieren [no'tLren] <sw. V.; hat) [lat. notäre =
kennzeichnen, anmerken; schon mhd. notieren < mlat. notare =
in Notenschrift aufzeichnen): 1.1 sich] von etw. eine Nqüz
machen: [sich] etw. (was man nicht vergessen möchte)
aufschreiben, (als Gedächtnisstütze) in Stichworten o.a.
festhalten: [sich] etw. genau, sorgfältig n.; jmds. Namen.
Adresse. Geburtstag n.; er hat [sich] das Datum auf ein/
einem Stück Papier, in seinen/seinem Kalender notiert;
ein Musikstück n. (in Notenschrift aufzeichnen): die Polizei
hat seine Autonummer, den Fahrer (seine Personalien)
notiert; jmdn. für etw. n. (vormerken) ;Ü er hat die
Vorgänge überhaupt nicht notiert (selten; zur Kenntnis genommen).
2. (Börsenw.; Wirtsch.) a) den Kurs. Preis von etw. ermitteln
u. festsetzen: den Kurs der Wertpapiere n.; die Börse notiert
die Aktie mit 50 Mark; b) einen bestitnmten Kurswert.
Preis haben: das Papier notiert mit 60 Prozent unter pari;
der Dollar notierte zum Vortageskurs; die Bezugsrechte,
die meisten Rohstoffe notieren unverändert; <Abl.:>
Notierung, die; -. -en: l.a) <o. PI.) das Notieren: b) svw.
tNotation (1). 2. svw. tNotation (2). 3. svw. TNotation (3).
4. (Börsenw.; Wirtsch.) a) Preisermittlung: das Notieren
(2a); b) notierter Kurs. Preis: die amtliche N.; die N.
für Chemiewerte, für Rohhäute ist unverändert.
Notifikation [notifika'ißio:n]. die; -. -en [frz. notification.
zu: notifier < lat. rtötificäre. tnotifizieren]: 1. (veraltet)
Anzeige: Benachrichtigung. 2. (Dipl.) Übergabe einer
diplomatischen Note: notifizieren [notifi'tpLron] <sw. V.; hat)
[lat. nötifieäre]: 1. (veraltet) anzeigen: benachrichtigen. 2.
(Dipl.) in einer diplomatischen Note mitteilen.
nötig I'n0:ti<;] (Adj.) Imhd. noetec. nötec. ahd. nötag]: (für
etw.) erforderlich: eine unentbehrliche Voraussetzung für
etw. I bildend]: so beschaffen, daß man es braucht, daß
man seiner zur Erreichung eines Zweckes bedarf die -en
Schritte einleiten; die -en Maßnahmen treffen; mit der
-en Vorsicht vorgehen; ihm fehlt die -e Ruhe; ihm fehlt
es am -en Ernst, an der -en Reife; dafür fehlt mir das
-e Geld; diese Anschaffung war [unbedingt, dringend] n.;
das war einfach n ; dazu ist viel Ausdauer n.; zwei Stunden
oder, wenn n.. auch länger; nicht mehr als [unbedingt]
n. [ist]; deine Aufregung war gar nicht n. (du hättest dich
gar nicht aufzuregen brauchen): etw. für n. halten; die
Lage macht sofortige Schritte n.; etw.. jmdn. n. haben
(etw.% jmdn. brauchen, auf es. ihn angewiesen sein): etw.
zu tun n. haben (etw. tun müssen): er hat es nicht n.
anzugeben; er hat es von allen am -sten (ugs.; er bedarf
der Hilfe, der Zuwendung o.a. am dringendsten): er hat
es manchmal n.. daß man ihm die Meinung sagt (ugs.;
man muß ihm manchmal die Meinung sagen): er hielt es
nicht einmal für n.. sich zu entschuldigen (er hat sich
nicht einmal entschuldigt): er braucht n. (dringend) Ruhe;
das ist doch nicht n.. das wäre doch nicht n. gewesen!
(Höflichkeitsfloskel bei der Entgegennahme eines
Geschenks o.a.); du hast es gerade n.! (du kannst es dir
am allerwenigsten leisten: als Ausdruck ärgerlicher od.
empörter Kritik); hast du das n.? (das brauchst du doch
eigentlich gar nicht zu tun): <subst.:> ich werde das Nötige
veranlassen, alles Nötige mitbringen; nötigen ['n0:tign] <sw.
V.; hat) [mhd. nötigen, ahd. nötigön]: IJmdn. gegen seinen
Willen (mit Hilfe von Gewalt. Drohung o.a.) zu etw.
veranlassen: zwingen: er nötigte ihn. das Papier zu
unterschreiben; er ist zu dieser Tat genötigt worden. 2. (von einem
Sachverhalt. Umstand o.a.) jmdn. zu einem bestimmten
Verhalten. Tun o. ä. zwingen: die Umstände nötigen mich
zu dieser Maßnahme; eine plötzliche Erkrankung nötigte
ihn. den Termin abzusagen; [durch etw.] zu etw. genötigt
sein; sich zu etw. genötigt sehen. 3.a) durch eindringliches
Zureden, Auffordern. Ermuntern zu etw. [zu] veranlassen
[suchen]: er nötigte uns zum Sitzen, Bleiben. Essen, zu
einem weiteren Glas Wein; er nötigte den Besucher. Platz
zu nehmen, abzulegen, einzutreten; (landsch.:) genötigt
wird bei uns nicht (jeder kann, soll sich unaufgefordert
von dem Aufgetischten nehmen, was u. soviel er möchte):
lang doch bitte zu. und laß dich nicht [lange] n.!; b) jmdn.
durch eindringliches Zureden. Auffordern. Ermuntern [zui
veranlassen [suchen], sich an einen bestimmten Ort zu hege-
ben: er nötigte uns ins Wohnzimmer, aufs Sofa; nfttigenfylk
<Adv.>: falls es nötig ist: Nötigung, die; -. -en: 1. <P1.
9elten> (bes. jur.) das Nötigen (1). (strafbare) Tat. die
darin besteht, daß jmd. einen anderen mit rechtswidrigen
Mitteln zu einem bestimmten Verhalten zwingt: N. zur
Unzucht; etw. als N. empfinden; das Erzwingen der Vorfahrt
gilt als N.; jmdn. wegen N. verurteilen. 2. <o. PI.) (geh.)
das Genötigtsein. Notwendigkeit. Veranlassung: ich
empfinde keine N.. mich zu entschuldigen; aus einer inneren
N. heraus mußte er sich so verhalten. 3. das Nötigen (3).
Genötigtwerden: die fast schon aufdringlichen, wenn auch
sicher gutgemeinten Nötigungen der Gastgeberin.
Notio fno:t$io]. die; -. -nes [no'tßio:ne:s]. Notion [no'£ßio:n],
die; -. -en [lat. nötio (Gen.: nötiönis)] (Philos.): Begriff.
Gedanke.
Notiz [no'ti:tß. auch: ...titß].die;-,-en [lat. nötitia =
Kenntnis. Nachricht, zu: nötus. 2. Part, von: nöscere =
kennenlernen, erkennen]: 1. (meist PI.) kurze, stichwortartige
schriftliche Aufzeichnung (die jmdm. als Gedächtnisstütze
dienen soll): kurze -en; seine -en ordnen; sich eifrig -en
machen; er hat sich über den Hergang sorgfältige -en
gemacht; der Rand des Blattes war mit -en bedeckt. 2.
(meist Sg.) kurze Zeitungsmeldung: in der Zeitung fand
sich nur eine knappe N. über den Vorfall; eine N. über
etw. in die Presse lancieren. 3. (Börsenw.) svw. t Notierung
(4). 4. *N. von jmdm., etw. nehmen (jmdm.. einer Sache
Beachtung schenken).
Notiz- (Notiz 1): -block, der (PI. -blocks. Schweiz, -blocke):
kleiner Block (5) für Notizen: -buch, das: kleines Büchlein
od. Heftchen für Notizen: -zettel, der.
Notizensammking, die; -, -en: Sammlung von Notizen (1).
die sich jmd. zu einem bestimmten Zweck angelegt hat.
notorisch [no to.rif] (Adj.; Steig, selten) [spätlat. nötörius
= anzeigend, kundtuend, zu lat. nötus. T Notiz]: 1.
(bildungsspr. abwertend) gewohnheitsmäßig, ständig (von Per-
sonen im Hinblick auf eine bestimmte negativ beurteilte
Eigenschaft o.a.): ein -er Trinker, Lügner; er ist n. pleite.
2. (bildungsspr. veraltend) allbekannt, offenkundig: er ist
ein -er Gegner der Entspannungspolitik; Es ist n.. daß
sie in Armut lebte (Brecht. Menschen 38). 3. (jur.) dem
Gericht bekannt, gerichtskundig.
Notturno [nDturno], das; -s. -s u. ...ni [ital. notturno =
Nachtstück; nächtlich < lat. nocturnus = nächtlich, zu:
noctü = nachts, zu: nox = Nacht] (Musik): l.a) /zur
nächtlichen Auffuhrung im Freien komponiertes/
stimmungsvolles Musikstück in mehreren Sätzen: b) einem
Ständchen ähnliches Musikstück für eine od. mehrere
Singstimmen /mit Begleitung/. 2. (seltener) svw. tNocturne
(1).
notwendig [auch: -'--] (Adj.) [eigtl. = die Not wendend]:
l.a) (im Zusammenhang mit etw.) nicht zu umgehen: (von
1898
Nuancierung
der Sache selbst) gefordert, unbedingt erforderlich; unerlö/3-
lich: -e Anschaffungen. Maßnahmen, Voraussetzungen;
er hat nicht die dazu, dafür -en Fertigkeiten; wir nahmen
nur die -sten Dinge mit; etw. ist [dringend, unbedingt]
n.; etw. ist für jmdn. n.; etw. für [politisch] n. erachten;
diese Entwicklung macht eine Überprüfung n.; <subst.:>
sich auf das Notwendigste beschränken; das Notwendige
veranlassen; es fehlte ihnen am Notwendigsten; b) <adv.)
unbedingt: etw. n. brauchen, tun müssen. 2. in der Natur
einer Sache liegend, zwangsläufig [sich ergebend,
hervorgegangen und daher nicht vermeidbar. änderbarJ: das war
die -e Folge. Konsequenz; eine naturgesetzlich -e
Entwicklung; Die freiheitliche Demokratie ist heute n. eine
pluralistische Demokratie (Fraenkel. Staat 257); daraus folgt
[nicht] n.. daß ...; notwendigenfalls <Adv.>: falls es
notwendig (1) ist; notwendigerweise <Adv.>: zwangsläufig, ohne
daß es vermeidbar. änderbar wäre: das ergibt sich n. daraus;
das muß nicht n. so sein; das muß n. zum Konflikt führen;
Notwendigkeit [auch: -' 1, die; -. -en: 1. <o. PI.) das
Notwendigsein: dazu besteht [für jmdn.] keine N.; er konnte
uns die [politische] N. dieser Maßnahme deutlich machen;
etw. aus [zwingenderl N. tun. 2. etw.% was notwendig ist:
10 Stunden Schlaf sind für sie eine N.; meine Abreise
ist eine traurige N.
Nougat, (eingedeutscht auch:) Nugat |'nu:gat|. der. auch:
das; -s. (Sorten:) -s [frz. nougat. über das Provenz. u.
Vlat. zu lat. nux (Gen.: nucis) = Nuß]: aus fein
zerkleinerten gerösteten Nüssen od. Mandeln. Zucker u. Kakao
zubereitete Masse (als Süßware bzw. als Füllung von Süßwaren):
die Pralinen sind mit N. gefüllt.
nougat-, Nougat-: -braun <AdJ.; o. Steig.; nicht adv.): braun
wie Nougat; ^fiilhing, die; ^Schokolade, die: mit Nougat
gefüllte Schokolade.
Nous: tNus.
Nouveau rotnan [nuvonmä]. der; - - [frz. nouveau roman
= neuer Roman] (Literaturw.): (nach 1945 in Frankreich
entstandene) experimentelle Form des Romans, die unter
Verzicht auf den allwissenden Erzälder die distanzierte
Beschreibung einer eigengesetzlichen Welt in den Vordergrund
stellt.
Nouveaute [nuvo'te:]. die; -. -s [frz. nouveaute = Neuheit]
(veraltend): Neuheit. Neuigkeit j in der ModeJ.
!Nova [no:va]. die; -. Nova [lat. nova (Stella) = neuer
(Stern)] (Astron.): Stern, der auf Grund innerer Explosionen
plötzlich stark an Helligkeit zunimmt; *Nova [-. auch: 'nava]:
PI. von Novum; Novation [nova'tßio:n]. die; -. -en [spätlat.
novätio = Erneuerung] (jur.): vertragliche Ersetzung eines
bestehenden Schuldverhältnisses durch Schaffung eines
neuen; Schuldumwandlung.
Novecento [novetjentol. das; -|s| [ital. novecento. eigtl. =
neunhundert, kurz für: 1900]: das 20. Jh. in Italien als
Stilbegriff.
Novelle [no'veb]. die; -. -n [1: ital. novella. zu lat. novellus.
Vkl. von: novus. tNovum; 2: lat. novella (lex) = neues
(Gesetz)|: 1. Erzählung kürzeren od. mittleren Umfangs.
die von einem einzelnen Ereignis bzw. Geschehen handelt
u. deren gradliniger Handlungsablauf auf ein Ziel hinfuJirt:
eine historische N.; ein Band [mit] -n. 2. (Politik; jur.)
Gesetz, das in einem ergänzenden od. ahätidernden Nachtrag
zu einem bereits geltenden Gesetz besteht: eine N. zum
Bundesbaugesetz; eine N. vorlegen, einbringen,
verabschieden.
nov^llen-, Novellen- (Novelle 1): -artig <Adj.>; -band, der:
Band mit Novellen; ^dichter, der; -form, die: literarische
Kunstform der Novelle; -Sammlung, die; -Schreiber, der:
-zyklus, der.
'Novellette [noveletd]. die; -. -n [ital. novelletta, Vkl. zu:
novella. t Novelle] (Literaturw): kleine Novelle (1).
^Novellette [-]. die; -, -n [nach der engl. Sängerin C. Novello
(1818-1908)1: instrumentales Charakterstück mit mehreren
aneinandergereihten /heiteren/ Themen.
novellieren [nove'li:ran] <sw. V.: hat) [zu TNovelle (2)]
(Politik; jur.): durch eine Novelle (2) ätuiern. ergänzen: ein
Gesetz, einen Gesetzesparagraphen n.; Novellkning, die; -.
-en (Politik; jur.); Novelljst, der; -en. -en: Schriftsteller,
der Novellen verfaßt; Novell jstik, die; -: I. Kunst der Novelle
(1). 2. Gesamtheit des novellistischen Schaffens; Novelljstin,
die; -. -nen: w. Form zu f Novellist; novelljstisch <Adj.>:
a) die Novellistik betreffend, dazu gehörend; b) der Novelli-
stik eigentümlich.
November [novembe]. der; -[s], - Hat. (mensis) November
= neunter Monat (des römischen Kalenders), zu: novem
= neunl: elfter Monat des Jahres; Abk.: Nov.
November-: -abend, der: Abend im November: ein trüber
N.; -nebel, der: NebeL wie er im November häufig auftritt;
-stürm, der: vgl. -nebel.
Novendiale [novendia.b]. das; -, -n [ital. novendiale =
neun Tage dauemdl (kath. Kirche): die neuntägige
Trauerfeier (in der Peterskirche in Rom) für einen verstorbenen
Papst; Novene [no've:na], die; -. -n [mlat. novena. zu lat.
novem = neun] (kath. Kirche): Andacht an neun
aufeinanderfolgenden Tagen (als Vorbereitung auf ein Fest ixl. für
ein besonderes Anliegen des Gläubigen).
Novihinkim[novi'lu:nium].das; -s. ...ien [...pn; spätlat. novi-
lünium] (Astron.): das erste Sichtbarwerden der Mondsichel
nach Neumond; Novität [novi'te:t]. die; -. -en [lat» novitäs
= Neuheit,zu: novus = neu]: l.etw. Neues[u. Neuartiges]
(in Buchwesen. Kunst. Mode usw.), das an die Öffentlichkeit
gebracht wird; Neuheit: -en unseres Verlags; Damals wurde
eben die letzte N. für diese Spielzeit vorbereitet (K. Mann.
Mephisto 88). 2. (veraltend) Neuigkeit (1): -en zu berichten
haben; !Novize [no'vi:tß3]. der. -n, -n [mlat. novicius <
lat. novicius = neu. jung; Neuling, zu: novus = neul:
1. (kath. Kirche) jmd.. der in einem Kloster eine
Vorbereitungszeit verbringt, bevor er die öffentlichen Gelübde ablegt
u. endgültig Mönch wird. 2. (bildungsspr.) Neuling: Kiesin-
ger. selber N, an dieser Stätte, machte die neuen
Kabinettsherren mit den Spielregeln bekannt (Spiegel 51. 1966. 29);
^Novize [-]. die; -. -n (kath. Kirche): Novizin; Noviziat
|novi'tßia:t|, das; -[eis, -e (kath. Kirche): 1. Vorhereitungs-
u. Probezeit der Novizen bzw. Novizinnen. 2. Wohn- u.
Ausbildungsstätte für die Novizen bzw. Novizinnen; <Zus.:>
Novizigtjahr, das; Novizin, die; -. -nen: w. Form zu f
'Novize; Novocain© [novoka'Ln]. das; -s [geb. aus lat. novus
= neu u. Cocain (fachspr.) fiir tKokain]: svw. tProcain;
Novum ['no:vom. auch: 'navuml. das; -s. Nova <P1. selten)
[lat. novum. zu: novus = neu] (bildungsspr.): etw. Neues,
noch nicht Dagewesenes: etwas ist ein N.. stellt ein N.
dar.
Noxe [noksD]. die; -. -n [lat. noxa = Schaden] (Med.):
Stoff od. Umstand, der eine schädigende Wirkung auf den
Organismus ausübt; Noxin [na'ksiin]. das; -s. -e (meist
PI.) [zusges. aus f Noxe u. tToxin] (Med.): im Organismus
zugrunde gegangener körpereigener Eiweißstoff, der eine
starke Toxizität entwickelt.
nu |nu:| <Adv.) [Tnun] (1 and seh.; salopp): nun (I. 1): nu
laß doch!; na. nu mach mal halblang!; <subst.:> Nu [-]
in Verbindung mit der Präposition ..in": ihre Augen glichen
in diesem Nu (Augenblick) unwillkürlich denen eines
Kindes (Musil. Mann 1378); meist in der Fügung im Nu/in
einem Nu (ugs.; in kürzester Zeit; sehr schnell [in bezug
auf einen Vorgang])', ich bin im Nu zurück!
Nuance ['nyä:sa; österr.: nyä:s]. die; -. -n Ifrz. nuance. wohl
zu: nue = Wolke od. zu: nuer = bewölken, abschattieren]
(bildungsspr.): 1. feiner gradueller Unterschied: eine kaum
merkliche N. zwischen Blaßblau und Weißblau; die
Innenausstattung ist eine der typischen -n dieses Wagens. 2.
ein bißchen, eine Kleinigkeit, eine Spur [von etw.
abweichend]: dieser Wein ist um eine N.. einige -n herber,
zu herb; wie er ... manchmal ... ein Wort durchstrich,
um es durch ein anderes, eine winzige N. schärferes oder
abschwächenderes zu ersetzen (Leonhard. Revolution
239). 3. (innerhalb eines /KunstJwerkes o.a.) besomlers
fein gestaltete Einzelheit. Feinheit: sprachliche, stilistische
-n; ich habe die -n in der Rede wohl bemerkt; nuancenreich
<Adj.) (bildungsspr.): reich an Nuancen: ein -es
Mienenspiel; eine -e dichterische Sprache, dazu: Nuancenreichtum,
der <o. PI.) (bildungsspr.); nuancieren [nyä'si:ran] <sw. V.;
hat) [frz. nuancer] (bildungsspr.): a) kaum merklich abwati-
deln. sehr fein graduell abstufen: Farben n.; dieser Prozeß
kann ... durch verschiedene Zeitspannen der
Säureeinwirkung nuanciert werden (Bild. Kunst 3, 81); b) in all seinen
Feinheiten, feinen Unterschieden erfassen, darstellen:
Begriffe n.; den Wandel eines Charakters psychologisch n.; Der
rote Literaturpapst war nicht geneigt .... zu n. (K. Mann.
Mephisto 251); nuanciert [nyä'si:gtl <Adj.; -er. -este)
(bildungsspr.): 1. äußerst differenziert, subtil: eine -e
dichterische Sprache. 2. pointiert: die Pianistin spielte das Larghet-
to sehr n.; <Abl. zu 1.2:) Nuancjgrtheit, die; -; Nuanckrung,
die; -, -en.
1899
nüber
'nüber l'ny:bB] (landsch., bes. südd.): thinüber.
Nubuk [nubuk], das: -[s] [engl, nubuck]: svw. INubukleden
<Zus.:; Nybukleder, das: hochwertiges /Kalb- od. Rindjle-
der% das auf Grund entsprechender Bearbeitung eine
samtartige Oberfläche hat.
nüchtern ['nv^ten] <Adj.) tmhd. nüehter(n). ahd. nuohturn
< lat. nocturnus = nächtlich, urspr. vor dem
Frühgottesdienst noch nichts gegessen habend]: 1. (nicht adv.) nicht
betrunken, (trotz Alkoholgenusses) normal reagierend: er
machte einen -en Eindruck; nicht mehr [ganz] n. (leicht
betrunken) sein; wieder n. werden. 2. <o. Steig.; nicht
adv.) ohne (nach dem nächtlichen Schlaf) schon etw.
gegessen [u.lod. getrunken] zu haben: auf -en Magen rauchen;
die Tabletten morgens n. einnehmen: Ü das war ein Schreck
auf -en Magen (salopp; das war ein unerwartetes,
unangenehmes Ereignis). 3,a) sich auf das sachlich Gegebene,
Zweckmäßige beschränkend: sachlich: ein -er
Geschäftsmann. Rechner. Politiker, eine -e Darstellung.
Einschätzung der Lage; -e Zahlen. Tatsachen; etwas n. beurteilen,
betrachten, berichten; ein n. denkender Mensch; b) sich
auf das Zweckmäßige beschränkend u. ohne schmückendes,
zusätzliches Beiwerk: Zweckbauten von -er Schönheit
(Koeppen. Rußland 112); -e (schmucklose) Fassaden; -e
(kahle) Wände; ein -er (nicht anheimelnder, keine
Behaglichkeit verbreitender) Raum; die Wohnung ist n.
eingerichtet; das Neonlicht wirkt n. (kalt). 4. nicht den gewünschten
od. erwarteten pikanten o. ä. Geschmack habend, ohtte
Würze, nicht genügend gesalzen: ein sehr -es Essen; die Suppe
ist. schmeckt sehr n.; <Abl.:> Nüchternheit, die; - [spätmhd.
nuchternheit]: 1. nüchterner (1.2) Zustand. 2. a) durch
Sachlichkeit. Zweckmäßigkeit gekennzeichnete Denk- u.
Handlungsweise: sachliches Wesen: N. walten lassen; b) nüchterne
(3) Beschaffenheit. Schmucklosigkeit: die N. der
Linienführung; die sterile N. moderner Wohnstädte.
Nucke [nukd]. (auch:) Nucke [nyka], die; -. -n (meist PI.)
[aus dem Niederd. < mniederd. nuck(e)l (landsch.. bes.
nordd.): nicht im voraus zu erkenttende. utiangenehme
Eigenheit von etw.. jmdm.: Schwierigkeit, die im Umgang mit
dem Betreff ernten Ungelegenheit bereitet: dieser Motor hat
seine Nucken; * seine Nucken und Tücken haben; voller
Nucken und Tücken stecken (nicht richtig in Ordnung sein
u. daher jmdm. Ungelegenheiten bereiten).
Nuckel ['nukjl. der; -s. - [eigtl. wohl = kleine, rundliche
Erhöhung, viell. Vkl. von t 'Nock] (landsch. fam.): svw.
t Schnuller.
nuckeln ['nokin] <sw. V.; hat) [lautm] (ugs.): 1. (bes. in
bezug auf Säuglinge u. kleinere Kinder) an etw.. was mit
einem Ende in den Mund gesteckt worden ist. saugend
lutschen: am Schnuller. Daumen. Kissenzipfel n.; an der
Zigarre. Pfeife n.; er ... nuckelte bißchen an ihren Haaren
(Degenhardt. Zündschnüre 34); unser Vierjähriges nuckelt
immer noch: <auch mit Akk.-Obj.:> Leute .... die
Dauerlutscher nuckeln (BM 15. II. 75. 14). 2. durch die fast
geschlossenen Lippen langsam in kleinen Schlucken (aus
einer Flasche o.a.] tritiken: er nuckelte eine Limonade.
Nuckelpinne, die; -. -n (salopp): kleineres [nicht me/tr ganz
intaktes] Fahrzeug mit schwachem Motor: überhole diese
N. (dieses Auto) doch endlich!; halt doch die verdammte
N. (das Motorboot) auf Kurs (Ott. Haie 80).
nuckisch [nokijl. (auch:) nückisch fmk dl <Adj.) [zu TNuk-
ke] (landsch.. bes. nordd.): voller Nucken, unberechenbar
u. schwierig im Umgang.
Nuddeiei [nüda'laj]. die; - (landsch.. bes. nordd.):
[dauerndes] Nuddeln: Nijddelkram, der; -[e]s (landsch., bes. nordd.):
gebrauchte, wertlose Gegenstände. Sachen: wirf diesen
N. doch auf den MUH!; nuddeln [nudln] <sw. V.) (landsch..
bes. nordd): l.a) svw. tdrehen <hat>: bei dieser kleinen
Mühle kannst du lange n.. ehe du die Mandeln gemahlen
hast. 2. svw. tdudeln <hat): das Radio nuddelt den ganzen
Tag. 3. sich nur langsam fortbewegen <ist>: der Bummelzug
nuddelt von Station zu Station.
Nudel [nu:dl]. die; -. -n W.u.]: 1. (meist PI.) Teigware
von verschiedenartiger, meist bandförmiger Form, die vor
dem Verzehr gekocht wird: -n mit Tomatensoße; -n kochen,
abgießen; Brühe mit -n. 1. fingerstarkes Röllchen aus Teig
zum Mästen bes. von Gänsen. 3. (meist PI.) (landsch.)
in schwimmendem Fett gebackenes. krapfenähnliches
Hefegebäck. 4. (ugs.) (meist verbunden mit einem
Adjektivattribut) Bez. für eine [weiblichel Person, die der Sprecher
[wohlwollend od. spöttisch] in einer bestimmten
Verhaltensweise o.a. charakterisiert: eine dicke, lustige, ulkige,
komische giftige N.: Mann, das war %ne tolle N. (Rechy
[Übers.]. Nacht 145). 5. *imdn. auf die N. schieben (ugs.
selten; jmdn. zum besten halten): -nudel, die; -. -n: in Zus.
verwendetes Grundwort in der Bedeutung von Nudel (4),
z.B. Betriebs-. Gift-, Skandal-. Ulknudel.
nudel-,Nudel-: -auflauf, der; -brett, das: 1. (landsch.)
eckiges Brett aus Holz, auf dem [ Nudel] teig ausgerollt wird.
2. (salopp scherzh.) sehr kleine Theaterbühne: ^briihe, die;
Mljck <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) (ugs.): (bes. auf Personen
bezogen) sehr dick: MKricht, das; --holz, das:
walzenförmiges, an beiden Enden mit einem Griff versehenes Küchengerät
aus Holz, das zum Ausrollen von [ Nudel]teig dient: das
böse Eheweib mit dem N. hinter der Tür (Bruder. Der
Homosexuelle 14); -satat.der; ^sftt <Adj.; o. Steig.; nicht
adv.) (fam.): sehr satt: -suppe, die; ^teig, der; ^topf, der
[wohl nach dem Bild des mit Nudeln gefüllten Kochtopfes]
(salopp scherzh.): von Menschen überfüllter Raum. Platz:
in diesem N. kann man doch nicht tanzen!; ^waDter, der
(österr.. bayr.): svw. t^holz.
nudeln ['nudln] <sw. V.; hat): 1. (Geflügel, bes. Gänsej
mit Nudeln (2) mästen: so eine Gans gibt mehrere Töpfe
Schmalz, wurde sie doch genudelt, bis sie nicht mehr laufen
konnte (Nachbar. Mond 129); ich bin wie genudelt (ugs.:
mehr als satt). 2. (veraltet) (Nudelteig) ausrollen. 3.
(landsch.) liebkosend [an sich] drücken: ein Kind n.; Wurio
nudelt mich fest in ihre Arme (Imog. Wurliblume 67).
Nudismus [nudismus], der: • [zu lat. nüdus = nackt] (bil-
dungsspr.): Lebensanschauung t nach der der gemeinsame
Aufenthalt, die gemeinsame sportliche Betätigung beider
Geschlechter im Freien mit nacktem Körper der physischen
u. psychischen Gesundung des Menschen dient, zu einem
tmtürlichen Verhältnis zum Körper führt: Nudist [nu'dist].
der; -en. -en (bildungsspr.): jmd.. der den Nudismus vertritt
u. danach lebt: nudjstisdi <Adj.; o. Steig.; nicht adv.)
(bildungsspr.): den Nudismus, die Nudisten betreffend, zum
Nudismus, zu den Nudisten gehörend: nudis verbis [nu:di:s
verbi.s; lat.] (bildungsspr.): mit nackten, dürren Worten:
Nuditit [nudi'te-.t], die; -. -en [frz. nudite < spätlat. nüditäs]
(bildungsspr.): 1. <o. PI.) Nacktheit. 2. (meist PI.)
Darstellung eines nackten Körpers (als sexueller Anreiz).
Nugat: t Nougat.
Nugget [nagjt]. das; -[s]. -s [engl, nugget. zusgez. aus: an
ingot = ein Barren]: (inder Natur vorkommendes) Klümp-
chen reines Gold.
nuklear [nuklea.'g] <Adj.: o. Steig.) [engl.-amerik. nuclear.
unter Einfluß von älter frz. nucleaire = den Kern
betreffend zu lat. nucleus. INukleus]: I. (nur attr.) (Kernphysik)
den Atomkern betreffend. Kern-: -e Spaltung, Energie; -e
Versuche. 2. (selten präd.) (Kerntechnik) auf Kernenergie
beruhend: -c Waffen; eine -e Explosion; n. angetrieben
werden. 3. (nicht präd.) (bildungsspr.) a) die Kernwaffen
betreffend: die -e Zusammenarbeit. Strategie.
Verteidigungspolitik; n. bedroht sein; b) mit Kernwaffen
ausgerüstet: -e Staaten, Partner. Streitkräfte.
nuklear-. Nuklear- (Fachspr): ^krieg,der: svw. I Atomkrieg;
Mnadit, die: svw. t Atommacht (1.2); -medizin.die:
Teilgebiet der Medizin, auf dem man sich mit der Anwendung
radioaktiver Stoffe für die Erkennung u. Behandlung von
Krankheiten befaßt, dazu: ^medizinisch <Adj.; o. Steig.):
a) die Nuklearmedizin betreffend: b) auf den Erkenntnissen
der Nuklearmedizin beruhend, diese anwendend: ^physflt,
die: svw. IKemphysik; Technik, die: svw. IKemtechnik.
dazu: -technisch <Adj.; o. Steig.): svw. fkerntechnisch;
-test, der: svw. I Atomtest; Mvafle, die: svw. I Atomwaffe.
Nuklease [nukle'aiza]. die: -. -n [zu lat. nucleus. INukleus]
(Biochemie): Enzym, das Nukleinsäuren aufspaltet: Nuklein
[nukle'i.n]. das: -s, -e (Biochemie veraltet): svw. INukleo-
proteid; <Zus.:) Nukleinsäure, die (Biochemie): (bes. im
Zellkern u. in den Ribosomen vorkommende) aus
Nukleotiden aufgebaute polymere Verbindung, die als Grundsubstanz
der Vererbung fungiert: Nukleole [nukle'o:b]. die; -. -n.
Nukleokis [nu'kle:olus], der; -. ...li u. ...ölen [nukleo:bn;
lat. nucleolus. Vkl. von: nucleus. I Nukleus]: svw.
I Kernkörperchen; Nukleon [nu:kleon]. das; -s. ...onen [nu-
kle'o:nan] (Kernphysik): Baustein des Atomkerns (Proton
od. Neutron): Nukleoproteid [nukleoprote'i:t], das; -[e]s.
-e (Biochemie): aus Protein u. Nukleinsäure
zusammengesetzte Verbindung: Nukleotid [nukleo'ti:t], das; -[eis. -e
(Biochemie): aus einem Phosphatrest. [Desoxyjribose u. einem
1900
numerisch
basischen Bestandteil zusammengesetzte Verbindung;
Nukleus ['nu:kleus]. der; -, ...ei [...ei; lat. nucleus =
(Fruchtkern]: 1. (Biol.) svw. tZellkern. 2. (Anat., Physiol.) svw.
tNervenkern. 3. (Prähistorie) /FeuerJsteinblock. von dem
Abschläge (4) gewonnen wurden, 4. (Sprachw.) Kern.
Kerngliedeiner sprachlich zusammengehörenden Einheit; NuklU
[nu'kli.t], das; -[e]s, -e (Kernphysik): durch bestimmte Ord-
nungs- u. Massenzahl gekennzeichnete Art von Atomen.
null [nol; lat. nüllus = keiner] <Kardinalz.) (als Ziffer:
0): vgl. acht: n. Komma eins (0.1) Sekunden; das
Thermometer zeigt n. Grad an; beim letzten Ton des Zeitzeichens
waresn. Uhr(Amtsdt.; 12 Uhr nachts): bei
Leistungsbewertungen: n. Fehler, Punkte (keinen Fehler, Punkt); *n.
und nichtig (emotional verstärkend; [rechtlich] ungültig):
n. und nichtig sein, werden; ein Abkommen Tür n. und
nichtig erklären; <subst.:> 'Nyll, die; -. -en [ital. nulla
(flgura), eigtl. = Nichts (< lat. nüllus. tnull), als
Zahlzeichen LÜ von arab. §ifr. tZiffer]: l.a) Ziffer 0: die Zahl,
der Wert N.; eine N. malen, schreiben; da mußt du noch
einige -en anhängen (scherzh.; eine beträchtliche Summe
Geld zulegen), wenn ...; * Nummer N. (ugs.; Toilette; t Null-
Null); die Stunde N. (durch ein einschneidendes
[historisches] Ereignis bedingter Zeitpunkt, an dem aus dem Nichts
od. unter ganz neuen Voraussetzungen etw. völlig neu
beginnt); gleich N. sein (gar nicht, nur ganz minimal
vorhanden, gegeben sein); N. für N. aufgehen (sich als richtig,
zutreffend erweisen): seine Vermutungen gingen N. dir
N. auf; N. Komma nichts (ugs.; überhaupt nichts; nach
der Schreibung des Bruches 0,0 in Ziffern); in N. Komma
nichts (ugs.; überraschend schnell, sehr rasch)', b) <o. PL;
o. Art.; üblich in Verbindung mit bestimmten Präp.): auf
[ thermometrischen] Skalen der Punkt, auf den die Zählung
positiver [u. negativer] Werte bezogen ist: das
Thermometer, der Zeiger der Waage steht auf N.; den Schalter eines
[elektrischen] Geräts auf N. drehen, stellen (ein Gerät
abschalten); Temperaturen über, unter N. (über, unter
dem Gefrierpunkt); Ü jmds. Hoffnung, Mut, Stimmung
sinkt unter N. 2. (ugs. abwertend) Person, die auf Grund
mangelnder Fähigkeiten, mangelnden Erfolges o. ä.
[gesellschaftlich] als ein Nichts angesehen wird; Versager: eine
glatte, reine, vollkommene N. sein; *Null [-], der. (auch:)
das; -[s], -s (Skat): Spiel, bei dem der Spieler gewinnt,
wenn er keinen Stich macht; Nullspiel; * N. Hand (Nullspiel,
bei dem der Skat nicht aufgenommen werden darf); vgl.
Null ouyert; 'Nyll-: in Zus. mit Subst. auftretendes Best.,
das die Aufhebung, das N ichtVorhandensein des im
Grundwort Genannten bezeichnet. z.B. Nullarbeitslosigkeit.
Nullkomfort.
null-, ^ulk -*cht, die: Pistole bestimmten Typs: Der dicke
Kuhlmann mit seiner N. am Koppel (Degenhardt.
Zündschnüre 8); vgl. Parabellum; ^aditf^nfzehn <indekl. Adj.;
o. Steig.; nur präd.) [aus der Soldatenspr.; übertr. von
dem im Jahr 1908 im dt. Heer eingeführten u. 1915
veränderten Maschinengewehr auf das Einerlei des sich ständig
wiederholenden Unterrichts an dieser Waffe] <in Ziffern:
08/15) (ugs. abwertend): bar jeglicher Originalität,
eigentümlichen Besonderheit, persönlichen Note; auf ein alltäglich
gewordenes Muster festgelegt u. deshalb Langeweile od.
Überdruß erzeugend: n. eingerichtet, gekleidet sein, dazu:
-achtfijnfzehn-: off als Best, in Verbindung mit Subst.:
Nullachtfünfzehn-Auffiihrung; Nullachtfünfzehn-Soße;
Mliät, die (Med.): Verzicht auf Nahrung, Fasten, bei dem
man nur Wasser, Mineralstoffe u. Vitamine zu sich nimmt:
immer mehr Ärzte lehnen ... radikale N. als
Schlankheitskur ab (Hörzu 31.1977, 87); ^fehlerritt [-'- — ]. der
(Reitsport): fehlerfreier Ritt beim Springreiten; Nuller (1);
^Instrument, das (Elektrot.): elektrisches Meßgerät, bei dem
der Wert Null auf der Mitte der Skala liegt: -läse, die
(nicht getrennt: Nullage): svw. tNullstellung; -leiter, der
(nicht getrennt: Nulleiter) (Elektrot.): geerdeter Leiter eines
Stromnetzes od. eines elektrischen Gerätes: ^leitung, die
(nicht getrennt: Nulleitung); -linie, die (nicht getrennt:
Nullinie): den Anfang der Maßeinteilung kennzeichnende
Linie, Strich auf einer Skala; -menge, die (Math.): leere
Menge (2), die kein Element enthält; Zeichen: 0; -merWian,
der (Geogr.): Meridian von Greenwich. der als Ausgangs-
Punkt der Zählung der Meridiane gilt; Mnorphem, das
(Sprachw.): (in der Flexion) phonologisch nicht
ausgedrücktes, inhaltlich aber vorhandenes Morphem (z. B. im
Imperativ lauf.1; im Plural (die) Schlüssel): Zeichen: 0; ^Nijll (mit
Bindestrich), das; -. -[s] [wohl nach der stilisierten
Wiedergabe der Toilettenschüssel durch eine od. zwei
Nullen] <in Ziffern: 00) (ugs.): Toilette; Miraner, die
(Druckw.): vor der ersten Nummer (1 b) erscheinendes,
kostenloses Exemplar einer neuen Zeitschrift od. Zeitung;
-punkt, der: Punkt auf einer Skala o. ä.. der den Wert
Null angibt: die Temperatur ist auf den N. (Gefrierpunkt)
abgesunken; absoluter N. (Tabsolut 8 b): U unsere
Stimmung sank auf den N., erreichte den N.. kam auf dem
N. an (kam auf dem Tiefpunkt an, erreichte den größten
Tiefstand); -Serie, die (Industrie): zur Erprobung der
rationellen Fertigung u. Funktionstüchtigkeit in niedriger
Stückzahlhergestellte Serie eines neuentwickelten, für die
Serienproduktion vorgesehenen Gerätes. Fahrzeuges o.a.; ^spiel,
das (Skat): svw. t^ull; -Stellung« die: bei Meßinstrumenten
der Stand des Zeigers auf dem Nullpunkt; -tartf, der
kostenlose Gewährung bestimmter, üblicherweise nicht
unentgeltlicher Leistungen: N. bei öffentlichen Verkehrsmitteln;
-Wachstum, das [viell. nach engl, zero growth] fWirtsch.):
Stillstand des Wachstums, der Entwicklung von etw.; -wurf,
der (Kegeln): Fehlwurf ohne Wertung.
nullapoenasine lese [nola perna zirra le:g* lat. = keine
Strafe ohne Gesetz] (jur.): eine Tat kann nur dann bestraft
werden, wenn ihre Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war.
bevor die Tat begangen wurde (Grundsatz des Strafrechts),
nullen l'nobn] <sw. V.; hat): 1. (ugs. scherzh.) ein neues
Jahrzehnt seines Lebens beginnen: er nullt in diesem Jahr,
(auch n. + sich:) sein Geburtstag hat sich genullt. 2.
(Elektrot.) gegen Berührungsspannung zu schützende, leitfa-
hige Teile eines elek tri sehen Geräts an den Nulleiter anschlie-
jfeif/Nulkrl'nulel.den -s.-: 1.(Reitsport)svw. TNullfehler-
ritt. 2. (schweif Schießsport) svw. ? Fehlschuß. 3. (Schweiz.
Leichtathletik) svw. TFehlsprang; Vulkri [nohri]. das; -s.
-n (österr. ugs. abwertend): svw. T'Null \2Y. NttKfflutfhn
[nuliflka$io:n]. die; -. -en (tat. nüllifcäüo =
Geringschätzung, zu: nüllificäre, f nullifizieren 1 < Rechtsspr veraltet):
gesetzliche Aufhebung; Ungültigkeitserklärung die N. eines
Vertrages; nullifizieren[ i £i ran] Csw. Y\; hat; [lat. nüllifV
cäre = geringschätzen, zu: nülhis = gering, elend u. facere
= machen] (Rechtsspr. veraltet): gesetzlich für ungültig
erklärentaußieben;f^\^mntlxuj\i^^räi.<ite:'. ...ren [noli-
pa:ron; zu lat. nülhis - keiner u. pareie = gebären]
(Med.): Frau, die nicht gebaren hat: SmäkM (noli'lE.'tl.
die: -. -en [frz. nullit^ < mlat nulhtasl: 1. (Rechtsspr.
veraltet) Nichtigkeit, gesetzliche Ungültigkeit. 2. (bil-
dungsspr. seilen): Person. Sache, der man keime Bedeutung.
keinen Wert beimißt: Nu! oovert hol u %ex -u'vcrg], der.
auch: das; - -ls] [-uve.^s). -uAt-ps)). - -s [-u'tcris» -u'vei^s;
zu t*Null u. frz. ouvert = offen] (Skat* :\ull. bei dem
der Spieler seine Karten offen hinlegen muH. nachdem zum
ersten Mal ausgespielt u. bedient wurde N. o. Hand < Null
ouvert. bei dem der Skat nicht (Mitgenommen werden darf/.
nullt... [null...] (Ordinalz zu Tnull; iah Ziffer. 0.) (Na-
turw., Math.): in einer Reihe. Folge, auf einer Skala o.a.
den Ausgangspunkt betreffend; Ausgangs-: mdktm crimen
sine lege [nulum 'kri:man ziira teigac lat. = kein
Verbrechen ohne Gesetz] (jur.): svw.f nulla poena sine lege;
Nullung [nuluol. die; -. -en (Elektrot.): das Süllen (2>
Nulpe [nulpal, die; -, -n [H. u.. viell. tmier Anlehnung
an ..Null" zu (west)md. Nuppel = Gummisauger] (ugs.
abwertend): dummer, langweiliger, unbedeutender Mensch
der ist vielleicht eine N.!
Nurnen ['nu:mdn], das; -s [tat. nümen] rThco* r göttliches
Wesen ab wirkende Kraft.
Numerale [numd'ra:h].das; -s. ...Uen [...Ijan] u _ tia Ispäilat
(nömen) numeräle] (Sprach*.*: Zahlmort Smmtrt PI. von
tNumerus; numerieren [nun» ri:ran] •■'**. V^ hat> Dat.
numeräre): mit [fortlaufenden Summern reneken. um eine
bestimmte Ordnung od. Reihenfolge festzulegen die Seiten
eines Manuskripts n.; Banknoten tenen^ene n-
numerierte Ausgabe (Druckw.; begrenzte Auflage emes
Druckwerks, deren Exemplare numeriert smd. mm den bSliophilen
Wert zu betonen): <Abl.:> Nmeheragg. die: -. -cn: 1. ;o.
PI.) das Numerieren. 2. das SumertertseuL (kN.itt fakch;
Numerik lnume:rik]. die; - (Tcchnir mmmxuLke
Steuerung; numerisch [nu me:nj) CAdi^ o. Sieig./. u)
zahlenmäßig, der [Anjzahl nach eine n. kkme. große, schwache
Gruppe; b) unter Verwendung rem . bestimmten Zahlen.
Ziffern erfolgend: in -er RehenJoige: -es Rechnen; eine
-e Gleichung; c) (Datenvermrb.) och mw oü Ziffern Duam-
1901
Numero
mensetzend: ein -er Kode; -e Daten; Numero [nomdro.
auch: 'nu:m...l, das; -s, -s [ital. numero. tNummer]
(veraltend): Nummer (in Verbindung mit einer Zahl): das ist
N. zwei; Abk.: No., N°; Numerus [nunwos, auch:
nu:m...], der; -. ...ri [lat. numerus = (An)zahl. Menge):
1. (Sprachw.) grammatische Kategorie beim Nomen u. Verb,
die durch Flexionsformen die Anzahl der bezeichneten
Gegenstände od. Personen bzw. die der Handelnden angibt:
Singular und Plural sind die beiden Numeri im Deutschen.
2. (Math.) Zahl, zu der der Logarithmus gesucht wird;
Numerus clausus [- 'klapzusK der; - - [lat.]: zahlenmäßige
Beschränkung der Zulassung zu einem Beruf, einem
Ausbildungsgang, bes. zu eitlem bestimmten Studienfach.
numinos [numi'nois] <Adj.; Steig, ungebr.) [zu lat. nümen
(Gen.: nüminis), f Numen] (Theol.): (in bezug auf das
Göttliche) schauervoll u. anziehend zugleich; <subst.:> Numfnose
[numi'no.zal, das; -n (Theol.): das Göttliche als
unbegreifliche, zugleich Vertrauen u. Schauer erweckende Macht.
Numismatik [numis'ma:tik]. die; - [frz. numismatiQue, zu
lat. numisma. nomisma = Münze < griech. nömisma.
eigtl. = das durch Gebrauch u. Sitte Anerkannte):
Beschäftigung mit l alten j Münzen als Wissenschaftler. Forscher
od. Sammler: Münzkunde. -Wissenschaft; Numismatiker,
der; -s. -: jmd.. der sich / wissenschaftlich] mit Numismatik
beschäftigt; Münzsammler; numismatisdi <Adj.; o. Steig.).
Nummer ['nume], die; -, -n [ital. numero < lat. numerus.
f Numerus): 1. a) Zahl, die erw. kennzeichmt. eine
Reihenfolge o. ä. angibt: eine hohe, niedrige, laufende N.; ein Wagen
mit Münchner N. (Autonummer); die N. (Hausnummer)
auf der Adresse stimmt nicht; ich wohne im zweiten Stock,
N. (Zimmernummer) sieben; das Los hatte die N. 24846;
gib mir doch bitte mal deine N. (Telefonnummer); ich
bin unter der N. (Telefonnummer) ... zu erreichen; der
Spieler mit der N. (Rückennummer) elf wurde verwarnt;
er ist seit Jahren Fußballer N. eins (ugs.; der bekannteste,
beliebteste Fußballer): *[nur) eine N. sein (nicht beachtet
werden, nicht als Individuum behandelt werden); N. Null
(ugs.; Toilette; t Null-Null); [bei imdm.) eine große/gute/dik-
ke N. haben (ugs.; /bei jmdm.J sehr angesehen, sehr
geschätzt sein): auf N. Sicher sein/sitzen (ugs. iron.: im
Gefängnis sein): auf N. Sicher gehen (ugs.; bei einer Unternehmung
o.a. kein Risiko eingehen): b) einzelnes Exemplar einer
fortlaufend erscheinenden Zeitung. Zeitschrift: die ersten
beiden -n der neuen Zeitschrift sind erschienen; der Artikel
stand in der letzten N.; c) (bei Schuhen. Kleidungsstücken
aus der Konfektion o.a.) die Größe angebende Zahl: sie
trägt eine kleine N.; haben Sie die Schuhe eine N. größer?;
Ihre N. haben wir nicht vorrätig; die Schuhe gibt es nur
in großen -n; *eine N. einige, ein paar -n zu groß [für
imdn.) sein (ugs.; über jntds. Verhältnisse. Möglichkeiten
gehen): d) (landsch.) svw. fZensur: eine gute, schlechte
N. bekommen. 2.a) einzelne Darbietung. Programmpunkt
eines Zirkus-. Kabarett-. Varieteprogramms: eine
glanzvolle, sensationelle, schlechte N.; die beste N. ist eine
Löwendressur; eine N. proben, einstudieren; b) (ugs.) Musikstück
(der Unterhaltungsmusik): ein paar schnelle -n spielen;
auf der LP sind nur wenige gute -n. 3. (ugs.) auj bestimmte
Weise besonderer Mensch. Person: eine ulkige, komische
N.; er galt als große N. im Verkaufen (guter Verkäufer):
er ist eine N. für sich (ein merkwürdiger Mensch). 4.
(derb) Koitus: Wenn ein DickschifT eingelaufen war,
blieben die Nutten zwischen den -n einfach liegen (Spiegel
45,1977,76); eine N. machen, schieben (salopp; koitieren;
viell. nach der früher üblichen Ausgabe von Nummern
in Bordellen); nummerisch: f numerisch; nummern ['numenl
<sw. V.; hat): svw. tnumerieren.
Nymmern-: ^girl, das: Mädchen, das im Zirkus. Variete'
eine Tafel trägt, auf der die jeweilige nächste Nummer
(2a) angekündigt wird; -konto, das (Bankw.): Konto, das
nicht auf den Namen des Inhabers lautet, sondern nur durch
eine Nummer gekennzeichnet ist; ^oper, die (Musik): Oper
mit durchnumerierten Solo-, Ensemble-. Chor-. Rezitativ-
Stücken; ^salat.der.(ugs.): Durcheinander von Zahlen.
Nummern: die Maschine produzierte N.; -Scheibe, die:
Wählscheibe beim Telefon; ^schild, das: a) Schild mit Zahlen
fu. Buchstaben] zur Kennzeichnung von Autos: er konnte
das N. nicht lesen; b) Schild mit einer Nummer; -Schlüssel,
der(Datenverarb.): Kode(l)zur Identifizierung od.
Klassifizierung von Gegenständen od. Daten; -Stempel, der: Stempel
zum Numerieren; -tafel, die: vgl. ^schild (b).
Nummulit [nomu'li:t. auch: ...htl, der; -en, -en [zu lat. num-
mulus = kleine Münze, nach der scheibenförmigen Gestalt
desGehäusesl(Paläont.,Geol.): versteinerter Wurzelfüßer
des Eozäns mit eifern Kalkgehguse.
nun [nu:n; mhd. nü(n). ahd. nü): I. <Adv.> 1. bezeichnet
einen in der Gegenwart liegenden Zeitpunkt, zu dem etw.
eintritt, einsetzt; jetzt: n. bist du an der Reihe; ich muß
n. gehen; n. wird's aber Zeit!; von n. an waren sie Freunde;
seit n. einem Jahr, n., wo/da ich die Zusammenhänge
kenne, verstehe ich es; *n. und nimmer[mehr] (verstärkend;
niemals). 2. bezeichnet einen in der Gegenwart liegenden
Zeitpunkt mit seinen durch ein vorausgegangenes
Geschehen bestimmten Gegebenheiten, der jmds. Handlung,
Zustand o. ä. bedingt; unter diesen Umständen: ich darf n.
nicht länger zögern; bist du n. zufrieden?; was n.? (Fräse
der Ratlosigkeit; was können wir in dieser Situation tun'/):
was sagst du n.? (ugs.; in bezug auf etw. Unerwartetes:
da staunst du!; das hättest du nicht gedacht!): n. gerade!
(Ausruf des Widerspruchs; jetzt erst recht!). 3. bezeichnet
einen in der Gegenwart liegenden Zeitpunkt, zu dem ein
bestimmter Vorgang als abgeschlossen od. ein früher
eingetretener Zustand als noch bestehend konstatiert wird;
inzwischen, mittlerweile: er hat sich n. anders besonnen;
die Lage hat sich n. stabilisiert. 4. bezeichnet die
gegenwärtige Zeit, sofern sie sich in bestimmter Hinsicht gegen
die Vergangenheit abhebt; heute (2), heutzutage: vor Jahren
Wüste, n. blühendes Land. IL (Partikel) 1. (unbetont)
drückt im Aussagesatz einen Gegensatz aus zwischen
Erwartung u. eingetretener Wirklichkeit, zwischen
Behauptung u. tatsächlichem Sachverhalt o. ä.; aber, jedoch:
inzwischen hat sich n. herausgestellt, daß ... 2. (unbetont)
schließt in einer vom Sprecher an sich selbst, an einen
anderen gerichteten Entscheidungsfrage eine negative
Antwort ein [u. soll dem Sprecherpartner eine solche
suggerieren); etwa, vielleicht: hat sich das n. gelohnt?; hältst du
das n. für richtig? (das kannst du doch nicht für richtig
halten). 3. (unbetont) a) drückt in Aussagesätzen, meist
in Verbindung mit „leinlmar. die Einsicht des Sprechers
in einen Tatbestand aus, der für unabänderlich gehalten
wird; eben, halt: siehst du, so ist das n.; das liegt ihm
n. mal nicht; b) in Aussagesätzen in Korrelation zu
vorangehendem ..da" als Ausdruck der Befangenheit.
Ratlosigkeit, Resignation o.a.: da stehe ich n. und weiß nicht
weiter; da hat man sich n. geplagt, und es war umsonst. 4.
(unbetont) dient in Verbindung mit bestimmten
Modaladverbien od. -Partikeln der Nachdrücklichkeit: a) in
Fragesätzen; denn: worüber warst du n. eigentlich so
bekümmert?; muß das n. ausgerechnet jetzt sein?; b) in
Aussagesätzen; doch: solche Zweifel waren n. wirklich unberechtigt;
das konnte man n. keineswegs Unverstand nennen (H.
Kolb, Wilzenbach 84). 5. leitet in isolierter Stellung am
Satzanfang eine als wichtig erachtete Aussage, eine
Folgerung, resümierende Feststellung o.a. ein [u. signalisiert
indirekt den Übergang zu einem neuen Redeabschnitt o. ä.l
od. bildet den Auftakt zu einer situationsbedingten Frage.
also: a) (betont): n.. dem ist leicht abzuhelfen; n.. darüber
ist man sich einig; n., wie steht's?; n.? Was sagen Sie
dazu?; n.. n.! (als Ausdruck der Beschwichtigung od. des
Einwandes): n., n.! So schlimm wird's doch nicht sein':
b) (unbetont): n. denn! (oft allein stehend als Ausdruck
der Ermunterung zu einer bestimmten Tätigkeit o. ä.; also,
dann wollen wir mal!): n. denn, viel Spaß/zum Wohl!; n.
gut/n. schön! (meinetwegen, einverstanden); n. ja (als
Ausdruck zögernden Einverständnisses, Eingeständnisses; na
ja). 6. (unbetont) situationsbedingt emotional verstärkend
als Ausdruck der Ungeduld. Befürchtung, Enttäuschung
o. ä.: kommst du n. heute abend mit oder nicht? (entscheide
dich endlich, ob du mitkommen willst!); Wenn sie das n.
(gar) dem Schieber vorgelesen hat! (Remarque, Obelisk
52); Mit so was ist man n. (also) verheiratet (Remarque.
Obelisk 332). 7. (unbetont) dient der Verknüpfung u. Wei-
terfiihrung der Rede: n. muß man hinzufugen, daß ...;
dieses Kind n. verlief sich eines Tages im Wald. III. <Konj>
(geh., veraltend) 1. (temporal mit kausaler Tönung)
nachdem, da: Nun das Buch abgeschlossen ist, soll mein
ausdrücklicher Dank ... an seinem Schluß stehen (Frisch.
Homo 291 [Nachwort]). 2. (temporal) als; n. sie es erfuhr,
war es bereits zu spät.
Nunatak [nunatak], der; -s. -s u. -[e]r [eskimoisches Wort]
(Geogr.): aus dem Inlandeis hervorragende Bergspitze.
1902
nutz-, Nutz-
nunmehr <Adv.> [mhd. nü mere] (geh.): jetzt, von jetzt an:
wir wollen n. in Frieden leben: ich will n. zum Schluß
meiner Ausführungen kommen; der Krieg dauert n. drei
Jahre; nunmehrig <Adj.; o. Steig.; nur attr.) (geh.. selten):
svw. t jetzig: ihr rer Freund arbeitet beim Film.
Nuntiatur [nuntßja'tu:$l. die; -. -en [ital. nunziatura. zu:
nun/iare = verkündigen < lat. nüntiäre. zu: nüntius.
t Nuntius): a) Amt eines Nuntius; b) Sitz eines Nuntius;
Nuntiusl'nuntßius].der; -. ...ien [...ian; mlat. nuntiuscuriae
< lat. nüntius = Bote): ständiger diplomatischer Vertreter
des Papstes bei einer Staatsregierung.
nuptial [nop'lßia.i] <Adj.; o. Steig.; nicht adv.) [lat. nüptiälisl
(veraltet): ehelich, hochzeitlich.
nur [nu:$] <Adv.> [mhd. (md.) nur. älter: new«re. ahd.
niwäri = (wenn ...) nicht wäre, es wäre denn]: l.a) drückt
aus. daß sich etwas ausschließlich auf das Genannte
beschränkt; nichts weiter als; lediglich: n. das kann unsere
Aufgabe sein; das war n. ein Versehen; ich bin n. ein
kleiner Angestellter; ich bin auch n. ein Mensch (tauch);
ich bin nicht krank, n. müde; ich wollte n. sagen, daß
...; b) drückt aus. daß etwas auf ein bestimmtes Maß
beschränkt ist; nicht mehr als: ich habe n. [noch] 10 DM.
wenig Brot; ich brauche n. zwei Minuten; es gibt n. zwei
Möglichkeiten; sie ist n. mäßig begabt; er siegte mit n.
knappem Vorsprung. 2. drückt eine Ausschließlichkeit aus;
nicht anders als; nichts anderes als; niemand anders als:
da kann man n. staunen: man konnte n. Gutes über ihn
berichten; geliefert wird n. gegen bar; ich habe das n.
aus M itleid gemacht; n. der Fachmann kann das beurteilen;
n. [dann], wenn ...; <in mehrteiligen Konj.:> nicht n
[sondern] auch; es regnete, hagelte n. so (ugs.; es regnete\
hagelte sehr stark): ich habe das einfach n. so (aus keinem
besonderen Grund) gesagt. 3. gibt einer Frage. Aussage.
Aufforderung od. einem Wunsch eine bestimmte
Nachdrücklichkeit: mein Gott, warum hat er das n. getan?;
was hat sie sich dabei n. gedacht?; wenn es dem Jungen
n. schmeckt; n. nicht so zimperlich; n. Mut!; ich tue das
n. ungern; die Kinder bekommen alles, was sie n. wollen;
(ugs.): n. her damit!; <in Verbindung mit „noch" vor
Komparativen:) er wurde n. noch frecher, übermütiger. 4.
drückt eine Ermunterung aus: essen Sie n.. wir haben
noch reichlich; sag ihm n.. was du auf dem Herzen hast.
5. schränkt die Aussage des vorangegangenen Hauptsatzes
ein; jedoch; allerdings; aber: sie ist hübsch, n. müßte sie
intelligenter sein; ich würde gerne kommen, n. habe ich
keine Zeit.
Nurse[n0:?s.naers.engi.: ns:s].die; -.-s['n3:siz]u. -n [no^sn.
noersn. ...zn; engl, nurse < (a)frz. nourrice < spätlat.
nütrlcia = Amme. zu. lat. nutrire. tnutrieren]: engl. Bez.
für Kinderpflegerin.
Nus, Nous [nu:sl. der: - [lat. nüs < griech. noüs] (Philos.):
a) (in der antiken Metaphysik) Geist. Vernunft (als höchster
Teil der Seele); b) svw. TDemiurg.
nuscheln [nüjfn] <sw. V.; hat) [wohl lautm.; zu tNase.
eigtl. = durch die Nase sprechen] (ugs.): a) undeutlich
sprechen: vor sich hin n.; b) etw. nuschelnd (a) sagen:
Es ist schade .... nuschelte die Frau aus mahlenden
Kiefern hervor (Zwerenz, Erde 15).
Nuß [nus]. die: -. Nüsse [nYsa; mhd. nus. ahd. [hlnus]:
1. <Vkl. TNüßchen) a) (Bot.) rundliche Frucht mit harter,
holziger Schale, die einen ölhaltigen, meist eßbaren Kern
umschließt; b) kurz für tWalnuß. Haselnuß: eine leere,
hohle, taube N.; welsche Nüsse (veraltet; Walnüsse)'. Nüsse
ernten, [abjschlagen; eine N. knacken, aufbrechen,
aufmachen; Ü du bist eine taube N. (ein Versager); *[fiir imdn.]
eine harte N. sein (ugs.; [für jmdn.J sehr schwierig, ein
großes Problem sein): jmdm. eine harte/manche N. zu knak-
ken geben (ugs.: jmdm. eine schwierige Aufgabe, ein schweres
Problem aufgeben): eine harte/manche N. zu kracken haben/
bekommen (ugs.; eine schwierige Aufgabe, ein schweres
Problem zu lösen haben): c) eßbarer Kern der Nuß (b):
kandierte, geschälte Nüsse; Nüsse knabbern, raspeln. 2.
(Schimpfwort) Mensch: du dumme, doofe, blöde N.!; das
ist vielleicht eine alberne N. 3. (landsch.) svw. TKopfnuß
(1). 4. (Kochk.) rundes Fleischstück aus der Keule von
bestimmten Schlachttieren. 5. (Jägerspr.) (vom Hund.
Fuchs. Wolf o.a.) weibliches Geschlechtsteil. 6. (Technik)
auswechselbarer Kopf eines Steckschlüssels. 7. * jmdm. eins/
eine auf, vor die N. aeben (salopp; jmdm. auf den Kopf,
ins Gesicht schlagen).
nyft-, Nyß-: -bäum, der: a) kurz für tWalnußbaum; b) <o.
PI.) Holz des Nußbaums (a). dazu: -baumholz, das.
-baummöbel.das (meist PI.); -beuge!, das (österr.): Beugel
mit Nußfüllung; -braun <Adj.; o. Steig.; nicht adv.): braun
wie eine Wal- od. Haselnuß; -brikett.das (Fachspr.):
kleineres Brikett (b) in der Form einer Nu/J; -butter, die: a)
svw. tErdnußbutter; b) (Kochk.) flüssige Butter, die durch
Erhitzen eine nußbraune Farbe angenommen hat; -flilking,
die: Füllung (2 a) aus geriebenen Nüssen u. anderen Zutaten;
-gebäck, das: Gebäck mit feiner Füllung aus] geriebenen
Nüssen; -kern, der: svw. t Nuß (1 c); -kipferl, das (österr.):
svw. t-beugel; -knacker, der: 1. zangenähnliches Gerät
zum Aufknacken von Nüssen (1 b). 2. (landsch.) [alter]
Mann fmit grimmigem Gesichtsausdruck]; -kohle, die
(Fachspr.): Steinkohle mit grober Körnung; -kuchen, der:
vgl. ^gebäck; ~öl, das: durch Pressen von Wal- od.
Haselnüssen gewonnenes Öl. das bes. als Speiseöl u. zur
Herstellung von kosmetischen Mitteln verwendet wird; -schale,
die: Schale der Nuß (1 b): Ü das Schiff, mit dem sie führen,
war eine N. (war sehr klein); -Schinken, der: Schinken
aus der Nuß (4); -Schokolade, die: Schokolade mit
Haselnüssen; ^torte, die.
Nüßchen ['nvs<pn]. das; -s. -: 1. TNuß (1). 2. (Kochk.) svw.
TNuß (4).
Nüster ['nvstB. auch: ny:stB], die; -. -n (meist PI.) [aus
dem Niederd. < mniederd. nuster. nöster; verw. mit
tNase]: Nasenloch (bei größeren Tieren, bes. beim Pferd):
schnaubende, geblähte -n; (geh.. dichter, auch vom
Menschen:) hoben die Menschen sehnsüchtig die -n. ob nicht
der Wind einen Duft brächte (Jacob. Kaffee 172); mit
bebenden -n (nervös, aufgeregt u. gespannt).
Nut [nu:t], die; -. -en [mhd.. ahd. nuot. zu mhd. nüejen. ahd.
nuoen = genau zusammenfugen] (Fachspr.): längliche
Vertiefung. Rinne. Fuge in einem Werkstück zur Einpassung.
Befestigung o. ä. eines anderen, in der Form
korrespondierenden Teils: eine N. aussparen, fräsen; Bretter auf N.
einschieben, mit -en miteinander verbinden.
Nutat(on[nutatßio:n].die;-.-en[lat.nütätio = das
Schwanken]: 1. (Biol.) svw. TNutationsbewegung. 2. (Astron.)
Schwankung der Erdachse gegen den Himmelspol; <Zus.
zu 1:) Nutationsbeweaung, die (Biol.): ohne äußeren Reiz
ausgeführte Wachstumsbewegung einer Pflanze.
Nute[nu.td].die; -. -n (nichtfachspr.): svw. TNut; Nuteisen,
das: Werkzeug zum Herstellen einer Nut; nuten ['nurtnj
<sw. V.; hat): mit einer Nut versehen; Nutenfräser, der;
-s. -: Fräser (1) für Nuten; Nuthobel, der; -s. - Werkzeug
zum Glätten von Nuten.
'Nutria [nu:tria], die; -. -s [span. nutria. galizisch nudra,
ludra = Fischotter < lat. lutra]: in Südamerika heimisches
Nagetier mit dichtem, weichem, graubraunem Fell, das
wegen seines wertvollen Fells auch gezüchtet wird; Biberratte.
Sumpfbiber; Nutria [-]. der; -s. -s: a) Fell der Nutria (1);
b) Pelzl mantel] aus Nutriafellen: sie trägt einen N.; <Zus.:>
Nutriamantel, der.
nutrieren [nutrhran] <sw. V.; hat) [lat. nütrire] (veraltet):
ernähren; Nutriment [nutriment]. das: -[e]s. -e. Nutrim^n-
tum, das; -s. ...ta [lat. nütrimentum] (Med.):
Nahrungsmittel; Nutrition, die; - [spätlat. nütritio] (Med.): Ernährung
[des Menschen]; nutritiv [...'tiifl <Adj.) (Med.): a) nährend,
nahrhaft: -e Speisen; b) <o. Steig.) die Ernährung betreffend;
Ernährungs...: ein n. bedingtes Kalziumdefizit.
Nutsch [nuitjl, der; -[e]s. -e (landsch.): Schmäler; Nutsche,
die; -,-n (Fachspr.): (im chemischen Laboratorium
verwendeter) Filter mit Siebboden u. Filterpapier, der meist auf
eine Saugflasche aufgesetzt wird; nutschen <sw. V.; hat):
1. (landsch.) saugen, lutschen. 2. (Fachspr.) mit der Nutsche
filtern.
Nuttchen ['nutqdn], das; -s. -: tNutte; Nutte [nutol. die;
-, -n [urspr. berlin., eigtl. = Ritze, Spalt (der weiblichen
Scham); zu TNut] (derb abwertend): Prostituierte: eine
miese, kleine N.; sie ist eine N.; in dieser Straße gehen
die -n auf u. ab; <Abl.:) ngttig <AdJ.) (derb abwertend):
wie eine Prostituierte, in der Art einer Prostituierten: in
der Aufmachung sieht sie richtig n. aus.
nutz: t nütze; Nutz [nu& mhd. nuz, ahd. nuziza)] nur in
Verbindung zu imds./jmdm. zu N. und Frommen (veraltend,
noch scherzh.; zu jmds. Nutzen. Vorteil. Bestem).
mftzr, Nytz- Einwendung, die: nützliche. Vorted. Gewinn
bringende Lehre, die man aus etw. zieht od. ziehen kann
eine N. aus etw. ziehen; -bau, der <P1. -ten) (seltener):
1903
nutzbar
svw. t Zweckbau: -bringend <Adj.; nicht adv.>: von einer
Art, in einer Weise, die für jmdn. einen sachlichen Nutzen
bedeutet: eine -e Einrichtung. Entwicklung; etw. n.
verwenden, anlegen: die Zusammenarbeit war für alle n.; -efTekt,
der: nutzbringende Wirkung. Auswirkung, nützlicher Effekt:
einen hohen, nur einen geringen, keinen wirklichen N.
haben, bringen; -fahrzeug, das (Verkehrsw.):
Kraftfahrzeug, das zur Beförderung von Gütern od. von Personen
genutzt wird: -fisch, der: Fisch, der vom Menschen als
Nahrungsmittel genutzt wird: -fläche, die: nutzbare Fläche
des Erdbodens, eines Raumes, Gebäudes: -garten, der:
Garten, in dem (im Unterschied zum Ziergarten) lediglich
Nutzpflanzen, bes. Gemüse u. Obst, gezogen werden: -holz, das
(bes. Forstw.): Holz, das (im Unterschied zum Brennholz)
technisch, hatidwerklich verwertbar ist, getmtzt wird: ^kilo-
meter, der: Strecke von einem Kilometer, die ein Fahrzeug
mit Nutzlast zurücklegt (Ggs.: Leerkilometer); -bind, das
<o. Pl>: vgl. -^fläche; -tost, die (Fachspr.): 1. Last, die
ein Transportfahrzeug als Fracht befördert, aufnehmen kann.
2. Last, die ein Gebäude zusätzlich zum eigenen Gewicht
tragen, aufnehmen kann: -leistung,die (Technik): von einer
Kraftmaschine erzeugte nutzbare Leistung: ^los <Adj.; -er.
-este>: keinen Nutzen, Gewinn, Vorteil bringend: ohne
Nutzen, ohne positives Ergebnis: vergeblich: -e Gespräche.
Versuche. Anstrengungen: ein -es Unterfangen; es ist völlig
n.. das zu probieren: sich n. mit etw. abquälen; es gibt
Tage, da fühle ich mich n. (überflüssig: Hörzu 37. 1973.
66), dazu: -losigkeit, die: -; -nießen [-ni.sn] <sw. V.; hat:
fast nur im Inf. od. 1. Part, gebr.) (geh.. selten): einen
Nutzen, Vorteil, Profit von etw. haben: profitieren:
zweitrangige Künstler ... nutznießten von seinem Werk (MM 1.
10. 71. 59), dazu: -nießer [-ni:sB], der: -s, -: jmd., der
den Nutzen von etw. hat, einen Vorteil aus etw. zieht, was
ein anderer erarbeitet o.a. hat: -nieflung, die; -, -en: 1.
(geh.. selten) das Nutznießen, Vorteil, Nutzen, 2. <o. PI.)
(jur.) svw. tNießbrauch; -pflanze, die: Pflanze, die vom
Menschen als Na/irungsmittel. Viehfutter od. auch für
technische Zwecke genutzt wird: ^tier, das: vgl. ^fisch: ^vieh,
das; -wasser, das <o. PI.) (Fachspr.): svw. tBrauchwasser.
~wert, der: vgl. Gebrauchswert; -wild, das: vgl. -^fisch.
nutzbar ['nutßba:g] <Adj.; o. Steig.: nicht adv.) [mhd. nutze-
baere]: sich für bestimmte Zwecke verwenden, nutzen lassend:
einen bestimmten nützlichen Zweck erfüllend: f li r W irtschaft
und Industrie -e Energie; -e Stoffe; -es Holz; ein durchaus
-er (verwertbarer, brauchbarer) Vorschlag; ftir etwas n.
sein; den Boden n. machen (so bearbeiten, daß er
landwirtschaftlich genutzt werden kann): <Abl.:> Nutzbarkeit, die:
-; <Zusb.:> Nutzbarmachimg, die: -. -en <PI. selten).
niltze [nv^]. (landsch. auch:) nutz [nut$; mhd. nütze, ahd.
nuzzi] nur in der Wendung [zu] etw. n. sein (!zu/ etw.
taugen, brauchbar, nützlich sein, zu gebrauchen sein): den
Rest kannst du wegwerfen, er ist nichts mehr, zu nichts
n.; nutzen [not^n; mhd. nutzen, ahd. nuzzön]. (häufiger:)
niitzen [nvi^n; mhd. nützen, ahd. nuzzen] <sw. V.; hat):
1. bei etw. nützlich, förderlich, hilfreich, von Nutzen sein;
einen Nutzen, Gewinn, Vorteil bringen: helfen (2): das Mittel
nützt, nützt etwas, wenig, kaum, gar nichts, nicht im
geringsten: was nützen alle Ermahnungen, wenn er nicht darauf
hört; dein Leugnen nutzt Jetzt auch nichts mehr; alle
Vorsicht hat nichts genützt (war umsonst): es nutzt alles nichts
(ugs.: man kann nicht länger zögern, ausweichen), die Sache
muß jetzt angepackt werden: das Medikament nützt bei
Kopfschmerzen/gegen Kopfschmerzen: wozu nützt das
jetzt alles noch?: wem soll das nützen?; das nutzt
niemandem; es nutzt ihm jetzt nichts mehr: seine Sprachkenntnisse
haben ihm sehr genutzt. 2.a) nutzbringend, zu seinem
Nutzen verwerten: aus etw. Vorhandenem durch entsprechende
Anwendung od. Verwertung Nutzen ziehen: etw. industriell
nutzen; die Wasserkraft der Flüsse zur Stromerzeugung
nützen: der Boden wird landwirtschaftlich voll genutzt;
b) von einer bestehenden Möglichkeit Gebrauch machen,
sie ausnutzen, sich zunutze machen: etw. zu einem
bestimmten Zweck benutzen, verwenden: einen Vorteil klug,
geschickt nutzen: er hat diese Möglichkeit nur sparsam
genutzt; den günstigen Augenblick, die Gunst der Stunde,
die Zeit nützen; er nutzt jede freie Minute zum Training;
sie nützt jede Gelegenheit, sich hervorzutun; Nutzen [-].
der; -s [älter TNutz (sw. gebeugt) u. Nutze (st. gebeugt),
mhd. nutze]: etw., was sich bei einer Tätigkeit, dem
Gebrauch von etw., der Anwendung eines Könnens o.a. als
gewintt-, nutzbringend ergibt, was in geistiger od. materieller
Hinsicht als Vorteil, Gewinn, Ertrag jmdm., einer Sache
zugute kommt: ein großer, bedeutender, allgemeiner,
kleiner, geringer N.; der praktische N. bei dieser Sache ist
unbedeutend; die Sache hat. bringt nur wenig N.; welchen
N. versprecht ihr euch davon?; N. von etw. haben; seinen
N. (Vorteil) überall suchen; aus etw. einen, seinen N.
ziehen; er hat die Sachen mit N. (mit Gewinn) wieder
verkauft, abgesetzt; seine Sprachkenntnisse waren ihm sehr
von N. (waren ihm sehr nützlich, halfen ihm sehr viel):
es wäre von N. (hilfreich, nützlich, vorteilhaft), wenn du
dabei wärst; Nutzer, der; -s. - (Amtsspr.) Person, Institution,
die die Berechtigung hat, etw. zu nutzen (2 a). die etw.
nutzt, zu ihrem Nutzen verwertet, anwemlet, gebraucht: die
Stadt selbst ist der N. dieses Gebäudes, des Gewässers;
nützlich l'nYtslu;] <Adj.; nicht adv.) Imhd. nützelichl: für
einen bestimmten Zweck sehr brauchbar: geeignet, einen
Nutzen zu erzielen: ein paar -e Dinge. Geräte. Bücher;
einer -en (sinnvollen) Beschäftigung nachgehen; -e
Pflanzen. Tiere; unsere Gespräche waren n. und konstruktiv;
die Erfindung ist sehr n.. hat sich als recht n. erwiesen;
du warst mir bei dieser Arbeit sehr n. (sehr behilflich,
hast mir sehr geholfen): <subst.:> er versucht immer das
Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: *sich n.
machen (etw. Nutzbringendes tun, bei etw. helfen): <Abl.:>
Nützlichkeit, die; -.
Ntytzlichkeits-: Mienken, das; -s: ein Denken, bei dem stets
die Nützlichkeit der Dinge, das Erreichen eines praktischen
Nutzens im Vordergrund steht: Erwägung, die (meist Pl.>:
vgl. -denken; -prinzip, das (Philos.): svw. tUtilitarismus;
-Standpunkt, der: vgl. -denken.
Nutzung [nYtßlinl. den -s. -e (bes. Landw.. Forstw.): Tier,
das (ohne Haus- od. Jagdtier zu sein) für den Menschen
nützlich ist. bes. dadurch, daß es schädliche Tiere vernichtet
(Ggs.: Schädling); Nutzung, die; -, -en <P1. selten):
nutzbringende Anwendung, Verwertung, Behandlung, Bearbeitung
von etw.: die wirtschaftliche, industrielle N. eines
Gewässers, von Bodenschätzen; die landwirtschaftliche N. eines
Gebietes; die friedliche N. der Kernenergie: <Zus.:>
Nutzungsrecht, das (jur.): Recht zur Nutzung einer Sache:
Befugnis, Berechtigung, ein fremdes Eigentum in bestimmter
Weise zu nutzen.
Ny [ny:l. das; -[s]. -s [griech. ny]: dreizehnter Buchstabe
des griechischen Alphabets (N, v).
Nyktalopie [nYktalo'pi:].die; - [qn griech. nyx (Gen.: nyktös)
= Nacht, alaös = blind u. öps (Gen.: öpös) = Auge]
(Med.): Nachsichtigkeit. Tagblindheit: Nyktinastk InYk-
ti-l.die;-.-n[...ton; tNastiel (Bot.):mildem Tag-und-Nacht-
Rhythmus zusammenfallende, meist durch Licht od.
Temperaturreize hervorgerufene Veränderung der Lage pflanzlicher
Organe(z. B.das Sichsenken der Bohnenblätter am Abend);
Nyktophobk« die; - (Med., Psych.): /krankhafte) Furcht
vor Dunkelheit; Nykturie [nykturi:]. die; -. -n [...ton; zu
griech. oüron = Harn] (Med.): vermehrte nächtliche
Harnabsonderung [als Anzeichen bestimmter Krankheiten /.
Nylon© [n^jbn]. das; -s [amerik. nylon. Kunstwort]:
überwiegend zur Herstellung von Textilien verwendete, besonders
reißfeste Chemiefaser: Nylons fnaibns] <P1.> (ugs.
veraltend): Damenstrümpfe aus Nylon: sie trug hauchdünne
N.: <Zus,:> Nylonstrumpf, der (meist Pl.X
Nymphüum [nYmfe:om]. das: -. ...äen Hat. nymphaeum <
griech. nymphalon]: 1. (Myth.) den Nymphen (1) geweihtes
antikes Heiligtum (z. B. Grotte). 2. (Kunstwiss.)
monumentale, in Villen, Palästen od. auf öffentlichen Plätzen
errichtete Brunnenanlage römischer Zeit; Nymphe I'nYmfa], die;
-. -n [lat. Nymphe < griech. nymphe. eigtl. = Braut.
Jungfrau]: 1. (griech.-röm. Myth.) anmutige weibliche
Naturgottheit. 2. (Zool.) als letztes Entwicklungsstadium
bestimmter Insekten auftretende Larve, die bereits Anlagen
zu Flügeln besitzt; nymphenhaft <Adj.; -er. -este>: anmutig,
zart, leicht wie eine Nymphe; nymphoman lnYmfo'ma:n],
nymphomanisch <Adj.; o. Steig.) (Med.. Psych.): (von
weiblichen Personen) von einem [krankhaft] gesteigerten
Geschlechtstrieb beherrscht; Nymphomanie, die; - [zu griech.
nymphe = (verhüll.) Klitoris u. tManie] (Med.. Psych.):
das Nymphomansein; Nymphomanin [...ma:nm]. die; -. -nen
(Med.. Psych.): an Nymphomanie leidende weibliche Person;
nymphomanisch: t nymphoman.
Nystagmus [nys'tagmus]. der; - [griech. nystagmös = das
Nicken] (Med.): Augenzittern.
1904
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