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Текст
A. P. ВЕТРОВА, Л. А. МИОНЧИНСКАЯ
LIES
und
SPRICH!
ЧИТАЙ И ГОВОРИ
ПО-НЕМЕЦКИ!
Выпуск 3
ВОЕННОЕ ИЗДАТЕЛЬСТВО
МИНИСТЕРСТВА ОБОРОНЫ СССР
МОСКВА —1967
414 (Нем)
В39
КОРОТКИЕ РАССКАЗЫ
И УПРАЖНЕНИЯ
по развитию разговорных навыков
для начинающих
изучать немецкий язык
А. Р. Ветрова, Л. А. Миончинская
В-39 Сборник «Читай и говори по-немецки!» Вы-
пуск 3. М., Воениздат, 1967.
200 с. с илл. 50.000 экз. 51 к.
Цель сборника — помочь научиться читать литературу на не-
мецком языке и вести беседу на бытовые, общеполитические и
военные темы.
В сборнике много интересных и занимательных рассказов, шу-
ток, кроссвордов, юмористических рисунков. Развитию разговор-
ных навыков помогают диалоги и упражнения. В сборнике
имеются комментарий н немецко-русский словарь.
Каждый выпуск этой серии является самостоятельным изда-
нием, и его можно читать независимо от наличия предыдущих
выпусков.
Сборник рассчитан иа самые широкие круги читателей, изу-
чающих немецкий язык или желающих возобновить свои занятия
после длительного перерыва.
1-12-2
153-67
УЧИТЕСЬ ЧИТАТЬ И ГОВОРИТЬ ПО-НЕМЕЦКИ!
Если вы интересуетесь немецким языком, то вы, оче-
видно, хотите научиться практически владеть им, т. е.
читать и говорить по-немецки. И если вы сделали лишь
первые шаги в изучении немецкого языка или возобно-
вили занятия после большого перерыва, то верным по-
мощником в вашей самостоятельной работе и в ваших
занятиях под руководством преподавателя может стать
книга для чтения „Lies und sprich!“ с текстами и упраж-
нениями по развитию навыков устной речи.
Данный выпуск является третьим из серии книг для
чтения „Lies und sprich!“. В третьем выпуске, так же,
как и в предыдущих, много интересных и заниматель-
ных рассказов, анекдотов, шуток, кроссвордов, чайнвор-
дов и т. д. От чтения легких рассказов, с которых начи-
нается данный выпуск, вы постепенно сможете перейти,
к более сложным, а диалоги и упражнения, имеющиеся
в книге, помогут вам развивать разговорные навыки.
В конце книги имеется алфавитный немецко-русский
словарь, а также ответы на кроссворды, чайнворды и
некоторые другие задания. Тексты снабжены пояснения-
ми, в которых дается перевод наиболее трудных слово-
сочетаний.
Четвертый выпуск книги „Lies und sprichl" выйдет
из печати в III квартале 1967 года.
Ваши отзывы и пожелания по содержанию и оформ-
лению книги просьба направлять по адресу: Москва,
К-160, Военное издательство.
3
FACHLEUTE AM BOXRING
nach Kurt Seiberl
gen den blonden Italiener
Manche Besucher eines Boxkampfes sind wirklich sehr
naiv. Vor kurzem boxte der -schwarzhaarige Neumann ge-
tti. Ein dicker Herr hatte
vergessen, ein Programm
zu kaufen, und so war er
nicht ganz im Bilde fiber
das, was im Boxring vor
sich ging ’.
„Wer ist eigentlich
Isotti?" fragte er. „Der
mit der roten Hose?"
„Im Gegenteil", wurde
er belehrt, „der mit der
weifien Hose."
„Lassen Sie sich nichts
erzahlen2", griff ein Drit-
ter in die Debatte ein.
„Der Italiener ist blond."
„Und der Deutsche soil
schwarzhaarig sein?"
Jetzt sprachen schon vier Herren mit dem Dicken, aber
wer nun eigentlich Isotti ist, hatte er immer noch nicht
erfahren.
Der Ringrichter trennte die Kampfenden und sagte:
„Neumann erhalt eine Verwarming wegen Haltens."
„Wo hat er ihn gehalten?" erkundigte sich der Dicke.
„Am Arm, das sehen Sie doch."
• ^Aber warum?"
„Weil er nicht schlagen darf."
„Aber sie schlagen doch beide ununterbrochen!"
„Wahrend er halt, darf er nicht schlagen."
4
„Und welcher ist Neumann?" fragte der Dicke. „Der
mit der roten Hose?"
„Umgekehrt, Neumann steht jetzt rechts — links —
rechts —“
„Wenn sie nur mal stehenbleiben wollten 3.“
„Der Italiener ist der Schwarze", wandte sich nun eine
Dame um. „Ich bin mal in Italien gewesen..."
„Und der Deutsche ist der Blonde, denn ich bin ein-
mal in Deutschland gewesen", hohnte einer aus der
vierten Reihe.
Allmahlich beteiligte sich die halbe Zuschauermenge
an der Frage, wer nun eigentlich Isotti und wer Neumann
sein konne4.
Der Ringrichter trennte die beiden und sagte: „Isotti
erhalfeine Verwarnung wegen Tiefschlages."
„Wohin hat er geschlagen?" fragte der Dicke.
„Tief."
„Wie tief?"
„Unter die Giirtellinie."
„Ich sehe keinen Giirtel."
„Das ist die Linie", erklarte die Dame, welche einmal
in Italien gewesen war, „die dort sitzt, wo der Giirtel
sein sollte."
„Und welcher ist Isotti?" liefi der Dicke nicht locker5,
„der mit der roten Hose?"
„Nein, das ist Neumann. Ich kenne Neumann person-
lich."
„So? Haben Sie nicht gehort, dafi Neumann krank ist
und gar nicht boxt? Muller ist fur ihn eingesprungen 6!“
ironisierte der Mann aus der vierten Reihe.
„Mischen Sie sich nicht in unsere Philosophie, Herr!—
Muller ist der Ringrichter."
„Und welcher ist Neumann?"- fragte der Dicke. „Der
mit der roten Hose?"
„Warten Sie, bis der Kampf zu Ende ist, dann werden
Sie es erfahren."
Aber als der Kampf zu Ende war, sagte der Ringrich-
ter: „Das Treffen endet unentschieden 7!“
Und wie ich hore, streitet sich der Dicke heute noch
mit einigen Leuten dariiber, wer Neumann und wer Isotti
gewesen ist.
5
1. so war er nicht ganz im Bilde fiber das, was im
Boxring vor sich ging—не совсем был осведомлен о
том, что происходило на ринге-
2. lassen Sie sich nichts erzahlen— пусть вам не рас-
сказывают сказки
3. wenn sie nur mal stehenbleiben wollten — хоть бы
они остановились
4. wer Neumann sein konne — кто может быть Ней-
ман
5. Иеб der Dicke nicht locker — толстяк не отставал
6. Muller ist fur ihn eingesprungen—Мюллер вы-
ступает вместо него
7, das Treffen endet unentschieden — встреча закан-
чивается вничью
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Fach-
leute am Boxring":
1. Die Besucher dieses Boxkampfes waren richtige
Fachleute im Sport. Stimmt es?
2. Der dicke Herr wufite nicht, wer am Boxkampf
teilnahm, und fragte danach seinen Nachbarn. Stimmt es?
3. Sofort erklarten viele Besucher dem Dicken, wer
Neumann und wer Isotti sei. Stimmt es?
4. Die halbe Zuschauermenge beteiligte sich an der
Debatte, wer Neumann und wer Isotti sei. Stimmt es?
5. Am Ende des Kampfes erfuhr der Dicke, wer Neu-
mann war. Stimmt es?
II. Напишите столбиком значения следующих слов. Если вы напи-
сали значения правильно, то из первых букв немецких слов
должно получиться вопросительное предложение. Дайте ответ
на этот вопрос: ’
1. встреча 7. нет 13. ряд
(спортивная) 8. сидеть 14. еще
2. судья на 9. иронизи- 15. спорить
ринге ровать 16. лично
3. узнавать 10. объяс- 17. или
(что-л. новое) нять 18. красный
4. итальянец 11. пояс 19. разъеди-
5. боксировать 6. собственно 12. расска- зывать нять, разводить
говоря
1 Здесь и далее ответы см. на стр. 171—173,
в.
111. Ответьте на вопросы по рас*
сказу „Fachleute am Boxring".
I. Wer boxte an diesem
Tag?
2. Warum war der dicke
Herr nicht im Bilde fiber das,
was im Boxring vor sich
ging?
3. Welche Frage stellte
der Dicke an seine Nachbarn
irri Laufe des ganzen
Kampfes?
4. Wieviei Menschen
nahmen an der De'batte teil?
5. Warum nahmen so
vieie Menschen an der De-
batte teii?
6. Hat der dicke Herr
eine . genaue Antwort auf
seine Frage bekommen?
IV, Перескажите содержание тек- <
ста „Fachleute am Boxring".
V. Ответьте на следующие вопро-
сы и затем задайте их ваше-
му собеседнику:
1. Interessieren Sie sich
fiir Sport?
2. Besuchen Sie gem das
Stadion?
3. Treiben Sie selbst
Sport?
4. Laufen Sie Schlitt-
schuh oder Ski?
5. Spielen Sie Tennis,
Volleyball oder Tischtennis?
VI. Расскажите по серии рисун-
ков, как профессор Филютек
и его друзья занимались
спортом.
7
ANEKDOTE
Die Kellner eines New-Yorker Restaurants waren da-
durch bekannt, daB sie die Gaste eine lange Zeit warten
lieBen. Das Restaurant
wurde schlecht besucht.
Und da kam der Chef
auf eine gute Idee.
Er legte Tischtiicher,
auf deneh verschiedene
Ratsel (загадки), Scha-
raden und Witzfragen
gedruckt waren. Jede
Woche wurden die
Tischtiicher ausgewech-
selt, und die Gaste
waren jetzt nicht nur
in der Wartezeit be-
schaftigt, sondern inte-
ressierten sich immer
dafiir, welche neue Ratsel die Tischtiicher der kommenden
Woche bringen.
EIN FROHSTOCK
Der Maier Franz von Defregger (1835—1921) zeichnete
einmal im Tiroler Hochgebirge einen Bauernhof. Dieser
Bauernhof lag an einer von den Touristen viel began-
genen Strafie *.
Nun bemerkte der Maier, dafi er seinen Radiergummi
vergessen hatte. Wie sollte er falsche Bleistiftstriche
entfernen?
. Da erinnerte er. sich, daB sich zum Entfernen falscher
Striche auch Schwarzbrot eignet. Er ging ins Haus und
bat die Bauerin:
„Liebe Frau, darf ich ein kleines Stiickchen trockenes
Brot haben?“
„Sonst wollen Sie nichts?“
„Nein, nichts.“
„Wirkl'ich nichts?“ staunte die Bauerin.
8
„Nein, sonst nichts, nur ein ganz kleines Stiickchen
trockenes Schwarzbrot!
„Ich bring’s Ihnen gleich!“
Nach einigen Minuten kam die Bauerin'- mit einem
dick bestrichenen Butterbrot und einem Gias Milch.
„Weil Sie so bescheiden sind, und nicht so frech wie
die Stadtleute, die mit nichts zufrieden sind und vieles
verlangen, und gerade weil Sie pur ein kleines Stiickchen
trockenes Brot verlangt haben und sonst nichts, gerade
deshalb bekommen Sie von mir ein gutes Friihstiick! “
1. dieser Bauernhof lag an einer von den Touristen
viel begangenen StraBe—этот крестьянский двор нахо-
дился вблизи дороги, по которой ходило много туристов
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Ein
Friihstiick":
1. Der Maier Franz von Defregger zeichnete einmal
einen Bauernhof. Stimmt es?
2. Dieser Bauernhof lag an einer StraBe im Tiroler
Gebirge. Stimmt es?
3. Die Touristen kamen in dieses Bauernhaus, um sich
dort auszuruhen und zu friihstiicken. Stimmt es?
4. Der Maier kam auch in dieses Haus. Er bat um ein
Friihstiick. Stimmt es?
5. Die Bauerin gab dem Maier ein Butterbrot und ein
Gias Milch zum Friihstiick. Stimmt es?
II. а) Образуйте из данных глаголов существительные:
Образец: entfernen — das Entfernen
zeichnen, malen, staunen, lesen, gehen,
leberi, fragen
б) Переведите следующие предложения:
1. Das Ubersetzen dieser Erzahlung fiel mir schwer,
2. Das neue Bild des Maiers erregte groBes Aufsehen.
3. Das Staunen fiber ihr neues Kleid wollte kein Ende
nehmen.
4. Zum Entfernen der falschen Striche benutzt man
einen Radiergummi.
5. Das Essen stand schon auf dem Tisch, und man
lud alle zu Tisch ein.
9
в) Составьте предложения с полученными в пункте „а“ сущест-
вительными.
Ill. Ответьте на вопросы по рассказу „Ein Frfihstuck":
1. Wann lebte der Maier Franz von Defregger?
2. Wo malte Franz von Defregger einen Bauernhof?
3. Was hat der Maier beim Zeichnen bemerkt?
4. Wozu brauchte er ein kleines Stiick trockenes
Schwarzbrot?
5. Wen bat der Maier um dieses Stiickchen Brot?
6. Hat die Bauerin den Maier richtig verstanden?
7. Wie erfiillte die Bauerin die Bitte des Maiers?
1V. Перескажите содержание текста „Ein Friihstiick".
V. Ответьте на следующие вопросы и задайте их затем вашему со-
беседнику:
1. Haben Sie die Malerei gern?
2. Welche russischen Maier kennen Sie?
3. Welcher Maier gefallt Ihnen besonders gut?
4. Welche Bilder des Maiers Repin sind besonders
beriihmt?
5. Besuchen Sie oft Bilderausstellungen?
6. Gefallt Ihnen die moderne Malerei?
ANEKDOTEN
„Was hast du denn mit den Zigarren gemacht, die dir
Tante Anna geschenkt hat?“
„Ich habe sie meinen Freunden gegeben, aber jetzt
habe ich keine mehr!“
„Was — Zigarren?"
„Nein, Freunde."
♦ $
*
Ein Dorf in den Abruzzen (Italien) wollte mehr Tou-
risten haben und sandte Prospekte aus, in denen es hiefi:
„Der Weg in unser Dorf ist so schmal, dafi er nur fur
die Esel passierbar ist. Sie werden sich also in unserer
romantischen Gegend sehr wohl fiihlen."
10
EIN UNSYMPATHISCHER KER1
aus ,,Eulenspiegel“, DDR
„Man lernt im Leben nie aus1", sagte Herr Spengel.
Das ist zwar eine alte Weisheit, doch sie bestatigt sich
immer wieder. Mochten Sie die Geschichte hbren?“
„Erzahlen Sie“, nickte Herr Miihlmann. Auch die an-
deren Herren wollten die Geschichte horen.
Herr Spengel wurde
nachdenklich. Dann
begann er: „Ich kannte
ihn eigentlich nur vom
Sehen. Ich wufite we-
der seinen Namen noch
seinen Beruf. Ich wufite
nur, dafi er mir gegen-
iiber wohnte. Ich hatte
in sein Zimmer spucken
konnen2, wenn nicht
die Strafie dazwischen
gewesen ware. Ich konn-
te ihn schon vom ersten
Augenblick nicht leiden.
Er hatte mir nichts ge-
tan, wenigstens damals
noch nicht — und dennoch war mir dieser Mensch sehr un-
sympathisch. Das kommt im Leben vor. Wenn wir uns auf
der Strafie begegneten, iibersah ich seinen Grufi. Wenn er
sich in unserem Cafe an meinen Tisch setzte, so stand
ich auf und ging. Ich fand sein Aufieres widerlich. Der
Mann war hoch von Wuchs und sehr mager. Sein Kopf
mit den sparlichen Haaren war fiir den baumlangen diir-
ren Kbrper viel zu grofi. Die Augen waren klein und wafi-
rig. Seine dicke Nase, die wulstigen Lippen, ein Vogel--
hals, hangende Schultern, viel zu lange Arme und krum-
me Beine machten den abstofienden Eindruck.
„Ich finde, Sie urteilen da etwas sehr hart“, bemerkte
Herr Miihlmann.
„Und ungerecht“, fiigte Herr Brockmeyer hinzu.
„Vielleicht", sagte Herr Spengel. „Wissen Sie, zu mei-
ner Entschuldigung mufi ich sagen, dafi ich diesen Men-
schen, trotz aller Antipathie, in gewissem Майе bedauerte.
11
Schliefilich kann ef nichts dafur3, wenn er fiir eine lachef-
liche Figur gehalten wird.“
„Das klingt schon besser“, sagte Herr Brockmeyer.
„Doch wenn ich mich erinnere, sprachen Sie davon, da6
er Ihnen damals noch nichts getan hat.“
„Das kann man wohl sagen“, nickte Herr Spengel,
und seine Miene verd,iisterte sich4. „Er hat mir das
Schlimmste angetan, was man einem Menschen antun
kann. Noch schlimmer jedoch ist, dafi er an der ganzen
Angelegenheit im Grunde vollig unschuldig war. Ich
habe ihn deshalb auch nie zur Rechenschaft ziehen kon-
nen.5 Und das schmerzt mich am meisten. Nun gut, ich
werde Ihnen erzahlen. Ich hatte zu jener Zeit ein Mad-
chen kennengelernt. Meiner Meinung nach war es eines
der hiibschesten Madchen, das ich je kennengelernt habe.
Ich war bis fiber beide Ohren verliebt. Wir hatten uns am
Abend zuvor in einem kleinen Cafe kennengelernt und fiir
den Nachmittag im gleichen Cafe verabredet.
Beim Betreten des Cafes sah ich zu meiner Uberrasch-
ung an einem Ecktisch den unsympathischen Kerl sitzen.
Ich wahlte einen moglichst entfernten Tisch und setzte
mich, ohne seinen Grufi zu beachten.
Ich hatte vielleicht eine Viertelstunde gesessen, als
die Tiir sich offnete und mein Madchen erschien. Schon
wollte ich aufstehen, um sie freudig zu begriifien — da
geschah etwas Ungeheuerliches. Ohne sich umzublicken,
ging sie auf den unsympathischen Kerl zu, gab ihm die
Hand und setzte sich.“
Herr Spengel machte eine Pause, griff zum Gias und
trank es mit einem Zug aus.
„Das war gewifi bitter", bemerkte Herr Miihlmann.
„Aber so was Ahnliches hatte ich beinahe erwartet.“
,,Ja, die Weiber“, murmelte Herr Brockmeyer. „Immer
wieder das gleiche Lied. Und wie ging die Sache nun wei-
ter? Haben Sie sie beide umgebracht?"
Herr Spengel fuhr fort: „Sie dfirfen mir glauben, mei-
ne Herren, ich war wie vor den Kopf geschlagen 6. Mich
packte die Wut. Dieser Kerl, diese lacherliche Figur, die
Karikatur eines Mannes wagte es, mir mein Madchen
wegzuschnappen... und das noch vor meinen Augen!
Noch war ich zu keinem Entschlufi gekommen, da sah
ich plotzlich, wie der Kerl nach meinem Tisch zeigte. Das
Madchen blickte sich um, sah mich, seine Augen wurden
12
grofi wie Untertassen, dann stand es rasch auf und kam
auf mich zu. Als es vor mir stand, fragte ich: „Was woll-
test du bei dem Kerl?“
Das Madchen schaute mich noch- immer fassungslos
an. Und dann' erhielt ich jene Antwort, die mir die bit-
terste Stunde meines Lebens bereiten sollte.“
Herr Spengel bedeckte die Augen und schwieg.
„Und was sagte das Madchen?" fragte Herr Miihl-
mann neugierig.
Herr Spengel sah ihn duster an.
„Das Madchen sagte, das Ganze sei ein Irrtum gewe-
sen. Es ware zu ihm gegangen, weil er mir zum Verwech-
seln ahnlich gesehen hatte7."
1. man lernt im Leben nie aus— век живи, век учись
2. ich hatte in sein Zimmer spucken konnen — я мог
бы запросто доплюнуть до его комнаты
3. kann er nichts dafiir — не виноват же он
4. seine Miene verdiisterte sich — его л'ицо омрачилось
5. Ich habe ihn deshalb auch nie zur Rechenschaft
ziehen кбппен. — И поэтому я никогда не смог бы с ним'
расквитаться.
6. ich war wie vor den Kopf geschlagen — у меня в
глазах потемнело
7. weil er mir zum Verwechseln ahnlich gesehen hat-
te — он был так похож на меня, что нас легко можно
было спутать
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Е1п
unsympathischer Kerl“:
1. Herr Spengel kannte den unsympathischen Kerl
nur vom Sehen. Stimmt das?
2. Der unsympathische Kerl wohnte ihm gegeniiber.
Stimmt es?
3. Er war Mechaniker von Beruf. Stimmt das?
4. Herr Spengel war bis fiber beide Ohren in ein htib-
sches Madchen verliebt. Stimmt es?
5. Er hat sich mit dem Madchen in einem kleinen
Cafe verabredet. Stimmt es?
6. Beim Betreten des Cafes sah er den unsympathi-
schen Kerl an einem Ecktisch sitzen. Stimmt es?
13
7. Herr Spengel griifite ihn durch Kopfnicken. Stimmt
das?
8. Bald kam das Madchen. Ohne sich nmzublicken,
ging sie auf den unsympathischen Kerl zu, gab ihm die
Hand und setzte sich an seinen Tisch. Stimmt es?
9. Das brachte den Herrn Spengel in Wut. Er konnte
nicht leiden, daB dieser Kerl, diese lacherliche Figur es
wagte, sein Madchen vor seinen Augen wegzuschnappen.
Stimmt es?
10. Dann sah Herr Spengel, wie der Kerl nach seinem
Tisch zeigte. Stimmt das?
11. Das Madchen blickte um, sah den Herrn Spengel
und kam lachend auf ihn zu. Stimmt es?
12. Herr Spengel fragte das Madchen: „Was wolltest
du bei dem Kerl?" Das Madchen antwortete, dafi der Kerl
dem Herrn Spengel so ahnlich ist, daB sie die beiden
einfach verwechselt hat. Stimmt es?
II. Опишите по прочитанному рассказу внешность несимпатичного
парня.
III. Выучите диалог:
(Vor funf Minuten traf der Zug ein. Auf dem Bahnsteig
herrscht reges Leben. Die Fahrgaste steigen aus. An der Tur
eines Abteils sieht der Gepacktrager eine Handtasche liegen.)
Gepacktrager
Wessen Handtasche
liegt hier? Wer hat die
Handtasche verloren?
Schaffnerin.
In diesem Abteil fuhr eine
Familie: eine Frau, ein Mann
und ihr Sohn. Sie sind vor
zwei oder drei Minuten aus-
gestiegen. Vielleicht kann
man sie noch auf dem Bahn-
steig finden.
14
Und wje sahen sie aus?
Und die Frau?
Der Mann ist hoch von
Wuchs und breitschultrig.
Er hat schwarzes Haar,
groBe braune Augen und ei-
ne lange, spitze Nase. Der
Mann hat einen dunkelblau-
en Anzug an.
Die Frau ist mittelgroB
und blond. Sie ist in Schwarz
gekleidet. Der Knabe ist
5—6 Jahre alt. Er hat ein
Holzflugzeug in der Hand.
Oh, ich habe sie eben
auf dem Bahnsteig ge-
sehen. Vielleicht werde
ich sie einholen.
IV. Опишите внешность кого-либо из ваших знакомых.
ANEKDOTEN
Man fragte den franzdsischen Dichter Fontenelle, was
der Unterschied (разница) zwischen gut und schon sei.
Er erwiderte:
„Das Gute hat Beweise notig. Vom Schonen verlangt
man keine."
* jK
*
Der beriihmte Physiker Rontgen bemerkte wahrend
einer Vorlesung, daB einige Studenten in den hinteren
15
Bankreihen ihm nicht zuhorten, sondern sich ziemlich
laut unterhielten. Da sagte Rontgen:
„Wenn die Herren, die miteinander sprechen, ebenso-
wenig Gerausch machen wollten wie die Herren, welche
schlafen, so ware das den Herren, die zuhoren, sehr an-
genehm!“
KETTENREAKTION
nach A. Lund
Der Mann gegeniiber arbeitete standig, er arbeitete
die halbe Nacht hindurch. Was er arbeitete, wufite ich
nicht, aber er arbeitete unermiidlich.
. Angeregt durch dieses Vorbild,1 zwang ich mich, am
Schreibtisch Platz zu nehmen und eine meiner Erzahlun-
gen zu schreiben. Ich wufite, dafi ich auch diese Erzah-
lung wie viele andere drei oder vier Tage spater zuriick-
bekomme.
Manchmal dauerte es auch acht Tage, aber zuriick
erhielt ich sie auf jeden Fall mit der Sicherheit eines Bu-
merangs. Und jedesmal dachte ich von neuem: „Es hat
doch keinen Zweck, es ist vielleicht kliiger, in ein Kino
zu gehen." Aber sooft ich mich erleichtert danach richten
wollte, fiel mein Blick auf das Haus gegeniiber. Ich sah
den Mann, der unermiidlich arbeitete, und konnte nicht
fortgehen. Der Mann im Haus gegfeniiber steckte mich mit
seinem Arbeitseifer an.
Darin wurde ich einfach bose. Warum kam der Er-
folg immer nur in das Haus gegeniiber, zu dem Mann, der
unermiidlich arbeitete, der mich mit seiner Arbeitseifer
ansteckte? Ich hatte gehort, dafi er wie ich Journalist war.
Auch ich safi doch Abend fur Abend2 fiber meinem
Schreibtisch, genau wie er, aber meine Arbeit war nutz-
los, war sinnlos. Und seine? Wer war dieser Mann, dieser
fleifiige, unermiidliche A'rbeiter? Ich konnte es nicht
langer aushalten, ich lief in das Haus gegeniiber...
Seitdem hat sich einiges geandert. Im Haus gegeniiber
brennt abends kein Licht mehr. Der Mann, der immer am
Schreibtisch safi, ist ein ganz anderer Mensch geworden.
16
Er hat an Gewicht zugenommen 1 2 3 4, er will sogar heiraten,
er hat schon eine Braut. Er ist jetzt abends frei. Ich
schreibe keine Erzahlungen mehr.
Er war ausgerechnet der Mann, der meine Erzahlun*
gen lesen, redigieren und zuriicksenden muBte.
1. angeregt durch dieses Vorbild — вдохновленный
его примером
2. Abend fiir Abend — каждый вечер
3. er hat an Gewicht zugenommen — он поправился
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Ketten-
reaktion":
1, Der Mann, der Erzahlungen schrieb, war ein Jour-
nalist. Stimmt das?
2. Er schickte seine Erzahlungen in eine Redaktion,
aber bekam sie wieder zuriick, weil sie schlecht waren.
Stimmt das?
3. Der Journalist wollte schon seine Arbeit aufgeben,
aber der Mann, der gegeniiber wohnte, steckte ihn mit
seinem Arbeitseifer an. Stimmt das?
4. Der Journalist verstand nicht, warum der Mann im
Haus gegeniiber so viel arbeitet. Stimmt das?
5. Der Journalist ging in das Haus gegeniiber und er-
fuhr, dafi dieser Mann seine Erzahlungen redigieren und
zuriicksenden sollte. Stimmt das?
6. Seit dieser Zeit schrieb der Journalist keine Erzah-
lungen mehr, und der Mann im Haus gegeniiber hatte
jetzt viel freie Zeit. Stimmt das?
II. Найдите в тексте предложения с придаточными, начинающимися
местоимением ,.der“ („который"). Заполните ими пропуски в сле-
дующих предложениях:
1. Ich sah den Mann, der..., und konnte nicht fort-
gehen.
2. Warum kam der Erfolg immer nur zu dem Mann,
der ..., ?
3. Der Mann, der ..., ist jetzt ein ganz anderer Mensch
geworden.
4. Er war ausgerechnet der Mann, der ... .
17
III. Дополните предложения придаточными:
1. Der Mann, der ... , war ein Journalist.
2. Die Erzahlungen, die ... , waren nicht interessant.
3. Der Schreibtisch, an dem ... , stand am Fenster.
4. Durch das Fenster sah der Journalist das Haus,
das...
5. In diesem Haus wohnte der Mann, der ...
6. Der Mann im Haus gegeniiber, zu dem .... erklarte
dem Journalisten alles.
7. Seit dieser Zeit beschlofi der Journalist die Arbeit,
die ... , aufzugeben.
8. Der Mann, der ..., war jetzt abends frei und wollte
sogar heiraten.
IV. Ответьте на вопросы по рассказу „Kettenreaktion":
1. Was war der Mann, der Erzahlungen schrieb?
2. Warum bekam er seine Erzahlungen standig zu-
ruck?
3. Wolfte der Journalist seine Arbeit aufgeben?
4. Warum konnte er seine Arbeit nicht aufgeben?
5. Was dachte der Journalist fiber den Mann, der im
Haus gegeniiber wohnte?
6. Warum hatte der Mann im Haus gegeniiber so viel
Arbeit?
7. Hat der Journalist seinen Kollegen im Haus gegen-
iiber besucht?
8. Wie anderte sich die Lage nach diesem Besuch?
V. Перескажите содержание текста „Kettenreaktion".
ANEKDOTE
Zornig (рассерженный) kam einst ein junger Autor
zu dem gefiirchteten Kritiker' Alfred Kerr.
„Was gibt Ihnen ei-
gentlich das Recht“, don-
nerte er los (закричал),
„mein Stiick derart zu kri-
tisieren. Sie selbst konnen
ja nicht einmal den ein-
fachsten Einakter (од-
ноактную пьесу) schreib-
en!“
Kerr lachelte kuhl.
18
„Ich kann auch keine .Eier legen“, erklarte er, aber
trotzdem weifi ich, ob ' ein Ei gut oder schlecht
ist.“
HOCH DIE HOSEN 1
nach Giinter Kunert
Es war an der Zeit2, eine neue- Hose zu kgufen. Ich
trat in ein Konfektionsgeschaft, in dem es ziemlich voll
war, denn die Uhr ging auf sechs. Hinter dem Tisch mit
Hosen stand ein alterer, dicker Mann. Ich trat an seinen
Verkaufstisch und sagte: „Ich mochte eine Hose haben!“
Der Dicke mafi mich mit einem Blick, legte dann einen
Packen Hosen auf den Tisch und sagte:
„Grofie vierundvierzig. PaBt!“ Die Hosen waren teils
grau und teils braun und nur fiir einen sehr kalten Win-
ter bestimmt.
„Haben Sie keine Hosen aus Popeline?“, fragte ich,
„und vielleicht eine andere Farbe? Man tragt seit einem
Jahr blaue und olivgriine Hosen...“
Der Verkaufer lachte durch die Nase. „Mir konnen Sie
nichts vormachen3. Ich bin lange genug Verkaufer, um
zu wissen, was man. tragt. Also wollen Sie so eine Hose
oder nicht?“ Er zog eine Hose aus dem Packen und sagte:
„Die ist richtig!“
„Aber die ist doch viel zu lang“, protestierte ich.
„Die anderen sind noch viel langer“, sagte er, „aber
wenn Sie unbedingt w-ollen, konnen Sie auch die anderen
anprobieren. Herrgott, wenn alle Kunden so waren 4...“
Diese letzten Worte sagte er einem anderen Verkaufer,
der hinter dem Verkaufertisch hin und her ging. Mein
Verkaufer hangte mir die Hose uber den Arm und zeigte
irgendwo in die Tiefe des Ladens. Mir blieb nichts ande-
res iibrig5, als zur Kabine zu gehen. Ich zog dort meine
Hose aus, hangte sie an einen Haken und zog die andere
an. Natiirlich war sie viel zu lang. Und zii weit war sie
auch. Das war keine Hose fiir einen Einzelmenschen, son-
dern fiir ein ganzes Kollektiv. Ich zog die Hose wieder
aus und setzte mich in Unterhose auf einen Stuhl. Die
19
Zeit verging und verging. Plotzlich wurde der Vorhang
aufgerissen: vor mir stand der dicke Verkaufer.
„Was ist denn nun?“ fragte er unzufrieden, ,,wir
wollen ja auch mal nach Hause gehen!“
„Aber diese Hose pafit doch nicht..." begann ieh.
Wortlos packte er die Hose und verschwand. Gleich
darauf merkte ieh, daB er auch meine Hose mitgenommen
hatte. Ich wollte schreien, aber es war zu spat. Verzwei-
felt saB ich in der Kabine und wartete. Der Larm im
Laden wurde immer schwacher. Ich sah durch den Vor-
hang: der Laden war bis auf einen Verkaufer leer, und
der Verkaufer war nicht meiner. Da stiirzte ich vor.
„Wo ist meine Hose?" schrie ich, ,,wo ist der dicke
Verkaufer?"
„Der Herr wiinschen?" fragte der Verkaufer, wahrend
er seinen Hut aufsetzte.
4 „Ich will meine Hose zuriickhaben", sagte ich. Der
Verkaufer verstand nicht.
„Nicht ohne Hose!" sagte ich.
„Jetzt wird nicht mehr verkauft. Es ist schon fast eine
halbe Minute nach sieben. Alles ist schon abgeschlossen."
„Aber meine Hose ist verschwunden..."
„Ftir Diebstahle tragen wir keine Verantwortung. Je-
der mufi personlich wachsam sein. Kommen Sie nachsten
Monat wieder, vielleicht sind dann neue Hosen einge-
troffen... Also bitte..." Ich versuchte etwas zu sagen, aber
er schob mich aus der Hintertiir auk den Hof. Da stand
ich, bleich und in Unterhose. Ich nahm all meinen Mut
zusammen 6 und ging auf die Strafie. Ich weifi nicht, wie
ich nach' Hause gekommen bin.
Drei Tage spater sah ich in der Zeitung das Bild eines
Menschen, der nur ein weifies Hemd und eine weiBe Hose
anhatte. Darunter stand: „Ein Gast aus Indien besuchte
unsere Stadt." Das war ich.
Das Bild habe ich in meine Tasche gesteckt. Fur alle
Faile, denn morgen gehe ich mir eine neue Hose kaufen. 1 2 3 4 *
1. Hoch die Hosen — да здравствуют брюки
2. es war an der Zeit — пришло время
3. mir konnen Sie nichts vormachen—меня Вы не
проведете
4. wenn alle Kunden so waren — если бы все покупа-
тели были такие
20
5. mir blieb nichts iibrig — мне ничего не оставалось
6. ich nahm all meinen Mut zusammen— я собрал все
свое мужество
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Hoch
die Hosen“:
1. Der Autor dieser Erzahlung wollte sich eine Hose
kaufen, und ging in ein Konfektionsgeschaft. Stimmt das?
2. Der Verkaufer war sehr freundlich zu ihm. Stimmt
das?
3. Der Verkaufer zeigte ihm viele Hosen von schoner
Farbe und passender GroBe. Stimmt das?
4. Der Kunde probierte eine Hose an, aber sie pafite
nicht. Stimmt das?
5. Der Verkaufer war sehr unzufrieden, packte die
Hose des Kunden und verschwand. Stimmt das?
6. Der Kunde wartete auf den Verkaufer in der Ka-
bine, und dieser kam nicht. Stimmt das?
7. Im Laden blieb nur ein Verkaufer, der nichts von
der Hose des Kunden wuBte. Stimmt das?
8. Der Kunde ging nach Hause ohne Hose. Stimmt
das?
II. Выучите диалог наизусть
на стр. 22.
Verkaufer
Der Herr wiinschen?
Bitte, wir haben braune
Hosen aus Popeline dieser
GroBe.
Dann probieren Sie, bit-
te, diese Hose an.
Bitte, zahlen Sie an der
Kasse achtzehn Rubel.
и составьте рассказ по рисунку
Kunde
Ich mochte eine Hose ha-
ben, GroBe fiinfzig.
Diese Hose ist mir zu
lang. Auch die Farbe gefallt
mir nicht gut. Man tragt
jetzt blaue und olivgriine
Hosen.
Diese Hose pafit ausge’
zeichnet, ich nehme sie.
21
22
III. Измените предложения по образцам и' прочтите их;
а) Образец: Man mufi (muBte) die Arbeit begin-
nen. Es ist (war) an der Zeit, die
Arbeit zu beginnen.
1. Ich mufi mir einen Hut kaufen.
2. Man mufi die Arbeit beenden.
3. Man muBte den Brief beantworten.
4. Man mufi diese Frage besprechen.
5. Man muBte die Biicher in die Bibliothek abgeben.
б) Образец: Ich mufi (muBte) diese Arbeit aufge-
ben. Mir bleibt (blieb) riichts iibrig,
als diese Arbeit aufzugeben.
oder: Es bleibt (blieb) mir nichts iibrig,
als...
1. Ich war gezwungen, diesen Anzug zu kaufen.
2. Ich muBte zu Hause sitzen und arbeiten.
3. Wir miissen diese Arbeit ubernehmen.
4. Er war gezwungen, die Stadt zu verlassen.
5. Ich mufi sitzen und warten.
в) Образец: Ich bin fur diese Arbeit verantwort-
lich. Ich trage fur diese Arbeit Verant-
wortung.
1. Wer ist fur Ordnung im Lesesaal verantwort-
lich?
2. Wer ist fur die Disziplin in Ihrer Gruppe verant’
wortlich?
3. Mein Freund ist fur die Arbeit unseres Klubs ver-
antwortlich.
IV. Дополните предложения следующими выражениями:
a) viel zu — слишком
Образец: Dieser Weg ist lang.
Dieser Weg ist viel zu lang.
1. Dieser Anzug ist fur mich breit.
2. Die Hose ist fiir meinen Sohn lang.
3. Der Hut ist modern.
4. Diese Ubersetzung ist fiir die Studenten schwer.
23
b) fiir alle Faile (на всякий случай)
Образец: Rufen Sie mich noch einmal an.
Rufen Sie mich fiir alle Faile noch ein-
mal an.
1. Nehmen Sie den Regenmantel mit, es wird vielleicht
regnen.
2. Bringen Sie das Worterbuch mit, die Ubersetzung
ist schwer.
3. Notieren Sie meine Telefonnummer.
4. Ich werde die Arbeit noch einmal priifen.
V. Составьте предложения с глаголами. Используйте следующие су-
ществительные:
1. anziehen: einen Mantel, einen Anzug, Schuhe,
Handschuhe
2. ausziehen: einen Pullover, Schuhe, Handschuhe, den
Mantel
3. ablegen: den Mantel
4. aufsetzen: den Hut, die Miitze
5. abnehmen: den Hut, die Miitze
VI. Ответьте на вопросы по рассказу „Hoch die Hosen“:
1. Wohin ging der Autor dieser Erzahlung?
2. Was wollte er kaufen?
3. Welche Hose brauchte er?
4. Welche Hosen bot ihm der Verkaufer an?
5. Bot ihm der Verkaufer eine passende Hose an?
6. Warum blieb er in der Kabine sitzen?
7. Auf welche Weise war seine Hose verschwunden?
8. Wann beschlofi er die Kabine zu verlassen?
9. Warum konnte er seine Hose nicht zuriickbe-
kommen?
10. Wie ging er nach Hause?
11. Was sah er drei Tage spater in der Zeitung?
VII. Перескажите содержание текста „Hoch die Hosen“.
VIII. Решите кроссворд, используя немецкие эквиваленты следую-
щих слов:
По горизонтали: 2. вопрос; 3. полный; 4. картина;
6. аплодисменты; 10. шум; 11. лучший (превосходная
степень от gut); 12. отдельный; 13. помещение; 15. мно-
го; 16. покупатель (клиент)
24
'По вертикали: 1. гость; 2. случаи; 3. продавец; 5. во-
ровство; 6. бомба; 7. внутри; 8. армия; 9. жить; 14. за-
тем, потом
W1TZ
Der Kunde steht priifend vor einem Packen Striimpfe
(чулок).
„Unzerreifibar!" sagt der Geschaftsfiihrer und ruft ei-
nen Verkaufer herbei: „Herr Lorenz, ziehen Sie mal oben
und unten an dem Strumpf und versuchen Sie ihn zu zer-
reifien.11
Der Verkaufer steht unschliissig da und fliistert dann
seinem Chef zu: „Wollen wir kaufen Oder verkaufen?"
25
„Sie sehen selbst,
wie Sie im gestreif-
ten Anzug (в костю-
ме в полоску) gleich
grofier wirken!“
RENDEZVOUS MIT GINA
aus „Mozaika"
Mit langen Schritten eilte mein Freund Hans auf mich
zu. „Welch ein Gluck, daB ich dich treffel" rief er. „Paul,
kannst du mir einen Gefallen tun? Ich bin namlich jetzt
mit einem Madchen verabredet..."
„1st es hiibsch?“ unterbrach ich ihn.
„Vielleicht“, erwiderte Hans, „ich kenne es noch nicht.
Weifit du, ich hatte in der Zeitung inseriert .Begleiterin
fur Theater, Kino und Spaziergang gesucht‘.“ Ein Mad-
chen hat sich gemeldet, und ich habe es ins Cafe Bellini
bestellt. Aber jetzt mufit du mich vertreten.“ .
,,Warum“, fragte ich, „hast du Angst?"
„Natiirlich nicht", sagte Hans. „Aber die Unbekannte
interessiert mich nicht mehr. Auf dem Weg zum Cafe
habe ich ein nettes Madchen kennengelernt! Es safi mir
im Autobus gegeniiber. Augen hat es wie Goldlack! Na,
und eine Figur... und Beine! Ich habe das Madchen zum
Capitol-Kino bestellt. Verstehst du jetzt? Tu’ mir den
Gefallen und geh zu meinem Rendezvous ins Bellini."
Hans blickte auf die Uhr. „Beeile dich, es ist schon
spat.“
„Also gut“, sagte ich. „Aber woran soil ich das Mad-
chen erkennen?“
„Richtig! Es will ein buntes Tuch tragen, und du
nimmst hier das griine Buch in die Hand."
In einer Ecke des Cafes Bellini safi ein junges Mad-
chen mit einem bunten Tuch um den Hals. Es war wirk-
lich reizend. Ich ging langsam auf das Madchen zu und
hielt das griine Buch in der Hand. Sie neigte zustimmend
den Kopf. Dann nahm sie grazios das Seidentuch ab.
„Das hatte ich nur als Erkennungszeichen umgebun-
den“, sagte sie lachelnd. Sie bat mich, Platz zu nehmen,
und fragte mich rundheraus: „Machen Sie immer Be-
kanntschaften durch die Zeitung?"
„Nein“, gestand ich ehrlich, „es ist bestimmt das erste
Mal.“ Ich gab mir keine Miihe, meine Begeisterung zu
verbergen. Das Madchen gefiel mir ausgezeichnet.
„Ich heifie Gina“, erklarte das Madchen mit ange-
nehmer Stimm6. „Wollen wir heute abend ins Kino
gehen?“
,,Wunderbarl“ rief ich und schlug ihr das Capitol-Kino
vor, weil ich an die Uberraschung von Hans dachte. Doch
Gina lachte auf und meinte: „Lieber nicht. Dort erwartet
mich namlich ein langweiliger und aufdringlicher Mensch,
der mich vorhin im Autobus ansprach und den ich dorthin
bestellte, um ihn nur endlich loszuwerden...“
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Ren-
dezvous mit Gina":
1. Hans inserierte in der Zeitung: „Begleiterin fiir
Theater, Kino und Spaziergang gesucht". Stimmt das?
2. Ein Madchen meldete sich, und Hans bestellte es
ins Cafe Bellini. Stimmt es?
3. Im Autobus lernte Hans ein hiibsches Madchen
kennen. Stimmt das?
4. Er bestellte es zum Capitol-Kino. Stimmt es?
5. Hans mufite zwei Rendezvous an einem Abend ha-
ben. Stimmt es?
6. Er wollte zum Rendezvous ins Capitol-Kino gehen.
Stimmt es?
27
7. Hans bat seinen Freund Paul zum Rendezvous ins
Cafe Bellini zu gehen. Stimmt das?
8. Paul sollte das Madchen an einem roten Kleid er-
kennen. Stimmt es?
9. Das Madchen hiefi Gina. Stimmt das?
10. Gina war wirklich reizend. Sie gefiel Paul ausge-
zeichnet. Stimmt es?
II. Paul wollte Hans eine Oberraschung machen. Er
schlug Gina vor, ins Capitol-Kino zu gehen. Stimmt das?
12. Gina war einverstanden. Stimmt das?
П. Составьте предложения, употребив в них выражение „welch ein
Gliick, dafl
Образец: Welch ein Gliick, daft wir Theaterkarten
zur Premiere haben!
III. Прочтите, дополнив предложения стоящими справа словами:
Образец: Ich bitte Sie, Platz zu nehmen.
1. Ich bitte Sie, ... 2. Ich bitte dich, ... 3. Mein Nachbar bat mich, ... helfen, mir das, erklaren, mir einwerfen, einen Brief
4. Wir baten den Genossen, ... uns, erzahlen, fiber die Reise
5. Mein Bruder bittet mich, ... kaufen, zwei Kino- karten
IV. Запомните:
Kannst du mir einen Gefallen tun? — Ты можешь
оказать мне любезность?
V. Составьте две-три небольших ситуаций с вопросом „Kannst du
mir einen Gefallen tun?“
VI. Запомните различные смысловые значении глагола ,,besteHen“:
bestellen: 1. заказывать; 2. передавать; 3. пригла-
шать, просить придти
28
VII. Ответьте на вопросы:
1. Was bestellen Sie zum Friihstuck?
. 2. Kann man in einem Restaurant auch Musik bestel-
len?
3. Kann man die Fahrkarten im voraus bestellen?
4. Kann man auch die Riickfahrkarten bestellen?
5. Mochten Sie die Theaterkarten bestellen?
6. Bestellt man Bucher in einem Lesesaal?
7. Kann man auch ein Zimmer in einem Hotel bestel-
len?
8. Bestellen Sie Ihrer Frau Griifie von Ihren Freun-
den?
9. Konnen Sie meinen Brief an den Genossen R. be-
stellen?
10. Haben Sie den Genossen K. zu Ihnen bestellt?
11. Auf wieviel Uhr haben Sie ihn bestellt?
12. Haben Sie den Genossen in Ihre Wohnung be-
stellt?
VIII. Расскажите содержание текста „Rendezvous mit Gina“.
IX. Прочтите пословицы и подберите к ним русские эквива-
ленты:
Man soil den Tag nicht vor dem Abend loben.
Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der bekommt, was
iibrig bleibt.
anekdote
Der amerikanische Schriftsteller Bret Harte (1839—
1902) weilte (находился) zu einer Vorlesung in Rich-
mond. Aber da ihn die heftigsten Kopfschmerzen qualten,
niachte er mit einem einheimischen (местным) Freund
einen Spaziergang.
Sein Begleiter suchte ihn zu unterhalten und abzulen-
ken (отвлечь), erzahlte von der gesunden Lage und Luft
der Stadt und erklarte schliefilich:
„Nichts kann dir meine Worte besser bestatigen als
die Statistik. Nach ihr stirbt in Richmond taglich nur ein
Mensch."
„GroBer Gott!" rief da Bret Harte, dem immep noch
nicht besser geworden war, aus. „Hoffentlich ist der heu-
tige Todeskandidat schon gqstorben."
29
DER STARRSINNIGE LEHRJUNGE
nach Otto Reuter
Der Gymnastiker Mister Clerk aus England traf seinen
alten Freund den Akrobaten Signor Bellarini aus Italien.
„Tag, August, wie geht es?“
„Danke, Gustav. Und dir?“
„Na, soso lala L Ich habe jetzt einen neuen Lehrjun-
gen.“
„Bist du mit ihm zufrieden?“
„Der Junge ist ganz gut — er macht schon einen dop-
pelten Salto, aber er hat einen grofien Fehler—er ist un-
freundlich zu dem Publikum.“
„Wieso denn?“
„Er lacht nicht. Und das Lachen ist doch die halbe
Arbeit. Was hab’ ich mir fiir Miihe gegeben2, ihm das
Lachen beizubringen! Ich habe geschimpft, getobt, habe
ihn nacharbeiten lassen, habe ihn ohne Mittagessen gelas-
sen — es hilft alles nicht! Gestern abend, kurz vor dem
Auftreten, habe ich es noch mal in aller Giite3 versucht:
ich habe wieder geschimpft und ihm einen Stofi gegeben,
dafi er aus der Kulisse auf die Arene geflogen kam.
Denkst du, der Schelm lacht?“...
1. soso lala — так себе
2. Was hab’ ich mir fiir Miihe gegeben— как я только
ни старался •
3. in aller Giite — добром
SPRECHUBUNGEN
I. а) Запомните:
wie geht es (Dat.) — как идут дела, как живется
zufrieden sein mit—быть довольным
freundlich sein zu — быть любезным
б) Составьте предложения по образцам, сохраняя выделенные
слова:
1. Wie geht es dir (deinem Bruder)?
2. Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden.
30
3. Er ist mit seinem Lehrjungen unzufrieden
4. Er war sehr freundlich zu uns.
II. Ответьте на вопросы по рассказу „Der starrsinnige Lehrjunge":
1. Weq traf eines Tages der Gymnastiker Mister
Clerk?
2. Ist Mister Clerk mit dem Lehrjungen zufrieden?-
3. Welchen Fehler hat der Lehrjunge?
4. Hat ihm Mister Clerk das Lachen beigebracht?
5. Auf welche Weise hat Mister Clerk seinem Lehn
jungen das Lachen beigebracht?
6. Warum lachte der arme Lehrjunge nicht?
Ill, Перескажите содержание текста „Der starrsinnige Lehrjunge".
WITZE
Ein Ungar war mit einer Wienerin verheiratet und
versuchte Deutsch zu studieren. Er hatte aber kein
Sprachtalent und konnte sich
besonders das Geschlecht der
Hauptworter (род существи-
тельных) nie gut merken.
Er irrte jedesmal und sagte:
der Messer, die Loffel usw.
Einmal argerte er seine
Frau und diese rief bose:
„Dab di’ der Teufel holt!“
„Nun, jetzt weifi ich
nichts mehr; jetzt ist der
Teufel der, die und das!“
Ein Mann kam zu einem Schreiber und sagte: „Schrei-
be einen Brief fiir mich!" Der Schreiber erwiderte: „Mein
Fufi tut weh.“
,,Du wirst doch nirgends gehen. Was gebrauchst du
also diese Ausrede (отговоркой)?"
Der Schreiber sprach: „Was du sagst, ist richtig, aber
jedesmal, wenn ich einen Brief schreibe, werde ich dann
auch gerufen, um ihn zu lesen, denn niemand aufier mir
kann meine Schrift lesen."
31
*
*
„Natiirlich weifi ich,
dafi es bei Ihnen gar
nicht brennt, aber das
ist ja auch nur~ eine
Ubung!“
ER UND SIE
nach Stanislaw Dygat
Sie war Vorsitzende einer Gruppe ‘ des polnischen
Jugendverbandes in der Textilfabrik, Er war Vorsitzender
der Betriebsgewerkschaftsleitung in der Schwerma-
schinenfabrik. Beide kanntgn sich schon seit der Zeit der
Besatzung. Damals war sie vierzehn Jahre alt gewesen
und er zwanzig. Er druckte Zeitungen und verschiedene
Aufrufe, und sie verteilte diese Literatur. Nach der Be-
freiung trafen sie sich bei verschiedenen Versammlungen.
Auf einer dieser Versammlungen bemerkte Zoska, dafi
Wladek sie sehr oft ansah und unruhig auf seinem Stuhl
hin und her rutschte.
„Was will er nur von mir?“ dachte Zoska.
Nach der Versammlung kam Wladek auf sie zu. Er
war verlegen.
,,Zoska“, begann er, ,,du bist schon ganz erwachsen...”
Jetzt wurde Zoska verlegen. „Eine grofie Entdeckung!
32
Du sprichst, als ob du mich vor zehn Jahren zum letzten-
mal gesehen hattest. Ich denke, dafi wir uns schon viel-
mals gesehen haben, seitdem ich erwachsen bin."
„Man ist so beschaftigt, dafi man kaum Zeit hat fest-
zustellen, wie man selbst alter wird."
,,Ach bah", sagte Zoska, da sie nicht wufite, was sie
erwidern sollte. t
„Weil ich es aber jetzt entdeckt habe, konnten wir uns
doch als Erwachsene einmal treffen, wie? Wir konnten
spazierengehen, vielleicht auch ins Konzert, ins Kino
oder..."
Das kam alles so unerwartet, dafi Zoska sogar etwas
erschrocken war. Wladek zog sein Notizbuch hervor und
begann darin zu.blattern.
„Zum Beispiel iibermorgen... Nein! Da geht es nicht.
Am Donnerstag... Versammlung... Aber hier... am Freitag
nachmittag kann ich eine halbe Stunde Zeit finden."
Zoska schaute in ihr Notizbuch.
„Am Freitag kann ich wieder nicht. Ich fahre fort
und bin vor Montag nicht zuriick."
„Nun dann wollen wir uns in der nachsten Woche an-
rufen. Einverstanden?"
„Gut."
Sie verabschiedeten sich. Nach einigen Minuten drehte
sich Wladek um und sah Zoska erstaunt nach. Zoska
entfernte sich lachelnd. „Er hat bis
jetzt nichts bemerkt, der Esel", dach*
te sie gliicklich.
*
*
Wladek safi am Schreibtisch, blab
terte nervos in seinem Notizbuch und
griff dann zum Horer.
„Hallo! Ist Genossin Sokalska
da? Hier spricht der BGL-Vorsitzen-
de der Schwermaschinenfabrik... Gut,
ich warte." Er safi und wartete. Die
Tur wurde geoffnet. Die Sekretarin
sagte: „Genosse Majewski, Sie moch-
ten bitte fiir einen Moment in die
kommen."
Montageabteilung
2—933
33
Wladek legte den Horer auf und sagte zur Sekretarin:
„Wenn das Telefon klingelt, rufen Sie mich bitte sofort.11
* *
*
Zoska kam ins Burn.
„Genosse Majewski von der Schwermaschinenfabrik
hat Sie angerufen.11
,,Aha...“ Sie wahlte die Nummer ’. „Ich mochte mit dem
Genossen Majewski sprechen, Sokalska, von der Textil-
fabrik.11
„Er wird gleich kommen. Rufen Sie bitte in fiinf Mi-
nuten an... Nein, warten Sie, ich sehe durch das Fenster,
dafi er gerade kommt.“
„Ich warte“, sagte Zoska.
„Genossin Sokalska11, rief jemand durch die Tiir, „Sie
werden gebeten, sofort in die Spinnerei zu kommen!11
Zoska zogerte einen Augenblick und legte dann den
Horer auf.
„Die Genossin Sokalska ist am Apparat,11 sagte die
Sekretarin zu Wladek.
„Ach, endlich! Hallo! Hallo... Es meldet sich ja
niemand2!11 Er warf den Horer hin und schaute die Sek-
retarin bose an.
* *
*
Wladek safi im Cafe und sah nervos auf die Uhr, dann
auf die Eingangstiir. Schliefilich erhob er sich.
„Fraulein11, sagte er zu der Kellnerin, „wenn eine Da-
me, so eine Briinette mit einem Barett und hellem Man-
tel, kommt, sagen Sie ihr bitte, dafi ich eine halbe Stunde
gewartet habe, aber leider nicht langer bleiben konnte.“
Kaum hatte er das Cafe verlassen, kam Zoska. Sie sah
sich um, ging auf die Kellnerin zu und sagte: „Fraulein,
wenn ein Herr kommt, hochgewachsen, mit einer Sport-
miitze und braunem Ubergangsmantel, dann sagen Sie
ihm bitte, dafi ich hier war aber auf ihn nicht warten
konnte.11
„Dieser Herr ist vor wenigen Minuten fortgegangen",
sagte die Kellnerin, „und er bat mich, Ihnen zu sagen,
dafi er nicht langer warten konnte.11
34
,,0h!“ schrie Zoska auf und faBte sich an den Kopf.
„Es ist unser Schicksal, dafi wir uns niemals treffen sob
len.“
Sie lief zur Tur hinaus.
♦ *,
*
Wladek safi an seinem Schreibtisch und dachte riach,
dann griff er zur Feder und begann zu schreiben;
„Geliebte Zosia!
Es 1st vollkommen unm5glich, sich zu treffen oder
auch nur telefonisch zu verstandigen. Ich wollte Dich
treffen, um etwas Wichtiges zu sagen. Mit einem Wort...
aber ich werde mich kurz fassen3, da schon wieder
jemand nach mir ruft... Also, ich frage Dich, ob Du nicht
meine Frau werden mochtest und das sofort. Ich bitte zu
entschuldigen, dafi ich so mit der Tiir ins Haus falle4,
aber ich denke mir: wir haben keine Zeit ffir Rendezvous
in Kaffeehausern oder fur Spaziergange. Wir fahren im
Sommer beide zur Erholung, dann konnen wir alles nach-
holen. Mit einem Wort: Konnen wir am nachsten Mitt*
woch heiraten? Wenn Du erlaubst, kiisse ich Dich.
Wladek"
*
*
Zosia las den Brief, iiberlegte eine Weile, setzte sich
dann an den Schreibtisch und schrieb:
„Lieber Wladek!
Ich will herzlich gerne, Du glaubst gar nicht, wie!
Aber am Mittwoch geht es leider nicht. Gerade am
Mittwoch haben wir eine wichtige Versammlung, unsere
Brigade wird fiber die Erfiillung des Plans einen Bericht
erstatten5. Also vielleicht am Donnerstag? Schreibe mir,
ob dieser Termin recht ist6, bitte auch, wo und um wie*
viel Uhr. Ich werdti bestimmt nicht zu spat kommen, denn
so etwas hat man nur einmal im Leben. Nicht wahr? Ich
mochte Dir gem schreiben, wie gliicklich ich bin, aber
erstens — ich weifi nicht warum — schame ich mich ein
wenig, und zweitens — man ruft mich! Du darfst mich
kiissen, und ich kiisse Dich.
Zosia"
2*
35
Auf Wladeks und Zosias Hochzeit waren nicht viele
Gaste. Aber es ging sehr lustig zu7.
Das Telefon klingelte. Wladek nahm den Horer.
„Hallo?... Ich... Aha! Nichts zu machen... nein, nein,
ich komme." Er legte den Horer langsam auf. „Sei mir
nicht bose, Zosia, aber ich mufi fiir einen Augenblick in
die Fabrik. Ich bin gleich wieder da./‘
*
*
„Wo ist Zosia?“ fragte Wladek, als er nach einer hab
ben Stunde z|iriickkam.
„Stell dir vor, gleich
nach deinem Verschwin-
den hat man sie von ihrer
Fabrik aus angerufen, und
sie ist fiir eine halbe
Stunde fortgegangen.“
„Ach! ist das schade!“
sagte Wladek. ,,Ich soil
eine auslandische Delega-
tion auf einen Empfang
begleiten. Ich dachte Zo-
sia konnte mitkommen...
Schade!"
,* *
Es war ein grofiartiger Empfang. Die Musik spielte,
und eine vielsprachige Menschenmenge drangte sich
durch die geschmiickten Sale. Wladek war in schlechter
Stimmung, er muBte sich zu jedem Lacheln zwingen.
Eine Hand legte sich auf seine Schulter.
„Mochtest du mit mir tanzen?"
Wladek wandte sich schnell urn. „Zosia! Was machst
du denn hier? So ein Zusammentreffen!"
„Nun ja, ich muBte eine Delegation der FDJ hierher
begleiten/
„Das ist ja herrlich!"
36
Sie fielen sich gleichzeitig um den Hals8 und kiifiten
sich.
„Diese jungen Leute haben sich gewifi mehrere
Jahre nicht gesehen?" fragte einer der auslandischen
Gaste.
„I wo!“ antwortete man ihm. „Die beiden haben heute
geheiratet, und nun freuen sie sich, dafi sie hier einander
wieder begegnen.“
1. Sie wahlte die Nummer. — Она набрала номер.
2. Es meldet sich ja niemand! — Никто не отве-
чает!
3. ich werde mich kurz fassen — я буду краток
4. ... dafi ich so mit der Tur ins Haus falle —... что я
все вот так сразу выкладываю
5. wird ... einen Bericht erstatten — будет делать
отчет...
6. ob dieser Termin recht ist — устраивает ли тебя
этот день
7. es ging sehr lustig zu — было очень весело
8. sie fielen sich gleichzeitig um den Hals — они бро-
сились друг другу на шею
SPRECHOBUNGEN
{. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа ,,Er und
sie“:
1. Zosia und Wladek kannten sich fruher nicht, sie
trafen sich zum erstenmal in der Versammlung,
Stimmt es?
2. Wladek lud Zosia ein, ins Konzert oder ins Kino zu
gehen. Stimmt es?
3. Sie waren beide sehr beschaftigt, aber sie gingen
doch ins Konzert. Stimmt es?
4. Sie wollten einander telefonisch erreichen, aber es
gelang ihnen auch nicht. Stimmt es?
5. Endlich trafen sie sich im Cafe und verbrachten
zusammen den Abend. Stimmt es?
6. Nach vielen mifilungenen Rendezvous beschlofi Wla-
dek an Zosia einen Brief zu schreiben, wo er sie fragte,
ob sie seine Frau sein mochte. Stimmt es?
37
7. Zosia war einverstanden, Wladek zu heiraten.
Stimmt es?
8. Endlich feierten sie ihre Hochzeit. Stimmt es?
9. An diesem Abend storte sie niemand und sie konn-
ten ruhig ihre Hochzeit feiern. Stimmt es?
II. Напишите столбиком значения следующих слов по-немецки.
(Слова взяты из рассказа). Если вы подобрали значения пра-
вильно, то из первых букв немецких слов должно получиться
выражение, которое есть в этом рассказе:
1. пальто
2. я
3. встретить
4. в то время
5. взрослый
6. звать
7. срок, время
8. послезавтра
9. свидание
10. в (предлог)
11. нервно
12. стул
13. свадьба
14. воззвание
15. невозможно
16. идти гулять
17. устанавливать,
18. звонить по те-
лефону
19. к сожалению
20. читать
21. открытие
22. записная
книжка
III. Составьте диалог
следующие слова:
иа тему «Телефонный разговор». Используйте
jemanden anrufen; die Nummer wahlen; den Horer ab-
nehmen; den Horer auflegen; das Telefon klingelt; am
Apparat sein; niemand meldet sich
IV. Ответьте иа вопросы рассказа „Ег und sie“:
1. Seit wann kannten sich Zosia und Wladek?
2. Wie alt waren sie wahrend der Besatzung?
3. Was machten sie wahrend der Besatzung?
4. Wo arbeiteten sie nach der Befreiung?
5. Wo trafen sie sich oft?
6. Was bemerkte Wladek eines Tages?.
7. Was schlug er Zosia vor?
8. Trafen sie sich, wie sie sich verabredet hat-
ten?
9. Konnten sie sich felefonisch verstandigen?
104 Warum konnten sie einander nicht erreichen?
11. Auf welche Weise teilte Wladek Zosia mit, dafi er
sie heiraten mochte?
12. Haben sie geheiratet?
13. Verlief die Hochzeit glatt?
14. Was geschah wahrend der Hochzeit?
V. Перескажите содержание текста „Er und sie“,
VI. Выучите стихотворение наизусть:
Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,
Und ertrage dein Geschick.
Neuer Friihling gibt zuriick,
Was der Winter dir genommen. .
Und wie Viel ist dir geblieben!
Und wie schon ist noch die Welti
Und mein Herz, was dir gefallt,
Alles, alles darfst du liebenl
Heine
WITZ
Ein junger Mann bekam von seiner Braut eine Gram-
matik geschenkt, weil sie nicht wollte, dafi er immer ,mir*
und ,mich‘ verwechselte (путал). Das Lernen fiel ihm
aber schwer. Sein Freund gab ihm einen guten Rat: „Du
brauchst das nicht zu lernen. Das ist ganz einfach. Man
sagt nicht mehr mir und nicht mehr mich, sondern man
sagt ganz einfach ,ma‘. Zum Beispiel: Ich habe ,ma‘ ge-
setzt — da merkt keiner, ob ich mir oder mich gesagt
habe, denn ,ma‘ ist immer richtig.** .
39
„Nein, ich tele-
foniere nicht! Ich ha-
be mich nur wegen
des Regens unter-
gestellt!"
DIE FALSCHE ADRESSE
nach Henry Slesar
In meinen Jugendjahren hielt ich meinen Vetter Ruby
Martinson fur den groBten Verbrecher des Jahrhunderts.
Was mich aber immer in Erstaunen brachte, war die
Tatsache, daB er niemals durch seine verbrecherische
Tatigkeit zu einem Pfennig Geld kam. Und Geld ist doch
schliefilich das Ziel der meisten Verbrecher und aller Ge-
schaftsleute. Als Buchhalter mufite Ruby das wissen.
In Hector’s Cafeteria am Broadway erzahlte er mir
von seinen neuen Planen. Diesmal sollte ich einen Bank-
raub mitmachen.
„Am Montag iiberfallen wir die Dime Savings Bank“,
flusterte er mir mit geheimnisvoller Stimme zu.
„Was? Bist du verriickt?“
40
„Widersprich nicht! Ich habe alles genau geplant ... es
ist kinderleicht. Ein paar tausend Dollar konnen wir dabei
erbeuten.“
„Ruby, das bringen wir nicht fertig protestierte ich
schwach. „Es ist eine so grofie Bank. Und wir haben
nicht einmal einen Revolver. Und auch keinen Wagen zur
Flucht.“
„Leise! Willst du den Leuten auffallen? Ich plane
keinen gewohnlichen Bankraub. Nein, wir machen das
alles viel einfacher. Wir brauchen keinen Revolver, keinen
Wagen. Wir brauchen nur das.“
Ruby reichte mir ein Strick Papier. Ich las: „Mein
Partner hat einen Revolver auf Ihren Kopf gerichtet! Ge-
ben Sie mir alles Bargeld oder Sie sterben! Das ist
ernst!“
Ruby beugte sich noch mehr zu mir. „Und du wirst
mit diesem Zettel zum Bankschalter gehen und schiebst
ihn durch die Offnung, als ware es eine Empfangsquit-
tung 2 oder so etwas. Der Kassierer sieht ihn und wird dir
vor Angst die Geldscheine sogleich hinblattern3. Du
nimmst sie und gehst einfach fort. Mehr ist da nicht
dran.4“
Ich hatte nie eine Rede mit so vielen Du darin gehort,
und mir gefiel nicht ein einziges davon.
„Meinst du etwa mich?“ fragte ich mit mehr als
schwachlicher Stimme. „Natiirlich! Sieh mal, Junge, mich
kennen sie. Aber keine Angst. Ich werde auch da sein, an
einem der Schreibpulte."
Mein Herz zuckte wie die Angel bei einem Meister-
fischer. „Und wenn ich’s nicht tue?“
„Natiirlich tust du’s“, sagte Ruby. „Du nimmst einfach
das Geld, so, als hattest du es abgehoben5, und gehst
ruhig aus der Bank hinaus. Dann gehst du um die Ecke
und versteckst dich in dem Zigarrenladen. Das muB klap-
pen, Henry, dieses M.al muB es klappen!“
,,Ruby“, sagte ich, „bitte lafi mich drauBen.“
„Kein Wort mehr“, sagte er entschlossen. „Am Mon-
tag um halb drei, Henry. Und jetzt wollen wir fiber die
Einzelheiten sprechen.“
Bis zum Montag war ich kein Mensch mehr. Ich fand
keine Ruhe. Am Friihstiickstisch bekam ich keinen Happen
herunter6. Dann muBte ich noch tiichtig suchen, bis ich
41
den weifien Zettel von Ruby endlich unter einem Buch
auf dem Kuchenbiifett fand. Ich schob ihn in meine
Tasche und zog los, um eine Bank zu berauben. Um halb
eins traf ich Ruby an der Fiinfundvierzigsten Strafie.
Nach zwei Stunden standen wir vor der Tiir der Bank.
„Immer mit der Ruhe“, sagte Ruby stiindig. „Junge, be-
nimm dich natiirlich. Benimm dich normal ... Denke doch
einfach, du bist ein ganz normaler Kunde.“
„Ich habe Zahnschmerzen", klagte ich. „Ich habe einen
steifen Hals.“ „Geh weiter", sagte er und stiefi mich
durch die Drehtiir. Dann standen wir in der grofien, mar-
mornen Halle. Ruby iiberliefi mich sofort mir selbst und
ging auf ein Schreibpult zu.
Und ich schritt in einem traum-
artigen Zustand7 auf den
Schalter eins zu. Vor mir stan-
den vier Leute in einer Schlange.
Dann war ich dran8. Die Kas-
siererin sah mich an. Ich brach-
te kein Wort fiber meine Lip-
pen. Meine Zunge versagte mir
den Dienst.
„Nun, was gibt’s“, fragte die
Kassiererin ungeduldig, Ent-
schlossen zog ich meinen Zettel
heraus und schob ihn ihr hin.
Sie sah ihn einen Augenblick erstaunt an und nahm
ihn dann auf. Ich stand am Schalter wie ein Voll-
idiot. „Was soli das?“ fragte sie. Wortlos betrachtete ich
ihr Gesicht. „Wollen Sie mir nicht sagen, was das soil?"
fragte sie wieder scharf. Das rifi mich aus der albernen
Stimmung 9. Ich versuchte meine Stimme drohend klingen
zu lassen. „Sie konnen doch lesen, oder nicht?" kam es
aus mir. „Tun Sie, was darauf steht."
„Sie sind wohl verriickt, junger Mann?" damit schob
sie mir den Zettel wieder hin. Sie sah ganz und gar nicht
nervos aus.
„Moment mal!" sagte ich und schob den Zettel wieder
hin. Sie schob ihn wieder zuriick, und es wurde eine Art
Spiel daraus. Hin — zuriick, hin — zuriick. Schliefilich
zischte sie zwischen ihren grofien gelben Zahnen: „Wenn
Sie das nicht lassen, rufe ich die Wache."
Damit war alles entschieden. Ich packte den Zettel
42
und verschwand vom Schalter. Mit schnellen Schritteh
•begab ich mich zum Ausgang. Da packte mich Ruby am
Arm und schleppte mich im Achtzigkilometertempo die
Strafie entlang. „Hat alles geklappt?" fragte er mit hei-
serer Stimme.
„Nein. Ich weifi auch nicht. Ich hab’ alles so gemacht,
wie du gesagt hast."
„Du Affe, du Esel. Wie hast du das gemacht?"
„Na, ich legte ihr den Zettel hin. Sie gab ihn mir ein-
fach zuriick."
Ich zog den Zettel aus der Tasche. Ruby rifi ihn mir
aus der Hand, blickte darauf und rief: „Du Idiot, das ist
nicht der Zettel."
„Nicht der Zettel?" Ich rifi ihm das Papier aus der
Hand, darauf stand: „Drei Flaschen Vollmilch, ein Viertel-
siifie Sahne, ein Viertel saure Sahne, ein Dutzend Eier
Klasse A, bitte." Ich sah Ruby kopfschiittelnd an. „Ich
glaube, das ist die Bestellung, die meine Mutter fiir den
Milchmann geschrieben hat."
Ruby warf mir einen Blick zu, der mir eine Gansehaut
auf dem Riicken hervorrief10.
„Ich mufi ddn falschen Zettel gegriffen haben n“4 sagte
ich, „und da..au, Ruby, du tust mir weh!"
„Geh weg", sagte Ruby mit geschlossenen Augen.
„Ich habe wieder Pech. Seit drei Wochen habe ich diesen
Bankraub vorbereitet und nun ... Geh weg!"
i* *
i*
Mit hangenden Ohren, ganz erschopft ging ich nach
Hause. Ich warf mich aufs Bett und versuchte alles zu
vergessen. Um halb sieben rief mich meine Mutter zum
Abendessen. Ich afi meine Suppe, als meine Mutter sagte:
„Weifit • du, heute ist etwas Komisches passiert. Ich
glaube, der neue Milchmann ist nicht richtig im Kopf.
Weifit du, was er heute tat? Ich horte ihn an die Tur
kommen, und dann horte ich gar nichts mehr. Und gleich
darauf rannte er die Treppe hinunter. Ich machte also die
Tur auf, und was glaubst du, was der Verriickte getan
hat? Nicht eine Flasche Milch hat er dagelassen. Aber auf
dem Boden lagen vier Dollar und fiinfundsechzig Cents.
Kannst du das verstehen?"
43
Jetzt verstand ich alles. fragte ich langsam,
„Ma, hast du dem Milchmann heute frith einen Zettel hin-
gelegt?0 .
„Aber naturlich, so wie jeden Tag", sagte sie. „Heute
morgen mufite ich sogar eine gauze Weile suchen, bis ich
ihn fand. Ich hatte ihn namlich gestern schon geschrieben
und auf den Kuchenschrahk gelegt.“
1. das bringen wir nicht fertig — мы не справимся с
этим
2. als ware es eine Empfangsquittung-ткак будто это
расходный счет
3. wird ... die Geldscheine ... hinblattern — начнет ...
отсчитывать деньги
4. Mehr ist da nicht dran. — Больше ничего не тре-
буется.
5. -als hattest du es abgehoben — как будто ты их
снял со счета
6. bekam ich keinen Happen herunter — ничего не мог
проглотить
7. in einem traumartigen Zustand—в полубессозна-
тельном состоянии, как во сне
8. dann war ich dran — подошла моя очередь
9. Das rifi mich aus der albernen Stimmung. — Это
заставило меня очнуться
10. warf mir einen Blick zu, der mir eine Gansehaut
auf dem Riicken hervorrief — посмотрел на меня так, что
у меня мурашки по спине побежали
11. ich muB den falschen Zettel gegr.iffen haben —
очевидно, я схватил не ту записку
SPRECHUBUNGEN
I. -Ответьте на вопросы по содержанию рассказа „Die falsche
Adresse":
1. Was war Ruby Martinson?
2. Wann wollte er eine Bank iiberfallen?
3. Wer sollte den Bankraub mitmachen?
4. Brauchten die Verbrecher einen Revolver und einen
Wagen zum Bankraub?'
5. Was brauchten sie zum Bankraub?
44
6. Wem sollte Henry den Zettel iibergeben?
7. Was sollte er dabei dem Kassierer sagen?
8. Hatte Henry Angst?'
9. Protestierte er energisch?
10. Wo traf er Ruby am Montag?
11. Wie sollte sich Henry in der Bank benehmen?
12. Konnte er sich ruhig benehmen?
13. Schob er der Kassiererin den Zettel hin?
. 14. Bekam die Kassiererin Angst, als sie den Zettel
gelesen hatte?
15. Warum packte Henry den Zettel und verliefi
angstvoll die Bank?
16. Warum mufiten Ruby und Henry im Achtzigkilo-
metertempo die Strafie entlang laufen?
17. Warum hat die Sache nicht geklappt?
18. Wer hat das Geld vor der Tur der Wohnung liegen
lassen?
II. Дополните предложения стоящими внизу словами:
1. ... hiefi Ruby Martinson. 2. Ich ... ihn fiir den grofi-
ten Verbrecher des Jahrhunderts. 3. Durch seine ... Tatig-
keit kam er niemals zu einem Pfennig Geld. 4. Drei Wo-
chen lang bereitete er ... vor. 5. Ich sollte den Bankraub ...
6. Wir sollten die Dime Savings Bank ... 7. Ein paar tau-
send Dollar wollte Ruby dabei ... 8. „Die Sache ist ...“,
sagte er mir, „ich ... keinen gewohnlichen Bankraub. Wir
... keinen Revolver, keinen Wagen, Wir brauchen nur das.“
9. Er ... mir ein Stuck Papier. 10. Das war ... 11. Auf dem
Zettel stand es geschrieben: „Mein Partner ... einen Re-
volver auf Ihren Kopf ... ! Geben Sie mir alles ... oder
Sie sterben!" 12. In einem traumartigen ... iibergab ich
der Kassiererin den Zettel. 13. Ich stand ... wie, ein Voll-
idiot. 14. „Was soil das?“ fragte sie mich ... 15. „Sie kon-
nen doch lesen, oder nicht? Tun Sie, was ... “, antwortete
ich. 16. Ich versuchte meine Stimme ... klingen zu lassen.
17. Ich ... den Zettel wieder ... 18. „Wenn Sie das nicht
lassen, rufe ich ... “ 19. Ich ... den Zettel und lief zum
Ausgang.
die Wache; einen Bankraub; hielt; uberfallen; ver-
brecherische; schob ... hin; erbeuten; brauchen; packte;
45
Bargeld; Zustand; erstaunt; ein Zettel; • mein Vetter;
plane; reichte; am Schalter; mitmachen; kinderleicht;
darauf steht; hat ... gerichtet; drohend
III. Прочтите диалог:
Oleg: Boris, hast du die Erzahlung „Die falsche
Adresse” gelesen?
Boris: Ja. Die Erzahlung hat mir gefallen. Der
junge Amerikaner ist rnachtlos gegen seine' Gangster-
phantasie. Er hat alles wirklich genau geplant. Die Sache
schien kinderleicht zu sein. Ein paar tausend Dollar
wollte der Verbrecher erbeuten. Dazu brauchte er nur
einen Zettel.
Oleg: Mir hat der zweite Teil dieser Geschichte be-
sonders gut gefallen. Der Verbrecher steht in einem traum-
artigen Zustand mit dem Ungliickszettel in der Hand
am Schalter und die Kassiererin sieht ihn erstaunt an.
Diese Stelle ist dem Autor der Erzahlung sehr gut ge-
lungen.
Boris: Und das Ende? Das Ende ist doch schon. Der
Milchmann mufite vor Angst das Geld vor der Tur der
Wohnung lassen. ,,Tapfer“ ist der Mann!
Oleg: ,,Tapfer“ sind auch die Verbrecher. Henry hat
Angst vor seinem Vetter und lafit sich auf ein riskantes
Unternehmen ein. Und Ruby lafit sich von Henry Kasta-
nien aus dem Feuer holen ’.
1. lafit sich von Henry Kastanien aus dem Feuer
holen — загребает жар руками Генри
IV. Расскажите о том, как встретил Руби своего двоюродного брата
после неудачного ограбления банка, и что произошло дома у
Генри.
V. Решите чайнворд, используя немецкие эквиваленты следующих
слов:
1. знакомиться; 2. наука; 3. воскресный вечер; 4. дет-
ский сад; 5. средняя школа; 6. описание; 7. бежать на-
зад; 8. прерывать; 9. письменный стол; 10, рыбное блю-
до; 11. летние туфли; 12. общество
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WITZ
„Also uberfallen hat man Sie gestern abend auf der
StraBe?“
„Jawohl, Uhr, Portemonnaie, Brieftasche, alles ab-<
genommen.“
„Aber Sie hatten doch einen Revolver, in der Tasche.“
„Ja, den Revolver haben die Banditen zum Gliick nicht
gefunden.“
VOM AUFSTIEG UND FALL
DES EUSEBIUS RICHTER
nach Alf ScoreH
Eusebius Richter, 21 Jahre alt, mafiig entwickelt, hatte
auBer seinem sonderbaren Vornamen keine Besonder’
heiten. Er war achtundvierzig Stunden in der Woche als
Hilfsreferent tatig und bekam dafiir monatlich dreihunderb
siebzehn Mark dreifiig Pfennige. Eine feste Braut hatte
er nicht. Sonnabends ging er tanzen.
In einem Tanzlokal packte ihn eines Sonnabends die
Faust des Schicksals um ihn zu niegekannten Hohen
47
emporzuheben. Gustav, Freund und Kollege des Eusebius,
feierte Geburtstag und bestelite, da er monatlich vierhun-
dertachtzehn Mark dreiundfunfzig Pfennige verdiente,
einige Flaschen Kognaks. Da Eusebius nur selten Bier
trank, so verfehlte der Kognak seine Wirkung nicht2. Der
junge Mann wurde immer lustiger (zur grofien Freude
seiner Kumpane) und begann laut und falsch die Schla-
gertexte der Kapelle-mitzusingen.
Von der Leitung des Tanzlokals wurde gerade an die-
sem Tag ein Sangerwettstreit organisiert. Und die Freun-
de baten den betrunkenen Eusebius an dem Wettstreit
teilzunehmen. Dieser, obwohl er von seiner volligen san-
gerischen Unbegabtheit wufite, Ней sich in seinem Zu-
stand leicht provozieren 3 und bestieg das Podium. Die
Kapelle spielte einen bekannten Schlager von Nacht,
Liebe, Hafen und Schlafen und der betrunkene Eusebius
sang. Er schwankte wie ein Schiff im Sturm, schrie, ru-
derte hilflos mit den Armen, verschluckte die Endsilben
und ganze Worter und fliisterte nur noch zum Schlufi.
Die Kollegen, mit Gustav an der Spitze, wollten fiber
den gegliickten Streich laut lachen, wurden aber zu ihrem
Erstaunen zur Ruhe gerufen. Als Eusebius Richter
schwieg, drohnte ein Sturm von Beifall. Des Beifalls war
kein Ende, der Kapellmeister1 mufite einen Tusch spielen,
und Eusebius war gezwungen, seine Nummer zu wieder-
holen'. Infolge volliger Unbegabtheit sang er noch un-
moglicher als das erste Mal — wurde aber noch starker
begrflfit. Eusebius Richter war der Held des Abends. Er
gewann den ersten Preis, der Tanzlokalleiter und der
Kapellmeister baten ihn auch in Zukunft im Lokal zu sin-
gen, und zwar fiir achtzig Mark pro Sonnabend. Eusebius
sagte verwirrt zu, und der Wirt liefi fiir den nachsten
Sonnabend Plakate drucken, wo die Neuentdeckung unter
dem Kiinstlernamen Roily Rollan angekiindigt wurde.
Roily Rollan, das heifit Eusebius Richter, stieg empor
so schnell wie der „Sputnik". Die beriihmtesten Kapellen
luden ihn ein, das Publikum begriifite ihn stiirmisch.
Zeitschriften und Radio sprachen fiber den Stern des
Schlagers. Seit zu alien seinen Fehlern im Singen noch
die chronische Heiserkeit trat, erreichte der Ruhm Roily
Rollans den Hohepunkt.
Eusebius hatte ein Auto, ein Haus, ein Segelboot und
einen Hund, der fiir Illustrierte und Zeitungen mit Euse-
48
vergessen zu werden, la-
bius fotografiert wurde. Roily Rollan! Roily Rollan!!!
schrien Plakate, Zeitungen, Filme, Jungens und Frauen
von dreizehneinhalb bis achtundfiinfzig Jahren.
Wie eine Bombe schlug die Mitteilung, dafi Roily Rol-
lan sich fiir langere Zeit ins Privatleben zuriickgezogen
hatte. Einige Zeit blieb Roily Rollan verschwunden und
wurde fast vergessen. Aber eines Tages, gerade noch zur
rechten Zeit, um nicht vollig
chelte sein Portrat wieder
von den Plakaten.
Roily Rollan ist wieder
da! Diese Kunde verbreitete
sich sehr schnell unter al-
ien Schlagerfanatikern. Der
grofite Saal der Hauptstadt
war iiberfullt.
Roily Rollan trat auf, frei,
elastisch, mit einem Beifall
begriifit, der einfach nicht zu
beschreiben war. Er lachelte
sieghaft. Die Kapelle setzte
ein und Roily begann zu sin-
gen. О Schrecken! Der Bei-
fall nach der ersten Nummer
war schwach. Von Nummer
zu Nummer wurde es schlim-
mer. Unruhe entstand.
Schimpfend gingen die Zu-
schauer fort. Roily Rollan
war ein toter Mann!
Was war geschehen? Dartiber hat mir Roily Rollan,
jetzt langst wieder Referent Eusebius Richter, bei einer
Flasche Kognak erzahlt. Er hatte damals, als er sich fiir
ein Jahr zuriickzog, die grofite Dummheit seines Lebens
gemacht: er hatte bei guten Lehrern singen gelernt!
1. packte ihn ... die Faust des Schicksals — он был
отмечен судьбой
2. verfehlte der Kognak seine Wirkung nicht — коньяк
не мог на него не подействовать
3. Ней sich ... leicht provozieren — легко поддался на
уговоры
49
SPRECHDBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Vom
Aufstieg und Fall des Eusebius Richter":
1. Eusebius Richter war ein riicht gewohnlicher
Mensch. Stimmt es?
2. Er hatte groBes Talent zum Singen. Stimmt es?
3. Eines Tages nahm er an einem Sangerwettstreit
teil und siegte. Stimmt es?
4. Nach diesem Abend bat ihn'der Tanzlokalleiter in
Zukunft im Lokal zu singen, und Eusebius sagte zu.
Stimmt es?
5. Der Ruhm Eusebius Richters als eines Schlager»
sangers wuchs von Tag zu Tag. Stimmt es?
6. Eusebius wurde reich. Stimmt es?
7. Eusebius Richter beschloB, bei guten Lehrern sin’
gen zu lernen. Stimmt es?
8. Er lernte ein ganzes Jahr singen, und als er danach
vor dem Publikum wieder auftrat, hatte er einen noch
grofieren Erfolg. Stimmt es?
II. Выучите диалог наизусть:
An der Theaterkasse
Sagen Sie bitte: was
wird heute gegeben?
Kann ich noch Karten
zur heutigen Aufiiihrung
bekommen?
Heute wird die Oper
,,Aida“ gegeben.
Leider sind fur heute alle
Karten ausverkauft. Aber ich
kann Ihnen die Karten fiir
morgen zur Urauffiihrung
des Baletts: ,,Spartakus“
vorschlagen.
50
Oh! Davon durfte ich
nicht traumen! Ich dachte,
dafi die Premiere auch
ausverkauft ist.
Bitte, 2 Karten fiir das
Parkett. Danke vielmals.
Nein, wir haben noch ei-
nige Karten fiir die Loge und
fiir das Parkett.
П1. Ответьте иа вопросы. На некоторые из них вам помогут отве-
тить приведенные ниже слова: ..
1. Gehen Sie ins Theater gern?
2. Welche Art der Theaterkunst ziehen Sie vor?
3. Wo sitzen Sie gewohnlich im Theater?
4. Lieben Sie Musik?
5. Welche Musik ziehen Sie vor?
6. Gehen Sie oft ins Konzert?.
7. Wo kaufen Sie gewohnlich Theaterkarten?
das Balett, die Oper, die Operette, das Drama, das
Lustspiel, das Puppentheater; der Balkon, die Loge, das
Parkett; die Volksmusik, die Sinfonie, die Kammermusik;
im Vorverkauf
IV. Ответьте на вопросы по рассказу „Vom Aufstieg und Fall des
Eusebius Richter":
1. Was war Eusebius Richter?-
2. Wie alt war er?
3. Wie verbrachte er seine Freizeit?
4. Wo wp-rde ein Sangerwettstreit organisiert?
5. Wer bat Eusebius an diesem Wettstreit teilzu-
nehmen?
6. Hatte Eusebius sangerisches Talent?
7. Was sang er? 7
8. Wie sang er?
9. Hatte sein Singen Erfolg?
10. Wurde Eusebius beriihmt und reich?
11 Warum zog er sich fiir ein Jahr ins Privatleben
zuriick?
12. Was geschah, als Eusebius danach vor dem Pub-
likum auftrat?
13. Warum hatte Eusebius jetzt keinen Erfolg?
V. Перескажите содержание текста „Vom Aufstieg und Fall des
Eusebius Richter".
Vl. Составьте сами небольшую ситуацию, в которой расскажите, по-
чему наш персонаж опоздал в театр (см. рис. на стр. 52).
51
52
WITZE
Stolz sagte einmal eine wenig begabte Sangerin zu
einer bekannten Schauspielerin (артистке): „Gestern habe
ich bei dem reichen Filmproduzenten K. mehr als zwei
Stunden gesungen!"
„Das haben Sie gut gemacht“, lobte die Schauspiele-
rin, „denn ich kann diesen Filmproduzenten auch nicht
leiden."
№ *
„Wer singt so falsch?“
„Das ist meine Frau.“
„Oh, entschuldigen Sie, die Begleitung ist ja falsch.“
„Sie begleitet sich selbst.“
SAH EIN KNAB’ EIN ROSLEIN STEHN
naqfr Erich Brehm
Der Angestellte safi einige Zeit mit offenem Mund da.
Er war wirklich verwundert. „Was denn", fragte er
schliefilich den vor ihm stehenden achtzehnjahrigen Fra-
ser, „ihr Jungens von der FDJ 1 wollt hier im Betrieb
einen Kulturabend organisieren?" Der Junge nickte.
„Deshalb mochte ich ja mit dem Kulturleiter fiber unser
Programm sprechen."
„Der Kulturleiter sitzt jetzt in einer Versammlung ein
Stockwerk hoher", sagte der Angestellte, „aber ich konnte
ja auch — ich wellte schon immer was Kulturelles unter
die Lupe nehmen2. Das ist ja schliefilich eine Kleinigkeit
Kultur." Und mit diesen Worten nahm der Angestellte die
, Марре mit den Programmvorschlagen dem Jungen aus
der Hand.
,,Aha“, sagte er-lesend, ,,,Volk und Lied'. Schoner
Titel! Und hier: ,Sah ein Knab’ ein Roslein stehn‘! Das
wollt ihr singen?" Der Junge nickte.
„Schlecht", sagte der Angestellte, „ganz schlecht! Ich
werde dir auch sagen warum. Also, erst einmal: sah.
Das ist Vergangenheit, vorbei, tot, wahrend wir doch fiir
die Zukunft arbeiten wollen. Dann: ein Knab’! Die
FDJ hat doch bestimmt fiber tausend Mitglieder, was?"
53
„Stimmt", lachte der Junge, „wir sind ja eine Milli*
onenorganisaton!"
„Na also", rief der Angestellte, „Millionen! Und da
wollt ihr singen: ein Knab'? Wo bleiben denn die an-
deren? Und dann: ein Roslein!"
„Na, ja“, erklarte der Junge, „eine kleine Rose."
,,Eben“, sagte der Angestellte belehrend, ,,Menschens«
kind, habt ihr denn noch nie etwas von Mitschurin ge-
hort? Riesige Rosen werden wir ziichten! Und nicht nur
eine, sondern Milliarden! Und dann schliefilich noch:
stehn! Denkt doch bloB mal dialektisch! ‘ Alles ist in
Bewegung! Natiirlich so eine Rose lauft nicht umher, das
weiB ich, aber sie wachst, und wenn es windig ist, wackelt
sie sogar! Aber bei euch heiBt es einfach: stehn, und da-
mit bastat Das ist eben schlecht!"
,,Sie meinen also", fragte der Junge lustig, „das Lied
miifite so anfangen: ,Eine Million Jugendliche werden
eine Milliarde Riesenrosen wackein sehen?"
„So ungefahr", sagte der Angestellte zufrieden.
„Es ist tibrigens von Goethe", sagte der Junge.
„Was? Von Goethe? Das soiltest du mir auch gleich
sagen, denn in diesem Fall zahlt das Lied natiirlich zum
Kulturerbe1 * 3, und die Sache ist in Ordnung!"
„Schon gut", sagte der Junge, „so, so ... tibrigens fin-
det heute abend ein Referat statt ... fiber formales Kriti-
sieren ... ,vielleicht kommen Sie mal hin!"
,,Na, das sowieso! Ich bin doch der Referent!"
1. FDJ — Freie Deutsche Jugend — Союз свободной
немецкой молодежи
2. unter die Lupe neh'men — поближе познакомиться,
изучить
3. zahlt ... zum Kulturerbe — относится к культур-
ному наследию
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Sah
ein Knab’ ein Roslein stehn":
1. Der Angestellte ist in den Betrieb gekommen, um
ein Referat uber formales Kritisieren zu halten. Stimmt
es?
54
2. Der Angestellte kennt sehr gut das Leben der
Jugend im Betrieb. Stimmt es?
3. Der Angestellte weifi nicht, wie grofi die Jugend*
organisation FDJ ist. Stimmt es?
4. Der Angestellte halt die Kultur fiir eine Kleinig*
keit und beginnt das Programm des Kulturabends zu
kritisieren. Stimmt es?
5. Der Angestellte weifi, dafi das Gedicht „Sah
ein Knab’ ein Roslein stehn“ Goethe geschrieben hat
Stimmt es?
6. Der junge Fraser nimmt sehr ernst die Bemerkun-
gen des Angestellten. Stimmt es?
II. Образуйте причастия от следующих глаголов:
Образец:
lesen—lesend; der lesende Junge
stehen— stehend; der stehende Junge
fragen nicken sprechen
sitzen nehmen singen
lachen erklaren bleiben
horen denken kommen
III. Переведите следующие предложения:
1. Der Angestellte sprach mit dem Jungen sitzend.
2. Der Junge horte dem kritisierenden Angestellten
lachelnd zu. 3. Die im Garten wachsenden Rosen waren
sehr schon. 4. Die im Betrieb arbeitenden Jugendlichen
organisierten einen Kulturabend. 5. Der mit dem Jungen
sprechende Angestellte sollte ein Referat fiber formales
Kritisieren halten.
IV. Ответьте на вопросы по рассказу „Sah ein Knab' ein Roslein
stehn":
1. Wer wollte einen Kulturabend im Betrieb organi*
sieren?
2. Mit wem wollte der Junge das Programm des
Abends besprechen?
3. Warum zeigte er das Programm einem anderen An*
gestellten? 1 , ’
4. Welches Lied wollten die Jugendlichen singen?
5. Hat dem Angestellten das Lied gefallen?
6. Warum hat dem Angestellten das Lied nicht gefal*
len?
55
7. War die Kritik des Angestellten positiv?
8. Wie nahm der Junge die Kritik entgegen?
9. Was sagte der Angestellte, als er erfuhr, dafi dieses
Gedicht von Goethe ist?
10. Wohin lud der Junge den Angestellten ein?
11. Wer sollte das Referat fiber formales Kritisieren
halten?
V. Перескажите содержание текста „Sah ein Knab’ ein Roslein
stehn“.
VI. Решите кроссворд, используя немецкие эквиваленты следующих
слов:
по горизонтали: 3. Теперь;
7. случай; 8. слово; 9. песня;
11. время; 12. юноша
по вертикали: 1. сокращен-
ное название молодежной ор-
ганизации в ГДР; 2. с (пред-
лог); 4. мертвый; 5. всё; 6. ро-
зы; 10. рука; 12. год; 13. как
раз, именно
56
VII. Прочтите стихотворение и выучите первую строфу наизусть:
Heidenriislein
Goethe
Sah ein Knab’ ein Roslein stehn,
Roslein auf der Heiden.
War so jung und morgenschon;
Lief er schnell es nah zu sehn,
Sah’s mit vielen Freuden.
Roslein, Roslein, Roslein rot, .
Roslein auf der Heiden.
Knabe sprach:' ich breche dich,
Roslein auf der Heiden.
Roslein sprach: ich steche dich,
DaB du ewig denkst an mich,
Und ich will’s nicht leiden.
Roslein, Roslein, Roslein rot,
Roslein auf der Heiden.
Und der wilde Knabe brach
’s Roslein auf der Heiden.
Roslein wehrte sich und stach
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Mufit’ es eben leiden.
Roslein, Roslein, Roslein rot,
Roslein auf der Heiden.
ANEKDOTE
Der Schauspieler Unzelmann hatte in einer Rolle ei-
nen langen Brief laut vorzulesen, der naturlich auf dem
Papier vorgeschrieben stand, das man ihm iiberreichen
mufite, und den er deshalb nicht auswendig gelernt hatte.
Sein Kollege, der ihm der Rolle gemafi (по ходу пье-
сы) den Brief zu iiberbringen hatte, wollte UnzeU
mann nun eines Abends einmal in Verlegenheit bringen
(подшутить) — und gab ihm ein leeres Blatt in die
Hand,
57
Einen Augenblick sah der Schauspieler auf das un-
beschriebene Papier, und dann reichte er es dem Ober-
bringer zuriick und sagte: „Ich habe heute meine Brille
(очки) vergessen. Da — lies mir den Brief vor!“
№ *
i*.
„Nehmen Sie gefalligst den Hut ab!"
LEIHBIBLIOTHEK
nach J. Heltai
Anfang der neunzigen Jahre wohnte ich in der Eulen-
gasse bei einer phantastischen Frau. Diese phantastische
Frau hieB Frau Brinkala und lebte davon, daB sie an
piinktlich zahlende, solide Herren ein Zimmer Iihrer Woh-
nung vermietete. Anfang der neunzigen Jahre war ich der
piinktlich zahlende, solide Herr. Mein Zimmer besafi eine
ungewohnliche Tiir: man konnte sie wohl offnen, jedoch'
nicht schlieBen. Mein Zimmer stand also bei Tag und bei
Nacht offen, es konnte hineingehen, wer nur wollte.
Gliicklicherweise brauchte ich nicht zu fiirchten, denn
meine ganze Habe bestand aus einem Schrank voll
Bucher und aus einer Gitarre.
War Frau Brinkala eine phantastische Frau, so war
ich kein gewohniicher SpieBbiirger. Ich kam bei Morgen-
grauen nach Hause und schlief dann bis gegen drei Uhr
nachmittags. Dann ging ich weg und kam wieder bei
Morgengrauen zuriick. Von drei Uhr nachmittags bis vier
58
Uhr friih stand mein Zimmer stets leer. So waren wir mit
Frau Brinkala immer befreundet.
Aber damals geschah es, daB ich mich verliebte.
Wenn ich heute an diese Episode meines Lebens zu-
riickdenke, amusiere ich mich tiber mich selbst. Ich, ein
ernster Mann, war damals verliebt wie ein kleines Kind.
In der Eulengasse sah ich sie zum erstenmal, nach’
mittags um halb vier Uhr. Ich ging gerade vom Hause
weg, da kam vom Goethe-Platz her eine junge Frau ent-
gegen. Sie trug Bucher in der Hand, offenbar ging sie in
eine Leihbibliothek. Sie war schon. „Ach Gott, wie schon!“
dachte ich bei mir.
Und wahrend ich meinen Weg fortsetzte, begann ich
die schone Unbekannte mit der groBen Warme meines
jungen Herzens zu lieben.
Am nachsten Tag begegnete ich ihr wieder und am
dritten Tage auch. Am vierten Tage hatte sich schon eine
Bekanntschaft zwischen uns entwickelt. Sie errotete, wenn
ich kam, und ich lachelte ihr freundlich zu. Am fiinften
Tage griiBte ich, und da sie meinen GruB erwiderte,
sprach ich sie am sechsten Tag an.
Ich stellte mich vor, und sie sagte mir errotend, daB
sie Wilhelmine heifit. Ich ging mit ihr. Doch gingen wir
nur wenige Schritte zusammen. Dann sagte sie:
„Begleiten Sie mich weiter nicht, denn ich gehe in
eine Leihbibliothek.“
Ich wunderte mich, denn, so viel ich wuBte1, befand
sich in der Nachbarschaft keine Leihbibliothek. Doch ich
wollte nicht zudringlich sein und empfahl mich. Wir be-
schlossen, uns am nachsten Tage schon um drei Uhr zu
treffen.
Und so geschah es nun zwei Wochen hindurch alle
Tage.
Damals liebten wir uns bereits unaussprechlich. Ich
wuBte schon vieles von ihr und sie von mir. Ich versuch-
te, sie einmal zu mir einzuladen, aber sie blieb unbeug-
sam. Eines Tages erlaubte sie mir, sie bis zur Leihbiblio*
thek zu begleiten.
Zu meiner groBen Uberraschung kamen wir zum Haus,
wo ich wohnte. Jetzt begann die Sache mich wirklich zu
interessieren. Wo befand sich diese geheimnisvolle Leih-
bibliothek? Und ich beschloB, meine Dame auch die Trep-
pe hinauf zu begleiten.
59
„Aber nur bis zur Tiirl" bat sie.
„Gut, nur bis zur Ttir!“ sagte ich.
Im nachsten Moment standen wir vor der Tur der
Leihbibliothek— vor meiner Zimmertiir. An der Tur war
eine grofie Tafel mit . der Inschrift: Leihbibliothek, Ge-
schaftsstunden 4—6.
Meine Dame eilte in die Leihbibliothek, aber ich folgte
ihr. Und was ich gleich darauf sah, das war der schreck-
lichste Anblick meines Lebens. Frau Brinkala safi an
meinem Schreibtisch und blatterte in einem grofien Buch.
Mein Biicherschrank stand aber weit often. Meine Bib-
liothek war also die Leihbibliothek, meine Bucher las die
ganze Bezirk-Einwohnerschaft und auch mein Ideal. Die
phantastische Frau Brinkala hatte auf meine Kosten2 eine
Leihbibliothek eingerichtet.
Als ich eintrat, ertonte ein Schrei: zuerst schrie mein
Ideal auf, dann Frau Brinkala.
„Wie wagen Sie es, mir zu folgen?“
,,Verzeihung“, sagte ich kalt, „in meine eigene Woh-
nung darf ich doch eintreten!"
„In Ihre eigene Wohnung?" fragte verwundert das
Ideal. „Ihre ... Wohnung ... ?“ Und fragend blickte sie
auf Frau Brinkala.
„Frau Brinkala", sagte ich mit drohender Stimme,
„Sie wissen, dafi ich ein guter Junge bin, aber das ...
das ... das ... “
„Gnadiger Herr, guter gnadiger Herr, sprechen-Sie
nicht weiter", unterbrach mich Frau Brinkala, „ich weifi
es selbst!"
„Was bedeutet das?“ fragte mein Ideal.
„Das bedeutet", sagte ich, „dafi dies mein Zimmer ist,
meine Bibliothek, und daB diese Frau ohne mein Wissen3
eine Leihbibliothek aus meiner Wohnung machte."
Mein Ideal sank in einen Sessel4.
„Mein Gott", sagte sie errotend, „ich gehe also schon
seit einem Monat in Ihre Wohnung ... oh, welche
Schande!"
Frau Brinkala verstand sofort, dafi sie hier ilberfliis'
sig war. Sie ging aus dem Zimmer, und wir blieben
all ein.
„Sehen Sie", sagte ich, „Sie wollten nicht in meine
Wohnung kommen und waren schon dreifiigmal hier. Aber
jetzt bleiben Sie da, nicht wahr?"
60
„Was fallt Ihnen eii>?“ sagte mein Ideal entrflstet. „In
einer Leihbibliothek?"
Aber sie blieb doch. Als wir mein Zimmer verliefien,
erblickte ich an der Tiir eine neue Tafel, auf der geschrie-
ben stand: Wegen Todesfall geschlossens!
Meine Wirtin war, wie es scheint, auf alle Faile vor-
bereitet. Und in dem Augenblick, als mein Ideal vor mir
die Treppe hinabzuschreiten begann, flusterte mir Frau
Brinkala zu: Jetzt, gnadiger Herr, werden Sie doch nicht
mehr bose sein, dafi ich hier eine Leihbibliothek einrich-
tetel"
Ja, ja, Frau Brinkala war ein phantastisches Weib.
Das hatte ich tibrigens schon friiher gesagt.
1. so viel ich wufite — насколько мне было известно
2. auf meine Kosten—за мой счет
3. ohne mein Wissen — без моего ведома
4. ... sank in einen Sessel — упала в кресло
5. wegen Todesfall geschlossen — закрыто по случаю
смерти
SPRECHUBUNGEN
L Ответьте на вопросы. На некоторые из них вам помогут ответить
приведенные ниже слова:
1. Haben Sie eine gute Wohnung?
2. Haben Sie eine eigene Wohnung oder mieten Sie
Ihre Wohnung?
3. In welcher Strafie wohnen Sie?
4. In welchem Stock liegt Ihre Wohnung?
5. Aus wieviel Zimmern besteht Ihre Wohnung?
6. Ist Ihre Wohnung gut eingerichtet?
7. Welches Mobel haben Sie in Ihrer Wohnung?
grofi, geraumig, bequem; mit alien Bequemlichkeiten,
mit Bad und Balkon; in der ...-Strafie, am Stadtrand, im
Zentrum; im ersten, zweiten usw. Stock; bestehen aus, das
Schlafzimmer, das Kinderzimmer, das Arbeitszimmer, das
Speisezimmer, die Kiiche, das Badezimmer; gemiitlich,
stillvoll, geschmackvoll; modern, poliert, der Schreibtisch,
der Sessel, das Bett, der Diwan, der Stuhl, der Schrank
61
II, Опишите квартиру по рассказу „Die Leihbibliothek". Используйте
следующие слова:
mieten; in der ...-Gasse wohnen; die game Habe; be-
stehen aus; der Schrank; voll; der Sessel; die Gitarre;
eine ungewohnliche Tur; bei Tag und Nacht; offen; offnen;
schliefien
III. Решите чайнворд, используя немецкие эквиваленты следующих
слов. Если Вы правильно напишете значения слов, то из первых
букв немецких слов должна получиться пословица, которой
можно закончить этот рассказ.
1. спешить 5. сейчас 11. серьезный
2. следую- 6. часы 12. сам
щий 7. лестница 13. милостивый
3. думать 8. начало 14. и (союз)
4. собствен- 9. любить 15. доска; таб-
ный 10. пустой личка
IV. Ответьте на вопросы по рассказу „Die Leihbibliothek":
1. Wo wohnte der Held dieser Erzahlung?
2. Wie verbrachte der junge Mann seine Freizeit?
62
63
3. Wo sah er zum erstenma] Wilhelmine?
4. Wohin ging sie?
5. Wie erfuhr der junge Mann, wo sich die Leihbiblio-
thek befindet?
6. Welche Tafel erblickte er an der Tiir seines Zim-
mers?
7. Was geschah, als der junge Mann in die Leihbiblio-
thek, das heiBt in sein Zimmer, eintrat?
8. Welche Tafel hangte Frau Brinkala an die Tiir?
9. Was flusterte Frau Brinkala dem jungen Mann zu,
als er mit seiner Dame die Wohnung verliefi?
V. Перескажите содержание текста „Die Leihbibliothek".
VI. Составьте рассказ по рисунку на стр. 63.
ANEKDOTE
Der Verfasser (автор) des Dschungelbuches, Rudyard
Kipling, stieB bei der morgendlichen Lektiire (просматри-
вая утром) einer Zeitung auf die Notiz, der beriihmte
englische Schriftsteller Rudyard Kipling sei gestorben.
Sofort schrieb der Dichter an den Herausgeber der
Zeitung:
„Ihre von mir sehr geschatzte Zeitung hat heute mei-
nen Tod gemeldet. Da Sie gewohnlich gut informiert sind,
habe ich keinen Grund, die Wahrheit der Meldung anzu-
zweifeln (усомниться). Darum bitte ich Sie, mein Abon-
nement als erledigt zu betrachten (считать мою подписку
аннулированной)
MENO OHNE NACHTISCH
nach Friedrich Klingenbaum
Der beleibte Stammgast nahm im Restaurant Platz
und winkte den Kellner heran.
Der Kellner verneigte sich hoflich und iiberreichte die
Speisekarte. „Einen schonen guten Tag, Herr Direktor!“
sagte er. „Was darf es denn heute sein?“
64
Der Gast studierte zuerst griindlich die Karte, dann
hob er den Kopf und begann.
„Notieren Sie bitte", sagte er. „Also, zunachst bringen
Sie mir einen doppelten Kognak. Dann einmal Fischsuppe
und Fleischsalat."
„Sehr wohl!" sagte der Kellner.
„Als Hauptgericht bestelle ich ein Beefsteak mit Spie-
gelei und als Beilage Kartoffelpiiree mit recht viel ge-
rosteten Zwiebeln!"
„In Ordnung, Herr Direktor", nickte der Kellner.
„Dazu Rotwein, nicht wahr?"
,,O ja, vielen Dank. Sie sind sehr aufmerksam und
denken an alles. Nehmen Sie einen Pfalzer, Sie kennen ja
meinen Geschmack. Und achten Sie darauf, daB der Wein
die richtige Temperatur hat."
„Selbstverstandlich, Herr Direktor! Und was darf ich
noch notieren?"
„Nun", meinte der Gast nachdenklich, „vielleicht
bringen Sie mir noch ein halbes Hiihnchen, aber geben
Sie recht viel Paprika dazu."
„Natiirlich, Herr Direktor! Nun hatten wir alles1, bis
auf die Nachspeise. Eine Schokoladencreme oder E'rdbe'
eren mit Schlagsahne? Wir haben auch sehr gutes Eis!“
Jetzt winkte der Gast ab.
„Die Nachspeise lassen wir diesmal fort", sagte er
schweren Herzens, „ich muB leider darauf verzichten. Ich
war namlich gestern beim Arzt, und der hat mir wegen
meines Kreislaufs dringend davon abgeraten, zu iippig zu
essen1 2!“
1. nun hatten wir alles — теперь, пожалуй, всё
2. der hat mir ... dringend davon abgeraten, zu iip«*
pig zu essen — он настоятельно рекомендовал мне огра-
ничивать себя в еде
SPRECHOBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „МепЙ
ohne Nachtisch**:
1. Ein Reisender kam ins Restaurant. Stimmt das?
2. Der Gast studierte die Speisekarte sehr griindlich.
Stimmt das?
3—933
65
3. Er bestelite einen doppelten Kognak, Fleischsalat,
Fischsuppe und ein Beefsteak mit Spiegelei. Stimmt es?
4. Der Kellner schlug ihm Rotwein vor. Stimmt das?
5. Der Gast bat den Kellner, einen Pfalzer zu bringen.
Stimmt es?
6. Der Kellner sollte auf die richtige Temperatur des
Weines achten. Stimmt das?
7. Der Gast hatte Appetit
viel Paprika. Stimmt das?
8. Als Nachspeise wahlte
creme. Stimmt das?
II. Выучите диалог:
Kellner, bitte, die Speise-
karte!
Was gibt es heute zu es-
sen?
Ja, ich habe einen richti-
gen Barenhunger. Ich nehme
zuerst etwas zur Vorspeise.
Bringen Sie mir, bitte,
Fleischsalat.
Schon. Also einmal Ras-
solniksuppe mit Huhn. Zum
zweiten Gang wahle ich
Schaschlyk auf kaukasisch.
Bitte, Eis.
auf ein Huhnchen mit recht
der Gast eine Scjiokoladen-
Hier, bitte.
Die Auswahl ist heute
grofi. Mochten Sie was
zum ersten Gang essen?
Die Rassolnik-Suppe
mit Huhn schmeckt heute
vorziiglich.
Und was soli ich als
Nachtisch notieren?
III. Дополните предложения, используя стоящие справа слова:
Образец: Ich mufi leider auf die Reise verzichten.
Ich mufi leider diesmal auf ... посещение кино
verzichten. экскурсия
прогулка
это блюдо
шашлык по-кавказ-
ски
IV. Прочтите, дополнив предложения стоящими внизу словами:
1. Ich esse gewohnlich in diesem Restaurant zu Mit-
tag. Ich bin dort ... . 2. Wir setzen uns lieber an diesen
Tisch. Hier werden die Gaste gut bedient. Der Kellner ist
66
sehr .... 3. Was wollen Sie zum zweiten Gang ... ? Ich
nehme zum zweiten Gang Schweinskotelette. Als ... wahle
ich Kartoffelpiiree mit gerosteten Zwiebeln. 4. ... bestelle
ich Kompott aus Obstkonserven.
hdflich, Beilage, Stammgast, ztim Nachtisch, bestellen
V. Ответьте на вопросы по рассказу „Menu ohne Nachtisch":
1. Wer kam ins Restaurant?
2. Kannte der Kellner den Geschmack des Gastes?
3. Wie bediente der Kellner den Gast?
4. Welche Gerichte bestelite der Gast?
5. Warum verzichtete er auf den Nachtisch?
VI. Прочтите немецкую пословицу и подберите к ней русский экви-
валент. Составьте небольшой рассказ или диалог к этой посло-
вице.
Uber den Geschmack lafit sich nicht streiten.
VII, Составьте небольшой веселый рассказ по рисунку на стр. 68.
ANEKDOTEN
Als nach einer Kunstlerfeier der Ober mit dem grofien
Dichter E. T. A. Hoffmann abrechnete (подал счет) und
vier Flaschen Wein bezahlt haben wollte, meinte der Dich-
ter:
„Vier Flaschen? Ganz ausgeschlossen, in meinen Ma-
gen (желудок) gehen ja nur drei!“
„Ganz recht, Euer Gnaden**, entgegnete der Ober,
„deshalb ist Ihnen die vierte auch schon in den Kopf ge-
stiegen!"
Hoffmann war fiber diese Schlagfertigkeit so erfreut,
dafi er die vier Flaschen sofort bezahlte,
№ *
Das junge Paar ist von der Hochzeitsreise zurfickge-
kommen, und nun hat die junge Frau zum erstenmal Es-
sen gekocht.
,,Liebling“, sagt sie, als beide schon beim Essen sind,
„ich weiS nicht, ob das sehr gut ist, was ich da gekocht
habe — aber meine Mutter h.at gesagt, zwei Dinge wiirde
4* 67
68
ich ausgezeichnet zubereiteri: Kartoffelsalat und Vanill-
pudding.“
„Hum", sagt er, nachdem er gekostet hat, „und
welches von beiden Gerichten ist das hier?"
DIE DREI SCHILDKROTEN
nach H. J. Stein
Vor kurzem traf ich Franz in einem Kaffeehaus. Franz
ist in einer Bibliothek beschaftigt, und es ist schlimm,
was die Leute, die in einer Bibliothek beschaftigt sind,
sich alles ausdenken. Franz zum Beispiel denkt sich Witze
aus. Unter anderen auch diesen.
„In einer Wiiste in Nordafrika", erzahlte er, „lebten
einmal vor vielen hundert Jahren drei alte Schildkroten.
Die eine war 168 Jahre alt, die zweite 152 Jahre und die
dritte 139 Jahre. Die- drei Schildkroten hatten, solange sie
lebten, noch nie Wasser getrunken. Die erste also seit
168 Jahren nichts, die zweite seit 152 Jahren nichts und
die dritte seit 139 Jahren nichts. Sie hatten alle einen
schrecklichen Durst."
Er sah mich scharf an, bestelite zwei Gias Wein und
setzte fort:
„Die drei Schildkroten also hatten einen schlimmen
Durst. Nun war aber der altesten von den dreien vor fast
hundert Jahren eine Schlange begegnet. Und diese
Schlange hatte von einer Oase erzahlt, wo ein schoner
Flufi war. Zu diesem Flufi, schlug die Schildkrote ihren
Kolleginnen vor, sollte man gehen, um Wasser zu trin-
ken. Na, du kannst dir denken — die drei Schildkroten
machten sich sogleich auf den Weg1, und jede nahm ihre
Tasse mit, um daraus zu trinken."
„Franz", sagte ich, „ich bitte dich: hor auf! Das ist
doch was fiir Schwachsinnige, mit deinen Schildkroten
und den drei Tassen — so ein Quatsch!" Aber Franz er-
zahlte weiter:
„Die drei Schildkroten von 168, 152 und 139 Jahren
nahmen also ihre Tassen und machten sich auf den Weg.
69
Schildkroten sind ja langsame Tiere, und so wanderten
sie auch durch die Wiiste."
,,Wie?“ fragte ich.
„Na, langsam doch. Sie wanderten also, und je langer
sie wanderten, desto grofier wurde der Durst.
An dieser Stelle unterbrach Franz seine Erzahlung,
machte eine kleine Pause, um Wein zu trinken, und fuhr
fort:
„Als die drei Schildkroten nun drei Jahre und achtund-
zwanzig Wochen so gewandert waren, sahen sie plotzlich
in der Feme griine Palmen, und beim Naherkomrnen be-
merkten sie auch richtig einen FluB, von dem die Schlan-
ge erzahlt hatte. Da waren die drei Schildkroten aber
froh! Sie waren also angekommen und beschlossen, Platz
zu nehmen 2 und gemeinsam zu trinken. ,,Na“, sagte die
alteste und holte ihre Tasse hervor, ,dann wollen wir
mal“. Und wie sie gerade trinken wollten, da bemerkte
doch die andere, dafi sie ihre Tasse vergessen
hatte!"
„Hor auf“, sagte ich, „das ist ja schrecklich!"
,,Ja“, sagte Franz, „das war schrecklich fur die armen
drei Schildkroten. Die armen Tiere safien wie vom Donner
geriihrt3 da. Nun hatten ja die beiden der dritten, die
ihre Tasse vergessen hatte, eine Tasse zum Trinken geben
konnen. Aber das ging nicht4: Sie hatten doch beschlos-
sen, alle gemeinsam im gleichen Augenblick zu trinken.
Und Schildkroten sind ehrliche Tiere. Aber dann dachten
sie fiber alles richtig nach, und es kam ihnen eine gran*
diose Idee. „Weiflt du"', sagte die alteste Schildkrote zur
jiingsten, „wir machen es einfach so: Du wanderst schnell
zuriick und hoist die Tasse, die du vergessen hast. Drei-
einhalb Jahre hin — dreieinhalb Jahre zuriick, das macht
sieben Jahre. Haben wir so lange gewartet, konnen wir
auch noch warten, bis du wieder zuriickkommst. Und
wenn du dann wieder da bist, in sieben Jahren, dann
trinken wir alle gemeinsam, denn das haben wir ja be-
schlossen." Die Schildkrote, die ihre Tasse vergessen hat-
te, machte sich also auf den Weg, um die Tasse zu holen.
Die anderen beiden aber blieben still am FluB sitzen und
warteten. Und sie warteten und warteten, und wie sie so
warteten, waren dreieinhalb Jahre vergangen. Und dann
sagte die alteste Schildkrote: „Nun ist die Kollegin zu
Hause. Noch dreieinhalb Jahre, dann ist sie mit der Tasse
7Q
zuriick.“ Und sie warteten wieder ein Jahr und noch ein
Jahr und warteten und warteten und...“
„Nein!" schrie ich, „nein, nein, neini Das halt ja kein
Mensch aus!“
Franz sah mich traurig an. „Trink mal Wein“, sagte
er., „der Wein tut gut5 bei so Schildkrotengeschichten."
Und dann sprach er weiter: „Als die beiden nun am
FluB sechseinhalb Jahre gewartet hatten, hielt die eine
nicht mehr aus. „Ich kann nicht mehr, ich mufl trinken."
Nun sie wurde von ihrer Kollegin zur Ordnung gerufen.
Aber nach einigen Wochen begann sie wieder zu bitten:
„Ich halte es nicht mehr aus, ich muB trinken, ich muB,
ich rnufi!" Und sie griff nach ihrer Tasse und schopfte
Wasser... In diesem Augenblick... In diesem Augenblick,
als die Schildkrote Wasser schopfte, teilte sich hinter den
beiden das Gebiisch, und die dritte Schildkrote, die ihre
vergessene Tasse holen sollte, blickte hervor und sagte
bose: „Aber wenn ihr schummeln wollt, gehe ich gar
nicht!"
Es ist doch schrecklich, was sich die Menschen fur die
Geschichten ausdenken.
1. machten sich sogleich auf den Weg — сейчас же от-
правились в путь
2. Platz zu nehmen — садиться
3. wie vom Donner geriihrt — как пораженные гро-
мом
4. aber das ging nicht — но это не годилось
5. der Wein tut gut — вино хорошо действует
SPRECHUBUNGEN
I. Образуйте от данных глаголов глаголы с приставкой ,,aus-“ и пе-
реведите их:
Образец: halten — держать
aushalten — выдерживать
1) sprechen—
schlafen —
2) steigen —
sehen —
geben —
tragen —
arbeiten —-
lassen —
rufen —
stellen —
denken — думать
ausdenken — вы-
думывать
3) schreiben —
gehen —
fallen —
fragen —
trinken —
71
11. Переведите предложения:
1. Um verstanden zu werden, muB man alle Laute in
der Fremdsprache richtig aussprecheh.
2. Die Dokumente werden im Zimmer rechts ausge-
geben.
3. Die Zeitungen werden friihmorgens ausgetragen.
4. Das Kind hat sich heute nacht gut ausgeschlafen,
darum ist es guter Laune.
.5. Sie sehen heute ausgezeichnet aus, dieses Kleid
steht Ihnen sehr gut.
III. Ответьте на вопросы:
1. An welcher Haltestelle miissen Sie aussteigen?
2. Haben Sie dep Plan Ihrer Arbeit ausgearbeitet?
3. Haben Sie in Ihrer Erzahlung keine Tatsachen aus-
gelassen?
4. Ruft man Losungen wahrend einer Demonstration
aus?
5. Welche Exponate sind in diesem Museum ausge-
stellt?
IV. Составьте предложения с глаголами с приставкой ,,aus-“, обра-
зованными вами в упр. 1, п. 3:
V. Дополните следующие предложения:
Образец: Je mehr ich lese, desto mehr ich erfahre.
1. Je langer er erzahlte, desto...
2. Je langer sie wanderten, desto...
3. Je alter er wurde, desto...
4. Je naher sie zum Ziel waren, desto...
5. Je hoher sie in die. Berge stiegen, desto...
VI. Ответьте на вопросы по рассказу „Die drei Schildkroten":
1. Wer erzahlte diese Geschichte?
2. Wo lebten die drei Schildkroten?
3. Wie alt waren sie?
4. Wohin beschlossen sie zu gehen?
5. Warum beschlossen sie, zur Oase zu gehen?
6. Wie lange wanderten’ sie durch die Wiiste?
7. Was machten sie, als sie diese Oase erreicht hat-
ten?
8. Warum muBte eine Schildkrote in die Wiiste zuriick-
kehren?
72
9. Ist diese Schildkrote nach ihrer Tasse gegangen?
10. Warum blieb sie im Gebiisch sitzen?
VII. Перескажите содержание текста „Die drei Schildkroten".
VIII.’ Решите чайнворд, используя немецкие эквиваленты следующих
слов. Если вы правильно напишете значения слов, то из первых
букв немецких слов по часовой стрелке должно получиться за-
главие произведения, отрывок нз которого напечатан в этом
сборнике:
1. место
2. им
3. некото-
рые
4. мочь
(иметь возмож-
но.сть) х
5. старшин
6. человек
7. пальма
8. река
9. встречать
10. честный
11. ничего
12. находить'
13. остальной,
лишний
14. советовать
15. деревня
16. идея
17. собственный
18. дом
19. сначала
20. всегда
21. делать
22. смотреть (на
кого-л.)
23. пить
73
anekdote
Bernhard Shaw traf einmal in einer Gesellschaft einen
jungen, unbekannten Schriftsteller, der jedermann von
seinen angeblichen . (мнимых) literarischen Erfolgen er-
zahlte. Auch mit Bern-
hard Shaw versuchte
er ins Gesprach zu
kommen und sagte:
„Als ich zwanzig
Jahre zahlte, hat mir
der Arzt das Rauchen
verboten, weil sonst
mein Gehirn (мозг)
darunter leiden konnte.
„Und warum haben Sie diesen Rat nicht befolgt?“
fragte Shaw.
DIE DAME MIT DEM RADIO
nach Eva Salzer
Der Zug fuhr in Richtung Budapest. Er naherte sich
der ersten Grenze. Alles ging glatt, bis sich der Zollner
an die Dame wandte, die am Fenster safi.
„Haben Sie Wertgegenstande?"
„Nur einen Kuchen, selbstgebacken, ich fahre namlich
zu meinem Mann, der arbeitet dort unten in Ungarn, wis-
sen Sie, und ich — “
„Zahlungsmittel in auslandischer Wahrung?“
„Nur 100 Forint. Namlich als ich meinen Mann vor
zwei oder drei Monaten besuchte — “
„Aber die sind doch gar nicht eingetragen!"
„Nein, wieso denn? Die sind doch vom letzten Mal.“
„Was! Wie! Die haben Sie nach Heimkehr nicht wieder
riickgetauscht?“
„Wollf ich ja! Fragen Sie meine zwei Sphwiegersohne!
Aber dann — “
„Haben Sie den Schein von damals noch bei sich?“
74
,,Ja, der liegt unten im Koffer."
„Zeigen Sie doch mal ..."
„Das geht nicht, der liegt ganz unten. Na, glauben
Sie mir’s nur, wenn ich’s Ihnen sage!“
Der Zollner glaubte es, wollte ihn aber trotzdem
sehen.
„Ich sage Ihnen doch, es geht nicht, er liegt unter dem
Kuchen! Meine beiden Schwiegersohne haben extra drauf
gekniet, damit der Koffer zuging!“
Der Zollner guckte auf die Uhr. „Wenn mir alle Leute
so viele Umstande machen wollten1", fing er an, doch
sie unterbrach ihn gekrankt: ,,Ja, denken Sie denn, ich
reise zum erstenmal mit der Bahn?"
Der Zollner hatte es wirklich gedacht. „Aufier dem
Kuchen haben Sie also keine Wertgegenstande?"
„Uberhaupt keine. Nur ein Radio. Aber das spielt
nicht."
„Zeigen Sie doch mal.“
„Das geht riicht, das liegt ganz unten im Koffer."
Der junge Zollner holte den Koffer unter Aufbietung
aller Krafte vom Gepackstander herunter. Sie offnete ihn.
Er quoll sofort iiber, und ein Warenlager breitete sich auf
dem Boden des Abteils aus.1 2
„Das miissen Sie alles wieder hineinlegen!" sagte die
Dame emport. „Ich bin nur eine schwache Frau, und mei-
ne beiden Schwiegersohne haben extra auf dem Koffer —“
Alle Reisenden legten mit vereinten Kraften das Wa-
renlager wieder in den Koffer hinein.
Der Zollner stohnte. „Wozu schleppen Sie blofi einen
defekten Radioapparat nach Ungarn?" fragte er.
„Na, konnen Sie sich das nicht von alleine denken?3
Er soil sein Radio reparieren, damit er wenigstens mal
ein paar Worte deutsch hort. Die Radios in Ungarn ver-
steht doch kein Mensch!"
Den Zollner setzten ihre Worte nicht in Erstaunen.
Er kniete auf dem Koffer und versuchte, die beiden
Schwiegersohne zu ersetzen.
1. wenn mir alle Leute so viele Umstande machen
wollten — если мне все будут доставлять столько хлопот
2. Er quoll sofort iiber, und ein Warenlager breitete
sich auf dem Boden des Abteils aus. — Крышка чемодана
отскочила, и куча вещей вывалилась на пол купе.
75
3. Na, кбппеп Sie sich das nicht von alleine den-
ken? — Ну, а сами вы не можете догадаться?
SPRECHUBUNGEN
I. Ответьте на вопросы по содержанию рассказа „Die Dame mit
dem Radio":
1. In welcher Richtung fuhr der Zug?
2. Zu wem fuhr die Dame, die am Fenster safi?
3. Wieviel Forint hatte sie?
4. War das Geld eingetragen?
5. Hatte die Dame den Schein von der vorigen Fahrt
nach Ungarn?
6. Warum wollte die Dame den Schein nicht zeigen?
7. Wer offnete den Koffer?
8. Welche ,,Wertgegenstande“ hatte die Dame im Kof-
fer?
9. Warum wollte die Dame einen defekten Radioappa-
rat nach Ungarn bringen?
11. Перескажите содержание текста „Die-Dame mit dem Radio".
Ill. Прочтите диалог:
Verkaufer: Sie wiinschen?
Kunde: Ich mochte einen guten Radioempfanger.
Verkaufer: Bitte sehr, wir haben eine grofie Aus-
wahl guter Empfanger. Hier ist der bekannte Empfanger
„Spidola". Der Empfanger kostet 75 Rubel.
Kunde: Das ist mir zu teuer. Empfehlen Sie mir,
bitte, einen preiswerteren.
Verkaufer: Hier ist der Empfanger ,,Selga“.
Kunde: Arbeitet er auf Lang-, Mittel- und Kurzwel-
len?
Verkaufer: Nein, dieser Apparat arbeitet auf Lang-
und Mittelwellen.
Kunde: Zeigen Sie mir bitte, wie dieser Radioappa-
rat funktioniert.
Verkaufer: Bitte sehr. Der Empfanger wird sehr
viel gekauft. Er hat eine eingebaute Antenne, mit dieser
Antenne kann der Empfanger scharfer eingestellt werden.
Storungen werden leicht beseitigt.
Kunde: Und wozu dienen diese Knopfe?
Verkaufer: Der Drehknopf unten ist der Lautstar-
76
keregler. Mit Hilfe des oberen Knopfes wird der Empfan-
ger eingestellt.
Kunde: Wieviel kostet dieser Empfanger?
Verkaufer: Der Radioapparat ,,Selga“ kostet
37 Rubel.
Kunde: Gut. Ich kaufe diesen Empfanger.
Verkaufer: Nehmen Sie bitte den Kassenzettel und
zahlen Sie an der Kasse.
W1TZE
„Lst Ihnen auf Ihren vielen Reisen niemals ein Un-
gltick passiert?"
„Nur einmal, da entgleiste (сошел с рельсов) ein Zug
und stiirzte einen Abhang hinunter." -
„Und Sie sind mit dem Leben davongekommen?"
„Ja, ich fuhr mit dem nachsten Zug.“
№ *
*
Die Zimmerwirtin klopft ganz aufgeregt an die Tur
ihres Mieters (жильца). „Was machen Sie denn, Herr
Lehmann?"
„Nichts, Frau Wirtin, ich spiele nur Geige (на скрип-
ке).“
„Gott sei Dank“, sagt die Wirtin, „ich dachte schon,
Sie sagen (отпиливаете) die Beine vom Bett ab.“
TEUER BEZAHLTE AUSKUNFT
Eines Tages ging ein Bauer in die.Stadt. Er kam am
Haus eines Goldschmieds vorbei und blieb stehen.
„Na, mein guter .Mann“, sagte der Goldschmied, „was
wollen Sie denn haben?“
„Sind wir allein?“
,,Ja“, sagte der Goldschmied.
„Sagen Sie mal, was geben Sie fiir ein Strick Gold,
das so grofi ist wie ein kleiner Kinderkopf?"
77
,,0h“, sagte der Goldschmied, „kommen Sie nur herein
in die Stube, es lafit sich da besser daruber sprechen
Die Frau des Goldschmieds mufite gleich ein kleines
Friihstiick machen, und der Bauer wurde zu Tisch ein-
geladen. Der Bauer setzte sich dann auch an den Tisch
und begann zu essen. Es dauerte nicht lange, da hatte
er das ganze Friihstiick im Leibe 2.
Da sich der Goldschmied fiir das Gold machtig inte-
ressierte, mufite seine Frau von neuem auftragen. Sie
setzte auf den Tisch noch viele Speisen, und der Bauer
afi wieder und wurde nicht satt und wurde nicht satt.
Zuletzt wurde dem Goldschmied die Zeit lang. „Wie ist
es eigentlich mit dem Stiick Gold?" wollte der Gold-
schmied wissen.
,,Ja“, sagte da der Bauer, „was geben Sie fiir so ein
Stiick?"
„Oh“, sagte der Goldschmied, „wenn das halb so grofi
ist wie ein Kinderkopf, so ist das wohl seine zehntausend
Taler wert.“
„Nun, es ist gut“, bemerkte der Bauer, „dafi ich das
weifi! Wenn ich also einmal so ein Stiick finde, dann kann
ich es ja Ihnen bringen."
Und damit ging er davon.
!. es lafit sich da besser dariiber sprechen — там удоб-
ней об этом поговорить
2. hatte er das ganze Friihstiick im Leibe — он прогло-
тил весь завтрак
SPRECHUBUNGEN
I. Составьте вопросительные предложения с данными группами слов.
Задайте эти вопросы вашему собеседнику:
das Friihstiick machen (zubereiten); Hunger haben;
den Tisch decken; die Speisen auftragen; zum Friihstiick
essen; trinken; satt werden
II. Ответьте иа вопросы. Обратите виимаиие на многозначность
слова „Stiick":
1. Wieviel Stiick Brot brauchen Sie zum Friihstiick?
2. Wieviel Stiick Zucker nehmen Sie in den Tee?
3. Wieviel Stiick Eier essen Sie zum Friihstiick?
78
4. Welches Stiick Weges konnen Sie in einer halben
Stunde zuriicklegen?
5. Konnen Sie ein Stiick aus dieser Erzahlung aus*
wendig aufsagen?
6. Welches Stiick (Theaterstiick) wird in diesem Thea*
ter gegeben?
III. а) Запомните:
aufs Spiel setzen — рисковать, жертвовать
alles auf eine Karte setzen — поставить все на
карту
in Kenntnis setzen—поставить в известность
einen Punkt (ein Komma) setzen — поставить точку
(запятую)
б) Составьте предложения, сохраняя выделенные слова:
1. Er setzte sein Leben aufs Spiel, um den Befehl zu
erfiillen.
2. Er konnte alles auf eine Karte setzen, um das Ziel
zu erreichen.
3. Die Leitung des Betriebs wurde gestern fiber die
Ankunft der Delegation in Kenntnis gesetzt.
4. Setzen Sie ans Ende des Satzes einen Punkt!
IV. Ответьте на вопросы по рассказу „Teuer bezahlte Auskunft**:
1. Wohin ging der Bauer eines Tages?
2. Mit wem sprach der Bauer in der Stadt?
3. Was wollte der Bauer beim Goldschmied erfahren?
4. Warum lud der Goldschmied den Bauern zu Tisch?
5. Hatte der Bauer wirklich Gold?
V, Перескажите содержание текста „Teuer bezahlte Auskunft**,
W1TZE
Ein Herr sagte zu seinem neuen Diener: „Ich rede
nicht gern viel. Wenn ich so mache", dabei winkte er mit
der Hand, „dann kommst du!“
Der Diener erwiderte: „Da passen wir gut zusammen.
Ich rede auch nicht gern viel. Wenn ich so mache", dabei
winkte er ab, „dann komme ich nicht."
79
ЙС *
*
Ein beriihmter Chirurg hatte einen Bankier vor dem
Tod gerettet. Auf die Frage nach seinem Honorar ant-
wortete der Arzt dem Bankier: „Geben Sie mir nur ein
Zehntel (десятую часть) von dem, was Sie mir geben
wollten, als Sie noch in Todesgefahr waren.“
*
*
„Was hat denn mein kleiner Sohn Schones gemacht,
wahrend sein Vater sein Mittagsschlafchen hielt (отдыхал
после обеда)?“
DER KAMPF MIT EINEM EISBAREN
Der beriihmte norwegische Polarforscher Fridjof Nan-
sen befand' sich mit seinem Schiff ,,Fram“ auf dem Wege
zum Nordpol. Die Mannschaft des Schiffes zahlte zwolf
Mann. Es waren mutige und starke Menschen. Als sie
sich auf etwa achtundsiebzig Grad nordlicher Breite be-
fanden, fror das Schiff ein. Bald bemerkte Nansen, dafi
das Schiff von den Eismassen am Nordpol vorbeigetrie-
ben wird. Darum beschlofi er, das Schiff zu verlassen und
zu Fufi in der Richtung nach dem Nordpol zu gehen. Er
wollte den Nordpol erreichen.
Alles wurde zu diesem Marsch vorbereitet: die Hunde,
die Gewehre, das Proviant. Nansen wollte seinen Kame-
80
raden, den Offizier Johansen mitnehmen. So eine Reise
konnte man doch nicht allein unternehmen! Baid war
alles fertig. Nansen und Johansen verliefien das Schiff
und ihre Freunde.
Schwer war ihr Weg durch das Eis. Endlich erblickte
Nansen Berge. „Land, es ist Land!" rief er. „Johansen,
schnell, sieh nur, sind das nicht Berge?"
„Natiirlich ist es Land", antwortete Johansen. Aber
dreizehn lange Tage vergingen noch, bis sie das Land
erreichten.
Nansen ging voran, Johansen folgte ihm mit den
1 Linden. Plotzlich stiirtzte ein grower Eisbar iiber Johan-'
sen her. Ein Schlag warf den Offizier auf den Riicken.
Die Hunde bellten. Nansen sah sich um: da lag Johansen
auf dem Eis und iiber ihm stand ein Bar.
„Schnell, Nansen, schnell, nimm das dewehr! Schiefi!"
'rief Johansen. Nansens Gewehr lag in einem Futteral im
Schlitten. Nansen lief zum Schlitten.
„Schiefi schnell, sonst ist es zu spat", schrie Johansen.
Endlich hielt Nansen sein Gewehr in der Hand. Aber er
konnte nicht schiefien, da der Bar sehr nah zu Johansen
stand. Zu dieser Zeit bifi der Hund den Baren in den
Riicken, ein anderer bifi ihn von der Seite an. Da drehte
der Eisbar den Kopf nach den Hunden. Fiir einen Augen-
blick war der Mensch vergessen, und Nansen schofi. Er
traf den Baren hinter das Ohr. Das Tier fiel auf die Seite.
81
„Solch eine Bestie", sagte Johansen und stand vom
Boden auf. Die Hunde haben uns geholfen."
„Ende gut, alles gut“, sagte Nansen, „jetzt aber
schnell weiter."
SPRECHUBUNGEN
I. Ответьте на вопросы по рассказу „Der Kampf mit einem
Eisbaren":
1. Wer unternahm eine Expedition zum Nordpol?
2. Wie hiefi das Schiff von Nansen?
3. Wie stark war die Mannschaft des Schiffes?
4. War es moglich, den Nordpol mit dem Schiff zu
erreichen?
5. Wie beschlofi Nansen den Nordpol zu erreichen?
6. Wen nahm er auf diese schwere Reise mit?
7. Wer iiberfiel Johansen?
8. Warum konnte Nansen sofort nicht schiefien?
9. Wer half den Menschen in diesem Kampf mit dem
Eisbaren?
П. Перескажите содержание текста „Der Kampf mit einem
Eisbaren**.
III. Составьте известную вам пословицу. Подберите русский экви-
валент:
e w — t г
ff /7 w i t
a W ff e n
ANEKDOTE
Der Chef der Prager Zeitung „Bohemia" pragte seinen
Mitarbeitern immer ein (втолковывал): „Wenn ein Hund
einen Mann beifit, so ist das keine Nachricht. Wenn aber
ein Mann einen Hund beiiBt — das gehort in die Zeitung."
Darauf erfand der junge Egon Erwin Kisch folgende Ka-
beln^chricht aus Afrika: „Ein Madchen am ShanganifluS
§2
wurde von einem Krokodil ins Bein gebissen. Daraufhin
bifi das tapfere Madchen dem Krokodil in die Schnauze
(морду). Das Madchen kam ins Hospital und wurde wie-
der hergestellt Uber das Befinden des Krokodils ist
nichts bekannt geworden,"
DER SCHRECKLICHE HUT
Es ist ein wunderschoner Friihlingstag. Aber Frau
Stolze hat ihren schrecklichen Tag. Ihr Mann kommt von
der Arbeit nach Hause. Er sieht das bose Gesicht seiner
Frau und fragt:
„Aber Erna, was ist denn? Es ist so schon draufien,
und da machst du ein so trauriges Gesicht! Ich hole Lotte.
Dann gehen wir alle drei in die Stadt und machen uns
einen lustigen Nachmittag.“
„Ohne mich! Ich gehe nicht mit Lotte zusammen in
die Stadt.“
„Nanu? Was ist denn? Seid ihr euch bose?“
„Nein, aber sie hat immer so moderne Sachen! Sie hat
ein neues Friihlingskleid, sie hat einen neuen Friihlings-
hut. Jawohl, sie hat schon wieder einen neuen Hut. Vor
acht Tagen erst einen kleinen braunen Hut und jetzt
schon wieder einen grofien schwarzen Hut. Und ich? Ich
trage noch immer meinen alten Winterhut."
„1st das alles? Nun, einen neuen Hut bekommst du
auch. Aber dann machst du kein boses Gesicht mehr, nicht
wahr?“
Nach dem Essen telefoniert Herr Stolze mit der Freun-
din seiner Frau:
„Hallo, Lotte! Tun Sie mir einen grofien Gefallen! 1
Gehen Sie morgen mit meiner Frau in die Stadt, und
kaufen Sie ihr einen neuen Hut! Es ist ein kleines Ge-
schenk fiir sie. Darum sagen Sie bitte zu meiner Frau,
Sie brauchen den Hut. Und bitten Sie sie um ihren Rat
beim Einkaufen. Sie wissen, sie hat immer einen beson-
deren Geschmack. Aber einen passenden Hut finden Sie
sicher; diesen kaufpn Sie dann, natiirlich auf meine
83
Rechnung. Tun Sie mir den Gefallen? Ich danke Ihnen
vielmals."
„Denk dir, Erna“, sagt Herr Stolze am anderen Mor-
gen seiner Frau, „eben telefoniert Lotte, sie braucht einen
neuen Hut und mochte deinen Rat.“
„Was, sie braucht schon wieder einen neuen Hut? Das
ist ja unglaublich!"
„Aber schau, Liebling, alle wissen es doch, du hast
einen guten Geschmack."
„0 ja, ich habe einen guten Geschmack! Und ich rate
ihr gut!“
Am Nachmittag kaufen die beiden Freundinnen zusam-
men einen Hut. Sie probieren und probieren immer wie-
tder einen anderen. Aber sie
finden nichts. Der eine ist zu
) modern, der andere macht
alt. So geht es zwei Stunden.
К—& Da endlich findet Frau
mA Stolze das Richtige: einen
groBen roten Hut mit einem
griinen Band.
, „Lotte, Lotte", ruft sie,
„s'ieh nur diesen hier! Ist das
nicht ein schones Modell?"
Die Freundin sieht den
schrecklichen Hut und sagt nichts.
„Ja, probier einmal! Er ist sehr hiibsch."
„Findest du?“ fragt die Freundin mit groBen Augen.
,,Ja, er steht dir ausgezeichnet."
„Auch das grime Band?"
,,Ja, gerade das ist etwas Besonderes."
„Meinst du wirklich? Dann nehme ich ihn. Du hast ja
rmmer einen guten Geschmack."
Sie zahlt und sagt leise zu der Verkauferin: „Schicken
Sie den Hut zu Herrn Stolze, FurstenstraBe 2."
Herr Stolze kommt nach Hause und findet das Paket.
Er bffnet es und sieht — einen groBen roten Hut mit ei-
nem griinen Band! Nein, diese Frauen, denkt er, sie haben
schon einen besonderen Geschmack! Aber sie finden es
wohl schon.
Nach dem Essen bringt er seiner Frau das Paket und
sagt:
84 .
„Schau," Erna, hier habe ich ein kleines Geschenk fiir
dich! “
„Was, ein Hut? Du kaufst einen Hut ohne mich?"
„Sei nur.ruhig, Liebling, er gefallt dir sicher."
Frau Stolze offnet das Paket, sieht den Hut und
schreit:
„Was, der schreckliche HutF‘
Herr Stolze ist erstaunt: „Aber, Liebling! Was ist
denn? Es ist doch dein Geschmack!"
,,Ja“, weint Frau Stolze, ,,es war mein Geschmack fiir
Lotte! “
1. Tun Sie mir einen ... Gefallen! — Сделайте мне
одолжение!
SPRECHOBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Der
schreckliche Hut":
1. Frau Stolze ist guter Laune, als ihr Mann von der
Arbeit nach Hause kommt. Stimmt es?
2. Frau Stolze will einen schonen Spaziergang durch
die Stadt mit ihrer Freundin unternehmen. Stimmt es?
3. Herr Stolze will seiner Frau einen Hut schenken.
Stimmt es?
4. Frau Stolze geht mit Lotte in die Stadt, um einen
Hut zu kaufen. Stimmt es?
5. Frau Stolze wahlt einen sehr schonen Hut. Stimmt
es?
6. Als sie diesen Hut als Geschenk bekommt, gefallt
ihr der Hut nicht mehr. Stimmt es?
II. а) Запомните управление следующих глаголов:
telefonieren mit; brauchen (Akk.); bitten um;
danken (Dat.)\ bose sein (Dat.)
б) Дополните Следующие предложения стоящими справа сло-
вами:
а) Образец: Nach dem Essen telefoniert Herr
Stolze mit der Freundin seiner Frau.
85
1. Ich telefonierte gestern ...
2. Wann werden Sie ... telefo-
nieren?
3. Um wieviel Uhr haben Sie
... telefoniert?
der Freund
der Chef
die Eltern
б) Образец: Lotte bat Frau Stolze um Rat beim
Einkaufen.
1. Ich bat meinen Freund ...
2. Wen wollen Sie ... bitten?
3. Darf ich Sie ... bitten?
(der) Rat
(die) Hilfe
(die) Auskunft
в) -Образец: Frau Stolze brauchte einen Hut.
I. Ich brauche fiir die Arbeit ...
2. Wer von beiden Freundin-
nen brauchte ...
3. ... brauchte Frau Stolze?
ein Worterbuch
ein Hut
welcher Hut
г) Образец: Ich danke Ihnen vielmals.
1. Ich danke ... fiir deinen Rat.
2. Er dankte ... fiir seine Hilfe.
3. Frau Stolze dankte ... fur
das Geschenk.
du
der Freund
ihr Mann
д) Образец: Sind sie euch bose?
1. Seien Sie ... nicht bose, ich
habe Ihr Buch genommen.
2. War Frau Stolze ... bose?
3. Warum war Frau Stolze ...
bose?
ich
ihre Freundin
ihr Mann '
III. Замените в словах выделенные буквы таким образом, чтобы по-
лучились слова с новым значением. Подчеркните буквы, кото-
рые изменили значение слова, и вы получите из них существи-
тельное, соответствующее русскому слову „вкус":
sehen; danken; mein; sieh; gut; lachen; denn; denken;
laufen
IV. Ответьте на вопросы по содержанию рассказа „Der schreckliche
Hut":
1. Warum hat Frau Stolze an einem schonen Friih-
lingstag einen schrecklichen Tag?
86
2. Warum will sie zusammen mit ihrer Freundin in
die Stadt nicht gehen?
3. Welches Geschenk will Herr Stolze seiner Frau
machen?
.4. Wer geht das Geschenk fiir Frau Stolze kaufen?
5. Wie ist der Hut, den die Freundinnen kaufen?
6. Wer hat diesen Hut gewahlt?
7. Warum war Frau Stolze unzufrieden, als sie diesen
Hut zum Geschenk bekommen hatte?
V. Перескажите содержание текста „Der schreckliche Hut“4
WITZ
Als Herr Miiller durch Nordamerika reiste, bekam er
einmal von einem Freund, der ihn necken (дразнить)
wollte, einen unfrankierten Brief mit folgendem Inhalt:
„Ich teile dir mit, daB ich dir gar nichts mitzuteilen
habe.“
Herr Muller nahm einen schweren Stein, packte ihn
ein und schickte ihn seinem witzigen Freund ebenfalls
unfrankiert und schrieb folgenden Begleitbrief:
„Nachdem ich deinen lieben Brief bekommen und ge-
lesen habe, ist mir dieser Stein vom Herzen gefallen/1
№ *
№
„Na, was meinst
du? Welcher steht
mir besser?11
§7
DAS AUGE
nach Gunter Kunert
„Horen Sie, Kollege, von einem Fall, mit dem ich vor
kurzem in meiner Praxis Bekanntschaft machte“, sagte
der Arzt zu mir, „solch einen Fall habe ich friiher niemals
behandelt. Da kommt zu mir ein Mann, und als ich ihn
fragte, was ihm fehle l, zeigt er auf sein Auge.
„Sie miissen mir helfen“, sagt er stonend. Ich unter-
suche aJso sein Auge—nichts. Ein ganz gesundes Auge.
„Mit dem Auge konnen Sie hundert Jahre alt werden",
beruhige ich ihn, „es ist gesund."
„Nein, Herr Doktor"; sagt er und beginnt plotzlich zu
weinen.
„Ruhe, nur Ruhe", sage ich, ,,es wird schon alles gut
werden."
„Herr Doktor", weint er, „Herr Doktor — mein linkes
Augenlid zuckt! Retten Sie mich!"
„Mann", rufe ich nun bose, „solchd KJeinigkeiten neh-
men Sie so schwer? Aber gut, gut, ich will es untersuchen.
Das ist sicher von den Nerven. Eine Atropie. Es zuckt
sicher bei grofier Erregung, wie?"
„Ich werde es Ihnen genau erzahlen, Herr Doktor",
sagt der Patient. „Stellen Sie sich vor, ich komme in eine
Dienststelle, lasse mich bei einem Abteilungsleiter mel-
den2, um die Arbeit zu kontrollieren, und dann... dann,
Herr Doktor, fangt das Zwinkern an. Schon beim Pfort-
ner, dem ich gewbhnlich zurufe: Na? Immer schon ge-
sund? Und dabei muB ich, ob ich will oder nicht, zwin-
kern. Darauf. zwinkert der Kerl zuriick und lacht dabei!
Sitze ich dann dem Abteilungsleiter gegeniiber, stelle ich
meine erste Frage: Wird hier die Vetternwirtschaft ge-
trieben, Kollege?3 Und wieder mufi ich zwinkern, und
mein Gegeniiber zwinkert zuriick, holt eine Flasche
Schnaps aus dem Schreibtisch und sagt: Nur mein Onkel
ist hier angestellt und meine Frau als Referentin... Aber
das geht doch nicht4! sage ich dann, und — schon wieder
zwinkere ich, und der andere auch. Und dann kann ich
ja keine MaBnahmen gegen Vetternwirtschaft ergreifen 5.
Oder, denken Sie, lieber Doktor, wenn ich mit dem
Dienstwagen fahre. Ich sage dem Fahrer, ich habe noch
einen wichtigen Weg zu erledigen6, und muB dabei zwin-
88
kern, und der Fahrer sagt dann: Geht in Ordnung7, Koi-
lege! und fahrt mich direkt vor das Weinlokal. Auch wenn
ich mal gar nicht hinwill.
Oder, lieber Doktor, wenn ich jemand qualifizieren
will, so sage ich: Kollege, ich als alter Sozialist— schon
zwinkere ich — empfehle Ihnen, den Marxismus zu stu-
dieren — zwink — immer lernen, lernen und nochmals ler-
nen — zwink—dann lachelt mich der Kollege an, zwin-
kert zuriick und sagt mit siifier Stimme: Aber natiirlich,
Kollege!
Darum miissen Sie mir helfen, Herr Doktor! Ich als
fortschrittlicher Mensch — da wieder mufi ich zwinkern —
kann es einfach nicht mehr aushalten!*1
,,Und“, fragte ich gespannt, „was ist aus dem Mann
geworden? Haben Sie ihm geholfen, Doktor?“
„Natiirlich*1, sagte er, ,,es war sehr einfach. Er'brauch-
te ja nur alles umzudrehen; er mufite Negatives sprechen
und dann wiirde sein Zwinkern beweisen, dafi er positiv
meint. Leider zwinkert er da auf einmal nicht mehr...“
1. was ihm fehle — на что он жалуется
2. lasse mich melden — являюсь
3. Wird hier die Vetternwirtschaft getrieben ... ?—
He разводят ли здесь семейственность ...?
4. aber das geht doch nicht—но это же не годится
5. MaBnahmen gegen Vetternwirtschaft ergreifen —
принимать меры против семейственности.
6. ich habe noch einen wichtigen Weg zu erledigen —
мне нужно еще съездить по важному делу
7. Geht in Ordnung —будет сделано, все будет в
порядке
SPRECHOBUNGEN
1. Выучите диалог наизусть:
Patient
А г z t
Guten Tag, Doktor!
Ich leide in der letz-
ten Zeit an Kopf-
schmerzen. Helfen Sie
mir, bitte.
Guteh Tag. Nehmen Sie, bitte,
Platz. Was fehlt Ihnen?
Man muB vor allem den
Grund der Krankheit feststel-
lem
89
Ich liefi mich vor
kurzem untersuchen.
Die Arzte haben nichts
gefunden. Ich bin kern*
gesund.
Ich sehe in defletzten
Zeit schlecht, besonders,
wenn iph viel arbeite.
Na, und wie steht es mit den
Augen?
Was, arbeiten Sie ohne Bril-
le? Aber das geht doch nicht.
Ihre Kopfschmerzen sind damit
verbunden.
Ist es gefahrlich,
Doktor?
Welche Brille mufl
ich tragen?
Aber nein, das ist eine
Kleinigkeit. Mit dieser Krank-
heit konnen Sie hundert Jahre
alt werden. Sie miissen nur un-
bedingt eine Brille tragen.
Gleich werden wir Ihre
Augen untersuchen. So. Sie
brauchen eine Brille fiir die
Nahe. Ich verschreibe sie Ihnen
sofort.
Danke. Auf Wieder-
sehen.
II. Заполните пропуски следующими словосочетаниями:
a) Bekanntschaft machen — познакомиться
1. Der Arzt ... in seiner Praxis mit einem interessanten
Fall ...
90
2. Ich ... vor kurzem mit einem bekannten Gelehrten ...
3. Mit den Werken dieses Schriftstellers mufi jeder ...
b) das geht doch nicht —это нехорошо, не годится
1. ..., dafi du diese Arbeit allein erfiillst.
2. ..., dafi du auf dich warten lafit.
3. ..., dafi Sie den Sommer in der Stadt verbringen.
III. а) Прочтите предложения и запомните, что местоимение ,,sich“
с глаголом „vorstellen" употребляется в дательном падеже:
1. Ich kann mir das nicht vorstellen.
2. Kannst du dir das vorstellen?
б) Дополните предложения глаголом „vorstellen + sich (Dat)":
1. Du ... die ganze Geschichte leichter ..., als es ist.
2. ... Sie ... nur ...! Er ist gestern abgefeist.
3. Ich habe ... diesen Professor als alteren Men-
schen...
IV. Составьте предложения co следующими глаголами. Употребите
их в различных значениях. Используйте данные к иим слова:
1. vorstellen — представлять кого-н. кому-н.: mir,
seinen Freund; mich seinen Eltern
vorstellen, sich (Dat.) — представлять себе: etwas
leicht, einfach; jemanden
als einen Sportier, einen
Blonden, einen ruhigen
Menschen
2. anstecken — закурить: eine Zigarette
anstecken — заражать: jemanden mit einer Krank-
heit, mit einer Idee
V. Ответьте на вопросы по рассказу „Das Auge“:
1. Wer kam eines Tages zum Arzt?
2. Was fehlte dem Patienten?
3. War seine Krankheit gefahrlich?
4. Warum nahm der Patient das Zucken des Augen*
lids so schwer?
5. Warum konnte er keine Mafinamen gegen Vettern-
wirtschaft ergreifen?
6. Warum verstand ihn der Fahrer falsch?,
7. Hat der Arzt diesem Mann geholfen?.
91
VI. Перескажите содержание текста „Das Auge“.
VII. Составьте рассказ по серии рисунков на тему: „Профессор
Филютек на приеме у глазного врача":
92
WITZ
„Was will dein Sohn werden?“
„Spezialist fiir Herzleiden."
„Ach, Unsinn! Lafi ihn lieber Zahnarzt werden.“
„Warum denn das?“
„Er hat dabei mehr Chansen. Jeder hat nur ein Herz,
und Zahne aber zweiunddreifiig.“
I* *
*
„Was griibelst du denn die ganze Zeit (о чем ты все
время думаешь), Charly?"
„Ich weift nicht, nehme ich nun die Beine vom Tisch,
ist es unamer-ikanisch, laft ich sie darauf, sehen sie, dafi
die Schuhe aus einem HO sind.“
DURCH DIE BLUME...
nach B. Dukanaz
Von der Sprache der Blumen horte ich zum erstenmal,
als ich einen Blumenstraufi fur mein Madchen kaufte. Ich
93
suchte den BlumenstrauB selbst aus. Der Verkaufer be-
trachtete meinen StrauB miBvergniigt und sprach: „Lieber
Herr, Sie wollen einem Madchen, das Sie lieben, gelbe
Blumen schenken? Ja, wissen Sie denn nicht, dafi Gelb
Eifersucht und Betrug bedeutet? Gestatten Sie, dafi ich
Ihnen etwas anderes, Passendes empfehle. Sagen wir:
zwei Nelken und eine Rose. Das bedeutet in der Sprache
der Blumen: Ich'liebe dich!"
Davon horte ich zum erstenmal. Da Helen mir jene ro-
mantischen Troubaudoure und edlen Damen ein, die von
ihren Ehemannern hinter den finsteren Mauern der
Schlosser gehalten wurden. Sie verbrachten ganze Tage
und viele Nachte damit, die Blumenliteratur zu ent-
wickeln. Wenn die Dame ihrem Geliebten eine rote und
eine blaue Blume schickte, so hieB das: „Komm, Geliebter,
endlich ist mein Mann mal wieder auf Dienstreise!"
Zwei himmelblaue Bliimchen bedeuteten: „Verschwin*
de, Geliebter, mein Alter hat deinen StrauB gefunden!"
Mein Horizont erweiterte sich und ich sagte dem Ver«
kaufer: „Grofiartige Sache! Aber ich mochte noch ein paar
Worte mehr sagen. ,Ich liebe dich mafilos!1 Geht das? Es
klingt iiberzeugender." „Natiirlich", sagte der Blumen-
mann. ,,Und“, fuhr ich fort, „dann soil noch herauskom-
men: ,Ich liebe dich-mafi- und grenzenlos! Sag deinem
Vater, wir brauchen fiir morgen seinen Wagen. Will mit
dir ins Griine!"
Es war nicht leicht, das in die Blumensprache zu iiber-
setzen, aber schliefilich kam der Verkaufer mit einem
Straufi an, in dem sich ein Kaktus befand. „Was soil
das?" fragte ich.
„Der Kaktus? Ja, das ist der Papa der Herzensdame..."
„Ausgezeichnet! Und was sollen die drei Wacholder-
zweige?"
„Das sind Piinktchen. Ohne Piinktchen geht’s doch
nicht!"
So lernte ich die Sprache der Blumen. Statt Briefe
schickte ich meiner Geliebten jetzt Blumen, und sie ant-
wortete in der gleichen Weise. In der ersten Zeit war
mein Blumenwortschatz natiirlich noch beschrankt. Ich
konnte blofi solche Satze machen wie: „Ich liebe dich, der
Schliissel liegt unter dem Fufiabtreter." Aber spater, als
wir schon verheiratet waren, konnte ich komplizierte Sa-
chen in der Blumensprache sagen. Wenn jch.m^iner pray
94
beispielsweise Narzissen mit ein paar fehlenden Bliiten
hinstellte, hiefi das: „Wann wird es dir endlich einfallen,
Knopfe an mein Hemd zu nahen?" Und einige Exemplare
unfrischer Astern bedeuteten: „Immer dieselbe Geschich-
te! Meine Hose wieder nicht gebiigelt!“
Wenn ich aber auf meinem Nachttisch ein Wermuts-
blatt vorfand, so bedeutete dies: „Meine Mama kommt
morgen zu Besuch!" Ich lief in den Blumenladen und
kaufte Lovenzahn. Meine Antwort war: „Ich bin gliick-
lich. Das kann ja heiter werden!“ Als Antwort bekam ich
gewohnlich einen Straufi in Toilettenpapier gewik-
kelte Brennesseln. Meine Frau meinte damit: „Wenn dir
der Besuch meiner lieben Mama nicht schmeckt, kannst
du ja auf dem Dachboden schlafen.“
Ich packte also mein Bettzeug, legte mich unters Dach
und las dort in Ruhe die Zeitung. Als ich wieder nach
unten kam, fand ich im Zimmer auf dem Tisch zwei bis
drei in ein tropisches Palmenblatt gewickelte Veilchen
vor: „Das Mittagessen ist angebrannt. Ifi in der Gast-
statte!"
In den ersten Jahren war das alles nicht so tragisch,
als die Brennesseln in unserem Zimmer schon oft zu
sehen waren (ihre liebe Mama kam oft), wurde mir klar,
dafi ich es satt hatte *. Ich sammelte so viele Brennesseln,
wie ich nur finden konnte, kaufte in einem grofien Blu-
menladen viele Kakteen und legte ihr meinen letzten Brief
aufs Bett. Er lautete: „Mir geniigt es! Ich will in Zukunft
weder Schwiegermiitter noch Blumen um mich haben.
Auch will ich nie wieder heiraten. Griifi deinen armen
Vater! Ich ziehe zu meinem Papa!“
1. dafi ich es satt hatte — что мне это надоело
SPRECHUBUNGEN
I. Заметьте:
die Grenze — grenzenlos
граница — безгранич-
ный
das Ende — endlos
конец — бесконеч-
ный
II. Переведите на русский язык:
wortlos, mafilos, hilflos, beispiellos, fehlerlos, schlaf-
los, arbeitslos, hoffnungslos, farblos, sinnlos, sorglos
95
III. Заметьте:
der Erfolg — der Mifier- gelingen — mifilingen
folg удаваться — не уда-
успех — неудача ваться
vergniigt— mifivergniigt
довольный — недовольный, раздоса-
дованный
IV. Переведите на русский язык:
gefallen — miBfallen
achten — miBachten
Achtung — Mifiachtung
verstehen — miBverste-
hen
verstandlich — mifiver-
standlich
mutig — mifimutig
Vergniigen—MiBvergniigen
V. Ответьте на вопросы по содержанию рассказа „Durch die
Blume
1. Fiir wen kaufte der Mann einen BlumenstrauB?
2. Verstand er etwas von der Sprache der Blumen?
3. Wer unterrichtete ihn von der Sprache der Blumen?
4. Welche Blumen empfahl ihm der Verkaufer?
5. Was wollte der Mann in die Sprache der Blumen
iibersetzen?
6. Heiratete der Mann seine Geliebte?
7. Welche Blumen bekam seine Frau?
8. Was bedeuteten die Narzissen mit ein paar fehlen-
den Bliiten?
9; Was bedeuteten unfrische Astern?
10. Was fand der Mann auf seinem Nachttisch vor,
wenn seine Schwiegermutter kam?
11. Welche Blume kaufte der Mann in diesem Fall?
12. Wie war die Antwort seiner Frau?
13. Was schrieb der Mann im letzten Brief an seine
Frau?
VI. Прочтите диалог:
Lisa: Boris, du kannst dich heute freuen. Ich habe
fiir morgen die Theaterkarten zur Auffiihrung „Zehn Ta-
ge, die die Welt erschiitterten" gekauft.
Boris: Wirklich? Das ist ja fabelhaft! Und ich habe
mir auf dem Nachhauseweg die Plane fiir morgen auch
iiberlegt. Morgen ist doch Ruhetag. Ich schlage vor, mor-
gen friih aufs Land zu fahren.
96
Lis a: Schon. Deine Idee gefallt mir. Wir haben nun
schone Plane fiir den Ruhetag. Und jetzt machen wir uns
an die Arbeit. Wir miissen unsere Wohnung aufraumen.
Bis sechs Uhr werden wir mit dem Aufraumen fertig,
wenn du mir gut hilfst.
Boris: Ich bin bereit, die schwerste Arbeit zu fiber’
nehmen. Was ist hier aufzuraumen?
Lisa: Ich werde die Kiiche in Ordnung bringen, und
du nimmst den Staubsauger und reinigst das Wohnzim-
mer.
Boris: Abgemacht!
VII. Составьте юмористический рассказ по рисунку:
WITZE
Nach einem recht fragwiirdigen Essen begann man
sich dariiber zu unterhalten, woran man das Lebensalter
bei Tieren abschatzen kann.
4—933
97
„Ja, bei Hiihnern (у кур) beispielsweise erkenne ich
das Alter .an den Zahnen."
„Wie machen Sie denn das?“ fragte die Hausfrau
schiichtern (робко), an das mifilungene Essen denkend.
„Hiihner haben doch gar keine Zahne.“
„Aber ich“, sagte der Gast.
f* *
*
„Stell dir vor, Mutti, dieser Wiistling behauptet, meine
Suppe sei versalzen (пересолен)!“
DER LIPPENSTIFT
nach Giinter Prodohl '
Im Hotelzimmer steht ein kleiner, hagerer Mann.
„Doktor Winkler", sagt er, als der Leiter der Mordkomis-
sion, Oberleutnant Fuchs, ins Zimmer tritt.
Der Oberleutnant sieht sich mit dem geiibten Blick
eines Kriminalisten kurz im Zimmer um und tritt nun an
98
das Bett heran. Eine junge, auffallend schone Frau liegt
dort.
,,Tot“, stellt der Arzt fest, „ich konnte da wirklich nicht
mehr helfen."
Zwei junge Manner treten ihs Zimmer. Leutnant Lo*
renz und Leutnant Radisch. Sie sollen die Tote fotogra*
fieren.
Ein viertes Mitglied der Mordkomission, Leutnant
Gruber, Stellvertreter von Fuchs, kommt aus dem Neben-
raum.
„Haben Sie schon die Personalien festgestellt, Genosse
Gruber? wendet sich Fuchs an ihn.
„Ja, Marion Berger heifit sie, dreiundzwanzig Jahre
alt, Artistin aus Dresden. Im letzten Monat trat sie im
„Palast" auf, wohnte seitdem hier im Hotel. Die beiden
Herren draufien sind ihre Kollegen. Der eine, ein gewis->
ser Heinz Steinacker aus Frankfurt am Main, ist Variete*
agent und gestern nachmittag aus Leipzig angekommen.
Der andere ist ihr Partner, Fred Holler, auch aus Dres’
den, wohnt seit vier Wochen im Zimmer einundzwanzig,
nebenan. Der Mord wurde vom Hausdiener zusammen mit
dem Partner entdeckt. Der Hausdiener sollte sie um ftinf
Uhr wecken, weil sie mit dem Friihzug nach Koln wollte.
Steinacker hatte ihr eine Tournee durch Westdeutschland
vermittelt und wollte auch mit ihr fahren.
Als sie sich nicht meldete, bat der Hausdiener ihren
Partner, der ja im Neben2immer schlief, sie durch die Ver*
bindungstiir zu wecken. Holler ging dann als erster in
ihr Zimmer, ihm folgte der Hausdiener. Die Tiir zwischen
den beiden Zimmern war unverschlossen. Das ist vorerst
alles. Ich habe Anweisungen gegeben, dafi von den Hotel*
gasten niemand das Haus verlafit.
„Nach Koln sollte sie reisen? Allein? Holler war doch
ihr Partner, warum sollte er denn nicht mit?"
Gruber zuckte die Schultern. „Keine Ahnung2, Genosse
Oberleutnant. Ich kann nur sagen, was mir der Hausdie*
ner erzahlt hat. Holler habe ich noch nicht verhort. Soli
ich ihn holen?"
„Lassen Sie, das hat noch Zeit 3“, sagt Fuchs und geht
zur Tiir, von dort zum geschlossenen Fenster und wieder
zur Tiir zuriick. Die Tiir ist von innen verschlosseq, der
Schliissel steckt im Schlofi.
Fuchs will schon weitergehen, da fallt sein Blick auf
4» 99
einen Bleistift, der nur wenige Zentimeter von der Tiir
entfernt, auf dem Fuflboden liegt. Fuchs hebt ihn auf,
betrachtet ihn und gibt ihn dem Leutnant Lorenz: „Neh-
men Sie ihn mal an sich“.
Fuchs tritt wieder in die Mitte des Zimmers. „Der
Tater miiflte also durch die Verbindungstiir verschwunden
sein“, sagt er mehr zu sich selbst. „Da werden wir uns
am besten erst mal diesen Holler verhoren."
Dann beschaftigt sich Fuchs mit der Handtasche def
Toten. Er sortiert alle Sachen sorgfaltig und legt dann
wieder alles zusammen. Leutnant Lorenz, der an der Tiir
nach Fingerabdriicken sucht, sagt: „Habe schon alles un-
ter die Lupe genommen 4. Nichts Bedeutendes.“
Fuchs will alles wieder in die Tasche legen, da stutzt
er plotzlich, beginnt noch einmal zu sortieren und sagt:
„Kommen Sie doch mal her, Genosse Lorenz."
„1st was?" fragt Lorenz unsicher.
„Fallt Ihnen nichts auf?" fragt Fuchs.
Lorenz wirft einen Blick auf den Tisch. „Nee, was
soil denn daran auffallen?"
Fuchs sieht ihn jetzt mit einem versteckten Lacheln
an. „Sie sollen heiraten, Genosse Lorenz. Dann wurde
Ihnen auffallen5, Lorenz, da8 hier der Lippenstift
fehlt."
* *
*
Im Nebenzimmer gehen nervos zwei Manner auf und
ab. An der Tiir zum Korridor steht ein Volkspolizist. Als
Fuchs mit Leutnant Gruber eintritt, stellt sich der altere
Mann vor:
„Steinacker. Ich bin der Manager der Fraulein Marion.
Unfafibar, wie das geschehen konnte. Hoffentlich haben
Sie bald den Tater. Fiir uns, ihre Kollegen, ist das alles
so entsetzlich! Das arme Madchen. War eine sehr begabte
Artistin..."
Fuchs antwortet ihm nur kurz: „Es wird sich schon
alles aufklaren, dazu sind wir ja hier. Jetzt entschuldigen
Sie mich bitte, ich mufi erst Ihren Kollegen verhoren. Sie
warten am besten in Ihrem Zimmer, bis ich Sie rufen
lasse."
Steinacker geht zur Tiir. Fuchs blickt ihm nach, sagt
dann zu Gruber: „Sie werden sich am besten weiter im
100
Haus umsehen. Verhoren Sie das Personal und die ubri-
gen Hotelgaste. Vielleicht konnen Sie etwas erfahren, was
uns weiterhilft.“
Fred, Holler, der allein mit dem Oberleutnant im Zim-
mer geblieben ist, steckt sich eine Zigarette an. Seine
Hande zittern dabei sehr stark. Fuchs beobachtet ihn
schweigend. Holler beginnt plotzlich selbst zu erzahlen.
Fuchs unterbricht ihn nicht und notiert alles in sein
Notizbuch.
„Mit Marion zusammen seit zwei Jahren gearbeitet. —
In alien groBen Hausern der DDR aufgetreten.—Jetzt
wollte Marion von ihm weg. — Steinacker hatte nur sie
allein fiir die Westdeutschtournee eingeladen.— Stein-
acker hatte sich monatelang um sie bemiiht6—nicht nur
als Artistin.— Steinacker war ihnen standig nachge-
reist. — Steinacker..." Immer wieder taucht der Name
Steinacker in Hollers Erzahlung auf.
„Wie stehen Sie eigentlich personlich zu diesem
Herrn7 Steinacker?" unterbricht Fuchs ihn schlieB-
lich.
„Wie ich zu ihm stehe? Er hat mir doch die Existenz
vernichtet! Ich bin seit gestern ohne Engagement. Er hat
mir die Frau, die ich Hebe, gestohlen! Er hat ihr immer
erzahlt, dafi sie im Osten nie etwas werden wird. Nach
Westen hat er sie gerufen. Und sie ist ja darauf reingefab
len s, und hat mich im Stich gelassen 9! Wie soil ich da zu
ihm stehen?" Holler unterbricht erschrocken seine Erzah-
lung.
„So ist das also", sagt Fuchs leise, und nach einer
Pause setzt er ganz ruhig, fast nebensachlich, fort: „Und
in Ihrer Verzweiflung haben Sie dann Ihre Partnerin
umgebracht. Nicht wahr, so ist es doch, Herr Holler?"
Mit leblosen Augen sieht Holler dem Oberleutnant ins
Gesicht. Er schreit nicht, er bittet nicht. Er sagt kaum
verstandlich: „Sie irren sich, ich habe sie nicht umge-
bracht. Warum sollte ich auch?"
Erregt steht Holler auf, lauft zur Tur, geht zuriick.
Fuchs sieht ihm wortlos zu.
„Sagen Sie mal, Herr Holler, hat Ihre Partnerin auch
aufierhalb der Biihne einen Lippenstift benutzt?"
Holler versteht nicht gleich. „Wieso? Lippenstift? Na-
tiirlich hat sie sich geschminkt. Warum fragen Sie da-
nach?"
101
„Nur, weil ich keinen Lippenstift in ihrer Handtasche
gefunden habe."
Statt einer Antwort greift Holler plotzlich mit beiden
Handen in seine Jackettasche und legt dann zur Uber-
raschung des Oberleutnants einen Lippenstift auf den
Tisch. „Hier ist er! Sie hat ihn gestern abend in ihrer
Garderobe vergessen.“
„Gestern abend war das, nach der Vorstellung, sagen
Sie? Und die Tote hat sich etw^i zwei Stunden vor dem
Tode geschminkt."
Holler zuckt mit den Schultern. Fuchs setzt ganz ruhig
fort: „Ich will es Ihnen sagen, Holler. Sie konnten gestern
abend den Lippenstift an sich nicht nehmen."
„Aber ja, es war so", entgegnet Holler.
„Es war nicht so, Holler. Wir werden eine Analyse
der Lippenschminke und des Lippenstiftes machen lassen.
Dann kann jeder Irrtum ausgeschlossen sein."
Leiser als vorhin wiederholt Holler: „Aber ich habe
sie nicht umgebracht."
,,Wer denn, Holler? Sie mochten Steinacker belasten,
aber warum sollte er sie umgebracht haben? Sie hatte
sich von Ihnen losgesagt und wollte mit ihm auf Tournee
gehen. Warum sollte er sie umbringen? Wissen Sie darauf
eine Antwort?" .
„Nein! Lassen Sie mich doch endlich in Frieden!" Hol-
ler halt die Hande vor das Gesicht und zittert am ganzeri
Korper.
„Uberlegen Sie sich alles noch einmal, und Sie werden
verstehen, dab der Kreis geschlossen ist, Holler. Ihre
Eifersucht macht die Tat verstandlich."
Holler sieht an ihm vorbei und wiederholt: „Ich habe
sie nicht umgebracht."
Fuchs unterbricht ihn argerlich: „Hier kommen wir
doch nicht weiter. Wir werden jetzt ins Polizeiprasidium
fahren und uns dort unterha'lten." Er geht zur Tur und
ruft den Volkspolizisten. Als Holler in Begleitung des
Polizisten hinausgeht, tritt Leutnant Gruber ins Zimmer.
Erstaunt fragt er Fuchs sofort: „Was denn, war er es?“
Der Oberleutnant zuckt die Schultern: ,,Es sieht so
aus. Motive sind vorhanden. Aber warum fragen Sie mich
so erstaunt? Haben Sie was Neues?"
Gruber nimmt sein Notizbuch und liest vor: „Keiner
der Hotelgaste konnte ohne Wissen des Hausdieners nach
102
Mitternacht das Haus verlassen und ins Haus kommen.
Nach vierundzwanzig Uhr kamen aber nur nach Hause,
erstens: Steinacker mit Marion gegen ein Uhr, zweitens:
um drei Viertel zwei folgte Holler und war stark besoffen,
und drittens: um zwei Uhr — ein gewisser Beutelmann.
Er soil auch ein Artist sein und wohnt schon seit Mona-
ten im Hotel. Von ihm weiB aber niemand, wo er auftritt,
und wovon er lebt. Dieser Beutelmann kam um zwei Uhr
nach Hause, aber eine halbe Stunde spater verliefi er
wieder das Haus. Dem Hausdiener sagte er, er habe nur
Geld aus seinem Zimmer geholt. Aber er holte das Geld
sicher nicht aus seinem Zimmer, sondern aus dem Zimmer
der Artistin, als sie noch lebte. Sie hat vielleicht verges-
sen, die Tur abzuschliefien, und ging zu Bett. Aber sie
erwachte, als der Dieb das Zimmer betrat, und so kam
es zu einem tragischen Ende. Beutelmann totete sie,
schlofi die Tur von innen ab und verschwand durch Hol-
lers Zimmer. In seinem Rausch schlief Holler tief und
fest. Dieser Beutelmann ist nicht wieder zuriickge-
kehrt.“
Fuchs kommt sich plotzlich iiberfliissig vor ’°. Seine
ganze Arbeit scheint ihm unnotig gewesen. Deshalb sagt
er miide: ,,Ja, ich fahre nun ins Presidium, aber was
machen wir mit Steinacker? Der will sicher weg, und...“
„Ich habe mit ihm gesprochen, Genosse Fuchs", sagt
Gruber. „Keine sympatische Person. Ist stolz darauf, daB
er dem Holler die Braut weggefiihrt hat. Nach der Vor-
stellung gestern abend war er mit ihr noch im Weinlokal.
Um eins sind sie zusammen ins Hotel gekommen. Er ging
bald auf sein Zimmer, um mit dem heimkehrenden Holler
nicht zusammenzustoBen. Ich sehe keinen Grund ihn lan-
ger festzuhalten..."
Fuchs denkt nach. ,,Ja, ja, alles schon und gut, aber,..“
Er hat plotzlich wieder den Lippenstift in der Hand und
sagt: „Aber wenn der Holler den Lippenstift in der Gar-
derobe gefunden hat... Fahren Sie,. Gruber, am besten
jetzt mit Steinacker ins Presidium und machen Sie die
Protokole fertig. Wir konnen ihn ohne seine Aussagen
nicht abreisen lassen. Aber machen Sie es diplomatisch."
,,Ja, natiirlich, aber wollen Sie denn nicht mitkommen?
Hier ist doch die Arbeit beendet", fragt Leutnant Gruber.
,,Ich komme gleich hinterher. Ich mochte noch im Haus
bleiben, vielleicht kann man doch etwas finden."
103
* *
Zwei Stunden spater geht Fuchs durch den Korridor
des „Kriminaltechnischen Institute11 und bleibt vor der
Zimmertiir des Leutnants Radisch stehen. Leutnant Ra-
disch und Lorenz hocken vor der Zimmertiir und sind
sehr beschaftigt. In ihrem Eifer haben sie Fuchs nicht
bemerkt.
Dann erhebt sich Leutnant Radisch und sagt: „Genoe-
se Oberleutnant, das Geheimnis der verschlossenen Tur
1st entratselt." Dabei klopft er gegen die Tiir, die ge-
schlossen ist. Die Sekretarin offnet die Tiir. Beim Eintre-
ten hebt Lorenz einen Bleistift auf, der in der Nahe der
Tiir liegt. Er reicht ihn dem Oberleutnant. „Das ist das
Geheimnis. Mit dem Bleistift kann man die Tiir von innen
abschlieften, wenn man sich drauften befindet11, und er
demonstriert noch einmal an dem Zimmerschliissel, wie
man das macht.
„Donnerwetter11, sagt Fuchs mit Begeisterung. „Nun
ist Holler aufier Verdacht..."
„Ja“, sagt Radisch, „die Analyse des Lippenstiftes, den
Ihnen Holler gegeben hat, ist vollendet. Keine Identitat
mit der Schminke an den Lippen der Totem"
Mit einer Handbewegung unterbricht ihn Fuchs, greift
in die Tasche und holt einen neuen Lippenstift heraus.
„Das ist der Lippenstift, den ich gesucht habe."
Radisch sieht ihn verwundert an. „Wieviel Lippen-
stifte gibt es denn? Wo haben Sie denn diesen genommen?"
„Im Hotel, im..." Das Telefon unterbricht ihn. Die Se-
kretarin nimmt den Horer ab, sagt einige Male ,,ja“ und
wendet sich dann an Fuchs: „Genosse Oberleutnant, der
Genosse Gruber bittet Sie, moglichst bald auf Ihr Zimmer
zu kommen. Der Herr Steinacker, aus Westdeutschland,
protestiert, daft er noch immer festgehalten wird."
„Sagen Sie Gruber, er soil versuchen, den Mann zu
beruhigen. Ein paar Formalitaten sind noch zu erledi-
gen n, Wenn mich jemand sucht, ich bin im Fotolabor."
i* *
*
Es ist fast Mitternacht, als der Oberleutnant seiri
Zimmer betritt. Voller Ungeduld empfangt ihn Gruber:
„Wo waren Sie nur? Ich habe Sie liberal! gesucht.
104
Steinacker macht das ganze Presidium rebellisch ,2. Ich
kann ihn doch nicht mit Gewalt festhalten."
„Holen Sie ihn und bleiben Sie als Protokollfiihrer
hier.“ Steinacker kommt ins Zimmer. „Herr Kommissar",
schreit er, „ich protestiere gegen die Behandlung! Ich bin
Biirger der Bundesrepublik und habe dort dringende Ge-
schafte. Ich verlange mein Recht..."
„Nur keine Aufregung. Nehmen Sie Platz“, empfangt
ihn Fuchs. „Es hat alles etwas langer gedauert, aber nun
hat sich alles aufgeklart."
„Nun haben Sie endlich den Morder, der das Madchen
getotet hat?“ fragt Steinacker ein wenig aufgeregt.
„Haben wir, Herr Steinacker", sagt Fuchs ganz ruhig.
„Na, das beruhigt mich, Herr Kommissar!"
Fuchs zeigt Steinacker ein ProtokolL „Hier miissen
Sie noch unterschreiben, Herr Steinacker."
Dann sucht er nach einem Bleistift und sagt wie er-
freut: „Ach, da ist ja Ihr eigener Bleistift, nehmen Sie
ihn." Damit holt er aus seiner Aktentasche den Bleistift,
den er im Mordzimmer gefunden hat, und reicht ihn
Steinacker.
Mifltrauisch sieht der Manager Fuchs an. „Mein
Bleistift? Wieso meiner?"
„Aber das Zimmermadchen im Hotel hat mir ihn heute
nachmittag gegeben."
Zogernd greift Steinacker zu dem Bleistift, fragt un-
entschlossen: „Das Dienstmadchen? Wo will sie ihn ge-
funden haben? ,3“
„Keine Ahnung, ich habe sie nicht danach gefragt.
Irgendwo im Hotel sicher."
Noch einmal sieht Steinacker auf das freundliche Ge-
sicht des Oberleutnants, dann sagt er schnell: „Ach rich-
tig, natiirlich. Jetzt erkenne ich ihn wieder. Den Bleistift
hat man mir in Binz geschenkt. Vor dem Berliner Gast-
spiel trat Marion im „Exelsior" auf. Ich war mit ihr in
Binz..."
„Stimmt, Herr Steinacker, Sie sind ja viel mit der
Ermordeten gereist", sagt Fuchs beilaufig. „Waren Sie
nicht auch mit ihr auf der Baustelle unseres Chemiekom-
binats?"
Steinacker nickt sofort lebhaft.
„Am ersten Mai waren Sie auch in Dresden, beim
Fest unserer Flugzeugbauer, stimmt das?“
Ю5
Steinacker nickt aber schon vorsichtig. „Was soil das
bedeuten, Herr Kommissar? Haben Sie meinen ganzen
Lebenslauf studiert?"
Fuchs lachelt. „Sie miissen schon entschuldigen, Herr
Steinacker. Bei solch einem Mordfall muB man alle Be-
teiligten genauer betrachten." Mif diesen Worten holt Fuchs
aus seiner Aktentasche einige vergroBerte Fotokopien.
,,Hier“, er zeigt auf die Bilder. „Das sind Aufnahmen
eines Panzeriibungsgelandes der Volksarmee, Panzer im
Manovergefecht, und hier: das sind Aufnahmen von der
Baustelle, Plane von der Lage der Turbinen. Was sagen
Sie dazu?“
„Ihre Unterhaltung wird mir zu dumm l4. Ich mochte
jetzt gehen, um noch heute fortzufahren."
„Einen Augenblick noch“, sagt Fuchs, „dann wollen
Sie Ihren Lippenstift gewifi auch mitnehmen? Nicht wahr,
Sie kennen ihn doch?"
Steinacker lacht auf: „Sie werden immer komischer.
Woher soil ich ihn kennen?" , ,
„Aber Sie kennen ihn, Herr Steinacker. Der Oberkell-
ner des Restaurants, in dem Sie gestern nacht mit Frau- ,
lein Marion waren, hat gesehen, wie Sie ihn Marion
schenkten. Er horte sogar, wie Sie sagten: „Ich gebe es
dir als Talisman, damit du Gliick hast."
„Ihre Witzchen konnen Sie sich sparen l5“, wirft Stein-
acker entgegen. „Der Kellner kann viel erzahlen. Ich habe
nie im Leben solch einen Lippenstift besessen."
„Doch, doch. Ich habe ihn ja selbst in Ihrem Gepack
gefunden. Der Hausdiener war Zeuge."
Ruhig wie zuvor, im liebenswiirdigen Ton, setzt Fuchs
das Verhor fort. „AuBerdem habe ich eine junge Aquili-
bristin gefunden, die vor einem Jahr mit Ihnen nach West-
deutschland gegangen war. Sie ist zur Zeit wieder in
Leipzig, weil sie in Westdeutschland keine grofie Karriere
gemacht hatte. Ich habe mit ihr telefoniert. Sie ist gar
nicht gut auf Sie zu sprechen.16 Sie haben sie dort gleich
nach der Ankunft sich selbst iiberlassen."
„Ach diese Niete, sie wollte sich in Westdeutschland
blofi amiisieren und nicht arbeiten!"
„Sie haben ihr am Vorabend der Abreise auch solch
einen Lippenstift als Talisman geschenkt. Nur kaum, dafi
sie driiben war17, war auch der Lippenstift schon wieder
verschwunden."
10Q
„Lippenstift, Lippenstift", schreit Steinacker. „Lassen
Sie doch diesen komischen Lippenstift. Was wollen Sie
damit beweisen?"
„Dafi Sie die junge Marion Berger ermordet haben,
als sie Ihr Spiel erraten hat, das werde ich Ihnen mit
dem Lippenstift beweisen."
Steinacker lacht nervos auf. „Sie haben eine Phanta-
sie...“
„Schlufi! Jetzt hat der Spafi aber ein Ende l8!“ Er steht
auf und nimmt aus seiner Acktentasche ein Protokoll.
„Hier ist die Analyse des bei Ihnen gefundenen Lippen-
stiftes. Es ist derselbe, mit dem sich die Ermordete kurz
vor ihrem Tode geschminkt hat’ Sie sind also zuletzt bei
ihr gewesen."
„Und was besagt das schon?"’ unterbricht ihn Stein-
acker. „Der Holler schlief im Nebenzimmer. Die Verbin-
dungstiir war offen."
Jetzt greift Fuchs zum Bleistift. „Hier ist der Bleistift,
den ich im Zimmer der Ermordeten gefunden habe, neben
der Tiir. Die Tiir haben Sie selbst von innen mit Hilfe
dieses Bleistiftes verschlossen. Wozu brauchten Sie das,
wenn das Madchen noch lebte?"
Mit eiskalter Mine sitzt Steinacker. „So eine Phanta-
sie“, sagt er zynisch. „Aber das wichtigste Glied fehlt in
Ihrem Beweis. Das Motiv fehlt. Warum sollte ich sie er-
morden? Sie liebte mich. Sie wollte mit mir gehen. Es
gab kein Motiv fiir mich zum Morden."
Wortlos nimmt Fuchs den Lippenstift und dreht den
roten Stift aus der Hiille. Jetzt versucht Fuchs den Stiff
zuriickzudrehen, dabei bleibt nur die aufiere Metallhiilse
zuriick und lafit deutlich erkennen, dafi zwischen den bei-
den Teilen ein freier Raum liegt. Wahrend Fuchs mit der
einen Hand weiter dreht, zieht er mit der anderen einen
Mikrofilm aus dem Lippenstift.
„Und so kam Marion hinter das Geheimnis Ihres fiir
den Transport von Spionagefil.men konstruierten Lippen-
stiftes. Viele Male hat es bestimmt geklapptl9. Aber dies-
mal hatte Ihr Mechanismus einen technischen Fehler. Der
Mechanismus versagte, und das Madchen wurde Zeugim
Ihrer wahren Tatigkeit, und deshalb wurde sie ermordet."
Noch einmal versucht Steinacker sich zu verteidigen.
„Und warum bin ich nicht geflohen? Es waren ja kaum
zweihundert Meter bis zur Grenze."
107
„Auch das werde ich Ihnen sagen. Weil dann der Ver-
dacht sofort auf Sie gefallen ware20, und als Geheimagent
sind Sie so und so gestorben, Steinacker.“
1. Haben Sie die Personalien festgestellt...?—Вы
установили личность...?
2. keine Ahnung—никакого понятия
3. das hat noch Zeit — у нас есть еще время
4. Habe schon alles unter die Lupe genommen — все
уже внимательно осмотрел
5. dann wiirde Ihnen auffallen — тогда бы Вам бро-
силось в глаза
6. Steinacker hatte sich ... um sie bemiiht — Штайнак-
кер ухаживал за ней...
7. Wie stehen Sie ... zu diesem Herrn? — Как Вы от-
носитесь к этому господину?
8. sie ist darauf teingefallen — она попалась на эту
удочку
9. hat mich im Stich gelassen—бросила меня
10. Fuchs kommt sich iiberflussig vor—Фукс чувст-
вует себя ненужным
11. ein paar Formalitaten sind noch zu erledigen —
нужно закончить еще несколько формальностей
12. macht das ganze Presidium rebellisch—поднял
на ноги все управление
13. Wo will sie ihn gefunden haben? — Где она могла
его найти?
14. Ihre Unterhaltung wird mir zu dumm. — Этот раз-
говор мне надоел.
15. Ihre Witzchen konnen Sie sich sparen — Оставьте
ваши шутки при себе
16. Sie ist gar nicht gut auf Sie zu sprechen. — Она
плохо о вас отзывается.
17. nur kaum, dafi sie druben war — как только она
там оказалась
18. Jetzt hat der Spafl aber ein Ende! — Шутки в сто-
рону!
19. viele Male hat es ... geklappt — много раз это уда-
валось
20. weil der Verdacht sofort auf Sie gefallen ware —
так как подозрение тотчас пало бы на вас
108
SPRECHOBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Der
Lippenstift1 11*:
1. Die Mordkomission besteht aus drei Personen: dem
Oberleutnant Fuchs und den Leutnanten Lorenz und Ra-
disch, stimmt das?
2. Heinz Steinacker ist Marions Partner und Holler
ist ein Varieteagent aus Westdeutschland, stimmt das?
3. Fuchs verhort zuerst Holler und stellt fest, dafi
Holler die Artistin ermordet hat, stimmt das?
4. Holler gibt dem Oberleutnant Fuchs den Lippen-
stift, den Steinacker der Artistin geschenkt hat, stimmt
das?
5. Leutnant Gruber hat festgestellt, dafi der Morder
der Artist Beutelmann war, und will Steinacker freilassen,
stimmt das?
6. Bis Mitternacht kommt Fuchs ins Polizeiprasidium
nicht, und Steinacker wartet dort ganz ruhig auf ihn,
stimmt das?
7. Mit Hilfe des Lippenstiftes beweist Fuchs, dafi
Steinacker ein westdeutscher Spion ist, stimmt das?
II. Найдите в рассказе данные предложения и закончите их. Сле-
дите за порядком слов в придаточных предложениях:
1. Der Hausdiener sollte Marion um fiinf Uhr wecken,,
weil ...
2. Als ... , bat der Hausdiener ihren Partner, sie zu
wecken.
3. Der altere Mann stellt sich vor, als ...
4. Fred Holler, der ..., steckt sich eine Zigarette an.
5. Als ..., tritt Leutnant Gruber ins Zimmer.
6. Vom Artisten Beutelmann weifl niemand; wo ...
und wovon ...
7. Steinacker ist stolz darauf, dafi ...
8. Beim Eintreten hebt Lorenz einen Bleistift auf,
der ...
9. Der Herr Steinacker aus Westdeutschland protes-
tiert, dafi ...
10. AuBerdem habe ich eine junge Aquilibristin gefun*
den, die ...
11. Sie ist zur Zeit wieder in Leipzig, weil ...
109
12. Hier ist der Bleistift, den ...
13. Wozu brauchten Sie das, wenn ...
14. Wahrend ... , zieht er mit der anderen Hand einen
Mikrofilm aus dem Lippenstift.
III. Ответьте на вопросы, употребляя в ответах придаточные пред-
ложения:
1. Warum wollte Marion Holler verlassen?
2. Wann wurde der Mord entdeckt?
3. Warum fiel der Verdacht zuerst auf Holler?
4. Was sagte Holler, als Fuchs ihn einen Morder
nannte?
5. Warum interessierte sich Fuchs fiir den Lippen-
stift?
6. Warum wollte Fuchs Steinacker ohne Verhor nicht
freilassen?
7. Wann durchsuchte Fuchs das Zimmer von Stein-
acker?
8. Warum beschlofi Fuchs, das Zimmer von Steinacker
zu durchsuchen?
IV. Ответьте на вопросы по содержанию рассказа „Der Lippen-
stift":
1. Was war Marion Berger?
2. Was erfuhr Leutnant Gruber von Holler und von
Steinacker?
3. Welche Rolle spielte Steinacker in Marions Leben?
4. Was erzahlte Holler wahrend des Verhors?
5. Ist der Morder wirklich durch Hollers Zimmer ver-
schwunden?
6. Warum suchte Fuchs nach dem Lippenstift?
7. War der Lippenstift, mit dem sich Marion vor dem
Tod geschminkt hatte, bei Holler?
8. Wo hat Fuchs den notigen Lippenstift gefunden?
9. Warum war es wichtig, dafi Steinacker seinen Blei-
stift erkennt?
10. Warum schenkte Steinacker Marion einen Lippen-
stift?
11. Warum ermordete Steinacker Marion?
12. Warum ist Steinacker aus der- DDR nach dem
Mord der Artistin nicht geflohen?
110
V. Перескажите кратко содержание текста „Der Lippenstift".
VI. Решите кроссворд, используя немецкие эквиваленты следующих
слов:
По горизонтали: 5. клиент; 6. усердие; 7. беспокойно;
9. читать; 11. старый; 14. смешной, комичный; 15. сомне-
ваться; 16. всемогущество; 18. анализ; 19. месяцы; 22. ко-
нец; 25. произведения; 26. взгляд
По вертикали: 1. глаз; 2. далеко; 3. твердый; 4. па-
рень, тип; 8. торопливо, поспешно; 10. закрывать;
11. бросаться в глаза; 12. заканчивать; 13. ключ; 17. ма-
ленький; 20, наверху; 21, глубина; 23, толстый; 24 над
(предлог)
111
WITZ
Ein sehr einfach gekleideter, trauriger Mann kam zu
Edgar W. und berichtete:
„Gestern las ich Ihren letzten Kriminalroman, Herr W.
Er war so spannend (захватывающий), dafi ich bis zum
Morgen las und vergafi, rechtzeitig ins Biiro zu gehen.
Nun hat mich mein Chef entlassen (уволил); bitte, helfen
Sie mir!“
„Gern, mein Freund", nickte der erfolgreiche Schrift-
steller, ,,da habe ich ein ganz einfaches Mittel: Hier haben
Sie meinen ganz neuen Kriminalroman, der erst heute
erschienen ist. Er ist so spannend, dafi Sie sogar ihre
Entlassung vergessen werden."
DER FAHRSTUHL ZWISCHEN DEN ETAGEN
nach Heinz Rusch
Der Fahrstuhl hielt im sechsten Stock und wir trenn-
ten uns. Harry stieg nach unten — er wohnte eine Etage
tiefer —, und ich ging auf meine Tur zu und wufite nicht,
ob ich mich freuen oder ob ich traurig sein sollte. Es gibt
Augenblicke im Leben, die einem sozusagen eine ganz
andere Richtung geben. In solchen Augenblicken kann das
Leben unendlich kompliziert und unendlich einfach sein,
je nachdem, wie wir mit ihm fertig werden. Oder habe
ich unrecht?
So wie Harry war, habe ich mir junge Manner immer
vorgestellt, mit denen man sich sehen lassen kann ’. Er
w^r mittelgrofi, schlank und hatte eine Modefrisur. Alle
Madchen sahen ihm nach. Das imponierte mir so sehr, dafi
ich vergafi, auf welche Weise ich Harry eigentlich kennen-
gelernt hatte. Damals hatte man in unserer Strafie ein
neues Haus gebaut. Jeden Morgen war ich auf dem Wege
zur Uni an diesem Bau vorbeigegangen.
„Hallo, Kleine, warum so stolz, gleich gibt es Friih-
stiick — wie war’s mit einer Party zu zwei’n?2“ horte ich
eine freche Stimme vom oberen Stock. Die banalen Worte
krankten und streichelten mich. Ich hatte die pachsten
112
Tage einen anderen 'Weg zur Uni gehen konnen3, aber
das tat ich nicht. Auch in den nachsten Tagen ging ich
an diesem Neubau vorbei und horte die Stimme vom oberen
Stock. Dann wurde ich krank und lag vierzehn Tage
im Bett. Als ich wieder gesund war und an dem Hause
vorbeiging, war der Bau schon fertig. Die Bauarbeiter
waren nicht mehr da. Natiirlich auch Harry. Und die
freche Stimme, die mir bis in den Horsaal gefolgt war,
„Hallo, Kleine..
Ich vermiSte Harry, obwohl ich ihn nicht kannte. Dann
sah ich Harry wieder. Er kam mir auf dem Motorrad ent-
gegen, hielt plotzlich an, und ich blieb auch stehen, und
da standen wir also mitten im Strafienverkehr und sahen
uns an und lachten — jeder auf eine andere Art, Harry,
wie ich mich deutlich erinnern kann, etwas selbstzufrie*
den, ich erleichtert — aber wir lachten. Und das Eis war
gebrochen. Ich verbrachte mit Harry die Freizeit. Er ent-
fiihrte mich in eine Welt jenseits von Lehrbiichern — in
eine mir bisher unbekannte Landschaft in der Nahe der
Stadt, in die Parks und Boxarenen. Ich beobachtete, wie
Harry bewundert wurde, und ich fiihlte mich selbst be-
wundert. Harry gefiel mir immer besser. Er konnte ein-
fach alles: Motorrad fahren, 100-Meter-Kraulen, boxen, am
Schiefistand Papierrosen fiir mich gewinnen... Ich
nahm sie, die Papierrosen, und ich fiihlte mich gliick-
lich.
Dann kam die Geschichte mit dem Neubau, an dem
Harry mitgearbeitet hatte. Er bezog ein Zimmer im fiinf-
ten Stock und setzte es durch, dafi ich auch in den Neubau
zog, was gar nicht so einfach war — aber Harry meinte,
mit seinen Beziehungen... Na, es klappte denn auch, und
alles entwickelte sich so, wie ich es eigentlich gar nicht
gewollt. hatte. Ich kriegte ein Zimmer im sechsten Stock,
ein freundliches, angenehmes Zimmer mit Kochnische und
Duschraum — hoch iiber den Dachern der Stadt—, ein
Paradies fiir eine Studentin, die ihre Selbstandigkeit fiir
heilig halt.
Aber plotzlich geschah etwas, was ich nicht voraus-<
gesehen hatte: Harry veranderte sich. Es war jetzt alles
so einfach, wenn wir uns sehen wollten. Wir sahen uns
ofter als sonst, zu oft, glaube ich.
In der Dynamo-Sporthalle mufite Harry seinen Box«
kampf bestreiten. Der Gegner siegte. Das Fiasko brachte
113
Harry in Wut. Ich verstand wenig vom Boxen, doch ver-
suchte ich Harry auf dem Nachhauseweg zu trbsten.
Wir kamen an unserem Neubau an. Wir stiegen in den
FahrstuhL Er stieg langsam nach oben. Dann ging auf
einmal ein Ruck durch den Fahrstuhl, und der Fahrstuhl
stand — nicht etwa auf einer Etage, sondern zwischen
den Etagen. Er hing sozusagen in der Luft. Und wir mit
ihm.
Zuerst war alles nur komisch. Harry fing an, alles
mogliche zu schwatzen.
„Eigentlich ganz originell, was? Habe ich friiher im-
mer nur in Romanen gelesen ... das neue Abenteuer oder
so ahnlich ... Sabinchen, wie fiihlst du dich?“
Ich konnte es nicht leiden, wenn er mich Sabinchen
nannte. Warum nannte er mich gerade jetzt so?
„Na, nun mal los! Zum Teufel! Alles halbe Arbeit ...
den Burschen, die hier gearbeitet haben, muB ich schon
die Meinung sagen..."
Die Komik unserer Lage geniigte ihm nicht mehr. Er
driickte schon auf die verschiedensten Knopfe. Sein Wut
nahm zu. Ich wollte ihm sagen, dafi es da einen Knopf
mit der Aufschrift „Notruf" gab — aber ich sagte es nicht.
Ich fand die ganze Sache sogar romantisch. Ich versuchte
Stimmung in die Situation zu legen 4.
„Lafi doch deine dummen Witze!"
Meine dummen Witze? Dann sah ich in seinen Augen
fremde Lichter. In seinen Augen flackerte etwas, was ich
noch nie an ihm gesehen hatte: Ratlosigkeit — mehr noch:
einfach Angst.
Ich kannte Harry nicht wieder. Der Fahrstuhl bewegte
sich nicht. „Verteufelte Kiste", murmelte er. Ich gab es
nicht auf, aus ihm wieder den Menschen zu machen, den
ich geschatzt und — vielleicht — auch geliebt hatte.
,,Du, die Pfeifer heute in der Sporthalle — ich hatte
sie erwiirgen konnen 5. Du hast prima geboxt..."
„Prima geboxt?" Er lachte hohnisch auf. „Wenn du’s
genau wissen willst — die Tiefschlage waren gut gezielt,
schade nur, daB der Ringrichter was gemerkt hat—, mit
dem Burschen wollte ich fertig werden..."
Konnte ich es von Harry erwarten? Ich wich unwillkiir-
lich so weit von Harry zuriick, wie es der enge Raum zu-
lieB. Harry, der es bemerkt hatte, fragte zynisch: „Unmo-
ralisch, Sabinchen?"
114
Ich hatte immer schon einen Menschen gewollt, der
nicht nur boxen, Motorradfahren und Papierrosen schie-
Ben konnte — ich hatte mehr gewollt, und auch dieses
,,Mehr“, das ich in Harry erwecken zu konnen glaubte6,
war nun auf einmal nicht mehr da...
„Hast du das wirklich nicht gewufit? Wo ihr Weiber
blofi euer biBchen Verstand habt...“
Der Schock, den mir Harrys Worte versetzten, machte
mich hellwach7. Ich nahm mein „biBchen Verstand" zu-
sammen und driickte energisch auf den Knopf mit der
Aufschrift „Notruf". Bald darauf waren von unten Stim-
men zu hbren. Dann ging alles sehr schnell: der Fahrstuhl
ruckte an und stieg weiter bis zum sechsten Stock.
Wir stiegen aus. Es schien alles wie sonst, und doch
war alles anders.
Ich ging zu meiner Tiir. Harry wollte mir folgen. Aber
ich ging so schnell, dafi er merkte, wie wenig Wert ich
darauf legte. Er blieb stehen. Ich horte noch seine Stim-
me. „Kleines!" Er sagte nicht „Sabinchen", er sagte: Klei-
nes. Aber ich zwang mich, nicht darauf zu hbren. Es zog
mich auf einmal zu meinen Biichern, die ich lange ver-
nachlassigt hatte, wie zu Freunden, auf die man sich ver-
lassen kann.
Dann horte ich, wie Harry langsam zum fiinften Stock
hinunterstieg.
Ich bffnete die Tiir zu meinem Zimmer.
Ich war traurig und froh.
Kbnnt ihr mich verstehen?
1. mit denen man sich sehen lassen kann — с кото-
рыми можно встречаться
2. wie war’s mit einer Party zu zwei’n? — зд. не по-
завтракать ли нам вместе?
3. ich hatte ... gehen konnen — я могла бы ходить
4. Ich versuchte Stimmung in die Situation zu legen.—
Я пыталась обратить это в шутку.
5. ich hatte sie erwtirgen konnen — я могла бы их
задушить
6. das ich in Harry erwecken zu konnen glaubte — ко-
торое, как мне казалось, я пробудила в Гарри
7. machte mich hellwach — заставил меня придти в
себя
115
SPRECHCBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Der
Fahrstuhl zwischen den Etagen":
1. Sabine war Studentin. Stimmt das?
2. Sie ging jeden Tag auf dem Weg zur Universitat
an einem Neubau vorbei. Stimmt das?
' 3. Sabine lernte Harry in einem Stadion kennen.
Stimmt das?
4. Harry gefiel dem Madchen. Stimmt das?
5. Er war hochgewachsen, schlank und hatte eine Mo-
defrisur. Stimmt es?
6. Sabine verbrachte mit Harry die Freizeit. Stimmt
das?
7. Harry war ein guter Sportier. Stimmt das?
8. Harry bezog ein Zimmer im Neubau und setzte es
durch, dafi auch Sabine ein Zimmer in diesem Neubau
bezog. Stimmt es?
9. Kurz darauf fiel dem Madchen Harrys verandertes
Benehmen auf. Stimmt das?
10. Ein Boxkampf endete mit einem glatten Fiasko fiir
Harry. Der Mifierfolg brachte Harry in Wut. Stimmt
das?
11. Auf dem Nachhauseweg versuchte Sabine Harry zu
trbsten. Stimmt das?
12. Der Fahrstuhl, mit dem Harry und Sabine hin-
aufstiegen, hielt zwischen den Etagen. Stimmt das?
13. Zuerst fanden die beiden die Situation komisch.
Dann wurde Harry von neuem wiitend. Er redete das
Madchen: „LaB doch deine dummen Witze!“ Stimmt das?
14. Das beleidigte das Madchen. Stimmt das?
15. Und dann sprach er zynisch von den Tiefschlagen,
die er dem Gegner versetzt hatte, da er mit dem Burschen
fertig werden wollte. Stimmt es?
16. Sabine driickte energisch auf den Knopf ,,Notruf“.
Der Fahrstuhl fuhr nach oben. Sie stieg im sechsten
Stock aus. Harry wollte ihr folgen. Aber Sabine wollte
ihn nicht sehen. Stimmt das?
II. Объясните, отчего была грустна Сабина.
III. Расскажите, что вы узнали о Гарри; опишите его внешность,
характер, расскажите, чем он увлекается.
116
IV. Прочтите пословицы и подберите к ним русские эквиваленты:
Liebe und Verstand gehen selten Hand in Hand.
Irren ist menschlich.
V. Ответьте на вопросы:
1. Wohnen Sie in einem Neubau?
2. Ist Ihr Wohnhaus vielstbckig?
3. Ist das Haus modern?
4. Wann haben Sie die Wohnung bezogen?
5. Wohnen Sie in einer Zweizimmerwohnung?
6. In welchem Stock liegt Ihre Wohnung?
7. Sind die Wohnzimmer grofi?
8. Ist die Wohnung bequem?
9. Hat die Wohnung ein Badezimmer oder einen
Duschraum?
VI. Расскажите, как вы проводите свое свободное время и какими
видами спорта вы занимаетесь. Составьте рассказ по рисунку
на стр. 118.
ANEKDOTE
Der Horsaal, in welchem Prof. Dr. Recknagel seine
Vorlesung hielt, war wie immer bis auf den letzten Platz
gefiillt. Die Vorlesung war aufierst interessant, alle hor-
ten aufmerksam zu. Nur in der dritten Reihe schlief ein
Student.
Professor Recknagel, der dies bemerkte, unterbrach
seinen Vortrag und sagte seinen Zuhorern, dafi sie sich
still verhalten sotlen. Die plotzliche, fast absolute Ruhe
storte den Schlafer — er schreckte hoch (вскочил) und
wollte sich entschuldigen. Der Professor winkte grofiziigig
(великодушно) ab:
„Ich weifi, lieber junger Freund, Sie wollen die neue
sowjetische Methode, wissenschaftliche Kenntnisse (на-
учные знания) durch das Abspielen von Tonbandern
(магнитофонной пленки) schlafend zu erlernen, bei uns
an der Technischen Universitat Dresden popular machen.
Ich begriifie Ihren Eifer, aber bevor Sie Ihr Experiment
fortsetzen, bedenken Sie bitte, dafi ich kein Tonbandge-
rat (магнитофон) bin!“
117
118
HILDE GRAAL
nach W. Eichhorn-Nelson
Es war eine dunkle Nacht, als sie die Goldsteins hol-
ten. Sie kamen immer nachts, die Faschisten, bei diesen
Aktionen gegen die wehrlosen Menschen.
Das junge Ehepaar wuBte sofort, daB sie zu ihnen
kommen, als sie die Treppe hinaufstiegen, denn hoher
wohnte nur eine junge Lehrerin.
Und nun ging alles sehr schnell. Schwarze Uniformen
fiillten die Wohnung. SS-Stiefel knallten durch die Raume,
Revolver und Gewehrkolben trommelten gegen verschlos-
sene Schranke. Indem das Ehepaar ins Treppenhaus ge-
stofien und in ein geschlossenes Auto geworfen wurde,
„arbeiteten" die SS-Leute in der Wohnung und fiillten
ihre Taschen mit allem, was Wert hatte.
Von diesem Larm, Fluchen und Lachen erwachte das
Kind, spahte durch die offene Tiir, und als es seine Eltern
nicht sah, sondern nur briillende schwarze Figuren, die
die Schranktiiren einschlugen, fliichtete es in den leeren
Korridor und die Treppe hinauf, wo es still war.
Hier fand das Kind die junge Lehrerin, Hilde Graal,
als es auf der Treppe still wurde. Sie safi in ihrer Woh-
nung voll Angst und dachte: GroBer Gott, warum holten
sie diese Menschen — und wohin? Goldsteins waren so
ruhige, anstandige Leute —man konnte sie doch nicht wie
Verbrecher behandeln...
In diesem Augenblick stbnte das Kind, das trotz sei-
ner unbequemen Lage eingeschlafen war. Hilde offnete
die Tiir und sah das Kind. Sie hob es auf, trug es in ihr
Bett...
In dieser ersten Nacht verstand Hilde nur eins: sie
wird das Kind nicht ausliefern. Die SS-Leute hatten es
vergessen — vielleicht blieb es vergessen.
Die kleine Esther war fiinf Jahre alt und verstandig
genug, um still zu sitzen, auch wenn Tante Hilde nicht
zu Hause war.
„Horst du, nicht ans Fenster, nicht tiber die Diele
laufen, sonst hbren sie dich und kommen, die schwarzen
Manner...", sagte Tante Hilde oft. Es ging nicht anders *.
Denn es gab ja im Haus Judenfeinde.
Und das Kind gehorchte. Es blieb mit grofien angst-
119
vollen Augen still im Bett, wenn es allein war, und ver-
schwand sofort, wenn die Tiirglocke ging2, im Schlafzim-
mer, wie die Tante gesagt hatte, und versteckte sich dort
im Kleiderschrank hinter den Kleidern.
Dennoch hatte eine Frau im ersten Stock plotzlich
einen Verdacht. Sie sah einmal, wie das Fraulein im ein-
zigen Konfektionsgeschaft des Stadtchens Kindersachen
gekauft hatte.
Interessant, dachte die Nazidienerin. Nun dann sollte
man einmal Haussuchung bei der Lehrerin machen...
Sie kamen spatabends und waren zuerst sehr hoflich,
man wuBte ja nichts Sicheres, und Hilde Graaf war ein
schones, sehr blondes Madchen, absolut ,,arisch“, und log
tapfer. Sie hatte den Besuch erwartet, und Esther stand
gut versteckt hinter den Kleidern im Schrank. Freilich
suchten die SS-Leute iiberall, schauten unter das Bett,
offneten sogar die Schranktiir, fanden jedoch nichts Ver-
dachtiges. Sie wollten schon demschonen Madchen glau-
ben. Da trat einer von ihnen im Korridor auf etwas Wel-
ches, hob es auf. Das war ein Kinderschuh.
Dem Madchen erstarrte das Blut3, als der SS-Mann,
den Schuh in der Hand, auf sie zukam. ,,Nun“, sagte er
leise mit einer teuflischen Miene, ,,wo ist der Balg?“
Das Madchen schwieg, und die SS-Leute begannen
wieder zu suchen, sie rissen die Kleider aus dem Schrank
und mit ihnen das Kind. Hilde sah nur das erschrockene,
zittern.de Kind in Gewalt der schrecklichen Manner. Das
Kind blieb zuerst stumm, bis es die schwarzen Manner
mit sich zogen durch die offenen Tiiren, fort von der gu-
ten Tante. Dann begann es zu schreien — Hilde horte es
noch aus dem untersten Stock. Sie horte es die ganze
Nacht — und aus ihrer Hilflosigkeit wuchs ein brennender
Hafi gegen diese neue Macht.
Noch vor einigen Tagen — bis sie Goldsteins holten —
war Hilde gleichgiiltig an den braunen und schwarzen
Uniformen vorbeigegangen. Sie war mit sich und mit
ihrem Leben zufrieden. Nun hatte das Madchen plotzlich
einem Leid ins Gesicht gesehen.
Als sie vor dem Richter stand, angeklagt des Sympa-
tisierens mit den Juden, fragte er sie, warum sie das Kind
versteckt habe. Sie antwortete ungewohnlich scharf und
tapfer: ,,Weil es ein Kind war, ein Kind — ein unschuldi-
ges Kind!"
120
Einen Augenblick schwiegen die „Richter", betroffen
fiber die Kritik. Dann kam die zynische Antwort: „Ein
Judenbalg ist kein Kind — merk dir das gut, Fraulein
Lehrerin, fiir alle Zeit..."
So verier Hilde Graal ihre Stellung und vor dem Kon-
zentrationslager rettete sie ihre Jugend, ihr blondes Haar
und ihr germanischer Typ. Sie wurde zur Arbeit in einer
Munitionsfabrik verpflichtet4, wohin die „nicht ganz
Sicheren" 5 geschickt wurden.
Langsam errang sich Hilde Graal das Vertrauen6
ihrer Mitarbeiter. In der Fabrik fand sie die Arbeiter, die
das Naziregime nicht nur hafiten, sondern auch gegen
dieses Regime kampften. Hilde war mit ihrem ganzen
Herzen dabei7. Fort mufite dieses Reich des Schreckens!
Sie hafite diese brutalen Kerle, diese Morder und mufite
sie in ihrer ganzen Unmenschlichkeit kennenlernen. Sie
wurde zusammen mit sieben Kampfgenossen verhaftet,
und diesmal rettete sie nichts und niemand vor dem Kon-
zentrationslager und dem Ende. Das letzte, was man von
ihr horte, war die Todesnachricht an ihre Eltern. „An
Herzschlag verstorben." Sie war dreiundzwanzig Jahre
alt.
1. es ging nicht anders — иначе было нельзя
2. wenn die Tiirglocke ging — когда звонил дверной
звонок
3. dem Madchen erstarrte das Blut — у девушки за-
стыла в жилах кровь
4. wurde zur Arbeit ... verpflichtet — была отправлена
на работу
5. nicht ganz Sicheren —не совсем благонадежные
6. errang ... das Vertrauen — завоевала доверие
7. Hilde war mit ihrem ganzen Herzen dabei — Хиль-
да всей душой отдалась этой борьбе
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Hilde
Graal":
1. Hilde Graal war eine junge Lehrerin. Stimmt es?
2. Hilde Graal lebte im faschistischen Deutschland.
Stimmt es?
121
3. Die Goldsteins wurden verhaftet, weil sie Juden
waren. Stimmt das?
4. Die Faschisten haben die kleine Tochter Goldsteins
nicht bemerkt. Stimmt es?
5. Die junge Lehrerin Hilde Graal, nahm das Kind zu
sich, aber die Faschisten fanden das kleine Madchen in
на этот вопрос:
ihrer Wohnung. Stimmt es?
6. Hilde Graal wurde eine Anti-
faschistin und nahm am Kampf ge-
gen das Hitlerregime teil. Stimmt
es?
7. Hilde Graal wurde in ein Kon-
zentrationslager geworfen und dort
ermordet. Stimmt es? .
II. Напишите столбиком значения следую-
щих слов по-немецки. (Слова взяты из
рассказа). Если вы подобрали значения
правильно, то из первых букв немецких
вопросительнее предложение. Дайте ответ
слов должно получиться
1. ненави- 10. я 21. ночь
деть И. ожидать 22. слушаться
2. работать 12. видеть 23. идти
3. бараба- 13. засыпать 24. просыпаться
нить 14. объяснять 25. наполнять
4. идея ( что-л.) 26. поднимать
5. иметь 15. спасать 27. врать
6. брать 16. дрожать 28. смеяться
7. оканчи- 17. изменять 29. рассказывать
ваться 18. слушать 30. называть
8. сосед 19. жить
9. думать 20. часы
III. Ответьте на вопросы по рассказу „Hilde Graal":
1. Warum holten die Faschisten Goldsteins?
2. Warum haben die Faschisten das Kind nicht be-
merkt?
3. Wohin flilchtete das Kind?
4. Wer hat das Kind gefunden?
5. War Hilde Graal damals Antifaschistin?
6. Wie lange blieb das Kind bei Hilde Graal?
7. Wie erfuhren die Faschisten, daB das Kind bei Hilde
ist?
122
8. Wohin wurde Hilde zur Arbeit geschickt?
9. Warum wurde Hilde ins Konzentrationslager ge-
worfen?
10. Blieb Hilde Graal am Leben?
IV. Перескажите содержание текста „Hilde Graal".
V. Что сказал немецкий поэт и мыслитель Гете о значении изуче-
ния иностранных языков? Прочтите его изречение, заполняя
пропуски недостающими буквами:
DER ERSTE SCHU8
nach Kurt David
Im Hauptmann Linds Zimmer sitzt Leutnant Degen-
schild vor einem Aktenschrank und raucht. Hauptmann
Lind legt Papiere hin und her und lauft auf und ab *.
Peter Rentsch steht vorn an der Tiir.
„Wann ist Brendel weg, Rentsch?"
„Ich weiB es nicht, Herr Hauptmann!"
„Sie haben geschlafen?!"
„Jawohl, Herr Hauptmann!"
„Brendel sollte also die Posten Mitternacht zusamtnen
mit den anderen ablosen?"
„Jawohl, Herr Hauptmann!"
Lind macht ein paar Schritte zum Fenster, bleibt mit
dem Riicken zu Peter stehen und spricht jetzt seine Satze
in das Fenster.
„Waren Sie mit Brendel befreundet?"
„Nein, Herr Hauptmann."
„Hm-hrn", macht der Hauptmann. Er wendet sich wie-
der an Peter:
123
„Wo sind die Eltern von Brendel?"
„Ich weiB nicht", liigt Peter.
„Was war der Vater?"
„Ich weiB nicht, Herr Hauptmann."
„Was wissen Sie iiberhaupt?"
„Nichts!"
„Sie—Sie — wissen gar nichts! Sie schlafen bloB, und
die Leute laufen weg! Melder!"
Ein junger Soldat erscheint in der Tiir.
„Unten nachfragen, wer Brendel kennt, wo Eltern sind
und so weiter. Klar?"
Der Melder verschwindet.
Peter denkt an das Krankenhaus, wo Brendels Mutter
arbeitet, und an Max Brendel. Max wird doch nicht etwa
im Krankenhaus sein, bei der Mutter?...
Er kann nicht zu Ende denken. Das Telefon klingelt.
Degenschild nimmt den Horer.
„Ja — natiirlich — bitte. Ja, danke — Ende!" Er legt
den Horer auf. „Grabbenbusch ist geraumt, Herr Haupt-
mann."
Lind lauft wieder auf und ab.
Peter steht an der Tiir und wartet. Der Melder kommt
zuriick.
„Brendels Vater ist wegen Landesverrat hingerichtet",
sagt der Melder. „Und die Mutter arbeitet im Kranken-
haus als Wascherin... Sonst ist nichts bekannt." Der Mel-
der verlaBt den Raum. Man hort seine Schritte auf dem
Korridor.
„Soso", macht Lind, „nun sieht das schon anders aus,
nicht wahr, Herr Degenschild?"
„Natiirlich — wir brauchen nur die Frau zu befra-
gen..."
„Befragen, befragen", unterbricht ihn Lind. „Solche
Leute befragt man nicht, solchen Leuten drischt man in
die Fresse2, klar?“
Degenschild schweigt, weil er das, was er denkt, nicht
aussagen will. Er ist fiir Ordnung, aber nicht fiir Grob-
heit.
„Also, Sie haben gehort, Rentsch! Befehl: Sie nehmen
drei Mann, laufen sofort ins Krankenhaus, durchsuchen
alles und bringen die Alte hierher “
„Jawohl, Herr Hauptmann!"
„Leutnant Degenschild — Sie fiihren das Kommando."
124
„Natiirlich, Herr Hauptmann1", sagt Degenschild und
denkt: ausgerechnet ich, ausgerechnet.
Peter geht in den Graben zu Klose. Er will, daB Klose
mitgeht. „Nein, wir werden jetzt hier gebraucht — keiner
von uns kann gehen."
Peter nimmt drei Leute, die er kaum kennt. Er geht zu
Degenschild, und so machen sie sich auf den Weg. Driiben
im Wald ist es ganz still. Peter mochte wissen, ob Max
jetzt in dem Walde ist und Russen getroffen hat.
Degenschild spricht kein Wort. Im Hof des Kranken-
hauses sagt er: „Wir melden uns erst beim Chefarzt",
und verschwindet im Gebaude.
Als er zuriickkehrt, sagt er: „Der Chefarzt ist weg,
gefliichtet, Richtung Westen. Es sind noch sieben Schwer-
kranke da und drei Schwestern." Und sie gehen alle ins
Gebaude.
Zuerst wird Frau Brendel geholt. Das ist eine alte
kleine Frau.
„Sind Sie Frau Brendel?" fragt Degenschild.
„Bin ich."
Degenschild macht die Sache keinen SpaB 3 und so
sagt er: „Wir ... es handelt sich um ihren Sohn, Frau
Brendel, der..."
„Der ist beim Volkssturm", unterbricht- ihn die Frau.
„War... gewesen..., Frau Brendel."
„So — und da wollen sie mich jetzt einziehen, was?"
„Natiirlich nicht, aber der Herr Hauptmann Lind
mochte mit Ihnen sprechen, kommen Sie mit in sein
Biiro."
Die Frau nickt. Sie ist nicht erschrocken, ruhig nimmt
sie das auf.
„Und Ihr Sohn ist nicht hier, im Krankenhaus?" fragt
Degenschild.
„Nein."
„Woher wissen Sie das?" fragt Degenschild.
„Woher wissen Sie,. daB er hier sein soli?" fragt die
Frau.
„Eine Vermutung, Frau Brendel."
„Aha — sehen Sie, und ich vermute, daB er nicht hier
ist."
Degenschild fuhrt die Frau in ein leeres Zimmer. Ne-
ben Peter sagt ein Soldat halblaut: „Der Prokurist —
Leutnant — ist gar kein richtiger Soldat."
125
Peter antwortet nicht.
„Rentsch und Scholer, Sie durchsuchen das Kranken-
haus!“
Alle Raume warden durchsucht. Dann gehen sie alle
zuriick und erreichen bald die Stellung und Linds Biiro.
Frau Brendel bleibt mitten im Zimmer stehen. Lind
hat sich gesetzt und beginnt:
„Ihr Sohn ist zum Landsverrater geworden. Er hat die
Truppe verlassen."
Die Frau schweigt. Draufien hort man mehrere
Schiisse.
„Horen Sie schwer?“ fragt Lind.
„Nein.“
„So. Ich habe gesagt, dafi Ihr Sohn zum Vaterlands->
. verrater geworden ist. Er hat die Truppe verlassen."
Die Frau schweigt.
„Wo ist Ihr Mann?"
„Umgebracht haben Sie ihn!" sagt- Frau Brendel.
„Wer?"
„Wer! Eine Frage! Das miissen Sie doch besser wissen
als ich."
„Merken Sie sich mal: bei uns wird niemand umge-
bracht. Ihr Mann war zum Tode verurteilt und ordnungs*
gemafi hingerichtet. Weshalb wurde er hingerichtet?" .
Sie sagte es.
„Aha — und da ist der Herr Sohn zu den Russen ge-
laufen?"
Die Frau schwieg... Sie verstand, er wollte sie zur
Mittaterin machen.
„Er ist zu den Russen gelaufen, sage ich", wiederholte
Lind scharf.
„Na, wenn Sie das so genau wissen..." meinte die
Frau.
„Werden Sie mir nicht frech! 4“ schrie Lind. „Wo ist
Ihr Sohn?"
„Zu den Russen gelaufen", antwortete die Frau.
„Also doch!" triumphierte Lind. „Und woher wissen
Sie das?"
„Sie haben es doch selbst so gesagt."
Lind sprang auf. Er trat dicht an die Frau. „Wann
haben Sie Ihren Sohn das letzte Mal gesprochen?"
Wieder eine Fangfrage, dachte Frau Brendel und
schwieg. Lind schrie wieder: „Im Krankenhaus, ja?"
126
Schweigen.
,,Na, sagen Sie doch — im Krankenhaus haben Sie ihn
gesprochen?"
,,Im Krankenhaus habe ich ihn gesprochen“, wieder-
holte Frau Brendel und lachelte dabei.
„Und woriiber haben Sie mit ihm gesprochen?“
„Das haben Sie mir noch nicht gesagt", erwiderte
Frau Brendel. Im selben Moment schlug sie Lind ins Ge-
sicht. Sie fiel zu Boden. Peter hatte das Gewehr hochge-
rissen. Lind briillte:
„Lassen Sie das, Rentsch, ich werde mit der Kommu-
nistin allein fertigl"
Peter senkte das Gewehr wieder. Du, Hund! dachte er.
So war es nicht gemeint5...
„Los, aufstehen, Alte!“ briillte Lind.
Frau Brendel erhob sich langsam. Peter half ihr. Aus
ihrem Mund floB Blut.
„Ich kann Sie erschieBen oder aufhangen lassen“,
sagte Lind.
„Das glaube ich“, sagte Frau Brendel. „Nur die Wahr-
heit, die konnen Sie nicht erschieBen..."
Wieder schlug sie Lind ins Gesicht. Sie schlug mit
dem Kopf gegen die Wand und fiel hin.
„Gesindel, hier noch Propaganda fiir die Russen
machen, was?" '
Es war still im Zimmer. Peter stand unschliissig da.
Junge, hast du noch nicht begriffen, wohin du zu
schiefien hast, als Arbeitersohn, dachte er.
Einige Zeit spater — Lind rauchte eine Zigarette —
stand Frau Brendel wieder aufrecht im Zimmer. Lind
nahm seine Pistole vom Schreibtisch und trat an die Frau
heran:
„Na, wie ist dir jetzt? Sprechen oder schiefien?"
„Schiefien Sie doch — das ist bei Ihnen einfach. Mich
konnen Sie noch erschieBen! Meinen Sohn nicht. Der ist
schon gerettet, der ist jung, der wird wieder kom-
men..."
,,Aus!“ schrie Lind und hob die Pistole. Ein Schufi
ertonte und Lind fiel zu Boden.
„Rentsch — Sie sind verriickt!" schrie Leutnant De-
genschild.
„Herr Leutnant, sitzenbleiben!" schrie Peter. Er rich-
tete das Gewehr auf Degenschild.
127
„Schneiden Sie sofort die Telefonleitung durch, Herr
Leutnant!"
„Aber..."
,,Schnell!"
Degenschild gehorchte.
„Und Sie, Frau Brendel... ich bin Maxens Freund,
und..." Peter wufite nicht, was er sagen sollte. Unten war
der Schufi gehort worden. Jemand kam ins Zimmer ge-
laufen.
„Rufen Sie sofort Klose herauf, aus der dritten Grup*
pel Herr Hauptmann hat Selbstmord begangen!" befahl
Rentsch.
Als Klose kam, erzahlte ihm Peter alles. Klose lachelte.
,,’n Tag, Frau Brendel! Leutnant Degenschild, lassen
Sie die Einheit antreten, klar?“ sagte Klose.
Degenschild lieb die Einheit antreten. Neben ihm stan-
den Peter Rentsch und Klose.
„Herhoren! Wir haben Befehl erhalten, die alte Muni*
tion sofort abzugeben. Es wird in einer Stunde neue Mu*
nition ausgegeben und zwar die Wunderwaffe des Fiih-
rers, der..."
„Verrat!" rief jemand aus dem Glied.
„Jawohl, Verrat! Wo ist der Hauptmann, unser Haupt*
mann?" schrie Worm.
„Der Herr Hauptmann Lind hat sich erschossen, Ka-
meraden", sagte Degenschild und wurde weib im Gesicht.
„Luge! Verrat!"
,,Ruhe!“ schrie Degenschild.
Die ersten traten vor und gaben die Gewehre und
ihre Munition ab. Es bildeten sich Gruppen. Einige Sol-
daten wollten die Munition nicht abgeben. Sie gruppierten
sich um Worm.
„Wir wollen zum Hauptmann ins Zimmer!
Die Gruppe mit Rentsch und Klose wurde zum Biiro*
eingang gedrangt.
„Leutnant Degenschild, zu uns!“ schrie Peter aus dem
Biiroeingang.
bVerrater, also doch Verrat!" riefen mehrere.
Klose erschien am Biirofenster: „Wer sich dem Biiro-
haus auf fiinfundzwanzig Meter nahert, wird erschossen!"
Auflosung herrschte im Hof. Einige liefen doch zu dem
Biiroeingang.
„Feuer!" schrie Klose. „Feuer!"
128
Und dann knallten Schusse in den Fabrikhof, aber
nicht aus dem Fenster, sondern vom Fabriktor. Worms
Leute versuchten, auch das Feuar zu eroffnen, aber dann
waren sie gezwungen, Deckung zu suchen. Danach wa-
ren nur russische Stimmen zu horen. Worm und die an-
deren standen mit erhobenen Handen.
1. lauft auf und ab — бегает взад и вперед
2. solchen Leuten drischt man in die Fresse— таких
людей бьют по морде
3. Degenschild macht die Sache keinen SpaB — Де-
геншильду это совсем не по душе
4. Werden Sie mir nicht frech! — He смейте мне так
отвечать!
5. so war es nicht gemeint — не так это мыслилось
SPRECHOBUNGEN
I, Проверьте, правильно ли вы поняли содержание рассказа „Der
erste Schufi":
1. Max Brendel diente beim Volkssturm und lief zu
den Russen fiber. Stimmt das?
2. Peter Rentsch war mit Max Brendel befreundet.
Stimmt das?
3. Frau Brendel wuBte nicht, wo ihr Sohn war. Stimmt
das?
4. Frau Brendel hat dem Hauptmann Lind alles er-
zahlt. Stimmt das?
5. Peter Rentsch wollte Frau Brendel erschieBen.
Stimmt das?
6. Hauptmann Lind hat Selbstmord begangen. Stimmt
das?
7. Die Einheit bekam den Befehl, die alte Munition
abzugeben. Stimmt das?
8. Die Einheit sollte eine neue Waffe bekommen.
Stimmt das?
II. Составьте предложения, употребив в них следующие пары слов:
1. hin und her; 2. auf und ab; 3. ab und zu
Образец: Durch die Strafie fuhren Autos hin und
her. Er ging im Zimmer auf und ab. Un-
sere Freunde besuchen uns ab und zu.
‘/a5—933
129
III. Скажите, от каких глаголов образованы данные глаголы и пере-
ведите их:
ertonen; erschieBen; erhalten; erscheinen; erreichen; er-
offnen; erheben; erzahlen
IV. Составьте предложения с глаголами. Используйте в предложе-
ниях стоящие в скобках слова:
1. tonen (Stimme; laut)
ertonen (ein SchuB; das Kommando)
2. , schieBen (aus dem Gewehr; mit einer Pistole; gut)
erschieBen (den Feind; einen Spion)
3, . halten (die Stellung; seine Sachen)
erhalten (einen Befehl; einen Brief)
4. scheinen (die Sonne; gesund, zu sein)
erscheinen (die Zeitung; diese Zeitschrift)
5. reichen (die Hand; ein Gias Wasser)
erreichen (das Ziel der Reise; den Zug; der Brief,
meinen Freund, rechtzeitig)
.6. offnen (ein Fenster; eine Tiir)
eroffnen (Feuer; eine Versammlung; ein neues
Theater)
V. Образуйте глаголы с приставкой „Ье-“ и покажите на примерах
разницу в их значении и употреблении. (Помните: глаголы с
приставкой „Ье-“ требуют дополнении и винительном гАдеже):
Образец: fragen — befragen
Er fragte nach deiner Adresse.
Man muB diesen Menschen befragen.
stehen — antworten —
sprechen— setzen—
arbeiten — schieBen —
kommen — herrschen —
VI. Ответьте на вопросы по содержанию рассказа „Der erste Schufi":
1. In welchem Land und zu welcher Zeit spielt die
Handlung?
2. Was war Max Brendel und wohin ist er verschwun-
den?
3. Warum will Peter Rentsch von Max nichts er«
zahlen?
4. Wo arbeitet Maxens Mutter?
130
5. Wer verhort Frau Brendel?
6. Wie antwortet Frau Brendel auf die Fragen des
Hauptmanns?
7. Hat Hauptmann Lind wirklich Selbstmord be-
gangen?
8. Warum hat ihn Peter Rentsch erschossen?
9. Warum hat Rentsch den Soldaten befohlen, die Mu-
nition abzugeben?
10. Hat Rentsch gewufit, dafi die Russen nah
sind?
VII. Перескажите содержание текста „Der erste Schu6“.
VIII. Решите чайнворд, используя немецкие эквиваленты следую-
щих слов:
1. всё; 2. спокойный; 3. страх, испуг; 4. удочка;
5. слышать; 6. останься!; 7. (большой) зал; 8. письмо;
9. угловатый; 10. кухня
*/»5*
131
DER KAMPF UM EINE NAMENLOSE HOHE
nach dem Roman vom Scholochow
„Sie kampften fiir die Heimat“
Das Signal zum Sammeln erklang. Hauptmann Sum-
skow warf einen Blick fiber die Rotarmisten. „Genossen!"
sagte er, „Wir haben den Befehl, auf der Anhohe bei der
Wegekreuzung Verteidigungsstellung zu beziehen 1 und
sie bis zum Eintreffen von Verstarkung zu halten. Ist die
Aufgabe klar? In den letzten Tagen hatten wir starke
Verluste, aber die Regimentsfahne haben wir behalten.
Die Hohe wird bis zum letzten verteidigt.“
Das Regiment marschierte zur Anhohe, Swjaginzew
stieB Nikolai an: „Mit der Fahne ins Gefecht gehen, das
lafit sich hbren2, aber mit der Fahne zuriickgehen...“ Er
schwieg einen Augenblick und fragte dann: „Was meinst
du, werden wir standhalten?“ „Wir miissen11, sagte Niko-
lai, aber im stillen dachte er3: „So sieht also die Kriegs-
romantik aus. Das Regiment besteht aus einigen Einhei-
ten, wir haben blofi die Fahne, ein paar MG’s und Panzer-
biichsen, dazu die Feldkiiche und da sollen wir eine
Verteidigungsstellung beziehen. Keine Artillerie,- keine
Granatwerfer, keine Verbindung. Von wem hat der Haupt-
mann den Befehl? Vom Nachbar wahrscheinlich. Und wo
ist er selbst, der Nachbar?... Ach, zum Teufel! Soli es nur
bald beginnen. Wenn wir Zeit haben, uns einzugraben,
werden wir den Fritzen heute zeigen! Na, und wie! Die
Leute, die wir noch im Regiment haben, sind gute Sol-
daten, Parteimitglieder, auch der Hauptmann... Wir wer-
den uns schon halten!...“
Die Soldaten erreichten die Anhohe und begannen
Schiitzenlocher zu graben. Ein deutsches Aufklarungs-
flugzeug war fiber sie geflogen. Es hatte liber der Anhohe
einen Kreis beschrieben, und war dann ostwarts weiter-
geflogen. „Jetzt werden wir bald Besuch haben“; sagten
die Soldaten...
Gegen drei Uhr nachmittags waren die Schiitzenlocher
mannstief. Nikolai tarnte sein Schiitzenloch. In die Nische
an der Vorderwand des Schiitzenloches legte er Patronen
und Handgranaten, auf den Boden stellte er den geoffne-
ten Rucksack und erst dann sah er sich um. Der westliche
Abhang der Hohe endete mit einer Mui de. Zu beiden
132
Seiten der Hohe verliefen zwei tiefe Schluchten, also
konnten von den Flanken keine Panzer kommen. Nikolai
sah auf die Uhr. Es war drei Viertel vier. Eine halbe
Stunde verlief in Erwartung. Nikolai rauchte gerade die
zweite Zigarette zu Ende, als er Motorengerausch horte.
Es wuchs. Panzer kamen. Nikolai zahlte vierzehn. Sie
verschwanden in der Mulde, wo sie ihre Ausgangsstellung
einnahmen. Dann zeigten sich Kraftwagen mit Infanterie
fiber dem Feldweg. Sie verschwanden auch in der Mulde.
Nun begannen die kurzen Minuten vor dem Gefecht.
In diesen Minuten fiihlt jeder Mensch die Kalte der Ein-
samkeit. Nikolai kannte dieses Gefiihl. Er hatte einmal
mit Lopachin dariiber gesprochen, und er hatte ihm ge-
sagt: „Wir kampfen zwar alle zusammen, aber sterben
mufl jeder fiir sich allein, jeder hat seinen eigenen Tod,
der nur ihm gehort. ...Man ist schliefilich ein lebendiger
Mensch, was willst du?“
Nikolai wuBte, dieses Gefiihl verschwindet, sobaid der
Kampf beginnt.
In der Mulde briillten wieder die Motoren auf, und
dann erschienen die Panzer. Hinter ihnen riickte die In-
fanterie vor. Die Panzer fuhren nur langsam und feuerten
aus den Bordwaffen. Als die Panzer mehr als die Halfte
der Entfernung zuriickgelegt hatten, fuhren sie schneller.
Nikolai horte die Kommandos. Fast gleichzeitig eroffneten
die Panzerbiichsen und die Maschinengewehre das Feuer.
Die deutsche Infanterie war hinter den Panzern zuriick-
geblieben. Sie erlitt Verluste, riickte nur noch langsam
vor und wurde dann gezwungen, in Deckung zu gehen.
Die Panzerjager schossen immer haufiger. Der erste Pan-
zer blieb stehen, der zweite ging in Flammen auf4, wollte
kehrtmachen, konnte sich aber nicht mehr bewegen. An
den Flanken gingen noch zwei Panzer in Flammen auf.
Die Sowjetkampfer verstarkten das Feuer auf die Infan-
terie, weil sie versuchte, wieder vorzuriicken. Der fiinfte
Panzer kam bis auf etwa hundertzwanzig Meter an die
Verteidigungsstellung heran, weil die Panzerbiichse des
Panzerjagers Borsych, die den Mittelabschnitt deckte,
schwieg. Aber der Gefreite Kotschetygow kroch dem Pan-
zer entgegen und warf gegen den Panzer eine Handgra-
nate. Der Panzer blieb stehen. Die Panzerbiichse von Bor-
sych begann wieder zu schiefien. Schon nach dem ersten
SchuB stieg aus der Maschine Rauch. Das MG des
6—933 133
Panzers gab eine lange Salve ab und wurde still. Die
Mannschaft wollte oder konnte die Maschine nicht mehr
verlassen; ein paar Minuten spater explodierte der Panzer.
Die deutsche tnfanterie versuchte mehrmals aufzu-
springen, mufite sich aber wieder hinwerfen. Endlich
sprang sie auf, kam naher, aber in diesem Moment gingen
die Panzer zuriick. Sechs feindliche Maschinen blieben
auf dem Abhang stehen.
: Nikolai horte Swjaginzew rufen: „Nikolai, wir haben
ihnen gegeben! Aber wie! Sollen sie es noch mal ver-
suchen!“
t* *
Nikolai erwartete, dafi der zweite Angriff derDeutschen
mit einem Umgehungsmanover der Panzer und MPi-
Schiitzen beginnen wird, aber die Deutschen hatten es
sehr eilig5, zur Wegekreuzung vorzustofien, um die hinter
der Hohe liegende Strafie zu erreichen. Auch diesmal grif-
fen die Panzer, gefolgt von der Infanterie, frontal an.
Auch diesmal Wurde die Infanterie durch das Feuer von
den Panzern getrennt und mufite sich hinwerfen, wieder
naherten sich die Panzer in voller Fahrt der Vertei-
digungsstellung. Aber auch dieser Angriff wurde zuriick-
geschlagen. „Wir haben sie wieder zuriickgeworfen",
schrie Swjaginzew von der Seite. „Lebst du noch, Niko-
lai? Ja? Na, dann ist alles gut...“
Er schrie noch etwas, doch Nikolai horte ihm nicht
mehr zu. Zwolf Junkers-Flugzeuge flogen in nordwest-
licher Richtung, wahrscheinlich zum Don. Vier von ihnen
losten sich und flogen gerade auf die Hohe.
Nikolai duckte sich tiefer in sein Schiitzenloch und
machte sich schufibereit6, konnte aber nur einen kurzen
Feuerstofi auf das nachste Flugzeug abgeben7. Er horte
nicht die Explosion, er sah nicht die Erdmassen, die ne-
ben ihm in die Luft flogen. Eine heifie Luftwelle warf ihn
gegen die Wand.
Nikolai kam zu sich8, als die Flugzeuge.ihre Bombeij
abgeworfen hatten und langst davongeflogen waren. Die
deutsche Infanterie hatte ihren dritten Angriff begonnen
und schon fast die Verteidigungslinie erreicht. Rings um
Nikolai tobte ein erbitterter Kampf. Die wenigen Manner
des Regiments hielten sich mit letzter Kraft; ihr Feuer
134
wurde immer schwacher, denn nur einzelne waren noch
kampffahig. An der linken Fianke traten schon die Hand-
granaten in Aktion9. Aber Nikolai lag noch immer in
seinem Schiitzenloch. Endlich richtete er sich halb auf,
sah sich um und verstand — die Deutschen waren
nah.
Langsam gelang es ihm auf die Knie zu kommen 10
und er begann zu schiefien, taub und nur von einem
Wunsch erfiillt, zu leben und sich bis zum letzten zu ver-
teidigen. So vergingen Minuten, die fiir ihn Stunden
waren. Er sah nicht, wie sich vom Siiden drei Panzer mit
Infanterie aus der motorisierten Schiitzenbrigade auf die
Deutschen stiirzten, und er konnte nicht verstehen, warum
die Deutschen, die hundert Meter von seinem Schiitzen-
loch waren, schnell zuriickgingen, aber nicht zur Mulde,
sondern nach Nordwesten, zu der tiefen Schlucht.
Erst als Swjaginzew und noch ein paar Kameraden
an ihm vdrbeiiiefen, verstand er alles. Ebenso wie die
laufenden Soldaten schrie er etwas, ohne die eigene Stim-
me zu horen. Auch er wollte den Kameraden folgen, aber
er konnte nicht heraus! Er lag auf der zerstorten Brust-
wehr und brach vor Wut iiber die eigene Schwache und
vor Gliick, dafi nun doch alles gut geworden war, in
Tranen aus11.
Die Hohe hatten sie gehalten, die Hilfe war rechtzei-
tig gekommen und der dreimal verfluchte Feind floh.
1. Verteidigungsstellung zu beziehen — занять оборо-
нительную позицию
2. das lafit sich horen — это звучит
3. im stillen dachte er — про себя он подумал
4. der zweite ging in Flammen auf — второй заго-
релся
5. aber die Deutschen hatten es sehr eilig — но немцы
торопились
6. und machte sich schufibereit — и приготовился z
стрелять
7. einen kurzen Feuerstofi auf das nachste Flugzeug
abgeben —дать короткую очередь по ближайшему са-
молету
8. Nikolai kam zu sich—Николай пришел в себя
6*
135
9. traten schon die Handgranaten in Aktion — в ход
пошли ручные гранаты
10. auf die Knie zu kommen *— подняться на колени
11. brach in Tranen aus — заплакал
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли Вы поняли содержание рассказа „Der
Kampf um eine namenlose H6he“;
1. Das Regiment bekam die Aufgabe, eine Hohe zu
halten. Stimmt das?
2. Das Regiment war gut bewaffnet. Stimmt das?
3. Am ersten Angriff der Faschisten nahmen keine
Panzer teil. Stimmt das?
4. Das Regiment schlug den ersten Angriff des Fein-
des erfolgreich zuriick. Stimmt das?
5. Am dritten Angriff des Feindes nahmen die Flieger
teil. Stimmt das?
6. Wahrend des Bombenangriffs wurde Nikolai ver-
wundet. Stimmt das?
7. Der dritte Angriff des Feindes wurde auch zuriick-
geschlagen. Stimmt das?
II. Ответьте на вопросы no содержанию рассказа „Der Kampf um
eine namenlose Hohe":
1. Welche Etappe des Krieges ist hier beschrieben?
2. Wer befehligte das Regiment?
3. Wie stark war das Regiment?
4. Wie war das Regiment bewaffnet?
5. Welche Aufgabe bekam das Regiment?
6. Wann begann der erste Angriff?
7. Wieviel Panzer nahmen am Angriff teil?
8. Warum ist die Infanterie hinter den Panzern zu-
riickgeblieben?
9. Wieviel faschistische Panzer wurden abgeschossen?
10. Wie endete der erste Angriff?
11. Wie endete der zweite Angriff des Feindes?
12. Was unternahm der Feind vor dem dritten Angriff?
13. Wann wurde Nikolai verwundet?
14. Wie verlief der Sturm?
15. Warum ging der Feind zuriick?
16. Hat das Regiment die Aufgabe erfiillt?
136
III. Перескажите текст „Der Kampf um eine namenlose Hohe", ноль-
зуясь следующим планом:
1. Die Lage an der Front.
2. Sumskows Regiment.
3. Der Kampfbefehl.
4. Die Vorbereitung zum Kampf.
5. Der erste Angriff des Feindes.
6. Der zweite Angriff des Feindes.
7. Der Bombenangriff.
8. Nikolais Verwundung.
9. Der dritte Angriff.
10. Der Sieg unserer Soldaten fiber die Faschisten in
diesem Kampf.
IV. Ответьте на вопросы и затем задайте эти вопросы вашему со-
беседнику:
1. Haben Sie die Werke von Scholochow gern?
2. Haben Sie den ganzen Roman „Sie kampften fiir die
Heimat" gelesen?
3. Welche Werke fiber den Krieg hat Scholochow noch
geschrieben?
4. Welche sowjetischen Schriftsteller haben auch fiber
den Grofien Vaterlandischen Krieg geschrieben?
GENERAL MAMED ANAUSKI
nach Erwin Bekier
(Seitnijas Atajew, Spahtruppfiihrer im Grofien Vaterlandi-
schen Krieg der Sowjetunion, turkmenischer Schriftsteller, er-
zahlte dem bekannten deutschen Journalisten Erwin Bekier diese
Geschichte.)
Es waren die letzten Kilometer auf dem Weg zum
Sieg. Am 6. Mai 1945 friihmorgens erreichte Jagmyr NF
jasows Infanterie-Spahtrupp, verstarkt durch zwei Pam
zerabwehrgeschiitze, plotzlich eine breite betonierte Auto-
strafie. Dem Spahtrupp war die Aufgabe gestellt, nordlich
der Stadt Rathenow bis zum Elbe-Ufer vorzustofien. Nun
stellte sich heraus, dafi er im Nachtmarsch durch einen
137
Wald in ostlicher Richtung abgekommen war. Die Auto-
bahn, die vor ihnen lag, verband, wie Jagmyr auf der
Karte feststellte, die beiden Stadte Brandenburg und Mag-
deburg. Jagmyr verstand sofort, dafi er eine der Haupt-
riickzugslinien der faschistischen Truppen erreicht hatte.
Auf .seinen Befehl bezog der Zug Stellung auf einem Hii-
gel, der einen weiten Blick iiber die Autobahn erlaubte.
„Wer meldet sich freiwillig zur Feindaufklarung?"
,,Ich.“ Ein turkmenischer Soldat mit gewaltigem
Schnurr- und Backenbart hob seine Hand. Jagmyr war
einverstanden. „Aber zuerst mufit du dich rasieren, wir
werden dich in Zivilkleidung ins nachste Dorf schicken."
„Meinen Bart abnehmen? Nie und nimmer. Mit 17 Jah-
ren bin ich freiwillig zur Front gegangen und habe ge-
schworen, mich bis zum Tage des Sieges nicht zu rasieren.
Wie oft habe ich die Faschisten durch mein Aussehen
erschreckt. Dschingis Khan! haben sie geschrien, wenn
ich plotzlich in ihren Bunkern auftauchte.“
Oberleutnant Jagmyr Nijasow kannte den Stolz seines
besten Spahers, und als sich ein anderer Soldat meldete:
„Ich werde gehen, ich sehe europaischer aus“, gab er sein
Einverstandnis.
In diesem Augenblick horten die Spaher den Ruf eines
Postens: „Die Dnsrigen sind schon auf der Autobahn!"
Auf der Betonstrafie bewegte sich langsam etwas
Dunkles, Langes. Die Soldaten hatten aufgehort, an der
Verschanzung zu arbeiten, und blickten auf Jagmyr, der
sein Fernglas an die Augen fiihrte. Seine Miene verdiister-
te sich, denn was er sah, liefi keinen Zweifel offen: Diese
lange Kolonne waren faschistische Truppen!
Leutnant Wolodja Rubin, Fuhrer der kleinen Ge-
schiitzabteilung, iiberpriifte mit sorgenvollen Blicken die
Munition: ein paar Panzergranaten, ein paar Schrapp-
nells. Alle Soldaten der Abteilung dachten in diesem Mo-
ment dasselbe: Berlin hat kapituliert. Eigentlich war der
Krieg schon zu Ende. Eigentlich... Aber nicht fiir den, der
mit den faschistischen Einheiten zusammentraf.
Mamed, der Schnurrbartige, beobachtete aus seinem
Loch die Faschisten. Das wird sicherlich unser letztes
Gefecht sein. Wenn ich am Leben bleibe, werde ich noch
zur Weizenernte zurechtkommen. Einen Augenblick kam
ihm der Gedanke: Das Wichtigste ist jetzt, am Leben zu
bleiben. Fiinf Jahre lang hatte-er splchen Gedanken nicht
138
gehabt. Jedenfalls nicht so. Die Orden auf Mameds Brust
zeigten, dafi er nie ein Feigling gewesen ist.
Jetzt brauchte man schon kein Fernglas mehr. Drei
Zugmaschinen fuhren voraus, die eine schleppte ein Ge-
schiitz, die andere wohl einen Munitionswagen, hinter der
dritten marschierten langsam Infanteristen. Mamed
schaute zum Oberleutnant. Jagmyr safi auf einer Lafette,
seinem Gesicht war abzulesen, dafi er angestrengt iiber-
legte. Rubin schaute schon durch das Zielfernrohr.
Man mufi den Kameraden sagen, dafi wir beschlossen
haben, die Faschisten mbglichst dicht heranzulassen, iiber-
legte Oberleutnant Jagmyr. Dann kam ihm ein neuer
Gedanke: Wenn wir sie zu dicht heranlassen, werden sie
sofort feststellen, dafi hier nur ein verstarkter Infanterie-
zug liegt. Er sprach leise mit sich selbst: „Aber vielleicht
werden sie sich ergeben? Wieviel iiberlegene Truppenteile
haben in der letzten Zeit vor unserer Einheit kapituliert!
Warum sollen nicht auch diese Soldaten die Gefangen-
sch.aft dem Tod oder einer schweren Verwundung buch-
stablich in der letzten Stunde des Krieges vorziehen?
Nein, man darf sie nicht zu dicht heranlassen." Er wandte
sich an den Geschiitzfuhrer: „Mit Panzergranaten in di-
rektem Beschufi auf die Zugmaschinen." Er wartete, bis
der Geschiitzfuhrer im Zielfernrohr die Zugmaschine er-
fafit hatte, dann drehte er sich zu den anderen Soldaten
um und hob die Hand: „Feuer!" Die Zugmaschinen stan-
den in Flammen, sie blockierten die Autobahn. Die feind-
liche Infanterie rannte nach links und rechts auseinan-
der.
„Feuer!" kommandierte Jagmyr.
„Genosse Oberleutnant, sie haben eine weifie Fahne
gehifit", schrie man ihm von der linken Flanke zu. „Feuer
einstellen!" Auf der Chaussee marschierte tatsachlich ein
Soldat mit hocherhobener weifier Fahne.
„Leutnant Rubin, gehen Sie den Faschisten moglichst
weit entgegen. Fragen Sie, was die Fritzen beschlossen
haben."
Rubin brachte seine Uniform in Ordnung, riickte die
Miitze zurecht und ging den Hiigel hinunter, zur Auto-
bahn.
Jagmyr sah ihm besorgt nach. Rubin war der einzige
Deutschsprechende in seinem Zug. Und der beste Ge-
schutzfiihrer. Er hatte ihn vorhin geschont, als er einen
139
Kundschafter in das nachste Dorf schicken wollte. Wo gab
es noch solch einen Geschutzfiihrer? Wenn die Fritzen
jetzt auf ihn schiefien? Es kam doch nicht selten vor, dafi
die Faschisten auf Parlamentare das Feuer eroffneten.
Vier Dutzend Augenpaare beobachteten, wie der Deutsche
den Karabiner mit der befestigten Flagge sinken liefi.
Rubin und der Deutsche standen einander auf zwei Schritt
Entfernung gegeniiber. ,,Unser General bittet Ihren Ge-
neral um eine Unterredung." Als Rubin die Worte des
Deutschen horte, verzog er unwillkiirlich das Gesicht, be-
herrschte sich aber sofort wieder. Die Deutschen glaubten
also, dafi es einen General unter den sowjetischen Solda-
ten gibt, die ihnen den Weg versperrten. Dann nahmen sie
also auch an, dafi ein grofier Truppenteil die Autobahn
erreicht hat. Rubin dachte einen Moment nach und sagte
sehr langsam und betont, damit der andere ihn auch
genau verstiinde: 1 ,,Ich kann Ihnen sofort sagen, was
unser General Ihrem General zu bestellen hat. Fiihren Sie
mich zu Ihrem Kommandeur."
„Unser General wird nicht mit einem Offizier ver-
handeln, der niedriger im Rang ist als er.“
„Dann mufi er warten*', antwortete Rubin. „Unser Ge-
neral ist mit seinem Stab schon in Richtung Elbe gefah-
ren, um sich dort mit den Verbiindeten zu treffen. Wir
werden ihm einen Funkspruch schicken und den Wunsch
Ihres Generals ubermitteln."
„Teilen Sie uns durch Zeichen das Einverstandnis
Ihres Generals mit", bat der Deutsche.
„Gut. Wenn er einverstanden ist, werden wir eine
weifie Flagge dreimal hin- und herschwenken, Sie ant-
worten mit dem gleichen Zeichen."
„Jawohl!"
Von beiden Seiten sahen die Soldaten, wie die Parla-
mentare auseinandergingen. Der Deutsche zu seiner Trup-
pe, der sowjetische Soldat zu seiner. Jagmyr lobte Rubins
Verhalten. „Wir werden sie so vielleicht eine oder zwei
Stunden aufhalten konnen. Unsere Einheiten werden aller-
dings bis zu diesem Zeitpunkt nicht heran sein. Sie durch-
kammen den Wald in breiter Front. Wir miissen ihnen
sofort jemanden entgegenschicken." Gestern hatten sie
mit dem gefallenen Funker auch das zerschossene Funk-
gerat beerdigt. Es war schwer, in dieser Situation noch
drei Leute wegzuschicken. Und die Deutschen werden
140 ,
nach einiger Zeit bestimmt versuchen, die Feuerstarke
des Gegners festzustellen.
„Hol’s der Teufel, wenn wir nur einen General her-
zaubern konnten! 2“
„Geben Sie sich doch' als General aus, Genosse Ober-*
leutnant", sagte einer der Panzer] ager. „Die wollen sich
doch ergeben, sie brauchen nur einen General dazu.“ Jag-
myr winkte ab. „Ich sehe ein bifichen zu jung fiir einen
General aus. Ihr wolltet mich ja vor ein paar Monaten
nicht mal als Oberleutnant anerkennen." Jagmyr blickte
in die erwartungsvollen Gesichter seiner Soldaten. Es
war keiner darunter, der alter als 22 war. Als der Spah-
trupp zusammengestellt wurde, hatte er ausdriicklich
darauf bestanden. Auch der Kommandeur hatte sein Ein*
verstandnis erklart. Warum Familienvater auf den gefahr-
lichen, voraussichtlich letzten Spahtrupp schicken? Jagmyr
senkte den Blick und schaute genau in das Gesicht Ma«
meds, der schnurr- und backenbartig duster zu ihm aufsah.
„Der General! Wir haben einen General", rief Jagmyr.
Er wandte sich an Rubin: „Los, gib das verabredete
Signal: Die Generale konnen sich treffen."
Alle Soldaten stimmten der Entscheidung Jagmyrs
zu — bis auf einen: Mamed. „Erst habt Ihr mich nicht
zum Kundschaften schicken wollen, aber fur einen Gene*
ral bin ich Euch nun gut genug." Er liefi sich nicht tiber-
reden. „Was sind das fiir Spafie? Habe ich nicht gewis*
senhaft und ehrlich den ganzen Krieg gekampft? Gebt
mir eine Kampfaufgabe! Jede beliebige. Aber macht keine
Witze mit mir.“
„Jetzt brauchen wir deinen Bart!“ Jagmyr wurde wii*
tend: „Verstehst du das nicht! Du bist der einzige, der so
aussieht, wie die Deutschen sich vielleicht einen turkme-
nischen General vorstellen. Das ist deine Kampfaufgabe,
wenn du willst. Du hast ein General zu sein. Der deutsche
General will sich nur einem General ergeben, und wir
miissen ihm diese Mbglichkeit offenlassen. Wenn du es
verstehst, deine Rolle zu spielen, wirst du vielen Men*
schen das Leben retten. Auch das Leben deiner Kame*
raden. Verstehst du?“
Mamed stand fassungslos vor seinem Oberleutnant.
Er blickte ihn flehentlich an. Schliefilich fliisterte er:
„Zieh mir jedes Barthaar einzeln aus, aber schick mich
nicht als General, ich habe Angst, ich furchte mich...“
141
„Ich habe dich fur einen Soldaten gehalten, Mamed.
Wir wollen doch keine Witze mit dir machen. Es ist viel-
leicht der ernsteste Kampfauftrag, den du je erhalten
hast..."
In diesem Augenblick wurde dem Oberleutnant gemel-
det, dafi auch die Deutschen das verabredete Signal ge-
geben hatten. „Befehl ist Befehl!“ schrie er Mamed an.
„Willst du einen Befehl vor dem Feind verweigern?“
„Das hatten Sie doch gleich so klar und deutlich sagen
konnen 3“, antwortete Mamed. „Als ob ich nicht weifi, was
ein Befehl ist."
Mamed wurde schnell eingekleidet. Es gab natiirlich
keine Generalsstiefel, und obwohl die besten Hosen und
Waffenrocke aufgeboten wurden—alle waren beschmiert
und unansehnlich.
„Er soil den Tarnmantel uberziehen!" rief jemand.
Tarnmantel trugen auch die deutschen Generale, wenn sie
sich bei den Fronttruppen befanden. Nur die Brust liefi
Rubin, der wie ein geschickter Schneider waltete, frei. Zu
Mameds Orden und Auszeichnungen kamen alle anderen
der gesamten Abteilung. Es waren so viele, dafi einige
zuruckgegeben werden konnten. Leutnant Rubin bekam
den Befehl, den „General" als Dolmetscher zu beglei-
ten.
Auf dem Weg gab Rubin Mamed die letzten Anwei-
sungen: „Komm nicht in Verlegenheit. Sprich turkmenisch.
Dein Leutnant wird alles ins Deutsche iibersetzen. Halte
dich stolz. Du bist der Sieger!"
In Begleitung zweier Offiziere kam ihnen ein
deutscher General entgegen. In Mameds Kopf wirbelten
die Gedanken4. „Schon, ich werde mit ihm turkmenisch
sprechen", dachte er. „Aber wie heifit doch gleich dieses
Fremdwort, das ich sagen.soil? Kaputtalisation? Natiir-
lich, Krieg kaputt, das haben die Fritzen doch in den
ganzen letzten Wochen gerufen, wenn wir in der Nahe
waren. Jetzt ist auch der. General kaputt, und er mufi
kaputtalisieren. Bedingungslos, hat Oberleutnant Jagmyr
gesagt."
Der deutsche General griiBte. Eine weifie Schramme,
die vom linken Ohr bis zum Kinn ging, lief violett an5.
An seinem Hals hing ein eisernes Kreuz am Bandchen.
Mamed streckte seine Brust mit den Orden vor6.
Der General stellte sich vor. Er sprach dabei einen
142
langen und unverstandlichen Namen aus. Mamed verstand
nur: „von und von und ...ski“.
Rubin warf Mamed einen schnellen Blick zu. Der ver-
stand, was Rubin dachte, und er enttauschte ihn nicht.
Mit tiefer Stimme sprach er aus: „General Mamed Anaus-
ki.“ Anaus hiefi namlich das kleine turkmenische Dorf,
in dem Mamed zur Welt gekommen war.
Rubin iibersetzte die Ansprache des deutschen Gene-
rals:
„Also General, diese bittere Komodie spielt im letzten
Akt, ich s'chlage Ihnen eine sinnvolle Entscheidung vor.
Wir werden nicht mehr gegen Sie kampfen, und Sie las-
sen uns ohne Kampf weitermarschieren. Wir werden uns
Ihren Verbtmdeten, den Amerikanern, ergeben.“ Und Ru-
bin fiigte den Worten des Generals seine eigene Meinung
hinzu. „Dieser General will, daB die Schafe nicht gefressen
und die Wolfe satt werden.7 Es ist klar, dafi er fiirchtet,
in unsere Gefangenschaft zu geraten.“ Mamed beschlofi,
keine grofie Ansprache mehr zu halten. Langsam und
deutlich sagte er nur ein Wort: „Kaputtilazia! Kaputtila-
zia!“
Rubin iibersetzte es auf deutsch, und wiederholte es
fiir einen der deutschen Offiziere, der russisch sprach,
auch auf russisch „Kapitulation! Kapitulazija!“
Der deutsche General verier plotzlich seine Wurde.
Er sprach erregt und gestikulierte mit den Armen. Mamed
dachte sich seinen Teil. Soli er doch abhauen zu den Ver-
biindeten. Es sind ja wirklich hbchstens noch ein paar
Tage, bis alle kapituiiert haben. Wenn es jetzt kein Ge-
fecht mehr gibt, wird es sicherlich keines mehr geben.
Und plotzlich kamen Mamed all die Dinge in Erinnerung,
angesichts derer er, ein harter Soldat, bitterlich geweint
hatte8. Jetzt will dieser Schurke der Verantwortung ent-
weichen. An allem Schrecklichen, was Mamed erlebt hatte,
war plotzlich dieser General schuld. Gerade dieser.
Nein, du Teufel, wir werden dich nicht entwischen las-
sen. '
Mamed horte nicht, was Rubin ihm alles iibersetzte:
Dafi hier die Soldaten der Division des Generals West-
falen und Rheinlander kampfen, dafi diese Provinzen jen-
seits der Elbe liegen, dafi dort die Amerikaner sind und
sie sich deshalb dort ergeben wollen. Rubin sah duster
seinen Gesprachspartner an. Natiirlich, in Amerika hat
143
es keine verbrannte Erde gegeben, keine zerstorten
Stadte und Ddrfer. Dieser Kapitalist will sich den
Kapitalisten ergeben. In seine Uberlegungen klangen
Mameds Worte; „Kapitulazija, Kapitulazija! Verste-
hen?“
Der deutsche General antwortete wiitend, drehte sich
um und ging fort, gefolgt von seinen Offizieren.
„Was hat der Schweinehund gesagt?“ fragte Ma->
med.
„Er will lieber in der Heimat fallen, als in Sibirien
krepieren", antwortete Rubin.
Jagmyr horte Rubins Bericht, wahrend Mamed seinen
Kameraden die Orden zuriickgab und kurz erklarte: „Er
will Kapitalist bleiben!"
Tatsachlich erhoben sich die Deutschen zum Angriff.
Bei den ersten sowjetischen Maschinengewehrgarben und
dem Schnellfeuer der beiden Panzerabwehrgeschiitze war-
fen sie sich wieder hin. Sie wuBten auch, daB der Krieg
zu Ende war. Noch fiirchteten sie ihren General. Es war
zu sehen, wie man sie hier und dort wieder hoch trieb,
aber sie wichen einfach seitwarts aus9 in die Walder
links und rechts der Autobahn. Und dann rannten sie
zuriick. In heller Panik! Jagmyr schrie: „Die Unsri-
gen, die Unsrigen!" Sowjetische Panzer rasten iiber den
В eton.
„Lafit den General nicht entwischen!“ schrie Mamed.
Zusammen mit den abgesessenen Panzerinfanteristen
rannte er in den Wald, den Faschisten nach. Ein Deutscher
warf sein Gewehr zu Boden, starrte entsetzt in Mameds
Gesicht und schrie: „Kaputt, kaputt, Krieg kaputt!11 Ma-
med schrie zuriick: „Kapitulazija! General, General?" Mit
zitternden Handen wies der Soldat auf ein Bauernhaus.
Mamed rannte zum Haus, dann warf er sich auf den Bo-
den und kroch bis zum Fenster des Hauses. Deutlich
horte er eine wiitende, ihm bekannte Stimme. Er hob den
Kopf und sah, wie ,,sein“ General einem Soldaten die
Uniformjacke auszog. Der Soldat rifi zivile Kleidungs*
stiicke aus einem Schrank. Mamed hob die Maschinen-
pistole und richtete den Feuerstofi auf die Decke iiber dem
Kopf des Generals. Kalk, Ziegelsplitter und Holz spritzten
durch den Raum.10 Als der General die Augen wieder
offnete, stand Mamed vor ihm, die Maschinenpistole auf
die Brust des „von und von ,.ski“ gerichtet.
144
Mamed schrie triumphierend: „Ach, du Strolch, ich
mufite deinetwegen einen General spielen, und du willst
einen Soldaten mimen?“
1. damit der andere ihn auch genau verstiinde — что-
бы тот его хорошо понял
2. Hol’s der Teufel, wenn wir nur einen General her-
zaubern konnten! — Черт возьми, если бы у нас вдруг
появился генерал!
3. Das hatten Sie doch gleich so klar und deutlich
sagen konnen. — Вы могли бы сказать это сразу.
4. In Mameds Kopf wirbelten die Gedanken. — В го-
лове у Мамеда путались мысли.
5. lief violett an—стал фиолетовым
6. streckte seine Brust mit den Orden vor — выставил
грудь, украшенную орденами
7. dafi die Schafe nicht gefressen und die Wolfe satt
werden — чтобы овцы были целы и волки сыты
8. kamen ... all die Dinge in Erinnerung, angesichts
derer er, ein harter Soldat, bitterlich geweint hatte —
вспомнилось все то, при виде чего он, бывалый солдат,
горько плакал
9. wie man sie hier und dort wieder hoch trieb, aber
sie wichen einfach seitwarts aus — как их то здесь то там
поднимали, но они просто разбегались в стороны
10. Kalk, Ziegelsplitter und Holz spritzten durch den
Raum.— Известка, осколки кирпича и дерева посыпалйсь
с потолка.
SPRECHOBUNGEN
I, Запомните:
Kommen Sie moglichst schnell. — Приходите как
можно скорее.
Ich werde dariiber moglichst kurz erziihlen. — Я рас-
скажу об этом как можно (по возможности) ко-
роче,
145
II. Скажите по-иемецки, употребляя указанные в скобках слова:
1. Sie miissen Ihre schriftliche Aufgabe... (как можно
внимательнее) priifen. 2. Er mufi das Geschehene... (no
возможности точно) beschreiben. 3. Du mufit... (как мож-
'но активнее) an unseren Seminaren teilnehmen. 4. Dein
Vortrag ist zu lang, du muSt den Text... (как можно
короче) schreiben. 5. In diesem Monat legen wir die Prfl-
fung in Literatur ab, wir miissen jetzt... (как можно боль-
ше) lesen.
III. Запомните:
Er bittet um Entschuldigung. — Он просит изви-
нения.
IV. Дополните предложении стоящими справа словами:
1. Ich bitte um ...
2. Sie bittet um ...
3. Genosse K. bittet um ...
4. Er bat sie um...
5. Mein Bruder bittet um ...
слово
помощь
словарь
ответ
эти билеты в театр
।
V. Запомните различные значения глагола ,,bestehen“:
1. bestehen vt — выдержать
Ich habe die Prutting bestanden. — Я выдержал эк-
замен.
2. bestehen auf Akk. — настаивать на чем-либо
Er besteht darauf, dafi wir diese Frage in der Ver-
sammlung besprechen. — Он настаивает на том, чтобы
мы обсудили этот вопрос на собрании.
3. bestehen aus Dat. — состоять из чего-л., кого-л.,
Diese Kompanie besteht aus drei Ziigen. — Эта рота
состоит из трех взводов.
VI. Дополните предложения стоящими справа словами:
1. Wie haben Sie ... bestanden?
2. Der Lehrer besteht darauf, ...
этот экзамен
чтобы студенты
закончили эту рабо-
ту до 7 июня
146
3. Die Stadt besteht ... , dem
alten Teil am linken FluBufer, dem
neuen am rechten Ufer.
4. Woraus besteht dieses Ba-
taillon? — Es besteht ...
5. Er besteht darauf, ...
из двух частей
из трех рот
чтобы кружок
работал два раза в
неделю
VII. Ответьте на вопросы по содержанию рассказа „General Mamed
Anauski":
1. Wann war es?
2. Welche Kampfaufgabe hatte der Infanterie-Spah-
trupp?
3. Welche Autobahn erreichte der Spahtrupp?
4. Wer meldete sich freiwillig zur Feindaufklarung?
5. Warum mufite der Zugfiihrer Jagmyr Nijasow einen
anderen Soldaten zur Feindaufklarung schicken?
6. Wessen Truppen sahen die Spaher auf der Auto-
bahn?
7. Was beschlofi der Zugfiihrer?
8. Warum mufite der Spahtrupp das Feuer ein-
stellen?
9. Worum bat der deutsche General?
10. Wer sollte die Rolle des Generals spielen?
11. Warum wahlte der Zugfiihrer den Soldaten Mamed
fiir die Rolle des Generals?
12. Wer begleitete den „General" als Dolmetscher?
13. Welchen Truppen wollte sich der deutsche General
mit seinen Truppenteilen ergeben?
14. Wie war Mameds Antwort?
15. Wessen Panzer sahen die Spaher auf der Auto-
bahn?
16. Wen wollte Mamed gefangennehmen?
17. Wessen Uniform zog der deutsche General an?
VIII. Перескажите ту часть текста, в которой говорится о решении
командира взвода отправить Мамеда парламентером и как
Мамед выполнил задание,
147
X. Составьте семь пословиц. Подберите к этим пословицам русские
эквиваленты:
ANEKDOTEN
Wahrend einer
Schlacht ritt ein Adju-
tant des russischen
Oberbefehlshabers dem
General Pjotr Bagra-
tion zu und iiberbrachte
den Befehl, schnellstens
zuriickzugehen, da der
Feind bereits „auf der
Nase“ sitze, „Kommt
148
darauf an (зависит оттого), auf wessen Nase“, sagte der
Feldherr gelassen (невозмутимо). „Wenn der Feind auf
deiner Nase sitzt, dann ist das nahe genug. Sitzt er aber
auf meiner“ — und dabei wies er auf seine lange Nase —
„dann haben wir noch Zeit zum Mittagessen."
# *
Mark Twain behauptete, daB bei grofieren Gesellschaf-
ten kaum ein Mensch darauf achtet, was der andere sagt.
Um das zu beweisen, kam er absichtlich (преднамеренно)
zu einem Souper (званый ужин) um eine halbe Stunde
zu spat und entschuldigte sich bei der Hausfrau:
„Ich bitte Sie, meine Verspatung zu entschuldigen,
aber ich mufite noch rasch meine alte Tante umbringen,
und das hat ein wenig langer gedauert, als ich erwartet
hatte."
„Das macht doch nichts (ничего)", sagte die Hausfrau
strahlend (сияя). „Die Hauptsache ist, dafi Sie trotzdem
noch gekommen sind."
DAS ENDE EINER SUPERFESTUNG
nach der Erzahlung „Das Ende der „Lucky Lady *“
von Hans Ahner
Eine Sensation in Paris
Wir standen an der Tu-104 auf einem Pariser Flug-
platz. Im August 1958 war die Tu-104 noch eine Sensa-
tion fiir Paris. Wir Amerikaner hatten damals solche Ver-
kehrsflugzeuge noch nicht. Die Boeing und die Douglas
standen noch in der Erprobung, und das russische Strahl-
flugzeug war das erste Flugzeug dieser Art, wenn man
von der „Comet" absah2.
„Captain McIntyre3 wird im Office erwartet" horte
ich die Lautsprecherdurchsage. Ich sah auf die Uhr. Meine
Besatzung wartete schon auf mich im Office.
Die Besatzung der „Blue Star" safi im Biiro. Ronald
Collins iibergab mir einen Flugauftrag. „Wir sollen um
21 Uhr direkt nach Boston starten."
Jetzt war es erst 15 Uhr. Aber ich hatte keine Lust,
in die Stadt zu fahren. Es war einfach zu heifi. Wir gingen
alle ins klimatische Flughafenrestaurant. Der kiihle
149
Orangensaft schmeckte ausgezeichnet. Natiirlich sprachen
wir von dem russischen Flugzeug. Meine Besatzung hatte
die Maschine nur von weitem gesehen.
Es blieb noch viel Zeit bis zum Abflug und ich erzahlte
iiber ein Abenteuer, das ich gegen Kriegsende erlebt hatte.
Ich hatte bisher nur selten Uber dieses Abenteuer ge-
sprochen und auch selten daran gedacht. Durch die Be-
gegnung mit russischen Fliegern war es wieder lebendig
geworden.
Der erste Abschnitt verlauft glatt
„Es war eine unfreiwillige Reise", begann ich. „Im
Juli 1945 war es. Damals war ich Air-Force-Lieutenant4
und flog von Tinian mit der viermotorigen Superfestung
gegen Japan. Sie kennen doch die B-29?
Die Manner kannten diese Maschine. Von Tinian bis
nach Tokio waren es 1600 Meilen iiber den offenen Pa-
zifik. Hin und zuriick brauchten wir fiinfzehn Stunden.
Wie immer brachten uns die Busse nach Mitternacht
zum Flugfeld.
„Alles klar?5“ fragte uns Major Clifford. „Wir fliegen
im aufgelockerten Verband6!" Das Tosen der Motoren
zerrifi seine Worte. Leslie Mitchel und ich stiegen in unser
Flugzeug, die „Lucky Lady", ein. Leslie war mein Copilot.
Er kam direkt aus den Staaten. Nachdem wir unsere
Platze eingenommen hatten, stieg Maxwell Wilson, .unser
Bordmechaniker, ein. Ich wartete, bis sich die iibrigen vier
meldeten: zuerst O’Hara, als nachster rief Simons, dann
Stroud, unser Bordfunker. Eigentlich mufite sich auch der
Bombenschutze Lawton melden. Aber Lawton hielt sich
in diesem Punkt nie an das Reglement. Es ging ihm
gegen den Strich7, dafi er sich mir unterordnen mufite,
denn er trug den gleichen Dienstgrad wie ich. So fragte
ich ihn: „Alles klar, Will?" „Dachten Sie etwa nicht!" gab
er zuriick. Wenig spater starteten wir. Wir stiegen auf
6000 Fufi.
Nicht weit von Uns schwammen die anderen Super-
festungen. Ich iibergab dem Autopiloten die Steuerung
und sagte zu Wilson, dafi er schlafen kann. Auch die an-
deren, Leslie Mitchell, Lawton, O’Hara und Simons, soil-
ten sich ausruhen. Bis zum Anflug auf Japan konnte
meiner Meinung nach nichts passieren. Es geniigte, wenn
150
Stroud das Funkgerat und ich die Steuerung iiberwachten.
Bald schliefen die anderen fest. Nur Mitchell fand keine
Ruhe. Er flog ja zum erstenmal gegen den Feind.
Stroud fischte aus dem Ather Schlager8. Mir gefieb
das nicht, denn Musik schwacht die Aufmerksamkeit.
„Lassen Sie das!“ befahl ich ihm. Aber Stroud tat, als
habe er nicht gehort9. Er war iiberhaupt kein diszipli-
nierter Bursche. Vielleicht ermunterte ihn auch Lawtons
Beispiel dazu. Friiher hatte Stroud ein paar Semester
studiert, er war durch die Priifungen gefallen und hatte
sich dann in mehreren Berufen versucht. Die Unterstiit-
zung durch seine begiiterten Eltern erlaubte ihm, ein sorg-
loses Leben zu fiihren. Solche Menschen sind gar nicht
fahig, ernsthafte Arbeit zu leisten und werfen alles gleich
hin, sobaid sich ihnen Schwierigkeiten in den Weg stellen.
Wie hatte ich kampfen miissen, um Pilot zu werden!
Mein Vater war Waldarbeiter in Wisconsin. Eine Pi-
lotenausbildung konnte er mir nicht ermoglichen. Ich
wollte aber Pilot werden. Nachdem ich die Schule vet-
lassen hatte, ging ich zu einem kleinen Flugunternehmen,
das Jager in die Walder flog und wurde Motorenschlosser.
Ich hoffte, daft sich dort eines Tages mein Wunsch erfiil-
len werde. Aber niemand dachte daran, mich auszubilden.
Erst ein paar Jahre spater, bei der Air Force klappte es
damit. Ein Mensch wie Stroud, der mal dies probierte
und mal jenes, konnte gar nicht verstehen, was das fiir
mich bedeutete: fliegen.
Der hollische Tanz in der Luft
Doch zuriick zu unserem Flug. Kurz nach sieben Uhr
war schon Hondo 10 zu sehen. Wir wufiten, dafi nun ein
hollischer Tanz beginnen wird. Die japanischen Flak be-
gannen zu feuern. Wir stiegen daher, auf 25000 Fufi. Unser
Verband schob sich nach alien Seiten auseinander. Eine
Maschine brannte. Sie schleppte eine Rauchfahne hinter
sich her, stiirzte sich bald in die Tiefe. Die Besatzung
sprang ab. „Bombenwurf nach eigenem Ermessen. Nach
dem Bombenwurf Kurs zwo-zwo-vier zum Sammeln",
befahl Major Clifford.
In diesem Augenblick erschiitterte ein starker Schlag
die „Lucky Lady". Die Zeiger an den Instrumenten
tanzten wie wild durcheinander. Auf Steuerbord liefen
151
die Motoren nicht mehr. Wir waren getroffen worden!
Ich driickte die Sprechtaste. „Bomben abwerfen! Luftraum
beobachten! Wenn uns Jager schnappen, geben sie uns
den Rest. „Wenn das sich noch einmal wiederholt, konnen
wir aussteigen", sagte Wilson laut. Er erhob sich und
ging nach hinten.
Ich meldete dem Kommandeur die Havarie. „Versuchen
Sie Iwo-Shima oder Okinawa anzufliegen", antwortete
er. „Entscheiden Sie den Riickweg selbst."
Unsere Bomber erreichten zu dieser Zeit die Stadt.
Im Hafen fielen die ersten Bomben. Wir standen noch
immer fiber der Bucht. Die japanische Flak schofi unun*
terbrochen. Es waren schlimme Minuten. Wilson kam vom
Kontrollgang zuriick und meldete mir, dafi die Steuer*
bordtanks ausgelaufen sind. Wir kommen nicht mehr weit.
Wir mufiten so schnell wie moglich einen Flugplatz er->
reichen. Aber welchen?
Die Maschine verlor schon an Hohe. Mit zwei Motoren
konnte sie in 12000 Fufi fliegen. Es gab nur eine Moglich-
keit. Wladiwostok! Bis dahin waren es noch 700 Meilen.
Nach etwa vier Stunden konnten wir den sowjetischen
Hafen erreichen, wenn...
Ich meldete meinen Entschlufi Clifford.
Vor uns blitzte ein silbernes Etwas auf. Wilson hatte
es zuerst bemerkt. ,,Jager!" Er lief zu seinem Gefechts-
stand. Aus dem Bereich der Flak waren wir hinaus H.
Nun kamen die Jager. Naherten sie sich von hinten, oder
waren wir unerkannt geblieben? Es vergingen ungefahr
zehn Minuten, ohne dafi etwas geschah. Ich glaubte schon,
dafi sie uns nicht bemerkt hatten, als O’Hara den Anflug
zweier Ki-84 meldete. Die japanischen Jager flogen schon
in der Nahe. O’Hara gelang es, einen davon zu treffen.
Er mufite abdrehen. Der andere schofi weiter nach uns.
Ich bifi mir die Lippen blutig.12
Wir waren ja nicht mehr voll manovrierfahig und flo-
gen nur noch mit halber Kraft, Plotzlich hatte ich den Ein-
druck, dafi Wilson nicht mehr schofi. War sein MG nicht
in Ordnung? O’Hara meldete, dafi sich der Japaner im
Abflug befindet. Vielleicht war sein Treibstoff zu Ende
gegangen? Ich weifi es nicht. Ich rief Wilson und fragte,
was bei ihm los seiI3. Er schien mich nicht zu horen. Ich
schickte Mitchell los. Sekunden spater war Leslie zuriick.
Entsetzt aufgerissene Augen starrten mich an. Wilsons
152
Kopf war von einem GeschoB zerschmettert worden. Ich
kannte diesen Anblick. Man braucht dazu starke Nerven.
Hondo blieb weit hinten. Vor uns war das schwarz-
blaue Japanische Meer. Allmahlich wurde ich miide. Der
Flug verlief jetzt ruhig. Ich dachte
an die bevorstehende Landung in
Wladiwostok. Wer weifi, was uns
erwartete. Ich war neugierig auf
Sowjetruflland. Oft hatte ich in
den Zeitungen von den grofiarti-
gen Taten der Russen auf dem
europaischen Kriegsschauplatz ge-
lesen. Dieses Land war mir doch
unbekannt.,
(Fortsetzung folgt)
1. читай: „лаки леди" — „счастливая леди"
2. wenn man von der „Comet" absah — если не счи-
тать „Комету"
3. читай: кэптин Макинтайр — капитан Макинтайр
4. читай: ер-форс-лефтенэнт — лейтенант ВВС США
5. Alles klar? — Все готово?
6. im aufgelockerten Verband—в рассредоточенном
боевом порядке
7. es ging ihm gegen den Strich—его не устраивало,
ему было не по нутру
8. fischte aus dem Ather Schlager — ловил в эфире
модные песенки
9. als habe er nicht gehort — как будто он не слышал
10. Hondo — Japans Hauptinsel, auf der sich Tokio
befindet
11. aus dem Bereich der Flak waren wir hinaus —
из района обстрела мы вышли
12. Ich bifi mir die Lippen blutig. — Я до крови ис-
кусал себе губы.
13. was bei ihm los sei — что у него случилось
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание прочитанной
части рассказа „Das Ende einer Superfestung":
1. Die Besatzung der „Blue Star" sollte um 23 Uhr
nach Boston starten. Stimmt das?
153
2. Bis zum Abflug blieben drei Stunden. Stimmt das?
3. McIntyre war der Kommandant der „Blue Star'1.
Stimmt das?
4. Im Office erzahlte McIntyre fiber ein Abenteuer aus
dem Jahre 1945. Stimmt es?
5. Im Juli 1945 flog die viermotorige Superfestung
„Lucky Lady" gegen Japan. Stimmt das?
6. Die „Lucky Lady“ startete um 22 Uhr. Stimmt das?
7. Sie mufite 1600 Meilen uber den offenen Pazifik
fliegen. Stimmt das?
8. Kurz nach sieben Uhr beschofi die japanische Flak
den Verband der amerikanischen Superfestungen. Stimmt
das?
9. Die „Lucky Lady" wurde getroffen. Stimmt es?
10. Kurz darauf griffen die japanischen Jager die
„Lucky Lady“ an. Stimmt das?
11. Der Bordmechaniker Wilson fiel im Kampf. Stimmt
das?
11. Дополните предложения по образцам:
S) Образец: Meiner Meinung nach ist die Antwort
richtig.
1. ... sollen wir diese Frage in der Versammlung be-
sprechen.
2. ...’ kann er die Priifung sehr gut ablegen.
3. ... spielt unsere Mannschaft heute nicht besonders
gut.
4. ... ist er ein talentvoller Schauspieler.
5. ... sind die Bauarbeiten grofiartig.
6. ... wird es bald regnen.
б) Образец: Gebratenes Huhn schmeckt gut (aus-
gezeichnet).
1. Sardinen ... 2. Dieser Kase ... 3. Ukrainischer
Borschtsch ... 4. Soljanka ... 5. Kartoffelsuppe ...
HI. Ответьте на вопросы по образцу:
Образец: Haben Sie heute keine Lust, ins Theater
zu gehen? —
Nein, ich habe heute keine Lust, ins Thea-
ter zu gehen.
154
Doch, ich habe heute (grofie) Lust, ins
Theater zu gehen.
1. Haben Sie keine Lust, mit mir eine Partie Schach
zu spiglen?
2. Haben Sie keine Lust, eine Tasse Kaffee zu trinken?
3. Haben Sie keine Lust, nach Adler mit dem Flug-
zeug zu fliegen?
4. Haben Sie keine 'Lust, diese Ausstellung am Sonn-
tag zu besuchen?
5. Haben Sie keine Lust, ins Stadion zu gehen?
6. Haben Sie keine Lust, an unserem Ausflug teilzu-
nehmen?
IV. Задайте вашему собеседнику вопросы о его друге:
Образец: Hat Ihr Freund keine Lust, Boot zu
fahren?
V. Ответьте на вопросы по прочитанной части рассказа „Das Ende
einer Superfestung":
1. Warum war die Tu-104 im August 1958 eine Sen-
sation in Paris?
2. Uber wessen Abenteuer erzahlte McIntyre im Flug-
hafenrestaurant?
3. Was war McIntyre im Juli 1945?
4. Welchen Auftrag bekam die Besatzung der „Lucky
Lady“ im Juli 1945?
5. Wann starteten die Superfestungen?
6. Wie verlief der erste Flugabschnitt?
7. Wann begann die japanische Flak zu feuern?
8. Wieviel Bomber wurden getroffen?
9. Wem meldete McIntyre die Havarie?
10. Was befahl der Kommandeur?
11. Was beschlofi der Kommandant der „Lucky Lady“?
12. Gelang es der Besatzung der „Lucky Lady" aus
dem Feuerbereich der Flak zu kommen?
13. Wieviel Jager griffen die „Lucky Lady" an?
14. Wer fiel im Kanapf?
VI. Перескажите содержание прочитанной части текста „Das Ende
einer Superfestung",
155
ANEKDOTE
Als der beriihmte Astronom Friedrich Wilhelm Her-
schel 1822 im Sterben lag, versuchte ein Geistlicher (свя-
щенник), ihm das Jenseits in schonen Farben zu schildern
(изобразить потусторонний мир).
„Wissen Sie“, erwiderte der Gelehrte, „fur mich wird
wohl das Schonste sein, daB ich den Mond dann einmal
von hinten sehe!“
VII. Решите чайнворд, вписывая слова по часовой стрелке:
DAS ENDE EINER SUPERFESTUNG
(Fortsetzung)
Das hatte uns noch gefehlt!
Unser Flug dauerte schon elf Stunden. Als ich eine
Tasse Kaffee trinken wollte, begann plotzlich Feueralarm.
Die rote Kontrollampe leuchtete auf. Ein Motor brannte.
Das hatte uns noch gefehlt! Mitten fiber dem Japanischen
Meer! Wir verloren schnell die Hohe. Die See kam immer
naher. ,,Stroud!“ schrie ich. „Rufen Sie Wladiwostok!“
Er b&ugte sich uber das Gerat: „MAYDAY — MAYDAY —
MAYDAY'...“ Angstvoll sah mich Stroud an. „Es geht
kein Ruf ab2l“ rief er.
156
„Los, machen Sie weiter!" „Sehen Sie zu, dafJ Sie das
Funkgerat klarmachen." „MAYDAY — MAYDAY — MAY-
DAY. “
Simons und O’Hara, die ich wShrend des ganzen Flugs
nicht gesehen hatte, liefen nach vorn.
„Zuriick!" rief Mitchell. „Die Maschine wird sonst
kopflastig". „Sind alle Luken geschlossen?" fragte ich.
„Schlauchboote. Notproviant und Seekarten klarmachen!"
Die See war, soweit ich erkennen konnte, ruhig. Stroud
hatte es aufgegeben, das Funkgerat wieder klarzumachen..
Ich gab neue Anweisungen.
Wir waren 500 Fufi hoch. Ich mufite scharf aufpassen;.
denn eine Landung auf dem Wasser sehr schwer ist. Wir
landeten glucklich. Niemand hatte sich verletzt. Die:
„Lucky Lady" lag ruhig im Wasser. Nun, wurde es uns-
klar, in was fiir eine verzweifelte Lage wir geraten waren..
Wenn wirklich ein Schiff auftauchen sollte, konnte es nur
ein Japaner sein. Was sollten wir tun? „Es ware besser
gewesen, in Japan notzulanden 3“, sagte Stroud. Lawton
teilte seine Meinung. „Glauben Sie, daB die Japaner mit
Fliegern unserer Art viel Umstande machen? 4“ fragte
Mitchell. „Man nennt uns Luftpiraten, Lawton! vergessen
Sie das nicht! Sich den Japanern ergeben, das ist Selbst-
mord."
„Quatsch! Das ist doch nur Gerede, um unsere Boys
scharfzumachen".
Ich wuBte nicht, wie ich in dieser Situation entscheiden
sollte. Dennoch mufite ich einen Ausweg finden. Ich war
der Kommandant.
Ich setzte dem Gesprach ein Ende und befahl Stroud
die Sonnenhohe zu nehmen5. Als er sich an die Arbeit
machte, merkte ich, dafi er mit dem Sextanten nicht zu-
rechtkam. „Geben Sie das Ding her, ich mache es selbst!"
sagte ich.
Das Gerat zeigte, dafi wir uns auf 133°15'47" ostlicher
Lange und 42°03'H" nordlicher Breite befanden. Bis Wla-
diwostok waren es ungefahr 130 Meilen. Wohin wir im
Augenblick trieben, war nicht festzustellen. Alle sahen
mich fragend an; so als ob sie von mir eine Auskunft er-
warteten. Simons starrte vor sich hin, wahrscheinlich
hatte er Angst. Er war ein Schwachling, der leicht die
Nerven verlor. Das hatte ich oft beobachtet. Nach einer
Weile fragte er: „Was wird mit Wilsons Leiche? Sie kann
157
die Haie anlocken. Haie riechen einen Toten auf zwanzig
Meiien Entfernung, Sir! Auch wenn einer im Sterben liegt,
merken sie das schon von weitem.“
Simons’ dummes Geschwatz argerte mich mehr als
sonst. Solch einer wird keine Hilfe sein. Das konnte ich
auch von Lawton und Stroud sagen.
Ein schwerer Verlust
Wir trieben nun schon drei Stunden dahin. Als ich
noch einmal die Sonnenhohe nehmen wollte, horte ich ein
schwaches Surren. Mit angehaltenem Atem lauschte ich.
Die anderen horten es auch, sie sahen aus den Luken. Ein
kleiner Punkt tauchte auf. Er wurde grofier und Sekunden
spater erkannte ich ein zweimotoriges Flugzeug. Ich
stiirzte in die Luke. Das Flugzeug kam im Tiefflug auf
uns zu. Fontanen stiegen steil aus dem Wasser. O’Haras
MG begann sofort zu schieBen. Mitchell und Lawton feu-
erten auch. Simons hatte nicht geschossen. Ob er mit dem
MG nicht zurechtkam oder den Japaner nicht sah, konnte
ich nicht feststellen. Erst einhundert FuB vor uns schossen
die Fontanen unter den Einschlagen empor. Beim nach-
sten Anflug richtete der japanische Bordschiitze seine
beiden Kanonen auf unseren Heckstand. Ein GeschoB de-
tonierte ganz nahe, und fast gleichzeitig stieg der Back-
bordf 1 iigel hoch aus dem Wasser empor. „Wir saufen ab! 6“
schrie Simons. Auch Lawton briillte etwas. Nun bemerkte
ich, dafi wir bis zu den Knien im Wasser standen.
Die obere Luke lag jetzt nahe an der Wasserlinie. Wir
mufiten hinaus. Als ich den Kopf heraussteckte, war das
Flugzeug weg. „Verdammte Schweine!" schrie Simons.
Wir brachten unsere beiden Schlauchboote mit der See-
notausriistung aufs Wasser. Ich sah jetzt, dafi das Heck
der „Lucky Lady“ ganz zerstort war. Langsam kroch ich
nach hinten, um nach O’Hara zu sehen. Er war schwer
verwundet. Sein Puls war nicht zu spiiren. Ihm konnte
niemand mehr helfen. Der zweite Mann, den ich wahrend
dieses Flugs verlor! Obwohl ich schon langere Zeit mit
Walter geflogen war, wufite ich nicht viel von ihm. Wir
hatten alle so fiir uns allein dahingelebt.
Dre Maschine roll'te, wenn auch langsam, immer wel-
ter. Mitchell bereitete die Seenotausriistung vor: Planen,
Kanister, das Funkgerat, eine Angelausriistung und vielen
158
Kleinkram. Ich sah plotzlich einen leeren Kanister. „Was
soil das?“ rief ich. „1st ein Olkanister, Sir!" antwortete
Strfcud.
„Und das Ol?“ —
„WeiB nicht!" —
„Und die anderen Kanister?“
„Sind aufgesprungen! 7“
„Das 01 schwimmt iiberall!"
Das war ein schwerer Verlust. Wir brauchten 01, um
bei stiirmischer See das Wasser in der Nahe unserer Boote
beruhigen zu konnen.
Endlich erschienen Lawton und Simons in der Luke.
Sie hatten alles ausgeraumt, was wir brauchten. Simons
hielt einen Wasserkanister in der Hand und wollte damit
ins Boot hiniibersteigen. Er verlor aber das Gleichgewicht
und lieB ihn fallen. „Verdammt!“8 rief Mitchell wiitend.
„Nun ist auch noch die Halfte unseres Trinkwassers weg.“
Waren sie unbewaffnet?
Da sahen wir einen Fischkutter sehr nah vor uns. Er
war ungefahr eine halbe Meile entfernt und hielt direkten
Kurs auf uns. Wir erschraken. „Die geben uns den Rest!"
schrie Stroud. Wir hatten keine Waffen mehr. Unsere
Pistolen lagen irgendwo im Flugzeug. An die Bord-MGs
konnten wir nicht mehr heran. Wir saBen in den Schlauch-
booten. Ein paar Schfisse, und wir waren erledigt ge-
wesen 9.
„Ergeben wir uns doch", rief Stroud aufgeregt. Er war
vollig durcheinander 10.
Plotzlich legte er die Schwimmweste ab, rifi sich das
Unterhemd vom Leib und kroch, ehe wir es verhindern
konnten, zu dem Backbordfliigel. Ich rief ihn zuriick, aber
er horte nicht darauf. Mitchell, der ihm am nachsten war,
wollte ihn zuriickholen. Doch es gelang ihm nicht. Alles
spielte sich blitzschnell ab. Stroud zog seine Schuhe aus
und versuchte mit blofien Fiifien auf den Fliigel hiniiber-
steigen. Es war sinnlos, denn man konnte ihn vom Fisch-
kutter aus langst sehen. Da geschah es! Stroud fiel ins
Wasser. Mitchell und Simons ruderten sofort an die Stelle,
wo der Bordfunker verschwunden war. Doch jede Hilfe
kam hier zu spat-
159
Der Fischkutter war noch naher gekommen und wir
konnten schon drei Gestalten sehen. Als er auf Rufweite
gekommen war, forderten -wir ihn auf, uns an Bord zu
nehmen. Man antwortete nicht. Wahrscheinlich waren sie
unbewaffnet, denn sie hielten ge-
niigenden Abstand. Wir riefen sie
nocheinmal an. Diesmal rief einer
durch ein Megaphon: „GriiBt die
Hoile, ihr verdammten Strol-
che! 1 11 “
Simons drohte ihm mit der
Faust: „Halt die Schnauze, du
elender Hund! 12“
Langsam zog der Fischkutter
voruber.
(Fortsetzung folgt)
1. читай: мёйдей (сигнал бедствия) — helfen Sie uns
2. es geht kein Ruf ab — на вызов не отвечают
3. es ware besser gewesen, in Japan notzulanden —
было бы лучше сделать вынужденную посадку в Японии
4. viel Umstande machen — церемониться
5. die Sonnenhohe zu nehmen—определять местона-
хождение по Солнцу
6. Wir saufen ab!—Мы тонем!
7. sind aufgesprungen — лопнули
8. verdammt! — проклятье! черт побери!
9. und wir waren erledigt gewesen— и с нами было
бы покончено
10. Er war vollig durcheinander. — Он совершенно
потерял самообладание.
11. Griifit die Hoile, ihr verdammten Strolche! — Пе-
редайте привет чертям на том свете, проклятые бродяги!
12. Halt die Schnauze, du elender Hund!—Заткни
глотку, проклятая собака! '
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание прочитанной
части рассказа „Das Ende einer Superfestung":
1. Die „Lucky Lady" flog in Richtung. Wladiwostok,
Stimmt das?
160
2. Die Besatzung der „Lucky Lady“ kannte die Sow-
jetunion gut. Stimmt das?
3. Der Flug dauerte schon elf Stunden. Stimmt das?
4. Mitten fiber dem Japanischen Meer begann ein Mo-
tor zu brennen. Stimmt das?
5. Die „Lucky Lady“ mufite landen. Stimmt das?
6. Die Landung auf dem Wasser ist leicht. Stimmt
das?
7. Die Landung war gliicklich. Stimmt das?
8. Stroud und Lawton wollten sich den Japanern er-
geben. Stimmt das?
9. McIntyre befahl Stroud, die Sonnenhohe zu nehmen.
Stimmt es?
10. Stroud konnte mit dem Sextanten gut zurecht-
kommen. Stimmt es?
IL Simons hatte Angst vor Haien. Stimmt das?
12. Ein zweimotoriges Flugzeug beschofi die „Lucky
Lady“. Stimmt das?
13. Ein Geschofi traf das Heck der Superfestung.
Stimmt das?
14. Das Heck war ganz zerstort. Stimmt das?
15. Die Besatzung mufite in ein Schlauchboot hiniiber-
steigen. Stimmt das?
16. Mitchell liefi einen Wasserkanister fallen. Stimmt
das?
17. Stroud war vollig durcheinander, als er einen
japanischen Fischkutter in der Nahe sah. Er legte die
Schwimmweste ab, zog seine Schuhe aus und versuchte
auf den Fltigel zu klettern. Das gelang ihm nicht, er fiel
ins Wasser. Stimmt das?
18. Der Fischkutter nahm die Besatzung der „Lucky
Lady" an Bord. Stimmt es?
II. Дополните вопросы по смыслу, употребляя указанные внизу
слова:
Образец: 1st die Tiir geschlossen?
1. Sind die Fenster ... ? 2. Sind alle Platze schon ... ?
3. Ist die Industrie in diesem Gebiet stark ... ? 4. Sind
diese Stadte durch eine Eisenbahnlinie ... ? 5. Welche
Krafte sind in diesem Raum ... ?
entwickelt; eingesetzt; geoffnet; verbunden; besetzt
161
III. Дополните предложения по смыслу, употребляя указанные
внизу слова:
I. ... des Krieges diente ich bei der Panzertruppe.
2. Dieser Weg war mir ... . 3. Zwei Genossen teilten ... .
4. An diesem Abschnitt gehen die feindlichen Truppen
schnell zuriick; viele Soldaten und Offiziere ... wider-
standslos. 5. Die Lage war verzweifelt. Wir mufiten ...
finden. 6. Es ist Zeit, ... . 7. In zwei Stunden konnen wir
die Stadt ... . 8. Diese Einheiten gingen ... zum Angriff
uber. 9. Es ... dem Feind nicht, unseren Angriff aufzu-
halten.
unbekannt; erreichen; zu Beginn; ergeben sich; gleich-
zeitig; seine Meinung; einen Ausweg; gelang; sich an die
Arbeit zu machen
IV. Ответьте на вопросы по прочитанной части рассказа „Das Ende
einer Superfestung**:
1. In welcher Richtung flog die „Lucky Lady"?
2. Wie lange dauerte schon der Flug?
3. Warum verlor .die „Lucky Lady“ schnell die
Hohe?
4. Wie landete die Superfestung?
5. Wieviel Meilen waren es noch bis Wladiwostok?
6. Was fiir ein Flugzeug kam im Tiefflug auf die
„Lucky Lady“ zu?
7. Wo detonierte ein Geschofi?
' 8. Welcher Teil der Superfestung war ganz zerstort?
9. Wer war schwer verwundet?
10. Blieb O’Hara am Leben?
11. Wohin mufite die Besatzung der „Lucky Lady"
hiniibersteigen?
12. Was fiir ein Kutter naherte sich dem Schlauch-
boot?
13. Hatten die Manner*im Schlauchboot Waffen?
14. Was rief Stroud aufgeregt?
15. Wer versuchte sich zu retten und fiel ins Wasser?
16. Waren die Japaner bewaffnet?'
V. Перескажите содержание той части текста „Das Ende einer Su-
perfestung**, в которой говорится о воздушном налете на эки-
162
паж „Лаки леди“ и о потерях, понесенных экипажем в этом
бою.
VI. Решите чайнворд/ используя немецкие эквиваленты следующих
слов:
1. быстро; 2. шкаф; 3. слабый; 4. возможный; 5. юж-
ный; 6. летчик; 7. футбол; 8. восточный; 9. наконец;
10. простой; 11. вежливый
DAS ENDE EINER SUPERFESTUNG
(Fortsetzung)
Im Schlauchboot
In den folgenden Stunden nahm die „Lucky Lady“ wei-
ter Wasser auf. Am Abend mufiten wir die Maschine ver-
lassen. Vorsichtig stiefien wir mit den Schlauchbooten ab.
Wir hatten alle in einem Schlauchboot Platz gefunden und
zogen das andere hinter uns her. Langsam entfernten wir
uns von dem sinkenden Flugzeug. Wir priiften das Gerat
und den Kanister. Dabei zeigte sich, daB der Notsender
163
nicht betriebsfahig war. Wir konnten ihn mit unseren
Mitteln nicht reparieren und warfen ihn einfach fiber
Bord. Der letzte Wasserkanister war -nur noch zur Halfte
geftillt. Das war das Schlimmste, was uns passieren
konnte. Es ist leichter zu hungern als zu dtirsten, und auf
See, wo man viel Wasser sieht, ist es besonders schwer,
den Durst zu ertragen. Was sollten wir nun tun? Wir
brauchten ein Ziel; schon um nicht zu verzweifeln. Wla-
diwostok? Nach unserer letzten Position waren es
130 Meilen bis dorthin. 130 Meilen im Schlauchboot?
Wir besahen nun die Lebensmittel. Ich sagte meinen
Kameraden, dafi wir Lebensmittel ungefahr fiir fiinfzehn
Tage haben. Mein Plan wurde ohne Enthusiasmus auf-
genommen. Dann teilte ich die Wachen ein.
Lawton und Mitchell iibernahmen die erste, Simons
und ich die Hundewache1
Ich zog ein Zigarettenpackchen unter der Schwimm-
weste hervor und reichte es herum. William Lawton
schlug vor, alle Zigaretten zusammenzuwerfen und sie zu
rationieren. Damit waren alle einverstanden. Mitchell als
Nichtraucher sollte sie zur Verwahrung nehmen. Ich hatte
noch sechzehn Strick, Simons siebenunddreifiig und Law-
ton— zwei. Insgesamt waren es also fiinfundfiinfzig. Wir
erlaubten uns jeden Tag eind Zigarette. „Vielleicht ist es
besser", sagte Simons, „wenn wir jedesmal zu drift an
einer rauchen? Dann gibt es taglich dreimal etwas. Wir
waren einverstanden.
In der Nacht legten sich Lawton und Mitchell hin.
Aber Lawton, der hinter uns lag, schien keine Ruhe zu
finden. Ich drehte mich um und sah, wie der Leutnant
gerade eine Flasche wegsteckte. „Es ware besser, wenn
wir alle etwas davon hatten2", sagte ich. „Es ist kaum
der Rede wert", erwiderte er kleinlaut. „Keiner kann einen
ordentlichen Schluck erhalten."
Ich nahm ihm die Flasche aus der Hand — sie war
tibrigens noch halbvoll — und gab sie Mitchell zur Ver*
wahrung.
Mitchell war allmahlich zu unserem Furier geworden.
„Bekommen wir gleich mal einen Schluck, Sir? Ftir die
Hundewache."
„Es wird schlechtes Wetter kommen, dann. haben wir’s
noch notiger."
Mir war in den letzten Stunden klargeworden, dafi wir
164
doch ein bunt zusammengewiirfelter und wenig zuver-
lassiger Haufen waren3, Mitchell hatte sich als anstan-
diger Kerl erwiesen. Aber Lawton und Simons konnen,
wenn es erst einmal ums Wasser oder um das Essen geht,
nur auf ihren Vorteil bedacht sein. Ich hatte nie viel von
ihnen gehalten. Aber, dafi bei ihnen ein so primitiver
Egoismus hervorbrach, enttauschte mich. Erst jetzt lernte
ich sie richtig kennen, obwohl ich schon seit fast einem
Jahr mit ihnen flog. Wie sollte es nur weitergehen? Bis
Wladiwostok war es noch weit.
Wir ruderten Stunde um Stunde. Gegen Morgen an-
derte sich das Wetter. Ich gab Mitchell den Befehl, die
Morgenration auszugeben. Das war nicht viel. Jeder er-
hielt zwei Kekse, etwas Schokolade und ein Stuck von
einer Trockenkonserve.
,,Wie war’s mit einer Zigarette, Leutnant?" fragte Si-
mons. Ich nickte und Mitchell offnete die Blechbiichse.
Lawton griff gierig zu, zog sich eine Plane iiber den
Kopf und versuchte die Zigarette anzustecken. Das gelang
ihm wahrscheinlich nicht gleich. Immer wieder zog er
die Plane zurecht. Simons verfolgte eifersiichtig sein Tun.
„Na, komm schon raus, wir wollen auch was haben",
sagte er bose. Lawton hatte tatsachlich schon ein Stuck
geraucht. „Das nachstemal rauch ich sie an", rief Simons.
Ich entschied, dafi Mitchell als Njchtraucher die Ziga-
retten anstecken sollte.
Wir trieben nun blind dahin
Die See wurde immer schwerer. Die machtigen Wogen
hoben unser Boot und warfen es wieder hinab. Der Wind
wuchs sich zum Sturm aus. Langst hatten wir nichts
Trockenes mehr auf dem Leib. Die Kalte drang bis auf
die Knochen4. Immer neue Wogen packten uns. Mitchell
und ich arbeiteten verzweifelt, um das Boot in unsere
Gewalt zu bekommen 5. Die beiden anderen schienen sich
nur festzuhalten. Die nachste Woge schleuderte irgend
etwas aus dem Boot hinaus. Das zweite Schlauchboot
hatte sich losgerissen. Das war das Ende. Wir mufiten
zusehen, wie unsere Lebensmittel fiber Bord gingen.
Nach vielen Stunden wurde die See ruhiger. Aber dann
tpllteii die machtigen Wogen wieder an. Die Uhr zeigte
165
die Mittagsstunde an. Erst gegen Abend legte sich der
Sturm.
Wir trieben noch vier Tage im Japanischen Meer. Am
fiinften Tage passierte mir ein Mifigeschick6. Als ich die
Sonnenhohe nehmen wollte, verier ich im Boot das Gleich-
gewicht. Der Sextant fiel mir aus der Hand ins Wasser.
So trieben wir nun blind dahin. Wir konnten unseren Kurs
und unsere Fahrt nicht iiberprufen.
Vom siebenten Tage an liefien wir das Friihstiick weg.
Die Abendration gab es deshalb um Mitternacht. Lawton
starrte oft duster vor sich hin, und ich befiirchtete bei
ihm uber kurz oder lang einen Tobsuchtsanfall1.
Heute war es besonders schlimm mit ihm. „Du, du“,
rief er, ,,du hast mich ins Ungliick gebracht. Wenn wir
wieder an Land kommen, lafi ich dich wie einen Hund
aufhangen. O’Haras und Strouds Tod gehen auf dein
Konto. Waren wir in Japan gelandet, wiirden sie noch
leben 8.
Er holte mit der Rechten zum Schlag aus. Seine
Faust fuhr ins Leere. Durch seinen Korper ging ein tro-
ckenes Schluchzen 9.
Am Morgen des achten Tages kam ein kraftiger Wind
auf. Die Wogen wuchsen an. Unsere Lage war hoffnungs-
los. Was sollte aus uns werden? Riicken, Arme und Beine
schmerzten. Der Durst qualte uns. Wir konnten nicht
mehr.
Wir sind gerettet!
Zum Gluck war dieser Sturm nur von kurzer Dauer.
Gegen Mittag brach die Sonne durch die Wolken, und
zwei Stunden spater lachte ein blauer Himmel liber uns.
Wir verstandigten uns mit Blicken, denn das Sprechen
bereitete uns Miihe. Unsere Bewegungen wurden immer
schwerer. Lawton schien mit offenen Augen zu schlafen.
Mitchell hob den Kopf und sah an mir vorbei in die
Feme. Ich verstand, dafi er etwas sagen wollte. Ihm
fehlte aber die Kraft, laut zu sprechen. Mit der Hand
zeigte er irgendwohin. Ich wendete den Kopf, aber ich
sah nichts. Endlich prefite Mitchell heraus: „...Clarence!
Ein Flieger! Ein Flieger! Horst du?“
Ja, jetzt horte ich es auch: es war gewifi ein Flugzeug.
Aber gleichzeitig war auch die Enttauschung wieder da;
166
es konnte ja nur ein Japaner sein. Ich hatte zwar keine
Angst mehr, dafi er uns zusammenschiefien kann.
Dazu war ich zu gleichgiiltig geworden. Dann sahen
wir ihn. Von Westen her kam er genau auf uns zuge-
flogen. Die Maschine war ungefahr 500 Fufi hoch. Ich
suchte nach ihren Kennzeichen. Da! Am Flugzeug war ein
roter Kreis; die Sonne! Japans Emblem.
Plotzlich wurde der rote Kreis vor meinen Augen
eckig. Spielten mir die Sinne einen Streich? 10
„Der Stern! Der Stern! Siehst du ihn, Clarence? Es ist
ein Flugboot". Mitchell schrie jetzt und gestikulierte mit
den Armen. Wird uns der Flieger erkennen? Ich wufite,
wie schwer es war, ein kleines Boot auf dem Meer zu be-
merken. In diesem Augenblick fielen mir die Farbpatronen
ein. Man kann das Wasser farben! Wo waren sie eigent-
lich geblieben? Dann konnte ich den roten Stern ganz
deutlich erkennen. Die Maschine beschrieb eine Kurve.
Erst da verstand ich, dafi dieses Flugzeug ja auf dem
Wasser niedergehen konnte. „Wir sind gerettet!" Aus der
Kabine winkte jemand mit etwas Weifiem herunter. Ja,
er hatte uns entdyckt! Wir schrien durcheinander.
Auf offenem Meer zu wassern ist nicht einfach, das
hatte ich schon bei unserem „Schiffbruch" erfahren. Im
Pazifik roiien die Wogen in grofien Abstanden, im Ja-
panischen Meer jedoch in sehr kurzen Intervallen. Hier
ist es also besonders schwer. Der Pilot fing wie ein Artist
jede Woge ab.
Endlich waren sie da. Es waren drei Mann. Sie fragten
etwas, aber wir verstanden es nicht. Wahrscheinlich woll-
ten sie wissen, woher wir kamen. „Americans!" sagte ich.
Sie nickten. Da kamen mir plotzlich Zweifel: vielleicht
waren es doch Japaner?
„Are you Japs?" 1 11 — fragte.ich.
Einer der beiden Piloten lachte; „No, we are Russi*
ans!" 12
Friihmorgens waren wir an der sowjetischen Kiiste.
1. Hundewache — erste Wache nach Mitternacht
2. Es ware besser, wenn wir alle etwas davon
hatten — было бы лучше, если бы нам всем понемногу
досталось
3. ein bunt zusammengewiirfelter und wenig zuver-
167
lassiger H auf en — горстка ничем не связанных людей,
на которых нельзя было положиться
4. drang bis auf die Knochen — пронизывал до костей
5. um das Boot in unsere Gewalt zu bekommen —
чтобы справиться с лодкой
6. passierte mir ein Mifigeschick— у меня случилась
беда
7. ich beffirchtete bei ihm fiber kurz oder lang einen
Tobsuchtsanfall—я опасался, что рано или поздно у
него начнется буйное помешательство
8. Waren wir in Japan gelandet, wiirden sie noch
leben. — Если бы мы сделали посадку в Японии, то они
остались бы в живых.
9. Durch seinen Korper ging ein trockenes Schluch-
zen. — Его тело содрогнулось от рыданий.
10. Spielten mir die Sinne einen Streich? — Неужели
я схожу с ума?
11. Are you Japs? (englisch) —Sind Sie Japaner?
12. No, we are Russians, (englisch)—Nein, wir sind
Russen.
SPRECHUBUNGEN
I. Проверьте, правильно ли вы поняли содержание прочитанной
части рассказа „Das Ende einer Superfestung":
1. Die Besatzung der „Lucky Lady“ mufite die Ma-
schine verlassen. Stimmt das?
2. Sie hatte in zwei Schlauchbooten Platz gefunden.
Stimmt es?
3. Der Notsender war nicht betriebsfahig. Stimmt das?
4. Die Manner hatten wenig Trinkwasser. Stimmt es?
5. Sie hatten Lebensmittel nur fiir ffinf'Tage. Stimmt
es?
6. McIntyre schlug vor, nach Wladiwostok zu schwim-
men. Stimmt das?
7. Die Besatzung 'nahm den Plan mit Enthusiasmus
auf. Stimmt es?
8. Wenn es urns Wasser oder um das Essen ging,
waren Lawton und Simons nur auf ihren Vortell bedacht.
Stimmt das?
9. Ihr primitiver Egoismfis enttauschte . McIntyre.
Stimmt es?
10. Als der Sturm ausbrach, riB sich das Boot mit
168
Lebensmitteln los. Die Lebensmittel gingen liber Bord.
Stimmt das?
11. Einige Tage spater liefi McIntyre den Sextanten
ins Wasser fallen. Die Manner trieben blind dahin. Stimmt
das?
12. In dieser verzweifelten Lage verier keiner die
Nerven. Stimmt das?
13. Den Mannern fehlte die Kraft, laut zu sprechen.
Stimmt es?
14. Mit Miihe prefite Mitchell heraus: „...Clarence! Ein
Flieger! Ein Flieger! Horst du?“ Stimmt es?
15. Das sowjetische Flugzeug landete auf dem Wasser
und nahm die vier Marnier an Bord. Stimmt das?
II. Составьте несколько предложений с выражением „es geht um...“:
Образец: Es geht um die Ausbildung der Fach-
leute.
111. Дополните предложения по образцу:
Образец: leh schlage vor, den Urlaub am Schwar*
zen Meer zu verbringen.
1. Mein -Freund schlagt vor, ... 2. Genosse K. schlagt
vor, ... 3. Wir schlagen vor, ... 4. Sie schlagt vor, ...
IV. Ответьте на вопросы по прочитанной части рассказа „Das Ende
einer Superfestung": >
1. Warum mufite die Besatzung die „Lucky Lady"
verlassen?
2. Konnten die Manner die Notrufe senden?
3. Hatte die Besatzung viel Trinkwasser?
4. Fiir wieviel Tage hatten die Manner Lebensmittel?
5. War die Lage schwer?
6. Waren alle Manner zuverlassige Kerle?
7. Was fiir ein Ungliick geschah wahrend des Sturms?
8. Wer hat die Besatzung gerettet?
V. Решите кроссворд, подбирая немецкие эквиваленты следующих
слов:
По горизонтали: I. старый; 3. ботинок; 5. из (пред-
лог)-, 7. честь; 9. марка; 11. жарко; 15. вечером; 17. бе-
рег; 19. когда (союз); 20. такси; 22. перо; 24. озеро;
25. рука; 27. последний; 29. прежде чем; 31. танец;
32. лед, мороженое; 33. море; 34. резерв; 35. громко;
7—933
169
38. хор; 40. нога; 41. парень; 43. красный; 44. ночь;
45. новый
По вертикали: 1. на (предлог); 2. чай; 4. рука;
5. акт, действие; 6. так; 8. здесь; 10. остаток; 11. тетрадь;
1^. герой; 13. текст; 14. сочинение; 16. серебряный;
18. железо; 21. армия; 23. совет; 26. число; 28. глубокий;
30. господин; 32. оно; 33. больше; 34. зов, призыв;
36. вид, род; 37. делать; 39. он; 42. к (предлог)
170 ----------
AUFLOSUNGEN
К стр. 6
1. Treffen
2. Ringrichter
3. erfahren
4. Italiener
5. boxen
6. eigentlich
7. nein
8. sitzen
9. ironisieren
10. erklaren
11. Giirtel
12. erzahlen
13. Reihe
14. noch'
15. streiten
16. personlich
17. oder
18. rot
19. trennen
Treiben Sie gern Sport?
К стр. 15
1. liegen; 2. heifien; 3. nennen; 4. planen; 5. fragen; 6. nehmen;
7. kommen; 8. kennen
К стр. 24
no горизонтали; 2. Frage; 3. voll; 4. Bild; 6. Beifall; 10. Larm;
11. best; 12. einzeln; 13. Raum; 15. viel; 16. Kunde,
по вертикали: 1. Gast; 2. Faile; 3. Verkaufer; 5. Diebs^ahl;
6. Bombe; 7. innen; 8. Armee; 9. leben; 14. dann
7* 171
К стр. 38
1. Mantel 8. iibermorgen 15. unmoglich
2. ich 9. Rendezvous 16. spazierengehen
3. treffen 10. in 17. feststellen
4. damals 11. nervos 18. anrufen
5. erwachsen 12. Stuhl 19. leider
6. rufen 13. Hochzeit 20. lesen
7. Tennin 14. Aufruf 21. Entdeckung 22. Notizbuch
mit der Tur ins Haus fallen
К стр. 48—47
1. kennenlernen; 2. Wissenschaft; 3. Sonntagabend; 4. Kindergar-
ten; 5. Mittelschule; 6. Beschreibung; 7. zuriicklaufen; 8. unterbrechen;
9. Schreibtisch; 19. Fischgericht; 11. Sommerschuhe; 12. Gesellschaft
К стр. 56
по горизонтали: 3. jetzt; 7. Fall; 8. Wort; 9. Lied; 11. Zeit;
12. Junge
по вертикали: 1. FDJ; 2. mit; 4. tot; 5. alles; 6. Rosen; 10. Hand;
12. Jahr; 13 eben
К стр. 62
1. eilen 7. Treppe 13. gnadig
2. nachst 8. Anfang 14. und
3. denken 9. lieben 15. Tafel
4. eigen 10. leer
5. gleich 11. ernst'
6. Uhr 121 selbst
Ende gut, alles gut.
К стр. 73
1. Stelle 9. treffen 17. eigen
2. ihnen 10. ehrlich 18. Haus
3. einige 11. nichts 19. erst
4. konnen 12. finden 20. immer
5. altest 13. iibrig 21. machen
6. Mensch 14. raten 22. ansehen
7. Palme 15. Dorf 23. trinken
8. Flufl 16. Idee
Sie kampften fiir die Heimat.
К стр. 82
Wer wagt — gewinnt.
К стр. 86
’ gehen; denkcn; sein; sich; Hut; machen; dann; decken; kaufen
Geschmack
172
К стр. Ill
по горизонтали: 5. Kunde; 6. Eifer; 7. ruhelos; 9. lesen; 11. alt;
14. komisch; 15. zweifeln; 16. Allmacht; 18. Analyse; 49. Monate;
22. Ende; 25. Werke; 26. Blick '
по вертикали: 1. Auge; 2. fern; 3. fest; 4. Kerl; 8. eilig;
10. schlieflen; 11. auffallen; 12. vollenden; 13. Schlussel; 17. klein;
20. oben; 21. Tiefe; 23. dick; 24. fiber
к стр. 122
1. hasseri 11. erwarten 21. Nacht
2. arbeiten 12. sehen 22. gehorchen
3. trommeln 13. einschlafen 23. gehen
4. Idee 14. erklaren 24. erwachen
5. haben 15. retten 25. f iillen
6. nehmen 16. zittern 26. aufstehen.
7. enden 17. andern 27. liigen
8. Nachbar 18. horen 28. lachen
9. denken 19. leben 29. erzahlen
10. ich 20. Uhr 30. nennen
Hat Ihnen diese Erzahlung gefallen?
К стр. 123
Wer fremde Sprachen nicht kennt, weifi nichts von seiner eigenen.
(Goethe)
К стр. 131
1. alles; 2. ruhig; 3. Angst; 4. Angel; 5. horen; 6. bleibl; 7. Halle;
8. Brief: 9. eckig; 10. Kiiche
К стр. 156
1. erklaren; 2. Gegner; 3. gelingen; 4. nicken; 5. Bekannte;
6. Befehl; 7. bestehen; 8. retten
К стр. 163
1. schnell;-2. Schrank; 3. schwach; 4. moglich; 5. siidlich; 6. Flie-
ger; 7. Fufiball; 8. ostlich; 9. endlich; 10. einfach; 11. hoflich
К стр. 169—170
по горизонтали: 1. alt; 3. Schuh; 5. aus; 7. Ehre; 9. Mark;
11. heifi; 15. abends; 17. Ufer; 19. als; 20. Taxi; 22. Feder; 24. See;
25. Arm; 27. letzt; 29. ehe; 31. Tanz; 32. Eis; 33. Meer; 34. Reserve;
35. laut; 38. Chor; 40. Fufi; 41. Kerl; 43. rot; 44. Nacht; 45. neu
по вертикали: 1. an; 2. Tee; 4. Hand; 5. Akt; 6. so; 8. hier;
10. Rest; 11. Heft; 12. Held; 13. Text; 14. Aufsatz; 16. silbern;
18. Efsen; 21. Armee; 23. Rat; 26. Zahl; 28. tief; 30. Herr; 32. es;
33. mehr; 34. Ruf; 36. Art; 37. tun; 39. er; 42. zu
173
DEUTSCH-RUSSISCHES WORTERVERZEICHNIS
A
Abendessen n - ужии
Abenteuer n - приключение
abfangen (i, a) vt перехваты-
вать
Abflug tn -fliige вылет; удале-
ние (самолета от цели)
abgeben (а, е) vt отдавать;
сдавать
abgemacht! договорились!
abgesessen спешившийся
abhauen vi (s) удирать
abkommen (а, о) vi (s) откло-
няться (от маршрута)
ablosen vt сменять
abnehmen (а, о) vt снимать
abreisen vi (s) уезжать
abschliefien (о, о) vt закрывать
Abschnitt m -е отрезок
abspielen, sich разыгрываться,
происходить
abspringen (a, u) vi (s) спры-
гивать
Abstand m -stande дистанция,
расстояние
abstofien (ie, о) vi (s) отталки-
ваться
Abteil n -e купе
Abteilung f -еп отряд, отделе-
ние
abwerfen (a, o) vt сбрасывать
abwinken vi отклонить (движе-
нием руки), отмахнуться
achten vi (auf Akk.) обращать
внимание (на что-л.)
ahniich подобный, похожий
Aktenschrank m -schranke шкаф
для документов
Aktion f -еп действие
174
allein один, в одиночку; alle
fiir sich allein каждый сам no
себе
allerdings во всяком случае
alltnahlich постепенно
als когда; чем; als ob как
будто
also итак, значит
alter пожилой
amfisieren, sich развлекаться,
веселиться
Anblick m -е вид
ander другой
andern, sich меняться, изме-
няться
anders иначе
anerkennen vt признавать
anfangen (i, a) vt начинать; vi
начинаться
anfliegen (о, о) vt прибли-
жаться (к аэродрому)-, выхо-
дить на цель
Anflug m -fliige выход на цель
angebrannt: angebrannt sein
подгореть
angeklagt обвиняемый
Angel f -n удочка
Angelausrfistung f -еп рыбо-
ловные снасти
Angelegenheit f -еп дело
angenehm приятный
Angestellte(r) m -n (-) служа-
щий
angestrengt напряженно
Angriff m -e атака
Angst f без мн. ч. страх
anhaben vt иметь на себе, быть
одетым (во что-л.)
anhalten (ie, a) vi останавли-
ваться (о транспорте.)
Anhohe f -n высота
ankommen (a, o) vi (s) прибы-
вать
ankiindigen vt объявлять
Ankunft f -kiinfte прибытие
anlocken vt приманивать
anprobieren vt примерять
anrauchen vt раскуривать
anrucken vi сдвинуться с места
anrufen (ie, u) vt окликать;
звонить по-телефону
anschauen vt смотреть (на кб-
го-л., что-л.)
ansehen (а, е) of смотреть (на
кого-л., что-л.)
Ansprache f -п обращение
ansprechen (а, о) vt заговари-
вать (с кем-л.)
anstandig порядочный; прилич-
ный
anstarren vt неподвижно смо-
треть (на кого-л., что-л.)
anstecken vt зажигать (папи-
росу); заражауь
anstoBen (ie, о) vt толкать
antreten (а, е) vi (s) строить-
ся; antreten lassen построить
antun vt причинять
Anweisung f -еп указание
anziehen vt надевать
Anzug m -ziige костюм
Arbeit f -еп работа; sich an die
Arbeit machen приниматься
за работу
Arbeitseifer m без мн. ч. усер-
дие в работе
argeriich сердито
arm бедный
Arm m -е рука
Art f -еп вид, род
Arzt m Arzte врач
Atem m без мн. ч. дыхание;
mit angehaltenem Atem за-
таив дыхание
auf: auf und ab туда и сюда
aufbieten (о, о) vt предлагать
Aufbietung: unter Aufbietung
aller Krafte с большим тру-
дом .
aufblitzen vi сверкнуть
aufbrullen vi взреветь
aufdringlich назойливый
auffallen (ie, a) vi (s) бро-
саться в глаза
auffordern vt просить, требо-
вать ,
Aufffihrung f -еп спектакль
Aufgabe f -n задача
aufgeben (a, e) vt отказываться
(от чего-л.); переставать,
прекращать
aufgeregt взволнованно
aufhalten (ie, a) vt задержи-
вать
aufhangen vt повесить
aufheben (о, о) vt поднимать
aufhoren vi прекращать
aufklaren, sich разъясняться
Aufklarungsflugzeug n -e раз-
ведывательный самолет
aufleuchten vi вспыхивать,
(за)светиться
aufmachen vt открывать
Aufmerksamkeit f без мн. ч.
внимание, внимательность
Aufnahme f -п снимок
aufnehmen (a, о) vt принимать;
воспринимать;
aufpassen vi быть вниматель-
ным
aufraumen vt убирать (квар-
тиру)
aufrecht прямо
Aufregung f -еп волнение
aufreifien (i, i) vt распахивать,
отдергивать
aufrichten, sich подниматься
Aufruf m -e воззвание
aufschreien (ie, ie) vi вскрики-
вать
Aufschrift f -еп надпись
aufstehen vi (s) вставать
Aufstieg m без мн. ч. подъем
auftauchen vi (s) (неожи-
данно) появляться
auftragen (ir, a) vt накрывать
на стол
auftreten (a, e) vi (s) высту-
пать
Auge n -n глаз
Augenblick m -e момент
Augenlid n -er веко
aus из; aus sein кончаться
ausbilden vt обучать
175
ausdenken vt выдумывать
ausdriicklich категорически
auseinandergehen vi (s) расхо-
диться
auseinanderrennen vi (s) разбе-
гаться
auseinanderschieben, sich (o, o)
рассыпаться, разлетаться
Ausgang tn -gauge выход
Ausgangsstelhing f -en исход-
ная позиция
ausgeben (a, e) vt выдавать
ausgerechnet как раз, именно
ausgeschlossen исключено
aushalten (ie, a) vt выдержать
ausholen: zum Schlag ausholen
размахнуться для удара
Auskunft f -kiinfte справка, све-
дение
auslandisch иностранный
auslaufen (ie, au) vi (s) выте-
кать, протекать
ausliefern vt выдавать
ausriumen vt опоражнивать;
освобождать (помещение)
ausruhen (sich) отдыхать
Aussage f -п показание
aussagen vt высказывать
aussehen (a, e) vi выглядеть
Aussehen n без мн. ч. вид, на-
ружность
ан Вег кроме
aufier внешний
aufierdem кроме того
Aufiere(s) п без мн. ч. внеш-
ность
auBerhalb вне
aussteigen (ie, ie) vi (s) выса-
живаться, выходить (из ва-
гона, машины, лифта)
aussuchen vt выбирать
auswachsen, sich (и, а) раз-
растаться
Auswahl / -еп выбор
Ausweg пг -е выход
Auszeichnung f -еп награда
ausziehen vt выдергивать;, сни-
мать (одежду, обувь)
В
Backbordfliigel m - левое крыло
backen (buk, a) vt испечь
Backenbart m -barte бакен-
барды
Bahn f -en путь, железная до-
рога
Bahnsteig m -e перрон
bald скоро, вскоре; bald darauf
вскоре после этого
Balg m Balge чучело
Band n Bander лента
Bankraub m без мн. ч. ограб-
ление банка
Barenhunger пг без мн. ч. вол-
чий аппетит
Bargeld п без мн. ч. наличные
деньги
Bart m Barte борода
Bau m -е, -ten стройка; здание
bauen vt строить
Bauer m -п крестьянин
baumlang долговязый
Baustelle f -n стройка
beachten vt обращать внимание
(на что-л.)
bedacht: bedacht sein (auf Akk.)
заботиться (о чем-л.)
bedauern vt жалеть
bedecken vt прикрывать
bedeuten vt означать
bedingungslos безоговорочно
beeilen, sich торопиться
beenden vt оканчивать, закан-
чивать
beerdigen of хоронить, погребать
Befehl m -e приказ
befehlen (a, o) vt приказывать
befestigt прикрепленный
befinden, sich (a, u) находиться
befragen vt опрашивать
Befreiung f -еп освобождение
befreundet: befreundet sein др у
жить
begabt талантливый
begeben, sich (a, e) отправ
ляться, идти
begegnen (sich) встречать(ся)
Begeisterung f без мн. ч. вос-
хищение, воодушевление
beginnen (а, о) vi начинать(ся)
BGL (Betriebsgewerkschaftslei-
tung f -еп) фабрично-завод-
ской, комитет
begleiten vt сопровождать
begreifen (i, i) vt понимать
176
begriifien vt приветствовать
begiitert состоятельный, зажи-
точный
behalten (ie, a) vt сохранять
behandeln vt обращаться (c
кем-л.); лечить
behaupten vt утверждать
beherrschen, sich (о)владеть
собой
beibringen vt преподавать,
обучать
Beifall m без мн. ч. апло-
дисменты
Beilage f -n гарнир
beilaufig между прочим
Bein n -e нога
beinahe почти
beispielsweise к примеру
beiBen (i, i) vt кусать
bekannt известный
Bekanntschaft f -en, знакомство
bekommen (a, o) vt получать
belasten vt обвинять
belehren vt поучать
beleibt толстый; тучный
beliebig любой
bellen vi лаять
bemerken vt замечать
benehmen, sich вести себя, дер-
жаться
beobachten vt наблюдать (за
чем-л., чем-л.)
benutzen vt пользоваться,
использовать
berauben vt грабить
bereits уже
Berg т -е гора
Bericht т -е доклад, донесение
Beruf т -е профессия
beruhigen vt успокаивать
beriihmt знаменитый
besagen vt показывать; озна-
чать ~~
Besatzung f -еп экипаж (само-
лета, танка); оккупация
beschaftigen, sich заниматься;
beschaftigt sein работать
bescheiden скромный
beschlieBen (о, о) vt решать
(что-л. сделать)
beschmiert загрязненный
beschrankt ограниченный
beschreiben (ie, ie) vt описы-
вать
Beschufi m -schiisse обстрел;
in direktem BeschuB прямой
наводкой
besehen (a,, e) vt осматривать
beseitigen vt устранять
besetzen vt занимать
besitzen (besaB, besessen) vt
иметь, обладать
besoffen пьяный
Besonderheit f -еп особенность
besorgt озабоченно, с беспо-
койством
bestatigen (sich) подтверж-
даться)
bestehen vi (aus Dat.) состоять
(из кого-л., чего-л.); (auf
Akk.) настаивать (на чем-л.)
besteigen (ie, ie) vi (s) вхо-
дить, влезать
bestellen vt заказывать; при-
глашать; передавать
bestimmt определенный; на-
верняка
bestreiten vt оспаривать;
bestrichen намазанный
besuchen vt посещать
beteiligen, sich (an Dat.)
участвовать (в чем-л.)
betont подчеркнуто, отчетливо
betrachten vt рассматривать;
смотреть (на кого-л., что-л.)
betreten (а, е) vt входить
Betrieb пг -е предприятие
betriebsfahig исправный, при-
годный к эксплуатации
Betriebsgewerkschaftsleitung f
-еп фабрично-заводской ко-
митет
betroffen смущенный
Betrug пг без мн. ч. обман
betrunken пьяный
Bettzeug п постельное белье
beugen (sich) наклонять(ся)
bevorstehend предстоящий,
bewegen (sich) двигать(ся)
beweisen (ie, ie) vt доказывать
bewundern vt восхищаться
(кем-л., чем-л.)
bezahlen vt оплачивать
beziehen vt въезжать, переез-
жать (на новую квартиру)
Beziehungen мн. ч. связи, зна-
комства
177
Bezirk tn -e район
Bild n -er картина, портрет
bilden, sich образовываться
bis до; пока не; bis auf кроме
bisher до сих пор
biBchen немного
bitten (а, е) vt (um Akk.) про-
сить (кого-л. о чем-л.)
bitter горький, печальный;
горько
blattern vi листать
blau синий, голубой
Blechbiichse f -п металлическая
коробка
bleiben (ie, ie) vi (s) оставаться
bleich бледный
Blick m -e взгляд;
blind слепой; вслепую
blitzschnell молниеносно
Ыов голый; только, лишь
Blume f -п цветок
Blumenwortschatz m язык
цветов
Blut n без мн. ч. кровь
Blute f -и цветок
Boden m Boden пол, земля
Bombenschiitze m -п бомбардир
Bombenwurf tn -wiirfe сбрасы-
вание бомб; бомбардировка
Bomber tn бомбардировщик
Boot n -e лодка
Bordfunker tn бортрадист
Bordschiitze tn -n воздушный
стрелок
Bordwaffe f -n бортовое ору-
жие
bose сердито
brauchen vt нуждаться (в
чем-л.)
braun коричневый; карий
(о глазах)
Braut f Braute невеста
brechen (а, о) vt ломать; vi (s)
пробиваться
Breite f -n широта
brennen (brannte, gebrannt) vi
гореть
Brennessel f -п крапива
Brief т -e письмо
bringen (brachte, gebracht) vt
приносить
Brot n Brote хлеб
brullen vi рычать, реветь
178
Brust f Briiste грудь
brutal грубый, бесчеловечный
buchstablich буквально
biigeln vt гладить
Bunker m - долговременное
огневое сооружение
bunt пестрый
Biirger tn - гражданин
Bursch(e) tn -(e)n парень, мо-
лодчик
Bus m -se автобус
C
Copilot m -еп второй пилот
D
da тут, там; так как
Dach п Dacher крыша
Dachboden tn -boden чердак
dahin туда
damals тогда, в To время
danach затем
danken vi (Dat.) благодарить
(кого-л.)
darauf: (es) steht darauf там
написано
darum поэтому
darunter внизу, под
dauern vi продолжаться
davon отсюда
dazu для этого
Decke f -n потолок
Deckung f -еп укрытие
deinetwegen из-за тебя
denken (dachte, gedacht) vi (an
Akk.) думать (о ком-л.,
чем-л.) •
denn же, все же; так как
dennoch все же, однако, тем
не менее
deshalb поэтому
detonieren vi разрываться,
взрываться
deutlich отчетливо, ясно
dicht вплотную; moglichst dicht
как можно ближе
dick толстый
Dieb т -е вор
Diebstahl tn -stable воровство
Diele f -п пол
Dienst m -e служба
Dienstgrad tn -e (воинское)
звание
dieselbe та же (самая)
Ding п -е вещь
direkt прямой; прямо
doch все же, однако
Donnerstag т -е четверг
doppelt двойной
drangen vt теснить; drangen,
sich толкаться, тесниться
drauBen снаружи; на улице
drehen vt крутить, вращать
dringend срочный
drift-, zu dritt втроем
drohen vi грозить, угрожать
drShnen vi греметь
drucken vt печатать
driicken vt, vi нажимать
ducken, sich пригибаться
Dummheit f -еп глупость
dunkel темный
durcheinanderschreien (ie, ie)
vi кричать наперебой
durchkammen vt прочесывать
(местность)
durchschneiden (i, i) vt перере-
зать
durchsetzen vt добиваться (че-
го-л.), настаивать (на чем-л.)
durchsuchen vt обыскивать
diirr тощий
Durst т. без мн. ч. жажда
dursten vi испытывать жажду
diister угрюмо
Dutzend п -е дюжина
Е
Ecke f -п угол
eckig угловатый
eben только что; именно
ebenso так же
edel светский
ehe прежде чем
Ehemann tn -manner супруг,
муж
ehrlich честный; честно
Ei п -ет яйцо
Eifer т без мн. ч. усердие
Eifersucht f без мн. ч. ревность
eigen собственный
eigentlich собственно говоря
eignen, sich годиться
eifen vi торопиться
einander друг друга
Eindruck т -driicke впечатление
einfach просто
einfallen (ie, a) oi (s) прихо-
дить на ум
einfrieren (о, о) vi (s) вмер-
зать
Eingang т -gange вход
eingebaut вмонтированный
eingraben (u, a), sich окапы-
ваться
eingreifen (i, i) vi вмешиваться
Einheit f -еп подразделение
einige несколько
einiges кое-что
einkaufen делать покупки; за-
купать
einkleiden vt одевать
einladen (u, a) vt приглашать
einlassen, sich (ie, a) (auf
Akk.) пускаться (на что-л.),
участвовать (в чем-л. в от-
рицательном смысле)
einmal однажды; auf einmal
вдруг; nicht einmal даже не
einnehmen (а, о) vt занимать
einrichten vt устраивать
Einsamkeit f без мн. ч. одино:
чество
einschlafen (ie, a) vi (s) засьи
пать ;
Einschlag m -schlage попада-
ние
einschlagen (и, a) vt разбивай»
einsetzen vi вступать (об ин-
струменте в оркестре)
einsteigen (ie, ie) vi (s) вхо-
дить (в вагон, автомашину
и т. п.)
einstellen vt прекращать
einteilen vt распределять
eintragen (u, a) vt вписывать
eintreffen (a, o) vi (s) при;
бывать
eintreten (a, e) vi (s) входить
einverstanden: einverstanden
sein быть согласным
Einverstandnis n без мн. ч. со-
гласие
Einwohnerschaft f без мн. ч.
жители
179
Einzelheit f -еп подробность
einzeln отдельный; по одному
elnzig единственный
einziehen vt призывать (на
военную службу)
Eis п. без мн. ч. лед; мороже-
ное (сладкое)
Eisbar т -еп белый медведь
eisern железный
Eltern pt родители
Empfang т -fange прием
empfangen (i, a) vt встречать
Empfanger т - приемник
empfehlen (а, о) vt рекомендо-
вать, предлагать; sich emp-
fehlen откланяться, удалиться
emporheben (о, о) vt возвы-
шать
emport с возмущением
enden vi кончаться
endlich наконец
Endsilbe f -п конечный слог
eng тесный
England п без мн. ч. Англия
entdecken vt обнаруживать, за-
мечать
Entdeckiing f -еп открытие
entfernen (sich) удалять(ся)
Entfernung f -еп расстояние
entfiihren vt уводить
entgegen навстречу
entgegnen vt возражать
entgehen vi (s) уходить (от
чего-л.), избегать (чего-л.)
entlang вдоль
entratseln vt разгадывать
entriistet возмущенно
entscheiden (ie, ie) vt решать,
принимать решение
entschlossen решительно
EntschluU tn -schliisse реше-
ние
entschuldigen vt извинять
entsetzlich ужасно
entstehen vi (s) возникать
enttauschen vt разочаровывать
entweichen (i, i) (s) (Dat.)
уклоняться (от чего-л.)
entwickeln (sich) развивать (ся)
entwischen vi (s) улизнуть,
убежать
erbeuten vt похищать
180
erblicken vt увидеть
erbittert ожесточенный
Erdbeere f -п земляника
Erde f без мн. ч. земля
erfahren (u, a) vt узнавать
erfassen vt поймать, засечь
Erfolg tn -e успех
erfreut обрадованный
erfiillen vt выполнять
ergeben, sich (a, e) сдаваться
erhalten (ie, a) vt получать
erheben (sich) (о, о) подни-
мать (ся)
Erhoiung f без мн. ч. отдых
erinnern, sich вспоминать
erkennen vt узнавать; опозна-
вать
erklaren vt объяснять
erklingen (a, u) vi прозвучать
erkundigen, sich осведомляться
erlauben vt позволять, разре-
шать
erleben vt переживать, испы-
тывать
erleichtert облегченно
Ermessen n без мн. ч. усмотре-
ние
ermoglichen vt делать возмож-
ным
ermorden vt убивать
ermuntern vt поощрять, побуж-
дать
ernst серьезный; всерьез
eroffnen vt открывать
Erprobung f -еп испытание
erraten (ie, a) vt разгадывать,
угадывать
erregt взволнованно
erreichen vt достигать
erroten vi краснеть
erscheinen (ie, ie) vi (s) появ-
ляться
erschieBen (o, o) (sich) застре-
лить (ся)
erschopft обессиленный
erschrecken vt Пугать; vi (a, o)
(s) испугаться
erschiittern vt потрясать
ersetzen vt заменять
erst сначала; только, лишь
erstaunt удивленно
erstens во-первых
ertonen vi раздаваться
ertragen (u, a) vt переносить
ertrinken (a, u) vi (s) (у)то-
нуть
erwachen vi (s) просыпаться
erwachsen взрослый
erwarten vt ожидать
erweisen, sich (ie, ie) оказы-
ваться
erweitern (sich) расширять(ся)
erwidern vt отвечать, возра-
жать
erwischen vt поймать, схватить
Esel m - осел
essen (aU, gegessen) vt ку-
шать, есть
etwa приблизительно; разве
etwas что-то; нечто
Existenz f без мн., ч. существо-
вание
explodieren vi взрываться
Explosion f -еп взрыв
extra специально
F
fabelhaft чудесный
Fachmahn tn -leute специалист
fahig способный
Fahne f -п флаг, знамя
fahren (u, a) vi (s) ехать, ез-
дить; vt везти
Fahrer m • шофер
Fahrgast tn -gaste пассажир
Fahrstuhl in -stiihle лифт
Fahrt f -еп езда, поездка
Fall tn -Faile случай; fiir alle
Faile на всякий случай
fallen (ie, a) vi (s) падать; по-
гибать; fallen lassen уронить
falsch неправильный; фальшиво
Fangfrage f -n каверзный
вопрос
Farbe f -n цвет
farben vt окрашивать
Farbpatrone f -n патрон с кра-
сящим веществом
fassen vt хватать
fassungslos растерянный
fast почти
Faust f -Fauste кулак
Feder f -n перо, ручка
fehlen vi не хватать; отсутство-
вать
Fehler m ошибка
felern vt праздновать
Feigling т -e трус
Feind m -e враг, противник
Feindaufklarung J без ч.
разведка противника
Feldkiiche f -п полевая кухня
Feldweg tn -e проселочная до-
рога
Fenster n - окно
Feme / -n даль
Fernglas n -glaser бинокль
fertig готовый; fertig machen
подготавливать; fertig wer-
den справляться
fest твердый, определенный;
крепко
Fest n -e праздник
festhalten (ie, a) vt задержи-
вать
feststellen vt устанавливать
Feuer n без мн. ч. огонь; das
Feuer eroffnen открыть огонь.
Feueralarm m -e пожарная тре-
вога
feuern vi стрелять, вести огонь
Feuerstarke f без мн. ч, огне-
вая сила
FeuerstoU tn -stofie короткая
(огневая) очередь
finden (a, u) vt находить
Fingerabdruck т -driicke отпе-
чаток пальцев
finster мрачный, темный
Fischer tn - рыболов
Fischkutter tn • рыболовный
катер
flackern vi мигать
Flak f - зенитная пушка
Flamme f -п пламя; in Flam-
men stehen гореть, пылать
Flanke f -n фланг
Flasche f -и бутылка
flehentlich умоляюще
Fleisch п без мн. ч. мясо
fleiDig прилежный
fliegen (о, о) vi (s) летать;
vt перевозить на самолете
Flieger т - летчик
fliehen (о, о) vi (s) бежать,
спасаться бегством
181
fliefien (о, о) vi течь
Fluchen п без мн. ч. прокля-
тие
Flucht f -еп побег, бегство
fiiichten vi (s) спасаться бег-
ством, бежать
Flug т Fliige полет
Flugauftrag tn -trage летное
задание
Flugboot п -е летающая лодка
Fliigel tn - крыло, лопасть
Flugfeld п -ег летное поле
Flughafen т -hafen аэропорт
Flugplatz т -platze аэродром
Flugunternehmen п - авиакам-
пания
Flugzeug п -е самолет
Flugzeugbauer tn самолето-
строитель
Flufi т Fliisse река
flustern vt шептать
folgen vi (Dat.) следовать (за
кем-л.)
fortfahren (u, a) vi (s) уезжать
fortgehen vi (s) уходить
fortlassen (ie, a) vt опускать,
пропускать
fortschrittlich прогрессивный
fortsetzen vt продолжать
fragen vt спрашивать
fragend вопросительно, вопро-
шающе
Fraser tn - фрезеровщик
Frau f -en женщина
frech наглый, дерзкий
frei свободный; свободно
freilich хотя
Freitag tn -e пятница
freiwillig добровольно
fremd незнакомый, чужой
Freude f -n радость
freudig с радостью
freuen (sich) радовать(ся)
freundlich приветливый
Frieden tn без мн. ч. мир
Frisur f -en прическа
froh радостный;
friih рано
Friihling m -e весна
Frfihstiick n -e завтрак
fiihlen (sich) чувствовать (себя)
fiihren vt вести
fiillen vt наполнять
Funker tn - радист
Funkgerat n -e радиостанция;
радиоприборы
Funkspruch tn -spruche радио-
грамма
fiirchten (sich) бояться
Furier tn -e каптенармус
Fufi m Fiifie нога; без мн. ч,
фут
Fufiabtreter tn - коврик для ног
Fufiboden т -boden пол
G
Gang tn Gange блюдо
ganz совсем; целый; ganz und
gar совершенно
gar совсем
Gasse f -n переулок
Gast tn Gaste гость, посети-
тель
Gastspiel n -e гастроль
Gaststatte f -n кафе
Gebaude n - здание
geben (a, e) vt давать; es gibt
имеется; nun, was gibt’s? ну,
что там?
Geburtstag tn -e день рожде-
ния
Gebiisch n -e кустарник
gefahrlich опасный
gefallen (ie, a) vi нравиться
gefallen погибший, убитый
Gefallen- т без мн. ч. любез-
ность, одолжение
Gefangenschaft f без мн. ч.
плен
Gefecht п -е бой
Gefechtsstand т -stande
командно - наблюдательный
пункт, КНП
Geffihl п -е чувство
Gefreite(r) т -п(-) ефрейтор
Gegenteil tn -е противополож-
ность
Gegeniiber п - визави, сидящий
напротив
geglfickt удавшийся
Gegner т - противник
Geheimnis п -se тайна
gehen (ging, gegangen) vi (s)
идти, ходить; es geht um
182
(Akk.) речь идет о (чем-л.)-,
Wie gent es? Как дела?
gehorchen vi слушаться, пови-
новаться
gehoren vi принадлежать
gekrankt с обидой
gelb желтый
Geld п без мн. ч. деньги; zu
Geld kommen нажиться, раз-
богатеть
gelingen (a, u) vi (s) уда-
ваться
gemeinsarn вместе, совместно
genannt по прозвищу
genau точно
geniigen vi хватать, быть до-
статочным; jemandem genii-
gen удовлетворять кого-л.
genfigend достаточный
geoffnet открытый
Gepack п -е багаж
Gepackstander т • багажная
полка
Gepacktrager т - носильщик
gerade как раз
Gerat п -е прибор
geraten (ie, a) vi (s) попасть,
очутиться
Gerede п без мн. ч. болтовня,
разговоры
gerostet жареный, поджарен-
ный
gesamt весь, целый
Geschaft п -е дело
Geschaftsmann т -leute делец,
коммерсант
Geschaftsstunden мн, ч. часы
работы
geschehen Та, е) vi (s) проис-
ходить, случаться
Geschenk п -е подарок
Geschichte f -п история
geschickt ловкий, заправский
geschlossen закрытый
Geschmack т Geschmacke вкус
geschrniickt украшенный
GeschoU п -sse снаряд
Geschfitz п -е орудие
Geschiitzfuhrer т • командир
орудия
Gesicht п -ег лицо
Gesindel п - тварь; сброд
gespannt жадно, с любопыт-
ством
Gestalt f -еп фигура
gestatten vt позволять, разре-
шать
gestehen vt признаваться, со-
знаваться (в чем-л.)
gesund здоровый
Gewalt f без мн. ч, сила
gewaltig огромный
Gewehr п -е винтовка; das Ge-
wehr hochrei fieri вскинуть
винтовку
Gewehrkolben т - приклад вин-
товки
gewickelt завернутый
gewinnen (а, о) vt выигрывать
gewifi известный, некий; ко-
нечно
gewissenhaft добросовестно
gewohnlich обычный; обычно
gefibt опытный, наметанный
gierig жадно, с жадностью
Gias п Glaser стакан, рюмка
glatt гладко
glauben vt думать, полагать;
верить
gleich сейчас; тот же самый;
gleich .darauf сразу после
этого; ganz gleich все равно
Gleichgewicht п, без мн. ч, рав-
новесие
gleichgiiltig равнодушный
gleichzeitig одновременно
Glied п без мн. ч, строй; -ег
звено
Gliick п без мн. ч. счастье
gliicklich счастливый; благопо- •
лучно
glucklicherweise к счастью
gnadig милостивый
Gold п без мн. ч. золото
Goldschmied т -е золотых дел
мастер
Graben tn Graben окоп
graben (u, a) vt копать
Granatwerfer т - гранатомет
grau серый
greifen (i, i) vi браться, хва-
тать; in die Tasche greifen
сунуть руку в карман
Grenze / -п граница
grenzlos беспредельно
183
Grobheit f -еп грубость
grofi большой, крупный
grofiartig великолепный
Grofie f -n размер
griin зеленый; ins Griine за го-
род
Grund m Griinde основание,
основа
griindlich тщательно, основа-
тельно
Gruppe f -n- отделение
Grufi m Griifie привет, привет-
ствие
grtifien vt здороваться; переда-
' вать привет
gucken vi (auf Akk.) (по) смо-
треть (на что-л.)
Giirtel m - пояс
H
Haar n -e волосы
Habe f без мн. ч. состояние,
имущество
Hafen m Hafen порт, гавань
hager худой
Hai m -e акула
Haken m - крюк
halb половина
halblaut вполголоса
Halfte f -n половина
Halle f -n (большой) зал
Hals m Haise шея
halten (ie, a) vt держать; (fiir
Akk) считать (кого-л. чем-л.)-,
vi останавливаться (о транс-
порте)
Handbewegung f -еп жест, дви-
жение руки
handeln: es handelt sich um
дело идет о
Handtasche f -n (дамская) су-
мочка
hangen (i, a) vi висеть; vt ве-
шать
hart сурово
Hafi m без мн. 4. ненависть
hassen vt ненавидеть
hiiufig часто
Hauptgericht n -e второе блюдо
Hauptmann m -leute капитан
Hauptriickzugslinie f -n основ-
ной путь отхода
184
Hauptstadt f -stadte столица
Hausdiener m - слуга
Haussuchung f -еп обыск
Havarie f -n авария
heben (o, o) vt поднимать
Heck n -e (-s) хвостовая часть
( самолета )
Heckstand m -stande кормовая
огневая установка
heilig святой
Heimat f без мн. ч. родина
heimkehren vi (s) возвращаться
домой
heiraten vt жениться
heiser охрипший
Heiserkeit f без мн. ч. хрипота
heifi горячий; жарко
heifien (ie, ei) vi называться;
vt означать;
heiter веселый
Held m -еп герой
helfen (a, o) vi помогать
hell светлый
Hemd n -еп рубашка, сорочка
herankommen (a, o) vi (s) под-
ходить
heranlassen (ie, a) vt подпу-
скать (противника на близ-
кое расстояние)
herantreten (а, е) vi (s) под-
ходить
heranwinken vt подзывать
herausholen vt доставать
herauskommen (a, о) vi (s) вы-
ходить, получаться
herauspressen vt выдавливать
herausstecken vt высовывать
herausstellen, sich выясняться
herausziehen vt вытаскивать
herrlich чудесно
herrschen vi царить
herstiirzen vi набрасываться
herumreichen vt предлагать,
угощать
herunter вниз
herunterholen vt снимать, до-
ставать
hervorblicken vi выглядывать
hervorbrechen (a, o) vi (s) про-
являться
hervorholen vt доставать
hervorziehen vt вытаскивать
Herz n -еп сердце
herzlich сердечно
hierher сюда
Hilfe f помощь
hilflos беспомощный
Hilfreferent n -еп помощник.
референта
Himmel m без мн. ч. небо
hin туда; hin und her туда и
сюда; hin- und herschwenken
vt махать (чем-л.)
hinabschreiten (i, i) vi (s) спу-
скаться (no лестнице)
hinabwerfen (a, o) vt бросать
вниз
hinauf наверх
hinaufsteigen (ie, ie) vi (s) под-
ниматься
hinausgehen vi (s) выходить
hinauslaufen vi (s) выбежать
hinausschleudern vt выбрасы-
вать (с силой)
hindurch напролет
hineingehen vi (s) входить
hineinlegen vt вкладывать
hinrichten vt казнить
hinten позади, сзади; nach
hinten назад; von hinten
сзади
hinterher следом
hiniibersteigen (ie, ie) vi (s)
перебираться, перелезать
hinunter вниз
hinwerfen (a, o) vt бросать;
sich hinwerfen залегать
hinzufiigen vt добавлять
hissen vt поднимать (флаг)
hoch высоко
hocherhoben высоко поднятый
Hochgebirge n - высокогорье
hochgewachsen высокий, высо-
кого роста
hbchstens по большей мере
Hochzeit f -еп свадьба
hocken vi сидеть на корточках
Hof m Hofe двор
hoffen vi надеяться
hoffentlich надо надеяться
hoffnungslos безнадежный
hoflich вежливый
Hohe f m высота
Hohepunkt m -e вйсшая точка,
апогей
hohnen vi иронизировать
hohnisch презрительно, ирони-
чески
holen vt доставать, приводить,
приносить
hollisch адский
Holzflugzeug п -е игрушечный
самолет х -
horen vt слушать; слышать
Horer m - телефонная трубка
Horsaal m -sale аудитория
Hose f -п брюки; трусы
hiibsch прелестный, хороший
Hiigel m - холм
Huhn п Hiihner курица
Hiille f -п оболочка
Hund m -e собака
hungern vi голодать
Hut m Hiite шляпа; den Hut
aufsetzen надевать шляпу
I
immer всегда; immer mehr всё
больше
irgendwo где-то
Irren n без мн. ч. заблуждение
Irrtum m -tiimer ошибка
J
Jackentasche f -n карман пид-
жака (куртки)
Jager m - охотник; истребитель
Jahr n -e год
Jahrhundert n -e век, столетие
jawohl конечйо; jawohl! так
точно!
je когда-нибудь; je nachdem
смотря по тому; je ... desto
чем ... тем
jedenfalls во всяком случае
jeder (jedes, jede) каждый
(каждое, каждая)
jedoch однако
jemand кто-нибудь
jenseits по ту сторону
Jude m -п еврей
Jugend f без мн. ч. молодость
Jugendliche(r) m -п(-е) под-
росток
185
Jugendverband tn -bande союз
молодежи
jung молодой
Junge tn -n юноша, парень
К
Kaktus tn Kakteen кактус
Kalte f без мн. ч. холод
Kampf tn Kampfe бой; борьба
ktimpfen vi сражаться, бороться
kampffahig боеспособный
Kassenzettel tn - (кассовый)
чек
Kastanie f -n каштан
kaufen vt покупать
kaum едва
kehrtmachen vi поворачивать
обратно
kennen (kannte, gekannt) vt
знать
kennenlernen vt знакомиться
(с кем-л., чем-л.)-, узнавать
Kennzeichen n - опознаватель-
ный знак
Kerl tn -e парень; субъект, тип
kinderleicht очень легко
Kinderschuh tn -e детский боти-
нок
Kiste f ящик
klagen vt жаловаться
klappen vi разг, ладиться, идти
иа лад
klar ясно
klarmachen vt держать в (бое-
вой) готовности, подготовить
Kleid п -ег платье
Kieidungsstiick п -е предмет
одежды
Kleinigkeit f -еп мелочь
Kleinkram т без мн. ч. мелоч-
ный товар
kleinlaut растерянно, трусливо
klingeln vi звонить
klingen (a, u) vi звучать
klopfen vi стучать
king умно
Knabe т -п мальчик
knallen vi стучать
Knie п -п колено
knien vi становиться на колени
Knopf tn Knopfe пуговица;
кнопка
186
Kognak tn -e(-s) коньяк
Komik f без мн. ч. комизм -
Kommandant т -еп командир
kommen (а, о) vi (s) прихо-
дить
kompliziert сложный
Konfektionsgeschaft' п -е мага-
зин готового платья
konnen (konnte, gekonnt) мочь
Konto п -ten счет
Kontrollgang tn -gange конт-
рольный обход
Kopf tn Kopfe голова
kopflastig перетяжеленный на
нос
kopfschiittel nd качая головой
Кбгрег т - тело: фигура
Kraft f Krafte сила
kraftig сильный
Kraftwagen tn - автомашина
krank больной;
kranken vt обижать, задевать
kraulen vi плыть кролем (сти-
лем кроль)
Kreis tn -е круг
krepieren vi (s) подыхать,
сдохнуть
Kreuz п -е крест
kriechen (о, о) vi (s) ползти
Krieg tn -е война
kriegen vt поймать, схватить
Kriegsschauplatz tn -platze
театр военных действий
krumm кривой
Kiiche 7 -п кухня
Kuchen tn - пирог
Kugel f -n пуля
kiihl прохладный
Kumpan tn -e собутыльник
Kunde m -n клиент, покупа-
тель; f -n весть, известие
Kundschaften n без мн. ч. раз-
ведка
Kundschafter т - разведчик
Kiinstlername т -п артистиче-
ское имя, псевдоним
Kurve f -п кривая (линия)
kurz короткий, коротко; kurz
vor незадолго до; vor kurzem
недавно
kiissen vt целовать
Kiiste f -n побережье
L
lacheln vi улыбаться
lachen vi смеяться
Laden m Laden магазин
Lage f -n положение; распо-
ложение
Land n Lander земля; страна;
aufs Land за город
landen vi производить посадку
Landesverrat tn без мн. ч. из-
мена родине
Landung f -еп посадка, при-
земление
lang длинный
lange долго, давно
langsam медленный; медленно
langst давно
langweilig скучиый
Larm т без мн. ч: шум
lassen (ie, a) vt оставлять; поз-
волять; заставлять; пускать
laufen (ie, au) vi (s) бежать,
бегать
laut громко
lauten vi гласить
LautstSrkeregler m регулятор
громкости
Leben n - жизнь
lebendig живой; lebendig wer-
den воскресать, оживать
Lebenslauf m -laufe биография
Lebensmittel мн. ч. продоволь-
ствие
lebhaft живо
leblos безжизненный
leer пустой . .
legen vt класть, положить;
sich legen утихать (о шторме)
Lehrjunge tn -n ученик
Leib m -er тело
Leiche f -n труп
leicht легко
Leid n без мн. ч. страдание
leiden (lift, gelitten) vt терпеть
leider к сожалению
Leihbibliothek f -еп (платная)
библиотека
leise тихо
leisten vt выполнять
Leiter m - руководитель
Leitung f -еп администрация
letzt последний
letztenmal: zum letztenmal в
последний раз
Leute мн. ч. люди
Lichter мн. ч. огни, огоньки
lieben vt любить
liebenswiirdig любезно
Liebling tn -е любимый
Lied п -ег песня
liegen (а, е) vi лежать
link левый
Lippe f -п губа
Lippenstift т -е губная помада
loben vt хвалить
Loch п Locher одиночный
окоп-укрытие
los! давай! пошел!
losen, sich отделяться
losreifien, sich (i, i) оторваться
lossagen, sich отказываться
loswerden vt отделываться (от
кого-л., чего-л)
losziehen vi (s) отправляться
Lbwenzahn tn -zahne одуванчик
Lucke / -n люк
Luft f без мн. 4. воздух
Luftraum m -raume воздушное
пространство
liigen vi врать
Lust f Liiste желание
lustig веселый; весело
M
Macht f Machte сила
machtig мощный; сильно
machtlos бессильный
mager худой
mal -ка
Mal n -e раз
Maier m - художник
Manager m - распорядитель
manch некоторый
manchmal иногда
Mann m Manner- мужчина, че-
ловек; муж
Mannschaft f -еп команда, эки-
паж
Mandvergefecht n -e учебный
бой
Mantel tn Mantel пальто
Марре f -п папка
Maschintngewehrgarbe f -n пу-
леметная очередь
187
Maschinenpistole f -n автомат
mafiig умеренно, посредственно
mafilos безгранично
Mauer f -n (каменная) стена
mehr больше
mehrere несколько
mehrmals неоднократно
Meile f -n миля
meinen vt полагать, думать;
иметь в виду
Meinung f -еп мнение
meist: die meisten большинство;
am meisten больше всего
melden, sich являться, пред-
ставляться
Melder m - связной
Menschenmenge f -n толпа
merken vt замечать
messen (a, e) vt мерить
MG (Maschinengewehr) п пу-
лемет
Milch f без мн. ч. молоко
mimen vt разыгрывать
mischen, sich вмешиваться
mifitrauisch недоверчиво
mifivergniigt неодобрительно
Mitglied n -ег член (какой-л.
организации)
mitmachen vt участвовать
(в чем-л.)
mitnehmen (а, о) vt брать с
собой
mitsingen (a, u) vi подпевать
Mittagessen п - обед
Mitte f -п середина
Mitteilung f -еп сообщение
Mittel п - средство
Mittelabschnitt т -е централь-
ный участок фронта
mittelgrofi среднего роста
mitten посреди, посредине
Mitternacht f без мн. ч. пол-
ночь
Mittwoch т -е среда
mogen: Sie mochten Вы хо-
тели бы
moglich возможный
Mdglichkeit [ -еп возможность;
die Moglichkeit offenlassen
предоставить возможность
Monat т -е месяц
monatlich ежемесячно
Montag т -е понедельник
Montageabteilung f -еп мон-
тажное отделение
Mord т -е убийство
Morder т - убийца
Morgen т - утро; gegen Mor-
gen под утро
Morgengrauen п рассвет
Morgenration f -еп утренний
рацион (паек)
MotorengerSusch п -е шум мо-
торов
Motorenschlosser т - слесарь-
моторист
Motorrad п -riider мотоцикл
Mpi-Schiitze т -п автоматчик
tniide устало
Miihe f без мн. ч. труд, стара-
ния; Miihe bereiten утом-
лять; sich (Dat.) Miihe geben
стараться
Mulde f -n лощина
Mund m Miinder рот
Munition f без мн. ч. боепри-
пасы, снаряжение
Munitionswagen т - автомо-
биль с боеприпасами
murmeln vt бормотать
miissen (mufite, gemufit) дол-
женствовать
mutig мужественный
Miitze f -п фуражка
N
nacharbeiten vi работать сверх-
урочно
Nachbar m -n сосед
nachblicken vi смотреть вслед
nachdenken vi задумываться,
обдумывать; размышлять
nachdenklich задумчивый; за-
думавшись
nachfragen vt спрашивать
nachholen vt догонять, навер-
стать
nachmittags в полдень
nachsehen (а, е) (Dat.) смо-
треть (вслед кому-л.)
nachst ближайший, следующий
Nacht f Nachte ночь; die Nacht
hindurch ночь напролет
Nachtisch m -e десерт
nah близко
188
Nahe f без мн. ч. близость
nahen vt шить; пришивать
Naherkommen п без мн. ч. при-
ближение
nahern, sich (Dat.) прибли-
жаться (к чему-л.)
Name(n) т -п(-) имя
namenlos безымянный
namlich так как, именно
Nase f -п нос
natiirlich естественно, конечно
nebensachlich между прочим
Negative п без мн. ч. отрица-
тельное
nehmen (а, о) vt брать, взять
neigen vt наклонять, склонять
Nelke f -n гвоздика
nennen (nannte, genannt) vt
называть
nett симпатичный
Neubau m -ten новостройка
neugierig любопытный; с любо-
пытством; ich war neugierig
auf (Akk.) я хотел бы знать
nichts ничего
nicken vi кивать
nie никогда; nie und nimmer
никогда н ни за что
niedergehen: auf dem Wasser
niedergehen приводняться
niedriger ниже
niemals никогда; нн разу
niemand никто
Nordpol пг без мн. ч. северный
полюс
notieren vt записывать
nbtig нужный, необходимый;
etwas notig haben нуждаться
в чем-л.
Notizbuch п -biicher записная
книжка
Notproviant п -е аварийный за-
пас продовольствия
Notruf т -е аварийный сигнал
Notsender пг - аварийный (ра- '
дио)передатчик
nun теперь
nur только, лишь
nutzlos бесполезный
О
oben наверху; nach oben на-
верх |
Oberbefehlshaber т - главно-
командующий
Oberleutnant т -е старший
лейтенант
obwohl хотя
offen открытый
offenbar очевидно
Office п -s административное
здание
offnen (sich) открывать(ся)
ohne без; ohne dafi без того,
чтобы
Ohr п -еп ухо
01 п -е масло; нефть
olivgriin оливковый
Onkel пг дядя
Orangensaft т -safte апельси-
новый сок
ordentlich настоящий, прилич-
ный
Ordnung f -еп порядок
ostwarts на восток, в восточ-
ном направлении
Р
paar: ein paar несколько
packen vt хватать, схватывать
Packen т - груда
Panzer пг - танк
Panzerabwehrgeschiitz п -е про-
тивотанковое орудие
Panzerbiichse f -п протнвотан-
ковое ружье
Panzergranate f -п бронебой-
ный снаряд
Panzerjager т - рядовой
(истребительно-) противотан-
ковых войск; истребитель
танков
Panzeriibungsgelande п - тан-
кодром
Papier п без мн. ч. бумага
Papiere pl документы
Paradies п. -е рай
Parteimitglied п -ег член пар-
тии
passen vi подходить
passieren vi (s) случаться, про-
исходить; vt проходить
Pazifik пг без мн. ч. Тихий
океан
189
Pech: ich habe Pech мйе не
везет
personlich лично
pfeifen (i, i) vi свистеть
Pfortner m - швейцар
Pistole f -n пистолет
Plane f -n брезент
planen vt планировать
Platz m Platze место; площадь;
Platz nehmen садиться einen
Platz einnehmen занимать
место
plotzlich вдруг
Podium n -ien сцена
Polarforscher tn полярный
исследователь
Popeline f без мн. ч. поплин
positiv положительно
Posten т - часовой
Preis tn -е приз
preiswert недорогой
prima великолепно
pro за, в
probieren vt примерять
priifen vt проверять
Priifung f -еп экзамен; durch
die Priifung fallen прова-
литься на экзамене
Punkt tn -e точка, пункт
punktlich точно
Q
qualen vt мучить
Quatsch tn без мн. ч. чепуха,
ерунда
R
Radiergummi п -s ластик, ре-
зника
rasen vi проноситься, устрем-
ляться
rasieren (sich) брить(ся)
Rat т Ratschlage совет
raten (ie, a) vt советовать
rationieren делить на порции
Ratlosigkeit f без мн. ч. беспо-
мощность, растерянность
Rauch т без мн. ч. дым
rauchen vt курить
190
Rauchfahne f -п дымовая по-
лоса
Raum т Raume помещение,
пространство
raumen vt оставлять, покидать
Rausch т без мн. ч. опьянение
Rechnung f -еп счет
recht правильный; очень, вполне
Recht п -е право
rechts справа
rechtzeitig своевременно
Rede f -п речь
Referat п -е доклад
Referent т -еп докладчик
rege: reges Leben оживление
Regiment п -er полк
Reglement п -s (-е) устав
reichen vt подавать, протяги-
вать
Reihe f -п ряд
reinigen vt убирать (квартиру)
reisen vi путешествовать
reiBen (i, i) vt рвать, выры-
вать, дергать, срывать
reizend очаровательный
Rendezvous п - свидание
rennen (rannte, gerannt) vi (s)
бежать
reparieren vt ремонтировать
Rest m -e остаток; (jemandem)
den Rest geben доконать
(кого-л.)
retten vt спасать
richten vt направлять
richten, sich следовать; ориен-
тироваться
Richter tn - судья
richtig правильный; по-настоя-
щему
Richtung f -еп направление
riechen (o, o) vi. чуять
riesig гигантский
rings вокруг
rollen vi (s) катиться, дви-
гаться
Rotwein m -e красное вино
Ruck tn -e толчок
Riicken tn - спина
riicktauschen vt обменивать
Riickweg tn -e обратный путь
rudern vi грести; управлять
лодкой
Ruf tn -e крик
rufen (ie, u) vi кричать; звать;
восклицать
Ruhe f без мн. ч. покой, ти-
шина
ruhig спокойно
Ruhm т без мн. ч. слава
Rundfunkgerat п. -е радио-
приемник
rundheraus прямо, откровенно
Russe т -п русский
rutschen vi скользить
S
Sache f -п дело; вещь
sagen vt сказать
Sahne f без мн. ч. сливки;
saure Sahne сметана
Salve: eine Salve abgeben дать
залп
sammeln vt собирать
Sangerwettstreit m -e состяза-
ние певцов
satt сытый
Satz tn Satze фраза, предло-
жение
schade жаль
Schaffnerin f -nen (женщина-)
проводник
Schalter tn - (задвижное) око-
шечко (в учреждении)
schamen, sich стыдиться
Schande f без мн. ч. стыд, по-
зор
scharf острый; резко scharfer
einstellen лучше настраивать
(приемник)
scharfmachen vt подстрекать
schatzen vt ценить
schauen vi смотреть
Schein tn без мн. ч. свет
Schein т -е документ
scheinen (ie, ie) vi казаться
Schelm tn -e шельма
schenken vt дарить
schicken vt посылать
Schicksal n -e судьба
schieben (o, o) vt двигать, со-
вать, выталкивать
schiefien (о, о) vi стрелять
Schiefistand т -stande тир
Schiff п -е корабль, судно
Schiffbruch т -briiche корабле-
крушение
Schildkrote f -п черепаха
schimpfen vi ругаться
schlafen (ie, a) vi спать
Schlag tn Schlage удар
schlagen (u, a) vi ударять; vi
бить
Schlager tn - модная песенка
Schlagsahne f без мн. ч. сби-
тые сливки
Schlange f -п змея; очередь
schlank стройный
Schlauchboot п -е надувная
лодка
schleppen vt тащить
schliefien (о, о) vt закрывать
schliefilich в конце концов
schlimm скверный; плохой;
плохо
Schlitten tn - сани
Schlofi п Schlosser замок; за-
мок
Schlucht f -еп овраг
Schluck т Schliicke глоток
Schlufi tn Schliisse конец
Schliissel tn - ключ
schmecken vi нравиться (no
вкусу)
schmerzen vi болеть, причинять
боль
Schminke f -n (губная) помада
schminken vt подкрашивать
schnappen vt схватить, сцапать
Schneider m - портной
Schnurrbart tn -barte усы
schon красивый
schonen vt щадить, жалеть
schopfen vt зачерпывать, чер-
пать
Schrank tn Schranke шкаф
Schrecken m - ужас
schrecklich ужасный; ужасно,
страшно
Schrei tn -e крик
schreien (ie, ie) vi кричать
Schriftsteller tn - писатель
Schritt tn -e шаг
schuld sein (an Dat.) быть ви-
новатым (в чем-л.)
Schulter f -n плечо
schummeln vi шельмовать
Schurke tn -n подлец
191
Schufi m Schiisse выстрел
Schiitzenbrigade f -n мото-
стрелковая бригада
Schiitzenloch n -locher одиноч-
ный стрелковый окоп
schwach слабый; слабо
schwachen vt ослаблять
Schwachling m -e слабоволь-
ный человек
Schwachsinnige(r) m-n(e) сла-
боумный
schwanketi vi качаться
schwarz черный
schwatzen vt болтать
schweigen (ie, ie) vi молчать
Schweiti n -e свинья
Schweinehund m -e груб.
свинья, подлец
Schwester f -п сестра
Schwiegermutter f -miitter
теща
Schwiegersohn m -sohne зять
Schwierigkeit f -еп трудность
schwimmen (a, o) vi (s) плыть
Schwimmweste f -п спасатель-
ный жилет
schworen (u, o) vt, vi клясться
See f -п море
Seenotausriistung f -еп мор-
ское спасательное оборудо-
вание
Segelboot n -e яхта
sehen (a, e) vt, vi видеть;
sieh mal видишь ли
Seidentuch n. -tiicher шелковый
платок
sein (war, gewesen) vi (s) быть,
находиться
seit с тех пор как
seitdem с тех nop
Seite f -п сторона; бок
seib: im selben Moment в тот
же момент
selbst сам, сама, само, сами
Seibstandigkeit f без мн. ч. са-
мостоятельность
Seibstmord т -е самоубийство;
Seibstmord begehen покон-
чить жизнь самоубийством
seibstverstandlich само собой
разумеется
selten редко
senken vt опускать; den Blick
senken потупить взор
sicher определенно
Sicherheit f без мн. ч, уверен-
ность
Sieg т -е победа
siegen побеждать
sieghaft победоносно
siibern серебряный
singen (a, u) vt петь
sinken: sinken iassen опускать
sinkend погружающийся под
воду
sinnios бессмысленно
sinnvoll рациональный, толко-
вый
so так; so etwas такое
sobaid как только
sofort сразу, тотчас, сейчас же
sogar даже
sogleich тотчас
Sohn т Sohne сын
solange пока
soicher (solches, solche) такой
(такое, такая)
soilen долженствовать, быть
обязанным
sonderbar странный
sondern a; nicht nur ... sondern
auch не только ... но и
sonnabends по субботам
Sonne f без мн. ч. солнце
sonst обычно; sonst nichts
больше ничего
sorgenvoll озабоченный
sorgfaitig тщательно
sorglos беззаботный, беспечный
soweit насколько
sowieso несомненно
spahen vi высматривать
Spaher т - разведчик; дозор-
ный
spahrlich редкий
Spahtrupp т -s разведыватель-
ная группа, дозор
Spahtruppfiihrer т - командир
(разведывательного) дозора
Spafi т Spafie шутка
spat поздно
Spaziergang т -gange прогулка
Speise f -п кушанье, блюдо
Speisekarte f -п меню
192
Spiegelei n -er яичница-(гла-
зунья)
Spiel n -e игра
Spiefiburger m - мещанин
Spinnerei / -еп ткацкий цех
spitz острый
Spitze: an der Spitze во главе
Sprechtaste f -п кнопка микро-
фона
spiiren vt чувствовать
Stadt f Stadte город
stammein vt лепетать, бормо-
- тать
Stammgast m -gaste постоян-
ный посетитель, завсегдатай
(кафе, ресторана)-
standhaiten (ie, a) vi выстоять,
выдержать
standig постоянно
stark сильный; сильно
starren vi неподвижно смо-
треть, уставиться
starrsinnig упрямый
statt (Gen.) вместо
stattfinden (a, u) vi состояться
Staubsauger т - пылесос
staunen vi удивляться
stecken vt совать, класть; vi
торчать
stehen (stand, gestanden) vi
стоять; es steht dlr это тебе
идет
«tehenbleiben (ie, ie) vi (s)
останавливаться
stehien (a, o) vt украсть
steif онемевший
steigen (ie, ie) vi (s) подни-
маться
steii отвесно
Stelle f -n место
steilen vt ставить
Steliung f -еп должность,
служба; позиция; Steliung
beziehen занимать позицию
Steiivertreter m - заместитель
sterben (a, o) vi (s) умирать
Stern m -e звезда
stets постоянно
Steuerbord n -e правый борт
Steuerbordtank m -s правый
(топливный) бак
Steuerung f -еп управление
Stiefel m - сапог
still тихо
Stimme f -n голос
stimmen vi соответствовать
действительности; es (das)
stimmt это так (правильно)
Stimmung f без мн. ч. настрое-
ние
Stock т Stockwerke этаж
stohnen vi стонать, вздыхать
stoiz гордый; с гордостью
Storung f -еп помеха
Stofi т Stdfie-удар
stofien (ie, о) vt толкать
Strahlfiugzeug п -е реактивный
самолет-
Strafie f -п улица; шоссе
Strafienverkehr т без мн. ч.
уличное движение
Straufi т Straufie букет
Streich т -е шутка
streichein vt ласкать, гладить
streiten, sich спорить
Strich т -е штрих
Stroich т -е бродяга
Stube f -п комната
Stuck п -е кусок, клочок; часть
stumm: stumm bleiben молчать
Stunde f -n час; Stunde um
Stunde час за часом
stiirmisch бурно
stiirzen (sich) бросаться;
устремляться
stutzen vi удивляться
suchen vt искать
Superfestung f -еп американ-
ский бомбардировщик В-29
„летающая сверхкрепость“
Suppe f -п суп
Surren n без мн. ч, жужжание,
шум
siifi сладкий
Т
Tafel f -п табличка
tiigiich ежедневно
Tanziokal т -е вечернее кафе
tapfer храбро
tarnen vt маскировать
Tarnmantel т -mantel маски-
ровочный халат
Tasche f -п карман, сумка
Tasse f -п чашка
193
Tat f -епдело; поступок
Tater m - преступник .
tatig: tatig sein работать
Tatigkeit f -еп деятельность
Tatsache f -n факт
tatsSchlich действительно, в
самом деле
taub глухой
tausend тысяча
Teil т -е часть
teilen (sich) разделить(ся)
teilnehmen (а, о) vi участвовать
teils частично
teuer дорогой
Teufel т - черт
teufelisch чертовский
tief глубокий; глубоко; низко
Tiefe f -п глубина, бездна
Tiefflug т -fliige бреющий по-
лет
Tiefschlag tn -schlage удар ни-
же пояса
Titel т - заглавие
toben vi бушевать
Tod т без мн. ч. смерть
Todesnachricht f -еп извещение
о смерти
Тог п -е ворота
Tosen п без мн. ч. рев, силь-
ный шум
tot мертвый
toten vt убивать
tragen (u, a) vt иести, носить
traurig грустный, печальный;
печально
treffeti (а, о) vi встречать; по-
падать
treiben (ie, ie) vt гнать
Treibstoff m -e топливо, горю-
чее
trennen vt отделять, разъеди-
нять
trennen sich расставаться
Treppe f -n лестница
Treppenhaus n -hauser лестнич-
ная клетка
treten (a, e) vi (s) ступать,
ступить; (an Dat.) подходить
(к кому-л.)
trocken сухой
trommeln vi барабанить
trbsten vt утешать, успокаи-
вать
trotz несмотря на
trotzdem несмотря на это
Truppen мн. ч. войска
Truppenteil т -е войсковая
часть
Tuch п Tiicher платок, косынка
tiichtig порядочно
tun (tat, getan) vt делать
Tun n без мн. ч. поведение
Tiir f -еп дверь
U
fiber свыше
liberal! везде, повсюду
iiberfallen (ie, a) vt совершать
нападение
iiberfliissig лишний
iiberfiillt переполненный
(jbergangsmantel т -mantel Де-
мисезонное пальто
iibergeben (а, е) vt передавать
iiberhaupt вообще
iiberhoren vt пропускать мимо
ушей
iiberlassen (ie, a) vt Предостав-
лять
iiberlegen vt размышлять, об-
думывать
iiberlegen превосходящий
iibermitteln vt передавать
iibermorgen послезавтра
iibernehmen (а, о) vt брать на
себя
iiberpriifen vt проверять, уточ-
нять
Uberraschung f без мн. ч. удив-
ление
iiberreden vt уговаривать
iiberreichen vt передавать
fibersehen (а, е) vt не замечать
iibersetzen vt переводить
iiberwachen vt следить (за
чем-л.)
iiberzeugend убедительно
iiberziehen vt надевать, наки-
дывать (что-л. поверх
чего-л.)
iibrig остальной, прочий
tibrigens впрочем, между-про-
чим
Uhr / -еп часы
194
umbinden (a, u) vt повязывать
(платок)
umblicken, sich оглядываться
umbringen vt убивать
umdrehen, sich оборачиваться,
поворачиваться
Umgehungsmanover n - обход
umgekehrt напротив; наоборот
umherlaufen (ie, a) vi (s) бе-
гать
umkommen (a, o) vi (s) поги-
бать
umsehen, sich (a, e) осматри-
ваться
umwenden, sich (а, а) оборачи-
ваться
unansehnlich неприглядный
unaussprechlich невыразимо
unbedingt обязательно
Unbegabtheit f бездарность
unbekannt незнакомый
unbequem неудобный
unbeugsam непреклонный
unbewaffnet безоружный, не-
вооруженный
unendlich бесконечно
unentschlossen нерешительно
unerkannt неопознанный
unerrniidlich неустанно, без
устали
unfaflbar непостижимо
unfrisch несвежий
Ungarn п Венгрия
Ungeduld f без мы. ч. нетерпе-
ние
ungefahr примерно, приблизи-
тельно
Ungeheuerliche(s) п ужасное
ungerecht несправедливо
unglaublich невероятно
Ungliick п без мн. ч. несчастье
Uni (Universitat) f -еп универ-
ситет
Uniform f -еп форма, мундир
unmoralisch аморальный
unrecht: unrecht haben быть
неправым
unschliissig нерешительно
unschuldig невиновный; невин-
ный
unsympathisch несимпатичный
unten внизу; nach unten steigen
спускаться вииз; von unten
снизу
unter среди
unterbrechen (а, о) vt преры-
вать
unterhalten, sich (ie, а) беседо-
вать
Unterhemd n -en нижняя со-
рочка
Unterhose f -п кальсоиы
unternehmen (а, о) предприни-
мать
unterordnen, sich подчиняться
Unterredung f -en переговоры
unterschreiben (ie, ie) vt под-'
писывать
Unterstiitzung f -en поддержка
untersuchen vt исследовать
Untertasse f -n блюдце
ununterbrochen непрерывно
unverschlossen незапертый
unverstandlich непонятный
unwillkiirlich непроизвольно, не-
вольно
urteilen vi судить, отзываться
V
vaterlandisch отечественный
Veilchen n - фиалка
verabreden (sich) договари-
ваться (о чем-л.)
verabschieden, sich прощаться
verandern, sich изменяться
Verantwortung f без мн. ч. от-
ветственность
Verband m -bande часть; под-
разделение; соединение
verbergen (а, о) vt скрывать
verbinden (a, u) vt соединять
Verbindungstiir f -еп дверь в
смежную комнату
verbrannt сожженный
Verbrecher m - преступник
verbrecherisch преступный
verbreiten, sich распростра-
няться
verbringen vt проводить (о вре-
мени)
Verbiindete(r) пг -п(-) союзник
Verdacht m без мн. ч. подозре-
ние
verdachtig подозрительный
195
verdammt проклятый
verdienen vt зарабатывать
verdiistern, sich омрачаться
vereint; mit vereinten Kraften
общими усилиями
verflucht проклятый
verfolgen vt преследовать
Vergangenheit f без мн. ч.
прошлое
vergehen vi (s) проходить (о
времени)
vergessen (а, е) vt забывать
vergroBern of увеличивать
verhaften vt арестовывать
Verhalten n без мн. ч. поведе-
ние, образ действия
verhandeln vi вести переговоры
verheiratet женатый; замужняя
verhindern vt (по) мешать
(чему-Л.)
Verhor п -е допрос
verhoren vt допрашивать
verkaufen vt продавать
Verkaufer tn - продавец
Verkehrsflugzeug n -e (транс-
портный) самолет граждан-
ской авиации
verlangen vt требовать
verlassen (ie, a) vt покидать;
sich verlassen (auf Akk.) по-
ложиться (на кого-л., на
что-л.)
verlaufen vi проходить, проте-
кать
verlegen смущенный
Verlegenheit f без мн. ч. сму-
щение
verletzen (sich) поранить(ся)
verlieben, sich влюбляться
verlieren (о, о) vt терять
Verlust tn -е потеря; Verluste
erleiden нести потери
vermieteti vt сдавать в наем
vermissen vt жалеть об отсут-
ствии (кого-л., чего-л.)
vermitteln vt способствовать,
устраивать
vermuten vt предполагать
vernachlassigen vt запускать,
пренебрегать, забрасывать
verneigen, sich кланяться
vernichten vt уничтожать
Verrat tn без мн. ч. измена
verriickt сумасшедший
versagen vt отказывать
Versammlung f -еп собрание
Verschanzung f - оборудование
траншеями
verschieden различный, разный
verschlucken vt проглатывать
verschwinden (a, u) vi (s) исче-
зать, пропадать
versetzen: einen Schlag verset-
zen наносить удар
versperren vt преграждать
Verstand tn без мн. ч. ум
verstandig понятливый
verstandigen, sich объясняться,
договариваться
verstandlich понятно
verstarken vt усиливать
verstecken (sich) прятать(ся)
versterben (a, o) vi (s) уми-
рать
versuchen vt пытаться, старать-
ся, пробовать
verteidigen (sich) оборо-
нять (ся), защищать(ся)
Verteidigungsstellung f -еп обо-
ронительная позиция
verteilen vt раздавать, разно-
сить
verteufelt чертовский
vertreten (а, е) vt заменять, за-
мешать
verurteilen: zum Tode verurtei-
len приговаривать к смерти
Verwahrung f без мн. ч. храпе-
ние
Verwarnung f -еп- предупреж-
дение
verweigern vt отказываться (от
чего-л.)
verwirrt растерянно
verwundert удивленный; удив-
ленно
verwundet раненый
Verwundung f -ед ранение
Verzeihung f -еп извинение
verzichten vi (auf Akk.) отка-
зываться (от чего-л.)
verziehen vt (с)морщить (лицо)
verzweifeln vi отчаиваться
verzweifelt безнадежный; от-
чаянно; в отчаянии
196
Verzweiflung f без мн. ч. от-
чаяние
Vetter т -п двоюродный брат
vielleicht может быть, воз-
можно
vielsprachig многоязыкий
Viertel п - четверть
Vogelhals т -halse длинная
как у гусака шея
Volksarmee f без мн. ч. Г ДР
Национальная народная ар-
мия
Volkssturm tn без мн. ч. народ-
ное ополчение
voll полный
vollenden vt заканчивать
vollig полный; совершенно
vollkomtnen совершенно
voran впереди
voraus вперед
voraussehen (а, е) Vt преду-
сматривать
voraussichtlich очевидно
Vorabend: am Vorabend нака-
нуне
vorbei мимо
vorbeitreiben (ie, ie) vi (s)
гнать мимо
vorbereiten vt готовить
Vorderwand f -wande передняя
стена
vorerst пока
vorfinden (a, u) vt обнаружи-
вать
vorgestern позавчера
vorhanden: vorhanden sein
быть налицо, иметься
Vorhang tn -hange занавес
vorhin до этого
vorkommen (a, o) vi (s) слу-
чаться
vorlesen (a, e) vt читать
(вслух)
vorn впереди; nach vorn впе-
ред
vorriicken vi (s) продвигаться,
наступать
vorschlagen (u, a) vt предла-
гать
vorsichtig осторожно
Vorsitzende(r) m -n(-e) пред-
седатель
Vorspeise f -n закуска
vorstellen (sich) представлять
(себе); sich (Dat.) vorstellen
представляться (кому-л.)
Vorstellung f -еп представле-
ние, спектакль
vorstoUen (ie, o) vi (s) продви-
гаться
vorstiirzen vi (s) выскакивать
Vorteil tn -e выгода
voriiberziehen (o, o) vi (s) про-
ходить мимо
vorziehen (о, о) vt (Dat.) пред-
почитать (что-л., чему-л.)
vorziiglich превосходно
W
Wache f -n стража; вахта, ка-
раульная служба
Wacholderzweig tn -е ветка
можжевельника
wachsam бдительный
wachsen (u, a) vi (s) расти
wackein vi качаться
Waffe f -и оружие
Waffenrock tn -rocke мундир
wagen vt осмеливаться
Wagen m - автомашина
wahlen vt выбирать
wahr настоящий; правда; nicht
wahr? не правда ли?
wahrend во время; в то время
как
Wahrheit ( без мн. ч. правда
wahrscheinlich вероятно '
Wahrung f -еп валюта
Wald tn Walder лес
Waldarbeiter tn - лесоруб
walten vi управлять (чем-л.)
Wand f Wande стена
wandern vi странствовать
Warenlager n - куча вещей
Warme f без мн. ч. теплота
warten vi (auf Akk.) ждать
(кого-л., чего-л.)
was кое-что
Wascherin f -nen прачка
Wasser n без мн. ч. вода
wassern vi приводняться
waUrig водянистый
' wecken vt будить
weder ... noch ни ... ни
Weg tn -e путь
197
weg прочь; weg sein уходить
Wegekreuzung f -еп перекре-
сток дорог
wegen из-за
weglassen (ie, a) vt пропу-
скать,- исключать , -
wegschnappen vt уводить, от-
бивать
wegstecken vt припрятывать
wehrios беззащитный
wehtun: es tut mir weh мне
очень жаль, мне обидно
Weib п -er женщина; баба
weich мягкий
weil так- как
Weile f без мн. ч. некоторое
время; eine ganze Weile
долго
weinen vi плакать
Weiniokal n -e бар
Weise f -n способ; auf welche
Weise каким образом
Weisheit f -еп мудрость
weifi белый weifi werden по-
бледнеть
weit далеко; широкий
Weizenernte f -n уборка пше-
ницы
Welle f -n волна
Welt f -еп мир; zur Welt kom-
men родиться
wenden vt поворачивать
wenden, sich (an Akk.) обра-
щаться (к кому-л.)
wenig мало; ein wenig немного
wenigstens по крайней мере
wenn когда; если
werden (wurde, geworden) vi
(s) становиться
werfen (sich) (а, о) бросать(ся)
Wermutsbiatt n -blatter листок
ПОЛЫНИ
Wert m -e значение, .ценность
wert стоящий
Wertgegenstand m -stande цен-
ная вещь, ценность
weshalb почему
Westen m без мн. ч. запад
Wetter п без мн. ч. погода
Wettstreit т -е состязание
wichtig важный
widerlich отвратительный
198
widersprechen (а, о) vi проти-
воречить
wieder опять, снова; immer
wieder все снова и снова
wild дико
Wind т -е ветер
winken vi махать
Winter т - зима
wirkiich действительно, на са-
мом деле
Wirt т -е хозяин
wissen (wuBte, gewufit) vt
знать; ohne Wissen без ве-
дома
Witz m -e шутка, острота
Woche f -n неделя
Woge f -n волна
woher откуда
wohi хорошо; может быть, ве-
роятно
Wohnung f -еп квартира
Woike f -п облако, туча
wollen хотеть
Wort п Worter слово
wortlos молча, без слов
wozu зачем
Wuchs т Wiichse рост
wulstig: wulstige Lippen тол-
стые губы
wunderbar чудесно
wundern, sich удивляться
wunderschon превосходный
Wunsch т Wiinsche желание
wiinschen vt желать
Wiirde f без мн. ч. достоин-
ство
Wiiste f -п пустыня
Wut f без мн. ч. бешенство,
ярость
wiitend разгневанный
Z
zahien vi платить
zahien vt считать, насчитывать
Zahn т Zahne зуб
Zeichen п - сигнал
zeichnen vt рисовать
zeigen vt показывать
Zeiger т - стрелка
Zeit f -еп время; zur Zeit в на-
стоящее время
Zeitschrjft f -еп журнал
Zeitung f -еп газета
zerreiben (i, i) vt разрывать,
прерывать
zerschossen простреленный
zerschmettern vt размозжить
zerstort разрушенный
Zettel m - записка
Zeuge m -и свидетель
ziehen (zog, gezogen) vt та-
щить; vi (s) переезжать
zielen vi (auf Akk.) целиться
(в кого-л., что-л.)
Zielfernrohr п -rohre оптиче-
ский прицел
ziemlich довольно
Zigarettdnpackchen п пачка
папирос
Zimmer m - комната
Zimmermadchen п - горничная
zischen vi шипеть, шикать
zittern vi дрожать
zivil гражданский, штатский
Ziviikieidung f без мн. ч. штат-
ская одежда
zogern vi колебаться
Zoliner m - служащий таможни
zu слишком
ziichten vt разводить, выращи-
вать . .
zucken vi вздрагивать; дергать-
ся; mit den Schultern zucken
пожимать плечами
zudrin'giich sein быть навязчи-
вым
zuerst сначала, вначале
Zufaliigkeit f -en случайность
zufiiistern vt шептать (что-л.
кому-л.)
zufrieden довольный
Zug m Ziige поезд; глоток;
взвод
zugehen vi (s) закрываться;
zugehen (auf Akk.) идти, на-
правляться (к чему-л.)
Zugmaschine f -n тягач
zuhoren vi слушать
zukommen (a, o) vi (s) (auf
Akk.) подходить (к кому-л.)
Zukunft f без мн. ч. будущее
zulassen (ie, a) vt допускать,
позволять
zuietzt под конец; в конце кон-
цов
zunachst прежде всего
zunehmen (а, о) vi усиливаться
Zunge f -п язык
zurechtkommen (а, о) vi (s)
успевать; zurechtkommen
(mit Dat.) справляться
(с чем-л.)
zurechtriicken vt поправлять
zurechtziehen vt подтягивать
zuriick назад
zuriickbieiben (ie, ie) vi (s)
-' оставаться
zuriickkehren vi (s) возвра-
щаться
zuriicksenden (a, a) vt отсылать
zuriickweichen (i, i) vi отсту-
пать
zuriickwerfen (a, o) vt отбра-
сывать
zuriickziehen, sich удаляться
zusagen vi соглашаться
zusammen вместе
zusammennehmen (a, o) vt со-
бирать
zusammenschiefien (o, o) vt
расстрелять
zusammenstellen vt формиро-
вать
zusammenstofien (ie, o) vi (s)
сталкиваться
Zuschauer m - зритель
Zuschauermenge f -n толпа зри-
телей
zuschreiten (i, i) vi (auf Akk.)
(s) направляться (к чему-л.)
zusehen (a, e) vi (Dat.) сле-
дить, наблюдать (за чем-л.)
Zustand m -stande состояние;
in einem traumartigen Zu-
stand в состоянии оцепене-
ния
zustimmen 'vi (Dat.) согла-
шаться (с чем-л.)
zustimmend одобрительно
zuvor прежде
zwar правда; хотя; und zwar
а именно
Zweck m -e смысл, цель
Zweifel m - сомнение
Zwiebel f -n лук
zwingen (a, u) vt принуждать,
заставлять-
zwinkern vi подмаргивать
199