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Текст
REPORT
Vorbild Sancho: Die Jugend-Bewegung beim BVB
GLASGOW RANGERS
Balogun
Österreich € 3,60, Schweiz 6,20 sFr., BeNeLux € 3,90, Frankreich € 4,20 Italien € 4,20, Spanien (cont.) € 4,50, Kanaren (Luftfracht) € 4,80, Ungarn 1 490 Ft., Griechenland € 4,90, Dänemark 37,95 Dkr
Seine Ansage
für Dortmund
Superpott
Endlich wieder Europapokal!
Großen Sport verspricht vor
allem die Champions League.
I N T E RV I E W
Sow zählt
auf die
Rückkehr
der Fans
ADEYEMI UND CO.
Das System
Salzburg
Das würde er im 14
Fußball ändern 3,20
GESPRÄCH MIT AOGO
14. 2. 2022
7. WOCHE
¤
14. FEBRUAR 2022
EDITORIAL
I N DI ES ER AU S G AB E
Jörg Jakob
Chefredakteur
Festspielwochen
im Europapokal –
Nörgler nerven
6
Fachgespräch: Zum Start der K.-o.-Duelle
in Europa beleuchtet Prof. Dr. Holger Broich
das große Thema Belastungssteuerung.
Z
ur Erscheinung des sogenannten modernen
Fußballs gehört, dass er es
noch weniger allen recht machen
kann, als es der traditionelle
vermochte. Und erstaunlich
ist immer wieder, wie Fans der
jüngeren Generation nach einer
„Tradition“ rufen, die sie gar nicht
kennen. Die Gnade der frühen
Geburt mit zum Beispiel einem
Europapokal ohne Gruppenphase
und einem Wettbewerb nur für
Pokalsieger wurde ihnen nicht
zuteil. Und rauchen durfte man
im Stadion auch noch …
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Fernverkehr: Der BVB ist eine der besten
Adressen für die Weiterbildung von
Talenten aus dem Ausland – die Gründe.
WAS WAR DIE AUFREGUNG
groß, als die K.-o.-Runden in der
Champions League über mehrere
Spieltage gestreckt wurden. Ist
das jetzt wirklich ein Problem?
Im Gegenteil! Ich freue mich auf
die Festspielwochen im Frühjahr,
die ersten Achtelfinalpartien
am Dienstag und am Mittwoch,
die nächsten in der kommenden
Woche. Nun eben mit Auswärtstoren, die einfach und nicht
doppelt zählen. Aber weiterhin
mit aufregenden Klubs, herausragenden Mannschaften, fantastischen Stars – kurzum: großem
Sport. Und der muss immer im
Mittelpunkt stehen. Alles andere
ist maximal zweitrangig bis
„wurscht“. Doch heute entbrennen geradezu Glaubenskriege wie
etwa über das vegane Angebot
in einer Arena. In Deutschland
arbeiten sich manche Dauernörgler so sehr am Fußball ab, dass
ich mich frage: Geht’s noch? Und
wenn ja: wirklich ums Spiel?
Führungsqualität: Djibril Sow bezieht
Stellung zur Frankfurter Eintracht,
der Schweizer Nati, der WM in Katar.
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Bundesliga:
Aktuelles vom
22. Spieltag
Foto: picture point
Wir wünschen
eine schöne Woche!
48
2. Liga:
Aktuelles vom
22. Spieltag
Frühlingsgefühl: Bei Leipzigs Angelino
ist der Spaß zurück, gegen San Sebastian
will er sich für La Furia Roja empfehlen.
Facettenreich: Dennis Aogo über die
großen Themen des Fußballs – neue
Wege, grobe Einschnitte, Rassismus
64
International:
Aktuelles aus
aller Welt
72
3. Liga:
Aktuelles vom
26. Spieltag
78
Regionalliga:
Aktuelles aus
den Regionen
kicker ist Mitglied im Verbund „EUROPEAN SPORTS MEDIA“. Dazu gehören: A Bola (Portugal), De Telegraaf
(Niederlande), ELF (Niederlande), Fanatik (Türkei), La Gazzetta dello Sport (Italien),
Marca (Spanien), Nemzeti Sport (Ungarn), So Foot (Frankreich), Sportal Korea (Südkorea),
Sport-Express (Russland), Sport-Magazine (Belgien), Tipsbladet (Dänemark), World Soccer (England).
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14. FEBRUAR 2022
KNIPSER
Foto: Witters
4
Sockenschuss
E
in Rasen wie ein Teppich ...
Unsere lose Reihe über außergewöhnliche Fußballplätze
führt uns diesmal nach München, ins
Teamhotel von Red Bull Salzburg. Die
Österreicher verlegten am 25. November 2020 das Anschwitzen am Morgen
des 4. Spieltags in der Gruppenphase
der Champions League ins Innere
ihrer Mannschaftsunterkunft. Auf
leisen Sohlen verabschiedeten sich
Karim Adeyemi und seine Kollegen
am Abend auch quasi aus dem Wettbewerb mit dem 1:3 beim FC Bayern,
drei Wochen, nachdem es sie mit 2:6
gehörig aus den Socken gehauen hatte.
14. FEBRUAR 2022
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Professor Dr. Holger Broich (47) firmiert
beim FC Bayern als wissenschaftlicher
Leiter und Leiter Fitness. Sein Mitarbeiterstab umfasst circa 40 Personen.
Dieses wissenschaftliche Begleitteam betreut diesen Bereich saisonal, dazu gehören Mediziner,
Mathematiker, Physiologen, Diagnostiker, Laborexperten, Informatiker und andere. Dr. Broich,
früher Rechtsaußen in Meppen, bei Fortuna Köln,
in Bocholt und Remscheid, lebt Fitness vor. Beim
FC Bayern ist er seit 2014 angestellt.
Herr Dr. Broich, welche Gedanken überkommen
Sie, wenn Sie aus Ihrer Sicht des Wissenschaftlers,
Leistungsdiagnostikers und Fitnessexperten den
proppenvollen Fußballkalender 2022 anschauen?
Man muss die Situation annehmen, wie sie ist. Ich
sehe sie als Herausforderung. EinC H A MP ION S L E AGUE fach kann jeder. Aber mehr Spiele
sollten es nicht mehr werden.
Welche Anforderungen stellt dieser noch gedrängtere Zeitplan an
die Chef- und Fitnesstrainer?
RB Salzburg –
Bayern München
Mittwoch, 21 Uhr
live bei DAZN & im Ticker bei kicker.de
HOLGER BROICH
„Wir sind
heute sehr
gläsern“
2022 wartet auf die Profis des FC Bayern
und die Nationalspieler eine besondere
Belastung. DR . H O LG E R B R O I C H (47)
äußert sich zu dieser Thematik.
Mir ist da nicht angst und bange,
für mich ändert sich im Alltag
nichts. Der proppenvolle Kalender setzt mich nicht unter Druck.
Die Anforderungen sind immer
sehr hoch. Auch vorangegangene
Spielzeiten hatten teilweise sehr
enge Spielpläne.
Es gab nur etwa zwei Wochen
Winterurlaub. Ende Januar hatte die Bundesliga
nach drei Spielen 14 Tage Pause. Was bedeutet
dieser Start in 2022 für den Rhythmus der Spieler?
Ich sehe keine Nachteile. Im Gegenteil. Aufgrund
zahlreicher COVID-Infektionen Anfang des Jahres
konnten wir den Januar gut für gezielte Trainingsinterventionen nutzen, um die Spieler nach der
häuslichen Isolation wieder an die gewohnte Leistungsfähigkeit heranzuführen. Denn körperliche
Inaktivität führt zu einem Verlust von Funktionen
und Funktionsmasse.
Wie hoch ist dieser Verlust?
Das hängt vom Individuum und den betroffenen biologischen Strukturen und Funktionen ab.
Und es ist kein linearer Vorgang. Dieser Verlust
im Leistungssport kann jedoch erheblich, viele Gewebe und Funktionen – Herz, Knochen,
Knorpel – können davon betroffen sein. Auch
die Energiebereitstellung ist wichtig. Hier sind
die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, sehr
wichtig, die in hoher Zahl in der Muskulatur vorkommen. Wenn Muskulatur abgebaut wird, gehen
auch Mitochondrien verloren.
Ist die Belastungssteuerung oder das Belastungsmanagement in diesem Jahr ein bisschen, erheblich
oder komplett anders als sonst?
Die Prinzipien des Belastungsmanagements müssen immer angepasst werden an die jeweiligen
Zeitabschnitte und ihre Anforderungen. Das sind
nicht nur Jahre, sondern auch Monate und Wochen
bis hin zu Tagen. Man kann deshalb nicht den
Fokus nur auf das Jahr 2022 als Ganzes richten,
sondern muss in kleineren Intervallen denken.
Wie sah diese Anpassung in der kurzen Wintervorbereitung mit Blick auf das gesamte Jahr 2022 aus?
In der Wintervorbereitung gab es keine Veränderung. Die Sommervorbereitung wird sich nur verschieben, weil die WM nicht – wie sonst ein Turnier –
nach dem ersten Halbjahr stattfindet, sondern am
Ende des Jahres. Die Bundesliga erfährt damit
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allerdings eine längere Unterbrechung.
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14. FEBRUAR 2022
Die betroffenen Profis brauchen anschließend einen
so langen Urlaub wie sonst unmittelbar nach Bundesliga-Ende oder nach einer WM oder EM. Es besteht dann jedoch die Gefahr, dass sie zum Start der
Bundesliga 2022/23 nicht auf dem Top-Level sind.
Sie brauchen 21 plus zwei Tage, also drei komplette Wochen Minimum für die pure Erholung sowie
je einen Tag für An- und Abreise vom Urlaubsort.
Für Spieler wie Joshua Kimmich, Thomas Müller
oder Robert Lewandowski mit hohen Einsatzzeiten
kann man sogar eine zusätzliche Woche überlegen.
Sonderurlaub für dauerbelastete Profis ist bei uns
ohnehin gang und gäbe. Zu wenig Urlaub, also zu
wenig Regeneration, wäre ein großer Fehler, der
zum Jahresende hin gnadenlos bestraft würde.
Ist die Regeneration in diesem Jahr noch wichtiger
für die Fitness und Vermeidung von Verletzungen?
Die Vermeidung von Verletzungen ist immer ein
sehr wesentliches Thema. Wichtig bei der Belastungssteuerung ist das Verhältnis von Belastung
und Erholung. Wir wissen recht genau, dass Anpassungseffekte dann eintreten, wenn die Belastung
geringer ist. Wenn Hochbelastungssituationen
nicht mehr kompensiert werden können, steigt
die Gefahr von Verletzungen sehr stark an.
Sie sagten im kicker-Interview Ende 2020: „Wir
haben das Limit erreicht und überschritten.“ Haben
die Verantwortlichen im Fußball nichts dazugelernt?
Wir haben im Laufe der Zeit noch weiter gelernt,
mit individuellen Grenzbelastungen umzugehen.
Wo gibt es diese Lernfortschritte?
Fotos: imago images, picture-alliance
Nach der Bundesligasaison folgen bis Mitte Juni vier
Nations-League-Spiele. Am 5. August startet die Liga
2022/23. Wie viele Tage Urlaub sind da möglich?
Vorbildlich: Unter Anleitung des Fitnessexperten Dr. Holger Broich überspringt der
topprofessionelle Weltfußballer Robert Lewandowski jede Hürde.
Was genau umfasst hierbei das Wort „alles“?
Wir haben inzwischen ein großes Instrumentarium an Methoden. Dazu gehören GPS-Monitoring, Biomarker, Match-Tracking und vieles mehr.
Trotzdem können Verletzungen passieren. Ich bin
kein Hellseher, aber die Wahrscheinlichkeit dafür
müssen wir möglichst reduzieren.
Wir reden da vor allem über Muskelverletzungen?
Ja. Und über Überlastungssyndrome.
Inwiefern betreffen Überlastungssyndrome auch
Wir haben andere Möglichkeiten der BelastungsSehnen und Herz-Kreislauf?
erkennung und -dokumentation. Wir sehen, wie
Die Herz-Kreislauf-Thematik wurde durch Corona
der Spieler belastet wurde, wann er sich in welnoch viel akuter. Eine Herzmuskelentzündung
chen Grenzbereichen bewegt hat. Wir haben viel
ist etwas sehr Schlimmes, wenn sie einen Athmehr Erkenntnisse zur Objektileten trifft. Und für die Postvierung. Diese Optionen gab es „Bei Lewandowski und COVID-Problematik fehlen
vor Jahren nicht, sie machen uns
uns noch viele Erkenntnisse.
viel schlauer. Wir können vieles Neuer sehe ich keinen Deshalb ist allen Sportlern –
Leistungsverlust.“
Profis wie Amateuren – drinmessen, wir haben den gläsernen
Profi im positiven Sinne.
gend anzuraten, nach einer
Weil Sie wissen, wann Müller wie
COVID-Erkrankung höchst
viel gelaufen ist und mit welcher Belastung?
vorsichtig mit sportlichen Aktivitäten loszulegen.
Ja, und mit diesen Infos können wir gezielter auf
Es liegt inzwischen eine große Zahl hochkarätiger
ihn eingehen. Das Monitoring der Spieler läuft
internationaler Studien vor, die wir aufmerksam
tagtäglich und komplett. Uns gehen eigentlich
verfolgen und in unserer Arbeit berücksichtigen.
keine Informationen mehr verloren, wir sind da
Was ist für Sie die größte Herausforderung, um für
heute sehr gläsern.
die Spieler eine optimale Verfassung zu garantieren?
Sie wissen, wie viel Energie Lewandowski bei wie Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu ervielen Spurts und Ausdauerläufen verbrauchte?
halten oder, wo es notwendig ist, zu verbessern.
Genau. Wenn wir den Energiebedarf mit einem
Diese allgemeine Aussage wird durch eine große
Auto vergleichen, wissen wir, was an Füllmenge er
Zahl von unterschiedlichen Maßnahmen gefüllt,
da es die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit
am Ende des Tages oder der Woche noch im Tank
hat. Und daran orientiert sich unter anderem die
nicht gibt. In unserer Branche spricht man von der
individuelle Belastungssteuerung.
Homöostase, dem Gleichgewicht, der SelbstreguUnd wenn bei allen die optimale Fitness erreicht lierung im Körper. Gesundheit und Leistung sind
ist, haben Sie den paradiesischen Idealzustand?
keine stabilen, invarianten Begriffe. Durch unsere
(lächelt) Paradiesische Zustände im Profifußball
Möglichkeiten im Fußball sind wir vielleicht mehr
wage ich mir nicht vorzustellen.
als in anderen Sportarten in der Lage, eine große
Müssten angesichts der Extrembelastung der Spieler Zahl objektiver Daten zu erheben, die uns beim difdie Experten mit dem größten Einblick, eben die ferenziellen Belastungsmanagement sehr helfen.
Fitnesstrainer, entsprechend mahnen und warnen?
Dass wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten im Fußball eine besondere Rolle spielen, ist nicht sehr
neu. Vielleicht schauen wir in der Öffentlichkeit
zu stark auf den Fußball, obwohl es auch in vielen
anderen Situationen zahlreiche Verletzungen gibt.
Dennoch müssen wir als die direkt Verantwortlichen für die Belastungssteuerung natürlich alles
tun, um solche Verletzungen zu vermeiden.
Was heißt differenzielles Belastungsmanagement?
Man kann nicht von der Gesamtbelastung sprechen, sondern muss das auf einzelne Organe
und deren Funktionen fokussieren. So gibt es
metabolisch besondere Anforderungen bei der
glykolytischen Energiebereitstellung, bei vielen
Intervallen und Sprintbelastungen. Anders ist es
bei der neuromuskulär hochintensiven, besonders exzentrischen Kontraktion, im Bereich der
dynamischen Kraftentwicklung. Wir müssen sehr
differenziert auf die Belastungssituation eingehen.
Ist Lewandowski für Sie, mit Blick auf Ihren Bereich
und seine Berufseinstellung, der perfekte Profi?
Ja. Es gibt noch andere. Lewandowski ist wie Cristiano Ronaldo mit seiner Professionalität und in
diesem Alter ein Vorbild. Unser Beitrag und sein
Verhalten ergänzen sich optimal. Er hat ein gutes
Eigengefühl und gibt uns ein sehr gutes Feedback.
Bei ihm sehe ich trotz seiner 33 Jahre immer
noch eine extrem hohe Leistungsfähigkeit, Daten
belegen diese absolute Fitness. Auch bei Manuel
Neuer sehe ich absolut keinen Leistungsverlust.
Sind extrem willensstarke Spieler wie Lewandowski,
Müller, Kimmich weniger verletzungsanfällig?
Viele Studien haben diese Verletzungswahrscheinlichkeit, besonders Muskelverletzungen, untersucht. Eine große Rolle spielen Vorverletzungen:
Je größer deren Zahl, desto größer die Gefahr, sich
wieder muskulär zu verletzen. Andere Einflussfaktoren sind die akute oder chronische Ermüdung
und die Ausgangsleistungsfähigkeit. Wir haben für
unsere Profis diese aus der Fachliteratur bekannten Faktoren analysiert und sind nun in der Lage,
das individuelle Verletzungsrisiko abzuschätzen.
Werden die DFB-Spieler bei der WM also topfit sein?
Ich bin sicher, dass sich die Nationalspieler des
FC Bayern in einer ausgezeichneten Verfassung
präsentieren werden. Und die Kollegen in den
anderen Vereinen werden das Gleiche versuchen.
Welcher Austausch erfolgt zwischen Ihnen und den
Kollegen bei der Nationalmannschaft?
Der Austausch mit dem DFB-Trainerteam und
Bundestrainer Hansi Flick ist sehr gut. Intensiv
besprechen wir direkt vor und nach den Abstellungsperioden in allen Bereichen den Status quo
der Spieler; es geht auch um Belastungssituationen
und Belastungsnormative. Die gesamte Kommunikation ist selbstverständlich ein saisonaler Prozess.
Was an Eigenverantwortung wird von Profis und
Nationalspielern verlangt?
Das Pensum 2022 komplett und auf höchstem
Niveau kann nur der Profi absolvieren, der absolut
fit ist. Das wissen all unsere Spieler und investieren
dafür sehr viel. Oft wird vorwiegend auf bestimmte
Spieler geschaut. Ich muss herausstellen, dass
alle unsere Spieler für ihre Leistung außerordentlich viel investieren. Sie haben diese intrinsische
Motivation.
INTERVIEW: KARLHEINZ WILD
C HAM P I O NS L EAGUE
RB Salzburg –
Bayern München
Mittwoch, 21 Uhr
live bei DAZN & im Ticker bei kicker.de
Leben in der
Zukunft
Auf den ersten Blick ist
Karim Adeyemi nicht zu
ersetzen: Von den 42 Toren, die RB Salzburg in den
18 Spielen bis zur Winterpause der
österreichischen Bundesliga erzielt
hat, gingen 14 auf das Konto des dreimaligen DFB-Nationalspielers. Seine
Offensivkollegen Benjamin Sesko
(drei Tore), Noah Okafor (sechs) und
Junior Adamu (drei) können bei dieser Quote (noch) nicht mithalten.
Adeyemi ist die schärfste Waffe im
Salzburger Kader. Das dürfte vorerst
auch so bleiben – sehr wahrscheinlich aber nur bis zum Sommer.
Dass der 20-Jährige zu Höherem berufen ist, weiß auch Matthias
Jaissle. Es könne „gut sein, dass Karim sich verändert“, sagt sein Trainer.
Glücklich wird er nicht darüber sein,
dennoch sei es „eben unser Weg, dass
die Spieler den nächsten Karriereschritt machen können, wenn sie sich
gut entwickelt haben“.
Das gilt auch für Adeyemi,
den es wie Vorgänger Erling Haaland wohl nach Dortmund zieht.
In Schockstarre verfällt in Salzburg
deshalb niemand. Denn die Zukunft
hat dort längst begonnen: Neben
Brenden Aaronson, Benjamin Sesko
und Luka Sucic heißt sie Roko Simic.
Die Dienste des Sohnes des ehemaligen kroatischen Nationalverteidigers
Dario Simic ließ sich Salzburg im
Sommer vier Millionen Euro kosten.
Mit acht Toren in 13 Zweitligaspielen
fürs Farmteam FC Liefering sowie
drei Treffern in der Youth League
ließ der 1,90 Meter große Angreifer seine Klasse aufblitzen. „Roko
hat großes Potenzial und eine außergewöhnliche Mentalität“, sagt
Christoph Freund.
Er muss es wissen, schließlich
hat Ralf Rangnicks Nachfolger als
Sportdirektor in Salzburg kaum
einen Flop zu verantworten und
scheint stets eine Antwort auf den
Abgang der besten Spieler parat zu
haben. Die Frage, wer der neue Jonathan Soriano werde, beantworteten sie mit Munas Dabbur. Auf den
Israeli folgte Erling Haaland. Den
Norweger ersetzten Mergim Berisha
und Patson Daka. Und als sich die
beiden zu Fenerbahce und Leicester City verabschiedeten, schlug die
Stunde Karim Adeyemis.„Von
außen schaut es aus, als
hätten wir eine Druckmaschine für neue
Spieler. Aber da
stecken oft mutige
Etwa 300 Millionen Gewinn
Entscheidungen
hat Salzburg bei den Transzwei, drei Jahre im
fers der vergangenen zehn
Vorhinein dahinJahre erzielt. Die höchste
ter“, sagt Freund.
Ablöse generierte Patson
Diesen klaren Plan
Daka mit 30 Millionen.
sieht auch Jaissle
300
Da
ka
Foto: imago images
Die besten Spieler zu verkaufen und neue
auszubilden ist das Geschäftsmodell in
SALZ B U RG . Die nächsten stehen bereit.
Bald in Dortmund? Karim Adeyemi dürfte das nächste Talent sein, das RB
verlässt – und steht damit bespielhaft für den Salzburger Weg.
und findet, dass „wir den Weg dieses
Jahr sogar noch konsequenter gehen“. Jaissle ist als 33-jähriger Trainer
das beste Beispiel.
Das System Salzburg fußt auf
einem breiten Scouting-Netz und auf
dem Ruf, den man sich weltweit erarbeitet hat. Die internationalen Talente zwischen 16 und 18 Jahren sowie
ihre Berater wissen: An der Salzach
werden sie gefördert. Die Gefahr, nur
eines von vielen Talenten zu sein,
fällt weg. Ein Puzzleteil stellt dabei
auch der nahe Salzburg beheimatete
FC Liefering dar. Reicht es noch nicht
für RB, sammeln die Talente eben
nebenan in der 2. Liga Spielpraxis.
Vier Mitarbeiter sind für die Betreuung der Talente auch außerhalb des
Rasens abgestellt. Fußballschulen in
Afrika, Nord- und Südamerika runden das Bild ab. Und Vorbilder gibt’s
mit dem Liverpool-Duo Sadio Mané
und Naby Keita, Leipzigs Dominik
Szoboszlai, Bayern Münchens Dayot
Upamecano oder dem vor der Saison
nach Leicester gewechselten Patson
Daka genug.
Dazu kommt: Österreichs
Meister kann es sich leisten, für
Talente viel Geld in die Hand zu
nehmen. Möglich machen das ein
Brausekonzern und Verkäufe jenseits der 20 Millionen Euro. „Wir sind
in Dimensionen vorgestoßen, die
vorher in Österreich unvorstellbar
waren“, bestätigt Freund. Der nationalen Konkurrenz ist man längst
entwachsen. Und dabei müssen die
anderen elf Klubs keine Angst haben,
dass ihnen der Krösus im Stil des
FC Bayern die besten Spieler wegschnappt. Denn Österreich ist längst
zu klein für die Bullen – und wer im
Alpenland Talent hat, wird ohnehin
zum Probetraining in der Salzburger
Akademie geladen.
In den vergangenen zehn Saisons stellte man übrigens nur einmal
nicht den Torschützenkönig. Und es
würde kaum verwundern, wenn dieser am Ende der Saison 2022/23 Roko
Simic hieße. Wenn dann die Frage
nach dessen Nachfolger aufkommt,
werden Freund und Co. eine Antwort
haben.
TOBIAS WAIDHOFER
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14. FEBRUAR 2022
Vergangenheit: 2016 gegen
Bayern mauerte sich Atletico
durchs Halbfinale, kam wegen
des Auswärtstreffers weiter.
Ab sofort gibt es bei so einem
Gleichstand Verlängerung.
Wenn Matthias Sammer
AUSWÄRTSTO R R EG EL
etwas nicht mag, dann
kleinkariertes Denken.
Und so sagte der Europameister von 1996, der als TV-Experte
die Champions League begleitet, im
Sommer: „Ich bin ein Freund davon,
Neuerungen eine Chance zu geben.“
Er meint diese: Mit Beginn der
geist zu belohnen. Würde erst heute
Interview bestätigte: „Ich denke, man
K.-o.-Runden wird in allen UEFAjemand frisch auf genau diese Idee
spielt dann nicht zu vorsichtig. Wenn
Klubwettbewerben die Auswärtskommen, könnten sich wohl viele daman nur 1:0 auswärts gewonnen hat,
torregel abgeschafft. Also: Drin ist
mit anfreunden. Abgeschafft worden
steht es auch wirklich erst 1:0. Da
drin. Die Sprachregelung von den
ist das Ganze aber nun auch, weil sich
werden die Spiele jetzt etwas offener
„Auswärtstoren, die doppelt zähder Grundgedanke zunehmend zusein, die neue Regel wird alles etwas
len“, die ohnehin nur in der Addition
lasten der Attraktivität ins Gegenteil
spannender machen.“ Auch Matthias
der Treffer nach zwei Spielen bei
verkehrt hatte: Nicht alle AuswärtsJaissle, als Coach des Bayern-GegGleichstand zum Tragen kam, ist
teams wurden offensiver, sondern
ners Salzburg eher der Underdog,
nun Geschichte, das gruselige Wort
manche Heimmannschaften aus
bleibt bei der forschen Linie, sagt
„Europacup-Arithmetik“ muss ebenAngst vor Gegentoren destruktiver.
zur Neuerung: „Sie ändert an unserer
so wenig bemüht werden wie GedanDiese Schere im Kopf darf nun
Herangehensweise überhaupt nichts.
ken, ein Auswärtsteam habe ein Spiel,
in der Bastelkiste bleiben, nicht jeWir versuchen immer, unsere Art
das 1:1 endet, nun 2:1 gewonnen, weil
des Tor der Auswärtself wird gleich
und Weise von Fußball auf den Platz
das Auswärtstor ja
die Luft aus dem
zu bringen.“ Der Gewinner beider
doppelt zählt ...
Die Schere im Kopf Spiel entweichen Aussagen: die Fans.
Also: Es wird
lassen – das dürfte
Aber wie handelt ein Diego
fällt weg. Doch alles tatsächlich dazu Simeone mit Atletico Madrid? Oder
weniger gerechnet,
hängt an der DNA.
ein Tor zählt nicht
beflügeln, mutiger
künftig Antonio Conte, der aktuell
mehr „doppelt“,
aufzutreten. Entmit Tottenham die Europacup-Nächsondern einfach.
scheidend bleibt:
te auf der Couch verbringt? Werden
Aber gibt es deshalb ab sofort in
Wer spielt da wann gegen wen?
sie ihr „safety first“ ad acta legen?
den Alles-oder-nichts-Runden im
Heißt: Der Stil von Teams wie
Kaum vorstellbar. Simeones Team
Europacup mehr Spektakel, mehr
Manchester City, Liverpool oder
verfolgte bisher das Credo, egal wie,
Mut, mehr Offensivgeist, mehr Tore –
Bayern mit dominanter DNA ist undaheim kein Gegentor zu kassieren.
schon in den Hinspielen? Wird der
abhängig davon, ob ein Auswärtstor
Wie zum Beispiel 2016 im Halbfinale
Charakter der Spiele dadurch verän„doppelt“ zählt, ihr Selbstverständnis
gegen Bayern, als ein 1:0 und ein 1:2
dert? Immer langsam. Es bleibt zubleibt davon unangetastet: daheim,
reichten. Ab sofort würde es mit „2:2“
mindest zu hoffen. Denn ursprüngauswärts, in Hin- und Rückspielen.
in die Verlängerung gehen.
lich wurde die Auswärtstorregel vor
Dennoch immer mit dem GesamtGrundsätzlich müssen alle –
57 (!) Jahren unter anderem mal einspielstand vor Augen, was MünKlubs, Trainer, Spieler – die neue
geführt, um die Gäste für Offensivchens Leroy Sané neulich im kickerBestimmung erst mal „lernen“, also
Über die
muss
keiner mehr grübeln, denn sie ist passé.
Spannend ist aber, ob das den Fußball
nachhaltig verändert – und ab wann.
den Umgang damit. Versuch macht
klug. Der Euro bedeutete vor 20 Jahren im Portemonnaie auch eine
Umstellung gegenüber der D-Mark.
Mit dem Unterschied, dass damals
mehr gerechnet werden musste.
Das Mannschaftstaktische, die
Spielidee, wird nun mehr in den Vordergrund rücken, wenngleich es das
aktuelle Ergebnis natürlich nicht
komplett aus dem Bewusstsein kickt.
Die Folge wird sein, dass Teams mit
einem klaren Plan mehr Freude daran haben werden, offensiver spielen
zu dürfen und nicht mit jedem Kontertor ihre Träume begraben müssen.
Speziell die zunehmende Qualität
im Pressing und Gegenpressing hat
manchen Klub davon abgehalten,
das Gaspedal voll durchzudrücken.
Auch jetzt wird keiner Harakiri
spielen, schon gar nicht im ersten
Duell, aber die taktischen Fesseln
sitzen nicht mehr ganz so stramm.
Unbestritten ist: Die Ungerechtigkeit,
dass in Verlängerungen Auswärtstore
der Dramatik den Stecker gezogen
haben, zu denen die Gastmannschaft
30 Minuten mehr Zeit hatte, entfällt.
Und in Zeiten der Pandemie in (halb)
leeren Stadien ist der Heimvorteil
schon lange kein ausgeprägter mehr.
Insgesamt fand die Auswärtstorregel allein in der Champions
League 36-mal Anwendung, am häufigsten schied Inter Mailand deswegen aus, viermal. Zumindest daran
wird Italiens Meister in den Duellen
mit dem FC Liverpool diesmal nicht
scheitern ...
THOMAS BÖKER
Fotos: picture-alliance/dpa, imago images/Nordphoto
Wird weniger mehr?
12
14. FEBRUAR 2022
EURO PA L EAG U E
RB Leipzig –
San Sebastian
Donnerstag, 21 Uhr
live bei RTL & im Ticker bei kicker.de
Wieder
wichtig
Diese fünf Monate unter Jesse Marsch sind
für einen wie ihn wie
ein fußballerischer Kulturschock. Angelino, bei Manchester
City zur Passmaschine ausgebildet
und von Julian Nagelsmann zum
torgefährlichsten Außenverteidiger
der Liga geschult, soll sich auf einmal
als Umschaltfußballer beweisen. Ein
ständiges Rauf und Runter an der
Seitenlinie, mit unzähligen Sprints
und Zweikämpfen, aber wenigen Aktionen am Ball und – abgesehen von
Standards – fast keinen Impulsen in
der Offensive mehr: Mit diesem Auftrag kann sich der impulsive Spanier
gar nicht anfreunden. „Da war es
bei uns wie beim Basketball, ständig ging es hin und her“, sagt er im
Rückblick und lacht auf. Zwar ist er
auch unter Marsch unangefochtener
Stammspieler, aber es habe sich für
ihn angefühlt, als sei er nicht wirklich
eingebunden ins Spiel.
Jetzt, seitdem Domenico Tedesco am 9. Dezember das Ruder
übernommen hat, fühlt er sich wieder
wichtig. „Mit dem Coach laufen die
Dinge wirklich gut. Wir spielen wieder viel besser. Wir spielen wieder
den Fußball, den das Team spielen
will“, beschreibt er. Auch Angelino
findet nun wieder eine Rolle, mit der
er sich identifizieren kann – auch
wenn diese längst nicht so stürmisch
„Er ist ein manchmal
fluchender, verflucht
guter Spieler.“
Lukas Klostermann über Angelino
ausgerichtet ist wie unter Nagelsmann: „Ich bin jetzt wieder mehr
integriert als vorher. Wobei ich natürlich gerne noch öfter den Ball
und Aktionen nach vorn hätte. Das
ist mein Naturell.“
Als José Angel Esmoris Tasende,
den seine Mutter früh nur noch
Angelino („kleiner Engel“) genannt
hat, am 31. Januar 2020 nach Leip-
zig kommt, deutet zunächst wenig
darauf hin, dass daraus etwas Dauerhaftes entstehen könnte. Vielmehr
wirkt die am Deadline Day kurz vor
Schließung des Transferfensters
verkündete Ausleihe für gerade mal
vier Monate als Konsequenz der gescheiterten Bemühungen um den
da noch für Freiburg verteidigenden
Nationalspieler Robin Koch wie die
Notverpflichtung eines Wandervogels. New York City FC, FC Girona,
RCD Mallorca, NAC Breda, PSV Eindhoven: Binnen fünf Jahren wurde
Angelino von den Cityzens an fünf
verschiedene Stationen verliehen,
warum also soll er am Cottaweg Fuß
fassen? Die Antwort darauf gibt Juli-
Foto: imago images/motivio
Der Spaß am Spiel ist zurück
bei Leipzigs A NG E L INO (25) –
dank Trainer Tedesco. Jetzt
kann sich der Spanier in der
Heimat in den Fokus spielen.
ANZEIGE
an Nagelsmann, der Angelino umgekommt bei einer Gastfamilie unter,
hend als Stammspieler einbaut und
fremdelt zunächst mit dem Essen,
ihm offensive Freiheiten gewährt,
dem Wetter und der Sprache. „Aber
die diesem so noch völlig neu sind.
es war im Rückblick eine großartiUnd die er regelmäßig zu Toren und
ge Entscheidung. City hat mir eine
Assists nutzt. Im Sommer 2020 wird
Menge gegeben“, sagt er heute. Aldie Ausleihe um ein weiteres Jahr verlerdings gelingt es ihm nicht, sich bei
längert, diesmal verbunden mit einer
Pep Guardiola durchzusetzen, nur
einsatzabhängigen Kaufpflicht über
15 Spiele bestreitet er fürs Profiteam.
18 Millionen Euro, die am 10. Februar
Als er in einer Pressekonferenz nach
2021 greift. Angelino unterschreibt
seinem Ex-Trainer gefragt wird, plateine Festanstellung bis Sommer 2025,
zen ihm die Sätze hinaus: „Er hat
da noch im Irrglauben, Nagelsmann
mich gekillt. Ich wurde anhand der
werde auch übers Saisonende hinaus
Vorbereitung beurteilt und habe
sein Trainer und Förderer bleiben.
dann keine Chance mehr erhalten.“
Nach dem Missverständnis
Schnee von gestern. Am DonMarsch hat er mit Tedesco nun wienerstag gegen Real Sociedad San Seder einen Trainer,
bastian geht es um
in dessen Spielstil
den Einzug ins Ach„Ich möchte in
die Stärken des Gatelfinale der Europa
der Nähe meiner
liciers besser zum
League. Das Spiel
Tragen kommen.
gegen einen spaniFamilie sein.“
„Angelino ist ein
schen Klub und die
Angelino über seine Zukunft
ganz feiner Fußbaldamit verbundene
ler, technisch extAufmerksamkeit in
rem gut. Das ermögder Heimat sind für
licht es ihm, viele Situationen sehr
ihn die besondere Chance, sich fürs
gut aufzulösen, auch auf engstem
Nationalteam zu empfehlen. Auf eine
Raum. Er hat Spaß daran, die Dinge
Einladung von Luis Enrique wartet der
spielerisch zu lösen. Das passt sehr
einstige U-21-Auswahlspieler (zwei
gut zu der Art, wie wir Fußball spielen
Einsätze) bisher vergebens, Kopfwollen“, schwärmt Tedesco. Angelizerbrechen bereitet ihm das nicht:
no ist auf seiner Position praktisch
„Wenn eine Berufung kommt, würde
konkurrenzlos, weil Nationalspieler
ich mich sehr freuen. Wenn sie nicht
Marcel Halstenberg schon die gesamkommt, genieße ich die Zeit in der
te Saison über verletzungsbedingt
Länderspielpause mit der Familie.“
nicht eingreifen kann. Die letzten
Letzteres spielt ohnehin eine
20 Pflichtspiele bestreitet er jeweils
immer größere Bedeutung in Angein der Startelf, ist fast immer die
linos Leben, und damit einher geht
gesamte Spielzeit über auf dem Platz.
die Frage, ob er tatsächlich noch die
„Angel bringt für seine Posigut drei Jahre bis zum Vertragsende
tion alles mit und hat sich hier zu
für RB auflaufen wird. Seit knapp
einem absoluten Stammspieler entdrei Jahren ist er stolzer Vater eines
wickelt. Er ist technisch extrem stark,
kleinen Jungen, der bei der Mutter
schlägt gute Flanken sowie Standards
in Barcelona lebt und den er deshalb
und hat auch noch einen brutalen
nur hin und wieder wahrhaft zu GeSchuss“, sagt Nationalspieler Lukas
sicht bekommt. Ein Zustand, den
Klostermann über den TeamkolleAngelino gerne verändern würde, wie
gen, der wegen seiner direkten und
er im Video-Gespräch mit dem kicker
mitunter aufbrausenden Art zwar
klar zu verstehen gibt. Auf die Frage,
nicht zu den pflegeleichtesten Profis
welche Ziele er sich für den Rest
im RB-Kader zählt, sich aber eine
der Karriere gesetzt hat, antwortet
große Wertschätzung in der Kabine
er: „Ich möchte irgendwann in der
erarbeitet hat. „Er hasst es zu verlieNähe meiner Familie sein. Ich war
ren und hat eine gute Mentalität. Um
es immer gewohnt, dass Fußball für
es auf den Punkt zu bringen: Er ist
mich Priorität hat. Aber wenn man
ein manchmal fluchender, verflucht
ein kleines Kind hat, verändern sich
guter Spieler“, sagt Klostermann.
die Dinge. Ich vermisse meinen Sohn,
Als 15-Jähriger trifft der bei
ich möchte ihn aufwachsen sehen.“
Deportivo La Coruna ausgebildete
Angeblich, so berichtet die spaAngelino einen für seine Karrienische Zeitung ABC, ist er bei Real
re wegweisenden Entschluss. Der
Madrid ein Kandidat für die NachFC Barcelona lockt ihn in seine Jufolge des in die Jahre gekommenen
gendakademie, Real Madrid will ihn
Marcelo (33). Mit starken Auftritten,
ebenfalls verpflichten. Doch Angeligerade auch in der Europa League,
no entscheidet sich für Manchester
kann sich Angelino nicht nur bei
City, weil er Englisch lernen und
den Königlichen weiter in den Fokus
auf eigenen Füßen stehen will. Er
spielen.
OLIVER HARTMANN
Hin & weg: Jadon Sancho
und Christian Pulisic
kamen als Talente und
begeisterten beim
BVB, gingen dann nach
England; Giovanni Reyna
spielt noch beim BVB.
Jugend-Bewegung
EUROPA LEAG U E
Bor. Dortmund –
Glasgow Rangers
Donnerstag, 18.45 Uhr
live im Stream bei RTL+
und im Ticker bei kicker.de
Am späten Nachmittag
sieht man auf dem Parkplatz der großen Bäckerei
zahlreiche Autos mit in
Dortmund-Brackel sonst eher ungewohnten Kennzeichen. Sie kommen
aus den Niederlanden, aus Wolfsburg
oder aus Düsseldorf und machen kurz
Stopp auf einen schnellen Kaffee. Ihr
Ziel: das unweit gelegene Trainingsgelände von Borussia Dortmund,
wo an diesem regnerischen Freitag
die U 19 des BVB und die von Bayer
Leverkusen im Top-Spiel der JugendBundesliga aufeinandertreffen.
Scouts, Trainer, Berater, Eltern,
sie alle sehen vor rund eineinhalb
Wochen den 3:1-Sieg der schwarzgelben Jugend. Die beiden ersten
Treffer erzielen der Schweizer Bradley
Fink (18) und der Engländer Jamie
Christian Pulisic, Jadon Sancho und
Bynoe-Gittens (17), zudem stehen der
Giovanni Reyna – den Weg eines verNiederländer Julian Rijkhoff (17) und
heißungsvollen Nachwuchsspielers
der Franzose Abdoulaye Kamara (17)
zum Profi in der ersten Mannschaft
in der Startelf, der im Januar verzum europäischen Top-Spieler. Und
pflichtete Italiener Filippo Calixte
dabei schaut nicht nur Borussia DortMane (16) spielt noch
nicht, der Franzose
„Spieler prüfen, wo sie
Soumaila Coulibaly (18)
Spielzeit
bekommen.“
läuft wenige Tage späDr. Stefan Göke, Talent-Plattform GOKIXX
ter beim Youth-LeagueSieg beim FC Empoli
(5:3) auf. Sie eint: Alle
sind internationale Top-Talente,
mund immer häufiger über die Grendie innerhalb der vergangenen einzen. „Der Anspruch ist es, sich um die
einhalb Jahre aus dem Ausland nach
besten Talente vor allem in Europa,
Dortmund gewechselt sind.
aber auch weltweit zu kümmern“
Sie sollen den Weg innerhalb
sagte Sportdirektor Michael Zorc.
des Vereins gehen, den zuletzt drei
Und das möglichst schon vor dem
Vorbilder vorgezeichnet haben:
Durchbruch im Seniorenbereich, wie
14. FEBRUAR 2022
Fotos: BVB, DeFodi, Getty Images
Bereits seit Längerem ist D O RT M U N D
eine der besten europäischen Adressen
für die Weiterbildung ausländischer
Talente. Die Gründe und Perspektiven.
es bei Pulisic gelang, der Anfang 2015
aus Pennsylvania kam. Zorc erinnert
sich: „Der Königsweg ist es, wenn es
über die eigene Jugend geht. Pulisic
haben wir mit 15 Jahren verpflichtet,
nicht mit 17 oder 18. Ihn haben wir
mit ausgebildet.“
Der Blick ins europäische Ausland und über den Atlantik hinweg
ist nötig, weil vergleichbare Talente
in Deutschland schwer zu finden
sind – und die vorhandenen schwer
zu verpflichten. „Deutsche Klubs
schaffen es in der Regel, ihre TopTalente zu binden, auf die hat man
kaum Zugriff“, sagt Zorc. Deswegen
suchen die deutschen Vereine immer
intensiver im Ausland, sagt auch
Dr. Stefan Göke, Gründer und CEO
der Talent-Plattform GOKIXX: „Das
Scouting wird immer internationaler,
es kommen immer mehr ausländische Spieler in die U-19-Teams.“ Das
gilt für Dortmund mit einem Scouting
auf höchstem Niveau, aber auch für
kleinere Klubs mit weniger Möglichkeiten. „Auch datenbasiert wird immer mehr nach »unterbewerteten«
Spielern geschaut, die vielleicht auch
als Projekt geholt werden und einen
kleineren Markt haben. Für die Bundesligisten gibt es international immer mehr Transparenz“, sagt Göke.
Innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums sind diese Transfers minderjähriger Spieler
ab 16 Jahren eine spezielle Ausnahme
der FIFA-Transferregeln. Wechsel
aus Frankreich, den Niederlanden
oder Italien sind also juristisch un-
15
problematisch, anders sieht es bei
zwischen Barcelona, Paris und ManSpielern aus sogenannten Drittlänchester. Und in diesem Wettbewerb
dern aus, also zum Beispiel aus den
geht es darum, Chancen zu ergreifen.
USA – und seit dem Brexit und einer
Wie bei Sancho, der vor seinem WechÜbergangsphase bis Ende 2020 auch
sel aus Manchester von City-Trainer
aus dem Vereinigten Königreich. Hier
Pep Guardiola keinen Kaderplatz
muss ein Wohnortwechsel zwingend
bei den Profis zugesichert bekam,
auf beruflichen Gründen der Eltern
oder wie bei Kamara und Coulibaberuhen, er darf nichts mit dem
ly, die bei Paris St. Germain teure
Fußball zu tun haben. Was einst
Einkäufe vor der Nase hatten. „Bei
mit einem neuen Job für Vater oder
bestimmten Vereinen wissen einige
Mutter des Talents geregelt wurde,
der Jugendspieler natürlich, dass sie
wird inzwischen streng
kontrolliert.
„Wir werben mit der
„Dieser AusnahAufstellung der Profis.“
metatbestand wird aus
unserer Erfahrung sehr
Michael Zorc, BVB-Sportdirektor
restriktiv angewandt.
Es wird sehr genau
geprüft, ob ein Job-Angebot gegewahrscheinlich nicht bis ganz nach
benenfalls nur vorgeschoben ist“,
oben durchkommen werden. Die
erklärt Jana Spack, von der unter
sagen sich: Ich kann machen, was
anderem auf diese Themen speziaich will – im Zweifel kaufen die noch
lisierten Partnerschaft BluePort Leeinen“, sagt Zorc.
gal aus Hamburg. Deren Mitgründer
Und dann muss diesem Talent
Dr. Andreas Jens sieht einen Wandel
der Umzug nach Dortmund schmackbeim Weltverband: „Ich habe das
haft gemacht werden. „Viele dieser
Gefühl, dass der FIFA daran gelegen
Spieler haben einen Markt in den
ist, etwas mehr Transparenz in ihre
Top-5-Ligen Europas. Sie kommen
Rechtsanwendung zu bekommen.
teils von großen Vereinen und sehen
Da gab es vor ein paar Jahren den
sich schon als Jungprofi mit dem
Wechsel zu Emilio Garcia Silvero,
Potenzial, in zwei oder drei Jahren
der aus meiner Sicht einen guten
Champions League zu spielen“, sagt
Job macht.“ Die Drittstaatenregelung
Göke. Überraschende Entdeckungen
kann aber gerade bei Spielern aus
gibt es in diesem Leistungsbereich
den USA oft aufgrund der familiären
ohnehin nicht mehr, es geht vielmehr
Einwanderer-Geschichten umgandarum, die Jungs zu überzeugen,
gen werden, bei Pulisic über einen
denen der Schritt nach ganz oben am
kroatischen Großvater, bei Reyna
ehesten zugetraut wird. „Wir werben
über eine portugiesische Großmutter.
in Gesprächen meist mit der aktuDie Konkurrenten für den BVB
ellen Aufstellung der Profis“, sagt
auf diesem Markt kommen bis auf die
Zorc: „Die ausländischen Jung-Profis
ganz großen Bundesliga-Klubs wenisehen die Einsatzzeiten der jungen
ger aus Deutschland, sondern vielSpieler bei Borussia Dortmund. Sie
mehr aus den europäischen Top 20
sehen, dass wir keine Angst ha- 9
Die nächste Generation: Bradley Fink (re.) und Co. zogen vorige
Woche gegen Empoli ins Achtelfinale der Youth League ein.
14. FEBRUAR 2022
S ECH S BVB -TA L EN T E U N T E R D ER LUP E
ben, denen zu vertrauen und sie ganz
oben einzusetzen.“ Talenten gehe es
„vor allem um die Durchlässigkeit,
das ist das entscheidende Kriterium“.
Die erfolgreiche U 19, die als
einziges deutsches Team noch in der
Youth League vertreten ist, die U 23 in
einer Profiliga, das Trainingsgelände
oder kompetitive Gehälter sind alles
Teile des deutschlandweit vielleicht
besten Pakets, am Ende ist es aber
meist der Blick auf Pulisic, Sancho
oder Reyna. Das glaubt auch Göke:
„Die Spieler prüfen, wo sie auf maximalem sportlichen Niveau Spielzeit
bekommen können. Und, nicht zu
vergessen: Wie wurden in der Vergangenheit junge Spieler in diese
Mannschaften integriert? Hier ist
Borussia Dortmund in Europa eine
relevante Adresse.“ Trotzdem sollte
natürlich kein noch größerer Name
mitbieten, sagt Zorc: „Es gibt in Europa eine oder zwei Handvoll Klubs,
die von der wirtschaftlichen Kraft
und vom Status über uns angesiedelt
sind. Aber das gilt nur für die absoluten Top-Spieler. Ansonsten sind wir
da schon eine gute Adresse, sonst
würden wir sie nicht bekommen.“
Dann sitzen NLZ-Leiter Lars
Ricken, Jugend-Urgestein Eddy
Boekamp und oft auch Zorc oder
Sebastian Kehl am Tisch und bringen
alle Argumente vor. „Auch ich war in
die Gespräche involviert“, erinnert
sich Ex-Trainer Hannes Wolf an die
Verhandlungen mit Pulisic und Jacob Bruun Larsen, die 2019 mit ihm
deutscher U-19-Meister wurden: „Ich
bin sehr froh, dass wir diese Transfers
damals tätigen konnten. Christian
und Jacob haben einen wunderbaren Weg genommen. Ihr Wechsel
damals war gut für den BVB – aber
sicher auch gut für ihre eigene Entwicklung.“ Und darum geht es vor
allem – die Entwicklung, die nach
dem sportlichen Durchbruch auch
einen wirtschaftlichen Gewinn er-
Hoffnung auf die
Hochbegabten
er BVB hat momentan neun
Top-Talente unter Vertrag,
die aus dem Ausland in den
Jugendbereich wechselten. USBoy Giovanni Reyna gehört mittlerweile fest zum Profi-Kader, der
Niederländer Immanuel Pherai
steht dauerhaft im U-23-Aufgebot,
ebenso der Franzose Kamal Bafounta, der nach einer Knieverletzung um Anschluss ringt. Folgende sechs laufen in der U 19 oder
der U 23 auf – in sie setzt der BVB
große Hoffnungen, den Sprung zu
den Profis schaffen zu können.
Filippo Calixte Mane (16, Innen-
verteidiger): Der
Italiener wechselte diesen Winter
von Sampdoria
Genua zur Borussia, athletisch gut,
schnell, groß (1,88 Meter), kann
auch rechts verteidigen, ist mutig
in der hohen und flachen Spieleröffnung. Ein für dieses Alter herausragendes Talent, das sich an
die neue Umgebung und die U 19
gewöhnen muss. Die ersten Leistungsnachweise im BVB-Dress
stehen zudem noch aus.
Soumaila Coulibaly (18, Innen-
verteidiger): Er
musste sich nach
seinem Wechsel
im Sommer von
Paris Saint-Germain erst mal von
einem Kreuzbandriss erholen.
Der Franzose ist mit 1,91 Metern
stabil im Zweikampf, schnell, gut
im Passspiel mit rechts wie links,
ab und an aber mit fehlerhafter
Risikobewertung. Coulibaly wird
als sehr wissbegierig beschrieben.
Einsätze U 19: 0 Spiele/0 Tore;
Youth League: 2/0; 3. Liga: 8/0
Abdoulaye Kamara (17, zentrales
Mittelfeld): Kam
ebenfalls im Sommer von PSG und
hatte mit Anpassungsproblemen
zu
kämpfen.
Wurde im Oktober wegen fehlender Intensität von der U 23 in
die U 19 versetzt. Der Franzose
zeigte sich zuletzt aber deutlich
verbessert – er soll nun wieder
in der 3. Liga Praxis sammeln.
Physisch gut, dynamisch, kann
im Aufbau aber weiter zulegen.
U 19: 5/0; YL: 7/2; 3L: 10/0
Jamie Bynoe-Gittens (17, Flügel-
stürmer): Der
Engländer ist ein
Bewegungstalent,
flink auf den Beinen, gewitzt, mit
tollem Timing
im Eins-gegen-eins, zudem auf
der rechten und linken Seite
einsatzfähig. Hatte seit seinem
Wechsel im September 2020 von
Manchester City mit heftigen
Verletzungen zu kämpfen (erst
Schulter, dann Sprunggelenk),
ist aber stark zurückgekommen.
In drei Partien der Youth League,
also auf höchstem europäischen
Niveau, mit vier Treffern. Manchmal zu verspielt.
U 19: 4/2; YL: 3/4; 3L: 0/0
Bradley Fink (18, Mittelstürmer):
Kam im Sommer
2019 vom FC Luzern und blühte
in der U 19 zuletzt
richtiggehend auf.
Der Schweizer ist
kein Top-Sprinter, aber mit gutem Tempo ausgestattet, zudem
variantenreich im Abschluss mit
rechts wie links, umsichtig (allein
diese Saison 5 Tore und 7 Assists
in sieben Youth-League-Duellen),
kann mittlerweile gut im Luftkampf bestehen (1,93 Meter). Soll
künftig mehr in der 3. Liga spielen,
muss sich dort allerdings an die
Physis gewöhnen. Und kann technisch noch besser werden.
U 19: 11/8; YL: 8/5; 3L: 3/0
Julian Rijkhoff (17, Mittelstürmer):
Der Niederländer wechselte
Anfang 2021 von
Ajax Amsterdam
zur Borussia und
musste vor allem
sein defensives Umschaltverhalten anpassen. Dies hat sich gebessert – seine Stärke indes liegt
in der Offensive: Technisch top,
spielintelligent und gut im Abschluss. Er kann seinen Einfluss
auf das Offensivspiel der U 19 aber
weiter erhöhen, robuster werden.
U 19: 8/8; YL: 7/4; 3L: 0/0
LEON ELSPAß
Stand: Freitag, 11. Februar 2022
D
möglicht. Aber der steht, wie bei
Sancho (für 85 Millionen Euro zu
Manchester United) und Pulisic (für
64 Millionen Euro zu Chelsea), am
Ende der Kette: „Ein junger Spieler
kann nur ein Investment sein, wenn
er auch zu einer sportlichen Verstärkung wird“, sagt Göke.
Einmal in Dortmund, bekommen die ausländischen Spieler alle
Möglichkeiten zur schnellen Integration – unabhängig davon, ob sie allein nach Deutschland und ins BVBJugendhaus ziehen oder wie zum
Beispiel der Schweizer Fink mit seiner Mutter in eine eigene Unterkunft:
Von Stadt- und Stadionbesichtigung
über Schule und Sprachkursen bis zur
Top-Talente-Förderung bei Ex-Profi
Otto Addo. „Wir holen keinen aus dem
Ausland, von dem wir nicht glauben,
dass er das Talent und die Fähigkeiten hat, in der ersten Mannschaft zu
landen“, sagt der 46-Jährige, der alle
ausländischen Jugendspieler in seinem 20 Mann starken Top-TalentePool betreut und dessen Aufgabe in
Dortmund nicht vom Interimsjob als
ghanaischer Nationaltrainer beeinflusst wird. Jeden Montag bekommen
die Spieler eine individuelle Videoschulung mit den Szenen vom Wochenende, jeden Donnerstagmorgen
findet eine gemeinsame Einheit statt,
es gibt regelmäßig private Treffen.
Zudem koordiniert Addo die Einsätze zwischen Jugendteams, U 23
und Profis. Wie schnell es ganz nach
oben geht, ist schwer vorhersehbar:
„Es gibt keinen klassischen Weg, der
vorgezeichnet ist. Wir haben unsere
Pläne, auch wenn das im Fußball
immer schwierig ist, weil es viele
Unwägbarkeiten gibt.“
Das zeigt das Beispiel des Franzosen Kamal Bafounta (20), der wegen eines Meniskusschadens 18 Monate ausgefallen war und nun um
den Anschluss in der U 23 kämpft.
Manchmal gehöre „auch Glück dazu,
Fotos: DeFodi, BVB
16
Ein Champions-League-Held für die Jugend: NLZ-Chef Lars Ricken vor dem
Nachwuchsleistungszentrum mit dem Jugendhaus der Borussen
14. FEBRUAR 2022
dass gerade Bedarf ist und ein junger Spieler schneller seine Chance
bekommt als geplant“, sagt Addo.
Und „wer hier seine Leistungen
bringt, bekommt die Chance, auch
wenn das Niveau sehr hoch ist“. Die
Aufmerksamkeit ist da, nicht nur
gegen Leverkusen stand Proficoach
Marco Rose am Spielfeldrand.
Die Integration ins neue Team
fällt den ausländischen Spielern meist
leicht – auch wenn, wie
bei Fink, eine sportliche Eingewöhnungszeit nötig ist. „Da versucht man, den Mitspieler durch die Offenheit, die bei
uns im Team da ist, aufzufangen.
Das hat bis jetzt mit jedem Spieler
gut geklappt“, berichtete U-19-Kapitän Dennis Lütke-Frie im BVB-Podcast. „Seit ich hier bin, gab es nie ein
Problem mit der Integration, alle
fühlen sich wohl“, sagt auch Addo.
Ohnehin dosiert der Klub die Menge
der ausländischen Zugänge. „Wir
schauen immer, ob wir in der eige-
Coach der Top-Talente: Ex-Profi Otto Addo
betreut alle ausländischen Jugendspieler.
nen Jugend einen Spieler haben, der
genauso gut ist und der durch einen
Wechsel vielleicht blockiert würde“,
erklärt Zorc: „Wenn das nicht so ist,
spricht nichts dagegen, einen Franzosen oder Engländer zu verpflichten.“
Die 16, 17 oder 18 Jahre alten
Talente, die im Verein spielen, sind
ohnehin an Konkurrenz gewohnt,
egal ob aus Hamburg, Hannover oder
Deutsche Talente? „Wir
müssen Gas geben.“
Hannes Wolf, Coach der deutschen U 19
Genua. „Erfolgreiche Vereine werden
immer auf dem Markt aktiv sein“, sagt
Experte Göke: „Ein Spieler, der schon
im Team ist, kann sich doch freuen,
mit internationalen Spielern zu spielen, die die Mannschaft bereichern.“
Denn wer sich durchsetzen wolle,
müsse immer gegen Konkurrenz bestehen und dabei auf seine eigene
Leistung gucken: „Dabei sollten die
gestiegene Intensität im Training und
17
die Konkurrenz eher beflügeln.“ Aber
schaden die ausländischen Talente
in Dortmund, München, Leverkusen, Frankfurt, Wolfsburg oder Hoffenheim auf Sicht dem heimischen
Fußball und der Nationalmannschaft
oder sind sie eine Reaktion auf die
schrumpfende Menge an überdurchschnittlichen Nachwuchsspielern,
die in Deutschland ausgebildet werden? Beim BVB schafften die in der
Jugend hoch gehandelten deutschen
Talente Felix Passlack, Tobias Raschl
oder Ansgar Knauff den ganz großen
Durchbruch (noch) nicht.
„Wir brauchen in Deutschland
einfach noch bessere Spieler. Vor
allem könnten wir mehr Breite in
der Spitze gebrauchen“, sagt Hannes
Wolf, einst Nachwuchscoach beim
BVB, nun Trainer der U-19-Junioren
des DFB: „Dass junge Spieler aus dem
Ausland kommen, darf nie etwas
sein, hinter dem man sich versteckt.
Wir müssen sehen, dass wir selbst
Gas geben und besser werden. Denn
internationale Konkurrenz gibt es in
allen Ligen.“
PATRICK KLEINMANN
E HE MA L I G E I N T E R NATI ONAL E TAL E NTE BE I DE R BOR USSI A
Teuer verkaufte Stars und verblasste Hoffnungen
Aufgeführt sind die neun Youngster, die seit Januar 2015 aus dem Ausland nach Dortmund gewechselt sind, dort in der U-19-Meisterschaft bzw. der Youth League
gespielt, den BVB mittlerweile aber verlassen haben. Abgebildet ist jeweils ihre erste Zeit bei der Borussia bis zum Wechsel bzw. einer Ausleihe. Für Jacob Bruun
Larsen, Alexander Isak, Christian Pulisic und Jadon Sancho erhielten die Schwarz-Gelben (später) jeweils eine Millionen-Ablöse.
2022
Manchester
United
Juli
2021
2020
SD Huesca
U 19
4/0
Youth L. 5/0
Profis
3/0
2019
2018
2017
2016
VfB Stuttgart
U19-Meisters.
45 Spiele/
29 Tore
Youth League
13/14
Profis
2/0
Willem II
Tilburg
U 19
1/0
Youth L. 1/1
Profis 13/1
FC Utrecht
Panathinaikos
Athen
Youth L. 2/0
U 19
1/1
Youth L. 5/3
Profis 137/50
FC Chelsea
Youth L. 3/3
VfB Stuttgart
FC Barcelona
Olympiakos
Piräus
U 19
27/4
Youth L. 4/0
North
Carolina FC
Cape Town
Spurs
U 19
5/0
Youth L. 3/0
AIK Solna
U 19
14/7
Profis 127/19
RSC Anderlecht
Manchester
City
Richmond
Strikers
2015
Jacob
Bruun Larsen
Sergio
Gomez
Alexander
Isak
Anargyros
Kampetsis
Orel
Mangala
Tashreeq
Matthews
Christian
Pulisic
Will
Pulisic
Jadon
Sancho
“infografik
Pennsylvania
Classics
Lyngby BK
18
14. FEBRUAR 2022
Leon Balogun kennt die Bundesliga
und Borussia Dortmund. Nun wird der
gebürtige Berliner in der K.-o.-Runde
der Europa League mit seinen Glasgow
Rangers nach Deutschland zurückkehren.
Was löst der Name Shinji Kagawa bei Ihnen aus,
Herr Balogun?
Es hat immer großen Spaß gemacht, ihm zuzusehen. Aber was steckt hinter der Frage?
Er war der letzte BVB-Profi, gegen den Sie ein
Gegentor hinnehmen mussten.
Ist das so?
Im Dezember 2017 war das.
In Mainz? Haben wir mit 0:2 verloren?
Absolut richtig. Nun geht es mit den Rangers gegen Borussia Dortmund. Freuen Sie sich auf die
Begegnung?
Klar. Die Vorfreude ist natürlich groß, da es zurück
in die Heimat geht – und dann auch noch zum BVB
in den Signal-Iduna-Park, in der Europa League.
Geht schlechter.
Das Hinspiel steigt in Dortmund vor maximal 10 000
Zuschauern, eine Woche später wird das Ibrox Stadium mit rund 50 000 Fans vermutlich ausverkauft
sein. Schon ein deutlicher Vorteil für Sie, oder?
Ja, klar. Wir sind diese Atmosphäre gewöhnt,
aber sie wird dem BVB auch gerecht. Das Dortmunder Stadion steht weltweit nicht gerade für
die allerschlechteste Stimmung … Ich habe es
immer geliebt, dort zu spielen – aufgrund der
Stimmung, aufgrund der Fans. Es ist schade, dass
jetzt so viele fehlen werden.
E UR OPA L E AGUE
Wie wurde der Trainerwechsel in der
Mannschaft aufgenommen?
bringen und zu Fehlern zwingen,
vor Aufgaben stellen.
Viele Jungs waren schon enttäuscht,
Auf wen muss der BVB in Ihrem Team
aber nicht vom Trainer, sondern
besonders aufpassen?
eher über den Wechsel. Weil es einAuf uns als Team, wir funktionieren
fach schade war. Steven Gerrard hat
als Einheit. Wir haben aber auch
hier drei Jahre lang eine Mission
Spieler wie Joe Aribo im zentralen
gehabt, etwas aufgebaut, herausraMittelfeld, der sehr formstark ist.
Bor. Dortmund –
Glasgow Rangers
gende Arbeit geleistet. Ich bin 2020
Flügelspieler Ryan Kent sorgt immer
nach einer eher schwierigen Zeit in
wieder für Aufsehen. Unser Stürmer,
Donnerstag, 18.45 Uhr
live im Stream bei RTL+
meiner Karriere hergekommen, was
Alfredo Morelos, ist jemand, der auf
und im Ticker bei kicker.de
Gerrard und sein Team mir für ein
den ersten Eindruck gerne unterSelbstvertrauen gegeben haben, war
schätzt wird, den man aber erst mal
unfassbar. Aber wenn du einen Gioin den Griff kriegen muss. Gerade
vanni van Bronckhorst als Nachfolger bekommst,
unsere Offensive kann bei vielen Defensivreihen
ist das auch nicht so schlecht.
für Kopfschmerzen sorgen.
Was macht van Bronckhorst anders?
Er ist noch nicht ganz so nah an den Spielern dran,
was man nach drei Monaten auch nicht erwarten
kann. Du merkst, wie wichtig es ihm ist, den
Spielern seine Idee zu vermitteln. Er versteht zu
hundert Prozent, was verlangt wird. Da entsteht
langsam was, aber das braucht Zeit.
In der Liga ist Celtic nach einem schwachen Jahr wieder der ernst zu nehmende Rivale um den Titel. Wie
sehr schlägt das 0:3 im Old Firm auf die Stimmung?
Und am Deadline Day kam dann noch ein gewisser
Aaron Ramsey von Juventus Turin …
Man merkt, dass er von Arsene Wenger geprägt
wurde. Er ist immer anspielbar und hat ein sehr
gutes Spielverständnis. Er ist hier schnell angekommen und wird uns mit seiner Erfahrung
helfen.
INTERVIEW: MARIO KRISCHEL
Es hat schon wehgetan, aber wir haben ein paar
Tage später die Hearts zu Hause mit 5:0 geschlagen.
Eine bessere Reaktion kannst du gar nicht liefern.
Das gibt uns Aufwind.
2020 sind die Rangers in der Europa League relativ
deutlich gegen Leverkusen ausgeschieden. Wie
schätzen Sie Ihre Chancen nun gegen Dortmund ein?
„Das wird für Dortmund
sicher kein Selbstläufer“
Früher Mainz, nun Glasgow. Mit den
Rangers will L EO N B A LO G U N (33) in
der Europa League für Furore sorgen.
Als das passiert ist, war ich gerade bei der nigerianischen Nationalmannschaft.
Wie haben Sie von Gerrards plötzlichem Wechsel
zu Aston Villa erfahren?
In den Medien hatten wir die Spekulationen schon
verfolgt und irgendwie gehofft, dass es nicht
stimmt. Die Verbindung zwischen der Mannschaft
und Steven Gerrard war sehr speziell, ich hatte das
in der Form so auch noch nicht erlebt.
Waren Sie ihm böse, dass er mitten in der Saison
seine Zelte abgebrochen hat?
Überhaupt nicht. Für ihn hat sich die Möglichkeit
in der Premier League ergeben, und es ist ja klar,
dass er irgendwann „nach Hause“ geht, Liverpool-Trainer werden wird. Klar ist aber auch, dass
es einen Zwischenstopp geben musste – da war
Aston Villa eine sehr gute Möglichkeit.
Ich bin grundsätzlich sehr optimistisch eingestellt.
Das wird ein hartes Spiel, aber wir fahren dahin,
um zu gewinnen. Dortmund hat da allerdings ja
noch dieses neue Phänomen im Sturm …
Erling Haaland, inzwischen kein Geheimtipp mehr.
Richtig. Aber nicht nur ihn, es gibt bei denen
genug Spieler, die ihre Klasse auch auf internationaler Bühne nachgewiesen haben. Ich kann
mir vorstellen, dass viele uns als Underdog sehen,
aber wenn du nicht in diese Spiele reingehst
und denkst, dass du sie gewinnen kannst, hast
du in dem Wettbewerb gar nichts verloren. Wir
müssen auf jeden Fall auf unserem höchsten
Niveau spielen, es wird sicher kein Selbstläufer
für Dortmund.
Wo können Sie die Borussia knacken?
Wir sind ein Team, das gerade über die Flügel
immer wieder für Gefahr sorgen kann, weil
wir da viel Tempo mitbringen. Borussia Dortmund ist allerdings eine Champions-LeagueMannschaft, du musst die schon in Bewegung
Foto: imago images
Im Vorjahr wurden die Rangers erstmals seit 2011
Meister, seitdem ist einiges passiert. Der Trainer
heißt seit November nicht mehr Steven Gerrard,
sondern Giovanni van Bronckhorst.
14. FEBRUAR 2022
19
topthema
BAYERNS PL EIT E I N B OC H UM
Einmal
zu oft
Foto: picture-alliance/Perenyi
Dieses 2:4 wirft Fragen
auf beim FC B AY E R N .
Ist es ein Warnschuss zur
rechten Zeit? Oder sind es
fundamentale Probleme?
Da nützte auch das frühlingshafte Wetter, strahlende Sonne und 12 Grad
Celsius, in München nichts.
Die Stimmung an der Säbener Straße
war am Sonntag noch bedröppelt –
verständlicherweise. Es gab einiges
aufzuarbeiten nach der 2:4-Blamage
in Bochum. Nach vier Gegentreffern
in der ersten Hälfte. Nach krassen, zu
einfachen Fehlern, Unkonzentriertheiten der Spieler, die teilweise hilflos
aussahen gegen den spielfreudigen
Aufsteiger. „Wir haben in der ersten
Halbzeit sehr, sehr schlecht gespielt“,
sagt Trainer Julian Nagelsmann.
„Wir haben eine Idee gehabt, die
nicht gut umgesetzt wurde.“ Einen
Plan, für den er selbst die Verantwortung übernimmt, weswegen es
„von mir keine große Kritik“ an die
Mannschaft gebe. „Ich hätte schneller reagieren müssen, schneller umstellen müssen.“
Allerdings darf,
und das weiß auch
das Trainerteam, nach
dieser Niederlage
ebenso festgehalten
werden, dass einzelne
Profis wiederholt individuell patzen. Wie Dayot Upamecano, der das erhoffte wie geforderte
Bayern-Niveau zu selten abruft. Oder
Serge Gnbary, dem zu häufig – wenngleich nicht immer bestraft – fahrige
Übt Selbstkritik:
Julian
Nagelsmann
Abspielfehler unterlaufen. Bei Benjamin Pavard wird intern die mangelnde Entwicklung registriert. Lucas
Hernandez ist ein fleißiger Arbeiter,
„Das kenne ich aus der
Vergangenheit nicht.“
Joshua Kimmich, FC Bayern
der jedoch einen Abwehrchef neben
sich bräuchte. Niklas Süle könnte als
deutschsprachiger Innenverteidiger
Kommandos geben, es fehlen jedoch
Führungsqualitäten. Und die letzten
Prozent in puncto Einstellung, die
Joshua Kimmich beim gesamten
Team am Samstag infrage stellte:
„Da müssen wir uns fragen, ob das
die Mentalität ist, die der FC Bayern
verkörpert.“
Damit schlägt der Sechser
Alarm. Gerade vor den anstehenden
Aufgaben in der Champions League.
„Zum Glück war das ein BundesligaSpiel, und wir hatten neun Punkte Vorsprung.“ Jetzt sind es noch
sechs – tabellarisch immer noch zu
verschmerzen. Der Eigenanspruch
dieser Mannschaft aber ist ein anderer. „Das passiert uns zu oft“, bemän-
gelt Kimmich, „das kenne ich aus der
Vergangenheit so von uns nicht.“ Damit erinnert der Nationalspieler auch
an das 0:5-Debakel beim Pokal-Aus
in Mönchengladbach. Wohl wissend,
dass die Bayern vorige Woche gegen
Leipzig ebenfalls mehrmals Glück
hatten und die Defensive in dieser
Saison – abgesehen von den wettbewerbsübergreifend insgesamt fünf
Niederlagen – schon häufig enorm
anfällig war. Wie beim 3:2 in Dortmund, beim 5:2 gegen Benfica, beim
5:2 bei Union oder dem 3:2 gegen
Köln. Da überwog jeweils allein die
bessere Offensive. Sticht dieser 9
14. FEBRUAR 2022
sicherlich hochkarätige Trumpf –
immer ein Tor mehr zu schießen, als
man kassiert – aber nicht, kann es
schnell nach hinten losgehen.
Was den Nagelsmann-Bayern
meist fehlt, sind Balance, Stabilität, Kontrolle. Auch dann, wenn die
Münchner wie in Bochum in Führung
gehen. Einen Vorsprung zu halten, ist
keine Selbstverständlichkeit (mehr).
FCB-Trainer Nagelsmann hat diese
Erfahrung schon öfter gemacht. In
seinen knapp dreieinhalb Jahren
bei Hoffenheim verspielte die TSG
76 Punkte, nachdem sie in Führung
gegangen war – ligaspitze, Augsburg
folgte mit 61 Zählern. Vergangenes
Jahr in Leipzig waren es 14 Punkte –
mehr als die anderen drei Top-4Teams der Liga. Bei den Bayern sind
es in der laufenden Saison neun Zähler. An sich kein Drama – das Problem
dabei: Die Gegentore fallen meist
nach demselben Muster. „Wir haben
Überzahl, Riesenraum, dann wird
der Querball abgefangen“, analysiert
Nagelsmann. „Wenn ich Dreierkette spiele, heißt es, das ist zu offensiv. Diesmal haben wir Viererkette
gespielt, und dann sieht man auch
teilweise den Nachteil.“
Womit der 34-Jährige schon
recht hat. Jedoch verzichtete er am
Samstag auf einen zweiten Sechser.
A
ls Statement gegen die
Notwendigkeit von Playoff-Spielen um die Meisterschaft wird der schlaffe Auftritt
der Bayern-Profis in Bochum wohl
nicht gedacht gewesen sein. Doch
immerhin: Dank der Münchner Pleite
und des BVB-Sieges bei Union Berlin
ist das Titelrennen zumindest auf
dem Papier wieder ein Stückchen
spannender geworden. Wenn Joshua
Kimmich beim Branchenprimus die
Mentalitätsfrage stellt, bestätigt sich
zugleich: Für Bayern wird inzwischen
die eigene Dominanz zum Problem.
RUDI VÖLLER hat selbstverständlich recht: Eine so bedeutende
Frage wie die nach dem Modus der
Titelvergabe darf man „nicht durch
die Vereinsbrille“ beantworten. Das
beherzigt Oliver Kahn, der die Playoff-Idee via kicker mit propagiert hat,
obwohl sie das Titel-Abo seiner Bayern gefährden würde. Kahn legt den
Fokus auf die Spannung, ohne die
Weil er keinen Offensivspieler opfern
wollte. Das ist ein spektakulärer Ansatz, aber auch eine arg risikoreiche
Variante mit Leroy Sané, Kingsley
Coman, Thomas Müller und Serge
Gnabry hinter Robert Lewandowski.
Zumal die nicht immer verletzungsfreien Coman, Sané und Gnabry auch
mal Pausen benötigen, insbeson-
dere mit Blick auf die ab Mittwoch
beginnende K.-o.-Phase in der Königsklasse. In Salzburg, so hoffen die
Entscheider, wird wieder ein anderes
Team auf dem Feld stehen. Und doch
werden die Bosse auch die individuelle Qualität der Abwehr nochmals
genau beobachten. Abgesehen von
Süle, der den Verein verlässt, kos-
teten Upamecano, Hernandez und
Pavard zusammen 157,5 Millionen
Euro. Ob dieser Wert mit Leistung
übereinstimmt, wird spätestens am
Ende der Saison nochmals im Detail
gesprochen. Stand jetzt patzten die
Verteidiger nämlich mindestens einmal zu oft. Und David Alaba wird im
Team vermisst.
GEORG HOLZNER
Bedröppelte Bayern
in Bochum:
Dayot Upamecano,
Sven Ulreich,
Thomas Müller
BUND E SLIGA –
DER KOMME NTAR
Thiemo Müller
Leiter Südwest-Redaktion
Wichtiger als der
Modus bleibt die
Leistungskultur
jeder sportliche Wettbewerb seinen
Reiz verliert. Und damit perspektivisch die Existenzgrundlage.
FAIRNESS und Wettbewerbsgerechtigkeit sind gewiss ebenso
elementar. Niemand wird bestreiten,
dass eine über 34 Spieltage errun-
gene Meisterschaft das stärkere
Zeugnis von Konstanz und Klasse
abgibt. Aber wären Play-off-Spiele
wirklich „ungerechter“ als etwa die
alternativ von manchen geforderte
Umverteilung von TV-Geldern, deren
Vergabe sich doch am sportlichen
Abschneiden orientiert? Darüber ließe sich trefflich philosophieren. Ganz
abgesehen davon, dass der deutsche
Einfluss auf eine etwaige europaweite wirtschaftliche Neuordnung
naturgemäß begrenzt ist.
GUT BERATEN wären die Bundesliga-Entscheider, pragmatisch vorzugehen. Also: sich aufs Machbare
zu konzentrieren und die Frage nach
einem Spielmodus nicht ideologisch
zu überhöhen. Entscheidend sein
sollte letztlich die Akzeptanz beim
Publikum. Bei einer Umfrage auf
kicker.de stimmten knapp 37 Prozent
der Teilnehmer für Play-offs (siehe
Seite 29). Das spricht nicht für ein
Tabuthema wie etwa die Austragung
des Supercups im Ausland, die
89,7 Prozent Ablehnung erfuhr.
FESTHALTEN zu wollen am
bisherigen „ehrlichen“ Modus, ist
gleichwohl aller Ehren wert. Doch
sollten sich die bekennenden Traditionalisten ligaweit bewusst machen:
Es liegt in ihrer ureigenen Verantwortung, den Wettbewerb mit Leben zu
füllen. Bayerns Alleinherrschaft hat
nämlich auch damit zu tun, dass es
sich mancher in seiner Nische zu bequem gemacht hat oder im direkten
Duell, anders als Vorbild Bochum, zu
schnell klein beigibt. Motto: Es geht
ja bloß um „Bonuspunkte“. Derweil
zeugen nur acht Zähler Abstand zwischen dem Vierten Leipzig und dem
13. Gladbach eher von Einheitsbrei
als fesselnder Dramatik. Eine neue
Leistungskultur wäre für die Liga in
der Tat wichtiger als jeder künstliche
Eingriff. Würde die Play-off-Debatte
dafür die Sinne schärfen, wäre schon
mal etwas gewonnen.
Fotos: Getty Images
20
14. FEBRUAR 2022
21
MEINUNG
Rainer Franzke
Chefredakteur
Die Milliarden
in England sind
unerreichbar
Das 3:1 ist gefallen:
Mitspieler feiern
den Torschützen
Cristian Gamboa (M.).
Boah, Bochum!
Mit viel Leidenschaft zwingt der V F L auch die
Bayern in die Knie. Erneut zeigt der Aufsteiger,
dass ihn auch ein Rückstand nicht umwirft.
Der sonnige, aber eiskalte Nachmittag scheint
den allgemein erwarteten Verlauf zu nehmen
an der Castroper Straße. Robert
Lewandowski nutzt nach nicht
mal zehn Minuten eine kurze Verwirrung im Bochumer Strafraum,
dreht sich und spitzelt den Ball
ins Netz, 0:1.
Sieben „Stück“ hatte der
Rekordmeister dem Aufsteiger
im Hinspiel eingeschenkt – doch
diesmal folgt dem frühen Rückschlag eine spektakuläre Antwort der Bochumer. Vier Treffer
innerhalb von 30 Minuten, viel
Leidenschaft und Herzblut, ein
Tor schöner als das andere. Am
Ende steht das 4:2, der erste Sieg
der Gastgeber gegen den RekordChampion seit 18 Jahren.
Boah, Bochum!
Es ist ein Nachmittag für
Fußball-Romantiker, weil der
Underdog mit seinen Mitteln den
großen Favoriten aufs Kreuz legt
in einer Zeit, in der nicht nur bei
Borussia Dortmund, dem großen
und erfolgreichen Nachbarn im
Revier, viel über Mentalität oder
Haltung diskutiert wird.
In Bochum gehört es zur
DNA, dass es eben nur dann zu
einem positiven Ergebnis reicht,
wenn alle sich mit vollem Einsatz
engagieren. Nicht viele andere
Teams stürzen sich mit dieser Entschlossenheit in die Zweikämpfe,
keiner blockt so viele Torschüsse
wie der VfL Bochum, tatsächlich
stimmt beim Aufsteiger auch die
Mischung aus Kampf und Klasse, Maloche und Mut. „Das war
eine Halbzeit und ein Spiel, das
VfL-Profis zeigen: Die
Bundesliga ist für sie
etwas Besonderes.
in den Geschichtsbüchern des
VfL Bochum auftauchen wird“,
schwärmt Sportvorstand Sebastian Schindzielorz.
Dreimal in Folge geriet man
in den jüngsten drei Spielen in
Rückstand und verlor keine einzige dieser Partien. „Dass uns das
0:1 nicht umgeworfen hat, ist ein
Zeichen für unsere Entwicklung“,
sagt Trainer Thomas Reis auch
mit Blick auf die Pleite im Hinspiel Mitte September.
Zu besichtigen ist regelmäßig, dass es für seine Profis etwas
Besonderes ist, ein Teil der Bun-
desliga zu sein und sich mit den
Top-Klubs des Landes zu messen.
Viele Spieler wurden woanders
aussortiert, die meisten sind neu
in der Bundesliga oder haben erst
sporadisch Erfahrungen sammeln
dürfen. Ihren Platz verteidigen
sie nun mit vollem Einsatz, wenn
auch nicht allein mit Robustheit
und körperlicher Präsenz, sondern durchaus mit technischen
Feinheiten und mutigem Spiel
nach vorn.
Bei aller Euphorie verlor Reis
im allgemeinen Jubel und Trubel
nicht den Blick für das Wesentliche. „Diesen Feiertag dürfen alle
genießen“, so der von den Rängen lautstark bejubelte Trainer,
„und dann gehen wir daran, die
Truppe wieder auf den Boden der
Tatsachen zu holen und schnell
zur Tagesordnung überzugehen.“
Mit 28 Punkten steht der
Bundesliga-Rückkehrer nach
22 Spieltagen ausgezeichnet da;
am nächsten Wochenende wartet
ein Schlüsselspiel beim VfB Stuttgart, derzeit auf Platz 17. Mit einem
Sieg könnte der VfL den Rivalen
auf satte 13 Punkte distanzieren.
Ähnliche Gier und Leidenschaft
darf am Samstag vorausgesetzt
werden.
OLIVER BITTER
H
alten wir uns diese Zahl vor
Augen: 12 460 000 000
Euro kassiert die Premier
League in den kommenden drei
Spielzeiten an Vermarktungserlösen aus der zentralen Vergabe von Fernsehrechten und
Werbeverträgen. Obendrauf
kommen die Erlöse der Klubs
aus ihren Sponsorenverträgen.
12,46 Milliarden Euro plus x.
ERSTMALS erzielt die Premier
League mit 6,29 Milliarden Euro
ab Sommer 2022 bis zum Sommer 2025 aus der internationalen Vergabe der Medienrechte
mehr Geld als auf dem nationalen Markt (6,05). Die Bundesliga erhält in diesem Zeitraum
3,3 Milliarden aus der nationalen
und knapp 600 Millionen Euro
aus der internationalen Vergabe
dieser Rechte. Knapp ein Drittel
der Summe der Premier League.
Gedanken um Play-offs oder
Spiele um den Supercup in Asien
bringen die Liga in dem ungleichen Wettbewerb nicht voran.
HISTORISCH bedingt ist diese
Entwicklung. Die First Division
hatte schon vor 50 Jahren
Live-Bilder ihrer Spiele um den
Globus geschickt, die Bundesliga
zog erst knapp 30 Jahre später
nach. Asia bereisten die Briten
bei Freundschaftsspielen
und Trainingslagern; Austria
die Deutschen. Kurzum: Der
finanzielle Rückstand ist für die
Bundesliga uneinholbar. Doch
sie muss sich nicht verstecken,
wenn sie sich auf ihr Publikum
konzentriert als einst zuschauerstärkste Profiliga der Welt (vor
der Pandemie). Fan-Orientierung
heißt das Gebot der Stunde für
die Liga. Und wenn sie weltweit
nur die Nummer zwei oder
drei sein sollte, ist das kein
Beinbruch.
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22.
SPIELTAG
11. – 13. 2. 2022
G GELBE KARTEN
Für das nächste Spiel gesperrt:
Knoche (Union)
Rexhbecaj (Bochum)
Geiger (Hoffenheim)
Grillitsch (Hoffenheim)
Bakker (Leverkusen)
ERGEBNIS DI E NST
Unter Telefon (0137) 82 23 32 22
(0,50/Anruf/Festnetz), erreichbar aus
Deutschland, erfahren Sie die Zwischenund Endresultate der Bundesligaspiele.
Aus Österreich: (0900) 21 02 20
(0,61/Min./Festnetz)
5
5
5
5
5
9 0 3 34:14 + 20 27
10
1 4 5
5. 8. TSG Hoffenheim
22 10 4 8 43:34 + 9 34
11
7 2 2 25:12 + 13 23
11
3 2 6 18:22 − 4 11
6. 5. SC Freiburg
22
9 7 6 34:25 + 9 34
11
5 4 2 18:12 + 6 19
11
4 3 4 16:13 + 3 15
7. 4. 1. FC Union Berlin
22
9 7 6 29:30 − 1 34
11
6 3 2 14:12 + 2 21
11
3 4 4 15:18 − 3 13
8. 6. 1. FC Köln
22
8 8 6 34:37 − 3 32
11
6 3 2 19:15 + 4 21
11
2 5 4 15:22 − 7 11
9. 10. 1. FSV Mainz 05
22
9 4 9 31:24 + 7 31
11
7 3 1 21:5 + 16 24
11
2 1 8 10:19 − 9
10. 9. Eintracht Frankfurt
22
8 7 7 33:34 − 1 31
11
3 4 4 14:15 − 1 13
11
5 3 3 19:19
11. 11. VfL Bochum (N)
22
8 4 10 24:32 − 8 28
11
6 3 2 17:10 + 7 21
11
2 1 8
12. 12. VfL Wolfsburg
22
8 3 11 23:33 − 10 27
11
4 2 5 12:15 − 3 14
11
4 1 6 11:18 − 7 13
13. 13. Bor. Mönchengladbach 22
7 5 10 30:40 − 10 26
11
5 2 4 19:19
0 17
11
2 3 6 11:21 − 10
9
14. 14. Hertha BSC
22
6 5 11 24:45 − 21 23
11
4 3 4 15:17 − 2 15
11
2 2 7
8
15. 15. Arminia Bielefeld
22
4 10 8 21:29 − 8 22
11
1 7 3 11:16 − 5 10
11
3 3 5 10:13 − 3 12
16. 16. FC Augsburg
22
5 7 10 24:38 − 14 22
10
4 3 3 15:16 − 1 15
12
1 4 7
9:22 − 13
7
17. 17. VfB Stuttgart
22
4 6 12 26:42 − 16 18
11
3 2 6 18:23 − 5 11
11
1 4 6
8:19 − 11
7
18. 18. Greuther Fürth (N)
22
3 4 15 20:57 − 37 13
11
3 3 5 11:17 − 6 12
11
0 1 10
9:40 − 31
1
Z U M ER ST E N M A L
E L F DES TAG ES
Drei Klubs gemeinsam vorne
Hrgota 1
In seinem zweiten Bundesligaspiel für Stuttgart trug sich Tiago
Tomas zum ersten Mal in die Torschützenliste ein – und das gleich
doppelt. Der Winterneuzugang
ist in der Bundesligageschichte
des VfB der 268. Spieler, der für die Schwaben
traf. Damit hat Stuttgart den Rekord von Frankfurt
und Schalke eingestellt. Für keinen anderen Klub
trafen mehr Akteure.
FC Augsburg
1. FC Union Berlin
Hertha BSC
Arminia Bielefeld
VfL Bochum
Borussia Dortmund
Eintracht Frankfurt
SC Freiburg
SpVgg Greuther Fürth
TSG Hoffenheim
1. FC Köln
RB Leipzig
Bayer 04 Leverkusen
1. FSV Mainz 05
Bor. Mönchengladbach
Bayern München
VfB Stuttgart
VfL Wolfsburg
Bensebaini 2
Hübner 1
Hoffenheim
Bochum
Gladbach
9:13 − 4
7
7
0 18
7:22 − 15
9:28 − 19
7
Tiago Tomas 1
Stuttgart
Wirtz 4
Leverkusen
Losilla 1
Bochum
Bornauw 1
Gamboa 1
Wolfsburg
Bochum
Flekken 2
Freiburg
2:3
2:1
7.5.
2:3
20.3.
2:1
3:4
6.3.
1:0
23.4.
9.4.
1:3
1:1
16.4.
5.3.
1:1
2:0
5:2
19.2.
0:0
1:2
0:0
2:1
5:1
9.4.
14.5.
30.4.
2:1
2:2
5.3.
3:0
2.4.
3:1
0:2
1:2 19.3.
3:2 30.4. 16.4.
19.2. 1:0 3:1
20.3. 5.3. 4:1
30.4. 14.5. 7:1
14.5. 0:0 3:0
2:3 0:6 4:0
1:2 2:1 20.2.
2:3 2:3 5:1
1:1 0:2 4:1
0:4
2:1
19.3.
0:0
2:0
3:2
23.4.
1:2
3:6
6.3.
9.4.
2:2
2:0
14.5.
4:0
3:1
19.2.
Aus der waagrechten Reihe können Sie die Heimresultate und Heimtermine, aus der senkrechten die Auswärtsresultate und Auswärtstermine ablesen.
ut
tg
a
W rt
olf
sb
ur
g
en
12.3. 1:0 2:1
26.2. 2:1 2:5
7.5. 1:0 1:4
1:2 1:1 16.4.
2:0 18.3. 4:2
3:1 20.2. 2:3
1:0 7.5. 26.2.
1:1 23.4. 2.4.
2:1 9.4. 1:3
0:2 1:1 12.3.
9.4. 4:1 0:4
4:1 4:1 1:4
1:0 4:0 1:5
1:1 30.4.
2.4.
1:1
2:1 1:2
2:1 5.3. 0:5
23.4. 1:3 14.5.
St
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30.4. 1:1 1:4
2.4. 2:1 1:1
1:3 20.2. 1:1
1:1 14.5. 0:4
2:2 27.2. 9.4.
2:0 2.4. 2:5
1:1 1:1 5:2
1:1 1:1 2:1
26.2. 13.3. 23.4.
5:0 2:0 7.5.
1:1 2:2
3:1
1:3
13.3. 16.4.
1:1 1:0 18.2.
16.4. 30.4. 1:2
3:2 3:2 5.3.
14.5. 0:2 1:3
2:3 1:0 20.3.
M
27.2.
0:3
3:2
1:3
1:1
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2:0 16.4. 1:1 2:3
2:0 1:0 14.5.
9.4.
2:0 1:1
19.2. 30.4.
2:0
0:1 1:3 7.5.
4:2 14.5. 13.3. 30.4.
2:1 1:2 0:2 13.3.
7.5. 26.2. 2:2 16.4.
1:0 2:1 1:1 0:1
2:2 2:0 2:0 2.4.
2:2 3:1 23.4. 2:1
23.4. 6:0 0:2 3:0
2:2 2.4. 26.2. 1:0
1:2 4:0 19.3. 1:0
1:2 12.3. 3:1 2:1
19.3. 5:0 1:0 7:0
1:1 2:2 0:1 19.2.
5.3. 0:0 9.4. 1:0
M
0:0
1:1
4.3.
23.4.
2:1
0:0
3:0
0:0
3:1
0:2
7.5.
5:1
4:1
3:2
9.4.
19.3.
1:0
h
Hochgestellt: Anzahl der Berufungen in die Elf des Tages
ain
2021/22
Holtmann 1
Fürth
Reus 2
Dortmund
M
9
13
18
12
ig
GG GELB-ROTE KARTEN
niemand
Gesamtzahl 2021/22
Vergleich 22. Spieltag 2020/21
Gesamt Saison 2020/21
22 10 4 8 43:27 + 16 34
ve
Weiterhin gesperrt:
niemand
6 3 2 28:17 + 11 21
4. 7. RB Leipzig
Le
8
7
15
6 1 4 24:18 + 6 19
11
i pz
G ROTE KARTEN
niemand
Gesamtzahl 2021/22
Vergleich 22. Spieltag 2020/21
Gesamt Saison 2020/21
11
6 2 3 30:19 + 11 20
Le
19.30 UHR
Hertha (0:6) Leipzig
9 0 2 33:18 + 15 27
u
Fr nd
an
kfu
Fr rt
eib
ur
Fü g
rth
Ho
ffe
n
Kö heim
ln
SONNTAG, 20. FEBRUAR
Dortmund (0:1) Gladbach
P
11
um
17.30 UHR
D
11
rtm
SONNTAG, 20. FEBRUAR
T
22 12 5 5 58:36 + 22 41
Do
15.30 UHR
N
3. 3. Bayer 04 Leverkusen
ld
München (3:1) Fürth
auswärts
SP S U
P
2. 2. Borussia Dortmund (P) 22 15 1 6 57:36 + 21 46
fe
SONNTAG, 20. FEBRUAR
D
8 1 2 37:15 + 22 25
ch
Köln (1:1) Frankfurt
T
11
Bo
18.30 UHR
N
9 0 2 33:10 + 23 27
a
SAMSTAG, 19. FEBRUAR
zu Hause
SP S U
P
11
ele
Hoffenheim
Bochum
Freiburg
Union
D
22 17 1 4 70:25 + 45 52
rth
(1:3)
(0:0)
(0:3)
(0:1)
T
Bi
Wolfsburg
Stuttgart
Augsburg
Bielefeld
N
He
15.30 UHR
U
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SAMSTAG, 19. FEBRUAR
S
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20.30 UHR
Mainz (0:1) Leverkusen
1. 1. Bayern München (M)
SP
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FREITAG, 18. FEBRUAR
Verein
gs
23. SPIELTAG
B U N D E SL I GA
Un
Köln
Wolfsburg
Augsburg
Mainz
München
Hertha
Stuttgart
Dortmund
Bielefeld
Au
1:0
0:1
1:0
0:1
4:1
1:0
1:0
0:2
1:0
SAISON
3:1
0:2
3:2
1:1
4:2
2:1
4:2
0:3
2:0
Leipzig
Frankfurt
Gladbach
Freiburg
Bochum
Fürth
Leverkusen
Union
Hoffenheim
4:1
12.3.
23.4.
2.4.
0:0
2:1
1:1
2:0
0:0
25.2.
1:0
4:0
4:2
16.4.
1:1
7.5.
0:2
2.4.
2:0
1:2
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1:0
16.4.
0:2
12.3.
0:2
3:1
7.5.
2:0
0:2
3:0
26.2.
4:0
30.4.
14. FEBRUAR 2022
23
S PIE L E R D ES TAGES
Gerrit Holtmann
Alles reinwerfen in den Abstiegsk(r)ampf
Fürth ist in der Liga ergebnistechnisch angekommen, im Tabellenkeller ist man schon länger.
Dort mittendrin ist nun auch Hertha, die alte Dame muss das nur noch richtig annehmen …
CHANCEN
ZU SC HAUE R
Zuschauerschnitt
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
Borussia Dortmund
1. FC Köln
Bayern München
Bor. Mönchengladbach
Eintracht Frankfurt
VfB Stuttgart
RB Leipzig
Bayer 04 Leverkusen
Arminia Bielefeld
1. FSV Mainz 05
Hertha BSC
VfL Bochum
SC Freiburg
1. FC Union Berlin
FC Augsburg
VfL Wolfsburg
TSG Hoffenheim
SpVgg Greuther Fürth
31 379
26 918
22 909
20 597
17 841
17 523
15 865
14 184
14 046
13 564
12 518
12 501
11 909
11 293
10 081
8 485
6 580
5 319
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
Dortmund
Leverkusen
München
Leipzig
Hertha
Hoffenheim
Frankfurt
Stuttgart
Freiburg
Köln
Mainz
Augsburg
Bielefeld
Union
Bochum
Gladbach
Fürth
Wolfsburg
Foto: picture-alliance/Löb
VfL Bochum
Mit seinem Super-Solo, bei dem er die halbe Mainzer Truppe ausspielte, erzielte Gerrit Holtmann (26)
am 2. Spieltag als erster Bochumer das Tor des
Jahres der ARD-Sportschau. Jetzt verblüffte der
Top-Sprinter bei seiner Gala gegen die Bayern
sogar seinen Trainer, der dem Flügelstürmer einen
solch ansehnlichen Treffer mit dem falschen Fuß
ins lange Eck kaum zugetraut hätte. „Den rechten“,
so Thomas Reis ganz trocken, „hat er eigentlich nur,
damit er nicht umfällt.“ Als Präzisionsschütze fällt
Holtmann ansonsten selten auf, schon eher als
kaum zu packender Vorbereiter; so fädelte er diesmal das 1:0 durch Christopher Antwi-Adjei perfekt
ein. Da ließ es sich verschmerzen, dass der Wirbelwind beim historischen Bochumer 4:2-Triumph die
Großchance kurz nach der Pause versemmelte und
den Kollegen Locadia übersah.
OLIVER BITTER
TOR SC HÜTZ E N
Tore am 22. Spieltag 33 (Schnitt 3,67)
Verwertung/Chancen
40,4 %
37,7 %
33,5 %
29,7 %
28,6 %
28,5 %
27,7 %
26,8 %
26,8 %
26,0 %
25,6 %
25,5 %
24,7 %
24,2 %
24,0 %
23,8 %
23,3 %
21,5 %
141
154
209
145
84
151
119
97
127
131
121
94
85
120
100
126
86
107
Die Zahl der erzielten Tore geteilt durch die Anzahl
der Torchancen ergibt die Chancenverwertung.
Gesamt 2021/22: 624 (Schnitt 3,15)
Vergleich 2020/21: 928 (Schnitt 3,03)
Tore
Spieler
Verein
26 (2)
19 (1)
16 (–)
14 (–)
11 (1)
10 (1)
10 (–)
9 (–)
9 (–)
8 (1)
7 (–)
7 (–)
7 (2)
7 (2)
7 (–)
7 (1)
7 (–)
7 (–)
Lewandowski
Schick
Haaland
Modeste
Nkunku
Diaby
Gnabry
Awoniyi
Silva
Hofmann
Okugawa
Polter
Reus
Hrgota
Bebou
Wirtz
Burkardt
Müller
Bayern München
Bayer 04 Leverkusen
Borussia Dortmund
1. FC Köln
RB Leipzig
Bayer 04 Leverkusen
Bayern München
1. FC Union Berlin
RB Leipzig
Bor. Mönchengladbach
Arminia Bielefeld
VfL Bochum
Borussia Dortmund
SpVgg Greuther Fürth
TSG Hoffenheim
Bayer 04 Leverkusen
1. FSV Mainz 05
Bayern München
In Klammern Zahl der am letzten Spieltag erzielten Tore
1.
2.
3.
4.
6.
7.
9.
10.
11.
12.
13.
Flekken (Freiburg)
Sommer (Gladbach)
Riemann (Bochum)
Ortega Moreno (Bielefeld)
Baumann (Hoffenheim)
Gulacsi (Leipzig)
Trapp (Frankfurt)
Neuer (München)
Zentner (Mainz)
T. Horn (Köln)
Hradecky (Leverkusen)
Kobel (Dortmund)
Luthe (Union)
Notenschnitt
2,73
2,75
2,80
2,81
2,81
2,83
2,88
2,88
2,91
2,92
2,93
2,98
3,12
Berücksichtigt sind nur Spieler, die in mindestens
50 % der Spiele benotet wurden. Bei außergewöhnlichen Leistungen werden auch Spieler benotet, die
maximal 30 Minuten eingesetzt wurden.
Notenschnitt
Lewandowski (München)
N. Schlotterbeck (Freiburg)
Musiala (München)
Müller (München)
Wirtz (Leverkusen)
Haaland (Dortmund)
Goretzka (München)
Modeste (Köln)
Schick (Leverkusen)
Nkunku (Leipzig)
Davies (München)
Kimmich (München)
Diaby (Leverkusen)
Bellingham (Dortmund)
Forsberg (Leipzig)
Sané (München)
17. Grifo (Freiburg)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
Links
Kopf
davon
Elfer
19
4
2
5
8
1
7
6
5
6
5
5
2
–
5
6
4
4
4
11
11
–
3
9
3
3
2
2
1
–
5
7
2
1
2
3
3
4
3
9
–
–
–
–
2
–
1
2
–
–
–
–
1
–
3
1
3
–
–
–
–
–
3
–
–
1
–
5
–
–
–
–
SC OR E R
TO P -F E L D S P I EL E R
TOP -TO RHÜ TE R
Rechts
2,43
2,58
2,64
2,73
2,75
2,77
2,83
2,88
2,89
2,93
2,94
2,97
2,98
3,00
3,00
3,00
3,02
Punkte
28
25
23
22
20
17
17
16
15
15
13
13
13
13
12
12
11
Tore + Vorarbeiten
Lewandowski (München)
Müller (München)
Schick (Leverkusen)
Haaland (Dortmund)
Nkunku (Leipzig)
Diaby (Leverkusen)
Wirtz (Leverkusen)
Gnabry (München)
Reus (Dortmund)
Modeste (Köln)
Grifo (Freiburg)
Silva (Leipzig)
Sané (München)
Kruse (Wolfsburg/Union)
Brandt (Dortmund)
Bebou (Hoffenheim)
Borré (Frankfurt)
26+2
7+18
19+4
16+6
11+9
10+7
7+10
10+6
7+8
14+1
4+9
9+4
6+7
6+7
5+7
7+5
6+5
Punkte
11
11
10
10
10
10
10
10
10
10
10
Hrgota (Fürth)
Onisiwo (Mainz)
Awoniyi (Union)
Wimmer (Bielefeld)
Holtmann (Bochum)
Malen (Dortmund)
Kostic (Frankfurt)
Kramaric (Hoffenheim)
Rutter (Hoffenheim)
Burkardt (Mainz)
Hofmann (Gladbach)
Tore + Vorarbeiten
7+4
3+8
9+1
3+7
4+6
3+7
3+7
3+7
6+4
7+3
8+2
Jeder Torschütze erhält für einen Treffer einen
Punkt. Dem Spieler, der die Vorarbeit geleistet
hat, wird ebenfalls ein Punkt gutgeschrieben.
Bei Foulelfmetern erhält der gefoulte Spieler einen
Scorer-Punkt.
24
14. FEBRUAR 2022
1. FC Union Berlin – Bor. Dortmund
Luthe 4
Jaeckel 5
0:2
TRAINER: Fischer
Knoche 5 G
Trimmel 4 i
0:3
Baumgartl 3,5 G
Prömel 4
Oczipka 3,5
Becker 4 i
Öztunali 5 i
Awoniyi 4,5 i
Michel 4 i
Malen 3 i
Bellingham 3,5
B Guerreiro 3 i
B B Reus 1,5 i
Witsel 3
Dahoud 2,5 i
Zagadou 2,5
Hummels 3
Brandt 4 G i
Akanji 3
Kobel 3
TRAINER: Rose
FCU EINGEWECHSELT: 61. Möhwald (–)
für Öztunali und Behrens (–) für Awoniyi,
72. Ujah (–) für Michel, 78. Ryerson (–)
für Trimmel und Schäfer (–) für Becker –
RESERVEBANK: Rönnow (Tor), Dehl,
Haraguchi, Abdullahi – GELBE KARTEN:
Baumgartl, Möhwald, Knoche (5., gesperrt), Schäfer
BVB EINGEWECHSELT: 73. Can (–) für
Dahoud, 81. Moukoko (–) für Malen, 89.
Reinier (–) für Brandt, 90. Tigges (–)
für Reus und Schulz (–) für Guerreiro –
RESERVEBANK: Hitz (Tor), Passlack,
Pongracic – GELBE KARTE: Brandt
TORE: 0:1 Reus (18., Linksschuss, Vorarbeit Dahoud), 0:2 Reus (25., Linksschuss,
Malen), 0:3 Guerreiro (71., Linksschuss, Malen) – CHANCEN: 6:6 – ECKEN: 2:5
SR-TEAM: Dr. Jöllenbeck (Freiburg – Assistenten: Günsch, Weickenmeier – Vierter Of-
fizieller: Thielert – Video-Assistent: Winkmann), Note 3, mit einer großzügigen Linie,
dabei allerdings auch mit Problemen in der Zweikampfbewertung. Das Tor von Möhwald
wegen Ujahs Armeinsatz gegen Akanji zurückzunehmen (73.), war eine harte Entscheidung, aber vom Regelwerk gedeckt. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE:
3, eine vor der Pause einseitige, danach aber deutlich offenere und intensivere Partie.
“ ANALYSE
Matthias Dersch, Oliver Hartmann,
Andreas Hunzinger und Patrick Kleinmann
ES BERICHTEN
Roses Systemänderung zahlt sich aus
bis zur 18. Minute auf. Beim zweiten
Gegentreffer sahen Knoche und
Oczipka nicht gut aus, bei weiteren
Chancen von Malen hätte die Begegnung schon zur Halbzeit entschieden sein können. Nie aufgebende
Unioner kamen aggressiver und
aktiver aus der Pause und hatten
viele Chancen zur Resultatsverbesserung, doch mit dem 3:0 des BVB
war das Spiel gelaufen.
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
UNION
4,23
28,52
121,6
Prömel
12,94
81 Oczipka
DORTMUND
2,91
25,75
117,3
Witsel
11,48
117 Akanji
Ballbesitz
39 %
46
61 %
60
Gewonnene
Zweikämpfe
Foto: firo
Ordnende Hand und Spielentscheider:
MARCO REUS stellte mit seinen Toren
die Weichen auf Sieg und damit unter
Beweis, wie wichtig er für den BVB in
zentraler Position sein kann.
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
Der Faktor
Der Sieg für DO RTMUN D
war das Ergebnis guter
Reaktionen – von den
BVB-Profis, aber auch
von Trainer Rose.
FAZIT: Die Borussia siegte verdient,
weil die Berliner erst nach dem Seitenwechsel aufgewacht waren.
43+57
39+61
Als Konsequenz aus dem 2:5 gegen
Bayer Leverkusen veränderte BVBCoach Rose das System, baute mit
Witsel einen zweiten Sechser ein
und beorderte Reus auf die Zehn.
Dadurch hatte Dortmund im Zentrum mehr Präsenz, Ordnung und
Stabilität als zuletzt. Abgesehen
vom ersten Abschluss des Spiels
durch Unions Becker beherrschte
der BVB seinen Gegner, trat enorm
ballsicher auf und hatte bis zur Pause alles unter Kontrolle. Der Plan der
Eisernen, sich zurückzuziehen und
die Räume eng zu machen, ging nur
Die gelernten Rechtsverteidiger waren
BVB-Trainer Marco
Rose schon Ende der
Woche ausgegangen, als klar
geworden war, dass Stammkraft
Thomas Meunier und sein Ersatz
Marius Wolf wegen muskulärer
Probleme nicht mit nach Berlin
würde reisen können. Eigengewächs Felix Passlack ist derzeit
keine Alternative, Emre Can war
nach seiner Verletzungspause
noch nicht bereit für die Startelf.
Als dann Thorgan Hazard aus
Leistungsgründen in Dortmund
blieb, war auch eine Rückkehr
zur Dreierkette keine Option
mehr, Manuel Akanji rückte eine
Position weiter nach rechts.
Die Rochade ganz hinten
stand ein wenig sinnbildlich für
die vielen Gedanken, die sich
der Dortmunder Coach machen
musste. Auch wenn Rose vor
dem Spiel bei DAZN erneut betont hatte, dass auch die viel zu
leicht kassierten Kontergegentore beim 2:5 gegen Leverkusen
keine Frage der Grundordnung
gewesen seien, änderte er diesmal seine Formation – und legte damit den Grundstein für
den Erfolg. Statt des offensiven
4-3-3 startete der BVB in einer
4-2-3-1-Grundordnung.
14. FEBRUAR 2022
am Tor ist, desto besser für uns.
Dazu hat er besondere Momente
im Gegenpressing. Da kann er
uns fantastisch helfen. So, wie
er das auch heute gemacht hat“,
befand Mats Hummels.
Reus’ Treffer waren die
vorentscheidenden beim Dortmunder Sieg, den Raphael Guerreiro noch deutlicher gestaltete.
Und es war kein Zufall, dass der
Kapitän die Weichen stellte. Sein
150. Pflichtspieltor für den BVB
war gleichzeitig das 42. Mal,
dass ihm damit das 1:0 gelang –
nur Manfred Burgsmüller (45)
hatte das noch häufiger geschafft. „Wir wollten diesmal
42-mal das 1:0 –
Reus nähert sich
Burgsmüller an.
Reus
Daraus resultierten zwei
spielentscheidende Vorteile:
Zum einen wurde das Zentrum
durch die Doppelsechs gestärkt,
auf der Routinier Axel Witsel als
klassischer Abräumer seinem
Nebenmann Mahmoud Dahoud
mehr Freiheiten im Spiel nach
vorne ermöglichte, die dieser
prompt gewinnbringend nutzte.
Die zweite, noch einflussreichere Begleiterscheinung: Marco
Reus durfte wieder auf seiner
Lieblingsposition im Zentrum
hinter Donyell Malen auflaufen
statt als Außen einer offensiven
Dreierkette.
Als ob eine Last von ihm
abgefallen sei, zauberte der
Kapitän von der Zehnerposition aus eine überragende erste
Hälfte aufs Feld, erzielte das 1:0
nach einem Pass von Dahoud
und schaltete beim Konter vor
dem 2:0 am schnellsten. „Marcos größte Stärken sind auf der
Zehn. Das ist seine Paradeposition. Je zentraler und näher er
den Kampf annehmen, was uns
hier in den vergangenen Jahren
nur selten gelungen ist. Wir hatten das Spielglück und gehen
früh in Führung. Danach wurde
es leichter für uns“, befand Reus.
Es ist ein Erfolg, der nach
einer wieder einmal turbulenten Woche Ruhe in den Verein
bringt. Die Rückkehr zum über
viele Jahre erprobten System
mit einem zentralen Reus und
einer etwas vorsichtigeren Ausrichtung als zuletzt ist für Rose,
der nach dem Leverkusen-Spiel
verstärkt in die Kritik geraten
war, eine gute Basis, um auf
Sicht weiter an seiner Idee zu
arbeiten. „Wir hatten nicht so
Riesenräume bei Ballverlusten,
weil wir immer vier oder fünf
Mann in der Absicherung hatten. Mit zwei oder drei Mann
Absicherung kann man in der
Bundesliga nicht gewinnen“,
unterstützte Hummels die Umstellung verbal.
Die seltene Tatsache, dass
der BVB in Berlin zudem kein
(reguläres) Gegentor kassierte
und zum dritten Mal in der laufenden Saison zu null spielte,
wird die Diskussionen um die
Abwehrleistungen erst einmal
verstummen lassen. „Die drei
Punkte sind schon noch mal
wichtiger, aber ein Zu-null tut
auch mal gut“, gestand Rose.
Und wieder einmal gelang Dortmund die richtige Reaktion auf
einen Rückschlag: Schon nach
der herben Pleite in Amsterdam (0:4), dem ChampionsLeague-Aus bei Sporting (1:3)
und der Pokal-Niederlage gegen
den Zweitligisten FC St. Pauli
(1:2) waren am Wochenende
Siege in der Liga gefolgt.
UNI ON
Erstmals seit einem Jahr zwei Pleiten in Folge
Fischer: „Nicht gut
genug verteidigt“
Dortmund war in der
Bundesliga bislang
ein Lieblingsgast des
1. FC Union. Beide bisherigen Auftritte des BVB An der Alten Försterei
waren zugunsten der Eisernen ausgegangen. Am 31. August 2019 war dem
damaligen Neuling Union mit dem
3:1 über Schwarz-Gelb der erste Bundesliga-Sieg überhaupt geglückt, und
auch am 18. Dezember 2020 feierten
die Berliner einen Erfolg, mit 2:1.
Dass es im dritten Duell mit
dem BVB An der Alten Försterei erstmals eine Niederlage und dann auch
noch die zweithöchste Heimpleite
nach dem 0:4 gegen RB Leipzig am
18. August 2019 gab, hatte nach Meinung von Urs Fischer folgende Ursachen: „Wenn man sich das Gegentor
zwei und drei anschaut, dann ist das
einfach nicht gut genug verteidigt“,
resümierte der Trainer. Vor dem 0:2
stand Robin Knoche nach einem
Ball auf Donyell Malen falsch und
konnte den in die Tiefe sprintenden
Niederländer ebenso wenig aufhalten
wie Bastian Ozcipka. Und vor dem
0:3 ließ sich Paul Jaeckel von Jude
Bellingham an der Grundlinie recht
simpel ausspielen, ehe auch Andreas
Luthe und Timo Baumgartl nicht
gerade glücklich aussahen.
Abseits der Fehler hatte Fischer
keine so deutliche Diskrepanz zwischen seinem Team und dem von
Marco Rose ausgemacht. „Um die
drei Tore waren sie nicht besser“,
betonte der Coach. Doch gerade in
der ersten Halbzeit wirkte Union
auch abseits der beiden Gegentreffer
nicht so kompakt wie sonst und nicht
so konsequent in den Zweikämpfen
sowie beim Anlaufen. Hinzu kam,
dass die Eisernen, wenn sie den Ball
erobert hatten, ihn meist schnell
wieder hergaben. „Die erste Halbzeit
war in der Summe nicht gut genug“,
so Fischer. Nach dem Seitenwechsel
näherte sich Union seinen Tugenden
wieder deutlich an, war aber nicht so
effektiv wie die Dortmunder. Dass
der eine Treffer, den Kevin Möhwald
erzielte, wegen eines vermeintlichen
Fouls des erstmals seit dem 27. Juni
2020 wieder eingesetzten Anthony
Ujah zurückgenommen wurde, konnte Fischer derweil nachvollziehen.
„Ich verstehe die Entscheidung.“
Erstmals seit Januar 2021 hat
Union wieder zweimal nacheinander
verloren. Folgen soll das keine haben.
„Wir werden alles daransetzen, dass
das mit uns nichts macht und wir
wieder in die Spur kommen“, sagte
Fischer, der darauf hinwies, „dass
wir den einen oder anderen neuen
Spieler bekommen haben. Es gilt,
dass sie sich schnellstmöglich an uns
gewöhnen. Man hat bei Sven Michel
schon gesehen, dass ihm zum Teil
noch die Bindung fehlt“. Der aus Paderborn gekommene Stürmer räumte
das ein, sagte aber auch, dass er sich
nicht als neuer Max Kruse sieht: „Ich
glaube, dass ich nicht in irgendwelche Fußstapfen treten will und muss.
Ich spiele mein Spiel, was ich auch in
Paderborn gespielt habe, und hoffe,
dass ich Berlin damit helfen kann.“
Foto: J. Hübner
Zurück auf seiner
Lieblingsposition:
Dortmunds Kapitän
Marco Reus
25
Zu viele Fehler: Auch beim dritten Gegentor hatte Unions Coach Urs Fischer
Defizite im Abwehrverhalten erkannt.
26
14. FEBRUAR 2022
TSG Hoffenheim – Arminia Bielefeld
Baumann 3
Vogt 3
Bebou 3 i
2:0
Nach vier Niederlagen in Folge drohte
HO F F ENHEIM der Sinkflug. Jetzt sind
die Kraichgauer wieder im Geschäft.
1:0
TRAINER: Hoeneß
Grillitsch 2,5 G
B Hübner 2 i
Geiger 3 G i
Samassekou 3 i
Dabbur 2,5
Baumgartner 3
Diesmal war alles anders. Hatten bis zum
gestrigen Sonntag alle
drei Hoffenheimer Partien gegen Bielefeld unter der
Regie von Sebastian Hoeneß
mit einem Unentschieden geendet, leuchtete diesmal nach
dem Schlusspfiff ein 2:0 auf der
Anzeigetafel. Die TSG hat ihre
Schwächephase mit vier Niederlagen in Folge hinter sich
gelassen, ihren zweiten Erfolg in
der Rückrunde eingefahren und
ihrem Trainer erst mal weiteres
Kopfzerbrechen erspart.
Ausgerechnet der Kapitän
sorgte für die Hoffenheimer
Führung und ließ damit Worten Taten folgen. „Wir müssen
den Bock umstoßen, indem wir
mal wieder in Führung gehen“,
hatte Benjamin Hübner vor seinem 100. Pflichtspiel für die TSG
von sich und seinen Kollegen
verlangt. Dann zeichnete der
32-Jährige, der erst am vergangenen Freitag seinen im Sommer auslaufenden Kontrakt bis
Ende Juni 2023 verlängert hatte,
mit einer Energieleistung selbst
für das 1:0 mitverantwortlich.
Sein Kopfball prallte von der
Latte an den Rücken von Armi-
Raum 2,5
B Rutter 2 i
Serra 4,5 i
Krüger 5 i
Castro 4
Okugawa 5 i
Schöpf 3,5
Vasiliadis 4,5
Laursen 4,5 i
Nilsson 4,5
Pieper 4,5 i
Brunner 4
Ortega Moreno 2,5
TRAINER: Kramer
TSG EINGEWECHSELT: 63. Kaderabek (–)
für Rutter, 74. Posch (–) für Hübner und
Bruun Larsen (–) für Bebou, 84. Rudy (–)
für Geiger und Nordtveit (–) für Samassekou – RESERVEBANK: Philipp (Tor), Akpoguma, Asllani – GELBE KARTEN: Geiger
(5., gesperrt), Grillitsch (5., gesperrt)
DSC EINGEWECHSELT: 57. Ramos (3,5)
für Pieper, 62. Klos (–) für Serra, Hack
(–) für Krüger und Bello (–) für Laursen,
75. Lasme (–) für Okugawa – RESERVEBANK: Schulz (Tor), de Medina, Fernandes, Kunze – GELBE KARTEN: keine
TORE: 1:0 Hübner (22., Kopfball, Vorarbeit Raum), 2:0 Rutter (51., Linksschuss, Dabbur) –
CHANCEN: 12:3 – ECKEN: 13:3
SR-TEAM: Hartmann (Wangen – Assistenten: Leicher, Gittelmann – Vierter Offizieller:
Dr. Kampka – Video-Assistent: Stieler), Note 3,5, souveräner Auftritt mit guter Körpersprache, lag bei der Zweikampfbewertung aber nicht immer richtig; hätte Serras Foul an
Grillitsch (34.) ahnden und Nilssons taktisches Foul an Dabbur (46.) mit Gelb bestrafen
müssen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 2,5, ein zwar einseitiges,
aber unterhaltsames Spiel mit zahlreichen Torszenen.
“ ANALYSE
ES BERICHTEN
Michael Pfeifer und Michael Richter
Das Tempo der TSG überfordert die Arminia
klein und empfing den Gegner tief,
Bielefeld wurde in der ersten Hälfte
nur einmal gefährlich (Serra, 34.).
Die Latte (42.) und Ortega Moreno
(44., 45.) verhinderten zunächst
weitere TSG-Treffer, ehe Rutter kurz
nach der Pause das 2:0 erzielte. In
der Folge ergaben sich noch mehr
Räume, die Hoffenheimer versäumten es aber, diese zu nutzen.
Vorne erzielte BENJAMIN HÜBNER
das 1:0 und setzte einen weiteren Kopfball knapp drüber (37.). Auch in den
defensiven Duellen brachte der Kapitän
seine Körperlichkeit auf den Platz.
HOFFENHEIM
2,68
27,27
124,4
Raum
12,44
102 Grillitsch
BIELEFELD
4,17
26,37
122,7
Schöpf
12,78
85 Brunner
Ballbesitz
54 % 46 %
56
42
Gewonnene
Zweikämpfe
Kapitän Hübner
lässt Worten auch
Taten folgen.
10 000 Zuschauern ebenfalls
im Stadion war. Ein weiterer
Jubilar, Oliver Baumann, vereitelte in seinem 250. Bundesligaspiel für die Badener in der
34. Minute gegen den plötzlich
vor ihm auftauchenden Janni
Serra das mögliche 1:1.
Hoeneß hatte vor der Partie noch auf den Spagat hingewiesen, den seine Spieler in der
aktuellen Phase hinbekommen
müssten. Es sei immer so eine
Sache, wenn eine Mannschaft
sich mit aller Kraft gegen einen
Kaum Antworten auf Dauerdruck und
Schwungrad Wimmer
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
BI E L E FE L D
FAZIT: Ein hochverdienter Sieg für
die TSG. Gegen defensiv überforderte und offensiv harmlose Bielefelder
waren mehr Tore drin.
57+43
54+46
Hinter der Hoffenheimer 3-2-4-1Formation mit Ball steckte folgende
Idee: Bebou und Raum lockten die
Bielefelder Außenverteidiger, Rutter band die Innenverteidiger. In
die entstehenden Lücken stießen
abwechselnd Baumgartner und Bebou, was permanent für Abstimmungsprobleme sorgte. Die Arminia verdichtete zwar das Zentrum,
bekam aber die Halbräume nicht in
den Griff, die TSG startete mit viel
Tempo und ging mit der dritten
Chance in Führung. Nach Ballverlust hielt Hoffenheim die Abstände
nen-Keeper Ortega Moreno und
dann über die Linie.
Erzwungenes Glück für
die Gastgeber. „Wir machen vieles richtig auf dem Platz, aber
dazu gehört auch, die ein, zwei
Prozent zuzulegen, um das Tor
zu erzielen oder das Gegentor
eben nicht zu bekommen“, so
Hübner, dessen Vater Bruno,
bis 2021 Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt, unter den
Endstation Sinsheim. Nach
zuletzt drei Siegen und drei
Remis setzte es die erste
Niederlage seit zwei Monaten für die Arminia. Verpasst wurde
somit die weitere Befreiung, zu der
schon ein Punktgewinn im Kraichgau
hätte beitragen können. So aber ändert sich angesichts der ebenfalls
an diesem Wochenende erfolglosen
unmittelbaren Konkurrenten im
Tabellenkeller nichts.
Gleich vierfach verändert hatte
unterdessen Frank Kramer sein Team
ins Spiel geschickt. Jacob Laursen
kehrte hinten links für den nach
wie vor verletzten Andres Andrade
zurück, die Alternative Nathan de Medina musste auf die Bank. Das Rennen in der Innenverteidigung machte
zunächst der wiedergenesene Amos
Pieper gegen seinen Vertreter der
Vorwoche, Guilherme Ramos. „Eine
Bauchentscheidung“, so der Trainer,
„es gab hierfür und dafür gute Argumente.“ Nun, Pieper verlor beim Führungstreffer gegen Benjamin Hübner
wie später auch Nebenmann Joakim Nilsson eines von zahlreichen
Kopfballduellen. Arminias schwer
geforderte Defensive, zuvor noch mit
den wenigsten Auswärts-Gegentoren der Liga (elf, jetzt 13), wackelte.
Kurios, dass der rechts bei Flanken
unter Dauerstress stehende Cedric
Brunner dem Spiel mit seinem
ersten Bundesligator eine Wende
hätte geben können, nach 49 Minuten aber am Pfosten scheiterte.
Das Fehlen des „BundesligaRookies des Monats“ Patrick Wimmer (Gelbsperre) sollte personell
und taktisch kompensiert werden:
Masaya Okugawa, mit unglücklichem
Ballverlust vor dem 0:1, rückte nach
rechts, im Zentrum teilten sich die
14. FEBRUAR 2022
Das Ende der Misere
Negativlauf stemmt. Das berge
stets die Gefahr, entweder zu
verkrampfen und den Faden zu
verlieren. Oder eben im Drang,
die Kurskorrektur erzwingen
zu wollen, zu euphorisch anzugreifen und erst recht anfällig zu werden. „Es ist extrem
wichtig, eine gute Balance zu
halten“, mahnte Hoeneß entsprechend. „Einerseits ist die
Ungeduld spürbar, andererseits
darf man auch nicht zu viel Geduld haben und denken, das
wird schon. Wir müssen jetzt
genau die richtige Mischung
auf den Platz bringen.“
Gegen Bielefeld sollte der
Plan aufgehen. Mit diesem Erfolg beendeten die Kraichgauer
auch ohne ihren an COVID-19
erkrankten Offensivstar Andrej
Kramaric ihre Ergebniskrise,
fuhren ihren siebten Heimsieg
der Saison ein und schoben
sich in der Tabelle wieder in
den angestrebten Bereich auf
Rang 5 vor. Auch dank Georginio Rutter. Der 19-Jährige hatte
zuletzt extremes Abschlusspech
und belohnte sich diesmal für
eine erneut gute Leistung mit
seinem sechsten Saisontreffer,
dem entscheidenden 2:0.
27
Der Dosenöffner: Bielefelds Cedric Brunner kann das 1:0 von Benjamin Hübner (nicht im Bild) nicht verhindern.
Spielkontrolle der TSG – Keine Befreiung für die Arminia
schmerzlich vermisst
Fotos: GES, imago images
Routiniers Alessandro Schöpf und,
erstmals von Beginn an, Gonzalo
Castro die Aufgabe. Doch nach vorne
ging lange Zeit nichts, zumal auch
Florian Krüger links und in der Spitze
Janni Serra kaum Szenen hatten.
„Wir müssen viel arbeiten, gegen den
Ball laufen. Dann schnell sein, wenn
wir den Ball gewinnen, und gute
Schwer gefordert und nach einer
Stunde vom Platz: Amos Pieper
Lösungen finden“, hatte Kramer
gefordert. Teil eins funktionierte
leidlich, Teil zwei bis auf Nadelstiche nicht, augenscheinlich weil hier
der immer mehr zum Schwungrad
gewordene Youngster Wimmer, gerade 20 Jahre alt, in jeder Hinsicht
schmerzlich vermisst wurde. Gegner
Hoffenheim mag den Ausfall eines
prägenden Spielers, hier des erkrankten Andrej Kramaric, verkraften – die
Arminia kann das derzeit nicht.
Kaum wirkliche Antworten auf
den anfänglichen Dauerdruck und
die spätere Spielkontrolle der TSG –
logische Folge war somit letztlich
dieses noch eher schmeichelhafte
Ergebnis. Es wird von den Bielefelder
Realisten zu verkraften sein, wenn es
künftig besser läuft – was es schon
im nächsten Heimspiel gegen Union
Berlin am Samstag zu beweisen gilt.
Dann wieder mit Wimmer.
Seit knapp einem Jahr in
Bielefeld: Frank Kramer
P ODC AST
Bundesligatalk am Montag
Kramer am Mikrofon
Seit knapp einem Jahr ist Frank
Kramer Cheftrainer von Arminia
Bielefeld. Die Freistellung seines
Vorgängers Uwe Neuhaus sorgte
damals in weiten Kreisen mitunter für Unverständnis, mittlerweile hat sich Kramer voll und
ganz etabliert in Ostwestfalen.
Kurz nach dem Auswärtsspiel
bei der TSG Hoffenheim ist der
vormalige DFB-Nachwuchscoach zu Gast bei „kicker meets
DAZN“ und spricht über seine
ersten elf Monate in Bielefeld
und seine Herangehensweise
im Abstiegskampf. Die neue Folge ist ab Montag auf kicker.de,
in der kicker-App und auf allen
gängigen Podcast-Plattformen
abrufbar.
28
14. FEBRUAR 2022
VfL Bochum – Bayern München
4:1
Esser 3
B Gamboa 2 G i
Feiertag
4:2
TRAINER: Reis
Bella Kotchap 2
Leitsch 3
Danilo Soares 2
Losilla 1,5
Rexhbecaj 3 G i
B Antwi-Adjei 2,5 i
Daheim sind T HO MAS REI S (48) und der
VfL kaum zu schlagen. Matchplan und
Maloche passen auch gegen die Bayern.
Osterhage 3
B Locadia 2,5 i
B Holtmann 1 i
B B Lewandowski 2
Coman 4 i
Sané 5
Müller 5 i
Gnabry 5,5
Kimmich 5
Hernandez 5
Süle 5
Upamecano 6 i
Pavard 5,5 G
Ulreich 4
TRAINER: Nagelsmann
BOC EINGEWECHSELT: 72. Stafylidis (–)
für Gamboa, 80. Pantovic (–) für Holtmann, Asano (–) für Antwi-Adjei und
Polter (–) für Locadia, 90. Masovic (–)
für Rexhbecaj – RESERVEBANK: Ernst
(Tor), Lampropoulos, Tesche, Bonga –
GELBE KARTEN: Gamboa, Rexhbecaj (5.,
gesperrt)
FCB EINGEWECHSELT: 46. Tolisso (4)
für Upamecano, 64. Choupo-Moting (–)
für Müller, 75. Sabitzer (–) für Coman –
RESERVEBANK: Früchtl (Tor), Nianzou,
Richards, Roca, Wanner, Tillman – GELBE
KARTE: Pavard
TORE: 0:1 Lewandowski (9., Rechtsschuss, Vorarbeit Coman), 1:1 Antwi-Adjei (14.,
Linksschuss, Holtmann), 2:1 Locadia (38., Rechtsschuss, Handelfmeter, Upamecano),
3:1 Gamboa (40., Rechtsschuss, Osterhage), 4:1 Holtmann (44., Rechtsschuss, Osterhage), 4:2 Lewandowski (75., Rechtsschuss, –) – CHANCEN: 6:6 – ECKEN: 4:9
SR-TEAM: Schröder (Hannover – Assistenten: Neitzel-Petersen, Seidel – Vierter Offizieller: Petersen – Video-Assistent: Gerach), Note 2, souverän und sicher, aber nicht sehr
intensiv gefordert. – ZUSCHAUER: 8500 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 1,5, mitreißende
erste Halbzeit mit sehenswerten Treffern und groß auftrumpfenden Bochumern, später
interessant, wenn auch nicht mehr so spektakulär.
“ ANALYSE
ES BERICHTEN
Oliver Bitter und Mario Krischel
Bayern pomadig gegen Bochums Tempo
ge Champion, griffiger und mutig.
Rexhbecaj und Osterhage legten
im Mittelfeld Müller und Kimmich
an die Kette, Upamecano patzte
wiederholt. Mit der Einwechslung
Tolissos stellte Bayern auf Dreierkette um, kam etwas besser ins
Spiel, erzeugte aber zu wenig Druck,
um die gut gestaffelten Gastgeber
auszuhebeln.
Sprinter GERRIT HOLTMANN war
nicht zu stoppen; er drehte auf Hochtouren, servierte zum 1:1. Zur Krönung
gelang noch ein feiner Schuss ins lange
Eck mit dem „falschen“ rechten Fuß.
BOCHUM
2,32
27,58
55 Danilo Soares
MÜNCHEN
4,67
28,19
97 Kimmich
Aufgrund technischer Probleme beim Anbieter gibt es zur
Partie Bochum gegen Bayern keine Angaben zur Laufleistung.
Ballbesitz
36 %
56
64 %
61
Gewonnene
Zweikämpfe
Kanadier nach leichter Myokarditis auf
Davies kann eine ganze
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
Ø-Note
Ø-Alter
Meiste Ballkontakte
MÜNC HE N
FAZIT: Ein hochverdienter Sieg der
leidenschaftlichen und engagierteren Bochumer.
48+52
36+64
Bemerkenswert: Beide Teams
starteten ohne ihre Stammtorhüter. Noch kurioser: Vom frühen
Rückstand ließ sich der Underdog
nicht beeindrucken, sondern konterte mit Leidenschaft, Aggressivität
und Mut, vor allem über die schnellen Außen, und legte den Favoriten
mit vier Toren in 30 Minuten aufs
Kreuz. Die Bayern reagierten zu
langsam auf die überfallartigen Angriffe vor allem über den schnellen
Holtmann, Bochum war auch gedanklich schneller als der pomadi-
Pure Freude auf
knapp 140 cm²:
VfL-Trainer
Thomas Reis bei
Schlusspfiff
Seit das neue Jahr
mit einem 1:2 gegen
Gladbach begonnen
hat, wird wöchentlich
über die taktische Ausrichtung
von Trainer Julian Nagelsmann
bei den Bayern geredet.
Nach dem verkorksten
Rückrundenauftakt war
der 34-Jährige vermehrt
ins Risiko und zwei Wochen später beim 4:1-Sieg
in Berlin erstmals mit dem offensiven 3-2-4-1-System ins
Spiel gegangen. Die schlichte
Begründung: Nagelsmann wollte keinen Offensivspieler opfern,
die sich bis zum Nackenschlag
in Bochum allesamt in guter
Verfassung präsentiert hatten.
Dieses Mal, als Nagelsmann beim Aufsteiger die Viererkette wieder installierte, war
„auch teilweise der Nachteil“
dieser Formation zu
sehen, weil die Außenverteidiger Lucas Hernandez und Benjamin
Pavard trotz Überzahl
mit vorrückten und nach
Ballverlust in der Vorwärtsbewegung Lücken entstanden.
Einer, der die Debatte um
Vierer- oder Dreierkette wohl
umgehend wieder verstummen
lassen würde, fehlt den Bayern
im Pott
Die wilde Entschlossenheit
brachte Cristian Gamboa so
richtig in Wallung. Mit Urgewalt zog der Bochumer
Verteidiger los, Doppelpass mit Patrick Osterhage, anschließend wurde
der herbeieilende Kingsley Coman
getunnelt. Es folgte ein fulminanter
Schuss ins lange Eck zum 3:1, der
erste Bundesligatreffer für den Nationalspieler Costa Ricas.
Überrascht aber waren die Kollegen nicht über diesen Auftritt mit
perfektem Abschluss, den Gamboa
selbst als „Traumtor“ einordnet. „Solche Tore“, erzählt Gerrit Holtmann
schmunzelnd, „schießt er doch in
jedem Training.“ Der Außenstürmer selbst ließ wenig später von der
anderen Seite einen ähnlichen Kracher los, der ebenfalls im Bayern-Tor
landete; es gelang praktisch alles in
diesen rauschenden ersten 45 Minuten, in denen der VfL den frühen
Rückstand drehte und den ersten
Sieg gegen den Rekordmeister seit
18 Jahren einfuhr. „An so einem Tag“,
so Trainer Thomas Reis hörbar glücklich, „passt dann einfach alles.“
Es zeigte sich auch gegen die
Bayern: An der Castroper Straße ist
dem VfL kaum beizukommen; er
verteidigt sein Terrain überaus engagiert und lässt sich auch von einem
Rückstand nicht beirren. 21 seiner
28 Punkte sammelte der Bundesliga-Rückkehrer daheim, das ist ein
Topwert und die Basis für eine aus
Bochumer Sicht rundum gelungene Runde. Die interne Rechnung:
Gelingen wie in der Hinserie erneut
20 Zähler, ist der Klassenverbleib
eingetütet. In der Rückrunde liegt der
Aufsteiger sogar bei plus fünf, holte
also deutlich mehr Punkte als zu
Saisonbeginn und liegt voll auf Kurs,
sich tatsächlich für ein zweites Jahr
in der Bundesliga zu qualifizieren.
Kurios übrigens, dass gegen
die Bayern nicht nur Gamboa seine Torpremiere in der Bundesliga
erlebte. Sein erstes VfL-Tor schaffte
auch der etwas überraschend nominierte Christopher Antwi-Adjei,
der sein bestes Spiel für Bochum
absolvierte, nachdem er zuvor zwar
häufiger durch sein Tempo auf der
Außenbahn aufgefallen war, aber
nie so recht überzeugt hatte. Weiter: Winter-Zugang Jürgen Locadia
schnappte sich den Ball zum Elfmeter und erzielte ebenfalls seinen
ersten Treffer für Bochum.
Derweil darf sich Reis, erstmals
als Trainer Sieger gegen die Bayern,
über seinen erfolgreichen Matchplan
freuen. Mit Antwi-Adjei und Holtmann wollte er größtmögliches Tempo auf den Außenbahnen einbringen;
beide setzten sich wie gewünscht in
Szene. Im Zentrum machten Elvis
Rexhbecaj und der nicht unbedingt
in der Startelf erwartete Osterhage die
Räume speziell für Thomas Müller
und Joshua Kimmich extrem eng.
„Da haben wir uns für laufstarke
Spieler und Balleroberer entschieden“, resümiert Reis, „das ist voll
aufgegangen.“ Und das ist sogar noch
ziemlich untertrieben.
„sehr gutem Weg“ – Dr. Broich mahnt zur Vorsicht
Foto: picture-alliance
Debatte schnell beenden
seit Wochen. Alphonso Davies
befindet sich nach seiner leichten Herzmuskelentzündung auf
einem „sehr guten Weg“, wie
Nagelsmann erklärte. In zwei
Wochen steht beim 21-Jährigen
der nächste Test an, es sei jedoch
der „best case“ eingetreten.
In welchem Maße Davies,
der in dieser Saison bislang zuvor nur zwei Pflichtspiele wegen Oberschenkelproblemen
verpasst hatte, ins Training zurückgeführt werden kann, wird
beobachtet. Professor Dr. Holger Broich, wissenschaftlicher
Leiter und Leiter Fitness beim
FC Bayern, mahnt im kicker-
Interview (Seiten 6 bis 8) zur
absoluten Vorsicht.
Gebraucht wird Davies auf
jeden Fall, das untermauerte
nicht erst das 2:4 in Bochum. Der
pfeilschnelle Kanadier war bis
zu seinem Ausfall ein Schlüsselspieler in Nagelsmanns System,
weil er defensiv wie offensiv die
Dreier- zur Viererkette formierte. In dieser vom Bayern-Trainer ihm angedachten Rolle
fand Davies in der Hinrunde
zurück zu seiner Topform, mit
der er besonders in der TripleSaison 2019/20 erstmals auch
international für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
14. FEBRUAR 2022
P L AY- OFFS
29
Skeptiker klar in der Überzahl
Völler warnt vor
diversen Schäden
A
uf der Tagesordnung
die Gretchenfrage. Rudi Völler
steht das Thema seit
(Foto unten) hat diese gegenvergangenem Mittüber dpa nochmals ganz kawochabend, als Bayern-Vortegorisch beantwortet: „Auch
standschef Oliver Kahn (Foto
in der Bundesliga muss der
oben) via kicker verlauten ließ:
Leistungsgedanke über allem
Der Abonnement-Champistehen. In dieser wichtigen
on aus München sei
Frage darf man auf
„offen“ für die von
keinen Fall durch die
DFL-Chefin Donata
Vereinsbrille schauen.
Hopfen neu angestoNach einem Jahr wird
ßene Idee von Play-offabgerechnet, und die
Spielen um die DeutPlatzierung zeigt klipp
sche Meisterschaft.
und klar an, wie gut
„Ein Modus in der Bunoder schlecht man gedesliga mit Halbfinals
arbeitet hat. Nur das
und Finale würde Spanist ehrlich und gerecht,
nung für die Fans bealles andere würde der
deuten“, erklärte Kahn,
Liga schaden.“
„es macht also Sinn, so einen
Als weiteren Aspekt
Gedanken durchzuspielen.“
bringt der im Sommer
Die widerstreitenden
scheidende Leverkusener
Argumente in der nun lauGeschäftsführer ins Spiel:
fenden Diskussion bringt
Leidtragender sei „auch und
niemand präziser auf den
besonders unser wunderbaPunkt als Christian Streich.
rer DFB-Pokal. Das ist doch
Dass „derjenige Meister ist, der
schon unser Wettbewerb im
nach 34 Spielen die meisten
Play-off-Modus, in jeder einPunkte hat“, findet Freiburgs
zelnen Runde.“ Tatsächlich
Trainer „am gerechtesten“.
liegt nahe: Im Fall von PlayAber: „Nicht immer am spanoffs um die Meisterschaft würnendsten, das ist klar.“ Die
de dem DFB-Pokal-Finale ein
Gerechtigkeit des aktuellen,
Abstieg zum Endspiel zweiter
klassischen Modus führen
Klasse drohen, zudem wäre
nahezu alle Play-off-Skeptieine geeignete Terminierung
ker ins Feld, die ligaweit nach
problematisch. Für „eine rein
wie vor eine überwältigende
organisatorische Frage“ hält
Mehrheit bilden. Von BVBdas indes Michael Reschke,
Coach Marco Rose über den
der schon 2018 als SportvorMainzer Kollegen Bo Svensstand des VfB Stuttgart Meisson, Gladbachs Adi Hütter
terschafts-Play-offs der vier
bis hin zu Wolfsburgs Florian
Erstplatzierten anregte. „Das
Kohfeldt. Frankfurts Trainer
Pokalfinale müsste eben zwei,
Oliver Glasner gehört zu den
drei Wochen früher stattfinwenigen, die einen anderen
den. Etwa nach dem 30. SpielBlickwinkel einnehmen. Für
tag. Dann würde es sicher auch
ihn hätten Play-offs „einen
nichts von seinem Stellenwert
unglaublichen Reiz“.
verlieren.“
THIEMO MÜLLER
Den Kern der
Debatte bildet also die
passende Abwägung
zwischen den von
Streich gegenübergestellten Parametern:
Gerechtigkeit und
Spannung – beide sind
für einen funktionieJa
36,9 %
renden sportlichen
Wettbewerb essenziell. Wie weit das eine
Nein
63,1 %
zugunsten des anderen
eingeschränkt werden
126 486 Teilnehmer www.kicker.de
darf oder sollte, bleibt
WIR WOLLTEN’S
WISSEN
Sollten Play-offs über die
Meisterschaft entscheiden?
14. FEBRUAR 2022
Bayer Leverkusen – VfB Stuttgart
Hradecky 3
Frimpong 3 i
Die Vorlage
kam
passgenau und
es wäre ein
Leichtes gewesen, diese
zu verwandeln. Doch
Florian Wirtz verzichtete
trotz eines Treffers und
einer Torvorlage darauf,
seine 90 Minuten in rosaroten Tüll zu wickeln.
Und so beantwortete Leverkusens Ausnahmekönner die Frage nach
seiner Emotionswelt
selbstkritisch: „Ich bin
auf jeden Fall zufrieden,
auch wenn es nicht mein
bestes Spiel war.“
Bemerkenswert,
besonders für einen
18-Jährigen, der wenige Minuten zuvor ein
enges Match mit zwei
bärenstarken Aktionen
entschieden hatte: Erst
hatte Wirtz den Ball zum
3:1 durch die Beine seines Gegenspielers langsam, aber hoch präzise ins
lange Eck rollen lassen. Dann hatte er
Torjäger Patrik Schick dessen 19. Saisontreffer nach 284 Minuten ohne
Torerfolg mustergültig mit einem
Pass durch drei Stuttgarter aufgelegt.
In diesen glanzvollen Momenten kam der Nationalspieler genauso
klar auf den Punkt wie in den eineinhalb Minuten in der Mixed Zone, in
denen er durch klare Analyse und
Selbstwahrnehmung auffiel. Denn
Filigrantechniker Wirtz hatte wie die
Werkself, die auf Abwehrchef Jonatan Tah (Infekt) verzichten musste,
1:0
TRAINER: Seoane
Tapsoba 4
Hincapie 3,5
Andrich 2,5 G i
Demirbay 3 G i
B Adli 3 i
Selbst
schlecht
noch gut
4:2
B Wirtz 2
Bakker 3,5 G
B Diaby 2 i
B Schick 3
B B Tiago Tomas 2
Führich 3
Mangala 3
Endo 4,5 G i
Karazor 3,5
Sosa 4
Ito 4
Silas 4 i
Mavropanos 4,5 G
Stenzel 4 i
Sogar ohne Bestform sorgt
Top-Talent Wirtz für viele
Highlights bei B AYE R – und
besticht durch seine Analyse.
Müller 3
TRAINER: Matarazzo
B04 EINGEWECHSELT: 70. Aranguiz (–)
für Demirbay und Palacios (–) für Andrich,
74. Paulinho (–) für Adli, 90./+1 FosuMensah (–) für Frimpong und Alario (–) für
Diaby – RESERVE: Grill, Lomb (beide Tor),
Sinkgraven, Bellarabi – GELBE KARTEN:
Demirbay, Andrich, Bakker (5., gesperrt)
VFB EINGEWECHSELT: 59. Tibidi (3)
für Silas, 71. Coulibaly (–) für Endo,
84. Klimowicz (–) für Stenzel – RESERVE:
Bredlow (Tor), Ahamada, Beyaz, Didavi,
Förster, Thommy – GELBE KARTEN: Endo,
Mavropanos
TORE: 1:0 Diaby (41., links, Vorarbeit Andrich), 1:1 Tiago Tomas (49., links, Mangala), 2:1
Adli (52., Kopf, Demirbay), 3:1 Wirtz (86., rechts, Aranguiz), 3:2 Tiago Tomas (88., links,
Tibidi), 4:2 Schick (89., links, Wirtz) – CHANCEN: 8:4 – ECKEN: 10:0
SR-TEAM: Dr. Brych (München – Assistenten: Unger, Gorniak – Vierter Offizieller:
Dr. Braun – Video-Assistent: Perl), Note 3, keine schwerwiegenden, aber einige kleinere
Fehler zum Beispiel bei der Bewertung von Zweikämpfen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 2,5, einer etwas trägen ersten Hälfte, in der Stuttgart taktisch
geschickt das Leverkusener Tempo drosselte, folgte ein wilderer und damit attraktiverer
zweiter Durchgang.
“ ANALYSE
ES BERICHTEN
George Moissidis und Stephan von Nocks
Bayer effizient, aber VfB gibt sich nie auf
für ein ausgeglichenes Chancenverhältnis. Nach der Pause konterte
Bayer das 1:1 direkt, agierte weiter
überlegen, ohne die nun offenere
Partie völlig zu kontrollieren. Dafür
traf Leverkusen – auch durch den
späteren Matchwinner Wirtz – zu oft
die falsche Entscheidung und musste gegen den (am Ende im 3-5-2) nie
aufsteckenden VfB unnötig zittern.
Mit einem Tor und einem Assist sowie
zwei weiteren genialen Momenten
setzte FLORIAN WIRTZ trotz der für
seine Verhältnisse ungewohnt vielen
Fehler die entscheidenden Akzente.
LEVERKUSEN
2,95
24,66
116,3
Wirtz
12,24
114 Tapsoba
Partie verloren, aber
Tiago Tomas:
STUTTGART
3,54
23,38
113,3
Karazor
12,04
65 Sosa
Ballbesitz
69 %
45
31 %
46
Gewonnene
Zweikämpfe
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
STUT TGA RT
FAZIT: Die effiziente Werkself glänzte
wie beim 3:1 und 4:2 zwar nur punktuell, gewann dennoch verdient.
49+51
69+31
Die Werkself übernahm direkt die
Initiative, tat sich gegen tief stehende Stuttgarter, die das Zentrum gut
verdichteten, allerdings schwer, sich
Chancen zu erspielen. Obwohl man
das Spiel immer wieder auf die Flügel
verlagerte. Einzig Andrich, der die
Führung einleitete, verlieh Bayers
Spiel vor der Pause durch kluge
Pässe etwas Tiefe. Die Gäste sorgten
bis zum 1:0, bei dem Mavropanos
vor dem zweiten Versuch des agilen
Diaby zu langsam reagierte, durch
Nadelstiche über die flinken Außen
über weite Strecken keinen Sahnetag erwischt. Für seine Verhältnisse
misslang dem Kreativakteur ungewöhnlich viel. „Es war auch mein
Gefühl, nicht nur bei ihm, sondern
bei unserem Spiel allgemein, dass
wir Mühe hatten, uns zu entfalten“,
urteilte Trainer Gerardo Seoane.
Und hätte Amine Adli Bayer
nach dem Stuttgarter 1:1 nicht postwendend wieder in Führung und
damit auf die Siegerstraße gebracht,
für Seoane „der Knackpunkt“, wäre
vielleicht Wirtz’ misslungenes Zuspiel, das dem VfB den Konter zum
Ausgleich ermöglicht hatte, in den
Fotos: Getty Images/Kraft, Witters
30
So kann man Tore auch bejubeln: Tiago Tomas mit einem speziell
bedruckten Schienbeinschoner und Grüße an die Familie.
14. FEBRUAR 2022
31
sein Hunger zeichnen ihn besonders
in so schwierigen Spielen wie diesem aus.“ So beeindruckten Stressresistenz und Selbstwahrnehmung
des Jungstars fast mehr als seine
filigranen Aktionen. Dass sich Wirtz
von eigenen Fehlern nicht aus dem
Konzept bringen lässt, ist für einen
Lobeshymnen vom
Trainer, Bestwerte
auf dem Platz
Ein, zwei, manchmal mehr Gegner – egal: Florian Wirtz demonstrierte gegen den VfB sein ganzes Können.
Fokus gerückt. Tat es aber nicht, weil
Wirtz in der Lage ist, selbst aus Montagen noch Sonntage zu machen.
Oder wie es Kapitän Lukas Hradecky
überschwänglich ausdrückte: „Auch
mit seinen schlechteren Spielen ist
er Weltklasse.“
In der Tat hatte Wirtz, meist
von mehreren Gegnern umringt, vor
seinen beiden Schlüsselszenen schon
mit einem genialen Lupfer auf Moussa Diaby sowie einem Mini-Pass auf
Jeremie Frimpong im Strafraum, als
er einen Knoten aus Stuttgarter Verteidigern mit dem fußballerischen
Seziermesser zerschnitt, seine Extraklasse demonstriert. Diese Künste
sind das eine, die Fähigkeit, diese
trotz der einen oder anderen Fehlaktion zuvor abzurufen, das andere.
Beides zusammen reißt seinen
Trainer zu Lobeshymnen hin. „Was
Florian Woche für Woche leistet,
erstaunt uns immer wieder. Er hat
immense technische Qualität“, betont Seoane, „aber vor allem seine
mentale Verfassung, sein Ehrgeiz,
18-Jährigen außergewöhnlich – und
für ihn selbst selbstverständlich.
„So muss man es machen. Es
hilft dann nichts, abzuschalten und
beleidigt zu sein“, erklärte der Spielmacher, der seine Aufgabe in solchen
Situationen kennt und akzeptiert,
„am Ende des Tages geht es darum,
dass die Mannschaft gut spielt. Wenn
ich durch meine Laufwege meinen
Mitspielern Platz schaffen kann, ist
es auch eine Hilfe für die Mannschaft.
Dann nehme ich auch in Kauf, dass
ich mal nicht so gut im Spiel bin.“
Wo andere Talente hadern, ihre
Rolle hinterfragen und den Fokus
verlieren, bleibt Wirtz ganz bei sich.
Eine Attitüde, die belegt, dass alles,
was bei ihm so einfach und intuitiv
aussieht, auch von einem hohen rationalen Spielverständnis geprägt
ist – erklärt er doch: „Mir ist es einfach bewusst, dass das wichtig ist,
und deswegen mache ich das dann
auch.“ Nach den 90 Minuten hatte
Wirtz von allen Akteuren die meisten
Kilometer (12,24) abgespult und sein
Team mal wieder zum Sieg geführt.
einen neuen Stürmer gewonnen – Der Portugiese übertrifft die Erwartungen
Die Hoffnung hat einen neuen Namen
Dass ihm Pellegrino Matarazzo für
die gute Leistung gedankt hat, steht
außer Frage. Schließlich steht der
VfB-Trainer für Charakter und Empathie. Ob er bei Tiago Tomas allerdings auch
Abbitte geleistet hat, ist nicht überliefert.
Grund dafür hätte er gehabt, nachdem der
44-Jährige über den Portugiesen vor der Partie
noch meinte: „Er hat einen guten Abschluss
mit links und rechts. Aber nicht so konstant,
wie es sein könnte.“ Als habe dieser die Zweifel
herausgehört, widersprach der Neuzugang
von Sporting Lissabon seinem Chef mit zwei
Treffern bei seinem Startelfdebüt für den VfB.
Eine Momentaufnahme, nicht mehr.
Allerdings auch eine sehr positive, nachdem
die Stuttgarter Angreifer in dieser Saison
meist so treffsicher wirkten, wie Volltrunkene
mit Schlüsseln vor fremden Haustüren. Der
19-Jährige erwies sich in Leverkusen, oft allein
gelassen im Sturm, als gefährlichster VfB-Profi,
setzte erst einen Schlenzer mit rechts an die
Latte des Bayer-Tores (28.) und später mit zwei
Treffern mit links zwei Ausrufezeichen. „Ich
habe mein Bestes gegeben“, berichtete der
U-21-Nationalspieler vor laufenden TV-Kameras, der in Stuttgart den nächsten Schritt
in seiner Karriere machen will.
Weg vom Talent und Teilzeitspieler, wofür er in Lissabon stand. Hin zur Stammkraft
und zum Leistungsträger, was er beim VfB
verkörpern will, bevor es nach auslaufendem
Leihvertrag 2023 wohl zurück in die Heimat
geht. Matarazzo hatte ihn in der Vorwoche
noch von der Bank gebracht. Diesmal stellte er
den Jungprofi in die Startelf, nachdem neben
Sasa Kalajdzic (Wadenverletzung) auch Omar
Marmoush (Corona) ausgefallen war. „Dinge
ändern sich von Spiel zu Spiel“, sagt Tiago
Tomas, der in seiner Heimat nicht gerade den
Ruf eines Knipsers genießt. „Selbstvertrauen
ist immer wichtig. Wenn man Selbstvertrauen
hat, kann man auch sein Potenzial abrufen.“
Dies gelte für ihn wie auch für die Kollegen.
„Ich will nicht lügen: Das ist nicht einfach für
uns. Aber wir sind jung, sehr ambitioniert,
wettbewerbsfähig und werden darum kämpfen, die richtigen Ergebnisse einzufahren.“
Stuttgarts Hoffnung im Abstiegskampf
trägt einen neuen Namen. „Man hat gesehen,
was ihn auszeichnet: Er hat Tempo, hat Tiefgang, ist in der Lage, seinen Körper sehr gut
einzusetzen, und kann eklig sein beim Ballfestmachen. Seine zwei Tore werden ihm sicher
eine breite Brust verleihen“, sagt Matarazzo.
„Wir haben einen neuen Spieler gewonnen.“
Dessen Start in der Bundesliga auch von
seinem Landsmann im Frankfurter Trikot,
Goncalo Paciencia, auf Twitter gefeiert wird.
„Glückwunsch zu deinen ersten Toren! Lass
mehr kommen! Schön zu sehen, dass Portugiesen erfolgreich sind. Lerne jetzt Deutsch, bitte.“
Was länger dauern wird, als Tore zu schießen.
32
14. FEBRUAR 2022
SC Freiburg – 1. FSV Mainz 05
1:1
0:1
Flekken 2,5
Kübler 3,5
Lienhart 3
Günter 4
Höfler 3
Eggestein 4,5 i
Sallai 3,5 i
TRAINER: Streich
N. Schlotterbeck 3
Grifo 3
Jeong 4,5 i
Höler 4 i
Onisiwo 4 i
Lee 4,5 i
Aaron 3,5
Burkardt 3 i
Kohr 3,5 G i
Niakhaté 3,5
Stach 3,5 G
B Hack 2,5
Widmer 4,5
Bell 3
Zentner 3
TRAINER: Svensson
SCF EINGEWECHSELT: 67. Haberer (–)
für Eggestein, Petersen (–) für Höler und
Schade (–) für Sallai, 86. Demirovic (–)
für Jeong – RESERVEBANK: Uphoff (Tor),
Gulde, Schmid, Sildillia, Keitel – GELBE
KARTEN: keine
Selbstkritik &
M05 EINGEWECHSELT: 65. Boetius (–)
für Lee, 78. Barreiro (–) für Kohr, 86. Szalai
(–) für Onisiwo und Ingvartsen (–) für
Burkardt – RESERVEBANK: Dahmen (Tor),
Brosinski, Nemeth, Stöger, Burgzorg –
GELBE KARTEN: Stach, Kohr
TORE: 0:1 Hack (31., Linksschuss, Vorarbeit Kohr), 1:1 Petersen (69., Linksschuss,
Höfler) – CHANCEN: 4:5 – ECKEN: 7:3
Der Trainer beklagt fehlende Basics,
kann sich aber auf Rekord-Schütze
NIL S P ET ER SEN (33) verlassen.
SR-TEAM: Aytekin (Oberasbach – Assistenten: Dietz, Sinn – Vierter Offizieller: Cortus –
Video-Assistent: S. Stegemann), Note 5, in der Zweikampfbewertung nicht immer stringent, dennoch solide Leitung durch gute Präsenz und Kommunikation. Die Gesamtleistung wurde jedoch durch einen gravierenden Fehler mangelhaft: Sowohl auf dem Platz
als auch beim VAR-Check wurde Hacks klare und strafbare Abseitsstellung vor dem 0:1
übersehen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 4, die hohe Intensität
entschädigte für spielerische Schwächen und wenig Torchancen auf beiden Seiten.
“ ANALYSE
Wirklich rund läuft es noch
nicht in der Rückrunde beim
Hinrunden-Dritten. Nach
der mit 29 Punkten besten
Halbserie in zehn Jahren Christian
Streich hat Freiburg im Januar zwar
einen starken 4:1-Pokalerfolg bei der
TSG Hoffenheim verbucht, in der
Liga aber nur fünf Punkte in fünf
Partien gesammelt. Nach dem 1:1
gegen Mainz sprach der SC-Trainer
Grundsätzliches an: „Wir müssen
wieder Basics und Abläufe üben.“ Ge-
ES BERICHTEN
Michael Ebert und Carsten Schröter-Lorenz
Mainz spielt die Konter zu schlecht aus
Nadelstiche und führten verdient,
wenngleich das 0:1 irregulär war.
Die Gastgeber zeigten in der zweiten
Hälfte ein besseres Positionsspiel
und kamen erst durch Niakhatés
Fehler (52., Zentner hielt gegen
Sallai) und dreimal nach Ecken zu
Chancen. So erzielte Petersen das
1:1, während die Mainzer einige gute
Konterchancen schlecht ausspielten. In 20 Schlussminuten wurde
es beidseitig nicht mehr gefährlich.
Erst entschärfte er Burkardts Lupfer
und Stachs Freistoß, um Burkardt
im Eins-gegen-eins entscheidend
abzudrängen (41.) – MARK FLEKKEN
hielt Freiburg vor der Pause im Spiel.
FREIBURG
3,50
26,71
116,8
Grifo
11,50
96 Lienhart
MAINZ
3,50
27,23
116,7
Stach
12,21
58 Niakhaté
Ballbesitz
61 %
69
39 %
63
Gewonnene
Zweikämpfe
Hack fügt sich als Vertreter von St. Juste
Gemischte Doppel und
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
MAI NZ
FAZIT: Ein unter dem Strich leistungsgerechtes Remis.
52+48
61+39
Freiburg versuchte seine 4-4-2Grundordnung im eigenen Aufbau
sehr variabel zu interpretieren, etwa
mit einem hoch postierten Günter
und einem nach innen einrückenden Grifo. Gegen präsente Mainzer,
die phasenweise aggressiv anliefen
und insgesamt kompakt und diszipliniert im 5-2-3 verteidigten, kamen
die SC-Profis jedoch vor der Pause
zu keiner Torchance. Es mangelte
ihnen mit Ball an Präzision, Tempo,
zündenden Ideen und geeigneten
Laufwegen. Die geradlinigen 05er
setzten hingegen immer wieder
folgt von einem Schuss Selbstkritik:
„Vielleicht habe ich darauf in letzter
Zeit zu wenig Wert gelegt …“ Was der
56-Jährige konkret meint: „Spielaufbau, Spielrhythmus, Positionierung,
je nachdem wie der Gegner steht,
Anlaufverhalten – all das müssen
wir wieder abarbeiten.“
Vor der Pause spielten die
SC-Profis zu behäbig, mit zu wenig
Schärfe und Tempo im Passspiel,
besetzten die vielversprechenden
Räume zu selten und produzierten
Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen.
Bisher schien die
Startelf-Grundordnung fast
in Stein gemeißelt, gab es doch
auch keinen driftigen
Grund, das 3-5-2 zu verändern. In Freiburg justierte Trainer Bo Svensson das System nun
neu. Damit reagierte
er auf die Genesung von Dominik Kohr und die Tatsache,
dass der Sport-Club über starke Flügelspieler verfügt. Innen und außen lief der FSV
mit gemischten Doppeln auf.
Im Mittelfeldzentrum
bildeten Kohr und Anton Stach
mit dem Ball eine Doppelsechs. Aus dem Spiel heraus
funktionierte das Duo, doch
beim Gegentor, das nach einer
Ecke fiel, sahen beide
nicht gut aus. Bereits
gegen Hoffenheim hatte Svensson die letzten
20 Minuten ähnlich
agieren lassen, was
zum späten 2:0-Erfolg beitrug.
Diesmal besetzte der
Trainer die Außenbahnen
wieder doppelt, formierte
eine 3-4-3-Grundordnung.
Linksverteidiger Aaron und
14. FEBRUAR 2022
Sie war zumindest besser, auch
spielerisch, vor allem aber wegen der
großen Standardstärke, diesmal vollendet durch ein echtes Phänomen.
17 Treffer nach ruhenden Bällen sind
alleiniger Liga-Topwert, die acht Tore
nach Ecken gemeinsame Bestmarke
mit Frankfurt. Und für den erlösenden Ausgleich gegen Mainz zeichnete
seit langer Zeit mal wieder Rekordmann Nils Petersen verantwortlich.
In typischer Manier. Zwei Minuten
nach seiner Einwechslung schob
der Stürmer mit seinem ersten von
zwölf Ballkontakten die Kugel nach
einem von Höfler am kurzen Pfosten
verlängerten Grifo-Eckstoß ins Netz.
„Es hat mich nicht überrascht,
dass Nils ein Tor macht, weil er halt
richtig läuft, er weiß von der Wahrscheinlichkeit her, wo
die Bälle hinkommen.
Das ist in ihm drin“, verteilte Streich ein Sonderlob an den Mann, der mit
seinem 85. BundesligaTor (siehe Foto) zwei Rekorde ausbaute: bester
Joker der Ligahistorie (31 Treffer) und
bester SC-Schütze (97 Pflichtspieltore). Petersen, der wegen zwei Verletzungspausen, aber auch aus Leistungsgründen vor dem Mainz-Spiel
diese Saison nur auf 135 Liga-Minuten kam, freute sich „wahnsinnig,
dass ich persönlich mal wieder Erfolg hatte“. Bislang hatte er nur den
2:1-Siegtreffer bei Hertha BSC im Oktober erzielt. Auch wenn vier Punkte
auf die Minutenanzahl bezogen eine
starke Quote sind, will Petersen wieder mehr spielen und befinde sich
laut Streich „körperlich wieder in
einer ganz guten Verfassung“. Ob es
bald zum ersten Startelfmandat seit
Mai 2021 reicht? Gute Basics wären
auch für ihn die Basis.
SC HI E DSR I C HTE R
nahtlos ein und poliert seine Trefferquote auf
Foto: J. Huebner
starke Gegentorbilanz
der davor postierte Jae-Sung
Lee links sowie Silvan Widmer
und Jonathan Burkardt rechts
sollten die starken Freiburger
Flügel ausbremsen, was größtenteils gelang. Aus dem Spiel
heraus kam der Sport-Club
kaum zu Chancen.
Mit 24 Gegentoren verfügt Mainz über die beste
Abwehr der Liga. Nach der
anstehenden Schulter-OP
von Jeremiah St. Juste, der
sich diesmal die linke Seite
auskugelte und wieder mal
unters Messer kommt, fügte
sich Alexander Hack (Foto)
erneut nahtlos in die Dreier-
kette ein. Sein Treffer zum 1:0
war bereits das dritte Saisontor
des 28-Jährigen, so viele hatte
er in seinen vorherigen sechs
Saisons zusammen vollbracht.
Die wenigen FSV-Gegentore nimmt der ehemalige
Innenverteidiger Svensson
wohlwollend zur Kenntnis:
„Wir definieren uns über das
Spiel gegen den Ball. Ob es aktuell die wenigsten oder zweitwenigsten Gegentore sind, ist
nicht so wichtig.“ Erst wenn
sein Team am Ende der Saison
immer noch führend ist, will er
„vielleicht ein bisschen mehr
dazu sagen“ …
Mainzer Führung irregulär
Seltener VAR-Blackout
A
aron flankt Richtung
langen Pfosten, Dominik Kohr köpft, Mark
Flekken hält und dann netzt
in einer Ping-Pong-Situation
Alexander Hack im
zweiten Versuch ein.
Die Freiburger reklamieren ein Handspiel,
nach langem VARCheck gibt Schiedsrichter Deniz Aytekin (Foto)
den Mainzer Treffer zum 1:0.
Zu Unrecht! Hack stand
bei Kohrs Kopfball deutlich
und strafbar im Abseits, weil
sich keine neue Spielsituation entwickelte. Das bemerkte
aber zunächst kein Beteiligter.
„Wir haben das Handspiel gecheckt. Der Fokus lag komplett
auf Handspiel“, klärte Aytekin nach dem Abpfiff erst die
Teams und dann via TV-Interviews über den Blackout auf:
„Es war Abseits und das Tor
hätte nicht zählen dürfen. Es
ist dann letztendlich durchgerutscht, das ist ärgerlich.“
Äußerst ärgerlich, weil
es ein irreguläres Tor wegen
versäumtem Abseitscheck
noch nie seit VAR-Einführung
Sonderlob
auch deshalb vermeidbare Fehler.
Griffige Mainzer überließen den Freiburgern 61 Prozent Ballbesitz und
profitierten davon, dass der Gegner
damit lange wenig anfangen konnte.
Einen eher abwartenden, auf
Umschaltmomente lauernden Kontrahenten auszuspielen ist zwar
die Königsdisziplin im modernen
Fußball, die nur wenige Top-Teams
konstant und gut beherrschen;
Streich will in diesem Gebiet aber
zumindest besser werden. „Vielleicht
müssen wir auch mal wieder eine
Trainingseinheit machen, die nicht
ganz so viel Spaß macht. Jetzt heißt
es arbeiten, arbeiten, arbeiten“, betonte der SC-Coach, sah allerdings
auch: „Die zweite Halbzeit war gut.“
33
2017 in der Bundesliga gab
und auch mit Blick auf die
eingesetzten Unparteiischen.
Sascha Stegemann genießt als
VAR im FIFA-Bereich ein gutes Standing, sein VARAssistent Mike Pickel ist
renommierter Linienrichter mit EM- und
WM-Erfahrung, also
Abseits-Experte. Aber
schon vor dem VAR-Blackout
hätte Assistent Christian Dietz
das klare Abseits im Spiel erkennen und Aytekin selbst
im Rahmen des VAR-Checks
zumindest nach einer Abseitsüberprüfung fragen sollen.
Christian Streich ließ
dennoch Milde walten: „Man
denkt dann immer, es kann
doch nicht sein, dass so was
passiert, aber man selbst hat
ja auch schon solche Fehler gemacht und kann sich nachher
nicht erklären, warum.“ Der
benachteiligte Trainer lobte
vielmehr Aytekins Vorgehen:
„Ich finde es gut, dass er sich
einfach entschuldigt hat und
sich gewissermaßen für seine
Kollegen hingestellt hat. So
macht man das.“
KOMMENTAR
Toller Umgang, aber auf Qualität achten
F
ehler sind
schweife ein. Vorbildmenschlich.
lich für die ganze Zunft,
Jener beim Spiel
die in puncto KrisenFreiburg gegen Mainz
und Fehlerkommunikawar jedoch krass. In
tion zwar vorankommt,
Zeiten des VAR konnte Carsten Schröter-Lorenz aber weiterhin Luft
Redakteur
man sich ein Tor trotz
nach oben hat.
klar strafbarem Abseits
nicht mehr vorstellen.
DAS DARF JEDOCH
Weil dank der Technik zumindest
nicht davon ablenken, dass nach
bei der Positionsfeststellung kein
Christian Dingert in der Hinrunde
Interpretationsspielraum bleibt. Bei
beim Spiel Bremen gegen Schalke
einem 1:1 wirkt sich ein irreguläres
in Person von Sascha Stegemann
Tor gravierend aus.
der nächste internationale Top-VAR
einen krassen Fehler mitzuverantUMSO BEMERKENSWERTER fiel worten hat. Die Qualität im Kölner
die Reaktion von Christian Streich
Keller muss sich wieder erhöhen.
aus. Der benachteiligte Freiburger
Denn die nächste Technikhilfe, eine
Trainer klagte nicht an, sondern
automatisierte Abseitserkennung,
zeigte Verständnis. Sicher auch
kommt bei erfolgreichem Test bei
wegen des Verhaltens von Deniz
der Katar-WM frühestens zur SaiAytekin. Der Referee räumte den
son 2023/24. Und wird auch dann
Blackout nach Abpfiff ohne Umvon Menschen angewandt.
34
14. FEBRUAR 2022
RB Leipzig – 1. FC Köln
1:0
Gulacsi 3
Klostermann 3 i
Henrichs 3
TRAINER: Tedesco
Orban 3
Laimer 3 i
Schlampige Genies
3:1
Gvardiol 2,5 G
Haidara 2,5
In der Tabelle geht es für LEIPZIG nach
oben. Die spielfreudigen Stürmer treffen,
müssen sich aber Kritik gefallen lassen.
B Angelino 2,5 i
B Dani Olmo 2 i
Silva 4 i
B Nkunku 2
Andersson 5 i
Kainz 5 i
Duda 5 i
Hector 4
Die 15 000 zugelassenen
Fans, Leipziger Rekordkulisse seit mehr als
drei Monaten, feierten
am Freitagabend das ersehnte Wiedersehen im Stadion. Die Spieler
erfreuten sich am erstmals in dieser
Saison erreichten vierten Platz, der
nach den Patzern von Freiburg und
Union Berlin auch zum Abschluss
dieses 22. Spieltages noch Bestand
hatte. Nur Domenico Tedesco wollte
nicht in die Jubelarien einstimmen,
wenngleich der nie gefährdete fünfte
Sieg im sechsten Pflichtspiel dieses
Jahres den durch ihn eingeleiteten
Aufwärtstrend unterstrich. Der vor
zwei Monaten eingestellte Nachfolger von Trainer Jesse Marsch thematisierte nicht die Geniestreiche
seiner Offensivabteilung bei den drei
sehenswerten Treffern, sondern monierte die Schlampigkeiten in der ersten Halbzeit und das grundsätzliche
Auftreten nach der 3:0-Führung. Da
hatte seine Belegschaft im Übermut
die Ordnung verloren. „Es spricht ja
für die Jungs, dass sie auf das 4:0
gehen wollen, aber auf Dauer ist das
ungesund“, mahnte Tedesco: „Wir
brauchen nach einem 3:0 Kontrolle
Thielmann 5 G i
Özcan 5
Skhiri 3,5 i
Hübers 3,5 G
Kilian 3,5
Schmitz 3,5
Schwäbe 3
TRAINER: Baumgart
RBL EINGEWECHSELT: 64. Forsberg (–)
für Dani Olmo und Poulsen (–) für Silva,
70. Simakan (–) für Klostermann und
Szoboszlai (–) für Laimer, 78. Mukiele (–)
für Angelino – RESERVEBANK: Martinez
(Tor), Adams, Kampl, Novoa – GELBE
KARTE: Gvardiol
KOE EINGEWECHSELT: 62. Ljubicic (–)
für Kainz und Schindler (–) für Thielmann
und Uth (–) für Duda, 85. Lemperle (–)
für Andersson und Ostrak (–) für Skhiri –
RESERVEBANK: T. Horn (Tor), Ehizibue,
J. Horn, Schaub – GELBE KARTEN: Thielmann, Hübers
TORE: 1:0 Nkunku (25., Rechtsschuss, direkter Freistoß), 2:0 Dani Olmo (54., Rechts-
schuss, Vorarbeit Haidara), 3:0 Angelino (57., Linksschuss, Dani Olmo), 3:1 Lemperle
(90./+1, Kopfball, Uth) – CHANCEN: 6:4 – ECKEN: 5:6
SR-TEAM: Badstübner (Windsbach – Assistenten: Schüller, Beitinger – Vierter Offizieller:
Lechner – Video-Assistent: Fritz), Note 2, souveräne Spielführung mit einer erfreulich
großzügigen und klaren Linie. Lag in allen wesentlichen Entscheidungen und bei den
persönlichen Strafen richtig. – ZUSCHAUER: 15 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3, ein
intensives Match mit sehenswerten Toren. Allerdings hatte das Spiel auch Längen, war
zudem früh entschieden.
“ ANALYSE
ES BERICHTEN
Oliver Hartmann und Frank Lußem
Köln kommt erst auf, als RB zu sorglos agiert
sehenswerten Kombinationen auseinander und nutzten ihre Chancen
konsequent. Die nie aufgebenden
Kölner, bei denen der erkrankte
Torjäger Modeste schmerzlich vermisst wurde, kamen in der letzten
halben Stunde gegen nun sorglose
Gastgeber zu einigen Torchancen.
Die letzte nutzte Lemperle zum verdienten Ehrentreffer.
Offensivallrounder DANI OLMO war an
allen drei Leipziger Toren beteiligt. Der
Spanier holte den Freistoß heraus, den
Nkunku nutzte, traf sehenswert zum
2:0 und legte klug für Angelino auf.
LEIPZIG
2,77
25,32
115,2
Haidara
12,12
97 Gvardiol
KÖLN
4,18
26,05
119,3
Skhiri
12,16
80 Özcan
Ballbesitz
50 % 50 %
48
48
Gewonnene
Zweikämpfe
Der Vorsprung auf den Tabellenkeller
Baumgart ist die
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
KÖL N
FAZIT: Leipzig gewann verdient. Die
Kölner kamen erst auf, als die Partie
praktisch entschieden war.
50+50
50+50
Köln begegnete Leipzig mutig und
hoch, störte die Gastgeber auch mit
einer robusten Gangart am Aufbau.
RB gelang es zwar mehrfach, den
ersten Riegel der Gäste zu überwinden, spielte dann aber die Angriffe
nicht sauber genug aus. Leipzigs
einziger Torschuss vor der Halbzeit
resultierte daher aus einem Freistoß, den Nkunku gekonnt über die
Mauer zum 1:0 zirkelte. Nach dem
Seitenwechsel wurden die Sachsen
allerdings zwingender, sie rissen
die Kölner Defensive zweimal mit
und dürfen uns nicht auf solch einen
Schlagabtausch einlassen.“
Ohnehin, so die Einschätzung
des – anders als sein Vorgänger –
gänzlich ergebnisorientierten Trainers, hätte die Partie angesichts
des Kräfteverhältnisses viel früher
entschieden sein müssen. „Wir müssen im ersten Durchgang mehr Tore
schießen, dann haben wir es bequemer“, kritisierte der Coach angesichts
der Tatsache, dass Christopher Nkunkus Freistoß-Kunstschuss zum 1:0
Leipzigs einziger Torschuss in der
ersten Halbzeit war: „Das ist natürlich
Wahnsinn, dass wir es nicht geschafft
haben, aus den zahlreichen Aktionen
im letzten Drittel Kapital zu schlagen.
Das darf uns nicht passieren.“
Angesprochen fühlen durften
sich in erster Linie Nkunku und Dani
Olmo, Leipzigs Kreativkünstler, die
mit ihrer Schnelligkeit und ihren
technischen Fähigkeiten für jede
Abwehr eine enorme Herausforderung darstellen, die sich in ihrem
Spieltrieb aber mitunter auch arg
verkünsteln und damit selbst im Weg
stehen.
Ungeachtet dessen haben die
beiden Leistungsträger das Interesse
Der Blick auf die
Tabelle beruhigt
Beteiligte und Fans
gleichermaßen. Auch
nach der Niederlage in Leipzig
gestaltet sich der Abstand auf
Relegationsrang 16 komfortabel
für den 1. FC Köln, der am
Sonntag seinen 74. Geburtstag feierte und in
dieser Saison deutlich
jünger und aktiver als
ein Mitsiebziger wirkt.
Dass dies so bleibt, ist
nicht in Stein gemeißelt. Der
FC steht – selbst wenn man die
Zeichen positiv deutet – erst
am Beginn einer Konsolidierungsphase, die kommende
Spielzeit wäre die vierte Bundesligasaison in Folge. Für einen
klassischen Fahrstuhlklub, zu
dem sich die Geißböcke in den
vergangenen 24 Jahren seit dem
ersten Abstieg entwickelten, ist
dies kein Automatismus. Klubs
wie Mainz oder Augsburg besitzen in vielen relevanten Bereichen einen ordentlichen
Vorsprung.
Das aktuelle Tabellenbild gibt immerhin
wieder, dass die Kölner
womöglich bald in die
Situation kommen, den Kader
für die kommende Saison zu
formen. Allerdings wird der
Klub nicht in der Lage sein, nennenswerte Ablösesummen auf
dem Markt zu investieren, auch
dann nicht, wenn beispielsweise
ein Profi wie Ellyes Skhiri eine
14. FEBRUAR 2022
35
kurz
bündig
RB darf vor 25 000 spielen
RB Leipzig kann in der Europa League
wieder vor mehr Zuschauern spielen.
Wie die Sachsen mitteilten, habe das
Gesundheitsamt der Stadt Leipzig
die Stadionauslastung von 50 Prozent für das kommende Heimspiel
genehmigt. Somit dürfen am Donnerstag gegen Real Sociedad San
Sebastian 24 758 Fans ins Stadion.
1. FC Köln stellt Eilantrag
Der 1. FC Köln hat beim Oberverwaltungsgericht Münster erneut
einen Eilantrag gestellt, um im
Rhein-Energie-Stadion mit einer
Auslastung von mindestens 50 Prozent zu spielen. „Wir haben im Rahmen der Lockerung der Regelung
auf 10 000 Zuschauerinnen und
Zuschauer hervorgehoben, dass es
für uns der Ausgangspunkt einer dynamischen Entwicklung sein sollte“,
betonte die Klubspitze.
Hopp zieht Anträge zurück
Gemeinsame Sache: Die Leipziger Torschützen zum 1:0 und 2:0,
Christopher Nkunku und Dani Olmo, feiern ihre Treffer.
europäischer Großklubs geweckt,
unter anderem bei ihren Heimatvereinen FC Barcelona (Dani Olmo)
und Paris St. Germain (Nkunku).
Allerdings verfügen nach kickerInformationen beide Spieler in ihren
bis 2024 datierten Verträgen über
keine Ausstiegsklausel, sodass RB
das Heft des Handelns in der Hand
hat. Und diesbezüglich sorgte die
jüngste Aussage von Klubchef Oliver Mintzlaff, Nkunku werde „auch
nächste Saison bei uns spielen“, für
Erleichterung beim Trainer: „Er hat
es mir auch selbst gesagt, dass er
diese Meinung dazu hat. Das finde
ich gut, da brauche ich mir keine
Gedanken mehr zu machen.“
bleibt komfortabel – Kaderplanung ist im Gang
Foto: Huebner
wichtigste Aufgabe
zweistellige Millionensumme
in die Kassen spülen würde.
Zunächst gilt es, Rücklagen zu
bilden, die in den vergangenen
Jahren schwanden. Weil zu
generös gewirtschaftet wurde,
weil Corona wucherte.
Ein Pfund, mit dem man
auf einem schwierigen Transfermarkt wuchern kann, heißt
Steffen Baumgart. Er sorgt mit
seiner Art und seinem Gespür
dafür, Spieler besser machen
zu können. Zwar passt dies auf
den ersten Blick nicht zur ausgerufenen Klubphilosophie, sich
die Strukturen in Zukunft „personenunabhängig“ entwickeln
zu lassen. Aber der kurzfristige
Erfolg bleibt wichtiger als alle
Theorie, das gilt genauso für
die angeblich vom designierten
Geschäftsführer Sport Christian
Keller (beginnt im April) verordnete Gehaltsobergrenze
von 650 000 Euro pro Jahr. So
hartnäckig sich dieses Gerücht
hält, so wenig Substanz besitzt
es. Die Kölner müssen sparen,
das ist gewiss. Ins Wolkenkuckucksheim aber haben sie
sich noch nicht verabschiedet.
Baumgart ließ durchblicken, dass er den Aufbau zum
Bundesliga-Dauergast sehr gerne weiter mitgestalten würde.
Auf dieser wichtigen Position
so früh wie möglich Klarheit zu
schaffen – das ist die Aufgabe,
die zuallererst angegangen werden sollte. Möglicherweise fällt
der Rest dann leichter.
Die TSG Hoffenheim hat die
Meldung des kicker bestätigt, dass der langjährige
Mäzen Dietmar Hopp in
seinem Dauerstreit mit
Fußballfans von Borussia
Dortmund drei Strafanträge zurückgezogen hat.
FC Bayern verliert Prozess
In einem Rechtsstreit mit einem
Tickethändler hat das Oberlandesgericht München eine Klage des
FC Bayern wegen nicht ausreichender Beweise abgewiesen. Der deutsche Rekordmeister hatte gegen
einen Ticketanbieter geklagt, der
Karten für Fußballspiele auf dem
nicht autorisierten Zweitmarkt
verkauft haben soll. Im Dezember
2020 hatte das Münchner Landgericht den Beklagten zunächst
verurteilt. Darauf ging dieser in Berufung. Nun wurde das Urteil wieder
aufgehoben.
Sundsvall leiht Linner aus
Bielefeld hat Oscar Linner (24, Vertrag bis 2023) zum schwedischen
Erstligisten GIF Sundsvall weiterverliehen. Die Ausleihe des Keepers beim
italienischen Zweitligisten Brescia
Calcio wurde vorzeitig beendet.
U 17 verliert gegen Spanien
Beim Algarve Cup hat die deutsche
U 17 nach einem 1:1 (1:1) zum Turnierstart gegen Gastgeber Portugal
am Sonntagabend ein 0:2 gegen
Spanien folgen lassen. Gegen Portugal hatte Laurin Ulrich (Stuttgart)
das Tor für das Team von Marc Meister erzielt, der wegen einer Erkrankung von Assistenztrainer Heiko
Westermann vertreten worden war.
U 16 schlägt England mit 5:1
Die deutschen U-16-Junioren haben das UEFA-Turnier in Portugal
mit einem 5:1 gegen England beendet. Die Tore für die Mannschaft
von Christian Wück erzielten Luke
Rahmann (Dortmund), Finn Jeltsch
(Nürnberg), Max Moerstedt (Hoffenheim), Charles Herrmann (BVB)
und Laurin Preuß (Stuttgart). Zuvor
hatte es gegen die Gastgeber ein 2:4
im Elfmeterschießen gegeben.
DFB-Frauen: Trio fällt aus
Die Wolfsburgerinnen Svenja Huth
(positiver Coronatest), Lena Lattwein (starke Erkältung) und Almuth
Schult (in Quarantäne) müssen ihre
Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft am „Arnold Clark
Cup“ in England absagen. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg
nominierte Chantal Hagel, Martina
Tufekovic (beide TSG Hoffenheim)
und Hasret Kayikci (Freiburg) nach.
Vilhjalmsdottir verlängert
Karolina Lea Vilhjalmsdottir (20)
hat ihren Vertrag beim Frauenfußball-Meister Bayern München vorzeitig bis 2025 verlängert.
Fußball LIVE
MONTAG
20.45 Uhr DAZN: Spezia Calcio – AC Florenz (Serie A)
21.00 Uhr DAZN: RCD Mallorca – Athletic Bilbao (La Liga)
DIENSTAG
21.00 Uhr Prime Video: Paris Saint-Germain – Real Madrid (Champions League)
21.00 Uhr DAZN: Sporting Lissabon – Manchester City (Champions League)
21.15 Uhr Sky: Manchester United – Brighton & Hove Albion (Premier League)
MITTWOCH
19.00 Uhr DAZN: Atletico Madrid – UD Levante (La Liga)
21.00 Uhr DAZN: Inter – Liverpool, Salzburg – FC Bayern (Champions League)
36
14. FEBRUAR 2022
Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg
Trapp 3,5
Tuta 3,5
Lindström 4
Roussillon 3,5 i
Ndicka 3,5
Jakic 4,5 G i
Wind 4 i
Philipp 4 i
Vranckx 4 i
Brooks 3 G
Lenz 4 i
Kamada 5 i
Borré 5 i
B Kruse 3
0:1
TRAINER: Glasner
Hinteregger 6
Sow 3,5
da Costa 4 i
0:2
Arnold 4
Bornauw 2
Baku 3,5
Lacroix 2,5
Casteels 3
TRAINER: Kohfeldt
SGE EINGEWECHSELT: 62. Kostic (–)
für Lenz, 70. Paciencia (–) für Borré und
Knauff (–) für da Costa, 85. Hauge (–)
für Kamada und Hrustic (–) für Jakic –
RESERVEBANK: Grahl (Tor), Chandler,
Ilsanker, Rode – GELBE KARTE: Jakic
WOB EINGEWECHSELT: 62. Lukebakio
(–) für Philipp und Gerhardt (–) für
Vranckx, 72. Steffen (–) für Roussillon,
90. Bialek (–) für Wind – RESERVEBANK:
Pervan (Tor), Mbabu, F. Nmecha,
Paredes, Waldschmidt – GELBE KARTEN:
Brooks, Steffen
TORE: 0:1 Kruse (28., Linksschuss, Foulelfmeter, Hinteregger an Kruse), 0:2 Lukebakio
(90./+3, Linksschuss, ohne Vorarbeit) – CHANCEN: 3:4 – ECKEN: 10:1
Kleine
Schritte
SR-TEAM: Willenborg (Osnabrück – Assistenten: Kleve, Dr. Aarnink – Vierter Offizieller:
R. Kempter – Video-Assistent: Brand), Note 4, da Hinteregger Kruse auf der Strafraumlinie foulte, war die VAR-Entscheidung, Elfmeter zu geben, korrekt. Insgesamt aber keine
souveräne Spielleitung mit einigen Fehlern, unter anderen hätte Vranckx für das Foul an
Sow Gelb sehen müssen (46.). Zudem hätte er beim Wolfsburger Zeitspiel intervenieren
müssen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 4,5, ein über weite Strecken zähes Spiel mit wenigen Chancen und vielen Fehlern.
“ ANALYSE
Julian Franzke,
Thomas Hiete und Thiemo Müller
ES BERICHTEN
Eintracht ohne Ideen gegen das Bollwerk
FRANKFURT
WOLFSBURG
3,32
26,08
117,8
Arnold
11,94
78 Brooks
Ballbesitz
61 %
59
39 %
73
Gewonnene
Zweikämpfe
Fotos: imago images/Schüler, picture alliance/Rhode
Mit höchster Hingabe im Abwehrzentrum stand SEBASTIAAN BORNAUW
für die siegbringenden Wolfsburger
Tugenden: Robustheit, Aufmerksamkeit
und Verteidigungsbereitschaft.
Daten: opta
FAZIT: Den Niedersachsen reichte
eine nicht mehr als solide Vorstellung zum verdienten Sieg.
S P IE L ER D E S S P I EL S
Ø-Note
4,23
Ø-Alter
25,66
Teamlaufleistung (km)
120,7
Laufstärkster Spieler
Sow
(km)
11,85
Meiste Ballkontakte
93 Hinteregger
Max Kruse steht im
Mittel-, die Defensive
im Blickpunkt:
legt die
Basis zur Besserung.
speziell nach dem Seitenwechsel
weiterhin Druck, wusste mit dem
klaren Plus an Ballbesitz jedoch
nichts anzufangen und offenbarte
in der Offensive ein erstaunliches
Maß an Ideenlosigkeit. Unterdessen
verteidigten die Wolfsburger zum
einen sehr stabil und stellten zum
anderen mit vereinzelten Kontern
das torgefährlichere Team.
45+55
61+39
Die Eintracht begann bissiger und
spritziger als die Wölfe, die sich
mit naiven Ballverlusten gegen das
hohe Frankfurter Pressing gleich
mehrfach früh in die Bredouille
brachten. In letzter Linie jedoch
bügelte der VfL schon von Anfang
an alles aus, während den Hausherren im Abschluss Konsequenz
bzw. Übersicht fehlten. Vom durch
Hinteregger unbeholfen verursachten Elfmeter zum 0:1 zeigte sich die
Eintracht dann sichtlich mitgenommen. Zwar machte die Glasner-Elf
Sportdirektor
Marcel Schäfer
zog den imaginären Hut, als
Sebastiaan Bornauw vom
Rasen schritt. Der VfL-Verteidiger erfüllte das, was
seine Jobbezeichnung
erwarten lässt. Er wehrte Seite an Seite mit Maxence Lacroix und John
Anthony Brooks alles ab,
was auf den Wolfsburger
Strafraum zurollte. Der
Wolfsburger Defensivverbund, in dieser Saison
nicht immer ein stabiles
Gebilde, legte in Frankfurt den Grundstein dafür,
WO LFSBU RG
dass es den zweiten Sieg
in Serie gab. Ein kleines
Hoch, das für etwas Luft
im Abstiegskampf sorgt.
Während vor allem Max
Die Hoffnungen wachsen,
Kruse wieder einmal im Mitdass diese Saison nicht zur Hortelpunkt des Interesses stand,
rorgeschichte wird. Wenngleich
bemühte sich Florian Kohfeldt
es weiterhin kurios anmutet,
darum, die Dinge richtig einzuwie sich die Ansprüche beim
ordnen. „Das war nichts ganz
Vorjahresvierten verschoben
Großes von ihm.“ Dennoch ist
haben. Im Sommer trat Mark
Kruse nun der Mann für die
van Bommel an, um gepflegten
entscheidenden Momente wie
Ballbesitzfußball zu etablieren,
in Frankfurt, als er mit Cleversein Nachfolger Florian Kohfeldt
ness zunächst den Strafstoß
tat sich lange Zeit schwer damit,
gegen Martin Hinteregger hedie Scherben dieser Spielzeit
rausholte und dann mit Dusel
aufzukehren und zu einer neuselbst verwandelte. Sein zuvor
en Philosophie zusammenzuletztes Tor im VfL-Trikot hatte
setzen. 39 Prozent Ballbesitz
er am 5. März 2016 beim 2:1 gegenügten nun in Frankfurt, um
den so wichtigen ersten Ausgen Borussia Mönchengladbach
erzielt. Nun, fast sechs Jahre
wärtssieg seit dem 30. Oktober
später, ist er wieder da, um, wie
einzufahren, als es in Kohfeldts
er selbst sagt, das Kapitel in
Premierenpartie bei Bayer LeWolfsburg zu Ende zu schreiben.
verkusen ein 2:0 gab.
14. FEBRUAR 2022
37
Die Führung:
Kruse trifft per
Strafstoß zum
1:0 für die
Wolfsburger.
Der Frust:
Hinteregger,
Kapitän der
Eintracht,
ist bedient.
Das Zu-null stand auch
jetzt im Blickpunkt. „Die entscheidenden Spieler waren
Maxence Lacroix, Sebastiaan
Bornauw und John Anthony
Brooks“, streicht der Trainer heraus, „sie haben das Spiel für uns
gewonnen. Weil sie im eigenen
Strafraum überragend verteidigt
haben.“ Die neue Stabilität als
Basis auf dem Weg zur Besserung. Erst vier Gegentore in der
Rückrunde gegen Bochum (0:1),
Hertha BSC (0:0), Leipzig (0:2),
Fürth (4:1) und nun Frankfurt
sind der Bestwert in der Liga.
Kohfeldt fasst den Auftritt bei
der Eintracht so zusammen:
„Mentalität top, das Verteidigen
sehr ordentlich, Spiel mit dem
Ball ausbaufähig.“
Dafür ist nicht allein Kruse
verantwortlich. Wenngleich der
Wintereinkauf auch dafür sorgen soll, dass sich seine Kollegen
entwickeln. „Max schafft es“,
weiß Kohfeldt, „dass seine
Mitspieler besser aussehen.“
Einer von ihnen ist Dodi Lukebakio, der in Frankfurt sein erstes Tor im VfL-Dress schoss.
Was für den Trainer jedoch nur
ein Randaspekt war. „Das freut
mich für ihn“, sagt Kohfeldt.
Jedoch: „Wichtiger als sein Tor
war mir fast noch, wie er sich
eingegliedert und verteidigt
hat.“ Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, ist bei dem
Belgier eine Besonderheit. Und
für den Trainer ein wichtiges
Signal: „Wir gehen als Gruppe
Schritte, das ist wichtig.“ Kleine
Schritte mit ersten Erfolgen.
Keine
Schritte
Mit drei Heimniederlagen in
Serie – das gab es
in Frankfurt zuletzt 2012/13 – ist der Start
in die Rückrunde gründlich missraten. Beim 0:2
gegen Wolfsburg zeigte die
Mannschaft abgesehen von
der dynamischen Anfangsphase eine sehr schwache
Leistung; wie schon im
vorangegangenen Heimspiel gegen Bielefeld (0:2).
Fortschritte? Fehlanzeige.
Dabei hatte Trainer
Oliver Glasner Anfang
EINT R ACHT
November angesichts der
vielen englischen Wochen
angekündigt: „Wenn wir im
Januar und Februar ganze
Wochen zum Trainieren
haben, erwarte ich von
uns und speziell auch von mir,
postierten Kristijan Jakic. Ein
dass wir deutlich erkennbare
großer, wuchtiger Stürmer hätSchritte nach vorne machen.“
te dem Team gerade in diesem
Zwar blühte die Mannschaft vor
Spiel gutgetan, doch der von BerWeihnachten plötzlich auf, doch
gamo ausgeliehene und bisher
aktuell wird er seinem selbst
komplett enttäuschende Sam
formulierten Anspruch nicht
Lammers (1,91 Meter) schaffte es
gerecht. Gegen die wuchtige
nicht mal in den Kader. Zudem
und tief stehende Abwehrreihe
fällt Ragnar Ache (Muskelverletder Gäste fanden seine Spieler
zung) wieder einmal aus.
fast keine Lösungen. Der nur
Die Eintracht ist deshalb
1,74 Meter große Rafael Borré
auf flache, spielerische Lösunwar gegen die Wolfsburger Hügen im letzten Drittel angewienen erwartbar völlig abgemelsen. „Vorne waren wir nicht
det, auch Daichi Kamada nahm
dazu in der Lage, aus der Überkaum am Spiel teil, und Jesper
legenheit bis zum gegnerischen
Lindström gewann nur zwei seiStrafraum Kapital zu schlagen“,
ner elf Zweikämpfe. Bei seiner
moniert Glasner. Insbesondere
durch einen langen Sprint stark
defensiv agierende Kontrahenerarbeiteten Torchance in der
ten werden dabei regelmäßig
41. Minute übersah er den besser
zum Problem. Fünf Heimspiele
fanden bisher gegen Klubs
statt, die vor der Partie in
der zweiten Tabellenhälfte
standen. Keine dieser fünf
Partien gewann Frankfurt
(zwei Unentschieden, drei
Niederlagen). Sportvorstand Markus Krösche hadert: „Wir müssen sehen,
dass wir gerade gegen tief
stehende Gegner bessere
Lösungen finden. Wir spielen zu viel quer und spielen
nicht ab, da müssen wir
viel besser und zielstrebiger werden.“
Fast noch wichtiger
ist es allerdings, endlich
mehr Stabilität in die Defensive zu bekommen.
Zehn Gegentore in fünf
Spielen 2022 sind eindeutig
zu viel. „Natürlich sind wir
extrem unzufrieden mit dieser
hohen Anzahl an Gegentreffern“, räumt Glasner ein. Der
als Kapitän aufgelaufene Martin
Hinteregger war völlig neben
der Spur. Mit einem geradezu
hanebüchenen Aufbauspiel und
den beiden von ihm verschuldeten Gegentoren erlebte der
Österreicher seinen bisherigen
Tiefpunkt bei der Eintracht.
Öffentlich stärken ihm die Verantwortlichen zwar den Rücken,
Boss Krösche etwa betont: „Er
bekommt von uns die volle Unterstützung, Hinti ist ein sehr
wichtiger Spieler.“ Doch unter
Berücksichtigung des Leistungsprinzips dürfte Hinteregger am
Samstag in Köln normalerweise
nicht erneut auflaufen.
Hinten anfällig und
vorne harmlos: Bei der
bleibt die
in Aussicht gestellte
Weiterentwicklung aus.
14. FEBRUAR 2022
Bor. Mönchengladbach – FC Augsburg
Sommer 3
Ginter 4
Lainer 3,5 i
3:2
1:0
TRAINER: Hütter
Friedrich 4
Erleichterung
Keine Entwarnung
Elvedi 3 G
B Koné 3 i
Neuhaus 3
B Hofmann 2,5
Plea 2 G i
B Bensebaini 2 i
Embolo 4 i
Gregoritsch 4 i
Niederlechner 5 i
Vargas 4 i
Hahn 4 i
B Iago 3 G
Dorsch 4 G
Moravek 5 i
Oxford 4
Gouweleeuw 5
Im Abstiegskampf gelingt GL ADBAC H ein
Befreiungsschlag. Trotz der Fortschritte
warten schwierige Wochen auf die Fohlen.
Framberger 4
Gikiewicz 3
TRAINER: Weinzierl
BMG EINGEWECHSELT: 80. Thuram (–)
für Embolo, 85. Netz (–) für Bensebaini,
Kramer (–) für Koné und Herrmann (–)
für Lainer, 90./+1 Scally (–) für Plea –
RESERVEBANK: Sippel (Tor), Beyer,
Jantschke, Benes – GELBE KARTEN: Plea,
Elvedi
FCA EINGEWECHSELT: 63. Pedersen (–)
für Moravek und Pepi (–) für Niederlechner, 68. Sarenren Bazee (–) für Vargas
und Finnbogason (–) für Gregoritsch,
78. Zeqiri (–) für Hahn – RESERVEBANK:
Koubek (Tor), Uduokhai, Caligiuri, Günther – GELBE KARTEN: Iago, Dorsch
TORE: 1:0 Koné (30., Kopfball, Vorarbeit Plea), 2:0 Hofmann (46., Linksschuss, Bense-
baini), 2:1 Iago (55., Linksschuss, Vargas), 3:1 Bensebaini (67., Kopfball, Neuhaus), 3:2
Finnbogason (90./+3, Rechtsschuss, Iago) – CHANCEN: 9:6 – ECKEN: 3:2
SR-TEAM: Dr. Thomsen (Kleve – Assistenten: Foltyn, Assmuth – Vierter Offizieller: Welz –
Video-Assistent: Siebert), Note 3,5, ohne gravierenden Fehler, bei den persönlichen
Strafen jedoch fehlte die klare Linie, vor allem bei Spielverzögerungen und taktischen
Fouls. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3,5, kein hochklassiges,
aber ein unterhaltsames Spiel, das durch die Defensivschwächen beider Teams viele
Torchancen bereithielt.
“ ANALYSE
ES BERICHTEN
Moritz Kreilinger und Jan Lustig
Plea blüht in der Doppelzehn richtig auf
die benötigte Durchschlagskraft im
gegnerischen Strafraum zu sorgen.
Der FC Augsburg verteidigte dort zu
nachlässig und verlor die entscheidenden Mann-gegen-Mann-Duelle. Insgesamt zeigten die Gäste
zu wenig Intensität, Aggressivität
und Tempo, um die vorhandenen
Schwächen in der Gladbacher Hintermannschaft noch effektiver auszunutzen.
FAZIT: Ein verdienter Sieg für überlegene und verbesserte Borussen.
Tolle Vorarbeit zum 2:0, clever und
entschlossen beim Kopfballtreffer zum
3:1: RAMY BENSEBAINI veredelte
zweimal seine engagierten Vorstöße.
War hinten aber nicht immer sattelfest.
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
GLADBACH
3,09
26,41
117,8
Hofmann
12,14
78 Neuhaus
AUGSBURG
4,09
27,22
119,7
Iago
11,68
75 Dorsch
Ballbesitz
57 %
57
43 %
48
Gewonnene
Zweikämpfe
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
54+46
57+43
Gladbach war trotz vieler leichter
Abspielfehler im Aufbau das aktivere und fußballerisch bessere
Team. Hervorstechend dabei Plea,
der auch gegen Augsburg seine spielerische Klasse unter Beweis stellte,
engagiert in der Rückwärtsbewegung mithalf und in der Doppelzehn
neben Hofmann richtig aufblüht.
Würde Embolo seinen Fleiß mal mit
mehr Abschlussqualität verbinden,
hätte Gladbach eine große Sorge
weniger – so aber war es dieses Mal
an Schienenspieler Bensebaini, für
Am Ende habe man „die
kleiner Schritt, heute war es ein etAngst in den Gesichtern gewas größerer“, erklärte Hütter am
sehen“, gestand Stefan LaiSamstag zufrieden.
ner, die Angst davor, dass
Damit irgendwann auch der
man den Sieg noch aus der Hand
ganz große Schritt gelingt, müssen
geben könnte. Lange mussten die
Hütter und die Mannschaft allerBorussen nach dem Augsburger
dings noch an einigen Stellschrauben
Anschlusstreffer zum 2:3 aber nicht
drehen. Die defensive Anfälligkeit
mehr zittern, dann war der wichtige
bleibt ein Problem. Wenn der Gegner
Heimsieg perfekt. Dies sei „ein absoschnell umschaltet, schwimmt die
luter Befreiungsschlag“, jubelte TraiHintermannschaft, nicht selten ist
ner Adi Hütter nach dem erlösenden
man in Unterzahl. Auch über die AuSchlusspfiff. „Uns allen“, ergänzte
ßenbahnen werden zu viele HereinTorschütze Jonas Hofmann, „fällt
gaben zugelassen, für die der Gegner
ein Stein vom Herzen.“
dann in der Mitte auch Abnehmer
Gegen Augsburg war also tatfindet. Gegen den FCA ging es gut,
sächlich der Tag gekommen, an dem
die Punkte blieben im Borussia-Park.
sich die zuletzt gezeigten Fortschritte
Aber das letzte Spiel ohne Gegenauch in einem positiven Ergebnis
tor? Liegt weit zurück, ein 4:0 gegen
niederschlugen.
Greuther Fürth am
Der neue Team- Lainer warnt: „Wir sind 20. November. „Zu
geist, der dafür
einfach“ seien die
nicht raus aus dem
sorgt, dass sich
beiden GegentrefAbstiegskampf.“
die Mannschaft
fer gefallen, haderauf dem Rasen
te Lainer. „Dann
wieder als Einheit
hat man gleich
präsentiert. „Auf dem Platz“, hob Laiwieder die Nervosität gespürt.“
ner hervor, „läuft und kämpft jeder
Dass sich in bestimmten Spielfür den anderen.“ Die spielerische
phasen die Verunsicherung bemerkSteigerung der Elf, für die in besonbar macht und die Leichtigkeit fehlt,
derem Maße Alassane Plea steht, der
ist erklärbar nach den vergangenen
sich vom Bankdrücker zum wichtiWochen. All das komme mit jedem
gen Impulsgeber in der Doppelzehn
weiteren Erfolg zurück, sind sie im
entwickelt hat und mit Eifer auch
Gladbacher Lager überzeugt. Doch
seinen defensiven Verpflichtungen
gleichzeitig stellt man sich bei der
nachgeht. Oder die sichtbaren VerBorussia darauf ein, dass die nächste
besserungen im Pressingspiel, die
Zeit schwierig bleibt. Entwarnung
viele Balleroberungen ermöglichten.
gibt niemand. „Man sieht, dass das
Auch die Tatsache, dass die Last des
Konstrukt noch ein bisschen wackeTorschießens eben nicht nur an Hoflig ist“, sagte Hütter. „Wir sind noch
mann (führt die interne Liste mit
nicht da, wo wir hinwollen.“ Lainer
jetzt acht Treffern an) kleben bleibt.
betonte: „Wir sind noch nicht raus
Von dem, was diese Borusaus dem Abstiegskampf. Aber wir
sen-Elf leisten kann und zwischen
haben erneut diese Geschlossenheit
Ende September und Mitte Novemgezeigt, die notwendig ist. Ich bin
ber auch auf den Rasen brachte, ist
zuversichtlich, dass wir wieder in die
man zurzeit immer noch weit entErfolgsspur finden.“
fernt. Doch die Richtung stimmt.
Die nächste Prüfung hat es
Eindeutig. „Wir sind auf einem guten
schon mal in sich: Es geht nach DortWeg. Das Spiel in Bielefeld war ein
mund zu Ex-Trainer Marco Rose.
Foto: Getty Images
38
14. FEBRUAR 2022
39
U -1 9 - B UND ESLI GA
NORD / NORDOST
NACHHOLSPIELE
St. Pauli
2:1
Kiel
1:1
Rostock
0:2
Leipzig
7:0
1. FC Union
0:2
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
8., 11., 12. Spieltag
1:0
0:0
0:0
3:0
0:2
Hertha BSC
Werder Bremen
Energie Cottbus
Holstein Kiel
RB Leipzig
Dynamo Dresden
Viktoria 1889 Berlin
Hannover 96
1. FC Union Berlin
VfL Wolfsburg
Hallescher FC
Hamburger SV
FC St. Pauli
VfL Osnabrück
Chemnitzer FC
Hansa Rostock (N)
Eimsbütteler TV
Carl Zeiss Jena (N)
1. FC Magdeburg
Magdeburg
Wolfsburg
Cottbus
Halle
Hannover
11
10
10
10
10
11
11
9
10
11
12
10
12
11
10
11
11
11
9
31:11
30:19
16:11
18:12
25:11
17:10
16:13
12:9
16:17
17:16
12:26
18:16
19:25
12:22
10:15
17:18
12:24
10:21
9:21
31
24
22
20
18
18
15
15
15
14
14
13
12
11
10
9
8
5
3
WEST
11. SPIELTAG
1. FC Köln
0:2
Bielefeld
2:3
Wuppertal
0:4
Leverkusen
2:1
Aachen
0:6
Schalke
1:2
Duisburg
0:0
Düsseldorf
ausgef.
spielfrei: Fortuna Köln
Die Richtung
stimmt: Gladbachs
Kouadio Koné
jubelt über sein
Tor zum 1:0, die
Kollegen kommen
hinterher.
AUG S B URG
Vergebliche Hoffnung auf Konstanz seit September 2020
Ratlos nach dem erneuten Rückfall
Drittes Auswärtsspiel, dritte Niederlage. Der
FC Augsburg arbeitet in der Fremde im Jahr
2022 weiter intensiv an seinem Bewerbungsschreiben für einen Startplatz in der 2. Liga.
Die Hoffnung, mit dem jüngsten 2:0-Heimsieg über
Union Berlin die Trendwende eingeleitet zu haben,
war im Borussia-Park schnell verflogen. Dabei war
der Anlass durch den zuletzt souveränen Heimerfolg durchaus gegeben. Es
ist dem Team von Markus Weinzierl
aber zum wiederholten Mal nicht
gelungen, auf einer guten Leistung
aufzubauen. „So wird es schwer, da
unten rauszukommen“, gab André Hahn (Foto) zu
und zeigte sich nach dem Duell mit seinem Ex-Klub
etwas ratlos angesichts des erneuten Rückfalls. „Es
ist eine berechtigte Frage, warum wir das nicht hinbekommen. Es hat die Intensität gefehlt, es hat die
Power gefehlt. Wir nehmen uns das natürlich vor,
aber es zieht sich jetzt durch die gesamte Saison,
dass uns die Konstanz fehlt.“
Viel Zeit bleibt allen Beteiligten aber nicht,
die passende Antwort auf diese Frage zu finden.
Dreimal durfte einer der Borussen am Samstag
mutterseelenallein Ball und Tor ins Visier nehmen
und Keeper Rafal Gikiewicz überwinden. Dessen
Vorderleute ließen so ziemlich alles vermissen, was
einen starken Defensivverbund auszeichnet. Wäh-
rend Trainer Weinzierl „fahrlässige Verteidigung“
und „nachlässige Mannorientierung“ ausmachte,
fehlten Sportchef Stefan Reuter die „Aggressivität und Konsequenz in den Zweikämpfen“. Niklas
Dorsch wiederum meinte, es habe eher etwas „mit
dem Timing“ in den Duellen zu tun. Die mangelhafte
Konzentration sprach zwar keiner explizit an, doch
bei einem Gegentreffer 26 Sekunden nach Beginn
der zweiten Hälfte erübrigt sich diese Erwähnung
wohl einfach. Von diesem Moment des Tiefschlafs
erholte sich die Mannschaft bis zum Schlusspfiff
nicht mehr, der Plan für die zweiten 45 Minuten
war über den Haufen geworfen.
Bei einem solch laschen Abwehrverhalten
dürften die meisten Teams der Liga dem FCA sogar
noch mehr als drei Gegentore einschenken. Da half
es am Ende auch nicht, dass mit Alfred Finnbogason
erneut ein Joker erfolgreich war. Zu spät kam der
Treffer des Isländers.
Das leidige Thema der fehlenden Konstanz
prägt jetzt seit fast anderthalb Jahren das Geschehen.
Bis September 2020 muss man in den Ergebnislisten
zurückblättern, bis sich zwei aufeinanderfolgende
Siege der Augsburger in der Bundesliga finden
lassen. Zumindest so viel dürfte klar sein: Nimmt
diese Durststrecke bis zum Saisonende im Mai kein
Ende, werden die Augsburger erneut lange um ihre
Bundesligazugehörigkeit bangen müssen.
1.
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15.
16.
17.
0:1
1:0
0:2
0:1
0:2
1:0
Borussia Dortmund
Bayer Leverkusen
Rot-Weiss Essen
Preußen Münster
FC Schalke 04
FC Viktoria Köln
VfL Bochum
1. FC Köln
Bor. Mönchengladbach
MSV Duisburg
Wuppertaler SV
Rot-Weiß Oberhausen
Arminia Bielefeld
Fortuna Düsseldorf
SC Paderborn 07
Fortuna Köln
Alemannia Aachen
Münster
Oberhausen
Dortmund
FC Viktoria Köln
M’gladbach
Essen
Paderborn
Bochum
10
10
10
10
11
11
8
9
11
11
10
10
11
9
10
10
9
34:6
27:10
17:14
22:16
27:14
21:19
11:5
27:12
19:14
14:10
8:27
13:19
7:15
10:26
17:18
8:24
3:36
28
21
20
19
18
17
16
14
14
14
13
12
9
9
8
4
0
SÜD / SÜDWEST
14. SPIELTAG
Freiburg
3:0 3:0
München
3:0 0:0
Hoffenheim
5:0 2:0
Augsburg
2:1 0:1
Ulm
0:4 0:1
Offenbach
1:2 1:0
Stuttgart
5:1 3:0
Saarbrücken
0:2 0:1
Heidenheim
4:1 3:0
Frankfurt
4:1 3:1
spielfrei: SV Darmstadt 98
1.
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20.
21.
VfB Stuttgart
1. FC Nürnberg
1. FSV Mainz 05
FC Augsburg
TSG Hoffenheim
Eintracht Frankfurt
1. FC Heidenheim
SpVgg Unterhaching (N)
Bayern München
SC Freiburg
FC Ingolstadt 04
Karlsruher SC
1. FC Kaiserslautern
SV Darmstadt 98
FC-Astoria Walldorf
SpVgg Greuther Fürth
Stuttgarter Kickers (N)
SSV Ulm 1846
1. FC Saarbrücken
Kickers Offenbach
KSV Hessen Kassel (N)
Unterhaching
Walldorf
Kassel
Karlsruhe
Ingolstadt
Kaiserslautern
Greuther Fürth
Mainz
Stuttg. Kickers
Nürnberg
13
14
14
13
12
12
14
13
13
14
12
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13
13
13
14
13
13
13
13
14
41:10
30:19
43:25
37:22
45:23
36:17
29:20
21:20
41:19
26:27
24:18
22:19
27:37
16:23
22:24
18:34
20:38
17:32
10:26
16:37
6:57
32
31
28
27
24
23
23
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9
3
40
14. FEBRUAR 2022
SpVgg Greuther Fürth – Hertha BSC
1:0
Linde 2,5
Meyerhöfer 3,5
Griesbeck 3,5
Angst vor dem
Totalschaden
2:1
TRAINER: Leitl
Viergever 4
Itter 3 G
Christiansen 2,5
Seguin 3
Tillman 3,5 i
Dudziak 2,5 G i
Leweling 3,5 i
Belfodil 3,5 G i
Maolida 4,5 i
Mittelstädt 4,5
B B Hrgota 2 i
Jovetic 4 G
Darida 3,5
Tousart 4 G
Stark 5 G
B Gechter 3
Serdar 5 i
Die Pleite beim Schlusslicht nährt die
Zweifel, ob H ERT H A BSC im Abstiegskampf
ausreichend Widerstandsgeist besitzt.
Pekarik 3,5 i
Schwolow 3,5
TRAINER: Korkut
SGF EINGEWECHSELT: 60. Nielsen (3) für
Leweling, 83. Pululu (–) für Tillman und
Green (–) für Dudziak, 89. Bauer (–) für
Hrgota – RESERVEBANK: Burchert (Tor),
Asta, Willems, Raschl, Abiama – GELBE
KARTEN: Itter, Dudziak
BSC EINGEWECHSELT: 46. Richter (4) für
Maolida, 68. Björkan (–) für Pekarik und
Selke (–) für Belfodil, 81. Lee (–) für Serdar – RESERVEBANK: Lotka (Tor), Klünter,
Plattenhardt, Ascacibar, Ekkelenkamp –
GELBE KARTEN: Stark, Belfodil, Jovetic,
Tousart
Einen Eindruck zur allgedie Lage beruhigt werden. Das Gemeinen Stimmungslage
genteil ist jedoch eingetreten. Nur
bekamen die Profis von
ein Zähler wurde aus den Partien geHertha BSC bereits am
gen die beiden Aufsteiger verbucht,
Samstag während und nach der Parund speziell der Auftritt von Fürth
tie in Fürth zu hören. „Absteiger,
nährt die Zweifel, ob das aktuelle
Absteiger“, skandierten die AnhänHertha-Team genug Widerstandsger der Berliner, zudem „Wir haben
geist besitzt, um im Abstiegskampf
die Schnauze voll“.
zu bestehen.
Und auch nach Korkut hat „ganz klare
Am Sonntag
dem Schlusspfiff
zeigte Korkut seiBotschaften an die
gab es für das
nem Team die Lage
Team von Trainer Mannschaft“ gerichtet. auf. In deutlichen
Tayfun Korkut
Worten, aber anSaures, sodass
gemessenem TonStevan Jovetic und Maximilian Mitfall, wie er sagte. „Es geht nicht um
telstädt am Fanblock das Gespräch
Aktionismus – dass man rumschreit
und mit ihren Trikots als Souvenir
und den Hampelmann spielt“, betondie Fans etwas zu befrieden suchten.
te der Coach. Er habe jedoch „ganz
Mit zwei Siegen in Bochum
klare Botschaften an die Mannschaft“
und gegen Fürth hatte Hertha im
gerichtet, „damit sich jeder klar
Spätsommer 2021 nach einem Fehldarüber wird, in welcher Situation wir
start in die Saison für halbwegs Ruhe
stecken“. Der 47-Jährige mahnt „abgesorgt – und mit Siegen gegen Bosolute Fokussierung“ an, seine Spiechum und in Fürth sollte auch jetzt
ler müssten „realistisch sein und die
TORE: 1:0 Hrgota (1., Linksschuss, Vorarbeit Seguin), 2:0 Hrgota (71., Linksschuss,
Handelfmeter, Mittelstädt), 2:1 Gechter (82., Kopfball, Darida) – CHANCEN: 11:9 –
ECKEN: 8:8
SR-TEAM: Schlager (Hügelsheim – Assistenten: Bandurski, Hüwe – Vierter Offizieller:
Sather – Video-Assistent: Storks), Note 2,5, blieb in einer intensiven Partie mit vielen
Zweikämpfen ohne größeren Fehler. – ZUSCHAUER: 7919 – SPIELNOTE: 2,5, eine Partie
mit vielen Chancen und Spannung bis zum Abpfiff, allerdings fußballerisch nicht auf
höchstem Niveau.
“ ANALYSE
ES BERICHTEN
Andreas Hunzinger und Frank Linkesch
Berlin fehlt vorne die Durchschlagskraft
schäftigte die Offensive die Fürther
Viererkette mehr, kam näher an den
Strafraum und zu Chancen. Dem
Kleeblatt gelang mit zunehmender
Spieldauer immer seltener konstruktive Entlastung, es hätte aber
zehn Minuten vor Schluss das 3:0
machen müssen (Hrgota, Nielsen).
Stattdessen wurde es nach Herthas
Anschlusstor noch mal richtig eng.
FÜRTH
3,04
26,25
120,4
Christiansen
12,45
62 Seguin
HERTHA
4,00
26,73
121,3
Darida
13,45
99 Mittelstädt
Ballbesitz
41 %
47
59 %
52
Gewonnene
Zweikämpfe
Foto: Matthias Koch
Dem frühesten Treffer der Fürther
Bundesligageschichte ließ Kapitän
BRANIMIR HRGOTA einen verwandelten Elfmeter folgen. Zudem spielte
er einige sehenswerte Steckpässe.
Ansprechendes Debüt von Linde im Tor –
Plötzlich heimstark:
Daten: opta
S P IE L ER D E S S P I EL S
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
FÜRTH
FAZIT: Fürth dominierte in der ersten
Hälfte, zitterte sich am Ende gegen
stärker werdende Herthaner zum
dennoch nicht unverdienten Sieg.
47+53
41+59
Das Führungstor mit der ersten Aktion gab der SpVgg spürbar Sicherheit. Vor allem Dudziak und Hrgota
streuten immer wieder kreative Momente ein, allerdings machte es
ihnen die unsortierte Defensive der
Korkut-Elf auch leicht. Berlin, gegen
den Ball im 4-4-2, kombinierte sich
hin und wieder ganz ansehnlich
durchs Mittelfeld, ließ aber jede
Durchschlagskraft im Sechzehner
vermissen. Nach der Pause stellte
Korkut auf ein 4-3-3 mit Tousart auf
der Sechs sowie Richter und Jovetic
auf den Flügeln um. Dadurch be-
Der erste Heimsieg stand
auf der Fürther Prioritätenliste vor der Saison weit
oben, schließlich gelang
beim ersten Bundesliga-Intermezzo
kein einziger. Auch
2021/22 sah es lange
Zeit schlecht aus. Aus
den ersten sechs Partien im Ronhof holte
die Mannschaft von
Stefan Leitl nur ein Unentschieden,
doch plötzlich flutscht es.
Das 2:1 gegen Hertha bedeutete
den dritten Dreier in den jüngsten
fünf Heimspielen, dazu kommen zwei
torlose Remis. Das Besondere dieses
Mal: Nach zwei „Geistersiegen“ war
es der erste Bundesliga-Heimerfolg
vor Publikum. „Mich freut es für alle
Fürther. Ich würde jetzt gerne durch
die Gustavstraße fahren“, verwies
Leitl auf die Feiermeile der Stadt.
Der Aufschwung des Kleeblatts
ist beachtlich, in der Rückrundentabelle bewegt es sich in der oberen
Tabellenhälfte. Höchstwahrscheinlich werden die Fürther später im
Saisonrückblick den Konjunktiv bemühen. Fakt ist: Hätte Fürth an den
ersten 14 Spieltagen – als alles schiefging – sechs, sieben Punkte mehr
als nur den einen geholt, würden
die Franken im Abstiegskampf voll
mitmischen und hätten alle Chancen
auf ein weiteres Jahr Bundesliga.
14. FEBRUAR 2022
41
Gehöriger Redebedarf:
Stürmer Stevan Jovetic
diskutiert mit den
Hertha-Fans über den
nächsten Rückschlag.
FRAGE
DER WOCHE
Steigt Hertha BSC ab?
Stimmen Sie auf kicker.de ab.
Situation annehmen, wie sie jetzt ist,
und nicht an andere Sachen denken“.
Zu denken gab Korkut in Fürth
vor allem die Leistung in der ersten
Halbzeit. „Das war von uns einfach
zu wenig. Wir wollen eigentlich, dass
wir nicht die Halbzeit brauchen, um
in Schwung zu kommen“, sagte er.
Wieder einmal gab Hertha zu Beginn
einer Partie eine lethargische Figur
ab, es wurde deutlich, dass Rückschläge wie das 0:1 das Team in den
Grundfesten erschüttern. Dass man
nach solch einen frühen Rückstand
„zehn Minuten durchgeschüttelt
wird, ist okay“, so Korkut, „aber es
darf nicht über die ganze Halbzeit
gehen“. Insgesamt bleibt Hertha weiter extrem störungsanfällig.
Nachdem der Nachfolger von
Pal Dardai sein Team nach dem
3:2-Heimsieg zum Hinrunden-Ausklang gegen Dortmund bereits auf
dem Weg zur Gesundung und ins
Tabellen-Mittelfeld wähnte, liegt der
Patient Hertha BSC im neuen Jahr
wieder auf der Intensivstation. Zwei
magere Pünktchen aus fünf LigaPartien lautet die Ausbeute, hinzu
kam das schmerzhafte Pokal-Aus
im Derby gegen Union (2:3). Neun
Zähler aus neun Partien hat Hertha
unter Korkut verbucht, Dardai hatte
14 aus 13 Partien geholt. Ob der Trai-
nerwechsel schon verpufft sei, wurde
der Coach am Sonntag gefragt … „Ich
halte nichts von Vergleichen“, sagte
dieser, „ich kümmere mich um den
Job, den ich jetzt habe. Wir haben
noch ein Drittel der Saison zu spielen.
Es sind noch genügend Spiele, um
zu punkten.“ Die Hoffnung auf Besserung bezieht Korkut, der zur Festigung seiner Position auch Ergebnisse
braucht und bei weiteren Pleiten in
Bedrängnis geraten dürfte, daraus,
„dass wir die Qualität haben, wir sie
aber einfach sichtbarer machen und
auf den Platz bekommen müssen“.
Durch die Auftritte 2022, vor
allem die Darbietung in Fürth, sowie
die kommenden Aufgaben ist man
jedoch nicht dazu angetan, in überbordenden Optimismus zu verfallen.
Am Sonntag gastiert RB Leipzig im
Olympiastadion, dann warten Freiburg (A), Frankfurt (H), Gladbach (A),
Hoffenheim (H) und Leverkusen (A),
ehe es erneut zum Derby kommt.
Eine sorgenfreie Saison wollte
Hertha spielen, nachdem zuvor nach
dem Einstieg von Investor Lars Windhorst groß gedacht worden war, aber
schon in der vorigen Spielzeit nur mit
Müh und Not der Bestand gesichert
wurde. Sorgenfrei ist längst vorbei.
Vielmehr muss Hertha BSC eher
Angst vor dem Totalschaden haben.
Hrgota nun bester Fürther Bundesliga-Torschütze
HE RTHA
Aufschwung hält an
Lichtblick im Dunkel
Fürs Hätte kann sich der Aufsteiger nichts kaufen, einstweilen
lebt er von vermehrten Erfolgserlebnissen, dem wachsenden Respekt in der Liga und dem Ärgern
anderer Klubs wie aktuell der Hertha.
Großen Anteil am Sieg gegen die
Hauptstädter hatten zwei Schweden.
Vorne traf Branimir Hrgota doppelt
und setzte sich mit nun sieben Saisontreffern an die Spitze der ewigen
Fürther Bundesliga-Torschützenliste.
Im Tor wiederum feierte Andreas
Linde (Foto) ein ansprechendes Debüt mit einigen Paraden sowie einer
ruhigen Ausstrahlung. Mit dem Ball
am Fuß offenbarte er allerdings Steigerungsbedarf. Dennoch dürfte die
Rangfolge vor dem abgelösten Sascha
Burchert erst einmal zementiert sein.
Der Klassenerhalt bleibt bei
neun Zählern Rückstand auf den
Relegationsplatz nahezu unerreichbar, immerhin besteht zarte Tuchfühlung zum VfB Stuttgart. Als Nächstes
geht es zum FC Bayern. Frech und
mutig nach nur zwei Niederlagen
aus den jüngsten acht Partien? „Wir
wollen es genießen und ein gutes
Spiel zeigen. Mal gucken, was dabei
rumkommt“, lässt sich Leitl nicht
locken. Für flotte Sprüche sind er
und seine Fürther nicht bekannt, für
sehr wohl ansehnlichen und auch erfolgreichen Bundesligafußball dafür
immer häufiger.
B
Talent Gechter trifft erstmals
ereits im Hinspiel gegen
Greuther Fürth hatte
Linus Gechter (Foto) einspringen müssen. Am 17. September 2021 kam der 17 Jahre
junge Innenverteidiger
nach 27 Minuten für den
verletzten Dedryck Boyata und half mit, Herthas
2:1-Sieg zu sichern.
Als Vertreter kam
Gechter auch im Rückspiel
zum Einsatz. Nach Marc Oliver
Kempfs positivem Corona-Test
berief Trainer Tayfun Korkut
das Talent zum zweiten Mal
nach dem Heimspiel gegen den
FC Bayern (1:4) am 23. Januar in
die Startelf. Gechter rechtfer-
tigte das Vertrauen. Und das
nicht nur, weil er erstmals für
die Profis traf. Der 1,90 Meter
große Verteidiger agierte zwar
bisweilen noch etwas naiv, bot
aber insgesamt eine solide Leistung und erwies
sich als Lichtblick im
Dunkel. „Ich habe schon
vor dem Spiel gesagt:
Ich habe kein Problem
damit, ihn spielen zu lassen“,
lobte Korkut, „letztendlich hat
er mich nicht enttäuscht.“
Anfang dieser Woche soll
Kempf ins Training zurückkehren – und gegen RB Leipzig
spielfähig sein. Aber Gechter hat
sich als Alternative angeboten.
22.
SPIELTAG
BUNDESLIGA-SAISON
11. – 13. Februar 2022
RB Leipzig
Eintracht Frankfurt
Mönchengladbach
Adams
16/9
–/– 3,96
Angelino
19/18 1/3 3,42
Bonnah
1/–
–/–
–
Dani Olmo
8/4
1/1 2,80
Forsberg
19/11 4/– 3,00
Gulacsi
21/21 –/– 2,83
Gvardiol
21/20 2/2 3,17
Haidara
15/11 2/1 3,29
Henrichs
13/7
1/2 3,88
Kampl
19/17 –/1 3,50
Klostermann
15/13 –/1 3,21
Laimer
15/8
1/2 3,28
Martinez
1/1
–/– 4,00
Mukiele
19/12 1/1 3,85
Nkunku
22/21 11/9 2,93
Novoa
5/1
1/– 3,50
Orban
18/18 1/1 3,19
Poulsen
15/7
4/1 2,72
Raebiger
1/–
–/–
–
Silva
22/17 9/4 3,83
Simakan
19/14 –/– 3,22
Szoboszlai
19/11 4/5 3,73
Nicht mehr im Verein
Brobbey
9/1
–/2 5,00
Hwang
2/–
–/–
–
Ilaix Moriba
2/–
–/–
–
Sabitzer
2/–
–/–
–
Wosz
1/–
–/–
–
27 Spieler
43/36 3,32
Noch nicht eingesetzt
Halstenberg, Klefisch, Tschauner
Beste Zweikampfquote
Mohamed Simakan
67,3 %
Beste Passquote
Kevin Kampl
91,6 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Josko Gvardiol
91
Der Trend der letzten Spiele
Ache
10/–
–/1
–
Barkok
4/1
–/– 4,25
Borré
22/20 6/5 3,81
Chandler
12/11 –/– 3,95
da Costa
8/5
–/– 4,25
Durm
7/7
–/1 4,17
Hasebe
13/9
–/– 3,55
Hauge
14/5
2/1 4,14
Hinteregger
19/17 1/1 3,74
Hrustic
13/5
2/– 3,36
Ilsanker
8/2
–/– 4,00
Jakic
16/13 1/– 3,54
Kamada
20/17 2/1 3,78
Knauff
2/–
–/–
–
Kostic
19/17 3/7 3,11
Lammers
9/4
1/– 4,50
Lenz
8/5
–/1 3,67
Lindström
20/17 4/3 3,58
Ndicka
20/20 3/2 3,30
Paciencia
11/1
2/1 2,50
Ramaj
1/1
–/– 4,00
Rode
11/5
1/– 3,14
Sow
21/21 2/3 3,33
Toure
8/4
–/– 4,42
Trapp
21/21 –/– 2,88
Tuta
14/14 2/– 3,54
26 Spieler
32/27 3,57
Noch nicht eingesetzt
Foti, Grahl, Herrero, Schäfer, Schröder
Beste Zweikampfquote
Evan Ndicka
61,0 %
Beste Passquote
Evan Ndicka
83,8 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Evan Ndicka
71
Der Trend der letzten Spiele
Benes
10/2
–/1 3,83
Bennetts
4/–
–/–
–
Bensebaini
13/12 3/2 3,88
Beyer
8/6
–/– 3,58
Elvedi
19/19 1/– 3,89
Embolo
17/14 2/2 3,86
Friedrich
4/4
–/– 3,88
Ginter
19/19 –/– 3,42
Herrmann
18/5
–/4 3,61
Hofmann
17/16 8/2 3,25
Jantschke
3/3
–/– 3,50
Koné
16/16 2/1 3,56
Kramer
9/5
–/– 3,92
Lainer
10/9
1/– 3,67
Netz
16/11 –/2 3,95
Neuhaus
17/12 4/1 3,68
Noß
1/–
–/–
–
Plea
21/13 4/2 3,79
Scally
20/17 1/2 3,85
Sommer
22/22 –/1 2,75
Stindl
18/16 2/4 3,94
Thuram
14/4
–/– 4,88
Nicht mehr im Verein
Müsel
1/–
–/–
–
Wolf
7/2
–/– 4,40
Zakaria
16/15 2/1 3,47
25 Spieler
30/25 3,65
Noch nicht eingesetzt
Doucouré, Kersken, Olschowsky, Sippel
Beste Zweikampfquote
Matthias Ginter
66,0 %
Beste Passquote
Nico Elvedi
91,9 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Matthias Ginter
83
Der Trend der letzten Spiele
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
S 5
S 5
S 5
N 5
U 5
N 5
S 5
N
5
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
N 5
N 5
U 5
S 5
N 5
N 5
U 5
S
5
SC Freiburg
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Demirovic
20/4
1/2 3,50
Eggestein
20/15 1/1 3,41
Flekken
20/20 –/– 2,73
Grifo
22/21 4/9 3,02
Gulde
14/9
–/– 3,32
Günter
22/22 –/6 3,11
Haberer
18/4
2/– 3,67
Höfler
20/20 2/3 3,13
Höler
22/22 4/3 3,16
Jeong
22/17 4/– 3,79
Keitel
12/5
–/– 3,50
Kübler
20/19 1/– 3,66
Lienhart
22/22 4/– 3,16
Petersen
11/–
2/–
–
Sallai
19/8
1/2 3,65
Schade
19/7
3/1 3,14
K. Schlotterbeck 7/2
–/– 4,00
N. Schlotterbeck 20/20 2/– 2,58
Schmid
3/2
–/– 3,50
Sildillia
3/1
–/– 3,00
Uphoff
2/2
–/– 4,50
Weißhaupt
4/–
–/1
–
Nicht mehr im Verein
Heintz
1/–
–/–
–
Santamaria
1/–
–/–
–
24 Spieler
31/28 3,23
Noch nicht eingesetzt
Atubolu, Burkart, Ezekwem, Siquet
Beste Zweikampfquote
Nico Schlotterbeck
65,1 %
Beste Passquote
Philipp Lienhart
85,4 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Nico Schlotterbeck
71
Der Trend der letzten Spiele
N 5
U 5
S 5
U 5
N 5
S 5
N 5
U
5
1. FC Köln
Note
Andersson
20/9
2/1 4,15
Duda
22/17 2/– 4,17
Ehizibue
10/2
–/1 4,00
Hector
20/20 –/4 3,20
J. Horn
5/–
–/– 3,50
T. Horn
12/12 –/– 2,92
Hübers
10/10 1/– 3,35
Kainz
21/20 2/5 3,48
Kilian
18/13 –/– 3,60
Lemperle
5/–
2/–
–
Ljubicic
19/15 1/– 3,19
Modeste
21/21 14/1 2,88
Ostrak
4/–
–/1
–
Özcan
20/16 2/1 3,19
Schaub
19/5
1/2 4,17
Schindler
11/1
–/3 3,75
Schmitz
21/21 –/4 3,29
Schwäbe
10/10 –/– 2,70
Skhiri
11/9
3/– 2,94
Thielmann
19/7
1/2 3,55
Uth
19/13 3/3 3,14
Nicht mehr im Verein
Czichos
17/16 –/1 3,28
Jorge Meré
8/5
–/– 3,64
Katterbach
1/–
–/–
–
24 Spieler
34/29 3,36
Noch nicht eingesetzt
Arrey-Mbi, Chabot, Hauptmann, Obuz,
Urbig
Beste Zweikampfquote
Jonas Hector
57,5 %
Beste Passquote
Salih Özcan
84,1 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Benno Schmitz
73
Der Trend der letzten Spiele
N 5
S 5
S 5
S 5
N 5
U 5
S 5
N
5
Note
Antwi-Adjei
19/9
1/2 3,78
Asano
16/11 1/1 4,27
Bella Kotchap
13/11 –/– 3,59
Blum
7/2
2/– 3,00
Bockhorn
12/3
–/– 3,93
Bonga
1/–
–/–
–
Danilo Soares
21/21 –/– 3,36
Decarli
1/–
–/–
–
Esser
2/2
–/– 3,00
Gamboa
13/10 1/– 3,35
Holtmann
18/16 4/6 3,71
Lampropoulos
13/13 –/– 4,12
Leitsch
10/8
–/– 3,25
Locadia
4/3
1/2 3,00
Losilla
21/21 1/– 3,38
Löwen
15/11 –/3 3,96
Masovic
14/12 –/– 3,54
Osterhage
6/2
–/2 3,50
Pantovic
19/11 3/1 4,12
Polter
21/17 7/1 4,03
Rexhbecaj
22/21 –/– 3,93
Riemann
20/20 –/– 2,80
Stafylidis
17/10 –/1 3,38
Tesche
9/4
–/– 5,00
Zoller
4/4
2/1 3,13
Nicht mehr im Verein
Ganvoula
9/–
–/– 5,00
Novothny
6/–
1/–
–
27 Spieler
24/20 3,64
Noch nicht eingesetzt
Ernst, Grave, Hartwig, Weilandt
Beste Zweikampfquote
Danilo Soares
62,6 %
Beste Passquote
Vasilios Lampropoulos
81,5 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Danilo Soares
78
Der Trend der letzten Spiele
U 5
N 5
N 5
S 5
N 5
U 5
U 5
S
5
S 5
U 5
N 5
S 5
S 5
S 5
N 5
S
5
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
VfL Bochum
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
VfL Wolfsburg
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Arnold
22/22 2/– 3,70
Baku
22/19 2/2 3,75
Bialek
3/–
–/–
–
Bornauw
17/14 –/– 3,73
Brooks
19/17 –/1 3,61
Casteels
20/20 –/– 3,13
Gerhardt
16/11 –/1 3,96
Kruse
2/2
1/1 3,50
Lacroix
19/19 –/– 3,47
Lukebakio
16/7
1/3 4,15
Mbabu
16/10 –/– 4,00
F. Nmecha
10/1
–/– 4,25
L. Nmecha
15/10 6/– 3,64
Paulo Otavio
7/5
–/1 3,40
Pervan
2/2
–/– 4,00
Philipp
16/9
1/2 4,08
Roussillon
17/11 1/– 3,71
Schlager
3/3
–/1 3,00
Steffen
16/12 –/3 4,12
van de Ven
2/–
–/– 3,00
Vranckx
13/10 2/– 3,75
Waldschmidt
13/9
1/2 4,50
Wind
2/2
–/– 4,25
Nicht mehr im Verein
Brekalo
1/–
–/1
–
Ginczek
2/–
–/–
–
Guilavogui
15/10 –/– 3,64
Marmoush
2/–
–/–
–
Mehmedi
1/–
–/–
–
Weghorst
18/17 6/1 4,00
29 Spieler
23/19 3,76
Noch nicht eingesetzt
Garcia MacNulty, Klinger, Paredes,
William
Beste Zweikampfquote
John Anthony Brooks
64,5 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
John Anthony Brooks
75
Der Trend der letzten Spiele
55555555
N N N N U N S S
FC Augsburg
1. FSV Mainz 05
Bayern München
Caligiuri
18/14 2/2 4,07
Dorsch
19/17 1/– 3,75
Finnbogason
5/2
2/1 4,00
Framberger
15/8
–/– 4,11
Gikiewicz
22/22 –/– 3,23
Gouweleeuw
17/17 1/– 3,94
Gregoritsch
15/7
5/1 3,61
Gruezo
7/3
–/– 4,40
Gumny
20/20 –/– 4,30
Günther
2/–
–/– 4,00
Hahn
21/17 3/1 4,06
Iago
17/16 1/3 3,69
Jensen
12/2
–/1 4,20
Maier
18/13 1/3 3,77
Moravek
10/5
–/– 4,33
Niederlechner
16/7
3/2 4,25
Oxford
18/18 2/– 3,44
Pedersen
20/9
1/– 3,92
Pepi
4/2
–/– 4,33
Sarenren Bazee 11/–
–/–
–
Strobl
5/4
–/– 4,20
Uduokhai
7/5
–/– 4,00
Vargas
20/19 –/4 4,08
Winther
2/2
–/– 4,00
Zeqiri
17/11 2/2 4,18
Nicht mehr im Verein
Cordova
13/2
–/– 4,67
26 Spieler
24/20 3,92
Noch nicht eingesetzt
Civeja, Klein, Koubek
Beste Zweikampfquote
Reece Oxford
62,5 %
Beste Passquote
Niklas Dorsch
85,1 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Iago
67
Der Trend der letzten Spiele
Aaron
18/16 –/1 3,59
Barreiro
22/16 –/1 3,74
Bell
21/21 1/– 3,40
Boetius
21/12 1/3 3,64
Brosinski
7/3
–/– 3,67
Burgzorg
1/–
–/–
–
Burkardt
22/21 7/3 3,24
Fürstner
1/–
–/–
–
Hack
18/15 3/– 3,31
Ingvartsen
14/2
2/– 4,00
Kohr
12/10 –/2 3,45
Lee
20/15 4/2 3,40
Lucoqui
9/6
1/– 3,75
Nebel
8/2
–/1 4,00
Nemeth
5/2
–/– 4,00
Niakhaté
18/17 2/– 3,21
Onisiwo
20/18 3/8 3,39
Papela
2/–
–/–
–
Rösch
1/–
–/–
–
St. Juste
8/7
1/– 3,36
Stach
18/10 1/2 3,36
Stöger
14/–
1/1 3,50
Szalai
12/2
1/– 3,67
Tauer
5/3
–/– 3,83
Widmer
22/22 2/3 3,59
Zentner
22/22 –/– 2,91
Nicht mehr im Verein
Kilian
1/–
–/–
–
27 Spieler
30/27 3,43
Noch nicht eingesetzt
Bobzien, Dahmen, Rieß
Beste Zweikampfquote
Alexander Hack
62,4 %
Beste Passquote
Moussa Niakhaté
77,2 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Moussa Niakhaté
68
Der Trend der letzten Spiele
Choupo-Moting 10/–
3/– 2,50
Coman
13/9
4/3 2,75
Copado
1/–
–/–
–
Davies
16/15 –/4 2,94
Gnabry
22/16 10/6 3,22
Goretzka
12/12 2/2 2,83
Hernandez
17/17 –/– 3,32
Kimmich
16/16 3/6 2,97
Lewandowski
22/22 26/2 2,43
Müller
22/22 7/18 2,73
Musiala
20/7
3/4 2,64
Neuer
20/20 –/– 2,88
Nianzou
11/1
–/1 3,25
Pavard
15/14 –/1 3,75
O. Richards
8/2
–/– 3,83
Roca
5/4
–/– 3,13
Sabitzer
14/4
–/– 4,00
Sané
21/17 6/7 3,00
Sarr
4/–
–/–
–
Stanisic
8/4
–/– 3,33
Süle
20/15 –/1 3,06
Tillman
4/1
–/– 5,00
Tolisso
11/7
2/1 3,25
Ulreich
2/2
–/– 4,00
Upamecano
18/15 1/4 3,50
Wanner
3/–
–/–
–
Nicht mehr im Verein
Cuisance
1/–
–/–
–
C. Richards
1/–
–/–
–
28 Spieler
67/60 3,06
Noch nicht eingesetzt
Früchtl, Vidovic
Beste Zweikampfquote
Niklas Süle
69,3 %
Beste Passquote
Lucas Hernandez
90,5 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Joshua Kimmich
106
Der Trend der letzten Spiele
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
S 5
U 5
U 5
N 5
U 5
N 5
S 5
N
5
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
N 5
S 5
N 5
N 5
S 5
N 5
S 5
U
5
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
S 5
S 5
S 5
N 5
S 5
S 5
S 5
N
5
14. FEBRUAR 2022
2021/22 Alle Spieler, alle Tore, alle Noten
Bayer Leverkusen
1. FC Union Berlin
TSG Hoffenheim
Adli
20/10 3/3 3,77
Alario
15/1
1/– 5,50
Andrich
18/14 4/4 3,11
Aranguiz
14/8
1/1 3,13
Bakker
15/13 1/3 3,54
Baumgartlinger
2/–
–/–
–
Bellarabi
13/7
2/4 3,29
Bravo
1/–
–/–
–
Demirbay
21/17 1/4 3,42
Diaby
20/20 10/7 2,98
Fosu-Mensah
4/–
–/– 3,50
Frimpong
21/21 1/6 3,26
Grill
1/1
–/– 2,50
Hincapie
16/13 1/1 3,29
Hradecky
21/21 –/– 2,93
Kossounou
16/11 –/1 3,77
Palacios
13/8
–/1 3,50
Paulinho
13/6
–/1 3,86
Schick
19/19 19/4 2,89
Sertdemir
3/–
–/–
–
Sinkgraven
6/2
–/– 3,50
Tah
21/21 2/3 3,12
Tapsoba
10/8
1/– 3,94
Wirtz
20/18 7/10 2,75
Nicht mehr im Verein
Amiri
13/3
1/– 4,33
Pohjanpalo
2/–
–/–
–
Retsos
4/–
–/–
–
27 Spieler
55/53 3,27
Noch nicht eingesetzt
Azmoun, Lomb, Lunev
Beste Zweikampfquote
Jonathan Tah
63,1 %
Beste Passquote
Jonathan Tah
87,6 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Kerem Demirbay
80
Der Trend der letzten Spiele
Awoniyi
19/18 9/1 3,36
Baumgartl
17/17 1/1 3,41
Becker
16/10 1/2 3,82
Behrens
18/2
1/4 3,38
Endo
3/–
–/–
–
Gießelmann
19/18 3/5 3,56
Haraguchi
21/14 –/4 3,93
Heintz
2/2
–/– 4,00
Jaeckel
14/12 –/– 3,58
Khedira
20/20 –/– 3,73
Knoche
22/22 –/– 3,57
Luthe
21/21 –/– 3,12
Michel
2/1
–/– 4,00
Möhwald
10/1
–/– 4,00
Oczipka
8/4
–/1 3,40
Öztunali
14/5
–/– 4,21
Prömel
18/17 4/1 3,41
Rönnow
1/1
–/– 3,50
Ryerson
18/7
2/– 3,44
Schäfer
1/–
–/–
–
Trimmel
16/15 1/– 3,63
Ujah
1/–
–/–
–
Voglsammer
21/4
2/1 3,80
Nicht mehr im Verein
Friedrich
13/13 –/– 3,38
Griesbeck
1/–
–/–
–
Ingvartsen
2/2
–/– 4,25
Kruse
16/16 5/6 2,97
Teuchert
6/–
–/– 4,00
28 Spieler
29/26 3,52
Noch nicht eingesetzt
Abdullahi, Busk, Dehl
Beste Zweikampfquote
Timo Baumgartl
62,5 %
Beste Passquote
Robin Knoche
81,4 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Christopher Trimmel
67
Der Trend der letzten Spiele
Akpoguma
17/13 2/3 3,46
Asllani
2/–
–/–
–
Baumann
21/21 –/– 2,81
Baumgartner
18/12 3/– 3,46
Bebou
18/17 7/5 3,50
Bruun Larsen
14/6
3/– 3,92
Dabbur
17/12 3/5 3,33
Geiger
16/15 2/2 3,30
Grillitsch
14/12 –/– 3,08
Hübner
3/3
1/– 3,00
John
1/–
–/– 2,50
Kaderabek
10/6
1/1 3,31
Kramaric
20/18 3/7 3,21
Nordtveit
6/–
–/–
–
Pentke
1/1
–/– 3,00
Posch
18/16 1/– 3,66
Raum
21/20 2/7 3,17
Richards
16/11 1/1 3,50
Rudy
14/7
2/– 3,75
Rutter
22/7
6/4 3,04
Samassekou
14/11 2/1 3,45
Skov
6/2
–/2 3,50
Stiller
16/9
1/2 3,33
Vogt
20/20 –/2 3,03
Nicht mehr im Verein
Adamyan
13/2
1/– 3,75
Gacinovic
4/1
–/– 4,00
26 Spieler
41/42 3,30
Noch nicht eingesetzt
Adams, Bicakcic, Bischof, Che, Philipp
Beste Zweikampfquote
Florian Grillitsch
64,3 %
Beste Passquote
Florian Grillitsch
89,0 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Kevin Vogt
86
Der Trend der letzten Spiele
vor
16
Foto: imago images
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Am 22. Spieltag
Jahren
Ein Ritt auf der Rasierklinge
Nach etwa 25 Minuten stellt
Dortmund am 22. Spieltag
2005/06 beim Heimspiel gegen Werder die Taktik um und
befreit sich besser aus dem
Bremer Pressing. Fortwährend
versucht der Gastgeber, den
SVW nun mit langen Steilpässen in Verlegenheit zu bringen.
Das klappt nicht immer: 21mal läuft der BVB ins Abseits –
bis heute Höchstwert seit
der Datenerfassung 2005/06.
Greuther Fürth
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Abiama
17/5
–/1 4,50
Asta
5/3
–/– 4,83
Barry
8/1
–/– 6,00
Bauer
18/13 –/– 4,18
Burchert
13/13 –/– 3,35
Christiansen
18/13 –/– 3,94
Dudziak
17/12 2/3 3,75
Funk
8/8
–/– 4,06
Green
13/8
–/– 4,38
Griesbeck
19/18 –/– 4,17
Hrgota
22/21 7/4 3,90
Itter
13/6
–/– 4,42
Jung
1/1
–/– 6,00
Leweling
22/13 4/2 3,61
Linde
1/1
–/– 2,50
Meyerhöfer
20/19 1/– 4,10
Nielsen
18/11 2/– 4,29
Pululu
2/–
–/–
–
Raschl
1/–
–/–
–
Seguin
20/19 –/3 4,10
Tillman
17/12 1/3 3,81
Viergever
12/12 –/– 3,83
Willems
17/15 –/– 4,00
Nicht mehr im Verein
Fein
3/–
–/–
–
Hoogma
3/3
–/– 4,33
Itten
12/7
2/– 4,50
Sarpei
8/7
–/– 4,50
Seufert
4/1
–/– 5,50
28 Spieler
19/16 4,05
Noch nicht eingesetzt
Kehr, Kratzer, Ngankam, Schaffran,
Schulz, Torlak
Beste Zweikampfquote
Marco Meyerhöfer
61,2 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Marco Meyerhöfer
64
Der Trend der letzten Spiele
55555555
S N U U U S N S
Doch bricht die Offensive auch
ein ums andere Mal durch,
scheitert aber entweder an
TIM WIESE oder dem eigenen
Unvermögen und verliert letztlich 0:1. Nicht nur Johan Micoud übt anschließend Kritik
an der „Abseits-Orgie“ seiner
Defensive, auch Trainer Thomas Schaaf mahnt ein „risikoloseres Spiel“ an – auch wenn
der Mut zumindest an diesem
Spieltag belohnt wurde.
Hertha BSC
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
43
Note
N 5
U 5
N 5
U 5
S 5
S 5
S 5
S
5
VfB Stuttgart
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
S 5
U 5
U 5
S 5
N 5
N 5
N 5
S
5
N 5
U 5
S 5
U 5
S 5
S 5
N 5
N
5
Borussia Dortmund
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Ascacibar
18/17 –/– 4,11
Belfodil
16/11 2/3 3,93
Björkan
3/–
–/– 4,50
Boateng
12/4
–/– 4,80
Boyata
13/12 –/– 4,05
M. Dardai
8/8
–/1 4,44
Darida
16/15 1/5 3,93
Ekkelenkamp
16/5
3/– 3,88
Gechter
6/2
1/– 3,50
Jovetic
13/9
5/2 3,25
Kempf
1/1
–/– 3,50
Klünter
5/2
–/– 4,00
Lee
2/–
–/– 4,00
Maolida
12/8
1/1 4,41
Mittelstädt
15/13 –/3 3,93
Pekarik
15/14 –/– 3,73
Plattenhardt
15/13 –/– 4,14
Richter
21/13 5/1 3,94
Schwolow
22/22 –/– 3,45
Selke
15/5
1/– 4,79
Serdar
19/18 2/– 3,75
Stark
20/19 –/– 3,76
Tousart
18/10 –/– 4,70
Nicht mehr im Verein
Dilrosun
2/1
–/– 5,25
Jastrzembski
8/1
–/– 3,88
Lukebakio
3/2
1/1 4,00
Matheus Cunha
1/1
–/1 4,00
Piatek
9/4
1/1 4,20
Torunarigha
7/6
–/1 3,42
Zeefuik
11/6
–/– 4,78
30 Spieler
23/20 3,99
Noch nicht eingesetzt
Christensen, Jarstein, Körber, Lotka,
Michelbrink, Nsona, Werthmüller
Beste Zweikampfquote
Niklas Stark
66,9 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Maximilian Mittelstädt
70
Der Trend der letzten Spiele
Ahamada
3/–
–/– 4,00
Anton
18/18 1/1 3,61
Beyaz
4/–
–/–
–
Bredlow
4/4
–/– 3,13
Coulibaly
15/11 –/3 4,17
Didavi
10/2
–/1 3,83
Egloff
3/–
–/–
–
Endo
22/22 1/2 3,73
Faghir
6/–
1/– 2,50
Förster
14/11 2/1 4,00
Führich
13/10 1/1 3,50
Ito
18/16 1/– 3,81
Kalajdzic
5/4
1/– 3,88
Karazor
14/13 –/1 3,88
Klimowicz
15/7
–/1 4,29
Mangala
18/16 1/3 3,56
Marmoush
10/10 2/3 3,90
Massimo
15/11 2/– 4,20
Mavropanos
19/19 4/1 3,68
Millot
2/–
–/–
–
Mola
3/1
–/– 4,50
Müller
18/18 –/– 3,22
Nartey
8/4
–/– 4,13
Sankoh
1/–
–/–
–
Silas
8/2
–/– 4,00
Sosa
18/18 1/4 3,67
Stenzel
8/2
–/– 4,00
Thommy
3/–
–/– 4,00
Tiago Tomas
2/1
2/– 2,00
Tibidi
9/2
–/1 3,90
Nicht mehr im Verein
Al Ghaddioui
10/7
2/2 4,44
Kempf
12/10 3/– 3,85
Klement
6/3
1/– 3,88
Maglica
1/–
–/–
–
34 Spieler
26/25 3,78
Noch nicht eingesetzt
Meyer, Schock
Beste Zweikampfquote
Konstantinos Mavropanos
66,5 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Hiroki Ito
86
Der Trend der letzten Spiele
S 5
N 5
S 5
N 5
U 5
N 5
U 5
N
5
U 5
S 5
N 5
S 5
S 5
S 5
N 5
S
S 5
N 5
N 5
U 5
N 5
N 5
N 5
N
5
5
Akanji
18/17 –/– 3,03
Bellingham
20/20 3/6 3,00
Brandt
19/16 5/7 3,31
Can
13/8
2/– 3,38
Dahoud
16/15 2/3 3,41
Guerreiro
14/12 4/2 3,88
Haaland
14/13 16/6 2,77
Hazard
16/7
3/1 3,95
Hitz
2/1
–/– 3,50
Hummels
18/16 1/1 3,25
Kobel
21/21 –/– 2,98
Malen
21/16 3/7 3,86
Maloney
1/–
–/–
–
Meunier
17/17 2/4 3,35
Moukoko
9/1
–/2 5,00
Papadopoulos
1/–
–/–
–
Passlack
4/2
–/1 4,25
Pongracic
10/6
–/– 3,75
Reinier
7/–
–/–
–
Reus
21/21 7/8 3,24
Reyna
4/3
2/– 3,17
Schulz
12/7
–/1 4,00
Tigges
9/–
3/– 2,50
Witsel
19/13 –/– 3,92
Wolf
15/6
–/– 3,93
Zagadou
8/4
–/– 3,70
Nicht mehr im Verein
Delaney
1/–
–/–
–
Knauff
5/–
–/– 4,75
28 Spieler
53/49 3,41
Noch nicht eingesetzt
Bürki, Collins, Coulibaly, Kamara, Morey,
Schmelzer, Unbehaun
Beste Zweikampfquote
Manuel Akanji
66,9 %
Beste Passquote
Axel Witsel
93,3 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Raphael Guerreiro
94
Der Trend der letzten Spiele
Arminia Bielefeld
Spiele/
Tore/
von Beginn Assists
Note
Andrade
11/7
–/– 3,75
Bello
2/–
–/–
–
Brunner
21/21 –/1 3,24
Castro
5/1
1/– 4,00
de Medina
11/3
–/– 3,50
Fernandes
7/2
–/– 4,00
Hack
19/8
–/1 3,63
Kapino
1/1
–/– 3,00
Klos
20/13 3/1 3,82
Krüger
19/9
–/2 3,89
Kunze
15/8
–/– 3,56
Lasme
17/5
2/– 4,07
Laursen
16/14 2/– 3,89
Nilsson
21/21 –/– 3,48
Okugawa
21/20 7/1 3,73
Ortega Moreno 21/21 –/– 2,81
Pieper
20/20 –/– 3,63
Prietl
18/16 –/2 3,56
Ramos
5/1
–/– 3,33
Schöpf
21/18 1/1 3,75
Serra
17/8
2/1 4,06
Vasiliadis
10/9
–/– 3,72
Wimmer
19/15 3/7 3,27
Nicht mehr im Verein
Czyborra
4/1
–/– 4,50
van der Hoorn
1/–
–/–
–
25 Spieler
21/17 3,58
Noch nicht eingesetzt
Cherny, Ince, Schulz
Beste Zweikampfquote
Amos Pieper
64,7 %
Beste Passquote
Alessandro Schöpf
80,1 %
Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten
Cedric Brunner
61
Der Trend der letzten Spiele
N 5
S 5
S 5
U 5
U 5
S 5
U 5
N
5
44
14. FEBRUAR 2022
KICKERKULISSE
Notiert von Thomas Hiete
DIE CORONA-PANDEMIE hat in
der Bundesliga vieles verändert, so
auch die Pressekonferenzen, die
mancherorts digital stattfinden. So
auch am Samstag in Freiburg im Anschluss an das 1:1 gegen Mainz. Als
Radioreporter Frank Rischmüller
per Video vermeintlich ein Handzeichen gab, um eine Frage loszuwerden, stellte dieser
klar: „Ich stehe vor
meinem Haus und
habe meiner Frau
zugewunken. Entschuldigung.“ Diese
nahm Freiburg-Trainer Christian Streich
(Foto) selbstredend an und winkte
einfach zurück.
ENTSPANNT AUSKLINGEN lassen konnte Christian Streich seinen
Samstagabend dann nicht, was ihn
aber auch nicht störte. Im Gegenteil:
Der 56-Jährige sieht es als Privileg
an, dass er am Sonntag in der Bundesversammlung saß und den Bundespräsidenten wählen durfte. Dabei
wird der Freiburger Trainer, der im
Nachtzug in die Hauptstadt reiste, so
manchem bekannten Gesicht über
den Weg gelaufen sein. Auch Bundestrainer Hansi Flick war nominiert worden, ebenso Bayerns Leon
Goretzka. Frankfurts Präsident
Peter Fischer (Foto)
war bereits am Samstag in Berlin vor Ort –
ohne jedoch auf das
Spiel seiner Eintracht
zu verzichten. Der
65-Jährige traf sich
mit Exil-Eintrachtlern in der Kneipe „Zur Glühlampe“.
Getrübt wurde die Freude über den
Besuch des Bosses lediglich durch
die 0:2-Niederlage gegen Wolfsburg.
UM SIEG ODER NIEDERLAGE
geht es Anfang März vor Gericht
auch zwischen dem VfL Wolfsburg
und Marin Pongracic. Der Kroate,
aktuell an Dortmund verliehen, verklagt seinen Arbeitgeber, weil er der
Meinung ist, dass ihm zustehende
Prämien in Höhe von 250 000 Euro
nicht ausgezahlt wurden. Im Sommer muss Pongracic dann zurück
zum VfL, wo er noch bis 2024 unter Vertrag steht. Auf viele Freunde
dürfte der 24-Jährige, der sich zuletzt bereits negativ über den Klub
geäußert hatte, dann kaum treffen …
Bei ihrer Rückkehr finden die Astronauten nach einer
langen Fahrt wohl wieder die alte Fußballwelt vor
V
öllig losgelöst von der
Basis schwebt die Bundesliga völlig schwerelos nach
fast zwei Jahrzehnten ständigen
Wachstums – und sucht jetzt
einen Landeplatz auf der Erde.
Nun, da die Luft dünn geworden
ist für die Entrückten, setzt die
Schnappatmung ein. Und die da
unten atmen schwer durch. Wohl
bereit zur Landehilfe, aber mehr
denn je zuvor nur zu ihren Konditionen. Die da ganz einfach
heißen: zurück zu dem,
Rainer Franzke
was den Fußball einmal
ausgemacht hat. Andernfalls
bleibt die Landebahn zu für Fußball-Astronauten.
DIRK ZINGLER hat damals
womöglich den Einstieg in das
Raumschiff verpasst. Wahrscheinlicher ist, dass man den
Präsidenten von Union Berlin
nicht eingeladen hatte auf die
große Reise. Die im Jahr 2004
begann, in dem Zingler zum
Präsidenten des damaligen Regionalligaklubs gewählt worden
war. Er war nicht dabei auf dem
15 Jahre dauernden Höhenflug
mit ständig neuen Rekordumsätzen der Bundesliga von 1,28
Milliarden Euro im Jahr 2004
bis zu 4,02 Milliarden Euro am
Ende der Saison 2018/19. Dank
freundlicher Unterstützung der
Medien, deren Zahlungen für
die Übertragungen der Spiele in
dieser Zeitspanne von 420 Millionen Euro auf 1,49 Milliarden
Euro für alle Wettbewerbe allein der Bundesligavereine dem
Raumschiff Schubkraft verliehen.
Verfeuert wurden die Milliarden
an Spieler, Manager und Berater.
Grenzenlos im Universum. Was
nun bei der Rückkehr auf die Erde,
da der Treibstoff seit Ausbruch
der Pandemie ein Stück weit
ausgegangen ist und die Reservekanister in den 15 Jahren des
Booms nicht gefüllt worden sind?
Zingler, mit Union inzwischen in
der Bundesliga angekommen, hat
gute Empfehlungen für die Astronauten vor der erzwungenen
Rückkehr auf die Erde, auf der
er seit Jahren mit beiden Füßen
steht: „Ich wiederhole es gerne:
Der wichtigste Fußballfan ist der
Stadionbesucher. Den müssen
wir in den Mittelpunkt unseres
Handelns stellen. Ihn mit einem
TikToker gleichzustellen, wird
unseren Sport langfristig kaputt
machen.“
DIE ASTRONAUTEN erfahren
viele Ratschläge. Besonders häufig in den vergangenen Tagen.
Samt und sonders hält Zingler
nicht viel von den kursierenden
Ideen. Er vertritt die Meinung,
dass es „sehr wohl Dinge gibt,
die wir für den deutschen Fußball grundsätzlich ausschließen
sollten. Die Austragung des
Supercups in Saudi-Arabien ist
ein Beispiel dafür. Auch Playoffs um die Meisterschaft halte
ich nicht für zielführend“. Fremd
geworden sind die Weltraumfahrer vielen Fußballfans, und nicht
nur jenen in den Kurven, während
ihrer langen Fahrt über eineinhalb
Jahrzehnte. In einem Jahr feiert
die Bundesliga ihren 60. Geburtstag. Vor dem großen Fest sollte sie
innehalten und sich erinnern, was
sie so populär gemacht hatte in
der alten Fußballwelt, bevor sie
sich ein „Produkt“ nannte. Als die
Spieler noch greifbar waren für
den Fan nach Training und Spiel,
als die Aktiven noch Meinung
ohne Zensur von Pressestellen
äußern durften usw., als es noch
echte Typen gab …
14. FEBRUAR 2022
TOP-FAKTEN
22.
DER LIGA
45
KOLUMNISTEN-KREIS
SP I E LTAG
Olaf Thon
Weltmeister 1990
Bayern stellt sich dumm
an, und Stuttgart steigt ab
Überall
eiskalt
vom Punkt
Nach verwandelten Elfern
für Gladbach (7), Bremen (7)
und Union (8) traf MAX KRUSE
jetzt auch erstmals für Wolfsburg vom Punkt. Elfmetertore für vier verschiedene Klubs hatte zuvor
nur Stefan Kuntz (Bochum/10, Uerdingen/1,
Kaiserslautern/15 und
Bielefeld/4) geschafft.
Zum 16. Mal in der Bundesliga kassiert
HERTHA ein Gegentor in der 1. Minute –
diesmal in Fürth. Nur Kaiserslautern (18-mal)
wurde innerhalb der ersten 60 Sekunden
eines Spiels noch häufiger kalt erwischt.
Fotos: iamgo images, Keller
Das nennt man wohl effizient: drei Tore gegen den
1. FC Köln, gleichbedeutend mit drei Punkten –
und das bei nur sechs
Leipziger Torschüssen.
Das ist in einem Heimspiel
der niedrigste Wert für
RB seit dem BundesligaAufstieg 2016. Bisherige
„Tiefpunkte“ waren neun
Torschüsse in der heimischen Arena, beide Male
gegen Gladbach an einem
4. Spieltag (2016/17 beim
1:1 und 2017/18 beim 2:2).
S
Ku
1.
Minute
Runde Sache: ERMEDIN DEMIROVIC absolvierte sein 50. Bundesligaspiel für
Freiburg. Das Besondere: Kein einziges Mal
stand er 90 Minuten auf dem Platz (27 Einwechslungen, 23 Auswechslungen). Kein
anderer Spieler hat so viele Einsätze auf dem
Buckel, ohne je durchgespielt zu haben.
nt
z
elbst bei einer 4:1-Pausenführung
kann man sich vor allem als Aufsteiger
eigentlich niemals sicher sein, dass
man die drei Punkte gegen den FC Bayern
bereits eingetütet hat. Ich hatte das Glück, am
Samstag im Stadion an der Castroper Straße
live dabei sein zu dürfen, und muss sagen,
dass ich nach dem 4:1 keine Sekunde mehr an
einem Sieg des VfL Bochum gezweifelt habe.
Ich sah, wie Julian Nagelsmann versucht hat,
Einfluss zu nehmen, ich erlebte aber auch, wie
gut die Bochumer eingestellt waren. Ich fand
die Spielführung der Münchener schlichtweg
dumm – vor allem deshalb, weil sie den schnellen Bochumern gerade auf den Außenbahnen
viel zu viel Raum gegeben haben. Dazu kamen
die Traumtore des VfL. Es war in allen Belangen
ein phänomenaler Auftritt. Für die Bayern, von
denen ich übrigens glaube, dass sie mit Blick
auf die Zukunft gerade intensiv am Erling-Haaland-Rad drehen, wird dieses 2:4 keine Folgen
im Titelkampf haben, auch wenn Leverkusen
aktuell nicht nur in einer Topverfassung ist,
sondern darüber hinaus mit Florian Wirtz über
ein tolles Talent verfügt. Diesen jungen Mann
wird Bayer 04 nicht halten können.
DIE BOCHUMER HABEN ein weiteres
beachtliches Zeichen gesetzt, ein solches
brauchen auch die Stuttgarter dringend. Wenn
dem VfB das nicht in den nächsten drei, vier
Spielen gelingt, bin ich sicher, dass er die Kurve
nicht mehr bekommen wird. Ich gehe sogar so
weit zu sagen, dass Stuttgart aufpassen muss,
nicht noch von Fürth überholt zu werden. Die
Schwaben bringen die spielerische Klasse
zwar grundsätzlich mit, doch die Euphorie ist
völlig weg – genau wie das Selbstvertrauen.
Überaus spannend finde ich die Brisanz um
den Relegationsplatz. Ich glaube, dass sich
die Wolfsburger, denen mit der Verpflichtung
von Max Kruse ein herausragender Schachzug
gelungen ist, und die Gladbacher nun da unten
rauskämpfen. Besonders für Hertha BSC wird
das mit dem direkten Klassenverbleib aber
noch eine haarige Angelegenheit.
Der kicker-Kolumnisten-Kreis:
Gerald Asamoah, Sergej Barbarez, Giuseppe Bergomi,
Fredi Bobic, Marco Bode, Helen Breit, Didier Deschamps,
Eduard Geyer, Thomas Helmer, Bernd Heynemann,
Jürgen Kohler, Annike Krahn, Erik Meijer, Uli Stein,
Joachim Streich, Olaf Thon, Rudi Völler
Bei TU R B I N E P OTS DA M sieht Trainer
Sofian Chahed trotz der zwei Siege aus
drei Spielen noch Optimierungsbedarf.
Mittendrin, aber doch
nicht so richtig dabei. So
fühlt es sich derzeit für
Sofian Chahed an. Der
Trainer von Turbine Potsdam wurde vergangene Woche positiv auf
COVID-19 getestet, befindet sich
derzeit noch in häuslicher Quarantäne. „Ich hatte an den ersten
zwei, drei Tagen Schnupfen. Es ist
aber alles okay“, sagt der 38-Jährige. Der Turbine-Coach will sich
an diesem Dienstag freitesten,
um dann ab Donnerstag wieder
gemeinsam mit der Mannschaft
auf dem Platz zu stehen. Bis dahin
ist sowieso trainingsfrei.
Im Heimspiel zuletzt gegen
Bayer Leverkusen wurde Chahed
noch von seinem Co-Trainer Dirk
Heinrichs vertreten, war aber vom
heimischen Bildschirm aus in
ständiger Kommunikation mit
dem Funktionsteam. „Ich hatte
TABELLE
1. Bayern München (M)
2. VfL Wolfsburg (P)
3. TSG Hoffenheim
4. Eintracht Frankfurt
5. Turbine Potsdam
6. Bayer Leverkusen
7. SC Freiburg
8. 1. FC Köln (N)
9. SGS Essen
10. Werder Bremen
11. Carl Zeiss Jena (N)
12. SC Sand
14. SPIELTAG
SONNTAG, 27. FEBRUAR
14
13
14
14
14
14
14
14
14
14
14
13
48:8
36:9
38:17
30:15
36:21
24:28
19:23
16:28
18:22
6:34
5:47
3:27
34
32
31
28
27
20
17
16
12
11
5
2
NACHHOLSPIEL
14.00 UHR
Sand (0:4) Wolfsburg
15. SPIELTAG
FREITAG, 4. MÄRZ
19.15 UHR
SAMSTAG, 5. MÄRZ
13.00 UHR
SONNTAG, 6. MÄRZ
13.00 UHR
SONNTAG, 6. MÄRZ
16.00 UHR
Leverkusen (3:0) Bremen
Frankfurt (1:2) Hoffenheim
Wolfsburg (2:2) Freiburg
Jena (0:0) Sand
München (6:0) Köln
Essen (2:3) Potsdam
Kontakt zum Physiotherapeuten
und habe auch in der Halbzeit mit
Dirk telefoniert“, sagt Chahed und
ergänzt: „Ich habe schon extrem
am Bildschirm mitgefiebert.“
Immerhin glich die Partie
21 Gegentreffer in
14 Partien: Die Abwehr
ist die Schwachstelle.
aus Sicht von Turbine einer
Berg- und Talfahrt. Nach einem
0:2-Rückstand drehte Potsdam
noch das Spiel und gewann am
Ende mit 4:2 – der zweite Dreier in diesem Jahr. „Es war ein
B UND ESL IG A
Seit Juli 2020 im
Amt: Für Sofian
Chahed ist Potsdam
die erste Station
als Chefcoach
eines Profiteams.
Foto: picture-alliance
FRAUEN
Führungstor als
großer Wunsch
Mentalitätssieg. Ich würde mir
aber wünschen, dass wir selbst
mal in Führung gehen“, sagt der
Ex-Profi, der für Hannover 96
und Hertha BSC 152 Partien in der
Bundesliga absolvierte.
Chahed, seit Juli 2020 im
Amt, bemängelt vor allem die Abwehrarbeit seines Teams: „Wir
bekommen viel zu einfach die
Gegentore.“ Im Vergleich des
Spitzenquintetts hat Turbine die
schwächste Defensive, kassierte
in 14 Partien schon 21 Gegentreffer. Das ist eine Quote von 1,5 pro
Spiel. Immerhin: Nur gegen den
VfL Wolfsburg gab es in dieser
Saison bislang zwei 0:3-Niederlagen, gegen alle anderen
Teams der Top 5 spielte Turbine
Potsdam Unentschieden.
Daran soll nun in der anstehenden Länderspielpause gearbeitet werden, ehe es für Turbine
am 2. März mit dem Viertelfinale
im DFB-Pokal beim SV HenstedtUlzburg, dem Tabellenletzten der
2. Liga, weitergeht. Das Ziel ist klar:
Der Traditionsverein will erstmals
seit 2018 wieder ins Halbfinale
des nationalen Cup-Wettbewerbs
einziehen.
MATTHIAS SCHÜTT
Bayern nutzt die Wolfsburger Zwangspause
Scheuer „reichen die drei Punkte“
F
ür den stark abstiegsbedrohten SC Sand kommt es aktuell ganz dick: Nach zwei
Niederlagen zum Jahresauftakt
wurden nun laut einer Pressemeldung auch noch bei einem
„Großteil der Spielerinnen und
der Staff-Mitglieder inklusive
Trainer Alexander Fischinger“
positive Corona-Befunde gestellt. Die für vergangenen Sonntag angesetzte Partie gegen den
VfL Wolfsburg wurde entsprechend auf den 27. Februar verschoben. Zugleich überholte der
FC Carl Zeiss Jena den SC durch
seinen ersten Saisonsieg in Bremen (2:0), sodass sich Sand erst
einmal auf dem letzten Tabellenplatz wiederfindet.
Die Wolfsburger Untätigkeit
wusste der FC Bayern München
indes gut zu nutzen. Durch einen
3:0-Sieg gegen den ebenfalls von
mehreren Corona-Fällen gebeutelten SC Freiburg sind die Münchnerinnen in der Tabelle am VfL
vorbei auf Platz 1 gezogen. „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel
gemacht“, lobte Bayerns Trainer
Jens Scheuer. „Ich bin trotzdem
nicht ganz zufrieden, weil wir viele Ballgewinne im letzten Drittel
hatten, der letzte Pass aber nicht
sauber genug gespielt wurde, sodass wir keine weiteren Torchancen generieren konnten. Aber das
haben wir uns dann für andere
Gegner aufgehoben. Mir reichen
hier die drei Punkte.“
Auch die TSG Hoffenheim
hat mit ihrem 2:1-Sieg gegen die
SGS Essen im Kampf um die vorderen Plätze Boden gutgemacht.
Das 1:0 erzielte dabei Jana Feldkamp, die im Sommer von Essen
zur TSG gewechselt war. Wirklich
zufrieden war aber auch Hoffenheims Trainer Gabor Gallai nicht:
„Wir freuen uns über das Ergebnis, sind mit der Art und Weise
aber nicht zufrieden. In der ersten
Halbzeit hatten wir noch gute Ansätze, nach der Pause haben wir
den Zugriff verloren.“
In den kommenden beiden
Wochen steht die Länderspielpause auf dem Plan, in der die
deutsche Nationalmannschaft
beim Vier-Nationen-Turnier auf
Spanien (17. Februar), Kanada (20.)
und Gastgeber England (23.) trifft.
Erst am 4. März geht es für die
Spielerinnen zurück in den Bundesliga-Alltag. SUSANNE MÜLLER
DIE STATISTIK DER SPIELE
Potsdam – Leverkusen
4:2 (0:1)
Tore: 0:1 Wieder (31.), 0:2 Nikolic (52.),
1:2 Orschmann (70.), 2:2 Chmielinski
(73.), 3:2 Kössler (85.), 4:2 Ehegötz
(90./+3) – Zuschauer: 821
Freiburg – Bayern München 0:3 (0:1)
Tore: 0:1 Gwinn (28., FE), 0:2 Dallmann
(53.), 0:3 Glas (61.) – Zuschauer: 1000
Hoffenheim – SGS Essen
2:1 (2:0)
Tore: 1:0 Feldkamp (5.), 2:0 Linder (40.),
2:1 Laurier (67.) – Zuschauer: 305
1. FC Köln – Frankfurt
1:2 (1:2)
Tore: 1:0 Zawistowska (17.), 1:1 Anyomi
(34.), 1:2 Prasnikar (40.) – Zuschauer:
906
Bremen – Carl Zeiss Jena
0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Arnold (22.), 0:2 Walter (59.) –
Zuschauer: 303
2. LIGA
Rückschlag statt Verfolgungsjagd: Schalkes Auftritt in Düsseldorf lässt viele hängende Köpfe und nachdenkliche Gesichter zurück.
Quittung für Königsblau
Foto: picture-alliance
Desolater Auftritt des gesamten Teams, der Trainer liegt mit einer
Personalentscheidung daneben: So steigt SCHALKE 0 4 nicht auf.
Werder Bremen, der Hamburger SV und der FC St. Pauli hatten
mit ihren Siegen vorgelegt, die
Königsblauen hielten diesem
Druck aber nicht stand und stehen nach
dem 1:2 bei Fortuna Düsseldorf mit Blick
auf den Aufstiegskampf als größter Verlierer des Wochenendes da. Schalke 04,
nach fünf ungeschlagenen Spielen in Serie
zuletzt die Walze des Westens, bekam die
Quittung für einen Auftritt, der von der
ersten Minute an zu den uninspiriertesten
dieser Saison zählte. Je länger die Begegnung dauerte, desto weniger konnte einen
die Dominanz der Fortuna überraschen.
Für die Personalüberraschung des Tages
hatte Trainer Dimitrios Grammozis derweil vor dem Anpfiff gesorgt.
Seine Personalentscheidungen sind
seit mehreren Wochen mutig, bislang war
der Trainer dafür belohnt worden, allen
voran in Aue (5:0) und zuletzt gegen Regensburg (2:1 nach 0:1). Gegen Düsseldorf
hat es Grammozis mit seinem Erfindungsreichtum aber übertrieben. Es wäre nicht
fair, ihm allein die Niederlage anzukreiden, dafür war die Leistung des Teams
in allen Mannschaftsteilen schlicht zu
unterirdisch, allerdings ging Grammozis’
bemerkenswerter Plan auf der rechten
Seite überhaupt nicht auf.
Reinhold Ranftl war nach den AusQualität, sonst hätten wir ihn im Sommer
fällen der verletzten Profis Mehmet Aynicht geholt. Wir haben ihn auf keinen Fall
din und Andreas Vindheim der einzig
abgeschrieben.“
verbliebene mutmaßliche Fachmann für
Unter Berücksichtigung der mentadie rechte Außenbahn, schaffte es aber
len Überforderung Ranftls gibt es an Gramnicht einmal in den Kader. Nicht, weil er
mozis’ Entscheidung nichts zu kritisieren,
ebenfalls verletzt oder zumindest angefragwürdig war jedoch der Lösungsansatz
schlagen gewesen wäre. Der Österreicher,
des Trainers, der im Zuge des Verzichts auf
der im Sommer aus Linz kam und einen
Ranftl nicht am System herumschraubte,
bis 2024 gültigen Vertrag unterschrieben
sondern bei der 3-5-2-Grundordnung blieb.
hat, verkraftet wohl die mentale Belastung
Anstelle von Ranftl spielte – Achtung – Manicht so gut, wie es nörius Bülter. Auch wenn
tig wäre. „Der Druck hat Ranftl nicht im Kader, sich dieser mit seinen
hier bei Schalke noch
beiden Vorlagen gegen
Torjäger Bülter spielt Regensburg für einen
mal ein anderes Level“,
sagt Grammozis. Ranftl als Rechtsverteidiger. Einsatz in Düsseldorf
selbst hatte vor wenigen
empfohlen hatte, muss
Wochen offen zugegeman erst einmal darauf
ben, dass er das möglicherweise etwas
kommen, den zweitbesten Torjäger (6) des
unterschätzt habe.
Teams als Rechtsverteidiger einzusetzen,
Bei Sky sagte der Trainer vor dem
zumal Henning Matriciani, Malick Thiaw
Anpfiff, dass es in den vergangenen Tagen
und Darko Churlinov durchaus Notlösunein langes Gespräch zwischen ihm und
gen für die frei gewordene Stelle gewesen
Ranftl gegeben habe. Danach hätten beide
wären. Thiaw übernahm zumindest den
gemeinsam entschieden, dass Ranftl trotz
Dreierketten-Platz von Salif Sané, der eine
aller Not nicht zum Kader zählen wird.
Belastungspause erhielt und erst eingeGrammozis: „Wir sind der Meinung, dass
wechselt wurde, als es schon zu spät war.
es das Beste ist. Er soll erst einmal den
Am nächsten Spieltag legen die
Kopf freikriegen, dann greift er ab Montag
Schalker gegen Paderborn vor. Mal sehen,
wieder an.“ Bereits im Vorfeld des Spiels
ob sie die anderen Aufstiegskonkurrenten
hatte Grammozis betont: „Reinhold hat
unter Druck setzen können … TONI LIETO
14. FEBRUAR 2022
49
Thioune und der erste richtige Schritt
Spiel trotz Rückstands
gedreht: D Ü SS E L D O R F siegt
mit dem neuen Coach 2:1
gegen den FC Schalke 04.
Das Glück ist zurück in Düsseldorf. Mit
Daniel Thioune an der Seitenlinie hat die
Fortuna nicht nur nach 429 Minuten wieder einen Treffer erzielt. Die Mannschaft
mit dem erneut überragenden Khaled Narey, der
dieses Tor erzielte und noch den Siegtreffer für
Rouwen Hennings auflegte, hat nach fünf Spielen
ohne Punktgewinn beim erst zweiten Heimsieg
in dieser Saison wieder einen Dreier eingefahren.
„Es fühlt sich sehr gut an, wir wollten einfach
all das vergessen, was war“, sagte Narey. „Wir
wollten Gas geben und zeigen, was wir können.
Und das ist uns gelungen.“ Dabei hatte alles so
ausgesehen wie immer in dieser Spielzeit. Fortuna
dominierte und kassierte kurz vor der Pause den
Treffer zum 0:1-Rückstand gegen eine Mannschaft,
die vielleicht drei oder vier gute Szenen in 94
Minuten hatte. Die Fortunen kämpften, ackerten
und schmissen sich geradezu in die Zweikämpfe
und nutzten aber diesmal die Schlafmützigkeit
und Fehler des Gegners aus, was zuvor so selten
gelungen war. „Deshalb zolle ich meiner Mannschaft großen Respekt, dass wir uns von dem
Rückstand nicht haben umwerfen lassen“, sagte
Narey. „Wir haben Fußball spielen, nicht verlernt,
Tore schießen auch nicht. Deswegen können wir
so auch nächste Woche gegen Aue gewinnen.“
Die Erleichterung war auch bei Rouwen
Hennings deutlich zu spüren. „Wir haben uns nicht
unterkriegen lassen und haben genauso nach der
Pause weitergespielt und sind dafür belohnt wor-
DARMSTA DT
den“, sagte der Siegtorschütze, der es sehr hilfreich
fand, dass seine Mannschaft so früh nach dem Seitenwechsel den Ausgleich erzielt hatte. Inhaltlich
hatte es in der Pause wenig Änderungen bedurft,
Thioune hatte nur die Stürmer „breiter gestellt“,
um mehr Druck auf den Gegner und vor allem
auf den schwachen Schalker Angreifer Marius
Bülter auszuüben. „Niemand hatte gesagt, dass es
leicht werden würde. Das frühe Tor zum Ausgleich
nach der Pause hat uns aber sehr geholfen“, sagte
Fortunas neuer Trainer.
Es war nur ein kleiner Schritt auf dem richtigen Weg. „Dafür trage ich nach so kurzer Zeit
noch nicht so große Verantwortung und habe
nur einen kleinen Teil beigetragen. Ich kann nur
der Mannschaft den Ball zuspielen und ihr ein
großes Lob aussprechen“, so Thioune. „Sie hat
vieles richtig gemacht.“ Das muss auch in der
kommenden Woche so sein, erklärte der Trainer
seiner Mannschaft noch direkt auf dem Platz in
einem großen Kreis. „Noch haben wir nichts außer
einem kleinen Schritt erreicht.“ NORBERT KRINGS
Hart, aber fair: Düsseldorfs Matthias Zimmermann spitzelt Schalkes Palsson den Ball weg.
Torschütze empfiehlt sich nachdrücklich für die Startelf und einen neuen Vertrag
Foto: RHR-FOTO
Seydel und das doppelte Bewerbungsschreiben
Beim 0:5-Debakel gegen
den HSV am vorvergangenen Sonntag war Aaron Seydel (Foto) ein
Treffer wegen Abseits aberkannt
worden. Auch nun beim 2:2-Unentschieden bei Hannover 96
wurde dem 26 Jahre alten Angreifer sein Tor zunächst abgepfiffen, ehe der
VAR die hauchdünne Abseitsentscheidung zugunsten Seydels korrigierte. Für
den ehemaligen U-21-Nationalspieler war es der dritte Treffer
in dieser Saison. Damit empfiehlt
er sich nachdrücklich für einen
neuen Vertrag bei den Lilien. Das
aktuelle Arbeitspapier läuft zum
Saisonende aus.
In den gut eineinhalb Jahren
in Darmstadt hatten Verletzungen
Seydel immer wieder zurückgeworfen. Vor allem eine Achillessehnen-OP setzte ihn rund ein
halbes Jahr matt. Danach kam
er nicht an den beiden Toptorjägern Phillip Tietz und
Luca Pfeiffer vorbei und
wurde vor allem als Joker
eingesetzt – wie zuletzt
auch gegen den HSV und
nun in Hannover. Doch
da sowohl Pfeiffer als auch Tietz
seit nunmehr sechs Pflichtspielen
nicht mehr getroffen haben, wird
Seydel zunehmend auch zu einer
Startelfoption.
Sein Tor zum 2:2 gegen
Hannover bescherte den Lilien
einen Zähler nach einer schweren
Woche. Erst musste die Mannschaft die Heimklatsche gegen
den HSV verdauen, dann fielen
zunächst Co-Trainer Ovid Hajou
und am Samstag dann auch noch
Chefcoach Torsten Lieberknecht
wegen Corona aus. So betreute
Kai-Peter Schmitz, sonst Athletiktrainer und für die Videoanalyse
zuständig, zum zweiten Mal in
seiner Karriere die Lilien in einem
Zweitligaspiel.
Beim ersten Spiel im Februar 2019 in der Übergangszeit
nach der Trennung vom damaligen Cheftrainer Dirk Schuster
und kurz vor der Verpflichtung
von dessen Nachfolger Dimitrios
Grammozis hatte die Mannschaft
unter Schmitz 2:0 gegen Dynamo Dresden gewonnen. Diesmal
reichte es nicht für einen Sieg,
aber zumindest ist Schmitz als
Zweitligacoach dadurch weiterhin unbesiegt.
Auch wenn sich die Arbeit
im Trainerteam auf mehrere
Schultern verteile, sei es ein Problem, wenn der Cheftrainer so
kurzfristig ausfalle, sagte Schmitz.
Mit dem Unentschieden bei den
Niedersachsen kann der 50-Jährige deswegen gut leben, wie er
sagte: „Mit Blick auf die vielen
Baustellen, die wir zu bewältigen
hatten, fahren wir nach einer gut
gezeigten Moral mit einem Punkt
zufrieden nach Hause.“
STEPHAN KÖHNLEIN
Aue
Rostock
HSV
Karlsruhe
Paderborn
Regensburg
Düsseldorf
Hannover
Ingolstadt
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22.
SPIELTAG
11. – 13. 2. 2022
2:3
1:2
2:0
4:1
0:0
2:3
2:1
2:2
0:0
0:2
0:0
0:0
1:1
0:2
0:1
1:1
Kiel
Bremen
Heidenheim
Nürnberg
Dresden
St. Pauli
Schalke
Darmstadt
Sandhausen
23. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEBRUAR
18.30 UHR
Schalke (1:0) Paderborn
Dresden (1:2) Heidenheim
SAMSTAG, 19. FEBRUAR
13.30 UHR
Bremen (3:0) Ingolstadt
Kiel (2:2) Karlsruhe
Sandhausen (1:2) HSV
SAMSTAG, 19. FEBRUAR
20.30 UHR
SONNTAG, 20. FEBRUAR
13.30 UHR
Nürnberg (2:2) Regensburg
Düsseldorf (1:0) Aue
Darmstadt (1:2) Rostock
St. Pauli (0:1) Hannover
Spieler
16 (1)
15 (–)
14 (–)
14 (–)
13 (1)
12 (–)
12 (–)
12 (2)
12 (–)
10 (1)
Burgstaller (FC St. Pauli)
Terodde (FC Schalke 04)
Glatzel (Hamburger SV)
Michel (für SC Paderborn 07)
Ducksch (Werder Bremen)
L. Pfeiffer (SV Darmstadt 98)
Tietz (SV Darmstadt 98)
Hofmann (Karlsruher SC)
Verhoek (Hansa Rostock)
Hennings (Fortuna Düsseldorf)
SP
S
U
N
T
D
P
zu Hause
SP S U
N
GG GELB-ROTE KARTEN
Sarpei (Ingolstadt)
Gesamtzahl 2021/22
Vergleich 22. Spieltag 2020/21
Gesamt Saison 2020/21
11
32
38
G GELBE KARTEN
Für das nächste Spiel gesperrt:
Bittencourt (Bremen)
Bader (Darmstadt)
Ondoua (Hannover)
Kleindienst (Heidenheim)
Roßbach (Rostock)
Soukou (Sandhausen)
5
5
5
5
5
5
auswärts
SP S U
P
N
T
D
P
10
8 2 0 28:9 + 19 26
12
4 3 5 17:22 − 5 15
2. 3. Werder Bremen (A)
22 12 5 5 43:30 + 13 41
10
5 3 2 19:10 + 9 18
12
7 2 3 24:20 + 4 23
3. 4. Hamburger SV
22 10 10 2 41:20 + 21 40
12
6 6 0 24:11 + 13 24
10
4 4 2 17:9
4. 1. SV Darmstadt 98
22 12 4 6 47:29 + 18 40
10
6 1 3 23:13 + 10 19
12
6 3 3 24:16 + 8 21
5. 5. FC Schalke 04 (A)
22 11 4 7 43:27 + 16 37
11
6 2 3 26:16 + 10 20
11
5 2 4 17:11 + 6 17
6. 6. 1. FC Heidenheim
22 11 4 7 28:28
0 37
11
7 3 1 18:10 + 8 24
11
4 1 6 10:18 − 8 13
7. 7. 1. FC Nürnberg
22
9 6 7 30:32 − 2 33
11
5 2 4 15:14 + 1 17
11
4 4 3 15:18 − 3 16
8. 8. SC Paderborn 07
22
8 8 6 38:28 + 10 32
12
2 4 6 15:18 − 3 10
10
6 4 0 23:10 + 13 22
9. 9. Jahn Regensburg
22
9 4 9 42:35 + 7 31
12
5 2 5 27:22 + 5 17
10
4 2 4 15:13 + 2 14
10. 10. Holstein Kiel
22
8 7 7 30:34 − 4 31
11
5 2 4 14:16 − 2 17
11
3 5 3 16:18 − 2 14
11. 11. Karlsruher SC
22
7 8 7 38:35 + 3 29
12
5 4 3 24:18 + 6 19
10
2 4 4 14:17 − 3 10
12. 13. Dynamo Dresden (N)
22
7 4 11 22:30 − 8 25
10
5 1 4 14:11 + 3 16
12
2 3 7
13. 14. Hannover 96
22
6 7 9 18:32 − 14 25
11
3 4 4
8:13 − 5 13
11
3 3 5 10:19 − 9 12
14. 12. Hansa Rostock (N)
22
6 6 10 26:35 − 9 24
11
2 3 6 10:17 − 7
9
11
4 3 4 16:18 − 2 15
15. 15. SV Sandhausen
22
6 6 10 24:39 − 15 24
10
1 3 6
6
12
5 3 4 16:18 − 2 18
16. 16. Fortuna Düsseldorf
22
6 5 11 25:31 − 6 23
11
2 4 5 14:16 − 2 10
11
4 1 6 11:15 − 4 13
17. 17. Erzgebirge Aue
22
3 6 13 19:42 − 23 15
12
2 2 8 10:23 − 13
8
10
1 4 5
9:19 − 10
7
18. 18. FC Ingolstadt 04 (N)
22
3 5 14 20:41 − 21 14
11
1 4 6
7
11
2 1 8 12:25 − 13
7
ZUSCHAUER
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
FC Schalke 04
Werder Bremen
Hamburger SV
Fortuna Düsseldorf
1. FC Nürnberg
FC St. Pauli
Hannover 96
Hansa Rostock
Dynamo Dresden
Karlsruher SC
SV Darmstadt 98
Holstein Kiel
SC Paderborn 07
Jahn Regensburg
1. FC Heidenheim
Erzgebirge Aue
FC Ingolstadt 04
SV Sandhausen
8:21 − 13
8:16 − 8
+ 8 16
8:19 − 11
9
E L F DES TAG ES
Ducksch 4
Bremen
Die KSC-Lebensversicherung heißt Philipp Hofmann.
Natürlich, weil er regelmäßig trifft: in dieser Saison
zwölfmal, mit dem Kopf, aber auch mit seinem feinen
linken Fuß. Wichtig ist der 1,95 Meter große Angreifer
auch, weil er schon drei Treffer vorbereitet hat. Kein
Laufwunder, mit Körperlichkeit und Zweikampfstärke
aber ein steter Unruheherd. Sollte der 28-Jährige,
dessen Vertrag ausläuft, den KSC verlassen, wird es
schwer, adäquaten Ersatz zu finden. PETER PUTZING
Weiterhin gesperrt:
niemand
D
22 12 5 5 45:31 + 14 41
Karlsruher SC
15
15
23
T
1. 2. FC St. Pauli
Philipp Hofmann
In Klammern Zahl der am letzten Spieltag erzielten Tore
G ROTE KARTEN
Messeguem (Aue)
Gesamtzahl 2021/22
Vergleich 22. Spieltag 2020/21
Gesamt Saison 2020/21
Verein
S P I EL ER D ES TAG ES
TORSCHÜTZEN
Tore
2 . B U N D ESL IG A
Zuschauerschnitt
26 669
21 617
20 023
14 837
13 847
13 068
12 745
12 086
9 994
9 632
7 428
6 640
5 900
5 455
5 175
4 369
3 846
3 535
Kittel 3
St. Pauli
Narey 4
Düsseldorf
Sobottka 1
Düsseldorf
Börner 2
Hannover
Heise 1
Karlsruhe
van der Werff 1
Heuer Fernandes 3
Paderborn
HSV
Hochgestellt: Anzahl der Berufungen in die Elf des Tages
Notenschnitt
2,57
2,77
2,82
2,86
2,93
2,95
2,95
Notenschnitt
Michel (für Paderborn)
Toprak (Bremen)
Platte (Paderborn)
Beste (Regensburg)
Singh (Regensburg)
Ducksch (Bremen/Hannover)
L. Pfeiffer (Darmstadt)
Terodde (Schalke)
Burgstaller (St. Pauli)
10. Gimber (Regensburg)
11. Rhein (Rostock)
12. Isherwood (Darmstadt)
Behrens (Rostock)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Burgstaller 7
St. Pauli
Heuer Fernandes (HSV)
Dähne (Kiel)
Mathenia (Nürnberg)
Drewes (Sandhausen)
Schuhen (Darmstadt)
Broll (Dresden)
Huth (Paderborn)
TOP-FELDSPIELER
Karlsruhe
Amenyido 1
HSV
TOP-TORHÜTER
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Hofmann 2
2,66
2,67
2,75
2,77
2,79
2,80
2,89
2,89
2,89
2,92
2,93
2,97
2,97
SCORER
Punkte
22
21
21
20
18
17
16
Michel (für Paderborn)
Ducksch (Bremen/Hannover)
Burgstaller (St. Pauli)
Kittel (HSV)
Terodde (Schalke)
Tietz (Darmstadt)
Kyereh (St. Pauli)
CHANCEN
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
Tore + Vorarbeiten
Karlsruher SC
Jahn Regensburg
SC Paderborn 07
FC St. Pauli
SV Darmstadt 98
Hamburger SV
FC Schalke 04
Werder Bremen
1. FC Nürnberg
SV Sandhausen
Erzgebirge Aue
Dynamo Dresden
FC Ingolstadt 04
14+8
13+8
16+5
6+14
15+3
12+5
6+10
Verwertung/Chancen
37,3 %
35,9 %
33,3 %
31,7 %
31,3 %
29,9 %
29,5 %
29,3 %
28,3 %
28,2 %
25,3 %
25,3 %
24,7 %
102
117
114
142
150
137
146
147
106
85
75
87
81
14. FEBRUAR 2022
2. L IGA – DE R KOMME NTAR
SAGEN SIE MAL …
Neue Höhepunkte: Baumann konnte
sich von der Kritik freimachen
„In Düsseldorf gibt es für uns noch
mal ein richtig schönes Endspiel“
E
s waren zwar nur
zu keinem anderen
26 Stunden, die
Zeitpunkt der Saison.
der SV Werder
Es wirkt, als marschiere
Bremen von FreitagWerder plötzlich nur so
Tim Lüddecke
bis Samstagabend an
durch die Liga. Komme,
Reporter
der Tabellenspitze der
was wolle (auch, wenn
2. Liga verbringen durfes noch zu den Duellen
te, doch die reichten
mit allen anderen Topnatürlich für allerhand
Teams kommt).
Screenshots oder Fotos, um diese
Momentaufnahme zu dokumenDER WIEDERAUFSTIEG wäre
tieren. 3800 Tage musste der Klub
eine Wiedergutmachung für die
auf diesen Anblick warten, seit dem
emotionale, sportliche und finan17. September 2011, seinerzeit noch
zielle Zäsur, die der Abstieg für den
in der 1. Liga. Dort hatte man sich in
Verein bedeutet hatte. Dass die
den vergangenen zwei Jahren ja zu- Bremer nach großen Anlaufschwienächst nicht mehr als fußballerisch
rigkeiten doch noch ihren Kurs nach
attraktiv genug und dann auch nicht oben fanden, ist auch ein Verdienst
mehr als gut genug erwiesen. Es
von Frank Baumann. Der auslauwaren harte Zeiten, die Bremen hat- fende Vertrag mit dem Sportchef
te durchleben müssen. Als im Nowurde nun bis 2024 verlängert.
vember auch noch der Impfskandal
Die Kritik an ihm aufgrund seines
von Markus Anfang ans Licht kam,
hauptverantwortlichen Anteils am
drohte der Klub ins Chaos-Image
Niedergang war berechtigt. Doch
abzudriften. Werder befand sich am Baumann stellte sich dieser, immer.
vorläufigen Tiefpunkt.
Und konnte sich von ihr freimachen.
Indem er den taumelnden Klub
MITTLERWEILE werden Woche
dank beachtlicher Transfererlöse
für Woche neue Höhepunkte ervon mehr als 30 Millionen Euro auf
reicht: durch eine famose Siegesstabile Beine stellte. Indem er Werserie, attraktiven Fußball und viele
der als Krisenmanager souverän
Tore. Die zwischenzeitlich bereits
durch die Tage nach dem Anin weite Ferne gerückte Rückkehr in
fang-Aus lenkte. Und indem er Ole
die Bundesliga erscheint nicht nur
Werner als dessen in jeder Hinsicht
in der Tabelle so nah wie bislang
passenden Nachfolger auswählte.
Herr Hochscheidt, beim
2:3 gegen Kiel haben Sie
Ihren 37. Zweitliga-Treffer
für Aue erzielt, den ersten
in dieser Saison. Wie bewerten Sie das irre Spiel
am Freitagabend, in dem
es am Ende trotz der Aufholjagd in Unterzahl wieder nicht gereicht hat?
ich auch mal einen Dank
an unsere Ersatztorhüter
Philipp Klewin und Tim
Kips aussprechen, die
Jan Hochscheidt
sich immer reinstellen,
FC Erzgebirge Aue
wenn ich das übe. Der Jubel war für sie, speziell für
Tim. Er hat sich schon
einige Male über diese
Schüsse aufgeregt.
Ich denke, wir kommen super ins
Sie spielen insgesamt bereits Ihre
Spiel rein, haben die große Chance
neunte Saison für Erzgebirge Aue.
durch Prince Osei Owusu und kriegen
Was sagt Ihr Gefühl, was die Saison
im Gegenzug das Gegentor. Das war
im Tabellenkeller angeht?
richtig bitter. Aber das spiegelt ein
Letzte Woche in Sandhausen wabisschen unsere ganze Saison wider.
ren wir nicht bereit, waren nicht zu
Das ist dann schade, du rennst wieder
100 Prozent im Spiel. Nun haben wir
einem Rückstand hinterher, musst
gezeigt, was in uns steckt. Darauf
dann noch das zweite hinnehmen
müssen wir aufbauen. Wenn wir unund die Rote Karte. Soufiane Messere Leistung aus der zweiten Hälfte
seguem versucht noch, den Angriff
über 90 Minuten abrufen können,
zu unterbinden. Der Platzverweis
dann holen wir definitiv noch unsere
war einfach nur bitter. Wir hatten
Punkte.
eine ähnliche Saison letzte Woche in
Trotzdem haben Sie wieder verloren,
Sandhausen. Da gab es nur Gelb. Ich
insgesamt nun sieben der vergangehabe es nicht noch einmal gesehen,
nen acht Begegnungen. Nun kommt
aber es ist schwer nachvollziehbar.
die Partie bei Fortuna Düsseldorf. Falls
Sie kamen trotz allem zurück, auch
durch Ihr Tor. Zeigt das nicht auch,
was in der Mannschaft trotz eines
0:2-Rückstands, eines Eigentors und
einer Roten Karte steckt?
Auf alle Fälle. Wir haben mit zehn
Mann alles gegeben und versucht,
irgendwie ein Tor zu schießen, das ist
uns gelungen. Bei meinem Tor muss
Foto: Getty Images
FAKTEN
Mit seinem Doppelpack beim 2:0 gegen
Heidenheim knackte
SONNY KITTEL im
158. Zweitligaspiel die Marke
von 100 Scorerpunkten
(49 Tore, 52 Assists). Unter
den aktuellen Zweitligaspielern erreichten zuvor
nur vier Spieler diese Marke:
Simon Terodde (204), Rouwen
Hennings (118), Tobias Kempe
(106) und Marvin Ducksch
(101). Mit 26 Toren löste
Kittel zudem Terodde (24) als
neuer alleiniger HSV-Rekordtorschütze in der 2. Liga ab.
51
DER 2. LIGA
Sie wieder verlieren, sind Sie fast abgestiegen, oder?
Wir haben noch einige Partien zu
spielen. Düsseldorf hat jetzt alles
geändert, was zu ändern geht. Das
wird für uns noch mal ein richtig
schönes Endspiel, da müssen wir
alles reinhauen.
INTERVIEW: THOMAS NAHRENDORF
22.
S P I E LTAG
Durch das 3:2 in Aue ist KIEL seit sechs Spielen ungeschlagen
(vier Siege, zwei Remis). Mehr Punkte – nämlich alle – holte in
dem Zeitraum (seit 10.12.2021) nur Bremen mit sechs Siegen.
SOUFIANE MESSEGUEM (Rote
Karten gegen den HSV und nun
gegen Kiel) ist Aues achter Spieler,
der in einer Saison zweimal vom
Platz fliegt. Zweimal glatt Rot sahen auch
René Klingbeil und Tobias Nickenig (beide
2012/13) sowie Adli Lachheb (2011/12).
Auch im dritten Auswärtsspiel in Folge gelingt DRESDEN
kein Tor. Damit fehlt nur noch ein torloses Auswärtsspiel zur
Einstellung des eigenen Zweitligavereinsrekords (2019/20).
22.
SPIELTAG
STATISTIK IM ÜBERBLICK
11. – 13. Februar 2022
Erzgebirge Aue – Holstein Kiel
AUE
0:2
Männel 3,5
Gonther 4,5
Barylla 3,5
Strauß 3,5
2:3
TRAINER: Dotchev
Bussmann 4 G i
Schreck 4 i
Fandrich 3 G i
Messeguem 5,5 R
Nazarov 4 G i
Owusu 5 i
B Bartels 3 i
Pichler 3 i
Porath 3 i
Mühling 3,5
Reese 2,5 i
Komenda 3 i
Holtby 4
Lorenz 3,5
Dähne 2,5 G
KIEL
AUE EINGEWECHSELT: 46. Jonjic (3) für
Nazarov und Zolinski (3) für Bussmann,
71. Kühn (–) für Schreck, 72. Trujic (–)
für Owusu, 83. Hochscheidt (–) für
Fandrich – RESERVE: Klewin (Tor), Majetschak, Riese, George – GELB: Bussmann,
Nazarov, Fandrich, Kühn – ROT: Messeguem (42., grobes Foulspiel an Neumann)
Korb 3,5
Neumann 3,5 G
Hamburger SV – 1. FC Heidenheim
2:0
0:0
Schonlau 3,5
Meffert 3
Reis 3,5 i
TRAINER: Walter
Muheim 3 G
B B Kittel 2 i
Jatta 2 i
Glatzel 2 i
Alidou 2 i
Mohr 3 i
Kleindienst 3 G i
Schöppner 2,5
2,5
Burnic
i
Theuerkauf 3 i
Leipertz 3 i
Föhrenbach 4,5 G
HEIDENHEIM
Hüsing 3
Müller 3
HSV EINGEWECHSELT: 66. Chakvetadze
(–) für Alidou, 83. Kinsombi (–) für Kittel, 90. Wintzheimer (–) für Jatta und
David (–) für Reis, 90./+1 Kaufmann (–)
für Glatzel – RESERVEBANK: Johansson
(Tor), Gyamerah, Rohr, Krahn – GELBE
KARTE: Muheim
Mainka 3
B Ducksch 2
Schmid 2 G i
Friedl 3 G
TRAINER: Rapp
Heuer Fernandes 1,5
Malone 3,5
Busch 4
TRAINER: Schmidt
FCH EINGEWECHSELT: 72. Malone (–) für
Leipertz und Kühlwetter (–) für Mohr und
Sessa (–) für Burnic, 80. Schimmer (–)
für Theuerkauf, 90. Kerschbaumer (–)
für Kleindienst – RESERVE: Eicher (Tor),
Siersleben, Geipl, Ramusovic – GELB:
Föhrenbach, Kleindienst (5., gesperrt)
TORE: 1:0 Kittel (63., Linksschuss, Vorarbeit Alidou), 2:0 Kittel (78., Rechtsschuss,
Foulelfmeter, Föhrenbach an Jatta) – CHANCEN: 3:7 – ECKEN: 3:3
SR-TEAM: Dingert (Gries – Assistenten: Kempkes, Bauer – Vierter Offizieller: Dr. Zorn –
Video-Assistent: Fritz), Note 3,5, der Elfmeterpfiff war hart, aber vertretbar, weil Föhrenbachs Berührung Jatta aus dem Tritt brachte (77.), ansonsten mitunter fehlerhaft in
der Bewertung von Zweikämpfen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE:
2, taktisch und fußballerisch ein absolutes Topspiel, in dem Heidenheim die besseren
Chancen besaß. – SPIELER DES SPIELS: Daniel Heuer Fernandes, einmal wacklig mit
dem Fuß, sonst herausragend im Spielaufbau und mit Großtaten im Kerngeschäft.
Kolke 2,5
1:2
0:0
TRAINER: Härtel
Neidhart 3,5
Roßbach 4 G
Fröde 3 G i
Rhein 3 i
Behrens 3,5 G
Verhoek 4 G
Jung 3,5
KIE EINGEWECHSELT: 61. Sander (–)
für Porath, 69. Skrzybski (–) für Bartels
und Wriedt (–) für Pichler, 78. Sterner
(–) für Reese und van den Bergh (–) für
Komenda – RESERVE: Gelios (Tor), Benger, Erras, Arp – GELB: Neumann, Wriedt,
Dähne
Vuskovic 3
Becker 2,5 i
Fröling 3 i
Korb), 1:2 Trujic (79., Linksschuss, Fandrich), 2:2 Hochscheidt (84., Linksschuss,
Kühn), 2:3 Wriedt (90., Linksschuss, Mühling) – CHANCEN: 4:4 – ECKEN: 5:3
SR-TEAM: Heft (Neuenkirchen – Assistenten: Benen, Kohn – Vierter Offizieller: H. Müller –
Video-Assistent: Gerach), Note 2,5, behielt im Auer Schneetreiben den Überblick. Die
Rote Karte für Messeguem war korrekt. – ZUSCHAUER: 4788 – SPIELNOTE: 3,5, bei widrigen Platzverhältnissen – der Untergrund war seifig und tief – dominierte der Kampf.
Spielerisch war kaum etwas möglich. Aue gab alles. Kiel war nicht besser, zeigte sich
aber abgezockter. – SPIELER DES SPIELS: Fabian Reese, wenn spielerisch etwas ging,
dann hatte Reese seine Finger im Spiel. Seine Schnelligkeit spielte er insbesondere in
der Vorbereitung des 1:0 aus.
Heyer 3
ROSTOCK
Carlson 3
TORE: 0:1 Bartels (19., Rechtsschuss, Vorarbeit Reese), 0:2 Gonther (38., Eigentor,
HAMBURGER SV
Hansa Rostock – Werder Bremen
B Füllkrug 2,5 G
Bittencourt 3,5 G i
Groß 3
Toprak 2,5
Pavlenka 2
BREMEN
HRO EINGEWECHSELT: 58. Meißner (2,5)
für Fröde und Ingelsson (3) für Duljevic,
75. Sikan (–) für Fröling, 84. Rizzuto
(–) für Becker und Bahn (–) für Rhein –
RESERVE: Voll (Tor), Meißner, Riedel,
Breier – GELB: Duljevic, Behrens, Fröde,
Verhoek, Roßbach (5., gesperrt)
Duljevic 4 G i
Weiser 3,5 i
Mai 4
TRAINER: Werner
SVW EINGEWECHSELT: 71. Rapp (–) für
Bittencourt, 81. Mbom (–) für Weiser,
90./+1 Gruev (–) für Schmid – RESERVE:
Zetterer (Tor), Chiarodia, Park, Schmidt,
Dinkci, Woltemade – GELBE KARTEN: Füllkrug, Bittencourt (5., gesperrt), Schmid,
Friedl
TORE: 0:1 Ducksch (54., Rechtsschuss, Vorarbeit Schmid), 0:2 Füllkrug (74., Rechtsschuss, Ducksch), 1:2 Meißner (83., Rechtsschuss, Malone) – CHANCEN: 3:6 – ECKEN:
4:3
SR-TEAM: Burda (Berlin – Assistenten: Wessel, Lossius – Vierter Offizieller: Kessel – Vi-
deo-Assistent: Siebert), Note 3, leitete die Partie insgesamt souverän, zeigte allerdings
die eine oder andere Gelbe Karte etwas früh. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) –
SPIELNOTE: 3, eine interessante, intensiv geführte Partie zweier Mannschaften, die gut
verteidigten und es der anderen Seite damit schwer machten, aussichtsreiche Torchancen zu kreieren. – SPIELER DES SPIELS: Marvin Ducksch, leitete mit seinem Traumtor
den Sieg ein und brachte auch das 2:0 durch Füllkrug auf den Weg.
Karlsruher SC – 1. FC Nürnberg
KARLSRUHE
Thiede 3
Kobald 3,5
Shuranov 5,5 i
Tempelmann 5
Handwerker 5,5 G
1:1
Gersbeck 4,5
B Wanitzek 2,5
B Goller 2 G i
NÜRNBERG
4:1
O’Shaughnessy 3,5
Breithaupt 3,5
TRAINER: Eichner
Heise 2,5 G i
Gondorf 3
B B Hofmann 1 i
Möller Daehli 4
Schäffler 4,5
B Geis 3,5 G i
Sörensen 4,5 G
Suver 5,5
Mathenia 4,5
KSC EINGEWECHSELT: 82. Kaufmann (–)
für Goller, 83. Schleusener (–) für Choi,
90./+1 Jakob (–) für Heise und Batmaz
(–) für Hofmann – RESERVEBANK: Kuster
(Tor), Gordon, Irorere, van Rhijn, Lorenz –
GELBE KARTEN: Heise, Goller
Choi 3,5 i
Krauß 5 i
Valentini 4,5 G
TRAINER: Klauß
FCN EINGEWECHSELT: 62. Duman (–) für
Geis und Dovedan (–) für Shuranov, 82.
Castrop (–) für Krauß – RESERVEBANK:
Klaus (Tor), Fischer, Knothe, Nürnberger, Köpke, Schleimer – GELBE KARTEN:
Handwerker, Valentini, Geis, Sörensen
TORE: 0:1 Geis (29., Rechtsschuss, direkter Freistoß), 1:1 Hofmann (39., Linksschuss,
ohne Vorarbeit), 2:1 Goller (55., Rechtsschuss, Hofmann), 3:1 Hofmann (59., Linksschuss, Heise), 4:1 Wanitzek (90., Rechtsschuss, Foulelfmeter, Sörensen an Schleusener) – CHANCEN: 8:4 – ECKEN: 12:7
SR-TEAM: Waschitzki (Essen – Assistenten: Speckner, Gschwendtner – Vierter Offizieller: Osmanagic – Video-Assistent: Stieler), Note 2, leitete die Partie ohne große Gesten unauffällig, lag bei allen wichtigen Entscheidungen richtig. – ZUSCHAUER: 9265 –
SPIELNOTE: 3,5, vor der Pause war der Club noch ebenbürtig, dann aber spielte nur noch
der KSC. Er störte früher, aggressiver und agierte zielstrebiger. Am Ende stand ein absolut verdienter Sieg der Badener. – SPIELER DES SPIELS: Philipp Hofmann, der wuchtige
KSC-Mittelstürmer suchte und gewann viele Zweikämpfe, nutzte nahezu jede Chance.
Zusätzlich zu seinem Doppelpack bereitete er noch das Tor von Goller vor.
Die Tore, die Spiele, die Fakten
SC Paderborn 07 – Dynamo Dresden
PADERBORN
Yalcin 4 G i
Huth 3
2,5
van der Werff
Hünemeier 2,5 G
Schallenberg 3,5
Klement 3,5
Srbeny 4,5 i
C. Löwe 3
Ehlers 3
Sollbauer 2,5
2,5
Mitryushkin
DRESDEN
SCP EINGEWECHSELT: 60. Schuster (4)
für Yalcin, 61. Platte (–) für Srbeny, 78.
Stiepermann (–) für Muslija, 83. Carls
(–) für Thalhammer – RESERVEBANK:
Zingerle (Tor), Collins, Correia, Heuer,
Ofori – GELBE KARTEN: Yalcin, Hünemeier
0:0
TRAINER: Kwasniok
Justvan 3,5
Thalhammer 3,5 i
Muslija 3,5 i
Pröger 3,5
Drchal 4,5 i
Batista Meier 4 i
Kade 3,5 i
Stark 3,5
Borrello 5 i
53
14. FEBRUAR 2022
Jahn Regensburg – FC St. Pauli
REGENSBURG
Breitkreuz 4
Saller 5 i
SGD EINGEWECHSELT: 46. Königsdörffer
(4) für Borrello, 74. Becker (–) für Schröter, 78. Will (–) für Batista Meier und Mai
(–) für Drchal, 90./+1 Mörschel (–) für
Kade – RESERVEBANK: Liesegang (Tor),
Aidonis, Giorbelidze, Weihrauch – GELBE
KARTE: Akoto
0:2
Meyer 3,5 G
Gimber 3,5 i
TRAINER: Selimbegovic
Kennedy 4
Besuschkow 3,5
Boukhalfa 4,5 i
Singh 3
Shipnoski 5 i
B Albers 3
Guwara 4 i
Dittgen 4 i
B Burgstaller 2 i
2i
B
Amenyido
Hartel 3,5 i
Irvine 3,5
Smith 4
Schröter 3,5 i
Akoto 4,5 G
TRAINER: Schmidt
2:3
Paqarada 3 G
Medic 4,5
ST. PAULI
Ziereis 4 i
Vasilj 3
REG EINGEWECHSELT: 46. Faber (3) für
Saller und Otto (3) für Shipnoski, 82.
Beste (–) für Boukhalfa, 88. Yildirim (–)
für Guwara, 89. Caliskaner (–) für Gimber – RESERVE: Kunz (Tor), Elvedi, Wekesser, Makridis – GELBE: Meyer
Zander 4
TRAINER: Schultz
STP EINGEWECHSELT: 57. Kyereh (2,5)
für Amenyido, 59. Dzwigala (4) für Ziereis, 81. Matanovic (–) für Burgstaller und
Beifus (–) für Hartel und Makienok (–)
für Dittgen – RESERVEBANK: Smarsch
(Tor), Ritzka, Becker, Benatelli – GELBE
KARTEN: Kyereh, Paqarada
TORE: 0:1 Amenyido (7., Linksschuss, Vorarbeit Paqarada), 0:2 Burgstaller (11., Rechts-
CHANCEN: 5:2 – ECKEN: 8:8
SR-TEAM: Jablonski (Bremen – Assistenten: Grudzinski, Exner – Vierter Offizieller:
Porsch – Video-Assistent: Alt), Note 1,5, angenehm unauffällig und mit einer ebenso
klaren wie großzügigen Linie, lag bei fast allen Entscheidungen richtig. – ZUSCHAUER:
3614 – SPIELNOTE: 4, eine insgesamt zähe Partie, in der Paderborn nur in den Schlussviertelstunden beider Hälften wirklichen Druck erzeugte. Dresden verteidigte diszipliniert, verlor aber nach einer Stunde offensiv allen Mut und nahm mit ein wenig Glück
einen Punkt mit. – SPIELER DES SPIELS: Jasper van der Werff, überzeugte mit sicherem
Stellungs- und noch besserem Passspiel, zudem im Zweikampfverhalten tadellos.
schuss, Foulelfmeter, Meyer an Amenyido), 1:2 Albers (56., Kopfball, Besuschkow),
1:3 Kyereh (66., Rechtsschuss, Burgstaller), 2:3 Otto (73., Rechtsschuss, Albers –) –
CHANCEN: 8:8 – ECKEN: 7:3
SR-TEAM: Winter (Hagenbach – Assistenten: Schwengers, Potemkin – Vierter Offizieller: Endriß – Video-Assistent: Winkmann), Note 3,5, keine spielentscheidenden,
aber mehrere kleinere Fehler in der Bewertung von Zweikämpfen. – ZUSCHAUER: 7605
(ausverkauft) – SPIELNOTE: 2, zwei unterschiedliche Halbzeiten, St. Pauli dominierte
zuerst, danach dann der Jahn – und beide auf hohem Niveau. – SPIELER DES SPIELS:
Guido Burgstaller, Dreh- und Angelpunkt in der Offensive, legte nach seinem Elfmetertor
Kyerehs Treffer überragend auf.
Hannover 96 – SV Darmstadt 98
Fortuna Düsseldorf – FC Schalke 04
HANNOVER
Dehm 4
Stolze 4 i
Honsak 3,5 i
Holland 3 G
DARMSTADT
Franke 3
Diemers 4
Zieler 3
B Börner 2,5 G
Kerk 2,5 i
Ondoua 3 G
Beier 2,5
Tietz 4,5 i
L. Pfeiffer 4,5
Kempe 3
Gjasula 3 G
Isherwood 3 G
P. Pfeiffer 4,5 G i
Schuhen 3
H96 EINGEWECHSELT: 74. Weydandt (–)
für Teuchert, 83. Kaiser (–) für Kerk, 89.
Ennali (–) für Stolze – RESERVEBANK:
Hansen (Tor), Ernst, Frantz, Ochs, Walbrecht, Hinterseer – GELBE KARTEN: Börner, Ondoua (5., gesperrt)
2:2
1:1
TRAINER: Dabrowski
Hult 3
B Teuchert 3 i
Skarke 4 i
DÜSSELDORF
Zimmermann 3
Ouwejan 4,5
D98 EINGEWECHSELT: 57. Seydel (2,5)
für Tietz, 77. Manu (–) für Skarke und
Ronstadt (–) für Bader, 90. Karic (–) für
Honsak und Riedel (–) für P. Pfeiffer –
RESERVE: Behrens (Tor), Celic, Mehlem,
Schnellhardt – GELB: Bader (5., gesperrt),
Holland, Isherwood, P. Pfeiffer, Gjasula
Hoffmann 2,5 G
de Wijs 2,5 G
TRAINER: Thioune
Gavory 3 i
Appelkamp 3 i
Terodde 5
Pieringer 5 i
4
B Idrizi i
Zalazar 4,5 i
4,5
Palsson
Kaminski 5
SCHALKE
0:1
Kastenmeier 3
Sobottka 2,5 i
Piotrowski 3
2,5
Ginczek
i
B Hennings 2 i
B Narey 2
Bader 3 G i
TRAINER i. V.: Schmitz
2:1
Itakura 4,5
Fraisl 4
F95 EINGEWECHSELT: 75. Bozenik (–)
für Ginczek und Tanaka (–) für Sobottka,
86. Klarer (–) für Hennings, 87. Klaus
(–) für Appelkamp, 88. Hartherz (–) für
Gavory – RESERVE: Wolf (Tor), Oberdorf,
Pledl, Lobinger – GELBE KARTEN: de Wijs,
Hoffmann
Bülter 5
Thiaw 4,5 i
TRAINER: Grammozis
S04 EINGEWECHSELT: 60. Lee (4) für
Idrizi und Churlinov (4) für Pieringer, 85.
Sané (–) für Thiaw, 86. Rzatkowski (–)
für Zalazar – RESERVEBANK: Fährmann
(Tor), Lode, Matriciani, Flick, Mikhailov –
GELBE KARTEN: keine
TORE: 0:1 Stolze (18., Eigentor, Vorarbeit Isherwood), 1:1 Teuchert (35., Rechtsschuss,
Kerk), 2:1 Börner (50., Kopfball, Kerk), 2:2 Seydel (61., Kopfball, Kempe) – CHANCEN:
8:6 – ECKEN: 7:4
TORE: 0:1 Idrizi (42., Linksschuss, Vorarbeit Zalazar), 1:1 Narey (47., Rechtsschuss, Ginczek), 2:1 Hennings (56., Rechtsschuss, Narey) – CHANCEN: 11:5 – ECKEN: 8:2
SR-TEAM: Zwayer (Berlin – Assistenten: Achmüller, Oldhafer – Vierter Offizieller:
Gasteier – Video-Assistent: Perl), Note 2, souverän, gute Übersicht, kam mit zwei
Gelben Karten aus; zeigte Fingerspitzengefühl, als er Palsson (8.) vor einer frühen
Verwarnung bewahrte. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3, ein einseitiges Spiel, das dennoch bis zum Schluss spannend blieb. Für packende Torraumszenen
sorgte hauptsächlich die Fortuna, die deswegen auch verdient gewann. – SPIELER DES
SPIELS: Khaled Narey, quirlig, umtriebig, sorgte mit einem Treffer und einer Torvorbereitung für die Wende, war vor allem nach der Pause die prägende Figur bei der Fortuna.
Brand – Video-Assistent: Haslberger), Note 2, gute, souveräne Spielleitung; korrekt,
Seydels Tor zum 2:2 nach Eingreifen des VAR anzuerkennen, weil Seydel nicht im
Abseits stand. – ZUSCHAUER: 3800 – SPIELNOTE: 2, ein gutklassiges Zweitligaspiel, das
auch mit vielen Torchancen zu gefallen wusste. – SPIELER DES SPIELS: Julian Börner,
souveräner Abwehrchef, glänzte zudem mit seinem Premierentreffer für 96 als Torschütze zum 2:1.
SR-TEAM: Osmers (Hannover – Assistenten: Lupp, Erbst – Vierter Offizieller:
54
14. FEBRUAR 2022
H A NNOVE R
Die Mannschaft steckt gleich mehrere Rückschläge weg – Viertes Kopfball-Eigentor
Ob Stolze oder Börner: Alles Kopfsache!
I N GO L STA DT
wie Dabrowski zu Recht anmerkte. „Ich bin sehr zufrieden, wie wir
gespielt haben.“
Die gute Gesamtleistung
fußte auf mehreren Säulen in
den einzelnen Mannschaftsteilen. Vorne wirkte Cedric Teuchert
formverbessert, was er mit seinem
herrlichen Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 dokumentierte. Offensiv ein Gewinn weiterhin auch
Maximilian Beier, in vorderster
Front stets ein beweglicher, quirliger Unruhestifter. Im Pech, als
Schiri-Rückkehrer Felix Zwayer sich nach Beiers Kontakt mit
Darmstadts Patric Pfeiffer nach
23 Minuten beim „Kann-Elfmeter“ nicht zum Pfiff durchringen
mochte. Im Mittelfeld lebte das
Spiel von Sebastian Kerks Ideen.
Von seinen Vorlagen war besonders der präzise, öffnende Pass vor
Teucherts Tor eine Augenweide.
Und hinten lieferte Routinier Julian Börner ein Muster an Stabilität.
Seine Leistung krönte der 31-Jährige mit der Führung zum 2:1.
Kurios: Erst neuerdings trifft
Hannover per Kopf – Börners Tor
war das zweite Saisontor auf diese
Art, das erste hatte Beier gerade
eine Woche zuvor in Heidenheim
markiert. „Besser“ klappt es mit
diesem Körperteil bei den Eigentoren: Stolzes Fauxpas war nach
den Missgeschicken von Simon
Falette, Luka Krajnc und Niklas
Hult das sage und schreibe vierte
Kopfball-Eigentor 2021/22.
GUNNAR MEGGERS, MICHAEL RICHTER
Perfektes Timing: Julian Börner köpft den Ball zum 2:1 gegen die
Lilien ins Tor. Es ist erst Hannovers zweites Kopfballtor 2021/22.
Der Abstieg in die 3. Liga rückt näher
Viel Wirbel um Sulejmani
Der FC Ingolstadt muss sich
allmählich immer konkreter
mit der 3. Liga beschäftigen.
Nach dem mageren Punkt
im Mega-Abstiegsduell mit Sandhausen liegt der Aufsteiger bereits
neun Punkte hinter dem Relegationsplatz zurück. Von der
erhofften Aufholjagd
ist nichts zu sehen.
Dabei kann Trainer
Rüdiger Rehm seinem Team nicht einmal einen Vorwurf machen. Seine
Spieler haben sich in die Zweikämpfe
geworfen und alles versucht, aber es
reichte gegen die körperlich robusten
Sandhäuser einfach nicht, diese in
Verlegenheit zu bringen.
Hinzu kam, dass Corona im
Lager der Schanzer unerbittlich zuschlug. Gleich fünf Akteure, die noch
beim 5:0-Sieg in Nürnberg mitgewirkt hatten, musste Rehm ersetzen.
„Ich bin angesichts der Konstellation
trotzdem stolz auf die Jungs. Wir
lassen die Köpfe nicht hängen und
werden bis zum Schluss weiterfigh-
Alles Kopfsache! Auch für
Dabrowski, der dem engen Tabellenbild im Keller die gewonnene
Zuversicht nach diesem Auftritt
entgegenhält: „Die Situation ist
seit Wochen knifflig. Aber so werden wir die nötigen Punkte für
den Klassenerhalt holen.“
Foto: imago images/Sielski
Die Situation nach
18 Minuten wirkte alles
andere als verheißungsvoll. Angetreten, sich die
schwache Leistung zuvor beim 1:3
in Heidenheim zu Hause gegen
das Spitzenteam aus Darmstadt
und endlich wieder vor Zuschauern aus den Kleidern zu schütteln,
hatten die Hannoveraner schon
vor dem Anpfiff zwei personelle
Rückschläge zu verkraften. Erst
musste der unter dem neuen Trainer Christoph Dabrowski wieder
aufblühende Linton Maina wegen
muskulärer Probleme am Oberschenkel kurzfristig passen, dann
verletzte sich auch noch dessen
designierter Stellvertreter Sebastian Ernst beim Warmmachen
an der Achillessehne. So kam
Sebastian Stolze unverhofft zum
Startelf-Einsatz – um mit seinem
Eigentor zum 0:1 früh in die Rolle
des Pechvogels zu schlüpfen.
Die sich nun stellende Frage
nach Charakter und Stehvermögen freilich beantwortete 96 mit
Bravour und lieferte eines seiner
besten Saisonspiele ab. „Rassig
und leidenschaftlich nach vorne“,
ten“, sagte der 43-Jährige. „Wir haben
jetzt zweimal hintereinander zu Null
gespielt und vier Punkte geholt. Unter normalen Umständen wäre ich
damit absolut zufrieden“, meinte der
Trainer, wusste aber auch: „Unsere
Situation ist eine andere. Wir müssen
jedes Spiel gewinnen.“
Somit wiegt es schwer, dass sich
die Personalsituation wohl nicht so
schnell entspannt. Neuzugang Valmir
Sulejmani (Foto), der erst wegen einer
Rippenprellung kurz vor dem Anpfiff
passte und im Angriffszentrum von
Defensivallrounder Thomas Keller
vertreten wurde, kam zwar zur zweiten Hälfte überraschend doch noch,
fällt aber möglicherweise erneut aus.
Auch das Comeback von Fatih Kaya
nach seiner Schulterverletzung ist
kein wirklicher Hoffnungsschimmer.
„Er hat nach zwei Monaten Pause erst
zweimal trainiert. Normalerweise
wäre er überhaupt keine Option“,
sagte Rehm. Dennoch hofft er auf
einen Überraschungscoup beim Tabellenzweiten Bremen. Die Hoffnung
stirbt zuletzt.
GOTTFRIED STERNER
FC Ingolstadt 04 – SV Sandhausen
INGOLSTADT
Heinloth 4
0:0
Stojanovic 3 G
Stevanovic 4 i
Musliu 3
TRAINER: Rehm
Franke 4
Sarpei 3 GR
Pick 4
Röhl 3 G
Keller 3,5 G i
Eckert Ayensa 4 i
Cavadias 4,5 i
Berko 3,5 i
Bachmann 3 i
Okoroji 4
SANDHAUSEN
Zhirov 3,5
Testroet 4
Soukou 3 G i
Zenga 3 i
Trybull 4
Drewes 3
FCI EINGEWECHSELT: 46. Sulejmani (4)
für Keller, 70. Neuberger (–) für Cavadias,
71. Röseler (–) für Stevanovic, 81. Kaya
(–) für Eckert Ayensa – RESERVEBANK:
Buntic (Tor), Poulsen, Kotzke, Preißinger,
Llugiqi – GELBE KARTEN: Keller, Röhl, Stojanovic – GELB-ROTE KARTE: Sarpei (72.)
Dumic 3,5
Diekmeier 4 G
TRAINER: Schwartz
SVS EINGEWECHSELT: 77. Esswein (–)
für Soukou und Kutucu (–) für Berko und
Ritzmaier (–) für Zenga, 90./+1 Deville
(–) für Bachmann – RESERVE: Wiedwald
(Tor), Diakhite, Höhn, Sicker, Seufert –
GELBE KARTEN: Soukou (5., gesperrt),
Diekmeier
CHANCEN: 2:4 – ECKEN: 2:1
SR-TEAM: Koslowski (Berlin – Assistenten: Skorczyk, Kimmeyer – Vierter Offizieller:
Eckermann – Video-Assistent: Alt), Note 3,5, traf einige unglückliche Entscheidungen,
lag aber bei der Gelb-Roten Karte für Sarpei (72.), der seinen Gegner Bachmann mit
dem Unterarm am Kinn traf, richtig. – ZUSCHAUER: 4247 – SPIELNOTE: 4, wenige spielerische Momente, ein reines Kampfspiel mit spärlichen klaren Torchancen auf beiden
Seiten. – SPIELER DES SPIELS: Erik Zenga, extrem lauf- und zweikampfstark, stoppte
mit seinen Aktionen am Rande des Erlaubten im entscheidenden Moment einige Ingolstädter Angriffe.
14. FEBRUAR 2022
In diesem einen Moment
schien alles zurück. Das
herbeigesehnte Comeback
von Daniel-Kofi Kyereh war
noch keine zehn Minuten alt, als der
Deutsch-Ghanaer mutig ins Dribbling ging, intuitiv Guido Burgstaller
fand und dessen Vorlage dann direkt
zum dritten Treffer verwertete. Mit
dem Regisseur sah St. Paulis Spiel in
dieser einen Szene wieder so herrlich
leicht aus, und schon die erste Hälfte
von Regensburg hatte an den Sturmlauf durch die Liga vor Weihnachten
erinnert. Aber die 45 Minuten danach
glichen wieder dem abgegebenen
Bild seit dem Rückrundenstart und
werfen trotz des ersten Sieges seit
fünf Partien und Platz 1 diese Frage
auf: Ist St. Pauli wirklich wieder da?
Dass die Spieler dieses Thema
mehr umtreibt, als es bislang alle
Beteiligten glauben machen wollten,
deuten die Worte von Marcel Hartel
an. „In der Hinrunde haben wir es mit
Lockerheit und diesem Straßenfußball-Gedanken auf dem Platz sehr,
sehr gut gemacht. Das haben wir
Wieder da!?
Regisseur DANIEL-KO F I KYER EH (25) schießt
St. Pauli beim Comeback zurück auf Platz 1.
Doch die Gegentorflut macht weiter Sorgen.
Der „dreckige Sieg“
soll das Vertrauen
wieder stärken.
zuletzt etwas vermissen lassen.“ Am
Samstagabend wurden beide Seiten
sichtbar, und der Mittelfeldantreiber
ist sicher, dass Zuversicht daraus erwachsen wird, dass trotz des eklatanten Leistungsabfalls nach der Pause
dennoch endlich wieder ein Dreier
stand. „Nach fünf sieglosen Spielen
tut uns so ein dreckiger Sieg gut. Es
ist gut zu wissen, dass es wir es auch
Foto: Witters/Preiss
SANDH AUS E N
55
so können.“ Timo Schultz ordnet
dieses erste Liga-Erfolgserlebnis 2022
ähnlich ein: „Es war klar, dass wir
uns das nach der Schwächephase, die
wir ergebnistechnisch hatten, alles
wieder erarbeiten müssen.“ Nach Ansicht des Coaches sieht es für St. Pauli
„gut aus. Wir kommen zwar aus einer
kleinen Delle, aber wir glauben an
uns. Wir wollen dranbleiben“.
Dass Kyereh wieder da ist, wird
bei dem Vorhaben behilflich sein.
Aber der 25-Jährige allein wird nicht
reichen. Wieder kassierte St. Pauli
zwei Gegentreffer, weniger waren es
in der Rückrunde noch nie, und die
verloren gegangene Stabilität hätte
auch fast in Regensburg noch fatale
Folgen gehabt, weil die Abwehr
schon vor dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Philipp Ziereis
zu schwimmen begonnen hatte und
auch danach nur mühsam den Kopf
über Wasser hielt. Guido Burgstaller
scheut sich nicht, den Finger in die
Wunde zu legen. Der Torjäger räumt
zwar ein, dass es während der ersten
Hälfte die Offensive versäumt hat, für
klare Verhältnisse zu sorgen („Auch
ich hätte ein, zwei Dinger mehr machen können“), spricht die offensichtlichen Probleme im Rückwärtsgang
aber deutlich an: „Wir sollten in Zukunft schauen, dass zwei, drei Tore
in Zukunft reichen, um den Sieg mit
nach Hause zu nehmen.“ Erst dann
wird St. Pauli wieder da sein, wo es
hinwill.
SEBASTIAN WOLFF
Erfolgreiches Comeback:
Daniel-Kofi Kyereh bejubelt
seinen Treffer zum 3:1 mit
Mitspieler Guido Burgstaller.
Zum dritten Mal in Serie gegentorlos
R OSTOC K
Erstes Tor des Winterneuzugangs
Schwartz: Die Null steht
Meißners Fingerzeig
Der Spatz in der Hand
war dem SVS lieber als die
Taube auf dem Dach. Mit
dem Verzicht auf mehr
Risiko blieben die Kurpfälzer zum
vierten Mal in den vergangenen
fünf Spielen und zum dritten
Mal in Folge ohne Gegentor. Die
Handschrift von Alois Schwartz ist
unübersehbar. Beim 54-Jährigen
muss erst mal die Null stehen.
„Hätte mir vor einer Woche
jemand das Angebot gemacht, ich
hätte sofort unterschrieben.“ Zumindest Mikayil Kabaca ist mit den
sieben Punkten aus der englischen
Woche einverstanden.
Erhalten bleibt auch ein
Nimbus: Im Audi-Sportpark ist
der SVS immer gut gefahren. In
Robin Meißner kam,
sah und traf. Das Debüt
des 22-jährigen Winterneuzugangs bei Rostock
machte Hoffnung auf mehr.
„Es war ein gutes Gefühl,
reinzukommen und der Mannschaft weiterhelfen zu können.
Allerdings haben wir nicht mehr
den Ausgleich geschafft, das trübt
das Gefühl“, meinte der Angreifer.
Obwohl noch nicht alles geklappt
hat, sieht er sich auf einem guten
Weg und hofft auf mehr Spielzeit
als zuletzt beim Hamburger SV.
Dabei ist ihm die Position nicht
so wichtig. Beim 1:2 ausgerechnet
gegen den Nordrivalen Werder Bremen wurde Meißner nach knapp
einer Stunde für den diesmal
acht Spielen seit 2007 gab es bei
den Schanzern keine einzige Niederlage.
Über Defizite im Spiel nach
vorne sah man diesmal großzügig
hinweg. Auch die Überzahl nach
dem Platzverweis für Hans Nunoo
Sarpei und der Dreifachwechsel
mit frischen Offensivkräften führten nicht zum dritten Sandhäuser
Sieg hintereinander. Schwartz entschuldigte dies mit den schwierigen Platzverhältnissen, stellte aber
auch einen „gewisse Müdigkeit“
nach den 2:0-Erfolgen gegen den
FC Erzgebirge Aue und in Karlsruhe fest. 20 Punkte aus 15 Spielen
unter dem neuen alten Trainer
können sich auf jeden Fall sehen
lassen.
WOLFGANG BRÜCK
schwachen Haris Duljevic auf der
linken Außenbahn eingewechselt.
Der gelernte Mittelstürmer,
der sich im Zentrum wohler fühlt,
brachte neue Dynamik ins Rostocker Angriffsspiel, wenn auch
nicht alles klappte. Meißner sollte
viele Tiefenläufe machen und mit
Zug und Überzeugung in Richtung
des gegnerischen Tores agieren
sowie den Abschluss suchen. Das
setzte der Rechtsfuß um, erzielte
erstmals seit dem 23. Mai 2021
wieder einen Zweitliga-Treffer. Damals hatte er für den HSV beim
4:0 gegen Braunschweig getroffen. Allerdings blieb er noch zu
oft an den Gegenspielern hängen
und traf nicht immer die optimale
Entscheidung.
TOMMY BASTIAN
14. FEBRUAR 2022
H E I DE NH E I M
Zu wenige Tore für ein Spitzenteam
Burnic auf dem Vormarsch
Wenn es noch eines Beweises
bedurft hat, dass der FCH zu
Recht und mittlerweile regelmäßig an den drei Aufstiegsplätzen kratzt, dann war es dieser
Auftritt im Topspiel beim punktgleichen HSV. Das Einzige, was sich
das Team von Frank
Schmidt gefallen
lassen muss, ist der
Vorwurf einer teilweise schlampigen
Chancenverwertung.
Zwar weisen die Hamburger
die beste Defensive der Liga auf, dass
diese aber am Ende die Null hielten, lag größtenteils an den Gästen
von der Brenz. Im Nachgang werden
vermutlich einige Stimmen laut, die
besagen, dass man noch nicht über
die Cleverness und Kaltschnäuzigkeit
eines etablierten Klubs wie der HSV
verfüge. Damit allein lässt sich jedoch
die Analyse nicht beschließen. Nicht
von der Hand zu weisen ist, dass der
FCH von den Top 6 die mit Abstand
schlechteste Tordifferenz aufweist.
Die 28 Gegentreffer sind im direkten
Vergleich noch keine Besonderheit,
da halten sich die Topvereine der
R EG EN S B U R G
2. Liga die Waage. Mit nur 28 erzielten
Toren hinkt der FCH im direkten
Vergleich der Konkurrenz deutlich
hinterher. Dafür diente das HSV-Spiel
als Blaupause: Fünf eigene Treffer
waren möglich, zwei bis drei hätten
es zwingend sein müssen. Typisch
Heidenheim, dass auch in Drucksituationen gegen solch etablierte
Gegner der Ball nicht einfach nur
rausgeschlagen wird. Die spielerischen Lösungen werden auch in diesen Topspielen präferiert und von
Schmidt aktiv eingefordert.
Nach seiner längeren Zwangspause findet auf der Doppel-Sechs
Dzenis Burnic (Foto) immer besser
seine Rolle. Er wird Woche für Woche
selbstbewusster. Eigentlich eher der
feine Abräumer, steuert er von hinten
das Spiel des FCH immer besser,
war an zahlreichen Offensivaktionen direkt beteiligt. Hier profitiert
er auch von seinem routinierten
Nebenmann Norman Theuerkauf,
der den unauffälligeren Part dieses
Duos übernimmt. Möchte der FCH
weiterhin in den Top 6 bleiben, dann
muss er vorne durchschlagskräftiger
werden.
TIMO LÄMMERHIRT
Nur sechs Punkte aus zehn Spielen
Neuer Plan, altes Dilemma
Coach Mersad Selimbegovic
(Foto) verglich sein Team
mit einem „Boxer, der sich
irgendwie in den Seilen hält
und versucht, dem letzten Treffer aus
dem Weg zu gehen“. In der Tat standen die Regensburger in der aus ihrer Sicht völlig missratenen ersten Hälfte
und nach dem frühen
0:2-Rückstand gegen
St. Pauli mehrmals
vor dem endgültigen
K. o. Mit einer ungewohnten Dreierabwehrkette und zwei sehr hoch stehenden Außenverteidigern wollten
sie Druck auf den Gegner ausüben.
Selimbegovic begründete die Systemumstellung mit den Lehren aus dem
0:2 in der Hinrunde, bei dem seine
Mannschaft kein Mittel gegen die
Mittelfeldraute gefunden hatte. Doch
der Plan scheiterte, weil Jahn damit
St. Pauli Räume zum Kontern eröffnete. Diverse individuelle Fehler kamen hinzu. „Wir waren mit dem Ball
nicht sauber und sicher“, monierte
Selimbegovic.
„Ich glaube nicht, dass es alleine am System lag. Wir waren auch
so in den 50:50-Duellen meistens
nur zweiter Sieger“, sagte Gimber,
der nach dem Wechsel wieder auf
seine angestammte Position vor der
Abwehr rückte. Nun stemmten sich
die Oberpfälzer gegen die drohende
Niederlage, diktierten das Geschehen. Nach dem Anschlusstreffer von
Andreas Albers waren sie „drauf und
dran, den Ausgleich zu machen“, sagte Selimbegovic, der seinem Team ein
naives Abwehrverhalten beim dritten
Gegentor ankreidete: „Wir lassen den
Konter über 80 Meter laufen, und
am Ende rutscht Scotty (Kennedy, d.
Red.) auch noch aus.“ Das neuerliche
Anschlusstor durch den nach der
Halbzeit eingewechselten und agilen
David Otto reichte nicht mehr aus,
um die 2:3-Niederlage abzuwenden.
Auch wenn die Statistik am Ende mit
23:13 Torschüssen und 64:36 Prozent
Ballbesitz klar für die Regensburger
sprach.
Die Talfahrt des SSV Jahn hält
damit weiter an. Nach lediglich sechs
Zählern aus den vergangenen zehn
Partien verlieren die Regensburger
langsam den Anschluss ans obere
Tabellendrittel.
HEINZ GLÄSER
Eisern und
effektiv
Dem HSV gelingt ein weiteres Stück
Vergangenheitsbewältigung. Und
SO NNY KIT T EL (29) verkörpert beide
neuen, entscheidenden Tugenden.
Wenn Dinge offensichtlich anders laufen
als zuvor, wird gern fieberhaft nach Gründen
und Unterschieden zur Vergangenheit gesucht. In Hamburg
ist die Suche dieser Tage relativ
schnell abgeschlossen. Der HSV
hatte während seiner ersten drei
Zweitligajahre immer dann große Schwierigkeiten, wenn ihm
die Gegner mit Robustheit und
taktischem Geschick das Leben schwer machten. Und er
ließ noch in der der Hinserie
wertvolle Punkte liegen, weil
er häufig seine Überlegenheit
nicht in Tore ummünzte. Gegen
Heidenheim wies die Elf von
Tim Walter nach, dass sie inzwi-
Walter scheut den
Vergleich mit
Heidenheim nicht.
schen zwei Komponenten vereinen kann: Sie wehrte sich eisern
gegen einen widerspenstigen
und herausragend eingestellten
Gegner und nutzte die wenigen
eigenen Möglichkeiten effizient.
Vergleiche mit Heidenheim sind im Unterhaus in
der Regel ein Kompliment.
Die Hamburger Protagonisten scheuen diesen nicht mal
selbst. „Wir haben genauso viel
gearbeitet und sind genauso viel
gelaufen wie sie“, schwärmt
Tim Walter und stellt seiner
Mannschaft damit ein echtes
Reifezeugnis aus. Denn in den
Vorjahren sind individuell stärker besetzte HSV-Kader oft vor
allem daran gescheitert, dass
sie, wenn es unangenehm wurde, nicht die Unnachgiebigkeit
hatten, so hart zu arbeiten wie
die Gegner. Der Samstag hatte
mehrfach das Gefahren-Potenzial, die nach Siegen gegen
die Konkurrenten St. Pauli und
Darmstadt neue, schöne und
heile HSV-Welt zum Einsturz
zu bringen, vor allem nach der
Pause. Doch Walters Elf hielt in
dieser Phase nicht nur eisern
dagegen, sie schlug genau in
diesem Moment effizient selbst
zu. Weil nach Robert Glatzel in
der Vorwoche gegen den FCH
mal wieder Sonny Kittel in die
Rolle des Unterschiedsspielers
schlüpfte. Bezeichnenderweise
in einer Partie, in der er gegen
die Resolutheit der Heidenheimer große Schwierigkeiten
hatte, das Spiel an sich zu reißen. Entschieden hat er es mit
seinem Doppelpack dennoch.
Weil der in der Vergangenheit
häufig so wankelmütige Techniker die von Walter immer wieder
eingeforderten Grundtugenden
verinnerlicht hat: Bereitschaft
und Beharrlichkeit.
Der Trainer verhehlt nicht,
dass seine Formation unter dem
Gegnerdruck mehrfach Probleme hatte und seine Spielidee auf
wackligen Füßen schien. „Wenn
man viel mit dem Ball spielt,
kann auch immer mehr passieren“, räumt er ein. Dass derzeit die Vorteile seines Systems
überwiegen, sieht er in dem gewachsenen Mut begründet: „Die
Jungs sind so überzeugt von
sich und so mutig, dass sie es
durchziehen. Das hat uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind.“
Zur Erinnerung: Beim Top-Spiel
gegen Schalke Mitte Dezember
noch hatte den HSV der Mut
verlassen, als der Gegner früh
störte, herausgekommen ist
ein vogelwildes und schmeichelhaftes 1:1. Die Unterschiede
zur Vergangenheit werden an
immer mehr Stellen sichtbar.
SEBASTIAN WOLFF
Eine Story über Vorstand
Wüstefeld lesen Sie ab S. 86.
Foto: imago images/Bergmann
56
14. FEBRUAR 2022
57
Bereitschaft und
Beharrlichkeit: Mit
diesen Tugenden
glänzt Sonny Kittel,
hier gegen Norman
Theuerkauf, beim
2:0 gegen den FCH.
KA RL S RU HE
Nach erstem Dreier in der Rückrunde wieder im Soll – Gollers Tempoläufe
Zum Abschluss der englischen Woche gelang
dem KSC der ersehnte und am Ende auch
überzeugende Heimsieg: Gegen
den 1. FCN gewannen die Badener
nach einer starken zweiten Hälfte
vor fast 10 000 begeisterten Fans
mit 4:1. Mit diesem Dreier konnte der KSC seinen ersten Sieg in
der Rückrunde feiern und seinen
Abstand auf die Abstiegszone auf
14 Punkte ausbauen. Somit liegt
er mit Blick auf sein Ziel, eine sorgenfreie Saison zu spielen, wieder
voll im Soll.
Dass die Sieglosigkeit und
die vorausgegangenen Niederlagen gegen Werder (1:2) und
Sandhausen (0:2) nicht spurlos
an der Mannschaft vorübergegangen war, merkte man ihr zunächst noch deutlich an. Über
weite Phasen einer zerfahrenen
ersten Hälfte agierte sie um-
ständlich und zögerlich, hatte
keinen einzigen Abschluss. Erst
als sie durch einen schlitzohrigen
Freistoß des Nürnbergs Geis in
Rückstand geriet, änderte sich
dies. Wieder einmal erwies sich
ein Gegentor als Weckruf, wieder
einmal bewies das Team nach
einem Gegentor Charakter und
Kampfstärke. Plötzlich attackierte
der KSC früh, kam so zu vielen
Ballgewinnen und hatte alles im
Griff. Und als die Elf von Trainer
Christian Eichner nach fast einer
Stunde das 3:1 erzielte und so die
Partie komplett drehte, kam auch
noch spielerischer Glanz dazu.
Die anfängliche Verunsicherung
war komplett verflogen, die Automatismen griffen, sodass der KSC
Tempo ins eigene Spiel bekam.
Auch weil das Außenbahnspiel auf Hochtouren lief, vor allem rechts über Benjamin Goller,
erzeugten die Badener großen
Druck – und waren auch stets
torgefährlich. Winterneuzugang
Goller verwirrte die Gästeabwehr
mit seinen Tempoläufen und
hatte großen Anteil daran, dass
die Angriffe nun schnell und
schnörkellos vorgetragen wurden
– oder um es mit den Worten des
23-Jährigen zu sagen: „Wir haben
Druck gemacht und uns nicht
gescheut von hinten durchzuschieben, jeder ist aggressiv in die
Zweikämpfe gegangen, das hat
Nürnberg zu spüren bekommen.“
Trainer Christian Eichner
indes war die Erleichterung über
den wichtigen Sieg deutlich anzumerken: „Es war für uns keine einfache Situation nach den jüngsten
Ergebnissen“, so Eichner. Bei all
dem Lob für seine Elf sah er auch
Verbesserungspotenzial: „Wir
müssen schleunigst abstellen,
dem Gegner aus dem Nichts den
Ball zu geben.“
PETER PUTZING
Foto: GES
Aus dem Rückstand das Krisenende gemacht
Schwungrad auf der rechten
KSC-Seite: Benjamin Goller
58
14. FEBRUAR 2022
N Ü RN B ER G
Bewertung des 1:4 beim KSC fällt beim Club unterschiedlich aus – Dünnhäutiger Klauß
Zwischen Kleinigkeiten und geht nicht
AU E
den FCN-Trainer indes hätten
seiner Elf im Aufeinandertreffen
zweier gleichwertiger Teams nur
„Kleinigkeiten“ gefehlt: Anstatt
das mögliche 2:0 oder das 3:1 zu
erzielen, gab sie kurz nach der
Pause in fünf Minuten, weil nicht
wach, die Partie her. Kann man so
sehen, muss man aber nicht, siehe
Sechser Johannes Geis: „Nach
dem 2:1 brechen wir ein. Das geht
nicht. So können wir uns nicht
präsentieren.“
Wie wahr, zumal der KSC
nach seinem cleveren Freistoß zur
1:0-Führung die Reaktion zeigte,
die beim FCN die Verantwortlichen von ihrer Elf eingefordert
hatten. Zu sehen bekamen sie
diese erst nur ansatzweise und
Foto: GES
Nur drei Punkte hintendran – so könnte
man wohlwollend die
Lage des FCN beschreiben, der nach dem 1:4 beim KSC
im Vergleich zur Hinrunde eben
jene Zählerzahl weniger hat.
Ausgehend von der Betrachtungsweise des Trainers
Robert Klauß, den erst mal nur
die Leistung interessiert, dann
das Resultat und die Tabelle
in dieser Saisonphase ganz am
Rande, kann man, nein, muss
man zu einem anderen Urteil
kommen: Dem FCN ist die kurze
Winterpause nicht nur wegen der
drei Niederlagen in vier Spielen
schlecht bekommen, er hat, die
zweite Hälfte gegen Paderborn
(1:2) und die erste in Düsseldorf
(1:0) ausgeklammert, bislang auch
rein leistungsmäßig enttäuscht.
Mal weniger, mal mehr,
siehe den indiskutablen Auftritt
beim 0:5 gegen Ingolstadt, siehe
aber auch die Darbietung in Karlsruhe – vor allem, wenn man bedenkt, dass jene Partie unter dem
von Sportvorstand Dieter Hecking
eingeforderten Aspekt „eine Reaktion zeigen“ gestanden war. Für
Das Ende von fünf bitteren Minuten: KSC-Stürmer Hofmann düpiert
Nürnbergs Suver und trifft zum 3:1 – hinten Valentini.
Schon sechs Punkte ab der 90. Minute verspielt
KIEL
dann gar nicht mehr – auch wenn
der Trainer dem widersprach. Wo
er in der Vorwoche noch hart,
klar analysierte, übte er sich nun
dünnhäutig im Relativieren. Solche Schwankungen gehören nun
mal zum Entwicklungsprozess
einer jungen Mannschaft, und
verwies darauf, dass „wir solche
Phasen schon erlebt haben.“
Alles richtig, und man
muss nun auch nicht alles infrage stellen – und doch kommen
die Klauß’schen Erklärungen
ein wenig dürftig daher, denn
ausgehend vom ersten Halbjahr
überrascht der schwache Start ins
Jahr 2022 sehr wohl. Andererseits
ist es noch zu früh, Parallelen zur
vergangenen Saison zu ziehen, als
der FCN im Januar 2021 seinen
Aufwärtstrend nicht bestätigen
konnte und nach dürftigen Leistungen von sechs Spielen fünf verlor. „Stark, groß bleiben, unsere
Arbeit machen“, betont Klauß, um
trotzig-selbstbewusst anzufügen:
„Wir spielen eine gute Saison.“
Eine Ausage, die in den nächsten
Spielen, beginnend mit dem Duell
mit dem Jahn, auf dem Prüfstand
steht.
CHRISTIAN BIECHELE
Joker Wriedt auf den Spuren von Sterner
Immer diese Schlussphase Immer diese Nachspielzeit
Wenn diese 90. Minute
nicht wäre! Der FC Erzgebirge Aue wäre richtig dick
im Geschäft im Kampf um
den Klassenerhalt. So aber schwinden die Hoffnungen. Die 2:3-Last-Minute-Niederlage am
Freitagabend gegen
Holstein Kiel war
wieder mal ein herber
Dämpfer.
Noch nie hatte
Aue nach 22 Spieltagen weniger als
aktuell 15 Punkte, noch nie verlor der
FCE in der 2. Liga fünf Heimspiele
am Stück – und dann kommen noch
diese Schlusssekunden hinzu: am
8. Spieltag beim SSV Jahn Regensburg (2:3), am 9. Spieltag zu Hause
gegen den Hamburger SV (1:1), am
19. Spieltag beim FC St. Pauli (2:2)
und nun am 22. Spieltag gegen Kiel.
Sechs Punkte haben die Veilchen so
ganz am Ende einer Partie verloren.
Statt 21 sind es nun eben nur jene
15 Zähler. Irgendwann ist es kein Pech
mehr, auch wenn die Mannschaft
kämpferisch nach dem 0:2 und der
Roten Karte für Soufiane Messeguem
alles aus sich herausholte. Wenn es
dann schon 2:2 steht, muss das anders verteidigt werden.
„Ich habe schon viel erlebt und
bin ein erfahrener Trainer. Aber es
ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann“, haderte FCE-Trainer
Pavel Dotchev (Foto). „Wir haben
die Chance zum 1:0 und bekommen
stattdessen im Gegenzug das 0:1. Wir
müssen diese negativen Erlebnisse
zu oft mitnehmen“, schüttelte er den
Kopf. Aber in der zweiten Hälfte kamen seine Jungs. „Wir schaffen mit
sehr viel Aufwand das 2:2, leider Gottes kassierst du dann das dritte Gegentor. Aber wir haben gezeigt, dass
wir leben“, hebt Dotchev das Positive
hervor. Aber leben allein reicht nicht,
es müssen schleunigst Punkte her.
Am nächsten Sonntag bei Fortuna
Düsseldorf wartet für Aue nun wieder ein Endspiel. Im Falle einer erneuten Niederlage könnte es das
letzte sein …
THOMAS NAHRENDORF
Die Last-Minute-Monster
von der Kieler Förde feiern
ihre Joker. Beim glücklichen 1:0-Heimerfolg gegen
Düsseldorf in der Vorwoche hatte
Jonas Sterner in der 93. Minute
entscheidend getroffen, am Freitagabend in Aue sorgte
der eingewechselte
Winterneuzugang
Kwasi Okyere „Otschi“ Wriedt (Foto) für Frühlingsgefühle im sächsischen Schneetreiben.
Sein Treffer in der 90. Minute zum
3:2-Endstand besiegelte den dritten
Dreier in Folge – eine Saisonpremiere
für die Störche. „Einfach nur super“,
fühlte sich der 27-Jährige nach seinem dritten Kurzeinsatz: „Aue ist
immer ein schweres Pflaster. Und
wenn man dann noch das goldene Tor macht, dann freut einen das
umso mehr.“
Tor-Vorbereiter Alexander
Mühling, der anstelle des am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankten
Hauke Wahl die Kapitänsbinde trug,
pries Wriedt gar als Symbol der Kieler Mentalität: „Es spricht für sich,
dass sich Otschi nach dem Auer 2:2
den Ball schnappt und sagt: Kommt
Jungs, es ist noch nicht zu Ende.“ Zur
Euphorie dämpfenden Wahrheit gehört aber auch, dass die Störche trotz
eigener Überzahl eben einen 2:0-Vorsprung gegen bis dahin harmlose
Sachsen hergeschenkt hatten. „Man
ist ein bisschen fassungslos, dass wir
Aue noch so ins Spiel zurückkommen
lassen. Es gibt da ein, zwei Dinge zu
analysieren“, mahnte Routinier Fin
Bartels, Schütze zur 1:0-Führung.
Auch Cheftrainer Marcel Rapp
bemängelte „das stümperhafte Verteidigen“ bei den beiden Gegentreffern, lobte aber zugleich die „große
Effizienz“ seiner seit sechs Partien
ungeschlagenen Mannschaft, die
sich dank des vehementen Ergebnis-Zwischenspurts seit Rückrunden-Beginn (13 Zähler in 5 Spielen)
endgültig aus dem Abstiegskampf
verabschiedet hat. ANDREAS GEIDEL
14. FEBRUAR 2022
Die Siegesserie von W E R D E R
fußt auch auf einem Vertrauen,
die Spiele erst in der zweiten
Hälfte entscheiden zu können.
So unaufhaltsam der SV Werder Bremen
aktuell jedes seiner Spiele gewinnt, mittlerweile schon das siebte in Folge – so fragil
erscheint diese Siegesserie zumindest in
der Halbzeitpause. In den sechs zurückliegenden
Partien ging das Team nie mit einer Führung in die
Kabine. Trainer Ole Werner, mit dessen Amtsantritt
der Bremer Lauf startete, scheint also insbesondere beim Nachjustieren die richtigen Ansätze zu
finden, damit sein Team die Partie in der zweiten
Hälfte zu den eigenen Gunsten entscheidet.
Für sich reklamieren würde der 33-Jährige
diesen Rückschluss jedoch keineswegs. Werner
glaubt eher, dass sich Spiele oftmals erst im zweiten
Durchgang öffnen, dass man den Gegner zunächst
einmal „in Bewegung bringen muss“. Es wird sich
in der 2. Liga ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass es ratsam ist, sich gegen die Bremer, die
mit einiger Verspätung nunmehr auch ihrer Rolle
als Aufstiegskandidat gerecht werden, erst mal auf
die Defensivarbeit zu fokussieren. Auch Niclas
Füllkrug hat festgestellt, „dass die Mannschaften
sehr gut gegen uns eingestellt sind“.
Es sei „zumindest nicht geplant“, erst auf
die zweite Hälfte einer Partie zu warten, ehe man
dann den Sieg auf den Weg bringt, sagt der Werder-Coach. Und trotzdem: 33 der erzielten 43 Tore
fielen nach dem Seitenwechsel. „Ich glaube, dass
wir immer eine perfekte Ansprache halten“, berichtet indes Marvin Ducksch: „Wir wissen, egal
wie es zur Pause steht, dass wir noch mindestens
45 Minuten Zeit haben und uns gar keinen Stress
machen.“ Werder versteht es, cool zu bleiben, selbst
bei einem 1:2-Halbzeitrückstand in Paderborn,
der sich anschließend sogar noch auf 1:3 erhöhte.
Foto: Getty Images/Franklin
PA D E RB ORN
Cool bleiben
59
Mal wieder spielentscheidend: Marvin Ducksch (links) und Niclas Füllkrug erzielen auch
beim 2:1-Auswärtssieg in Rostock die Bremer Tore – jeweils erst im zweiten Durchgang.
Das Vertrauen in die eigene Stärke ist unter
Werner wieder gewachsen. Bei jedem Einzelnen.
Doch Angreifer Ducksch ist noch mal ein besonderer Fall, in Rostock traf er im siebten Spiel in
Folge – was für Werder zuletzt Rudi Völler in der
Bundesliga-Saison 1982/83 gelungen war. Nun
winkt auch Werner eine Bestmarke. Mit einem
weiteren Sieg am Samstag gegen Ingolstadt zöge
er mit Trainer-Ikone Otto Rehhagel gleich, der
sich 1981 nach seinem Amtsantritt in der 2. Liga
mit acht Siegen in Folge einführte – als Bremen
Abwehrzentrum hält dicht
DR E SDE N
letztmals in die Bundesliga aufstieg. Ist Werner
selbst jedoch herzlich egal, auch er bleibt cool.
In Rostock sprach der Coach im Mannschaftskreis lieber den Spielern ein Lob aus: „Wenn man
sieht, welche Spielverläufe und welche Widerstände es in den vergangenen Wochen gab, diesmal in
extrem hitziger Atmosphäre – dann war es außergewöhnlich, was wir geleistet haben. Deshalb darf
man den Moment mal genießen.“ Kurz zumindest.
Am Samstag, betonte Werner, startete bereits die
Vorbereitung auf Ingolstadt.
TIM LÜDDECKE
Schmidts Umstellungen greifen
Was Kwasniok stört
Kade bringt Stabilität
Das Positive vorab:
Paderborn ist erstmals seit dem 19. November 2021 (0:0 in
Hannover) ohne Gegentor geblieben. Beim 0:0 gegen Dresden stand die Defensive absolut sicher. Im Abwehrzentrum
machten der stets umsichtige
Uwe Hünemeier und der nach
einigen Schwächen um den Jahreswechsel herum wieder klar
formverbesserte Jasper van der
Werff alles dicht.
Dass es trotz dieser guten
Abwehrleistung für den SCP
nicht zum angestrebten dritten
Heimsieg dieser Spielzeit reichte, hatte auch mit Kleinigkeiten
zu tun. Bei zwei guten Abschlüssen von Philipp Klement flog der
Ball hauchzart am Tor vorbei.
Es sei „bei Weitem
nicht alles perfekt“
gewesen, resümierte
Trainer Alexander
Schmidt nach dem torlosen Remis in Paderborn. Viel wichtiger
war für den Coach, dass sein
Team eine Woche nach dem blamablen 1:4 gegen Rostock eine
Reaktion auf den Platz brachte.
„Das ist uns in Teilen ganz gut
gelungen“, sagte der 53-Jährige.
In den vergangenen Wochen waren die Anfangsminuten eine wesentliche Schwäche
der Dresdner. Gegen Hansa
reichten zwölf Minuten für vier
Gegentore. Dieser auffallenden
Defensivschwäche versuchte
Schmidt vor allem mit einer taktischen Umstellung entgegenzuwirken. Statt im gewohnten
Florent Muslija und Kai Pröger
scheiterten am aufmerksamen
Keeper Anton Mitryushkin, und
auch Joker Felix Platte blieb der
„Lucky Punch“ verwehrt.
„Mit unserer Leistung bin
ich einverstanden, mit dem Ergebnis nicht“, resümierte Trainer Lukas Kwasniok. Tatsächlich klaffen bei den Ostwestfalen
Aufwand und Ertrag aktuell ein
Stück weit auseinander. Während der SCP aus den ersten fünf
Hinrundenpartien elf Punkte
holte, wurden in den ersten fünf
Rückrundenspielen nur fünf
Zähler eingefahren. Die Aufstiegsränge und Platz 3 sind weit
weg. Für den vorzeitigen Ligaerhalt wird der Punkteschnitt
aber reichen. Das sollte man
positiv sehen. JOCHEM SCHULZE
4-4-2 mit Raute lief Dynamo in
einem 4-2-3-1 auf. „Wir wollten
kompakt stehen und im Mittelfeld pressen“, erklärte Schmidt.
Der zusätzliche Sechser vor der
Abwehr, in diesem Fall Julius
Kade, sorgte für mehr Stabilität.
Brachen die Hausherren
doch einmal durch die Dresdner
Hintermannschaft, konnte sich
Anton Mitryushkin auszeichnen. Der russische Schlussmann
ersetzte erneut den an der rechten Hand verletzten Stammtorwart Kevin Broll. Was jedoch
fehlte, war erneut die offensive
Durchschlagskraft. Will sich der
Aufsteiger in den kommenden
Wochen behaupten, muss eine
bessere Balance zwischen Defensive und Offensive hergestellt werden.
LUCAS BÖHME
CHAMPIONS LEAGUE
Nach dem Hype um den
Super Bowl geht’s jetzt in
der KÖ NI G S K L ASS E weiter.
Mit den Bayern ist nur noch
ein deutscher Klub dabei.
Superpott
MÜNC HE N
Verlängerung mit Nübel angedacht
Fotos: picture-alliance/Niering (2)
Ulreich spielt um
einen neuen Vertrag
Zwischenlösung: Zeigt
sich Sven Ulreich als
guter Ersatz für den
verletzten Neuer, darf
er wohl länger bleiben.
Köhn
Kristensen Solet
Wöber
Ulmer
Capaldo Camara Seiwald
Aaronson
Adeyemi Okafor
RB SALZBURG
BAY E R N M Ü N C H E N
Lewandowski
Sané
Müller
Gnabry
Tolisso Kimmich
Hernandez Süle
Pavard
Ulreich
Coman
Mittwoch, 21 Uhr
live bei DAZN
SA L ZB URG
So konnte sich Sven
Ulreich (33) nicht aus
der Champions League
verabschieden. Es war
am 1. Mai 2018, als der Torhüter
des FC Bayern im Halbfinale bei
Real an einem flachen Rückpass
Corentin Tolissos mit eigenartig
schräg nach vorne stürzendem
Körper vorbeigrätschte und Karim
Benzema zum 2:1 einschob (46.).
Das finale 2:2 bedeutete nach dem
1:2-Hinspiel das Aus. Trotz dieses
Patzers hatte Ulreich in jener Saison den verletzten Manuel Neuer
(Mittelfußbruch) gut vertreten.
In Salzburg wird Ulreich
sein internationales Comeback
im FCB-Kasten geben. Schon zum
Start 2022 gegen Mönchengladbach musste er Neuer vertreten
und sah beim 1:2-Treffer nicht
gut aus. Beim 2:4 nun in Bochum
hätte er zumindest beim vierten
VfL-Tor, mag es noch so schön
gewesen sein, die lange Flugkurve
des Balles abändern können.
In den kommenden Paarungen bietet sich Ulreich die Chance,
für sich zu werben. Denn seine
berufliche Zukunft ist noch nicht
geklärt. Als Alexander Nübel (25)
vor der laufenden Runde zu
AS Monaco verliehen wurde (für
zwei Jahre; mit der FCB-Option,
ihn bei Bedarf schon nach einer
Saison zurückzurufen), wurde
Ulreichs Wiedereinstellung nach
einem unbefriedigenden Jahr
beim Hamburger SV (2020/21)
bis zum 30. Juni 2022 befristet.
Die drei Parteien – der FCB, Nübel
Adeyemi nach Mandelentzündung noch nicht wieder topfit
Köhn und der steile Aufstieg
Es war ein typisches
Spiel für Philipp Köhn.
Wie so oft, wenn Salzburg auf seine Ligakontrahenten trifft, bekam der
Keeper auch beim 2:1-Sieg bei Rapid kaum Bälle aufs Tor. Und als
Österreichs Rekordmeister das 1:0
gelang, war der 23-Jährige chancenlos. Was fast sicher ist: Wenn
die Bullen an diesem Mittwoch
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den FC Bayern empfangen, erwartet Köhn ein ganz anderes Spiel.
Für viele überraschend hatte
ihn Trainer Matthias Jaissle im
Sommer dem ehemaligen Unterhachinger Nico Mantl vorgezogen.
Dabei spielte der Sohn eines Deutschen und einer Schweizerin vor
einem Jahr noch in der zweiten
Schweizer Liga beim FC Wil, wo
auch Ex-BVB-Angreifer Alexander
Frei zu seinen Förderern zählte.
Von der Challenge League, in die
er von Salzburg verliehen war, in
die Champions League also. Und
das im Blitztempo, das sogar dafür
sorgte, dass Köhn im November
2021 erstmals in den Kader der
Schweizer Nationalmannschaft
berufen wurde – bis zur U 18 hatte
er noch für den DFB gespielt.
Köhn, geboren in Dinslaken
und im Nachwuchs des MSV Duisburg, von Schalke 04 und des
VfB Stuttgart groß geworden, fällt
nicht in die Kategorie Lautsprecher, zeichnet sich aber durch
Konstanz, Spieleröffnung und Antizipationsfähigkeit aus. „Philipp
ist ein sehr gut ausgebildeter, moderner Torwart, der ausgezeichnet zu unserer Art von Fußball
passt“, lobt Sportdirektor Christoph Freund. Von Vorgänger Cican
Stankovic redet niemand mehr
Der 2:1-Sieg bei einem ultradefensiven Rapid war für Salzburg
eine passable Generalprobe für
das „Spiel des Jahrzehnts“. Die
beste Nachricht war aber, dass
der eigentlich als Ausfall geltende Nicolas Seiwald schon wieder
14. FEBRUAR 2022
CH A M P I O N S L E AG U E : AC HT EL F I N A L E
Dienstag, 15. Februar, 21 Uhr
Sporting Lissabon – Manchester City
Paris Saint-Germain – Real Madrid
Mittwoch, 16. Februar, 21 Uhr
RB Salzburg – Bayern München
Inter Mailand – FC Liverpool
Dienstag, 22. Februar, 21 Uhr
FC Chelsea – Lille OSC
FC Villarreal – Juventus Turin
Mittwoch, 23. Februar, 21 Uhr
Benfica Lissabon – Ajax Amsterdam
Atletico Madrid – Manchester United
Rückspiel
Mi., 9. März
Mi., 9. März
Guardiola muss basteln
DAZN
DAZN
Di., 8. März
Di., 8. März
Immerhin: Gegen den vermeintlichen Übergegner
Manchester City geht es für
Portugals Meister Sporting
Lissabon im Achtelfinale
nicht schon um die letzte weitere Titelchance der
Saison. Nachdem man unlängst das
Ligapokalfinale gegen Benfica mit
dessen deutschem Regisseur Julian
Weigl gewann, ließ man nun durch
das 2:2 in der Liga bei Tabellenführer Porto auch im Meisterrennen
nicht abreißen. Bei sechs Punkten
Rückstand ist die Titelverteidigung
weiter möglich. Im Pokalhalbfinale
trifft man ebenfalls auf Porto.
Paulinho und Nuno Santos trafen am Freitag für die Grün-Weißen,
die auf Pedro Goncalves verzichten
mussten, den Dortmund-Schreck aus
der Gruppenphase. Der 23-Jährige
laboriert an einer Muskelverletzung,
sein Einsatz gegen die Cityzens ist
unklar. Für ihn käme erneut Nuno
Santos auf der linken Angriffsseite zum Einsatz. Zudem liegen die
Hoffnungen auf Pablo Sarabia. In
seinen letzten fünf Spielen hat der
von PSG ausgeliehene Rechtsaußen
vier Treffer erzielt. In insgesamt
DAZN
DAZN
Di., 15. März
Di., 15. März
Weitere Termine:
Auslosung Viertel- und Halbfinale: 18.3.
Viertelfinale: 5./6. und 12./13.4. – Halbfinale: 26./27.4. und 3./4.5.
Endspiel am 28.5. in St. Petersburg
und Ulreich – wollten die Entwicklung abwarten.
Sie stellt sich so dar: Neuer
bleibt unantastbar. Eine Ausweitung der Kooperation mit
ihm über 2023 hinaus wird besprochen. Damit wäre auch die
Neuer plus Nübel –
das Duo wird es beim
FCB nicht mehr geben.
Personalie Nübel entschieden,
da der vormalige Schalker nur
dann zurückkehrt, wenn ihm
mehr Einsätze zugesichert werden – aber nicht nur im DFB-Pokal, sondern nach seiner Vorstellung in der Champions League.
SP ORTI NG L I SSABON – MANC HE STE R CIT Y
live bei
DAZN
Amazon
Amazon Mi., 16. März
DAZN Mi., 16. März
Diese Kompromisslösung wird Neuer nie akzeptieren. Auch die FCB-Entscheider sehen ein, dass es das Duo
Neuer-Nübel beim Rekordmeister nicht mehr geben wird. Dennoch wären sie bereit, Nübels
bis 2025 vereinbarte Anstellung
zu verlängern. Bis dahin könnte er weiter anderswo Praxis
sammeln, im Idealfall, so der
Bayern-Wunsch, in der Königsklasse, damit Nübel seine Befähigung zur Nummer 1 nachweisen könnte. Unter anderem ist
Tottenham interessiert.
Ulreich könnte dann für
eine weitere Saison die (Zwischen-) Lösung darstellen. Aber
dazu muss er nun die nötige
Leistung zeigen. KARLHEINZ WILD
61
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30 Pflichtspielen in dieser Saison für
Sporting bilanziert er elf Tore und
neun Assists. Hinter Sarabia dürfte
der von ManCity ausgeliehene Pedro
Porro als Rechtsverteidiger auflaufen.
Trotz des Gegners sind die Portugiesen zuversichtlich: „Wir haben den
Ehrgeiz, wieder zu überraschen“, sagt
Mittelfeldspieler Joao Palhinha.
Auf City-Seite gedenken sie dies
zu unterbinden, auch wenn Trainer
Pep Guardiola Ausfälle zu verkraften
hat: Rechtsverteidiger Kyle Walker
muss eine Rotsperre absitzen, da
er bei der 1:2-Niederlage im letzten
Gruppenspiel in Leipzig vom Platz
geflogen war. Bei Jack Grealish ist
zudem eine Schienbeinverletzung
wieder aufgebrochen, die ihn schon
in der Vorsaison für zwölf Spiele
zum Zuschauen verdammt hatte.
„Es ist ein bisschen wie das, was
er bei Aston Villa hatte, nur nicht
ganz so schlimm“, erklärt Guardiola
und hofft, dass die Pause des Rekordzuganges nicht länger als die
prognostizierten vier Wochen dauern
wird. Für Walker könnte John Stones
beginnen, der bereits in der Vorwoche beim 2:0-Erfolg über Aufsteiger
Brentfort hinten rechts aufgelaufen
war. Als weitere Alternative steht Joao
Cancelo bereit, für den dann links
Oleksandr Zinchenko einspränge.
Ohnehin wird die Startelf beim
Hinspiel in Lissabon anders aussehen als beim klaren 4:0 in Norwich
am Wochenende. Da wurden Stones
und Joao Cancelo ebenso geschont
wie Aymeric Laporte und Kevin De
Bruyne. MARCUS ALVES, KEIR RADNEDGE
E UR OPA L E AGUE : P L AY- OFFS
Im Rampenlicht: Philipp Köhn stellt sich mit RB Salzburg in der
Königsklasse der Münchner Top-Offensive entgegen.
auf dem Feld stand. Dabei war
auch Karim Adeyemi, wenngleich er nach einer Mandelentzündung und immer wiederkehrenden Wehwehchen
noch nicht bei 100 Prozent ist.
Im Gegensatz zu Köhn, der
nach seinem steilen Aufstieg
am Mittwoch auch in Deutschland im Rampenlicht stehen
wird. Beim ersten Versuch,
2017/18 bei RB Leipzig unter
Vertrag, hatte das noch nicht
geklappt.
TOBIAS WAIDHOFER
Hinspiele: Donnerstag, 17. Februar
FC Barcelona – SSC Neapel
18.45 Uhr
Zenit St. Petersburg – Real Betis Sevilla
18.45 Uhr
Borussia Dortmund – Glasgow Rangers
18.45 Uhr
Sheriff Tiraspol – Sporting Braga
18.45 Uhr
(Rückspiele am Donnerstag, 24. Februar, 21 Uhr)
FC Sevilla – Dinamo Zagreb
21 Uhr
Atalanta Bergamo – Olympiakos Piräus
21 Uhr
RB Leipzig – Real Sociedad San Sebastian
21 Uhr
FC Porto – Lazio Rom
21 Uhr
(Rückspiele am Donnerstag, 24. Februar, 18.45 Uhr)
RB Leipzig – Real Sociedad live bei RTL und BVB – Rangers, Barcelona –
Neapel, Sevilla – Zagreb, Atalanta – Olympiakos und Porto – Lazio bei RTL+
Bereits für das Achtelfinale gesetzt: Bayer Leverkusen, Eintracht
Frankfurt, AS Monaco, Galatasaray SK, Olympique Lyon, Roter Stern
Belgrad, Spartak Moskau, West Ham United
Weitere Termine: Auslosung Achtelfinale: 25.2. – Achtelfinale: 10. und 17.3.
Auslosung Viertel- und Halbfinale: 18.3.
Viertelfinale: 7. und 14.4. – Halbfinale: 28.4. und 5.5.
Endspiel am 18.5. in Sevilla
Superpott
Schon im Achtelfinale trifft
KY L I AN MB A PP É (23) mit
PSG auf Real. Er ist nur
einer von zahlreichen Stars,
deren Vertrag 2022 ausläuft.
Teure
Schnäppchen
Jetzt kann Florentino Perez
ihn zweimal aus nächster
Nähe auf dem Platz bewundern. Schon länger gilt Kylian Mbappé als der Augenstern des Präsidenten von
Real Madrid, nun treffen
die Königlichen im Achtelfinalhit
der Champions League auf Paris
Saint-Germain – und damit auch
auf den französischen Superstar.
Nach dessen gescheitertem
Wechsel im Sommer 2021 gilt es in
Spaniens Medien schon als ausgemacht, dass der Weltmeister von 2018
im Sommer 2022 zum spanischen
Tabellenführer wechselt. Der 23-Jährige würde mit Blick auf den bereits
34-jährigen Kapitän Karim Benzema
einerseits einen Generationswechsel
im Sturmzentrum einläuten. Andererseits würde Mbappé als Jungprofi
angesichts seines WeltfußballerPotenzials bestens in die Marketing-Maschinerie der Königlichen
passen. Medien spekulieren von
einem wahnwitzigen Nettogehalt
von 25 Millionen Euro. Somit ist der
ablösefreie PSG-Angreifer nur vermeintlich ein Schnäppchen, zumal
auch noch einiges an Handgeld fließen dürfte.
Nicht nur für Mbappé. Bei einer
Vielzahl von Spielern, die nun ab
der K.-o.-Runde in der Champions
League die große europäische Bühne betreten, läuft im Sommer 2022
der Vertrag aus. Und wenn es nicht
irgendwelche geheimen Klauseln
gibt, können die meisten dieser Pro-
fis ob ihrer Klasse nur gewinnen.
Denn entweder verlängern sie ihr
Arbeitspapier bei ihrem Arbeitgeber
zu deutlich verbesserten Konditionen, oder sie streichen eben besagtes Handgeld ein – und bekommen
Viele Indizien sprechen
für einen Wechsel
des Weltmeisters.
möglicherweise dennoch an anderer
Stätte ihre Gehaltswünsche erfüllt.
Perez selbst muss sich in seinem eigenen Hause auch Gedanken
machen. Weniger bei Marcelo, dessen
Name zwar immer noch Strahlkraft
hat, der aber gehen wird. Der Brasil-
Eine Elf der ablösefreien Stars
Mbappé
Suarez
Paris St. Germain
Atletico Madrid
Dybala
Tolisso
Juventus Turin
FC Bayern
Modric
Real Madrid
Pogba
Manchester United
Marcelo
Real Madrid
Rüdiger
FC Chelsea
Christensen
FC Chelsea
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Azpilicueta
FC Chelsea
Onana
Ajax Amsterdam
Soll bei Real Madrid noch mal um
ein Jahr verlängern: Luka Modric
ianer wird mit einer Rückkehr zu
seinem Heimatverein Fluminense
in Rio de Janeiro in Verbindung gebracht. Luka Modric indes soll bleiben, trotz seines speziell mit bald
37 Jahren fürstlichen Gehalts von
15 Millionen Euro brutto. Aber seine Laufwerte sind immer noch top.
Spieler in diesem Alter bekommen
bei Real nur einen Einjahresvertrag
angeboten, sogar bei Legende Sergio
Ramos war das so. Der verpokerte
sich, wurde von Perez quasi vor die
Tür gesetzt und spielt nun bei – PSG.
Dort hat man den Kampf um
Mbappé noch nicht aufgegeben,
wenngleich nicht nur die Tatsache,
dass er selbst sich erst nach den
Achtelfinalduellen mit Real äußern
will, als Indiz für einen Wechsel in
die spanische Hauptstadt gilt. Eine
Vertragsverlängerung ist zwar nicht
komplett ausgeschlossen, doch so
wirklich glauben tut daran niemand
beim Tabellenführer in Frankreich.
Eng verbunden ist die Causa
Mbappé mit der Zukunft Erling
Haalands. Denn für den Norweger
kommt ebenso wie für den Franzosen
lediglich eine Handvoll Klubs infrage,
weshalb die Entscheidungen beider
Dies ist eine Auswahl von elf Profis, die aktuell mit ihrem Klub im Achtelfinale
der Champions League stehen und die bisher weder ihren im Juni 2022
auslaufenden Vertrag verlängert noch einen Klubwechsel verkündet haben.
14. FEBRUAR 2022
63
Akteure möglicherweise korrespondieren. Vor Wochenfrist spekulierten
französische Medien sogar über einen Haaland-Transfer nach Paris, in
diesem Fall als Nachfolger Mbappés.
Eher unwahrscheinlich. Aber
wer weiß? Wer hätte schon gedacht,
dass Niklas Süle, der vor Kurzem auch
in der Elf der ablösefreien Stars mit
offener Zukunft aufgetaucht wäre,
sich so entscheidet? Er verlässt den
FC Bayern in Richtung Dortmund.
Und so steht in der Defensive
vor allem der neue Klub-Weltmeister FC Chelsea im Fokus. Die Innenverteidiger Andreas Christensen
und Antonio Rüdiger sind noch in
Verhandlungen, bei Kapitän Cesar
Azpilicueta könnte eine Klausel Chel-
Fotos: Getty Images, imago images
Für den FC Chelsea
wird das Ganze
ein Rechenspiel.
seas, über die Spaniens Medien berichten, einen möglichen Wechsel
zum FC Barcelona erschweren.
Für Chelsea wird das Ganze ein
Rechenspiel: Erfüllt man die höheren
Gehaltswünsche der Spieler (zumindest bei Christensen und Rüdiger),
weil weder Trevoh Chalobah noch
Malang Sarr so weit sind, sie dauerhaft adäquat zu vertreten? Oder
lässt man die Profis ziehen und muss
dann selbst möglicherweise Ablösesummen zahlen? Und auch Spieler, deren Verträge auslaufen, sind
bekanntlich keine Schnäppchen.
Thiago Silvas Kontrakt endet zwar
erst 2023, doch auch er wird mit Fluminense in Verbindung gebracht.
In Italien sind vor allem Inter
und Juventus in zähen Planspielen.
Mit Marcelo Brozovic sind sich die
Mailänder so gut wie einig. Derweil
würde Coach Simone Inzaghi den
formstarken Ivan Perisic gerne halten, doch die Gehaltsvorstellungen
liegen noch zu weit auseinander.
Der Ex-Münchner erhält derzeit fünf
Millionen Euro netto und fordert
rund eine Million mehr. Mit Robin
Gosens hat Inter aber schon eine Alternative gefunden. Um das Gehaltsvolumen noch weiter zu senken, wird
der Klub Arturo Vidal (kassiert etwa
6,5 Millionen Euro netto) im Sommer
einen vorzeitigen Ausstieg anbieten.
Juventus würde Paulo Dybala hingegen freilich gerne weiterbeschäftigen. Doch beide Parteien verhandeln
seit gut 18 Monaten über das Salär.
Ob der kostspieligen Verpflichtung
von Dusan Vlahovic offeriert Juve
sieben Millionen Euro netto, samt
Boni will sich der Argentinier jedoch
zehn Millionen nähern. Eine Summe,
die für die Turiner außer Frage steht.
OLIVER BIRKNER, THOMAS BÖKER,
MICHAEL POSTL, JÖRG WOLFRUM
Wem macht das Wiedersehen Freude? 2015 trennten sich Calhanoglu und Matip in der Bundesliga 1:1.
I N T ER MAI L AND – FC L I V E R P OOL
Calhanoglu beim Gastgeber im Fokus
Matips Vorteil gegen Konaté
Er musste sich erst einmal umgewöhnen, doch rechtzeitig vor der schwierigen
Aufgabe gegen Liverpool ist dies Hakan
Calhanoglu nach dem Wechsel von Milan
zu Inter allerdings ausgezeichnet gelungen. „Ich hatte anfangs Probleme mit
der neuen Position und Taktik. Beim
AC funktionierte ich als Zehner, jetzt wechsle ich
zwischen einer Sechs und Acht – eine ideale Rolle“,
erklärte der Ex-Leverkusener.
Bis in den Herbst hinein war es dem 28-Jährigen sichtlich schwergefallen, und seine Konstanz
hatte bedenklich gelitten. Dann ließ sein Tor im
Derby gegen Milan Kritiker verstummen und löste
offenbar alle Knoten im Kopf und auf dem Spielfeld. Seit jenem 7. November gelangen Calhanoglu
fünf Tore und sechs Assists, und auch in der Champions League wurde er zu einem der Qualitätsspieler, die Inters erstes Achtelfinale seit zehn Jahren
sicherten. Der sechste türkische Profi der Klubgeschichte könnte anders als seine Landsleute zuvor
durchaus bleibende Erinnerungen hinterlassen.
„Es war nicht leicht für mich, Christian
Eriksen zu ersetzen, auch darüber machte ich
mir zunächst Gedanken“, so Calhanoglu. Doch
die Verluste von Romelu Lukaku und Achraf Hakimi kompensierte das Team
ebenfalls hervorragend. Die internationale Feuertaufe wartet
nun freilich gegen Liverpool,
in der Inter die Fortsetzung der
Serie von fünf Siegen in Folge
gegen Vereine aus der Premier
League sucht – und eine Bestätigung der besten Version von
Hakan Calhanoglu.
Dieser sieht sich dann möglicherweise auch
die Reds-Abwehr gegenüber. Virgil van Dijk ist dort
als Innenverteidiger gesetzt, die Frage, die sich
Trainer Jürgen Klopp Woche für Woche stellen
darf – so muss man es nach den gravierenden
Personalproblemen im Vorjahr formulieren –,
lautet: Spielt an der Seite des Niederländers der
Ex-Schalker Joel Matip oder der Neuzugang aus
Leipzig, Ibrahima Konaté? Meistens fiel die Wahl
auf Matip, weil er es zum einen meistens sehr gut
macht und zum anderen die Automatismen mit
van Dijk naturgemäß besser funktionieren, weil
er schon länger da ist als der Franzose. Gerade
bei Liverpools Pressing muss eine hoch stehende
Abwehr hellwach sein. Konaté ist da, wenn er
gebraucht wird, doch wird dies auch in Mailand
am Mittwoch der Fall sein?
Da es auch international mit diesem nicht
einfachen Los gegen den italienischen Meister
schon früh in die Crunchtime geht und mit Norwich City eine eher leichtere Aufgabe am kommenden Wochenende wartet, spricht viel dafür,
dass Trainer Jürgen Klopp seine bestmögliche Elf
in diesem Hinspiel aufbietet. Ergo: Matip neben
van Dijk, doch Konaté vermittelt dem Coach ein
besseres Gefühl, als er es in der Vorsaison hatte, als
einige Talente auf dieser neuANZEIGE
ralgischen Position aushelfen
mussten und Liverpool Mühe
hatte, die Champions League
überhaupt zu erreichen. Vorne
wird Afrika-Cup-Sieger Sadio
Mané beim ersten internationalen Auftritt nach seinem
Triumph mit Senegal auflaufen.
O. BIRKNER, K. RADNEDGE
Mut wird belohnt: Kai Havertz bejubelt sein Elfmetertor zum Titel für Chelsea gegen Palmeiras.
Der Spezialist
schon im Halbfinale das Siegtor
gelungen war, wobei sich die Londoner gegen Al-Hilal Riad schwerer getan hatten als man erwarten durfte. Der Erfolg gegen die
Brasilianer war nun verdient, der
Belgier schraubte sein Torekonto
auf zehn in allen Wettbewerben.
Mindestens zehn hat er damit in
den vergangenen zehn Jahren bei
all seinen Klubs pro Saison erzielt.
K LUB -WM I N A B U D HAB I
Qualifikation
Al-Jazira Abu Dhabi (UAE) – AS Pirae (TAH)
4:1
Viertelfinale
Al-Ahly Kairo (EGY) – CF Monterrey (MEX)
Al-Hilal Riad (KSA) – Al-Jazira Abu Dhabi
1:0
6:1
Halbfinale
Palmeiras Sao Paulo (BRA) – Al-Ahly Kairo
Al-Hilal Riad – FC Chelsea (ENG)
2:0
0:1
Spiel um Platz 5
CF Monterrey – Al-Jazira Abu Dhabi
3:1
Spiel um Platz 3
Al-Hilal Riad – Al-Ahly Kairo
0:4
Endspiel
FC Chelsea – Palmeiras Sao Paulo
KLUB-WM
Er hat es wieder getan: KA I H AV ERTZ (22) erzielt ein
Siegtor im Finale. Jetzt ist Chelsea Klub-Weltmeister.
n. V. 2:1
Fotos: Getty Images (2), Salem
I N T E R N AT I O N A L
Kai Havertz hat am
Samstag geschafft, was
zuletzt Lionel Messi gelang – und das sogar noch
getoppt. Denn während
der Argentinier 2011
bei Barcas ChampionsLeague-Sieg gegen Manchester
United (3:1) und dem anschließenden Klub-WM-Erfolg gegen
den FC Santos (4:0) zwar jeweils
getroffen hatte, darf sich der ExLeverkusener nun auf die Fahnen
schreiben, zweimal der Siegtorschütze gewesen zu sein.
Nachdem Havertz den
FC Chelsea schon im Mai gegen
Manchester City (1:0) zum Triumph in der europäischen Königsklasse geschossen hatte, war er nun
auch in Abu Dhabi der Held: Im
Finale der Klub-WM hatte er den
Mut, in der Verlängerung zum
Elfmeter anzutreten, nachdem
Jorginho auf der Bank saß und
Romelu Lukaku ausgewechselt
worden war. Er verwandelte, links
unten, wie es sicherer nicht geht –
das 2:1 für die Blues gegen Palmeiras Sao Paulo. „Ein wichtiger Elfmeter, ein wichtiges Tor“,
schwärmte er hinterher, „davon
habe ich als Kind geträumt.“
Havertz und Chelsea – das ist
bisher nicht nur eine Traumehe
(15 Tore in 73 Einsätzen), denn
öfter, als es dem 80-MillionenEuro-Einkauf lieb sein dürfte,
setzte Trainer Thomas Tuchel ihn
auf die Bank. Doch wenn es wirklich wichtig wird, in den Finals,
steht der deutsche Nationalspieler
in der Startelf. Tuchel nach dem
Finale: „Ich freue mich für ihn.
Der Elfmeter sah nicht nach Nervosität aus, aber natürlich war er
nervös.“ Dieses Tor wird Havertz’
Position im Klub weiter stärken.
Das 1:0 für Chelsea, das
in Antonio Rüdiger auch den
„Spieler des Spiels“ stellte, hatte
Lukaku erzielt. Der Mann, dem
Nach den Turbulenzen um ihn
zum Jahreswechsel, als er seinen
Ex-Klub Inter lobte und seinen
aktuellen Trainer Tuchel kritisierte, war das nicht abzusehen.
Jenen deutschen Coach, der nun
für die zweite Trilogie sorgte: Nach
Jürgen Klopp (2019 mit Liverpool)
und Hansi Flick (2020 mit Bayern)
hat nun auch Tuchel nach der
Champions League die Klub-WM
geholt. Chelsea hat derweil seit
2003 unter Eigner Roman Abramovich alle Klubtitel gewonnen,
nur dieser hatte noch gefehlt. Der
Russe war live im Stadion dabei.
Titelsammler: Thomas Tuchel freut sich
über seinen zweiten Coup mit Chelsea.
Palmeiras, 2021 im Halbfinale
gescheitert, wartet indes weiter auf
den globalen Triumph. Dank eines
Tores und eines Assists von Raphael Veiga hatte man sich gegen
Al-Ahly durchgesetzt, Veiga traf
auch im Finale. Der 26-Jährige war
2021 als bester Mittelfeldspieler
der heimischen Liga ausgezeichnet worden, längst wünschen ihn
sich nicht nur Palmeiras-Fans in
die Selecao. Ex-Weltfußballer Rivaldo lobt: „Er hätte eine Chance
verdient.“ Nationalcoach Tite setzt
aber weiter auf Stars wie Neymar.
KEIR RADNEDGE, MARCUS ALVES
Chelsea – Palmeiras Sao Paulo n. V. 2:1
Chelsea: Mendy – Christensen (91. Sarr),
Thiago Silva, Rüdiger – Azpilicueta, Kanté,
Kovacic (91. Ziyech), Hudson-Odoi (77. Saul
Niguez) – Mount (31. Pulisic), Havertz – Lukaku (76. Werner) – Trainer: Tuchel
Palmeiras: Weverton – Marcos Rocha (118.
Deyverson), Luan, G. Gomez, Piquerez,
Gustavo Scarpa – Rony (77. Wesley), Danilo,
Ze Rafael (60. Jailson), Dudu (103. Rafael
Navarro) – Raphael Veiga (78. Atuesta) –
Trainer: Abel
Tore: 1:0 Lukaku (55.), 1:1 Raphael Veiga (64.,
HE), 2:1 Havertz (117., HE) – SR: Beath (Australien) – Rot: Luan (120./+6, Notbremse)
14. FEBRUAR 2022
Wenn Manchester City
und der FC Liverpool ihre
Matches in der Premier
League gewinnen, so wie
an diesem Wochenende
wieder geschehen, ist das
auf den ersten Blick nichts
Besonderes. Die Kaderqualität der
beiden Topteams lässt Siege wie der
Cityzens in Norwich (4:0) und der
Reds in Burnley (1:0) normal erscheinen. Das Spezielle aber ist, dass beide
Woche für Woche im Titelrennen
nicht nur dem Druck standhalten,
diese vermeintlichen Pflichtaufgaben zu erfüllen, sondern auch immer eine Antwort auf die jeweilige
Vorlage des anderen parat zu haben.
Dass dann mal mühsame Erfolge
dabei sind, wie jener der Reds im
Turf Moor, gehört dazu.
Diesmal war es am Tabellenführer vorzulegen, was dieser in Norwich
souverän erledigte. Vor der Reise
zu den Canaries wird sicher beim
Team von Pep Guardiola der eine
Die Antwort
auf Sterling
65
sagte: „Raheem hat ein fantastisches
Spiel gemacht. Er war aggressiv, direkt. Wenn er dieses Selbstvertrauen
hat, dann ist er auch ein wichtiger
Spieler.“ City ist seit der unbedeutenden Niederlage in Leipzig in der
Champions League am 7. Dezember
in den letzten zwölf Spielen in allen Wettbewerben ungeschlagen, es
gab elf Siege und 37 Tore. Nach dem
Champions-League-Match in Lissabon am Dienstag geht’s am Samstag
daheim in der Premier League gegen
Tottenham weiter.
Liverpool hat es dann vergleichsweise einfach gegen Norwich. Klar ist: Solange der Primus
siegt und seinen Vorsprung hält,
kostet das Nachziehen die Reds
auch mental Kraft. Doch wenn sie
gewinnen, so wie unter der Woche
gegen Leicester und nun in Burn-
Nachdem MA NCHEST ER CIT Y
im Titelrennen mal wieder
vorgelegt hat, kontert der
FC L I V ER P O O L mühevoll.
Aus England berichtet
Keir Radnedge
oder andere an den letzten Ausflug
an die Carrow Road gedacht haben,
da hatte es im September 2019 eine
ebenso überraschende wie bittere
2:3-Niederlage gegeben. Nach dem
Match war davon keine Rede mehr,
alle sprachen über den Dreifachpacker: Raheem Sterling. Erst mit
rechts wunderschön geschlenzt,
dann cool eingeköpft, schließlich
seinen eigenen Elfmeterfehlschuss
mit links im Nachsetzen korrigiert.
Alles dabei. Phil Fodens Tor zum 2:0
hatte kurz nach der Pause den Deckel
draufgemacht und Sterlings Lauf unterbrochen. Über den fünften Dreierpack seiner Premier-League-Karriere
freute der sich aber auch so.
Sterlings Verbleib bei City war
während der EM 2021 infrage gestellt,
über seine Rückkehr nach London,
wo er aufgewachsen ist, wurde diskutiert. Doch der englische Nationalspieler scheint Guardiola von seiner
Loyalität und mit seinem Einsatzwillen überzeugt zu haben. Der Coach
Durch seinen Dreierpack
hat Raheem Sterling nun
106 Tore in der Premier
League erzielt – Platz 28 in
der ewigen Torjägerliste. Er
überholte Didier Drogba (104).
Glücklich: Sterling
freut sich über seinen
Dreierpack, Fabinho
über sein Siegtor.
4
Fabinho hat nun vier Tore
in dieser Premier-LeagueSaison markiert. In den
Saisons 2018/19 bis 2020/21
kam er insgesamt nur auf drei
für den FC Liverpool.
Fotos: Imago Images, picture-alliance
106
ley, halten sie ihrerseits den Druck
auf City hoch. Mit einem Sieg im
Nachholspiel gegen Leeds (23. Februar) würde der Rückstand sechs Punkte betragen. Das direkte Duell in Manchester steigt am 9./10. April.
In Burnley erzielte Fabinho das
Siegtor, Liverpool zeigte sich aber
eher von seiner schwächeren Seite,
nicht so schwungvoll und souverän wie sonst. Bezeichnenderweise
fiel der Treffer des Tages nach einer
Standardsituation durch Fabinho,
Afrika-Cup-Sieger Sadio Mané war
bei seinem Liga-Comeback ebenfalls
beteiligt. Zudem konnten sich die
Reds bei Keeper Alisson bedanken,
der mehr Chancen des Abstiegskandidaten zunichte machen musste, als
man zuvor vermutet hätte.
Liverpools Trainer Jürgen
Klopp meinte nach der Partie zum
Titelkampf: „Mal sind es neun Punkte Differenz, dann zwölf, wenn sie
vor uns spielen. Wir denken darüber
nicht nach. Denn unsere nächsten
Spiele werden hart genug.“
Remis zwischen alten Weggefährten:
Ralf Rangnick, ManUnited-Trainer,
und Ralph Hasenhüttl von den Saints
9:0? Das war einmal!
Und zwar 2021. Diesmal reicht es für MAN UNIT ED gegen
S OU TH A M P TON nur zu einem 1:1, weil es wieder nachlässt.
Am 2. Februar 2021 unterlag der FC Southampton
bei Manchester United
im Old Trafford mit 0:9.
Insofern liefert das 1:1 vom
Samstag an gleicher Stätte
ein ungefähres Maß dafür,
inwieweit sich die Saints in einem
Jahr verbessert haben – und wie United es nicht geschafft hat, sein Spiel
entscheidend weiterzuentwickeln.
Natürlich erwartete niemand
einen Kantersieg, dafür sind die
Saints von Trainer Ralph Hasenhüttl
in den vergangenen Wochen viel
zu konstant und zu gut. Aber der
Gastgeber, die Mannschaft von Ralf
Rangnick, der als Sportdirektor einst
P R EM I E R L EAGU E
Hasenhüttl als Coach nach Leipzig
geholt hatte, muss in seiner aktuellen
Lage mehr als einen Punkt gegen
Southampton holen.
Dass Rangnick, der für die
kommende Saison bei United quasi
seinen eigenen Nachfolger holen soll,
dann wieder Hasenhüttl auswählen
wird, hält sich zwar als Gerücht in
England, und komplett auszuschließen ist natürlich nie etwas. Doch
Hasenhüttl hatte neulich im großen
kicker-Interview noch mal betont,
wie wohl er sich in Southampton
fühlt und dass er seinen Vertrag bis
2024 dort erfüllen will.
ManUnited hat sich unter Rangnick im Vergleich zu dessen Vorgän-
ger Ole Gunnar Solskjaer defensiv
deutlich verbessert, der Gegentorschnitt pro Partie wurde von 1,8 auf
0,9 halbiert. Doch zum einen ließ
man nach erneut starkem Beginn
(wie schon in Burnley) gute Chancen
liegen (Sancho ebenso wie Cristiano
Ronaldo, der diesmal von Beginn an
spielte), zum anderen baute man danach wieder deutlich ab. CR7 ist nun
seit sechs Matches ohne Torerfolg.
Doch viel mehr dürfte Rangnick, in dessen Spielidee auch Gegenpressing, schnelle Rückeroberungen der Kugel, enthalten sind,
schmerzen, was Hasenhüttl nach
dem Match sagte: „Es ist kein großes
Geheimnis, dass bei Ballverlusten
von United nicht alle bestens in den
Rückwärtsgang schalten.“ Was Rangnick eingestand: Es sei für United unmöglich, über 90 Minuten „kompakt
zu bleiben“, weil „wir viele Spieler
haben, die nach vorne denken“.
Schon am Dienstag, parallel zur
Champions League, steht das nächste
Ligamatch an, daheim gegen Brighton. Und wieder ist ein Sieg Pflicht ...
Die jüngste Ausbeute mit zwei Remis
war zu dünn, und auch die Tatsache,
dass United unter Rangnick erst eines
von zehn Premier-League-Matches
verloren hat, hält prominente Kritiker
wie Klublegende Paul Scholes nicht
von dieser Meinung ab: Er sehe in
Rangnick eher einen Sportdirektor
als einen Coach, so der TV-Experte.
2
Erst zum zweiten Mal in der
PL-Historie gewann United
zwei Spiele in Folge trotz
Halbzeitführung nicht. Zuletzt
war den Red Devils dies im
Dezember 1998 widerfahren.
Mehr Erlöse bei Auslands- als Inlandsrechten – 200 Millionen Euro für den Meister
Die englische Premier
League bleibt die große
Attraktion für Fußballfans
auf der ganzen Welt. Zum
ersten Mal werden die Verträge
für die Übertragungsrechte dieser
Liga im Ausland in den kommenden drei Spielzeiten die Einnahmen im Inland übersteigen.
Die internationalen Rechte sind für den Zeitraum von
2022/23 bis 2024/25 für 6,29 Milliarden Euro verkauft worden, während die britischen im selben Abschnitt „nur“ 6,05 Milliarden Euro
einbrachten. Dies bedeutet, dass
die Einnahmen durch Überseerechte im Vergleich zum Paket
zwischen 2019 und 2022 noch mal
um 30 Prozent gestiegen sind.
Das Gesamtpaket hat einen
Wert von rund 12,5 Milliarden
Euro, was einer Gesamtsteigerung
von 16 Prozent entspricht. Dies
wird den Premier-League-Klubs
helfen, sich von den finanziellen
Folgen der Pandemie zu erholen
und dazu beitragen, dass sie in
puncto Transfersummen und Gehältern den anderen höchsten
Klassen in den Top-Nationen wie
der Bundesliga weiter enteilen
wird (siehe auch die Meinung auf
Seite 21).
Von den Mehreinnahmen
der Premier League werden natürlich alle Klubs profitieren. So
kassiert der Champion in diesen
drei Jahren künftig pro Saison
rund 200 Millionen Euro, zuvor
waren es rund 25 Millionen Euro
weniger. Sogar der Tabellenletzte darf sich über 121 Millionen Euro (aktuell noch 111 Millionen Euro) freuen.
Auch die unteren Ligen werden dank höherer Solidaritätszahlungen profitieren. Die Klubs
in den drei Divisionen unterhalb
der Premier League teilen sich ab
2024 einen Zuschuss in Höhe von
1,84 Milliarden Euro.
Die Premier-League-Klubs
haben zudem vereinbart, alle
Corona-Beschränkungen bis zum
Ende der Saison zu beenden. In
Innenräumen wird weiterhin
Distanz empfohlen, aber die
Gesichtsmasken werden nicht
mehr zur Pflicht erhoben.
Fotos: Getty Images, imago images
Neue TV-Verträge bringen 12,5 Milliarden Euro
14. FEBRUAR 2022
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Verein
SP
S
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N
T
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P
Manchester City (M)
FC Liverpool
FC Chelsea
West Ham United
Manchester United
FC Arsenal
Wolverhampton Wanderers
Tottenham Hotspur
Brighton & Hove Albion
FC Southampton
Leicester City (P)
Aston Villa
Crystal Palace
FC Brentford (N)
Leeds United
FC Everton
Newcastle United
Norwich City (N)
FC Watford (N)
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ManUnited
Brentford
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Watford
Norwich
Burnley
Newcastle
Tottenham
Leicester
Chelsea
SPIELTAG
12. – 13. 2. 2022
1:1
0:0
3:0
0:2
0:4
0:1
1:0
0:2
2:2
ausgef.
24. SPIELTAG
Norwich
Tottenham
ManCity
Villa
Wolverhampton
Liverpool
1:1
2:3
2:0
3:3
0:1
2:0
1:0
2:0
0:1
0:1
0:1
1:0
0:2
1:1
1:0
1:1
1:0
3:2
0:1
1:0
NACHHOLSPIEL
DIENSTAG, 15. FEBRUAR
Southampton
Palace
Leeds
Brighton
ManCity
Liverpool
Villa
Wolverhampton
West Ham
Arsenal
Palace
Southampton
Brentford
Leeds
Arsenal
Leicester
18. Spieltag
21.15 UHR
ManUnited (2:1, 3:2) Brighton
26. SPIELTAG
SAMSTAG, 19. FEBRUAR
13.30 UHR
West Ham (4:2) Newcastle
SAMSTAG, 19. FEBRUAR
Arsenal
Villa
Brighton
Palace
Liverpool
Southampton
(0:2)
(2:3)
(2:1)
(0:3)
(3:0)
(1:3)
16.00 UHR
Brentford
Watford
Burnley
Chelsea
Norwich
Everton
SAMSTAG, 19. FEBRUAR
18.30 UHR
SONNTAG, 20. FEBRUAR
15.00 UHR
SONNTAG, 20. FEBRUAR
17.30 UHR
ManCity (0:1) Tottenham
Leeds (1:5) ManUnited
Wolverhampton (0:1) Leicester
TORSCH ÜTZ E N
Tore
Spieler
16 (–) Salah (FC Liverpool)
12 (–) Diogo Jota (FC Liverpool)
10 (3) Sterling (Manchester City)
Norwich City – ManCity
0:4 (0:1)
Norwich: Gunn – Aarons (63. Byram), Hanley,
Gibson, Williams – Gilmour, Lees-Melou (63.
Normann), McLean – Sargent (87. Dowell),
Pukki, Rashica – Trainer: Smith
ManCity: Ederson – Walker, Ruben Dias,
Aké, Zinchenko – Bernardo Silva (75.
McAtee), Fernandinho, Gündogan – Mahrez
(84. Kayky), Foden (81. Delap), Sterling –
Trainer: Guardiola
Tore: 0:1 Sterling (31.), 0:2 Foden (48.),
0:3 Sterling (70.), 0:4 Sterling (90.) – SR:
Marriner – Zuschauer: 27 010 – Bes. Vorkommnis: Gunn hält Elfer von Sterling (90.)
FC Burnley – FC Liverpool
0:1 (0:1)
Burnley: Pope – C. Roberts, Tarkowski, Mee,
Pieters – Lennon, Westwood, Brownhill, Cornet – Rodriguez (62. McNeil), Weghorst (75.
Barnes) – Trainer: Dyche
Liverpool: Alisson – Alexander-Arnold,
Matip, van Dijk, Robertson – Henderson (59.
Thiago), Fabinho, Keita (90./+2 Milner) –
Salah, Roberto Firmino, Mané (67. Diogo
Jota) – Trainer: Klopp
Tor: 0:1 Fabinho (40.) – SR: Atkinson –
Zuschauer: 20 000
ManUnited – FC Southampton 1:1 (1:0)
ManUnited: de Gea – Diogo Dalot, Varane,
Maguire, Shaw – McTominay (76. Elanga),
Pogba – Rashford (82. Lingard), Bruno
Fernandes, Sancho – Cristiano Ronaldo –
Trainer: Rangnick
Southampton: Forster – Walker-Peters, Bednarek (46. Stephens), Salisu, Perraud – Armstrong, Ward-Prowse, Oriol Romeu (90./+5
Diallo), Elyounoussi (71. Livramento) – Broja,
Adams – Trainer: Hasenhüttl
Tore: 1:0 Sancho (21.), 1:1 Adams (48.) – SR:
Attwell – Zuschauer: 73 084
FC Brentford – Crystal Palace
0:0
Brentford: Raya – Ajer, Jansson, Pinnock –
Canos (86. Baptiste), Jensen, Nörgaard,
Janelt (61. Jo. Dasilva), Henry – Mbeumo,
Wissa (82. Ghoddos) – Trainer: Frank
Palace: Guaita – Ward, Andersen, Guehi,
Mitchell – Gallagher, Hughes (66. McArthur),
Schlupp – Ayew (78. Olise), Edouard (72.
Mateta), Zaha – Trainer: Vieira
SR: Hooper – Zuschauer: 16 958
FC Everton – Leeds United
3:0 (2:0)
Everton: Pickford – Coleman, Holgate, Keane,
Kenny – Gordon (81. El Ghazi), Allan, van
de Beek, Iwobi – Calvert-Lewin (72. Alli),
Richarlison (86. Rondon) – Trainer: Lampard
SZENE
ENGLAND
Leeds: Meslier – Ayling, D. Llorente, Struijk,
Dallas (9. Hjelde) – Koch – Raphinha (46.
T. Roberts), Rodrigo Moreno, Klich (46.
Forshaw), Harrison – James – Trainer: Bielsa
Foto: picture-alliance
PREMIE R L EAG UE
Tore: 1:0 Coleman (10.), 2:0 Keane (23.),
3:0 Gordon (78.) – SR: Scott – Zuschauer:
39 150
FC Watford – Brighton
0:2 (0:1)
Watford: Foster – Kiko Femenia, Cathcart,
Samir, Kamara – Kucka (46. I. Sarr), Sissoko,
Kayembe (46. Louza), Cleverley (70. Joao
Pedro) – King, Dennis – Trainer: Hodgson
Brighton: Sanchez – Veltman, Dunk, Webster –
Lallana (90./+1 Duffy) – Lamptey, Groß (64.
Mac Allister), Moder, Cucurella – Maupay,
Welbeck (64. Bissouma) – Trainer: Potter
Tore: 0:1 Maupay (44.), 0:2 Webster (82.) –
SR: Moss – Zuschauer: 20 795
Newcastle United – Aston Villa 1:0 (1:0)
Newcastle: Dubravka – Trippier (48. Krafth),
Schär, Burn, Javi Manquillo (45./+5 Dummett) – Willock (90./+2 Bruno Guimaraes),
Shelvey, Joelinton – Fraser, Wood, SaintMaximin – Trainer: Howe
Villa: Martinez – Cash, Chambers, Mings,
Digne – McGinn (85. Car. Chukwuemeka),
Douglas Luiz, J. Ramsey – Buendia (72.
Bailey), Watkins (72. Ings), Coutinho –
Trainer: Gerrard
Tor: 1:0 Trippier (35.) – SR: Pawson –
Zuschauer: 52 207
Tottenham – Wolverhampton
0:2 (0:2)
Tottenham: Lloris – Sanchez, Romero,
B. Davies – Doherty (82. Emerson Royal),
Winks, Bentancur, Sessegnon (28. Kulusevski) – Lucas Moura (71. Bergwijn), Son –
Kane – Trainer: Conte
Wolverhampton: José Sa – Kilman, Coady,
Saiss – Nelson Semedo, Dendoncker, Ruben
Neves, Cundle (84. Trincao), Ait Nouri – Raul
Jimenez (86. Fabio Silva), Daniel Podence
(81. Hwang) – Trainer: Bruno Lage
Tore: 0:1 Raul Jimenez (6.), 0:2 Dendoncker
(18.) – SR: Friend – Zuschauer: 56 452
Leicester City – West Ham
2:2 (1:1)
Leicester: Schmeichel – Ricardo Pereira,
Amartey, Söyüncü, Justin (31. Thomas) –
Tielemans (90. Vestergaard), Ndidi, Dewsbury-Hall – Maddison (73. Lookman), Daka,
Barnes – Trainer: Rodgers
West Ham: Fabianski – Coufal (67. Fredericks), C. Dawson, Diop, Cresswell – Soucek,
Rice – Bowen, Lanzini (79. Benrahma), Pablo
Fornals (79. Vlasic) – Antonio – Trainer:
Moyes
Tore: 0:1 Bowen (10.), 1:1 Tielemans (45.,
HE), 2:1 Ricardo Pereira (57.), 2:2 C. Dawson
(90./+1) – SR: Oliver – Zuschauer: 32 061
67
Mitgenommen von den Pfiffen
beim Aufwärmen: Kurt Zouma
Der Zouma-Wirbel
Dieses Thema wird die Premier
League, West Ham und Kurt Zouma
noch lange begleiten: Vergangene
Woche war im Internet ein Video zu
sehen, in dem der Abwehrspieler
eine Katze quälte. Dass sein Klub
nur eine Geldstrafe aussprach (der
kicker berichtete), rief massive
Kritik hervor. Sein Ausrüster Adidas
kündigte den Sponsorenvertrag. Er
spielte beim 1:0 gegen Watford,
wollte auch in Leicester auflaufen.
Doch beim Aufwärmen wurde er
erwartungsgemäß so sehr ausgepfiffen, dass er sich mit „Unwohlsein“ abmeldete. Ohne ihn spielten
die Hammers 2:2 – das späte Tor
durch Craig Dawson zählte, obwohl
eindeutig mit dem Arm erzielt.
Der Zwillings-Jubel
Frank Lampard feierte seinen ersten Ligaheimsieg als Everton-Trainer, das 3:0 gegen Leeds sorgt für
etwas mehr Luft im Abstiegskampf.
Das zweite Tor für die Toffees erzielte Michael Keane. Bemerkenswerterweise traf sein Zwillingsbruder Will für Wigan beim 2:1-Sieg
gegen Charlton in der 3. Liga.
Die Conte-Krise
Schwerer Rückschlag für Tottenham im Kampf um die internationalen Plätze: Wolverhampton zog
mit einem 2:0 vorbei. Erstmals seit
2009 verlor Spurs-Trainer Antonio
Conte drei Ligaspiele in Serie.
Die Freistoß-Serie
Zum ersten Mal seit November 2018, damals unter Trainer
Rafa Benitez, hat Newcastle United drei Premier-League-Spiele
in Serie gewonnen. Das 1:0 gegen
Aston Villa besiegelte Neuzugang
Kieran Trippier per Freistoß. In den
letzten drei Partien haben er (2)
und Jonjo Shelvey jeweils auf diese
Art getroffen. Das gelang zuletzt
Liverpool 2013 (Luis Suarez 2/
Steven Gerrard). Jenem Gerrard,
der nun als Villa-Coach verlor ...
68
14. FEBRUAR 2022
Edin Dzeko rettet Inter
im Topspiel. Doch im
D REI KA M PF der Serie A
liegt nun der AC vorne.
Zweite Attacke abgewehrt!
Wer hoffte, Inter würde unter der überflüssigen Derbyniederlage am vorvergangenen Spieltag in psychologische Fragilität versinken, muss offensichtlich
umdenken. Im Pokal
schalteten die Mailänder
am Dienstag José Mourinhos Roma recht unbeeindruckt aus
(2:0), in der Liga kehrte Inter am
Samstag vom Verfolger Neapel mit
einem genügsamen 1:1 zurück.
Das Remis verhalf wiederum
dem Stadtrivalen AC Mailand erstmals seit neun Runden wieder zur
Tabellenführung. Milan sagte Grazie
an die beiden sich die Punkte teiAus Italien berichtet
Oliver Birkner
lenden Konkurrenten im Titel-Dreikampf und führt nun knapp mit einem Punkt Vorsprung auf seinen
Stadtrivalen, der wiederum noch ein
Nachholspiel in Bologna in der Hinterhand besitzt. Furchteinflößend
gerierte sich Milans zähes 1:0 über
SSC Neapel – Inter Mailand
1:1 (1:0)
Neapel: Ospina – di Lorenzo, Rrahmani, Koulibaly, Mario Rui – Fabian (74. Zambo Anguissa), Lobotka – Politano (26. Elmas), Zielinski
(84. Juan Jesus), Insigne (84. Ounas) –
Osimhen (84. Mertens) – Trainer: Spalletti
Inter: Handanovic – Skriniar, de Vrij, Dimarco
(90. d’Ambrosio) – Dumfries, Barella, Brozovic, Calhanoglu (84. Vidal), Perisic – Dzeko,
Martinez (83. Sanchez) – Trainer i. V.: Farris
Tore: 1:0 Insigne (7., FE), 1:1 Dzeko (47.) – SR:
Doveri – Zuschauer: 30 000
Fotos: imago images, Reuters
Milans
Grazie
Danke, Kumpel: Brahim Diaz gratuliert Rafael Leao (rechts) sehr brav zu dessen Siegtor gegen Sampdoria.
Kellerkind Sampdoria freilich nicht,
ko mit einem grußlosen Kracher in
dem AC fiel gegen den tief stehenden Winkel lediglich 78 Sekunden
den Gast oft wenig ein. Bezeichnend
zum Ausgleich. Danach enthüllte
lieferte Torwart Mike Maignan den
Inter seinen Vorteil gegenüber der
Assist zum großartigen Treffer
Konkurrenz: Charakterstärke. Mit
durch Rafael Leao – die erste Vorlage
Spielintelligenz und Reife erschlaffte
eines AC-Keepers seit Dida 2006.
das Team den neapolitanischen Elan.
Inter darf
Und dank Dzeko,
sich indes auf Edin Das 116. Tor für Neapel: der vor einem Jahr
Dzeko verlassen,
noch vor einem
Lorenzo Insigne zieht Wechsel zu Juder in beiden Duan Maradona vorbei. ventus gestanden
ellen der Woche
traf und Romelu
hatte. „Wir wussLukakus bitteren
ten schon genau,
Abschied mit wichtigen Toren als
warum wir Edin unbedingt als Lukaleidiges Trauerthema archiviert. Als
ku-Ersatz wollten. Seine Qualitäten
Straßenlaterne wurde der Bosnier
als offensiver Regisseur sind einfach
einst verhöhnt. Die strahlt jedoch mit
großartig“, lobte Trainer Simone Inreichlich Energie. Als das Achtelfinazaghi, der die Partie gesperrt von der
le der Champions League mal wieder
Tribüne aus begutachtete. Womögzum Tabu zu werden drohte, entlich sogar als Talisman.
schied der 35-Jährige das entscheidende Duell mit Donezk per Doppelpack. Im Pokal sorgte sein Treffer für
das kommende Halbfinale gegen Milan und einen willkommenen Geldregen im mehrfachen Millionenbereich. In Neapel hinterließ Mailand
zunächst einen matten Eindruck,
nach Wiederanpfiff benötigte DzeAC Mailand – Sampdoria Genua 1:0 (1:0)
Milan: Maignan – Calabria, Tomori, Romagnoli,
Florenzi (89. Kalulu) – Tonali, Bennacer (75.
Krunic) – Junior Messias (57. Saelemaekers),
Brahim Diaz (57. Kessié), Rafael Leao (57.
Rebic) – Giroud – Trainer: Pioli
Sampdoria: Falcone – Bereszynski, Magnani,
O. Colley, Murru (53. Augello) – Conti (53.
Vieira), Rincon (73. Quagliarella), Thorsby
(53. Ekdal) – Candreva (85. Sabiri), Sensi –
Caputo – Trainer: Giampaolo
Tor: 1:0 Rafael Leao (8.) – SR: Chiffi –
Zuschauer: 35 710
Napoli verpasste derweil die
erste Tabellenführung seit dem
15. Spieltag, und am Ende könnten
fehlende Überzeugung und miserable Heimform zum Verhängnis
werden. Von den letzten sechs Partien im Stadio Maradona gewann
der SSC lediglich zwei und verlor
gleich drei. „Wir sind immer noch
im Rennen und haben eine Menge
Talent. Doch letztlich hat Inters Klasse den Unterschied ausgemacht“, gestand Coach Luciano Spalletti. Einen
Grund zum Feiern gab es dennoch:
Der Elfmeter von Lorenzo Insigne beendete nicht nur Inters 440 Minuten
in der Fremde ohne Gegentor, er traf
auch zum 116. Mal für Neapel und
überholte damit Diego Maradona
in der ewigen Torjäger-Hierarchie
des Vereins.
Durchgetankt zum Punktgewinn: Edin Dzeko war Inters Retter
beim Topspiel in Neapel. Hier will er an Amir Rrahmani vorbei.
14. FEBRUAR 2022
Der wohl bitterste Kommentar zur Situation von
Franck Ribery erreichte die
Fußballwelt im Januar aus
Brasilien. Dort erzählte der
Präsident des Klubs Ceara
aus Fortaleza: „Gestern
wurde mir Ribery angeboten. Ich
wusste gar nicht, dass der überhaupt
noch spielt.“
Das tut der 38-Jährige noch,
wenn auch sporadisch und mit immer weniger Verve. Ein möglicher
Abschied aus Salerno oder gar vom
Fußball zerschlug sich, als der drohende Ausschluss der Süditaliener
zum Jahresende in letzter Sekunde
abgewendet wurde. Dann fehlte der
Ex-Münchner in drei Partien wegen
eines positiven Corona-Tests. Er verpasste damit insgesamt sieben von
möglichen 21 Partien und lieferte
beim Comeback am vergangenen
Spieltag beim 2:2 gegen Spezia seine
schlechteste Saisonleistung. Urteil
der Gazzetta dello Sport: „Traurig mit
anzuschauen, dass er gerne möchte,
aber nicht mehr kann.“
Das Spiel des Aufsteigers beim
CFC Genua unter Alexander Blessin,
der wegen Darmproblemen bei Nadiem Amiri auf den Neuzugang verzichten musste, erlebte Ribery 74 Minuten auf der Bank. Nach vier torlosen Spielen traf Genua zwar wieder,
es langte jedoch bloß zum dritten Remis in Folge. Die Mannschaft wartet
damit seit April 2021 auf einen Heimsieg, es folgten sieben Remis und acht
Niederlagen. In diesem Rhythmus
wird der Klassenerhalt für den deutschen Trainer schwer zu schaffen
sein. Sechs Punkte Rückstand sind
es auf den Tabellen-17. Cagliari. Noch
bitterer sieht es für Riberys Klub aus,
der mit weiteren drei Zählern weniger
am Tabellenende herumdümpelt.
Man benötigt keinen Propheten, um
den Sommer-Abschied des stolzen
Franzosen, in Deutschland Fußballer
des Jahres 2008, von Salerno zu erahnen. Und das Karriereende?
CFC Genua 1893 – Salernitana 1:1 (1:1)
Genua 1893: Sirigu – Hefti, Ni. Maksimovic,
Vanheusden, Vasquez (58. Cambiaso) – Sturaro, Badelj (80. Piccoli) – Yeboah (67. Melegoni), Portanova (58. Rovella), Ekuban – Destro
(67. A. Gudmundsson) – Trainer: Blessin
Salernitana: Sepe – Mazzocchi, Dragusin,
Fazio, Ranieri – L. Coulibaly, Radovanovic (74.
Kastanos), Ederson (62. Perotti) – Verdi (82.
Zortea), Bonazzoli (74. Ribery) – Djuric (82.
Mikael) – Trainer: Colantuono
Tore: 1:0 Destro (32.), 1:1 Bonazzoli (45./+1) –
SR: di Bello – Zuschauer: 13 742
SPA NIE N
Meister Atletico hofft auf Rang 4
Die neue Zielsetzung
Brisant: Dusan Vlahovic muss
mit Juve zurück nach Florenz.
Viel Polizei
Durch die Pokalsiege von Juventus (2:1 gegen Sassuolo) und
der Fiorentina (3:2 bei Atalanta)
begegnen sich beide Klubs nun
im Coppa-Halbfinale in Hin- und
Rückspiel. Für den Neu-Juventino Dusan Vlahovic wird es am
2. März eine heikle Rückkehr nach
Florenz. Während der Transfer-Verhandlungen Ende Januar zierten
hässliche Spruchbänder den Stadion-Bereich, die Polizei von Florenz patrouillierte verstärkt vor der
Wohnung des Serben. Schon im
Vorfeld wurde ein Sondereinsatz
der Polizei für die Begegnung in
rund zwei Wochen angeordnet.
Neue Normalität für den
Noch-Meister. „Für uns
geht es um die Qualifikation für die Champions League, das müssen wir
akzeptieren“, erklärte Atletico
Madrids Trainer Diego Simeone
nach dem mühsamen 4:3 im
kleinen Hauptstadtderby gegen den FC Getafe. Dabei lag
Atletico, das in der Ära Simeone
bislang eher vom Gewinn der
Königsklasse träumen durfte,
nach einer frühen 2:0-Führung
scheinbar sicher vorne, kassierte
dann aber drei Gegentore und
lag prompt in Rückstand. So ist
das nun mal mit dem aktuellen
Atletico. In der Schlussphase
glich man dann aber wieder,
zumindest etwas, dem alten Atletico: Trotz Unterzahl schafften
die Rot-Weißen noch den Ausgleich und dann den Siegtreffer.
Keine Gegentore
Formstark präsentiert sich Lazio:
Das 3:0 über Bologna bedeutete
die vierte Partie in Folge ohne Gegentor – das schafften die Römer
letztmals vor sieben Jahren. Neben
Ciro Immobile traf Mattia Zacagni
doppelt. Für den Mittelfeldmann
bedeuten die sechs Saisontore jetzt
schon Karriere-Bestmarke, und
der 26-Jährige besitzt exzellente
Chancen auf eine Berufung für die
kommenden WM-Play-offs.
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Hartes Urteil:
Ribery am Ende?
SZENE
ITALIEN
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1 893 – SA L E RN I TA N A
Weniger Heimsiege
Die traditionelle Rechnung Heimspiel gleich bessere Aussichten auf
drei Punkte scheint sich zu verabschieden. In der Serie A schrumpfte
der Heimvorteil in den vergangenen
fünf Jahren bemerkenswert: Zum
gleichen Zeitpunkt bilanzierte die
Liga 2016/17 noch 127 Heimsiege,
aktuell sind es 94.
TO R S C HÜ TZ EN
Tore
19 (1)
18 (–)
12 (–)
11 (–)
11 (1)
Spieler
Immobile (Lazio Rom)
Vlahovic (Juventus/Florenz)
Simeone (Hellas/Cagliari)
Martinez (Inter Mailand)
Abraham (AS Rom)
69
Befreiung: Mario Hermoso trifft
zum 4:3 über den FC Getafe.
Atletico Madrid – FC Getafe
4:3 (3:3)
Atletico: Oblak – Llorente, Savic, Felipe, Reinildo – Correa (74. Vrsaljko), Koke, Kondogbia
(74. de Paul), Lemar (90./+2 Herrera) –
Suarez (60. Hermoso), Matheus Cunha (74.
Joao Felix) – Trainer: Simeone
Getafe: David Soria – Damian, Djené, Mitrovic
(76. Mata), Cuenca, Jankto (81. Silva) – Oscar
(81. Villar), Arambarri, Maksimovic – Enes
Ünal (55. Okay), Mayoral – Tr.: Quique Flores
Tore: 1:0 Correa (20.), 2:0 Matheus Cunha
(27.), 2:1 Mayoral (30.), 2:2 Enes Ünal (37.,
HE), 2:3 Enes Ünal (42., HE), 3:3 Correa
(45./+4), 4:3 Hermoso (89.) – SR: de Burgos –
Zuschauer: 49 375 – Rote Karte: Felipe (58.,
grobes Foulspiel) – Bes. Vorkommnis: David
Soria hält FE von Suarez (9.)
Das 4:3 erzielte dann ausgerechnet der zuletzt beim 2:4
gegen den FC Barcelona nach
einem Gegentor kritisierte Verteidiger Mario Hermoso. Der war
diesmal nach einer Stunde und
dem berechtigten Platzverweis
gegen seinen Abwehrkollegen
Felipe für den einmal mehr indisponierten Stürmer Luis Suarez
eingewechselt worden.
Der Sieg gegen den kleinen
Nachbarn wurde von den angesichts der vielen Rückschläge in
dieser Spielzeit leidgeprüften
Fans über Gebühr gefeiert. Und
Coach Simeone philosophierte
angesichts der holprigen Saison:
„Im Fußball geht es hin und
her. Wie es aussieht, bezahlen
wir in dieser Saison möglicherweise den Preis für das Glück,
das wir im vergangenen Jahr
hatten, als wir Meister geworden
sind.“ Vieles ist unklar bei den
Colchoneros in diesen Monaten.
Vielleicht meinte der Argentinier aber auch nur die beiden
von Enes Ünal verwandelten
Handelfmeter für Getafe, die
allerdings berechtigt waren.
Wann es wirklich wieder
etwas bei Atletico zu feiern gibt,
ist derweil weiter die Frage. Als
Titelchance bleibt nur noch die
Champions League. Aber ein Erfolg dort scheint angesichts der
in den vergangenen Monaten
gezeigten Leistungen praktisch
ausgeschlossen. Zumal auch der
vor einem Jahr bei der Meisterschaft so entscheidende damalige Neuzugang Luis Suarez seine
besten Tage definitiv hinter sich
zu haben scheint. Der in dieser
Saison ebenfalls so oft enttäuschende Antoine Griezmann
fehlte erneut verletzt.
Atletico konnte sich daher einmal mehr an dem notorisch unterschätzten Angel
Correa erfreuen, der mit einem
Doppelpack und nun schon
elf Pflichtspieltoren (zehn davon in der Liga) die Hoffnungen auf eine Teilnahme auch
2022/23 an der Königsklasse
aufrechterhält. Der Argentinier
fordert: „Wir müssen endlich
unsere Fehler abstellen.“ Ein
Lichtblick ist auch der 2021 von
Hertha gekommene Matheus
Cunha (sechs Saisontore, fünf
in der Liga), er traf zum 2:0. Das
zähe Ringen um einen Champions-League-Platz dürfte im
Fernduell mit Barca und Betis
daher weitergehen.
PSM
14. FEBRUAR 2022
Warten
auf
Benzema
Foto: picture-alliance
SZENE
SPANIEN
Matchwinner für Alaves: Joselu
traf per Elfmeter zum Sieg.
Joselus persönliche Marke
R EAL M A D R I D hofft
Alaves-Stürmer Joselu, einst bei
Hoffenheim, Frankfurt, Hannover,
schaffte beim 2:1 über Valencia sein
zwölftes Saisontor und damit eine
persönliche Bestmarke. Elf hatte
er 2019/20 und 2020/21 erreicht.
Der Vertrag des 31-Jährigen bei
den Basken, die erstmals seit November gewannen, läuft aus, einen
Interessenten gibt es: Valencia.
vor dem Hit in der
Königsklasse bei
PSG auf den zuletzt
verletzten Kapitän.
Personalnot, wenn auch auf
hohem Niveau. Erstmals seit
August 2021 stand Gareth
Bale für Real Madrid wieder
einmal auf dem Spielfeld, ein halbes
Jahr nach seinen bislang einzigen
Auftritten in dieser Saison, allesamt
in der Liga. Zur tristen Bilanz des Walisers, der im Sommer ein Tor gegen
Levante erzielt hatte, passt das 0:0
der Königlichen am Samstag beim
FC Villarreal.
Der 32-Jährige, den man zuletzt, wenn überhaupt, nur beim
Warmlaufen gesehen hatte, spielte
nur deshalb, weil Kapitän Karim
Benzema fehlte. Der Goalgetter, Ideengeber und in dieser Saison Beste
im Team ist nicht fit. 24 Tore und
9 Assists in 28 Pflichtspielen bilanziert der 34-Jährige in dieser Spielzeit, doch ausgerechnet vor dem Hinspiel im Achtelfinale der Champions
Aus Spanien berichtet
Peter Schwarz-Mantey
League am Dienstag bei Paris SaintGermain ist sein Einsatz unklar. Drei
Pflichtspiele fiel der Franzose zuletzt
mit muskulären Problemen aus, Real
schoss dabei nur ein Tor: In Bilbao
flog man mit 0:1 im Viertelfinale aus
dem Pokal, beim 1:0 gegen Granada
traf Marco Asensio mit einem Sonntagsschuss, nun folgte die Nullnummer in Villarreal. Dabei traf Bale, 2013
immerhin für 101 Millionen Euro von
Tottenham gekommen, wie später
der für ihn eingewechselte Ex-Frankfurter Luka Jovic die Latte.
Ob der Waliser oder Jovic gegen PSG zum Einsatz kommen, ist
offen. Denn vor allem warten sie bei
den Königlichen auf Benzema. „Wir
Sevillas wichtiger Sieg
müssen sehen, was mit ihm los ist“,
verlor sich Ancelotti am Wochenende im Ungefähren. Deutlich wurde
der Italiener jedoch mit Blick auf
die schwache Leistung Reals vor der
Halbzeitpause: „Wir hatten keine
Lust, standen zu tief und waren nicht
aggressiv genug.“ Auch Toni Kroos
lieferte einen zwar soliden, aber eher
uninspirierten Auftritt ab.
Villarreal nutzte den Schongang, den Real eingelegt hatte, um
vor dem Paris-Spiel Kräfte zu sparen,
und spielte den Tabellenführer phasenweise an die Wand. Erst nach der
Pause hielt Real vor allem in Gestalt
von Fede Valverde dagegen, bekam
Torchancen. Neben Bale und Jovic
tat sich dabei aber auch Vinicius Junior im Vergeben von Möglichkeiten
hervor. Da der 21-Jährige zudem in
unschöner Manier Freistöße, Elfmeter und Gelbe Karten zu provozieren
versucht hatte, tadelte Ancelotti: „Er
darf mit solchen Dingen nicht seine
Zeit und Energie verschwenden.“
Auch der für den in dieser Saison
zuvor zumeist positiv aufgetretenen
Brasilianer eingewechselte Eden Hazard spielte eher unglücklich. Und so
hängt die Fortune der Königlichen im
Angriff womöglich auch an diesem
Dienstag von Benzema ab. Der erklärte per Videobotschaft: „Ich werde
sehr, sehr stark zurückkommen, bin
voll motiviert.“ Muss er auch sein,
meint Kollege Casemiro: „Das Spiel
in Paris wird das wichtigste und komplizierteste überhaupt.“ Das Warten
auf Benzema geht also weiter. Im
Kader fürs Topspiel ist er zumindest.
FC Villarreal – Real Madrid
0:0
Villarreal: Rulli – Foyth, Raul Albiol, Pau,
Alfonso Pedraza (74. Estupinan) – Iborra (67.
Manu Trigueros), Parejo – Samu Chukwueze
(74. Yeremy), Lo Celso (87. Aurier), Alberto
Moreno – Danjuma (67. Dia) – Trainer: Emery
Real: Courtois – Carvajal, Eder Militao, Alaba,
Marcelo (82. Nacho) – Casemiro – Fede Valverde (78. Modric), Kroos – Bale (74. Jovic),
Asensio (78. Rodrygo), Vinicius Junior (82.
Hazard) – Trainer: Ancelotti
SR: Sanchez Martinez – Zuschauer: 17 894
Mit dem 2:0 über den FC Elche
gelang dem FC Sevilla nach vier
Pflichtspielen in Folge ohne Sieg,
also dem Aus im Pokal-Achtelfinale
beim Lokalrivalen Betis und drei
Remis in der Liga, mal wieder ein
Erfolg. Und angesichts des 0:0
von Tabellenführer Real Madrid
in Villarreal liegt man plötzlich
wieder nur noch vier Zähler hinter
dem Titelfavoriten. Alejandro Gomez, an dem vor einem Jahr auch
Hertha interessiert gewesen war,
und Neuzugang Rafa Mir trafen.
Trainer Julen Lopetegui feierte im
100. Ligaspiel mit den Andalusieren
seinen 57. Sieg. Nur 17-mal verlor
er – beides sind Klubrekorde.
Vigos besonderes 0:0
Beim 0:0 in Cadiz schaffte Celta
Vigo den 2000. Punktgewinn in seiner Ligahistorie. In der Ewigen Tabelle liegt Celta damit auf Rang 11,
hinter dem aktuellen Zweitligisten
Saragossa (2109 Punkte). Die Führung hält weiterhin Real Madrid mit
4753 Punkten vor dem FC Barcelona (4641, Derby bei Espanyol nach
Redaktionsschluss).
TORSCH Ü TZE N
Tore
17 (–)
12 (1)
12 (–)
12 (–)
12 (–)
11 (2)
11 (–)
Spieler
Benzema (Real Madrid)
Joselu (Deportivo Alaves)
de Tomas (Espanyol Barcelona)
Vinicius Junior (Real Madrid)
Juanmi (Betis Sevilla)
Enes Ünal (FC Getafe)
Iago Aspas (Celta Vigo)
Foto: DeFodi
70
14. FEBRUAR 2022
L A LIGA
Real Madrid
FC Sevilla
Betis Sevilla
Atletico Madrid (M)
FC Barcelona (P)
FC Villarreal
Real Sociedad
Athletic Bilbao
CA Osasuna
Celta Vigo
Rayo Vallecano (N)
FC Valencia
Espanyol Barcelona (N)
FC Elche
FC Getafe
FC Granada
RCD Mallorca (N)
Deportivo Alaves
FC Cadiz
UD Levante
24.
SP
24
24
24
23
22
24
22
23
24
24
23
24
23
24
24
23
22
24
24
23
11. – 14. 2. 2022
2:0
0:0
0:0
0:3
4:3
2:1
2:4
*
*
0:0
Elche
Celta
Real
Osasuna
Getafe
Valencia
Betis
Granada
Barcelona
0:2
3:3
1:0
1:3
MONTAG, 14. FEBRUAR
U
N
16 6 2
14 8 2
13 4 7
11 6 6
10 8 4
9 9 6
9 8 5
8 10 5
8 8 8
8 7 9
9 4 10
7 9 8
7 6 10
6 8 10
6 7 11
5 9 9
5 8 9
5 5 14
3 10 11
1 8 14
T
48:20
36:16
45:29
42:33
36:25
38:23
22:21
23:18
25:27
28:25
27:27
36:38
27:32
26:33
23:27
26:34
19:34
19:39
20:38
23:50
D
+ 28
+ 20
+ 16
+9
+ 11
+ 15
+1
+5
-2
+3
0
-2
-5
-7
-4
-8
- 15
- 20
- 18
- 27
21.00 UHR
Mallorca (0:2) Athletic
*) Bei Redaktionsschluss nicht beendet
54
50
43
39
38
36
35
34
32
31
31
30
27
26
25
24
23
20
19
11
25. SPIELTAG
Freitag, 18. Februar (21 Uhr)
FC Elche – Rayo Vallecano
Samstag, 19. Februar (14 Uhr)
FC Granada – FC Villarreal
CA Osasuna – Atletico Madrid (16.15)
FC Cadiz – FC Getafe (18.30)
Real Madrid – Deportivo Alaves (21.00)
Sonntag, 20. Februar (14 Uhr)
Espanyol Barcelona – FC Sevilla
FC Valencia – FC Barcelona (16.15)
Betis Sevilla – RCD Mallorca (18.30)
Athletic Bilbao – Real Sociedad (21.00)
Montag, 21. Februar (21 Uhr)
Celta Vigo – UD Levante
SERIE A
1. 3.
2. 1.
3. 2.
4. 4.
5. 5.
6. 6.
7. 7.
8. 8.
9. 9.
10. 10.
11. 11.
12. 12.
13. 13.
14. 14.
15. 15.
16. 16.
17. 17.
18. 18.
19. 19.
20. 20.
25.
Verein
AC Mailand
Inter Mailand (M)
SSC Neapel
Juventus Turin (P)
Atalanta Bergamo
Lazio Rom
AS Rom
AC Florenz
Hellas Verona
FC Turin
FC Empoli (N)
Sassuolo Calcio
FC Bologna
Udinese Calcio
Spezia Calcio
Sampdoria Genua
Cagliari Calcio
FC Venedig (N)
CFC Genua 1893
US Salernitana (N)
SP
25
24
25
24
23
25
25
23
25
24
25
25
24
24
24
25
25
24
25
24
SPIELTAG
12. – 14. 2. 2022
3:0
1:1
1:2
1:0
1:1
1:1
4:0
2:2
*
1:0
1:0
1:1
1:0
1:0
1:1
2:0
0:1
Bologna
Inter
Venedig
Sampdoria
Cagliari
Salernitana
Udinese
AS Rom
Juventus
MONTAG, 14. FEBRUAR
20.45 UHR
Lazio
Neapel
Torino
Milan
Empoli
Genua 1893
Hellas
Sassuolo
Atalanta
La Spezia (0:3) Florenz
*) Bei Redaktionsschluss nicht beendet
S
U
N
17 4 4
16 6 2
16 5 4
13 6 5
12 7 4
12 6 7
12 4 9
11 3 9
10 6 9
9 5 10
8 7 10
7 9 9
8 4 12
6 9 9
7 5 12
6 5 14
4 9 12
5 6 13
1 12 12
3 4 17
T
50:26
55:20
46:17
36:21
45:28
52:39
42:32
41:33
47:40
31:25
38:48
41:44
29:40
33:40
26:44
33:42
25:46
22:43
21:46
17:56
D
+ 24
+ 35
+ 29
+ 15
+ 17
+ 13
+ 10
+8
+7
+6
- 10
-3
- 11
-7
- 18
-9
- 21
- 21
- 25
- 39
bündig
P
NACHHOLSPIEL VOM 21. SPIELTAG
Mittwoch, 16. Februar (19 Uhr):
Atletico Madrid – UD Levante
SPIELTAG
FC Sevilla
Cadiz
Villarreal
Rayo
Atletico
Alaves
Levante
San Sebastian
Espanyol
S
P
55
54
53
45
43
42
40
36
36
32
31
30
28
27
26
23
21
21
15
12
26. SPIELTAG
Freitag, 18. Februar (20.45 Uhr)
Juventus Turin – FC Turin
Samstag, 19. Februar (15 Uhr)
Sampdoria Genua – FC Empoli
AS Rom – Hellas Verona (18.00)
US Salernitana – AC Mailand (20.45)
Sonntag, 20. Februar (12.30 Uhr)
AC Florenz – Atalanta Bergamo
FC Venedig – CFC Genua 1893 (15.00)
Inter Mailand – Sassuolo Calcio (18.00)
Udinese Calcio – Lazio Rom (20.45)
Montag, 21. Februar (19 Uhr)
Cagliari Calcio – SSC Neapel
FC Bologna – Spezia Calcio (21.00)
kurz
1. 1.
2. 2.
3. 3.
4. 5.
5. 4.
6. 6.
7. 7.
8. 8.
9. 12.
10. 10.
11. 9.
12. 11.
13. 13.
14. 14.
15. 15.
16. 16.
17. 17.
18. 19.
19. 18.
20. 20.
Verein
71
Rangers bleiben dran
Vor dem Hinspiel im K.-o.Runden-Play-off der Europa
League in Dortmund gewannen die Glasgow Rangers 2:0
gegen Hibernian Edinburgh.
Damit liegt die Mannschaft
von Trainer Giovanni van
Bronckhorst in der schottischen Liga weiter nur einen
Zähler hinter Celtic.
Frankreich
Paris SG - Stade Rennes
Montpellier - Lille OSC
Olymp. Lyon - OGC Nizza
AS Monaco - FC Lorient
Angers SCO - RC Straßburg
Stade Brest - ES Troyes AC
Clermont Foot - AS St. Etienne
FC Nantes - Stade Reims
RC Lens - Bordeaux
FC Metz - Ol. Marseille
1. Paris SG (P)
24
2. Olympique Marseille 23
3. OGC Nizza
24
4. Racing Straßburg
24
5. Stade Rennes
24
6. AS Monaco
24
7. Olympique Lyon
24
8. RC Lens
24
9. FC Nantes
24
10. Lille OSC (M)
24
11. Montpellier HSC
24
12. Stade Brest
24
13. Angers SCO
24
14. Stade Reims
24
15. Clermont Foot (N)
24
16. ES Troyes AC (N)
24
17. FC Lorient
24
18. AS St. Etienne
24
19. FC Metz
23
20. Girondins Bordeaux 24
1:0
0:1
2:0
0:0
0:1
5:1
1:2
1:0
3:2
*
52:19 59
36:20 43
36:21 42
46:29 41
43:22 37
37:26 37
33:30 37
39:35 36
31:28 35
32:35 35
38:34 34
33:36 31
30:35 29
27:28 27
24:41 24
21:36 21
20:38 21
24:45 21
24:43 20
36:61 20
Portugal
Porto - Sp. Lissabon
2:2
Sporting Braga - Pacos Ferreira
2:1
Benfica - CD Santa Clara
2:1
Portimonense - Boavista Porto
1:1
GD Estoril Praia - Tondela
1:0
FC Famalicao - Moreirense
5:0
Belenenses - Guimaraes
*
Vizela - Gil Vicente
*
FC Arouca - Maritimo
Mo.
1. FC Porto
22 57:16 60
2. Sporting Lissabon (M) 22 43:15 54
3. Benfica Lissabon
22 58:20 50
4. Sporting Braga (P) 22 39:23 41
5. FC Gil Vicente
21 32:24 34
6. Vitoria Guimaraes
21 32:26 30
7. GD Estoril Praia (N) 22 26:24 30
8. SC Portimonense
22 22:24 27
9. Maritimo Funchal
21 25:30 25
10. CD Santa Clara
22 26:41 24
11. Vizela (N)
21 24:36 23
12. Boavista Porto
22 25:34 21
13. Pacos de Ferreira
22 16:26 21
14. FC Famalicao
22 28:37 20
15. CD Tondela
22 29:44 20
16. FC Moreirense
22 22:37 19
17. FC Arouca (N)
21 19:38 18
18. Belenenses
21 13:41 12
Belgien
RFC Seraing - R. Antwerp FC
KAS Eupen - KAA Gent
OH Leuven - Cercle Brügge
KV Mechelen - KV Oostende
Zulte Waregem - RSC Anderlecht
KRC Genk - Standard
Saint-Gilloise - St. Truidense VV
Club Brügge - RSC Charleroi
Beerschot - KV Kortrijk
Nachtrag von Mittwoch:
Zulte Waregem - KV Oostende
OH Leuven - KRC Genk
0:1
0:1
3:2
3:0
1:2
2:0
0:1
*
*
0:0
2:1
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
Breitenreiter siegt
Ex-Meister FC Basel hat in
der Schweiz das Verfolgerduell beim von David Wagner
trainierten Titelverteidiger
YB Bern 1:3 verloren. Unangefochten an der Tabellenspitze liegt weiter der von
André Breitenreiter trainierte
FC Zürich, der gegen Lugano
leicht mit 3:0 gewann.
Union St. Gilloise (N)
Royal Antwerp FC
RSC Anderlecht
Club Brügge (M)
KAA Gent
RSC Charleroi
KV Mechelen
KRC Genk (P)
OH Leuven
Cercle Brügge
St. Truidense VV
KV Kortrijk
Standard Lüttich
KV Oostende
KAS Eupen
SV Zulte Waregem
RFC Seraing (N)
K. Beerschot VA
27
27
27
26
27
26
25
26
26
27
27
26
26
27
27
27
27
25
59:22
47:28
58:32
47:32
39:27
42:33
45:41
50:38
39:42
38:34
30:37
31:32
29:42
27:52
32:46
37:56
26:53
25:54
60
53
48
48
43
43
42
38
36
35
34
34
29
28
27
26
23
13
Türkei
Altay SK - Rizespor
0:0
Basaksehir - Gaziantep
2:0
Giresunspor - Fenerbahce
1:2
Galatasaray - Kayserispor
1:1
Sivasspor - Yeni Malatyaspor
2:1
Antalyaspor - Fatih Karagümrük
3:0
Kasimpasa - Alanyaspor
2:2
Trabzonspor - Konyaspor
2:1
Adana Demirspor - Besiktas
Mo.
Hatayspor - Göztepe Izmir
Mo.
1. Trabzonspor
25 44:18 60
2. Konyaspor
24 36:18 48
3. Adana Demirspor (N) 24 38:26 40
4. Basaksehir
24 34:23 40
5. Alanyaspor
25 44:36 40
6. Fenerbahce SK
25 38:30 40
7. Besiktas (M, P)
24 35:31 37
8. Hatayspor
24 35:38 36
9. Gaziantep FK
24 32:31 35
10. Kayserispor
25 36:36 35
11. Sivasspor
25 33:30 34
12. Fatih Karagümrük
25 30:39 33
13. Galatasaray
25 30:35 29
14. Kasimpasa SK
25 32:34 28
15. Antalyaspor
25 26:34 28
16. Göztepe Izmir
24 28:33 27
17. Giresunspor (N)
25 23:28 26
18. Rizespor
25 22:42 23
19. Altay SK (N)
25 26:38 22
20. Yeni Malatyaspor
24 19:41 16
Niederlande
Heracles Almelo - FC Utrecht
1:0
FC Groningen - Fortuna Sittard
0:1
SC Cambuur - PEC Zwolle
3:4
Vitesse Arnhem - PSV Eindhoven
0:5
Go Ahead Eagles - AZ Alkmaar
1:4
Sp. Rotterdam - Tilburg
1:0
RKC Waalwijk - Feyenoord
0:2
Heerenveen - NEC Nijmegen
0:1
Ajax Amsterdam - Enschede
5:0
1. Ajax Amsterdam (M, P) 22 69:5 54
2. PSV Eindhoven
22 54:28 49
3. Feyenoord
22 52:19 48
4. AZ Alkmaar
22 43:26 42
5. Twente Enschede
22 34:27 41
6. Vitesse Arnhem
22 27:36 36
7. FC Utrecht
22 39:29 35
8. NEC Nijmegen (N)
22 27:31 30
9. SC Cambuur (N)
22 38:47 30
Boateng schaut zu
Da Trainer Peter Bosz Verteidiger Jerome Boateng nicht
in den Kader für das wichtige
Spiel von Olympique Lyon
gegen Nizza (2:0) berufen
hatte, wird in Frankreich
erneut über Spannungen
zwischen dem Profi und
Mitspielern sowie Spieler
und Coach spekuliert.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
FC Groningen
SC Heerenveen
Heracles Almelo
RKC Waalwijk
Go Ahead Eagles (N)
Willem II Tilburg
Fortuna Sittard
Sparta Rotterdam
PEC Zwolle
22
22
22
22
22
22
22
22
22
25:31
20:31
23:30
24:36
22:38
21:41
24:50
17:35
17:36
25
25
23
22
22
21
19
17
16
Österreich
Rapid Wien - RB Salzburg
1:2
Wolfsberger AC - SV Ried
2:1
WSG Tirol - Sturm Graz
2:2
SCR Altach - Austria Wien
0:2
Hartberg - FC Admira Wacker
1:1
Linzer ASK - Austria Klagenfurt
2:2
1. RB Salzburg (M, P) 19 44:13 48
2. Wolfsberger AC
19 33:29 34
3. Sturm Graz
19 39:28 32
4. Austria Klagenfurt (N) 19 28:29 26
5. Rapid Wien
19 28:29 24
6. Austria Wien
19 26:22 24
7. SV Ried
19 25:36 24
8. TSV Hartberg
19 29:29 22
9. Linzer ASK
19 25:28 21
10. WSG Tirol
19 27:37 20
11. FC Admira Wacker
19 22:26 17
12. SCR Altach
19 10:30 13
Schweiz
Lausanne - Grasshoppers
FC St. Gallen - Servette Genf
Young Boys - FC Basel
FC Luzern - FC Sion
FC Zürich - FC Lugano
1. FC Zürich
21
2. Young Boys Bern (M) 21
3. FC Basel
21
4. FC Lugano
21
5. Servette Genf
21
6. Grasshoppers (N)
21
7. FC Sion
21
8. FC St. Gallen
21
9. FC Luzern (P)
21
10. Lausanne-Sport
21
0:2
5:1
3:1
1:0
3:0
50:27 49
50:26 39
45:25 37
27:29 33
34:39 28
35:31 26
29:39 25
35:44 23
22:41 14
19:45 12
Schottland
Nachtrag von Mittwoch:
FC Aberdeen - Celtic
Dundee Utd. - FC Motherwell
Hearts - FC Dundee
Rangers - Hibernian
Ross County - FC Livingston
FC St. Mirren - St. Johnstone
1. Celtic Glasgow
26
2. Glasgow Rangers (M) 26
3. Heart of Midlothian (N) 26
4. Dundee United
26
5. FC Motherwell
26
6. FC St. Mirren
25
7. Hibernian
26
8. FC Livingston
26
9. FC Aberdeen
25
10. Ross County
26
11. FC Dundee (N)
25
12. FC St. Johnstone (P) 25
2:3
2:0
1:2
2:0
1:1
2:1
57:15 63
55:21 62
35:27 43
21:27 33
27:39 33
25:34 32
26:30 31
25:33 30
30:32 29
38:44 27
21:42 21
14:30 19
*) bei Redaktionsschluss nicht beendet
Weitere Tabellen finden Sie auf unserer Website unter
www.kicker.de/tabellen-international
3. LIGA
Garantiert: Erneute Emotionen
Auch wenn die Friedenspfeife
geraucht wurde: Es ging hoch
her im Spitzenspiel. Jetzt hat
der FC K Mannheim im Blick.
Als die Schlacht geschlagen und
der letzte Satz gesprochen war,
erhob sich Marco Antwerpen vom
Stuhl, ging lächelnd auf Christian
Titz zu und nahm seinen Magdeburger
Trainerkollegen in den Arm. Eine Hand
über die Schulter des jeweils anderen gelegt
verließen beide die Pressekonferenz, als
wären sie beste Freunde. Eine Geste wie
eine Friedenspfeife und allemal ein passenderer Schlusspunkt hinter den Schlager
als das, was sich in der Nachspielzeit direkt
vor Antwerpens Nase zugetragen hatte. Bis
dahin waren beide Teams meist Herr ihrer
Gefühle gewesen, ein Piesacken hier, eine
Geste da – mehr nicht. Nach einem ebenso
unnötigen wie rüpelhaften Beide-Beine-voraus-Foul des Magdeburgers Florian Kath
nahe der Außenlinie aber tummelte sich in
Antwerpens Coaching Zone plötzlich alles,
was noch ein bisschen Kraft für Aufruhr generieren konnte. Solche Attacken direkt vor
der Trainerbank, da komme es eben meist
zu derlei Reaktionen, sagte Antwerpen, „es
ist nicht schön, wir hätten das auch gerne
vermieden, aber es ist nun mal so“.
Im Gros taten die Rivalen alles dafür,
den Gipfel nicht in den Verdacht eines
Etikettenschwindels geraten zu lassen. Die
10 000 zugelassenen Betrachter auf dem
Betzenberg labten sich an 90 Minuten voller
M AG D EB UR G
Ein Spitzenspiel mit Hand und Fuß: Besonders am Ende kam es zwischen
Kaiserslautern und Magdeburg zu unschönen Szenen mit Rudelbildung.
Rasse und Klasse, die durch das 2:2 gebührend abgebildet wurden. Antwerpen sprach
von einem Resultat, mit dem er und die
Seinen sehr gut leben könnten, beide Teams
hätten sich „überragend“ präsentiert. Mit
jenem Attribut versah der 50-Jährige auch
die Comeback-Qualitäten seiner Elf, „wir
waren in der zweiten Halbzeit richtig griffig
und haben uns auch von Rückschlägen
nicht unterkriegen lassen“.
Nicht von Baris Atiks verwandeltem
Elfmeter zum 1:2 unmittelbar nach Boris
Tomiaks Ausgleich, nicht von Marlon Ritters beklagenswert vergebenem Strafstoß.
Auch nicht von jener ausgelassenen Riesenchance zu Beginn, als bei einem Freistoß
die Magdeburger Abseitsfalle missriet und
fünf Spieler des FCK frei im Sechzehnmeterraum lauerten, Philipp Hercher aber
den richtigen Moment für eine Hereingabe verpasste. Nach vier Erfolgen in Serie
mussten die Roten Teufel erstmals wieder
Gegentreffer hinnehmen, die Einstellung
des Heimrekordes aus dem Jahr 2003, als
am Stück sechs Siege zu null gelangen, missglückte. Petitessen. Der FCK hat die 2. Liga fest
im Blick. Nächster Halt: Mannheim. Emotionen erneut garantiert.
ANDREAS BÖHM
Die Verträge von Titz, Schork und Atik laufen aus
Foto: Eibner
Ein Trio vor der Verlängerung
Mit dem 2:2 in Kaiserslautern wahrte der FCM den
Zwölf-Punkte-Vorsprung auf den ersten Verfolger. Dabei prallten zwei
Spielphilosophien aufeinander, versuchten die Elbestädter mit Ballbesitz und ihren
drei quirligen Angreifer dem
brachialen Druck der Pfälzer
standzuhalten. Mit dem Verlauf der am Ende turbulenten
Partie zeigte sich Christian
Titz nicht zufrieden, denn seine Mannschaft konnte eine
zweimalige Führung nicht
behaupten. „Wir haben das
Spiel aus der Hand gegeben.
Nach dem 1:1 wurde das Spiel
hitziger und ein Stück weit
körperlicher, und wir haben
es dann nicht mehr so sauber gespielt, wie ich es mir
gewünscht und vorgestellt
habe,“ so der Trainer am Tag
seines einjährigen Dienstjubiläums bei den Magdeburgern.
Das sah auch Alexander
Bittroff (33), der nach längerer
Verletzung sein erstes Spiel
in diesem Jahr über die volle
Distanz absolvierte, so: „Wie
wir die Tore machen, ist gut.
Wie wir die Gegentore fressen,
ist zu einfach. Da machen wir
zu einfache Fehler in der eigenen Hälfte.“ Das traf auch auf
die Innenverteidiger Bittroff
und Tobias Müller zu. Müller
meinte: „Wenn man zweimal
führt, dann willst du es auch
über die Zeit bringen.“
Magdeburgs Geschäftsführer Sport, Otmar Schork,
sagte am Rande des Spiels
bei MagentaSport zu seiner
Zukunft und der von Trainer
Titz, deren Verträge auslaufen: „Es ist definitiv so, dass
Christian und ich die gemeinsame Zukunft des Vereins planen, und von daher gehen wir
davon aus, dass wir beide auch
gemeinsam weitermachen.“
Das gelte übrigens auch für
den Ausnahmespieler Baris
Atik, der nach seinem Treffer
bei 14 Toren und 13 Assists
steht.
HANS-JOACHIM MALLI
D I E TI TZ-TAB ELLE
Mit 17 Zählern Vorsprung
Unter Trainer Christian Titz hat Magdeburg in
42 Partien 88 Punkte geholt (im Schnitt 2,1),
17 mehr als der Zweitplatzierte in dieser Zeit.
27 Partien (64,3 %) hat der FCM gewonnen.
Verein
Spiele
Tore
Pkte
1. FC Magdeburg
42
80:40 88
1. FC Saarbrücken
43
74:54 71
1860 München
40
66:46 66
1. FC Kaiserslautern
40
64:39 65
Waldhof Mannheim
41
54:50 61
SV Wehen Wiesbaden
42
52:51 58
FC Viktoria Köln
41
55:63 56
SV Meppen
42
48:67 56
FSV Zwickau
41
50:49 54
Hallescher FC
40
52:58 49
MSV Duisburg
42
59:81 48
SC Verl
42
60:70 46
Türkgücü München
40
40:64 37
Aufgelistet sind nur jene 13 Klubs, die auch schon
vergangene Saison Drittligist waren.
14. FEBRUAR 2022
73
MANNHEIM
Martinovic tut es
„verdammt weh“
WÜ RZB URG
Foto: foto2press
Ein Tor, das
nicht weiterhilft:
Marvin Pourié
(rotes Trikot) trifft
kurz nach seiner
Einwechslung.
Auch unter Trainer Santelli setzt sich der freie Fall fort
Pourié allein hilft auch nicht weiter
Man kann nicht behaupten, die Würzburger Verantwortlichen hätten dem drohenden Absturz tatenlos zugeschaut. Zwei
Tage vor dem Kellerduell mit Duisburg
zog der Tabellenletzte noch einmal alle verbliebenen
Register: Zum zweiten Mal in dieser Saison wurde der
Trainer getauscht, statt Danny Schwarz saß am Samstag Ralf Santelli auf der Bank. Der 51-jährige Leiter
des Würzburger NLZ war bereits in der vergangenen
Zweitliga-Saison am Ende als Trainer eingesprungen. Und mit Schwarz’ Freistellung endete auch
die Verbannung von Marvin Pourié. Der Stürmer,
der seit dem Rückrundenstart wegen teaminternen
Streitigkeiten suspendiert war, trainiert wieder mit
der Mannschaft, wurde gegen Duisburg eingewechselt und erzielte direkt sein fünftes Saisontor.
Und trotzdem reichte es am Ende nicht zum
dringend benötigten Befreiungsschlag. Mit dem
1:2 schrumpfen die Hoffnungen der Unterfranken,
den freien Fall aus der 2. Liga in die Regionalliga
noch verhindern zu können, auf ein Minimum. Die
DUISBURG
Stimmung war dementsprechend geknickt. Einzig
Pourié stellte sich den Medien. „Wir sollten aufhören,
alles schönzureden“, sagte der 31-Jährige. „Es ist eine
ganz, ganz beschissene Situation. Jeder in der Stadt
wusste, dass wir heute drei Punkte holen mussten.“
„In der ersten Halbzeit war uns Duisburg in
allen Belangen überlegen“, so der Angreifer weiter,
und auch das recht ideenlose Aufbäumen nach seiner Einwechslung wollte Pourié nicht überbewerten:
„Wir müssen aufhören, darüber zu sprechen, dass wir
in der zweiten Halbzeit vielleicht ein anderes Gesicht
gezeigt haben. Eine Halbzeit reicht aber nicht.“
Er selbst habe sich in den vergangenen Wochen
trotz Angeboten dafür entschieden, in Würzburg zu
bleiben: „Ich verlasse kein sinkendes Schiff“, sagte
er, das Verhältnis zu den Mitspielern sei „top in
Ordnung“. Nun gelte es, die Restchance nicht leichtfertig zu vergeben. „Schnauze halten, bescheiden
sein – das hätten wir von Anfang der Saison schon
sein sollen. Einen gradlinigen Weg gehen – darauf
kommt es jetzt an.“
FRANK KRANEWITTER
Der dritte Auswärtssieg in Folge hievt den MSV über den Strich
Schmidts Plan mit Knoll geht auf
Duisburg befindet sich
seit Monaten im Krisenmodus, entwickelt sich
gleichzeitig aber zur
Auswärtsmacht. Mit dem 2:1 im
Kellerduell in Würzburg verbuchte der MSV den dritten Sieg in
der Fremde in Folge und verließ
die Abstiegsränge. Am Samstag
kommt Türkgücü München an
die Wedau, ein weiteres Schlüsselduell mit einem direkten Konkurrenten. „Wir müssen da definitiv
nachlegen“, sagt Kapitän Moritz
Stoppelkamp. Im eigenen Stadion
hatte der MSV zuletzt viermal in
Folge verloren.
Im Schlüsselspiel in Würzburg wartete Trainer Hagen
Schmidt (52) einmal mehr mit
einer taktischen Veränderung auf.
Er zog Neuzugang Marvin Knoll
aus der Abwehrkette ins defensive
Mittelfeld vor, Marvin Bakalorz
nahm dafür die zentrale Position
in der Defensive ein – und der
Plan ging auf. Beim internen
Wechsel habe die Kopfballstärke
von Bakalorz den Ausschlag gegeben, erklärte Schmidt. „Und Knoll
hat das Spiel vor der Kette sehr gut
organisiert“, lobte der Trainer den
31-Jährigen, der im Winter vom
FC St. Pauli gekommen war.
Zu den Matchwinnern zählte auch Aziz Bouhaddouz. Der
Stürmer hatte zuletzt wegen eines
Zehenbruchs gefehlt, gab nun
aber kurzfristig grünes Licht für
seinen Einsatz. Der 34-Jährige
brachte die Zebras schon in der
4. Minute mit seinem Treffer
zum 1:0 auf die Siegerstraße, es
war sein neuntes Saisontor. „Die
letzten Wochen waren sehr heftig
für uns “, sagte der ehemalige marokkanische Nationalspieler, der
als Kleinkind nach Deutschland
gekommen war. „Ich denke, dass
wir jetzt wieder auf einem guten
Weg sind.
DIRK RETZLAFF
„Das tut verdammt weh,
wir müssen uns das selbst
ankreiden“, sagte Dominik
Martinovic. Der Stürmer des
SV Waldhof war nach dem 0:0 bei
Türkgücü München konsterniert.
„Wir hatten heute ein paar Spieler, die
mit einem Doppelpack das Spielfeld
hätten verlassen können“, erklärte
der beste Torschütze der Mannheimer nach dem Chancenwucher, der
einen Auswärtssieg im Kampf um
die Spitzenplätze verhindert hatte.
Zeitweilig waren die Waldhöfer
drückend überlegen, verloren aber
zwei Zähler, weil keiner der 13 torgefährlichen Abschlüsse den Weg ins
Tor fand. Vor dem Südwest-Derby
gegen Kaiserslautern bedeutete das
Remis einen kleinen Rückschlag,
weil es dem SVW nicht gelang, den
Rückstand zum Rivalen aus der Pfalz
zu verringern. Patrick Glöckner wehrte sich aber dagegen, zu kritisch mit
der Leistung umzugehen. „Wir hatten
eine sehr schlechte Torchancenverwertung, ansonsten haben wir ein
gutes Spiel gemacht“, erklärte der
Trainer.
MICHAEL WILKENING
ME P P E N
Feigenspan
verspricht mehr
In der Nachspielzeit erzielte
Mike Feigenspan bei seinem
Heimdebüt den Ausgleich.
Während Meppens Winterneuzugang, der in der 69. Minute für
René Guder eingewechselt worden
war, jubelnd in Richtung Eckfahne
abdrehte, bebte die Hänsch-Arena
vor Erleichterung. Der Jubel auf den
Zuschauerrängen sorgte für Gänsehaut. Meppen hatte erst einen Tag
zuvor die Erlaubnis bekommen, 5000
statt 500 Tickets zu verkaufen.
„Ich war glücklich, dass ich ihn
so gut getroffen habe, weil ich gesehen habe, dass er vorher noch mal
aufkommt“, erklärte der Torschütze.
„Und der Fünfer ist nicht gerade ein
Teppich, und dann habe ich ihn halt
gut erwischt.“ Der 26-jährige Ausgleichs-Held schien nach seinem ersten Tor im SVM-Dress Blut geleckt zu
haben. Er freut sich darauf, dass die
Hänsch-Arena wieder zu 100 Prozent
ausgelastet werden darf. „Auf jeden
Fall war es eine super Stimmung.
Schade, dass nur 5000 da waren. Ich
denke, da kann noch ein bisschen
mehr passieren.“ HENNING HARLACHER
26.
SPIELTAG
11. – 14. 2. 2022
Halle
Kaiserslautern
Würzburg
Meppen
Türkgücü
Braunschweig
Dortmund II
Vikt. Berlin
Wiesbaden
2:0
2:2
1:2
1:1
0:0
1:1
1:0
1:1
1:0
1:0
0:1
0:2
0:1
1:1
0:0
1:0
0:0
Zwickau
Magdeburg
Duisburg
TSV 1860
Mannheim
Freiburg II
Havelse
Verl
Saarbrücken
MONTAG, 14. FEBRUAR
19.00 UHR
Vikt. Köln (0:3) Osnabrück
NACHHOLSPIELE
MITTWOCH, 16. FEBRUAR
21., 22. Spieltag
19.00 UHR
Vikt. Berlin (4:0) Braunschweig
Türkgücü (1:1) TSV 1860
27. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEBRUAR
19.00 UHR
Verl (3:1) Zwickau
SAMSTAG, 19. FEBRUAR
Saarbrücken
Duisburg
Magdeburg
Freiburg II
Wiesbaden
Osnabrück
(0:0)
(0:1)
(2:0)
(1:0)
(1:3)
(2:2)
14.00 UHR
Vikt. Köln
Türkgücü
Dortmund II
Meppen
Vikt. Berlin
Braunschweig
SONNTAG, 20. FEBRUAR
13.00 UHR
SONNTAG, 20. FEBRUAR
14.00 UHR
MONTAG, 21. FEBRUAR
19.00 UHR
Havelse (0:0) Würzburg
Mannheim (0:0) Kaiserslautern
TSV 1860 (1:1) Halle
TOR S CH ÜTZ EN
Tore
14 (1)
13 (1)
12 (–)
11 (–)
11 (–)
11 (–)
11 (–)
10 (–)
10 (–)
10 (–)
9 (–)
9 (1)
9 (–)
Spieler
Atik (1. FC Magdeburg)
Nilsson (SV Wehen Wiesbaden)
Tankulic (SV Meppen)
Ademi (MSV Duisburg)
Eberwein (Hallescher FC)
Martinovic (Waldhof Mannheim)
Grimaldi (1. FC Saarbrücken)
Taz (Bor. Dortmund II)
Schuler (1. FC Magdeburg)
Bär (TSV München 1860)
Lauberbach (Eintr. Braunschweig)
Bouhaddouz (MSV Duisburg)
Schnatterer (Waldhof Mannheim)
G ROTE KARTE
niemand
GG GELB-ROTE KARTE
Gambos (Vikt. Berlin)
S P I EL ER D ES TAG ES
Franco Flückiger
Türkgücü München
„Wir Torhüter bekommen in manchen
Spielen zwei, drei Aktionen“, erklärte Franco
Flückiger seinen mitunter recht undankbaren Job, „manchmal acht, neun; und
dann gilt‘s halt da zu sein“. Am Samstag,
beim 0:0 gegen den SV Waldhof, war
der 30-Jährige so was von da, dass
selbst der gegnerische Angreifer Dominik Martinovic verzweifelt berichtete,
dass „das schon brutal“ gewesen sei, „er
hat heute acht, neun Chancen gehalten,
die ein Torwart normalerweise nicht
hält.“
MATTHIAS HORNER
Hallescher FC – FSV Zwickau 2:0 (1:0)
Halle: Schreiber (2) – Vollert (3), Nietfeld
(2,5), Landgraf (3) – Kreuzer (3), Löhmannsröben (3,5; 72. Bösel/-), Titsch Rivero
(2), Guttau (2,5; 64. Sternberg/-) – Shcherbakovski (3,5; 46. Wosz/3,5) – Eberwein (3;
90./+2 Samson/-), Huth (2,5; 72. Zulechner/-) – Trainer: A. Meyer
Zwickau: Brinkies (3) – Butzen (4), Nkansah
(3,5; 46. Reinthaler/4), Frick (4), Coskun
(3,5) – Syhre (3,5; 46. Könnecke/4) – Göbel
(3,5), Möker (4; 63. Gomez/-), Voigt (3; 70.
Hilßner/-) – Lokotsch (4; 46. Baumann/4),
König (4) – Trainer: Enochs
Tore: 1:0 Huth (6.), 2:0 Titsch Rivero (57.) –
SR: Fuchs (Bergisch Gladbach), Note 3 –
Zuschauer: 4280 – Gelb: Titsch Rivero,
Bösel, Trainer A. Meyer – Nkansah, Butzen –
Spieler des Spiels: Marcel Titsch Rivero
Kaiserslautern – Magdeburg 2:2 (0:1)
Kaiserslautern: Raab (3) – Tomiak (2,5),
Kraus (4,5), Ciftci (2,5) – Hercher (3,5),
Ritter (4), Zuck (2) – Klingenburg (4,5; 46.
Götze/3), Redondo (4; 63. Kiprit/-), Wunderlich (3) – Boyd (3,5) – Trainer: Antwerpen
Magdeburg: Reimann (2,5) – Obermair
(3,5), T. Müller (3), Bittroff (3), Bell Bell (4;
59. Kath/4,5) – A. Müller (3,5), Condé (3),
Krempicki (3,5; 71. Malachowski/-), Conteh
(2,5; 72. Ceka/-), Ito (2,5) – Atik (2; 82.
Brünker/-) – Trainer: Titz
Tore: 0:1 Conteh (32.), 1:1 Tomiak (52.), 1:2
Atik (55., FE), 2:2 Zuck (67.) – SR: Siewer
(Olpe), Note 3 – Zuschauer: 10 000 (ausverkauft) – Gelbe Karten: Tomiak, Ciftci,
Hercher – Bell Bell, A. Müller, Ceka, Kath,
Trainer Titz – Bes. Vorkommnis: Reimann
hält FE von Ritter (58.) – Spieler des
Spiels: Baris Atik
Würzburg – MSV Duisburg
1:2 (0:2)
Würzburg: Bonmann (4) – Schneider (4;
57. Pepic/5), Strohdiek (4,5), Kraulich (5),
3 . L I GA
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
1.
2.
3.
4.
6.
5.
8.
7.
9.
10.
12.
11.
15.
13.
14.
17.
16.
18.
19.
20.
Verein
SP
S
U
N
T
D
P
1. FC Magdeburg
1. FC Kaiserslautern
1. FC Saarbrücken
Eintr. Braunschweig (A)
SV Waldhof Mannheim
VfL Osnabrück (A)
Bor. Dortmund II (N)
SV Meppen
TSV München 1860
SV Wehen Wiesbaden
SC Freiburg II (N)
FSV Zwickau
Hallescher FC
FC Viktoria Köln
FC Viktoria 1889 Berlin (N)
MSV Duisburg
SC Verl
Türkgücü München
TSV Havelse (N)
Würzburger Kickers (A)
26
25
26
25
26
25
26
26
24
26
26
25
25
25
23
26
26
25
26
26
18
13
12
11
11
11
12
12
9
10
8
7
7
8
7
8
5
5
5
3
4
7
7
9
9
8
5
5
10
7
9
11
8
5
6
2
10
8
5
9
4
5
7
5
6
6
9
9
5
9
9
7
10
12
10
16
11
12
16
14
57:25
39:15
42:33
41:25
39:30
38:26
39:30
36:39
39:32
34:31
25:37
31:33
30:35
29:41
33:32
34:52
36:48
24:37
22:46
18:39
+ 32
+ 24
+9
+ 16
+9
+ 12
+9
-3
+7
+3
- 12
-2
-5
- 12
+1
- 18
- 12
- 13
- 24
- 21
58
46
43
42
42
41
41
41
37
37
33
32
29
29
27
26
25
23
20
18
L. Breunig (3,5) – Hägele (4), Perdedaj (4) –
Kopacz (5), M. Breunig (4,5; 57. Pourié/3),
Stefaniak (3) – Becker (4,5) – Trainer:
Santelli
Duisburg: Weinkauf (3) – Fleckstein (3),
Bakalorz (2,5), Steurer (3) – Feltscher (4,5),
Knoll (3), Kwadwo (4) – Stierlin (4; 64.
Frey/-), Stoppelkamp (2,5; 86. Pusch/-) –
Yeboah (3,5; 70. Ajani/-), Bouhaddouz (3;
86. Ademi/-) – Trainer: Schmidt
Tore: 0:1 Bouhaddouz (4.), 0:2 Stoppelkamp
(39., FE), 1:2 Pourié (72.) – SR: Bokop
(Vechta), Note 4 – Zuschauer: 2327 –
Gelbe Karten: Hägele, Trainer Santelli –
Fleckstein, Stierlin (5., gesperrt), Feltscher
(10., gesperrt), Kwadwo (5., gesperrt) –
Spieler des Spiels: Marvin Bakalorz
SV Meppen – 1860 München 1:1 (0:1)
Meppen: Domaschke (2,5) – Dombrowka
(3), Ballmert (2,5), Bünning (3), Al-Hazaimeh (4; 34. Jesgarzewski/3) – Bähre (3; 46.
Fedl/2,5), Blacha (3; 86. Ametov/-) – Guder
(3,5; 69. Feigenspan/-), Tankulic (2,5),
Faßbender (3,5; 69. Krüger/-) – Sukuta-Pasu
(3) – Trainer: Schmitt
TSV 1860: Hiller (2) – Belkahia (3,5), Moll
(3,5), Lang (3) – Deichmann (3; 89. Morgalla/-), Tallig (4; 76. Goden/-), Dressel
(3), Steinhart (3,5) – Neudecker (2,5; 82.
Linsbichler/-) – Bär (4), Lex (4; 82. Biankadi/-) – Trainer: Köllner
Tore: 0:1 Neudecker (24.), 1:1 Feigenspan
(90.) – SR: Ballweg (Mannheim), Note 4 –
Zuschauer: 5000 (ausverkauft) – Gelbe
Karten: Blacha, Guder – Bär – Spieler des
Spiels: Marco Hiller
Türkgücü – Waldhof Mannheim
0:0
Türkgücü: Flückiger (2) – Kuhn (3), Sorge
(3), Chato (3,5), Römling (2,5) – Rieder
(3), Gorzel (3,5; 66. Jakobi/-) – Mickels (4;
46. Karweina/3), Irving (3,5; 66. Knöll/-),
Scepanik (2,5; 85. Sararer/-) – Hottmann
(4; 56. Türpitz/3,5) – Trainer: Heraf
Mannheim: Königsmann (3) – Costly (3,5;
85. Butler/-), Gohlke (3), Seegert (2,5),
Rossipal (3) – Höger (3), Wagner (3; 69.
Saghiri/-) – Lebeau (3,5; 62. Kother/-),
Schnatterer (3; 62. Boyamba/-) – Sohm (3),
Martinovic (3) – Trainer: Glöckner
SR: Greif (Gotha), Note 2 – Zuschauer:
1000 – Gelbe Karten: Jakobi, Scepanik,
Rieder – Martinovic – Spieler des
Spiels: Franco Flückiger
Braunschweig – SC Freiburg II 1:1 (1:1)
Braunschweig: Fejzic (3,5) – Marx (4),
Schultz (4,5), Strompf (5), Schlüter (4; 73.
Kijewski/-) – Krauße (4; 81. Girth/-), Nikolaou (4) – Müller (3,5; 60. Consbruch/4),
Henning (4; 81. Kobylanski/-), Multhaup
(2,5; 73. Pena Zauner/-) – Lauberbach (4) –
Trainer: Schiele
Freiburg II: Sauter (3,5) – Kammerknecht
(3,5), Braun-Schumacher (3,5), Schmidt
(3,5) – Siquet (4; 79. Treu/-), Wagner (3; 87.
Leopold/-), Engelhardt (4), Tauriainen (4; 87.
Risch/-) – Weißhaupt (2,5), Kammerbauer
(4; 60. Kehl/3,5) – Vermeij (4; 79. Kehrer/-) –
Trainer: Stamm
Tore: 0:1 Weißhaupt (23., Elfmeter-Nachschuss), 1:1 Multhaup (29.) – SR: Ittrich
(Hamburg), Note 2 – Zuschauer: 3282 –
Gelbe Karten: Consbruch – Siquet, Vermeij –
Bes. Vorkommnis: Fejzic hält FE von Weißhaupt (23.) – Spieler des Spiels: Noah
Weißhaupt
Dortmund II – TSV Havelse
1:0 (0:0)
Dortmund II: Unbehaun (3) – Papadopoulos
(3), Dams (2), Maloney (3) – Viet (3; 90./+1
Broschinski/-), Hober (3), Pherai (2,5),
Pohlmann (4; 63. Guille Bueno/-) – Taz (3,5;
90./+1 Bah-Traore/-) – Tattermusch (3; 62.
Tachie/-), Njinmah (3,5; 85. Bornemann/-) –
Trainer: Maaßen
Havelse: Quindt (2) – Riedel (3), Plume (3,5;
80. Engelking/-), Fölster (3), Teichgräber
(3) – Düker (4) – Damer (3), Froese (3,5),
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14. FEBRUAR 2022
SA A R B R ÜC K E N
75
Sechste Niederlage im neunten Duell mit Wehen
Zellner ist das nächste Sorgenkind
Atik
Magdeburg
Conteh Stoppelkamp Neudecker Weißhaupt
Magdeburg
Duisburg
Zuck
Kaiserslautern
Carstens
TSV 1860
Freiburg II
Titsch Rivero
Halle
Dams
Tomiak
Wiesbaden Dortmund II Kaiserslautern
Flückiger
Türkgücü
Die endgültige Elf des Tages lesen Sie
in der Donnerstagsausgabe
Jaeschke (4; 85. Cicek/-), Langfeld (3) –
Lakenmacher (3,5) – Trainer: Ziehl
Tor: 1:0 Tachie (72.) – SR: E. Müller (Bremen), Note 3 – Zuschauer: 786 – Gelbe
Karten: Papadopoulos – Riedel, Plume –
Bes. Vorkommnis: Quindt hält HE von Taz
(40.) – Spieler des Spiels: Niklas Dams
Viktoria Berlin – SC Verl
1:1 (1:0)
Vikt. Berlin: Krahl (2) – Cvjetinovic (3),
Lewald (2,5), Hahn (3) – Pinckert (4), Gambos (4,5), Jopek (4; 90. Ogbaidze/-), Ezeh
(3,5) – Makreckis (3; 73. Menz/-), Küc
(2,5; 63. Lucas Falcao/-), Theisen (4; 46.
Seiffert/3,5) – Trainer: Muzzicato
Verl: Thiede (3) – Ochojski (4), Ezekwem
(3,5; 63. Rabihic/-), Schäfer (3), Lannert
(3) – Baack (3,5) – Pernot (4; 84. Saglik/-),
Corboz (4; 74. Stellwagen/-) – Petkov (5; 46.
Grodowski/2,5), Akono (4,5; 74. Koruk/-),
Putaro (4,5) – Trainer: Capretti
Tore: 1:0 Küc (3., FE), 1:1 Grodowski (87.) –
SR: Glaser (Wiesbaden), Note 2 – Zuschauer: 589 – Gelb: Krahl – Lannert, Ezekwem,
Pernot, Stellwagen – Gelb-Rot: Gambos
(68.) – Bes. Vork.: Krahl hält FE von Putaro
(90./+3) – Spieler des Spiels: Julian Krahl
Wiesbaden – Saarbrücken
1:0 (0:0)
Wiesbaden: Stritzel (2,5) – Mrowca (3),
Gürleyen (3), Carstens (2), Kempe (4; 84.
Rieble/-) – Kurt (4), Jacobsen (4) – Goppel
(3; 84. Lankford/-), Thiel (3,5; 74. Wurtz/-),
Brumme (4; 64. Hollerbach/-) – Nilsson
(3) – Trainer: Kauczinski
Saarbrücken: Batz (3,5) – Ernst (4; 75.
Scheu/-), Boeder (3,5), Zellner (-; 25. Uaferro/4), Müller (4,5) – Zeitz (3,5), Gnaase
(3; 63. Hawkins/-) – Jänicke (3,5), Gouras
(4; 75. Steinkötter/-) – Günther-Schmidt
(3,5) – Jacob (4) – Trainer: Koschinat
Tor: 1:0 Nilsson (48.) – SR: Bacher (Amerang-Kirchensur), Note 2 – Zuschauer: 2683 –
Gelbe Karten: Nilsson – Zeitz – Spieler des
Spiels: Florian Carstens
wird immer unterschätzt, wenn
du permanent punktest und gewinnst“, sagt der Coach. „Aber wir
sind in einer schwierigen Phase.
Wir müssen Dinge umstellen und
haben im Training nicht alle an
Bord. Wir müssen daher ein bisschen improvisieren.“
Wann Adriano Grimaldi
zurückkehrt, ist völlig offen. Der
Saarbrücker Top-Torjäger (elf
Treffer) laboriert weiterhin an
einer Reizung der Achillessehne
und der Wadenmuskulatur. Bei
Luca Kerber steht eine genaue Diagnose seiner Kniebeschwerden
auch aufgrund seiner vorangegangen COVID-19-Erkrankung noch
aus. Am Sonntag gesellte sich darüber hinaus mit Leistungsträger
Steven Zellner, der mit Rückenbeschwerden früh ausgewechselt
wurde, ein weiteres Sorgenkind
hinzu. Zum Improvisieren ist
Koschinat also weiterhin gezwungen.
AARON WOLLSCHEID
Foto: imago images
ELF DES TAG E S
Es bleibt dabei: Der FCS
kann in der 3. Liga gegen
den SV Wehen Wiesbaden einfach nicht gewinnen, das 0:1 am Sonntag war
die sechste Niederlage in den
jüngsten neun Duellen (bei drei
Remis). So verpasste Saarbrücken
die Chance, die Patzer der Aufstiegskonkurrenten vom Vortag
auszunutzen. Schuld daran war
laut Uwe Koschinat vor allem
die Phase zwischen der 46. und
70. Minute. „Ich habe die Passivität, mit der wir im Grunde
vom Anstoß weg die zweite Halbzeit gespielt haben, immer noch
nicht verstanden“, ärgerte sich
der FCS-Trainer nach dem Spiel
bei MagentaSport. Zum Beispiel
darüber, wie die Blau-Schwarzen die Flanke und den Kopfball
zum Gegentreffer verteidigten:
Am Flügel störte Mario Müller
nur alibimäßig, in der Mitte verlor
der bis dahin starke Lukas Boeder
Gustaf Nilsson aus den Augen.
Zu hart wollte Koschinat
aber auch aufgrund der personellen Rückschläge in den jüngsten
Wochen nicht mit seiner Mannschaft ins Gericht gehen. „Es
Der Rücken zwickt: Mit Innenverteidiger Steven Zellner droht
der nächste Leistungsträger des 1. FC Saarbrücken auszufallen.
W I E S B A D EN
VERL
HAV E L S E
Goppel erneut
der Vorbereiter
Capretti wünscht Ziehl trauert
sich mehr Effizienz den Chancen nach
Möglich, dass die Kulisse
auch die Heimelf motivierte: Auf der Südtribüne
drückte knapp die Hälfte
der insgesamt 2683 Zuschauer den
Gästen aus Saarbrücken die Daumen,
am Ende aber gab es eine La Ola auf
der Nordseite, vor der Tribüne mit
den Wehen-Fans. Gefeiert wurde
ein 1:0-Erfolg dank Gustaf Nilsson.
Erneut hatte Thijmen Goppel den
Assist geliefert (der Niederländer hat
nun drei der jüngsten vier SVWWTore vorbereitet), seine punktgenaue
Flanke köpfte Nilsson gegen die Laufrichtung von FCS-Torhüter Batz ein.
„Ich habe eine starke Willensleistung gesehen“, fasste Wiesbadens
Coach Markus Kauczinski zusammen, „auf dem schwierigen Platz
war nicht die feine Klinge entscheidend, sondern Emotionen und Leidenschaft.“ Sinnbildlich dafür war
Verteidiger Florian Carstens, der
im Abwehrzentrum kompromisslos, zweikampf- und kopfballstark
agierte.
MATTHIAS SCHLENGER
Gleich sechs Änderungen im
Auswärtsspiel bei Viktoria
Berlin nahm Trainer Guerino
Capretti gegenüber der Vorwoche vor. „Die Jungs aus der zweiten Reihe drängen sich auf. Der eine
oder andere Spieler brauchte auch
eine Pause“, rechtfertigte Capretti
die Wechsel. Die Probleme der Verler
bleiben die Gleichen und sorgen für
Ernüchterung: Die Ostwestfalen ließen zwar nahezu keine Torchance zu,
denn der frühe 1:0-Rückstand durch
das Elfmetertor der Viktoria resultierte nur aus dem naiven Einsteigen von
Lukas Petkov im eigenen Strafraum.
In diesen Situationen wünscht
sich Capretti mehr Kaltschnäuzigkeit, wie auch bei der Effizienz im
letzten Drittel. Erst in Überzahl nach
dem Platzverweis gegen Berlins Gambos erzielte der SCV das 1:1 durch Joel
Grodowski, der in seinem ersten Saisoneinsatz traf und sich noch mehr
gefreut hätte, wenn Leandro Putaro
den Elfmeter in der Nachspielzeit zum
Sieg genutzt hätte.
BJÖRN RICHTER
Der kleine Höhenflug ist
vorerst gestoppt. Im Kampf
um den Klassenerhalt erhielt
Havelse nach zuletzt zwei
Siegen in Folge einen Rückschlag.
Beim BVB II war dennoch mehr drin.
„Wir haben über 90 Minuten ordentlich verteidigt und bekommen den
Gegentreffer nach einer Standardsituation“, ärgerte sich Trainer Rüdiger
Ziehl nach der 0:1-Niederlage.
Wieder einmal hielt Keeper
Norman Quindt seine Elf lange Zeit
im Spiel und parierte sogar einen
Foulelfmeter. Nach dem Rückstand
durch Tachie wachten die Havelser
auf und hätten durchaus ausgleichen
können. „Wir hatten unsere Möglichkeiten“, analysierte Ziehl nach
dem Spiel. Allerdings scheiterte Julius Langfeld zweimal. Durch die
Niederlage im Aufsteigerduell hat
der TSV nun wieder sechs Punkte
Rückstand auf das rettende Ufer. Am
kommenden Sonntag kommt es zum
Kellerduell mit dem Tabellenletzten
aus Würzburg.
STEPHAN GAUBE
76
14. FEBRUAR 2022
O S N AB RÜ CK
Vier Leistungsträger sind von einer Gelbsperre bedroht
Keiner der Aufstiegskandidaten gewann am Wochenende, und so hat Osnabrück
am Montagabend in Köln
die Chance, mit dem sechsten Auswärtssieg der Saison den Abstand
auf die Konkurrenz zu verkürzen.
„Natürlich kann es jetzt da oben
noch enger zusammenrücken, aber
was heißt das schon ein Drittel vor
Saisonschluss?“, fragt VfL-Trainer
Daniel Scherning.
Den Siegeswillen seiner Mannschaft muss er nicht extra betonen
angesichts der mutigen, offensiven
Auftritte, die der VfL auswärts fast
überall hingelegt hat. Nur von den
Dienstreisen nach Kaiserslautern
(0:2) und Magdeburg (1:2) kehrten
die Lila-Weißen mit leeren Händen
zurück, auf fremden Plätzen holten
sie nur einen Punkt weniger als an
der Bremer Brücke – und schossen
zehn Tore mehr. Zuletzt gaben die
Niedersachsen beim 6:3 in Duisburg
eine besonders beeindruckende Visitenkarte ab.
Die Personallage ist entspannt,
22 von 24 Spielern stehen zur Verfügung, darunter alle Stammkräfte. Vier
von ihnen aber sind vor dem Topspiel
am Samstag gegen Braunschweig von
einer Gelbsperre bedroht: Timo Beermann, Florian Kleinhansl, Sebastian
Klaas und Marc Heider.
Z W I CKAU
Foto: imago images/Revierfoto
Baumgart macht Platz für Scherning
Gute Bekannte: Osnabrücks Trainer Daniel Scherning (rechts) war
vier Jahre lang Steffen Baumgarts Assistent beim SC Paderborn.
Hatten die Osnabrücker ihren
Trip nach Duisburg noch als Tagesausflug abgewickelt, reiste die
Mannschaft diesmal schon am Tag
vor dem Spiel die rund 200 Kilometer
nach Köln. Am Montagvormittag
gibt’s noch eine Anschwitz-Einheit,
und der Platz dafür war schnell gefunden: Daniel Scherning fragte auf
dem kleinen Dienstweg bei Steffen
Baumgart, seinem langjährigen Chef
aus der gemeinsamen Zeit in Paderborn, an, sodass der VfL auf dem Gelände des 1. FC Köln die Vorbereitung
abschließt.
HARALD PISTORIUS
HA L L E
montags SPIEL
FC Viktoria Köln – VfL Osnabrück
19 Uhr
Vikt. Köln: Bördner – Heister, Rossmann, Greger,
May – Klefisch, Sontheimer – Risse, Handle –
Hong, Philipp – Es fehlen: Koronkiewicz (Muskelverletzung), Jastremski (Knieverletzung)
Osnabrück: Kühn – O. Traoré, Beermann, Trapp,
Kleinhansl – Klaas, Taffertshofer, Köhler – Simakala, Heider, Opoku – Es fehlen: Chorushij (Leistenbeschwerden), Oduah (Trainingsrückstand)
DORTMUND I I
KÖLN
Janßen und die
Zahlen des Horrors
Es ist gefühlt eine Ewigkeit her, dass Olaf Janßen
einmal nicht das Bulletin
seiner verletzten Spieler herunterbeten musste. „Ich denke, dass
ist zum ersten Mal nicht das vorherrschende Thema“, bemerkt Viktorias
Trainer vor dem Flutlichtspiel gegen
den VfL Osnabrück und klingt dabei
ziemlich erleichtert.
Mit Patrick Koronkiewicz (Muskelprobleme) und Lenn Jastremski
(Knieprobleme) fallen gegen die Niedersachsen lediglich zwei Akteure
aus, ein Novum in dieser verteufelten
Saison: Pro Partie musste Köln durchschnittlich auf acht Aktive verzichten. Insgesamt kommt die Viktoria
bislang damit auf 200 Spielerausfälle
– Zahlen des Horrors. Auch Offensivspieler Luca Marseiler, der aufgrund
konditioneller Defizite beim 0:1 in
Zwickau unlängst nur 20 Minuten
auf dem Feld stand, steht gegen den
aufstiegswilligen VfL wieder im Kader. „Zwischen gesund und fit liegt
ein großer Unterschied“, begründete
der Coach seine unkonventionelle
Maßnahme, den Flügelflitzer unmittelbar nach seiner Einwechslung
wieder auf die Bank zu setzen. „Als
Trainer habe ich eine Verantwortung
gegenüber meinem Team. Luca hat
das eingesehen.“
OLIVER LÖER
FRE IB URG I I
Coskun sieht den Ein Quartett blüht Maaßen hofft
Abstiegskampf
unter Meyer auf auf Coulibaly
Der teure Siquet
ist wieder dabei
„Es ist Abstiegskampf!“,
sagte Can Coskun nach
der 0:2-Pleite in Halle.
Wer nach dem 1:0 unter der
Woche gegen Köln anderes dachte, ist schiefgewickelt, trotz der 32
Punkte. „Wir müssen weiter dranbleiben, denn wir haben noch nicht die
Punktzahl, die wir letztendlich am
Saisonende brauchen“, so Coskun.
Das deckt sich mit Joe Enochs’
Meinung: „Die Spieler sind clever
genug, um zu wissen, dass wir längst
nicht durch sind.“ Heißt: Zwickau
muss am Freitag in Verl wieder zeigen, was es auszeichnet und in Halle
fehlte. „Wir waren immer zu weit
weg vom Gegner, sind nicht in die
Zweikämpfe gekommen und wenn
doch, haben wir die 50:50-Situationen nicht gewonnen“, kritisiert Ronny
König. Die Schwäne dürfen in keinem
Spiel auch nur einen Flügelschlag
weniger machen.
MICHAEL THIELE
Getreu dem Motto „Mühsam
ernährt sich das Eichhörnchen“ sammelt Freiburg II
weiter Punkt für Punkt, um
das große Saisonziel Ligaerhalt zu realisieren. In Braunschweig belohnte
sich die Elf von Thomas Stamm für
einen couragierten Auftritt mit einem
1:1. Somit ist der Aufsteiger seit fünf
Spielen ungeschlagen.
Dabei zeigte sich das Team zu
Beginn noch etwas schläfrig, konnte
sich aber bereits im Laufe der ersten
Hälfte steigern. „Nach der Pause waren wir die bessere Elf. Alles in allem
bin ich mit dem Punkt zufrieden“, so
Stamm. In Niedersachsen konnte er
erneut auf Hugo Siquet zurückgreifen. Der 19-jährige Belgier, den der SC
im Winter für 5,5 Millionen Euro von
Standard Lüttich verpflichtet hatte,
hinterließ wie schon beim Debüt in
der Vorwoche gegen Köln (1:1) einen
guten Eindruck.
LUKAS KARRER
Ob es dann tatsächlich schon
die Zwei mit Sternchen ist,
sei dahingestellt. Diese Note
würde Halles Trainer André
Meyer seiner Mannschaft nach den
ersten fünf Ligaspielen unter seiner
Regie geben. Grund zum Optimismus hat er aber auf jeden Fall. Nach
den beiden Niederlagen zum Auftakt
zeigt der Trend mit sieben Punkten
aus drei Spielen, in denen der HFC
ohne Gegentor blieb, klar nach oben.
Auffällig dabei: In Torwart Tim
Schreiber, Abwehrchef Jonas Nietfeld, Mittelfeldmann Marcel Titsch
Rivero und dem jungen Flügelspieler Julian Guttau haben vier Spieler großen Anteil am Aufschwung,
die in der Hinrunde unter Ex-HFCTrainer Florian Schnorrenberg noch
Wackelkandidaten waren. „Ich habe
nur die Richtung vorgegeben“, lobte
Meyer die Leistungen seiner Mannschaft.
CHRISTOPHER KITSCHE
Das hart erkämpfte und
doch verdiente 1:0 gegen
Havelse ließ Dortmund II
auf 41 Punkte springen, es
war das siebte Spiel ohne Gegentor,
der erste Heimsieg im neuen Jahr. Zudem feierte Lennard Maloney nach
Rotsperre eine gelungene Rückkehr.
Allesamt gute Nachrichten, schlechte
indes gab es ebenso. Wie auf kicker.de
berichtet, wird das 17-jährige Top-Talent Abdoulaye Kamara wegen einer
im Youth-League-Spiel gegen Empoli
(5:3) erlittenen Knöchelverletzung
erst einmal fehlen – zunächst drei
Wochen, heißt es vonseiten des BVB.
Darüber hinaus musste Soumaila Coulibaly (18) passen. Trainer
Enrico Maaßen erklärte: „Er hat einen dicken Knöchel aus dem Spiel
in Empoli mitgenommen. Ich hoffe,
dass er nächste Woche wieder dabei
ist.“ Da tritt der BVB II bei Tabellenführer Magdeburg an. LEON ELSPAß
14. FEBRUAR 2022
1 860 MÜNCH E N
Köllner will dem Team wieder mentale Frische verpassen
Zwei Unentschieden, zweimal dasselbe Strickmuster.
Wie bereits gegen Braunschweig (nach 2:0) gaben
die Löwen auch beim 1:1 in Meppen
eine Führung aus der Hand. Zweimal
hatte das Team von Michael Köllner
das Spiel vor der Pause dominiert
und Traumtore erzielt, am Samstag
durch Richard Neudecker (Lupfer aus
24 Metern). Unter dem Strich stehen
jedoch zwei magere Pünktchen. Realistische Einordnung von Zauberfuß
Neudecker, nachdem Meppen die
Aluminiumwertung mit 3:1 gewonnen hatte: „Heute war auch viel Glück
dabei, muss man so sagen. Das 1:1 am
Ende war leider verdient.“
Bedenklich: Auch in Meppen
hatten die Löwen wenig nachzulegen. Kräftemäßig nichts – und auch
nur wenig Stabilisierendes von der
Bank. Meppen wechselte Mike Feigenspan, den Schützen des späten
Ausgleichs ein. 1860, das auf Winterzugänge verzichtet hatte, brachte den
17-jährigen Leandro Morgalla, den
formschwachen Merveille Biankadi,
Sturmlehrling Tim Linsbichler und
Corona-Rückkehrer Kevin Goden,
der wenigstens eine Großchance einleitete. „Wie gegen Braunschweig haben wir am Ende zu wenig gemacht,
es nicht konsequent verteidigt – das
war der Knackpunkt“, legte Neude-
BRAU NS CH W E I G
Foto: imago images/Kirchner
Zauberfuß Neudecker genügt nicht
Wieder eine Führung verspielt: Richard Neudecker gelingt zwar in
Meppen das 1:0 für die Löwen, doch dann kommt zu wenig.
cker den Finger in die Wunde. Gehen
den Löwen im Aufstiegskampf die
Kräfte aus?
Ausgerechnet jetzt steht das
Nachholderby bei Türkgücü auf dem
Programm. Köllner gibt sich zuversichtlich, seinem Team bis Mittwoch
wieder mentale Frische zu verpassen.
Seit sechs Spielen sind seine Löwen
ungeschlagen, zudem gab es auswärts zuletzt 13 von 15 Punkten. Folgt
nun ein „Auswärts-Dreier“ im 20
Minuten entfernten Olympiastadion,
wäre der späte Schmerz von Meppen
zumindest gelindert.
ULI KELLNER
nachhol SPIEL
Türkgücü – TSV München 1860
Mittwoch, 19 Uhr
Türkgücü: Flückiger – Kuhn, Sorge, Chato,
Römling – Rieder, Gorzel – Karweina, Irving,
Vrenezi – Hottmann – Es fehlen: Mavraj (Beeinträchtigung der Lungenfunktion nach COVID-19),
Barry (Herzmuskelentzündung)
TSV 1860: Hiller – Belkahia, Salger, Lang – Deichmann, Dressel, Moll, Steinhart – Neudecker –
Bär, Lex – Es fehlen: Willsch (Probleme mit der
Patellasehne), Staude (Herzmuskelentzündung),
Wein (Fußverletzung)
Pfiffe der Fans nach Fehlpässen bringen Fejzic auf die Palme
„Irgendwie hatten wir einen Rucksack auf“
Vier Spiele in Folge ohne
Sieg haben Spuren hinterlassen bei Eintracht
Braunschweig. Nach dem
1:1 gegen Freiburg II pfiffen einige
der 3828 Fans im Stadion. Torwart
Jasmin Fejzic, der beim Freiburger
Treffer durch Noah Weißhaupt (23.)
erst im Nachschuss bezwungen werden konnte, ärgerte dieses Verhalten
maßlos. „Das geht mir ehrlich gesagt
auf die Nerven. Statt sich hier zu
freuen, nach so langer Zeit wieder ins
Stadion zu dürfen, ist das Erste, was
die machen, nach dem ersten Fehlpass zu pfeifen. Das geht gar nicht“,
sagte der 35-Jährige am Mikrofon von
Magentasport.
Auch Michael Schiele äußerte
sich zu den Unmutsbekundungen
der Fans, blieb dabei aber zurückhaltender. „Ich glaube, dass die Jungs
die Messlatte in der Hinrunde weit
nach oben gesetzt haben. Aber wir
sind jetzt auch nicht Fünfzehnter
der Liga. Wenn dann trotzdem so viel
Negatives kommt, ist das natürlich
schade.“ Sein Wunsch: „Ich glaube,
dass wir wieder eher an einem Strang
ziehen müssen, dass die Fans uns
nach vorn und in die Zweikämpfe
peitschen sollten. Damit wäre allen
mehr geholfen“
Nach zuweilen dürftigen Auftritten seit Jahresbeginn muss die
Eintracht nicht nur das eigene Publikum zurückgewinnen, sondern auch
wieder auf die Siegerstraße kommen. Gegen Freiburg glich Maurice
Multhaup verdientermaßen aus (29.),
aber in Durchgang zwei kippte das
Momentum in Richtung der Gäste.
„Irgendwie hatten wir einen
Rucksack auf“, haderte Schiele mit
dem Spielverlauf. Doch diesen gilt
es schnellstmöglich abzulegen, um
im derzeitigen Schneckenrennen
um den Aufstieg nicht unnötig den
Anschluss zu verlieren. Die nächste
Gelegenheit dazu gibt es schon am
Mittwoch im Nachholspiel gegen
Viktoria Berlin (19 Uhr).
Auch Vulkan Fejzic schaute
wenige Augenblicke nach seinem
Ausbruch bereits wieder in die
Zukunft: „Wir haben viele Punkte
liegen gelassen, haben Mittwoch
unser Spiel in Berlin. Da müssen
wir uns aufrappeln und die Punkte
holen“, so der explosive Torhüter der
Löwen.
LARS RÜCKER
nachhol SPIEL
Viktoria Berlin – Braunschweig
Mittwoch, 19 Uhr
Vikt. Berlin: Krahl – Kapp, Lewald, Hahn – Pinckert, Menz, Jopek, Ezeh – Makreckis, Küc, Lucas
Falcao – Es fehlen: Gunte (Knieverletzung),
Gambos (Gelb-Rot-Sperre), Nehrig (Achillessehnenprobleme), Hovi (Bruch an der Fußwurzel)
Braunschweig: Fejzic – Marx, Behrendt, Schultz,
Kijewski – Krauße, Nikolaou – Multhaup, Henning, Müller – Lauberbach – Es fehlen: Schulze
Kökelsum (Aufbautraining nach Kahnbeinfraktur),
Kleeberg (Reha nach Meniskusverletzung), May
(Bänderriss im Sprunggelenk)
77
TÜR KGÜ CÜ
Heraf verweist
aufs Schaulaufen
Türkgücüs Söldnertruppe
wird ihrem zweifelhaften Ruf
auch nach dem Insolvenzantrag vollauf gerecht. Andreas
Herafs Team blieb mit dem torlosen
Remis gegen Waldhof Mannheim
zum 13. Mal in Serie ohne Sieg und belegt damit weiter einen Abstiegsplatz.
Im Angesicht der unsicheren
Zukunft aber entdecken die Münchner plötzlich ihre kämpferischen
Tugenden. Mit aufopferungsvollem
Einsatz und einem erneut über sich
hinauswachsenden Schlussmann
Franco Flückiger wurde so erstmals
seit Anfang Dezember (ebenfalls 0:0
bei Viktoria Berlin) wieder eine Partie
ohne Gegentor überstanden. Dass es
dabei nicht etwa um einen Punktgewinn im Abstiegskampf ging, sondern um ein Schaulaufen für künftige
Arbeitgeber, räumte Heraf offen ein.
Seine „Jungs haben heute gezeigt,
dass Qualität in ihnen steckt“, so der
54-jährige Österreicher, „und sich
so für andere Vereine im Sommer
interessant gemacht“. Heraf scheint
seine „Chance in Deutschland“, unbedingt nutzen zu wollen. Seine teils
rigorosen Maßnahmen beginnen zu
greifen, „vielleicht starten wir ja jetzt
gegen Sechzig eine Serie“, blickte
er zuversichtlich auf das Derby am
Mittwoch.
MATTHIAS HORNER
V I K TOR IA B ERLIN
Keeper Krahl hält
einen Punkt fest
Umjubelter Akteur war nach
dem Schlusspfiff natürlich
Julian Krahl, der mit dem gehaltenen Foulelfmeter in der
Nachspielzeit seiner Berliner Mannschaft zumindest einen Zähler gegen
den SC Verl sichern konnte. Es war
bereits der dritte Strafstoß, den der
Torhüter der Viktoria in dieser Saison
parieren konnte. Vor Leandro Putaro
scheiterten schon der Magdeburger
Luca Schuler sowie der Duisburger
Moritz Stoppelkamp vom Punkt an
dem 22-jährigen Keeper.
Eigentlich verlebte Krahl einen
ruhigen Nachmittag, die sichere Defensive um den überragenden Jakob
Lewald ließ nur wenig zu. Dies änderte sich aber nach der unnötigen
Gelb-Roten Karte von Martin Gambos
Mitte der zweiten Hälfte. „Er hat lange
nicht gespielt“, machte Coach Benedetto Muzzicato seinem Neuzugang
keinen Vorwurf.
MARTIN EISEN
F U S S B A L L I N B AY E R N
„Das Pflänzchen wächst so langsam“
Ex-Profi SA ND R O WAGNER (34) ist
seit dem 1. Juli Coach in Haching
und steht mit seinem Team auf
Tabellenplatz 8. Wie ein Trainer
denkt er allerdings schon länger.
Sandro Wagner ist seit dem 1. Juli Trainer in Unterhaching. Vor der Saison
war ein schneller Wiederaufstieg das
Ziel, mit Platz 8 befindet sich der Drittligaabsteiger allerdings nur im Tabellenmittelfeld der Regionalliga und hat bereits 20 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayreuth.
Herr Wagner, welche Umstellungen von der
Spieler- zur Trainerrolle waren für Sie die größten Herausforderungen?
Die Umstellung in fachlicher Hinsicht war gar
nicht so riesig, weil ich schon die letzten Jahre
als Spieler oft wie ein Trainer gedacht und
dementsprechend versucht habe, auf mein
Team Einfluss zu nehmen. Die Arbeit auf dem
Platz ist das verhältnismäßig Einfachste und
Schönste, wie man auch oft in Gesprächen
mit erfahrenen Trainern hört. All die Facetten drumherum sind dagegen die größeren
Herausforderungen. Zum Beispiel mit Beratern vertragliche Angelegenheiten zu regeln
oder quasi rund um die Uhr Mitarbeiter zu
managen. Auch wenn wir nur ein Regionalligist sind, ich habe in Haching insgesamt
40 bis 50 Leute, für deren Tagesablauf ich
plane und eine generelle Richtung mitge-
„Die Facetten drumherum
sind die größeren
Herausforderungen.“
be. Das ist ein großer Unterschied zu einem
Spieler, der eigentlich eine eigene kleine Firma in Form einer Ich-AG ist. Als Trainer bist
du hingegen für viele Leute verantwortlich.
Von welchem Trainer haben Sie sich am meisten
abgeschaut?
Ob das nun Ottmar Hitzfeld, Joachim Löw,
Julian Nagelsmann, Peter Neururer, Niko Kovac,
Pal Dardai oder Dirk Schuster war: Bei jedem
Trainer habe ich stets gute und schlechte Aspekte mitgenommen. Die jeweils guten habe
ich in meinen Trainer-Werkzeugkasten aufgenommen, und bei den schlechten versuche ich,
bessere Lösungen zu finden. So hat mir jeder
Trainer einen Mehrwert gebracht.
Foto: picture-alliance
Welche modernen Entwicklungen und Trends
nehmen Sie für das Training in Haching mit?
Ich halte nichts davon, blind jedem Trend
nachzujagen. Zum Beispiel Diskussionen wie
vor ein paar Jahren zur falschen Neun sind für
mich Quatsch, das hat auch die darauffolgende
Stürmer-Problematik in Deutschland gezeigt.
Jeder Verein muss den Weg für sich finden und
eine eigene Philosophie verfolgen. Da haben
wir in der Hachinger Profimannschaft in den
letzten Wochen und Monaten einen guten Weg
gefunden, uns weiterzuentwickeln. Wir versuchen dabei, ganzheitlich mit vielen Facetten
zu arbeiten – was natürlich in die sogenannte
moderne Richtung geht.
Was bedeutet ganzheitlich konkret?
Wir haben zum Beispiel gemeinsam mit der
Mannschaft die Umkleidekabinen umgestaltet
und Rückzugsorte für die Spieler geschaffen,
damit sie sich am Trainingszentrum wohlfühlen. Oder was taktische Inhalte betrifft: Die
Mannschaft bekommt jeden Tag auf einem
großen Bildschirm Videos gezeigt – entweder
von unseren Trainingseinheiten, vom kommenden Gegner oder aber auch Szenen von
Top-Mannschaften wie zum Beispiel Manchester City oder Inter Mailand. Szenen unserer
Videoanalysen bekommen die Spieler teils
auch in einer App oder einer Chat-Gruppe
präsentiert. Wir versuchen damit, die Jungs auf
persönlicher und sportlicher Ebene abzuholen,
damit sie sich bestmöglich entwickeln können.
Das Pflänzchen wächst so langsam.
Stichwort langsam: Ihre Ausrichtung hört sich
eher nach langfristiger Planung denn kurzfristigen Erfolgen an.
Wir haben keinen großen Druck, sind aber extrem hungrig, uns als Verein zu entwickeln. Das
Ziel ist vom Präsidenten ausgegeben worden:
In der Saison 2024/25 wollen wir spätestens
wieder in den Profifußball aufsteigen und
zum 100-jährigen Vereinsjubiläum wieder in
der 3. Liga spielen. Das bedeutet, dass wir nun
dreieinhalb Jahre Zeit haben, um eine Mannschaft aufzubauen und die jungen Spieler zu
entwickeln. Wir haben in allen vier deutschen
Ligen die meisten U-19-Spieler eingesetzt, wie
eine jüngste Analyse ergeben hat. Es freut
mich, dass ich federführend bei der Entwicklung junger Spieler dabei bin.
Vor der Saison war ein schneller Wiederaufstieg
das Ziel, zuletzt wurde wieder zurückgerudert
und der von Ihnen angesprochene Wiederaufstieg in den Profifußball um mehrere Jahre verschoben. Wie gehen Sie mit dem plötzlichen
Umschwung in Haching als Trainer um?
Wenn ich dies nicht mittragen könnte, dann
hätte ich schon längst Servus gesagt. Aber ich
kann mich damit voll identifizieren. Es hat
auch seinen Reiz, ohne viele Neuzugänge,
sondern stattdessen mit vielen jungen Spielern
etwas aufzubauen. Auch wenn klar ist, dass wir
es zunächst auch weiterhin schwer haben werden, gegen Top-Mannschaften mitzuhalten.
„Wir sind extrem
hungrig, uns als Verein
zu entwickeln.“
Wie fällt Ihr bisheriges Fazit in Haching aus?
Wenn man die Ausgangslage mit etlichen
schwierigen Faktoren betrachtet, ist das Fazit
positiv. Wir haben viele Spieler richtig gut entwickelt und uns auch als Mannschaft immer
besser gefunden. Außerdem haben wir es
geschafft, dass sich die Stimmung in und um
den Verein gedreht hat. Von Depressionen nach
zwei sehr schlechten sportlichen Jahren mit
dem einhergehenden Abstieg hin zu einer Aufbruchstimmung. Wir bauen jetzt wieder eine
Mannschaft auf und wollen in den nächsten dreieinhalb Jahren angreifen.
ROBERT M. FRANK
14. FEBRUAR 2022
ILLERTI SS E N
Trainer Marco Konrad plant bereits die Zukunft beim FVI
kurz
„Es geht um Harmonie und Abstimmung“
gepasst. Solange wir die Kraft
hatten, waren wir echt stark“,
so der Coach. Seine ersten 13, 14
Spieler seien bereits top, jetzt gelte es, auch die übrigen Akteure
auf das gleiche Level zu heben.
Seine Hoffnungen ruhen nicht
zuletzt auf dem genesenen Kai
Luibrand (27, 9 Spiele/1 Tor), der
Torjäger Telalovic ersetzen soll.
Die zwei Wochen bis zum ersten
bündig
VfB Eichstätt
Kapitän und Stammspieler Jonas
Fries (25) hat sich im Training erneut
schwer verletzt (Knie) und wird wohl
wieder eine längere Zwangspause
einlegen müssen. Fries hatte verletzungsbedingt in dieser Saison erst
einen Einsatz am 2. Spieltag bei 1:1
gegen den FV Illertissen.
Pflichtspiel des Jahres bei Fürth II
sollen intensiv genutzt werden.
„Körperlich sind wir auf einem
guten Weg“, so der Coach.
Für Konrad hängt die Entwicklung seiner Mannschaft nicht
an einem festgelegten Tabellenplatz. Erneut eine schlagkräftige
Truppe zu haben und dann wieder für Furore sorgen, ist sein
erklärtes Ziel. JÜRGEN SCHUSTER
SC Eltersdorf
Die Quecken haben den Österreicher
Antonio Paunescu (22) vom SV Krottendorf (Steirische Oberliga) verpflichtet. Der Linksaußen, der privat nach
Franken umgezogen ist, war bisher
Gastspieler. Außerdem steht die Verpflichtung eines weiteren Torhüters
kurz vor dem Abschluss.
FC Pipinsried
Rechtsverteidiger Tim Greifenegger
(20) hat sich zum zweiten Mal in dieser
Saison den linken Arm gebrochen. Der
Youngster wird seinem Team zwei bis
drei Monate fehlen.
Foto: imago images/foto2press
Es ist mehr als nur die
bloße Vorbereitung auf
die restliche Spielzeit
der Saison 2021/22.
FVI-Trainer Marco Konrad werkelt bereits, wohl auch etwas
unfreiwillig, an der Zukunft. „Es
geht um Harmonie und Abstimmung, außerdem wollen neue
Strukturen für die kommende
Saison bilden“, sagt er.
Gleich drei Leistungsträger
hatten den Verein bekanntlich in
der Winterpause verlassen (Semir
Telalovic zu Gladbach II, Lukas
Rietzler an die Lynn University
nach Florida und Fabian Rupp
aus beruflichen Gründen). Jetzt
erarbeitet man sich bei den Vöhlinstädtern erneut ein stabiles
Gerüst und probiert andere taktische Grundordnungen aus. „Das
sind gute Erkenntnisse für uns“,
blickt Konrad auf Testspiele gegen
namhafte Kontrahenten zurück.
Am Samstag verlor man bei der
Reserve des FC Bayern zwar mit
1:3, präsentierte sich dabei jedoch
ganz passabel. Auch in den Spielen gegen Südwest-Tabellenführer SSV Ulm 1846 (2:2) und den
VfR Aalen (0:2) bekam er wichtige
Erkenntnisse geliefert. „Vor allem die ersten Halbzeiten haben
79
Werkelt am neuen taktischen Gerüst: FVI-Trainer Marco Konrad will die
Verantwortung künftig auf mehrere Schultern verteilt wissen.
Testspiele
Bayreuth – Fürth II
2:0
Tore: Nollenberger, Kirsch
Unterhaching – Burghausen
1:3
Tore: Ehlich – Scheidl, Bachschmid, Maier
Augsburg II – Pipinsried
1:0
Tore: Koudossou
Bayern II – Illertissen
3:1
Tore: Herrmann, Wenig, Kern – Bergmiller
AUB STA DT
AUSGBUR G I I
R OSE NHE I M
Kleinhenz bleibt
bis 2024
Steinberger fehlen Gute Gründe für
zehn Akteure
gute Stimmung
Die Position des TSV Aubstadt ist mit
Rang 5 so stabil, dass man längerfristig
Nägel mit Köpfen machte und die Verträge mit Chefcoach Victor Kleinhenz
Co-Trainer André Betz bis 2024 verlängerte.
Dies gab die Vereinsführung bekannt. In der
wird auch darauf verwiesen, dass die beiden
mit dem Großteil des aktuellen Kaders für
die nächste Saison planen können. Moritz
Gündling (Leihgabe von Würzburger Kickers)
und Leo Dietz (Werder Bremen U 19) sind im
Januar dazugekommen. Kleinhenz mahnt
aber auch an, „Demut vorzuleben und keine Selbstverständlichkeiten zuzulassen. Wir
müssen uns aber auch nicht kleiner machen,
als wir sind. Von der Qualität unserer Truppe
sind wir absolut überzeugt. Von daher freuen
wir uns auf eine spannende Zeit“.
Kleinhenz und Betz wissen aber auch,
„dass wir in der Liga inzwischen anders wahrgenommen werden und sich unsere Gegner
besser auf uns einstellen werden“. Deshalb
müsse auch das Trainer-Team noch einmal
eine Schippe drauflegen.
RUDI DÜMPERT
Sepp Steinberger will nicht jammern.
Dabei hätte der Trainer der U 23 des
FC Augsburg allen Grund zu hadern,
denn die Liste seiner verletzten und
erkrankten Spieler ist kurz vor dem Start der
Punktspiele ellenlang. Gerade bei seinem
Trainingsprogramm muss der Fußballlehrer
immer wieder improvisieren. „Mehr als elf
oder zwölf Spieler stehen mir bei den Übungseinheiten derzeit nicht zur Verfügung“, erklärt
der 49-Jährige. Beim Testspielsieg gegen den
Ligarivalen Pipinsried (1:0) am Samstag fehlten gleich zehn Akteure. „Einige von ihnen
sollten bis zum Punktspielauftakt wieder fit
sein“, hofft der Coach.
Um überhaupt eine spielfähige Mannschaft aufbieten zu können, bekam Steinberger
immer wieder U-19-Talente zur Verfügung
gestellt, mit denen er sich durchaus zufrieden
zeigte. „Sie haben das gut gemacht“, freut sich
der Trainer, der zudem mit Tobias Heiland (22)
zuletzt einen Gastspieler aufbieten konnte, der
„sehr gut ausgebildet“ ist. Es ist noch offen, ob
er fest verpflichtet wird.
HERBERT SCHMOLL
Obwohl die rote Laterne derzeit an
der Jahnstraße hängt, ist die Stimmung bei 1860 Rosenheim recht ansprechend. Das liegt zum einen am
Ausklang der Herbstrunde, als man die letzten
vier Spiele ungeschlagen blieb (die 0:2-Niederlage gegen Aubstadt wurde am 6. November
nachträglich am grünen Tisch entschieden),
zum anderen haben die Sechziger auch in der
Vorbereitung ordentliche Testspiele hingelegt.
Gegen Landesligist Holzkirchen (3:1), Bayernligist Garching (2:0) und den österreichischen
Regionalligisten Kuchl (3:1) gab es Siege, gegen
Ligakonkurrent Unterhaching (1:1) und den
österreichischen Zweitligisten Innsbruck (1:1)
beachtliche Unentschieden.
Der Innsbruck-Test war der Abschluss
des „Trainingslagers dahoam“, in dem Coach
Florian Heller seine Mannen eine Woche lang
auf der eigenen Anlage beisammen hatte.
Auch das ist ein Grund für die gute Stimmung,
die man bis zum Punktspielstart mit der wichtigen Partie gegen Eltersdorf beibehalten
möchte.
THOMAS NEUMEIER
80
14. FEBRUAR 2022
Offenbach – RW Koblenz
0:1 (0:0)
Offenbach: Flauder – Vetter (3. Milde), Zieleniecki, Breitenbach, Marcos – Firat (78.
Tuma), Deniz, Huseinbasic, Bojaj (68. Fetsch) –
Hosiner, Bozic – Trainer: S. Ristic
Koblenz: Gaye – Weidenbach, Buckesfeld,
Duncan – Ekallé (84. Kovacevic), Fouley, Spang
(59. Regäsel), Stojanovic – Lemmer (69. Käfferbitz), Maroudis, Crosthwaite (69. Fischer) –
Trainer: Backhaus
Tor: 0:1 Fischer (80.) – SR: Forster (Flehingen) –
Zuschauer: 6119
VfR Aalen – TSG Balingen
1:2 (0:1)
Aalen: Layer – Herrmann, Schmidt, Odabas,
Arh Cesen – Stanese – Volz (81. Botic), Müller,
Abruscia, Kindsvater (77. Windmüller) – Kienle –
Trainer: Wolf
Balingen: Hauser – Eisele, Vogler, Fritschi –
Curda, Vochatzer, Foelsch, Ramser, Akkaya –
Meiser (90./+1 Seeger), Ferdinand – Tr.: Braun
Tore: 0:1 Akkaya (28.), 1:1 Schmidt (62.), 1:2
Meiser (81.) – SR: Heim (Bruchsal) – Zuschauer: 1013 – Rote Karten: Schmidt (68.,
grobes Foulspiel), Trainer Wolf (80., unsportliches Verhalten)
VfB Stuttgart II – Mainz 05 II 0:2 (0:2)
Stuttgart II: Schock – Landu (75. Ganaus),
Mola, Suver, Nothnagel – Eyibil (46. Laupheimer),
Michel, Rekdal (75. Coordes), Egloff – Faghir
REGIONALLIGA NORD
21. SPIELTAG
Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche
Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck
Heide
0:3 0:2
HSV II
Ottensen
3:0 1:0 Norderstedt
St. Pauli II
1:0 1:0
Altona
spielfrei: Holstein Kiel II
GRUPPE NORD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Holstein Kiel II
19
SC Weiche 08
19
Teut. Ottensen 19
VfB Lübeck (A) 19
Drochtersen/A. 19
Hamburger SV II 19
FC St. Pauli II
19
Phönix Lübeck
19
Eintr. Norderstedt 19
Heider SV
19
Altona 93
20
22. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
VfB Lübeck (0:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
SC Weiche 08 (1:2)
SONNTAG, 20. FEB.
HSV II (3:2)
SONNTAG, 20. FEB.
Norderstedt (2:2)
Kiel II (1:1)
spielfrei: Altona 93
GRUPPE SÜD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
VfB Oldenburg
Werder Bremen II
VfV Hildesheim
Delmenhorst
Hannover 96 II
SSV Jeddeloh II
BSV Rehden
LSK Hansa
HSC Hannover
Oberneuland
36:19
36:21
39:21
38:21
21:16
34:26
20:26
26:38
31:31
17:44
17:52
38
37
36
32
32
31
23
21
20
9
9
19.30 UHR
Drochtersen/A.
13.30 UHR
St. Pauli II
13.00 UHR
Ph. Lübeck
14.00 UHR
Heide
Ottensen
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
45:12
47:13
32:34
22:22
28:23
25:28
29:35
15:28
18:42
11:35
43
42
29
25
24
24
18
16
15
12
(75. Bennetts), Schipplock (46. M. Polster) –
Trainer: Fahrenhorst
Mainz II: Rieß – Tauer, Quirin, Laux (54. Mißner) –
Mizuta, Shabani, Bulic (80. Modica), Könighaus – Nebel, Rösch, Bobzien (60. Jung) –
Trainer: Gaul
Tore: 0:1 Laux (35.), 0:2 Könighaus (37.) – SR:
Satriano (Zell i.W.) – Zuschauer: 200
FSV Frankfurt – FC-Ast. Walldorf
0:0
FSV: Endres – von Schroetter, Sawaneh, Gottwalt, Reutter – Crnomut (73. Burdenski), Azaouagh – Kelati (86. Karahan), Güclü, Heim (58.
Heller) – Peters (58. Hirst) – Trainer: Brendel
Walldorf: Idjakovic – Goß, Stich, Hauk, Becker –
Lässig – Hillenbrand, Waack (82. Politakis),
Schön (71. De Sousa Oelsner), Weik (87. Antlitz) – Carl – Trainer: Born
SR: Bergmann (Erbach) – Zuschauer: 849
FC Homburg – Hessen Kassel 1:1 (0:0)
Homburg: Wozniak – Plattenhardt (73. Schuck),
Di Gregorio (41. Maier), Scholz, Stegerer – Ristl,
Lienhard – Onangolo (83. Göcer), Dulleck (73.
Hingerl), Mendler – Bouziane – Trainer: Wenzel
Kassel: Zunker – Mißbach, Nennhuber, Starostzik, Springfeld, Merle (72. Dawid) – Rakk, Dierßen
REGIONALLIGA NORDOST
25. SPIELTAG
Tasmania
0:3 0:2 BFC Dynamo
Eilenburg
0:0
Auerbach
Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig
Chemnitz
2:0 1:0
Hertha II
Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde
Halberstadt 0:0
Jena
Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde
Altglienicke 4:1 2:0
BAK 07
Meuselwitz 4:1 1:0
Rathenow
MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR
Cottbus (2:2) TeBe Berlin
NACHHOLSPIELE
Altglienicke 1:1 1:0
Ch. Leipzig 0:0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
Meinhardt (Flieden) – Zuschauer: 705 –
Gelb-Rote Karte: Trainer Stotz (90./+2) – Rote
Karte: Cissé (89., grobes Foulspiel)
R EGI O NA L L I GA S Ü D WEST
BFC Dynamo
Lok Leipzig
Energie Cottbus
Carl Zeiss Jena
Berliner AK 07
Chemnitzer FC
SV Babelsberg 03
VSG Altglienicke
Luckenwalde
Chemie Leipzig
TeBe Berlin
Hertha BSC II
Lichtenberg 47
ZFC Meuselwitz
Germ. Halberstadt
FC Eilenburg (N)
Tasmania (N)
Optik Rathenow
Un. Fürstenwalde
VfB Auerbach
25
23
24
25
25
25
25
23
25
25
23
25
25
25
25
25
25
24
23
23
Nachtrag
Jena
Meuselwitz
62:20
54:23
55:20
46:24
40:30
41:23
36:26
42:28
40:25
27:27
36:31
40:40
31:37
26:39
28:47
26:56
19:59
25:50
32:65
21:57
58
51
48
48
48
45
44
42
36
35
34
33
28
25
22
19
16
15
14
14
NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Auerbach (2:4) Fürstenwalde
Lok Leipzig (3:0) Rathenow
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Altglienicke (2:0)
TeBe Berlin (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Auerbach (1:7)
BAK 07 (2:1)
Chemie Leipzig (1:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Jena (3:1)
SONNTAG, 20. FEB.
Fürstenwalde (1:6)
Luckenwalde (3:0)
BFC Dynamo (1:2)
Rathenow (3:3)
19.00 UHR
Chemnitz
Eilenburg
13.00 UHR
Halberstadt
Lok Leipzig
Hertha II
14.05 UHR
Meuselwitz
13.00 UHR
Cottbus
Lichtenberg
Babelsberg
Tasmania
(72. Kahraman) – Stendera – Flotho (60. Iksal),
Döringer (85. Stegmann) – Tr.: Damm
Tore: 1:0 Bouziane (75.), 1:1 Iksal (88.) – SR:
Kief (Reilingen) – Zuschauer: 874
FC Gießen – Bahlinger SC
0:0
Gießen: Löhe – Fisher, Reithmeir, Fink, Lo
Scrudato – Sawada, Tiliudis – Owusu (81. Takehara), Bogicevic, Itoi (85. Makanda) – Öztürk
(90. Daghfous) – Trainer: Cimen
Bahlingen: Geng – Wehrle, Klein, Trkulja –
Häringer, Torres – Gutjahr, Pepic, Alihoxha (77.
Köbele) – Fischer (68. Angot), Bektasi (68.
Falahen) – Trainer: Siefert
SR: Greef (Otterbach) – Zuschauer: 612
Steinbach– FK Pirmasens
2:0 (1:0)
Steinbach: Scholz – Kircher (82. Bradara),
Kamm Al-Azzawe, Bandowski, Strujic – Bisanovic, März – Chessa (68. Ilhan), Gabriele
(90. Wulff), Singer (68. Sobotta) – Stock –
Trainer: Parlatan
Pirmasens: Schulz – Grünnagel (78. Klein),
Zimmer, Grieß, Hammann – Dimitrijevic (78.
Hecker), Becker, Cissé, Eichhorn (33. D. Bohl) –
Krob, Neofytos (68. Herrmann) – Tr.: Stotz
Tore: 1:0 März (21.), 2:0 Wulff (90./+1) – SR:
REGIONALLIGA WEST
25. SPIELTAG
Fort. Köln
1:0 1:0 Wuppertal
Münster
2:0 0:0
Ahlen
Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II
Wiedenbrück 1:1 0:1
Aachen
Bonn
1:3 0:1 1. FC Köln II
Düsseldorf II 0:4 0:3
Straelen
Homberg
0:1 0:0
Essen
Rödinghausen
Schalke II
0:0
Lippstadt
ausgef. Wegberg-B.
Oberhausen ausgef.
Lotte
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
Rot-Weiss Essen
Pr. Münster
Fortuna Köln
Wuppertaler SV
RW Oberhausen
1. FC Köln II
Wiedenbrück
SV Rödinghausen
Fort. Düsseldorf II
Schalke 04 II
Bor. M’gladbach II
SV Straelen
SV Lippstadt 08
RW Ahlen
Alem. Aachen
Bonner SC
Spfr. Lotte
FC Wegberg-B.
VfB Homberg
Uerdingen (A)
23
23
21
23
23
25
24
22
23
25
25
24
22
22
23
24
21
22
22
25
55:20
43:16
35:12
42:16
47:23
49:34
34:17
24:22
42:40
38:41
31:34
27:35
34:39
35:43
26:40
28:46
22:40
19:36
16:42
22:73
56
51
48
46
44
43
42
32
31
31
30
29
27
27
21
20
18
17
12
10
NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag
DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR
Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln
DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR
Wiedenbrück (0:1) Lippstadt
Düsseldorf II (1:1) Ahlen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Wuppertal (4:1) Straelen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR
Aachen (2:0, 2:0) Homberg
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Fort. Köln (2:0)
Ahlen (3:5)
FREITAG, 18. FEB.
Rödinghausen (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Straelen (1:0)
M’gladbach II (0:0)
Wegberg-Beeck (0:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Aachen (3:1)
19.00 UHR
Bonn
Schalke II
19.30 UHR
Lippstadt
14.00 UHR
Homberg
Wiedenbrück
Oberhausen
15.00 UHR
1. FC Köln II
Großaspach – Schott Mainz
0:1 (0:0)
Großaspach: Reule – Schiek, Gipson, Gehring,
Brändle (77. Müller) – Karatas (77. Diakite),
Konrad, Jüllich (46. Gerezgiher), Tomic (68.
Hummel) – Mölders, Salz (46. Lewerenz) –
Trainer: Boysen
Schott Mainz: Weyand – Schwarz, Raltschitsch,
Ahlbach, Schlosser – Fring (83. Rimoldi), Portmann (71. Müller), Schneider, del Vecchio –
Gorbunow (71. Ripplinger), Sannomiya (46.
Celik/88. Kern) – Trainer: Meeth
Tor: 0:1 del Vecchio (65.) – SR: Hildenbrand
(Wertheim) – Zuschauer: 600
Elversberg – TSG Hoffenheim II 2:1 (2:1)
Elversberg: Kristof – Fellhauer, Menke, Conrad,
Neubauer – Dacaj (63. Suero Fernandez), Sickinger (46. von Piechowski), Laprevotte – Feil
(90./+4 Sahin), Koffi (63. Mustafa), Tekerci
(74. Karger) – Trainer: Steffen
Hoffenheim II: Noll – Che, Haider, König, Kölle
(63. Bähr) – Khan Agha (46. Zaiser), Erb (74.
Casar) – Butler, Proschwitz, Ott – Boutakhrit
(46. Szarka) – Trainer: Herdling
Tore: 1:0 Koffi (9.), 2:0 Sickinger (29.), 2:1
Haider (32.) – SR: Safi (Erlensee) – ZS: 1219
SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR
Essen (3:2) Münster
Wuppertal (2:1) Düsseldorf II
Lotte (0:2) Uerdingen
REGIONALLIGA SÜDWEST
24. SPIELTAG
Offenbach 0:1 0:0
Koblenz
Aalen
1:2 0:1
Balingen
Stuttgart II 0:2 0:2
Mainz II
Frankfurt
0:0
Walldorf
Homburg
1:1 0:0
Kassel
Gießen
0:0
Bahlingen
Steinbach
2:0 1:0 Pirmasens
Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz
Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II
spielfrei: SSV Ulm 1846
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
FSV Mainz 05 II 23
SSV Ulm 1846 22
SV Elversberg
22
Kickers Offenbach 22
Steinbach Haiger 23
FC Homburg
23
Bahlinger SC
22
Hessen Kassel
23
TSG Balingen
22
VfR Aalen
23
RW Koblenz
23
FC-Ast. Walldorf 23
TSG Hoffenheim II 23
VfB Stuttgart II 23
FK Pirmasens
23
FSV Frankfurt
23
FC Gießen
23
Großaspach
23
Schott Mainz
23
25. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Walldorf (2:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
Mainz II (2:1)
Schott Mainz (2:4)
Pirmasens (1:3)
Bahlingen (1:3)
Balingen (1:3)
Koblenz (0:1)
Kassel (0:0)
SONNTAG, 20. FEB.
Hoffenheim II (0:1)
spielfrei: VfR Aalen
39:25
38:22
50:22
39:15
39:27
31:31
22:23
30:25
32:39
36:44
25:30
34:41
34:36
31:35
21:34
26:31
20:29
26:49
22:37
49
46
44
44
43
36
34
31
30
30
28
27
26
24
24
23
23
20
19
19.00 UHR
Homburg
14.00 UHR
Frankfurt
Stuttgart II
Großaspach
Steinbach
Gießen
Ulm
Elversberg
14.00 UHR
Offenbach
REGIONALLIGA BAYERN
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
SpVgg Bayreuth 23
FC Bayern II (A) 24
Schweinfurt (M) 22
FV Illertissen
24
TSV Aubstadt
24
TSV Buchbach 22
Wack. Burghausen 23
Unterhaching (A) 22
FC Augsburg II
23
Aschaffenburg 24
VfB Eichstätt
23
FC Memmingen 24
FC Pipinsried (N) 24
1. FC Nürnberg II 24
SC Eltersdorf (N) 20
SV Schalding-H. 23
SV Heimstetten 24
TSV Rain/Lech 21
Greuther Fürth II 22
1860 Rosenheim 22
60:23
73:31
69:28
43:26
45:29
35:21
49:36
44:40
42:37
32:34
34:43
36:49
31:46
33:38
31:41
26:43
33:49
17:49
28:54
16:60
56
52
43
42
40
37
36
36
33
31
31
28
28
27
23
23
21
17
16
15
NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag
SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR
Bayreuth ( - ) Unterhaching
Eichstätt (3:0) Eltersdorf
25. SPIELTAG
SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR
Burghausen (1:3) Aschaffenburg
Fürth II (2:2) Rain
SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR
Nürnberg II (1:1) Schweinfurt
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR
Eltersdorf (0:2) Unterhaching
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR
Memmingen (2:1) Pipinsried
DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR
Heimstetten (2:0) Rosenheim
DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR
Bayreuth (6:2) Augsburg II
Eichstätt (3:1) Schalding-H.
Aubstadt (1:1) Buchbach
Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter
www.kicker.de/regionalliga
14. FEBRUAR 2022
81
O LY M P I S C H E S P I E L E
DOP I N GA FFÄ RE
Staffel-Glück: Erst bringt Langläuferin Sofie Krehl
das Silber ins Ziel, dann strahlt sie mit Katherine
Sauerbrey, Katharina Hennig und Victoria Carl (v. li.).
Überraschend, überzeugend, überwältigend – das deutsche
Olympia-Team hat sich in der
ersten Hälfte der Winterspiele
von Peking erfolgreich präsentiert. Mit achtmal Gold, fünfmal
Silber und einmal Bronze liegt
Deutschland im Medaillenspiegel auf Rang 2 hinter Norwegen
(siehe Grafik). Was Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig zu
der Aussage bewog: „Das ist
eine komfortable Situation.“
Für eine der bisher größten Überraschungen sorgte am
Samstag die Skilanglauf-Staffel
der Frauen. Katherine Sauerbrey, Katharina Hennig, Victoria Carl und Sofie Krehl stürmten zu Silber und gewannen die
erste deutsche Langlauf-Medaille überhaupt bei einem
Großereignis seit acht Jahren –
zuletzt hatte ein deutsches
S KE LE TON
Läuft!
Die olympische Halbzeitbilanz
von T EA M D fällt positiv aus. Und
es gibt weitere Medaillenchancen.
Quartett 2014 in Sotschi Bronze geholt. Ebenso unerwartet
krönten sich Biathletin Denise
Herrmann und der Nordische
Kombinierer Vinzenz Geiger
zu Olympiasiegern.
Ihrer Favoritenrolle gerecht wurden die Rodler. Sie
gewannen alle vier Wettbewerbe, dazu zweimal Silber –
„Kompliment an die Athleten
und den Verband“, freute sich
Schimmelpfennig. Der GoldSpur im Eiskanal folgten sensationell auch die Skeleton-Piloten Christopher Grotheer und
Hannah Neise als erste deutsche Olympiasieger.
Trotz dieser Glanzlichter
möchten die Verantwortlichen
die Erfolge nicht zu hoch hängen. „Wir schauen nicht nur auf
die Medaillen, sondern auch
auf die Plätze 1 bis 8. Und da
stehen wir nicht an erster Stelle“, drückte Schimmelpfennig
auf die Euphorie-Bremse. Das
Ziel bleibt Platz 2 bis 6.
In der zweiten Woche
ruhen die größten deutschen
Hoffnungen auf den Bobfahrern um Francesco Friedrich.
Auch die Biathleten, Skispringer, Kombinierer oder Skirennläufer haben noch „edle“
Aussichten.
SABINE VÖGELE
Sensations-Gold für Hannah Neise und die Gründe dafür
Corona, die Mamas und Selleriesaft
Fotos: picture-alliance/dpa, Reuters
C
orona ist der große Schatten über
diesen Olympischen Winterspielen
von Peking. Für Hannah Neise war
die Infektion kurz vorher jedoch ein
Schlüssel zum sensationellen Gold-Erfolg im Skeleton. „Es hat mir die Lockerheit zurückgebracht. Eigentlich sehe ich
oft das Negative in Sachen, aber ich habe
in dieser Zeit viel gelernt“, erklärte die
jüngste Skeleton-Olympiasiegerin aller
Zeiten mit kleinen Augen. Die Party dauerte bis 6 Uhr morgens, schließlich hatte
Neise nach dem Doppeltriumph von
Christopher Grotheer und Axel Jungk
das beste Olympia-Ergebnis der Historie
perfekt gemacht.
Die Geschichte der erst 21-jährigen
Olympia-Debütantin ist eine besondere.
Vor dem Gold-Coup war die Sauerländerin nie aufs Weltcup-Podest gefahren.
Mit Ach und Krach schaffte sie die Olym-
Ne
Gr
ot
ise
he
er
pia-Qualifikation – und dann der positive
Corona-Test. „Natürlich ist im ersten
Moment die Welt untergegangen. Aber
dann habe ich meinen Körper mit Vitaminen vollgestopft und jeden Morgen
Selleriesaft getrunken“, berichtete Neise.
Eine wichtige Hilfe war ihre Mutter.
Aber auch die Mama ihrer Stiefschwester
half als „Psychologin“ mit Anweisungen.
„Ich habe in den letzten Monaten sehr
viel an meiner mentalen Stärke gearbeitet. Das meiste entscheidet sich auf diesem Level im Kopf.“ Dort waren die deutschen Skeletoni mit ihren ersten Olympiasiegen der Geschichte genau wie beim
Material top. „Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich es nicht geglaubt“,
sagte Thomas Schwab als Sportdirektor
des Bob- und Schlittensportverbandes:
„Ich kann vor unseren Athleten nur den
Hut ziehen.“
LARS BECKER
Fall Walijewa
sorgt für Wirbel
D
iesen Dienstag beginnt in
Peking die Damen-Konkurrenz im olympischen Eiskunstlauf. Favoritin: die russische
Team-Olympiasiegerin Kamila
Walijewa (15). Wenn sie denn starten darf … Darüber befindet der
Internationale Sportgerichtshof
CAS am heutigen Montag – die
Entscheidung war für den Nachmittag Ortszeit angekündigt worden.
Hintergründe: Walijewa wurde
am 25. Dezember im Rahmen
der nationalen Meisterschaften
positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet. Nach
Aussage der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA lag das
Ergebnis erst am 8. Februar vor,
einen Tag nach der Team-Entscheidung in Peking. Es folgte
die vorläufige Suspendierung der
Sportlerin, doch nach Walijewas
Einspruch hob der Disziplinarausschuss der RUSADA diese am
9. Februar wieder auf. Dagegen
sind das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Welt-AntiDoping-Agentur (WADA) und der
Eiskunstlauf-Weltverband (ISU) in
Berufung gegangen.
Fragen: Durfte die RUSADA die
Suspendierung aufheben? Offen
ist auch, warum das Ergebnis der
Probe aus dem Labor in Stockholm
so spät kam. Laut RUSADA sollen
Corona-Fälle für die ungewöhnliche Verzögerung verantwortlich
sein. Travis Tygart, Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur,
sprach von einem „katastrophalen
Versagen des Systems“.
Folgen: Zunehmend rückt Walijewas Umfeld in den Fokus. Die
RUSADA kündigte eine Untersuchung gegen Betreuerinnen und
Betreuer des Teenagers an. Das
IOC befürwortet ein entsprechendes Vorgehen auch seitens der
WADA. Ob das russische TeamGold seine Gültigkeit behält,
darüber kann die ISU erst nach
Abschluss des gesamten Falles
entscheiden.
SAV
ME DA ILLENSPIEGEL
NACH 65 VON
109 ENTSCHEIDUNGEN
Nation
G
S
B
total
1. Norwegen
2. Deutschland
3. USA
4. Niederlande
5. Schweden
9
8
6
6
5
5
5
5
4
3
7
1
1
2
3
21
14
12
12
11
82
14. FEBRUAR 2022
Auf dem Weg der Besserung
DER EXPERTE
Nur ein Sieg in der Vorrunde.
Doch beim 2:3 gegen die USA
deutet D EU TS C HL A N D sein
Potenzial für mehr an.
Patrick Reimer
Olympia-Silbermedaillen-Gewinner
Ich bin trotzdem
absolut
zuversichtlich
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist durchwachsen in die Mission
„Verteidigung der Silbermedaille“ gestartet.
Mit zwei Niederlagen und einem Sieg wurde die
Gruppenphase als Dritter abgeschlossen – hinter
den USA und Kanada sowie vor Gastgeber China.
Was sich liest wie ein Stotterstart, förderte aber
auch eine klare Leistungssteigerung zutage: Beim 1:5
zum Auftakt gegen aggressive und abgezockte Kanadier war Deutschland immer einen Schritt
zu spät, kam schwer in die Zweikämpfe
und fand in der Offensive kaum statt.
Danach wurde die DEB-Auswahl ihrer
Favoritenrolle gegen die Chinesen zumindest über die Hälfte der Spielzeit
gerecht, ging mit 3:0 in Führung, machte
es mit einem knappen 3:2-Sieg am Ende O L Y M P I S C H E
Enges Match: Tom Kühnhackl (rechts) erzielt im
aber noch unnötig spannend. Den bisSpiel gegen die USA das Anschlusstor zum 2:3.
SPIELE
lang besten Auftritt lieferte Team D am
Sonntag bei der 2:3-Niederlage gegen
Vier Jahre später zeigt die Leistungskurve im
schnelle und technisch versierte US-Amerikaner:
Turnierverlauf erneut nach oben. Trotzdem wird
Deutschland brachte seine Tugenden wieder aufs
sich Deutschland in der nun anstehenden ZwischenEis, war präsent in den Zweikämpfen, teilte viele und
runde am Dienstag (5.10 Uhr MEZ) weiter steigern
harte Checks aus, blockte leidenschaftlich Schüsse
und eigene Fehler minimieren müssen. Der Gegner
und war griffiger und gefährlicher in der Offensive.
Slowakei bekam es in einer Gruppe mit Finnland,
Auch gelang der erste Powerplay-Treffer im Turnier.
Schweden und Lettland mit schweren Gegnern zu
Grund zur Panik ist also nicht angebracht: Auch
tun und wurde ebenfalls Dritter. Weiterhin fraglich
beim Silber-Triumph von 2018 starteten die Deutist der Einsatz des deutschen Verteidigers Marco
schen mit zwei Niederlagen ins Turnier, waren in der
Nowak, der seit einem überharten Check im ersten
K.-o.-Runde dann aber voll auf Betriebstemperatur
Spiel gegen Kanada verletzt fehlt. CHRISTIAN RUPP
und schrieben am Ende Eishockey-Geschichte.
S K I S P R I N GE N
E
s war sicherlich ein
Stotterstart in dieses Turnier.
Die Jungs sind mit großen
Erwartungen angereist und wollten
mehr. Vielleicht war es gar nicht
schlecht, gegen Kanada direkt
einen Dämpfer bekommen zu haben.
Es war wichtig zu sehen, dass man
hart arbeiten muss, um bei den
Olympischen Spielen Erfolg zu
haben.
Gegen die USA haben wir unser
bislang bestes Spiel geliefert
und ganz anderen Einsatz und
Leidenschaft gezeigt. Die Jungs
können gut einschätzen, dass
sie gegen ein Top-Team mithalten
konnten. Das war 2018 bei uns
nicht anders, als wir knapp mit
0:1 gegen die Schweden verloren
haben.
Ich denke, dass wir noch nicht die
beste deutsche Mannschaft
gesehen haben, und hoffe, dass
die Jungs weiter an sich und ihre
Stärken glauben, dass dieser
Glaube von Spiel zu Spiel größer
und eine weitere Steigerung zu
sehen sein werden. Wenn die
Leichtigkeit in den Spielzügen
und im Abschluss zurückkommt,
dann sind wir für den weiteren
Verlauf gut gewappnet.
Der volle Fokus liegt nun auf dem
Spiel gegen die Slowakei. Sie hat
mit Juraj Slafkovsky einen
17-jährigen Goalgetter. Ansonsten
hatten aber auch sie Probleme
mit dem Toreschießen und die
eine oder andere Lücke in der
Defensive.
Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.
Gerade die deutschen Spieler, die
schon vor vier Jahren mit dabei
waren, werden die richtigen Worte
finden. Ich habe keinerlei Skepsis,
bin aufgrund der Leistung
trotzdem positiv gestimmt und
absolut zuversichtlich.
Karl Geigers erlösender Coup schürt Hoffnungen auf Team-Gold
K
arl Geiger hat in diesen Olym„Eine Erlösung für das gesamte
pia-Tagen für einen lustigen
Team“ nannte sie Bundestrainer SteVersprecher gesorgt. „Noch
fan Horngacher: „Wir haben schwere
stecke ich nicht den Sand in den
Tage hinter uns und noch die Kurve
Kopf“, sagte er nach einer der vielen
gekriegt. Das hilft uns gewaltig für
enttäuschenden Trainingseinheiten
das Mannschaftsspringen.“ Nach den
an den Schanzen von Zhangjiakou.
Eindrücken von der Großschanze
Die sprachliche Verwechslung war
geht Team-Weltmeister Deutschland
ein Ausdruck der totalen
am heutigen Montag
Ratlosigkeit, in der sich
(12 Uhr MEZ) nach Geider als Nummer eins der
gers Bronze-Coup dort
Welt angereiste Skisprinals Mitfavorit auf Gold
ger befand. Umso höins Rennen.
her war die olympische
Es war ein Happy
Bronzemedaille einzuEnd, an das Geiger selbst
schätzen, die sich Geinicht mehr geglaubt
ger einen Tag nach seihatte. Als Gesamtweltnem 29. Geburtstag im
cupsieger mit großen
Einzelspringen von der Auf der Großschanze
Erwartungen angereist,
Großschanze sicherte.
ein Großer: Karl Geiger kam er zunächst auf der
Normalschanze überhaupt nicht zurecht. Platz 15 im Einzel folgte das
Drama im Mixed-Springen, wo seine
Kollegin Katharina Althaus disqualifiziert wurde. Er begann in einer der
größten Krisen seiner erfolgreichen
Karriere wieder bei null: „So wie ein
neugeborenes Küken – aus dem Ei
schlüpfen und loslegen.“
Das funktionierte: Mit seinem
besten Flug in Peking holte er Bronze
hinter Olympiasieger Marius Lindvik (Norwegen) und Einzelschanzen-Champion Ryoyu Kobayashi
(Japan). Und vielleicht gibt es ja am
Ende statt Sand im Kopf sogar TeamGold um den Hals.
LARS BECKER
Mehr zu den Olympischen
Spielen unter www.kicker.de
Foto: picture-alliance
Bronze um den Hals statt Sand im Kopf
Patrick Reimer (39) gewann mit dem
deutschen Team 2018 Olympia-Silber.
Der erfolgreichste Torschütze und Scorer
der DEL-Geschichte spielt seit der Saison
2012/13 für die Nürnberg Ice Tigers.
IHRE
14. FEBRUAR 2022
MEINUNG
83
L e s e r f o r u m @ k i c k e r. d e
Für den FC Bayern ist
Niklas Süle kein Verlust,
für den BVB ein Gewinn
Betr.: „Ein großes Puzzleteil“, „Überall das
liebe Geld“ – Der Wechsel von Niklas Süle
% Nr. 13
Der ablösefreie Wechsel vom FC Bayern zum BVB hat laut Niklas Süle
und seinem Berater keine pekuniären Gründe, sondern es fehlte die
Wertschätzung der Bayern. Bei einer
Offerte von zehn Millionen Euro pro
Jahr keine Wertschätzung zu empfinden, grenzt für mich an Größenwahn.
Rüdiger van Alste, Hannover
Nun hat das leidige Thema ein Ende
gefunden und zumindest ein Gewinner steht fest: Borussia Dortmund.
Ein ablösefreier deutscher Nationalspieler, der beim FC Bayern schon gezeigt hat, dass er mehr als brauchbar
Ablösefrei vom
FC Bayern zum
BVB: Niklas Süle
trägt ab Sommer
Schwarz-Gelb.
Foto: sampics
Niklas Süle fühlt sich beim FC Bayern
nicht genügend wertgeschätzt. Ein
Profi, der mehrere Millionen Euro
pro Jahr verdient, wünscht sich zusätzliche Streicheleinheiten von den
Vereinsoberen. Wenn Süle sich große
Verdienste um den FCB erworben
hätte, könnte ich sein Anliegen vielleicht noch nachvollziehen. Aber in
meinen Augen ist er bisher nicht
durch beständige überragende Leistung aufgefallen.Alfred Kastner, Weiden
kicken kann, könnte ein Baustein
für einen erneuten Angriff auf die
Dauerherrschaft der Münchner sein.
Christian Crone, Berlin
Niklas Süle hat offenbar kein wirklich attraktives finanzielles Angebot
aus dem Ausland bekommen. Das
BVB-Angebot ist daher als „Notnagel“
zu betrachten. Was beweist, dass Süle
auch nicht der überragende und unersetzliche Spieler ist. Für die Bayern
ist sein Verlust nicht tragisch. Es gibt
Rüdiger Abramczik
Stand: 11. 2. 2022
D IE NSTAG , 15 . FEBRUAR
Rui Patricio (102 A Portugal, EM 2016) 34
Sara Däbritz (82 A, Olympia 2016,
27
EM 2013)
MITTWOC H, 16 . FEBRUAR
Dieter Brenninger (1 A, 271 BL)
Rike Koekkoek (28 A)
Bebeto (75 A Brasilien, WM 1994)
78
62
58
D ONNERSTAG , 17. FEBRUAR
Willi Koslowski (3 A, 64 BL)
Norbert Eilenfeldt (212 BL)
Andrea Heinrich (4 A)
85
66
50
FRE ITAG , 1 8 . FE B RUAR
Werner Drews (2 A DDR)
Peter Meyer (1 A, 44 BL)
Rüdiger Abramczik (19 A, 316 BL)
Gerald Ehrmann (294 BL)
Frank Schulz (213 BL)
Josip Simunic (105 A CRO, 271 BL)
Christian Tiffert (225 BL)
Roman Neustädter (2 A Deutschland,
13 A Russland, 181 BL)
% Nr. 13
82
82
66
63
61
44
40
34
S AM STAG , 1 9 . FE B RUA R
Gianluca Zambrotta (98 A Italien,
45
WM 2006)
Steven Cherundolo (87 A USA, 302 BL) 43
Christoph Kramer (12 A, WM 2014,
31
218 BL)
S O NNTAG , 2 0. FE B RUA R
Urs Fischer (Trainer)
Markus Kauczinski (Trainer)
Offensichtlich ist Niklas Süle mit seinen bisherigen Leistungen zufrieden.
Das unterscheidet ihn von anderen
Spielern, die besser sind als er und
trotzdem versuchen, noch besser
zu werden. Vielleicht wird Süle erst
nach seiner Karriere klar, dass er sein
volles Leistungsvermögen nicht ausgeschöpft hat.
Peter Scholz, Münster
Betr.: „Kahns Ja zur Play-off-Idee“ –
Die Bundesliga braucht mehr Spannung
Der Ex-Stürmer, der für Schalke, Dortmund, Nürnberg,
Galatasaray und Oberhausen spielte, wird 66 Jahre alt.
71
69
35
26
Udo Küber, per E-Mail
Play-offs machen die Liga
nicht spannender, aber
die Topklubs noch reicher
H E RZ L I C HE N G LÜ C KW U N S C H !
M ONTAG , 14 . FEBRUAR
Kevin Keegan (63 A England)
Hans Krankl (69 A Österreich)
Matthias Jöllenbeck (Schiedsrichter)
Lucas Hernandez (30 A Frankreich,
WM 2018, 58 BL)
genügend Spieler, die ihn gleichwertig oder gar besser ersetzen werden.
56
52
Letzen Endes würden Play-offs doch
nur einzig und allein dazu dienen,
die enorme Wettbewerbsverzerrung
durch den FC Bayern gegenüber dem
Rest der Liga besser zu verschleiern.
Ähnlich wie im DFB-Pokal würden
dann die Bayern hin und wieder
mal doch in einem einzelnen Playoff-Spiel ausscheiden und dadurch
mal nicht Deutscher Meister werden. Auch wenn ich die Meinung
der Führung des FC Bayern durchaus
nachvollziehen kann, so wäre die
hieraus gewonnene „Spannung“ jedoch ziemlich konstruiert, was wohl
schon bald auch dem letzten Fan klar
werden dürfte. Jürgen Christ, Dentlein
Es ist nicht verwunderlich, dass der
FC Bayern Play-offs zur Meisterschaft
begrüßen würde. Weitere Spiele zur
Entscheidung des Meistertitels bedeuten noch mehr Gelder für den
ohnehin zig Millionen schweren Klub
aus dem Süden. Play-offs machen die
Liga nicht spannender, sie spülen lediglich noch mehr Geld in die Kassen
der Vereine, die ohnehin finanziell
schon komfortabel aufgestellt sind.
Die Bundesliga ist einer der fairsten
Wettbewerbe überhaupt. 18 Vereine,
jeder gegen jeden, einmal zu Hause, einmal auswärts. Und wer zum
Schluss die meisten Punkte hat, ist
Deutscher Meister. Bevor man über
Play-offs nachdenkt, sollte man lieber überlegen, die Transfersummen
zu begrenzen. Vielleicht gelingt es
irgendeinem Verein dann ja mal
wieder, den FCB auf Platz 2 zu verdrängen. Gerrit Gatermann, per E-Mail
Ich stehe der derzeitigen Entwicklung mit Bedenken gegenüber.
Eventuell eine WM alle zwei Jahre,
dazu eine aufgeblähte Champions
League, die immer noch drohende
sogenannte Super League der Schuldenbuckelvereine und jetzt auch
noch anvisierte Play-offs wie etwa
im Eishockey, um die Bundesliga
„spannender“ zu gestalten. Die Liga
würde spannender, wenn potenziell
wirtschaftsstarke Vereine wie etwa
Schalke oder der HSV mehr aus ihren
Möglichkeiten machen und mehr
fußballerisches Know-how in ihre
Vereinsarbeit einbinden würden, wie
es beim FC Bayern seit Uli Hoeneß
Tradition ist. Dieter Dümas, Mannheim
Endlich nimmt ein
Verantwortlicher die
Profis ins Gebet!
Betr.: „Jung und vogelwild“ – Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger klagt Spieler an
% Nr. 12
Bravo, Herr Hitzlsperger! Ich kann
jeden Satz, den er in seiner Rede nach
der Niederlage gegen Frankfurt sagte,
unterschreiben. Endlich nimmt ein
Verantwortlicher die Profis ins Gebet und erinnert sie an ihre Pflicht
dem Verein und den Fans gegenüber.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Spieler
diese Kritik zu Herzen nehmen und
sich nicht in die Schmollecke zurückziehen.
Detlef Plobner, Oberasbach
Redaktion kicker-sportmagazin,
Leserforum, Badstraße 4 – 6,
90402 Nürnberg,
Fax: 0911 / 2 16 - 22 52,
Mail: leserforum@kicker.de
facebook.com/kickeronline
84
14. FEBRUAR 2022
Djibril Sow ist ein eher ruhiger Zeitgenosse – und hat
dennoch viel zu sagen. Über
seine Entwicklung und die
der Eintracht, deren Spiel er inzwischen prägt. Über den großen Konkurrenzkampf in der Schweizer Nati
und seine künftigen Ambitionen.
Erleben wir Sie aktuell in der stärksten
Form Ihrer Karriere, Herr Sow?
Sicherlich habe ich bei der Eintracht –
und speziell auch in dieser Saison –
noch mal einen großen Schritt nach
vorne gemacht. Ich freue
mich, dass ich nun auch
mit Toren und Assists
helfen konnte.
Ist Ihre Leistungssteigerung auf den Trainerwechsel vor der Saison
oder eher auf Ihre Erfahrung zurückzuführen?
Das hängt sicherlich
auch viel mit meiner Erfahrung zusammen. Ich
bin jetzt schon im dritten
Jahr hier und habe mich
in der Stadt, der Mannschaft und der Liga völlig akklimatisiert. Diese
Erfahrung und auch das
Vertrauen helfen mir bei
meiner Entwicklung.
Oliver Glasner legt großen Wert auf das Positionsspiel der Sechser
und will, dass wir immer
schnelle Lösungen finden. In diesen Bereichen
konnte ich sicherlich einen Schritt nach vorne
machen.
quenter werden können. Allerdings
haben wir im Offensivspiel wie auch
im Spielaufbau bereits große Fortschritte erzielt. Was wir jetzt noch lernen müssen, ist die richtige Balance
zu finden. Wir dürfen die defensive
Stabilität nicht vernachlässigen und
müssen wieder alles dafür tun, um
so wenige Gegentore wie möglich zu
bekommen. Denn wir können uns
nicht darauf verlassen, dass wir vorne immer zwei, drei Tore schießen.
Worauf sind die vielen Gegentore zurückzuführen?
„In den Ausdauertests
war ich nie gut“
Kaum jemand in der Bundesliga
läuft so viel wie DJ IBR IL SOW (25).
Frankfurts Mittelfeldspieler über
seinen Weg, die WM in Katar
und die Europa League.
Wie unterscheiden sich Adi Hütter und
Oliver Glasner – als Typen und in ihrer
Fußballphilosophie?
Ihre Philosophie liegt gar nicht so
weit auseinander. Adi Hütter kommt
stärker über seine Ansprachen. Oliver
Glasner arbeitet mit uns sehr detailliert und nutzt noch mehr Videomaterial, um seine Ideen in die Köpfe
der Spieler zu implementieren. Ich
denke, das ist der größte Unterschied.
Wie weit ist die Mannschaft noch von
dem Fußball entfernt, den Glasner sehen möchte? Lässt sich das innerhalb
einer Saison überhaupt erlernen?
Durch den Führungswechsel im
vergangenen Sommer, neue Spieler,
Corona-Ausfälle und wenig gemeinsame Trainingszeit kam viel zusammen, was es auch für den Trainer
schwer macht, seine Vorstellungen
vollständig umzusetzen. Wir sehen
noch Verbesserungspotenzial: in der
Defensive, aber auch in der Offensive,
wo wir im letzten Drittel noch konse-
Wir bekamen einfache Gegentore, die
wir leicht hätten verhindern können.
Mit viel Training und Videomaterial
müssen wir weiter an den Automatismen arbeiten, um die Lücken besser
zu schließen oder den Mitspieler
abzusichern. Diese Dinge setzten wir
zu Beginn der Rückrunde nicht mehr
konsequent um, und dann bekommst
du in der Bundesliga gegen jeden
Gegner Probleme. Das müssen wir
wieder voll auf den Platz bringen – so
wie gegen Ende der Hinrunde. Wenn
ich zum Beispiel an unseren 1:0-Sieg
gegen Mainz denke, da haben wir
kein überragendes Spiel gemacht,
aber Mainz kam kaum gefährlich
vor unser Tor. Das zeigt: Wenn wir zu
null spielen, haben wir eine sehr gute
Chance, unsere Spiele zu gewinnen,
weil wir immer für ein Tor gut sind.
Sie sind in eine Führungsrolle hineingewachsen. Wie drückt sich das aus?
Das Testspiel in Mainz neulich ist ein
gutes Beispiel. Da bekam ich in der
14. FEBRUAR 2022
zweiten Hälfte die Kapitänsbinde.
Vor zwei, drei Jahren wären noch 18
oder 19 andere Spieler vor mir an der
Reihe gewesen. Mein Standing hat
sich also schon verändert. Ich merke
das auch daran, dass mich Mitspieler
um Rat fragen und ich Gehör finde.
oniert, dass ich direkt abschließen
konnte.
Auch Alex Meier gab Ihnen Tipps.
Ja, er schaut manchmal beim Training zu und sagte mir: „Du hast so
einen guten Schuss, versuche das
einfach mal mit der Innenseite und
nicht mit voller Kraft und dem Vollspann.“ Ich bin froh, dass das so gut
geklappt hat.
Statt zur Eintracht hätten Sie 2019
auch zu Paris St. Germain wechseln
können. Überlegen Sie manchmal, wie
Ihre Karriere verlaufen wäre, wenn Sie
diesen riesigen Schritt gewagt hätten?
Natürlich habe ich mal darüber nachgedacht. Aber ich habe den Schritt
zur Eintracht zu keinem Zeitpunkt
bereut. Wenn ich auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurückschaue,
habe ich in der Eintracht den perfekten Verein für meine Entwicklung
gefunden. Hier bekam ich Vertrauen
und die nötige Ruhe. Bei einem so
großen Verein wie PSG wären die
Spielminuten ganz anders ausgefallen, außerdem gibt es dort keine
Eingewöhnungszeit. Frankfurt war
die richtige Entscheidung.
Foto: Huebner
Vor dem 22. Spieltag lagen Sie im
Ranking der laufstärksten Spieler
der Bundesliga mit 227,68 Kilometern
auf Platz 2 hinter dem Wolfsburger
Maximilian Arnold. Liegt Ihnen das
einfach im Blut oder arbeiteten Sie
darauf hin?
Mit der Schweiz qualifizierten Sie sich
in der Gruppe C vor Italien als Erster
für die WM in Katar. In Deutschland
wird die Ausrichtung dort insbesondere von den Fans sehr kritisch gesehen.
Wie bewerten Sie das, und wie wird in
der Schweiz darüber gedacht?
Das wird auch in der Schweiz durchaus kritisch gesehen. Bei uns im
Team haben wir uns darüber auch
ausgetauscht. Aber ich glaube, es gab
auch schon bei anderen Weltmeisterschaften wie in Südafrika oder
Brasilien kritische Stimmen. SchlussNein, früher war ich in den Ausendlich konnten sich viele trotzdem
dauertests nie
dafür begeistern.
gut, weil ich dabei „Ein Ultimatum würde Zu Katar kann ich
nicht so richtig
nicht viel sagen,
ich nicht setzen, aber ich habe zwar eimotiviert war. Im
Spiel kommt das ich bin ambitioniert.“ niges gelesen, war
instinktiv, ich will
aber noch nie vor
überall auf dem
Ort.
Platz meinen Mitspielern helfen.
Von den Verbänden wird es oft nicht
Das ist einfach mein Spiel, und in
gerne gesehen, wenn sich Spieler poder Bundesliga muss ein Mittelfeldlitisch positionieren und Missstände
spieler diese läuferische Klasse auch
außerhalb des Sports ansprechen. Ist
draufhaben, vor allem bei unserem
die Zeit für einen Wandel gekommen?
sehr laufintensiven Spiel.
Sollten Spieler und Teams zu gewissen
Sie haben in dieser Saison auch das
Toreschießen entdeckt, trafen in den
Wochen vor Weihnachten zweimal
in der Bundesliga und einmal in der
Europa League. Woher kommt das?
Einerseits habe ich beim Positionsspiel einen guten Schritt
nach vorne gemacht. Bei den
Toren gegen Union Berlin und
Leverkusen war ich um den
Sechzehner herum so positi-
Themen stärker Stellung beziehen?
Ja, klar. Durch die Black-Lives-MatterBewegung hat sich auch schon einiges getan. In der Premier League
wird vor den Spielen immer noch der
Kniefall gemacht. Aber es ist sicherlich noch mehr möglich. Doch zur
Wahrheit gehört auch, dass wir keine
Politiker, sondern Fußballer sind.
Wir können politische Statements
abgeben, müssen es aber nicht.
85
Ist es Ihr Anspruch, in Katar als
Stammspieler für die Schweiz anzutreten? Oder ist das angesichts der
Konkurrenz illusorisch?
Profis schon länger nicht mehr. Warum
ist das so ein Tabuthema? Wäre es
nicht naheliegend zu sagen: Wir spielen ohne oder nur vor wenigen Fans,
also verzichten wir auf etwas Geld?
Als wir 2019 im Trainingslager in
Windischgarsten zusammensaßen,
sagten Sie: „In den nächsten zwei, drei
Jahren ist es wichtig, dass ich mich
noch mal auf ein höheres Level bringen
kann. Die Premier League bleibt meine
Traumliga.“ Müssen die Fans also in
diesem Sommer mit Ihrem Abschied
rechnen?
so wird, wie es einmal war?
Diesen Anspruch kann ich zwar haben, aber die Konkurrenz ist in der
Als es vor der letzten Saison diese
Tat groß. Sollte ich nicht spielen,
Gespräche mit dem Vorstand gab,
kann ich mich nicht hinstellen und
ging es ganz schnell – alle stimmsagen: Das ist völlig unfair. Granit
ten einem Gehaltsverzicht zu. Wir
Xhaka und Remo Freuler sind bei
waren übrigens eine der wenigen
Arsenal und Atalanta Bergamo
Mannschaften, die in der gesamten
nicht nur Stammspieler, sondern
Saison 2020/21 auf Gehalt verzichauch Führungsteten. Auch wenn
kräfte, und Denis
wir viel verdienen,
„Die Fans sind
Zakaria ist gerade
war das trotzdem
zu Juventus Tu- sicherlich nicht müde ein Beitrag, den
von der Eintracht.“
rin gewechselt.
wir geleistet haDa kannst du bei
ben, damit der
Eintracht FrankVerein gesund und
furt sehr gute Leistungen bringen,
stabil bleibt. Wenn das Thema noch
aber bei der starken Konkurrenz kann
einmal auf den Tisch kommen sollte,
man nicht davon ausgehen, bei der
hätten wir aber sicherlich ein offenes
Nati einen Stammplatz zu haben. ObOhr. Was dabei herauskäme, weiß
wohl ich nicht so viel gespielt habe,
ich allerdings nicht, da ich nicht im
war auch die vergangene EM ein
Mannschaftsrat bin.
Highlight für mich. Natürlich habe
Als Sie nach Frankfurt kamen, herrschich trotzdem den Traum, irgendwann
te nach dem Pokalsieg 2018 und dem
mal bei einem großen Turnier eine
Einzug ins Europa-League-Halbfinawichtige Rolle zu spielen. Ich bin jung
le 2019 eine riesige Euphorie. Durch
und geduldig, um mir diesen Traum
Corona wurde der Stecker gezogen.
noch zu verwirklichen.
Glauben Sie, dass es jemals wieder
Die Premier League ist immer noch
ein Traum von mir. Aber ich habe
nie eine Karriereplanung gemacht,
die vorsieht, dass ich nach zwei, drei
Jahren wegmuss. Es müsste schon
vieles passen, damit ich die Eintracht
verlasse. Ich fühle mich hier sehr
wohl, und der Verein nahm in den
vergangenen Jahren eine positive
Entwicklung.
Hängt Ihr Verbleib davon ab, ob die
Eintracht 2022/23 international
spielt?
So ein Ultimatum würde ich nicht
setzen. Aber natürlich bin ich ambitioniert, und ich will auch, dass der
Verein ambitioniert bleibt. Wenn wir
jedes Jahr gegen den Abstieg spielen würden, müsste ich mich schon
fragen, ob meine Ziele und die des
Vereins zusammenpassen. Aber ich
sehe hier mit den jungen Spielern,
die bereits kamen, und weiteren, die
noch folgen werden, immer noch viel
Potenzial.
Viele Klubs ächzen unter den Einbußen
durch die Pandemie. Trotzdem hört
man von einem Gehaltsverzicht der
Die Fans sind sicherlich nicht müde
von der Eintracht und vom Fußball,
sondern von Corona und vielen politischen Bestimmungen. In der Phase,
in der die Fans wieder im Stadion
waren, hatte ich das Gefühl, dass die
Leute heiß sind und uns anfeuern.
Ich bin guter Dinge, dass die Stadien
wieder voll sein werden, wenn wir zur
Normalität zurückkehren. Wir alle
im Verein wünschen uns das sehr.
Die Fans in Deutschland haben eine
solche Leidenschaft für den Fußball,
das verfliegt nicht einfach so.
Haben Sie eigentlich am 18. Mai schon
etwas vor?
Ich hoffe, dass wir uns an dem Tag
in Sevilla sehen.
Das wäre dann beim Finale der
Europa League. Ist der Vorjahressieger
FC Villarreal ein Vorbild, das zeigt, was
man als Außenseiter erreichen kann?
Ab jetzt ist es ein K.-o.-Turnier, da
kann alles passieren. Ich glaube an
jede noch so kleine Chance. Vor allem, wenn wir hoffentlich wieder vor
unseren Fans spielen können. Ich
muss Sie sicher nicht daran erinnern,
was in Frankfurt bei so einem K.-o.Spiel los ist. Das könnte uns einen
zusätzlichen Push geben. Ich sehe
auch den Vorteil, dass diese Spiele
für uns ein richtiges Highlight sind,
während es andere Teams gewohnt
sind, in der Champions League zu
spielen. INTERVIEW: JULIAN FRANZKE
14. FEBRUAR 2022
Der
Namen nennt Dr. Thomas
Wüstefeld keine. Der neue
Vorstand ist seit seiner
Kindheit Fan des HSV, er
hat die goldenen Zeiten miterlebt
und die zurückliegende Dekade des
Niedergangs. Sie war vor allem auch
davon geprägt, dass dem Glanz der
Vergangenheit geradezu verzweifelt
nachgejagt wurde. Auf dem Feld wurde der „neue Uwe Seeler“ gesucht,
wenn ein Eigengewächs vielversprechend gestartet ist. Und in der Vorstandsetage der mächtige Boss, be-
Andersmacher
Erst Anteilseigner, dann
Aufsichtsrat und nun Vorstand:
DR . T H O MAS WÜSTE FE LD (53) will
den HSV genau durchleuchten.
vorzugt in der Rolle des Erlösers. Der
53-Jährige nutzt die ersten Wochen
seiner Amtszeit seit Jahresbeginn,
um sich intensiv einzuarbeiten. Klar
ist für ihn im Vorfeld nur eines: Er
will die Dinge grundlegend anders
angehen. Weil für ihn offensichtlich
ist, dass der HSV eine Veränderung in
der Denke und Ausrichtung benötigt.
Wüstefeld ist ein erfolgreicher
Medizinunternehmer, um die Situation bei seinem Klub zu skizzieren,
bedient er sich bei Begriffen aus der
Filmbranche. „Zuletzt war es oft so,
dass ein Hauptdarsteller verpflichtet
und das Drehbuch für ihn angepasst
wurde, dass er über die entsprechenden Besetzungen entschieden hat.
Das müssen wir verändern.“ Er will
anders Regie führen. Im Oktober
hat er 5,11 Prozent der Anteile von
Klaus-Michael Kühne gekauft, war
zum Jahresende in den Aufsichtsrat
eingezogen und wurde im Januar
zunächst für ein Jahr aus dem Kontrollgremium in den Vorstand entsendet. Aus dieser Position heraus will er
anhand der gesammelten Eindrücke
mit entscheiden, wen und was der
Klub für die Zukunft braucht. „Das
Ziel ist es, nicht eine neue Person in
den Vorstand zu holen und nach dieser die Ausrichtung vorzunehmen,
sondern an der Struktur zu arbeiten,
ein Drehbuch zu erstellen.“
Ob er während dieser Worte
an Dietmar Beiersdorfer denkt, sagt
Fotos: Witters
86
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der dreifache Familienvater auch auf
Nachfrage nicht. Der Ex-Profi und
von 2002 bis 2009 überaus erfolgreiche Sportchef wurde nach der Ausgliederung 2014 als Vorstandsboss
zurückgeholt und seinerzeit mit aller
Macht ausgestattet. „Didi“, schwärmte der damalige Aufsichtsratsboss
Karl Gernandt im Vorfeld, „ist nicht
zurück, um da weiterzumachen, wo
andere aufgehört haben. Er ist der
Chef im Ring und entscheidet, wann
und wo er mit den Veränderungen
ansetzt.“ Dem gebürtigen Franken
erschien der Vorschusslorbeer so viel,
dass er sich beim Dienstantritt zu dieser Klarstellung veranlasst sah: „Ich
bin kein Heilsbringer.“ Als der groß
angekündigte Chef im Ring nach
rund zwei Jahren in den Seilen hing
und der HSV vor dem K. o. stand,
kam das nächste altbekannte Gesicht
zurück: Heribert Bruchhagen. Der
Auftrag des Aufsichtsrates an den Altmeister glich einem Gegenentwurf,
er sollte vor allem beruhigen und mit
seiner Routine den Kurs vorgeben.
Weil auch dieser schlingerte, kam der
nächste Ex zurück: Bernd Hoffmann,
ausgestattet mit aller Macht und allein seinem Naturell entsprechend
auch willens, diese zu übernehmen.
Eine Parallele zu Hoffmann ist
bei Wüstefeld der Einstieg. Wie der
zweimalige Vorstandsvorsitzende
bei seinem zweiten Anlauf 2018 ist
auch der neue Mann als Aufsichtsrat
durch sein Gremium für zunächst
ein Jahr kommissarisch zum Vorstand ernannt worden. Hoffmann
blieb danach. Und Wüstefeld? „Mit
dieser Parallele“, sagt er, „müssen
wir und muss vor allem ich leben.“
Vorerst Doppelspitze: Wüstefeld
mit Sportvorstand Jonas Boldt
Ein Bewerbungsschreiben sollen die
kommenden Monate nicht sein. Er
sagt: „Das war so nicht geplant.“
Wüstefeld betont innerhalb
eines Gesprächs mehrmals, dass es
ihm um Inhalte geht. Das sollte eine
Selbstverständlichkeit sein. Beim
HSV indes ging es in der Vergangenheit vor allem um Namen. Und
um Macht. Die Frage, wer denn nun
der starke Mann im Vorstand sei,
der Neue aus dem Kontrollgremium
oder der seit 2019 amtierende Sportvorstand Jonas Boldt, stellt sich für
Wüstefeld nicht. „Mein Naturell ist
es, dass ich immer alles verstehen
möchte.“ Deshalb verzichtet er anders als einige Vorgänger auf markige
Ankündigungen, sondern taucht seit
seinem ersten Arbeitstag intensiv
in die Prozesse ein. Und hat damit
bereits im Spätsommer, also deutlich
Es geht weniger um
Namen und Macht,
sondern um Kompetenz.
vor seinem Amtsantritt, angefangen. Bevor er sich zum Anteilskauf
entschloss, hatte Wüstefeld eine Absichtserklärung und eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet, um die
Abläufe in der HSV AG überprüfen
zu können. Wenn er nun in Bezug
auf die wirtschaftliche Lage sagt,
„die Situation ist alles andere als
gut, es ist fünf nach zwölf“, deutet
Wüstefeld mehr als nur an, dass er
ob der Durchleuchtungen besorgt
ist. Von seinem Plan abgebracht haben sie ihn nicht. Deshalb durchleuchtet er weiter. Nur eine Woche
nach seiner Inthronisierung wurde
Marketingdirektor Philipp Markohs
freigestellt. Ein Maßstab für sein
Wirken muss das nicht sein. „Ich
bin schon auch hartnäckig, wenn
es darum geht, so lange zu bohren,
bis alle Facetten beleuchtet sind.“
Der Bohrer indes soll ausdrücklich
nicht der Vorschlaghammer sein.
Wüstefeld kündigt keine Tabula rasa
an, sondern Analysen. „Ich sehe es als
meine Aufgabe an, ein Drehbuch zu
entwerfen, das in den Grundzügen
den gemeinsam definierten Leitplanken entspricht. Auf dieser Basis sollen dann Positionen besetzt werden,
auch Hauptrollen.“
Es ist die Abkehr vom bisherigen Hamburger Weg, der den HSV
mit Vollgas in die Sackgasse geführt
hat. Dass er als Gesellschafter nun
auch die Geschäfte führt, hat aus
seiner Sicht „nur Vorteile“. Er habe
einen anderen Blick auf die Dinge,
wenn es um das eigene Geld gehe.
Auch der Umgang mit Geld soll nach
Zeiten, in denen der HSV gnadenlos
über seine Verhältnisse gelebt hat,
ein anderer werden. SEBASTIAN WOLFF
88
14. FEBRUAR 2022
„Der Fußball sollte intensiv
über Veränderungen nachdenken“
Um Volkssport Nummer eins zu bleiben, muss etwas passieren,
glaubt D E N N I S AO G O (35). Ein Gespräch über neue Wege,
grobe Einschnitte, die hohe Belastung, Typen und Rassismus.
E
ine seiner ersten Handlungen
in neuer Umgebung, sagt Dennis Aogo, war es, „die ganzen
Programme auf dem Fernseher einzurichten“. Seit Oktober 2021 lebt
der Ex-Bundesligaprofi mit seiner
Familie in Dubai. Von dort blickt er
weiterhin intensiv auf den Fußball –
insbesondere die Bundesliga, der
er letztmals in der Saison 2018/19
als Spieler des VfB Stuttgart angehörte (siehe Personalkasten auf
Seite 91). Seit seinem Karriereende im
Sommer 2020 ist Aogo aktuell unter
anderem als Sky-Experte tätig, ein
Engagement beim österreichischen
Zweitligisten FC Wacker Innsbruck
endete nach drei Monaten.
Oft sind es die großen Namen
früherer Spielergenerationen, die
nach Einschätzungen gefragt werden, die ihre Vergleiche ziehen sollen.
Doch das Geschäft hat sich verändert,
die Einflüsse sind inzwischen vielfältig, die Themen werden zunehmend
komplexer. Wie blickt also jemand
wie Aogo, der gerade die ersten
Schritte nach der aktiven Karriere
macht, auf die großen Themen des
Fußballs?
Herr Aogo, welcher Fan waren Sie als
kleiner Junge?
KSC! Ich habe in KSC-Bettwäsche geschlafen und stand auf der Tribüne,
als Euro-Eddy, Kiryakov, Kahn und
Häßler noch spielten.
Was spricht denn heutzutage noch
dafür, kein Bayern-Fan zu werden?
Na ja, ich bin in Karlsruhe aufgewachsen. Meine Wahl hatte natürlich sehr
viel mit der Lokalität und regionaler
Verbundenheit zu tun.
Und sonst, will ein Kind nicht Fan des
Klubs sein, der immer gewinnt?
Welche Tendenzen meinen Sie?
Das ist schon außergewöhnlich. Und
wenn man ehrlich ist, liegt genau
darin auch ein wesentliches Problem. Zehnmal in Folge, da langweilt
sich wahrscheinlich sogar der größte
Bayern-Fan. Attraktivität hat immer
auch etwas mit Spannung zu tun.
Der Fußball ist und war immer ein
Sport des Volkes. Das heißt dann
allerdings auch, alle mitnehmen zu
müssen. Ein Versuch, wie man ihn
mit der Super League unternommen
hat, ist natürlich sehr ungeschickt
gewesen. Wenn dort Leute denken,
im stillen Kämmerlein irgendwelche
Pläne für den Fußball schmieden und
diese den Fans dann aufdrücken zu
können, wird das nicht funktionieren. Auch in Deutschland müsste
man bei 50+1 alle mit ins Boot holen –
dann wäre eine Änderung möglich.
Abgesehen von der Meisterschaft gibt
es schon noch sehr viel Wettbewerb.
Champions-League- und EuropaLeague-Plätze, Abstieg und Aufstieg,
das ist in der Bundesliga schon spannend. Für mich persönlich ist es die
Als Konsument möglicherweise
schon. Als Sportler nicht. Man übergeht damit ganz viele Vereine, um so
einen elitären Kreis zu bilden, der
dann nur sein eigenes Ding macht.
Das ist nicht das, wofür der Sport steht.
Wovon reden wir denn konkret: von
60-sekündigen Tiktok-Videos, die ein
90-minütiges Spiel abbilden sollen?
Das ist sicherlich ein sehr wichtiges
Kriterium.
Wissen Sie, die wievielte Meisterschaft der FC Bayern in dieser Saison
in Folge gewinnen kann?
Moment … (überlegt) die elfte schon?
Es wäre die zehnte.
Worin liegt der Reiz der Bundesliga
dann noch?
Hätten Sie die Super League interessant gefunden?
„Eine Idee wäre, dass wie im Basketball
eine Uhr runterläuft und man in dieser Zeit
einen Angriff zu Ende bringen muss.“
attraktivste Liga, weil ich eine große
emotionale Verbundenheit verspüre.
So wird es vielen regionalen Fans
auch gehen. Aber wenn man, wie ich,
im Ausland lebt, spielt die Bundesliga
schon eine relativ kleine Rolle.
Wäre die Aufhebung von 50+1 eine
Möglichkeit, um den Meisterschaftskampf wieder offener zu gestalten?
Ich sage ganz klar ja, dazu stehe ich.
Anders wird es auch schwer möglich
sein, international wettbewerbsfähig
zu agieren.
Glauben Sie, dass die Bundesliga dieses Alleinstellungsmerkmal tatsächlich mal aufgeben wird?
Hieße mehr Geld durch ein Fallen von
50+1 und das Einsteigen von Investoren denn automatisch mehr Erfolg?
Nicht zwangsläufig. Aber mit Geld
kann man sich auch Entertainment
einkaufen, und am Ende des Tages
geht es auch darum. Der Fußball
scheut sich extrem vor Veränderungen, doch in den nächsten drei bis
fünf Jahren sollte er darüber intensiv
nachdenken. Wenn man weiter daran
festhält, Tendenzen zu ignorieren,
wird der Fußball an Kredit verlieren
und – so wie er jetzt besteht – in 20,
30 Jahren nicht mehr Volkssport
Nummer eins sein.
Das digitale Zeitalter wird auch im
Fußball seine Spuren hinterlassen,
daran glaube ich fest. In allen Branchen versucht man sich anzupassen,
nur im Fußball nicht. Das ist typisch
und war schon zu meiner aktiven
Zeit so. Dann heißt es immer: Es hat
doch bislang auch noch funktioniert.
Ich will gar nicht schwarzmalen, im
Gegenteil, ich rate einfach daran, sich
dafür zu öffnen, mutig zu sein, neue
Wege einzuschlagen. Die müssen
nicht immer alle richtig sein, aber
ich sehe kaum jemanden, der das
überhaupt erst mal verstanden hat.
Nein, das wird schwierig. Am Ende
muss es authentisch sein. Ich möchte
auch nicht so tun, als wüsste ich, wie
es geht. Aber bevor man eine Idee
wie die Super League durchsetzt,
sollte man auf höchster Ebene bei
UEFA und FIFA überlegen, wie man
gewährleisten kann, attraktiv zu bleiben. Vielleicht auch regeltechnisch.
Inwiefern?
In der Pandemie sind klare Tendenzen zu erkennen. Als die Stadien
wieder geöffnet wurden, war die
Auslastung nicht mehr so hoch wie
zuvor. Selbst wenn es am Ende nur
fünf bis zehn Prozent der Zuschauer
sind – um das wieder zu ändern, muss
man auch mal ins Regelwerk gucken.
Es gibt bestimmt Möglichkeiten, das
Spiel kurzweiliger zu machen.
Klingt stark nach Spielzeitverkürzung.
Zum Beispiel. Ich glaube, so wie der
Fußball jetzt ist, wird er nicht zukunftsfähig sein. Eine Idee wäre,
dass wie im Basketball eine Uhr runterläuft und man in dieser Zeit 9
14. FEBRUAR 2022
89
Scheut sich nicht,
heikle Themen
anzusprechen:
Dennis Aogo
9
90
14. FEBRUAR 2022
Anfang und Hochzeit:
Aogo als 18-Jähriger
gegen Sebastian Deisler
und als deutscher
Nationalspieler mit
Bundestrainer Jogi Löw
Will man das? Das wären grobe Einschnitte in diese Sportart.
Mir ist bewusst, dass Regeländerungen die größte Hürde darstellen würden, aber es muss etwas passieren.
Ich kenne niemanden mehr, der sich
heutzutage 90 Minuten ein Fußballspiel anguckt und währenddessen
nicht irgendwelche anderen Dinge
auf seinem Handy anstellt. Das hat
sich einfach verändert! Es gibt digitale Möglichkeiten, die Zuschauer über
das Smartphone mitzunehmen und
parallel zu entertainen, die unmittelbar mit dem Spiel zu tun haben,
etwa, dass sich Freunde zu Hause
über eine App zusammenschließen,
um das Spiel zu gucken.
Sollte das Stadionerlebnis an sich
denn so bleiben, wie es ist?
Der Fußball erfährt viel zu viel Ablenkung und Konkurrenz für junge
Menschen und Familien. 90 Minuten
Fußball gucken und dann wieder
nach Hause zu gehen – das war mal.
Warum soll ich bei Eiseskälte ins Stadion kommen, nachdem ich mich in
der Pandemie daran gewöhnt habe,
auf dem Sofa zu gucken? Man muss
noch mehr anbieten, mehr Entertainment, mehr für das Familien-Erlebnis. In anderen Sportarten und
Ländern ist das schon lange gang und
gäbe. Ich war vor zehn Jahren mal
bei einem NBA-Spiel, da passiert in
den Pausen immer irgendetwas! Dass
Helene Fischer für ihre Show beim
„Die Rechnung, dass die Zuschauer weniger
werden und die Gehälter gleich bleiben oder
sogar steigen, geht auf Dauer nicht auf.“
DFB-Pokal-Finale kritisiert wurde,
weiß ich, aber es ist ein Fakt, dass
man sich überlegen muss, wie man
die Masse nachhaltig in die Stadien
kriegt. Wie man auch die hohen Preise rechtfertigt. Am Ende des Tages ist
der Verein abhängig von Zuschauereinnahmen. Und wenn man die nicht
hat, geht es um Modelle, wie man
das kompensieren kann. Da kommt
wieder die Digitalisierung ins Spiel.
Das wirkt alles sehr kommerziell.
Es geht nicht darum, jeden Cent
rauszuholen. Aber ein Fußballverein
muss ja wirtschaftlich funktionieren.
Vor allen Di ngen, wenn man bei der
50+1-Regel bleibt. Die Rechnung,
dass die Zuschauer weniger werden
und die Gehälter gleich bleiben oder
sogar noch steigen, geht auf Dauer
nicht auf. Doch da fehlen mir mutige
unternehmerische Gedanken.
Sehen Sie in der Digitalisierung auch
eine Bedrohung für den Fußball als
Sportart, weil Kinder die Playstation
dem Bolzplatz vorziehen?
Das ist doch nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Umso weniger
Zeit die Kids draußen, umso weniger
Zeit sie mit dem Ball verbringen,
desto weniger Fußballer wird es geben. Durch das Mehrgebot werden
weniger Kinder den Weg zum Fußball
finden, als es vorher der Fall war, da
braucht man kein Prophet zu sein.
Demgegenüber steht die Übersättigung im großen Fußball. Oder haben
Sie in dieser Saison schon ein EuropaConference-League-Spiel gesehen?
Brauchen Sie eine WM alle zwei Jahre?
Nein und auf gar keinen Fall. Ich sehe
das immer noch aus Spieler-Perspektive. Die Belastung ist fast schon
unmenschlich. Ich habe den größten
Respekt vor Spielern, die seit Jahren
auf mehreren Hochzeiten tanzen.
Immer noch mehr aus ihnen rauszupressen ist unverantwortlich, denn
die physische Belastung ist bereits im
Grenzbereich angekommen.
Wie stehen Sie vor diesem Hintergrund möglichen Play-offs in der Bundesliga gegenüber?
Erst mal bin ich erfreut darüber, dass
solche Diskussionen lauter werden.
Das ist der erste Schritt! Play-offs
würden für mehr Spannung sorgen – aber dabei geht es ja wieder
um jene Topteams, die bereits am
Limit sind. Das steht für mich im
Konflikt. Grundsätzlich sollte man
lieber die bestehende Anzahl an
Spielen besser nutzen und sie vernünftig bespielen, anstatt immer
mehr Spiele anzusetzen. Am Ende
geht es dabei ja wieder ums Geld.
Und durch NFTs (Non-FungibelTokens, eine Währungseinheit durch
fiktive Handelsobjekte – Anmerkung
der Redaktion) und die dazugehörige
„Warum soll ich bei Eiseskälte ins Stadion
kommen, nachdem ich mich in der Pandemie
daran gewöhnt habe, auf dem Sofa zu gucken?“
Blockchain-Technologie als Handelsplattform hat man neue Absatzkanäle, die es vorher gar nicht gab.
Dieses Potenzial wird nicht komplett
ausgeschöpft.
Sie sind vor 18 Jahren beim SC Freiburg Bundesligaprofi geworden, das
ist lange her, und Sie haben damals
parallel ein freiwilliges soziales Jahr
absolviert. Heutzutage undenkbar?
Ja, das kann man sich jetzt wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen.
Ich bin mit 17 Profi geworden und
war in dem Jahr so eine Art Shootingstar in der Bundesliga. Am Tag
nach einem Spiel bin ich dann halt
ins Altenheim, habe ältere Leute gefüttert, habe sie gewaschen, war mit
ihnen auf Toilette. Ich habe mich in
zwei Welten bewegt.
Wie sind Sie damit zurechtgekommen?
Heute weiß ich, dass es mir extrem
geholfen hat. Und wenn ich ehrlich
bin, denke ich sehr oft an diese Zeit
zurück. Es war unglaublich, was für
eine Beziehung man zu diesen Menschen entwickelt, welche Dankbarkeit man erfährt. Eine Person, die ich
gepflegt habe, ist damals verstorben;
ich habe sie vorbereitet, bevor die
Angehörigen Abschied genommen
haben. Das hat mir sehr viel gegeben.
Es tat einfach gut, Menschen um
sich zu haben oder Dinge gemacht
zu haben, die einem vor Augen führten, dass Geld doch nicht alles ist.
Ich habe damals übrigens monatlich
3500 Euro brutto verdient, bis mein
Gehalt im dritten Profijahr auf 10 000
Euro erhöht wurde. Da hatte ich aber
bereits 50, 60 Pflichtspiele absolviert.
Inzwischen verdienen einige Teenager
ganz andere Summen. Zu Unrecht?
Es ist mittlerweile ganz bestimmt
unverhältnismäßig. Hinzu kommt,
dass es als junger Spieler schwer ist,
mit so viel Geld umzugehen. Es ist
Fotos: imago images (3), Getty Images
einen Angriff zu Ende bringen muss.
Das fände ich überragend, wenn die
Leute im Stadion mitgehen, weil sie
wissen, der Ball muss nach vorne
gespielt werden, anstatt hintenherum und noch mal hintenherum. Es
würde mehr Risiko ins Spiel kommen
und damit mehr Action. Wenn man
sich damit mal beschäftigt, fallen einem bestimmt noch mehr Dinge ein.
14. FEBRUAR 2022
nun mal alles schneller geworden.
Bevor man damals Nationalspieler
wurde, musste man sich erst mal über
einen längeren Zeitraum beweisen.
Ich halte organisches Wachstum immer für gesünder. Wenn der Körper
wächst, müssen die Mentalität und
die Persönlichkeit mitwachsen. Doch
manchmal geht das nicht so schnell.
Ein Grund, warum es immer weniger
sogenannte Typen im Fußball gibt, wie
gerne bemängelt wird?
Ich verstehe den Schrei danach, denn
am Ende wird vieles glattgebügelt,
aber das ist Teil der Branche und
unserer Gesellschaft. Auf der einen
Seite werden Themen aufgebauscht,
auf der anderen Seite fordert man
mündige Typen. Das eine geht aber
mit dem anderen nicht.
Haben Sie ein Beispiel dafür?
Unabhängig vom Inhalt seiner
Meinung hat sich der ungeimpfte
Joshua Kimmich öffentlich dazu
erklärt. Weil diese Meinung aber
nicht zur Auffassung der Allgemeinheit passt, wurde das Thema
von allen Seiten ausgeschlachtet.
Er wurde als Buhmann dargestellt.
Wenn man ihn also das nächste Mal
fragt, wird er doch drei-, viermal
darüber nachdenken, ob er etwas
sagt, womit er anecken könnte. Im
Fußball fängt das im Übrigen schon
in der Jugend an.
Haben Sie das so erlebt?
Sehr oft. Als schwieriger Charakter
wird man schnell aussortiert. Man
wird an den Rand gedrängt, wenn
man nachhakt, hinterfragt oder einen
anderen Standpunkt vertritt. Man
muss doch generell einen Raum geben für differenzierte Ansichten und
Akzeptanz. Ich habe immer meine
Meinung gesagt, auch wenn sie unangenehm war.
D E NNI S AO G O
Europameister
mit der U 21
3 Geboren am 14. Januar 1987 in
Karlsruhe
3 Für den SC Freiburg debütierte
er am 27. Oktober 2004 in der
Bundesliga. Die 257 Spiele dort
(3 Tore) verteilen sich auf diese
Klubs: SC Freiburg (15/1), Hamburger SV (133/2), Schalke 04 (65/-),
VfB Stuttgart (44/-). Einsätze in
der Champions League hatte Aogo
für Schalke (12/1), in der Europa
League für Schalke (10/1) und den
HSV (23/0). In der 2. Liga waren
es 83 Spiele (10 Tore) für Freiburg
(79/10) und Hannover 96 (4/-).
3 Mit der deutschen U 21 wurde
Aogo 2009 Europameister. Für die
deutsche A-Nationalelf bestritt er
von 2010 bis 2013 zwölf Spiele (-).
„Am Tag nach einem Spiel bin ich ins
Altenheim, habe ältere Leute gefüttert,
gewaschen und war mit ihnen auf Toilette.“
Und haben es als Profi trotzdem weit
gebracht, wurden Nationalspieler.
Man setzt sich mit seinen Aussagen
halt auch selbst unter Druck – und
den muss man aushalten können.
Wenn man das nicht kann, sollte man
sich so etwas zehnmal überlegen.
Denn wenn du dann nicht performst,
heißt es schnell: Den Mund kann er
aufreißen, aber mehr auch nicht.
Deshalb habe ich einen enormen
Respekt vor Spielern, die überzeugt
von sich sind, vielleicht auch mal
frech – und trotzdem liefern.
Hatten auch Sie mal den Eindruck,
sich, wie Kimmich, im Orkanauge einer
öffentlichen Debatte zu befinden?
Ich kenne ähnliche Situationen aus
meiner aktiven Karriere. Aber der
Vorfall mit Jens Lehmann war noch
mal ein anderer.
Per Whatsapp bezeichnete er Sie bei
Ihrer Tätigkeit als Experte für Sky als
„Quotenschwarzen“. Sie machten die
Nachricht öffentlich.
Dieser Vorfall hat mir natürlich
gezeigt, welche Dynamik so etwas
annehmen kann. Einmal das volle
Programm – bis hin zu Morddrohungen, was auch für meine Familie sehr
belastend war. Aber ich möchte mich
da gar nicht als Opfer darstellen, Jens
hat sicher sehr viel aushalten müssen. Es geht mir dabei eher um dieses
Aufbauschen von Themen, was ich
für übertrieben und bedenklich halte.
Ein Zusammenhang besteht sicherlich zur digitalen Welt und Social
Media. Wird Rassismus dadurch
erleichtert?
Das Internet macht Hetze und Anfeindungen aller Art einfacher, weil
man demjenigen nicht ins Gesicht
gucken muss und anonym ist.
Inwiefern bilden Vorfälle wie zuletzt
in Duisburg die generelle Entwicklung
von Rassismus ab?
Ich hatte viele Jahre nicht das Gefühl,
anders zu sein. Aber in den letzten
Jahren ist es wieder präsenter geworden, es gab mehr Fälle wie jetzt in
Duisburg oder beim englischen Team
während der EM. Ich finde, wir sind
keinen Schritt vorwärtsgekommen,
sondern haben als Gesellschaft eher
einen Schritt zurück gemacht.
Ermüdet Sie der Kampf gegen Rassismus?
Ja. Man kann zwar darüber sprechen, aber mal ganz ehrlich: Wie
viele Kampagnen hatten wir schon?
Black Lives Matter etwa, als jeder
etwas gepostet hat. Trotzdem passiert es immer wieder. Am Ende
geht es doch um das Verhalten.
Und da kann man nur versuchen,
91
prüfung eingeschaltet. Dabei sind
uns Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen aufgefallen, die wir offenlegen
wollten. Der Vereinsvorstand wollte
das verhindern und hat uns, weil wir
nur bei der Tochter angestellt waren,
daraufhin entlassen, damit wir keinen weiteren Druck ausüben konnten. Seitdem läuft ein Rechtsstreit.
Ein Vorgang, der zeigt, dass ein Fallen
von 50+1 auch Risiken beinhaltet?
Auf jeden Fall. Wenn du Rechte abgibst, musst du gucken, dass du sie in
die richtigen Hände gibst. Ein Blick in
die Bilanzen ist ja das Mindeste, was
man dem Investor zugestehen muss.
Könnten Sie sich einen solchen Job
noch einmal vorstellen?
Natürlich. Ich weiß, welchen Mehrwert ich einem Verein zu geben hätte.
Die andere Frage ist halt: Wer hat
den Mut, einem jungen Mann diese Verantwortung zu geben? In der
Bundesliga halte ich das für mich im
Moment für eher unwahrscheinlich.
Aufgrund der wenigen Erfahrung?
Erstens das. Und zweitens wären
wir wieder beim Thema Rassismus.
Noch mal, ich will mich nicht in eine
Opferrolle versetzen, aber ich glaube,
dass es einen Grund hat, dass es noch
keinen dunkelhäutigen Sportdirektor
„Dass es noch keinen dunkelhäutigen
Sportdirektor im deutschen Profifußball gibt,
hat einen Grund. Die Hürde ist noch mal höher.“
ein Vorbild zu sein; zeigen, dass es
möglich ist, sich zu integrieren, sich
zu artikulieren, sich zu benehmen.
Um gute Erfahrungen mit und für
Menschen zu schaffen, die diese Vorurteile noch haben, damit sie diese
ad acta legen können. Aber dieses
Thema wird nie richtig weg sein. Das
dauert Generationen.
Sie waren von Anfang März bis Ende
Mai drei Monate Teil der Geschäftsführung bei Wacker Innsbruck, deren Investor Sie als neues Gesicht des Klubs
auserkoren hatte. Warum so kurz?
Weil ich zwischen die Fronten geraten bin: Investor und Vorstand des
Vereins. Ich gucke immer noch mit
einem weinenden Auge auf die Zeit
zurück, weil ich glaube, dass der Verein großes Potenzial hat und ich dort
sehr viel hätte bewegen können. Ich
hatte Handlungsfreiheit, was nicht
selbstverständlich ist, direkt nach
dem Karriereende und einem beendeten Managementstudium. Ich
war CEO, allerdings der GmbH, und
genau da lag das Problem.
Nämlich?
Die GmbH war eine 100-prozentige
Tochter des Vereins. Dadurch, dass
wir aber die Geschäftsführung übernommen hätten, wären wir also auch
haftbar gewesen. Dafür haben wir
und der Investor eine Wirtschafts-
im deutschen Profifußball gab. Die
Hürde ist noch mal höher.
Der FC Wacker ist ein Traditionsverein
in Österreich. Können Sie nun besser
einschätzen, weshalb Ihre Ex-Klubs
wie der Hamburger SV und Schalke 04
in der 2. Liga landen konnten?
Ich habe es in Innsbruck zwar nur
im Kleinen tagtäglich erlebt, habe
jetzt aber eine ungefähre Vorstellung davon. Es geht mit Sicherheit
sehr komplex in diesen Vereinen
zu. Trotzdem glaube ich, dass es mit
dem richtigen Team möglich ist, das
hinzukriegen. Das ist auch ein Teil
meiner Erfahrung, dass man seine
Schwächen kompensieren muss.
Hört sich recht simpel an.
Aber daran scheitert es ja schon, weil
viele Verantwortliche sich nicht richtig einschätzen können und Angst
davor haben, starke Leute an ihrer
Seite zu haben. Die könnten ihnen ja
gefährlich werden. Je größer der Verein, desto unterschiedlicher die Interessen. Es gibt Personen, die in der
Region und Politik verwurzelt sind, in
Innsbruck ging das bis zum Bürgermeister. Alle wollen Einfluss ausüben,
und das sind ja renommierte, hochqualifizierte Leute, die ein entsprechendes Ego mitbringen. Natürlich
glauben die, sie wissen, wie es funktioniert.
INTERVIEW: TIM LÜDDECKE
92
14. FEBRUAR 2022
kickerbusiness
Nie mehr wieder
montags?
Das Votum der Drittligisten gegen den Termin
am Montag könnte im neuen TV-Vertrag
Millionen kosten. A N D R E AS R ET T IG (58)
wirbt deswegen für einen Kompromiss.
Vermarktung ja –
aber nicht um jeden Preis. So einfach kann man
die Denkweise von Andreas
Rettig zusammenfassen. Die
in Bild am Sonntag geäußerte Offenheit der neuen DFL-Chefin Donata Hopfen, möglicherweise den
Supercup zukünftig in Saudi-Arabien
auszutragen, ließen den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Drittligist Viktoria Köln deswegen ratlos
zurück. „Das hat mich sehr irritiert“,
betont Rettig, der fürchtet, Hopfen
werde zukünftig alles der Erlösmaximierung unterordnen. Saudi-Arabien ist für den 58-Jährigen wegen
der Menschenrechtslage ein No-Go.
Die Abschaffung
könnte sich heftig auf
den Vertrag auswirken.
Trotzdem weiß Rettig, dass viele
Klubs jeden Cent nehmen müssen,
den sie bekommen können. Gerade
in der 3. Liga.
Dort steht eine wegweisende
Entscheidung an: Für die Saison
2023/24 muss ein neuer Medienvertrag ausgehandelt werden. Der Kontrakt mit dem derzeitigen Rechteinhaber Telekom endet im übernächsten Sommer, für die vier Jahre
danach braucht es eine neue Vereinbarung. Doch parallel zu den in
Corona-Zeiten dringend benötigten
TV-Millionen drängen die Fans auf
die Abschaffung der ungeliebten
Montagsspiele. Die aber sind nach
der Abschaffung der Partien am Wochenanfang in der Bundesliga gleichbedeutend mit einem exklusiven
Sendeplatz – und folglich
mit viel Geld. Und so ergab
sich bei der Managertagung
der Drittligisten am Donnerstag ein uneindeutiges
Bild. Nur eine knappe Mehrheit stimmte für die Abschaffung
der Montagsspiele, vor allem fanstarke Klubs wie Kaiserslautern, Saarbrücken oder Magdeburg positionierten
sich deutlich dagegen. In der Saison
2018/19 wurde erstmals nicht nur
am Wochenende gekickt, und mit
der Einführung formierte sich sofort
der Unmut über das Modell. Immer
wieder protestierten die organisierten Fanszenen gegen Montagsspiele.
Mit der Pandemie und der nur
noch partiell möglichen Auslastung
der Arenen steckt die Liga seit zwei
Jahren aber in neuen wirtschaftlichen Zwängen: Die Einnahmen aus
Sponsoring und Ticketing schrumpfen, während der DFB die finanziellen Auflagen verschärfte. Die Klubs
stecken in der Zwickmühle, denn die
Abschaffung des Montagstermins
könnte sich unmittelbar und ziemlich heftig auf die TV-Verhandlungen auswirken. So war der Montag
nach kicker-Informationen bei den
Verhandlungen für die laufende Vermarktungsperiode ein ausschlaggebender Faktor für den Einstieg
der Telekom beziehungsweise deren
Produkt Magenta Sport. Die Liga
fürchtete damals sogar, ohne diese nachgelagerte Partie werde die
Telekom womöglich gar nicht mitbieten, zumal die Schere zwischen
den TV-Geldern der 2. und 3. Liga
immer weiter aufgeht. Derzeit fließen
rund 20 Millionen Euro an 18 der 20
Drittligisten, denn an die DFL-Klubs
Freiburg und Dortmund wird kein
TV-Geld ausgeschüttet.
Die Interessenten an den Rechten stehen nicht gerade Schlange: Der
Pay-TV-Sender Sky, der die 2. Liga
und große Teile der Bundesliga zeigt,
würde mit der 3. Liga aufgrund der
weitgehend parallelen Anstoßzeiten
mit dem bisherigen eigenen Fußballangebot konkurrieren. Ebenso wie
DAZN, das die Bundesliga am Freitag
und am Sonntag zeigt, dreht Sky ohnehin an größeren Rädern, hat sich
die Rechte an der Premier League bis
2024/25 gesichert. 86 der 380 Drittligapartien sind auf frei empfangbaren
dritten Programmen der ARD oder
im Ersten selbst zu sehen. Namhafte
Vereine sorgen dort immer wieder
für exzellente Quoten. In der Bundesligapause Ende Januar sahen
durchschnittlich 2,27 Millionen
Menschen das Spitzenspiel zwischen
Magdeburg und Saarbrücken – ein
beeindruckender Marktanteil von
10,6 Prozent. Die Telekom betont auf
Anfrage: „Der Termin am Montagabend ist für die 3. Liga als alleiniger
Sendeplatz zwischen den anderen
Fußball-Anstoßzeiten von Freitag bis
Sonntag eine Chance, stärker überregional wahrgenommen zu werden
und die mediale Reichweite zu erhöhen. Auch wir sehen, dass die Spiele
am Montagabend im Durchschnitt
von mehr TV-Zuschauern verfolgt
werden.“ Die Vereine sehen zwar die
Notwendigkeit, möglichst viel Geld
zu erwirtschaften. Funktionäre wie
Osnabrücks Geschäftsführer Dr. Michael Welling wissen aber: „Wir müs-
Montags schauen im
Durchschnitt mehr
Zuschauer im TV zu.
sen den Kern dessen bewahren, was
den Fußball ausmacht.“ Die meisten
Funktionäre leiten daraus die Abschaffung der Montagsspiele ab.
Nichts anderes fordert Rettig.
Bereits als Verantwortlicher beim
FC St. Pauli sprach er sich für die
Abschaffung des Montagsspiels in
der 2. Liga aus. Doch der ehemalige
DFL-Geschäftsführer weiß um den
Olympia-Verlag GmbH
Badstraße 4 – 6, 90402 Nürnberg
info@olympia-verlag.de
Ungeliebt: Fußball am
Montagabend wird von
den Fans strikt abgelehnt.
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Steffen Rohr
Reuchlinstraße 10–11, 10553 Berlin
Telefon +49 30 23 08 63 - 0
Foto: imago images
Hauptvertriebsleiter: André Kolb Wir unterstützen die Initiative
finanziellen Druck. „Wir müssen der
gesamtwirtschaftlichen Situation –
also Corona – Rechnung tragen“, sagt
Rettig und betont: „Deswegen haben
wir unter klar definierten Parametern
kein Problem mit dem Montag – auch
wenn ich als Fan kein Freund davon
bin.“ Sein Vorschlag: Unter der feststehenden Prämisse, den Termin in
der übernächsten Vermarktungsperiode endgültig abzuschaffen,
könnte der Montag in den kommenden vier Jahren noch bleiben – und
nach seiner Idee sogar den Fans zugute kommen.
Rettig will die 3. Liga nicht um
jeden Preis am Montag vermarkten. Sehr wohl aber, wenn der Preis
stimmt und alle Beteiligten etwas
davon haben: „Für einen Schnaps
und ein paar Tausend Euro müssen wir darüber nicht sprechen.“ So
denkt der ehemalige Bundesliga-Manager (Freiburg, Köln und Augsburg)
etwa an eine Obergrenze pro Klub für
Spiele am Montag. Heißt: Wer mehr
als beispielsweise dreimal unter Flutlicht den Spieltag beendet, wird ge-
sondert entschädigt, möglicherweise
mit Geld aus dem TV-Topf. Diese
Zahlungen an die Vereine könnten
wiederum zweckgebunden in Fanprojekte fließen.
„Für die Fans macht es nur
Sinn, wenn sie berücksichtigt werden
und davon profitieren“, weiß Rettig.
„Für die Fans macht
es nur Sinn, wenn sie
davon profitieren.“
Auch freien Eintritt im Gästeblock
und Privilegien für Dauerkarteninhaber und Mitglieder bei Partien
am Wochenanfang könnten Mittel
sein, um den Termin zumindest erträglich zu machen. „Der Gedanke
muss sein: Wie können wir die Fans
entlasten und zeigen, dass jeder etwas
davon hat? Ein wenig mehr Kreativität bei der Spielplangestaltung könnte ein Zeichen sein – beispielsweise
sollte man bei englischen Wochen
Urlaubssituationen, sprich durch den
Schulkalender definierte Ferien, verstärkt berücksichtigen“, gibt der Kölner Geschäftsführer zu denken. So
müsse auch über die explodierenden
Kosten für Streaming und Pay-TV gesprochen werden. Wer die Spiele aller
drei Profiligen schauen will, muss
derzeit im schlechtesten Fall knapp
90 Euro im Monat an Sky, DAZN und
MagentaSport überweisen.
Rettigs mittelfristige Lösung
ist die letztmalige Beibehaltung
der Montagsspiele. „Das hätte den
Vorteil, dass die Vereine mehr Zeit
haben, sich entsprechend anzupassen“, glaubt er, befürchtet aber, dass
„das in der Vergangenheit verspielte
Vertrauen der Fans in die Verbände Zweifel an der Umsetzbarkeit“
hinterlässt. Das Stimmungsbild der
Manager landet nun bei der neuen
DFB GmbH, die ab April mit den
Bietern verhandelt. Spätestens im
Herbst soll die Vergabe abgeschlossen sein. Nach dem knappen Votum
der vergangenen Woche könnten die
Stadien in Zukunft montags aber leer
bleiben.
JIM DECKER
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94
14. FEBRUAR 2022
Konzentrationssache:
Ein E-Sportler schafft
bis zu 400 Bewegungen
pro Minute an Tastatur,
Maus und Controller.
„Wir machen E-Sport gemeinnützig“, versprechen
SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP im Koalitionsvertrag vom 24. November 2021.
Die meisten werden den kleinen Satz
überlesen, für die Szene könnte er
aber einen gewaltigen Wandel auslösen. E-Sport meint kompetitives
Zocken, mit allem, was dazugehört:
mit Wettbewerbsdruck, mit Zuschauern und natürlich mit Geld. Dies lässt
sich kaum mit einer Runde „FIFAZocken“ auf der heimischen Couch
vergleichen, aber sollte es deswegen
gleich offiziell als Sport gelten? Darüber diskutieren Politik, E-Sport-Szene
und Sportlandschaft seit mehreren
Jahren – bislang ohne Konsens.
Bereits 2018 beinhaltete das
Abkommen der Regierungsparteien
die Anerkennung des E-Sports. In
Gesprächen und Diskussionsrunden
signalisierten die Verantwortlichen
Wohlwollen – man erkenne das Potenzial der Szene –, bei der Entscheidungsfindung versteckte sich die
Bundesregierung jedoch hinter dem
Streben nach
Anerkennung
Einmal so sein wie der Fußball – als Sportart
anerkannt und gemeinnützig. Das wünscht sich
der deutsche E- SP O RT . Kein Wunder bei den
vielfältigen Vorteilen, doch es gibt auch Gegenwind.
14. FEBRUAR 2022
95
GASTBEITRAG
Deutschen Olympischen Sportbund
(DOSB) und dessen Positionierung:
E-Sport ist keine Sportart.
Die Begründung stützt sich
auf mehrere Faktoren. Die Suchtgefahr und damit das gesundheitliche Risiko seien zu hoch, die Szene
zu kommerziell ausgerichtet und
viele Spiele gewaltverherrlichend.
Damit passe der E-Sport nicht zu
den ethischen Grundsätzen des
Verbands. Entscheidend seien zudem fehlende „eigenmotorische,
sportartbestimmende Bewegungen“.
Oder kurzgesagt: E-Sportler bewegen sich laut DOSB zu wenig! Eine
Aufnahme in den Verband sei entsprechend ausgeschlossen, weil es
das bestehende Bild von Sportarten
verzerren würde.
Konträr zu den DOSB-Idealen
positioniert sich der E-Sport-Bund
Deutschland (ESBD). Der Repräsentant des organisierten E-Sports
drängt auf eine Anerkennung. Nicht
nur weil dies die gesellschaftliche
Stellung verbessern würde, sondern
auch aufgrund finanzieller Vorteile:
Wird eine Disziplin wie E-Sport als
Sportart anerkannt, gelten deren
Vereine nach deutschem Recht als
gemeinnützig und dürfen Spenden
annehmen, können Ehrenamtliche
„Der E-Sport verlangt
mehr Hand-AugeKoordination
als Tischtennis.“
Fotos: Getty Images, Stadt Köln
Prof. Ingo Froböse, Sporthochschule Köln
besser vergüten und müssen weniger Steuern zahlen. Zwar könnte
sich die Bundesregierung bei einer
Anpassung der Abgabenordnung
über den DOSB hinwegsetzen, als
gestandene Institution hat das Wort
des Verbands aber ein hohes Gewicht.
Entsprechend sollte auch klar sein:
Eine Garantie ist der Satz im neuen
Koalitionsvertrag nicht.
Professor Dr. Ingo Froböse
von der Sporthochschule Köln unterstützt die Meinung des ESBD.
Er argumentiert mit der hohen Anzahl präziser Bewegungen – bis zu
400 schafft ein E-Sportler pro Minute an Maus und Tastatur. Das sei
eine „extreme Leistung und verlange mehr Hand-Auge-Koordination
als Sportarten wie Tischtennis“.
Froböse fand im Rahmen seiner Forschungen zudem heraus, dass die
psychische Belastung eines ProfiZockers auf dem Niveau eines Rennfahrers liegt. Deswegen befürwortet
er eine Förderung.
Der ESBD bringt neben den Erkenntnissen von Froböse auch eigene
Argumente vor. Stets betont der Verband den Wettbewerbsgeist und die
Potenziale des E-Sports: Dieser würde Medienkompetenz steigern, bei
Suchtprävention helfen, die Jugend
fördern, einen Wirtschaftsschub mit
sich bringen. Damit sich dieses Potenzial entfalten kann, ist die mit der
Anerkennung verbundene Gemeinnützigkeit instrumental. ESBD-Vize-
„Es wäre ein großes
Versäumnis, dem
E-Sport diese Strukturen
zu verwehren.“
Christopher Flato, ESBD-Vizepräsident
präsident Christopher Flato: „Die
Vereinsstruktur ist das Rückgrat in
der Wertentwicklung für Jugendliche. Werte wie Integrität und Fairplay
werden vermittelt, und es wäre ein
großes Versäumnis, der E-Sport-Welt
diese Strukturen zu verwehren. Daher fordern wir die Gemeinnützigkeit
für Vereine mit E-Sport-Bezug.“
Der letzte Teilsatz weist auf
einen weiteren Vorteil der Gemeinnützigkeit hin: Rechtssicherheit für
Sportvereine. Denn neben reinen
E-Sport-Klubs haben sich im vorigen
Jahrzehnt zunehmend auch andere
Vereine in die digitale Welt gewagt.
Sie wollen innovativ vorangehen.
Ohne Anerkennung droht ihnen allerdings der Verlust der Gemeinnützigkeit – ein Existenzrisiko für kleinere Klubs. Profivereine lagern ihre
E-Sport-Abteilungen deswegen aus.
E-Sport-Vereine haben über die Jugendförderung einen Umweg zur Gemeinnützigkeit gefunden. Damit sind
sie allerdings auf junge Spieler beschränkt, weshalb dies nicht als langfristige Alternative angesehen wird.
Eine Lösung kann einzig von
der Bundesregierung kommen. Erkennt sie E-Sport – unabhängig vom
DOSB – als Sportart an, geht damit die
Gemeinnützigkeit einher. Gleichzeitig würde es den idealistischen Sportbegriff aufweichen. Es gäbe aber auch
eine zweite Möglichkeit: Würde die
Regierung den E-Sport separat in die
Abgabenordnung aufnehmen, wäre
den Vereinen geholfen, ohne sich
über den DOSB hinwegzusetzen. Damit hätte der E-Sport zwar nicht die
erwünschte Anerkennung als Sportart, würde aber dennoch als gemeinnützig gelten.
CHRISTIAN MITTWEG
Weitere Informationen unter:
www.kicker.de/esport
Wir laufen als Sportnation Gefahr,
diesen Anschlusszug zu verpassen
D
er VfL Boschen Sportbund
chum und
(DOSB) und die
der 1. FC Köln
damit verbundeliefern sich im
ne verweigerte
Fernduell um die
Gemeinnützigkeit
Ligaführung ein
durch staatliche
Henriette Reker
packendes Rennen.
Behörden sorgt daOberbürgermeisterin
Während die Kölner
für, dass sich keine
Stadt Köln
auf Schalke 6:3
gemeinnützigen,
liefern, patzt der
nicht-kommerzielVfL Bochum beim VfL aus
len Strukturen im AmateurWolfsburg wenig später mit 3:6. bereich ausbilden können.
Die Bochumer retten sich mit
ihrem Punktepolster schließlich
DIE SPORTNATION Deutschals Erster in die Play-offs …
land läuft Gefahr, den nächsten
Anschlusszug zu verpassen.
DIESE SZENE, die ich
Obendrein vergeben wir erhebbeschreibe, ist kein Kölner
liches soziales und wirtschaftFußball-Fiebertraum, sondern
liches Potenzial. Die neue Bundie Situation am 26. Spieltag
desregierung muss dem Thema
der virtuellen „FIFA“-Bundesliga E-Sport endlich die Bedeutung
2021. Der E-Sport ist inzwizubilligen, die er verdient. Dazu
schen keine „eigene Welt“ mehr, sollte sie im Gemeinnützigkeitssondern Teil der ganz realen
recht den Paragrafen 52 entSportwelt geworden. E-Sport
sprechend ändern. Und auch
verbindet analoge und digitale
der organisierte Sport sollte
Welt, zwischen den Generatiosich bewegen. Wenn Jugendnen. Die E-Sport-Profis sind für
liche fragen, warum Schach von
heranwachsende Persönlichder institutionellen Sportwelt
keiten oftmals selbstverständals Sportart anerkannt wird,
liche Vorbilder.
E-Sport aber nicht, erhalten
sie oft nur ein müdes FunktioUND DOCH WIRD E-SPORT
närslächeln. Dabei haben die
in Deutschland nach wie vor
jungen Menschen recht!
mit institutioneller Skepsis
und regulatorischen Hürden
ES WÄRE SCHADE, wenn
begegnet. Schnell ist das Bild
ein Umdenken erst dann stattdes killerspielenden Jugendfindet, wenn bei offiziellen interlichen gezeichnet, der besser
nationalen Wettkämpfen erste
an der frischen Luft aufgehoben Medaillen verliehen werden.
wäre. Ich bin davon überzeugt:
Besser wäre es, den E-Sport
Eine Unterteilung in pädagojetzt durch den DOSB als „offigisch „sinnvollen“ und „nicht
zielle“ Sportart anzuerkennen
sinnvollen“ Sport durch Politik
und E-Sportlern konsequent
und Verbände wird keinen
Zugang zu leistungs- und SportJugendlichen in der Wahl des
förderkadern zu gewähren.
Spiels beeinflussen, vermutlich
Als Sportnation müssen wir
im Gegenteil. Übrig bleibende
schon heute die Strukturen
Fragestellungen in diesem
schaffen, um dem anhaltenden
Kontext regelt bereits heute
Negativtrend in den olympidas Jugendschutzgesetz.
schen Medaillenspiegeln etwas
Es wird weiterhin beklagt, dass
entgegenzusetzen. Noch ist der
die Welt des E-Sports zu stark
E-Sport nicht olympisch. Ich
von kommerziellen Interessen
prophezeie: Vor Ende dieses
dominiert sei. Das hat eine
Jahrzehnts ist es so weit. Mit
wesentliche Ursache: Gerade
guten Entscheidungen könnten
die Nicht-Anerkennung des
wir den E-Sport so dominieren
E-Sports als „offizielle“ Sportart wie heute nur noch wenige
durch den Deutschen Olympitraditionelle Sportarten.
Henriette Reker (65) ist seit 2015 Oberbürgermeisterin der Stadt Köln.
Dort ist die einzige Sportuniversität Deutschlands ansässig, dort findet die
„gamescom“ statt, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele.
14. FEBRUAR 2022
„Ich muss die
Zwischen Hallen-Rennen in der Heimat
spricht G INA LÜC KE N KE MPE R (25) über
ihr Training in den USA, Heimweh,
Corona und einen besonderen Sommer.
S
ie ist derzeit Deutschlands schnellste Frau.
Gina Lückenkemper
steht seit 2017 mit 10,95 Sekunden über 100 Meter in den Büchern, gewann 2018 in Berlin
EM-Silber und Bronze mit der
Staffel, stand ein Jahr später
in Doha im WM-Halbfinale.
Im November 2019 wechselte
die Sprinterin vom SCC Berlin
in die USA nach Clermont, Florida, zu US-Coach Lance Brauman (51). Dort trainiert sie mit
Top-Athleten wie 400-Meter-Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo
(Bahamas), 200-Meter-Weltmeister
Noah Lyles (USA) und dem Südafrikaner Wayde van Niekerk, Olympiasieger und Weltrekordhalter über
400 Meter. In Vorbereitung auf den
Sommer mit einer WM in den USA
und der Heim-EM in München bestreitet Lückenkemper einige Hallen-Wettkämpfe in Deutschland,
nach Berlin und Dortmund (nach
Redaktionsschluss dieser Seiten) auch
diesen Sonntag in Düsseldorf und
kommende Woche bei der Hallen-DM
in Leipzig.
Hallo und willkommen in der Heimat,
Frau Lückenkemper.
Danke.
Seit wann sind Sie wieder mal in
Deutschland?
Seit etwa 14 Tagen. Nach gut zweieinhalb Monaten in den USA – da
war es mal wieder Zeit. Ich bin froh,
dass ich jetzt für ein paar Wochen
hier sein kann.
Ihr erster sportlicher Auftritt war am
4. Februar beim Indoor ISTAF in Berlin,
wie man las, 1099 Tage nach Ihrem
letzten Hallen-Start. Eine lange Zeit.
Fotos: imago images, picture-alliance
96
Auch im vergangenen Jahr hätte
es Möglichkeiten für Wettkämpfe
gegeben, aber es hat einfach nie in
meine Planungen gepasst. Außerdem
bin ich wirklich nicht die Ultra-Hallenläuferin, die war ich noch nie. Die
60 Meter sind mir eigentlich zu kurz.
Und jetzt passt es besser?
Ja, ich bin endlich, endlich mal gut
durch den Winter-Aufbau gekommen. Da nehmen wir die Hallen-Sai-
son als wirklich sehr hochwertiges
Training mit. Ohne spezielle Vorbereitung und ohne den Anspruch,
grandiose Hallen-Zeiten zu laufen.
Das primäre Ziel ist die Sommer-Saison. Ich versuche das, was ich in den
letzten zweieinhalb Monaten gelernt
habe, im Wettkampf zu reproduzieren. In Berlin hat zum Beispiel im
Vorlauf das eine funktioniert, das
andere nicht – im Finale mehr oder
weniger umgekehrt. Für mich sind
diese Rennen eine perfekte Übung,
alles unter Wettkampfbedingungen
abzurufen.
Was haben Sie denn gelernt?
In der Theorie ist das Verständnis
für die Technik, die von mir gefordert wird, sei es beim Start oder im
freien Lauf, schon sehr lange da.
Gehapert hat es an der Umsetzung,
weil ich nicht wusste: Wie muss sich
die gewollte Bewegung anfühlen?
Teilweise war ich im Training überzeugt, alles richtig zu machen, habe
aber im Video-Studium festgestellt:
Pustekuchen, du bist noch meilenweit davon entfernt. Ich bin einfach
ein Athleten-Typ, der die Bewegung
fühlen muss. Fehlt das, tue ich mich
unfassbar schwer. Und da sind in
den letzten zweieinhalb Monaten
ein paar Schalter gekippt, ich hatte
„Ich habe ein anderes
Verständnis für das,
was ich da tue.“
einige Aha-Erlebnisse, habe eben
dieses Bewegungsgefühl bekommen.
Allerdings fehlen definitiv noch die
ganzen Automatismen, heißt, das
alte Bewegungsmuster muss neu
überschrieben werden – und das
geht nur über Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung … Dafür
bieten sich die Hallen-Wettkämpfe
hervorragend an.
Die Corona-Pandemie hat die letzten
beiden Jahre vielfältig beeinflusst.
Stand heute: Wie beurteilen Sie das
„Projekt USA“?
Ich würde es immer wieder tun. Ich
bereue den Schritt, in die USA gegan-
Bewegung spüren“
gen und mich der Trainingsgruppe
um Lance Brauman angeschlossen
zu haben, in keinster Weise. Schon in
dieser kurzen Zeit konnte und durfte
ich so viel lernen. Man darf nicht
vergessen: 2020 habe ich meinen
Trainer nur im Januar gesehen, weil
ich im Februar in Deutschland war
und dann nicht mehr zurückkonnte –
das Training per Video war sicher
nicht optimal und eine schwierige Zeit. Zudem hatte ich in diesen
zwei Jahren Verletzungsprobleme,
unglücklich, aber das passiert eben.
Trotz allem habe ich noch mal ein
ganz anderes Verständnis bekommen
für das, was ich da tue – ein wahnsinniger Mehrwert.
Wie sieht Ihr Alltag aus?
Corona hat auch den Kalender durcheinandergebracht. Die WM wurde –
wegen der Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 – vom Vorjahr
in den Juli dieses Jahres verlegt. Im
August folgt die EM in München. Haben Sie sich dazu schon Gedanken
gemacht?
„Was ich definitiv
vermisse: das gute
deutsche Brot.“
Eine sportliche Botschaft? Ihre Mini-Hallensaison startete
Gina Lückenkemper bei ihrem Lieblingsmeeting in Berlin.
Ohne Wettkämpfe haben wir in der
Woche vier intensive Trainingstage: Montag, Dienstag, Donnerstag,
Freitag. Mittwoch – mit der Diskussionsrunde – und Samstag sind
aktive Regenerationstage, Sonntag
ist komplett frei. Allerdings wird erwartet, dass wir unseren Körper so
nachbereiten und pflegen, dass wir
am Montag wieder vernünftig auf der
Bahn stehen können.
Orlando, ich glaube, drei hochkarätige Sprint-Trainingsgruppen mit
Weltklasseathleten, sodass wir alleine in Florida und Umgebung viele
hochwertige Rennen haben können.
Ich selbst möchte natürlich vor den
Deutschen Meisterschaften Ende
Juni in Berlin auch hier noch mal
irgendwo laufen.
Mit meiner Wettkampf-Managerin
in Deutschland und meinem Trainer
entscheide ich, wann und wo ich laufe, was für mich Sinn macht. So wie
jetzt mein Heimatbesuch in Deutschland, wo es zahlreiche Meetings gibt
und ich nicht so viel reisen muss. Die
meisten meiner Trainingskollegen
bleiben in den USA und laufen dort
ihre Meetings. In Zeiten von Corona
ist alles natürlich schwieriger geworden, um das Risiko klein zu halten. Im
Sommer haben wir auch die Möglichkeit von Wettkämpfen auf unserer
Anlage. Es gibt alleine im Großraum
Ich persönlich sage tatsächlich,
Corona hat uns eher Zeit gegeben.
Gerade in der Leichtathletik, weil
wir in Europa jedes Jahr einen Saisonhöhepunkt haben, einmal WM,
einmal EM. Das raubt ganz schön
Substanz. Es wird erwartet, dass wir
immer zu 100 Prozent performen.
Und wir sind extrem messbar in dem,
was wir tun. So schwer Corona für
die Gesellschaft war und ist, denke
ich, dass viele Sportler die Zeit für
sich genutzt haben, an Schwächen
zu arbeiten, insbesondere nach Verletzungen.
Wie läuft Ihre Wettkampf-Planung ab?
97
immer ganz so einfach, in Kontakt
zu treten. Wenn ich in Deutschland
jeden gut erreichen könnte, bin ich
beim Training. Das löst manchmal
ein bisschen Heimweh aus. Aber
was ich definitiv vermisse: das gute
deutsche Brot. Wir Deutschen haben
einfach eine gewisse Brot-Kultur.
Was macht Ihr Training aus?
Wir stehen nicht nur auf dem Platz,
sondern setzen uns jeden Mittwoch in
einem Meetingraum zusammen und
diskutieren über die unterschiedlichsten Aspekte unseres Sports. Mal
über mentale Fähigkeiten, mal über
Sprint-Techniken … Das ist etwas,
was ich in Deutschland so vorher
noch mit keinem Trainer hatte.
14. FEBRUAR 2022
Auch als Athlet wird man nicht jünger.
Haben Sie das Gefühl, Corona hat Ihnen Zeit gestohlen?
Was macht Ihr Studium der Wirtschaftspsychologie?
Das ruht zurzeit. Ich bin nur von der
Uni Bochum nach Bamberg gewechselt. Aber beides, Sport und Studium,
auf dem Niveau zu betreiben, wie ich
es möchte, ist für mich einfach nicht
umsetzbar. Den Sport kann ich halt
nur jetzt machen, von daher liegt dort
aktuell mein Fokus.
Wie lange wollen Sie eigentlich in den
USA bleiben?
So lange, wie es mir taugt. Ich möchte
mir da keine Frist setzen, weil ich
das Gefühl habe, dass einen so etwas auch limitieren kann. Ich fühle
mich in der Gruppe und mit meinem Trainer sehr wohl und stehe zu
100 Prozent hinter der Art und Weise,
wie wir trainieren. Für mich passt das
einfach alles, ich bin mit dem Set-up
glücklich und zufrieden.
Was vermissen Sie am meisten in den
Staaten?
Klar, meine Familie, meine Freunde
fehlen mir drüben schon. Bei sechs
Stunden Zeitverschiebung ist es nicht
Die Gedanken macht sich mein Trainer. (lacht) Der Sommer wird mit
einer WM und einer Heim-EM sehr
besonders. Aber ich schätze Lance
so ein, dass er die Erfahrung hat und
das vernünftig steuern wird. Mit die
größte Herausforderung ist wohl, das
Ganze auch mental ordentlich zu verpacken. Zumal für deutsche Athleten
die erneute Heim-EM (nach Berlin
2018, d. Red.) sicher ein emotionaler
Höhepunkt wird. Ich glaube schon,
dass das einem sehr viel abverlangt.
Sie sind mit 10,95 Sekunden nach wie
vor Deutschlands schnellste Frau. Wie
sehen Ihre sportlichen Ziele, Ihre Träume aus?
Klar, ich habe Ziele. Auch wenn ich
die nicht alle öffentlich kommuniziere, heißt das nicht, dass es da nichts
gibt, worauf ich hinarbeite, was mich
motiviert, was mich antreibt und
wo ich gerne hinmöchte. Aber das
behalte ich aktuell noch bewusst
für mich – und ich denke, das ist
auch okay so.
Dann lassen wir uns überraschen.
Wann geht’s zurück in die USA?
Das hängt davon ab, ob ich bei der
Hallen-WM (18. bis 20. März in Belgrad, d. Red.) starte. Falls ja, direkt
danach, sonst schon Anfang März.
INTERVIEW: SABINE VÖGELE
98
14. FEBRUAR 2022
TEAMsitzung
Vielen Dank für
die Blumen!
Manche finden ihn romantisch,
andere überflüssig. Aber jeder
kennt ihn: den VA L E NT I N STAG .
Mit einem Augenzwinkern
haben wir eine Elf
aufgestellt, deren
Namen zu einem
14. Februar passen.
Danny Blum
Alexander Ring
Loic Damour
Valentin Stocker
Danny Rose
Marco Rose
Valentin Herr
John-Patrick Strauß
ab
PFIFF
D
abei sein ist alles.“ Selten war das olympische
Motto zutreffender als auf der politischen Bühne
bei den Winterspielen in Peking. Wobei das
Getue und Gemache um die Olympischen Spiele
ja grundsätzlich die Grenze vom Gschmäckle zur
Geschmacklosigkeit inzwischen deutlich überschritten
hat. Öffentliche Fackelläufe, die unter Ausschluss der
Öffentlichkeit stattfinden, Sportler, die ihren Sport
betreiben, aber ansonsten das Maul halten sollen,
und Sportfunktionäre, die sich um eine völlig neue
olympische Disziplin verdient machen: den
„diplomatischen Eiertanz“.
Neue olympische
Disziplin Eiertanz
Marcio Amoroso
Fotos: imago images (12), privat
Vagner Love
Enrico Valentini
Al
Ol
eg
R
a
om
nt
se
v
ex
an
r
de
Ro
se
n
Der Trainer ist natürlich
Oleg Romantsev, für ihn
musste Marco Rose noch
mal aufs Feld. „Verpflichtet“
hat alle für diesen Tag, wer
wohl, Alexander Rosen ...
ALS WÜRDE DIE WELT erst heute erfahren, dass
die chinesische Regierung es mit Menschen- und
Freiheitsrechten nicht so ganz genau nimmt. Nun ja,
dass das „Internationale Olympische Komitee“ von
der Situation nichts weiß, das glaube ich allerdings
unbesehen. Nimmt doch der Tunnelblick auf
Umsatzkurven und Renditesteigerungen den Rest
des Gehirns dermaßen in Anspruch, dass es für die
Wahrnehmung von Unrecht und Diskriminierung
einfach nicht mehr reicht.
ZUMAL AUCH die Frage nach einem Boykott der
Spiele eine ebensolche Freude ist wie die Spiele selbst.
Vor allem, wenn die westliche Wirtschaft versucht, auf
chinesische Zulieferprodukte für ihre hoch technologisierte Infrastruktur genauso zu verzichten wie auf
die Kaufkraft einer Milliarde chinesischer Konsumenten.
Und spätestens, seit die Regierungschefs der
G7-Staaten sich fragten, wie man wohl Afrika am
günstigsten einkaufen könne, und die Chinesen
darauf antworteten: „Wer sagt denn, dass wir
überhaupt verkaufen wollen?“
WIE WILL MAN so etwas boykottieren? Da
hat man doch keine Chance. Oder? Falsch!
Natürlich gibt es eine Möglichkeit. Jawohl. Und
zwar, und jetzt haltet euch gut fest: als Konsument.
Jawohl. Als Konsument. Und als Verbraucher. Als
derjenige, der sich diese Spiele zu jeder Tag- und
Nachtzeit gefälligst im Fernsehen anschauen soll, damit
die Werbung gefälligst auch in unseren Gehirnen die
Frage nach Freiheit auf die Freiheit reduziert, welches
Waschpulver unsere Westen nun weißer wäscht: das
aus dem Westen oder das aus dem fernen Osten?
Und aus diesem Grund lautet mein Motto, während im
TV die Spiele laufen: „Dabei sein ist alles.“ Und ich bin
halt nicht dabei.
Der kicker-„abpfiff“ wird im wöchentlichen Wechsel
von externen Autoren verfasst: HG.BUTZKO ist
Kabarettist. Informationen zu seinen
Programmen und Terminen unter
www.hgbutzko.de
FUSSBALL IM OSTEN
1270 Zuschauer
kamen zur Rückkehr
von Lichtenberg 47
in das „Zoschke“.
Freudentanz im Wohnzimmer
Foto: Koch
Bei der Rückkehr ins
Hans-Zoschke-Stadion
besiegt L IC H TE N B E R G 4 7
in letzter Minute die
BSG Chemie Leipzig 2:1.
Ein Fußballspiel dauert schon lange
keine 90 Minuten mehr, wie einst
der legendäre Weltmeistertrainer
Sepp Herberger schlicht formuliert
hatte. Am Samstagnachmittag war im Regionalliga-Duell zwischen Lichtenberg 47 und
Chemie Leipzig inklusive Nachspielzeit erst
nach knapp 94 Minuten Schluss, was für ein
Happy End der Gastgeber sorgte. Nach einer
kräftezehrenden Partie besaßen die glücklichen Spieler von Lichtenberg 47 doch noch
die Energie, einen Freudentanz vor ihren
Fans aufzuführen. Mit der letzten Aktion des
Spiels hatte der 20-jährige Mittelfeldakteur
Tarik Gözüsirin den Siegtreffer zum verdienten 2:1-Erfolg für die Berliner erzielt. Danach
war sofort Schluss, und bei den Männern von
Lichtenberg 47 gab es kein Halten mehr. Sie
versanken in einer Jubeltraube.
Der glückliche Treffer nach einer Serie
von Eckbällen war der perfekte Höhepunkt
einer emotionalen Rückkehr der Lichtenberger in ihr geliebtes „Wohnzimmer“, das
schmucke Hans-Zoschke-Stadion. Die stattliche Kulisse von 1270 Zuschauern, darunter
450 Chemie-Anhänger, bildete den würdigen
Rahmen für dieses Ereignis, das für die Spieler
von Cheftrainer Uwe Lehmann eine enorme
Bedeutung besessen hatte.
Zuletzt fand ein Heimspiel der Lichtenberger in der traditionsreichen Fußball-Arena,
in der die Zuschauer den Rasen riechen und
die Akteure beim Gestikulieren und Schimpfen
gut hören können, am 31. Oktober 2020 statt.
Erst am zurückliegenden Mittwoch, drei
Damals gab es ein 1:1 gegen Hertha BSC II.
Tage vor der Partie gegen Chemie Leipzig,
Danach folgte eine schier endlose Serie von
war nach der Abnahme der Flutlichtanlage
Ereignissen, die Lichtenberg mit seinen
und der Erfüllung anderer Auflagen klar, dass
Freizeitkickern – alle sind berufstätig oder
die Rückkehr ins „Zoschke“ Realität werden
studieren – in Bedrängnis brachte: Corona,
konnte. Dabei sah es nicht sofort nach eiSaisonabbruch und letztendlich auch die für
nem glücklichen Ende aus. Die stark ersatzalle Regionalliga-Vereine oft nur schwer zu
geschwächten Leipziger gingen früh durch
stemmenden Auflagen des Nordostdeutschen
Denis Jäpel in Führung (10.), Lichtenberg tat
Fußball-Verbandes (NOFV).
sich schwer. Trainer Uwe Lehmann erkannte:
Für die laufende Saison musste Lich„Uns fehlte zuerst die Klarheit, auch der Druck,
tenberg eine Flutlichtanlage vorweisen, um
zum ersten Mal wieder richtig zu Hause zu
nicht das Heimrecht im Zoschke-Stadion zu
spielen, war vorhanden.“ Erst nach dem Ausverlieren. Die Übergangsfrist für den Bau war
gleich durch Gözüsirin (69.) dominierten die
abgelaufen, die mit 9900
Hausherren das Duell und
Plätzen zweitgrößte reine
erzwangen den Sieg in der
„Eigentlich hatten
Fußball-Arena der Stadt
Nachspielzeit.
wir bis jetzt
nach der Alten Försterei
Das Stadionproblem
24 Auswärtsspiele.“ ist erst einmal geklärt, aber
aber gehört dem Bezirk
Lichtenberg, der Verein ist
in der Regionalliga NordBenjamin Plötz, Lichtenberg 47
als Mieter bloß der Hauptost haben noch andere
nutzer. Das Flutlicht konnte
Vereine damit zu kämpfen.
auch der Bezirk mit seinem
Beispielsweise hat die
fußballbegeisterten Bürgermeister Michael
VSG Altglienicke im Baumschulenweg noch
Grunst (Die Linke) erst mit viel Aufwand bis
kein regionalligataugliches Stadion, muss ihre
zum Jahresende 2021 installieren lassen. Die
Heimspiele im gut 20 Kilometer entfernten
moderne Anlage steht nun mit sechs Masten.
Amateurstadion von Hertha BSC austragen.
Gut eine Million Euro hat der Bezirk in den
Tasmania kann noch nicht in Neukölln antrevergangenen beiden Jahren ins „Zoschke“
ten und muss deswegen in das 15 Kilometer entinvestiert, doch die Regionalliga-Mannschaft
fernte Lichterfelde ausweichen, wo eigentlich
musste ihre „Heimspiele“ im Poststadion im
Drittligist Viktoria 89 beheimatet ist. Berlins
15 Kilometer entfernten Moabit austragen. Das
Nummer drei wiederum spielt aufgrund der
ermöglichten der Bezirk Mitte und Konkurrent
Drittliga-Auflagen im 20 Kilometer entfernten
Berliner AK, der dort beheimatet ist. „EigentJahn-Sportpark, da das Stadion in Lichterfellich hatten wir bis jetzt 24 Auswärtsspiele“,
de diesen Anforderungen nicht genügt. Was
klagte Lichtenbergs Sportlicher Leiter Benaber passiert, sollte Regionalliga-Spitzenreiter
jamin Plötz. „Der organisatorische Aufwand
BFC Dynamo aufsteigen? Der würde liebend
im Poststadion war enorm“, sagte 47-Präsident
gern im Sportforum Hohenschönhausen bleiAndreas Prüfer, „wir mussten einerseits mehr
ben und sein Heimatstadion drittligatauglich
Ordner stellen als im Hans-Zoschke-Stadion,
machen. Lichtenberg 47 aber freut sich nun auf
obwohl natürlich weniger Zuschauer kamen.
die Flutlicht-Premiere am 25. Februar gegen
Es fehlte die Atmosphäre.“
den BFC Dynamo.
MICHAEL JAHN
14. FEBRUAR 2022
JENA
79
Knapp zwei Millionen Euro mehr Stammkapital
Der FC Carl Zeiss Jena lädt
seine Mitglieder für den
5. März zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Zwei Dinge sollen
dort beschlossen werden: der Einstieg eines weiteren Gesellschafters
und ein „Zukunftskonzept“, wie der
Verein es nennt.
Präsident Klaus Berka bezeichnete das Vorhaben „als einen Schulterschluss zwischen den Gremien
des Klubs, dem Umfeld und den
Fans“. Aus deren Feder stamme das
Konzept auch vornehmlich. Künftig
soll noch mehr Wert darauf gelegt
werden, Spieler aus dem eigenen
Nachwuchsleistungszentrum in die
erste Mannschaft zu integrieren.
Aufsichtsratschef Mario Voigt sieht
diesen Weg schon eingeschlagen
und verweist auf Trainer Andreas
Patz oder Akteure wie Maximilian
Wolfram, Leon Bürger, Alexander
Prokopenko oder Patrick Scheder,
die allesamt das Fußballspielen in
TAS M A NI A
Jena erlernt haben. Um das zu untermauern, wird künftig auch Henning
Bürger zurückgeholt.
Der frühere Schalke-Profi
(insgesamt 99 Bundesliga- und 176
Zweitligaspiele) soll im Nachwuchsleistungszentrum für eine bessere
Ausbildung der Talente sorgen. „Der
FCC ist der mitgliederstärkste Verein
Thüringens, ein Magnet“, sagt Voigt.
Und genau das wolle man in der
Zukunft besser nutzen. Derzeit zählt
man 4300 Mitglieder, 8000 sollen es
werden. Und alle Mitglieder will man
mit ins Boot holen, will um Geduld
werben, denn der Weg zurück in die
3. Liga werde ein steiniger.
Helfen soll dabei auch frisches
Kapital von Jenaer Unternehmern.
Angeführt von Lars Eberlein zahlt
die Jenarena GmbH 50 000 Euro
an den belgischen Investor Roland
Duchatelet und übernimmt damit die
Hälfte seiner Anteile. Außerdem wird
das Kapital der Spielbetriebs GmbH
durch die neuen Anteilseigner um
In diesem Jahr noch ohne Torerfolg
Foto: imago images/Bild13
Neuer Gesellschafter
bringt frisches Geld
Lars Eberlein hat sich bislang beim Basketball-Zweitligisten
Science City Jena engagiert. Nun also auch beim FC Carl Zeiss.
1,95 Millionen Euro erhöht.
Eberlein ist im Jenaer Sport
kein Unbekannter. Er sanierte die
Basketballer von Science City, führte
sie zweimal in die Bundesliga und
baute deren neue Heimstätte, die
Sparkassen-Arena. Auch am Bau
des neuen Stadions in Jena ist Eberlein mit seiner Firma beteiligt. Der
Einstieg beim FCC sei der nächste
logische Schritt. Und der wird für
den Verein nicht folgenlos bleiben.
Eberlein will neue Strukturen schaffen: „Wir brauchen einen starken
LOK L E I PZ I G
Präsidenten und einen Geschäftsführer, der dem Verein dient, nicht
den Gesellschaftern“, sagt Eberlein.
Er wolle eine Story schaffen, „die wir
erzählen können und mit der wir die
Sponsoren mitreißen können“.
„Es kommt am Ende auf die
Region an. Will sie Drittligafußball,
dann muss sie ihn bezahlen“, sagt
Eberlein. Um Lücken zu stopfen,
sei er nicht eingestiegen. Und auch
Duchatelet will ab Sommer für weitere Kredite nicht zur Verfügung stehen.
RALPH-PETER PALITZSCH
Nun schon sechs Siege in Serie
Njie schont den Besten
Pflichtaufgabe erfüllt
Als Schiedsrichter
Lars Albert am Freitagabend im Stadion
Lichterfelde die Partie beim Stand von 3:0 für den
BFC Dynamo abpfiff, begann
im Anschluss für Tasmania
Berlin noch auf dem Rasen
im Mannschaftskreis die Aufarbeitung der Partie. „Wir haben uns im Rahmen unserer
Möglichkeiten gut verkauft.
Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte
Tasmania-Trainer Abu Njie,
dessen Team nun am Sonntag
im richtungsweisenden Kellerduell beim Tabellennachbarn
Optik Rathenow antreten muss.
Ins brandenburgische
Havelland reist der Aufsteiger
dann mit der Negativserie von
elf sieglosen Partien in Folge,
davon insgesamt neun Niederlagen, wobei der Liganeuling gar
die vergangenen acht Partien
verlor. Zusätzlich schafften es
die Berliner zuletzt viermal in
Folge, ohne eigenen Treffer zu
Auf mittlerweile sechs
Siege in Folge hat der
1. FC Lok Leipzig seine
Serie ausgebaut und
sich so zum hartnäckigsten
Verfolger des BFC Dynamo gemausert. Zwar sind die Mannen
von Almedin Civa noch sieben
Zähler vom Tabellenführer
entfernt, haben aber auch zwei
Spiele weniger absolviert. Bei
optimaler Ausbeute aus den
Nachholpartien würde der Abstand auf den Tabellenplatz 1
also auf nur noch einen Punkt
schrumpfen. Ob die Leipziger
langfristig im Rennen um den
Staffelsieg mitmischen können,
wird sich also in dieser und der
darauffolgenden Woche zeigen.
Der Auftakt in den Duellen mit Mannschaften aus Berlin und Brandenburg ist mit
dem souveränen 6:2-Erfolg am
Samstag gegen Fürstenwalde
geglückt. Als nächste vermeintliche Pflichtaufgabe steht an
diesem Mittwoch das Nachholspiel gegen Optik Rathenow an.
bleiben und erzielten damit im
Kalenderjahr 2022 nicht ein einziges Tor in der Liga – erschreckende Zahlen für den Abstiegskandidaten. „Wir nehmen die
Herausforderung in der Liga an,
suchen keine Ausreden. Optik
Rathenow ist auf Augenhöhe“,
sagte Njie, der im Spiel gegen
den Spitzenreiter freiwillig auf
Mittelfeldspieler Daniel Kaiser
verzichtete, um ihn für das kommende Spiel gegen den direkten
Konkurrenten um den Klassenerhalt zu schonen.
Der 31-Jährige hat bereits
vier Gelbe Karten gesammelt,
und der Tasmania-Trainer
wollte eine Sperre für das nun
folgende Match gegen die
Rathenower unbedingt vermeiden. „Daniel Kaiser ist der
beste Spieler bei uns in der
Rückrunde“, sagte der Coach.
Kaiser verfolgte die Niederlage
von der Tribüne aus und dürfte
froh gewesen sein, als die Partie gegen den BFC abgepfiffen
wurde.
MATTHIAS SCHÜTT
Doch in der Favoritenstellung
liegt hier auch die Gefahr: Jeder
erwartet einen Sieg der Leipziger gegen den Außenseiter, der
ohne Druck aufspielen kann.
Auf dem Papier schwieriger sind die anschließenden Duelle mit den Berliner Teams aus
den oberen Tabellenregionen:
Am kommenden Samstag muss
Lokomotive beim Berliner AK
zeigen, ob man auch gegen diese
Spitzenmannschaft bestehen
kann. Im Hinspiel gab es eine
bittere 1:2-Heimniederlage –
diese Rechnung würden die
Leipziger gerne begleichen.
Und dann mit Siegen nachlegen
in den beiden Spielen gegen
Tennis Borussia (23. Februar) und die VSG Altglienicke
(26. Februar).
Die Marschroute, die
Coach Civa dafür vorgibt,
ist so einfach wie folgerichtig: „Wir denken von Spiel zu
Spiel und bereiten uns gewissenhaft auf jeden Gegner
vor.“
CARSTEN MUSCHALLE
80
14. FEBRUAR 2022
Tasmania – BFC Dynamo
0:3 (0:2)
Tasmania: Schelenz – Tamim, Aydin, Bähr, Tanis –
Wedemann – Bier, Storm (79. Gorrie), Oudenne (85. Kascha), Sait (88. Polat) – Brechler –
Trainer: Njie
BFC Dynamo: Stajila – Reher, Blum, Hertner – Breitfeld (85. Meyer), Pollasch, Bergmann
(60. Schulz), Geurts (69. Steinborn) – Siebeck –
Bolyki, Beck (85. Stutter) – Trainer: Benbennek
Tore: 0:1 Bolyki (10.), 0:2 Beck (28.), 0:3 Bolyki
(61.) – SR: Albert (Tannenbergsthal) – ZS: 592
FC Eilenburg – VfB Auerbach
0:0
Eilenburg: Naumann – Ph. Sauer, Dos Santos,
Vogel, Moutsa (62. Wadewitz) – Michael (90.
Sothen), Rücker, Pa. Sauer (62. Georgi), Luis –
Fiedler – Stelmak (68. Jackisch) – Tr.: Knaubel
Auerbach: S. Schmidt – Kubitz, Giaouplari (46.
Stiller), Weiß, Sieber – Brejcha, M. Schmidt –
Osse (69. Donner), Fragkos (58. L. Seidel), Guzlajevs (87. Kepl) – Zimmermann – Trainer: Köhler
SR: Jessen (Berlin) – Zuschauer: 140 – Bes.
Vorkommnis: Fragkos verschießt FE (23.)
Lichtenberg 47 – Ch. Leipzig
2:1 (0:1)
Lichtenberg: Wollert – Ohlow, Hofmann, Maric
(46. Ihbe), Fiegen – Gawe, Owczarek, Brando (75.
Bremer), Gözüsirin – Graf (65. Grüneberg), Chor
(46. Einsiedel) – Trainer: Lehmann
Chemie Leipzig: Janke – Dhaliwal, Schmidt, B.
Keßler, Boltze – Müller, Mast, Osmanoski (60.
REGIONALLIGA NORD
21. SPIELTAG
Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche
Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck
Heide
0:3 0:2
HSV II
Ottensen
3:0 1:0 Norderstedt
St. Pauli II
1:0 1:0
Altona
spielfrei: Holstein Kiel II
GRUPPE NORD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Holstein Kiel II
19
SC Weiche 08
19
Teut. Ottensen 19
VfB Lübeck (A) 19
Drochtersen/A. 19
Hamburger SV II 19
FC St. Pauli II
19
Phönix Lübeck
19
Eintr. Norderstedt 19
Heider SV
19
Altona 93
20
22. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
VfB Lübeck (0:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
SC Weiche 08 (1:2)
SONNTAG, 20. FEB.
HSV II (3:2)
SONNTAG, 20. FEB.
Norderstedt (2:2)
Kiel II (1:1)
spielfrei: Altona 93
GRUPPE SÜD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
VfB Oldenburg
Werder Bremen II
VfV Hildesheim
Delmenhorst
Hannover 96 II
SSV Jeddeloh II
BSV Rehden
LSK Hansa
HSC Hannover
Oberneuland
36:19
36:21
39:21
38:21
21:16
34:26
20:26
26:38
31:31
17:44
17:52
38
37
36
32
32
31
23
21
20
9
9
19.30 UHR
Drochtersen/A.
13.30 UHR
St. Pauli II
13.00 UHR
Ph. Lübeck
14.00 UHR
Heide
Ottensen
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
45:12
47:13
32:34
22:22
28:23
25:28
29:35
15:28
18:42
11:35
43
42
29
25
24
24
18
16
15
12
Altglienicke – Berliner AK 07
Reinhard), Kanther – Kirstein (66. Akpeko), Jäpel
(74. Wajer) – Trainer: Jagatic
Tore: 0:1 Jäpel (10.), 1:1 Gözüsirin (69.), 2:1 Gözüsirin (90./+3) – SR: Kluge (Zeitz) – ZS: 1270
Chemnitzer FC – Hertha BSC II 2:0 (1:0)
Chemnitz: Dogan – Osso (71. Keller), Zickert,
Campulka, Aigner – Kurt – M. Roscher (60.
Caciel), Müller, Bickel (83. Pelivan), Kircicek –
Freiberger (83. Brügmann) – Trainer: Berlinski
Hertha II: Palmowski – Covic, Morgenstern, Röcker,
Fuchs (86. Tekin) – Dirkner (79. Alimler) –
Gayret, Albrecht (46. Winkler/70. Haxha), Michelbrink (79. Gurschke), Kade – Scherhant –
Trainer: Covic
Tore: 1:0 Freiberger (18.), 2:0 Brügmann (90./+4) –
SR: Rauschenberg (Wenigenlupnitz) – ZS: 1249
Lok Leipzig – Un. Fürstenwalde 6:2 (4:1)
Lok Leipzig: Sievers – Berger, Eglseder (72.
Heynke), Sirch, Voufack (62. Mehmedovic) –
Piplica (80. Schlicht), Abderrahmane – Ogbidi
(80. Atilgan), Pfeffer, Rangelov – Ziane (62.
Nattermann) – Trainer: Civa
Fürstenwalde: Staniszewski – Jarosch (58. Klossek), Berk, Eshele, Christoph (58. Wunderlich) –
Weiß, Zaruba – Corstjens (76. Muca), Winter,
Postelt – Habimana – Trainer: Verhoene
REGIONALLIGA NORDOST
25. SPIELTAG
Tasmania
0:3 0:2 BFC Dynamo
Eilenburg
0:0
Auerbach
Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig
Chemnitz
2:0 1:0
Hertha II
Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde
Halberstadt 0:0
Jena
Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde
Altglienicke 4:1 2:0
BAK 07
Meuselwitz 4:1 1:0
Rathenow
MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR
Cottbus (2:2) TeBe Berlin
NACHHOLSPIELE
Altglienicke 1:1 1:0
Ch. Leipzig 0:0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
Tore: 1:0 Frahn (41.), 1:1 Göth (56.), 2:1 Nikol (70.) –
SR: Dallmann (Rostock) – Zuschauer: 1000
R EGI O NA L L I GA N OR D O ST
BFC Dynamo
Lok Leipzig
Energie Cottbus
Carl Zeiss Jena
Berliner AK 07
Chemnitzer FC
SV Babelsberg 03
VSG Altglienicke
Luckenwalde
Chemie Leipzig
TeBe Berlin
Hertha BSC II
Lichtenberg 47
ZFC Meuselwitz
Germ. Halberstadt
FC Eilenburg (N)
Tasmania (N)
Optik Rathenow
Un. Fürstenwalde
VfB Auerbach
25
23
24
25
25
25
25
23
25
25
23
25
25
25
25
25
25
24
23
23
Nachtrag
Jena
Meuselwitz
62:20
54:23
55:20
46:24
40:30
41:23
36:26
42:28
40:25
27:27
36:31
40:40
31:37
26:39
28:47
26:56
19:59
25:50
32:65
21:57
58
51
48
48
48
45
44
42
36
35
34
33
28
25
22
19
16
15
14
14
NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Auerbach (2:4) Fürstenwalde
Lok Leipzig (3:0) Rathenow
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Altglienicke (2:0)
TeBe Berlin (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Auerbach (1:7)
BAK 07 (2:1)
Chemie Leipzig (1:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Jena (3:1)
SONNTAG, 20. FEB.
Fürstenwalde (1:6)
Luckenwalde (3:0)
BFC Dynamo (1:2)
Rathenow (3:3)
19.00 UHR
Chemnitz
Eilenburg
13.00 UHR
Halberstadt
Lok Leipzig
Hertha II
14.05 UHR
Meuselwitz
13.00 UHR
Cottbus
Lichtenberg
Babelsberg
Tasmania
Tore: 0:1 Winter (7.), 1:1 Pfeffer (13.), 2:1 Ziane
(42.), 3:1 Abderrahmane (43.), 4:1 Ziane (45.),
4:2 Klossek (64.), 5:2 Abderrahmane (71.), 6:2
Nattermann (86.) – SR: Markhoff (Kritzmow) –
ZS: 2089 – Rote Karte: Berk (71., Notbremse)
Germ. Halberstadt – Carl Zeiss Jena 0:0
Halberstadt: Cichos – Schmökel, Baudis, Pribanovic (46. Raithel) – Bachmann, Hoch (46.
Jallot), Schätzle, Malina – Grzega (46. Pajaziti),
Heike (73. Stumpe), Korsch (73. Touloupis) –
Trainer: Petersen
Jena: Müller – Hehne, Halili, Strietzel – Wolf (72.
Stauffer), Schau, Bürger (72. Langer), Prokopenko
(58. Lange) – Oesterhelweg, Wolfram, Krauß (58.
Eisele) – Trainer: Patz
SR: Köppen (Linthe) – Zuschauer: 443
SV Babelsberg – Luckenwalde
REGIONALLIGA WEST
25. SPIELTAG
Fort. Köln
1:0 1:0 Wuppertal
Münster
2:0 0:0
Ahlen
Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II
Wiedenbrück 1:1 0:1
Aachen
Bonn
1:3 0:1 1. FC Köln II
Düsseldorf II 0:4 0:3
Straelen
Homberg
0:1 0:0
Essen
Rödinghausen
Schalke II
0:0
Lippstadt
ausgef. Wegberg-B.
Oberhausen ausgef.
Lotte
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
2:1 (1:0)
Babelsberg: Theißen – Härtel (56. Nikol), Lela,
Wilton, Sietan (87. Moravec) – Wegener, Gencel –
Müller, Schmidt (71. Zille), Rausch – Frahn –
Trainer: Buder
Luckenwalde: Thoms – Rankic, Flath, Francisco –
Gottschick (57. Bogdan), Hellwig (43. Borowski),
Becker, Göth – Schmahl – Plumpe, Butendeich
(71. Rothenstein) – Trainer: Braune
Rot-Weiss Essen
Pr. Münster
Fortuna Köln
Wuppertaler SV
RW Oberhausen
1. FC Köln II
Wiedenbrück
SV Rödinghausen
Fort. Düsseldorf II
Schalke 04 II
Bor. M’gladbach II
SV Straelen
SV Lippstadt 08
RW Ahlen
Alem. Aachen
Bonner SC
Spfr. Lotte
FC Wegberg-B.
VfB Homberg
Uerdingen (A)
23
23
21
23
23
25
24
22
23
25
25
24
22
22
23
24
21
22
22
25
55:20
43:16
35:12
42:16
47:23
49:34
34:17
24:22
42:40
38:41
31:34
27:35
34:39
35:43
26:40
28:46
22:40
19:36
16:42
22:73
56
51
48
46
44
43
42
32
31
31
30
29
27
27
21
20
18
17
12
10
NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag
DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR
Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln
DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR
Wiedenbrück (0:1) Lippstadt
Düsseldorf II (1:1) Ahlen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Wuppertal (4:1) Straelen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR
Aachen (2:0, 2:0) Homberg
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Fort. Köln (2:0)
Ahlen (3:5)
FREITAG, 18. FEB.
Rödinghausen (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Straelen (1:0)
M’gladbach II (0:0)
Wegberg-Beeck (0:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Aachen (3:1)
19.00 UHR
Bonn
Schalke II
19.30 UHR
Lippstadt
14.00 UHR
Homberg
Wiedenbrück
Oberhausen
15.00 UHR
1. FC Köln II
Meuselwitz – Optik Rathenow
REGIONALLIGA SÜDWEST
24. SPIELTAG
Offenbach 0:1 0:0
Koblenz
Aalen
1:2 0:1
Balingen
Stuttgart II 0:2 0:2
Mainz II
Frankfurt
0:0
Walldorf
Homburg
1:1 0:0
Kassel
Gießen
0:0
Bahlingen
Steinbach
2:0 1:0 Pirmasens
Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz
Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II
spielfrei: SSV Ulm 1846
FSV Mainz 05 II 23
SSV Ulm 1846 22
SV Elversberg
22
Kickers Offenbach 22
Steinbach Haiger 23
FC Homburg
23
Bahlinger SC
22
Hessen Kassel
23
TSG Balingen
22
VfR Aalen
23
RW Koblenz
23
FC-Ast. Walldorf 23
TSG Hoffenheim II 23
VfB Stuttgart II 23
FK Pirmasens
23
FSV Frankfurt
23
FC Gießen
23
Großaspach
23
Schott Mainz
23
25. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Walldorf (2:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
Mainz II (2:1)
Schott Mainz (2:4)
Pirmasens (1:3)
Bahlingen (1:3)
Balingen (1:3)
Koblenz (0:1)
Kassel (0:0)
SONNTAG, 20. FEB.
Hoffenheim II (0:1)
spielfrei: VfR Aalen
4:1 (1:0)
Meuselwitz: Hamrol – Moritz (70. Martynets),
Senkbeil, Müller, Miatke – Becker (79. Stenzel) –
Kulke, Jacobi (79. Zintsch), Kadric (46. Jagupov),
Eckardt (89. Bürger) – Hansch – Trainer: Bergner
Rathenow: Hiemann – Polichronakis, Techie-Menson (69. Gildenberg), Gröger, Kuffour –
Sejdovic (69. Dzafo), Langner, Leroy (69. Wilcke),
Köhler – Will (78. Januario), Muiomo (78. Pistol) –
Trainer: Kahlisch
Tore: 1:0 Müller (35.), 2:0 Eckardt (61.), 3:0
Hansch (63.), 3:1 Muiomo (78., FE), 4:1 Jagupov
(90./+4) – SR: Kohnert (Ballenstedt) – Zuschauer: 424
SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR
Essen (3:2) Münster
Wuppertal (2:1) Düsseldorf II
Lotte (0:2) Uerdingen
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
4:1 (2:0)
Altglienicke: Bätge – Liebelt, Zeiger, Häußler – Belegu, Inaler (65. Albrecht/76. Sander),
Skoda (54. Hüther), Brehmer – Yildirim, Uzan
(65. P. Manske), Manske (65. Breitkreuz) –
Trainer: Heine
BAK 07: Kühn – Harant, Gjasula, Oschkenat –
Tezel (86. Senninger), Lämmel (75. Yajima),
Fontein (69. Emghames), Schulz – Ben-Hatira –
Ulrich (69. Kargbo), El-Jindaoui – Trainer: Duda
Tore: 1:0 Belegu (39.), 2:0 Häußler (44.), 2:1
Ulrich (59.), 3:1 P. Manske (80.), 4:1 Belegu
(90./+3) – SR: H. Müller (Cottbus) – ZS: 180
39:25
38:22
50:22
39:15
39:27
31:31
22:23
30:25
32:39
36:44
25:30
34:41
34:36
31:35
21:34
26:31
20:29
26:49
22:37
49
46
44
44
43
36
34
31
30
30
28
27
26
24
24
23
23
20
19
19.00 UHR
Homburg
14.00 UHR
Frankfurt
Stuttgart II
Großaspach
Steinbach
Gießen
Ulm
Elversberg
14.00 UHR
Offenbach
REGIONALLIGA BAYERN
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
SpVgg Bayreuth 23
FC Bayern II (A) 24
Schweinfurt (M) 22
FV Illertissen
24
TSV Aubstadt
24
TSV Buchbach 22
Wack. Burghausen 23
Unterhaching (A) 22
FC Augsburg II
23
Aschaffenburg 24
VfB Eichstätt
23
FC Memmingen 24
FC Pipinsried (N) 24
1. FC Nürnberg II 24
SC Eltersdorf (N) 20
SV Schalding-H. 23
SV Heimstetten 24
TSV Rain/Lech 21
Greuther Fürth II 22
1860 Rosenheim 22
60:23
73:31
69:28
43:26
45:29
35:21
49:36
44:40
42:37
32:34
34:43
36:49
31:46
33:38
31:41
26:43
33:49
17:49
28:54
16:60
56
52
43
42
40
37
36
36
33
31
31
28
28
27
23
23
21
17
16
15
NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag
SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR
Bayreuth ( - ) Unterhaching
Eichstätt (3:0) Eltersdorf
25. SPIELTAG
SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR
Burghausen (1:3) Aschaffenburg
Fürth II (2:2) Rain
SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR
Nürnberg II (1:1) Schweinfurt
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR
Eltersdorf (0:2) Unterhaching
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR
Memmingen (2:1) Pipinsried
DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR
Heimstetten (2:0) Rosenheim
DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR
Bayreuth (6:2) Augsburg II
Eichstätt (3:1) Schalding-H.
Aubstadt (1:1) Buchbach
Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter
www.kicker.de/regionalliga
Sieger im Stadt-Duell:
Der VF B LÜ B EC K baut
seine Serie aus und guckt
Richtung Meisterrunde.
Als das 141. Lübecker Stadtderby
abgepfiffen wurde, rannte Lukas Pfeiffer zu Tommy Grupe
und nahm seinen Abwehrchef
in den Arm. Es war eine Mischung aus
Erleichterung und Dankbarkeit, die im
Gesicht des Trainers des VfB Lübeck abzulesen war. „Wir sind unheimlich froh,
dass wir gewonnen haben“, sagte Pfeiffer
später. Nach dem 2:2 im Hinspiel und
verspielter Pausenführung mussten sich
die Grün-Weißen reichlich Kritik der eigenen Fans gefallen lassen. Doch dieses Mal
herrschte Feierlaune an der Lohmühle.
Die Kräfteverhältnisse hatte der VfB mit
einem 4:1-Sieg im Duell der Lokalrivalen
geradegerückt und sich nach dem jahresübergreifend fünften Sieg in Folge auf
Tabellenplatz 4 verbessert.
Dass dieses Mal gegen den 1. FC Phönix nichts anbrannte, daran hatte Grupe
großen Anteil. Der 29-Jährige hatte den
wichtigen Führungstreffer erzielt und mit
seinem zweiten Tor, ebenfalls nach einem
ruhenden Ball, den Schlusspunkt gesetzt.
„Ich hätte gern schon früher getroffen“,
sagte Grupe, der bei Standardsituationen
zwar eine dauerhafte Präsenz im gegnerischen Strafraum hat, in dieser Saison
aber noch nichts Zählbares verbucht hatte.
„Die Tore habe ich mir für das Derby aufgehoben und bin froh, dass ich der Mann-
P H Ö N IX LÜ BEC K
Foto: Agentur 54°/Garve
FUSSBALL IM NORDEN
Feierlaune vor dem Endspiel
Doppeltorschütze: VfB-Kapitän Tommy Grupe hatte beim 4:1-Erfolg im
Derby gegen den 1. FC Phönix allen Grund zum Jubeln.
schaft helfen konnte“, sagte der Routinier.
Geholfen hatte Grupe nicht nur vorne,
sondern auch hinten. In der Innenverteidigung hatte er mit Calvin Brackelmann
Phönix-Angreifer Haris Hyseni fast zur
Bedeutungslosigkeit abgemeldet. „Wir
haben wenig zugelassen, gut verteidigt und
vorne noch mehr Möglichkeiten gehabt.
Deshalb sind wir verdient als Sieger vom
Platz gegangen“, bilanzierte der Kapitän.
Die Adlerträger hätten es den
Grün-Weißen zwar nicht leicht gemacht,
„weil sie zunächst eklig waren“, wie Mirko
Boland es beschrieb. „Aber wir haben ef-
fektiv gespielt“, unterstrich der 34-Jährige,
der nach einem Konter mit dem 3:1 die
Vorentscheidung besorgt hatte. „Es war
kein fußballerischer Leckerbissen, aber
wir haben das gemacht, was heute nötig
war: einfach gespielt“, betonte Boland.
Grupe richtete derweil den Blick
voraus. Am Freitag steht das Endspiel
im Kampf um das Erreichen der Meisterrunde an. „Gegen Drochtersen/Assel
haben wir nach dem 0:3 im Hinspiel etwas
gutzumachen“, sagte der 29-Jährige. Als
Derbysieger kann der VfB die Aufgabe mit
Selbstvertrauen angehen. SASCHA SIEVERS
Große Enttäuschung nach der Derby-Pleite
„Diese Niederlage tut richtig weh“
Die Hoffnung war groß
bei Phönix Lübeck, dem
Stadtnachbarn endlich
ein Bein stellen zu können. Im Hinspiel hatte Phönix mit
dem 2:2 gegen den VfB Lübeck
ja angedeutet, was möglich sein
kann. Am Samstag konnte das
Team von Trainer Oliver Zapel
aber nicht daran anknüpfen, kassierte eine 1:4-Niederlage.
In den Gesichtern der Unterlegenen war dementsprechend
nach dem Abpfiff Enttäuschung
sichtbar. Auch bei Co-Trainer
Daniel Franziskus, der noch in
der Saison 2018/2019 für das
Lohmühlen-Team im Angriff gekickt hatte, danach seine Karriere
aber verletzungsbedingt beenden
musste. „Das Ergebnis ist viel zu
hoch. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir lange Zeit besser,
hätten das da in unsere Richtung
drehen müssen. Da haben wir aber
leider unsere Konter nicht gut
ausgespielt, kriegen dann zwei
dumme Tore“, haderte Franziskus, der trotzdem in der Pause
noch die Hoffnung hatte, dass
sein Team etwas Zählbares mitnehmen könnte. „Wir haben dann
auch alles in der zweiten Hälfte
nach vorne geworfen, wollten ein
schnelles Tor. Das ist uns aber
nicht gelungen.“
Letztlich fehlte auch an der
Zielstrebigkeit beim FC Phönix,
um doch noch einmal für Spannung zu sorgen. „Der letzte Pass
kam nicht an. Diese Niederlage
tut richtig weh“, sagte Franziskus.
Auch Cheftrainer Zapel fand
deutliche Worte: „Für uns ist es
ein bitterer Tag, weil wir immer
noch nicht verstehen können,
wie so ein Endergebnis zustande
kommen kann. Wenn man 20 bis
25 Minuten so dominant auftritt
wie wir, dann hat man eine andere
Idee von so einem Spielausgang.“
Der Knackpunkt sei laut Zapel das
2:1 des VfB mit dem Pausenpfiff
gewesen. „Das war ein Wirkungstreffer, von dem wir uns bis zum
Ende des Spiels nicht mehr erholt
haben. Jetzt ist wieder Normalität, und jetzt sind wir wieder
da angekommen, wo wir hingehören.“
STEPHAN RUSSAU
kurz
bündig
Lüneburger SK
Der LSK verpflichtete den zuletzt
vereinslosen Valentin Zalli (20,
zuvor U 19 Hamburger SV und Dynamo Berlin). Die Offensive wurde
zuvor schon mit William Hildebrand
(21, Werder Bremen III) und Bibie
Njie (24, Barmbek-Uhlenhorst)
verstärkt.
Eintracht Norderstedt
Da die Punkte nicht mehr zählten,
wurden in der Partie bei Teutonia 05
Ottensen die muskulär angeschlagenen Jan Lüneburg (31) und Elias
Saad (22) geschont. Dafür wurde
der Norderstedter Kader gleich mit
drei Ersatztorhütern aufgefüllt: Stefan Rakocevic (22), Marcel Kindler
(39) und Söhnke Günther (20)
saßen am Sonntagnachmittag auf
der Bank.
14. FEBRUAR 2022
HEIDE
79
Schon 14 Spiele ohne Sieg – Klassenerhalt bleibt das Ziel
Aufmunternde Worte gab
es am Samstagnachmittag im obligatorischen
Mannschaftskreis, zu
dem sich die Spieler des Heider SV
nach der 0:3-Heimniederlage
gegen den Hamburger SV II versammelt hatten. Die Ansage von
Trainer Sönke Beiroth bezog sich
zum einen auf den aus Sicht des
Tabellenvorletzten ansehnlichen
Auftritt, vor allem aber auf die
bevorstehende Partie bei
Eintracht Norderstedt.
Am kommenden Sonntag
müssen die Heider im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion
unbedingt dreifach punkten, um
die magere Bilanz endlich aufzubessern. 14 Spiele ohne Sieg
REGIONALLIGA NORD
21. SPIELTAG
Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche
Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck
Heide
0:3 0:2
HSV II
Ottensen
3:0 1:0 Norderstedt
St. Pauli II
1:0 1:0
Altona
spielfrei: Holstein Kiel II
GRUPPE NORD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Holstein Kiel II
19
SC Weiche 08
19
Teut. Ottensen 19
VfB Lübeck (A) 19
Drochtersen/A. 19
Hamburger SV II 19
FC St. Pauli II
19
Phönix Lübeck
19
Eintr. Norderstedt 19
Heider SV
19
Altona 93
20
22. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
VfB Lübeck (0:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
SC Weiche 08 (1:2)
SONNTAG, 20. FEB.
HSV II (3:2)
SONNTAG, 20. FEB.
Norderstedt (2:2)
Kiel II (1:1)
spielfrei: Altona 93
GRUPPE SÜD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
VfB Oldenburg
Werder Bremen II
VfV Hildesheim
Delmenhorst
Hannover 96 II
SSV Jeddeloh II
BSV Rehden
LSK Hansa
HSC Hannover
Oberneuland
36:19
36:21
39:21
38:21
21:16
34:26
20:26
26:38
31:31
17:44
17:52
38
37
36
32
32
31
23
21
20
9
9
19.30 UHR
Drochtersen/A.
13.30 UHR
St. Pauli II
13.00 UHR
Ph. Lübeck
14.00 UHR
Heide
Ottensen
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
45:12
47:13
32:34
22:22
28:23
25:28
29:35
15:28
18:42
11:35
43
42
29
25
24
24
18
16
15
12
nagen am Selbstvertrauen, das
zuvor durch das 2:3 im Duell der
Kellerkinder bei Altona 93 doch
arg gelitten hatte.
Beiroth sieht dennoch keinen Grund zur Selbstaufgabe.
Der Sportliche Leiter will die Negativserie nicht beschönigen, er
ist von einer Dramatisierung der
schwierigen Lage mit nunmehr
elf Niederlagen und drei Unentschieden aber weit entfernt.
Beiroths Blick schweift zurück auf die Spielzeit 2014/15,
als er die damalige Oberligamannschaft mit Mamadou Sabaly
übernommen hatte und ebenfalls zahlreiche Nackenschläge
kassierte. „Wir standen bis zum
Schluss auf einem Abstiegsplatz,
REGIONALLIGA NORDOST
25. SPIELTAG
Tasmania
0:3 0:2 BFC Dynamo
Eilenburg
0:0
Auerbach
Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig
Chemnitz
2:0 1:0
Hertha II
Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde
Halberstadt 0:0
Jena
Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde
Altglienicke 4:1 2:0
BAK 07
Meuselwitz 4:1 1:0
Rathenow
MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR
Cottbus (2:2) TeBe Berlin
NACHHOLSPIELE
Altglienicke 1:1 1:0
Ch. Leipzig 0:0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
BFC Dynamo
Lok Leipzig
Energie Cottbus
Carl Zeiss Jena
Berliner AK 07
Chemnitzer FC
SV Babelsberg 03
VSG Altglienicke
Luckenwalde
Chemie Leipzig
TeBe Berlin
Hertha BSC II
Lichtenberg 47
ZFC Meuselwitz
Germ. Halberstadt
FC Eilenburg (N)
Tasmania (N)
Optik Rathenow
Un. Fürstenwalde
VfB Auerbach
25
23
24
25
25
25
25
23
25
25
23
25
25
25
25
25
25
24
23
23
Nachtrag
Jena
Meuselwitz
62:20
54:23
55:20
46:24
40:30
41:23
36:26
42:28
40:25
27:27
36:31
40:40
31:37
26:39
28:47
26:56
19:59
25:50
32:65
21:57
58
51
48
48
48
45
44
42
36
35
34
33
28
25
22
19
16
15
14
14
NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Auerbach (2:4) Fürstenwalde
Lok Leipzig (3:0) Rathenow
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Altglienicke (2:0)
TeBe Berlin (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Auerbach (1:7)
BAK 07 (2:1)
Chemie Leipzig (1:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Jena (3:1)
SONNTAG, 20. FEB.
Fürstenwalde (1:6)
Luckenwalde (3:0)
BFC Dynamo (1:2)
Rathenow (3:3)
19.00 UHR
Chemnitz
Eilenburg
13.00 UHR
Halberstadt
Lok Leipzig
Hertha II
14.05 UHR
Meuselwitz
13.00 UHR
Cottbus
Lichtenberg
Babelsberg
Tasmania
haben es aber noch geschafft.“
Den Rettungsanker warf damals
der TSV Schilksee mit seinem
Aufstieg in die Regionalliga, wodurch sich die Zahl der Absteiger
verringerte.
Auch wenn sich Frust und
Enttäuschung aufstauen und die
bisherige sportliche Ausbeute
nicht überzeugen kann, wird am
Saisonziel nicht gerüttelt. „Wir
streben den Klassenerhalt an und
werden es auch schaffen“, sagt
Beiroth jedem, der es hören will.
„Resignation und Hinschmeißen sind für uns keine Option.“
Zuversicht ist auch nötig, um in
der Abstiegsrunde, die im März
beginnt, sportlich bestehen zu
können.
ULRICH SEEHAUSEN
REGIONALLIGA WEST
25. SPIELTAG
Fort. Köln
1:0 1:0 Wuppertal
Münster
2:0 0:0
Ahlen
Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II
Wiedenbrück 1:1 0:1
Aachen
Bonn
1:3 0:1 1. FC Köln II
Düsseldorf II 0:4 0:3
Straelen
Homberg
0:1 0:0
Essen
Rödinghausen
Schalke II
0:0
Lippstadt
ausgef. Wegberg-B.
Oberhausen ausgef.
Lotte
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
Rot-Weiss Essen
Pr. Münster
Fortuna Köln
Wuppertaler SV
RW Oberhausen
1. FC Köln II
Wiedenbrück
SV Rödinghausen
Fort. Düsseldorf II
Schalke 04 II
Bor. M’gladbach II
SV Straelen
SV Lippstadt 08
RW Ahlen
Alem. Aachen
Bonner SC
Spfr. Lotte
FC Wegberg-B.
VfB Homberg
Uerdingen (A)
23
23
21
23
23
25
24
22
23
25
25
24
22
22
23
24
21
22
22
25
55:20
43:16
35:12
42:16
47:23
49:34
34:17
24:22
42:40
38:41
31:34
27:35
34:39
35:43
26:40
28:46
22:40
19:36
16:42
22:73
56
51
48
46
44
43
42
32
31
31
30
29
27
27
21
20
18
17
12
10
NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag
DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR
Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln
DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR
Wiedenbrück (0:1) Lippstadt
Düsseldorf II (1:1) Ahlen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Wuppertal (4:1) Straelen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR
Aachen (2:0, 2:0) Homberg
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Fort. Köln (2:0)
Ahlen (3:5)
FREITAG, 18. FEB.
Rödinghausen (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Straelen (1:0)
M’gladbach II (0:0)
Wegberg-Beeck (0:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Aachen (3:1)
19.00 UHR
Bonn
Schalke II
19.30 UHR
Lippstadt
14.00 UHR
Homberg
Wiedenbrück
Oberhausen
15.00 UHR
1. FC Köln II
Foto: Seehausen
Resignieren ist keine Option
Bleibt optimistisch: Sönke Beiroth,
Sportlicher Leiter des Heider SV
SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR
Essen (3:2) Münster
Wuppertal (2:1) Düsseldorf II
Lotte (0:2) Uerdingen
REGIONALLIGA SÜDWEST
24. SPIELTAG
Offenbach 0:1 0:0
Koblenz
Aalen
1:2 0:1
Balingen
Stuttgart II 0:2 0:2
Mainz II
Frankfurt
0:0
Walldorf
Homburg
1:1 0:0
Kassel
Gießen
0:0
Bahlingen
Steinbach
2:0 1:0 Pirmasens
Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz
Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II
spielfrei: SSV Ulm 1846
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
FSV Mainz 05 II 23
SSV Ulm 1846 22
SV Elversberg
22
Kickers Offenbach 22
Steinbach Haiger 23
FC Homburg
23
Bahlinger SC
22
Hessen Kassel
23
TSG Balingen
22
VfR Aalen
23
RW Koblenz
23
FC-Ast. Walldorf 23
TSG Hoffenheim II 23
VfB Stuttgart II 23
FK Pirmasens
23
FSV Frankfurt
23
FC Gießen
23
Großaspach
23
Schott Mainz
23
25. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Walldorf (2:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
Mainz II (2:1)
Schott Mainz (2:4)
Pirmasens (1:3)
Bahlingen (1:3)
Balingen (1:3)
Koblenz (0:1)
Kassel (0:0)
SONNTAG, 20. FEB.
Hoffenheim II (0:1)
spielfrei: VfR Aalen
39:25
38:22
50:22
39:15
39:27
31:31
22:23
30:25
32:39
36:44
25:30
34:41
34:36
31:35
21:34
26:31
20:29
26:49
22:37
49
46
44
44
43
36
34
31
30
30
28
27
26
24
24
23
23
20
19
19.00 UHR
Homburg
14.00 UHR
Frankfurt
Stuttgart II
Großaspach
Steinbach
Gießen
Ulm
Elversberg
14.00 UHR
Offenbach
REGIONALLIGA BAYERN
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
SpVgg Bayreuth 23
FC Bayern II (A) 24
Schweinfurt (M) 22
FV Illertissen
24
TSV Aubstadt
24
TSV Buchbach 22
Wack. Burghausen 23
Unterhaching (A) 22
FC Augsburg II
23
Aschaffenburg 24
VfB Eichstätt
23
FC Memmingen 24
FC Pipinsried (N) 24
1. FC Nürnberg II 24
SC Eltersdorf (N) 20
SV Schalding-H. 23
SV Heimstetten 24
TSV Rain/Lech 21
Greuther Fürth II 22
1860 Rosenheim 22
60:23
73:31
69:28
43:26
45:29
35:21
49:36
44:40
42:37
32:34
34:43
36:49
31:46
33:38
31:41
26:43
33:49
17:49
28:54
16:60
56
52
43
42
40
37
36
36
33
31
31
28
28
27
23
23
21
17
16
15
NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag
SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR
Bayreuth ( - ) Unterhaching
Eichstätt (3:0) Eltersdorf
25. SPIELTAG
SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR
Burghausen (1:3) Aschaffenburg
Fürth II (2:2) Rain
SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR
Nürnberg II (1:1) Schweinfurt
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR
Eltersdorf (0:2) Unterhaching
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR
Memmingen (2:1) Pipinsried
DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR
Heimstetten (2:0) Rosenheim
DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR
Bayreuth (6:2) Augsburg II
Eichstätt (3:1) Schalding-H.
Aubstadt (1:1) Buchbach
Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter
www.kicker.de/regionalliga
80
14. FEBRUAR 2022
A LTO N A
Trulsen verliert gegen St. Pauli II
Rückkehr ohne Punkte
22 Jahre! Dieses
Alter übertreffen
beim Nachwuchs
des FC St. Pauli nur
drei Spieler. So lange war aber
André Trulsen (56, Foto)
bei den Braun-Weißen tätig – insgesamt fünfmal:
als Spieler, Co-Trainer,
Chefcoach, Talenteförderer. Es passt zu seiner Geschichte, dass nun sein zweiter
Auswärts-Auftritt als Assistent
bei Altona 93 an der Seite von
Andreas Bergmann ausgerechnet bei St. Pauli stattfand.
Am Ende verließ das Duo
mit gesenktem Haupt den
Kunstrasenplatz im St.-PauliNLZ, wohin die Partie kurzfristig
verlegt wurde. „Wir haben uns
wieder für die gute Leistung
nicht belohnt“, kommentierte
Bergmann die 0:1-Niederlage,
„in der ersten Hälfte war St. Pauli
besser, danach haben wir alles
versucht, konnten uns aber zu
wenig Chancen herausspielen.“ Da sein Team nun an den
nächsten beiden Wochenenden
spielfrei hat, hofft Bergmann
auf die Rückkehr der Rekonvaleszenten, allen voran
Spielmacher Dennis Rosin, der nach einer Corona-Erkrankung noch auf
die letzten Tests wartet.
„Das Gute ist, dass meine
Jungs nie aufstecken und sehr
lernwillig sind. Deshalb bin ich
sicher, dass wir auch nach dieser
Niederlage wieder aufstehen“,
kommentierte der AFC-Trainer.
St.-Pauli-Coach Joachim
Philipkowski war hauptsächlich von der kämpferischen
Vorstellung angetan: „Altona
hätte einen Punkt mitnehmen
können. Aber wir hätten auch
unsere Konter besser ausspielen
müssen. Wichtig war aber, dass
wir den AFC in der Tabelle der
Abstiegsrunde nun überholt
haben.“
HARALD BORCHARDT
REGIONAL L I G A N OR D
GRUPPE NORD
Drochtersen/A. – SC Weiche
1:1 (0:0)
Drochtersen/A.: Siefkes – Golke, Giwah,
Mohr, Elfers, Götz – Wulff, Geißen, Ioannou –
Fock (71. Steffens), Niebergall (78. Sattler) –
Trainer: Jagemann
SC Weiche 08: Kirschke – Herrmann (90./+4
Petersen), Paetow, Thomsen, Meyer – Wirlmann (69. Schulz), Rehfeldt – Mfumu (60.
Kramer), Hartmann, Cornils – Gieseler (85.
Schleemann) – Trainer: Seeliger
Tore: 1:0 Geißen (48.), 1:1 Cornils (73.) – SR:
Duschner (Bremen) – Zuschauer: 493
Phönix Lübeck – VfB Lübeck
1:4 (1:2)
Ph. Lübeck: Hoxha – Korup (46. Vinberg),
Djengoue, Wurr, Fischer – Pingel, Kwame (68.
Kobert), Lambach, Budimbu (79. Kisekka) –
Graudenz, Hyseni – Trainer: Zapel
VfB Lübeck: Gründemann – Kölle, Grupe,
Brackelmann, Lippegaus (86. Andreasson) –
Ciapa, Rüdiger – Taritas, Boland (90. Uzun),
Abifade (79. Amamoo) – Fakhro (66. Sezer) –
Trainer: Pfeiffer
Tore: 0:1 Grupe (26.), 1:1 Pingel (37.), 1:2
Fakhro (45./+1), 1:3 Boland (81.), 1:4 Grupe
(90./+2) – SR: Bahr (Ahlerstedt) – Zuschauer: 2949
Heider SV – Hamburger SV II 0:3 (0:2)
Heide: Bartell – S. Neelsen (54. Wiegand),
Mensah, Storb, Burke – Hahn, C. Ehlert – M.
Ehlert (61. Paulsen), Arndt, Peters (70. Wolf) –
Butzek (54. Kieselbach) – Trainer: Beiroth
HSV II: Oppermann – Sommer, Großer, Hein –
Velasco (64. Kilo), Fabisch, Limani, Andresen
(80. Zumberi) – Beleme, Otuali (73. Pakia),
Rexhepi (62. Aninkorah-Meisel) – Trainer:
Reimers
Tore: 0:1 Beleme (29.), 0:2 Beleme (34.),
0:3 Beleme (71.) – SR: Strampe (Handorf) –
Zuschauer: 678
Ottensen – Eintr. Norderstedt 3:0 (1:0)
Ottensen: Schauer – Coffie (78. Fazlic),
Uphoff, Weißmann (84. Lopes), Kolgeci –
Weidlich (65. Andrijanic) – Eden, Istefo,
Przondziono (72. Fernandes), Monteiro –
Facklam – Trainer: Hirsch
Norderstedt: Huxsohl – Hölscher, Nuxoll,
Grau, Kummerfeld – D. Williams – Denis (72.
Marxen), Brown, Dreca, Brüning (63. Saad) –
Hoppe (63. Lüneburg) – Trainer: Martens
Tore: 1:0 Facklam (35.), 2:0 Istefo (69.), 3:0
Fernandes (77.) – SR: Scharf (Cuxhaven) –
Zuschauer: 500
FC St. Pauli II – Altona 93
1:0 (1:0)
St. Pauli II: Heim – Park, Stuhlmacher,
Schütt, Sejdija (46. Dogan) – Münzner –
Jessen, Brandt (90. Günther), Roggow –
Bednarczyk, Loubongo-M’Boungou (89. van
den Berg) – Trainer: Philipkowski
Altona: Lorenzen – Monteiro (83. Heskamp), Bombek, Safo-Mensah, Wallenborn –
Mahncke, Wachowski (72. Akyol) – Wohlers,
Gumpert, Feka (63. Gohoua) – Krottke (88.
Bär) – Trainer: Bergmann
Tor: 1:0 Roggow (24.) – SR: K. Behrens (Hasede) – Zuschauer: keine
R EG IO NAL L IG A WEST
Fortuna Köln – Wuppertaler SV 1:0 (1:0)
Fort. Köln: Weis – Dieckmann, Fünger, Lanius,
Poggenberg (71. Nadjombe) – Hölscher,
Försterling Beltran (46. Dej), Batarilo-Cerdic –
Najar (90. Ubabuike), Marquet, L. Demaj (80.
Owusu) – Trainer: Ende
Wuppertal: Patzler – Aboagye, Schweers, Berisha – Hanke, Backszat (80. Prokoph), Rodrigues Pires, Heidemann – Kübler (66. Rama),
Königs, Hagemann – Trainer: Mehnert
Tor: 1:0 Batarilo-Cerdic (22.) – SR: Holz
(Münster) – Zuschauer: 2354
Pr. Münster – RW Ahlen
2:0 (0:0)
Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Ziegele,
Hoffmeier, Frenkert – Klann (67. Ghindovean) – Remberg, Wegkamp – Farrona Pulido
(60. Teklab), Langlitz (81. Dahlke), Deters
(78. Thiel) – Trainer: Hildmann
Ahlen: Harr – Ioannidis, Kahlert (62. Lindner), Dal, Francis – Marzullo – Mamutovic
(81. Pihl), Wiesweg, Holldack, Ivan – Mai (62.
Hecker/85. Bayaki) – Trainer: Zimmermann
Tore: 1:0 Langlitz (70.), 2:0 Ghindovean (87.) –
SR: Scheer (Essen) – Zuschauer: 5191
Uerdingen – Bor. M’gladbach II 1:4 (0:0)
Uerdingen: Jovic – Sierck, Brdaric, L. Kadiata –
Schlösser, Augusto (75. Atsina), Karakas,
Fladung (61. Canto), Prodanovic – Mallek
(46. Cirillo/75. Kenia), Terada – Trainer: Voigt
M’gladbach II: Olschowsky – Kurt, Wentzel,
Lieder, Lockl – Kemper (61. Meuer), Holtby – Bennetts, Noß (90./+1 Christiansen),
Skraback (54. Schroers) – Telalovic – Trainer: Vogel
Tore: 1:0 Karakas (55.), 1:1 Lieder (61., HE), 1:2
Telalovic (71.), 1:3 Telalovic (88.), 1:4 Telalovic
(90./+3) – SR: Gansloweit (Dortmund) –
Zuschauer: 625 – Rote Karte: Schlösser
(60., Handspiel)
Wiedenbrück – Alem. Aachen
1:1 (0:1)
Wiedenbrück: Hölscher – Tia, Zech, Amedick,
Brosowski – Liehr, Özer (46. Harouz) –
Demming, Kaptan (78. Lohmar), Szeleschus
(80. Osawe) – Ruzgis (78. Zahn) – Trainer:
Brinkmann
Aachen: Mroß – Dervisevic, Heinze, Uzelac,
Damaschek – Statovci (68. L. Wilton), Hackenberg – Held (80. Korzuschek), Müller,
Gündüz (62. Schmitt) – Falaye (43. Yildiz) –
Trainer: Kilic
Tore: 0:1 Hackenberg (10.), 1:1 Tia (50.) – SR:
Erk (Herne) – Zuschauer: 442
Bonner SC – 1. FC Köln II
1:3 (0:1)
Bonn: K. Birk – Bezerra Ehret, Goralski, Fiedler, Afamefuna – Gonzalez, Braun, Pommer (87.
Mukanya), Klein (82. Monteiro) – Takahara
(64. Bunjaku), Somuah – Trainer: von Ahlen
1. FC Köln II: Urbig – Henning, Örnek, Kuyucu, Akalp (83. Höffler) – Nottbeck (56. Petermann), Olesen – Schmitt, Wydra (56.
Schwirten), Obuz (83. Waldminghaus) – Mittelstädt – Trainer: Zimmermann
Tore: 0:1 Schmitt (14.), 1:1 Klein (53.), 1:2
Mittelstädt (57.), 1:3 Petermann (89.) – SR:
Gottschalk (Bottrop) – Zuschauer: 750 –
Bes. Vorkommnis: K. Birk hält HE von Obuz
(72.)
Fort. Düsseldorf II – Straelen 0:4 (0:3)
Düsseldorf II: Langhoff – Uchino, Corsten, N.
Vukancic, Siadas – Geerkens (70. Mansfeld) –
Sussek (61. Lovren), Sieben (46. Touglo),
Fink, Köther – Niemiec (70. Bird) – Trainer:
Michaty
Straelen: Udegbe – Delorge, Lachheb (65. Beric), Baraza, Stevens – Peitz (46. Ngyombo),
Funk (46. Mehlich) – Lunga, Rizzo (46. Simoes Ribeiro), Miyamoto – Kader – Trainer:
Gerstner
Tore: 0:1 Kader (3.), 0:2 Peitz (36.), 0:3 Kader
(45./+2, FE), 0:4 Kader (87.) – SR: Rupert
(Dortmund) – Zuschauer: 300 – Gelb-Rote
Karte: Baraza (49.) – Rote Karte: N. Vukancic
(45./+2, Notbremse)
VfB Homberg – RW Essen
0:1 (0:0)
Homberg: Gutkowski – Meißner (89. Jafari),
Kogel, Lübke, Walker – Wellers, Opfermann-Arcones, Nowitzki, Marcinek (68.
Jallow) – Talarski (81. Adamski), Bouchama (85. Koenders) – Trainer: Acar
Essen: Davari – Rios Alonso, Heber, Herzenbruch, Bastians – Kleinsorge (58. Krasniqi),
Tarnat, Eisfeld (84. Voelcke), Harenbrock (58.
Kefkir) – Young, Janjic (66. Engelmann) –
Trainer: Neidhart
Tor: 0:1 Meißner (88., ET) – SR: Marx (Brühl) –
Zuschauer: 1400 – Rote Karte: Nowitzki
(78., grobes Foulspiel)
Schalke 04 II – SV Rödinghausen
0:0
Schalke II: Wienand – Müller, Hanraths,
Schell, Calhanoglu – Kaparos – Kankam Kyerewaa, Weschenfelder Scienza (61. Aramburu), Amadin (24. Berisha) – Krasniqi, Castelle
(86. Balouk) – Trainer: Fröhling
Rödinghausen: Sebald – Choroba, Flottmann, Wolff, Langer – Kurzen, Lee (62. Salman), Wiemann, Bravo Sanchez (82. Riemer) –
Kaiser (62. Marceta), Hoffmeier – Trainer:
Rump
SR: Jäger (Euskirchen) – Zuschauer: 100
TOR SC HÜTZ E N NOR D
TORSCH Ü TZE N WE ST
Tore
Tore
10 (1)
9 (1)
9 (1)
8 (–)
8 (1)
8 (–)
7 (3)
7 (–)
Spieler
Cornils (SC Weiche 08)
Facklam (Teut. Ottensen)
Istefo (Teut. Ottensen)
Kramer (SC Weiche 08)
Fakhro (VfB Lübeck)
Lüneburg (Eintr. Norderstedt)
Beleme (Hamburger SV II)
Hyseni (Phönix Lübeck)
13 (–)
13 (–)
11 (3)
10 (–)
10 (–)
10 (–)
9 (–)
9 (–)
Spieler
Engelmann (Rot-Weiss Essen)
Dietz (1. FC Köln II)
Kader (SV Straelen)
Ivan (RW Ahlen)
Marquet (Fortuna Köln)
Heinz (RW Oberhausen)
Deters (Pr. Münster)
Dadashov (Schalke 04 II)
Erst fällt Wuppertals Trainer BJ Ö R N M E HN ERT (45)
eine wichtige Zukunftsentscheidung, dann sorgt er für
Aufruhr. Dem Topspiel folgt eine hitzige Debatte.
Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung
von Björn Mehnert (45) musste seine
Mannschaft im Topspiel bei Fortuna
Köln (0:1) einen herben Rückschlag
im Aufstiegsrennen hinnehmen.
Das schmeckte dem WSV-Trainer
natürlich gar nicht, zumal er die erst dritte
Niederlage in dieser Saison (zuvor zweimal
gegen Spitzenreiter Rot-Weiss Essen) in die
Rubrik „unnötig“ einordnete.
„Wir waren griffiger, aber uns fehlte die
Kaltschnäuzigkeit beim Torabschluss“, bemängelte Mehnert. Der Ex-Profi, für den am
28. Februar die Ausbildung zum Fußballlehrer
in der neuen DFB-Akademie beginnt, richtete
den Blick aber sofort nach vorne: „Wir müssen
unsere Lehren daraus ziehen und schnell
wieder aufstehen.“ Die Gelegenheit dazu bietet
sich beim Heimspiel-Doppelpack gegen den SV
Straelen (Mittwoch) und die U 23 von Fortuna
Düsseldorf (Sonntag).
Seit Mehnerts Amtsantritt vor 14 Monaten
holte der WSV im Schnitt mehr als 1,8 Punkte
E SS E N
pro Spiel, aus einem abstiegsbedrohten Team
formte der Trainer eine Spitzenmannschaft.
Daher war die Verlängerung des Vertrages
nicht nur für Mehnert „eine logische Konsequenz. Der WSV hat sich positiv entwickelt,
unser Weg ist aber noch nicht zu Ende. Dazu
möchte ich weiterhin meinen Beitrag leisten.“
Vom möglichen Aufstieg in die 3. Liga ist aber
– zumindest vorerst – keine Rede: „Wir wissen,
woher wir kommen, wollen uns Schritt für
Schritt weiterentwickeln und möglichst weiter
oben mitspielen.“
Danach trachtet auch Fortuna Köln. Das
Verfolgerduell brachte dem Klub die Zähler 46,
47 und 48 – trotzdem war nach dem wichtigen
Erfolg nicht alles eitel Sonnenschein in der
Südstadt. Nachdem beide Teams schon auf
dem Rasen oft am Rande der Legalität zu Werke
gegangen waren, ging es abseits des Platzes
weiter. „Das hat hier eigentlich nichts zu suchen“, versuchte Alexander Ende die Vorwürfe
seines Kollegen Mehnert zu entkräften, der behauptet hatte, dass die Fortuna-Balljungen die
Gäste bei der Jagd nach dem Ausgleich mit gar
Eigentor hilft gegen Homberg
MÜNSTE R
Foto: imago images
FUSSBALL IM WESTEN
Frust und Freude
Stand diesmal gleich mehrfach im Fokus:
WSV-Trainer Björn Mehnert
nicht oder sehr spät zurückgeworfenen Bällen
ausgebremst hätten. „Ich kann mich an keine
Situation erinnern, in der ein gegnerischer
Spieler länger als ein paar Sekunden warten
musste. Zudem hat der Schiedsrichter nichts in
seinen Spielbericht geschrieben“, sagte Ende.
Und schloss damit die hitzige Debatte.
PETER HAIDINGER/ALEXANDER WOLF
Wegkamp freut sich auf RWE
Neidhart atmet durch
„Wir schauen auf uns“
Christian Neidhart
(53) atmete tief
durch. „Ich bin sehr
froh, dass wir diese
Hürde gemeistert haben“,
meinte der Cheftrainer von
Spitzenreiter Rot-Weiss Essen
nach dem späten 1:0 beim
Tabellenvorletzten VfB Homberg – und fügte noch hinzu:
„Man darf nicht vergessen,
dass Fortuna Köln und Preußen Münster hier jeweils nur
ein Remis erreicht haben.“
Das wäre fast auch dem
Ligaprimus passiert, wenn
nicht Hombergs Philipp
Meißner kurz vor dem Abpfiff
ein Kopfball-Eigentor unterlaufen wäre. Nur der eigene Abwehrspieler bezwang
damit den bärenstarken
VfB-Torhüter Philipp Gutkowski, der zuvor zahlreiche
gute Tormöglichkeiten der
deutlich überlegenen Essener zunichtegemacht hatte.
Auf der Gegenseite hatte
RWE sogar noch Glück, bei
Der Blick aufs
nächste Wochenende, wenn es
zu Rot-Weiss Essen zum Spitzenspiel geht,
konnte natürlich nicht ausbleiben. „Klar, das wird ein
besonderer Tag“, sagte etwa
Preußen-Routinier Gerrit
Wegkamp. „Wir werden uns
perfekt vorbereiten.“
Doch der gelernte Stürmer, der seit diesem Jahr im
Mittelfeld zum Zug kommt,
blieb seiner Marschroute
auch treu und lenkte den Fokus wieder weg von der Tabelle. Zumindest ein wenig. „Wir
können es uns erlauben, nur
auf uns selbst zu schauen.
Das heißt für Sonntag, dass
wir sehr gute Chancen haben, wenn wir 90 Minuten
unsere Leistung zeigen.“ Das
Hinspiel hatte der SCP nach
2:0-Führung noch verloren.
Allerdings war der
Auftritt am Samstag gegen
Nachbar Ahlen auch schon
einem Pfostenschuss von
Yassine Bouchama nicht in
Rückstand geraten zu sein.
So aber blieb die Überraschung aus, RWE gewann
auch das fünfte Spiel der
Rückserie und blieb zum 21.
Mal in Folge unbesiegt. Am
kommenden Sonntag bietet
sich den Rot-Weissen jetzt die
Chance, im Topspiel gegen
Preußen Münster einen weiteren Verfolger auf Distanz zu
halten. „Die Vorfreude bei uns
ist riesengroß“, schwärmte
Neidhart: „Wir werden eine
volle Hütte haben und wollen
unser Heimspiel gewinnen.“
Dabei hat er die Qual
der Wahl, denn Luca Dürholtz (Gelb-Rot-Sperre) und
Sandro Plechaty (Gelbsperre)
kehren zurück. Obwohl beide
Stammspieler in Homberg
fehlten, musste Torschützenkönig Simon Engelmann auf
die Bank. Allein dies unterstreicht schon die personellen
Möglichkeiten. RALF DEBAT
ein schweres Stück Arbeit.
Mit dem kampfstarken Gast
hatte Münster ein paar Probleme. Der lange Atem und ein
Traum-Einstand von Darius
Ghindovean (eine Vorlage, ein
Tor) brachten die wichtigen
Zähler.
„Es war eigentlich eine
ganz gute Leistung. Wir
haben gezeigt, dass wir so
einen Gegner bei solchen
Bedingungen auch mal kaputt kämpfen können“, sagte
Wegkamp. „Am Ende hatten
wir mehr Kraft, weil Ahlen gegen den Ball die Meter mehr
laufen musste als wir.“
Sein Coach Sascha Hildmann bemängelte derweil
die fehlende Genauigkeit im
Offensivspiel, zu wenig Mut
nach Ballgewinnen und die
Offenheit nach hinten. „Wir
wussten aber, dass das Spiel
Risiken birgt, und haben die
Situation angenommen.“
Wohlgemerkt erfolgreich.
THOMAS RELLMANN
14. FEBRUAR 2022
U ERDIN G E N
Der Tabellenletzte flüchtet sich in Durchhalteparolen
kurz
„Arbeiten, bis das Pendel umschlägt“
Was den Uerdingern als
abgeschlagener Tabellenletzter mit mickrigen
zehn Punkten im aktuell
schier aussichtslos scheinenden
Kampf um den Klassenerhalt
noch bleibt, ist die Hoffnung auf
mehr Spielglück in den
kommenden Wochen.
Die Rote Karte für Pepijn
Schlösser, der nach Ansicht des Schiedsrichters
einen Ball absichtlich im
Strafraum aufgehalten hatte, war
schließlich die spielentscheidende Szene beim über lange Zeit
eigentlich ausgeglichenen Spiel
gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach.
Der KFC war sogar durch
Erdinc Karakas mal in Führung
REGIONALLIGA NORD
21. SPIELTAG
Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche
Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck
Heide
0:3 0:2
HSV II
Ottensen
3:0 1:0 Norderstedt
St. Pauli II
1:0 1:0
Altona
spielfrei: Holstein Kiel II
GRUPPE NORD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Holstein Kiel II
19
SC Weiche 08
19
Teut. Ottensen 19
VfB Lübeck (A) 19
Drochtersen/A. 19
Hamburger SV II 19
FC St. Pauli II
19
Phönix Lübeck
19
Eintr. Norderstedt 19
Heider SV
19
Altona 93
20
22. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
VfB Lübeck (0:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
SC Weiche 08 (1:2)
SONNTAG, 20. FEB.
HSV II (3:2)
SONNTAG, 20. FEB.
Norderstedt (2:2)
Kiel II (1:1)
spielfrei: Altona 93
GRUPPE SÜD
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
VfB Oldenburg
Werder Bremen II
VfV Hildesheim
Delmenhorst
Hannover 96 II
SSV Jeddeloh II
BSV Rehden
LSK Hansa
HSC Hannover
Oberneuland
36:19
36:21
39:21
38:21
21:16
34:26
20:26
26:38
31:31
17:44
17:52
38
37
36
32
32
31
23
21
20
9
9
19.30 UHR
Drochtersen/A.
13.30 UHR
St. Pauli II
13.00 UHR
Ph. Lübeck
14.00 UHR
Heide
Ottensen
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
45:12
47:13
32:34
22:22
28:23
25:28
29:35
15:28
18:42
11:35
43
42
29
25
24
24
18
16
15
12
gegangen, was eine absolute Seltenheit ist, konnte aber in Unterzahl in der Endphase keinen
Punkt mehr retten und verlor mal
wieder deutlich mit 1:4.
„Wir haben nun eine lange
Woche vor uns mit vielen Möglichkeiten zu trainieren.
Wir haben körperlich ein
gutes Gesicht gezeigt. Wir
werden weiter arbeiten,
bis das Pendel in unsere
Richtung ausschlägt“, sagte KFC-Trainer Alexander Voigt
trotzig. Die Ergebnisse stimmen
noch nicht zur in den vergangenen drei Spielen aufsteigenden
Form. Die Mannschaft zeigte
auch gegen die Gladbacher über
eine lange Phase eine ordentliche
Vorstellung – und später auch
REGIONALLIGA NORDOST
25. SPIELTAG
Tasmania
0:3 0:2 BFC Dynamo
Eilenburg
0:0
Auerbach
Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig
Chemnitz
2:0 1:0
Hertha II
Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde
Halberstadt 0:0
Jena
Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde
Altglienicke 4:1 2:0
BAK 07
Meuselwitz 4:1 1:0
Rathenow
MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR
Cottbus (2:2) TeBe Berlin
NACHHOLSPIELE
Altglienicke 1:1 1:0
Ch. Leipzig 0:0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
BFC Dynamo
Lok Leipzig
Energie Cottbus
Carl Zeiss Jena
Berliner AK 07
Chemnitzer FC
SV Babelsberg 03
VSG Altglienicke
Luckenwalde
Chemie Leipzig
TeBe Berlin
Hertha BSC II
Lichtenberg 47
ZFC Meuselwitz
Germ. Halberstadt
FC Eilenburg (N)
Tasmania (N)
Optik Rathenow
Un. Fürstenwalde
VfB Auerbach
25
23
24
25
25
25
25
23
25
25
23
25
25
25
25
25
25
24
23
23
Nachtrag
Jena
Meuselwitz
62:20
54:23
55:20
46:24
40:30
41:23
36:26
42:28
40:25
27:27
36:31
40:40
31:37
26:39
28:47
26:56
19:59
25:50
32:65
21:57
58
51
48
48
48
45
44
42
36
35
34
33
28
25
22
19
16
15
14
14
NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Auerbach (2:4) Fürstenwalde
Lok Leipzig (3:0) Rathenow
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Altglienicke (2:0)
TeBe Berlin (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Auerbach (1:7)
BAK 07 (2:1)
Chemie Leipzig (1:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Jena (3:1)
SONNTAG, 20. FEB.
Fürstenwalde (1:6)
Luckenwalde (3:0)
BFC Dynamo (1:2)
Rathenow (3:3)
19.00 UHR
Chemnitz
Eilenburg
13.00 UHR
Halberstadt
Lok Leipzig
Hertha II
14.05 UHR
Meuselwitz
13.00 UHR
Cottbus
Lichtenberg
Babelsberg
Tasmania
25. SPIELTAG
Fort. Köln
1:0 1:0 Wuppertal
Münster
2:0 0:0
Ahlen
Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II
Wiedenbrück 1:1 0:1
Aachen
Bonn
1:3 0:1 1. FC Köln II
Düsseldorf II 0:4 0:3
Straelen
Homberg
0:1 0:0
Essen
Rödinghausen
Schalke II
0:0
Lippstadt
ausgef. Wegberg-B.
Oberhausen ausgef.
Lotte
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
Rot-Weiss Essen
Pr. Münster
Fortuna Köln
Wuppertaler SV
RW Oberhausen
1. FC Köln II
Wiedenbrück
SV Rödinghausen
Fort. Düsseldorf II
Schalke 04 II
Bor. M’gladbach II
SV Straelen
SV Lippstadt 08
RW Ahlen
Alem. Aachen
Bonner SC
Spfr. Lotte
FC Wegberg-B.
VfB Homberg
Uerdingen (A)
23
23
21
23
23
25
24
22
23
25
25
24
22
22
23
24
21
22
22
25
55:20
43:16
35:12
42:16
47:23
49:34
34:17
24:22
42:40
38:41
31:34
27:35
34:39
35:43
26:40
28:46
22:40
19:36
16:42
22:73
56
51
48
46
44
43
42
32
31
31
30
29
27
27
21
20
18
17
12
10
Der Vertrag von Innenverteidiger Felix Herzenbruch (29) hat sich durch
seinen Startelfeinsatz beim 1:0-Auswärtssieg gegen den VfB Homberg per
Klausel automatisch verlängert.
NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag
DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR
Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln
DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR
Wiedenbrück (0:1) Lippstadt
Düsseldorf II (1:1) Ahlen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR
Wuppertal (4:1) Straelen
MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR
Aachen (2:0, 2:0) Homberg
26. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Fort. Köln (2:0)
Ahlen (3:5)
FREITAG, 18. FEB.
Rödinghausen (2:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Straelen (1:0)
M’gladbach II (0:0)
Wegberg-Beeck (0:0)
SAMSTAG, 19. FEB.
Aachen (3:1)
19.00 UHR
Bonn
Schalke II
19.30 UHR
Lippstadt
14.00 UHR
Homberg
Wiedenbrück
Oberhausen
15.00 UHR
1. FC Köln II
SV Lippstadt 08
Innenverteidiger Simon Schubert (30)
ist nach sieben Monaten Auszeit
zurückgekehrt. Er war bereits in den
Spielzeiten 2018/19 und 2020/21 für
den SVL aktiv und absolvierte insgesamt 72 Pflichtspiele (vier Tore).
Bonner SC
Last-Minute-Transfer Albert Bunjaku (38, von Viktoria Köln) hat sein
Debüt im BSC-Trikot gefeiert. Der
frühere Bundesligastürmer wurde bei
der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC
Köln II am Samstag in der 64. Minute
eingewechselt.
SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR
Essen (3:2) Münster
Wuppertal (2:1) Düsseldorf II
Lotte (0:2) Uerdingen
REGIONALLIGA SÜDWEST
24. SPIELTAG
Offenbach 0:1 0:0
Koblenz
Aalen
1:2 0:1
Balingen
Stuttgart II 0:2 0:2
Mainz II
Frankfurt
0:0
Walldorf
Homburg
1:1 0:0
Kassel
Gießen
0:0
Bahlingen
Steinbach
2:0 1:0 Pirmasens
Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz
Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II
spielfrei: SSV Ulm 1846
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
bündig
Rot-Weiss Essen
den Willen, einen Rückstand in
Unterzahl aufzuholen, fing sich
dadurch in der Schlussphase noch
zwei Gegentore ein. Das Problem
der Krefelder liegt allerdings zu
oft darin, dass sie über 90 Minuten
keine stabile Leistung schaffen,
nach Gegentoren häufig mehrere
Minuten konfus wirken, statt die
Ordnung zu halten – und dann
hinterherlaufen.
„Wir dürfen den Kopf nicht
in den Sand stecken. Nächste Woche müssen wir wieder alle bereit
sein“, betonte Neuzugang Tim
Brdaric (Foto), der als Innenverteidiger auflief. Soll wohl heißen:
Bloß noch nicht aufgeben, auch
wenn die Lage sehr prekär ist. Der
KFC flüchtet sich in Durchhalteparolen.
ANDRE LERCH
REGIONALLIGA WEST
79
FSV Mainz 05 II 23
SSV Ulm 1846 22
SV Elversberg
22
Kickers Offenbach 22
Steinbach Haiger 23
FC Homburg
23
Bahlinger SC
22
Hessen Kassel
23
TSG Balingen
22
VfR Aalen
23
RW Koblenz
23
FC-Ast. Walldorf 23
TSG Hoffenheim II 23
VfB Stuttgart II 23
FK Pirmasens
23
FSV Frankfurt
23
FC Gießen
23
Großaspach
23
Schott Mainz
23
25. SPIELTAG
FREITAG, 18. FEB.
Walldorf (2:3)
SAMSTAG, 19. FEB.
Mainz II (2:1)
Schott Mainz (2:4)
Pirmasens (1:3)
Bahlingen (1:3)
Balingen (1:3)
Koblenz (0:1)
Kassel (0:0)
SONNTAG, 20. FEB.
Hoffenheim II (0:1)
spielfrei: VfR Aalen
39:25
38:22
50:22
39:15
39:27
31:31
22:23
30:25
32:39
36:44
25:30
34:41
34:36
31:35
21:34
26:31
20:29
26:49
22:37
49
46
44
44
43
36
34
31
30
30
28
27
26
24
24
23
23
20
19
19.00 UHR
Homburg
14.00 UHR
Frankfurt
Stuttgart II
Großaspach
Steinbach
Gießen
Ulm
Elversberg
14.00 UHR
Offenbach
REGIONALLIGA BAYERN
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
SpVgg Bayreuth 23
FC Bayern II (A) 24
Schweinfurt (M) 22
FV Illertissen
24
TSV Aubstadt
24
TSV Buchbach 22
Wack. Burghausen 23
Unterhaching (A) 22
FC Augsburg II
23
Aschaffenburg 24
VfB Eichstätt
23
FC Memmingen 24
FC Pipinsried (N) 24
1. FC Nürnberg II 24
SC Eltersdorf (N) 20
SV Schalding-H. 23
SV Heimstetten 24
TSV Rain/Lech 21
Greuther Fürth II 22
1860 Rosenheim 22
60:23
73:31
69:28
43:26
45:29
35:21
49:36
44:40
42:37
32:34
34:43
36:49
31:46
33:38
31:41
26:43
33:49
17:49
28:54
16:60
56
52
43
42
40
37
36
36
33
31
31
28
28
27
23
23
21
17
16
15
NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag
SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR
Bayreuth ( - ) Unterhaching
Eichstätt (3:0) Eltersdorf
25. SPIELTAG
SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR
Burghausen (1:3) Aschaffenburg
Fürth II (2:2) Rain
SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR
Nürnberg II (1:1) Schweinfurt
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR
Eltersdorf (0:2) Unterhaching
DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR
Memmingen (2:1) Pipinsried
DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR
Heimstetten (2:0) Rosenheim
DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR
Bayreuth (6:2) Augsburg II
Eichstätt (3:1) Schalding-H.
Aubstadt (1:1) Buchbach
Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter
www.kicker.de/regionalliga
80
14. FEBRUAR 2022
D ÜSS E L D OR F
Routinier hadert mit 0:4-Pleite
Fink entlädt allen Frust
Oliver Fink (39, Foto)
brachte es auf den
Punkt – ohne Umschweife. „Es war wirklich ein Kack-Tag für uns, das
muss man so sagen“, betonte der
Mittelfeldspieler. Was auch immer die U 23 von Fortuna Düsseldorf beim 0:4
gegen den SV Straelen
anpackte, ging schief.
Sie bekam vor allem in
der ersten Hälfte keine
Struktur in ihr Spiel, außerdem
traf Schiedsrichter Yannick
Rupert beinahe jede relevante
Entscheidung zuungunsten der
Rot-Weißen. Und nach der Pause gesellte sich auch noch fehlendes Abschlussglück hinzu.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Düsseldorfer jedoch
schon drei Gegentore kassiert.
„Es war dann wichtig, dass wir
in der zweiten Halbzeit versucht
haben, eine Reaktion zu zeigen“,
sagte Trainer Nicolas Michaty.
„Dann gab es auch eine Phase,
in der wir drei, vier gute Möglichkeiten hatten. Wenn wir
da das 1:3 machen – wer weiß,
was dann passiert. Aber der Ball
wollte einfach nicht reingehen.“
Besonders bitter: Die ersten drei Gegentreffer waren in ihrer Entstehung
allesamt umstritten.
Vor dem frühen 0:1 war
Georgios Siadas beim
Klärungsversuch zu Fall
gebracht worden, vor dem 0:2
nahm Torschütze Tobias Peitz
den Ball wohl mit dem Oberarm
an. Und über den von Niko Vukancic verursachten Strafstoß
vor dem 0:3 sagte Michaty: „Aus
meiner Sicht berührt Niko den
Stürmer nicht, sondern der stolpert und fällt hin.“
Zumindest ist schon an
diesem Dienstag Zeit für Wiedergutmachung – dann trifft
die Fortuna im Nachholspiel
auf Ahlen. TOBIAS DINKELBORG
R EG IO NAL L IG A N O RD
GRUPPE NORD
Drochtersen/A. – SC Weiche
1:1 (0:0)
Drochtersen/A.: Siefkes – Golke, Giwah,
Mohr, Elfers, Götz – Wulff, Geißen, Ioannou –
Fock (71. Steffens), Niebergall (78. Sattler) –
Trainer: Jagemann
SC Weiche 08: Kirschke – Herrmann (90./+4
Petersen), Paetow, Thomsen, Meyer – Wirlmann (69. Schulz), Rehfeldt – Mfumu (60.
Kramer), Hartmann, Cornils – Gieseler (85.
Schleemann) – Trainer: Seeliger
Tore: 1:0 Geißen (48.), 1:1 Cornils (73.) – SR:
Duschner (Bremen) – Zuschauer: 493
Phönix Lübeck – VfB Lübeck
1:4 (1:2)
Ph. Lübeck: Hoxha – Korup (46. Vinberg),
Djengoue, Wurr, Fischer – Pingel, Kwame (68.
Kobert), Lambach, Budimbu (79. Kisekka) –
Graudenz, Hyseni – Trainer: Zapel
VfB Lübeck: Gründemann – Kölle, Grupe,
Brackelmann, Lippegaus (86. Andreasson) –
Ciapa, Rüdiger – Taritas, Boland (90. Uzun),
Abifade (79. Amamoo) – Fakhro (66. Sezer) –
Trainer: Pfeiffer
Tore: 0:1 Grupe (26.), 1:1 Pingel (37.), 1:2
Fakhro (45./+1), 1:3 Boland (81.), 1:4 Grupe
(90./+2) – SR: Bahr (Ahlerstedt) – Zuschauer: 2949
Heider SV – Hamburger SV II 0:3 (0:2)
Heide: Bartell – S. Neelsen (54. Wiegand),
Mensah, Storb, Burke – Hahn, C. Ehlert – M.
Ehlert (61. Paulsen), Arndt, Peters (70. Wolf) –
Butzek (54. Kieselbach) – Trainer: Beiroth
HSV II: Oppermann – Sommer, Großer, Hein –
Velasco (64. Kilo), Fabisch, Limani, Andresen
(80. Zumberi) – Beleme, Otuali (73. Pakia),
Rexhepi (62. Aninkorah-Meisel) – Trainer:
Reimers
Tore: 0:1 Beleme (29.), 0:2 Beleme (34.),
0:3 Beleme (71.) – SR: Strampe (Handorf) –
Zuschauer: 678
Ottensen – Eintr. Norderstedt 3:0 (1:0)
Ottensen: Schauer – Coffie (78. Fazlic),
Uphoff, Weißmann (84. Lopes), Kolgeci –
Weidlich (65. Andrijanic) – Eden, Istefo,
Przondziono (72. Fernandes), Monteiro –
Facklam – Trainer: Hirsch
Norderstedt: Huxsohl – Hölscher, Nuxoll,
Grau, Kummerfeld – D. Williams – Denis (72.
Marxen), Brown, Dreca, Brüning (63. Saad) –
Hoppe (63. Lüneburg) – Trainer: Martens
Tore: 1:0 Facklam (35.), 2:0 Istefo (69.), 3:0
Fernandes (77.) – SR: Scharf (Cuxhaven) –
Zuschauer: 500
FC St. Pauli II – Altona 93
1:0 (1:0)
St. Pauli II: Heim – Park, Stuhlmacher,
Schütt, Sejdija (46. Dogan) – Münzner –
Jessen, Brandt (90. Günther), Roggow –
Bednarczyk, Loubongo-M’Boungou (89. van
den Berg) – Trainer: Philipkowski
Altona: Lorenzen – Monteiro (83. Heskamp), Bombek, Safo-Mensah, Wallenborn –
Mahncke, Wachowski (72. Akyol) – Wohlers,
Gumpert, Feka (63. Gohoua) – Krottke (88.
Bär) – Trainer: Bergmann
Tor: 1:0 Roggow (24.) – SR: K. Behrens (Hasede) – Zuschauer: keine
R EG IO NAL L IG A WEST
Fortuna Köln – Wuppertaler SV 1:0 (1:0)
Fort. Köln: Weis – Dieckmann, Fünger, Lanius,
Poggenberg (71. Nadjombe) – Hölscher,
Försterling Beltran (46. Dej), Batarilo-Cerdic –
Najar (90. Ubabuike), Marquet, L. Demaj (80.
Owusu) – Trainer: Ende
Wuppertal: Patzler – Aboagye, Schweers, Berisha – Hanke, Backszat (80. Prokoph), Rodrigues Pires, Heidemann – Kübler (66. Rama),
Königs, Hagemann – Trainer: Mehnert
Tor: 1:0 Batarilo-Cerdic (22.) – SR: Holz
(Münster) – Zuschauer: 2354
Pr. Münster – RW Ahlen
2:0 (0:0)
Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Ziegele,
Hoffmeier, Frenkert – Klann (67. Ghindovean) – Remberg, Wegkamp – Farrona Pulido
(60. Teklab), Langlitz (81. Dahlke), Deters
(78. Thiel) – Trainer: Hildmann
Ahlen: Harr – Ioannidis, Kahlert (62. Lindner), Dal, Francis – Marzullo – Mamutovic
(81. Pihl), Wiesweg, Holldack, Ivan – Mai (62.
Hecker/85. Bayaki) – Trainer: Zimmermann
Tore: 1:0 Langlitz (70.), 2:0 Ghindovean (87.) –
SR: Scheer (Essen) – Zuschauer: 5191
Uerdingen – Bor. M’gladbach II 1:4 (0:0)
Uerdingen: Jovic – Sierck, Brdaric, L. Kadiata –
Schlösser, Augusto (75. Atsina), Karakas,
Fladung (61. Canto), Prodanovic – Mallek
(46. Cirillo/75. Kenia), Terada – Trainer: Voigt
M’gladbach II: Olschowsky – Kurt, Wentzel,
Lieder, Lockl – Kemper (61. Meuer), Holtby – Bennetts, Noß (90./+1 Christiansen),
Skraback (54. Schroers) – Telalovic – Trainer: Vogel
Tore: 1:0 Karakas (55.), 1:1 Lieder (61., HE), 1:2
Telalovic (71.), 1:3 Telalovic (88.), 1:4 Telalovic
(90./+3) – SR: Gansloweit (Dortmund) –
Zuschauer: 625 – Rote Karte: Schlösser
(60., Handspiel)
Wiedenbrück – Alem. Aachen
1:1 (0:1)
Wiedenbrück: Hölscher – Tia, Zech, Amedick,
Brosowski – Liehr, Özer (46. Harouz) –
Demming, Kaptan (78. Lohmar), Szeleschus
(80. Osawe) – Ruzgis (78. Zahn) – Trainer:
Brinkmann
Aachen: Mroß – Dervisevic, Heinze, Uzelac,
Damaschek – Statovci (68. L. Wilton), Hackenberg – Held (80. Korzuschek), Müller,
Gündüz (62. Schmitt) – Falaye (43. Yildiz) –
Trainer: Kilic
Tore: 0:1 Hackenberg (10.), 1:1 Tia (50.) – SR:
Erk (Herne) – Zuschauer: 442
Bonner SC – 1. FC Köln II
1:3 (0:1)
Bonn: K. Birk – Bezerra Ehret, Goralski, Fiedler, Afamefuna – Gonzalez, Braun, Pommer (87.
Mukanya), Klein (82. Monteiro) – Takahara
(64. Bunjaku), Somuah – Trainer: von Ahlen
1. FC Köln II: Urbig – Henning, Örnek, Kuyucu, Akalp (83. Höffler) – Nottbeck (56. Petermann), Olesen – Schmitt, Wydra (56.
Schwirten), Obuz (83. Waldminghaus) – Mittelstädt – Trainer: Zimmermann
Tore: 0:1 Schmitt (14.), 1:1 Klein (53.), 1:2
Mittelstädt (57.), 1:3 Petermann (89.) – SR:
Gottschalk (Bottrop) – Zuschauer: 750 –
Bes. Vorkommnis: K. Birk hält HE von Obuz
(72.)
Fort. Düsseldorf II – Straelen 0:4 (0:3)
Düsseldorf II: Langhoff – Uchino, Corsten, N.
Vukancic, Siadas – Geerkens (70. Mansfeld) –
Sussek (61. Lovren), Sieben (46. Touglo),
Fink, Köther – Niemiec (70. Bird) – Trainer:
Michaty
Straelen: Udegbe – Delorge, Lachheb (65. Beric), Baraza, Stevens – Peitz (46. Ngyombo),
Funk (46. Mehlich) – Lunga, Rizzo (46. Simoes Ribeiro), Miyamoto – Kader – Trainer:
Gerstner
Tore: 0:1 Kader (3.), 0:2 Peitz (36.), 0:3 Kader
(45./+2, FE), 0:4 Kader (87.) – SR: Rupert
(Dortmund) – Zuschauer: 300 – Gelb-Rote
Karte: Baraza (49.) – Rote Karte: N. Vukancic
(45./+2, Notbremse)
VfB Homberg – RW Essen
0:1 (0:0)
Homberg: Gutkowski – Meißner (89. Jafari),
Kogel, Lübke, Walker – Wellers, Opfermann-Arcones, Nowitzki, Marcinek (68.
Jallow) – Talarski (81. Adamski), Bouchama (85. Koenders) – Trainer: Acar
Essen: Davari – Rios Alonso, Heber, Herzenbruch, Bastians – Kleinsorge (58. Krasniqi),
Tarnat, Eisfeld (84. Voelcke), Harenbrock (58.
Kefkir) – Young, Janjic (66. Engelmann) –
Trainer: Neidhart
Tor: 0:1 Meißner (88., ET) – SR: Marx (Brühl) –
Zuschauer: 1400 – Rote Karte: Nowitzki
(78., grobes Foulspiel)
Schalke 04 II – SV Rödinghausen
0:0
Schalke II: Wienand – Müller, Hanraths,
Schell, Calhanoglu – Kaparos – Kankam Kyerewaa, Weschenfelder Scienza (61. Aramburu), Amadin (24. Berisha) – Krasniqi, Castelle
(86. Balouk) – Trainer: Fröhling
Rödinghausen: Sebald – Choroba, Flottmann, Wolff, Langer – Kurzen, Lee (62. Salman), Wiemann, Bravo Sanchez (82. Riemer) –
Kaiser (62. Marceta), Hoffmeier – Trainer:
Rump
SR: Jäger (Euskirchen) – Zuschauer: 100
TOR SC HÜTZ E N NOR D
TORSCH Ü TZE N WE ST
Tore
Tore
10 (1)
9 (1)
9 (1)
8 (–)
8 (1)
8 (–)
7 (3)
7 (–)
Spieler
Cornils (SC Weiche 08)
Facklam (Teut. Ottensen)
Istefo (Teut. Ottensen)
Kramer (SC Weiche 08)
Fakhro (VfB Lübeck)
Lüneburg (Eintr. Norderstedt)
Beleme (Hamburger SV II)
Hyseni (Phönix Lübeck)
13 (–)
13 (–)
11 (3)
10 (–)
10 (–)
10 (–)
9 (–)
9 (–)
Spieler
Engelmann (Rot-Weiss Essen)
Dietz (1. FC Köln II)
Kader (SV Straelen)
Ivan (RW Ahlen)
Marquet (Fortuna Köln)
Heinz (RW Oberhausen)
Deters (Pr. Münster)
Dadashov (Schalke 04 II)
Mit M A R C E L H E LLER (36) und SASCH A MÖ LDE R S (36) haben gleich
zwei gestandene Ex-Profis ihr Debüt in der Regionalliga Südwest gefeiert.
„Ich muss mein Niveau erst noch finden“: Nach über einem
Jahr ohne Pflichtspiel sucht Marcel Heller noch nach seiner Form.
F R A N K F U RT
Auftritt dauert nur 32 Minuten
„Es ist blöd, wenn man das erste Spiel verliert“: Der Daumen von
Sascha Mölders zeigte nach der Auftaktpartie eher nach unten.
GR OSSASPAC H
Herbe Pleite im Kellerduell
Heller braucht noch Zeit
Mölders will kämpfen
Sein Geburtstagsgeschenk hätte sich
Marcel Heller, der am
vergangenen Samstag
36 Jahre alt wurde, gleich selbst
machen können: Fünf Minuten nach seiner Einwechslung
hatte der Ex-Profi (123 Erstund 131 Zweitligaspiele u. a.
für Eintracht Frankfurt und
Darmstadt 98) die große Chance
auf das 1:0, setzte den Ball aber
etwas überhastet am Pfosten
vorbei. „Eigentlich bin ich in
diesen Situation sehr effizient.
Stattdessen ist mir der Ball über
den Spann gerutscht“, merkte
Heller selbstkritisch an.
Dass es bei seinem Debüt
für den FSV Frankfurt gegen
Astoria Walldorf (0:0) nur zu
32 Minuten Spielzeit reichte,
hatte Gründe: Wegen falsch-positiver Corona-Tests konnte
Heller unter der Woche nur eingeschränkt trainieren. Entsprechend überschaubar sein Debüt: die vergebene Großchance,
ein Freistoß, in dessen Folge
Walldorf den Kopfball von Leonhard von Schroetter gerade
noch auf der Linie klären konnte – viel mehr war offensiv nicht
drin. Dafür konnte sich der Flügelspieler defensiv ein paar Mal
Seinen Einstand als
spielender Co-Trainer
der SG Sonnenhof
Großaspach hatte sich
Sascha Mölders ganz anders
vorgestellt. Im Kellerduell gegen den TSV Schott Mainz gab
es eine bittere 0:1-Heimniederlage. „Wenn du verlierst, kann
kein Spieler von sich behaupten, gut gespielt zu haben“,
sagte der 36-Jährige enttäuscht.
Im Sturmzentrum hatte Mölders zunächst für viel
Bewegung gesorgt. Immer
anspielbereit, hatte er nach
sechs Minuten gar die Chance
zum Führungstreffer, vergab
sie aber aus elf Metern. Danach lief es bei dem Ex-Profi
(103 Erst- und 82 Zweitligaspiele
u. a. für den FC Augsburg und
den FSV Frankfurt) und seinen
Teamkollegen nicht mehr. Von
den Zuschauern gab es dennoch viel Zuspruch für den
Kultstürmer. Immer wieder
hallten Sprechchöre mit seinem
Namen durch die Arena, fast
jeder Ballbesitz wurde bejubelt
oder beklatscht. „Ich fühle mich
vom ersten Tag an hier in Großaspach willkommen“, sagt Mölders. Doch: „Es ist blöd, wenn
man das erste Spiel verliert.“
auszeichnen, auch wenn Trainer
Thomas Brendel schmunzelt:
„An die Defensivarbeit muss
er sich erst noch gewöhnen. Bei
uns wird scheinbar mehr abverlangt als in der Bundesliga.“
Immerhin: Heller versuchte bereits, Verantwortung
zu übernehmen, dirigierte seine
Mitspieler, munterte sie auf. Ob
es für die ganz große Anführerrolle reicht, ist jedoch fraglich:
Ein Lautsprecher war Heller
noch nie. „Die Erfahrung dazu
hat er – ob er der Typ dazu ist,
müssen wir noch sehen. Aber
ich glaube, dass er in so eine
Rolle reinwachsen muss“, sagt
Brendel. Auch in Sachen Fitness
gibt es noch Luft nach oben:
„Ich muss mein Niveau erst
noch finden. Dafür benötige
ich Spiele“, sagt Heller selbst.
„Er muss sich ein bisschen quälen, braucht noch Zeit“, ergänzt
Brendel. Seine Schnelligkeit
konnte Heller noch nicht unter
Beweis stellen – ein passendes
Zuspiel seiner Teamkollegen
blieb gegen Walldorf aus.
Ob es kommenden Samstag bei Tabellenführer Mainz II
schon für die Startelf reicht?
„Das kann gut sein“, orakelt der
Coach.
SUSANNE MÜLLER
Mölders verkörpert den
Typ Stürmer, der seinem Gegenspieler doppelt Kopfschmerzen
verursacht. Zum einen, weil er
weiß, wo das Tor steht. Zum
anderen, weil er sich so einsetzt,
dass Zweikämpfe nicht nur ihm
selbst wehtun.
„Am Ende des Tages zählt
wie überall nur der Erfolg.“ Das
heißt für ihn? „Wenn wir den
Klassenverbleib erreichen, haben wir unser Ziel erreicht.“ Der
große Hoffnungsträger weiß
um die Schwere der Aufgabe.
Seine Empfehlung an sich und
seine Mitstreiter: „Marschieren und Zweikämpfe so führen,
dass du sie gewinnst.“ Das Wort
Abstiegskampf sage ja schon,
was es unbedingt braucht. „Wir
wollen und müssen aber auch
Fußball spielen“, fordert Mölders und setzt darauf, dass beides gemeinsam den Nichtabstieg zum Ergebnis hat. Er selbst
ist bereit, alles dafür zu tun.
Schließlich hat er bei seinem Werdegang vom Bezirksliga zum Bundesliga-Stürmer
eines gelernt: „Im Leben bekommst du nichts geschenkt.
Du musst dir alles selbst erarbeiten.“ Wie im Leben, so auch im
Fußball.
HEIKO SCHMIDT
Fotos: imago images
FUSSBALL IM SÜDWESTEN
Ein Hauch von Bundesliga
14. FEBRUAR 2022
H O M B URG
79
Neuzugänge überzeugen im ersten Spiel: Onangolo belebt, Bouziane trifft
Am vergangenen Samstag gab es nach dem
Spiel zwischen dem
FC Homburg und dem
KSV Hessen Kassel (1:1) im und
ums Waldstadion herum nur ein
Thema. Immer wieder wurden die
Verantwortlichen der Gastgeber
gefragt, wie es ihrem verletzten
Abwehrspieler Daniel Di Gregorio
geht. Der 30-Jährige hatte sich im
Verlauf der ersten Halbzeit bei
einer unglücklichen Abwehraktion am Fuß verletzt und musste umgehend ins benachbarte
Universitätsklinikum gefahren
werden. Dort gab es schnell die
Diagnose: Luxationsfraktur im
Sprunggelenk. Direkt anschließend erfolgte eine Operation,
die nach Auskunft des Vereins
gut verlaufen ist. Dennoch wird
Di Gregorio seiner Mannschaft
längere Zeit fehlen.
„Zunächst hatten wir darauf gehofft, dass bei Daniel der
Knöchel nur kurz herausgehüpft
sei. Es ist bereits unsere sechste schwere Verletzung in dieser
Saison – darunter sind sehr viele
Stammspieler. Ich weiß nicht, was
wir verbrochen haben. Die Jungs
tun mir unheimlich leid. Wir sind
alle traurig und wünschen Daniel
gute Besserung“, rang Homburgs
Trainer Timo Wenzel spürbar mit
seinen Gefühlen. Auch Kassels
Trainer Tobias Damm sprach dem
Homburger im Namen seines
A ALEN
Foto: imago images
Di Gregorios Aus trübt die Stimmung
Bittere Momente: Abwehrchef Daniel Di Gregorio wird Homburg auf unbestimmte Zeit fehlen.
gesamten Vereins die herzlichsten Genesungswünsche aus.
Aus Homburger Sicht gab
es jedoch auch gute Nachrichten. Wenzel hatte die beiden
Winterneuzugänge Mounir
Bouziane und Shako Onangolo
in der Startformation das Vertrauen geschenkt. Beide belebten
die Offensive. Während Onangolo
zu Beginn der ersten Halbzeit
noch Pech beim Abschluss aus
halbrechter Position hatte, gelang
Bouziane der zwischenzeitliche
Homburger Führungstreffer.
„Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Dass mir gleich im
ersten Punktspiel ein Treffer gelingt, ist natürlich sehr schön.
Aufgrund der Verletzung von
Daniel tritt allerdings das sportliche Geschehen komplett in den
Trainer fordert höheres Mindestalter für Schiedsrichter
Wolf: „Er macht das Spiel kaputt“
Der Ärger ist auch in
den Tagen danach
noch nicht verflogen.
Nach der 1:2-Niederlage gegen die TSG Balingen
erhebt der VfR Aalen schwere
Vorwürfe gegen Schiedsrichter
Lukas Heim. „Das war nie im
Leben Rot“, sagte Uwe Wolf zum
Platzverweis für Tim Schmidt,
der Balingens Kaan Akkaya im
Mittelkreis gefoult hatte. „Ich bin
felsenfest davon überzeugt, dass
wir als Sieger vom Platz gehen,
wenn der Schiedsrichter Tim
nicht vom Platz stellt. Mitten in
unserer Drangphase macht so
ein Mensch das Spiel kaputt.“
Der Trainer, der ebenfalls
die Rote Karte sah, richtet sogar
einen Appell an die Verbände
und wünscht sich künftig keine
so unerfahrenen Unparteiischen
mehr. „Man sollte sich Gedanken
machen, ob man die Altersgrenze wieder nach oben verschiebt
und auch in der 4. Liga erfahrene
Schiedsrichter hat.“
Allerdings: Die Aalener
suchen die Schuld für die Niederlage zum Jahresstart nicht
nur beim Unparteiischen. „Wir
machen auch immer wiederkehrende Fehler, die zu den Toren führen“, kritisierte Kapitän
Alessandro Abruscia. Beim 0:1
hatten die Balinger viel zu viel
Platz, beim entscheidenden 1:2
habe Gino Windmüller den Ball
nicht resolut genug geklärt.
Unterm Strich bleibt die
fünfte Niederlage im fünften Duell mit Balingen. Und für Aalen
das vierte sieglose Spiel in Folge.
„Ich werde jetzt nicht in den Keller gehen und weinen“, sagt Wolf.
„Aber wir müssen auch schauen,
dass wir das jetzt wettmachen.“
Was ihn dabei stört: dass
ein spielfreies Wochenende bevorsteht. „Ich hätte jetzt lieber
wieder gespielt“, sagt der Trainer,
der ein Testspiel gegen den bayerischen Regionalligisten VfB
Eichstätt angesetzt hat, um im
Rhythmus zu bleiben. Immerhin
stehen am 26. Februar in Gießen
die zuletzt gelbgesperrten Daniel
Elfadli und Sean Seitz wieder zur
Verfügung.
ALEXANDER HAAG
Hintergrund. Wir hoffen alle, dass
er möglichst bald wieder bei uns
sein kann“, sagte Bouziane.
Im Hinblick auf die nächste
Partie bei Astoria Walldorf erklärte der Neuzugang: „Wir müssen
uns nach der Verletzung von Daniel erst einmal alle schütteln.
Und dann werden wir versuchen,
gerade für ihn ein gutes Ergebnis
zu erzielen.“ STEFAN HOLZHAUSER
kurz
bündig
SSV Ulm 1846
Anton Fink (34, Sturm) wird bis zu seinem Vertragsende im Juni freigestellt.
TSV Steinbach Haiger
Enis Bytyqi (24, Sturm) fällt mit einem
Kreuzbandriss ein halbes Jahr aus.
Bahlinger SC
Maximilian Bachmann (19, Abwehr)
wird erneut am Meniskus operiert.
TSG Balingen
Stürmer Aron Viventi (24, Zerrung) und
Kapitän Matthias Schmitz (28, Infekt)
fehlten in Aalen (2:1). +++ Für Adrian
Müller (25, Leisten-OP) und Elias Wolf
(22, Knie-OP) ist die Runde beendet.
FC-Astoria Walldorf
Torhüter Luis Idjakovic (20) hat seinen
Vertrag bis 2023 verlängert.